Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Februar 2019 (725 18 291 / 42) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Die Leistungseinstellung mangels natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und den noch geltend gemachten Beschwerden erfolgte zu Recht. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Beat Hersberger, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Stefan Kunz, Advokat, Falknerstrasse 36, Postfach 1070, 4001 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1972 geborene A.____ arbeitete vom 1. Septem ber 2016 bis 31. Oktober 2017 als Hilfskoch im Restaurant B.____ und war im Rahmen di eser Tätigkeit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch geg en die Folgen von Unfällen und Berufs- krankheiten versichert. Am 25. Mai 2017 erlitt A.__ __ bei der Arbeit einen Unfall, als sich eine Metallklappe öffnete und eine Kiste mit Gläsern her unterfiel, welche den Versicherten an der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechten Schulter und am rechten Oberarm verletzte. Na chdem die Suva nach Eingang der Un- fallmeldung vom 12. September 2017 für die Heilungsko sten aufgekommen war und Taggeld- zahlungen entsprechend der ausgewiesenen Arbeitsunfähig keit ausgerichtete hatte, stellte sie diese Leistungen mit Verfügung vom 18. Januar 2018 per 30. November 2017 ein. Daran hielt sie auf Einsprache des Versicherten hin mit Entscheid vom 8. August 2018 fest. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Ste fan Kunz, am 14. September 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, der angefochtene Einspracheentscheid und die diesem zugrunde liegende Ver- fügung seien aufzuheben. Die Suva sei zu verpflichten, ihm nach erneuter Beurteilung der me- dizinischen Sachlage bezüglich der rechten Schulterpartie die gesetzlichen Leistungen auszu- richten; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die Suva stützt sich auf eine unzureichende und fehlerhafte Sachve rhaltsabklärungen und ungenügende medizinische Berichte. C. In ihrer Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2018 bea ntragte die Suva die Abweisung der Beschwerde. Sie bestritt die Ausführungen des Beschw erdeführers und hielt fest, dass die Zumutbarkeitsbeurteilung des Kreisarztes nicht zu beanstande n sei, weshalb sie sich zu Recht darauf gestützt habe. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die form- und fristgerecht erhobene Beschwerd e ist einzutreten. 1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vo m 25. September 2015 revidier- ten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1984 sowie der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 in Kraft ge- treten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie im vorliegenden Fall – nach dem In- krafttreten dieser revidierten Bestimmungen ereignet h aben, und für Berufskrankheiten, die nach diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden nach neu em Recht gewährt (vgl. Über- gangsbestimmung in Art. 118 Abs. 1 UVG e contrario). Gemäss den neuen Bestimmungen in Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistu ngen bei folgenden Körperschädigun- gen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder E rkrankung zurückzuführen sind: lit. a Knochenbrüche; lit. b Verrenkung von Gelenken; lit. c Me niskussrisse; lit. d Muskelrisse; lit. e Muskelzerrungen; lit. f. Sehnenrisse; lit. g. Bandläsion; lit. h Trommelfellverletzungen. Die Tat- sache, dass eine in der Auflistung von Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die von der Unfallversicherung übernommen werden muss. Diese kann sich aus der Leistungs- pflicht befreien, wenn sie den Nachweis erbringt, dass di e Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgeset- zes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Un fallverhütung; Organisation und Ne- bentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014, BBI 2014 7922 und 7934 f.). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistu ngspflicht zu Recht per 30. November 2017 eingestellt hat. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem ve rsicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, I ntegritätsschädigung) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 18 1 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umst ände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder ni cht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspr echend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erford erlich, dass ein Unfall die alleini- ge oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperlich e oder geistige Integrität der versi- cherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit and eren Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Ta tfrage, worüber die rechtsanwenden- de Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das G ericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli chen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög lichkeit eines Zusammenhangs ge- nügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BG E 129 V 181 E. 3.1 mit Hinwei- sen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unf allereignis und dem eingetrete- nen Schaden ist nach der Rechtsprechung dann zu bejahen, wenn das Ereignis nach dem ge- wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen L ebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizufü hren, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). 3.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mind estens 10% invalid, so hat sie An- spruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Al s Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern de ganze oder teilweise Erwerbsunfähig- keit. Diese wiederum entspricht dem durch Beeinträchti gung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für d ie Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliessli ch die Folgen der gesundheitli- chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 4.1 Im Zusammenhang mit der Beurteilung des Leistungsa nspruchs des Beschwerdeführers ist zunächst zu prüfen, in welchem Ausmass dieser unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle od er teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leiste n (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und de r Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Besch werdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch ander e Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Ges undheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicher- te Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die är ztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistunge n der versicherten Person noch zugemu- tet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispiel sweise Berichten und Gutachten versi- cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vo m 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5.1 Der behandelnde Arzt Dr. med. C.____, Facharzt f ür Allgemeinchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, diagnostizierte am 26. Mai 2017 Prell ungen der rechten Schulter und des rech- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten Oberarms, nachdem dem Versicherten am 25. Mai 2017 bei der Arbeit eine Kiste auf die Schulter gefallen sei. 5.2 Am 30. August 2017 unterzog sich der Versicherte ei ner MRI-Untersuchung des rechten Schultergelenks im Zentrum D.____. Im gleichentags erstel lten Bericht wurden multiple ober- flächliche Einrisse wie auch eine ausgeprägte Tendinopat hie der gesamten Supra- und Infra- spinatussehne, eine mässige Bursitis subakromialis, eine sub akromiale Enge bei Typ III Konfi- guration des Akromions mit subakromialen Sporn, eine mö gliche Teilruptur (differentialdiagnos- tisch zumindest eine Tendopathie der langen Bizepssehne direkt nach Austritt aus dem Sulkus) und eine mässig aktivierte AC-Gelenkarthrose in geringer Fehlstellung genannt. 5.3 Dr. C.____ hielt in seinen Berichten vom 5. und 26 . September 2017 fest, dass der Be- schwerdeführer weiterhin an belastungsabhängigen Schmer zen der rechten Schulter leide. Er diagnostizierte ein subakromiales Impingementsyndrom bei einer Tendinopathie. 5.4 Am 24. Oktober 2017 teilte Dr. C.____ mit, dass d ie Beschwerden subjektiv leicht rück- läufig seien. Es bestünden aber weiterhin Schmerzen bei m Anheben der rechten Schulter über die Horizontale. Zudem seien weder der Schürzen- noc h der Nackengriff möglich und es läge eine diskrete Kraftminderung rechts im Vergleich zu links vor. In einem weiteren Bericht vom 21. November 2017 führte Dr. C.____ aus, dass sich die B eweglichkeit leicht gebessert habe, der Beschwerdeführer klage aber immer noch über Schmer zen und es läge immer noch eine Kraftminderung und ein Druckschmerz entlang der langen Bizepssehne vor. Zudem würde bei Abduktion über 90° ein ausstrahlender Schmerz Richtung Halswirbelsäule (HWS) angegeben. Der Liftoff-Test habe nicht durchgeführt werden können und der Supraspinatus-Test sei fraglich positiv. Der Versicherte befinde sich weiterhin in krankengymnastischer Übungsbehandlung. 5.5 In seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 24. Novemb er 2017 führte Dr. med. E._____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bew egungsapparates, aus, dass der Be- schwerdeführer am 25. Mai 2017 ein Anpralltrauma im B ereich der rechten Schulter erlitten ha- be, als Gläser, die sich in einer Kiste befunden hätte n, auf die Schulter und den rechten Ober- arm gefallen seien. Dieses Unfallereignis sei nicht gee ignet, eine Rotatorenmanschetten- Verletzung zu verursachen oder eine richtungsgebende V erschlimmerung einer solchen zu be- wirken. Der MRI-Befund vom 30. August 2017 zeige keine Unfallfolgen aufgrund des Ereignis- ses vom 25. Mai 2017. Insgesamt seien degenerative Verän derungen im Sinne einer Tendino- pathie der Supra- und der Infraspinatussehne festzustel len. Unfallfremd sei eine subakromiale Enge mit Bursitis subakromialis und die von Dr. C.____ im weiteren Verlauf beschriebene Im- pingementsymptomatik der rechten Schulter. Das Ereignis vom 25. Mai 2017 habe keine struk- turellen objektivierbaren Läsionen im Bereich der rechte n Schulter verursacht. Es sei dort zu einer Prellungsproblematik gekommen, welche mit über wiegender Wahrscheinlichkeit einige Monate später folgenlos abgeheilt sei. Aus diesem Grun d lägen keine Unfallfolgen im Bereich der rechten Schulter mehr vor. 5.6 Am 6. März 2018 wurde der Beschwerdeführer durch D r. C.____ an der rechten Schul- ter operiert. Dem Operationsbericht ist zu entnehmen, d ass eine arthroskopisch assistierte Ro- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tatorenmanschetten-Rekonstruktion (SSP), eine diagnost ische Schulterarthroskopie (SAD) und eine Bursektomie vorgenommen worden seien. Intraoperat iv hätten sich insbesondere eine ge- samthaft unauffällige Bizepssehne und ein regelrechter Knorpelüberzug der Schulterpfanne mit zentral physiologischen Bearspots gezeigt. Im Bereich der Rotatorenmanschette und der Sup- raspinatussehne bestünden ausgefaserte Veränderungen un d eine Sehnenruptur habe nicht ausgeschlossen werden können. Die Bursa sei deutlich entzündlich verändert gewesen. Inspek- torisch sei die Rotatorenmanschette im Bereich der Supraspinatussehne deutlich ausgedünnt. 5.7 Der Kreisarzt Dr. E.____ hielt in seinem Bericht vom 3. Juli 2018 fest, dass das Unfaller- eignis vom 25. Mai 2017 nicht geeignet gewesen sei, eine Ruptur der Rotatorenman- schette im Bereich der rechten Schulter zu verursachen, weil ein d irektes Anpralltrauma keine Läsion ver- ursachen könne. Zum Operationsbericht vom 6. März 2018 führte er aus, es sei eine arthrosko- pisch assistierte Rekonstruktion der Supraspinatussehne mit subakromialer Dekompression und Bursektomie durchgeführt worden. Es werde dokumenti ert, dass die Supraspinatussehne sehr ausgedünnt erscheine. Eine Rissbildung oder Läsion s ei aber nicht beschrieben worden. Die intraoperativ beschriebene Ausdünnung der Supraspin atussehne spreche für unfallfremde degenerative Veränderungen. Insgesamt würden keine grö sseren Verschleisserscheinungen und im Humeruskopf lediglich minimale kleine degenerati ve Aufrauhungen und Knorpelschädi- gungen vorliegen. Eine Läsion der Supraspinatussehne sei aber nicht erkennbar. Der Opera- teur schreibe im Operationsbericht denn auch, dass eine Sehnenruptur arthroskopisch nicht habe beurteilt werden können. Abschliessend hielt Dr. E.____ fest, dass das Ereignis vom 25. Mai 2017 zu keinen strukturell objektivierbaren Läsi onen im Bereich der rechten Schulter geführt habe. 5.8 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nahm Dr. E.____ am 15. Oktober 2018 zu den Ausführungen in der Beschwerde Stellung. Der Rechtsver treter wies darauf hin, dass Dr. E.____ in seinen Berichten den Unfallhergang nich t korrekt dargestellt habe. Entgegen den Ausführungen von Dr. E.____ seien dem Beschwerdeführer nicht einzelne Gläser, sondern eine mit Gläsern gefüllte Kunststoffkiste auf die Schulter gefallen. Dr. E.____ hielt dazu fest, dass es so oder anders zu einem Anpralltrauma gekommen sei, we lches nicht geeignet sei, eine Rota- torenmaschettenruptur auszulösen. Das Gewicht sei nicht all eine ausschlaggebend, denn ein Anpralltrauma würde aufgrund der Biomechanik überwie gend wahrscheinlich zu einer Fraktur und nicht zu einer Sehnenruptur führen. 6.1 Die Suva stützte sich im angefochtenen Einspracheent scheid vom 8. August 2018 auf die Ausführungen von Dr. E.____ vom 24. November 201 7 und vom 3. Juli 2018. Sie ging des- halb davon aus, dass zwischen dem Unfall vom 25. Mai 2017 und den noch geklagten Be- schwerden an der rechten Schulter mit überwiegender Wa hrscheinlichkeit keine Kausalität mehr vorliege, weshalb sie über den 30. November 2017 hinaus keine Leistungen schulde. Die- ser Auffassung ist zu folgen. Zwar ist Dr. E.____ als Kre isarzt ein verwaltungsinterner Arzt, weshalb ergänzende Abklärungen vorzunehmen wären, fall s auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seines Berichts bestünden (vg l. oben E. 4.4; BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.2, je mit Hinweisen). Vorl iegend bestehen jedoch keine Zweifel an der Beurteilung von Dr. E.____. Seine Ausführungen sind nachvollziehbar, widerspruchsfrei und Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht leuchten sowohl in Bezug auf die medizinische Situation wie auch betreffend die daraus gezo- genen Schlüsse ein. Dr. E.____ führte unter Berücksichti gung der ausführlichen bildgebenden Abklärungen und den bis dahin ergangenen Berichten nach vollziehbar aus, dass das vom Be- schwerdeführer erlittene Anpralltrauma nicht geeignet war, eine Rotatorenmanschetten-Ruptur zu verursachen und es wird deutlich, dass der Beschwerdeführ er im Zeitpunkt der Leistungs- einstellung per 30. November 2017 nicht mehr mit über wiegender Wahrscheinlichkeit an trau- matischen Beschwerden an der rechten Schulter gelitten hat. Diese Beurteilung erweist sich als überzeugend. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abge- stellt hat. 6.2.1 Daran ändern auch die Ausführungen in der Besch werde nichts. Der Beschwerdeführer moniert zunächst, er habe nie an psychischen Beschwerden g elitten und solche auch nie gel- tend gemacht, weshalb deren Erwähnung im Einspracheent scheid verwirre. In diesem Zusam- menhang ist auf den vom Rechtsvertreter am 19. Juni 2018 eingereichten Bericht des Zentrums F.____ vom 3. April 2018 hinzuweisen, demgemäss der Be schwerdeführer in der Zeit vom 8. März 2018 bis 3. April 2018 wegen einer schweren dep ressiven Episode ohne psychotische Symptome stationär behandelt worden sei. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass der Beschwer- deführer unter anderem den Unfall vom 25. Mai 2017 f ür die Depression mitverantwortlich ma- che. Dass die Suva aufgrund der ihr obliegenden Untersu chungsmaxime (vgl. Art. 43 ATSG) unter diesen Umständen die Kausalität der psychischen B eschwerden abklärte, ist nachvoll- ziehbar und nicht zu beanstanden. Die Ausführungen des Beschwerdeführers gehen daher fehl. 6.2.2 Weiter stellt sich der Beschwerdeführer auf den St andpunkt, der Kreisarzt weiche von den tatsächlichen Feststellungen in der Unfallmeldung und den zeitnahen Berichten von Dr. C.____ ab. Er habe seinem Bericht und seinen Schl ussfolgerungen einen anderen als den tatsächlichen Unfallhergang zugrunde gelegt. Er sei davo n ausgegangen, dass dem Beschwer- deführer Gläser und nicht eine mit Gläsern gefüllte Kiste auf die Schulter gefallen sei. Mit dem Beschwerdeführer ist insofern einig zugehen, als Dr. E.____ in seiner Beurteilung vom 24. November 2017 festhielt, dem Beschwerdeführer seie n Gläser, welche sich in einer Kiste befunden hätten, auf die Schulter und den Oberarm ge fallen. Daraus kann der Beschwerdefüh- rer aber nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dem aktenmässig en Verlauf des Berichts vom 24. November 2017 ist nämlich zu entnehmen, dass sich ei ne Metallklappe geöffnet habe und dem Versicherten eine Kiste mit Gläsern auf die Schulte r und den Oberarm gefallen sei. Damit hat Dr. E.____ den Sachverhalt nicht aktenwidrig erfa sst, sondern den in der Schadenmeldung vom 12. September 2017 geschilderten Unfallhergang berücksichtigt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat der Kreisarzt auch die Kausalität richtig beurteilt. Mit ihm und der Be- schwerdegegnerin ist nämlich davon auszugehen, dass das vom Beschwerdeführer erlittene Trauma nicht geeignet war, eine Rotatorenmanschetten -Ruptur auszulösen. Diese Auffassung stimmt sowohl mit den im Rahmen der MRI-Untersuchung vom 30. August 2017 erhobenen und durch Dr. C.____ im Operationsbericht vom 6. März 2018 b estätigten Befunden überein. So werden weder im MRI-Bericht noch im Operationsbericht strukturelle objektivierbare Verände- rungen beschrieben, sondern degenerative Veränderungen genannt. In Bezug auf eine allfällige Sehnenruptur ist den Berichten zu entnehmen, eine solch e sei möglich bzw. könne nicht aus- geschlossen werden. Damit wird deutlich, dass eine traum atische Ursache für die eventuelle Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sehnenruptur nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden konnte. Unter diesen Umständen ist entgegen der Auffassung des Beschwer deführers nicht zu beanstanden, dass die Suva von einem Status quo sine ausging und die Leistungen per 30. November 2017 einstellte. 7. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten ei ne zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhalts zu, so besteht kein Anlass, dem in der Be- schwerde gestellten Antrag des Versicherten zu entsprechen , wonach die Suva zu verpflichten sei, eine erneute medizinische Beurteilung des Sachverha lts vorzunehmen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind i m Rahmen dieses verfassungsmässi- gen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehme n, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pfli chtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverl ässiges Bild des relevanten Sach- verhalts ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Be- weismittel verzichtet werden. Die damit verbundene anti zipierte Beweiswürdigung ist nach kon- stanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 60 E. 3.3, 122 V 157 E. 1d). 8. Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die vom Versicherten noch geklagte n Schulterbeschwerden rechts per 30. November 2017 eingestellt hat. Die gegen den bet reffenden Einspracheentscheid vom 8. August 2018 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegr ündet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 9. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdeverfa hren vor dem kantonalen Ge- richt für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Da der Beschwerdeführer unterliegend e Partei ist, hat er keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. b ATSG e contrario). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 6. Juni 2019 beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegend des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_409/2019 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht