Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 17. November 2016 (720 15 293 / 302) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die angefochtene Verfügung, mit welcher die bisher ausgerichtete ganze Rente auf eine Viertelsrente reduziert wurde, ist nicht zu beanstanden. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Beat Hersberger, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Yves Waldmann , Advokat, St. Johanns-Vorstadt 23, Postfach 1328, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Beigeladene Pensionskasse B.____ Betreff IV-Rente Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.1 Der 1960 geborene A.____ arbeitete bis 31. März 2 001 als Chef des Service im Res- taurant C.____ in X.____. Am 2. Juli 2002 meldete er sich bei der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle B asel-Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesundheitlichen und erwerblichen Verh ältnisse ab. Aufgrund der festgestellten fehlenden Erwerbsfähigkeit ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 100%. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach sie dem Versicherten mit Verfüg ung vom 22. September 2004 rückwirkend ab 1. Oktober 2001 eine ganze Rente zu. Nach Durchführung zweier Revisionen von Amtes wegen wurde dem Versicherten am 6. Juli 2006 resp. am 4. Dezember 2009 mitge- teilt, dass er bei einem IV-Grad von 100% bzw. 73% we iterhin Anspruch auf die bisher ausge- richtete ganze Rente habe. A.2 Am 6. September 2012 ersuchte die leistungspflicht ige Pensionskasse B.____ unter Hinweis auf ein von ihr veranlasstes Gutachten von Dr. me d. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, die IV-Stelle um eine Rentenrevision. In der Folge leitete diese am 4. Oktober 2012 eine erneute Überprüfung des Rentenanspruchs ein. Zur Abklärung des Gesundheitszu- standes gab sie beim Begutachtungszentrum E.____ ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 17. März 2014 erstattet wurde. Unter Hinweis auf die Ergebnisse ihrer Abklärungen verfügte die IV-Stelle – nach durchgeführtem Vorbesch eidverfahren – am 15. Juli 2015 bei ei- nem IV-Grad von nunmehr noch 40% die Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente auf eine Viertelsrente. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat D r. Yves Waldmann, am 14. September 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 15. Juli 2015 aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine ganze R ente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur korrekten Verfahrensdurchführung und weitere n Abklärungen sowie zu allfälligen beruflichen Wiedereingliederungsmassnahmen an die Vor instanz zurückzuweisen, wobei diese zu verpflichten sei, die ganze Rente rückwirkend wieder a uszurichten; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die unentgel tliche Rechtspflege mit Advokat Dr. Waldmann als Rechtsvertreter. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass die Voraussetzungen für eine Rentenrevision gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 nicht erfüllt sei- en. Ausserdem sei der IV-Grad nicht zutreffend ermittelt worden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Oktober 2015 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde und beantragte die Beiladung der Pensionskasse zum Verfahren. D. Mit Verfügung vom 21. Dezember 2015 wurde dem Bes chwerdeführer für das vorlie- gende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Dr. Waldmann als Rechtsvertreter bewilligt und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. E. Am 7. Januar 2016 reichte der Beschwerdeführer den B ericht von Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe gungsapparates, vom 27. Februar Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2015 ein. Hierzu nahm die IV-Stelle am 28. Januar 20 16 Stellung, wobei sie an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhielt. F. Mit Verfügung vom 1. Februar 2016 wurde die Pensi onskasse B.____ zum Verfahren beigeladen. Gleichzeitig wurde ihr Gelegenheit zur St ellungnahme gegeben. Am 8. Februar 2016 beantragte sie – unter Hinweis auf ihre Einwände vom 5. Januar 2015 zum Vorbescheid vom 13. November 2014 – die Abweisung der Beschwerde. G. Anlässlich der ersten Urteilsberatung vom 19. Mai 201 6 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass hinsichtlich der im Juli 2008 durchgef ührten Rentenrevision (Mitteilung vom 4. Dezember 2009) eine Wiedererwägung wegen zweif elloser Unrichtigkeit im Raum ste- he. Da sich die Parteien zu dieser Frage bisher nicht g eäussert hatten, wurde ihnen zur Wah- rung des rechtlichen Gehörs Frist zur Stellungnahme eing eräumt. Diese gingen am 22. Juni 2016, 3. und 9. August 2016 ein. Während der Beschwerdeführer die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung verneinte, wurden sie von der IV-Stelle und der Beigeladenen bejaht. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 14. September 2015 ist einzutreten. 2. Streitig ist die Höhe des Rentenanspruchs des Beschwer deführers ab 1. September 2015. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; RUDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grund- figur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Schaf fhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). 5.2 Nach der Rechtsprechung bildet zeitliche Vergleich sbasis für die Beurteilung einer Än- derung des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs . 1 ATSG die letzte anspruchsändernde (BGE 133 V 108 E. 4.1) oder auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon- former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruhende rechts- kräftige Verfügung (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Eine Mitteilung nach Art. 74 ter lit. f und Art. 74 quater der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vo m 17. Ja- nuar 1961, mit der eine Revision von Amtes wegen abgesch lossen wurde mit der Feststellung, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht es sei keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhäl tnisse gegeben, ist einer rechtskräfti- gen Verfügung gleichgestellt (Urteil vom 25. Januar 20 11, 9C_882/2010, E. 3.2.1 mit Hinwei- sen). 5.3 Streitig ist der massgebende Referenzzeitpunkt. Der Beschwerdeführer erhielt mit Ver- fügung vom 22. September 2004 rückwirkend ab 1. Oktober 2001 eine ganze Rente zugespro- chen. Dieser Anspruch wurde 2005 und 2008 in Revision g ezogen, in der Folge jedoch unver- ändert bestätigt. Die Vorinstanz hat in der vorliegend angefochtenen Verfügung als massge- benden Referenzzeitpunkt jenen des Erlasses der Verfügung vom 22. September 2004 festge- legt und den Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigke it des Beschwerdeführers mit jenem im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 15. Juli 201 5 verglichen. Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass die Mi tteilung vom 4. Dezember 2009 auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit gut achterlicher Abklärung und Neubemes- sung des IV-Grads beruht und deshalb massgebender Referenzzeitpunkt darstellt. 5.4 Obwohl die Mitteilung vom 4. Dezember 2009 grun dsätzlich als zeitlicher Referenz- punkt gelten kann (vgl. E. 5.2 hiervor), ist sie vorliege nd bei der Überprüfung der gesundheitli- chen Veränderung im Ergebnis zu Recht nicht berücksichtigt worden, fehlt es ihr doch an der rechtskonformen Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung u nd Invaliditätsbemessung. Zwar führte die IV-Stelle im Rahmen der mit Schreiben vom 10. Juli 2008 eingeleiteten Rentenrevisi- on internistische und neuropsychologische Abklärungen durch. Indes fehlte es an einer aussa- gekräftigen orthopädischen Stellungnahme. Eine solche vermag auch der Bericht des Regiona- len ärztlichen Dienstes (RAD) vom 8. Oktober 2009, wonach in orthopädischer Hinsicht keine Änderung eingetreten sei und deshalb die zumutbare Rest arbeitsfähigkeit maximal 50% betra- ge, nicht zu ersetzen. Interne Berichte des RAD haben eine andere Funktion als medizinische Gutachten (Art. 44 ATSG) oder Untersuchungsberichte des RAD im Sinne von Art. 49 Abs. 2 IVV. Sie erheben nicht selber medizinische Befunde, sond ern setzen sich lediglich mit den vor- handenen Unterlagen auseinander. Im damaligen Zeitp unkt der Rentenrevision lagen keine fachärztlichen Berichte zum orthopädischen Gesundheitszusta nd und der Arbeitsfähigkeit vor, zu welchen sich der RAD im Rahmen seiner Würdigung überh aupt hätte äussern können. Der RAD wäre in Ermangelung entsprechender medizinischer Akt en vielmehr gehalten gewesen, zusätzliche Abklärungen in die Wege zu leiten. Indem die IV-Stelle trotz fehlender orthopädi- scher Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf weitere Abklä rungen verzichtete, verletzte sie den Untersuchungsgrundsatz, was zur zweifellosen Unrichtigkeit der Mitteilung vom 4. Dezember 2009 führt (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2 015, 9C_692/2014, E.3.3 f.). Hinzu kommt, dass bei einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit um 50% der von der IV-Stelle ermittel- te – und im Übrigen nicht näher begründete – IV-Gra d von 73% nicht nachvollziehbar ist, wes- halb es auch aus diesem Grund an einer überzeugenden, r echtskonformen Invaliditätsbemes- sung fehlt. Nach dem Gesagten kann die Mitteilung vom 4. Dezember 2009 nicht als Ver- gleichsbasis für die Rentenrevision herangezogen werden . Zu Recht unbestritten stellt die im Jahr 2005 durchgeführte Rentenrevision (Mitteilung vom 6. Juli 2006) keinen massgebenden Vergleichszeitpunkt dar. Referenzzeitpunkt für die Beurteilung der Frage einer anspruchserheb- lichen Änderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG bil det daher die Verfügung vom 22. Sep- tember 2004. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Zu prüfen ist somit, ob eine wesentlich Veränderung des Gesundheitszustandes oder eine erhebliche Änderung der erwerblichen Auswirkunge n des an sich gleich gebliebenen Ge- sundheitsschadens seit der Verfügung 22. September 2004 eingetreten ist. 7.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zu m 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 7.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit einer ver sicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gerich t – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 132 V 99 f. mit weiteren Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stell ungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut- barerweise noch verrichtet werden können (vgl. ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Fra nz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 7.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 7.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/9 9, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfa hrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potenti- ellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht verg essen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen län geren Zeitraum abdeckende und umfas- sende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft we rtvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil d es EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum An- lass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandel nden Ärzte zu anderslautenden Ein- schätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich e ine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rei n subjektiver ärztlicher Interpretation ent- springende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begut achtung unerkannt oder ungewür- digt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinwei- sen). 7.5 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhaltes in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu bea chten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den – den medizinische n Gutachten zu entnehmenden – Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstel lten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisth ema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betracht et vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 23 2 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teile des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010 , E. 4.2, und vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 8. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversi cherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 9.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 22. September 2004 mit der dem Beschwerde- führer aufgrund eines IV-Grads von 100% ab 1. Oktober 2 001 eine ganze Rente zugesprochen wurde, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung d es Gesundheitszustands und der Arbeits- fähigkeit des Versicherten in orthopädischer Hinsicht auf den Bericht des Kantonsspitals G.____ vom 28. April 2004. Demnach wurde mit Auswirkun g auf die Arbeitsfähigkeit eine post- traumatische Arthrose im oberen Sprunggelenk (OSG) links nach Treppensturz, ein Status nach Arthrolyse am linken Knie bei massiver Vernarbung aufgr und von Hautnekrosen wegen Sprit- zenabsessen und ein Status nach Neurolyse des überspannten Nervus Peroneus diagnosti- ziert. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestünde sei t dem 25. März 2003 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Der Versicherte könne weder Gewicht e heben noch tragen. Die Steh- und Sitzdauer sowie die Gehstrecken seien nur noch minimal m öglich. Aufgrund der geringen Be- lastbarkeit und Ausdauer sei keine Arbeit mehr zumutbar. Im Bericht der Arztpraxis H.____ vom 12. November 2003 wurden mit Auswirkung auf die Arbei tsfähigkeit eine narzisstische Persön- lichkeitsstörung, eine gegenwärtig abstinente Opiat- und Kokainabhängigkeit, ein Zustand nach Spritzenabszessen mit mehreren plastischen Operationen un d nach Kontraktur-Operation am linken Knie mit Defektheilung, eine Distorsion am rechte n Sprunggelenk mit Zyste und Arthrose und eine chronische Hepatitis C mit erhöhten Leberwerten diagnostiziert. Für die zuletzt ausge- übte Tätigkeit bestünde seit Mai 2001 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 9.2 Im Rahmen der am 4. Oktober 2012 eingeleiteten R entenrevision beauftragte die IV- Stelle das Begutachtungszentrum E.____ mit einem polyd isziplinären Gutachten. Am 17. März 2014 wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein e eingeschränkte Belastungsfähigkeit des linken Knies, eine posttraumatische OSG-Arthrose bei Zustand nach Treppensturz, ein Zu- stand nach Discushernie L4/L5 mit lumboradikulärem Schme rz- und Ausfallsyndrom und eine chronische Hepatitis C festgestellt. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden Schul- terbeschwerden rechts, eine zurzeit remittierte rezidivie rende depressive Störung (ICD-10 F33.4), ein Status nach Alkohol-, Opiat-, THC- und Kokainabhängigkeit, ein Anti-HBc alone Sta- tus und eine Cholezystolithiasis. In psychiatrischer Hinsicht w urde festgehalten, dass der Versi- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherte seit dem Jahr 2003 in Bezug auf die Noxen abstin ent sei und seither auch keine psychi- atrische Unterstützung mehr in Anspruch genommen habe. Er gebe selber an, dass sich seine psychische Situation deutlich stabilisiert habe. Die vom Ve rsicherten beschriebene Müdigkeit und der fehlende Antrieb könnten mit der chronischen Hepatitis erklärt werden. Die Kriterien für die Annahme einer leichten depressiven Episode seien nich t erfüllt. Diagnostisch bestünde ak- tuell eine remittierte rezidivierende depressive Störung. Anhaltspunkte für eine weitere psychiat- rische Erkrankung bestünden nicht. Die Arbeitsfähigkeit se i nicht eingeschränkt. Aus orthopädi- scher Sicht bestünde eine verminderte Belastungsfähigkeit der unteren Extremität, wobei jene der linken Extremität im Verlauf der Jahre langsam aber kontinuierlich habe gesteigert werden können. Insgesamt habe sich der orthopädisch-rheumatologi sche Zustand des Versicherten in den letzten Jahren erheblich verbessert. Körperlich anstr engende Tätigkeiten seien weiterhin nicht zumutbar. Adaptierte Arbeiten seien aber im Umfa ng von 60% möglich. Gastroenterolo- gisch bestünde ein stabiler Verlauf der chronischen Leber entzündung ohne Progression in eine fortgeschrittene Fibrose oder Zirrhose. Im Vordergrun d stünden die Müdigkeit, die einge- schränkte Leistungsfähigkeit und Gelenkbeschwerden in den Händen. Die Leistungsfähigkeit sei um 20% reduziert. Aus gesamtmedizinischer Sicht seien dem Versicherten konstant mittel- schwere und schwere Tätigkeiten sowie kniende oder solche mit längeren Gehstrecken nicht zumutbar. Angepasste leichte bis intermittierend mitte lschwere Tätigkeiten seien im Umfang von 70% zumutbar. 9.3 Im Rahmen des vorliegenden Verfahrens reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. F.____ vom 27. Februar 2015 ein. Demnach seien ihm körperlich schwer belastende Tätigkeiten, längere Gehstrecken, längeres Stehen, Tr eppensteigen, das Tragen von schweren Lasten sowie Arbeiten in kniender oder hockender Positio n nicht zumutbar. Die vom Versicher- ten aktuell ausgeübte Tätigkeit als Töpfer sei täglich h albtags zumutbar. Soweit der Versicherte geltend mache, dass er maximal zwei bis drei Stunden pro Tag am Stück arbeiten könne, stün- de dies nicht im Zusammenhang mit dem Bewegungsapparat. Der Gesundheitszustand des Versicherten sei zwar erfreulich. Aufgrund der Biographie des Versicherten und der Krankheits- geschichte sei aber nicht erstaunlich, dass psychische und ph ysische „Narben“ vorhanden sei- en, die das geforderte Rendement nicht zulassen würden. Diesem Umstand sei im Gutachten des Begutachtungszentrums E.____ nicht Rechnung getragen worden. 10.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob seit der ur sprünglichen Rentenzusprache eine we- sentliche Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwer deführers eingetreten ist, voll- umfänglich auf die Ergebnisse des bisdisziplinären Gutac htens des Begutachtungszentrums E.____ vom 17. März 2014. Sie ging demzufolge davon aus, dass sich der Gesundheitszustand seit der Rentenzusprache am 22. September 2004 verbes sert habe und aus gesamtmedizini- scher Sicht nunmehr angepasste Tätigkeiten im Umfang von 70% zumutbar seien. 10.2 Wie unter Erwägung 7.4 hiervor ausgeführt, ist de n im Rahmen des Verwaltungsver- fahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Vorliegend sind keine Gründe ersichtli ch, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Gutachtens vom 17. März 2014 in Frage zu st ellen oder davon abzuweichen. Das Gutachten weist weder formale noch inhaltliche Mäng el auf, es ist – wie dies vom Bundes- gericht verlangt wird (vgl. E. 7.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf all- seitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Besch werden, ist in Kenntnis der Vorak- ten abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, setzt sich mit den bei den Akten liegenden (abwei- chenden) fachärztlichen Einschätzungen auseinander und ist in den Schlussfolgerungen über- zeugend. 10.3 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts in Revisionsfällen gelten ausserdem besondere Anforderungen an die Bewe istauglichkeit (vgl. E. 7.5 hiervor). Beweisthema dieser Gutachten ist nicht bloss die Festste llung des aktuellen Gesundheitszu- stands und seiner funktionellen Auswirkungen, sondern insb esondere auch den Vergleich die- ses Befunds mit dem früheren Gesundheitszustand. Spricht si ch ein solches Gutachten nicht hinreichend darüber aus, inwiefern eine effektive Verä nderung des Gesundheitszustands statt- gefunden hat, mangelt es ihm in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, es sei denn, dass die Änderung der gesundheitlichen Verhältnisse ohne hin evident. Das Gutachten des Be- gutachtungszentrums E.____ vom 17. März 2014 äussert sich – wohl nicht zuletzt aufgrund der entsprechend unvollständigen Fragestellung durch die IV-Stelle – nicht ausführlich zur Entwick- lung des Gesundheitszustandes und nimmt auch keinen ausdrückl ichen Vergleich zwischen dem früheren und dem jetzigen Gesundheitszustand vor, son dern beschränkt sich im Wesentli- chen darauf, den aktuellen Gesundheitszustand zu beschre iben und zu beurteilen. Indessen ist vorliegend die Verbesserung des Gesundheitszustandes aufgru nd der im Gutachten festgehal- tenen deutlichen Stabilisierung der psychischen Situatio n, der remittierten rezidivierenden de- pressiven Störung und der Tatsache, dass keine Anhaltspun kte für eine weitere psychiatrische Erkrankung festgestellt werden konnten und der Versicherte keine psychiatrische Unterstützung mehr in Anspruch nehmen musste, evident. Auch in ortho pädisch-rheumatologischer Hinsicht hat sich zwischenzeitlich eine Verbesserung des Gesundheit szustandes eingestellt. Damit ge- nügt das Gutachten vom 17. März 2014 den bundesgerichtlichen Vorgaben zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts in Revisionsfällen, weshalb darauf abgestellt werden kann. 10.4 Die Tatsache, dass seit der Verfügung 22. Septemb er 2004 bis zum Erlass der hier zu beurteilenden Verfügung vom 15. Juli 2015 eine rent enrelevante Veränderung des Gesund- heitszustandes eingetreten ist, wird denn auch vom Besch werdeführer nicht in Frage gestellt. Soweit er geltend macht, gemäss der aktuellen Beurteil ung von Dr. F.____ vom 27. Februar 2015 sei ihm die aktuell ausgeübte Tätigkeit als Töpfe r täglich bis zu einem halben Tag zumut- bar und es bestünde auch in einer anderen Tätigkeit kein e Arbeitsfähigkeit von mehr als 50%, ist ihm entgegenzuhalten, dass sein Bericht keine wichti gen Aspekte enthält, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären und seine Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit lediglich die Zumutbarkeit der ausgeübt en Tätigkeit als Töpfer beinhaltet. Insge- samt sind die wenig begründeten und unpräzis formuliert en Einwände von Dr. F.____ nicht ge- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht eignet, die ausschlaggebende Beweiskraft des polydisziplinär en Gutachtens in Zweifel zu zie- hen. 11. Nach dem Gesagten ist gestützt auf die massgebende Be urteilung im Gutachten des Begutachtungszentrums E.____ vom 17. März 2014 davon auszu gehen, dass sich der Ge- sundheitszustand des Beschwerdeführers seit der ursprüngliche Rentenzusprechung im Jahr 2004 erheblich verbessert und ihm nun eine angepasste T ätigkeit im Umfang von 70% zumut- bar ist. 12.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen d er gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.2 hiervor), ist der IV-Grad bei erwerbstätigen Versicher- ten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Ist ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben, d.h. liegt eine wesentl iche Änderung in den tatsächlichen Ver- hältnissen im Vergleichszeitraum vor, die geeignet ist, d en IV-Grad und damit den Rentenan- spruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3), ist der IV-Grad neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). 12.2 Die IV-Stelle ermittelte das Valideneinkommen g estützt auf die Angaben der ehemali- gen Arbeitgeberin und ging – unter Berücksichtigung ein er Nominallohnentwicklung – davon aus, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden ein Einkommen von Fr. 68‘650.-- erzielen würde. Das von der Beschwerdegegnerin ermitte lte Valideneinkommen wurde vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet. 12.3.1 Bei der Ermittlung des trotz Gesundheitsschadens zum utbarerweise erzielbaren Ein- kommens (Invalideneinkommen) stützte sich die IV-Stelle auf den Tabellenlohn von Fr. 5‘210.-- gemäss LSE 2012 TA1, privater Sektor, Total, Kompeten zniveau 1, Spalte Männer. Diesen rechnete sie nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung von 0,8% auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden um. Daraus r esultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 65‘699.-- (Fr. 5‘210.-- x 12 : 40 x 41,7 x 100,8%) . Wenn der Beschwerdeführer rügt, bei der Bemessung des Invalideneinkommens sei nicht auf den Tab ellenlohn, sondern vielmehr auf den Verdienst als Töpfer abzustellen, kann ihm nicht gefolgt werden. Zwar erachtete der RAD in seiner Stellungnahme vom 8. Oktober 2009 die vom Besch werdeführer in jener Zeit ausgeübte Arbeit als Töpfer/Betreuer als optimal angepasste Täti gkeit. Im massgebenden Gutachten des Begutachtungszentrums E.____ wird die Zumutbarkeit aber weiter gefasst, indem nunmehr für sämtliche angepasste leichte bis intermittierend mittelschw ere Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 70% attestiert werden. Beansprucht eine versicherte Person eine Rente, ist sie kraft Scha- denminderungspflicht gehalten, die Restarbeitsfähigkeit so gut als möglich zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Januar 2009, 9C_733/2008, E. 4.2). Gemäss den aktenkundigen Steuerunterlagen erwirtschaftete der Versicherte als selb stständiger Töpfer im Jahr 2012 einen Verlust von Fr. 8‘518.-- und im Jahr 2013 einen Verdi enst von Fr. 3‘424.--. Aktuelle Geschäfts- zahlen liegen nicht vor. Aufgrund der vorliegenden Unt erlagen und mit Blick auf die Angaben des Versicherten im Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 16. Dezember 2015 ist aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, d ass er bei optimaler Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit ein höheres Einkommen erziel en könnte als in seiner Tätigkeit als Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Töpfer. Daher ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stell e für die Bemessung des Invalidenein- kommens auf den Tabellenlohn abgestellt und unter Ber ücksichtigung der dem Versicherten verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 70% ein Einkomme n von Fr. 45‘989.-- (Fr. 65‘699.-- x 70%) ermittelt hat. 12.3.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage vo n statistischen Durchschnittswer- ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche u nd berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe h aben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Ein Abzug hat jedoch nicht automatisch, sondern nur dann zu erfolgen, wenn im Ein- zelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch a uf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 80 E. 5b/aa in fine). Besteht Anlass für einen Abzug, so ist dieser unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er d arf 25% nicht übersteigen (BGE 135 V 301 E. 5.2, 126 V 80 E. 5b/bb-cc). 12.3.3 Vorliegend hat die IV-Stelle einen Abzug vom Tabellenlohn von 10% für invaliditätsbe- dingte Beeinträchtigung vorgenommen. Unter Würdigung sämtlicher Kriterien erscheint zwar der von der Beschwerdegegnerin geschätzte Abzug in der Höhe von gesamthaft 10% als eher grosszügig. Es besteht jedoch für das Gericht kein Anlass, in das Ermessen der Vorinstanz ein- zugreifen. Demzufolge beläuft sich das Invalideneinkomme n nach Berücksichtigung des lei- densbedingten Abzuges von 10% auf rund Fr. 41‘390.-- (Fr. 45‘989.-- x 90%). 12.4 Setzt man im Einkommensvergleich dieses Invalidenei nkommen von Fr. 41‘390.-- dem Valideneinkommen von Fr. 68‘650.-- gegenüber, so erg ibt dies eine Einkommenseinbusse von Fr. 27‘260.--. Daraus resultiert ein IV-Grad von rund 40% (zur Rundungspraxis des EVG vgl. BGE 130 V 121 ff.), was Anspruch auf eine Viertelsrente gibt. 13.1 Nach ständiger Rechtsprechung ist eine medizinisch a ttestierte Verbesserung der Ar- beitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteing liederung verwertbar. Aus einer medi- zinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ka nn unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entspre chender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vorgenom men werden. Es können im Einzelfall jedoch Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leis- tungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfa ltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist. Die Verwaltung muss si ch vor der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich ei n medizinisch-theoretisch wiederge- wonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem ent sprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür – ausnahmsweise – im Einzel fall eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmass- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht nahmen im Rechtssinne vorausgesetzt ist. Diese Rechtsprechung findet Anwendung sowohl bei einer revisions- als auch bei der wiedererwägungsweisen H erabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente, jedoch nur bei versicherten Personen, we lche das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben (SVR 2011 IV Nr. 73 S. 220, 9C_228/2010 E. 3.3-3.5; Urteil 9C_920/2013 vom 20. Mai 2014 E. 4.4). 13.2 Im vorliegenden Fall ist entscheidwesentlich, dass de r Versicherte seit mehreren Jah- ren (wenn auch mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit) a ls Töpfer tätig ist. Es bestand nie eine Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, welche in diesem Zusammen hang zu beachten wäre, und es ist deshalb auch keine Desintegration eingetreten. Ausse rdem ist ihm gemäss dem massge- benden Gutachten vom 17. März 2014 eine adaptierte Tä tigkeit im Umfang von 70% zumutbar. Trotzdem hat der Beschwerdeführer – auch in Kenntnis d es Zumutbarkeitsprofils – weder An- strengungen unternommen, seine Restarbeitsfähigkeit optimal zu verwerten, noch hat er die IV- Stelle um Gewährung von Eingliederungsmassnahmen ersuc ht. Auch im vorliegenden Verfah- ren macht der Beschwerdeführer nicht geltend, ohne G ewährung von Eingliederungsmassnah- men könne er die Restarbeitsfähigkeit nicht mittels S elbsteingliederung verwerten. Mit Blick auf die Ausbildung und die Berufserfahrung des Beschwerdefü hrers vermögen diese Umstände keine Anhaltspunkte dafür zu begründen, dass ausnahmswei se ein Eingliederungsbedarf be- stünde. Auszugehen ist hier vielmehr vom Regelfall, dass die bescheinigte Arbeitsfähigkeit (in einer leidensangepassten Tätigkeit) auf dem Weg der Se lbsteingliederung verwertbar ist. Die angefochtene Verfügung vom 15. Juli 2015, mit welcher die bisher ausgerichtete ganze Rente mit Wirkung ab 1. September 2015 auf eine Viertelsren te reduziert wurde, ist damit nicht zu beanstanden. 14.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver- weigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicheru ngsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängi g vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnitt- licher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksich- tigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich au f Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unte rliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Ver- fahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Da ihm mit Verfüg ung vom 21. Dezember 2015 die un- entgeltliche Prozessführung bewilligt wurde, gehen d ie Verfahrenskosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 14.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer ebenfalls mit Verfügung vom 21. Dezember 2015 die unentgelt- liche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt wurde, ist diese für seine Bemühun- gen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die An- wältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbei- ständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Hono- rarnote vom 1. September 2016 für das vorliegende Ver fahren einen Zeitaufwand von 15,2 Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stunden und Auslagen von Fr. 282.-- geltend gemacht, w as sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Dem Rechtsver- treter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘5 87.75 (15,2 Stunden à Fr. 200.-- und Aus- lagen von Fr. 282.-- zuzüglich Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 14.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Ver- fahrenskosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘587.75 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus de r Gerichtskas- se ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde von A.____ am 15. Februar 2017 Beschwerde beim Bundesge- richt (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_143/2017 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht