Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 20. Mai 2020 (810 20 71) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts / Platzierung Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Marku s Clausen, Hans Furer, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin i.V. Anne-Catherine Sturzenegger Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Susanne Ackermann, Advokatin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde E.____ , Vorinstanz B. ____ , Beigeladene, vertreten durch Georg Ranert, Advokat Betreff Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts / Platzie rung (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde E.____ vom 4. Februar 2020) A. C.____ (geb. 2006) und D.____ (geb. 2012) sind di e Töchter von B.____ (geb. 1977) und A.____ (geb. 1978). Die Eltern sind verheiratet, leben jedoch seit dem 1. August 2017 gerichtlich getrennt. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehör de E.____ (KESB) vom 16. August 2018 wurde für die beiden Töchter C.____ u nd D.____ eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgeset zbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 errichtet und eine Berufsbeiständin als Mandatsperson eingesetzt. C. Die beiden Kinder C.____ und D.____ standen urspr ünglich unter der Obhut der Kinds- mutter, C.____ lebte jedoch seit der gerichtlichen Tre nnung der Eltern beim Kindsvater, der in unmittelbarer Nähe der Mutter wohnt. Mit Entscheid d er KESB vom 29. August 2019 wurde der Kindsmutter aufgrund einer anhaltenden, schweren Sucht erkrankung das Aufenthaltsbestim- mungsrecht über C.____ und D.____ entzogen, und die be iden Kinder wurden mit Wirkung per 1. September 2019 unter die Obhut des Kindsvaters gestel lt. Zum gleichen Zeitpunkt wurde die bereits am 16. August 2018 errichtete und zwischenzeitlich sistierte sozialpädagogische Fami- lienbegleitung durch die Berufsbeiständin erneut installiert. D. Die Beiständin ersuchte die KESB am 4. November 201 9 um Prüfung weiterer Massnahmen, da es den Kindseltern zu diesem Zeitpunkt no ch immer nicht gelungen sei, sich an die geregelten Kontaktzeiten zu halten, und es deshalb dauernd zu Spannungen und Streite- reien vor den Kindern komme. Die Beiständin ging aufg rund der aktuellen Umstände von einer latenten Gefährdung des Kindswohls durch den Kindsvater aus, woraufhin die KESB einen Ab- klärungsauftrag erteilte. E. Am 31. Dezember 2019 kam es zu einem eskalierenden St reit zwischen dem Kinds- vater und C.____, der zu einem Polizeieinsatz und aufgrund von Hämatomen zu einer Kontrolle von C.____ im Universitäts-Kinderspital beider Basel (U KBB) führte. Mit superprovisorischem Entscheid der KESB vom 2. Januar 2020 bzw. vom 7. Janua r 2020 wurde A.____ gestützt auf Art. 310 Abs. 1 ZGB das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C.____ entzogen und diese bei ihrer Tante beziehungsweise bei ihrer Grossmutter platziert. F. Im Abklärungsbericht der KESB vom 23. Januar 2020 w urde anschliessend festge- halten, dass sich nicht nur C.____ in einer akuten Gefah r befinde, sondern auch D.____ einer akuten Gefahr durch A.____ ausgesetzt sei. Daraufhin er liess die KESB am 4. Februar 2020 einen Entscheid, mit welchem sie dem Kindsvater das Aufenthaltsbestimmungsrecht über beide Töchter entzog und die Kinder zusammen im Kinderheim "F.____" in G.____ platzierte. G. Gegen diesen Entscheid der KESB erhob A.____, vert reten durch Susanne Ackermann, Anwältin in Liestal, mit Schreiben vom 5. März 2020 beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde mit den Begehren: Es sei der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die Platzierung für die Tochter D.____ aufzuheben; es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen; unter o/e- Kostenfolge. H. Mit Vernehmlassungen vom 16. März 2020 und 14. Apr il 2020 schloss die Beigeladene auf Abweisung der Beschwerde. Die KESB liess sich mit S chreiben vom 8. April 2020 verneh- men und schloss auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. Am 13. Mai 2020 wurden C.____ und D.____ im Kind erheim "F.____" vom Vizepräsidenten und der Gerichtsschreiberin i.V. angehört. J. Am 5. Mai 2020 reichte der Rechtsvertreter der Bei geladenen aufforderungsgemäss seine Honorarnote ein. Zusätzlich nahm die Beigeladene erneut Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 Z GB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgese tzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach A rt. 450 Abs. 1 ZGB das Kantons- gericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). N ach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren bete iligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich gesc hütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Der Beschwerdeführer ist als direkter Verfahrensbeteiligter und Vater der beiden Töchter zu r Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststell ung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kanton sgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Vorliegend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz dem Besc hwerdeführer zu Recht das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C.____ und D.____ entzo gen und die Kinder fremdplatziert hat. In diesem Zusammenhang ist zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für diese Kindes- schutzmassnahmen, namentlich deren Verhältnismässigkeit, gegeben sind. 4.1 Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindesschutzbe hörde die geeigneten Mass- nahmen zum Schutz des Kindes, wenn das Wohl des Kindes ge fährdet ist und die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder sie dazu ausserstande si nd. Von einer Gefährdung des Kindeswohls wird nach herrschender Auffassung dann ausgegangen, wenn nach den konkreten Umständen die ernstliche Möglichkeit einer gegenwärtig en oder zumindest unmittelbar bevor- stehenden Gefahr für die Kindesentwicklung abzusehen ist , die bei ihrer Fortdauer eine erheb- liche Beeinträchtigung des physischen oder psychischen Wohls des Kindes voraussehen lässt (vgl. PETER BREITSCHMID , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetz- buch, 6. Auflage, Basel 2018, N 18 zu Art. 307; C HRISTOPH HÄFELI , in: Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 3. Au flage, Zürich 2016, N 5 zu Art. 307; Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht PATRICK FASSBIND , Systematik der elterlichen Personensorge in der Schweiz, Basel 2006, S. 357). 4.2 Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die Kindesschutzbehörde , wenn einer Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann, dieses den Elt ern wegzunehmen und in angemes- sener Weise unterzubringen. Die Wegnahme ist nur zulässig , wenn "der Gefährdung des Kin- des nicht anders begegnet werden" und das Kind in seiner körperlichen, geistigen und sittlichen Entwicklung nicht anders geschützt werden kann, was das Su bsidiaritätsprinzip deutlich zum Ausdruck bringt und den Vorrang ambulanter, die Fami liengemeinschaft respektierender, vor stationären Massnahmen unterstreicht (vgl. B REITSCHMID , a.a.O., N 3 zu Art. 310 ZGB). Die Gefährdung muss darin liegen, dass das Kind in der elt erlichen Obhut nicht so geschützt und gefördert wird, wie es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wäre. Uner- heblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern od er der weiteren Umgebung liegen. Des- gleichen spielt es keine Rolle, ob die Eltern ein Versch ulden an der Gefährdung trifft. Mass- gebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Anordnun g. Alle Kindesschutzmassnahmen müssen erforderlich sein (Subsidiarität), und es ist immer die den mildesten Erfolg versprechen- de Massnahme anzuordnen (Proportionalität); diese solle n elterliche Bemühungen nicht erset- zen, sondern ergänzen (Komplementarität). Der Entzug d er elterlichen Obhut ist daher nur zulässig, wenn andere Massnahmen ohne Erfolg geblieben si nd oder von Vornherein als unge- nügend erscheinen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_188/ 2013 vom 17. Mai 2013 E. 3; 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2.1). 5.1 Die Vorinstanz stützt die im angefochtenen Entscheid angeordneten Massnahmen primär auf die Erkenntnisse aus dem Zwischenbericht der B eiständin und den eigenen Abklä- rungsbericht vom 23. Januar 2020. Daraus ist ersichtli ch, dass die Familie schon seit geraumer Zeit Unterstützung und Hilfsangebote von verschiedensten F achstellen erhält. Die Familienge- schichte sei gemäss dem Abklärungsbericht der KESB geprägt von Polizeiinterventionen, Streitereien zwischen den Kindseltern und den restlichen Familienmitgliedern. Den Kindseltern gelinge es trotz räumlicher Trennung nicht, eine Distanz zueinander aufzubauen, da beide immer wieder die Nähe zueinander suchten, obwohl es of fensichtlich erscheine, dass dies den Involvierten nicht guttue. Insbesondere für die Kinder sei das ambivalente Verhalten der Kindseltern nicht tragbar. Es gebe zudem immer wieder teilweise körperliche Auseinander- setzungen zwischen C.____ und dem Beschwerdeführer oder zwi schen den Kindseltern. Auch D.____ sei vor diesem Anblick bisher nicht verschont geb lieben. Die Wohnung des Vaters befinde sich in einem ungepflegten Zustand, es lägen Lebensmittelreste und Kleider herum. C.____ habe im Gespräch mit der KESB vom 11. Dezember 2 019 angegeben, dass sie sich eine normale Familie wünsche, die alltägliche Dinge be sprechen könne und in der sie sich geborgen fühle. Im Abklärungsbericht der KESB vom 23. Januar 2020 wird über D.____ berichtet, dass sie eine hohe Resilienz aufweise. D.____ h abe angegeben, dass bei ihr zuhau- se oft und laut gestritten werde, sie sich dann aber zurückziehe und fernsehe. Sie verbringe viel Zeit bei einer Nachbarsfamilie, obwohl sie das eigentl ich nicht wolle. Gemäss Aussagen von Drittpersonen, welche die KESB in ihrem Abklärungsberi cht aufführt, seien die Kindseltern und das restliche Familiensystem derzeit nicht in der Lage, den Kindern die erforderliche emotionale Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stabilität zu gewährleisten. Vor allem der Kindsvater wirke beratungsresistent und sei vor Wut kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen. Dur ch diese emotionale Unerreichbarkeit der Kindseltern scheine es, als würden die Perspektiven der Kinder in keiner Weise mehr wahrgenommen werden, insbesondere die Bedürfnisse von C.____ spüre der Kindsvater nicht mehr. Es bestehe deshalb für beide Kinder eine hohe Belastung durch das geschädigte Familiensystem. Bisherige Lösungsversuche wie beispielsweise d ie Familienbegleitung seien erfolglos verlaufen. Der Beschwerdeführer verfüge nicht über die notwendigen Ressourcen, um in angemessener Weise auf die Bedürfnisse von C.____ u nd D.____ eingehen zu können. Als Folge davon litten die Kinder an Vernachlässigung, was nicht dem Kindeswohl diene und der Förderung der gesunden geistigen, psychischen und sozialen Entwicklung der Kinder ent- gegenstehe. Auch wenn D.____ derzeit nicht selbst Ziel von körperlichen oder psychischen Attacken sei, sei sie davor zu schützen. Ein Verbleiben b ei der Tante mütterlicherseits sei für die Geschwister zwar wünschenswert, jedoch nicht umsetzbar, unter anderem deshalb, weil eine durchgehende Betreuung von C.____ und D.____ nur schwierig umzusetzen wäre und der Abstand zum Familiensystem zu gering wäre, was wiederum C.____ und D.____ nur erneut in ein Spannungsfeld führen und bei ihnen einen Loyalit ätskonflikt auslösen würde. Eine Platzie- rung in einer Pflegefamilie sei ebenfalls geprüft wor den, die Elternarbeit erweise sich aber im vorliegenden Fall als sehr anspruchsvoll, weshalb eine Pl atzierung in einer geeigneten Insti- tution mit entsprechenden Fachpersonen als nötig erscheine. 5.2 Der Beschwerdeführer führt in seiner Beschwerde vo m 5. März 2020 aus, dass das Verhältnis zwischen ihm und seiner Ehefrau seit langem schwierig und insbesondere durch die Alkoholkrankheit seiner Ehefrau sehr belastet sei. Das Ver hältnis zwischen ihm und C.____ sei zusätzlich dadurch erschwert worden, dass sie einen Freund ha be, der um einiges älter sei als sie. C.____ verbringe sehr viel Zeit mit ihrem Freund und übernachte teilweise mit ihm bei der Grossmutter mütterlicherseits oder der Mutter, was er nicht gutheisse. Aus diesem Grund sei es zu Handgreiflichkeiten zwischen ihm und C.____ gekommen und er könne verstehen, dass ihm daraufhin die Obhut für C.____ entzogen worden sei. U nverständlich hingegen sei die gleichzeitige Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrechts ü ber D.____. Aus der angefochte- nen Verfügung gehe hervor, dass D.____ unter den häufi gen Streitereien zwischen ihm und seiner Ehefrau leide. Die Streitursache liege aber vor allem darin, dass seine Ehefrau häufig bei ihm vorbeikomme, um die Kinder zu sehen. Er sei stets hin und hergerissen zwischen der Fürsorge für seine Ehefrau, dem Verständnis für seine Fr au, die Kinder sehen zu wollen, dem Wunsch der Kinder, seine Frau sehen zu wollen, und de r Einsicht, dass die Situation für die Kinder zu unruhig und belastend sei. Auch komme erschwer end hinzu, dass die Ehefrau direkt nebenan wohne; wäre ihm gesagt worden, dass der Kontakt zwischen ihr und den Kindern dazu führe, dass seine Erziehungsfähigkeit in Frage gestellt würde, hätte er dies unterbunden. Er könne zwar akzeptieren, dass C.____ zurzeit nicht bei ihm leben wolle, sei aber der Meinung, dass D.____ wieder zu ihm nach Hause gehöre. Die Gefa hren, die die KESB für D.____ sehe, könnten mit milderen Mitteln als mit einem Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und einer Platzierung in einem Heim behoben werden. Es wäre mi ttels einer klaren und verbindlichen Besuchsrechtsregelung möglich, D.____ angemessen zu betreu en und sie insbesondere nicht den Differenzen zwischen ihm und seiner Ehefrau auszusetzen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Anlässlich der Anhörung des Beschwerdeführers vor der KESB vom 28. Januar 2020 führte er aus, dass er D.____ oft zu einer Nachbarsfamilie gebe, weil diese auf sie aufpasse, als wäre sie ihr eigenes Kind. Bezüglich des Vorfalls vom 31. Dezember 2019 mit C.____ gab er an, C.____ habe ihn angelogen und ihm gesagt, dass sie ihn hasse. Danach sei sie auf ihn losgegangen. Er habe sie am Ohr gezogen und sie beruhigen wollen. Weiter führte er aus, dass er von seiner Ehefrau terrorisiert werde und nicht ei nmal die Polizei ihm glaube, weswegen er den Kopf hinhalten müsse. Das Problem liege insgesam t nicht an ihm, sondern an seiner Ehe- frau. Die Kinder bekämen aber von all den Problemen nichts mit, ausser wenn die Ehefrau kom- me und er mit ihr streite. Er gab an, dass er plane, n ach H.____ zu ziehen, um den Töchtern einen Neuanfang zu ermöglichen. In Bezug auf D.____ sa gte er, dass er oft mit ihr bei der befreundeten Nachbarsfamilie sei und dass es nur dann Streit gebe, wenn seine Ehefrau zu D.____ möchte. Er sei der Auffassung, dass D.____ das glü cklichste Mädchen sei und sie bei ihm leben möchte. Er verstehe zwar, dass sie sich wünsche, an einem Platz zu sein, wo sie ihre Ruhe habe, aber er sei der Ansicht, dass es hierfür ei ne andere Lösung als die Platzierung in einem Heim brauche. C.____ könne "zur Strafe" ins Hei m gehen, aber D.____ gehöre nicht dorthin. D.____ würde es prächtig bei ihm zuhause ge hen. Weiter betonte er, dass es für ihn in Ordnung sei, dass C.____ im Heim platziert werde, aber D.____ müsse man bei ihm lassen, denn sie sei gut in der Schule. 5.4.1 In der Vernehmlassung vom 8. April 2020 entgegn ete die KESB, dass bereits im Jahr 2018 eine Familienbegleitung installiert und danach temporär sistiert worden sei, weil die Kindsmutter die Termine oft vergessen und der Kindsvate r darauf bestanden habe, die Fami- lienbegleitung erst nach einem erfolgreichen Entzug der Mutter weiterzuführen. Mit der Obhuts- zuteilung über D.____ per Entscheid vom 29. August 2019 seien die Termine mit der Familien- begleitung wiederaufgenommen worden. Die Familienbe gleiterin führte in ihrem Bericht vom 14. Februar 2020 aus, dass bisher vier Termine seit der W iedereinführung der Familienbeglei- tung stattgefunden hätten und dass der Erziehungsallt ag und die ganze Alltagsgestaltung mit den beiden Kindern eine Überforderung für den nicht belastbaren Kindsvater darstelle. Die Hauptproblematik bestehe darin, dass es dem Kindsvater n icht gelungen sei, sich gegenüber der Kindsmutter abzugrenzen und die Kinder vor Konfli kten zu schützen. Die Familien- begleitung sei nicht ausreichend unterstützend gewesen, um das Kindeswohl zu gewährleisten, weshalb die Platzierung der beiden Töchter die einzig richtige Schlussfolgerung gewesen sei. Es habe zudem bereits seit dem 13. September 2019 ein e schriftliche Vereinbarung bezüglich Ausgestaltung der Besuche zwischen den Kindseltern bestand en, welche die Beiständin erarbeitet habe. Auslöser hierfür seien heftige Strei tereien zwischen den Kindseltern gewesen, welche teilweise auch vom Kindsvater gefilmt worden seie n; mittendrin habe sich die weinende D.____ befunden, in Sprachnachrichten sei zudem hörbar gewesen, wie die Kinder ebenfalls bei einem Streit anwesend gewesen seien. Trotz der Vere inbarung und der Familienbegleitung sei es den Eltern nicht möglich gewesen, friedlich mitei nander umzugehen; im Gegenteil hätten die Konflikte teilweise auch zu Polizeieinsätzen gefüh rt. Dass es mehrfach zu Streitereien gekommen sei, sei auch von den beiden Mädchen bestätigt worden. D.____ habe angegeben, gesehen zu haben, wie der Vater die Mutter geohrfeig t habe. C.____ habe erzählt, dass die Kindsmutter beinahe täglich in der Wohnung des Kindsvat ers übernachtet habe, da D.____ sonst nicht einschlafen könne und D.____ regelmässig Angst habe zu verschlafen, weil der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vater teilweise sehr spät ins Bett gehe und einen tie fen Schlaf habe, was dazu führe, dass D.____ ab und zu verschlafe. Zudem sei aktenkundig, das s D.____ regelmässiger psychischer Gewalt ausgesetzt sei, was ihr Wohl gefährde und ihrer gesundheitlichen Entwicklung nicht förderlich sei. Der Vater sei nicht in der Lage, die fü r D.____ nötigen Ressourcen aufzubringen, und selbst Grundbedürfnisse wie regelmässige Mahlzeiten o der die Mithilfe und Überwachung von Hygienemassnahmen seien beim Kindsvater nicht selbs tverständlich. Gemäss C.____ fän- den beim Kindsvater keine gemeinsamen Mittagessen statt u nd des Öfteren gebe es nur wenig Lebensmittel im Haus. Dass die Wohnung in einem unorden tlichen Zustand sei, sei auch von der Polizei in ihren Einsatzberichten und von der Sozialhilfe bestätigt worden. 5.4.2 Weiter führt die Vorinstanz aus, D.____ weise geg enüber den involvierten Fachper- sonen eine starke Resilienz auf für all das Belastende, was um sie geschehe. Als C.____ und D.____ über die Platzierung informiert worden seien, sei C.____ völlig aufgelöst gewesen, D.____ hingegen sei ruhig und völlig abwesend dem Ge spräch beigesessen. C.____ habe bei der Anhörung angegeben, D.____ getraue sich dem Vater gegenüber nicht, ihm zu sagen, dass sie sich lieber mit ihren Freundinnen treffe als mit de r Nachbarin des Vaters, weil sie Angst davor habe, dass der Vater der Mutter gegenüber aggr essiv werde. D.____ sei vom Vater immer als Druckmittel benutzt worden und sage aus Angst, d er Vater raste aus, zu allem ja. C.____s grösste Sorge sei, dass, wenn sie im Heim platzier t würden, sie ihre Mutter nicht mehr vor dem Vater schützen könnten. Zur aktuellen Platzieru ng bringt die Vorinstanz vor, dass D.____ von Beginn an fröhlich und sofort daran inter essiert gewesen sei, am Gruppengesche- hen teilzunehmen. Aus den Berichten des Heims lasse sich ebenfalls entnehmen, dass D.____ bezüglich ihres Aufenthalts im Heim eine hohe Resilie nz und Akzeptanz aufweise. Sie finde es schön, im Heim zu sein, und wolle gerne dortbleiben. Da s Relevanteste sei für sie, mit ihrer Schwester C.____ zusammen zu sein. Wenn überhaupt könn e sie sich einen Umzug mit ihrer Schwester C.____ zur Mutter vorstellen, zum Vater hingege n aktuell nicht. Auch die Klassen- lehrperson habe sich dahingehend geäussert, dass D.____ se it ihrer Platzierung gelassener wirke. D.____ vermittle den Eindruck, sich im Heim wohlzu fühlen und gut aufgehoben zu sein. Gleiches werde auch von der Kindsmutter bestätigt, welche angibt, sie habe das Gefühl, dass sich die Situation beruhigt habe und es D.____ momentan bessergehe. 5.4.3 Gemäss dem Bericht des Kinderheims vom 18. März 202 0 habe D.____ nach ersten Besuchen bei ihrem Vater einen emotionalen Zusammenb ruch erlitten. Sie habe sich dahinge- hend geäussert, auf keinen Fall mehr zum Kindsvater zur ückziehen und auch keine gemein- samen Essen mehr mit ihm haben zu wollen. Die Abmachun gen, sich nicht mehr mit der Nachbarsfamilie zu treffen, seien vom Vater nicht eing ehalten worden. Aufgrund dessen seien die Besuche vorläufig sistiert worden, wofür der Vater keinerlei Verständnis habe aufbringen können. Er habe ständig daran habe erinnert werden m üssen, Kinder vor gewissen Gesprächs- inhalten zu schützen. Weiter soll der Vater es nicht ert ragen haben, dass die Lehrerin von D.____ den Eindruck habe, es gehe ihr im Heim besser. E r sei deshalb sehr aufbrausend und nicht in der Lage gewesen, bezüglich D.____s Wohlbefinde n ein aufrichtiges Interesse beizubringen. Der Vater habe gegenüber der Beiständin selbst zugegeben, dass er sein Leben neu ordnen müsse und er keine Rücksicht auf die Kinder nehmen könne. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4.4 Als Fazit führt die KESB in ihrer Vernehmlassung aus, dass sie sich durch die Zutei- lung der Obhut an den Vater eine Beruhigung der Sit uation erhofft habe, sie aber habe fest- stellen müssen, dass die Eltern noch immer keinen angemess enen Umgang zueinander hätten finden können und es immer noch zu Streit und Polizeiint erventionen komme. Für D.____ sei das Feld von Anspannungen, Querelen und Anschuldigungen und insbesondere die emotionale Unerreichbarkeit der Kindseltern besonders belastend und negativ. Verschiedenste Fachstellen, insbesondere die Familienbegleitung und die Beiständin , hätten sich intensiv um die Familie bemüht. Leider hätten die stark unterstützenden ambu lanten Massnahmen nicht bewirken kön- nen, dass der Kindsvater in angemessener Weise auf die B edürfnisse der Kinder habe einge- hen können. Er vernachlässige die Kinder weiterhin in seelischen Belangen. Demgemäss bestehe ein erhöhtes Risiko für die psychische und soziale En twicklung von D.____. Sie habe im Heim jedoch geregelte Strukturen und erhalte die benötigte Unterstützung und emotionale Sicherheit, welche für ihre gesunde Entwicklung und ihr Kindeswohl nötig seien. 5.5 In der Anhörung vom 13. Mai 2020 gaben C.____ u nd D.____ an, dass es ihnen im Heim mittlerweile gut gehe, C.____ aber anfangs Mühe gehabt habe, sich einzugewöhnen, und mit der Situation überfordert gewesen sei. D.____ ha be sich in der Gruppe sehr schnell integriert und neue Freundschaften schliessen können. F ür beide sei der strukturierte Tages- ablauf eine Umstellung gewesen. Aufgrund der Massnahme n bezüglich COVID-19 sei es selte- ner möglich gewesen, Freunde treffen, aber man habe sich damit arrangiert und sehe sie in der Schule. Sie gaben an, beinahe täglich mit der Mutter telefonisch in Kontakt zu stehen, teilweise würden gegenseitige Besuche stattfinden. Ihren Vater habe C.____ seit zwei bis drei Monaten nicht mehr gesehen, D.____ sehe ihn öfter, aber beide erzählten, dass es ihnen im Heim bessergehe als damals, als sie noch beim Vater lebten. Noch immer bekomme C.____ trotz der Platzierung die andauernden Streitigkeiten zwischen de n Eltern mit. Sie sei aber nicht mehr bereit, ihren Vater zu schützen, für ihn zu lügen und damit den Behörden zu sagen, was der Vater ihr vorgebe. Der Vater sei mittlerweile nach H. ____ gezogen und wolle, dass D.____ bei ihm wohne. Sie beide seien jedoch nicht interessiert, bei ihrem Vater in H.____ zu wohnen, denn sie blieben lieber in der Nähe ihrer Mutter und ein Schulwechsel komme für beide nicht in Frage. Beide gaben an, gerne in die Schule zu gehen. D.____s Leistungen hätten sich weder positiv noch negativ verändert, C.____ hingegen meint, der Schulstoff sei nun schwieriger geworden, sie sei jedoch mit ihren Leistungen zufriede n. C.____ bemerkte, dass es bis heute regelmässig zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen den Eltern komme und der Vater die Mutter regelmässig schlage. D.____ erinnere sich nicht an diese Fälle, zu ihr sei er nie gewalt- tätig gewesen. C.____ habe teilweise beim Vater auch kein Essen bekommen, da dieser nicht selten mit D.____ bei der Nachbarsfamilie gewesen sei und dort gegessen habe. Auch die Unordnung, die in der Wohnung des Vaters geherrscht hab e, sei für die beiden eine Belastung gewesen. C.____ habe sich als grosse Schwester verpflichte t gefühlt, D.____ zu beschützen. Früher habe sie nichts von D.____ wissen wollen, da sie p lötzlich die ganze Aufmerksamkeit bekommen habe, mittlerweile verständen sie sich jedoch gu t, spielten auch oft zusammen und spendeten sich gegenseitig Trost. 5.6 Aus den obigen Ausführungen und den Akten ergibt sich, dass das Kindeswohl von C.____ und D.____ aufgrund der ständigen Konflikte, der physischen und psychischen Gewalt Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht und der Vernachlässigung in der Pflege und Erziehung du rch den Kindsvater gefährdet ist. Die KESB war deshalb gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB verpflichte t, geeignete Massnahmen zum Schutz des Kindeswohls von C.____ und D.____ zu treffen. Dieser Verpflichtung kam die KESB nach, indem sie als mildestes Mittel eine Beistandschaft g emäss Art. 308 ZGB errichtet hat und den Eltern eine sozialpädagogische Familienbegleitung installierte. Nichtsdestotrotz hielten die heftigen Konflikte zwischen den Kindseltern an. Die Kin der litten aufgrund dieser Konflikte. Ebenfalls kam es zu körperlicher Gewalt, welche der Kin dsvater – teilweise im Beisein von D.____ – gegenüber der Kindsmutter oder C.____ ausüb te. Seit der Platzierung im Heim geht es den Kindern besser. Sie sind gut integriert und erb ringen gute schulische Leistungen. Von den anhaltenden Konflikten zwischen den Eltern bleiben sie durch ihren Aufenthalt im Kin- derheim verschont. Sie haben durch ihre Platzierung wei terhin die Möglichkeit, ihre Freunde zu treffen und in ihrem gewohnten sozialen Umfeld ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Dazu kommt, dass die beiden Schwestern nicht voneinander getrennt w erden; sie verstehen sich gut und geben sich gegenseitig Halt. Die Prinzipien der Subsidi arität, Proportionalität und Komple- mentarität wurden durch die Platzierung gewahrt. Die Rückkehr von D.____ zum Kindsvater ist demgegenüber aus Gründen des Kindeswohls nicht angezei gt. Dieser vermag aufgrund seiner aufbrausenden Art und der fehlenden Empathie für die Kinder nicht die notwendige Unterstüt- zung und Stabilität für D.____ zu gewährleisten. Erschw erend kommt hinzu, dass mit einer Rückkehr von D.____ alleine zum Kindsvater diese nicht nur d ie Schule wechseln müsste, sondern darüber hinaus auch noch von ihrer Schwester C.____ getrennt würde, was sich in der aktuellen Situation nicht mit dem Kindeswohl vereinba ren lässt. Die Beschwerde ist dement- sprechend abzuweisen. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Der Beschwe rdeführer beantragt die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Nach § 22 VPO und Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentg eltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechts- begehren nicht als aussichtslos erscheint. Soweit es zur W ahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeis tand. Die Voraussetzungen nach § 22 VPO sind erfüllt, weshalb das Gesuch um Bewilligu ng der unentgeltlichen Rechtspflege gutzuheissen ist. 6.2 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantons gericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- sind dem Ausgang des Verfahrens entsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, wobei sie zufolge Bew illigung der unentgeltlichen Pro- zessführung zulasten der Gerichtskasse gehen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbei- ständung ist der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers e in Honorar zulasten der Gerichts- kasse auszurichten. Bei unentgeltlicher Verbeiständung beträgt das Honorar gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (T O) vom 17. November 2003 Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers macht in ihrer Honorarnote eine Entschä- digung in der Höhe von Fr. 1'938.90 (8 ½ Stunden zu Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen und 7.7% MWST) geltend. Darin enthalten sind Aufwendungen im Umfang von 2 Stunden, die das Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorinstanzliche Verfahren betreffen und somit im vorlieg enden Beschwerdeverfahren nicht zu entschädigen sind. Demgemäss ist der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von insgesamt Fr. 1'508.10 zufolge Bewilligu ng der unentgeltlichen Verbeiständung aus der Gerichtskasse zu entrichten. 6.3 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann ge mäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Der Rechtsvertreter d er obsiegenden Beigeladenen macht in seiner Honorarnote vom 7. Mai 2020 einen Aufwand v on 15.75 Stunden zu Fr. 240.-- sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 107.60 geltend, und verla ngt somit einen Gesamtbetrag von Fr. 3'887.60. Dieser Stundenaufwand erscheint deutlic h überhöht. Die KESB als Beschwerde- gegnerin verfolgte in diesem Prozess offenkundig bere its wirksam den Standpunkt und die Anliegen der Kindsmutter, die sie entsprechend mit ei gener schriftlicher Stellungnahme vom 16. März 2020 zum Ausdruck gebracht hatte. Ein höherer S tundenaufwand des Rechtsvertre- ters der Beigeladenen als derjenige der Rechtsvertrete rin des Beschwerdeführers, welche in diesem Verfahren die volle Prozessführungslast trug, ersc heint weder nachvollziehbar noch vertretbar. Demnach rechtfertigt es sich, seine Honorarn ote von 15.75 Stunden auf 6 Stunden zu Fr. 240.-- zu kürzen und damit der Beigeladenen ein e Parteientschädigung in Höhe von Fr. 1'550.90 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) zu Lasten d es unterlegenen Beschwerdeführers zuzusprechen. 6.4 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingew iesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in de r Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Dem Beschwerdeführer wird die unentgeltliche Pro zessführung und Verbeiständung mit Advokatin Susanne Ackermann bewilligt. 3. 4. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- wer den dem Be- schwerdeführer auferlegt und gehen zufolge Bewilligung der unent- geltlichen Prozessführung zu Lasten der Gerichtskasse. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in de r Höhe von Fr. 1'508.10 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) aus de r Gerichts- kasse ausgerichtet. 5. Der Beschwerdeführer hat der Beigeladenen eine Pa rteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 1'550.90 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) auszurichten. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V.