B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1846/2020 U r t e i l v o m 2 7 . S e p t e m b e r 2 0 2 1 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richter Yanick Felley, Richterin Muriel Beck Kadima, Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), Eritrea, beide amtlich verbeiständet durch MLaw Katarina Socha, (…), Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flüchtlingseigenschaft und Wegweisung (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügung des SEM vom 2. März 2020 / N (…). E-1846/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin reiste zusammen mit ihrem Kind am (…) Dezem- ber 2016 mit Bewilligung des SEM im Rahmen eines Relocation- Programms in die Schweiz ein und stellte am gleichen Tag im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ ein Asylgesuch. Am 2. Januar 2017 fand die Kurzbefragung der Beschwerdeführerin zur Person (BzP) im EVZ und am 17. Oktober 2017 ihre Anhörung zu den Asylgründen gemäss Art. 29 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) statt. B. B.a Die Beschwerdeführerin bracht e zur Begründung ihres Asylgesuchs vor, sie sei tigrinischer Ethnie und stamme aus D._______ (E._______, F._______). Sie habe das zwölfte Schuljahr in Sawa absolvieren müssen, obwohl sie darum ersucht habe, davon dispensiert zu werden, weil ihre gebrechlichen Grosseltern auf ihre Unterstützung angew iesen gewesen seien. Nach Abschluss der zwölften Klasse habe sie im Jahre 2010 nach Hause gehen dürfen. Im Jahre 2011 habe sie geheiratet und sich danach immer in D._______ aufgehalten, teils im Haus Ihrer Schwiegereltern und teils in ihrem eigenen. Ihr Mann sei ungefähr im (…) 2012 aus dem Militär- dienst geflohen und illegal ausgereist. Er halte sich nun in Israel auf. Im September 2012 sei sie von den eritreischen Behörden erneut aufgefordert worden, nach Sawa zu gehen. Sie habe dies jedoch aufgrund ihrer Schwangerschaft respektive der Geburt (…) verweigert. Überdies sei sie in dieser Zeit wegen der illegalen Ausreise ihres Ehemannes befragt wor- den. Im September 2014 sei sie erneut aufgefordert worden, nach Sawa zu gehen um zu arbeiten. Im September oder Dezember 2014 hätten die eritreischen Behörden sie unter Androhung einer Gefängnisstrafe zur Zah- lung einer Summe von 26'000 Nakfa gezwungen. Zudem hätten diese, ebenfalls im Zeitraum 2014/2015, das Land ihres Ehemannes konfisziert, und es seien ihr auch keine Lebensmittel mehr ausgegeben worden, weil ihr Ehemann illegal ausgereist sei . Durch den Entzug ihrer Rechte sei es ihr kaum mehr möglich gewesen, weiterhin in Eritrea zu leben. Aus diesen Gründen habe sie das Land im Oktober 2015 schliesslich illegal verlassen, wobei sie und ihr Kind die Grenze zu Äthiopien zu Fuss überquert hätten. Nach Aufenthalten von wenigen Tagen in G._______ und H._______ seien sie via den Sudan und Libyen, wo sie sich jeweils rund drei Monate aufge- halten hätten, nach Italien weitergereist. E-1846/2020 Seite 3 B.b Zum Beleg ihrer Vorbringen reichte die Beschwe rdeführerin folgende Beweismittel ein: Identitätskarte , Wohnsitzbestätigung, Heiratsurkunde, ausgestellt am (…), Taufscheine der Beschwerdeführerin sowie ihres Soh- nes, lmpfdokument des Sohnes , Admission Card Sawa, in Sawa aufge- nommene Fotografie. C. Mit Verfügung vom 2. März 2020 (eröffnet am 3. März 2020) stel lte das SEM fest, die Beschwerdeführenden würden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, lehnte ihre Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an; hingegen verfügte die Vorinstanz, dass der Vollzug dieser Wegweisungen wegen Unzumutbarkei t zugunsten einer vorläufigen Auf- nahme aufgeschoben werde. D. Mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung an das Bundesverwaltungsgericht vom 1. April 2020 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die Verfü- gung der Vorinstanz und beantragte, die Dispositiv-Ziffer 1 des Entscheids sei aufzuheben und ihr sei die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen ; eventualiter sei die Sache zur ordentlichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin die Gewährung der unentgelt- lichen Prozessführung, die Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als unent- geltliche Rechtsbeiständin sowie die Befreiung von der Kostenvorschuss- pflicht. Zum Bel eg der Vorbringen wurden mehrere Arztberichte des I._______ Kantonsspitals (Arztbericht vom 2. April 2019, Austrittsberichte vom 16. Juli 2019 und 14. September 2019 , Operationsberichte vom 16. Juli 2019 und 16. September 2019), mehrere Fotografien der Verlet- zungen der Beschwerdeführerin sowie ein Zusatzblatt zum Kurzbericht der Hilfswerkvertretung eingereicht. E. Mit Zwischenverfügung vom 14. April 2020 forderte die vormalige Instruk- tionsrichterin die Beschwerdeführenden auf, innert Frist eine Bestätigung ihrer Mittellosigkeit einzureichen. Mit Eingabe der Rechtsvertretung der Beschwerdeführenden vom 14. April 2020 wurde eine Bestätigung ihrer Sozialhilfeabhängigkeit, ausgestellt durch J._______, vom 3. April 2020 nachgereicht. E-1846/2020 Seite 4 F. Mit Instruktionsverfügung vom 20. April 2020 wurden die Gesuche um un- entgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um unent- geltliche Verbeiständung gemäss aArt. 110a AsylG gutgeheissen und MLaw Katarina Socha wurde als unentgeltliche Rechtsbeiständin der Be- schwerdeführenden eingesetzt. Ferner wurde die Vorin stanz zur Einrei- chung einer Vernehmlassung eingeladen. G. In ihrer Vernehmlassung vom 1. Mai 2020 hielt die Vorinstanz an ihrer Ver- fügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Die Vernehmlassung wurde den Beschwerdeführenden mit Schreiben vom 4. Mai 2020 zur Kenntnis gebracht. H. Mit Eingabe vom 1. September 2021 ersuchten die Beschwerdeführenden unter Hinweis auf den schlechten psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin um einen baldigen Verfahrensabschluss. Mit Schreiben vom 9. September 2021 teilte der vorsitzende Richter der Rechtsbeiständin mit, dass ihm das Verfahren von der Leitung der Abtei- lung V aus organisatorischen Gründen zur weiteren Behandlung zugeteilt worden sei. Den Wunsch der Beschwerdeführenden nach einem baldigen Verfahrensabschluss habe er zur Kenntnis genommen, und das Gericht bemühe sich um einen zügigen Abschluss dieses Verfahrens. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. E-1846/2020 Seite 5 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Nach Durchsicht der Beschwerde ist festzustellen, dass Gegenstand des vorliegenden Verfahrens die Prüfung der Fragen bildet, ob die Vorinstanz in ihrer angefochtenen Verfügung zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden (Dispositivziffer 1) verneint und die Wegweisung aus der Schweiz ( Dispositivziffer 3) angeordnet hat. Die Dispositivziffer 2 (Ablehnung des Asylgesuchs) der Verfügung vom 2. März 2020 ist demge- genüber unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 4. 4.1 Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zuge- hörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün- dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Lei- bes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträg- lichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). E-1846/2020 Seite 6 Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung oder Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG). Ebenfalls keine Flüchtlinge sind Personen, die Gründe geltend machen, die wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind und weder Ausdruck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat - oder Herkunftsstaat bestehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei der Gesetzgeber auch hier festgehalten hat, dass die Einhaltung der FK vorbehalten bleibe (Art. 3 Abs. 4 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Die Vorinstanz stellte sich zur Begründung ih rer Verfügung auf den Standpunkt, die Asylvorbringen der Be schwerdeführerin seien unglaub- haft. Sie sei nicht in der Lage gewesen, die angeblich erlebten Ereignisse und Sanktionen in einen nachvollziehbaren Kontext zu betten. Ihre Schil- derungen der Behördenkontakte und Sanktionen aufg rund ihrer Dienst - verweigerung sowie der Desertion des Ehemannes seien nicht konsistent. Sie habe nam entlich unterschiedliche Angaben zum Hintergrund der ein- geforderten Zahlung von 26 '000 Nakfa gemacht. Es sei weder ersichtlich noch nachvollziehbar, wie die eritreischen Behörden hätten erfahren sol- len, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin in Israel sei. Aufgrund ihrer ungenauen Angaben in der Erstbefragung zur Aufforderung der Behörden im Jahr 2012, nach Sawa zu gehen , und ihrer Verweigerung derselben, bestünden Zweifel, ob und in welchem Kontext dies geschehen sein soll. Die Beschwerdeführerin habe auch widersprüchliche Aussagen zur Anzahl der Behördenbesuche im Jahr 2014 gemacht. E s würden sich daher schwerwiegende Zweifel am Wahrheitsgehalt ihrer Vorbringen rechtferti- gen. Im Übrigen könne aufgrund aktueller Länderinformationen davon aus- gegangen werden, dass die eritrei schen Behörden kein Inter esse hätten an einer Einberufung von Frauen , die verheiratet, schwanger oder Mütter E-1846/2020 Seite 7 seien. Es könne zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass gegen die Beschwerdeführerin Sanktionen wegen der De sertion ihres Eheman- nes verhängt worden seien. Jedoch könnten diese sich nicht in dem von ihr geschilderten Kontext zugetragen haben; es fehle ein persönlicher Be- zug in ihren diesbezüglichen Schilderungen. Zudem mute es seltsam an, dass die Soldaten, die von ihr eine Geldzahlung verlangt hätten, gewartet hätten, bis sie die geforderte Summe zusammenbekommen habe. Sie sei nicht in der Lage gewesen, die geschilderten Ereignisse zeitlich genau zu verorten und in einen direkten Zusammenhang mit ihrer Au sreise zu brin- gen. Ein direkter Kausalzusammenhang zwischen den möglichen Sanktio- nen der eritreischen Behörden und der Ausreise der Beschwerdeführerin und ihrem Kind im Oktober 2015 sei zu bezweifeln . Schliesslich betrage gemäss aktuellen Informationen die Höhe der im Falle desertierter naher Familienangehöriger verhängten Busse immer 50'000 Nakfa. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich eritrei- sche Staatsangehörige aufgrund einer illegalen Ausreise mit Sanktionen ihres Heimatstaates konfrontiert sehen würden, die bezüglich ihrer Intensi- tät und der politischen Motivation des Staates ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG darstellen würden. Andere Anknüpfungspunkte, welche die Beschwerdeführerin in den Augen des eritreischen Regimes als miss- liebige Person erscheinen lassen könnten, seien nicht ersichtlich. Die von ihr vorgebrachten wiederholten Aufforderungen der eritreischen Behörden, in den Nationaldienst zu gehen, seien als unglaubhaft zu qualifizieren. Sie habe demnach nicht gegen die Proclamation on National Service von 1995 verstossen, und den Akten seien auch sonst keine glaubhaften An- haltspunkte dafür zu entnehmen, dass sie bei einer Rückkehr nach Eritrea ernsthafte Nachteile zu gewärtigen hätte. Demnach sei festzuhalten, dass die geltend gemacht illegale Ausreise alleine keine Furcht vor einer zukünf- tigen asylrelev anten Verfolgung zu begründen vermöge und flüchtlings- rechtlich unerheblich sei. 5.2 5.2.1 Die Beschwerdeführerin liess in ihrer Beschwerdeeingabe zunächst ein neues Sachverhaltselement vorbringen: Sie sei während ihres Aufent- halts in Sawa von den Soldaten durch Schläge und Tritte gegen den Rü- cken gefoltert worden. Wegen der Folgeschäden dieser Misshandlungen sei sie in der Schweiz in medizinischer Behandlung, was durch die einge- reichten Arztberichte belegt werde. Sie sei nie zu allfällig in Sawa erlittenen Nachteilen befragt worden ; von sich aus habe sie diese Vorkommni sse E-1846/2020 Seite 8 nicht zu Protokoll gegeben, weil diese traumatisierend gewesen und mit einem Schamgefühl behaftet seien. Auch wenn einige ihrer Aussagen wi- dersprüchlich respektive unklar ausgefallen seien, seien ihre Vorbringen im Kerngehalt übereinstimmend. Es sei zu berücksichtigen, dass die geschil- derten Ereignisse sich über mehrere Jahre verteilt abgespielt und im Zeit- punkt der Befragungen bereits mehre Jahre zurückgelegen hätten. Die Vorinstanz habe es versäumt, eine Gesamtwürdigung ihrer Aussagen unter Mitberücksichtigung der positiven Elemente durchzuführen. Es müsse da- von ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin durch das Erlebte psychisch belastet sei. Die Hilfswerkvertretung habe ihre Aussagen als glaubhaft eingestuft. Zu berück sichtigen sei überdies, d ass der BzP auf- grund ihres summarischen Charakters und der bloss sinngemässen Proto- kollierung und Übersetzu ng nur ein be schränkter Beweiswert zukomme. Sodann würden sich in den Befragungsprotokollen zahlreiche Elemente befinden, die für die Glaubhaftigkeit ihrer Aus sagen sprechen würden : Diese seien im Kerngehalt widerspruchsfrei und damit logisch konsistent. In der Anhörung sei auch die ungeordnete Darstellung in dieser Hinsicht positiv ausgefallen, und ihre Darlegungen seien, bezogen auf ihre persön- lichen Voraussetzungen, originell und von quantitativem Detailreichtum . Es würden sich Protokollstellen finden lassen, bei denen Fragen aufgrund von Unwissen oder Erinnerungslücken nicht beantwortet worden seien, was ein Lügner erfahrungsgemäss vermeiden würde. Auch die direkte Wiedergabe von Gesprächen deute darauf hin, dass die Aussagen wahr- heitsgetreu seien. Die Vorinstanz habe sich bei der Beurteilung der Glaub- haftigkeit ihrer Aussagen nicht auf die Kriterien der Realkennzeichen ab- gestützt. Es müss ten auch der kulturelle Hintergr und so wie die spezifi- schen Fähigkeiten und Erfahrungen der betroffenen Person in Betracht ge- zogen werden. Hiera us folge, dass die Beschwerdeführerin ohne realen Erlebnishintergrund ihre Aussagen nicht so realitätsnah hätte zu Protokoll geben können. Ein S trukturvergleich ergebe eine in der gesamten Befra- gung gleichbleibende Aussagequalität, und auch die Konstanz ihrer Aus- sagen sei gegeben. 5.2.2 Die Beschwerdeführerin habe bereits im Okt ober 2011, als si e schwanger gewesen sei, ein erstes Mal einer Aufforderung, nach Sawa zu- rückzugehen, nicht Folge geleistet. Im September 20 12 habe sie eine er- neute derartige Aufforderung erhalten. Ihr Sohn sei zu di esem Zeitpunkt wenige Monate alt gewesen. Unsicherheiten oder Widersprüche betreffend Zeitangaben könnten gemäss aussagepsychologischen Erkenntnissen nicht als Widersprüche erachtet werden. Gedächtnisleistungen seien indi- viduell und situationsabhängig. E-1846/2020 Seite 9 5.2.3 Gemäss R echtsprechung des Bun desverwaltungsgerichts bedürf e es zusätzlicher individueller Elemente, dami t mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit von einer begründeten Furcht vor ernsthaften Nachteilen we- gen einer illegalen Ausreise ausgegangen werden könne. Solche Faktoren seien vorliegend gegeben. Die Beschwerdeführerin sei wegen der Deser- tion und illegalen Ausreise ihres Ehemannes wiederh olten Repressalien und Schikanen ausgesetzt gewesen. Folglich sie sie deswegen sowie we- gen ihrem Nichterscheinen in Sawa ins Visier der eritreischen Behörden geraten. Sie werde zweif elsohne als missliebige Person betrachtet und wäre damit flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteilen ausgesetzt. 5.3 In ihrer Vernehmlassung führte die Vorinstanz namentlich aus, auch im Falle von kognitiver Einschränkungen oder Traumatisierungen könne da- von ausgegangen werden, dass die Grundzüge einer Fluchtgeschichte in den wesentlichen Zügen ohne markante Ungereimtheit en dargestellt würden. Der Wahrheitsgehalt der neu vorgebrachten Folter in Sawa sei zu bezweifeln, da die Beschw erdeführerin dies trotz des Hin weises auf ihre Mitwirkungspflicht in beiden Befragungen nicht erwähnt habe. Auch auf Beschwerdestufe seien kein e genaueren Angaben zu den Hintergründen der angeblich erlebten Folter gemacht worden. Es würden sich aus den Akten keine Anhaltspunk te dafür ergeben, dass die Fähigkeit der Be- schwerdeführerin, ihr Asylgr ünde darzulegen, wegen Urteilsunfähigkeit oder einer Traumatisierung eingeschränkt gewesen sei. Auch wenn von der Glaubhaftigkeit der neu vorgebrachten Erlebnisse in Sawa ausgegan- gen würde, vermöchten diese d en Entscheid der Vorinstanz nicht umzu- stossen, da sie in keinem Kausalzusammenhangmit mit der Ausre ise ste- hen würden. 5.4 In der ergänzenden Eingabe der Rechtsbeiständin vom 1. September 2021 wurde namentlich darauf hingewiesen, dass es sich bei der Be- schwerdeführerin um eine vulnerable und psychisch hoch belastete Person handle. Ihre Traumata müssten bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit ih- rer Aussagen berücksichtigt werden. 6. 6.1 Der rechtserhebliche Sachverhalt ist umstritten und deshalb zunächst festzustellen. 6.2 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Prüfung der Aktenlage vorab zum Schluss, dass die von der Beschwerdeführerin behaupteten Verfolgungsmassnahmen durch die eritreischen Behörden als unglaubhaft zu qualifizieren sind. Ihre diesbezüglichen Schilderungen enthalten etliche E-1846/2020 Seite 10 Ungereimtheiten, welche nicht nur die zeitliche E inordnung der beschrie- benen Ereignisse betreffen. Den protokollierten Aussagen der Beschwer- deführerin anlässlich der Befragungen ist klar zu entnehmen, dass sie vor dem Jahr 2014 nur einmal, im September 2012, von den eritreischen Be- hörden kontaktiert wurde (vgl. Protokoll BzP Akten SEM A3 S. 10, Protokoll Anhörung A11 F61). Im Widerspruch zu diesen Angaben steht die Erklä- rung in der Beschwerdeschrift, die Beschwerdeführerin sei vor 2014 insge- samt zweimal, während ihres Schwangerschaft, ungefähr im Oktober 2011, und im September 2012 von den eritreischen Behörden kontaktiert worden (vgl. Beschwerde S. 8 f.). Diese erhebliche Divergenz kann nicht alleine durch den zeitlichen Abstand zwischen diesen Ereignissen und den Befra- gungen erklärt werden. Überdies erscheinen die von der Beschwerdefüh- rerin dargelegten Repressalien durch die eritreischen Behörden in mehrfa- cher Hinsicht unrealistisch und lassen sich mit der Quellenlage nicht in Ein- klang bringen. Dass ihr Nichtbefolgen der Aufforderungen zur Militärdienst- leistung in den Jahren 2011 respektive 2012 während mehreren Jahren folgenlos geblieben sein soll, erscheint nicht nachvollziehbar. Ohnehin sind verheiratete Frauen sowie Schwangere und Mütter in Eritrea faktisch vom Militärdienst freigestellt, weshalb sich Zweifel an der Behauptung rechtfer- tigen, sie sei schon während ihrer Schwangerschaft respektive kurz nach der Geburt ihr es Sohnes zur Rückkehr in den Militärdienst aufgefordert worden (vgl. European Asylum Support Office [ EASO], Eritrea, National- dienst, Ausreise und Rückkehr, Herkunftsländer-Informationsbericht, Sep- tember 2019, S. 33 f., < https://www.ecoi.net/en/file/local/2031001/20 19_EASO_COI_Report_Eritrea_National_service_exit_and_re- turn_DE.pdf >, alle Internetquellen abgerufen am 15. September 2021; Danish Immigration Service, Eritrea, National service, exit and entry, Jan- uar 2020, S. 29, < https://www.ecoi.net/en/file/local/2024189/Eritrea_rap- port_27012 020.pdf >). Auch dass die Beschwerdeführerin im Zusammen- hang mit der Desertion ihres Mannes , welche angeblich im (…) 2012 er- folgte, erst im Jahr 2014 von den eritreischen Behörden unter Druck ge- setzt wurde (und dies, obwohl diesen bekannt gewesen sei, dass er sich in Israel aufhalte), widerspricht verfügbaren Erkenntnissen zum üblichen be- hördlichen Vorgehen: Reflexverfolgungsmassnahmen gegen Angehörige von eritreischen Deserteuren erfolgen gemäss verfügbaren Quellen im All- gemeinen solange Grund zur Annahme besteht, die gesuchten Personen würden sich noch in Eritrea aufhalten, um sie unter Druck zu setzen und dazu zu bewegen, sich wieder bei ihrer Einheit zu melden ( vgl. EASO, a.a.O., S. 44 f., E. 2.7.1, SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE [SFH], Erit- rea: Reflexverfolgung, Rückkehr und «Diaspora -Steuer», 30. September E-1846/2020 Seite 11 2018 S. 6 f., < htt ps://www.ecoi.net/en/file/lo- cal/1447945/1788_1540559_596_3009.pdf >). 6.3 Die Vorinstanz stellte sodann in der angefochtenen Verfügung zu Recht fest, die Beschwerdeführerin habe nicht nachvollziehbar erklären können, wie die eritreischen Behörden überhaupt Kenntnis des Aufenthaltsortes ihres Ehemannes erhalten hätten. Zudem steht die Höhe der ihr angeblich auferlegten Busse (26'000 Nakfa) im Gegensatz dazu, dass die bei Deser- tionen von Familienangehörigen regelmässig auferlegten Buss enzahlun- gen gemäss Quellenlage stets 50'000 Nakfa betragen. Entgegen der Argumentation in der Besch werdeschrift enthalten die Ausf ührungen der Beschwerdeführerin in den Befragungen keine weiteren überzeugenden Realkennzeichen, welche eine andere Einschätzung bezüglich der Glaub- haftigkeit zu rechtfertigen vermöchten. Auch unter Berücksichtigung einer allfälligen psychischen Belastung, welche im Übrigen durch keine ärztli- chen Berichte untermauert worden ist, weisen ihre Aussagen im Wesentli- chen nicht den zu erwartenden Grad an Substanziiertheit und Detailreich- tum auf – namentlich auch hinsichtlich der mehrfachen Aufforderungen, in den Militärdienst zurückzukehren. 6.4 Daraus, dass die Beschwerdeführerin die im der Beschwerdeeingabe erstmals geltend gemachten Misshandlungen durch Soldaten während ih- res Aufenthalts in Sawa im Jahr 2010 im Rahmen der Befragungen nicht erwähnte, kann zwar noch nicht ohne Weiteres auf die Unglaubhaftigkeit dieses Vorbringens geschlossen werden. Diesbezügliche Z weifel weckt hingegen, dass sie auch auf Beschwerdeebene keinerlei konkreten Anga- ben zum Hintergrund dieses behaupteten körperlichen Übergriffs gemacht hat. Die eingereichten medizinischen Unterlagen dokumentieren das Vor- liegen einer Vernarbung im Rückenbereich , haben aber keine relevante Beweiskraft hinsichtlich deren Ursache. Überdies ist ein kausaler Zusam- menhang dieses Ereign isses, welches sich gemäss ihrer Darstellung im Jahr 2010 ereignete, mit ihrer Ausreise im Jahr 2015 offenkundig nicht ge- geben. 7. 7.1 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin we- gen ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea – mithin wegen subjektiver Nach- fluchtgründe – bei einer Rückkehr dorthin befürchten müsste, ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. E-1846/2020 Seite 12 7.2 Personen mit sub jektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar gemäss Art. 54 AsylG kein Asyl, werden aber als Flüchtlinge vorläufig aufgenom- men (vgl. dazu BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352, m.w.H.). Als subjektive Nach- fluchtgründe gelten insbesondere das illegale Verlassen des Heimatlandes (sog. Republikflucht), das Einreichen eines Asylgesuchs im Ausland oder exilpolitische Betätigungen, wenn sie die Gefahr einer zukünftigen Verfol- gung begründen. Durch Republikflucht zum Flüchtling wird, wer wegen illegaler Ausreise Sanktionen des H eimatstaates befürchten muss, die bezüglich ihrer Intensität ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen (vgl. BVGE 2009/29). 7.3 7.3.1 Gemäss langjähriger früherer Praxis der schweizerischen Asylbehör- den begründete bereits eine (glaubhaft gemachte) illegale Ausreise aus Eritrea ohne Weiteres die Flüchtlingseigenschaft. 7.4 Das Bundesverwaltungsgericht befasste sich im Rahmen des Referen- zurteils D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 mit der Frage, ob Eritreerinnen und Eritreer, die ihr Land illegal verlassen haben, allein deswegen bei einer Rückkehr Verfolgung zu befürchten haben. Das Gericht kam dabei zum Schluss, dass sich die bisherige Praxis nicht mehr aufrechterhalten lasse und vom SEM zwischenzeitlich zu Recht angepasst worden sei. Für die Entscheidfindung des Gerichts war auch die Tatsache von Bedeutung, dass damals Personen aus der eritreischen Diaspora für kurze Aufenthalte in ihren Heimatstaat zurückkehrten und sich unter ihnen auch Personen befanden, die Eritrea zuvor illegal verlassen hatten. Es ist mithin nicht mehr davon auszugehen, dass einer Person einzig aufgrund ihrer unerlaubten Ausreise aus Eritrea eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung droht. Von der begründeten Furcht vor intensiven und flüchtlingsrechtlich begrün- deten Nachteilen ist nur dann auszugehen, wenn zur illegalen Ausreise weitere Faktoren hinzukommen, welche die asylsuchende Person in den Augen der eritreischen Behörden als missliebige Person erscheinen lassen (vgl. a.a.O., E. 5). 7.5 Vorliegend gehen aus den Akten keine solchen Gefährdungsfaktoren hervor. Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Vorfluchtgründe sind – wie vorstehend ausgeführt – als unglaubhaft zu qualifizieren, wes- halb kein Grund zur Annahme besteht, sie se i als R efraktärin respektive Angehörige eines Deserteurs in den besonderen Fokus der heimatlichen Behörden geraten . Den Akten sind auch keine sonstigen Anknüpfungs- punkte zu entnehmen, welche sie in den Augen des eritreischen Regimes E-1846/2020 Seite 13 als missliebige Person erscheinen lassen könnten. Namentlich rechtferti- gen sich, wie oben dargelegt, Zweifel an den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Misshandlungen durch Soldaten in Sawa. Gemäss ihrer Darstellung ereignete sich dieser Vorfall im Jahr 2010 oder 2011, mit- hin mehrere Jahre vor ihrer Ausreise. Nachdem sie keine weiteren Repres- salien durch die heimatlichen Behörden glaubhaft darzulegen vermochte, besteht jedenfalls kein glaubhafter Grund zur Annahme, dass sie in diesem Zusammenhang im heutigen Zeitpunkt m it negativen Konsequenzen zu rechnen hätte. 7.6 Aus diesen Gründen ist der von der Beschwerdeführerin vorgebrachten illegalen Ausreise aus ihrem Heimatstaat praxisgemäss keine flüchtlings- rechtliche Relevanz beizumessen. 7.7 Zusammenfassend ist es der Beschwerdeführerin somit nicht gelun- gen, eine relevante Verfolgungsgefahr im Sinn von Art. 3 AsylG bezie- hungsweise Art. 54 AsylG darzutun. Das SEM hat folglich zu Recht ihre Flüchtlingseigenschaft verneint. 8. 8.1 Lehnt das SEM das As ylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8.3 Da das SEM in seiner Verfügung vom 2. März 2020 die vorläufige Auf- nahme der Beschwerdeführerin in der Schweiz angeordnet hat, erübrigen sich, praxisgemäss Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Mög- lichkeit des Wegweisungsvollzugs 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sic h, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. E-1846/2020 Seite 14 10. Bei die sem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwer - deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem mit Zwischen- verfügung vom 20. April 2020 ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde und den Akten keine Hinweise auf eine massgebende Veränderung ihrer finanziellen Verhältnisse zu entnehmen sind, ist auf eine Kostenauflage zu verzichten. 11. Mit der Zwischenverfügung vom 20. April 2020 wurde auch das Gesuch der Beschwerdeführerin um amtliche Verbeiständung gutgeheissen (aArt. 110a Abs. 1 AsylG und ihre Rechtsvertreterin als amtliche Rechts- beiständin eingesetzt. Demnach ist dieser durch das Gericht ein Honorar für ihre notwendi gen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurich- ten. Der in der mit der Beschwerdeeingabe eingereichten Kostennote aus- gewiesene zeitliche Vertretungsaufwand erscheint angemessen. Demzu- folge ist der amtlichen Rechtsbeiständin – unter Berücksichtigung des für die nachträglichen Eingaben vom 14. April 2020 und 9. September 2021 zu veranschlagenden Aufwands – ein Gesamtbetrag von Fr. 2000.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) vom Bundesverwaltungsgericht auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) E-1846/2020 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Das Honorar der amtlichen Rechtsbeiständin wird auf Fr. 2000.− bestimmt und durch die Gerichtskasse vergütet. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Markus König Nicholas Swain Versand: