<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00079</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105474&amp;W10_KEY=4467151&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00079</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.04.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausweisung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ausweisung eines seit dem sechsten Altersjahr in der Schweiz lebenden Österreichers, der überschuldet und Fürsorgeempfänger ist (bzw. war) und trotz wiederholter fremdenpolizeilicher Verwarnung immer wieder mit Vermögensdelikten straffällig wurde. Die letzte Strafe datiert vom 21.10.97 (30 Monate Zuchthaus wegen gewerbemässigen Betrugs). <br/>Die an sich gewichtigen öffentlichen Interessen an einer Ausweisung sind i.c. deshalb etwas zu relativieren, weil sich beim Beschwerdeführer nun (endlich) eine positive Entwicklung abzeichnet, da er sich (erstmals) einer (ambulanten) Massnahme unterziehen kann. Diese Relativierung führt zusammen mit den sehr starken privaten Interessen (seit über 30 Jahren in der Schweiz, hier lebendes Kind mit CH-Bürgerrecht) dazu, dass sich die Ausweisung als unverhältnismässig erweist.<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWESENHEITSDAUER">ANWESENHEITSDAUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUSWEISUNG">AUSWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENABWÃGUNG">INTERESSENABWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 10 lit. I ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 11 lit. III ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 16 lit. III ANAV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Der Ã¶sterreichische StaatsangehÃ¶rige A. B., geboren 1962 in E. (D), wuchs bis zu seinem sechsten Altersjahr mit seinen Eltern in Deutschland auf. Im Jahr 1968 zog die Fa­milie in die Schweiz, wo A. B. seither lebt. Im Jahr 1984 Ã¼bersiedelte er vom Kanton Aar­gau in den Kanton ZÃ¼­rich. Eine Lehre hat A. B. nicht abgeschlossen. Er arbeitete deshalb in verschiedenen Branchen vorab in tem­porÃ¤ren Anstellungen. Zurzeit ist er als Personal­be­rater bei einer Firma in ZÃ¼rich tÃ¤tig. Er heiratete 1999 in ZÃ¼rich die kolumbianische Staats­angehÃ¶rige F. G.. Der Ehe entsprang im MÃ¤rz 2000 ein Kind. A. B. ist zudem Vater des 1994 ausserehelich geborenen Kindes H. I., wel­ches Schweizer BÃ¼rger ist und bei der Mutter im Kanton Zug lebt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>A. B. musste in der Schweiz wie folgt bestraft werden:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>- Mit Urteil vom 2. Dezember 1985 durch das Bezirksgericht ZÃ¼rich unter anderem wegen wiederholten Betrugs mit zehn Monaten Ge­fÃ¤ngnis, bedingt erlassen auf drei Jahre; am 23. MÃ¤rz 1987 erfolgte der Widerruf des bedingten Strafvollzugs;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>- Mit Urteil vom 23. MÃ¤rz 1987 durch das Obergericht des Kantons ZÃ¼­rich wiederum wegen Betrugs und weiterer Delikte mit zwÃ¶lf Mona­ten GefÃ¤ngnis unbedingt;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>- Mit Strafbefehl vom 1. April 1987 sowie vom 6. Oktober 1987 durch die Bezirksanwaltschaft ZÃ¼rich wegen Diebstahls bzw. Betrugs zu 14 Tagen und 21 Tagen GefÃ¤ngnis unbedingt;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>- Mit Urteil vom 6. Februar 1989 durch das Bezirksgericht ZÃ¼rich we­gen Betrugs und UrkundenfÃ¤lschung mit acht Monaten GefÃ¤ngnis; am 19. MÃ¤rz 1996 erfolgte der Widerruf des bedingten Strafvollzugs;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>- Mit Urteil vom 19. MÃ¤rz 1996 durch das Obergericht des Kantons ZÃ¼­rich wegen mehrfachen Betrugs etc. mit acht Monaten GefÃ¤ngnis un­bedingt;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>- Mit Urteil vom 21. Oktober 1997 durch das Bezirksgericht ZÃ¼rich we­gen gewerbsmÃ¤ssigen Betrugs und UrkundenfÃ¤lschung etc. mit zwei­einhalb Jahren Zuchthaus; zudem wurde eine ambulante Massnahme wÃ¤hrend des Strafvollzugs angeordnet.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der GefÃ¤ngnisaufenthalt fÃ¼r die VerbÃ¼ssung der letzten drei Freiheitsstrafen dauerte vom 30. April 1997 bis zur bedingten Entlassung am 7. April 1999.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bereits im Jahr 1984 war A. B. von der Fremdenpolizei des Kantons ZÃ¼rich ver­warnt und waren ihm schwerer wiegende fremdenpolizeiliche Massnahmen in Aussicht ge­stellt worden. Mit VerfÃ¼gung vom 11. Februar 1988 drohte ihm die Polizeidi­rektion des Kan­tons ZÃ¼rich die Ausweisung aus der Schweiz an. Am 8. Juli 1999, also vier Monate nach der Entlassung von A. B. aus dem GefÃ¤ngnis, leitete die Frem­den­polizei AbklÃ¤rungen im Hinblick auf allfÃ¤llige Entfer­nungs‑ und Fernhaltemassnah­men ein. Die Befragung fand am 3. August 1999 statt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Regierungsrat beschloss am 19. Januar 2000 die Ausweisung von A. B. aus der Schweiz fÃ¼r die Dauer von zehn Jahren. Der Regierungsrat erachtete die Aus­weisungsgrÃ¼n­de gemÃ¤ss Art. 10 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufent­halt und Niederlassung (ANAG) als gegeben. Zur BegrÃ¼ndung verwies er vor­ab auf die am 21. Oktober 1997 ausgesprochene Zuchthausstrafe von zweieinhalb Jah­ren so­wie auf die frÃ¼heren Verurteilungen und fremdenpolizeilichen Androhungen. Dieses Ver­halten wiege aus fremdenpolizeilicher Sicht schwer und belege, dass eine hohe RÃ¼ck­fallgefahr bestehe. Zwar mÃ¶ge die Ausweisung A. B. sehr hart treffen, doch er­scheine sie insgesamt gleich­wohl als zumutbar. Dass er von seinen in der Schweiz leben­den FamilienangehÃ¶rigen ge­trennt werde, habe er seinem eigenen Verhalten zuzuschreiben. Angesichts der mehrfachen und teilweise sogar schwer wiegenden Delinquenz und der da­durch zum Ausdruck ge­brach­ten UnfÃ¤higkeit, die Regeln des Gastlandes zu beachten, gehe das Ã¶ffentliche Interes­se an der Fernhaltung des AuslÃ¤nders seinen privaten Interessen bzw. dem privaten Inter­es­se seiner FamilienangehÃ¶rigen an seinem Verbleib in der Schweiz vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 29. Februar 2000 reichte A. B. rechtzeitig Beschwerde beim Ver­waltungs­ge­richt ein mit folgendem Antrag:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Der Beschluss des Regierungsrates vom 19. Januar 2000 sei aufzuhe­ben und es sei auf die Ausweisung des BeschwerdefÃ¼hrers aus der Schweiz zu verzichten.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2. Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zur BegrÃ¼ndung macht der BeschwerdefÃ¼hrer unter anderem geltend, der letzte Strafvollzug sei fÃ¼r ihn ein Ã¤usserst einschneidendes Ereignis gewesen. Er verweist dazu einerseits auf die gegenÃ¼ber den frÃ¼heren Strafen lange Dauer sowie auf die begonnene Psychotherapie, welche nach wie vor bestehe. Aufgrund der therapeutischen Begleitung sei die RÃ¼ckfallgefahr minimal. Weiter sei er beruflich integriert und erziele an seiner neuen Arbeitsstelle als Product Manager ein JahressalÃ¤r von Fr. 90'000.‑. In persÃ¶nlicher Hinsicht verweist er weiter auf seine langjÃ¤hrige Anwesenheit in der Schweiz. Bei einer Auswei­sung aus der Schweiz sei er auf sich allein gestellt. Es werde ihm deshalb nicht gelingen, im Ausland eine Existenz aufzubauen. In der Schweiz dagegen habe er ein Beziehungsnetz und lebten seine Verwandten sowie sein ausserehelicher Sohn. Eine Ausweisung wÃ¼rde un­ter diesen UmstÃ¤nden eine unangemessene HÃ¤rte darstellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Direktion fÃ¼r Sozia­les und Sicherheit schloss mit Eingabe vom 24. MÃ¤rz 2000 namens des Regierungsrats auf Abweisung der Beschwerde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 10. April 2000 reichte der BeschwerdefÃ¼hrer den Geburtsschein fÃ¼r sein im MÃ¤rz 1999 geborenes Kind ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremden­poli­zei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen­steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in der Fassung vom 8. Juni 1997). Dies ist der Fall bei einer Ausweisung, die von einer kantonalen Be­hÃ¶r­de aufgrund von Art. 10 f. ANAG angeordnet wird (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 e contra­rio). Die ge­gen den BeschwerdefÃ¼hrer ausgesprochene Ausweisung stÃ¼tzt sich auf die Auswei­sungs­grÃ¼nde von Art. 10 Abs. 1 lit. a und b ANAG, weshalb auf die Beschwerde einzutre­ten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Dem Verwaltungsgericht ist es jedoch verwehrt, sein eigenes Ermessen ‑ im Sinn einer ÃberprÃ¼fung der ZweckmÃ¤ssigkeit ‑ an die Stelle desjenigen der zustÃ¤ndigen Ver­wal­tungsbehÃ¶rde zu stellen (§ 50 Abs. 3 VRG; BGE 125 II 521 E. 2a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Die grundsÃ¤tzliche Anwendbarkeit von Art. 10 Abs. 1 lit. a und b ANAG ist im vor­liegenden Fall unstreitig. Allerdings soll eine Ausweisung nur verfÃ¼gt werden, wenn sie nach den ge­sam­ten UmstÃ¤nden angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 Satz 1 ANAG). Da­bei ist na­mentlich auf die Schwere des Verschuldens, auf die Dauer des Auf­enthalts der auslÃ¤ndi­schen Person in der Schweiz sowie auf die ihr und ihrer Familie dro­henden Nach­teile abzu­stel­len (Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum ANAG). Je lÃ¤nger ein AuslÃ¤nder in der Schweiz anwesend war, desto strengere Anforde­rungen sind grundsÃ¤tzlich an die Anordnung einer Ausweisung zu stellen. Zu be­rÃ¼cksich­tigen ist auch, in welchem Alter der AuslÃ¤nder in die Schweiz eingereist ist. Selbst bei einem AuslÃ¤nder, der bereits hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat, ist eine Ausweisung nicht ausgeschlossen. Erst recht gilt dies fÃ¼r AuslÃ¤nder, die erst als Kind oder Jugendliche in die Schweiz gelangt sind (BGE 125 II 521 E. 2b mit Hinweisen). Ist die Beziehung zu FamilienangehÃ¶rigen in der Schweiz sehr eng und intensiv, so wirkt sich dies erschwerend auf den Eingriff aus. Relevant ist auch die In­tensitÃ¤t der Beziehung zwischen einem minderjÃ¤hrigen Kind und dem nicht sorgeberech­tigten, getrennt von ihm lebenden Elternteil (BGE 120 Ib 1 E. 1d = Pra 84/1995 Nr. 4; BGE 118 Ib 153 E. 1c). Die Ausweisung ist anderseits um so weniger zulÃ¤ssig, je geringer der Ausweisungsgrund, namentlich die allfÃ¤llige StraffÃ¤lligkeit des AuslÃ¤nders, ist. Bei schwe­ren Straftaten, insbesondere bei Gewalt‑, Sexual‑ und schweren BetÃ¤ubungsmittel­delikten, und erst recht bei RÃ¼ckfall bzw. wiederholter Delinquenz besteht indessen ein wesentliches Ã¶ffentliches Interesse an einer Ausweisung (BGE 122 II 433 E. 2c). Diese bun­des­gerichtliche Formulierung scheint zwar in die Richtung zu zeigen, dass vorab be­sonders gravierende Delikte, also schwere Straftaten gegen die kÃ¶rperliche IntegritÃ¤t oder gegen Leib und Leben unter Einbezug von BetÃ¤ubungsmitteldelikten eine Ausweisung rechtfertigen kÃ¶nnen (vgl. auch Mark E. Villiger, Handbuch der EuropÃ¤ischen Menschen­rechtskonvention, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 24 Rz. 582; Arthur Haefliger/Frank SchÃ¼rmann, Die EuropÃ¤ische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. A., Bern 1999, S. 266). Dennoch kÃ¶n­nen nach geltender Rechtsprechung auch schwere VermÃ¶gensdelikte ausrei­chen (vgl. Martina Caroni, Privat‑ und Familienleben zwischen Menschenrecht und Migra­tion, Berlin 1999, S. 350 mit Hinweisen). Entscheidend ist immer die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssig­keitsprÃ¼fung, die gestÃ¼tzt auf die gesamten wesentlichen UmstÃ¤nde des Einzelfalls vorzu­nehmen ist (BGE 125 II 521 E. 2b). Dabei hat die InteressenabwÃ¤gung gegebenenfalls auch die nach Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) massgeblichen Gesichtspunkte gebÃ¼hrend zu berÃ¼cksichtigen (vgl. BGE 122 II 433 E. 3b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) FÃ¼r ein schweres deliktisches Verschulden und damit fÃ¼r ein gewichtiges Ã¶ffent­liches Interesse an der Ausweisung sprechen insbesondere die beiden jÃ¼ngsten Verurtei­lungen des BeschwerdefÃ¼hrers. Zwar war er am 19. MÃ¤rz 1996 noch nicht schwer, nÃ¤mlich mit acht Monaten GefÃ¤ngnis, bestraft worden; indessen sprach das Gericht von einem schwe­ren Verschulden und stellte fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in ausgeprÃ¤gtem Mass uneinsichtig und offenbar auch durch lange Freiheitsstrafen nicht zu beeinflussen sei. Am 21. Oktober 1997 schliesslich erreichte die vom Bezirksgericht ZÃ¼rich ausgesprochene Stra­fe zweieinhalb Jahre Zuchthaus; das Verschulden gewichtete das Gericht wiederum als schwer, wozu es wesentlich auf ein skrupelloses und raffiniertes Vorgehen sowie eine per­sÃ¶nliche Bereicherung im Umfang von Fr. 170'000.‑ verwies. Anderseits erwÃ¤hnte das Ge­richt auch, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer zu den Straftaten habe hinreissen lassen, weil er permanent in GeldnÃ¶ten gewesen sei und das regulÃ¤re Einkommen nicht ausgereicht habe. Die frÃ¼heren Bestrafungen und die fremdenpolizeilichen Androhungen haben somit nicht verhindern kÃ¶nnen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer auch weiterhin und Ã¼ber einen mehr­jÃ¤hri­gen Zeitraum und in der dargelegten Weise straffÃ¤llig geworden ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aus diesem Verhalten schliesst die Vorinstanz, dass der BeschwerdefÃ¼hrer weder fÃ¤hig noch willens sei, sich an die Regeln unserer Rechtsordnung zu halten, womit sie zwar das frÃ¼here Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers durchaus zutreffend charakterisiert. Demge­genÃ¼ber ist den Akten jedoch eine deutlich positive Entwicklung seit mindestens zwei Jah­ren zu entnehmen. Diese Entwicklung wird von der Vorinstanz ausser Acht gelassen und lÃ¤sst ihre Feststellung, es bestehe weiterhin eine hohe RÃ¼ckfallgefahr, nicht mehr rechtfer­tigen. In der VerfÃ¼gung des Amts fÃ¼r Straf‑ und Massnahmenvollzug vom 23. MÃ¤rz 1999 ist dem BeschwerdefÃ¼hrer eine gÃ¼nstige Prognose gestellt worden. Wenn sich auch die strafrechtliche Prognosestellung nicht mit der Beurteilung der RÃ¼ckfallgefahr gemÃ¤ss den fremdenpolizeilichen Bestimmungen deckt (vgl. etwa BGE 114 Ib 1 E. 3), so ist doch zu beachten, dass der Psychiatrisch-Psychologische Dienst insbesondere die wÃ¤hrend dem Strafvollzug durchgefÃ¼hrte ambulante Massnahme positiv und erfolgreich beurteilte und festhielt, ein RÃ¼ckfall des Patienten sei nicht anzunehmen. Er zeige auch Bereitschaft, die ambulante Therapie weiterhin zu besuchen. Aufgrund dieser "erfreulichen Entwicklung" erfolgte die bedingte Entlassung denn auch auf den erst mÃ¶glichen Termin per 7. April 1999. Die ambulante Massnahme dauert Ã¼ber die Entlassung fort. GemÃ¤ss dem einge­reich­ten Bericht vom 14. Dezember 1999 findet die Therapie in 14-tÃ¤gigem Rhythmus statt; die private wie auch die berufliche Situation des BeschwerdefÃ¼hrers werden im We­sentlichen positiv geschildert; die Behandlung wird weiter fortgesetzt. Zu berÃ¼cksichtigen ist auch, dass es der im letzten Strafverfahren beigezogene Gutachter fÃ¼r mÃ¶glich gehalten hatte, die beim BeschwerdefÃ¼hrer vorhandene StÃ¶rung im Rahmen eines mehrere Jahre dauernden psychiatrisch-psychotherapeutischen Verfahrens zu behandeln. Beruflich hat der Be­schwer­de­fÃ¼hrer ‑ zunÃ¤chst noch im Strafvollzug ‑ wÃ¤hrend rund zwei Jahren bei einer Tem­porÃ¤rfirma gearbeitet. Seit Februar 2000 ist er in der Computerbranche als Festange­stellter tÃ¤tig. Angesichts dieser Entwicklung lÃ¤sst sich auch nicht etwa sagen, das Wohl­verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers habe sich bloss auf den ‑ nicht relevanten ‑ geschÃ¼tzten Bereich des Strafvollzugs bezogen. Anzumerken bleibt schliesslich, das die im angefochte­nen Entscheid erwÃ¤hnten UnregelmÃ¤ssigkeiten im Zusammenhang mit einer Raummiete in ZÃ¼rich offenbar widerlegt werden konnten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vor dem Hintergrund dieser positiven Entwicklung muss das Ã¶ffentliche Interesse an einer Ausweisung des BeschwerdefÃ¼hrers relativiert werden. Namentlich ist zu beach­ten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nun, zumindest aktenkundig, erstmals psychiatrisch-psy­chologisch behandelt wurde, und dass diese Behandlung andauert. Mit der letztmaligen Ver­urteilung vom 21. Oktober 1997 war erstmals eine Massnahme im Sinn von Art. 43 des Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 angeordnet worden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Dem Ã¶ffentlichen Interesse an der Ausweisung ist das Interesse des Beschwerde­fÃ¼hrers bzw. seiner AngehÃ¶rigen am Verbleib in der Schweiz gegenÃ¼berzustellen. Er kam mit seinen Eltern als sechsjÃ¤hriger Knabe im Jahre 1968 in die Schweiz, wohnt also seit 32 Jahren hier. Seine Eltern und seine inzwischen eingebÃ¼rgerte Schwester wohnen in der Schweiz. Zu diesen hat er gemÃ¤ss eigenen Aussagen eine normale familiÃ¤re Beziehung. Die Beziehung zu den Eltern hat sich in jÃ¼ngerer Zeit offenbar deutlich gebessert. Ferner hat der BeschwerdefÃ¼hrer einen grÃ¶sseren Bekanntenkreis, teilweise noch aus der Schul­zeit; dabei handelt es sich hauptsÃ¤chlich um Schweizer. Vorab jedoch fÃ¤llt ins Ge­wicht, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in der Schweiz einen im Jahr 1994 geborenen Sohn hat. Ge­mÃ¤ss den Aussagen des BeschwerdefÃ¼hrers vom 3. August 1999 hat er zum Sohn zwei bis vier Mal pro Monat persÃ¶nlichen Kontakt. Ferner zahle er Alimente. Ein regel­mÃ¤ssiger Kon­takt mit dem Sohn wird Ã¼berdies durch den Bericht des Psychiatrisch-Psy­chologischen Diensts vom 22. MÃ¤rz 1999 bestÃ¤tigt. Die Mutter des Kindes ist Schweizerin und wohnt in Zug; auch zu ihr hat der BeschwerdefÃ¼hrer ein gutes VerhÃ¤lt­nis. Angesichts dieser vielfÃ¤l­tigen Beziehungen in der Schweiz und des Ã¼ber 30-jÃ¤hrigen hiesigen Aufenthalts ist von einer starken Verwurzelung in der Schweiz auszugehen. Zu­mindest angesichts der gelebten Beziehung zum 1994 geborenen Sohn ist beim Auswei­sungsentscheid auch Art. 8 EMRK zu beachten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Abgesehen von seiner Ã¶sterreichischen StaatsbÃ¼rgerschaft hat der Beschwerde­fÃ¼hrer keinerlei relevante Beziehung zu einem anderen Staat. Zweifellos wÃ¤re es fÃ¼r ihn nicht unmÃ¶glich, nach Ãsterreich oder allenfalls Deutschland auszuwandern und sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Dass ihm dies durch seinen Grossvater in Ãsterreich oder seine Grossmutter in Deutschland erheblich erleichtert werden kÃ¶nnte, ist denkbar, aber nicht sehr wahrscheinlich: Eine enge Beziehung zu diesen beiden Personen ist nicht er­sichtlich. Jedenfalls mÃ¼sste sich der BeschwerdefÃ¼hrer fernab von seinem bisherigen Be­ziehungsnetz eine neue Existenz aufbauen. Es kann kein Zweifel bestehen, dass die Reso­zialisierung des BeschwerdefÃ¼hrers im jetzigen sozialen Umfeld besser gewÃ¤hrleistet ist als in einer neuen Umgebung ohne soziale Einbettung ‑ ein Umstand, dem im Rahmen der frem­denpolizeilichen InteressenabwÃ¤gung ebenfalls Rechnung zu tragen ist (BGE 122 II 433 E. 2a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die langjÃ¤hrige Verwurzelung des Be­schwerdefÃ¼hrers in der Schweiz und die gelebte Beziehung zu seinem sechsjÃ¤hrigen Sohn einerseits sowie die weitgehend fehlende Beziehung zum Ausland anderseits die Auswei­sung nur im Fall eines sehr grossen Ã¶ffentlichen Interesses rechtfertigen kÃ¶nnten. Wenn ein solches Ã¶ffentliches Interesse bei isolierter Betrachtung der Vielzahl von VermÃ¶gensdelik­ten zwar bejaht werden kÃ¶nnte, so trifft dies unter BerÃ¼cksichtigung der ‑ therapeutisch un­terstÃ¼tzten ‑ positiven Entwicklung des BeschwerdefÃ¼hrers in den vergangenen zwei Jahren nicht mehr zu. Der Entscheid des Regierungsrats lÃ¤sst die therapeutische Behand­lung und die damit einhergehende positive Entwicklung ausser Acht und erweist sich im heutigen Zeitpunkt als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Be­schwerde; der Auswei­sungsbeschluss des Regierungsrats ist aufzuheben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. <span>...</span></span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss des Regierungsrats vom 19. Januar 2000 wird aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>