A bteilung III C -956/2006 {T 0/2} U rteil vom 20. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Im oberdorf (Kam m erpräsident); R ichter Trom m er und Vaudan; G erichtsschreiberin Kaufm ann. B._______ und R ._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Verw eigerung der Einreisebew illigung für A._______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie am 5. Januar 1961 geborene m azedonische Staatsangehörige A._______ (im Folgenden: G esuchstellerin) beantragte am 2. M ai 2006 bei der Schw eizerischen Botschaft in Skopje ein Visum für einen einm onatigen Besuchsaufenthalt bei ihrer C ousine und deren Ehem ann B._______ und R ._______ (im Folgenden: G astgeber bzw . Beschw erdeführer) in D ietikon (ZH ). D ie Schw eizer Vertretung lehnte die Erteilung des Visum s form los ab und überw ies das G esuch der Vorinstanz zum Entscheid. B. N achdem das M igrationsam t des Kantons Zürich bei den G astgebern w ei- tere Auskünfte eingeholt hatte, verw eigerte die Vorinstanz in einer Verfü- gung vom 7. Juli 2006 die nachgesuchte Einreisebew illigung. D ies im W e- sentlichen m it der Begründung, die anstandslose und fristgerechte W ieder- ausreise könne angesichts der w irtschaftlichen und soziokulturellen Lage im H erkunftsland sow ie der persönlichen Verhältnisse der G esuchstellerin nicht als gesichert betrachtet w erden. C . M it inhaltlich identischen R echtsm itteleingaben vom 2. und 15. August 2006 (je D atum des Poststem pels) beantragten die G astgeber beim da- m als zuständigen Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) im plizit, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der G esuchstel- lerin sei die Einreise in die Schw eiz zu bew illigen. Zur Begründung brach- ten sie im W esentlichen sinngem äss vor, die Vorinstanz gehe zu U nrecht davon aus, die anstandslose und fristgerechte W iederausreise der G e- suchstellerin sei nicht gesichert. Es gehe w irklich nur um einen Besuchs- aufenthalt in der Schw eiz, und sie (die Beschw erdeführer) garantierten für eine fristgerechte W iederausreise der G esuchstellerin. D . D ie Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehm lassung vom 6. Septem ber 2006 die Abw eisung der Beschw erde. E. In einer R eplik vom 20. Septem ber 2006 halten die Beschw erdeführer an ihrem R echtsbegehren und an dessen Begründung fest. Ergänzend führen sie aus, die G esuchstellerin habe durchaus Bindungen an ihren H erkunfts- ort, die für eine fristgerechte W iederausreise sprechen w ürden. So besitze sie ein H aus und Tiere, um w elche sie sich küm m ere. Sie habe auch einen Freund, m it dem sie eine gem einsam e Zukunft plane. Es gehe ihr einzig darum , einm al ihren Sohn und ihre Tochter sow ie den R est der Verw andt- schaft in der Schw eiz besuchen zu können. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM betr. Einreiseverw eigerung unterliegen der Be- schw erde an das Bundesverw altungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesge-3 setzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20], Art. 31 ff. des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). 1.2 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verw altungsgerichtsgesetzes bereits beim EJPD hängige R echtsm ittelverfahren w erden vom Bundesverw al- tungsgericht übernom m en. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfah- rensrecht (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 G em äss Artikel 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht nach dem Bundesgesetz über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021), sofern dieses G esetz nichts an- deres bestim m t. D as U rteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.4 D ie Beschw erdeführer sind zur Beschw erde legitim iert; auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde ist einzutreten (Art. 20 Abs. 2 AN AG , Art. 48 ff. Vw VG ). 2. 2.1 D ie schw eizerische R echtsordnung gew ährt grundsätzlich keinen An- spruch auf Bew illigung der Einreise. D er Entscheid darüber ist – vorbehält- lich nachfolgend zu erörternder H inderungsgründe – von der Bew illigungs- behörde in pflichtgem ässer Ausübung ihres Erm essens zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 AN AG , Art. 9 Abs. 1 der Verordnung über Einreise und Anm eldung von Ausländerinnen und Ausländern vom 14. Januar 1998 [VEA, SR 142.211]; PETER U EBER SA X, Einreise und Anw esenheit, in: Peter U ebersax / Peter M ünch / Thom as G eiser / M artin Arnold (H rsg.), Auslän- derrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen R echt, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schw eiz, Basel/G enf/M ünchen 2002, S. 143; U R S BO LZ, R echtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M ., 1990, S. 29 m it w eiteren H inw eisen; PH ILIP G R AN T, La pro- tection de la vie fam iliale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw . 2000, S. 24). 2.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schw eiz ei- nen Pass und ein Visum , sofern sie nicht aufgrund besonderer R egelung von diesem Erfordernis ausgenom m en sind (Art. 1 bis 5 VEA). U m ein Visum zu erhalten, m üssen Ausländerinnen und Ausländer die in Artikel 1 Absatz 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Sie haben unter anderem G ew ähr für eine fristgerechte W iederausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA). 3. 3.1 D ie G esuchstellerin benötigt aufgrund ihrer N ationalität zur Einreise in die Schw eiz nebst dem Pass ein Visum . D ie Vorinstanz verw eigerte die Ertei- lung eines solchen Visum s m it der Begründung, die anstandslose und frist- gerechte W iederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert. 3.2 W enn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten W iederausrei-4 se erfüllt ist, m uss ein zukünftiges Verhalten beurteilt w erden. D azu lassen sich in der R egel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. D abei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder R egionen m it politisch respektive w irtschaftlich vergleichsw eise ungünstigen Verhältnissen zum vornherein m it Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht m it dem Ziel und Zw eck einer zeitlich befristeten Einreisebew illigung in Einklang steht. 3.3 D ie w irtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen in M azedonien ge- stalten sich für grosse Teile der Bevölkerung nach w ie vor schw ierig. O b- schon das W irtschaftsw achstum seit dem Krisenjahr 2001 kontinuierlich gesteigert w erden konnte, lag die Arbeitslosenquote im europäischen Ver- gleich m it 37,3% im Jahr 2005 w eiterhin überdurchschnittlich hoch (vgl. w w w .ausw aertiges-am t.de, Stand: M ärz 2007). G em äss W orld Bank R e- port lebten im Jahre 2005 rund 22% der m azedonischen Bevölkerung in absoluter Arm ut (siehe auch Am nesty International R eport 2006). Für ei- nen echten Aufholprozess der sich im m er noch in der Transform ation be- findlichen Volksw irtschaft m üssten die W achstum sraten nach Einschät- zung von Experten deutlich höher liegen als heute. D ie herrschenden Ver- hältnisse w iederspiegeln sich in einer anhaltend hohen Em igrationsrate, die vorab – aber lange nicht nur – junge, am Anfang ihrer beruflichen Lauf- bahn stehende Bürger erfasst. D er W ille zur Ausw anderung w ird erfah- rungsgem äss in jenen Fällen noch begünstigt, in denen sich Verw andte, Bekannte oder Freunde dauerhaft im Ausland aufhalten bzw . sich dort eta- bliert haben. 4. Bei der R isikoanalyse sind aber nicht nur solch allgem eine U m stände und Erfahrungen, sondern auch säm tliche G esichtspunkte des konkreten Ein- zelfalles zu berücksichtigen. O bliegt einem G esuchsteller oder einer G e- suchstellerin im H eim atland beispielsw eise eine besondere berufliche, ge- sellschaftliche oder fam iliäre Verantw ortung, kann dieser U m stand durch- aus die Prognose für eine anstandslose W iederausreise begünstigen. U m - gekehrt m uss bei G esuchstellern, die in ihrer H eim at keine besonderen Verpflichtungen haben, das R isiko für ein frem denpolizeilich nicht vor- schriftsgem ässes Verhalten (nach bew illigter Einreise zu einem Besuchs- aufenthalt) hoch eingeschätzt w erden. 5. 5.1 Bei der G esuchstellerin handelt es sich um eine 46-jährige, alleinstehende Frau. Seit M itte des Jahres 2000 ist sie geschieden. Ihre beiden erw achse- nen Kinder, ein Sohn und eine Tochter, leben seit Septem ber 2002 bzw . August 2004 in der Schw eiz und sind hier verheiratet. Besondere Ver- pflichtungen oder Verknüpfungen der G esuchstellerin an ihr angestam m tes U m feld sind keine auszum achen. D ie erst im R ahm en der R eplik geltend gem achten Bindungen an ihren H erkunftsort (H aus, Tiere, Freund) verm ö- gen zu keiner anderen Einschätzung zu führen: Zum einen sind die ent- sprechenden Behauptungen nicht näher erläutert oder belegt w orden, und zum anderen gilt es auch zu beachten, dass die G esuchstellerin im Jahre 5 2004 und dam it vor noch nicht allzu langer Zeit versucht hat, dauerhaft in die Schw eiz zu übersiedeln (dies im R ahm en eines Fam iliennachzugsge- suchs, w elches von ihrem in O lten lebenden Sohn eingereicht und später w egen Aussichtslosigkeit w ieder zurückgezogen w urde). Aus den in die- sem Zusam m enhang eingereichten U nterlagen ergibt sich, dass die G e- suchstellerin seit ihrer Scheidung bei einem Bruder und dessen Fam ilie (Ehefrau und vier Kinder) w ohnte, und selbst w eder Einkom m en noch Ver- m ögen hatte. D as Fam iliennachzugsgesuch w urde m it prekären W ohnver- hältnissen, aber auch dam it begründet, dass die G esuchstellerin gesund- heitlich angeschlagen sei und deshalb keiner Erw erbstätigkeit nachgehen könne. Es sei die Pflicht des einzigen Sohnes, sich um die M utter zu küm - m ern. G em äss ihren G esuchsunterlagen im Visum sverfahren ist die G e- suchstellerin nach w ie vor nicht erw erbstätig, und über die aktuellen w irt- schaftlichen Verhältnisse, in denen sie lebt, ist nichts bekannt. Aus den Akten ergeben sich keine Indizien für die Annahm e, dass sie m ittlerw eile in w esentlich kom fortableren Verhältnissen lebt. Insgesam t ist som it festzu- stellen, dass vorliegend w eder enge Bindungen der G esuchstellerin an ihr H erkunftsland, geschw eige denn Verpflichtungen erkennbar sind, w elche die Prognose einer anstandslosen und fristgerechten W iederausreise be- günstigen könnten. 5.2 Vor diesem allgem einen und persönlichen H intergrund ist die Beurteilung der Vorinstanz nicht zu beanstanden, w onach keine genügende G ew ähr für die fristgerechte und anstandslose W iederausreise der G esuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. D iese Einschätzung kann durch die seitens der Beschw erdeführer abgegebenen besonderen Zusicherun- gen nicht in Frage gestellt w erden. Solche Zusicherungen sind rechtlich nicht verbindlich und faktisch auch nicht durchsetzbar. D ie Beschw erde- führer können zw ar für gew isse finanzielle R isiken im Zusam m enhang m it dem geplanten Besuchsaufenthalt, aus naheliegenden G ründen aber nicht für ein bestim m tes Verhalten ihres G astes garantieren. Letztlich bleibt es diesem anheim gestellt, ob er sich an die deklarierten Vorgaben halten w ill oder nicht. 6. Aus diesen D arlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 Vw VG nicht zu beanstanden ist. D ie Beschw erde ist deshalb abzuw eisen. 7. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w erden die unterliegenden Beschw erdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfah- renskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). D ispositiv S. 66 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden den Beschw erdeführern aufer- legt. Sie sind durch den am 18. August 2006 in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - den Beschw erdeführern (Einschreiben) - der Vorinstanz (Einschreiben; Akten 2 141 917 zurück). D er Kam m erpräsident: D ie G erichtsschreiberin: A. Im oberdorf D . Kaufm ann Versand am :