A bteilung V E -5303/2006 gyk/sw n/ruo {T 0/2} U rteil vom 3. Juli 2007 M itw irkung: R ichter G ysi, R ichter Scherrer, R ichterin Teuscher G erichtsschreiber Sw ain A_______, sow ie deren Kinder B_______ und C _______, N igeria, w ohnhaft _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 13. Januar 2006 i.S. A syl und W egw eisung (W iedererw ägung) / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D as von der Beschw erdeführerin und ihren Kindern am 13. M ärz 2004 gestellte Asylgesuch w urde von der Vorinstanz m it Verfügung vom 29. Juni 2005 abgew ie- sen und der Vollzug der W egw eisung angeordnet. Auf die gegen diese Verfügung eingereichte Beschw erde vom 2. August 2005 trat die dam als zuständige Schw ei- zerische Asylrekurskom m ission (AR K) m it U rteil vom 31. August 2005 w egen N ichtbezahlens des Kostenvorschusses nicht ein. B. M it Eingabe vom 11. N ovem ber 2005 ersuchte die Beschw erdeführerin sinnge- m äss um w iedererw ägungsw eise G ew ährung des Asyls respektive eventualiter der vorläufigen Aufnahm e w egen U nzulässigkeit und U nzum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzugs. Zur Begründung m achte sie das Vorliegen qualifizierter W iederer- w ägungsgründe im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a und b des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) gel- tend. Zum einen sei sie m it den neu vorliegenden Bew eism itteln in der Lage, ihre von der Vorinstanz als unglaubhaft erachteten Vorbringen, insbesondere den Tod ihres Lebenspartners, die W ohnadressen von ihr und ihren Angehörigen in D _______ und E_______ sow ie die Existenz der G _______ Kirche in D _______, zu belegen und dam it das Ergebnis der Abklärungen der Botschaft zu w iderlegen. Ferner habe die Vorinstanz aktenkundige erhebliche Tatsachen übersehen, indem sie ihren Entscheid nur auf das Ergebnis der Botschaftsabklärung abgestützt habe, ohne ihre detaillierten und glaubw ürdigen Ausführungen zu berücksichtigen. Schliesslich sei der W egw eisungsvollzug aufgrund ihrer gesundheitlichen Proble- m e - gem äss dem Arztzeugnis vom 18. O ktober 2005 sei die R eisefähigkeit auf- grund ihrer psychischen Problem e sow ie einer Schilddrüsenüberfunktion und Blut- arm ut, w elche w eiterer Abklärungen bedürften, nicht gegeben - als unzum utbar zu erachten. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschw erdeführerin folgende Bew eism it- tel zu den Akten: - Todesschein betreffend ihren Lebenspartner E.H ., ausgestellt am 30. Septem ber 2005, im O riginal und in Kopie - eidesstattliche Erklärung des Bruders von E.H ., vom 30. Septem ber 2005, in Kopie - zw ei Schreiben von Pastor R . der G _______ C hurch, D _______, vom 26. Juli 2005 und 22. August 2005, in Kopie - G eburtsschein der Beschw erdeführerin, ausgestellt am 28. Juli 2005, in Kopie - zw ei Schreiben von F.O ., dem Vater des Beschw erdeführerin, m it Briefkopf, im O riginal - Bankkarte von F.O ., im O riginal - Steuerquittung betreffend F., eine Tante der Beschw erdeführerin, vom 16. Juli 2000 - eidesstattliche Erklärung von F. vom 7. N ovem ber 2000, im O riginal, im D oppel - Arztzeugnis von D r. m ed. R . B., H _______, vom 18. O ktober 20053 C . M it Verfügung vom 13. Januar 2006 w ies die Vorinstanz das W iedererw ägungsge- such ab und erklärte die Verfügung vom 29. Juni 2005 für rechtskräftig und voll- streckbar. Auf die Begründung w ird - sow eit entscheidw esentlich - in den Erw ä- gungen eingegangen. D . M it Eingabe vom 8. Februar 2006 an die dam als zuständige AR K reichte die Beschw erdeführerin Beschw erde gegen die vorinstanzliche Verfügung ein und beantragte deren Aufhebung sow ie die G ew ährung des Asyls oder eventualiter der vorläufigen Aufnahm e. In form eller H insicht ersuchte sie um Aussetzung des Voll- zugs der W egw eisung sow ie um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege und beantragte die D urchführung w eiterer Abklärungen durch die Schw eizerische Bot- schaft in N igeria. Auf die Begründung w ird - sow eit entscheidw esentlich - in den Erw ägungen eingegangen. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschw erde- führerin einen an die Kantonale Erziehungsberatung H _______ gerichteten Bericht der Lehrpersonen von C _______ zu dessen Anm eldung für therapeutische U nterstützung vom 15. Septem ber 2005 sow ie ein C _______ betreffendes Schreiben der Kindergarten- und Prim arschulkom m ission Kirchlindach an das Schulinspektorat vom 17. Januar 2006, beide in Kopie, und eine Erklärung der Entbindung der behandelnden Ärzte von der Schw eigepflicht ein. E. M it Zw ischenverfügung vom 17. Februar 2006 hiess die dam als zuständige Ins- truktionsrichterin der AR K das G esuch um Aussetzung des Vollzugs der W egw ei- sung gut und stellte fest, dass über das G esuch um unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG im Endentscheid befunden w erde. Ferner forderte sie die Beschw erdeführerin auf, Arztzeugnisse betreffend die vorgebrachten gesundheitlichen Beschw erden und die Problem e ihres Sohnes, sow ie allfällige w eitere Bew eism ittel nachzureichen. F. M it Eingabe vom 15. M ärz 2006 reichte die Beschw erdeführerin folgende D oku- m ente zu den Akten: ein sie betreffendes Arztzeugnis von D r. m ed. R . B., H _______, vom 22. Februar 2006, einen die Kinder Frances und Junior betreffenden Bericht der Kantonalen Erziehungsberatung H _______ vom 15. M ärz 2006 sow ie eine Bestätigung der Kantonalen Erziehungsberatung betreffend die Anm eldung von B_______ für eine G ruppentherapie vom 2. Februar 2006. G . M it Eingabe vom 19. April 2006 reichte die Beschw erdeführerin folgende w eiteren Bew eism ittel nach: ein Kärtchen betreffend Behandlung bei D r. L., U niversitäre Psychiatrische D ienste H _______, eine Steuerquittung vom 21. D ezem ber 1990 sow ie eine R echnung der nationalen Elektrizitätsgesellschaft N igerias vom Februar 2001, gerichtet an Frau R .U ., w elche eine G rosstante der Beschw erdeführerin sei. H . M it Eingabe vom 4. M ai 2006 reichte die Beschw erdeführerin einen Bericht der Psychologin M .M ., H _______, vom 2. M ai 2006, betreffend die Tochter B_______, 4 ein. I. M it Eingabe vom 14. Juni 2006 reichte die Beschw erdeführerin ein sie betreffen- des ärztliches Zeugnis der U niversitären Psychiatrischen D ienste H _______ vom 12. M ai 2006 ein. J. M it Eingabe vom 17. O ktober 2006 reichte die Beschw erdeführerin die Schachtel eines M edikam entes ein, w elches ihrem Sohn verschrieben w orden sei. K. M it Eingabe vom 15. Februar 2006 (recte: 2007) reichte die Beschw erdeführerin eine Einladung der U niversitären Psychiatrischen D ienste H _______ vom 9. Februar 2007 zu einem Abklärungsgespräch betreffend den Sohn C _______, ein für C _______ ausgestelltes R ezept sow ie einen Artikel aus der Zeitung "Fluchtpunkt" der Schw eizerischen Flüchtlingshilfe; Ausgabe N r. 35, D ezem ber 2006, in Kopie ein. L. M it Zw ischenverfügung vom 14. M ärz 2007 forderte der zuständige Instruktions- richter die Beschw erdeführerin auf, aktuelle ärztliche Berichte bezüglich der gel- tend gem achten gesundheitlichen Problem e von ihr und ihren Kindern einzurei- chen. M . Innert der m it Zw ischenverfügung vom 27. M ärz 2007 auf Antrag vom 22. M ärz 2007 hin erstreckten Frist reichte die Beschw erdeführerin m it Eingabe vom 5. April 2007 ein sie betreffendes ärztliches Zeugnis der U niversitären Psychiatrischen D ienste H _______ (U PD ) vom 4. April 2007 und m it Eingabe vom 12. April 2007 (Poststem pel) einen ärztlichen Bericht von D r. m ed. R . N ., I_______. vom 11. April 2007, zu den Akten. N . M it Eingabe vom 27. April 2007 reichte die Beschw erdeführerin ferner einen Bericht von M .M ., Fachpsychologin, H _______, vom 5. April 2007 betreffend die Tochter B_______ sow ie einen Bericht der kantonalen Erziehungsberatung und der U niversitären Psychiatrischen D ienste H _______ vom 19. April 2007 betreffend Sohn C _______ ein. O . In ihrer Vernehm lassung vom 31. M ai 2007 hielt die Vorinstanz an ihrer Verfügung fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1.5 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrens- recht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 D ie W iedererw ägung w ird im G egensatz zur R evision im Vw VG nicht explizit gere- gelt. G em äss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts w ird jedoch gestützt auf Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eid- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ein Anspruch auf W iedererw ä- gung anerkannt, w enn sich der rechtserhebliche Sachverhalt nach einem rechts- kräftigen Verw altungs- oder Verw altungsgerichtsentscheid in entscheidw esentli- cher Art und W eise verändert hat (BG E 109 Ib 251 f.; U R SIN A BEER LI-BO N O R AN D , D ie ausserordentlichen R echtsm ittel des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 178). N ach ständiger, vom Bundesverw altungsgericht w eitergeführter Praxis der AR K (Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m issi- on [EM AR K] 1995 N r. 21 S. 202 f.) w ird der Begriff der W iedererw ägung in m ehr- deutigem Sinn verw endet, w obei im W esentlichen drei Konstellationen erfasst w er- den. 3.1.1 In seiner ersten Bedeutung stellt sich ein W iedererw ägungsgesuch als blosser R echtsbehelf dar, auf dessen Behandlung durch die verfügende Behörde kein An- spruch besteht. 3.1.2 In der zw eiten Bedeutung m eint der Begriff der W iedererw ägung den W iderruf einer unangefochten gebliebenen, form ell rechtskräftigen Verfügung, die sich als ursprünglich fehlerhaft erw eist (vgl. Praxis der AR K in EM AR K 2003 N r. 17 E. 2a, S 103 f.). Analog zur gesetzlichen R egelung von Art. 66 Vw VG leitet die Praxis dabei unm ittelbar aus Art. 29 Abs. 1 BV einen Anspruch auf W iedererw ägung ab, sofern R evisionsgründe geltend gem acht w erden können. 3.1.3 In seiner letzten Bedeutung schliesslich bezeichnet der Begriff der W iedererw ä- gung die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an nachträglich ein-6 getretene Veränderungen der Sachlage, dem nach die N euregelung eines R echts- verhältnisses, w elche der neu eingetretenen Sachlage R echnung trägt (vgl. Praxis der AR K in EM AR K 2003 N r. 7 E. 1 S. 42 f.). D abei ist unbedeutend, ob die ursprüngliche Verfügung unangefochten geblieben oder in einem ordentlichen R echtsm ittelverfahren angefochten w orden ist. 3.1.4 Eine W iedererw ägung fällt jedoch dann nicht in Betracht, w enn lediglich eine neue W ürdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsachen herbeige- führt w erden soll oder G ründe angeführt w erden, die bereits in einem ordentlichen Beschw erdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten geltend gem acht w er- den können (vgl. EM AR K 2003 N r. 17 E. 2b S. 104). 4. D en Anspruch auf Behandlung des W iedererw ägungsgesuches hat die Vorinstanz vorliegend nicht in Abrede gestellt; sie ist denn auch - zu R echt - m ateriell auf das G esuch eingetreten. 5. 5.1 D as BFM führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung zunächst aus, dass die von der Beschw erdeführerin eingereichten Bew eism ittel nicht neu oder erheb- lich im revisionsrechtlichen Sinne seien. D ie im zu den Akten gegebenen Todes- schein ihres Lebenspartners angegebene Todesursache stehe im W iderspruch zu ihren diesbezüglichen Aussagen. D ie Bew eism ittel zum Beleg ihrer W ohnadressen in D _______ und E_______ seien nicht geeignet, die aufgrund ihrer ausw eichenden Aussagen und der klaren Ergebnisse der Botschaftsabklärung berechtigten Zw eifel auszuräum en. D ie beiden Bestätigungsschreiben von "Pastor R _______" der "G _______ C hurch" w ürden form elle M ängel aufw eisen und stünden inhaltlich im W iderspruch zu den Aussagen der Beschw erdeführerin, w eshalb sie nicht bew eistauglich seien. Ebenso erschienen die eine Tante der Beschw erdeführerin nam ens F_______ betreffenden D okum ente als unglaubw ürdig, da w eder der vollständige N am e noch w eitere Personalien angegeben seien, obw ohl es sich um am tliche D okum ente handle. Im W eiteren w erde bezüglich der Existenz des C hief J_______ auf die sorgfältigen Abklärungen im R ahm en der Botschaftsanfrage verw iesen. Im Ü brigen w ürden dessen angebliche R epressalien gegenüber der Beschw erdeführerin den soziokulturellen R egeln und Traditionen ihres H eim atlandes w idersprechen. Bezüglich der von der Beschw erdeführerin vorgebrachten m edizinischen Problem e sei zu beachten, dass das eingereichte Arztzeugnis vom 18. O ktober 2005 nicht zu überzeugen verm öge, da es die R eisefähigkeit verneine, obw ohl keine exakte D iagnose gestellt w erde. Zudem falle auf, dass die Beschw erdeführerin die gesundheitlichen Problem e erst auf W iedererw ägungsgebene vorbringe, obw ohl sie im ordentlichen Verfahren hinreichend G elegenheit dazu gehabt hätte. 5.2 Zur Begründung ihrer Beschw erde hielt die Beschw erdeführerin an der Erheblich- keit der neu eingereichten Bew eism ittel fest. W ahrscheinlich habe der Bruder ihres Lebenspartners bei der Ausstellung des Todesscheines eine falsche Todesur- sache angegeben, um das Ansehen der Fam ilie zu w ahren. Betreffend den Vor- w urf der w idersprüchlichen Adressangaben sei zu beachten, dass ihre Angaben übereinstim m end seien, jedoch jew eils unterschiedlich transkribiert w orden seien. 7 Zudem hätten Adressen in N igeria nicht den gleichen Stellenw ert w ie in der Schw eiz. D ie Behauptung in der Botschaftsabklärung, dass ihre Fam ilie an der von ihr angegebenen Adresse in D _______ unbekannt sei, w erde zurückgew iesen. G enerell sei der Bew eisw ert von Botschaftsabklärungen in Zw eifel zu ziehen, da das Vorgehen der dam it beauftragten Personen und die Q ualität der Abklärungen nicht überprüft w erden könnten. D er eingereichte Brief ihres Vaters sei im Ü brigen ein stichhaltiges Bew eism ittel dafür, dass ihre Fam ilie an der von ihr genannten Adresse gelebt habe. N ach dem Tod ihres Lebenspartners habe sie zuerst Pastor K_______ in E_______ aufgesucht und erst darauf Pastor R _______ der G _______ C hurch in D _______ kontaktiert. D ieser sei nun ihre einzige Kontaktperson in N igeria. D ie von der Vorinstanz gerügten form ellen M ängel des Bestätigungsschreibens von Pastor R _______ seien nicht stichhaltig. Ihre Tante F_______ sei eine relativ bekannte Person, w eil sie seit längerer Zeit eine Lebensm ittelladen führe. D aher habe die Angabe nur des Vornam ens auf den D okum enten durchaus genügt. An der Existenz von C hief J_______ w erde festgehalten. Ferner w ürden ihre Ausführungen keinesw egs den Traditionen N igerias w idersprechen. D a sie m it ihrem Lebenspartner zw ei Kinder gehabt habe, habe sie von ihren Eltern nicht m ehr an den C hief J_______ übergeben w erden können. D adurch habe sie dessen Zorn auf sich gezogen. D essen R epressalien stellten eine indirekte staatliche Verfolgung dar. D ie traditionellen C hiefs hätten in N igeria nach w ie vor M acht und erheblichen Einfluss auf die staatlichen Behörden, w eshalb sie von dieser Seite keinen Schutz erw arten könne. Schliesslich habe es die Vorinstanz zu U nrecht unterlassen, genauere Angaben zu ihren gesundheitlichen Beschw erden zu verlangen. Sie habe nunm ehr ihr Ärztin beauftragt, ein ausführlicheres Zeugnis zu erstellen. D er W egw eisungsvollzug sei schliesslich auch deshalb als unzum utbar zu erachten, w eil ihre beiden Kinder traum atisiert seien, sie über keinen Kontakt m ehr zu ihren Angehörigen im H eim atland verfüge und ohne Ausbildung und Einkom m en sei. 6. 6.1 D ie Beschw erdeführerin hat im W iedererw ägungsverfahren zunächst neue D oku- m ente zum Beleg ihrer anlässlich des erstinstanzlichen Verfahrens als unglaubhaft erachteten Vorbringen eingereicht und m acht dam it den qualifizierten W iedererw ä- gungsgrund des Bestehens neuer erheblicher Bew eism ittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG geltend. 6.1.1 D er am 30. Septem ber 2005 ausgestellte Todesschein betreffend den Lebenspart- ner der Beschw erdeführerin ist nicht geeignet, die von ihr geltend gem achte Ver- folgung zu belegen, zum al die Todesursache darin nicht angegeben ist. Ebenso nicht bew eiskräftig ist die eidesstattliche Erklärung ("affidavit") des Bruders des Verstorbenen gleichen D atum s, da sie keine G ew ähr für die R ichtigkeit der beglau- bigten Aussage bietet. Insbesondere hat das BFM zu R echt festgestellt, dass die darin angegebene Todesursache (kurze Krankheit) im W iderspruch zu den Vor- bringen der Beschw erdeführerin steht. D ie auf Beschw erdeebene angegebene Erklärung dafür, dass ihr Bruder eine falsche Todesursache angegeben habe, ist unplausibel und nicht nachvollziehbar und verm ag die zutreffende Einschätzung der Vorinstanz nicht um zustossen. 8 6.1.2 D a die beiden U nterstützungsschreiben von "Pastor R _______" der "G _______ C hurch* vom 26. Juli 2005 und 22. August 2005 im W esentlichen bloss unsubs- tanziierte und allgem eine Aussagen enthalten und insbesondere nicht ausgeführt w ird, w orauf die Einschätzung des Pastors beruht, dass die Beschw erdeführerin nach w ie vor gefährdet w äre, m üssen sie inhaltlich als G efälligkeitsschreiben ohne relevanten Bew eisw ert bew ertet w erden. O b das BFM zu R echt form elle M ängel der beiden Schreiben gerügt hat, kann bei diesem Ergebnis offen gelassen w er- den. 6.1.3 Ferner sind die beiden Schreiben des Vaters der Beschw erdeführerin m it dessen Briefkopf inklusive Adresse vom 25. Februar 1992 und 20. August 1996, sow ie dessen Bankkarte, ungeachtet der Frage, ob sie die Adressangaben der Beschw erdeführerin zu belegen verm ögen, jedenfalls nicht geeignet, die von ihr geltend gem achte Verfolgung zu unterm auern. D asselbe gilt für die auf Beschw er- deebene eingereichte Steuerquittung zuhanden einer G rosstante der Beschw erde- führerin nam ens "L_______" und eine an diese gerichtete R echnung des Elektrizitätsw erkes, nachdem die Beschw erdeführerin nicht nachzuw eisen verm ag, dass diese Person m it ihr verw andt ist. 6.1.4 Ebenso fehlt es der Steuerquittung zuhanden der Tante "F_______" der Beschw erdeführerin und den beiden von dieser ausgestellten eidesstattlichen Erklärungen ("Affidavits") an der Bew eistauglichkeit. In Ü bereinstim m ung m it der Vorinstanz sind erhebliche Zw eifel an der Echtheit der Steuerquittung angebracht, da das Fehlen jeglicher Personalien ausser des Vornam ens auch im nigerianischen Kontext als offensichtlich realitätsfrem d erscheint. D ie beiden "Affidavits" haben keinerlei Bew eisw ert, da sie bloss auf den Angaben von "F_______" selber beruhen. 6.1.5 Schliesslich ist auch die in Kopie eingereichte G eburtsurkunde der Beschw erde- führerin nicht geeignet, ihre Asylvorbringen zu unterm auern, zum al ihre Identität im ordentlichen Verfahren nicht bestritten w ar. 6.1.6 Insgesam t verm ögen die von der Beschw erdeführerin im W iedererw ägungsverfah- ren eingereichten D okum ente die erheblichen Zw eifel an der G laubhaftigkeit ihrer vagen und konstruiert w irkenden Ausführungen nicht auszuräum en und sind nicht geeignet, das Ergebnis der sorgfältigen und um fassenden Abklärungen der Schw eizer Botschaft in N igeria in Frage zu stellen. D em zufolge fehlt es den genannten Bew eism itteln an der Erheblichkeit im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG . 6.2 Im W eiteren m acht die Beschw erdeführerin das Vorliegen eines qualifizierten W ie- dererw ägungsgrundes im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. b Vw VG (Ü bersehen aktenkundiger w esentlicher Tatsachen) geltend, da sich die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 29. Juni 2005 zu U nrecht alleine auf das Ergebnis der Botschafts- abklärung abgestützt habe, ohne ihre ausführlichen und glaubhaften Ausführungen zu berücksichtigen. D as Ü bersehen einer Tatsache setzt voraus, dass der R ichter versehentlich ein bestim m tes Aktenstück beziehungsw eise eine daraus hervorge- hende Tatsache nicht berücksichtigt oder unrichtig verstanden hat. D as Ü bersehen bezieht sich aber nicht auf eine allfällig unrichtige W ürdigung (vgl. EM AR K 1999 N r. 4 E. 5a S. 24 f.). Vorliegend hat die Vorinstanz die Ausführungen der Beschw erdeführerin in der Verfügung vom 29. Juni 2005 offensichtlich nicht über-9 sehen, w urden sie doch im R ahm en der D arstellung des Sachverhalts in gebüh- render Ausführlichkeit w iedergegeben und in den Erw ägungen ausdrücklich gew ürdigt. D ass in den Augen der Beschw erdeführerin ihre Aussagen zu U nrecht als unglaubhaft erachtet w urden, stellt eine R echtsfrage dar und betrifft nicht den Sachverhalt, w eshalb klarerw eise kein qualifizierter W iedererw ägungsgrund vor- liegt (vgl. ALFR ED KÖ LZ/ISABELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechts- pflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 261 R z 742, m it w eiteren H inw eisen). 6.3 Sow eit die Beschw erdeführerin grundsätzliche Kritik an der Q ualität der Bot- schaftsabklärungen im Allgem einen übt und rügt, dass diesen eine zu hohe Bew eiskraft beigem essen w erde, m uss dies als appellatorische Kritik an der Sach- verhaltsw ürdigung im ordentlichen Verfahren gew ertet w erden, w elche im R ahm en eines qualifizierten W iedererw ägungsgesuchs nicht berücksichtigt w erden kann (vgl. U R SIN A BEER LI-BO N O R AN D , D ie ausserordentlichen R echtsm ittel in der Verw al- tungsrechtspflege des Bundes und der Kantone, Zürich, 1985, S. 133 f.; KÖ LZ/ H ÄN ER , a.a.O ., S. 259, R z. 737). 6.4 Schliesslich sind auch die Anträge der Beschw erdeführerin auf w eitere Botschafts- abklärungen in ihrem H eim atland betreffend die Existenz von C hief J_______ und ihrer Tante F_______ sow ie auf N achforschungen zum Tod ihres Lebenspartners bei N achbarn in Lagos und zur Feststellung eines allfälligen G rundbucheintrags betreffend das H aus ihrer Fam ilie abzuw eisen. D ie Beschw erdeführerin hat nicht darzulegen verm ocht, inw iefern derartige w eitere Erm ittlungen geeignet w ären, w esentliche neue Sachverhaltselem ente aufzudecken, zum al sich solche ange- sichts der überaus vagen Angaben der Beschw erdeführerin sehr schw ierig gestal- ten w ürden. 6.5 Zusam m enfassend gelangt das G ericht zum Schluss, dass keine qualifizierten W iedererw ägungsgründe im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Vw VG vorliegen, w elche die Annahm e einer ursprünglichen Fehlerhaftigkeit der vorinstanzlichen Verfügung vom 29. Juni 2005 rechtfertigen w ürden. 7. Im W eiteren hat die Beschw erdeführerin eine w esentliche Veränderung der Sach- lage aufgrund der Verschlechterung des G esundheitszustandes von ihr und ihren Kindern geltend gem acht, w elcher nunm ehr den Vollzug der W egw eisung als unzum utbar erscheinen lasse. 7.1 Sow eit die Frage der Zulässigkeit des W egw eisungsvollzuges betreffend, ist fest- zuhalten, dass nach der R echtsprechung des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte (EG M R ) grundsätzlich auch eine drohende erhebliche gesund- heitliche G efährdung eine R ückführung in den H eim atstaat als m it Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem - ber 1950 (EM R K, SR 0.101) nicht vereinbar erscheinen lassen kann. D ies w urde jedoch vom EG M R bisher nur in einem Fall aufgrund aussergew öhnlicher U m stände bejaht (vgl. dazu EM AR K 2005 N r. 23 Erw . 5.1. S. 211 f. m it w eiteren H inw eisen). Vorliegend ist festzustellen, dass eine m edizinische Behandlung von Psychiatriepatienten in N igeria in gew issem U m fang gew ährleistet ist. Auch w enn diese nicht dieselbe Q ualität w ie in der Schw eiz aufw eist, ist die gesundheitliche G efährdung der Beschw erdeführerin und ihrer Kinder durch eine allenfalls w eniger adäquate Behandlung nicht derart gross, dass eine solche als "unm enschlich" oder 10 "erniedrigend" im Sinne von Art. 3 EM R K bezeichnet w erden kann. 7.2 G em äss Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 (AN AG , SR 142.20) ist der Vollzug der W egw ei- sung nicht zum utbar, w enn die beschw erdeführende Person bei einer R ückkehr in ihren H eim atstaat einer konkreten G efährdung ausgesetzt w äre. D iese Bestim - m ung w ird vor allem bei G ew altflüchtlingen angew endet, das heisst Ausländerin- nen und Ausländern, die m angels persönlicher Verfolgung w eder die Vorausset- zungen der Flüchtlingseigenschaft noch jene des völkerrechtlichen N on-R efoule- m ent-Prinzips erfüllen, jedoch w egen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgem einer G ew alt nicht in ihren H eim atstaat zurückkehren können. Im W eiteren findet sie Anw endung auf andere Personen, die nach ihrer R ückkehr ebenfalls einer konkreten G efahr ausgesetzt w ären, w eil sie die absolut notw endi- ge m edizinische Versorgung nicht erhalten könnten oder - aus objektiver Sicht - w egen der vorherrschenden Verhältnisse m it grosser W ahrscheinlichkeit unw ieder- bringlich in völlige Arm ut gestossen w ürden, dem H unger und som it einer ernsthaf- ten Verschlechterung ihres G esundheitszustands, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w ären (EM AR K 1995 N r. 5 S. 47 E. 6e, 1994 N r. 20 S. 155 ff., N r. 19 S. 145 ff., N r. 18 S. 139 ff.). Sind von einem allfälligen W egw eisungsvoll- zug Kinder betroffen, so bildet im R ahm en der Zum utbarkeitsprüfung das Kindes- w ohl einen G esichtspunkt von gew ichtiger Bedeutung. D ies ergibt sich nicht zuletzt aus einer völkerrechtskonform en Auslegung des Art. 14a Abs. 4 AN AG im Licht von Art. 3 Abs. 1 der Konvention über die R echte des Kindes vom 20. N ovem ber 1989 (KR K, SR 0.107). U nter dem Aspekt des Kindesw ohls sind dem nach säm t- liche U m stände einzubeziehen und zu w ürdigen, die im H inblick auf eine W egw ei- sung w esentlich erscheinen. In Bezug auf das Kindesw ohl können nam entlich fol- gende Kriterien im R ahm en einer gesam theitlichen Beurteilung von Bedeutung sein: Alter, R eife, Abhängigkeiten, Art (N ähe, Intensität, Tragfähigkeit) seiner Beziehungen, Eigenschaften seiner Bezugspersonen (insbesondere U nterstüt- zungsbereitschaft und -fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich Entw icklung/Aus- bildung, G rad der erfolgten Integration bei einem längeren Aufenthalt in der Schw eiz (vgl. EM AR K 2005 N r. 6 E. 6. S. 55 ff.; 1998 N r. 13 S. 98 f. E. 5e.aa). 7.3 Zunächst ist festzustellen, dass sich aus der allgem einen Lage in N igeria kein W egw eisungshindernis ableiten lässt, da gem äss konstante Praxis der AR K nicht von einer dort herrschenden Situation allgem einer G ew alt gesprochen w erden kann (EM AR K 1999 N r. 27). 7.4 Im Folgenden ist zu prüfen, ob in Bezug auf die von den Beschw erdeführern gel- tend gem achten individuellen W egw eisungshindernisse eine w esentliche Ände- rung der Sachlage eingetreten ist. 7.4.1 D ie Beschw erdeführerin leidet einerseits gem äss den Arztzeugnissen von D r. m ed. FM H R . B., H _______, vom 18. O ktober 2005 und 22. Februar 2006 unter einer Schilddrüsenüberfunktion und anäm isierenden M enorrhagie. Es sei deshalb eine regelm ässige Ü berw achung der Schilddrüse sow ie des Blutbildes angezeigt. Ausserdem w ar die Beschw erdeführerin von 24. M ärz 2006 bis 29. Juni 2006 und ist w iederum seit 16. Februar 2007 bei den U niversitären Psychiatri- schen D iensten H _______ w egen einer rezidivierenden m ittelgradigen 11 depressiven Störung in therapeutischer und m edikam entöser Behandlung. O bw ohl eine leichte Verbesserung eingetreten sei, sei eine Fortsetzung der Behandlung notw endig (vgl. Arztzeugnisse der U niversitären Psychiatrischen D ienste H _______ vom 12. M ai 2006 und 4. April 2007). 7.4.2 Beide Kinder der Beschw erdeführerin w urden von ihren jew eiligen Lehrpersonen im Septem ber 2005 (C _______) respektive O ktober 2005 (B_______) bei der Kantonalen Erziehungsberatung H _______ zur psychotherapeutischen U nterstützung angem eldet. Bei beiden liegen Sym ptom e einer posttraum atischen Belastungsstörung vor (vgl. Bericht von S. G ., Kantonale Erziehungsberatung H _______, vom 15. M ärz 2006). Bei der Tochter C _______ w urde eine kom plexe posttraum atische Belastungsstö- rung (PTBS) m it Albträum en, Enuresis diurna und nocturna und einer Anpassungs- störung diagnostiziert (IC D 10 F 43.1/ F 51.5/ F 98.0/ F43.2/ 6.0/ 7.0/ 7.1). Sie ist seit Februar 2006 in gruppen- beziehungsw eise einzelpsychotherapeutischer Behandlung, durch w elche erste Verbesserungen und Fortschritte erzielt w erden konnten. Sie benötigt gem äss den Berichten der behandelnden Fachperson noch eine längerdauernde psychotherapeutische Behandlung. Im Falle der R ückkehr in den H eim atstaat sei m it einer R etraum atisierung und dam it einer Verstärkung des PTBS zu rechnen, w as eine G efährdung ihrer Entw icklung bedeuten w ürde (vgl. Berichte von M . M ., Fachpsychologin FSP, H _______, vom 2. M ai 2006 und 5. April 2007). Sohn C _______ zeigt m assive Verhaltensauffälligkeiten (Bericht vom 15. Septem - ber 2005). Er leidet unter einer H yperkinetischen Störung des Sozialverhaltens m it em otionaler Störung und Enuresis diurna und nocturna. W egen w iederkehrenden Aggressionsdurchbrüchen w ird er seit Septem ber 2006 m edikam entös behandelt und er w urde im Januar 2007 zur teilstationären eventuell stationären Behandlung in der U niversitären Kinder- und Jugendpsychiatrie angem eldet. D ie R ückschaf- fung in den H eim atstaat w ürde zu einer w eiteren D estabilisierung seiner psychi- schen Befindlichkeit führen, w elche seine Entw icklung stark gefährden w ürde (vgl. Arztzeugnis von D r. m ed. E. S., Kinder- und Jugendpsychiatrische Poliklinik H _______ und S. G ., Kinder- und Jugendpsychologin, Kantonale Erziehungsbe- ratung H _______, vom 19. April 2007). 7.4.3 Aus diesen U m ständen ist zu schliessen, dass sich der G esundheitszustand der Beschw erdeführerin und ihrer Kinder seit dem Abschluss des ordentlichen Verfah- rens erheblich verschlechtert hat. Aus den Akten ergibt sich ferner, dass die U rsa- chen ihrer psychischen Erkrankungen m it überw iegender W ahrscheinlichkeit auf Erlebnissen und U m ständen in ihrem H eim atland basieren dürften, w eshalb bei den bestehenden Krankheitsbildern eine zw angsw eise R ückführung dorthin zu einer psychischen D ekom pensation führen könnte, die m it beachtlicher W ahr- scheinlichkeit eine konkrete G efährdung der Beschw erdeführer hervorrufen w ürde. 7.5 Es existieren in N igeria nur einige w enige Institutionen, die eine Behandlung psy- chiatrischer Erkrankungen anbieten, nam entlich in E_______ und D _______. D ie Betreuung ist jedoch im allgem einen schlecht, da das Personal w enig effizient und 12 überarbeitet ist. Insbesondere w ird eine psychotherapeutische Behandlung kaum angeboten (vgl. U K H om e O ffice, C ountry of O rigin Inform ation R eport, N igeria, 1. M ärz 2007, Ziff. 32.18. ff., m it w eiteren H inw eisen). Som it steht zw ar im H erkunftsort der Beschw erdeführerin eine psychiatrische G rundversorgung zur Verfügung. Es erscheint jedoch sehr fraglich, ob die von den Kindern benötigte spezielle und längerdauernde therapeutische Behandlung gew ährleistet w äre. Zudem ist zu berücksichtigen, dass in N igeria keine allgem eine Krankenversiche- rung oder staatliche G esundheitsversorgung besteht, so dass die Beschw erdefüh- rerin für die Behandlungskosten selber aufkom m en m üsste. Es ist jedoch davon auszugehen, dass dies für sie eine untragbare Belastung darstellen w ürde, zum al sie aufgrund der ihr obliegenden Kinderbetreuung und ihrer eigenen gesundheit- lichen Problem e nur in reduziertem U m fang erw erbstätig sein könnte. Zw ar ist davon auszugehen, dass die Beschw erdeführerin entgegen ihren Aussagen in ihrem H eim atland über ein soziales N etz verfügt, von dem sie eine gew isse U nter- stützung erw arten könnte, angesichts des U m standes, dass sie im W iedererw ä- gungsverfahren diverse D okum ente von Fam ilienangehörigen aus ihrem H eim at- land eingereicht hat. Es erscheint jedoch nicht gesichert, dass diese Personen in der Lage und w illens w ären, die m edizinischen Behandlungskosten zu überneh- m en und den Lebensunterhalt der Beschw erdeführerin und ihrer Kinder zu sichern, zum al psychische Erkrankungen verbreitet als soziales Stigm a angesehen w erden und Betroffene häufig von ihren Fam ilien im Stich gelassen w erden (vgl. D anish Im m igration Service N igeria: R eport on hum an rights issues in N igeria: Joint British-D anish fact-finding m ission to Abuja and Lagos, N igeria [19. O ktober - 2. N ovem ber 2004], Januar 2005, Ziff. 8.2.6.). 7.6 Im W eiteren ist den ärztlichen Berichten zu entnehm en, dass die Beschw erde- führerin rasch m it der Erziehung ihrer Kinder überfordert ist und daher eine eng- m aschige Erziehungsberatung benötigt. Angesichts der m it einer R ückkehr in den H eim atstaat verbundenen psychischen Belastung für die ganze Fam ilie und der zu erw artenden R etraum atisierung der Kinder ist dam it zu rechnen, dass sich die N otw endigkeit einer U nterstützung zur G ew ährleistung einer adäquaten Betreuung der Kinder noch verstärken w ürde. Indessen dürften in N igeria keine entsprechen- den professionellen Beratungseinrichtungen bestehen und es m uss bezw eifelt w erden, dass die Angehörigen der Beschw erdeführerin die erforderliche intensive U nterstützung sicherstellen könnten. 7.7 Insgesam t ist davon auszugehen, dass die Beschw erdeführerin m it dem Aufbau einer neuen w irtschaftlichen Existenz und der Betreuung ihrer beiden Kinder über- fordert sein dürfte und eine R ückkehr nach N igeria eine existenzielle Bedrohung der Fam ilie in gesundheitlicher und w irtschaftlicher H insicht darstellen w ürde. 7.8 In Berücksichtigung aller U m stände kom m t das Bundesverw altungsgericht daher zum Schluss, dass von einer seit Abschluss des ordentlichen Asylverfahrens w esentlich veränderten Sachlage auszugehen und der Vollzug der W egw eisung im heutigen Zeitpunkt als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu quali- fizieren ist; die Beschw erdeführerin und ihre Kinder sind daher vorläufig aufzu- nehm en. 7.9 Vorliegend finden sich zudem keine Anhaltspunkte für die Annahm e, dass die Beschw erdeführerin die öffentliche Sicherheit und O rdnung gefährdet oder in 13 schw erw iegender W eise verletzt hätte (vgl. Art. 14a Abs. 6 AN AG ). 8. D ie Beschw erde ist daher - sow eit den Vollzug der W egw eisung betreffend - gut- zuheissen, die Verfügung des Bundesam tes vom 13. Januar 2006 insow eit aufzu- heben und dieses anzuw eisen, den Aufenthalt der Beschw erdeführerin und ihrer Kinder in der Schw eiz nach den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln; im Ü brigen ist die Beschw erde abzuw eisen. 9. Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens w äre der Beschw erdeführerin aufgrund ihres bloss teilw eisen O bsiegens praxisgem äss ein reduzierter Anteil der Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 300.-- aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ; EM AR K-M itteilungen 2002/1). In Anbetracht des U m standes, dass die Beschw erde im Zeitpunkt ihrer Einreichung nicht als zum Vornherein aussichtslos zu bezeichnen w ar, und unter Berücksichtigung der gem äss Akten w eiterhin beste- henden Bedürftigkeit der Beschw erdeführerin ist jedoch das G esuch um G ew äh- rung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG - sow eit nicht durch das teilw eise O bsiegen der Beschw erdeführer ohnehin gegenstandslos gew orden - gutzuheissen und es sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 10. D ie Beschw erdeführerin hat sich für das Verfahren nicht vertreten lassen, w eshalb ihr keine verhältnism ässig hohen Kosten erw achsen sind. Aus den Akten gehen auch keine w eiteren zu entschädigende Auslagen hervor. D aher ist ihr keine Par- teientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG sow ie Art. 7 ff. des R egle- m entes über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)14 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit sie sich gegen den Vollzug der W eg- w eisung richtet; im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D as BFM w ird angew iesen, die Beschw erdeführerin und ihre Kinder - in teilw eiser W iedererw ägung der Verfügung vom 29. Juni 2005 - vorläufig aufzunehm en. 3. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird - sow eit nicht gegenstandslos gew orden - gutgeheissen. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin (eingeschrieben; Beilage: Vernehm lassung des BFM vom 31. M ai 2007) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - den M _______ des Kantons H _______ D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Kurt G ysi N icholas Sw ain Versand am :