<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht aufzuzeigen, wie mithilfe eines verstärkten Engagements der öffentlichen Hand zugunsten der Weiterbildung und der Berufsbildung neue berufliche Perspektiven in Brachen, die einen Strukturwandel durchlaufen, geschaffen werden können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat sich verschiedentlich, zuletzt im Rahmen des Berichts "Auswirkungen der Digitalisierung auf Beschäftigung und Arbeitsbedingungen - Chancen und Risiken", mit den Auswirkungen des strukturellen Wandels auf den Arbeitsmarkt beschäftigt. Er geht davon aus, dass es auch künftig zu einem gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungsanstieg kommt. Mögliche Auswirkungen auf einzelne Branchen sind aber, wie strukturelle Veränderungen generell, schwer prognostizierbar.</p><p>Die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften liegt im ureigenen Interesse der Wirtschaft. Die Unternehmen sichern sich so ihren Berufsnachwuchs und stellen zugleich sicher, dass die Angestellten ihr Fachwissen weiterentwickeln können. Die Vermittlung beruflicher Qualifikationen erfolgt in einem fein abgestimmten System aus eidgenössischen Bildungsabschlüssen (formale Bildung auf Sekundarstufe II und Tertiärstufe), rasch anpassungsfähiger, berufsorientierter Weiterbildung (Kurse, Seminare; nicht-formale Bildung) und informellem Lernen (on the job, Fachliteratur). In der Berufsbildung sind die Organisationen der Arbeitswelt für die Definition der Bildungsinhalte zuständig. Bildungsangebote sind dadurch auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abgestützt. Alle beruflichen Grundbildungen werden auf Initiative der Wirtschaft entwickelt und mindestens alle fünf Jahre auf wirtschaftliche, technologische, ökologische und didaktische Entwicklungen hin überprüft und angepasst. Auch die Bildungsangebote und Abschlüsse der höheren Berufsbildung werden regelmässig überprüft und an neue Entwicklungen angepasst. Zudem ist das Angebot an berufsorientierter Weiterbildung riesig. Neue Angebote können rasch installiert werden.</p><p>Die Berufsbildung zeichnet sich durch Arbeitsmarktorientierung und Anpassungsfähigkeit aus. Unternehmen und Individuen sind so in der Lage, sich an veränderte Umstände fortlaufend anzupassen (bspw. im Bereich nachhaltige Wirtschaft oder Digitalisierung). Die Beteiligung der Bevölkerung in der Schweiz an Weiterbildung ist europaweit eine der höchsten. Grund dafür ist, dass die Unternehmen die Aus- und Weiterbildung stark unterstützen. Zudem stehen diverse Fonds für die Finanzierung von Weiterbildungen zur Verfügung (Branchen, Gesamtarbeitsverträge, Kantone).</p><p>Dank des durchlässigen Bildungssystems sind Wechsel in der Tätigkeit und lebenslanges Lernen gut möglich. Die Berufsbildung vermittelt zudem ein breites Set an Kompetenzen. Einzelne dieser Kompetenzen können durch den Strukturwandel zwar obsolet werden. Viele Kompetenzen sind aber weiterhin nutzbar und können mit neuen Kompetenzen, auch on the job, ergänzt werden. Zeitintensive Umschulungen in Berufe mit völlig anderen Kompetenzen sind selten.</p><p>Bund und Kantone tragen dazu bei, dass sich Personen ihren Fähigkeiten entsprechend weiterbilden können. Der Bund fördert beispielsweise die Grundkompetenzen Erwachsener. In der BFI-Periode 2021-2024 stehen dafür knapp 43 Millionen Franken zur Verfügung. Zudem werden in der höheren Berufsbildung seit Anfang 2018 die Teilnehmenden vorbereitender Kurse für eidgenössische Berufs- und höhere Fachprüfungen finanziell entlastet. Ausserdem hat der Bundesrat im Rahmen der Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials eine kostenlose Standortbestimmung, Potentialabklärung und Laufbahnberatung für Erwachsene über 40 Jahre beschlossen (Pilotprojekt 2021 in elf Kantonen; ab 2022 gesamtschweizerisch).</p><p>Das Berufs- und Weiterbildungssystem in der Schweiz ist auf Wandel ausgelegt. Das Bildungssystem bietet sowohl Möglichkeiten für Weiterbildung wie auch für Umschulungen. Die entsprechenden Bildungsgefässe sind vorhanden und werden von den Verbundpartnern laufend weiterentwickelt. Der Bundesrat sieht deshalb keinen zusätzlichen Handlungsbedarf.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.