21. September 1993 N 1531 Armee. Arbeitsplätze. Persönliche Vorstösse Im übrigen hat der Bundesrat mit dem Erlass der «Weisungen über die Verbesserung der Vertretung und der beruflichen Stellung des weiblichen Personals in der allgemeinen Bun- desverwaltung» (vom 18. Dezember 1991 ) dafür gesorgt, dass weder in den eidgenössischen Rüstungsbetrieben noch an- derswo in der Bundesverwaltung die Mitarbeiterinnen auf- grund ihres Geschlechts benachteiligt werden. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzuschreiben. #ST# 92.3166 Motion der sozialdemokratischen Fraktion Neuausrichtung der mit der Armee zusammenhängenden Arbeitsplätze Motion du groupe socialiste Reconversion des emplois liés à l'armée Wortlaut der Motion vom 1. Juni 1992 Der Bundesrat wird ersucht, der Bundesversammlung mög- lichst rasch einen dringlichen Bundesbeschluss zur Umwand- lung der Rüstungsindustrie in eine zugleich zivile, soziale und ökologische Produktion vorzulegen (Rekonversion der ar- meeabhängigen Arbeitsplätze). Es geht in erster Linie darum, den Rüstungsbetrieben des Bundes den notwendigen Handlungsspielraum zu geben, da- mit sie selber eine aktive Umwandlungspolitik betreiben kön- nen. Zudem soll ein Rekonversionsbeirat aus Vertretern aller betroffenen Kreise geschaffen werden. Die bestehenden Exe- kutivstrukturen und -mittel sollen verstärkt werden. Der Finanz- beschluss (Bundesbeschluss über Finanzierungsbeihilfen zu- gunsten wirtschaftlich bedrohter Regionen) muss auf das Ber- ner Oberland und die Kantone Uri, Obwalden und Nidwaiden ausgeweitet werden. Zusätzliche finanzielle Mittel für die Berei- che neue Technologien, Energie, Regionalentwicklung und Arbeitsmarktentwicklung müssen den Umwandlungsprozess sichern. Dasselbe gilt für Kompensationsmassnahmen und für Härtefälle. Schliesslich soll der Bundesrat der Bundesver- sammlung jedes Jahr einen Bericht über die Zuteilung der ge- sprochenen Mittel unterbreiten. Texte de la motion du 1er juin 1992 Le Conseil fédéral est invité à soumettre à l'Assemblée fédé- rale dans les meilleurs délais un arrêté fédéral urgent destiné à développer et soutenir la transformation de l'industrie de l'ar- mement en une production à la fois civile, sociale et écologi- que (reconversion des emplois liés à l'armée). Il convient en premier lieu d'assurer aux entreprises d'arme- ment de la Confédération la marge de manoeuvre nécessaire pour mener une politique active de reconversion. Un Conseil de reconversion composé de représentants de tous les mi- lieux concernés devrait en outre être institué. Les structures et moyens d'exécution existants doivent être renforcés. L'arrêté financier (arrêté fédéral instituant une aide financière en faveur des régions dont l'économie est menacée) doit être étendu à l'Oberland bernois, aux cantons d'Uri, d'Obwald et de Nid- wald. Des moyens financiers supplémentaires dans le do- maine des nouvelles technologies, de l'énergie, de la politique de développement régional et du marché de l'emploi doivent assurer le processus de reconversion. Il en sera de même en faveur de mesures de compensation et pour les cas de ri- gueur. Enfin, le Conseil fédéral soumettra chaque année à l'Assemblée fédérale un rapport sur l'affectation des moyens accordés. Sprecherin - Porte-parole: Brunner Christiane Schriftliche Begründung Eine vom Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeitnehmer- Verband (Smuv) und vom Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass dem Militärbereich bedeutende strukturelle Aenderungen bevor- stehen. Von rund 40 000 Arbeitsplätzen in armeeabhängigen Betrieben (je zur Hälfte im privaten und im öffentlichen Be- reich) werden bis 1999, je nach Szenario, 12 000 bis 24 000 aufgehoben. Schon bis 1995 werden nicht weniger als 8000 betroffen sein. In einigen Regionen (Berner Oberland, Kan- tone Uri, Nidwaiden und Obwalden) und in einigen Wirt- schaftszweigen (vor allem in der Metall-, Maschinen-, Appa- rate- und Fahrzeugindustrie) wird der Verlust dieser Arbeits- plätze schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Probleme hervorrufen, wenn keine wirksamen Gegenmassnahmen er- griffen werden. Sozialpläne des Bundes schaffen in Einzelfällen Erleichte- rung, ändern aber insgesamt nichts am Verlust der Arbeits- plätze. Ein solcher Strukturwandel verlangt rasche Entschei- dungen, die darauf zielen, durch eine angepasste Konver- sionspolitik die Arbeitsplätze langfristig zu erhalten. Dazu braucht es effiziente Methoden und Organe, die mit den nöti- gen Kompetenzen ausgestattet sind. Um diese Voraussetzun- gen zu schaffen, soll das Parlament einen dringlichen Bundes- beschluss verabschieden, der die unten aufgeführten Mass- nahmen vorsieht Die Konversionsprogramme für armeeabhängige Arbeits- plätze in der Europäischen Gemeinschaft und in der Bundes- republik Deutschland, wo einige Länder Konversionsbeauf- tragte eingesetzt haben, zeigen die Notwendigkeit, mit regio- nalen Wirtschaftsmassnahmen zu beginnen (die Regierung der BRD spricht von «Standortkonversion»). Die Massnahmen innerhalb der Unternehmen müssen also von Programmen begleitet sein, welche die Innovationsfähigkeit der Regionen verbessern. Konkret müssen die Rüstungs- und Unterhaltsbetriebe des Bundes über Marketing- und Forschungsabteilungen verfü- gen und den Handlungsspielraum besitzen, in verwandten Bereichen selber aktiv werden zu können. Aus strukturpoliti- schen Gründen sollen die umgewandelten Bereiche, nach dem Muster der Batrec AG, in neue Besitzverhältnisse überge- führt werden (private oder gemischte Gesellschaften, unab- hängig verwaltete Einheiten). Der Konversionsprozess des EMD muss in den Regionen durch zusätzliche Mittel für das CIM-Programm (Förderung neuer Technologien im Fertigungsbereich), für das Aktions- programm Mikroelektronik und für einen Spezialfonds für die Projekte der Kommission zur Förderung der wissenschaftli- chen Forschung (KWF) unterstützt werden. Beschäftigungs- politische Massnahmen, verstärkte Massnahmen für die beruf- liche Weiterbildung, zusätzliche Mittel für das Programm «Energie 2000», für die bessere Verkehrserschliessung der Berggebiete und für Kompensationsmassnahmen (Koberio) begünstigten zudem einen marktgerechten Konversionspro- zess. Der Bundesbeschluss über Finanzierungsbeihilfen zu- gunsten wirtschaftlich bedrohter Regionen (Finanzbeschluss) muss auf das Berner Oberland und auf die Kantone Uri, Nid- waiden und Obwalden ausgedehnt werden. Auch das Gastge- werbe muss stärker gefördert werden. Weiter muss ein Fonds für die Heimarbeit und für Härtefälle geschaffen werden. Schliesslich kann die Wirtschaft verstärkt gefördert werden, wenn die Baulandreserven und Gebäude des EMD in ange- messenem Rahmen zur Verfügung gestellt werden (Standort- verbesserung). Um die Exekutivstrukturen zu verstärken, wäre es zweckmäs- sig, in enger Zusammenarbeit zwischen dem EMD-Delegier- ten für Regionalpolitik und dem EVD einen Konversionsdienst zu schaffen, der die koordinierte Umsetzung der verschiede- nen Massnahmenpakete gewährleisten könnte. Der Bundes- rat und dieser Dienst würden politisch durch einen Konver- sionsrat beraten, der sich aus Vertretern der Sozialpartner, der Kantone und Regionen, der Bundesämter und einem Dele- gierten für Regionalpolitik zusammensetzte. Die hier vorge- schlagenen Massnahmen erfordern bis 1995 ungefähr 216 Millionen Franken. Damit wird eine grosse Wirkung zu ei-Armée. Emplois. Interventions personnelles 1532 N 21 septembre 1993 nem bescheidenen Preis erzielt, wenn wir mit den Kosten ver- gleichen, welche die sonst notwendigen Sozialpläne nach sich zögen, oder gar mit den Kosten einer steigenden Arbeits- losigkeit, wenn nichts unternommen wird. Das EMD hat jahrzehntelang von der Loyalität und der Arbeit der Bevölkerung vor allem in den Berggebieten profitiert Der Bund hat daher eine grosse Verantwortung, die Umwandlung der armeeabhängigen Arbeitsplätze in den betroffenen Regio- nen und Branchen erfolgreich durchzuführen. Développement par écrit Comme l'a montré une étude commandée par la Fédération suisse des travailleurs de la métallurgie et de l'horlogerie (FTMH) et le Syndicat suisse des services publics (SSP), le secteur militaire va au devant de changements structurels im- portants. Sur les 40 000 emplois environ dans les industries liées à l'armée (pour moitié dans l'industrie privée et pour l'au- tre moitié dans le secteur public), entre 12 000 et 24 000, sui- vant les scénarios, seront supprimés d'ici à 1999. Jusqu'en 1995, ce ne sont pas moins de 8000 emplois qui seront suppri- més. Dans quelques régions (Oberland bernois, cantons d'Uri, de Nidwald et d'Obwald) ainsi que dans certaines bran- ches (avant tout dans l'industrie des métaux, des machines, des appareils et des véhicules) la diminution des emplois liés à l'armée provoquera de sérieux problèmes économiques et so- ciaux si aucune mesure efficace n'est prise. Si des plans sociaux au niveau de la Confédération apportent quelques soulagements dans des cas isolés, cela ne change rien au phénomène général de diminution des places de tra- vail. De tels changements structurels impliquent des décisions rapides visant à maintenir les emplois à long terme grâce à une politique de reconversion adéquate. Il faut pour ce faire disposer d'institutions et de méthodes efficaces, dotées des compétences nécessaires. Pour ce faire, un arrêté fédéral ur- gent comportant les mesures énumérées ci-dessous doit être adopté sans délai par le Parlement Les programmes de reconversion des emplois liés à l'armée dans la Communauté européenne et en République fédérale d'Allemagne, où certains Länder ont institué des délégués à la reconversion, montrent la nécessité de commencer par des mesures économiques régionales (le gouvernement de la RFA parle de «Standortkonversion»). Les mesures au niveau de l'entreprise doivent donc être accompagnées de program- mes destinés à améliorer la capacité d'innovation des régions. Concrètement, les entreprises d'armement et d'entretien de la Confédération doivent avoir leur propre marge de manoeuvre et disposer de départements marketing et recherche afin de pouvoir dans une large mesure être actif dans des secteurs voisins. Pour des raisons de politique structurelle, les départe- ments reconvertis doivent être, sur le modèle de Batrec SA, transférés sous de nouvelles formes de propriété (société pri- vée, mixte, unité indépendante administrativement). Le processus de reconversion dans les régions du DM F doit être soutenu par la mise à disposition de moyens supplémen- taires pour le programme CIM, le programme d'action micro- électronique et pour un fonds spécial pour les projets de la Commission pour l'encouragement de la recherche scientifi- que (Gers). Des mesures de politique de l'emploi, l'intensification des me- sures en faveur du perfectionnement, des moyens supplé- mentaires pour «Energie 2000», l'amélioration des transports dans les régions de montagne et pour des mesures de com- pensation (Koberio) favoriseront en plus un processus de re- conversion conforme au marché. L'arrêté fédéral instituant une aide financière en faveur des régions dont l'économie est menacée (arrêté financier) doit être étendu à l'Oberland ber- nois et aux cantons d'Uri, de Nidwald et d'Obwald. La promo- tion de l'hôtellerie doit être intensifiée. En outre, un fonds pour le travail à domicile et pour les cas de rigueur doit être créé. Enfin, l'intensification de la promotion économique passe par une mise à disposition appropriée des réserves de terrains à bâtir et de bâtiments du DMF (promotion des sites). Afin de renforcer les structures d'exécution, il convient de créer en étroite collaboration entre le délégué du DMF pour la politique régionale et le DFEP un service de la reconversion, qui assurera l'exécution coordonnée des différents paquets de mesures. Le Conseil fédéral et ce service seront conseillés politiquement par un Conseil de la reconversion, composé de représentants des partenaires sociaux, des cantons et des ré- gions, des services fédéraux et d'un délégué à la politique ré- gionale. Jusqu'en 1995, environ 216 millions de francs seront nécessaires. Avec ce montant, une grande efficacité peut être atteinte à un prix modeste en comparaison des coûts engen- drés par des plans sociaux nécessaires, mais coûteux, ou même en comparaison des coûts d'une hausse du chômage engendrée par une non-intervention. Le DMF a pendant des décennies profité de la loyauté et du travail de la population surtout dans les régions de montagne. La responsabilité de la Confédération de réussir la reconver- sion des emplois liés à l'armée dans les régions et branches concernées s'en trouve accrue. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 7. Juni 1993 Die laufende Restrukturierung des EMD und der eidgenössi- schen Rüstungsbetriebe ist eine Folge der veränderten politi- schen Lage, welche das EMD zu einem drastischen finanziel- len und personellen Abbau zwingt Seit 1990 wurden die Rü- stungsausgaben um real 25 Prozent gesenkt, und bis 1995 werden im EMD und in den eidgenössischen Rüstungsbetrie- ben rund 2000 Stellen gestrichen. Der Bundesrat teilt die Auffassung, dass den daraus entste- henden Beschäftigungsproblemen in den Rüstungsbetrieben mit wirkungsvollen Massnahmen begegnet werden muss. Eine generelle Ausweitung des staatlichen Engagements stösst aber im Interesse der Gesamtwirtschaft an klare ord- nungspolitische Grenzen. Gerade auch aufgrund negativer ausländischer Erfahrungen lehnt der Bundesrat eine interven- tionistische, grossflächige Rüstungskonversionspolitik ab. Er ist der Ueberzeugung, dass es nicht Aufgabe des Bundes ist, in breitem Umfang als Unternehmer in rüstungsferne Märkte zu diversifizieren und damit die Privatwirtschaft zu konkurren- zieren. Eine umfassende staatliche Industriepolitik stünde auch im Widerspruch zu den vom Bundesrat geforderten De- regulierungs- und Revitalisierungmassnahmen. Bei der Ueberwindung der Beschäftigungskrise in den Rü- stungsbetrieben verfolgt der Bundesrat deshalb eine Gesamt- strategie, welche nebst einer klar begrenzten und finanziell tragbaren Konversionspolitik auch andere Komponenten ein- schliesst Diese stellt sich wie folgt dar: 1. Konversion Die Rüstungsbetriebe können unter Ausnützung ihres unter- nehmerischen Spielraums bis zu 15 Prozent des Umsatzes in angrenzenden Bereichen erzielen. Dabei soll darauf geachtet werden, dass sie die Privatwirtschaft nicht konkurrenzieren und nur dort tätig werden, wo die Investitionsschwelle für Dritte zu hoch ist und Technologien zur Anwendung gelangen, die aufgrund der angestammten Tätigkeiten bereits beherrscht werden. Verschiedene Rüstungsbetriebe haben diesbezügli- che Initiativen ergriffen. Beispiele sind die Kühlschrankentsor- gung in der Eidgenössischen Munitionsfabrik Altdorf, die Fa- brikation der Nutzlastverkleidung der Trägerrakete Ariane im Eidgenössischen Flugzeugwerk Emmen und die Bewirtschaf- tung gefährlicher Güter für Dritte in der Eidgenössischen Pul- verfabrik Wimmis. Diese und ähnlich gelagerte Tätigkeiten sol- len langfristig privatisiert werden. Eine weitere Möglichkeit zur Arbeitsplatzerhaltung ergibt sich durch die Ansiedlung privater Unternehmen auf den Arealen der Rüstungsbetriebe. Beispiele dafür sind das Batterie-Recy- cling auf dem Areal der Pulverfabrik Wimmis durch die Batrec AG, die Gründung des Technischen Ueberwachungsvereins (TÜV) Schweiz AG auf dem Areal der Eidgenössischen Kon- struktionswerkstätte Thun und die nach dem Verkauf des Pro- duktebereichs Mittelkaliber vorgesehene Ansiedlung von Oer- likon Contraves Pyrotec auf dem Areal der Eidgenössischen Munitionsfabrik Altdorf. 2. Regionalpolitik Der Chef des EMD hat einen Delegierten für regionalpolitische Fragen eingesetzt. Dieser koordiniert die verschiedenen Massnahmen, die zur Lösung regionalpolitischer Anliegen ge-21. September 1993 N 1533 Armee. Arbeitsplätze. Persönliche Vorstösse troffen werden. Darüber hinaus sind aber weder Armee noch EMD Instrumente der Regionalpolitik. Diese liegt vielmehr in der Verantwortung des Gesamtbundesrates. Im Rahmen der Neuorientierung der Regionalpolitik prüft der Bundesrat die Möglichkeit, den Geltungsbereich des Bundes- beschlusses über Finanzierungsbeihilfen zugunsten wirt- schaftlich bedrohter Regionen auch auf Räume auszuweiten, die von einem grösseren Abbau von armeeabhängigen Ar- beitsplätzen betroffen sind. Die Mittel, die für diesen Zweck zur Verfügung gestellt werden können, sind allerdings begrenzt. 3. Konzentration aufs Stammgeschäft Eine vollständige Umwandlung der Rüstungsindustrie in eine zugleich zivile, soziale und ökologische Produktion kommt für den Bundesrat nicht in Frage. Umwandlungen, Teilverkäufe und Privatisierungen sind nur dort sinnvoll, wo Kapazitäten be- stehen, die für die Armee nicht mehr benötigt werden. In erster Linie haben die Rüstungsbetriebe jedoch die Versorgung der Armee mit Rüstungsgütern sicherzustellen. Diese werden auch nach 1995 gebraucht und gewährleisten eine gewisse Auslandunabhängigkeit. Statt breit diversifizierter, nur schwer überschaubarer Betriebe ist eine Konzentration auf diejenigen Stammgebiete nötig, in denen die Rüstungsbetriebe stark, konkurrenzfähig und unentbehrlich sind. Die hierzu nötigen betrieblichen Anpassungen und Straffungen vermögen die weiter bestehenden Arbeitsplätze auch auf lange Sicht zu si- chern. 4. Soziale Massnahmen Der Bundesrat ist sich der mit dem Stellenabbau im EMD ver- bundenen sozialen Verantwortung bewusst und ist auch be- reit, diese wahrzunehmen. Er setzt deshalb alles daran, Ent- lassungen und andere soziale Härten möglichst zu vermei- den. Im Vordergrund stehen dabei die Nichtwiederbesetzung von frei werdenden Stellen, die vorzeitige Pensionierung ab 60 Jahren sowie die gezielte Weiterbildung und Umschulung der Mitarbeiter. Der Bundesrat ist überzeugt, dass mit dieser Gesamtstrategie sowohl den Bedürfnissen der Betroffenen als auch den ge- samtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen am besten Rech- nung getragen werden kann. Rapport écrit du Conseil fédéral du 7 juin 1993 La restructuration en cours du DMF et des fabriques fédérales d'armement est la conséquence de la modification de la situa- tion politique qui contraint le DMF à une réduction rigoureuse dans les domaines financier et du personnel. Depuis 1990, les dépenses d'armement ont subi une baisse réelle de 25 pour cent et jusqu'en 1995, quelque 2000 postes seront supprimés au DMF et dans les entreprises d'armement. Le Conseil fédéral partage l'avis selon lequel des mesures effi- caces devront être prises à l'égard des problèmes d'emploi qui se poseront dans les entreprises d'armement Une exten- sion générale de l'engagement de l'Etat se heurte cependant à des limites claires d'ordre politique dans l'intérêt de l'écono- mie générale. Notamment en raison d'expériences étrangères négatives, le Conseil fédéral rejette une politique de conver- sion d'armement interventionniste. Il est convaincu qu'il n'est pas de la tâche de la Confédération en tant qu'entrepreneur de procéder à des diversifications à grande échelle dans les mar- chés étendus de l'armement et d'entrer ainsi en concurrence avec l'économie privée. Une importante politique industrielle étatique serait également en contradiction avec les mesures de déréglementation et de revitalisation exigées par le Conseil fédéral. C'est pourquoi, pour surmonter la crise de l'emploi dans les entreprises d'armement, le Conseil fédéral adopte une straté- gie globale qui, outre une politique de conversion clairement délimitée et financièrement acceptable, comprend également d'autres composantes. Cette stratégie se présente comme il suit: 1. Conversion En utilisant leur marge de manoeuvre, les entreprises d'arme- ment peuvent obtenir jusqu'à 15 pour cent du chiffre d'affaires dans des secteurs voisins. A cet effet, il convient de veiller à ce que l'économie privée ne soit pas concurrencée et que l'acti- vité ne soit exercée que dans les domaines où le seuil des in- vestissements est trop élevé pour des tiers et où il est possible d'appliquer des technologies qui sont déjà maîtrisées par l'ac- tivité de base. Diverses entreprises d'armement ont pris des initiatives dans ce sens. On peut mentionner, à titre d'exem- ples, l'élimination des réfrigérateurs à la Fabrique fédérale de munitions d'Altdorf, la fabrication du revêtement de charge utile de la fusée porteuse Ariane à la Fabrique fédérale d'avions d'Emmen et l'exploitation de substances dangereu- ses pour des tiers à la Fabrique fédérale de poudre de Wim- mis. Ces activités ainsi que d'autres activités de même nature seront privatisées à long terme. Une autre possibilité de conserver des places de travail se pré- sente par l'implantation d'entreprises privées sur les terrains des entreprises d'armement Par exemple, le recyclage de batteries usagées sur l'aire de la Fabrique fédérale de poudre de Wimmis par l'entreprise Batrec SA, la création de la société «Technischer Ueberwachungsverein (TÜV) Schweiz AG» sur l'aire des Ateliers fédéraux de constructions de Thoune et l'im- plantation de la maison Oerlikon Contraves Pyrotec sur l'aire de la Fabrique fédérale de munitions d'Altdorf, prévue après la vente du secteur de production de moyen calibre. 2. Politique régionale Le chef du DMF a engagé un délégué pour les questions de politique régionale. Ce dernier coordonne les diverses mesu- res prises pour résoudre les affaires dans ce domaine. Cepen- dant, ni l'armée ni le DMF ne sont des instruments de politique régionale. Celle-ci relève de la responsabilité de l'ensemble du Conseil fédéral. Dans le cadre d'une nouvelle orientation de la politique régio- nale, le Conseil fédéral examine la possibilité d'étendre le champ d'application de l'arrêté fédéral instituant une aide fi- nancière en faveur des régions dont l'économie est menacée à des secteurs touchés par une réduction importante de pla- ces de travail dépendantes de l'armée. Les moyens qui peu- vent être mis à disposition à cet effet sont cependant limités. 3. Concentration sur des activités de base II ne saurait être question pour le Conseil fédéral d'une trans- formation intégrale de l'industrie d'armement en vue d'obtenir une production simultanément civile, sociale et écologique. Les transformations, les ventes partielles et les privatisations sont judicieuses uniquement là où se trouvent des capacités qui ne sont plus exploitées par l'armée. En premier lieu, les entreprises d'armement doivent cependant garantir l'approvi- sionnement de l'armée en biens d'armement Ceux-ci seront nécessaires après 1995 également et garantissent une cer- taine indépendance à l'égard de l'étranger. Au lieu d'entrepri- ses largement diversifiées dont il est difficile de conserver la vue d'ensemble, il convient de se concentrer sur les domaines de base dans lesquels les entreprises se montrent fortes, concurrentielles et indispensables. Les adaptations et mesu- res de rigueur nécessaires à cet effet permettent de garantir à long terme également les places de travail qui subsistent 4. Mesures sociales Le Conseil fédéral est conscient de la responsabilité sociale liée à la réduction des postes au DMF et il est également prêt à l'assumer. C'est pourquoi, dans la mesure du possible, il met tout en oeuvre pour éviter des licenciements et d'autres mesu- res sociales pénibles. Il est ainsi prévu principalement de ne pas réoccuper les postes laissés vacants, de fixer la retraite anticipée à partir de 60 ans, ainsi que d'organiser le perfec- tionnement professionnel et la reconversion des collabora- teurs. Le Conseil fédéral est convaincu que cette stratégie globale of- fre les meilleures conditions pour tenir compte des besoins des intéressés et des conditions-cadres de l'économie géné- rale. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en pos- tulat.Armée. Emplois. Interventions personnelles 1534 N 21 septembre 1993 M™ Brunner Christiane: En tant que Genevoise, vous me per- mettrez -d'intervenir, pour une fois, dans le débat, en faveur des travailleurs concernés, mais des travailleurs concernés dans les cantons d'Uri, de Nidwald, d'Obwald et dans l'Ober- land bernois. En ce qui concerne les intérêts des travailleurs concernés par des restructurations, vous voyez qu'en tout cas, en ce qui me concerne, il n'y a pas de Röstigraben. Tout le monde le sait, des 40 000 places de travail dépendant d'une manière ou d'une autre de l'armée, quelques milliers de places de travail vont être prochainement sacrifiées sur l'autel des restructurations. Le groupe socialiste ne s'oppose évi- demment pas aux restructurations envisagées ou entreprises. Il attend toutefois du Conseil fédéral une politique active de re- conversion de l'industrie d'armement. Le Conseil fédéral a mis une année pour répondre à la motion que nous avons déposée le 1 er juin 1992 déjà, et pour répon- dre quoi? Qu'il rejette une politique de reconversion d'arme- ment interventionniste, sans parler de la réponse au postulat Haering Binder qui ne contient pratiquement aucun élément de réponse. Or, avec environ 40 000 places de travail dépendant directe- ment de sa politique en la matière, le Conseil fédéral engage sa responsabilité d'employeur, responsabilité qui dépasse de loin celle de n'importe quel employeur en Suisse. Il est de sa responsabilité de procéder à des diversifications génératrices de places de travail, même s'il entre ainsi en concurrence avec l'économie privée. Les règles du marché ne seront pas violées pour autant et une politique active de la Confédération à cet égard ne peut que faire fonctionner mieux que maintenant les règles de la concurrence. Quand l'Etat est implanté dans un domaine industriel précis, comme c'est le cas, il se devrait au minimum de montrer l'exemple et de pratiquer une politique industrielle active, telle que nous l'attendons de l'économie privée. Le Conseil fédéral n'entre pas en contradiction avec le pro- gramme de revitalisation s'il se revitalise lui-même en arrêtant sa politique à la petite semaine. Dire que les règles de la libre concurrence seraient faussées de manière inadmissible pour l'économie ne tient plus la route. Avec les nouveaux principes de financement, les entreprises d'armement ont été largement réajustées aux normes des entreprises privées. Mais, pour l'instant, la limite imposée des 15 pour cent du chif- fre d'affaires de la production d'armement dans le secteur civil constitue une limite arbitraire. En outre, en ce qui concerne les entreprises de maintenance, elles recèlent un intéressant po- tentiel de prestations de services qui n'a guère été exploité en vue d'assurer l'emploi dans de nouveaux champs d'activité. Seules les entreprises de maintenance situées dans des ré- gions où n'existe pas une offre équivalente sur le plan cantonal ou communal ont le droit de proposer un minimum de leurs prestations de services sur le plan civil, par exemple le droit tout simple d'atterrissage pour les avions de tourisme sur les terrains d'aviation militaires. Pour le moment, on n'incite pas suffisamment les entreprises d'armement et de maintenance à considérer la création d'em- plois civils comme un secteur d'activité important Une prise de position claire du Conseil fédéral devient urgente aux yeux des travailleurs directement concernés et des régions qui sont malmenées par la même occasion. C'est pourquoi le groupe socialiste vous propose d'accepter cette intervention sous la forme plus contraignante de la mo- tion au lieu de laisser encore plus longtemps le Conseil fédéral naviguer dans les eaux troubles d'une politique de reconver- sion qui n'en est toutefois pas une. Bundesrat Villiger: Sie gestatten mir-weil es sich um ein wirk- lich ernsthaftes Problem handelt-, dass ich hier doch etwas in die Tiefe gehe. Es geht um Menschen, es geht um Strukturen, es geht um Regionen, und ich möchte es mir nicht leicht- machen, sondern auch die ordnungspolitischen Bedenken, die der Bundesrat hat, etwas vertiefen. Rüstungskonversion ist eine Folge des sicherheitspolitischen Wandels und der überall stattfindenden deutlichen Kürzung der Militärausgaben. In den industrialisierten Staaten werden Hunderttausende von Arbeitsplätzen im militärischen Bereich verschwinden. Besonders betroffen sind natürlich die Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes. Hier wird die Umstellung der rüstungsindustriellen «Monokultur» fast zu einer wirt- schaftlichen Ueberlebensfrage für ganze Regionen. Aber die praktischen Schwierigkeiten dieser Staaten sind ganz enorm; deshalb wird - und das erfüllt mich im Moment mit Besorgnis - teilweise die Flucht nach vorn ergriffen, und man geht wieder in den Export von Rüstungsgütern, weil man sieht, dass das eigentlich das einzige ist, was man tun kann. In weit geringerem Masse findet dieser Umstrukturierungspro- zess natürlich auch in der Schweiz statt Umstritten ist jetzt die Frage, welche Rolle in diesem Prozess dem Staat zukommt Rüstungskonversion bedeutet Umwandlung von militärischer Produktion und militärischen Arbeitsplätzen in nichtmilitäri- sche Produktion und Arbeitsplätze. Häufig wird Konversion in engerem Sinne als eine direkte Umwandlung verstanden, sei es als eine teilweise Diversifikation, sei es als eine vollständige Neuausrichtung des gesamten Produktionssortimentes. Oberflächlich gesehen scheint es sehr einfach, militärischen Flugzeugbau in zivilen umzuwandeln, militärische Mikroelek- tronik in zivile usw. Die internationalen Erfahrungen lehren je- doch, dass die Realisierung sehr schwierig ist. Ich habe auch ziemlich viel persönliche Erfahrung mit solchen Problemen. Ich nehme sie deshalb auch nicht leicht Es müssen Märkte und es müssen Produkte vorhanden sein, Produktionsverfahren müssen umgestellt, Arbeitskräfte umge- schult, Managementmethoden angepasst werden. Es müs- sen ganze Kulturen verändert werden. Das ist enorm schwie- rig. Es ist meistens einfacher, irgendwo eine neue Fabrik auf- zubauen als eine alte umzustrukturieren. Das erfordert Zeit, hohe Investitionskosten, wobei die Chancen auf Erfolg mehr als fraglich sind. Erschwerend kommt dazu, dass die Märkte ja gerade jetzt be- setzt sind. Die Konkurrenten sind leistungsfähig, sind ja auch nicht dumm, versuchen es ja auch, und die Wettbewerbsbe- dingungen sind hart Deshalb sind weltweit nur sehr wenige Firmen zu finden, die durch Rüstungskonversion zu wirtschaft- lichem Erfolg gefunden haben. Dies erstaunt weiter nicht, denn auch in der Industrie ist im Moment ein völliges Umden- ken zu beobachten. Die grossen Konglomerate zerfallen. Die industrielle Philosophie führt weg von der Diversifikation und wieder hin zu einer vermehrten Konzentration auf das Kernge- schäft Daher erfolgt die Rüstungskonversion dann meistens in der Praxis anders als die indirekte Umwandlung, indem der Staat seine Mittel aufgrund der veränderten Prioritäten von den Militärausgaben auf andere Bereiche verlagert Der Bund'hat das seit 1990 durch eine substantielle Verlage- rung der finanziellen Mittel vorgenommen - ich habe das vor- hin schon gesagt-, unter Berücksichtigung der Teuerung: In Realwerten haben die Ausgaben des EMD in drei Jahren rund 15 Prozent abgenommen, die Investitionen in Rüstungsmate- rial selber ungefähr ein Viertel. Parallel dazu der Personalabbau: Der Personalbestand des EMD muss bis 1995 um 800 Stellen, jener der Rüstungs- betriebe um rund 1000 Stellen reduziert werden. Bis ins Jahr 2001 - sage ich jetzt einmal - ist mit einem Abbau von insge- samt etwa 3000 Stellen zu rechnen. Gestatten Sie mir noch eine Bemerkung zur volkswirtschaftli- chen und regionalpolitischen Bedeutung der Militärausga- ben. Die Militärausgaben des Bundes betrugen 1992 noch etwa 1,6 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Im gleichen Jahr belief sich die Ausfuhr von Rüstungsmaterial auf 260 Millionen Franken. Das ist weniger als 0,3 Prozent der Güterexporte, we- niger als 0,1 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Im Unter- schied zu anderen Ländern spielt also die Rüstungsindustrie in der Schweiz volkswirtschaftlich keine sehr bedeutende Rolle. Wenn wir noch Wert darauf legen, sie zu erhalten, hat das sicherheitspolitische Gründe. Etwal Prozent der Arbeits- plätze dürfte direkt oder indirekt im Militärbereich angesiedelt werden. Wenn nun innert Jahresfrist die Zahl der Erwerbstäti- gen um rund 150000 reduziert worden ist, davon nur etwa 1000 zu Lasten militärabhängiger Arbeitsplätze, dann sehen Sie hier schon eine Relation. Im gleichen Zeitraum hat sich die Arbeitslosigkeit um rund 70 000 auf gegen 170 000 Personen erhöht21. September 1993 N 1535 Armee. Arbeitsplätze. Persönliche Vorstösse Nun ist natürlich mit jedem einzelnen Arbeitslosen ein persön- liches, ein soziales, ein familiäres Schicksal verknüpft. Aber gerade deswegen sollten die Diskussionen im Zusammen- hang mit Arbeitslosigkeit und Rüstungskonversion unter Be- achtung der nüchternen Proportionen geführt werden. Dann wird rasch deutlich, dass zur Schaffung neuer Arbeitsplätze der grösste Handlungsbedarf wohl kaum bei den militärab- hängigen Arbeitsplätzen liegt Allerdings ist das vielleicht aus einer regionalpolitischen Optik noch etwas zu modifizieren, weil die EMD-Arbeitsplätze natürlich ungleich verteilt sind und in gewissen Regionen - in der Region Thun, wie erwähnt wor- den ist, aber auch in der Region Uri - eben besondere Pro- bleme bestehen. Dort geht es nicht nur um die betroffenen Ar- beitnehmer. Dieses Problem kann man meistens sozial lösen. Es geht um Arbeitsplätze, die dann auch nicht mehr zur Verfü- gung stehen, damit Junge in diesen Regionen bleiben und Ar- beitfinden können. Bevor ich auf konkrete Massnahmen, die wir schon getroffen haben, eingehe, noch etwas zum Problemkomplex soziale Marktwirtschaft versus interventionistische Staatswirtschaft: Zu den Wesensmerkmalen der Marktwirtschaft gehört das Ver- trauen in die Ueberlegenheit des Wettbewerbs und des Mark- tes zur bestmöglichen Verteilung und Herstellung von Gütern und Dienstleistungen. Die Aufgabe des Staates ist es also, die Rahmenbedingungen zu schaffen, zu garantieren und dort einzugreifen, wo Missbräuche zu unerwünschten Wirkungen führen. Aber der Staat soll nur ausnahmsweise eine aktive Rolle als Unternehmer übernehmen. Erst nach dem Zusam- menbruch der totalitären Systeme im Osten wird in vollem Ausmass ersichtlich, welch katastrophale Folgen eine jahr- zehntelang staatlich gesteuerte Wirtschaft für das Wohlerge- hen der Bürger hat Wenn heute gefordert wird, das EMD und die Rüstungsbe- triebe hätten die militärische Produktion umzustellen und statt dessen zivile Güter zu produzieren, dann ist das in letzter Kon- sequenz eben doch der Auf- und Ausbau einer staatlichen In- dustrieproduktion. Auch wenn ein direkter Vergleich mit der Planwirtschaft unzulässig ist, zeigt das doch die ordnungspoli- tischen Bedenken, und Sie müssen nicht einmal den früheren Eisernen Vorhang bemühen. Sie müssen einmal das Schick- sal anderer Staatsbetriebe in diesen Bereichen sehen; ich denke an Oesterreich, Frankreich usw. Es wurden auch von friedens- und abrüstungspolitischer Seite Hoffnungen genährt, dass die Rüstungskonversion letztlich auch den Weg zu einer friedlicheren Gesellschaft mit Vollbe- schäftigung eröffnen könnte. Um auf die Schweiz zurückzukommen: Mit einer aktiven Kon- versionspolitik soll der Bund die Ausgaben im Bereich der Si- cherheitspolitik kürzen - das ist in Studien verlangt worden - und diese Gelder zur Schaffung neuer Arbeitsplätze einset- zen. Es wurden Bereiche wie öffentlicher Verkehr, Programm «Energie 2000», CIM-Programme, Ausgleichsfonds für Härte- fälle usw. erwähnt, und es wurde berechnet, dass demnach bis 1995 für rund 200 Millionen Franken gegen 8000 neue Ar- beitsplätze geschaffen werden könnten. Wie das dann prak- tisch zu geschehen hätte, das ging aus diesen Studien nicht hervor. Wenn diese Logik stimmen würde, dann könnte man mit einer einmaligen Mehrausgabe von 4 Milliarden Franken, also mit 10 Prozent des Bundesbudgets, für das Jahr 1993 die Zahl der Arbeitslosen von 160 000 auf null reduzieren. Das zeigt ja ei- gentlich schon, wie weltfremd diese Idee ist Während die Euphorie über die Wirksamkeit staatlicher Wirt- schaftsförderung und Industriepolitik fast überall einem be- scheidenen Realismus gewichen ist, liegen solche Ideen -so gut sie gemeint sein mögen - doch nicht ganz in der Realität. Noch etwas muss man sehen: Expansion in zivile Tätigkeiten, die genausogut von privaten Dritten wahrgenommen werden können, schafft gar keine Arbeitsplätze, sondern bedeutet le- diglich einen Transfer vom privaten Sektor zum Staat, und das erst noch subventioniert mit Steuergeldern. Ich glaube nicht, dass das bei uns in aller Breite durchgesetzt werden könnte. Nun tun wir trotzdem viel, weil wir eine Verpflichtung gegen- über unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben. Wir bauen jetzt schon Arbeitsplätze ab, obschon wir sie bis zum Jahre 1995 brauchen würden, um einen Absturz zu vermei- den, wenn wir dann die Reformen realisieren können. Damit wollen wir kontinuierlich reduzieren und Entlassungen verhin- dern. Aber hinter jedem Verlust des Arbeitsplatzes steht ein Schicksal von teilweise langjährigen tüchtigen Mitarbeitern und allenfalls deren Familien. Wir nehmen die sozialen Ver- pflichtungen ernst. Milden Personalverbänden haben wir sehr fortschrittliche personalpolitische Grundsätze erarbeitet. Im Vordergrund stehen: das Nichtwiederbesetzen von Stellen, die ohnehin frei geworden sind; die Besetzung von solchen Stellen durch Inhaber von Stellen, die aufgehoben werden; die vorzeitige Pensionierung ab 60 Jahren zu besonderen Be- dingungen und ergänzend auch die Stellenvermittlung inner- halb und ausserhalb der Bundesverwaltung; die Umschulung und die Weiterbildung; hier tun wir recht viel. Der Abbau über natürliche Fluktuationen stösst aber ange- sichts der Rezession an Grenzen, und auch die Bereitschaft zum freiwilligen Stellenwechsel hat abgenommen. Bis heute konnten allerdings im Rahmen der Solidaritätsaktion über 400 Gesuche für eine vorzeitige Pensionierung bewilligt werden. Entlassungen mussten wir zum Glück nur wenige vornehmen. Es sind meines Wissens sieben, und bei allen sieben sind be- sondere Umstände im Spiel, vor allem das Nichtakzeptieren von anderen Arbeitsplätzen. Ich habe auf die regionale Verteilung der Arbeitsplätze hinge- wiesen, die unausgewogen ist. Es geht um die langfristige Er- haltung von Arbeitsplätzen auch in bestimmten Regionen. Ich habe deshalb einen Delegierten eingesetzt, der die kantona- len und regionalen Arbeitsgruppen koordiniert und der zur Lö- sung der regionalpolitischen Probleme beiträgt, wie sie sich aus diesen Umstrukturierungen ergeben. Der Delegierte ist Ansprechperson, er ist Vermittler, er nimmt auch Ombuds- mannfunktionen wahr, er pflegt Kontakte mit der ganzen Bun- desverwaltung, mit den kantonalen und kommunalen Behör- den und auch mit der Wirtschaft Das Schwergewicht liegt darin, Arbeitsplätze in den Gebieten selber zu erhalten. Der Region Altdorf ist nicht geholfen, wenn der Bund irgendwo Hotels fördert oder CIM-Programme ein- führt; es braucht Arbeitsplätze in der Region. So ist es z. B. ge- lungen, mit dem Verkauf der Produktion der Mittelkaliberflab an die Oerlikon-Contraves in Uri langfristig etwa 70 Arbeits- plätze zu erhalten. Im Rahmen der Rüstungskonversion sind nun die Weichen für die rüstungsindustrielle Zukunft der Schweiz zu stellen. Grundlage ist die konsequente Ausrichtung unserer Rü- stungsinfrastruktur auf «Armee 95». Das ist nötig, solange wir eine glaubwürdige Landesverteidigung haben wollen. Die bundeseigenen Rüstungsbetriebe sind betriebswirtschaft- lichen Grundsätzen verpflichtet. Sie haben einen klaren Lei- stungsauftrag zugunsten der Landesverteidigung. Hier gibt es eine gewisse Kapazität für Entwicklung, Produktion, Kampf- wertsteigerung usw., auch langfristig, um damit langfristig Ar- beitsplätze zu erhalten. Die Rüstungsbetriebe müssen also in diesem Sinne die Ausrü- stung für «Armee 95» in gewissen Produktebereichen und den Unterhalt der «Armee 95» sicherstellen. Sie dürfen zwar in an- grenzenden Gebieten unter folgenden Auflagen zivil tätig sein: 1. Sie dürfen keine direkte Konkurrenz zur Schweizer Industrie bilden; sonst führt das nur zu einer steuerbegünstigten Verla- gerung von Arbeitsplätzen. 2. In Frage kommen nur Bereiche mit Technologien, die ihnen bekannt sind - sonst schaffen sie es nie, wir können noch so viel in Entwicklung investieren -, Bereiche mit hohen Investi- tionsbarrieren, weil sie dort eher geschützt sind. 3. Es dürfen keine Gemischtwarenläden im Sinne der überleb- ten Konglomerate werden, mit denen man überall schlechte Erfahrungen gemacht hat! Wir möchten diese Aktivitäten nach Möglichkeit mit Partnern aus der Privatwirtschaft realisieren und die Betriebe mittel- bis langfristig in privatrechtliche Verhältnisse überführen, in ge- eigneten Fällen sogar verkaufen. Wir realisieren also konkret machbare Lösungen. Unternehmerisches Denken wird geför- dert und ist auch realisiert Ich zähle hier nur ein paar Projekte auf, weil es schon relativ viele sind: Realisiert ist die Entsor- gung von Kühlschränken in Altdorf, das Pressen von Kupp-PC-7. Exportation. Motions 1536 N 21 septembre 1993 lungsscheiben in Altdorf, das Herstellen von Münzrondellen in Thun, die computerunterstützte Ausbildung in der Waffenfa- brik Bern, die Vergebung von Aufträgen im Bereich der zivilen Luft- und Raumfahrt (Windkanal, Nutzlastverkleidung der Ariane-Raketen, Flugzeugunterhalt an das Flugzeugwerk in Emmen). Geplant ist die Konservierung von Schriftgut in Wim- mis. Bereits realisiert sind gemischtwirtschaftliche Projekte mit Batrec in Wimmis, TÜV AG in Thun. Geplant ist die Sava AG zur Verbrennung von Sonderabfällen in Wimmis, realisiert ist die Privatisierung der Mittelkaliberflab in Altdorf. Allgemein versu- chen wir, Liegenschaften, Gebäude und Einrichtungen nut- zungsrechtlich an Dritte abzugeben. Der Anteil des Umsatzes in zivilen Bereichen am gesamten Verkaufserlös ist mit 65 Mil- lionen Franken oder 6 Prozent doch recht beachtlich. Der Bundesrat ist davon überzeugt, dass eine grossflächige, aktivistische Konversionspolitik in Widerspruch zu den Grund- sätzen der sozialen Marktwirtschaft steht und dass diese For- derung von einem überlebten interventionistischen Denken geprägt ist. Der Staat weiss nicht besser als der Markt selber, welches zukunftsträchtige Produkte sind; denken Sie nur an staatliche Fehlinvestitionen wie z B. die Concorde. Das EMD ist in erster Linie ein Instrument der Sicherheitspoli- tik. Wir leisten nach Möglichkeit Beiträge zur Berücksichtigung regional- und wirtschaftspolitischer Ansprüche. Die Grund- lage für den Restrukturierungsprozess der Rüstungsbetriebe ist die Ausrichtung auf die künftige Armee. Ergänzende Aen- derungen und Ausdehnungen sind dort sinnvoll, wo es unter gewissen Umständen machbar ist - wie ich es erklärt habe. In diesem Sinne werden wir uns selbstverständlich weiter an- strengen, auch Arbeitsplätze zu schaffen oder die Schaffung von Arbeitsplätzen zu begünstigen. In diesem Sinne ist der Bundesrat der Meinung, die Motion der sozialdemokratischen Fraktion könne nicht als Motion entge- gengenommen werden, weil die darin enthaltene Verpflich- tung in eine falsche Richtung führen kann. Er ist der Meinung, dass wir in der gleichen Richtung schon sehr viel tun. In diesem Sinn ist der Bundesrat einverstanden, die Motion als Postulat entgegenzunehmen. Der Bundesrat beantragt Ihnen gleichzeitig, das Postulat Haering Binder als erfüllt abzuschreiben. Postulat 92.3414 Abstimmung - Vote Für Abschreibung des Postulates 82 Stimmen Für Ueberweisung des Postulates 44 Stimmen Motion 92.3166 Abstimmung - Vote Eventuell-A titre préliminaire Für Ueberweisung als Postulat 81 Stimmen Für Ueberweisung als Motion 41 Stimmen Definitiv - Définitivement Für Ueberweisung des Postulates 56 Stimmen Dagegen 65 Stimmen #ST# 92.3512 Motion Ziegler Jean Export des PC-7 nach Südafrika Exportation des PC-7 en Afrique du Sud Wortlaut der Motion vom 14. Dezember 1992 Der Bundesrat wird ersucht, die Ausfuhr von Flugzeugen des Typs PC-7 der Bewilligungspflicht nach dem Bundesgesetz über das Kriegsmaterial zu unterstellen. Texte de la motion du 14 décembre 1992 Le Conseil fédéral est invité à soumettre les avions PC-7 à au- torisation préalable dans le cadre de la loi fédérale sur l'expor- tation du matériel de guerre. Mitunterzeichner - Cosignataires: Carobbio, de Dardel, Her- czog, Jeanprêtre, Rechsteiner, Spielmann (6) Schriftliche Begründung - Développement par écrit La société Pilatus, Stans, vient de conclure un contrat avec le gouvernement blanc pour la vente de 60 avions PC-7. En Afrique du Sud, l'armée, la police et les escadrons de la mort exercent le pouvoir réel. Une guerre civile lancée contre la majorité noire a lieu. L'ANC proteste vigoureusement contre ce contrat Or, le PC-7 est un avion ambivalent; la société productrice vante elle-même, dans ses contacts commerciaux, la trans- formation du PC-7 en avion de bombardement et de combat, moyennant un équipement en mitrailleuses lourdes et en canons. De la Turquie au Guatemala, dans de très nombreux pays du tiers monde, le PC-7 sert d'avion de combat II faut que cessent le mensonge et l'hypocrisie. Je demande au Conseil fédéral: 1. d'annuler le contrat Pilatus-Afrique du Sud; 2. de reconnaître la qualité de matériel de guerre à l'avion PC-7. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. September 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 septembre 1993 Le Conseil fédéral est conscient des problèmes que pose l'ex- portation d'avions des types PC-7 et PC-9 qui sont suscepti- bles d'être transformés ultérieurement en avions de combat Ceux-ci font actuellement l'objet d'examens approfondis, dans le cadre de la révision en cours de la loi sur le matériel de guerre. Il s'agira notamment de déterminer si de tels avions, lorsque leur configuration permet un armement ultérieur, doi- vent être assujettis à cette loi. Cependant, aucune décision n'a encore été prise à ce sujet S'agissant de la vente prévue de 60 PC-7 à l'Afrique du Sud, le Conseil fédéral a exigé de l'entreprise Pilatus que ces avions soient livrés dans une configuration qui exclut le risque d'une transformation ultérieure. Il s'agit notamment de prendre les dispositions techniques qui empêchent un armement ultérieur de l'avion, c'est-à-dire de modifier la construction du PC-7 pour qu'un tel armement ne soit pas possible sans occasion- ner des coûts démesurés. Le PC-7 est appelé à remplacer en Afrique du Sud une cen- taine d'avions d'entraînement du type «Harvard», vieux de quelque 50 ans, qui n'ont jamais servi à d'autres fins que l'en- traînement des pilotes. Le ministre sud-africain de la défense a donné l'assurance écrite que les 60 PC-7 seraient destinés ex- clusivement à l'écolage et à l'entraînement de pilotes civils et militaires, et que son pays n'envisageait en aucun cas de les transformer en avions de combat Comme le Conseil fédéral l'a déjà constaté dans sa réponse du 1er juin 1993 à la question urgente Rechsteiner, il ne voitSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion der sozialdemokratischen Fraktion Neuausrichtung der mit der Armee zusammenhängenden Arbeitsplätze Motion du groupe socialiste Reconversion des emplois liés à l'armée In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 02 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3166 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.09.1993 - 08:00 Date Data Seite 1531-1536 Page Pagina Ref. No 20 023 137 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.