<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 291/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>III. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Hadorn </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 17. Januar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.________, 1947, Beschwerdeführer, vertreten durch lic. </div> <div class="para">iur. M.________, </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit Verfügung vom 16. September 1997 lehnte die IV- </div> <div class="para">Stelle des Kantons Zürich das Gesuch des 1947 geborenen </div> <div class="para">A.________ um Zusprechung einer Invalidenrente ab. </div> <div class="para"> Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialver- </div> <div class="para">sicherungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom </div> <div class="para">29. März 1999 ab. </div> <div class="para"> A.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde führen </div> <div class="para">und beantragen, es sei ihm ab Juni 1996 eine halbe Inva- </div> <div class="para">lidenrente auszurichten. Eventuell sei die Sache zu näheren </div> <div class="para">Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. </div> <div class="para"> Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichtsbeschwerde, während das Bundesamt für Sozialver- </div> <div class="para">sicherung sich nicht vernehmen lässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Das kantonale Sozialversicherungsgericht hat die </div> <div class="para">gesetzlichen Bestimmungen über den Rentenanspruch in der </div> <div class="para">Invalidenversicherung und die dazu ergangene Rechtsprechung </div> <div class="para">richtig dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Gemäss Bericht der Klinik X.________ vom 3. Oktober </div> <div class="para">1995 war der Beschwerdeführer aufgrund seines Unfalls vom </div> <div class="para">16. Januar 1995 vorübergehend für 3 Monate zu 50 % arbeits- </div> <div class="para">unfähig gewesen. Hernach sei bei fehlender Neurologie ein </div> <div class="para">Arbeitsversuch indiziert. Es bestehe ein Verdacht auf funk- </div> <div class="para">tionelle Überlagerung, weshalb der Patient so schnell wie </div> <div class="para">möglich wieder in den Arbeitsprozess integriert werden </div> <div class="para">sollte. Hiezu schlägt die Klinik eine Abklärung in der Re- </div> <div class="para">habilitationsklinik Y.________ vor. </div> <div class="para"> Dr. med. S.________, Allgemeine Medizin FMH, schätzt </div> <div class="para">die Arbeitsunfähigkeit als Hilfsschlosser im Bericht vom </div> <div class="para">5. September 1996 ab 6. Juni 1995 bis auf weiteres auf </div> <div class="para">100 %. Leichte Arbeit sei zu 50 % möglich, aber der Patient </div> <div class="para">sei zu wenig differenziert für Umschulungen. In einem </div> <div class="para">Bericht vom 16. Dezember 1996 hält die Klinik X.________ </div> <div class="para">die bisherige Arbeit zu 50 %, später zu 100 % zumutbar und </div> <div class="para">ergänzt, in körperlich leichten Tätigkeiten sei der </div> <div class="para">Beschwerdeführer voll arbeitsfähig. "Wir glauben an eine </div> <div class="para">deutliche funktionelle Überlagerung", weshalb der Patient </div> <div class="para">in Bellikon genauer untersucht werden sollte. Diesen </div> <div class="para">Bericht erstellte die Klinik X.________, ohne den Ver- </div> <div class="para">sicherten nochmals persönlich gesehen zu haben. In einem </div> <div class="para">Gutachten vom 12. Juni 1997 schloss Dr. med. V.________, </div> <div class="para">Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, </div> <div class="para">jegliche funktionelle Überlagerung wie auch sonstige psy- </div> <div class="para">chische Leiden aus. Das Beschwerdebild des Exploranden sei </div> <div class="para">aus organisch-somatischem Blickwinkel zu beurteilen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die erwähnten medizinischen Akten enthalten mehrere </div> <div class="para">Widersprüche. Zunächst bestehen Differenzen bezüglich der </div> <div class="para">Arbeitsfähigkeit in noch zumutbaren Tätigkeiten zwischen </div> <div class="para">der Klinik X.________ und Dr. S.________. Während die </div> <div class="para">Klinik den Beschwerdeführer in leichten Arbeiten für voll </div> <div class="para">einsatzfähig hält, schätzt Dr. S.________ die Arbeitsfähig- </div> <div class="para">keit selbst in angepassten Tätigkeiten auf höchstens 50 %. </div> <div class="para">Auf die Angaben der Klinik kann aus mehreren Gründen nicht </div> <div class="para">unbesehen abgestellt werden. Zunächst wurde die von ihr </div> <div class="para">vermutete funktionelle Überlagerung mit dem Gutachten von </div> <div class="para">Dr. V.________ widerlegt. Sodann hat sie ihren kurz gehal- </div> <div class="para">tenen Bericht vom 16. Dezember 1996 ohne Untersuchung des </div> <div class="para">Beschwerdeführers verfasst. Bereits im ersten Bericht vom </div> <div class="para">3. Oktober 1995 wie auch in demjenigen vom 16. Dezember </div> <div class="para">1996 hat die Klinik X.________ eine Abklärung in der Reha- </div> <div class="para">bilitationsklinik Y.________ empfohlen, ohne dass die Ver- </div> <div class="para">waltung diesem Vorschlag Folge geleistet hätte. Damit blei- </div> <div class="para">ben Unklarheiten hinsichtlich der noch verbliebenen Ar- </div> <div class="para">beitsfähigkeit bestehen. Der Beizug der SUVA-Akten vermag </div> <div class="para">die aufgezeigten Widersprüche nicht zu beheben, denn die </div> <div class="para">SUVA hatte einzig unfallbedingte Leiden zu entschädigen, </div> <div class="para">weshalb sich die entsprechenden Akten vor allem mit der </div> <div class="para">Frage der Kausalität befassen. Gemäss Bericht der Klinik </div> <div class="para">X.________ vom 3. Oktober 1995 bestanden aber wahrschein- </div> <div class="para">lich schon vor dem Sturz vom 16. Januar 1995 Diskusprotru- </div> <div class="para">sionen, welche für den Anspruch auf eine Invalidenrente </div> <div class="para">relevant sein könnten. Daher ermöglichen die vorhandenen </div> <div class="para">Akten keine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. </div> <div class="para">Unter diesen Umständen ist die Sache an die IV-Stelle </div> <div class="para">zurückzuweisen, damit sie die verbliebene Arbeitsfähigkeit </div> <div class="para">des Versicherten in noch zumutbaren Tätigkeiten in der </div> <div class="para">Rehabilitationsklinik Y.________ oder einer anderen </div> <div class="para">geeigneten Institution abkläre und hernach erneut über sein </div> <div class="para">Rentengesuch verfüge. Die IV-Stelle wird dabei auch die neu </div> <div class="para">ins Recht gelegten Unterlagen über die Hospitalisation vom </div> <div class="para">4. bis 13. März 1998 im Spital Z.________ berücksichtigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wer- </div> <div class="para"> den der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des </div> <div class="para"> Kantons Zürich vom 29. März 1999 und die Verfügung der </div> <div class="para"> IV-Stelle des Kantons Zürich vom 16. September 1997 </div> <div class="para"> aufgehoben, und die Sache wird an die IV-Stelle zu- </div> <div class="para"> rückgewiesen, damit sie, nach erfolgter Abklärung im </div> <div class="para"> Sinne der Erwägungen, neu verfüge. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Die IV-Stelle des Kantons Zürich hat dem Beschwerde- </div> <div class="para"> führer für das Verfahren vor dem Eidgenössischen Ver- </div> <div class="para"> sicherungsgericht eine Parteientschädigung von </div> <div class="para"> Fr. 2000.- zu bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV.Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich wird </div> <div class="para"> über eine Parteientschädigung für das kantonale Ver- </div> <div class="para"> fahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen </div> <div class="para"> Verfahrens zu befinden haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">V.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche- </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich, der Ausgleichskasse </div> <div class="para"> des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Sozialver- </div> <div class="para"> sicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 17. Januar 2000 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident Der Gerichts- </div> <div class="para">der III. Kammer: schreiber: </div> </div></body></html>