A bteilung V E -5688/2007/pei {T 0/2} U rte il v o m 3 . O k to b e r 2 0 0 7 R ichter Beat W eber (Vorsitz), R ichterin M arianne Teuscher, R ichterin Jenny de C oulon Scuntaro, G erichtsschreiberin Barbara Balm elli. A._______, Bosnien und H erzegow ina, Beschw erdeführerin, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Einreisebew illigung und Asyl; Verfügung des BFM vom 3. Juli 2007 / N _______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandE -5688/2007 D as B undesverw altungsgericht stellt fest und erw ägt: dass die Beschw erdeführerin m it ihrem Ehem ann und ihrem Sohn am 11. O ktober 2002 in die Schw eiz einreiste und gleichentags ein Asyl- gesuch einreichte, dass die Beschw erdeführerin dam als im W esentlichen geltend m achte, sie sei am 12. Juli 1995 beim Fall von Srebrenica vom serbischen Sol- daten Z. vergew altigt w orden, dass das BFM m it Verfügung vom 13. N ovem ber 2003 das Asylgesuch ablehnte, die W egw eisung sow ie deren Vollzug verfügte, dass die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) die dagegen eingereichte Beschw erde m it U rteil vom 18. Februar 2004 abw ies, dass die Beschw erdeführerin am 3. Juni 2005 zusam m en m it ihrer Fa- m ilie nach Bosnien und H erzegow ina zurückkehrte, dass die Beschw erdeführerin im Septem ber 2005 bei der Schw eizeri- schen Vertretung in Sarajevo ein zw eites Asylgesuch einreichte, dass sie zur Begründung ausführte, nach der R ückkehr aus der Schw eiz im Juli 2005 sei sie erneut in eine D epression verfallen, ihr Sohn könne sich nur schw er an die örtlichen Verhältnisse anpassen, er habe die bosnische G ram m atik vergessen, sei konfus, dass S. S., der Ehem ann der anlässlich einer Sitzung m it ihrer Vertre- terin im ersten Asylverfahren anw esenden D olm etscherin, ihren Verge- w altiger Z. über ihre Aussagen anlässlich dieser Sitzung orientiert habe, dass sie sich nicht an die heim atlichen Behörden w enden könne, da es in Bosnien und H erzegow ina ein Leichtes sei, jem anden zu bestechen, dass die Beschw erdeführerin am 2. Februar 2007 in der Schw eizeri- schen Vertretung in Sarajevo zu ihren Asylgründen befragt w urde, dass sie dabei im W esentlichen ausführte, nach ihrer R ückkehr sei sie von Z. telefonisch bedroht w orden, w elcher behauptet habe, er w isse von S. S., dass sie zusam m en m it der Schw eizer R egierung beim In- S eite 2E -5688/2007 ternationalen G erichtshof in D en H aag Anklage gegen ihn erhoben habe, dass ihr dabei Z. auch gedroht habe, sie oder ihr Kind zu töten, dass unter diesen U m ständen für sie und ihre Fam ilie ein geregeltes Leben nicht m ehr m öglich gew esen sei, sie zeitw eise in der G arage gelebt habe und von Freunden ihres Ehem annes habe beschützt w erden m üssen, dass sie sich an keine heim atliche Behörde, nam entlich nicht an die Polizei gew andt habe, denn dabei hätte sie auch die Schw eiz m itein- beziehen m üssen, dass sie S. S. persönlich in B._______ gesehen habe, als sie zur Polizei gegangen sei, um ihren Personalausw eis abzuholen, dass die Beschw erdeführerin am 19. April 2007 der Schw eizerischen Vertretung in Sarajevo telefonisch m itteilte, am 15. April 2007 sei in ihrer G arage eine Sprengvorrichtung gefunden w orden, sie sei in Lebensgefahr und traue sich nicht, das H aus zu verlassen, dass das BFM m it Verfügung vom 3. Juli 2007 - eröffnet am 28. Juli 2007 - der Beschw erdeführerin die Einreise in die Schw eiz nicht bew il- ligte und das Asylgesuch ablehnte, dass die Beschw erdeführerin m it frem dsprachiger Eingabe vom 20. August 2007 (Postaufgabe) gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde einreichte und sinngem äss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung beantragte, dass das Bundesverw altungsgericht die Eingabe sow ie das beigelegte D okum ent am tsintern übersetzen liess, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden ge- gen Verfügungen (A rt. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM ent- scheidet (A rt. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31] i.V.m . A rt. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), S eite 3E -5688/2007 dass die Beschw erdeführerin durch die angefochtene Verfügung be- rührt ist, ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie- hungsw eise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschw erde legitim iert ist (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 Abs. 1 Vw VG ), dass som it auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde ein- zutreten ist (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 50 ff. Vw VG ), dass m it Beschw erde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ), dass über offensichtlich unbegründete Beschw erden in einem verein- fachten Verfahren entschieden w ird und die vorliegende Beschw erde, w ie nachstehend aufgezeigt, offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw er- deentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (A rt. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ), dass gem äss A rt. 52 Abs. 2 AsylG einer Person, die sich im Ausland befindet, das Asyl verw eigert w erden kann, w enn es ihr zugem utet w erden kann, sich in einem anderen Staat um Aufnahm e zu bem ühen, dass gem äss A rt. 20 Abs. 2 AsylG das BFM die Einreise Asylgesuch- stellern zur Abklärung des Sachverhalts bew illigt, w enn ihnen nicht zu- gem utet w erden kann, im W ohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land ausreisen, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführte, die Be- schw erdeführerin habe keine überzeugenden Begründungselem ente dafür vorbringen können, dass die Behörden der kroatisch-bosnischen Föderation, w o die Ethnie der M uslim e die zahlenm ässige M ehrheit bilde, ihrer Schutzpflicht nicht nachkäm en beziehungsw eise nicht in der Lage seien, bei krim inellem Verhalten ethnischer Serben Schutz zu gew ähren, sofern die Beschw erdeführerin sich an dieselben w enden w ürde, dass zudem erhebliche Zw eifel am W ahrheitsgehalt der Aussagen der Beschw erdeführerin bestehen w ürden, S eite 4E -5688/2007 dass das Vorbringen, w onach sich die Beschw erdeführerin im Zusam - m enhang m it der geltend gem achten Bedrohung noch nie an die Be- hörden beziehungsw eise die Polizei gew andt habe, konstruiert w irke, dass dieser Schluss dadurch erhärtet w erde, dass die Beschw erdefüh- rerin der Aufforderung der Schw eizerischen Botschaft, einen Polizei- rapport einzureichen, m it der fadenscheinigen Begründung, sie w ürde sich nicht getrauen, nicht nachgekom m en sei, obw ohl der Ehegatte der Beschw erdeführerin dies auch hätte tun können, dass die Beschw erdeführerin in der R echtsm itteleingabe am W ahr- heitsgehalt ihrer Vorbringen festhält und als Beleg einen „Auszug aus dem R egister für tägliche Ereignisse des Polizeipostens C ._______“ vom 15. August 2007 einreichte, dass nach der w eiterhin zutreffenden R echtsprechung der AR K die Voraussetzungen zur E rteilung einer Einreisebew illigung grundsätzlich restriktiv zu handhaben sind, w obei den Behörden ein w eiter E rm es- sensspielraum zukom m t, dass neben der erforderlichen G efährdung im Sinne von A rt. 3 AsylG nam entlich die Beziehungsnähe zur Schw eiz, die M öglichkeit der Schutzgew ährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische M öglichkeit und objektive Zum utbar- keit zur anderw eitigen Schutzsuche sow ie die voraussichtlichen Ein- gliederungs- und Assim ilationsm öglichkeiten in Betracht zu ziehen sind (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 1997 N r. 15, w elcher angesichts bloss redaktioneller Änderungen von A rt. 20 AsylG bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach w ie vor G ültigkeit hat), dass für die E rteilung der Einreisebew illigung die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen ausschlaggebend ist (vgl. EM AR K 1997 N r. 15 E. 2c), m ithin die Prüfung der Fragen, ob eine G efährdung im Sinne von A rt. 3 AsylG glaubhaft gem acht w ird und ob der Verbleib am Auf- enthaltsort für die D auer der Sachverhaltsabklärung zugem utet w er- den kann, dass der Schw eizerische Bundesrat am 1. August 2003 Bosnien und H erzegow ina zu einem „safe country“, einem sogenannten verfol- gungssicheren Staat erklärt hat, S eite 5E -5688/2007 dass für die Beurteilung der Verfolgungssicherheit in einem Land ne- ben der allgem einen politischen Lage die M enschenrechtssituation ausschlaggebend ist, w obei als m assgeblicher M enschenrechtsstandard der Beurteilung die in der U N -Konvention vom 16. D ezem ber 1966 über die zivilen und bürgerlichen R echte aufgelisteten N orm en zugrunde gelegt w erden, dass sich die Beschw erdeführerin vor diesem H intergrund ohne W ei- ters an die örtliche Polizei hätte w enden, ein Verfahren gegen Z. ein- leiten und dabei m it einem rechtsstaatlich korrekten Verfahren gegen Z. hätte rechnen können, dass der in der Anhörung vom 2. Februar 2007 genannte H inderungsgrund, sie m üsse im Falle einer Anzeige die Anhörung in der Schw eiz an die bosnische Polizei w eiterleiten und gefährde sich dam it zusätzlich, nicht gehört w erden kann, zum al ein Schutzersuchen losgelöst von der Begründung, ihre Aussagen seien über die Frau von S. S., die in der Schw eiz ihre Aussagen über Z. übersetzt habe, an Z. w eitergeleitet w orden, geltend gem acht w erden kann, dass sich die Beschw erdeführerin den telefonischen Bedrohungen durch Z. aber auch m it einem einfachen W echsel der Telefonnum m er hätte entziehen können, dass sie sich ferner allfälligen N achstellungen an ihrem W ohnort B._______ in Anbetracht der geltenden N iederlassungsfreiheit durch einen W ohnortw echsel innerhalb der kroatisch-bosnischen Föderation ohne w eite-res hätte entziehen können, dass vor diesem H intergrund eine G efährdung der Beschw erdeführerin im Sinne von A rt. 3 AsylG nicht gegeben ist, dass überdies das gesam te Verhalten als auch die Einw endungen der Beschw erdeführerin Zw eifel an der Tatsächlichkeit der geltend ge- m achten N achstellungen durch Z. aufkom m en lassen, dass zunächst nicht nachvollziehbar ist, w eshalb der m it dem Ehe- m ann der Beschw erdeführerin verw andte S. S. die von der Beschw er- deführerin behaupteten Aussagen gegenüber Z. gem acht haben soll, S eite 6E -5688/2007 dass die Beschw erdeführerin w eiter lediglich verm utet und durch nichts zu belegen verm ag, dass die angebliche Bom be in der G arage durch Z. deponiert w orden sein soll, dass im eingereichten „Auszug aus dem R egister für tägliche Ereignisse des Polizeipostens C ._______“ vom 15. August 2007 die U rheberschaft nicht erw ähnt w ird, dass auch w enig glaubhaft erscheint, dass Z. sie seit ihrer R ückkehr verfolge, sie aber nie aufgesucht und am 15. April 2007 eine Bom be in ihrer G arage installiert habe, um sie zu töten, dass sodann nicht nachvollziehbar ist, w eshalb sich die Beschw erde- führerin erst beim angeblichen Vorfinden einer Bom be und nicht be- reits früher an die Polizei gew andt habe, dass in diesem Zusam m enhang auch nicht nachvollziehbar ist, dass die Beschw erdeführerin zw ar einerseits die Polizei verständigt haben w ill (vgl. vorgenannten Auszug), es aber andererseits in Anbetracht ihres angeblich konkreten Verdachts, dennoch unterlassen habe, gegen Z. Strafanzeige einzureichen, dass die Beschw erdeführerin schliesslich m it dem blossen W iederho- len ihrer Ausführungen in der R echtsm itteleingabe nicht substanziiert darlegt, inw iefern das BFM zu U nrecht die Einreise nicht bew illigt und das Asylgesuch abgelehnt hat, dass die Beschw erdeführerin ihre psychischen Problem e nach den Er- kenntnissen des Bundesverw altungsgerichts in ihrem H eim atland fach- gerecht behandeln lassen kann (vgl. dazu auch die w eiterhin zutreffenden Ausführungen der AR K im U rteil vom 18. Februar 2004), dass es der Beschw erdeführerin som it nicht gelungen ist, eine G efähr- dung in ihrem H eim atland darzutun, dass zusam m enfassend festzuhalten ist, dass die Schutzbedürftigkeit der Beschw erdeführerin im Sinne des AsylG nicht gegeben ist und auch keine anderen G ründe für eine Einreisebew illigung sprechen, dass es der Beschw erdeführerin dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle S eite 7E -5688/2007 oder unangem essen sei (A rt. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde ab- zuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten grundsätzlich der Beschw erdeführerin aufzuerlegen (Ar.t 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf Fr. 600.-- festzusetzen sind (A rt. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . A rt. 2 und 3 des R eglem ents über über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE]), dass indes aus verw altungsökonom ischen G ründen auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist (A rt. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . A rt. 6 Bst. b VG KE). S eite 8E -5688/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin (Beilage: Schreiben Polizeichef vom 15. August 2007) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - die ED A Vertretung in Sarajevo, c/o Kuriersektion, 3003 Bern (m it der Bitte der Beschw erdeführerin das O riginalurteil, Schreiben Polizeichef vom 15. August 2007 gegen U nterzeichnung der beiliegenden Em pfangsbestätigung auszuhändigen) D er vorsitzender R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Beat W eber Barbara Balm elli Versand: S eite 9