Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 18. Juni 2012 (460 11 154) ____________________________________________________________________ Strafrecht Nachweis von SVG-Delikten; Strafzumessung bei Diebstahl, Hausfriedensbruch, mehrfa- cher Widerhandlung gegen das AuG sowie diversen SVG-Delikten; Rückversetzung eines bedingt Entlassenen in den Strafvollzug; Gesamtstrafe Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref.), Richter Beat Hersberger, Richter Markus Mattle, Richter Beat Schmidli ; Gerichts- schreiber Stefan Steinemann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung Liestal, Rheinstrasse 27, 4410 Liestal, Anklagebehörde A.____-Versicherung , Privatklägerin B.____GmbH in Liquidation , Privatklägerin gegen C.____ , vertreten durch Rechtsanwältin Ana Dettwiler, Fischmarkt 1 2, 4410 Liestal, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Strafbare Handlungen gegen das Vermögen / Diebstahl etc. Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 21. Juni 2011 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil vom 21. Juni 2011 entschied das Strafgericht Basel-Landschaft unter anderem: "1. C.____ wird des Diebstahls, der Sachbeschädigung, de s Hausfriedensbruchs, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, des mehrfachen Führens eines Motorfahrze ugs trotz Entzugs des Führerausweises, des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne die vorge- schriebene Haftpflichtversicherung, der mehrfachen widerr echtlichen Aneignung und missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern sowi e des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Fahrzeugausweis schuldig erklärt und als Gesamtstrafe unter Einbezug der durch die Rückversetzung vollziehbar g e- wordenen Reststrafe des Urteils des Strafgerichts Basel-L andschaft vom 7. No- vember 2006 sowie des Urteils des Strafgerichts Basel-Stad t vom 20. November 1998 von 853 Tagen Freiheitsstrafe, zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten , unter Anrechnung der vom 25. Oktober 2010 bis zum 21. Ju ni 2011 ausgestande- nen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von insgesamt 240 Tagen, sowie zu einer Busse von Fr. 200.− , verurteilt, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt a n deren Stelle eine Ersatz- freiheitsstrafe von 2 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 115 Abs. 1 lit. a AuG (in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. c und d AuG), Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG, Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG (in Verbindung mit Art. 11 AuG), Art. 95 Ziff. 2 SVG, Art. 96 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, Art. 96 Zif f. 2 SVG, Art. 97 Ziff. 1 Abs. 1 und 7 SVG, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB, Art. 89 Abs. 1, Abs. 5 und Abs. 6 StGB (in Verbindung mit Art. 49 Abs. 1 StGB) sowie Art. 106 StGB. 2. In Anwendung von Art. 89 Abs. 1 StGB wird in Bezug auf die C.____ aufgrund der bedingten Entlassung vom 23. Mai 2010 verbleibenden R eststrafe von 853 Tagen die Rückversetzung desselben in den Strafvollzug angeordnet und es wird in An- wendung von Art. 89 Abs. 6 StGB (in Verbindung mit Ar t. 49 Abs. 1 StGB) mit der neuen Strafe eine Gesamtstrafe gebildet. 3.a) Der Beurteilte wird bei seiner Anerkennung beha ftet , der A.____-Versicherung, vertreten durch D.____, Fr. 8'295.80 zu schulden. b) Es wird festgestellt , dass der Beurteilte bereit ist , den der B.____GmbH in Liquida- tion, vertreten durch E.____, entstandenen Schaden in Form des Selbstbehaltes von Fr. 500.− zu bezahlen. 4.a) Die beschlagnahmten Gegenstände (der Vorschlaghamm er, die Gitarrenhülle, das Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Funkgerät Switel) werden gemäss Art. 69 Abs. 1 und Art . 69 Abs. 2 StGB zur Ver- nichtung eingezogen . b) Der beschlagnahmte Fahrzeugausweis wird für die Ver wertung eingezogen (unten lit. c). c) Der beschlagnahmte Personenwagen Marke "VW Golf" wir d zur Verwertung ein- gezogen . Ein allfälliger Verwertungserlös wird gemäss Art. 26 8 StPO zur teilwei- sen Tilgung der Entschädigungsforderung der A.____-Versicherung verwendet. 5. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 4'432.80, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 700.− und der Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.−, gehen in Anwendung vo n § 4 Abs. 3 GebT zufol- ge Uneinbringlichkeit zu Lasten des Staats. 6. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin in Höhe vo n insgesamt Fr. 9'052.80 (in- klusive Auslagen und Mehrwertsteuer) geht zu Lasten des Staats." B. Gegen dieses Urteil meldete C.____ (nachfolgend: "Be schuldigter" genannt) mit Schrei- ben vom 24. Juni 2011 Berufung an. C. Mit Verfügung vom 16. September 2011 wurde das Gesuch des Beschuldigten um Wech- sel der amtlichen Verteidigung abgewiesen. D. Mit Berufungserklärung vom 23. September 2011 beant ragte der Beschuldigte, er sei we- gen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, meh rfacher Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer un d mehrfachen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern zu einer Freiheitsstrafe von ei nem Jahr zu verurteilen, unter Anrech- nung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 240 Tag en (25. Oktober 2010 bis 21. Juni 2011); er sei von den Vorwürfen des mehrfachen Führen s eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Führerausweises, des mehrfachen Führens eines Motorfah rzeugs ohne die vorgeschriebe- ne Haftpflichtversicherung und des mehrfachen Führens ein es Motorfahrzeugs ohne Fahrzeug- ausweis freizusprechen; es sei auf die Rückversetzung in den Vollzug der Reststrafe von 853 Tagen aus den Urteilen des Strafgerichts Basel-Stadt vo m 20. November 1998 und des Straf- gerichts Basel-Landschaft vom 7. November 2006 zu verzichten, er sei zu verwarnen und es sei die Probezeit bis 31. Dezember 2013 zu verlängern. E. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2011 wurde dem Beschul digten die amtliche Verteidigung mit Rechtsanwältin Ana Dettwiler für das Berufungsverfahren vor Kantonsgericht bewilligt. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. In der Berufungsbegründung vom 3. Januar 2012 hielt der Beschuldigte an seinen Anträ- gen fest. G. Mit Berufungsantwort vom 6. März 2012 beantragte die S taatsanwaltschaft Basel- Landschaft, Hauptabteilung Liestal, es sei die Berufun g in vollumfänglicher Bestätigung des angefochtenen Urteils abzuweisen. H. Zur heutigen Hauptverhandlung erscheinen der Beschuldig te mit seiner amtlichen Vertei- digerin und der Staatsanwalt Stephan Schmid. Der Bes chuldigte besteht auf seinen Begehren und macht ergänzend geltend, dass er bei einer Gutheissung seiner Berufung umgehend aus der Haft zu entlassen und ihm eine Genugtuung für un gerechtfertigte Haft zuzusprechen sei. Die Staatsanwaltschaft hält an ihrem Antrag fest. Erwägungen 1. FORMELLES Gegen das angefochtene Urteil des Strafgerichts ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO die Berufung zulässig. Weil die Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von dre i Jahren und sechs Monaten aus- sprach, ist laut § 15 Abs. 1 lit. b EG StPO die Fünfer kammer der Abteilung Strafrecht des Kan- tonsgerichts zu deren Beurteilung zuständig. Da die Be rufung form- und fristgerecht erhoben wurde, ist darauf einzutreten. 2. TATSÄCHLICHES UND RECHTLICHES 2.1 Mehrfaches Führen eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Führerausweises, mehrfaches Führen eines Motorfahrzeugs ohne die vor geschriebene Haftpflicht- versicherung und mehrfaches Führen eines Motorfahrz eugs ohne Fahrzeugaus- weis 2.1.1 Die Vorinstanz erwog, anlässlich sämtlicher Einvernahmen während der Voruntersu- chung habe der Beschuldigte gestanden, vom 12. August bi s zum 25. Oktober 2010 mehrfach einen Personenwagen gelenkt zu haben, ohne im Besitz de s dazu nötigen Führerausweises gewesen zu sein. Er habe ausgesagt, er habe den VW Gol f nur in jener Nacht zur Deliktsaus- übung verwendet, ansonsten habe er ihn für seine Arbei tstätigkeit gebraucht. Dem Beschuldig- ten sei der Führerausweis der Kategorie B mit Wirkung ab 1. März 1991 auf unbestimmte Zeit wegen Diebstahls eines Personenwagens und charakterliche r Nichteignung entzogen worden. In einem Schreiben vom 18. März 2011 habe er sein Gestä ndnis ohne Begründung zurückge- zogen. Anlässlich der Hauptverhandlung habe er ausgeführ t, nicht er, sondern ein Kollege sei gefahren. Nachdem er in sämtlichen Einvernahmen den Vo rwurf zugegeben und im Vorfeld der Hauptverhandlung an keiner Stelle einen Kollegen erw ähnt habe, erscheine seine von ihm an- lässlich der Hauptverhandlung gemachte Aussage als nicht gl aubhaft. Es sei unwahrscheinlich, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass ein Kollege für ihn als Chauffeur fungiert haben soll. Seine Aussage sei demnach als reine Schutzbehauptung zu werten. Dass er mit seinem am 12. A ugust 2008 erworbenen VW Golf ohne Führerausweis herumgefahren sei, sei erwiesen, anson sten wäre er wohl kaum beim be- sagten VW Golf festgenommen worden. Der inkriminierte Sachverhalt bezüglich des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Führerausweises könne unter den gegebenen Um- ständen als erstellt erachtet werden. Zudem habe er, indem er den VW Golf ohne den Versiche- rungsschutz in den Verkehr gebracht und diesen im Wissen um den fehlenden Versicherungs- schutz mehrfach gelenkt habe, den Tatbestand des Führens ei nes Motorfahrzeugs ohne die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung erfüllt. Überdies habe er sich des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne den erforderlichen Fahrzeugausweis schuldig gemacht. 2.1.2 Der Beschuldigte wendete dagegen ein, er habe anläs slich der vorinstanzlichen Haupt- verhandlung angegeben, dass er in der streitbetroffen en Zeit kein Fahrzeug in der Schweiz ge- lenkt habe. Das Fahrzeug sei stets von seinem Kollegen geführt worden. Das gegenteilige Ges- tändnis habe er nur abgelegt, um seinem Kollegen kei nerlei Schwierigkeiten mit der Justiz zu bereiten. Nach der Einreichung der Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft habe er das Geständnis widerrufen, zumal die Gefahr, dass sein Koll ege bei diesem Stand des Verfahrens noch behelligt werde, gering gewesen sei. Es gebe kei nen Grund, diese Darstellung als Schutzbehauptung zu qualifizieren. Dass er seinem Kolle gen Ärger mit der Justiz habe erspa- ren wollen, sei durchaus plausibel. Dies gelte umso mehr , als er durchwegs geständig und ko- operativ gewesen sei, was für seine Glaubwürdigkeit spreche, und die Vorwürfe im Zusammen- hang mit dem Fahrzeug am wenigsten schwerwiegend seien. Der Umstand, dass er beim Fahr- zeug festgenommen worden sei, sei kein Beweis für Fah rten im fraglichen Zeitraum, sondern könne allenfalls als strafloser Versuch gewertet werden. Er sei vom Vorwurf des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Führerausweis es, ohne Haftpflichtversiche- rung und ohne Fahrzeugausweis freizusprechen. 2.1.3 Bei der Einvernahme vom 25. Oktober 2010 durch die P olizei Basel-Landschaft führte der Beschuldigte aus, dass er seit dem Kauf des streitbe troffenen VW Golfs 3, VR6, d.h. seit zirka Juli 2010, mit diesem herumfahre (act. 303). Im Ra hmen der gleichentags erfolgten Ein- vernahme durch das Bezirksstatthalteramt Liestal bestätigte er, dass er am Morgen des 25. Oktobers 2010 mit dem besagten Auto gefahren sei. Anso nsten habe er dieses nur für seine Arbeitstätigkeit gebraucht (act. 169). Anlässlich der Be fragung durch das Bezirksstatthalteramt Liestal vom 4. November 2010 räumte der Beschuldigte ein, das fragliche Fahrzeug vom 25. Juli bis zum 25. Oktober 2010 trotz Entzugs des Führera usweises, ohne vorgeschriebene Haft- pflichtversicherung und ohne Fahrzeugausweis geführt zu haben. Seit seiner Einreise in die Schweiz habe er höchstens fünf bis sechs Fahrten durchgefüh rt. Er sei einmal nach Basel ge- fahren, als er seine Wohnung in Zürich habe auflösen un d umziehen müssen. Weiter sei er ein paar Male zur Baustelle gefahren und einmal, um das De likt in Pratteln zu begehen (act. 321 ff.). Bei der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 12. Januar 2011 gab der Be- schuldigte zu Protokoll, dass er das Auto nur selten gelenkt und nur in Notfällen gebraucht ha- be. In der Regel habe er den öffentlichen Verkehr ben utzt, um zur Arbeit zu gelangen. Er habe Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Wagen drei oder vier Male verwendet; einmal beim Zügeln, dann für das Delikt vom 25. Oktober 2010 und vielleicht noch bei einer weiteren Gel egenheit. Er sei wirklich sehr wenig mit dem Auto gefahren (act. 345). Demzufolge gab der Besch uldigte während des gesamten Vor- verfahrens zu, mit dem fraglichen Personenwagen mehrer e Male in der Schweiz gefahren zu sein. Mit Schreiben vom 18. März 2011 zog der Beschuldig te sein Geständnis des Führens ei- nes Motorfahrzeugs trotz Verweigerung oder Entzugs des Fü hrerausweises, ohne Fahrzeug- ausweis und ohne vorgeschriebene Haftpflichtversicherung un vermittelt und ohne Angabe von Gründen zurück (act. 150.19). An der vorinstanzlichen Haup tverhandlung machte der Beschul- digte geltend, dass das Fahrzeug jeweils von einem Kollegen gefahren worden sei (act. 725). In der Berufungsbegründung legte der Beschuldigte dar, e r habe mit seinem anfänglichen Ges- tändnis diesen Kollegen vor Schwierigkeiten mit der Justiz bewahren wollen. Dieses Vorbringen erscheint nicht als glaubwürdig. Er hätte nämlich diesen Kollegen keineswegs dem Zugriff der Justiz ausgesetzt, wenn er im Vorverfahren bloss angegeben hätte, bei den ihm vorgehaltenen Fahrten sei sein Kollege gefahren und er gestützt auf sein Aussageverweigerungsrecht Anga- ben zur Identität dieses Kollegen verweigert hätte. W enn es dem Beschuldigten nur um das Decken seines Kollegen gegangen sein sollte, so ist nicht ersichtlich, weshalb er neben der Fahrt in die Nähe des besagten Tatorts noch weitere i hm nicht nachweisbare Autofahrten zu- gab. Denn dadurch nutzte er dem angeblichen Kollegen n ichts. Vielmehr spricht das Zugeben dieser weiteren Fahrten für die Glaubwürdigkeit des st reitbetroffenen Geständnisses. Ein Indiz hierfür bildet auch der Umstand, dass er allein beim streitbetroffenen Fahrzeug, in welchem sich der beim Einbruch verwendete Hammer und ein Teil de s Deliktsguts auf dem Beifahrersitz be- fand, festgenommen wurde (act. 463). Weil dem Beschul digten der Führerausweis per 1. März 1991 auf unbestimmte Zeit entzogen wurde, für das fra gliche Fahrzeug kein Fahrzeugausweis ausgestellt wurde sowie die erforderliche Haftpflichtve rsicherung fehlte und der Beschuldigte trotzdem wissentlich und willentlich mehrfach in der strei tbetroffenen Zeit in der Schweiz das besagte Auto lenkte, ergibt sich, dass die Vorinstanz den Beschuldigten zu Recht wegen mehr- fachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzugs des Führe rausweises, mehrfachen Füh- rens eines Motorfahrzeugs ohne die vorgeschriebene Haftp flichtversicherung und mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Fahrzeugausweis verurteilte. 2.2 Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, meh rfache Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und A usländer, mehrfache wi- derrechtliche Aneignung und missbräuchliche Verwend ung von Kontrollschil- dern Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten wegen Diebstahl s, Sachbeschädigung, Hausfrie- densbruchs, mehrfacher Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, mehrfacher widerrechtlicher Aneignung und missbräuchlicher Verwendung von Kon- trollschildern schuldig. Weil diese Schuldsprüche nicht ang efochten wurden, sind diese nach Art. 404 Abs. 1 StPO nicht zu überprüfen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. STRAFZUMESSUNG 3.1 Strafzumessungskriterien Das Gericht misst gemäss Art. 47 StGB die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Die Schwere des Verschuldens bilde t das zentrale Kriterium bei der Zu- messung der Strafe. Bei der Bestimmung der Strafe hat das Gericht die Umstände der Tat (sog. Tatkomponente) zu beachten, also das Ausmass des verschuldete n Erfolgs, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolgs, die Willensrichtung, mit welcher der Täter handelte, das Mass an Entscheidungsfreiheit und die Beweggründe der schul digen Person. Neben diesen auf die Tat bezogenen Faktoren sind auch täterbezogene Elemente (sog. Täterkomponente) zu be- rücksichtigen, so das Vorleben, die persönlichen Verhältniss e, das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, allenfalls gezeigte Reue und Einsi cht sowie die Strafempfindlichkeit (DONATSCH /F LACHSMANN /H UG /W EDER , Kommentar StGB, 17. Aufl. 2006, S. 117). 3.2 Strafrahmen Der Diebstahl bildet die schwerste vom Beschuldigten verü bte Straftat und wird gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet. Zufolge Tat- und Deliktsmehrheit beträgt der abstrakte Strafrahmen zwischen Geldstrafe von zwei Tagessät- zen und siebeneinhalb Jahren Freiheitsstrafe (Art. 49 A bs. 1 i.V.m. Art. 139 Ziff. 1 StGB). Zu- dem ist zwingend eine Busse auszufällen, da das Führen ein es Motorfahrzeugs ohne Fahr- zeugausweis eine Übertretung darstellt, die nach Art. 96 Ziff. 1 SVG bloss mit Busse zu bestra- fen ist. 3.3 Ausmass des verschuldeten Erfolgs Der Beschuldigte brachte vor, dass die heute zur Debatte stehenden Straftaten mitnichten zu bagatellisieren seien, jedoch bezüglich der Schwere im Vergleich zu den vorherigen Delikten kaum ins Gewicht fielen. Es trifft zwar zu, dass die hier i n Frage stehenden Straftaten insbe- sondere weniger gravierend sind als die versuchte vorsät zliche Tötung, der bandenmässige Raub (in einem Fall unter Verwendung einer Schusswaff e) sowie der banden- und gewerbs- mässige Diebstahl, die ihm mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 20. November 1998 zur Last gelegt wurden. Das Ausmass der deliktischen Tätigkeit des Beschuldigten kann jedoch keinesfalls nur deshalb als gering eingestuft werden, we il die vorgenannten früheren Straftaten noch erheblich schwerer waren. Vielmehr ist bei der Be stimmung des Ausmasses des ver- schuldeten Erfolgs auf das durch die zu beurteilenden St raftaten bewirkte Unrecht abzustellen. Beim Einbruchdiebstahl ist entscheidend auf den Deliktsbetrag abzustellen (BStGer. SK 001/04 und 002/04 vom 17. August 2004 E. 7.2.1; S CHWARZENEGGER / HUG /J OSITSCH , Strafrecht II, 8. Aufl. 2007, S. 92; TRECHSEL /A FFOLTER -EIJSTEN , Praxiskommentar StGB, 2008, Art. 47 N 18). Der Wert der vom Beschuldigten durch den Einbruchdiebst ahl erbeuteten Schmuckstücke be- trägt Fr. 17'693.− und der durch das Einschlagen des S chaufensters angerichtete Schaden be- läuft sich auf Fr. 8'795.80. Der relativ hohe Betrag d er gestohlenen Ware und des Sachscha- dens ist erheblich zuungunsten des Beschuldigten zu veranschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Willensrichtung Bezüglich der Willensrichtung des Täters ist die Abgrenzu ng zwischen dem direkten und dem bedingten Vorsatz relevant, wobei Eventualvorsatz entlastend wirkt (Urteil des Obergerichts des Kantons Appenzell Ausserrhoden O1S 10 1 vom 20. Septem ber 2010 E. 4.4.3). Im vorliegen- den Fall verübte der Beschuldigte alle Straftaten mit direktem Vorsatz, was bei der Strafzumes- sung zu seinen Ungunsten zu berücksichtigen ist. 3.5 Mass an Entscheidungsfreiheit Da der Beschuldigte sich seiner Handlungen sehr wohl bewusst und in seiner Zurechnungsfä- higkeit überhaupt nicht eingeschränkt war, wäre es für ihn ohne Weiteres möglich gewesen, die Normen zu respektieren, gegen die er verstossen hat. S eine gegenteilige Entscheidung wiegt entsprechend schwer und muss zu seinen Lasten berücksichti gt werden (BStGer. SK 001/04 und 002/04 vom 17. August 2004 E. 7.2.1). Selbst wenn es zutreffen sollte, dass der Beschul- digte unmittelbar vor dem Einbruch den Lohn von seine m Arbeitgeber in Zürich nicht erhalten und er deshalb seine Wohnung verloren haben sollte, ver möchte ihm dies nichts zu helfen. Denn der Beschuldigte hätte ohne Probleme in Ungarn l egal einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder Sozialhilfeunterstützung beanspruchen können, um sei nen laufenden Lebensunterhalt zu finanzieren. Weil er trotzdem den fraglichen Einbruch beging, muss angenommen werden, dass er sich zu diesem Delikt bewusst entschied, um auf einfache Art und Weise zu Geld zu gelan- gen. Dies fällt zulasten des Beschuldigten ins Gewicht. 3.6 Vorleben und persönliche Verhältnisse Der Beschuldigte kam im Jahr 1957 in Budapest zur Welt . Gemäss den Angaben des Beschul- digten war seine Mutter alleinerziehend. Er wurde de shalb mit zirka fünf Jahren in ein Kinder- heim eingewiesen und verblieb dort bis zum 18. Lebensja hr. In Budapest absolvierte er acht Jahre die Grundschule und drei Jahre eine Berufsschule, d ie er mit einem Diplom als Kleintier- züchter abschloss. In der Folge machte er zwei Jahre ein Te chnikum, ohne einen Abschluss zu erlangen. Im Jahr 1979 verliess er seine Heimat und ging dann zunächst nach Stuttgart. Dort lebte und arbeitete er ein Jahr lang. Danach ging er nach Frankreich und später nach Belgien; im Juni 1982 kam er in die Schweiz und war hier bis zum Jahr 1989 unter anderem als Stein- metz und Kellner tätig. Die Vorinstanz erwog, dass das Strafgericht Basel-Stadt ihn bereits im Jahr 1990 wegen gewerbsmässigen Diebstahls zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt ha- be. Diese Strafe berücksichtigte die Vorinstanz zu Unrech t. Denn gemäss Art. 369 Abs. 1 lit. b StGB in Verbindung mit Art. 369 Abs. 7 StGB darf di ese nicht mehr beachtet werden, weil sie mehr als 15 Jahre zurückliegt. Von 1991 bis 1995 hielt e r sich in der Schweiz auf und arbeitete in der Bau- und Möbelbranche. Der Beschuldigte wurde am 20. November 1998 vom Strafge- richt Basel-Stadt wegen vorsätzlich versuchter Tötung, de s bandenmässigen Raubs (in einem Fall unter Verwendung einer Schusswaffe), der mehrfach en strafbaren Vorbereitungshandlung zu Raub, des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs zu einer zwölfjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Vom Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Mai 1995 bis zum 2. Mai 2003 befand er sich deshalb i n Untersuchungshaft und im Strafvoll- zug. Zwischen dem 2. Mai 2003 und dem 24. September 2 005 hielt sich der Beschuldigte zeit- weise illegal in der Schweiz auf und arbeitete als Tapezierer (act. 71 ff.; Akten des Strafgerichts Basel-Landschaft Nr. ____, S. 19 ff., S. 1027; Urtei l des Strafgerichts Basel-Stadt vom 20. No- vember 1998 S. 72). Am 7. November 2006 wurde er weg en mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, Hausfriedensbr uchs, Urkundenfälschung, Fäl- schens von Ausweisen, mehrfachen Verweisungsbruchs, mehrfach en Führens von Motorfahr- zeugen trotz Entzugs des Führerausweises und Zuwiderhandl ung gegen fremdenpolizeiliche Vorschriften zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren veru rteilt. Vom 24. September 2005 bis zum 23. Mai 2010 war er deswegen in Untersuchungshaft und im Strafvollzug (act. 25; Akten des Strafgerichts Basel-Landschaft Nr. ____, S. 19 ff., S. 1103). Am 25. Oktober 2010 wurde er wegen der hier zu beurteilenden Taten in Untersuchun gs- und Sicherheitshaft genommen und befindet sich gegenwärtig seit dem 20. Oktober 2011 i m vorzeitigen Strafvollzug (act. 797; Voll- zugsauftrag der Sicherheitsdirektion Basel-Landschaft vom 19. Oktober 2011). Ausser einer Halbschwester, zu der er seit langer Zeit keinen Kontak t mehr pflegt, hat er keine Geschwister. Der Beschuldigte ist ledig und kinderlos (act. 73, 74). Negativ ins Gewicht fällt, dass der Beschuldigte wiederh olt rückfällig wurde. Besonders schwer wiegt, dass der Beschuldigte nach der bedingten Entlassun g vom 23. Mai 2010 aus der teilwei- sen Verbüssung der ihm mit Urteil des Strafgerichts Base l-Stadt vom 20. November 1996 und mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 7. Nove mber 2006 auferlegten mehrjährigen Zuchthausstrafen während der Probezeit bereits am 14. Juni 2010 illegal in die Schweiz einreis- te sowie am 25. Oktober 2010 einen Einbruchsdiebstahl i n eine Bijouterie beging und dadurch einschlägig delinquierte. Dies zeigt eine grosse Unverf rorenheit, Dreistigkeit und Unbelehrbar- keit, welche im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen ist. Der Beschuldigte führte aus, dass die Vorinstanz sein rel ativ hohes Alter von 54 Jahren zu Un- recht nicht berücksichtigt habe. Nach der Rechtsprechung d es Bundesgericht ist zwar ein ho- hes Alter bei der Strafzumessung zu veranschlagen (W IPRÄCHTIGER , Basler Kommentar StGB, 2. Aufl. 2007, Art. 47 N 119). Der Angeklagte steht m it seinen 54 Jahren jedoch noch nicht in einem wirklich hohen Alter, das strafmindernd zu berücksicht igen ist. Eine Strafreduktion kann vorliegend auch deshalb nicht gewährt werden, weil ni cht anzunehmen ist, ein jüngerer Täter werde bei gleich hoher Strafverbüssung ungleich wenig er hart getroffen (BGer. 6P.118/2006 vom 5. Februar 2007 E. 5.3). 3.7 Nachtatverhalten Der Beschuldigte beanstandete, dass sein Geständnis nicht ge bührend zu seinen Gunsten be- rücksichtigt worden sei. Ein Geständnis kann bei der Analys e des Nachtatverhaltens zugunsten des Täters gewürdigt werden, wenn es auf Einsicht in das begangene Unrecht oder auf Reue schliessen lässt. Diese Praxis fusst auf der Überlegung, das s Geständnisse zur Vereinfachung und Verkürzung des Verfahrens sowie zur Wahrheitsfindung beitragen können. Ein Verzicht auf Strafminderung kann sich demgegenüber aufdrängen, wenn das Geständnis die Strafverfol- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung nicht erleichterte, namentlich weil der Täter nu r aufgrund einer erdrückenden Beweislage geständig geworden ist (BGer. 6P.231/2006 vom 24. Jan uar 2007 E. 3.6.3). Weil der Beschul- digte unmittelbar nach der Verübung des Einbruchsdiebstahls in Pratteln bei seinem Fluchtfahr- zeug, an dem ein gefälschtes Kennzeichen angebracht und in dem sich zwei weitere gefälschte Kennzeichen befanden (act. 539 ff.), verhaftet wurde, einen Teil des Deliktsguts noch auf sich trug sowie ein Teil der Beute und das Tatwerkzeug sich im Fluchtfahrzeug befanden, verfügten die Strafverfolgungsbehörden über erdrückende Indizien für die Täterschaft des Beschuldigten bei der Verübung des fraglichen Einbruchdiebstahls, der Widerhandlung gegen das Bundesge- setz über die Ausländerinnen und Ausländer und eines übe rwiegenden Teils der Strassenver- kehrsdelikte. Da die allermeisten Straftaten aufgrund dieser klaren Beweislage dem Beschuldig- ten ohne Weiteres nachgewiesen werden können, kann sein G eständnis nur äusserst zurück- haltend strafmindernd berücksichtigt werden. Die Vorinstanz erwog, dass der Beschuldigte für viele sei ner Taten eine Ausrede bereit halte in der Meinung, die behördlichen Anordnungen seien zu Unr echt erfolgt. Seine Taten stellten für ihn etwas Normales dar, zu deren Ausübung er sich aufgrund seiner misslichen Lage fast schon berechtigt sehe. Dem Beschuldigten scheine jedes Mittel recht, um an das von ihm benötigte Geld zu kommen. Die Verantwortung für seine Situatio n schiebe er anderen zu. Insgesamt zei- ge sich der Beschuldigte trotz der verbüssten langjährige n Haftstrafen unbelehrbar und unein- sichtig, Reue sei nicht erkennbar. Diesen zutreffenden A usführungen schliesst sich das Kan- tonsgericht an. Auch an der heutigen Verhandlung liess der Beschuldigte keine echte Reue und Einsicht erkennen. So gab er zu Protokoll, dass all seine Straftaten Notfälle gewesen seien. Zudem machte er sinngemäss geltend, dass sein Vermieter f ür den von ihm verübten Ein- bruchsdiebstahl mitverantwortlich sei, weil er aufgrund der Ausweisung aus der Wohnung auf der Strasse gestanden sei und sich deshalb in einer Notfallsituation befunden habe. Der Beschuldigte brachte vor, er habe sich bei der Bij outerie B.____ GmbH in Liquidation be- ziehungsweise bei deren Inhaber entschuldigt und in der Zwischenzeit mit der ratenweisen Til- gung des Schadens von Fr. 500.− begonnen. Dieser Umst and ist ihm zwar positiv anzurechnen. Allerdings ist zu beachten, dass der Beschuldigte, indem e r begann, einen Teil des Versiche- rungsselbstbehalts von Fr. 500.− dem Geschädigten zu bez ahlen, nur einen kleinen Teil des von ihm angerichteten Schadens ersetzte. Seine Wiedergu tmachungsbemühungen müssen deshalb stark relativiert werden. Der Beschuldigte führte ferner aus, sein Verhalten in der Untersuchungshaft spreche ebenfalls für ihn. So verhalte er sich vorbildlich, sei äusserst kor rekt und anständig zu den Betreuern und zu den Mitinsassen. Er arbeite gerne, lebe bescheiden u nd lese sehr gerne Zeitung und Bü- cher. Eine gute Führung in der Untersuchungshaft und im vorzeitigen Strafvollzug kann bei der Strafzumessung nicht zu Gunsten des Beschuldigten berücksi chtigt werden. Zwar ist für die Strafzumessung grundsätzlich auch das Verhalten des Tät ers nach der Tat von Bedeutung, soweit dieses Rückschlüsse auf den Täter und seine Einstellu ng zur Tat zulässt. Strafmindernd im Sinn eines entlastenden Nachtatverhaltens wirken vor allem das Bekunden von Einsicht und Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Reue. Ein korrektes Verhalten in der Untersuchungshaft und im Strafvollzug kann demgegen- über vorausgesetzt werden. Das positive Verhalten im vorzei tigen Strafvollzug wird dem Be- schuldigten in erster Linie bei der Frage nach der bed ingten Entlassung zugutezuhalten sein (vgl. Art. 86 StGB). Es kann hingegen im Rahmen der Strafzumessung nicht als besondere Ein- sicht oder Reue interpretiert werden (BGer. 6B_974/2009 vom 18. Februar 2010 E. 5.5). 3.8 Strafe In Anbetracht des Strafrahmens und der vorerwähnten Tat - und Täterkomponenten geht das Kantonsgericht mit der Vorinstanz von einem schweren Versch ulden aus, weshalb eine Frei- heitsstrafe von 18 Monaten für die neu zu beurteilenden Delikte als angemessen beurteilt wird. 3.9 Strafvollzug Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von g emeinnütziger Arbeit oder einer Frei- heitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei J ahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 St GB). Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten od er unbedingten Freiheitsstrafe von mindes- tens sechs Monaten oder zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders günstige Umständ e vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind unter besonders günstigen Um- ständen im Sinne von Art. 42 Abs. 2 StGB solche zu ve rstehen, die ausschliessen, dass die Vortat die Prognose verschlechtert. Demnach gilt die Ve rmutung einer günstigen Prognose bzw. des Fehlens einer ungünstigen Prognose nicht. Vielm ehr kommt der früheren Verurteilung zunächst die Bedeutung eines Indizes für die Befürchtung zu, dass der Täter weitere Straftaten begehen könnte. Die Gewährung des bedingten Strafvoll zugs kommt daher nur in Betracht, wenn eine Gesamtwürdigung aller massgebenden Faktoren den Schluss zulässt, dass trotz der Vortat eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Dabei ist zu prüfen, ob die indizielle Befürchtung durch die besonders günstigen Umstände zumin dest kompensiert wird. Das trifft etwa zu, wenn die neuerliche Straftat mit der früher en Verurteilung in keinerlei Zusammenhang steht, oder bei einer besonders positiven Veränderung in den Lebensumständen des Täters (BGer. 6B_83/2009 vom 30. Juni 2009 E. 3.2). Der Beschuldigte wurde am 7. November 2006 vom Strafge richt Basel-Landschaft und damit fünf Jahre vor den hier zu beurteilenden Straftaten d es Jahres 2010 wegen einschlägiger Straf- taten zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren verurteilt. Mit dem Urteil des Strafgerichts Basel- Stadt vom 20. November 1998 wurde der Beschuldigte eb enfalls wegen einschlägigen Strafta- ten verurteilt (act. 23 ff.). Dies sowie der Umstand, dass er nach der bedingten Entlassung vom 23. Mai 2010 aus der teilweisen Verbüssung der ihm mi t Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 20. November 1996 und mit Urteil des Strafgerichts B asel-Landschaft vom 7. November 2006 auferlegten dreijährigen Zuchthausstrafe während der Probezeit bereits am 14. Juni 2010 illegal in die Schweiz einreiste und am 25. Oktober 2010 einen Einbruchsdiebstahl in eine Bijou- terie verübte, und damit erneut mehrfach einschlägig straffällig wurde, lässt auf offensichtliche Unbelehrbarkeit schliessen. Ein geändertes Verhaltensmust er liegt daher evidenterweise nicht vor. Dies spricht gegen besonders günstige Umstände. Der B eschuldigte nutzte im Übrigen nicht nur im Jahr 2010, sondern bereits im Jahr 2003 di e ihm gegebene Chance der bedingten Entlassung nicht und wurde jeweils kurze Zeit später wied er rückfällig. Aufgrund der wiederhol- ten Rückfälligkeit ist nicht anzunehmen, dass der Beschul digte sich künftig wohlverhalten wird. Jedenfalls spricht sein Verhalten in der Vergangenheit u nd aktuell in keiner Weise für eine be- sonders günstige Prognose. Der Beschuldigte führte aus, d ass er als ungarischer Staatsbürger seit dem 1. Mai 2011 innerhalb der EU uneingeschränk t einer legalen Erwerbstätigkeit nachge- hen dürfe. Die Abhängigkeit von der Schweiz sei damit beendet, sodass mit einem weiteren illegalen Erwerb oder weiteren Straftaten in der Sch weiz nicht mehr zu rechnen sei. Aus dem Umstand, dass die Personenfreizügigkeit innerhalb der EU seit dem 1. Mai 2011 für Ungarn gilt, vermag der Beschuldigte nichts zu seinen Gunsten abzuleite n. Der Beschuldigte, der ungari- scher Muttersprache und in Ungarn aufgewachsen ist, hätte nämlich nach seiner bedingten Ent- lassung im Jahr 2010 ohne Weiteres in Ungarn einer lega len Arbeitstätigkeit nachgehen kön- nen. Weil er diese Möglichkeit, legal zu arbeiten, ni cht nutzte, ist nicht ersichtlich, weshalb er, bloss weil er nun in der ganzen EU arbeiten kann, inskünftig zur Finanzierung seines Lebensun- terhalts einer rechtmässigen Arbeit nachgehen sollte. Eine Arbeitstätigkeit ist bei der Prognose- stellung im Übrigen ohnehin nur zu berücksichtigen, wenn sich der Beschuldigte bereits an ei- nem Arbeitsplatz bewährte (S CHNEIDER /G ARRÉ , Basler Kommentar StGB, 2. Aufl. 2007, Art. 42 N 62). Vorliegend machte der Beschuldigte bloss gelten d, er werde inskünftig in der EU eine geregelte Arbeitstätigkeit ausüben. Eine Integration des Beschuldigten ins Erwerbsleben be- steht jedoch gegenwärtig nicht. Der Beschuldigte führ te weiter aus, dass er in Ungarn eine Freundin mit einem zweijährigen Kind habe. Diese hab e er nach seiner Entlassung kennenge- lernt. Weil der Beschuldigte nach seiner Haftentlassung nur wenige Monate in Freiheit war und bereits nach weniger als einem Monat illegal in die S chweiz einreiste, kann er nicht sehr lange mit der fraglichen Freundin zusammengelebt haben, we shalb diese Beziehung nicht als gefes- tigt gelten kann. Eine persönliche Beziehung, von der eine stabilisierende Wirkung auf den Be- schuldigten ausgeht, kann daher nicht als erstellt erachte t werden. Aufgrund all der vorstehen- den Ausführungen kann nicht von besonders günstigen Umstän den, welche trotz der Vortaten auf eine begründete Aussicht auf Bewährung schliessen wü rden, gesprochen werden. Die Vor- aussetzungen für die Gewährung eines bedingten Strafv ollzugs sind demnach vorliegend nicht gegeben. Aus denselben Gründen kommt auch ein teilbedi ngter Strafvollzug gemäss Art. 43 StGB nicht in Betracht. 3.10 Rückversetzung Begeht der Verurteilte während der Probezeit einer b edingten Entlassung ein Verbrechen oder Vergehen, so ordnet das für die Beurteilung der neue n Tat zuständige Gericht die Rückverset- zung an (Art. 89 Abs. 1 StGB). Ist trotz des während de r Probezeit begangenen Verbrechens Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht oder Vergehens nicht zu erwarten, dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, so ver- zichtet das Gericht auf eine Rückversetzung (Art. 89 Abs. 2 Satz 1 StGB). Während der Probe- zeit begangene Verbrechen oder Vergehen führen zwar ni cht zwingend zum Widerruf der be- dingten Entlassung. Ein solcher Widerruf bzw. die Rückver setzung in den Strafvollzug soll aber erfolgen, wenn aufgrund der erneuten Straffälligkei t des Verurteilten von ungünstigen Bewäh- rungsaussichten auszugehen ist, mithin eine eigentliche Schlechtprognose besteht. In die Beur- teilung der Bewährungsaussichten ist im Falle des Widerru fs der bedingten Entlassung mitein- zubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt ausgesprochen wird. Das Gericht kann zum Schluss kommen, dass vom Widerruf der bedingten Entlassung und der Rückversetzung in den Strafvollzug abgesehen wird, wenn die neue Strafe vollzogen wird. Auch das Umgekehrte ist zulässig: Wird der Täter in den Strafvollzug zurückverse tzt, die bedingte Entlassung also widerrufen, kann unter Berücksichtigung der zu erwartenden Wirkungen des Vollzugs der Rest- strafe eine Schlechtprognose für die neue Strafe im Sin ne von Art. 42 Abs. 1 StGB allenfalls verneint und diese folglich bedingt vollzogen werden ( BStGer. SK.2010.17 vom 17. Dezember 2010 E. 4.3.6). Dem Beschuldigten wurde anlässlich der bedingten Entla ssung vom 23. Mai 2010 aus dem Strafvollzug gemäss den Urteilen des Strafgerichts Basel-L andschaft vom 7. November 2006 und des Strafgerichts Basel-Stadt vom 20. November 1998 eine Probezeit bis zum 21. Septem- ber 2012 angesetzt. In dieser Probezeit beging er die hier zu beurteilenden Straftaten, die mit Ausnahme des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohn e Fahrzeugausweis allesamt Verbrechen oder Vergehen darstellen. Auch wenn dieser Umstand nicht automatisch zum Wi- derruf der bedingten Entlassung führt, muss dem Beschuldi gten in Gesamtwürdigung der be- reits dargelegten Faktoren, aufgrund welcher schon de r bedingte Strafvollzug gemäss Art. 42 StGB verweigert wurde, eine ungünstige Prognose gestellt werden. Aufgrund seiner Vorstrafen, der erneuten einschlägigen Straffälligkeit während der Probezeit sowie der fehlenden dauerhaf- ten Integration ins Erwerbsleben ist zu befürchten, dass der Vollzug der neuen Strafe den Be- schuldigten nicht von der Verübung weiterer Straftate n abhalten wird. Es ist daher angezeigt, die bedingte Entlassung aus dem Vollzug der ihm mit Ur teil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 7. November 2006 auferlegten Strafe zu widerrufen (BStGer. SK.2010.17 17. Dezember 2010 E. 4.3.6). 3.11 Gesamtstrafe Sind aufgrund der neuen Straftat die Voraussetzungen für eine unbedingte Freiheitsstrafe erfüllt und trifft diese mit der durch den Widerruf vollziehba r gewordenen Reststrafe zusammen, so bildet das Gericht in Anwendung von Art. 49 StGB eine Gesamtstrafe (Art. 89 Abs. 6 Satz 1 StGB). Das Gericht hat dabei methodisch stets von derjen igen Strafe als "Einsatzstrafe" auszu- gehen, die es für die während der Probezeit neu verübt e Straftat nach den Strafzumessungs- grundsätzen von Art. 47 ff. StGB ausgefällt hat. Das gil t insbesondere deshalb, weil sich der noch zu vollziehende Vorstrafenrest in der Regel keiner, also auch nicht einer allfällig schwers- ten Tat zuordnen lässt, da insbesondere bei Vorliegen me hrerer Straftaten nicht gesagt werden kann, welche Delikte des Täters durch Strafverbüssung berei ts "abgegolten" bzw. welche noch Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht "offen" sind. Die für die neuen Straftaten ausgefällt e Freiheitsstrafe bildet als Einsatzstrafe die Grundlage der Asperation. Das Gericht hat diese folgli ch mit Blick auf den Vorstrafenrest an- gemessen zu erhöhen. Daraus ergibt sich die Gesamtstrafe i m Rückversetzungsverfahren (BStGer. SK.2010.17 vom 17. Dezember 2010 E. 4.3.7). Aufgrund der durch die Rückversetzung vollziehbar geworden en Restfreiheitsstrafe von 853 Tagen aus dem Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vo m 7. November 2006 und dem Ur- teil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 20. November 1998 erscheint es in Würdigung aller dar- gelegten Faktoren angemessen, die für die vorliegend be urteilten Straftaten ausgefällte Frei- heitsstrafe von 18 Monaten um zwei Jahre auf dreieinhalb Jahre zu erhöhen. 4. ERGEBNIS Dem Gesagten zufolge erweist sich die Berufung des Beschu ldigten als unbegründet und ist deshalb abzuweisen. Demzufolge erübrigt sich eine Beurte ilung des vom Beschuldigten bloss bedingt für den Fall einer Gutheissung seiner Berufu ng gestellte Antrag, er sei umgehend aus der Haft zu entlassen und es sei ihm eine Genugtuung für ungerechtfertigte Haft zuzusprechen. 5. KOSTEN UND ENTSCHÄDIGUNG Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Urteilsgebühr von Fr. 8'750.− und Auslagen von pauschal Fr. 150.−, d em unterliegenden Beschuldigten auf- zuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtl ichen Verteidigung für das Berufungsver- fahren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 1 StPO). Der von der amtlichen Verteidigerin gemacht gemachte A ufwand von 18.25 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 180.−, die Auslagen von Fr. 190 .− sowie die Mehrwertsteuer von 8 % ist in Anbetracht der Schwierigkeit und Umfangs des vorliege nden Falls angemessen, zumal auch im Zusammenhang mit dem Gesuch um Wechsel der amtlich en Verteidigung ein erheblicher Aufwand entstand. Zudem sind für die Teilnahme an de r heutigen Hauptverhandlung dreiein- halb Stunden zu einem Stundenansatz Fr. 180.− sowie d ie darauf geschuldete Mehrwertsteuer von 8 % zu vergüten. Das Honorar von Ana Dettwiler, Advokatin, berechnet sich somit wie folgt: [in Fr.] Zeitaufwand (21.75 Std. x Fr. 180.00) 3'915.00 Auslagen 190.00 Mehrwertsteuer von 8% 328.40 Total 4'433.40 Die amtliche Verteidigerin Ana Detttwiler ist somit f ür ihre Bemühungen im kantonsgerichtlichen Verfahren mit insgesamt Fr. 4'433.40 aus der Staatska sse zu entschädigen. Eine Rückforde- rung dieser Kosten durch den Staat bleibt vorbehalten (Art. 135 Abs. 4 StPO). Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird in vollumfänglicher Bestätigung d es Urteils des Strafgerichts Basel- Landschaft vom 21. Juni 2011, lautend: "1. C.____ wird des Diebstahls, der Sachbeschädigung, de s Hausfriedens- bruchs, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, des mehrfachen Führens ein es Motor- fahrzeugs trotz Entzugs des Führerausweises, des mehrfa chen Führens eines Motorfahrzeugs ohne die vorgeschriebene Haftpflich tversicherung, der mehrfachen widerrechtlichen Aneignung und missbräu chlichen Ver- wendung von Kontrollschildern sowie des mehrfachen Füh rens eines Mo- torfahrzeugs ohne Fahrzeugausweis schuldig erklärt und als Gesamtstrafe unter Einbezug der durch die Rückversetzung vollzieh- bar gewordenen Reststrafe des Urteils des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 7. November 2006 sowie des Urteils des Strafgerichts B asel-Stadt vom 20. November 1998 von 853 Tagen Freiheitsstrafe, zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten , unter Anrechnung der vom 25. Oktober 2010 bis zum 21. Juni 2011 aus- gestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von insgesa mt 240 Ta- gen, sowie zu einer Busse von Fr. 200.− , verurteilt, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen, in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB, Art. 144 Abs . 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 115 Abs. 1 lit. a AuG (in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. c und d AuG), Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG, Art. 115 Abs. 1 lit . c AuG (in Verbindung mit Art. 11 AuG), Art. 95 Ziff. 2 SVG, Art. 96 Ziff . 1 Abs. 1 SVG, Art. 96 Ziff. 2 SVG, Art. 97 Ziff. 1 Abs. 1 und 7 SVG, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB, Art. 89 Abs. 1, Abs. 5 und Abs. 6 StGB (in Verbin- dung mit Art. 49 Abs. 1 StGB) sowie Art. 106 StGB. 2. In Anwendung von Art. 89 Abs. 1 StGB wird in Bezug auf die C.____ auf- grund der bedingten Entlassung vom 23. Mai 2010 verbl eibenden Rest- strafe von 853 Tagen die Rückversetzung desselben in den Strafvollzug angeordnet und es wird in Anwendung von Art. 89 Abs . 6 StGB (in Ver- bindung mit Art. 49 Abs. 1 StGB) mit der neuen Straf e eine Gesamtstrafe gebildet. 3.a) Der Beurteilte wird bei seiner Anerkennung beh aftet , der A.____- Versicherung, vertreten durch D.____, Fr. 8'295.80 zu schulden. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht b) Es wird festgestellt , dass der Beurteilte bereit ist , den der B.____ GmbH in Liquidation, vertreten durch E.____, entstandenen Schaden in Form des Selbstbehaltes von Fr. 500.− zu bezahlen. 4.a) Die beschlagnahmten Gegenstände (der Vorschlaghamm er, die Gitarren- hülle, das Funkgerät Switel) werden gemäss Art. 69 Abs. 1 und Art. 69 Abs. 2 StGB zur Vernichtung eingezogen . b) Der beschlagnahmte Fahrzeugausweis wird für die Ver wertung eingezo- gen (unten lit. c). c) Der beschlagnahmte Personenwagen Marke "VW Golf" wir d zur Verwer- tung eingezogen . Ein allfälliger Verwertungserlös wird gemäss Art. 26 8 StPO zur teilweisen Tilgung der Entschädigungsforderung der A.____- Versicherung verwendet. 5. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des V orverfahrens von Fr. 4'432.80, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 700.− und der Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.−, gehen in Anwen dung von § 4 Abs. 3 GebT zufolge Uneinbringlichkeit zu Lasten des Staats. 6. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin in Höhe v on insgesamt Fr. 9'052.80 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) geht zu Lasten des Staats." abgewiesen. 2. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens von total Fr. 8'900.−, bestehend aus einer Urteilsgebühr von Fr. 8'750.− und Auslagen vo n pauschal Fr. 150.−, werden dem Beschuldigten auferlegt. Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten wird eine Parteientschädigung von Fr. 4'105.− (inkl. Auslagen) zuzüglich Mehrwertsteuer von 8% im Betrag von Fr. 328.40, somit total Fr. 4'433.40, aus der Staatskasse ausgerichtet . Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Stefan Steinemann