JAAC64.106 Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 7. September 1999 in Sachen L. gegen die Prüfungskommission der höheren Fachprüfung für Bücherexperten und Bundesamt für Berufsbildung und Technologie; 98/HB-012 Examen professionnel supérieur. Déni de justice formel (art. 4 Cst.). Etablissement incomplet des faits pertinents. Inégalité de traitement dans l’appréciation (étendue de l’obligation de motiver). Obligation de conserver les pièces du dossier. Absence de preuves. Devoir d’examen de l’autorité inférieure. Motivation du grief d’inégalité de traitement. - Lorsqu’il existe des indices concrets indiquant qu’une inégalité de traitement a été commise, l’instance inférieure doit examiner les allégués pertinents. Le devoir d’examen porte sur tous les éléments de fait susceptibles d’apporter des éclaircissements sur l’inégalité de traitement invoquée et peut donc impliquer une comparaison avec d’autres travaux (consid. 6.3). - Le grief d’inégalité de traitement est suffisamment motivé lorsque le recourant indique les points sur lesquels il aurait fait l’objet d’un traitement discriminatoire comparé aux autres candidats qu’il cite, et qu’il expose brièvement les raisons justifiant un relèvement de sa note (consid. 6.4.2). Obligation de conserver les pièces du dossier. Conséquences d’une absence de preuves. - La Commission d’examen doit conserver les moyens de preuves allégués par le recourant devant l’autorité inférieure aussi longtemps qu’un recours est pendant (consid. 6.6.1). 1- Il serait inéquitable de faire supporter au recourant les conséquences de l’absence de preuves, lorsque la destruction des travaux comparatifs est imputable aux instances inférieures. Il doit dès lors avoir la possibilité de se présenter une nouvelle fois à l’examen dans la matière contestée (consid. 6.6.2). Höhere Fachprüfung. Formelle Rechtsverweigerung (Art. 4 BV). Unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Rechtsungleiche Bewertung (Umfang der Substanziierungspflicht). Aktenaufbewahrungspflicht. Beweisnotstand. Prüfungspflicht der Vorinstanz. Substanziierung der Rüge rechtsungleicher Bewertung. - Werden konkrete Anhaltspunkte vorgebracht, die auf eine rechtsungleiche Prüfungsbewertung hindeuten, erstreckt sich die Prüfungspflicht auf sämtliche Sachverhaltselemente, die Aufschluss über die behauptete rechtsungleiche Bewertung geben können; dies kann einen Quervergleich mit andern Arbeiten einschliessen (E. 6.3). - Die Rüge rechtsungleicher Behandlung ist genügend substanziiert, wenn diejenigen Aufgabenteile genannt werden, welche im Vergleich zu den Arbeiten namentlich genannter Mitkandidaten rechtsungleich tief bewertet erscheinen, und jeweils kurz angegeben wird, weshalb die Bewertung anzuheben ist (E. 6.4.2). Aktenaufbewahrungspflicht. Folgen eines unverschuldeten Beweisnotstandes. - Solange ein Rechtsmittelverfahren hängig ist, hat die Prüfungskommission die vom Beschwerdeführer vor der Vorinstanz als Beweismittel beantragten Vergleichsunterlagen aufzubewahren (E. 6.6.1). - Haben allein die Vorinstanzen die Vernichtung von Vergleichsarbeiten zu vertreten, wäre es unbillig, den Beschwerdeführer die Folgen des Beweisnotstandes tragen zu lassen. Ihm ist Gelegenheit zur nochmaligen Ablegung der entsprechenden Fachprüfung zu geben (E. 6.6.2). Esami professionali superiori. Diniego di giustizia formale (art. 4 Cost.). Accertamento incompleto della fattispecie giuridicamente rilevante. Apprezzamento disuguale (entità dell’obbligo di sostanziare). Obbligo di conservazione degli atti. Difficoltà di prova. Obbligo d’esame dell’autorità precedente. Obbligo di sostanziare la censura concernente un apprezzamento disuguale. 2- Se vengono addotti degli indizi concreti, indicanti una valutazione disuguale dell’esame, l’obbligo di verifica si estende a tutti gli elementi della fattispecie, che potrebbero portare al chiarimento del preteso apprezzamento disuguale; questo può comprendere una comparazione trasversale con altri lavori (consid. 6.3). - La censura di trattamento disuguale è sufficientemente motivata quando vengono indicate le parti dell’elaborato che, in confronto con lavori di altri candidati citati nominalmente, risultano ingiustamente sottovalutate, e quando viene brevemente indicato il motivo per il quale l’apprezzamento deve essere aumentato (consid. 6.4.2). Obbligo di conservazione degli atti. Conseguenze di una difficoltà di prova senza colpa del ricorrente. - Fintanto che una procedura di ricorso è pendente, la commissione d’esame deve conservare la documentazione comparativa richiesta dal ricorrente alla prima istanza quale mezzo di prova (consid. 6.6.1). - Se la distruzione di lavori comparativi è imputabile esclusivamente all’autorità di prima istanza, sarebbe ingiusto addossare al ricorrente le conseguenze della difficoltà di raccogliere le prove. Al ricorrente deve essere data la possibilità di sostenere ancora una volta il relativo esame professionale (consid. 6.6.2). L.bestandimHerbst1996diehöhereFachprüfungfürBücherexpertennicht. GegendieVerfügungderPrüfungskommissionderhöherenFachprüfung fürBücherexperten(hiernach: Prüfungskommission)erhobL.am 9.Januar1997VerwaltungsbeschwerdebeimBundesamtfürIndustrie, GewerbeundArbeit(hiernach: Bundesamt [22])undbeantragte,der EntscheidderPrüfungskommissionseiaufzuheben,undesseiihmdas Bücherexpertendiplomzuverleihen. UnteranderemrügteL.,seineLeistungen seienindenFächern«Revision»und«Betriebswirtschaft,Rechnungswesen, OrganisationundInformatik»teilweiserechtsungleichzutiefbewertet worden. ZumVergleichseiendieArbeitenvonbestimmtenMitkandidaten beizuziehen. MitEntscheidvom6.April1998wiesdasBundesamtdieBeschwerdeab. ZurBegründungwurdeunteranderemfestgehalten,dieAntwortendes BeschwerdeführersseiennichtmitsolchenandererKandidatenverglichen worden,daesankonkretenAnhaltspunktenfüreinerechtsungleiche Beurteilungfehle. MitEingabevom29.April1998erhebtL.gegendiesenEntscheiddes BundesamtesBeschwerdebeiderRekurskommissionEVD(REKO/EVD)und beantragt,derangefochteneEntscheidseiaufzuhebenundihmseidasDiplom einesBücherexpertenzuerteilen. AusdenErwägungen: 6.2. SomitbleibtderalsVerletzungdesrechtlichenGehörsgerügte VerfahrensfehlerderVorinstanzzuprüfen. 3DasBundesamthältimangefochtenenEntscheidwieauchinseiner Vernehmlassungfest,eswärenurdannangezeigtgewesen,die PrüfungsarbeitenvonMitkandidatenbeizuziehen,wennkonkrete Anhaltspunktedaraufhingewiesenhätten,dasseinerechtsungleiche Behandlungvorliegenkönnte. DerBeschwerdeführerhabelediglich behauptet,ohnediesnäherzubegründen,erseistrengerbewertetwordenals andereKandidaten. DemgegenüberkritisiertderBeschwerdeführer,erhabekonkretauf rechtsungleicheBewertungengewisserTeilaufgabenhingewiesen. In seinerBeschwerdevom9.Januar1997andasBundesamtsowieinweiteren Schreibenvom1.Juli1997,25.Oktober1997und10.Dezember1997 habeersehrdetailliertdargelegt,beiwelchenAufgabenundinwelchen PunktenseineLösungenandersbewertetwordenseienalsdiejenigenseiner Mitkandidaten,mitdenenerseineAntwortenverglichenhabe. DieVorinstanz hättedahervonderPrüfungskommissiondievonihmspezifizierten OriginalprüfungsunterlagendergenanntenKandidatenherausverlangen sollenundeinenSachverständigenbeauftragenmüssen,denVorwurfder ungleichenBewertungzuprüfen. NachfolgendsindzunächstdiefürdieRekurskommissionEVDwegleitenden GrundsätzebeiderrichterlichenÜberprüfungdesgerügtenVorgehensder Vorinstanzdarzustellen. 6.3. WerdenVerfahrensmängelgeltendgemacht,mussdieRechtsmittelinstanz dieerhobenenRügenmitvollerKognitionprüfen( BGE106Ia1 E.3c; VPB45.43E.2; René A. Rhinow / Beat Krähenmann ,Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,Basel1990,Nr.80BIf,S.257). Eine VerfahrensfragebetrifftauchdieRüge,beiderNotengebungseiin rechtsungleicherWeisevondenGrundsätzenabgewichenworden,diein allenandernFällenbefolgtwordenseien. WerdenkonkreteAnhaltspunktevorgebracht,dieaufeinerechtsungleiche Prüfungsbewertunghindeuten,mussdieRechtsmittelinstanzdie entsprechendenVorbringensorgfältigundernsthaftprüfen(vgl. BGE121I225 E.2c; BGE105Ia190 E.2a). DiePrüfungspflichterstrecktsichaufsämtliche Sachverhaltselemente,welcheAufschlussüberdiebehaupteterechtsungleiche Bewertunggebenkönnen;dieskanneinenQuervergleichmitandernArbeiten einschliessen(vgl. BGE112Ia107 E.2;REKO/EVD95/4K-037E.3.1.1,publiziert in: VPB61.31;unveröffentlichterBeschwerdeentscheidderREKO/EVDvom 21.9.1998i.S.S.[97/HB-007E.6.2];REKO/EVD94/4K-016[unveröffentlichte] E. 8.1,publiziertin: VPB60.41). SiehteineBeschwerdeinstanztrotzhinreichendsubstanziierterRügen voneinemVergleichderbeanstandetenArbeitmitdenArbeitenanderer Kandidatenab,soverletztsieihrePrüfungs-undBegründungspflichtund begehtinsoferneineformelleRechtsverweigerung(vgl. auch BGE112Ia107 E.2b;vgl. zumrechtlichenGehörauch: BGE106Ia1 E.3c; VPB56.16 E.4). 6.4. DasBundesamterachtetedieRügerechtsungleicherBewertungnicht alsgenügendsubstanziiert. Deshalbverzichteteesdarauf,diezumVergleich beantragtenPrüfungsarbeitenvonderPrüfungskommissionbeizuziehenund ginginhaltlichnichtnäheraufdieRügeein. 4ImFolgendenistzuprüfen,obderAuffassungdesBundesamtesgefolgt werdenkann. 6.4.1. ImVerfahrenvorderVorinstanzlegtederBeschwerdeführerin seinerEingabevom9.Januar1997dierechtsungleicheBehandlungimFach «Revision»wiefolgtdar: Begründung/Antrag Punkte Punkte PositionBegründung IST Antrag Aufgabe2(...) II StilleReserven 0.75 5 Fragena-b DerVergleichmeinerLösungmit LösungenvonDritten(H.S.,G.,Nr. xxx;M. H.,M.,Nr. yyy),diediePrüfungebenfalls nichtbestandenhaben,hatgezeigt,dass diesenfürdieidentischenAntwortendie vollePunktzahlzuerkanntwurde. DerUnterschiedinmeinerLösungbesteht lediglichdarin,dassicheineandere Darstellungsformgewählthabe. Ichbeantrage,dassdieseBonifikation auchmirzugestandenwird. (...) III Lagerbewertung Fragen1-4 Auchhierhabeichfeststellenmüssen, dassmeineAntwortenimDrittvergleich (H.S.,G.,Nr. xxx;M.H.,M.,Nr. yyy) mehrheitlichrichtigsind,abernichtim gleichenAusmassbewertetwurden. WieausmeinerLösungersichtlich ist,habeichimerstenTeildie Wertbasisfestgelegtundimzweiten TeildienotwendigenBerechnungen durchgeführt. AuchindiesemBereichbeantrageicheine angemessenePunktekorrektur. 2 6 (...) IV Konzernrechnung TeileI+IIV DievorgängiggeschilderteProblematik wiederholtsichauchindiesemBereich. Daherbeantrageichebenfallsindiesem TeilderAufgabeeineKorrekturdermir zuerkanntenPunkte. 1 3 5Begründung/Antrag Punkte Punkte PositionBegründung IST Antrag Frage7 GrundsätzederAbschlussprüfung AuchbeidieserFragewiederholtesich dieProblematikderabweichenden BeurteilunggleicherAntworten(vgl. dazu LösungvonS.K.,B.,Nr. zzz). Daherbeantrageichauchhiereine entsprechendeKorrektur. 0 0.5 Begründung/Antrag Punkte Punkte PositionBegründung IST Antrag Aufgabe5II 3 BeimDrittvergleichmeinerAntwort habeichfestgestellt,dassbeieinem anderenKandidaten(H.S.,G.,Nr. xxx) dieAusführungzuPunkt3.6meiner Lösung(vgl. S.4)miteinemhalbenPunkt bewertetwurde. DaichfürdieseAntwortkeine Punktegutschrifterhaltenhabe, beantrageich,mirdenfürdiesePosition zuerkanntenPunktgutzuschreiben. MitStellungnahmevom1.Juli1997zumBerichtderExaminatorender PrüfungskommissionhieltderBeschwerdeführeranseinembisher vertretenenStandpunktfestundnannteerneutjeneMitkandidaten,deren AufgabenlösungenzumVergleichbeizuziehenseien. 6.4.2. MitdervorstehendenAufstellungumschriebderBeschwerdeführer sehrpräzisdiejenigenAufgabenteile,welcheseinerAuffassungnach imVergleichzudenArbeitendernamentlichgenanntenMitkandidaten rechtsungleichtiefbewertetwordenseien. Fernerdeuteterjeweilskurz an,weshalbdieBewertunguminsgesamt11,25Punkteanzuhebensei. MitdiesendetailliertenHinweisenhatderBeschwerdeführerdargelegt,dass diegenanntenVergleichsarbeitengeeignetseinkönnten,umdievonihm behaupteteUnterbewertungzubelegen. InsofernhaterdieAnforderungenan dieSubstanziierungseinerRügeohneZweifelerfüllt(vgl. beispielsweisedie inBGE121I225 E.2d[amEnde]geschilderteSituation). Dennhierfürgenügt es,dasserdieUngleichbehandlungbehauptetunddieBeweismittelnennt, welchedasBundesamtindieLageversetzensollen,sichvonderRichtigkeit derBehauptungzuüberzeugen. DieRekurskommissionEVDvermagdaher nichtnachzuvollziehen,wiedasBundesamtzurAuffassunggelangenkonnte, derBeschwerdeführerhabekeine«konkretenAnhaltspunkte»füreine rechtsungleicheBehandlunggeliefert. 6SomitlagengenügendkonkreteHinweiseseitensdesBeschwerdeführers vor(vgl. Art.13desBundesgesetzesvom20.Dezember1968überdas Verwaltungsverfahren[VwVG],SR172.021),dassdasBundesamtimRahmen seinerPflichtzurSachverhaltsabklärungvonAmteswegen(Art.12VwVG) verpflichtetgewesenwäre,diezumBeweisangebotenenVergleichsarbeiten beizuziehenundsichdamitauseinanderzusetzen. DazuhätteesimÜbrigenauchdeshalbAnlassgehabt,weildie PrüfungskommissionimRahmendesvorinstanzlichenBeschwerdeverfahrens beiverschiedenenTeilaufgabenAufwertungenvorgenommenhatte. DeshalbwarengewisseZweifelanderKorrektheitderBewertungnichtvon vornhereinvonderHandzuweisen. VoneinemVergleichhättedasBundesamtnurabsehendürfen,wenndieauf GrunddergerügtenMängelbeantragteAufwertungnichtmindestenszueiner Notenkorrekturauf4,0hätteführenkönnen. DennesistnurzurPrüfungder fürdenEntscheidwesentlichenSachverhaltselementeverpflichtet. DerBeschwerdeführererwartetunterdemGesichtspunktder rechtsungleichenBewertungimFach«Revision»eineAufwertungum11,25 Punkte. DamitwürdesichdieGesamtpunktzahlzumindestauf58,75Punkte (=47,5+11,25)erhöhen. IndiesemFallergäbesichdieNote4,0,danachder Notenskalahierfür55Punkteausreichen. Somitvermöchtesicheinepositive BeurteilungdergerügtenrechtsungleichenBewertungimFach«Revision»auf dasPrüfungsergebnisimSinneeinerGutheissungundErteilungdesDiplomes auszuwirken. UnterdiesenUmständenwäredieVorinstanzverpflichtetgewesen,die zumBeweisangebotenenVergleichsarbeitenbeizuziehenundsichdamit auseinanderzusetzen. 6.5. SoweitdemBundesamtindiesemZusammenhangeineVerletzung desrechtlichenGehörsvorgeworfenwird,brauchtdaraufnichtweiter eingegangenzuwerden. Dennausschlaggebendisthier,dassdieVorinstanz denrechtserheblichenSachverhaltunvollständigfestgestellthat. Dadiesnach Art.49Bst.bVwVGeinenBeschwerdegrundbildet,istdieRekurskommission EVDgehalten,dieserRügenachzugehenunddieSachverhaltsabklärungzu vervollständigen. DementsprechendfordertedieRekurskommissionEVDimRahmender InstruktiondesVerfahrens(Art.12VwVG)diePrüfungskommissionauf, dievomBeschwerdeführergenanntenVergleichsarbeitenderKandidaten M.H.,S.K.undH.S.einzureichenundzurBewertungdieserPrüfungsarbeiten Stellungzunehmen. MitSchreibenvom12.April1999teiltediePrüfungskommissionjedochmit, dieverlangtenPrüfungsarbeitenseienbereitsvernichtetworden. Nach demReglementvom30.September1992überdiehöhereFachprüfungfür Bücherexperten(Reglement;vgl. BBl 1992 433;Art.5Abs.7)würdennach jeweilszweiJahrendiePrüfungsarbeitenjenerKandidatenvernichtet,welche keinen«Rekurs»eingelegthätten. 7Damitbleibtzuprüfen,welcherechtlichenKonsequenzenausder Aktenvernichtungzuziehensind. 6.6. DadieBeweismittelnichtmehrexistieren,istdieRekurskommissionEVD nichtinderLage,dieLückeninderSachverhaltsabklärungderVorinstanz zuschliessen. UnterdiesenUmständenkanndervomBeschwerdeführer angestrebteBeweis,dassseinePrüfungsarbeitimFach«Revision»imVergleich zuandernKandidatenzutiefbewertetwordensei,nichterbrachtwerden. DaherstelltsichdieFrage,wiesichdieserSachumstandauswirkt. 6.6.1. Dazuistfestzuhalten,dassdasBundesamtdieVerantwortungfüreine ordnungsgemässeLeitungdesverwaltungsinternenBeschwerdeverfahrens trägt(vgl. René A. Rhinow / Heinrich Koller / Christina Kiss ,Öffentliches ProzessrechtundJustizverfassungsrechtdesBundes,BaselundFrankfurt amMain1996,Rz.655,658,816,1349ff.). SeineVerpflichtungzur SachverhaltsabklärungvonAmteswegen(Art.12VwVG),erstrecktsichauch aufdieEinholungdervomBeschwerdeführerbezeichnetenBeweismittel (Art.19VwVGinVerbindungmitArt.37desBundesgesetzesvom4.Dezember 1947überdenBundeszivilprozess[BZP],SR273),soweitsiesichals rechtserheblicherweisen. DassheutederBeweisbetreffenddieallfälligerechtsungleicheBehandlung beiderPrüfungsbewertungobjektivnichtmehrgeführtwerdenkann,haben alleinedasBundesamtsowiediePrüfungskommissionzuvertreten. Das Bundesamtversäumte,rechtzeitigdiebezeichnetenPrüfungsaufgabenvon derPrüfungskommissionbeizuziehen. Diesevernichtetediegenannten PrüfungsarbeiteninKenntnisdesAntragesdesBeschwerdeführersaufEdition dieserArbeitenalsBeweismittel. DiePrüfungskommissionwusstegenau,welchePrüfungsarbeitender MitkandidatenvonBedeutungwaren. Solangedervorinstanzliche EntscheidnochnichtinRechtskrafterwachsenwar,durftesienicht davonausgehen,dieseArbeitenwürdenauchimVerfahrenvorder RekurskommissionEVDalsunerheblichbetrachtetwerden. Vielmehr hättesiediesepotenziellenBeweismittelvorsorglichbiszumAbschluss desvorliegendenBeschwerdeverfahrensaufbewahrenmüssen,umden vomBeschwerdeführerangestrebtenVergleichzuermöglichen. Die damitverbundenenUmtriebeorganisatorischerArthättendenRahmen verhältnismässigerMitwirkungnichtgesprengtundwärenimInteressedes Rechtsschutzeszumutbargewesen. DasichderBeschwerdeführerinfolgedesVorgehensderVorinstanzen unverschuldetineinemBeweisnotstandbefindet,wäreesunbillig,ihndie FolgendesverunmöglichtenBeweisestragenzulassen(vgl. dazueingehend: Peter Sutter,DieBeweislastregelnunterbesondererBerücksichtigungdes verwaltungsrechtlichenStreitverfahrens,Diss. St. Gallen1988,S.209u. 215f., mitweiterenVerweisen;sowie Fritz Gygi,Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern1983,S.50f.;vgl. allgemeinzurVerpflichtungdesStaatesaufLoyalität 8undKorrektheitimVerhalten: Beatrice Weber-Dürler,Vertrauensschutzim öffentlichenRecht,BaselundFrankfurtamMain1983,§2/IIsowie2/VI,S.15 und20ff.). 6.6.2. Somitistesnichtangebrachtanzunehmen,dieArbeitdes BeschwerdeführersimFach«Revision»seirichtigbewertetworden. Anderseitsgingeesauchnichtan,zuGunstendesBeschwerdeführers anzunehmen,derBeweisderrechtsungleichenUnterbewertungseiner ArbeitwäreimSinneseinesAntragesgelungenunddementsprechenddie Noteauf4,0anzuheben. BeidergegebenenVerfahrenslagemusssomitoffen bleiben,obdievonderPrüfungskommissionerteilteNote3,5oderallenfalls dievomBeschwerdeführerangestrebteNotevonmindestens4,0dasgültige Prüfungsresultatdarstellt. VoraussetzungderDiplomerteilungisteingültigesPrüfungsresultat. DerNachweiseinergenügendenLeistungimFach«Revision»kanndem Beschwerdeführernichterspartwerden. DaherkommteineDiplomerteilung -trotzeindeutigerFehlerderVorinstanzen-nichtinFrage(vgl. REKO/EVD 95/4K-037E.8.1,publiziertin: VPB61.31). DennVoraussetzungder DiplomerteilungisteingültigesPrüfungsresultat. DerNachweiseiner genügendenLeistungimFach«Revision»kanndemBeschwerdeführernicht erspartwerden. DemzufolgeistdemBeschwerdeführerdieMöglichkeitzugewähren,den gefordertenNachweisgenügenderLeistungenzuerbringenundihm daherGelegenheiteinzuräumen,diePrüfungimFach«Revision»nochmals abzulegen. DanachwärediePrüfungskommissioninderLage,unterEinbezug derneuermitteltenNoteimFach«Revision»überdieDiplomerteilungerneut zuentscheiden. (DieRekurskommissionEVDheisstdieBeschwerdeteilweisegutundweist dieStreitsachezurückandiePrüfungskommissionmitderWeisung,dem BeschwerdeführerunentgeltlichdienochmaligeAblegungderPrüfungim Fach«Revision»zuermöglichenundnachEinbezugderneuermitteltenNote unterBerücksichtigungdervonderVorinstanzermitteltenNoteninden übrigenPrüfungsfächernerneutüberdieDiplomerteilungzuentscheiden) [22]Heute: BundesamtfürBerufsbildungundTechnologie. 9Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 64.106 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 7. September 1999 in Sachen L. gegen die Prüfungskommission der höheren Fachprüfung für Bücherexperten und Bundesamt für Berufsbildung und Technologie; 98/HB-012 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2000 Année Anno Band 64 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 004 475 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.