B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-3343/2011 U r t e i l v o m 3 0 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richterin Jenny de Coulon Scuntaro; Gerichtsschreiber Simon Thurnheer. Parteien A._______, geboren am (…), und dessen Ehefrau B._______, geboren am (…), und deren gemeinsame Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), Sri Lanka, alle wohnhaft (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. Mai 2011 / N (…). E-3343/2011 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge ihren Heimat- staat am 10. Mai 2009 verliessen und am 4. Juni 2009 (wobei der B e- schwerdeführer an der Kurzbefragung fälschlicherweise das Jahr 2008 angegeben hat) in die Schweiz einreisten, wo sie am selben Tag um Asyl nachsuchten, dass die volljährigen Beschwerdeführenden anlässlich der Kurzbefragun- gen im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ vom 9. Juni 2009 sowie den vertieften Anhörungen vom 8. Juli 2009 zur Begründung ihrer Asylgesuche im Wesentlichen geltend machten, Tamilen römisch- katholischer Konfession zu sein und aus dem Mannar -Distrikt bzw. aus dem Jaffna-Distrikt zu stammen, wobei sie nach der Eheschliessung im Jahre (…) nach F._______, Distrikt G._______, übersiedelt seien, wo sie (…) hätten, dass der Beschwerdeführer während seines Aufenthalts im Vanni -Gebiet bei seiner Mu tter von zwei Unbekannten gesucht worden sei, welche vermutlich Angehörige des Geheimdienstes der Armee gewesen seien und ihn verdächtigt hätten, den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) anzugehören, weil er sich im Vanni -Gebiet befunden habe und früher in der Kirche aktiv gewesen sei, dass er von den LTTE immer wieder zum Verrichten von Arbeiten g e- zwungen worden sei, sich ihnen aber nie angeschlossen habe, dass er sich wegen der Bombardierungen im Oktober 2008 zusammen mit seiner Ehefrau und (…) nach H._______ im Mannar-Distrikt begeben und dort bei Bekannten gewohnt habe, dass er dort Anfang 2009 vom Geheimdienst der Armee in seiner Abw e- senheit zu Hause gesucht worden sei, weil er aus dem Vanni -Gebiet ge- kommen sei, dass er sich seither mit Hilfe eines Pfarrers versteckt habe, dass er (mehr als ) zehnmal in seiner Abwesenheit zu Hause gesucht worden sei, dass seine Ehefrau dabei bel ästigt und mit Verschleppung bedroht wo r- den sei, wenn sie ihren Ehemann nicht herbeischaffen würde, E-3343/2011 Seite 3 dass sie ab dem dritten Mal jeweils vergewaltigt worden sei, dass der Pfarrer ihre Ausreise über einen Schlepper organisiert habe, dass das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden mit Verfügung vom 26. Mai 2011 – eröffnet am 30. Mai 2011 – ablehnte und die Weg- weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Suche des Beschwerdeführers auf Grund seines Aufenthalts im Vanni-Gebiet müsse vor dem Hintergrund der Bekämpfung des Terrorismus gesehen werden, Kontrollen solcher Art hätten zur Unterbindung der Infiltrierung von LTTE- Kämpfern in die Zivilgesellschaft gedient und stellten keine asylrelevante Verfolgung dar, dass keine genügend konkreten Hinweise dafür bestünden, dass die B e- schwerdeführenden im Falle einer Rückkehr in ihren Heimatstaat mit be- achtlicher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen hätten, seitens des Staa- tes oder privater Gruppen in absehbarer Zukunft asylbeachtlichen Verfol- gungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, dass zudem die Schilderungen in zentralen Punkten oberflächlich und zu wenig substanziiert seien und weitere Ungereimtheiten aufwiesen, dass besonders die Aussagen zu den Umständen der vorgebrachten Vergewaltigungen trotz der Gelegenheit sich ausführlich zu äussern, ste- reotyp und unsubstanziiert ausgefallen seien, dass die Angaben zu den Vergewaltigunge n ohne Realitätskennzeichen und karg seien, dass sich die diesbezüglichen Beschreibungen wiederhol ten und au s- wendig gelernt wirkten, dass die Beschreibungen der Männer, welche den Beschwerdeführer g e- sucht und dessen Ehefrau vergewaltigt haben sollen, stereotyp seien, dass es erfahrungswidrig sei, dass die volljährige Beschwerdeführerin trotz der regelmässigen Besuche dieser Männer zu Hause ausgeharrt habe, wie wenn nichts geschehen wäre, und sich nicht – beispielsweise mit Hilfe des Pfarrers, der ihrem Ehemann und anderen Familien gehol-E-3343/2011 Seite 4 fen habe – habe verstecken oder bei ihrer Schwiegermutter, welche un- weit von ihr gewohnt habe, Unterschlupf suchen können, dass der Beschwerdeführer zunächst angegeben habe, für die LTTE u n- freiwillig gearbeitet zu haben, später hingegen ausgesagt habe, nie für die LTTE tätig gewesen zu sein, lediglich ein e Ausbildung absolviert zu haben, dass seine Ehefrau zunächst vorgetragen habe, im Vanni -Gebiet ei ne Waffenattrappe getragen und von den LTTE damit Tricks gelernt zu h a- ben, wogegen sie später vorgebracht habe, mit den LTTE nie etwas zu tun gehabt zu haben, dass die Beschwerdeführenden zunächst ausgesagt h ätten, die Männer, die ihn gesucht hätten, seien nachts gekommen, später aber den Ei n- druck erweckt hätten, sie seien tags gekommen, dass das Vorbringen, die Männer seien stets dann gekommen, wenn er nicht zu Hause gewesen sei, stereotyp erscheine, dass nicht nachvollziehbar sei, dass der Beschwerdeführer Frau und Kind unter diesen Umständen sich selber überlassen habe, o bwohl er von den Belästigungen und Vergewaltigungen gewusst haben wolle, dass vielmehr zu erwarten gewesen wäre, dass sie sich zusammen ve r- steckt hätten, dass ferner nicht nachvollziehbar sei, dass sie von den Bekannten, bei denen sie sich von Oktober 2008 bis Mai 2009 angeblich versteckt hä t- ten, lediglich die Vornamen kennen würden, dass, da die vorgebrachten Ereignisse , die ursächlich mit der Flucht z u- sammenhingen, noch nicht so weit zurücklägen, zu erwarten gewesen wäre, dass sie sie hätten spontan und schlüssig vortragen können, dass die Wegweisung die Regelfolge der Gesuchsabweisung sei, dass die Beschwerdeführenden zwar (…) Jahre im Vanni -Gebiet gelebt hätten, der Beschwerdeführer aber aus dem Mannar -Distrikt stamme und dort über (…) verfüge, welche (…), dass im Bezirk Mannar ausserdem Angehörige lebten, E-3343/2011 Seite 5 dass sowohl er als auch seine Ehefrau über eine abgeschlossene Schul- bildung verfügten und er au sserdem Berufserfahrung in der Landwir t- schaft habe, dass bei den Kindern auf Grund ihres (…) Alters und der kurzen Aufen t- haltsdauer in der Schweiz noch keine genügend starke persönliche Bin- dung an die Schweiz bestehen dürfte, die dem Vollzug der Wegweisung im Wege stehen würde, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 14. Juni 2011 sowie Beschwerdeergänzung vom 23 . Juni 2011 (Poststempel: 28. Juni 2011) gegen diesen Entschei d beim Bundesverwaltungsgerich t Beschwerde erhoben und dabei beantragten, die angefochtene Verfügung sei aufz u- heben und die Sache zur vollständigen und ric htigen Erhebung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen , even- tualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihnen Asyl zu gewähren, subeventualiter sei ihnen die vorläufige Aufnahme zu gewä h- ren, dass sie in prozessualer Hinsicht um Erteilung aufschiebender Wirkung und Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchten, dass sie eine vom 10. November 2010 datierte Unt erstützungsbestäti- gung zu den Akten reichten, dass auf die Beschwerdebegründung – soweit für den Entscheid wesent- lich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, dass die zuständige Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 30. Juni 2011 feststellte, die Beschwerdeführenden könnten den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, die Behandlung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege auf einen späteren Zeitpunkt verwies, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete und zur Einreichung des in der Beschwerde in Aussicht gestellten ärztl i- chen Zeugnisses Frist setzte, dass die Beschwerdeführenden mit Beweismitteleingabe vom 13. Juli 2011 zwei hausärztliche Berichte vom 8. Juli 2011 betreffend den B e- schwerdeführer bzw. dessen Ehefrau ins Recht legten, wonach ihm ein guter und stabiler Gesundheitszustand bzw. ihr ein klinisch guter Allge- meinzustand attestiert wird, wobei bei ihr (…) und dem Aufenthalt im Durchgangszentrum eine (…) aufgetreten sei, welche mit Gesprächen E-3343/2011 Seite 6 und medikamentöser Behandlung ohne Beizug eines Psychiaters gut kontrolliert worden und in der Folg e vollständig regredient gewesen sei, neben einer (…) habe sie keinerlei Beschwerden, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls über B e- schwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgeset- zes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM in der Regel – so auch vorliegend – endgültig entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwa l- tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und d aher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wi e nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur su mmarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), E-3343/2011 Seite 7 dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass die Rüge, der rechtserhebliche Sachverhalt sei unvollständig erstellt worden, wie nachfolgend aufgezeigt, unbegründet ist, dass die angeblich unberücksichtigt gebliebenen Sachverhaltselemente (die Eltern der volljährigen Beschwerdeführerin seien in ein Lager g e- kommen, ihr Ehemann habe an der Beerdigung seiner Eltern nicht tei l- nehmen können und sie habe i hm "nicht wirklich" ges childert, dass sie vergewaltigt worden sei) nämlich an der fehlenden Asylrelevanz bzw. mangelnden Glaubhaftigkeit ihrer Asylvorbringen nichts zu ändern ve r- mögen, dass die Aussage, der Beschwerdeführer habe nicht zur Beerdigung se i- ner Eltern gehen können, ü berdies aktenwidrig ist, weil er anlässlich se i- ner Anhörung angegeben hat, nicht zur Beerdigung seines Vaters gega n- gen zu sein (vgl. A10/15 S. 8), während seine Mutter weiterhin in Sri Lan- ka lebe und in seiner Abwesenheit (…) (vgl. A10/15 S. 4), dass der Einwand der volljährigen Beschwerdeführerin, sie habe ihrem Ehemann "nicht wirklich" geschildert, dass sie vergewaltigt worden sei, keinen klaren Aussagegehalt aufweist un d somit nicht geeignet ist, bei der Glaubhaftigkeitsprüfung zu einem andern Schlu ss zu führen, wobei auch die protokollierten Aussagen diesbezüglich nicht schlüssig sind, dass die vom BFM in seiner Begründung angeblich unberücksichtigten Sachverhaltselemente somit nicht rechtserheblich sind und folglich kein Anlass besteht, die Sache an die Vo rinstanz zurückzuweisen, weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem He imatstaat oder im Land, in dem s ie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nati o- nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass es bei diesen Nachteilen auf ihre Gezieltheit, Intensität und Aktual i- tät ankommt, E-3343/2011 Seite 8 dass für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewä h- rung nicht der Zeitpunkt des Asylgesuchs, sondern derjenige des En t- scheides massgeblich ist (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.6 S. 828 mit weiteren Hinweisen), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behö rde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in w e- sentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen oder der Erfahrung nicht e ntsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass das BFM zu Recht festgestellt hat, die Beschwerdeführenden erfül l- ten die Flüchtlingseigenschaft nicht, weil sie kein Gefährdungsprofil au f- wiesen, welches sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einer asylrele- vanten Verfolgung aussetzen würde, zumal sie nicht geltend machen, Mitglieder der LTTE gewesen zu sein, dass daher davon auszugehen ist, dass sie zum aktuellen Zeitpunkt nicht (mehr) ernsthaft verdächtigt werden, den LTTE anzugehören, dass sie somit auch keines der im Grundsatzentscheid BVGE 2011/24 dargelegten Risikoprofile aufweisen, dass es der geltend gemachten Suche, sofern sie überhaupt von asylb e- achtlicher Intensität gewesen ist, demnach insbesondere an der erforder- lichen Aktualität fehlt, dass im Übrigen auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen ist, denen sich das Gericht anschliesst, dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, auf die vom BFM monierten Unglaubhaftigkeitselemente bezüglich der Suche des volljährigen B e- schwerdeführers einzugehen, dass, was die geltend gemachten Vergewaltigungen betrifft, die Aktualität der Verfolgungsgefahr ebenfalls zu verneinen ist, E-3343/2011 Seite 9 dass die volljährige Beschwerdeführerin auf Beschwerdeebene sinnge- mäss selber einräumt, dass die Verfolgungsgefahr mittlerweile weggefal- len ist , indem sie "Asyleigenschaft auch nach Wegfall der ehemaligen Verfolgungsmotivation" vorbringt, dass Vergewaltigungen zwar sehr schwere Menschenrechtsverletzungen darstellen, aber entgegen der Beschwerde vorliegend nicht so schwer wiegen, als dass der volljährigen Beschwerdeführerin die Rückkehr im Sinne der Ausnahmebestimmung von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 des Abko m- mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) in ihren Heimatstaat aus z wingenden Gründen trotz Wegfall s der Verfolgungsgefahr nicht mehr zugemutet werden könnte , zumal in den eingereichten ärztlichen Attesten kein Langzeit-Trauma ausgewiesen wird (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizer i- schen Asylrekurskommission [EMARK] 1996 Nr. 10; 1995 Nr. 16; 1993 Nr. 31), dass Entsprechendes auch für den Beschwerdeführer gilt, dass die Vergewaltigungen überdies, wie das BFM zu Recht festgestellt hat, auch unglaubhaft sind, zumal die Schilderung insbesondere der Täter stereotyp ausfällt und nicht nachvollziehbar ist, dass die volljährige B e- schwerdeführerin in dieser L age so lange ausgeharrt ha ben und von i h- rem Ehemann, der sich selber in Sicherheit gebracht haben will, dieser Gefahr ausgesetzt worden sein soll, dass die auf Beschwerdeebene angebotenen Erklärungen nicht restlos zu überzeugen vermögen, zumal der Beschwerdeführer gemäss den Au s- führungen seiner Ehefrau spätestens nach dem dritten Mal sich der schweren Zwangslage seiner Ehefrau bewusst gewesen sein müsste, dass im Übrigen, wie oben bereits festgestellt, kein Arztzeugnis ins Recht gelegt wurde, welches eine schwere auf eine Vergewaltigung zurückz u- führende psychische Belastung attestieren würde, obwohl ein solches A t- test in der Beschwerde in Aussicht gestellt und mit Zwischenverfügung vom 30. Juni 2011 eingefordert worden war, dass es den Beschwerdeführenden somit nicht gelingt, die Flüchtlingse i- genschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu m achen, weshalb das Bundesamt die Asylgesuche zu Recht abgelehnt hat, E-3343/2011 Seite 10 dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein solches in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21), wes- halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Besti m- mungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wu r- de, dass das B undesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegw eisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu bew eisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebl i- che Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, E-3343/2011 Seite 11 dass zudem keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige B e- handlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schwei- zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der P raxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die im Heimatstaat drohen würde, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemein e Lage im Heimat staat der Beschwerdeführenden noch individuelle Gründe auf eine konkrete G e- fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass die Beschwerdeführenden als Ehepaar mit (…) Kindern zwar einer verletzlichen Gruppe angehören, weshalb bei der Feststellung der Z u- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs Zurückhaltung geboten ist, jene aber klar gegeben ist, dass sie insbesondere mit eigenen (…) und sowohl Nahrung (…) als auch Gelderträge abwerfen, wirtschaftlich gut gestellt sind, dass sie überdies mit der Mutter des Beschwerdeführers und sechs (…) sowie Angehörigen seiner Ehefrau in Sri Lanka über ein weit verzweigtes und tragfähiges familiäres Beziehungsnetz verfügen, auf welches sie bei der sozialen Reintegration zurückgreifen können, dass die volljährigen Beschwerdeführenden über eine abgeschlossene Schulbildung und der Ehemann bzw. Vater über Berufserfahrung (…) ver- fügen, dass sie erst nach dem Ende des Bürgerkrieges aus Sri Lanka ausgereist sind und sich weniger als vier Jahre in der Schweiz aufhalten, den grös s- ten Teil ihres Lebens aber in ihrem Heimatstaat verbracht haben, davon nur wenige Jahre im Vanni-Gebiet, zuletzt aber im Mannar-Distrikt, wo der Beschwerdeführer bereits früher gewohnt hatte und (…), E-3343/2011 Seite 12 dass somit davon auszugehen ist, dass sie mit den Gepflogenheiten in ih- rem Heimatland gut vertraut und dort tief verwurzelt sind, dass auch aus den geltend gemachten gesundheitlichen Pro blemen kei- ne Vollzugshindernisse abgeleitet werden können, zumal die eingereic h- ten ärztlichen Zeugnisse dem Ehemann bzw. Vater einen guten und stabi- len Gesundheitszustand attestieren und keinen besonderen Behan d- lungsbedarf ausweisen und auch der Ehefrau bzw. Mutter einen guten Allgemeinzustand attestieren und bei ihr ebenso wenig einen besonderen Behandlungsbedarf ausweisen, dass schliesslich angesichts des (…) Alters der Kinder auch das Kindes- wohl, wie das BFM zu Recht und mit zutreffender Begründung festgestellt hat, nicht gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs spricht, dass zusammenfassend die Voraussetzungen für einen zumutbaren Wegweisungsvollzug in den Mannar-Distrikt gemäss aktueller Praxis des Bundesverwaltungsgerichts erfüllt sind (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1), dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden in den Hei- matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshinderniss e bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG) und es den Beschwerdeführenden obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. dazu BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass d as Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege g e- mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen ist, zumal die gestellten Bege h- ren zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung (vor Erlass des Grundsat z- urteils vom 27. Oktober 2011) nicht als aussichtslos erschienen und auf Grund der Akten von der prozessualen Bedürftigkeit der Beschwerdefü h- renden auszugehen ist, dass ihnen folglich keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. E-3343/2011 Seite 13 (Dispositiv nächste Seite) E-3343/2011 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gu t- geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Simon Thurnheer Versand: