Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. Mai 2021 (720 19 184 / 138) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Gerichtsgutachten Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Ana Dettwiler , Advokatin , Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1971 geborene A.____ meldete sich am 9. Januar 2015 wegen eines Knieleidens und HWS-Beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenver sicherung (IV) zum Leistungsbe- zug an. Gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. November 2015 und von Dr. med. C. ____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom 5. November 2015 und einer attest ierten Arbeitsunfähigkeit von 100 % für körperlich schwere Arbeiten, aber einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, kör- perlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. Februar Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2016 und einem ermittelten IV-Grad von 19 % einen A nspruch auf eine IV-Rente. Am 31. Mai 2018 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an, da sich sein Gesundheitszu- stand verschlechtert hatte. Neben dem Knieleiden und der HWS-Beschwerden kamen Schulter- und Rückenprobleme sowie eine Depression hinzu. Diesbezüglich verwies er auf seinen behan- delnden Psychiater, Dr. med. D.____. Mit Bericht vom 30 . Juli 2018 diagnostizierte Dr. D.____ eine mittelgradige depressive Episode und äusserte den Verdacht auf eine narzisstische Persön- lichkeitsstörung sowie auf eine chronische Schmerzstörung m it somatischen und psychischen Faktoren. Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Nachdem A.____ Selbstmordgedan- ken geäussert hatte, wurde er zweimal stationär in der E.____ behandelt. Mit Austrittsberichten vom 25. April 2018 sowie vom 11. September 2019 wurde eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert und der Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, dissozialen Zügen geäussert. Zudem wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Zur wei- teren Abklärung des Gesundheitszustands beauftragte die IV-Stelle Dr. B.____ und Dr. C.____ mit einem Verlaufsgutachten. Dr. C.____ stellte die gleichen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wie im Vorgutachten und attestierte weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere, dem Leiden angepasste Tätigkeiten (vgl. Teilgutachten vom 18. Januar 2019). Dr. B.____ konnte keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nennen. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie narzisstische und charakterneurotische Persön lichkeitszüge (vgl. Teilgutachten vom 21. Januar 2019). Gestützt darauf verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. Mai 2019 einen Rentenanspruch von A.____ bei einem IV-Grad von 0 %. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Ana Dettwiler, mit Eingabe vom 29. Mai 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialve rsicherungsrecht. Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 1. Juni 2018 eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei eine polyd isziplinäre Begutachtung anzuordnen und sodann neu über den Rentenanspruch zu entscheiden. E r machte geltend, dass das rheu- matologische Gutachten unvollständig und widersprüchlich sei. Ferner äussere sich Dr. C.____ zu fachfremden Problemkreisen. Aber auch das Gutachten von Dr. B.____ sei beweisuntauglich, indem es in sich nicht schlüssig sei. Es stehe insbesonder e im Widerspruch zu allen übrigen psychiatrischen Einschätzungen. Am 3. Juni 2019 reichte er eine ausführliche, kritische Stellung- nahme des behandelnden Psychiaters, Dr. D.____, vom 2. Ju ni 2019 zum psychiatrischen Gut- achten von Dr. B.____ vom 21. Januar 2019 ein. C. Mit Vernehmlassung vom 6. August 2019 beantragte d ie IV-Stelle die Abweisung der Be- schwerde gestützt auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. med. F.____, Facharzt für Allge- meinmedizin, vom 10. Juli 2019 sowie der RAD-Ärztin Dr. med. G.____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 8. Juli 2019 und von Dr. B.____ vom 4. Juli 2019, worin er die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung verneinte, weil der Versicherte in der Lage gewesen sei, in der freien Wirtschaft einer Arbeit nachzugehen. D. Mit Replik vom 26. September 2019 und einer weiter en ausführlichen Ergänzung von Dr. D.____ vom 18. September 2019 sowie mit Duplik vom 16. Oktober 2019 mit Stellungnahmen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht der RAD-Ärzte vom 4. Oktober 2019 und 9. Oktober 2019 hielten die Parteien an ihren Anträgen und Begründungen fest. Es folgte eine weitere Eingab e der Rechtsvertreterin des Beschwerde- führers vom 17. Dezember 2019 mit einer Stellungnahme von Dr. D.____ vom 12. Dezember 2019. Die IV-Stelle verzichtete gemäss Schreiben vom 27. Dezember 2019 auf eine weitere Ent- gegnung. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 19. März 2020 kam das Gericht zum Schluss, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gest ützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. In Würdigung des bidisziplin ären Gutachtens vom 19. / 21. Januar 2019 stellte das Gericht zwar fest, dass die Beurteilung von Dr. C.____ eine zuverlässige und rechtsgenügliche Grundlage bilde, um den rheumatologi schen Gesundheitszustand und die Ar- beitsfähigkeit des Versicherten beurteilen zu können. Den Schlussfolgerungen von Dr. B.____ in seinem psychiatrischen Teilgutachten könne dagegen nicht gefolgt werden. In beweisrechtlicher Hinsicht ständen dem Teilgutachten die Beurteilungen d es behandelnden Psychiaters, Dr. D.____, sowie die Einschätzungen der Ärzte der E.____ gegenüber. Die Kritik von Dr. D.____ am Gutachten von Dr. B.____ sei berechtigt und erheblich. Dem Gutachten von Dr. B.____ fehle es an einer vertieften Auseinandersetzung mit der Them atik Persönlichkeitsstörung. Insbeson- dere lasse Dr. B.____ eine umfassende berufliche, privat e und soziale Anamnese vermissen. Eine solche wäre aber für die Beantwortung der Frage, ob eine Persönlichkeitsstörung vorliege oder nicht Voraussetzung. Die oberflächliche Begründung des Gutachters, dass eine Persönlich- keitsstörung auszuschliessen sei, weil der Versicherte über einen längeren Zeitraum hinweg ein Einkommen von insgesamt Fr. 882'943.-- habe generieren können und fähig gewesen sei, drei Jahre an der gleichen Arbeitsstelle zu verbleiben, sei in dieser isolierten Form nicht haltbar. Wei- ter sei Dr. B.____ auf die längeren Klinikaufenthalte des Versicherten im Jahr 2018 und die ent- sprechenden Austrittsberichte vom 25. April 2018 und 11. September 2018 nicht näher einge- gangen, obwohl sie im Zusammenhang mit der Krankengeschichte relevant seien. Die fundierte Kritik von Dr. D.____ in seinen Stellungnahmen vom 2. Juni 2019, 18. September 2019 und 12. Dezember 2019 zu den Ausführungen von Dr. B.____ in seinem Gutachten vom 21. Januar 2019 und seiner Stellungnahme vom 4. Juli 2019 sowie zu de n Kommentaren von RAD-Ärztin Dr. G.____ vom 8. Juli 2019 und 7. Oktober 2019 führe dazu , dass an der Beweistauglichkeit des Gutachtens von Dr. B.____ vom 21. Januar 2019 erheblich zu zweifeln sei, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Die Berichte von Dr. D.____ e rwiesen sich demgegenüber als nach- vollziehbar und schlüssig. Da sie als Entgegnungen auf punktuelle Aussagen von Dr. B.____ und Dr. G.____ formuliert seien, fehlten ihnen jedoch syste mbedingt weitere Ausführungen zur Ju- gendzeit und eine aktuelle Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Auseinandersetzung mit den Stan- dardindikatoren. Für eine Gesamtbeurteilung dränge sich deshalb die Einholung eines unabhän- gigen psychiatrischen Gutachtens auf. Das Gericht stellte den Fall mit Beschluss vom 19. März 2020 aus und beauftragte PD Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Erstellung eines psychiatrischen Gerichts- gutachtens. F. In seinem Gutachten vom 25. September 2020 diagnost izierte PD Dr. H.____ mit Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht und narzisstischen Anteilen sowie eine rezidivierende depr essive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode. Weiter hielt er fest, dass der Versicherte vollständig arbeitsunfähig sei. Die Vermutung liege nahe, dass bereits ab November 2012 (Ende der Arbeitstätigkeit) keine verwert- bare Arbeitsfähigkeit mehr vorgelegen habe. Er sei sich aber bewusst, dass hiermit ein ausge- sprochen langer Zeitraum retrospektiv abgedeckt werde. Als Beginn der 100%igen Arbeitsunfä- higkeit könne auch der Dezember 2017 bezeichnet werden, weil sich der Versicherte in jenem Monat in die bis heute andauernde, ambulante psychiat rische Behandlung zu Dr. D.____ bege- ben habe. G. Das Gutachten wurde den Parteien zur Stellungnahme zugestellt. Die IV-Stelle erachtete mit Eingabe vom 21. Oktober 2020 das psychiatrische Gerichtsgutachten als schlüssig, so dass darauf abzustellen sei. Aufgrund der echtzeitlichen psych iatrischen Einschätzungen durch die behandelnden Ärzte sei als Beginn der Arbeitsunfähigkeit die Aufnahme der psychiatrischen Be- handlung bei Dr. D.____ am 15. Dezember 2017 zu sehe n. Mit diesem Datum beginne die ge- setzliche Wartezeit von einem Jahr zu laufen. Folglich habe der Versicherte ab 1. Dezember 2018 Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Der Beschwerdeführer erklärte sich am 2. Dezember 2020 ebenfalls mit dem Gutachten einverstanden. Danach erwie sen sich beide Verfügungen der IV- Stelle vom 5. Februar 2016 und vom 2. Mai 2019 als of fensichtlich unrichtig, da sie auf den un- tauglichen Gutachten von Dr. B.____ aus den Jahren 201 5 und 2019 basierten. Dementspre- chend sei ihm in Aufhebung der Verfügung vom 2. Mai 2019 sowie in Wiedererwägung der Ver- fügung vom 5. Februar 2016 mit Wirkung ab 1. Juli 2015 (6 Monate seit der ersten IV-Anmeldung am 9. Januar 2015) eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Mit Stellungnahme vom 9. Dezember 2020 lehnte die IV-Stelle eine Wiedererwägung der Verfü- gung vom 5. Februar 2016 ab, da die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt seien. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und fo rmgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 29. Mai 2019 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Um festzustellen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststel- lungen auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, sind sämtl iche psychischen Erkrankungen ei- nem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. 2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes- tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des IV-Grades bildet d ie Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge- mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht b ei Gerichtsgutachten nicht ohne zwin- gende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Den im Rahmen des Gerichtsverfahrens eingeholten Gutachten ist so- mit volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesge- richts vom 20. März 2018, 8C_569/2017, E. 2.2). 4. Im rheumatologischen Teilgutachten vom 18. Januar 2019 diagnostizierte Dr. C.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Retropat ellararthrose rechts sowie eine radiomor- phologisch kleine mediale bis linkslaterale Diskusprotrusi on C5/6 und eine grössere mediolate- rale rechtsseitige Diskusprotrusion bis –hernie C6/7 (MRT HWS vom 6. August 2014). Ohne Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Status nach einer transossären Sehnenrefixation nach Fingerkuppenamputation, eine Perathropathia humeroscapularis links, eine Hypersensibili- tät im Bereich des rechten Fussrückens bei normaler Pero neus-Neurographie, Migräne, eine Dysplasie des horizontalen Bogenganges beidseits sowie e inen Status nach Arthroskopie des linken Knies. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit kam Dr. C.____ zum Schluss, dass der Versicherte keine körperlichen Schwerarbeiten mehr ausführen könne, insbesondere seien Tätigkeiten mit Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht dauernd inklinierter oder reklinierter HWS nicht zumu tbar. Für eine körperlich leichte bis mittel- schwere Tätigkeit bestehe dagegen eine volle Arbeitsfähigkeit, sofern dauerndes Knien und Bü- cken vermieden würden. Derzeit bestehe aufgrund der rechten Hand noch eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit, welche, einen guten Verlauf vorausgesetzt, voraussichtlich Ende Januar 2019 enden werde. Anlässlich der Urteilsberatung vom 19. Mär z 2020 stellte das Gericht fest, dass das Gutachten von Dr. C.____ umfassend und schlüssig sei. Die Anforderungen an den Beweis- wert eines Gutachtens seien vollumfänglich erfüllt, wesha lb es eine zuverlässige und rechts- genügliche Grundlage bilde, um den rheumatologischen Gesundheitszustand und die Arbeitsfä- higkeit des Versicherten beurteilen zu können. Die vom Beschwerdeführer dagegen vorgebrachte Kritik vermochte daran nichts zu ändern (vgl. ausführliche Auseinandersetzung mit den Einwän- den im Beschluss vom 19. März 2020). Auf das Teilgutacht en von Dr. C.____ vom 18. Januar 2019 kann somit abgestellt werden. Aus somatischer Sicht ist dem Versicherten eine leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeit zu 100 % zumutbar. 5. Zu den psychischen Einschränkungen liegt nun das Gutach ten von PD Dr. H.____ vom 25. September 2020 vor. Er diagnostizierte mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine kom- binierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Anteilen (ICD-10 F61.0) sowie eine rezidivierende depressive Störung, geg enwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähi gkeit seien Störungen durch Cannabi- noide (ICD-10 F12.1). Dem Beschwerdeführer sei es nie möglich gewesen, stabile, unterstüt- zende Elternbilder zu internalisieren, die die Entwicklung eines stabilen Narzissmus erlaubt hät- ten. Die pathologischen Beziehungserfahrungen mit den Eltern habe durch die konflikthafte Bru- derbeziehung nicht korrigiert werden können, so dass de r Beschwerdeführer eine regelrechte Bindungsstörung entwickelt habe. In der Schulzeit sei er regelmässig diskriminiert worden, was eine Integration verhindert und die frühe narzisstische S chwäche zusätzlich fixiert habe. Auch während der Berufsbildung habe sich der Beschwerdeführer wenig willkommen gefühlt, was sich in der Berufsbiographie fortgesetzt habe. So habe er a bgesehen von einer einmaligen Arbeits- dauer von dreieinhalb Jahren ausschliesslich an temporären Arbeitsstellen gearbeitet. Er habe sich an keiner Stelle in ein Team integrieren können. Regelmässig seien Konflikte aufgetaucht, welche zu einem schnellen Jobwechsel geführt hätten. Im L angzeitverlauf habe der Beschwer- deführer eine erhebliche Einbusse seiner innerpsychischen R esilienz erfahren. Es sei keines- wegs unüblich, dass Menschen mit Persönlichkeitsstörungen in der Lage seien, eine teilweise langjährige Berufsanamnese zu bewältigen, bevor sich die innerpsychische Resilienz zunehmend und schliesslich vollständig erschöpfe. Beim Versicherten se ien die zahlreichen Stellenwechsel nichts anderes als ein «Hilfsmittel» gewesen, um sich immer wieder den für ihn kaum aushaltba- ren Interaktionen mit Vorgesetzten und Mitarbeitern zu entziehen. In diesem Zusammenhang er- weise sich der Cannabiskonsum des Beschwerdeführers klar als Sekundärphänomen, um diese Schwierigkeiten im Sinne einer inadäquaten Selbstmedikation zu dämpfen und besser auszuhal- ten. Im Weiteren sei auch die private Beziehungsanamnese pathologisch. Beide Beziehungen zu den Müttern seiner beiden Söhne seien instabil verlaufen. Ferner falle auf, dass der Versicherte zeitlebens nie einen regelrechten sozialen Bekanntenkre is habe etablieren können. Auch die Kontakte zu seinen Eltern und zu seinem Bruder seien höchst selten und zu seinen Söhnen habe er seit vielen Jahren gar keinen Kontakt mehr. Aufgrund dieser Beurteilungsdimensionen könne Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer die Kardinaldefinition für eine Persönlichkeits- störung ohne Zweifel erfülle, indem ab verhältnismässi g frühem Lebensalter zentrale Bereiche der privaten, sozialen und beruflichen Anamnese nachhaltig und relevant tangiert seien. Sämtli- che Diagnosekriterien für eine emotional instabile Pe rsönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ seien erfüllt. Die diagnostischen Kriterien für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung seien nur teilweise erfüllt. Zusammenfassend könne aber festgestellt werden, dass beim Beschwerdeführer eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und narzisstischen Anteilen vor- liege. Im Weiteren lasse sich aufgrund des objektiven Psychostatus eine leichte depressive Epi- sode diagnostizieren, wobei der Schweregrad der Psychodiagnostik wie auch die Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der zugrundeliegenden Persönlichk eitspathologie deutlich untergeordnet seien. Die Affektpathologie stelle ein Sekundärphänomen auf dem Boden der primären Persön- lichkeitspathologie dar. Die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers hätten beim Vergleich mit den objektiven Untersuchungsbefunden keinerlei Inko nsistenzen ergeben. Es gebe auch keine Hinweise auf bewusste Selbstlimitierungen oder Krankheitsgewinne. Die Prüfung der ICF- Kriterien führe zum Ergebnis, dass beim Versicherten aus psychiatrischer Sicht keine qualitativen Funktionsfähigkeiten mehr vorliegen würden, um im ersten Arbeitsmarkt wieder integriert werden zu können. Es liege eine schwere psychische Störung vor, die dauerhaft, chronifiziert und thera- pierefraktär sei. Sowohl in der bisherigen Tätigkeit wie auch in jeder anderen angepassten Tätig- keit bestehe aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsfähigke it. Der Versicherte sei letztmals im Oktober 2012 im ersten Arbeitsmarkt tätig gewesen, erst seit Dezember 2017 stehe er in psychi- atrischer Behandlung. Damit stelle sich eine schwierige Ausgangslage dar, den Beginn der Ar- beitsunfähigkeit festzulegen. Aufgrund der Persönlichke itsentwicklung könne durchaus davon ausgegangen werden, dass bereits ab November 2012 keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr vorgelegen habe, womit ein ausgesprochen langer Zeitrau m retrospektiv abgedeckt würde. Es könne aber auch ohne weiteres argumentiert werden, dass die Arbeitsunfähigkeit erst ab Dezem- ber 2017 bestanden habe, als sich der Beschwerdeführer in psychiatrische Behandlung begeben habe. 6. Das Gerichtsgutachten von PD Dr. H.____ vom 25. Septe mber 2020 ist sowohl formal als auch inhaltlich umfassend und schlüssig. Es basiert auf e iner ausführlichen Untersuchung und berücksichtigt die ganze Krankengeschichte. Der Gutach ter setzt sich differenziert mit den abweichenden Diagnosen und Beurteilungen auseinander, seine Schlussfolgerungen sind nach- vollziehbar begründet und überzeugen. Er gibt auch detailliert und differenziert Auskunft über die Funktionseinbussen und Ressourcen des Beschwerdeführers. Die bundesgerichtlichen Anforde- rungen an ein beweistaugliches psychiatrisches Gutachten sind somit erfüllt. Da im Übrigen die Parteien keine Einwände gegen das Gutachten vorgebrac ht haben, kann ohne weiteres darauf abgestellt werden. 7.1 Einzig in Bezug auf den Beginn der Arbeitsunfähig keit vertreten die Parteien unter- schiedliche Auffassungen, wobei sich beide Parteien auf d ie gutachterlichen Äusserungen von PD Dr. H.____ berufen können, der sich im Ergebnis bezü glich Beginns der Arbeitsunfähigkeit nicht festlegt, sondern dafür sowohl November 2012 als a uch Dezember 2017 als vertretbar er- achtet. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 PD Dr. H.____ begründet November 2012 als Beginn der Arbeitsunfähigkeit mit der Ana- lyse der Persönlichkeitsentwicklung und stellt offensichtlich darauf ab, dass der Beschwerdefüh- rer ab diesem Zeitpunkt nie mehr gearbeitet habe. Ein e psychische Dekompensation, welche damals zeitgleich erfolgt wäre, ist aber weder behauptet noch dokumentiert. Die Annahme, dass zeitgleich mit der Aufgabe der letzten Arbeitsstelle auch eine volle Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist, ohne dass weitere entsprechende Hinweise vorliegen, wirkt spekulativ. Dem scheint sich auch der Gerichtsgutachter bewusst gewesen zu sein, indem er einräumt, dass damit ein ausgespro- chen langer Zeitraum retrospektiv abgedeckt würde und gle ichzeitig darauf hinweist, dass auch die Aufnahme der Psychotherapie im Dezember 2017 als Beginn der vollen Arbeitsunfähigkeit in Frage kommt. In der Tat erscheint erst durch die Aufnahme der psychotherapeutischen Behand- lung und in der Folge durch die stationären Klinikaufenthalte in der E.____ vom 7. März 2018 bis 30. April 2018 und vom 31. Juli 2018 bis 5. September 2018 die volle Arbeitsunfähigkeit belegt und nachvollziehbar. Frühere echtzeitliche Nachweise für eine psychische Dekompensation sind wie gesagt aus den medizinischen Akten nicht ersichtlich, so dass ein rechtsgenüglicher Beleg der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit erst ab Dezember 2017 besteht. Folglich geht die IV- Stelle zu Recht davon aus, dass das Wartejahr im Dezember 2017 zu laufen begann und im Dezember 2018 endete (vgl. zum Rentenbeginn auch Art. 29 Abs. 1 IVG). Der Beschwerdeführer hat folglich ab 1. Dezember 2018 Anspruch auf eine ganze IV-Rente infolge einer 100%igen Ar- beitsunfähigkeit. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich somit ein Einkommensvergleich. 8. Nachdem aufgrund der vorliegenden medizinischen Unt erlagen erst ab Dezember 2017 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkei t eine relevante Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist, erweist sich die in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 5. Februar 2016 im Ergebnis als korrekt, jedenfalls sicherlich nicht als zweifellos unrichtig, so dass eine Wiedererwä- gung dieser Verfügung ausgeschlossen ist. Folglich kann offenbleiben, ob das entsprechende Begehren im Rahmen der vorliegenden Beschwerde prozessual überhaupt zulässig und zu prü- fen wäre. 9.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwer- deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung od er die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah- renskosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Da die IV-Stelle überwiegend unter- liegende Partei ist, sind ihr die ganzen Verfahrenskosten aufzuerlegen. 9.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträg er die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahm en für die Beurteilung des An- spruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden (vgl. BGE 137 V 210 und 137 V 265 E. 4.4.2). Vorliegend war das Kantonsgericht anlässlich der Ur- teilsberatung vom 19. März 2020 zum Ergebnis gelangt, d ass das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten von Dr. B.____ vom 18. Januar 2019 den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein beweistaugliches Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a ) nicht genügte. Da ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Akt enlage nicht möglich war, beschloss das Kantonsgericht, die erforderliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachverhaltes im Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rahmen eines Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen. Das in der Folge eingeholte psychiat- rische Gutachten von PD Dr. H.____ vom 25. September 2020 war mit anderen Worten für eine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs des Versi cherten unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten dieses Gutachtens von Fr. 7’000.-- der IV-Stelle aufzuerlegen. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Versicherte mehrheitlich o bsiegende Partei ist, ist ihm eine un- gekürzte Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle z uzusprechen. Die Rechtsvertreterin des Versicherten macht einen Aufwand von 28.25 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen von Fr. 441.40 geltend (vgl. Kostennote vom 22. Dezember 2020). Dem V ersicherten ist demnach eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 8'082.75 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfü- gung der IV-Stelle vom 2. Mai 2019 aufgehoben und f estgestellt, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze IV-Rente ab 1. Dezem- ber 2018 hat. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 7'000.- - werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 8’082.75 (inkl. Ausla gen und Mehr- wertsteuer) auszurichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht