Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 8. November 2017 (810 16 1) ____________________________________________________________________ Steuern und Abgaben Strassenbeitrag / Beitragserhebung von Baurechtsnehmern / Anrechnung von eigenen Erschliessungskosten als Nachteil Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Markus Clausen, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiber Martin Michel Beteiligte Stadt Laufen , Beschw erdeführerin , vertreten durch Marco Giavarini , Advokat, gegen 1. Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel - Landschaft (Abteilung Enteignungsgericht) , Beschwerdegegner 2. A.____ , Beschwerdegegner 3. B.____ , Beschwerdegegnerin 4. C.____ , Beschwerdegegnerin Beschwerdegegner 2 – 4 vertreten durch Michael Baad er, Rechtsanwalt, Betreff Strassenbeitrag (Entscheid der Abteilung Enteignungsgericht vom 22. Oktober 2015) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Weststrasse in der Stadt Laufen ist gemäss geltend em kommunalem Strassen- netzplan Siedlung (beschlossen am 4. Mai 2004, genehm igt mit Regierungsratsbeschluss [RRB] Nr. 577 vom 12. April 2005) als Sammelstrasse defi niert. Am 21. Mai 2012 genehmigte der Stadtrat Laufen das Strassenbauprojekt "Neubau We ststrasse" inklusive Perimeterplan und provisorischer Beitragsliste. Vom 31. Juli 2014 bis 29. Au gust 2014 wurde das Bauprojekt öffentlich aufgelegt. Mit der öffentlichen Auflage e rhielten die beitragspflichtigen Grundeigen- tümer den Beitragsperimeterplan sowie die provisorische Beitragsliste zugestellt. Die proviso- rische Beitragsliste sah unter anderem folgende Beiträge vor: … Beitrag Parz. Nr. T 6'731.70 CHF Parz. Nr. U 11'219.50 CHF Parz. Nr. V 17'238.40 CHF Parz. Nr. W -CHF Baurechts-Parz. Nr. X (=W) 46'145.05 CHF Parz. Nr. Y 10'915.90 CHF Parz. Z (Strassenparz. im Miteigentum der Parz. Nr. T/U/V/W/Y) 7'454.60 CHF … B. Gegen die provisorische Beitragsliste erhoben die Eig entümer der Parzellen Nrn. T, U, V, W, X, Y und Z gemeinsam und alle vertreten durch Michael Baader, Advokat in Gelterkinden, Beschwerde beim Steuer- und Enteignungsgericht, Abteilung Enteignungsgericht (Enteignungs- gericht), mit dem Antrag, es seien ihnen keine Strassenbeiträge aufzuerlegen. C. Mit Urteil vom 22. Oktober 2015 hiess das Enteignung sgericht die Beschwerden gut und verpflichtete die Stadt Laufen, den Beschwerdeführ ern eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 19'485.-- (inkl. Mehrwertsteuer) zu entrichten. D. Dagegen erhob die Stadt Laufen, vertreten durch Marco Giavarini, Advokat in Basel, mit Eingabe vom 30. Dezember 2015 Beschwerde beim Ka ntonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit den R echtsbegehren: 1. Das Urteil des Enteignungsgerichts vom 22. Oktober 2015 sei aufzuheben; 2. Der Kostenverteilplan und die provisorische Beitragsliste sei vollumfänglich zu bestätige n; 3. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. E. Die Vorinstanz und die privaten Beschwerdegegner schl ossen in ihren Vernehmlas- sungen vom 9. Mai 2016 auf Abweisung der Beschwerde. F. In der Replik und der Duplik hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 31. Mai 2017 hat das Kantonsgericht das Verfahren zur Durchführung eines Augenscheins mit anschliessender Parteiverhandlung ausgestellt. H. An der heutigen Verhandlung führte das Kantonsgeri cht einen Augenschein vor Ort durch. An der anschliessenden Parteiverhandlung hielten die Parteien vollumfänglich an ihren gestellten Rechtsbegehren fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss § 96a Abs. 4 des Gesetzes über die Enteignung ( EntG) vom 19. Juni 1950 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 kann gegen Entscheide des Steuer- und Enteignungs- gerichts innert zehn Tagen Beschwerde beim Kantonsgericht erhoben werden. Gemäss § 96a Abs. 4 EntG i.V.m. § 47 Abs. 1 lit. b VPO ist die Sta dt Laufen zur Beschwerdeerhebung legiti- miert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzu- treten. 1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt werden. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Ka ntonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt ( § 45 Abs. 1 lit. c VPO). 1.3 Gemäss § 16 Abs. 2 VPO wendet das Gericht das Recht vo n Amtes wegen an. Der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen bedeutet unter anderem, dass das Gericht nicht an die rechtlichen Begründungen der Begehren de r Parteien gebunden ist. Es kann die Beschwerde aus anderen als den von den Parteien gelten d gemachten Gründen gutheissen oder abweisen (R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURNHERR /DENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, Rz. 1004). 2.1 Art. 19 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanu ng (RPG) vom 22. Juni 1979 statuiert als Grundsatz eine Erschliessungspflicht des Gem einwesens (BERNHARD WALDMANN / PETER HÄNNI , Handkommentar zum Raumplanungsgesetz, 2006, Art. 19 R PG N 29). Hinsicht- lich der Kosten für die Projektierung und den Bau diese r Erschliessungsanlagen macht der Bund den Kantonen im Sinne eines Gesetzgebungsauftra gs die Vorgabe, die aus der Er- schliessung einen Vorteil ziehenden Grundeigentümer nac h Massgabe des kantonalen Rechts daran zu beteiligen (W ALDMANN /H ÄNNI , a.a.O., Art. 19 RPG N 58). Für den Bereich des Woh - nungsbaus präzisiert Art. 5 des Wohnbau- und Eigentumsf örderungsgesetzes (WEG) vom 4. Oktober 1974 die allgemeine bundesrechtliche Vorsch rift über die Erschliessungspflicht. Gemäss Art. 19 Abs. 2 Satz 2 RPG regelt das kantonale Rec ht die Beiträge der Grundeigen- tümer an die Erschliessung ihrer Grundstück (Urteile des B undesgerichts 1C_548/2015 vom 3. August 2016 E. 6.5; 2C_1131/2014 vom 5. November 2 015 E. 2.2.1 f. mit Hinweisen, in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 118/2017 S. 331). 2.2 Der Kanton Basel-Landschaft regelt die Erschliessun gsabgaben in den §§ 90 ff. EntG und in § 36 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998. Der Kanton überträgt die Kompetenz zur Beitragserhebung seiners eits den Gemeinden, indem § 36 RBG vorsieht, dass die Gemeinden Erschliessungsreglemente erl assen, in denen insbesondere die Art und die Funktion der Erschliessungsanlagen sowie de ren Finanzierung zu regeln sind. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemäss § 90 Abs. 1 EntG können diejenigen Grundeigentü mer oder Baurechtsnehmer, wel- chen durch ein öffentliches Erschliessungswerk besondere Vor teile erwachsen, zu einer ange- messenen Beitragsleistung an das Werk (Vorteils- bzw. Erschliessungsbeiträge und Anschluss- gebühren) herangezogen werden. Der Kreis der abgabepf lichtigen Personen, der Gegenstand der Abgabe sowie die Bemessungskriterien der Abgabe sind in einem Gesetz bzw. einem Reglement festzulegen (§ 90 Abs. 3 EntG). 2.3 Von dieser Kompetenzzuweisung hat die Stadt Laufen mit dem hier massgebenden Strassenreglement der Stadt Laufen (Strassenreglement , StrR) vom 31. Oktober 1996 (Fas- sung vom 14. Juni 2012) Gebrauch gemacht. Gemäss § 21 Ab s. 1 StrR werden die Kosten der kommunalen Verkehrsanlagen gemäss den nachfolgenden Besti mmungen und Definitionen (§§ 22 ff. StrR) durch die Gemeinde und in Form von V orteilsbeiträgen durch die Grund- eigentümer getragen. 2.4 Gemäss § 27 StrR werden das Prinzip und die Berechnu ngsgrundlagen für die Kosten- verteilung (zwischen Gemeinde und Grundeigentümern) mit der Berechnungstabelle zum Kos- tenverteiler festgelegt und für alle beitragspflichti gen Grundstücke die massgebenden Flächen und die entsprechenden Kostenbeträge dargestellt. Für das Vorverfahren und den Projektbe- schluss hat der errechnete Beitrag provisorischen Charakter und stützt sich auf den Kosten- voranschlag ab. Für die Beitragsverfügung (Rechnungsstel lung an die Grundeigentümer) gemäss § 32 StrR wird die Kostenverteilung aufgrund d er definitiven Ausbaukosten gemäss Bauabrechnung bereinigt (§ 27 StrR). 2.5 Gestützt auf diese Regelung (sowie auf § 96 EntG ) kann zunächst die Beitragspflicht als solche, sofern sie im Rahmen der Planauflage eröffnet wird, beim Enteignungsgericht ange- fochten werden. Gegen die eigentliche Beitragsverfügun g ist dann wiederum eine Beschwerde an das Enteignungsgericht möglich. Damit können in ein em ersten Schritt die mit der Beitrags- pflicht zusammenhängenden Grundsatzfragen (Umfang des Beitragsperimeters, Gewichtung der Vorteile etc.) geklärt werden; in einem zweiten S chritt, d.h. im Rahmen einer Beschwerde gegen die Beitragsverfügung, kann die Berechnung der B eiträge im Detail auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Das Gemeinwesen ist indes nicht verpf lichtet, ein zweistufiges Verfahren durchzuführen; sondern es kann sich auch auf den Erlass eine r Beitragsverfügung beschrän- ken, mit der Folge, dass sämtliche Einwendungen erst im Beschwerdeverfahren gegen die Beit- ragsverfügung vorgebracht werden können (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 7. Februar 200 7 [810 06 237] E. 5.1; KGE VV vom 22. Juni 2005 [810 04 192] E. 2a; Urteil des Ver waltungsgerichts Basel-Landschaft [VGE] vom 24. April 1985, in: Basellandschaftliche Verwaltun gsgerichtsentscheide [BLVGE] 1985 S. 64 ff. E. 1). 3. Vorliegend hat die Stadt Laufen das zweistufige Ver fahren angewendet und zunächst den Beitragsperimeterplan sowie die provisorische Beitr agsliste erlassen. Den Perimeterplan und die provisorische Beitragsliste haben die privaten Be schwerdegegner beim Enteignungs- gericht erfolgreich angefochten. Gegen den Entscheid d es Enteignungsgerichts hat die Stadt Laufen die vorliegende Beschwerde an das Kantonsgerich t erhoben. Umstritten sind damit in Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht diesem Beschwerdeverfahren die Beitragspflicht sowie di e damit zusammenhängenden Grund- satzfragen. 4.1 Die Vorinstanz erwog zunächst im angefochtenen En tscheid, der gegenüber der Eigentümerin der Baurechtsparzelle Nr. X erhobene Vo rteilsbeitrag in der Höhe von Fr. 46'145.05 verstosse gegen das Legalitätsprinzip, w eil das kommunale Reglement in § 21 StrR sowie den nachfolgenden Bestimmungen keine Beitra gserhebung von Baurechtsnehmern vorsehe, sondern nur von Grundeigentümern. Da die beide n Begriffe Grundeigentümer und Baurechtsnehmer im EntG klar auseinandergehalten würde n, bestehe kein Raum für ein Begriffsverständnis des Begriffs Grundeigentümer im Str assenreglement, welches auch Bau- rechtsnehmer mitumfassen würde. Daran vermöge auch der privatrechtliche Baurechtsvertrag, mit welchem sich die Baurechtsnehmerin verpflichtet ha be, allfällig anfallende Vorteilsbeiträge zu bezahlen, nichts zu ändern, da privatrechtliche Verträg e in der Regel nur zwischen den Parteien Rechtswirkungen entfalten würden. 4.2 Das Baurecht ist die grundsätzlich übertragbare und vererbliche Dienstbarkeit, auf einem fremden Grundstück ein Bauwerk zu errichten (Art. 779 Abs. 1 und 2 des Schweizeri- schen Zivilgesetzbuchs [ZGB] vom 10. Dezember 1907). Ist e s selbständig (d.h. weder zu- gunsten eines herrschenden Grundstückes noch einer bestimmt en Person errichtet, Art. 655 Abs. 3 Ziff. 1 ZGB) und dauernd (d.h. auf wenigstens 3 0 Jahre oder auf unbestimmte Zeit begründet, Art. 655 Abs. 3 Ziff. 2 ZGB), so kann es – m uss aber nicht – als Grundstück in das Grundbuch aufgenommen werden (Art. 779 Abs. 3 und 943 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB; Art. 22 Abs. 1 lit. a der Grundbuchverordnung vom 23. September 2011). Wird das Grundstück im Grundbuch aufgenommen, so erhält es ein eigenes Grundbuchblatt u nd kann am Rechtsverkehr teilneh- men, verkauft und sogar dinglich belastet oder verpfände t werden (BGE 92 I 539; 133 III 311 E. 4.2.1, m.w.H.). Ist das Baurecht als Grundstück im Gru ndbuch aufgenommen, gilt es ab diesem Zeitpunkt als Grundstück. 4.3 Das kantonale Recht kann vorsehen, dass andere Personen als die Grundeigentümer für die Finanzierung beigezogen werden, falls sie von de r Erschliessung profitieren. Dies kön- nen beispielsweise Baurechtsnehmer oder Nutzniesser von üb erbauten oder auch unüberbau- ten Grundstücken sein. Das Bundesgericht hat es in seiner bi sherigen Rechtsprechung einzig als unzulässig betrachtet, einen dinglich nicht Berechtigt en ohne ausdrückliche gesetzliche Grundlage einer Mehrwertbeitragspflicht zu unterwerfe n (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 2P.248/2004 vom 13. Mai 2005, E. 6.2, mit Hinweisen) . Es ist vorab Sache des zuständigen Gesetzgebers, zu bestimmen, wer bei baurechtsbelasteten Grundstücken als Abgabeschuldner ins Recht gefasst werden soll. § 90 Abs. 1 EntG sieht v or, dass Grundeigentümer oder Bau- rechtsnehmer, welchen durch ein öffentliches Erschliessungs werk besondere Vorteile erwach- sen, zu einer angemessenen Beitragsleistung an das Werk herangezogen werden können. Die Verpflichtung des Baurechtsnehmers durch die Beschwerde führerin kann sich daher auf die allgemeine Regelung der Vorteilsausgleichung im EntG stützen. Daran vermag der Wortlaut des kommunalen Strassenreglements, welcher nur die Grund eigentümer (ausdrücklich) er- wähnt, nichts zu ändern. Vielmehr ist aufgrund des Wor tlauts von § 90 EntG und des Um- stands, dass die ins Grundbuch aufgenommenen selbständigen und dauernden Rechte zu den Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht "Grundstücken" im Sinne von Art. 655 ZGB gehören, we shalb der Baurechtsinhaber ohne weiteres auch zu den "Grundeigentümern" gezählt werden kann, kein Verstoss gegen das Legalitätsprinzip ersichtlich, wenn der Vorteilsbeitrag beim Eigentümer des Baurechtsgrund- stücks erhoben wird. Demgemäss durfte die Stadt Laufen die "Eigentümerin" der im Grundbuch eingetragenen Baurechtsparzelle zur Bezahlung eines Vorteilsbeitrags anhalten. 5.1 Zu klären bleibt, ob die Voraussetzungen für die Er hebung eines Vorteilsbeitrags seitens der Beschwerdeführerin zulasten der Beschwerdege gner erfüllt sind und insbesondere, ob den Beschwerdegegnern durch das Bauprojekt "Neubau Weststrasse" ein relevanter Son- dervorteil entstanden ist. 5.2 Wie bereits einleitend erwähnt (siehe vorne E. 2.2 ) können diejenigen Grundeigen- tümer oder Baurechtsnehmer, welchen durch ein öffentl iches Erschliessungswerk besondere Vorteile erwachsen, zu einer angemessenen Beitragslei stung an das Werk (Vorteils- bzw. Er- schliessungsbeiträge und Anschlussgebühren) herangezogen w erden (§ 90 Abs. 1 EntG). Voraussetzung für die Abgabenerhebung ist ein individuel ler, dem einzelnen Pflichtigen zu- rechenbarer, konkreter Sondervorteil; fehlt es dagegen an einem solchen bzw. knüpft die Ab- gabepflicht bloss an die abstrakte Interessenlage des be lasteten Personenkreises an, so stellt die Abgabe keine Vorzugslast, sondern eine – vorausset zungslos erhobene – sog. Kostenan- lastungssteuer dar (vgl. BGE 131 I 313 E. 3.3, 129 I 3 54 f. E. 5.1, 128 I 160 E. 2.2, 124 I 291 f. E. 3b). Ein Sondervorteil liegt im Erschliessungsrecht reg elmässig dann vor, wenn ein Grund- stück durch den Bau von Zufahrtsstrassen, Kanalisation, Verso rgungsnetzen und Werklei- tungen erschlossen wird und es dadurch einen Vorteil in Form eines Vermögenszuwachses erfährt. Tritt eine Wertvermehrung von Vornherein nic ht ein oder wird sie durch Nachteile ökonomischer Art neutralisiert, so fällt ein Sondervortei l ausser Betracht. Nicht von Bedeutung ist hingegen, ob der Vorteil realisiert wird. Sodann begründen nur erhebliche Vorteile die Beitragspflicht (Urteil des Bundesgerichts 2P.278/2001 vom 7. Februar 2002 E. 2.2; ALEXANDER RUCH , Die Bedeutung des Sondervorteils im Recht der Erschlie ssungsbeiträge, in: ZBl 1996, S. 532 f.). Keine Wertsteigerung bewirkt in der Regel der Ausbau einer Erschliessungsanlage, soweit die Grundstücke bereits durch die vorhandene Anl age erschlossen sind. Ein Sonder- vorteil kann hingegen entstehen, wenn durch den Ausbau einer Anlage die Erschliessung einzelner Grundstücke wesentlich verbessert wird (B ERNHARD STAEHELIN , Erschliessungsbei- träge, Basel 1979, S. 137). Dies ist der Fall, wenn e in Grundstück durch den Ausbau oder die Korrektion einer Strasse rascher, bequemer oder sicherer erreicht werden kann (vgl. P ETER J. BLUMER , Abgaben für Erschliessungsanlagen nach dem Thurgauer B augesetz, Zürich 1989, S. 68). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann auch ein Grundstück, für welches bereits früher einmal ein Erschliessungsbeitrag erhobe n wurde, mit einem nachträglichen Beitrag belastet werden, sofern ein neuer Sondervorteil entsteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_188/2011 vom 17. Januar 2012 E. 4.4), so wenn die bauliche Nutzungsmöglichkeit durch den Ausbau verbessert wird. Das gilt auch für eine Erschl iessung durch eine Strasse, die eine bisher zwar bestehende, aber nicht mehr den aktuellen V orschriften entsprechende Erschlies- sung ersetzt (Urteil des Bundesgerichts 2C_665/2009 vom 25. Februar 2011 E. 4.2, in: ZBl 113/2012 S. 103). Ob einem Grundstück ein besonderer V orteil zukommt, ist auf Grund einer objektiven Betrachtung zu beurteilen (RUCH , a.a.O., S. 533, Rz 21). Da es oft schwierig oder gar Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht unmöglich ist, den Wertzuwachs in jedem einzelnen Fall zu bestimmen, darf auf schematische, der Durchschnittserfahrung entsprechende Massstäbe abgestel lt werden (vgl. BGE 110 Ia 209 E. 4c; U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zürich 2016, Rz 2825 ff.; vgl. zum Ganzen K GE VV vom 8. Mai 2013 [810 12 288] E. 3.1 ff.). 5.3 Zur Bestimmung des Kreises der beitragspflichtigen Personen bieten sich mehrere Systeme an. Zum Beispiel das sogenannte Anstössersystem, nach welchem lediglich die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer der an die Strasse grenzenden Grundstücke in die Beitragspflicht einbezogen werden. Oder das sogena nnte Perimetersystem, nach dem die gesamten durch die Strasse erschlossenen Grundstücksfläch en erfasst werden. Beim Perime- tersystem werden die Beitragspflichtigen durch Aufstellu ng eines Umgrenzungs- oder Perime- terplanes festgestellt und meist in Klassen verschieden grossen Interesses und damit ver- schieden abgestufter Beitragspflicht eingeteilt (vgl. V GE vom 24. April 1985, in: BLVGE 1985 S.68 f.). Das Strassenreglement der Stadt Laufen basie rt im Wesentlichen auf dem Perimeter- system und regelt den Kreis der Beitragspflichtigen in § 26 StrR wie folgt: § 26 Beitragsperimeterplan 1 Der Beitragsperimeterplan definiert den Kreis der fü r die Verkehrsanlage beitragspflichtigen Grundstücke. Der Beitragsperimeter erfasst alle von der Beitragspfl icht betroffenen Grundstücksflächen nach Massgabe des an der Verkehrsanlage erwachsenen Vorteils. 2 Der Beitrag wird im Verhältnis zur beitragspflichtigen Fläche berechnet. 3 Die beitragspflichtigen Flächen werden unter Vorbehalt von Abs. 7 und 8 wie folgt ermittelt: • Anwänder: (an die Verkehrsanlage angrenzende Grundstücke): Bis zu einer Bautiefe von 30 m (ab neuem Rand der öff entlichen Verkehrsanlage) wird die Fläche ganz und für das Mehrmass bis zum Beitragsperimeter wird die Fläche zur Hälfe einbezogen. • Hinterlieger (innerhalb des Beitragsperimeters liegende, nicht an die Verkehrsfläche angrenzende Grund- stücke): Die Fläche wird zur Hälfte einbezogen. • Grundstücke mit besonderem Vorteil: Die Fläche wird nach Massgabe des entsprechenden Vorteils einbe- zogen. 4 Die Beitragspflicht beschränkt sich auf Grundstücksflächen innerhalb des Perimeters des Zonenplans. 5 Bei Grundstücken, die an mehreren Verkehrsflächen liegen, ist eine doppelte Belastung auszuschliessen, indem der Beitragsperimeter als Winkelhalbierende sich berührender bzw. als Mittellinie parallel verlaufen- der Verkehrsflächen festgelegt wird. Dabei sind auch bereits vorhandene Perimeterpläne angrenzender Ver- kehrsanlagen zu berücksichtigen. 6 Kann nur an eine Seite der Verkehrsanlage gebaut werden, so wird auf der unüberbaubaren Seite eine fik- tive Bautiefe von 20 m in den Beitragsperimeter einbezogen. Der für diese Fläche ermittelte Beitrag wird von der Gemeinde getragen. Bei einer späteren Überbauung dieser Fläche werden die teuerungsbereinigten Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kosten den Grundeigentümern übertragen. Für die Ermittlung der teuerungsbereinigten Kosten wird der Zür- cher Baukostenindex verwendet. 7 In besonderen Fällen können auch Grundstücke in den Per imeter der Beitragspflicht einbezogen werden, welche nicht direkt oder indirekt an die Erschliessungsanlag e anstossen, jedoch durch die Erschliessungs- anlage einen besonderen Vorteil erhalten. Ein besonderer Vorteil ist insbesondere gegeben, wenn die Stras- senbaumassnahme für die betreffenden Grundstücke die Zufahrt erleichtert oder verbessert. Für die Ermittlung der beitragspflichtigen Flächen gelten hierbei folgende Bestimmungen: Die einzelnen Grundstücke werden in Beitragsklassen einge teilt, die entsprechend den geringeren oder grösseren Vorteilen abgestuft werden, welche der Strassenbau den betreffenden Grundstücken bringt. Die Abstufung richtet sich nach a) der Länge der Strassenstrecke, die dem Grundstück dien t; b) der Entfernung des Grundstückes von der erstellten Str asse; c) dem bestehen anderer genügender Zufahrten zum Grun dstück. Die für die Berechnung des Beitrags massgebende Fläche (B eitragsfläche) wird aufgrund der anrechenba- ren Nutzfläche und der Beitragsklasse des betreffenden Grundstückes ermittelt. 8 Bei Baulandumlegungen und bei der Realisierung von Q uartierplanungen können mit Zustimmung der Grundeigentümer die Erschliessungsbeiträge nach besonderen Kriterien festgelegt werden (z.B. einheitliche Flächenbeiträge). Die Zustimmung der Grundeigentümer und die Grundsätze der Kostenverteilung müssen auf den Zeitpunkt der Projekt- und Kreditgenehmigung durch die Gemeinde vorliegen. 5.4 Zur Verteilung der Baukosten hält § 29 StrR fest, dass bei Neuanlagen von Sammel- strassen (inkl. Gehwege) die Grundeigentümer 60 % der K osten zu tragen haben. Die restli- chen 40 % der Baukosten gehen zu Lasten der Gemeinde. 6.1 Die Vorinstanz kam im angefochtenen Urteil zum Schl uss, es fehle bei dem für die An- merkungsparzelle Nr. Z (Strassenparzelle) verfügten proviso rischen Beitrag an einem rele- vanten Sondervorteil und ein solcher sei im Übrigen nicht realisierbar. Weiter hat die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid in Bezug auf die Entstehung eines Sondervorteils festgehalten, dass die Breite der "alten" Weststrasse im nördlichen Ber eich nicht habe gemessen werden können, weil sich die Strasse in diesem Bereich bereits im Bau befunden habe. Im Südteil der "alten" Weststrasse habe eine maximale Breite von 14 m be i der Einmündung Schützenweg resultiert und die weiteren Breiten würden zwischen 2. 65 m und 3.40 m variieren. Zusammen- fassend habe sich folgendes Bild ergeben: Die Weststrasse ha be die Minimalanforderungen an die Breite einer Zufahrtsstrasse im Zustand vor der Proj ektausführung nicht erfüllt. Sie sei für Personenwagen und Lastwagen nur einspurig befahrbar ge wesen, da ein Kreuzen ohne Inan- spruchnahme von Privatgelände (z.B. auf Höhe der Parzelle Nr. W) nicht möglich gewesen sei. Nach Ausführung des Strassenbauprojekts werde die Weststrasse durchgehend auf eine Breite von über 4 m ausgebaut und gegenüber ihrer ursprüngl ichen Breite um gut 1.30 m verbreitert. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dies entspreche einer wesentlichen Verbreiterung des St rassenraums und führe dazu, dass das Kreuzen zweier Personenwagen neu ohne Inanspruchnah me von Privatgrundstücken auf der ganzen Strassenlänge gewährleistet sein werde. Dies erhöhe die Verkehrssicherheit auf der Weststrasse erheblich und bewirke, dass die Grundeigentüme r im Perimeter ihre Grundstücke rascher, bequemer und sicherer erreichen könnten. Durch die Ausweichstellen werde überdies das Kreuzen von Last- und Personenwagen sowie zweier La stwagen ermöglicht. Die Verbreite- rung der Strasse und die Schaffung von Ausweichstellen f ührten zu einer wesentlichen Verbes- serung der Erschliessungssituation und schafften deshalb e inen Sondervorteil. Ein weiterer Sondervorteil liege in der Verbesserung der Entwässerun g sowie der Erstellung von durch- gehenden Randabschlüssen. Trotz dieses festgestellten Sonde rvorteils kam die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid jedoch in Bezug auf die Parzell en Nrn. T, U, V und Y zum Schluss, dass deren Eigentümer keinen Vorteilsbeitrag schulden wür den, weil die wirtschaftlichen Nachteile, welche den Eigentümern durch die private Ersch liessung ihrer Grundstücke ent- standen seien, die jeweiligen Sondervorteile überwiegen würden. 6.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz h abe zu Recht das Gesamtprojekt "Neubau Weststrasse" als Sondervorteil bringend qualifizi ert und sei zutreffenderweise von einer Neuanlage als Sammelstrasse ausgegangen. 6.3 Die privaten Beschwerdegegner bestreiten die Beitra gspflicht und machen insbe- sondere geltend, es liege eine unzulässige Doppelbelastung vor. 7.1 Der Erschliessungsplanung als Teil der Nutzungsplanu ng kommt bei planerischen Entscheidungen eine beachtliche Bedeutung zu. Strassen sind so anzulegen, dass sie im Pla- nungszeitraum dem zu erwartenden Verkehr und der ihr zugedachten Funktion zu genügen ver- mögen. Ein Planungsinstrument im Bereich der Erschliessu ng ist nach dem kantonalen Recht der kommunale Strassennetzplan. Gemäss § 34 RBG legen ko mmunale Strassennetzpläne in groben Zügen das öffentliche Strassennetz sowie Fuss-, Wa nder- und Radwegnetze fest und halten die zukünftigen Verkehrsflächen von Überbauungen frei. Sie bezeichnen die Funktion der Strassen und sind massgebend für die kommunalen Bau- und Strassenlinienpläne (Abs. 1). Die kommunalen Strassennetzpläne enthalten die bestehen den, die zu korrigierenden und die zu erstellenden Verkehrswege und Parkierungsflächen. Sie s ehen insbesondere vor: An- schlussbereiche an die Kantonsstrassen (Abs. 2 lit. a), A nschlussbereiche der Feinerschlies- sung (Abs. 2 lit. b) und Verkehrsberuhigungszonen (Abs. 2 lit. c). Das Verfahren richtet sich nach den Vorschriften über den Erlass des kommunalen Rich tplans (Abs. 3). Damit überein- stimmend hält § 4 StrR fest, dass der Strassennetzplan d as Konzept und die generelle Linien- führung der kommunalen Verkehrsanlagen festlegt und d iese in Strassenkategorien, Gehberei- che, Radwege, Plätze, Parkieranlagen klassiert oder weitere Funktionen festlegt. Der Strassen- netzplan macht auch Angaben über Ausbaubreiten, verkehr sberuhigende Massnahmen, Ges- taltungsgrundsätze und Nebenanlagen. Gemäss § 24 Abs. 5 RBG sind die kommunalen Stras- sennetzpläne gleichzeitig mit den Zonenvorschriften zu e rlassen oder nötigenfalls anzupassen (§ 24 Abs. 5 RBG). Diese Anforderung dient der Koord ination gemäss Art. 25a RPG, welche auch im Nutzungsplanungsverfahren sinngemäss zu beachten ist (Art. 25a Abs. 4 RPG). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Nach § 35 RBG konkretisieren die Bau- und Strassenlin ienpläne die im kommunalen Strassennetzplan vorgesehenen Verkehrsflächen, legen die Feinerschliessung für neue Über- bauungen fest und bestimmen im Weiteren den Abstand, den die Bauten von den Verkehrs- flächen einzuhalten haben (Abs. 1). Das Verfahren richt et sich nach den Bestimmungen über den Erlass der Zonenvorschriften (Abs. 2). Bau- und Stra ssenlinienpläne, die sich auf einen kommunalen Strassennetzplan abstützen, werden vom Gemeind erat erlassen (Abs. 3). Bau- und Strassenlinienpläne sind für jedermann verbindlich (Abs. 4). Nach dem kommunalen Stras- senreglement legen die Bau- und Strassenlinienpläne fü r die bestehenden oder geplanten Ver- kehrsanlagen insbesondere die Lage, Abmessungen und Beze ichnungen der Strassen, Geh- bereiche, Fuss- und Wanderwege, Plätze, Parkierungsanla gen und Nebenanlagen (Strassen- linien) sowie die auf die örtlichen Verhältnisse, das Or tsbild und die Erfordernisse des Verkehrs abgestimmten zulässigen Bauabstände (Baulinien) und Umf ang und Art von Gestaltungs- massnahmen fest (§ 5 StrR). Aufgrund der soeben aufgeze igten gesetzlichen Regelung sind der Strassennetzplan als Richtplan und der Strassenlinie nplan als (Sonder-)Nutzungsplan zu qualifizieren (KGE VV vom 26. April 2006 [810 05 252] E. 4, ausdrücklich bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 1P.371/2006 vom 10. Oktober 2006 E. 1.6.2). 7.3 Das Strassenprojekt basiert auf dem Bau- und Strasse nlinienplan und legt für die pro- jektierten Verkehrsanlagen die genaue Lage, Abmessungen und Höhenlage fest (§ 6 Abs. 1 StrR). Das Strassenprojekt umfasst unter anderem den Per imeterplan sowie die zugehörige Beitragsliste (§ 6 Abs. 2 StrR). 7.4 Die öffentlichen Strassen werden im Strassenregleme nt nach der zu erfüllenden Netz- funktion in vier Strassentypen eingeteilt (§ 8 Abs. 1 StrR): Orientierung Strassentyp Abkürzung Netzfunktionen Durchleitung Verbinden Sammeln Erschlies- sen Verkehrs- orientiert Hauptsammel- strasse HSS Haupt- funktion Haupt- funktion Haupt- funktion Neben- funktion Nutzungs- orientiert Sammelstrasse SS Neben- funktion Haupt- funktion Haupt- funktion Neben- funktion Erschliessungs- strasse ES Neben- funktion Neben- funktion Neben- funktion Haupt- funktion Zufahrtsweg Wohnstrasse WS Neben- funktion Neben- funktion Neben- funktion Neben- funktion 7.5 Gemäss § 8 Abs. 2 StrR klassiert der Strassennetzplan d ie öffentlichen Strassen sowie die Fuss-, Wander- und Radwege rechtsverbindlich. In § 9 StrR werden die Anforderungen an die Strassentypen konkretisiert. Danach gelten in der Regel für die einzelnen Strassentypen fol- gende Normalprofile, von denen der Stadtrat in begründeten Fällen abweichen kann: Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.6 Der für die Stadt Laufen massgebliche Strassennetz plan (Strassennetzplan vom 4. April 2002; Mutation zum Strassennetzplan vom 4. Ma i 2004, Mutation genehmigt mit RRB Nr. 577 vom 12. April 2005) definiert die Weststrasse al s Sammelstrasse. Sammelstrassen verbinden die Erschliessungsstrassen eines Quartiers einersei ts untereinander und anderer- seits mit der Aussenwelt. Sie sammeln den Verkehr der e inzelnen Erschliessungsstrassen und führen ihn an ausgewählten Punkten den Hauptstrassen zu. Wenn Sammelstrassen Erschlies- sungsfunktionen zu übernehmen haben, soll wenn möglich d afür gesorgt werden, dass der Zugang zu mehreren Grundstücken zusammengefasst werden kan n. Im Interesse der Ver- kehrssicherheit und der Leistungsfähigkeit der Sammelstr asse soll ein direkter Zugang zu jedem einzelnen Grundstück nach Möglichkeit vermieden w erden (vgl. Grundeigentümerbei- träge an Strassen, Abwasseranlagen und Wasserversorgungen in: Schriftenfolge Nr. 8 Schwei- zerische Vereinigung für Landesplanung, Juni 1967, S. 11; A LFRED BÜHRER , Der Mehrwerts- beitrag an öffentliche Erschliessungsbauwerke unter bes onderer Berücksichtigung des schaff- hauserischen Rechts, Diss. 1969, S. 34). Die Weststrasse ist als Sammelstrasse mit Gegenver- kehr konzipiert. Demgemäss sieht die kommunale Ordnung für die Weststrasse eine Fahrbahn- breite (ohne Trottoir) von 5.00 - 6.00 m vor. Zusätzli ch sieht das Strassenreglement bei Sam- melstrassen die Erstellung mindestens eines einseitigen Tro ttoirs (keine Mischfläche) vor (vgl. § 9 StrR). 7.7 Davon abweichend sieht der Bau- und Strassenlinien plan Weststrasse (BSP West- strasse) lediglich den Ausbau der Weststrasse als Erschliessungss trasse vor. Der BSP West- strasse basiert noch auf dem früheren Strassennetzplan (Te ilstrassennetzplan Rennimatt/Hin- terfeld vom 2. Dezember 1997), in welchem die Weststra sse noch als Erschliessungsstrasse definiert war. Eine Anpassung des älteren BSP Weststra sse an den neueren Strassennetzplan (Datum der Pläne BSP: November 1999, Öffentliches Mit wirkungsverfahren: Oktober 2000; Beschluss beschlossen durch den Gemeinderat am 5. April 20 04) wurde von der Gemeinde nicht vorgenommen. Gemäss BSP Weststrasse ist die Fahrbahn breite lediglich in den Einmün- dungsbereichen (insbesondere Einmündungsbereich Rösche nzstrasse) auf 5.50 m festgelegt. Im Übrigen ist die Fahrbahn der Weststrasse gemäss BSP le diglich zwischen 3.00 m und 3.80 m breit. Sodann sieht der BSP ein einseitiges Tro ttoir von 1.15 bis 1.30 m (Einmündungs- bereich: 1.50 m) als Mischfläche vor. 7.8 Damit stellt sich vorliegend im Zusammenhang mit d er Frage, ob den Grundeigen- tümern durch den Ausbau der Weststrasse ein Sondervorteil entstanden ist, auch die Frage, ob Fahrbahnbreite (in Metern) Breite des öffentlichen Verkehrs- raums (in Metern) Gegenverkehr Einbahn Trottoir/Gehweg HSS Festlegung gemäss VSS (SN-Normen) SS 5.00 - 6.00 3.50 - 4.50 mind. einseitig max. 9.00 ES 4.20 - 5.00 3.00 - 4.00 evtl. einseitig evtl. Mischfläche max. 6.50 WS 3.00 - 4.00 3.00 - 3.50 Mischfläche FW Fuss- und Wanderwege Ausbaubreite nach Bedarf Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Bauprojekt eine Neuanlage einer Sammelstrasse darste llt bzw. ob die Weststrasse die an eine Sammelstrasse gemäss Strassennetzplan zu stellenden An forderungen erfüllt. Bei der Beurteilung des Neubaus des Weststrasse und des damit zusammenhängenden Sondervorteils ist somit auch zu prüfen, ob die Weststrasse als öffentli che Strasse so angelegt ist, dass die Verkehrssicherheit aller Benützer gewährleistet werden k ann, wozu Fussgänger, Radfahrer, Personenwagen und öffentliche Dienste gehören. 8.1 Anlässlich des Augenscheins des Kantonsgerichts bestät igte sich, dass die West- strasse neu durchgehend über Randabschlüsse verfügt und die Anzahl der Entwässerungs- schächte entlang der Weststrasse von bisher 5 auf 19 erhöh t wurde. Damit ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass insoweit gegenüber dem Vorzustand eine Verbesserung vorliegt. Unbe- stritten ist sodann, dass im Rahmen des Bauprojekts Weststrasse die Strassenkofferung ersetzt wurde. Nach der kantonsgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. KGE VV vom 2. November 2011 [810 10 409] und KGE VV vom 1. April 2015 [810 14 15 6]) stellt der erstmalige Einbau einer durchgehenden frostsicheren Kofferung eine Verbesserung der Erschliessungssituation dar. Dieser reicht aber nicht aus, um für sich alleine einen b eitragspflichtigen Sondervorteil zu be- gründen. Vorliegend ist aufgrund der bei den Sondier ungsschlitzen festgestellten Kofferstärken sowie des Umstands, dass die Weststrasse – abgesehen vom Einm ündungsbereich in den Schützenweg – auf ihrer ganzen Länge im Zustand vor der Erneuerung keine bedeutenden Belagsschäden aufgewiesen hatte, davon auszugehen, dass d ie Weststrasse bereits zuvor über eine den Anforderungen an eine Erschliessungsstrasse entsprechende Kofferung verfügt hat. Demgemäss hat die Vorinstanz im angefochtenen Ent scheid zutreffend ausgeführt, dass sich die Erschliessungssituation durch den Einbau einer neue n Kofferung nicht wesentlich ver- bessert hat, und die Erneuerung der Kofferung nicht a ls abgabepflichtiger Sondervorteil erach- tet werden kann. Ebenso kann die erstmalige Erstellung eines Trottoirs vorliegend nicht als beitragsrelevanter Sondervorteil im Sinne einer Neuan lage einer Sammelstrasse angesehen werden. Das Trottoir ist nämlich entgegen den Vorgaben im StrR lediglich als Mischfläche konzipiert und nicht als einseitiges Trottoir. Zudem ist aufgrund der geringen Fahrbahnbreite (ohne Trottoir) ein Kreuzen selbst von zwei Personenwagen kaum möglich, was bedeutet, dass ein Fahrzeug ausserhalb der Ausweichstellen zum Kreuzen mi t einem anderen Fahrzeug das Trottoir überfahren muss. Damit ist eine Verbesserung d er Erschliessungssituation insbesonde- re in Bezug auf die Sicherheit der Fussgänger als ger ing einzustufen. Weiter führen die Vorin- stanz und die Beschwerdeführerin die Verbreiterung der Weststrasse und das Erstellen von Ausweichstellen als Sondervorteil an. Die Ausweichstellen würden dazu führen, dass neu auch das Kreuzen von Lastwagen ermöglicht werde. Dazu ist fest zuhalten, dass zwar mit dem Neu- bau eine Verbreiterung des befahrbaren Strassenraums erfolgt ist. Diese Verbreiterung erfolgte indes primär dadurch, dass ein Trottoir als Mischfläche gesc haffen wurde, was – wie erwähnt – den Vorgaben im Strassenreglement widerspricht. Das Tro ttoir zählt sodann gemäss § 9 StrR nicht zur Fahrbahnbreite. Folglich entspricht die West strasse auch nach dem "Ausbau" den reglementarischen Anforderungen an eine Sammelstrasse b ei weitem nicht. So entspricht die Dimensionierung der Weststrasse auf weiten Teilen nich t dem vorgesehenen Standard einer Sammelstrasse mit Gegenverkehr (Fahrbahnbreite 5.00 m b is 6.00 m) und die Fahrbahnbreite wird durch den Ausbau nicht wesentlich verändert. Sodann zeigt auch ein Vergleich mit den an- deren Sammelstrassen im angrenzenden Gebiet (z.B. Schü tzenweg und Hinterfeldstrasse), Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass die Weststrasse – nach dem Neubau – als einzige Sammel strasse die im Strassenregle- ment vorgegebenen Dimensionen bei weitem nicht erfüll t. Zu den angeführten Ausweichstellen ist festzustellen, dass drei der Ausweichstellen jeweils be i den Einmündungen der Privat- bzw. Erschliessungsstrassen liegen. Eine dieser Ausweichstellen l iegt sodann gerade im Einmün- dungsbereich der Privatstrasse der privaten Beschwerdeg egner und blockiert damit bei Kreu- zungsmanövern die Ein- bzw. Ausfahrt von der Privatstrasse in die Weststrasse. Demgemäss ist auch in Bezug auf das Erstellen der Ausweichstellen ke in beitragsrelevanter Sondervorteil ersichtlich. 8.2 Bezüglich der Gesamtbeurteilung der aufgeführten A rbeiten ist es der Gemeinde damit nicht gelungen, den Nachweis zu erbringen, dass sie mit dem Neubau der Weststrasse eine Neuanlage einer Sammelstrasse, d.h. eine erstmalige E rstellung einer Verkehrsanlage gemäss Strassennetzplan, gebaut hat, wofür ein Vorteilsbeitr ag zu entrichten wäre. Die vorgenomme- nen Massnahmen haben nicht zu einem wesentlichen und dami t beitragsrelevanten Sonder- vorteil für die privaten Beschwerdegegner geführt. 8.3 Im Ergebnis ist damit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz eine Beitragspflicht der privaten Beschwerdegegner verneint hat. 9.1 Obwohl vorliegend die Beitragserhebung zu Lasten d er privaten Beschwerdegegner – wie dargelegt – bereits mangels eines relevanten Sonde rvorteils ausser Betracht fällt, ist der Vollständigkeit halber noch auf die von der Vorinstanz mit Urteil vom 15. November 2012 neu begründete und im vorliegenden Fall angewandte Praxis der Anrechnung der Kosten einer Pri- vaterschliessung als Nachteil im Rahmen der Beitragsbemessu ng einzugehen (vgl. zur neuen Praxis des Enteignungsgerichts: Urteil des Enteignungsger ichts vom 15. November 2012 [650 10 63]). Die Vorinstanz führte diesbezüglich aus, bei der Beitragsbemessung seien allfällig bestehende Nachteile mit zu berücksichtigen. Hierbei stünd en Nachteile im Vordergrund, welche sich aus der Erschliessungsanlage selber ergeben wü rden. Bedürfe es zur Erschlies- sung gewisser Parzellen allerdings des Baus einer Privatstr asse, so seien die mit einem sol- chen "Privatanschluss" an das öffentliche Netz verbundenen K osten als beitragsrelevante Nachteile zu berücksichtigen. Dabei spiele es keine Rolle , ob die Kosten für die Privatstrasse von den heutigen Grundeigentümern oder von deren Rechtsvorgängern getragen worden seien. Weil die Beiträge pro Parzelle erhoben würden, sei ei ne individuell konkrete Nachteilsbemes- sung für jede Parzelle durchzuführen. Der auf eine ein zelne Parzelle entfallende wirtschaftliche Nachteil sei dann dem auf dieselbe Parzelle entfallenden Sondervorteil gegenüberzustellen. 9.2 Die Beschwerdeführerin beanstandet diese neue Praxis des Enteignungsgerichts. Ihr Strassenreglement, welches sich inhaltlich auf das Musterr eglement des Kantons Basel-Land- schaft abstütze, sehe vor, dass die Flächen von hinterlieg enden Parzellen lediglich zur Hälfte bei der Beitragsbemessung berücksichtigt würden. Sinn un d Zweck dieser Privilegierung sei, dass sogenannte Hinterliegerparzellen, welche nicht direkt an die neu erstellte Strasse anstos- sen würden, einen höheren Erschliessungsaufwand hätten, welcher durch den reduzierten Beitragssatz in pauschalisierter Form kompensiert werde. D iese pauschalisierte Form der Ent- schädigung des Erschliessungsmehraufwandes für Hinterlieger parzellen erlaube es, sämtliche Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hinterliegerparzellen unabhängig davon, ob und in we lcher Form sie bereits erschlossen seien, gleich zu behandeln. Wenn den Eigentümern von bereits durch eine Privatstrasse erschlosse- nen Hinterliegerparzellen im Zusammenhang mit der Be itragserhebung von Strassenbeiträgen das Recht eingeräumt werde, über die pauschalisierte E ntschädigung durch die Gewährung eines reduzierten Beitragssatzes hinaus die effektiv entsta ndenen Kosten der privaten Er- schliessung geltend zu machen und den Vorteilsbeiträgen entgegenzusetzen, so führe dies zu einer Ungleichbehandlung gegenüber Eigentümern von Hinterliegerparzellen, die nicht oder nur rudimentär erschlossen seien. Letztere könnten nämlich den Vorteilsbeiträgen keine individuel- len Erschliessungskosten entgegenhalten, hätten demgemäss die Vorteilsbeiträge zu entrichten und müssten zusätzlich bei einer späteren privaten Ersch liessung oder einer Verbesserung der privaten Erschliessung ihrer Hinterliegerparzellen auch die Kosten der privaten Erschliessung vollumfänglich tragen. Diese Ungleichbehandlung wider spreche dem Grundsatz der Rechts- gleichheit. Durch den reduzierten Beitragssatz seien die N achteile einer privaten Erschliessung von Hinterliegerparzellen vollumfänglich abgegolten und es bestehe kein Raum für eine konkre- te Nachteilsberechnung. Das von der Vorinstanz befürwort ete System der konkreten Nachteils- berechnung führe überdies dazu, dass die Gemeinden di e Höhe der zu erwartenden Vorteils- beiträge nicht mehr im Voraus abschätzen und budgetie ren könnten, weil sie die konkreten Kosten von allfälligen privaten Erschliessungen von Hinte rliegerparzellen nicht kennen und somit auch bei der Festsetzung der Vorteilsbeiträge nich t berücksichtigen könnten. Somit wür- den auch Gründe der Planungssicherheit für die Gemeinden dafür sprechen, die Nachteile einer privaten Erschliessung von Hinterliegerparzellen durch einen reduzierten Beitragssatz pauschal zu entgelten. 9.3 Diese Einwände der Beschwerdeführerin sind berechti gt. Die Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft sind in weiten Bereichen der Erschliessu ngsplanung autonom und können eigene Regelungen über Erschliessungsabgaben erlassen (vg l. § 36 RBG). Damit steht den Gemeinden auf dem Gebiet der Erschliessungsabgaben sowoh l in Bezug auf die Rechts- setzung als auch auf die Rechtsanwendung eine erhebliche E ntscheidungsfreiheit zu. Nach der ständigen Rechtsprechung ist es vor dem Hintergrund des Willkürverbots (Art. 9 der Bundesver- fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. A pril 1999) und des Rechts- gleichheitsgebots (Art. 8 Abs. 1 BV) sodann zulässig, be i der Bemessung des Sondervorteils nach schematischen Grundsätzen vorzugehen, die leicht zu handhaben sind (BGE 110 Ia 205 E. 4c mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 2C_665/200 9 vom 25. Februar 2011 E. 5.2 mit Hinweis, in: ZBl 113/2012 S. 103). Es ist den Gemeind en überlassen, zur Schätzung des Wert- zuwachses einer Liegenschaft schematische, nach der Durchschnitt serfahrung aufgestellte Massstäbe zu erlassen. Weder aus dem EntG noch dem kommunal en Strassenreglement ergibt sich, dass für die Bemessung der Beiträge eine in dividuell konkrete Nachteilsbemessung für jede Parzelle durchzuführen wäre. Vielmehr wird im kommunalen Strassenreglement dem generellen Nachteil der höheren internen Erschliessung skosten der Hinterliegerparzellen auf- grund der grösseren Distanz zur sowie des fehlenden Anstosses an die Strasse mit einem redu- zierten Beitragssatz bereits Rechnung getragen. Damit w äre eine zusätzliche Berücksichtigung im Rahmen einer individuell-konkreten Bemessung systemwid rig. Vielmehr könnten weitere beitragsmindernde Nachteile nur berücksichtigt werden, wenn die Nachteile im Bau und allen- falls im Betrieb der die Beitragspflicht auslösenden An lage bestehen (vgl. auch Urteil des Ver-Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht waltungsgerichts Bern vom 29. August 1977, publ. in: Be rnische Verwaltungsrechtsprechung [BVR] 1978 S. 142, mit Hinweisen). 10. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 2 0 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten u mfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessen em Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO), wobei den Gemei nden Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn sie, was vorliegend der Fall ist, das Kantonsgerich t in Anspruch nehmen (§ 20 Abs. 4 VPO). Die Verfahrenskosten von Fr. 2'200.-- werden dem gemäss der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- verrechnet. Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsieg enden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parte ientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Angesichts des Ausgangs des Verfahrens hat die Be- schwerdeführerin den Beschwerdegegnern eine Parteientschä digung in der Höhe von Fr. 14'149.50 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) auszurichten. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- verrechnet. 3. Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegnern eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 14'149.50 (inkl. Auslagen und MWSt) zu bezahlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 13. Juni 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_520/2018) erhoben.