STEUERREKURSKOMMISSION II DES KANTONS ZÜRICH 2 ST.2010.167 2 DB.2010.121 Entscheid 9. November 2010 Mitwirkend: Präsident Richard Oesch, die Mitglieder Walter Balsiger, Rhea Schircks Denzler und Sekretär Hans Heinrich Knüsli In Sachen 1. A, 2. B, Rekurrenten/ Beschwerdeführer, vertreten durch C, gegen 1. S t a a t Z ü r i c h , Rekursgegner, 2. S c h w e iz e r i s c h e E i d g e n o s s e n s c h a f t , Beschwerdegegnerin, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Stadt Zürich, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 - 2 - 2 ST.2010.167 2 DB.2010.121 hat sich ergeben: A. A und B (im Folgenden der/die Pflichtige bzw. die Pflichtigen) mac hten in der Steuererklärung 2007 bei Einkünften von insgesamt Fr. 305'786.- unter a nderem einen Abzug für Einzahlungen an die berufliche Vorsorge (Einkauf) in Höhe von Fr. 220'000.- geltend. Die Steuerkommissärin schätzte die Pflichtigen mit En tscheid vom 11. Januar 2010 für die Steuerperiode 2007 mit einem steuerbaren Ei nkommen von Fr. 196'300.- (satzbestimmend: Fr. 203'300.-) und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 1'809'000.- (satzbestimmend: Fr. 2'059'000.-) ein und setzte den Rückersta t- tungsanspruch für die Verrechnungssteuer 2008 (Fälligkeit sjahr 2007) auf Fr. 3'932.25 fest. Dabei rechnete sie insbesondere den erwähnten Betrag von Fr. 220'000.- teilwei- se auf und begrenzte den Abzug für den Einkauf in die Pension skasse auf Fr. 65'600.- (20 % des versicherten Jahreslohnes ). Mit Verfügung vom 26. März 2010 wu rden die Pflichtigen für die B undessteuerperiode 2007 zudem mit einem steuerbaren Einko m- men von Fr. 192'300.- (satzbestimmend: Fr. 199'200.-) veranlagt. B. Die Pflichtigen liessen dagegen am 26. Januar bzw. 7. April 2010 Einspra- chen erheben, welche das kantonale Steueramt mit separa ten Entscheiden vom 18. Mai 2010 abwies. C. Mit Eingaben vom 9./8. Juni 2010 liessen die Pflichtigen Rekurs und B e- schwerde erheben und beantragen , das steuerbare Einkommen auf Fr. 41'916.- (Staats- und Gemeindesteuer) bzw. Fr. 37'900.- (Bundessteuer) festzusetzen. Das kantonale Steueramt beantragte mit Rekurs -/Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2010 Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) schloss in ihrer Vernehmlassung vom 9. August 2010 auf kostenfällige Abwe i- sung der Beschwerde. - 3 - 2 ST.2010.167 2 DB.2010.121 Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 1. a) Von den Einkünften werden laut § 31 Abs. 1 lit. d des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) bzw. Art. 33 Abs. 1 lit. d des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) die gemäss Gesetz, Statut oder Regl e- ment geleisteten Einlagen, Prämien und Beiträge zum Erwerb von Anspr üchen aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge abgezogen. Diese Bestimmungen vollzi ehen die bundesrechtliche Vorschrift von Art. 81 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die beruf- liche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG), wonach die von den Arbeitnehmern und Selbstständigerwerbenden nach Gesetz oder regl e- mentarischen Bestimmungen g eleisteten Beiträge an Vorsorgeeinrichtungen bei den direkten Steuern des Bundes, der Kantone und Gemeinden abziehbar sind. Abzugsf ä- hig sind dabei nicht nur die ordentl ichen Beiträge an die Vorsorgeeinrichtung, sondern auch die Beiträge für den Einkauf von Lohnerhöhungen, von Beitrags jahren, von Vorfi- nanzierungen für Frühpensionierungen oder von im Rahmen einer Scheidung übertr a- genen Austrittsleistungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Vorsorge auf dem Leistungs- oder dem Beitragsprimat beruht oder den obligatorischen oder überobligato- rischen Bereich betrifft (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisie r- ten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 31 N 79 StG und Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 33 N 81 DBG; RB 1996 Nr. 48; VGr, 2 3. Januar 2002 = StE 2002 B 27.1 Nr. 26). Zu beach ten sind hingegen die Einkaufsbeschränkungen von Art. 79b BVG (Fassung vom 3. Oktober 2003, in Kraft seit 1. Januar 2006); so darf etwa die Vorso r- geeinrichtung den Einkauf höchstens bis zur Höhe der reglement arischen Leistungen ermöglichen ( Ziff. 1) und dü rfen bei getätigten Einkäufen die daraus resultierenden Leistungen innerhalb der nächsten drei Jahre nicht in Kapita lform aus der Vorsorge zurückgezogen werden (Ziff. 3). b) Bei Freizügigkeitsleistungen gilt – mit Ausnahmen – ein Barauszahlung s- verbot. Gr undsätzlich ist die Austrittsleistung, sowohl der obligatorische als auch der überobligatorische Teil, vollumfänglich in die Vorsorgeeinrichtung des neuen Arbeitg e- bers einzubringen (Art. 3 Abs. 1 des Freizügigkeitsgesetzes vom 17. Dezember 1993 [FZG]). Gemäss Art. 5 Abs. 1 FZG können Versicherte die Barauszahlung der Austritts- leistung verlangen, wenn sie die Schweiz endgültig verlassen (lit. a), eine selbstständ i-- 4 - 2 ST.2010.167 2 DB.2010.121 ge Erwerbstätigkeit aufnehmen und der obligatorischen beruflichen Vorsorge nicht mehr unterstehen (lit. b) oder die Austrittsleistung weniger als ihr Jahresbeitrag beträgt (lit. c). Diese Aufzählung ist abschliessend (vgl. zum Ganzen Carl Helbling [Hrsg.], Personalvorsorge und BVG, 8. A., 2006, S. 265 ff.). Bei Barauszahlungen gestützt auf Art. 5 Abs. 1 lit. a FZG hat die versicherte Person damit zwei Bedingungen zu erfüllen: Erstens muss sie die Schweiz verlassen und zweitens hat diese Abreise endgültig zu sein. Laut Bundesgericht ist es Sache der Vorsorgeeinrichtungen und der für die berufliche Vo rsorge zuständigen Behörden, zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Barauszahlung erfüllt sind. Gemäss Bundesamt für Sozialversicherungen kommt es vor, dass Ausländer die Schweiz verlassen, Ba r- auszahlungen beziehen und kurz nach ihrer "endgültigen" Ausr eise wieder in die Schweiz zurückkehren, wonach sie sich erneut in die berufliche Vorsorge einkaufen. In gewissen Fällen seien so erhebliche steuerliche Vorteile erzielt worden . Seit dem 1. Juni 2007 ist die Barauszahlung des obligatorischen Teils der Frei zügigkeitsleistun- gen an Personen aus dem EU/EFTA-Raum zudem an die weitere Bedingung geknüpft, dass die betreffende Person nicht der obligatorischen Rentenversicherung eines EU - oder EFTA -Staats unterstellt ist (vgl. zum Ganzen Mitteilungen des Bundesam ts für Sozialversicherungen Nr. 1 Rz 4, Mitteilungen Nr. 78 Rz 463, Mitteilungen Nr. 96 Rz 2 [alles unter www.bsv.admin.ch]). 2. a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt eine Steuerumg e- hung vor, wenn das gewählte Vorgehen ungewöhnlich, unangeme ssen oder seltsam erscheint, jedenfalls aber nicht dem verfolgten wirtschaftlichen Ziel entspricht, di eser ungewöhnliche Weg nur aus Gründen der Steuerersparnis gewählt wu rde und eine erhebliche Steuerersparnis eintreten würde , falls die Aktion erfolgreich wäre. Bei einer Steuerumgehung muss die Veranlagung das von den Pflichtigen angestrebte wir t- schaftliche Ziel berücksichtigen, nicht aber die Angaben der Pflichtigen (vgl. BGE 131 II 627 E. 5.2 sowie statt vieler BGr, 9. November 2001, ASA 72, 413 ff. ; Rich- ner/Frei/Kaufmann/Meuter, VB zu §§ 119-131 N 36 ff . StG und VB zu Art. 109 –121 N 37 ff. DBG ; Höhn/Waldburger, Steuerrecht, B and I, 2001, § 5 N 74). Zur Beurteilung, ob das gewählte Vorgehen absonderlich ist, sind stets die gesamten Umstände zu b e- rücksichtigen. - 5 - 2 ST.2010.167 2 DB.2010.121 b) Geltend gemachte Abzüge im Zusammenhang mit Beiträgen an Einrichtun- gen der beruflichen Vorsorge (wie vorstehend in E. 1a ausgeführt) werden nach bu n- desgerichtlicher Rechtsprechung nicht zugelassen, wenn eine Steuerumgehung vo r- liegt, insbesondere bei missbräuchlich steuerminimierenden, zeitlich nahen Einkä ufen und Kapitalbezügen in/von Vorsorgeeinrichtungen, d.h. im Fall von gezielt vorüberg e- henden und steuerlich motivierten Geldverschiebungen in die 2. Säule, mit denen nicht die Schliessung von B eitragslücken angestrebt, sondern die Pensionskasse als steu- erbegünstigtes Kontokorrent zweckentfremdet wird (BGr, 12. März 2010, 2C_658/2009, E. 2.1, www.bger.ch). 3. a) aa) Der Pflichtige arbeitete nach eigenen Angaben vom 1. Oktober 1991 bis 31. Dezember 1996 bei der D bzw. E in F. Von 1997 bis 2006 sei er in Deutschland beruflich tätig gewesen . Konkrete Angaben oder Belege dazu hat der Pflicht ige trotz entsprechenden Aufforderungen des Steueramts im Einschätzungsverfahren nicht ein- gereicht. bb) Am 30. September 2006 unterzeichnete der Pflichtige mit der in G ansäs- sigen H einen Arbeitsvertrag. Demgemäss wurde er als Leiter der in I zu gründenden Zweigniederlassung und "Head of Swiss Operations" angestellt. Der Stellenantritt wur- de per 1. Januar 2007 vereinbart, mit Arbeitsort I. Gemäss Ziff. 8 der Vereinbarung war festgelegt, dass der Arbeitnehmer den gesetzlich vorgesehenen Pensionsbeitrag erhal- ten sollte, und zwar nach den in der "Schweizer Industrie" üblichen Massstäben . Für die genauen Beträge wur de auf denjenigen Zeitpunkt verwiesen, in dem der konkrete Vertrag zwischen J und der entsprechenden Pensionskasse bekannt sein würde. cc) Im November 2006 beantragte der Pflichtige n ach eigenen Angaben die Auszahlung seines während der Anstellung bei de r D/E geäufneten Freizügigkeitsgut- habens. Gemäss Austrittsabrechnung der Freizügigkeitsstiftung K vom 14. Dezember 2006 hatte er per 4. Dezember 2006 eine Austrittslei stung von Fr. 148'994.75 eing e- bracht. Davon wurde ein Betrag von Fr. 6'936.25 in Abzug g ebracht (Quellensteuer und Gebühr en). Die K überwies dem Pflichtigen per Valuta 18. Dezember 2006 den Betrag von netto Fr. 142'058.50 auf ein Privatkonto einer schweizerischen Bank in Zü- rich. - 6 - 2 ST.2010.167 2 DB.2010.121 dd) Am 19. Dezember 2006 reiste der Pflichtige in die Schweiz e in. Die Grün- dung der schweizerischen Zweigniederlassung J erfolgte am 2. Februar 2007 . Das entsprechende Pensionskassenreglement der Swisscanto Sammelstiftung der Kant o- nalbanken (im Folgenden Swisscanto) lag – nach Angaben des Pflichtigen – im April 2007 vor. ee) Die maximal mögliche Einkaufssumme für das Jahr 2007 belief sich nach Berechnungen der Swisscanto auf Fr. 1'172'030.-. Der Pflichtige hatte keine Freizügig- keitsleistungen aus anderen bzw. früheren Pensionskassen ansprüchen eingebracht. Per 21. Dezember 2007 nahm der Pflichtige bei der Swisscanto einen Einkauf von Bei- tragsjahren gemäss Art. 9 Abs. 2 FZG in Höhe von Fr. 220'000.- vor. b) Sowohl die Vorinstanz als auch die ESTV sehen im dargestellten Vorgehen eine Steuerumgehung. Die Pflichtigen wenden sich gegen diese Betrachtung, insbe- sondere mit den im Folgenden zu prüfenden Vorbringen: aa) Als sich der Pflichtige das Freizügigkeitsguthaben habe auszahlen lassen, sei noch kein Reglement vorgelegen, das die Überweisung der bisherigen Vorsorg e- gelder in die neue BVG-Vorsorgeeinrichtung hätte vorschreiben können. Dieser Punkt verfängt bereits deshalb nicht, weil mit Art. 3 Abs. 1 FZG von Gesetzes wegen bei einem Stellenwechsel die Pflicht besteht, Freizügigkeitsleistungen vollumfänglich in die Vo rsorgeeinrichtung des neuen Arbeitgebers einzubringen. D er Pflichtige wusste bereits bei Unterzeich nung des Arbeitsvertr ages am 30. September 2009, dass er zu einem späteren , nicht in weiter Ferne liegenden Zeitpunkt mit seinem künftigen Arbeitgeber eine v orsorgerechtliche Regelung treffen würde (Ziff. 8 des Ve r- trags). Dies war ihm auch bewusst, als er im November 2006 die Auszahlung seines Freizügigkeitsguthabens beantragte. Selbst wenn er den Stellenantritt damals – aus welchen Gründen auch immer – noch für unsicher gehalten haben sollte , gab es ke i- nen Grund, die Austrittsleistung vorzeitig auszahlen zu lassen. Der Pflichtige hätte die- ses Guthaben ohne Weiteres weiterhin – wie in den zehn Jahren zuvor – bei der K belassen und den Anschluss an die Pensionsk asse des neuen Arbeitgebers abwarten können bzw. müssen. - 7 - 2 ST.2010.167 2 DB.2010.121 bb) Weiter führ en die Pflichtigen aus, sie könnten nicht "ersehen, was die Auszahlung des BVG-Guthabens im Dezember 2006 mit dem Einkauf von Beitragsja h- ren im Dezember 2007 " zu tun habe. Der Pflichtige habe per Ende 2006 über ein Ver- mögen aus Wertschriften und Guthaben von rund Fr. 1,6 Mio verfügt. Für den Ei nkauf von Beitragsjahren im Umfang von Fr. 220'000.- sei der Pflichtige nicht darauf ang e- wiesen gewesen, das im Dezember 2006 bestehende BVG -Guthaben von rund Fr. 142'000.- zu beziehen. Der Einkauf von Beitragsjahren im Umfang von Fr. 220'000.- sei weder mit der Ende 2006 ausbezahlten Freizügigkeitsleistung , mit Fremdkap ital noch auf andere Weise absonderlich finanziert worden, so dass in diese m Zusammen- hang nicht von einem absonderlichen oder u ngewöhnlichen Vorgehen gesprochen werden könne. Ob der Pflichtige im streitbetroffenen Zusammenhang auf das Freizügigkeit s- guthaben angewiesen war oder nicht, ist unerheblich. Fest steht jedenfalls, dass er sich dieses Guthaben (wie noch zu erörtern sein wird, zu Unrecht) auszahlen liess, und zwar auf ein Privatkonto. Damit konnte er über den Betrag grundsätzlich frei verfügen, anders, als wenn die Überweisung auf ein Vorsorgekonto erfolgt wäre. Fest steht eben- falls, dass er verpflichtet gewesen wäre, die Austrittsleistung der Freizügigkeitseinric h- tung an die neue Einrichtung der beruflichen Vorsorge zu übertragen, was steuerneut- ral möglich gewesen wäre. cc) Der Bezug von Fr. 142'000.- im Jahre 2006, so der Pflichtige weiter, stelle keinen "Missbrauch von BVG -Geldern" dar. Bei einer Deckungslücke von insgesamt Fr. 1'172'000.- wäre auch bei einer Einzahlung von Fr. 142'000.- noch eine genügend grosse Deckungslücke vorhanden gewesen, um den Betrag von Fr. 220'000.- als Ein- kaufsbetrag zu verwenden. Es stehe unter gewi ssen Bedingungen jedem BVG - Versicherten zu, Kapital zu beziehen. Dabei spiele es keine Rolle, ob solche Bezüge von Inländern oder Ausländern getätigt wü rden. Der Bezug von Kapital könne per se nicht als absonderlich oder ungewöhnlich bezeichnet werden. Auch diese Argumente vermögen de n Pflichtigen nicht zu helfen . Die Freizü- gigkeitsleistung wurde dem Pflichtigen zweifellos und unbestrittenermassen in Anwe n- dung von Art. 5 Abs. 1 lit. a FZG (endgültiger Wegzug ins Ausland) ausbezahlt. Zwar trifft es zu, dass der Pflichtige am Tag der Barauszahlung noch im Ausland wohnhaft war. Bereits einen Tag später reiste er aber für einen unbeschränkten Zeitraum wieder - 8 - 2 ST.2010.167 2 DB.2010.121 in die Schweiz ein, wo gemäss vertraglicher Abmachung auch sein Arbeitsort ab An- fang 2007 liegen sollte. Unter diesen Umständen kann keine Rede davon sein, dass der Pflichtige sich die Austrittsleistung der K aufgrund des "endgültigen" We gzugs ins Ausland ausbezahlen liess. Im konkreten Fall erw eist sich deshalb die Kapitalausza h- lung nicht nur als ungewöhnlich bzw. absonderlich , sondern sie erfolgte gar zu U n- recht, zumal der Pflichtige zur Einbringung der Vorsorgegelder in die neue Vorsorg e- einrichtung gemäss Art. 3 Abs. 1 FZG verpflichtet war . Als steuerlich abzugsfäh ige Einkaufsbeiträge – maximal bis zur Höhe der Deckungslücke – können damit von vornherein lediglich Summen anerkannt werden, die über das ehemals bei der K ge- äufnete Freizügigkeitsguthaben hinausgehen. dd) Schliesslich bringt der Pflichtige vor, er habe aus einer persönlichen Ris i- kobeurteilung heraus entschieden, die bei der K vorhandenen BVG -Gelder zu bezi e- hen, da die Niederlassung in der Schweiz bei Unterzeichnung des Arbeitsvertr ages noch nicht gegründet gewesen sei und er sich (aufgrund der amerikanischen "hire and fire"-Politik) nicht habe darauf verlassen können, dass die Niederlassung tatsächlich gegründet werde. Auch dieser Einwand ist nicht stichhaltig. Wie bereits erwähnt, hätte der Pflich- tige das Freizügigkeitsguthaben bis zur Klärung der vorsorgerechtlichen Verhältnisse unter dem neuen Arbeitgeber bei der K belassen können bzw. müssen. c) Mit dem gewählten Vorgehen wurde somit nicht in erster Linie die Schlies- sung einer Beitragslücke angestrebt. Bei eine r Vorsorgelüc ke von Fr. 1'172'000.- per 2007 und einem Vermögen aus Wertschriften und Guthaben von rund Fr. 1,6 Mio per Ende 2006 muss die zu Unrecht erfolgte Auszahlung des Freizügigkeitsbetrags von der K und die Wiedereinzahlung nach etwas mehr als einem Jahr insgesa mt als unge- wöhnlich und sachwidrig beurteilt werden. Sie lässt ohne Weiteres auf eine A bsicht der missbräuchlichen Steuerminimierung schliessen und nicht auf eine zulässige Vorsor- geoptimierung. Wenn die gewählte Gestaltung zugelassen w ürde, führte sie zu einer (sofortigen) tatsächlichen Steuerersparnis von insgesamt rund Fr. 40'000.- (Staats- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuern. Ein solcher Betrag ist auch angesichts der komfortablen finanziellen Verhältnisse de r Pflichtigen bedeutend und jedenfalls nicht vernachlässigbar. - 9 - 2 ST.2010.167 2 DB.2010.121 d) Nach dem Gesagten ist m it der Vorinstanz eine Steuerumgehung zu bej a- hen; auf die entsprechenden Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid kann im Übri- gen verwiesen werden (§ 19 Abs. 2 der Verordnung über die Organisation un d das Verfahren der Steuerrekurskommissionen vom 29. April 1998). 4. Allerdings hat das Steueramt im vorliegenden Fall zu Unrecht Art. 60b der Verordnung über die berufliche Alters -, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 18. April 1984 (BVV 2, SR 831.441.1) für anwendbar erachtet. Diese Bestimmung lau- tet wie folgt: "Für Personen, die aus dem Ausland zuziehen und die noch nie einer Vorsorgeeinrichtung in der Schweiz angehört haben, darf in den ersten fünf Ja hren nach Eintritt in eine schweizerische Vo rsorgeeinrichtung die jährliche Einkaufs summe 20 Prozent des re glementarischen versicherten Lohnes nicht überschreiten. […]". Der Pflichtige war zwischen 1991 und 1996 in der Schweiz tätig und hat in dieser Zeit ein entsprechendes Freizügigkeitsguthaben be i der K angehäuft. D amit sind bei ihm die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit von Art. 60b BVV 2 klarerweise nicht gegeben und es fehlt an einer Grundlage, die zulässige Einkaufssumme in diesem Sinn zu b e- grenzen. 5. Nachdem eine Steuerumgehung zu beja hen ist, muss sich der Pflichtig e von den Fr. 220'000. - einen Anteil von Fr. 148'994.75 als Wiedereinbringung der zu Unrecht ausbezahlten Freizügigkeitsleistung anrechnen lassen, womit sich der abzie h- bare Einkauf auf Fr. 71'005.25 reduziert. Da die Steuerk ommissärin aufgrund der A n- wendung von Art. 60b BVV 2 einen Betrag von Fr. 65'600.- zum Abzug zuliess, sind die Rechtsmittel de r Pflichtigen teilweise gutzuheissen (Differenz: Fr. 5'405.25). Das steuerbare Einkommen für die Steuerperiode 2007 ist folglich b ei den Staats- und Ge- meindesteuern auf Fr. 190'900.- (Zürich bzw. Fr. 197'900. - satzbestimmend) und für die Bundessteuerperiode 2007 auf Fr. 186'900.- (steuerbar bzw. Fr. 193'800. - satzbe- stimmend) festzusetzen. 6. Die Pflichtigen vermögen mit ihren Anliegen nur zu einem sehr geringen Teil durchzudringen (betragsmässig zu ca. 3.5 % [Herabsetzung des steuerbaren Ei n- kommens um Fr. 5'405.25 statt Fr. 154'384.- bzw. Fr. 154'400.-]). Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, den Pflichtigen trot z teilweiser Gutheissung der - 10 - 2 ST.2010.167 2 DB.2010.121 Rechtsmittel die gesamten Verfahrenskosten aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG, Art. 144 Abs. 1 DBG) . Eine Parteientschädigung ist den grossmehrheitlich unterliegenden Pflichtigen nicht zuzugestehen (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechts- pflegegesetzes vom 24. Mai 1959/ 6. September 1987 , Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968). Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Rekurrenten werden für die Staats- und Gemeindesteuern wie folgt eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif): Steuerperiode Einkommen Vermögen Fr. Fr. 2007 190'900.- 1'809'000.- 197'900.- 2'059'000.-. 2. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die direkte Bundessteuer wie folgt veranlagt (Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetent arif): Steuerperiode Einkommen Fr. 2007 steuerbar 186'900.- satzbestimmend 193'800.-. […]