Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. Oktober 2015 (720 15 224) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Ermittlung des Valideneinkommens. Es erweist sich als sachgerecht, die Tabelle der LSE zu wählen, welche die bisherige Arbeitssituation am besten abbildet. Vorliegend ist des- halb auf Tabelle TA 7, Sektor Logistik, Anforderungsniveau 1+2 abzustellen und nicht auf Tabelle TA 11, Sektor 2 Fachhochschule, Anforderungsniveau 1+2. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Elisabeth Maier, Advoka- tin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.6159.0845.97) Seite 2 A. Der 1969 geborene A.____ leidet an einer bipolar en Störung. Mit Verfügung vom 31. Oktober 2012 sprach ihm die IV-Stelle eine befristete ganze IV-Rente für den Zeitraum vom 1. August 2011 bis 31. Dezember 2011 zu. Die dagegen e rhobene Beschwerde vom 27. No- vember 2012 hiess das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversi cherungsrecht (Kantonsgericht) mit Urteil vom 18. Juli 2013 insoweit gut, als es die Verfügung vom 31. Oktober 2012 aufhob und die Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklär ung und Neuverfügung an die Vo- rinstanz zurückwies (vgl. Verfahren 720 12 372). In der Folge holte die IV-Stelle ein psychiatri- sches Gutachten bei Dr. med. B.____ und Prof. med. C. ____, ein. Gestützt auf das Gutachten vom 17. Februar 2014 sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügung vom 22. Mai 2015 für den Zeitraum vom 1. August 2011 bis 31. März 2012 eine ganze und ab 1. April 2012 eine halbe IV- Rente zu. Die IV-Stelle ging bei dem zur Ermittlung d es Invaliditätsgrades durchgeführten Ein- kommensvergleich von einem Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 118‘534.-- aus. Sie ermit- telte dieses gestützt auf die Tabelle TA 11 (Schweiz), Sektor 2 Fachhochschule, Anforderungs- niveau des Arbeitsplatzes 3, Spalte Männer, der schweizeri schen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 des Bundesamtes für Statistik. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin El isabeth Maier, mit Eingabe vom 25. Juni 2015 Beschwerde ans Kantonsgericht. Beantragt wurde n die Aufhebung der angefochte- nen Verfügung und die Ausrichtung der gesetzlichen Lei stungen. In Bezug auf die Verfügung werde einzig die Ermittlung des Valideneinkommens in Frage gestellt. Unbestritten sei die An- wendung der Tabellenlöhne der LSE 2010. Strittig sei hingegen die vorgenommene Stufenwahl der Tabelle TA 11, Sektor 2 Fachhochschule. Es stehe fest , dass der Beschwerdeführer in lei- tender Funktion tätig gewesen sei bzw. noch wäre und d eshalb bereits aus diesem Grund das Anforderungsniveau 1+2 zur Anwendung gelange. Anderer seits sei mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit erstellt, dass die nun gutachterlich festgestel lte gesundheitliche Beeinträchtigung Auswirkungen auf die Lohnentwicklung gehabt habe. Desha lb sei von einem massgeblichen Valideneinkommen von Fr. 149‘593.75 auszugehen (TA 11 [Nordwestschweiz] Fr. 11‘868.-- x 12, angepasst an eine wöchentliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden und an die Nominallohnent- wicklung von 1%). C. Mit Vernehmlassung vom 13. August 2015 beantragte d ie IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Vergleiche man das errechnete Valideneinkomm en von Fr. 118‘534.-- mit dem zuletzt erzielten Verdienst gemäss Auszug aus dem Individu ellen Konto (IK-Auszug), sei er- sichtlich, dass das ermittelte Valideneinkommen den tatsä chlichen Zahlen aus dem IK-Auszug sehr nahe komme. So habe der Versicherte in den letzten fünf Jahren vor Rentenbeginn durch- schnittlich Fr. 112‘785.-- verdient. Entgegen der Auffa ssung des Beschwerdeführers sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die g esundheitliche Beeinträchtigung Aus- wirkungen auf seine Lohnentwicklung gehabt habe. Prof. C.____ halte lediglich fest, dass die gesundheitliche Situation wahrscheinlich einen Einfluss darauf gehabt habe. Eine exaktere Aussage über die Lohnentwicklung wäre jedoch spekulativ. Sollte das Gericht der Argumen- tation des Beschwerdeführers folgen und zur Auffassung g elangen, dass zur Festlegung des Seite 3 Valideneinkommens auf das Anforderungsniveau 1+2 abz ustellen sei, so spreche sich die IV- Stelle – entgegen der angefochtenen Verfügung, in we lcher fälschlicherweise auf die Tabelle TA 11, Sektor 2 Fachhochschule abgestellt worden sei – dafür aus, den Wert der Tabelle TA 7, Sektor 24 Logistik mit einem monatlichen Einkommen im A nforderungsniveau 1+2 in Höhe von Fr. 9‘079.-- heranzuziehen. Dieser Tabellenlohn sei aufgrund der langjährigen Berufserfahrung des Beschwerdeführers im Logistik-Bereich einschlägiger und hätte von der IV-Stelle bereits im Rahmen der vorliegend angefochtenen Verfügung berücksic htigt werden müssen. Gehe man von diesem Tabellenlohn aus, so resultiere ein Validene inkommen von Fr. 115‘623.-- (Fr. 9‘079.-- zuzüglich Nominallohnentwicklung von 1,8% und Umrechnung auf die betriebsübli- che wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden x 12 Mona te). Stelle man dieses Validenein- kommen dem Invalideneinkommen von Fr. 54‘256.-- gegenü ber, so resultiere ab 1. April 2012 ein IV-Grad von 53%, womit nach wie vor Anspruch auf eine halbe IV-Rente bestehe. D. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers merkte mit S chreiben vom 10. September 2015 an, dass ein Beizug der Tabellenlöhne aus dem Sektor 24 Logistik der TA 7 nicht zulässig sei, da bei diesem Sektor der beim Beschwerdeführer vorh andene Fachhochschulabschluss (Maschinenbauingenieur) nicht vorausgesetzt und entsprechend entlöhnt werde. Dies gelte ins- besondere auch für das Anforderungsniveau 1+2. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Als Invalidität gilt die voraussichtlich bleibende od er längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesge setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Di e Invalidität wird durch eine Beein- trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge sundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] vom 19. Juni 1959, Art. 3 und 4 ATSG). 1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine V iertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. 2. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst Seite 4 genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (Art. 128 V 30 E. 1). 3.1 Der Beschwerdeführer bestreitet die vorinstanzliche B erechnung des Valideneinkom- mens. 3.2 Nach der Rechtsprechung ist bei der Ermittlung des V alideneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt aufg rund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der über wiegenden Wahrscheinlichkeit ver- dient hätte. Da die Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit dau- ernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG), ist auch die berufliche Weiterentwicklung zu berücksichtigen, die eine versicherte P erson normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anha ltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufst ieg und ein entsprechend höheres Ein- kommen tatsächlich realisiert worden wären (BGE 134 V 325 f. E. 4.1 mit Hinweis). 4.1 Die Anwendung der Tabellenlöhne der LSE 2010 zur Ermittlung des Valideneinkom- mens ist unbestritten. Zu prüfen ist dagegen die anwen dbare Tabelle sowie das Anforderungs- niveau. Beim anhand der LSE vorgenommenen Einkommensver gleich ist in der Regel von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugeh en (BGE 124 V 321). Es besteht je- doch kein Grundsatz, wonach stets die Tabelle TA 1 beiz uziehen ist. Welche Tabelle zur An- wendung gelangt, bestimmt sich nach den konkreten Umstän den des Einzelfalls. So kann es sich etwa durchaus rechtfertigen, auf Tabelle TA 7 (mon atlicher Bruttolohn [Zentralwert und Quantilbereich] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht – Priva- ter Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen) abzu stellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invaliden- oder Validenlohnes erlaubt un d wenn der versicherten Person der öffentliche Sektor auch offensteht. Für qualifizierte B erufsleute mit Fachhochschulabschluss kann es ferner als angezeigt erscheinen, Tabelle TA 11 (m onatlicher Bruttolohn [Zentralwert und Quantilbereich] nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht – Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen) anzuwenden (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 27. Januar 2010, 8C_704/2009 E. 4.2.1.1). 4.2 Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung vom 22. Ma i 2015 für die Ermittlung des Validen- einkommens Tabelle TA 11 (Schweiz) herangezogen. Hierb ei hat sie auf das monatliche Ein- kommen von Fr. 9‘330.-- (basierend auf 40 Wochenstunde n), Sektor 2 Fachhochschule, Anfor- derungsniveau 3 (unteres Kader), Spalte Männer abgeste llt. Die Umrechnung auf die betriebs- übliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden und di e Anpassung an die Nominallohnent- wicklung von 1,8% ergab einen Jahreslohn von Fr. 118‘534 .--. Der Beschwerdeführer ist dage- gen der Auffassung, dass vom Anforderungsniveau 1+2 (ob eres, oberstes und mittleres Kader) auszugehen sei. Er begründet dies damit, dass er in lei tender Funktion tätig gewesen sei und weiterhin tätig wäre. So sei er in seinem letzten Job als Seniorlogistiker für die Projektleitung Seite 5 und den strategischen Einkauf verantwortlich gewesen. Au sserdem habe er Stellvertreterfunkti- onen (Leiter Logistik Businesseinheit) inne gehabt. Auf der anderen Seite sei zu beachten, dass er bereits seit Jahren an gesundheitlichen Beeinträchtig ungen leide, welche Auswirkungen auf die Lohnentwicklung und sogar Kündigungen zur Folge gehabt hätten. 4.3 Aus dem Gutachten vom 17. Februar 2014 geht in Bezu g auf die berufliche Laufbahn des Beschwerdeführers hervor, dass er nach Abschluss der regulären Schulzeit eine vierjährige Lehre als Maschinenmechaniker absolvierte. Anschliessend bes uchte er die Fachhochschule und studierte Maschinenbau- und Betriebsingenieurwesen. 1992 schloss er die Fachhochschu- le erfolgreich ab. Danach arbeitete er von 1992 bis 199 8 bei der Firma D.____ als Leiter der Logistik. 1999 wechselte er nach Zürich zu E.____ und zwei Jahre später zur F.____. Danach war er vom 1. Februar 2002 bis 29. Februar 2004 für d ie Firma G.____ tätig. Bis zum 31. De- zember 2002 war er dort als Bereichsleiter Innendienst Verkauf und Prozessmanagement ein- gesetzt. Per 1. Januar 2003 wechselte er in die Qualitätssicherung. Der Beschwerdeführer führ- te diesbezüglich an, dass er zu Beginn seiner Tätigkeit sehr engagiert gewesen sei, aber nach ca. drei Monaten in eine Depression abgeglitten sei. Da raufhin habe er intern die Stelle ge- wechselt und eine Lohneinbusse von 25% in Kauf genommen . Der Wechsel habe eine Erleich- terung bedeutet, da er Verantwortung habe abgeben kö nnen. Die G.____ kündigte das Arbeits- verhältnis per 29. Februar 2004. Anschliessend arbeitete er für die H.____. Diese Stelle kündig- te die Arbeitgeberin per 30. September 2009 aufgrun d von Differenzen mit dem Vorgesetzten. Schliesslich schloss er einen Arbeitsvertrag mit der I.___ _ ab, wo er vom 1. April 2010 bis am 31. Januar 2011 angestellt war. Dort war er als Senio r Logistiker in der Abteilung Logistik tätig. Diese Funktion umfasste die Stellvertretung sowie die a llgemeine Entlastung des Leiters Logis- tik sowohl im operativen Tagesgeschäft als auch bei der U nterstützung in konzeptionellen und projektbezogenen Arbeiten im Bereich Logistik. Bei die ser Stelle habe er unter Anpassungs- schwierigkeiten gelitten. Schliesslich sei es zur Überforder ung und zur Entwicklung von Kon- zentrationsschwäche, Schlaflosigkeit und Müdigkeit gekomme n. Im August 2010 folgte sodann der Eintritt in die Klinik Sonnenhalde, wo er bis Oktober 2010 hospitalisiert war. 4.4 In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit kamen Dr. B.___ _ und Prof. C.____ zum Schluss, dass die Tätigkeit als Ingenieur nur unter angepassten Bedin gungen in einem 50%-Pensum möglich sei. Bei höherem Pensum sei von einer zunehmenden Überforderung und erneuten Verschlech- terung des Gesundheitszustandes auszugehen. Tätigkeiten in leitender Position, spätabends oder nachts, mit häufigem bzw. anspruchsvollem Kundenkont akt seien nicht empfehlenswert. Auch Arbeiten unter Leistungs- und Zeitdruck kämen nich t in Frage. Aufgrund der einge- schränkten Fähigkeit, sich an Regeln und Routinen zu hal ten, wegen reduzierter Flexibilität, Durchhaltefähigkeit und Einschränkungen in der Kontakt fähigkeit zu Dritten sowie gestörter Entscheidungsfähigkeit sei eine Tätigkeit zu 100% nicht möglich. Es sei mit verlangsamten Ab- läufen aufgrund der erhöhten Qualitätsansprüche sowie m it Konflikten bei Kritik zu rechnen. In manischen Phasen sei ein gestörter Realitätsbezug mit einem inadäquaten Verhalten zu erwar- ten. Seite 6 4.5.1 Aus den Ausführungen der Gutachter zur Arbeitsfä higkeit wird deutlich, dass die Krank- heit eine anspruchsvollere Tätigkeit im Führungsbereich längerfristig nicht zulässt. Aus dem beruflichen Werdegang ist einerseits ersichtlich, dass der Beschwerdeführer überwiegend im Bereich Logistik tätig war und diesbezüglich auch Füh rungsfunktionen übernommen hatte und andererseits, dass er die Anstellung bei H.____ aufgrund von Differenzen mit Vorgesetzten und die Kaderstellen bei G.____ und I.____ wegen Überfor derung verloren hatte. Über das Ganze gesehen, kann davon ausgegangen werden, dass die bipolare Störung Einfluss auf die Arbeits- stellen gehabt hat. Explizit auf die Frage angesproche n, ob die bipolare affektive Störung auch Auswirkungen auf die Lohnentwicklung gehabt habe, äussert en sich die Gutachter dahinge- hend, dass dies wahrscheinlich zutreffe. Die Katamnese w eise auf krankheitsbedingte Rück- schläge hin, die im Verlauf der Jahre wahrscheinlich auf die berufliche Entwicklung Einfluss genommen hätten. Eine exaktere Beschreibung der Auswirku ngen auf das Lohngefüge wäre aus ihrer Sicht aber zu spekulativ, zumal die Dokumentati on zwischen 2002 und 2010 ausge- sprochen spärlich sei. Trotz der diagnostizierten Persönli chkeitsstörung sei es grundsätzlich kaum möglich, pauschal retrospektiv eine negative Wirkung zu belegen, bezüglich der bipolaren Störung sei ein solcher ungünstiger Einfluss jedoch eher anzunehmen. 4.5.2 Ob und inwieweit die Krankheit Auswirkungen auf das Lohngefüge gehabt hat, kann demnach nicht zuverlässig ermittelt werden. Insbesonder e begleitet die Krankheit den Versi- cherten seit seiner Jugendzeit, weshalb es schwierig ist, zu beurteilen, welche Laufbahn er als Gesunder durchlaufen hätte. Eine Karriere im Logistik bereich mit Führungsfunktion erscheint aufgrund der bisherigen beruflichen Karriere aber als realistisch und die Löhne der G.____ und der I.____ können als Anhaltspunkte dafür dienen, was e r als Leiter Logistik längerfristig hätte verdienen können, wenn er die Stellen nicht gesundheit sbedingt hätte aufgeben müssen. Das Zieleinkommen bei der G.____ betrug im Jahr 2002 Fr. 120‘000.-- (davon Fr. 98‘400.-- als Fi- xum und Fr. 21‘600.-- als Leistung) und bei der I.____ gemäss Arbeitsvertrag vom 1. März 2010 Fr. 129‘675.-- (davon Fr. 123‘500.-- als Grundsalär und Fr. 6‘175.-- als Bonus). Wie die Vo- rinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 13. August 2015 er wogen hat, liegt es mit Blick auf die Berufserfahrung des Versicherten deshalb nahe, für die Ermittlung des Valideneinkommens die Tabelle TA 7, welche nach Tätigkeiten gegliedert ist, heranzuziehen. In Berücksichtigung der Ausbildung, Erfahrung und der Kaderpositionen des Be schwerdeführers ist dabei von der höchsten Anforderungsstufe 1+2 (Verrichtung höchst anspruch svoller und schwierigster Arbei- ten) des Sektors Logistik auszugehen (Fr. 9‘079.--). 4.5.3 Bei der Tabelle TA 11 wird nicht die Tätigkeit in Vordergrund gestellt, sondern die beruf- liche Ausbildung. Für qualifizierte Berufsleute mit Fach hochschulabschluss kann es sich recht- fertigen, die Tabelle TA 11 (Nordwestschweiz oder Schw eiz) heranzuziehen. Der Beschwerde- führer besitzt einen Fachhochschulabschluss als Maschinenbau ingenieur. In diesem Beruf war er jedoch nicht tätig, sondern entschied sich für eine Laufbahn im Logistikbereich. Das Anforde- rungsniveau 3 bei Tabelle TA 11 entspricht dem untere n Kader. Der Begriff „unteres Kader“ Seite 7 bezeichnet in der Regel eine Führungsfunktion (vgl. Ur teil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2007, 9C_87/2007, E. 3.3), was sicher die Tätigkeit a ls Senior Logistiker mit einschliesst. Hin- weise dafür, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfa ll im Fachbereich Maschinenbauin- genieur oder einem verwandten Beruf einer Tätigkeit im Anforderungsniveau 1+2 (oberstes, oberes und mittleres Kader) nachgegangen wäre, fehlen . Eine solche Annahme wäre deshalb rein spekulativer Natur. Es erweist sich vielmehr als sachgerecht, die Tabelle zu wählen, welche die bisherige Arbeitssituation am besten abbildet. Und dies ist im vorliegenden Fall die Tabelle TA 7, Sektor Logistik, Anforderungsniveau 1+2. Folglich ist zur Ermittlung des Valideneinkom- mens von diesem Tabellenlohn auszugehen. Stellt man da s Valideneinkommen in Höhe von Fr. 115‘623.-- (Fr. 9‘079.-- zuzüglich 1,8% Nominalloh nentwicklung und Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden x 12; vgl. auch Vernehmlassung der Vorinstanz vom 13. August TA 7) dem unbestrittenen Inva lideneinkommen von Fr. 54‘256.-- gegenüber resultiert ein IV-Grad von 53%, womit wei terhin Anspruch auf eine halbe IV-Rente besteht. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 5. Nach Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilli- gung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kan tonalen Versicherungsgericht kosten- pflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassun gs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom16. Dezember 1993 werden die Verfahren skosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist der Beschwerdeführer un- terliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Gemäss Ausgang des Verfahrens werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Seite 8 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht