<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 0/2] </div> <div class="para">7B.157/2001/min </div> <div class="para"> </div> <div class="para">SCHULDBETREIBUNGS- UND KONKURSKAMMER </div> <div class="para">************************************ </div> <div class="para"> </div> <div class="para">28. August 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichterin Nordmann, Präsidentin der </div> <div class="para">Schuldbetreibungs- und Konkurskammer, Bundesrichter Merkli, </div> <div class="para">Bundesrichter Meyer und Gerichtsschreiber Levante. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">A.________, Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">den Beschluss vom 29. März 2001 des Obergerichts des Kantons Thurgau als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Lastenverzeichnis und Steigerungsbedingungen, hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- In der Betreibung auf Grundpfandverwertung Nr. ... </div> <div class="para">gegen den Schuldner A.________ verlangte die Bank B.________ als Grundpfandgläubigerin im 1. Rang vom Betreibungsamt Sirnach die Verwertung des Grundpfandes (Stockwerkeigentum Nr. ... Miteigentum an Grundstück Nr. xxx, Grundbuch Z.________). Das Betreibungsamt Sirnach teilte am 19. Januar 2001 das Lastenverzeichnis mit und legte vom 22. bis 31. Januar 2001 die Steigerungsbedingungen (unter Beilage des Lastenverzeichnisses) auf. A.________ erhob Beschwerde gegen das Lastenverzeichnis und die Steigerungsbedingungen, welche das Gerichtspräsidium Münchwilen als untere Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungssachen mit Verfügung vom 21. Februar 2001 und in der Folge das Obergericht des Kantons Thurgau als obere kantonale Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs mit Beschluss vom 29. März 2001 abwies. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- A.________ hat den Beschluss vom 29. März 2001 des Obergerichts des Kantons Thurgau mit Beschwerdeschrift vom 11. Juni 2001 (rechtzeitig) an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts weitergezogen. Er verlangt die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und stellt folgende Rechtsbegehren: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"1.Es seien Pos. lit. A Ziff. 2 sowie lit. B/Anmerkung </div> <div class="para">"Stockwerkanteile verpfändet" (begr. 31. Januar </div> <div class="para">1992, Beleg 34p) im Lastenverzeichnis aufzuheben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. Es sei Ziff. 16 lit. c i.V.m. Ziff. 8 lit. b der </div> <div class="para">Steigerungsbedingungen aufzuheben bzw. im Sinne </div> <div class="para">der nachfolgenden Begründung zu berichtigen bzw. </div> <div class="para">zu ergänzen. </div> <div class="para">3. Es seien die nach den vorstehenden Begehren zu </div> <div class="para">bereinigenden Steigerungsbedingungen samt Lastenverzeichnis </div> <div class="para">neu öffentlich aufzulegen.. " </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Weiteren ersucht A.________ um aufschiebende Wirkung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Bank B.________ als Beschwerdegegnerin beantragt die Abweisung der Beschwerde. Das Obergericht des Kantons Thurgau und das Betreibungsamt Sirnach schliessen ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 21. Juni 2001 hat die Präsidentin der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuerkannt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer </div> <div class="para">zieht in Erwägung: </div> <div class="para">________________________________________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Die Aufsichtsbehörde ist zum Schluss gekommen, das Betreibungsamt habe zu Recht aus dem Grundbuch ins Lastenverzeichnis vom 19. Januar 2001 unter Lit. A Ziff. 2 einen "Inhaberschuldbrief im 2. Rang, Inhaber unbekannt, errichtet am 25. Oktober 1995, Fr. 100'000.--" sowie unter Lit. B/Andere Lasten die Anmerkung "Stockwerkanteile verpfändet" übernommen. </div> <div class="para">Mit Beschwerde gemäss <span class="artref">Art. 17 ff. SchKG</span> kann überprüft werden, ob das Betreibungsamt bei der Grundlegung des Lastenverzeichnisses die Verfahrensvorschriften eingehalten hat (Amonn/Gasser, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">6. Aufl. 1997, § 28 Rz. 39). Der Beschwerdeführer kritisiert die Erstellung des Lastenverzeichnisses ohne Erfolg. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">a) Grundlage des Lastenverzeichnisses bildet der Grundbuchauszug; in das Lastenverzeichnis sind daher die im Grundbuch eingetragenen Lasten aufzunehmen (<span class="artref">Art. 140 Abs. 1 SchKG</span>; <span class="artref">Art. 34 Abs. 1 lit. b VZG</span>; Amonn/Gasser, a.a.O., § 28 Rz. 27). Aus den Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz sowie aus dem in den Akten liegenden Grundbuchauszug vom 21. August 2000 geht hervor, dass das Betreibungsamt den Inhaberschuldbrief im 2. Rang im Nominalbetrag von Fr. 100'000.-- entsprechend ins Lastenverzeichnis übernommen hat; etwas anderes behauptet der Beschwerdeführer selber nicht. Der Einwand des Beschwerdeführers, die Aufsichtsbehörde habe übergangen, dass mangels Anmeldung im Zweifel anzunehmen sei, die betreffende grundpfandrechtliche Belastung bestehe nicht, geht fehl: Durch die gestützt auf öffentliche Aufforderung gemachten Angaben wird das Lastenverzeichnis ergänzt (<span class="artref">Art. 34 Abs. 1 lit. b VZG</span>; Amonn/Gasser, a.a.O., § 28 Rz. 28), soweit die Lasten nicht bereits im Grundbuch aufgenommen sind; im Übrigen erfolgt die Abklärung von Rang, Bestand und Umfang einer im Grundbuch ausgewiesenen Last im Lastenbereinigungsverfahren. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer bringt weiter vergeblich vor, der betreffende Inhaberschuldbrief könne im Lastenverzeichnis nicht berücksichtigt werden, weil der Inhaber unbekannt sei, über die Besitzverhältnisse Unklarheit herrsche und ein allfälliger Verwertungserlös keinem Grundpfandgläubiger zugeordnet werden könnte. Entgegen seiner Auffassung sind indessen auch die Pfandrechte unbekannter Pfandgläubiger in das Lastenverzeichnis aufzunehmen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=24.08.2001&amp;to_date=12.09.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-III-85%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page85">BGE 116 III 85</a> E. 2b S. 87/88; Häusermann/Stöckli/Feuz, in: Kommentar zum SchKG, N. 102 zu <span class="artref">Art. 140 SchKG</span>, m.H.; Gilliéron, Commentaire de la LP, N. 49 zu <span class="artref">Art. 140 SchKG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Die Vorinstanz hat im Weiteren festgestellt (Art. 63 Abs. 2 i.V.m. <span class="artref">Art. 81 OG</span>), der im 2. Rang aufgenommene Inhaberschuldbrief über Fr. 100'000.-- werde nicht vom Betreibungsamt verwahrt und dessen Besitzer sei unbekannt; erst während der Auflage der Steigerungsbedingungen - d.h. zwischen dem 22. und 31. Januar 2001 und damit nach Erstellung des Lastenverzeichnisses am 19. Januar 2001 - habe sich der Beschwerdeführer auf den Besitz besonnen. Inwiefern die Aufsichtsbehörde Bundesrecht unrichtig angewendet habe, wenn sie gefolgert hat, die Voraussetzungen zur Nichtberücksichtigung des Schuldbriefes im Lastenverzeichnis gestützt auf <span class="artref">Art. 35 Abs. 1 VZG</span> seien vorliegend nicht gegeben (vgl. </div> <div class="para">Gilliéron, a.a.O., N. 93 u. 94 zu <span class="artref">Art. 140 SchKG</span>), stellt der Beschwerdeführer (ausdrücklich) nicht in Frage (<span class="artref">Art. 79 Abs. 1 OG</span>). Aus den Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz (Art. 63 Abs. 2 i.V.m. <span class="artref">Art. 81 OG</span>) geht denn auch nicht hervor, dass sich der fragliche Inhaberschuldbrief vor Erstellung des Lastenverzeichnisses in den Händen des Beschwerdeführers befunden habe (<span class="artref">Art. 35 Abs. 1 VZG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=24.08.2001&amp;to_date=12.09.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-III-36%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page41">BGE 112 III 41</a> E. 1 S. 44; <span class="bgeref_err">76 III 41</span> E. 1 S. 44). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Soweit das Betreibungsamt in seiner Vernehmlassung vom 26. Juni 2001 an die erkennende Kammer (erstmals) festgehalten hat, dass der Beschwerdeführer an einem Tag während der Auflage der Steigerungsbedingungen (unter Beilage des Lastenverzeichnisses) vom 22. bis 31. Januar 2001 den fraglichen Inhaberschuldbrief auf dem Betreibungsamt vorbeigebracht habe (und dieser somit verwahrt sei), ist dies unbeachtlich. </div> <div class="para">Auf die vom Betreibungsamt neu vorgebrachte Tatsache kann von vornherein nicht eingetreten werden (<span class="artref">Art. 79 Abs. 1 OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=24.08.2001&amp;to_date=12.09.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F111-III-5%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page5">BGE 111 III 5</a> E. 2; Lorandi, Betreibungsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeit, N. 141 zu <span class="artref">Art. 20a SchKG</span>). Im Übrigen könnte das Betreibungsamt von Amtes wegen prüfen, ob durch neu eingetretene Tatsachen die Anordnung einer nachträglichen Bereinigung des Lastenverzeichnisses in Frage steht (<span class="bgeref_err">BGE 76 III 41</span> E. 1 S. 44; vgl. Amonn/Gasser, a.a.O., § 28 Rz. 41, m.H.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Aus den Sachverhaltsfeststellungen der Aufsichtsbehörde und den Akten geht hervor, dass das Betreibungsamt die vom Beschwerdeführer kritisierte Anmerkung "Stockwerkanteile verpfändet" unter "Andere[n] Lasten zu der zu Stockwerkeigentum aufgeteilten Liegenschaft Nr. xxx" korrekt vom Grundbuchauszug vom 21. August 2000 in das Lastenverzeichnis übernommen hat. Gemäss <span class="artref">Art. 36 Abs. 2 VZG</span> ist das Betreibungsamt nicht befugt, die Aufnahme der im Grundbuchauszug enthaltenen Lasten in das Verzeichnis abzulehnen, abzuändern oder zu bestreiten (Häusermann/Stöckli/Feuz, a.a.O., N. 104 zu <span class="artref">Art. 140 SchKG</span>, m.H.). Der Beschwerdeführer macht daher vergeblich geltend, die Aufsichtsbehörde habe zu Unrecht geschlossen, dass die betreffende Anmerkung im Lastenverzeichnis aufzuführen sei. Im Übrigen kann in diesem Zusammenhang von "mangelnder Transparenz" keine Rede sein; im Gegenteil: </div> <div class="para">Die Anmerkung "Stockwerkanteile verpfändet" zum Stammgrundstück Nr. xxx bringt gerade zum Ausdruck, dass an Miteigentumsanteilen Grundpfandrechte bestehen (vgl. <span class="artref">Art. 648 Abs. 3 ZGB</span>), und bei der Verwertung von Miteigentumsanteilen ist das Betreibungsamt verpflichtet, im Lastenverzeichnis die notwendigen Angaben zum Stammgrundstück zu machen (Art. 73c i.V.m. <span class="artref">Art. 33 ff. VZG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Der Beschwerdeführer verlangt sodann eine Aufhebung bzw. Abänderung der Ziff. 16 lit. c i.V.m. Ziff. 8 lit. b der Steigerungsbedingungen. Er macht im Wesentlichen geltend, die betreffenden Steigerungsbedingungen seien bundesrechtswidrig, weil sie eine eventuell anfallende Grundstückgewinnsteuer nicht als Verwertungskosten ausweisen würden. Auch die Vorbringen gegen die Steigerungsbedingungen vermögen indessen nicht darzutun, dass die Aufsichtsbehörde durch die Nichtaufhebung bzw. -abänderung der angefochtenen Bestimmungen Bundesrecht verletzt habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">a) Die Steigerungsbedingungen lauten in Ziff. 16 unter "Grundstückgewinnsteuer" wie folgt: </div> <div class="para">"Bezüglich der aus dieser Zwangsverwertung allenfalls </div> <div class="para">entstehenden Grundstückgewinnsteuer wird der Ersteigerer </div> <div class="para">ausdrücklich auf folgende Punkte aufmerksam </div> <div class="para">gemacht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">a)Das Grundstück haftet dem Staat als Pfand für die </div> <div class="para">aus dieser Versteigerung allenfalls entstehende </div> <div class="para">Grundstückgewinnsteuer (<span class="artref">Art. 836 ZGB</span>, <span class="artref">§<artref id="CH/641.10/198" type="start"></artref>§ 198 ff. </span></div> <div class="para">StG<artref id="CH/641.10/198" type="end"></artref> und § 68 EG zum ZGB). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b)Die Grundstückgewinnsteuerforderung, welche im </div> <div class="para">Zwangsverwertungsverfahren von Grundstücken erst </div> <div class="para">im Zeitpunkt des Zuschlages entsteht und mit Zustellung </div> <div class="para">der definitiven Veranlagung fällig wird, </div> <div class="para">ist aus diesen Gründen im Lastenverzeichnis nicht </div> <div class="para">aufgeführt und wird deshalb im Zuschlagspreis </div> <div class="para">nicht eingerechnet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c)Da dem Ersteigerer das gesetzliche Pfandrecht </div> <div class="para">nach <span class="artref">§<artref id="CH/641.10/198" type="start"></artref>§ 198 ff. StG</span><artref id="CH/641.10/198" type="end"></artref> droht und er ausserhalb dieses </div> <div class="para">Zwangsverwertungsverfahrens mit der zusätzlichen </div> <div class="para">Bezahlung der Grundstückgewinnsteuer rechnen </div> <div class="para">muss, ist es somit ausschliesslich seine Sache, </div> <div class="para">im eigenen Interesse bis zum Zeitpunkt der Steigerung </div> <div class="para">die kantonale Steuerverwaltung in Frauenfeld, </div> <div class="para">Ressort Grundstückgewinnsteuern, über den </div> <div class="para">mutmasslichen Steuerbetrag anzufragen.. " </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die angefochtene Steigerungsbedingung Ziff. 16 hält somit inhaltlich fest, dass der Staat ausserhalb der Zwangsvollstreckung für die Grundstückgewinnsteuer ein gesetzliches Grundpfandrecht geltend machen könne, die Grundstückgewinnsteuer mit dem Zuschlag entstehe und danach fällig werde; deshalb sei die Grundstückgewinnsteuer im Lastenverzeichnis nicht aufgeführt und werde deshalb im Zuschlagspreis nicht eingerechnet. Mit dieser Bestimmung kommt - abgesehen von der unbestrittenen Wiedergabe der Regelung einer möglichen Legalhypothek - einzig zum Ausdruck, was in <span class="artref">Art. 53 Abs. 1 VZG</span> geregelt ist (vgl. Gilliéron, a.a.O., N. 9 zu Art. 142a): </div> <div class="para">Bei der Berechnung des Zuschlagspreises (Art. 142a i.V.m. <span class="artref">Art. 126 Abs. 1 SchKG</span>) dürfen von den dem betreibenden Gläubiger vorgehenden pfandgesicherten Forderungen nur diejenigen berücksichtigt werden, die im Lastenverzeichnis enthalten und unbestritten geblieben sind oder gerichtlich gutgeheissen, eventuell noch beim Richter anhängig sind (<span class="artref">Art. 141 SchKG</span>). </div> <div class="para">Dass eine allfällige, erst mit dem Zuschlag entstehende Grundstückgewinnsteuer bei der Berechnung des Zuschlagspreises berücksichtigt werden soll, behauptet der Beschwerdeführer selber nicht. Die Duldung der angefochtenen Ziff. 16 der Steigerungsbedingungen hindert das Betreibungsamt indessen in keiner Weise, später eine allfällige tatsächlich entstandene Grundstückgewinnsteuer als Verwertungskosten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=24.08.2001&amp;to_date=12.09.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-III-246%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page246">BGE 122 III 246</a> E. 5b S. 248) in Anwendung von <span class="artref"><artref id="CH/281.1/157/2" type="start"></artref><artref id="CH/281.1/157/1" type="start"></artref>Art. 157 Abs. 1 und 2 SchKG</span><artref id="CH/281.1/157/2" type="end"></artref><artref id="CH/281.1/2" type="end"></artref> vom Bruttoerlös abzuziehen und zu bezahlen, bevor der Nettoerlös an die Gläubiger verteilt wird. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern die Aufsichtsbehörde Bundesrecht verletzt habe, wenn sie zum Ergebnis gelangt ist, Ziff. 16 der Steigerungsbedingungen sei weder aufzuheben noch abzuändern (nicht amtl. publ. Urteil [7B. 103/2001] vom 4. Juli 2001 i.S. Stadt Zürich, E. 2b/bb). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Ziff. 8 lit. b der Steigerungsbedingungen lautet wie folgt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"Ohne Abrechnung am Zuschlagspreis hat der Ersteigerer </div> <div class="para">zu übernehmen bzw. bar zu bezahlen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">a) ... </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) die im Zeitpunkt der Versteigerung noch nicht </div> <div class="para">fälligen und deshalb im Lastenverzeichnis nicht </div> <div class="para">aufgeführten Forderungen mit gesetzlichem Pfandrecht </div> <div class="para">(Brandassekuranzsteuern, Liegenschaftensteuern), </div> <div class="para">ferner die laufenden öffentlichen Abgaben </div> <div class="para">für Wasser, Elektrizität, Abfuhrwesen usw.. " </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Diese Steigerungsbestimmung ist praktisch wort- gleich mit <span class="artref">Art. 49 Abs. 1 lit. b VZG</span>. Gestützt auf diese Bestimmung können dem Ersteigerer nur Forderungen mit gesetzlichem Pfandrecht ohne Anrechnung am Zuschlagspreis überbunden werden, die bereits vor der Versteigerung bestehen, was bei der Grundstückgewinnsteuer, die mit dem Zuschlag entsteht, nicht der Fall ist (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=24.08.2001&amp;to_date=12.09.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-III-128%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page128">BGE 120 III 128</a> E. 3 S. 129). Inwiefern die Aufsichtsbehörde zu Unrecht gefolgert habe, Ziff. 8 lit. b der Steigerungsbedingungen sei rechtskonform und daraus lasse sich nicht ableiten, dass die Grundstückgewinnsteuer dem Erwerber überbunden werde, da diese Steuer - was der Beschwerdeführer selber nicht in Frage stellt - gar nicht im Zeitpunkt der Versteigerung fällig sei (vgl. auch Ziff. 16 lit. b der Steigerungsbedingungen), legt der Beschwerdeführer nicht dar (<span class="artref">Art. 79 Abs. 1 OG</span>). Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung von <span class="artref">Art. 49 Abs. 2 VZG</span> geltend macht, ist dies von vornherein unbehelflich. Nach der betreffenden Bestimmung kann der Ersteigerer über den Zuschlagspreis nicht zu weiteren Zahlungen verpflichtet werden, ausser es sei in den Steigerungsbedingungen vorgesehen. Indessen geht weder aus den Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz noch aus den angefochtenen Steigerungsbedingungen selber hervor, dass eine Bestimmung vorsieht, der Ersteigerer müsse die Grundstückgewinnsteuer über den Zuschlagspreis hinaus bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Aus diesen Gründen erweist sich die Beschwerde als unbegründet, soweit darauf eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt </div> <div class="para">die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer: </div> <div class="para">_________________________________________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para">2.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Beschwerdegegnerin (Bank B.________), dem Betreibungsamt Sirnach und dem Obergericht des Kantons Thurgau als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para">Lausanne, 28. August 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Die Präsidentin: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>