B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5033/2011 U r t e i l v o m 1 0 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richterin Contessina Theis, Richterin Christa Luterbacher, Gerichtsschreiber Simon Thurnheer. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 4. August 2011 / N (…). E-5033/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein tamilischer Hindu, verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 12. April 2010 auf dem Luftweg und gelang- te am 20. April 2010 auf dem Landweg in die Schweiz, wo er noch am selben Tag um Asyl nachsuchte. Zur Begründung seines Gesuchs machte er anlässlich der Befragung zur Person im Empfangs- und Verfahrens- zentrum (EVZ) B._______ vom 30. April 2010 und der vertieften Anh ö- rung zu seinen Asylgründen vom 5. Mai 2010 im Wesentlichen geltend, er sei i n C._______, Jaffna-Distrikt, geboren und habe dort bis am 21. Februar 2010 gelebt, wobei er einzig von Ende 1996 bis April 1997 wegen des Krieges in D._______ gewesen sei. Weil er für die (gemäss seinen Angaben parteilose und neutrale) Zeitung E._______ gearbeitet habe, habe er mit der sirlankischen Armee , aber auch mit Unbekannten Schwierigkeiten bekommen. Im Juli 2006 hätten Unbekannte einen A r- beitskollegen und im September 2006 einen Ge schäftsführer getötet. In der Folge sei auch er gesucht worden. Am (…) Juni 2009 hätten ihn U n- bekannte beim Verteilen von Zeitungen angehalten, bedroht und die Ze i- tungen verbrannt. Am darauf folgenden Tag hätten Unbekannte ihn zu Hause gesucht, er sei aber bei Bekannten in F._______ gewesen. In der Folge sei er noch einige Male gesucht worden, z uletzt im Januar 2010, aber er sei auch dann nicht zu Hause gewesen , er habe sich versteckt gehalten. Aus diesen Gründen habe er sich gezwungen gesehen, sein Heimatland zu verlassen. Nach einem rund zweimonatigen Aufenthalt in G._______ sei er am 12. April 2010 über den Flughafen von Colombo ausgereist. Er werde auch seit seiner Ausreise im Heimatstaat n och ge- sucht. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er einen Arbeitsau s- weis (Presse), zwei Schreiben aus den Jahren 2009 und 2010, ver schie- dene Zeitungsartikel aus den Jahren 20 06 und 2009, zwei Gerichtsdok u- mente aus dem Jahre 2006, einen Todesschein von 2008 sowie ein Schreiben des "Grama Officer" von 2011 als Beweismittel ein. B. Mit Verfügung vom 4. August 2011 (eröffnet am 11. August 2011) stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft – sowohl mangels Glaubhaftigkeit als auch wegen fehlender Asylrelevanz seiner Vorbringen – nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die We g- weisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. E-5033/2011 Seite 3 C. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 12. September 2011 liess der Beschwerdeführer gegen di ese Verfügung beim Bundesverwaltungsg e- richt Beschwerde erheben und beantragen , die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung formellen Rechts aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richt i- gen re chtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Eventuell seien die Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Ve r- fügung aufzuheben und die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges festzustellen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, ihm sei vollständige Einsicht in die Asyl- und Vollzugsakten – einschliesslich seiner eigenen Beweismittel – zu gewähren, ihm sei anschliessend eine angemessene Frist zu B e- schwerdeergänzung anzusetzen, bei Rückweisung an das BFM zur Ne u- beurteilung sei jenes anzuweisen, sämtliche Herkunftsländerinformati o- nen, auf di e es seinen Entscheid stütze, in geeigneter Weise offenzul e- gen. Eventuell sei das BFM im Rahmen des Beschwerdeverfahrens a n- zuweisen, sämtliche Herkunftsländerinformatio nen, auf die es seinen Entscheid stütze, in geeigneter Weise offenzulegen, und ihm sei eine an- gemessene Frist zur Stellungnahme einzuräumen. Zudem sei vor Gu t- heissung der Beschwerde eine angemessene Frist zur Einreichung einer Kostennote anzusetzen. Auf die Beschwerdebegründung sowie die zahlreichen Beweismittel wird – soweit für den Entsch eid wesentlich – in den nachfolgenden Erwägu n- gen eingegangen. D. Mit Schreiben vom 14. September 2011 teilte das BFM der zuständigen kantonalen Behörde mit, die angefochtene Verfügung sei am 10. Se p- tember 2011 in Rechtskraft erwachsen. E. Mit Zwischenverfügung vom 16. September 2011 stellte das Bundesve r- waltungsgericht fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Ve r- fahrens in der Schweiz abwarten, das BFM habe zu Unrecht festgestellt, seine Verfügung sei bereits in Rechtskraft erwachsen, und die entsp re-E-5033/2011 Seite 4 chende Mitteilung des BFM an den Kanton sei gegenstandslos. Gleic h- zeitig wies das Bundesverwaltungsgericht das BFM an, dem Beschwe r- deführer Kopien seiner eingereichten Beweismittel zur Einsicht zuzustel- len, erachtete den Antrag auf Akteneinsicht darüber hinaus für gegen s- tandslos und setzte Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses. Die B e- handlung der weiteren Anträge verwies es auf einen späteren Zeitpunkt. F. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 5. Oktober 2011 ersuchte der Beschwerdeführer innert Frist um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, eventuell um Kostenvorschusserlass und reichte eine Fü r- sorgebestätigung zu den Akten. G. Mit Zwischenverfügung vom 12. Oktober 2011 verzichtete die zuständige Instruktionsrichterin wiedererwägungsweise antragsgemäss auf den e r- hobenen Kostenvorschuss, setzte dem Beschwerdeführer bezüglich der eingesehenen eigenen Beweismittel Frist zur Beschwerdeergänzung an, wies das Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Koste n- note ab und verwies die Beha ndlung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie aller übrigen Anträge auf einen späte- ren Zeitpunkt. H. Mit ergänzender Beschwerdeeingabe vom 28. Oktober 2011 nahm der Beschwerdeführer fristgerecht Stellung zu den eingesehenen Bewei smit- teln und legte die darin aufgeführten Beilagen 22 bis 24 ins Recht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilun g von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; Art. 105 des Asyl- gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]). Der Beschwerdeführer E-5033/2011 Seite 5 ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die fristgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG) ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schriften- wechsel verzichtet. 4. Der Beschwerdeführer macht zunächst eine Verletzung formellen Rechts geltend und bringt vor, die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör in mehr- facher Hinsicht verletzt. 4.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, and e- rerseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim E r- lass eines Entscheid es dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche B e- weise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erhebli chen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mi twirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfah- ren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch kor reliert die Pflicht der Behörde , dass sie die Vorbringen tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigt. Das gilt für alle form- und fristgerechten Äus- serungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streitfr a- ge geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so abge- fasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachg e- recht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und a uf die sie ih-E-5033/2011 Seite 6 ren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). 4.2 4.2.1 Mit Zwischenverfügung vom 16. September 2011 wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer in Bezug auf die unvollständige Gewährung der Akteneinsicht durch die Vorinstanz zu Recht eine Gehörsverletzung gerügt hat te. Mit der genannten Zwischenverfügung, der nachträglichen Akteneinsicht und der anschliessenden Gelegenheit des Beschwerdefüh- rers zur Stellungnahme beziehungsweise Beschwerdeergänzung wurde dem Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör diesbezüg- lich, soweit dieser als verletzt zu erkennen war, im Rahme n des B e- schwerdeverfahrens Genüge getan. Der genannte Verfahrensmangel ist demnach als geheilt zu erachten . Der in seiner Eingabe vom 28. Oktober 2011 erhobenen Rüge, bei der Akteneinsicht in seine eigenen Beweismit- tel habe er von der eingereichten Zeitung sausgabe vom 26. Juni 2009 le- diglich Kopien der Titelseite und der Seite 2 erhalten, anstelle der Seite 7, und dem entsprechenden Antrag auf erneute Akteneinsicht, ist entgegen- zuhalten, dass das vorinstanzliche Dossier die von ihm beschriebene Sei- te 7 gar nicht enthält. Es ist somit davon auszugehen, dass er sie nie ei n- gereicht hat. Der entsprechende Antrag erweist sich folglich als gegen- standslos. 4.2.2 Der Beschwerdeführer kritisiert, die Vorinstanz ignoriere das (inzwi- schen überholte) Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E- 2775/2007 vom 14. Februar 2008 [BVGE 2008/2] zur Lage in Sri Lanka (Beschwerde, S. 10 ). Seine Rüge zielt auf die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ab und verkennt, dass der Gehörsanspruch grundsätzlich nur den rechtserheblichen Sachverhalt, nicht aber Rechtsnormen od er von den Behörden vorgesehene rechtliche Begründungen betrifft (vgl. BGE 132 II 485 E. 3.2 S. 494). Das BFM muss sich als Vorinstanz zwar auch hinsichtlich der Frage der generellen Zumut barkeit des Vollzugs der Wegweisung in Herkunftsländer abgewiesener Asylsuchender an die Pra- xis des Bundesverwaltungsge richts halten, es ist aber sehr wohl befugt, mit einlässlicher Begründung von einer bestehenden Praxis abzuwe i- chen, wenn es diese als anpassu ngsbedürftig erachtet (vgl. BVGE 2010/54 E. 9.2.1 S. 801 f.). Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung nachvollziehbar und im Einzelnen hin reichend differenziert aufgezeigt, weshalb es zum Schluss gelangt, dass hinsichtlich der Lagebeurteilung in Sri Lanka eine Praxisänderung angezeigt sei. Dass das BFM den Vollzug E-5033/2011 Seite 7 der Wegweisung in die Nord - und Ostprovinz Sri Lankas auf Grund der jüngsten Entwicklungen aus den in der Verfügung dargelegten Gründen als zumutbar einschätzt, ist daher nicht zu beanstanden . Das Bunde s- verwaltungsgericht hat sich im Übrigen relativ kurz nach Erlass der ang e- fochtenen Verfügung in seinem Urteil E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 (BVGE 2011/24) zur aktuellen Situa tion in Sri Lanka geäussert und eine Anpassung seiner in BVGE 2008/2 publizierten Praxis vorgenommen. Die angepasste Praxis des Bundesverwaltungsgerichts stimmt mit derjenigen des BFM im Ergebnis weitgehend überein. 4.2.3 Der Beschwerdeführer nimmt eine Gehörsverletzung an, weil die letzte Anhörung über ein Jahr vor dem Erlass der angefochtenen Verf ü- gung stattgefunden und er seither noch eine Beweismitteleingabe g e- macht habe, in deren Folge er nicht mehr angehört worden sei (Be- schwerde S. 6) . Die Vorbringen enthalten indessen nichts, was über die Rüge der Verletzung der Untersuchungspflicht hinausginge (dazu E. 5.2). Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers steht aufgrund der Ak- ten fest, dass ihm das Recht auf vorgängige Stellungnahme an den A n- hörungen gewährt wurde. Eine Gehörsverletzung liegt nicht vor. 4.2.4 Die Rüge, die angefochtene Verfügung verletze die Begründung s- pflicht in Bezug auf die verwendeten Herkunftsländerinformationen und die Feststellung der Unglaubhaftigkeit , geht fehl. In diesem Zusamme n- hang gilt es festzuhalten, dass Fachwissen als solch es wie etwa Kenn t- nisse über das Herkunftsland nicht ediert werden kann. Eine Offenlegung bzw. Auflistung sämtlicher verwendeter Quellen in Verfügungen ist im Verwaltungsverfahren denn auch weder üblich noch erforderlich, zumal es sich bei einer Verfügung n icht um eine wissenschaftliche Abhandlung handelt. Die Begründungspflicht dient nicht der Offenlegung von Amt s- wissen. Sie verlangt vielmehr, dass das Bundesamt die wesentlichen Überlegungen nennt, die es dem konkreten Entscheid zugrunde legt. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung einlässlich begründet, i n- wiefern sich die Situation in Sri Lanka seit dem Ende des Bürgerkriegs verändert habe und wie es die Situation zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung einschätze. Sie stützt sich dabei insbeson dere auf die Richtl i- nien des Amtes des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nati o- nen (UNHCR). Die Beschwerde selbst zeigt denn auch, dass eine sac h- gerechte Anfechtung möglich war. Der Begründungspflicht ist damit G e- nüge getan. Entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffa s- sung gilt dies auch für die Ausführungen, mit denen die Vorinstanz die E-5033/2011 Seite 8 Unglaubhaftigkeit der Vorbringen feststellt; sie sind sehr detailliert ausge- fallen. 5. Der Beschwerdeführer bringt sodann zum Sachverhalt vor, eini ge El e- mente seien nicht abschliessend oder überhaupt nicht abgeklärt ("offen gebliebene Sachverhaltselemente") , andere wiederum unrichtig festg e- stellt worden ("falsche Sachverhaltsfeststellung"). 5.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt v on Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Bstn. a-e). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mi t- wirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; vgl. auch Art. 13 VwVG). Dazu gehört, die Identität offen zulegen und vorhandene Identitätspapiere abzugeben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der Anhörung die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismittel vollstä n- dig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (BVGE 2011/28 E. 3.4). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unric htig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwi d- riger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber unvollstä n- dig, wenn nicht alle für den Entsch eid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfah- ren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1998, 2. Aufl., Rz. 630). Das Bundesverwaltungsgericht kann den rechtserheblichen Sachverhalt, wie i hn die Vorinstanz festgestellt hat, uneingeschränkt überprüfen (vgl. Art. 106 Abs. 1 AsylG). Es ist dazu in dem Masse verpflichtet, als die Beschwerdepartei die Sachverhaltsfeststellungen oder die ihr zugrunde liegende Beweiswürdigung als fehlerhaft rügt u nd sich mit der angefoc h- tenen Verfügung sachbezogen auseinandersetzt (vgl. CHRISTOPH AUER, Streitgegenstand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwaltung s- rechtlichen Prozessmaximen, Diss. Bern 1997, S. 79 f.; Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts E-36/2008 vom 30. November 2011, E. 5.1). E-5033/2011 Seite 9 5.2 Der Beschwerdeführer beanstandet offen gebliebene Sachverhalt s- elemente, ohne sich mit den Feststellungen in der angefochtenen Verf ü- gung auseinanderzusetzen. Damit zeigt er nicht auf, inwieweit die Sac h- verhaltsfeststellung im Lichte der einschlägigen Rechtsnormen unvol l- ständig sein soll, und solches ist auch nicht ersichtlich. Eine Unvollständigkeit erblickt der Beschwerdeführer darin, dass er zur in seiner Beweismitteleingabe vom Januar 2011 geltend gemachten anha l- tenden Verfolgungsgefahr nicht angehört worden sei. Die Beschwerde konkretisiert indes nicht ansatzweise, inwiefern sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit der Anhörung verändert haben und eine weitere Anh ö- rung zur Erhebung des vollständigen rechtserheblich en Sachverhalts e r- forderlich gewesen sein soll . Das im Januar 2011 ins Recht gelegte B e- weismittel (Schreiben des Grama Seva Officer) wurde von der Vorinstanz gewürdigt. Als eine weitere angebliche unvollständige Sachverhaltserhebung rügt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe es unterlassen, weitere no t- wendige Abklärungen zur Zeitung, für die er gearbeitet habe, und zur L a- ge der Journalisten in Sri Lanka vorzunehmen. Diese Rüge ist unbegrü n- det, da gerade seine Zugehörigkeit zur Risikogruppe der kritisch auftre- tenden Journalisten und Medienschaffenden unglaubhaft ist, wie das BFM zutreffend und hinlänglich begründet hat (vgl. dazu E. 6.5). Ebenso wenig begründeten Anlass zu weiteren Sachverhaltsabklärungen hatte das BFM – entgegen der Beschwerde – hinsichtlich einer drohe n- den Reflexverfolgung auf Grund der Zugehörigkeit eines Cousins zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam ( LTTE), zumal die Angaben zu jenem Cousin und seiner Stellung bei den LTTE angesichts der bisherigen Ak- tenlage nachgeschoben und unglaubhaft sind. Im EVZ war denn von di e- sem Cousin auch weder bei den Angaben zu den Verwandten noch bei der Darlegung der Asylgründe die Rede (vgl. zur Reflexverfolgung unten E. 6.5). 5.3 Der Beschwerdeführer rügt eine " schlichtweg falsche Sachverhalt s- feststellung" (Beschwerde, S. 14/15). Die Rüge wird im Zusammenhang mit Länderinformationen erhoben. Beanstandet wird konkret die Erwägung, wonach der Einfluss der bewaf f- neten Gruppen seit dem Ende des Bürgerkrieges stark abgenommen ha- be, auf eine Zusammenarbeit der Regierung mit bewaffneten Organisat i-E-5033/2011 Seite 10 onen oder Gruppierungen keinerlei Hinweise bestünden und Übergriffe auf die Zivilbevölkerung vonseiten krimineller Einzeltäter oder bewaffneter Gruppen mit tlerweile von den zuständigen Behörden geahndet würd en (angefochtene Verfügung, S. 4 ). Die Erwägung der Vorinstanz ist allg e- meiner Natur. An deren separaten Überprüfung besteht kein schutzwürdi- ges Interesse, weil die Beschwerde nicht zur Klärung allgemeine r Fragen (Sach- oder Rechtsfragen) zur Verfügung steht. Zudem ist die Rüge im Lichte des vorgenannten aktuellen Grundsatzurteils materiell nicht (mehr) begründet. Entsprechendes gilt bezüglich der Sicherheitslage im Norden und Osten des Landes. Die allgem eine Einschätzung der Vorinstanz zur Zumutba r- keit des Wegweisungsvollzugs widerspricht zwar dem damals massgebl i- chen, inzwischen überholten Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsg e- richts, im Lichte des aktuellen, relativ kurze Zeit nach der angefochtenen Verfügung ergangenen Grundsatzurteils erweist sich die Rüge, der rechtserhebliche Sachverhalt sei unrichtig erstellt, indes als nicht (mehr) begründet. 6. Der Beschwerdeführer führt zum materiellen Recht aus, die Vorinstanz habe Bundesrecht, insbesondere Art. 3 und 7 AsylG, verletzt. 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefähr dung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-5033/2011 Seite 11 6.2 Nach der Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind, oder wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft solche Nachteile befürc h- ten muss. Die erlittene Verfolgung oder di e begründete Furcht vor künft i- ger Verfolgung muss nicht nur sachlich und zeitlich kausal für die Ausre i- se aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat, sondern auch im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein. Entsprechend sind Veränderungen der objektiven Si tuation im Heimatland im Zeitraum zwischen Ausreise und Asylentscheid zugunsten und zulasten der asylsuchenden Person zu b e- rücksichtigen (vgl. BVGE 2008/34 E. 7.1; BVGE 2007/31 5.3, je m.w.H.) Das Bundesverwaltungsgericht nahm in BVGE 2011/24 eine umfassende Analyse der aktuellen Situation in Sri Lanka vor. Danach hat sich seit dem Ende des bewaffn eten Konflikts zwischen der sri -lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 die Lage in Sri Lanka erheblich verbessert. Die LTTE gelten als militärisch vernichtet. Die Sicherheitslage hat sich in b e- deutsamer Weise stabilisiert. 6.3 Vorbringen sind grundsätzlich dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind, sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten w iderspruchsfrei sind, eine innere Logik aufweisen, den Tatsachen und der allgemeinen Erfahrung entsprechen und im Laufe des Verfahrens nicht unbegründet ausgewechselt werden . Glaubhaftmachung bedeutet – im Ge gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Be weismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des G e- suchstellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn der Richter von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwie- gend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaub- haftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vo r- bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte w e- sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachve r- haltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürd i- gung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sich t- weise abzustellen (vgl. BVGE 2010/57 E.2.3, Entscheidungen und Mittei- lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). E-5033/2011 Seite 12 6.4 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid damit, dass die Vorbringen der allgemeinen Lebenserfahrung widersprächen. So sei n icht nachvoll- ziehbar, dass der Beschwerdeführer nach dem angeblichen Vorfall vom (…) Juni 2009 und der anschliessenden Suche nach ihm bis zum 12. April 2010 zugewartet habe , sein Heimatland zu verlassen . Ebenso erfahrungswidrig sei es, dass der Beschwerdef ührer in Anbetracht der Befürchtung, dasselbe Schicksal zu erleiden wie ein Arbeitskollege und ein Geschäftsinhaber, die im Jahr 2006 erschossen worden seien, bis im April 2010 in seinem Heimatland geblieben sei, gearbeitet habe und auch zu Hause gewesen s ei. Ausserdem sei schleierhaft, aus welchem Grund die Armee ihn noch im Jahre 2010 bei seiner (…) zu Hause hätte suchen sollen, zumal die Zeitung, für die er gearbeitet habe, parteilos und neutral gewesen und er darüber hinaus ein einfacher Mitarbeiter gew esen sei. Ausserdem seien seine Vorbringen auch widersprüchlich. So habe er sich im EVZ als Maschinenarbeiter und Zeitungsverteiler be zeichnet, während er bei der einlässlichen Anhörung ausgesagt habe, er sei Maschinist, Ver- teiler und Reporter gewesen. Im EVZ habe er stets von Unbekannten ge- sprochen, die nach ihm gesucht hätten; an der einlässlichen Anhörung sei dagegen sowohl von Unbekannten als auch von Angehörigen der Armee die Rede gewesen. Beim Beweismittel datiert vom 20. September 2010 sei ebenfalls die Rede von Unbekannten gewesen, die ihn bei seiner (…) zu Hause gesucht hätten. Im Zusammenhang mit diesem Beweismittel sei zudem schleierhaft, wie der Grama Seva Officer bestätigen könne, dass die Unbekannten mit der Absicht, den Beschwerdeführer zu töten, zu dessen (…) nach Hause gekommen seien. Im EVZ habe er ferner ausgesagt, mehrere Mitarbeiter der Zeitung, bei welcher er angestellt g e- wesen sei, seien versch leppt worden; bei der einlässlichen Anhörung ha- be er dagegen angegeben, ein Mitarbeiter seiner Zeitun g sei im J ahre 2006 bei der Exp losion einer Bombe getötet worden, wobei zu jener Zeit generell viele Leute getötet oder entführt w orden seien , darunter auch Mitarbeiter von andern Zeitungen. Zudem habe er im EVZ angegeben, er habe als Hilfskraft in einem (…)laden gearbeitet, als der Inhaber jenes Geschäfts im September 2006 von Unbe kannten getötet worden sei, während er bei der einlässlichen Anhörung ausgesagt habe, sich im Sep- tember 2006 vor ei nem (…)geschäft aufgehalten zu ha ben, als der I nha- ber jenes Geschäfts erschossen worden sei. An der Einschätzung, dass seine Vorbringen den Anforderungen von Art. 7 AsylG nicht standhielten, vermöchten auch die übri gen ins Recht geleg ten Beweismittel nichts zu ändern, zumal sie nicht tauglich seien, den vorgebrachten Sachverhalt zu beweisen, da sie keine Hinweise auf Verfolgung enthielten. Das Gerichts- dokument u nd der Todesschein beträf en den Beschwerdeführer nicht E-5033/2011 Seite 13 persönlich, sondern einen Geschäftsmann. Er werde auch in den Ze i- tungsartikeln nicht persönlich erwähnt. Die übrigen Bew eismittel belegten lediglich, dass er zu r bestimmten Zeit im Pressebereich tätig gew esen sei, und hätten zudem einen geringen B eweiswert, da es sich um Dok u- mente handle, die leicht zu beschaffen seien. Die Vorbringen seien zudem nicht asylrele vant. Sie müssten vor dem damaligen Hintergrund der allgemein angespannten Lage im Bürgerkrieg betrachtet werden. Nach dem Waffenstillstand, der im Jahre 2002 z u- stande gekommen sei, sei es im Sommer 2006 zu einem Wiederauffla m- men des bewaffneten Konflikts zwischen der sri -lankischen Armee und den LTTE gekommen. Im Norden und im Osten des Landes habe beso n- ders die Zivilbevölkerung unter den Auseinandersetzu ngen zu leiden g e- habt. Tamilinnen und Tamilen seien von lokal bedingten Verfolgung s- massnahmen seitens der sri -lankischen Sicherheitskräfte und der mit i h- nen verbündeten bewaffneten Gruppen besonders betroffen gewesen. Nachdem der Krieg zwischen der sri-lankischen Regierung und den sepa- ratistischen LTTE im Mai 2009 mit deren Niederlage zu Ende gegangen sei, stelle sich die Situation jedoch anders dar. Auch wenn die Lage noch nicht in allen Landesteilen zufriedenstellend sei, habe sie sich doch e r- heblich verbessert. Die LTTE stelle nach ihrer militärischen Niederlage für den Beschwerdeführer keine konkrete Bedrohung mehr dar. Auch der Einfluss bewaffneter Gruppen habe seit dem Ende des Bürgerkrieges stark abgenommen. Auf eine Zusammenarbeit der Regierung mit b ewaff- neten Organisationen oder Gruppierungen bestünden keinerlei Hinweise mehr. Zudem würden Übergriffe auf die Zivilbevölkerung vons eiten krimi- neller Einzeltäter oder bewaffneter Gruppen mittlerwe ile von den zustä n- digen Behörden geahndet. Zwar treffe zu, dass die sri-lankischen Behör- den alles daran setzten, ein Wiedererstarken der LTTE zu verhindern, und deshalb gegen ehemalige Kämpfer und Führungspersönlichkeiten der LTTE vorgingen. Der Beschwerdeführer habe allerdings nicht geltend gemacht, je ein aktives oder gar führendes Mitglied der LTTE gewesen zu sein. In seinen Schilderungen fänden sich keine Hinweise darauf, dass die sri-lankischen Behörden heute, mehr als zwei Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges, ein ernsthaftes Interesse daran haben könnten, gera- de ihn zu verfolgen . Da er nur ein geringes politisches Profil habe, sei nicht davon auszugehen. dass er zum jetzigen Zeitpunkt mit hoher Wahr- scheinlichkeit von asylrelevanten Schwierigkeiten bedroht sei. 6.5 Was dagegen in der Beschwerde vorgebracht wird, ist nicht geeignet, eine Bundesrechtsverletzung darzutun. Der Beschwerdeführer erfüllt ke i-E-5033/2011 Seite 14 nes der in BVGE 2011/24 dargelegten Risikoprofile ([1.] der politischen Opposition verdächtigte Personen, [2.] kritisch auftretende Journalisten und Medienschaffe nde, Mensch enrechtsaktivisten und regimekritische NGO-Vertreter, [3.] Personen, die Opfer oder Zeugen schwerer Me n- schenrechtsverstösse wurden oder diesbezüglich juristische Schritte ei n- geleitet haben, [4.] Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den LTTE unterstellt werden beziehungsweise [5.] die über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen). Namentlich gehört er weder der ersten, zwei- ten noch der vierten Gruppe an. Betreffend die erste Risikogruppe ist festzustellen, dass die vom B e- schwerdeführer vorgenommenen Dekorationen (Aufhängen von Fahnen ) am Heldentag offensichtlich nicht darauf schliessen lassen, er sei ein a k- tives oder gar führendes Mitglied der LTTE gewesen, welches heute noch einer erhöhten Verfolgungsgefahr unterliegt. Eb enso wenig vermag der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang etwas aus den Tötungen von Berufskollegen für sich abzuleiten. Die Todesscheine belegen nicht, dass die Tötungen mit der Tätigkeit als Zeitungsverteiler kausal waren. Zudem geschahen diese in einer Zeit, als der Bürgerkrieg noch andauerte und zahlreiche Menschen ihr Leben deshalb verloren. Was das zweite Risikoprofil betrifft, so konnte er zwar belegen, dass er im Pressebereich tätig war, nicht aber dass er als kritisch auftretender Jour- nalist in Erscheinung getreten wäre . Das BFM hat zu Recht darauf hi n- gewiesen, dass der Beschwerdeführer im EVZ noch lediglich angegeben hat, als Maschinenarbeiter in der Druckerei und als Zeitungsverteiler tätig gewesen zu sein, und erst an der Anhörung zudem eine Reportertätigkeit geltend gemacht hat. Damit erscheint dieses Vorbringen nachgeschoben, um seinen Asylgründen mehr Gewicht zu verleihen. Ausserdem bleiben seine diesbezüglichen Aussagen vage und unsubstanziiert. Auch die ein- gereichten Beweismittel weisen lediglich eine Tätigkeit als "Printer (A p- prentice)" im "Dept. Printing" (Personalausweis) bzw. "Machine Minder" (Bestätigungsschreiben vom 26. Juni 2009) aus. Dass die Reportertäti g- keit dabei aus taktischen Überlegungen nicht genannt worden sein soll (so Beschwerdeergänzung Art, 34), vermag hingegen nicht zu überze u- gen. Weder an der Anhörung noch auf Beschwerdeebene macht er auch nur ansatzweise geltend, als kritischer Journalist in Erscheinung getreten zu sein, noch legt er Zeitungsartikel ins Rec ht, die er angeblich verfasst hat. Anlässlich der Anhörung gibt er an, als Reporter Nachrichten g e- sammelt und Fotos gemacht zu haben (vgl. A7/13 F44). Dagegen habe er nicht "gross" A rtikel geschrieben, sondern nur Nachrichten verfasst (vgl. E-5033/2011 Seite 15 A7/13 F47). Parteiversammlungen habe er als Reporter gemieden. Seine Berichte seien weder unter eigenem Namen noch auch nur unter einem exklusiven persönlichen Kürzel erschienen (vgl. A7/13 F50/51). Zum vierten Risikoprofil ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer a l- lein au s der Tatsache, dass sich ehemalige Kader der LTTE in der Schweiz aufhalten und familiäre Verbindungen zu den LTTE bestehen , nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag. Sodann ist nicht davon auszugehen, dass ihm während seines Aufenthalts in der Schweiz n ahe Kontakte zu LTTE-Kadern im Sinne von BVGE 2011/24 unterstellt werden können. Damit ist auch die vom Beschwerdeführer angeregte Prüfung e i- ner möglichen Reflexverfolgung (vgl. Beschwerde S. 21 Art. 28) abg e- schlossen, zumal er nicht substanziiert darlegt, worin die Gefahr einer Reflexverfolgung konkret bestehen soll. Nach dem Gesagten erübrigt es sich, sich mit den zahlreichen weiteren vom BFM festgestellten Unglaubhaftigkeitselementen näher auseina n- derzusetzen. Anzumerken bleibt indes, dass der Beschwerdeführer selber darauf nicht näher eingeht, insbesondere für die meisten monierten Wi- dersprüche keine Erklärungen anbietet, sondern vielmehr die Begrü n- dungsdichte zu Unrecht als unzureichend rügt und die Widersprüche pauschal auf Ergänzungen zurückführt, au s welchen das BFM aus Vo r- eingenommenheit Widersprüche kreiert habe. Ferner sei darauf hing e- wiesen, dass das BFM bei seiner Einschätzung der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen die protokollierte Aussage des Beschwerdeführers, er habe sich nach dem Vorfall im Juni 2009 versteckt gehalten, zwar nicht berück- sichtigt hat, dieser Mangel aber am Ergebnis nichts zu ändern vermag. Die übrigen Vorbringen des Beschwerdeführers erschöpfen sich in einer blossen Wiederholung der vorinstanzlichen Asylvorbringen oder al lge- meinen Ausführungen zur Lage in Sri Lanka und die dazu eingereichten Beweismittel sind für die Prüfung seiner Asylvorbringen unerheblich. Der Beschwerdeführer vermag damit eine Verletzung von Bundesrecht nicht darzutun. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch demnach zu Recht abg e- lehnt. 7. Gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine au s- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-E-5033/2011 Seite 16 teilung einer solchen (vgl. BVGE 20 09/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde somit zu Recht angeordnet, was auch in der Beschwerde nicht beanstandet wird. 8. 8.1 Der Beschwerdeführer wendet sich indessen gegen den Wegwe i- sungsvollzug und macht eine Verletzung von Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) geltend. 8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug der Wegweisung nicht z u- lässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weite r- reise der Auslä nderin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des A b- kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs - und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassun g der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]); Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101]. Aus den Aussagen des Beschwerdeführers und den Akten e r- geben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung mit beachtlicher Wahrscheinl ichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist somit zulässig. 8.3 8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Das Bundesverwaltungsgericht nahm in BVGE 2011/24 eine umfassende Analyse der Situation in Sri Lanka vor. Dabei gelangte es zum Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung in alle Landesteile Sri Lankas, insb e-E-5033/2011 Seite 17 sondere in den Grossraum Colomb o, grundsätzlich zumutbar ist. Au s- nahme bildet die Nordprovinz. Dort ist der Vollzug ins Vanni -Gebiet u n- zumutbar. Bezüglich der übrigen Gebiete der Nordprovinz ist der Vollzug nicht generell unzumutbar, sondern es muss im Einzelfall eine zurückha l- tende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriteri en vorgenommen werden. 8.3.2 Der Beschwerdeführer stammt aus C._______, District Jaffna, Nordprovinz, und damit nicht aus dem Vanni -Gebiet. Der Vollzug der Wegweisung dorthin ist daher grundsätzlich zumutbar. Sodann sind den Akten keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass dem Beschwerde- führer, der erst nach Beendigung des Bürgerkrieges aus seinem Heima t- staat ausgereist ist, aus individuellen Gründen eine Rückkehr in den Heimatstaat nicht zumutbar wäre. Gemäss den Akten handelt es sich bei ihm um einen j ungen gesunden Mann, der den grössten Teil seines L e- bens zusammen mit seiner Familie in C._______ verbracht hat. Demnach ist er mit seinem Land und der dortigen Tradition verwurzelt. Gemäss sei- nen Angaben le bt eine (…) nach wie vor am angegebenen Ort ; ausser- dem lebt eine weitere (…) in Sri Lanka und ein (…) noch im Jaffna - Distrikt. Damit ist davon auszugehen, dass er an seinem Herkunftsort noch immer auf ein bestehendes soziales Beziehungsnetz zurückgreifen kann. Ausserdem verfügt er über eine solide Schulbildung und langjährige Arbeitserfahrung im Pressewesen . Unter diesen Umständen ist anz u- nehmen, dass er sich bei einer Rückkehr sozial und beruflich wieder i n- tegrieren und eine neue Existenz aufbauen kann. Gemäss ständiger Pr a- xis des Bundesverwaltungsgerich ts stellen jedenfalls blosse sozi ale und wirtschaftliche Schwierigkeiten keine existenzbedrohende Situation dar, die den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen liesse (vgl. statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -699/2010 vom 28. August 2012). Der Vollzug der Wegweisung erweist sich als zumutbar. 8.4 Der Beschwerdeführer ist im Besitze einer sri -lankischen Identitäts- karte, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich- nen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetre- ten werden kann. E-5033/2011 Seite 18 10. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen, zumal die Begehren zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung (vor Erlass des Grundsatzurteils vom 27. O k- tober 2011) – zumindest im Vollzugspunkt – nicht als aussichtslos b e- zeichnet werden konnten und auf Grund der Akten von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist. Folglich sind ihm keine Verfa h- renskosten aufzuerlegen. 11. Mit Zwischenverfügung vom 16. September 2011 wurde der Antrag auf Akteneinsicht teilweise gutgeheissen. Insofern wurde in der Beschwerde zu Recht ein Verfahrensmangel gerügt, welcher jedoch durch die Rechtsmittelinstanz geheilt wurde. Es erscheint daher gerechtfertigt, dem Beschwerdeführer eine angemessene Entschädigung für den entspr e- chenden Vertretungsaufwand zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG; vgl. auch MOSER/BEUSCH/ KNEUBÜHLER, A.A.O., S. 214, RZ. 4.65 UND FN. 160; für die Grundsätze der Bemessung der Par- teientschädigung ausserdem Art. 7 ff. VGKE). Der Rechtsvertreter hat keine Kost ennote eingereicht. Auf die nachträgliche Einforderung einer solchen kann aber praxisgemäss verzichtet werden, weil sich der no t- wendige Vertretungsaufwand auf Grund der Aktenlage zuverlässig a b- schätzen lässt (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Gestützt auf die massgeblichen Bemessungsfaktoren (Art. 9 – 13 VGKE) ist die Parteient schädigung pauschal auf Fr. 200.- festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) E-5033/2011 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gu t- geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Vorinstanz wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteien t- schädigung von Fr. 200.- auszurichten. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Simon Thurnheer Versand: