Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. März 2015 (720 14 319 / 60) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Kein Anspruch auf eine Invalidenrente infolge vollständiger Arbeitsfähigkeit in einer lei- densangepassten Tätigkeit; Verneinung einer relevanten psychiatrischen Komorbidität bei der Überprüfung der Überwindbarkeit Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin i.V. Katja Wag- ner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Daniel Riner, Advo- kat, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.5584.9021.48) A. Der 1962 geborene A.____ war zuletzt bis zum 29. August 2003 als Gartenarbeiter tätig. Am 19. August 2004 meldete er sich unter Hinweis au f chronische Schmerzen im Nacken-, Arm- und Beinbereich, Magenbeschwerden sowie psychische Probleme bei der IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 13. März 2006 unter Hinweis Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf einen Invaliditätsgrad von 4% einen Rentenanspruc h ab. Die gegen diese Verfügung erho- bene Einsprache wies die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 29. Dezember 2006 ab. Die- ser Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen. Am 3. Mai 2010 meldete sich A.____ erneut bei der IV -Stelle zum Leistungsbezug an, wobei er abermals auf dieselben Beschwerden wie schon im Rahmen seiner ersten Anmeldung hinwies. Gestützt auf erneut eingeholte aktuelle medizinische Beurteilungen und nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens, verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 12. September 2014 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 0% einen Anspruch auf eine IV-Rente. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Advokat Daniel Riner, am 10. Oktober 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-L andschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, in Aufhebung der angefochtenen Verfü- gung vom 12. September 2014 seien ihm die gesetzlichen L eistungen aus der Invalidenversi- cherung (Invalidenrente) zuzusprechen. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen durchzuführen; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begrün dung brachte er im Wesentlichen vor, dass das von der IV-Stelle neu eingeholte interdiszipli näre Gutachten, auf das sich die Verfü- gung stütze, nicht über den erforderlichen Beweiswert ver füge, da es widersprüchlich und un- vollständig sei, und die Unabhängigkeit und Neutralität der Gutachterstelle aufgrund der finan- ziellen Abhängigkeit von der Invalidenversicherung stark b ezweifelt werden müsse. Auch lasse die unterlassene Vergabe des Gutachtens nach dem Zufall sprinzip bereits Zweifel am Gutach- ten laut werden. C. Mit Vernehmlassung vom 10. Dezember 2014 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Be schwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefocht enen Verfügung vom 12. September Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2014 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesge setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder län- gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfäh igkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.2.1 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden p sychischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Zu den psych ischen Gesundheitsschäden gehören somit neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelisch e Abwegigkeiten mit Krank- heitswert. Nicht als Auswirkungen einer krankhaften seelisc hen Verfassung und damit invali- denversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beein trächtigungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen gute n Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass d es Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss (BGE 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 353 E. 2.2.1; je mit Hinweisen). 3.2.2 Das Bundesgericht hat in Bezug auf somatoforme S chmerzstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und sämtliche pathogenetisch- ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage (pathogenetisch-ätiologisch unkla- re Beschwerden) erkannt, dass diese Leiden als solche ke ine Invalidität begründen (vgl. BGE 136 V 283 E. 3.3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 4. Dezember 2012, 8C_483/2012, E. 4.2; je mit weiteren Hinweisen). Vielmehr besteht eine Vermutung, dass sie bzw. ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar si nd (BGE 131 V 50 E. 1.2). Ob ein Ab- weichen von diesem Grundsatz angezeigt ist, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiede- ner Kriterien. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbe wältigung intensiv und konstant be- hindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsproze ss unzumutbar machen, weil die versi- cherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mi t den Schmerzen notwendigen Res- sourcen verfügt. Im Vordergrund steht die Feststellung e iner psychischen Komorbidität von er- heblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sei n können auch weitere Faktoren, Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht so: (1) chronische körperliche Begleiterkrankungen; (2) ei n mehrjähriger, chronifizierter Krank- heitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Sym ptomatik ohne längerdauernde Rückbil- dung; (3) ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebe ns; (4) ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); (5) das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägte r sich die entsprechenden Befunde dar- stellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen f ür eine zumutbare Willen s- anstrengung zu verneinen (BGE 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 353 ff. E. 2.2.3; je mit zahlreichen Hinweisen). 4.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 6 0%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und i nsbesondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheiden d, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E . 1c). Ausschlaggebend für den Beweis- wert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Bewe ismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnah me als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). 5.4 Im Entscheid 137 V 210 ff. formulierte das Bundesge richt Anforderungen an polydiszip- linäre medizinische Entscheidungsgrundlagen. Dabei kommt den Rahmenbedingungen der Auf- tragsvergabe eine grosse Bedeutung zu. So hat die Verga be der MEDAS- Begutachtungsaufträge nach dem Zufallsprinzip zu erfol gen (BGE 137 V 242 E. 3.1). Auf der Grundlage des auf den 1. März 2012 in Kraft getretene n, neu gefassten Art. 72bis IVV hat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) das Zuweisungssyste m "SuisseMED@P" etabliert. Diesem sind alle Gutachteninstitute angeschlossen, die ü ber eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bundesamt verfügen. Die Tatsache, dass ein Guta chten nach altem Verfahrensstan- dard eingeholt wurde, bedeutet aber nicht, dass das ent sprechende Gutachten ungeachtet der jeweiligen Überzeugungskraft den Beweiswert einbüsst (BGE 137 V 210 E. 6). Allerdings ist dem Umstand, dass ein nach altem Standard in Auftrag g egebenes Gutachten eine massge- bende Entscheidgrundlage bildet, bei der Beweiswürdig ung Rechnung zu tragen. In dieser Übergangssituation lässt sich die beweisrechtliche Situation der versicherten Person mit derje- nigen bei versicherungsinternen medizinischen Entscheidungs grundlagen vergleichen, wo selbst schon geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Sch lüssigkeit der ärztlichen Feststel- lungen genügen, um eine neue Begutachtung anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Oktober 2012, 9C_495/2012, E. 2.3 mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist darauf hinzuwe isen, dass der Sozialversicherungs- prozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist. Danach h aben der Sozialversicherer und das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht unbeschränkt; er findet sein Kor- relat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 1 25 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen). Wegen der Massgeblichkeit des Untersuchungsgrundsatzes entfällt im Sozialversicherungsrecht eine Beweisführungslast. Immerh in tragen die Parteien im Sozialver- sicherungsverfahren eine dahingehende Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (BGE 121 V 208 E. 6a, 115 V 133 E. 8a). 6.1 Zur Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse und der Arbeitsfähigkeit des Be- schwerdeführers ist vorliegend das interdisziplinäre Gutac hten des B.____ vom 31. März 2011, namentlich das psychiatrische Teilgutachten, von zentraler Bedeutung. Insgesamt werden aus rheumatologischer, neurologischer sowie aus psychiatrisch er Sicht keine Diagnosen mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Im rheumatologischen Teilgutachten werden ohne Einwirku ng auf die Arbeitsfähigkeit ein chro- nisches rechtsseitiges Hemi-Schmerzsyndrom, cervicocephal beto nt, ein Status nach Distorsi- on/Kontusion der Handgelenke beidseits, rechts mehr als links sowie ein Schulter- und Becken- schiefstand links bei leichtgradiger degenerativer Verän derungen der LWS diagnostiziert. Aus rheumatologischer Sicht seien Tätigkeiten mit einem Be lastungsprofil für leichte bis mittel- schwere körperliche Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule, insbesondere der HWS, vollschichtig zumutbar. Der neurologische Gutachter stellte die Diagnosen eines chronifi- zierten cervikocephalen, brachialen und panvertebralen S chmerzsyndrom mit Halbseitensymp- tomen rechts, ohne objektiv fassbare Befunde einer cerebr alen, einer spinalen, radikulären Lä- sion bei geringen degenerativen Veränderungen der Hal swirbelsäule und eine rechtsbetonte Innenohrschwerhörigkeit, klinisch aktuell nur mit Vorbeh alt nachweisbar. In neurologischer Hin- sicht würden sich Einschränkungen lediglich unter Würdigun g der degenerativen Veränderun- gen der HWS ergeben, indem Tätigkeiten mit Kopfzwangs haltungen, Arbeiten Überkopf sowie regelmässiges Heben und Tragen von Lasten über 10kg nicht geeignet seien. Im psychiatrischen Teilgutachten werden eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD- 10: F 45.4) und histrionisch akzentuierte Persönlichkeit szüge diagnostiziert (ICD-10: Z 73.1). Betrachte man die vom Versicherten geklagten somatischen Beschwerden, so zeige sich ein für ein psychosomatisches Geschehen im weitesten Sinne typische s Symptombild, das von seiner Zusammensetzung, Charakteristik und Ausprägung her, bei F ehlen von somatischen Erklä- rungsmöglichkeiten, eindeutig für die Diagnose einer so matoformen Schmerzstörung spreche. Auf affektiver Ebene zeige sich eine für die Diagnose e iner histrionischen Problematik spre- chende Symptomatik mit einem inadäquaten, sehr appellat iven und auch demonstrativen Ver- halten, mit Zittern, einer Bell indifference, einem indadäquaten Lächeln und einer insgesamt inadäquaten Affektivität, die offenbar häufig vorwiegend dysphorisch sei. In diesem Sinne sei zu evaluieren, ob nicht auch eine histrionische Persönli chkeitsstörung oder eine akzentuierte Per- sönlichkeit mit histrionischen Merkmalen vorliege. So hät ten die C.____ in ihrem Bericht vom Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 31. August 2010 die Diagnose einer kombinierten Persönl ichkeitsstörung mit narzisstisch- paranoiden und passiv-aggressiven Anteilen gestellt. Während der Untersuchung habe sich der Versicherte bezüglich der Psychopathologie dominant von ei ner histrionischen Seite gezeigt, weshalb der Diagnose von histrionisch akzentuierten Persö nlichkeitszügen den Vorrang zu ge- ben sei. Eine Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 verlang e eine ausgeprägte spezifische Symptomatik. Aufgrund der stark dominanten psychosomatische n Problematik könne diese Diagnose jedoch nicht gestellt werden. In Bezug auf d ie Foerster-Kriterien sei festzustellen, dass keine schwere körperliche Begleiterkrankung bestehe, d ie einen mehrjährigen Krankheits- verlauf bei unveränderter oder progredienter Symptom atik aufweisen würde. Bezüglich einer psychischen Komorbidität bestehe aus heutiger Sicht eindeu tig eine histrionisch akzentuierte Persönlichkeit, die nach Auffassung der Gutachter die er hebliche Schwere nicht erfülle. Ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Leb ens bestehe nicht, es bestehe in- soweit ein partieller Rückzug, als der Versicherte zwar Kon takt mit seiner Familie habe, dieser jedoch durch sein dysphorisches Verhalten in erheblichem Masse auch belastet würde. Über einen therapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen Verlauf einer an sich missglückten psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung im Sinne eines primären Krankheitsgewinnes oder eine Flucht in die Krankheit könne keine verlässl iche Aussage gemacht werden, da der Versicherte auf psychischer Ebene keine Probleme sehe. Von unbefriedigenden Behandlungs- ergebnissen trotz konsequent durchgeführter Behandlungsbemühungen könne auf somatischer Ebene nicht gesprochen werden, da hier nur wenige Be funde vorliegen würden, die überhaupt therapeutisch angegangen werden könnten, und der Versicherte hausärztlich gut betreut werde. Die psychiatrische Behandlung sei zwar bis anhin von wenig Erfolg gekrönt, dabei würden je- doch auch deutliche nicht-medizinische Faktoren eine Rol le spielen. Insgesamt müsse die an- gestammte Tätigkeit als Hilfsgärtner aufgrund der Pro blematik in der Halswirbelsäule als wenig geeignet beurteilt werden. In jeder anderen Verweist ätigkeit sei der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des aus neurologischer Sicht formulierten Zumutbarkeitsprofils voll arbeitsfä- hig, da ihm eine Willensanstrengung zur Überwindung s eines psychosomatischen Leidens zu- gemutet werden könne. 6.2 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des G esundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Er gebnisse, zu denen die Gutachter in ihrem interdisziplinären Gutachten vom 31. März 2011 gelangt sind. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten die Ausübung einer leidensangep assten Tätigkeit ohne regelmäs- sige Tätigkeiten über Schulter- oder Kopfhöhe vollumf änglich zumutbar sei. Dem Datum des Gutachtens zufolge konnte die Auftragsvergabe nach dem Zufallsprinzip gemäss den neuen bundesrechtlichen Vorgaben noch nicht zum Tragen kommen. Wie bereits dargelegt (vgl. E. 5.4 hiervor), ist ein nach altem Verfahren eingeholtes Gutachten rechtsprechungsgemäss soweit zu berücksichtigen, als keine - auch nur geringe Zweifel - a n der Richtigkeit seiner Schlussfolge- rungen bestehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Okt ober 2012, 9C_495/2012, E. 2.3). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der F eststellungen der beteiligten Gutachter zu zweifeln. Es ist vielmehr festzuhalten, dass sich ihre Ber ichte hinreichend mit den wesentli- chen medizinischen Unterlagen auseinandersetzen und in sgesamt ein vollständiges Bild des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers vermitteln. Als dann nehmen die Gutachter ge- stützt auf ihre eingehenden persönlichen Untersuchungen und Befunderhebungen schlüssige Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht und überzeugende Beurteilungen der zumutbaren Arbeits fähigkeit vor. Überdies wird aus psy- chiatrischer Sicht unter Hinweis auf die divergierenden Aussagen der Psychiatrie Baselland nachvollziehbar dargelegt, weshalb der Diagnose der akze ntuierten Persönlichkeit mit histrioni- schen Merkmalen (ICD-10: F. 73.1) der Vorrang gegeben wird. Insgesamt ist nicht zu bean- standen, dass die IV-Stelle dem Gutachten des B.____ vo llen Beweiswert zuerkannte. Entge- gen dem Vorbringen des Beschwerdeführers vermag die Ni chtvergabe des Gutachtens nach dem Zufallsprinzip dieses in grundsätzlicher Hinsicht nicht in Zweifel zu ziehen. 6.3 Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenha ng ferner geltend macht, dass aufgrund der finanziellen Abhängigkeit des B.____ von d er Invalidenversicherung auch dessen Neutralität und Unabhängigkeit grundsätzlich in Frage gestellt sei, ist darauf hinzuweisen, dass der Umstand einer allfälligen wirtschaftlichen Abhängi gkeit allein rechtsprechungsgemäss nicht auf mangelnde Objektivität oder Voreingenommenheit der MEDAS-Ärzte schliessen lässt (BGE 132 V 381 E. 6.2 f.; 123 V 179 E. 4b; SVR 2008 IV N r. 22 S. 69; vgl. auch Urteil des Bundesge- richts vom 12. Mai 2010, 9C_304/2010, E. 2.2). 6.4 Auch die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführe rs sind nicht geeignet, die aus- schlaggebende Beweiskraft des Gutachtens des B.____ vom 31. März 2011 infrage zu stellen. 6.4.1 Hinsichtlich des psychiatrischen Teilgutachtens macht der Beschwerdeführer zunächst geltend, dass dieses einen erheblichen Widerspruch aufweise, indem zum einen zwar psychiat- rische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt würden, und zum anderen diese bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt würden. So trifft es zwar zu, dass die Diagnosen der somatoformen Schmerzstörung und von histrionisch akzentuierten Per- sönlichkeitszügen unter dem Titel der Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufge- führt werden, was auf den ersten Blick seltsam erscheint. Bei näherer Betrachtung des psychi- atrischen Teilgutachtens wird aber deutlich, wie dies zu verstehen ist. So führen die Gutachter auch im Rahmen der Beurteilung der zumutbaren leiden sadaptierten Tätigkeiten aus, dass die Ursache der Nichtarbeitstätigkeit in der psychosomatischen P roblematik begründet sei, verwei- sen aber gleichzeitig auf die davor diskutierten Foerster -Kriterien (vgl. Gutachten des B.____, S. 36 ). Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, ist d amit eine „Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit“ im Sinne einer mit der Diagnose d er somatoformen Schmerzstörung im Zu- sammenhang stehenden (subjektiv) verminderten Belastbarkei t infolge einer Selbstlimitierung zu verstehen. Indessen wird eine psychisch ausgewiesene Komo rbidität, aufgrund der mit der Z-Kodierung versehenen histrionisch akzentuierten Persö nlichkeitzüge, im Sinne der Foerster- Kriterien in Bezug auf die Diagnose der somatoformen Schmerzstörung klar verneint und damit ein klinisch nachvollziehbarer Anteil an den gesundheitl ichen Beeinträchtigungen mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit nach der massgebenden b undesgerichtlichen Rechtsprechung ausgeschlossen. Insofern steht die attestierte volle Arb eitsfähigkeit weder im Widerspruch zur Feststellung, dass die Ursache der Nichtarbeitstätigkeit i n der psychosomatischen Problematik begründet liege, noch dass die entsprechenden Diagnosen unter dem Titel der Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt werden. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4.2 Im Weiteren vermögen auch die Berichte der beh andelnden Ärzte die Schlüssigkeit des psychiatrischen Teilgutachtens nicht in Frage zu stellen. In diesem Zusammenhang zweifelt der Beschwerdeführer den Beweiswert des psychiatrischen F achteils des Gutachtens dahinge- hend an, als in verschiedenen Berichten der C.____, ent gegen den Schlussfolgerungen im Gutachten des B.____, medizinische Diagnosen mit Krankh eitswert gestellt würden, die einen erheblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. So hätte die C.____ bereits in ihrem Bericht vom 31. August 2010 die Diagnose der kombinierten Persö nlichkeitsstörung mit narzisstisch- paranoiden und passiv-aggressiven Zügen (ICD-10: F 61.0) gestellt und überdies insbesondere detailliert dargelegt, dass auch weitere Foerster-Krit erien erfüllt seien. Gestützt darauf hätte sie dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert. Dessen ungeachtet sei ge- mäss Bericht der C.____ vom 11. Oktober 2013 erstellt, dass sich sein Gesundheitszustand seit dem Gutachten des B.____ im Jahre 2011 massiv verschlechtert habe. In diesem Bericht diag- nostizieren die beteiligten Ärzte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere depressi- ve Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F 32.2) sowi e weiterhin eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstisch-paranoiden und passiv -aggressiven Zügen (ICD-10: F 61.0) und eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4). Diesbezüglich wird festgehal- ten, dass die Geburt des unehelichen Kindes der Tochter d es Versicherten zu einer mittelgradi- gen Depression führte und einen stationären Aufenthal t in der D.____ zur Folge hatte, wobei der Versicherte nach einem Monat in unverändertem Zu stand entlassen wurde. Seit dem Kli- nikaustritt habe sich eine Zunahme der depressiven Symptom atik gezeigt, so dass inzwischen die Diagnose einer schwergradigen Depression gestellt we rden müsse und von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Eine Gesamtwürdigung der relevanten medizinischen Unterlagen ergibt, dass sich seit Jahren das gleiche Beschwerdebild zeigt. Wie auch dem Bericht des RAD vom 8. Januar 2014 zu ent- nehmen ist, lässt sich dies insbesondere anhand eines direkten Vergleichs der objektiven ärztli- chen Befunde des Gutachtens des B.____ und dem Bericht der C.____ vom 11. Oktober 2013 darlegen. Gemäss Gutachten des B.____ sei der Versicherte „örtlich und zeitlich autopsychisch voll orientiert und bei klarem Bewusstsein“. Auch im Bericht der C.____ vom 11. Oktober 2013 wird festgehalten, dass es sich um einen „wachen, bewusstseinsklaren und allseits orientierten Patienten“ handle. Die Gutachter des B.____ beschreiben weiter: Der Versicherte „sitze in sich zusammengekauert auf seinem Sessel und klage über seine Beschwerden. Dabei grimassiere er immer wieder, unterstreiche sein Leiden mit Gestik und Mimik, zittere gelegentlich und lächle dann wieder völlig inadäquat“. Insgesamt könne von einer vorwiegend klagsamen, gelegentlich etwas dysphorischen, deutlich wechselhaften und histrionisch geprägten Affektivität gesprochen werden. Im Bericht der C.____ wird ausgeführt, dass der Explorand formalgedanklich auf die Schmerzen eingeengt sei. Es bestehe eine Antriebsminderung sowie Mimikarmut. Im Affekt sei er traurig, verstimmt, angespannt und verstärkt reizbar. Es bestehe aber keine akute Eigen- oder Fremdgefährdung. Bereits im Bericht der C.____ vom 31. August 2010 wird im Rahmen des objektiven Befundes festgehalten, dass der Versicherte im Affekt vor allem gekränkt und leicht kränkbar sei, mit der Tendenz in Dysphorie umzukippen. Gestützt auf die oben beschriebene Symptomatik unter Einbezug der sich bei den Akten befind- lichen medizinischen Berichte sowie der Angaben zum aktuel len Gesundheitszustand wird im Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht psychiatrischen Teilgutachten des B.____ nachvollziehbar d argelegt, weshalb die Diagnosen der somatoformen Schmerzstörung und von histrionisch akzen tuierten Persönlichkeitszügen gestellt werden (vgl. hierzu auch Erwägung 6.1 hiervor). Demgegenüber lässt sich der medizini- schen Aktenlage entnehmen, dass sich die Ärzte der C.____ b ei der Diagnosestellung sowie mithin der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit indessen vorwiegend an den subjektiv geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers orientieren. So wird i m Bericht vom 11. Oktober 2013 festgehalten, dass der Versicherte über innere Anspannun g, Unruhe und Wut gegenüber sich und anderen Menschen sowie persistierende Kopfschmerzen klage. Der Patient gebe weiterhin starke Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme sowie E in- und Durchschlafstörungen an. Gestützt darauf und insbesondere auf weitere Aussag en des Versicherten, wie bspw. dass er aktuell in einem sehr schlechten Zustand sei und kein e Lebensfreude empfinde, wird die Di- agnose einer schwergradigen Depression gestellt und en tsprechend von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen (vgl. Bericht der C.____ vom 11. Oktober 2013, S. 3). Nicht nur die objektiven Befunde, sondern auch die subjektiven Schi lderungen des Beschwerdeführers sind heute und damals vergleichbar. So wird im Bericht der C.____ vom 31. August 2010 bei der Schilderung der aktuellen Symptome massgeblich auf die subjektiven Beschwerden in ei- nem früheren Gutachten des B.____ aus dem Jahre 2006 v erwiesen, worin der Beschwerde- führer über Kopf- und Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den rechten Arm sowie Schwin- delzustände geklagt hatte. Bezüglich weiterer vom Beschw erdeführer beklagter Symptome werden im Bericht vom 31. August 2010 ebenso Konzentrat ions-, Merkfähigkeits- und Aufmerk- samkeitsprobleme sowie Ein- und Durchschlafstörungen auf geführt. Dennoch wird im Bericht vom 31. August 2010, anders als im aktuellen Bericht vom 11. Oktober 2013, aber keine de- pressive Episode diagnostiziert. Hingegen wurde bereits da mals eine volle Arbeitsunfähigkeit angenommen, da die verbleibende zumutbare Arbeitsfä higkeit von 50% insgesamt als kaum realisierbar erachtet wurde (vgl. Bericht der C.____ vo m 31. August 2010, S. 5). Hinsichtlich dieser unterschiedlichen Schlussfolgerungen bei im Wesentl ichen gleich gebliebenem Gesund- heitszustand des Beschwerdeführers ist auch zu berücksichtigen, dass die Berichte der C.____ jeweils von anderen Assistenzärzten erstellt wurden. Hinzu kommt, dass die ambulante Be- handlung des Beschwerdeführers durch die C.____ erst am 2 0. März 2013 aufgenommen wur- de, obwohl der stationäre Aufenthalt in der D.____ i m Zeitraum vom 24. Januar bis 23. Februar 2012 stattfand. 6.4.3 Was die Diskussion der Foerster-Kriterien angeht , so kann dem Vorbringen des Be- schwerdeführers, dass diese im Gutachten des B.____ zu ku rz abgehandelt und nicht überzeu- gend verneint würden, ebenfalls nicht gefolgt werden. Vielmehr wird ausführlich auf die einzel- nen Kriterien eingegangen und, wie bereits ausgeführ t, insbesondere gestützt auf eine einge- hende persönliche Untersuchung und Befunderhebung sowi e auf Angaben zum aktuellen Ge- sundheitszustand des Beschwerdeführers nachvollziehbar darg elegt, weshalb der psychiatri- sche Experte die Z-Diagnose von histrionisch akzentuierten Persönlichkeitszügen, entgegen der Auffassung der C.____, einer histrionischen Persön lichkeitsstörung vorzieht. Auch der RAD-Arzt hält in seiner Stellungnahme vom 15. Oktober 2012 in Übereinstimmung mit den Gut- achtern fest, dass keine mitwirkende, psychisch ausgewiesene Ko morbidität von erheblicher Schwere, Intensität und Ausprägung besteht. Soweit der psychiatrische Experte sodann fest- hält, dass diese Entscheidung auch ein Stück weit Ermessenssache sei, ist darauf hinzuweisen, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass eine psychiatrische Exploration der Natur der Sache n ach nicht ermessensfrei erfolgen kann. Der begutachtenden Fachperson ist deshalb ein gew isser Spielraum zu gewähren, inner- halb dessen verschiedene medizinische Interpretationen mög lich, zulässig und zu respektieren sind, sofern dabei lege artis vorgegangen worden ist. Daher kann ein Gutachten nicht stets in Frage gestellt und zum Anlass weiterer Abklärungen geno mmen werden, wenn die behandeln- den Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten ab- weichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es si ch, wenn diese objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt ge- blieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beur teilung zu führen (Urteile des Bundes- gerichts vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1 und vom 1 9. September 2006, I 51/06, E. 3.1.2). Solche Gesichtspunkte sind vorliegend nicht ersicht lich. Wie bereits dargelegt, handelt es sich seit mehreren Jahren im Wesentlichen um den gl eichen Gesundheitszustand. Indessen werden die Diagnosen mit Krankheitswert bzw. mit Auswirku ng auf die Arbeitsfähigkeit sowohl im Bericht vom 31. August 2010 als auch im Bericht vom 11 . Oktober 2013 der C.____ insge- samt vorwiegend aufgrund der subjektiven Angaben des Besc hwerdeführers und jeweils von anderen Ober- und Assistenzärzten gestellt. Alsdann sind dem Bericht vom 11. Oktober 2013 keine objektiven Anhaltspunkte für den darin aufgeführ ten Gewichtsverlust zu entnehmen, wo- bei an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass ei n entsprechender Gewichtsverlust, weitge- hend in vergleichbarem Umfang, bereits im Bericht vo m 31. August 2010 dokumentiert wurde und es sich dabei nicht um einen neuen Befund handelt. Auch sind die weiteren Kriterien wie das Vorliegen chronischer körperlicher Begleiterkrankungen, eines mehrjährigen, chronifizierten Krankheitsverlaufs mit unveränderter oder progrediente r Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung, des Scheiterns einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung trotz kooperativer Haltung nicht oder zumind est nicht in ausgeprägter Form erfüllt. Bezüglich des Kriteriums des sozialen Rückzuges wird ausgefü hrt, dass ein teilweiser Rückzug bestehe. Dies lässt sich auch den Akten entnehmen. Der V ersicherte unterhält aber Kontakt zu seiner Familie. Gesamthaft kann auf einen gewissen sozial en Rückzug geschlossen werden. Dieser ist aber nicht derart ausgeprägt, dass er als einzi ges Kriterium genügen würde, um die Schmerzstörung ausnahmsweise als überwindbar zu betracht en. Insgesamt vermögen die ab- weichenden Beurteilungen der C.____ das Gutachten der B.____ aufgrund der gemachten Aus- führungen demnach nicht in Zweifel zu ziehen. 6.5 Zwischen der Erstellung des Gutachtens im Jahre 2011 und der angefochtenen Verfü- gung vom 12. September 2014 liegt durchaus ein langer Zeitraum. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann aber solange auf medizinische Berichte abgestellt werden, als sie den medizinischen Sachverhalt zuverlässig wiedergeben (BGE 125 V 352 E. 3b). Insofern bestimmt sich der Beweiswert eines Gutachtens nicht aufgrund seines Alters, sondern aufgrund seines Inhalts. Wie bereits aufgeführt, ergeben sich aus den vo rliegenden medizinischen Berichten weder Hinweise, dass sich der Gesundheitszustand des Versic herten seit der Begutachtung des B.____ im Jahre 2011 bis zum Verfügungszeitpunkt vom 12. September 2014 massgeblich verändert hat, noch solche, die anderweitig Zweifel am Gutachten anzubringen vermögen. 6.6 Aufgrund des Gesagten ist demnach festzuhalten, dass bei der Beurteilung des medi- zinischen Sachverhaltes vollumfänglich auf die Ergebnisse des Gutachtens des B.____ abge- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellt werden kann. Auf die vom Beschwerdeführer im S inne eines Eventualbegehrens bean- tragten zusätzlichen medizinischen Abklärungen kann folgl ich verzichtet werden. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeu gung, dass die vorhandenen Unter- lagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhalts ergeben und dieser demnach hinrei- chend abgeklärt ist, kann auf weitere Abklärungen verzichte t werden. Eine solche antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher R echtsprechung zulässig (BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hin- weisen). 7. Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 4.2 hiervor) ist gemäss Art. 16 ATSG der Invalidi- tätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Den gemachten Ausführungen zufolge ist der Beschwerdefüh rer in einer leidensangepassten Tätigkeit ohne regelmässige Tätigkeiten über Schulter - oder Kopfhöhe vollständig arbeitsfähig, womit ein rentenbegründender Invaliditätsgrad ausgeschlo ssen ist. Entsprechend hat die IV- Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 12. Septe mber 2014 anhand der Gegenüberstel- lung des Valideneinkommens von Fr. 60‘837.-- und des zu mutbaren Invalideneinkommens von Fr. 62‘919.-- einen Invaliditätsgrad von 0% ermittelt. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen. 8. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kan- tonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahr enskosten werden nach dem Verfah- rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festge- legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesr echtlichen Kostenrahmens ein- heitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdefüh- rer unterlegen, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu üb erbinden und mit dem geleisteten Kos- tenvorschuss von Fr. 600.-- zu verrechnen sind. Die Partei kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Sozialversicherungen Präsident Gerichtsschreiberin i.V.