Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. April 2019 (725 17 416 / 89) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Natürlicher Kausalzusammenhang infolge bildgebender Befunde krankhafter Ätiologie verneint. Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs bei nur leichtem Unfall ver- neint. Verlegung der Prozess- und Parteikosten nach dem Verursacherprinzip. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Mar kus Mattle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Raffaella Biaggi , Adv o- katin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, Postfach 109, 4018 Basel Betreff Leistungen A. Die 1964 geborene A.____ war bei der B.____ AG a ls Mitarbeiterin im Vollzeitpensum angestellt und in dieser Eigenschaft bei der schwei zerischen Unfallversicherungsgesellschaft (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufs unfällen versichert. Am 30. Dezember 2013 fuhr ein Tram der Linie 14 in X.____ auf das T ram der Linie 17 auf, in dessen Heck die Beschwerdeführerin sass. Aufgrund dieses Zusammenstosses zog sich die Versicherte gemäss Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bagatellunfallmeldung vom 6. Januar 2014 Verletzungen am Rücken und am linken Knie sowie eine Stauchung der Wirbelsäule und mehrere Hämatome zu. Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen für dieses Unfallereignis. Bei persistierenden Beschwerden in Form von zervikalen und lumbalen Verspannungen, einer Verlangsamung der Auffassung sowie einer verminderten physischen und psychischen Belastbarkeit erfolg ten im weiteren Nachgang eine Vielzahl von Untersuchungen und Abklärungen der gesundhe itlichen Verhältnisse. Infolge un- terschiedlicher Beurteilungen bezüglich der bildgebend erhobenen Befunde erging am 14. Juni 2017 insbesondere ein interdisziplinäres Gutachten der Klinik C.____. B. Mit Verfügung vom 15. September 2017 stellte die Suva ihre Leistungen mangels ei- nes adäquaten Kausalzusammenhangs per 31. Oktober 2017 e in. Daran hielt sie mit Ein- spracheentscheid vom 17. November 2017 fest. Die erhobe nen Hirnläsionen könnten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den erlittenen Un fall zurückgeführt werden. Weil keine weiteren pathologischen Befunde ausgewiesen seien, könne allerhöchstens von organisch nicht hinreichend erklärbaren Beschwerden gesprochen werden, für welche der adäquate Kausalzu- sammenhang zu verneinen sei. C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Adv okatin Raffaella Biaggi, am 11. Dezember 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, die Suva sei in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids zu verpflichten, der B eschwerdeführerin weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei ei n Gerichtsgutachten einzuholen, sub- eventualiter sei die Angelegenheit zur ergänzenden Ab klärung des medizinischen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung liess sie im Wesent- lichen vorbringen, dass die Vorinstanz beim Erlass ihr rech tliches Gehör verletzt habe, weil im angefochtenen Einspracheentscheid keine fundierte Ause inandersetzung mit den von ihr zuvor vorgebrachten Rügen stattgefunden habe. Materiell lie ss sie geltend machen, dass infolge der bildgebend erhobenen Befunde eine traumatisch bedingte und strukturell-objektivierbare Verlet- zung vorliege, womit kein Platz für die Anwendung der Praxis gemäss BGE 117 V 365 bestehe. Die Gutachter der Klinik C.____ stünden mit ihrer Schlu ssfolgerung, wonach es sich bei den erhobenen Hirnverletzungen um keine unfallbedingten Verletzungen handeln würde, alleine. Die Begründung, dass die festgestellten Verletzungen m angels eines dokumentierten Kopfan- pralls nicht unfallbedingt seien, erweise sich als unhaltb ar. Schliesslich sei das Gutachten der Klinik C.____ widersprüchlich, weil es aufgrund der Au ffälligkeiten im MRI und der neuropsy- chologischen Indizien einerseits von einer zum Unfall konkom ittierenden Erkrankung spreche, andererseits aber die Teilursächlichkeit weder bejahe noch diskutiere. Gegen eine krankheits- bedingte Hirnschädigung spreche, dass keine Progredienz i n Bezug auf die Schädigungen im Verlaufs-MRI zu verzeichnen gewesen sei. Ein relevanter Vorzustand sei deshalb zu verneinen. D. Mit Vernehmlassung vom 15. Februar 2018 schloss die Su va auf Abweisung der Be- schwerde. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs sei nicht gegeben, weil sie sich nicht mit jeder tatbestandlichen Behauptung oder jedem rechtlic hen Einwand auseinanderzusetzen ha- be. Materiell liess sie zusammenfassend geltend machen, d ass anhand insbesondere des Gut- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht achtens der Klinik C.____ überwiegend wahrscheinlich sei, dass die noch vorliegenden Be- schwerden nicht unfallkausal seien. E. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 26. Februar 2 018 wurde die Angelegenheit dem Gericht ein erstes Mal zur Beurteilung überwiesen. Anlä sslich der Urteilsberatung vom 3. Mai 2018 gelangte das Gericht allerdings zur Auffassung, da ss eine Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Es beschloss daher, den Fall auszustellen und bei der Klinik C.____ eine Nachfra ge im Zusammenhang mit deren Gut- achten vom 14. Juni 2017 anzuordnen. Nach Gewährung de s rechtlichen Gehörs sowie nach Eingang weiterer medizinischer Unterlagen durch die B eschwerdeführerin am 16. bzw. am 17. Juli 2018 erging das Aktengutachten der Klinik C.____ vom 3. August 2018. Die Suva bean- tragte mit Stellungnahme vom 12. September 2018, es s ei vollumfänglich auf das Gutachten der Klinik C.____ vom 14. Juni 2017 sowie auf deren A ktengutachten vom 3. August 2018 ab- zustellen. Die Beschwerde sei entsprechend abzuweisen. Die Beschwerdeführerin hielt mit Stellungnahme vom 8. Oktober 2018 an ihren Rechtsbegehr en fest. Unter Hinweis auf ein neu- erliches neurochirurgisches Parteigutachten vom 25. Septemb er 2018 vertrat sie die Auffas- sung, dass weder dem Gutachten der Klinik C.____ vom 14. Juni 2017 noch dem Aktengutach- ten vom 3. August 2018 ein Beweiswert zukomme. Mit Stellungnahme vom 17. November 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihrer Beschwerde und i hren Rechtsbegehren fest und reichte eine weitere Stellungnahme ihres Hausarztes vom 11. No vember 2018 ein. Die Beschwerde- gegnerin ihrerseits hielt in den Stellungnahmen vom 2 1. Dezember 2018 und vom 9. Januar 2019 am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 8. Januar 2019 wurde der Fall dem Gericht erneut zur Beurteilung überwiesen. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetz es über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 b eurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Ka ntons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Au f die – im Übrigen frist- und form- gerecht erhobene – Beschwerde vom 11. Dezember 2017 ist demnach einzutreten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicher ung (UVG) vom 20. März 1984 sowie der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 in Kraft ge- treten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen ereignet haben, werden noch nach bisherig em Recht ausgerichtet (vgl. Über- gangsbestimmung in Art. 118 Abs. 1 UVG). So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, wes- halb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu e rgangene Rechtsprechung Bezug zu nehmen ist. 2.1 Die Beschwerdeführerin rügt vorab in formeller H insicht eine Verletzung ihres rechtli- chen Gehörs, weil der von der Beschwerdegegnerin verfügt e Leistungsstopp in der Verfügung vom 15. September 2017 nicht rechtsgenüglich begründet u nd zu ihren Vorbringen und ihrer Kritik am Gutachten der Klinik C.____ weder in dieser V erfügung noch im angefochtenen Ein- spracheentscheid eingegangen worden sei. Die Suva vertr itt in ihrer Vernehmlassung demge- genüber den Standpunkt, dass die Überlegungen, welche z ur Einstellung der bisher ausgerich- teten Leistungen geführt hätten, aus der dem angefoc htenen Einspracheentscheid vorausge- henden Verfügung klar ersichtlich gewesen seien. 2.2 Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, di e erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versi cherungsträger gemäss Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil d es Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 schriftlich Verfügungen zu erlassen. A us einer mangelhaften Eröffnung einer Verfügung darf der betroffenen Person kein Na chteil erwachsen (Urteil des EVG vom 17. Juni 2005, I 3/05, E. 3). Die Begründungspflicht gemäss Art. 49 Abs. 3 ATSG steht im Zu- sammenhang mit dem in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft (BV) vom 18. April 1999 statuierten Anspruch a uf rechtliches Gehör. Danach muss der von einem Entscheid Betroffene in die Lage versetzt werden, diesen sachgerecht anfechten zu können (BGE 124 II 149). Die verfügende Behörde muss daher kurz ihre Überlegungen nen- nen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihre Entscheidung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbest ändlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 102 E. 2 b, 124 V 181 E. 1a; LORENZ KNEUBÜHLER , Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahre n, Christoph Au- er/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Zürich/St . Gallen 2008, zu Art. 35, S. 511). Die Behörde darf sich aber nicht damit begnügen, die von d er betroffenen Person vorgebrachten Einwände tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen und zu prü fen; sie hat ihre Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen un d sich dabei ausdrücklich mit den für den Entscheid wesentlichen Einwänden auseinanderzuset zen oder aber zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie bestimmte Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 182 E. 2b; Urteil des Eidgenössischen Versiche rungsgerichts [EVG] vom 16. August 2004, U 101/04, E. 2.4). Die Begründung m uss nicht zwingend in der Verfügung selbst enthalten sein; die Rechtsprechung hat als genüge nde Begründung auch den Verweis auf separate Schriftstücke, auf frühere Entscheide oder klare Angaben der Entscheidgründe in Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht früheren Schreiben an die Verfügungsadressatinnen oder -adressaten anerkannt (BGE 123 V 31 E. 2c und d). Die Verletzung der Begründungspflicht führt unabhängig davon, ob die fragli- chen verfahrensrechtlichen Mängel einen Einfluss auf das Ergebnis haben, grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides. Praxisgemäss kann eine derartige Gehörsverlet- zung im Rechtsmittelverfahren jedoch geheilt werden, we nn das rechtliche Gehör nachträglich gewährt wurde, die Rechtsmittelinstanz über freie Kogn ition in Rechts- und Sachverhaltsfragen verfügt, mithin eine Ermessensüberprüfung möglich ist, und dem Betroffenen die gleichen Mit- wirkungsrechte wie vor erster Instanz zustehen (BGE 127 V 4 37 E. 3d/aa sowie 126 V 132 E. 2b, je mit Hinweisen). Darüber hinaus ist im Sinne der Heilung eines allfälligen Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Gehörsan spruches – von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit d ie Rückweisung zu einem formalis- tischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen f ühren würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurt eilung der Sache nicht zu vereinbaren wäre (BGE 133 I 201 E. 2.2, 132 V 387 E. 5.1). 2.3 In der dem angefochtenen Einspracheentscheid voran gehenden Verfügung vom 15. September 2017 wird der strittige Leistungsstopp d amit begründet, dass die heute noch geklagten Beschwerden insbesondere gestützt auf das Gutacht en der Klinik C.____ vom 14. Juni 2017 organisch nicht hinreichend nachweisbar sei en und deshalb der adäquate Kau- salzusammenhang zwischen dem Unfall und den weiterhin g eklagten Beschwerden zu beurtei- len sei. Die Adäquanz sei nach Prüfung der massgebenden Kriterien zu verneinen, weshalb mangels Vorliegens adäquater Unfallfolgen die Versicher ungsleistungen per 31. Oktober 2017 eingestellt würden. Aus diesen Erwägungen erhellt zweif elsohne, dass und weshalb die Suva keine Leistungen mehr ausgerichtet hat. Der Versicherte n bzw. ihrer Rechtsvertreterin war es somit auch ohne weiteres möglich zu erkennen, welche tatsä chlichen und rechtlichen Überle- gungen der Suva zur Einstellung der bisherigen Leistungen geführt haben. Der Beschwerdefüh- rerin ist zwar beizupflichten, dass sich in der leistung seinstellenden Verfügung keine detaillierte Auseinandersetzung mit den gegen das Gutachten der Klin ik C.____ im Schreiben der Versi- cherten vom 27. Juli 2017 (Suva-Dok 226) vorgebrachten A rgumenten finden lässt. Zumal sich die Verwaltung bei der Begründung ihrer Verfügung a ber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken darf, kann deshalb alleine jedoch nicht vom Fehlen eines wesentlichen Aspekts in der Begründung gesprochen werden. Auch wenn die Suva auf die im Schreiben der Versicher- ten vom 27. Juli 2017 beantragten Zusatzabklärungen ve rzichtet und stattdessen – wenn auch nur pauschal – weiterhin auf das fragliche Gutachten d er Klinik C.____ vom 14. Juni 2017 ver- wiesen hat, war die Betroffene mit anderen Worten de nnoch in der Lage, bereits die dem nun- mehr angefochtenen Einspracheentscheid vorausgegangene Verfügung sachgerecht anzufech- ten (Suva-Dok 250; KGE SV vom 22. Juni 2008 i.S. N., in BLKGE 2008 III Nr. 51 S. 306 ff., E. .4.3 f.). Ob trotz der ausführlichen und kritischen Stel lungnahme der Versicherten vom 27. Juli 2017 noch einmal eine ergänzende Vorlage an den Krei sarzt der Suva hätte erfolgen müssen, betrifft mit anderen Worten nicht die Frage der Ver letzung des rechtlichen Gehörs im formellen Sinne, sondern beschlägt vielmehr die materiell-rechtlic he Frage einer rechtsgenügenden Ab- klärung der medizinischen Verhältnisse im Einzelfall. Ein e Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt unter diesen Umständen daher nicht vor. Es tritt hinzu, dass die Versicherte ihre Einwände und Argumente nicht nur bereits im Rahmen des dieser Be schwerde vorangehenden Ein- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht spracheverfahrens (Suva-Dok 250), sondern auch im Rahme n der vorliegenden Beschwerde umfassend dargestellt hat. Soweit in der Vorgehensweise der Suva eine Verletzung des rechtli- chen Gehörs zu erkennen wäre, würde sie im vorliegenden Verfahren demnach entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung ohnehi n geheilt. Von einer Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz aus formellen Gr ünden ist daher abzusehen, zumal eine Rückweisung der Angelegenheit zu einem formalistischen Le erlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die letztlich auch mit dem Interesse der Versicherten an einer förderlichen Streiterledigung nicht zu vereinbaren wäre. 3. Materiell strittig ist die Frage, ob die Beschwerdeg egnerin die gesetzlichen Leistungen zu Recht per 31. Oktober 2017 eingestellt hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt zunächst voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfä- higkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürl icher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürl ichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele. Für die Bejahung der natürliche n Unfallkausalität eines Beschwerdebilds genügt eine Teilursächlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5) , wobei sich die Leistungspflicht des obli- gatorischen Unfallversicherers auch auf mittelbare bzw. i ndirekte Unfallfolgen erstreckt (Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2016, 8C_620/2015, E. 3. 1). Ob zwischen einem schädigen- den Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behö rde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürd igung nach dem im Sozialversiche- rungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrsc heinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be gründung eines Leistungsan- spruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicher ers erst, wenn der Unfall nicht die natür- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt , wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder sp äter eingestellt hätte (Status quo si- ne), erreicht ist (Kranken- und Unfallversicherung - Re chtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenh ang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines G esundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad d er überwiegenden Wahrscheinlich- keit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewi esen sein. Die blosse Möglichkeit nun- mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfa lles genügt nicht. Da es sich hier- bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, lie gt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (S ozialversicherungsrecht - Recht- sprechung [SVR] 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Bewe is des Wegfalls des Kausalzusammen- hangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Bewei s zu verlangen, dass kein Gesund- heitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nu n bei voller Gesundheit sei. Ent- scheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu- tung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil d es Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 3.4 Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entf ällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (SVR 2010 UV Nr. 31 S. 125, 8C_816/2009 E. 4.3 mit Hinwei- sen). Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfall- versicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Rege l neben den Taggeldern auch Pflege- leistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunt er auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen. Dies gilt selbst dann, wenn si ch die Gesundheitsschädigung bei einer Gewichtung der konkurrierenden Ursachen zum stark überwie genden Teil als Krankheitsfolge darstellt. Dies bedeutet unter Umständen, dass die versicherte Person Anspruch auf einen ope- rativen Eingriff mit anschliessender zweckmässiger Behandlung selbst dann hat, wenn diese im Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der (vorzeitigen) Besei- tigung der vom Unfall zumindest mitverursachten Beschwerden diente, und nicht gesagt werden kann, die Operation sei auch ohne den durch den Unfal l bewirkten Beschwerdeschub überwie- gend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt notwendig gewor den (Urteil des Bundesgerichts vom 24. Juni 2008, 8C_326/2008). Art. 36 UVG setzt voraus, dass der Unfall und der Vorzustand derart zusammenwirken, dass von einer gemeinsamen Verursa chung des Gesundheitsscha- dens zu sprechen ist. Keine gemeinsame Verursachung liegt vor, wenn die beiden Einwirkun- gen einander nicht beeinflussende Schäden verursacht haben, so etwa wenn der Unfall und der Vorzustand verschiedene Körperteile betreffen und sich damit die Krankheitsbilder nicht über- schneiden (BGE 126 V 116 E. 3a; BGE 121 V 326 E. 3). Mithin wird mit Art. 36 UVG das Kau- salitätsprinzip teilweise durchbrochen; der Unfallversiche rer hat für Pflegeleistungen und Kos- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tenvergütungen sowie Taggelder und Hilflosenentschädig ungen ohne Einschränkung aufzu- kommen (Art. 36 Abs. 1 UVG). Liegt eine gemeinsame Scha denverursachung vor, kann des- halb auch keine Aufteilung der Leistungen nach Kausalit ätsanteilen erfolgen (BGE 121 V 326 E. 3c). 4.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialv ersicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts z u sorgen. Die Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 4.2.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wi e alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Bewe ismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (B GE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.2.2 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grunds atz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen med izinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. d ie ausführliche Zusammenstellung die- ser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). Zunächst kann auch reinen Aktengutachten voller Beweiswert zukommen, sofern ein lü ckenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95; nicht p ublizierte Erwägung 5b des Urteils BGE 114 V 109, veröffentlicht in RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366; vgl. auch Urteile U 181/06 vom 21. Juni 2007, E. 2.3, und U 223/06 vom 8. Februar 2007, E. 5.1.2). Aktengutachten sind insbe- sondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Wi- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht derspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnu ng zu einer Diagnose oder der Kau- salzusammenhang und das Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann sehr wohl in einem Aktengutachten das Fü r und Wider der verschiedenen Meinun- gen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit fü r eine bestimmte Beurteilung deutlich gemacht werden (H ANS KIND , So entsteht ein medizinisches Gutachten, in: René Sch affhau- ser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversiche- rung, Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts fü r Verwaltungskurse an der Universität St. Gallen/Band 42, St. Gallen 1997, S. 52). 4.2.3 Sodann weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten praxisgemäss nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein allfälliger Grund für ein Abweichen kann dann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn gegensätzliche Meinungen anderer Fachexper- ten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlü ssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen (vgl. BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweise n). In Bezug auf Berichte von behan- delnden Ärzten darf und soll das Gericht allerdings de r Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtlic he Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussa gen. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf je doch nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlung sauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des am tlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; U rteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerich tsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die beh andelnden Ärzte zu anderslauten- den Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im We iteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang be- steht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann al s adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenser- fahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgeme in als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammen- hangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzun g zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen ein es natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen g esundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Ka usalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwicke lten Regeln vom Gericht zu beurtei- len ist (BGE 112 V 33 E. 1b). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfo lgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusam menhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der na- türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 1 27 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gel- ten Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde ledi glich auf Ergebnisse klinischer Unter- suchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erschei nen liesse. Nach konstanter bun- desgerichtlicher Rechtsprechung kann deshalb von organisc h objektiv ausgewiesenen Unfall- folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparati- ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (für viel e: Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Untersuchungsmetho- den müssen wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 6. Zur Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerde führerin sowie der zwischen den Parteien strittigen Kausalitätsfrage liegen zahlr eiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht allesamt gewürdigt wurden. Im Folgenden werde n indessen lediglich diejenigen Akten wiedergegeben, welche sich für den vorliegenden Entscheid als zentral erweisen. 6.1 Hinsichtlich der strittigen Kausalitätsfrage im Zusa mmenhang mit den weiterhin geklag- ten Beschwerden der Versicherten ist vorab zunächst auf das interdisziplinäre Gutachten der Klinik C.____ vom 14. Juni 2017 einzugehen. Dieses Guta chten äussert sich in gegenständli- cher Hinsicht zu den Folgen des Unfallereignisses vom 30. Dezember 2013 und beurteilt eine daraus allenfalls resultierende Schädigung am zentralen und peripheren Nervensystem der Versicherten insbesondere in Form von cerebralen Schäden u nd neuropsychologischen Defizi- ten. Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass im Schädel-MRI der Versicherten vom 27. Mai 2014 sowie vom 22. September 2015 multiple Suszeptibili täten in den blutungssensitiven Se- quenzen unklarer Zuordnung, differentialdiagnostisch ei ne Amyloidangiopathie oder eine Cavernomatose, ein Verdacht auf Kopfschmerz bei Schmerzm ittelübergebrauch, differentialdi- agnostisch chronische Spannungstypkopfschmerzen, ein zervikozeph ales Schmerzsyndrom, leichte bis mittelschwere neuropsychologische Defizite unklarer Ätiologie, ein Status nach Kopf- kontusion occipal vom 19. August 2016 mit anamnestisch erho bener Commotio cerebri ohne Residuen, eine Neurasthenie sowie ein anamnestisch unklare r Bewusstseinsverlust während mehr als einer halben Stunde im März 2015 bei neurologischer Abklärung ohne Nachweis einer spezifischen Ätiologie zu diagnostizieren seien. Der zusammenfassenden Beurteilung in diesem Gutachten (a.a.O., S. 119 ff.) ist zu entnehmen, dass d ie im Hinblick auf die Beurteilung erfor- derliche genaue Erfassung sowohl des Unfallereignisses a ls auch der initialen Beschwerden nur unzureichend habe geklärt werden können. Insbesonde re hätten die unmittelbaren Unfall- folgen nicht mit erforderlicher Genauigkeit exploriert werden können, weil die Patientin angege- ben habe, sich an vieles nicht mehr erinnern zu können. In keinem der initial erstellten medizini- schen Dokumente seien sichere Symptome einer hirntraumat ischen Beteiligung angegeben worden. Insbesondere seien keine Symptome dokumentiert worden, die gehäuft nach einer traumatischen Hirnschädigung auftreten könnten. Aufgrun d dessen sei es beim Unfall nicht zu einer traumatischen Hirnbeteiligung gekommen. Somit b estehe aus psychiatrischer und neuro- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht logischer Sicht keine Grundlage für die Entwicklung org anisch bedingter Beeinträchtigungen kognitiver Natur oder von Beschwerden, die im Verlauf n ach einem postcommotionellen Syn- drom manifest werden könnten (a.a.O., S. 122). Der zu vor untersuchende Neurologe habe hin- sichtlich seines Berichts vom 25. Juli 2014 unberücksichtigt gelassen, dass keine Elemente in der zeitechten Dokumentation für eine traumatische Hi rnverletzung sprechen würden (a.a.O., S. 127). Ein Grossteil der in diesem Bericht festgehalt enen Beschwerden seien im Nachgang zum erlittenen Unfallereignis nicht dokumentiert worden , was auf eine Symptomausweitung hindeute (a.a.O., S. 128). Was die psychischen Beschwerden der Explorandin betreffe, seien seit der stationären Rehabi- litation in der Zeit zwischen dem 24. Juni 2015 und 29 . Juli 2015 keine neuen Aspekte vorhan- den. Bereits im entsprechenden Bericht betreffend die sen stationären Aufenthalt sei festgehal- ten worden, dass die Patientin psychisch stabil wirke. Auch in der aktuellen Untersuchung habe sie angegeben, dass sie keine psychischen Beschwerden habe. Es lasse sich keine Psychopa- thologie erfassen, welche eine psychiatrische Diagnose rech tfertigen würde. Rein phänomeno- logisch könne einzig die Diagnose einer Neurasthenie gest ellt werden. Die Symptome dieser Störung könnten durchaus im Zusammenhang mit einer subt ilen hirnorganischen Störung er- fasst werden. Dabei handle es sich um eine unspezifische S törung, welche in der Regel bei mannigfaltigen Konflikten manifest werden könne. Dabe i könne darauf hingewiesen werden, dass bereits im Jahr 2008 vergleichbare Symptome wie im Verlauf nach dem erlittenen Unfall dokumentiert worden seien und diese im Zusammenhang m it einer subjektiven Belastung ent- standen seien, welche durchaus zu einer emotionalen Störung beitragen könne, wie sie damals auch diagnostiziert worden sei (a.a.O., S. 129 f.). In Bezug auf die neurologischen Verhältnisse würden die Insignien einer höhergradigen Hirn- verletzung fehlen. Wären die im MRI gesicherten Signal auffälligkeiten wirklich durch eine Hirn- verletzung im Rahmen des erlittenen Unfalls entstanden, wäre ein derartiger Verlauf nicht mög- lich gewesen. Jene Verletzungen würden quasi immer zu einem Syndrom mit schwerwiegenden kognitiven Einschränkungen, teils mit andauerndem Koma u nd Verhaltensauffälligkeiten mit derilanten Phänomenen, und deshalb meist zu einem Sp italaufenthalt mit intensivmedizinischer Betreuung führen. Dies sei hier nicht der Fall gewese n. Auch fehle der typisch zeitliche Verlauf einer Hirnverletzung mit zeitnah zum Ereignis schweren Defiziten und oft neuro-psychiatrischen Auffälligkeiten in der Akutphase mit einer Erholung in den darauffolgenden Monaten. Hier aber hätten sich in den neuropsychologischen Untersuchungen jewei ls Defizite in unverändertem, leichtem bis mittelschwerem Ausmass gezeigt. Dies sei auch in der aktuellen Untersuchung der Fall gewesen (a.a.O., S. 131). Eine ätiologische Einor dnung der neuropsychologischen Defizite sei nicht ganz einfach und könne nicht abschliessend gelingen. Es könne einzig gesagt werden, dass der erlittene Unfall mit den neuropsychologischen De fiziten nicht kausal verknüpft werden könne. Unwahrscheinlich sei auch, dass ein vorangehender Unfall mit einer Hirnverletzung hier- für verantwortlich sei. Aufgrund der Phänomenologie d er MRI-Auffälligkeiten müsse an erster Stelle an das Vorliegen einer Amyloidangiopathie ged acht werden. Zusätzlich lasse sich im Zu- sammenhang mit der ersichtlichen leichten Hippocampusatro phie rechts eine beginnende neu- rodegenerative Erkrankung wie beispielsweise ein Morbus Alzheimer nicht ausschliessen. Un- üblich hierfür sei allerdings das Alter der Patientin. Des Weiteren beinhalte die Symptompräsen- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht tation der Patientin auch die Aspekte einer psychogene n Störung mit Anklängen an eine „belle difference“ (a.a.O., S. 131 f.). Dennoch bestünden au fgrund der MR-Auffälligkeiten und des neuropsychologischen Profils Hinweise, dass eine zum Unfal l konkomittierende Erkrankung bestehen könnte. Daneben bestehe auch eine iatrogene Komponente mit einer Verortung als Hirnverletzte. Trotz fehlender Hinweise auf eine Hirnverletzung sei nach Sichtung des radiologi- schen Befunds in Form von „shearing injuries“ kurzschlussarti g auf eine stattgehabte schwere Hirnverletzung getippt worden. Eine schwere globale Hirnverletzung in Form von „shearing inju- ries“ sei aber sehr unwahrscheinlich. Als Zuordnungen der zweifellos vorhandenen Signalauffäl- ligkeiten seien nebst diesen „shearing injuries“ eine Cavernomatose oder eine Amyloidangiopa- thie in Betracht zu ziehen. Abschliessend lasse sich die Fr age nach der Zuordnung der Sig- nalauffälligkeiten aber nicht beantworten. Eine Amyloidangiopathie sowie ein rechts temporales Cavernom sei aber das Wahrscheinlichste. Weniger wahrschei nlich sei eine Cavernose. Un- wahrscheinlich sei, dass die Signalauffälligkeiten „shearing injuries“ entsprechen würden. Diese seien weder prätraumatisch noch wie mehrfach ausgeführt durch den Unfall vom 30. Dezember 2013 entstanden. Der Vollständigkeit halber sei anzuf ügen, dass sich die Explorandin im übri- gen Neurostatus unauffällig präsentiert habe (a.a.O., S. 133 f.). Neuropsychologisch verfüge die Explorandin über ein insgesa mt im unteren Normbereich lie- gendes, allgemeines kognitives Leistungsvermögen. Homogen und konkordant mit dem erfass- ten Intelligenz- und Bildungsniveau habe die neuropsych ologische Untersuchung in der Mehr- heit der geprüften kognitiven Funktionsdomänen normge rechte bzw. unauffällige Testwerte er- geben. Relevante Minderleistungen hätten sich allerdin gs in einzelnen Teilbereichen der kogni- tiven Frontalhirnfunktionen und im mnestischen Bereich objektivieren lassen. Insgesamt erfülle das Ausmass der Symptomatik die Kriterien einer leichten bis mittelgradigen kognitiven Störung und stimme mit der Beurteilung der letzten Untersuchun g im März 2015 überein (a.a.O., S. 135 ff.). Aus wirbelsäulen-orthopädischer Sicht leide die Patient in an konstanten Kopfschmerzen mit teils fluktuierender Exazerbation. Klinisch weise sie ein e regelrechte Form und Funktion der Wirbelsäule auf, sensomotorische Defizite bestünden kein e. Es zeigten sich für die Beschwer- den weder im konventionellen Röntgen noch MR-tomogra phisch morphologische Korrelate. Hinweise auf eine durch den Unfall bedingte Schädigun g der Wirbelsäule würden sich keine ergeben. Aus knieorthopädischer Sicht habe die Exploran din eine Kontusion im Bereich des linken Kniegelenks erlitten, die folgenlos abgeheilt sei (a.a.O., S. 139 f.). Zusammenfassend liessen sich keine strukturellen Folgen am Nervensystem oder am Bewe- gungsapparat nachweisen, die durch den erlittenen Unfa ll bedingt wären. Auch würden sich keine Hinweise auf eine daraus resultierende psychische Erkr ankung finden lassen. Unfallun- abhängig lasse sich eine leichte bis mittelschwere kognitiv e Störung und eine Neurasthenie erheben. Die Ätiologie der kognitiven Störung müsse akt uell unklar bleiben, differentialdiagnos- tisch gingen die Überlegungen in Richtung einer cerebralen Amyloidangiopathie mit assoziierter Neurodegeneration, die für einen Teil der Defizite verantwortlich sein könnte (a.a.O., S. 140 f). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Den Antworten zum Fragenkatalog im Gutachten der Kl inik C.____ kann schliesslich entnom- men werden, dass die leichte bis mittelschwere kognitive S törung zumindest teilweise auf ei- nem organischen Substrat beruhe, indessen keine organische n Gesundheitsschäden mit min- destens überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem kausal en Zusammenhang mit dem Unfall vom 30. Dezember 2013 stehen würden. Es stünden keine der gestellten Diagnosen in einem kausalen Zusammenhang zu diesem Unfall. Insbesondere liege bei der Patientin auch keine unfallkausale psychische Störung vor. Unfallbedingt würden sich keine Restriktionen bezüglich der Tätigkeiten und der Verrichtungen der Explorandi n ergeben. Ein durch den Unfall bedingter Integritätsschaden liege nicht vor (a.a.O., S. 140 ff.). 6.2 Bereits in seinem Beschluss vom 3. Mai 2018 hat das Ka ntonsgericht festgehalten, dass das Gutachten der Klinik C.____ vom 14. Juni 2017 mit Blick auf die Frage des Wegfalls jeglicher unfallkausaler Folgen nicht in allen Belange n überzeugt. Aufgrund der gutachterlichen Aussage, wonach aufgrund der MR-Auffälligkeiten und des neuropsychologischen Profils Hin- weise bestünden, es könnte eine zum Unfall konkomittieren de Erkrankung bestehen, war die Frage einer allfälligen Teilursächlichkeit letztlich u nklar beantwortet. Das Gericht beschloss da- her bei der Klinik C.____ nachzufragen. Die Antwort e rging in Form eines gerichtlichen Akten- gutachtens vom 3. August 2018 und berücksichtigt nebst den zur Sache bisher ergangenen Akten eine zusätzliche MRI-Bildgebung vom 7. Juli 2017 so wie neuere Konsultationsberichte der behandelnden Neurologin vom 6. und vom 12. Juli 2018. Aus diesem gerichtlichen Akten- gutachten der Klinik C.____ geht hervor, dass anhand ein es Vergleichs der MRI-Bilder im Zeit- raum zwischen dem 22. September 2015 und dem 7. Juli 2 017 zumindest sechs neue Suszep- tibilitäten festgestellt worden seien. Es scheine in de r Zwischenzeit wahrscheinlicher geworden zu sein, dass sich bei der Versicherten eine Epilepsie entwickelt habe. Diese sei allerdings nicht restlos gesichert. Nach dem zur Debatte stehenden Unfall se i es zu einer Zunahme von MRI- Auffälligkeiten gekommen, die vormals fälschlicherweise al s durch den Unfall vom 30. Dezem- ber 2013 verursachte Scherverletzungen interpretiert worden seien. Dass es sich um untypi- sche radiologische Zeichen von Scherverletzungen handle, se i bereits im vorangehenden Gut- achten der Klinik C.____ vom 14. Juni 2017 dargelegt w orden. Zudem sei dort nachzulesen, dass sich auch in den Akten keine Angaben finden liessen , die auf eine stattgehabte Hirnverlet- zung im Sinne von solchen „shearing injuries“ hindeuten würden. Die Zunahme der Suszeptibili- täten könne sowohl auf eine Amyloidangiopathie (eher wahrscheinlich) als auch auf eine Cavernomatose (eher weniger wahrscheinlich) hinweisen. Dass sich noch Jahre später de novo unfallbedingte „shearing injuries“ bilden würden, sei ausgeschlossen. Dass die behandelnde Neurologin diesen Umstand in ihrem Bericht nicht disku tiert habe, sei unverständlich. Zudem sei darauf hinzuweisen, dass bei Patienten mit multip len Cavernomen das Risiko der Entwick- lung einer Epilepsie deutlich erhöht sei. Dass eine hirn organische Schädigung krankhafter Na- tur bereits vor dem Unfall vorbestanden habe und dur ch den erlittenen Unfall erst symptoma- tisch geworden sei, könne nicht angenommen werden. Der Unfall, die zur Verfügung gestellten Akten und auch das neue Bildmaterial würden klar dageg en sprechen. Da keine unfallbedingte Hirnverletzung angenommen werden könne, könne auch keine unfallbedingte Verschlechterung eines zerebralen Vorzustandes konstatiert werden. Es sei auch nicht anzunehmen, dass die im MRI vom 27. Mai 2014 dokumentierten Gesundheitsschäden vorbestehend gewesen und erst durch den erlittenen Unfall verschlimmert worden seien. Die in diesem Zusammenhang im Gut- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht achten vom 14. Juni 2017 auf Seite 133 getroffene Auss age, dass eine zum Unfall konkomittie- rende Erkrankung bestehen könnte, sei dahingehend zu verst ehen, dass die Patientin Hirnver- änderungen entweder in Form einer Amyloidangiopathie oder einer Cavernomatose aufweise, die unfallunabhängig seien. Die bildgebenden MRI-Bef unde vom 27. Mai 2014 seien aus- schliesslich auf eine vorbestehende Erkrankung zurückzuführen. Erstmals detektierte Suszepti- bilitäten im MRI vom 27. Mai 2014 und eine objektive Z unahme derselben unfallfern im Zeit- raum zwischen dem 22. September 2015 und dem 7. Juli 20 17 würden auf einen unfallunab- hängigen Hirnprozess hindeuten. Theoretisch könne sich eine Hirnschädigung auch ohne direk- ten Kopfanprall ereignen, so beispielsweise bei Hochgesc hwindigkeitstraumata mit der Folge starker Beschleunigungskräfte. Dies sei bei dem erlittenen Unfall aber klarerweise nicht anzu- nehmen. Im hier vorliegenden Fall mit einer niedrigen Geschwindigkeitsveränderung im Umfang von 10 bis 15 km/h müsse sich zwingend ein Kopfanprall ere ignen, um eine Hirnverletzung zu verursachen. Dass eine hirnorganisch bedingte Gedächtnislück e mit einer angenommenen, leichten traumatischen Hirnverletzung ohne Kopfanpral l vereinbar sei, sei unwahrscheinlich. Das Vorliegen einer Amnesie sei isoliert betrachtet ni cht ausschlaggebend für die Beurteilung. Eine hirntraumatische Ätiologie sei mit den ursprüngl ich missinterpretierten, nach dem Unfall progredienten Scherverletzungen deutlich unwahrscheinlic her geworden. Es könne mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass die besch riebenen Veränderungen nicht durch den Unfall bedingt seien. Der Umstand, dass der Zustand der Versicherten nach frappant einmaliger Verschlechterung über Jahre auf gleichem Nive au verweile, sei generell nicht selten der Fall. Zudem müsse angenommen werden, dass sich die S ymptomatik in casu erst mit einer Latenz nach dem Unfall vom 30. Dezember 2013 eingestell t habe, um dann auf einem Niveau zu verharren. 6.3 Im Zentrum der medizinischen Aktenlage steht sodann das von der Beschwerdeführe- rin dem Gericht am 8. Oktober 2018 eingereichte neuro chirurgische Fachgutachten von Prof. Dr. D.____ vom 25. September 2018. Dieses basier t auf denselben Fragestellungen, wie sie im Rahmen der gerichtlichen Nachfrage auch der Kli nik C.____ unterbreitet worden waren. Der Beurteilung von Prof. D.____ ist zu entnehmen, da ss die Suszeptilitätsartefakte an einer typischen Stelle für ein diffuses axonales Schädel-Hirntra uma liegen würden. Der Unfallmecha- nismus in Form eines Beschleunigungstraumas sei typisch für e in solches diffuses axonales Trauma, welches insbesondere ohne Anprall des Kopfe s stattfinden könne. Ebenso würden die geklagten HWS-Beschwerden für ein Trauma nach plötzlicher Beschleunigung bzw. Abbremsen im Sitzen ohne Kopfstütze sprechen. Der Unfallmechanism us, die Beschwerden und der MRI- Befund liessen sich alle dem erlittenen Tram-Unfall un d einem Schädel-Hirn-Trauma zuordnen. Insofern sei es unwahrscheinlich, dass ein vorbestehendes Leiden durch den Unfall symptoma- tisch geworden sei. Die Zuordnung des MRI-Befundes der Explorandin zu einem diffusen axo- nalen Schädel-Hirn-Trauma sei nicht etwa kurzschlussarti g, sondern nach einer differentialdi- agnostischen Abwägung erfolgt. Gegebenenfalls sollte hi er ein neuroradiologisches Zusatzgut- achten erfolgen. Eine posttraumatische Epilepsie könne sich statistisch in 4 bis 53% der Fälle entwickeln, der Fokus sei dabei variabel. Eine Zuordnun g eines Epilepsie-Fokus zu einem Cavernom sei gemäss den vorliegenden Befunden indessen unmöglich. Die bildgebend in den MRI dargestellten Veränderungen müssten überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall bezogen werden. Eine Befundverschlechterung in den MRI zwischen den Jahren 2014 und 2018 sei Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht nachvollziehbar. Bezüglich eines Vergleichs von MRI-A ufnahmen müssten immer das Gerät, unterschiedliche Aufnahmeparameter und die Angulierung der Sequenzen berücksichtigt werden. Auch hier könne allenfalls ein neuroradiolog isches Zusatzgutachten hilfreich sein. Im Zusammenhang mit der Frage, ob die in den Akten umstri ttene Frage einer Amnesie ohne Kopfanprall mit einer leichten traumatischen Hirnschädi gung vereinbar sei, geht aus der Beur- teilung von Prof. D.____ hervor, dass eine Gewaltübertr agung auf den Kopf auch ohne Anprall durch ein Beschleunigungstrauma stattfinden könne, welche s gerade typischerweise zu einem diffusen axonalen Schaden wie im hier zu begutachtende n Fall führen könne. Die Dauer der Amnesie werde sich ex post vorliegend aber nicht mehr klär en lassen und sei nach dem Unfall leider auch nicht erfragt worden. Kognitive Defizite seien für die Lokalisation einer Hirnschädi- gung spezifisch, nicht jedoch dafür, ob die Blutung durc h ein Schädel-Hirn-Trauma oder durch eine Amyloidangiopathie ausgelöst worden sei. Nach ein em Schädel-Hirn-Trauma könne es zu einer Besserung der Defizite kommen; diese könnten abe r auch als Residualzustand verblei- ben. Bei der Amyloidangiopathie oder einer Cavernoma tose würde es sich unter Umständen um weiter fortschreitende Erkrankungen handeln, deren zeitlicher Verlauf extrem variabel sei. Eine Amyloidangiopathie sei aufgrund der Altersvertei lung und der Darstellung im MRI aber unwahrscheinlich. 6.4 Im Zusammenhang mit der im Zentrum stehenden Frag e der Unfallkausalität der bild- gebend erhobenen Befunde hat die Beschwerdeführerin schliesslich am 17. November 2018 ein Kurzgutachten ihres behandelnden Hausarztes Dr. med. E.____, vom 11. November 2018 einreichen lassen, welches dieser zusammen mit Dr. F.___ _, Facharzt für Neurochirurgie, ver- fasst hat. Daraus geht hervor, dass die klinisch-neurologisc he Untersuchung der Patientin wie- derholt unauffällig ausgefallen sei. Eine Progression d er neuropsychologischen Defizite sei seit dem Unfall weder klinisch noch neuropsychologisch ersichtlich. Anamnestisch würden Abwe- senheitszustände und Stürze sowie seit dem Unfall immer wieder Kopfschmerzen und HWS- Beschwerden beklagt. Diese Symptome würden auch die Arb eitsfähigkeit substantiell beein- flussen, welche vor dem Unfall unbeeinträchtigt gewese n sei. Zusammenfassend könne infolge fehlender neuroradiologischer Befunde vor allem auch kl inisch eine Amyloidangiopathie ausge- schlossen werden, insbesondere weil während der Dauer von fünf Jahren keine Progredienz habe gefunden werden können. Das Gutachten von Prof. D.____ sei in sich kohärent und schlüssig, während das Aktengutachten der Klinik C.____ vom 3. August 2018 formal aber auch bezüglich der Argumentationskette nicht genüge. In die sem Zusammenhang sei festzuhalten, dass neuroradiologische Befunde immer im Zusammenhang m it den klinischen Befunden zu erfolgen habe, was im fraglichen Aktengutachten der K linik C.____ aber nicht erfolgt sei. Selbst wenn neuroradiologisch keine traumaassoziierten Verände rungen nachgewiesen worden wä- ren, liesse dies nicht zwangsläufig den Schluss zu, dass kein e solchen Veränderungen vorlä- gen. 7.1 Die zwischen den Parteien strittige Differenz betrif ft zu Recht die Frage, ob bildgeben- de Befunde vorliegen, welche zumindest teilweise auf d as erlittene Unfallereignis zurückzufüh- ren sind. Bejahendenfalls wäre von organisch objektiv ausge wiesenen Unfallfolgen auszuge- hen, und eine Adäquanzprüfung der geklagten Beschwerd en würde sich rechtsprechungsge- mäss erübrigen (oben, Erwägung 5.2). Gestützt auf das ge richtliche Aktengutachten der Klinik Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht C.____ ist ein organisch objektivierter Gesundheitsschaden bei der Beschwerdeführerin jedoch nicht mit der im Sozialversicherungsrecht erforderlichen, überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan. Das zitierte Gerichtsgutachten der Klinik C. ____ erfüllt alle rechtsprechungsgemäs- sen Voraussetzungen an eine taugliche medizinische Beurteil ungsgrundlage. Weder weist es formale noch inhaltliche Mängel auf und ist – wie die s vom Bundesgericht verlangt wird (oben, Erwägung 4.2.1 ff.) – für die streitigen Belange umf assend. Daran ändert nichts, dass das ge- richtliche Aktengutachten auf dem zuvor im Verwaltungsverfahren ergangenen polydisziplinären Gutachten der Klinik C.____ vom 14. Juni 2017 beruht. Bereits jenes Gutachten war in Kenntnis aller relevanten Vorakten abgegeben worden. Es beruhte auf allseitigen und detaillierten Unter- suchungen der Versicherten und berücksichtigte alle von ihr geklagten Beschwerden. Zusam- men mit dem gerichtlichen Aktengutachten vom 3. August 2018 räumt es die gemäss Beschluss des Kantonsgerichts vom 3. Mai 2018 aufgeworfenen Zweife l hinsichtlich einer allfälligen Teil- kausalität der bildgebenden Befunde nunmehr aus. Dabe i leuchtet es in seiner Gesamtheit auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung dieser Befun- de ein. Der gerichtliche Gutachter der Klinik C.____ se tzt sich in seinem Aktengutachten vom 3. August 2018 mit den bei den medizinischen Unterlage n liegenden, teils abweichenden fach- ärztlichen Einschätzungen auseinander. Seine abschliessend e Beurteilung basiert ausserdem auf ergänzenden Bildgebungen neueren Datums. Dabei vermag er durch einen Vergleich dieser MRI-Bilder letztlich schlüssig zu begründen, dass infolge d er Zunahme ursprünglich miss- interpretierter MRI-Auffälligkeiten in Form gehäuft er Suszeptilitäten das Vorliegen traumatisch bedingter Scherverletzungen und damit auch eine Teilkausalität der bildgebenden MRI-Befunde auszuschliessen ist. Hintergrund bildet seine in den übri gen medizinischen Akten im Grundsatz unwidersprochen gebliebene Aussage, dass sich Jahre nach ei nem erlittenen Unfall keine neu- en „shearing injuries“ bilden können. Der gerichtliche G utachter weist zu Recht darauf hin, dass die behandelnde Neurologin diesen Umstand gemäss den vor liegenden medizinischen Akten tatsächlich nicht diskutiert hat. Insoweit ist die Schlussf olgerung des Gerichtsgutachters, wo- nach eine erst nach längerer Latenz erhobene Zunahme der ursprünglich im MRI vom 27. Mai 2014 erhobenen Suszeptilitäten für einen unfallunabh ängigen Hirnprozess spreche, aber schlüssig. Mit der Zunahme solcher Einblutungen liegt nu n jener Befund vor, dessen Ausblei- ben auch die Versicherte in ihrer Einsprache vom 11. O ktober 2017 noch als Argument für eine traumatische Beeinträchtigung vorgebracht hatte (a.a.O., S. 3, oben). Entgegen der von ihr da- zumal vertretenen Auffassung resultiert deshalb, dass die ursprünglich bereits im Mai 2014 bildgebend dokumentierten Auffälligkeiten nicht durch den erlittenen Unfall bedingt sind, son- dern ausschliesslich auf eine vorbestehende Erkrankung – e ntweder in Form einer Amyloidan- giopathie oder einer Cavernomatose – zurückzuführen sind. Durch diese Präzisierung im Zu- sammenhang mit einer allenfalls konkomittierenden Erkr ankung verneint der gerichtliche Gut- achter der Klinik C.____ mithin nachvollziehbar nunmehr auch eine allfällige Teilkausalität der Beschwerden der Versicherten. 7.2 Die Beschwerdeführerin stellt diese Schlussfolgeru ngen unter Hinweis insbesondere des von ihr eingereichten Gutachtens von Prof. D.____ in Frage. Sie wendet ein, die Suszeptili- täten hätten nicht zugenommen, was für das Vorliegen d er Unfallkausalität spreche. Es ist ihr zwar zuzustimmen, dass Prof. D.____ in ihrem neurochiru rgischen Fachgutachten vom 25. September 2018 eine Befundverschlechterung in den MRI-Aufnahmen zwischen den Jah- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren 2014 und 2018 als nicht nachvollziehbar taxiert. Sie begründet diese Auffassung aber nicht, sondern hält in diesem Zusammenhang einzig fest, dass bezü glich eines Vergleichs von MRI- Aufnahmen immer das Gerät, unterschiedliche Aufnahmeparameter und die Angulierung der Sequenzen berücksichtigt werden müssten. Ob diese Vorgaben im vorliegenden Fall eingehal- ten worden sind, ist ihrer Kritik gerade nicht zu entn ehmen. Demgegenüber hält der gerichtliche Gutachter der Klinik C.____ in seinem Aktengutachten fes t, dass die festgestellte Zunahme der umstrittenen Suszeptibilitäten auf einem 1:1-Vergleich beruhen (a.a.O., S. 5 ad II. Zusatzunter- suchungen), und die zu vergleichenden MRI-Bilder mit d emselben Hirnscanner, mit der glei- chen Feldstärke und mittels identischer Methodik aufgenom men worden sind. Damit läuft die Argumentation von Prof. D.____ letztlich ins Leere. Ein eigentlicher Widerspruch, der gegen die Schlussfolgerungen im gerichtlichen Aktengutachten sprec hen würde, kann unter diesen Um- ständen jedenfalls nicht ausgemacht werden. Generell handelt es sich beim Gutachten von Prof. D.____ vom 25. September 2018 um ein Parteigut achten, welchem rechtsprechungsge- mäss generell weniger Beweiskraft zuzuerkennen ist, als ei nem gerichtlichen (Akten-) Gutach- ten (oben, Erwägung 4.2.3). Unbesehen dessen vermag es a ber auch inhaltlich nicht zu über- zeugen. Es weist nicht die genügende Tiefe auf, um er nsthafte Zweifel an der Beurteilung der Klinik C.____ hervorzurufen. Prof. D.____ bejaht die U nfallkausalität im Wesentlichen damit, dass der erlittene Unfallmechanismus für das ohne Kopf anprall erlittene Trauma typisch sei. In diesem Zusammenhang bleiben ihre Ausführungen jedoch vage und setzen sich auch in die- sem Punkt nicht mit den entsprechenden, detaillierten Ü berlegungen im gerichtlichen Aktengut- achten der Klinik C.____ auseinander. Auch der Gerichtsgu tachter schliesst nicht aus, dass sich eine Hirnschädigung theoretisch ohne einen direkten Kopfanprall hätte ereignen können. Während das konkrete Unfallgeschehen im Parteigutachten von Prof. D.____ keine Berücksich- tigung findet, begründet der Gerichtsgutachter der Kli nik C.____ das Fehlen einer Hirnschädi- gung aber damit, dass der erlittene Unfall nachweislich bei einer nur geringen Geschwindig- keitsveränderung stattgefunden hat. Wenn er infolge die ses zutreffenden Umstands zum Schluss gelangt, dass die festgestellten kognitiven Defizite in Form insbesondere von Gedächt- nislücken nur unwahrscheinlich mit einer traumatisch erlitt enen Hirnverletzung zu vereinbaren sind, decken sich seine Überlegungen mit den unfallanal ytischen Daten (Gutachten der Klinik C.____ vom 14. Juni 2017, S. 122). Sie sind deshalb i m Gegensatz zu den in diesem Zusam- menhang nur allgemein gehaltenen Erläuterungen von P rof. D.____ schlüssig und nachvoll- ziehbar begründet. Dass die Auffälligkeiten im MRI End e Mai 2014 ursprünglich durch den Kreisarzt der Beschwerdegegnerin als traumatisch bedingt e Scherverletzungen interpretiert worden waren (Suva-Dok 106), vermag daran nichts zu än dern. Die nunmehr durch den Ge- richtsgutachter für einen Vergleich herangezogenen MR I-Bilder insbesondere vom 7. Juli 2017 haben dazumal noch nicht zur Verfügung gestanden. Mit anderen Worten vermag deshalb auch die weiterführende Kritik von Prof. D.____ nicht zu ü berzeugen, dass die damalige Zuordnung dieser Befunde als traumatisch bedingte Unfallfolge nac h einer sorgfältigen, differential- diagnostischen Abwägung erfolgt sei. Tatsache ist, dass e rst die nunmehr ergänzenden MRI- Bilder insbesondere vom Juli 2017 eine Zunahme hirnorganischer Schäden belegen, welche mit einer derart langen Latenz nach dem Unfall offenbar nur krankheitsbedingt sein können. Ob die erhobenen Befunde dabei auf eine krankhaft vorbestehen de Entwicklung entweder einer Amy- loidangiopathie oder einer Cavernomatose zurückzuführe n sind, kann bei diesem Ergebnis da- hingestellt bleiben. Immerhin ist in diesem Zusammenhan g darauf hinzuweisen, dass sich die Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausführungen von Prof. D.____ und jene des gerichtliche n Gutachters der Klinik C.____ hin- sichtlich einer letztlich nicht zu klärenden krankhaften Ät iologie als kongruent erweisen. Wie Prof. D.____, welche davon spricht, dass der zeitlich Ve rlauf sowohl bei einer Amyloidangiopa- thie als auch bei einer Cavernomatose extrem variabel se i, geht nämlich auch der Gerichtsgut- achter der Klinik C.____ davon aus, dass ein krankhafter Zustand nach frappanter einmaliger Verschlechterung über Jahre hinweg vorerst auf identischem Niveau verharren kann. Daraus lässt sich so oder anders aber nichts über die Wahrscheinlich keit einer traumatischen Genese ableiten. Auch Prof. D.____ vertritt letztlich die M einung, dass aus dem Vorliegen kognitiver Defizite alleine, unter welchen die Versicherte nachwei sbar leidet, weder auf das Vorliegen ei- ner traumatischen noch einer krankhaften Ursache geschlosse n werden kann. Damit liegen keine zwingenden Gründe vor, welche ein Abweichen von den Schlussfolgerungen im gerichtli- chen Aktengutachten der Klinik C.____ rechtfertigen würden. 7.3 Wie bereits ausgeführt (oben, Erwägung 4.2.3), we icht das Gericht bei einem Ge- richtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einsc hätzung der medizinischen Exper- ten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Ger ichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Solche zwingenden Gründe liegen im vorliegenden Fall auch mit Blick auf das Kurzgutachten des Hausarztes der Versicherten vom 11. November 2018 nicht vor. Vorab kann dessen Kriti k, das gerichtliche Aktengutachten erweise sich formal als ungenügend, angesichts der umfangreichen und polydisziplinären Über- legungen der Klinik C.____ klarerweise nicht gefolgt werden. Auch inhaltlich vermag es nicht zu überzeugen. Zum einen scheinen den Dres. E.____ und F._ ___ die für den massgebenden Vergleich bildgebender Befunde vorausgesetzten MRI-Aufnahmen vom Juli 2017 nicht zur Ver- fügung gestanden zu haben; jedenfalls ist ihrem Kurzguta chten hierzu keine Aussage zu ent- nehmen. Andererseits geht ihr Hinweis, wonach neurorad iologische Befunde stets im Zusam- menhang mit den klinischen Erhebungen zu bewerten seien, und selbst beim Fehlen traumaas- soziierter Veränderungen nicht ausgeschlossen werden könne, dass dennoch unfallbedingte Schäden hirnorganischer Natur vorliegen würden, mit Blick auf die hier massgebende Frage, ob organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen vorliegen, letztlich ins Leere. Die Klinik der Ver- sicherten vermag den Beweis objektivierbarer Befunde we der zu erbringen noch zu ersetzen. Zumal gemäss den Ausführungen sowohl der Klinik C.____ als auch von Prof. D.____ aus dem Vorliegen kognitiver Defizite alleine weder auf das Vor liegen einer traumatischen noch einer krankhaften Ursache geschlossen werden kann, ist es mit Blick a uf die eingangs massgebende Fragestellung (oben, Erwägung 7.1) deshalb auch nich t relevant, ob eine Progression der neu- ropsychologischen Defizite seit dem Unfall klinisch ersichtli ch ist. Ebenso wenig vermag dem bereits Gesagten zufolge (oben, Erwägung 7.2 a. E.) d ie Aussage zu überzeugen, dass eine Amyloidangiopathie deshalb ausgeschlossen werden könne, weil während fünf Jahren keine Progredienz habe erhoben werden können. 7.4 Es ist daran zu erinnern, dass es die Natur des Beguta chtungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zulässt, dessen Administrativ- oder Gerichtsgut- achten nur deshalb in Frage zu stellen und zum Anlass we iterer Abklärungen zu nehmen, weil andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (oben, Erwägung 4.2.3). So verhält es sich auch hier: Es liegt in der Natur des Begutachtung sauftrags, die medizinischen Verhält- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht nisse nicht nur zu erheben, sondern in ihrer Gesamtheit erneut und damit allenfalls auch abwei- chend im Vergleich zu den übrigen medizinischen Unterlag en zu bewerten. Der Umstand, dass der Gerichtsgutachter der Klinik C.____ im Vergleich zu Prof. D.____ und zu den Dres. E.____ und F.____ zu einer abweichenden Einschätzung der Unf allkausalität gelangt, ist einer umfas- senden Beurteilung gesundheitlicher Verhältnisse geradezu inhärent. Er stellt für sich allein ge- nommen keinen Grund für die Nichtverwertbarkeit des ge richtlichen Gutachtens dar. Massge- bend ist vielmehr, ob das fragliche Gutachten den rechtsp rechungsgemässen Kriterien zufolge überzeugend ausgefallen ist. Dies ist hier wie soeben dar gelegt der Fall. Die Gutachter der Kli- nik C.____ haben die Versicherte umfassend untersucht und gelangen zum nachvollziehbaren Ergebnis, dass keine bildgebend nachweisbaren Schädigunge n des Gehirns bestehen, welche auf das erlittene Unfallereignis zurückzuführen wären. Di ese Beurteilung steht letztlich auch im Einklang mit neurologischen Akten, welche noch vor den im Mai 2017 erneut getätigten MRI- Aufnahmen ergangen sind. Bereits dem neurologischen Kon silium vom 24. September 2015 kann entnommen werden, dass die erhobenen Einblutungen nicht traumatisch bedingt, sondern unfallfremd sind (Suva-Dok 159). Zusammenfassend liegen demnach keine hinreichend orga- nisch nachweisbaren Schädigungen vor, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das erlit- tene Unfallereignis zurückgeführt werden können. Ein n atürlicher Kausalzusammenhang ist diesbezüglich zu verneinen. 7.5 Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdig ung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und die- ser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf weitere A bklärungen verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Recht- sprechung zulässig (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d , 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinwei- sen). Im vorliegenden Fall bestehen dem Gesagten zufo lge keine Anhaltspunkte für organisch nachweisbare Unfallfolgen, welche die noch geklagten R estbeschwerden der Versicherten er- klären würden. Gestützt auf diese Aktenlage sind von zusä tzlichen Untersuchungen keine zweckdienlichen Ergebnisse mehr zu erwarten. Von ergänzend en Untersuchungen ist deshalb abzusehen (Urteile des Bundesgerichts 8C_321/2010 vom 29 . Juni 2010, E. 4.5; 8C_31/2008 vom 2. Juli 2008, E. 4.2). 8.1 Damit ist zu prüfen, wie es sich mit den von der Ve rsicherten geklagten Beschwerden verhält, die letztlich keinem organischen Substrat zuzuo rdnen sind. Fehlt es am Nachweis or- ganischer Funktionsausfälle, ist die Unfallkausalität g rundsätzlich nach der für Schleudertrau- men der HWS und Schädelhirntraumen ohne nachweisbare Funktionsausfälle geltenden Rechtsprechung zu beurteilen. Massgebliche Grundlage f ür die Beurteilung bilden auch in die- sem Fall die medizinischen Fakten wie die fachärztlichen Erhebungen über Anamnese, objekti- ven Befund, Diagnose, Verletzungsfolgen, unfallfremde Faktoren, Vorzustand usw. Das Vorlie- gen eines Schleudertraumas und seine Folgen müssen som it durch zuverlässige ärztliche An- gaben gesichert sein (BGE 119 V 340 E. 2b/aa). Ärztli chen Berichten, welche in der Frühphase nach dem Unfallereignis erstellt wurden, kommt eine b esondere Bedeutung zu. Spätere, retro- spektive Beschreibungen der Initialsymptome (Beschwerden, die innerhalb von drei Tagen auf- traten) können unzuverlässig sein (vgl. Bericht der Kommissi on "Whiplash-associated Discor- der", Beschwerdebild nach kraniozervikalem Beschleunigung strauma ["whiplash-associated Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht discorder"], in: Schweizerische Ärztezeitung Band 81 [2000 ] S. 2218 ff.). Auch diesbezüglich wäre in der Prüfungsabfolge zunächst die natürliche Ka usalität dieser Beeinträchtigungen zum Unfallereignis zu untersuchen. Zu beachten ist indessen, dass es zulässig ist, die Frage, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis und den geklagten Beschwerden besteht, mit der Begründung offen zu lassen, ein allfäl liger natürlicher Kausalzusammenhang wäre nicht adäquat und damit nicht rechtsgenüglich (BGE 135 V 472 E. 5.1). Die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang kann daher in jenen Fällen offen bleiben, in welchen der für die Bejahung einer Leistungspflicht erforderliche adäquate Kausalzusammenhang ohne- hin verneint werden muss, was auch vorliegend der Fall i st (Urteil des Bundesgerichts 8C_182/2010 vom 2. Juli 2010, E. 3.2; SVR 1995 U 23 S. 68 E. 3c). 8.2 Liegen wie im vorliegenden Fall keine organisch ( hinreichend) nachweisbaren Unfall- folgeschäden vor, hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Dabei ist rechtspre- chungsgemäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirntrauma, des sen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und liegt in der Folge das für diese Verletzung typische bunte Beschwerdebild vor (d iffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw., vgl. BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten (vgl. die nachfolgend e E. 7) Grundsätze zu prüfen. Liegt kein Unfall mit einem Schleudertrauma oder einer adäquanzr echtlich äquivalenten Verletzung vor oder fehlt es nach einer solchen Verletzung an dem hier für typischen bunten Beschwerdebild, so hat die Adäquanzbeurteilung psychischer Folgeschäden d es Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien zu erfolgen . Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit einem Schleudertrauma der HWS oder eine r äquivalenten Verletzung auf eine Dif- ferenzierung zwischen physischen und psychischen Unfallfolgen ve rzichtet wird (BGE 134 V 117 E. 6.2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), währenddessen bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklunge n lediglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheit sschäden sowie deren objektive Fol- gen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 8.3 Unklar ist zunächst, ob es sich bei der anlässlich der ärztlichen Erstkonsultation am 13. Januar 2014 initial diagnostizierten Commotio cere bri überhaupt um eine mit einer HWS- Distorsionsverletzung vergleichbare Gesundheitsschädigung h andelt. Jedenfalls ist eine derar- tige Verletzung und der hierfür typische Verletzungsmecha nismus als fraglich zu bezeichnen. Es ist in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass für den Schluss auf das Vorliegen von entsprechenden Verletzungen rechtsprechungsgemäss hohe An forderungen zu stellen sind (BGE 134 V 109). Fest steht, dass im Bericht der behande lnden Hausärztin vom 27. Januar 2014 (Suva-Dok 15) als Erstbefund ein zervikales Syndrom be idseits, Myogelosen paraverteb- ral lumbal sowie ein Hämatom am Knie festgehalten wor den sind. Zumal auch im Bericht des erstbehandelnden Orthopäden vom 20. Januar 2017 (Suva -Dok 14) lediglich eine Kniekontusi- on erhoben worden ist, lässt sich eine eigentliche Commo tio cerebri aus den Echtzeitakten nur Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerlich ableiten (Gutachten der Klinik C.____ vom 14. Juni 2017, S. 120). Es bestanden offenbar keine Symptome eines postcommotionellen Syndro ms, weil sich die anfängliche Be- handlung auf die orthopädische Behandlung des linken K nies und auf die chiropraktorische Be- handlung von Kreuzschmerzen fokussiert hat (Suva-Dok 14 und 16). Andererseits ist festzustel- len, dass anlässlich der Erstbehandlung durch ihren Chi ropraktor bei der Versicherten initiale Kopf- und Nackenschmerzen sowie ein sofort aufgetretener Schwindel erhoben worden ist (Suva-Dok 16). Wiederum sind innert der rechtsprechungsg emäss massgebenden Latenzzeit keine weiteren Symptome mehr dokumentiert, welche dem so genannten "bunten Beschwerde- bild" entsprechen würden. Damit wäre die Adäquanzbeur teilung nicht nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten Grundsätzen, sondern nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien vorzunehmen. Wie es sich damit im Detail verhält, kann letztlich aber offen bleiben. Wie nachf olgend zu zeigen ist, ist der adäquate Kau- salzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den nach w ie vor geklagten Beschwerden der Versicherten so oder anders zu verneinen (Urteil d es Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_951/2008, E. 3.4.2). 8.4 Im bereits mehrfach erwähnten BGE 134 V 109 ff. hat sich das Bundesgericht ausführ- lich mit der bisherigen Praxis zur Kausalitätsprüfung bei Unfall mit Schleudertrauma, äquivalen- ter Verletzung der HWS oder Schädel-Hirntrauma ohne o rganisch objektiv ausgewiesene Be- schwerden (so genannte Schleudertrauma-Praxis nach BGE 1 17 V 359 ff.) befasst. Dabei hat es entschieden, dass am Erfordernis einer besonderen Adä quanzprüfung bei Unfällen mit sol- chen Verletzungen festzuhalten sei (S. 118 ff. E. 7-9 ). Auch bestehe keine Veranlassung, die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung vo rzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig von der Unfallschwe re gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien in die Adäquanzbeurteilu ng zu ändern (S. 126 f. E. 10.1). Demnach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs i m Einzelfall nach wie vor zu ver- langen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn e r eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für di e Beurteilung dieser Frage ist an das Un- fallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augen fälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unf ällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wi rd. Während der adäquate Kausalzu- sammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne wei teres bejaht und bei leichten Unfäl- len verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäq uanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Diesfalls sind weite- re, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar m it dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubezie- hen (S. 126 f. E. 10.1 mit Hinweisen). 8.5 Ausgangspunkt für die Beurteilung der Unfallschwe re ist somit der augenfällige Ge- schehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (vgl. Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1999 Nr. U 335 S. 207 E. bb), nicht jedoch die Folgen des Unfalles oder die Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zuge- ordnet werden können. Derartigen, dem eigentlichen U nfallgeschehen nicht zuzuordnenden Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Re chnung zu tragen. Dies gilt für die Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzieht, a ber auch für die unter dem Ge- sichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfenden, äusseren Umstände, wie eine all fällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zieht. Dieser Grundsatz gilt sowohl in Bezug auf die Adäquanz beurteilung bei psychischen Fehlent- wicklungen nach Unfall (Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2008 UV Nr. 8 S. 27 E. 5.3.1) als auch bei Anwendung der Schleudertrauma- Praxis (Urteil I. des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008, 8C_536/2007, E. 6.1). 8.6 Die Suva hat das erlittene Unfallereignis in den Erwägungen des angefochtenen Ein- spracheentscheids den Unfällen des mittleren Bereichs an d er Grenze zu den leichten Unfällen zugeordnet. Ihre hierzu ergangenen Erwägungen sind unbestritten geblieben und zutreffend. Es bestehen keine Anhaltspunkte, diese in Zweifel zu ziehen . Darauf kann daher integral verwie- sen werden. Anzufügen bleibt einzig, dass das erlittene U nfallereignis aufgrund des augenfälli- gen Geschehensablaufs im Rahmen der für die Belange de r Adäquanzbeurteilung vorzuneh- menden Katalogisierung eher den leichten Unfällen zuzuordnen wäre. Gemäss der verfügbaren Dokumentation hat die Versicherte beim erlittenen Unfall vom 30. Dezember 2013 keinen Kopf- anprall erlitten (Suva-Dok 16; Suva-Dok 109, S. 5). Ei ne Bewusstseinsstörung oder insbeson- dere eine Gedächtnisstörung ist in den echtzeitlichen Akten nicht dargetan (Suva-Dok 15 ff.). Gegen beim Unfall stark einwirkende Kräfte spricht abe r auch, dass die Versicherte nach dem Unfall in der Lage war, selbständig wieder nach Hause zu gehen, und eine chiropraktorische Erstbehandlung erst mit einer zeitlichen Latenz von knapp zwei Wochen nach dem erlittenen Unfall stattgefunden hat (Suva-Dok 16). Gegen einen mi ttelschweren Unfall spricht ausserdem, dass bildgebend keine strukturellen Schädigungen nachgew iesen werden konnten, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die erlittene Tra mkollision zurückzuführen wären. Dem Gesagten zufolge sind traumatisch bedingte Strukturverän derungen gemäss dem gerichtlichen Aktengutachten der Klinik C.____ vielmehr auszuschliessen. D as damalige Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2008: Bundesge richt, Sozialrechtliche Abteilungen) hat in BGE 115 V 139 E. 6a einen gewöhnlichen Sturz und ein Ausrutschen als Beispiele für ein leichtes Unfallereignis aufgeführt. Leichte Unfälle wur den auch angenommen bei einem Trep- pensturz auf das Gesäss mit initial einem Verdacht auf einen Handgelenksbruch und erst später festgestelltem Steissbeinbruch (Urteil des EVG vom 7. A pril 2005, U 221/04), bei einem Sturz auf einer Eisfläche mit Kopfanprall (Urteil des EVG vo m 25. Februar 2003, U 78/02) sowie bei einem Sturz bei Eisregen mit Schenkelhalsbruch (Urteil d es EVG vom 2. Dezember 2002, U 145/02) sowie bei einem Sturz in der Badewanne, b ei welchem sich die Versicherte an der rechten Schulter verletzt hatte (Urteil des EVG vom 4. August 2003, U 237/02). Vor dem Hinter- grund dieser gefestigten Praxis und aufgrund des Umstan ds, dass die Intensität und mithin die Schwere auch des vorliegend strittigen Unfalls letztlich ni cht über jene banalen Kollisionen hin- ausgehen, wie sie im Alltag leider immer wieder auft reten können (Suva-Dok 109), handelt es sich auch im vorliegenden Fall daher letztlich um einen nur leichten Unfall, bei welchem auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung und unter Ein bezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden muss, dass er nicht geeignet war, einen erheblichen Gesundheits- schaden zu verursachen. Der adäquate Kausalzusammenhang ka nn daher ohne weiteres ver- Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht neint werden. Im Ergebnis ist der angefochtene Einspra cheentscheid demnach nicht zu bean- standen und die Beschwerde ist abzuweisen. 9.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 9.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträg er die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Ma ssnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden h at, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den Ver- sicherungsträgern zu auferlegen. Dies sei, so das Bundesg ericht weiter, mit der zitierten Be- stimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war das Kantonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 3. Mai 2018 zum Ergebnis ge- langt, dass die Aussagen im Gutachten der Klinik C.____ vom 14. Juni 2017 im Zusammen- hang mit einer allfälligen Teilursächlichkeit nicht ge nügen. Da auch die übrigen vorhandenen medizinischen Akten ebenfalls keine abschliessende Beurtei lung des Leistungsanspruchs der Versicherten zugelassen haben, erwies sich eine ergänzende Nachfrage bei der Klinik C.____ für eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruches der Versicherten mithin als uner- lässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von insgesa mt Fr. 2‘600.-- (Rechnung vom 4. Oktober 2018) demnach der Beschwerdegegnerin zu auferlegen. 9.3.1 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat die obsiege nde Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Stellt man vorli egend einzig auf den Prozessausgang ab, so steht der Beschwerdeführerin als unterliegender Partei keine Parteientschädigung zu. Die anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin wiederum kann trotz Obsiegens ebenfalls keine Parteientschädigung beanspruchen, schränkt die genannte Bestimmung den Anspruch auf Er- satz der Parteikosten doch ausdrücklich auf die Beschwerde führende Person ein. Aus dem Gesagten folgt deshalb, dass die ausserordentlichen Kosten des vorliegenden Beschwerdever- fahrens grundsätzlich wettzuschlagen sind, wenn man sie au sschliesslich gestützt auf den Pro- zessausgang verlegt. 9.3.2 Nun gilt es allerdings zu beachten, dass das damali ge EVG in ständiger Rechtspre- chung zum Parteientschädigungsrecht im Rahmen der bundesre chtlichen Vorschriften über die Parteientschädigung im kantonalen Beschwerdeverfahren - w ie etwa die damaligen Bestim- mungen von Art. 108 Abs. 1 lit. g UVG und Art. 85 Abs . 2 lit. f des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Deze mber 1946 - das Verursacher- prinzip anerkannt hat. Danach hat unnötige Kosten zu b ezahlen, wer sie verursacht hat (BGE 125 V 375 E. 2b). Dementsprechend kann keine Parteientschädigung beanspruchen, wer Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht zwar im Prozess obsiegt, sich aber den Vorwurf gefallen l assen muss, er habe es wegen Ver- letzung der Mitwirkungspflicht selber zu verantworten, d ass ein unnötiger Prozess geführt wor- den sei (Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 20 04 ALV Nr. 8 E. 3.1 mit zahlrei- chen Hinweisen). Andererseits kann das Verursacherprinzip aber auch dazu führen, dass die Behörde einer unterliegenden Partei die Parteikosten zu ersetzen hat, wenn sie das Verfahren durch einen Fehler veranlasst oder wenn sie der Beschwerd e führenden Partei - unter damali- ger Optik - zumindest berechtigten Anlass zur Ergreifung des Rechtsmittels gegeben hat (vgl. zum Ganzen: M ARTIN BERNET , Die Parteientschädigung in der schweizerischen Verwaltu ngs- rechtspflege, Zürich 1986, S. 136 ff.). Diese im Rahm en von altArt. 85 Abs. 2 lit. f AHVG sowie altArt. 108 Abs. 1 lit. g UVG entwickelten Grundsätze zu m Anspruch auf Parteientschädigung im kantonalen Beschwerdeverfahren haben unter der Herrsch aft des ATSG weiterhin Geltung und sind demnach für die Auslegung von Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG massgebend (SVR 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1). 9.3.3 Wie vorab geschildert entschied das Kantonsgericht an lässlich seiner ersten Urteilsbe- ratung vom 3. Mai 2018, den Fall auszustellen und zur Klärung des medizinischen Sachverhalts eine gerichtliche Nachfrage bei der Klinik C.____ in Auftrag zu geben. Der entsprechende Be- schluss des Kantonsgerichts macht deutlich, dass die Erhebung der Beschwerde durch die Versicherte insoweit begründet war, als sie darin in zut reffender Weise die vorinstanzliche Ab- klärung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts im Zusammenhang mit einer allfälligen Teilkausalität beanstandet hatte. Dies wiederum zeigt, dass die Versicherte – unter damaliger Optik – ausreichende Veranlassung hatte, den Einsprache entscheid der Beschwerdegegnerin vom 17. November 2017 beim Kantonsgericht anzufechten. V or diesem Hintergrund rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin für die von ihrer Rechtsve rtreterin im Zeitraum ab Zustellung des Einspracheentscheids vom 17. November 2017 bis und m it der Urteilsberatung vom 3. Mai 2018 erbrachten notwendigen Bemühungen eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Für diese Lösung sp richt auch der Umstand, dass die Versicherte in gleicher Weise Anspruch auf eine angemessen e Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin gehabt hätte, wenn das Kantonsg ericht anlässlich seiner Urteilsbera- tung vom 3. Mai 2018 den Fall nicht ausgestellt und ei ne gerichtliche Nachfrage veranlasst, sondern stattdessen den angefochtenen Einspracheentschei d aufgehoben und die Angelegen- heit zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalt s an die Beschwerdegegnerin zu- rückgewiesen hätte (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 9.3.4 Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 9. Januar 2019 für den Zeitraum seit der Zustellung des angefochtenen Einspracheentscheids bis und mit der Urteilsberatung vom 3. Mai 2018 einen Aufwand von insgesamt 19 Stunden und 35 Minuten geltend gemacht. Hiervon entfallen 18 Stunden noch au f das Jahr 2017, eine Stunde und 35 Minuten fällt auf das Jahr 2018. Dieser Aufwand ist zw ar hoch, erscheint jedoch insbesondere in Anbetracht des umfassenden Gutachtens der Klinik C.____ und des damit verbundenen Aufwands noch knapp als angemessen. Keinen Anlass zur Bea nstandung geben die in dieser Periode noch für das Jahr 2017 ausgewiesenen Auslagen im Umfang von Fr. 130.80. Der Be- schwerdeführerin ist deshalb für die von ihrer Rechtsvert reterin im vorliegenden Beschwerde- verfahren bis zur Urteilsberatung vom 3. Mai 2018 erbr achten Bemühungen eine reduzierte Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5‘427.55 (18 S tunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 130.80 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer sowie eine Stunde und 35 Minuten à Fr. 250.-- zuzüg- lich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegne rin zuzusprechen. Die nach der ersten Urteilsberatung vom 3. Mai 2018 angefallenen au sserordentlichen Kosten sind dem Pro- zessausgang entsprechend sodann wettzuschlagen. Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Honorarnote vom 9. Januar 2019 in diesem Zusammenhang insbesondere den Auslagenersatz des von ihr privat eingeholten Gutachtens von Prof. D.____ geltend gemacht hat, ist darauf hin- zuweisen, dass der obsiegenden Beschwerde führenden Partei unter dem Titel der Parteient- schädigung die Kosten eines privat eingeholten Gutachtens nur dann vergütet werden können, wenn ihre Parteiexpertise für die Entscheidfindung unerlässlich war (BGE 115 V 63 E. 5c; Urteil des Bundesgerichts vom 24. April 2007, I 1008/06, E. 3. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz ist für das Verwaltungsverfahren ausdrücklich in A rt. 45 Abs. 1 ATSG festgehalten (UELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015 , Art. 45 Rz. 18). Vorlie- gend ist dem Parteigutachten von Prof. D.____ im Hinb lick auf den Prozessausgang jedoch keine massgebende Bedeutung zugekommen, da es nicht geei gnet ist, Zweifel an der Ein- schätzung der Klinik C.____ hervorzurufen. Da dem Gesagte n zufolge ohnehin nur die bis zur ersten Urteilsberatung angefallenen ausserordentlichen Kosten der Beschwerdeführerin zu ver- legen sind, sind die Voraussetzungen für eine Kostenvergü tung ihrer Parteiexpertise zu Lasten der Beschwerdegegnerin somit nicht gegeben. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für das gerichtliche Aktengutachten der Kl inik C.____ in der Höhe von Fr. 2‘600.-- werden der Suva auferlegt. 4. Die Suva hat der Beschwerdeführerin eine reduzierte Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 5‘428.75 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwert- steuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde am 14. Juni 2019 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils Verfahren-Nr. 8C_419/2019 ) erhoben.