<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.1999.00096</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105748&amp;W10_KEY=13013580&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.1999.00096</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.11.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 18.07.2001 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzungen 1974-1993 (Revision)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Besteuerung von Erbengemeinschaften Die Besteuerung der Erbengemeinschaft als Ganzes bei ungewisser Erbenfolge gemäss § 12 Abs. 2 aStG kann das interkantonale Doppelbesteuerungsverbot verletzen. Dem nun feststehenden Erben wird die Gelegenheit gegeben, eine Überbesteuerung der Erbengemeinschaft darzutun, was die Revision der Einschätzung zur Folge hätte. BGE-Nr. 2P.110/2001 und 2P.285/2000</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN">ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BGE">BGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuerrechtliche GrundsÃ¤tze mit Verfassung ST: DOPPELBESTEUERUNGSVERBOT">DOPPELBESTEUERUNGSVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN">EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERBFOLGE">ERBFOLGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERBPRÃTENDENTEN">ERBPRÃTENDENTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERBSCHAFTSVERWALTER">ERBSCHAFTSVERWALTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERBSCHAFTSVERWALTUNG">ERBSCHAFTSVERWALTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERÃFFNEN">ERÃFFNEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHLASSSCHULDEN">NACHLASSSCHULDEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃJUDIZIEN">PRÃJUDIZIEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Ãbriges ST: REVISION">REVISION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REVISIONSBEGEHREN">REVISIONSBEGEHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REVISIONSGRÃNDE">REVISIONSGRÃNDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SPRUNGRÃCKWEISUNG">SPRUNGRÃCKWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSÃKONOMIE">VERFAHRENSÃKONOMIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZURECHNUNG">ZURECHNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTELLUNG">ZUSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUTEILUNGSNORM">ZUTEILUNGSNORM</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 46 lit. II ABV</span><br/><span class="gerade">§ 12 lit. I aStG</span><br/><span class="ungerade">§ 12 lit. II aStG</span><br/><span class="gerade">§ 108 lit. II aStG</span><br/><span class="ungerade">§ 108 lit. Ib aStG</span><br/><span class="gerade">§ 109 aStG</span><br/><span class="ungerade">§ 153 aStG</span><br/><span class="gerade">§ 153 lit. III aStG</span><br/><span class="ungerade">Art. 18 BdBSt</span><br/><span class="gerade">Art. 127 lit. III BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 DBG</span><br/><span class="gerade">Art. 554 ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. 1963 starb der in K. wohnhaft gewesene L. Ãber dessen Erbfolge entstand ein Rechtsstreit. Dieser wurde erst 1994 durch einen Bundesgerichtsentscheid entschieden. Das Bundesgericht erkannte die drei Kinder der Schwester des Erblassers, nÃ¤mlich M., N. und O., als die alleinigen eingesetzten Erben an. Die beiden letztgenannten Personen hatten indessen ihre AnsprÃ¼che aus der Erbschaft bereits 1966 gegen ein Entgelt an M. abgetreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Bis zur erwÃ¤hnten KlÃ¤rung der Erbfolge hatte der zustÃ¤ndige Einzelrichter Ã¼ber die Erbschaft die amtliche Erbschaftsverwaltung angeordnet. Aufgrund der ungewissen Erbfolge hatte die Steuerrekurskommission mit Rekursentscheid vom 20. Juni 1984 den SteuerkommissÃ¤r angewiesen, die Erbengemeinschaft im Sinn von § 12 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 (aStG) als Ganzes zu besteuern, und zwar erst ab Steuerjahr 1974, weil die frÃ¼heren Steuerjahre verjÃ¤hrt seien. In der Folge hatte der SteuerkommissÃ¤r die Erbengemeinschaft als Ganzes gestÃ¼tzt auf die SteuerklÃ¤rungen des Erbschaftsverwalters fÃ¼r die Steuerjahre 1974 bis 1993 eingeschÃ¤tzt. Die EinschÃ¤tzungen wurden dem Erbschaftsverwalter jeweils durch die Steuerrechnungen erÃ¶ffnet; Einsprachen hiergegen wurden nicht erhoben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1994 wurde die amtliche Liquidation des Nachlasses angeordnet und dieser nach Liquidationsabschluss M. Ã¼bergeben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Anfang 1995 ersuchte der Notar von K. als damaliger Erbschaftsverwalter im Wesentlichen um Aufhebung der erwÃ¤hnten Veranlagungen, weil diese nicht rechtskrÃ¤ftig seien; andernfalls seien sie zu revidieren, da die Besteuerung der Erbschaft als Ganzes bundesrechtswidrig sei. Das kantonale Steueramt wies diese Begehren ab. Die Steuerkommission K., an welche M., N. und O. als Erben von L. einspracheweise gelangt waren, bestÃ¤tigte den angefochtenen Entscheid.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Auf den dagegen gerichteten Rekurs der Erben trat die Steuerrekurskommission mangels Rechtsschutzinteresse nicht ein, soweit das Rechtsmittel N. und O. betraf. Mit Bezug auf M. wies sie den Rekurs ab.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Mit Beschwerde beantragte M. namens aller drei Erben zur Hauptsache die Aufhebung des Rekursentscheids, wobei er zahlreiche Begehren stellte. Ausserdem verlangte er die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Steuerrekurskommission und das kantonale Steueramt schlossen auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) Entscheide der Steuerrekurskommissionen (oder ihrer PrÃ¤sidenten) angefochten werden, soweit diese Ã¼ber Steuern entschieden haben, die im Steuergesetz geregelt sind, d.h. vorab Ã¼ber die Einkommens- und VermÃ¶genssteuer. Dies ist jedoch nicht der Fall bei der Verrechnungssteuer. HierÃ¼ber entscheiden die Rekurskommissionen im Kanton letztinstanzlich; deren Entscheide unterliegen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht, wie auch aus der Rechtsmittelbelehrung des angefochtenen Rekursentscheids hervorgeht. Auf die Beschwerde ist daher mit Bezug auf die Verrechnungssteuer nicht einzutreten. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Steuerrekurskommission hat zutreffend darauf hingewiesen, dass sie hinsichtlich der Kirchensteuer sachlich unzustÃ¤ndig sei (vgl. § 153 aStG). Dementsprechend fehlt es an einem mit Beschwerde anfechtbaren Entscheid, weshalb auch insoweit nicht auf die Beschwerde einzutreten ist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Die Steuerrekurskommission hat dargetan, weshalb N. und O. kein Rechtsschutzinteresse im steuerrechtlichen Sinn zukommt. Ihre ErwÃ¤gungen, denen das Verwaltungsgericht beipflichtet und worauf es verweist (vgl. § 161 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 [GVG]), gelten auch fÃ¼r die Beschwerde. Was in der Beschwerdeschrift dagegen vorgebracht wird, sticht nicht. Auf die Beschwerde ist demzufolge, soweit sie die erwÃ¤hnten Personen betrifft, nicht einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. GemÃ¤ss § 12 Abs. 1 aStG sind Erbengemeinschaften als solche nicht steuerpflichtig; ihr Einkommen und VermÃ¶gen wird den einzelnen Erben oder Bedachten zugerechnet. Ist jedoch die Erbfolge ungewiss, so wird die Erbengemeinschaft nach Abs. 2 dieser Bestimmung als Ganzes nach den fÃ¼r natÃ¼rliche Personen geltenden Bestimmungen besteuert. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Es ist unbestritten, dass die Erbfolge des 1963 verstorbenen L. ungewiss war, da der Kreis der erbberechtigten Personen streitig war (vgl. August Reimann/ Ferdinand Zuppinger/Erwin SchÃ¤rrer, Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 1. Band, Bern 1961, § 12 N. 12). Diese Ungewissheit wurde erst durch den Bundesgerichtsentscheid von 1994 beseitigt. Die Voraussetzungen fÃ¼r die Besteuerung der Erbengemeinschaft als Ganzes fÃ¼r die im Streit liegenden Steuerjahre 1974 bis 1993 waren daher erfÃ¼llt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Wird die Erbengemeinschaft als Ganzes besteuert, weil der Kreis der Erbberechtigten nicht feststeht und somit die von § 12 Abs. 1 aStG gebotene Zurechnung des Nachlasses bzw. bestimmter Nachlassteile an eine oder mehrere hierfÃ¼r objektiv steuerpflichtige Personen nicht mÃ¶glich ist, so kommt nur die Vertretung der Gemeinschaft durch den aus demselben Grund gemÃ¤ss Art. 554 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 ernannten amtlichen Erbschaftsverwalter in Frage. Dies ergibt sich auch aus dem Umstand, dass die Steuerschulden aus der Besteuerung der Erbengemeinschaft als Ganzes nach § 12 Abs. 2 aStG aus dem NachlassvermÃ¶gen zu entrichten sind; sie erweisen sich infolgedessen (ausnahmsweise) als Nachlassschulden. Deshalb wird die Erbengemeinschaft im SteuereinschÃ¤tzungs- und Rechtsmittelverfahren wÃ¤hrend der Dauer der Erbschaftsverwaltung von Gesetzes wegen vom amtlichen Erbschaftsverwalter vertreten (vgl. Martin Zweifel, Die verfahrens- und steuerstrafrechtliche Stellung der Erben bei den Einkommens- und VermÃ¶genssteuern, ASA 64 (1995/96), S. 358). Die ErbprÃ¤tendenten haben diesfalls die Stellung von am Steuerverfahren nicht beteiligten Dritten, denen wesensgemÃ¤ss keine Verfahrensrechte (auf Akteneinsicht, Mitwirkung und AnhÃ¶rung usw.) zukommen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Demnach war die ErÃ¶ffnung der EinschÃ¤tzungen der als Ganzes zu besteuernden Erbengemeinschaft des verstorbenen L. fÃ¼r die Steuerjahre 1974 bis 1993 an den jeweiligen amtlichen Erbschaftsverwalter gÃ¼ltig und erwuchsen die EinschÃ¤tzungen nach unbenutztem Ablauf der Einsprachefrist in Rechtskraft. Es kann insoweit auch auf die zutreffenden einlÃ¤sslichen ErwÃ¤gungen der Steuerrekurskommission verwiesen werden (vgl. § 161 GVG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) Das Begehren um Revision eines rechtskrÃ¤ftigen Entscheids ist vom Steuerpflichtigen innert drei Monaten nach Entdeckung des Revisionsgrunds, spÃ¤testens aber innert zehn Jahren nach Zustellung des Entscheids zu stellen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Gesuch um Revision der rechtskrÃ¤ftigen EinschÃ¤tzungen der Erbengemeinschaft des verstorbenen L. fÃ¼r die Steuerjahre 1973 bis 1993 wurde erstmals Anfang 1995 gestellt. Hinsichtlich der EinschÃ¤tzungen der Steuerjahre 1973 bis 1984 ist folglich das Revisionsbegehren - wie die Steuerrekurskommission zu Recht festgestellt hat - nach Ablauf der gesetzlichen Zehnjahresfrist erfolgt; die Revision daher insoweit nicht mehr zulÃ¤ssig.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Ein rechtskrÃ¤ftiger Entscheid kann laut § 108 aStG auf Antrag des Steuerpflichtigen zu dessen Gunsten revidiert werden, wenn erhebliche Tatsachen oder Beweismittel entdeckt werden (Abs. 1 lit. b ), sofern der Steuerpflichtige das, was er als Revisionsgrund vorbringt, bei der ihm zumutbaren Sorgfalt nicht schon im ordentlichen Verfahren hÃ¤tte geltend machen kÃ¶nnen (Abs. 2).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Tatsache, dass M. (infolge Abtretung der ErbansprÃ¼che seitens N. und O.) alleiniger Erbe im Nachlass des verstorbenen L. ist, erweist sich im Licht von § 108 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 aStG als neu und stellt insofern einen Revisionsgrund dar. Allerdings kann dem Gesetz nicht unmittelbar entnommen werden, welcher Art die Rechtsfolgen mit Bezug auf die rechtskrÃ¤ftigen EinschÃ¤tzungen einer als Ganzes besteuerten Erbengemeinschaft seien. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Besteuerung einer Erbengemeinschaft als Ganzes bildet eine Ausnahme von dem in § 12 Abs. 1 aStG verankerten Grundsatz, wonach NachlassvermÃ¶gen und Ertrag hieraus den einzelnen Erben als VermÃ¶gen bzw. Einkommen zuzurechnen sind. Mit dieser Ausnahme, welche nicht alle kantonalen Steuergesetze kennen und auch dem Recht der direkten Bundessteuer fremd ist (vgl. Art. 10 des Bundesgesetzes Ã¼ber die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990; so schon Art. 18 des Bundesratsbeschlussses Ã¼ber die Erhebung einer direkten Bundessteuer vom 9. Dezember 1940), soll verhindert werden, dass Erbschaften und Erbteile unbesteuert bleiben, wenn sie Ã¼ber eine lÃ¤ngere Zeit dem Einkommen und VermÃ¶gen des Berechtigten nicht zugerechnet werden kÃ¶nnen (JÃ¼rg Baur/ Marianne KlÃ¶ti-Weber/Walter Koch/Bernhard Meier/Urs Ursprung, Kommentar zum Aar-gauer Steuergesetz, Muri-Bern 1991, § 10 N. 8). Ausserdem ist unsicher, ob und inwieweit diese Sonderregelung im interkantonalen VerhÃ¤ltnis vor dem Doppelbesteuerungsverbot von Art. 127 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 bzw. Art. 46 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 standzuhalten vermag (vgl. BGE 118 Ia 41 E. 3 f. S. 43 f.; RB 1997 Nr. 45). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Diesen Bedenken ist dadurch Rechnung zu tragen, dass - ein im Sinn von § 109 aStG rechtzeitig geltend gemachtes Revisionsbegehren vorausgesetzt - dem nunmehr feststehenden Erbberechtigten das Recht eingerÃ¤umt wird, rechtliche und tatsÃ¤chliche Einwendungen gegen die rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzung der Erbengemeinschaft vorzubringen, und die Revisionsinstanz verpflichtet wird, daraufhin von Amtes wegen zu prÃ¼fen, ob die EinschÃ¤tzung den Einwendungen des Erben im Nachhinein standhalte. Die ÃberprÃ¼fung soll dabei im Interesse der Verfahrenswirtschaftlichkeit nicht die Gestalt eines zweiten EinschÃ¤tzungsverfahrens annehmen; der Erbe hat somit die EinschÃ¤tzung wenigstens mit substanzierten GegengrÃ¼nden zu erschÃ¼ttern. Die BehÃ¶rde hat insbesondere im Licht des interkantonalen Doppelbesteuerungsverbots darauf zu achten, dass die zu Ã¼berprÃ¼fende EinschÃ¤tzung nur solches Einkommen und VermÃ¶gen erfasst, das unter BerÃ¼cksichtigung der nun bekannten erbberechtigten Person(en) nach den einschlÃ¤gigen Zuteilungsnormen dem Kanton ZÃ¼rich zur Besteuerung zugewiesen ist. Die EinschÃ¤tzung ist schliesslich nur dann unter Durchbrechung der Rechtskraft zu revidieren, wenn sich herausstellt, dass die Erbengemeinschaft Ã¼berbesteuert wurde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Angesichts des vorliegenden PrÃ¤judizes hat eine solche PrÃ¼fung mit Bezug auf die EinschÃ¤tzungen der Steuerjahre 1985 bis 1993 nicht stattfinden kÃ¶nnen. Dies ist im zweiten Rechtsgang durch das kantonale Steueramt nachzuholen. Gegen dessen Neuentscheid steht erneut der Rechtsmittelweg (Einsprache, Rekurs und Beschwerde) offen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. ...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird hinsichtlich der EinschÃ¤tzungen der Steuerjahre 1985 bis 1993 zur ÃberprÃ¼fung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckgewiesen. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. ...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>