2013/29 Revision/Besetzung des Gerichts 414 BVGE / ATAF / DTAF 29 Auszug aus dem Urteil der Abteilung V i.S. X. gegen Bundesamt für Migration E‒2934/2013 vom 20. Juni 2013 Revisionsverfahren. Verletzung der Vorschriften über die Besetzung des Gerichts. Anwendungsbereich. Art. 121 Bst. a BGG. Art. 111 Bst. e AsylG. 1. Revisionsgrund der Verletzung der Vorschriften über die Be - setzung des Gerichts (Art. 121 Bst. a BGG); Anwendungsbereich. Lehre (E. 4.2) und bundesgerichtliche Rechtsprechung (E. 4.3). 2. Die Wahl eines einzelrichterlichen Verfahrens mit Zustimmung eines Zwei trichters gemäss Art. 111 Bst. e AsylG kann keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 121 Bst. a BGG begründen, da die fragliche Besetzung des Gerichts auf einer materiell -recht- lichen Prüfung – vorliegend über die Frage der offensichtlichen Begründetheit od er Unbegründetheit der Beschwerde – beruht (E. 5.2‒5.3). Procédure de révision. Violation des dispositions concernant la composition du tribunal. Champ d'application. Art. 121 let. a LTF. Art. 111 let. e LAsi. 1. Violation des dispositions concernant la compo sition du tribunal évoquée comme motif de révision (art. 121 let. a LTF); champ d'application. Doctrine (consid. 4.2) et jurisprudence du Tribunal fédéral (consid. 4.3). 2. Le choix d'une procédure à juge unique avec accord d'un second juge conformément à l'a rt. 111 let. e LAsi ne saurait constituer un motif de révision au sens de l'art. 121 let. a LTF, dès lors que la composition litigieuse du tribunal se base sur un examen juri - dique quant au fond – en l'occurrence sur la question de savoir si le recours est manifestement fondé ou infondé (consid. 5.2‒5.3). Procedura di revisione. Violazione delle norme concernenti la com - posizione del tribunale. Campo d'applicazione. Art. 121 lett. a LTF. Art. 111 lett. e LAsi. Revision/Besetzung des Gerichts 2013/29 BVGE / ATAF / DTAF 415 1. Violazione delle norme concernenti la composizione del tribunale come motivo di revisione (art. 121 lett. a LTF); campo d'appli - cazione. Dottrina (consid. 4.2) e giurisprudenza del Tribunale federale (consid. 4.3). 2. La scelta di una procedura a giudice unico con l'approvazione di un secondo giudice giusta l'art. 111 lett. e LAsi, non può costi - tuire motivo di revisione ai sensi dell'art. 121 lett. a LTF, poiché detta scelta dipende da un esame di merito del diritto, segnata - mente al riguardo del la manifesta fondatezza o infondatezza del ricorso (consid. 5.2‒5.3). Der Gesuchsteller reichte im Jahr 2009 ein Asylgesuch in der Schweiz ein, welches abgelehnt wurde. Demgegenüber wurde der Gesuchsteller wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in d er Schweiz vor - läufig aufgenommen. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2011 hob das Bundesamt für Migration (BFM) aufgrund der verbesserten Lage in Sri Lanka die vorläufige Aufnahme des Gesuchstellers auf und ordnete den V ollzug der Weg - weisung an. Die dagegen erhobene Beschwerde des Gesuchstellers beim Bundesverwaltungsgericht wurde mit Urteil vom 6. November 2012 (E‒6329/2011) abgewiesen. Mit Eingabe vom 22. Januar 2013 reichte der Gesuchsteller ein zweites Asylgesuch beim BFM ein und führte aus, es hätten sic h seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 6. November 2012 ein neuer rechts - erheblicher Sachverhalt und damit neue Asylgründe ergeben. Das BFM trat mit Verfügung vom 15. März 2013 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) – auf das zweite Asylgesuch nicht ein und ordnete die Weg - weisung aus der Schweiz sowie den V ollzug an. Zur Begründung seines Entscheids führte es im Wesentlichen an, seit dem 6. November 2012 seien keine Ereignisse eingetreten , die geeignet wären, die Flüchtlings - eigenschaft zu begründen, oder welche für die Gewährung vorübergehen - den Schutzes relevant wären. Das Bundesverwaltungsgericht befand die gegen diese Verfügung erho - bene Beschwerde als offensichtlich unbegründet und wies sie gestützt auf Art. 111 Bst. e AsylG im einzelrichterlichen Verfahren mit Zustimmung eines zweiten Richters mit Urteil vom 18. April 2013 (E‒1935/2013) ab. 2013/29 Revision/Besetzung des Gerichts 416 BVGE / ATAF / DTAF Mit Eingabe vom 23. Mai 2013 reichte der Gesuchsteller ein Revisions - gesuch gegen das Urteil v om 18. April 2013 (E‒1935/2013) beim Bun - desverwaltungsgericht ein. Der Rechtsvertreter führte in seiner Eingabe als Revisionsgrund an, das Bundesverwaltungsgericht habe im Urteil vom 18. April 2013 die Beschwerde des Gesuchstellers zu Unrecht für offensichtlich unbegründet gehalten, weshalb das in Anwendung von Art. 111 Bst. e AsylG gefällte einzelrichterliche Urteil die Bestimmungen über die Gerichtszusammensetzung verletze. Das Urteil des Bundesver - waltungsgerichts vom 18. April 2013 (E‒1935/2013) sei de shalb aufzu - heben und die Beschwerde vom 2. April 2013 in ordentlicher Besetzung mit drei Richtern gemäss Art. 21 Abs. 1 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) zu behandeln. Das Bundesverwaltungsgericht weist das Revisionsgesuch ab. Aus den Erwägungen: 3. 3.1 Das Bundesverwaltungsgericht zieht auf Gesuch hin seine Urteile aus den in Art. 121‒123 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) aufgeführten Gründen in Revision (Art. 45 VGG). Im Revisionsgesuch ist deshalb insbesondere der angerufene Re - visionsgrund anzugeben sowie die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegeh - rens im Sinne von Art. 124 BGG darzutun. 3.2 Der Gesuchsteller hat am vorgängigen ordentlichen Beschwer - deverfahren teilgenommen, ist durch das angefochtene Urte il berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung beziehungsweise Änderung, womit die Legitimation gegeben ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172 021] analog). 3.3 V orliegend wird unter Anrufung von Art. 121 Bst. a BGG gerügt, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. April 2013 (E‒1935/2013) sei zu Unrecht – mit der Begründung, die Beschwerde sei offensichtlich unbegründet – im einzelrichterlichen Verfahren mit Zu - stimmung eines Z weitrichters (Art. 111 Bst. e AsylG) gefällt worden, sondern hätte richtigerweise durch ein Dreierrichtergremium entschieden werden müssen. Auf das im Übrigen frist - und formgerecht eingereichte Revisionsgesuch ist damit einzutreten (vgl. Art. 124 BGG, Art . 47 VGG i.V .m. Art. 67 Abs. 3 VwVG). Revision/Besetzung des Gerichts 2013/29 BVGE / ATAF / DTAF 417 4. 4.1 Gemäss Art. 121 Bst. a BGG kann die Revision verlangt werden, wenn die V orschriften über die Besetzung des Gerichts oder über den Ausstand verletzt worden sind. In den nachfolgenden Erwägungen wird somit der Frage nac hgegangen, ob das V orbringen des Rechtsver - treters in den Anwendungsbereich der besagten revisionsrechtlichen Be - stimmung fällt. 4.2 4.2.1 Im Gesetz wird zwar nicht festgelegt, inwiefern eine Besetzung gesetzeswidrig im Sinne von Art. 121 Bst. a BGG ist und daher z ur Re- vision berechtigt. Gemäss ESCHER (vgl. ELISABETH ESCHER, in: Niggli/ Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesge - richtsgesetz, 2. Aufl., Basel 2011, Art. 121 N. 5) müsse für die Anwen - dung von Art. 121 Bst. a BGG betreffend die Gerichtszusammensetzung eine Verletzung von Verfahrensregeln des BGG vorliegen, auch wenn diese Präzisierung in der revidierten Fassung nicht mehr eigens angeführt wird (vgl. noch Art. 136 Bst. a des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 [OG, BS 3 531]). Als Beispiel wird etwa die Be - setzung des Spruchkörpers mit Gerichtspersonen, die zuvor mit Erfolg abgelehnt wurden oder die gar nicht mehr im Amt seien, angeführt (ESCHER, a.a.O., Art. 121 N. 5; KARL SPÜHLER/ANNETTE DOLGE/ DOMINIK VOCK, Kurzkomm entar zum Bundesgerichtsgesetz [BGG], Zürich/St. Gallen 2006, Art. 121 N. 1); ein weiterer Anwendungsfall wäre gemäss ESCHER die Besetzung des Spruchgremiums in einer ge - setzlich gar nicht vorgesehenen Art und Weise oder die Konstellation, dass mitwirkende Gerichtspersonen sich unzulässigerweise der Stimme enthalten würden (ESCHER, a.a.O., Art. 121 N. 5). VON WERDT nennt als denkbaren Anwendungsfall zudem eine Verletzung der Unvereinbarkeits- vorschriften gemäss Art. 6 und 8 BGG ( NICOLAS VON WERDT, in: Seiler/ von Werdt/Güngerich [Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz [BGG], Bern 2007, Art. 121 N. 12). Hingegen kann gemäss herrschender Lehre eine Besetzung, welche im konkreten Fall auf einer materiell -rechtlichen Beurteilung und nicht auf der Anwendung von Verfahrensr echt beruht, nicht auf dem Wege der Revision infrage gestellt werden. Die Würdigung, ob eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung vorliege (für das Bundesgericht: Art. 20 Abs. 2 BGG), ob eine Praxisänderung oder ein Präjudiz infrage stehe (für das Bun desgericht: Art . 23 BGG) beziehungsweise ob die V oraus - setzungen des vereinfachten Verfahrens erfüllt seien (für das Bundes -2013/29 Revision/Besetzung des Gerichts 418 BVGE / ATAF / DTAF gericht: Art. 108 f. BGG), wirke sich zwar auf die Besetzung des Spruch - körpers aus, stelle aber eine materiell -rechtliche Beurteilung dar. Deren Korrektheit könne nicht auf dem Weg der Revision überprüft werden (ESCHER, a.a.O., Art. 121 N. 5). Auch SPÜHLER/DOLGE/VOCK folgen die- ser Auffassung und halten klar fest, dass die Verletzung von V orschriften, welche festlegen, wann i n Einer-, Dreier - oder Fünferbesetzung zu ent - scheiden ist, keinen Revisionsgrund darstelle (vgl. SPÜHLER/DOLGE/ VOCK, a.a.O., Art. 121 N. 1). Ähnlich äussert sich FERRARI zu dieser Thematik (vgl. PIERRE FERRARI, in: Corboz et al. [Hrsg.], Commentaire de la LTF, Bern 2009, Art. 121 N. 7). 4.2.2 Entgegen der vorgenannten Einhelligkeit vertritt VON WERDT die Meinung, die revisionsweise Rüge der unrichtigen Besetzung gelte auch für Art. 20 Abs. 2 und 3 BGG, wonach für bestimmte Geschäfte anstelle der Dreierbesetzung in Fünferbesetzung zu tagen sei; keinen Anwendungsfall für eine Revision gemäss Art. 121 Bst. a BGG stelle hingegen eine allfällige Verletzung von Art. 23 Abs. 1 BGG dar; nähere Erläuterungen zur gemachten Unterscheidung fehlen (vgl. VON WERDT, a.a.O., Art. 121 N. 12); DONZALLAZ äussert sich in seinen Ausführungen zu Art. 121 Bst. a BGG nicht über die Besetzung des Gerichts, sondern befasst sich ausschliesslich mit Aspekten des Ausstandsrechts (vgl. YVES DONZALLAZ, Loi sur le Tribunal fédéral, Commentaire, Bern 2008, Art. 121 N. 4653 ff.). 4.3 4.3.1 Entscheide des Bundesgerichts zur vorliegenden Rechtsfrage wurden bisher zwar selten gefällt, indessen lässt sich im Allgemeinen eine einheitliche Rechtsprechung feststellen. So hielt das Bundesgericht in seinem Urteil 4F_2/2013 vom 8. März 2013 fest, die Besetzung mit einem Einzelrichter oder einer Einzelrich - terin im vereinfachten Verfahren sei gesetzlich (nämlich in Art. 108 BGG) vorgesehen, weshalb kein Revisionsgrund im Sinne von Art. 121 Bst. a BGG vorliege (vgl. e benso die Urteile des Bundesgerichts 5F_10/2012 vom 25. März 2013 E. 4.1 sowie 4F_7/2012 vom 22. Juni 2012, in denen ebenfalls festgestellt wird, mit dem Ergehen eines Ent - scheids im vereinfachten Verfahren seien die V orschriften über die Besetzung des Gerichts eingehalten worden und ein Revisionsgrund liege nicht vor). 4.3.2 In einem weiteren Entscheid 4F_7/2010 vom 29. Juni 2010 (E. 6) führte das Bundesgericht zur geltend gemachten Fehlbesetzung des Revision/Besetzung des Gerichts 2013/29 BVGE / ATAF / DTAF 419 Gerichts (indem zu Unrecht nicht eine Rechtsfrage von grundsä tzlicher Bedeutung anerkannt und nur mit drei anstatt mit fünf Richtern entschie - den worden sei) ebenso aus, die richtige Besetzung gemäss Art. 20 BGG könne nicht auf dem Wege einer Revision gerügt werden, wenn sie auf einer materiell-rechtlichen Beurteilung und nicht auf der Anwendung von Verfahrensrecht beruhe; die Beurteilung der Frage, ob eine in Fünfer - besetzung zu entscheidende Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung vorliege, beschlage eine solche materiell-rechtliche Beurteilung. Auch im Bundesger ichtsurteil 6F_16/2009 vom 22. September 2009 (E. 1.2) wurde festgehalten, die Konkretisierung des unbestimmten Rechtsbegriffs « Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung » im Sinne von Art. 20 Abs. 2 BGG obliege dem Bundesgericht; es lasse sich aus dieser Bestimmung kein individueller Rechtsanspruch der Parteien auf eine bestimmte Besetzung ableiten. Erneut wurde klar festgehalten, der Entscheid über die Besetzung beruhe auf einer materiell -rechtlichen Be- urteilung und nicht auf der Anwendung von Verfahrensrecht. Diese recht- liche Würdigung könne im Revisionsverfahren nicht infrage gestellt werden. 4.3.3 Scheinbar abweichend von der vorstehenden Rechtsprechung präsentiert sich ein älteres Bundesgerichtsurteil 2F_17/2007 vom 22. November 2007 (E. 3.4), wonach dem Revisionsgesuchsteller bezüg- lich derselben Rechtsfrage vorgehalten wurde, er habe nicht dargelegt, weshalb die Einschätzung über die offensichtliche Unbegründetheit der Beschwerde hätte unzutreffend sein sollen, und solches sei auch nicht ersichtlich; es seien demnach offenkundig keine V orschriften über die Besetzung des Gerichts im Sinne des Revisionsgrundes von Art. 121 Bst. a BGG verletzt worden. Diese Argumentation lässt zumindest im - plizit die Anfechtbarkeit einer materiell-rechtlichen Würdigung eines Be- schwerdeurteils mittels Art. 121 Bst. a BGG zu und würde somit der vor - stehend zitierten allgemeinen Bundesgerichtspraxis und der herrschenden Lehre entgegenstehen. Das Bundesverwaltungsgericht kann der entspre - chenden Begründung nicht folgen und teilt damit diese Mindermeinung nicht. Angesichts des vergleichsweise weit zurückliegenden Urteilsda - tums (22. November 2007) und der nur nebensächlichen, kurzen und zu wenig prägnanten Würdigung des hier interessierenden Aspekts erweist sich dieses Urteil für das vorliegende Verfahren als unerheblich. 5. 5.1 V orliegend wurde die Beschwerde im ordentlichen Verfahren mit Urteil vom 18. April 2013 (E‒1935/2013) als offensichtlich unbe -2013/29 Revision/Besetzung des Gerichts 420 BVGE / ATAF / DTAF gründet eingestuft. Diese Beurteilung ficht der Gesuchsteller im Rahmen dieser Revision gemäss Art. 121 Bst. a BGG an. Er macht geltend, offensichtlich unbegründet sei eine Beschwerde nur dann, wenn sie keinerlei Erfolgschance habe, was eine klare Sach - und Rechtslage beziehungsweise eine ständige Gerichtspraxis voraussetze. Schon beim Bestehen nur geringer Zweifel dürfe eine Beschwerde nicht als offensichtlich unbegründet bezeichnet werden. Die Beschwerde vom 2. April 2013 habe nicht als offensichtlich un be- gründet gelten können, nachdem betreffend die Gefährdung tamilischer Rückkehrer nach Sri Lanka von einer klaren Sach - und Rechtslage nicht die Rede sein könne und auch ein aktuelles Grundsatzurteil des Gerichts hierzu nicht vorliege; auch die Fülle der eingereichten Dokumente spre - che gegen eine offensichtliche Unbegründetheit der Beschwerde. Zum andern habe auch die beschwerdeweise vorgetragene Rüge, es sei zu Un - recht auf eine erneute persönliche Anhörung des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen im zweiten Asylverfahren verzichtet worden, nicht als offensichtlich unbegründet gelten können. 5.2 Die Frage der Begründetheit einer Beschwerde erfordert in je - dem Fall eine materiell -rechtliche Prüfung. Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ge gen asyl - und wegweisungsrechtliche Verfügungen des BFM richtet sich das Verfahren nach dem VwVG, so - fern nicht das VGG und das AsylG etwas anderes bestimmen (vgl. Art. 37 VGG, Art. 6 AsylG). Das Gericht entscheidet in der Besetzung mit drei Richtern (Art. 21 VGG), sofern nicht gemäss den Regeln von Art. 25 VGG eine Fünferbesetzung angeordnet worden ist. Über « offen- sichtlich begründete » und « offensichtlich unbegründete » Beschwerden wird vom Einzelrichter mit Zustimmung eines zweiten Richters ent - schieden (Art. 111 Bst. e AsylG). In den vorstehenden Erwägungen konnte festgestellt werden, dass die herrschende Meinung – sowohl in der Lehre als auch in der Praxis des Bundesgerichts – die revisionsweise Überprüfung der Besetzung des Spruchkörpers im Beschwerdeverfahren verneint, wenn d iese auf einer materiell-rechtlichen V orprüfung zur Bestimmung der Gerichtsbesetzung beruht. Das Bundesverwaltungsgericht schliesst sich dieser Auffassung an. Die Frage der (offensichtlichen) Begründetheit oder Unbegründetheit einer Beschwerde, welche vorliegend Auswirkungen auf die Ausgestaltung der Revision/Besetzung des Gerichts 2013/29 BVGE / ATAF / DTAF 421 Gerichtsbesetzung nach sich zieht, erweist sich als revisionsrechtlich nicht anfechtbar. Im vorliegenden Fall erfolgte die Besetzung des Gerichts im ordentlichen Beschwerdeverfahren im Einklang mit den verfah rensrechtlichen Be - stimmungen, namentlich in Anwendung von Art. 111 Bst. e AsylG, wo - mit die Durchführung eines einzelrichterlichen Verfahrens auf dem Weg der Revision nicht Gegenstand der Überprüfung werden kann. Im Weiteren ist festzustellen, dass die au sführliche Darlegung, inwiefern die Beschwerde vom 2. April 2013 nicht offensichtlich unbegründet gewesen sei (…), revisionsrechtlich unerheblich ist, da die Frage über die Begründetheit eine materiell -rechtliche Beurteilung erfordert und diese Begründung ‒ wie vorstehend aufgezeigt – nicht auf dem Wege einer Revision anfechtbar ist. Denn hierbei wird alleine die Sachverhaltswürdi - gung durch das Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 18. April 2013 (E‒1935/2013) gerügt; dies läuft im Ergebnis darauf hinaus, eine neuer- liche rechtliche Würdigung eines bereits rechtskräftig festgestellten Sachverhalts zu erwirken, wofür im Rahmen eines Revisionsverfahrens kein Raum besteht. Daran vermag auch das Argument des Gesuchstel - lers, die Bejahung der offensichtlichen U nbegründetheit einer Beschwer - de setze eine klare Sach - und Rechtslage beziehungsweise eine ständige Rechtspraxis voraus, welche vorliegend nicht gegeben sei, nichts zu ändern. Denn auch die Frage einer klaren Sach - und Rechtslage lässt sich wiederum nur a uf dem Wege einer materiellen Prüfung beantworten, womit sich auch diese Darlegung als revisionsrechtlich unzugänglich erweist. 5.3 Nach den vorstehenden Erwägungen gelangt das Bundesver - waltungsgericht zum Schluss, dass der geltend gemachte Revisionsgrund aus den oben erläuterten Gründen nicht dem Anwendungsbereich von Art. 121 Bst. a BGG zuzuordnen ist und damit unbegründet ist. 6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine revisionsrechtlich relevanten Gründe dargetan sind. Das Gesuch um Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. April 2013 (E‒1935/2013) ist demzufolge abzuweisen.