Postulat Gysin 592 17 mars 1989 Die Tierseuchenbekämpfung wird immer mehr von den Aus- senhandelsbeziehungen abhängig, für deren Politik der Bund zuständig ist. Daher muss der Bund sich vermehrt darum bemühen, die einheitliche und wirksame Bekämp- fung von Tierseuchen zu sichern. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 27. Februar 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 27 février 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen, beabsichtigt allerdings nicht, die Wiedereinführung von Bundesbeiträgen zu beantragen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.757 Postulat Ott Medien-Wirkungsforschung Recherches sur l'impact des médias Wortlaut des Postulates vom 5. Oktober 1988 Angesichts der zunehmenden Verkommerzialisierung des Fernsehens (Satellitenprogramme usw.) und der damit ver- bundenen Gefahren einer kulturellen Nivellierung, welche schwerwiegende kulturelle und auch politische Folgen haben kann, wird der Bundesrat eingeladen, zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten, in welcher Weise in der Schweiz die Medien-Wirkungsforschung (im Unterschied zur bereits hinlänglich betriebenen Medien-Nutzungsfor- schung) vermehrt gefördert und sinnvoll koordiniert werden kann. Texte du postulat du 5 octobre 1988 Au vu de la commercialisation croissante de la télévision (programmes transmis par satellite, etc.) qui peut entraîner un fâcheux nivellement sur le plan culturel et politique, je prie le Conseil fédéral d'examiner, dans un rapport, la ques- tion de l'opportunité d'une étude qui permettrait de détermi- ner comment la Suisse pourrait mieux promouvoir et coor- donner les recherches sur l'impact des médias (par opposi- tion aux nombreuses études d'audience qui sont effectuées dans notre pays). Mitunterzeichner - Cosignataires: Auer, Bär, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Biel, Borei, Braun- schweig, Brügger, Bundi, Carobbio, Columberg, David, Die- ner, Dietrich, Dünki, Fankhauser, Grendelmeier, Hafner Ursula, Jeanprêtre, Ledergerber, Leuenberger-Solothurn, Maeder, Matthey, Nabholz, Portmann, Reimann Fritz, Stap- pung, Stocker, Ulrich, Widmer, Zbinden Hans, Züger, Zwy-, gart (34) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Unter Medien-Nutzungsforschung (insbesondere auf dem Gebiet des Fernsehens) verstehen wir das rein statistische Erforschen (mit Hilfe von Einschaltquoten), wie bestimmte Arten von Sendungen beim Publikum «ankommen» bzw. von wievielen sie überhaupt beachtet und «konsumiert» werden. Diese Art von Forschung ist rein quantitativ und ist hauptsächlich interessant vom Gesichtspunkt der Medien- Werbung bzw. zur Erhebung eines durchschnittlichen Publi- kumsgeschmacks. Unter Medien-Wirkungsforschung dagegen versteht man eine mehr qualitativ orientierte und in die Tiefe gehende Erforschung der längerfristigen Wirkungen im Bewusstsein und im Verhalten bestimmter Gruppen des Medienpubli- kums, die durch bestimmte Arten von Sendungen ausgelöst werden. Will man in Zukunft eine bewusste Medienpolitik betreiben - welche angesichts des wachsenden Einflusses der Massen- medien, insbesondere der Télévision, auf das Bewusstsein eine Kulturpolitik und eine Staatspolitik sein wird -, wird es notwendig sein, vermehrt Ergebnisse einer wirklichen Medien-Wirkungsforschung zur Verfügung zu haben. Die Medien-Wirkungsforschung, die in unserem Land bisher erst verstreut und in Ansätzen betrieben wird, bedürfte dazu vermehrter Förderung und Koordination. Ich verweise dies- bezüglich insbesondere auf die Forschungen und Mei- nungsäusserungen des Schweizer Soziologen Prof. Dr. Pe- ter Atteslander. In welcher Weise solche Förderung und Koordination der Medien-Wirkungsforschung zweckdienlich zu erfolgen hätte, bedürfte einer besondern Ueberprüfung. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 13. Februar 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 13 février 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.795 Postulat Gysin Wohnungsmarkt und Wohnungsbau Marché locatif Wortlaut des Postulates vom 7. Oktober 1988 Die amtlich publizierten Leerwohnungsziffern geben ver- mutlich nur einen Bruchteil der effektiv leerstehenden Woh- nungen an. Der Vergleich zwischen der umfassenden Woh- nungszählung (Volkszählung) und den alljährlichen Anga- ben drängt diesen Schluss auf. Eine bessere jährliche Erfas- sung ist geboten. Obwohl die heutigen Leerwohnungsziffern unzulänglich sind, kann festgestellt werden, dass das Angebot neuer Wohnungen rückläufig ist, wogegen die Nachfrage nicht abgenommen hat. Mit Dirigismus ist der Situation nicht beizukommen. Mehr Wohnungsbau ist nötig. Erwünscht sind hiezu eine ausreichende Erschliessung von Bauland und eine bodensparende Bauverdichtung. Der Bundesrat wird eingeladen, in Verbindung mit den Kan- tonen 1. zur Kontrolle der bisherigen Erhebungs-Methode in aus- gewählten Siedlungen eine periodische Stichprobe-Ermitt- lung der leerstehenden Wohnungen in Aussicht zu nehmen; 2. auf eine ausreichende Erschliessung von Bauland hinzu- wirken; 3. konkrete Wege für bodensparende Bauverdichtung auf- zuzeigen. Texte du postulat du 7 octobre 1988 Les chiffres officiels concernant le nombre de logements vides sont sans doute en-dessous de la réalité. C'est du moins ce qui ressort de la comparaison entre le recense- ment général des logements (recensement de la population) et les données annuelles. La fiabilité de ces dernières doit, en l'occurrence, être améliorée. Même si les chiffres actuels sur les logements inhabités sont incomplets, on constate que l'offre de nouveaux logements est en recul, alors que la demande, elle, ne diminue pas. Or, le dirigisme n'apporte aucune solution au problème. Ce qu'il faut, c'est construire davantage. Pour cela, il y aurait lieu, d'une part, de veiller à ce que la surface des terrains à bâtir soit suffisante et, d'autre part, de favoriser une utilisation plus rationnelle de ces terrains, en encourageant l'habitat groupé.17. März 1989 N 593 Postulat Eppenberger Susi Le Conseil fédéral est invité, en collaboration avec les can- tons: 1. à vérifier périodiquement les méthodes de recensement des logements vides utilisées jusqu'à ce jour, sur la base d'échantillonnages; 2. à veiller à ce que la surface des terrains à bâtir soit suffisante; 3. à trouver des solutions concrètes qui permettraient de construire, tout en économisant le terrain. Mitunterzeichner- Cosignataires: Aliesch, Blocher, Burck- hardt, Cavadini, Cincera, Frey Walter, Früh, Giger, Hänggi, Mühlemann, Reimann Maximilian, Schule, Zwingli (13) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 30. Januar 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 30 janvier 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.797 Postulat Leutenegger Oberholzer Umweltfreundliches, ungebleichtes Papier Papier recyclé Wortlaut des Postulates vom 7. Oktober 1988 Der Bundesrat wird eingeladen, die geeigneten Schritte einzuleiten, damit die Produktion von chlorgebleichtem auf das umweltfreundliche, ungebleichte Papier umgestellt wird. Ziel muss es dabei sein, Chlor aus allen Produkten zu entfernen, die wir im, Alltag benutzen. Texte du postulat du 7 octobre 1988 Le Conseil fédéral est invité à prendre les mesures appro- priées pour que la production du papier blanchi au chlore soit remplacée par celle de papier écru «écologique». Ces mesures devront contribuer à éliminer le chlore des produits que nous utilisons-quotidiennement. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Danuser, Fetz, Haf- ner Ursula, Herczog, Meier-Glattfelden, Rechsteiner, Schmid, Stocker, Thür, Ulrich, Weder-Basel (12) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Blütenweisses Papier stellt eine ernsthafte Belastung für unsere Umwelt dar, denn zur Bleichung von Papier werden grosse Mengen Chlor gebraucht. Emissionen während des Bleichprozesses (v.a. organische Chlorverbindungen), stark chlorhaltige Abwässer und bei der Abfallverbrennung entstehende Chlorverbindungen und Spuren von Dioxinen sind der Preis für diesen Luxus. Problematisch ist dabei vor allem die Quantität, die an gebleichtem Papier anfällt: rie- sige Mengen an Toilettenpapier, Kaffeefiltern, Windeln, Bin- den, Briefpapier, Verpackungsmaterial usw. werden tagtäg- lich in den Haushaltungen verbraucht. Die Umstellung auf ungebleichte Papiermasse ist möglich und hat sich auch mancherorts schon bewährt. In Schwe- den zum Beispiel werden grosse Anstrengungen in dieser Richtung unternommen. Bereits dieses Jahr sollen die Her- steller von Wegwerfwindeln zum Beispiel ihre gesamte Pro- duktion auf ungebleichte Papiermasse umgestellt haben. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 22. Februar 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 22 février 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.818 Postulat Eppenberger Susi Altersgrenze bei den Ausgleichszahlungen in der Landwirtschaft Paiements compensatoires dans l'agriculture. Age limite Wortlaut des Postulates vom 1. Dezember 1988 Die Landwirtschaft erhält heute, insbesondere im Berg- und Hügelgebiet, verschiedene Ausgleichszahlungen in der Form von Kosten beitragen je GVE, Bewirtschaftungsbeiträ- gen je ha, Sömmerungsbeiträgen, Ausmerzbeiträgen je Tier und Betriebsbeiträgen. Diese machen einen beträchtlichen Teil des bäuerlichen Einkommens aus. Die Beiträge werden dem Bewirtschafter ausgerichtet, unabhängig vom Alter desselben. Dies hat den Nachteil, dass die Hofübergabe dadurch oft ungebührlich hinausgezogen wird, zum Nach- teil der nachfolgenden jüngeren Generation. Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob es nicht sinn- voll und zweckmässig wäre, bei den erwähnten Ausgleichs- zahlungen eine Altersgrenze einzuführen. Texte du postulat du 1er décembre 1988 Les agriculteurs reçoivent actuellement, surtout dans les régions de montagne et de collines, divers paiements com- pensatoires sous forme de contributions aux-frais par UGB, de contributions à l'exploitation agricole du sol par ha, de contributions d'estivage, de contributions à l'élimination du bétail par animal et de contributions à l'exploitation en général. Les sommes en question, qui constituent une part impor- tante du revenu des paysans, sont versées aux exploitants indépendamment de leur âge. Il en résulte un gros inconvé- nient: la reprise de l'exploitation se fait souvent attendre très longtemps, au détriment de la jeune génération. Le Conseil fédéral est invité à examiner s'il ne serait pas judicieux de fixer un âge limite en ce qui concerne les paiements susmentionnés. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bremi, Bühler, Cincera, Engler, Fischer-Seengen, Früh, Kühne, Rutishauser, Schni- der, Tschuppert, Wanner, Zwingli (12) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 30. Januar 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 30 janvier 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - TransmisSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Gysin Wohnungsmarkt und Wohnungsbau Postulat Gysin Marché locatif In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 88.795 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 17.03.1989 - 08:00 Date Data Seite 592-593 Page Pagina Ref. No 20 017 270 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. 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