Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 5. April 2016 (460 15 205) ____________________________________________________________________ Strafrecht Gewerbsmässiger Betrug Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.) , Richterin Susanne Afheldt, Richterin Helena Hess, Richter Mar kus Mattle; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabtei- lung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde gegen A.____ , vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger, Freie Strasse 82, Post- fach, 4010 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand gewerbsmässiger Betrug Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-L andschaft vom 2. Juli 2015 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Das Strafgericht Basel-Landschaft entschied mit Ur teil vom 2. Juli 2015 unter anderem Folgendes: "1. a) A.____ wird des gewerbsmässigen Betrugs schuldig erklärt und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren, unter Anrechnung der am 15. Januar 2013 erfolgten v orläufigen Festnahme von 1 Tag, in Anwendung von Art. 146 Abs. 2 StGB, Art. 40 StGB sowie Art. 51 StGB. 2. Die beschlagnahmten 19 Fotografien und drei Behandl ungspläne sowie zwei Notizzettel werden nach Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme ge- stützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO A.____ zurückgegeben. A.____ erhält eine Frist von drei Monaten ab Mittei lung der Rechtskraft des vor- liegenden Urteils, um die beschlagnahmten Gegenstän de nach telefonischer Vorankündigung beim Strafgericht abzuholen, ansonst en diese in den Akten verbleiben. 3. a) A.____ wird dazu verurteilt, der B.____ Fr. 53‘453.-- zu bezahlen. b) A.____ wird dazu verurteilt, der C.____ Fr. 41‘354.-- zu bezahlen. c) A.____ wird dazu verurteilt, der Pensionskasse D.__ __ Fr. 147‘934.-- zu bezah- len. 4. a) A.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten, be- stehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 39‘675.70, den Expertisekos- ten des gerichtlichen Verfahrens von Fr. 2‘310.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 8‘000.--. b) Die Kosten des amtlichen Verteidigers Dr. A. Hediger in Höhe von Honorar bis Ende 2013: 10.68 Std. à Fr. 180. -- Fr. 1‘922.40 Honorar ab 2014: 20.93 Std. à Fr. 200. -- Fr. 4‘186.00 Urteilseröffnung / Nachbereitung: 2.5 Std. à 200. -- Fr. 500.00 Auslagen Fr. 272.50 8% MwSt. auf Fr. 6‘880.90 Fr. 550.45 Total Fr. 7‘431.35 werden unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von A.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet." Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen des vorliegenden Entscheids eingegangen. B. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertr eten durch Advokat Dr. Alex Hedi- ger, mit Eingabe vom 6. Juli 2015 die Berufung an. Mit Berufungserklärung vom 21. September 2015 stellte er folgende Anträge: "1. Es sei das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 2. Juli 2015 vollumfäng- lich aufzuheben und der Berufungskläger von Schuld und Strafe kostenlos freizu- sprechen. 2. Es seien die Zivilforderungen der B.____, der C.___ _ sowie der Pensionskasse D.____ abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. 3. Es sei dem Berufungskläger für die o/e-Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens die amtliche Verteidigung zu bewilligen." C. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft ihrerseits liess mit Schreiben vom 12. Oktober 2015 mitteilen, dass sie auf die Erhebung einer Anschlussberufung verzichte und keinen Antrag auf Nichteintreten stelle. Mit Berufungsantwort vom 23. Dezember 2015 beantragte die Staatsanwaltschaft, die Berufung sei abzuweisen und das Urteil des Strafgerichts Bas el-Landschaft vom 2. Juli 2015 vollumfäng- lich zu bestätigen. D. Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügung en des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Strafrecht, betrifft, so wurde mit Verfügung vom 20. Oktober 2015 festge- stellt, dass seitens der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerschaft weder Berufung noch An- schlussberufung erhoben worden ist. Mit gleicher Verfügung wurde dem Beschuldigten die amt- liche Verteidigung mit Advokat Dr. Alex Hediger für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt. Mit Verfügung vom 19. Februar 2016 wurde angeordnet , dass ohne Gegenbericht des Beschul- digten bis zum 3. März 2016 auf den Beizug eines Do lmetschers vor den Schranken des Beru- fungsgerichts verzichtet wird. Mit Eingabe vom 2. M ärz 2016 teilte der Beschuldigte der straf- rechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts mit, er s ei damit einverstanden, auf die Anwesenheit eines Dolmetschers zu verzichten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen I. Formelles Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgesch lossen worden ist. Es können Rechtsver- letzungen, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemes- senheit gerügt werden, wobei das Berufungsgericht d as Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinsta nzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Er- öffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzum elden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklä- rung einzureichen. Jede Partei, die ein rechtlich g eschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ist zur Berufung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts Basel- Landschaft vom 2. Juli 2015 angefochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt gemäss Art . 398 Abs. 1 StPO darstellt. Die Beru- fungsanmeldung erfolgte innerhalb von 10 Tagen seit Urteilseröffnung beim Strafgericht und mit Berufungserklärung vom 21. September 2015 wurde die Rechtsmittelfrist von 20 Tagen ge- wahrt. Die Zuständigkeit der Fünferkammer der Abteilung St rafrecht des Kantonsgerichts zur Beurtei- lung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit § 15 Abs. 1 lit. b des kantonalen Einführungsgesetzes vo m 12. März 2009 zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO; SGS 250). Die Berufun g des Beschuldigten erfüllt somit sämt- liche Formalien, weshalb auf diese einzutreten ist. II. Materielles 1. Allgemeines Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 8 2 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des i n Frage stehenden Sachverhalts auf die Be- gründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dies er beipflichten. Hingegen ist auf neue tat- sächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzu gehen, die erst im Rechtsmittelverfahren vorgetragen werden (D ANIELA BRÜSCHWEILER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 82 N 9). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Berufungsgegenstand Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungs gericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. In casu liegt einzig ein e Berufung des Beschuldigten vor; die Staatsanwaltschaft und die Privatkläger haben weder Berufung noch Anschlussberufung erho- ben. Mit der vorliegenden Berufung wird geltend gem acht, der Sachverhalt sei teilweise unzu- treffend festgestellt worden. Bestritten wird namen tlich das Vorliegen einer arglistigen Täu- schung sowie des subjektiven Tatbestandes des Betru gs. Sollte das Kantonsgericht das ange- fochtene Urteil im Strafpunkt bestätigen, so wendet sich der Beschuldigte zudem gegen die Strafzumessung der Vorderrichter. 3. Gewerbsmässiger Betrug a) Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betr ugs unter anderem schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu b ereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführ t und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen and eren am Vermögen schädigt. Der Tatbe- stand erfordert eine arglistige Täuschung. Arglist ist nach der Rechtsprechung gegeben, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Ein Lügengebäude liegt vor, wenn mehrere L ügen derart raffiniert aufeinander abge- stimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeu gen, dass sich selbst eine kritische Person täuschen lässt. Als besondere Machenschaften gelten Erfindungen und Vorkehren sowie das Ausnützen von Begebenheiten, die allein oder gestützt auf Lügen oder Kniffe geeignet sind, den Betroffenen irrezuführen. Darüber hinaus wird Argli st auch bei einfachen falschen Angaben be- jaht, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit bes onderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, und wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Um- ständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung de r Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (zum Ganz en BGE 135 IV 76, E. 5.2 mit Hinwei- sen). Arglist scheidet hingegen aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei ist di e Lage und Schutzbedürftigkeit des Be- troffenen im Einzelfall entscheidend. Auch unter de m Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert der Tatbestand indes nicht, dass das Täus chungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehren trifft . Arglist ist lediglich zu verneinen, wenn die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet wurden. Entsprechend entfällt der straf- rechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit de s Getäuschten, sondern nur bei eigentlicher Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalte n des Täters völlig in den Hintergrund treten lässt (BGE 135 IV 76, E. 5.2 mit Hinweisen; BGE 126 IV 165, E. 2.e; ausdrücklich zustimmend GUNTHER ARZT , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 146 N 68). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Bundesgericht hat in Fällen von Simulation oder Aggravation von Beschwerden, mit wel- chen der Versicherungsnehmer mitunter in Form einer eigentlichen Inszenierung die ärztlichen Untersucher und mittelbar auch die (Sozial-) Versic herung täuscht, die Voraussetzung der Arg- list wiederholt bejaht (vgl. BGer 6S.379/2004 vom 2 9. November 2004, E. 2; 6B_531/2012 vom 23. April 2013, E. 3.4 und 6B_1029/2013 vom 24. Feb ruar 2014, E. 2.4). Es hat insbesondere darauf hingewiesen, dass ein medizinischer Gutachte r für die Diagnosenstellung auf die Schil- derungen des Exploranden angewiesen ist, wenn die Ü berprüfung nicht möglich oder jedenfalls mit einem unzumutbaren Aufwand verbunden ist, obsch on kein eigentliches Vertrauensverhält- nis zwischen Gutachter und Explorand besteht (vgl. BGer 4B_46/2010 vom 19. April 2010, E.4.3 und 6B_531/2012 vom 23. April 2013, E. 3.4). Gerade wenn die geschilderten Beschwer- den nicht mit technischen Methoden überprüfbar sind , müssen sich die untersuchenden Ärzte auf die subjektiven Angaben des Exploranden verlass en (vgl. BGer 6B_636/2011 vom 25. Juni 2012, E. 4.6). Selbst wenn die involvierten Ärzte g ewisse Unstimmigkeiten bemerken, können die Sozialversicherungen die gesundheitlichen Beschwerden nicht ohne weiteres verneinen und eine Täuschung annehmen (vgl. BGer 6B_636/2011 vom 25. Juni 2012, E. 4.6). b) Die Verteidigung wendet sich gegen die von der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung des Sachverhalts und macht geltend, das T atbestandsmerkmal der Arglist sei vor- liegend nicht gegeben. Sie stellt sich hierbei – wi e bereits vor der ersten Instanz – auf den Standpunkt, die behandelnden und untersuchenden Ärz te sowie auch indirekt die Sozialversi- cherungen müssten sich entgegenhalten lassen, allzu leichtgläubig und ohne das gebotene Mindestmass an Vorsicht getäuscht worden zu sein. G rundlage für die erstmalige Zusprache einer Invalidenrente sei das psychiatrische Gutacht en von Dr. med. E.____ vom 11. April 2005 gewesen. Aus heutiger Sicht müsse festgestellt werd en, dass dieses Gutachten derart ober- flächlich erscheine, dass retrospektiv nicht nachvo llzogen werden könne, wie die Sozialversi- cherungsanstalt Basel-Landschaft (fortan: SVA) einz ig und allein aufgrund dieses Gutachtens eine ganze lV-Rente habe zusprechen können. Die SVA (bzw. die F.____ [heute Pensionskas- se der D.____], die C.____ sowie die B.____) hätten es leichtfertig versäumt, Widersprüchen nachzugehen und zumutbare Behandlungen anzuordnen. c) Vorbemerkung c) Eingangs ist festzustellen, dass sich die Vorin stanz mit den im Berufungsverfahren erneut vorgebrachten Einwendungen des amtlichen Verteidige rs hinsichtlich des Tatbestandsmerk- mals der arglistigen Täuschung bereits detailliert auseinandergesetzt und diese allesamt mit überzeugenden Argumenten verworfen hat. Um Wiederho lungen zu vermeiden, kann deshalb zunächst in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf d ie Ausführungen des vorinstanzlichen Urteils verwiesen werden (vgl. S. 12 ff.). Die nach folgenden Erwägungen verstehen sich als teilweise ergänzend und sollen die wesentlichen Punkte noch einmal hervorheben. d) Täuschung d) Was die Täuschung an sich betrifft, so gibt der Berufungskläger an, diese zu bestreiten, ohne dies jedoch in der Folge in seinen Rechtsschri ften oder anlässlich der kantonsgerichtli- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Hauptverhandlung auch nur ansatzweise näher au szuführen. In der Sache bestreitet der Berufungskläger offensichtlich nicht mehr, dass ein e Täuschung vorgelegen hat, führt er doch über drei Seiten zum Thema Arglist aus, weshalb die Ärzte, Gutachter und Versicherer ohne Weiteres hätten feststellen müssen, dass er nicht unter den von ihm vorgegebenen Krankheiten und psychischen Beschwerden gelitten hat. Bezüglich der Angaben des Beschuldigten hinsichtlic h seines Gesundheitszustandes vom 21. Dezember 2004 bis zum 24. März 2011 kann zunäch st auf die ausführliche Darlegung der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urteil der Vorins tanz, S. 20 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Beschuldigte führte ein regelrechtes Doppelleben, indem er gegenüber Versicherungen und bei sämtlichen ärztlichen Untersuchungen im Sinne eines strategisch ausgeklügelten Konstrukts seit dem Jahr 2004 konstant vorgab, schwerkrank, gä nzlich pflegebedürftig und in hohem Mas- se depressiv zu sein. Er spielte diesen Personen nu r schwer nachprüfbare Beschwerden vor und präsentierte sich über Jahre hinweg als gesundheitlich äusserst angeschlagene Person, die dauernd unter massivsten Schmerzen und Beeinträchti gungen litt und nicht einmal in der Lage war, die alltäglichsten Verrichtungen vorzunehmen. e) Diese Darstellungen des Beschuldigten stehen off ensichtlich im krassen Gegensatz zu den Ergebnissen der Observation (act. 877 ff.) sowie ei ner Vielzahl von sichergestellten Bild- und Videoaufnahmen (act. 539 ff.; 999 ff.; 2789 ff.), d ie den Beschuldigten im privaten Rahmen, wenn er sich unbeobachtet fühlte, von einer ganz anderen Seite zeigen. Für die Zeitphase von August 2004 bis Februar 2005 konnten diverse Bilder von Ferienreisen des Beschuldigten nach Bosnien beschlagnahmt werden , auf welchen der Beschuldigte la- chend, fröhlich und ausgelassen zu sehen ist, im grösseren Kreise Feste feiert und seinen rech- ten Arm ohne irgendwelche Einschränkungen aktiv ein setzt. Er treibt Sport, unternimmt ver- schiedenste Ausflüge und ist oft mit Freunden in Gr uppen unterwegs. Vom selben Tag, als der Beschuldigte vom Gemeindespital Riehen zurück in die Klinik Sonnhalde in Riehen verlegt wur- de und sich dort als schwer depressiven Pflegefall präsentierte, ist ein Foto aktenkundig, wel- ches den angeblich unter Schwindel leidenden Beschuldigten auf der Achterbahn "Poseidon" im Europapark Rust zeigt. Das Datum des 28. Mai 2005 i st direkt im Souvenirfoto eingetragen. Augenscheinlich hat der Beschuldigte den Verlegungs tag für einen Ausflug genutzt, was in höchstem Masse als dreist bezeichnet werden muss. I n den Sommerferien 2006 ist der Be- schuldigte auf den sichergestellten Aufnahmen in Bo snien zu sehen, wie er unbeschwerte Ba- deferien verbringt und wiederum zahlreiche Feste fe iert, Sport treibt, ausgelassen tanzt und diverse Ausflüge unternimmt. Im April 2007 reiste d er Beschuldigte mit seiner Familie nach Pa- ris und bestieg bei dieser Gelegenheit den Eifeltur m, wobei er sich hierbei augenscheinlich oh- ne irgendwelche Probleme unter ihm unbekannten Menschen bewegte. Im Sommer 2007 sowie im Dezember 2007 verbrachte der Beschuldigte wieder um Ferien in Bosnien, wobei auffällt, dass er (teilweise auch seine Ehefrau) – als angebl ich hochgradig kriegstraumatisierter Mensch – einen militärischen Tarnanzug trägt und mit seine m Schwiegervater gemeinsam auf die Jagd Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht geht. Im April 2008 unternahm der Beschuldigte mit seiner Familie eine längere Ferienreise nach Ägypten. Dokumentiert sind unter anderem diver se Aktivitäten des Beschuldigten am Strand, im Paddelboot, das einhändige Steuern eines Wüstenbuggys mit seinem rechten Arm, ein Kamelritt, ein Aufenthalt in einem Wüstenzelt i m Kreise der Reisegruppe sowie Ausflüge zu den Pyramiden, zu Moscheen und in die Wüste. Nachde m der Beschuldigte im Sommer 2008 abermals Ferien in Bosnien verbrachte, besuchte er im Rahmen einer Städtereise Mailand und bereits über den Jahreswechsel 2008/2009 begab er sich erneut nach Bosnien. Im Februar und März 2009 ist der Beschuldigte beim Skifahren im Ge birge zu sehen und in der Folge weilte er in den Sommerferien 2009 wiederum in Bosnien, wobei die beschlagnahmten Fotos den Be- schuldigten unter anderem beim Tennisspielen mit dem angeblich eingeschränkten rechten Arm sowie bei Dachdeckerarbeiten zeigen. Vom August 201 0 ist unter anderem ein Video auf der Fahrt in den Süden mit Gotthardstau aktenkundig, in dem der Beschuldigte völlig entspannt zu sehen ist und nie seinen Tic in Form von ruckartige n Bewegungen des Kopfes zeigt. Im Jahr 2011 verbrachte der Beschuldigte zunächst im Januar Ferien in Bosnien, um danach während den Sommerferien Dubai zu besuchen, wobei er dort u nter anderem Beachvolleyball spielt, freihändig auf einem Kamel reitet, paddelt und beim Shopping sowie diversen Ausflügen zu sehen ist. Darüber hinaus begab er sich am 28. Febr uar 2012 als Zuschauer in ein vollbesetz- tes Fussballstadion, um dem Freundschaftsspiel Bras ilien gegen Bosnien-Herzegowina in St. Gallen beizuwohnen. Die Sommerferien 2012 verbr achte der Beschuldigte aufs Neue in Bosnien, wobei er sich auch hier auf den Bildern gesund, aktiv und unternehmungslustig zeigte. Auf Aufnahmen vom 2. Januar 2013 schliesslich ist d er Beschuldigte beim Bowling spielen zu sehen, wobei er hierbei Anlauf nimmt und die Kugel kraftvoll und mit Belastung mit seinem an- geblich eingeschränkten rechten Arm stösst. Zusammenfassend ist aus den sichergestellten Bild- und Videoaufnahmen eine geradezu un- geheure Anzahl an Aktivitäten des Beschuldigten dok umentiert, welche im evidenten Wider- spruch zu den von ihm vorgetäuschten Beschwerden st ehen. Dies betrifft sowohl die körperli- chen Aspekte – auf den Aufnahmen sind über weite St recken keinerlei physische Einschrän- kungen des Beschuldigten zu sehen – als auch das vo n ihm beschriebene allgemeine Desinte- resse, am sozialen Leben teilzuhaben. Mithin ist au fgrund objektiver Tatsachen eindeutig be- legt, dass der Beschuldigte Ärzte, Gutachter und da mit auch die Versicherer über Jahre mit erheblicher Unverfrorenheit über seinen Gesundheits zustand geradezu eklatant getäuscht hat. Der Einwand, er habe für alle diese umfangreich dok umentierten Aktivitäten jeweils bloss zum Schein posiert, erscheint in Anbetracht der Masse d er vorhandenen Fotos und Videos zum Vornherein als offensichtlich unbehelfliche Schutzb ehauptung, zumal dies bezüglich einzelner Fotos auch klar widerlegt werden konnte. So machte der Beschuldigte beispielsweise in der Einvernahme vom 17. Dezember 2013 geltend, er sei n ur in das betreffende Paddelboot ge- stiegen, um mit seiner Tochter ein Foto zu machen ( act. 3369). Demgegenüber wurde bei der Vergrösserung des betreffenden Bildes eindeutig erk ennbar, dass sich der Beschuldigte allein mit seiner Tochter auf dem offenen Meer befand, relativ weit vom Ufer entfernt (act. 3441). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die letzte Klarheit über die täuschenden Machenschaften des Beschuldigten ergibt sich aus den Einschätzungen von Dr. med. G.____, welcher in seinem forensisch-psychiatrischen Gutachten, bei der Staatsanwaltschaft am 8. August 2013 eingeg angen, sowie als Sachverständiger vor den Schranken des Strafgerichts nachvollziehbar und schlüssig konstatiert, dass spätestens seit dem Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung der Suva vom 13. Juli 2004 wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit des Beschuldigten anzunehmen sei (vgl. act. 3761). Ab die- sem Zeitpunkt sei demnach aufgrund des strategische n Vorgehens des Beschuldigten aus fo- rensisch-psychiatrischer Sicht von einer bewussten Aggravation und Simulation auszugehen bzw. ab 2004 bis 2005 würden die Diskrepanzen derar t eindeutig, dass mehr als "nur" eine Ag- gravation angenommen werden müsse (vgl. act. 3757). Mithin würden sich zahlreiche Hinweise für eine Simulation bestimmter gar nicht vorhandene r Symptome ergeben sowie bewusste Ag- gravationen in einzelnen Bereichen vorliegen (act. 221). Der Beschuldigte betrieb demzufolge ein eigentliche s System der Täuschung und simulierte hierbei gekonnt ein diffuses, sich laufend ausweite ndes sowie nur schwer fassbares Beschwer- debild multipler Natur, indem er gegenüber Ärzten, Gutachtern und Behörden, sowohl mündlich als auch in den von ihm unterschriebenen Formularen unterschriftlich, falsche Angaben machte und eine Kraftlosigkeit im rechten Arm, vielfache u nd schwerwiegende Schmerzen, mannigfalti- ge Beschwerden sowie eine schwere Depression vorspi elte. Zur Glaubhaftmachung seiner in Tat und Wahrheit lediglich vorgespielten Leiden setze der Beschuldigte nicht nur Schilderungen ein, sondern passte auch geschickt die Mimik und Ge stik entsprechend an und entwickelte so- gar einen eigentlichen Tic in Form von ruckartigen Bewegungen des Kopfes (vgl. act. 2021 f.). Ganz subtil verwies er zudem, seine Herkunft aus Bo snien ausnutzend, auf traumatische Kriegserlebnisse, über die er nicht jedoch sprechen könne. Schliesslich spannte er auch regel- mässig seine Ehefrau in seine täuschenden Szenarien ein, die ihn häufig zu verschiedenen Visiten begleitete und den diversen Ärzten Auskünft e erteilte, welche das Bild eines schwer- kranken Mannes untermauerten. e) Arglist? f) Bei dem vom Beschuldigten vorgezeigten Beschwer debild, welches sich auf körperlich nicht nachweisbare, heftige Schmerzen und Beeinträc htigungen stützte, waren die Ärzte und Gutachter notgedrungen weitgehend auf dessen subjek tive Aussagen angewiesen. Obschon Dr. med. E.____ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 11. April 2005 das Verhalten des Beschuldigten als "etwas demonstrativ und leidend" erschien (vgl. act. 2023), konnte er bei der ihm zur Verfügung stehenden Datenlage und ohne die Möglichkeit, die dargestellten Beschwer- den objektivieren zu lassen bzw. anhand objektivierbarer Befunde allenfalls zu widerlegen, nicht von einer Aggravation oder Simulation ausgehen. lm Falle des Berufungsklägers wurde die SVA erst misstrauisch, als im Rahmen zweier anderer Strafuntersuchungen wegen lV-Betrugs in der gleichen Familie am selben Wohnort festgeste llt wurde, dass der Beschuldigte ähnliche Symptome vorgibt wie die anderen Familienmitglieder (vgl. act. 1665). Im Rahmen der in der Folge angeordneten Observation des Beschuldigten (v gl. act. 883 ff.) wurde der Simulations- verdacht gegenüber ihm klar bestätigt. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erst aufgrund der Resultate der Observation änderte sich die Beurteilungssituation der invol- vierten Gutachter und Ärzte entscheidend, da ihnen dadurch erstmals objektive Beweise über die wirkliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Berufungsklägers vorlagen. Im psychiatrischen Gutachten vom 11. April 2005 konstatierte Dr. med. E.____, der Beschuldig- te sei durch diffuse Schmerzsymptomatik seines rech ten Armes in der Arbeitsfähigkeit stark beeinträchtigt. Zudem bestünden chronische Kopf- un d Rückenschmerzen, welche den Be- schuldigten in seiner Arbeitsfähigkeit ebenfalls be einträchtigten. Der Beschuldigte sei gänzlich motivations- und lustlos geworden und nicht mehr fü r eine Arbeit zu gewinnen. Ebenso habe er sich im privaten Umfeld völlig zurückgezogen und se i auch dort depressiv geworden. Dr. med. E.____ diagnostizierte dem Beschuldigten ein chronifiziertes Schmerzsyndrom am rechten Arm sowie eine depressive Episode leichten bis mittlere n Grades mit Tendenz zur Chronifizierung und Somatisierung (act. 2025). In diesem Zusammenha ng gilt es zu beachten, dass im Zeit- punkt der Begutachtung vom 11. April 2005 bereits e ine breite Palette an Arztberichten und Fachmeinungen hinsichtlich der (vorgetäuschten) ges undheitlichen Probleme des Beschuldig- ten über eine Zeitspanne von über 2 Jahren vorlagen. Zu erwähnen sind in diesem Zusammen- hang insbesondere der Abschlussbericht der Physioth erapie H.____ vom 13. Februar 2003 (act. 1787 ff.) sowie die Berichte des Neurologen Dr. med. I.____ vom 31. März 2004 (act. 1777 ff.), von Dr. med. K.____, L.____, vom 9. Mai 2003 (act. 1745 ff.) sowie von der Neurologin Dr. med. M.____ vom 17. November 2003. Die SVA setzte sich in der Folge durchaus kritisch mit dem erwähnten Gutachten vom 11. April 2005 auseinander (vgl. hierzu act. 2035) und richtete in der Folge einen ganzen Katalog an Zu- satzfragen an Dr. med. E.____. Dieser kam in seinem ergänzenden Gutachten vom 21. Juni 2005 nunmehr zum Schluss, das Ausmass der depressiv en Episode müsse ernster einge- schätzt werden und diagnostizierte diese – in Abänd erung seines Gutachtens vom 11. April 2005 – als mittelgradig (act. 2055). Die Ergänzung der Begutachtung fiel just in den Zeitraum (vom 13. Mai 2005 bis zum 23. Mai 2005 sowie vom 28 . Mai 2005 bis zum 16. Juni 2005), in dem der Beschuldigte in der M.____ in Riehen hospit alisiert war. Seine verschärfte Diagnose stützte Dr. med. E.____ im Wesentlichen auf die bei der M.____ in Riehen eingeholten Berich- te. Die für den Beschuldigten zuständige Assistenzä rztin schilderte ihm, dass der Aktionsradius des Beschuldigten völlig eingeschränkt sei. Er sei einerseits extrem auf seine Schmerzen fixiert, anderseits sei er niedergeschlagen, verzweifelt und überfordert. Der Beschuldigte zeige das ganze Bild einer depressiven Entwicklung. Der psych iatrische sowie der somatische Zustand scheine chronifiziert zu sein, und die Prognose erscheine als düster (act. 2055). Der Beschuldigte gab während seines Klinikaufenthaltes in strategisch geplanter und täuschen- der Art und Weise vor, in einem derart schlechten p sychischen Gesundheitszustand zu sein, dass er schliesslich als nicht therapiefähig beurte ilt wurde. Durch seine zahlreichen Machen- schaften und schauspielerischen Fähigkeiten gelang es ihm, die für ihn zuständigen Fachper- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht sonen über seinen tatsächlichen Gesundheitszustand vollends zu täuschen. In Anbetracht der systematischen und raffinierten Vorgehensweise des Beschuldigten kann bei dieser Ausgangs- lage klarerweise nicht von einem leichtfertigen Ver halten des Gutachters die Rede sein. Dem- zufolge kann zweifellos nicht gesagt werden, die SV A (respektive die B.____, die C.____ oder die Pensionskasse D.____) hätten bei der Rentengewä hrung die erforderliche Aufmerksamkeit vermissen lassen. Diese haben vielmehr auf zahlreic he vorangehende ärztliche Berichte sowie ein Gutachten abgestellt, auf deren Korrektheit sie sich verlassen durften. Schon gar nicht kann vor diesem Hintergrund in casu angenommen werden, d ie Sozialversicherer hätten mit einer eigentlichen Leichtfertigkeit, welche das betrügeri sche Verhalten des Beschuldigten völlig in den Hintergrund treten lässt, gehandelt. Dies gilt umso mehr für den Hausarzt des Beschuldig ten, welcher in einem besonderen Ver- trauensverhältnis zu diesem stand und dessen wesentliche Aufgabe es ist, seinem Patienten zu helfen und seine Beschwerden ernst zu nehmen. Zudem hat sich der Hausarzt keineswegs nur auf die mündlichen Aussagen des Berufungsklägers ge stützt, sondern ihn jeweils an Spezialis- ten verwiesen. Ausgehend vom erstellten Sachverhalt gemäss Anklageschrift steht fest, dass der Beschuldigte systematisch über Jahre hinweg ein qualifiziert täu schendes Verhalten an den Tag legte, mit dem er die involvierten, geschädigten Versicherunge n jeweils bewusst in die Irre führte. Durch dieses berechnende und äusserst dreiste Vorgehen ha t er ein ganzes Lügengebäude errichtet und sich zudem besonderer Machenschaften und Kniffe bedient. Wie dargelegt wurde, ist in casu eine besondere Leichtfertigkeit der Geschädigt en klarerweise zu verneinen, weswegen das Handeln des Beschuldigten als arglistige Täuschung zu qualifizieren ist. f) übrige Tb Merkmale g) Hinsichtlich der übrigen Tatbestandsmerkmale de s Betrugs, namentlich des Irrtums, der Vermögensdisposition und des Vermögensschadens, welche vom Beschuldigten im Berufungs- verfahren nicht thematisiert worden sind, kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorder- richter verwiesen werden (vgl. Urteil der Vorinstan z, S. 38 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Demnach liegt der objektive Tatbestand vor. g) STB h) In subjektiver Hinsicht setzt der Betrug Vorsat z und die Absicht ungerechtfertigter Berei- cherung voraus. Der Vertreter des Beschuldigten ste llt sich im Berufungsverfahren auf den Standpunkt, auch wenn sein Gesundheitszustand objek tiv betrachtet vielleicht tatsächlich bes- ser gewesen sei, wie von den Sozialversicherungen u nd den Ärzten angenommen, so sei der Beschuldigte subjektiv von seiner Krankheit und der damit verbundenen Arbeitsunfähigkeit dennoch überzeugt gewesen. Diese Argumentation verf ängt bereits deshalb nicht, weil die Er- gebnisse der Observation sowie der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten deutlich aufgezeigt haben, dass dieser keineswegs an den vorgespielten Depressionen litt und seinen angeblich kraftlosen rechten Arm uneingeschränkt einsetzen ko nnte. Zudem widerspricht diese Argumen- tation des Berufungsklägers augenscheinlich seinem Vorbringen, die Ärzte und Gutachter hät- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten seine täuschenden Handlungen ohne weiteres erke nnen können. Wäre der Beschuldigte tatsächlich von seinen von ihm behaupteten schweren Leiden überzeugt gewesen, hätte er zweifellos die in den Akten umfangreich dokumentier ten Aktivitäten wie Ferienreisen nach Ägypten, Dubai, Paris, Bosnien und Ausflüge zum Jag en oder zum Skifahren (vgl. vorstehend II.3.d) niemals vorgenommen. Bezüglich des subjekti ven Tatbestandes kann somit kein ernst- hafter Zweifel daran bestehen, dass der Beschuldigt e vorsätzlich handelte und es ihm gerade darauf ankam, sich mit seinem Verhalten unrechtmässig zu bereichern. Es ist demnach erstellt, dass der Beschuldigte beab sichtigte, mittels der von ihm vorgetäusch- ten Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und psychis chen Beschwerden die untersuchen- den Ärzte und die Sozialversicherungen zu täuschen, um Sozialversicherungsleistungen zu erlangen, zu deren Bezug er nicht berechtigt war. D araus ergibt sich ein Vorsatz in Bezug auf alle objektiven Tatbestandsmerkmale sowie eine Absi cht zur unrechtmässigen Bereicherung. Der subjektive Tatbestand ist somit ebenfalls erfüllt. i) Ein Betrug gilt als gewerbsmässig im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB, wenn ein berufs- mässiges Vorgehen vorliegt. Der Täter handelt beruf smässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische Tätigkeit aufwe ndet, aus der Häufigkeit der Einzelakte inner- halb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den anges trebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eine s Berufes ausübt. Der Täter muss sich darauf eingerichtet haben, durch deliktische Handlungen Ei nkünfte zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seines Leben sunterhalts darstellen. Es ist erforderlich, dass er die Tat bereits mehrfach begangen hat, dass er in der Absicht handelte, ein Erwerbs- einkommen zu erlangen, und dass aufgrund seiner Tat en darauf geschlossen werden muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den entsprechenden Straftatbestand fallenden Taten bereit ge- wesen (vgl. S TEFAN T RECHSEL /D EAN CRAMERI , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskom- mentar, 2. Aufl. 2013, Art. 146 N 34; BGer 6B_383/2013 vom 9. September 2013, E. 3.3). Vorliegend bezog der Beschuldigte von 2004 bis 2013 über Jahre betrügerisch Versicherungs- leistungen in der Höhe von über CHF 400'000. ‒, wobei er während dieser Zeit keiner weiteren Erwerbstätigkeit mehr nachging. Mithin übte der Bes chuldigte somit seine deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufes aus, da er seinen Lebensunterhalt aus den ihm ausgerichteten Leis- tungen bestritt und unter anderem damit seine zahlreichen Ferienreisen finanzierte. Die qualifizierenden Elemente sind damit gegeben. D as gewerbsmässige Handeln des Ange- klagten umfasst nicht nur die vollendeten, sondern auch die versuchten Taten (BGE 123 IV 113, 117, E. 2d). j) Zusammenfassend ist demnach der vorinstanzliche Schuldspruch wegen gewerbsmäs- sigen Betrugs zu bestätigen und die Berufung des Beschuldigten in diesem Punkt abzuweisen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Strafzumessung a) Ferner wendet sich der Beschuldigte gegen die v orinstanzliche Strafzumessung, wobei er geltend macht, die vom Strafgericht ausgesproche ne Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren sei of- fensichtlich zu hoch. Die behandelnden und untersuc henden Ärzte und damit auch die Sozial- versicherungen hätten im vorliegenden Fall durchaus die Möglichkeit gehabt, allfällige Unstim- migkeiten festzustellen und ihre Leistungen einzust ellen. Es könne nicht alleine ihm angelastet werden, dass die Versicherungen jahrzehntelang Leis tungen an ihn ausgerichtet haben, ohne seit dem oberflächlichen Gutachten von Dr. med. E._ ___ aus dem Jahre 2005 eine weitere Be- gutachtung durchzuführen. Bei der Strafzumessung ge lte es sodann auch zu berücksichtigen, dass es kaum möglich sei, rückwirkend verlässliche Angaben über den Gesundheitszustand des Berufungsklägers zu machen. Beobachtungen von N achbarn und Spaziergängern oder Aufnahmen von privaten Anlässen erschienen als zu w enig verlässlich. Insbesondere bei psy- chischen Beschwerden sei auch möglich, dass sich de r Gesundheitszustand im Verlaufe von Monaten oder Jahren immer wieder einmal zum Positiv en wie auch zum Negativen wende. Auch der Umstand, dass seine Frau das dritte Kind e rwartet, führe – wie die Vorinstanz im Üb- rigen schon festgestellt habe – dazu, dass beim Ber ufungskläger eine erhöhte Strafempfindlich- keit vorliege, auf die Rücksicht genommen werden mü sse. Der Vollzug einer unbedingten Frei- heitsstrafe erscheine vor diesem Hintergrund als unangemessen. b) Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Ver werflichkeit des Handelns, den Beweg- gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt , wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährd ung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). Die Berufungsinstanz fällt ein neues Urteil (vgl. Art. 408 StPO) und hat die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen. Unter dem Vorb ehalt des Verbots der "reformatio in peius" muss sie sich nicht daran orientieren, wie d ie erste Instanz die einzelnen Strafzumes- sungsfaktoren gewichtet (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014, E. 6.2). c) Auszugehen ist beim gewerbsmässigen Betrug gemä ss Art. 146 Abs. 2 StGB von einem Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen. d) Hinsichtlich der objektiven Tatschwere gilt es das Doppelverwertungsverbot zu beach- ten. Umstände, die schon Merkmale des gesetzlichen Tatbestandes sind, dürfen nicht für die konkrete Strafzumessungsentscheidung innerhalb des anzuwendenden gesetzlichen Strafrah- mens berücksichtigt werden – weder zu Lasten noch z u Gunsten des Täters. Denn die Tatbe- standserfüllung als solche hat sich bereits im Eröf fnen des gesetzlichen Strafrahmens nieder- geschlagen und ist in ihrer Bedeutung für die Straf massfindung insoweit verbraucht, sonst wür- de dem Täter der gleiche Umstand zwei Mal zur Last gelegt oder zu Gute gehalten. Der Richter Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist aber nicht gehindert zu berücksichtigen, in wel chem Ausmass ein qualifizierender oder privi- legierender Tatumstand gegeben ist (vgl. H ANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER , Basler Kom- mentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 47 N 102 samt Verw eisen). Dies berücksichtigend ist vorlie- gend festzuhalten, dass der qualifizierende Tatumst and der Gewerbsmässigkeit aufgrund des Vorgehens des Beschuldigten sowie des erwirkten hoh en Schadens im Vergleich zu andern gewerbsmässigen Betrügen in sehr ausgeprägtem Ausmass vorliegt. Mit der Vorinstanz ist überdies festzustellen, dass der Beschuldigte über eine sehr lange Zeit und gegenüber einer Vielzahl von Ärzten und Mitarbe itenden der Sozialversicherungen ein ge- zielt täuschendes Bild in äusserst konsequenter, ra ffinierter und hinterhältiger Weise mit gera- dezu akribischer Systematik aufrechthielt. Er zeigt e eine grosse kriminelle Energie, indem er jahrelang derart viele Personen getäuscht, angeloge n und in die Irre geführt hat. Seine Hand- lungen zielten in verwerflicher und egoistischer We ise einzig darauf ab, möglichst viele öffent- lich-rechtliche Leistungen unrechtmässig abzuschöpfen. In seine Inszenierung bezog er bewusst auch seine F amilienangehörigen mit ein, indem er an- gab, auf deren persönliche Hilfe und Überwachung angewiesen zu sein. Darüber hinaus liess er sich regelmässig von seiner Ehefrau zu Ärzten und G utachtern begleiten, wobei die Ehefrau teilweise auch übersetzte. Die langjährige Delinque nz des Beschuldigten verursachte einen hohen Deliktsbetrag von über CHF 400'000. ‒, wobei sich der Beschuldigte diese Leistungen in parasitärer Weise auf Kosten einer grossen Allgemei nheit verschaffte. Daneben hat der Be- schuldigte die Allgemeinheit in erheblichem zusätzl ichem Ausmass geschädigt, indem er sich die überflüssigen medizinischen Leistungen über all die Jahre hinweg durch die Krankenkasse finanzieren liess. Hervorzuheben ist, dass das vom Beschuldigten an de n Tag gelegte Vorgehen in seiner Ge- samtheit einer äusserst grossen kriminellen Energie , Skrupellosigkeit und Dreistigkeit bedarf, wobei bezüglich des Motivs festzustellen ist, dass der Beschuldigte aus rein finanziellen Über- legungen um des persönlichen Profites willen delinquierte. Überdies betrachtet es das Kantonsgericht als beson ders verwerflich, dass der Beschuldigte Krankheiten und Beschwerden erheblichen Ausmasses v orspielte, von denen andere Men- schen realiter tagtäglich, möglicherweise ein ganze s Leben lang, betroffen sind. Wer auf diese Weise Leiden anderer aus purem finanziellen Eigennu tz für sich instrumentalisiert, handelt ge- radezu gewissenlos. Im Rahmen der subjektiven Tatkomponenten erweist sich zu Lasten des Beschuldigten, dass er ein hohes Mass an Entscheidungsfreiheit hatte und s eine Tat keinesfalls aus einer Zwangslage heraus beging. Der Beschuldigte hätte aufgrund sein er Ausbildung und seiner geistigen Fähig- keiten ohne weiteres die Möglichkeit gehabt, in der Schweiz Arbeit zu finden. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Soweit der Beschuldigte vorbringt, die vom ihm im R ahmen der arglistigen Täuschung geschil- derten Umstände seien auch bei der Strafzumessung z u seinen Gunsten zu beachten, da die behandelnden und untersuchenden Ärzte und damit auc h die Sozialversicherungen im vorlie- genden Fall durchaus die Möglichkeit gehabt hätten, allfällige Unstimmigkeiten festzustellen und ihre Leistungen einzustellen, geht seine Argume ntation fehl. Im Rahmen der Prüfung der Arglist wurde eine Opfermitverantwortung klar verei nt, da sich die untersuchenden Ärzte und damit auch die Sozialversicherungen durchaus kritis ch mit den Angaben des Beschuldigten auseinandersetzten (vgl. II.3.e). Für das Verschuld en des Beschuldigten ist es zudem ohnehin nicht entscheidend, ob sein betrügerisches Verhalte n möglicherweise bereits früher hätte ent- deckt werden können. Insgesamt wertet das Kantonsge richt das Verschulden des Beschuldig- ten für den von ihm begangenen gewerbsmässigen Betrug als erheblich. e) Das Strafgericht hat das Vorleben und die persö nlichen Verhältnisse des Beschuldigten in seinem Urteil zutreffend dargelegt, worauf an di eser Stelle grundsätzlich zu verweisen ist (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 42 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung ergänzt der Beschuldigte, im Septe mber 2015 sei seine Tochter J.____ ge- boren worden (vgl. Prot. KGer S. 5). f) Was der Beschuldigte hinsichtlich der Strafempf indlichkeit vorbringt, überzeugt nicht. Auch die seit dem Urteil der Vorinstanz erfolgte Ge burt seiner Tochter J.____ im September 2015 führt nicht zu einer erhöhten Strafempfindlich keit, zumal aus der heutigen Befragung vor Kantonsgericht hervorgegangen ist, dass der Beschul digte seine Kinder gar nicht betreut (vgl. Prot. KGer S. 6 f.). Bereits im Rahmen der Einverna hme vom 12. November 2013 erklärte der Beschuldigte, die Betreuung der Kinder erfolge durc h die beiden Schwägerinnen, die in der un- mittelbaren Nachbarschaft wohnen. Diese würden die Kinder zur Schule fahren, für sie kochen und sie betreuen; auch die Ehemänner der Schwägerin nen würden aktiv mithelfen (act. 3327). Die Verbüssung einer längeren Freiheitsstrafe stell t im Übrigen für jeden in ein familiäres Um- feld eingebetteten Täter eine gewisse Härte dar. Al s unmittelbare gesetzmässige Folge jeder Sanktion darf diese Konsequenz deshalb nur unter au ssergewöhnlichen Umständen – welche hier klarerweise nicht vorliegen – berücksichtigt w erden (vgl. hierzu BGer 6B_470/2009 vom 21. November 2009, E. 2.5; H ANS WIPRÄCHTIGER /S TEFAN KELLER , Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 47 N 150 mit Hinweisen). Im Gegens atz zur Darstellung des Beschuldigten ist bei ihm somit keine besondere Strafempfindlichkeit auszumachen. Die Vorinstanz hat demge- genüber eine erhöhte Strafempfindlichkeit zu Gunste n des Beschuldigten grosszügig in Rech- nung gestellt, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind. g) In Würdigung sämtlicher Tat- und Täterkomponent en erscheint die von den Vorderrich- tern ausgesprochene Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren dem Verschulden und den persönlichen Umständen des Beschuldigten durchaus als angemessen. Die Sanktion erweist sich als keines- falls zu streng, sondern liegt eher im unteren Bere ich des der Vorinstanz zustehenden Ermes- sensspielraums. Bei der vorliegenden Strafhöhe ist die Strafe unbedingt zu vollziehen, was sich Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht aus Art. 42 und Art. 43 StGB ergibt. An diese Straf e ist gemäss Art. 51 StGB die am 15. Januar 2013 erfolgte vorläufige Festnahme von 1 Tag anzurechnen. 5. Fazit Entsprechend den obigen Ausführungen ist der Beschuldigte in Bestätigung des angefochtenen Urteils und demzufolge in vollumfänglicher Abweisun g seiner Berufung des gewerbsmässigen Betrugs schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren zu verurteilen. III. Kosten a) Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegen s. Vorliegend ist die Berufung des Be- schuldigten vollumfänglich abzuweisen. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfah- rens werden die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von CHF 20‘200. ‒, beinhal- tend eine Urteilsgebühr von CHF 20‘000. ‒ (§ 12 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte, GebT; SGS 170.31) sowie Auslagen von CHF 200. ‒, dem Beschuldigten auferlegt. b) Nachdem dem Berufungskläger die amtliche Verteid igung bewilligt worden ist, wird dem eingesetzten Advokaten, Dr. Alex Hediger, ein Honor ar gemäss der Honorarnote vom 22. September 2015 in der Höhe von CHF 3‘922.50 (in kl. Auslagen) zuzüglich 8% Mehrwert- steuer (CHF 313.80), somit insgesamt CHF 4‘236.30, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung an den Kanton verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel- Landschaft vom 2. Juli 2015, auszugsweise lautend: "1. a) A.____ wird des gewerbsmässigen Betrugs schuldig erklärt und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren, unter Anrechnung der am 15. Januar 2013 erfolgten v orläufigen Fest- nahme von 1 Tag, in Anwendung von Art. 146 Abs. 2 StGB, Art. 40 StGB sowie Art. 51 StGB. 2. Die beschlagnahmten 19 Fotografien und drei Behandl ungspläne sowie zwei Notizzettel werden nach Rechtskraft unter Aufh ebung der Beschlag- nahme gestützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO A.____ zurückgege- ben. A.____ erhält eine Frist von drei Monaten ab Mitteilung de r Rechtskraft des vorliegenden Urteils, um die beschlagnahmten Ge genstände nach telefonischer Vorankündigung beim Strafgericht abzu holen, ansonsten diese in den Akten verbleiben. 3. a) A.____ wird dazu verurteilt, der B.____ Fr. 53‘453.-- zu bezahlen. b) A.____ wird dazu verurteilt, der C.____ Fr. 41‘354.-- zu bezahlen. c) A.____ wird dazu verurteilt, der Pensionskasse D.__ __ Fr. 147‘934.-- zu bezahlen. 4. a) A.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskos- ten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 39‘675.70, den Expertisekosten des gerichtlichen Verfahrens von Fr . 2‘310.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 8‘000.--. b) Die Kosten des amtlichen Verteidigers Dr. A. Hediger in Höhe von Honorar bis Ende 2013: 10.68 Std. à Fr. 180. -- Fr. 1‘922.40 Honorar ab 2014: 20.93 Std. à Fr. 200. -- Fr. 4‘186.00 Urteilseröffnung / Nachbereitung: 2.5 Std. à 200. -- Fr. 500.00 Auslagen Fr. 272.50 Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8% MwSt. auf Fr. 6‘880.90 Fr. 550.45 Total Fr. 7‘431.35 werden unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtun g von A.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet." wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten vollumfänglich bestätigt. II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 20‘200. ‒, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 20‘000. ‒ sowie Ausla- gen von CHF 200. ‒, gehen zu Lasten des Beschuldigten. Dem amtlichen Verteidiger, Advokat Dr. Alex Hediger , wird für das Berufungs- verfahren ein Honorar in der Höhe von CHF 3‘922.50 (inkl. Auslagen) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer (CHF 313.80), somit insgesamt CHF 4‘236.30, aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädig ung der amtlichen Vertei- digu ng an den Kanton verpflichtet, sobald es seine wirt schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in Strafsachen hat das Schweizerische Bundes- gericht mit Urteil vom 11. Januar 2017 abgewiesen, soweit darauf einzutreten war (Verfahrens- nummer: 6B_815/2016).