26. September 1988 N 1173 Postulat Humbel Kaiseraugst AG hat für die Gründe, die zur Aufgabe des Projekts führen, nicht einzustehen. Sie hat deshalb Anspruch auf angemessene Entschädigung. Mit dieser Motion soll nicht eine vorzeitige Debatte über die Kernenergie eingeleitet werden. Im Gegenteil, sie soll eine Entkrampfung in der Energiepolitik herbeiführen und Wege für eine sachbezogene, zukunftssichernde und umweltbe- wusste Gestaltung der Energiepolitik, in der die Kernenergie als Option offen bleibt, frei machen. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom September 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988 Wir verweisen auf Teil II, Ziffer 2.2. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Ordnungsantrag Günter Lieber die Motion sei punkteweise abzustimmen. Das Prozedere sei vor Beginn der Diskussion festzulegen, damit die Stellungnahme zur Ueberweisung beziehungs- weise Nichtüberweisung der einzelnen Punkte möglich ist. Antrag Mauch Rolf Ablehnung, auch als Postulat Eventualantrag Diener (falls Ordnungsantrag Günter für punkteweise Abstimmung nicht angenommen wird) Ablehnung, auch als Postulat Antrag Jaeger Punkt 1: Ueberweisung als Motion Punkt 2: Ueberweisung als Postulat Punkt 3: Ablehnen auch als Postulat Motion d'ordre Günter Voter séparément sur les différents points de la motion Le vote sur la motion d'ordre interviendra avant l'ouverture de la discussion. Proposition Mauch Rolf Rejet de la motion (même sous forme de postulat). Proposition subsidiaire Diener (en cas de rejet de la motion d'ordre Günter demandant un vote séparé sur chaque point) Rejet de la motion (même sous forme de postulat) Proposition Jaeger Point 1 : Adopter la motion Point 2: Transmis comme postulat • Point 3: rejet (même sous forme de postulat) #ST# 88.374 Motion der grünen Fraktion KKW Kaiseraugst. Verzicht Motion du groupe écologiste Centrale nucléaire de Kaiseraugst. Abandon du projet Wortlaut der Motion vom 14. März 1988 Wir ersuchen den Bundesrat, alle zweckdienlichen Mass- nahmen zu treffen, damit 1. auf das Projekt für das Kernkraftwerk Kaiseraugst endgül- tig verzichtet wird; 2. gleichzeitig von den Massnahmen, welche die Experten- kommission in den Energieszenarien vorschlägt, diejenigen getroffen werden, die es der Schweiz ermöglichen, schritt- weise auf die Kernenergie zu verzichten, ohne die Stromein- fuhr aus dem Ausland zu erhöhen. Texte de la motion du 14 mars 1988 Le Conseil fédéral est prié de prendre toutes les mesures utiles pour 1. qu'il soit définitivement renoncé au projet de centrale nucléaire de Kaiseraugst; 2. que soient prises simultanément toutes les mesures nécessaires, parmi celles que suggère le groupe d'experts dans les «scénarios» de politique énergétique, afin que la Suisse puisse progressivement se passerde l'énergie atomi- que sans accroître ses importations d'électricité à l'étranger. Sprecher- Porte-parole: Rebeaud Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom September 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988 Nous nous référons à la partie II, ch. 2.2. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer le point 1 de la motion en postulat et de rejeter le point 2. Antrag Diener Ueberweisung der Motion Proposition Diener Adopter la motion comme telle #ST# 88.539 Postulat Humbel KKW Kaiseraugst. Volksabstimmung mit Gegenvorschlag Centrale de Kaiseraugst. Proposition alternative Wortlaut des Postulates vom 23. Juni 1988 Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob er dem Parla- ment gleichzeitig zwei Bundesbeschlüsse unterbreiten soll: - Bundesbeschluss A: Bau des KKW Kaiseraugst - Bundesbeschluss B: Nichtrealisierung des KKW Kaiser- augst, dafür angemessene Entschädigung an die Bauherr- schaft, Erlass von Energiesparmassnahmen und Importver- bot von Atomstrom. Der Bundesbeschluss A wird obligatorisch der Volksabstim- mung unterbreitet. Der Bundesbeschluss B würde in Kraft treten, wenn der Bundesbeschluss A vom Volk abgelehnt wird. Texte du postulat du 23 juin 1988 Le Conseil fédéral est prié d'examiner l'opportunité de sou- mettre simultanément au Parlement deux arrêtés fédéraux: - un arrêté fédéral A prévoyant la construction de la cen- trale nucléaire de Kaiseraugst;Motion Luder 1174 N 26 septembre 1988 - un arrêté fédéral B statuant que ladite centrale ne sera pas construite, octroyant une indemnité équitable à la société maître d'oeuvre, décrétant diverses mesures d'éco- nomies d'énergie et instaurant l'interdiction d'importer de l'électricité d'origine nucléaire. L'arrêté A sera soumis au référendum obligatoire. L'arrêté B quant à lui entrerait en vigueur si l'arrêté A était rejeté par le souverain. Mitunterzeichner- Cosignataires: keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit 1. Dieses Jahr feiern wir das 10jährige Bestehen der GEK (Gesamt-Energie-Konzeption). In diesen zehn Jahren sind viele hundert Seiten über Energiepolitik zusätzlich geschrie- ben worden; es wird diskutiert und diskutiert. Was ist auf Bundesebene geschehen? Praktisch nichts! 2. Anfänglich war ich eher gegen die Motion Villiger/Stein- egger (Referendum bei Kernanlagen). Nachdem die Motion betreffend Verzicht auf das KKW Kaiseraugst eingereicht worden ist, bin ich der festen Ueberzeugung, dass dieses Werk, welches doch nationale Bedeutung hat, einer Volks- abstimmung unterstellt werden sollte. Den Begriff «Regio- naldemokratie» kennen wir in der Schweiz nicht; das Schweizervolk hat über ein nationales Werk abzustimmen. Der Souverän hat dann auch die Verantwortung zu über- nehmen. 3. Seit einigen Jahren liest und spricht man von einem sogenannten Stromspargesetz. Vom Sparen von Erdöl (Heizöl, Benzin) hört man nicht so viel, obwohl mit Heizöl und Benzin gewaltige Mengen an Schadstoffen in unsere Umwelt gelangen. Gerade deshab muss insbesondere das Erdöl strengen Sparmassnahmen unterstellt werden. 4. Sollte das KKW Kaiseraugst nicht realisiert werden kön- nen, aus irgendwelchen Gründen, muss die Bauherrschaft angemessen entschädigt werden, weil sie in gutem Glauben und aufgrund rechtskräftiger Bewilligungen viele Investitio- nen getätigt hat. 5. Wir verhalten uns widersprüchlich: Wir beziehen viel Atomstrom aus dem Ausland, wollen aber im eigenen Land kein neues KKW erstellen. Dabei wissen wir, dass unsere fünf KKW einen hohen Sicherheitsgrad aufweisen. Beim Bau von neuen KKW im Ausland haben wir überhaupt kei- nen Einfluss. Mit Atomstrom aus dem Ausland wird die Auslandabhängigkeit noch grösser und unsicherer. Ist das eine ehrliche Politik? 6. Ein weiterer wichtiger Punkt: Unsere Informationsgesell- schaft braucht vermehrt Energie. Eine Untersuchung hat ergeben, dass bei unseren Schweizer Banken die elektroni- sche Datenverarbeitung derzeit etwa die Hälfte des gesam- ten Stromverbrauchs benötigt. Die Informatik muss auch in unserem Land weiter gefördert und ausgebaut werden. Woher wollen wir den Strom beziehen? 7. Aufgrund der Argumentation in Ziffer 3 bis 6 ist es nahe- liegend, dass das KKW Kaiseraugst gebaut werden soll. Unser Land wird auch in Zukunft mehr Strom benötigen, vor allem auch dann, wenn wir das Heizöl substituieren wollen. Der Stimmbürger soll entscheiden, welche Variante er wäh- len will. Zugegeben: Auch wenn das KKW Kaiseraugst gebaut und in Betrieb genommen werden sollte, braucht es auch Energiesparmassnahmen, aber nie so drastische wie bei der Nichtrealisierung von Kaiseraugst. 8. Ein weiterer Widerspruch: Lautstark hören wir das «alte Lied» der Energiesparmassnahmen. Trotzdem benötigt der Schweizer jedes Jahr mehr Energie, auch mehr Strom. Bezüglich Energiesparmassnahmen ist in den letzten Jah- ren zwar einiges getan worden. Auf freiwilliger Basis könnte man aber ein mehreres tun. MUSS der Staat alles und jedes vorschreiben und reglementieren? 9. Das Postulat zeigt einen möglichen Weg auf, wie endlich eine wichtige Entscheidung getroffen werden könnte. Schon deshalb ist der Vorstoss prüfenswert. Auch die staatsrechtliche Komponente muss noch näher angesehen werden. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom September 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988 Wir verweisen auf Teil II, Ziffer 2.2.10. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen. #ST# 88.342 Motion Luder KKW Graben. Verzicht Centrale nucléaire de Graben. Abandon du projet Wortlaut der Motion vom 7. März 1988 Der Bundesrat wird beauftragt, parallel mit dem Verzicht auf das Projekt KKW Kaiseraugst ein gleiches Verfahren für das Projekt des KKW Graben durchzuführen. Texte de la motion du 7 mars 1988 Le Conseil fédéral est chargé d'engager simultanément deux procédures identiques, en vue de l'abandon du projet de centrale nucléaire de Kaiseraugst d'une part, et de Gra- ben d'autre part. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bonny, Büttiker, Daepp, Dietrich, Hari, Rychen, Sager, Schwab, Seiler Hanspeter, Wanner, Wyss William, Zölch (12) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Eine am 2. März 1988 eingereichte Motion verlangt den Verzicht auf das KKW Kaiseraugst. Ein eventueller Verzicht auf das KKW Kaiseraugst kann nicht losgelöst vom KKW- Projekt Graben entschieden werden. Die Berner Regierung wie der bernische Grosse Rat haben sich eindeutig gegen einen Tausch Kaiseraugst gegen Graben ausgesprochen. KKW Graben ist kein Ersatz für KKW Kaiseraugst. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom September 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988 Wir verweisen auf Teil II, Ziffer 2.3. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Antrag Savary-Freiburg Die Motion ist abzulehnen Proposition Savary-Fribourg Rejeter la motionSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Humbel KKW Kaiseraugst. Volksabstimmung mit Gegenvorschlag Postulat Humbel Centrale de Kaiseraugst. Proposition alternative In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer 88.539 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 26.09.1988 - 14:30 Date Data Seite 1173-1174 Page Pagina Ref. No 20 016 655 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.