Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. Oktober 2018 (720 18 55 / 294) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beurteilung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen bei einem nachgewiesenen selbstlimitierenden Verhalten der versicherten Person Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Daniel Tschopp , Advokat , Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff Berufliche Massnahmen A. Der 1963 geborene A.____ arbeitete vom 1. Januar 1999 bis 31. März 2008 als Bagger- führer bei der Firma B.____ AG in X.____. Am 14. Se ptember 2006 erlitt er bei einem Bagger- unfall eine Deckplattenimpressionsfraktur. Für die Unfallfolgen sprach die Schweizerische Un- fallversicherungsanstalt (Suva) dem Versicherten mit Verfügung vom 30. März 2010 eine Invali- denrente aufgrund einer Beeinträchtigung der Erwerb sfähigkeit von 32 % mit Wirkung ab 1. April 2010 und eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 15 % zu. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 24. März 2008 meldete sich A.____ unter Hinweis a uf sein Rückenleiden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Lei stungen an. Im Rahmen von beruflichen Massnahmen erhielt der Versicherte Beratun g, Unterstützung in der Stellensuche und Arbeitstrainings. Nachdem die beruflichen Massnahme n erfolglos abgeschlossen worden waren, prüfte die IV-Stelle den Rentenanspruch des Ve rsicherten. Mit Verfügung vom 19. April 2011 lehnte sie den Anspruch von A.____ auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 33 % ab. Dabei stützte sie sich auf das bidisziplinäre Gu tachten von Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, und Dr. med. D.___ _, FMH Psychiatrie und Psychothera- pie, vom 2. Juni 2010. Die gegen diese Verfügung erh obene Beschwerde wies das Kantonsge- richt, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) , mit Urteil vom 9. Februar 2012 ab. Zur Begründung führte es aus, dass es dem Versicherten gemäss dem beweiskräftigen Gutach- ten der Dres. C.____ und D.____ zumutbar sei, eine lei chte bis gelegentlich mittelschwere Ver- weistätigkeit seit 1. August 2007 in einem Vollzeitpensum auszuüben. C. Kurz nach dem Erlass des Urteils des Kantonsgerichts ersucht e der Versicherte die IV- Stelle am 4. April 2012 um Gewährung von berufliche n Massnahmen. Es folgten eine umfas- sende berufliche Abklärung beim E.____ und ein Arbeit sversuch, bei welchem der Versicherte ein Arbeitspensum von 100 % nicht erreichte. D. Aufgrund der Abklärungsergebnisse der Berufsfachleute reichte A.____, vertreten durch Advokat Daniel Tschopp, mit Eingabe vom 1. September 20 15 ein Gesuch um Revision des Urteils des Kantonsgerichts vom 9. Februar 2012 ein. Dar auf trat das Kantonsgericht mit Urteil vom 21. April 2016 nicht ein. Es lägen keine revisionser heblichen neuen Tatsachen oder Be- weismittel vor, die aufzeigten, dass sich die Arbeitsfäh igkeit von 100 % in einer angepassten Tätigkeit seit dem Urteil vom 9. Februar 2012 wesentlich verändert habe. E. Vom 11. Juni 2013 bis 31. März 2015 wurde der Ver sicherte zum Küchenmitarbeiter umgeschult. Nach erfolgreichem Abschluss der Umschulung a bsolvierte der Versicherte vom 15. August 2016 bis 23. Mai 2017 ein Arbeitstraining im F.____, Haus für Betagte, und in der Tagesstätte G.____ in Y.____ mit dem Ziel, das Pensum a uf 100 % zu steigern. Da der Versi- cherte nie über eine Präsenz von 50 % bei einer Leist ung von 70 % hinauskam, liess die IV- Stelle seine Leistungsfähigkeit in der H.____ abklär en. Gestützt auf die Abklärungsergebnisse hielt die IV-Stelle in ihrem Abschlussbericht vom 9. A ugust 2017 fest, dass beim Versicherten eine Selbstlimitierung vorliege. Aufgrund des langzei tigen Arbeitstrainings, bei welchen er ver- schiedene Arbeitspositionen habe ausprobieren können, hä tte eine Leistungssteigerung mög- lich sein müssen. Mit Verfügung vom 5. Januar 2018 teilte sie dem Versicherten mit, dass auf- grund der eindeutig nachgewiesenen Selbstlimitierung eine Weiterführung der Eingliederungs- massnahmen keinen Sinn mehr mache. F. Gegen diese Verfügung erhob Advokat Daniel Tschopp i m Namen und Auftrag des Ver- sicherten am 6. Februar 2018 Beschwerde ans Kantonsgeric ht. Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, den Beschwerdeführer im Rahmen von beruflichen Massnahmen zu unterstützen; u nter o/e-Kostenfolge. Zur Begrün- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung führte er im Wesentlichen aus, dass die Umschulung zum Küchenmitarbeiter nicht dem von Dr. C.____ definierten Zumutbarkeitsprofil einer leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit ohne Zwangshaltungen und repetitiven Arbeit en entspreche. Auch das E.____ habe bestätigt, dass die Arbeit als Küchenhilfe anspruchsvoll und körperlich anstrengend sei. Eine Steigerung des Pensums über 50 % sei aufgrund der gesu ndheitlichen Beeinträchtigung des Versicherten nicht möglich. Trotz allseits attestierter hoher Motivation und grossen Anstrengun- gen in den letzten Jahren sei dieser nicht in der Lage gewesen, einem höheren Arbeitspensum nachzugehen. Der Vorwurf der Selbstlimitierung sei un ter diesen Umständen nicht gerechtfer- tigt. Ausserdem sei seit Erlass des Urteils des Kantonsge richts vom 21. April 2016 eine Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten. G. In ihrer Vernehmlassung vom 6. April 2018 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Be- schwerde. H. Durch seinen Rechtsvertreter liess der Versicherte seine Replik vom 12. Juni 2018 ein- reichen. Dabei stellte er neu den Eventualantrag, es se i bei der Academy of Swiss Insurance (asim) ein gerichtliches Obergutachten in Auftrag zu geb en, um unter Berücksichtigung sämtli- cher im Recht liegender Akten eine rechtsgenügliche Beur teilung der effektiven Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Versicherten vornehmen zu können. Aufgrund der krassen Diskrepanz zwischen den Ergebnissen der beruflichen Massnahmen und de r medizinisch theoretischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei eine umfassende Ne uabklärung seines Gesundheitszu- standes indiziert. Dies rechtfertige sich auch im Hinblick a uf die mit BGE 141 V 294 und 143 V 418 geänderte Schmerzrechtsprechung. I. Die IV-Stelle hielt in ihrer Duplik vom 12. Juli 20 18 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde und ihren Ausführungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 6. Februar 2018 ist demnach einzutreten. 2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführe r Anspruch auf die Weiterführung von beruflichen Massnahmen hat. Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG hab en invalide oder von einer Invalidi- tät unmittelbar bedrohte Versicherte Anspruch auf Eing liederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit ode r die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzun- gen für den Anspruch der einzelnen Massnahmen erfüllt sin d (lit. b). Die Eingliederungsmass- nahmen umfassen gemäss Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG Massnahm en beruflicher Art wie Berufsbera- tung (Art. 15 IVG), erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG), Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG) und Kapitalhilfe (Art. 18d IVG). 2.2 Der Versicherte beantragt keine spezifische berufli che Massnahme. Aus der Beschwer- debegründung geht jedoch hervor, dass er in erster Linie einen Anspruch auf Umschulung ge- mäss Art. 17 IVG geltend macht (vgl. S. 18 der Beschwerde vom 6. Februar 2018). 3.1 Die versicherte Person hat nach Art. 17 Abs. 1 IVG An spruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn diese infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfä- higkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann . Invalid im Sinne von Art. 17 IVG ist eine versicherte Person, wenn sie wegen der Art und Schwere des eingetretenen Gesund- heitsschadens in den bisher ausgeübten und in den für si e ohne zusätzliche berufliche Ausbil- dung offenstehenden noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder länger Zeit dau- ernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet; dabei bem isst sich die Einbusse an dem vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Erwerbseinkommen (BGE 124 V 108). Als Umschu- lung gilt die Gesamtheit der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art, die wegen der Invalidität notwendig und geeignet sind, einer schon ( mit oder ohne Ausbildung) erwerbstätig gewesenen versicherten Person nach Eintritt der Invalidit ät eine neue eingliederungswirksame Erwerbsmöglichkeit zu erschaffen (vgl. U LRICH MEYER /M ARCO REICHMUTH , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], in: Stauffer/Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesge- richts zum Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl., Zürich 2014, Rz. 10 zu Art. 17). In der Regel be- steht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Einglie derungszweck angemessenen, notwendi- gen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkeh- ren. Dies deshalb, weil die Eingliederung nach dem W illen des Gesetzgebers lediglich so weit sicherzustellen ist, als dies im Einzelfall notwendig, abe r auch genügend ist (BGE 130 V 489 f. E. 4.2). Verlangt ist neben der Notwendigkeit und Eig nung der Massnahme auch die Eignung der versicherten Person, d.h. ihre objektive und subjek tive Eingliederungsfähigkeit. Fehlt es an der subjektiven Eingliederungsfähigkeit, bzw. dem Eingl iederungswillen, so entfällt der An- spruch auf Eingliederungsmassnahmen, ohne dass zunächst ein Mahn- und Bedenkzeitverfah- ren gemäss Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den All gemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 durchgeführt werde n müsste (vgl. Urteile des Bun- desgerichts vom 21. Juni 2017, 9C_59/2017, E. 3.3, vom 2 2. Dezember 2016, 9C_469/2016, E. 7 und vom 17. Februar 2016, 8C_569/2015, E. 5.1 mit Hinweisen). 3.2 Im vorliegenden Fall geht aus den Akten hervor un d ist unbestritten, dass der Versicher- te seiner angestammten Tätigkeit als Baggerführer gesu ndheitsbedingt nicht mehr nachgehen kann. Der Versicherte wurde deshalb vom 11. Juni 2013 bi s 31. März 2015 zum Küchenmitar- beiter mit Abschluss als Hilfskraft Gastronomie umgeschult. Streitig und zu prüfen ist, ob der Versicherte mit dieser Umschulung in zureichender und zum utbarer Weise eingegliedert ist. In dieser Hinsicht wendet der Versicherte ein, dass die Täti gkeit als Küchenhilfe für ihn zu schwer und deshalb nicht dem von Dr. C.____ definierten Anfor derungsprofil gemäss Gutachten vom Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Juni 2010 entspreche. Trotz hoher Motivation und gro ssen Anstrengungen habe er nie ein 100%iges Arbeitspensum erreichen können. Weiter macht er eine Verschlechterung des Ge- sundheitszustandes geltend. 3.3 Dr. C.____ führte im Rahmen des bidisziplinären Gu tachtens vom 2. Juni 2010 als rheumatologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbei tsfähigkeit ein chronisches Lumbover- tebralsyndrom bei Status nach abgeheilter und stabiler traumatischer Deckplattenimpressions- fraktur L2 mit ventralem Kantenabriss ohne Hinterkanten beteiligung und Querfortsatzfraktur links auf. In somatischer Hinsicht sei dem Versicherten die Tätigkeit als Baggerführer aufgrund der damit verbundenen erheblichen Erschütterungen nicht mehr zumutbar. In einer leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit, bei welcher er ni cht in Zwangshaltungen wie dauernd vornübergebeugt, repetitiv sich nur bückend, nur sitzend oder nur stehend arbeiten müsse, sei der Versicherte in einem Ganztagespensum vollschichtig arbe itsfähig. Da Dr. D.____ im psy- chiatrischen Teilgutachten vom 2. Juni 2010 keine psychia trischen Diagnosen mit Auswirkun- gen auf die Arbeitsfähigkeit stellen konnte, erklärten die beiden Gutachter die rheumatologische Zumutbarkeitsbeurteilung als massgebend. Gemäss Urteil de s Kantonsgerichts vom 9. Februar 2012 kommt der Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfä higkeit von Dr. C.____ volle Beweis- kraft zu. Auch die Hausärztin des Versicherten, Dr. med. I. ____, FMH Allgemeine Medizin, hält eine ganztägige Beschäftigung in einer Verweistätigkei t für möglich (vgl. Arztbericht vom 15. Oktober 2012). An der Massgeblichkeit der Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. C.____ änder- te sich bis Frühjahr 2016 nichts Wesentliches, stellte doch das Kantonsgericht in seinem rechtskräftigen Urteil vom 21. April 2016 keine Änderu ng des Gesundheitszustandes des Ver- sicherten fest. Nachdem der Versicherte sein Arbeitspensum nicht auf 100 % steigern konnte, wurde seine Leistungsfähigkeit in der H.____ im Jahr 20 17 umfassend abgeklärt. Die untersu- chenden Ärzte hielten in ihrem Bericht vom 29. Juni 201 7 fest, dass die klinischen Untersu- chungen und die Ergebnisse der funktionellen Testungen keine Hinweise auf Erkrankungen ergäben, die von den bisher gestellten Diagnosen abweichen würden (vgl. auch neurologisches Konsilium von Dr. med. J.____, FMH Neurologie, vom 2. Mai 2017). Diese Beurteilung ist schlüssig und stimmt mit den übrigen medizinischen Berichte n überein. Es besteht daher auch im vorliegenden Verfahren kein Anlass, von der Zumutbarke itsbeurteilung von Dr. C.____ ab- zuweichen. Danach ist es dem Versicherten nach wie vor zumu tbar, eine leichte bis gelegent- lich mittelschwere Tätigkeit ohne dauernd vornübergebeu gte, repetitiv nur bückende, sitzende oder stehende Arbeiten zu 100 % auszuführen. 3.4.1 Der Einwand des Versicherten, wonach sich sein Gesu ndheitszustand zwischenzeitlich verschlechtert habe, ist nicht stichhaltig. Er beruft sic h hierfür auf die Beurteilungen von Dr. med. K.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine I nnere Medizin. In ihrem Bericht vom 24. Juli 2017 führte diese aus, dass die MRT der Lenden wirbelsäule (LWS) vom 26. Mai 2017 auf der Höhe L5/S1 eine paramediane, recessale Extrusio n und Kompromittierung der S1- Wurzel links bei akuter Diskopathie, einen Anulus fibros us-Riss sowie eine aktivierte Osteo- chondrose gezeigt habe (vgl. auch Radiology Report vom 26. Mai 2017). Aufgrund der aktiven Osteochondrose und der akuten Diskopathie sei derzeit nu r eine leichte Tätigkeit möglich. In den nächsten 3 Monaten bestehe eine Einschränkung für La sten über 10 kg. Aufgrund der Segmentsdegeneration betrage die Gewichtslimite dauerh aft 15 kg. Aktuell bestehe eine Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 50%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer an den Rechtsvert reter des Versicherten gerichteten E-Mail vom 26. September 2017 wies sie darauf hin, dass bei der Abklärung in der H.____ die mit MRT vom 26. Mai 2017 festgestellte Wurzelkompression S1 nicht berücksichtigt worden sei. Im Austrittsbericht vom 11. Oktober 2017 berichtete Dr. K. ____ über die Hospitalisation des Versi- cherten vom 31. August 2017 bis 16. September 2017 im Spital L.____. Danach habe die am 18. August 2017 durchgeführte Röntgenuntersuchung de r LWS ein intaktes Alignement ohne segmentale Instabilität gezeigt. Klinisch habe eine Dr uckdolenz gluteal am Ansatz des Becken- kamms und Musculus quadratus lumborum festgestellt werden k önnen. Die lumboradikuläre Symptomatik S1 habe sich somit reduziert; aktuell stehe die myofasziale Komponente im Vor- dergrund. 3.4.2 Es trifft zu, dass die Ärzteschaft der H.____, di e mit MRT vom 26. Mai 2017 festgestellte Radikulopathie S1 in ihrer Beurteilung nicht berücksicht igte. Diese MRT lag ihr bei ihren Unter- suchungen vom 2. und 9. Mai 2017 auch noch nicht vor. Der Befund der Wurzelkompression S1 ist aber nicht neu. Erstmals war mit der MRT vom 12. März 2007 eine lumbosakrale Diskopathie mit Riss des posterioren Anulus fibrosus und kleiner Diskush ernie objektivierbar, welche die Nervenwurzel S1 leichtgradig imprimierte. Im weiteren Verlauf folgten ähnliche Befunde (vgl. MRT vom 23. November 2007 und 10. Juni 2009). Die Wur zelkompressionen bildeten sich je- doch unter konservativer Behandlung stets innert relativ ku rzer Zeit wieder zurück (vgl. insbe- sondere Berichte von Dr. I.____ vom 9. April 2008, krei särztlicher Bericht vom 25. September 2008 und 3. Februar 2010, des Spitals M.____ vom 14. Oktober 2008 sowie MRT vom 8. August 2008). Zum Zeitpunkt der Begutachtung bei Dr. C.____ im 2010 gab es keine Hinwei- se auf eine Radikulopathie. Auch in den darauffolgende n MRT vom 13. April 2015 und 5. Sep- tember 2016 war keine akute Kompression der Wurzel S1 feststellbar. Erst mit der MRT vom 26. Mai 2017 zeigte sich dort wieder ein akutes Gesche hen. Dr. K.____ konnte jedoch bereits am 11. Oktober 2017 eine Rückläufigkeit der Wurzelkompr ession feststellen. Aufgrund des bis- herigen Krankheitsverlaufs ist anzunehmen, dass auch die ser letzte Vorfall nur vorübergehen- der Natur war. Vor diesem Hintergrund ist der Beurtei lung von Dr. med. N.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Regionaler ärzt licher Dienst (RAD), vom 20. Dezem- ber 2017 zuzustimmen. Darin stellte sie nachvollziehbar und im Einklang mit den medizinischen Berichten fest, dass die zeitweise auftretenden Wurzelkom pressionen immer wieder zu einer Verstärkung der Schmerzen führten und eine 100%ige Arbe itsunfähigkeit begründen könnten. Nach Abklingen dieser akuten Phasen sei jedoch davon ausz ugehen, dass der Versicherte wieder eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von 100 % ausführen könne. Aufgrund die- ser medizinischen Berichte ist deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge- hen, dass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfäh igkeit des Versicherten im Vergleich zur Begutachtung durch Dr. C.____ im Jahr 2010 nicht wesentlich verändert haben. 4.1 Der Versicherte macht weiter geltend, dass die Tä tigkeit als Küchenmitarbeiter nicht dem Zumutbarkeitsprofil gemäss Dr. C.____ entspreche. Da bei beruft er sich auf diverse Be- richte des E.____ und des Vereins O.____. Die im Rahmen von beruflichen Massnahmen ge- wonnenen Erkenntnisse der Berufsfachleute sind bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen. Zwar kommt gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung den Beurtei- lungen der Eingliederungsfachpersonen im Rahmen von beruflichen Abklärungen bezüglich der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nur b eschränkte Aussagekraft zu. Denn diese beruhen in der Regel nicht auf vertieften medizinischen Untersuchungen, sondern auf berufs- praktischen Beobachtungen, welche in erster Linie die vo n ihnen erhobene subjektive Arbeits- leistung der versicherten Person wiedergeben (vgl. Urtei l des Bundesgerichts vom 18. Mai 2018, 9C_48/2018, E. 5). Der Versicherte weist aber in diesem Zusammenhang zutreffend da- rauf hin, dass den Ergebnissen leistungsorientierter b eruflicher Abklärungen nicht jegliche Aus- sagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abgesprochen werden darf. Steht eine medizinische Einschätzung der Leistungsfähigkeit in offen sichtlicher und erheblicher Diskre- panz zu einer Leistung, wie sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwand- freiem Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten Person e ffektiv realisiert und gemäss Ein- schätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, ver mag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und das Einholen eine r klärenden medizinischen Stellung- nahme ist grundsätzlich unabdingbar (Urteile des Bundesg erichts vom 27. Juni 2018, 8C_48/2018, E. 4.3.1, vom 17. September 2015, 8C_411/ 2015, E. 5.2 und vom 17. September 2012, 9C_148/2012, E. 2.3.2). 4.2 Den Akten ist zu entnehmen, dass dem Versicherten ab 2008 vorerst berufliche Mass- nahmen in Form von Arbeitsvermittlung, Arbeitstraining , Berufsberatung, berufliche Abklärung und Arbeitsversuch zugesprochen wurden (vgl. Mitteilungen vom 12. Mai 2008, vom 9. Dezem- ber 2009, vom 24. Juli 2012, vom 11. Dezember 2012 und vom 19. März 2013; Einladungen zur Berufsberatung vom 13. Mai 2008, 18. Juli 2008 und 15. Mai 2012). Nach erfolgter Umschulung zum Küchenmitarbeiter vom 11. Juni 2013 bis 31. März 201 5 berichtete die zuständige Case Managerin des E.____ am 1. April 2015 über die Umschu lung. Danach sei der Versicherte auf- grund der bestehenden Schmerzen während der zweijährig en Umschulung – wie bereits bei den vorherigen Arbeitstrainings bzw. -versuchen - nicht üb er ein 50%-Pensum hinaus gekom- men. Sie bescheinigte dem Versicherten zudem eine sehr g ute Arbeitshaltung und hohe Moti- vation. Ab dem 1. April 2015 erhielt der Versicherte e in individuelles Coaching mit Stellensuche (Mitteilungen vom 27. Mai 2015 und vom 22. Februar 2017). Der damit beauftragte Verein O.____ konnte ihm einen Praktikumsplatz in der Küche d es F.____ mit Beginn am 15. August 2016 vermitteln (vgl. Praktikumsvereinbarung vom 15. August 2016 und 20. Februar 2017). Ziel war es, sein bisheriges Arbeitspensum von 50 % bis 30. J uni 2017 schrittweise auf 80 % zu steigern (vgl. Coachingbericht des Vereins O.____, Verl aufseintrag vom 19. Dezember 2016). Der Küchenleiter des F.____ lobte in seinem Leistungsbericht vom 23. März 2017 die hohe Mo- tivation, die einwandfreie Qualität der Arbeitsleistun g, das tadellose Verhalten und die gute Teamfähigkeit des Versicherten. Dieser sei interessiert, l ernfähig, nehme Anweisungen entge- gen und setze sie um. Das Arbeitstempo sei jedoch reduziert. Zu Beginn habe es maximal 50 % betragen. Inzwischen habe er es auf 60 – 70 % steigern können. Da dem Versicherten langes Stehen Schmerzen verursache, sei es zu keiner weiteren Leist ungssteigerung gekommen. Mehr Wechselbelastung sei in der Küche des F.____ jedoch kaum möglich. Damit der Versi- cherte die Möglichkeit erhielt, vermehrt wechselbelastende Tätigkeiten auszuführen, wurde sein Arbeitsort in die Tagesstätte G.____ mit Beginn ab 8. Mai 2017 verlegt. Vorgesehen war, mit einem Arbeitspensum von 60 % zu beginnen und ab 22. Ma i 2017 auf 70 % und ab 5. Juni 2017 auf 80 % zu erhöhen (vgl. E-Mail des Vereins O._ ___ vom 7. Mai 2017). Da dem Versi- cherten ab 23. Mai 2017 aufgrund einer Schmerzzunahme n ur noch eine Arbeitsfähigkeit von Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht maximal 4 Stunden pro Tag attestiert wurde, brach die IV-Stelle das Praktikum per sofort ab (vgl. Coachingbericht des Vereins O.____, Verlaufseintr äge vom 23. Mai 2017 und 9. Juni 2017; Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahmen vom 9. August 2017). 4.3.1 Aus diesen Berichten ergibt sich, dass der Versicherte bei der Ausübung der Tätigkeit als Küchenmitarbeiter über Jahre hinweg nie ein höhe res Arbeitspensum als 50 % bei einer Leistung von maximal 70 % erreicht hat und sein Verhalt en, seine Motivation sowie die Leis- tungsqualität nicht zu beanstanden sind. Einzig das Ziel der beruflichen Massnahmen, ein 100%-Arbeitspensum zu verrichten, konnte er nicht erreichen . Um abzuklären, ob der Versi- cherte in der Lage ist, ein vollzeitliches Arbeitspensum in einer leidensangepassten Tätigkeit gemäss Zumutbarkeitsprofil von Dr. C.____ auszuüben, l iess die IV-Stelle im ersten Halbjahr 2017 die Eingliederungsfähigkeit des Versicherten in de r H.____ in medizinischer Hinsicht ab- klären. Die untersuchenden Ärzte kamen in ihrem Bericht vom 29. Juni 2017 zum Schluss, dass die vom Versicherten geäusserte Schmerzproblematik im Bere ich der gesamten linken Körper- seite an Arm und Bein vor dem Hintergrund der anamnest ischen Angaben nur teilweise plausi- bel sei. Die Ergebnisse der gesundheits- und funktionsbez ogenen Assessments zeigten ein stark auf die Rückenbeschwerden fixiertes Schmerzerleben. Es sei eine Tendenz zur Symp- tomausweitung zu erkennen. Insgesamt sei die fehlende E rhöhung des Arbeitspensums nicht medizinisch begründet, sondern vorwiegend auf das selbs tlimitierende Verhalten und einer mangelhaften Willensanstrengung des Versicherten zurückzuführen. Bei den Tests sei die Kon- sistenz schlecht und die Leistungsbereitschaft nicht oder nur bedingt gegeben gewesen. Ver- einzelt sei der Eindruck entstanden, der Versicherte führe die Testaufgaben demonstrativ unsi- cher aus. Auffällig bei fast allen Tests seien das langsa me Arbeitstempo und die deutlich ver- minderte Gehstrecke gewesen. Beim kardiopulmonalen Belast ungstest sei bis zum Abbruch kein Pulsanstieg festzustellen gewesen. Aus klinischer Sicht könne das Ergebnis des Pseudo- krafttests, wonach es ihm nicht gelungen sei, in Rückenla ge für zwei Minuten eine 3 kg-Hantel mit nach oben gestreckten Armen zu halten, nicht nachvollzogen werden. Ebenso wenig plausi- bel sei die Angabe von einem sehr ausgedehnten Schmerz b ei Palpation, der deutliche Kreuz- schmerz bei axialem Druck auf den Kopf und bei gleichzeiti ger Rumpf- und Beckenrotation. Demgegenüber sei es dem Versicherten möglich gewesen, Ü berkopfarbeiten, welche norma- lerweise bei Wirbelsäulen- und Nackenproblemen erhebliche Schwierigkeiten bereiteten, unein- geschränkt auszuführen. In der Selbstbewertung der subj ektiven Leistungsfähigkeit habe sich ein zu tiefer, unrealistischer Wert gezeigt, welcher in diesem Ausmass nur für Krankheitssituati- onen bei körperlich stark beeinträchtigender Gesundheit zu erwarten sei. Aufgrund der Tester- gebnisse und der klinischen Untersuchungen sei der Versicherte in der Lage, mit grösserer Ein- satzbereitschaft und einem besseren Effort die Arbeitsanf orderungen an eine Tätigkeit als Mit- arbeiter in einer Tagesklinik oder als Küchenhilfe vollzei tlich zu erfüllen. Die Ausführungen der H.____ sind überzeugend und stimmen im Wesentlichen mi t den übrigen medizinischen Beur- teilungen überein. 4.3.2 Im Zusammenhang mit der Selbstlimitierung ist da rauf hinzuweisen, dass es bereits vor der Abklärung in der H.____ entsprechende Hinweise gab. So berichtete Dr. C.____ in seinem Gutachten vom 2. Juni 2010 über ein "pain behavour", we il der Versicherte seine subjektiv er- lebten Beschwerden deutlich zur Schau trage. Der für das E.____ tätige Arzt stellte eine Dis- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht krepanz zwischen dem subjektiven Empfinden der Restarbeits fähigkeit und der medizinischen Befunde fest. Inkonsistenzen hätten vor allem im Zusammenhang mit den angegebenen Druck- dolenzen über der distalen und mittleren LWS bestanden (vgl. Schlussbericht des E.____ vom 4. Oktober 2012). Auch die Hausärztin, Dr. I.____, und die behandelnde Fachärztin, Dr. K.____, sind der Ansicht, dass die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Versicherten höher als die ge- zeigte sei. Aus den Telefonaten der zuständigen Sachbearb eiterin der IV-Stelle mit Dr. I.____ und Dr. K.____ ergibt sich, dass die fehlende Leistungssteigerung medizinisch nicht begründbar sei (vgl. Coachingbericht des Vereins O.____, Verlaufsein trag vom 19. Dezember 2016). Eine dem Versicherten zumutbare Leistungssteigerung indizier t schliesslich auch die Aussage von Dr. I.____, wonach sie manchmal auf das Drängen des Ver sicherten hin nachgebe und ein Ar- beitsunfähigkeitszeugnis ausstelle (vgl. Protokollnotiz der Berufsberatung vom 4. September 2012). Aufgrund dieser Ausführungen ist deshalb mit üb erwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Versicherte das ihm zumutbare Arbei tspensum von 100 % während der mehrjährigen Dauer der beruflichen Massnahmen aufgrund eines selbstlimitierenden Verhal- tens nicht erhöht hat. 4.4.1 Entgegen der Ansicht des Versicherten schliesst das v on den involvierten Eingliede- rungsfachleuten bescheinigte vorbildliche Verhalten, d ie sehr gute Motivation und die gute Ar- beitsqualität eine Selbstlimitierung nicht aus. Aus den Akten ergeben sich Anhaltspunkte, dass der Versicherte sich gegen eine Erhöhung des Arbeitspen sums von mehr als 50 % wehrte. Da- bei konnte dieses Verhalten aber nicht damit erklärt we rden, dass die Arbeiten in der Küche für den Versicherten körperlich zu anstrengend waren. So ist dem von der IV-Stelle mit Vernehm- lassung vom 6. April 2018 eingereichten Protokoll der be ruflichen Massnahmen im Eintrag vom 11. September 2012 zu entnehmen, dass der Versicherte während 3 Tagen bei einem externen Arbeitsversuch in der Küche des Alters- und Pflegeheims P .____ von der zuständigen Person der beruflichen Massnahmen begleitet worden sei. Diese und der dort anwesende Küchenchef berichteten, dass der Versicherte über starke Schmerzen ge klagt habe, weil ihm die Arbeit in der Küche zu anstrengend gewesen sei, was sie aber nicht hätten nachvollziehen können. Sie würden vielmehr davon ausgehen, dass der Versicherte arb eitsentwöhnt sei und deshalb seine Arbeitsfähigkeit wieder langsam aufbauen müsse. Im Pr otokolleintrag vom 9. Juni 2017 ist so- dann vermerkt, dass der Versicherte die Arbeit im Tagesp flegeheim G.____ als belastend be- zeichnet habe und die Schmerzzunahme so gross gewesen sei, dass er noch stärkere Medi- kamente benötigt habe. Tatsächlich sei die Arbeit aber leicht und vor allem wechselbelastend gewesen, was zu einer Leistungssteigerung hätte führen m üssen. Auch schien das Verhalten des Versicherten nicht immer einwandfrei gewesen zu sei n. Am 22. Oktober 2015 wurde fest- gehalten, dass seine Haltung, Einstellung und Flexibilit ät mangelhaft seien, was nicht auf ge- sundheitliche Einschränkungen zurückgeführt werden könne ( vgl. auch Eintrag vom 24. Mai 2017). Diese Protokolleinträge zeigen auf, dass die F achleute der beruflichen Massnahmen nicht zwingend annahmen, dass die von ihnen erhobenen sub jektiven Arbeitsleistungen des Versicherten dem objektiv zumutbaren Leistungsvermögen de s Versicherten entsprechen wür- den. 4.4.2 Auch aus dem Bericht vom 22. Oktober 2015, in we lchem der zuständige Arbeitsvermitt- ler festhielt, dass die vom 17. März 2014 bis 31. März 201 5 im Rahmen des Praktikums im Al- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ters- und Pflegeheim Q.____ ausgeführten Arbeiten al s anspruchsvoll und körperlich anstren- gend anzusehen seien, kann nichts zu Gunsten des Versicherten abgeleitet werden, beschränkt sich diese Aussage doch allein auf die Arbeit an einem Einsatzort, aber nicht insgesamt auf die Tätigkeit eines Küchenmitarbeiters. Aufgrund dieser S achlage stehen aber die Einschätzungen der beruflichen Fachpersonen nicht in erheblicher Diskre panz zur medizinisch theoretischen Leistungsfähigkeit, so dass ernsthaft am von Dr. C.____ f ormulierten Zumutbarkeitsprofil ge- zweifelt werden könnte. Es besteht daher kein Anlass, di e Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Versicherten erneut abzuklären. Daran ändert auch die im Lichte von der mit BGE 141 V 294 und 143 V 418 h 294 begründete neue Schmerzrechtsprech ung zur invalidisierenden Wirkung von psychischen Erkrankungen nichts, wurde doch beim Versicherten nie eine rechtserhebliche psychiatrische Diagnose gestellt. Es kann deshalb auf die v on ihm eventualiter beantragte An- ordnung eines Obergutachtens bei der asim verzichtet we rden (sog. antizipierte Beweiswürdi- gung; vgl. dazu BGE 141 I 64 E. 3.3, 126 V 130 E. 2a , 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 4.5. Zusammenfassend ist festzustellen, dass eine Verschlechte rung des Gesundheitszu- standes nicht ersichtlich ist. Weiter bestehen keine ernsthaften Hinweise für die Annahme, dass die Tätigkeit als Küchenmitarbeiter nicht dem von Dr. C.____ in seinem Gutachten vom 12. Juni 2010 formulierten Anforderungsprofil entsprechen wür de. Mit der Umschulung zum Küchenar- beiter ist er somit genügend eingegliedert, weshalb d ie Durchführung von beruflichen Mass- nahmen als abgeschlossen zu betrachten ist. Die vom Versich erten als unmöglich erachtete Steigerung der effektiven Arbeitsleistung, welche seit Ja hren bei maximal 70 % in einem 50%- Teilzeitpensum stagniert, auf ein Vollzeitpensum ist auf eine Selbstlimitierung zurückzuführen, welche mit dem Abklärungsbericht der H.____ vom 29. Ju ni 2017 ausführlich beschrieben und objektiviert wurde. Damit fehlt es auch an der subjekt iven Eingliederungsfähigkeit, was einen Anspruch auf berufliche Massnahmen gemäss Art. 17 IVG ausschliesst (vgl. Urteil des Bundes- gerichts vom 19. August 2016, 9C_276/2016, E. 3.5). 5. Was den Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen anb elangt, so kommen vorlie- gend allenfalls Berufsberatung (Art. 15 IVG) und Arb eitsvermittlung (Art. 18 IVG) in Frage. Die- se Massnahmen unterliegen den allgemeinen Leistungsanfo rderungen gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG. Das betrifft vor allem die subjektive Eingliederungsfähigkeit; denn ohne diese machen Ein- gliederungsleistungen der IV-Stelle keinen Sinn (vgl. MEYER /R EICHMUTH , a.a.O., zu Art. 15 Rz. 5 und zu Art. 18 Rz. 6). Da die ungenügende Eingliede rung des Versicherten nicht auf gesund- heitsbedingte Gründe beruht, ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit durch weitere berufli- che Massnahmen nicht zu erwarten. Es besteht auch kein Ansp ruch auf einen Arbeitsversuch bzw. auf ein Taggeld nach Art. 18a IVG, da bei vorlie gender Sachlage die Notwendigkeit einer weiteren Abklärung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit zu verneinen ist (M EYER /R EICHMUTH , a.a.O., zu Art. 18a Rz. 1). Die IV-Stelle hat deshalb zu Recht die Weiterführung von beruflichen Massnahmen als sinnlos betrachtet und einen Anspruch darauf verneint. 6. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.– werd en dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in Höhe von Fr. 800.– verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.