<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">408</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">[...]</span><br/> <span class="ft3"><b>86</b></span> <span class="ft3"><b>Solaranlage</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Unzulässigkeit einer Aufdach-Fotovoltaikanlage in einer Kernzone, wenn</b></span><br/> <span class="ft3"><b>sie - anders als eine Indachanlage - die Dachgestaltung stark unruhig</b></span><br/> <span class="ft3"><b>macht und das Ortsbild wesentlich beeinträchtigt</b></span><br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt vom</span><br/> <span class="ft4">3. Februar 2017 (BVURA.16.533)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">409</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">2. Bauvorhaben</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer will auf seinem Gebäude an der Haupt-</span><br/> <span class="ft1">strasse (Parzelle 853) eine 67 m</span><span class="ft6"><sup>2</sup></span> <span class="ft1">grosse Aufdach-Fotovoltaikanlage</span><br/> <span class="ft1">mit insgesamt 41 Modulen realisieren. Die einen Module (2x16) sol-</span><br/> <span class="ft1">len in zwei Reihen im oberen Bereich des Hauptdachs, die anderen</span><br/> <span class="ft1">(3x3) auf dem Wintergartenvorbau angebracht werden.</span><br/> <span class="ft1">Die Gemeinde hat eine Baubewilligung verweigert mit der Be-</span><br/> <span class="ft1">gründung, dass es in der Kernzone nur Indachanlagen gebe und Auf-</span><br/> <span class="ft1">dachanlagen aus Gründen des Ortsbildschutzes nicht bewilligt wür-</span><br/> <span class="ft1">den. Der Beschwerdeführer hingegen hält den Entscheid für bundes-</span><br/> <span class="ft1">rechtswidrig und aus Kosten- und Energieeffizienzgründen für</span><br/> <span class="ft1">unverhältnismässig. Auch würde die geplante Anlage optisch nicht</span><br/> <span class="ft1">stören.</span><br/> <span class="ft1">3. Rechtliche Grundlagen</span><br/> <span class="ft1">3.1</span><br/> <span class="ft1">Die Bauparzelle liegt in der Kernzone K2.</span><br/> <span class="ft1">Es handelt sich dabei um eine Schutzzone, wo das Erstellen von</span><br/> <span class="ft1">Solaranlagen der Baubewilligungspflicht unterliegt (Art. 9 Abs. 4</span><br/> <span class="ft1">BNO, § 49a Abs. 2 BauV, Art. 18a Abs. 2 lit. b RPG).</span><br/> <span class="ft1">Bei der Beurteilung der Zulässigkeit von Solaranlagen sind all-</span><br/> <span class="ft1">gemein die Bestrebungen des Bundesgesetzgebers zu beachten, sol-</span><br/> <span class="ft1">che Anlagen auf der Ebene des Raumplanungsrechts zu fördern. Der</span><br/> <span class="ft1">Bund hat im Raumplanungsgesetz auf den 1. Januar 2008 hin einen</span><br/> <span class="ft1">Art. 18a eingefügt. Dieser verlangt, dass in Bau- und Landwirt-</span><br/> <span class="ft1">schaftszonen sorgfältig in Dach- und Fassadenflächen integrierte</span><br/> <span class="ft1">Solaranlagen zu bewilligen sind, sofern keine Kultur- und Na-</span><br/> <span class="ft1">turdenkmäler von kantonaler oder nationaler Bedeutung beeinträch-</span><br/> <span class="ft1">tigt werden. In der Referendumsabstimmung vom 3. März 2013 hies-</span><br/> <span class="ft1">sen die Stimmbürger zudem eine Revision von Art. 18a RPG gut.</span><br/> <span class="ft1">Dieser befreit Solaranlagen unter gewissen Voraussetzungen von der</span><br/> <span class="ft1">Baubewilligungspflicht (Abs. 1) und erklärt, dass die Interessen an</span><br/> <span class="ft1">der Nutzung der Solarenergie auf bestehenden und neuen Bauten den</span><br/> <span class="ft1">ästhetischen Anliegen grundsätzlich vorgehen (Abs. 4). Art. 18a</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 RPG räumt dem kantonalen Gesetzgeber allerdings einen ge-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">410</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">wissen Gestaltungsspielraum ein, und Abs. 3 statuiert für Kultur- und</span><br/> <span class="ft1">Naturdenkmäler eine Ausnahme.</span><br/> <span class="ft1">Auf Schutzzonen - wie hier eine vorliegt - ist Art. 18a RPG mit</span><br/> <span class="ft1">den präzisierenden bundesrätlichen Verordnungsvorschriften zu den</span><br/> <span class="ft1">bewilligungsfreien Solaranlagen hingegen nicht direkt anwendbar</span><br/> <span class="ft1">(vgl. Art. 32a RPV). Doch ist auch für diese Zonen der der bundesge-</span><br/> <span class="ft1">setzlichen Bestimmung zugrunde liegende Förderungszweck zu be-</span><br/> <span class="ft1">rücksichtigen. So darf nur mit Zurückhaltung davon ausgegangen</span><br/> <span class="ft1">werden, dass eine Solaranlage das Orts- oder Landschaftsbild</span><br/> <span class="ft1">wesentlich beeinträchtigt und deshalb nicht bewilligt werden kann.</span><br/> <span class="ft1">Bloss untergeordnete Veränderungen des Erscheinungsbilds müssen</span><br/> <span class="ft1">hingenommen werden und können einen Bauabschlag nicht recht-</span><br/> <span class="ft1">fertigen. Eine allfällige negative Präjudizierung für die Folgeent-</span><br/> <span class="ft1">wicklung des Ortsbilds darf bei der Beurteilung mitberücksichtigt</span><br/> <span class="ft1">werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_179/2015 und</span><br/> <span class="ft1">1C_180/2015 vom 11. Mai 2016, Erw. 6.6; 1C_345/2014 vom</span><br/> <span class="ft1">17. Juni 2015, Erw. 3.3 sowie 1C_311/2012 vom 28. August 2013,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 5.3).</span><br/> <span class="ft1">3.2</span><br/> <span class="ft1">Gemäss kommunalem Recht umfasst die Kernzone K2, wo die</span><br/> <span class="ft1">Bauparzelle liegt, die alten Dorfteile, die in ihrer charakteristischen</span><br/> <span class="ft1">Bauweise und Stellung der Gebäude weitgehend erhalten sind. Bau-</span><br/> <span class="ft1">vorhaben dürfen den vorhandenen Dorfcharakter nicht verändern; es</span><br/> <span class="ft1">ist eine gute Gesamtwirkung anzustreben (§ 11 BNO).</span><br/> <span class="ft1">Bei Solaranlagen ist - nebst der Anordnung auf dem Dach und</span><br/> <span class="ft1">der Integration ins Ortsbild - namentlich die Integration in das Dach</span><br/> <span class="ft1">ausdrückliches Kriterium für die Beurteilung der Einordnung (§ 53</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 lit. c BNO). Das "Merkblatt für Solaranlagen in Kernzonen"</span><br/> <span class="ft1">vom 8. August 2011, das der Gemeinderat am 15. August 2011 be-</span><br/> <span class="ft1">schlossen hat, formuliert für alle Kernzonen namentlich folgende Ge-</span><br/> <span class="ft1">staltungskriterien:</span><br/> <span class="ft7">Die Anlagen sollen sich der optischen Erscheinung am Gebäude</span><br/> <span class="ft7">unterordnen und gestalterisch gut in die bestehende Umgebung ein-</span><br/> <span class="ft7">fügen.</span><br/> <span class="ft7">...</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">411</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">Zu bevorzugen sind wenn möglich, insbesondere bei Neubau-</span><br/> <span class="ft7">situationen und Dacherneuerungen, in die Dachhaut integrierte An-</span><br/> <span class="ft7">lagen.</span><br/> <span class="ft1">Ähnliche Formulierungen enthält auch das kantonale Merkblatt</span><br/> <span class="ft1">"Solaranlagen; Grundlagen zur Erstellung", Fassung von November</span><br/> <span class="ft1">2016, auf das die BNO pauschal verweist (§ 9 Abs. 4 BNO). Im</span><br/> <span class="ft1">Merkblatt heisst es (S. 18, Ziff. 3.1; S 20 Ziff. 3.2.2):</span><br/> <span class="ft1">Werden Solaranlagen auf schutzwürdigen und geschützten Ob-</span><br/> <span class="ft1">jekten oder in Schutzgebieten geplant, gelten erhöhte Anforde-</span><br/> <span class="ft1">rungen im Hinblick auf eine optimale Integration. Die Wahrung</span><br/> <span class="ft1">der öffentlichen Interessen in Bezug auf eine qualitätsvolle</span><br/> <span class="ft1">bauliche, denkmal- und ortsbildgerechte Umsetzung steht dabei</span><br/> <span class="ft1">im Vordergrund. Das Projekt sollte das Objekt nicht wesentlich</span><br/> <span class="ft1">beeinträchtigen, und die historisch-bauliche Situation muss für</span><br/> <span class="ft1">die Montage einer Solaranlage tauglich sein.</span><br/> <span class="ft7">3.2.2 Geometrische Ausgestaltung</span><br/> <span class="ft7">...</span><br/> <span class="ft7">Die Flächenanteile der Solaranlagen stehen in einem unterge-</span><br/> <span class="ft7">ordneten Verhältnis zum Objekt und zur Umgebung.</span><br/> <span class="ft8">...</span><br/> <span class="ft7">Der bündige Einbau der Kollektoren oder Panels in die Beda-</span><br/> <span class="ft7">chung (Indachanlage) soll angestrebt werden, damit ihre</span><br/> <span class="ft7">Oberfläche die Dachverkleidung nicht überragt. Wird die An-</span><br/> <span class="ft7">lage auf die Dachoberfläche montiert, ist die kastenartige Wir-</span><br/> <span class="ft7">kung zu berücksichtigen.</span><br/> <span class="ft1">4. Beurteilung</span><br/> <span class="ft1">4.1</span><br/> <span class="ft1">Am Augenschein hat die kantonale Fachperson das Bauvorha-</span><br/> <span class="ft1">ben wie folgt beurteilt:</span><br/> <span class="ft1">Der Gemeinderat habe zum Schutz des Ortsbilds in den Kernzo-</span><br/> <span class="ft1">nen sehr differenzierte Zonenzuweisungen vorgenommen und drei</span><br/> <span class="ft1">Kernzonenbereiche ausgeschieden. Die Kernzone K1 umfasse den</span><br/> <span class="ft1">alten Bereich mit den schützenswerten Gebäuden von höherer Quali-</span><br/> <span class="ft1">tät. In der Kernzone K2 seien die Gebäude weniger hochwertig als</span><br/> <span class="ft1">die alten Bauernhäuser. Es gebe murale Bauten, Lochfassaden. Auch</span><br/> <span class="ft1">habe es Fremdkörper. Doch könne die Kernzone K2 insgesamt als</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">412</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft5"><i>weitgehend</i> intakt bezeichnet werden. Entsprechend verfolge die Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinde mit der Kernzone K2 das Ziel, eine gewisse Homogenität zu</span><br/> <span class="ft1">bewahren. Das Nachbargebäude 139a/139b, ein Neubau, sei (entge-</span><br/> <span class="ft1">gen der Ansicht des Beschwerdeführers) nach den für die Kernzone</span><br/> <span class="ft1">geltenden Prinzipien erstellt worden. Der Bau sei mural, habe ein</span><br/> <span class="ft1">Satteldach und stehe mit der Strasse in Beziehung. - Die Kernzone</span><br/> <span class="ft1">K3 hingegen sei heterogener und entsprechend weniger hochwertig.</span><br/> <span class="ft1">Die Kernzone K2, um die es hier gehe, umfasse die grösste Flä-</span><br/> <span class="ft1">che innerhalb der Kernzonen. Der Strassenzug sei hier vor allem</span><br/> <span class="ft1">wichtig. Wichtig seien daher der Bezug zur Strasse, die Vorplätze,</span><br/> <span class="ft1">die Vorbauten, die Körnigkeit, die Dachformen - Satteldächer -, die</span><br/> <span class="ft1">Materialart, das Murale sowie die Fassadengestaltung. Das Dach des</span><br/> <span class="ft1">Gebäudes Hauptstrasse 141 (Bauparzelle) präge den Strassenraum</span><br/> <span class="ft1">und sei sehr präsent im Strassenbild. Das Gebäude liege in der ersten</span><br/> <span class="ft1">Bautiefe. - Was die Frage der Intaktheit der Kernzone K2 betreffe,</span><br/> <span class="ft1">sehe er wie der Gemeinderat das Ortsbild als weitgehend intakt an.</span><br/> <span class="ft1">Das Intakte herrsche vor - mit gewissen Ausnahmen (Bahnhofstrasse</span><br/> <span class="ft1">125: "Siloaufbau" und 129: Flachdachterrasse). Solche Ausnahmen</span><br/> <span class="ft1">seien aber durchaus üblich. Nichtsdestotrotz weise das Ortsbild eine</span><br/> <span class="ft1">Einheitlichkeit auf und sei weitgehend intakt. Es gehe nicht zuletzt</span><br/> <span class="ft1">auch um die künftige Entwicklung: Das Charakteristische der Dorf-</span><br/> <span class="ft1">kernzone solle erhalten und weiterentwickelt werden.</span><br/> <span class="ft1">Die bereits erstellte Indachsolaranlage auf dem Gebäude Schul-</span><br/> <span class="ft1">hausweg 1 in der Kernzone K2 sei von wenigen Ziegeln umsäumt.</span><br/> <span class="ft1">Das Dach präsentiere sich als ruhiges einfaches Feld, als (unun-</span><br/> <span class="ft1">terbrochene) durchlaufende Fläche. Auf diese optische Wirkung, die</span><br/> <span class="ft1">flächenbündige Gestaltung, komme es an. Die Aufdachsolaranlage</span><br/> <span class="ft1">des Gebäudes Unterforststrasse 4 in der Wohnzone W2 mit seiner</span><br/> <span class="ft1">aufgesetzten Geometrie zeige das - in einer Kernzone nicht vorstell-</span><br/> <span class="ft1">bare - Gegenstück.</span><br/> <span class="ft1">Zum Bauvorhaben: In der Kernzone K2 seien Solaranlagen</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich bewilligungsfähig. Allerdings müsse die Gestaltung äs-</span><br/> <span class="ft1">thetisch überzeugen. Die hier gewählte Anordnung der Solarpanels in</span><br/> <span class="ft1">der oberen Hälfte des Dachs mit den Ziegeln darunter sei zweckmäs-</span><br/> <span class="ft1">sig und überzeugend. Allerdings entständen mit einer Aufdach-</span><br/> <span class="ft1">Ausführung zwei Ebenen. Dadurch verschlechtere sich das Bild. Das</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">413</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Feld müsse möglichst ruhig verlaufen. Der technisch bedingte Absatz</span><br/> <span class="ft1">von 8 bis 15 cm schaffe ein ungleiches Niveau: Dadurch überragten</span><br/> <span class="ft1">die Panels die Dachziegel in augenfälliger Weise, und das Ortsbild</span><br/> <span class="ft1">werde wesentlich beeinträchtigt. Ziel müsse sein, Anlage und Ziegel</span><br/> <span class="ft1">auf die gleiche Ebene zu bringen. Ob die Niveaudifferenz nun 8, 10</span><br/> <span class="ft1">oder 15 cm betrage, sei nicht entscheidend. Der Punkt sei, dass op-</span><br/> <span class="ft1">tisch zwei Ebenen entständen. Damit dies nicht erfolge, verlangten</span><br/> <span class="ft1">auch andere Gemeinden Indachanlagen.</span><br/> <span class="ft1">4.2</span><br/> <span class="ft1">Diese Ausführungen der Fachperson sind durchaus nachvoll-</span><br/> <span class="ft1">ziehbar und schlüssig. Der Augenschein hat gezeigt, dass sich</span><br/> <span class="ft1">Indach- von Aufdachanlagen optisch in Bezug auf den Niveauun-</span><br/> <span class="ft1">terschied von Panelfeld zu übrigem Dach frappant unterscheiden und</span><br/> <span class="ft1">so eine Aufdachanlage die Dachgestaltung stark unruhig macht. Der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderat ist daher zu Recht zum Schluss gelangt, dass die</span><br/> <span class="ft1">Aufdachanlage wegen der wesentlichen Beeinträchtigung des</span><br/> <span class="ft1">Ortsbilds nicht bewilligt werden kann.</span><br/> <span class="ft1">Ebenso ist den Bemerkungen der Fachperson zu folgen, dass</span><br/> <span class="ft1">zwar einzelne Bausünden (Bahnhofstrasse 125 und 129) vorhanden</span><br/> <span class="ft1">seien, das Ortsbild aber dennoch als weitgehend intakt einzustufen</span><br/> <span class="ft1">sei. Diese wenigen Bausünden aus einer ferneren Vergangenheit las-</span><br/> <span class="ft1">sen nicht den Rückschluss zu, dass der Gemeinderat das Ortsbild</span><br/> <span class="ft1">nicht konsequent schütze oder ein schützenswertes Ortsbild heute gar</span><br/> <span class="ft1">nicht mehr bestehe.</span><br/> <span class="ft1">4.3</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer bringt noch vor, dass eine Indachanlage</span><br/> <span class="ft1">um rund 25 % teurer sei, einen um "wenigstens 10 %" geringeren</span><br/> <span class="ft1">Energieertrag habe und ebenfalls Reparaturen nur mit grösserem</span><br/> <span class="ft1">Aufwand behoben werden könnten. Für ihn komme daher eine sol-</span><br/> <span class="ft1">che Anlage nicht in Frage.</span><br/> <span class="ft1">Der Gemeinderat hat ausgeführt, dass er das Baugesuch bewilli-</span><br/> <span class="ft1">gen werde, wenn die Ausführung nicht als Aufdach-, sondern als In-</span><br/> <span class="ft1">dachanlage erfolge. Der Beschwerdeführer bleibt so frei zu wählen,</span><br/> <span class="ft1">ob er nun eine Indachanlage realisieren oder die Energieversorgung</span><br/> <span class="ft1">des Hauses auf andere Weise sicherstellen will. Dass eine Indachan-</span><br/> <span class="ft1">lage teurer zu realisieren und weniger rentabel ist als eine</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">414</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Aufdachanlage, trifft zwar zu. Doch überwiegen hier die öffentlichen</span><br/> <span class="ft1">Interessen des Ortsbildschutzes die privaten ökonomischen Interes-</span><br/> <span class="ft1">sen des Beschwerdeführers und das mitbetroffene öffentliche Inte-</span><br/> <span class="ft1">resse an einer preislich möglichst vorteilhaften, effizienten Nutzung</span><br/> <span class="ft1">erneuerbarer Energien.</span><br/> <span class="ft1">4.4</span><br/> <span class="ft1">Die anwendbaren Richtlinien verbieten - wie der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer bemerkt - Aufdachanlagen nicht absolut. Denkbar</span><br/> <span class="ft1">ist, dass die technische Entwicklung auf diesem Gebiet auch in Be-</span><br/> <span class="ft1">zug auf die Einpassung Verbesserungen bringen wird, so dass be-</span><br/> <span class="ft1">stimmte Aufdachanlagen in Schutzzonen bewilligungsfähig werden.</span><br/> <span class="ft1">Ferner sind Situationen denkbar, wo eine Aufdachanlage kaschiert ist</span><br/> <span class="ft1">oder auf einem Dachfeld liegt, das den Blicken der Öffentlichkeit</span><br/> <span class="ft1">entzogen ist, und so das Ortsbild nicht beeinträchtigt. Eine solche</span><br/> <span class="ft1">Situation liegt hier jedoch nicht vor.</span><br/> <span class="ft1">Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.</span><br/></div> </div> </body> </html>