<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">IV.2010.00544</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">IV. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichter Hurst</font> </p><p><font size="4">Sozialversicherungsrichterin Weibel-Fuchs</font> </p><p><font size="4">Gerichtssekretär Hübscher</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 16. November 2010</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch Y.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 3. Mai 2010 die laufende ganze Invalidenrente der Beschwerdeführerin per sofort sistiert und gleichzeitig angeordnet hat, dass einer hiergegen erhobenen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen wird (Urk. 2),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">nach Einsicht in die Beschwerde vom 5. Juni 2010, mit welcher die Beschwerdeführerin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die rückwirkende Wiederausrichtung der Invalidenrente beantragt hat (Urk. 1), und in die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom 8. Juli 2010 (Urk. 7), welche der Beschwerdeführerin am 15. Juli 2010 zugestellt wurde,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">in Erwägung,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdegegnerin zum Erlass vorsorglicher Massnahmen ermächtigt ist, welche Ermächtigung in der Anknüpfung an das Verwaltungsverfahrensgesetz bzw. die Bundeszivilprozessordnung gründet und sich insbesondere auf das materielle Bundesrecht stützt, dessen Durchsetzung die vorsorglichen Massnahmen sichern sollen (Urs Müller, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010, Rz 2329 mit zahlreichen Hinweisen), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass eine Verfügung, mit der eine bisher gewährte Leistung nicht mehr gewährt wird, eine positive Verfügung ist, welche der aufschiebenden Wirkung zugänglich ist (BGE 124 V 82 Erw. 1a; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts in Sachen W. vom 24. Juli 2007, U 115/06, Erw. 4.2 mit weiteren Hinweisen),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass indessen die Frage, ob der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen wäre, mit dem heutigen Urteil gegenstandslos wird und daher nicht weiter zu erörtern ist, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass der mit der 5. Revision des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) neu eingefügte Art. 7b Abs. 2 vorsieht, dass Leistungen in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) ohne Mahn- und Bedenkzeitverfahren gekürzt oder verweigert werden können, wenn die versicherte Person u.a. der Meldepflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist (lit. b) oder Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat (lit. c),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass in besonders schweren Fällen von Pflichtverletzungen gemäss Art. 7 IVG die Rente verweigert werden kann (Art. 86</font><sup><font face="RotisSerif" size="4">bis</font></sup><font face="RotisSerif" size="4"> der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass der Beschwerdeführerin seit dem 1. Oktober 1988 eine ganze Invalidenrente ausgerichtet wird (Urk. 8/28, Urk. 8/116),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass aufgrund von Observationen der Beschwerdeführerin ab Mitte 2009 (vgl. Urk. 8/124-125) der Verdacht des unrechtmässigen Leistungsbezugs durch die Beschwerdeführerin im Raum steht, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass sich aus dem Befragungsprotokoll vom 16. April 2010 ergibt, dass die Beschwerdeführerin verschiedentlich auf dem Bauernhof ihres Bruders (unter anderem Tellerservice in der dortigen Besenbeiz) tätig ist, auf acht verschiedenen Bauernhöfen Milchkontrollen ausführt sowie teilzeitlich in der Dorfbäckerei arbeitet (Urk. 8/126),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdegegnerin vom 29. bis 30. Juli 2009, am 1. August 2009, vom 13. bis 14. November 2009 sowie am 2. Dezember 2009 eine Überwachung der Beschwerdeführerin durchführen liess (Urk. 8/123-125) und die Ergebnisse dieser Überwachung Dr. med. Z.___, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Manuelle Medizin (SAMM), FA Vertrauensarzt SGV, zertifizierter medizinischer Gutachter (SIM), vom A.___ vorlegte (Urk. 8/135), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass dieser Arzt feststellte, aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe bei der Beschwerdeführerin eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem (in den medizinischen Akten) dokumentierten Beschwerdebild (mit ausgeprägten Funktionsdefiziten) und dem im observierten Filmmaterial sichtbaren funktionellen Leistungsbild, sodass aus medizinischer Sicht erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Angaben der Beschwerdeführerin angebracht seien,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdeführerin bei sämtlichen Videoeinstellungen einen ausgeglichenen (gelassen, freundlich, lächelnd) und aktiven Eindruck mache, sie dabei stets sicher, zielgerichtet und ohne ersichtliche Funktionseinschränkungen im Bereich des Bewegungsapparates beziehungsweise der Psyche agiere,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass sich in dem vorgelegten Filmmaterial ebenso keinerlei Hinweise für den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten sozialen Rückzug fänden,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass aus medizinischer Sicht das Videomaterial mit überwiegender Wahrscheinlichkeit den Schluss zulasse, der Beschwerdeführerin sei eine körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere angepasste Tätigkeit (wechselbelastend, ohne Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg, unter Vermeidung von Zwangshaltungen und Überkopfarbeiten) zu 100 % möglich und zumutbar (Urk. 8/135/5-6), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Erkenntnisse aus der Überwachung der Beschwerdeführerin (Urk. 8/123-125, Urk. 8/135/5-6) sowie deren Ausführungen bei der Standortbestimmung vom 16. April 2010 (Urk. 8/126) hinreichende Hinweise liefern, dass die Beschwerdeführerin in der Lage wäre, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen oder einer solchen nachging, ohne dies der Invalidenversicherung zu melden,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdegegnerin, falls sich die Vorwürfe erhärten sollten, verwaltungsrechtliche Konsequenzen ziehen und der Beschwerdeführerin die Rente reduzieren oder entziehen muss,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass zu prüfen bleibt, ob die vorläufige Sistierung der Rente verhältnismässig ist, da die vorübergehende Einstellung der Rentenzahlungen einen erheblichen Einschnitt in die Einkommenssituation der Beschwerdeführerin darstellt,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass deshalb beim Sistierungsentscheid die Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens und die wirtschaftliche Lage der versicherten Person, zu berücksichtigen sind (Art. 7b Abs. 3 IVG),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass im vorliegenden Fall eine sofortige Sistierung der Rente insofern gerechtfertigt ist, als bei der Beschwerdeführerin, die gemäss ihren eigenen Angaben über keinerlei Vermögen verfügt (Urk. 1 S. 3), die Gefahr besteht, dass die Beschwerdegegnerin weiterhin Leistungen erbringt, die sie gegebenenfalls später zurückfordern müsste und die eventuell uneinbringlich sein werden,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass - wie die Beschwerdegegnerin zu Recht feststellt (Urk. 7 S. 3) - die Sistierung der Rente solange zulässig ist, bis über den Anspruch materiell entschieden werden kann,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdegegnerin indes gehalten ist, durch geeignete Massnahmen (allenfalls unabhängiges Gutachten) möglichst rasch in den Besitz der Entscheidgrundlagen zur Neubeurteilung des Rentenanspruchs zu kommen, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Gerichtskosten (Art. 69 Abs. 1</font><sup><font face="RotisSerif" size="4">bis</font></sup><font face="RotisSerif" size="4"> IVG) auf Fr. 500.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">erkennt das Gericht:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Y.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherungen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">sowie an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p></div></body></html>