Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2020 61 Entscheid vom 23. November 2020 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident lic.iur. Karl Gasser, Richter Monica Huber-Landolt, Richterin lic.iur. Josef Mathis, Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführer, gegen 1.Gemeinderat Ingenbohl, Parkstrasse 1, Postfach 253, 6440 Brunnen, 2.Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz, Vorinstanzen, Gegenstand Planungs- und Baurecht (Ortsplanung)2 Sachverhalt: A.An der Urnenabstimmung vom 9. Februar 2020 nahmen die Stimmberechti- gen der Gemeinde Ingenbohl die Teilrevision der Nutzungsplanung (allgemeine Ortsplanungsrevision) an. Diese Teilrevision wurde vom Regierungsrat mit RRB Nr. 611/2020 vom 18. August 2020 genehmigt. B.Unabhängig von dieser allgemeinen Ortsplanungsrevision publizierte der Gemeinderat Ingenbohl im Amtsblatt (…) die öffentliche Auflage des Ergebnisses der Kernzonenplanung sowie Änderungen des Baureglements. Die Auflage um- fasste folgende Bestandteile: Verbindliche Unterlagen: - Teilzonenplan Ortsbild 1:2500, datiert 16. November 2018; - Kernzonenplan 1:1000, datiert 16. November 2018; - Kernzonenplanung; Ergänzung des Baureglements, datiert 16. November 2018. Orientierende Unterlagen (Beilagen): - Überprüfung Sichtweiten Dorfkern 1:500, datiert 16. November 2018; - Überprüfung Sichtweiten Bahnhofstrasse 1:500, datiert 16. November 2018; - Überprüfung Sichtweiten Axenstrasse 1:500, datiert 16. November 2018; - Kernzonenplanung; Erläuterungsbericht, datiert 16. November 2018; - Grundlageplan Ortsbild Brunnen 1:1000, datiert 30. März 2017; - Vorprüfungsbericht des Volkswirtschaftsdepartements vom 9. Oktober 2017; - Vorprüfungsbericht des Volkswirtschaftsdepartements vom 10. August 2018; - Gemeinderatsbeschluss Verabschiedung öffentl. Auflage vom 7. Januar 2019 C.Dagegen erhoben u.a. A.________, B.________, C.________, D.________ und E.________ Einsprache, welche der Gemeinderat mit Beschluss (GRB) Nr. 821 vom 1. Juli 2019 (versandt am 3.7.2019) abwies, soweit er darauf eintrat. D.Mit Eingabe vom 24. Juli 2019 erhob A.________ Beschwerde gegen den GRB Nr. 821 vom 1. Juli 2019 beim Regierungsrat des Kantons Schwyz mit den folgenden Anträgen: 1. Es sei der Beschluss des Gemeinderats lngenbohl, 6440 Brunnen, vom 1. Juli 2019, Beschuss-Nr. 821 3/6 betreffend Ortsplanungsrevision bzw. Kernzonen- planung gesamthaft aufzuheben und die Ortsplanungsrevision bzw. Kernzo- nenplanung unter Gutheissung der Beschwerde abzuweisen. 2. Es seien die vorgesehenen Änderungen von Art. 13 und Art. 44 BauR abzuwei- sen. Art. 13 und Art. 44 BauR seien in der jetzigen Form zu belassen. Es sei die Berücksichtigung (und nicht 'Beizug') des ISOS, BLN und des lVS im Baure- glement festzulegen. 3. Es sei die Umzonung der Uferzone vom Schiffsteg bis Bellevue (46 m 2), da rechtswidrig, abzuweisen.3 4. Es seien die Um- und Aufzonungen Nr. 4 und 5 (Kernzone K bzw. Wohnzone W3 in Kernzone 2) abzuweisen. Es seien stattdessen die lSOS-Vorgaben mit- tels dem Baureglement umzusetzen (ISOS-Zonen 2, 0.1 und 0.2), und zwar namentlich auch im Bereich Büel und im Bereich Wohn- und Fischerquartier. 5. Es sei auf die Um- und Aufzonungen entlang der Gersauerstrasse abzuweisen (Umzonung Nr. 8) und der vorgesehene Art. 44e BauR abzuweisen bzw. die Kernzone 3 zu streichen. 6. Es seien 5-geschossige Bauten in ISOS-Gebieten mit Schutzzielen A, B, AB, a und b für unzulässig zu erklären und Art. 44b und Art. 44c BauR inkl. der dazu- gehörenden Pläne sowie Art. 44d BauR abzuweisen. 7. Es sei die Quaianlage, namentlich auch der Auslandschweizerplatz, als Frei- fläche festzuhalten und die Gestaltungsplananordnung abzuweisen. 8. Es sei der Park der ehemaligen Aeskulapklinik, heute Seeklinik, als Freihaltezo- ne festzuhalten und die vorgesehene Änderung von Art. 45 BauR abzuweisen. 9. Es seien die fehlenden Schutzobjekte ISOS A in den Nutzungsplan aufzuneh- men, die Schutzobjekte B und weitere mögliche Schutzobjekte genauer auf ihre Schutzwürdigkeit zu prüfen und es sei gegebenenfalls für hinreichenden Schutz zu sorgen. 10. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners. E.Mit Beschluss (RRB) Nr. 167/2017 vom 10. März 2020 (versandt am 17.3.2020) entschied der Regierungsrat wie folgt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten (inklusive Kanzleikosten) im Betrag von Fr. 1500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt (…). 3. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen. (4.-6. Rechtsmittelbelehrung; Zustellung). F.Gegen diesen RRB Nr. 167/2020 erhebt A.________ am 7. April 2020 (Postaufgabe am gleichen Tag) gestützt auf § 26 Abs. 2 i.V.m. § 11 Abs. 4 des kantonalen Planungs- und Baugesetzes (PBG; SRSZ 400.100) vom 14. Mai 1987 rechtzeitig Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit den fol- genden Anträgen: 1. Es sei in Gutheissung der Beschwerde der Beschluss der Regierung des Kt. Schwyz vom 10. März 2020 (RRB 167/2020) aufzuheben und damit der Beschluss des Gemeinderats lngenbohl, 6440 Brunnen, vom 1. Juli 2019, Beschuss-Nr. 821 3/6 betreffend Ortsplanungsrevision bzw. Kernzonenplanung im nachfolgenden Umfang aufzuheben: 2. Es sei die vorgesehene Änderung von Art. 13 abzuweisen. Art. 13 sei in der jetzigen Form zu belassen. Es sei die Berücksichtigung (und nicht 'Beizug') des ISOS, BLN und des lVS im Baureglement festzulegen. 3. Es sei die Umzonung/Einzonung der Uferzone vom Schiffsteg bis Bellevue (46 m2), da rechtswidrig, abzuweisen.4 4. Es seien die Um- und Aufzonungen Nr. 4 und 5 (Kernzone K bzw. Wohnzone W3 in Kernzone 2) abzuweisen. Es seien stattdessen die lSOS-Vorgaben mittels dem Baureglement umzusetzen (ISOS-Zonen 2 und 0.2), und zwar namentlich im Bereich Wohn- und Fischerquartier und Kleinstatt/Suststrasse. 5. Es seien die Um- und Aufzonungen entlang der Gersauerstrasse abzuweisen (Umzonung Nr. 8) und der vorgesehene Art. 44e BauR abzuweisen bzw. die Kernzone 3 zu streichen. 6. Es seien 5-geschossige Bauten in ISOS-Gebieten mit Schutzzielen A, B, AB, a und b für unzulässig zu erklären und Art. 44b und Art. 44c BauR inkl. der dazugehörenden Pläne sowie Art. 44d BauR entsprechend aufzuheben bzw. abzuweisen. 7. Es sei die Quaianlage, namentlich auch der Auslandschweizerplatz, als Freifläche festzuhalten. 8. Es sei der Park der ehemaligen Aeskulapklinik, heute Seeklinik, als Freihaltezo- ne festzuhalten und die vorgesehene Änderung von Art. 45 BauR abzuweisen. 9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners. G.Das Sicherheitsdepartement beantragt mit Vernehmlassung vom 17. April 2020 die Abweisung der Beschwerde, unter Kostenfolge. H.Der Gemeinderat Ingenbohl beantragt mit Vernehmlassung vom 30. April 2020 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde, unter Kostenfolge. I.Der Beschwerdeführer äussert sich mit Replik vom 22. Mai 2020 zu den Vernehmlassungen des Sicherheitsdepartements vom 17. April 2020 und des Gemeinderates vom 30. April 2020 und beantragt die Gutheissung der Beschwer- de vom 7. April 2020. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Der Bund legt die Grundsätze der Raumplanung fest. Diese obliegt den Kan- tonen und dient der zweckmässigen und haushälterischen Nutzung des Bodens und der geordneten Besiedlung des Landes (Art. 75 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101] vom 18.4.1999). Bund, Kantone und Gemeinden stimmen ihre raumwirksamen Tätigkeiten aufeinander ab und verwirklichen eine auf die erwünschte Entwicklung des Landes ausgerichtete Ordnung der Besiedlung (Art. 1 Abs. 1 Satz 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung [Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700] vom 22.6.1979). Das kanto- nale Planungs- und Baugesetz bezweckt die haushälterische Nutzung und eine ge- ordnete Besiedlung des Bodens. Es dient dem Schutz der Lebensgrundlagen, strebt eine ausgewogene Entwicklung des Kantons an und berücksichtigt die An- liegen des Natur-, Landschafts- und Ortsbildschutzes (§ 1 PBG). 5 1.2.1Das hauptsächliche Planungsinstrument zur Umsetzung des Verfassungs- auftrags von Art. 75 Abs. 1 BV sind die Nutzungspläne. Sie ordnen die zulässige Nutzung des Bodens (Art. 14 Abs. 1 und 2 RPG). Nutzungspläne sind für jedermann verbindlich (Art. 21 Abs. 1 RPG). Von grosser Wichtigkeit ist bei der Nutzungspla- nung das Abwägen von Interessen. In der Lehre und Rechtsprechung werden zwei Arten von Nutzungsplänen unterschieden: Einerseits die Rahmen- bzw. Grundnut- zungspläne, welche im Sinne eines durch Bauvorschriften ergänzten Zonenplans die nutzungsrechtliche Grundordnung bestimmen; anderseits die Sondernutzungs- pläne, welche die zonenmässige Grundordnung weiterführen, differenzieren oder gar überlagern können (vgl. Aemisegger/Kissling, in: Aemisegger et. al. [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung 2016, Vorbemerkungen zur Nutzungs- planung Rz. 1 ff.; Ruch, ebenda, Art. 26 Rz. 7; Hettich/Mathis, in: Griffel et al. [Hrsg.], Fachhandbuch [FHB] Öffentliches Baurecht, 2016, Rz. 1.24 und 1.78 ff.). Die mit der Erarbeitung von Nutzungsplänen beauftragten Behörden verfügen bei der Umschreibung des Detaillierungsgrades der Pläne über einen Ermessensspiel- raum. Wichtig ist, dass klare und eindeutige rechtliche Vorgaben geschaffen wer- den, um Rechtssicherheit zu schaffen (vgl. Jeannerat/Moor, in Praxiskommentar RPG, a.a.O., Art. 14 Rz. 14 und 20; Tanquerel, ebenda, Art. 21 Rz. 22 ff.). 1.2.2Die gemäss Art. 14 RPG zulässigen Nutzungspläne können von ihrer Art her sehr unterschiedlich sein. Das RPG verlangt zwar, dass das gesamte Gemeinde- gebiet mehr oder weniger detailliert von einem Nutzungsplan abgedeckt wird; es schliesst jedoch nicht aus, dass das Gemeindegebiet auch Gegenstand anderer, den Nutzungsplan überlagernder Pläne sein kann. Solche Pläne, die allgemein als Sondernutzungspläne bezeichnet werden und auf Teilgebiete beschränkt sind, er- füllen zahlreiche Funktionen. Sondernutzungspläne werden normalerweise für die Realisierung besonderer Vorhabens eingesetzt. Sie erlauben eine Vervollständi- gung und Präzisierung der Rahmennutzungspläne. Sie sind von Bedeutung für die Überbauung grösserer Areale oder die Realisierung komplexer Einzelbauvorha- ben, mithin wenn der Rahmennutzungsplan die Erwartungen an eine massge- schneiderte Lösung zu wenig erfüllen kann und sich auch die nachfolgende Bau- bewilligung hierzu nicht eignet (vgl. Jeannerat/Moor, a.a.O., Art. 14 Rz. 26, 28 f.; Aemisegger/Kissling, a.a.O., Vorbemerkungen zur Nutzungsplanung Rz. 55; vgl. auch Wagner Pfeifer, Umweltrecht. Allgemeine Grundlagen, 2017, Rz. 319). 1.2.3Sondernutzungspläne können in einem gewissen Rahmen von der bau- und zonenrechtlichen Grundordnung abweichen. Sie dürfen sich allerdings nicht grund- legend von den darin enthaltenen Grundsätzen entfernen und die bau- und zonen- rechtlichen Vorschriften nicht aushöhlen. Umfang und Art der Abweichung dürfen den planerischen Stufenbau nicht unterlaufen. Einzelne Kantone erlauben ihren 6 Gemeinden Zonen vorzusehen, die nur aufgrund eines vorgängigen Sondernut- zungsplans (z.B. Gestaltungsplan) überbaut werden dürfen (sogenannte "Zonen mit Planungspflicht"). Die im Bundesrecht verankerte Pflicht des Gemeinwesens das gesamte Gebiet zu beplanen, verbietet es nicht, dieses zunächst nur über ei- nen Rahmennutzungsplan zu erfassen und für die detaillierte Überbauung einzel- ner Gebiete einen Sondernutzungsplan zu verlangen. Diese Planungspflicht kann grundsätzlich auf jede Art von Zone angewendet werden (vgl. Jeannerat/Moor, a.a.O., Art. 14 Rz. 30, 62 und 64). 1.2.4Die Kantone und Gemeinden verfügen bei der Ergreifung geeigneter Mass- nahmen zum Schutz der Bundesinventarobjekte über einen relativ grossen Beur- teilungsspielraum. Die Vorgaben des kantonalen Richtplans sind, unter Ausübung eines gewissen Ermessens, parzellenscharf und grundeigentümerverbindlich umzu- setzen. Infrage kommen insbesondere (überlagernde) Schutzzonen (Art. 17 Abs. 1 RPG), Freihaltezonen (Art. 18 RPG), Sondernutzungspläne (Gestaltungspläne, De- tailnutzungspläne, Überbauungsordnungen) oder "andere geeignete Massnahmen" (Art. 17 Abs. 2 RPG), wie beispielsweise Schutzverfügungen oder vertragliche Lö- sungen (vgl. die von den Bundesämtern für Raumentwicklung [ARE], für Strassen [ASTRA], für Umwelt [BAFU] und für Kultur [BAK] herausgegebene Empfehlung zur Berücksichtigung der Bundesinventare nach Art. 5 NHG in der Richt- und Nut- zungsplanung vom 15.11.2012 [nachstehend ARE et al., Empfehlung], S. 9). 1.3Soweit den Behörden bei der Erfüllung und Abstimmung raumwirksamer Aufgaben Handlungsspielräume zustehen, wägen sie die Interessen gemäss Art. 3 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung (RPV; SR 700.1) vom 28. Juni 2000 gegen- einander ab, indem sie die betroffenen Interessen ermitteln (lit. a), diese Interes- sen beurteilen und dabei insbesondere die Vereinbarkeit mit der anzustrebenden räumlichen Entwicklung und die möglichen Auswirkungen berücksichtigen (lit. b) und diese Interessen aufgrund der Beurteilung im Entscheid möglichst umfassend berücksichtigen (lit. c). Für die Auslegeordnung aller Entscheidungselemente und der berührten Interessen bieten die Ziele und Grundsätze von Art. 1 und 3 RPG eine grosse Hilfe. Zu berücksichtigen sind aber auch die betroffenen öffentlichen und privaten Interessen ausserhalb der Raumplanung. Bei der Gewichtung der In- teressen spielen auch rechtliche Vorgaben auf Ebene Verfassung und Gesetz eine grosse Rolle. Von zentraler Bedeutung bei der Nutzungsplanung sind die Festlegun- gen des kantonalen Richtplans. Geht es um die Gewichtung von Schutzanliegen, kommt den Schutzinventaren des Natur- und Heimatschutzes (NHG; SR 451] vom 1.7.1966) grosse Bedeutung zu. Die ermittelten und gewichteten Interessen sind einem Entscheid zuzuführen. Ziel ist, dass die wichtigen Interessen am Ende mög- lichst umfassend wirksam werden können. Dabei stellen sich auch Fragen der Ver-7 hältnismässigkeit. So beispielsweise beim Eingriff in Schutzobjekte, wo stets der Nutzen eines Eingriffs mit der Durchsetzung des Schutzziels verglichen werden muss (vgl. Aemisegger/Kissling, a.a.O., Vorbemerkungen zur Nutzungsplanung Rz. 14 ff.; BGE 127 II 273 Erw. 4c; Urteil BGer 1A.6/2007 vom 6.9.2007 Erw. 3.2). 1.4.1Nach Art. 6 NHG wird durch die Aufnahme eines Objektes von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes dargetan, dass es in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls aber unter Einbezug von Wiederherstel- lungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen die grösstmögliche Schonung verdient (Abs. 1). Ein Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung im Sinne der Inventare darf bei Erfüllung einer Bundesaufgabe nur in Erwägung gezogen wer- den, wenn ihr bestimmte gleich- oder höherwertige Interessen von ebenfalls natio- naler Bedeutung entgegenstehen (Abs. 2). Diese Schutzbestimmung gilt indes, wie Art. 6 Abs. 2 NHG festhält, lediglich bei der Erfüllung von Bundesaufgaben (Art. 2 und 3 NHG) in unmittelbarer Weise (BGE 135 II 209 Erw. 2.1). Bei der Erfüllung von kantonalen (und kommunalen) Aufgaben - wozu im Grund- satz die Nutzungsplanung zählt (Aemisegger/Kissling, a.a.O., Vorbemerkungen zur Nutzungsplanung Rz. 80) - wird der Schutz von Ortsbildern durch kantonales (und kommunales) Recht gewährleistet. Auch bei der Erfüllung von kantonalen (und kommunalen) Aufgaben sind indessen Bundesinventare wie dasjenige der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS) von Bedeutung. Ih- rer Natur nach kommen sie Sachplänen und Konzepten im Sinne von Art. 13 RPG gleich. Im Rahmen der allgemeinen Planungspflicht der Kantone (Art. 2 RPG) le- gen diese die Planungsgrundlagen in ihrer Richtplanung im Allgemeinen fest (Art. 6 RPG) und berücksichtigen die Bundesinventare als besondere Form von Kon- zepten und Sachplänen im Speziellen (Art. 6 Abs. 4 RPG; Art. 11 Abs. 1 der Ver- ordnung [VISOS; SR 451.12] vom 13.11.2019). Aufgrund der Behördenverbind- lichkeit der Richtplanung (Art. 9 RPG) finden die Schutzanliegen des Bundesinven- tars auf diese Weise Eingang in die Nutzungsplanung (Art. 14 ff. RPG; Art. 11. Abs. 2 VISOS), insb. in die Ausscheidung von Schutzzonen (Art. 17 Abs. 1 RPG) und in die Anordnung von andern Schutzmassnahmen (Art. 17 Abs. 2 RPG). Die derart ausgestaltete Nutzungsplanung ist auch für die Eigentümer verbindlich. Insoweit besteht für die Kantone (und Gemeinden) eine Pflicht zur Berücksichti- gung von Bundesinventaren. Die Pflicht zur Beachtung findet zum einen ihren Nie- derschlag in der Anwendung der die Schutzanliegen umsetzenden (Nutzungs-) Planung. Zum andern darin, dass im Einzelfall erforderliche Interessenabwägun- gen im Lichte der Heimatschutzanliegen vorgenommen werden. Das ist insbeson- dere der Fall, wenn von der Grundnutzungsordnung abgewichen werden soll (vgl. BGE 135 II 209 Erw. 2.1 mit zahlreichen Hinweisen). Kantone und Gemeinden 8 können lokale oder kantonale Eingriffsinteressen höher als das nationale Interesse am Erhalt des Ortsbildes gewichten, müssen aber eine vollständige und nachvoll- ziehbare Abwägung zwischen den verschiedenen Interessen vornehmen (vgl. den vom Bundesamt für Raumentwicklung [ARE] herausgegeben Bericht der Arbeits- gruppe von Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Raumplanung und der Denkmalpflege der verschiedenen Staatsebenen sowie Expertinnen und Ex- perten ausgewählter Verbände und Organisationen: ISOS und Verdichtung, Sied- lungsentwicklung nach innen [nachstehend: ARE, ISOS und Verdichtung], 2016, Ziff. 5.1 S. 7; vgl. auch ARE et al., Empfehlung, S. 8). 1.4.2Vor dem Hintergrund der Zuständigkeitsordnung von Art. 78 BV können die Aufnahme von Gebieten und Baugruppen ins ISOS und die Formulierung von Er- haltungszielen nicht zu einer Zementierung der Struktur und des Ortsbilds führen. Die Aufnahme und Bewertung im ISOS erfolgt ausschliesslich unter Aspekten des Ortsbildschutzes, es erfolgt keine Berücksichtigung anderer öffentlicher Interes- sen. Der Einbezug anderweitiger öffentlicher Interessen geschieht im Rahmen der Nutzungsplanung bzw. des Baubewilligungsverfahrens. (vgl. Urteil des Appellati- onsgerichts Basel-Stadt VD.2015.153 vom 24.10.2015 Erw 5.6 mit Hinweisen). Neben der Berücksichtigung der Bundesinventare verlangt das revidierte RPG seit 1. Mai 2014 eine verstärkte Siedlungsentwicklung nach innen (Art. 8a Abs. 1 lit. c RPG), womit auch vom ISOS erfasste Areale tangiert werden. Bei der Umsetzung des ISOS und bei der Abstimmung der Anliegen von Ortsbildschutz und Verdichtung kommt der raumplanerischen Interessenabwägung eine herausragende Rolle zu. Die Erhaltungsziele des ISOS können und sollen nicht direkt in die Interessenabwä- gung einfliessen. Sie müssen zuerst durch die planenden Behörden präzisiert oder "übersetzt" auf ihre Aktualität überprüft werden. In Rahmen der Präzisierung wer- den die Erhaltungsziele des ISOS mit den kantonalen- bzw. kommunalen Schut- zinteressen abgestimmt, fachlich überprüft und differenziert und konkretisiert. Je älter ein ISOS ist, umso wichtiger ist die "Aktualisierung" der Entwicklungsziele des ISOS in Form einer Aufbereitung der zum Teil nicht mehr aktuellen Grundlagen und einer Präzisierung im Rahmen der Interessenermittlung. Es geht insb. darum, die reale Situation zu überprüfen (sind die vom ISOS umschriebenen Qualitäten noch vorhanden?) und das Erhaltungsziel zu differenzieren und konkretisieren. Wird von den Erhaltungszielen des ISOS im Rahmen der "Übersetzung" und "Aktualisierung" der Ziele des Ortsbildschutzes abgewichen, muss das nachvollziehbar begründet werden. Das ISOS als eine beizuziehende Grundlage für die Planung hat Konzept- charakter, ist jedoch kein Konzept nach Artikel 13 RPG. Es zeigt die Interessen und Ziele des Ortsbildschutzes aus nationaler Sicht auf, ist jedoch nicht bereits das Resultat der Interessenabwägung. Das ISOS dient insbesondere dazu, die Ent-9 wicklung eines Ortes besser zu verstehen und seine Identität zu bewahren (vgl. ARE, ISOS und Verdichtung, Ziff. 6.1 S. 9; Ziff. 6.2.3 S. 12 f.; Ziff. 7.1 S. 15). ISOS-Aufnah- men, die von der baulichen Entwicklung überholt worden sind, müssen zeitgemäss interpretiert werden (vgl. die vom VLP-ASPAN [seit 1.7.2018: EspaceSuisse] her- ausgegebene Arbeitshilfe Ortsbildschutz und Verdichtung [nachstehend: Espace- Suisse-Arbeitshilfe Ortsbildschutz und Verdichtung], Bern 2018, Ziff. 5.4 S. 40). Die Schutzwürdigkeit ist in vielen Fällen einem Interessenabwägungsprozess zu unterziehen. Erneuerung muss auch in schützenswerten Gebieten möglich sein. Das ISOS verhindert die Erneuerung nicht, sondern stellt Ansprüche an einen hochwertigen Dialog und Partizipation mit den Stakeholdern. In diesem Sinne ist es auch ein Instrument, das nicht um jeden Preis erhalten will, sondern eine wich- tige Grundlage darstellt für den Umgang mit architektonischer und planerischer Qualität unter Einbezug der Umgebung. Die grosse Herausforderung ist es, die al- te Struktur zu lesen und im Entwurf zu thematisieren und gleichzeitig ökonomische Entwicklungen (z.B. Verdichtung) zuzulassen. Zur Revitalisierung eines Ortskerns beispielsweise braucht es eine Wiedererfindung, Neuinterpretation und Weiterent- wicklung der bestehenden historischen Struktur. Eine Aushöhlung von Gebäuden (alte Fassaden, historische Nutzungen) ist in diesem Sinn kein ganzheitlicher An- satz. Das grösste Potenzial liegt in der Anwendung des ISOS in der Ortsplanung. Das ISOS sollte ganz klar als Grundlage für eine gesamtheitliche Ortsplanung po- sitioniert werden und damit so früh wie möglich einbezogen werden (vgl. den vom Bundesamt für Kultur [BAK] herausgegebenen Fachbericht: Ortsbildschutz, Analy- se der Leistungen und Einschätzung der Entwicklung, 23.10.2017, S. 32 f., 35). 1.4.3Die Behörden legen die lnteressenabwägung in der Begründung ihrer Be- schlüsse dar (Art. 3 Abs. 2 RPV). Die Begründungspflicht soll vorab sicherstellen, dass die Anordnung sachgerecht angefochten werden kann. Präzisiert wird die Entscheidbegründung für die Nutzungsplanung in Art. 47 RPV, worin verlangt wird, dass der Nutzungsplan stets von einem Bericht begleitet sein muss, der im Einzel- nen darlegt, inwiefern dem Richtplan sowie den Zielen und Grundsätzen der Raumplanung Rechnung getragen wurde. Der Bericht ist zwar an die Genehmi- gungsbehörde zu richten, zur Gewährleistung hinreichender Mitwirkung der Bevöl- kerung (Art. 4 RPG) sollten jedoch zumindest die wesentlichen Teile davon schon bei der Planungserarbeitung publik gemacht werden (vgl. Aemisegger/Kissling, a.a.O., Vorbemerkungen zur Nutzungsplanung Rz. 19 ff.). 2.1Die Schwyzer Gemeinden sind in weiten Bereichen der Raumplanung und des Bauwesens autonom. § 15 PBG verpflichtet die Gemeinden unter der Margi- nale "Kommunale Nutzungspläne, Planungspflicht, Gemeindeautonomie" zum Er- lass von Zonen- und Erschliessungsplänen samt zugehörigen Vorschriften (Abs. 10 1). Bei der Erfüllung ihrer Planungspflicht sind sie im Rahmen der Vorschriften und der übergeordneten Interessen des Bundes und des Kantons frei (Abs. 3). Die Gemeinde scheidet im Zonenplan unter anderem die erforderlichen Bauzonen aus (§ 17 Abs. 1 PBG). Bauzonen können namentlich auch in Wohnzonen und Kern- zonen unterteilt werden (§ 18 Abs. 2 lit. a und b PBG). Die einzelnen Zonen kön- nen weiter unterteilt werden. Es können auch gemischte Zonen vorgesehen wer- den (§ 18 Abs. 3 PBG). Das Baureglement enthält Bestimmungen, die den Zonen- plan näher umschreiben (§ 21 Abs. 1 PBG). Es muss mindestens Vorschriften enthalten über die Bauweise, die Nutzungsart und das Ausmass der Nutzung in den einzelnen Zonen (§ 21 Abs. 2 lit. a PBG). 2.2Die Ortsbilder als Schutzobjekte der Denkmalpflege (vgl. § 3 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Denkmalpflege und Archäologie [Denkmalschutzgesetz, DSG; SRSZ 720.100] vom 6.2.2019, in Kraft seit 1.1.2020) werden gemäss § 9 Abs. 1 DSG durch den kantonalen Richtplan, kantonale und kommunale Nutzungspläne, sowie eidgenössische und kantonale Inventare sichergestellt. Die Gemeinden er- lassen in ihren kommunalen Nutzungsplanungen Vorschriften zum Schutz des Ortsbildes gemäss Planungs- und Baugesetz (§ 9 Abs. 2 DSG). Im Bereich von Ortsbildern, die im ISOS mit nationaler Bedeutung eingestuft sind (ISOS-A- Gebiete [= Gebiete mit dem Erhaltungsziel A; vgl. dazu RRB Nr. 708/2017 vom 19.9.2017 Ziff. 1 S. 1), sind Neubauten und wesentliche Umbauten im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens von der kantonalen Fachstelle für Denkmalpflege zu beurteilen. Diese kann Nebenbestimmungen erlassen (§ 9 Abs. 3 DSG). Die Gemeinden stellen sicher, dass solche Vorhaben der Kantonalen Denkmalpflege zur Beurteilung vorgelegt werden (§ 9 Abs. 2 der Verordnung über die Denkmal- pflege und Archäologie [Denkmalschutzverordnung, DSV] vom 10.12.2019). Der Ortsbildschutz ist im Weiteren in § 56 PBG gesetzlich verankert, wonach sich Bau- ten und Anlagen so in die Umgebung eingliedern müssen, dass sie das Land- schafts-, Orts-, Quartier- und Strassenbild nicht stören (Abs. 1). Die besonderen Vorschriften über den Natur- und Heimatschutz bleiben vorbehalten (Abs. 2). 2.3Der Gestaltungsplan enthält für eine zusammenhängende Baulandfläche von mindestens 3'000 m 2 Sonderbestimmungen, welche in der Regel auf einem Plan und in Vorschriften festgehalten werden. Für die Kernzone können die Gemeinden die Mindestfläche auf 1'500 m 2 herabsetzen (§ 24 Abs. 1 PBG). Die Gemeinden können im Zonenplan oder Baureglement für bestimmte Gebiete oder für grössere Bauten und Anlagen die Gestaltungsplanpflicht einführen (§ 24 Abs. 4 PBG). 2.4.1Dem Regierungsrat kommt als erste Beschwerdeinstanz volle Überprüfungs- zuständigkeit zu (Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG). Dem steht der Grundsatz, dass den 11 nachgeordneten Planungsträgern der nötige Ermessenspielraum zu belassen ist (vgl. § 15 Abs. 3 PBG), nicht entgegen. Der Regierungsrat hat zu prüfen, ob das Planungsermessen richtig und zweckmässig ausgeübt worden ist, freilich im Be- wusstsein seiner spezifischen Rolle als kantonale Rechtsmittelinstanz und nicht als kommunale Planungsinstanz. Die Überprüfung hat sich sachlich in dem Um- fang zurückzuhalten, als es um lokale Anliegen geht, bei deren Wahrnehmung Sachnähe, Ortskenntnis und örtliche Demokratie von Bedeutung sein sollen. Sie hat aber so weit auszugreifen, dass die übergeordneten, vom Kanton zu sichern- den Interessen einen angemessenen Platz erhalten. Die Rechtsmittelbehörde hat sich zudem institutionell auf ihre Kontrollfunktion zu beschränken, d.h. sie darf nichts Neues schöpfen, sondern sie hat die kommunale Planung an einem Sollzu- stand zu messen. Unter mehreren verfügbaren und zweckmässigen Lösungen kann die Gemeinde wählen. Die übergeordnete Behörde hat dann einzuschreiten, wenn die vorgesehene Lösung aufgrund überkommunaler öffentlicher Interessen als unzweckmässig erscheint oder den für die Raumplanung wegleitenden Grund- sätzen und Planungszielen (auch Richtplanaussagen, welche jedoch auf die Recht- mässigkeit hin überprüfbar sind) nicht entspricht (vgl. VGE III 2018 206 vom 24.4.2019 Erw. 2.5.1 mit Hinweisen; BGE 127 II 238 Erw. 3b/aa mit Hinweisen; Aemisegger/Haag, Praxiskommentar zum Rechtsschutz in der Raumplanung 2010, Art. 33 Rz. 8, 19 und 71 ff.; dieselben, in: Aemisegger et. al. [Hrsg.], Praxis- kommentar RPG: Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren 2020, Art. 33 Rz. 11; Wagner Pfeifer, a.a.O., Rz. 306; Waldmann/Hänni, Handkommentar, RPG 2006, Art. 33 N 64 ff.; VGE 1023-1025/04 vom 27.8.2004 Erw. 3.1; VGE III 2018 206 vom 24.4.2019 Erw. 2.5.1 f.; VGE 704/709/92 vom 23.4.1993 Erw. 3b). 2.4.2Dem Verwaltungsgericht kommt gestützt auf § 55 VRP sowie in Beachtung von Art. 110 Bundesgerichtsgesetz (BGG; SR 173.110) vom 17. Juni 2005 und Art. 6 EMRK als zweite Beschwerdeinstanz nur mehr eine beschränkte Kognition zu, nämlich eine Rechtskontrolle inkl. Sachverhaltsüberprüfung, indes keine Er- messenskontrolle. Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG wird Genüge getan, wenn einer über- geordneten und von der planfestsetzenden Behörde unabhängigen Beschwer- deinstanz, welche nicht ein Gericht sein muss, volle Kognition zukommt (vgl. VGE III 2018 206 vom 24.4.2019 Erw. 2.5.2 mit Hinweis u.a. auf BGE 131 II 81 Erw. 6.6; BGE 127 II 238 Erw. 3b/bb; Herzog, Art. 6 EMRK und die kantonale Verwal- tungsrechtspflege, S. 369 f.; Waldmann/Hänni, a.a.O., Art. 33 N 80a, 81; VGE 1023-1025/04 vom 27.8.2004 Erw. 3.2; VGE 1015/99 vom 19.11.1999 Erw. 4c). 3.1Mit dem aktuellen kantonalen Richtplan vom 26. Juni 2020 (vom Regierungs- rat erlassen mit RRB Nr. 289 vom 14.4.2019, vom Bundesrat genehmigt am 26.6.2020) wurde der kantonale Richtplan vom 8. März 2016 (vom Regierungsrat 12 erlassen mit RRB Nr. 209 vom 8.3.2016; vom Bundesrat genehmigt am 24.5.2017) nachgeführt. Die Behördenverbindlichkeit des Beschlusses B-12.1 (Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz blieb unverändert. Gemäss diesem Be- schluss sind die Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS) bei der Planung bei- zuziehen und in der Interessensabwägung entsprechend zu berücksichtigen (ins- besondere die schutzwürdigen Bereiche mit dem höchsten Erhaltungsziel). Der Kanton setzt sich bei Bedarf beim Bund für eine Überprüfung und Aktualisierung des ISOS ein. 3.2Das Ortsbild von Ingenbohl/Brunnen ist im ISOS als Objekt Nr. 3242, "Ver- städtertes Dorf" (Art. 6 Abs. 1 lit. c VISOS) aufgenommen. Die gesondert veröffent- lichten Inventarblätter (Art. 1 und 2 VISOS) enthalten insbesondere die Umschrei- bung der Objekte und ihre Darstellung auf Plänen, Fotos und in Texten, mit Anga- ben zur Siedlungsentwicklung, der Bewertung des Ortsbilds, die schützenswerten Bebauungen, Umgebungen und Einzelelemente sowie Hinweise zu Aufnahmeka- tegorie und Erhaltungsziel (vgl. ISOS, Inventar der schützenswerten Ortbilder der Schweiz, Ortbilder von nationaler Bedeutung Kanton Schwyz, 1990, S. 105 ff.; htt- ps://data.geo.admin.ch/ch.bak.bundesinventar-schuetzenswerte-ortsbilder/PDF/ ISOS_3242.pdf). 3.2.1Die Schutzwirkung des ISOS bezieht nicht nur auf Einzelelemente, sondern auch auf zusammenhängende Gebiete (Ortsbildteile) und Baugruppen, wobei die Schutzziele jeweils differenziert aufgrund der historischen und räumlichen Qualität der Schutzobjekte festgelegt werden. Das ISOS beurteilt die Ortsbilder in ihrer Ge- samtheit bzw. nicht aufgrund der Qualität von einzelnen Bauten, sondern nach dem Verhältnis der Bauten untereinander sowie der Qualität der Räume zwischen den Häusern - Plätze und Strassen, Gärten und Parkanlagen - und dem Verhältnis der Bebauung zur Nah- und Fernumgebung (vgl. VGE III 2014 116 + 129 vom 25.11.2014 Erw. 6.5 [auszugsweise publiziert in EGV-SZ 2014 B 8.7] mit Hinweis auf ARE et al., Empfehlung, S. 12; vgl. auch Art. 8 f. VISOS sowie Art. 12 und 14 f. der Weisungen des EDI über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS [WISOS] vom 1. Januar 2020 [mit Geltung für die Aufnahmen der Ortsbilder von nationaler Bedeutung, die vom 1.12.2017 an in Kraft getreten sind; Art. 43 Abs. 1 WISOS]). Für Gebiete und Baugruppen wird im ISOS zwischen den Erhaltungszielen A, B und C unterschieden, wobei das Erhaltungsziel A den weitest gehenden Schutz verlangt. Während in Gebieten mit dem Erhaltungsziel A als Ziel das Erhalten der Substanz definiert wird, sieht das Erhaltungsziel B das Erhalten der Struktur und das Erhaltungsziel C nurmehr die Erhaltung des Charakters eines Schutzobjektes vor. Für Umgebungszonen (U-Zo) und Umgebungsrichtungen (U-Ri) werden die 13 Erhaltungsziele a (Erhaltung der Beschaffenheit) und b (Erhaltung der Eigenschaft) unterschieden (vgl. Erläuterungen zum ISOS, einsehbar unter: www.bak.admin.ch/ bak/de/home/suche.html#Erläuterungen; Grundlagenplan Mst. 1 : 1'000 vom 30.3.2017, Legende lit. D = Beilage in Vi-act. II.-04; Verweis in WISOS Fn. 11, für das in den ISOS-Publikationen enthaltene Faltblatt "Erläuterungen zum ISOS" für die Aufnahmen der Ortsbilder von nationaler Bedeutung, die vor dem 1.12.2017 in Kraft getreten sind sowie den Anhang zum WISOS). 3.2.2Ein flächenmässig kleinerer Teil des gesamten Dorfes Brunnen befindet sich innerhalb des Perimeters des Inventars der schützenswerten Ortsbilder von natio- naler Bedeutung (ISOS). Mit dem Erhaltungsziel A bewertet wurden der "Alte Dorfkern zwischen See und Dorfbach" (1) sowie die Einzelelemente: Dorfkapelle (1.02) und das "Schiltenüni" (1.03) innerhalb dieses alten Dorfkerns. Innerhalb des mit dem Erhaltungsziel a bewerteten "Uferstreifens mit Grosshotels" (U-Zo I) wurden die "Quaianlage mit markanten Platanenreihen" (0.0.17), das Ho- tel Waldstätterhof (0.0.18), das Hotel Bellevue (0.019) und das Grand-Hôtel (0.020) als Einzelelemente mit dem Erhaltungsziel A aufgenommen. Innerhalb des ebenfalls mit dem Erhaltungsziel A bewerteten "Umgebungsbereichs Parkhotel" (U-Zo 3) befindet sich das Einzelelement mit Erhaltungsziel A "Parkhotel" (0.0.27). Zwei weitere Einzelelemente mit dem Erhaltungsziel A (0.0.28 [Haus Hafenstrasse 8, Restaurant Viktoria] und 0.0.29 [Stationsgebäude SBB]) befinden sich ausser- halb des Kernzonengebietes. Mit dem Erhaltungsziel B bewertet wurden innerhalb des Kernzonengebietes die Gebiete: "Altes Wohn- und Gewerbequartier nördlich des Dorfbaches" (2), die Be- bauungen entlang der Bahnhofstrasse (3) und der Gersauerstrasse (4) sowie das "Wohn- und Gewerbequartier beim Bahndamm" (0.1) und "das Wohn- und Fische- reiquartier am Dorfbach" (0.2). Hinzu kommt innerhalb des Kernzonengebietes die mit dem Erhaltungsziel a bewertete Umgebungszone: "Gütsch, Hügelsporn mit Gärten" (U-Zo II) (vgl. ISOS, Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz, Ortsbilder von nationaler Bedeutung Kanton Schwyz, a.a.O., S. 105 ff.). 3.3Im aktuell gültigen Baureglement der Gemeinde Ingenbohl vom 22. August 2002 (BauR) wird unter Kapitel III. Allgemeine Bauvorschriften, lit. B) Schutz des Orts und Landschaftsbildes in Art. 13 festgehalten, dass Bauten und Anlagen so zu gestalten sind, dass sie hinsichtlich ihrer Gesamterscheinung (Stellung, Form, Staffelung und Gliederung der Baumasse, Dachform und Dachneigung, Material, Farbgebung, Umgebung) das massgebliche Landschafts-, Orts-, Quartier- und Strassenbild nicht stören (Abs. 1). Zur Verhinderung einer störenden Baugestal-14 tung kann der Gemeinderat im Baubewilligungsverfahren Bedingungen und Aufla- gen verfügen oder Projektänderungen verlangen. Das Ortsbildinventar dient bei der Beurteilung als Richtlinie (Abs. 2). Innerhalb des Ortsbildschutz-Perimeters sind im Baubewilligungsverfahren die Aussagen des Inventars der schützenswer- ten Ortsbilder der Schweiz, ISOS, Bd. Kanton Schwyz, EDI 1990, sowie diejenigen des kantonalen Ortsbildinventars für Ingenbohl-Brunnen, 1984, als wegleitende Projektierungs- und Entscheidungsgrundlagen zu berücksichtigen (Abs. 3). Im Kapitel IV. Zonenvorschriften wird in Art. 44 BauR (Kernzone, K) vorgeschrie- ben, dass Neubauten, Renovationen und andere bauliche Massnahmen sowie die Umgebungsgestaltung erhöhten gestalterischen Anforderungen zu genügen ha- ben. Sie sind bezüglich Dimensionen, Fassadengestaltung, Form und Materialien gut ins Orts- und Strassenbild einzufügen (Abs. 3). Bei der Bearbeitung, Beurtei- lung und Bewilligung von Bauprojekten sind die Aussagen des Inventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz, ISOS, Bd. Kanton Schwyz, EDI 1990, sowie diejenigen des kantonalen Ortsbildinventars für Ingenbohl-Brunnen, 1984, als wegleitende Projektierungs- und Entscheidungsgrundlagen zu berücksichtigen (Abs. 4). In Art. 45 BauR werden die Zentrumszone ZA (Abs. 1) und ZB (Abs. 2) definiert und geregelt. 3.4Im Nachgang zum vorerwähnten VGE III 2014 116 + 129 vom 25. November 2014 und zum RRB Nr. 201/2015 vom 10. März 2015 nahm der Gemeinderat eine Leitplanung bzw. behördenverbindliche Kernzonenplanung an die Hand, welche er am 2. August 2016 für eine befristete Testphase in Kraft setzte (vgl. Erläuterungs- bericht vom 16.11.2018 S. 6 f. Ziff. 1.2 und Ziff. 1.4). In der EspaceSuisse-Arbeitshilfe: Ortsbildschutz und Verdichtung (Ziff. 4.3 S. 22 f.) wird diese Leitplanung als Fallbeispiel angeführt. U.a. wird folgendes ausgeführt: 4.3.1 Situation Brunnen war über Jahrhunderte ein bedeutender Handelsplatz am Vierwaldstätter- see und erlebte ab Mitte des 19. Jahrhunderts einen markanten touristischen Boom. Vom exklusiven Fremdenverkehrsort zeugt die Seefront mit prägnanten Hotelbau- ten. Im Kern und entlang der Ausfallachsen nach Gersau und Schwyz stehen zahl- reiche Bauten, die in Verbindung mit dem florierenden Tourismus entstanden. Der Nachfragerückgang bei den Logiernächten führte in den letzten Jahrzehnten zu ei- ner geringen baulichen Entwicklung und einer schleichenden Abwertung des Kerns von Brunnen. Seit ein paar Jahren nehmen aber Investitionen wieder zu. Aufgrund von Beschwerdeentscheiden in den Jahren 2014 und 2015 waren Investitionen blo- ckiert, was die Gemeinde veranlasste, aktiv zu werden. 4.3.2 Hinweise aus dem ISOS und Umsetzung der Schutzidee in der kommunalen Bauordnung (Zusammenfassung der Bewertung) Bis vor kurzem bildete der Zonenplan aus dem Jahre 2003 die Bedeutung des Orts- bildes von Brunnen nur sehr allgemein ab. Artikel 44 des kommunalen Bauregle-15 mentes verlangte generell, dass das ISOS bei Bauvorhaben zu berücksichtigen sei. Lediglich für die Gebäude im Kantonalen Inventar der geschützten Bauten und Ob- jekte (KIGBO) bestand ein ausdrücklicher Schutz. Der Gemeinderat hat darauf, im Sinne eines Zwischenschrittes und zur Prüfung der Praxistauglichkeit, eine behördenverbindliche Leitplanung erarbeitet. Sie ist seit dem 1. Oktober 2016 in Kraft. Die Leitplanung trägt dem Ortsbild Rechnung und zeigt die Entwicklungsmöglichkeiten auf. Sie greift die Empfehlungen des ISOS auf und macht innerhalb der einzelnen Bauzonen differenzierte Aussagen zur Erhaltung von Bauten und Freiräumen sowie zur erforderlichen Qualität für neue Bauvorhaben. In einem weiteren Schritt soll ein Kernzonenplan erlassen werden, welcher auf der behörden- verbindlichen Leitplanung basiert. Das Areal des Parkhotels ist nicht in der Kernzone enthalten. (…) 4.3.4 Würdigung Die heutige rechtskräftige Ortsplanung trägt dem öffentlichen Interesse des Ortsbild- schutzes eindeutig zu wenig Rechnung. Die Gemeinde wählte ein zweistufiges Vor- gehen, um Transparenz zu schaffen und die Situation zu klären. Die neu erarbeitete behördenverbindliche Leitplanung ist sowohl Grundlage für die Kernzonenplanung als auch Übergangsinstrument bis zur Verabschiedung der neuen Kernzonenplanung. Sie ist für beide Zwecke sehr geeignet. Auf der Basis der ISOS-Aussagen ist sie in- haltlich und örtlich differenziert ausgearbeitet und damit für Grundeigentümer nach- vollziehbar. Das verschafft zusätzliche Rechtssicherheit. Die Erfahrungen können in das Baureglement und den Zonenplan einfliessen. Das Vorgehen hat sich bewährt. 4.1Mit der Revision des Baureglements im Zusammenhang mit der Kernzonen- planung (datiert 16.11.2018) wird die bis anhin (allgemeine) negative Ästhetikklau- sel (keine Störung) in Art. 13 Abs. 1 des revidierten Baureglements (nachfolgend: revBauR) durch eine positive ersetzt (gute Einordnung). Die bisherigen Absätze 2 und 3 werden durch einen Absatz (Art. 13 Abs. 2 revBauR) ersetzt, der neu wie folgt lautet: Zur Verhinderung einer störenden Baugestaltung kann die Bewilligungsbehörde im Baubewilligungsverfahren Bedingungen und Auflagen verfügen oder Projektände- rungen verlangen. Das Ortsbildinventar, das Inventar der schützenswerten Ortsbil- der der Schweiz (ISOS), das Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz (IVS) und allfällige weitere vom Gemeinderat erlassene Richtlinien sind bei der Be- handlung der Baugesuche beizuziehen. In Art. 13a revBauR wird neu die Möglichkeit des Beizugs einer externen Fachbe- ratung in Gestaltungsfragen normiert (Abs. 1), welche zuhanden der Bewilligungs- behörde und der Bauherren Empfehlungen formuliert, insb. bei Bauten und Anla- gen in der Kernzone sowie in der Zentrumszone (Abs. 2 lit. a), für die Beurteilung von Gestaltungsplänen (Abs. 2 lit. b) und nach Bedarf bei Bauten und Anlagen in Hanglagen, bei baulichen Massnahmen im öffentlichen Raum und an zentralen Lagen mit Publikumsverkehr, im Bereich von Denkmalschutzobjekten, für die Be- urteilung der Quartierverträglichkeit sowie bei Erteilung von Ausnahmebewilligun- gen aus gestalterischen Gründen (Abs. 2 lit. c).16 In Art. 43 revBauR wird die bisherige Kernzone K samt der Kernzone Bereich Gütsch und der Zentrumszone ZA in drei Kernzonen (K1, K2 und K3) unterteilt (vgl. § 18 Abs. 3 PBG; Erw. 2.1 hiervor). Die Zentrumszone ZB wird in Zentrums- zone Z (Seeklinik) unbenannt. Die Kernzonen K1 und K2 umfassen den alten Dorfkern inkl. den Bereich Gütsch und die angrenzenden Gebiete (Altes Wohn- und Gewerbequartier nördlich des Dorfbaches und Wohn- und Fischereiquartier am Dorfbach) und die Bereiche entlang des Waldstätterquais (Hotel Waldstätter- hof) und der Axenstrasse, soweit diese nicht der Uferzone UZ oder dem übrigen Gemeindegebiet UeG; Strassenbereich der Axenstrasse) zugeschlagen sind. Die Kernzone K3 beschlägt die Bebauungen entlang der Bahnhofsstrasse und der Gersauerstrasse (vgl. Teilzonenplan Ortsbild, Mst. 1 : 2'500 vom 16.11.2018 = Bei- lage in Vi-act. II.-04). In Art. 44 revBauR (Kernzonen: Allgemeine Bestimmungen), Art. 44a revBauR (Kernzonenplan: Festsetzungen), Art. 44b revBauR (Kernzone 1: Besondere Vor- schriften), Art. 44c revBauR (Kernzone 2: Besondere Vorschriften), Art. 44d revBauR (Kernzonen 1 und 2: Abweichungen) und Art. 44e revBauR (Kernzone 3: Besondere Vorschriften) werden die Kernzonen K1, K2 und K3 und die Rahmen- bedingungen für die Siedlungsentwicklung in diesen Zonen definiert (vgl. Erw. 4.2 hiernach). Art. 45 revBauR normiert die Zentrumszone Z (Seeklinik) entsprechend dem geltenden Art. 45 Abs. 2 BauR. Der bisherige Perimeter Ortsbildschutz (überlagernd) wird aufgehoben. Im neuen Kernzonenplan Mst. 1 : 1'000 vom 16. November 2018 (= Beilage in Vi-act. II.-04) werden verschiedene Bautypen (A = schützenwerte Bauten; B = erhaltenswer- te/ortsbildprägende Bauten, Art. 44a Abs. 1 lit. a und b revBauR), obligatorische Baufluchten (Art. 44a Abs. 1 lit. d revBauR), wichtige Plätze und Aussenräume (Art. 44a Abs. 1 lit. e revBauR) und Gebiete mit reduzierter Höhenentwicklung (Art. 44b Abs. 2 revBauR) bezeichnet. 4.2Im Erläuterungsbericht zur Kernzonenplanung Brunnen vom 16. November 2018 (vgl. dazu Erw. 1.4.3 hiervor; § 13 Abs. 1 der Vollzugsverordnung zum Pla- nungs- und Baugesetz [PBV; SRSZ 400.111] vom 2.12.1997) wird einleitend u.a. auf die bei der Kernzonenplanung zu beachtenden Inventare (ISOS, Ortsbildinven- tar, KIGBO) hingewiesen und hervorgehoben, dass die im geltenden Baureglement nicht geregelten KIGBO-Objekte in der Kernzonenplanung als sog. A-Objekte eine spezielle Bauvorschrift erhalten (S. 4 f. Ziff. 1.1; vgl. Art. 44a Abs. 1 lit. a revBauR). Sodann werden die Aufgabenstellung, die Arbeitsorganisation, das Verfahren und die Grundlagen definiert (S. 6 ff. Ziff. 1.2 ff.). Für die Bearbeitung der Thematik Kern- zone ist ein Grundlagenplan (Mst. 1 : 1'000 vom 30.3.2017) erarbeitet worden, der die planungsrechtlichen Vorgaben der Gemeinde (Zonenplan, Ortsbildinventar), 17 die übergeordneten Vorgaben des Kantons (KIGBO-Objekte) sowie diejenigen des Bundes (Gebäude-und Wohnungsregister, ISOS) beinhaltet (S. 9 Ziff. 1.5). Es wird die vordergründige Zielsetzung aufgelistet (S. 10 Ziff. 2). In Ziff. 3 (S. 11) behan- delt der Erläuterungsbericht das Konzept "Plätze und Verbindungen" und in Ziff. 4 folgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Inventaren (S. 13 ff. Ziff. 4.1 f.: Analyse der Erhaltungsziele der einzelnen Ortsbildteile gemäss dem ISOS; S. 16 f. Ziff. 4.2 f.: Ortsbildinventar und KIGBO). In Ziff. 4.4 (S. 17 f.) werden auf der Basis der Auseinandersetzung mit dem ISOS und dem Ortsbildinventar die Charakteris- tiken der einzelnen Quartiere im Bereich des (bisherigen) Ortschutzperimeters herausgeschält und kartiert. Daraus resultieren für die spätere Zonenzuteilung die Bereiche "Alter Dorfkern", an diesen angrenzende Quartiere (Einzelbebauungen), der Bereich Zufahrtsstrassen (Strassenorientierte Bauten) sowie Aussagen zu den Umgebungszonen (Uferpromenade und Fönenhafen, Seeklinik und Gütsch). In Ziff. 5 / Ziff. 5.1 f. (S. 19 ff.) des Erläuterungsberichts wird die beabsichtigte Um- setzung der aus der detaillierten Analyse der Inventare erläutert (Einführung Kern- zonenplanung, Änderungen im geltenden Zonenplan sowie Aufhebung des Orts- bildschutzperimeters und verschiedene Änderungen und Präzisierungen im Bau- reglement). Einerseits soll dem Ortsbild Rechnung getragen, andererseits sollen die Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. In der Kernzonenplanung (Kernzonenplan Mst. 1 : 1'000 vom 16.11.2018) sollen die massgebenden Vor- schriften für den Kern mit den einzelnen Gebäuden definiert werden (vgl. Art. 44 und 44a revBauR). Anhand von qualitätssichernden Planungsprozessen soll von der Kernzonenplanung abgewichen werden können, sofern unter anderem die Ortsbildverträglichkeit nachgewiesen und die definierten Planungsverfahren ange- wendet werden (vgl. Art. 44b, 44c und 44d revBauR), womit ein Anreizsystem für eine ortsbauliche Qualität geschaffen werden soll (Ziff. 5.1 S. 19). Aufgrund der Erkenntnisse aus der Auseinandersetzung mit den Inventaren wer- den die drei Gebietstypen "Alter Dorfkern", an diesen angrenzende Quartiere (Ein- zelbebauungen) und die Bereiche Zufahrtsstrassen (Strassenorientierte Bauten) im Zonenplan (Teilzonenplan Ortsbild, Mst. 1 : 2'500 vom 16.11.2018) umgesetzt und die bisherige Kernzone und die Zentrumszone A in drei Kernzonen K1 bis K3 umgeändert (vgl. Erw. 4.1 hiervor). Als Folge der Ausscheidung der Kernzonen K1-K3 und den dazugehörigen Bestimmungen sowie der Kernzonenplanung kön- ne der Ortsbildschutzperimeter aufgehoben werden. In Auseinandersetzung mit den beiden Inventaren und der rechtsverbindlichen Umsetzung in die Planungsin- strumente seien die wesentlichen Schutzgedanken festgehalten und die Entwick- lungsmöglichkeiten aufgezeigt. 18 Für den im ISOS enthaltenen Bereich der Seeklinik soll mit einer zusätzlichen überlagerten Gestaltungsplanpflicht die Nachfolgeregelung des aufgehobenen Ortsbildschutzperimeters geklärt werden, worin der Umgang mit der übrigen Zen- trumszone B aufgezeigt werden soll. Insbesondere von Bedeutung sei die bauliche Weiterentwicklung zwischen dem historischen Ortskern, der Seeklinik (KIGBO) und dem bereits genehmigten Gestaltungsplan (S. 20 ff. Ziff. 5.2). Im Kernzonenplan (Mst. 1 : 1'000 vom 16.11.2018) werden neben den geänderten Kernzonenabgrenzungen auch unterschiedliche Bautypologien, obligatorische Baufluchten, wichtige Plätze und Aussenräume sowie Gebiete mit reduzierter Höhenentwicklung festgelegt. Mit dieser Systematik sollen die Erkenntnisse der Auseinandersetzung mit dem ISOS und dem Ortsbildinventar sowie dem Konzept "Plätze und Verbindungen" rechtsverbindlich umgesetzt werden. Anschliessend werden die Bestimmungen für die Bautypen A (schützenswert) und B (erhaltens- wert und ortsbildprägend) sowie für nicht speziell bezeichneten Gebäude und Neubauten auf den nicht überbauten Flächen, der obligatorischen Baufluchten so- wie der im Kernzonenplan bezeichneten wichtigen Plätze und Aussenräume und der bisherigen Kernzone Gütsch erläutert (vgl. auch Art. 44a Abs. 1 lit a - e und Art. 44b Abs. 2 revBauR) und die wichtigsten Eigenschaften der drei Bautypologi- en tabellarisch zusammengestellt (S. 23 f. Ziff. 5.3). In Ziff. 5.4 werden die wich- tigsten Änderungen im revidierte Baureglement aufgelistet (Art. 44 - Art. 44e und Art. 45 revBauR) und es wird erläutert, weswegen für die Kernzonen K1 und K2 keine Ausnützungsziffern festgelegt wurden (Massgeblichkeit der Ortsbildverträg- lichkeit) und dass in der Kernzone K3 die Ausnützungsziffer mit 1.0 festgelegt wurde, weil mit den obligatorischen Baufluchten Neubauten näher an die Strasse rückten und mit der Nutzungsmassbeschränkung unerwünschte Erscheinungsbil- der durch Volumenmaximierung verhindert werden könnten (S. 25 f.). 4.3Der - die Subkommission Kernzonenplanung als externer Berater begleiten- de kantonale Denkmalpfleger, Dr.phil. F.________ (vgl. Erläuterungsbericht Ziff. 1.3 S. 6 f.), hat in seiner Stellungnahme zur Kernzonenplanung Brunnen (Stand 24.6.2016) vom 20. Juli 2016 u.a. festgehalten, das erarbeitete Konzept der Kern- zonenplanung erscheine richtig. Neuere, insb. in den letzten 40 Jahren erfolgte Veränderungen im Ortsbild würden damit nicht von vornherein Schutzcharakter geniessen. Es sei gewährleistet, dass das historische Ortsbild seinen Charakter beibehalte, die weitere bauliche Entwicklung darauf abgestimmt sei und bei Neu- bauten mit einer klaren Verbesserung einhergehe. Entsprechend sei das Baure- glement ergänzt. Da mehrfach "kann"-Formulierungen gewählt worden seien, liege es im Ermessen und in der Verantwortung der kommunalen Behörde, die im Bau- reglement geforderten Anliegen des Ortsbildinventars auch umzusetzen. Es be-19 stehe - wie sich gerade in Bezug auf Ortsbildinventar und ISOS gezeigt habe - die Gefahr, dass durch eine allenfalls zurückhaltende Umsetzung dieselben rechtli- chen Unsicherheiten bleiben, wie sie durch die neue Kernzonenplanung nun ver- mieden werden sollte. Die Absicht, qualitätssichernde Planungsprozesse bzw. qualifizierte Planungsverfahren zu verlangen, sei sehr positiv und zielführend zu werten. Damit werde eine höchstmögliche Voraussetzung für qualitativ gute Lö- sungen geboten. Für Schutzobjekte und ISOS-Gebiete mit Erhaltungsziel A sei zwingend die Denkmalpflege beizuziehen, da hier die gestalterischen Vorgaben der Einordnung, weniger die Grundmasse über die Bewilligungsfähigkeit entschei- den würden. Für die weiteren Bereiche des ISOS-Perimeters könne die Denkmal- pflege beratend mitwirken, in erster Linie sei jedoch die Gemeinde für den Orts- bildschutz auf Grundlage der Kernzonenplanung zuständig (vgl. Anhang A zum Er- läuterungsbericht zur Kernzonenplanung Brunnen vom 16.11.2018). 4.4Ähnlich hat sich Prof. Dipl. Architekt G.________ (ETH/SIA) - welcher die Subkommission Kernzonenplanung ebenfalls als externer Berater begleitete (vgl. Erläuterungsbericht Ziff. 1.3 S. 6 f.) - im Zwischenbericht vom 29. Juni 2016 geäussert. Namentlich hob er hervor, auf der einen Seite werde dem Ortsbild Rechnung getragen und auf der anderen Seite die Entwicklungsmöglichkeiten auf- gezeigt. Durch das Zusammenführen des ISOS mit den Instrumenten der Ortspla- nung und insbesondere dem Anreizsystem für die Durchführung von Wettbewer- ben (bzw. qualitätssichernde Planungsprozesse) in der Kernzone habe die Ar- beitsgruppe/Gemeinde eigentliche Pionierarbeit geleistet, die - sofern dann auch umgesetzt - gesamtschweizerische Beachtung finden dürfte (Anhang B zum Erläu- terungsbericht zur Kernzonenplanung Brunnen vom 16.11.2018). 4.5Bei der Behandlung der im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens (§ 25 Abs. 1 PBG) vom 11. November bis 12. Dezember 2016 eingegangen Einwendungen und Vorschlägen begleiteten Dr.phil. F.________ und Prof. Dipl. Architekt G.________ die Subkommission Kernzonenplanung weiterhin als externe Berater unterstützend (vgl. dazu den Erläuterungsbericht lit. B S. 34). Beim anschliessenden Vorprü- fungsverfahren (§ 25 Abs. 1 PBG; § 13 Abs. 1 PBV) verzichteten sie gemäss den Vorprüfungsberichten des Volkswirtschaftsdepartements des Kantons Schwyz vom 9. Oktober 2017 und vom 10. August 2018 auf weitere Bemerkungen (Vi-act. III-01 Beilage 1 und 2, je in Vernehmlassung S. 1 resp. S. 2 mit Hinweis auf das entsprechende Schreiben vom 12.5.2017). 5.1Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde vom 7. April 2020 vorab, er habe unzählige Rügen vorgebracht, namentlich jene der mangelnden Interessen- abwägung mit den Vorgaben des ISOS im Rahmen der Nutzungsplanung. Weder 20 die Gemeinde noch die Regierung hätten sich mit diesen Rügen hinreichend aus- einandergesetzt, sondern diese mehrheitlich ignoriert. Sie seien fälschlicherweise davon ausgegangen, den Vorgaben gemäss ISOS sei dadurch Genüge getan, dass im Baubewilligungsverfahren ein sog. qualifiziertes Verfahren, ev. Gestaltungsplan- verfahren vorgeschrieben werde. Der Gemeinderat und auch der Regierungsrat hätten eine mangelnde Interessenabwägung mit den Vorgaben des ISOS vorgenom- men. Dies stelle einen Rechtsfehler dar (vgl. A. Formelles und B. Einleitung S. 3 f.). 5.2.1Der Gemeinderat im GRB Nr. 821 vom 1. Juli 2019 (B. Behandlung der Ein- sprache S. 4 ff.) und ebenso der Regierungsrat im angefochtenen RRB Nr. 167/2020 vom 17. März 2020 haben sich einlässlich mit den einzelnen Rügen der Einsprache des Beschwerdeführers vom 18. Februar 2019 auseinandergesetzt (vgl. dazu auch Erw. 6. ff. hiernach). Der globale und nicht näher konkretisierte Vorhalt des Beschwerdeführers, seine Vorbringen seien vom Gemeinderat und der Regierung nicht korrekt behandelt re- sp. mehrheitlich ignoriert worden, erweist sich als unbegründet. 5.2.2Anzufügen ist, dass es der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet die vor- gebrachten Argumente zu hören, zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen, woraus sich die Verpflichtung der Behörde ergibt, ihren Entscheid zu begründen (BGE 139 V 496 Erw. 5.1). Dabei ist es jedoch nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechen- schaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterzie- hen kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Ent- scheid stützt (vgl. statt vieler BGE 143 III 65 Erw. 5.2; BGE 142 II 49 Erw. 9.2). Die vorinstanzlichen Entscheide erfüllen diese Anforderungen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers ist nicht erkennbar. 5.3Der Gemeinderat hat im öffentlich aufgelegten Erläuterungsbericht vom 16. November 2018 (inkl. den dortigen Anhängen, Erw. 4.2 ff. hiervor) und im GRB Nr. 821 vom 1. Juli 2019 (zum Einspracheantrag Ziff. 2, S. 4 ff.) ausführlich darge- legt, wie er die Vorgaben des ISOS in der aufgelegten Kernzonenplanung umge- setzt hat und welche Umstände und Interessen er in der Interessenabwägung vor- nehmlich zu berücksichtigen hatte.21 Der Vorhalt des Beschwerdeführers, die Vorinstanzen würden sinngemäss meinen, indem im Baubewilligungsverfahren ein sog. qualifiziertes Verfahren, ev. Gestal- tungsplanverfahren vorgeschrieben werde, sei den Vorgaben des ISOS Genüge getan, ist offensichtlich unzutreffend und verkennt die im Erläuterungsbericht vom 16. November 2018 (Ziff. 5 S. 20 ff.) erläuterte Regelungsdichte von Art. 13 i.V.m. Art. 44 ff. revBauR (vgl. dazu auch Erw. 4.1 f. hiervor) samt die im Erläuterungsbe- richt und den dortigen Anhängen dokumentierte Interessenabwägung, welche im Rahmen der kommunalen Nutzungsplanung auf der Grundlage des ISOS vorge- nommen worden ist (vgl. dazu auch Erw. 1.4.2 hiervor; Erw. 5.4 hiernach). Unerfindlich ist, inwiefern die rechtlichen Ausführungen des Regierungsrates zum ISOS und dazu, wie die Schutzanliegen der Bundesinventare Eingang in die Nut- zungsplanung finden (Erw. 4.2.1 im angefochtenen RRB Nr. 167/2020, vgl. auch Erw. 1.4.1 f. hiervor), in einer Art unvollständig sein sollten, dass sie quasi zwangs- läufig zu einer fehlerhaften Rechtsanwendung geführt hätten (Beschwerde lit. C.a.1. S. 5). Dasselbe gilt für den 'Rechtsfehler', welchen der Beschwerdeführer hieraus ableitet (Beschwerde lit. C.a.1. S. 5). Die alleinige Zitierung von Literatur- stellen kann den Nachweis eines Rechtsfehlers nicht leisten. 5.4Mit der in einem Zwischenschritt erfolgten, vom kantonalen Denkmalpfleger, Dr.phil. F.________ und von Prof. Dipl. Architekt G.________ extern begleiteten, behördenverbindlichen Leitplanung, auf welcher die aufgelegte Kernzonenplanung basiert, wurden die unterschiedlichen Interessen ermittelt, den bei der Kernzonen- planung zu beachtenden Inventaren (ISOS, Ortsbildinventar, KIGBO) Rechnung getragen und die verbleibenden Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt. Das ISOS wurde seit Anhandnahme der Kernzonenplanung als Grundlage für die Interes- sensabwägungen einbezogen. Auf der Basis der ISOS-Aussagen, des KIGBO und des Ortsbildinventars wurden inhaltlich und örtlich differenzierte Aussagen zur Er- haltung und Weiterentwicklung der bestehenden historischen Struktur, zu Bau- fluchten und Freiräumen sowie zur erforderlichen Qualität für neue Bauvorhaben ausgearbeitet, welche auch für die Grundeigentümer nachvollziehbar sind (vgl. die EspaceSuisse-Arbeitshilfe: Ortsbildschutz und Verdichtung, insb. Ziff. 4.3.2 und 4.3.4, S. 22 f.; Erw. 3.4 hiervor; Erläuterungsbericht vom 16.11.2018 Ziff. 2 ff. S. 10 ff., Erw. 4.2 hiervor). Dabei wurden die Erhaltungsziele des ISOS (Aufnahmejahr 1975/87) im Rahmen der Interessenermittlung entsprechend den Aussagen des ARE (ARE, ISOS und Verdichtung, Ziff. 6.6.2 f. S. 11 ff.; Erw. 1.4.2 hiervor) durch die planenden Behörden präzisiert und auf ihre Aktualität überprüft und mit den kantonalen- bzw. kommunalen Schutzinteressen (KIGBO, Ortsbildinventar) abge- stimmt (vgl. Erläuterungsbericht vom 16.11.2018 Ziff. 4.13 ff.; Grundlagenplan Mst. 1 : 1'000 vom 30.3.2017). Auch der von Art. 8a Abs. 1 lit. c RPG geforderten, ver-22 stärkten Siedlungsentwicklung nach innen (Verdichtung) wurde - unter Koordinati- on und Abstimmung mit den Anliegen des Ortsbildschutzes und den gestalteri- schen Anforderungen vgl. Erläuterungsbericht vom 16.11.2018 Ziff. 1.1 f. S. 5 f. und Ziff. 5.4 S. 25 f.; Art. 44b Abs. 1 und 2, Art. 44c Abs. 1 und 3 sowie Art. 44e Abs. 3 revBauR) Rechnung getragen. Das ISOS wurde mithin seit Beginn der zweistufigen Kernzonenplanung als Grund- lage einer gesamtheitlichen Planung miteinbezogen und bei der Interessenabwä- gung berücksichtigt (vgl. Erw. 1.3 und Erw. 4.2 hiervor). Dies wird denn auch so- wohl von den externen Beratern der Subkommission Kernzonenplanung, den ex- ternen Begleitern der Kernzonenplanung in deren Stellungnahmen vom 20. Juli 2016 und vom 29. Juli 2016 (vgl. Erw. 4.3 f. hiervor), als auch in der EspaceSuisse- Arbeitshilfe: Ortsbildschutz und Verdichtung, Ziff. 4.3.4 S. 23, Erw. 4.2 hiervor) bestätigt und gewürdigt. Aus dem Umstand, dass die kantonale Denkmalpflege nach Abschluss des Mitwirkungsverfahrens (vgl. Erläuterungsbericht vom 16.11.2018 lit. B. S. 34; Erw. 4.5 hiervor) im anschliessenden Vorprüfungsverfahren keine wei- teren Bemerkungen mehr anzubringen hatte, ist (einzig) zu schliessen, dass sie ih- rer Stellungnahmen vom 20. Juli 2016 keine Ergänzung anzufügen hatte. 5.5Das dargestellte Vorgehen der Gemeinde bei der kommunalen Kernzonen- planung entspricht vollumfänglich den Anforderungen an die raumplanerische In- teressenabwägung bei der Umsetzung des ISOS unter Abstimmung der Anliegen von Ortsbildschutz und Verdichtung (vgl. Erw. 1.4.2 hiervor). Entgegen der offen- baren Ansicht des Beschwerdeführers konnten die Erhaltungsziele des ISOS (Auf- nahmejahr 1975/87) nicht direkt in die Interessenabwägung einfliessen, sondern waren von den planenden Behörden auf ihre Aktualität zu überprüfen, entspre- chend zu differenzieren und zu konkretisieren (vgl. insb. Erw. 1.4.2 hiervor, mit Hinweisen). In diesem Vorgehen ist kein Rechtsfehler zu erkennen. 5.6Die Pflicht, das Ortsbildinventar, das ISOS und das IVS bei der Behandlung von Baugesuchen zu berücksichtigen resp. beizuziehen (vgl. dazu Erw. 6.1 hier- nach) ist in Art. 13 Abs. 2 revBauR rechtsverbindlich festgelegt. In Art. 44 revBauR wird der Zweck der Kernzonen 1-3 definiert (Abs. 1 und 2) und die positive ästheti- sche Generalklausel von Art. 13 Abs. 1 revBauR für die Kernzonen wiederholt re- sp. konkretisiert (Abs. 3 und 4). Die obligatorische Beurteilung von Neu- und we- sentliche Umbauten in ISOS-A-Gebieten (vgl. Erw. 2.2 hiervor) durch die kantona- le Fachstelle für Denkmalpflege wird in § 9 Abs. 3 DSG gewährleistet. Soweit Art. 44b Abs. 1 und Art. 44c Abs.1 i.V.m. Art. 44d revBauR unter den defi- nierten Vorgaben (Ortsbildverträglichkeit, Nachweis einer besseren Gesamtlösung in Bezug auf das Ortsbild, Stellung der Bauten, Fassendgestaltung, Dachform und 23 Aussenräumen) im Rahmen eines Gestaltungsplanes und/oder eines qualifizierten Planungsverfahrens Abweichungen gegenüber den Festsetzungen im Kernzonen- plan und im Baureglement vorsehen resp. ermöglichen, ist dies nicht zu beanstan- den (vgl. Erw. 1.2.1 ff., insb. Erw. 1.2.3 zweiter Absatz; Erw. 4.3 hiervor; vgl. auch ARE et al., Empfehlung, S. 14; die vom Espace Suisse herausgegebene Arbeits- hilfe Ortsbildschutz und Verdichtung, Ziff. 6.2 f. S. 43; ARE, ISOS und Verdich- tung, Ziff. 6.2.2 S. 11). Art. 13 Abs. 2 revBauR stellt sicher, dass solche Abwei- chungen vor dem Hintergrund der Anliegen des Ortsbildinventars, des ISOS und des IVS zu prüfen sind; das qualifizierte Planungsverfahren wird u.a. durch die kantonale Denkmalpflege begleitet (Art. 44d Abs. 3 revBauR). 6.Der Beschwerdeführer erachtet es als rechtwidrig, dass in Art. 13 Abs. 2 rev BauR neu normiert wird, die Schutzinventare seien bei der Behandlung der Bau- gesuche "beizuziehen", anstelle - zu "berücksichtigen" wie im bisherigen Art. 13 Abs. 3 BauR (Beschwerde-Antrag Ziff. 2, lit. C.g S. 11 f.). Der Regierungsrat stellt klar, dass diese Wortwahl keinerlei materielle Auswirkung zeitigt (angefochtener RRB Nr. 167/2020 Erw. 4.2.2), sondern es sich (in diesem Zusammenhang) um Synonyme mit demselben Sinn- und Bedeutungsgehalt han- delt. Der Gebrauch von Synonymen für "berücksichtigen" ist denn auch nichts Aussergewöhnliches (vgl. "beachten" für "berücksichtigten" statt vieler: BGE 135 II 209; Erw. 1.4.1 letzter Absatz hiervor). In der Wortwahl in Art. 13 Abs. 2 revBauR ist mit anderen Worten keine Rechtswidrigkeit zu erkennen. Allerdings erscheint es generell nicht unbedingt als sinnvoll, einen bewährten gesetzlichen Begriff ohne Not durch ein Synonym zu ersetzen. 7.1Im Vorprüfungsbericht vom 9. Oktober 2017 hat das Volkswirtschaftsdepar- tement bemängelt, dass ein Teil der Axenstrasse (KTN 001.________) der Ufer- zone zugewiesen ist und den Vorbehalt angebracht, dass dieser Teil - analog zur übrigen Axenstrasse - dem Übrigen Gemeindegebiet UeG zugewiesen werde. Der Gemeinderat ist dieser Aufforderung nachgekommen, wobei nördlich der Axen- strasse eine verbleibende Restfläche von 46 m 2 (entgegen der Darstellung des Regierungsrates [angefochtener Beschluss Erw. 5.1] nicht auf KTN 001.________) auf KTN 002.________ (19 m 2) und KTN 003.________ (27 m 2) (vgl. kant. Web- GIS → Geokategorie: Grundstücke → Link: ÖREB-Kataster-Auszüge der Grunds- tücke KTN 001.________, KTN 002.________ und KTN 003.________) von der Uferzone der Kernzone K1 zugewiesen worden ist (vgl. Teilzonenplan Ortsbild, Mst. 1 : 2'500 vom 16.11.2018, Umzonung Nr. 3). 7.2Der Regierungsrat verweist im angefochtenen RRB Nr. 167/2020 (Erw. 5.1) zu Recht darauf, dass es sich gemäss Art. 43 BauR bei der Uferzone UZ, wie bei der 24 Kernzone K1, um eine Bauzone handelt, weswegen mit der besagten Umzonung von 46 m2 keine neue Bauzone ausgeschieden wird. Nach der sachgerechten und nicht beanstandeten Zuweisung der Axenstrasse (KTN 001.________) von der Uferzone UZ zum Übrigen Gemeindegebiet UeG, verbliebe - ohne die angefochtene Umzonung - in der Kernzone K1 nördlich der Axenstrasse eine geringfügige Fläche von 46 m2 als eigentliche Bauzoneninsel ohne Bezug zum Seeufer in der Uferzone UZ. Aufgrund dieser Situation erweist sich die Umzonung dieser Restfläche 46 m 2 von der Uferzone UZ in der Kernzone K1 - entgegen der Ansicht des Beschwerdefüh- rers (Beschwerde Antrag Ziff. 3, lit. C.f S. 11) - durchaus als begründet. In ihrem Kern entspricht diese Umzonung der Korrektur einer unzweckmässig verlaufenden Zonengrenze (vgl. § 29 Abs. 2 PBG), womit Plan und Wirklichkeit, d.h. die tatsäch- liche Abgrenzung der Kernzone K1 von der Uferzone UZ durch die Axenstrasse, in Übereinstimmung gebracht werden. 7.3Der Regierungsrat hat zu Recht auch festgestellt, dass es aufgrund des be- grenzten Ausmasses der umgezonten Fläche von 46 m2 gar nicht möglich ist, diese einer erheblichen grösseren Überbauung zuzuführen. Hinzu kommt, dass in den Kernzonen K1 und K2 keine Ausnützungsziffer festgelegt wurden, sondern insbe- sondere die Ortsbildverträglichkeit massgebend ist (vgl. Erw. 4.2 letzter Absatz hier- vor; Erläuterungsbericht Ziff. 5.4 S. 27). Dabei ist zu beachten, dass es sich beim bestehenden Gebäude auf KTN 002.________ um eine schützenwerte Baute gemäss KIBO handelt, die als solche dem Bautyp A zugeordnet ist, und damit der Vorschrift von Art. 44a Abs. 1 lit. a revBauR unterliegt (vgl. Grundlagenplan Mst. 1 : 1'000 vom 30.3.2017; Kernzonenplan Mst. 1 : 1'000 vom 16.11.2018). Die gegen die Fläche von 46 m2 auf KTN 002.________ und KTN 003.________ ausgerichte- ten Häuserfronten auf KTN 002.________, KTN 004.________, KTN 005.________ und KTN 006.________ stellen laut dem Grundlagenplan Mst. 1 : 1'000 vom 30. März 2017 "Platzbildende Fassaden und Baukuben" gemäss dem Ortsbildinventar vom Oktober 1984 dar. Die Häuserfronten auf KTN 002.________, KTN 004.________ und KTN 005.________ bilden zugleich "wich- tige Häuserfronten" gemäss dem ISOS. Entsprechend wurden im Kernzonenplan Mst. 1 : 1'000 vom 16. November 2018 in diesem Bereich obligatorische Baufluch- ten definiert (Art. 44a Abs. 1 lit. d revBauR). Allfällige Abweichungen hiervon sind resp. wären nur unter den klar definierten Vor- gaben von Art. 44d revBauR - und unter Berücksichtigung u.a. der Anliegen des Ortsbildinventars und des ISOS (Art. 13 Abs. 2 revBauR) - möglich (vgl. Erw. 5.6 hiervor), zudem wäre aufgrund von 44a Abs. 1 lit. a letzter Satz revBauR (KIBO 25 Objekt) wie auch aufgrund von § 9 Abs. 3 DSG (ISOS-A-Gebiet) eine Beurteilung durch die kantonale Fachstelle für Denkmalpflege erforderlich (vgl. Erw. 2.2 hiervor). 7.4Zusammenfassend ist in der Umzonung der besagten Restfläche von ca. 46 m2 von der Uferzone UZ in die Kernzone K1 keine ungenügende oder gar feh- lende Auseinandersetzung mit dem ISOS zu erkennen. Anlass, einen Augen- schein durchzuführen, besteht nicht. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 8.1Der Regierungsrat hat sich im angefochtenen RRB 167/2020 in Erw. 6. - 6.4 mit der (auch vorliegend) angefochtenen Auf- bzw. Umzonung Nr. 4 und 5 (Kern- zone K bzw. Wohnzone W3 in Kernzone 2), namentlich im Bereich Wohn- und Fi- scherquartier und Kleinstatt/Suststrasse (vgl. Teilzonenplan Ortsbild, Mst. 1 : 2'500 vom 16.11.2018, Umzonungen Nr. 4 und 5; (Beschwerde Antrag Ziff. 4, lit. C.e. S. 9 f.) einlässlich auseinandergesetzt. Es handelt sich dabei um das "Wohn- und Fischereiquartier am Dorfbach", Bau- gruppe (B 0.2), geprägt durch eine heterogene Bausubstanz des 19./20. Jahrhun- derts mit Wohn- und Gewerbebauten sowie durch Gärten und intakte Zwischenbe- reiche, und das "Alte Wohn- und Gewerbequartier nördlich des Dorfbaches", ISOS-Gebiet (G 2), mit kleinmassstäblicher Bebauung, welches im ISOS mit dem Erhaltungsziel B bewertet worden ist (vgl. ISOS, Bd. Kanton Schwyz, a.a.O., S. 112 und S. 115 f.; Erw. 3.2.2 hiervor; angefochtener RRB 167/2020 Erw. 6.2; Erläuterungsbericht Ziff. 4.1 S. 14). Gemäss dem Ortsbildinventar Ingenbohl- Brunnen 1984 (S. 19) gehören die Gebiete entlang der Kohlhüttenstrasse (B 0.2) und die Kleinstadt (G 2) zusammen mit dem "Alten Dorfkern" zum Ortskern. Das Gebiete entlang der Kohlhüttenstrasse besteht hauptsächlich aus lockeren Einzel- bebauungen mit eindeutigem Erschliessungssystem und die Kleinstadt überwie- gend aus einer dichten Einzelbebauung mit kleinmaschigem Erschliessungssys- tem (S. 26; vgl. auch Erläuterungsbericht Ziff. 4.2 S. 15). Bei Ersatzbauten ist der Breiten- und Höhenrhythmus der jeweiligen bestehenden, älteren Bautengruppe einzuhalten. Traufunterbrechende hochgezogene Fassadenteile sind erwünscht (S. 55; vgl. auch VGE III 2014 116 + 129 vom 25.11.2014 Erw. 6.6; angefochtener RRB 167/2020 Erw. 6.2 in fine). Im Erläuterungsbericht vom 16. November 2018, werden diese Gebiete angrenzend zum "Alten Ortskern" entsprechend als Gebiete mit Einzelbebauung eingestuft (Ziff. 4.4 S.17): Obwohl die Bebauungstypologien stark variieren, haben diese angrenzenden Gebie- te eine grosse Bedeutung für das gesamte Ortsbild. Da die Wichtigkeit der genann- ten Quartiere nicht so hoch ist wie beim "Alten Dorfkern", ist der Schutzgedanke we- niger strikt zu halten. Der Fokus von Schützen und Erhalten muss spezifischer auf Einzelbauten gerichtet werden. Trotzdem muss das Einordnungsprinzip und die Ortsbildverträglichkeit gewahrt bleiben.26 8.2.1Während der südwestliche Teil des 'Wohn- und Fischereiquartier am Dorf- bach' (ISOS-Gebiet 0.2) im aktuell geltenden Zonenplan der Wohnzone W3 zuge- wiesen ist, befindet sich der nordöstliche Teil dieses Quartiers und die Quartiere Kleinstatt und Suststrasse (ISOS-Gebiet 2) in der Kernzone. Gemäss dem gelten- den Art. 60 BauR sind in der Wohnzone W3 aktuell maximal 3 Vollgeschosse, zu- sätzlich ein Vollgeschoss als Dachgeschoss gemäss Art. 37 BauR zulässig. Die maximale Gebäudehöhe beträgt 10.2 m und die maximale Firsthöhe 14 m. Eine maximale Gebäudelänge ist im geltenden Baureglement nicht vorgeschrieben. Die Grenzabstände richten sich nach kantonalem Recht (Art. 38 und Art. 60 BauR). Die am 9. Februar 2020 an der Urnenabstimmung beschlossene (vom Regierungsrat am 18.8.2020 genehmigte, jedoch noch nicht rechtskräftige) Teilrevision der Nut- zungsplanung (Ortsplanungsrevision; vgl. Ingress lit. A hiervor; VGE III 2020 187 vom 9.11.2020 Disp.-Ziff. 3.4) erlaubt in Art. 51 des "neuen" Baureglement in der Wohnzone W3 maximal 3 Vollgeschosse, eine Gebäudehöhe von 10.5 m, eine Firsthöhe von 14 m und eine Gebäudelänge von 40 m. In der aktuellen Kernzone gelten weder bezüglich der Anzahl Vollgeschosse noch der Gebäude- und Firsthöhe oder der Gebäudelänge Maximalvorschriften (vgl. Art. 60 BauR). Grenz- und Gebäudeabstände können durch den Gemeinderat im Einzelfall festgelegt werden (Art. 44 Abs. 5 BauR). Einziger Massstab für die Bewilligungsfähigkeit ei- ner Baute sind grundsätzlich die gestalterischen Anforderungen nach Art. 44 Abs. 3 und 4 BauR, mithin die Vorgaben des ISOS und des Ortsbildinventars (vgl. VGE III 2014 116 + 129 vom 25.11.2014 Erw. 7.4; angefochtener RRB 167/2020 Erw. 6.3.1. 8.2.2Gemäss Art. 44c Abs. 1 revBauR sind je nach Eignung des Baugrundstücks in der Kernzone K2 maximal 3 Vollgeschosse zulässig. Eine Erhöhung auf maxi- mal 5 Vollgeschosse kann bewilligt werden, wenn im Rahmen des Planungsver- fahrens nach Art. 44d revBauR die Ortsbildverträglichkeit und eine gute Gesamtlö- sung aufgezeigt werden. Zusätzlich ist ein Dachgeschoss mit den Maximalmassen nach den übrigen Bestimmungen des Baureglements gestattet. Es gilt, unter Ein- haltung der ordentlichen Grenz- und Gebäudeabstände, die offene Bauweise, aus- genommen bei bestehender oder annähernd geschlossener Bauweise (Art. 44c Abs. 2 Satz 1 revBauR). Für die strassenzugewandten Fassaden der Hauptbauten gilt eine maximale Gebäudelänge oder -breite von 18 m (Art. 44c Abs. 3 Satz 1 revBauR). Die Gebäudehöhe ist auf 10.5 m (im Planungsverfahren 16.5 m) und die Firsthöhe auf 14 m (im Planungsverfahren 20 m) beschränkt (Art. 60 revBauR). Die Kernzonen K1 und K2 bezwecken laut Art. 44 Abs. 1 Satz 1 revBauR den Er- halt sowie die Pflege und Weiterentwicklung des Dorfkerns mit seinen ortbildprä- genden Strukturen, Bauten und Ensembles. Neu- und Umbauten haben erhöhten 27 gestalterischen Anforderungen zu genügen. Sie sind bezüglich Grösse, Anordnung und Stellung, Fassadengestaltung, Form, Farbwahl, Materialien und Umgebungs- gestaltung gut ins Quartier- und Strassenbild einzufügen (Art. 44 Abs. 3 revBauR). 8.3Der Beurteilung des Regierungsrates, dass der vom Ortsbildinventar und vom ISOS verlangte Erhalt der kleinräumigen Bebauungsstruktur (mit heterogener Bausubstanz) der Quartiere im Bereich Kohlhüttenstrasse / Kleinstadt und Sust- strasse durch die Zuweisung in die neue Kernzone K2 gewährleistet wird, ist bei- zupflichten. Dies gilt, selbst wenn unter den definierten Vorgaben von Art. 44c Abs. 1 i.V.m. Art. 44d revBauR eine Erhöhung auf maximal 5 Vollgeschosse im Grund- satz möglich ist. Das qualifizierte Planungsverfahren unter Beizug der kantonalen Denkmalpflege (Art. 44d Abs. 3 revBauR; vgl. auch Erw. 5.6 hiervor) wie auch die baureglementarisch vorgegebenen Baumasse und die gestalterischen Vorgaben (vgl. vorstehend Erw. 8.2.2) bedingen Planungsprozesse, welche eine Erhöhung der Anzahl Vollgeschosse über das ordentliche Mass hinaus nur dann ermögli- chen, wenn die im Einzelfall erforderliche Interessenabwägungen im Lichte der Heimatschutzanliegen vorgenommen wird und die Ortsbildverträglichkeit sowie ei- ne gute Gesamtlösung tatsächlich aufgezeigt werden. Die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Frage/Rüge, ob und warum 5-geschos- sige Bauten am See und am Leewasser resp. in den Kernzonen K1 und K2 über- haupt zugelassen werden sollen (Beschwerde lit. C.e/dd S. 10 und Beschwerdean- trag Ziff. 6 i.V.m. lit C.h S. 12), ist letztlich ohne Belang und bedurfte insofern auch keiner näherer Auseinandersetzung durch die Vorinstanzen (vgl. Erw. 5.2.2 hier- vor). Massgeblich dafür, ob eine Baute in den Kernzonen K1 und K2 bewilligt wer- den kann, ist nicht vorrangig deren Anzahl an Vollgeschossen (zur fehlenden Be- schränkung in der aktuellen Kernzone gemäss Art. 60 des geltenden Bauregle- ments, vgl. vorstehend Erw. 8.2.1), sondern die Ortsbildverträglichkeit. Dies wurde einerseits im Erläuterungsbericht dargelegt (Ziff. 5.1 S. 19 und Ziff. 5.4 S. 27, vgl. Erw. 4.2 und Erw. 7.3 hiervor) und ergibt sich andererseits direkt aus Art. 44b Abs. 1 revBauR und Art. 44c Abs. 1 revBauR. Eine mangelhafte Auseinandersetzung mit den Vorgaben des ISOS kann nicht erkannt werden. 8.4Ein Ortsbildinventar ist weder eine Ortsplanung noch eine Schutzverfügung (vgl. ISOS-Kernsatz 18). Die korrekte Wertung aller relevanten Interessen liegt im Ermessen der zuständigen Behörden (vgl. auch Martin, Atlas der Baukultur, Die Entstehung des Inventars, in: Themenheft von Hochparterre / Identität pflegen / So funktioniert das Inventar der schützenswerten Ortbilder der Schweiz, August 2017). Bauliche Entwicklung sind, namentlich unter Berücksichtigung des öffentlichen In- teresses an einer inneren Verdichtung, auch innerhalb von Ortsbildern von natio- naler Bedeutung möglich (vgl. Erw. 1.4.1 letzter Absatz und Erw. 1.4.2 hiervor). 28 Dem Beschwerdeführer kann daher auch nicht gefolgt werden, dass Bauten mit 5 Vollgeschossen in den Kernzonen 1 und 2 der Gemeinde Ingenbohl aufgrund des ISOS per se nicht bewilligungsfähig seien. Die durch die vorliegende Kernzonen- planung eröffnete Möglichkeit, im Rahmen von qualifizierten Planungsverfahren und/ oder im Gestaltungsplanverfahren - unter Berücksichtigung der relevanten In- ventare wie auch weiterer öffentlicher Interessen - Entwicklungsvariationen aufzu- zeigen, erweist sich als rechtskonform (vgl. Erw. 1.2.3 und Erw. 1.4.2 hiervor). Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet, soweit sie sich gegen die Zuweisung der Quartiere im Bereich Kohlhüttenstrasse / Kleinstadt und Suststrasse in die neue Kernzone K2 (Umzonungen Nr. 4 und 5) richtet (Be- schwerdeantrag Ziff. 4, lit. C.e S. 9 f.). Dasselbe gilt für die Rüge, dass 5- geschossige Baute in ISOS-Gebieten mit Schutzzielen A, B, AB, a und b für un- zulässig zu erklären und Art. 44b und Art. 44c BauR inkl. der dazugehörenden Pläne sowie Art. 44d BauR entsprechend aufzuheben bzw. abzuweisen seien (Be- schwerdeantrag Ziff. 6, lit. C.h S. 12; vgl. dazu Erw. 8.3 hiervor). 9.1Der Beschwerdeführer rügt die Umzonung des Gebiets entlang der Gersau- erstrasse (Beschwerde Antrag Ziff. 5, lit. C.d. S. 8 f.). Dieses umfasst zum einen die Umzonung der Grundstücke KTN 007.________ und KTN 008.________ wel- che aktuell der Kernzone K zugewiesen sind, und zum anderen die sich in der bis- herigen Zentrumszone ZA befindende Bebauung entlang der Gersauerstrasse in die Kernzone K3 (vgl. Teilzonenplan Ortsbild, Mst. 1 : 2'500 vom 16.11.2018, Um- zonungen Nr. 7 und Nr. 8). Je eine Bautiefe nördlich und südlich entlang der Gersauerstrasse (bis zu den Ab- zweigungen Büölstrasse und Primelweg) befinden sich im ISOS-Gebiet (G 4), wel- ches mit dem Erhaltungsziel B bewertet worden ist und als Ausfallachse beschrie- ben wird, in welcher die dreigeschossige, offene Bauweise das Strassenbild domi- niert. Das auf den Grundstücke KTN 007.________ und KTN 008.________ situ- ierte Gebäude wird im ISOS als gebietsfremder Neubaute bezeichnet (vgl. ISOS, Bd. Kanton Schwyz, a.a.O., S. 112 und S. 115.; Erw. 3.2.2 hiervor; angefochtener RRB 167/2020 Erw. 7.1; Erläuterungsbericht Ziff. 4.1 S. 14). Gemäss dem Ortsbildinventar Ingenbohl-Brunnen 1984 (S. 51) erscheinen die Bauten entlang der Gersauerstrasse als aneinandergereihte Einzelbauten. In Rich- tung See wird die Bebauung immer dichter, bis die Einzelbauten im Zentrum in Zeilen übergehen. Im Erscheinungsbild zeigen sich die Bauten mit grosser For- menvielfalt, von älteren Bauten im klassizistischen Stil bis zu modernen Wohnblö- cken. Die Bebauungen wachsen dorfauswärts. Die älteren Bauten, vom allem in Zentrumsnähe, stehen direkt oder sehr nah an der Strasse und bilden so einen eindeutig gerichteten Strassenraum. Im Gegensatz dazu sind die neueren Bauten 29 oft von der Strasse zurückversetzt. Prinzipiell sind Hauptbauten direkt an die Strasse zu stellen. Zurückversetzte Nebenbauten können die Verbindung zwi- schen den Hauptbauten herstellen. Die Charakteristik der Volumenverteilung ist zu erhalten. Auf die Ausbildung der Dachabschlüsse ist zu achten. Insbesondere bei Flachdächern sollen die Lösungen von älteren Flachdachbauten Beachtung fin- den. Die Gestaltungsprinzipien der älteren Gebäude sind für Neu- und Umbauten verbindlich. Die gute Aussenraumgestaltung ist zu erhalten (S. 59 f.). Im Erläuterungsbericht vom 16. November 2018 (Ziff. 4.4 S.17), wird die Zufahrts- achse Gersauerstrasse als wichtiger Bestandteil für das Ortsbild Brunnen einge- stuft. In diesem sei eine funktionale und bauliche Erweiterung des Kerns machbar. Die Aufreihung freistehender Einzelbebauungen sollen weiterhin das Strassenbild prägen und den Zugang zum "Alten Dorfkern" verdeutlichen. 9.2.1Im aktuell geltenden Zonenplan ist das Gebiet entlang der Gesauerstrasse der Zentrumszone ZA zugewiesen (mit Ausnahme der Grundstücke KTN 007.________ und KTN 008.________ in der Kernzone K; vgl. Erw. 9.1 hiervor). Gemäss Art. 45 des geltenden Baureglements bezweckt die Zentrumszone ZA die Erweiterung des Dorfkerns und eine gute gestalterische Anpassung der Bauten an den Ortskern. Gestattet sind nicht oder nur mässig störende zentrums- und kur- ortsbildende Funktionen (Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe, Hotels, Gaststät- ten, öffentliche Bauten etc.) sowie Wohnungen. In der Zentrumszone ZA sind ma- ximal 4 Vollgeschosse, zusätzlich ein Vollgeschoss als Dachgeschoss gemäss Art. 37 BauR zulässig. Die maximale Gebäudehöhe beträgt 13 m und die maximale Firsthöhe 17 m. Eine maximale Gebäudelänge ist im geltenden Baureglement nicht vorgeschrieben (Art. 60 BauR). Die Grenzabstände richten sich nach kanto- nalem Recht (Art. 38 und Art. 60 BauR). Die Ausnützungsziffer beträgt für reine Wohnbauten 0.8; bei reinen gewerblichen bzw. gemischten Bauten wird die ge- werbliche Bruttogeschossfläche nur zu 2/3 angerechnet (Art. 60 BauR). Die am 9. Februar 2020 an der Urnenabstimmung beschlossene (vom Regierungsrat am 18.8.2020 genehmigte, jedoch noch nicht rechtskräftige) Ortsplanrevision (vgl. Erw. 8.2.1 mit Hinweisen hiervor) sieht eine Erhöhung der Ausnützungsziffer in der Zentrumszone ZA auf 1.0 vor. 9.2.2Die neue Kernzone K3 bezweckt funktional und baulich die Erweiterung des Dorfkerns. Die Bauten sind so zu gestalten, dass sich ein städtebaulich guter Über- gang zum Dorfkern ergibt. Neu- und Umbauten haben erhöhten gestalterischen Anforderungen zu genügen. Sie sind bezüglich Grösse, Anordnung und Stellung, Fassadengestaltung, Form, Farbwahl, Materialien und Umgebungsgestaltung gut ins Quartier- und Strassenbild einzufügen (Art. 44 Abs. 2 und 3 revBauR). Die der Gersauerstrasse zugewandten Teile der Erdgeschosse sind kleinbetrieblichen, 30 vorab publikumswirksamen Nutzungen vorbehalten (vgl. Art. 44 Abs. 6 revBauR; Erläuterungsbericht Ziff. 5.4 S. 25). Es gelten die ordentlichen Abstandsvorschrif- ten (Art. 44e Abs. 1 Satz 1 revBauR). Es gilt die offene Bauweise, ausgenommen bei bestehender oder annähernd geschlossener Bauweise. Werden auf solchen Grundstücken Bestandesbauten durch grössere Bauten ersetzt und/oder aufge- stockt, bleibt die Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach § 73 PBG vorbehalten (Art. 44e Abs. 2 revBauR). Für die strassenzugewandten Fassaden der Hauptbau- ten gilt eine maximale Gebäudelänge oder -breite von 18 m. Maximal 2-geschossi- ge Zwischenbauten sind in der Form von mindestens um 3 m zurückversetzten Verbindungsbauten gestattet (Art. 44e Abs. 3 revBauR). Entlang der Gersauer- strasse wurden im Kernzonenplan Mst. 1 : 1'000 vom 16. November 2018 beidsei- tig obligatorische Baufluchten definiert (Art. 44a Abs. 1 lit. d revBauR). Es finden sich in diesem Bereich schützenswerte (Bautyp A) und erhaltenswerte und orts- bildprägende Bauten (Bautyp B) (Art. 44a Abs. 1 lit. a und b revBauR; vgl. Erw. 4.3 hiervor). In der Kernzone K3 sind maximal 4 Vollgeschosse zulässig. Die maxima- le Gebäudehöhe beträgt 13.5 m und die maximale Firsthöhe 17 m. Die Ausnüt- zungsziffer beträgt 1.0, weil mit den obligatorischen Baufluchten Neubauten näher an die Strasse rücken und mit der Nutzungsmassbeschränkung unerwünschte Er- scheinungsbilder durch Volumenmaximierung verhindert werden können (vgl. Art. 60 revBauR; Erläuterungsbericht Ziff. 5.4 S. 25; Erw. 4.2 in fine hiervor). 9.3Nach der Beurteilung des Gemeinderates kann die seit der Inventarisierung erfolgte bauliche Weiterentwicklung der Gersauerstrasse nicht unbeachtet bleiben. Im Wesentlichen hält er fest, die Gersauerstrasse zeichne sich durch eine mass- volle Verdichtung aus. Der Charakter der Gersauerstrasse als Übergangsbereich zum Dorfkern sei beibehalten worden. Die Siedlungsstrukturen würden auch dort erhalten bleiben, wo Neubauten an Stelle alter Bausubstanz getreten seien. Die Qualitätsvorschriften von Art. 44 revBauR würden auch in der Kernzone 3 gelten (vgl. GRB Nr. 821 vom 1.7.2019 Ziff. 14 S. 9 f). 9.4Der Regierungsrat hält im angefochtenen RRB 167/2020 (Erw. 7.3) in Bestätigung der gemeinderätlichen Beurteilung mit Recht fest, dass sowohl die geltende Zentrumszone ZA als auch die neue Kernzone K 3 die Erweiterung des Dorfkerns und eine gute gestalterische Anpassung resp. einen städtebaulich guten Übergang der Bauten an den Ortskern bezwecken. Auch die baulichen Maximal- masse sind weitgehend identisch (vgl. Erw 9.2.1 f. hiervor). Die (neue) Beschrän- kung für die strassenzugewandten Fassaden der Hauptbauten maximale Gebäu- delänge oder -breite von 18 m (Art. 44e Abs. 3 Satz 1 rev BauR) vermag die Erhal- tung der bestehenden Freiflächen und der baulichen Zwischenräume (offene Bau- weise) zu gewährleisten; zurückversetzte Verbindungsbauten zwischen den 31 Hauptbauten (vgl. Art. 44e Abs. 3 Satz 2 rev BauR) entsprechen den Vorgaben des Ortsbildinventars (vgl. Erw. 9.1 hiervor). Ein eindeutig gerichteter Strassen- raum wird durch die obligatorische Bauflucht sichergestellt (vgl. Erw 9.2.2 hiervor). Mit der übereinstimmenden und zutreffenden Beurteilung der Vorinstanzen ist da- von auszugehen, dass die Vorgaben der Kernzone 3 sowohl den Schutz der be- stehenden historischen Struktur gewährleisten als auch deren Weiterentwicklung ermöglichen (vgl. dazu Erw. 1.4.2 letzter Absatz und Erw. 5.4 erster Absatz hier- vor). Dem ISOS-Erhaltungsziel B (Erhalten der Struktur) für die Bebauung entlang der Gersauerstrasse wird durch die Zuweisung dieser Zufahrtsachse angrenzend an den Dorfkern in die neue Kernzone 3 angemessen Rechnung getragen. Der Vorwurf des Beschwerdeführers der fehlenden Interessenabwägung mit dem ISOS ist nicht nachvollziehbar. Eine Verletzung der Begründungspflicht durch die Vor- instanzen liegt nicht vor (vgl. auch Erw 5.5.2 hiervor). Soweit in Art 44e Abs. 2 die Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach § 73 PBG vorbehalten wird, spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass solche auch in ISOS- Gebieten möglich bleiben, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 10.1Der Beschwerdeführer beantragt, die Quaianlage, namentlich auch der Aus- landschweizerplatz, sei als Freifläche festzuhalten (Beschwerde Antrag Ziff. 7, lit. C.c. S. 7 f.). 10.2Im ISOS ist der "Uferstreifen mit Grosshotels, Quaianlage mit Platanenrei- hen, Hafen" als Umgebungszone I mit dem Erhaltungsziel a (Erhalten der Beschaf- fenheit [als Freifläche]) bewertet worden. Im geltenden Zonenplan befindet sich dieses Gebiet in der Uferzone. Laut Art. 55 BauR dient die Uferzone der Gestaltung der Uferpromenade. Gestattet sind Anla- gen für Sport, Erholung und Tourismus, die der Allgemeinheit oder der touristi- schen Entwicklung dienen. Es sind nur maximal eingeschossige Hochbauten zu- gelassen. Der Gemeinderat legt Bepflanzung und Gestaltung der Freiflächen nach einheitlichem Konzept fest (Abs. 1). Für eine Überbauung u.a. des Wehrihaggens [= Auslandschweizerplatz] besteht eine Gestaltungsplanpflicht, wobei die maxima- le Ausnützungsziffer 0.20, ohne Geschosszahlbegrenzung, beträgt. Der Gestal- tungsplan hat insbesondere erhöhte Anforderungen für die Hochbauten festzule- gen, den Baumschutz zu gewährleisten sowie ausreichende Grün- und Freiflächen vorzusehen. Die Bau- und Firsthöhen sind im Gestaltungsplan festzulegen (Abs. 2). In der am 9. Februar 2020 an der Urnenabstimmung beschlossenen (vom Regie- rungsrat am 18.8.2020 genehmigten, jedoch noch nicht rechtskräftigen) Ortspla-32 nungsrevision (vgl. Erw. 8.2.1 hiervor) wurde der soeben zitierte Art. 55 Abs. 2 BauR durch Art. 48 Abs. 2 des "neuen" Baureglements ersetzt. Gemäss dieser neuen Bestimmung ist der Auslandschweizerplatz Wehrihaggen eine multifunktio- nale Begegnungs- und Veranstaltungsstätte und kann als solche mit temporären Bauten und Anlagen genutzt werden. Dauerbauten und -anlagen sind gestattet, sofern sie: - die Multifunktionalität des Platzes nicht beeinträchtigen; - der Begrünung des Platzes Rechnung tragen; - die Anforderungen des Landschaftsschutzes erfüllen und - sich in die Uferzone einfügen. 10.3Im Teilzonenplan Ortsbild, Mst. 1 : 2'500 vom 16. November 2018 befindet sich die Quaianlage mit dem Auslandschweizerplatz nach wie vor in der Uferzone UZ. Für den Auslandschweizerplatz ist darin eine überlagernde Gestaltungsplan- pflicht festgelegt und die Platanenreihen beim Auslandschweizerplatz sind darin als Schutzobjekte aufgenommen worden. Im Erläuterungsbericht vom selben Tag wurde zur Umgebungszone I ausgeführt: Die Umgebungszone I wird als Uferstreifen mit Grosshotels, Quaianlagen mit Plan- tagenreihen und Hafen beschrieben. Klassiert ist diese Zone als Erhaltungsziel a, in dem das Erhalten der Beschaffenheit im Vordergrund steht. Dabei sollen für das Ortsbild wesentliche Freiräume und Altbauten bewahrt werden. Die Freiflächen mit Uferpromenade und Auslandschweizerplatz sind bereits im rechtskräftigen Zonen- plan als Uferzone und die Hafenanlage als Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (öBA) ausgeschieden. Die Uferzone dient der Gestaltung der Uferpromenade und die öBA im Bereich Fönenhafen ist als Hafenanlage für öffentliche und private Schiff- fahrt bestimmt. Damit entsprechen die rechtskräftigen Vorschriften den Anliegen im ISOS. Die erwähnten Gebiete werden in der Kernzonenplanung nicht weiter behan- delt. Die in der Umgebungszone I enthaltenen Grosshotels werden in der Kernzo- nenplanung miteinbezogen und entweder als schützenswerter oder erhaltenswerter Bautyp behandelt (Ziff. 4.1 S. 15). Im ISOS sind drei Umgebungszonen enthalten. Die U-Zo I umfasst die Uferprome- nade und den Fönenhafen. Die rechtskräftigen Regelungen im Zonenplan und Bau- reglement sind mit den Erhaltungszielen im ISOS vereinbar (Ziff. 4.4 S. 17 f.). 10.4Im GRB Nr. 821 vom 1. Juli 2019 führte der Gemeinderat u.a. aus, die Quai- anlage befinde sich in der Uferzone und damit ausserhalb des Perimeters der Kernzonenplanung. Sie bilde nicht Verfahrensgegenstand. Die Bestimmungen der Uferzone nach aktuellem (vgl. Art. 55 BauR) und nach Art. 48 des "neuen" Baure- glement (vgl. dazu Erw. 10.2 hiervor) seien genügend griffig, um einen nachhalti- gen Ortsbildschutz sicherzustellen. In der öffentlichen Auflage der Ortsplanrevision sei die vom Gemeinderat beschlossene Lösung unangefochten geblieben (Ziff. 3 S. 6). Der Gestaltungsplan habe selbstverständlich die Vorgaben und Zielsetzun- gen der Kernzonenplanung einzuhalten (Ziff. 6 in fine S. 7).33 10.5Der Regierungsrat weist im angefochtenen RRB 167/2020 (Erw. 8.2) eben- falls darauf hin, dass sich der Auslandschweizerplatz (KTN 009.________) aus- serhalb des Perimeters des Kernzonenplans befindet und dass diese Parzelle un- verändert in der Uferzone belassen wird. Allerdings sei vorgesehen, den im gel- tenden Zonenplan Siedlung festgelegten Ortbildschutzperimeter - welcher auch den Auslandschweizerplatz umfasst - aufzuheben. Mit der Zonenzuteilung in die Uferzone sowie der nach wie vor bestehenden Ge- staltungsplanpflicht könne den Vorgaben des ISOS hinreichend Rechnung getra- gen werden. Die Erstellung von (temporären und permanenten) Bauten und Anla- gen auf dem Auslandschweizerplatz sei auch nach Aufhebung des Ortbildschutz- perimeters nur unter strengen Voraussetzungen möglich, zumal die Funktionalität von KTN 009.________ als Platz nicht beeinträchtigt werden dürfe. 10.6Die Uferzone hat durch die vorliegend fragliche Kernzonenplanung keine Änderung erfahren. Insofern stellt sich die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Frage nicht, ob bezüglich der Revision der Uferzone eine hinreichende Interes- senabwägung stattgefunden habe (Beschwerde lit. C.c/aa S. 7). Über die Aus- scheidung eines Gewässerraumes war im Rahmen der Kernzonenplanung (ohne Revision der Uferzone) ebensowenig zu befinden, wie über eine Revision von Art. 55 BauR (Beschwerde lit. C.c/dd und lit. C.c/ee S. 8). Anzumerken ist indes, dass Art. 55 BauR im Rahmen der am 9. Februar 2020 an der Urnenabstimmung be- schlossenen (vom Regierungsrat am 18.8.2020 genehmigten, jedoch noch nicht rechtskräftigen) Ortsplanungsrevision (vgl. Erw. 8.2.1 hiervor) bereits überprüft und angepasst worden ist (vgl. Erw. 10.2 in fine hiervor). Dem Regierungsrat ist grundsätzlich beizupflichten, dass mit der die Uferzone UZ im Bereich des Auslandschweizerplatzes überlagernden Gestaltungsplanpflicht (und der Aufnahme der Platanenreihen beim Auslandschweizerplatz als Schutzob- jekte; vgl. Erw. 10.3 erster Absatz hiervor) den Vorgaben des ISOS genügend Rech- nung getragen wird (vgl. Erw. 1.2.3 hiervor). Dies gilt umso mehr als (temporäre und permanente) Bauten und Anlagen auf dem Auslandschweizerplatz laut Art. 48 Abs. 2 des "neuen" Baureglements nur unter den darin aufgeführten Bedingungen gestattet sind, wobei namentlich die Anforderungen des Landschaftsschutzes er- füllt sein müssen (vgl. Erw. 10.2 letzter Absatz hiervor), wodurch ein nachhaltiger Ortsbildschutz und damit einhergehend eine Berücksichtigung des ISOS beim Ge- staltungsplanerlass gewährleistet wird (vgl. Erw. 1.2.1 ff. und Erw. 2.2 hiervor). Weniger eindeutig verhält es sich dagegen hinsichtlich der aktuell (noch) geltenden Vorschrift von Art. 55 Abs. 2 BauR (vgl. Erw 10.2 zweiter Absatz hiervor). Den dar- in formulierten Gestaltungsplanvorgaben (ohne Geschosszahlbegrenzung) lassen sich entgegen den Ausführungen des Gemeinderates keine 'griffigen' Bestimmun-34 gen entnehmen, welche einen nachhaltigen Ortsbildschutz auf der 5'565 m 2 gros- sen Parzelle sicherstellen sollen. Sollte die am 9. Februar 2020 an der Urnenab- stimmung beschlossene und vom Regierungsrat am 18. August 2020 genehmigte, jedoch noch nicht rechtskräftige Ortsplanungsrevision (aufgrund noch möglicher Anfechtung; vgl. dazu Erw. 8.2.1 mit Hinweisen hiervor) nicht in Kraft treten, wäre ein Gestaltungsplan im Bereich des Auslandschweizerplatzes daher insbesondere auch an den in vorstehender Erw. 10.3 zitierten Aussagen im Erläuterungsbericht vom 16. November 2018 (Ziff. 4.1 S. 15 und Ziff. 4.4 S. 17 f.) zu messen, mit wel- chen versichert worden ist, dass die rechtskräftigen, die Umgebungszone I betref- fenden Vorschriften im Zonenplan und im Baureglement den Anliegen im ISOS entsprechen resp. mit den Erhaltungszielen im ISOS vereinbar sind. Diese Darle- gungen im Erläuterungsbericht vom 16. November 2018 sind so zu verstehen - und wurden offenbar auch vom Volkswirtschaftsdepartement im 2. Vorprüfungs- bericht vom 10. August 2018 (S. 2) so verstanden -, dass dem kantonalen Richt- plan (B-12.1) auch in der Umgebungszone I Rechnung getragen wurde und dass das ISOS somit auch bei der den Auslandschweizerplatz überlagernde Gestal- tungsplanpflicht zu berücksichtigen ist (Erw. 1.4.3 i.V.m. Erw. 3.1 in fine hiervor). Zusammenfassend wird trotz der Aufhebung des Ortbildschutzperimeters - wel- cher auch den Auslandschweizerplatz umfasst - mit der diesen Bereich überla- gernden Gestaltungsplanpflicht den Vorgaben des ISOS weiterhin hinreichend Rechnung getragen. Dies gilt sowohl unter der Herrschaft der aktuell (noch) gel- tenden Vorschriften im Zonenplan und im Baureglement, welche die Umgebungs- zone I betreffen, als auch nach Inkrafttreten der am 9. Februar 2020 an der Urne- nabstimmung beschlossenen (vom Regierungsrat am 18.8.2020 genehmigten, je- doch noch nicht rechtskräftigen) Ortsplanungsrevision (vgl. Erw 8.2.1 hiervor). Damit erweist sich die Beschwerde in diesem Punkt als unbegründet. 11.1Der Beschwerdeführer beantragt, dass der Park der ehemaligen Aeskulap- klinik, heute Seeklinik, als Freihaltezone festzuhalten und die vorgesehene Ände- rung von Art. 45 revBauR abzuweisen sei (Beschwerdeantrag Ziff. 8, lit. C.b. S. 6 f.). 11.2.Im ISOS ist das Areal der Seeklinik als "Umgebungsbereich Parkhotel, Par- kanlage E.19.Jh." als Umgebungszone III mit dem Erhaltungsziel a (Erhalten der Beschaffenheit [als Freifläche]) bewertet worden. Das darauf situierte, ehemalige Parkhotel wurde als Einzelelement (E 0.0.27) "Parkhotel, markanter Bau des His- torismus 1893-95, erweitert 1905, umgebaut" mit dem Erhaltungsziel A bewertet. Die Parkanlage des Parkhotels wird als grosszügig bezeichnet, mit schützenswer- tem Baumbestand (vgl. ISOS, Bd. Kanton Schwyz, a.a.O., S. 116).35 Im geltenden Zonenplan befindet sich dieses Areal in der Zentrumszone ZB. Es beschlägt die Grundstück KTN 010.________, KTN 011.________, KTN 012.________, KTN 013.________, KTN 014.________ und KTN 015.________. Die Zentrumszone ZB umfasst gemäss Art. 45 Abs. 2 BauR das Areal der Aesku- lap-Klinik. Innerhalb des im Zonenplan bezeichneten Gestaltungsplangebietes ist der Kernbestand der Parkanlage (bestehender Teich und dazugehörige Baum- gruppe, im Gesamtumfang von ca. 2'500 m2) zu erhalten. Diese Freihaltefläche gilt bei der Berechnung der Ausnützungsziffer als anrechenbare Landfläche. Im Übri- gen gelten die Zonenvorschriften der Zentrumszone ZA. Letztere bezweckt laut Art. 45 Abs. 1 BauR eine gute gestalterische Anpassung der Bauten an den Orts- kern. Gestattet sind nicht oder nur mässig störende zentrums- und kurortsbildende Funktionen (Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe, Hotels, Gaststätten, öffentli- che Bauten etc.) sowie Wohnungen. Gemäss Art. 60 BauR sind in Zentrumszone ZB aktuell maximal 4 Vollgeschosse, zusätzlich ein Vollgeschoss als Dachge- schoss gemäss Art. 37 BauR zulässig. Die maximale Gebäudehöhe beträgt 13 m und die maximale Firsthöhe 17 m. Eine maximale Gebäudelänge ist im geltenden Baureglement nicht vorgeschrieben. Die Grenzabstände richten sich nach kantona- lem Recht (Art. 38 und Art. 60 BauR). Die Ausnützungsziffer beträgt für reine Wohnbauten 0.8; bei reinen gewerblichen bzw. gemischten Bauten wird die ge- werbliche Bruttogeschossfläche nur zu 2/3 angerechnet (Art. 60 BauR). Die am 9. Februar 2020 an der Urnenabstimmung beschlossene (vom Regierungsrat am 18.8.2020 genehmigte, jedoch noch nicht rechtskräftige) Ortsplanrevision (vgl. insb. Erw. 8.2.1 mit Hinweisen hiervor) sieht eine Erhöhung der Ausnützungsziffer in der Zentrumszone ZB auf 1.0 vor. 11.3KTN 012.________, KTN 013.________, KTN 014.________, KTN 015.________ und ein Teil von KTN 010.________ bilden zusammen das Gebiet des Gestaltungsplans "Aeskulap-Klink" (vom Gemeinderat erlassen am 25.10.2004, vom Regierungsrat genehmigt am 22.3.2005 [verlinkt in den ÖREB- Kataster-Auszüge der erwähnten Grundstücke, a.a.O.]). Dieser Gestaltungsplan bezweckt in Art. 2 Schutz und Erhaltung des Kernbestandes der bestehenden Parkanlage mit dem bestehenden Teich und den dazugehörenden Baumgruppen (Abs. 1), eine geordnete Bebauung mit städtebaulich klarem Konzept (Abs. 2), die Regelung der zulässigen Nutzung (Abs. 3), die grundsätzliche Festlegung der Strassenführung und Erschliessungen (Abs. 4) und ein generelles Siedlungskon- zept mit Baubereichen und Freiflächen (Abs. 5). In der Freihaltefläche liegt der be- stehende Teich und markante Baumgruppe oberhalb des Teiches. Die Freihalte- fläche ist als Parklandschaft zu erhalten (Art. 8 Abs. 1). Es gilt die zonengemässe Ausnützungsziffer gemäss Art. 60 BauR (Art. 5).36 11.4Gemäss Art. 45 revBauR wird die bisherige Zentrumszone ZB in Zentrums- zone Seeklinik umbenannt. Die Zentrumszone Seeklinik umfasst das Areal Seekli- nik. Innerhalb des im Zonenplan bezeichneten Gestaltungsplangebietes (vgl. Erw. 11.3 hiervor) ist der Kernbestand der Parkanlage (bestehender Teich und dazu- gehörige Baumgruppe, im Gesamtumfang von ca. 2'500 m 2) zu erhalten. Diese Freihaltefläche gilt bei der Berechnung der Ausnützungsziffer als anrechenbare Landfläche. In der Zentrumszone Seeklinik sind maximal 4 Vollgeschosse zuläs- sig. Die maximale Gebäudehöhe beträgt 13.5 m und die maximale Firsthöhe 17 m, wobei im Gestaltungsplangebiet Seeklinik die im Gestaltungsplan und den dazu- gehörenden Sondervorschriften vom 20.6.1990 vorgesehenen maximalen Firsthöhen nicht überschritten werden dürfen. Die Ausnützungsziffer beträgt 1.0. Die mögliche Mehrausnützung bei Gestaltungsplan beträgt 10% (vgl. Art. 60 rev- BauR). 11.5Im Erläuterungsbericht vom 16. November 2018 wurde zur Umgebungszo- ne III festgehalten was folgt: Die Umgebungszone III wird als Umgebungsbereich Parkhotel und Parkanlage be- schrieben. Diese Zone ist (…) als Erhaltungsziel a klassiert. Dieses Gebiet befindet sich im rechtskräftigen Zonenplan in der Zentrumszone B, welche den an den histo- rischen Ortskern angrenzenden Zentrumsbereich umfasst. Davon ist im rechtskräfti- gen Zonenplan ein Teilbereich mit einer Gestaltungsplanpflicht überlagert. Die im ISOS erwähnte Parkanlage wird im rechtskräftigen Baureglement sowie im geneh- migten Gestaltungsplan (RRB Nr. 379 vom 22. März 2005) rechtlich gesichert. Der markante Bau der heutigen Seeklinik ist im kantonalen Inventar schützenswerten und geschützten Objekten (KIGBO) enthalten (Ziff. 4.1 S. 15). Im ISOS sind drei Umgebungszonen enthalten. (…) Ein Teilbereich der Seeklinik ist mit einer Gestaltungsplanpflicht überlagert und die im ISOS enthaltene Parkanlage mit einem genehmigten Gestaltungsplan bereits rechtlich gesichert. Im anderen Teilbereich, mit der Seeklinik und Umgebung, sind weitergehende Massnahmen zu prüfen (Ziff. 4.4 S. 18). Mit der Aufhebung des Ortsbildschutzperimeters wurde für die Seeklinik und ein Teilbereich der Umgebung gemäss kantonaler Vorprüfung [vom 9. Oktober 2017] keine Folgeregelung getroffen, obwohl dieser Bereich im ISOS enthalten sei. Mit ei- ner zusätzlichen überlagerten Gestaltungsplanpflicht soll die Nachfolgeregelung ge- klärt werden. Im Gestaltungsplan soll der Umgang mit der übrigen Zentrumszone B aufgezeigt werden. Insbesondere ist die bauliche Weiterentwicklung zwischen dem historischen Ortskern, der Seeklinik (KIGBO) und dem bereits genehmigten Gestal- tungsplan von Bedeutung (Ziff. 5.2 S. 21). 11.6Im Teilzonenplan Ortsbild, Mst. 1 : 2'500 vom 16. November 2018 wird die erweiterte, die Zentrumszone Seeklinik überlagernde Gestaltungsplanpflicht fest- gelegt. Diese umfasst den bisher nicht mit einer Gestaltungsplanpflicht beschlage- nen Teil der Parzelle KTN 010.________. Neu ist nahezu das gesamte Areal der Seeklinik von einer Gestaltungsplanpflicht erfasst.37 Im GRB Nr. 821 vom 1. Juli 2019 (Ziff. 7 S. 7) führte der Gemeinderat aus, im Ge- staltungsplan "Aeskulap-Klink" vom 25. Oktober 2004 sei eine Freihaltezone fest- gelegt worden. Deren Ausdehnung wäre aus Gründen des Ortsbildschutzes an sich wünschenswert. Der erwähnte Gestaltungsplan stehe dieser Forderung aber ent- gegen. Aus Gründen des Vertrauensschutzes, der Planbeständigkeit und der Eigen- tumsgarantie komme die einseitige Ausdehnung der Freihaltezone nicht in Frage. 11.7Der Regierungsrat hält im angefochtenen RRB 167/2020 (Erw. 9.2) fest, mit der getroffenen Lösung könne sichergestellt werden, dass den Vorgaben des ISOS auch nach der Aufhebung des Perimeters Ortsbildschutz hinreichend Rech- nung getragen werde. Das ISOS verlange nicht, dass das ganze Areal der Seekli- nik einer Freihaltezone zugewiesen werde. 11.8Aus den vorstehend (Erw. 11.5) wiedergegebenen Darlegungen im Erläute- rungsbericht vom 16. November 2018 ergibt sich, dass im Rahmen der vorliegend fraglichen Kernzonenplanung auch für den Bereich der Zentrumszone Seeklinik (ISOS-Umgebungsbereich III) eine Interessenabwägung unter Berücksichtigung des ISOS erfolgt ist. Nicht zu beanstanden ist, dass dabei berücksichtigt worden ist, dass mit dem rechtskräftigen Gestaltungsplan "Aeskulap-Klink" der Kernbe- stand der bestehenden Parkanlage mit dem bestehenden Teich und den dazu- gehörenden (im ISOS als schützenswert bezeichneten) Baumgruppen (im Ge- samtumfang von ca. 2'500 m 2) gesichert ist. Die im GRB Nr. 821 vom 1. Juli 2019 gegen eine an und für sich erstrebenswerte Ausdehnung der Freihaltezone ange- führten Gründe des Vertrauensschutzes, der Planbeständigkeit und der Eigen- tumsgarantie (vgl. Erw. 11.6 hiervor) sind stichhaltig und nachvollziehbar. Dies gilt umso mehr als das Gestaltungsplangebiet "Aeskulap-Klink" bereits teilweise über- baut ist (vgl. kant. WebGIS → Geokategorie: Grundstücke: insb. KTN 012.________, KTN 013.________, KTN 014.________; → Geokategorie: Nut- zungsplanung → Sondernutzungsplanpflicht). Hinsichtlich des neu mit einer Gestaltungsplanpflicht belegten Restbereiches der Zentrumszone Seeklinik (des bisher nicht von einer Gestaltungsplanpflicht erfass- ten Teils der Parzelle KTN 010.________) wurde im Erläuterungsbericht vom 16. November 2018 (Ziff. 5.2 S. 21) festgehalten, dass dieser Bereich im ISOS enthal- ten sei, dass im Gestaltungsplan der Umgang mit der übrigen Zentrumszone auf- gezeigt werden soll und dass sowohl die bauliche Weiterentwicklung zwischen dem historischen Ortskern, der Seeklinik (KIGBO) und dem bereits genehmigten Gestaltungsplan von Bedeutung seien (vgl. Erw. 11.5 hiervor). Aufgrund dieser Kri- terien, welche beim Gestaltungsplanerlass in diesem Bereich beachtet werden müssen, ist die Einordnung einer Überbauung in das Ortsbild und eine Berücksich- tigung des ISOS im Rahmen der Sondernutzungsplanungspflicht auf diesem Areal 38 gewährleistet (vgl. Erw. 1.2.1 ff. und Erw. 2.2 hiervor; vgl. auch Erw. 10.6 hiervor). Die Beurteilung durch die Vorinstanzen erweist sich als rechtsfehlerfrei. Eine Ver- letzung der Begründungspflicht ist nicht zu erkennen (vgl. auch Erw 5.5.2 hiervor). Damit ist die Beschwerde auch in diesem Punkt unbegründet. 12.Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist da- her abzuweisen. Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Baraus- lagen) von Fr. 2'500.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (§ 72 Abs. 2 VRP). 13.1Das kantonal geregelte kommunale Nutzungsplanverfahren mit Rechtsmit- telverfahren, kommunalem Erlass und regierungsrätlicher Genehmigung steht in einem Spannungsverhältnis zum bundesrechtlich vorgegebenen Rechtsmittelweg gemäss Bundesgerichtsgesetz und dem Koordinationsgebot gemäss RPG. In ei- nem kantonsinternen Meinungsaustausch (RRB Nr. 368/2009 vom 7.4.2009) wur- de daher ein Ablauf festgelegt, der einerseits den Willen des kantonalen Gesetz- gebers (Durchführung des kantonalen Rechtsmittelverfahrens vor dem Planerlass) soweit als möglich respektiert und anderseits gemäss höchstrichterlicher Recht- sprechung die inhaltliche Koordination zwischen Rechtsmittel- und Genehmi- gungsverfahren auf kantonaler Ebene gewährleistet (vgl. zum Ganzen VGE III 2017 170 vom 24.4.2018 Erw. 11; publiziert unter https://gerichte. sz.ch/vg; EGV- SZ 2009 B 8.4 Erw. 8.1 ff.). 13.2Damit gilt es für den weiteren Verlauf, namentlich für die Anfechtbarkeit des vorliegenden Entscheides folgenden Verfahrensablauf zu beachten: a) Das Rechtsmittelverfahren ist auf kantonaler Ebene wie bisher durchzu- führen (§ 26 PBG). Dies gilt auch für den Fall einer Rückweisung und im Fal- le einer Neuauflage (§ 26 Abs. 3 PBG). b) Der Verwaltungsgerichtsentscheid ist zu eröffnen, jedoch ohne Rechtsmittel- belehrung. Statt einer Rechtsmittelbelehrung sind die Parteien auf den in den Erwägungen dargelegten Verfahrensablauf hinzuweisen. Die Akten bleiben bis zur Koordination oder anderweitigen Verfahrenserledi- gung (siehe nachfolgend) beim Verwaltungsgericht. Im Falle einer (teilwei- sen) Gutheissung werden die Akten soweit erforderlich an die Vorinstanz zurück überwiesen. Bei Bedarf kann die Vorinstanz vom Verwaltungsgericht weitere Akten anfordern. Sobald das vorinstanzliche Verfahren erledigt und kein innerkantonaler Weiterzug - ausser an das Verwaltungsgericht - mehr möglich ist, sind die Akten sowie allenfalls zwischenzeitlich zusätzlich produ- zierte Akten wieder an das Verwaltungsgericht zuzustellen.39 c) Nach dem Erlass der Nutzungsplanung durch die Gemeindeversammlung (§ 27 PBG) hat der Regierungsrat über die Genehmigung zu befinden (§ 28 PBG). Fällt der Gemeindeversammlungsbeschluss negativ aus, worüber der Gemeinderat das Verwaltungsgericht umgehend zu informieren hat, findet das vorliegende Verfahren infolge Gegenstandslosigkeit keine Fortsetzung mehr. d) Der Regierungsrat stellt dem Verwaltungsgericht jene Genehmigungsbe- schlüsse zu, welche die Parteien der vorangegangenen Verwaltungsge- richtsentscheide betreffen. e) Das Verwaltungsgericht prüft in einem neu zu eröffnenden Verfahren, ob der Genehmigungsbeschluss Anlass zu einer inhaltlichen Koordinierung mit dem Rechtsmittelverfahren bzw. dem noch nicht rechtskräftigen Verwaltungsge- richtsentscheid gibt. Dies ist dann der Fall, wenn sich der Genehmigungsbe- schluss mit strittigen Fragen aus dem vorherigen Rechtsmittelverfahren be- fasst und insbesondere die Rechtspositionen der Parteien verändert. f) Trifft dies zu, gewährt das Verwaltungsgericht den Parteien und Vorinstanzen unter Zustellung des Genehmigungsbeschlusses das rechtliche Gehör. Als- dann prüft und beurteilt es, ob und wie der Verwaltungsgerichtsentscheid in Beachtung des Genehmigungsbeschlusses und des Koordinationsgebotes abgeändert werden muss. Die Neubeurteilung beschränkt sich einzig auf diesen Aspekt. Der neue Verwaltungsgerichtsentscheid, welcher auf den vor dem Erlass ergangenen Bezug nimmt und darauf verweist, wird den Parteien und Vorinstanzen mit der Rechtsmittelbelehrung für den Weiterzug an das Bundesgericht eröffnet. g) Gibt der Genehmigungsbeschluss indes keinerlei Anlass zu einer inhaltlichen Koordinierung, hält dies das Verwaltungsgericht fest und eröffnet zusammen mit dem Genehmigungsbeschluss nochmals den Verwaltungsgerichtsent- scheid im Dispositiv, diesmal versehen mit der Rechtsmittelbelehrung für den Weiterzug an das Bundesgericht (blosse fristauslösende Eröffnung) und un- ter Hinweis auf die Begründung des vor der Genehmigung zugestellten Ver- waltungsgerichtsentscheides. h) Soweit Personen erst durch den Genehmigungsbeschluss beschwert wer- den, ist der Beschluss vom Regierungsrat zu eröffnen mit der Rechtsmittel- belehrung für den Weiterzug an das kantonale Verwaltungsgericht (EGV-SZ 2002, B 1.1; § 53 Abs. 2 lit. a VRP). 13.3Bei Nichteintretensentscheiden und Bestätigungen solcher kommt dieser spezielle Verfahrensablauf nicht zur Anwendung. Sie sind vielmehr direkt mit öf- fentlich-rechtlicher Beschwerde beim Bundesgericht anfechtbar, da sie das Verfah-40 ren prozessual zum Abschluss bringen und als Endentscheide zu qualifizieren sind, unabhängig davon, in welchem Stadium des kantonalen Verfahrens sie er- gehen (vgl. auch Urteil BGer 1C_290/2014 vom 20.11.2014 Erw. 1.5). 13.4Damit ist indessen noch nichts gesagt, ob der Beschwerdeführer überhaupt zur Beschwerde ans Bundesgericht legitimiert ist. Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) des verwal- tungsgerichtlichen Verfahrens von Fr. 2'500.-- werden dem Beschwerdefüh- rer auferlegt. Nachdem er am 14. April 2020 einen Kostenvorschuss in glei- cher Höhe bezahlt hat, ist die Rechnung ausgeglichen. 3. Gegen diesen Entscheid kann bis zum Vorliegen des Gemeindeversamm- lungsbeschlusses und des regierungsrätlichen Genehmigungsbeschlusses sowie der anschliessenden allfälligen inhaltlichen Koordination durch das Verwaltungsgericht keine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten beim Bundesgericht in Lausanne erhoben werden. Zum weiteren Verfah- rensablauf wird auf die Ausführungen in Erw. 13.1 ff. verwiesen. 4. Zustellung an: - die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (2/R) - den Gemeinderat Ingenbohl (R) - den Regierungsrat - das Sicherheitsdepartement - das Amt für Raumentwicklung - das Bundesamt für Raumentwicklung, 3003 Bern (A) - und das Bundesamt für Kultur, 3003 Bern (A). Schwyz, 23. November 2020 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:41 *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 2. Dezember 2020