B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3176/2018 U r t e i l v o m 9 . J u l i 2 0 1 8 Besetzung Einzelrichter Simon Thurnheer, mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli; Gerichtsschreiber Gian-Flurin Steinegger. Parteien A._______, geboren am (…), Libanon, vertreten durch Fouad Kermo, Übersetzungs- und Rechtsberatungsbüro im Asylwesen, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 27. April 2018 / N (…). D-3176/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Der Beschwerdeführer suchte am 3. Dezember 2015 im Empfangs und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nach. Das SEM be- fragte ihn am 16. Dezember 2015 zum Reiseweg und summarisch zu den Gründen der Ausreise aus dem Heimatland. Bei der Aufnahme seiner Per- sonalien hielt er fest, er sei libanesischer Staatsangehöriger aus Tripoli. Am 15. März 2018 führte das SEM mit ihm die Anhörung zu den Asylgründen durch. A.b. Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe von 1995 bis 2010 als Fahrer für einen Minister der Partei (…) und ab 2010 bis zu seiner Ausreise als freiberufli- cher Taxifahrer in Beirut gearbeitet. Wegen seiner Anstellung und seiner politischen Aktivitäten für die (…) Partei sei er von der (…) und von deren Vorsitzendem C._______ telefonisch bedroht worden. Als er im Jahr 2010 wegen administrativer Angelegenheiten nach Syrien gereist sei, sei er dort festgenommen und fünf Monate inhaftiert worden. Er vermute, dass die (…) diese Festnahme in Syrien initiiert habe, um ihn einzuschüchtern. Am 13. März 2014 sei er nur knapp dem Tod entgangen. Zwei Personen hätten ihn und den Ehemann seiner Nichte auf offener Strasse von einem Motor- rad aus mit Schusswaffen angegriffen. Der Mann seiner Nichte s ei dabei getötet worden. Nach diesem Attentat auf ihn habe er im Versteckten ge- lebt und seine Familie kaum gesehen. Weil dies kein Leben mehr gewesen sei, habe er den Libanon verlassen. Nach seiner Ausreise sei seine Familie im Libanon bedroht worden. B. Mit am 30. April 2018 zugestellter Verfügung vom 27. April 2018 stellte die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Den zuständigen Kanton beauft ragte sie mit dem Vollzug der Wegweisung. C. Mit Eingabe vom 30. Mai 201 8 reichte der Beschwerdeführer beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, die Verfügung des SEM sei aufzuheben und die Sache dem SEM zur vollständigen und rich- tigen Abklärung, zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts so- wie zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Eventualiter sei die Verfügung des SEM aufzuheben und die Flüchtlingseigenschaft festzus tellen sowie D-3176/2018 Seite 3 Asyl zu gewähren. Subeventualiter sei die Verfügung des SEM aufzuheben und er als Flüchtling anzuerkennen. Subsubeventualiter sei die Verfügung des SEM aufzuheben und es sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvoll- zugs festzustellen. Subsubsubeventualiter sei die Verfügung des SEM auf- zuheben und es sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzu- stellen. In prozessualer Hinsicht sei auf die Erhebung von Verfahrenskos- ten und eines Kostenvorschusses zu verzichten. D. Mit Schreiben vom 31. Mai 2018 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. E. Mit Eingabe vom 5. Juni 2018 reichte der Rechtsvertreter des Bes chwer- deführers Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung en seines Mandanten und dessen Tochter (D._______, […]) zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Be- schwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legiti- miert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Be- schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. 2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Zusammenhang mit d em Wegweisungsvollzug kann zudem die Unangemessenheit gerügt werden A8rt. 49 VwVG). 2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). D-3176/2018 Seite 4 3. 3.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel- che vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa- tion der v orinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Die Vorbringen werden allerdings weitgehend ohne nähere Begründung und repetitiv getätigt. So- weit sich die Beschwerde in allgemeinen Ausführungen erschöpft, ohne ei- nen konkreten Bezug zur vorliegenden Beschwerdesache erkennen zu las- sen, ist darauf nicht weiter einzugehen. 3.2 Vom Beschwerdeführer wird gerügt, die Vorinstanz habe die Abklä- rungs- und Begründungspflicht verletzt. Sie hätte berücksichtigen müssen, inwieweit sein Wegweisungsvollzug zumutbar und zulässig sei und ob ihm diesbezüglich eine unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK drohe. Eine Verletzung der Abklärungspflicht ergebe sich auch aus dem Umstand, dass die Vorinstanz von der Einreichung des Asylgesuchs bis zur Durchführung der einlässlichen Anhörung durch das SEM zwei Jahre und drei Monate habe verstreichen lassen. Sodann seien die von ihm ein- gereichten Beweismittel nicht ausreichend gewürdigt worden, was einer Gehörsverletzung gleichkomme. Schliesslich habe das SEM auch die Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts verletzt, indem es sich darauf beschränkt habe zu behaup- ten, seine Vorbringen seien nicht asylrelevant. Es hätte zwingend weitere Abklärungen – insbesondere eine weitere Anhörung – durchführen müs- sen. Vorliegend kann weder davon gesprochen werden, die Vorinstanz habe die Sachverhaltsschilderungen des Beschwerdeführers mangelhaft erfasst oder die von ihm eingereichten Beweismittel nicht gewürdigt. Der vom Be- schwerdeführer vorgetragene Sachverhalt wurde vom SEM – wie nachfol- gend aufzuzeigen sein wird – unter Bezugnahme aller eingereichten Be- weismittel für nicht glaubhaft befunden und, da das SEM nach Prüfung und Würdigung der wesentlichen Vorbringen zum Schluss kam, am Beschwer- deführer bestehe kein asylrelevantes Verfolgungsinteresse, konnte es da- rauf verzichten, weitere Abklärungen durchzuführen. Aus der angefochte- nen Verfügung wird denn auch ersichtlich, von welchen Kriterien sich das SEM hat leiten lassen und weshalb es zum ablehnenden Ergebnis gelangt ist. Auf Beschwerdeebene wird diesbezüglich verkannt, dass eine nicht den Erwartungen des Beschwerdeführers entsprechende Würdigung der von ihm vorgetragenen Tatsachen und eingereichten Beweismittel nicht gleich- zusetzen ist mit einer mangelhaften Sachverhaltsermittlung respektive Ver-D-3176/2018 Seite 5 letzung des rechtlichen Gehörs oder aber des Willkürverbots. Ebenso feh- len nachvollziehbare Erläuterungen zum Vorwurf, das SEM habe zwischen der Einreichung des Asylgesuches und der Durchführung der (einlässli- chen) Anhörung zwei Jahre und drei Monate ungenutzt verstreichen las- sen. Eine damit verbundene Gehörsverletzung beziehungsweise eine Ver- letzung der Pflicht zur Abklärung des rechtsrelevanten Sachverhalts kann somit ebenfalls nicht erblickt werden. 3.3 Bei d ieser Sachlage besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben, weshalb der Rückwei- sungsantrag abzuweisen ist. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politi- schen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Dabei kommt es auf die Intensität, Gezieltheit und Aktualität solcher Verfolgungs- massnahmen an. Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein. 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be- hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege- ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-3176/2018 Seite 6 5. Vorliegend gelangte das SEM in der angefochtenen Verfügung zur Ein- schätzung, dass der Beschwerdeführer mit seinen Auskünften in den Be- fragungen über die geltend gemachten Drohungen und Attacken auf seine Person den reduzierten Beweisanforderungen des Glaubhaftmachens nicht zu genügen vermöge. Er sei nicht im Stande gewesen , die geltend gemachten Drohungen und Attacken gegen ihn zu substantiieren. Seine diesbezüglichen Schilderungen seien oberflächlich, unsubstantiiert und wi- dersprüchlich ausgefallen. Auch erstaune es, dass er keine Anzeige erstat- tet habe, obwohl die libanesische Armee seinen Angaben zufolge am Tag des Attentats zu Ermittlungszwecken zu ihm ins Krankenhaus gekommen sei. Dass er zudem erst zwanzig Tage nach dem Attentat realisiert habe, dass es ihm gegolten habe, sei ein weiterer Hinweis auf ein konstruiertes Verfolgungsvorbringen. Dem Beschwerdeführer sei es somit nicht gelun- gen, eine Verfolgung im Sinne vorn Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen. An dieser Feststellung änderten auch die eingereichten Beweismittel nichts , und die geltend gemachte Inhaftierung in Syrien sei ohnehin nicht asylre- levant, weil sie im Libanon zu keiner Verfolgung geführt habe. 6. Dem hält der Beschwer deführer in seinem Rechtsmittel im Wesentlichen entgegen, dass seine Vorbringen als überwiegend glaubhaft zu erachten seien. Er habe nachvollziehbar geschildert, dass er von C._______ telefo- nisch bedroht worden sei, als er sich im Büro des Ministers aufgehalten habe. Auch seine Ausführungen zum zweiten Telefonanruf seien glaubhaft ausgefallen. C._______ habe gute Kontakte zum syrischen Regime und habe so veranlassen können, dass er bei der Grenzüberquerung verhaftet und gefoltert worden sei. Die Ausführungen der Vorinstanz zum dritten Te- lefonat und zum Attentat auf ihn seien absurd und willkürlich. Obwohl beim Attentat auf ihn geschossen worden sei und er um sein Leben gefürchtet habe, habe er sich an sehr spezielle und aussergewöhnliche Details des Attentats erinnern können, was klar für seine Glaubhaftigkeit spreche. Als er keine Schüsse mehr gehört habe, habe er sich aus seinem Versteck begeben um sich um den Mann seiner Nichte zu kümmern. Weshalb die Vorinstanz diese Ausführungen als oberflächlich taxiere, verstehe er nicht. Falls tatsächlich Unstimmigkeiten in seinen Ausführungen vorliegen soll- ten, seien diese «absolut vernachlässigbar» und irrelevant. Zusammenfas- send stehe somit fest, dass die Vorinstanz zu Unrecht von der Unglaubhaf- tigkeit seiner Vorbringen ausgegangen sei. D-3176/2018 Seite 7 7. Vorliegend ist dem SEM vorbehaltslos beizupflichten, dass das Aussage- verhalten des Beschwerdeführers zu den angeblich erfolgten Drohungen und zum vermeint lichen Attentat auf ihn d eutliche Kennzeichen für eine einstudierte, nicht auf wahren Gegebenheiten beruhende Geschichte auf- weisen. So sind seine diesbezüglichen Schilderungen überwiegend sub- tanzlos, oberflächlich und eindimensional ausgefallen . Das SEM wi es überdies zu Recht auf Ungereimtheiten in den Aussagen des Beschwerde- führers hinsichtlich des genauen Ablaufs des geltend gemachten Attentats auf ihn hin. Es ist schwer nachvollziehbar, dass sich der Beschwerdeführer beim angeblichen Attentat hinter dem Rad eines Geländewagens versteckt haben will, gleichzeitig aber über Details des Angriffshergangs berichten konnte, welche er aus seinem Versteck nur schwer hat mitansehen können (vgl. SEM-Akten, A29/17, F52 entgegen A29/17, F57). In diesem Zusam- menhang kann zusätzlich zu den Argumenten der Vorinstanz und exemp- larisch für den konstruierten Sachverhaltsvortrag auf die Aussagen des Be- schwerdeführers verwiesen werden, dass er zwanzig Tage nach dem gel- tend gemachten Attentat erfahren habe, dass dieses ihm und nicht dem Mann seiner Nichte gegolten habe. Dabei gilt es zu bedenken, dass eine derartige Leichtfertigkeit der Attentäter, wie sie für das Entkommen des Be- schwerdeführers nötig gewesen wäre, gemessen an der vom Beschwer- deführer geschilderten r igiden Vorgehensweise der Attentäter kaum vor- stellbar ist. Insbesondere erscheint die Einräumung der Fluchtmöglichkeit des Beschwerdeführers als realitätsfremd, zumal er eigenen Aussagen zu- folge von den Attentätern erkannt worden ist und sich lediglich hinter dem Reifen eines an der Strasse geparkten Geländewagens versteckt gehalten haben will (vgl. SEM-Akten A29/17, F51/60). Auf die Frage sodann, wes- halb er sich nach dem Attentat noch weitere fast zwei Jahre im Libanon aufgehalten habe, blieb er eine plausible An twort ebenfalls schuldig (vgl. SEM-Akten A29/17, F87) . Schliessl ich ist es unerheblich, dass der Be- schwerdeführer in der Beschwerde nunmehr detailliertere Angaben über die Urheber der Drohungen machte und Gründe für die nicht erfolgte An- zeige bei der Poliz ei beziehungsweise beim Militär nannte, zumal nicht nachvollzogen werden kann, wieso diese Angaben nicht bereits bei der Vorinstanz ins Verfahren hätte n eingebracht werden können. Die Be- schwerde zeigt nicht auf, inwiefern die vorinstanzliche Beweiswürdigu ng Bundesrecht verletzen oder zu einer rechtsfehlerhaften Sachverhaltsfest- stellung führen soll und ändert mithin nichts an den zutreffenden Erwägun- gen der Vorinstanz, die folgerichtig zum Schluss kommt, dass die Aussa- gen teils widersprüchlich, teils unlogisch und sehr unsubstantiiert sind. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er se i in Syrien willkürlich inhaftiert D-3176/2018 Seite 8 worden, ist unabhängig von der Frage der Glaubhaftigkeit asylrechtlich nicht relevant. Da Asylvorbringen – wie vom SEM zutreffend festgehalten – nur in Bezug auf das Heimatland, mithin den Libanon, zu prüfen sind, findet dieser konkrete Einwand im Rahmen der vorliegenden Würdigung keine weitere Berücksichtigung. Aufgrund des Erwogenen lässt sich das Fazit ziehen, dass der Beschwer- deführer die wesentlichen Teile seiner Gesuchsbegründung weder nach- zuweisen noch glaubhaft im Sinne von Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG zu machen vermag. Bei gesamthafter Betrachtung seiner Aussagen in den durchge- führten Befragungen und der im Laufe des Verfahrens eingereichten Be- weismittel lässt sich ein Übergewicht an Merkmalen, die auf einen Reali- tätshintergrund hindeuten, im Vergleich zu solchen, die für das Vorspiegeln einer Gefährdungssituation sprechen, klarerweise nicht erkennen. Die Vor- instanz durfte – entgegen der Beschwerde – dementsprechend davon ab- sehen, die vom Beschwerdeführer genannten Gesuchsgründe auf ihre asylrechtliche Relevanz hin zu überprüfen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Angesichts der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf weitere Einwendungen in der Beschwerde einzugehen, da diese n icht geeignet sind, eine andere Einschätzung in der Frage der Glaubhaftmachung eines unter dem Blick- winkel von Art. 3 AsylG relevanten Sachverhalts herbeizuführen. Damit ist nach Würdigung der gesamten Umstände als Ergebnis festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht erfüllt. Folgerichtig bleibt ihm die Gewährung des Asyls durch die schweizerischen Behörden versagt (Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG). Die Ablehnung des entsprechenden Gesuchs durch die Vor- instanz ist zu bestätigen. 8. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent- haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). D-3176/2018 Seite 9 9.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. Da der Beschwerdeführe r die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zu- lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver- fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Weder aus der Beschwerde noch aus den Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Aus- schaffung in sein Heimatland dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus- gesetzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 9.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus- länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat au f Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Das Bundesverwaltungsgericht geht davon aus, dass die allgemeine Lage im Libanon nicht landesweit durch Krieg, Bürgerkrieg oder eine Situation allgemeiner Gewalt gekennzeichnet ist (statt vieler Urteile des BVGer E-5024/2017 vom 23.10.2017 E. 6.3, E-6877/2014 vom 19. Dezember 2016 E. 8.3, D-4584/2015 vom 28. Oktober 2016 E. 6.4.1). Es liegen auch keine individuellen Wegweisungsvollzugshindernisse vor, die auf eine Un- zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs des gesunden (vgl. SEM-Akten, A3/11, S. 8) Beschwerdeführers in seine Heimat schliessen lassen würden. So leben vor Ort seine Tochter, seine Eltern, seine Grosseltern und seine Geschwister (vgl. SEM-Akten, A3/11, S. 5). Schliesslich kann er auf lang- jährige Berufserfahrung zurückgreifen (vgl. SEM-Akten, A3/11, S. 4). Was hiergegen auf Beschwerdeebene vorgebracht wird, ist ebenfalls nicht ge- eignet, am Beweisergebnis etwas zu ändern. 9.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AuG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeich- nen, zumal es dem Beschwerdeführer obliegt, sich die für ei ne Rückkehr D-3176/2018 Seite 10 notwendigen Reisedokumente bei der zuständigen Vertretung seines Hei- matstaats zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu BVGE 2008/34 E. 12). Der Vollzug der Wegweisung ist möglich. 9.5 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zumut- bar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen Auf- nahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu bean standen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. 11.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussic htslos zu gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gegeben, weshalb – trotz der nachgewiesenen prozessualen Bedürftigkeit – dem Gesuch nicht stattzugeben ist. 11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten vo n Fr. 750. – (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit dem vor- liegenden Urteil ist der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses gegenstandslos geworden. (Dispositiv nächste Seite) D-3176/2018 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Simon Thurnheer Gian-Flurin Steinegger Versand: