B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-6415/2010 U r t e i l v o m 6 . F e b r u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Vito Valenti (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Beat Weber, Gerichtsschreiberin Madeleine Keel Parteien A._______, vertreten durch lic.iur. Marco Mona, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente (Revision); Verfügung der IVSTA vom 2. Juli 2010 C-6415/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1958 geborene, seit (…) 2000 wieder in Portugal wohnhafte port u- giesische Staatsangehörige A._______ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer) war von 1983-1995 in der Schweiz als Maurer und zu- letzt als Fassadenisoleur tätig und entrichtete Beiträge an die obligator i- sche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV). Nach einem Autounfall am (…) 1996, bei dem er sich verletzt hatte, meldete er sich am 20. August 1996 bei der IV -Stelle des Kantons (…) (im Folgen- den: IV-Stelle) zum Bezug von IV -Leistungen an (Akten [ im Folgenden: act.] der IV-Stelle für Versicherte im Ausland [ im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz] 1). Nach beruflichen Massnahmen von April bis Oktober 1997 (act. 12-14, 22 f.) erliess die IV-Stelle am 24. November 1998 eine Verfü- gung, in der dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Hüftmuskelatropie, der Einschränkung der Hüftbeweglichkeit sowie einer Kniearthrose bei e i- nem IV-Grad von 57% eine halbe Invalid enrente ab 1. November 1997 zugesprochen wurde (act. 32). B. Im Herbst 2000 führte die IV -Stelle eine Rentenrevision auf Gesuch hin durch (act. 38), wobei keine rentenbeeinflussende Änderung festgestellt und dies mit Schreiben vom 28. August 2000 mitgeteilt wurde (act. 40). C. Die durch den Umzug nach Portugal neu zuständige IVSTA (vgl. act. 43 und 44) leitete am 8. Dezember 2000 ein neues Revisionsv erfahren ein (act. 50 und 51 ) und hielt nach Einholen von medizinischen Berichten in Portugal (act. 53-55) am 5. Februar 2002 in der Mitteilung an den Vers i- cherten fest, dass sich der IV-Grad nicht geändert habe (act. 67). D. Eine Rentenrevision von Amtes wegen fand sodann ab 19. Mai 2004 statt (act. 71), wobei in Portugal ein E 213 -Bericht sowie weitere medizinische Dokumente eingeholt (act. 80 -82) und schliesslich in der Mitteilung an den Versicherten vom 4. Mai 2005 eine unveränderte Situation festge- stellt wurden (act. 84 und 85). E. Am 22. Juli 2008 leitete die IVSTA ein weiteres Revisionsverfahren ein (act. 87 ). Na ch Vorliegen eines Röntgenberichts (act. 97) sowie des E 213-Berichts vom 10. März 2009 (act. 98) nahm Dr. B._______ vom C-6415/2010 Seite 3 Regionalärztlichen Dienst ( im Folgenden: RAD) am 28. April 2009 Ste l- lung und ging von einer unveränderten Situation aus (act. 101). Daraufhin wurde der Beschwerdeführer mittels Mitteilung an den Versicherten vom 1. Mai 2009 informiert, dass keine anspruchsbeeinflussende Änderung vorliege (act. 102). F. F.a Der Rechtsvertreter reichte mit Schreiben vom 8. Mai 2009 (act. 105) einen medizinischen Bericht des Gesundheitszentrums C._______ ein (act. 104). Die IVSTA legte d iesen medizinischen Bericht Dr. D._______ vom RAD vor, welcher in seiner Stellungnahme vom 20. Juni 2009 (act. 107) von einer unveränderten Situation ausging. Daraufhin erliess die IVSTA den Vorbescheid vom 26. Juni 2009, in welchem sie dem B e- schwerdeführer mitteilte, dass die zugestellten Unterlagen nicht auf eine Änderung des Gesundheitszustandes schliessen liessen und sie des halb nicht in der Lage wäre , das Revisionsgesuch zu prüf en (act. 108). Der Rechtsvertreter nahm mit Schreiben vom 25. August 2009 dazu Stellung (act. 111) und verlangte die Zusprache einer vollen, evtl. einer Dreivier- telsrente. In einer neuen Einschätzung vom 3. Oktober 2009 empfahl Dr. D._______ der Vorinstanz das Einholen eines orthopädischen B e- richts sowie eines MRI der Lendenwirbelsäule (act. 113). F.b In der Folge wurden in Portugal verschiedene Berichte eingeholt und ein MRI der Lendenwirbelsäule durchgeführt (act. 121-128). Dazu nahm Dr. med. E._______ vom RAD am 25. Juni 2010 Stellung (act. 130) und ging in seinem Bericht davon aus, dass die neuen Befundberichte radi o- logischer Untersuchungen und auch die Röntgenbilder selbst keine B e- funde von fortgeschrittenen sekundären degenerativen Veränderungen der Wirb elsäule, der rechten Hüfte und der Kniegelenke zeigten. Eine Diskushernie liege nicht vor, eine radikuläre Reizung der Wurzel L4/L5 sei wahrscheinlich, aber wenig ausgeprägt und mit konservativen Methoden behandelbar. Eine signifikante Verschlechterung des Gesundheitszustan- des sei durch die beigebrachten Dokumente nicht glaubhaft gemacht und der bisherige Grad der Arbeitsunfähigkeit der Behinderung angemessen. F.c Am 2. Juli 2010 erliess die IVSTA eine dem Vorbescheid vom 26. Juni 2009 im Ergebnis e ntsprechende Verfügung, in welcher festgehalten wurde, dass die zugestellten Unterlagen nicht auf eine Änderung des G e- sundheitszustandes schliessen liessen, weshalb sie nicht in der Lage sei, das Revisionsgesuch zu prüfen (act. 131). C-6415/2010 Seite 4 F.d Hiergegen erhob der Beschwerdeführer, wiederum durch Rechtsan- walt Mona vertreten, beim Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 8. September 2010 (Akten im Beschwerdeverfahren [ im Folgenden: B- act.] 1) Beschwerde und be antragte unter Kosten - und Entschädigungs- folgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin, es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer im Revisionsgesuch glaubhaft gemacht habe, dass sich der Grad seiner Invalidität erheblich verändert habe, entsprechend sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auf das Revisionsgesuch einzutreten und den Rentenentscheid zu revidieren. Der Beschwerdefüh- rer rügte insbesonde re, sein Gesundheitszustand habe sich seit 1998 konstant verschlechtert. Seit 2005 kämen zur Gon- und Coxarthrose Be- schwerden im Wirbelsäulenbereich hinzu, welche immer deutlicher fest- stellbar seien (B-act. 1, S. 3). Frau F._______ habe im E 213-Bericht vom 26. April 2010 unter ande rem Diskopathien L4/L5, Parästhesien der ob e- ren Extremitäten sowie eine schwere Coxarthrose links festgestellt (B - act. 1, S. 4). Auch im Beri cht des G._______ werde eine Verschlecht e- rung des Gesundheitszustandes ersichtlich (B -act. 1, S. 4). Es sei une r- findlich, wie aufgrund dieser ganz erheblichen Unterschiede zwischen den Krankheitsbildern aus dem Jahre 1997 und denjenigen von 2010 Dr. E._______ zum Schluss kommen könne, es lägen keine degenerat i- ven Veränderungen der Wirbelsäule vor (B-act. 1, S. 4). Es gehe auch nicht an, dass ein Arzt in der Schweiz aufgrund von Akteneinsicht eine mehrfach bestätigte Feststellung der portugiesischen Experten , welche den Beschwerdeführer mehrfach untersucht hätten, einfach ohne B e- gründung verneine (B-act. 1, S. 5). F.e Am 6. Dezember 2010 ging nach einer gewährten Fristverlängerung (vgl. B-act. 4) die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 30. November 2010 beim Bund esverwaltungsgericht ein (B -act. 5). Im Wesentlichen wurde darin ausgeführt, dass die Verfügung fälschlicherweise als Nich t- eintretensverfügung bezeichnet worden sei. Es handle sich aber richtig betrachtet um eine materielle Abweisung des Revisionsgesuches. Ge- stützt auf die portugiesischen Berichte und Befunde sei festgestellt wo r- den, dass keine signifikante Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorliege, sodass kein Revisionsgrund gegeben und die Beschwerde a b- zuweisen sei. F.f Am 24. Dezember 2010 ging der mit Verfügung vom 9. Dezember 2010 einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 400. - bei der Gerichtskasse ein (B-act. 6). C-6415/2010 Seite 5 F.g In der Replik des Rechtsvertreters vom 20. Januar 2011 (B -act. 8) wurde beantragt, dem Beschwerdeführer sei aufgrund der seit 1996 ei n- getretenen Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit eine volle, eventuell ei- ne 3/4-Rente zuzusprechen, eventuell seien die Akten an die Vorinstanz zurückzuweisen zur weiteren Abklärung und zu neuem Entscheid . Insbe- sondere wurde geltend gemacht, dass der medizinische Dienst der portu- giesischen Sozialversicherung nun von einer schweren Coxarthrose au s- gehe, was bisher nicht der Fall gewesen sei; auch bestehe ein Wirbelsäu- lenleiden, welches sich erheblich verstärkt habe. Die radiologischen U n- tersuchungen zeigten Degenerationserscheinungen in allen L -Wirbeln und Diskopathien bei L4 und L5. Der E 213 -Bericht schliesslich bestätige unter Ziffer 8 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes, es wer- de eine vollständige Arbeitsunfähigkeit angegeb en. Somit sei die Ve r- schlechterung und die Zunahme der Arbeitsunfähigkeit eindrücklich und deutlich dargestellt (B-act. 8, S. 3 f.). F.h Die IVSTA duplizierte mit Schreiben vom 31. Januar 2011 (B-act. 10), dass sie die Ausführungen in der Beschwerde nicht anerkenne und bean- tragte, die Beschwerde sei mit substituierter Begründung abzuweisen. Materiell ergebe sich keine Änderung und es bleibe bei dem gestellten Abweisungsantrag. G. Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften der Parteien wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegan- gen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den a n- fechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, welche eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts darstellt (Art. 33 Bst. d VGG; v gl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die I n- validenversicherung [IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme, was das Sac h- gebiet angeht, ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG). C-6415/2010 Seite 6 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. d bis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Besti m- mungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetz lich geregelten Sozialver- sicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversich e- rungsgesetze es vorsehen. Na ch Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die IV anwendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht ma ngels anderslautender Übergangsbestimmungen grundsät z- lich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der B e- schwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 1.3 Die Beschwerde wurde frist - und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 22a VwVG in Ver bindung mit Art. 60 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Als Adressat der angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2010 (act. 131) ist der Beschwerdeführer berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59 ATSG). Nach- dem auch der Kostenvorschuss fristgerecht bezahlt wurde, ergibt sich zu- sammenfassend, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 1.4 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der Vorinstanz vom 2. Juli 2010 (act. 131), in welcher diese festhielt, die zugestellten Unterlagen liessen nicht auf eine Änderung des Gesundheitszustandes schliessen . Sie sei nicht in der Lage, das Revisionsgesuch zu prüfen (act. 131). 1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesre cht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 2. Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 2.1 Der Beschwerdeführer ist portugiesischer Staatsangehöriger, so dass das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Ab kommen zwischen der Schwei-C-6415/2010 Seite 7 zerischen Eid genossenschaft einerseits und der Europäischen Geme in- schaft andererseits über die Freizügig keit vom 21. Juni 1999 (Freizügi g- keitsabkommen, im Folgenden: FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG in der Fassung ge mäss Ziff. I 4 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 2001 betreffend die Bestimmungen über die Personenfrei- zügigkeit im Abkommen zur Änderung des Übereinkommens zur Erric h- tung der EFTA, in Kraft seit 1. Juni 2002). Das Freizügigkeitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin geltenden bilateralen Abkommen zw i- schen der Schweizeri schen Eidge nossenschaft und den einzelnen Mi t- gliedstaaten der Euro päischen Union insoweit aus, als darin der selbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a FZA we r- den die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der Vertragsstaaten zu gewährleisten. Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 (AS 2004 121) haben die Personen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohnen, für die diese Verordnung gilt, die g leichen Rech- te und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitglied staates wie die Staatsangehörigen dieses Staates selbst, soweit be sondere Be- stimmungen dieser Ver ordnung nichts anderes vorsehen. Dabei ist im Rahmen des FZA und der Verordnung auch die Schweiz als „Mit - gliedstaat“ zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 von Anhang II des FZA). Demnach richten sich die Be stimmung der Invalidität und die Be rechnung der Ren- tenhöhe auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4). 2.2 Am 1. Januar 2008 sind im Rahmen der 5. IV -Revision Änderungen des IVG und des ATSG in Kraft ge treten. Weil in zeitlicher Hinsicht – vor- behältlich besonderer übergangsrecht licher Regel ungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des recht- lich zu ordnenden oder zu Rechts folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1; 131 V 11 E. 1), sind die Leistungsa n- sprüche für die Zeit bis zum 31. Dezember 2007 aufgrund der bisherigen und ab di esem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen ( pro rata temporis; BGE 130 V 445). Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene Vorschri f- ten Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 2. Juli 2010 in Kraft standen; weiter aber auch solche Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind (das IVG ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 C-6415/2010 Seite 8 [AS 2007 5129; 5. IV-Revision]; die IVV in der entsprechenden Fassung der 5. IV-Revision [AS 2003 3859 und 2007 5155]). Die Normen des vom Bundesrat auf den 1. Januar 2012 in Kraft geset z- ten ersten Teils der 6. IV-Revision (IV-Revision 6a) sind vorliegend nicht anwendbar. Noch keine Anwendung finden auch die am 1. April 2012 in Kraft gesetzten Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Pa r- laments und Rates vom 29. April 2009 zur Koordination der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.1) sowie (EG) N r. 977/2009 des Europäischen Parlaments und Rates vom 16. September 2009 zur Fes t- legung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 833/2004 über die Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831. 109.268.1). 2.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursach- te und nach zumutbarer Behandlung oder Ein gliederung verbleibende länger dauernde (volle oder teilweise) Verlust der Er werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus geglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, sich im bisherigen Aufg abenbereich zu betätigen. Der Inval i- ditätsbegriff enthält damit zwei Elemen te: ein medizinisches (Gesun d- heitsschaden mit Aus wirkungen auf die Ar beitsfähigkeit) und ein wir t- schaftliches im weiteren Sinn (dauer hafte oder länger dauernde Ei n- schränkung der Erwerbsfähigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 8 Rz. 7). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körper lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un- fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu mutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem a n- deren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbs- unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilwei se Verlust der E r- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 ATSG). C-6415/2010 Seite 9 2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der ab 2008 gelten den Fassung) b e- steht der An spruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie min - destens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 gelten den Fassung) werden Renten, die einem Inva- liditätsgrad von weniger als 50 % entsprec hen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohn sitz und gewöhnlichen Aufent halt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, so weit nicht völker rechtliche Vereinba - rungen eine abweic hende Rege lung vorsehen. Eine solche Ausnahme, wie sie seit dem 1. Juni 2002 für die Staatsangehörigen eines Mitglied - staates der EU und der Schweiz gilt, so fern sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (BGE 130 V 253 E. 2.3 und 3.1), ist vorliegend gege- ben. Nach der Recht sprechung des Eid genössischen Versicherungsge- richts (EVG; seit 1. Januar 2007: B undesgericht) stellt diese Regelung nicht eine blosse Auszah lungsvorschrift, sondern eine be sondere A n- spruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c). 2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder au f- gehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Ren tenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentl i- che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 125 V 368 E. 2). Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei ei ner wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar, so n- dern auch dann, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erhebli ch verändert h a- ben; zudem kann auch eine Wandlung des Aufgabenbereichs einen Revi- sionsgrund darstellen (BGE 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b; AHI 1997 S. 288 E. 2b). Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentena n- spruch in rechtliche r und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter B e- rücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschla g- gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Inval i-C-6415/2010 Seite 10 ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1). 2.6 Im Rahmen einer Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG bildet zeit- liche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änd e- rung die letzte rechtskräftige Verfügung , welche auf einer materiellen Überprüfung des Leistungsanspruches mit rechtskonformer Sachver- haltsabklärung, Beweiswürdigung und Ermittlung des Invaliditätsgrades (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den Auswirkungen der gesund- heitlichen Beeinträchtigung im erwerblichen oder im Aufgabenbereich) beruht (BGE 133 V 1 08 E. 5.4 und Urteil des Bundesgerichts 9C_889/ 2011 vom 8. Februar 2012 E. 3.2). Wird die Rente nach einer von Amtes wegen durchgeführten Revision, bei der keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festg e- stellt wurde, weiter ausgerichtet, ist die entsprechende Mitteilung in B e- zug auf den Vergleichszeitpunkt einer Verfügung gleichzustellen (Art. 74ter lit. f IVV [bis 31. Dezember 2011 Art. 74quater IVV]; vgl. Urteil des Bunde s- gerichts 9C_724/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 2.1 mit Hinweisen). 2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, d en Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und b e- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar beitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichti ge Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). 2.7.1 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un- tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be urteilung der me- dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen des E x- perten be gründet sind. Ausschlaggebend für den Be weiswert ist grun d- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis mittels noch die Bezeic h- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). C-6415/2010 Seite 11 2.7.2 Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt B e- weiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be - gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizi en gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die U n- parteilichkeit der Beurteilung objektiv als be gründet erscheinen las sen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweisen). 2.7.3 Auf Stellungnahmen der RAD resp. der medizinischen Dienste kann für den Fall, dass ihnen materiell Guta chtensqualität zukommen soll, nur abgestellt wer den, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen An - forderungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des EVG I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 2). Die RAD -Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall ge fragten persön lichen und fachlichen Qualifika - tionen verfügen, spielt doch die fachliche Qualifikation des Experten für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erheb liche Rolle. Bezü g- lich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gut achtens müssen sich Ver- waltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Deshalb ist für die Eignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten medizinischen Disziplin ein entsprechender spezialärztlicher Titel des berichtenden oder zumindest des den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des EVG I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a; Urteile des BGer 9C_410/2008 vom 8. September 2008 E. 3.3, I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1; vgl. auch S VR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2 [nicht publizierte Text - passage der E. 3.3.2 des Entscheides BGE 135 V 254]). 2.7.4 Nicht zwingend erfor derlich ist, dass die versicherte Person unte r- sucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ selber ärztli che Untersuchun gen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das A b- sehen von eigenen Un tersuchungen an sich ist somit kein Grund, um ei - nen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt ins besondere dann, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines fest stehenden medizini - schen Sachverhalts geht, und die direkte ärztliche Befassung mit der ve r- sicherten Perso n in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und I 1094/06 vom 14. Novem- ber 2007 E. 3.1.1, je mit Hinweisen). C-6415/2010 Seite 12 3. Hinsichtlich des zeitlichen Anknüpfungspunktes hat im vorliegenden Fall als letztmaliger, das Ergebnis einer rechts genüglichen materiellen Pr ü- fung des Rentenanspruchs darstellender Rechtsakt die Mitteilung an den Versicherten vom 4. Mai 2005 (act. 85) zu gelten. Mit dieser wurde die ur- sprünglich von der IV-Stelle am 24. November 1998 zugesprochene hal- be IV-Rente (act. 32) erneut bestätigt. Die Mitteilung der IVSTA vom 1. Mai 2009 (act. 102) kann nicht als zeitl i- cher Anknüpfungspunkt gelten, da d as Schreiben des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 8. Mai 2009 (act. 105) nicht, wie von der Vorinstanz angenommen, ein neues Revisionsgesuch dar stellte: Erstens erklärte der Rechtsvertreter im Schreiben ausdrücklich, "nach Informatio- nen meines Klienten läuft derzeit die Revision der IV -Rente" (die IVSTA hatte am 22. Juli 2008 von Amtes wegen ein Revisionsverfahren eingelei- tet). Zweitens führte er aus, dass allfällige Verfügungen in dieser Angel e- genheit ihm zugestellt werden soll ten, woraus folgt, dass er eine solche erwartete, sollte die Vorinstanz weiter von einem unveränderten Gesun d- heitszustand seines Mandanten ausgehen . Und drittens legte der Rechtsvertreter seinem Schreiben einen Arztbericht bei, welcher vom 2. April 2009 datiert (vgl. zum Inhalt E. 5.2.3 hinten). Der Beschwerdefüh- rer ging aus diesen Gründen davon aus, dass er sich noch innerhalb des laufenden Revisionsverfahrens, welches mit Schreiben der Vorinstanz vom 22. Juli 2008 (act. 88) eröffnet wurde, befand und in diesem Zusam- menhang demzufolge auch davon auszugehen ist, dass er eine Verfü- gung verlangte. Die Mitteilung an den Versicherten vom 4. Mai 2005 (act. 85) ist damit als zeitlicher Anknüpfungspunkt massgebend und einer ordentlichen recht s- kräftigen Verfügung gleichzustellen (vgl. zur Frage der zeitlichen Ve r- gleichsbasis E. 2.6). Zu beurteilen ist in der Folge, ob zwischen der Mittei- lung vom 4. Mai 2005 (act. 85) und der vorliegend angefochtenen Verfü- gung vom 2. Juli 2010 (act. 131) eine wesentliche Änderung in den ta t- sächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet war bzw. ist, den IV-Grad des Beschwerdeführers in rentenrelevanter Weise zu beeinflu s- sen (vgl. E. 2.5 hiervor). Es sei noch darauf hingewiesen, dass selbst im Falle der Annahme, dass die Mitteilung vom 1. Mai 2009 als zeitlicher An- knüpfungspunkt gelten sollte, sich an der Einschätzung in der Sache nichts ändern würde, da sich der Gesundheitszustand des Beschwerd e- führers auch seit dieser Mitteilung verschlechtert hatte. C-6415/2010 Seite 13 4. Die Verfügung der Vorinstanz vom 2. Juli 2010 (act. 131) hielt fest, dass die zugestellten Unterlagen nicht auf eine Änderung d es Gesundheitszu- standes schliessen liessen, weswegen die Vorinstanz nicht in der Lage sei, das Revisionsgesuch zu prüfen. Dazu ist Folgendes zu sagen: 4.1 Die Vorinstanz stellt in ihrer Vernehmlassung vom 30. November 2010 fest ( B-act 5) , dass sie die angefo chtene Verfügung vom 2. Juli 2010 fälschlicherweise als Nichteintretensverfügung bezeichnet hat te; richtig betrachtet habe es sich um eine materielle Abweisung des Revis i- onsgesuchs gehandelt. Das Bundesverwaltungsgericht stellt einerseits fest, dass auch die Vorin- stanz richtigerweise davon ausgeht, dass der Versicherte glaubhaft g e- macht hat, dass sich die tatsächlichen V erhältnisse seit der letzten rechtskräftigen Entscheidung in einem für den Rentenanspruch erhebl i- chen Mass verändert haben und demzufolge auf die Revision einzutreten war. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass eine materielle Abweisung der Revision indessen, und unter anderem, zu begründen gewesen wäre, was in der angefochtenen Verfügung unterblieb. Festzustellen ist aber auch, dass spätestens mit der Einreichung der Vernehmlassung eine Be- gründung für die Abweisung der Revision nachgeliefert wurde. Ob allen- falls d ie Begründung in der Vernehmlassung der Vorinstanz vom 30. November 2010 eine Heilung der Verletzung des rechtlichen Gehörs bewirken könnte, kann vorliegend offen gelassen werden, da in jedem Fall, wie noch zu zeigen sein wird, der Sachverhalt seitens der Vorinstanz ungenügend abgeklärt wurde, weswegen sich eine Rückweisung der Sa- che an die Vorinstanz rechtfertigt (vgl. E. 5 und 6 hiernach). 4.2 Andererseits handelt es sich bei der angefochtenen Verfügung nicht, wie von der Vorinstanz geltend gemacht , um eine Abweisung des Revisi- onsgesuchs vom 8. Mai 2010, da ein solches , wie in Erwägung 3 (vorne) dargelegt, gar nicht vorlag. Es geht vielmehr um den Abschluss des mit Schreiben vom 22. Juli 2008 (act. 87) von der IVSTA von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens. 5. Im Folgenden sind die medizinischen Berichte kurz zusammengefasst wiederzugeben und anschliessend zu würdigen. Zunächst werden die Be- richte von 2004 bzw. 2005 (E. 5.1) und danach jene von 2009 bzw. 2010 dargestellt (E. 5.2). C-6415/2010 Seite 14 5.1 5.1.1 Dr. H._______ diagnostizierte in seinem medizinischen Bericht vom 28. September 2004 eine linksseitige Coxarthrose (act. 81). 5.1.2 Im E 213-Bericht vom 29. November 2004 (act. 82) wurden Zervi- kal- und Lumbalgien, eine Gonarthrose, eine Coxarthrose sowie verblei- bende Unfallfolgen diagnostiziert und eine um mindestens 2/3 verminder- te Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten festgestellt (act. 82, Punkte 4.8.1, 4.8.3, 7 bzw. 11.8). 5.1.3 Gestützt auf diese beiden Berichte ( act. 81 und 82 ) ging RAD -Arzt Dr. I._______ am 29. April 2005 in seiner Einschätzung unter anderem von einer sekundären Gonarthrose beidseits, einer Coxarthrose links bei Status nach Acetabulumfraktur und damit von einem unveränderten Z u- stand aus (act. 84). 5.2 5.2.1 Im Bericht vom 17. Februar 2009 (act. 97) wurde insbesondere eine linksseitige Coxarthrose des Beckens sowie Zeichen von Spondylose mit Spondyldiscarthrose bei L4/L5 diagnostiziert. 5.2.2 Im E 213-Bericht vom 10. März 2009 (act. 98) wurden unter ande- rem eine Coxarthrose und eine bilaterale Gonarthrose festgehalten (Punkt 3.2), ebenso wie eine Spondyldiscarthrose L4/L5 (Punkt 4.8.1 und Punkt 7). Der Zustand wurde ganz allgemein als sich verschlechternd eingestuft (Punkt 8). Weiter wurde angegeben, dass keine an gepasste Tätigkeit möglich sei und dass eine totale Invalidität bezüglich der vorma- ligen Tätigkeit bestehe (Punkte 11.4, 11.5 bzw. 11.7). 5.2.3 Der vom Rechtsver treter eingereichte ärztliche Bericht vom 2. April 2009 (act. 104) ging insbesondere von einer schweren Gonarthrose des linken Knies sowie einer Diskuspathologie im Lumbarbereich aus, ebenso von einer Diskushernie L4/L5 mit Kanalinvasion. Es wurde eine tot ale Ar- beitsunfähigkeit diagnostiziert. 5.2.4 Der Bericht zur Magnetresonanztomographie vom 18. März 2010 (act. 122) hielt eine beidseitige Lumboischialgie sowie Diskusdegenerati- onen von praktisch allen Wirbeln der lumbalen Wirbelsäule , beim Wirbel L4/L5 ein teilweise r Kollaps, linksseitig Wurzel kontakt sowie bei L5/S1 degenerative Anzeichen fest. C-6415/2010 Seite 15 5.2.5 Dr. J._______ diagnostizierte am 18. März 2010 (act. 123) insbe- sondere eine schwere Coxarthrose, eine Nekrose sowie eine Discopathie L4/L5 mit radikulärer Kompression beidseitig . Ebenso beschrieb er bei L3/L4 eine Protrusion ohne Kompression der Wurzel sowie Lumbalgien mit Ausstrahlungen in das rechte Bein mit Parästhesien im Fuss. Aus die- sen Gründen sei der Beschwe rdeführer in seiner angestammten berufl i- chen Tätigkeit arbeitsunfähig. 5.2.6 Dr. H._______ ging in seinem Röntgenbericht vom 24. März 2010 (act. 124) unter anderem von einer linkskonvexen lumbalen Skoliose und Spondylose aus. 5.2.7 Der neueste E 213-Bericht vom 26. April 2010 (act. 127) stützte sich auf di e medizinischen Bericht e (vgl. act. 122-124 und oben , E . 5.2.4 - 5.2.6) sowie eine eigene Untersuchun g. Es wurde n eine Disc opathie L4/L5 mit radikulärer Reizung ( Punkt 4.8.1), Parästhesien der Arme (Punkt 4.8.2) und ein verkürztes linkes Bein (Punkt 4.8.3) sowie eine Be- hinderung beim Gang linksseitig (Punkt 4.10) diagnostiziert. Ebenso stell- te die Ärztin eine linksseitige schwere Coxarthrose fest (Punkt 5.4.1) und beschrieb den Gesundheitszustand als sich verschlechternd (Punkt 8). Es wurde von einer totalen Invalidität in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit ausgegangen (Punkt 11.7). 5.3 5.3.1 Kurz zusammengefasst lässt sich somit sagen, dass im E 213- Bericht von 2004 (act. 82) nur sehr allgemein Zervikal - und Lumbalgien erwähnt und bei der Diagnose (Punkt 7) nicht aufge führt wurden. 2009 war im Bericht vom 17. Februar ( act. 97) von "Anzeichen" von Spondylo- se mit Spondyldiscarthrose die Rede. 2010 wurde sodann erstmals im Bericht vom 18. März (act. 122) beim Wirbel L4/L5 ein Wurzelkontakt di- agnostiziert. Diese Diagnose wurde anschliessend bestätigt (act. 123 und act. 127, Punkt 4.8.1). Zusätzlich wurden 2010 erstmals Parästhesien der Arme, eine "schwere" Coxarthrose links, eine Nekrose sowie eine Disco- pathie L4/L5 diagnostiziert (vgl. act. 123 und act. 127, vor allem Pun kt 4.8). Es ist demnach festzustellen, dass die Berichte von 2004 insbesondere von Gon - bzw. Coxarthrosen ausgehen, während die neueren Berichte (insbesondere act. 122 – 124) multiple Diskusdegenerationen, eine Di s- copathie bei L4/L5 sowie Cox- und Gonarthrose diagnostizierten. C-6415/2010 Seite 16 5.3.2 Bezüglich der Arbeitsfähigkeit wurde im E 213-Bericht vom 29. November 2004 ( act. 82) noch von einer zu mindestens 2/3 vermi n- derten Arbeitsfähigkeit ausgegangen, während nun seit 2009 eine vol l- ständige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit vorzuliegen scheint (act. 98, 105, 123, 127). 5.3.3 Damit ist als Fazit festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, insbesondere der Zustand der Lendenwirbelsäu- le, seit dem 4. Mai 2005, aber auch seit dem 1. Mai 2009, signifikant ver- schlechtert hat. 5.3.4 Die Einschätzung des Gesundheitszustandes durch die Vorinstanz bzw. durch das RAD ist nach dem Gesagten nicht nachvollziehbar. In sei- nem Bericht vom 25. Juni 2010 (act. 130, vgl. vorne, Bst. F.b), worauf sich die Vorinstanz bei Erlass der angefochtenen Verfügung insbesondere stützte, geht Dr. E._______ von "keinen Befunden von fortgeschrittenen sekundären degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule, der rechten Hüfte und der Kniegelenke" aus, er verneint eine Diskushernie und spricht von einer "wahrscheinlichen radikulären Reizung der Wurzel L4/L5". Diese Ausführungen sind für das Bundesverwaltungsgericht nicht nachvollziehbar, da Dr. E._______ seine von den Feststellungen der Fachärzte in Port ugal diametral abweichend en Einschätzungen nicht e r- klärt. Sie müssen daher als unbegründete Behauptungen qualifiziert we r- den. Dr. E._______ verfügt auch nicht über die hier notwendigen fachl i- chen Qualifikation in orthopädisch-neurologischer Hinsicht und es ist fest- zuhalten, dass er den Beschwerdeführer auch nicht selbst untersucht hat, – wie dies in Portugal durch die Spezialärzte geschehen war – sondern seine Einschätzung aufgrund der Akten vorgenommen hat. Aus diesen Gründen kann seinem Bericht kein erhöh ter Beweiswert zukommen und auf die darauf gestützte Verfügung der Vorinstanz kann nicht abgestellt werden. 5.3.5 Nebenbei sei an dieser Stelle darauf hin gewiesen, dass selbst im Fall der Annahme, dass die Mitteilung an den Versicherten vom 1. Mai 2009 (act. 102) den massgeblichen Vergleichszeitpunkt bilden würde , sich an der Einschätzung in der Sache nichts verändern würde, da sich der Gesundheitszustand des Beschwerde führers auch seit der Mitteilung vom 1. Mai 2009 bis zur vorliegend angefochtenen Verfügung verschlech- tert hatte : Während 2009 wie aufgezeigt unspezifisch von Zeichen von Spondylose bzw. Spondyldiscarthrose (act. 97, vgl. E. 5.2.1 ) bzw. von ei- ner Diskuspathologie (act. 104, vgl. E. 5.2.3) ausgegangen wurde, kamen C-6415/2010 Seite 17 2010 eine radikuläre Reizung, Parästhesien in den Armen, eine Nekrose sowie eine schwere Coxarthrose hinzu (act. 122, 123 bzw. 127 und oben, E. 5.2.3-5.2.7). 6. 6.1 Als Ergebnis ist aufgrund des vorstehend Dargelegten festzuhalten, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers von der Vorinstanz nicht hinreichend abgeklärt wurde. Insbesondere kann noch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gesagt werden, welche Auswirkungen die festgestellten gesundheitlichen Verschlechterungen auf die Arbeitsfä- higkeit und den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers hatten bzw. ha- ben. 6.2 In den genannten Umständen liegt eine unvollständige Sachverhalt s- abklärung (Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG) und eine Rückweisung der Sache in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung ist angebracht, da sie in der notwendigen Erhebung der bish er weitgehend ungeklärten Fra- ge begründet liegt , seit wann sich der Gesundheitszustand rentenwir k- sam verändert hat (vgl. BGE 137 V 201 E. 4.4.1.4). Die angefochtene Verfügung vom 2. Juli 2010 ist daher aufzuheben und die Sache zwecks Einholen eines orthopädisch-neurologischen, eventuell eines rheumat o- logischen Gutachtens, sowie einer umfassenden Neubeurteilung durch die Vorinstanz zurückzuweisen. 6.3 Auch hat die Vorinstanz nach Vorliegen der zusätzlichen Ergebnisse – falls notwendig – einen Einkommensvergleich durchzuführen und er gän- zende Abklärungen hinsichtlich der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in die Wege zu leiten (vgl. Urteile I 462/02 des EVG vom 26. Mai 2003 und 9C_921/2009 des Bundesgerichts vom 22. Juni 2010). 7. Die im vorliegenden Fall vorzunehmende Rückweisung beinhaltet im Üb- rigen keine Gefahr einer reformatio in peius, da die halbe IV-Rente auch von der Vorinstanz nicht in Frage gestellt wurde. Diese halbe IV-Rente ist bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2010 ab- schliessend als ausgewiesen und begründet zu betrachten (vgl. BGE 137 V 314 E. 3.2.4) . Es bleibt hingegen offen und wird von der Vorinstanz zu prüfen sein, ob sich die Verschlechterung des Gesundheitszustandes auf den IV-Grad (im Sinne einer Erhöhung) ausgewirkt haben könnte. C-6415/2010 Seite 18 8. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt ge mäss Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde füh - renden Partei gilt (BGE 13 7 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen ), sind im vorli e- genden Fall dem Beschwerdeführer ke ine Verfahrenskosten aufzuerl e- gen. Diesem ist der geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 400.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz werden ebenfalls keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 8.2 Der obsiegende Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Verwaltung. Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Entschäd i- gung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). U n- ter Berücksichtigung des Verfahrensaus gangs, des gebotenen und a k- tenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache und der Schwi e- rigkeit des vor liegend zu beurteilenden Verfahrens , ist eine Parteien t- schädigung von Fr. 2 '500.- (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. dazu auch Urteil des B undesverwaltungsgerichts C-6173/2009 vom 29. August 2011 mit Hinweis]; Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE [Stundenansatz für Anwälte/Anwältinnen mindestens Fr. 200.- und höchstens Fr. 400.- ]) gerechtfertigt. (Dispositiv auf der nächsten Seite) C-6415/2010 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde vom 8. September 2010 wird insoweit gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung vom 2. Juli 2010 aufgehoben und die Sache an die IVSTA zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung der rechtserheblichen Tatsachen im Sinne der Erwägungen, neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteien t- schädigung von Fr. 2'500.- zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr.; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Vito Valenti Madeleine Keel C-6415/2010 Seite 20 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: