A bteilung V E -171/2007 hub/jap {T 0/2} U rteil vom 25. Juli 2007 M itw irkung: R ichter H uber, R ichterin Kojic, R ichter M onnet G erichtsschreiber Jaggi A ._______, geboren _______, Türkei, vertreten durch lic. iur. Fürsprecher Ism et Bardakci, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 7. D ezem ber 2006 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie und alevitischen G laubens m it letztem W ohnsitz in Istanbul (Stadtteil B._______), ver- liess seinen H eim atstaat eigenen Angaben zufolge am 20. O ktober 2006 und ge- langte am 25. O ktober 2006 in die Schw eiz, w o er am selben Tag um Asyl ersuch- te. Am 1. N ovem ber 2006 erfolgte die Kurzbefragung im Em pfangs- und Verfah- renszentrum C ._______ und am 1. D ezem ber 2006 die D irektanhörung zu den Asylgründen durch das BFM . B. Zur Begründung des Asylgesuchs m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, er sei ständig von der Polizei und der Arm ee unter D ruck gesetzt w orden. Im m er w enn es zu Problem en oder G efechten gekom m en sei, seien Soldaten in sein H eim atdorf D ._______ (Provinz E._______), w o er zusam m en m it seiner Fam ilie bis zum Beginn seines M ilitärdienstes im Jahre 2001 gelebt habe, ge- kom m en und hätten die erw achsenen M änner m itgenom m en. Sein Vater und sein Bruder seien desw egen m ehrm als auf den örtlichen Posten verbracht und ge- foltert w orden. W eil er im M ilitärdienst als Kurde beleidigt und beschim pft w orden sei, habe er begonnen, m it der D EH AP zu sym pathisieren. N achdem er im M ai 2003 aus dem M ilitärdienst entlassen w orden sei, sei er w egen den ständigen Be- lästigungen im H eim atdorf zusam m en m it seiner Fam ilie nach Istanbul um gezo- gen. In Istanbul habe er das Parteibüro der D EH AP besucht. Er sei kein M itglied, son- dern blosser Sym pathisant, und er habe gelegentlich Plakate für die O rganisation aufgehängt. Im Januar 2005 sei er eines Abends, als er im Begriff gew esen sei, das Parteibüro im Zentrum von B._______ zu verlassen, von Zivilpolizisten in einem w eissen R enault entführt w orden. Es seien ihm um gehend die Augen verbunden w orden. An einem ihm unbekannten O rt sei er in einen R aum in einem Keller und kurze Zeit später in einen anderen R aum geführt w orden, w o er über seine Zusam m enarbeit m it der D EH AP und über die N am en und den W ohnort von Parteim itgliedern befragt und dabei auch geschlagen w orden sei. Er habe den Zivilpolizisten gesagt, dass er nicht M itglied der Partei sei und auch nicht für die O rganisation arbeite. Am darauffolgenden Tag sei er zw ischen sieben und neun U hr nach einer Fahrt m it verbundenen Augen auf freien Fuss gesetzt w orden. Am _______ (D atum ) habe er an einer D em onstration anlässlich des G edenkens an die G ründung des _______ (Q uartier) teilgenom m en. Als die Polizei Tränengas eingesetzt habe und er w eggerannt sei, sei er von Beam ten festgenom m en und zunächst auf den Posten der Sicherheitsdirektion und danach auf den Posten der Terrorbekäm pfung in F._______ verbracht w orden. D ort sei er entkleidet, m it kaltem W asser bespritzt, m it einem Knüppel geschlagen und beschim pft w orden. Er habe das Bew usstsein verloren, und nachdem er w ieder zu sich gekom m en sei, habe m an ihn erneut geschlagen. Am _______ (D atum ) sei er gegen M ittag freigelassen w orden. In der Folge habe er sich aus Angst vor w eiteren N achstellungen bis zu seiner Ausreise aus der Türkei bei einem Freund aufgehal-3 ten. W ie er erfahren habe, sei er w ährend dieser Zeit ungefähr zehn M al von der Polizei und der G endarm erie gesucht w orden. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen und, sow eit entscheidw esentlich, auf die nachfolgenden Erw ägungen. D er Beschw erdeführer reichte im erstinstanzlichen Verfahren eine Identitätskarte zu den Akten. C . M it Verfügung vom 7. D ezem ber 2006 - gleichentags eröffnet - stellte das BFM fest, ein Teil der Vorbringen des Beschw erdeführers verm öge den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht zu genügen, und ein Teil genüge denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung aus der Schw eiz und deren Vollzug an. D . M it Eingabe vom 8. Januar 2007 (Poststem pel) beantragt der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die G ew ährung von Asyl, eventualiter die Feststellung der U ndurchführbarkeit des Vollzugs der W egw eisung unter gleichzeitiger Anordnung der vorläufigen Aufnah- m e. In prozessualer H insicht ersucht er unter Verzicht auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege. Auf die Begrün- dung der R echtsbegehren w ird, sow eit entscheidw esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. E. M it Zw ischenverfügung vom 15. Januar 2007 teilte der Instruktionsrichter dem Be- schw erdeführer m it, er dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw ar- ten; gleichzeitig verzichtete er auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und hiess das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gut. D en Ent- scheid über die Bew eisanträge (Abklärungen über die Schw eizerische Vertretung in Istanbul) verw ies er auf einen späteren Zeitpunkt. F. D as BFM beantragt in seiner Vernehm lassung vom 25. Januar 2007 die Abw ei- sung der Beschw erde. G . Am 4. Februar 2007 reichte der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung des Schw eizerischen R oten Kreuzes G ._______ vom 21. D ezem ber 2006 zu den Akten.4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VVG vorliegt. Als Vor- instanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politisch- en Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten na- m entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die ei- nen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Flucht- gründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFM lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers m it der Begründung ab, die Vorbringen verm öchten teilw eise den Anforderungen an die G laubhaftigkeit und teilw eise denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen. Insbe- sondere sei bezüglich der Schilderungen zur geltend gem achten Festnahm e vom 5 _______ (D atum ) festzustellen, dass staatliche Sicherheitsdienste bekanntlich ver- suchten, solche Auskünfte im R ahm en von strukturierten Befragungen zu er- halten. In den diesbezüglichen Ausführungen des Beschw erdeführers sei eine solche Vorgehensw eise nicht erkennbar, vielm ehr habe er die Erlebnisse anläss- lich der Festnahm e als eine Abfolge von M isshandlungen geschildert, die lediglich durch seine O hnm acht unterbrochen w orden sei. Bezeichnenderw eise habe er es auch unterlassen, differenzierte Angaben in Bezug auf die U m stände seiner Frei- lassung zu m achen. D es W eiteren falle auf, dass der Beschw erdeführer keine ein- zige Aussage über das Schicksal seiner Freunde, die m it ihm zusam m en an der D em onstration vom _______ (D atum ) teilgenom m en hätten und von denen einige ebenfalls von den polizeilichen M assnahm en betroffen gew esen w ären, gem acht habe. D ie Schilderungen des Beschw erdeführers sind nach Auffassung der Vorinstanz unglaubhaft, w eil sie sich in w esentlichen Punkten auf Allgem einplätze und reali- tätsfrem de Elem ente beschränkten. Zudem sei davon auszugehen, dass er solche Ereignisse, sollten sich diese tatsächlich zugetragen haben, der D EH AP kom m uni- ziert hätte. D es W eiteren sei festzuhalten, dass der Beschw erdeführer, obw ohl er sich - ohne M itglied zu sein - öfters im D EH AP-Büro in B._______ aufgehalten und für die Partei engagiert habe, nicht in der Lage gew esen sei, Angaben zu Persön- lichkeiten aus dem U m feld der D EH AP zu m achen. D ie geltend gem achten Bezie- hungen zur D EH AP seien deshalb nicht glaubhaft, w om it auch am W ahrheitsge- halt der daraus abgeleiteten Verfolgungsvorbringen - insbesondere die Festnah- m en vom Januar 2005 und _______ (D atum ) - zu zw eifeln sei. Som it könne dem Beschw erdeführer auch die behördliche Suche nach dem _______ (D atum ) nicht geglaubt w erden. Festzuhalten sei überdies, dass die türkischen Sicherheitskräfte m it Bestim m theit nicht unzählige M ale bei seinen Eltern vorstellig gew orden w ären, sondern die elterliche W ohnung observiert hätten. Bezüglich der vom Beschw erdeführer geltend gem achten Benachteiligungen, die er bis 2001 in E._______ und anschliessend im M ilitärdienst bis M ai 2003 erlitten habe, sei der in zeitlicher und sachlicher H insicht genügend enge Kausalzu- sam m enhang zw ischen Verfolgung und Flucht nicht erfüllt, w eil er die Türkei erst im O ktober 2006 verlassen habe. D ie diesbezüglichen Vorbringen verm öchten deshalb den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standzuhalten. 4.2 Aus der R echtsm itteleingabe ergibt sich als R üge, die Vorinstanz habe die Vor- bringen zu U nrecht als nicht glaubhaft bezeichnet und dam it Bundesrecht verletzt. D ie Ausführungen in der Beschw erde erw eisen sich jedoch als zu w enig substanzi- iert und überzeugend, um die Schlussfolgerungen des BFM um zustossen. Insbe- sondere ist angesichts der Aussage des Beschw erdeführers, er sei am _______ (D atum ) von den Sicherheitskräften ohne Auflagen freigelassen w orden, nicht nachvollziehbar und realitätsfrem d, dass er in der Folge bis zu seiner Ausreise rund zehn M al zu H ause von der Polizei und der G endarm erie gesucht w orden sein w ill. D ie Entgegnung in der Beschw erde, die M otivation der Behörden könne darin gelegen sein, den Beschw erdeführer w egen seiner politischen Aktivitäten m it Festnahm en, D rohungen, Schlägen und H ausdurchsuchungen derart unter D ruck zu setzen, dass er m it seinen Tätigkeiten für die D EH AP aufhöre und das Land verlasse, verm ag in keiner W eise zu überzeugen. D iesbezüglich ist festzustellen, dass der Beschw erdeführer für den Zeitraum von Januar 2005 bis Anfang _______ 6 (D atum ) lediglich zw ei kurze Inhaftierungen (im Januar 2005 und am _____ [D atum ]) geltend m achte, obw ohl er angeblich w ährend dieser Zeit w eiterhin das Parteibüro der D EH AP besucht habe; dieser U m stand w äre den türkischen Sicher- heitskräften kaum entgangen, hätte sich der Sachverhalt tatsächlich - w ie geschil- dert - zugetragen. Vor diesem H intergrund kann die Aussage des Beschw erdefüh- rers, er habe sich nach der Freilassung vom _______ (D atum ) aus Angst vor w eiteren N achstellungen bis zu seiner Ausreise aus der Türkei bei einem Freund aufgehalten, nicht nachvollzogen w erden. N icht vereinbaren m it der angeblichen Angst vor w eiteren N achstellungen lässt sich zudem seine Aussage anlässlich der D irektanhörung, er sei nach dem Vorfall vom _______ (D atum ) zw ar nur noch selten, aber w eiterhin beim D EH AP-Büro in B._______ vorbeigangen (Akten BFM A11/8 S. 2). Augenfällig und bezeichnend für seine insgesam t unsubstanziierten Vorbringen ist auch, dass der Beschw erdeführer als angeblicher Sym pathisant der D EH AP (neu: D TP) nicht im stande w ar, auch nur eine einzige Frage nach bekannten Persönlich- keiten im U m feld dieser Partei in Istanbul zu beantw orten (vgl. A11/8 S. 3). D ie diesbezügliche Entgegnung in der Beschw erde, es könne nicht davon ausgegan- gen w erden, dass Sym pathisanten alle Parteifunktionäre kennen w ürden, erw eist sich vor diesem H intergrund als unbehelflich. D es W eiteren ist festzustellen, dass es der Beschw erdeführer trotz seiner ihm ob- liegenden M itw irkungspflicht unterlassen hat, seine Vorbringen m it geeigneten D o- kum enten zu unterm auern, obw ohl es ihm ohne w eiteres zum utbar und auch m ög- lich gew esen w äre - beispielsw eise m it H ilfe seiner in Istanbul lebenden Verw and- ten - , beim D TP-Büro von B._______ eine Bestätigung betreffend Art und D auer seiner Tätigkeiten für die Partei zu beschaffen. Angesichts dieser Sachlage und aufgrund der unglaubhaften Vorbringen zur Begründung des Asylgesuchs w erden die Bew eism ittelanträge, die Schw eizerische Vertretung sei zu beauftragen, beim D TP-Büro in Istanbul Inform ationen über den Beschw erdeführer einzuholen, und es sei abzuklären, ob der Beschw erdeführer in der Türkei gesucht w erde bezie- hungsw eise ob er im allgem einen Inform ationssam m lungssystem (G BTS) einge- tragen sei, abgew iesen. Schliesslich ist in Bezug auf die geltend gem achten Benachteiligungen in E._______ bis 2001 und anschliessend im M ilitärdienst bis M ai 2003 m it der Vor- instanz festzustellen, dass diese Vorbringen m angels zeitlich und sachlich genü- gend engen Kausalzusam m enhangs zw ischen Verfolgung und Flucht die Anforde- rungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu erfüllen verm ögen. 4.3 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers den Anforderungen an die G laubhaftigkeit respektive an die Flüchtlingseigenschaft nicht standzuhalten verm ögen. Es erübrigt sich, angesichts der aufgezeigten U n- stim m igkeiten in zentralen Bereichen der gesuchsbegründenden Vorbringen auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde näher einzugehen, zum al diese nicht geeignet sind, eine andere Beurteilung herbeizuführen. Es kann diesbezüg- lich zur Verm eidung von W iederholungen auf die zutreffenden Erw ägungen in der angefochtenen Verfügung verw iesen w erden. D as BFM hat das Asylgesuch zu R echt abgelehnt.7 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2-4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6. 6.1 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission in EM AR K 2001 N r. 21). 6.2 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr in seinen H ei- m atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 6.3 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschw erdeführer für den Fall einer Ausschaffung in die Türkei dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) oder Art. 1 des Europäischen Ü bereinkom m ens zur Verhütung von Folter und unm en- schlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe vom 26. N ovem ber 1987 (FoK, SR 0.106) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N - Anti-Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung 8 Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m it w eiteren H inw eisen). Es ist nicht vollends auzuschliessen, dass der Beschw erdeführer bei seiner Einrei- se in die Türkei nach seinem m ehrm onatigen Aufenthalt in W esteuropa befragt w ird. D ieser U m stand allein ist jedoch vorliegend w eder asylrelevant noch führt er zur U nzulässigkeit (und U nzum utbarkeit) des W egw eisungsvollzugs. D ie allgem eine M enschenrechtssituation in der Türkei für sich allein lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 6.4 G em äss Art. 14a Abs. 4 AN AG ist der Vollzug der W egw eisung unzum utbar, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. D iese Bestim m ung bezieht sich in erster Linie auf so genannte G ew alt- flüchtlinge, das heisst auf Personen, die ihr Land w egen Krieg, Bürgerkrieg, einer Situation allgem einer G ew alt oder der herrschenden politischen Lage verlassen haben, denen jedoch nicht die Flüchtlingseigenschaft zukom m t, w eil sie nicht per- sönlich verfolgt w erden. Im W eiteren ist der Vollzug der W egw eisung nicht zum ut- bar für Personen, die nach ihrer R ückkehr aus anderen G ründen einer konkreten G efährdung ausgesetzt w ären, zum Beispiel, w eil sie sich m it beachtlicher W ahr- scheinlichkeit in einer existenzgefährdenden Situation befänden (vgl. EM AR K 2005 N r. 12 E. 10.3. S. 114 m it w eiteren H inw eisen). Angesichts der heutigen Lage in der Türkei kann nicht von einer Situation allgem einer G ew alt oder von kriegeri- schen oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen gesprochen w erden, w elche für den Beschw erdeführer bei einer R ückkehr eine konkrete G efährdung darstellen w ürde (vgl. die w eiterhin zutreffende Lagebeurteilung in EM AR K 2004 N r. 8). Zu- dem leben seine Eltern und seine G eschw ister in Istanbul. Er verfügt folglich in der Türkei über ein intaktes soziales Beziehungsnetz und w ird für die w irtschaftliche R eintegration auf die U nterstützung seiner Fam ilienm itglieder zählen können. Es sind som it auch keine persönlichen G ründe ersichtlich, die gegen die R ückkehr des Beschw erdeführers sprechen. Zusam m enfassend folgt, dass der Vollzug der W egw eisung als zum utbar zu erach- ten ist. 6.5 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 7. Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1-4 AN AG ).9 8. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist abzuw eisen. 9. Infolge G utheissung des G esuchs um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspfle- ge (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) w erden die auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzenden Verfahrenskosten (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) erlassen. (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D er Beschw erdeführer w ird infolge G utheissung des G esuchs um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege davon befreit, die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Vorakten (R ef.-N r. N _______; Kopie) - das Am t _________ ad _______ (Kopie) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Bruno H uber Peter Jaggi Versand am :