Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 31. Mai 2012 (720 12 40 / 145) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bemessung der Beeinträchtigung im Haushaltbereich im Rahmen der gemischten Me- thode Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Markus Mattle, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schä- fer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, indemnis Rechtsanwälte, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1952 geborene A.____ war seit 11. Juli 2000 m it einem Pensum von zwölf Stunden pro Woche als Haushalthilfe tätig. Ab 1. Februar 200 5 arbeitete sie zusätzlich während 20,6 Wochenstunden als Putzfrau bei B.____. Diese beiden T ätigkeiten musste die Versicherte im Laufe des Frühjahres 2009 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Am 4. Januar 2010 mel- dete sie sich unter Hinweis auf verschiedene gesundheitlich e Beeinträchtigungen bei der Eid- genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistu ngen an. Nach Abklärung der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesundheitlichen, der erwerblichen und der hauswirtscha ftlichen Verhältnisse ermittelte die IV- Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten in Anwend ung der gemischten Bemessungsme- thode einen Invaliditätsgrad von 28 %. Gestützt auf diese s Ergebnis lehnte sie - nach durchge- führtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 5. Januar 2012 einen Anspruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Nicolai Fullin, am 6. Februar 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte sie, die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin sei aufzuheben und diese sei zu verpflichten, ihr eine Inval idenrente nach den gesetzlichen Be- stimmungen zu leisten. Eventualiter sei die Angelegenhe it an die Beschwerdegegnerin zurück- zuweisen und diese sei zu verpflichten, eine neue Haushal tabklärung durchzuführen; unter o/e- Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Februar 2012 beant ragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 6. Februar 2012 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vor- aussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt -, ergibt sich nach konstanter bundesgerich tlicher Rechtsprechung aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Bei im Haushalt tätige n versicherten Personen im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerbl ichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkei- ten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 25. März 2011) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbst ätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkei t erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach der gemischten Methode bemessen, was von der Beschwerdeführerin - zu Re cht - nicht bestritten wird. Die Versicherte hat im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ange geben, dass sie ohne gesundheit- liche Beeinträchtigungen im bisherigen Umfang von 32, 16 Stunden pro Woche, was bei einer Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht branchenüblichen Wochenarbeitszeit von 42 Stunden einem Teilzeitpensum von 76,57 % ent- spricht, einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Die I V-Stelle hat sich bei der Festlegung der Anteile der Erwerbstätigkeit und der Haushalttätigkei t auf diese Erklärung der Versicherten ge- stützt und ist deshalb davon ausgegangen, dass die Versiche rte ohne gesundheitliche Beein- trächtigungen zu 77 % erwerbstätig und zu 23 % für den Haushalt besorgt wäre. Diese Festle- gung der Anteile der Erwerbs- und der Haushalttätigkeit ist nicht zu beanstanden; sie wird denn auch von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt. 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Die IV-Stelle gab zur Abklärung des Gesundheitszustand es und zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei Dr. med. C.____, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, und Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein rheumatologi- sches/psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am 17. Februar 2011 erstattet wurde. Dar- in hielten die Experten als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine beginnende me- diale Gonarthrose sowie Femoropatellararthrose rech ts (ICD-10 M17.1) bei Status nach Arthroskopie und Gelenktoilette am 10.02.2010, ein ne urographisch verifiziertes, mässig aus- geprägtes Carpaltunnelsyndrom beidseits (ICD-10 G56.0), eine depressive Episode leicht- bis mittelgradigen Ausmasses (ICD-10 F32.1) und eine Schmer zentwicklung unklarer Ätiologie (DD: anhaltende somatoforme Schmerzstörung; ICD-10 F45 .4) fest. Als Leiden ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein chronisches Ganzkörp erschmerzsyndrom sowie eine Adipo- sitas und eine allgemeine muskuläre Dekonditionierung angeführt. In Bezug auf die Arbeitsfä- higkeit gelangten die Gutachter zur Auffassung, dass di e Explorandin auf Grund der körperli- chen Beeinträchtigungen keine Arbeiten in knienden Posi tionen und keine Tätigkeiten, welche mit Treppen- bzw. Leiternsteigen verbunden seien, ausü ben sollte. Zudem sei sie bei mittel- schwer manuell belastenden Tätigkeiten teilweise einge schränkt, weshalb aus rheumatologi- scher Sicht insgesamt von einer 30 %-igen Einschränkung i n der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Aus psychiatrischer Sicht könne auf Grund der depressi ven Störung eine verminderte Be- lastbarkeit angenommen werden. Zudem benötige die Exp lorandin einen erhöhten Pausenbe- darf, sie sei auch verlangsamt und sie kämpfe teilweise m it kognitiven Einschränkungen, wo- durch sich in Berücksichtigung ihrer eher geringen Ressou rcen eine 50 %-ige Einschränkung für jede ausserhäusliche Tätigkeit begründen lasse. Gesa mtmedizinisch könne deshalb von einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit für körperlich adap tierte Tätigkeiten ausgegangen werden. Diese Einschätzung habe Gültigkeit ab April 2009. 6.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 5. Januar 2012 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Dres. C.____ und D.___ _ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 17. Februar 2011 gelangt sind. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Beschwerdefüh- rerin in einer körperlich adaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei. Diese Beurteilung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rah- men des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten exte rner Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchu ngen sowie nach Einsicht in die Ak- ten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien ge- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Ind izien liegen hier keine vor. Die be- gutachtenden Fachärzte haben die Versicherte eingehen d untersucht, sie gehen in ihrem aus- führlichen Bericht einlässlich auf deren Beschwerden ein, sie setzen sich mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen auseinander und sie vermitteln so ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. Schl iesslich erweist sich auch die von ihnen in ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung vor genommene Einschätzung der Arbeitsfä- higkeit der Versicherten als überzeugend. Die vorinstanzli che Würdigung des medizinischen Sachverhaltes wird denn auch - was die Arbeitsfähigkei t in einer ausserhäuslichen Erwerbstä- tigkeit betrifft - von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht in Frage gestellt. 7. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hie rvor), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). 7.1.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entsch eidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrsche inlichkeit als gesunde Person tat- sächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel von der Tätigkeit, welche die versi cherte Person vor Eintritt des Gesund- heitsschadens ausgeübt hat, auszugehen ist (Urteil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorli egend hat die Versicherte vor ihrer Erkran- kung zuletzt im Rahmen von zwei Teilzeitpensen als Hausha lthilfe bzw. als Putzfrau gearbeitet, was typischen Tätigkeiten des Sektors “Persönliche Dienst leistungen“ gemäss der Schweizeri- schen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Stati stik entspricht. In der angefoch- tenen Verfügung hat die IV-Stelle deshalb das Validen einkommen gestützt auf die LSE- Tabellenlöhne dieser Branche ermittelt. Laut Tabelle TA1 der LSE 2008 belief sich der Zentral- wert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben ( Anforderungsniveau 4) beschäftigten Frau- en im Sektor “Persönliche Dienstleistungen“ im Jahre 20 08 auf Fr. 3’465.-- (LSE 2008, Tabelle TA1, Frauen, Ziff. 93). Dabei ist zu beachten, dass diese r Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht und auf die im Jahr 2009 durchschnittlich geleistete Wochenarbeitszeit von 41,8 Stunden (vgl. Die Volkswirtscha ft 9/2010 S. 98 Tabelle B 9.2, Ab- schnitt O) umzurechnen ist. Daraus resultiert ein Monatslohn von Fr. 3'620.95. Dieser Betrag ist der bis ins Jahr 2009 erfolgten Nominallohnentwicklung vo n + 1,9 % (Bundesamt für Statistik, Die Lohnentwicklung 2009, S. 20, Tabelle T1.2.05, Fra uen, Abschnitt O) anzupassen, was ein Invalideneinkommen von Fr. 3'689.75 pro Monat bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 44'277.-- ergibt. Bei einem tatsächlich ausgeübten Pensum von 77 % resul tiert für die Versicherte grundsätzlich ein Valideneinkommen von Fr. 34'093.--. 7.1.2 Die Beschwerdeführerin wendet gegen dieses Erge bnis ein, das Valideneinkommen hätte in ihrem Fall nicht anhand des Tabellenlohns de s Sektors “Persönliche Dienstleistungen“, sondern gestützt auf den (höheren) Durchschnittslohn sämtl icher Sektoren gemäss der LSE- Tabelle TA1 (“Total“) ermittelt werden müssen. Dieser Betrachtungsweise kann jedoch nicht gefolgt werden. Wie vorstehend ausgeführt, hat sich die Einkommensermittlung jeweils so kon- kret wie möglich an der vor Eintritt des Gesundheitsschaden s ausgeübten Tätigkeit zu orientie- ren. Nachdem die Beschwerdeführerin seit Mitte 2000 a usschliesslich Erwerbstätigkeiten ver- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtet hatte, die dem Sektor “Persönliche Dienstleistu ngen“ zuzuordnen sind, und da sie die beiden Stellen aus gesundheitlichen Gründen hatte aufgeben müssen, durfte die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung davon ausgehen, dass die Versi cherte im Gesundheitsfall weiterhin im genannten Sektor tätig wäre. Somit hat sie aber zu Recht den Tabellenlohn des entspre- chenden Sektors als massgebend erachtet. Nicht zu beansta nden ist im Übrigen, dass die IV- Stelle nicht auf den effektiven Lohn abgestellt hat, d en die Versicherte in den beiden zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Haushalthilfe bzw. als Putzf rau erzielt hatte, lag dieser doch unter dem Tabellenlohn des Sektors “Persönliche Dienstleistungen“. 7.2.1 Da die Versicherte seit Eintritt des Gesundheitss chadens keine zumutbare, leidensan- gepasste Tätigkeit ausübt, hat die IV-Stelle das Invalide neinkommen richtigerweise wiederum unter Beizug der LSE-Tabellenlöhne ermittelt (vgl. da zu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Im Gegensatz zum Valideneink ommen hat die IV-Stelle der Berech- nung des Invalideneinkommens den Durchschnittslohn sämtli cher Sektoren gemäss der LSE- Tabelle TA1 (“Total“) zu Grunde gelegt. Dieses Vorgehe n ist nicht zu beanstanden, stehen der Beschwerdeführerin doch laut den massgebenden medizinisch en Akten (vgl. E. 6 hiervor) kör- perlich adaptierte Verweistätigkeiten in sämtlichen Bereichen (Sektoren) offen. Gemäss Tabelle TA1 der LSE 2008 belief sich für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsni- veau 4) beschäftigten Frauen der Durchschnittslohn sämtlich er Sektoren im Jahre 2008 auf Fr. 4'116.-- (LSE 2008, Tabelle TA1, Frauen, Total Ziff. 01-93). Dabei ist wiederum zu beachten, dass dieser Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeit szeit von 40 Wochenstunden beruht und für das Jahr 2009 auf die durchschnittliche Wochenarbeitsze it von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 9/2010 S. 98 Tabelle B 9.2) umzurechnen i st. Daraus resultiert ein Monatslohn von Fr. 4'290.95. Dieser Betrag ist der bis ins Jahr 2009 erfolgten Nominallohnentwicklung von + 2,1 % (Bundesamt für Statistik, Die Lohnentwicklung 20 09, S. 20, Tabelle T1.2.05, Frauen, Total) anzupassen, was ein Invalideneinkommen von Fr. 4'381.-- pro Monat bzw. ein Jahresge- halt von Fr. 52'572.-- ergibt. Bei einem aus gutacht erlicher Sicht zumutbaren Pensum von 50 % resultiert für die Versicherte grundsätzlich, wie die I V-Stelle zutreffend ermittelt hat, ein Invali- deneinkommen von Fr. 26'286.--. 7.2.2 Von diesem anhand der Tabellenlöhne der LSE er hobenen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dien stjahre, Nationalität/Aufenthaltskate- gorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemä ssem Ermessen gesamthaft zu schät- zen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesam t höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 7.2.3 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefocht enen Verfügung einen Abzug vom Tabel- lenlohn von 10 % vorgenommen. Demgegenüber ist die Bes chwerdeführerin der Auffassung, dass in ihrem Fall die Gewährung eines Abzuges von minde stens 20 % angemessen sei. Die- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht sem Anliegen der Versicherten kann nicht entsprochen werd en. Eine allfällige, auf die gesund- heitlichen Beeinträchtigungen zurückzuführende Lohneinbu sse ist mit dem vorgenommenen Abzug von 10 % ausreichend abgedeckt, zumal die vorhandenen Einschränkungen (verminder- te Belastbarkeit, erhöhter Pausenbedarf, Verlangsamung ) mit der Annahme einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit schon zu einem erheblichen Teil ber ücksichtigt sind. Weitere Kriterien, die eine Erhöhung des Abzuges vom Tabellenlohn rechtfertige n würden, sind nicht ersichtlich. So nehmen sowohl die Bedeutung des Alters als auch diejenig e der Dienstjahre der Versicherten ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist, weshalb d iese Faktoren bei einfachen und repetiti- ven, dem Anforderungsniveau 4 der LSE entsprechenden Tä tigkeiten in der Regel keinen An- lass zu einem (weiteren) Abzug vom Tabellenlohn geben (vg l. BGE 126 V 79 E. 5a/cc). Unter Würdigung der gegebenen Umstände und in Berücksichtigung der in Betracht fallenden Merk- male lässt sich deshalb - entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin - die Vornahme eines höheren Abzuges nicht begründen. 7.2.4 Kürzt man mit der IV-Stelle den oben (E. 7.2.1 hiervor) ermittelten Tabellenlohn von Fr. 26'286.-- um 10 %, so ergibt dies für die Beschwe rdeführerin ein massgebendes Invaliden- einkommen von Fr. 23'657.-- (Fr. 26'286.-- x 90 %). 7.3 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalidene inkommen von Fr. 23'657.-- dem oben (vgl. E. 7.1.1 hiervor) ermittelten Valideneinkom men von Fr. 34'093.-- gegenüber, so re- sultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 10’436.--, was einen Invaliditätsgrad der Versi- cherten im Erwerbsbereich von 30,61 % ergibt. Auch in diesem Punkt ist die Berechnung der IV-Stelle nicht zu beanstanden. 8.1 Zu prüfen bleibt, in welchem Masse die Beschwerdefüh rerin zufolge ihrer gesundheitli- chen Beschwerden im Haushalt eingeschränkt ist. Hierzu be darf es im Regelfall einer Abklä- rung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Der Abklärungsb ericht über die Verhältnisse im Haushalt stellt in der Regel eine geeignete und auch genügende Grundlage für die Invaliditätsbemessung in diesem Tätigkeitsbereich dar. Zu beachten ist allerd ings, dass der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausm asses physisch bedingter Beeinträchti- gungen zugeschnitten ist. Seine grundsätzliche Massgeblichk eit erfährt daher praxisgemäss Einschränkungen, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Wie das damalige EVG im Urteil B. vom 22. Dezember 2003 (I 31 1/03, in deutscher Übersetzung publi- ziert in: AHI-Praxis 2004 S. 137 ff.) präzisierend festge halten hat (E. 5, insbesondere E. 5.3), stellt der Abklärungsbericht Haushalt grundsätzlich aber auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, d.h. die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht . Im Falle eines Widerspruchs zwi- schen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und den fach medizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufg aben zu erfüllen, ist jedoch den ärztli- chen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht einzuräu men als dem Bericht über die Haus- haltabklärung. Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für die Abklärungs- person regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteil A . des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2.1 Anlässlich der am 8. Juli 2011 erfolgten Haushal tabklärung vor Ort hat die Versicherte gegenüber der Abklärungsperson angegeben, dass sie im Hau shalt schon lange „praktisch gar nichts mehr mache.“ Die anfallenden Arbeiten würden von ihren beiden im selben Haushalt le- benden Schwiegertöchtern erledigt. Wegen ihrer Schmerz en und ihrem Schwindel könne sie nichts helfen. Da die Abklärungsperson unter diesen Umstän den den vorgesehenen - und er- forderlichen - Betätigungsvergleich nicht vornehmen kon nte, musste sie auf eine eigentliche Haushaltabklärung mit einem detaillierten Betätigung svergleich verzichten (vgl. den Abklä- rungsbericht vom 27. Juli 2011). In der Folge hat sich die IV-Stelle bei der Bemessung der Ein- schränkung der Versicherten im Haushaltbereich stattdessen auf die fachärztlichen Einschät- zungen der Dres. C.____ und D.____ gestützt, welche in i hrem Gutachten ausdrücklich auch zur Frage der Einschränkung der Versicherten in der Haus halttätigkeit Stellung genommen ha- ben. Dieses Vorgehen der IV-Stelle erweist sich in Anbet racht der von der Abklärungsperson geschilderten Situation vor Ort als korrekt. Dazu kommt, dass die Arbeitsfähigkeit der Be- schwerdeführerin, wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.1 hie rvor), zum grösseren Teil auf Grund psy- chischer Leiden eingeschränkt ist. Geht es aber um die Beme ssung einer psychisch bedingten Invalidität, ist nach dem vorstehend Gesagten den fachä rztlichen Stellungnahmen ohnehin mehr Gewicht einzuräumen als einem Bericht über die Hau shaltabklärung. Auch im Lichte die- ses Grundsatzes rechtfertigt es sich deshalb, vorliegend bei der Bemessung der Einschränkung der Versicherten im Haushaltbereich von den fachärztlich en Einschätzungen auszugehen. So- weit die Versicherte in ihrer Beschwerde das Fehlen ein er eigentlichen Haushaltabklärung be- anstandet und eventualiter die Durchführung einer neuen Abklärung beantragt, kann ihr deshalb nicht gefolgt werden. 8.2.2 In ihrem Gutachten vom 17. Februar 2011 sind die Dres. C.____ und D.____ zur Auf- fassung gelangt, dass bei der Beschwerdeführerin in der H aushalttätigkeit von einer 20 %-igen Einschränkung auszugehen sei. Die Versicherte bringt in ihrer Beschwerde nichts vor, was im Ergebnis an dieser fachärztlichen Einschätzung zweifeln li esse. Insbesondere macht sie keine Ausführungen darüber, inwiefern die Einschätzung der IV-Stelle nicht den Tatsachen entspre- chen sollte. Den Akten lässt sich ebenfalls nichts entnehm en, was gegen die Richtigkeit der fachärztlichen Beurteilung sprechen würde. Berücksichtigt man, dass die Versicherte zum einen die Möglichkeit hat, die anfallenden Arbeiten je nach Befinden einzuteilen, und dass sie über- dies - vor allem bei körperlich schwereren Arbeiten - im Rahmen des Zumutbaren die Mithilfe ihrer Familienangehörigen in Anspruch nehmen kann, s o ist es auch durchaus nachvollziehbar, dass die Einschränkung in der Haushalttätigkeit im Guta chten im Ergebnis weniger hoch bezif- fert worden ist als diejenige im Erwerbsbereich. 8.2.3 Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass die I V-Stelle in der angefochten Ver- fügung zu Recht von einer Einschränkung der Versicherte n im Haushaltbereich von 20 % aus- gegangen ist. 9. In Anwendung der gemischten Methode der Invalidität sbemessung ergibt sich auf Grund des Gesagten in Berücksichtigung der zeitlichen Beans pruchung von 77 % im Erwerbs- und von 23 % im Haushaltsbereich bei einer Einschränkung im Haushaltsbereich von 4,60 % Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht (0,23 x 20 %) und einer solchen im Erwerbsbereich von 23 ,57 % (0,77 x 30,61 %) insgesamt ein Invaliditätsgrad von 28,17 % bzw. gerundet (vgl. zu r Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 28 %. Da dieser unter dem für einen Rentenanspruch mindestens erforderlichen IV-Grad von 40 % liegt, hat die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Versicherten zu Recht abgelehnt. Die gegen die betreffende Verfügung vom 5. Januar 20 12 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschw erdeführerin unterliegende Par- tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.