B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6048/2007 U r t e i l v o m 5 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richter Kurt Gysi, Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner, Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), Türkei, vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 9. August 2007 / N (…). E-6048/2007 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer sein Heimatland am 11. Februar 2005 und gelangte per Flugzeug mit einem gefälschten Pass mit Visum gleichentags illegal in die Schweiz, wo er am 14. Februar 2005 um Asyl nachsuchte. Am 16 . Februar 2005 fand im Empfangszen t- rum (heute: Empfangs - und Verfahre nszentrum [EVZ]) B._______ die summarische Befragung zur Person statt, am 8. März 2005 erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch die zuständige kantonale Behörde und am 13. Juli 2007 fand eine ergänzende Bundesanhörung statt. Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er sei ein aleviti- scher Kur de aus dem Dorf C._______, Kreis D._______ (Provinz E._______). In E._______ habe er das (…) besucht, wo er begonnen ha- be, sich für die Marksist Leninist Komünist Parti ( MLKP [ Marxistisch- Leninistische Kommunistische Partei; Anmerkung Bundesverwaltungsge- richt]) politisch zu engagieren und zu sympathisieren. Im November 1997, als es zu einer polizeilichen Aktion gegen diese Partei gekommen sei, sei er erstmals von den Behörden be helligt worden. Im Jahr 2001 sei er w e- gen diverser Probleme in seinem Heimatland für acht bis neun Monate nach F._______ ausgereist, wo er erfolglos ein Asylverfahren durchlaufen habe. Nach seiner Rückkehr nach E._______ habe er seine politischen Tätigkeiten wieder aufgenommen. Im März 2003 sei er erneut festg e- nommen, einem Richter vorgeführt, inhaftiert und nach rund drei Monaten aus dem Gefängnis von E._______ entlassen worden. Nach seiner En t- lassung habe das Gerichtsve rfahren im Staatssicherheitsgericht von E._______, wieder seinen Lauf genommen, weshalb er nach I._______ gereist sei und dort gearbeitet habe. In I._______ sei er politisch nicht ak- tiv gewesen. Weil er jedoch keine Identitätskarte besessen habe, habe er sich davor gefürchtet , kontrolliert und wegen de s laufenden Verfahrens festgenommen zu werden. Vor diesem Hintergrund habe er sich en t- schlossen, sein Heimatland zu verlassen. Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen. E-6048/2007 Seite 3 Zur Stützung seiner Vorbringen legte der Beschwerdeführer folgende in türkischer Sprache verfassten Dokumente in Kopie zu den Akten: 1. Haftbefehl der 2. Kammer des Sulh a Ceza Mahkemesi -Gerichts von E._______ vom 19. März 2003, 2. Polizeiliches Hausdurchsuchungs - und Beschl agnahmeprotokoll vom 20. März 2003, 3. Polizeiliches Einvernahmeprotokoll vom 22. März 2003, 4. Arztbericht vom 22. März 2003, 5. Schreiben der Staatsanwaltschaft von E._______ an den "Dienst- richter" des Sulha Ceza Mahkemsi -Gerichts von E._______ vom 22. März 2003, 6. Verhandlungsprotokoll des Staatssicherheitsgerichts (DGM) von E._______ vom 29. Mai 2003, 7. Anklageschrift der DGM-STA von E._______ vom 18. Juni 2003, 8. Anklageschrift der Staatsanwaltschaft von E._______ vom 24. Ju- ni 2003, 9. Gerichtsprotokoll der 1. Kammer d es DGM von E._______ vom 24. Juni 2003, 10. Bestätigung des Asliye Ceza Mahkemesi-Gerichts von E._______ vom 28. Juli 2004. Mit Schreiben vom 19. Mai 2005 liess der Beschwerdeführer durch se i- nen neu mandatierten Rechtsvertreter ein in türkischer Sprache verfa ss- tes Urteil des Strafgerichts von E._______, datiert vom 3. Februar 2005 , in beglaubigter Kopie zu den Akten legen. B. Das BFM liess die zu den Akten gereichten Dokumente 1 bis 9 (vgl. Bst. A) einer internen Prüfung unterziehen, welche am 15. Juni 2007 zum Ergebnis führte, dass der Arztbericht verfälscht worden sei und es sich bei allen anderen Schriftstücken um Totalfälschungen handle. E-6048/2007 Seite 4 C. Im Rahmen der ergänzenden Bundesanhörung vom 13. Juli 2 007 wurde der Beschwerdeführer mit dem Ergebnis der Dokumentenprüfung ko n- frontiert und der Vorhalt der Fälschung beziehungsweise Verfälschung summarisch begründet. D. Mit Verfügung vom 9. August 2007 – eröffnet am 13. August 2007 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte sein Asylgesuch vom 14. Februar 2005 ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. E. Mit Eingabe vom 11. September 2007 – Datum Poststempel – an das Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführer Beschwerde e r- heben und in materieller Hinsicht beantragen, die Verfügung des BFM sei aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und ihm sei Asyl zu g e- währen. Eventualiter sei festzustellen, dass d er Wegweisungsvollzug un- zulässig und unzumutbar sei. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde b e- antragt, es sei von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen, ihm sei Einsicht in die von der Vorinstanz vorgenommene Dokumente n- analyse zu gewähren und Fri st für eine nachträgliche Stellungnahme a n- zusetzen. Für die Begründung der Vorbringen wird, soweit entscheidwesentlich, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. F. Mit Zwischenverfügung vom 28. September 2007 verzichtete der damals zuständige Instruktions richter auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses. Zudem legte er die Ergebnisse der vom BFM vorgenommenen inte r- nen Dokumentenanalyse im Sinne der Praxis des Gerichts differenzierter offen, äusserte sich dahingehend, dass die Bemerkungen zu den anal y- sierten Dokumenten auch für das bislang vom BFM nicht geprüfte nac h- träglich eingereichte Urteil des Strafgerichts von E._______ vom 3. Fe b- ruar 2005 zutreffen dürfte, und gewährte dem Beschwerdeführer Frist, sich ergänzend zum Ergebnis zu äussern. Gleichzeitig for derte der I n- struktionsrichter den Beschwerdeführer auf, die in Aussicht gestellten Re- ferenzschreiben von K.B. und H.B. sowie die Abklärungsergebnisse des vom Beschwerdeführer in der Türkei beauftragten Anwalts betreffend die E-6048/2007 Seite 5 Echtheit der eingereichten Verf ahrensdokumente und allfällige weitere Beweismittel, in eine Amtssprache übersetzt, nachzureichen. G. Mit Eingabe vom 4. Oktober 2007 liess der Beschwerdeführer das in tü r- kischer Sprache verfasste Referenzschreiben von H.B., datiert vom 3. Oktober 2007, sowie eine Kopie von dessen Schweizerischem Reise- ausweis ins Recht legen. Mit Schreiben vom 11. Oktober 2007 liess er die in Aussicht gestellte deutsche Übersetzung des gena nnten Referen z- schreibens zu den Akten nachreichen. H. Mit Schreiben vom 1. November 2007 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Telefax -Kopie einer Vorladung der 3. Kammer des Asliye Ceza Mahkemesi -Gerichts von E._______ ins Recht und e r- suchte um Fristerstreckung zur Einreichung weiterer Beweismittel, welche ihm mit Verfügung vom 6. November 2007 gewährt wurde. I. Mit Eingabe vom 19. November 2007 liess der Beschwerdeführer ausfüh- ren, er habe in der Türkei eine Rechtsanwältin mit Nachforschunge n be- auftragt. Diese habe seit kurzer Zeit ein erneutes, gegen ihn eingeleitetes Gerichtsverfahren ausmachen können. Dieses Gerichtsverfahren sei w e- gen eines regimekritischen Artikels gegen ihn eröffnet worden. Gleichze i- tig liess er diverse, vom Gericht beg laubigte, Dokumente (in Kopie, teils mit Originaldurchschlägen), mit teilweise deutscher Übersetzung und mit Zustellumschlag zu den Akten reichen. Dabei handelt es sich um Dok u- mente betreffend zwei Untersuchungs - beziehungsweise Gerichtsverfah- ren vor der S taatsanwaltschaft von I._______ beziehungsweise vor der 11. Kammer des Agir Ceza Mahkemesi-Gerichts von I._______. J. Mit Eingaben vom 22. Februar 2008 und vom 28. Mai 2008 liess der B e- schwerdeführer weitere Dokumente samt deutschen Übersetzungen und Zustellumschlag zu den Akten reichen. K. Mit Eingabe vom 1. Juli 2008 liess der Beschwerdeführer einen Interne t- bericht vom 26. Juni 2008 mit deutscher Übersetzung einreichen. Daraus geht hervor, dass A.T., welcher den angeblich vom Beschwerdeführer ver- fassten Artikel publiziert habe, vom Gericht freigesprochen wurde. E-6048/2007 Seite 6 L. Am 28. Januar 2011 und am 10. Februar 2011 gingen beim BFM eine Trauungsmitteilung vom (…) des Beschwerdeführers mit einer französ i- schen Staatsangehörigen sowie eine Geburtsanzeige ihres gemeinsamen Kindes vom (…) ein. M. Infolge der Anmeldung seines Ehevorbereitungsverfahrens bei den z u- ständigen kantonalen Behörden liess der Beschwerdeführer mit Telefax- Eingabe vom 18. Juni 2010 um Zu stellung seines türkischen Passes s o- wie seiner Identitätskarte an das Zivilstandsamt in J._______ ersuchen. Am 21. Juni 2010 wurden d iese vom Bundesverwaltungsgericht dem Zi- vilstandsamt von J._______ in Kopie und am 19. August 2010 vom BFM im Original zur polizeilichen Echtheitsprüfung zugesandt. N. Mit Verfügung vom 29. März 2011 wurde dem Beschwerdeführer Gele- genheit gegeben, dem Bundesverwaltungsgericht mitzuteilen, ob er an seiner Beschwerde festhalten oder diese zurückziehen wolle. O. Mit Schreiben vom 7. April 2011 liess er über seinen Rechtsvertreter mi t- teilen, dass er an seiner Beschwerde festhalte, zumal seine Ehefrau mit grösster Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsstelle in der Schweiz antreten wolle. Gleichzeitig stellte er eine Kopie des Antrags auf Ert eilung einer Aufenthaltsbewilligung seiner Ehefrau in Aussicht. P. Mit Eingabe vom 12. April 2011 liess der Beschwerdeführer ein Gesuchs - formular "Gesuch um Aufenthalts - oder Grenzgängerbewilligung für e r- werbstätige Ausländer/innen EU-17/EFTA-Staatsangehörige", eine Vater- schaftsanerkennung des Beschwerdeführers des Zivilgerichts von K._______ vom (…) sowie einen Auszug der Geburtsurkunde ihres g e- meinsamen Sohnes vom 28. Januar 2011 (jeweils in Kopie) ins Recht l e- gen. Aus dem Gesuchsformular geht unter anderem hervor, dass der Be- schwerdeführer um Familiennachzug in die Schweiz ersucht, damit seine Ehefrau in der Schweiz eine Arbeitsstelle suchen kann. E-6048/2007 Seite 7 Q. Im Rahmen der Vernehmlassung unterzog das BFM die im Beschwerde- verfahren nachgereichten Dokumente einer Echtheitsprüfung und bean- tragte am 12. Mai 2011 die Abweisung der Beschwerde. R. Mit Schreiben vom 1. Juni 2011 liess der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen. S. Am 7. Dezember 2011 und am 4. Januar 2012 nahm die Schweizerische Botschaft in Ankara zu einer vom Bundesverwaltungsgericht am 8. A u- gust 2011 initiierte n Botschaftsanfrage in Bezug auf die im Verlaufe des erstinstanzlichen Verfahrens und des Beschwerdeverfahrens bis zu di e- ser Zeitspanne eingereichten Dokumente und zu weiteren Fragen Stel- lung. T. Mit Zwischenverfügung vom 11. Januar 2012 setzte die Instruktionsrichte- rin dem Beschwerdeführer Frist, zu den Ergebnissen der Botschaftsa b- klärungen Stellung zu nehmen. U. Mit Schreiben vom 10. Januar 2012 liess der Beschwerdeführer weitere Dokumente in Kopie und mit französischer Übersetzung (beglaubigte Pro- tokollauszüge, Zeugenvorladungen) ins Recht legen, die eine eingeleitete Strafuntersuchung gegen ihn belegen sollten. V. Mit Schreiben vom 26. Januar 2012 liess er zu den Ergebnissen der Bo t- schaftsabklärungen Stellung nehmen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r-E-6048/2007 Seite 8 waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverw altungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Ar t. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Eine solche Ausnahme ist im vorliegenden Verfahren nicht gegeben, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.3. Das V erfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.4. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der B e- schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berühr t und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 48 Abs. 1, Art. 50 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde i st einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Mas snahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die E-6048/2007 Seite 9 Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1. Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, da se i- ne Vorbringen den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht standhielten. Dazu führte es aus, einer internen Doku- mentenanalyse zufolge handle es sich bei den zehn eingereichten Dok u- menten um neun Totalfälschungen und beim Arztbericht um ein verfälsch- tes Beweismittel. Die gefälschten Dokumente seien authentischen Vorl a- gen nachgeahmt worden und enthielten formelle und logische Fehler. So fehle bei den Dokumenten die Gerichtsbezeichnung, es fehlten teilweise die Unterschriften und Bezeichnungen der Richter, Nummerierungen und Datierungen. Teilweise enthielten sie auch chronologische Unstimmigke i- ten. Daneben seien auch Ri chter erwähnt, die nie am DGM von E._______ tätig gewesen seien. In einem Dokument seien dem Hersteller auch Rechtschreibefehler unterlaufen. Alle diese Dokumente seien mit der gleichen Computerschrift geschrieben worden. Mit diesen Fäls chun- gen müssten die Ausführungen des Beschwerdeführers grundsätzlich als nicht glaubhaft eingestuft werden. Dadurch, dass der Beschwerdeführer widersprüchliche Angaben zu den Ereignissen nach seiner Freilassung zu Protokoll gegeben habe, würden seine unglaubhaften Vorbringe n noch zusätzlich zementiert. So habe er anlässlich der Befragung vom 16. Februar 2005 zu Protokoll gegeben, dass er nach seiner Freilassung im Jahre 2003 nie mehr festgenommen worden sei (vgl. Akten BFM A2/10 S. 6), um an anderer Stelle auszufü h- ren, er sei nach seiner Entlassung unter Druck gesetzt, bedroh t und fest- genommen worden (vgl. A2/10 S. 5). Anlässlich der kantonalen Anhörung vom 8. März 2005 habe er dazu schliesslich ausgesagt, er sei nach se i- ner Freilassung dr eimal festgenommen worden (vgl. A22/30 S. 15 und 17). Wäre der Beschwerdeführer nach seiner Haft nochmals festgeno m- men worden, hätte dies bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen , woran er sich genau erinnern müsste. Auf entsprechende Vorhaltung im Rahmen der ergänzenden Bundesanhö rung habe er lediglich erklärt, er sei nicht offiziell festgenommen und die Festnahmen seien folglich nicht registriert worden (vgl. A26/10 S. 7). Diese Erklärungen würden jedoch E-6048/2007 Seite 10 nicht überzeugen, zumal sich festgenommene Personen an jede Fes t- nahme erinnerten, egal ob diese offiziell registriert worden sei oder nicht. Der Beschwerdeführer habe sodann zunächst ausgesagt, er sei im Ra h- men der polizeilichen Wohnungsdurch suchung festgenommen worden (vgl. A2/10 S. 5), um anlässlich der kantonalen Anhörung zu Pro tokoll zu geben, als er in der Stadt Flugblätter verteilt habe, sei er festgenommen worden (A22/30 S. 12). Angesprochen auf diese Ungereimtheiten habe er anlässlich der ergänzenden Anhörung lediglich vorgebracht, es handle sich dabei um ein Missverständnis (vgl. A26/10 S. 7). Diese Erklärung sei nicht glaubwürdig (recte: glaubhaft) , weil er sich an die Örtlichkeit s einer Festnahme, welche eine längere Inhaftierung zufolge gehabt habe, unbe- dingt erinnern müsste. Des Weiteren habe sich der Beschwerdeführer auch hinsichtlich der Be- zeichnung des Namens H.K. wi dersprüchlich geäussert, was die Glau b- haftigkeit seiner Vorbringen zusätzlich erschüttern würde. So habe er an- lässlich der ergänzenden Anhörung vorerst angegeben, er sei von einem Polizisten namens H.K. verhört worden (vgl. A26/10 S. 4), um an anderer Stelle auszusagen H.K. sei sein Anwalt gewesen (vgl. 22/30 S. 11 und A26/10 S. 6). Auf Vorhalt dieser Ungereimtheit habe er erklärt, dieser Mann sei der Kläger gewesen (vgl. A26/10 S. 7). 4.2. Der Beschwerdeführ er hält in seiner Rechtsmitteleingabe vom 11. September 2007 demgegenüber fest, das BFM habe zu Unrecht auf Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen geschlossen und damit Bundesrecht verletzt. Zudem bekräftigt er im Wesentlichen den bisher geltend gemach- ten Sachverhalt und die daraus für ihn sich ergebende erhebliche Verfol- gungs- und Gefährdungssituation. In umfassenden Ausführungen werden die Erwägungen der Vorinstanz kritisch gewürdigt und beanstandet. Vo r- ab rügt er insbesondere eine Missachtung der Akteneinsi cht und des rechtlichen Gehörs, zumal ihm die Einsicht in das Verfahrensdokument A23 (Abklärungsergebnisse der internen Dokumentenanalyse vom 15. Juni 2007) nicht gewährt worden sei. Damit s ei es ihm nicht möglich, die vorinstanzlichen Vorwürfe plausibel z u widerlegen. Er sei überzeugt, dass die zu den Akten gereichten Dokumente – entgegen der Meinung des BFM – authentisch seien. Ferner wolle er die diesbezüglichen Vo r- würfe des BFM mit einem in der Türkei beauftragten Anwalt widerlegen. Zudem könnten die Unstimmigkeiten seiner Aussagen hinsichtlich der Anzahl seiner Fest - beziehungsweise Mitnahmen nach Ende Juni 2003 E-6048/2007 Seite 11 wegen des Verdachts, der MKLP anzugehören , keinesfalls als wide r- sprüchlich bezeichnet werden. Er habe mit seinen Aussagen klarstellen wollen, dass er nach seiner dreimonatigen Untersuchungshaft nicht nochmals in Untersuchungshaft gesetzt worden sei, weshalb er einmal ausgesagt habe, er sei nach seiner Entlassung weiter unter Druck g e- setzt, bedroht und fest genommen worden, um daraufhin zu erklär en, er sei danach bedroht aber nicht festgenommen worden, zumal sein G e- richtsverfahren noch hängig gewesen sei. In Anbetracht der Tatsache, dass er mehrfach von der Polizei behelligt worden sei, könne ihm auch nicht vorgehalten werden, dass er sich nicht mehr an die Daten der pol i- zeilichen Mitnahmen habe erinnern können. Vielmehr hätten die polizeili- chen Behelligungen nie zu einer förmlichen Inhaftierung geführt , weshalb er nicht mehr in der Lage sei, sie im Einzelnen aufzuzählen . Damit sei auch nachvollziehbar, dass er angegeben habe, dass die Festnahmen nie offiziell registriert worden seien. Damit gehe einher, dass es sich bei di e- sen Inhaftnahmen um blossen polizeilichen Gewahrsam gehandelt habe, und dass er bei diesen Gelegenheiten mehrfach geschlagen un d mis s- handelt worden sei. Zudem finde der Vorhalt des BFM hinsichtlich seiner Schilderung der ers- ten Festnahme, welche zu einer dreimonatigen Untersuchungshaft g e- führt habe, keine Stütze. So habe er deutlich ausgesagt, dass er im Jahre 1997, im Alter von (…) oder (…) Jahren, im Anschluss an eine Hau s- durchsuchung von zuhause mitgenommen worden sei. Den Ort der Fes t- nahme habe er im Befragungsprotokoll auf Seite 5 nicht ausdrücklich b e- zeichnet. Demnach könne auch dieses Argument nicht als unglaubhaft gewertet werden. Im Übrigen halte er für den Ausgang des Verfahrens nicht für erheblich, dass er nicht in der Lage gewesen sei, den Namen (H.K.), welchen er im erstinstanzlichen Verfahren zu Protokoll gegeben habe, nicht mehr sicher mit einer b estimmten Person und deren Funktion in Verbindung bringen zu können. Auch diesbezüglich halte er an seinen Vorbringen fest, w o- nach er erklärt habe, dass er sich bei diesem Namen auch täuschen kö n- ne. Hinzu komme in diesem Zusammenhang, dass Polizeibeamte in der Türkei in aller Regel der verhörten Person ihren Namen nicht bekannt geben würden. 4.3. In seiner Vernehmlassung vom 12. Mai 2011 hielt das BFM fest, dass es sich bei dem in der Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 1. Oktober 2007 erwähnten und bisher nicht analysierten Urteil des Stra f-E-6048/2007 Seite 12 gerichts von E._______ vom 3. Februar 2005 ebenfalls um eine Totalfä l- schung handle, was eine intern vorgenommene Analyse ergeben habe . Das BFM liess auch die im Laufe des Beschwerdeverfahrens neu eing e- reichten türkisch en Amts - und Gerichtsdokumente einer internen Ech t- heitsprüfung unterziehen. In der Vernehmlassung führte es dazu aus, dass es sich bei der gerichtlichen Vorladung des Asliye Ceza Mahkemesi- Gerichts von E._______ vom Oktober 2007 lediglich um eine Kopie ha n- deln würde , deren Echtheit daher unbestimmt bleiben müsse. Was die weiteren Dokumente anbelange, welche zwei Untersuchungs - bzw. Ge- richtsverfahren vor der Staatsanwaltschaft von I._______ bzw. vor der 11. Kammer des Agir Ceza Mahkemesi -Gerichtes von I._______ beträfen, würden diese keine objektiven Fälschungsmerkmale aufzeigen. Dennoch sei nicht zu übersehen, dass der ins Recht gelegte Artikel beziehung s- weise das "Inserat" kurz nach Ergehen des negativen Asylentscheids des BFM vom 9. August 2007 ergangen se i. Es sei notorisch, dass türkische Asylsuchende mitunter versuchen würden, sich mittels einer Selbstanze i- ge beziehungsweise Anzeige durch Drittpersonen gegenüber den türk i- schen Behörden als (fiktive) Autoren verschiedener Publikationen zu b e- zeichnen, um dadurch die tatsächlichen Autoren zu decken oder um sich subjektive Nachfluchtgründe zu verschaffen, was vorliegend offenkundig der Fall sei und keiner weiteren Erläuterung bedürfe, um derartige Verhal- tensweisen als rechtsmissbräuchlich zu bezeichnen. Hinzu komme, dass solche Sachverhalte für sich alleine regelmässig keine begründete Furcht vor in absehbarer Zeit eintretenden ernsthaften Nachteilen zur Folge hät- ten, zumal es sich bei diesem Vorgehen um eine den türkischen Unters u- chungs- und Gerichtsbehörden bekannte Verhaltensweise handeln wü r- de. Da der Beschwerdeführer von Drittpersonen belastet worden sei, hä t- te er im Rahmen einer gerichtlichen Einvernahme oder vor dem Staat s- anwalt jederzeit die Möglichkeit, den Sachverhalt richtigzustellen, was an sich zu einer Verfahrenseinstellung beziehungsweise zu einem gerichtl i- chen Freispruch führen müsste. Bei einer allfälligen Verurteilung wäre ihm der Weg offen, dieses Urteil anzufechten. Erfahrungsgemäss würden in derartigen Verfahren zudem weder eine Untersu chungs- noch eine S i- cherheitshaft verfügt, weshalb der Beschwerdeführer die allfälligen Ve r- fahren in Freiheit abwarten könnte. Ferner stünden die Aussagen des als Zeuge einvernommenen Vaters , welcher erklärt habe, der Beschwerd e- führer befinde sich bereits seit 1999 ununterbrochen im europäischen Ausland, in deutlichem Gegensatz zu den einschlägigen Ausführungen des Beschwerdeführers im vorliegenden Asylverfahren , was seine mat e- riellen Asylvorbringen weiter in Frage stelle. E-6048/2007 Seite 13 Schliesslich habe der Beschwerdeführer am 20. Januar 2011 eine franzö- sische Staat sangehörige geheiratet, mit der er ein gemeinsames Kind habe. Damit sei es ihm freigestellt, in Frankreich um eine Aufenthaltsb e- willigung nachzusuchen, falls er nicht in die Türkei zurückkehren wolle. 4.4. In sei ner Replik vom 1. Juni 2011 beharrte der Beschwerdeführer weiterhin auf seinen bisherigen Vorbringen und Standpunkten . Bezüglich der gefälschten Dokumente verwies er auf seine diesbezüglichen Stel- lungnahmen und ersuchte um Offenlegung der Dokumentenanalyse vom 11. Mai 2011 (A46) und um Ansetzung einer angemessenen Nachfrist zur ergänzenden Stellungnahme. E rgänzend führte er aus, der Vorwurf des BFM, wonach er rechtsmissbräuchlich subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG geschaffen habe, gehe an der Sache vorbei . Denn bei der Beurteilung von subjektiven Nachfluchtgründen sei gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts einzig massgebend, ob das Verhalten des Verfolgten ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG auslöse und nicht di e Motivation der betroffenen Person. Diese Frage sei nach den üblichen Kriterien des Flüchtlingsrechts zu entsche i- den. Ferner sei aufgrund der echten Dokumente nachgewiesen, dass ihm wegen seiner Gesinnung in der Türkei eine Bestrafung drohe. Dieser Sachverhalt habe das BFM nicht näher begründet. Unter Hinweis auf das publizierte Urteil BVGE 2010/9 könne zudem offen gelassen werden, ob sich der Beschwerdeführer vor den türkischen Behörden entlasten könne, zumal die Tatsache eines Gerichtsverfahrens wegen de s Verdachts, der kurdischen Opposition anzugehören in aller Regel genüge, um als "unb e- queme Person" registriert zu werden. Zwar treffe zu, dass sein Vater aus- gesagt habe, er habe sich seit 1999 ununterbrochen in Europa auf gehal- ten. Diese Aussage sei jedoch abgesprochen worden, mit dem Ziel, dass die Familie nicht mehr den Behelligungen und dem Druck der Siche r- heitskräfte ausgesetzt sei, was bisher jedoch nicht gelungen sei. Er sei deshalb überzeugt, die türkischen Sicherheitskräfte würden davon au s- gehen, er habe sich der Guerilla der Partiya Karkerên Kurdistan ( PKK) angeschlossen. Ferner sei sein Bruder wegen der Publikation eines von ihm gezeichneten Zeitungsartikels in ein Strafverfahren verwickelt worden und hätte deswegen im November 2010 vor Gericht ers cheinen müssen, weshalb auch er die Türkei verlassen habe. Schliesslich sei die Heirat des Beschwerdeführers sowie seine Vater- schaft für vorliegendes Asylverfahren unerheblich. Seine Ehefrau ersuche in der Schweiz um Aufenthalt, um mit ihrer Familie hier zu leben. E-6048/2007 Seite 14 4.5. Die am 8. August 2011 vom Bundesverwaltungsgericht in Auftrag ge- gebene Botschaftsabklärung führte im Wesentlichen zu demselben E r- gebnis wie die Resultate der internen Dokumentenanalysen des BFM vom 15. Juni 2007 und vom 11. Mai 2011, zu welchen der Beschwerde- führer bereits Stellung genommen hat. So seien die Dokumente 1 bis 10 sowie das Dokument 14 eindeutig grobe Fälschungen; die Dokumente 11 bis 13 und 15 bis 25 seien authentisch, wobei die Dokumente 11 bis 18 und 25 gegen I. A. und die Dokumen te 19 bis 24 gegen A. T. eröffnete Verfahren beträfen. Es bestehe im Zusammenhang mit beiden Verfahren kein Ermittlungs- oder Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer. Der Beschwerdeführer habe im theoretischen Fall einer aufgrund belastender Aussagen gegen ihn eröffneten Anklage die Möglichkeit, den Sachverhalt vor dem Staatsanwalt oder dem Richter klarzustellen (wie es die Ang e- klagten in den genannten Verfahren getan hätten). Darüber hinaus erga- ben die Abklärungen, dass über den Beschwerdeführer weder ei n politi- sches noch ein gemeinrechtliches Datenblatt besteh e, er weder lokal noch auf Landesebene gesucht werde und auch kein Passverbot gegen ihn bestehe. 4.6. In seiner Stellungnahme vom 26. Januar 2012 verwies der B e- schwerdeführer auf seine Eingabe vom 1. Jun i 2011 und beharrte auf der Echtheit der – insbesondere jener "neueren Datums (seit Ende 2007)" – eingereichten Dokumente. Darüber hinaus führte er aus, dass er die E r- gebnisse der Schweizer Botschaft im Grundsatz zwar anerkenne, er je- doch davon überzeugt sei, dass die türkischen Strafbehörden umgehend Ermittlungen einleiten und ihn vor Gericht bringen würden, sobald er in die Türkei zurückkehre. Zudem sei zweifelhaft, dass die Ergebnisse seit dem Ergehen der Botschaftsabklärungen noch der Wahrheit entsprächen, zumal die lange Verfahrensdauer von mehr als vier Jahren im Prozess gegen L._______ sowie die hohe Strafe gegen A. T. in welchem der B e- schwerdeführer beschuldigt worden sei, für ein behördliches Verfolgungs- interesse sprä chen. Die Möglichkeit, dass gegen ihn Anklage erhoben werde, wenn er in die Türkei zurückkehre, sei nicht theoretisch und u n- wahrscheinlich. Vielmehr entspreche es der strafprozessualen Praxis, dass ein Verfahren sistiert werde, solange ein Beschuldigter für die Straf- behörden nicht greifbar sei. Ein solcher Sistierungsbeschluss sei in aller Regel geheim und unterliege nicht der Parteiöffentlichkeit, so dass grund- sätzlich von einer behördlichen Suche auszugehen sei. E-6048/2007 Seite 15 4.7. 4.7.1. In der Beschwerde wird vorab gerügt, das Recht auf Akteneinsicht sei von der Vorinstanz verletzt worden. So habe das BFM die Dokume n- tenanalyse ( A23) nicht offengelegt und damit das rechtliche Gehör ve r- letzt. Da der Anspruch auf rechtliches Gehör verfahrensrechtlicher Natur ist und seine Verletzung gru ndsätzlich die Aufhebung des angefochtenen Entscheids nach sich zieht (vgl. BVGE 2008/14 E. 4.1, BVGE 2007/30 E. 8.2), ist diese Rüge vorweg zu behandeln. In der Replik wird zudem beantragt, es sei dem Beschwerdeführer Einsicht in die im Rahmen der Vernehmlassung vorgenommene (weitere) Dokumentenanalyse ( A46) zu gewähren. 4.7.2. Gemäss Art. 26 VwVG hat die Partei oder ihr Vertreter grundsät z- lich Anspruch darauf, in sämtliche Aktenstücke, welche geeignet sind, in einem konkreten Verfahren als Beweismittel zu dienen , einzusehen. Nur ausnahmsweise darf gemäss Art. 27 Abs. 1 VwVG die Einsichtnahme in die Akten verweigert werden, wenn wesentliche Interessen des Bundes oder der Kantone, insbesondere die innere oder äussere Sicherheit der Eidgenossenschaft (Bst. a), wesen tliche private Interessen (Bst. b) oder das Interesse einer noch nicht abgeschlossenen amtlichen Untersuchung (Bst. c) die Geheimhaltung erfordern. Wird einer Partei die Einsicht in ein Aktenstück verweigert, muss ihr die Behörde – soll zu ihrem Nachteil dar- auf abgestellt werden – nach Art. 28 VwVG von seinem wesentlichen I n- halt mündlich oder schriftlich Kenntnis sowie Gelegenheit geben, sich d a- zu zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen. Es steht mithin nicht im Belieben der verfügenden Behörde, best immte Dokumente dem Akteneinsichtsrecht zu entziehen, indem sie sich in ihrem Entscheid nicht ausdrücklich auf diese stützt. Ausgenommen vom Recht auf Akteneinsicht sind allein Unterlagen, welche von der verfügenden Behörde ausschliess- lich für den Eigengeb rauch bestimmt sind, wie Entscheidentwürfe oder Notizen zuhanden einer Person innerhalb der Behörde. Diesen verwa l- tungsinternen Akten kommt für die Behandlung eines Falles kein Bewei s- charakter zu; sie stellen lediglich Hilfsmittel bei der Entscheidfindung dar. Aus diesem Grund kann die Einsicht in diese Unterlagen nicht bloss au s- nahmsweise – bei Vorliegen von etwelchen überwiegenden Interessen – verweigert werden, sondern, weil sie gar nicht unter die in Art. 26 VwVG genannten Akten fallen (vgl. Entscheidun gen und Mitteilungen der ehe- maligen Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK; EMARK] 1994 Nr. 1 E. 3a S. 8 f.). Diese Einschränkung des Akteneinsichtsrechts soll ve r- hindern, dass die interne Meinungs bildung der Verwaltung über die en t- scheidwesentlichen Aktenstücke und die erlassenen begründeten Verf ü-E-6048/2007 Seite 16 gungen hinaus vollständig vor der Öffentlichkeit ausgebreitet wird. Alle r- dings kann die verfügende Behörde auch in Bezug auf diese Kategorie von Aktenstüc ken nicht einfach beliebige Unterlagen als interne Akten bezeichnen und so vom Grundsatz des Einsichtsrechts ausnehmen. Es kommt nicht auf die Bezeichnung als interne Akte, sondern auf die obje k- tive Bedeutung des Aktenstücks für die verfügungswesentliche S achver- haltsfeststellung an (BGE 115 V 303). Die Rechtsprechung hat aus prozessökonomischen Gründen Leitlinien für eine Heilung von Gehörsverletzungen auf Beschwerdeebene entwickelt, nach welchen sich eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz erübrigt, wenn das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerdeinstanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zukommt, sowie die fest- gestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. EMARK 1994 Nr. 1 E. 6b und 2004 Nr. 38 E. 7.1, vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt in BVGE 2007/30 E. 8.2). 4.7.3. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 1. Oktober 2007 wurde dem Beschwerdeführer die von der Vorinstanz veranlasste Dokumentenanal y- se, welche ergeben hat, dass alle bis da hin eingereichten und geprüften Dokumente Fälschungen respektive Verfälschungen darstellten, aufgrund überwiegender öffentlicher und privater Interessen an der Geheimhaltung (Art. 27 VwVG) zwar nicht als solche herausgegeben. Die hierin enthalt e- nen Ergebnisse wurden ihm aber in einem Masse offen gelegt, welches ihm ermöglichte, zu den Vorhaltungen der Vorinstanz Stellung zu nehmen (vgl. EMARK 1997 Nr. 5 E. 5a s. 35). Damit und mit der Einräumung der Möglichkeit zur Stellungnahme, ist eine allfällige Gehörsv erletzung als geheilt zu betrachten , zumal die Entscheidreife damit jedenfalls herg e- stellt werden konnte. Bezüglich des Aktenstückes A46 ist festzuhalten, dass dieses vom BFM zu Recht mit der Bezeichnung "überwiegende öffentliche oder private I n- teresse an der Geheimhaltung" versehen wurde und somit nicht herau s- gegeben wird. Der ausschlaggebende Inhalt der Analyse wurde dem B e- schwerdeführer jedoch bekannt gegeben, indem ihm die Vernehmlassung vom 12. Mai 2011 mit Zwischenverfügung vom 17. Mai 2011 zur Kenntnis gebracht und ihm dazu das rechtliche Gehör gewährt wurde. Es stand dem Beschwerdeführer bzw. dem Rechtsvertreter somit offen, dazu Ste l-E-6048/2007 Seite 17 lung zu nehmen, was er mit seiner Replik vom 1. Juni 2011 auch tat. Der Antrag auf Herausgabe der Dokumentenanalyse m it Möglichkeit zur e r- gänzenden Stellungnahme wird nach dem Gesagten abgewiesen. 4.8. Im Folgenden ist zu prüfen, ob das BFM das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat. Das BFM bezeichnete die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verfolgungsgründe als den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht genügend. Massgebend erscheint vorliegend in erster Linie, dass der Beschwerdeführer anlässlich des vorinstanzlichen Verfa h- rens insgesamt elf Dokumente einreichte, deren zehn bereits im ersti n- stanzlichen Verfahren einer internen Dokumentenanalyse unterzogen und – mit Ausnahme des verfälschten Arztberichts – als Totalfälschungen qua- lifiziert wurden. Das elfte Dokument wurde vom BFM in der Folge im Rahmen der Vernehmlassung einer internen Analyse unterzogen und als Totalfälschung erkannt. Dieser Einschätzung ist vollumfänglich zu folgen . Darüber hinaus kam auch die Schweizer Vertretung in Ankara zum selben Schluss. Dabei kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die en t- sprechenden Ausführungen in der Verfügung und der Vernehmlassung der Vorinstanz sowie den verfahrensleitenden Verfügungen des Bundes- verwaltungsgerichts vom 1. Oktober 2007 und vom 11. Januar 2012 ver- wiesen werden. Auf Beschwerdeebene wird nichts vorgebracht, was eine andere Betrachtungsweise rechtfertigen könnte. Bezeichnenderweise ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, mittels seines türkischen A n- walts die Fälschungsvorwürfe zu widerlegen (vgl. E. 4.2.). Die persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers wird damit in nachhaltiger Weise erschüttert. Das BFM stellte in der Folge zu Recht fest, dass damit die Schilderungen des Beschwerdeführers grundsätzlich als nicht glaubhaft qualifiziert werden müssen, was durch widersprüchliche Aussagen de s- selben anlässlich der Anhörungen noch bekräftigt werde, wobei es sich unter Verweis auf die vorinstanzliche Verfügung erübrigt, auf sämtliche dort angeführte Ungereimtheiten nochmals einzugehen . Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer angab, e r sei im Jah- re 2001 aus F._______ in die Türkei zurückgekehrt, seine Verfolgung s- gründe hingegen auf die Zeit spanne danach ansetzte. Dies lässt sich in keiner Weise mit der Aussage seines Vaters im Rahmen einer Zeuge n- einvernahme in der Türkei vom 15. Januar 2008 vereinbaren, wonach sich der Beschwerdeführer seit dem Jahre 1999 ununterbrochen im eur o- päischen Ausland auf halte. Die Erklärung in der Replik, diese Aussage sei vorgängig mit dem Beschwerdeführer abgesprochen worden, in der E-6048/2007 Seite 18 Hoffnung, wiederkehrende Nachfragen und Behelligungen bei der Familie zu vermeiden, vermag vor dem Hintergrund der vorstehenden Erwägu n- gen keineswegs zu überzeugen und vermittelt vielmehr den Eindruck e i- ner Anpassung des Sachverhalts an neu bekannt gewordene Begeben- heiten. Das auf Beschwerdeebene zu den Akten gereichte , sehr vage formulierte Referenzschreiben von H.B. (dem in der Schweiz am 12. Januar 1999 Asyl gewährt wurde [ vgl. N […]]), gemäss welchem die- ser mit dem Beschwerdeführer an politischen Kämpfen in E._______ teil- genommen habe und die türkischen Behörden während dessen Untersu- chungshaft immer wieder Aussagen von ihm über den Beschwerdeführer hätten hören wollen, ist nach dem Gesagten höchstens als Gefälligkeits- schreiben ohne Beweiswert zu beurteilen. Es is t somit der Schluss zu ziehen, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Ausreise aus se i- nem Heimatstaat keinen Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt gewesen ist. Mit Schreiben vom 19. November 2007, vom 22. Februar 2008 und vom 28. Mai 2008 liess der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene ver- schiedenste türkische Amts - und Gerichtsd okumente nachreichen. Die Dokumente betreffen zwei Untersuchungs - respektive Gerichtsverfahren gegen I. A. und A. T. bezüglich eines Artikels bzw. eines "In serats", wel- che beide im Jahre 2007 in der türkischen Presse erschienen seien und für deren Autorenschaft der Beschwerdeführer verantwortlich sei. Dabei habe der türkische Anwalt N._______respektive ein Angeklagter vor den türkischen Gerichts- und Untersuchungsbehörden den Beschwerdeführer als Autor bzw. als Verantwortlichen bezeichnet. Hierzu stellte das BFM in seiner Vernehmlassung nach erfolgter interner Analyse fest, dass diese Dokumente – mit Ausnahme der Kopie einer Vorladung vom Oktober 2007, deren E chtheit als unbestimmt angesehen wurde – keine objekti- ven Fälschungsmerkmale aufweisen würden. Die Schweizer Botschaft bestätigte in der Folge dieses Analyseergebnis des BFM. Es besteht auf- grund dessen auch für das Gericht insgesamt keine Veranlassung, a n diesem Analyseresultat, mithin an der Echtheit dieser Dokumente, zu zweifeln, was aber trotzdem nicht zur Gewährung der Flüchtlingseige n- schaft führt. Zwar ist in Übereinstimmung mit dem Beschwerdeführer in dessen Replik vom 1. Juni 2011 festzuhalten, dass allfällige subjektive Nachfluchtgründe unabhängig davon, ob diese missbräuchlich gesetzt wurden oder nicht zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft führen . Dennoch ist – wie die Ergebnisse der Botschaftsabklärungen zeigen – davon auszugehen, dass bei den Gerichten in I._______, E._______ und E._______/O._______ kein Ermittlungs - oder Strafverfahren gegen den E-6048/2007 Seite 19 Beschwerdeführer wegen Verfassens regimekritischer Artikel eröffnet wurden, er weder lokal noch auf Landesebene gesucht wird und gegen ihn weder ein politisches noch ein gemeinrechtliches Datenblatt besteht (vgl. E. 4.5.) . Unter diesen Umständen ist auch de m, angeblich vom B e- schwerdeführer verfassten, Artikel in der Zeitschrift "Cagdas Özgür Halk" keine flüchtlingsrechtliche Beweiskraft zuzumessen, in sbesondere weil der Name des Autors daraus nicht hervorgeht. Daran ändert auch sein Beharren auf der Authentizität der "Dokumente neueren Datums (seit 2007)" in seiner Stellungnahme vom 26. Januar 2012 nichts . Ebenso we- nig kann der Beschwerdeführer aus den am 10. Januar 2012 zu den A k- ten gereichten weiteren Gerichtsdokumenten in Kopie etwas zu seinen Gunsten ableiten, da es sich hierbei um ein gegen I.A. eröffnetes G e- richtsverfahren handelt, zu welchem der Beschwerdeführer als Zeuge vorgeladen wurde und dam it – nicht wie von ihm behauptet – ein gegen ihn eingeleitetes Ermittlungsverfahren oder eine Strafuntersuchung belegt (vgl. vorstehende Erwägungen). Im Übrigen wiederholt er – nebst der grundsätzlichen Anerkennung der Abklärungsergebnisse der Schweizer Botschaft – lediglich seine bisherigen Standpunkte und verweist auf B e- richte der EU-Behörden und anerkannter Menschenrechtsorganisationen, wonach Folterungen von mutmasslich aus politischen Motiven Verfolgte n im Polizeigewahrsam in den letzten Jahren zahlenm ässig wieder zug e- nommen hätten. 4.9. Zusammenfassend ist damit festzustellen, dass der Beschwerdefüh- rer keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft machen konnte und nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Aufgrund der vorstehe n- den Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe und Replik sowie Stellungnahme einzugehen, da sie am festgestellten Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Mangels erfüllter Flüchtlingseigenschaft ist dem Beschwerdeführer das nachges uchte Asyl zu Recht nicht gewährt worden. 5. 5.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2. 5.2.1. Die Ehefrau sowie der Sohn des Beschwerdeführers verfüg en als französische Staatsangehörige über einen EU/EFTA -Pass. Somit stellt E-6048/2007 Seite 20 sich die Frage, ob der Beschwerdeführer daraus einen Anspruch auf Er- teilung einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz ableiten kann. 5.2.2. Da es sich bei der Ehefrau des Beschwerdeführers und ihrem g e- meinsamen Kind um in Frankreich lebende EU -Bürger handelt, besitzen diese möglicherweise einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz . Da- zu müsste sich die Gattin als EU-Bürgerin jedoch in der Schweiz zur Aus- übung einer Erwerbstätigkeit aufhalten und somit ein originäres Aufen t- haltsrecht nach Art. 4 des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügi g- keit (nachfolgend: FZA, SR 0.142.112.681) i.V.m. Art. 2 Anhang I FZA be- sitzen. In diesem Fall könnte d er Beschwerdeführer, der über die türk i- sche Staatsbürgerschaft verfügt, möglicherweise aus Art. 8 Abs. 1 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) einen Anspruch auf eine Aufent- haltsbewilligung ableiten. Ausser der am 12. April 2011 ins Recht gelegten Gesuchskopie um Aufenthaltsbewilligung der Ehefrau in der Schweiz, ist den Akten nicht zu entnehmen, dass diese in der Schweiz einer Erwerbs- tätigkeit nachgeht, d.h. ein originäres Aufenthaltsrecht im erwähnten Sinn besitzt. Gestützt auf die Akten liegt damit ein An spruch des Beschwerde- führers auf Aufenthalt in der Schweiz gestützt auf Art. 8 Abs. 1 EMRK nicht vor. Diese Voraussetzungen wären hingegen in Frankreich, wo se i- ne Ehefrau und sein Kind als französische Staatsbürger über ein gefestig- tes Aufenthaltsrecht verfügen, möglicherweise erfüllt, so dass es ihm u n- benommen bleibt, in Frankreich um eine Aufenthaltsbewilligung nachz u- suchen, falls er nicht in die Türkei zurückkehren will. In diesem Falle kann es auch seiner Ehefrau – einer ursprünglichen Türkin – zugemutet wer- den, ihm mit ihrem gemeinsamen Sohn in die Türkei zu folgen. 6. 6.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t-E-6048/2007 Seite 21 lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenig stens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148). 6.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge - zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Dieses flüchtlings- rechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, die die Flüch t- lingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive Art. 1A FK erfüllen. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), A rt. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe od er Behandlung unterworfen werden. 6.3. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheblich Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG und Art. 33 FK verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtl i- chen Rückschiebungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung gelangen. Der Vollzug der Wegweisung in die Türkei ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafü r, dass er für den Fall einer Au s- schaffung in die Türkei dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR ) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i-E-6048/2007 Seite 22 sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 -127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Zu- dem ist eine Verletzung von Art. 8 Abs. 1 EMRK aufgrund des in E. 5.2.2. Dargelegten zu verneinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der We g- weisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen B e- stimmungen zulässig. 6.4. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkret e G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 20 02 3818). Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen ang e- wendet, das heisst Ausländerinnen und Ausländern, die mangels persö n- licher Verfolgung weder die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft noch jene des völkerrechtlichen Non -Refoulement-Prinzips erfüllen, j e- doch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation al l- gemeiner Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können (BVGE 2008 Nr. 5). Aus humanitären Gründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schweiz, wird auf den Vollzug der Wegweisung verzichtet, wenn die Rückkehr in den Heimatstaat für den Betroffenen eine konkrete Gefäh r- dung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darstellt. 6.5. Die allgemeine Lage in der Türkei ist weder von Bürgerkrieg noch von allgemeiner G ewalt gekennzeichnet, so dass der Vollzug der We g- weisung dorthin grundsätzlich zumutbar erscheint. Es bestehen ferner auch sonst keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, der B e- schwerdeführer sei bei einer Rückkehr in die Türkei einer konkreten G e- fährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgesetzt. Der aktenkundig gesunde Beschwerdeführer hat eigenen Angaben gemäss (Angaben zu der Schulausbildung des Beschwerdeführers) besucht. Damit verfügt er über eine überdurchschnittliche schulische Bildung. Zudem arbeitete er während einem Jahr und bis eine Woche vor seiner Ausreise als (…) E-6048/2007 Seite 23 (vgl. A2/10 S. 2 und A22/30 S. 8 f.), so dass er sich auch Berufserfahrung hat aneignen können. Darüber hinaus verfügt er nebst seiner Familie in der Türkei (…) auch über Verwandte in F._______ und P ._______, die ihm nötigenfalls entsprechende Unterstützung leisten können und davon ausgegangen werden kann, er geraten bei seiner Rückkehr nicht in eine existenzielle Notlage . Der Vollzug der Wegweisung ist daher auch als zumutbar zu bezeichnen. 7. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung svollzug zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. N ach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vo r- läufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwe r- de ist folglich abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerd e- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) , aufgrund des erhebl i- chen Aktenumfangs zu verdoppeln und auf insgesamt Fr. 1'200.- festzu- setzen (Art. 1 -3 des Reglements vom 21 . Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-6048/2007 Seite 24 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand: