A bteilung IV D -2156/2007 {T 0/2} U rteil vom 15. M ai 2007 M itw irkung: R ichter H aefeli, R ichterin Spälti, R ichter Schm id G erichtsschreiberin R aem y A ._______, C hina, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 23. Februar 2007 i. S. A syl und W egw eisung / N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschw erdeführer in Begleitung seiner N ichte B._______ die Volksrepublik C hina am 24. Juni 2006 und gelangte am 27. Juni 2006 illegal in die Schw eiz. H ier stellte er am selben Tag ein Asylgesuch, zu dem er am 17. Juli 2006 im Em pfangszentrum Kreuzlingen sum m arisch befragt w urde. M it Verfügung des BFM vom 30. August 2006 w urde er für den w eiteren Verlauf des Verfahrens dem Kanton C ._______ zugew iesen, w o er am 22. Septem ber 2006 durch die zuständige Behörde zu seinen Asylgründen angehört w urde. B. Zur Begründung seines Asylgesuches m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, er sei in seiner H eim at in Schw ierigkeiten geraten, nachdem er sich m it dem Schulleiter seiner N ichte überw orfen habe. Seine N ichte, die sehr intelligent sei und gut studiere, sei bei den Abschlussprüfungen nur schlecht benotet w orden bzw . sie habe anstatt der besten N ote nur die zw eitbeste N ote erhalten. D a deren Eltern des C hinesischen nicht m ächtig seien, habe er die Sache in die H and genom m en. D iesbezüglich m achte er bei der Befragung in der Em pfangsstelle geltend, die schlechte Benotung sei der G rund gew esen, dass er im m er w ieder den Kontakt m it dem Schulleiter gesucht habe. D ie D iskussion sei jedoch in einen Streit ausgeartet, in deren Verlauf er handgreiflich gew orden sei (vgl. A1/S. 5). D em gegenüber erklärte er bei der kantonalen Anhörung, seine N ichte habe nach der neunten Klasse einen Pass erhalten, der ihr erm öglicht hätte, in C hina zu studieren. Ein tibetischer Lehrer habe ihm m itgeteilt, dass sie die Prüfung als Zw eitbeste absolviert habe. D araufhin sei er bei der Schulbehörde vorstellig gew orden und habe das Zeugnis seiner N ichte verlangt. D ie Behörden hätten aber das Verfahren verzögert und ihm m itgeteilt, seine N ichte könne keine U niversität besuchen. Angesichts dieser Verw eigerungshaltung sei er sehr zornig gew orden, zum al er und seine Fam ilie auf das Ziel hin, seiner N ichte eine universitäre Ausbildung zu erm öglichen, gespart hätten. Er sei dann gegen den Schulleiter handgreiflich gew orden (vgl. A24/S. 10 f.). Aus Angst vor den daraus resultierenden Folgen habe er sich entschlossen, zusam m en m it seiner N ichte aus seiner H eim at auszureisen. Sie hätten ihren W ohnort m it dem Fahrrad verlassen und sich nach D ._______ begeben. Bezüglich des w eiteren R eiseverlaufs gab er in der Em pfangsstelle zu Protokoll, sie seien von dort aus nach E._______ geflogen. E._______ hätten sie ebenfalls auf dem Luftw eg verlassen und seien in ein ihnen unbekanntes Land gelangt. Bezüglich der zu passierenden Kontrollen w ährend der Flugreisen habe sie der Schlepper, in dessen Besitz sich die R eisepässe befunden hätten, angehalten, ihm zu folgen (vgl. A1/S. 6 f.) D em gegenüber brachte er in der kantonalen Anhörung vor, sie seien von D ._______ aus nach F._______ oder G ._______ geflogen, von w o aus sie direkt in ein unbekanntes Land geflogen seien. D ie Kontrollen hätten sie gem äss den Instruktionen des Schleppers passiert, in dem sie ihm jew eils vorausgegangen seien (vgl. A24/S. 4). Ansonsten habe er in seiner H eim at keinerlei Problem e gehabt. Er habe sich auch nie politisch oder religiös betätigt. C . D as BFM liess durch seine Fachstelle LIN G U A über den Beschw erdeführer eine 3 H erkunftsanalyse durchführen. D er Experte kam aufgrund eines m it dem Beschw erdeführer geführten Telefongesprächs vom 16. August 2006 in seinem Bericht vom 29. August 2006 zum Schluss, es sei w ahrscheinlich, dass die H auptsozialisation des Beschw erdeführers in der von ihm geltend gem achten Provinz erfolgt sei. D . M it Verfügung vom 23. Februar 2007 – eröffnet am 28. Februar 2007 – stellte das Bundesam t fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz an. D er Vollzug der W egw eisung w urde zufolge U nzum utbarkeit zu G unsten einer vorläufigen Aufnahm e aufgeschoben. E. M it Eingabe vom 22. M ärz 2007 an das Bundesverw altungsgericht beantragte der Beschw erdeführer singem äss die Aufhebung der Ziffern 1 und 2 des D ispositivs der angefochtenen Verfügung vom 23. Februar 2007. Es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und es sei ihm Asyl zu gew ähren. Es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gew ähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. Auf die Begründung w ird, sow eit w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. F. M it Zw ischenverfügung vom 30. M ärz 2007 hiess das Bundesverw altungsgericht das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG gut und verzichtete antragsgem äss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. G . D as BFM beantragte in der Vernehm lassung vom 4. April 2007 die Abw eisung der Beschw erde. H . M it Zw ischenverfügung vom 12. April 2007 w urde die Vernehm lassung dem Beschw erdeführer zur Kenntnis gebracht. G leichzeitig erhielt er unter H inw eis auf die Säum nisfolge die G elegenheit, bis am 27. April 2007 dazu Stellung nehm en zu können. M it Eingabe vom 26. April 2007 replizierte der Beschw erdeführer fristgerecht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 4 Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as Bundesam t lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab, da dessen Vorbringen den Anforderungen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 AsylG nicht standhielten. D er Beschw erdeführer habe nicht nur teils w idersprüchliche Aussagen zu Protokoll gegeben, sondern seine Vorbringen hätten auch zum Teil in w esentlichen Punkten der allgem einen Erfahrung und Logik des H andelns w idersprochen. G em äss seinen protokollierten Aussagen w ill er nur ein Jahr die Schule besucht und danach auf den Feldern seiner Eltern gearbeitet haben, bis er m it dem Sam m eln von Pilzen sein Auskom m en gefunden habe (vgl. A24/S.5). Parallel dazu erklärte er, gem äss tibetischer Tradition hätten die Eltern seiner N ichte dieser nichts zu sagen, sondern er, w eil im m er derjenige, der m ehr gebildet sei und m ehr tauge, autom atisch Führer der Fam ilie w erde und ihm alle zu gehorchen hätten (vgl. A24/S. 13). Auf entsprechenden Vorhalt hin bezeichnete er auch den Vater seiner N ichte als zu w enig gebildet (vgl. ebd.). Aufgrund seiner Position in der Fam ilie und w eil er seiner N ichte ein besseres Schicksal als die Verheiratung in eine andere Fam ilie gew ünscht habe, habe er sie m it auf die Flucht genom m en. Zusam m enfassend ergebe sich aus den Angaben des 5 Beschw erdeführers über seine Person und Beschlussfindung in der Fam ilie ein der allgem einen Erfahrung w idersprechendes Bild. Sein geltend gem achter Status sow ie die Bew eggründe, w ieso er die angebliche Flucht in Begleitung seiner N ichte angetreten habe, seien w idersprüchlich und unsubstantiiert ausgefallen. Ausserdem w ill er für die zurückgebliebenen Fam ilienm itglieder keine Konsequenzen aus seinem Tun befürchten (vgl. A24/S. 16). Auch die Schilderungen des Beschw erdeführers bezüglich seines R eisew eges w idersprächen jeglicher allgem einen Erfahrung und Logik des H andelns in der heutigen Zeit der Sicherheitsbestim m ungen im internationalen Luftverkehr sow ie den Kontrollen im nationalen Flugverkehr in C hina. Vielm ehr lasse die Vorgehensw eise des Beschw erdeführers, die genauen D etails im Zusam m enhang m it der Ausreise nicht genau kennen zu w ollen, den Schluss zu, es handle sich um eine Taktik, den Asylbehörden einen, w as die behauptete Flucht betreffe, entscheidenden Teil der G eschichte vorzuenthalten. Im vorliegenden Fall könne vielm ehr nicht ausgeschlossen w erden, dass der Beschw erdeführer, entgegen seinen Angaben, auf legalem W eg aus seiner H eim at ausgereist sei. D arüber hinaus liege kein begründeter Anlass für die Annahm e einer beachtlichen zukünftigen Verfolgung vor. G em äss der Schw eizerischen Asylpraxis und dem entsprechenden Entscheid der ehem aligen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) hätten Asylsuchende tibetischer Ethnie im Falle einer R ückkehr nach C hina nicht per se m it Verfolgung im flüchtlingsrechtlich relevanten Sinne zu rechnen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der AR K/EM AR K 2006 N r. 1). D ies gelte lediglich für illegal aus C hina ausgereiste Tibeter, w elche, ohne sich länger in Indien oder N epal aufgehalten zu haben in die Schw eiz w eitergereist seien, w o sie um Asyl nachgesucht und sich über eine längere Zeit aufgehalten hätten. D er Beschw erdeführer, der Tibet erst im Juni 2006 verlassen habe, erfülle dem nach das Erfordernis der "längeren Zeit" im Sinne von EM AR K 2006 N r. 1 nicht. 4.2 In der Beschw erde w ird gerügt, das Bundesam t habe dem Beschw erdeführer zu U nrecht kein Asyl gew ährt, und seine Vorbringen zu U nrecht als unglaubhaft qualifiziert. D er Beschw erdeführer verw eist auf die Lehre und rügt, das Bundesam t für Flüchtlinge (recte: das Bundesam t für M igration) habe bei der Prüfung der G laubw ürdigkeit die falschen M assstäbe angew endet. Parallel dazu räum t er ein, er und seine N ichte seien tatsächlich dem Schlepper nachgelaufen und nicht, w ie im kantonalen Anhörungsprotokoll festgehalten w orden sei, voraus gegangen. D ies sei auf einen Ü bersetzungsfehler zurückzuführen, anders könne er sich das nicht erklären. Ansonsten sei sein R eisew eg so gew esen, w ie er ihn geschildert habe. D a er seine H eim at im M ai 2006 (recte: im Juni 2006) verlassen habe, erfülle er sehr w ohl das Erfordernis der "längeren" Zeit im Sinne von EM AR K 2006 N r. 1, und eine R ückkehr nach C hina w ürde autom atisch zu N achfluchtgründen führen. D ie Vorinstanz lege den zitierten Entscheid falsch aus. Es stehe m it grosser W ahrscheinlichkeit fest, dass er Tibeter sei und aus der erw ähnten Provinz stam m e. D ies sei auch durch das Ergebnis der LIN G U A-Analyse erhärtet. Eine R ückkehr w ürde deshalb im heutigen Zeitpunkt klar zu flüchtlingsrelevanten N achteilen führen.6 5. 5.1 W ie das Bundesam t m it Vernehm lassung vom 4. April 2007 zu R echt festgestellt hat, handelt es sich bei den aufgezeigten U nstim m igkeiten in den Schilderungen des Beschw erdeführers um sachliche D iskrepanzen, die nicht durch eine ungenaue Ü bersetzung zu erklären sind. Zudem w urde das Anhörungsprotokoll dem Beschw erdeführer nach der Anhörung rückübersetzt, w oraufhin er unterschriftlich bestätigte, es entspreche der W ahrheit und seinen Aussagen, und er habe nichts m ehr hinzuzufügen (vgl. A24/S. 18). Folglich ist der Beschw erdeführer auf seinen unterschriftlich bestätigten Aussagen zu behaften. Es kann an dieser Stelle auf die diesbezüglich zutreffenden Erw ägungen der angefochtenen Verfügung sow ie der Vernehm lassung vom 4. April 2007 verw iesen w erden. Folglich erübrigt es sich, auf die anderslautenden Ausführungen in der Beschw erde sow ie in der R eplik im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass der Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D as BFM hat das Asylgesuch des Beschw erdeführers zu R echt abgelehnt. 5.2 Es bleibt antragsgem äss zu prüfen, ob der Beschw erdeführer allenfalls durch die illegale Ausreise aus Tibet beziehungsw eise C hina und die Asylgesuchseinreichung im Ausland einen G rund für zukünftige Verfolgung durch die chinesischen Behörden gesetzt hat und dam it die Flüchtlingseigenschaft w egen subjektiver N achfluchtgründe gem äss Art. 54 AsylG erfüllt. 5.3 Subjektive N achfluchtgründe sind dann anzunehm en, w enn eine asylsuchende Person erst durch die unerlaubte Ausreise aus dem H eim at- oder H erkunftsstaat oder w egen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Als subjektive N achfluchtgründe gelten insbesondere unerw ünschte exilpolitische Betätigungen, illegales Verlassen des H eim atlandes (sog. R epublikflucht) oder Einreichung eines Asylgesuchs im Ausland, w enn sie die G efahr einer zukünftigen Verfolgung begründen. Personen m it subjektiven N achfluchtgründen erhalten zw ar kein Asyl, w erden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenom m en (vgl. EM AR K 2000 N r. 16 E. 5a S. 141 f. m it w eiteren H inw eisen). 5.4 D ie AR K hat in EM AR K 2006 N r. 1 festgelegt, dass bei illegal aus C hina ausgereisten Tibetern, w elche - ohne sich vorher länger in Indien oder N epal aufgehalten zu haben - in der Schw eiz ein Asylgesuch gestellt haben und hier über eine längere Zeit verblieben sind, vom Vorliegen subjektiver N achfluchtgründe auszugehen ist (vgl. a.a.O . E. 6). D en Ausreiseschilderungen des Beschw erdeführers ist übereinstim m end zu entnehm en, dass er in nur drei Tagen von C hina aus in die Schw eiz gelangt ist. Auch der LIN G U A-Experte hielt in seinem Bericht vom 29. August 2006 fest, die geographischen und kulturellen Kenntnisse seien sehr gut und detailliert, zudem belege seine Sprache seine H erkunft aus O sttibet. Folglich stehe zw eifelsfrei fest, dass die Sozialisierung hauptsächlich im behaupteten U m feld stattgefunden habe. D araus ist zu schliessen, dass der Beschw erdeführer auf relativ direktem W eg aus dem Tibet in die Schw eiz gelangt ist. Auch das BFM ist letztlich von diesem Sachverhalt 7 ausgegangen, zog allerdings die M öglichkeit der legalen Ausreise in Betracht. D iesbezüglich w erfen insbesondere die w idersprüchlichen Aussagen des Beschw erdeführers, über w elche chinesische Stadt sie ausgereist seien, tatsächlich Zw eifel am W ahrheitsgehalt des Ausreisew eges auf. Andererseits ist eine legale Ausreise für Personen w ie den Beschw erdeführer äusserst schw ierig zu bew erkstelligen. Er stam m t offenbar aus einer ländlichen G egend, w ar als Bauer und H ändler tätig und verfügt nur über w enig Schulbildung. D ass der Beschw erdeführer diesbezüglich über sein Profil getäuscht hat, ist w enig w ahrscheinlich, zum al auch aus der LIN G U A-Analyse nichts dergleichen abzuleiten w äre. D ass also ein Tibeter m it dem Profil des Beschw erdeführers ein Ausreisevisum erhalten hat, scheint eher unw ahrscheinlich. Letztlich kann die Frage der illegalen Ausreise jedoch offenbleiben, zum al der Beschw erdeführer zw eifellos inzw ischen die m it einem Ausreisevisum im m er verbundene D auer eines legalen Aufenthalts ausserhalb C hinas längst überschritten haben dürfte. Im W eiteren erachtete das BFM den bisherigen Aufenthalt des Beschw erdeführers in der Schw eiz (im Entscheidzeitpunkt acht M onate) als nicht genügend lange, um m it überw iegender W ahrscheinlichkeit G efahr zu laufen, im Falle der R ückkehr Ü bergriffen ausgesetzt zu w erden. An dieser Stelle sei die Bem erkung erlaubt, dass dadurch, dass die Vorinstanz in solchen Fällen regelm ässig die vorläufige Aufnahm e w egen U nzum utbarkeit anordnet, es in der R egel nur eine Frage der Zeit ist, bis die tibetische Person die Flüchtlingseigenschaft erfüllt. Flüchtlingsrechtlich relevante Ü bergriffe sind gem äss der bisherigen Praxis insbesondere dann zu befürchten, w enn die chinesischen Behörden bei der W iedereinreise auf die illegale Ausreise und die Stellung eines Asylgesuches im w estlichen Ausland aufm erksam w erden und som it der Verdacht exilpolitischer Aktivitäten oder staatskritischer Äusserungen aufkom m t. D iese G efahr w iederum ist um so grösser, je länger der Aufenthalt im Ausland dauerte. Ab w elchem Zeitpunkt das entsprechende R isiko nun als nur entfernt m öglich oder eben als überw iegend w ahrscheinlich und dam it flüchtlingsrechtlich relevant zu beurteilen ist, ist am konkreten Einzelfall zu m essen. Beim Beschw erdeführer handelt es sich um einen M ann aus einfachen Verhältnissen. Er hat nur w enig Schulbildung und w ar als Bauer beziehungsw eise H ändler tätig. D ass es sich dabei jedoch um einen internationalen H andel handeln könnte, der eine Auslandreise allenfalls rechtfertigen könnte, ist aufgrund der Akten auszuschliessen. D er Beschw erdeführer hat selber Pilze gesam m elt und diese in der R egion verkauft. D em Beschw erdeführer dürfte es dem nach schw er fallen, seine R eise zum Beispiel m it beruflichen Verpflichtungen oder m it Besuchen bei Verw andten zu begründen. Bereits aufgrund dieser U m stände dürften sich den chinesischen Einreisebehörden erste Fragen zur Auslandsreise des Beschw erdeführers stellen. H inzu kom m t, dass sich der Beschw erdeführer im heutigen Zeitpunkt seit bald einem Jahr im Ausland aufhält. D iese Fallum stände dürften vorliegend insgesam t genügen, um die Aufm erksam keit der G renzkontrollbehörden zu w ecken. D er Beschw erdeführer hat aus diesem G rund begründete Furcht vor gezielten und intensiven Ü bergriffen im Falle der W iedereinreise. D am it ist ihm begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zuzuerkennen. Es ist davon auszugehen, dass er bei einer R ückkehr nach C hina 8 aufgrund subjektiver N achfluchtgründe Verfolgung zu befürchten hat. N achdem die Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers einzig aufgrund des Vorliegens subjektiver N achfluchtgründe zu bejahen ist, ist eine Asylgew ährung gem äss dem Ausschlussgrund von Art. 54 AsylG ausgeschlossen. 5.5 Abschliessend ist dem nach festzustellen, dass die Vorinstanz angesichts des Bestehens subjektiver N achfluchtgründe die Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers zu U nrecht verneint, jedoch die Asylgew ährung zu R echt verw eigert hat. D ie Vorinstanz hat als Folge des negativen Asylentscheides zudem zu R echt die W egw eisung des Beschw erdeführers angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). 6. D as BFM hat den Beschw erdeführer in der angefochtenen Verfügung vom 23. Februar 2007 zufolge U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung vorläufig aufgenom m en. Ein Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers durch R ückschaffung in die Volksrepublik C hina erw eist sich m ithin nicht nur als unzum utbar, sondern m uss überdies zufolge erstellter Flüchtlingseigenschaft auch als unzulässig erachtet w erden (vgl. Art. 5 Abs. 1 AsylG , Art. 14as Abs. 3 AN AG ). 7. D ie angefochtene Verfügung ist daher zu bestätigen, sow eit sie das Asylgesuch des Beschw erdeführers abw eist und in der Folge die W egw eisung aus der Schw eiz anordnet. Sie ist dem gegenüber aufzuheben, sow eit sie die Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers verneint. D ie Beschw erde ist daher teilw eise gutzuheissen, sow eit die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft beantragt w ird. Sow eit der Beschw erdeführer dem gegenüber die Asylgew ährung beantragt, ist die Beschw erde abzuw eisen. 8. 8.1 D a der Beschw erdeführer im Beschw erdeverfahren bezüglich der Asylgew ährung unterlegen ist, w äre er im R ahm en des U nterliegens kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a ihm m it Zw ischenverfügung vom 30. M ärz 2007 die unentgeltliche R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG gew ährt w urde, und sich die finanziellen Verhältnisse des Beschw erdeführers seither nicht verändert haben, ist auf eine Kostenerhebung zu verzichten. 8.2 N achdem dem nicht vertretenen Beschw erdeführer keine verhältnism ässig hohen Kosten entstanden sein dürften, ist trotz des teilw eise O bsiegens keine Parteientschädigung zu entrichten (vgl. Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft beantragt w ird. Im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D ie Vorinstanz w ird angew iesen, den Beschw erdeführer als Flüchtling anzuerkennen. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Es w ird keine Parteientschädigung entrichtet. 5. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ) - Am t des Kantons C ._______ D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Fulvio H aefeli U lrike R aem y Versand am :