B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-7967/2009 U r t e i l v o m 1 8 . A p r i l 2 0 11 Besetzung Richter Ronald Flury (Vorsitz), Richter Philippe Weissenberger, Richterin Eva Schneeberger; Gerichtsschreiber Kaspar Luginbühl. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde RAB, Postfach 6023, 3001 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Zulassung als Revisor. B-7967/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ (Beschwerdeführer) schloss am 12. April 1980 die Ausbildung zum dipl. Buchhalter (heute: dipl. Experte in Rechnungslegung und Cont- rolling) und am 24. Oktober 1990 die Ausbildung zum dipl. Treuhande x- perten ab. Am 7. Dezember 2007 stellte er bei der Eidenössischen Revi- sionsaufsichtsbehörde (RAB, Vorinstanz) ein Gesuch um Zulassung als Revisor und Aufnahme in das entsprechende Register . Nach einer sum- marischen Prüfung wurd e der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 24. Dezember 2007 proviso risch bis zur definitiven Beurteilung seines Ge- suchs als Revisor zugelassen. Aufforderungsgemäss ergänzte er sein Gesuch mit weiteren Unterlagen und Belegen. Nach vertiefter Überpr ü- fung wies die Vorinstanz das Gesuch mit Verfügung vom 10. Dezember 2009 ab. Gleichzeitig hob sie die provisorische Zulassung auf und ordne- te die Löschung des Eintrags im Revisorenregister an. Einer allfälligen Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung. Zur Begründung führte die Vorin stanz aus, der Beschwerdeführer erfülle zwar die Anforderungen an die Ausbildung, nicht jedoch diejenigen an den Leumund und die Fachpraxis. Er biete keine Gewähr für eine ei n- wandfreie Prüftätigkeit, da er über mehrere Jahre als leitender Revisor der B._______ GmbH die Revision der C._______ AG durchgeführt habe, bei welcher seine Ehefrau Verwaltungsrätin sei. Hinzu komme, dass er für die C._______ AG mehrere Jahre im Auftragsverhältnis als leitender R e- visor tätig gewesen sei. Dadurch habe er die Unabhängigkeitsvorschriften verletzt. Schliesslich habe der Beschwerdeführer auch die erforderliche beaufsichtigte Fachpraxis nicht nachgewiesen. Eine Zulassung im Ra h- men der Härtefallklausel komme wegen des Vorstosses gegen die Unab- hängigkeitsvorschriften nicht in Betracht. B. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 2 1. Dezember 2009 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht und beantragt deren Aufhebung sowie die Zulassung als Revisor im Sinne von Art. 43 Abs. 6 RAG. Eventualiter beantragt er, die Streitsache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zudem stellt er sinngemäss das Bege h- ren, die aufschiebende Wirkung wieder herzustellen . Schliesslich macht er vorsorglich eine Schaden ersatzforderung in Höhe eines Jahresumsa t- zes für weggefallene Aufträge von mindestens Fr. 60'000.– geltend. Zur Begründung bringt er vor, er gehe zwar insofern mit der Vorinstanz einig, als dass er aus Billigkeit sgründen keinen Nachweis von beaufsichtigter B-7967/2009 Seite 3 Fachpraxis habe einholen können, weshalb nur eine Zulas sung unter der Härtefallklausel i.S.v. Art. 43 Abs. 6 RAG in Betracht falle. Hinsichtlich die Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit bringt er vor, in d er Organisati- on der B._______ GmbH und der C._______ AG könne keine Verletzung der Unabhängig keitsvorschriften erb lickt wer den, denn sonst hätte das Handelsregisteramt die Eintragung der B._______ GmbH, Niederlassung D._______, als gesetzliche Revisionsstelle der C._______ AG nicht vor- genommen. Hinzu komme, dass dieser Tatbestand per 1. Januar 2008 ohnehin hinfällig geworden sei, da die C._______ AG von der auf dieses Datum hin eingeführten Möglichkeit des Opting-out Gebrauch g emacht habe. Schliesslich komme die Nichtzulassung als Revisor einem Beruf s- verbot gleich und sei unverhältnismässig. Mit Zwischenverfügung vom 2 6. Januar 2010 hiess das Bundes verwal- tungsgericht das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wi r- kung gut und wies die Vorinstanz an, den Beschwerdeführer wieder als Revisor mit provisorischer Zulassung in das Revisorenregister aufzuneh- men. C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Februar 2010 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer hält mit Replik vom 9. März 2010 an seinen be- schwerdeweise gestellten Anträgen fest und führt aus , heute sämtliche fachlichen und formellen Anforderungen zur Zulassung als Revisor zu er- füllen und unabhängig im Sinne der entsprechenden Vorschriften zu sein. Die Vorinstanz hält mit Duplik vom 12. April 2010 an der Abweisung der Beschwerde fest. D. Mit Eingabe vom 17. April 2010 brachte der Beschwerdeführer dem Bun- desverwaltungsgericht zur Kenntnis, dass sein Eintrag im Revisorenregis- ter entgegen dem Zwischene ntscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Januar 2010 ge löscht worden sei . Die Vorinstanz bestätigte am 20. April 2010, den Beschwerdeführer wieder in das Register eingetragen zu haben. Mit unaufgefordertem Schreiben vom 5. Mai 2010 wies die Vorinstanz auf den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-5115/2009 vom 12. April 2010 hin, welcher für das vorliegende Verfahren sowie die künftige Praxis B-7967/2009 Seite 4 zur Gewährsprüfung von Bedeutung sei und brachte gleichzeitig vor, die in Erwägung 2.3.2 dieses Entscheids gemachten Ausführungen bedürften der Klärung. Der Beschwerdeführer äusserte sich zu diesem Schreiben mit unaufg e- forderter Eingabe vom 17. Mai 2010, ohne allerdings neue Vorbringen zu machen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Der Entscheid der Vorinstanz vom 10. Dezember 2009 stellt eine Verf ü- gung im Sinn von Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwa l- tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) dar. Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) zur Beurteilung von Be- schwerden gegen solche Verfügungen zuständig, zumal keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt (Art. 33 Bst. e VGG i.V.m Art. 28 Abs. 2 des Revisionsaufsichtsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [RAG, SR 221.302]). Der Besc hwerdeführer ist zur Beschwerde führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Seine Beschwerde wurde frist - und formgerecht eing e- reicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Kosten vorschuss rechtzeitig bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Die übrigen Sachurteils voraus- setzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). Hingegen kann auf das vom Be- schwerdeführer gestellte Schadenersatzbegehren über mindestens Fr. 60'000.‒ nicht eingetreten werden. E ine Schadenersatzforderung ge- gen den Staat müsste vom Beschwerdeführer mittels eines Staatsha f- tungsverfahrens nach Verantwortlichkeitsgesetz vom 14. März 1958 (VG, SR 170.32) geltend gemacht werden und ist nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens. Auf die Beschwerde ist somit abgesehen vom Begehren um Schadene r- satz einzutreten. 2. Am 1. September 2007 ist das RAG in Kraft getreten (Verordnung über die weitere Inkraftsetzung des Revisionsaufsichtsgesetzes vom 22. August 2007 [AS 2007 3969]). Es regelt die Zulassung und die Beauf- sichtigung von Personen, die R evisionsdienstleistungen erbrin gen und B-7967/2009 Seite 5 dient der ordnungsge mässen Erfüllung und der Sicher stellung der Quali- tät von Revisionsdienstleistungen (Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 RAG). 2.1. Natürliche Personen und Unternehmen, die Revisions dienstleistun- gen erbringen, bedürfen eine r Zulassung durch die Aufsichts behörde (Art. 3 Abs. 1 RAG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 der Revisions aufsichtsverordnung vom 22. August 2007 [RAV, SR 221.302.3]). Die Aufsicht obliegt gemäss Art. 28 Abs. 1 RAG der Vorinstanz. Sie entscheidet auf Ge such hin über die Zulassung von Revisoren, Revisionsexperten sowie staatlich beau f- sichtigten Revisionsunternehmen (Art. 15 Abs. 1 RAG). 2.2. Eine natürliche Person wird als Revisor zugelassen, wenn sie (kumu- lativ) über einen unbescholtenen Leumund verfügt, eine Ausbildung i.S.v. Art. 4 Abs. 2 RAG abgeschlossen hat und Fachpraxis von einem Jahr nachweist (Art. 5 Abs. 1 RAG). Die Fachpraxis muss vorwiegend auf den Gebieten des Rechnungswesens und der Rechnungsrevi sion und unter Beaufsichtigung durch einen zugelassenen Revisor bzw. einer ausländ i- schen Fachperson mit vergleichbaren Qualifikationen erworben worden sein. Fachpraxis während der Ausbildung wird angerech net, falls diesel- ben Voraussetzungen erfüllt sind (Art. 5 Abs. 2 RAG). Gemäss Art. 43 Abs. 6 RAG kann die Aufsichtsbehörde in Härtefällen auch Fachpraxis anerkennen, die den gesetzlichen Anforderungen nicht genügt, sofern die einwandfreie Erbringung von Revisionsdienst leistun- gen im Rahmen einer langjährigen praktischen Erfahrung nachgewiesen wird. 3. Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer nicht als Revisor zugelassen, weil sein Leumund i.S.v. Art. 5 Abs. 1 Bst. a RAG nicht unbescholten sei und er überdies den Nachweis zum Erwerb der nötigen Fachpraxis nicht erbracht habe (Art. 5 Abs. 1 Bst. c RAG). Zudem könne ihm auch keine Fachpraxis unter Anwendung der Härtefallklausel gemäss Art. 43 Abs. 6 RAG angerechnet werden, weil er das Tatbestandsmerkmal der einwand- freien Erbringung von Revisionsdienstleistungen nich t erfülle . Hingegen stellt die Vorinstanz nicht in Abrede , dass der Beschwerdeführer als dipl. Buchhalter (heute: dipl. Experte in Rechnungslegung und Controlling) und dipl. Treuhandexperte über die erforderliche Ausbildung i.S.v. Art. 5 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 4 Abs. 2 RAG verfügt. B-7967/2009 Seite 6 3.1. Der Beschwerdeführer macht geltend , seinen einwandfreien Le u- mund habe er anhand des Strafregister- und des Betreibungsregisteraus- zugs belegt. Er leite eine Treuhandgesellschaft, welche die klassischen Dienstleistungen wie Buch führung und Revision anbiete. Im Jahr 1991 habe eine Gesetzesrevision die Trennung von Buchführung und Revision vorgeschrieben. Um dieser gesetzlichen Anforderung nachzukommen, habe er die Organisation sstruktur seiner Unternehmungen entsprechend gestaltet. Alle Revisionsman date seien ab diesem Zeitpunkt über eine separate Gesellschaft, die C._______ AG, geführt worden. Die C._______ AG führe neben den Revisionsmandaten kei ne weiteren A r- beiten aus . Alle sich ergebenden Verpflichtungen seien versicherung s- technisch über die B._______ GmbH gedeckt. Die Einsetzung von Drit t- personen oder -firmen zur Revision wäre unter diesen Umständen unve r- hältnismässig und rein deklaratorischer Natur gewesen. Bereits vor I n- krafttreten der Revisionsgesetzgebung habe ausserdem das Handelsre- gisteramt darüber gewacht, dass die Unabhängigkeitsvorschriften nicht verletzt würden . Seine beiden Gesellschaften seien im Handels register des Kantons E._______ eingetragen und der Handelsregisterführer habe somit jederzeit uneingeschränkte Kenntnis über die eingetragenen Org a- ne und die gesetzliche Revisionsstelle gehabt. Da das Handelsregister- amt darin keine Verletzung der Unabhängigkeitsvorschriften erblickt habe, habe er sich nach Treu und Glauben auf die Rechtmässigkeit seiner Vor- gehensweise verlassen können. Indem die C._______ AG im April 2008 von der Möglichkeit des Opting-out Gebrauch gemacht habe, sei der ge- rügte Sachverhalt – welcher ohnehin nur den Zeitraum vor dem Inkrafttre- ten des RAG betreffe – in der Zwischenzeit obsolet geworden. 3.2. Des Weiteren bringt er vor, die Nichtzulassung komme einem Berufs- verbot gleich und sei unverhältnismässig. Er führt aus, er sei seit 1975 in den Bereichen Buchhaltung, Steuer- und Rechtsberatung sowie Buchprü- fung tätig. Seit 1985 übe er diese Tätigkeiten selbständig aus. Die Arg u- mentation der Vorinstanz sei widersprüchlich, wenn sie seine Zulassung aufgrund charakterlicher Eigenschaften verweigere, jedoch gleichzeitig ausführe, er könne zu einem späteren Zeitpunkt ein neues Gesuch ste l- len. Ebenso wenig nachvollziehbar seien die Ausführungen, wonach er weiterhin Revisionsdienstleistungen erbringen könne, sofern er eine Re- organisation der mit seinem Zulassungsgesuch verknüpften C._______ AG vor nehme und eine für Revisionsdienstleistungen zugelassene Per- son anstelle. Bei der C._______ AG, welche lediglich zwei Personen b e- schäftige, sei die Anstellung einer weiteren Person unverhältnis mässig, da ein solcher Schritt mit der Grösse des Unternehmens und der Anzahl B-7967/2009 Seite 7 der Revisionsmandate (ca. zwölf) n icht zu vereinbaren sei. Die derzeitige Zulassungsverweigerung stehe damit in keinem Verhältnis zu der vorg e- worfenen Vorschriftsverletzung, welche zum heutigen Zeitpunkt gar nicht mehr bestehe. Da schliess lich nach Ablauf der Übergangsfrist die Härte- fallklausel i.S.v. Art. 43 RAG nicht mehr greife, könne der Nachweis ge- nügender Fachpraxis nur noch unter den von Art. 4 RAG aufgestellten Er- fordernissen erbracht werden, was jedoch beaufsichtigte Fachpraxis vor- aussetze. 3.3. Art. 5 Abs. 1 Bst. a RAG setzt für die Zu lassung als Revisor einen unbescholtenen Leumund voraus. Dieses Erfordernis wird von Art. 4 RAV unter dem Titel "Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigke it" konkretisiert. Demnach wird der Gesuchsteller als Revisor zugelassen, wenn er über einen unbescholtenen Leumund verfügt und wenn sich aus keinen and e- ren persönlichen Umständen ergibt, dass er nicht Gewähr für eine ei n- wandfreie Prüftätigkeit bietet. Gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung sind insbesondere strafrechtliche Verurteilungen, deren Eintrag im Zent ral- strafregister noch nicht entfernt ist , sowie bestehende Verlustscheine zu berücksichtigen. 3.4. Die Begriffe des unbescholtenen Leumunds bzw. der Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit werden in der Botschaft zum RAG nicht näher umschrieben (vgl. BBl 2004 4062 ff.). Wie das Bundesverwaltungsgericht u.a. im Urteil B -7348/2009 vom 3. Juni 2010 (E. 6.3) festgehalten hat , knüpfen das RAG und die RAV an die entsprechenden unbestimmten Rechtsbegriffe des guten Leumunds und der Gewähr für eine einwan d- freie Prüf tätigkeit an die Bewilligungserfordernisse und Regelungen an, wie sie in anderen, für die Finanzmarktaufsicht relevanten Erlassen en t- halten sind. Dabei kann etwa auf Art. 3 Abs. 2 Bst. c des Bankengesetzes vom 8. November 1934 (BankG, SR 952.0), Art. 10 Abs. 2 Bst. d des Bör- sengesetzes vom 24. März 1995 (BEHG, SR 954.1), Art. 14 Abs. 2 Bst. c des Geldwäschereigesetzes vom 10. Oktober 1997 (GwG, SR 955.0) und Art. 14 Abs. 1 des Versicherungsaufsichtsgesetzes vom 17. Dezember 2004 (VAG, SR 961.01) verwiesen werden. Die hierzu entwickelte Rech t- sprechung des Bundes - und des Bundesverwaltungsgerichts kann somit – soweit erforderlich – im vorliegenden Zusammenhang analog herange- zogen werden (Urteil des Bundesgerichts 2C_834/2010 vom 11. März 2011 E. 4.2) Gemäss konstanter bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung sind bei der Gewährs - und Leumundsprüfung in berufsspezifischer Hinsicht B-7967/2009 Seite 8 Elemente wie Integrität, Gewissen haftigkeit und einwandfreie Sorgfalt zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/49 E. 2 und 3 mit Verweis auf BGE 129 II 438 E. 3.3, BGE 108 Ib 196 E. 2, BGE 99 Ib 104 E. 5b). Überdies flies- sen allgemeine Eigenschaften wie Ansehen, Achtung und Vertrauenswür- digkeit in die Beurteilung ein. Dadurch sind u.U. auch Aktivitäten und Ver- haltensweisen beachtlich, welche nicht in einem direkten Zusammenhang mit der Tätigkeit als Revisor und Revisionsexperte stehen. Insgesamt ist der Leumund bzw. die Gewähr eines Gesuchstellers jeweils einzelfallwei- se und unter Berücksichtigung der gesamten Umstände zu prüfen, wobei die besonderen Aufgaben der Revisionsstelle stets als Massstab zu ge l- ten haben. In zeitlicher Hinsicht können auch Umstände berücksichtigt werden, die sich vor dem Inkrafttreten der Revisionsaufsichtsgesetzg e- bung zugetragen haben (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B - 4137/2010 vom 17. September 2010 E. 4.1 f.). 4. Der Beschwerdeführer hat im Rahmen der Tätigkeit der B._______ GmbH als Revisionsstelle der C._______ AG im Jahr 1992 den Revis i- onsbericht an die C._______ AG als leitender Revisor unterzeichnet. Laut Handelsregisterauszug war die B._______ GmbH ausserdem vom 12. November 1997 bis zum 1. April 2008 als Revisionsstelle der C._______ AG eingetragen. In derselben Zeitspanne , d.h. vom 21. März 1996 bis am 29. November 2007, war der Beschw erdeführer gemäss Handelsregisterauszug alleiniger Geschäftsführer der B._______ GmbH. Seit dem 16. Mai 2008 übt er diese Position gemeinsam mit seiner Frau aus. Die Vorinstanz macht geltend, eine Verletzung der Unabhängigkeitsvo r- schriften habe dadurch stattgefunden, dass die Ehefrau des Beschwerde- führers seit dem 15. April 1991 Mitglied bzw. Präsidentin des Verwa l- tungsrats der vom Beschwerdeführer revidierten C._______ AG ist. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben seit 1997 zusätzlich als leitender Revisor im Auftragsverhältnis für die C._______ AG, welche selbst Revisionsdienstleistungen anbiete, tätig sei. Aus den Unterlagen gehe hervor, dass er während Jahren Revisionen für die C._______ AG durchgeführt und die entsprechenden Revi sionsberichte als leitender Prüfer unterzeichnet habe. Der Beschwerdeführer bestreitet diese Sachverhaltsdarstellung grundsätzlich nicht. 4.1. Nach Art. 727c aOR in der Fassung vom 4. Oktober 1991 (AS 1992 774; in Kraft vom 1. Juli 1992 bis am 31. Dezember 2007 [AS 2007 4791, B-7967/2009 Seite 9 4839]) mussten die Revisoren von der revidierten Gesellschaft und ihren beherrschenden Aktionären und Organen unabhängig sein. Ausserdem durften sie weder Arbeitnehmer der zu prüfenden Gesellschaft sein noch Arbeiten für di ese ausführen, die mit dem Prüfungsauftrag unvereinbar gewesen wären. Wurde eine Handelsgesellschaft als Revisionsstelle b e- stellt, so galt das Erfordernis der Unabhängigkeit sowohl für diese als auch für alle Personen, welche die Prüfung durchführten (Art. 727d Abs. 3 aOR in der Fassung vom 4. Oktober 1991). Diese Bestimmungen wurden im Rahmen der Aktienrechtsrevision von 1991 mit dem Ziel erlassen, die Anforderungen an die Unabhängigkeit der Revisionsstelle zu erhöhen . Unter Unabhängigkeit wurde in diesem Zu- sammenhang Weisungsungebundenheit, Freiheit des Urteils und Sel b- ständigkeit in den Entscheidungen (sog. innere Unabhängigkeit) verstan- den. Mangelnde Unabhängigkeit wurde indessen nicht erst bei tatsächl i- cher Voreingenommenheit angenommen. Vielmehr erfasste Art. 727c Abs. 1 aOR in seiner Fassung vom 4. Oktober 1991 auch äussere Bezie- hungen, die bei unbeteilig ten verständigen Dritten den Anschein der Vo r- eingenommenheit erwecken konnten (sog. äussere Unabhängigkeit). Die Unabhängigkeit fehlte so mit auch bei weniger leicht erkennbaren beteil i- gungsmässigen, hierarchischen oder wegen anderer Zusammenhän ge gegebener Abhängigkeiten. Mit der geforderten Unabhängigkeit unve r- einbar waren da mit praxisgemäss nähere familiäre Beziehungen oder wirtschaftliche Verflechtungen in dem Sinne , dass eine Revisionsstelle eine Gesellschaft revidiert, deren Verwaltung mit jener ihrer eigenen R e- visionsstelle identisch ist (vgl. BGE 131 III 38 E. 4.2.1 m.w.H.). Wie das erkennende Gericht in einem ähnlich gelagerten Fall festgestellt hat, war die Unabhängigkeit des Revisors nach früherer Auffassung vor allem eine Frage der inneren Einstellung (sog. independence in fact), wo- bei aber auch der offensichtliche Anschein der Befangenheit (sog. inde- pendence in appearance ) habe vermieden werden sollen (Urteil B - 7348/2009 vom 3. Juni 2010 E. 9.1). Unter der Unabhängigkeit des A b- schlussprüfers ist demnach bereits ab dem Jahr 1992 dessen Fähigkeit verstanden worden, frei, unkontrolliert und unbeeinflusst vom geprüften Unternehmen bzw. dessen verantwortlichen Organen zu handeln und ge- gen Aussen entsprechend zu erscheinen. 4.2. Mit den seit dem 1. Januar 2008 in Kraft stehenden neuen Besti m- mungen zur Revisionspflicht wurde die bisherige, an die Rechtsform a n- knüpfende Regelung für wirtschaf tlich tätige Körperschaften durch ein B-7967/2009 Seite 10 weitgehend rechtsformunabhängiges Konzept ersetzt, das nach konkr e- ten sachlichen Gegebenheiten differenziert. Alle Aktien gesellschaften, GmbHs und Genossenschaften sind grundsätzlich der Revisionspflicht unterstellt. Für die Art und den Umfang der Revision bestehen indessen zwei Kategorien: Publikumsgesellschaften und wirtschaftlich bedeutende Gesellschaften müssen sich der ordentlichen Revision unterziehen (Art. 727 OR). Alle anderen Unternehmen können eine eingeschrän kte Revision vornehmen lassen (Art. 727a Abs. 1 OR), welche gewisse E r- leichterungen im Umfang und in der Intensität der Prüfung sowie hinsicht- lich der fachlichen Anforderungen an die Revisionsstelle erlaubt (zu den Unterschieden vgl. Botschaft zum RAG, BBl 2004 3995). Von dieser Grundregelung sollte mit Blick auf die konkreten Umstände und Bedürfnisse abgewichen we rden können, weshalb der Gesetz geber die allgemeine Revisionspflicht in zwei Kategorien (ordentliche oder ei n- geschränkte Revision) mit einem Opti onen-System verbunden hat. Es stehen mehrere Opting-Möglichkeiten zur Verfügung, wovon hier einzig das Opting-out und das Opting-down zu erwähnen sind (siehe auch Bo t- schaft zum RAG, BBl 2004 4001 f.). Im Rahmen des Opting-out dürfen Gesellschaften, die nur zu einer eingeschränkten Revision verpflichtet sind, m it Zustimmung sämtlicher Gesellschafter auf eine Revision ve r- zichten, sofern die Gesellschaft nicht mehr als zehn Vollzeitstellen au f- weist (Art. 727a Abs. 2 OR). Im Sinne eines Opting-down steht es diesen Gesellschaften indessen offen, trotzdem eine Revision durchführen zu lassen, damit aber einen Revisor zu betrauen, der nicht alle Anforderu n- gen an die Unabhängigkeit erfüllt (vgl. Botschaft zu RAG, BBl 2004 4000). 4.3. Die Vorinstanz bringt zu Recht vor, die Unabhängigkeit bilde einen Kernpunkt in der Debatte um die Corporate Governance und stehe so- wohl im Dienst des Investorenschutzes als auch des Schutzes des öffent- lichen Interesses, des Minderheitsaktionärs- und des Gläubigerschut zes. Somit kann die Un abhängigkeit als zentrales Anliegen der Revisionsau f- sicht und des Berufs - und Standesrechts angesehen werden (vgl. ROLF WATTER/CORRADO RAMPINI, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 2. Aufl., Basel 2002, N 1 f. zu Art. 728 OR; PETER BÖCKLI, Schweizer Ak- tienrecht, 4. Aufl., Zürich 2009, S . 2190 § 15 Rz. 572; Botschaft zum RAG, BBl 2004 3970). Die Bedeutung der Unabhängigkeitsvorschriften zeigt sich überdies darin, dass Art. 39 Abs. 1 Bst. a RAG einen Verstoss gegen die Grundsätze der B-7967/2009 Seite 11 Unabhängigkeit als strafrechtliche Übertretung sanktioniert und unter An- drohung einer Busse bis zu Fr. 100'000.‒ stellt. Diese Bestimmung ist zwar gemäss ihrem Wortlaut auf Verstösse gegen die Grundsätze zur Unabhängigkeit nach Art. 11 RAG sowie nach Art. 728 OR ausgerichtet, d.h. auf Verstösse durch ein zur ordentlichen Revision berechtigtes, staat- lich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen , unterstreicht aber trotzdem den allgemeinen gesetzgeberischen Willen zu einer transparenten, una b- hängigen Abschlussprüfung im gesamten Revisionsbereich. 4.4. Angesichts des soeben Ausgeführten ist der Vorinstanz beizupflic h- ten, wenn sie zur Beurteilung des unbescholtenen Leumunds nicht au s- schliesslich auf die Auszüge des Straf - und Betreibungsregisters abstellt (vgl. Urteil des Bundesverwaltun gsgerichts B -4137/2010 vom 17. September 2010 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_834/2010 vom 11. März 2011 E. 3.2). Grundsätzlich ist auch nicht zu beanstanden, wenn sie davon ausgeht, dass eine Verletzung der Unabhängigkeitsvorschriften den beschwerdeführerischen Leumund trüben und die Gewährleistung der einwandfreien Prüftätigkeit beeinträchtigen kann . Dies ist umso weni- ger der Fall, als sich Art. 727c aOR explizit auf die Unabhängigkeit des Revisors als Person bezog und nicht auf jene der Revisionsste lle als Or- gan. Insofern handelt es sich beim vorliegenden Fall zum vornherein nicht um die von der Vorinstanz in ihrem Schreiben vom 5. Mai 2010 aufg e- zeigte Situation, wie sie sich im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B - 5115/2009 vom 12. April 2010 präsentierte, weshalb an dieser Stelle nicht weiter auf die Frage, ob die von Art. 728 OR aufgestellten Vorschriften zur Unabhängigkeit der Revisionsstelle auch auf den Revisor als natürliche Person anwendbar sind, eingegangen werden muss. Der dem Beschwerdeführer vorgehaltene Sachverhalt ist gestützt auf das Obenstehende in Bezug auf die Verweigerung der Zulassung wie folgt zu würdigen: 4.4.1. Aus den Akten geht hervor, dass die B._______ GmbH vom No- vember 1997 bis im April 2008, d.h. während rund zehn Jahren, als Re vi- sionsstelle der C._______ AG im Handelsregister eingetragen war. Der Beschwerdeführer hat in dieser Zeit, zumindest bis im November 2007, als alleiniger Geschäftsführer der B._______ GmbH jeweils den Revis i- onsbericht für die C._______ AG erstellt. Da die Ehefrau des Beschwer- deführers zur selben Zeit einziges Verwaltungsratsmitglied der C._______ AG war, war der Revisor damit zumindest von der revidierten Gesellschaft und ihren beherrschenden Organen nicht unabhängig. Hinzu B-7967/2009 Seite 12 kommt, dass der Beschwerdeführer auch beruflich für die C._______ AG tätig war. Er hat damit erwiesenermassen während rund zehn Jahren g e- gen die bis am 31. Dezember 2007 in Kraft stehende Unabhängigkeit s- bestimmung von Art. 727c OR verstossen. Der vom Beschwerde führer vorgebrachte Einwand, seit dem 1. Januar 2008 sei dieser Vorwurf au f- grund des Opting-out der C._______ AG hinfällig geworden, vermag an dem langjährigen Verstoss gegen die damals geltenden Unabhängi g- keitsvorschriften nichts zu ändern. Auch stösst de r Einwand ins Leere, das Handelsregisteramt hätte die Eintragung bei einer Verletzung der Unabhängigkeitsvorschriften verweigern müssen. Alleine der Um stand, dass die Eintragung durch das Handelsregisteramt tatsächlich erfolgt ist, kommt nicht einer Bestät igung der Einhaltung der Unabhängigkeitsvo r- schriften gleich. Vielmehr weist die Aktenlage darauf hin, dass der B e- schwerdeführer den offensichtlich zu Unrecht erfolgte n Handelsregister- eintrag billigend in Kauf genommen hat, um so unter Missachtung der Unabhängigkeitsvorschriften seinen Geschäften nachgehen zu können. 4.4.2. Gesamthaft betrachtet hat die Vorinstanz weder den ihr zustehe n- den Beurteilungsspielraum überschritten, indem sie eine langjährige Ve r- letzung von Unabhängigkeitsvorschriften als die Gewähr für eine korrekte Berufsausübung ausschliessend angesehen hat, noch hat sie einen grundsätzlichen Ermessensfehler begangen, wenn sie als Rechtsfolge daraus dem Beschwerdeführer die Eintragung als Revisor verweigert hat. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer über eine lange Zeit die Unab- hängigkeitsvorschriften verletzt hat, könnte bei Kunden und sachkundigen Aussenstehenden objektiv gesehen den Anschein der Befangenheit er- wecken. Durch diesen Anschein ist sein Leumund erheblich getrübt, was in der Regel die Verweigerung der Aufnahme in das Revisorenregister für eine bestimmte Zeit rechtfertigt. 5. Wie soeben ausgeführt, ist die von der Vorinstanz vorgenommene Sac h- verhaltswürdigung und die gestützt darauf angeordnete Rechtsfolge grundsätzlich na chvollziehbar. Es stellt sich hingegen und in Überein- stimmung mit den diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers die Frage, ob die Vorinstanz alle für die Beurteilung des Leumunds we- sentlichen Gesichtspunkte in ihre Entscheidung hat einfliessen lasse n. Wie das Bundesverwaltungsgericht in einem ähnlichen Entscheid fest- hielt, sind nämlich anlässlich der Gewährsprüfung neben der Schwere, der Häufung und dem Zeitpunkt allfälliger Verfehlungen auch jene U m- stände zu berücksicht igen, die sich positiv auf den Leumund des G e-B-7967/2009 Seite 13 suchstellers auswirken oder welche die leumundsrelevanten negativen Tatsachen in einem mil deren Licht erscheinen lassen ( B-7348/2009 vom 3. Juni 2010 E. 12.3). 5.1. Gemäss Art. 32 VwVG muss die Behörde vor dem Erlass einer Verfügung alle erheblichen Vorbringen der Parteien würdigen. Bei dieser sog. Prüfungspflicht handelt es sich um einen Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör i.S.v. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, S R 101) (PATRICK SUTER, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, Art. 32 N 1). Der Anspruch auf Berücksichtigung gebietet, dass die Behörde die Vorbringen des Betroffenen tat sächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (BGE 112 Ia 1 E. 3c). Wie weit die Prüfung zu gehen hat, hängt vom konkreten Fall ab: je klarer die Umstände und je kleiner der Ermessensspielraum der Behörde, desto w eniger weit geht die Prüfungspflicht ( BERNHARD WALDMANN/JÜRG BICKEL, in Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger, a.a.O., Art. 32 N 18 ff.). 5.1.1. Ob die Behörde im konkreten Fall ihrer Prüfungspflicht nachgekommen ist und die Parteivorbringen genügend berücksichtigt hat, ergibt sich aus der Begründung der Verfügung. Auch bei der Begründungspflicht i.S.v. Art. 35 VwVG handelt es sich um einen Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV (ULRICH HÄFELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweize risches Bundesstaatsrecht, 7. Aufl., Zürich 2008, Rz. 838). Nach bundesgerichtli- cher Rechtsprechung muss ein Verwaltungsakt so abgefasst sein, dass ihn der Betroffene inhaltlich versteht und gegebenenfalls sachgerecht an - fechten kann (BGE 125 II 369 E. 2c). Wie gross die Begründungsdichte sein muss, richtet sich nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und der Interessenlage des Betroffenen. Gerade bei schwerwiegenden Eingriffen in rechtlich geschützte Interessen muss die Begründung sorgfältig abgefasst sein (BGE 112 Ia 107 E. 2b). Zudem muss die Begründung umso detaillierter ausfallen, je grösser der Ermessensspielraum der Behörde ist ( PATRICK SUTER, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler, a.a.O., Art. 32 N 3). 5.1.2. Beim Entscheid, ei ne Person aufgrund ihres Leumunds bzw. der ungenügenden Gewähr für die Prüftätigkeit nicht als Revis or zuzulassen, handelt es sich unabhängig von den konkreten Auswirkungen auf den B-7967/2009 Seite 14 Betroffenen um einen schweren Eingriff in dessen durch Art. 27 BV garantierte Wirtschaftsfreiheit ( KLAUS A. VALLENDER, in: Bernhard Ehrenzeller/Philippe Mastronardi/Rainer J. Schweizer/Klaus A. Vallender, Die schweizerische Bundesverfassung, 2. Aufl., Zürich 2008, Art. 27 N 16). Zudem kommt der Vorinstanz bei der Konkretisierung des Leumundsbegriffs ein grosser Beurteilungs - und bei der Anordnung der Rechtsfolge ein erheblicher Ermessensspielraum zu, weshalb die Anforderungen an die Prüfungs - und die Begründungsdichte unter solchen Umständen als hoch anzusehen sind. 5.2. Vorliegend fällt auf, dass die Vorinstanz die Verfehlungen des B e- schwerdeführers zwar zu Recht als leumundsrelevant eingestuft, sich je- doch in der angefochtenen Verfügung auf die Feststellung beschränkt hat, die Verletzung der obligationenrechtlichen Unabhängigkeitsvors chrif- ten wögen derart schwer, dass derzeit eine Zulassung als Revisor nicht in Betracht zu ziehen sei . Nachdem der Beschwerdeführer in sein er B e- schwerde ausgeführt hatte, das Verhalten der Vorinstanz sei widersprüch- lich, wenn sie ihm derzeit die Gewähr zur einwandfreien Revisorentätig- keit abspreche, die Möglichkeit aber offen lasse, dieses Kriterium zu e i- nem späteren Zeitpunkt zu erfüllen, hielt sie vernehmlassungsweise fest, zwischen dem Zeitpunkt der Verfehlungen und einer eventuellen Zula s- sung als Revisor müsse ein bestimmter Zeitraum des Wohlverhaltens lie- gen, damit der Leumund als wiederhergestellt betrachtet werden könne. Eine definitive Verweigerung der Zulassung wäre hingegen kaum verhält- nismässig. Diese Ausführungen der Vorinstanz s ind nachvollzieh bar. Jedoch er- scheint dem erkennenden Gericht die Würdigung des beschwerdeführeri- schen Leumunds in dreierlei Hinsicht unvollständig: 5.2.1. Vorerst ist darauf hinzuweisen , dass die Vorinstanz in Bezug auf die Gewähr für eine einwandfreie Revisorentätigkeit bis En de des Jahres 2007 ausschliesslich die Verfehlungen des Beschwerdeführers im Z u- sammenhang mit der Unabhängigkeit gewürdigt hat. Entlastende bzw. positive leumundsrelevante Tatsachen hat sie nicht in ihre Beurteilung einfliessen lassen. Wie der Beschwerdefü hrer auf nachvollziehbare We i- se vorbringt, hat er sich neben der Verletzung der Unabhängigkeitsregeln seit der Aufnahme seiner selbständigen Erwerbstätigkeit im Jahr 1985 nichts Aktenkundiges zuschulden kommen lassen. So wären weder zivi l- rechtliche noch st rafrechtliche oder betreibungs - und konkursrechtliche Verurteilungen bekannt. Ebenso wenig ist bekannt, dass er sich bei der B-7967/2009 Seite 15 Betreuung seiner Mandate in fachlicher oder persönlicher Hinsicht etwas hätte zuschulden lassen kommen. Vielmehr ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer abgese hen von Verletzung der Unabhängigkeitsvo r- schriften im Zusammenhang mit der Revision der C._______ AG nichts Nachteiliges vorgeworfen werden kann. 5.2.2. Des Weiteren ist die Vorinstanz weder in der angefochtenen Verfü- gung noch in der Vernehmlassung auf den seit der Verletzung der Una b- hängigkeitsvorschriften vergangenen Zeitraum von gut zwei Jahren ein- gegangen. Sie hat nicht in ihre Erwägungen einfliessen lassen, dass der Beschwerdeführer seine Revisorentätigkeit seit dem 1. Januar 2008 o f- fenbar beanstandungslos ausgeübt hat und ihm weder in beruflicher noch in privater Hinsicht irgendwelche leumundsrelevante Verfehlungen vor- geworfen werden können . So ist nicht aktenkundig, dass der Beschwer- deführer straf- oder zivilrechtlich verurteilt worden wäre oder dass ihm e i- ne charakterliche Eigenschaft attestiert werden müsste, welche Zweifel an seiner Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung erwecken wü r- de. Auch sonst liegen gegen den Beschwerdeführer seit dem 1. Januar 2008 keine aktenkundigen Tatsachen vor, gestützt worauf seine Gewähr für eine einwandfreie Revisorentätigkeit kritisch zu beurteilen wäre . Es stellt sich dem erkennenden Gericht deshalb die Frage, inwiefern und weshalb der Leumund des Beschwerdeführers zum heutigen Zeitpunkt noch getrübt bzw. noch nicht wieder rehabilitiert sein soll. Die Vorinstanz macht keinerlei Ausführungen dazu, warum sie in der angefochtenen Ver- fügung zum Schluss kommt, der Leumund des Beschwerdeführers sei zur Zeit noch nicht genügend gut, um ihm die Zulassung als Revisor ertei- len zu können. Sie geht in ihren Erwägungen weder auf den seit der Ver- letzung der Unabhängigkeitsvorschriften vergangenen Zeitraum noch auf das zwischenzeitliche Wohlverhalten des Beschwerdeführers ein, obwohl beide Aspekte berechtigter Gegenstand einer vertieft en Prüfung wären. Ebenso wenig scheint sie schliesslich berücksichtigt und gewürdigt zu haben, dass der Beschwerdeführer die Verletzung der Unabhängigkeit s- vorschriften selbst beendete, indem er nach Inkrafttreten des revidie rten Revisionsrechts die Struktur seiner Firmen so anpasste, dass sie der a k- tuellen Gesetzeslage entsprechen. 5.2.3. Soweit die Vorinstanz vorbringt, der Beschwerdeführer könne unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt in das Revisorenregister aufg e- nommen werden, weil eine definitive Zulassungsverweigerung unverhält- nismässig wäre, so ist ihr in diesem Punkt zu folgen. Wie ausgeführt, hat sie jedoch im Hinblick auf eine eventuelle zukünftige Zulassung eine B-7967/2009 Seite 16 Prognose zu stellen und sich vor dem Hintergrund der begangenen Ver- fehlungen dazu zu äussern, inwiefern diese heute noch Auswirkungen auf die Tätigkeit des Beschwerdeführers haben und wie sie sich gegebene n- falls in Zukunft auf seine Gewähr auswirken. In diesem Zusammenhang hat sie – soweit möglich – Ausführungen dazu zu machen, mit welchem Zeithorizont der Beschwerdeführer bis zu einer aussichtsreichen erneuten Gesuchsprüfung zu rechnen hat, wenn er sich in der Zwischenzeit nichts zuschulden kommen lässt. Diesbezügliche Ausführungen der Vorinstanz fehlen in d er angefochtenen Verfügung und der Vernehmlassung gän z- lich. Der Beschwerdeführer bringt deshalb in seinen Rechtsschriften zu Recht vor, für ihn sei nicht ersichtlich, wann und unter welchen Umstä n- den und Voraussetzungen er in das Revisorenregister aufgenom men werden könne. 5.3. Aus dem Obenstehenden folgt, dass die Vorinstanz ihrer Prüf - und Begründungspflicht nicht nachgekommen ist. Sie hat in Bezug auf den beschwerdeführerischen Leumund lediglich die Tatsache gewürdigt, dass er bis Ende 2007 gegen die Unabhäng igkeitsvorschriften verstossen hat. Der angefochtenen Verfügung lässt sich allerdings nicht entnehmen, dass für den Zeitraum bis Ende 2007 auch andere leumundsrelevante Tats a- chen berücksichtigt und mit den vom Beschwerdeführer begangenen Ver- fehlungen abgewogen worden wären. Auch hat die Vorinstanz darauf ver- zichtet, den seit der Verletzung der Unabhängigkeitsvorschriften vergan- genen Zeitraum zu würdigen. Sie hat weder die Dauer seit den Verfe h- lungen noch das offenbare zwischenzeitliche Wohlverhalten des B e- schwerdeführers gewürdigt und hat es ausserdem unterlassen, eine Prognose anzustellen, indem sie sich nicht dazu äusserte, inwiefern sich die Verfehlungen des Beschwerdeführers noch heute und in näherer Z u- kunft auf seine Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung auswirken sollen. Schliesslich kann den vorinstanzlichen Ausführungen nicht en t- nommen werden, in welchem Zeithori zont der Beschwerdeführer gege- benenfalls mit einer erfolgsversprechenden erneuten Gesuchs prüfung rechnen kann. 6. Da die Vorinstanz das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers in seiner Ausprägung als Prüfungs - und Begründungspflicht verletzt hat, und es sich hierbei um formelle Ansprüche handelt, ist die angefochtene Verf ü- gung aufzuheben. B-7967/2009 Seite 17 6.1. Wird e ine Verfügung aufgehoben, ist gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG darüber zu befinden, ob das Bundesverwaltungsgericht in der Sache selbst entscheidet, oder ob es diese zu einem erneuten Entscheid an die Vorinstanz zurückweist. Sofern Abklärungen und Wertungen unterblieben sind, die für einen Entscheid in der Sache unabdingbar sind, wird die Rechtssache zu einem erneuten Entscheid an die Vorinstanz zurückg e- wiesen. Wenn der Rechtsmittelinstanz die gleiche Überprüfungsbefugnis wie der Vorinstanz zukommt und die entsch eiderheblichen Abklärungen gemacht worden sind, kann in der Sache entschieden werden, sofern dem Beschwerdeführer daraus kein Nacht eil erwächst (Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts B-5821/2009 vom 4. März 2010 E. 4.3 und 5). 6.2. Wie aufgezeigt, hat die Vorins tanz ihre Prüf ungs- und Begründungs- pflicht deshalb verletzt, weil sie weder alle den Beschwerdeführer betre f- fenden leumundsrelevanten Tatsachen gegeneinander abgewogen hat, noch auf den Zeitablauf seit den begangenen Verfehlungen eingegangen ist. Ebenso we nig hat sie eine Prognose zum beschwerdeführerischen Leumund angestellt und sich zu einem allfälligen Zeithorizont für eine eventuell erfolgsversprechende erneute Gesuchsprüfung geäussert. Da die Vorinstanz unter diesen Umständen für eine genügende Beurtei lung durch das Bundesverwaltungsgericht wichtige Tatsachen nicht berüc k- sichtigt, Erwägungen nicht gemacht und Wertungen nicht angestellt hat, ist ein Entscheid in der Sache nicht möglich. Die angefochtene Verfügung ist deshalb aufzuheben und zwecks Neubeurteilung an die Vorinstanz zu- rückzuweisen. Bei einem erneuten Entscheid hat sie insbesondere für den Beschwerdeführer positive Leumundsmerkmale zu berücksichtigen, den Zeitablauf seit den begangenen Verfehlungen in Betracht zu ziehen sowie eine Prognose im erwähnten Sinn anzustellen. 7. Soweit die Ausführungen des Beschwerdeführers zu seiner Fachpraxis betreffend kann offengelassen werden, wie es sich damit verh ält, zumal die Vorinstanz dieses Zulassungserfordernis unter Berufung darauf, dass die Härtefallklausel i.S.v. Art. 43 Abs. 6 RAG nur dann zur Anwendung ge- langen könne, wenn das Erbringen einwandfreier Revisionsdienstleistu n- gen nachgewiesen sei, aufgrund der beschwerdeführerischen Verfehlun- gen betreffend die Unabhängigkeitsvorschriften nicht materiell geprüft hat. Unter den gegebenen Umständen hat d ie Vorinstanz im oben genannten Sinn den Leumund des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung aller Tatsachen neu zu würdigen und je nach Ergebnis dieser Würdigung bzw. gegebenenfalls bei einem erneuten Gesuch um Eintra gung in das Rev i-B-7967/2009 Seite 18 sorenregister materiell zu prüfen, ob ihm der Nachweis der genügenden Fachpraxis gelingt und ob auf ihn unter den sich dannzumal präsenti e- renden Umständen die Härtefallklausel i.S.v. Art. 43 Abs. 6 RAG anwend- bar ist oder nicht. 8. Zusammengefasst ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheis- sen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und zur erneuten Le u- mundsprüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. 9. Vorliegend ist der Beschwerdeführer mit seinem Eventualantrag durchge- drungen, nicht aber mit seinem Hauptbegehren. Praxisgemäss gilt die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks ergänzender Abkl ä- rung in Bezug auf die Verfahrenskosten und die Parteientschädigung j e- doch als anspruchsbegründendes volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.1). Bei diesem Verfahrensausgang sind dem Beschwerdeführer demnach keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 6 3 Abs. 1 VwVG). Der von ihm am 4. Januar 2010 an das Bundesverwaltungsgericht geleis- tete Kostenvorschuss von Fr. 2'500.– ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils von der Gerichtskasse zurückzuerstatten. Die obsiegende Partei hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, sofern sie anwaltlich vertreten war oder notwendige, verhältnismässig hohe Kos- ten geltend machen kann (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 28. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der B e- schwerdeführer war nicht anwaltlich vertreten. Ob wohl er einen Antrag auf Parteientschädigung stellt, legt er nicht dar, inwiefern ihm notwendige, verhältnismässig hohe Kosten entstanden sind, weshalb ihm keine Pa r- teientschädigung zuzusprechen ist. B-7967/2009 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten werden konnte, teilweise gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Rechtssache an die Vorinstanz zu einem erneuten Entscheid im Sinn der Erwägungen zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom B eschwerdeführer am 4. Januar 2010 an das Bundesverwaltungsgericht geleistete Koste n- vorschuss in der Höhe von Fr. 2'500.‒ wird ihm nach Eintritt der Recht s- kraft des vorliegenden Urteils von der Gerichtskasse zurückerstattet. 3. Parteientschädigung wird keine zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattung s- formular) – die Vorinstanz ([…]; Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Ronald Flury Kaspar Luginbühl B-7967/2009 Seite 20 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 20. April 2011