Seite 1 Entscheid vom 25. Oktober 2013 (530 13 40) __________________________________________________ ___________________ Weiterbildungskosten Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Gerich tsschreiberin I. Wissler Parteien A., Beschwerdeführerin gegen Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 33 , 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin betreffend direkte Bundessteuer 2011 Seite 2 In E r w ä g u n g : - dass die Pflichtige mit Schreiben vom 5. August 2 013 gegen den Einsprache-Entscheid der Steuerverwaltung vom 17. Juli 2013 betreffend die V eranlagung direkte Bundessteuer 2011 vom 25. April 2013 mit dem Begehren, die geltend ge machten Kosten im Zusammenhang mit dem Praktikum seien zum Abzug zuzulassen, unter Wahrung von Frist und Form, Be- schwerde erhoben hat, - dass das Steuergericht gemäss Art. 140 des Bundes gesetzes über die direkte Bundessteu- er (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän- dig ist, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DB G vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemein desteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Februar 1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 2’000.-- nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt wer- den, und dass die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen er- füllt sind, weshalb ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten ist, - dass der Bund im Rahmen der direkten Bundessteuer gemäss Art. 1 lit. a DBG eine Ein- kommenssteuer von den natürlichen Personen erhebt, zu diesem Zweck das Reineinkom- men ermittelt wird, indem von den gesamten steuerbaren Einkünften die Aufwendungen und die allgemeinen Abzüge nach Art. 26-33 DBG abgezoge n werden (Art. 25 DBG), nach Art. 26 Abs. 1 lit. d DBG insbesondere "die mit dem Beru f zusammenhängenden Weiterbil- dungs- und Umschulungskosten" zum Abzug zugelassen werden, - dass nach der Verordnung des EFD über den Abzug v on Berufskosten der unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der direkten Bundessteuer (Ber ufskostenverordnung) Art. 8 die mit der gegenwärtigen Berufsausübung unmittelbar zusammenhä ngenden Weiterbildungs- und Umschulungskosten abziehbar sind, wobei eigentliche Ausbildungskosten nach Art. 34 lit. b DBG nicht abzugsfähig sind, - dass als "mit dem Beruf zusammenhängende Weiterbi ldungskosten" indessen nur solche Kosten abziehbar sind, die im Rahmen des bereits er lernten und ausgeübten Berufs anfal- len, nicht dagegen "Ausbildungskosten" für die erst malige Aufnahme einer Berufstätigkeit Seite 3 bzw. für einen neuen (oder zusätzlichen) Beruf sind, zur Anerkennung als abzugsfähige Weiterbildungskosten es aber nicht notwendig ist, dass de r Steuerpflichtige das Erwerbs- einkommen ohne die streitige Auslage überhaupt nicht hä tte erzielen können; vielmehr le- diglich darauf abzustellen ist, ob die Aufwendungen für die Erzielung des Einkommens nütz- lich sind und nach der Verkehrsauffassung im Rahmen des Ü blichen liegen, wobei dazu nicht nur Anstrengungen gehören, um den Stand bereits erworbener Fähigkeiten zu erhal- ten, sondern vor allem auch der Erwerb verbesserter Kennt nisse für die Ausübung des glei- chen Berufs zählt; abzugsfähig insbesondere Fortbildun gskosten zur Sicherung der bisheri- gen Stelle ohne im Wesentlichen zusätzliche Berufschancen sind, hingegen Auslagen für eine Fortbildung, die zum Aufstieg in eine eindeutig vom bisherigen Beruf zu unterscheiden- de höhere Berufsstellung (sog. Berufsaufstiegskosten) oder gar zum Umstieg in einen ande- ren Beruf dienen, keine Weiterbildungskosten darstellen , da sie nicht für eine Weiterbildung im Rahmen des bereits erlernten und ausgeübten Berufs, sondern letztlich für eine neue Ausbildung erbracht werden; es sich auch dann um Beruf saufstiegskosten handelt, wenn die absolvierte Ausbildung im Gegensatz zu einer blossen Aktualisierung und Vertiefung vorhandener Kenntnisse, zu wesentlichen Zusatzkenntnissen mit eigenem Wert führt und die Berufsaussichten deutlich verbessert werden (vgl. BGE 2C_28/2011 Urteil vom 15. No- vember 2011, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A. Zürich 2009, Art. 26 N 59ff.), - dass die Beschwerdeführerin in ihrer Einsprache aus geführt hat, sie habe im Juli/August 2011 ein Praktikum in einem Unternehmensberatungsbüro i n B. gemacht, was zur Vertie- fung ihrer Kenntnisse im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für die C. GmbH wo sie zur Zeit eine 40 % Anstellung mit Aussicht auf spätere Erhöhung des Pensums habe, gedient habe, der geschäftsführende Gesellschafter dieses Unternehmens d ieses Praktikum von ihr ver- langt habe, weshalb ihr für diese Zeit das Gehalt der C. weiter bezahlt worden sei, sie daher lediglich die Kosten für die Unterkunft, nicht jedoch diese für die Reise oder die Verpflegung zum Abzug geltend mache, - dass die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vorgebrac ht hat, es habe sich bei der Tä- tigkeit in D. um ein Praktikum, welches zum Ziele geha bt habe ihre Kenntnisse in der Ar- beitswelt zu verbessern (Weiterbildung) gehandelt, wob ei das Praktikum auf Anraten ihres Arbeitgebers, der C. GmbH erfolgt sei, dieses Praktikum u .a. auch dazu gedient habe, dass Seite 4 sie ihr Arbeitspensum sukzessive werde erhöhen können, wobe i ab 1. Januar 2014 ein Pensum von 50 % vorgesehen sei, gemäss bisheriger Praxi s es immer normal und üblich gewesen sei, dass weiterbildungsbezogene Unkosten vom Einkommen (Haupt- und Neben- erwerb) voll und ganz abgezogen werden könnten, - dass die Begründung der Beschwerdeführerin uneinheitl ich ist und diese darlegt, der Arbeit- geber habe dieses Praktikum einerseits verlangt und ande rerseits lediglich angeraten, das Praktikum einerseits zur Vertiefung der Kenntnisse mit i hrer Tätigkeit im elterlichen Betrieb gestanden habe und andererseits die Steuerverwaltung i n ihrer Vernehmlassung ausführt, die Beschwerdeführerin habe auf telefonische Anfrage hin mitgeteilt, das Praktikum habe im Zusammenhang mit dem Psychologiestudium gestanden, - dass aufgrund dieser widersprüchlichen Angaben unklar bl eibt wozu dieses Praktikum nun eigentlich gedient hat, - dass es nicht unwesentlich ist, ob der Arbeitgeber ein e Weiterbildung lediglich anrät oder aber verlangt, wobei dieser bei letzterer Variante re gelmässig auch für die Kosten auf- kommt, welche dann wiederum in der Geschäftsbuchhaltung unter der Rubrik „Aus- und Weiterbildung Personal“ figurieren und als Aufwand a bgezogen werden können, in vorlie- gendem Fall keinerlei Bestätigungen des Arbeitgebers vo rliegen, welche darauf hinweisen, dass das Absolvieren des Praktikums unerlässlich oder jedenfa lls empfehlenswert gewesen sein soll, - dass an der Verhandlung des Steuergerichts auf die Fra ge, an den Vertreter der Beschwer- deführerin, welcher zugleich ihr Vater und Arbeitgeber ist, wer die Hotelkosten tatsächlich bezahlt habe, letzterer geantwortet hat, dass die Fir ma nichts vergütet habe, der Vater der Tochter hingegen das Geld für die Hotelkosten wieder zurückerstattet habe, - dass die Tochter hingegen keine Weiterbildungskosten ab ziehen kann für ein Praktikum, für deren Kosten sie gar nicht selbst aufgekommen ist, Weiterb ildungskosten hingegen als Ge- winnungskosten tatsächlich angefallen sein und auch von der Beschwerdeführerin selbst hätten getragen werden müssen, die Kosten demzufolge ni cht bei der Beschwerdeführerin zu Buche schlagen, weshalb ein Abzug in einem solchen Fall nicht möglich ist, Seite 5 - dass auf die Frage an den Vertreter der Beschwerdefü hrerin, ob die Beschwerdeführerin eine kaufmännische Ausbildung absolviert habe, der Ver treter diese Frage verneint hat und zudem ausgeführt hat, dass die Tochter nach Abschluss der Matur direkt angefangen habe zu studieren, - dass demzufolge die Beschwerdeführerin ihre beruflich e Ausbildung noch nicht abgeschlos- sen hat, weshalb es sich bei den Kosten für das Praktikum p er se nicht um "mit dem Beruf zusammenhängende Weiterbildungskosten", die im Rahmen de s bereits erlernten und aus- geübten Berufs anfallen, handeln kann, - dass sich aus diesen Gründen die Beschwerde als unbegrün det erweist und abzuweisen ist, - dass der Beschwerdeführerin ausgangsgemäss Verfahrenskoste n in Höhe von Fr. 400.-- aufzuerlegen sind (Art. 144 Abs. 1 DBG), - dass eine Parteientschädigung weder geltend gemacht worden ist, noch aufgrund des Ver- fahrensausgangs ausgerichtet werden kann (Art. 144 Abs. 4 DBG), Seite 6 Demgemäss w i r d e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführerin werden gemäss Art. 144 Abs. 1 DBG die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- (inkl. Auslagen von pauschal F r. 100.--) auferlegt, welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Mitteilung an die Beschwerdeführerin (1), die ei dgenössische Steuerverwaltung, Bern (1) und die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (3). Steuergerichtspräsident: C. Baader Gerichtsschreiberin: I. Wissler