A bteilung IV D -6840/2006 law /bah {T 0/2} U rteil vom 11. M ai 2007 M itw irkung:R ichter W alter Lang, R ichterin N ina Spälti G iannakitsas, R ichter D aniel Schm id G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren _______, Türkei, vertreten durch R echtsanw alt Peter Frei, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 20. N ovem ber 2003 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein ethnischer Kurde alevitischen G laubens m it letztem W ohnsitz in _______ (Provinz Adiyam an), verliess gem äss eigenen Angaben am 15. M ai 2003 die Türkei und gelangte am 21. M ai 2003 in die Schw eiz, w o er gleichentags um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Em pfangsstellenbefragung, w el- che in _______ stattfand, sagte der Beschw erdeführer aus, die Kurden lebten ständig unter D ruck der türkischen Arm ee. D a sie Kurden seien, w ürden sie Freunden, die in den Bergen lebten, N ahrungsm ittel geben. Er habe den Käm pfern der H AD EP seit dem Jahre 1989 zu Essen gegeben. Seit dem Jahre 1995 habe er Schw ierigkeiten m it der Arm ee; die Soldaten seien zu ihm nach H ause gekom m en und hätten ihm gesagt, er solle die G uerilla nicht unterstützen. D ie Soldaten seien einm al m onatlich gekom m en, w obei er auch geschlagen w orden sei. Letztm als sei er im N ovem ber 2002 geschlagen w orden. D ie Soldaten hätten ihn zudem aufge- sucht, um Auskunft über den Aufenthaltsort seiner C ousins, w elche 1989 in die Schw eiz gekom m en seien, zu erhalten. Als er am 1. M ai 2003 an der Veranstal- tung in Adiyam an teilgenom m en habe, sei er von Polizisten geschlagen w orden. Am 1. Juli 2003 w urde der Beschw erdeführer vom _______ angehört. D abei m achte er im W esentlichen geltend, er sei in der Türkei im m er als Bürger zw eiter Klasse behandelt w orden, da er Kurde alevitischen G laubens sei. Im Jahre 1989 seien m ehrere seiner C ousins in die Schw eiz geflohen. Seither sei er ständig von den Behörden nach diesen gefragt und unter D ruck gesetzt w orden. Jahrelang habe er die G uerillas m it Lebensm ittel unterstützt und desw egen Problem e m it dem M ilitär gehabt. Er sei oft geschlagen und gefoltert w orden. Im m er w ieder sei er aufgefordert w orden, die G uerillas nicht m ehr zu unterstützen. D ie Soldaten hätten ihn m itgenom m en, dam it er ihnen zeige, w o sich die G uerillas aufhielten; er habe ihnen aber keine Inform ationen gegeben. Im Jahre 1995 sei er bis zur Bew usstlosigkeit geschlagen w orden. Seit 1997 habe er Kontakt zur H AD EP. Er sei an der Teilnahm e an den W ahlen vom 3. N ovem ber 2002 gehindert w orden. Anlässlich der 1.-M aidem onstration 2003 in Adiyam an, w o er ein Transparent getragen habe, sei er von Sicherheitskräften geschlagen w orden und m an habe seinen N am en notiert. Aufgrund dieser Vorfälle habe er am 15. M ai 2003 sein H eim atland verlassen und sei in die Schw eiz gereist. Erst nach seiner Ausreise habe er erfahren, dass er von den türkischen Behörden gesucht w erde. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. Im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens reichte der Beschw erdeführer Briefe seiner Ehefrau und seines Bruders, eine Bestätigung des M uhtars von _______ und einen ärztlichen Bericht des _______ Kantonsspitals vom 25. Juni 2003 betreffend seiner gesundheitlichen Problem e zu den Akten. Auf Aufforderung durch das Bundesam t hin reichte er w eitere Arztberichte vom 2., 8. sow ie 25. August und 25. Septem ber 2003 zu den Akten. D as Bundesam t führte am 17. N ovem ber 2003 eine ergänzende Befragung des Beschw erdeführers durch. Er sagte aus, er w erde von der türkischen Arm ee ge- sucht, w eil er Freunde, die bei der PKK seien, unterstützt habe. M an habe seinen 3 Bruder und seine Ehefrau unter D ruck gesetzt. Er sei von der Arm ee seit dem Jah- re 1989 unter D ruck gesetzt w orden. D ie Soldaten hätten im Jahre 1995 seine Frau m it einer ihrer C ousinen verw echselt und sie geschlagen, obw ohl sie schw an- ger gew esen sei. D as Kind sei von G eburt an behindert gew esen. M an habe sei- nen H und erschossen und seine Ernte verw üstet. An der 1.-M aikundgebung des Jahres 2003 habe er ein Transparent m it sich getragen. D ie Polizisten hätten ihn festgehalten und geschlagen, w orauf er das Bew usstsein verloren habe. Er leide unter D iabetes und unter psychischen Schw ierigkeiten; er sei erstm als in der Schw eiz m edizinisch gut versorgt w orden. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. B. M it Verfügung vom 20. N ovem ber 2003 - eröffnet am 21. N ovem ber 2003 - stellte das Bundesam t fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung des Be- schw erdeführers aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug an. D as Bundesam t führte in der angefochtenen Verfügung aus, der Beschw erdeführer habe anlässlich der verschiedenen Befragungen w idersprüchliche Angaben zur U nterstützung der G uerilla und der angeblichen Behelligung durch die türkischen Behörden gem acht. Es sei angesichts der realen G egebenheiten in der Türkei nahezu ausgeschlos- sen, dass die türkischen Behörden von seiner angeblichen U nterstützung der PKK seit 1995 gew usst, ihn jedoch nie festgenom m en, befragt oder gar angeklagt hät- ten. D as vom Beschw erdeführer geschilderte Vorgehen des türkischen M ilitärs sei nicht plausibel. Er habe auch nicht nachvollziehbar darzulegen verm ocht, w eshalb die Behörden seit seiner Ausreise täglich bei ihm zu H ause vorbeikäm en und seine Ehefrau und seinen Bruder nach seinem Verbleib befragten. D er Beschw erdefüh- rer habe zur Stützung seiner Asylvorbringen lediglich drei handschriftliche Briefe beigebracht, w elche naturgem äss keine Bew eiskraft entfalten könnten. Am tliche D okum ente, die seine Angaben bestätigten, habe er trotz Aufforderung nicht ein- gereicht, obw ohl er angegeben habe, m ehrere seiner Kollegen seien anlässlich der D em onstration vom 1. M ai 2003 von der Polizei m itgenom m en w orden. Schliess- lich sei auch die angebliche R eflexverfolgung w egen seiner C ousins, w elche be- reits 1989 aus der Türkei geflohen seien, nicht glaubhaft. W eder er noch seine Ehefrau seien je auf den Posten m itgenom m en, einvernom m en oder gar inhaftiert w orden. D ie geltend gem achte R eflexverfolgung sei nicht glaubhaft. D ie allgem ei- ne Situation der kurdischen Bevölkerung führe nach gefestigter Praxis nicht zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft. W as den geschilderten Vorfall aus dem Jahre 1995 betreffe, bei dem der Beschw erdeführer und seine Ehefrau schw er ge- schlagen w orden seien, liege dieser zu w eit zurück, als dass er noch als fluchtaus- lösender Anlass bezeichnet w erden könne. Es bestünden keine Anhaltspunkte da- für, dass der Beschw erdeführer seither ernsthafte N achteile erlitten hätte oder ihm solche gedroht hätten. Aufgrund fehlender Festnahm en, Anklagen oder Verurtei- lungen in all diesen Jahren seien auch im heutigen Zeitpunkt keine Verfolgungsab- sichten der türkischen Behörden erkennbar. D er U m stand, w onach er Sym pathi- sant oder M itglied der H AD EP/D EH AP gew esen sei, genüge nicht, um eine be- gründete Furcht anzuerkennen. Er sei nicht in exponierter Stellung für diese Partei tätig gew esen und auch die Tatsache, w onach die H AD EP verboten w orden sei, führe nicht dazu, dass die bisherigen Parteim itglieder unbesehen ihrer Stellung verfolgt w ürden. D er Beschw erdeführer könne sich zudem allfälligen zukünftigen 4 behördlichen D ruckausübungen durch W egzug in einen anderen Teil der Türkei entziehen und sei auch aus diesem G rund nicht auf den Schutz der Schw eiz angew iesen. C . M it Eingabe vom 19. D ezem ber 2003 an die Schw eizerische Asylrekurskom m issi- on (AR K) liess der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die G ew ährung von Asyl infolge Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und eventualiter die Feststellung der U nzulässigkeit und U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges beantragen. W eiter sei ihm die unent- geltliche Prozessführung zu bew illigen und es sei ihm der unterzeichnende R echtsanw alt als unentgeltlicher R echtsbeistand beizuordnen. Als Bew eism ittel reichte der Beschw erdeführer einen H aftbefehl vom 24. Septem ber 2003, vier R e- ferenzschreiben, einen Auszug aus dem "British M edical Journal" vom 9. Februar 2002 und eine Bestätigung seiner Fürsorgeabhängigkeit ein. Auf die Begründung der Beschw erdeanträge w ird, sow eit für den Entscheid w esentlich, in den Erw ä- gungen eingegangen. D . M it Zw ischenverfügung vom 7. Januar 2004 forderte der Instruktionsrichter der AR K den Beschw erdeführer auf, einen aktuellen Arztbericht, eine Erklärung über die Entbindung von der ärztlichen Schw eigepflicht aller ihn behandelnden Ärzte, Vollm achten von _______ bezüglich Einsichtnahm e in deren Asylakten sow ie das O riginal des bisher lediglich in Kopie eingereichten H aftbefehls des Staatssicherheitsgerichts M alatya einzureichen. Für die Beurteilung der w eiteren Beschw erdeanträge w urde auf einen späteren Zeitpunkt verw iesen und auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses w urde vorerst verzichtet. E. M it Eingabe vom 21. Januar 2004 reichte der R echtsvertreter einen aktuellen Be- richt der psychiatrischen Klinik _______ vom 16. Januar 2004, das O riginal des H aftbefehls vom 24. Septem ber 2003 sow ie die verlangten Vollm achten zu den Akten. F. M it Zw ischenverfügung vom 26. Januar 2004 hiess der Instruktionsrichter der AR K das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. D as G e- such um Beiordnung eines unentgeltlichen R echtsbeistandes w urde abgew iesen. G . D ie Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 10. Februar 2004 die Ab- w eisung der Beschw erde. H . D er Beschw erdeführer hielt in seiner Stellungnahm e vom 25. Februar 2004 an sei- nen Anträgen fest. I. M it Schreiben vom 5. M ärz 2004 überm ittelte der Beschw erdeführer einen Arztbe- richt der Psychiatrischen Klinik _______ vom 3. M ärz 2004. Am 13. Juli 2004 reichte er einen Kurzaustrittsbericht der Psychiatrischen Klinik _______ vom 29. Juni 2004 ein. Einem Schreiben vom 12. N ovem ber 2004 legte er einen Austrittsbericht des _______ Kantonsspitals vom 8. O ktober 2004 bei. Am 12. M ai 2005 gab er einen Kurzaustrittsbericht des _______ Kantonsspitals vom 19. April 2005 zu den Akten.5 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist ein- zutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D er R echtsvertreter m acht in seiner Beschw erde im W esentlichen geltend, der Be- schw erdeführer sei nach Erhalt der vorinstanzlichen Verfügung schw er erkrankt 6 und habe sich in stationäre psychiatrische Behandlung begeben m üssen. D er zuständige Arzt habe erklärt, er dürfe die Klinik nur in Begleitung verlassen, da von einer hohen Suizidgefahr auszugehen sei. Anlässlich des Instruktionsgesprächs habe sich hinsichtlich seines G esundheitszustandes ein desolates Bild ergeben; der Beschw erdeführer sei nicht in der Lage gew esen, zusam m enhängend zu sprechen und habe auch seinen Lebenslauf nicht chronologisch schildern können. Es sei zu bem ängeln, dass die Vorinstanz die Verfahrensakten der in der Schw eiz lebenden Angehörigen des Beschw erdeführers nicht beigezogen habe, da Einiges auf eine Fam ilienverfolgung hindeute. Bei der Beurteilung der G laubhaftigkeit der Aussagen des Beschw erdeführers sei zu berücksichtigen, dass es sich bei ihm m it grosser W ahrscheinlichkeit um ein Folteropfer handle. D afür spreche auch sein nicht im m er nachvollziehbares Aussageverhalten im erstinstanzlichen Verfahren. So sei er zum Beispiel bei der ergänzenden Befragung durch das Bundesam t in Tränen ausgebrochen und habe auf die gestellten Fragen in zusam m enhangloser W eise geantw ortet. Fragen, die sich auf die erlittenen Behelligungen durch die Sicherheitskräfte bezögen, könne er nur einsilbig beantw orten. D er Beschw erdeführer habe w ährend seines Aufenthalts in der Schw eiz m ehrm als hospitalisiert w erden m üssen und in den eingereichten Arztberichten seien - neben der D iabetes m ellitus - eine posttraum atische Belastungsstörung und schw er w iegende psychische Problem e diagnostiziert w orden. D ie gestellte D iagnose sei häufig als Ergebnis schw erer Folterungen zu beobachten. Berücksichtige m an die einschlägige Fachliteratur zum Them a Folterfolgen, scheine es typisch zu sein, dass sich m anche O pfer nicht oder in w idersprüchlicher Art an die im Zusam m enhang m it den erlittenen M isshandlungen stehenden Ereignisse zu erinnern verm öchten. Angesichts der vom Beschw erdeführer gegebenen H inw eise, w äre die Vorinstanz gehalten gew esen, eine fachärztliche Begutachtung anzuordnen. D a er aus einer ländlichen Kultur stam m e, könnten keine hohen Anforderungen an die D ifferenziertheit seiner Angaben gestellt w erden. Aufgrund der Aktenlage erscheine unw ahrscheinlich, dass er die Türkei aus ökonom ischen G ründen verlassen habe. Seine teilw eise w idersprüchlichen Aussagen liessen darauf schliessen, dass er sich an einzelne Ereignisse erinnere, diese aber in zeitlicher und örtlicher H insicht verm ische. Es unterliege keinem Zw eifel, dass er sich über Jahre für die kurdische O ppositionsbew egung eingesetzt habe, zum al er aus einer politisch aktiven Fam ilie stam m e. Es könne durchaus m öglich sein, dass die gegen ihn erhobenen Bew eise bis zu seiner Ausreise nicht für eine Anklage ausgereicht hätten; zudem sei das Verhalten der türkischen Sicherheitsbehörden oftm als w illkürlich. Es sei nachvollziehbar, dass die Behörden ihn unter Beobachtung gehalten, indessen auf die Einleitung eines Strafverfahrens verzichtet hätten. Es könne ihm angesichts seines G esundheitszustandes nicht als Verletzung der M itw irkungspflicht ausgelegt w erden, dass er den Suchbefehl nicht unverzüglich beigebracht habe, w as um so m ehr gelte, als er im Som m er 2003 ein Schreiben des D orfvorstehers zu den Akten gereicht habe, in dem eine behördliche Suche bestätigt w orden sei. D er nunm ehr eingereichte H aftbefehl bestätige die vom Beschw erdeführer geltend gem achte behördliche Suche nach ihm . Es sei nochm als zu betonen, dass die Vorinstanz die von ihm erlittene Folter nicht berücksichtigt habe. Es sei davon auszugehen, dass er im Jahre 1995 O pfer schw er w iegender M enschenrechtsverletzungen gew orden sei, die sein Leben derart verändert hätten, dass triftige G ründe im Sinne von Art. 1C Ziff. 5 und 6 des 7 Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge (FK; SR 0.142.30) vorlägen, die seine R ückkehr in die Türkei ausschlössen. Es sei zu unterstreichen, dass entgegen der Interpretation der Vorinstanz sehr w ohl Angehörige von ihm vor seiner Ausreise unter D ruck gesetzt w orden seien. Er habe die Verfolgungsm assnahm en gegen seine Ehefrau geschildert und auf die Behelligungen seiner C ousins und C ousinen hingew iesen. D ass er unter R eflexverfolgung gelitten habe, ergebe sich auch aus den R eferenzschreiben von _______ (ehem alige Vorstandsm itglieder der H AD EP von _______) und seiner C ousins _______ D ie Vorinstanz verkenne die Bedeutung der vom Beschw erdeführer geltend gem achten Ü bergriffe türkischer Arm eeangehöriger. D iese hätten sich w iederholt, w as dazu beigetragen habe, dass er nicht genesen sei. D ie ständigen Behelligungen hätten die depressiven Vorstellungen verstärkt. D ie von ihm geschilderten Ü bergriffe überschritten das durchschnittliche M ass dessen, w as die kurdische Bevölkerung in Südostanatolien zu erdulden habe. D ie aktuelle behördliche Suche lasse auf das Bestehen einer begründeten Furcht vor künftiger Verfolgung schliessen. D ass gegen ihn eine Strafuntersuchung geführt w erde, m ache ihn w eiterhin zum Spielball der Sicherheitskräfte, w as bereits zu einem unerträglichen psychischen D ruck geführt habe, der ihn zum Verlassen der Türkei veranlasst habe. Es sei davon auszugehen, dass er polizeilich registriert sei, w eshalb er bereits bei der Einreise m it Verhaftung zu rechnen habe. D ie Vorinstanz habe den fam iliären H intergrund des Beschw erdeführers zu w enig berücksichtigt, obw ohl diesem Fluchtgrund zentrale Bedeutung zukom m e. Im Fall einer zw angsw eisen R ückkehr w ürde er von den türkischen Behörden verdächtigt w erden, sich der G uerilla angeschlossen zu haben, w as zu längerer Inhaftierung und Folter führen könne. D er Beschw erdeführer habe asylrelevante N achteile erlitten und begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung. 4.2 D ie Vorinstanz führte in ihrer Vernehm lassung aus, beim eingereichten Abw esen- heitshaftbefehl vom 24. Septem ber 2003 handle es sich um eine Totalfälschung, da dieses D okum ent verschiedene Angaben enthalte, w elche nicht m it authenti- schen Schriftstücken aus der Türkei übereinstim m ten. D ie vom Beschw erdeführer eingereichten Schreiben stünden teilw eise im W iderspruch zu seinen Aussagen und m üssten insgesam t als G efälligkeitsschreiben ohne Bew eischarakter bezeich- net w erden. 4.3 D er R echtsvertreter entgegnet in seiner R eplik, bezüglich des eingereichten H aft- befehls sei festzustellen, dass dieser von den Angehörigen des Beschw erdefüh- rers beschafft w orden sei; ein allfälliger Fälschungsvorw urf könne dem Beschw er- deführer deshalb nicht zur Last gelegt w erden. _______ stelle nur ausnahm sw eise R eferenzschreiben aus, w eshalb der Vorw urf, es handle sich um ein G efälligkeits- schreiben, zw eifelhaft sei. Als früherer Vorsitzender der H AD EP-Sektion von _______ habe er zahlreiche Kontakte zu vielen engagierten Fam ilien gehabt. M öglicherw eise habe er sich im vorliegenden Fall bezüglich der U ntersuchungshaft geirrt. U ngeachtet dessen sei davon auszugehen, dass das Engagem ent des Be- schw erdeführers für die H AD EP dam it belegt w erde. 5. 5.1 G rundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gem acht, w enn sie genügend subs-8 tanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich nicht in vagen Schil- derungen erschöpfen, in w esentlichen Punkten nicht w idersprüchlich sein, der in- neren Logik entbehren oder den Tatsachen oder der allgem einen Erfahrung w ider- sprechen. D arüber hinaus m uss der G esuchsteller persönlich glaubw ürdig erschei- nen, w as insbesondere dann nicht der Fall ist, w enn er w ichtige Tatsachen unter- drückt oder bew usst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen aus- w echselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die nötige M itw irkung am Verfahren verw eigert. G laubhaftm achung bedeutet ferner - im G egensatz zum strikten Bew eis - ein reduziertes Bew eism ass und lässt durchaus R aum für gew is- se Einw ände und Zw eifel an den Vorbringen des G esuchstellers. Entscheidend ist, ob die G ründe, w elche für die R ichtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überw iegen oder nicht. D abei ist auf eine objektivierte Sichtw eise abzustellen (vgl. Art. 7 AsylG ; Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurs- kom m ission [EM AR K] 1996 N r. 27 S. 263 f. Erw . 3c.aa; N r. 28 S. 270 Erw . 3a). 5.2 D er Beschw erdeführer m acht geltend, er habe m ehrere Jahre lang G uerilla-Käm p- fer m it N ahrungsm itteln unterstützt, sei im m er w ieder geschlagen w orden und w er- de heute deshalb in der Türkei m ittels H aftbefehl gesucht. An der Em pfangsstelle erklärte er in diesem Zusam m enhang, er habe seit 1989 bis zu seiner Ausreise die Käm pfer der H AD EP unterstützt und deshalb ab 1995 Problem e m it dem M ilitär gehabt. Im m er w ieder seien ihm auch Aktivitäten seiner C ousins, w elche im Jahre 1989 in die Schw eiz geflohen seien, vorgehalten w orden. Auf die Frage, w eshalb das M ilitär ihn erst ab 1995, d.h. erst über sechs Jahre nach der Ausreise seiner C ousins, behelligt habe, erklärte er, er sei seit seiner Kindheit vom M ilitär unter- drückt w orden, im Jahre 1995 habe sich die Situation jedoch verschärft (vgl. Akte A1 S. 4). An der kantonalen Befragung sow ie an der Bundesanhörung sprach der Beschw erdeführer jedoch w idersprüchlich davon, die G uerillas ab 1995 unterstützt zu haben (vgl. Akten A6 S. 9; A16 S. 3). Auf Vorhalt dieser Aussagen erklärte er lediglich, m an habe ihn da w ohl m issverstanden oder der D olm etscher habe falsch übersetzt. D as M ilitär habe ihn seit 1989 unterdrückt und seit 1995 habe er die G uerillas unterstützt (vgl. Akte A6 S. 18). N ebst diesen w idersprüchlichen Anga- ben erscheinen seine Vorbringen jedoch auch aus einem anderen G rund zw eifel- haft. W ie das Bundesam t zu R echt festgestellt hat, erscheint es nicht nachvollzieh- bar, dass das M ilitär von den H ilfestellungen des Beschw erdeführers für die PKK seit dem Jahre 1995 gew usst, ihn zw ar behelligt aber nie festgenom m en oder ver- hört habe. D ies erscheint um so zw eifelhafter, als er selber angab, bereits vorher w egen angeblicher Tätigkeiten seiner C ousins behelligt w orden zu sein. W eshalb die Behörden nach Kenntnisnahm e seiner eigenen H ilfeleistungen an die PKK nicht m assiver eingeschritten sind, ist nicht nachvollziehbar. Seine Schilderungen bezüglich seiner H ilfeleistungen an die PKK und die jahrelangen Behelligungen durch das M ilitär können nicht geglaubt w erden. Im Ü brigen w iderspricht sich der Beschw erdeführer auch in seinen Äusserungen bezüglich seiner Parteizugehörig- keit. An der kantonalen Befragung erklärte er, seit 1997 ein registriertes M itglied der H AD EP zu sein, jedoch nie einen Parteiausw eis besessen zu haben (vgl. Akte A6 S. 9). In der Beschw erdeeingabe w ird der Beschw erdeführer jedoch als enger Sym pathisant bezeichnet (vgl. Beschw erde S. 16). 5.3 Als w eiteren G rund für seine Flucht aus der Türkei schilderte der Beschw erdefüh- rer seine Teilnahm e an der D em onstration vom 1. M ai 2003 in _______, w o er ein 9 Transparent getragen habe und deshalb von Polizisten zusam m engeschlagen w orden sei. Einige seiner Kollegen seien sogar verhaftet w orden. W enige Tage nach diesem Vorfall sei er ausgereist; heute w erde er in seinem H eim atland per H aftbefehl von den türkischen Behörden gesucht. D iese angebliche Suche kann jedoch nicht geglaubt w erden, ist der Beschw erdeführer doch jahrelang w eder m itgenom m en noch befragt w orden. W eshalb nun ausgerechnet seine Teilnahm e an einer D em onstration Anlass für die gem äss Ausführungen seiner Ehefrau tägliche Suche nach ihm sein soll, ist nicht nachvollziehbar (vgl. das bei den Akten liegende Schreiben der Ehefrau). D ies gilt um so m ehr, als er selber angab, nach der D em onstration noch zw ei W ochen lang unbehelligt im D orf gelebt zu haben (vgl. Akte A6 S. 14). Insgesam t sind seine Schilderungen zur D em onstrationsteilnahm e knapp, vage und in verschiedenen Punkten unglaubhaft. So ist beispielsw eise nicht plausibel, dass die Polizei ihn zusam m engeschlagen, seinen N am en notiert, ihm die Identitätskarte abgenom m en und ihn habe gehen lassen, obw ohl m ehrere seiner Kollegen auf den Polizeiposten m itgenom m en w orden seien. Ebenfalls unglaubhaft ist der U m stand, er sei den Behörden bekannt gew esen und habe unter ständiger Beobachtung gestanden, das H erausbekom m en seiner eingezogenen Identitätskarte sei dann jedoch problem los m öglich gew esen (vgl. Akte A6 S. 12 bis 15). 5.4 Schliesslich gab der Beschw erdeführer anlässlich der kantonalen Befragung vom 1. Juli 2003 an, es existiere in der Türkei ein gerichtlicher Suchbefehl, w elchen er erhalten und nachreichen w erde. Als Beilage zur Beschw erdeeingabe reichte der R echtsvertreter zunächst lediglich eine Kopie, später das O riginal eines Suchbe- fehls des Staatssicherheitsgerichts M alatya nach. D as Bundesam t unterzog dieses D okum ent im R ahm en der Vernehm lassung einer D okum entenanalyse und kam zum Schluss, es handle sich dabei um eine Totalfälschung. Es stellte fest, das Schriftstück enthalte verschiedene Angaben, w elche form al und inhaltlich nicht m it authentischen türkischen G erichtsdokum enten übereinstim m ten, respektive m it dem tatsächlichen Ablauf von türkischen Verfahren nicht vereinbar seien. Eben- falls gegen die Echtheit dieses D okum entes spricht das darauf versehene Ausstel- lungsdatum . D er Beschw erdeführer konnte anlässlich der kantonalen Befragung vom 1. Juli 2003 keine Kenntnis über die Ausstellung eines Suchbefehls m it D atum vom 24. Septem ber 2003 haben, w eshalb auch seine Aussage, w onach der Such- befehl unterw egs sei, nicht stim m t (vgl. Akte A6 S. 17). Entgegen der in der R eplik vertretenen Ansicht ist davon auszugehen, der Beschw erdeführer habe die Fäl- schung dieses D okum entes in Auftrag gegeben, w eshalb seine persönliche G laub- w ürdigkeit stark beeinträchtigt ist (vgl. R eplik vom 25. Februar 2004 S. 2). 5.5 Auf Beschw erdeebene reichte der Beschw erdeführer w eitere Bestätigungsschrei- ben ein. D as R eferenzschreiben von _______, eines früheren Vorstandsm itgliedes der H AD EP-Sektion _______, enthält jedoch w idersprüchliche Angaben zu den Aussagen des Beschw erdeführers. D arin w ird erklärt, der Beschw erdeführer sei von der Polizei und dem M ilitär w egen seiner Parteiaktivitäten m ehrm als in U ntersuchungshaft genom m en w orden. D em gegenüber erklärte der Beschw erdeführer an der Bundesanhörung, er sei nie festgenom m en, angeklagt oder verurteilt w orden (vgl. Akte A16 S. 5). D ie Erklärung des Beschw erdeführers, _______ könnte sich hinsichtlich der von ihm bestätigten Inhaftierungen getäuscht haben, verm ag nicht zu überzeugen. Auch m it den w eiteren eingereichten 10 R eferenzschreiben kann die vom Beschw erdeführer geltend gem achte Verfolgung nicht belegt w erden: _______ führt in seinem Schreiben aus, der Beschw erdeführer sei politisch tätig gew esen, äussert sich indessen nicht zu allfälligen Schw ierigkeiten, die dam it verbunden gew esen w ären. D ie Schreiben der beiden Verw andten des Beschw erdeführers (...) verm ögen ebenso w enig konkret Aufschluss über die geltend gem achte Verfolgung zu geben, da die Verfasser der Schreiben die Türkei in den Jahren 1989 beziehungsw eise 1990 verliessen und som it nicht aus eigenem W issen bestätigen können, w as sich in der Türkei danach tatsächlich zugetragen hat. 5.6 D er Beschw erdeführer reichte im R ahm en des Asylverfahrens m ehrere ärztliche Berichte zu den Akten, in denen auch psychische Erkrankungen diagnostiziert w ur- den (D epressionen, posttraum atische Belastungsstörung). D ie eingereichten Arzt- berichte sind indessen nicht geeignet, die vom Beschw erdeführer geschilderte Verfolgung, die ihm im Zeitpunkt der Ausreise gedroht habe, glaubhaft erscheinen zu lassen, zum al m ehrere U m stände für seine psychische Erkrankung verantw ort- lich sein dürften und die Angaben, die er gegenüber den behandelnden Ärzten m achte, teilw eise nicht m it den anlässlich der Befragungen gem achten Aussagen in Ü bereinstim m ung stehen. Eine psychiatrische Begutachtung des Beschw erde- führers erscheint aufgrund der gesam ten Aktenlage als nicht angezeigt, da an der psychischen Erkrankung des Beschw erdeführers nicht gezw eifelt w ird und deren U rsachen letztlich auch von einem G utachter nicht zw eifelsfrei eruiert w erden kön- nen. D ie rechtliche W ürdigung des Sachverhalts kann und darf ein G utachter dem urteilenden G ericht ohnehin nicht abnehm en (vgl. EM AR K 1999 N r. 5 E. 4f S. 30 f.). D er Antrag auf psychiatrische Begutachtung des Beschw erdeführers ist des- halb abzuw eisen. 5.7 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers zu den N achstellungen seitens des M ilitärs, der D em onstrationsteilnahm e im M ai 2003 sow ie der angeblichen Suche durch die türkischen Behörden m ittels Suchbe- fehl den Anforderungen an die G laubhaftm achung nicht standhalten. D ie G laubhaf- tigkeit des geltend gem achten Vorfalls aus dem Jahre 1995 kann offen gelassen w erden, da allfällige zu diesem Zeitpunkt erlittene Benachteiligungen aufgrund des bis zur Ausreise verstrichenen Zeitablaufs asylrechtlich nicht relevant w ären. W as die fehlende Asylrelevanz sich allfälliger effektiv zugetragener Behelligungen be- trifft, kann auf die vollständigen und richtigen Ausführungen in der vorinstanzlichen Verfügung verw iesen w erden (vgl. Beschw erde Ziff. 2 S. 5 f.). In Bezug auf die al- lenfalls im Jahre 1995 vorgefallenen Ereignisse kann auch nicht w ie geltend ge- m acht von zw ingenden G ründen im Sinne von Art. 1C Ziffn. 5 und 6 der FK ausge- gangen w erden, zum al die Anw endung der entsprechenden N orm das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft im Zeitpunkt der Ausreise bedingt, w as vorliegend nicht der Fall ist. 5.8 Aufgrund der Aktenlage kann davon ausgegangen w erden, dass der Beschw erde- führer aus einer Fam ilie m it politischem H intergrund stam m t, die einem gew issen behördlichen D ruck ausgesetzt sein dürfte. D ieser D ruck w ar indessen - w ie oben aufgezeigt - nicht intensiv genug, um von einer R eflexverfolgung des Be- schw erdeführers ausgehen zu können; die vom ihm geltend gem achte Verfolgung durch die türkischen Behörden w urde nicht glaubhaft gem acht. In diesem Zusam - m enhang ist festzuhalten, dass zahlreiche Verw andte des Beschw erdeführers, of-11 fenbar ohne ernsthaften Behelligungen ausgesetzt zu sein, in der Türkei leben. D er Beschw erdeführer m achte nicht geltend, m it den bereits im Jahre 1989 in die Schw eiz geflohenen C ousins gem einsam politische Aktivitäten ausgeübt zu haben, so dass in antizipierter Bew eisw ürdigung nicht davon ausgegangen w erden kann, den entsprechenden Akten liessen sich H inw eise auf eine ihm w egen seiner Verw andtschaft drohende G efährdung entnehm en. D er in der Beschw erde gestellte Antrag, die Asylakten seiner in der Schw eiz lebenden Verw andten seien beizuziehen, ist vor diesem H intergrund abzuw eisen. 5.9 D em Beschw erdeführer ist es dem nach nicht gelungen, nachzuw eisen oder glaub- haft zu m achen, dass er im Zeitpunkt seiner Ausreise in der Türkei ernsthaften N achteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt w ar oder dass er begrün- dete Furcht hat, solche N achteile im Falle der R ückkehr in absehbarer Zukunft m it erheblicher W ahrscheinlichkeit erleiden zu m üssen. D as Bundesverw altungsge- richt geht nicht davon aus, dass dem Beschw erdeführer bei seiner R ückkehr in die Türkei w egen allfälligen Kontakten zu seinen in der Schw eiz lebenden Verw andten ernsthafte N achteile drohen. Einerseits hat er keine gem einsam en politischen Akti- vitäten geltend gem acht und andererseits sind die Verw andten bereits im Jahre 1989 in die Schw eiz geflohen, sodass nicht davon auszugehen ist, diese w ürden seitens der türkischen Behörden noch aktiv gesucht. D as Bundesam t hat das Asyl- gesuch des Beschw erdeführers dem nach zu R echt abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 12 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 7. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 8. 8.1 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M . G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorlie- genden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdefüh- rers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht- m ässig. 8.2 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in die Tür- kei dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Eu- ropäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folteraus- schusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nach- w eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 E. 6a S. 122 m .w .H .); dies ist ihm unter H inw eis auf die oben zum Asylpunkt stehenden Erw ä- gungen indessen nicht gelungen. D ie allgem eine M enschenrechtssituation in sei- nem H eim atland lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw ei- se nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W eg- w eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 8.3 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si- tuation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om en- te, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom - m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 8.4 Vorliegend ist der Vollzug als zum utbar zu erachten, w eil keine H inw eise dafür er- kennbar sind, der Beschw erdeführer w äre bei einer R ückkehr in die Türkei einer konkreten G efährdung ausgesetzt. D as Bundesverw altungsgericht erachtet den W egw eisungsvollzug in die Türkei gestützt auf die allgem eine Lage als generell 13 zum utbar (vgl. EM AR K 2005 N r. 21). D er Beschw erdeführer hat die M öglichkeit nach _______ zurückzukehren, w o er gem äss eigenen Angaben seit seiner G eburt gelebt hat und w o seine Ehefrau m it den Kindern, seine Eltern, ein Bruder und eine Schw ester leben. W eitere G eschw ister w ohnen in _______ oder _______ (vgl. Akte A1 S. 2). Sollte er nicht in sein H eim atdorf zurückkehren w ollen, ist es ihm aufgrund der bestehenden N iederlassungsfreiheit in der Türkei unbenom m en, sich in einem anderen Teil des Landes niederzulassen, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. D iese M öglichkeit besteht für ihn um so m ehr, als er an der D irektbefragung erklärte, er stam m e aus einer reichen Fam ilie (vgl. Akte A16 S. 3). Auch in der Beschw erdeeingabe w ird explizit darauf verw iesen, der Beschw erdeführer habe seine Flucht aus eigenen Ersparnissen bezahlt und stam m e aus einer w ohlhabenden Fam ilie m it grösserem Bauerngut. 8.5 G em äss den verschiedenen eingereichten Arztberichten leidet der Beschw erde- führer an D iabetes M ellitus Typ 1 und einer kom plexen posttraum atischen Belas- tungsstörung m it sekundärer paranoider Entw icklung. G em äss dem ärztlichen Be- richt vom 16. Januar 2004 ist als notw endige und angem essene Therapie die W ei- terführung einer engm aschigen psychiatrischen und psychotherapeutischen Be- handlung im am bulanten R ahm en angezeigt und es sind regelm ässige Kontrollen betreffend die D iabeteserkrankung durchzuführen. In Ü bereinstim m ung m it den Erw ägungen in der vorinstanzlichen Verfügung sow ie den Ausführungen in der Vernehm lassung des Bundesam tes vom 10. Februar 2004 ist festzustellen, dass entsprechende Behandlungsm öglichkeiten sow ohl für die physischen w ie auch für die psychischen Problem e in der Türkei, insbesondere auch im staatlichen Kran- kenhaus von _______, bestehen. D er Einw and des R echtsvertreters in seiner R eplik, w onach die Erhältlichkeit der notw endigen M edikam ente fraglich sei und der Beschw erdeführer diese aus eigenen M itteln nicht finanzieren könne, ist nicht stichhaltig. In der Beschw erdeeingabe w ird erklärt, der Beschw erdeführer stam m e aus einer w ohlhabenden Fam ilie (vgl. Beschw erde S. 10). Im Ü brigen steht dem Beschw erdeführer, w ie in der Vernehm lassung der Vorinstanz zu R echt ausgeführt w ird, die M öglichkeit offen, m edizinische R ückkehrhilfe zu beantragen, w elche auch in Form von M edikam enten m öglich ist. Aus dem eingereichten ärztlichen Bericht vom 3. M ärz 2004 geht hervor, dass der Beschw erdeführer am 23. Februar 2004 in der behandelnden Psychiatrischen Kli- nik einen Suizidversuch unternom m en hat. D er Beschw erdeführer erklärte dam als den behandelnden Ärzten, er habe m it seiner Krankheit grosse M ühe, könne die D iabetes w ie auch seine som atischen Beschw erden beziehungsw eise Schm erzen nur schw er akzeptieren; dies sei ja keine Lebensqualität m ehr. Er habe den Sui- zidversuch ohne vorherige Planung durchgeführt. Er habe sich um bringen w ollen, w eil ihm das Leben m it D iabetes und der unklaren psychosozialen Situation "stin- ke". N ach Auffassung des Bundesverw altungsgerichts ist dem Bescherdeführer die R ückkehr in die Türkei trotz dieses Suizidversuches und trotz der ihm ärztlich attestierten Suizidialität zuzum uten. Zw eifellos befindet sich der Beschw erdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beschw erden in einer schw ierigen Lage. Es ist auch ohne w eiteres nachvollziehbar, dass er sich über fehlende Lebensqualität beklagt. Er kann jedoch - w ie erw ähnt - auf die in der Türkei bestehende m edizini- sche Infrastruktur zurückgreifen. W ie Erw ägung 5.6 zu entnehm en ist, geht das Bundesverw altungsgericht davon aus, dass das psychische Krankheitsbild des 14 Beschw erdeführers (D epressionen, posttraum atische Belastungsstörung) nicht auf die von ihm zur Begründung des Asylgesuches als fluchtauslösend geschilderten Ereignisse zurückgeführt w erden kann, sondern andere U rsachen haben m uss. D ie im ärztlichen Bericht vom 16. Januar 2004 als sehr w ahrscheinlich bezeichnete R etraum atisierung des Beschw erdeführers im Falle des Vollzugs der W egw eisung in die Türkei ist vor diesem H intergrund insofern zu relativieren, als nicht davon ausgegangen w erden kann, eine allfällige R etraum atisierung stehe in einem ursächlichen Zusam m enhang m it dort tatsächlich erlittenen Ü bergriffen w ie dies die behandlenden Ärzte aufgrund des vom Beschw erdeführer ihnen gegenüber geltend gem achten Angaben anzunehm en scheinen. Sollten sich beim Beschw erdeführer heute noch vorhandene suizidale Tendenzen im Falle eines allfälligen zw angsw eisen Vollzugs der W egw eisung dennoch akzentuieren, w äre dem m it geeigneten m edikam entösen oder allenfalls auch psychotherapeutischen M assnahm en entgegen zu w irken, so dass für ihn eine konkrete G efahr ernster gesundheitlicher Schäden auszuschliessen w äre. Im W eiteren kann davon ausgegangen w erden, dass die R ückkehr des Beschw erdeführers zu seiner Fam ilie im angestam m ten Sprach- und Kulturkreis in m ancherlei H insicht allgem ein positive Folgen auf seine Lebenssituation und dam it auch seine G esundheit haben dürfte. Insgesam t ist nach dem G esagten nicht davon auszugehen, die gesundheitlichen Problem e des Beschw erdeführers w ürden im Falle der freiw illigen R ückkehr in die H eim at beziehungsw iese eines zw angsw eisen Vollzugs der W egw eisung dorthin m angels ausreichender m edizinischer Behandlungsm öglichkeiten eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung seines G esundheitszustandes nach sich ziehen (vgl. EM AR K 2003 N r. 24 E. 5b S. 157 f.). D er W egw eisungsvollzug erw eist sich som it auch unter individuellen gesundheitlichen, sozialen und w irtschaftlichen Aspekten als zum utbar. 8.6 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertre- tung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 8.7 Zusam m enfassend ergibt sich, dass das Bundesam t den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet hat. D ie Anordnung der vor- läufigen Aufnahm e fällt som it ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 10. G em äss Art. 10 Abs. 4 AsylG können verfälschte und gefälschte D okum ente, die m issbräuchlich verw endet w urden, von der Beschw erdeinstanz eingezogen oder zuhanden des Berechtigten sichergestellt w erden. D er von der Vorinstanz als To- talfälschung erkannte Abw esenheitshaftbefehl des D G M M alatya vom 24. Septem - ber 2003 w ird eingezogen.15 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a ihm m it Zw ischenverfügung des Instrukti- onsrichters der AR K vom 26. Januar 2004 die unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG gew ährt w urde und sich an den diesbezüglichen Vorausset- zungen nichts geändert hat - der Beschw erdeführer geht keiner Arbeitstätigkeit nach - sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. (D ispositiv nächste Seite)16 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D er als gefälscht erkannte H aftbefehl des Staatssicherheitsgerichts M alatya vom 24. Septem ber 2003 w ird eingezogen. 4. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (Kopie zu den Akten; R ef.-N r. N _______) - das _______ (Beilage: türkische Identitätskarte _______) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang C hristoph Basler Versand am :