B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6332/2020 U r t e i l v o m 7 . J a n u a r 2 0 2 1 Besetzung Richter Lorenz Noli (Vorsitz), Richter Gérald Bovier, Richter David R. Wenger, Gerichtsschreiber Kevin Schori. Parteien A._______, geboren am (…), Afghanistan, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch (sicherer Drittstaat) und Weg- weisung sowie Datenänderung im Zentralen Migrationsinfor- mationssystem (ZEMIS); Verfügung des SEM vom 14. Dezember 2020 / N (…). E-6332/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer ersuchte am 6. Oktober 2020 im Bundesasylzent- rum (BAZ) B._______ um Asyl in der Schweiz. Auf dem Personalienblatt gab er an, am (…) geboren und damit noch minderjährig zu sein (vgl. vor- instanzliche Akten (…)-1/2 (nachfolgend als «Akte A1» bezeichnet). B. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am (…) 2020 in Griechenland ill egal in das Hoheitsgebiet der Dublin-Staaten eingereist war und dort am (…) 2020 um Asyl ersucht hatte. Ferner hatte er am (…) 2020 in Rumänien um Asyl ersucht, wo ihm in der Folge am (…) 2020 subsidiärer Schutz gewährt wurde. C. C.a Anlässlich der am 26. Oktober 2020 durchgeführten Erstbefragung un- begleiteter minderjähriger Asylsuchender (EB UMA) machte er mit Bezug auf sein Alter und seine bisherigen Aufenthalte in Drittstaaten im Wesentli- chen Folgendes geltend: Er werde in fünf oder sechs Monaten (…) Jahre alt. Dies wisse er, weil seine Eltern ihm sein Geburtsdatum mitgeteilt hätten respektive hätten diese das Datum auf die Rückseite eines Fotos seiner Geburt geschrieben. Er sei laut afghanischem Kalender am (…) geboren (entspricht im gregori- anischen Kalender dem […]). In Afghanistan habe er die Schule (…) Jahre lang b esucht. Kurz vor Abschluss der (…) Klasse sei er ausgereist; die Schule habe er 2019 verlassen. Als er eingeschult worden sei, sei er fünf oder sechs Jahre alt gewesen. An das Jahr der Einschulung könne er sich nicht erinnern. Er habe das Land am (…) 2019 verlassen, damals sei er ungefähr (…) Jahre alt gewesen. Am (…) 2020 sei er in Griechenland angekommen, wo er etwa drei bis vier Monate geblieben sei und mehrheitlich im Haus von Schleppern gewohnt habe. Entgegen der Eurodac -Angaben habe er in Griechenland nie um Asyl ersucht oder eine Aufenthaltsbewilligung erhalten ; er habe zwar ein Papier erhalten, dieses habe ihm der Schlepper jedoch abgenommen . In Rumänien sei er verhaftet worden und habe 14 Tage in Quarantäne ver- bracht. Danach habe er etwa drei bis vier Monate bei seinem Schlepper gewohnt. Er verneinte, in Griechenland oder Rumänien ein Asylgesuch ge- stellt zu haben. E-6332/2020 Seite 3 Als einzige Beweismittel reichte er Kopien von zwei Tazkira ein. Die Origi- nale seien ihm vom Schlepper abgenommen worden. Dieser habe ihm ge- sagt, dass man ihn als Minderjährigen nicht zu seinem Bruder weiterreisen lassen würde, wenn man bei ihm die Tazkira finden würde. Den Schlepper kenne er nicht und könne ihn nicht mehr kontaktieren – wenn man am Ziel angelangt sei, schalte der Schlepper sein Telefon aus. Seine Schuldoku- mente seien in Afghanistan. C.b Ferner gewährte das SEM dem Beschwerdeführer das rechtliche Ge- hör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und einer Wegweisung nach Griechenland oder Rumänien. Diesbezüglich machte er geltend, dort niemanden zu kennen und hier in der Schweiz seinen Bruder zu haben. Weder in Griechenland noch in Ru- mänien habe er eine Aufenthaltsbewilligung erhalten. In Griechenland wür- den die Leute keine Flüchtlinge mögen, die Flüchtlinge würden geschlagen und umgebracht. C.c Sodann konfrontierte das SEM den Beschwerdeführer mit den Aussa- gen seines Bruders anlässlich dessen ersten Interview in der Schweiz. Die- ser habe gesagt, sein Bruder namens A._______ habe den Jahrgang (…). Diesbezüglich antwortete er, nicht zu wissen, wie es zu dieser Diskrepanz gekommen sei. Sein Bruder sei jetzt (…) Jahre alt. Nach ihm habe die Mut- ter eine Fehlgeburt gehabt und danach sei er auf die Welt gekommen. Ihr Altersunterschied betrage sieben bis acht Jahre. Das SEM teilte ihm mit, dass anlässlich des Gesprächs seine Minderjäh- rigkeit nicht abschliessend habe festgestellt werden können und er mög- licherweise zu einer medizinischen Altersabklärung aufgeboten werde. D. Am 26. Oktober 2020 stellte das SEM ein Informationsersuchen an die griechischen Behörden betreffend den Stand des Asylverfahrens des Be- schwerdeführers in Griechenland. Gemäss der Antwort der griechischen Behörden vom 20. Oktober 2020 (recte: 29. Oktober 2020) sei d er Beschwerdeführer in Gr iechenland mit Geburtsdatum (…) bekannt. Sein Asylgesuch sei am (…) 2020 abgeschrie- ben worden. E-6332/2020 Seite 4 E. Am 30. Oktober 2020 ersuchte das SEM die rumänischen Behörden ge- stützt auf das im Eurodac registrierte Asylgesuch in Rumänien und die Schutzmarkierung um Rückübernahme des Beschwerdeführers gemäss der Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittst aatsangehöriger, dem Abkommen vom 28. August 2006 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung von Rumänien über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt sowie der Europäischen Vereinbarung vom 16. Oktober 1980 über den Übergan g der Verantwortung für Flücht- linge. F. Am 11. November 2020 wurde vom Institut für Rechtsmedizin der Univer- sität (…) eine Analyse zur Altersbestimmung durchgeführt. Die radiologi- schen Untersuchungen der linken Hand, der medialen Schlüsselbeinenden und der d ritten Molaren ergaben für den Beschwerdeführer ein wahr- scheinliches Alter von circa 19-20 Jahren sowie ein zu berücksichtigendes Mindestalter von 18.5 Jahren. Zum Resultat dieser Analyse wurde dem Beschwerdeführer am 25. No- vember 2020 das rechtliche Gehör gewährt. G. Mit Stellungnahme vom 30. November 2020 nahm der Beschwerdeführer sein rechtliches Gehör war und führte aus, an dem von ihm geltend ge- machten Alter festzuhalten und über das Ergebnis des Altersgutachtens enttäuscht zu sein. Er verstehe nicht, weshalb man ihm nicht glaube. Ge- mäss der von ihm eingereichten Kopie seiner Tazkira sei er im Jahr (…) (…) gewesen, was mit seinen Aussagen zum Alter übereinstimme. Er habe an der EB UMA erwähnt, dass sein Geburtsdatum der (…) – umgerechnet der (…) – sei. Er betone mit Nachdruck, dass er minderjährig sei. H. Sein Geburtsdatum wurde in Folge im ZEMIS auf den (…) angepasst und es wurde ein Bestreitungsvermerk angebracht. I. Am 4. Dezember 2020 stimmten die rumänischen Behörden dem Rück- übernahmeersuchen des SEM zu. Die rumänischen Behörden führten E-6332/2020 Seite 5 überdies aus, dass der Beschwerdeführer in Rumänien mit dem Geburts- datum (…) bekannt sei und über eine Aufenthaltsbewilligung mit Gültigkeit bis zum (…) verfüge. Mit Schreiben vom gleichen Tag präzisierten die ru- mänischen Behörden, dass ihm in Rumänien subsidiärer Schutz gewährt worden sei. J. Am 11. Dezember 2020 wurde der Entscheidentwurf der Rechtsvertretung zur Stellungnahme ausgehändigt. K. Am 14. Dezember 2020 nahm der Beschwerdeführer Stellung zum Ent- scheidentwurf des SEM. L. Mit Verfügung vom 14. Dezember 2020 – eröffnet tags darauf – trat das SEM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein (Dispositivziffer 1), ordnete die Wegweisung aus der Schweiz (Dispositivziffer 2) sowie den Vollzug an (Dispositivziffern 3 -4) und händigte ihm die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus (Dispositivziffer 5). Überdies stellte das SEM fest, dass sein Geburtsdatum im ZEMIS – mit Bestreitungsver- merk – auf den (…) lautet (Dispositivziffer 6). M. Mit Beschwerdeeingabe vom 15. Dezember 2020 gelangte der Beschwer- deführer an das Bundesverwaltungsgericht. Darin beantragte er – in zwei separaten und vorgedruckten Beschwerdeformularen – das Eintreten auf sein Asylgesuch und die Prüfung desselben in der Schweiz sowie die An- passung des Geburtsdatums im ZEMIS auf den (…). In prozessualer Hin- sicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege inklu- sive Kostenvorschussverzicht und amtlicher Verbeiständung. N. Im vorliegenden Verfahren zog das Bundesverwaltungsgericht die vo- rinstanzlichen Akten des Bruders des Beschwerdeführers bei (N […]). Diese lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 18. Dezember 2020 vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). O. Die vorinstanzlichen Akten den Beschwerdeführer betreffend lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 16. Dezember 2020 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). E-6332/2020 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht z ur Beurtei- lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie- gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh- rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutre ten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. 2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet hinsichtlich der ZEMIS-Berich- tigung mit uneingeschränkter Kognition (Art. 49 VwVG). 2.2 Gestützt auf Art. 57 Abs. 1 VwVG und Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines S chriftenwechsels verzichtet, da sich die vorlie- gende Beschwerde – wie nachfolgend ausgeführt – als offensichtlich un- begründet erweist. 3. 3.1 Der Beschwerdeführer stellt im vorliegenden Verfahren den Antrag, sein Geburtsdatum sei im ZEMIS auf den (...) zu berichtigen. 3.2 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes über das Informationssystem fü r den Ausländer - und Asylbereich vom 20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent- rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS -Verord-E-6332/2020 Seite 7 nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord- nung richten s ich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus- kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa- tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, nach dem Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1) und dem VwVG. 3.3 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver- gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga- nisationen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlan- gen, dass unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 Bst. a DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein absoluter und uneingeschränkter Anspruch ( vgl. Urteile des Bun- desverwaltungsgerichts [BVGer] A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.2 und A-7822/2015 vom 25. Februar 2016 E. 3.2, je m.w.H.; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_224/2014 vom 25. September 2014 E. 3.1). Die ZEMIS-Verordnung sieht im Übrigen in Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind. 3.4 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung zu beweisen, die Bundesbe- hörde im Bestreitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personendaten (vgl. Urteil des BGer 1C_240/2 012 vom 13. August 2012 E. 3.1; BVGE 2013/30 E. 4.1). Nach den massgeblichen Beweisregeln des VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel blei- ben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich. Die mit dem Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersu- chungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzu- klären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch gemä ss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung mitzuwir- ken (vgl. zum Ganzen Urteile des BVGer A -7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.3 und A-7822/2015 vom 25. Februar 2016 E. 3.3, je m.w.H.). Amtliche Dokumente ausländischer Staaten, deren Zweck es ist, die Iden- tität ihres Inhabers nachzuweisen, gelten nicht als öffentliche Urkunden im Sinne von Art. 9 ZGB, weshalb ihnen nicht ohne Weiteres ein erhöhter Be- weiswert zukommt und sie wie andere Urkunden einer freien Beweiswür- digung zu unterzi ehen sind (vgl. Urteile des BVGer A -7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.3 und A-7822/2015 vom 25. Februar 2016 E. 3.3, je m.w.H.; vgl. ferner Urteile des BGer 6B_394/2009 vom 27. Juli 2009 E. 1.1 und 5A_3/2007 vom 27. Februar 2007 E. 2). E-6332/2020 Seite 8 3.5 Kann bei einer ver langten oder von Amtes wegen beabsichtigten Be- richtigung weder die Richtigkeit der bisherigen Personendaten noch dieje- nige der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich we- der die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 DSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Per- sonendaten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendiger- weise bearbeitet werden. Das gilt namentlich auch für im ZEMIS erfasste Daten. In solchen Fällen überwiegt das öff entliche Interesse an der Bear- beitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren Rich- tigkeit. Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die An- bringung eines Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der bearbeiteten Personendaten bestritten und/oder nicht gesi- chert ist. Spricht dabei mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen und die neuen Daten an- schliessend mit einem derartigen Vermerk zu versehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben (als Neben- beziehungsweise Aliasidentität) wei- terhin abrufbar bleiben sollen oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätz- lich der Vorinstanz überlassen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu bela ssen und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über die Anbringung eines ent- sprechenden Vermerks ist jeweils von Amtes wegen und unabhängig da- von zu entscheiden, ob ein entsprechender Antrag gestellt worden ist (vgl. zum Ganzen Urteile des BVGer A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.4 und A-7822/2015 vom 25. Februar 2016 E. 3.4, je m.w.H.; vgl. ferner Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 20 12 E. 3.2). Im datenschutz- rechtlichen Verfahren betreffend die Berichtigung von Personendaten im ZEMIS wird mithin verlangt, dass die wahrscheinlichsten – also überwie- gend wahrscheinlichen – Personendaten eingetragen werden. 4. 4.1 Es obliegt somit zunächst grundsä tzlich der Vorinstanz zu beweisen, dass der aktuelle ZEMIS-Eintrag des Geburtsdatums des Beschwerdefüh- rers ([…]) korrekt beziehungsweise zumindest wahrscheinlich ist. Der Be- schwerdeführer wiederum hat nachzuweisen, dass das von ihm geltend gemachte Geburtsdatum ([…]) richtig beziehungsweise zumindest wahr- scheinlicher ist als die derzeit im ZEMIS erfasste Angabe. Gelingt keiner Partei der sichere Nachweis des Geburtsdatums, ist dasjenige Geburtsda- tum im ZEMIS zu belassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahr- scheinlicher erscheint. E-6332/2020 Seite 9 4.2 Im Asylverfahren ist das Geburtsdatum – der allgemeinen asylrechtli- chen Beweisregel folgend – von der asylsuchenden Person zumindest glaubhaft zu machen. Über die Glaubhaftigkeit ist im Rahmen einer Ge- samtwürdigung zu befinden. Anders verhält es sich im datenschutzrechtli- chen Verfahren betreffend die Berichtigung von Personendaten im ZEMIS. Hier wird verlangt, dass die wahrscheinlichsten – also überwiegend wahr- scheinlichen – Personendaten eingetragen werden. 5. 5.1 Nach Prüfung der Ak ten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Geburtsda- tum nicht wahrscheinlicher ist als dasjenige, welches im ZEMIS mit Bestrei- tungsvermerk eingetragen ist. 5.2 Die Vorinstanz stützte den bestehenden ZEMI S-Eintrag auf ihrer An- sicht nach vage, unsubstanziierte und widersprüchliche Angaben des Be- schwerdeführers zu seinem Reiseweg und den damit im Eurodac verzeich- neten Asylgesuchen sowie seiner schulischen Laufbahn in Afghanistan, die Aussage des Bruders des Beschwerdeführers in dessen Asylverfahren, wonach der Beschwerdeführer den Jahrgang (…) habe sowie das medizi- nischen Altersgutachten, welches für den Beschwerdeführer ein wahr- scheinliches Alter von circa 19-20 Jahren ergab. 5.3 Der Beschwerdeführer brachte hiergegen im vorinstanzlichen Verfah- ren und auf Beschwerdeebene vor, dass die von ihm eingereichten Tazkira- Kopien und die konsistenten und glaubhaften Angaben zu seinem Alter die von ihm geltend gemachte Minderjährigkeit glaubhaft machen beziehungs- weise belegen würden. Sein Bruder müsse anlässlich seiner Befragung im Jahr 2015 bei den Angaben zu den Geburtsdaten seiner Geschwister et- was durcheinandergebracht haben respektive habe er lediglich gesagt, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers sei « (…) etwas»; die sbezüglich habe sein Bruder beim SEM Akteneinsicht verlangt, um diese angebliche Aussage zu überprüfen. 5.4 Es ist zunächst festzustellen, dass der Beschwerdeführer betreffend seine Aufenthalte in Griechenland und Rumänien offensichtlich tatsachen- widrige Angaben gemacht hat. In beiden Ländern hat er gemäss Eurodac- Eintragungen Asylgesuche eingereicht. In Rumänien wurde ihm gar sub- sidiärer Schutz gewährt. Dies hat er stets bestritten, sogar als er direkt mit den Abklärungsresultaten konfrontiert wurde (vgl. Akte A13, Ziff. 5.02). So- dann hat er in Rumänien offenbar angegeben, am (...) geboren zu sein E-6332/2020 Seite 10 (vgl. Akte 33). Dies hat er sich entgegenhalten zu lassen, auch wenn er im Rahmen der Stellungnahme zum Entscheidentwurf angab , sich lediglich als Volljähriger ausgeg eben zu haben, um weiterreisen zu können (vgl. Akte 40; Beschwerdeeingabe vom 15. Dezember 2020). Sodann ergibt sich aus den Akten des Bruders, dass dieser anlässlich sei- ner Befragung zur Person (BzP) angab, einen Bruder namens A._______ mit Jahrgang (...) zu haben (vgl. N […], Akte A5, Ziff. 3.01). Die Richtigkeit der Protokollierung seiner Aussagen hat er unterschriftlich bestätigt. Es ergibt sich demnach aus dem Protokoll nicht, dass er bezogen auf das Ge- burtsdatum seines Bruders gesagt hätte, diese s sei « (...) etwas». Es ist daher davon auszugehen, dass sein Bruder tatsächlich das Jahr (und nicht das Jahrzehnt) (...) meinte. 5.5 Zum Beweiswert der eingereichten (Kopien der) afghanischen Tazkira ist Folgendes zu sagen: Zunächst liegen die eingereichten Tazkira (bis zum heutigen Datum) nicht im Original, sondern lediglich als Kopie vor. Kopien kommt aufgrund der leichten Fälschbarkeit und des Fehlens von Sicherheitsmerkmalen (resp. der nicht möglichen Überprüfung kopierter Sicherheitsmerkmale) im Ge- gensatz zu im Original vorliegenden Ausweisdokumenten wie Reisepässen eine geringere Beweiskraft zu. Der Beschwerdeführer stellte bereits im vo- rinstanzlichen Verfahren die Einreichung der Original -Tazkira in Aussicht (vgl. Akte 31, S. 2). In seiner Beschwerdeeingabe führte er hierzu aus, dass seine Original-Tazkira im Besitz seines Schleppers in Afghanistan gewesen sei. Dieser habe die Tazkira nun seinem Vater übergeben, welcher sie an das BAZ B._______ geschickt habe. Sobald er die Tazkira erhalte, werde er sie dem Gericht einreichen. In antizipierter Beweiswürdigung ist die Zu- stellung der Tazkira im Original jedoch nicht abzuwarten. Selbst bei Vorlie- gen einer Original -Tazkira ist das vom Beschwerdeführer geltend ge- machte Geburtsdatum damit noch nicht bewiesen. A fghanische Tazkira gelten nicht als fälschungssicher und ihnen kommt deshalb gemäss gel- tender Rechtsprechung nur ein verminderter Beweiswert zu. Auch bei Vor- liegen des Originals besteht die Möglichkeit, dass die darin enthaltenen zeitlichen Angaben über das Geburtsdatum nicht dem wirklichen Alter ent- sprechen (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.2, 2013/30 E. 4.2.2), womit sie nur eine geringe Beweiskraft zu entfalten vermögen. Nicht nachvollziehbar ist so- dann, weshalb es dem Beschwerdeführer nun plötzlich möglich gewes en sein soll, seinen Schlepper zu kontaktieren und dass dieser nach wie vor im Besitz seiner Tazkira gewesen sei. Dies, nachdem er an der EB UMA E-6332/2020 Seite 11 angegeben hat, den Schlepper nicht zu kennen und ihn nicht mehr kontak- tieren zu können (vgl. A13, Ziff. 4.07). Zudem ist nicht einsichtig, weshalb der Beschwerdeführer lediglich um die Beschaffung seiner Original-Tazkira bemüht war und die sich ebenfalls in Afghanistan befindlichen Schuldoku- mente, welche wohl wesentlich einfacher zu beschaffen gewesen wären und allenfalls wichtige Hinweise auf sein tatsächliches Alter enthalten hät- ten, scheinbar nicht in die Schweiz schicken liess (vgl. A13, Ziff. 4.04). Dass der Beschwerdeführer am (...) geboren wurde, vermag er mit den Tazkira – unbeachtlich ob lediglich als Kopie oder im Original vorliegend – nicht zu belegen. 5.6 5.6.1 Die im Institut für Rechtsmedizin der Universität (…) am 11. Novem- ber 2020 erfolgte Begutachtung des Beschwerdeführers folgte den Emp- fehlungen der Arbeitsgemeinschaft für Forensische Altersdiagnostik der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (AGFAD) für Alterseinschätzun- gen bei Lebenden und dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Nebst der körperlichen Untersuchung des Beschwerdeführers (ohne Genital) wurden ein Röntgenbild der linken Hand, ein Zahnröntgen (Orthopantomogramm) sowie CT-Aufnahmen der Schlüsselbeine vorgenommen. Die einzelnen Untersuchungen br achten folgende Resultate hervor: Ge- mäss der zahnärztlichen Beurteilung dürfte der Beschwerdeführer zwi- schen 18.5 und 22.4 Jahre alt sein mit einem Durchschnittsalter von 20.5 Jahren. Dabei sei die potenzielle Variation aufgrund des ethnischen Hinter- grunds berücksichtigt worden . Die W ahrscheinlichkeit, dass das 18. Le- bensjahr erreicht worden sei, betrage je nach der verwendeten Methode zwischen 85.3% und mehr als 96.3%. Basierend auf der radiologischen Untersuchung seiner Hand habe sich für den Beschwerdefü hrer je nach verwendeter Methode ein Alter von 19 Jahren respektive ein Mindestalter von 16.1 Jahren (bei einem Median von 18.8 Jahren und einem Maximum von 19.9 Jahren) ergeben. Bei der radiologischen Untersuchung seiner Schlüsselbeine habe sich ein Mindestalter von 17.4 Jahren (Median 18.8 Jahre, Maximum 20.2 Jahre) ergeben. Zusammenfassend gelangte der Gutachter zum Schluss, dass die Untersuchungen in einem wahrscheinli- chen Alter von circa 19-20 Jahren resultierten, wobei das zu berücksichti- gende höchste Mindestalter 18.5 Jahre betrage. Das angegebene Alter von circa (…) und (…) Monaten erscheine daher eher unwahrscheinlich. E-6332/2020 Seite 12 5.6.2 Dem Altersgutachten vom 19. November 2020, das nach wissen- schaftlichen Kriterien erstellt wurde und auf mehreren Einzeluntersuchun- gen basiert, wodurch die Aussagekraft bedeutend erhöht wird, ist eine er- hebliche Beweiskraft beizumessen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2; BVGE 2019 I/6 E. 6.1, 6.3-6.5). Gemäss dem Altersgutachten ergibt sich für die Zahnuntersuchung ein Mindestalter von 18.5 Jahren, wobei sich die an- hand der beiden Analysen ergebenden Altersspannen überlappen. Dies ist gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts als starkes Indiz für die Volljährigkeit zu werten (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2). Die Resul- tate des Altersgutachten sind mit dem vom Beschwerdeführer angegebe- nen Geburtsjahr (…) somit nicht vereinbar. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mindestens rund zwei Jahre älter ist, als an- gegeben. Das SEM setzte das Geburtsdatum dementsprechend auf den (…) fest, was im Zeitpunkt der Untersuchung vom 11. November 2020 dem Alter von (…) Jahren entspricht. Die Wahl des (…) als Geburtstag ist üb- lich, wenn das Geburtsdatum einer im ZEMIS einzutragenden Person nicht exakt bestimmt werden kann. 5.7 Nach einer Gesamtwürdigung aller Indizien konnte weder das SEM noch der Beschwerdeführer die Richtigkeit des jeweils behaupteten Ge- burtsdatums nachweisen. Insgesamt erscheint das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Geburtsdatum vom (…) aber nicht als wahrscheinlicher als dasjenige, welches im ZEMIS eingetragen ist ( […]). Die (äusserst knapp begründete) Beschwerde bezüglich Ziffer 6 des Dispositivs der an- gefochtenen Verfügung ist somit abzuweisen und das im ZEMIS erfasste Geburtsdatum mit Bestreitungsvermerk beizubehalten. 6. Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten - schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993 zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge- nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt zu geben. 7. 7.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über- prüfen (Art. 31 a Abs.1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be- schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (BVGE 2017 VI/5 E. 3.1 und 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). E-6332/2020 Seite 13 7.2 Bezüglich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt. 8. 8.1 Das SEM führte zur Begründung seines Nichteintretensentscheids aus, gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG werde in der Regel nicht auf Asylge- suche eingetreten, wenn Asylsuchende in einen vom Bundesrat bezeich- neten sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurück- kehren könnten, in dem sie sich vorher aufgehalten hätten. Der Bundesrat habe Rumänien als sicheren Drittstaat bezeichnet. Abklärungen des SEM hätten ergeben, dass Rumänien dem Beschwerdeführer subsidiären Schutz gewährt und sich am 4. Dezember 2020 (recte: 2. Dezember 2020) bereit erklärt habe, den Beschwerdeführer zurückzunehmen. Rumänien sei ein Rechtsstaat mit funktionierendem Justiz- und Polizeisystem. Sollte er sich durch die rumänischen Behörden oder Drittpersonen ungerecht o- der rechtswidrig behandelt fühlen, könne er sich mit einer Beschwerde an die zuständigen Stellen werden oder eine Anzeige einreichen. Ferner könne er aus der Anwesenheit seines Bruders in der Schweiz nichts zu seinen Gunsten ableiten, da sie beide volljährig seien und keine Hinweise auf ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihnen beiden be- stünden. Es stehe ihnen natürlich frei, sich gegenseitig zu besuchen. Über- dies lägen keine Hinweise vor, dass Rumänien seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht na chgekommen wäre und sein Asylverfahren – an dessen Ende ihm subsidiärer Schutz gewährt worden sei – nicht korrekt durchgeführt hätte. Sodann sei gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG einem Be- gehren um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder von Wegwei- sungshindernissen in den Heimat- oder Herkunftsstaat in der Schweiz zur dann zu entsprechen, wenn er ein schutzwürdiges Interesse nachweise. Dieser Nachweis könne ihm aber nicht gelingen, wenn ihm bereits ein Dritt- staat einen Schutzstatus erteilt habe. Er könne deshalb nach Rumänien zurückkehren, ohne eine Rückschiebung in Verletzung des Non -Refoule- ment-Prinzips zu befürchten. Demzufolge sei auf das Asylgesuch nicht ein- zutreten. Hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung nach Rumänien stellte das SEM fest, dass keine Gründe gegen die Zumutbarkeit desselben sprächen. Ru- mänien habe die Qualifikationsrichtlinie 2011/95/EU umgesetzt. Somit habe er mit dem ihm g ewährten subsidiären Schutz in Rumänien Zugang zu Unterstützungsleistungen. Dadurch stünden ihm notfalls einklagbare Ansprüche in Bezug auf Sozialleistungen, Wohnraum und medizinischer E-6332/2020 Seite 14 Versorgung zu. Er sei gehalten, die ihm zustehenden Leistungen bei den rumänischen Behörden geltend zu machen. Sollte Rumänien seinen Ver- pflichtungen ihm gegenüber nicht nachkommen, stehe es ihm offen, seine Rechte bei den rumänischen Behörden auf dem Rechtsweg einzufordern. Es lägen somit keine begründeten Anhaltspunkte dafü r vor, dass er nach einer Rückkehr nach Rumänien in eine existenzielle Notlage geraten könnte. Der Vollzug der Wegweisung sei zudem möglich, eine entspre- chende Zustimmung von Rumänien liege vor. 8.2 Dem hielt der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmittelschrift lediglich entgegen, dass er minderjährig sei und einen Anspruch darauf habe, bei seinem Bruder in der Schweiz zu bleiben. 9. 9.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch in der Re- gel nicht eingetreten, wenn die asylsuchende Person in einen nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren kann, in welchem sie sich vorher aufgehalten hat. 9.2 Die Vorinstanz stellt in der a ngefochtenen Verfügung zutreffend fest, dass es sich bei Rumänien um einen verfolgungssicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG handelt. Den vorinstanzlichen Akten ist sodann zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in Rumänien sub- sidiären Schutzstatus erlangt hat und die rumänischen Behörden seiner Rückübernahme ausdrücklich zustimmten. Demnach sind die Vorausset- zungen für einen Nichteintretensentscheid nach Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG erfüllt, weshalb das SEM auf das Asylgesuch des Besc hwerdefüh- rers zu Recht nicht eingetreten ist. 10. Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 11. 11.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). E-6332/2020 Seite 15 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 11.2 11.2.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtli- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegen- stehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Solange der Beschwerdeführer in Rumänien subsidiären Schutz geniesst, besteht kein Anlass zur Annahme, es drohe ihm eine Verletzung des in Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) verankerten Grundsatzes der Nichtrück- schiebung. 11.2.2 Rumänien ist Signatarstaat der EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschli- che oder erniedrigende Behandlung oder Str afe (FoK, SR 0.105). Zudem gibt es keine Anhaltspunkte, dass Rumänien seine aus diesen Konventio- nen entstehenden völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht einhalten würde. Namentlich ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass Rumänien an die Richtlinie 2011/95/EU (Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 über Normen für die Anerkennung von Dritt- staatsangehörigen oder Staatenlosen als Personen mit Anspruch auf inter- nationalen Schutz, für einen einheitlichen Status für Flüchtlin ge oder für Personen mit Anrecht auf subsidiären Schutz und für den Inhalt des zu ge- währenden Schutzes) gebunden ist. Es liegen zudem auch keine Anhalts- punkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer bei der Rückkehr nach Ru- mänien unter Missachtung von Art. 3 EMRK einer menschenunwürdigen oder erniedrigenden Behandlung ausgesetzt wäre. Es obliegt ihm, bei den zuständigen Behörden seine Rechte geltend zu machen und nötige nfalls auf dem Rechtsweg durchzusetzen. 11.3 11.3.1 Sodann kann der Vollzug der Wegweisung nach Art. 83 Abs. 4 AIG für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, all- gemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. E-6332/2020 Seite 16 11.3.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG hat der Bundesrat Rumänien als Staat bezeichnet, in welchen die Rückkehr in der Regel zumutbar ist (vgl. Anhang 2 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung so- wie der Landesverweisung von ausländischen Personen [VVWAL, SR 142.281]). Es obliegt der betroffenen Person, diese Legalvermutung umzustossen (vgl. Urteil des BVGer E-2613/2020 vom 28. Mai 2020 E. 8), was dem Beschwerdeführer jedoch weder im vorinstan zlichen Verfahren noch im Beschwerdeverfahren gelungen ist. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs mit zutreffender Begründung bejaht. Der Inhalt der Beschwerde führt zu keiner anderen Betrachtungsweise. 11.4 Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich nach Art. 83 Abs. 2 AIG möglich, da die rumänischen Behörden einer Rückübernahme des Be- schwerdeführers ausdrücklich zugestimmt haben. Dem steht auch die Corona-Pandemie nicht entgegen. Bei dieser handelt es sich – wenn überhaupt – um ein temporäres Vollzugshindernis, wel- chem im Rahmen der Vollzugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situa- tion in Rumänien angepasst wird (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 14 E. 8d und e sowie das Urteil des BVGer D-4796/2019 vom 27. April 2020 E. 8.9 m.w.H.). 11.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 12. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 13. 13.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und amtlichen Verbeiständung gemäss Art. 102 m Abs. 1 AsylG. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass sich die (äusserst knapp begründeten) Begehren – sowohl den vorinstanzlichen Nichteintretensentscheid als au ch die ZEMIS -Änderung betreffend – als E-6332/2020 Seite 17 aussichtslos erweisen und es daher an einer gesetzlichen Voraussetzung zu deren Gewährung fehlt. 13.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Mit dem vorliegend instruktionslos ergehenden, verfahrensabschliessenden Urteil in der Sache ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig. (Dispositiv nächste Seite) E-6332/2020 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde hinsichtlich der Dispositivziffern 1 bis 4 der Verfügung vom 14. Dezember 2020 wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde hinsichtlich der Dispositivziffer 6 der Verfügung vom 14. Dezember 2020 wird abgewiesen. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 4. Das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung wird abgewiesen. 5. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vor- liegenden Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 6. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM, die kantonale Mig- rationsbehörde, das Generalsekretariat EJPD und den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten. Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Lorenz Noli Kevin Schori E-6332/2020 Seite 19 Rechtsmittelbelehrung: Gegen die Dispositivziffer 2 dieses Entscheids kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffent- lich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizeri- schen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari- schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechts- schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind beizulegen, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat (Art. 42 BGG). Versand: