<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00546</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204944&amp;W10_KEY=13013566&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00546</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.04.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ersatzpflicht für Gebäudeschaden</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Fortsetzung zum Rückweisungsentscheid VB.2003.00134: Die Deckung des indirekten Hagelschadens ist vorliegend ausgeschlossen, da der eingetretene Schaden vorauszusehen und mit zumutbaren Massnahmen zu vermeiden war. Die Rekurskommission der Gebäudeversicherung ist kein unabhängiges Gericht, und als Fachkommission soll sie gerade externe Gutachten überflüssig machen. Allerdings gebietet es der Anspruch auf rechtliches Gehör, dass die Parteien zu einem Fachbericht eines Kommissionsmitglieds angehört werden (E. 3). § 20 Ziff. 3 des Gebäudeversicherungsgesetzes sieht eine Vergütung dann vor, wenn im Hinblick auf ein Elementarereignis, mit dem zu rechnen war, die Vorsichtsmassregeln getroffen wurden, die von einem sorgfältigen Eigentümer und Unternehmer zu erwarten und ihm zuzumuten waren. Zu berücksichtigen gilt es mithin unter anderem, ob die zum Schutz gegen Wasser getroffenen Massnahmen der beruflich gebotenen Sorgfalt entsprachen (E. 4.1). Da die vorhandenen zwei Abläufe der Shedrinne wegen eines Schiebebodens gegenseitig nicht die Funktion eines Notüberlaufes erfüllen konnten, war voraussehbar, dass bei Verstopfung eines Ablaufes Wasser in das Gebäude einzudringen vermöge. Die Voraussehbarkeit des Schadenseintrittes ist somit zu bejahen (E. 4.2). Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUAUSFÃHRUNG">BAUAUSFÃHRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUMANGEL">BAUMANGEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHRINNE">DACHRINNE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DECKUNGSAUSSCHLUSS">DECKUNGSAUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: FEUERPOLIZEI UND GEBÃUDEVERSICHERUNG">FEUERPOLIZEI UND GEBÃUDEVERSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃUDEVERSICHERUNG">GEBÃUDEVERSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HAGEL">HAGEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTÃBERLAUF">NOTÃBERLAUF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERMEIDBARKEIT">VERMEIDBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORAUSSEHBARKEIT">VORAUSSEHBARKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 19 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="gerade">§ 20 Ziff. Ziff. 3 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="ungerade">§ 75 Abs. IV GebÃ¤uderversG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die A AG ist EigentÃ¼merin der Liegenschaft L-Strasse in X. Am 24. Juni 2002 ging ein Gewitter mit starkem Hagelschlag darÃ¼ber nieder; HagelkÃ¶rner und Laub verstopften die DachwasserablÃ¤ufe auf dem Shed­dach des GebÃ¤udes. Deshalb lief das Regenwasser hinter die Shedrinnen und drang ins GebÃ¤ude ein, wodurch SchÃ¤den am GebÃ¤ude selber, an baulichen Einrichtungen und am Mobiliar entstanden. Die GebÃ¤udeversicherung des Kantons ZÃ¼rich lehnte mit VerfÃ¼gung vom 18. Juli 2002 eine VergÃ¼tung des Schadens ab und wies mit Entscheid vom 8. August 2002 auch eine dagegen gerichtete Einsprache der A AG ab.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Hiergegen rekurrierte die A AG mit Eingaben vom 4./27. September 2002 an die Rekurskommission der GebÃ¤udeversicherung, welche den Rekurs mit Beschluss vom 7. MÃ¤rz 2003 abwies.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>In der Folge gelangte die A AG mit Beschwerde vom 11. April 2003 an das Verwaltungsgericht. Dieses hob mit Entscheid vom 3. September 2003 den Beschluss der Rekurskommission der GebÃ¤udeversicherung vom 7. MÃ¤rz 2003 auf und wies die Sache zur ergÃ¤nzenden SachverhaltsabklÃ¤rung sowie zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Rekurskommission zurÃ¼ck (VB.2003.00134, teilweise in RB 2003 Nrn. 69 f.).</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschluss vom 3. November 2004 wies die Rekurskommission der GebÃ¤udeversicherung nach weiteren SachverhaltsabklÃ¤rungen und durchgefÃ¼hrtem Schriftenwechsel den Rekurs wiederum ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen liess die A AG am 15. Dezember 2004 Beschwerde ans Verwaltungsgericht erheben und beantragen, es sei der angefochtene Beschluss aufzuheben und die GebÃ¤udeversicherung zu verpflichten, ihr Fr. 105'891.80 nebst 5 % Zins seit 1. Februar 2003 zu bezahlen; eventualiter sei die "generelle Leistungspflicht" der GebÃ¤udeversicherung festzustellen und die Sache zur Festsetzung der EntschÃ¤digung an diese zurÃ¼ckzuweisen â unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der GebÃ¤udeversicherung.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Rekurskommission der GebÃ¤udeversicherung verzichtete auf eine Vernehmlassung; die GebÃ¤udeversicherung beantragte in ihre Beschwerdeantwort die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach § 78 des Gesetzes Ã¼ber die GebÃ¤udeversicherung vom 2. MÃ¤rz 1975 (GebÃ¤udeversG, LS 862.1) ist das Verwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zustÃ¤ndig (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 34). Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Der hier zu beurteilende Schaden wurde dadurch verursacht, dass wÃ¤hrend eines Gewitters HagelkÃ¶rner und Laub die DachwasserablÃ¤ufe auf dem Sheddach verstopften, weshalb Regenwasser hinter die Shedrinnen lief und in das GebÃ¤ude eindrang. Das Verwaltungsgericht hielt dazu im ersten Rechtsgang fest, dass dieser indirekte Hagelschaden grundsÃ¤tzlich als Elementarschaden nach §§ 19 f. GebÃ¤udeversG zu gelten hat: Zwischen dem Wirken einer Naturgewalt im Sinne von §§ 19 f. GebÃ¤udeversG und dem Schaden bestehe ein enger adÃ¤quater Kausalzusammenhang, und es fehle ein gesetzlicher Spielraum zur BeschrÃ¤nkung der Versicherungsdeckung auf BeschÃ¤digungen der GebÃ¤udehÃ¼lle durch direkte SchlÃ¤ge und deren Folgen. Die Deckung fÃ¼r HagelschÃ¤den durch die Elementarschadenversicherung beziehe sich mithin auch auf einen Schaden durch Wassereintritt infolge der Verstopfung von AblÃ¤ufen durch HagelkÃ¶rner (VGr, 3. September 2003, VB.2003.00134, E. 2-4, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Weiter Ã¤usserte sich das Gericht zum Deckungsausschluss nach § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG: Diese Norm schliesst die Versicherungsdeckung aus fÃ¼r SchÃ¤den, "die voraussehbar waren und deren Entstehung durch zumutbare Massnahmen hÃ¤tte verhindert werden kÃ¶nnen, wie SchÃ¤den zufolge schlechten Baugrundes, unfachgemÃ¤sser oder unsolider BauausfÃ¼hrung oder Abdichtung, mangelhaften GebÃ¤udeunterhalts". In PrÃ¤zisierung seiner bisherigen Rechtsprechung hielt es dazu fest, dass die Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit miteinander verbundene, kumulative Voraussetzungen des Deckungsausschlusses seien. Auch das Kriterium der Voraussehbarkeit bezieht sich mit anderen Worten nicht nur auf das Schadensereignis, sondern auch auf den Schadenseintritt (a.a.O., E. 6a-c).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>So wies das Verwaltungsgericht die Vorinstanz an, in einem zweiten Rechtsgang zu prÃ¼fen, ob der Schaden durch zumutbare Massnahmen hÃ¤tte vermieden werden kÃ¶nnen, hÃ¤tte doch die BeschwerdefÃ¼hrerin nach Auffassung der Beschwerdegegnerin einen NotÃ¼berlauf erstellen mÃ¼ssen. Zumutbar wÃ¤re das Erstellen eines NotÃ¼berlaufs namentlich dann gewesen, wenn der eingetretene Schaden trotz dem Vorhandensein zweier AblÃ¤ufe pro Shedrinne voraussehbar gewesen sein sollte (a.a.O., E. 6d/cc).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die Vorinstanz gelangt gestÃ¼tzt auf eine weitere SachverhaltsabklÃ¤rung durch den Koreferenten zum Schluss, dass der vorliegende Schaden als voraussehbare Folge eines Elementarereignisses durch eine zumutbare Massnahme, nÃ¤mlich das Anbringen eines NotÃ¼berlaufes oder mindestens eines zweiten Ablaufs pro ShedrinnenhÃ¤lfte, hÃ¤tte verhindert werden kÃ¶nnen, weshalb ein Ausschlussgrund im Sinn von § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG vorliege:</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrt sie im Wesentlichen aus, dass die vorhandenen zwei AblÃ¤ufe der Shedrinne wegen des Schiebebodens gegenseitig nicht die Funktion eines NotÃ¼berlaufes erfÃ¼llen kÃ¶nnten. Bei nur einem Ablauf pro Teilrinne habe somit jedenfalls mit der Verstopfung des Abflusses â was zum Eindringen des Wassers ins GebÃ¤ude gefÃ¼hrt habe â gerechnet werden mÃ¼ssen. Weiter mÃ¼sse das Fehlen eines NotÃ¼berlaufes oder eines zweiten Ablaufs pro ShedrinnenhÃ¤lfte zum Zeitpunkt der Erstellung dieser SheddÃ¤cher als Konstruktionsmangel qualifiziert werden. Dies werde nicht dadurch ausgeschlossen, dass eine entsprechende SIA-Norm fehle; ein Konstruktionsmangel kÃ¶nne auch gestÃ¼tzt auf anderweitige eine Usanz belegende Quellen oder gestÃ¼tzt auf den gesunden Menschenverstand angenommen werden (a.a.O., E. 4). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin wendet dagegen ein, dass sich die Vorinstanz mit der Frage der Voraussehbarkeit des Schadeneintritts nicht gehÃ¶rig auseinander gesetzt habe, indem sie dazu einzig darauf abgestellt habe, ob gemÃ¤ss heutigem und im Zeitpunkt der Errichtung des Daches herrschendem Kenntnisstand von einem Konstruktionsmangel auszugehen sei. Um vorauszusehen, ob HagelkÃ¶rner DachablÃ¤ufe verstopfen und am GebÃ¤ude Schaden anrichten kÃ¶nnten, hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrerin bekannt sein mÃ¼ssen, dass die AblÃ¤ufe allenfalls nicht tauglich seien. Diese Kenntnis habe die BeschwerdefÃ¼hrerin nach objektiven MassstÃ¤ben gar nicht haben kÃ¶nnen, da die fraglichen AblÃ¤ufe wÃ¤hrend 50 Jahren stets einwandfrei und schadlos funktioniert hÃ¤tten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Des Weiteren bestÃ¤tige der Bericht des Koreferenten, dass die AblÃ¤ufe damals "richtig konstruiert" worden seien, indes aus heutiger â retrospektiver â Sicht der in der Mitte der Rinne liegende Schiebeboden falsch sei. Die Vorinstanz dÃ¼rfe fÃ¼r die Frage, ob ein Konstruktionsmangel vorliege, nicht die "heutigen KonstruktionsmÃ¶glichkeiten" heranziehen. Sodann habe die fragliche Baute weder damals einer SIA-Norm widersprochen noch tue sie es heute, und die Frage eines Konstruktionsmangels dÃ¼rfe nicht aufgrund einer aussergewÃ¶hnlichen, einmaligen Wettersituation beantwortet werden; vielmehr kÃ¶nnten als Massstab nur allgemeine VerhÃ¤ltnisse dienen (a.a.O., Ziff. 9.1-3).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Schliesslich sei wegen des gutachtlichen Berichts des Koreferenten die richterliche UnabhÃ¤ngigkeit der Vorinstanz nicht mehr gewÃ¤hrleistet (a.a.O., Ziff. 9.4). </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorweg erweist sich das letzterwÃ¤hnte Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerin als unbegrÃ¼ndet: Zwar wird in § 75 Abs. 4 GebÃ¤ude­versG der Rekurskommission UnabhÃ¤ngigkeit in der Rechtsprechung garantiert. Doch wer­den das juristische Sekretariat und die Kanzlei der Kommission von der Direktion der Jus­tiz und des Innern bestellt, bei der sich auch der Sitz der Rekurs­kommission befindet. Die Direktion Ã¼bt zudem die administrative Aufsicht Ã¼ber die Rekurskommission aus (§ 1 Abs. 3 und § 2 der Verordnung Ã¼ber die Rekurskommission der <a id="juris9">GebÃ¤udeversicherung</a> vom 1. MÃ¤rz 2000). Angesichts dieser Verflechtung mit der zustÃ¤ndigen Direktion ist die Re­kurs­kommission der <a id="juris10">GebÃ¤udeversicherung</a> kein unabhÃ¤ngiges Gericht im Sinn von Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) und Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Men­schenrechtskonvention (VGr, 25. Februar 2004, VB.2003.00434, E. 1.3, www.vgrzh.ch; vgl. auch BGr, 3. November 2003, 2P.252/2003, E. 3.4.1, www.bger.ch).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Bestellung von Fachgerichten und ‑kommissionen soll gerade zeit­aufwendige und kostspielige Gutachten Ã¼berflÃ¼ssig ma­chen. Allerdings gebietet es der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 2 BV), dass die Parteien zu einem Fachbericht, welchen die Vorinstanz von einem ihrer Mitglieder erstellen liess, angehÃ¶rt werden (vgl. VGr, 25. Februar 2004, VB.2003.00434, E. 3.4.1-3, www.vgrzh.ch). So wurde denn auch der Bericht des Koreferenten der BeschwerdefÃ¼hrerin unter Fristansetzung zur Stellungnahme zugestellt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Entsprechend der Grundregel von Art. 8 des Zivilgesetzbuchs Ã¼ber die Beweislastverteilung hat die versicherte BeschwerdefÃ¼hrerin zu beweisen, dass der Versicherungsfall eingetreten ist, das heisst ein Ereignis, das grund­sÃ¤tzlich die Merkmale der durch die Versicherung Ã¼bernommenen Gefahr trÃ¤gt. Um­ge­kehrt hat die Beschwerdegegnerin als Versicherungsanstalt die besonderen AusschlussgrÃ¼nde zu be­wei­sen, die ihrer Leistungspflicht entgegenstehen sollen (RB 1983 Nr. 117).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Genau besehen ist zwischen den Parteien einzig noch streitig, ob der Schadenseintritt voraussehbar gewesen wÃ¤re. Dass der Schaden im Falle von dessen Voraussehbarkeit durch zumutbare Massnahmen, namentlich das Erstellen eines NotÃ¼berlaufes, hÃ¤tte verhindert werden kÃ¶nnen, wird zu Recht auch von der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht (explizit) in Frage gestellt.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Wie bereits erwÃ¤hnt, genÃ¼gt es nach der im Urteil des Verwaltungsgerichts vom 3. September 2003 prÃ¤zisierten Rechtsprechung fÃ¼r das Vorliegen eines Deckungsausschlusses nach § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG nicht, wenn der Schadenseintritt durch das Ergreifen einer zumutbaren Massnahme vermeidbar gewesen wÃ¤re; vielmehr muss der eingetretene Schaden auch voraussehbar gewesen sein (VB.2003.00134, E. 6a-c, www.vgrzh.ch). Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Schadenseintrittes sind mit anderen Worten nicht alternative, sondern kumulative Voraussetzungen des Deckungsausschlusses. Indessen sind die beiden Elemente nicht isoliert zu betrachten, besteht doch zwischen der Voraussehbarkeit und der Vermeidbarkeit eines Schadenseintrittes ein innerer Zusammenhang: Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind die Begriffe "nicht voraussehbar" und "unabwendbar" (in § 10 Abs. 1 des GebÃ¤udeversicherungsgesetzes vom 28. Januar 1934 [OS 35, 239], mittlerweile ersetzt durch §§ 19 f. GebÃ¤udeverG) "miteinander verbunden und aufeinander bezogen"; jeder reiche fÃ¼r sich allein nicht aus, sondern mÃ¼sse mit Hilfe des andern ausgelegt werden. Bereits die MÃ¶glichkeit, schadenvermeidende Massnahmen zu ergreifen, hÃ¤nge von der Voraussehbarkeit des Ausmasses des schadenstiftenden Ereignisses und der Voraussehbarkeit des Schadens ab (BGE 100 Ia 32 E. 3).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem Gesagten sieht § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeverG eine VergÃ¼tung dann vor, wenn der EigentÃ¼mer bzw. Bauunternehmer im Hinblick auf ein Elementarereignis, mit dem zu rechnen war, die Vorsichtsmassregeln getroffen hat, die von einem sorgfÃ¤ltigen EigentÃ¼mer und Unternehmer zu erwarten und ihm zuzumuten sind. Zu berÃ¼cksichtigen gilt es mithin, ob die zum Schutz gegen Wasser getroffenen Massnahmen der beruflich gebotenen Sorgfalt entsprochen und welchen Kostenaufwand bauliche Vorkehren erfordert hÃ¤tten, die den eingetretenen Schaden voraussichtlich hÃ¤tten vermeiden lassen (BGE 100 Ia 32 E. 3; VGr, 25. Februar 2004, VB.2003.00434, E. 4.2.1, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>GemÃ¤ss der ergÃ¤nzenden SachverhaltsabklÃ¤rung des fachkundigen Koreferenten weist die betroffene Shedrinne eine LÃ¤nge von ungefÃ¤hr 30 Meter auf. Die Rinne werde in der Mitte durch einen Schiebeboden getrennt, der 120 mm hoch sei. Bei der Shedrinne handle es sich folglich de facto um zwei Rinnen, wobei pro "RinnenhÃ¤lfte" je ein Dachwasserablauf mit einem Durchmesser von 100 mm eingebaut sei. Obschon die beiden DachwasserablÃ¤ufe grundsÃ¤tzlich korrekt dimensioniert seien, kÃ¶nne der zweite Ablauf nicht als Sicherheit betrachtet werden, da zwischen den AblÃ¤ufen ein Schiebeboden eingebaut sei. Dies habe zur Folge, dass das Wasser erst dann zum zweiten Ablauf gelangen kÃ¶nne, wenn es soweit aufgestaut sei, dass es den Schiebeboden Ã¼berfliesse; bei dieser StauhÃ¶he sei der Schiebeboden jedoch bereits undicht. Nach heutigen KonstruktionsmÃ¶glichkeiten sei der in der Mitte der Shedrinne liegende Schiebeboden (in der Fachsprache: Dilatationselement) falsch. Zwar brauche eine Shedrinne in der LÃ¤nge von 30 Meter ein solches Dilatationselement, im Zeitpunkt der Erstellung der Baute bzw. Rinne hÃ¤tte es indessen noch keine horizontal liegenden Dilatationselemente gegeben.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Wenn die BeschwerdefÃ¼hrerin gestÃ¼tzt auf diese AusfÃ¼hrungen zum Dilatationselement das Vorliegen eines Konstruktionsmangels bzw. die Voraussehbarkeit des Schadeneintritts verneinen will, verkennt sie die Argumentation des Koreferenten. Dessen Bericht schliesst nicht aufgrund des vorhandenen Dilatationselements, das nicht dem heutigen Standard entspricht, auf einen Konstruktionsmangel. Vielmehr liegt der Mangel darin begrÃ¼ndet, dass die Shedrinne aufgrund des Schiebebodens, der die Rinne in zwei HÃ¤lften teilt, Ã¼ber keine NotÃ¼berlÃ¤ufe verfÃ¼gte, wie sie indessen nach den Regeln der damaligen Baukunde erforderlich gewesen wÃ¤ren. So zeigt der Bericht auf, wie die DachentwÃ¤sserung im Erstellungszeitpunkt diesen Regeln entsprochen hÃ¤tte: Entweder indem pro RinnenhÃ¤lfte je zwei vertikale AblÃ¤ufe oder aber an den BrÃ¼stungsmÃ¤uerchen je ein NotÃ¼berlauf erstellt worden wÃ¤ren. Im Nachgang zum Hagelschlag vom 24. Juni 2002 wurde denn auch bei beiden ShedrinnenhÃ¤lften am Ende in der BrÃ¼stung ein Loch als NotÃ¼berlauf durchgebohrt, um einen kÃ¼nftigen Schadenfall zu vermeiden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es ist allgemein bekannt, dass Regenwasser wegen Verstopfung der Dachrinnen durch HagelkÃ¶rner in GebÃ¤ude eindringen und dort Schaden verursachen kann. Und da die vorhandenen zwei AblÃ¤ufe der Shedrinne wegen des Schiebebodens gegenseitig nicht die Funktion eines NotÃ¼berlaufes erfÃ¼llen kÃ¶nnen, war voraussehbar, dass bei Verstopfung eines Ablaufes â womit bei Hagelschlag immer zu rechnen ist â Wasser in das GebÃ¤ude eindringen kann. Die Voraussehbarkeit des Schadeneintrittes ist somit zu bejahen, da die Shedrinne aufgrund des Schiebenbodens hinsichtlich der erforderlichen NotablÃ¤ufe so zu betrachten ist, als bestÃ¼nde sie aus "zwei Rinnen". Dies galt bereits im Erstellungszeitpunkt, und zwar unabhÃ¤ngig davon, ob eine SIA-Norm bestand bzw. besteht, welche sich explizit zu Shedrinnen und deren (Not-)AblÃ¤ufen Ã¤ussert. So heisst es in dem vom Koreferenten angefÃ¼hrten Hand- und Lehrbuch (Julius RÃ¶</span>β<span>ler, Der neuzeitliche Installateur und Klempner, Nordhausen am Harz 1936, S. 308), dass bei SheddÃ¤chern NotauslÃ¤sse anzuordnen sind, die bei einem Falle, wo die Rinne verstopft ist oder das Wasser nicht fassen kann, dieses ableitet.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass der eingetretene Schaden voraussehbar gewesen ist. Dass wÃ¤hrend 50 Jahren kein Schaden eingetreten sei, vermag daran nichts zu Ã¤ndern. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen und hat diese keinen Anspruch auf ParteientschÃ¤digung hat (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG und § 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. <a id="Text1"> </a>6'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 6'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Urteilstext"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>