Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 6. Mai 2020 (810 19 312) ___________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung / Verhältnismässig- keit der Massnahme; Anforderungen an die Interessenabwägung Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Stef an Schulthess, Markus Clausen, Hans Furer, Claude Jeanneret , Gerichtsschreiberin i.V. Anne-Catherine Sturzenegger Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Ozan Polatli, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung (RRB Nr. 1473 vom 5. November 2019) A. Der algerische Staatsangehörige A.____ (geb. 1976) reiste am 2. April 2003 in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Mit Entscheid vom 24. April 2003 wies das Bundes- amt für Migration (heute Staatssekretariat für Migration [SEM]) dieses Gesuch ab. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 22. Juni 2005 heiratete A.____ die Schweizer Staatsangehörige B.____ (geb. 1973), worauf ihm eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau erteilt wurde. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, C.____ (geb. 20 05) und D.____ (geb. 2007). Am 31. März 2010 wurde den Eheleuten gerichtlich das Getre nntleben bewilligt und A.____ wur- de ein Besuchsrecht für seine beiden Kinder eingeräumt. Zufolge fehlender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit von A.____ wurde auf die Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen verzichtet. C. Am 27. August 2010 reichte das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM; ab 1. Januar 2019: Amt für Migration und Bürge rrecht [AfMB]) beim SEM ein Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von A.____ zur Zustimmung ein. Die Aufent- haltsbewilligung wurde daraufhin verlängert. D. A.____ ist seit dem Jahr 2003 wie folgt strafrechtl ich in Erscheinung getreten: - Verurteilung vom 23. Juli 2003 wegen Übertretung d es Bundesgesetzes über Aufent- halt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) vom 26. M ärz 1931 sowie Missach- tung einer Massnahme zu einer bedingt vollziehbaren Fr eiheitsstrafe von drei Tagen bei einer Probezeit von zwei Jahren und einer Busse von Fr. 200.-- - Verurteilung vom 20. August 2003 wegen Missachtung ein er Massnahme zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 22 Tagen und einer Probezeit von drei Jah- ren sowie einer Busse von Fr. 500.-- - Verurteilung vom 3. März 2007 wegen Missachtung einer Massnahme zu einer Geld- strafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.-- - Verurteilung vom 1. März 2011 wegen Führens eines M otorfahrzeugs in angetrunke- nem Zustand und Führens eines nicht betriebssicheren Fah rzeugs zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- u nd einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von Fr. 700.-- - Verurteilung vom 6. September 2016 wegen versuchter schwerer Köperverletzung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer bed ingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten und einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.-- - Verurteilung vom 8. Januar 2019 wegen Führens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähi- gem Zustand zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe vo n 45 Tagessätzen zu Fr. 40.-- und einer Probezeit von drei Jahren sowie einer Busse von Fr. 800.-- - Verurteilung mittels Strafbefehl vom 2. April 2019 wegen Nichtabgabe von ungültigen oder entzogenen Ausweisen oder Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von fünf Tag essätzen zu Fr. 50.-- und einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von Fr. 500. -- als Zusatzstrafe zum Ur- teil vom 8. Januar 2019 - Verurteilung mittels Strafbefehl vom 13. August 2019 wegen Fahrenlassens ohne Fahrzeugausweis oder Kontrollschilder sowie Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kontrollschildern zu einer Geldstrafe von fünf Tagessätzen zu Fr. 60.-- und einer Busse von Fr. 400.--; der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben, unter Anset- zung einer Probezeit von drei Jahren Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. A.____ bezog vom 18. Oktober 2005 bis 31. August 2 006 für sich und seine damali- ge Ehefrau sowie vom 1. Januar 2015 bis 31. Mai 2015 f ür sich alleine Sozialhilfeleistungen der Sozialhilfebehörde H.____ in der Höhe von Fr. 42’ 715.50. Im Zeitraum vom 1. Juli 2010 bis 30. September 2012 bezog er für sich alleine Sozialhilfeleistungen der Sozialhilfebehörde I.____ in der Höhe von Fr. 56’618.45. Im Weiteren h äufte A.____ während seines Aufent- halts in der Schweiz Schulden an, wobei auf seinen Name n per 7. Februar 2019 28 Betrei- bungen in der Höhe von Fr. 41'666.75 sowie 25 Verlust scheine im Gesamtbetrag von Fr. 36'176.65 registriert waren. F. Mit Schreiben des AfM vom 6. Mai 2011 wurde A.____ aufgrund seiner strafrechtli- chen Verurteilungen, seiner angehäuften Schulden und s einer Sozialhilfeabhängigkeit aus- länderrechtlich verwarnt. Gleichzeitig wurde er ermahnt, sich in Zukunft klaglos zu verhalten, möglichst schnell finanziell unabhängig zu werden und se inen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. G. Mit Urteil des Bezirksgerichts J.____ vom 27. Februar 2013 wurde die Ehe zwischen B.____ und A.____ geschieden und die Scheidungsvereinba rung genehmigt, wonach die elterliche Sorge der Mutter zugeteilt und der Vater zur Bezahlung von Kinderalimenten in der Höhe von je Fr. 200.-- monatlich verpflichtet wird. A uf die Festsetzung eines nachehelichen Unterhalts an seine geschiedene Ehefrau wurde zufolge fehlender wirtschaftlicher Leistungs- fähigkeit von A.____ verzichtet. H. Mit Schreiben vom 6. November 2017 ersuchte A.____ das AfM um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Das AfM wies ihn mit Schreib en vom 18. Dezember 2017 darauf hin, dass seine Verurteilung vom 6. September 2016 ei nen Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinn en und Ausländer (Ausländergesetz, AuG; seit 1. Januar 2019: Bundesgesetz über die Ausländ erinnen und Ausländer und über die Integration [Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG ]) vom 16. Dezember 2005 darstelle, was nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils im Verfahren um die Erteilung einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung berücksichtigt werden mü sse. Mit Schreiben vom 30. Okto- ber 2018 wurde A.____ über eine allfällige Nichtverlä ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung und eine Wegweisung aus der Schweiz informiert und es wurde ihm diesbezüglich das recht- liche Gehör gewährt, welches er mit Schreiben vom 14. November 2018 durch seinen Rechtsvertreter, Ozan Polatli, Advokat, wahrnahm. I. Ebenfalls gewährte das AfM der Ex-Ehefrau von A.__ __ und dem gemeinsamen Sohn C.____ mit Schreiben vom 30. Oktober 2018 das rechtliche Gehör betreffend die allfäl- lige Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz. Auf die persönliche Anhörung der Tochter D.____ wurde verzichtet. J. Aufgrund neuer ausländerrechtlicher Bestimmungen ge währte das AfMB A.____ mit Schreiben vom 15. Januar 2019 erneut das rechtliche Gehör in Bezug auf die geplante aus- länderrechtliche Massnahme. Dieser Aufforderung leistete A.____ mit Eingabe vom 28. Ja- nuar 2019 Folge. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. Am 28. Februar 2019 verfügte das AfMB die Nichtve rlängerung der Aufenthaltsbe- willigung von A.____ und wies ihn an, die Schweiz bis sp ätestens 28. März 2019 zu verlas- sen. L. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Eingabe vom 14. März 2019 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regieru ngsrat). In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei das Verfahren bis zum Absch luss der Verfahren des Zivilkreis- gerichts Basel-Landschaft West betreffend Vaterschaft un d Unterhalt in Sachen E.____, ge- boren 2016, sowie F.____, geboren 2018, zu sistieren. M. Mit Erklärung vom 19. März 2019 anerkannte A.____ d ie Vaterschaft über E.____ und F.____, worauf das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West die entsprechenden Verfah- ren gleichentags als erledigt abschrieb. N. Mit Verfügung des Rechtsdienstes von Regierungsrat und Landrat vom 8. April 2019 wurde das Sistierungsgesuch abgewiesen. O. Mit Beschluss (RRB) Nr. 1473 vom 5. November 2019 wie s der Regierungsrat die Beschwerde vom 14. März 2019 ab und wies A.____ an, di e Schweiz innert 30 Tagen seit Rechtskraft des Entscheids zu verlassen. P. Gegen den Entscheid des Regierungsrats vom 5. Novembe r 2019 erhob A.____ mit Eingabe vom 18. November 2019 Beschwerde beim Kantonsg ericht Basel-Landschaft, Ab- teilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragt, es seien die Dis- positiv-Ziffern 1 und 2 des Entscheids des Regierungsrate s vom 5. November 2019 aufzu- heben und das AfMB sei anzuweisen, seine Aufenthaltsbewi lligung zu verlängern (Ziff. 1); eventualiter sei der Entscheid des Regierungsrates vom 5. November 2019 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz oder d as AfMB zurückzuweisen (Ziff. 2); unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 3). Im Weiteren beantr agt er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung (Ziff. 4). Mit Eingabe vom 20. Januar 2020 reich- te der Beschwerdeführer die Beschwerdebegründung ein und beantragt neu, es sei eventua- liter anstelle der Nichtverlängerung der Aufenthalt sbewilligung und der Wegweisung eine Verwarnung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 AIG auszusprechen. Q. Am 31. Januar 2020 liess sich der Regierungsrat verne hmen und schloss auf kos- tenfällige Abweisung der Beschwerde. R. Mit Präsidialverfügung vom 19. Februar 2020 wurde der Fall der Kammer zur Beur- teilung überwiesen. Die Anträge des Beschwerdeführers a uf Durchführung einer mündlichen Verhandlung sowie Befragung von B.____, C.____, D.__ __ und G.____ und Einholung von Stellungnahmen der genannten Personen wurden abgewiesen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfüg ungen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Be- schwerde gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Da auch die weiteren formellen Voraus- setzungen erfüllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts ge- rügt werden. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochtenen Entscheids ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorl iegenden Ausnahmefällen – ver- wehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Strittig ist, ob die Nichtverlängerung der Aufenth altsbewilligung und die damit ver- bundene Wegweisung des Beschwerdeführers zu Recht erfolgten. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung be sitzt oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 AIG; vgl. auch Art. 2 AIG). D ie zuständige kantonale Behörde ent- scheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AIG im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Ver- träge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die Zul assung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli- gung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nich t, es sei denn, das AIG oder völ- kerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel, 2009, Rz. 7.84 ff.; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 16. Januar 2019 (810 18 118) E. 4.1). 4.2 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und Al- gerien keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welche dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde. 5.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, zwischen ihm und seinen Kindern bestehe eine besonders enge Beziehung, weshalb ihm ein Anwesenhe itsanspruch gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 zustehe. 5.2.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu A rt. 8 EMRK sowie zu Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vo m 18. April 1999 ist die Erteilung und Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung an einen weder sorge- noch obhuts-Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht berechtigten Elternteil zur Ausübung seines Besuchsrecht s in der Regel nicht erforderlich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_1141/2014 vom 10. September 2015 E. 2.4). Da die fami- liäre Beziehung von vornherein nur in beschränktem Rah men gepflegt werden kann, reicht es grundsätzlich aus, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Aus- land her ausgeübt werden kann, wobei allenfalls dessen M odalitäten anzupassen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_1141/2014 vom 10. Se ptember 2015 E. 2.4; BGE 139 I 315 E. 2.2). Ob das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschütz te Rechtsgut betroffen ist und welche Interessen in Anwendung von Art. 8 Ziff. 2 EMRK gegeneinander abzuwägen sind, ist jeweils im Einzelfall zu bestimmen. Das private Interesse eines a usländischen Elternteils am Ver- bleib im Land vermag das öffentliche Interesse an einer einschränkenden Migrationspolitik regelmässig dann zu überwiegen, wenn zwischen dem auslän dischen Elternteil und seinem im Inland lebenden Kind eine enge Beziehung (1) in a ffektiver wie (2) wirtschaftlicher Hin- sicht besteht, (3) sich der um die Bewilligung nachsuchen de Elternteil in der Schweiz tadel- los verhalten hat und (4) die Beziehung wegen der Dista nz zwischen der Schweiz und dem Staat, in welchen er ausreisen müsste, praktisch nicht mehr aufrecht erhalten werden könnte (vgl. BGE 144 I 91 E. 5.2; BGE 143 I 21 E. 5.2; BGE 140 I 145 E. 3.2; BGE 139 I 315 E. 2.2; jeweils mit Hinweisen). 5.2.2 Angesichts seiner zahlreichen Verurteilungen, name ntlich der Verurteilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten wegen versuchte r schwerer Körperverletzung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz, kann das Verhalt en des Beschwerdeführers offen- sichtlich nicht als tadellos im Sinne der bundesgerichtl ichen Rechtsprechung bezeichnet werden. Ob vorliegend in affektiver wie wirtschaftlicher Hinsicht eine enge Beziehung zwi- schen dem Beschwerdeführer und seinen Kindern besteht, i st vor diesem Hintergrund uner- heblich. Als nicht obhuts- oder sorgeberechtigter Elternt eil kann der Beschwerdeführer aus der Beziehung zu seinen Kindern keinen Aufenthaltsanspr uch gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV ableiten. 5.3.1 Unabhängig vom Vorliegen einer familiären Bezi ehung kann eine ausländerrechtli- che Fernhaltemassnahme unter gewissen Umständen den Anspruch auf Achtung des Privat- lebens gemäss Art. 8 EMRK verletzen: Nach ständiger Recht sprechung des Bundesgerichts genügen eine lange Anwesenheit und die damit verbundene normale Integration hierzu nicht; erforderlich sind besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (vg l. BGE 144 II 1 E. 6.1; BGE 130 II 281 E. 3.2.1; BGE 126 II 377 E. 2c). Nach einer rech tmässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren kann regelmässig davon ausgegangen werden, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden sind, dass es für eine A ufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf, wobei es sich im Einzelfall anders verhalten und die Integration zu wünschen übriglassen kann. Es kann aber auch sein, dass schon zu ein em früheren Zeitpunkt der An- spruch auf Achtung des Privatlebens betroffen ist. Liegt n ach einer längeren bewilligten Auf- enthaltsdauer, die zwar zehn Jahre noch nicht erreicht hat, eine besonders ausgeprägte In- tegration vor, kann es den Anspruch auf Achtung des Privat lebens verletzen, wenn eine Be- willigung nicht erneuert wird (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.9). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2 Der Beschwerdeführer lebt mittlerweile seit über 17 Jahren in der Schweiz. Ange- sichts dieser langen Anwesenheit in der Schweiz bedarf der Widerruf bzw. die Nichtverlänge- rung seiner Aufenthaltsbewilligung gemäss der zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich besonderer Gründe (vgl. Urteil des Bundesge richts 2C_564/2019 vom 6. Feb- ruar 2020 E. 5.1). 6.1 Gestützt auf Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG kann die A ufenthaltsbewilligung widerrufen bzw. nicht verlängert werden, wenn die ausländische Person zu einer längerfristigen Frei- heitsstrafe verurteilt oder gegen sie eine strafrechtl iche Massnahme im Sinne der Artikel 59 bis 61 oder 64 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StG B) vom 21. Dezember 1937 an- geordnet worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium der Längerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahingehend konkretisiert, dass es einer Fre iheitsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjährige Strafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden dürfen (vgl. BGE 135 ll 377 E. 4.2; BGE 137 II 297 E. 2). Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen w urde (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1; 2C_91/2014 vom 18. Dezember 2014 E. 3.2). 6.2 Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Strafge richts Basel-Stadt vom 6. Sep- tember 2016 wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 20 Monaten und einer Geld- strafe von 10 Tagessätzen à Fr. 30.-- verurteilt; das Appellationsgericht Basel-Stadt bestätig- te dieses Urteil mit Entscheid vom 6. März 2018. Der B eschwerdeführer hat damit den Wi- derrufsgrund gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG gesetzt, was er zu Recht nicht bestreitet. 7.1 Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes zieht nicht aut omatisch die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung nach sich. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung muss in jedem Fall verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 BV; Art . 96 AuG; Art. 8 Ziff. 2 EMRK). Mass- gebliche Kriterien sind grundsätzlich die Schwere des D elikts, wobei besonders ins Gewicht fällt, ob diese Taten als Jugendlicher oder als Erwachsener begangen wurden und ob es sich dabei um Gewaltdelikte handelte, das Verschulden des B etroffenen, der seit der Tat vergan- gene Zeitraum und das Verhalten des Betroffenen während diesem, der Grad seiner Integra- tion bzw. die sozialen, kulturellen und familiären Bind ungen zum Aufenthaltsstaat und zum Heimatstaat, die Dauer der bisherigen Anwesenheit, die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile, insbesondere unter gesundheitlichen Aspekten, s owie die mit der aufenthaltsbe- endenden Massnahme verbundene Dauer der Fernhaltung (vg l. Urteil des Bundesgerichts 2C_393/2018 vom 5. Juli 2018 E. 2.2 mit Hinweisen). B ei der Interessenabwägung ist insbe- sondere auch das Kindeswohl zu berücksichtigen (Art. 3 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes [KRK]; B GE 139 I 31 E. 2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_260/2017 vom 2. November 2017 E. 4.3). Verlangt ist eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der E rteilung der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vg l. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinwei- sen). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Der Beschwerdeführer ist seit rund 17 Jahren immer w ieder straffällig geworden, Dabei fällt insbesondere die Verurteilung zu einer F reiheitsstrafe von 20 Monaten wegen versuchter schwerer Köperverletzung und Widerhandlung g egen das Waffengesetz negativ ins Gewicht. Dass seit der Tat, welche dieser Verurteil ung zugrunde liegt, bereits sechs Jah- re vergangen sind und sich der Beschwerdeführer vor und n ach diesem Zeitpunkt keiner vergleichbar schweren Delikte schuldig gemacht hat, vermag das öffentliche Interesse an seiner Wegweisung lediglich geringfügig zu relativieren. Mit dem Regierungsrat ist festzustel- len, dass die weiteren Verurteilungen des Beschwerdeführers – namentlich die Delikte gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung – von einer gewissen Gleichg ültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung zeugen. Insgesamt ist von ei nem erheblichen öffentlichen Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz auszugehen. 7.3 Dem öffentlichen Interesse an der Wegweisung des Be schwerdeführers sind des- sen private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. 7.3.1 Diesbezüglich fällt namentlich der Umstand ins Ge wicht, dass der 43-jährige Be- schwerdeführer bereits seit rund 17 Jahren in der Sch weiz lebt. Er kann sich daher auf eine lange Aufenthaltsdauer sowie die damit verbundene Ve rwurzelung in den hiesigen Verhält- nissen berufen. Im Weiteren ist im Rahmen der Interesse nabwägung zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer Vater von vier Kindern ist, welche in der Schweiz ein gefestigtes Anwesenheitsrecht haben. 7.3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, seine Kind er wollten unbedingt, dass er in der Schweiz bleiben könne, weil sie ansonsten keine Möglichkeit hätten, ihren Vater zu sehen. Die beiden jüngsten Kinder wohnten aktuell in einem K inderheim, weil die Kindsmutter mit deren Betreuung überfordert sei. Er bemühe sich um d ie Obhut über die beiden jüngsten Kinder, habe aktuell jedoch noch keine geeignete Wohn ung. Die Wegweisung sei nicht nur für ihn, sondern auch für die vier minderjährigen Kin der nicht hinnehmbar. Der Beschwerde- führer beantragt die gerichtliche Befragung der beide n älteren Kinder und der beiden Kinds- mütter. Im Hinblick auf die Frage des Kindeswohls seien zudem von Amtes wegen Stellung- nahmen der fraglichen Personen einzuholen. Entspreche nde Beweisanträge hatte der Be- schwerdeführer bereits im Verfahren vor dem Regierungsrat gestellt. 7.3.3 Der Regierungsrat erwog hinsichtlich der Beziehun g des Beschwerdeführers zu seinen Kindern zusammengefasst, dass der Beschwerdeführer inzwischen Vater von vier Kindern sei. Die beiden älteren Kinder C.____ und D.____ stünden unter der elterlichen Sor- ge und Obhut der Mutter. Im Laufe des Beschwerdeverfah rens habe der Beschwerdeführer die Vaterschaft zu seinen beiden jüngeren Kindern E.___ _, geboren 2016, und F.____, ge- boren 2018, anerkannt, wobei die Regelung der elterl ichen Sorge und Obhut diesbezüglich noch ausstehend sei. In Bezug auf die Beziehung zu seine n Kindern könne festgehalten werden, dass in affektiver Hinsicht sicherlich eine engere Beziehung bestehe. In wirtschaftli- cher Hinsicht bestehe jedoch, mangels Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen, keine besonders enge Beziehung. Zudem sei darauf hinzuweisen, dass der Be schwerdeführer seine vier Kin- der derzeit lediglich im Rahmen eines Besuchsrechts sehen könne. Somit sei es dem Be- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer von vornherein nur in eingeschränktem Mass möglich, Kontakt zu seinen Kindern zu pflegen. Mangels enger wirtschaftlicher Bezi ehung sei es vorliegend nicht erfor- derlich, die weitere affektive Bindung des Beschwerdefü hrers zu den Kindern zu überprüfen, da die affektive und wirtschaftliche Bindung unmittelb ar miteinander verbunden seien und nebst dem klaglosen Leumund kumulativ vorliegen müssten ( RRB Nr. 1473 vom 5. Novem- ber 2019 E. 5c/ff). Im Weiteren erwog der Regierung srat, da der Beschwerdeführer die Be- fragung seiner zwei älteren Kinder sowie deren Mutter sowie die Befragung der Kindsmutter seiner beiden jüngeren Kinder lediglich in Bezug auf d as Subeventualbegehren verlangt ha- be, müsse darauf aufgrund der Abweisung des Subeventu albegehrens nicht weiter einge- gangen werden (RRB Nr. 1473 vom 5. November 2019 E. 8). 7.3.4 Wie bereits ausgeführt (E. 7.3.2 hiervor), beant ragte der Beschwerdeführer im Ver- fahren vor dem Regierungsrat die Befragung der älter en Kinder und der Kindesmütter bzw. die Einholung entsprechender Stellungnahmen. Soweit d er Regierungsrat in diesem Zu- sammenhang erwog, der Beschwerdeführer habe die fragli chen Beweisanträge lediglich in Bezug auf das Subeventualbegehren gestellt, weshalb dar auf aufgrund der Abweisung die- ses Begehrens nicht weiter eingegangen werden müsse, kann ihm nicht gefolgt werden. Ins- besondere erschliesst sich nicht, inwiefern die Abweisung des Subeventualbegehrens dazu führen soll, dass die in diesem Zusammenhang gestellten Beweisanträge nicht zu behandeln sind. Davon unabhängig hatte der Regierungsrat den Sac hverhalt von Amtes wegen soweit abzuklären, dass die Beziehung des Beschwerdeführers zu sein en Kindern und deren Inte- ressen im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung angemess en berücksichtigt werden konnten (§ 9 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Ba sel-Landschaft [VwVG BL] vom 13. Juni 1988). 7.3.5 Im vorliegenden Fall hat sich der Sachverhalt zw ischen der Verfügung des AfMB vom 28. Februar 2019 und dem Entscheid des Regierungsra ts vom 5. November 2019 inso- fern erheblich verändert, als der Beschwerdeführer am 19. März 2019 die Vaterschaft über seine beiden jüngeren Kinder anerkannte. Der Regieru ngsrat führt im angefochtenen Ent- scheid aus, dass die affektive und wirtschaftliche Bindun g des Beschwerdeführers zu seinen Kindern unmittelbar miteinander verbunden seien und nebst dem klaglosen Leumund kumu- lativ vorliegen müssten. Dies mag hinsichtlich der Vorau ssetzungen eines Aufenthaltsan- spruchs gestützt auf das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV statuierte Recht auf Familienleben zutreffen. Im Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Nichtverlän- gerung der Aufenthaltsbewilligung bzw. der diesbezüg lich vorzunehmenden Interessenab- wägung ist die affektive Beziehung des Betroffenen zu den Kindern bzw. deren Interessen jedoch unabhängig vom Vorliegen einer allfälligen e ngen wirtschaftlichen Beziehung bzw. eines tadellosen Verhaltens zu berücksichtigen (E. 7.1 h iervor). Dem Regierungsrat kann daher nicht gefolgt werden, soweit er sich im angefocht enen Entscheid auf den Standpunkt stellt, mangels enger wirtschaftlicher Bindung und tad ellosen Verhaltens sei es nicht erfor- derlich, die weitere affektive Bindung des Beschwerdefü hrers zu den Kindern zu überprüfen. Diesbezüglich ist festzustellen, dass sich die in den Akten befindlichen Stellungnahmen le- diglich auf die beiden älteren Kinder beziehen; die T ochter D.____ wurde zudem, obschon sie im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids bereits 1 2 Jahre alt war, überhaupt nicht Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht persönlich zur Beziehung zu ihrem Vater befragt. Die Ste llungnahmen von C.____ und des- sen Mutter datieren vom November 2018 und sind damit nicht mehr aktuell. Über die Bezie- hung des Beschwerdeführers zu den beiden jüngeren Kinder n finden sich in den Akten kei- nerlei Angaben. Der Sachverhalt ist nach dem Gesagten nicht in einer Weise erstellt, dass hinsichtlich der Beziehung des Beschwerdeführers zu seinen Kindern bzw. deren Interessen eine den Anforderungen genügende umfassende Interessenabwägung möglich ist. Dies wird vom Regierungsrat denn auch indirekt eingeräumt, führt er im Rahmen der Vernehmlassung doch aus, dass er sich angesichts der zahlreichen offenen F ragen einer Anhörung der bei- den älteren Kinder und der Kindsmütter nicht verschliesse. 7.3.6 Der Untersuchungsgrundsatz gilt zwar auch im Ver fahren vor dem Kantonsgericht (§ 12 Abs. 1 VPO), kann jedoch nicht dazu dienen, Vers äumnisse der Vorinstanz bei der Sachverhaltsfeststellung zu beheben. Sind wichtige, entscheidrelevante Elemente des Sach- verhalts von den Vorinstanzen nicht bzw. nicht hinreichend abgeklärt worden, kann das Kan- tonsgericht eine Rückweisung vornehmen. Im vorliegenden Fall rechtfertigt es sich, auch mit Blick auf die eingeschränkte Kognition des Kantonsgerichts, in Gutheissung der Beschwerde den angefochtenen Entscheid aufzuheben und die Angelege nheit an den Regierungsrat zu- rückzuweisen, damit dieser den Sachverhalt hinsichtlich de r Beziehung des Beschwerdefüh- rers zu sämtlichen vier Kindern bzw. deren Interessen voll ständig ermittelt und anschlies- send neu entscheidet. 8.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfah rens zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgerich t kostenpflichtig. Die Verfahrens- kosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem Regierungsrat aufzuerlegen. 8.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann ge stützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug einer Anwältin bzw. eines Anwalts eine ange messene Parteientschädigung zu- lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechen d dem Ausgang des vorliegen- den Verfahrens ist dem Beschwerdeführer eine Parteien tschädigung zulasten des Regie- rungsrats zuzusprechen. Der in der Honorarnote vom 20. März 2020 geltend gemachte Auf- wand von 9.41 Stunden à Fr. 200.-- erweist sich für das vorliegende Verfahren als angemes- sen. Folglich hat der Regierungsrat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'131.-- (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) zu bezahlen. 8.3 Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Pr ozessführung und Verbei- ständung erweist sich bei diesem Ausgang als gegenstandslos. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Beschluss Nr. 14 73 des Re- gierungsrats vom 5. November 2019 aufgehoben. Die Ange legenheit wird zur ergänzenden Sachverhaltsfeststellung im Sinne d er Erwägun- gen und zu neuem Entscheid an den Regierungsrat zurückgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Regie- rungsrat auferlegt. 3. Der Regierungsrat hat dem Beschwerdeführer eine Pa rteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 2'131.-- (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) auszurichten. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V.