<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp394096"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>116 V 41<br/><br/><br/><div class="paraatf">8. Urteil vom 9. Januar 1990 i.S. X gegen Schweizerische Unfallversicherungsanstalt und Versicherungsgericht des Kantons Aargau</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp395408"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 10 Abs. 3 UVG</span>, <span class="artref">Art. 18 UVV</span>. <div class="paratf">- Zeitliche und tatbeständliche Grenzen der Leistungspflicht (Erw. 3a-c). </div> <div class="paratf">- Begriffe der Hauspflege (Erw. 5a-c und 7c) und der ärztlichen Anordnung (Erw. 5c). </div> <div class="paratf">Art. 10 Abs. 1 und 3 und <span class="artref">Art. 21 Abs. 1 UVG</span>. Gegenseitige Abgrenzung dieser Bestimmungen (Erw. 3b). </div> <div class="paratf"><span class="artref">Art. 21 Abs. 1 lit. d und <artref id="CH/832.20/26/1" type="start"></artref>Art. 26 Abs. 1 UVG</span><artref id="CH/832.20/21/1/d" type="end"></artref>, <span class="artref">Art. 38 Abs. 2 UVV</span>. </div> <div class="paratf">- Konkurrenz einer Entschädigung wegen schwerer Hilflosigkeit und einer Vergütung aufgrund von <span class="artref">Art. 21 Abs. 1 lit. d UVG</span> (Erw. 6). </div> <div class="paratf">- Zur untergeordneten Bedeutung der dauernden Pflege und Überwachung im Rahmen von <span class="artref">Art. 38 Abs. 2 UVV</span> (Erw. 6b und c). </div> <div class="paratf"><span class="artref">Art. 18 Abs. 2 UVV</span>, <span class="artref">Art. 129 Abs. 1 lit. c OG</span>. Rechtsnatur der Leistung gemäss <span class="artref">Art. 18 Abs. 2 UVV</span>; Zulässigkeit einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde (Erw. 7c). </div> <div class="paratf"><span class="artref">Art. 108 UVG</span>. Möglichkeit einer Beschwerde nach <span class="artref">Art. 108 UVG</span> an das kantonale Versicherungsgericht im Streit um (Ermessens-)Leistungen (Frage offengelassen; Erw. 7c). </div> </div> </div> <a name="idp441984"></a> <a name="idp466960"></a> <br/><div> <a name="idp488064"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 42</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page42"></a><div class="center pagebreak">BGE 116 V 41 S. 42</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp489728"></a><span class="bold">A.- </span>Der 1965 geborene (SUVA-versicherte) X erlitt am 17. September 1985 einen schweren Arbeitsunfall, bei dem er sich eine komplette Tetraplegie unterhalb des Halswirbels C 5 und Verbrennungen zweiten Grades von etwa 20% der Körperoberfläche zuzog. Laut Austrittsbericht des Paraplegikerzentrums B. vom 13. Oktober 1986 besteht je eine komplette Lähmung der unteren und oberen Extremitäten, Anästhesie und Analgesie in den Bereichen C 6 - S 5 sowie sehr eingeschränkte Reflexe. Ausser einer am 31. Oktober 1985 festgestellten Innervation des Musculus supinator rechts und einer am 31. Januar 1986 aufgetretenen Hypästhesie im Bereich des Segmentes C 6 stellte sich keine neurologische Erholung ein. Nach der Entlassung aus dem Paraplegikerzentrum B., wo sich der Versicherte vom 26. September 1985 bis 6. Oktober 1986 zur Rehabilitation aufhielt, wohnte X bei seiner Mutter, welche die Erwerbstätigkeit aufgegeben hatte, um ihren Sohn zu betreuen.</div> <div class="paraatf">X verlangte von der SUVA die Erstattung der durch die Hauspflege bedingten Lohnkosten. Die Hauspflege bestand namentlich im täglichen Durchbewegen durch die Schwester des Versicherten, eine diplomierte Gymnastiklehrerin, ferner in der Pflege durch die Mutter und einer zusätzlich zugezogenen Pflegerin (Frau Y). Hiefür liess X Lohnkosten von monatlich Fr. 7'200.-- geltend machen (Fr. 5'400.-- für die Mutter und Fr. 1'800.-- für Frau Y). Ferner <a name="page43"></a><div class="center pagebreak">BGE 116 V 41 S. 43</div>beantragte er, die SUVA habe die Kosten für die von seiner Schwester täglich durchgeführten physiotherapeutischen Anwendungen gemäss Tarif zu übernehmen. Die SUVA erklärte sich bereit, dem Versicherten für die Zeit vom 7. Oktober bis 31. Dezember 1986 für den pflegerischen Einsatz der Mutter des Versicherten und von Frau Y Fr. 10'069.-- zu vergüten. Mit Verfügung vom 30. März 1987 sprach sie ihm eine ab 1. Januar 1987 laufende 100%ige Invalidenrente, eine Entschädigung wegen schwerer Hilflosigkeit und die volle Integritätsentschädigung zu.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp494544"></a><span class="bold">B.- </span>Gegen diese Verfügung liess X Einsprache erheben mit dem Antrag, es seien ihm "die Kosten für die laufenden besonderen medizinischen Vorkehren (medizinische und pflegerische Hilfeleistungen und Betreuung, Therapie etc.) zu vergüten". Nach Einholung einer Stellungnahme der medizinischen Abteilung hiess die SUVA die Einsprache mit Entscheid vom 7. August 1987 teilweise gut, indem sie ihre Leistungspflicht für die Durchführung von zwei Physiotherapiebehandlungen pro Woche anerkannte.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp496240"></a><span class="bold">C.- </span>Hiegegen liess X Beschwerde erheben und erneuerte das in der Einsprache gestellte Rechtsbegehren. Ergänzend beantragte er eventualiter die Kostenübernahme für eine tägliche physiotherapeutische Sitzung. In der Parteiverhandlung vor dem Obergericht (Versicherungsgericht) des Kantons Aargau anerkannte die SUVA das Eventualbegehren im Grundsatz und schloss auf Abweisung des Hauptantrages. Das Versicherungsgericht hiess in der Folge die Beschwerde im Eventualstandpunkt gut und wies sie im übrigen ab (Entscheid vom 27. Juni 1988).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp498096"></a><span class="bold">D.- </span>X lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde führen mit dem Antrag, es "seien die Kosten für weitere medizinische Vorkehren (Stuhlausräumen, Katheterisieren, Anlegen eines Kondoms mit Urinal, Klopfen und Pressen der Blase) zu vergüten".</div> <div class="paraatf">Während die SUVA die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt, nimmt das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) zur Sache Stellung, sieht jedoch von einem Antrag ab.</div> <br/><div> <a name="idp504368"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp505376"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>(Kognition)</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp506496"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>a) Nach <span class="artref">Art. 10 Abs. 1 UVG</span> hat der Versicherte Anspruch auf die zweckmässige Heilbehandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische <a name="page44"></a><div class="center pagebreak">BGE 116 V 41 S. 44</div>Hilfsperson sowie im weitern durch den Chiropraktor (lit. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (lit. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (lit. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (lit. d) und die der Heilung dienlichen Mittel und Gegenstände (lit. e).</div> <div class="paraatf">b) Gemäss <span class="artref">Art. 10 Abs. 3 UVG</span> kann der Bundesrat die Leistungspflicht der Versicherung näher umschreiben und die Kostenvergütung für Behandlung im Ausland begrenzen (Satz 1). Er kann festlegen, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang der Versicherte Anspruch auf Hauspflege hat (Satz 2). In bezug auf die Hauspflege hat der Bundesrat diese Gesetzesdelegation in der UVV folgendermassen erfüllt:</div> <div class="paraatf">Art. 18 Hauspflege</div> <div class="paraatf">1 Der Versicherer richtet Beiträge an eine vom Arzt angeordnete</div> <div class="paraatf">Hauspflege aus, sofern diese durch eine nach Art. 8</div> <div class="paraatf">der Verordnung VI vom 11. März 1966 über die Krankenversicherung</div> <div class="paraatf">zugelassene Person durchgeführt wird.</div> <div class="paraatf">Die Beiträge an eine Hauspflege werden durch Tarifvereinbarung</div> <div class="paraatf">festgesetzt.</div> <div class="paraatf">2 Ausnahmsweise kann der Versicherer auch Beiträge an eine Hauspflege</div> <div class="paraatf">durch eine nicht zugelassene Person gewähren.</div> <div class="paraatf">c) Diesen gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat der Versicherte so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung seines Gesundheitszustandes erwartet werden kann (<span class="artref">Art. 19 Abs. 1 UVG</span> e contrario). Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen, geht der Unfallversicherer zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von <span class="artref">Art. 18 UVG</span> hinterlässt.</div> <div class="paraatf">d) Nach dieser initialen Behandlungsphase kann sich die Frage nach erneuten Behandlungsmassnahmen stellen. Während das alte Unfallversicherungsrecht gemäss dem bis Ende 1983 in Kraft gewesenen KUVG eine Pflicht der SUVA zur Gewährung von ärztlicher Behandlung während der Rentenphase nur in engen Grenzen vorsah (MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 382 f., insbesondere N. 957 S. 383 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung), ist mit <span class="artref">Art. 21 UVG</span> die "Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente" (Marginale) Gegenstand eingehender Regelung geworden. Gemäss Abs. 1 dieser Bestimmung werden nach Festsetzung der Rente dem Bezüger die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Art. 10-13) gewährt, wenn er von einer <a name="page45"></a><div class="center pagebreak">BGE 116 V 41 S. 45</div>Berufskrankheit betroffen ist (lit. a), sodann wenn er unter einem Rückfall oder an Spätfolgen leidet und die Erwerbsfähigkeit durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann (lit. b), im weiteren wenn er zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf (lit. c), schliesslich wenn er erwerbsunfähig ist und sein Gesundheitszustand durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann (lit. d).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp527664"></a><span class="bold" id="consideration_3.">3. </span>a) Der Beschwerdeführer steht in Hauspflege. Somit stellt sich die Frage, ob und inwieweit die Leistungsvoraussetzungen des <span class="artref">Art. 18 UVV</span> gegeben sind.</div> <div class="paraatf">Das kantonale Gericht hat erwogen, nach dem Sinn und Zweck dieser Bestimmung (<span class="artref">Art. 18 UVV</span>) sei "darunter ... einzig die Hauspflegeleistung für die beschränkte Dauer der Rehabilitation bis zur vollen Genesung des Versicherten zu verstehen, welche insofern eine Heilbehandlung darstellt. Nicht unter diese Bestimmungen fallen jene Fälle, wo eine dauernde Pflege nötig ist und eine Heilung im Sinne einer vollen Rehabilitation nicht zu erwarten ist." Die SUVA schliesst sich in ihrer Vernehmlassung dieser Auffassung an.</div> <div class="paraatf">b) Dieser Standpunkt kann, mit dem BSV, nicht geteilt werden. Aus der Gesetzessystematik geht hervor, dass die <span class="artref">Art. 10 ff. UVG</span> und die darauf gestützt erlassenen Verordnungsbestimmungen gemäss <span class="artref">Art. 10 Abs. 3 UVG</span>, somit insbesondere auch der <span class="artref">Art. 18 UVV</span>, die Leistungsarten umschreiben, welche die Unfallversicherer unter dem Titel Pflegeleistungen und Kostenvergütungen schulden. An diesem Leistungskatalog ändert <span class="artref">Art. 21 UVG</span> grundsätzlich nichts, was sich schon daraus ergibt, dass Art. 21 Abs. 1 Ingress UVG direkt auf die Art. 10-13 des Gesetzes verweist. <span class="artref">Art. 21 UVG</span> über die Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente bildet zu den Vorschriften der <span class="artref">Art. 10 ff. UVG</span> nur insofern ein Sonderregime, als <span class="artref">Art. 21 UVG</span> die Voraussetzungen umschreibt, die erfüllt sein müssen, damit nach Festsetzung der Rente Leistungen der <span class="artref"><artref id="CH/832.20/10" type="start"></artref>Art. 10-13 UVG</span><artref id="CH/832.20/13" type="end"></artref> überhaupt wieder in Betracht kommen und gegebenenfalls zugesprochen werden können. Die Bedeutung von <span class="artref">Art. 21 Abs. 1 UVG</span> liegt demnach darin, dass der an einer Berufskrankheit leidende Rentner den Heilbehandlungsanspruch voraussetzungslos hat (lit. a; vgl. die Kritik bei MAURER, a.a.O., S. 383 N. 960), wogegen die übrigen Tatbestände in unterschiedlichem Masse eine erwerbliche (lit. b und c) oder gesundheitliche <a name="page46"></a><div class="center pagebreak">BGE 116 V 41 S. 46</div>(lit. d) Eingliederungswirksamkeit voraussetzen. Eine Einschränkung der Leistungsarten ergäbe sich aufgrund von <span class="artref">Art. 21 Abs. 1 UVG</span> allenfalls daraus, dass in den lit. b und d medizinische Vorkehren erwähnt werden. Die Frage kann hier offenbleiben, weil diese tatbeständliche Voraussetzung im vorliegenden Fall ohnehin erfüllt ist (siehe Erw. 4b).</div> <div class="paraatf">c) Weder leidet der Beschwerdeführer an einer Berufskrankheit noch weist er sich über eine (teilweise) Erwerbsfähigkeit aus. Somit scheiden die anspruchsbegründenden Tatbestände des <span class="artref"><artref id="CH/832.20/21/c" type="start"></artref><artref id="CH/832.20/21/1/c" type="start"></artref><artref id="CH/832.20/21/1/a" type="start"></artref>Art. 21 Abs. 1 lit. a-c UVG</span><artref id="CH/832.20/21/1/c" type="end"></artref><artref id="CH/832.20/21/c" type="end"></artref><artref id="CH/832.20/c" type="end"></artref> von vornherein aus. Da er erwerbsunfähig ist, stellt sich hingegen im Rahmen der lit. d von <span class="artref">Art. 21 Abs. 1 UVG</span> die Frage, ob sein Gesundheitszustand durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp563296"></a><span class="bold" id="consideration_4.">4. </span>a) Im Bericht des Paraplegikerzentrums vom 23. September 1987 über die Rehabilitation wird zu den hier zu beurteilenden Massnahmen und dem ihnen zugrunde liegenden medizinischen Sachverhalt folgendes festgestellt:</div> <div class="paraatf">"Aufgrund der zystomanometrischen Untersuchung vom 15.4.86 verfügt der</div> <div class="paraatf">Patient über eine mässig funktionierende Reflexblase, ... damit sind die</div> <div class="paraatf">erhöhten Resturinmengen erklärt, weswegen bekanntlich Ende letzten Jahres</div> <div class="paraatf">eine transurethrale Resektion des Sphincter externus durchgeführt wurde.</div> <div class="paraatf">Das erhoffte Provozieren grosser Passivurinmengen wurde offenbar erst nach</div> <div class="paraatf">der Sanierung des 2. Harnwegsinfektes erreicht; dennoch mussten wir</div> <div class="paraatf">wiederholt Resturinmengen zwischen 100 und 200 ml feststellen. Indessen</div> <div class="paraatf">schien uns das 2 x täglich praktizierte Nachkatheterisieren und das Klopfen</div> <div class="paraatf">um 02.00 Uhr nachts für die pflegende Mutter ein sehr aufwendiges</div> <div class="paraatf">Procedere. Hinzu kommt, dass während der Nacht beim Patienten</div> <div class="paraatf">physiologischerweise kleine Urinmengen fliessen ... Wir haben dem</div> <div class="paraatf">Patienten folgendes Vorgehen empfohlen: Verzicht auf das abendliche</div> <div class="paraatf">Katheterisieren, statt dessen suprapubisches Klopfen mit optimaler</div> <div class="paraatf">Blasenentleerung spätabends im Bett. Verzicht auf das Klopfen um 02.00</div> <div class="paraatf">Uhr, doch sollte das morgendliche einmalige Katheterisieren beibehalten</div> <div class="paraatf">werden ..."</div> <div class="paraatf">Eine weitere notwendige Massnahme ist das digitale Stuhlausräumen alle zwei Tage (Bericht des Spitals B. vom 13. Oktober 1986).</div> <div class="paraatf">b) Katheterisieren wie auch Klopfen und Pressen der Blase durch Drittpersonen sind medizinische Vorkehren, was nicht weniger auch für das Anlegen eines Kondoms mit Urinal und das digitale Stuhlausräumen gilt. Denn die richtige Wahl dieser Massnahmen, ihre Abstimmung mit den anderen Vorkehren und ihre fachlich einwandfreie Durchführung sind für die Erhaltung des <a name="page47"></a><div class="center pagebreak">BGE 116 V 41 S. 47</div>prekären Gesundheitszustandes von entscheidender Bedeutung. Würden diese Massnahmen nicht in der ärztlich empfohlenen Weise fachgerecht durchgeführt, so würde mit Sicherheit das Risiko von Harnwegsinfekten und andern gesundheitlichen Störungen beträchtlich erhöht. Daraus ergibt sich, dass das von Pflegepersonen vorgenommene Katheterisieren, Anlegen eines Kondoms mit Urinal, Klopfen und Pressen der Blase sowie das Stuhlausräumen im Sinne von <span class="artref">Art. 21 Abs. 1 lit. d UVG</span> medizinische Vorkehren sind, welche den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahren.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp577968"></a><span class="bold" id="consideration_5.">5. </span>a) Zu prüfen ist weiter, ob ein entsprechender Leistungsanspruch für diese medizinischen Vorkehren deswegen entfällt, weil der Beschwerdeführer in Hauspflege steht.</div> <div class="paraatf">Der Begriff der Hauspflege ist vielschichtig. Er umfasst zunächst die - weder ambulant noch in einem Spital, sondern eben zu Hause applizierten - Heilanwendungen mit therapeutischer Zielrichtung, die von einem Arzt vollzogen oder angeordnet werden. Hauspflege ist aber auch die zu Hause stattfindende medizinische Pflege im Sinne der Krankenpflege (siehe zu dieser Unterscheidung <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=41&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1990&amp;to_year=1990&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F102-V-45%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page48">BGE 102 V 48</a> Erw. 1 mit Hinweisen; ZAK 1980 S. 182, 1977 S. 423 Erw. 1a), der zwar das therapeutische (heilende) Agens fehlt, die aber für die Aufrechterhaltung des Gesundheitszustandes doch unerlässlich ist. Das trifft insbesondere auf medizinische Vorkehren im Sinne von <span class="artref">Art. 21 Abs. 1 lit. d UVG</span> zu, welche lebensnotwendige organische Funktionen ermöglichen, unterstützen, sichern oder gleichsam ersetzen. Eine dritte Form von Hauspflege ist die nichtmedizinische Pflege, sei es am Betroffenen selber in Form von Hilfeleistungen bei den alltäglichen Lebensverrichtungen, sei es als Hilfestellungen in seiner Umgebung durch Führung des Haushaltes oder Besorgung der alltäglichen Angelegenheiten.</div> <div class="paraatf">b) Die einzelnen Sozialversicherer haben, sofern in ihren Bereichen überhaupt eine entsprechende gesetzliche Grundlage besteht, unter dem Titel der Hauspflege nicht für die Gesamtheit dieser Massnahmen aufzukommen, sondern nur so weit, als für die verschiedenen Formen der Hauspflege eine Leistungspflicht gesetzlich oder verordnungsmässig normiert ist (siehe ZAK 1974 S. 298 Erw. 1c zu <span class="artref">Art. 14 IVG</span>; zu den auf gewisse therapeutische Vorkehren begrenzten Pflichtleistungen der Krankenversicherung siehe Art. 12 Abs. 2 Ziff. 1 lit. b KUVG und Vo 7 des EDI über die Krankenversicherung, ferner RKUV 1986 Nr. K 705 S. 481 und Nr. K 672 S. 152 mit Hinweisen auf die Revisionsbestrebungen des <a name="page48"></a><div class="center pagebreak">BGE 116 V 41 S. 48</div>Gesetzgebers, die obligatorischen Leistungen der Krankenversicherung für die Hauskrankenpflege zu verbessern).</div> <div class="paraatf">c) Im Bereich der Unfallversicherung hat der Bundesrat die Leistungspflicht der Versicherer für Hauspflege in <span class="artref">Art. 18 UVV</span> ausdrücklich geregelt. Diese Bestimmung verpflichtet zu Beiträgen "an eine vom Arzt angeordnete Hauspflege" (Abs. 1). Daraus ist zu schliessen, dass die Leistungspflicht auf Heilbehandlung und medizinische Pflege beschränkt sein soll. Denn von ärztlicher Anordnung kann sinnvollerweise nur bei Vorkehren medizinischen Charakters gesprochen werden; nichtmedizinische Betreuung bedarf ihrer Natur nach keiner ärztlichen Anordnung. Diese Einschränkung ist angesichts des weiten Gestaltungsspielraums nach <span class="artref">Art. 10 Abs. 3 UVG</span> nicht zu beanstanden. Anderseits ist das Erfordernis der ärztlichen Anordnung nicht in einem streng formellen Sinne zu verstehen, wie das BSV zutreffend ausführt. Es genügt vielmehr, dass die fraglichen medizinischen Vorkehren, die zu Hause durchgeführt werden, nach der Aktenlage medizinisch indiziert sind. Das trifft, wie dargetan, auf die vom Beschwerdeführer beantragten Massnahmen vollumfänglich zu.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp594736"></a><span class="bold" id="consideration_6.">6. </span>a) SUVA und Vorinstanz sind der Auffassung, ein Anspruch auf Vergütung der medizinischen Vorkehren nach <span class="artref">Art. 21 Abs. 1 lit. d UVG</span> entfalle deshalb, weil dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Januar 1987 die höchstmögliche Entschädigung wegen schwerer Hilflosigkeit gewährt worden sei. Diese decke die Kosten der besonderen Pflege und Betreuung des Versicherten pauschal und unter Ausschluss einer weiteren Leistungsgewährung ab.</div> <div class="paraatf">b) Was die Einteilung in drei Hilflosigkeitsgrade und die Bemessung der Hilflosigkeit anbelangt, folgt die unfallversicherungsrechtliche Ordnung (Art. 26 f. UVG, <span class="artref">Art. 38 UVV</span>) praktisch vollständig der Regelung gemäss <span class="artref">Art. 42 IVG</span> und <span class="artref">Art. 36 IVV</span>. Nach <span class="artref">Art. 38 Abs. 2 UVV</span> gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn der Versicherte vollständig hilf los ist. Dies ist der Fall, wenn er in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwachung bedarf.</div> <div class="paraatf">Nun ist es zwar durchaus richtig, dass (nach der Rechtsprechung zu <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 IVG</span> und <span class="artref">Art. 36 IVV</span>) unter dem Begriff der dauernden Pflege, welche zusätzlich zur Hilfsbedürftigkeit in allen sechs massgeblichen Lebensverrichtungen verlangt wird, eine Art medizinischer oder pflegerischer Hilfeleistung zu verstehen ist, <a name="page49"></a><div class="center pagebreak">BGE 116 V 41 S. 49</div>welche infolge des physischen oder psychischen Zustandes notwendig ist. Darunter ist beispielsweise die Notwendigkeit zu verstehen, täglich Medikamente zu verabreichen oder eine Bandage anzulegen (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=41&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1990&amp;to_year=1990&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-V-136%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page139">BGE 107 V 139</a> Erw. 1b, <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=41&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1990&amp;to_year=1990&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F106-V-153%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page158">BGE 106 V 158</a> Erw. 2a, <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=41&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1990&amp;to_year=1990&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F105-V-52%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page56">BGE 105 V 56</a> Erw. 4). Doch hat das Eidg. Versicherungsgericht wiederholt festgehalten, dass die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei Vornahme der einzelnen Lebensverrichtungen bereits derart umfassend ist, dass der weiteren - gemäss <span class="artref">Art. 36 Abs. 1 IVV</span> kumulativ notwendigen - Voraussetzung der dauernden Pflege oder der dauernden persönlichen Überwachung nur noch eine untergeordnete Bedeutung zukommen kann und dass im Rahmen der genannten Vorschrift daher schon eine minimale Erfüllung eines dieser zusätzlichen Erfordernisse genügen muss (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=41&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1990&amp;to_year=1990&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F106-V-153%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page158">BGE 106 V 158</a> Erw. 2a).</div> <div class="paraatf">c) Wenn es aber nach dieser Rechtsprechung, die auch im Rahmen von <span class="artref">Art. 38 Abs. 2 UVV</span> anzuwenden ist, bei manifester Hilfsbedürftigkeit in allen sechs massgeblichen alltäglichen Lebensverrichtungen - wie dies bei einem Tetraplegiker der vorliegenden Schwere offensichtlich zutrifft - zur Annahme schwerer Hilflosigkeit nur noch einer minimalen Erfüllung des zusätzlichen Erfordernisses der dauernden Pflege (oder der dauernden Überwachung) bedarf, dann kann keine Rede davon sein, dass die effektiv vollzogenen umfangreichen Pflegeleistungen pauschal durch die Hilflosenentschädigung abgegolten seien. Es bleibt daher durchaus Raum für eine zusätzliche Vergütung im Rahmen von <span class="artref">Art. 18 Abs. 1 UVV</span>, welche ja ihrerseits nicht in einer vollen Übernahme der Pflege, sondern lediglich in einer Beitragsgewährung daran besteht (MAURER, a.a.O., S. 285 Ziff. 7a).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp626096"></a><span class="bold" id="consideration_7.">7. </span>a) Die Leistungspflicht nach <span class="artref">Art. 18 Abs. 1 UVV</span> setzt ferner voraus, dass die Hauspflege durch eine Person im Sinne von Art. 8 Vo VI zum KUVG durchgeführt wird. Aus den Akten geht nicht hervor, ob Frau Y diese Voraussetzung erfüllt. Dies hat die SUVA abzuklären. Sollte sich ergeben, dass die Zulassungsbedingungen gemäss Art. 8 Vo VI zum KUVG ausgewiesen sind, so hätte der Beschwerdeführer Anspruch auf Leistungen für die erwähnten medizinischen Vorkehren, soweit sie von Frau Y erbracht werden.</div> <div class="paraatf">b) Die Mutter des Versicherten ist keine Krankenschwester oder -pflegerin im Sinne von Art. 8 Vo VI zum KUVG. Eine Leistungszusprechung kann daher nur auf der Grundlage des Abs. 2 von <span class="artref">Art. 18 UVV</span> erfolgen. Indessen zeigt der Wortlaut ("ausnahmsweise", "kann"), dass dem Unfallversicherer bei der <a name="page50"></a><div class="center pagebreak">BGE 116 V 41 S. 50</div>Gewährung von Beiträgen für die Hauskrankenpflege durch nicht zugelassene Personen ein zurückhaltend auszuübendes Ermessen eingeräumt wird. Es erhebt sich daher die Frage, ob auf diese Beitragsgewährung ein Rechtsanspruch besteht. Ist dies zu verneinen, kann auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht eingetreten werden. Denn nach <span class="artref">Art. 129 Abs. 1 lit. c OG</span> ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde unzulässig gegen Verfügungen über die Bewilligung oder Verweigerung vermögensrechtlicher Zuwendungen, auf die das Bundesrecht keinen Anspruch einräumt. Die Parteien haben sich zu dieser Eintretensfrage nicht geäussert. Sie ist indessen von Amtes wegen zu prüfen (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=41&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1990&amp;to_year=1990&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F111-V-279%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page281">BGE 111 V 281</a> Erw. 2a).</div> <div class="paraatf">c) Nach der Rechtsprechung ist ein bundesrechtlicher Anspruch auf einen Beitrag zu bejahen, wenn das Bundesrecht selber die Bedingungen umschreibt, unter welchen Leistungen zu gewähren sind, ohne dass es im Ermessen der gesetzesanwendenden Behörde läge, ob sie einen Beitrag gewähren will oder nicht. Die eidgenössischen Gerichte haben deshalb einen bundesrechtlichen Anspruch auf Leistungen wiederholt auch dann bejaht, wenn die betreffende Rechtsnorm als Kann-Vorschrift formuliert war (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=41&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1990&amp;to_year=1990&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F111-V-279%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page281">BGE 111 V 281</a> Erw. 2b mit Hinweisen).</div> <div class="paraatf">Im Lichte dieser Rechtsprechung ist festzustellen, dass zwar <span class="artref">Art. 18 Abs. 1 UVV</span> zweifellos einen Rechtsanspruch auf Beiträge an medizinische Hauspflege im dargelegten Sinne (Heilbehandlung, medizinische Pflege) einräumt (worauf schon die verbindliche Formulierung "richtet ... aus" hinweist; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=41&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1990&amp;to_year=1990&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F110-IB-148%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page153">BGE 110 Ib 153</a> Erw. 1b) und dass der gleiche Hauspflegebegriff auch im Rahmen des Abs. 2 von <span class="artref">Art. 18 UVV</span> gilt. Jedoch verliert der Hauspflegeanspruch bei Zuziehung einer nicht zugelassenen Person seinen Anspruchscharakter und wird unter diesem Gesichtspunkt zu einer Ermessensleistung des Versicherers. Die SUVA hat in diesem Rahmen gegebenenfalls abzuklären, ob der Einsatz einer nicht zugelassenen Person nach den konkreten Umständen zweckmässig ist. Daraufhin hat sie nach pflichtgemässem Ermessen über einen Anspruch auf Beiträge nach <span class="artref">Art. 18 Abs. 2 UVV</span> zu befinden. Dieser Entscheid hat dem Gebot rechtsgleicher Behandlung zu genügen und ist auch zu begründen. Ein Anspruch im Sinne von <span class="artref">Art. 129 Abs. 1 lit. c OG</span> liegt indessen nicht vor, weshalb insoweit auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht eingetreten werden kann. Daher hat vorliegend offenzubleiben, ob eine Verweigerung von Ermessensleistungen nach <span class="artref">Art. 108 UVG</span> anfechtbar ist, ob <a name="page51"></a><div class="center pagebreak">BGE 116 V 41 S. 51</div>also der vorinstanzliche Richter hier zu Recht auf diesen Streitpunkt eingetreten ist.</div> <br/><div> <a name="idp653632"></a><span class="big bold" id="dispositiv">Dispositiv</span> </div> <br/><div class="paraatf">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:</div> <div class="paraatf">Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, dahingehend gutgeheissen, dass der Entscheid des Obergerichts (Versicherungsgericht) des Kantons Aargau vom 27. Juni 1988 und der Einspracheentscheid der SUVA vom 7. August 1987, soweit sie einen Anspruch auf Beiträge an die durch Frau Y erbrachten medizinischen Vorkehren ablehnen, aufgehoben werden und die Sache an die SUVA zurückgewiesen wird, damit diese, nach Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Anspruch auf Beiträge nach <span class="artref">Art. 18 Abs. 1 UVV</span> neu verfüge.</div> </div></body></html></html>