B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-4729/2012 U r t e i l v o m 11 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Urech (Vorsitz), Richterin Franziska Schneider, Richterin Vera Marantelli, Gerichtsschreiberin Marion Sutter. Parteien A._______, vertreten durch Dr. iur. Nicolas Roulet, Advokat, Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente (Rentenanspruch). B-4729/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer oder Versicher ter) wurde am 3. Juni 1958 geboren, ist französischer Staatsangehöriger und lebt in Frankreich. In den Jahren 1991 bis 2010 arbeitete er als Grenzgänger in der Schweiz und leistete entsprechend die obligatorischen Beiträge an die schweizerische Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenversicherung. Zuletzt war er ab dem 1. April 2007 bei der B._______ in C._______ als Monteur tätig (IV -Akt. 16). Am 17. Oktober 2011 meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt C._______ (im Folgenden: kantonale IV-Stelle) zum Bezug von IV-Leistungen an. Als Krankheitsgründe gab er eine Polyarthrose mit zerviko -brachialen Neur algien sowie lumbalen Schmerzen und eine arterielle Hypertonie an (IV-Akt. 5). B. Im Rahmen des Abklärungsverfahrens führte die kantonale IV -Stelle mit dem Beschwerdeführer am 9. November 2011 ein Erstgespräch. Hie r- nach habe dieser eine berufliche Eingliederung durch die Invalidenvers i- cherung als nicht erforderlich erachtet (IV-Akt. 13), weshalb die kantonale IV-Stelle ihm am 11. November 2011 mitteilte, sie werde anstelle von b e- ruflichen Massnahmen dessen Anspruch auf e ine Invalidenrente prüfen (IV-Akt. 14). C. In der Folge holte die kantonale IV -Stelle einen IV-Bericht beim Hausarzt des Beschwerdeführers Dr. med. D._______, Facharzt für allgemeine Medizin, vom 10. November 2011 ein. Hiernach leide der Beschwerdefüh- rer seit 1990 an Lumbalgien und seit 1995 an Zervikalgien, die sich je- weils langsam entwickelt hätte n, mit häufigen Krankheitsschüben. S eit 2010 bestehe eine arterielle Hypertonie (ohne eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit). Der Versicherte beklage ausserdem Gefühlsstörungen in den oberen Gliedmassen. Vom 15. Juli bis 30. November 2011 sei er zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. In wechselbelastenden beruflichen Tä- tigkeiten sei er indessen unter Berücksichtigung der nachfolgenden fun k- tionellen Einschränkungen ganztags arbeitsfähig:  keine schweren Lasten (von über 10 Kilogramm),  kein längeres Stehen,  keine Belastung unter Streckung der oberen Gliedmassen, B-4729/2012 Seite 3  keine Arbeiten mit Händen über dem Kopf, in hockender oder kniender Position,  kein Klettern auf Leitern,  keine Arbeiten mit schwingenden Werkzeugen. Die aktuelle berufliche Tätigkeit sei aufgrund dieser funktionellen Ei n- schränkungen ungünstig (IV-Akt. 15) . Mit Stellungnahme vom 27. De- zember 20 11 folgerte der regionale ärztliche Dienst der kantonalen IV-Stelle (im Folgenden: RAD) aus dem hausärztlichen Bericht, der B e- schwerdeführer sei in einer angepassten beruflichen Tätigkeit uneing e- schränkt arbeitsfähig. Als funktionelle Einschränkungen ergänzte er:  kein längeres Gehen in unebenem Gelände,  kein Treppensteigen,  keine Vibrationen von 12/13 Items. Da hinsichtlich der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers kein Be- lastungsprofil vor liege, könne er die diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit nicht beziffern (IV-Akt. 18). Gemäss dem gestützt auf diese Angaben vor- genommenen Einkommensvergleich vom 13. April 2012 resultierte ein In- validitätsgrad von 33 % (IV-Akt. 18). Mit Vorbescheid vom 13. April 2012 kündigte die kantonale IV-Stelle dem Beschwerdeführer an, sein Leistungsbegehren werde mangels eines In- validitätsgrades über 40 % abzuweisen sein (IV-Akt. 20). D. Hiergegen erhob der Beschwerdeführer am 25. April 2012 Einwand und beantragte, von einem internen IV -Arzt untersucht zu werden . Seit rund einem Monat werde er wegen eines depressiven Zustands behandelt. Für die Einreichung weiterer spezialärztlicher Berichte aus Frankreich sei ihm eine neue Frist zu gewähren (IV -Akt. 21). Innert der durch die kantonale IV-Stelle hierfür angesetzten Nachfrist reichte der Beschwerdeführer ver- schiedene neue Arztb erichte ein (IV-Akt. 22 und 23). Gemäss der RAD- ärztlichen Stellungnahme vom 26. Juni 2012 werde in diesen Berichten als neues Element lediglich ein depressiver Zustand, der erst nach dem Erlass des Vorbescheids vom 13. April 2012 aufgetreten sei, beschrieben. Demgegenüber fehle die Angabe einer störungsbezogenen Behandlung oder einer damit einhergehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, B-4729/2012 Seite 4 weshalb er empfehle, an der RAD-ärztlichen Stellungnahme vom 27. De- zember 2011 festzuhalten (IV-Akt. 25). Mit Verfügung vom 16. Juli 2012 wies die IV-Stelle für Versicherte im Aus- land IVSTA (im Folgenden: Vorinstanz) das Leistungsbegehren des B e- schwerdeführers entsprechend ab. E. Mit Eingabe vom 12. September 2012 erhob der Beschwerdeführer , nunmehr vertreten durch Advokat Dr. iur. Nicolas Roulet, Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, es sei die Verfügung vom 16. Juli 2012 vollumfänglich aufzuheben und die Angelegenheit zur neuen Abklärung des Sachverhaltes an die Vorinstanz zurückzuweisen. Er macht im Wesentlichen geltend, die kantonale IV-Stelle habe den me- dizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt, indem sie lediglich einen Bericht des Hausarztes eingeholt habe. Die darin erwähnten lumbalen sowie zervikalen Probleme seien nicht fachärztlich abgeklärt worden. Aus den durch ihn im Vorbescheidverfahren eingereichten Arztberichten sei ausserdem zu entnehmen, dass mehrfache degenerative Veränderungen der Wirbelsäule mit teilweiser Einwirkung auf den jeweiligen Nervenkanal festgestellt und teilweise auch operativ behandelt worden seien. Die diesbezüglichen bildgebenden Untersuchungen seien letztmals acht Mo- nate vor der IV -Anmeldung von Oktober 2011 durchgeführt worden. Daneben leide er auch an einer Einschränkung der Funktionalität der li n- ken Hand aufgrund einer Karpaltunnel -Problematik. Der diesbezügliche Bericht von Juli 2011 sei nicht genügend aktuell. Infolge der multiplen physischen Beschwerden hätten verschiedene fachärztliche Meinungen (die eines Rheumatologen, eines Neurologen und eventuell eines Psy- chiaters) eingeholt werden müssen. Nachdem der Bericht des Hausarztes nicht begründet sei, genüge dieser nicht als Grundlage für die Beurteilung des Gesundheitszustandes. F. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2012 beantragt die Vorinstanz, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung zu bes- tätigen. Zur Begründung verweist sie auf die eingeholte Stellungnahme der kantonalen IV-Stelle vom 22. Oktober 2012. In dieser legt die kant o- nale IV-Stelle dar, der Beschwerdeführer sei aufgrund der vorliegenden Arztberichte sowie der beiden RAD -ärztlichen Stellungnahmen in einer angepassten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig. Der Hausarzt habe für die beschriebene depressive Störung keinen ICD -Code angegeben. B-4729/2012 Seite 5 Da der Beschwerdeführer darunter leide, von potentiellen Arbeitgebern abgelehnt zu werden, werde das Beschwerdebild durch psychosoziale Faktoren bestimmt. Demgegenüber fehle eine davon klar unterscheidb a- re, andauernde Depression im fachmännischen Sinne respektive ein da- mit vergleichbarer psychischer Leidenszustand. G. Der Beschwerdeführer repliziert am 29. November 2012, der von der kan- tonalen IV-Stelle erwähnte RAD -Bericht sei am 13. April 2012 auf einem Feststellungsblatt festgehalten worden. Er könne nicht nachvollziehen, weshalb diese Aktennotiz erst dreieinhalb Monate nach der Erstellung des RAD-Berichts vom 27. Dezember 2011 erfasst worden sei. Der RAD habe im erwähnten Bericht lediglich den Arzt bericht des Hausarztes Dr. med. D._______ vom 10. November 2011 berücksichtigt, unter Au s- schluss der neueren Berichte, in welchen Dr. med. D._______ nicht aus- drücklich an seiner ursprünglichen Feststellung einer vollen Arbeitsfähi g- keit in einer Verweisungstätigkeiten festgehalten habe. Der durch die Vor- instanz anerkannte Invaliditätsgrad beruhe lediglich auf den Einschrä n- kungen des Bewegungsapparates, ohne dass das neu hinzugetre tene depressive Syndrom berücksichtigt worden wäre . Der Invaliditätsgrad könne erst nach der Einholung eines polydisziplinären Gutachtens zwe i- felsfrei bestimmt werden. H. In ihrer Duplik vom 15. Januar 2013 hält die Vorinstanz an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde und Bestätigung der angefochtenen Ve r- fügung fest. Sie verweist auf die erneut eingeholte Stellungnahme der kantonalen IV-Stelle vom 7. Januar 2013. Diese erwidert darin, die neu eingereichten Arztberichte seien dem RAD – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – vorgelegt worden, was im Feststellungsblatt vom 5. Juli 2012 dokumentiert sei. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichte n Unterla- gen wird – soweit erforderlich und rechtserheblich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. B-4729/2012 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 in Verbindung mit Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invali- denversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bu n- desverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der schweizer ischen IV -Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA. Im Streit liegt die Verfügung der IVSTA (Vorinstanz) vom 16. Juli 2012. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG besteht nicht. Das Bunde s- verwaltungsgericht ist damit zur Beurteilung der vorliegenden Beschw er- de zuständig. 1.2 Der Beschwerdeführer ist als Adressat der Verfügung vom 16. Juli 2012 berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, so dass er im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist. 1.3 Auf die frist- und formgerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bunde s- gesetzes über das Verwaltungsverfahren VwVG; SR 172.021) eingereich- te Beschwerde ist, nachdem auch der einver langte Kostenvorschuss rechtzeitig überwiesen wurde, einzutreten. 2. Der Beschwerdeführer arbeitete vor Eintritt der Invalidität als Grenzgä n- ger in der Schweiz. Wie in der Zuständigkeitsregelung des Art. 40 Abs. 2 IVV hierfür vorgesehen, hat die kantonale IV -Stelle, in deren Tätigkeit s- gebiet der Beschwerdeführer in seiner Eigenschaft als Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, in korrekter Weise die Anmeldung für Leis- tungen der schweizerischen Invalidenversicherung entgegengenommen und geprüft, währen d die Vorinstanz die angefochtene Verfügung vom 16. Juli 2012 erlassen hat. 3. Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangen. B-4729/2012 Seite 7 3.1 Der Beschwerdeführer ist französischer Staatsangehöriger und lebt in Frankreich, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft e i- nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zur Anwe n- dung gelangt. Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbeiteten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II ("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertrags- parteien untereinander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familiena n- gehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu - und abwandern (SR 0.831.109.268.1; nachfolgend: Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung (EWG) Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 über die Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (SR 0.831.109.268.11; nachfolgend: Verordnung Nr. 574/72), oder gleichwertige Vorschriften an. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz als "Mitgliedstaat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnun- gen zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA). Dass die im FZA erwähnten Verordnungen – insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 (SR 0.831.109.268.1) – am 1. April 2012 durch die Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europä i- schen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit sowie (EG) Nr. 987/2009 des Eur o- päischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Fes t- legung der Modalitäten für die D urchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit abgelöst worden sind, ändert vorliegend an der Geltung des Schweizer Rechts nichts (vgl. hierzu auch Urtei le des Bundesverwaltungsgerichts 194/2013 vom 22. Juli 2013 E. 3.1, B -8566/2010 vom 15. August 2013, E. 6.1 und C-3985/2012 vom 25. Februar 2013 E. 2.1). Nach Art. 40 Abs. 4 der Verordnung Nr. 1408/71 ist die vom Träger eines Staates getroffene Entscheid ung über die Invalidität eines Antragstellers für den Träger eines anderen betroffenen Staates nur dann verbindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften dieser Staaten festgelegten Tatb e- standsmerkmale der Invalidität in Anhang V dieser Verordnung als übe r- einstimmend anerkannt sind. Eine solche anerkannte Übereinstimmung B-4729/2012 Seite 8 besteht für das Verhältnis zwischen einzelnen EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz nicht. Der Invaliditätsgrad bestimmt sich daher auch im Ge l- tungsbereich des FZA nach schweizerischem Recht (BG E 130 V 253 E. 2.4). 3.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 16. Juli 2012) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegen s- tand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 3.3 Weiter sind in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übe r- gangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (Urteil des Bundes- gerichts 8C_419/2009 vom 3. November 2009 E. 3.1, BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel auf Grund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). 4. Im vorliegenden Verfahren ist in der Hauptsache streitig und vom Bu n- desverwaltungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht den A n- spruch des Beschwerdeführers auf eine schweizerische Invalidenrente verneint hat. 4.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 7, 8, 16 ATSG; Art. 4, 28, 28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall mindestens während dreier Jah- re (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invali- denversicherung geleistet hat. Diese zwei Bedingungen m üssen kumula- tiv erfüllt sein. Der Beschwerdeführer hat in der Schweiz während der Dauer von rund 20 Jahren Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversiche- rung geleistet, womit die beitragsmässigen Voraussetzungen für den B e- zug einer ordentl ichen Invalidenrente erfüllt sind. Zu prüfen bleibt damit, ob und gegebenenfalls ab wann und in welchem Umfang er invalid im Sinne des Gesetzes (geworden) ist. B-4729/2012 Seite 9 4.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In- validität die voraussichtli ch bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit ve r- ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verble i- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psych i- schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisher i- gen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 4.3 Der Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität beurteilt sich nach Art. 28 Abs. 1 IVG. Der Rentenanspruch entsteht frühestens in dem Zeitpunkt, in dem Versicherte ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Einglied e- rungsmassnahmen wieder hers tellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a); während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durc h- schnittlich mindestens zu 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind (Bst. b); und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid verbleiben (Bst. c). 4.3.1 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Pr o- zent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem In validitätsgrad von mi n- destens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem In- validitätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Gemäss Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die e i- nem Invaliditätsgrad vo n weniger als 50 Prozent entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellt diese Regelung nicht eine blosse Auszahlungsvo r- schrift, sondern eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und – wie vorliegend – Staatsangehörige der Europäischen Gemeinschaft, denen bei einem Invalidit ätsgrad ab 40 Prozent eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie in einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft Wohnsitz haben. B-4729/2012 Seite 10 4.3.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsei n- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglied e- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezi e- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 aIVG bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG). 4.3.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs mass gebend, wobei Validen- und In- valideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfäll i- ge rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Ve r- fügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222, 128 V 174; SVR 2003 IV Nr. 11 E. 3.1.1). 4.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch z u- gemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Die – ar- beitsmedizinische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in ihren körper lichen oder geistigen Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. Die Frage, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der med i- zinischen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person in Frage kommen, ist demge genüber nicht von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. von der B e- rufsberatung zu beantworten (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versich e- rungsgerichts I 457/04 [heute: Bundesgericht] vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV Nr. 10, E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 17 E. 2b). 4.5 Zu bemerken bleibt, dass auf Grund des im gesamten Sozialvers i- cherungsrecht geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ein invalider Versicherter gehalten ist, innert nützlicher Frist Arbeit im ang e- stammten oder einem anderen Berufs- oder Erwerbszweig zu suchen und B-4729/2012 Seite 11 anzunehmen, soweit sie möglich und zumutbar erscheint (BGE 113 V 28 E. 4a, 111 V 239 E. 2a). Deshalb ist es am behandelnden Arzt bzw. am Vertrauensarzt einer IV-Stelle aus medizinischer Sicht zu bestimm en, in welchem Ausmass ein Versicherter seine verbliebene Arbeitsfähigkeit bei zumutbarer Tätigkeit und zumutbarem Einsatz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einsetzen kann. Diese Arbeitsmöglichkeit hat sich der Vers i- cherte anrechnen zu lassen. 5. Die angefochtene Verfügung vom 16. Juli 2012 sowie bereits der Vorb e- scheid vom 13. April 2012 basieren hauptsächlich auf dem IV-Bericht von Dr. med. D._______ vom 10. November 2011 (IV-Akt. 15) sowie der dies- bezüglich eingeholten RAD-ärztlichen Stellungnahme vom 27 . Dezember 2011 (IV-Akt. 18). Hiernach werde die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde- führers lediglich durch Zervikalgien und Lumbalgien eingeschränkt. Unter Vermeidung von Lasten über 10 Kilogramm, Arbeiten über Kopf, Bücken, Knien, längerem Stehen und Gehen in unebenem Gelände, Treppenstei- gen, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie Vibrationen (12/13 Items) sei ihm eine wechselbelastende Verweisungstätigkeit vollschichtig z u- mutbar (vgl. Sachverhalt Bst. C). 6. Der Beschwerdeführer rügt im Beschwerdeverfahren, die Vorinstanz habe die durch ihn im Vorbescheidverfahren eingereichten Arztberichte nicht genügend berücksichtigt (IV-Akt. 23) . Diese sind nachfolgend wiede r- zugeben und zu prüfen. 6.1 Dr. med. D._______ berichtete am 14. Februar 2011, es sei ein Ader- lass nach Ernährungsumstellung durchgeführt worden. Das Stoffwechsel- syndrom habe hierdurch stabilisiert werden können. 6.2 Dr. med. E._______, Facharzt für Erkrankungen der Leber und des Verdauungsapparates, stellte im Bericht vom 14. Februar 2011 bezüglich der Leber, der Gallenblase, der Bauchspeicheldrüse, Aorta, Milz und der Nieren durchwegs normal Befunde. 6.3 Gemäss dem Bericht des Krankenhauses F._______ vom 18. Februar 2011 sei der Versicherte wegen einer Dysästhesie (Empfindungsstörung) der oberen und unteren Glie dmassen sowie einer Lumbalgie untersucht worden. Es wurden anlässlich dieser Untersuchung zwei Magnetreso- nanztomographien ( MRI) in der Sagittalebene im Bereich des Rü ckens B-4729/2012 Seite 12 und Nackens sowie im Bereich der Len den und des Rückens durchg e- führt. Hierbei sei eine Uncodiskarthrose im Bereich C2 bis D1, eine dege- nerative Diskopathie im Bereich L2 bis L5 sowie eine beidseitige, rechts dominierende Arthrose der Zygapophysen im Bereich L5 -S1 festgestellt worden. 6.4 Dr. G._______, Facharzt für allgemeine und digestive Chirurgie, be- fand im Bericht vom 8. Mai 2011, der Versicherte weise ertastbare, schmerzhafte Schwellungen im Leistenbereich auf. Es handle sich hierbei sehr wahrscheinlich um eine Hernie, die einer weiteren Abklärung bedü r- fe. 6.5 Gemäss dem Bericht von Dr. H._______ der auf Rheumatologie, phy- sische Medizin, funktionelle Untersuchungen der Neuromus -kulatur und Osteodensitometrie spezialisierten Ärztepraxis in F._______ vom 21. Juni 2011 sei beim Versicherte in der Vergangenheit eine hypertonische Ka r- diopathie festgestellt worden. Seit 15 bis 20 Jahren beklage er sich aus- serdem über Zervikalgien und Lumbalgien, begleitet von Parästhesien beim Beugen der drei ersten Finger beider Hände sowie Schmerzen in den Fingern. Er weise jedoch kein eindeutiges Rheuma auf. Ein kürzlich erstelltes MRI der Lenden und des Nackens habe eine zervikale Diskarth- rose im Bereich C3 bis C6 aufgezeigt, das den Wirbelkanal einenge. Im Lendenbereich L3-L4 und L4 -L5 sei eine Diskopathie zu vermerken. Es handle sich hierbei um degenerative Ve rletzungen, deren Symptomatolo- gie sich offensichtlich durch die bisher ausgeübte berufliche Tätigkeit ve r- schlechtert habe. 6.6 Im Bericht vom 20. Juli 2011 gab der Neurologe Dr. I._______ die Un- tersuchungsbefunde nach einer Elektroneuromyographie der oberen Gliedmassen wieder. Hiernach leide der Versicherte an nächtlichen Parästhesien der Hände infolge einer leichten Verengung des Nervus medianus rechts zum Karpaltunnel ( Handwurzelkanal). Es stehe inde s- sen fest, dass keine objektive Wurzelleiden bestünden. Bei schmerzhaf- ten Schüben könnten eine Behandlung mit Massagen sowie Physiothera- pie der Wirbelsäule helfen. Die Symptomatik werde durch die aktuelle be- rufliche Tätigkeit verschärft. 6.7 Dr. J._______ führte am 21. September 2011 eine Echokardiographie respektive eine vaskulare Echo-Doppler-Untersuchung durch. Diese habe stabilisierte Blutdruckwerte, ein stabiles, mässiggradiges Atherom der Ko-B-4729/2012 Seite 13 ronararterien und der Bauchaorta, eine gute Funktion des linken Ventr i- kels und keine nachweisbare Koronarinsuffizienz angegeben. 6.8 Dr. K._______, Arzt für Rehabilitation, berichtete am 6. Oktober 2011, der Versicherte leide an Zervikalgien und Lumbalgien, die infolge einer in einem aktuellen MRI bestätigten , protrusiven Diskopathie zugenommen hätten. Der Versicherte wünsche, für einige Zeit die frühere (physiothera- peutische) Behandlung mittels Klimmzüge, die seine Schmerzen gelindert habe, wieder aufzunehmen, was aus ärztlicher Sicht sinnvoll sei. 6.9 Im Bericht vom 13. Mai 2012 zählte Dr. med. D._______ folgende ge- sundheitliche Vorgeschichte des Versicherten auf:  Stoffwechselsyndrom mit Hyperferritinämie, behandelt durch Aderlass;  arterielle Hypertonie;  operierte Inguinalhernie (Leistenbruch);  Neurolyse des linken Nervus medianus;  degenerative, hauptsächlich zervikale Rhachialgie (Rücken- schmerz);  depressives Syndrom seit der Kündigung. Es sei offensichtlich, dass der Versicherte stark eingeschränkt sei durch seine Wirbelsäule sowie das Bauchmuskelband. Diese würden ihm schwere Arbeiten, die ein Durchstrecken der Wirbelsäule oder das Heben der Hände über Kopfniveau erfordern, untersagen. Praktisch täglich b e- nötige er Schmerzmittel. Sein Invaliditätsgrad sei deshalb zu überprüfen. 7. Neben den im Zeitpunkt der RAD -ärztlichen Stellungnahme vom 27. Dezember 2011 bereits bekannten Rückenleiden (Lumbalgien und Zervikalgien) geht insbesondere aus dem Bericht vom 18. Februar 2011 respektive den in diesem wiedergegebenen MRI-Befunden zusätzlich ei- ne Uncodiskarthrose im Bereich C2 bis D1 , eine degenerative Disk o- pathie im Bereich L2 bis L5 sowie eine beidseitige, rechts dominierende Arthrose der Zygapophysen im Bereich L5 -S1 hervor (E. 6.3 ). Gemäss dem Be richt von Dr. H._______ vom 21. Juni 2011 habe sich deren Symptomatologie (durch die Ausübung der damaligen beruflichen Tätig- keit) verschlechtert (E. 6.5) . Gemäss den Berichten von Dr. G._______ vom 8. Mai 2011 (E. 6.4) und von Dr. med. D._______ vom 13. Mai 2012 B-4729/2012 Seite 14 (E. 6.9) scheint ausserdem ein kürzlich erfolgter Leistenbruch operativ behandelt worden zu sein . Weder d er entsprechende Operationsbericht noch ein Befund über den postoperativen Ver lauf liegen indessen in den vorliegenden Medizinalakten. Die vom Beschwerdeführer gemäss dem ersten Bericht von Dr. med. D._______ vom 10. November 2011 beklag- ten Gefühlsstörungen in den oberen Gliedmassen werden alsdann im Be- richt von Dr. I._______ vom 20. Juli 2011 durch eine Verengung des Ner- vus medianus zum Karpaltunnel begründet, welche zu nächtlichen P a- rästhesien der Hände führe (E. 6.6 ). Schliesslich erwähnte Dr. med. D._______ in seinem letzten Bericht vom 13. Mai 2012 ein depressives Syndrom, das seit der Kündigung der bisherigen beruflichen Tätigkeit aufgetreten sei (E. 6.9). Entgegen der RAD-ärztlichen Stellungnahme vom 26. Juni 2012 (IV-Akt. 25) liegen damit in d en durch den Beschwerdeführer im Vorbescheidve r- fahren neu eingereichten medizinischen Unterlagen durchaus (in a r- beitsmedizinischer Hinsicht) noch zu würdigende neue gesundheitliche Elemente vor. Während hinsichtlich der depressiven Verstimmung, ohne weitere Elemente (insbesondere einer nachgewiesenen psychotherapeu- tischen Behandlung; vgl. BGE 127 V 294 E. 5a ), sowie der lediglich nachts auftretenden Parästhesien beider Hände eine fehlende Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit in vertretbarer Ermessensausübung ange- nommen werden könnte, bedürfte eine solche Annahme hinsichtlich der neu hinzugetretenen Bandscheibenproblematik (Uncodiskarthrose sowie degenerative Diskopathie) einer genaueren Erläuterung. Obwohl die MRI- Bilder von Februar 2011 im Zeitpunkt der ersten RAD-Stellungnahme vom 27. Dezember 2011 bereits existierten, befanden sich diese zu jenem Zeitpunkt noch nicht in den vorinstanzlichen Akten . In der zweiten RAD- Stellungnahme vom 26. Juni 2012 , welche die kantonale IV -Stelle au f- grund der durch den Besch werdeführer neu eingereichten Berich te ein- geholt hatte, verzichtete der RAD auf eine Auseinandersetzung mit den diesen MRI-Bildern zu entnehmenden Befunden. Betreffend die durchge- führte Operation des zwar eher harmloseren und deshalb wohl nicht inva- lidisierenden Leistenbruchs sowie deren postoperativen Verlaufs fehlen ebenfalls jegliche Informationen. Unter diesen Umständen erweisen sich die vorliegenden Medizinalakten als offensichtlich unvollständig. Mangels hinreichender Abklärungen respektive einer genauen Begründung kann ausserdem der RAD -ärztlichen Feststellung, wonach sich der in seiner früheren Stellungnahme vom 27. Dezember 2011 dargelegte Gesun d- heitszustand des Beschwerdeführers sowie die gestützt darauf festg e- stellte volle Arbeitsfähigkeit in einer Verweisungstätigkeit aufgrund der ak-B-4729/2012 Seite 15 tuelleren medizinischen Berichte in keiner Weise verändert hätten, nicht gefolgt werden. 8. Im Weiteren rügt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift sin n- gemäss, die hinsichtlich der degenerativen Beschwer den durchgeführten bildgebenden Untersuchungen vom 18. Februar 2011 seien als Grundl a- ge für die Beurteilung seiner Invalidität nicht genügend aktuell (vgl. Sac h- verhalt Bst. E). 8.1 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un- tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darl e- gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi zinischen Si- tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeic h- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder als Gutachten. Nach der Praxis ist bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Exper- ten abzuweichen, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der G e- richtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann indessen vo r- liegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 8.2 Gemäss den Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Rheuma- tologie zur Begutachtung rheumatologischer Krankheiten und Unfallfolgen (publiziert in der Schweizerischen Ärztezeitung 2007; 88: 17, S. 736 ff., Download unter : http://www.saez.ch/docs/saez/archiv/de/2007/2007- 17/2007-17-188.PDF [abgerufen am 11. April 2014]) gilt die konventionel- le Röntgenaufnahme als Standarduntersuchung. Bildgebende Unters u- chungen sind in der Regel zu wiederholen, falls die zur Verfüg ung st e- henden Bilder älter als sechs Monate sind. Indessen reichen bei einem stabilen Beschwerdebild und (gemäss den Akten) unveränderte n klini- schen Befund auch ältere konventionelle Aufnahmen aus. 8.3 Im Urteil I 633/05 vom 2. Januar 2006 E. 4.2.2 hat das Bundesgericht einen 18 Monate alten Arztbericht als in zeitlicher Hinsicht nicht rechtsg e- nügliche Beurteilungsgrundlage bezeichnet. Das Bundesverwaltungsg e-B-4729/2012 Seite 16 richt hat sodann ein zwei Jahre altes Leistungskalkül als ebenfalls nicht genügend aktuell betrachtet (Urteil C -7279/2010 vom 15. Oktober 2012 E. 3.3 Abs. 2). 8.4 Die vorliegend in Frage stehenden MRI-Bilder des unteren und ob e- ren Rückenbereichs vom 14. Februar 2011, auf welche einige der voran- gehend erwähnten Berichte (vgl. E. 6.3, 6.5 und 6.8) abstellten, waren im Zeitpunkt der RAD-ärztlichen Stellungnahme vom 26. Juni 2012 bereits über 16 Monate alt. Nachdem bei degenerativen Veränderungen der Wir- belsäule nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich diese im Laufe der Zeit verschlimmern, bezeichnen diese definitionsgemäss kein stabiles Beschwerdebild. Auch die wenigen diesbezüglich vorliegenden medizin i- schen Befunde lassen nicht ohne Weiteres auf einen unveränderten klin i- schen Befund schliessen, zumal da Dr. H._______ in seinem Bericht vom 21. Ju ni 2011 ausdrücklich eine Verschlechterung der Beschwerden e r- wähnte. Wie bereits dargelegt, hätte der RAD nicht auf eine genaue Au s- einandersetzung mit den Befunden gemäss den MRI-Bildern von Februar 2011 verzichten dürfen (vgl. 7 Abs. 2). In zeitlicher Hin sicht stellten diese Bilder ausserdem keine genügende medizinische Grundlage d ar. Für den Fall, dass der RAD zum Schluss gelänge, die neu hinzugetretenen Band- scheibenerkrankungen könnten eine zusätzliche Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit des Beschwerdefüh rers bedeuten, hätte dieser deshalb ei- ne aktualisierte bildgebende Untersuchung des Rückenbereichs ein zuho- len. 9. Zusammenfassend basieren die vorliegenden RAD -ärztlichen Stellun g- nahmen sowohl vom 27. Dezember 2011 als auch vom 26. Juni 2012 auf unvollständigen medizinischen Abklärungen. Als er am 27. Dezember 2011 erstmals Stellung nahm, lag dem RAD lediglich ein Bericht des Hausarztes Dr. med. D._______ vom 10. November 2011 vor. Anlässlich der zweiten Stellungnahme vom 26. Juni 2012 wurden dem RAD zwar zusätzlich die weiteren vom Beschwerdeführer eingereichten Berichte un- terbreitet. Dennoch hat er auf eine genaue Auseinandersetzung mit di e- sen sowie die Einholung ak tueller Abklärungen, insbesondere entspre- chender bildgebender Untersuchungen, verzichtet. Insgesamt beruht da- mit die angefochtene Verfügung vom 16. Juli 2012 auf einer unvollständ i- gen medizinischen Aktenlage und ist aufzuheben. 9.1 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat das Gericht, das den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Wahl, die Sache B-4729/2012 Seite 17 zur weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurückzuweisen oder selber die nötigen Instruktionen vorzunehmen. Bei festgestellter Abkl ä- rungsbedürftigkeit verletzt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung als solche weder den Untersuchungsgrundsatz noch das Gebot eines einfachen und raschen Verfahrens. Anders verhielte es sich nur dann, wenn die Rückweisung an die Verwaltung einer Verweigerung des g e- richtlichen Rechtsschutzes gleichkäme (beispielsweise dann, wenn au f- grund besonderer Gegebenheiten nur ein Gerichtsgutachten bzw. andere gerichtliche Beweismassnahmen geeignet wären, zur Abklärung des Sachverhalts beizutragen, vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4), oder wenn die Rückweisung nach den konkreten Umständen als unverhältnismässig be- zeichnet werden müsste (BGE 122 V 163 E. 1d). 9.2 Vorliegend fehlt in den vorinstanzlichen Akten eine nachvollziehbare , auf einem umfassend sowie aktuell abgeklärten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers basierende Stellungnahme zu dessen Arbeitsfähig- keit. Der medizinische Sachverhalt wurde damit nicht genügend abg e- klärt. Es sind keine Gründe ersichtlich, die einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks weiterer Abklärung entgegenstehen würden. Die Sache ist deshalb zur Einholung ergänzender medizinischer Abklä- rungen, insbesondere aktueller bildgebender Untersuchungen des R ü- ckens sowie einem darauf basierenden Leistungskalkül respektive einer Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers , und zum Er- lass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 10. 10.1 Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu weiterer Abkl ä- rung und neuer Verfügung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen der B e- schwerde führenden Partei (BGE 132 V 215 E. 6; KIESER, a.a.O., Art. 61 N 117). Es sind daher keine Verfahrenskosten zu erheben (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG, Art. 65 Abs. 1 VwVG). Der geleistete Kostenvo r- schuss von Fr. 400. – ist dem Beschwerdeführer auf ein von ihm zu b e- zeichnendes Konto zurückzuerstatten. 10.2 Der obsiegende , anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat g e- mäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen v or dem Bu n- desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320 .2) Anspruch auf eine Parte i- entschädigung zu Lasten de r Vorinstanz. Da sein Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht hat, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des B-4729/2012 Seite 18 Verfahrensausgangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beur- teilenden Verfahrens sowie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen ge- sprochenen Entschädigungen ist e ine Parteientschädigung von Fr. 1'700.– (inkl. Auslagen). Nicht zu entschädigen ist die M ehrwertsteuer (Art. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 8 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 des Mehrwertsteue r- gesetzes vom 12. Juni 2009; MWSTG SR 641.20). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als die Verfügung vom 16. Juli 2012 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewi e- sen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen neu über den Leistung s- anspruch des Beschwerdeführers verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvo r- schuss in Hö he von Fr. 400.– wird dem Beschwerdeführer zurückersta t- tet. 3. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils eine Parteientschäd i- gung in der Höhe von Fr. 1'700.– auszurichten. B-4729/2012 Seite 19 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Rücker- stattungsformular) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Urech Marion Sutter Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ang e- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwe r- deführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 12. Juni 2014