JAAC70.98 Entscheid PRK 2006-005 der Eidgenössischen Personalrekurskommission vom 25. Juli 2006 in Sachen X. Invalidité. Modification du taux d’occupation. Modification du contrat. Droit au maintien du salaire. Art. 36 al. 1 OPers-EPF. - Les décisions d’octroi d’une rente de la Caisse nationale suisse d’assurance en cas d’accidents (CNA) et de l’assurance-invalidité (AI) relatives à la constatation d’une invalidité partielle ne se répercutent pas automatiquement sur le taux d’activité convenu dans le contrat. Une réduction du taux d’occupation étant une modification du contrat, elle doit être effectuée par écrit et ne peut être imposée, en cas de défaut d’accord de l’employée, que par la voie de la résiliation (consid. 2c). - L’art. 36 al. 1 OPers-EPF relatif à l’obligation de verser le salaire en cas d’incapacité de travail par suite de maladie représente un minimum de durée et non un salaire minimum. L’employée qui travaille encore à temps partiel n’a également droit au versement de son salaire que pendant 730 jours au maximum (consid. 2d). Au sens de l’interdiction d’une surindemnisation, les prestations des assurances que l’employée a reçues pendant toute la durée du droit au salaire seront imputées sur son salaire (consid. 4). Invalidität. Änderung des Beschäftigungsgrades. Vertragsänderung. Lohnfortzahlung. Art. 36 Abs. 1 PVO-ETH - Rentenentscheide von der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) und der Invalidenversicherung (IV) bezüglich Feststellung von Teilinvalidität wirken sich nicht automatisch auf den Umfang des 1vertraglich vereinbarten Arbeitspensums aus. Stattdessen hat eine Reduktion des Beschäftigungsgrades als eigentliche Vertragsänderung schriftlich zu erfolgen und kann bei mangelndem Einverständnis der Arbeitnehmerin nur auf dem Wege der Kündigung durchgesetzt werden (E. 2c). - Bei der in Art. 36 Abs. 1 PVO-ETH statuierten Lohnfortzahlungspflicht bei Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit handelt es sich um ein Zeitminimum und nicht ein Lohnminimum. Auch die Arbeitnehmerin, die noch zu einem reduzierten Prozentsatz arbeitet, hat bloss während längstens 730 Tagen Anspruch auf Lohnfortzahlung (E. 2d). Im Sinne eines Verbotes der Überentschädigung werden Leistungen der Versicherungen, welche Angestellte während der Dauer der Lohnfortzahlungspflicht erhalten hat, auf die Lohnzahlungen angerechnet (E. 4). Invalidità. Modifica del grado di occupazione. Modifica del contratto. Diritto al mantenimento del salario. Art. 36 Abs. 1 OPers-SPF - Decisioni sulle rendite dell’Istituto nazionale svizzero di assicurazione contro gli infortuni (INSAI) e dell’assicurazione contro l’invalidità (AI) in merito alla determinazione di un’invalidità parziale non hanno automaticamente effetto sulla misura del grado di occupazione stabilito per contratto. Una riduzione del grado di occupazione deve avvenire in forma scritta, come una vera e propria modifica contrattuale e, in caso di mancato consenso della lavoratrice, può essere ottenuta solo attraverso la disdetta (cons. 2c). - L’obbligo di versare il salario statuito dall’art. 36 cpv. 1 OPers-SPF in caso di incapacità lavorativa dovuta a malattia, si tratta di un minimo in tempo e non in denaro. Anche la dipendente che lavora ancora ad una percentuale ridotta ha diritto al versamento del salario al massimo per 730 giorni (consid. 2d). Per rispettare il divieto di un’indennità eccessiva, le prestazioni delle assicurazioni versate ai dipendenti durante il periodo di obbligo di versamento del salario sono computate sul salario (consid. 4). ZusammenfassungdesSachverhalts: A. X.arbeitetealsadministrativeSekretärinbeimDepartementZ.der EidgenössischenTechnischenHochschuleZürich(ETHZ)undführte dasSekretariatvonProfessorT.IhrBeschäftigungsgradbetruggemäss Arbeitsvertrag100%. Am4. Dezember1998erlittsieeinenUnfall,welcher inderFolgeihreArbeitsfähigkeitmassgeblichbeeinflusste. Vom29. Juli 2003anwarX.währendderDauereinesknappenJahreszu100%nicht arbeitsfähig;seitdem5. Juli2004biszurBeendigungdesArbeitsverhältnisses betrugdieArbeitsunfähigkeitnachihreneigenenAngaben80%. Der 2GradderArbeitsunfähigkeitwarjedenfallswährendeineslängeren Zeitraumsschwankend. X.erhältseitdem1. Juni2004einemonatliche RentevonderSchweizerischenUnfallversicherungsanstalt(SUVA)vonFr. (...). Seitdem1. September2003erhältsiezusätzlicheineRentevonder Invalidenversicherung(IV)vonFr. (...). MitSchreibenbzw. Verfügungvom2. März2005teiltedieETHZX.mit, gestütztaufdieRentenbescheidederSUVAundderIV-Stelleundnachdem dieArbeitnehmerinaufgrundeinesArztzeugnissesohnehinnurzu20%tätig sei,werdederBeschäftigungsgradihresArbeitsvertragesrückwirkendper 1. Februar2005auf50%reduziert. GleichzeitigfordertedieETHZX.zur WiederaufnahmeihrerArbeitzu50%ab7. März2005auf. B. MitEingabevom14. März2005erhobX.vorsorglichgegendasSchreiben bzw. dieVerfügungderETHZvom2. März2005Beschwerdebeider ETH-Beschwerdekommission. ZurBegründungführtesieimWesentlichenan, dierückwirkendeReduktiondesBeschäftigungsgradesunddieAufforderung zurArbeitsaufnahmezu50%seieninmehrfacherHinsichtnichtzulässig. GegendenIV-EntscheidhabesierechtzeitigBeschwerdeeingereicht. FernerbescheinigeihrDr. K.bisaufweitereseineArbeitsunfähigkeit von80%. SchliesslichwerdederInvaliditätsgradbeiderIVaufgrund einesEinkommensvergleichsfestgelegt;dieserseinichtmitderaktuellen konkretenArbeitsunfähigkeitidentisch. Zudemhabesichdie100% Lohnfortzahlungspflichtbiszum27. Juli2005verlängert. C. (...) D. UnterBeilagedereinseitigdurchdieArbeitgeberinunterzeichneten VertragsänderungfordertedieETHZX.mitSchreibenvom20. April2005 letztmalsauf,ihreArbeitsleistungvon50%ab27. April2005zuerbringen. FernererfolgegemässArt. 36Abs. 1derVerordnungvom15. März2001des ETH-RatesüberdasPersonalimBereichderEidgenössischenTechnischen Hochschulen(PVO-ETH,SR172.220.113)dieLohnfortzahlungunter AnrechnungvonVersicherungsleistungen,wasdurchVerrechnunggeltend gemachtwerde. AlsvorsorglicheMassnahmewürdedieETHZdenLohn desMonatsApril2005inderHöhedereffektivgeleistetenArbeitszeit(20%) ausbezahlen;X.könnesichdazuimRahmendesrechtlichenGehörsäussern. E. und F .(...) G. Am25. Oktober2005teilteX.derETH-Beschwerdekommission mit,siehabedieBeschwerdegegendenIV-Einspracheentscheidbeim Sozialversicherungsgerichtzurückgezogen,jedochseifürdenvorliegenden ProzessnachwievorvoneinerArbeitsfähigkeitvon20%auszugehen. Ferner bemängeltesiediverseLohnabrechnungen. DieETHZsahsichdurchden Beschwerderückzugdarinbestätigt,dassX.zu50%arbeitsfähigwar. Sie gestandinihrerEingabevom31. Oktober2005zu,dassdiebeanstandeten Lohnabrechnungennichtnachvollziehbarwarenundkündigteferneran,dass siegegenX.einKündigungsverfahreneinleitenwerde. H. MitUrteilvom15. Dezember2005entschieddie ETH-Beschwerdekommission,dieBeschwerdevonX.abzuweisen. Siestützte sichdabeiimWesentlichenaufdiebeidenrechtskräftigenEntscheidungen vonSUVAundIV,welchebeideeineArbeitsunfähigkeitvon50%belegten. EineArbeitsleistungimUmfangvon20%seifürdieArbeitgeberinzuwenig 3effizient,dadieFührungeinesSekretariatsbeidiesemPensumoffensichtlich nichtmöglichsei. DeshalbseiensowohldieReduktiondesPensumsalsauch dieAufforderungzurArbeitsaufnahmerechtmässig. Weiterhandleessich nichtumeineÄnderungskündigung. Selbstwennessichumeinesolche handelnwürde,wäredieentsprechendeVerfügungnichtnichtig,sondern lediglichanfechtbarundmitderBeschwerdeangefochten. DerTermin fürdieÄnderungdesBeschäftigungsgradesseijedochnachvollziehbar, indemessichumdasMonatsendenachRechtskraftderIV-Verfügung handle. EineallfälligeGehörsverweigerungseidurchdieumfassende KognitionsbefugnisderRechtsmittelinstanzgeheiltworden. DemAnspruch aufLohnfortzahlungwährend730TagennachArt. 36Abs. 1PVO-ETH seidieETHZnachgekommen,dadieLohnfortzahlungspflichtnurdann volle730Tagedauere,wennnichtvorherdieErwerbsfähigkeitwieder erlangtoderdiedauerndeErwerbsunfähigkeitfestgestelltwerde. Dervon X.geltendgemachteEinwand,dieerbrachteArbeitsleistungvon20%seiauf dieDauerderLohnfortzahlungspflichtanzurechnen,wurdeabgelehntund angesichtsderbishervonX.gegenteiligvertretenenAnsichtwennnichtals rechtsmissbräuchlich,sodochalswidersprüchlichbetrachtet. I. GegendiesenEntscheidderETH-Beschwerdekommission(nachfolgend: Vorinstanz)liessX.(nachfolgend: Beschwerdeführerin)am31. Januar2006 BeschwerdebeiderEidgenössischenPersonalrekurskommission(PRK) einreichenundinsbesonderedieAufhebungdesangefochtenenEntscheides beantragen. Zudemseifestzustellen,dassdieBeschwerdeführerinbei derBeschwerdegegnerinnachwievorineinemBeschäftigungsgradvon 100%angestelltseiunddassdieBeschwerdeführerinab1. März2005 (undschonzuvorab6. Juli2004)bisaufweitereszu80%arbeitsunfähig sei. Schliesslichseifestzustellen,dassderLohnfortzahlungsanspruch derBeschwerdeführerinbismindestens12. Oktober2005besteheund entsprechendseidieBeschwerdegegnerinzuverpflichten,Lohnfortzahlung bismindestens12. Oktober2005(basierendaufeinemBeschäftigungsgradvon 100%undeinerArbeitsunfähigkeitvon80%)zuleisten. (...) J. InihrerStellungnahmevom21. Februar2006beantragtdieETHZ,die AnträgederBeschwerdeführerinseienvollumfänglichabzuweisenunddas UrteilderETH-Beschwerdekommissionvom15. Dezember2005seiunter Kosten-undEntschädigungsfolgenzuLastenderBeschwerdeführerinzu bestätigen. WasdenSachverhaltanbelangt,bringtdieETHZergänzende AusführungenzudenandieBeschwerdeführerinerfolgtenLohnzahlungen vorundreichtweitereBelegeein. Weiterweistsiedaraufhin,dasssie gegenüberderBeschwerdeführerinSUVA-RentenleistungenimUmfangvon CHF24’576.-bzw. CHF24’604.-zurückfordere,welchedieseunrechtmässig nebendem100%igenLohnbezogenhabe. WeiterweistdieETHZdaraufhin, dasssiederBeschwerdeführerinnachEinräumendesrechtlichenGehörsmit Verfügungvom24. November2005aufden31. Mai2006gekündigthat. (...) DieVorinstanzverzichtetemitSchreibenvom27. Februar2006aufeine Vernehmlassung. 4(...) AusdenErwägungen: 1.a. und b. (Formelles) c. (Kognition) 2. GegenstanddesvorliegendenVerfahrenssindDauerundUmfangder LohnfortzahlungspflichtdesArbeitgebersbeiKrankheitoderUnfallgemäss Art. 36PVO-ETH.Strittigistzumeinen,obsichdieLohnfortzahlungspflicht mitErlassvonRentenverfügungendurchSUVAoderIVwegenTeilinvalidität automatischaufdenUmfangderRestarbeitsfähigkeitreduziert(nachfolgend: b),obdievonderETHZmitgeteiltePensumsreduktionsonstgültig (nachfolgend: c)undobdieRegelungvonArt. 36PVO-ETHeinZeit-oderein Lohnminimumdarstellt(nachfolgend: d). a. Art. 36PVO-ETH,derArt. 324adesBundesgesetzesvom30. März1911 betreffenddieErgänzungdesSchweizerischenZivilgesetzbuches(Fünfter Teil: Obligationenrecht,OR,SR220)entspricht,enthälteineAusnahme zudenRegelndesAllgemeinenTeilsdesObligationenrechts. Kannder ArbeitnehmerseineLeistungunverschuldetnichterbringen,würdedie Pflicht,siezuerbringen,nämlichnachArt. 119Abs. 1ORerlöschen,und derArbeitnehmerwürdenachArt. 119Abs. 2ORauchseinenAnspruch aufdienochnichterfüllteGegenleistung,alsodenLohnanspruch,verlieren. DiezitierteBestimmungmachtnuninsoferneineAusnahme,alsimdort statuiertenUmfangderAnspruchdesArbeitnehmersaufLohnerhalten bleibt,obwohlseineLeistungnachwievorunmöglichist(Art. 119Abs. 3OR; ThomasGeiser,FragenimZusammenhangmitderLohnfortzahlungspflicht beiKrankheit,AktuelleJuristischePraxis[AJP]2003323;StephanRagg,Die LohnfortzahlungspflichtdesArbeitgebersimSystemderobligatorischen Unfallversicherung,Bern1997,S.26f.;UllinStreiff/AdrianvonKaenel, Arbeitsvertrag,Praxiskommentar,6. Aufl.,Zürich2006,N.5zuArt. 324aOR; FrankVischer,DerArbeitsvertrag,3.Aufl.,Basel2005,S.127). Esstelltsichdie Frage,wielangedieLohnfortzahlungspflicht,d. h. dieAbweichungvonArt. 119Abs. 2ORdauert. EineersteSchrankeergibtsichausdemWortlautvonArt. 36Abs. 1PVO-ETH, derfesthält,dassderAnspruchbiszurWiedererlangungderArbeitsfähigkeit dauert. DieseBegrenzungistinParallelvorschriften,soinArt. 324aOR,inArt. 56derBundespersonalverordnungvom3. Juli2001(BPV,SR172.220.111.3) sowieindenGesamtarbeitsverträgenderSchweizerischenBundesbahnen (SBB)undderPostnichtenthalten,dochverstehtsiesichvonselbst. Siespielt aberimvorliegendenZusammenhangkeineRolle. b. DerBeschwerdeführerinistzuzustimmen,dassderWortlautderVorschrift dievonderVorinstanzbehaupteteweitereSchranke«oderbiszumEntscheid überdiedefinitiveArbeitsunfähigkeit»nichtenthält. DieFragestelltsich, obhiereineLückeindergesetzlichenRegelungvorliegt,welchediePRK schliessendarf. ImBereichdesöffentlichenRechtsliegteinevomGerichtzuschliessende Lückevor,wenndieRegelungnachdendemGesetzselberzugrunde liegendenWertungenundZielsetzungenalsunvollständigunddaher ergänzungsbedürftigerachtetwerdenmuss( BGE102Ib225 f. E.2;vgl. auch 5UlrichHäfelin/GeorgMüller,GrundrissdesallgemeinenVerwaltungsrechts,4. Aufl.,Zürich2002,Rz. 246,mitHinweisen;RenéA.Rhinow/BeatKrähenmann, SchweizerischeVerwaltungsrechtsprechung,Ergänzungsband,Baselund Frankfurta.M.1990,S.72f;PierreMoor,DroitAdministratif,BandI,2. Aufl., Bern1994,S.154ff.). NacheineranderenUmschreibungliegteineLückedann vor,wenndasSchweigendesGesetzesseinemSinnundZweckentgegensteht (HenriDeschenaux,LetitrepréliminaireduCC,inTraitédedroitprivésuisse, Bd. II,1,S.93). InersterLiniegiltes,sichumzusehen,welcheLösungender GesetzgeberinvergleichbarenNormenoderdieSozialpartnerin entsprechendenBestimmungenvonGesamtarbeitsverträgengetroffen haben. DieBundespersonalverordnungerwähntinArt. 56keine entsprechendeBegrenzung. HingegenergibtsichausArt. 58BPV,dass dieLohnfortzahlungspflichtselbstdannbesteht,wennderArbeitnehmer LeistungenderMilitärversicherung,derSUVAodereineranderen obligatorischenUnfallversicherungbezieht,ebensosolchederIV.Denn Art. 58BPVbefasstsichmitderFragederAnrechenbarkeitsolcher LeistungenaufdieHöhedesauszurichtendenLohnes,setztalsovoraus, dassSozialversicherungsleistungenerfolgen. Art. 324aORerwähnt ebenfallskeineentsprechendeSchranke,wobeizuberücksichtigenist, dassdieLohnfortzahlungsfristenimPrivatrechtmassivkürzersindals jenenachdenentsprechendenöffentlich-rechtlichenBestimmungen, sodassesbereitsausdiesemGrundseltenzurKonstellationkommt, dassderEntscheidderSozialversicherungenüberdieInvaliditätnoch währendderinArt. 324aORstatuiertenFristgefälltwird. Dennochistin derLiteraturanerkannt,dassLeistungenausdenSozialversicherungen aufdieLohnfortzahlungnachArt. 324aORanzurechnensind(Streiff/von Kaenel,a.a.O.,N.13;Geiser,a.a.O.,S.323ff. mitzahlreichenHinweisen; vgl. auchArt. 19Abs. 2desBundesgesetzesvom6. Oktober2000über denAllgemeinenTeildesSozialversicherungsrecht[ATSG],SR830.1). Eine abweichendeRegelungenthältdasPrivatrechtinArt. 324bORfürLeistungen ausderobligatorischenTaggeldversicherung;hierbestehtunterdenim ArtikelgenanntenVoraussetzungenkeineLohnfortzahlungspflicht;diese KonstellationspieltimvorliegendenZusammenhangkeineRolle. Eine ähnlicheBestimmungwiedasBundespersonalrechtenthältZiff. 137des Gesamtarbeitsvertrages(GAV)derSBB [1];auchhierwerdenTaggeld-und Rentenleistungenvonin-undausländischenSozialversicherungenauf denLohnanspruchangerechnet. DiegleicheRegelungenthältauchZiff. 371desGAVPost [2]. Somitistfestzuhalten,dassvergleichbareRegelungen nichtdavonausgehen,dassdieLohnfortzahlungspflichterlischt,wenneine SozialversicherungdemArbeitnehmereineRentewegenvolleroderteilweiser Arbeitsunfähigkeitzuspricht. EinesolcheLösungstehtauchimEinklangmitdemZielderBestimmungen überdieLohnfortzahlungspflicht,denArbeitnehmersozustellen,wie wennerinderbeschränktenZeitimvereinbartenUmfangvollgearbeitet hätte(Geiser,a.a.O.,Rz2.21). Eslässtsichnichtrechtfertigen,dassderjenige Arbeitnehmer,überdessenArbeitsunfähigkeitdieSozialversicherung früherentscheidet,schlechtergestelltseinsollalsderjenige,beidemder 6entsprechendeEntscheidspätergefälltwird. EinerÜberentschädigungwird mitdenBestimmungenzurAnrechnungvonSozialversicherungsleistungen entgegengetreten. DemzufolgekommtdiePRKzumSchluss,dassdieVerordnungsbestimmung auchohnedievonderBeschwerdegegnerinbehauptetezweiteBegrenzung denWertungenundZielvorstellungendesVerordnungsgebersentspricht undsomitkeineLückevorliegt. DemnachhattendieRentenentscheidevon SUVAundIVkeineautomatischeBeendigungderLohnfortzahlungspflichtim UmfangderfestgestelltenArbeitsunfähigkeitzurFolge. c. DieVorinstanzleitetdieReduktionihrerLohnfortzahlungspflichtauch darausab,dassdieRentenentscheide«automatisch»eineReduktiondes BeschäftigungsgradeszurFolgehätten;nachihrerAuffassungbeendetder RentenentscheidnichtnurdieLohnfortzahlungspflicht,sondernwirktsich unmittelbaraufdenUmfangdesPensumsaus. DieBeschwerdeführerin hingegenistderAuffassung,dasseineentsprechendeÄnderungwiejede ÄnderungdesArbeitsvertrageslediglicheinvernehmlichhätteerfolgen können. Unumstrittenist,dassimArbeitsvertragvom29. September2001 einPensumvon100%vereinbartwurdeunddasseineeinvernehmliche VertragsänderungimSinneeinerReduktionauf50%nichtzustande gekommenist. DerWortlautdesArbeitsvertragsderBeschwerdeführerinerwähntdieFrage, obdieETHZdieerfolgtePensumsreduktioneinseitigvornehmendarf,nicht ausdrücklich. Ziff. 13bestimmteinzig,dassÄnderungenimArbeitsbereich oderdesArbeitsortessowiederorganisatorischenEingliederungim ZusammenhangmiteinerReorganisationdurchdieETHZohneKündigung desArbeitsvertragesvorgenommenwerdenkönnenundnimmtdamitdie RegelungvonArt. 25Abs. 3BPVauf. BeiderReduktiondesPensumshandelt essichaberumkeinedererwähntenÄnderungen. ImÜbrigenverweistder VertraginZiff. 15aufdasBundespersonalgesetzvom24. März2000(BPG,SR 172.220.1)unddiePVO-ETH. AuchdemBPGundderBPVlässtsichnichtsdazuentnehmen,wiesich TeilinvaliditätaufdenArbeitsvertragauswirkt. EbensoenthältdiePVO-ETH keineentsprechendeBestimmung,diesimGegensatzbeispielsweisezuZiff. 140desGAVSBBoderzuZiff. 373desGAVPost. NachdererstenBestimmung wirdderArbeitsvertragaufEndederAnspruchsfristaufLohnfortzahlung angepasst,wenninnertderAnspruchsfristmangelndemedizinische Tauglichkeitfestgestelltwird,jedochdieberuflicheReintegrationbeider SBBmöglichoderabsehbarist. NachderzweitenBestimmungerfolgtdie ReduktiondesBeschäftigungsgradesmitdemBeginnderRentenzahlungen, wobeidieLohnfortzahlungspflichtdadurchnichtbetroffenist. HingegenregeltArt. 17PVO-ETH,welcherdieRegelungvonArt. 30BPV aufnimmt,ganzallgemeinVertragsänderungenundistsomitmangelsanderer BestimmungenauchaufeinePensumsreduktionanwendbar. Aufgrunddieser BestimmungmusseineReduktiondesPensumssomitalsVertragsänderung schriftlicherfolgen. StimmtdieMitarbeiterinnichtzu,kanndieÄnderung nuraufdemWegederKündigungnachArt. 12BPGvorgenommenwerden. Esistnichtumstritten,dasszwischenderETHZundderBeschwerdeführerin keineschriftlicheEinigungüberdiePensumsreduktionzuStandekam. Ebensoistnichtumstritten,dasswährendderDauereinerallfälligen 7LohnfortzahlungspflichtkeineKündigungerfolgte. Diesewurdeerstauf den31. Mai2006ausgesprochenundnachRückzugderentsprechenden BeschwerdeauchaufdiesesDatumhinrechtskräftig. Demzufolgegiltfür dieDauerderLohnfortzahlungnachwievorderArbeitsvertragvom29. September2001miteinemPensumvon100%. d. EsstelltsichdieFrage,obessichbeiderinArt. 36PVO-ETHfestgelegten Bezugsdauervon730TagenumeinZeit-oderumeinLohnminimumhandelt. IsteinZeitminimumstatuiert,sohatauchderArbeitnehmer,dernochzu einemreduziertenProzentsatzarbeitet,blosswährenddergenanntenTage AnspruchaufdenLohn. HandeltessichdemgegenüberumeinLohnminimum, sobestehtseinAnspruchweiter,bisdassdererhalteneLohneinemvollen SalärfürdiebeschränkteZeitentspricht(Geiser,a.a.O.,Rz2.29). Umstrittenist dieAuslegungdieserBestimmung. DerWortlautderBestimmungsprichtdavon,dassderAnspruch«längstens» während730Tagen«und»inderHöhevon«höchstens»100%desvollen Lohnesbestehe. ErenthältsomitklareinedoppelteEinschränkung,nämlich hinsichtlichdermaximalenZeitdauerundhinsichtlichdermaximalen Geldsumme. GingemanvonderAuffassungderBeschwerdeführerinaus, dasssichbeiteilweiserArbeitsfähigkeitdieLohnfortzahlungsfristverlängert, müsstemanvomWortlautderBestimmungabweichen. NachderPraxis desBundesgerichtsistdierechtsanwendendeBehördeinderRegelan denklarenundunzweideutigenWortlauteinerBestimmunggebunden, dochsindAbweichungenvoneinemklarenWortlautzulässigodersogar geboten,wenntriftigeGründezurAnnahmebestehen,dassdiesernichtden wahrenSinnderBestimmungwiedergibt. SolcheGründekönnensichausder EntstehungsgeschichtederBestimmung,ausihremSinnundZweckoderaus demZusammenhangmitanderenVorschriftenergeben. VomWortlautkann fernerabgewichenwerden,wenndiewörtlicheAuslegungzueinemErgebnis führt,dasderGesetzgebernichtgewollthabenkann( BGE131III314 ,316E. 2.2;BGE124III266 ,268E.4unddortzitierteEntscheide). EinVergleichmitArt. 56BPVzeigt,dassjeneBestimmungdiebeiden erwähntenBegrenzungenhinsichtlichmaximalerZeitdauerundmaximaler Geldsummenichtenthält. DerArtikelsprichtblossvon12Monatenund nichtvon«längstens»12Monaten. EbensowirdvomvollenLohnbzw. von90ProzentdesLohnesundnichtvon«höchstens»demvollenLohn bzw. «höchstens»90ProzentdesLohnesgesprochen. DerWortlautvon Art. 56BPVistsomitbezüglichderhierdiskutiertenProblematiknicht vergleichbar. ZudemsollessichdabeinachdemGutachtenvonGeiser/Pärli umeinZeitminimumhandeln. ImGAVSBBwirdausdrücklichbestimmt: «TeilarbeitsleistungenverlängerndieAnspruchsfristnicht. Fürdiegeleistete Arbeitszeitbestehtauchim2. JahrderArbeitsverhinderungAnspruchauf 100%desLohnes.»(Ziff. 134Abs. 5). DieSBBkennensomitdieRegelung, welchesichohneAbweichungausArt. 36PVO-ETHergibt. Hingegensprechen sichdieBestimmungendesGAVderPostnichtüberdieFrageausundkönnen nichtzurAuslegungbeigezogenwerden. WasdieentsprechendeRegelungvonArt. 324aORanbelangt,kannoffen gelassenwerden,ob,wieGeiser/PärliinihremGutachten(S.14f.) ausführen, sichdieherrschendeLehrefüreinLohnminimumausspricht. Art. 324a ORundArt. 36PVO-ETHunterscheidensichnämlichgrundlegend. Nach 8denprivatrechtlichenBestimmungenkommenbezüglichderDauerder LohnfortzahlungdievondenkantonalenGerichtenentwickeltenSkalen zurAnwendung(Brunner/Bühler/Waeber/Buchez,Kommentarzum Arbeitsvertragsrecht,Basel2006,Rz14;Vischer,a.a.O.,N.39ff;Manfred Rehbinder,SchweizerischesArbeitsrecht,15. Aufl.,Bern2002,Rz201). Diese statuierenmassivkürzereFristenalssieinderPVO-ETHvorgesehensind. DieBernerSkala [3] endetbeieinerFristvon10Monaten,dieBasler [4] bei6 MonatenunddieZürcher [5] bei46Wochen,alsobei10,5Monaten. Fürdie Beschwerdeführerin,welcheihreStelleam30. April1991angetretenhat-sich somitim15. Anstellungsjahrbefand-würdedieLohnfortzahlungsomitnach derZürcherSkalawährend21Wochen,nachderBernerSkalawährend5 MonatenundnachderBaslerSkalawährend4Monatenerfolgen. Angesichts derunterschiedlichenDauerderLohnfortzahlungspflichtnachdenbeiden BestimmungenkönnteArt. 36PVO-ETHdurchauseinZeitminimumstatuieren, selbstwennfürArt. 324aORvoneinemLohnminimumauszugehenwäre. AuchmiteinemZeitminimumkämedieBestimmungihremsozialpolitischen Zwecknach,Deckungslückenzuvermeiden,inwelchenwederaufgrundder LohnfortzahlungspflichtLohnbezahltwirdnochVersicherungsleistungen erfolgen. DieFristensindnämlichsolangebemessen,dasssolche Deckungslückenpraktischausgeschlossensind. e. ZusammenfassendhältdiePRKsomitfest,dassdieLohnfortzahlungspflicht derETHZaufgrundvonArt. 36PVO-ETHauchdannaufmaximal730Tage beschränktist,wenndieMitarbeitendewieimvorliegendenFallfürein TeilpensumarbeitsfähigwarundeinTeilpensumweiterhingeleistethat. DemzufolgehatdieETHZderBeschwerdeführerindenLohnwährend730 TagenabEintrittderTeilarbeitsunfähigkeit,d. h. biszum27. Juli2005zu bezahlen. DiesesDatumwirdauchvonderBeschwerdeführerinfürdenFall, dassdiePRKdarauferkennt,dassArt. 36PVO-ETHeinZeitminimumenthält, nichtbestritten. AufdieweitereninderBeschwerdeschriftgeltendgemachtenEventualanträge mussnichteingegangenwerden,weildiePRKbezüglichArt. 36PVO-ETHvon einemZeitminimumausgeht. 3. (...) 4. DieBeschwerdeführerinmachtweitergeltend,dieETHZhabezuUnrecht dieIV-Renten,welchedieBeschwerdeführerinnebendemvollenLohn bezogenhat,vondenLohnzahlungeninAbzuggebracht. Ebensoseidie VerrechnungvonLohnzahlungenmitdenSUVA-Rentenunzulässig. Eshabe einerseitsanderfüreineVerrechnungerforderlichenGegenseitigkeitgefehlt undandererseitsseimitdervollständigenVerrechnungdesNovemberlohnes 2005dasExistenzminimumderBeschwerdeführerinverletztworden. Auch dieRückforderungdesRestbetragesdurchdieETHZimBetragvonCHF 11’430.80seiunzulässig,weildieETHZgarnichtGläubigerindieserForderung sei. a. SowohlimSchreibenvom20. April2005alsauchinjenemvom24. November2005stütztdieETHZihrenAnspruchaufdasVerbotder ÜberentschädigunggemässArt. 36Abs. 1PVO-ETH.DieBestimmung hältausdrücklichfest,dassLeistungenvonVersicherungen,welche MitarbeitendewährendderDauerderLohnfortzahlungspflichterhalten,auf 9dieLohnfortzahlungangerechnetwerden. DieMitarbeitendensollensozwar nichtschlechter,aberauchnichtbessergestelltwerden,alswennsieeffektiv gearbeitethätten. EntgegendemWortlautderentsprechendenSchreiben derETHZhandeltessichdemzufolgealsobeimvorgenommenen«Abzug» nichtumeineVerrechnungimSinnederArt. 120ff. OR,unddieVorschriften desAllgemeinenTeilsdesObligationenrechtsüberdieVerrechnungsowie auchArt. 323bAbs. 2OR,welcheraufgrundvonArt. 6Abs. 2BPGauch füröffentlich-rechtlicheArbeitsverhältnissegilt,kommensomitnichtzur Anwendung. EntsprechendbestehtkeinebetragsmässigeBeschränkung derAnrechnung. Dieseistauchdannzulässig,wennderausbezahlteLohn dadurchkleinerwirdalsdasExistenzminimum,denndieBeschwerdeführerin hatjastattderLohnfortzahlungdenRentenbetragerhaltenundzurDeckung derLebenshaltungskostenverwendenkönnen. DieentsprechendenEinwände derBeschwerdeführerinsindsomitabzulehnen. EbensogehtderEinwand, esfehlefüreineVerrechnunganderGegenseitigkeit,schondeshalbins Leere,weildieETHZnichtRentenleistungenderSUVAoderIVzurückfordert, sonderneinenAbzuganderLohnforderungmacht,derenSchuldnerinsieist. b. WasdieHöhederAbzügeanbelangt,istdieseindenAktenhinlänglich belegt. (...) 5. DemzufolgeistdieBeschwerdeteilweisegutzuheissen. Beiganzeroder teilweiserGutheissunghatdieBeschwerdeinstanzdieSacheinderRegelin einemreformatorischenEntscheidselbstzuentscheiden(Art. 61Abs. 1des Bundesgesetzesvom20. Dezember1968überdasVerwaltungsverfahren [VwVG],SR172.021). NurausnahmsweiseweistsiedieBeschwerdemit verbindlichenWeisungenandieVorinstanzzurück. Letztereskannsichvor allemdortrechtfertigen,woderSachverhaltungenügendabgeklärtistsowie wenndieRegelungdesRechtsverhältnissesbesondereSachkundeverlangt oderindenErmessensbereichhineinragt(AndréMoser,in: Moser/Uebersax, ProzessierenvoreidgenössischenRekurskommissionen,BaselundFrankfurt amMain1998,N.3.86ff.;FritzGygi,Bundesverwaltungsrechtspflege,Bern 1983,S.233). WasdiegeltendgemachtenFeststellungsbegehrenanbelangt,ist diePRKohneweiteresinderLage,einenEntscheidzutreffen. Hingegen drängtsichausprozessökonomischenGründenfürdieErstellungeiner LohnschlussabrechnungeineRückweisungandieETHZauf. DieETHZkann einesolchemitverhältnismässiggeringemAufwanderstellen. (...) [1]Abrufbarunter: http://www.vslf.com/391.html(letzterBesucham31. Oktober2006). [2]Abrufbarunter: http:/www.gewerkschaftkom.ch/uploads/uploadedDocuments/733_Document.pdf, (letzterBesucham31. Oktober2006). [3]http://adminsrv3.admin.ch/bsvr/index.php3?JSB4=&LID=1&MID=1&content_ file=vonfall.php3%3FLID%3D1%26MID%3D1%26VFTitleID%3D12(letzter Besucham31. Oktober2006). [4]http://adminsrv3.admin.ch/bsvr/index.php3?JSB4=&LID=1&MID=1&content_ file=vonfall.php3%3FLID%3D1%26MID%3D1%26VFTitleID%3D12(letzter Besucham31. Oktober2006). [5]http://adminsrv3.admin.ch/bsvr/index.php3?JSB4=&LID=1&MID=1&content_ file=vonfall.php3%3FLID%3D1%26MID%3D1%26VFTitleID%3D12(letzter Besucham25. Oktober2006). 1011Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 70.98 - Entscheid PRK 2006-005 der Eidgenössischen Personalrekurskommission vom 25. Juli 2006 in Sachen X. In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2006 Année Anno Band 70 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 007 499 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.