Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Oktober 2012 (720 12 51 / 268) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Christof Enderle, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Patricia Bäckert Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch D r. Monika Guth, Advoka- tin, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.9581.2025.08) A. Der 1977 geborene A.____ meldete sich erstmals am 1 0. August 2004 unter Hinweis auf einen im Jahr 2002 erlittenen Autounfall und seither bestehenden Bandscheibenbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Lei stungsbezug an. Nach Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ermittelt e die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) einen Invaliditätsgrad von 50%. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach sie A.____ mit Ver- fügung vom 25. November 2009 für die Zeit vom 1. Oktob er 2003 bis 31. März 2004 eine halbe Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rente zu. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom K antonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) mit Urteil vom 9. Juli 2010 abgewiesen. B. Am 7. Dezember 2010 meldete sich A.____, vertret en durch Stephan Bläsi, Advokat, unter Hinweis, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe, erneut zum Leistungs- bezug an. Dem Leistungsgesuch wurde der Arztbericht vo n PD Dr. med. B._____, FMH für Or- thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsa pparates, Universitätsspital Basel, vom 23. November 2010 beigelegt. Mit Schreiben vom 6. Januar 2011 ersuchte die IV-Stelle den Versicherten weitere Unterlagen einzureichen, die einen wesentlich veränderten Gesund- heitszustand belegen würden. Da keine weiteren Unterla gen eingereicht wurden, trat die IV- Stelle mit Verfügung vom 15. Februar 2011 auf das Ge such nicht ein, mit der Begründung, es seien mit dem Leistungsbegehren keine neuen Tatsachen geltend gemacht worden. Diese Ver- fügung erwuchs in Rechtskraft. C. Am 28. September 2011 ging bei der IV-Stelle ein erneutes Leistungsgesuch von A.____, nunmehr vertreten durch Dr. Monika Guth, Advokat in, ein. Die mit diesem Gesuch ein- gereichten Arztberichte der X.____-Klinik Basel vom 13. September 2011 und von Dr. med. C.____, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. A ugust 2011, wurden dem Regiona- len Ärztlichen Dienst (RAD) beider Basel vorgelegt. Aufgrund der Beurteilung des RAD teilte die IV-Stelle A.____ mit Schreiben vom 24. Oktober 2011 mit, dass mit dem Gesuch keine neuen Tatsachen geltend gemacht worden seien. Sie setzte ihm eine Frist bis zum 24. November 2011, um weitere Unterlagen einzureichen, welche eine relevante Veränderung seines Ge- sundheitszustands nachweisen. Andernfalls könne auf das Leistungsbegehren nicht eingetreten werden. In der Folge reichte A.____ mit Schreiben vom 31. Oktober 2011 den bereits einge- reichten Arztbericht von PD Dr. B.____ vom 23. November 2010 ein. Aufgrund einer erneuten Stellungnahme des RAD trat die IV-Stelle mit Verfügu ng vom 9. Januar 2012 auf das Leis- tungsbegehren erneut nicht ein. Zur Begründung führte sie aus, der Versicherte habe in seinem Gesuch vom 28. September 2011 nicht glaubhaft dargelegt , dass sich die tatsächlichen Ver- hältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hätten. D. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Dr. Guth, am 10. Februar 2012 Be- schwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, un ter o/e- Kostenfolge sei die angefochte- ne Verfügung aufzuheben und die IV-Stelle anzuweisen, auf das Leistungsbegehren einzutre- ten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um B ewilligung der unentgeltlichen Prozess- führung. Zur Begründung führte er im Wesentlichen au s, mit den eingereichten medizinischen Berichten sei eine wesentliche Veränderung der tatsächli chen Verhältnisse hinreichend nach- gewiesen. E. Mit Schreiben vom 3. Mai 2012 zog A.____ das Gesuch um Bewilligung der unentgeltli- chen Prozessführung zurück. F. In ihrer Vernehmlassung vom 14. August 2012 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versi- cherungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahr ens bildet die Frage, ob die IV- Stelle auf die Neuanmeldung zum Leistungsbezug, welch e der Beschwerdeführer am 28. Sep- tember 2011 einreichte, zu Recht nicht eingetreten i st. Die IV-Stelle weist zwar in ihrer Ver- nehmlassung zutreffend darauf hin, dass das Gericht im Ra hmen des vorliegenden Prozesses keine materielle Prüfung allfälliger Ansprüche des Ve rsicherten auf eine IV-Rente vornehmen kann. Entgegen der Ansicht der IV-Stelle zielt aber da s Begehren des Beschwerdeführers nicht auf eine materielle Prüfung seiner Ansprüche, sondern vielmehr auf die Verpflichtung der Vorin- stanz, auf sein Leistungsbegehren vom 28. September 201 1 einzutreten. Auf die Beschwerde kann demnach eingetreten werden. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgem einen Teil des Sozialversi- cherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 sind laufende Re nten für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditä tsgrad in einer für den Anspruch er- heblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt j ede wesentliche Änderung in den tat- sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditä tsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesund- heitszustandes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustan- des erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 2.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). 2.3 Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer mit Verfüg ung vom 25. November 2009 eine halbe Rente für den Zeitraum vom 1. Oktober 2003 bis 3 1. März 2004 zugesprochen. Demge- mäss beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung der tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die ein revisionsweise Eintreten auf die Neuanmeldung rechtfertigt, durch Vergleich des Sach- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht verhalts, wie er im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 2 5. November 2009 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 9. Januar 2012. 3.1 Wurde ein Rentenanspruch der versicherten Person w egen eines zu geringen Invalidi- tätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 4 der V erordnung über die Invalidenversiche- rung (IVV) vom 17. Januar 1961 eine Neuanmeldung zum Rentenbezug nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 3 erfüllt sind. Danach ist von der versicherten Person im Ge- such glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invaliditä t in einer für den Anspruch erhebli- chen Weise geändert hat. Gelingt ihr dies nicht, so wi rd auf das Gesuch nicht eingetreten. Ist die anspruchserhebliche Änderung glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (vgl. BGE 117 V 200 E. 4b). Die Eintretensvoraussetzung nach Art. 87 Abs. 3 IVV soll verhindern, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Anspruchsprüfung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher beg ründeten Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 112 E. 5.3.1). Die Rechtskraft der früheren Verfügung steht einer neuen Prü- fung so lange entgegen, wie der seinerzeit beurteilte Sachverhalt sich in der Zwischenzeit nicht verändert hat. Die Verwaltung verfügt bei der Beurtei lung der Eintretensvoraussetzungen über einen gewissen Spielraum. So wird sie zu berücksichtigen h aben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und an die Gla ubhaftmachung dementsprechend mehr oder weniger hohe Anforderungen stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_286/2009, E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen; BGE 109 V 114 E. 2b). 3.2 Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind allerdin gs herabgesetzte Anforde- rungen an den Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss also nicht nach dem im Sozi- alversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwiegende n Wahrscheinlichkeit (BGE 26 V 360 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend ge- machten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, be i eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalid enrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollt en (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_286/2009, E. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen). 3.3 In erster Linie ist es Sache der versicherten Person, substantielle Ansatzpunkte für eine allfällige neue Prüfung des Leistungsanspruchs darz ulegen. Wie das Bundesgericht im Entscheid 130 V 64 ff. bekräftigt hat, spielt der Unt ersuchungsgrundsatz, wonach die Verwal- tung von Amtes wegen für die richtige und vollständig e Abklärung des rechtserheblichen Sach- verhaltes zu sorgen hat (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen), insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung bloss auf ergänzende Be weismittel, insbesondere Arztberich- te, hingewiesen, die noch beigebracht würden oder vo n der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person nach der Rechtsprechung eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenen- falls auf Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 68 f. E. 5.2.5 mit Hinweisen). Wenn die der Neuanmeldung beiliegenden ärztlichen Berichte so wenig substantiiert sind, dass sich eine Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkenntnisse alle nfalls rechtfertigen würde, ist es der Ver- waltung zwar unbenommen, entsprechende Erhebungen anzu stellen oder bei der versicherten Person Belege nachzufordern, eine Verpflichtung der IV -Stelle zur Nachforderung weiterer An- gaben (analog zu BGE 130 V 64 ff.) besteht indessen nur, wenn den - für sich allein genommen nicht Glaubhaftigkeit begründenden - Arztberichten konkre te Hinweise entnommen werden können, wonach möglicherweise eine mit weiteren Erhebun gen erstellbare rechtserhebliche Änderung vorliegt (Urteil des Bundesgerichts vom 28. M ai 2009, 9C_286/2009, E. 2.2.3 mit Hinweis). 4.1 Wie bereits geschildert, hat das Kantonsgericht mit Urteil vom 9. Juni 2010 die Verfü- gung der IV-Stelle vom 25. November 2009 geschützt (vg l. Verfahren 720 09 377). Diese stütz- te sich auf das Gutachten des Zentrums für Medizinische B egutachtung Basel (ZMB) vom 7. Juli 2009. Demnach wurden mit Einfluss auf die Arb eitsfähigkeit ein lumbospondylogenes Syndrom bei aktuell medianen Discusprotrusionen L3/L4, L 4/L5 und minimal L5/S1, ohne radi- kuläre Irritation oder Ausfallsyndrom und ein Status nach diskreter Discushernie L4/L5 mediola- teral rechts sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzst örung, differentialdiagnostisch eine dissoziative Störung, gemischt (Konversionsstörung) und eine Entwicklung körperlicher Sym- ptome aus psychischen Gründen diagnostiziert. Ohne Auswirku ng auf die Arbeitsfähigkeit be- stünden ein Status nach dem Verkehrsunfall im 2002, per sistierende pseudoneurologische Symptome, Schmerzen im Rahmen der anhaltenden somatofo rmen Schmerzstörung, eine Adi- positas, ein Verdacht auf Störungen durch Opioide und a kzentuierte narzisstisch-histrionische Persönlichkeitszüge. Aufgrund der degenerativen Verände rungen in der Wirbelsäule könnten dem Beschwerdeführer Tätigkeiten, welche den Rücken stark belasten würden nicht zugemutet werden. Im Vordergrund des Krankheitsgeschehens stehe ein e psychosomatische Entwicklung mit eindeutig pseudoneurologischen Phänomenen. Eine p osttraumatische Belastungsstörung liege nicht vor, da diese ein Ereignis von katastropha lem Ausmass voraussetze. Zudem be- stünden auf psychischer Ebene Restsymptomatiken, die zeigen w ürden, dass der Versicherte diesen Unfall bis heute psychisch nicht habe verarbeiten können. 4.2 Für die Beurteilung der Frage, ob der Beschwerde führer eine anspruchserhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands glaubhaft machen kann, liegen folgende ärztliche Berichte vor: 4.2.1 Im Rahmen des Revisionsgesuches vom 7. Dezember 201 0 wurde ein Bericht des Universitätsspitals Basel vom 23. November 2010 eingereich t. Darin diagnostizierte PD Dr. B.____ am 23. November 2010, einen Status nac h ventrodorsaler Spondylodese L3/L5. Die Spondylodese vom 21. Januar 2010 habe keine Besserung der chronischen Rücken- schmerzen gebracht. Im Vordergrund stehe die Schmerzthera pie. Der Beschwerdeführer sei in körperlicher Tätigkeit weiterhin nicht arbeitsfähig. 4.2.2 Auf Anfrage der IV-Stelle hielt Dr. med. D.__ __, FMH Allgemeine Innere Medizin, RAD, am 10. Dezember 2010 fest, PD Dr. B.____ zeige in sei nem Bericht vom 23. November 2010 keine neuen objektivierbaren Befunde auf. Insgesamt sei en die Beschwerden unverändert, wie vor der Operation. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei die Situation ebenfalls unverändert. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2.3 Dr. C.____, führte am 12. August 2011 aus, nac h der Operation im Januar 2010 sei keine Besserung eingetreten. Der Patient leide aktuell unter schweren Angst- und Panikatta- cken im Zusammenhang mit einer posttraumatischen Belastun gsstörung nach einem Autoun- fall, unter einer depressiven Symptomatik sowie Schlafstö rungen in Zusammenhang mit der posttraumatischen Belastungsstörung. Sein psychischer Zustand habe sich seit der Rücken- operation stark verschlechtert und die depressive Symptomat ik habe rapide zugenommen. Die Situationen, in denen Angst- und Panikattacken auftret en würden, hätten sich gehäuft, was wiederum zu Schlafstörungen führe. Eine Arbeitsfähigk eit sei aufgrund der starken Schmerzen und der eingeschränkten Mobilität nicht gegeben. Der Versicherte sei darauf angewiesen, sich immer wieder hinzulegen. Zudem habe sich eine zunehmend e Schwäche der Beine entwickelt, weshalb es zu häufigem Giving way im Bereich der Knie komme mit der Folge von Stürzen. 4.2.4 Dr. med. E.____, FMH Rheumatologie, Allgemein medizin, diagnostizierte am 13. Sep- tember 2011 einen Status nach ventro-dorsaler Spondyl odese L3/4 und L4/5 am 21. Januar 2010 bei chronischem lumboradikulärem Reiz- und sensomoto rischem Ausfallsyndrom L4-S1 rechts, eine Diskushernie L3/4, eine Diskusprotrusion L4/5 , eine Oesteochondrose und eine Diskuspathie L3/4 und L4/5 mit positiver Diskographie. Fer ner bestehe eine ausgeprägte post- traumatische Belastungsstörung bei Status nach Autounfall im Jahr 2002 und eine Agoraphobie mit Panikstörung. Zusammenfassend kam Dr. E.____ zum Sch luss, dass seit November 2009 eine Verschlechterung eingetreten sei, da der Patient t rotz ausgebauter Opiatsmedikation wei- terhin an heftigen lumbalen Schmerzen leide und die L endenwirbelsäulenbeweglichkeit massiv eingeschränkt sei. Ferner habe die Adipositas deutlich zugenommen. Weiterhin leide er an ei- ner persistierenden postraumatischen Belastungsstörung mi t fixierten Ängsten, Panikattacken und Depressionen. Eine Arbeitsfähigkeit sei unter die sen Umständen keinesfalls gegeben und könne auch bei insgesamt ungünstiger Prognose nicht mehr erzielt werden. 4.2.5 Die IV-Stelle holte in der Folge beim RAD ein e Stellungnahme ein. Am 21. Oktober 2011 führte Dr. D.____ - unter Hinweis auf die Berich te von Dr. C.____ und Dr. E.____ - aus, dass die Spondylodese keine objektivierbare Verschlechterung gebracht habe. In Bezug auf die posttraumatische Belastungsstörung wurde auf das ZMB-Gutachten vom 7. Juli 2009 hingewie- sen, welches die Kriterien einer solchen Belastungsstörung als nicht erfüllt angesehen hätten. Dies sei vom Kantonsgericht akzeptiert worden. Schliesslich hielt Dr. D.____ fest, es handle sich lediglich um eine andere Einschätzung bei unverändertem Gesundheitszustand. 5.1 Den Erwägungen der Beschwerdegegnerin in ihrem En tscheid vom 9. Januar 2012, wonach eine Verschlechterung des Gesundheitszustands nich t glaubhaft dargelegt worden sei, kann nicht gefolgt werden. Während das ZMB im Juli 2009 in psychischer Hinsicht lediglich eine Anpassungsstörung diagnostizierte, gehen die X.____-Klin ik sowie Dr. C.____ von einer Zu- nahme einer depressiven Symptomatik aus. Die X.____-Klini k berichtet über rezidivierende Ängste, eine depressive Entwicklung, heftige lumbale Schm erzen, eine Zunahme der Adiposi- tas und eine neue Obstipation. Zudem habe die persistie rende lumbospondylogene Schmerz- symptomatik rechts leicht zugenommen und es bestehe eine massiv eingeschränkte LWS- Beweglichkeit. Dr. C.____ dokumentiert im Bericht vom 12. August 2011 ebenfalls eine rapide Verschlechterung der depressiven Symptomatik nach erfolglo ser Operation. Angst- und Panik- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht attacken hätten sich gehäuft und die Schlafprobleme seie n schlimmer geworden. Eine Arbeits- fähigkeit sei ausgeschlossen. Vor diesem Hintergrund lieg en sowohl hinsichtlich der Diagnose- stellung als auch in der Befunderhebung Anhaltspunkte vo r, die für das Vorhandensein der gel- tend gemachten Verschlechterung des psychischen Gesundhei tszustandes des Versicherten seit der Verfügung vom 25. November 2009 sprechen. Un ter der Berücksichtigung, dass eine entsprechende Verschlechterung des Gesundheitszustandes gemäss obigen Ausführungen (vgl. 3.1 und 3.2) nur glaubhaft gemacht werden muss, könnte der Beschwerdeführer mit den vorliegenden Arztberichten eine Verschlechterung seines G esundheitszustandes in Form von zusätzlichen somatischen Einschränkungen und einer Zunahme einer depressiven Symptoma- tik glaubhaft darlegen. 5.2 An diesem Ergebnis vermögen auch die Einwände der IV-Stelle sowie des RAD nichts zu ändern. In der Stellungnahme vom 3. Oktober 2011 g ing der RAD davon aus, dass keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Die X.____-Klinik habe im Bericht vom 13. September 2011 keine neue Diagnosen vorgebrach t. Zudem sei die posttraumatische Belastungsstörung bereits im ZMB-Gutachten vom 7. Juli 2009 widerlegt worden. Entgegen dem RAD und der IV-Stelle ist festzuhalten, dass es auch bei gleichen Diagnosen zu einer Ver- änderung des Gesundheitszustandes kommen kann, wenn in der Ausprägung der Folgen eine Verschlechterung eintritt. Es ist durchaus möglich, dass sic h der psychische Zustand des Be- schwerdeführers aufgrund seiner andauernden Schmerzen ver schlechtert hat. Dies gilt umso mehr, als dass auch die Operation vom Januar 2010, von d er sich der Beschwerdeführer eine Linderung der Schmerzen erhoffte, letztlich keine Zust andsverbesserung mit sich brachte. Es bleibt festzuhalten, dass es die IV-Stelle unter Berücksich tigung der Zeitspanne von nahezu zwei Jahren zwischen der Ablehnung der Anspruchsberechtigu ng und der Neuanmeldung nicht mehr dabei bewenden lassen kann, die neu vorgelegten A rztberichte lediglich dem internen RAD zur Prüfung zu unterbreiten. Vielmehr muss sie auf das Leistungsbegehren eintreten und nach Durchführung entsprechender medizinischer Abklärungen über den geltend gemachten Leistungsanspruch des Versicherten neu verfügen. 5.3 Aufgrund dieser Ausführungen ergibt sich, dass der Versicherte eine mögliche Ver- schlechterung seines Gesundheitszustandes seit der Verfügu ng vom 25. November 2009 glaubhaft darlegen konnte. Es wird deshalb in Guthei ssung der Beschwerde die angefochtene Verfügung vom 9. Januar 2012 aufgehoben und die IV- Stelle angewiesen, auf die Neuanmel- dung des Versicherten vom 28. September 2011 einzutreten. 6. Für das vorliegende Verfahren sind keine ordentliche n Kosten zu erheben. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in der Höhe vo n Fr. 600.-- ist an diesen zurück- zuerstatten. Gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf angemessenen Ersatz ihrer Parteikosten. Nachdem der Beschwerdeführer vorlie- gend obsiegt, hat er Anspruch auf eine Parteientschäd igung. Der Rechtsvertreter des Be- schwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 10. Septem ber 2012 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von 6.83 Stunden geltend gemacht. Dieser Aufwand erweist sich um- fangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnitt- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht liche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz vo n 250 Franken zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 59.--. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parte ientschädigung in der Höhe von Fr. 1'908.80 (6.83 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 59.-- zuzüglich 8 % MwSt.) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügu ng der IV-Stelle Ba- sel-Landschaft vom 9. Januar 2012 aufgehoben und diese angewie- sen, auf das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers vom 28. September 2011 einzutreten. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 1'907.80 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht