<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">8C_620/2007 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 9. Juni 2008 </div> <div class="para">I. sozialrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Ursprung, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Lustenberger, Bundesrichterin Leuzinger, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Riedi Hunold. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">S.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Franziska Ryser-Zwygart, Niklaus Konrad-Strasse 12, 4500 Solothurn, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004 Luzern, Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Unfallversicherung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern </div> <div class="para">vom 10. September 2007. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A. </div> <div class="para">Mit Einspracheentscheid vom 19. Juni 2007 bestätigte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt die am 12. August 2005 verfügte Einstellung der Leistungen, welche sie S.________ in Zusammenhang mit den Unfällen vom 30. Juli 2002 und 24. Mai 2004 ausrichtete. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B. </div> <div class="para">S.________ liess gegen den am 21. Juni 2007 zugestellten Einspracheentscheid am 16. August 2007 Beschwerde einreichen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern trat infolge Verspätung mit Entscheid vom 10. September 2007 auf die Beschwerde nicht ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C. </div> <div class="para">S.________ lässt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen mit dem Antrag, es seien der kantonale Entscheid aufzuheben und auf ihre Beschwerde vom 16. August 2007 einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Erwägungen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Beschwerde richtet sich gegen den kantonalen Nichteintretensentscheid. Das Bundesgericht hat daher zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht auf das bei ihr erhobene Rechtsmittel nicht eingetreten ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=46&amp;from_date=08.06.2008&amp;to_date=27.06.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-V-74%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page74">BGE 132 V 74</a> E. 1.1 S. 76 mit Hinweis). Strittig ist somit nicht die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Unfallversicherung (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=46&amp;from_date=08.06.2008&amp;to_date=27.06.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-V-560%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page560">BGE 130 V 560</a> E. 1 S. 561 sowie Meyer, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, Basel 2008, N 38 und 46 zu Art. 105), weshalb die Feststellung des Sachverhalts nur gerügt werden kann, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>); im Übrigen ist das Bundesgericht an die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung gebunden (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 BGG</span>). Es prüft grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen und ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Behörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur insofern prüfen, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden ist (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Streitig ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf die Beschwerde vom 16. August 2007 mangels Verspätung nicht eingetreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">3.1 Auf dem Gebiet der obligatorischen Krankenpflege- und Unfallversicherung, der Militär- sowie der Arbeitslosenversicherung bleiben die bei Inkrafttreten des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) gültig gewesenen, positiven oder negativen kantonalen Regelungen der Rechtspflege während der Übergangsfrist von <span class="artref">Art. 82 Abs. 2 ATSG</span> oder bis zur vorzeitigen Anpassung an das ATSG auf das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren anwendbar (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=46&amp;from_date=08.06.2008&amp;to_date=27.06.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-V-96%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page96">BGE 133 V 96</a>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.2 Art. 41 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern vom 23. Mai 1989 (BSG 155.21; VRPG) besagt: </div> <div class="para">"Bei der Berechnung von Fristen wird der Tag, an dem die Frist zu laufen beginnt, nicht mitgezählt. </div> <div class="para">Fällt der letzte Tag einer Frist auf den 2. Januar, den Karfreitag, den 26. Dezember, einen Samstag oder einen gesetzlichen Feiertag, so endet die Frist am nächsten Werktag. </div> <div class="para">Besondere Fristbestimmungen des Bundesrechts sowie der Abstimmungs- und Wahlgesetzgebung bleiben vorbehalten." </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das kantonale Verfahrensrecht sei durch Art. 41 Abs. 3 VRPG bezüglich der Fristbestimmungen an das ATSG angepasst worden, so dass der Fristenstillstand von <span class="artref">Art. 38 Abs. 4 ATSG</span> zur Anwendung gelange. Dem kann nicht gefolgt werden. Art. 41 Abs. 3 VRPG gilt in dieser Fassung bereits seit Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 1990. Demnach kann damit keine Anpassung an den zehn Jahre später verabschiedeten ATSG beabsichtigt gewesen sein. Zudem stellt Art. 41 Abs. 3 VRPG - entgegen der Auffassung der Versicherten - einen unechten Vorbehalt von Bundesrecht dar, so dass er keinen eigenen Regelungsgehalt aufweist und sich die hier strittige Frage - mangels anderweitiger Anpassung der Vorschriften durch den kantonalen Gesetzgeber im Sinne von <span class="artref">Art. 82 Abs. 2 ATSG</span> - nach dem vor Inkrafttreten des ATSG geltenden kantonalen Rechts richtet (vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=46&amp;from_date=08.06.2008&amp;to_date=27.06.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-V-96%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page96">BGE 133 V 96</a> E. 4.4.5 S. 101 zu Art. 7 Abs. 2 des Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Freiburg). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.4 Nach <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=46&amp;from_date=08.06.2008&amp;to_date=27.06.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-314%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page314">BGE 131 V 314</a> E. 5.2 S. 323 fallen auch negative kantonale Regelungen unter den Begriff "bisherige kantonale Vorschriften" im Sinne von <span class="artref">Art. 82 Abs. 2 ATSG</span>; der intertemporalrechtliche Vorbehalt von <span class="artref">Art. 82 Abs. 2 ATSG</span> zu Gunsten des kantonalen Rechts gilt somit auch bei fehlender Fristenstillstandsbestimmung auf kantonaler Ebene (vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=46&amp;from_date=08.06.2008&amp;to_date=27.06.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-V-96%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page96">BGE 133 V 96</a> E. 4.4.3 S. 100 und <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=46&amp;from_date=08.06.2008&amp;to_date=27.06.2008&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-325%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page325">BGE 131 V 325</a>). </div> <div class="para">Das VRPG enthält keine Bestimmungen über den Fristenstillstand (vgl. auch Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, N 6 zu Art. 41). Die Vorinstanz hat dies als qualifiziertes Schweigen des Gesetzgebers gewertet. Gestützt darauf hat sie die Beschwerde vom 16. August 2007 als verspätet bezeichnet und ist darauf nicht eingetreten. Dies ist nicht zu beanstanden. Denn wenn das kantonale Recht mangels Anpassung an das ATSG weiterhin Geltung hat und der betreffende Kanton keine Fristenstillstandsbestimmung kennt, so findet im Rahmen der obligatorischen Unfallversicherung <span class="artref">Art. 38 Abs. 4 ATSG</span> vor dem 1. Januar 2008 keine Anwendung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 BGG</span>, insbesondere ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung, erledigt wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5. </div> <div class="para">Die unterliegende Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten zu tragen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Luzern, 9. Juni 2008 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Ursprung Riedi Hunold </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>