Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Februar 2013 (725 12 278 / 28) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Rückfall, Unfallkausalität Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch M arco Albrecht, Advokat, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz gegen Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft AG , Rechtsdienst / Schadenmanagement, Wuhrmattstrasse 21, 4103 Bottmingen, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A.1 Der 1963 geborene A.____ war seit 1. November 19 93 bei der B.____AG als Gärtner tätig und durch die Arbeitgeberin bei der Schweizeri schen National-Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: National) obligatorisch gegen die Fol gen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 10. November 2001 prallte A.____ beim Fu ssballspielen mit einem Mitspieler zusammen. Dabei erlitt er laut der im Kantonsspital X._ ___ am 12. November 2011 gestellten Erstdiagnose eine y-förmige suprakondyläre Humerusfraktu r (Bruch des Oberarmknochens oberhalb des Gelenkkopfs). Die National erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen. A.2 Am 9. November 2011 ging bei der National eine Rückfallmeldung zum Unfall vom 10. November 2001 ein. Darin wurde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit von 20. Juli 2011 bis Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. August 2011 bescheinigt. Nach Durchführung weiterer Abklärungen hielt die National mit Ver- fügung vom 15. Dezember 2011 fest, dass die Schulterbeschw erden rechts und die damit ver- bundene Behandlung ab Juni 2011 nicht überwiegend wahrscheinlich in einem Zusammenhang mit dem Unfall vom 10. November 2001 stehen würden. In der Folge lehnte sie eine Leistungs- pflicht für die Behandlung in der Klinik C.____ ab 1 8. Juni 2011 ab. Daran hielt sie auch auf Einsprache des Versicherten hin mit Entscheid vom 17. Juli 2012 fest. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat M arco Albrecht, am 11. September 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, in Aufhebung des Einspracheentscheides vo m 17. Juli 2012 sei die National je nach Ergebnis des einzuholenden unabhängigen Gutachte ns zu verpflichten, für die erneute Behandlung in der Klinik C.____ ab 18. Juni 2011 aufz ukommen. Eventuell sei die Sache zwecks weiterer Abklärung an die National zurückzuweisen; u nter o/e- Kostenfolge. In verfah- rensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass der ange fochtene Einspracheentscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. C. In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2012 schlo ss die National auf Abweisung der Beschwerde; unter o/e- Kostenfolge. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in Y.____, weshalb die ö rtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes übe r die Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsge- richt als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerd en gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be- schwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner in die Übernahme von Versiche- rungsleistungen im Zusammenhang mit den in der Rückfa llmeldung vom 9. November 2011 geltend gemachten Schulterbeschwerden rechts zu Recht abgelehnt hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behand lung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung). Dazu gehören nach lit. a der genannten Be stimmung insbesondere die ambulante Behandlung durch den Arzt oder auf dessen Anordnung du rch eine medizinische Hilfsperson und nach lit. b die vom Arzt verordneten Arzneimittel un d Analysen. Der Unfallversicherer hat die Pflegeleistungen so lange zu erbringen, als davon e ine namhafte Besserung des Gesund- heitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). 3.2 Nach Art. 11 der Verordnung über die Unfallversich erung (UVV) vom 20. Dezember 1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Ta tbestände dar (Art. 22 UVG; BGE 127 V 457 E. 4b, 118 V 297 E. 2d). Bei einem Rü ckfall handelt es sich um das Wiederauf- flackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so da ss es zu ärztlicher Behandlung, mögli- cherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt ; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit o rganische oder psychische Veränderun- gen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbi ld führen können. Rückfälle und Spät- folgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unf allereignis an (Kranken- und Unfall- versicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). Entsprechend könne n sie eine Leistungspflicht des Un- fallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut gelt end gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesu ndheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (RKUV 1994 N r. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). In diesem Zusammen hang gilt es klarzustellen, dass der Unfallversicherer in Bezug auf den geltend gemachten Rü ckfall nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall behaftet werden kann, weil die unfallkausa- len Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. 3.3 Es obliegt der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammen- hangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicher ungs- recht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschei nlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftre ten der gesundheitlichen Beeinträch- tigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den W ahrscheinlichkeitsbeweis des natürli- chen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c in fine). Bei Be- weislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherte n Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die Unfallversi- cherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden , spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2010, 8C_113/2010, E. 2.3 mit Hinweis). 4.1 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist di e rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzte n zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweise n). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbes ondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht e rledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Berichtes ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Bew eismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnah me als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). 4.2 Rechtsprechungsgemäss kann auch reinen Aktengutach ten voller Beweiswert zukom- men, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beur- teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhal ts geht (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95; nicht publ. E. 5b des Urteils BGE 114 V 109, ve röffentlicht in RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366; vgl. auch Urteile U 181/06 vom 21. Juni 2007, E. 2.3, und U 223/06 vom 8. Februar 2007, E. 5.1.2). Aktengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Be- funde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bere its erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhan g und das Ausmass der Behinde- rung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen ka nn sehr wohl in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrschein- lichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich gemach t werden (H ANS KIND , So entsteht ein medizinisches Gutachten, in: René Schaffhauser/Franz Schla uri [Hrsg.], Rechtsfragen der me- dizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, Veröffe ntlichungen des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse an der Universität St. Gallen/Band 42, St. Gallen 1997, S. 52). 5. Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesent lichen wie folgt: 5.1 Im Bericht des Kantonsspitals X.____ vom 12. Novembe r 2001 wurden eine y-förmige suprakondyläre Humerusfraktur und ein Status nach Gele nkdébridement wegen Osteo- chondromatose im Juni 2000 diagnostiziert. Den weitere n Berichten des Kantonsspitals X.____ vom 26. November 2001 und 21. März 2002 ist sodann die Diagnose einer intraartikulären suprakondylären Humerusfraktur rechts zu entnehmen. 5.2 Die Klinik C.____ nannte am 18. Juni 2008 als Diag nose eine posttraumatische Panarth- rose im rechten Ellbogen mit zunehmender Bewegungseins chränkung und intermittierenden Blockaden rechts bei Status nach Arthrotomie und Gelenkkö rperentfernung bei synovialer Chondromatose, nach offener Reposition und Osteosynth ese einer suprakonylären, intraariku- lären Humerusfraktur rechts nach Entfernung der Zuggurtung am Olecranom und am Epicondy- lus ulnaris unter Belassung der Platte am radialen Pfeiler des distalen Humerus. Im Bericht vom 21. Juli 2011 wurde an der rechten Schulter ein akut es subacromiales Impingement diagnosti- ziert. Anamnestisch weise der Versicherte erhebliche Schul terschmerzen auf, welche insbe- sondere bei Überkopftätigkeiten auftreten und sich seit einigen Wochen hartnäckig halten wür- den. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 In einem weiteren Bericht der Klinik C.____ vom 7 . September 2011 wurde an der rech- ten Schulter eine ausgedehnte Rotatorenmanschettenrupt ur mit Retraktion der Supraspinatus- sehne und Subluxation der langen Bizepssehne (LBS) sowie eine symptomatische AC- Gelenksarthrose festgestellt. Die aktuelle Sonographie a n der rechten Schulter zeige eine retrahierte transmurale Ruptur der Supraspinatussehne, kraniale transmurale Partialrupturen der Subscapularis- und Infraspinatussehne und eine Subluxation der verdickten LBS. 5.4 Am 14. September 2011 wurde in der Klinik C.____ ein MR-Arthrographie des rechten Schultergelenks durchgeführt. Im Bericht vom 15. Septem ber 2011 wurde eine ausgedehnte Totalruptur der Rotatorenmanschette mit Hochstand des H umeruskopfes und relativ wenig At- rophie des Supraspinatus festgestellt. Es bestünde eine mediale Subluxation und Tendiopathie der LBS. 5.5 Im Bericht der Klinik C.____ vom 22. September 2 011 wurde an der rechten Schulter eine nicht rekonstruierbare Massenruptur der Rotatorenma nschette und eine symptomatische AC-Gelenksarthrose diagnostiziert. 5.6 Die National holte bei Dr. med. D.____, FMH Chi rurgie, eine Stellungnahme ein. Am 14. November 2011 hielt er fest, dass sich aufgrund der Unterlagen bis zur Konsultation in der Klinik C.____ am 21. Juli 2011 keine Angaben über Schu lterbeschwerden oder objektivierbare pathologische Schulterbefunde finden würden. In eben diesem Bericht sei festgehalten, dass der Versicherte seit einigen Wochen bei Überkopfarbeit en Schulterbeschwerden aufweise. Die MR-Arthographie vom 14. September 2011 zeige eine Massen-Rotatorenmanschettenruptur mit Beteiligung des Supraspinatus, des Infraspinatus und der kranialen Subskapularissehne. Es sei davon auszugehen, dass sich die Rotatorenmanschettenrekonst ruktion sukzessive über die letzten Jahre, bei berufsbedingter grosser Belastung des Schultergürtels, entwickelt habe. Im Vordergrund des Beschwerdebildes der letzten Jahre stünd e der rechte Ellenbogen mit Ent- wicklung einer Panarthrose. Aufgrund der Akten, den Ang aben des Versicherten und der in der Klinik C.____ erhobenen Befunde stünden die Schulterbe schwerden rechts nicht überwiegend wahrscheinlich in einem kausalen Zusammenhang mit dem U nfallereignis vom 10. November 2001. Ein Kausalzusammenhang sei höchstens möglich. 6.1 Die National stützte sich beim angefochtenen Einspra cheentscheid bei der Beurteilung der Frage, ob die Schulterbeschwerden rechts mit über wiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall des Beschwerdeführers vom 10. November 2001 zurü ckzuführen sind, auf die Ausfüh- rungen im Aktengutachten von Dr. D.____ vom 14. November 2011. Sie ging demnach davon aus, dass die Beschwerden in der rechten Schulter und die damit verbundene Behandlung ab 18. Juni 2011 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichke it in einem Zusammenhang mit dem Ereignis vom 10. November 2001 stehen. Diese Beurteilun g ist nicht zu beanstanden. Dr. D.____ hielt in Würdigung der vorhandenen medizin ischen Unterlagen überzeugend fest, dass sich keine echtzeitlichen Hinweise über Schulterbeschw erden oder objektivierbare patho- logische Schulterbefunde finden würden (vgl. insbes. E. 5.1 hiervor), weshalb diese nicht über- wiegend wahrscheinlich in einem kausalen Zusammenhang mi t dem Unfallereignis vom Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10. November 2001 stehen. Insgesamt weist der Bericht vo n Dr. D.____ keine Widersprüche auf, die Zweifel an dessen Zuverlässigkeit zu begründen vermöchten. Zudem lassen sich den medizinischen Unterlagen weder eindeutige Brückensymptom e entnehmen noch bestehen An- haltspunkte dafür, dass die Beurteilung von Dr. D.____ keine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestattet. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die National auf dessen Gutachten abgestellt hat. 6.2 Daran vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführe rs nichts zu ändern. Wenn er aus- führt, aufgrund der offensichtlich nicht offenkundig klar en medizinischen Sachlage erweise sich eine persönliche Untersuchung als notwendig, ist ihm entgegenzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt ohne wesentlichen Widerspruch erstellt und e inzig die Kausalität der Schulterbe- schwerden rechts zum Unfallereignis zu beurteilen war. Unter diesen Umständen ist ein reines Aktengutachten zulässig und ausreichend (vgl. E. 4.2 hier vor). Weiter ist darauf hinzuweisen, dass es dem Beschwerdeführer obliegt, das Vorliegen ein es natürlichen Kausalzusammen- hangs zwischen dem im Zeitpunkt des angefochtenen Einspra cheentscheides über zehn Jahre zurückliegenden Unfall und den Schulterbeschwerden rechts mit dem Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, was ihm aber mit den von ihm eingereichten medizi- nischen Unterlagen nicht gelungen ist. Entgegen der An sicht des Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin den rechtserheblichen medizinischen Sa chverhalt hinreichend abgeklärt und seine Rüge, die Beweislast für das bestehen eines lei stungsbegründenden Kausalzusam- menhanges sei unzulässigerweise ihm auferlegt worden, st össt ins Leere. Insgesamt bringt der Versicherte in seiner Beschwerde nichts vor, was die ausschl aggebende Beweiskraft des Ak- tengutachtens von Dr. D.____ in Frage stellen könnte. 6.3 Lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen nac h dem Gesagten eine zuver- lässige Beurteilung des relevanten medizinischen Sachverha ltes zu, so kann auf die vom Be- schwerdeführer beantragte Einholung eines medizinischen G utachtens verzichtet werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Bew eisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfas- sungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen a bzunehmen, die für die Ent- scheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Ger icht bei pflichtgemässer Beweiswür- digung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevan- ten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreiche nd abgeklärt ist, kann auf ein bean- tragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbun dene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässi g (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahl- reichen Hinweisen, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 7. Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Einspr acheentscheid vom 17. Juli 2012 nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erh obene Beschwerde erweist sich als un- begründet, weshalb sie abzuweisen ist. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorli egende Verfahren keine Kosten zu er- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. 9. Der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm die une ntgeltliche Verbeiständung zu be- willigen. Fehlen einer Partei die nötigen Mittel und erscheint ihr Begehren nicht offensichtlich als aussichtslos, so wird ihr gemäss § 22 Abs. 2 VPO der Beizug einer Anwältin bzw. eines Anwal- tes gewährt, sofern dies zur Wahrung ihrer Rechte notw endig erscheint. Der Beschwerdeführer hat am 12. November 2012 das Formular "Gesuch um unentg eltliche Prozessführung", datiert vom 8. November 2012, und verschiedene Unterlagen über seine finanziellen Verhältnisse ein- gereicht. Gestützt auf die darin enthaltenen Angaben ist anhand einer Grundbedarfsberechnung zu prüfen, ob der Versicherte prozessual bedürftig ist. D a der Beschwerdeführer weder ein Er- werbs- noch ein Ersatzeinkommen aufweist, ist ein Ausgab enüberschuss zu bejahen, der zur Annahme einer prozessualen Bedürftigkeit führen könnte. Er bleibt aber zu prüfen, ob allenfalls bestehendes Vermögen der Bewilligung der unentgeltlich en Verbeiständung entgegensteht (vgl. BGE 118 Ia 369f.). Dabei ist zu beachten, dass ein gewisser Umfang an Vermögen als "Notgroschen" beansprucht werden darf und nicht zur Prozessführung angetastet werden muss. Bei ungenügendem Einkommen wird ein Vermögen von circa Fr. 20'000.-- bis maximal Fr. 25'000.-- als noch verhältnismässig gering und deshal b einem Kostenerlassbegehren nicht entgegenstehend betrachtet (BJM 1987 S. 221). Der Besch werdeführer deklariert aktuell, d.h. per 8. November 2012 ein Vermögen in Form von Spargut haben in der Höhe Fr. 27'000.--. Die- se Mittel sind nach dem Gesagten bei der Beurteilung d er prozessualen Bedürftigkeit zu be- rücksichtigen. Unter Anrechnung des maximalen Freibetrages von Fr. 25'000.-- verbleibt dem Gesuchsteller somit eine Summe von knapp Fr. 2'000.-- zur Finanzierung der ausserordentli- chen Kosten. Advokat Albrecht hat in seiner Honorarnote vom 17. Dezember 2012 einen Betrag von Fr. 1'288.50 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) a usgewiesen. Unter diesen Umständen kann der Versicherte nicht als bedürftig betrachtet werden, weshalb dem Gesuch um unentgelt- liche Verbeiständung nicht entsprochen werden kann, zum al der Beschwerdeführer über weite- res Vermögen verfügt. Gemäss seinen eigenen Angaben ha t die in seinem Eigentum stehende Liegenschaft einen Wert von circa Fr. 150'000.-- und ist lediglich mit Fr. 105'000.-- belehnt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 4. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird ab gewiesen. http://www.bl.ch/kantonsgericht