A bteilung II B -7407/2006 {T 0/2} U rteil vom 18. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichterin Vera M arantelli (Vorsitz), R ichter M arc Steiner, R ichter D avid Aschm ann; G erichtsschreiberin Beatrice Brügger. X. _______A G , vertreten durch Schneider Feldm ann AG Patent- und M arkenanw älte, Beschw erdeführerin, gegen Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Vorinstanz, betreffend M arkeneintragungsgesuch N r. 01743/2005 - TO SC A N ELLA . B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it G esuch vom 11. Juli 2005 ersuchte die Beschw erdeführerin die Vorins- tanz um Schutz für die W ortm arke 1743/2005 TO SC AN ELLA für W aren der Klassen 29 und 31, d.h.: 29 Konserviertes, getrocknetes, gekochtes und tiefgekühltes O bst und G em üse; 31 Land-, garten- und forstw irtschaftliche Erzeugnisse sow ie Sam enkörner (so- w eit sie nicht in anderen Klassen enthalten sind); frisches O bst und G em üse; Sä- m ereien, lebende Pflanzen und natürliche Blum en; Setzlinge, Pflanzgut, Ableger und andere für die Verm ehrung in Frage kom m ende Pflanzenteile. Für dieselbe Bezeichnung hatte die Beschw erdeführerin für W aren dersel- ben Klassen (Klasse 29: Konserviertes, getrocknetes und gekochtes O bst und G em üse; Klasse 31: Land- und gartenw irtschaftliche Erzeugnisse so- w ie Sam enkörner [sow eit sie nicht in anderen Klassen enthalten sind]; fri- sches O bst und G em üse; Saatgut und Säm ereien, lebende Pflanzen und natürliche Blum en) bereits im Jahre 2002 um M arkenschutz ersucht. D as entsprechende G esuch w urde von der Vorinstanz m it Verfügung vom 10. Juni 2003 gestützt auf Art. 30 Bst. c M schG abgew iesen. D ie Verfügung erw uchs in R echtskraft. B. Am 18. Juli 2005 teilte die Vorinstanz der Beschw erdeführerin m it, das Zei- chen TO SC AN ELLA gehöre zum G em eingut und könne gem äss Art. 2 Bst. a M schG nicht zum M arkenschutz zugelassen w erden. Es bestehe zw ar die M öglichkeit, das Zeichen w ährend des Eintragungsverfahrens dahinge- hend zu ändern, dass es durch das H inzufügen kennzeichnungskräftiger Elem ente im G esam teindruck als M arke zur R egistrierung zugelassen w er- den könnte. U m eine Täuschungsgefahr im Sinne von Art. 2 Bst. c M schG auszuräum en, könnte jedoch auch ein solches Zeichen nur m it einer Ein- schränkung auf Produkte italienischer H erkunft zugelassen w erden. D ie Beschw erdeführerin hielt in einem Schreiben vom 15. Septem ber 2005 dafür, die Beanstandungen seien unbegründet. Sie verw ies zudem auf die ohne Beschränkung als H erkunftsangabe eingetragenen M arken BIELLA, BR IAN ZELLA, C APR ELLA, C ASTELLO , C O M ELLO , PO N TELLA, PO R TO - BELLO , PR U N ELLA, TAR AN TELLA, TO SC AN ELLI, U M BR ELLA. Schliess- lich m achte sie geltend, die M arke TO SC AN ELLA sei als europäische G e- m einschaftsm arke eingetragen. D ie Vorinstanz hielt m it Schreiben vom 10. O ktober 2005 an der Zurückw eisung fest. D ie Beschw erdeführerin verzich- tete auf eine Stellungnahm e. C . M it Verfügung vom 12. D ezem ber 2005 w ies die Vorinstanz das M arken- eintragungsgesuch gestützt auf Art. 2 Bst. a und c in Verbindung m it Art. 30 Abs. 2 Bst. c M schG zurück. Sie m achte geltend, das Zeichen TO SC A - N ELLA bestehe aus der fem ininen Verniedlichungs- bzw . Verkleinerungs-3 form ("-ella") des italienischen Adjektivs "toscano" (toskanisch). Je nach Kontext könne es im Sinne von "M ädchen aus der Toskana", "die kleine Toskanerin" oder als Adjektiv resp. substantiviertes Adjektiv im Sinne von "kleine (W are) aus der Toskana/klein und aus der Toskana" verstanden w erden. D ie Toskana könne aufgrund des Tourism us beim Schw eizer Bür- ger als allgem ein bekannt vorausgesetzt w erden und kom m e als H erstel- lungs- bzw . H erkunftsort der beanspruchten W aren in Frage. Ein sym boli- scher C harakter des Zeichens oder ein anderer G rund, w eshalb das Zei- chen von den m assgebenden Verkehrskreisen offensichtlich nicht als H in- w eis auf eine bestim m te H erkunft der beanspruchten W aren verstanden w erden sollte, sei nicht ersichtlich. D a sich der Sinngehalt des Zeichens in einer beschreibenden Aussage erschöpfe, sei es den Abnehm ern nicht m öglich, einen betrieblichen H erkunftshinw eis zu erkennen und die bean- spruchte W are von W aren der Konkurrenz zu unterscheiden. D em Zeichen fehle som it die konkrete U nterscheidungskraft, und es m üsse den anderen W ettbew erbern freigehalten w erden. Als Zeichen des G em einguts könne es m arkenrechtlich nicht geschützt w erden. Im G egensatz zu Zeichen des G em einguts, die im Zw eifelsfall eingetragen w ürden, seien irreführende Zeichen strenger zu beurteilen. Bereits das Vorhandensein einer Täu- schungsgefahr und die M öglichkeit der Täuschung w ürden ausreichen, um das Zeichen als nicht schutzfähig vom M arkenschutz auszuschliessen. D ie Bezeichnung TO SC AN ELLA w erde den Abnehm er zur Annahm e verleiten, die so bezeichneten W aren seien toskanischer und dam it italienischer H er- kunft. D er Abnehm er sei getäuscht, w enn die H erkunft der W are nicht der im Zeichen enthaltenen geografischen Angabe entspreche. D as Zeichen sei dem zufolge für W aren nicht italienischer H erkunft täuschend. D . D ie Beschw erdeführerin reichte am 27. Januar 2006 Beschw erde bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission für geistiges Eigentum (nachfolgend: R ekurskom m ission, R KG E) ein. Sie beantragte, die Verfügung vom 12. D ezem ber 2005 sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuw eisen, die M arke entsprechend dem Eintragungsgesuch vom 11. Juli 2005 in das Schw eize- rische M arkenregister einzutragen. In der Begründung w erden sow ohl der G em eingutcharakter der Bezeichnung als auch die G efahr der Irreführung bestritten; zudem w ird um Edition der Akten des im Jahre 2002 angestreb- ten Verfahrens ersucht. E. M it Vernehm lassung vom vom 3. M ärz 2006 beantragte die Vorinstanz, un- ter Beilage der Akten des hier zur D iskussion stehenden sow ie des im Jah- re 2002 angestrebten Verfahrens, die vollum fängliche Abw eisung der Be- schw erde. F. D ie Beschw erdeführerin hielt m it R eplik vom 22. M ai 2006 an ihren Begeh- ren fest.4 G . Auf Ersuchen der Vorinstanz sistierte die R ekurskom m ission am 12. Juni 2006 das vorliegende Verfahren bis zum Entscheid des Bundesgerichts über die vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent gegen ei- nen Entscheid der R ekurskom m ission eingereichte Verw altungsgerichtsbe- schw erde betreffend die M arke C O LO R AD O (fig.). H . Am 8. Septem ber 2006 hiess das Bundesgericht diese Verw altungsge- richtsbeschw erde gut (vgl. BG E 132 III 770 C O LO R AD O ). I. M it Verfügung vom 24. N ovem ber 2006 hob die R ekurskom m ission die Sistierung des Verfahrens auf und gab der Beschw erdeführerin G elegen- heit, zum Entscheid des Bundesgerichts Stellung zu nehm en. D en Partei- en w urde ferner m itgeteilt, die Verfahrensakten w ürden zur W eiterbehand- lung ans Bundesverw altungsgericht überm ittelt. J. Am 16. Januar 2007 gab das Bundesverw altungsgericht die Ü bernahm e des Verfahrens sow ie die Instruktionsrichterin bekannt. K. M it Eingabe vom 16. Februar 2007 nahm die Beschw erdeführerin zum Ent- scheid des Bundesgerichts Stellung. D abei hielt sie an ihrer Beschw erde vom 17. O ktober 2005 und an den darin gestellten Anträgen fest. D ieses Schreiben w urde am 22. Februar 2007 der Vorinstanz zur Kenntnis gebracht. G leichzeitig teilte das Bundesverw altungsgericht den Partien den Spruchkörper m it. D ie Vorinstanz nahm am 21. M ärz 2007 Stellung zur Eingabe der Be- schw erdeführerin; sie hielt an ihren R echtsbegehren fest. L. Auf die dargelegten und w eitere Vorbringen der Parteien w ird, sow eit sie rechtserheblich sind, in den Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D er Entscheid der Vorinstanz stellt eine Verfügung nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfah- ren (Vw VG , SR 172.021) dar. D iese Verfügung w ar bei der R ekurskom m is- sion für geistiges Eigentum angefochten, w elche vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) am 1. Januar 2007 (vgl. AS 2006 1069) zur Beurteilung der Streitsache sachlich und funktionell zuständig w ar (vgl. Art. 36 Abs. 1 des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992, M SchG , SR 232.11 [aufge- hoben gem äss Anhang Ziff. 21 des VG G ] i.V.m . Art. 44 Vw VG ). 5 D as Bundesverw altungsgericht, das gem äss Art. 31 VG G als Beschw erdein- stanz Beschw erden gegen Verfügungen nach Artikel 5 Vw VG beurteilt, ist nach Art. 53 Abs. 2 VG G (i.V.m . Art. 33 Bst. d VG G ) für die Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig, zum al keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G greift. 1.2 D ie Beschw erdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom m en und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Sie hat zu- dem ein als schutzw ürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhebung und Änderung, w eshalb sie zur Beschw erde legitim iert ist (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). Eingabefrist und -form sind gew ahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ), die Vertreterin hat sich rechtsgenüglich ausgew iesen (Art. 11 Vw VG ), der Kostenvorschuss w urde fristgem äss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 Vw VG ) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 2. 2.1 N ach Art. 49 Vw VG (i.V.m . Art. 37 VG G ) kann m it der Beschw erde ans Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Erm essens, unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sow ie U nange- m essenheit der angefochtenen Verfügung gerügt w erden. 2.2 G em äss Art. 62 Abs. 4 Vw VG ist das Bundesverw altungsgericht als Be- schw erdeinstanz an die rechtliche Begründung der Begehren nicht gebun- den. N ach dem G rundsatz der R echtsanw endung von Am tes w egen ist es vielm ehr verpflichtet, auf den festgestellten Sachverhalt jenen R echtssatz anzuw enden, den es als den zutreffenden erachtet, und ihm jene Ausle- gung zu geben, von der es überzeugt ist (vgl. BG E 119 V 347 E. 1.a). D ies bedeutet, dass es eine Beschw erde auch aus einem andern als den gel- tend gem achten G ründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis m it einer Begründung bestätigen kann, die von jener der Vor- instanz abw eicht (sogenannte M otivsubstitution, vgl. U rteil des Bundesver- w altungsgerichts B-7406/2006 vom 1. Juni 2007 E. 2 AM ER IC AN BEAU - TY, m it H inw eisen) 3. 3.1 N ach Art. 2 Bst. a M SchG sind Zeichen des G em einguts, die sich als M ar- ken für die beanspruchten W aren oder D ienstleistungen nicht durchgesetzt haben, vom M arkenschutz ausgeschlossen. Schutzunfähig sind solche Zeichen entw eder w eil sie im Alltagsleben unentbehrlich und daher als frei- haltebedürftig nicht m onopolisiert w erden dürfen oder nicht hinreichend un- terscheidungskräftig sind (vgl. BG E 131 III 121 E. 4.1 SM AR TIES/M &M 's, BG E 4A.13/1995 vom 20. August 1996 E. 4.a ELLE, veröffentlicht in sic! 1997, 159, m it H inw eis auf BG E 118 II 181 E. 3 D U O ).6 3.2 Als freihaltebedürftiges G em eingut im Sinne von Art. 2 lit. a M SchG vom M arkenschutz ausgeschlossen sind Zeichen, die sich beispielsw eise in einfachen Zahlen- oder Buchstabenkom binationen oder gebräuchlichen geom etrischen Figuren oder in Angaben über die Beschaffenheit der ge- kennzeichneten W are erschöpfen und daher die zur Identifikation von W a- ren oder D ienstleistungen erforderliche Kennzeichnungs- oder U nterschei- dungskraft nicht aufw eisen und vom Publikum nicht als H inw eis auf eine bestim m te Betriebsherkunft verstanden w erden. D er beschreibende C ha- rakter solcher H inw eise m uss vom angesprochenen Publikum ohne beson- dere D enkarbeit und ohne Fantasieaufw and unm ittelbar erkennbar sein (BG E 128 III 454 S. 458 E. 2.1. YU KO N , m it H inw eisen). D abei genügt es, dass das Zeichen in einem einzigen Sprachgebiet der Schw eiz als be- schreibend verstanden w ird (BG E 131 III 495 E. 5 FELSEN KELLER , BG E 128 III 447 E. 1.5 PR EM IER E). 3.3 Von beschreibendem C harakter und dam it als G em eingut vom M arken- schutz ausgeschlossen, sind auch Angaben über die geografische H er- kunft der W aren und D ienstleistungen (BG E 128 III 454 E. 2.1 YU KO N , m it H inw eisen). H erkunftsangaben sind nach der Legaldefinition in Art. 47 Abs. 1 M SchG direkte oder indirekte H inw eise auf die geografische H erkunft von W aren oder D ienstleistungen, einschliesslich H inw eisen auf die Beschaffenheit oder Eigenschaften, die m it der H erkunft zusam m enhängen. D er G ebrauch unzutreffender H erkunftsangaben ist unzulässig; ebenso der G ebrauch von Bezeichnungen, die m it einer unzutreffenden H erkunftsangabe ver- w echselbar sind, und von N am en, Adressen oder M arken im Zusam m en- hang m it W aren oder D ienstleistungen frem der H erkunft, w enn sich daraus eine Täuschungsgefahr ergibt (Art. 47 Abs. 3 M SchG ). N ach Art. 47 M SchG gilt jede Angabe als H erkunftsangabe, die direkt oder indirekt als H inw eis auf die geografische H erkunft eines Produkts verstan- den w ird, und zw ar ohne R ücksicht darauf, ob die geografische H erkunft dem bezeichneten Produkt einen bestim m ten R uf verleiht. D enn der Ver- kehr soll vor täuschenden oder irreführenden Erw artungen über die geo- grafische H erkunft bew ahrt w erden, auch w enn dam it keine bestim m ten Erw artungen an Q ualität, Eigenschaften oder W ertschätzung der gekenn- zeichneten Produkte gew eckt w erden. D ie Beurteilungskriterien für die G e- fahr der Täuschung oder Irreführung über die geografische H erkunft sind w eitgehend dieselben, die für das Irreführungsverbot gem äss Art. 2 Bst. c M SchG gelten (BG E 132 III 770 E. 3.1 C O LO R AD O , m it zahlreichen H in- w eisen). 3.4 Irreführend im Sinne von Art. 2 Bst. c M schG ist eine M arke unter anderem dann, w enn sie eine geografische Angabe enthält oder gar ausschliesslich aus einer geografischen Bezeichnung besteht, und dam it die Adressaten zur Annahm e verleitet, die W are stam m e aus dem Land oder dem O rt, auf den die Angabe hinw eist, obschon das in W irklichkeit nicht zutrifft. Keine G efahr der Irreführung besteht dagegen, w enn die geografische Angabe 7 für die beanspruchten W aren und D ienstleistungen erkennbar Fantasie- charakter hat, offensichtlich nicht als Produktions-, Fabrikations- oder H an- delsort in Frage kom m t, als Typenbezeichnung erkannt w ird oder sich im Verkehr als Kennzeichen für ein bestim m tes U nternehm en durchgesetzt hat (vgl. BG E 132 III 770 E. 2.1 C O LO R AD O , BG E 4A.14/2006 vom 7. D e- zem ber 2006 E. 4.1 C H AM P, BG E 128 III 454 E. 2.2 YU KO N , BG E 117 II 327 E. 1.a M O N TPAR N ASSE). 4. M it der Bezeichnung TO SC AN ELLA liegt, w ie die Vorinstanz in ihrer Ver- nehm lassung vom 3. M ärz 2006 grundsätzlich zu R echt festhält, eine in der deutschen Sprache nicht bekannte Form eines W ortes vor: ein sog. "vezzeggiativo". D abei handelt es sich gem äss dem italienischen N achschlagew erk D evoto / O li (edizione 2004-2005, S. 3054) um eine "(...) form a di dim inutivo, che accom pagna l'im m agine della piccolezza con i m otivi della grazia e della sim patia", die sich "con i suffissi propri del dim inutivo e particolarm ente con i suffissi -ino, -etto, -uccio" form t. In den W örterbüchern w ird denn der Begriff regelm ässig kurz m it den Begriffen"Kosenam en, Kosew ort und Ko- seform " übersetzt (siehe statt vieler etw a Langenscheidts H andw örterbuch Italienisch, Teil 1, Italienisch-D eutsch, Berlin, M ünchen, W ien, Zürch, N ew York, 8. Auflage 2007, S. 988). 4.1 D ass m it der Bezeichnung TO SC AN ELLA ein solcher "vezzeggiativo" vor- liegt, ist für die Abnehm er der beanspruchten W aren, sow eit diese italieni- scher Sprache sind, ohne W eiteres ersichtlich; ebenso – und dam it den Ausführungen der Vorinstanz (die von einem Adjektiv als G rundlage aus- geht) nicht ganz entsprechend - aber auch, dass es sich um einen "vez- zeggiativo" des Substantives "Toscana" handelt. D ass zu den hier m ass- gebenden Abnehm ern w ie die Vorinstanz w iederum zu R echt festhält, so- w ohl D urchschnittskonsum enten, w elche die beanspruchten W aren für den eigenen G ebrauch erw erben, als auch um Fachleute (H ändler, G ärtner, Bauern etc.) zu zählen sind, spielt insofern keine R olle. "Toscana" ist die exakte Bezeichnung einer R egion Italiens m it der H aupt- stadt Florenz (italienisch; deutsch: Toskana; französisch: toscane [Le nou- veau Petit R obert, Paris 2007, S. 2577]) und auch die italienische Bezeich- nung für eine aus der Toscana stam m ende w eibliche Person (D evoto / O li, a.a.O ., S. 2916; deutsch: Toskanerin; französisch: "toscane" [Le nouveau Petit R obert, a.a.O ., S. 2781]). TO SC AN ELLA w ird som it von den Abnehm ern eines Sprachgebietes ohne W eiteres als als "vezzeggiativo", als Koseform von "Toscana" verstanden. D ass TO SC AN ELLA daneben auch als Bezeichnung für eine bestim m te Flaschenform gebraucht w ird (vgl. D evoto/ O li, a.a.O ., S. 2916), dürfte dem gegenüber selbst den italienischsprachigen Konsum enten kaum ge- läufig sein. D iese som it keinesw egs nahe liegenden D eutungen des Zei-8 chens sind daher ungeeignet, einen sich allfällig aus den ohne w eiteres verstandenen Bedeutungen ergebenden G em eingutcharakter der Bezeich- nung in Frage zu stellen (vgl. BG E 4A.1/2005 vom 8. April 2005 E. 2 G LO - BALEPO ST [fig.], veröffentlicht in sic! 2005, 649, BG E 4C .42/2000 vom 18. Juli 2000 E. 1 C R EATO N /C R EABETO N , veröffentlicht in sic! 2000, 590 [m it Kritik von M ichael R itscher], Entscheid R KG E vom 9. Septem ber 2002 E. 4 C O O L AC TIO N , veröffentlicht in sic! 2003, 134, Entscheid R KG E vom 17. Februar 2003 E. 4 R O YAL C O M FO R T, veröffentlicht in sic! 2003, 495). 4.2 D ie R egion Toskana ist eine in der Schw eiz w egen ihrer zahlreichen Kul- turdenkm äler, Landschaften und Strände beliebte und bekannte Touris- m usdestination. N otorisch ist aber auch, dass in der Toskana Land-, G ar- ten- und Forstw irtschaft betrieben w ird. O b die Toskana für diesen Bereich beziehungsw eise für die aus diesem Bereich stam m enden, beanspruchten Produkte einen besonderen R uf hat und der Begriff "Toscana" bzw . des- sen "vezzeggiativo" TO SC AN ELLA daher als qualifizierte H erkunftsangabe (siehe dazu Entscheid R G KE vom 21. M ai 1989 E.5 VALSER /VALQ U EL- LE, veröffentlicht in sic! 1997, 391) zu betrachten w äre, m ag zw ar fraglich sein. Fest steht aber, dass die von der Beschw erdeführerin beanspruchten W aren auch in dieser R egion erzeugt w erden bzw . erzeugt w erden kön- nen. D er "vezzeggiativo" von "Toscana", TO SC AN ELLA, stellt som it - w enn nicht eine qualifizierte - so doch eine direkte H erkunftsangabe dar. 4.3 D irekte H erkunftsangaben beschreiben die geografische H erkunft eines Produktes eindeutig und sind deshalb G em eingut. D a die angesprochenen Abnehm er in direkten H erkunftsangaben keinen H inw eis auf die betriebli- che H erkunft erkennen, fehlt es diesen Zeichen an der konkreten U nter- scheidungskraft. H inzu kom m t, dass es jedem Anbieter m öglich sein m uss, auf die H erkunft seiner W aren oder D ienstleistungen hinzuw eisen (BG E 128 III 454 E. 2.1YU KO N ); direkte H erkunftsangaben sind deshalb auch freihaltebedürftig. 4.4 TO SC AN ELLA, verstanden als "vezzeggiativo" von "Toscana", ist dem - nach sow ohl nicht unterscheidungskräftig als auch freihaltebedürftig. Als G em eingut im Sinne von Art. 2 Bst. a M schG kann die Bezeichnung som it - solange sie sich (anders als etw a die M arke TO SC AN ELLI [P- 458757]) nicht im Verkehr durchgesetzt hat, w as hier nicht geltend ge- m acht w ird – grundsätzlich nicht als M arke im R egister eingetragen w er- den. 5. D ass die Vorinstanz das Zeichen TO SC AN ELLA im ersten von der Be- schw erdeführerin erfolglos geführten Verfahren nur auf G rund von Art. 2 Bst. c M SchG zurückw ies, die Anw endung von Art. 2 Bst. a M SchG aber im G egensatz zum vorliegenden Verfahren nicht in Betracht zog, verm ag daran nichts zu ändern; zum al nicht ersichtlich ist, dass und inw iefern die- se Tatsache hier einen Anspruch auf Schutz des guten G laubens (Art. 9 9 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; zu dem Voraussetzungen vgl. BG E 131 II 627 E. 5, m it H inw eisen) zu begründen verm öchte. 6. Als direkte H erkunftsangabe unterscheidet sich TO SC AN ELLA auch w e- sentlich von den m eisten Bezeichnungen, auf die die Beschw erdeführerin, w enn auch nur in Bezug auf die dam als noch verlangte Einschränkung des W arenverzeichnisses, vor der Vorinstanz hinw ies. Aus dem Vergleich m it diesen Bezeichnungen (insbesondere dem im Beschw erdeverfahren er- w ähnten TO SC AN O L [vgl. sic! 2006, 586]), liesse sich som it hier auch ge- stützt auf das R echtsgleichheitsgebot (Art. 9 BV) kein Anspruch auf Eintra- gung herleiten. D a nach der bundesgerichtlichen R echtsprechung der Anspruch auf G leichbehandlung im U nrecht nur ausnahm sw eise anerkannt w ird, näm lich dann, w enn eine ständige gesetzw idrige Praxis einer rechtsanw endenden Behörde vorliegt und die Behörde zu erkennen gibt, dass sie auch in Zu- kunft nicht von dieser Praxis abzuw eichen gedenke (BG E 127 I 1 E. 3.a, m it H inw eisen, BG E 4A.5/2004 E. 4.3 FIR EM ASTER ) - w ofür im vorliegen- den Fall indessen keine H inw eise bestehen -, gilt dasselbe auch in Bezug auf jene von der Beschw erdeführerin erw ähnten Bezeichnungen, die allen- falls ähnlich zu beurteilen w ären w ie die hier zur D iskussion stehende. 7. Im Beschw erdeverfahren w erden schliesslich unterschiedliche Ansichten über die Verpflichtungen aus dem Abkom m en über handelsbezogene As- pekte der R echte an geistigem Eigentum vom 15. April 1994 (TR IPS; SR 0.632.20, Anhang 1 C ) vertreten. D abei w ird darauf verw iesen, dass ge- w isse m it der Schw eiz vergleichbare Staaten eine w eniger strenge Praxis aufw iesen. Sow eit aufgrund der obigen Ausführungen dieser Frage noch Bedeutung zukom m t, ist festzustellen, dass die Bestim m ungen des TR IPS-Abkom - m ens M inim alerfordernisse darstellen. D as schw eizerische R echt sieht in vielen Bereichen, unter anderem beim Schutz der direkten und indirekten H erkunftsbestim m ungen von W aren und D ienstleistungen, ein höheres Schutzniveau vor als das TR IPS-Abkom m en (vgl. Botschaft zur G enehm i- gung der G ATT/W TO Ü bereinkom m en œ [Uruguay-R unde] [G att-Botschaft 1] BBl. 1994 IV S. 995, 332). M inim alerfordernisse bedeuten, dass gew isse G renzen nicht unterschritten w erden dürfen; einem höheren Schutzniveau, w ie es von der Schw eiz be- w usst gew ählt w urde (vgl. G att-Botschaft 1, a.a.O ., S. 297, 332), steht das Abkom m en nicht entgegen. D er H inw eis auf das TR IPS-Abkom m en verm ag daher am vorangehend Ausgeführten nichts zu ändern. 10 8. D asselbe gilt im Ü brigen auch sow eit die Beschw erdeführerin darauf hin- w eist, sie habe die M arke TO SC AN ELLA als EU -M arke eintragen lassen. D ie Tatsache, dass ein Zeichen im Ausland eingetragen ist, ist für die Schw eiz nicht ausschlaggebend, kann aber in G renzfällen als Indiz für die Schutzfähigkeit berücksichtigt w erden (BG E 129 III 225 E. 5.5 M ASTER - PIEC E, Entscheid R KG E vom 4. Juli 2005 E. 9 STAR S FO R FR EE, veröf- fentlich in sic! 2005, 875). Ein solcher G renzfall liegt hier, w ie oben dargelegt w urde, indessen nicht vor. 9. Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz die Eintragung der hin- terlegten M arke TO SC AN ELLA für die beanspruchten W aren der Klassen 29 und 31 (konserviertes, getrocknetes, gekochtes und tiefgekühltes O bst und G em üse; land-, garten- und forstw irtschaftliche Erzeugnisse sow ie Sa- m enkörner [sow eit sie nicht in anderen Klassen enthalten sind]; frisches O bst und G em üse; Säm ereien, lebende Pflanzen und natürliche Blum en; Setzlinge, Pflanzgut, Ableger und andere für die Verm ehrung in Frage kom m ende Pflanzenteile) im Ergebnis zu R echt zurückgew iesen hat. D ie Beschw erde ist daher als unbegründet abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschw erdeführerin die G e- richtsgebühr zu tragen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie G erichtsgebühren sind nach U m fang und Schw ierigkeit der Streitsachen, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2). Bei M arkeneintragungen geht es um Verm ögensinteres- sen. D ie G erichtsgebühr bem isst sich folglich nach dem Streitw ert (Art. 4 VG KE). D ie Schätzung des Streitw ertes hat sich nach Lehre und R echt- sprechung an Erfahrungsw erten aus der Praxis zu orientieren, w obei bei eher unbedeutenden Zeichen grundsätzlich ein Streitw ert zw ischen Fr. 50'000.- und Fr. 100'000.- angenom m en w erden darf (BG E 4A.116/2007 vom 27. Juni 2007 E. 3.3, m it H inw eisen). Von diesem Erfah- rungsw ert ist auch im vorliegenden Verfahren auszugehen. Es sprechen keine konkreten Anhaltspunkte für einen höheren oder niedrigeren W ert der strittigen M arke. Eine Parteientschädigung ist der unterliegenden Beschw erdeführerin nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG , Art. 7 Abs. 1 VG KE). 11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen und die angefochtene Verfügung bestä- tigt. 2. D ie G erichtsgebühr von Fr. 2'500.-- w ird der Beschw erdeführerin auferlegt und nach R echtskraft dieses U rteils m it dem am 15. Februar 2006 geleis- teten Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- verrechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde, R ef-N r. M arkeneintragungsgesuch N r. 1743/2005 TO SC AN ELLA) - dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (m it G erichts- urkunde) D ie Instruktionsrichterin: D ie G erichtsschreiberin: Vera M arantelli Beatrice Brügger R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundes- gericht in Lausanne angefochten w erden. Versand am : 27. Septem ber 2007