<h2>SubmittedText<h2><p>Im Jahre 1995 bot die Bundesverwaltung 1433 Lehrstellen an, davon entfielen rund 1000 auf das EMD und die eidgenössischen Rüstungsbetriebe. Die zivilen Departemente beschäftigten rund 450 Lehrlinge, was rund 3 Prozent des Personalbestandes entspricht. In der privaten Wirtschaft erreicht diese Lehrlingsquote im Durchschnitt rund 5 Prozent.</p><p>1. Ist der Bundesrat bereit, das Angebot an Lehrstellen in der Bundesverwaltung (insbesondere in den zivilen Departementen) kurzfristig auszuweiten? Wie viele zusätzliche Lehrstellen können schon auf den Beginn des nächsten Lehrjahres, d. h. auf den Spätsommer 1996, bereitgestellt werden?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit, in den Regiebetrieben darauf hinzuwirken, dass diese ihr Lehrstellenangebot ebenfalls ausweiten?</p><p>3. Kann der Bundesrat zusichern, dass die bisherige Praxis, dass die Lehrlinge ein Jahr nach Lehrabschluss weiterbeschäftigt werden, beibehalten wird?</p><p>4. Verschiedene Bundesämter sollen zukünftig nach den Prinzipien des New Public Management arbeiten. Ist der Bundesrat bereit, in den Leistungsauftrag dieser Ämter auch Vorgaben zur Ausbildung von Lehrlingen zu übernehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat versteht die Anliegen dieser Interpellation und ist bereit, sich dafür im Rahmen seiner Möglichkeiten einzusetzen. In diesem Sinne hat bereits das Biga Anfang Mai 1996 die Bundesämter und die Regiebetriebe aufgerufen, sämtliche Lehrstellen zu besetzen und - wo immer möglich - zusätzliche Ausbildungsstellen zu schaffen.</p><p>Die Lehrstellen, die in den zivilen Departementen der allgemeinen Bundesverwaltung angeboten werden, beziehen sich vor allem auf den kaufmännischen Bereich. Die zivilen Departemente können nicht 5 Prozent des Personalbestandes als Lehrlinge beschäftigen, weil die Biga-Anforderungen an eine KV-Lehrstelle beim Bund nicht überall erfüllt sind. So muss z. B. ein eigenständiges Rechnungswesen vorhanden sein, damit KV-Lehrstellen angeboten werden können.</p><p>1. Das Eidgenössische Personalamt und die zentralen Personaldienste der Departemente werden die Bundesämter auffordern, zusätzliche Lehrstellen, wo immer dies möglich ist, anzubieten. Dabei sind insbesondere jene Dienststellen angesprochen, die schon heute die Voraussetzungen erfüllen, um Lehrlinge in Biga-Berufen auszubilden. Es ist im jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht möglich, die Zahl zusätzlicher Lehrstellen anzugeben, welche gegebenenfalls auf den Beginn des nächsten Lehrjahres, d. h. auf den Spätsommer 1996, bereitgestellt werden. In den zivilen Departementen werden aber - von einzelnen Dienststellen abgesehen - aus den genannten Gründen kaum zahlreiche zusätzliche Lehrstellen angeboten werden können.</p><p>2. Das Eidgenössische Personalamt wird die Lehrstellenproblematik ausserdem an der demnächst stattfindenden Konferenz mit den Personaldirektoren der Regiebetriebe thematisieren und auch sie aufrufen, die Möglichkeiten eines breiteren Lehrstellenangebotes zu prüfen.</p><p>Die bisherigen Abklärungen haben ergeben, dass die PTT ihr Lehrstellenangebot trotz Stellenabbau im gleichen Rahmen wie in den vergangenen Jahren aufrechterhalten werden. Bezüglich der Monopolberufe ist jedoch ein zusätzliches Lehrstellenangebot bedarfsabhängig und nur dort sinnvoll, wo die Weiterbeschäftigung gesichert ist. Hinsichtlich der Biga-Berufe haben die Personaldirektionen Post und Telecom im Rahmen ihrer Konferenzen sämtliche Direktionen aufgerufen, zusätzliche Lehrstellen anzubieten.</p><p>Die SBB haben in den letzten Jahren jeweils rund 500 Lehrstellen angeboten. Diese Zahl bleibt trotz Stellenabbau etwa gleich hoch. Ihr Angebot bezieht sich aber mehrheitlich auf Monopolberufe.</p><p>Das EMD bietet trotz starkem Personalabbau unverändert rund 1000 Lehrstellen an, so dass jährlich über 250 Lehrlinge neu aufgenommen werden können.</p><p>3. Der Bundesrat ist bereit, die bisherige Praxis beizubehalten, die stellenlosen Lehrabgänger ein Jahr nach Lehrabschluss weiterzubeschäftigen. Voraussetzung dafür ist, dass das Parlament die entsprechenden Kredite auch für 1997 bewilligt.</p><p>4. 1997 werden voraussichtlich zwei Bundesämter (Bundesamt für Landestopographie, Schweizerische Meteorologische Anstalt) nach den Prinzipien des New Public Management arbeiten. Das Bundesamt für Landestopographie bildet bereits heute bei einem Bestand von rund 140 Stellen 16 Lehrlinge aus. Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht, diesen Bundesämtern weitere Vorgaben zur Ausbildung von Lehrlingen zu machen. Im Zusammenhang mit der Formulierung von zukünftigen Leistungsaufträgen wird der Bundesrat jedoch vorsehen, den NPM-Ämtern personalpolitische Ziele vorzugeben; er wird dabei auch die Lehrstellenproblematik miteinbeziehen. Die Anzahl Lehrstellen müsste mindestens der bisherigen entsprechen. Möglicherweise lässt sich künftig das Lehrstellenangebot bei den noch folgenden NPM-Ämtern erhöhen, sobald diese über ein ausgebautes Kostenrechnungswesen verfügen.</p>