200 17 336 IV GRD/BOC/ARJ Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 20. Dezember 2017 Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann Gerichtsschreiberin Bossert A.________ vertreten durch Fürsprecher B.________ Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 8. März 2017 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1963 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be- schwerdeführer) meldete sich am 19. September 2013 bei der Invaliden- versicherung zum Leistungsbezug an. Zur Begründung des Gesuches führte er die folgenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen an: 1964 Schädelbasisbruch mit Taubheit links/Sturz/Schwerhörigkeit rechts; 2005 Hüftgelenk rechts/Skiunfall; 2012 Sturz auf Hand, Ellenbogen, Schulter, Nacken; Operation rechte Hand/Muskel- und Sehnenriss in Schulter, Ent- zündung in der rechten Handfläche und Mittelfinger (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [act. II] 1). Die IVB nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und holte die Akten der für den Unfall vom 3. Juni 2012 zuständigen Unfallversicherung ein (act. II 8.1, 10 f., 18 f., 21.1 - 21.3, 23.2), welche unter anderem ein handchirurgisches Fachgutachten von Prof. Dr. med. C.________ aus ... vom 25. September 2013 beinhalteten (act. II 21.2). Gestützt auf eine Anmeldung zum Bezug von Hilfsmitteln vom 26. August 2014 (act. II 38) erteilte die IVB mit Mitteilung vom 23. September 2014 (act. II 42) Kostengutsprache für eine Hörgerätepauschale. Im weiteren Verlauf reichte der Versicherte bei der IVB ein zusätzliches handchirurgisches Fachgutachten von Prof. Dr. med. C.________ aus ... vom 4. November 2014 (act. II 51/2 ff.) und ein orthopädisch- unfallchirurgisches Gutachten von Dr. med. D.________ aus ... vom 22. Januar 2015 (act. II 52.1/2 ff.) ein. Am 12. November 2015 teilte der Versicherte der IVB mit (act. II 63 f.), er sei aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, an einem Eingliede- rungsprogramm teilzunehmen, woraufhin die IVB weitere medizinische Un- terlagen einholte (act. II 66, 77 f.; vgl. auch act. II 74). In der Folge schloss die IVB die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 16. März 2016 ab (act. II 80) und liess den Versicherten interdisziplinär durch Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, und Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 3 begutachten (Expertisen sowie interdisziplinäre Beurteilung je vom 29. No- vember 2016 [act. II 114.1, 114.2, 115.1, 115.2] sowie Ergänzung von Dr. med. E.________ vom 2. Dezember 2016 [act. II 118]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren und der Einholung einer Stel- lungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD [act. II 120, 123, 125, 129 f.]) verneinte die IVB mit Verfügung vom 8. März 2017 (act. II 131) den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. B. Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, am 31. März 2017 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung sei ihm eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auszurichten, allenfalls unter Rückweisung der Akten an die Beschwerdegegnerin zwecks Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2017 beantragt die Beschwerdegeg- nerin die Abweisung der Beschwerde. Mit prozessleitender Verfügung vom 30. Juni 2017 erkannte der Instrukti- onsrichter den vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. Juni 2017 ein- gereichten Bericht des Spitals G.________ vom 21. Juni 2017 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 5) zu den Akten. Am 23. Oktober 2017 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht des Spi- tals G.________ vom 19. September 2017 ein (Akten des Beschwerdefüh- rers [act. Ia] 1).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 4 Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal- tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 1.2Angefochten ist die Verfügung vom 8. März 2017 (act. II 131). Strei- tig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 5 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe- reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er- werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs- unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor- liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun- fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind- bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 2.2Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein- kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 2.3Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. 2.4Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 6 und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 2.5Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1). 3. Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen: Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 7 3.1Im Bericht vom 5. Dezember 2013 (act. II 23.2) zu der am gleichen Tag durchgeführten Untersuchung durch den Kreisarzt Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt (act. II 23.2/6): Sturz von einer Mauer auf die rechte Seite am 3. Juni 2012 mit diversen Kon- tusionen Schulter-Arm-Syndrom rechts Status nach Karpaltunnelspaltung rechts und Ringbandspaltung A1 Dig. III rechts 21. November 2012 Partialläsion der Rotatorenmanschette rechts (Supraspinatus und Infraspina- tus) Als Suva-fremde Diagnose gab Dr. med. H.________ die Folgende an: Status nach Hüfttotalprothese rechts 2005, Spital G.________ Der Kreisarzt hielt fest (act. II 23.2/7), es werde ein Zumutbarkeitsprofil er- stellt, welches sich auf die somatischen, strukturellen Unfallfolgen beziehe, in diesem Fall entspreche dies der Partialläsion von Supraspinatus und Infraspinatus an der Rotatorenmanschette. Es werde folgendes Zumutbar- keitsprofil definiert: Der Beschwerdeführer sei nicht mehr fähig, schwere und schwerste körperliche Arbeit zu leisten. Zumutbar sei eine Arbeit der Kategorie leicht bis mittelschwer, ohne Einsatz der rechten Schulter über der Horizontalen und ohne Einsatz der rechten Schulter für repetitive kraft- verlangende Bewegungen. Kein Heben und Manipulieren mit Lasten mit der rechten Schulter über der Horizontalen. Kein repetitives Heben von Lasten isoliert mit der rechten Hand über 10kg. Vibrationen und Schlagbe- lastungen seien zu vermeiden. Die Fähigkeit auf Leitern und Gerüsten oder auf dem Dach zu arbeiten, sei eingeschränkt. 3.2Dr. med. I.________, Facharzt für Oto-Rhyno-Laryngologie, hielt im Überweisungsbericht vom 9. Juli 2014 (act. II 40/7) an Dr. med. J.________, Facharzt für Oto-Rhyno-Laryngologie, fest, seit einem Sturz auf den Hinterkopf im Kleinkindesalter bestehe eine an Taubheit grenzende Hörminderung links. Nach Angaben des Beschwerdeführers habe es sich damals um eine Felsenbeinfraktur gehandelt. 2010 habe ihn der Be- schwerdeführer erstmals aufgesucht, nachdem im Anschluss an einen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 8 Sturz auf den Hinterkopf eine Hörminderung und ein Tinnitus rechts aufge- treten seien. Die damalige Therapie mit Cortison habe die damals festge- stellte Hörminderung rechts nur teilweise gebessert. Aktuell beklage er er- neut eine Verschlechterung des Gehörs mit massiven Verständigungsschwierigkeiten. Das aktuelle Reintonaudiogramm zeige eine massive Verschlechterung der Hörschwelle rechts. Allerdings scheine ihm, dass der Beschwerdeführer ihn für eine so schlechte Hörschwelle zu gut verstehe. Dr. med. J.________ werde daher um eine Hirnstammaudio- metrie mit Schwellenbestimmung gebeten. 3.3Im handchirurgischen Fachgutachten vom 4. November 2014 (act. II 51/2 ff.; vgl. auch das Gutachten vom 25. September 2013 [act. II 21.2], bei welchem von einem noch nicht stabilen Dauerstand berichtet wurde) gab Prof. Dr. med. C.________ aus ... als Zusammenfassung der wesentlichen Unfallfolgen eine schmerzhafte Funktionseinschränkung der rechten Hand mit Kraftdefizit und Sensibilitätsstörung nach Distorsion und nachfolgender Karpaltunnel-Operation sowie A1-Ringbandspaltung D III rechts an. Weiter führte er aus, nicht nachzuvollziehen sei die Kraftmessung am Jamar- Dynamometer, in der nur 4kg mit der rechten Hand gedrückt worden seien, bei ausgeprägter seitengleich kräftiger Muskulatur der Ober- und Unterar- me. Sollten wirklich nur 4kg gedrückt werden können, müssten eine Atro- phie der Muskulatur und eine deutliche Umfangsdifferenz zur Gegenseite vorliegen. Weiter lasse sich die Schonhaltung der rechten Hand unterbre- chen, ferner bestehe eine gute passive Beweglichkeit des rechten Handge- lenks und der Finger. Die Gebrauchsfähigkeit der rechten Hand/des rechten Armes sei gegenüber der vollen Gebrauchsfähigkeit um 1/10 be- einträchtigt. 3.4Im orthopädisch-unfallchirurgischen Gutachten vom 22. Januar 2015 (act. II 52.1/2 ff.) hielt Dr. med. D.________ auch ... fest, die Ge- brauchsfähigkeit des rechten Armes sei gegenüber der vollen Gebrauchs- fähigkeit zurzeit um 3/20 Arm beeinträchtigt. Dies könne damit begründet werden, dass im Bereich der rechten Hand eine Gebrauchsbeein- trächtigung um 1/10 Hand bestehe, welche Funktionsbeeinträchtigungen des rechten Handgelenkes, ein Schmerzsyndrom der rechten Hand mit Kraftverlust, reduziertem Bewegungsausmass und Gefühlsminderung der Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 9 rechten Hand berücksichtige. Ausserdem sei eine stattgehabte Carpaltun- neloperation und Ringbandspaltung D III rechts in die Bewertung einbezo- gen worden. Die Funktionsbeeinträchtigung von 1/10 Hand sei befundge- recht. Bei der Epicondylitis humeri radialis handle es sich um eine Tendinose, die im vorliegenden Fall unfallunabhängig sei. Im vorliegenden Fall seien an Pathologika im Bereich des rechten Schultergelenkes die Fol- genden festzustellen: Impingement-Syndrom mit typischen schmerzhaften Bogen bei aktiver Abduk- tion Schmerzhafte Funktionseinschränkung des rechten Schultergelenkes Radiologisch sichtbare AC-Gelenksarthrose MRI-Nachweis einer Teilruptur der Supraspinatussehne bei praevalenter AC- Gelenksarthrose und Acromionsporn sowie subacromealer Enge. 3.5Im Bericht der psychiatrischen Dienste des Spitals G.________ vom 16. Februar 2016 (act. II 78) wurden die folgenden Diagnosen mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt: rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11), bestehend seit zirka 1997 chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD- 10 F45.4), bestehend seit zirka 2002. Die behandelnden Ärzte attestierten in der Tätigkeit als ... seit dem 3. Juni 2012 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit und hielten fest, auf geistig psychi- scher Ebene bestünden die für mittelgradige Depressionen typischen Ein- schränkungen: Verminderte Konzentrationsfähigkeit mit konsekutiv erhöhter Fehleranfälligkeit und zeitliche Ineffizienz (durch die Fehler selbst, aber auch durch notwendige Eigenkontrollen). Hierzu komme ebenfalls konsekutiv eine vorzeitige geistige Erschöpfbarkeit. Verminderte Stresstole- ranz mit der Notwendigkeit häufigerer Pausen sowie potentiell hierdurch auch erhöhte Anfälligkeit für interpersonelle Konflikte (act. II 78/4). Auf geis- tig-psychischer Ebene sollte nach Reduktion der depressiven Symptome eine Teilarbeitsfähigkeit erreichbar sein, jedoch sei derzeit nicht abschätz- bar, in welchem Umfang (act. II 78/5). Zur Prognose wurde festgehalten, in Anbetracht der rezidivierenden Natur der depressiven Erkrankung sowie der komorbiden chronischen Schmerzstörung erscheine die Prognose un- günstig, insbesondere da der Beschwerdeführer bislang keinen Ansatz Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 10 eines neurobiologisch-psycho-somatischen Krankheitsverständnisses habe entwickeln können. Es bestünden weiterhin massive Ängste im Hinblick auf einen Arbeitsversuch jeglicher Natur, so dass ein solcher aus psychiatri- scher Sicht mittelfristig unrealistisch erscheine (act. II 78/4). 3.6Im Bericht des Spitals G.________ vom 1. November 2016 (act. II 109) führten die behandelnden Ärzte als Diagnose persistierende Gonalgi- en rechtsseitig bei Morbus Ahlback Knie rechts auf. Zu den Befunden der klinischen Untersuchung des rechten Knies wurde Folgendes festgehalten: Entlastungshinken rechtsseitig. Varische Beinachse. Quadircepsmuskulatur rechtsseitig im Seitenvergleich um zirka 1.5 cm im Umfang vermindert. Re- gelrechter Quadrizepsmuskeltonus beidseits. Allenfalls diskreter Gelenk- serguss. Keinerlei Druckdolenzen auslösbar. Flexion/Extension 140-0-0°, Flexion endgradig schmerzhaft. Bandapparat stabil. pDMS erhalten. Weiter wurde festgehalten, ein Jahr nach Erstdiagnose des Morbus Ahlback rechtsseitig zeige sich der zu erwartende Verlauf. Es persistierten rechts- seitig Gonalgien, diese träten vor allem belastungsabhängig auf. Der The- rapieoption Kniearthroskopie mit Anbohren der Defektzone stehe der Beschwerdeführer zurückhaltend gegenüber. Aus diesem Grund werde eine konservative Therapie mit Stockentlastung für zwei Monate sowie zu- sätzlicher Irfen-Einnahme vereinbart. Im Bericht vom 22. November 2016 (act. II 111) gaben die behandelnden Ärzte zusätzlich an, mit geeigneten beruflichen Massnahmen (Belastbarkeits- und Aufbautraining) sei eine Steigerung möglich und zumutbar. 3.7 3.7.1Im Rahmen der von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen interdisziplinären Begutachtung führte Dr. med. E.________ im rheumato- logischen Teilgutachten vom 29. November 2016 (act. II 114.1) die folgen- den Diagnosen mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (act. II 114.1/9): 1. Hörbehinderung 2. Periarthropathia humeroscapularis rechts Dr. med. E.________ gab weiter an (act. II 114.1/14), insgesamt beurteile er die vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden bezüglich Um-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 11 fang und Intensität als partiell auf die objektivierbaren somatisch- pathologischen Befunde abstützbar. Weiter gab der Gutachter an (act. II 114.1/16 f.), die Arbeitsfähigkeit sei, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, nachdem der Beschwerdeführer seine berufliche Tätigkeit, zuletzt als ..., nach seiner Kündigung auf Ende 10/10 aufgegeben habe, hinsichtlich einer angepassten Verweistätigkeit zu beurteilen. Für eine an- gepasste Verweistätigkeit könne, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, für keinen Zeitraum eine anhaltende Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit begründet werden. Berufliche Tätigkeiten, die belastender seien als jene einer angepassten Verweistätigkeit, seien nicht mehr zumut- bar. Für Haushaltarbeiten mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich be- lastenden Arbeitsprofil könne, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden, zumal diese Tätigkeiten in idealer Weise mit reduziertem Tempo über den Tag verteilt abgeleistet werden könnten. Die angepasste Verweistätigkeit liege in einem temperierten Raum (Raumluft), beschränke sich auf leicht- bis mittelgradig körperlich belastende Arbeiten und lasse die Möglichkeit, zwi- schen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln, zu. Das Einhalten der Rückenergonomie sei wünschenswert. Der Einsatz der rechten Hand oberhalb der Schulterhöhe sei zu vermeiden, sofern der rechte Ellenbogen nicht abgestützt werden könne. Berufliche Tätigkeiten, bei denen der rechte Arm Vibrationen und Schlägen ausgesetzt sei, sollten vermieden werden. Die berufliche Tätigkeit müsse trotz eingeschränktem Hörvermögen möglich sein, entsprechend der früheren beruflichen Tätig- keiten. Ungünstig auf eine erfolgreiche Wiedereingliederung in den Arbeits- prozess könnten sich krankheitsfremde Faktoren, wie beispielsweise länger anhaltende berufliche Arbeitsabstinenz, ärztlicherseits längerdauernd attes- tierte Arbeitsunfähigkeiten, Alter des Beschwerdeführers, ungünstige Ar- beitsmarktsituation am Wohnort und möglicherweise die limitierte Motivation, auswirken. 3.7.2Im psychiatrischen Teilgutachten vom 29. November 2016 (act. II 115.1) führte Dr. med. F.________ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (act. II 115.1/7). Der Gutachter hielt fest (act. II 115.1/10), es gebe keine objektivierbaren Befunde auf psychiatrischem oder psychosomatischem Gebiet. Der Beschwerdeführer beurteile sich als Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 12 körperlich krank. Er weise auf die diversen, in den Akten grossteils doku- mentierten Krankheiten hin. Dr. med. E.________ werde in seinem Gutach- ten die Frage beantworten, ob es rheumatologisch-somatische Befunde gebe, welche die starken Schmerzen erklärten. Soweit dies nicht der Fall sei, sei an eine psychosomatische Überlagerung der Schmerzen zu den- ken. Der Beschwerdeführer zeige die entsprechende Symptomatik der ICD- 10 jedoch kaum: Er sei auf die Schmerzen nicht fixiert und äussere keine hypochondrischen Befürchtungen. Zudem seien die Schmerzen nicht stän- dig quälend, diese sprächen auf therapeutische Massnahmen günstig an. Lebensprobleme führten nicht zu einer Verstärkung der Schmerzen. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung lasse sich zusammenfassend nicht ausweisen (act. II 115.1/8). Zur Arbeitsfähigkeit gab Dr. med. F.________ an (act. II 115.1/9), da sich weder ein psychiatrisches noch eine psychosomatisches Leiden finde, könne keine anhaltende Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit begründet werden. Eine psychiatrisch- psychologische Therapie sei nicht notwendig, was auch für eine medikamentöse Behandlung gelte. Zudem gab Dr. med. F.________ als soziale Belastungen, welche direkt negative Folgen zeitigen, Erwerbslosig- keit und bevorstehende finanzielle Probleme an (act. II 115.1/11). 3.7.3In der interdisziplinären Beurteilung vom 29. November 2016 (act. II 114.2 und 115.2) führten die Gutachter Dres. med. E.________ und F.________ aus, in der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die sowohl die somatisch-rheumatologische Komponente als auch die psy- chosomatisch-psychiatrische Komponente mitberücksichtigte, könne für die zuletzt in der Schweiz mehrjährig ausgeübten beruflichen Tätigkeiten und für eine angepasste Verweistätigkeit für keinen Zeitraum eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden. 3.8Am 2. Dezember 2016 nahm Dr. med. E.________ auf Anfrage der Beschwerdegegnerin hin Stellung zu zwei zusätzlichen ärztlichen Berich- ten. Der Gutachter hielt fest (act. II 118), im orthopädischen Konsiliumsbe- richt vom 1. November 2016 (act. II 109) werde auf persistierende Knieschmerzen rechts hingewiesen. Es werde nicht erwähnt, dass in die- sem Zeitraum die MRI-Befunde geändert hätten, was im Gutachten disku- tiert worden sei. Unter anderem werde in diesem Konsiliumsbericht vom 1. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 13 November 2016 erwähnt, dass der Verlauf, wie zu erwarten, verzögert sei. Was mit der Angabe „wie zu erwarten“ gemeint sei, bleibe unklar. Er neh- me zur Kenntnis, dass in der Befundbeschreibung dieses Konsiliumsberich- tes vom 1. November 2016 erwähnt werde, dass die Quadrizepsmuskulatur rechtsseitig um 1.5 cm im Umfang vermindert sei im Vergleich zur linken Seite und dass anlässlich der (gutachterlichen) klinischen Untersuchung vom 24. November 2016 Messwerte mit symmetrischen Umfängen bezüg- lich der Ober- und der Unterschenkelmuskulatur ermittelt worden seien. Im IV-Arztbericht vom 22. November 2016 (act. II 111) werde auf seit Sommer 2015 bestehende Knieschmerzen hingewiesen. Die Orthopäden des Spi- tals G.________ seien offenbar der Meinung, dass eine Steigerung der Belastbarkeit möglich und zumutbar sei. Die damals beschriebenen Befun- de seien nicht mit einem Datum der Befunderhebung vermerkt. Die damals beschriebene Abschwächung der Quadrizepsmuskulatur könne er unter- dessen nicht mehr bestätigen. Mit den zugestellten Berichten vom 1. No- vember 2016 und vom 22. November 2016 ergäben sich keine neuen Aspekte im Vergleich zum Gutachten vom 29. November 2016. 4. 4.1Das interdisziplinäre rheumatologisch-psychiatrische Gutachten der Dres. med. E.________ und F.________ vom 29. November 2016 (act. II 114.1, 114.2, 115.1, 115.2) erfüllt die an den Beweiswert einer medizini- schen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.4 hiervor). Es ist voll beweiskräftig, da es – beruhend auf allseitigen Untersuchungen und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte um- fassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. Weiter leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein und die darin gezogenen Schlussfolgerungen werden eingehend begründet. Was der Beschwerdeführer dagegen – insbesondere gegen das Teilgut- achten von Dr. med. E.________ – vorbringt, ist nicht stichhaltig. 4.1.1Vorweg ist festzuhalten, dass Dr. med. E.________ angegeben hat (act. II 114.1/11), aufgrund der Ergebnisse der Begutachtung bestünden Diskrepanzen zwischen den geschilderten Beschwerden und den objekti-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 14 vierbaren Befunden. Dies hat er unter Verweis auf seine Befunde und die Akten einlässlich begründet. Entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh- rers kann er hinsichtlich der rechten Schulter, des rechten Armes und der rechten Hand aus den Gutachten der Dres. med. C.________ und D.________ vom 4. November 2014 (bzw. vom 25. September 2013) und 22. Januar 2015 (act. II 21.2, 51/2 ff., 52.1/2 ff.) nichts zu seinen Gunsten ableiten. Auch im Gutachten von Dr. med. C.________ vom 4. November 2014 (act. II 51/2 ff.) wurde bei der Kraftmessung an der rechten Hand auf Diskrepanzen zwischen dem geringen Messresultat und der trotzdem sei- tengleich ausgebildeten Ober- und Unterarmmuskulatur hingewiesen. Aus- serdem hat Dr. med. E.________ nachvollziehbar festgehalten (act. II 114.1/10), dass er die jeweils in diesen handchirurgischen Gutachten er- wähnten Befunde mit Bewegungseinschränkungen, Sensibilitätsstörungen oder Kraftabschwächungen bei der Begutachtung im November 2016 nicht mehr bestätigen konnte. In der Folge führte Dr. med. E.________ schlüssig und überzeugend aus (act. II 114.1/11), damit habe sich der Gesundheits- zustand seit den handchirurgischen Gutachten, die in ... durchgeführt wor- den seien, bezüglich der klinischen Befunde jeweils verbessert. Weiter gab Dr. med. E.________ an (act. II 114.1/15 f.), wenn mit der im Gutachten von Dr. med. D.________ vom 22. Januar 2015 (act. II 52.1/2 ff.) gemach- ten Angabe der beeinträchtigten Gebrauchsfähigkeit von 3/20 eine Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit gemeint sei, würde dies einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 15 % entsprechen. Eine derartige Einschränkung könne er aufgrund der Ergebnisse seiner aktuellen Begut- achtung für eine angepasste Verweistätigkeit nicht bestätigen. Sodann verweist Dr. med. E.________ darauf (act. II 114.1/4), dass der Beschwer- deführer in abgelenkter Situation seine Arme beidseits funktionell ungehin- dert eingesetzt habe, zum Beispiel, wenn er sich auf der Untersuchungsliege selber von der Bauch- in die Rückenlage mobilisiere. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 6 Ziff. 8.1) ist auch keine neurologische Begutachtung erforderlich, da Dr. med. E.________ anlässlich der Begutachtung im November 2016 an der rech- ten Hand keine Sensibilitätsstörungen mehr bestätigen konnte (act. II 114.1/10) und er sich einlässlich und überzeugend auch mit dieser Seite der geschilderten Beschwerden auseinandergesetzt hat. Dass er selbst Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 15 dabei nicht über den Facharzttitel der Neurologie verfügt, ändert daran nichts. Auch wenn nicht in der Kernkompetenz des Rheumatologen lie- gend, ist dieser durchaus befähigt und befugt, die im Schnittstellenbereich liegenden Beschwerden anhand der Befundlage zu beurteilen. Angesichts der auch von den behandelnden Ärzten nicht abweichend erhobenen Be- fundlage überzeugt seine Einschätzung. Schliesslich überzeugt es auch, wenn Dr. med. E.________ festhält (act. II 114.1/16), er könne das Zumut- barkeitsprofil, wie es im Suva-Kreisarztbericht vom 5. Dezember 2013 (act. II 23.2/7) erwähnt werde, aktuell weitgehend bestätigen. Mit dem von Dr. med. E.________ auf somatischer Ebene formulierten Zumutbarkeitsprofil (act. II 114.1/17) wurde den am rechten Arm bestehenden Einschränkun- gen vollumfänglich Rechnung getragen. 4.1.2Dass Dr. med. E.________ bei der Beurteilung der Kniegelenke, insbesondere des Kniegelenks rechts, sein Fachgebiet verlassen würde (vgl. Beschwerde S. 9 Ziff. 9.5), ist nicht ersichtlich. Er führt diesbezüglich nachvollziehbar und schlüssig aus (act. II 114.1/13), die Kniegelenke seien, klinisch beurteilt, unauffällig und insbesondere ohne eine die Altersnorm überschreitende retropatellare Krepitation und ohne einen Hinweis auf ein Meniskuszeichen, einen Gelenkserguss oder auf eine Gelenksinstabilität bei einer Flexion/Extension von je 130-0-0°. Die Ober- und Unterschenkel- muskulatur sei symmetrisch ausgebildet und ein Hinweis auf eine Muskel- hypothrophie oder auf eine Parese bestehe nicht. Das heisse konkret, dass der Beschwerdeführer höchstens phasenweise im Rahmen seiner schmerzvermittelnden Mimik und Gestik ein Hinken demonstriere. Ein an- haltendes Hinken müsste hingegen zu einer Muskelhypothrophie führen und eine solche sei aktuell nicht ausgewiesen bei unter anderem symmetri- scher Gesäss-, Ober- und Unterschenkelmuskulatur und symmetrischen Umfangmessungen. Die mitgebrachten Röntgenaufnahmen des rechten Kniegelenks vom 28. Oktober 2016 dokumentierten normale Befunde in allen Gelenkskompartimenten. Das heisse konkret, dass die im Befun- dungsbericht der MRI-Abklärung des rechten Kniegelenkes vom 27. Okto- ber 2015 beschriebene Bone bruise im Bereich des lateralen Femurkondylus folgenlos abgeheilt sei, zumal dieser Befund in der zu die- ser Begutachtung mitgebrachten MRI-Abklärung vom 23. August 2016 nicht mehr dokumentiert werde. In dieser letztdatierten MRI-Abklärung des Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 16 rechten Kniegelenkes vom 23. August 2016 komme neu eine osteochon- drale Läsion im Bereich des medialen Femurkondylus zur Darstellung. Es handle sich um einen diskreten Befund, der bis hin zu den aktualisierten Röntgenaufnahmen des rechten Kniegelenks nicht zu einem korrelierenden konventionell-radiologischen Befund geführt habe. Mit diesen MRI- Befunden könne nachvollzogen werden, dass der Beschwerdeführer seine Beine symmetrisch belaste, so dass sich keine Muskelhypothrophie ausge- bildet habe. Schliesslich hat Dr. med. E.________ in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 2. Dezember 2016 darauf hingewiesen, dass die in den Berichten vom 1. November 2016 (Untersuchungsdatum: 28. Oktober 2016 [act. II 109/2]) und 22. November 2016 (Untersuchungsdatum: 28. Oktober 2016 [act. II 111/2]) abgeschwächte Quadrizepsmuskulatur rechts- seitig anlässlich der (gutachterlichen) klinischen Untersuchung vom 24. November 2016 nicht habe bestätigt werden können. Sodann hat sich Dr. med. E.________ auch mit den rheumatologisch orientierten Berichten von Dr. med. K.________, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 12. März 2013 (act. II 8.1/69 ff.), 22. April 2013 (act. II 8.1/90 ff.), 3. Juni 2013 (act. II 8.1/105 f.) und 8. Juli 2013 (act. II 8.1/116) ausein- andergesetzt und schlüssig sowie überzeugend dargelegt, dass gestützt auf die darin gemachten Angaben keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden könne. Sowohl der Bericht des Spitals G.________ vom 21. Juni 2017 (MR des rechten Knies [act. I 5]), in welchem ein deutlicher Befundprogress mit nunmehr Osteochondrosis im Stadium 4-5 nach Kramer festgehalten wur- de, als auch derjenige des Spitals G.________ vom 19. September 2017 (Akten des Beschwerdeführers [act. Ia] 1), in welchem dem Beschwerde- führer hinsichtlich des rechten Knies bei wieder zunehmenden Beschwer- den eine Umstellungsosteotomie zur Entlastung des medialen Femurkondylus empfohlen wird – beide im vorliegenden Verfahren einge- reicht –, haben hier unberücksichtigt zu bleiben, da sie nach dem vorlie- gend relevanten Beurteilungszeitpunkt (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) – dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 8. März 2017 – verfasst wurden. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 17 4.1.3Aus dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer im Zusammen- hang mit einem am TT. MM. 2002 erlittenen Skiunfall bezüglich der rechten Hüfte eine Integritätsentschädigung von 20 % zugesprochen worden war (Beschwerde S. 8 Ziff. 9.3; act. II 125/6), kann er in Bezug auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn die Bemes- sung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der Schwere des Inte- gritätsschadens, welche sich nach dem medizinischen Befund beurteilt. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsschaden für alle Versi- cherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen (BGE 124 V 29 E. 3c S. 35) und ist unabhängig von speziellen persönlichen oder beruflichen Beeinträchtigungen (vgl. act. II 125/6) resp. sagt als solcher nichts über die Arbeitsfähigkeit aus. Der Beschwerdeführer konnte denn auch seine letzte Tätigkeit trotz der Hüftprobleme ausüben. Im Übrigen wurde der betreffen- de Zustand an der rechten Hüfte hinreichend in die gutachterliche Beurtei- lung einbezogen. 4.1.4Soweit der Beschwerdeführer unter Bezugnahme auf den Bericht der RAD-Ärztin med. prakt. L.________, Fachärztin für Physikalische Me- dizin und Rehabilitation, vom 2. März 2017 (act. II 129) implizit geltend macht, er könnte die bisherige Tätigkeit als ... im M.________ entgegen der Einschätzung von Dr. med. E.________ nicht mehr ausüben, ist mit der RAD-Ärztin med. prakt. L.________ (vgl. Bericht vom 30. Mai 2016 [act. II 84]) festzuhalten, dass die erwähnte, zuletzt ausgeübte Tätigkeit als über- wiegend leichte bis manchmal mittelschwere Tätigkeit zu qualifizieren ist, bei welcher der Beschwerdeführer sämtliche schweren Tätigkeiten an (gemäss eigenen Angaben [act. II 4/2] 30) Untergebene delegieren konnte (vgl. den Fragebogen für Arbeitgebende vom 15. November 2013 [act. II 19], wo festgehalten wurde, der Beschwerdeführer habe es bestens ver- standen die Arbeiten zu delegieren; er habe sich nie überarbeitet [act. II 19/5]). 4.1.5Weiter kann der Beschwerdeführer aus dem Bericht des Chiroprak- tors Dr. N.________ vom 15. Januar 2017 (act. II 130), in welchem das Gutachten von Dr. med. E.________ kritisiert wird, nichts zu seinen Guns- ten ableiten. Denn der Chiropraktor stützt sich in seiner Argumentation auf die – wie bereits erwähnt (vgl. E. 4.1.1 hiervor) – hier nicht aussagekräfti-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 18 gen Gutachten der Dres. med. C.________ und D.________ vom 4. No- vember 2014 (bzw. 25. September 2013) und 22. Januar 2015 (act. II 21.2, 51/2 ff., 52.2 ff.). Sodann wurde ebenfalls bereits festgehalten (vgl. E. 4.1.2 hiervor), dass Dr. med. E.________ die Situation an den Kniegelenken, insbesondere rechts, schlüssig und überzeugend beurteilt hat; die Aus- führungen der Chiropraktors Dr. N.________ vermögen daran nichts zu ändern. Zudem gab die RAD-Ärztin med. prakt. L.________ im Bericht vom 2. März 2017 (act. II 129) nachvollziehbar und überzeugend an, der Rheu- matologe (Dr. med. E.________) belege mit seinem aktuellen Röntgen des Knies, dass es keine Hinweise auf eine Inaktivitätsosteopenie gebe, welche jedoch auftreten würde, wenn der Beschwerdeführer seit zwölf Monaten sein rechtes Bein entlastet hätte, das MRI (vom 23. August 2016 [act. II 98/2]) sei nicht ganz zehn Monate nach dem ersten (vom 27. Oktober 2015 [vgl. act. II 74/2]) gemacht worden und habe auch keine Inaktivitätsosteo- penie gezeigt. Eine monatelange Schonung der unteren Extremität schmerzbedingt bei fehlenden radiologischen Anzeichen einer Osteopenie weder zehn noch zwölf Monate nach Auftreten der Einschränkung 10/15 relativiere somit die Angaben des Beschwerdeführers gewaltig. Schliesslich kann hinsichtlich der Auffassung von Dr. N.________, wonach die Hörbe- einträchtigung – wie sie im heutigen Zeitpunkt vorliege – eine echte Behin- derung und Einschränkung bei der Verwertbarkeit der Arbeitskraft darstelle (act. II 130/3), auf die nachfolgenden Ausführungen betreffend Gehör ver- wiesen werden (vgl. E. 4.1.6 hiernach). 4.1.6Soweit der Beschwerdeführer vorbringt (Beschwerde S. 6 Ziff. 8.1), in Bezug auf die Verschlechterung des rechten Gehörs bestehe eine unkla- re Aktenlage, ist festzuhalten, dass die von Dr. med. I.________ im Bericht vom 9. Juli 2014 (act. II 40/7) angesprochene, aber von ihm bezweifelte Verschlechterung des rechten Gehörs mittels einer weiteren Untersuchung durch Dr. med. J.________ vom 11. Juli 2014 (act. II 40/8 - 11) bestätigt wurde; Dr. med. J.________ hielt in der Beurteilung fest, Innenohrschwer- hörigkeit (IOS) rechts von 60 bis 70dB bestätigt, Taubheit links. Folglich besteht diesbezüglich kein zusätzlicher Abklärungsbedarf. Weiter wurde dem Beschwerdeführer von Seiten der Invalidenversicherung eine Hör- geräteversorgung finanziert (act. II 42), welche ihm aber aus rein subjekti- ver Sicht keine Hilfe war (act. II 45). Mit Hörgeräteversorgung sind dem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 19 Beschwerdeführer jedoch Tätigkeiten wie er sie bisher in der Schweiz aus- geübt hat oder andere leidensangepasste Tätigkeiten zumutbar. 4.2In psychischer Hinsicht hat Dr. med. F.________ schlüssig und überzeugend dargelegt (act. II 115.1/8), dass beim Beschwerdeführer keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vorliegt. Sodann hat er nachvoll- ziehbar begründet, weshalb die im Bericht der psychiatrischen Dienste des Spitals G.________ vom 16. Februar 2016 (act. II 78) aufgeführten Dia- gnosen nicht zutreffend seien. Er gab diesbezüglich an (act. II 115.1/9), die Diagnose F33.11 sei nicht nachvollziehbar. 1997 habe eine Überforde- rungssituation bestanden, nicht eine depressive Episode. Zudem seien aktuell keine Symptome vorhanden, welche eine depressive Episode be- gründen würden. Weiter seien es nicht psychische Gründe, weshalb der Beschwerdeführer gelegentlich Mühe mit der Konzentration habe, vielmehr trete diese Schwierigkeit wegen der Schwerhörigkeit auf. Im Weiteren habe er gemäss seinen Angaben nie Morphin- oder Opiumtinkturtropfen erhal- ten. Auch die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somati- schen und psychischen Faktoren lasse sich nicht stellen, da die Kriterien der ICD nicht erfüllt seien. 4.3Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass sowohl Dr. med. E.________ als auch Dr. med. F.________ invaliditätsfremde Faktoren (u.a. Arbeitsabstinenz [act. II 114.1/17, 115.1/11]) erwähnen, welche un- günstige Auswirkungen auf die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess haben. 4.4Da nach dem Dargelegten auf die voll beweiskräftige rheumatolo- gisch-psychiatrische Begutachtung der Dres. med. E.________ und F.________ vom 29. November 2016 (act. II 114.1, 114.2, 115.1, 115.2) abzustellen ist, erübrigen sich in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) weitere Abklärungen. Dem Beschwerdeführer sind damit die zuletzt in der Schweiz mehrjährig ausgeübten beruflichen Tätigkeiten und angepasste Verweistätigkeiten uneingeschränkt zumutbar (vgl. act. II 114.2, 115.2). Damit erübrigt sich die Vornahme eines Einkommensver- gleichs.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 20 4.5Die Beschwerde erweist sich nach dem Dargelegten als unbegrün- det und ist abzuweisen. 4.6Bei diesem Ergebnis braucht allfälligen zwischenstaatlichen sozial- versicherungsrechtlichen Konkurrenzfragen, insbesondere hinsichtlich des seit früher Kindheit bestehenden Hörschadens (vgl. act. II 114.1/3) sowie Fragen nach allfällig ungerechtfertigtem (versuchtem) doppeltem Leis- tungsbezug (auch unfallversicherungsrechtlich), die sich nicht zuletzt auf- grund der inzwischen unklaren Wohnsituation (Schwerbehindertenausweis für ... mit Adresse in ... [vgl. act. II 54/2 - 5], ... Führerausweis [act. II 92/2], der im Falle des Wohnsitzes in der Schweiz eigentlich schon längst hätte umgeschrieben werden müssen [Art. 42 Abs. 3 bis der Verordnung vom 27. Oktober 1976 über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr {Verkehrszulassungsverordnung, VZV; SR 741.51}]) zu ergeben scheinen, nicht näher nachgegangen zu werden. 5. 5.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh- rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss glei- cher Höhe entnommen. 5.2Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2017, IV/17/336, Seite 21 Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei- cher Höhe entnommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Zu eröffnen (R): - Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers - IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 23. Okto- ber 2017 inklusive Beilagen) - Bundesamt für Sozialversicherungen Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.