Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 12. Juni 2023 (810 23 53) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts / Platzierung in Beobachtungsstation Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chterin Ana Dettwiler, Kantonsrichter Markus Clausen, Daniel Ivanov, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Claude Schrank, Advo- kat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beigeladener D.____ , Beigeladene Betreff Entzug Aufenthaltsbestimmungsrecht / Platzier ung in Beobachtungs- station E.____ / Entzug aufschiebende Wirkung einer Beschwerde (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.___ vom 6. März 2023) A. A.____, geboren am XX.XX.2007, ist das Kind von D. ____ und C.____. Die Kindsmutter ist Inhaberin der alleinigen elterlichen Sorge und Obhut. Im Oktober 2021 brachte die Kindsmut- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter ihren Sohn im Schulheim F.____ (im Kanton Basel-L andschaft) unter, da sie trotz Inan- spruchnahme einer sozialpädagogischen Familienbegleitung mit seiner Erziehung an ihre Grenzen gestossen war und sich die Probleme in der öff entlichen Schule in G.____ zugespitzt hatten. Diese Schulheimplatzierung scheiterte jedoch, d a sich der Jugendliche nicht an die Re- geln hielt und er die Schule zunehmend nicht mehr besuchte. B. A.____ entwich immer wieder aus dem Schulheim F.__ __ und kam bei seinen Grossel- tern mütterlicherseits in G.____ unter, welche ihn ge gen den Willen der Kindsmutter aufnah- men. Während dieser Zeit kam es zu strafrechtlichen Verfehlungen des Jugendlichen, Drogen- konsum war ebenfalls ein Thema. Vor den Sommerferien 2022 nahm A.____ mehrere Tabletten Temesta. Da er nicht mehr geweckt werden konnte, kam es z u einem Aufenthalt im Universi- täts-Kinderspital beider Basel (UKBB). C. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (nachfolgend KESB) vom 5. September 2022 wurde für A.____ eine Beistandsch aft errichtet und H.____, Soziale Dienste I.____, als Beistand eingesetzt. Bereits seit April 2022 war H.____ in Form einer freiwil- ligen Sozialberatung in den Fall involviert. Die im f reiwilligen Rahmen organisierte Unterbrin- gung von A.____ im Schulheim F.____ erwies sich als nicht geeignet, die Kindswohlgefährdung abzuwenden. Der Jugendliche besuchte seit Monaten die Schule nicht mehr, weshalb der Bei- stand insbesondere beauftragt wurde, für eine geeignet e Beschulung und Ausbildung sowie für eine geeignete Wohnform für A.____ besorgt zu sein. D. Mit Entscheid der KESB vom 14. November 2022 wurde f ür den Jugendlichen eine Kindsvertretung angeordnet und Dr. Claude Schrank als Kinderanwalt eingesetzt. Es wurden verschiedene Unterbringungsvarianten geprüft. Unter and erem aufgrund der zunehmenden Verweigerung und realitätsfernen Vorstellungen von A .____ konnte keine einvernehmliche, ge- eignete Lösung gefunden werden. Mit Schreiben vom 9. Februar 2023 beantragte der Beistand, A.____ sei in der Beobachtungsstation E.____ in J.____ im Kanton Zürich zu platzieren und der Kindsmutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen. Nach Rücksprache mit A.____ teilte der Kinderanwalt mit E-Mail vom 13. Februar 2 023 der KESB mit, dass der Jugendliche mit der Unterbringung in der Beobachtungsstation E.___ _ nicht einverstanden sei. Er wolle bei seinen Grosseltern mütterlicherseits in G.____ wohnen und dort die Schule beenden. Anlässlich der telefonischen Anhörung vom 14. Februar 2023 erklärte sich die Kindsmutter mit der Platzie- rung und dem Entzug ihres Aufenthaltsbestimmungsrechts ein verstanden. Beide Elternteile erklärten anlässlich ihrer telefonischen Anhörung, die Be obachtungsstation E.____ für die Be- dürfnisse ihres Sohnes als geeignet zu erachten und seinen Verbleib bei den Grosseltern abzu- lehnen. E. Mit Entscheid vom 6. März 2023 entzog die KESB der K indsmutter das Aufenthaltsbe- stimmungsrecht über ihren Sohn A.____ (Dispositiv-Ziff. 1). A.____ wurde per 13. März 2023 für die Abklärungsdauer von voraussichtlich sechs bis neun Monaten in der Beobachtungsstati- on E.____ platziert. Es wurde verfügt, dass ein Austritt oder eine Umplatzierung aus dieser In- stitution nur mit ausdrücklicher Bewilligung der KESB e rfolgen könne (Dispositiv-Ziff. 2). Der Beistand wurde zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben b eauftragt, die Platzierung von Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.____ zu begleiten und deren Finanzierung sicherzustell en (Dispositiv-Ziff. 3). Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Dispositiv-Ziff. 4). F. Mit Eingabe vom 10. März 2023 erhob A.____, vertret en durch seinen Anwalt, gegen den Entscheid der KESB Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Ver- waltungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei Ziff. 2 des angefochtenen Entscheids aufzuheben und es sei der Beschwerdeführer bei seinen G rosseltern als Pflegeeltern unterzu- bringen (Antrag Ziff. 1). Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägun- gen an die Vorinstanz zurückzuweisen (Antrag Ziff. 2). Es sei Ziff. 4 des angefochtenen Ent- scheids aufzuheben und die aufschiebende Wirkung wiederhe rzustellen (Antrag Ziff. 3); unter o/e-Kostenfolge (Antrag Ziff. 4). Es seien die Eltern des Beschwerdeführers zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren ei nen Prozesskostenvorschuss in ange- messener Höhe zu bezahlen. Eventualiter sei dem Beschwerde führer die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen (Antrag Ziff. 5). In verf ahrensrechtlicher Hinsicht wurde unter ande- rem das Begehren gestellt, es sei der Antrag mit der Z iff. 3 superprovisorisch (eventualiter pro- visorisch) anzuordnen. G. Mit Präsidialentscheid vom 13. März 2023 wurde der V erfahrensantrag des Beschwer- deführers auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung superprovisorisch abgewiesen. H. Die KESB beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 3 . April 2023 die kostenfällige Ab- weisung der Beschwerde. I. Mit Verfügung vom 26. April 2023 überwies das Gerich tspräsidium den Fall der Kammer zur Beurteilung und ersuchte die Beobachtungsstation E._ ___ um Einreichung eines kurzen schriftlichen Berichts über die aktuelle Situation von A.____. Mit Bericht vom 8. Mai 2023 kam die Beobachtungsstation E.____ der Aufforderung nach. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgeset zbuchs (ZGB) vom 10. Dezem- ber 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entsche ide einer Kindesschutzbehörde Be- schwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuchs (EG ZGB) vom 1 6. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB da s Kantonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahr en richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des ka ntonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), d ie der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhe bung oder Änderung des angefochte- nen Entscheids haben (Ziff. 3). Der 15-jährige durch e inen Kinderanwalt vertretene Beschwer- deführer ist als direkter Verfahrensbeteiligter zur Besc hwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Da es sich um Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen klaren Fall handelt, wird vorliegend im Zirkula tionsverfahren entschieden (§ 1 Abs. 4 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordn ung [VPO] vom 16. Dezember 1993). 1.2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwer de Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachv erhalts (Ziff. 2) sowie die Unange- messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 2. Der Vertreter des Beschwerdeführers erklärt in sein er Beschwerde, dass in Bezug auf den Sachverhalt grundsätzlich auf die Sachverhaltsdarste llung im angefochtenen Entscheid verwiesen werden könne. Er ergänzt, dass die Vorgeschichte des Beschwerdeführers von steti- gen Wechseln seiner Wohnorte und Bezugspersonen gekennz eichnet sei. Seine Mutter sei meistens aufgrund neuer Partner mehrfach mit ihm herumgezogen. Er habe viel Zeit mit seinen Grosseltern verbracht, mit welchen er auch jetzt wohne und wohnen bleiben wolle. Er fühle sich von seiner Mutter im Stich gelassen und seine Grosseltern seien aktuell seine einzigen Be- zugspersonen. Der Beschwerdeführer fühle sich in G.____ zu Hause. Er sage auf mehrfache Nachfrage deutlich aus, dass er nicht in einem Heim unt ergebracht werden, auf keinen Fall wieder an einen anderen Ort umziehen und bei seinen Grosseltern bleiben wolle. Die Heimein- weisung sei unverhältnismässig. Das Kindeswohl gelte als o berste Maxime des Kindesrechts. Im Sinne einer positiven und nicht abschliessenden Beschre ibung würden zum Kindeswohl die Förderung und Entwicklung in geistiger, körperlicher und seelischer Hinsicht, ein Umfeld von Kontinuität und Stabilität, die Möglichkeit einer inneren Bindung des Kindes an die Beziehungs- personen sowie die Achtung des Willens des Kindes und sei nes Selbstbestimmungsrechts ge- hören. Der Beschwerdeführer habe gegenüber der Vorinst anz mehrfach erklärt, dass er bei seinen Grosseltern in G.____ wohnen wolle. Die Grossel tern würden diesen Wunsch bestäti- gen. Die Vorinstanz komme zum Schluss, dass eine Unterb ringung des Beschwerdeführers bei den Grosseltern nicht möglich sei, da diese nicht in de r Lage seien, dem Jugendlichen klare Strukturen zu bieten und Regeln durchzusetzen. Der Beistand des Beschwerdeführers habe der Vorinstanz vorgeschlagen, dass im Rahmen einer Unterbrin gung bei den Grosseltern und zwecks Wahrung des Kindeswohls den Grosseltern Weisungen ert eilt werden könnten. Eine Einschulung in der öffentlichen Schule G.____ sei mögl ich, wenn der Beschwerdeführer Wohn- sitz in der Gemeinde begründe, wozu die Grosseltern als Pflegeeltern ernannt werden müssten. Die Vorinstanz habe diesbezüglich soweit erkennbar keine weiteren Abklärungen getroffen. Sie habe insbesondere nicht überprüft, ob anstelle einer Unterbringung in einer Institution eine Un- terbringung bei den Grosseltern in Kombination mit u nterstützenden Massnahmen oder Wei- sungen möglich wäre. Auch andere mildere Massnahmen, z.B. eine Unterbringung in der Regi- on, sei von der Vorinstanz soweit erkennbar nicht in Be tracht gezogen worden. Somit könne nicht gesagt werden, dass die von der Vorinstanz getroffe ne Massnahme die mildeste Mass- nahme darstelle, womit dessen Entscheid gegen das Subsi diaritätsprinzip verstosse. Die Grosseltern des Beschwerdeführers seien aktuell seine einzi gen Bezugspersonen. Nur bei ihnen könne er in seinem gewohnten Umfeld mit vertra uten Personen verbleiben und damit an Stabilität in seinem Leben gewinnen. Ein Verbleib be i ihnen wahre im Sinne des Kontinuitäts- prinzips sein Kindeswohl. Der Beschwerdeführer habe in d er Vergangenheit mehrfach umzie- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht hen müssen, was unter anderem Grund für seine aktuelle I nstabilität sei. Eine Platzierung in einem Heim, insbesondere im 93 Kilometer entfernten J. ____, widerspreche dem expliziten Willen des Beschwerdeführers. Aufgrund seiner Schwierigk eit im Umgang mit neuen Personen würde eine Umplatzierung, selbst wenn sie vorerst zeitlic h auf sechs bis neun Monate be- schränkt sei, dem Kindeswohl widersprechen. Aus diesem Grun d sei er bei seinen Grosseltern unterzubringen. Sollte das angerufene Gericht der Ansicht folgen, dass die Vorinstanz es unter- lassen habe, mildere Massnahmen zu prüfen, und weitere Abklärungen notwendig seien, werde eventualiter beantragt, die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3.1. Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die El tern nicht von sich aus für Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes. Art. 307 Abs. 1 ZGB enthält die Aufforde- rung, die im Einzelfall geeigneten, vom Gesetz vorgesehenen Massnahmen (Art. 307 Abs. 3 bis Art. 312 ZGB) zu treffen (K URT AFFOLTER -FRINGELI /U RS VOGEL , in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bern 2 016, N 13 zu Art. 307 ZGB). Die Kindesschutzbehörde ist nach Art. 307 Abs. 2 ZGB dazu au ch gegenüber Kindern verpflichtet, die bei Pflegeeltern untergebracht sind oder sonst au sserhalb der häuslichen Gemeinschaft der Eltern leben. Gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB kann die Kin desschutzbehörde insbesondere die Eltern, die Pflegeeltern oder das Kind ermahnen, ihn en bestimmte Weisungen für die Pflege, Erziehung oder Ausbildung erteilen und eine geeignet e Person oder Stelle bestimmen, der Ein- blick und Auskunft zu geben ist. 3.2. Alle Kindesschutzmassnahmen müssen erforderlich sein (Subsidiarität), und es ist im- mer die mildeste, einen Erfolg versprechende Massnahme an zuordnen (Proportionalität); diese soll elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sondern erg änzen (Komplementarität; vgl. BGE 136 III 353 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 5A_70/20 16 vom 25. April 2016 E. 3.1, 5A_548/2015 vom 15. Oktober 2015 E. 4.3, 5A_875/2013 vom 10. April 2014 E. 3.1; YVO BIDERBOST , in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schw eizer Privatrecht, Personen- und Familienrecht, 3. Auflage, Zürich 2016, N 1 zu Art. 310 ZGB). 3.3. Die Behörde, die Kindesschutzmassnahmen anordnet, ver fügt über grosses Ermessen (Art. 4 ZGB; Urteile des Bundesgerichts 5A_156/2016 vo m 12. Mai 2017 E. 4.2 und 5A_656/2010 vom 13. Januar 2011 E. 3). Die Anordnung oder Abänderung einer Massnahme setzt in einem gewissen Ausmass die Prognose über die kün ftige Entwicklung der massgeben- den Umstände voraus. Diese wird durch das bisherige Ve rhalten der betroffenen Personen we- sentlich mitbestimmt (BGE 120 II 384 E. 4d). Es ist die sachlich richtige Massnahme nicht auf- grund bloss juristischer Klassifikation, sondern unter Würdigung der im Einzelfall bestimmenden sozialen, medizinischen und erziehungswissenschaftlichen Gesich tspunkte anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts 5A_840/2010 vom 31. Mai 2011 E. 3.1.2 m.w.H.). Wo absehbar ist, dass mit der Anordnung von Massnahmen im Sinne von Art. 307 Abs. 3 ZGB und auch mit ihrer Kombination die gebotene Wirkung nicht erreicht werden kann, sind die schärferen Behelfe von Art. 308, 310 bzw. 311 ZGB zu ergreifen (Urteil des Bu ndesgerichts 5A_156/2016 vom 12. Mai 2017 E. 4.2). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4. Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die KESB das Kind d en Eltern oder, wenn es sich bei Drit- ten befindet, diesen wegzunehmen und in angemessener W eise unterzubringen, wenn der Ge- fährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann. Die KESB hat zu bestimmen, wo das Kind untergebracht wird. In Betracht kommen Familien pflege, eine betreute Wohngruppe, Heimpflege oder eine selbständige Unterkunft (P ETER BREITSCHMID , in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch I, 7. Auflage, Basel 2022, N 8 zu Art. 310). 3.5. Wie jede andere Kindesschutzmassnahme setzt die Fre mdplatzierung eine Gefährdung des Kindswohls voraus und muss als solche geeignet sein, di ese Gefährdung zu beseitigen. Die Massnahme hat zur Folge, dass das Recht, den Aufenthal tsort des Kindes zu bestimmen, den Eltern bzw. einem Elternteil entzogen und der Ki ndesschutzbehörde übertragen wird, die nunmehr für die Betreuung des Kindes verantwortlich ist (Urteil des Bundesgerichts 5A_335/2012 vom 21. Juni 2012 E. 3.1; A FFOLTER -FRINGELI /V OGEL , a.a.O., N 141 zu Art. 310/314b ZGB). Die Gefährdung des Kindes, die Anlass zum Entzug des Aufenthaltsbe- stimmungsrechts gibt, muss darin liegen, dass das Kind im U mfeld der Eltern bzw. des Eltern- teils nicht so geschützt und gefördert wird, wie es für s eine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wäre (Urteile der Bundesgerichts 5 A_404/2016 vom 10. November 2016 E. 3, 5A_875/2013 vom 10. April 2014 E. 3.1, 5A_729/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 4.1). Uner- heblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern od er der weiteren Umgebung liegen (AFFOLTER -FRINGELI /V OGEL , a.a.O., N 17 zu Art. 307 ZGB). Desgleichen spielt es keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung triff t. Massgebend ist, dass die Vorkehr das richtige Mittel zur Verwirklichung des Ziels ist; d.h. die Unterbringung (z.B. in einem Heim) muss besser als jene beim bisherigen Obhutsinhaber Gewähr d afür bieten, dass das Kind in seiner Entfaltung geschützt und gefördert wird (Urteil des Bu ndesgerichts 5A_322/2014 vom 14. Juli 2014 E. 2; CYRIL HEGNAUER , Grundriss des Kindesrechts, 5. Auflage, Bern 1999, N 27.36). Eine Kindswohlgefährdung kann sich unter anderem bei Unfähi gkeit der Eltern ergeben, sich adä- quat um das Kind zu kümmern, weil sie durch persönliche Probleme übermässig absorbiert o- der weil sie allgemein überfordert sind (vgl. C HRISTOPH HÄFELI , Grundriss zum Kindes- und Er- wachsenenschutz, 2. Auflage, Bern 2016, S. 413; Entschei d des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 1. April 2021 [810 21 20] E. 5.3.3). 4.1. Vorerst ist folglich zu prüfen, ob eine Kindswohl gefährdung vorliegt. Nachdem sich die Probleme mit dem Beschwerdeführer in der öffentlichen Schule in G.____ zugespitzt hatten, brachte die Kindsmutter ihren Sohn im Oktober 2021 ins Schulheim F.____ unter. Diese Schul- heimplatzierung scheiterte jedoch, weil er sich nicht an die Regeln hielt und zunehmend die Schule nicht besuchte. Die Kindsmutter zog im April 202 2 aus dem Generationenhaus G.____, in dem auch ihre Eltern wohnen, aus und zog nach I.____ . Der Beschwerdeführer entwich im- mer wieder aus dem Schulheim F.____ und kam gegen den Willen der Kindsmutter bei seinen Grosseltern unter. Während dieser Zeit kam es zu straf rechtlichen Verfehlungen, und der Dro- genkonsum war ein Thema. Am 2. Juni 2022 reichte die Kindsmutter eine Gefährdungsmeldung ein. Am 5. September 2022 errichtete die KESB die Be istandschaft für den Beschwerdeführer. Es hatte sich gezeigt, dass der Jugendliche seit Monaten die Schule im Schulheim F.____ nicht mehr besuchte. Seitdem wurden mehrere Beschulungsmöglich keiten geprüft. Im Oktober 2022 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht wurde eine Unterbringung in der Modellstation K.____ geprüft. Dort waren jedoch die Beschu- lungsmöglichkeiten nicht geeignet, weshalb eine Unterb ringung in der Beobachtungsstation L.____ geprüft wurde. Eine Aufnahme wurde jedoch vor allem wegen der fehlenden Motivation des Beschwerdeführers von der Institution am 28. November 2022 abgelehnt. In der Folge ver- suchte der Beistand noch einmal, gemeinsam mit dem Beschwerdeführer eine Anschlusslösung zu erarbeiten. Der Beschwerdeführer konnte sich jedoch n icht auf eine kooperative und trans- parente Zusammenarbeit einlassen und entzog sich wiede rholt seiner Verantwortung, so dass keine einvernehmliche und geeignete Lösung gefunden werden konnte. Am 20. März 2023 und am 2. Mai 2023 entwich der Beschwerdeführer aus der Be obachtungsstation E.____. Zeitweise kam er wieder bei seinen Grosseltern unter. 4.2. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführe r seit längerem nicht mehr bei sei- ner Mutter, sondern immer wieder bei seinen Grosseltern mütterlicherseits wohnt. Das Verhält- nis zwischen den Grosseltern und ihrer Tochter ist zerrütte t, eine konstruktive Zusammenarbeit in Bezug auf den Beschwerdeführer ist äusserst schwierig. D ie Kindsmutter ist mit ihrem Sohn überfordert. Der Beschwerdeführer hat über lange Zeiträume keine Schule besucht. Ausserdem konsumiert er Drogen. Er hat keinen strukturierten Tag esablauf und hält sich auch gegenüber den Grosseltern nicht an Regeln und bleibt häufiger auch ohne Absprache weg. Des Weiteren hat sich der Beschwerdeführer mehrmals strafrechtlicher Ve rfehlungen schuldig gemacht. Er will zwar eine Lehre machen, hat aber keinen Schulabschluss und geht davon aus oder gibt vor, davon auszugehen, dass er auch ohne Schulabschluss eine Le hrstelle antreten könne. Der Beschwerdeführer hat Probleme mit der Emotionskontroll e, was unter anderem zu sozialen Problemen und strafrechtlichen Verfehlungen führt. Zu dem ist nicht klar, wo sich der 15-jährige Jugendliche aufhält, wenn er sich nicht in der Beobacht ungsstation E.____ und nicht bei den Grosseltern aufhält. 4.3. Das Wohl des Beschwerdeführers ist offensichtlich gef ährdet. Die Kindsmutter ist mit dem Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts über ihren Sohn einverstanden. Der Be- schwerdeführer wehrt sich nicht gegen den Entzug des Auf enthaltsbestimmungsrechts der Kindsmutter. Strittig und zu prüfen ist vorliegend nu r, ob die Platzierung in der Beobachtungs- station E.____ für die Abklärungsdauer von voraussichtlich sechs bis neun Monaten zu Recht erfolgt ist. Der Beschwerdeführer wünscht, bei seinen Gr osseltern zu wohnen und dort die Schule zu besuchen. 5.1. Aus den Akten geht hervor, dass die Grosseltern d en Beschwerdeführer nicht im Griff haben und er bei ihnen macht, was er will (z.B. Aktennotizen der KESB betr. Gespräch mit dem Beistand vom 9. Februar 2023 und betr. Gespräch mit Ha lbbruder und Schwägerin der Kinds- mutter). Die Grosseltern können ihm keine Tagesstruktur geben und keine Grenzen setzen (vgl. z.B. Aktennotizen betr. Gespräch mit dem Beistand vom 1. Juli 2022 und vom 24. Januar 2023). Auch in der Zeit, als er im Schulheim F.____ untergeb racht war, ging er dort länger nicht zur Schule und kam immer wieder bei den Grosseltern unter. Ihnen ist es nicht gelungen, ihn wie- der zum Schulbesuch im Schulheim F.____ zu bewegen. Der Einfluss, welchen die Grosseltern auf ihn haben, wird zum Teil als negativ und destruktiv b eschrieben (vgl. Abklärungsbericht des Beistands vom 8. Juli 2022, Aussage des Schulsozialarbeiters G.____, S. 4). Auch scheinen die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grosseltern die illegalen Machenschaften ihres Enkelsohns (unter anderem Sachbeschädigun- gen) und die dadurch ausgelösten Polizeieinsätze zu bagatellisieren (vgl. Abklärungsbericht des Beistands vom 8. Juli 2022, S. 4). Zudem halten sich die Grosseltern nicht an Abmachungen (vgl. Abklärungsbericht des Beistands vom 8. Juli 2022, In formationen des Schulheims F.____, S. 5). Bei den Grosseltern scheint der Beschwerdeführer die Möglichkeit zu haben, die "Rah- menbedingen zu umgehen" und in einer "Scheinwelt ohne Konsequenzen" zu leben (vgl. Abklä- rungsbericht des Beistands vom 8. Juli 2022, S. 6). 5.2. Der Anhörung des Beschwerdeführers vom 2. November 2022 lässt sich entnehmen, dass dieser stark dazu neigt, die Fehler nur bei den and eren zu suchen; so sagt er z.B. aus, im Gegensatz zu den anderen habe es bei ihm keinen Grund gegeben, dass er im Schulheim F.____ gewesen sei, dass er in der öffentlichen Schu len von den anderen gemobbt und der Lehrer ihn ausgegrenzt habe, dass die Kindsmutter Schuld daran sei, dass er aus der Schule geflogen sei sowie dass die F.____ nicht gut gewesen sei , weil es die Leiter nicht in den Griff gehabt hätten. 5.3. In den Akten wird an verschiedenen Stellen ausgef ührt, dass der Beschwerdeführer an ADHS leidet. Den Akten ist zu entnehmen, dass er Proble me hat mit der Emotionsregulierung und im Sozialverhalten sowie sich an Vereinbarungen zu halten. So haben die regelmässigen Wutausbrüche z.B. vereinzelte Sachschäden und eine strafr echtliche Handlung (Anspucken einer Lehrperson während des Unterrichts) gegen eine Fachperson des Schulheims F.____ zur Folge gehabt. Dieses Verhalten lässt auf seine Unfähig keit schliessen, einen adäquaten Um- gang mit seinen Emotionen wie Frustration und Aggressi onen zu haben (Schreiben des Bei- stands vom 21. Oktober 2022). Der Beistand schätzte in sein em Bericht vom 21. Oktober 2022 die aktive Verweigerung des Beschwerdeführers als passiven Hilfeschrei ein und empfahl alter- nativ eine Einrichtung, welche ihren Schwerpunkt auf psychiatrische sowie soziale Themen lege und den Druck der beruflichen Integration, zumindest vorübergehend, zweitrangig behandle. 5.4. Das Schulheim F.____ berichtet, dass der Beschwerdef ührer grundsätzlich als intelli- genter Schüler wahrgenommen werde, welcher sich den Re geln des Schulheims jedoch der- massen widersetzt habe, dass den Fachpersonen die Handhab ung fehle. Der innerfamiliäre Konflikt zwischen den Grosseltern und der Kindsmutter er schwere die Arbeit mit ihm zusätzlich (vgl. Abklärungsbericht des Beistands vom 8. Juli 2022, S. 5). 5.5. Die Beobachtungsstation E.____ hält in ihrem Ber icht vom 8. Mai 2023 fest, dass der Beschwerdeführer, nachdem er den Eintrittstermin vom 1 3. März 2023 nicht wahrgenommen habe, am 20. März 2023 polizeilich zugeführt worden sei . Er habe angekündigt, nicht zu koope- rieren, habe sein Zimmer zwar bezogen, kurze Zeit spä ter den Zimmerschlüssel abgegeben und sei entwichen. Am 3. April 2023 sei eine erneute polizeiliche Zuführung erfolgt. Anschlies- send sei während eines Monats nur noch eine Entweichung ü ber Nacht registriert worden. Seit dem 2. Mai 2023 sei er allerdings wieder abgängig. Au f der Wohngruppe sei der Beschwerde- führer nach anfänglich starker Verweigerung zunehmend kooperativ erlebt worden. Es hätten vermehrt auch produktive Gespräche stattgefunden. Die B eteiligung an Gruppenaktivitäten sei ebenfalls als zunehmend wahrgenommen worden. Der dekla rierte Widerwillen gegen den Auf- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht enthalt auf der Beobachtungsstation habe gemäss seinen A ngaben weniger im Angebot der Beobachtungsstation, sondern mehr in seiner grundsätzlichen Ablehnung der Fremdplatzierung bestanden. Im bisherigen Zeitraum seien vier Urinprob en abgegeben worden, die durchgehend positiv auf THC getestet worden seien. Eine Urinprobe se i ebenfalls positiv auf Amphetamine ausgefallen. Mehrmals sei der Klient beim Konsum von THC im Zimmer angetroffen worden. Die Beteiligung an der Tagesstruktur habe in den bisherigen Kalenderwochen seines Aufenthal- tes von 0% bis 78% variiert. Anfänglich habe er die Ta gesstruktur jeweils nach Frustrationser- lebnissen im Rahmen von Interaktionen mit dem Personal umgehend wieder verlassen. Er sei dabei häufig als provokativ und auch impulsiv erlebt w orden. Im weiteren Verlauf sei es ihm gelungen, die tägliche Teilnahme etwas auszubauen. Am 2. Mai 2023 sei es zu einem Impuls- durchbruch mit Sachbeschädigung (Glasscheibe Werkstatttür) gekommen, wofür er sich später glaubhaft entschuldigt habe. Dem Angebot der Tagesstru ktur gegenüber habe er sich häufig "vorbehaltvoll" gegeben. Wenngleich die Auseinandersetzung mit seiner Einweisungsgrundlage anspruchsvoll sei, seien zaghafte Fortschritte auch in diesem Bereich sichtbar. Der Aktennotiz der KESB betr. Gespräch mit dem Beistand vom 9. Februar 2023 ist zu entnehmen, dass die Beobachtungsstation E.____ Schulklassen mit nur drei Schü lern biete. Es könne intern ge- schnuppert werden, und es gebe auch Jobcoaches. 5.6. Gemäss Vernehmlassung der KESB vom 3. April 2023 ist der Beschwerdeführer nach Auskunft der Kindsmutter in der Zeit, in der er nicht in der Beobachtungsstation E.____ war, zeitweise wieder bei den Grosseltern untergekommen. 5.7. Den Akten ist zu entnehmen, dass die KESB dem Wuns ch des Jugendlichen nachge- gangen ist und geprüft hat, ob er beim Vater seiner Freundin, welcher selber verbeiständet sei, in M.____ (Kanton Basel-Landschaft) wohnen und in N. ____ (Kanton Basel-Landschaft) zur Schule gehen könne (siehe u.a. Aktennotizen der KESB b etr. Gespräch mit dem Beistand vom 1. Dezember 2022, vom 11. Januar 2023 und vom 12. Janua r 2023). Der Aktennotiz der KESB vom 17. Januar 2023 ist zu entnehmen, dass abgeklärt wor den sei, ob eine Pflegefamilie im Raum N.____ zur Verfügung stehe, was nicht der Fall ge wesen sei. Der Aktennotiz der KESB betr. Gespräch mit dem Beistand vom 11. Januar 2023 ist zu entnehmen, dass der Beschwer- deführer sich total darauf fixiert habe, beim Vater seiner Freundin zu wohnen und in N.____ zur Schule zu gehen, und es für den Beschwerdeführer keine Option sei, wieder zu seinen Gross- eltern zu ziehen. Der Beistand erklärt, das Verhalten de s Beschwerdeführers zeige, dass er nicht in der Lage sei, Verantwortung zu übernehmen un d selber eine durchsetzbare Lösung zu wählen. Als der Beistand von ihm eine Entscheidung verla ngt habe, habe der Beschwerdefüh- rer das Telefonat beendet. 5.8. Die KESB hat überprüft, ob der Beschwerdeführer im Jugenddorf L.____ aufgenommen werden könne. L.____ hat seine Aufnahme aber verweig ert (siehe u.a. Aktennotizen betr. Ge- spräch mit dem Beistand vom 1. Dezember 2022 und vom 28. November 2022). 5.9. Der Beistand hat auch die Beschulung des Beschwerd eführers in G.____ geprüft (Ak- tennotiz der KESB betr. Gespräch mit dem Beistand vom 1 7. Januar 2023). Grundsätzlich sei Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Aufnahme möglich, jedoch habe die Schulleitung B edenken geäussert, da in der Schule in G.____ schon "viel vorgefallen sei in der Vergangenheit". 6.1. Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass der B eschwerdeführer wohl eine enge Bindung zu seinen Grosseltern hat, diese ihm aber nic ht die nötigen Strukturen und Grenzen geben und setzen können, die er braucht, um einen Sch ulabschluss zu machen, seine Emotio- nen besser in den Griff zu bekommen und damit strafrecht liche Verfehlungen zu verhindern, seine Sozialkompetenzen zu verbessern und zu lernen, Verantwortung für sich, sein Leben und seine Handlungen zu übernehmen und sich an Regeln und A bmachungen zu halten. Zudem scheinen die Grosseltern selber Mühe zu haben, sich an Abmachungen zu halten. Aufgrund der Akten ist auch ersichtlich, dass der Beschwerdeführer in de r Vergangenheit in verschiedenen besuchten öffentlichen Schulen Probleme hatte, was eine schlechte Prognose dafür ist, dass der Schulbesuch in G.____, wo sich die Probleme auch zugesp itzt hatten, erfolgreich sein könnte. Aufgrund der Vorgeschichte ist nicht davon auszuge hen, dass Weisungen an die Grosseltern, welche in der Vergangenheit Mühe bekundet haben, sich an Abmachungen zu halten, erfolgsversprechend wären. Unter diesen Vorauss etzungen ist nicht zu beanstanden, dass die KESB die Platzierung des Beschwerdeführers bei seinen Grosseltern abgelehnt hat. 6.2. Die offen geführte Beobachtungsstation E.____ ni mmt normalbegabte männliche Ju- gendliche ab 15 Jahren auf, deren aktuelle Lebenssituat ion von Orientierungslosigkeit gekenn- zeichnet ist. Hauptziele des Aufenthaltes sind Stabilisier ung, umfassende Förderung, multidis- ziplinäre Abklärung und die Erarbeitung einer realisti schen Zukunftsperspektive, die die Be- obachtungsstation gemeinsam mit dem Jugendlichen, seinen E ltern und den einweisenden Stellen entwickelt. Ziel ist es, einen möglichst soliden Ausweg aus der Orientierungslosigkeit zu finden und zu erarbeiten. Die Beobachtungsstation E.__ __ setzt auf sorgfältige psychiatrisch- psychologische, sozialpädagogische, schulische und arbeitsagogi sche Diagnostik (https://www.E.____.org/angebot/beobachtungsstation/, zuletzt besucht am 17. Mai 2023). Da- mit ist die Beobachtungsstation E.____ für den Beschwerdeführer eine geeignete Institution. 6.3. Die KESB hat auch mildere Varianten geprüft. Ei ne scheiterte an der fehlenden Motiva- tion des Jugendlichen, eine war hinsichtlich der Schulmö glichkeiten ungeeignet und eine war unter anderem wegen des Fehlens einer Pflegefamilie nicht möglich. Der Vorwurf an die KESB, es seien keine anderen (milderen) Massnahmen gesucht worden, geht somit fehl. 6.4. Wie die KESB in ihrer Vernehmlassung vom 3. April 2023 ausgeführt hat, ist die Platzie- rung in der Beobachtungsstation E.____ zur Abklärung e iner geeigneten Anschlusslösung die mildeste mögliche Massnahme, welche verfügt werden konnte. Das Verhalten des Beschwerde- führers zeigt, dass er in einem Setting ausserhalb einer Institution nicht in der Lage ist, die Ver- antwortung für seine schulische, berufliche und persönli che Entwicklung zu übernehmen. Die Unterbringung und Abklärung in der Beobachtungsstation E.____ ist deshalb erforderlich, um seiner Gefährdung entgegenzuwirken, und soll Aufschluss darüber geben, welche Anschlusslö- sung für ihn die geeignetste ist. Die KESB führt in i hrer Vernehmlassung weiter aus, dass eine Platzierung in der Region nicht möglich sei, da im Rau m Basel keine Beobachtungsstation für Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht männliche Jugendliche zur Verfügung stehe. Die Massnahme ist demzufolge verhältnismässig und die Beschwerde abzuweisen. 7.1. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem K antonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmas s auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Ent- sprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens sind die kantonsgerichtlichen Verfah- renskosten in der Höhe von Fr. 800.-- dem Beschwerdeführ er aufzuerlegen und haben auf- grund der Unterstützungspflicht der beigeladenen Kin dseltern je zur Hälfte und damit im Um- fang von je Fr. 400.-- zu deren Lasten zu gehen. Die Parteikosten sind gestützt auf § 21 Abs. 1 und 2 VPO wettzuschlagen. 7.2. Da der Vertreter des Beschwerdeführers von der KESB mit Entscheid vom 14. Novem- ber 2022 als Kindesvertreter gemäss Art. 314a bis ZGB eingesetzt wurde, wird er eine Mandats- entschädigung, welche auch die Bemühungen im Rahmen des vorliegenden Beschwerdever- fahrens mitumfasst, bei der KESB geltend machen können. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Beschwer- deführer auferlegt und gehen aufgrund der Unterstütz ungspflicht der beigeladenen Kindseltern je hälftig und somit im Umfang von je Fr. 400.-- zu deren Lasten. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin