<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, folgende Fragen zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten:</p><p>1. Wie sieht die konsolidierte Bilanz des Programms Piaget aus?</p><p>2. Inwieweit kann der Verfassungsauftrag, bestätigt im Berufsbildungsgesetz, als erfüllt betrachtet werden?</p><p>3. Welches sind die hauptsächlichen Gründe, die die Lernenden daran hindern oder sie davon abschrecken, während ihrer beruflichen Grundbildung einen Sprachaufenthalt zu machen?</p><p>4. Sind die Angebote von Berufspraktika für junge Erwachsene, die ihre Berufsbildung abgeschlossen haben und auf Stellensuche sind, nicht viel attraktiver? Müsste den Angeboten nicht Vorrang eingeräumt werden, ja, müssten für sie nicht mehr Mittel bewilligt werden?</p><p>5. Ist alles unternommen worden, damit die Lernenden "Piaget" kennen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund unterstützt verschiedene Initiativen (während und nach der beruflichen Grundbildung) zur Förderung der Mehrsprachigkeit und der Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften. Dazu gehören z. B. die nationalen Austauschprogramme der CH-Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit, die Aktivitäten des Dachverbands Intermundo zur Förderung von Jugendaustausch oder die europäischen Bildungs- und Jugendprogramme. </p><p>Die Fragen der Postulantin beantwortet der Bundesrat wie folgt:</p><p>1./4. Das binnenstaatliche Programm Piaget richtet sich einerseits an Lernende der beruflichen Grundbildung für einen Lehrstellentausch. Andererseits bietet es stellenlosen jungen Erwachsenen die Möglichkeit, in einem anderen Landesteil ein Berufspraktikum zu absolvieren. Im Auftrag des Bundes betreut die CH-Stiftung beide Programmteile. Im Bereich der Berufsbildung werden derzeit Pilotprojekte aufgebaut mit dem Ziel einer Verdoppelung der Austausche bis 2016. Die Evaluation bisheriger Projekte zeigt, dass bereits kurze Austauschaufenthalte (3-4 Wochen) zur Verbesserung der mündlichen Fremdsprachenkenntnisse und zur Motivationssteigerung beitragen. Der Organisations- und Betreuungsaufwand für Berufsbildungsverantwortliche ist bei einem erstmaligen Austausch hoch, nimmt aber bei Folgeprojekten oder Austauschpartnerschaften ab. Beim Angebot für stellenlose junge Erwachsene hängt das quantitative Ziel von den jährlichen Bedarfsangaben der Kantone ab.</p><p>2. Das Thema Mobilität hat in den letzten Jahren in der Berufsbildung an Bedeutung gewonnen. Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt gaben an der Lehrstellenkonferenz 2011 ein gemeinsames Commitment ab, wonach Austauschaktivitäten gesteigert werden sollen und der Fremdsprachenunterricht an den Berufsfachschulen gefördert werden soll. Die nachfolgenden Arbeiten machten deutlich, dass regulatorische Massnahmen abgelehnt werden und angesichts der unterschiedlichen Bedürfnisse und Voraussetzungen branchenspezifische Lösungen im Vordergrund stehen. Über die Projektförderung des Bundes gemäss den Artikeln 54 und 55 des Berufsbildungsgesetzes (BBG; SR 412.10) besteht die Möglichkeit, entsprechende Projekte finanziell zu unterstützen.</p><p>Gemäss Artikel 12 Absatz 2 der Berufsbildungsverordnung (BBV; SR 412.101) ist in den Bildungsverordnungen der beruflichen Grundbildung "in der Regel eine zweite Sprache vorzusehen". Von den rund 180 Bildungsverordnungen der beruflichen Grundbildung, die seit 2005 in Kraft getreten sind, sieht etwa ein Fünftel den obligatorischen Fremdsprachenunterricht vor. In weiteren Berufen wird bilingualer Unterricht praktiziert, bei dem entweder im Fach- oder im allgemeinbildenden Unterricht fachliche Inhalte in einer Fremdsprache vermittelt werden. Die Möglichkeit einer verstärkten Bundesförderung in diesem Bereich wird derzeit geprüft.</p><p>3. In einer Bestandsanalyse äusserten sich Berufsbildnerinnen und Berufsbildner grundsätzlich positiv zu Austauschaktivitäten. Bedenken bestanden vor allem angesichts des administrativen Aufwands. Hinzu kommt die nötige Koordination zwischen Betrieb, Berufsfachschule und überbetrieblichen Kursen. </p><p>5. Die Informationsaktivitäten der CH-Stiftung erfolgen auf mehreren Ebenen und über verschiedene Kanäle, insbesondere über die Internetseite <a href="http://www.ch-go.ch">www.ch-go.ch</a>, mit zielgruppenspezifischen Veranstaltungen und Publikationen sowie einem regelmässigen Newsletter zum Thema Mobilität. Zudem ist sie bestrebt, ihre Kontakte zu Institutionen, Partnern aus der Wirtschaft und weiteren Multiplikatoren laufend auszubauen.</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass mit der Beantwortung der Fragen die Anliegen der Postulantin erfüllt sind. Ein Bericht wird keine weiteren Erkenntnisse bringen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.