Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2020 8 Entscheid vom 7. April 2020 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. B.________, gegen Amt für Arbeit, Arbeitslosenkasse, Lückenstrasse 8, Postfach 1181, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Arbeitslosenversicherung (Anspruchsberechtigung; Beitragszeit)2 Sachverhalt: A.A.________ (Jg. 1964) hat vom 1. April 2002 bis 31. Januar 2003 bei der C.________ AG (und davor vom 19.2.1996 bis 31.12.1997 bei D.________ und vom 6.4.1998 bis 28.2.2002 bei der E.________ AG) als kaufmännische Ange- stellte gearbeitet und die Stelle aufgrund von Mutterschaft und Kinderbetreuung gekündigt. Seit dem 1. Juni 2007 arbeitet sie als ("Aushilfs"-) Verteilbotin auf Ab- ruf bei der F.________ AG (Vi-act. 33, 37). A.________ hat sich am 14. Mai 2019 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) G.________ angemel- det (Vi-act. 40). Am 7. Juni 2019 stellte sie Antrag auf Arbeitslosenentschädigung per 15. April 2019 für den Wiedereintritt ins Erwerbsleben infolge Scheidung von Ende Juni 2016 sowie infolge Wegfalls der Betreuung einer pflegebedürftigen Person im gemeinsamen Haushalt (Vi-act. 33). B.Mit Schreiben vom 13. Juni 2019 teilte die Arbeitslosenkasse A.________ mit, sie habe in den zwei Jahren vor Beginn der Stempelkontrolle während des Bemessungszeitraums einen Durchschnittsverdienst von weniger als Fr. 500.-- pro Monat erzielt. Dieser Verdienst gelte nicht als versichert, weshalb ab 14. Mai 2019 bis auf weiteres keine Arbeitslosenentschädigung ausgerichtet werden könne. A.________ wurde Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben (Vi-act. 26), welche sie mit Schreiben vom 25. Juni 2019 wahrnahm (Vi-act. 25). C.Mit Verfügung Nr. 465 vom 3. Juli 2019 lehnte die Arbeitslosenkasse die Anspruchsberechtigung ab 14. Mai 2019 wegen Nichterreichens der Mindest- grenze des versicherten Verdienstes ab (Vi-act. 23). Die am 3. September 2019 dagegen erhobene und am 15. Oktober 2019 ergänzend begründete Einsprache von A.________ (Vi-act. 11, 15) wurde mit Einspracheentscheid Nr. 74/2019 vom 29. November 2019 abgewiesen (Vi-act. 5). D.A.________ lässt am 17. Januar 2020 gegen den Einspracheentscheid Nr. 74/2019 vom 29. November 2019 (zugestellt am 2.12.2019; unter Berücksichti- gung des Fristenstillstands vom 18.12. bis 2.1. gemäss Art. 38 Abs. 4 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] vom 6.10.2000) fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsge- richt einreichen mit folgenden Anträgen: 1. Der Einspracheentscheid Nr. 74/2019 der Beschwerdegegnerin vom 29. No- vember 2019 sei aufzuheben. 2. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin ab 14. Mai 2019 die gesetzlichen Arbeitslosentaggelder auszurichten. 3. Eventualiter sei die Streitsache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägun- gen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.3 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin. E.Mit Vernehmlassung vom 23. Januar 2020 beantragt die Arbeitslosenkasse unter Verweis auf die Begründung im Einspracheentscheid Nr. 74/2019 die voll- umfängliche Abweisung der Beschwerde. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Der Versicherte hat Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn er u.a. die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 8 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversiche- rung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0] vom 25.6.1982). Für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit gelten, sofern das Gesetz nichts anderes vorsieht, zweijährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungs- bezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Art. 9 Abs. 1-3 AVIG). 1.2Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmen- frist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflich- tige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). 1.3.1Von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind Personen, die innerhalb der Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während insgesamt mehr als zwölf Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und die Beitragszeit nicht erfüllen konn- ten u. a. wegen Krankheit (Art. 3 ATSG), Unfall (Art. 4 ATSG) oder Mutterschaft (Art. 5 ATSG), sofern sie während dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz hatten (vgl. Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG). Ebenfalls von der Erfüllung der Beitragszeit be- freit sind Personen, die wegen Trennung oder Scheidung der Ehe, wegen Invali- dität (Art. 8 ATSG) oder Todes des Ehegatten oder aus ähnlichen Gründen oder wegen Wegfalls einer Invalidenrente gezwungen sind, eine unselbständige Er- werbstätigkeit aufzunehmen oder zu erweitern. Diese Regel gilt nur dann, wenn das betreffende Ereignis nicht mehr als ein Jahr zurückliegt und die betroffene Person beim Eintritt dieses Ereignisses ihren Wohnsitz in der Schweiz hatte (vgl. Art. 14 Abs. 2 AVIG). 1.3.2Ein ähnlicher Grund im Sinne von Art. 14 Abs. 2 AVIG liegt insbesondere vor, wenn Personen wegen Wegfalls der Betreuung von Pflegebedürftigen ge- zwungen sind, eine unselbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder zu erwei- tern, falls die pflegebedürftige Person dauernd auf Hilfe angewiesen war (lit. a); 4 die betreuende und die pflegebedürftige Person im gemeinsamen Haushalt ge- wohnt haben (lit. b); und die Betreuung mehr als ein Jahr gedauert hat (Art. 13 Abs. 1 bis lit. c der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV; SR 837.02] vom 31.8.1983). Mit dem Begriff der "ähnlichen Gründe" beabsichtigte der Gesetzgeber nament- lich denjenigen Fall zu erfassen, wo eine ledige Tochter, die ihre betagten Eltern betreut hat, von diesen unterhalten wurde und nach deren Ableben infolge ihrer wirtschaftlichen Lage zur Aufnahme eines Verdienstes gezwungen ist (BBl 1980 III S. 565). 1.4Die Bestimmung in Art. 14 Abs. 2 AVIG ist in erster Linie für jene Fälle ge- dacht, in denen plötzlich die Person, welche die Ernährerfunktion in der Familie innehatte, oder die Erwerbsquelle plötzlich aus- oder weggefallen ist. Im Unter- schied zu den Befreiungstatbeständen nach Art. 14 Abs. 1 AVIG gelangen die Gründe von Art. 14 Abs. 2 AVIG auch bei Erweiterung einer bisher ausgeübten Teilzeitbeschäftigung zur Anwendung (vgl. BGE 138 V 434 Erw. 5.3; Thomas Nussbaumer in SBVR, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. A., Rz. 242; VGE II 2011 77 vom 27.10.2011 Erw. 1.3). 1.5Der Befreiungstatbestand nach Art. 14 Abs. 2 AVIG ist nur erfüllt, wenn zwischen dem geltend gemachten Grund und der Notwendigkeit einer Aufnahme oder Erweiterung einer unselbständigen Erwerbstätigkeit ein Kausalzusammen- hang gegeben ist. Ein solcher ist bereits zu bejahen, wenn es glaubwürdig und nachvollziehbar erscheint, dass der Entschluss der versicherten Person zur Auf- nahme oder Erweiterung einer Beschäftigung in dem als Befreiungsgrund in Fra- ge kommenden Ereignis mitbegründet liegt (BGE 138 V 434 Erw. 5.3). Der Kau- salzusammenhang ist nach dem Willen des Gesetzgebers nicht mehr gegeben, wenn sich das betreffende Ereignis mehr als ein Jahr vor der versuchten Arbeits- aufnahme zugetragen hat (vgl. Art. 14 Abs. 2 Satz 2 AVIG). Da bei diesem Be- freiungstatbestand die Kausalität eine doppelte ist, muss die betreffende Person durch den Eintritt des Ereignisses aus wirtschaftlichen Gründen zur Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit gezwungen sein. Bei der Prüfung des wirtschaftlichen Zwangs sind die Einkünfte (einschliesslich Vermögenserträge) und die laufenden Kosten unter Einbezug eines allfällig verfügbaren Vermögens miteinander zu vergleichen. Ergibt sich, dass die versicherte Person nicht im- stande ist, ihren finanziellen Verpflichtungen kurz- und mittelfristig nachzukom- men, ist eine finanzielle Zwangslage zu bejahen. Dies ist beispielsweise trotz Ehescheidung dann nicht der Fall, wenn sie vom geschiedenen Ehepartner Un- terhaltsbeiträge in erheblichem Umfang erhält oder über ein grosses Vermögen 5 verfügt. Einschränkungen im bisher gepflegten Lebensstandard sind bei den Tat- beständen des Art. 14 Abs. 2 AVIG hinzunehmen. Beim Eintritt des Ereignisses muss die betroffene Person Wohnsitz in der Schweiz haben (Thomas Nussbau- mer, a.a.O., Rz. 246 u. KS ALE, B190 ff; vgl. auch VGE II 2011 77 vom 27.10.2011 Erw. 1.4). 1.6Als versicherter Verdienst gilt der im Sinne der AHV-Gesetzgebung mass- gebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraumes aus einem oder meh- reren Arbeitsverhältnissen normalerweise erzielt wurde; eingeschlossen sind die vertraglich vereinbarten regelmässigen Zulagen, soweit sie nicht Entschädigung für arbeitsbedingte Inkonvenienzen darstellen. Der Höchstbetrag des versicher- ten Verdienstes (Art. 18 ATSG) entspricht demjenigen der obligatorischen Unfall- versicherung. Der Verdienst gilt nicht als versichert, wenn er eine Mindestgrenze nicht erreicht. Der Bundesrat bestimmt den Bemessungszeitraum und die Min- destgrenze (Art. 23 Abs. 1 AVIG). Der Verdienst ist nicht versichert, wenn er während des Bemessungszeitraumes monatlich Fr. 500.-- nicht erreicht (Art. 40 AVIV). Für Versicherte, die im Anschluss an eine Berufslehre Arbeitslosenent- schädigung beziehen, sowie für Personen, die von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind, setzt der Bundesrat Pauschalansätze als versicherten Verdienst fest. Er berücksichtigt dabei insbesondere das Alter, den Ausbildungsstand sowie die Umstände, die zur Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit geführt haben (Art. 14 AVIG; Art. 23 Abs. 2 AVIG). 1.7.1Sowohl das sozialversicherungsrechtliche Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Sozialversiche- rungsträger und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil BGer 9C_662/2016 vom 15.3.2017 Erw. 2.2). Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Ge- richt dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög- lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von al- len möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 Erw. 6 S. 221 f. mit Hinweisen; Urteil BGer 8C_794/2016 vom 28.4.2017 Erw. 4.1). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit oder Richtig-6 keit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermit- teln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil BGer 9C_662/2016 vom 15.3.2017 Erw. 2.2). 1.7.2Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Be- weisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungs- gerichts (Art. 61 lit. c ATSG) oder der verfügenden Verwaltungsstelle (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Unguns- ten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Dieser in Art. 8 ZGB enthaltene Grundsatz gilt auch im öf- fentlichen Recht (vgl. BGE 138 II 465 Erw. 6.8.2; Urteil BGer 9C_634/2014 vom 31.8.2015 Erw. 6.3.4). Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tat- sachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (BGE 130 III 321 Erw. 3.1). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich er- weist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdi- gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 Erw. 6; Urteil BGer 8C_794/2016 vom 28.4.2017 Erw. 4.3.1). 2.1In der angefochtenen Verfügung wurde der Anspruch auf Arbeitslosenent- schädigung verneint, weil die Beschwerdeführerin im Bemessungszeitraum die Mindestgrenze des versicherten Verdienstes nicht erreicht habe sowie kein Grund zur Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit vorliege. Gemäss Einspracheentscheid Nr. 74/2019 vom 29. November 2019 steht fest und ist in der Einsprache unbestritten geblieben, dass die Beschwerdeführerin die Mindestgrenze des versicherten Verdienstes im Bemessungszeitraum vom 14. Mai 2018 bis 13. Mai 2019 nicht erreicht habe. Weiter sei gemäss der Akten- lage erstellt, dass die rechtskräftige Scheidung ihrer Ehe mit dem Ex-Ehemann im Jahre 2016 erfolgt sei und damit mehr als ein Jahr zurückliege. Streitig sei somit einzig, ob die Beschwerdeführerin wegen der Betreuung ihrer minderjähri- gen Tochter und der damit zusammenhängenden psychischen Erkrankung der Tochter nach Art. 14 Abs. 2 AVIG i.V.m. Art. 13 Abs. 1 bis AVIV von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sei (Erw. 10). Schliesslich hat die Vorinstanz im angefoch- tenen Einspracheentscheid mit Verweis auf Lehre und Rechtsprechung festge-7 halten, dass die Beschwerdeführerin vorliegend für die Betreuung ihrer Tochter keine Entschädigung von einer Versicherung erhalten habe, welche nun wegge- fallen wäre, und sie sich deshalb gezwungen sähe, eine Erwerbstätigkeit auf- nehmen zu müssen. Mit anderen Worten falle der Beschwerdeführerin keine Ein- kommensquelle weg, weshalb es offensichtlich am zwingend erforderlichen Kau- salzusammenhang zwischen dem geltend gemachten Grund und der Notwendig- keit einer Aufnahme oder Erweiterung einer unselbständigen Erwerbstätigkeit und dem wirtschaftlichen Zwang fehle. Ein Befreiungstatbestand liege somit nicht vor (Erw. 13). Eine Prüfung der weiteren Voraussetzungen nach Art. 13 Abs. 1 bis AVIV erübrige sich damit (Erw. 14). 2.2.1Zum Sachverhalt führt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 17. Januar 2020 ergänzend aus, dass sie bis im Sommer 2016 mit ihrem ersten Ehemann verheiratet gewesen sei. Aufgrund ausserordentlich schwieriger Ver- hältnisse habe sie sich Anfang 2013 von ihrem Ex-Mann getrennt. Hervorgerufen durch das Verhalten des Ex-Mannes sowie durch die Trennung Anfang 2013 lei- de die gemeinsame Tochter (heute 17 Jahre alt) an schwerwiegenden psychi- schen Störungen, welche durch das Scheidungsverfahren und die Scheidung im Jahr 2016 verstärkt worden seien. Die psychischen Störungen der Tochter hätten sich unter anderem in schubweise auftretenden massiven irrationalen Angst- störungen geäussert. Weiter sei die Tochter an ihrer früheren Schule am vorma- ligen Wohnort massiv gemobbt worden und daher laufend mehrmals für längere Zeit krankgeschrieben gewesen. Wohl in Kombination mit dem Beginn der Pu- bertät habe sich die Tochter in den letzten Jahren (borderline-artig) mehrfach mit Messern in den Oberarm geritzt. Die Beschwerdeführerin und ihr neuer Ehemann hätten alle Messer und Scheren im Haus verstecken müssen. Die Tochter habe während längeren Phasen an Antriebslosigkeit, verbunden mit zusätzlich manchmal undefinierten Krankheiten, gelitten, sodass sie sich kaum mehr aus dem Bett erhoben habe. Die Phasen der schweren psychischen Störung, welche ungefähr bis Mai 2019 und damit mehrere Jahre dauerte, sei im Wechsel mit eu- phorischen Phasen aufgetreten. Die Tochter sei deswegen während mehrerer Jahre auch psychisch (durch die H.________, Kinder- und Jugendpsychiatrie) betreut worden. Während dieser schweren Zeit für die Tochter sei für die Be- schwerdeführerin an Arbeit nicht zu denken gewesen. Die Mutter habe die Toch- ter mit ihren psychischen Problemen betreuen und unterstützen müssen und ha- be deshalb keine über ein Mindestpensum hinausgehende Arbeitstätigkeit auf- nehmen können. Mit Verweis auf den Bericht der H.________ hält die Be- schwerdeführerin fest, dass sie und ihre Tochter den Vorschlag der H.________ begrüssen, wonach die Tochter im Weiteren durch einen professionellen Thera- peuten begleitet werden soll. Diese therapeutische Begleitung sei nun aufgegleist 8 und die Tochter verfolge neben einer medikamentösen Behandlung eine psychia- trische Behandlung bei einem Therapeuten, zurzeit einmal pro Monat. Diese ex- terne Therapie, zusammen mit der medikamentösen Behandlung, erlaube es der Beschwerdeführerin nun, ein höheres Arbeitspensum aufzunehmen. Des Weiteren verweist die Beschwerdeführerin auf den Antrag auf Arbeitslosen- entschädigung, gemäss welchem sie viel zu wenig Einkommen aus der Tätigkeit als blosse Aushilfs-Verträgerin auf Abruf erzielen könne. Dieses Einkommen sei erst noch willkürlich sinkend seit 2016, weshalb sie daneben noch eine zusätzli- che Stelle von 50% suche. Mit Schreiben vom 25. Juni 2019 an die Vorinstanz habe die Beschwerdeführerin zudem festgehalten, dass der zwingende berufliche Wiedereinstieg aufgrund der Scheidung und dem zwischenzeitlichen Wegfall der in der Scheidungskonvention festgehaltenen Unterhaltspflicht des Ex-Mannes erfolge. Gleichzeitig habe im Jahr 2019 die Betreuung der gemeinsamen Tochter soweit reduziert werden können, dass nun eine Erwerbstätigkeit erstmals möglich werde. 2.2.2Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass die Befreiungstat- bestände gemäss Art. 14 Abs. 1 und 2 AVIG nach BGE 131 V 279 kumuliert werden könnten. Diese Kumulationsmöglichkeit müsse auch gelten für die Be- freiungstatbestände, welche allein in Art. 14 Abs. 2 AVIG aufgelistet werden, nämlich die Trennung oder Scheidung der Ehe einerseits sowie Tatbestände aus anderen Gründen, vorliegend die Betreuung von Pflegebedürftigen anderseits. Wenn diese Tatbestände kumuliert werden könnten, so sei vorliegend nicht nur die Betreuung der Tochter, sondern auch die Scheidung im Jahr 2016 zu berück- sichtigen, denn diese beiden Tatbestände folgten unmittelbar und nahtlos hinter- einander, nachdem die Tochter insbesondere wegen der Trennung/Scheidung psychische Probleme entwickelt habe. Da der in der Scheidungskonvention vereinbarte Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'800.-- zur Deckung des persönlichen Bedarfs der Beschwerdeführerin nicht ausreiche bzw. ausgereicht hätte, hätte sie nach der Scheidung umgehend eine Arbeit suchen müssen, um das Manko decken zu können. Das habe sie jedoch nicht tun können, weil sie die pflegebedürftige Tochter habe betreuen müssen. Der Einspracheentscheid berücksichtige die finanzielle Notlage, in welche die Beschwerdeführerin durch die Scheidung geraten sei, überhaupt nicht mehr. Die finanzielle Notlage, ausgelöst durch die Scheidung, sei bestehen geblieben, weshalb die Beschwerdeführerin Arbeitsbemühungen aufgenommen habe, so- bald sie dies konnte.9 Die Voraussetzungen gemäss Art. 13 Abs. 1 bis lit. a bis c AVIV seien zudem voll- umfänglich erfüllt. Es sei nicht im Gesetz vorgesehen, dass ein Einkommen weg- fallen oder die Pflegetätigkeit durch eine Versicherungsleistung abgegolten sein müsse. 3.Die Beschwerdeführerin bestätigt mit Beschwerde vom 17. Januar 2020 (S. 10 Ziff. 25 3. Abs.), dass sie in den letzten Jahren durchschnittlich weniger Einkommen als Fr. 500.-- pro Monat erzielt hat (vgl. auch Lohnausweise 2016- 2018, Vi-act. 31f. und 34). Somit ist auch im vorliegenden Verfahren unbestritten, dass die Beschwerdeführerin während des Bemessungszeitraums die Mindest- grenze des versicherten Verdienstes gemäss Art. 23 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 40 AVIV nicht erreicht hat. 4.Streitig und zu prüfen ist im konkreten Fall, ob die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen zur Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit erfüllt. 4.1Es ist unbestritten, dass die Scheidung der Beschwerdeführerin von ihrem Ex-Mann im Jahr 2016 und somit rund drei Jahre vor der Anmeldung der Be- schwerdeführerin bei der Vorinstanz erfolgte. Die Scheidung liegt somit mehr als ein Jahr zurück, weshalb dieses Ereignis grundsätzlich Art. 14 Abs. 2 AVIG nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, dass sie nach der Scheidung le- diglich einen Unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 1'800.-- erhalten hat, womit sie zusammen mit dem Einkommen als Aushilfs-Verträgerin ihren Lebensbedarf nicht decken konnte. Sie hätte deshalb zu diesem Zeitpunkt eine Erwerbstätigkeit aufnehmen müssen, was sie jedoch aufgrund der eingetretenen Pflegebedürftig- keit ihrer Tochter nicht konnte. Damit widerspricht die Beschwerdeführerin ihren eigenen Ausführungen im Schreiben an die Vorinstanz vom 25. Juni 2019, wo- nach der berufliche Wiedereinstieg u.a. aufgrund des zwischenzeitlichen Weg- falls der Unterhaltszahlungen des Ex-Mannes erfolgen müsse (vgl. vorstehende Erw. 2.2.1). Gemäss Scheidungsvereinbarung der Beschwerdeführerin mit ihrem Ex-Mann wurde neben der Unterhaltszahlung für die Tochter (von Fr. 1'200.--/Mt bis mindestens zu deren Volljährigkeit) die Unterhaltszahlung an die Beschwer- deführerin von Fr. 1'800.--/Mt grundsätzlich bis 31. Dezember 2020 vereinbart, welche ab dem siebten Monat ruht, wenn die Beschwerdeführerin länger als sechs Monate im Konkubinat lebt, und welche bei Wiederverheiratung der Be- schwerdeführerin dahinfällt. Es ist vorliegend nicht aktenkundig, wann die Unter- haltspflicht des Ex-Mannes dahingefallen ist. Welche Variante der Vorbringen der Beschwerdeführerin zutreffend ist, kann vorliegend offen bleiben. Nachdem die Beschwerdeführerin nicht geltend macht, abgesehen von ihrer Tätigkeit als Aus-10 hilfs-Verträgerin auf Abruf, weiteres Einkommen für die Betreuung ihrer Tochter erhalten zu haben und die Scheidungsvereinbarung vor der (geltend gemachten) Pflegebedürftigkeit der Tochter erfolgte, und somit diese darin nicht berücksich- tigt worden ist, ist vorliegend nicht davon auszugehen, dass die Voraussetzung der Notwendigkeit der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit infolge Scheidung bzw. der Kausalzusammenhang gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG tatsächlich erfüllt wäre. Immerhin ist nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht, dass sich die Beschwerdeführerin während der Betreuung ihrer Tochter in einer finanziellen Notlage befunden hat. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach sie nach der Scheidung gezwungen gewesen wäre, eine Erwerbstätigkeit aufzu- nehmen, sind somit nicht erstellt. 4.2Es ist zunächst zu prüfen, ob für die Befreiung von der Erfüllung der Bei- tragszeit gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG i.V.m. Art. 13 Abs. 1 bis AVIV Einkommen oder Versicherungsleistungen wegfallen müssen (Standpunkt der Vorinstanz) oder nicht (Standpunkt der Beschwerdeführerin). 4.2.1Gemäss Kreisschreiben des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) kann der Wegfall der Betreuung eines pflegebedürftigen Kindes nur dann als Befrei- ungsgrund gelten, wenn die Pflege des Kindes von einer Versicherung entschä- digt worden ist, die versicherte Person davon gelebt hat und infolge Wegfalls der Versicherungsleistung gezwungen ist, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (KS ALE, B197). 4.2.2Die Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei sei- ner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepass- te und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmun- gen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwal- tungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtli- chen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 144 V 195 Erw. 4.2 m.w.H. in Bezug auf das KS ALE). 4.2.3Das Bundesgericht hat im Fall einer Mutter, die sich ihrem pflegebedürfti- gen Kind widmete und die eine berufliche Tätigkeit aufnehmen wollte, nachdem ihr bereits volljähriges Kind genügend selbständig war, um ausserhalb des elter- lichen Hauses zu leben, was folgt festgehalten: "Die Versicherte kann sich eben- sowenig auf die ähnlichen Gründe im Sinne von Art. 14 Abs. 2 AVIG berufen, weil sie einerseits für die Pflege ihres Kindes finanziell nicht entschädigt worden ist, und weil andererseits der Wechsel ihres Kindes in die Unabhängigkeit nicht 11 ein Ereignis darstellt, das die Versicherte - wirtschaftlich gesehen - zwang, eine unselbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen" (vgl. ARV 1999 Nr. 3 S. 10). Gemäss Bundesgerichtsurteil 8C_973/2009 vom 3. März 2010 hat eine Mutter am 11. Februar 2009 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung gestellt. Sie habe sich der Erziehung des bei der Wiederanmeldung noch nicht zehn Jahre alten Sohnes (geboren 14.7.2001) gewidmet. Das Bundesgericht hielt fest, dass ein Wiedereintritt ins Versicherungssystem bei dieser langen Abwesenheit vom Ar- beitsmarkt einzig über den Befreiungstatbestand des Art. 14 AVIG möglich blei- be, wobei hier nur der Wegfall der Betreuung eines Pflegebedürftigen gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 bis AVIV in Frage komme, nachdem die Beschwerdegegnerin im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens erstmals geltend machte, sie sei aufgrund der gesundheitlichen Probleme des Sohnes, welcher teilweise habe gepflegt werden müssen, nicht in der Lage ge- wesen, einer Arbeit nachzugehen. Das Bundesgericht hat die Pflegebedürftigkeit des Sohnes verneint und somit den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung abgewiesen. Die Frage der finanziellen Entschädigung hat das Bundesgericht in diesem Fall gar nicht geprüft. Im Entscheid AL.2006.00139 vom 29. August 2006 des Sozialversicherungsge- richts des Kantons Zürich - gemäss welchem der im Januar 2005 geborene jüngste Sohn der Beschwerdeführerin an einer "angeborenen Problematik" leide, die einen "vermehrten Zeitaufwand" verursache (Besuch von Therapien) und er zudem als Kleinkind "gleichzeitig ausserordentlich häufig an ansteckenden Er- krankungen" gelitten habe, die ein Zuhausebleiben der Mutter erforderlich ge- macht hätten - wurde offen gelassen, ob es der Beschwerdeführerin aufgrund der geltend gemachten Notwendigkeit der Pflege und Betreuung des Kindes nicht möglich und zumutbar war, innerhalb der Beitragsrahmenfrist eine beitragspflich- tige (Teil-)Beschäftigung von mindestens zwölf Monaten Dauer auszuüben. Vielmehr wurde der erforderliche Kausalzusammenhang verneint, da die Be- schwerdeführerin nicht wegen des Wegfalls der Betreuung ihres Sohnes (aus fi- nanzieller Notwendigkeit) gezwungen war, eine unselbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, zumal sie für die Pflege ihres Kindes nach eigenen Angaben von keiner Versicherung entschädigt wurde (mit Verweis auf das KS ALE). 4.2.4Der Gesetzgeber hat beim Erlass von Art. 14 Abs. 2 AVIG als Beispiel le- diglich den Fall einer ledigen Tochter erwähnt, die ihre betagten Eltern betreut hat, von diesen unterhalten wurde und nach deren Ableben infolge ihrer wirt- schaftlichen Lage zur Aufnahme eines Verdienstes gezwungen ist (vgl. vorste- hende Erw. 1.3.2). Die Betreuung pflegebedürftiger Kinder durch die Eltern wur- de dabei nicht angesprochen. 12 Das St. Galler Versicherungsgericht hatte einen Fall zu entscheiden (AVI 2007/121 vom 9.9.2008), bei welchem eine zunächst minderjährige Tochter ihre Lehre abbrach, um ihre pflegebedürftige Mutter zu pflegen und mit der gesund- heitlichen Verbesserung bei der Mutter Arbeitslosenleistungen beantragte. Die Vorinstanz hatte dies u.a. abgelehnt, weil nicht ersichtlich sei, welche finanziellen Mittel der Tochter durch die Reduzierung der Betreuungsleistungen weggefallen sein sollen. Auch könne von ihr nicht verlangt werden, ihren Unterhalt aus eige- nen Mitteln zu bestreiten. Im Gegenteil seien nun die Eltern verpflichtet, ihr die ihr zustehende Erstausbildung zu ermöglichen und die Tochter bis zum Abschluss finanziell zu unterstützen. Im Entscheid hat das Gericht u.a. was folgt festgehal- ten (zit. Entscheid Erw. 2.5): Hätte die Beschwerdeführerin nicht die Pflege ihrer Mutter übernommen, wäre sie nach Erreichen des Mündigkeitsalters im Jahr 2005 verpflichtet gewesen, das Zu- mutbare zu ihrem eigenen Unterhalt beizutragen, selbst wenn eine Unterhalts- pflicht der Eltern über die Mündigkeit hinaus wegen fehlender Ausbildung zu beja- hen gewesen wäre (vgl. Art. 277 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]). Insbesondere hätte sie sich ein allfälliges Einkommen aus einer Arbeitstätigkeit oder allfällige Leistungen der Arbeitslosenversicherung – auf wel- che die Beschwerdeführerin aufgrund der übernommenen Pflege ihrer Mutter ver- zichtete – bei der Bestimmung des Umfanges der Unterhaltspflicht anrechnen las- sen müssen (vgl. BSK ZGB I-Breitschmid, N 15 f. zu Art. 277). Dies hätte mindes- tens zu einer Kürzung der Unterhaltsleistungen der Eltern führen müssen. Da die Beschwerdeführerin jedoch Pflegeleistungen erbrachte, wurde ihr Unterhalt trotz Erreichen des Mündigkeitsalters unverändert durch die Eltern bestritten. Infolge der gesundheitlichen Verbesserung bei der Mutter und des damit verbundenen Weg- falls der umfassenden Pflege durch die Beschwerdeführerin, sind die Eltern nicht mehr verpflichtet, ihre Tochter im vollen Umfang zu unterhalten. Um die dadurch entstehende finanzielle Lücke aufzufüllen, ist die Beschwerdeführerin kurz- und mittelfristig auf eine entgeltliche Erwerbstätigkeit angewiesen. Vor diesem Hinter- grund erscheint es nachvollziehbar und glaubwürdig, dass der Entschluss der Be- schwerdeführerin, eine unselbstständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, im Weg- fall der umfassenden Pflegebedürftigkeit der Mutter zumindest mitbegründet liegt. Die Kausalität zwischen Wegfalls der Betreuung der Mutter und der Notwendigkeit eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, ist daher zu bejahen. 4.2.5Es ist fraglich, ob das Kreisschreiben ALE, B197 in seiner Absolutheit bun- desrechtskonform ist (vgl. auch Urteil BGer 8C_79/2019 vom 21.5.2019 Erw. 4.2). Allerdings ist vorliegend erneut auf die vorstehenden Ausführungen in Er- wägung 1.4 hinzuweisen, wonach die Anwendung von Art. 14 Abs. 2 AVIG ins- besondere für Fälle gedacht ist, in denen u.a. die Erwerbsquelle plötzlich aus- oder weggefallen ist. Die betreffende Person muss durch den Eintritt des Ereig- nisses (im konkreten Fall wäre das der von der Beschwerdeführerin geltend ge- machte Wegfall der Pflegebedürftigkeit der Tochter) aus wirtschaftlichen Grün-13 den zur Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit gezwungen sein (vgl. vorstehende Erw. 1.5). Im Fall der ihre Eltern betreuenden Kinder ist gemäss Gesetzgeber sowie höch- strichterlicher Rechtsprechung eindeutig nicht nur vom Wegfall von Versiche- rungsleistungen die Rede. Weshalb im Kreisschreiben bei der Betreuung von pflegebedürftigen Kindern nur von Versicherungsleistungen die Rede ist, lässt sich diesem nicht entnehmen. Allerdings besteht ein Unterschied zwischen den Kindern, die ihre Eltern betreuen und den Eltern, die ihre Kinder betreuen. Die El- tern trifft mindestens bis zur Volljährigkeit des Kindes bzw. bis zum Abschluss ei- ner angemessenen Erstausbildung grundsätzlich eine Unterhaltspflicht gegenü- ber den Kindern (Art. 276 und 277 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210] vom 10.12.1907). Der Unterhalt wird durch Pflege, Erziehung und Geld- zahlung geleistet (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und Kin- desschutzmassnahmen (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Die Eltern sind von der Unter- haltspflicht in dem Mass befreit, als dem Kinde zugemutet werden kann, den Un- terhalt aus seinem Arbeitserwerb oder anderen Mitteln zu bestreiten (Art. 276 Abs. 3 ZGB). Mit dem Wegfall der Pflegebedürftigkeit der Kinder ist bei den El- tern somit grundsätzlich eher von einer finanziellen Entlastung als von einem plötzlichen Wegfall der Erwerbsquelle auszugehen, es sei denn, sie hätten für die Pflege der Kinder Leistungen erhalten, welche sie von einer wirtschaftlichen Not- lage bewahrt haben. Demgegenüber sind Kinder gegenüber den Eltern höchs- tens gemäss Art. 328 Abs. 1 ZGB unterstützungspflichtig und somit nur, wenn sie in günstigen Verhältnissen leben und die Eltern ohne diesen Beistand in Not ge- raten würden. Mit Unterhaltsleistungen ihrer Eltern werden sie somit für ihre Pfle- ge entgolten. Somit sind die Fälle, in welchen die Kinder ihre pflegebedürftigen Eltern betreuen nicht ohne weiteres vergleichbar mit den Fällen, in welchen El- tern ihre pflegebedürftigen Kinder betreuen. Hierzu wird in der Lehre zudem festgehalten, dass der plötzliche Wegfall von Be- treuungsaufgaben und Kindererziehung grundsätzlich als ähnlicher Grund anzu- erkennen ist. Die Anwendung dürfte jedoch meist am Erfordernis der Kausalität und des wirtschaftlichen Zwangs scheitern, sofern die Betreuung weniger als ein Jahr gedauert hat und unentgeltlich erfolgt ist. Erfolgt die Betreuung entgeltlich, so dürfte beitragspflichtige Erwerbstätigkeit gegeben sein. Richtigerweise müsste man für die unentgeltliche Betreuung und Erziehung einen eigenen Tatbestand schaffen und wie bei den Tatbeständen des Art. 14 Abs. 1 AVIG an die Zeitdauer anknüpfen, aber auf das Erfordernis des wirtschaftlichen Zwangs verzichten (vgl. 14 Nussbaumer, a.a.O., Rz. 244 m.V.a. ARV 1999 Nr. 3 S. 9 und ARV 2001 Nr. 28 S. 228). Unter Berücksichtigung der vorstehend erwähnten Rechtslage sowie von Lehre und Rechtsprechung ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz während der Betreuung von pflegebedürftigen Kindern durch ihre Eltern für die Erfüllung von Art. 13 Abs. 1 bis AVIV zumindest ein Einkommen bzw. Unterstützungsleistungen verlangt, so dass beim Wegfall der Betreuung diese Leistungen wegfallen und damit eine wirtschaftliche Notlage eintritt. Dabei muss im konkreten Fall nicht ab- schliessend beurteilt werden, ob es zwingend Versicherungsleistungen sein müssen, da die Beschwerdeführerin generell nicht geltend macht, Unterstüt- zungsleistungen für die Pflege ihrer Tochter erhalten zu haben. Allerdings ist nach dem Gesagten fraglich, woraus ein solches Einkommen sonst noch beste- hen könnte, ohne dass eine beitragspflichtige Erwerbstätigkeit vorliegen würde. 4.2.6Es ist im konkreten Fall nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin aufgrund des Wegfalls der (geltend gemachten) Pflegebedürftigkeit der Tochter zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gezwungen war, zumal die Beschwerdefüh- rerin nicht geltend macht, während der Pflege ihrer Tochter abgesehen von ihrer Tätigkeit als Aushilfs-Verträgerin auf Abruf weiteres Einkommen erhalten zu ha- ben. Dennoch befand sie sich nicht in einer wirtschaftlichen Notlage. Eine allfälli- ge Unterstützung durch den Ehemann (was sich den Akten jedoch nicht entneh- men lässt) ist grundsätzlich auf die eheliche Unterstützungspflicht zurückzu- führen, nachdem die Ehegatten gemäss Art. 163 Abs. 1 des Schweizerischen Zi- vilgesetzbuches (ZGB; SR 210) vom 10. Dezember 1907 gemeinsam, ein jeder nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt der Familie sorgen (worun- ter u.a. der gesamte Lebensbedarf der Familie, also der Eheleute und der im gleichen Haushalt lebenden gemeinsamen und nicht gemeinsamen Kinder fällt; vgl. Ursula Schmid, in: Kren Kostkiewicz / Wolf / Amstutz / Fankhauser, OFK- ZGB, 2016, N 2 zu Art. 163). Entgegen der Vorbringen der Beschwerdeführerin ist zudem bei der Prüfung des wirtschaftlichen Zwangs auch das verfügbare Vermögen einzubeziehen (vgl. vorstehende Erw. 1.5; vgl. auch Gerhards, AVIG- Komm., Band I, Art. 14 N 41, wonach das Vorhandensein eines hohen eigenen Vermögens oder der Bezug ausreichender eigener Kapitaleinkünfte des Versi- cherten die Anwendung der Begünstigungsregelung ausschliessen dürfte), wobei die Höhe des Vermögens der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes im kon- kreten Fall nicht aktenkundig ist. Es ist somit nicht erstellt, dass die Beschwerde- führerin mit dem Wegfall der (geltend gemachten) Pflegebedürftigkeit der Tochter in eine wirtschaftliche Notlage gerät und somit zur Aufnahme einer unselbständi- gen Erwerbstätigkeit gezwungen ist. Dementsprechend scheitert vorliegend die 15 Anwendung von Art. 14 Abs. 2 AVIG grundsätzlich bereits an der fehlenden wirt- schaftlichen Zwangslage der Beschwerdeführerin aufgrund der wegfallenden (geltend gemachten) Pflegebedürftigkeit der Tochter. 4.3Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber sinngemäss geltend, dass die Scheidung zur wirtschaftlichen Zwangslage der Beschwerdeführerin führte und deshalb die Scheidung gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG mit der (angeblichen) Pflegebedürftigkeit der Tochter nach Art. 13 Abs. 1bis AVIV zu kumulieren ist. 4.3.1Das Bundesgericht prüfte in BGE 131 V 279, ob die Befreiungstatbestände der Krankheit gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG und des Wegfalls der Betreuung einer pflegebedürftigen Person gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG i.V.m. Art. 13 Abs. 1bis AVIV kumulierbar sind. Dabei ging es um eine Versicherte, die aufgrund ihrer (durch den am 29.11.2002 erfolgten Umzug der Mutter ins Pflegeheim) ver- schlechterten wirtschaftlichen Verhältnisse gezwungen war, eine unselbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, und die krankheitsbedingt vom 29. November 2002 bis Ende Februar 2003 nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen und Bei- tragszeiten erwerben konnte. Die Pflege der Mutter begann am 17. Februar 2002, weshalb die Versicherte die Voraussetzung gemäss Art. 13 Abs. 1 bis lit. c AVIV von einem Jahr Betreuungszeit und genauso wenig die Krankheitsdauer von einem Jahr gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG erfüllen konnte. Die Möglichkeit der Kumulation von zwei Tatbeständen gemäss Art. 14 Abs. 1 AVIG war im er- wähnten Bundesgerichtsentscheid bereits unbestritten. Dementsprechend hielt das Bundesgericht fest, dass nicht nachvollziehbar ist, dass die eben geschilder- te versicherte Person schlechter gestellt werden soll als eine Versicherte, die zwei Tatbestände gemäss Art. 14 Abs. 1 AVIG erfüllt. Damit wurde die Kumulati- onsmöglichkeit der Befreiungstatbestände der Krankheit gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG und des Wegfalls der Betreuung einer pflegebedürftigen Person im Sinne von Art. 14 Abs. 2 AVIG i.V.m. Art. 13 Abs. 1bis AVIV bejaht. Gleichzeitig hielt das Bundesgericht fest, dass die Kumulation auch nicht auszu- schliessen ist, weil den Befreiungstatbeständen beider Bestimmungen unter- schiedliche Kausalitäten zu Grunde liegen würden. Es treffe zwar zu, dass bei den Befreiungstatbeständen nach Art. 14 Abs. 1 und Abs. 2 AVIG unterschiedli- che Wertungsanforderungen an die Kausalitätsfragen zu stellen seien. So werde im Rahmen von Art. 14 Abs. 2 AVIG kein strikter Kausalitätsnachweis im natur- wissenschaftlichen Sinne verlangt, da ein solcher kaum je erbracht werden kön- ne. Vernünftigerweise ist gemäss Bundesgericht der erforderliche Kausalzu- sammenhang in diesem Fall bereits zu bejahen, wenn es glaubwürdig und nach- vollziehbar erscheint, dass der Entschluss der Versicherten, eine unselbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, in dem als Befreiungsgrund in Frage kommenden 16 Ereignis mit begründet liegt (BGE 131 V 279 Erw. 2.4 m.V.a. BGE 121 V 344). Dies ändert gemäss Bundesgericht jedoch nichts daran, dass auch im Fall einer Kumulation der zwei in Frage stehenden Befreiungsgründe zunächst für jeden einzelnen Tatbestand die Erfüllung der Voraussetzung des spezifischen Kausal- zusammenhangs bejaht werden können muss. 4.3.2Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass diese Kumulations- möglichkeit auch gelten muss für die Befreiungstatbestände, die allein in Art. 14 Abs. 2 AVIG aufgelistet werden, nämlich die Trennung oder Scheidung der Ehe einerseits sowie Tatbestände aus anderen Gründen, vorliegend die Betreuung von Pflegebedürftigen anderseits, kann dem nicht ohne weiteres gefolgt werden. Im Kreisschreiben des Seco wird festgehalten, dass die in Art. 14 Abs. 1 und Abs. 3 AVIG sowie in Art. 13 Abs. 1 bis AVIV aufgezählten Verhinderungszeiten grundsätzlich miteinander kumulierbar sind (KS ALE, B207; vgl. auch Nussbau- mer, a.a.O., Rz. 253, wonach die Befreiungstatbestände bei der Kumulation zu- sammen während mehr als zwölf Monaten bestanden haben müssen). Bei der Scheidung gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG ist jedoch keine Verhinderungs- zeitdauer Voraussetzung. Im Gegenteil darf das Ereignis der Scheidung nicht länger als ein Jahr zurückliegen, was Ausdruck der gesetzgeberischen Entschei- dung ist, ein solches Ereignis nicht mehr als kausal für die über ein Jahr später versuchte Arbeitsaufnahme zu betrachten (Murer / Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, AVIG, Art. 14, S. 67 m.V.a. Urteil BGer 8C_359/2011 vom 13.2.2012 Erw. 5.2). 4.4Wie dargestellt, muss bei der Kumulation zweier Befreiungsgründe der Kausalzusammenhang für jeden einzelnen Tatbestand bejaht werden können (vgl. oben Erw. 4.3.1). Vorliegend ist dies nicht der Fall, weshalb auch die von der Beschwerdeführerin geforderte Kumulation ausscheidet. Zum einen ist nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin nach der Scheidung gezwungen war, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (vgl. oben Erw. 4.1). Zum andern wurde vorste- hend aufgezeigt, dass es beim Befreiungstatbestand der Pflegebedürftigkeit min- destens an der wirtschaftlichen Zwangslage fehlt und somit die Kausalität, wo- nach die betreffende Person durch den Eintritt des Ereignisses aus wirtschaftli- chen Gründen zur Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit gezwungen sein muss, auch nicht gegeben ist (vgl. oben Erw. 4.2). Wie das Bundesgericht im massgebenden Entscheid betreffend Kumulation ausführte, muss für jeden einzelnen Tatbestand die Erfüllung der Voraussetzung des spezifischen Kausal- zusammenhangs bejaht werden können. Daraus ergibt sich, dass der vorliegend bei beiden Befreiungstatbeständen (Scheidung nach Art. 14 Abs. 2 AVIG und 17 Pflege von Angehörigen gemäss Art. 13 Abs. 1 bis AVIV) fehlende Kausalzusam- menhang nicht durch eine Kumulation beider Tatbestände erfüllt werden kann. Selbst wenn die Beschwerdeführerin durch die Scheidung in eine wirtschaftliche Zwangslage geraten wäre, wovon vorliegend bereits nicht ausgegangen werden kann (vgl. vorstehende Erw. 4.1), so hätte sie während der Pflege der Tochter wie bereits ausgeführt zumindest finanzielle Leistungen erhalten müssen, um ih- re finanzielle Notlage nach der Scheidung zu überbrücken, was sie eben gerade nicht geltend macht. In diesem Fall wäre zudem bereits der Befreiungstatbestand nach Art. 13 Abs. 1 bis AVIV erfüllt. Eine Kumulation mit der Scheidung wäre nicht notwendig. 4.5Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin weder die Voraussetzungen zur Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit nach der Scheidung gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG, noch nach der Betreuung von Pflegebe- dürftigen gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG i.V.m. Art. 13 Abs. 1 bis AVIV oder einer Kumulation erfüllt. Damit aber hat die Vorinstanz die Anspruchsberechtigung der Beschwerdeführerin zu Recht abgelehnt. Die Beschwerde erweist sich als unbe- gründet und ist abzuweisen. 5.Das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG). Dem Verfahrensausgang entsprechend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.18 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungs- beschwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rech- ten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R) -die Vorinstanz -und das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, 3003 Bern (A). Schwyz, 7. April 2020 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Die Gerichtsschreiberin: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 14. April 2020Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II