B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4448/2010 U r t e i l v o m 2 0 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter François Badoud, Richter Bendicht Tellenbach; Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, geboren […], und dessen Ehefrau B._______, geboren […], Sri Lanka, beide vertreten durch Evelyn Stokar, Freiplatzaktion Basel, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 17. Mai 2010 / N […]. D-4448/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Der Beschwerdeführer (Ehemann) verliess eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat am 25. September 2008 […] in Richtung Z._______. Von dort gelangte er am 3. Oktober 2008 […] illegal in die Schweiz. Gle i- chentags suchte er in Y ._______ um Asyl nach. Am 6. November 2008 fand im dortigen Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) eine erste Be- fragung statt. Am 12. November 2008 wurde er, ebenfalls im EVZ, durch das Bundesamt in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 des As ylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) angehört. Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er sei sri -lanki- scher Staatsangehöriger tamilischer Ethnie, in Colombo geboren und […] Glaubens. Von der Geburt bis zu seiner Heirat im Jahr 20 04 habe er in Colombo gewohnt und dort auch gearbeitet. Daraufhin sei er zusammen mit seiner Ehefrau zunächst nach X._______ und dann nach W._______, beides Orte in der Nähe von V._______ (Nordprovinz), gezogen, wo sie bis Juli 2006 bei einem Onkel von ihr gewohnt hätten. Im November 2005 sei der Beschwerdeführer wegen seiner Sprachkenntnisse von den Lib e- ration Tigers of Tamil Eelam (LTTE) angefragt worden, diesen […] zu er- teilen. Von da an sei er neben seiner Arbeit bei […] als Sprachlehrer für Angehörige der LTTE im Vanni -Gebiet tätig gewesen, wobei er sich j e- weils am Freitagabend nach U._______ begeben habe; dort sei er abg e- holt und zum Unterrichtsort gefahren worden , am Sonntagnachmittag sei er zurückgekehrt. Anfang Juli 2006 habe er von seiner Ehefrau e rfahren, dass er während seiner Abwesenheit zu Hause von der Sri-Lankischen Armee (SLA) gesucht worden sei. Daraufhin seien sie zunächst zu einem anderen Onkel der Ehefrau in W._______ und schliesslich nach T._______ im Vanni-Gebiet umgezogen. Ab diesem Zeitpunkt habe er in Vollzeit als Sprachlehrer für die LTTE gearbeitet, ohne jedoch ihnen bei- zutreten oder für sie politisch tätig zu werden. Im Oktober 2007 hätten die LTTE begonnen, Personen aller Altersklassen für Trainings zu rekrutieren. Davon seien a uch die Beschwerdeführenden betroffen worden, weshalb sie sich entschlossen hätten, nach S._______ auszureisen. Sie seien be- reits in R._______ gewesen, als sie auf die Weiterreise verzichtet hätten, weil zuvor Schiffe während der Überfahrt nach S._______ gesunken und dabei Passagiere ertrunken seien . Deshalb seien sie […] ins Vanni-Ge- biet zurückgekehrt. Ihre Nachbarn hätten sie informiert, dass sie während ihrer Abwesenheit von den LTTE gesucht worden seien, weil sie ohne Ab- meldung abgereist seien. In der Folge habe der Beschwerdeführer den D-4448/2010 Seite 3 LTTE seine Identitätskarte abgeben und ihnen ständig seinen Aufenthalts- ort bekanntgeben müssen. Da auch die Situation mit den Zwangsrekrutie- rungen nicht besser geworden sei, hätten sie sich zur Flucht nach Colom- bo entschlossen. Dazu seien sie Anfang Mai 2008 von Q._______ nach P ._______ gereist und von dort per Bus nach O._______ in der Region Colombo gelangt, wo eine Tante des Beschwerdeführers wohnhaft gewe- sen sei, bei welcher sie sich währen d […] aufgehalten hätten, bis sie we- gen Platzmangels zu […] gezogen seien. Nach dem Umzug sei die Tante von der Polizei au fgesucht und nach den Beschwerdeführenden gefragt worden. Von N._______ aus habe der Beschwerdeführer seinen Heima t- staat im September 2008 verlassen. A.b. Die Beschwerdeführerin (Ehefrau) verliess eigenen Angaben zufolge ihren Heimatstaat am 22. November 2008 […], wobei sie über M._______ und L._______ nach K._______ reiste. Von dort gelangte sie nach einem […] Aufenthalt am 27. November 2008 […] illegal in die Schweiz. Gle i- chentags suchte sie in J._______ um Asyl nach. Am 4. Dezember fand im dortigen EVZ eine erste Befragung statt. Am 22. September 2009 wurde sie in Bern-Wabern durch das Bundesamt in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 AsylG angehört. Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen geltend, sie sei sri-lan- kische Staatsangehörige tamilischer Ethnie , aus W._______ in der Nord- provinz stammend und […] Religionszugehörigkeit. Viele Verwandte müt- terlicherseits hätten den LTTE angehört, jedoch niemand aus ihrer Fam i- lie. Diese habe die LTTE in den 1990er-Jahren jeweils mit […] unterstützt. Nach ihrer Heirat habe die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann, wel- cher bei […] gearbeitet habe, […] erteilt. Zirka im Juni 2006 habe sich die SLA, während der Ehemann von zu Hause abwesend gewesen sei, nach ihm erkundigt und die Beschwerdeführerin angewiesen, d ieser hätte sich nach seiner Rückkehr zwecks Befragung im Zusammenhang mit dem Sprachunterricht für die L TTE zum SLA-Camp zu begeben. Dem habe der Ehemann keine Folge geleistet, woraufhin ihnen von einer die SLA unterstützenden Person zu einem Wechsel des Domizils geraten worden sei, um eine Festnahme und Gefangenschaft durch die SLA zu verme i- den. Daraufhin hätten sie sich im Haus eines anderen Onk els der B e- schwerdeführerin versteckt, wo sie von der SLA erfolglos gesucht worden seien. Im Juli 2006 seien sie über U._______ und I._______ nach T._______ im Vanni-Gebiet umgezogen . Ab diesem Zeitpunkt habe d er Ehemann in Vollzeit als Sprachlehrer für die LTTE gearbeitet. Als sich die Lage im Oktober 2007 zugespitzt habe, hätten sie sich, ohne die LTTE zu D-4448/2010 Seite 4 informieren, nach R._______ begeben, um nach S._______ auszureisen. Davon hätten sie aber Abstand genommen, nachdem zuvor ein Boot bei der Überfahrt gekentert sei und d abei Passagiere umgekommen seien. […] Wochen […] später seien sie nach T._______ zurückgekehrt. Wäh- rend ihrer Abwesenheit hätten sich die LTTE nach ihnen erkundigt und ih- rem Ehemann nach der Rückkehr die Identitätskarte abgenom men. Schliesslich hätten sie sich im Mai 2008 heimlich nach Q._______ bege- ben, von wo sie […] nach P ._______ gelangt und zu einer Tante des Ehe- mannes nach H._______ bei O._______ weitergereist seien. Nach zwei Monaten seien sie wegen Platzmangels […] umgezogen. Nach diesem Umzug seien sie an ihrer vorherigen Adresse polizeilich gesucht worden. Am 25. September 2008 habe der Ehemann die Beschwerdeführerin vor seiner Ausreise zu einem Haus in N._______ gebracht. Dort sei sie am 8. Oktober 2008 nachts po lizeilich gesucht worden, wobei ihr nach der Warnung durch […] die Flucht durch die Hintertür gelungen sei. Dieser habe sie in der Folge in einem anderen Haus untergebracht. Von dort h a- be sie […] um Hilfe gebeten. […] beziehungsweise der […] habe […] ver- kauft und ihr über den in N._______ wohnhaften […] Geld zukommen las- sen beziehungsweise dieser habe ihr das Geld in Colombo gegeben , wo- raufhin sie mit Hilfe einer Drittperson die Ausreise organisiert habe. A.c. Für die weiteren Aussagen de r Beschwerdeführenden wird, soweit für den Entscheid wesentlich, auf die Protokolle bei den Akten verwiesen. Zum Nachweis reichte die Beschwerdeführerin anlässlich der Erstbefr a- gung ihre Identitätskarte zu den Akten. Am Ende der Anhörung vom 22. September 2009 erklärte sie, inz wischen seien ein Auszug aus dem Heiratsregister und die Identitätskarte des Ehemannes eingetroffen, und reichte diese beiden Dokumente nach. B. Mit Verfügung vom 17. Mai 2010 – eröffnet am 19. Mai 2010 – stellte das Bundesamt fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigen- schaft nicht, und lehnte d ie Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung der Beschwerdeführenden aus der Schweiz und beauftragte den Kanton J._______-Stadt mit dem Vollzug. Zur Begründung führte das BFM im Wesent lichen aus, die geltend g e- machten Verfolgungsvorbringen genügten weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft. So ha- be der Beschwerdeführer geltend gemacht, in Colombo von der Polizei D-4448/2010 Seite 5 gesucht zu werden. Deshalb erscheine nicht nachvollziehbar, dass er sich vor der Ausreise an die dortigen Behörden gewandt habe, um eine neue Identitätskarte zu beantragen. Im Zusammenhang mit dem Aufenthalt in N._______ gehe aus den Aussagen der Beschwerdeführerin nicht hervor, weshalb die sri -lankischen Behörden an ihrer Person interessiert gew e- sen sein soll ten und wie sie dort von diesen aufgespürt worden sei. Die von den Beschwerdeführenden geltend gemachte behördliche Verfolgung im Colombo erscheine mithin unglaubhaft. Aus den Akten ergäben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass d en Beschwerdeführenden ernsthafte Nachteile seitens der heimatlichen Behörden drohten. Sie verfügten über kein politisches Profil. Viele Bewohner des Vanni -Gebiets – wie auch die Beschwerdeführenden – hätten im Zeitraum von 2005 bis 2008 die LTTE in irgendeiner Form unterstützt. Ihre Aktivitäten seien nicht politisch mot i- viert gewesen. Namentlich hätten sie nie Behördenkontakt gehabt und sei gegen sie auch kein Verfahren eröffnet worden. Auch erschein e ang e- sichts der aktuellen Lage in Sri Lanka das Risiko der Beschwerdeführe n- den, in Colombo von Übergriffen ernsthaften Ausmasses betroffen zu werden, ausgesprochen gering. Mithin seien die Vorbringen im Zusa m- menhang mit der Unterstützung der LTTE asylrech tlich nicht beachtlich. Was die Angst vor Zwangsrekrutierungen durch die LTTE , der Überwa- chung durch diese und die befürchteten Schwierigkeiten im Vanni-Gebiet nach dem gescheiterten Fluchtversuch nach S._______ anbelange, seien diese Probleme nicht asylre levant, da der Krieg zwischen der sri -lanki- schen Regierung und den LTTE mit der Niederlage der Letzteren im Mai 2009 zu Ende gegangen sei. Damit befinde sich das gesamte Land ers t- mals seit dem Jahr 1983 wieder unter Regierungskontrolle. Deshalb habe der Beschwerdeführer keine Verfolgung durch die LTTE mehr zu befürch- ten. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. Namentlich sei der Beschwerdeführer in Colombo geboren und bis zum Jahr 2004 dort wohnhaft gewesen. Es sei davon auszugehen, dass sich die Sicherheitslage im Südwesten Sri Lankas und in der Region Colombo mit Beendigung des Kriegs stabilisieren und allmählich verbessern werde. Die Beschwerdeführenden verfügten in Colombo, wo der fliessend […] sprechende Beschwerdeführer eine Au sbildung absolviert habe, behör d- lich registriert sei und seine Familie sowie weitere Verwandte und B e- kannte wohnhaft seien, über eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative. Da die aus V._______ stammende Beschwerdeführerin bereits mit ihrem Ehemann bei dessen Familie in Colombo gewohnt habe, verfüge auch sie in der dortigen Region über ein soziales und familiäres Beziehungsnetz sowie eine gesicherte Wohnsituation. D-4448/2010 Seite 6 C. Mit Eingabe vom 18. Juni 2010 (Datum des Poststempels) an das Bu n- desverwaltungsgericht beantragten die Beschwerdeführenden durch ihre Rechtsvertreterin, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ih- nen Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Unzulässigkeit , allenfalls die Unzumutbarkeit der Wegweisung festzustellen und als Folge davon v on Amtes wegen die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden in der Schweiz anz uordnen. In pro zessualer Hinsicht wurden die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der Verzicht auf das Erheben e i- nes Kostenvorschusses beantragt. Zudem wurden die Feststellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und als Folge davon im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die Anweisung an die zuständigen B e- hörden, von allfälligen Vollzugshandlungen abzusehen, der Beizug säm t- licher Akten der Vorinstanz sowie die Einräumung eines Replikrechts zu allfälligen Stellungnahmen der Vorinstanz beantragt. Gleichzeitig w urden zwei Arbeitsverträge der Beschwerdeführenden und eine Gehaltsabrech- nung der Beschwerdeführerin in Kopie zu den Akten gereicht. Darauf s o- wie auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 23. Juni 2010 teilte das Bundesverwaltungs- gericht den Beschwerdeführenden mit, dass sie den Ausgang des Verfah- rens in der Schweiz abwarten kön nten. Gleichzeitig wurde auf das Erhe- ben eines Kostenvorschusses verzichtet und der Entscheid über das Ge- such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Sodann wurden die Beschwerdeakten am 24. Juni 2010 der Vorinstanz zur Vernehmlassung gesandt. E. E.a. Mit Vernehmlassung vom 28. Juni 2010 beantragte das Bundesamt die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte es aus, die Be - schwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder B e- weismittel, welche eine Änderung seines Standpunkts rechtfertigten, und verwies auf seine Erwägungen, an welchen es festhielt. E.b. Die Vernehmlassung wurde de n Beschwerdeführenden am 28. Juni 2010 zur Kenntnis gebracht. F. Am 22. September 2010 (Poststempel: 23. September 2010) reichten die D-4448/2010 Seite 7 Beschwerdeführenden ein an ihre Rechtsvertreterin adressiertes Schrei- ben von C._______ samt Übersetzung und Briefumschlag – versehen mit der Adresse der Ab senderin ( D._______) und einem Eingangsstempel vom 7. September 2010 – zu den Akten . Darin be stätige die Tante des Beschwerdeführers, welche die Beschwerdeführenden im Jahr 2008 b e- herbergt habe, dass sie nach wie vor Probleme mit der Polizei habe, da diese die Beschwerdeführenden immer noch suchen würde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesve rwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd eführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 2. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerde- führenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie sind dah er zur Einreichung der Beschwerde legitimiert Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. D-4448/2010 Seite 8 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. 4.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, w e- gen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An schauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge- fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen un- erträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluch t- gründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1. Das BFM stellte in der angefochtenen Verfügung fest, die Vorbringen der Beschwerdeführenden bezüglich der geltend gemachten Verfolgung durch die sri-lankischen Behörden in der Region Colombo vor der Ausrei- se hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht stand. 5.1.1. Im Zusammenhang mit der Identitätskarte des Beschwerdeführers wird in der Rechtsmitteleingabe eingewendet, dieser habe das Dokument kurz nach seiner Ankunft in O._______ beantragt, als die Beschwerdefüh- renden noch bei der Tante gewohnt hätten. Da er den Behörden gar nie mitgeteilt hätte, dass er weggezogen gewesen sei, habe er bei der Bea n- tragung nicht mit behördlichen Fragen gerechnet, zumal er die Bestellung mit dem Verlust des alten Dokuments infolge Diebstahls des Portemon- naies […] begründet habe. Zu jenem Zeitpunkt sei er davon ausgega n- gen, dass ihm als singhalesisch sprechender, in O._______ und H._______ aufgewachsener […] Tamile vorläufig keine Gefahr drohe. D-4448/2010 Seite 9 Auch habe er sich nicht an Polizei oder Armee, sondern an die für Ident i- tätspapiere zuständige Behörde wenden müssen. Zwar arbeite diese mit der Polizei zusammen, doch könnten nicht über jeden Antragsteller Unter- suchungen gemacht werden. Schliesslich hätten damals die letzten Nach- forschungen durch die Armee in V._______ schon länger zurückgelegen und die ersten in O._______ erst stattgefunden, als die Beschwerdefü h- renden nicht mehr bei der Tante gewohnt hätten und die Identitätskarte längst beantragt gewesen sei ([…]). Zwar trifft gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers zu, dass er sei- ne neue Identitätskarte unter Angabe eines Verlustes durch Diebstahl be- reits im Mai 2008 , einige Tage nach der Ankunft in der Region Colombo, beantragte, als er zusammen mit seiner Ehefrau noch bei seiner Tante wohnhaft war, mithin noch vor der angeblichen polizeilichen Suche. Indes erstaunt zum einen, weshalb der seit dem Wegzug aus Colombo im Jahr 2004 immer noch dort angemeldete Beschwerdeführer überhaupt eine neue Identitätskarte beantragte, beabsichtigten die Beschwerdeführe n- den doch – entgegen den Ausführungen in der Beschwerde – damals noch nicht, den Heimatstaat zu verlassen, sondern hätten sich wegen der zunehmenden Zwangsrekrutierungen durch die LTTE vom Vanni-Gebiet in die Region Colombo begeben und sei ihnen erst dort von der Tante ge- raten worden, sich irgendwo auf der Welt in Sicherheit zu bringen ( []); zu- dem habe der Beschwerdeführer in der Region Colombo sogar eine Ar- beit gesucht und bei Personenkontrollen jeweils seinen früheren Mitarbei- terausweis […] vorgewiesen, woraufhin er nie nach seiner Identitätskarte gefragt worden sei ([]). Zum a nderen ist nicht nachvollziehbar, weshalb ihm am 21. Januar 2009, mithin mehrere Monate, nachdem er am früh e- ren Domizil bei seiner Tante polizeilich gesucht worden sei, was dem zu- ständigen lokalen Beamten gemäss den Aussagen der Beschwerdeführe- rin mit Sicherheit bekannt gewesen sei ( []), trotzdem noch eine Identitäts- karte ausgestellt wurde, welche er überdies durch eine Drittperson – ge- mäss den Aussagen der Beschwerdeführer in gegen Bezahlung von Schmiergeld ( []) – habe abholen lassen können ([]). In Würdigung aller Umstände ist mithin die vom Beschwerdeführer geltend gemachte b e- hördliche Suche nach ihm in der Region Colombo in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als unglaubhaft zu qualifizieren. Mithin erweisen sich auch die daraus abgeleiteten Behelligungen der Beschwerdeführerin in N._______ als nicht glaubhaft, weshalb die diesbezüglichen Einwendu n- gen in der Rechtsmitteleingabe nicht geeignet sind, daran etwas zu ä n- dern. Unter diesen Umständen ist das auf Beschwerdeebene eingereic h- te Schreiben der Tante des Beschwerdeführers als Gefälligkeitsschreiben D-4448/2010 Seite 10 ohne Beweiswert zu qualifizieren, umso mehr, als nicht nachvollziehbar ist, weshalb der Briefumschlag als Absender die Mutter des Beschwerd e- führers nennt und direkt an die Rechtsvertreterin in der Schweiz adre s- siert ist (vgl. Bst. F hievor), während dieser gemäss seinen Aussagen im erstinstanzlichen Verfahren seit seiner Heirat im Jahr 2004 keinen Ko n- takt mehr zu seinen Eltern hatte ([]). 5.2. Im Weiteren vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführenden – ungeachtet der Frage ihrer Glaubhaftigkeit – auch den Anforderungen an die Asylrelevanz nicht zu genügen. 5.2.1. Der Krieg zwischen der sri-lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen; die LTTE wurden zerschlagen und das ganze Land befindet sich wieder unter Regierungskontrolle. Seither hat sich die Sicherheitslage in Sri Lanka deutlich stabilisiert; insbesondere ist es zu keinen terroristischen Aktivitäten der LTTE oder ihnen nahe stehen- den Gruppierungen mehr gekommen. 5.2.2. Zwar sind trotz dieser Verbesserung der allgemeinen Lage gewisse Personen auch nach Kriegsende noch einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt; dies betrifft insbesondere Personen, die enger Verbindungen zu den LTTE verdächtigt werden, politische Dissidenten und Oppositions- politiker, kritisch auftretende Journalisten und Medienschaffende oder Personen, die als Opfer oder Zeugen schwerer Menschenrechtsverstösse entsprechende juristische Schritte einleiteten. Wie jedoch oben (vgl. E. 5. 2. vorstehend) aufgezeigt wurde, vermochte n die Beschwerdeführenden nicht glaubhaft zu machen, dass sie wegen der von ihnen geltend gemachten Verbindungen zu den LTTE nach der Ausreise aus dem Vanni -Gebiet von den sri-lankischen Behörden behel- ligt worden wären. Es bestehen daher – entgegen der in der in der Rechtsmitteleingabe (vgl. S. 11 ff.) vertretenen Ansicht – keine Anhalts- punkte dafür, dass d ie Beschwerdeführenden im Falle ihrer Rückkehr nach Sri Lanka zum jetzigen Zeitpunkt eine begründete Furcht vor asy l- beachtlicher Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG haben. 5.3. Nach dem Gesagten erweisen sich die vo n den Beschwerdeführe n- den geltend gemachten Verfolgungsvorbringen zum einen als nicht glaub- haft und zum andern als asyl - beziehungsweise flüchtlingsrechtlich nicht relevant. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde, die übrigen Eingaben und die D-4448/2010 Seite 11 Beweismittel einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können. Das BFM hat d ie Asylgesuche der Beschwerdeführenden demnach zu Recht abgelehnt. 6. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine fremdenpolizeili - che Aufenthaltsbewilligung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit weiteren Hin - weisen). 7. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsver hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige A ufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus länder [AuG, SR 142.20]). 7.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun - gen der Schweiz einer Weit erreise der Ausländerin oder des Auslän - ders in den Heimat -, Herkunfts - oder in einen Drittstaat entgegenste - hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 7.1.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive Art. 1A FK er- füllen. Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich er- hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Rückschi e-D-4448/2010 Seite 12 bungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung gelangen. Der Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.1.2. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand in einen Staat ausgeschafft werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht. Weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausscha f- fung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre n. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Falle einer Rückschie- bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Be- schwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Es besteht kein konkreter Anlass zur Annahme, den Beschwerdeführenden würde bei einer Rückkehr in ihr Heimatland eine menschenrechtswidrige Behandlung drohen, z umal es ihnen – wie oben unter Ziff. 5 der Erwägungen festgehalten wurde – nicht gelungen ist, die Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihrer Verfolgungssituation zu besei- tigen. 7.1.3. Der Vollzug der Wegweisung ist damit sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, all- gemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 D-4448/2010 Seite 13 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bund esge- setz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 7.2.1. Das Bundesverwaltungsgericht nahm im Urteil BVGE 2008/2 zur Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Sri Lanka eine Lageanalyse vor. Gemäss der damals festgelegten Praxis war bei abg e- wiesenen Asylsuchenden tamilischer Ethnie, die aus der Region Colombo oder deren Umgebung stammen, grundsätzlich von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in diese Gebiete auszugehen (vgl. BVGE 2008/2 E. 7.6.1 S. 20). In die Nord - und Ostprovinzen war der Wegweisungsvoll- zug hingegen unzumutbar (vgl. BVGE 2008/2 E. 7.6.2 S. 21). 7.2.2. Im zur Publikation bestimmten Urteil E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 hat das Bundesverwaltungsgericht angesichts der veränderten Lage nach dem Ende des sri -lankischen Bürgerkriegs im Mai 2009 eine erne u- te Beurteilung vorgenommen. In Bezug auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist es dabei zur Einschätzung gelangt, dass der Wegweisungsvollzug in das sogenannte "Vanni -Gebiet" weiterhin un- zumutbar ist. Für Personen, die aus dem übrigen Staatsgebiet stammen und dorthin zurückkehren, ist der Wegweisungsvollzug hingegen grun d- sätzlich zumutbar (vgl. Urteil E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E 13.2.1.2. und 13.3.). 7.2.3. Der Beschwerdeführer stammt aus Colombo, wo er bis zum Jahr 2004 wohnhaft war. Eine Tante, mit welcher er in Kontakt steht, und ein Freund von ihm, wie auch seine Eltern, zu denen er angeblich keine Ve r- bindung mehr hat, wohnen noch i n der Region Colombo. Nach […] be- suchte er einen […]. In seinem Heimatstaat war er als […]erwerbstätig. In der Schweiz konnte er während fast zweier Jahre Berufserfahrung im […] sammeln. Nebst seiner tamilischen Muttersprache spricht er auch […] und […]. Die Beschwerdeführerin stammt aus dem Distrikt Jaffna, wo ihre Eltern und ein Onkel nach wie vor wohnhaft sind. Sie hat die Schule mit […] abgeschlossen und erteilte neben ihrer Tätigkeit als […]. In der Schweiz war sie im […] tätig. Sowohl in d ie Region Colombo als auch in den Distrikt Jaffna, wo die Beschwerdeführenden über familiäre und sozi- ale Beziehungsnetze verfügen, ist der Wegweisungsvollzug gemäss den Ausführungen in Ziff. 7. 2. 2. der Erwägungen grundsätzlich zumutbar , woran nichts zu ändern vermag, dass sich die Beschwerdeführenden e i- genen Angaben zufolge von Juli 2006 bis Mai 2008 im Vanni -Gebiet auf- gehalten haben, zumal sie sich vor ihrer Ausreise in die Schweiz rund fünf D-4448/2010 Seite 14 (Beschwerdeführer) beziehungsweise sieben (Beschwerdeführerin) M o- nate wieder in der Region Colombo aufgehalten haben (vgl. vorst ehend Sachverhalt Bst. A.a. und A.b.). Zudem leiden die noch relativ jungen Be- schwerdeführenden, soweit aktenkundig, an keinen schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Demnach liegen keine Anhalt s- punkte dafür vor, dass die Beschwerdeführende n bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat aus individuellen Gründen wirtschaftlicher oder sozialer Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten würden. Nach dem Gesagten kann der Vollzug der Wegweisung – entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Auffassung – in genereller und individ u- eller Hinsicht als zumutbar bezeichnet werden. 7.3. Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zu - ständigen Vertretung ihres Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendi- gen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.4. Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu be s- tätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vo r- läufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be schwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. In der Instruktionsverfügung vom 23. Juni 2010 wurde der Entscheid über das Gesuch um Gew ährung der unentgeltlichen Rechtspflege auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Darauf ist nun zurückzukommen und das Gesuch ist aufgrund der Tatsache, dass sowohl der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdeführerin gemäss selbst eingereichter Unterlagen seit April beziehungsweise Mai 2010 erwerbstätig sind und mithin keine B e- dürftigkeit im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG vorliegen dürfte, abzuwe i- sen. Somit sind b ei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrenskos- ten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (vgl. Art. 1 - 3 des Reglements D-4448/2010 Seite 15 vom 21. Februar 2008 über die Kos ten und Ent schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-4448/2010 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urt eils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die zu- ständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand: