Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 20. Dezember 2017 (810 16 316) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung / Straffälligkeit Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Beat Walther , Gerichtsschreiber i.V. Florian Jenal Beteiligte A. ____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Denis G. Giovannelli , Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g und Wegweisung aus der Schweiz (RRB Nr. 1425 vom 18. Oktober 2016) A. Der kosovarische Staatsangehörige A.____, gebore n 1993, reiste am 27. Juli 2003 als Asylsuchender in die Schweiz ein und wurde mit Ents cheid vom 11. Juni 2004 des Bundes- amtes für Migration (BFM, heute Staatssekretariat für Migration [SEM]) vorläufig aufgenommen. Am 11. November 2009 erhielt er eine Aufenthaltsbew illigung. A.____ lebt bei seinen Eltern in B.____. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 9. März 2011 beging A.____ in mittäterschaftlich em Zusammenwirken einen Raub, indem er dem Geschädigten zwei Faustschläge gegen das Ge sicht versetzte und ihn zwang, ihm sein Bargeld und das Mobiltelefon herauszugeben. Beim Verlassen des Tatorts drohten A.____ und seine beiden Mittäter dem Geschädigten, sie würden ihn töten, falls er den Vorfall der Polizei melde. Der Geschädigte stellte zwei Tage sp äter einen Strafantrag. Am 24. April 2011 beging A.____ eine Sachbeschädigung, indem er mit gestrecktem Bein gegen den Kotflü- gel eines Personenwagens trat. Am 2. Oktober 2011 kam es zu einer verbalen Auseinanderset- zung, in deren Verlauf A.____ dem Geschädigten drohte , er werde ihn aufschlitzen. In der Folge griff A.____ den Geschädigten an und fügte ihm mit der Klinge eines Messers eine oberflächliche Schnittwunde von 3 cm Länge am rechten O berarm zu. Anschliessend stach A.____ mit der Messerspitze in den Oberschenkel des Geschä digten und fügte ihm eine mittel- tiefe Schnittwunde von ca. 1 cm Länge zu. Anschliessend drohte A.____ dem Geschädigten mit dem Messer in der Hand, er werde ihn aufschlitzen. Am 2 9. Dezember 2012 beschädigte A.____ ein parkiertes Motorrad, indem er es mit dem Fu ss umstiess. Von Ende Oktober 2011 bis Januar 2013 konsumierte A.____ 1-2 mal wöchentlich Cannabis. Am 1. März 2014 kam es zwischen A.____, einem Mitbeteiligten sowie zwei weitere n Personen zu einer verbalen Auseinandersetzung, in deren Verlauf A.____ einer Per son einen Faustschlag gegen das Gesicht versetzte und anschliessend ein in der Hosentasche mitgeführtes Klappmesser behän- digte, es aufklappte und in drohender Art auf die Per son zuging. Bei einem späteren Aufeinan- dertreffen der vier Beteiligten versetzte A.____ der anderen Person einen Faustschlag, worauf die andere Person A.____ mehrere Sprühstösse aus einem mitgeführten Pfefferspray ins Gesicht sprühte. In der Folge entfernten sich A.____ und der Mitbeteiligte. Kurz darauf kehrte A.____ mit dem geöffneten Klappmesser zurück, worauf d ie bedrohten Personen die Flucht ergriffen und A.____ zunächst die Verfolgung aufnahm. Schliesslich liess A.____ von der Ver- folgung ab und warf das Messer weg. C. Dafür verurteilte das Strafgericht Basel-Landschaft (Strafgericht) A.____ am 1. Dezem- ber 2015 wegen Raubes, einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, Tät- lichkeiten, mehrfacher Sachbeschädigung, Beschimpfung, me hrfacher Drohung, versuchter Nötigung sowie wegen Widerhandlungen gegen das Betäub ungsmittelgesetz zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 18 Monaten. D. Am 20. Januar 2016 zeigte A.____s damalige Partne rin diesen wegen häuslicher Gewalt bei der Polizei des Kantons Basel-Landschaft (P olizei) an und stellte Strafantrag, da er sie verbal und physisch angegriffen habe. Die Polizei ver fügte daraufhin am 21. Januar 2016 gegenüber A.____ ein Kontakt- und Rayonverbot hinsichtli ch der Person und der Wohnung der Strafantragsstellerin. Das Strafverfahren wegen häusli cher Gewalt wurde in der Folge zufolge Rückzugs des Strafantrags eingestellt. E. Am 2. März 2016 erteilte das Amt für Migration (Af M) A.____ das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewill igung. Daraufhin reichte er eine unda- tierte Stellungnahme ein. Am 3. Mai 2016 verfügte da s AfM gegenüber A.____ die Nichtver- längerung der Aufenthaltsbewilligung. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Simon Berge r, Advokat in Liestal, mit Eingabe vom 18. Mai 2016 beim Regierungsrat des Kantons Basel-La ndschaft (Regierungsrat) Be- schwerde. Mit Regierungsratsbeschluss vom 18. Oktober 2016 w ies der Regierungsrat die Be- schwerde ab. G. Gegen den Regierungsratsbeschluss vom 18. Oktober 20 16 reichte A.____, weiterhin vertreten durch Advokat Simon Berger, am 31. Oktober 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgeri cht) ein, mit dem Begehren, die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern; eventualite r sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte er zunächst ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, welches er mit Schreiben vom 3. Januar 2017 zurückzog. H. Seit dem 4. April 2017 wird der Beschwerdeführer n eu von Denis G. Giovanelli, Rechtsanwalt in Basel, anstelle von Advokat Simon Berger vertreten. I. An der Parteiverhandlung vom 26. Juli 2017 befragt e das Gericht den Beschwerde- führer, welcher diverse zusätzliche Unterlagen einreicht e. Die Parteien hielten an ihren gestell- ten Anträgen fest. In der Folge entschied das Kantonsger icht, das Verfahren auszustellen, um die im Rahmen der Parteibefragung vorgebrachten Änder ungen der tatsächlichen Verhältnisse zu überprüfen. J. Am 25. August 2017 reichte der Beschwerdegegner auff orderungsgemäss einen ak- tuellen Strafregisterauszug des Beschwerdeführers ein, aus dem sich ergab, dass die Staatsan- waltschaft des Kantons Basel-Stadt seit dem 23. November 2016 eine Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer wegen Raufhandels führt. D iese Eingabe wurde dem Beschwer- deführer mit Schreiben vom 30. August 2017 zur allfälligen Stellungnahme zugestellt. K. Am 13. September 2017 reichte der Beschwerdeführer diverse Belege ein. L. Am 11. Oktober 2017 reichte der Beschwerdegegner ei ne Stellungnahme ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungs- rates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder ein Aus- schlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit gege- ben. Der Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochten en Entscheids berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Die Beschwerde erweist sich indessen – wie nachfolgen d aufzuzeigen sein wird – als offensichtlich unbegründet. Demgemäss wird sie im Zirkul ationsverfahren entschieden (§ 1 Abs. 4 VPO). 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Überprüfung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 3.1 Nach Art. 62 lit. b des Bundesgesetzes über die Au sländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen resp. nichtverlängert werden, wenn der Betroffene zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen ihn eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 64 o der 61 des Schweizerischen Straf- gesetzbuches (StGB) vom 21. Dezember 1937 angeordnet wurde. Vorausgesetzt ist ein rechts- kräftiges Urteil (S ILVIA HUNZIKER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 24 zu Art. 62). Der Gesetzgeber hat darauf verzichtet, den unbestimmten Rechtsbegriff "längere Freih eitsstrafe" zu definieren. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt eine "längerfr istige Freiheitsstrafe" nach Artikel 62 lit. b AuG dann vor, wenn die Ausländerin oder der Au sländer zu einer bedingten oder unbe- dingten Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wurde (BGE 135 II 377 E. 4.2). 3.2 Unbestrittenermassen hat der Beschwerdeführer mit se iner Verurteilung durch das Strafgericht vom 1. Dezember 2015 zu einer bedingt vo llziehbaren Freiheitsstrafe von 18 Monaten den Widerrufsgrund gemäss Art. 62 lit. b AuG gesetzt. 4.1 Liegt ein Widerrufsgrund im Sinne von Art. 62 li t. b AuG vor, muss die Massnahme im konkreten Fall auch verhältnismässig sein (Art. 96 Abs. 1 A uG). Dies erfordert eine Interessen- abwägung, welche die wesentlichen Umstände des Einzelf alls berücksichtigt (BGE 135 II 110 E. 2.1). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der Erteilung der Bewilligung und der öffentlich en Interessen an deren Verweigerung, wobei letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der E ingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Bei der Prüfung sind namentlich die Schwere des Ver- schuldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachte ile zu beachten (BGE 139 I 31 E. 2.3.3 mit Hinweisen; 135 II 377 E. 4.3). Einem Ausländer, d er sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll der weitere Aufenthalt zwar nur mit besonderer Z urückhaltung verweigert werden, doch ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit selb st dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Lan d verbracht hat. Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz beste ht – überwiegende private oder familiäre Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bindungen vorbehalten – auch in diesen Fällen ein öff entliches Interesse daran, zur Aufrechter- haltung der Ordnung bzw. Verhütung von (weiteren) Straftaten die Anwesenheit des Ausländers zu beenden (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.1 und 2.3.2 mit Hinweisen). 4.2 Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Versc huldens und die fremdenpoli- zeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht verh ängte Strafe (Urteil des Bundesge- richts 2C_295/2009 vom 25. September 2009 E. 5.3 nicht publ. in BGE 135 II 377; BGE 129 II 215 E. 3.1). Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz besteht regelmässig ein wesentliches öffentliches Interesse daran, zur Aufrec hterhaltung der Ordnung bzw. Verhü- tung von (weiteren) Straftaten die Anwesenheit des Au sländers zu beenden (BGE 139 I 31 E. 2.3.1 f.). Zudem dürfen bei ausländischen Personen, welche sich wie der Beschwerdeführer nicht auf das Freizügigkeitsabkommen berufen können, i m Rahmen der Interessenabwägung auch generalpräventive Gesichtspunkte berücksichtigt werde n (Urteil des Bundesgerichts 2C_373/2014 vom 20. Mai 2014 E. 2.1.1 mit Hinweis). 4.3 Gestützt auf das Urteil des Strafgerichts vom 1. Dezemb er 2015 ist – mit der Vorin- stanz – auch in Bezug auf die migrationsrechtliche Inter essenabwägung von einem schweren Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen. So ist festzuhalten, dass es sich bei den Tat- beständen Raub, einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, Sachbeschädigung, Drohung und Nötigung um schwere Straftaten handelt, m it denen hochwertige Rechtsgüter wie Leib und Leben, Gesundheit, körperliche und psychische In tegrität verletzt und gefährdet wurden. Die Gewalttätigkeiten des Beschwerdeführers b egannen mit dessen Volljährigkeit im Jahr 2011 und setzten sich bis ins Jahr 2016 fort (siehe vo rne lit. B und D), sodass von einem langen Deliktszeitraum auszugehen ist. Die wiederholte Delinquenz des Beschwerdeführers über einen längeren Zeitraum hinweg führt zu einer sc hlechten Legalprognose des Beschwer- deführers. Insbesondere der Vorfall der häuslichen Gew alt, welcher sich lediglich zwei Monate nach der strafrechtlichen Verurteilung des Beschwerdefü hrers ereignete, manifestiert sodann eine erhebliche Gleichgültigkeit und fortdauernde Unei nsichtigkeit des Beschwerdeführers gegenüber der hiesigen Rechtsordnung. Hinzu kommt, dass für Legalprognosen in fremdenpoli- zeitlicher Hinsicht mit Blick auf das im Vordergrund stehen de Interesse der öffentlichen Ord- nung und Sicherheit ein strengerer Beurteilungsmassstab zum Tragen kommt als im strafrechtli- chen Sanktionenrecht (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.2 mit Hinweisen). In Anbetracht des manifes- tierten Gewaltpotentials des Beschwerdeführers besteht d amit ein erhebliches sicherheitspoli- zeiliches Interesse daran, dem Beschwerdeführer die Verl ängerung der Aufenthaltsbewilligung zu verweigern. 4.4 Diesem öffentlichen Interesse sind die privaten Inter essen des Beschwerdeführers gegenüberzustellen. 4.5 Unbestrittenermassen kann sich der Beschwerdeführer auf eine lange Aufenthalts- dauer berufen, die zu einem gewichtigen privaten Inter esse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz führt. Der heute 24-jährige Beschwerdeführer reiste im Jahr 2003 in die Schweiz ein, womit er einen grossen Teil seines bisherigen Lebens hie r verbrachte. Anlässlich der Parteiver- handlung vom 26. Juli 2017 stellte der Beschwerdeführer sodann seine guten Sprachkenntnisse Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht unter Beweis. Ausserdem leben seine Eltern und Geschw ister in der Schweiz. Hinsichtlich der beruflichen Integration ist festzuhalten, dass der Besc hwerdeführer lediglich eine Anlehre als Maler absolviert hat. Derzeit arbeitet er indes nicht i n einem Malerbetrieb, sondern jeweils mit Teilzeitpensen in einem Fast-Food- und einem Presse-Ver triebs-Betrieb. Im Fast-Food-Betrieb erzielt er dabei ein Bruttoeinkommen von durchschnittl ich rund Fr. 750.-- im Monat und beim Presse-Vertriebs-Betrieb ein Bruttoeinkommen von durchsch nittlich rund Fr. 2‘100.-- im Monat (vgl. eingereichte Lohnabrechnungen). Er musste bisher n icht von der Sozialhilfe unterstützt werden. Festzuhalten ist aber, dass er ohne Wohnkostenbe teiligung bei seinen Eltern wohnt und von diesen finanziell unterstützt wird. Dazu kommt, da ss der Beschwerdeführer trotz der Erwerbstätigkeit und der Unterstützung der Eltern in der Vergangenheit seinen finanziellen Verpflichtungen nicht genügend nachgekommen ist und m ehrfach betrieben werden musste. Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 24. Januar 2017 ware n auf den Beschwerdeführer 8 Betreibungen im Gesamtbetrag von Fr. 18'155.22 und 4 Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 10'555.17 registriert. Soweit der Beschwerdeführer diesbezüglich geltend macht, er habe die Schulden getilgt, ist anzumerken, dass die geltend gem achte Schuldentilgung erst unter dem Druck des Wegweisungsverfahrens erfolgt ist. Zudem ergibt sich aus den Akten, dass es sich hierbei nicht um eine effektive Schuldentilgung seite ns des Beschwerdeführers handelt. Viel- mehr hat die Mutter des Beschwerdeführers für diesen eigens einen Kleinkredit in der Höhe von Fr. 20‘000.-- aufgenommen, damit der Beschwerdeführer seine Schulden tilgen konnte (vgl. das undatierte Schreiben der Mutter des Beschwerdeführers, Beilage 8 der Eingabe vom 13. Sep- tember 2017; Darlehensvertrag vom 19. Juni 2017). Dami t kommt der Tatsache, dass der Be- schwerdeführer seine Schulden gegenüber Dritten zwischenze itlich grösstenteils tilgen konnte, keine grosse Bedeutung zu, da er hierfür neue Schulden machen musste. Es ist daher gestützt auf die vorliegenden Akten weiterhin davon auszugehen , dass der Beschwerdeführer ohne die zusätzliche Unterstützung durch seine Eltern nicht in der Lage wäre, für seine Lebenshaltungs- kosten selbständig aufzukommen. Soweit der Beschwerdeführ er geltend macht, er habe eine Stelle bei einem Malerbetrieb in Aussicht, kann ebenso nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden. Dem eingereichten Schreiben des Malerbetriebs ist zwar zu entnehmen, dass eine temporäre Anstellung des Beschwerdeführers geplant gewe sen sei. Diese habe aber nicht um- gesetzt werden können, weil der Beschwerdeführer keinen Niederlassungsausweis habe vor- weisen können, was nötig gewesen wäre, um ihn anstellen zu können (vgl. Schreiben C.____GmbH vom 10. Juli 2017). Diese Argumentation ist nicht nachvollziehbar, zumal das AfM den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 1. Juni 2016 ausdrücklich darauf hingewiesen hat, dass während des Beschwerdeverfahrens eine allfällige Tätigkeit weitergeführt bzw. aufge- nommen werden kann und ein allfälliger Stellenwechsel bzw. Antritt dem AfM gemeldet werden muss. Damit wäre ein Stellenwechsel ohne weiteres zulässig gewesen. Auch in Bezug auf die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe ernsthafte Be mühungen unternommen, sein Gewaltpotenzial in den Griff zu bekommen, kann ihm nich t gefolgt werden. Seine Behauptung, er habe einen Kurs gegen häusliche Gewalt besucht, seine Teilnahme jedoch im Einvernehmen mit der Kursleitung wieder beendet, erweist sich angesi chts der eingereichten Belege als un- wahr. Vielmehr hat der Beschwerdeführer den Kurs – en tgegen seiner Darstellung anlässlich der Parteiverhandlung vom 26. Juli 2017 – bereits nach zw ei von 26 Kursabenden eigenmäch- tig abgebrochen (vgl. Schreiben der Sicherheitsdirektio n des Kantons Basel-Landschaft, Inter- ventionsstelle gegen häusliche Gewalt, vom 9. November 20 17, recte: 9. September 2017). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Weiter ist auch die Behauptung des Beschwerdeführers unh altbar, er befinde sich in psycho- logischer Behandlung mit wöchentlichen Therapiesitzungen. Aus den eingereichten Belegen ist vielmehr ersichtlich, dass er lediglich drei Sitzungen bei einer Psychologin besuchte, danach die Therapie aber abgebrochen hat (vgl. Psychologischer Berich t von D.____, Psychologin FSP vom 29. August 2017). Ebenfalls nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers spricht, dass er trotz entsprechender Nachfrage des Gerichts anlässlich der Part eiverhandlung wahrheitswidrig ver- schwiegen bzw. verneint hat, dass derzeit wiederum eine Strafuntersuchung wegen eines Gewaltdelikts gegen ihn hängig ist. Aufgrund der gen annten Umstände erscheint der vom Be- schwerdeführer geltend gemachte Gesinnungswandel damit als nicht glaubwürdig und dem behaupteten Läuterungsprozess des Beschwerdeführers kann im Rahmen der Interessenab- wägung kein grosses Gewicht beigemessen werden. 4.6 Unter Berücksichtigung der drohenden Nachteile für den Beschwerdeführer ist unbe- stritten, dass ein Neuanfang im Kosovo mit Schwierigkei ten verbunden sein wird. Indessen ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seine ersten zehn Lebensjahre im Kosovo verbracht hat, dort eingeschult wurde und drei Jahre lang die Schule besuchte, womit er entsprechend auch der dortigen Sprache mächtig und mit den dorti gen Gepflogenheiten vertraut ist. Ausser- dem hat der Beschwerdeführer jeweils von Juli bis Augu st seine Sommerferien für mindestens eine bis maximal vier Wochen in seiner Heimat verbracht. Ferner ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer ledig, jung und kinderlos und bei bester Gesundheit ist. Auch seine in der Schweiz gesammelte Berufserfahrung kann ihm bei der Wie dereingliederung in seiner Heimat behilflich sein. Den Kontakt mit den in der Schweiz lebenden Angehörigen wird er auch mittels Kurzaufenthalten in der Schweiz, Besuchs- und Ferienauf enthalten der in der Schweiz leben- den Eltern und Geschwister in ihrer Heimat Kosovo sowi e modernen Kommunikationsmitteln aufrechterhalten können. Bei einer Gesamtbetrachtung un d Gesamtwertung sämtlicher sich gegenüberstehenden Interessen überwiegen die ordnungs- und sicherheitspolizeilichen Interes- sen an der Wegweisung die privaten Interessen des Beschwe rdeführers am Verbleib in der Schweiz. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligu ng des Beschwerdeführers und seine Wegweisung aus der Schweiz erweist sich vor diesem Hi ntergrund als verhältnismässig, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 5. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Ab s. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von insge- samt Fr. 1'800.-- dem unterlegenen Beschwerdeführer a ufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- zu verrechnen. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kan- ton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Parteikosten sind demnach wettzuschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Ko stenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 26. Januar 2018 Beschwer de beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_69/2018) erhoben.