<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Normal Heading1"></p></td></tr></table><p><span>AL.2018.00084</span></p><p><span> </span></p><p><span> </span></p><p><br/></p><p>III. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender<br/>Sozialversicherungsrichterin Annaheim<br/>Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer<br/>Gerichtsschreiber Schetty</p><p class="Normal Heading2"><span class="Normal Heading2">Urteil vom 9. August 2018</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><span class="Normal StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführer</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Einkaufszentrum Neuwiesen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Zürcherstrasse 8, Postfach 474, 8405 Winterthur</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der im Jahre 1980 geborene X.___ war ab 1. April 2005 bei </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">der </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Y.___</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> als Software-Entwicklungsingenieur angestellt (Urk. 6/</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">24). Infolge ausstehender Lohnzahlungen erwirkte der Versicherte erst</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mals im Januar 2015 einen Zahlungsbefehl unter Einforderung von sechs Monats</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">löhnen à Fr. 7'463.40 (Löhne August bis Dezember 2014 und 13. Salär, Urk. 6/58); ein weiterer Zahlungsbefehl mit der gleichen Forderungssumme (Löhne Januar bis Juni 2015) datiert vom 5. November 2015 (Urk. 6/27). Mit Verfügung vom 11. November 2015 gewährte das Bezirksgericht Zürich der Arbeit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">geberin des Versicherten eine provisorische Nachlassstundung bis 11. Januar 2016 und verzichtete vorläufig auf eine öffentliche Bekanntmachung (Urk. 6/23). Am 18. Februar 2016 legte die Arbeitgeberin eine Stundungs- und Abzahlungsvereinbarung sowie eine Schuldanerkennung vor (Urk. 6/19). Mit Entscheid vom 11. März 2016 gewährte das Bezirksgericht Zürich eine definitive Nachlassstundung bis zum 12. September 2016 (vgl. Urteil im Verfahren AL.2016.00145); in der Folge stellte der Versicherte am 12. Mai 2016 einen ersten Antrag auf Insolvenzentschädigung (Urk. 6/36).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Verfügung vom 23. Juni 2016 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hielt die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich fest, dass ein allfälliger Anspruch </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">auf Insolvenzentschädigung erlo</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> und hielt an dieser</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Einschätzung mit Einspracheent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">scheid vom </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">28. November 2016 fest </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">(</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Urk. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> S. 1 f.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">). </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Schreiben vom 3. November 2016 teilte das zuständige Konkursamt die Konkurseröffnung per 31. Oktober 2016 über die Y.___ mit, unter Hinweis auf die Auflösung der Arbeitsverträge (Urk. 7/11). Am 7. November bzw. 2. Dezember 2016 stellte der Versicherte erneut einen Antrag auf Insolvenzentschädigung, unter Hinweis auf den letzten geleisteten Arbeitstag am 31. Oktober 2016 (Urk. 7/7, Urk. 7/9). Am 7. Dezember 2016 anerkannte die Arbeitslosenkasse mittels Teilzahlung von Fr. 15'975.75 einen Anspruch auf Insolvenzentschädigung (Urk. 2 S. 2 oben).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die gegen den Einspracheent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">scheid vom </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">28. November 2016 erhobene Beschwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">de des Versicherten vom 10. Januar 2017 hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 2. Mai 2017 dahingehend gut, dass es die Sache zur weiteren An</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">spruchsprüfung an die Vorinstanz zurückwies. Mit Schlussabrechnung vom 20. Juni 2017 richtete diese zusätzlich Insolvenzentschädigung in der Höhe von Fr. 4'267.45 aus (Urk. 2 S. 2).</span></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Verfügungen vom 15. November 2017 forderte die Arbeitslosenkasse die für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Oktober 2016 ausbezahlte Insolvenzentschädigung im Umfang von Fr. 20'243.20 zurück und verweigerte weitergehende Leistungen (Urk. 7/15 f.). Die dagegen erhobene Einsprache (Urk. 7/18) wies sie mit Einspra</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">cheentscheid vom 14. Februar 2018 ab (Urk. 7/20 = Urk. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dagegen erhob der Versicherte am 11. März 2018 Beschwerde und beantragte, es sei der Einspracheentscheid vom 14. Februar 2018 (und damit die Verfügungen Nr. 4500030001 sowie Nr. 4800029799) aufzuheben; alles unter Kosten- und Ent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Beschwerdeantwort vom 4. April 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer mit Ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fügung vom 6. April 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zieht in Erwägung:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss Art. 51 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeits</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">losen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) haben beitragspflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">a)</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen oder</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">b)</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sichtlicher Überschuldung des Arbeitgebers kein Gläubiger bereit findet, die Kosten vorzuschiessen, oder</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">c)</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt haben </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">oder bei Bewilligung der Nachlassstundung oder richterlichem Konkursaufschub (Art. 58 AVIG).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Aufzählung der Insolvenztatbestände in Art. 51 Abs. 1 und Art. 58 AVIG ist abschliessend (BGE 131 V 196).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG muss der Arbeitnehmer im Konkurs- oder Pfän</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">dungsverfahren alles unternehmen, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">geber zu wahren, bis die Kasse ihm mitteilt, dass sie an seiner Stelle in das Ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">fahren eingetreten ist. Danach muss er die Kasse bei der Verfolgung ihres Anspruchs in jeder zweckdienlichen Weise unterstützen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Bestimmung von </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Art. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">55 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Abs. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1 AVIG, wonach der Arbeitnehmer im Kon</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">kurs- oder Pfändungsverfahren alles unternehmen muss, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bezieht sich dem Wortlaut nach auf das Konkurs- und Pfändungsverfahren. Sie bildet jedoch Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht, welche auch dann Platz greift, wenn das Arbeits</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">verhältnis vor der Konkurseröffnung aufgelöst wird </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">(</span><a href="http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;subcollection_mI39=on&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=any&amp;query_words=Insolvenzentsch%E4digung+and+Schadenminderung&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">BGE 114 V 56</span> </a><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> E. 4 </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">mit Hin</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">weisen; </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">8. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">November 2013 E. 4.1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> und</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> 8C_211/2014 vom 1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">7. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Juli 2014 E. 6.1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">). Eine ursprüngliche Leistungsverweigerung infolge Verletzung der </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Schadenminderungspflicht</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> setzt voraus, dass der versicherten Person ein schweres Verschulden, also vorsätzliches oder grob</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">fahr</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lässiges Handeln oder Unterlassen vorgeworfen werden kann. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Dem Erfordernis der Verhältnismässigkeit ist mit dem Ausmass der von den Arbeitnehme</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">r</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">n</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zu erwartenden Vorkehrungen Rechnung zu tragen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, welche sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls richtet </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">(Urteile des Bundesgerichts </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">8C_66/2013 vom </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">18. November 2013 E. 4.1, 8C_211/2014 vom 17. Juli 2014 E. 6.1 und 8C_</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">641/2014 vom 27. Januar 2015 E. 4.1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">)</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Vom Arbeitnehmer wird in der Regel nicht verlangt, dass er bereits während des bestehenden Arbeitsverhältnisses gegen den Arbeitgeber Betreibung einleitet oder eine Klage einreicht. Er hat jedoch seine Lohnforderung gegenüber dem Arbeit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">geber in eindeutiger und unmissverständlicher Weise geltend zu machen. Zu weitergehenden Schritten ist die versicherte Person dann gehalten, wenn es sich um erhebliche Lohnausstände handelt und sie konkret mit einem Lohnverlust rechnen muss. Denn es geht auch für die Zeit vor Auflösung des Arbeits</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hältnisses nicht an, dass die versicherte Person ohne hinreichenden Grund wäh</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rend längerer Zeit keine rechtlichen Schritte zur Realisierung erheblicher Lohn</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ausstände unternimmt, obschon sie konkret mit dem Verlust der geschuldeten </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Gehälter rechnen muss (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgericht C 264/04</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">vom </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">20. Juli 2005 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung auf formell rechtskräf</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tige Verfügungen oder Einspracheentscheide, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurück</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">kommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG; BGE 133 V 50 E. 4.1).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Einspracheentscheid damit, dass ihr bei der Prüfung der Schadenminderungspflicht dahingehend ein Fehler unterlaufen sei, dass sie allein das Verhalten zwischen der Nachlass</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stundung und dem Konkurs berücksichtigt habe; massgebend sei aber auch das frühere Verhalten (Urk. 2 S. 4 oben). So habe es der Beschwerdeführer zwischen Januar und November 2015 unterlassen, die Begleichung der offenen und fälligen Löhne zu verlangen oder diesbezüglich rechtliche Schritte einzuleiten; dabei sei höchstens von mündlichen Mahnungen und E-Mails auszugehen. Damit sei von einer Verletzung der Schadenminderungspflicht auszugehen, was zur Rückerstattungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">pflicht der ausgerichteten Insolvenzentschädigung in der Höhe von Fr. 20'243.20 führe (S. 5).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Demgegenüber machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, dass er im Januar 2015 eine Betreibung für die offenen Löhne von August bis Dezember 2014 eingeleitet und diese Löhne auch erhalten habe. Zudem habe er die aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stehenden Löhne bei Herrn Z.___ und Frau A.___ mündlich eingefordert, auch habe es einen E-Mailverkehr gegeben, auf welchen er infolge Konkurs der Firma nicht mehr zugreifen könne (Urk. 1 S. 4). Ab 30. April 2015 sei über neue indu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">strielle Partnerschaften informiert worden, sodass die Betreibung für die Löhne Januar bis Oktober 2015 erst im Oktober 2015 erfolgt sei; die Fortsetzung der eingereichten Betreibung sei an der provisorischen Nachlassungstundung ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tert. Nach dem Konkurs habe sich herausgestellt, dass nicht alle eingegan</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">genen Zahlungen zweckentsprechend verwendet worden seien; ein entspre</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">chen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">des Strafverfahren sei eingeleitet worden. Insgesamt sei er der Auffassung, seiner Schadenminderungspflicht nachgekommen zu sein (S. 5).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für den massgebenden Zeitraum von 1. Juli bis 31. Oktober 2016 Insolvenzent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">schä</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">di</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gung im Gesamtbetrag von Fr. 20'243.20 ausgerichtet hat. Zu prüfen ist dem</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nach im Folgenden nicht allein, ob der Beschwerdeführer seiner Schadenminderungspflicht nachgekommen ist, sondern ob die erfolgte Leistungszusprache als zweifellos unrichtig zu qualifizieren ist und die Beschwerdegegnerin berechtigt war, auf ihre Leistungszusprache zurückzukommen.</span></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Beschwerdegegnerin wies in diesem Zusammenhang insbesondere auf die ungenügenden Bemühungen vor der provisorischen Nachlassstundung hin, ins</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sondere im Zeitraum zwischen Januar bis November 2015. In diesem Zeitraum war der Beschwerdeführer in ungekündigtem Arbeitsverhältnis bei der Y.___ angestellt, so dass schon allein deshalb geringere Anforderungen an die zumutbare Schadenminderungspflicht gelten (vgl. E. 1.3). Unbestritten ist dabei, dass der Beschwerdeführer nebst der mündlichen Kontaktaufnahme mit dem Arbeitgeber sowohl im Januar 2015 als auch im November 2015 Betrei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bungen einleitete. Bezüglich der fehlenden Fortsetzung der Betreibung vom Januar 2015 ist der in Aussicht gestellte wirtschaftliche Aufschwung zu berück</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sichtigen (vgl. Urk. 7/14 Blatt 21-24). In der Folge wurde der Y.___ auch die provisorische und danach definitive Nachlassstundung gewährt, was eine Fortsetzung der Betreibung vom 5. November 2015 verhinderte.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Auch wenn aufgrund des geschilderten Ablaufs allenfalls von einer Verletzung der Schadenminderungspflicht auszugehen wäre, kann keinesfalls von einer zweifellos unrichtigen Leistungsausrichtung gesprochen werden. Dies umso mehr, als bei der Beurteilung der Schadenminderungspflicht eine Gesamtwürdigung der im Einzelfall gegebenen Umstände vorzunehmen ist. Gerade bei solchen Ermes</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sens</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">entscheiden ist eine Wiedererwägung aber nur dann zulässig, wenn die neue Ermessensausübung als die klarerweise einzig richtige erscheint (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Rz. 55 zu Art. 53). Dies ist vorliegend nicht der Fall, was in Gutheissung der Beschwerde zur ersatzlosen Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids führt.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Weitergehende Ansprüche des Beschwerdeführers bestehen bei rechtskräftiger Schlussabrechnung vom 20. Juni 2017 (Urk. 2 S. 2) nicht.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Das Gericht erkennt:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 14. Februar 2018 ersatzlos aufgehoben.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">X.___</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">seco - Direktion für Arbeit</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">4.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis-mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><span id="_GoBack"></span>GräubSchetty</p><p></p></div> </div></body></html>