Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 19. Februar 2020 (810 19 244) ____________________________________________________________________ Strassen und Verkehr Entzug des Fahrzeugausweises und der Kontrollschilder Besetzung Vorsitzender Niklaus Ruckstuhl, Kantonsrichter Stef an Schulthess, Hans Furer , Daniel Häring, Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichts- schreiber i.V. Roger Meier Beteiligte A.____ GmbH , Beschwerdeführerin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal, Beschwerdegegner Betreff Entzug des Fahrzeugausweises und der Kontrollschi lder (RRB Nr. 1167 vom 3. September 2019) A. B.____ (geb. 1960), wohnhaft in C.____ im Kanton Basel-Landschaft, ist Gesellschaf- ter und Vorsitzender der Geschäftsführung der Gesellsch aft «A.____ GmbH», vormalig «D.____ GmbH», vormalig «E.____ GmbH», mit Sitz in F.____ (SO). Für das Unternehmen sind zwei Geschäftsfahrzeuge in Gebrauch, wobei eines i m Kanton Solothurn (Kennzeichen «SO XXXXXX») und eines im Kanton Basel-Landschaft eingelöst ist. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 11. November 2016 beantragte die Polizei des Ka ntons Basel-Landschaft (Polizei Basel-Landschaft) bei der Motorfahrzeugkontrolle des K antons Basel-Landschaft (MFK) die Einleitung eines Schilderaustauschverfahrens betreffend die Kontrollschilder «SO XXXXXX». Begründet wurde dies im Wesentlichen damit, dass der zust ändige Polizist das betreffende Fahrzeug seit August 2016 während seines Nacht- und Spät dienstes jedes Mal in C.____ par- kiert vorgefunden habe. Dieser Antrag wurde nach ersten Abklärungen nicht weiterverfolgt. C. Nachdem die Polizei Basel-Landschaft im März 2018 das Fahrzeug «SO XXXXXX» erneut mehrfach vor der Wohnimmobilie von B.____ in C.____ vorgefunden hatte, führte sie im Oktober und November 2018 regelmässige Kontrollen des F ahrzeugstandortes durch. Kurz vor Kontrollbeginn, am 5. September 2018, wurde das besa gte Fahrzeug von der «E.____ GmbH» auf die «A.____ GmbH» eingelöst. D. Am 23. November 2018 ersuchte die Polizei Basel-Lan dschaft die MFK erneut um die Einleitung eines Schilderaustauschverfahrens. Mit Schrei ben vom 10. Dezember 2018 ent- sprach die MFK diesem Gesuch und forderte die A.____ Gm bH zum Austausch der solothurni- schen durch basellandschaftliche Kontrollschilder auf. E. Nachdem der Umschrieb nicht fristgemäss erfolgt war, w urde der A.____ GmbH mit Schreiben vom 7. Januar 2019 der Entzug des Fahrzeugausw eises und der Kontrollschilder angedroht und ihr das rechtliche Gehör gewährt, welch es diese mit Schreiben vom 21. Januar 2019 wahrnahm. F. Mit Schreiben vom 24. Januar 2019 antwortete die M FK auf die von der A.____ GmbH vorgebrachten Punkte und gab ihr erneut Gelegenheit zu r schriftlichen Stellungnahme. Dieses Schreiben wurde retourniert, ohne dass die Ursache für d ie Rücksendung zweifelsfrei eruiert werden konnte. Nach Aussage der Schweizerischen Post deu te das Sendungsbild allerdings auf eine durch den Empfänger veranlasste Rücksendung hin. G. Am 7. Februar 2019 verfügte die MFK den Entzug d es Fahrzeugausweises und der Kontrollschilder «SO XXXXXX». Sie forderte die A.____ GmbH auf, den Fahrzeugausweis und die Kontrollschilder bis zum 21. Februar 2019 gegen ba sellandschaftliche umzutauschen oder auf einem kantonalen Polizeiposten abzugeben und hielt fest, dass die Verkehrssteuern ab dem Einlösungsdatum geschuldet seien. H. Am 18. Februar 2019 erhob die A.____ GmbH beim R egierungsrat des Kantons Basel- Landschaft (Regierungsrat) gegen die Verfügung der MF K vom 7. Februar 2019 Beschwerde. In der Beschwerdebegründung vom 17. April 2019 wurde a n den Begehren festgehalten und zur Frage des Fahrzeugstandorts insbesondere ausgeführt, das Fahrzeug mit den Kontroll- schildern «SO XXXXXX» sei am 5. September 2018 erstmals im Kanton Solothurn immatriku- liert worden und stehe betrieblich von 06.00 Uhr bis 24.00 Uhr im Einsatz. Es würde von mehre- ren Mitarbeitenden verwendet und befinde sich über Na cht mehrheitlich im Kanton Solothurn. Zudem rügte die A.____ GmbH eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. Mit Beschluss Nr. 2019-1167 vom 3. September 2019 wi es der Regierungsrat die Be- schwerde ab. Zur Begründung wurde hinsichtlich des Fahrze ugstandorts im Wesentlichen aus- geführt, die Vorbringen der A.____ GmbH würden nich t überzeugen und die Kontrolldichte zum Nachweis eines Fahrzeugstandortes im Kanton Basel-Landschaft reiche aus. Als Zeitpunkt des Beginns der Verkehrssteuerpflicht sei das Datum der Inverkehrsetzung vom 5. September 2018 heranzuziehen. J. Mit Beschwerde vom 16. September 2019 gelangte die A .____ GmbH, vertreten durch B.____, an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteil ung Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht). Sie stellt die Begehren: 1. Es seien der Entscheid des Regierungsrates vom 3. September 2019 und die Verfügung der MFK vom 7 . Februar 2019 aufzuheben; 2. Eventualiter sei der Entscheid an die Vorinstanz zur N eubeurteilung zurückzuweisen; alles unter o/e-Kostenfolge. Am 18. November 2019 reichte die Beschwerdeführerin eine ergänzende Beschwerdebegründung ein, in welcher sie an ihren Begehren festhält. K. Am 2. Dezember 2019 liess sich die Vorinstanz vernehme n und schliesst auf kosten- fällige Abweisung der Beschwerde. An den Erwägungen i m angefochtenen Beschluss hält sie vollumfänglich fest. Auf die weiteren Ausführungen de r Parteien wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. L. Mit Präsidialverfügung vom 4. Dezember 2019 wurde der Fall der Kammer zur Beur- teilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfass ungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Die Beschwe rdeführerin ist Adressatin des angefochtenen Entscheides. Die angefochtene Verfügung beschwert die Beschwerdeführerin durch administrativen Mehraufwand und verkehrssteuerliche Mehrkosten, weshalb sie an deren Aufhebung ein schutzwürdiges Interesse hat. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die örtliche als auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gege- ben sind, ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten. 1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können n ach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Für die Immatrikulation eines Motorfahrzeuges sind die Behörden jenes Kantons zu- ständig, in welchem das Fahrzeug seinen Standort hat (Art. 22 Abs. 1 des Strassenverkehrsge- setzes [SVG] vom 19. Dezember 1958 in Verbindung mit Ar t. 74 Abs. 1 der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenve rkehr [Verkehrszulassungsver- ordnung, VZV] vom 27. Oktober 1976). Als Standort des Fahrzeugs gilt der Ort, wo dieses nach Gebrauch in der Regel für die Nacht abgestellt wird (Art. 77 Abs. 1 VZV). 2.2 Zuständig für die Besteuerung von Fahrzeugen gemäss Art. 105 Abs. 1 SVG ist der Standortkanton (Urteil des Bundesgerichts 2P.54/2005 v om 30. September 2005; vgl. J ÜRG BICKEL , in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, N 5 zu Art. 105). Die hierbei im Vordergrund stehende kantonale Motorfahrzeugab- gabe ist für den Kanton Basel-Landschaft im Gesetz über die Motorfahrzeugsteuer vom 17. Oktober 2013 bzw. in der zugehörigen Verordnung vom 21. Januar 2014 geregelt. 3.1 Der Regierungsrat führt im angefochtenen Beschluss Nr. 2019-1167 und in seiner Ver- nehmlassung vom 2. Dezember 2019 im Wesentlichen aus, d ass die Anzahl der erfolgten Poli- zeikontrollen ausreiche, um den Kanton Basel-Landschaft a ls neuen Standortkanton festzuset- zen. Gemäss Art. 105 Abs. 2 SVG beginne die Zuständigkeit des neuen Standortkantons zur Verkehrssteuererhebung am Tag, an dem das fragliche Fahr zeug mit dem Fahrzeugausweis und den Kontrollschildern des neuen Standortkantons ver sehen werde oder hätte versehen werden müssen. Gemäss Eintrag im automatisierten Fahrze ug- und Fahrzeughalterregister (MOFIS) sei das Fahrzeug «SO XXXXXX» am 5. September 2018 in Verkehr gesetzt worden, weshalb dem Kanton Basel-Landschaft ab diesem Zeitpunkt die Verkehrssteuern zustünden. 3.2 Fraglich ist, ob die Beschwerdeführerin die Verfüg ung der MFK vom 7. Februar 2019 und den Beschluss des Regierungsrates vom 3. September 20 19 – analog ihrer Begehren im Verfahren vor dem Regierungsrat – auch vor Kantonsge richt noch im Grundsatz bestreitet, zu- mal sie sinngemäss die vollumfängliche Aufhebung dieser Entscheide fordert, oder ob lediglich noch der Zeitpunkt der Standortverlegung bzw. der Beginn der Steuerpflicht streitig ist. 3.3 Gemäss dem Schreiben der Beschwerdeführerin an die MFK vom 21. Januar 2019 werde das Fahrzeug mit dem Kennzeichen «SO XXXXXX» im Jahresdurchschnitt nicht mehr- heitlich im Kanton Basel-Landschaft verwendet und solle ab März 2019 ohnehin wieder im Kan- ton Solothurn zum Einsatz kommen. Eine ähnliche Anga be findet sich in der Beschwerdebe- gründung vom 17. April 2019 an den Regierungsrat: Auch hier stellte sich die Beschwerdeführe- rin noch auf den Standpunkt, das fragliche Motorfahrzeu g sei im Kanton Solothurn korrekt ein- gelöst, da dieses – beispielsweise über den Zeitraum e ines Jahres betrachtet – mehrheitlich über Nacht am Sitz der Beschwerdeführerin stehe. Das neu e Vorbringen in der Beschwerdebe- gründung an das Kantonsgericht vom 18. November 2019, das fragliche Fahrzeug sei erst im Verlauf des Oktobers 2018 «teilweise» nachtsüber nac h C.____ verlegt worden, steht – entge- gen der Ansicht der Vorinstanz – hierzu nicht grundsätzlic h im Widerspruch, weshalb es nicht als Zugeständnis für eine Standortverlegung gewertet werden kann. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Die Beschwerdeführerin führt vor Kantonsgericht alle rdings ferner aus, ihre Beschwer- de richte sich gegen den «vom Regierungsrat festgelegten Zeitpunkt für den Beginn der Ver- kehrssteuerpflicht im Kanton Basel-Landschaft». Dem Reg ierungsrat ist daher beizupflichten, dass der nächtliche Hauptstandort des Fahrzeuges vorliegend nunmehr unbestritten ist. Streitig ist einzig der exakte Zeitpunkt der Fahrzeugverlegung u nd der hiermit einhergehende Beginn der Verkehrssteuerpflicht im Kanton Basel-Landschaft. 4.1 In der ergänzenden Beschwerdebegründung vom 18. Nov ember 2019 hält die Be- schwerdeführerin zur Begründung im Wesentlichen fest, aus den Akten gehe nicht hervor, dass sich das betroffene Fahrzeug im Zeitraum vom 5. Septem ber 2018 bis zum 12. Oktober 2018 über Nacht im Kanton Basel-Landschaft befunden habe. Da s Fahrzeug sei erst im Oktober 2018 teilweise nachtsüber nach C.____ verlegt worden und sei bis dahin auf dem Parkplatz der A.____ GmbH in F.____ stationiert gewesen. Der genaue Zeitpunkt der Verlegung liesse sich nicht mehr eruieren. Insoweit sei der Entscheid des Reg ierungsrates unzutreffend, selbst die MFK widerspreche in ihrer vorinstanzlichen Stellungnah me vom 5. Juni 2019 dem Regierungs- rat. Eine Beweislastumkehr sei nicht statthaft. 4.2 Der Regierungsrat führt demgegenüber im Rahmen s einer Vernehmlassung vom 2. Dezember 2019 aus, es ergebe sich aus den Akten, dass das betreffende Fahrzeug mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits seit Novem ber 2016 unter verschiedenen Fahrzeughaltern, aber mit gleichbleibendem Lenker und Standort, regelmässig im Kanton Ba- sel-Landschaft stationiert gewesen sei. Die Standortve rlegung habe jedoch spätestens mit der Einlösung des Fahrzeuges auf den Namen der Beschwerdefü hrerin am 5. September 2018 stattgefunden. Nach Gesamtwürdigung aller Umstände se i es somit gerechtfertigt, dieses Da- tum als Stichtag festzusetzen. Der Einwand der Beschwerd eführerin, die MFK widerspreche dem Regierungsrat, sei vorliegend unerheblich. 5.1 § 9 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Ba sel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 hält fest, dass die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen ermittelt (sog. Untersuchungsmaxime, vgl. R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURN - HERR /DENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2010, Rz. 9 92) und die ihr angebotenen Beweise entgegennimmt, wenn diese zur Ermittlung des Sachverhalts tauglich erscheinen. Gemäss § 16 Abs. 1 VwVG BL sind Parteien verp flichtet, an der Ermittlung des Sachverhalts mitzuwirken. Wenn eine Partei in einem Ve rfahren, das sie durch eigenes Begeh- ren eingeleitet oder in dem sie ein selbständiges Beg ehren gestellt hat, die zumutbare Mitwir- kung verweigert, ist die Behörde nach § 16 Abs. 2 VwVG n icht verpflichtet, auf das Begehren einzutreten (vgl. die Mitwirkungspflicht gemäss Art. 13 des Bundesgesetzes über das Verwal- tungsverfahren [VwVG] vom 20. Dezember 1968; C HRISTOPH AUER , Kommentar zum Bundes- gesetz über das Verwaltungsverfahren, Auer/Müller/Schin dler [Hrsg.], Zürich/St. Gallen 2008, Art. 13, Rz 12 f.). 5.2 Regelmässige Kontrollen hinsichtlich des nächtlichen Standorts des Motorfahrzeugs mit dem Kennzeichen «SO XXXXXX» sind erstmals im Vorfel d des zweiten Antrages auf Aus- tausch der Kontrollschilder vom 23. November 2018 dokum entiert; verzeichnet sind hier 34 Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kontrollen im Zeitraum vom 12. Oktober 2018 bis zum 23. November 2018, wobei sich das frag- liche Fahrzeug jedes Mal am Wohnort des Geschäftsführe rs der Beschwerdeführerin in C.____ befunden hat. Aus den durch den Rechtsdienst von Regierungsrat und Landrat im Rahmen des Verfahrens vor der Vorinstanz angeforderten Unterlage n geht sodann hervor, dass die Polizei Basel-Landschaft im Zeitraum vom 21. Januar 2019 bis z um 8. Juli 2019 insgesamt 110 Kon- trollen vornahm und das Fahrzeug mit dem Kennzeichen «S O XXXXXX» dabei in 108 Fällen in C.____ vor der Wohnliegenschaft von B.____ vorfand. In den zwei abweichenden Fällen wurde das Fahrzeug in Laufen gesichtet. 5.3 Durch die vorgenannten Kontrollen sind die Vorinsta nzen ihrer Pflicht, den Sachverhalt abzuklären, vollumfänglich nachgekommen. Die Anzahl der Abklärungen und die Qualität der- selben reichen aus, um den tatsächlichen nächtlichen Stand ort des fraglichen Motorfahrzeugs spätestens ab dem 12. Oktober 2018 hinreichend zu bele gen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts [KGE VV] vom 2. März 2011 [810 10 140 / 59] E. 5.3 f. ). Fraglich ist, ob vorliegend auch die Vorverlegung des Stichtages um rund fünf Wochen auf d en 5. September 2018 geschützt wer- den kann. 6.1.1 Es sei vorab festgehalten, dass B.____ in der Verg angenheit die Geschäftsführung verschiedener Unternehmen innehatte, wobei es sich im Gr undsatz um zwei Gesellschaften handelt, die über die Jahre mehrfach umbenannt wurde n. Konkret lassen sich dem Schweizeri- schen Handelsamtsblatt (SHAB) hinsichtlich der ersten Gese llschaft folgende Handelsregister- mutationen entnehmen: - Mit Statutenänderung vom XX.XX.2005 wurde die Ges ellschaft «G.____ AG» von der W.____strasse 91 in H.____ an die X.____strasse 50 in F._ ___ verlagert und in «H.____ AG» umbenannt (SHAB vom XX.XX.2005); - Mit SHAB-Eintrag vom XX.XX.2014 wurde das Domizil der Gesellschaft «H.____ AG» an die Z.____strasse 32 in F.____ verlegt; - Mit Generalversammlungsbeschluss vom XX.XX.2015 wurde die Gesellschaft «H.____ AG» aufgelöst (SHAB vom XX.XX.2015). Betreffend die zweite Gesellschaft finden sich folgende Handelsregistermutationen: - Mit Statutenänderung vom XX.XX.2005 wurde die Ges ellschaft «D.____ GmbH» von der Y.____strasse 6 in I.____ (NW) an die X.____strasse 50 in F.____ verlegt (SHAB vom XX.XX.2005); - Mit Statutenänderung vom XX.XX.2011 wurde die Ges ellschaft «D.____ GmbH» in «E.____ GmbH» umbenannt (SHAB vom XX.XX.2011); - Mit SHAB-Eintrag vom XX.XX.2014 wurde das Domizil d er Gesellschaft «E.____ GmbH» an die Z.____strasse 32 in F.____ verlegt; - Mit Statutenänderung vom XX.XX.2017 wurde die Gesel lschaft «E.____ GmbH» in «A.____ GmbH» umbenannt und eine Zweckänderung vorgeno mmen (SHAB-Eintrag vom XX.XX.2017). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1.2 Das Motorfahrzeug mit dem Kennzeichen «SO XXXXX X» wurde mehrfach zwischen den Gesellschaften umgeschrieben, verblieb jedoch de fact o stets unter der Kontrolle von B.____. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz und der MFK ist festzuhalten, dass diese Einlö- sungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht betrieblich motiviert waren, son- dern dazu dienten, den Behörden die Sachverhaltsermi ttlung zu erschweren. So bringt B.____ in einem Schreiben an die MFK vom 10. Februar 2017, i rrtümlicherweise datiert auf das Jahr 2016, in seiner Funktion als Geschäftsführer der Gesellsch aft «H.____ AG» etwa sinngemäss vor, die Untersuchung der Behörden hinsichtlich des Sta ndorts des fraglichen Motorfahrzeugs würden seine Gesellschaft nicht betreffen, da diese zum Z eitpunkt der Abklärungen im Novem- ber 2016 gar nicht Halterin des fraglichen Fahrzeugs ge wesen sei. Tatsächlich wurde das Mo- torfahrzeug mit dem Kennzeichen «SO XXXXXX» am 16. De zember 2016 – kurz nach dem ersten Tätigwerden der Behörden in der vorliegenden Sache – von der Gesellschaft «E.____ GmbH» auf die Gesellschaft «H.____ AG» überschrieben u nd von Letzterer eingelöst, verblieb jedoch realiter im Machtbereich des gemeinsamen Geschäftsführers B.____. 6.1.3 Wie der vorstehenden Auflistung zu entnehmen ist, firmierte die «E.____ GmbH» mit Statutenänderung vom XX.XX.2017 neu als «A.____ Gmb H». Durch die Neufirmierung wurde kein neues Rechtssubjekt geschaffen, sondern bloss der Nam e und zum Teil der Zweck einer bestehenden juristischen Person geändert (vgl. BGE 128 III 137 E. 4). Demgemäss handelte es sich bei der Einlösung des Fahrzeugs von der «E.____ GmbH » auf die neue Firma der Be- schwerdeführerin am 5. September 2018 nicht – wie es d ie Beschwerdeführerin zuletzt noch in ihrer Beschwerdebegründung an den Regierungsrat vom 17. April 2019 suggerierte – um einen manifesten Halterwechsel, sondern bloss um die Wiederi nverkehrsetzung eines Fahrzeugs un- ter geänderter Firma. Der genaue Hergang dieser MOF IS-Mutation lässt sich gestützt auf die Akten nicht nachvollziehen, doch ist im Grundsatz festzuh alten, dass die Beschwerdeführerin spätestens mit der Publikation im SHAB am XX.XX.2017 na ch Art. 74 Abs. 5 VZV verpflichtet gewesen wäre, ihre Firmenänderung innert 14 Tagen de r MFK zur Kenntnis zu bringen und so die gebotenen Anpassungen auszulösen. Ergänzend sei i n Übereinstimmung mit dem Regie- rungsrat festgestellt, dass die vorinstanzliche Behauptun g der Beschwerdeführerin, das fragli- che Fahrzeug sei am 5. September 2018 erstmals im Kanto n Solothurn in Verkehr gesetzt wor- den, nach dem Gesagten offensichtlich unzutreffend ist. 6.2 Im bereits erwähnten Schreiben vom 10. Februar 20 17 führt B.____ zudem aus, das fragliche Motorfahrzeug werde nicht mehrheitlich über Nacht im Kanton Basel-Landschaft ab- gestellt und befinde sich an mindestens zwei Wochenenden pro Monat am Firmensitz in F.____. Hieraus geht e contrario hervor, dass sich der n ächtliche Standort des Fahrzeugs mit dem Kennzeichen «SO XXXXXX» bereits zu diesem Zeitpunk t, wenngleich auch nicht mehr- heitlich, so doch im mindesten partiell im Kanton Bas el-Landschaft befunden haben musste. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin in der Beschwerdeb egründung vom 18. November 2019, das Motorfahrzeug mit dem Kennzeichen «SO XXXXXX » sei erst im Verlauf des Okto- bers 2018, also genau zum Zeitpunkt des Beginns der Polizeikontrollen, teilweise in den Kanton Basel-Landschaft verlegt worden, steht hierzu im Wider spruch und erscheint deshalb wenig glaubhaft. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Vor den Vorinstanzen zog die Beschwerdeführerin di e behördlichen Sachverhaltsfest- stellungen insbesondere mit den Argumenten in Zweifel, das Motorfahrzeug mit dem Kennzei- chen «SO XXXXXX» werde von mehreren Mitarbeitern ben ützt und stehe betrieblich von 6.00 Uhr bis Mitternacht im Einsatz; diesbezüglich hätte si e etwa Einsatzpläne, aus denen die Nut- zung des Fahrzeuges zu den behaupteten Uhrzeiten hervorg eht, ein Fahrtenbuch oder vertrag- liche Vereinbarungen mit ihren Mitarbeitenden betref fend die Nutzung des Fahrzeuges zu den Akten reichen können. Nicht nur hat die Beschwerdeführe rin entsprechende Mitwirkungshand- lungen unterlassen und sich darauf beschränkt, die Bem ühungen der Behörden pauschal als ungenügend, widerrechtlich oder willkürlich darzustellen, sondern durch taktische Einlösungen und nachweislich falsche Darstellung des Sachverhaltes ha t sie in treuwidriger Weise versucht, die Abklärungen der Behörden zu erschweren. 7. Nach dem Gesagten und gestützt auf die Akten ist dav on auszugehen, dass das Fahr- zeug mit dem Kennzeichen «SO XXXXXX» spätestens in Verl auf des Jahres 2018 und noch vor Beginn der Kontrollen am 17. Oktober 2018 über N acht hauptsächlich an die Wohnadresse des Geschäftsführers der Beschwerdeführerin verlegt wu rde. Der genaue Zeitpunkt lässt sich nicht mehr eruieren, doch führt die Beschwerdeführerin keine stichhaltigen Gründe an, weshalb die Sachverhaltsdarstellung der Vorinstanz im Grundsatz z u bestreiten wäre und bringt im Rahmen ihrer Mitwirkungspflichten auch nichts vor, was eine Verlegung des besagten Fahr- zeugs in den Kanton Basel-Landschaft erst im Verlauf de s Oktobers 2018 plausibel erscheinen lassen würde. Unter Würdigung der gesamten Umstände un d in Anbetracht des aktenkundigen widersprüchlichen und treuwidrigen Verhaltens der Besc hwerdeführerin ist der Beginn der Steuerpflicht per 5. September 2018 daher zu schützen. 8. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. Der Fahr zeugausweis und die Kontroll- schilder «SO XXXXXX» sind innert 14 Tagen nach Rechtskraf t des vorliegenden Entscheides bei der Motorfahrzeugkontrolle des Kantons Basel-Landsch aft gegen basellandschaftliche Kon- trollschilder umzutauschen oder auf einem kantonalen Polizeiposten abzugeben. 9. Gemäss dem Ausgang des Verfahrens werden die Verfahr enskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- nach § 20 Abs. 3 VPO der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Die Parteikos ten werden gemäss § 21 Abs. 1 VPO wettgeschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Fahrzeugausweis und die Kontrollschilder SO XXX XXX sind innert 14 Tagen nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheides b ei der Motorfahrzeugkontrolle des Kantons Basel-Landschaft gege n basel- landschaftliche Kontrollschilder umzutauschen oder auf ein em kanto- nalen Polizeiposten abzugeben. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von 1'400.-- verrechnet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Kantonsrichter Gerichtsschreiber i.V.