B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-927/2024 U r t e i l v o m 2 3 . J u n i 2 0 2 5 Besetzung Einzelrichter Lukas Müller, mit Zustimmung von Richter David R. Wenger; Gerichtsschreiber Michal Koebel. Parteien A._______, (…), Russland, (…), Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 16. Januar 2024 / (…). D-927/2024 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass am 12. September 2022 der Vater und der Bruder der Beschwerde- führerin in der Schweiz um Asyl nachsuchten (N 789 503), dass die Beschwerdeführerin am 22. Mai 2023 – gemeinsam mit ihrer Stief- mutter und Steifschwester (N 789 503) – in der Schweiz um Asyl nach- suchte, dass am 24. Mai 2023 die Personalienaufnahme, am 5. Juni 2023 ein Dub- lin-Gespräch und am 7. September 2023 die Anhörung zu den Asylgrün- den der Beschwerdeführerin durchgeführt wurden, dass die Beschwerdeführerin – eine russische Staatsangehörige tschet- schenischer Ethnie – hierbei geltend machte, sie stamme aus B._______, wo sie studiert und bis zur Ausreise gelebt habe, ihr Vater habe das Land aufgrund der allgemeinen Mobilmachung für den Ukrainekrieg verlassen, sie habe erfahren, dass Familienangehörige von Kriegsdienstverweigerern festgenommen, gefoltert und erpresst würden, zudem habe ihr Vater über Dritte erfahren, dass die Polizei zweimal bei ihnen zuhause und bei den Eltern ihrer Schwiegermutter aufgetaucht sei, dass das Verfahren am 8. September 2023 dem erweiterten Verfahren zu- geteilt wurde und die Beschwerdeführerin am 16. Oktober 2023 die Rechts- vertretung für das erweiterte Verfahren bevollmächtigte, dass das SEM mit Verfügung vom 16. Januar 2024 festst ellte, die Be- schwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, das Asylgesuch ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte, deren Vollzug anord- nete, den zuständigen Kanton mit dem Vollzug beauftragte und die editi- onspflichtigen Akten aushändigte, dass das SEM zur Begründung anführte, insgesamt würden die Vorbringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten, zum einen seien diese zu wenig konkret und würden sich ausschliesslich auf Hörensagen stützen, zum anderen seien die Vorbringen des Vaters un- glaubhaft ausgefallen und die eingereichte Vorladung zum Militärdienst habe sich als nicht authentisch erwiesen, dass das SEM mit separater Verfügung gleichen Datums die Asylgesuche des Vaters, der Stiefmutter sowie der minderjährigen Geschwister der Be- schwerdeführerin ablehnte, D-927/2024 Seite 3 dass die Rechtsvertretung de r Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. Januar 2024 erklärte, sie habe das Mandat niedergelegt, dass die Beschwerdeführerin unter Beilage bereits aktenkundiger Beweis- mittel (alle in Kopie) und einem unleserlichen Schriftstück (in Kopie) mit – von ihrem Vater und ihrer Stiefmutter mitunterzeichneter – Eingabe vom 12. Februar 2024 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichte und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und fest- zustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar sowie unmöglich sei und die vorl äufige Aufnahme anzuordnen, subeventualiter (recte: eventualiter) sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur wei- teren Sachverhaltsabklärung an das SEM zurückzuweisen, dass sie in prozessualer Hinsicht beatgrate, es sei die unentgeltliche Pro- zessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, dass das Bundesverwaltungsgericht am 13. Februar 2024 den Eingang der Beschwerde bestätigte, dass die Beschwerdeführerin unter Beilage einer Ausweiskopie, eines Fo- tos eines Tores, eines Fotos eines nicht übersetzten Schreibens, Ausdru- cken von Google Maps (inkl. Streetview) mit Eingabe vom 29. Februar 2024 eine Beschwerdeergänzung zu den Akten reichte und ausführte, am 14. Februar 2024 sei ihr Haus von der Polizei versiegelt worden, dass mit Zwischenverfügung vom 27. Mai 2024 festgestellt wurde, der Be- schwerde komme von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu und die Beschwerdeführerin dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz ab- warten, gleichzeitig wurde sie aufgefordert darzulegen, ob sie die Verfü- gung des SEM auch im Asylpunkt anfechte und eine Übersetzung der fremdsprachigen Beweismittel sowie eine lesbare Kopie der Vorladung ein- zureichen, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 31. Mai 2024 eine Überset- zung (Versiegelt bis zu einer besonderen Anordnung) zu den Akten reichte und erklärte, sie sei mit dem ablehnenden Asylentscheid nicht einverstan- den, der einzige Grund für ihre Flucht aus Russland sei die politische Situ- ation und die Politik der derzeitigen Behörden gewesen, D-927/2024 Seite 4 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re- gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun- gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver- zichtet wurde, dass aufgrund des engen sachlichen und persönlichen Zusammenhangs das vorliegende Verfahren mit dem Beschwerdeverfahren D-918/2024 (El- tern und Geschwister der Beschwerdeführerin) koordiniert zu behandeln ist, dass vorab festzustellen ist, dass die angefochtene Verfügung in formeller Hinsicht nicht zu beanstanden ist, zumal keine Hinweise ersichtlich sind, wonach das SEM den Sachverhalt unvollständig oder unzutreffend festge- stellt oder die Begründungspflicht verletzt haben sollte, weshalb die sinn- gemäss vorgebrachten formellen Rügen ins Leere gehen , kein Grund zur D-927/2024 Seite 5 Rückweisung der Sache an die Vorinstanz besteht und der entsprechende Eventualantrag abzuweisen ist, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG); dass den frauenspezifischen Fluchtgründen hierbei Rech- nung zu tragen ist (vgl. Art. 3 Abs. 2 AsylG), dass den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung beizupflichten ist und, um Wiederholungen zu vermeiden, auf diese verwiesen werden kann (vgl. hierzu Sachverhalt und angefochtene Verfügung S. 4 f.), dass die Beschwerdeführerin den Asylpunkt sodann auch nicht explizit an- gefochten und auf Nachfrage des Gerichts lediglich ausgeführt hat, ihr ein- ziger Ausreisegrund sei die politische Situation und die Politik der Behör- den gewesen, überdies sei ihr Haus durch die Polizei inzwischen versigelt worden (vgl. Eingabe vom 31. Mai 2024), dass sie weder über ein entsprechendes politisches Profil verfügt noch sel- ber je asylrelevante Nachteile zu gewärtigen hatte, sondern einzig über die dargelegten Nachteile informiert worden sein will, dass zusammen mit der Vorinstanz festzustellen ist, dass Vorbringen, die sich einzig auf Informationen Dritter stützen, den Anforderungen an eine Verfolgung im asylrechtlichen Sinne nicht genügen (vgl. bspw. Urteile des BVGer D-6056/2016 vom 19. Januar 2018 E. 5.2, E-801/2015 vom 6. Ok- tober 2017 E. 3.7, E-4329/2006 vom 17. Oktober 2011 E. 4.4), dass sodann die erneut auf Beschwerdeebene eingereichten Fotos und Unterlagen ihren Vater betreffend nicht geeignet sind, an der zutreffenden Schlussfolgerung der Vorinstanz etwas zu ändern, hat sich doch dessen angebliche Vorladung als nicht authent isch beziehungsweise als flücht- lingsrechtlich nicht beachtlich erwiesen (vgl. hierzu auch Urteil des BVGer D-918/2024), dass die Beschwerdeführerin schliesslich auch aus der Versiegelung des Wohnhauses nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag, blieb der Grund D-927/2024 Seite 6 hierzu doch unbelegt und ist (sofern überhaupt von der Echtheit der hierzu ins Recht gelegten Kopie auszugehen ist) eine Versiegelung eines über längere Zeit verlassenen Hauses durchaus möglich und kann eine solche bei den zuständigen Stellen rückgängig gemacht werden, dass die zu den Akten gereichten Fotos des Hauses und eines Tores kei- nen anderen Schluss zulassen, dass es der Beschwerdeführerin somit offensichtlich nicht gelingt, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu ma- chen, weshalb die Vorinstanz das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe- willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Staatssekretariat ebenfalls zu Recht angeordnet wurde, dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim- mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg- weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), dass bei m Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste- hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 D-927/2024 Seite 7 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorlie gend in Beachtung dieser mass- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG ver ankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoule- ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass sich die Zulässigkeit des Vollzuges somit nach den allgemeinen ver- fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen beurteilt (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK), dass sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür ergeben, dass sie für den Fall einer Ausschaf- fung nach Tschetschenien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus- gesetzt wäre, dass sie gemäss Praxis des Europäischen Geric htshofes für Menschen- rechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft machen müsste, dass ih r im Falle einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung dro- hen würde (vgl. Urteil de s EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124-127 m.w.H.), dass jedoch aus den vorstehenden Erwägungen hervorgeht, dass – entge- gen der Beschwerde – keine stichhaltigen Gründe für die Annahme beste- hen, die Beschwerdeführerin würde nach einer Rückkehr in ihr Heimatland einer menschenrechtswidrigen Behandlung unterzogen, dass überdies die Befürchtungen der Beschwerdeführerin, im Zusammen- hang mit der Dienstverweigerung ihres Vaters Nachteile zu erleiden, nicht gefolgt werden kann, hat sich dessen Aufgebot doch als nicht existent er- wiesen, dass somit die Befürchtung, dieser werde von Russland für den Krieg ge- gen die Ukraine mobilisiert beziehungsweise zu Kriegsverbrechen ge- zwungen, derzeit rein hypothetischer Natur ist und auch die allgemeine D-927/2024 Seite 8 Menschenrechtssituation in Tschetschenien den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen lässt, dass nach dem Gesagten der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon- kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), dass weder die allgemeine Lage in Russland beziehungsweise Tschet- schenien noch individuelle Gründe de r Beschwerdeführerin auf eine kon- krete Gefährdung im Falle ihrer Rückkehr schliessen lassen, dass in Tschetschenien grundsätzlich keine Situation allgemeiner Gewalt besteht, selbst wenn die dortige Lage angesichts der kriegerischen Ausei- nandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine als durchaus ange- spannt einzustufen ist (vgl. Urteile des BVGer D -1943/2024 vom 30. Sep- tember 2024 E. 7.3, D-1317/2020 vom 24. Oktober 2023 E. 7.3.1), dass vorliegend auch keine individuellen Gründe ersichtlich sind, die gegen einen Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführer in – die zusammen mit ihren Eltern und ihren Geschwistern nach Tschetschenien in das eigene Haus zurückkehren wird (vgl. Urteil des BVGer D-918/2024) – sprechen, dass – sollte tatsächlich aufgrund ihrer längeren Abwesenheit eine Versie- gelung dieses Wohnhauses durchgeführt worden sein – ihr zugemutet wer- den kann, zusammen mit ihren Eltern einen Antrag um entsprechende Auf- hebung zu stellen, dass insgesamt nicht davon auszugehen ist, d ie Beschwerdeführerin ge- rate bei einer Rückkehr nach Tschetschenien aus wirtschaftlichen, sozialen oder gesundheitlichen Gründen in eine existenzielle Notlage, dass der Vollzug der Wegweisung demnach zumutbar ist, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Heimat- staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AIG), und es ihr obliegt – sofern notwendig – bei der Be- schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), D-927/2024 Seite 9 dass die Vorinstanz den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat, womit die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1–4 AIG) und folglich das entsprechende Beschwerdebegehren abzuweisen ist, dass die angefochtene Verfügung Bund esrecht nicht verletzt, den rechts- erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be- schwerde abzuweisen ist, dass das Gesuch betreffend Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschus- ses gegenstandslos geworden ist, dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung – ungeachtet der geltend gemachten prozessualen Bedürftigkeit – abzuwei- sen ist, da sich die Beschwerdebegehren entsprechend den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos erwiesen haben (Art. 65 Abs. 1 VwVG), dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten der Beschwerdefüh- rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.‒ fest- zusetzen sind (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-927/2024 Seite 10 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Lukas Müller Michal Koebel Versand: