Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer I I 2018 70 Entscheid vom 12. November 2018 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Dr.med. Urs Gössi, Richter Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter lic.iur. Anna Maria Rüesch, Gerichtsschreiberin Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern, Vorinstanz, vertreten durch Rechtsanwalt C.________, Gegenstand Unfallversicherung (Leistungsanspruch; Listenverletzung)2 Sachverhalt: A.A.________ (geb. 1956) war seit dem 28. Mai 1979 vollzeitlich für die D.________ AG als Mitarbeiter Konfektionierung angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Fol- gen von Unfällen versichert, als er am 4. Mai 2017 das rechte Innenknie an einer Hebebühne anschlug (vgl. Vi-act. 1). Nach dem am 11. Mai 2017 erfolgten MRI des rechten Knies diagnostizierten die Fachärzte für Radiologie einen horizonta- len Einriss im Hinterhorn des Innenmeniskus unterseitig, eine Chondropathie 3. - 4.° im medialen Kompartiment - eine kleine Flap-Läsion des Knorpels über dem medialen Femurkondylus - sowie Knorpelläsionen über der Femurtrochlea und dem lateralen Tibiaplateau (vgl. Vi-act. 13). Der behandelnde Arzt stellte in der Verlaufskonsultation vom 6. Juni 2017 eine vollständige Beschwerdefreiheit fest und schloss die Behandlung vorläufig ab (vgl. Vi-act. 5). Die Suva erbrachte hier- für bzw. bis dahin ohne weitere Abklärungen die gesetzlichen Leistungen (vgl. Vi- act. 2). B.Infolge Schmerzen im Bereich des rechten Kniegelenkes suchte A.________ am 9. Januar 2018 erneut Dr.med. E.________ (FHM Orthopädi- sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates) auf (vgl. Vi-act. 5/3 von 8). Er diagnostizierte neben der medialen Meniskusläsion mit Unterflächen- einriss einen 3. - 4.° Knorpelschaden im Bereich der medialen Femurkondyle, woraufhin Dr.med. E.________ am 11. Januar 2018 im Spital Schwyz eine am- bulante Arthroskopie am rechten Knie durchführte (vgl. Vi-act. 17/15 von 22). C.Nachdem der Suva die Kniearthroskopie angezeigt wurde, forderte sie zur Prüfung ihrer Leistungspflicht Abklärungen in medizinischer Hinsicht (vgl. Vi-act 11). In der Folge teilte die Suva A.________ mit Verfügung vom 23. April 2018 mit, der Fall werde betreffend Unfallfolgen abgeschlossen, wobei die Heilkosten bis zum 31. Dezember 2017 übernommen werden und mithin die Operation vom 11. Januar 2018 nicht mehr zu Lasten des Unfalls gehe (vgl. Vi-act. 23). Dage- gen opponierte A.________ mit Einsprache vom 24. Mai 2018 (vgl. Vi-act. 29), woraufhin die Suva mit Einspracheentscheid vom 26. Juni 2018 die Einstellung der Versicherungsleistung per 31. Dezember 2017 bestätigte und die dagegen erhobene Einsprache als unbegründet abwies (vgl. Vi-act. 33). D.Mit Eingabe vom 28. August 2018 erhebt A.________ beim Verwaltungsge- richt des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde gegen den Einspracheent- scheid der Suva vom 26. Juni 2018 mit den Anträgen: 1. Der Einspracheentscheid der SUVA vom 26. Juni 2018 sei aufzuhe- ben.3 2. a) Es sei die SUVA zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die ge- setzlichen Leistungen nach UVG für die Folgen des Unfalls vom 4. Mai 2017 zu erbringen. b) Die SUVA sei insbesondere zu verpflichten, für die Kosten der am 11. Januar 2018 im Spital Schwyz durchgeführten Operation durch Dr.med. E.________ und des damit zusammenhän- genden stationären Aufenthaltes aufzukommen. 3. Unter Entschädigungsfolge. Mit Vernehmlassung vom 11. September 2018 beantragt die Suva die Abwei- sung der Beschwerde sowie die Bestätigung des Einspracheentscheides vom 26. Juni 2018. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Mit Einspracheentscheid vom 26. Juni 2018 hält die Suva an der am 23. April 2018 rückwirkend auf den 31. Dezember 2017 verfügten Leistungsein- stellung fest. Sie begründet ihren Entscheid - unter Bezugnahme auf die kreisärztliche Beurteilung vom 12. April 2018 des Dr.med. F.________ - im We- sentlichen damit, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Dezember 2017 nicht mehr auf das Ereignis vom 4. Mai 2017 zurückzuführen seien. Aufgrund der medizinischen Ak- tenlage sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Vorfall vom 4. Mai 2017 zu keinen unfallbedingten strukturellen Verletzungen, sondern lediglich zu einer Knieprellung - mithin einer vorübergehenden Be- schwerdesymptomatik - führte und spätestens nach 12 Wochen der Zustand er- reicht war, der sich auch ohne das vorliegend in Frage stehende Ereignis einge- stellt hätte. Dementsprechend sei das Ereignis vom 4. Mai 2017 nicht geeignet gewesen, die Pathologie herbeizuführen, die für die Indikationsstellung der Ope- ration vom 11. Januar 2018 herangezogen worden sei (vgl. Einspracheentscheid vom 26.6.2018 S. 5 Ziff. 3 und 4). 1.2Demgegenüber geht der Beschwerdeführer davon aus, dass aufgrund des als Unfall anerkannten Geschehens vom 4. Mai 2017 gesundheitliche Probleme aufgetreten seien. Er stellt sich zum einen auf den Standpunkt, die Suva habe ih- re Leistungspflicht mit Schreiben vom 14. Februar 2018 und damit die Unfallkau- salität seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung anerkannt. Die bis zu diesem Datum angefallenen Heilungskosten, somit auch die Kosten der Operation vom 11. Januar 2018 und der Verlaufskontrollen, würden zu den gedeckten UVG- Leistungen gehören. Wenn überhaupt so sei eine Leistungsablehnung lediglich für die nach dem 14. Februar 2018 entstandenen Heilungskosten zulässig (vgl. 4 Beschwerde vom 28.8.2018 S. 6f. Ziff. 6a/b). Zum andern habe die Vorinstanz gestützt auf die einseitige und nicht umfassende Beurteilung des Suva-Kreis- arztes Dr.med. F.________ vom 12. April 2018 - deren Beweistauglichkeit vorlie- gend bestritten werde - nicht den Nachweis dafür erbringen können, dass die Un- fallkausalität seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung, namentlich des Menis- kusrisses, dahingefallen sei (vgl. Beschwerde vom 28.8.2018 S. 13ff. Ziff. 16ff.). Es bestünden zumindest Zweifel an der Einschätzung des Kreisarztes, weshalb allenfalls ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen seien und die Leistungseinstellung bereits aus beweisrechtlicher Sicht als unzulässig qualifi- ziert werden müsse. Schliesslich sei den Unfallakten zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer einen Meniskusriss im Bereich des Hinterhorns bis in die pars intermedia reichend zugezogen habe. Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG führe dies zu einer Leistungspflicht der Suva. Die Suva habe nicht nachgewiesen, dass für seine Beschwerden ein Vorzustand im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG ursächlich sein solle. 1.3Streitig und zu prüfen ist somit die Leistungspflicht der Vorinstanz für die vom Beschwerdeführer im Nachgang zum Unfallereignis vom 4. Mai 2017 be- klagten Kniebeschwerden für die Zeit nach dem 31. Dezember 2017. 2.1.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) vom 20. März 1981 werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundes- gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vom 6. Oktober 2000 die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein- wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 2.1.2 Ferner erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei Knochen- brüchen, Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrissen, Muskelrissen, Muskel- zerrungen, Sehnenrissen, Bandläsionen sowie Trommelfellverletzungen, sofern diese nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Art. 6 Abs. 2 UVG) und ausserdem für Schädigungen, die dem Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Art. 6 Abs. 3 UVG). 2.1.3 Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf die zweck- mässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist der Versicherte infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat er Anspruch auf ein Taggeld (vgl. Art. 16 Abs. 1 UVG). Wird der Versicherte infolge des Unfalls invalid, so hat er Anspruch 5 auf eine Invalidenrente (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene Integritätsent- schädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). 2.2.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 134 V 109 Erw. 2.1; BGE 129 V 177 Erw. 3.1 f.). 2.2.2 Liegt hingegen eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor, so besteht die Rechtsvermutung, dass eine leistungspflichtige unfallähnliche Kör- perschädigung gegeben ist, auch wenn die Definitionsmerkmale eines Unfalls nicht erfüllt sind. Es müssen weder die Ungewöhnlichkeit, noch das äussere Er- eignis, noch die Plötzlichkeit gegeben sein, sondern nur das Vorliegen einer Lis- tendiagnose (vgl. Motta et al., Das revidierte Unfallversicherungsgesetz ist in Kraft, in: Soziale Sicherheit 1/2017, S. 39; sowie Heinrich, 1. UVG-Revision - Entwicklung der Gesetzgebung, in: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht [Ja- So] 2017, S. 22; vgl. demgegenüber Hüsler, Erste UVG-Revision: wichtigste Än- derungen und mögliche Probleme bei der Umsetzung, in: SZS 2017 S. 33 f., der zumindest in Frage stellt, ob nicht weiterhin ein Ereignis gefordert werden müs- se). Mithin wird bei den aufgelisteten Körperschädigungen davon ausgegangen, dass eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss (Zusatzbotschaft vom 19. September 2014 zur Ände- rung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva], BBl 2014 7922). Die Leistungspflicht besteht indes nur dann, wenn die Listenverletzung der Hauptbefund ist. Hieran hat die Gesetzesrevision nichts geändert (vgl. Samuels- son, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, Das Beispiel des Me- niskusrisses, in: SZS 2018 S. 335/S. 343 mit Hinweis auf BGE 116 V 145 Erw. 4d). 2.3.1 Der Unfallversicherer kann sich hingegen von seiner Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (BBl 2014 7922; vgl. ferner Heinrich, a.a.O., S. 21 f.). In diesem Zusammen- hang stellt sich die Frage, was der Gesetzgeber unter dem Begriff "vorwiegend" versteht. Nach herrschender Lehrmeinung ist zur Definition des Begriffs "vorwie- gend" auf die Rechtsprechung zu den Berufskrankheiten nach Art. 9 Abs. 1 UVG zurückzugreifen (vgl. KOSS - Nabold, Art. 6 UVG N 44 mit Hinweisen; Hüsler, 6 a.a.O., S. 34; Samuelsson, a.a.O., S. 348 unten). Danach ist eine vorwiegende Verursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbei- ten nur gegeben, wenn diese mehr als alle anderen mitbeteiligten Ursachen wie- gen, folglich mehr als 50% ausmachen (vgl. BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinwei- sen). Die blosse Möglichkeit einer degenerativen oder krankhaften Schädigung genügt somit den Beweisanforderungen nicht. 2.3.2 Der Unfallversicherer als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih- rem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht sei- nen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög- lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt, wie bereits erwähnt, den Bewei- sanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sach- verhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 Erw. 6; BGE 126 V 353 Erw. 5b; BGE 125 V 193 Erw. 2). Der Beweis der vorwiegend krankhaften oder degenerativen Pathogenese der Listendiagnose ist daher erbracht, wenn für die Richtigkeit einer degenerativ oder krankhaft begründeten Listendiagnose mehr Indikatoren vorliegen als für die traumatische Pathogenese (vgl. Samuelsson, a.a.O., S. 356 oben mit weiteren Hinweisen, u.a. auf BGE 133 III 321 Erw. 3.3; OFK/KVG/UVG-Gehring, UVG Art. 6 N 6 ff). 2.4.1 Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG normierten Untersuchungsgrundsatz hat der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Diese Untersuchungspflicht gilt grundsätzlich auch im Gerichtsver- fahren (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Art. 43 Rz. 28). Was notwendig ist, ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärungen vorzunehmen sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall ist. Zunächst sind die für die zu entscheidende Frage massgebenden Bereiche abzustecken und in der Folge ist der Sachverhalt abzuklären. 2.4.2 Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Be- weisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungs- gerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mit- hin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Be- weislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem un- bewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 7 Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 261 Erw. 3b; Urteil BGer 8C_663/2009 vom 27.4.2010 Erw. 2.2). 2.5.1 Für Feststellungen im Bereich der Medizin ist die Verwaltung bzw. im Be- schwerdefall der Richter wesensgemäss auf Angaben ärztlicher Fachkräfte an- gewiesen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun- gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi- zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 134 V 231 Erw. 5.1). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gut- achtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be- zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; BGE 122 V 157 f. Erw. 1c mit Hinweisen). 2.5.2 Den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll- ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311). Ein Anstellungs- verhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr beson- derer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Be- weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztli- chen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 Erw. 4.4 mit Hinweisen). 2.5.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass die Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, weshalb den (unabhängigen) Fachärzten mehr Gewicht zu- kommt (vgl. Urteil BGer 8C_871/2008 vom 24.3.2009 Erw. 3.2 mit Hinweisen; BGE 135 V 465 Erw. 4.5; BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Mit Blick auf die Verschie- denheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag kann daher im Streitfall re-8 gelmässig nicht auf die Sicht des behandelnden (Fach-)Arztes abgestellt werden (vgl. statt vieler: Urteil BGer I 701/05 vom 5.1.2007 Erw. 2 mit Hinweisen). 2.5.4 Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten ist nicht an sich unzuverläs- sig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371 Erw. 5b). Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lü- ckenloser Befund vorliegt, und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurtei- lung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht. Aktengut- achten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehr- fach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich gemacht werden (Urteil BGer 8C_540/2007 vom 27.3.2008 Erw. 3.2 mit Hinwei- sen). 3.Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers besteht eine Leistungspflicht der Vorinstanz nicht bereits aufgrund des Schreibens vom 14. Februar 2018 (Vi- act. 11/1 von 5). Einerseits enthält das Schreiben kein Leistungsversprechen, sondern die Klarstellung, dass aufgrund einer Bagatellunfallmeldung Leistungen ohne weitere Abklärung ausgerichtet werden können, dass damit aber keine grundsätzliche Leistungspflicht anerkannt ist; weitergehende Forderungen könn- ten verweigert werden, wenn Abklärungen ergeben, dass kein Leistungsan- spruch bestehe. Andererseits hält die Vorinstanz vernehmlassend mit Verweis auf die einschlägige Rechtsprechung zu Recht fest, dass der Versicherungsträ- ger solange, als er keine Invalidenrente zugesprochen hat, Heilbehandlung und Taggeld ohne Berufung auf Wiedererwägung oder prozessuale Revision einstel- len kann mit der Begründung, bei richtiger Betrachtung liege kein versichertes Ereignis vor. Die vorübergehenden Leistungen können auch rückwirkend einge- stellt werden, sofern der Unfallversicherer sie nicht zurückfordern will (Urteil BGer 8C_487/2017 vom 9.11.2017 Erw. 3.3.1; BGE 133 V 57 Erw. 6.8; BGE 130 V 380 Erw. 2.3.1). Und schliesslich vermag der Beschwerdeführer nicht darzule- gen, welche nicht rückgängig machbaren, nachteiligen Dispositionen er aufgrund des Schreibens vom 14. Februar 2018 getroffen hat, so dass er in seinem Ver- trauen zu schützen wäre (vgl. Urteil BGer 1C_333/2017 vom 22.11.2017 Erw. 3.2; BGE 143 V 95 Erw. 3.6.2). Namentlich erfolgte der Eingriff vom 11. Januar 2018 bevor dafür eine Kostengutsprache eingeholt wurde.9 4.Was das Unfallereignis sowie die Gesundheitsschädigung und den Verlauf anbelangt, so ergibt sich aus den Akten was folgt: 4.1Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 9. Mai 2017 hat der Beschwer- deführer am 4. Mai 2017 vormittags sein Innenknie an der Hebebühne ange- schlagen; die Verletzungsart sei noch unklar, weshalb der Beschwerdeführer zur Abklärung ein MRI machen müsse (Vi-act. 1). Im Bericht vom 22. Mai 2017 führte Dr.med. E.________ dazu aus, der Beschwerdeführer habe sich bei der Arbeit am 4. Mai 2017 bei einer Drehbewegung das rechte Kniegelenk anteromedial auf Höhe des Gelenksspalts an einer vorstehenden Kante angeschlagen und sofort Schmerzen verspürt; es sei zu einer minimalen Schwellung gekommen (Vi-act. 17/3 von 22). 4.2Laut Arztzeugnis UVG fand die Erstbehandlung bei Dr.med. G.________ (FMH Allgemeine Innere Medizin) am 17. Mai 2017 statt (eher wahrscheinlich ist allerdings, dass dieser vor dem MRI vom 11.5.2017 konsultiert wurde; Vi-act. 17/1 f. von 22). Er veranlasste ein MRI Knie rechts nativ bei Fragestellung "Me- niskusriss?" Gemäss Bericht vom 11. Mai 2017 ergab der MRI-Befund (Vi-act. 13): Befund Minimaler Gelenkerguss, keine Baker-Zyste. Horizontaler Einriss in der Unterseite des Hinterhorns des Innenmeniskus. Deutlich mukoide Degeneration der pars intermedia des Innenmeniskus. Knorpel im media- len Kompartiment mit zum Teil fehlend und zum Teil deutlich verschmälert. Aus- serdem 4 mm lange unterspülte Knorpelläsion. Minimale umgebende Knochen- marködemzonen im medialen Femurkondylus. Mediales Seitenband intakt. Aussenmeniskus normal. Tiefe Knorpelfissur über dem lateralen Tibiaplateau bei ansonsten normalem Knorpel im lateralen Kompartiment. Laterales Seitenband in- takt. Patella zentriert. Tiefer Knorpelulkus über der Femurtrochlea zentral. Hoffa-Körper normal. Intakte Kreuzbänder. Sehnen und Muskulatur normal. Beurteilung - Horizontaler Einriss im Hinterhorn des Innenmeniskus unterseitig. - Chondropathie Grad 3-4 im medialen Kompartiment. Kleine Flap-Läsion des Knorpels über dem medialen Femurkondylus. - Knorpelläsionen über der Femurtrochlea und dem lateralen Tibiaplateau wie oben erwähnt. In der Folge überwies Dr.med. G.________ den Beschwerdeführer an den Fach- arzt Dr.med. E.________, der diesen am 22. Mai 2017 untersuchte. Er berichtete dem Zuweiser gleichentags (Vi-act. 17/3 von 22): Diagnose Mediale Meniskusläsion, 3.-4.° Knorpelschaden mediale Femurkondyle rechts10 Zustand nach Kniegelenksarthroskopie links (in Einsiedeln) (Subjektiv …) Objektiv Hinkfreies Gangbild. Neutrale Beinachse. Kein intraartikulärer Erguss, Extension/Flexion 0-0-130° mit endgradiger Schmerzhaftigkeit. Leichte Druckdo- lenz im Bereich des anteromedialen Gelenkspaltes. Meniskuszeichen positiv. Kein Krepitieren. Stabiler Kapselbandapparat. MRI Knie rechts vom 11.5.2017: Knorpelschaden im Bereich der medialen Femur- kondylus 7 x 10 mm in der Hauptbelastungszone Grad 3-4. Der subchondrale Knochen reagiert mit einer Signalveränderung lokal begrenzt mit. Schräg verlaufende Meniskusläsion im Bereich der Pars intermedia Übergang Hin- terhorn medial. Laterales Kompartiment intakt. Kreuzbänder und Seitenbänder in- takt. Procedere Es besteht einerseits eine Meniskusläsion andererseits auch ein umschriebener Knorpelschaden im Bereich der medialen Femurkondyle. Da der Schmerz erst nach dem oben genannten Trauma aufgetreten ist, empfehle ich zunächst eine in- traartikuläre Kortikoidinfiltration (einmalig), um die lokale Entzündung zu reduzie- ren. Sollte dies nicht zur gewünschten Schmerzfreiheit führen, so wäre eine Knie- gelenksarthroskopie mit Teilmeniskektomie und Knorpelglättung durchzuführen. Bei bereits deutlichem Knorpelschaden ist jedoch der Ausgang der Operation un- gewiss. Ein Termin für die Infiltration und eine nochmalige Nachkontrolle 2 Wochen später wurde vereinbart. Nach erfolgter diagnostischer/therapeutischer Kniegelenksinfiltration rechts (Vi- act. 3) berichtete der Beschwerdeführer anlässlich der Verlaufskontrolle vom 6. Juni 2017 von einer vollständigen Beschwerdefreiheit. Als Befund notierte Dr.med. E.________ (Vi-act. 5): Objektiv Kein intraartikulärer Erguss, freie Beweglichkeit. Meniskuszeichen negativ. Diagnose Mediale Meniskusläsion, 3.-4.° Knorpelschaden mediale Femurkondyle rechts Zustand nach Kniegelenksarthroskopie links (in Einsiedeln) Procedere Korrekter Verlauf. Es bleibt abzuwarten, ob der schmerzfreie Zustand anhält. An- sonsten würde sich der Patient wieder melden. Dann wäre eine Kniegelenksar- throskopie zu besprechen. Vorläufiger Abschluss der Behandlung. 4.3Infolge vorliegender Einklemmungsphänomene im Bereich des rechten Kniegelenkes medial suchte der Beschwerdeführer am 9. Januar 2018 Dr.med. E.________ erneut auf (Vi-act. 5/3 von 8). Nach persönlichem Untersuch kam dieser - bei identischer Diagnose (vgl. Erw. 4.2) - zu folgender Beurteilung (Vi- act. 5/3f. von 8 sowie Vi-act. 17/18f. von 22): Objektiv Keine Schwellung. Druckdolenz am medialen Gelenksspalt. Hinkfreies Gangbild.11 Procedere Die MRI Bilder werden nochmals angeschaut. Neben der medialen Meniskusläsion mit Unterflächeneinriss besteht ein 3.-4.gradiger umschriebener Knorpelschaden im Bereich der medialen Femurkondyle. Somit bleibt abzuwarten, was die Kniear- throskopie mit Teilmeniskektomie und Knorpelglättung bringt. Möglicherweise wer- den die Beschwerden aufgrund des bereits vorhandenen Knorpelschadens nicht vollständig zurückgehen. Dies ist dem Patienten so mitgeteilt worden. … Er möch- te die Operation [Kniegelenksarthroskopie]. … Er wird im stehenden Beruf für 14 Tage eine 100-prozentige Arbeitsunfähigkeit bekommen. Ich sehe ihn dann noch- mals 8 Wochen postoperativ zu einer Verlaufskontrolle. … Der Fall wird über die Krankenversicherung abgewickelt. 4.4Am 11. Januar 2018 nahm Dr.med. E.________ ambulant eine Kniearthro- skopie (rechts) vor (Vi-act. 17/15 von 22). Eine Verlaufskontrolle (Faden- entfernung) erfolgte am 22. Januar 2018 (Vi-act. 17/13 von 22). Der Beschwerde- führer berichte über deutliche Restbeschwerden, indes seien die starken Schmerzen nicht mehr vorhanden. Er gehe zur Physiotherapie. Neben seinem Job nehme er weitere berufliche Verpflichtungen als Hauswart wahr. Er müsse körperlich schwer arbeiten, viel gehen, stehen sowie tragen. Weiter hält Dr.med. E.________ zuhanden Dr.med. G.________ fest (Vi-act. 5/2f. von 8): Diagnose 12 Tage nach Kniearthroskopie mit medialer Teilmeniskektomie rechts Knorpelschaden mediales Kompartiment, Trochlea rechts (Subjektiv…) Objektiv Reizlose Narben, problemlose Entfernung der Fäden. Erguss1-2+, leicht Über- wärmung. Extension/Flexion 0-0-70°- Bei der letzten Punktion vom Freitag wurde zusätzlich noch eine CRP Untersu- chung durchgeführt. Diese zeigten einen Normalwert. Procedere Protrahierter Verlauf. Durch den Hämarthros ist der ganze postoperative Verlauf deutlich verzögert. Ich empfehle nun schrittweise die Belastung zu vervollständi- gen. … Fortführung der Physiotherapie. … Anlässlich der Verlaufskonsultation vom 29. Januar 2018 berichtete der Be- schwerdeführer weiterhin über anhaltende Schmerzen; er könne aufgrund der Schmerzen kaum Schlafen; Fieber bestünde nicht; er habe Probleme mit seinem Arbeitgeber, stosse da auf Unverständnis (Vi-act. 17/11 von 22). Aufgrund anhal- tender Schmerzen veranlasste Dr.med. E.________ anlässlich der Verlaufskon- trolle vom 6. Februar 2018 ein weiteres MRI (Vi-act. 5/2 von 8 sowie 17/7 von 22): Procedere Die starken Schmerzen des Patienten sind sicherlich nicht normal. Einen Infekt konnten wir nun laborchemisch wie auch durch eine bakteriologische Untersu- chung des Punktats ausschliessen. Insbesondere der nächtliche Schmerz lässt 12 darauf schliessen, dass möglicherwiese sich ein Ödem im Bereich der medioalen Femurkondyle im Sinne eines Morbus Ahlbäck entwickelt hat. Besprechung des MRI am Freitag. Bis dahin weitere Einnahme von Schmerzmedikamenten. Die Un- terlagen werden zusätzlich an die SUVA geschickt mit der Bitte zu überprüfen, ob der Fall über die Unfallversicherung laufen muss. Nach dem MRI vom 7. Februar 2018 berichtete Dr.med. H.________ (FMH Ra- diologie) Dr.med. E.________ (Vi-act. 7): Klinische Angaben Zustand nach Kniearthroskopie Status nach Teilmeniskektomie. Chondropathie Grad 3-4 medial. Persistierende Schmerzen mit Frage nach Femurkondylennekro- se medial Befund Deutlicher Kniegelenkserguss. Unauffälliges Knochenmarksignal. Mediales Kolla- teralband intakt. Innenmeniskus mit partiellem vertikalem Riss an der Hinter- hornanheftung und deutlich verkürztem freien Rand bei Status nach Teilmeniskek- tomie. Knorpel an der medialen Femurkondyle deutlich uneben mit tieferen Ulzera- tionen und minimem subchondralem Ödem. Tibialseitig schmale glatte Knorpel- fläche. Vorderes und hinteres Kreuzband intakt. Quadrizeps- und Patellarsehne unauffällig. Trochleaknorpel mit zentraler Ulzeration bis auf den Knochen reichend (ca. 1 cm Durchmesser an der Oberfläche und 4 mm in der Tiefe). Äusseres Kollateralband intakt. Aussenmeniskus unauffällig. Knorpel an der äus- seren Kondyle normal. Knorpel im äusseren Kompartiment normal mit glatten Kon- turen. Patella angehoben, zentrale Lage. Tiefer Knorpelriss am Patellafirst bei ansonsten kräftigem glattem Knorpel. Mediales und laterales Retinakulum intakt. Unauffällige popliteale Weichteile. Hoffa'scher Fettkörper mitdeutlichen Signalveränderungen, Ödem und zystische Läsionen von der medialen Femurkondyle parazentral. Beurteilung • Hoffa'scher Fettkörper mit deutlichem Ödem und zystischen Veränderungen me- dial parazentral artikulationseitig. • Chondropathie Grad 3-4 im medialen Kompartiment. • Partieller vertikaler Einriss an der Hinterhornanheftung des Innenmeniskus. St.n. TME. • Grösseres Knorpelulkus zentral in der Trochlea interkondylär. • Tiefer Knorpelriss im Patellafirst. • Deutlicher Kniegelenkserguss. • Kein Knochenmarködem / kein Anhalt für Osteonekrosen. Nach dem Kontrolluntersuch vom 9. Februar 2018 berichtete Dr.med. E.________ dem erstbehandelten Arzt Dr.med. G.________ bei unveränderter Diagnose über folgendes Procedere (vgl. Vi-act. 17/5 von 22): Der Patient klagt weiterhin über Schmerzen und vor allen Dingen über nächtliche Schmerzen. Das MRI zeigt keine Femurkondylennekrose. Sein Schmerz retropa- tellär ist möglicherweise auf das Ödem im Bereich des Hoffa'schen Fettkörpers zurückzuführen. Es besteht noch ein beträchtlicher Erguss. …13 Eine weitere Kontrolluntersuchung fand am 16. Februar 2018 - bei weitestgehend gleicher Diagnose - mit folgender Beurteilung statt (vgl. Vi-act. 17/9 von 22): Dem Patienten geht es viel besser. Seine Einschätzung der Schmerzangabe mit 8 auf einer Skala von 1-10 entspricht nicht ganz meiner Einschätzung. Fortführung des Belastungsaufbaus. Schrittweise Abbau der Schmerzmedikation. Die Arbeits- unfähigkeit wurde nochmals um eine Woche zu 100% verlängert. Der Patient soll dann am 26. Februar wieder arbeiten gehen. Falls nicht möglich, soll er sich am Montag nochmals telefonisch melden. 4.5Nach Anzeige der am 11. Januar 2018 erfolgten Arthroskopie an die Vor- instanz bzw. nach Erhalt der neusten medizinischen Berichte gelangte die Vor- instanz am 13. März 2018 mit einem Fragenkatalog an die Suva Versicherungs- medizin (Vi-act. 18). Kreisarzt Dr.med. F.________ (FMH Orthopädische Chirur- gie und Traumatologie des Bewegungsapparates) gab am 12. April 2018 die Be- urteilung ab (Vi-act. 19): Das Schadensereignis vom 04.05.2017 ist nicht überwiegend wahrscheinlich ge- eignet, die Pathologie herbeizuführen, die für die Indikationsstellung der Operation vom 11.01.2018 herangezogen wurde. Es kam nicht überwiegend wahrscheinlich zu zusätzlichen strukturellen Läsionen am rechten Kniegelenk, welche objektivierbar sind. Die im MRI nachgewiesenen degenerativen Veränderungen des Innenmeniskus und des Knorpels sind nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal. Es kam lediglich zu einem direkten An- prall des Kniegelenkes, eine Distorsion fand nicht statt. Dies wird untermauert durch die Einschätzung des Operateurs Dr.med. E.________, es lägen deutliche degenerative Veränderungen des Meniskus vor. Es kann davon ausgegangen werden, dass mindestens mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit im Beschwerdebild des Versicherten Unfallfolgen zum Zeitpunkt der Operation keine Rolle mehr spielten. Es kam überwiegend wahrscheinlich bei dem Schadensereignis zu einer Prellung des rechten Kniegelenkes mit einer vorübergehenden Verschlimmerung eines de- generativen Vorzustandes. Im natürlichen Verlauf ist davon auszugehen, dass nach 6 - 12 Wochen der Vorzustand wieder erreicht ist. 4.6Am 23. April 2018 verfügte die Vorinstanz den Fallabschluss. Denn auf- grund der kreisärztlichen Beurteilung seien die Unfallfolgen im natürlichen Ver- lauf bei einer Prellung nach 6 - 12 Wochen ausgeheilt und spielten somit heute im Beschwerdebild des Beschwerdeführers keine Rolle mehr. Die Operation vom 11. Januar 2018 gehe nicht zu Lasten des Unfalls. Entgegenkommenderweise würden Kosten noch bis zum 31. Dezember 2017 übernommen (Vi-act. 23). 5.1Das Ereignis vom 4. Mai 2017 ist seitens der Parteien unbestritten. 14 5.2Nicht bestritten ist ebenso die von Dr.med. E.________ erhobene Diagno- se, weder jene vom Mai 2017 (Erw. 4.2) noch jene vom Januar 2018 (Erw. 4.3), resp. die Beschwerden, welche zum Eingriff vom 11. Januar 2018 führten. 5.3Zur Abklärung der Leistungspflicht überprüfte die Vorinstanz, ob das Ereig- nis vom 4. Mai 2017 geeignet war, die Pathologie, die zur Operationsindikation führte, zu setzen und ob der Unfall zu zusätzlichen, objektivierbaren strukturellen Läsionen am rechten Knie geführt habe. Auch wurde geklärt, ob mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Beschwerdebild des Versicherten Unfall- folgen zum Zeitpunkt der Operation keine Rolle mehr gespielt haben (Vi-act. 18). Entsprechend der Beurteilung des Kreisarztes wurde die Leistungspflicht ver- neint. 5.4Obwohl eine Meniskusläsion (horizontaler Einriss im Hinterhorn des In- nenmeniskus unterseitig; Vi-act. 13) diagnostiziert wurde, liess die Suva das Vor- liegen einer Leistungspflicht aufgrund einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG ungeprüft. Gemäss Einspracheentscheid vom 26. Juni 2018 sei die- ser einspracheweise vorgebrachte Hinweis belanglos, wenn sich - wie vorliegend - ein eigentliches Unfallereignis im Rechtssinne ereignet habe (Einspracheent- scheid S. 6 unten). Vernehmlassend führt die Vorinstanz zudem aus, Art. 6 Abs. 1 UVG und Art. 6 Abs. 2 UVG seien komplementäre und nicht kongruente Recht- sinstitute. Wenn Unfallfolgen verneint würden, gebe es folglich als Notbehelf für denselben Gesundheitsschaden keine subsidiäre Haftung nach Art. 6 Abs. 2 UVG; bei Verneinen von Unfallfolgen sei nicht das Vorliegen einer Körperschädi- gung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG zu prüfen. 5.5Das Gericht geht mit der Vorinstanz einig, dass sich die Frage einer un- fallähnlichen Körperschädigung nicht stellt, wenn einerseits das Unfallereignis anerkannt ist und anderseits ebenso die Ursächlichkeit des anerkannten Unfal- lereignisses für den anerkannten medizinischen Befund. Wenn jedoch - wie vor- liegend - zum einen das Unfallereignis und zum andern ein medizinischer Befund je unbestritten sind, indes die Kausalität verneint wird, dann ist keineswegs aus- geschlossen, dass die nicht auf den Unfall zurückzuführenden Beschwerden eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG darstellen und damit eine Leistungs- pflicht des Unfallversicherers besteht. Mit anderen Worten stellt sich die Frage einer Listenverletzung gerade weil die Kausalität verneint wird. Es handelt sich in diesem Fall um Beschwerden, die offenbar losgelöst vom anerkannten Unfaller- eignis bestehen. So hält die Vorinstanz vernehmlassend fest, die objektivierbaren Befunde stünden nicht in einem teilursächlichen Kausalzusammenhang zum Un- fallereignis vom 4. Mai 2017. Dies laut Kreisarzt mitunter auch deshalb, weil das 15 Unfallereignis nicht geeignet dazu war. Wenn aber ein Meniskusriss durch ein anerkanntes Unfallereignis nicht verursacht wurde, dann stellt sich die Frage, ob nicht eine Leistungspflicht besteht, weil der Meniskusriss eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG darstellt. In diesem Fall hätte die Versicherung zu leisten, soweit ihr nicht der Befreiungsnachweis gelingt. Mithin gilt es diesfalls nicht die Frage der überwiegenden Wahrscheinlichkeit der Unfallkausalität zu klären, son- dern den Nachweis zu erbringen, dass die Körperschädigung (Listenverletzung) vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (vgl. Erw. 2.3.1f.). 5.6Mithin ergib sich denn auch, dass entgegen der vom Beschwerdeführer geäusserten Meinung das Vorliegen einer Listenverletzung noch nicht zwingend eine Leistungspflicht des Versicherungsträgers nach sich zieht. Art. 6 Abs. 2 UVG stellt eine Rechtsvermutung auf und eröffnet dem Unfallversicherer die Möglichkeit des Befreiungsbeweises. Mithin besteht – wie bereits erwähnt - für die Vorinstanz keine Leistungspflicht, wenn die Kniebeschwerden rechts, die nicht auf das Unfallereignis vom 4. Mai 2017 zurückzuführen sind, aber zum Ein- griff vom 11. Januar 2018 führten, zwar eine Listenverletzung darstellen, aber vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind, wofür die Vor- instanz beweispflichtig ist (vgl. OFK/KVG/UVG-Gehring, UVG Art. 6 N 6 ff; KOSS - Nabold, Art. 6 UVG N 45 f.; Hüsler, Erste UVG-Revision: wichtigste Änderungen und mögliche Probleme bei der Umsetzung, SZS 2017 S. 32 ff.; sowie speziell zum Meniskusriss als Listenverletzung: Samuelsson, a.a.O., S. 335 ff.). 5.7Damit steht fest, dass die Vorinstanz das Vorliegen einer Leistungspflicht aufgrund einer Listenverletzung gerade deshalb hätte überprüfen müssen, weil sie die im Januar 2018 geklagten Beschwerden mit der Diagnose (u.a.) einer medialen Meniskusläsion, welche zum Eingriff vom 11. Januar 2018 führten, nicht auf das Unfallereignis vom 4. Mai 2017 zurückführte. Gleichwohl die Vor- instanz diese Prüfung zu Unrecht unterlassen hat, rechtfertigt es sich, die Ange- legenheit nicht zurückzuweisen, sondern die entsprechend unterlassene Prüfung im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Verfahren aus prozessökonomischen Gründen nachzuholen. Dies zumal sich gestützt auf die vorliegende Aktenlage klare Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Listenverletzung in casu vorwiegend - d.h. zu mehr als 50% - auf Abnützung bzw. Erkrankung zurückzuführen ist (Art. 6 Abs. 2 UVG), und mithin eine abschliessende Beurteilung der Frage, ob der Meniskusriss vorwiegend krankhafter bzw. degenerativer Pathogenese ist, vorliegend denn auch möglich ist, wie dies nachfolgend noch aufzuzeigen sein wird.16 6.1Wie der Kreisarzt schlüssig festhält, war das Unfallereignis vom 4. Mai 2017 (Anschlagen des Knies) nicht geeignet, einen Meniskusriss zu verursachen (die traumatische Verursachung bedingt ein Knieverdrehtrauma mit Kombination von axialer Belastung und Rotationsscherkräften; Samuelsson, a.a.O., S. 349; Behandlung degenerativer Meniskusläsionen, Ein Statementpaper der Experten- gruppe Knie von Swiss Orthopaedics, Swiss Medical Forum 2018/7 vom 14.2.2018, S. 149). Mit dem beim Versicherten kurz danach erstellten MRI vom 11. Mai 2017 wurde denn auch eine degenerative Veränderung beschrieben, mithin wurde eine deutliche mukoide Degeneration des Innenmeniskus diagnos- tiziert. Eine traumatische Verletzung des Innenmeniskus ist selten (vgl. S2k-Leit- linie 033/006, Meniskuserkrankungen, der Deutschen Gesellschaft für Orthopä- die und Unfallchirurgie [DGOU], Stand 7/2015, S. 4). Der Meniskusriss wurde dabei als horizontaler beschrieben, was ebenso auf eine degenerative Ursache schliessen lässt (vgl. Swiss Medical Forum 2018/7 vom 14.2.2018, a.a.O., S. 149). Auf den initialen Behandlungsversuch sprach der Beschwerdeführer sehr gut an und er war danach beschwerdefrei. Ein nach dem Unfall vom 4. Mai 2017 eingetretenes initiales Ereignis, welches mit einer plötzlichen Rissbildung einhergegangen sein könnte, kann nicht genannt werden. Die Indikation für den Eingriff vom 11. Januar 2018 stellte Dr.med. E.________ nach erneuter Prüfung der MRI-Bilder vom 11. Mai 2017. Gleichzeitig hielt er explizit fest, der Fall werde über die Krankenversicherung abgewickelt, was verdeutlicht, dass auch der Ope- rateur nicht von einer traumatischen Genese ausging (Vi-act. 17/18f. von 22). Im Bericht der Arthroskopie vom 11. Januar 2018 dokumentiert Dr.med. E.________, dass sich "deutliche degenerative Veränderungen" zeigen würden und die Meniskusresektion erfolge, bis stabile Verhältnisse vorlägen (Vi-act. 17/16 von 22). Auch die weiteren Befunde wie der ausgeprägte mediale Knorpel- schaden weisen auf die starken degenerativen Gelenksveränderungen hin (gemäss Samuelsson liegt die Quote degenerativer Meniskusrisse bei Personen mit vorbestehenden Knie-Knorpelschäden rund 75 - 95% höher; a.a.O., S. 350). Der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Meniskusriss im Bereich des Hin- terhorns bis in die pars intermedia ist somit gemäss MRI-Befund vom 11. Mai 2017, des Arthroskopie-Befunds vom 11. Januar 2018 sowie aufgrund des ge- samtes Verlaufes entgegen der beschwerdeführerischen Ansicht auf eine deutli- che mukoide Degeneration zurückzuführen. Die entsprechenden Befunde stehen denn auch in keinem Widerspruch zu einander, halten diese doch übereinstim- mend fest, dass im Bereich des Meniskusrisses eine eindeutige, degenerative Veränderung vorliegt. Dr.med. F.________ setzte sich in seiner Einschätzung bzw. Beurteilung vom 12. April 2018, gleichwohl diese sehr kurz ausgefallen ist, mit diesen Befunden in 17 genügender Weise auseinander. Auch wenn er sich in seiner Beurteilung als Er- klärung mit einer Wiedergabe der Erkenntnisse der medizinischen Gutachten und im Wesentlichen mit der Kausalitätsfrage begnügte, so hat er sich zutreffend mit den Befunden des behandelnden Arztes sowie den MRI-Befunden auseinander- gesetzt und ebenfalls auf die nachgewiesene, degenerative Veränderung des In- nenmeniskus sowie des Knorpels hingewiesen. Mithin liegen einleuchtende und in ihrer Schlussfolgerung genügend detaillierte, nachvollziehbar und schlüssig begründete ärztliche Beurteilungen vor. 6.2Anhand der oberwähnten medizinischen Berichte werden die medizini- schen Zusammenhänge schliesslich auch insoweit einleuchtend dargelegt und zuverlässig begründet, als dass die Kniebeschwerden überwiegend wahrschein- lich über 50 % auf den degenerativen und krankhaften Vorzustand zurückzu- führen sind. Die pauschal dagegen vorgebrachten Einwände, der Beschwerde- führer habe vor dem Unfall keine körperlichen Beschwerden gehabt (was ohne- hin auf eine unzulässige "Post hoc ergo propter hoc - Begründung hinausläuft), vermögen keine Zweifel daran zu erheben (vgl. Beschwerde vom 28.8.2018, S. 8 Ziffer 10/S. 16 Ziff. 20), zumal degenerative Meniskusrisse häufig sind und nicht in jedem Fall von Beginn weg mit Schmerzen verbunden sein müssen, bzw. lan- ge Zeit asymptomatisch sein können (rund zwei Drittel der Personen im mittleren bis höheren Lebensalter mit magnetresonanztomographisch nachgewiesener Meniskusläsion sind asymptomatisch, Swiss Medical Forum 2018/7 vom 14.2.2018, a.a.O., S. 149; Samuelsson, a.a.O., S. 346). Schliesslich gilt es zu beachten, dass in diesem Zusammenhang neben dem normalen Alterungsvor- gang regelmässig auch die arbeitsbedingte Belastung - der Beschwerdeführer hat seit 1979 als Konfektionär gearbeitet - eine massgebende Rolle spielt. 7.Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der vorliegenden ärztlichen Befunde der Radio- logen vom 11. Mai 2017, des behandelnden Dr.med. E.________ vom 11. Janu- ar 2018 und der Beurteilung des versicherungsinternen Arztes - Dr.med. F.________ - vom 12. April 2018 bestehen. Dernach ergibt sich bei diesem Be- weisergebnis, dass die Kniebeschwerden des Beschwerdeführers nachgewiese- nermassen vorwiegend (über 50%) auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu- führen sind. Mithin besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. 8.1In diesem Sinne erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist damit abzuweisen. 8.2Es werden weder Verfahrenskosten auferlegt noch eine Parteientschädi- gung gesprochen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a und g ATSG).18 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R) -die Vorinstanz (R) -und das Bundesamt für Gesundheit BAG, 3003 Bern (A). Schwyz, 12. November 2018 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Die Gerichtsschreiberin: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 26. November 2018J.________