Abkommen vom 9. Dezember 1970 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Weltorganisation für geistiges Eigentum zur Regelung des rechtlichen Statuts dieser Organisation in der Schweiz <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1971/293_297_297/19700426/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1971/293_297_297/19700426"/><FRBRdate date="1970-04-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1970-12-09" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1970-04-26" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.192.122.23"/><FRBRname xml:lang="de" value="Abkommen vom 9. Dezember 1970 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Weltorganisation für geistiges Eigentum zur Regelung des rechtlichen Statuts dieser Organisation in der Schweiz" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Accord du 9 décembre 1970 entre le Conseil fédéral suisse et l'Organisation mondiale de la propriété intellectuelle pour déterminer le statut juridique en Suisse de cette organisation" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Accordo del 9 dicembre 1970 tra il Consiglio federale svizzero e l'Organizzazione mondiale della proprietà intellettuale per determinare lo statuto giuridico di questa organizzazione in Svizzera" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1971/293_297_297/19700426/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1971/293_297_297/19700426/de"/><FRBRdate date="1970-04-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1970-12-09" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1970-04-26" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1971/293_297_297/19700426/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1971/293_297_297/19700426/de/xml"/><FRBRdate date="1970-04-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1970-12-09" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1970-04-26" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p>0.192.122.23Nicht löschen bitte "<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1971/293_297_297" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1971</b> 293</ref></p></authorialNote> " !!  (Stand am 5. November 1999)</p><p><docNumber>0.192.122.23</docNumber></p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Übersetzung<i><authorialNote><p> Der Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung.</p></authorialNote></i></p><p><docTitle>Abkommen<br/>zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Weltorganisation<br/>für geistiges Eigentum zur Regelung des rechtlichen Statuts<br/>dieser Organisation in der Schweiz</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 9. Dezember 1970</p><p>In Kraft getreten am 26. April 1970</p></preface><preamble><p>Der Schweizerische Bundesrat einerseits,<br/>die Weltorganisationfür geistiges Eigentum anderseits</p><p>haben, in dem Wunsche, ein Abkommen zur Regelung des rechtlichen Statuts der Weltorganisation für geistiges Eigentum (OMPI) in der Schweiz zu schliessen, die folgenden Bestimmungen vereinbart:</p></preamble><body><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Handlungsfreiheit der OMPI</heading><paragraph eId="art_1/para_1"><num>1.</num><content><p>Der Bundesrat gewährleistet der Weltorganisation für geistiges Eigentum (im folgenden Organisation genannt) die ihr als internationale Institution zustehende Unabhängigkeit und Handlungsfreiheit.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_2"><num>2.</num><content><p>Insbesondere erkennt er der Organisation sowie deren Mitgliedern in ihren Beziehungen zu ihr die uneingeschränkte Versammlungsfreiheit, einschliesslich der Redeund Beschlussfreiheit, zu.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Persönlichkeit</heading><paragraph eId="art_2/para"><content><p>Der Bundesrat anerkennt die internationale Rechtspersönlichkeit und die Rechtsfähigkeit der Organisation.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Immunitäten und Vorrechte</heading><paragraph eId="art_3/para"><content><p>Die Organisation geniesst sämtliche den internationalen Organisationen üblicherweise zuerkannten Immunitäten und Vorrechte.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Unverletzbarkeit</heading><paragraph eId="art_4/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Gebäude oder Gebäudeteile und das anliegende Gelände, die, wer immer ihr Eigentümer ist, von der Organisation für ihre eigenen Zwecke benützt werden, sind unverletzbar. Kein Vertreter schweizerischer Behörden darf sie ohne ausdrückliche Zustimmung der Organisation betreten. Nur der Generaldirektor der Organisation oder sein gehörig ermächtigter Stellverteter ist befugt, auf diese Unverletzbarkeit zu verzichten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Archive der Organisation und ganz allgemein alle zu ihrem amtlichen Gebrauch bestimmten, ihr gehörenden oder in ihrem Besitz befindlichen Dokumente sind jederzeit und wo immer sie sich befinden unverletzbar.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Organisation übt die Aufsicht und polizeiliche Kontrolle in ihren Räumlichkeiten aus.</p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Befreiung von der Gerichtsbarkeit und Befreiung<br/>von andern Massnahmen</heading><paragraph eId="art_5/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Organisation geniesst Befreiung von der Straf‑, Zivil‑ und Verwaltungsgerichtsbarkeit, ausgenommen insoweit diese Befreiung vom Generaldirektor der Organisation oder von seinem gehörig ermächtigten Stellvertreter ausdrücklich aufgehoben worden ist. Die Einfügung einer Gerichtsstandsklausel im Sinne der Zuständigkeit eines schweizerischen ordentlichen Gerichtes in einen Vertrag stellt einen ausdrücklichen Verzicht auf die Befreiung dar. Ein solcher Verzicht erstreckt sich jedoch nicht auf Vollstreckungsmassnahmen, ausser wenn es eine ausdrückliche gegenteilige Klausel anders bestimmt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Gebäude oder Gebäudeteile, das anliegende Gelände und die Vermögenswerte, die Eigentum der Organisation sind oder wer immer ihr Eigentümer ist, die von der Organisation für ihre eigenen Zwecke benützt werden, dürfen nicht Gegenstand einer Durchsuchung, Requisition, Beschlagnahme oder Vollstreckungsmassnahme sein.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Dienstlicher Verkehr</heading><paragraph eId="art_6/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Organisation geniesst für ihre amtlichen Mitteilungen eine mindestens ebenso günstige Behandlung, wie sie den andern internationalen Institutionen in der Schweiz zugesichert ist, soweit es mit dem internationalen Fernmeldeübereinkommen<authorialNote><p> Heute: Internationaler Fernmeldevertrag vom 6. Nov. 1982 (<ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1985/1093_1093_1093" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.784.16</b></ref>), sowie die Konstitution und die Konvention der Internationalen Fernmeldeunion vom 22. Dez. 1992 (SR <b>0.784.0</b><b>l/.02</b>).</p></authorialNote> vereinbar ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Organisation hat das Recht, für ihre amtlichen Mitteilungen. Codes zu benützen. Sie hat auch das Recht, ihre Korrespondenz durch Kuriere oder mit den gehörigen Ausweisen versehenes Kuriergepäck zu verschicken und zu empfangen, denen die gleichen Vorrechte und Immunitäten eingeräumt werden wie den diplomatischen Kurieren und dem diplomatischen Kuriergepäck.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_3"><num>3.</num><content><p>Die amtliche Korrespondenz und die übrigen amtlichen Mitteilungen der Organisation, die als solche gehörig gekennzeichnet sind, dürfen keiner Zensur unterworfen werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Veröffentlichungen</heading><paragraph eId="art_7/para"><content><p>Die Ein‑ und Ausfuhr der Veröffentlichungen der Organisation werden keiner Einschränkung unterworfen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Steuerliche Behandlung</heading><paragraph eId="art_8/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Organisation ist bezüglich ihrer Guthaben, Einkünfte und andern Vermögenswerte von den direkten Steuern des Bundes, der Kantone und Gemeinden befreit. Für Liegenschaften und ihren Ertrag gilt diese Befreiung indessen nur, soweit sie Eigentum der Organisation sind und von deren Dienststellen benützt werden. Der Organisation darf keine Steuer auf dem Mietzins auferlegt werden, den sie für Räumlichkeiten zahlt, die von ihr gemietet und von ihren Dienststellen benützt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Organisation ist von den indirekten Steuern des Bundes, der Kantone und Gemeinden befreit. Bei der eidgenössischen Warenumsatzsteuer, ob im Preise eingerechnet oder offen überwälzt, gilt die Befreiung indessen nur für Bezüge, die für den amtlichen Gebrauch der Organisation erfolgen und wenn der Rechnungsbetrag für ein und denselben Bezug hundert Schweizerfranken übersteigt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Organisation ist von allen Gebühren des Bundes, der Kantone und Gemeinden befreit, soweit diese nicht als Vergütung für bestimmte Dienstleistungen erhoben werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_4"><num>4.</num><content><p>Die erwähnten Befreiungen sind gegebenenfalls auf Antrag der Organisation im Wege der Rückerstattung zu erwirken, nach einem Verfahren, das von der Organisation und den zuständigen schweizerischen Behörden zu vereinbaren ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Zollbehandlung</heading><paragraph eId="art_9/para"><content><p>Die zollamtliche Behandlung der für die Organisation bestimmten Gegenstände erfolgt gemäss dem auf die internationalen Organisationen anwendbaren Zollreglement des Bundesrates, das Bestandteil dieses Abkommens ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Vorschüsse seitens der Schweiz</heading><paragraph eId="art_10/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Schweiz gewährt Vorschüsse, wenn der Betriebsmittelfonds der Organisation oder eines Verbandes nicht ausreicht. Die Höhe dieser Vorschüsse und die Bedingungen, unter denen sie gewährt werden, sind in jedem Falle Gegenstand einer besonderen Vereinbarung zwischen ihr und der Organisation.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_2"><num>2.</num><content><p>Solange die Schweiz verpflichtet ist, Vorschüsse zu gewähren, hat sie ex officio einen Sitz im Koordinierungsausschuss und in den Exekutivausschüssen der Verbände.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_3"><num>3.</num><content><p>Sowohl die Schweiz als auch die Organisation sind berechtigt, die Verpflichtung zur Gewährung von Vorschüssen durch schriftliche Notiflikation zu kündigen. Die Kündigung wird drei Jahre nach Ablauf des Jahres wirksam, in dem sie notifiziert worden ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Freie Verfügung über Guthaben</heading><paragraph eId="art_11/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Organisation kann jede Art von Guthaben, von Gold, von Devisen, Bargeld und anderen beweglichen Werten in Empfang nehmen, verwahren, konvertieren und transferieren und darüber sowohl in der Schweiz als auch in ihren Beziehungen zum Ausland frei verfügen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_2"><num>2.</num><content><p>Dieser Artikel ist auf die Mitgliedstaaten in ihren Beziehungen zur Organisation anwendbar.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Freiheit der Einreise und des Autfenthalts</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_12/para_1/listintro">Die schweizerischen Behörden treffen alle zweckdienlichen Massnahmen, um die Einreise in die Schweiz, die Ausreise und den Aufenthalt aller Personen, ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit, zu erleichtern, die in amtlicher Eigenschaft zur Organisation berufen werden, nämlich:</listIntroduction><item eId="art_12/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>die Vertreter der Mitgliedstaaten;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>der Generaldirektor und das Personal der Organisation;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>andere von der Organisation in amtlicher Eigenschaft berufene Personen ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>2.</num><content><p>Alle fremdenpolizeilichen Massnahmen, die eine Einschränkung der Einreise von Ausländern in die Schweiz oder die Kontrolle ihrer Aufenthaltsverhältnisse bezwecken, sind auf die in diesem Artikel aufgeführten Personen nicht anwendbar.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><heading>Rechtsstellung der Vertreter der Mitglieder von Organisation und Verbänden</heading><paragraph eId="art_13/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_13/para/listintro">Die Vertreter der Mitglieder der Organisation und der Verbände an den Generalversammlungen, Konferenzen und andern Zusammenkünften geniessen in der Schweiz folgende Vorrechte und Immunitäten:</listIntroduction><item eId="art_13/para/lbl_a"><num>a) </num><p>Unverletzbarkeit der Person, des Wohnsitzes und aller dem Betreffenden gehörenden Gegenstände;</p></item><item eId="art_13/para/lbl_b"><num>b) </num><p>Immunität von Festnahme und Haft und, für die in Ausübung ihrer Tätigkeit vollzogenen Handlungen, einschliesslich mündlicher und schriftlicher Äusserungen, Immunität von jeglicher Gerichtsbarkeit;</p></item><item eId="art_13/para/lbl_c"><num>c) </num><p>Zollerleichterungen gemäss dem auf die internationalen Organisationen anwendbaren Zollreglement des Bundesrates;</p></item><item eId="art_13/para/lbl_d"><num>d) </num><p>die gleichen Immunitäten und Erleichterungen mit Bezug auf ihr persönliches Gepäck, wie den Vertretern bei andern zwischenstaatlichen Organisationen in der Schweiz zuerkannt werden;</p></item><item eId="art_13/para/lbl_e"><num>e) </num><p>das Recht, ihre amtlichen Mitteilungen zu chiffrieren und Dokumente oder Korrespondenz durch Kuriere oder gehörig versiegeltes Kuriergepäck in Empfang zu nehmen oder zu versenden;</p></item><item eId="art_13/para/lbl_f"><num>f) </num><p>Befreiung für sich selbst und den Ehegatten von allen einschränkenden Massnahmen mit Bezug auf die Einwanderung, auf alle Meldevorschriften für Ausländer und auf alle Verpflichtungen zu nationalen Dienstleistungen;</p></item><item eId="art_13/para/lbl_g"><num>g) </num><p>Befreiung von den Einschränkungen mit Bezug auf den Geldwechsel unter gleichen Bedingungen, wie sie den Vertretern ausländischer Regierungen in offizieller Mission gewährt werden.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><heading>Rechtsstellung des Generaldirektors und der Beamten gewisser<br/>Kategorien</heading><paragraph eId="art_14/para_1"><num>1.</num><content><p>Der Generaldirektor der Organisation und die Beamten der von ihm bezeichneten und vom Bundesrat genehmigten Kategorien geniessen die Vorrechte und Immunitäten, Befreiungen und Erleichterungen, die den diplomatischen Vertretern nach Völkerrecht und internationaler Übung zuerkannt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_14/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vorrechte und Erleichterungen auf dem Gebiete des Zollwesens werden entsprechend dem Zollreglement gewährt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_15"><num><b>Art. 15</b></num><heading>Allen Beamten zustehende Immunitäten und Erleichterungen</heading><paragraph eId="art_15/para"><content><p>Die Beamten der Organisation sind ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit und auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Dienste der Organisation für die in Ausübung ihrer Tätigkeit vollzogenen Handlungen, einschliesslich ihrer mündlichen und schriftlichen Äusserungen, von jeglicher Gerichtsbarkeit befreit.</p></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>Art. 16</b></num><heading>Immunitäten und Erleichterungen für nichtschweizerische Beamte</heading><paragraph eId="art_16/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_16/para/listintro">Die Beamten der Organisation, welche die schweizerische Staatsangehörigkeit nicht besitzen:</listIntroduction><item eId="art_16/para/lbl_a"><num>a) </num><p>sind von jeder Verpflichtung zu nationalen Dienstleistungen in der Schweiz befreit;</p></item><item eId="art_16/para/lbl_b"><num>b) </num><p>sind, wie auch ihre Ehegatten und die von ihnen unterhaltenen Familienmitglieder, den die Einwanderung einschränkenden Bestimmungen und den Formalitäten bezüglich der Registrierung von Ausländern nicht unterstellt;</p></item><item eId="art_16/para/lbl_c"><num>c) </num><p>geniessen in bezug auf die Erleichterungen im Geldwechsel die gleichen Vorrechte, wie sie den Beamten der andern internationalen Organisationen zuerkannt werden;</p></item><item eId="art_16/para/lbl_d"><num>d) </num><p>geniessen, wie auch die Mitglieder ihrer Familie und ihre Hausangestellten, dieselben Erleichterungen in bezug auf die Rückkehr in ihre Heimat wie die Beamten der andern internationalen Organisationen;</p></item><item eId="art_16/para/lbl_e"><num>e) </num><p>geniessen auf dem Gebiete des Zollwesens die Erleichterungen, die in dem auf die internationalen Organisationen anwendbaren Zollreglement des Bundesrates vorgesehen sind;</p></item><item eId="art_16/para/lbl_f"><num>f) </num><p>sind von allen Steuern des Bundes, der Kantone und Gemeinden auf den Ihnen von der Organisation ausgerichteten Gehältern, Bezügen und Entschädigungen befreit. Kapitalleistungen, die aus irgendeinem Grunde von einer Pensionskasse oder Fürsorgeeinrichtung im Sinne von Artikel 18 dieses Abkommens geschuldet werden, sind in der Schweiz im Zeitpunkt ihrer Auszahlung ebenfalls von jeglichen Vermögens‑ und Einkommenssteuern befreit; dasselbe gilt für alle Leistungen, die Beamten oder Angestellten der Organisation als Entschädigung für Krankheit, Unfall und dergleichen ausgerichtet werden.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>Art. 17</b></num><heading>Beamte der OMPI, der BIRPI und der UPOV</heading><paragraph eId="art_17/para_1"><num>1.</num><content><p>Keine Bestimmung dieses Abkommens beschränkt die Beamten der Organisation in der Wahrnehmung amtlicher Aufgaben bei den Vereinigten internationalen Büros zum Schutze des geistigen Eigentums (BIRPI) und beim Verband zum Schutze von Pflanzenzüchtungen (UPOV).</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vorrechte und Immunitäten der Beamten, welche die im vorhergehenden Absatz erwähnten Aufgaben wahrnehmen, werden durch dieses Abkommen bestimmt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_18"><num><b>Art. 18</b></num><heading>Pensionskassen und Spezialfonds</heading><paragraph eId="art_18/para_1"><num>1.</num><content><p>Jede zugunsten der Beamten der Organisation offiziell wirkende Pensionskasse oder Fürsorgeeinrichtung besitzt in der Schweiz die Rechtsflähigkeit, wenn sie die hiefür vom schweizerischen Recht vorgesehenen Formen erfüllt. Sie geniesst im Rahmen ihrer Tätigkeit zugunsten dieser Beamten die gleichen Befreiungen, Immunitäten und Vorrechte wie die Organisation selbst.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_18/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Fonds und Stiftungen mit oder ohne eigene Rechtspersönlichkeit, die unter der Aufsicht der Organisation verwaltet werden und ihren offiziellen Zwecken dienen, geniessen hinsichtlich ihrer beweglichen Werte die gleichen Befreiungen, Immunitäten und Vorrechte wie die Organisation selbst.</p></content></paragraph></article><article eId="art_19"><num><b>Art. 19</b></num><heading>Sozialfürsorge</heading><paragraph eId="art_19/para"><content><p>Die Organisation ist befreit von allen obligatorischen Beitragsleistungen an allgemeine Fürsorgeeinrichtungen, wie Ausgleichskassen, Arbeitslosen und Unfallversicherung usw., wobei es sich versteht, dass die Organisation im Rahmen des Möglichen und unter noch zu vereinbarenden Bedingungen für den Beitritt derjenigen ihrer Angestellten zu schweizerischen Versicherungen besorgt sein wird, die nicht durch einen gleichwertigen Sozialschutz versichert sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_20"><num><b>Art. 20</b></num><heading>Gegenstand der Immunitäten</heading><paragraph eId="art_20/para_1"><num>1.</num><content><p>Die vorgesehenen Vorrechte und Immunitäten werden nicht eingeräumt, um den Beamten der Organisation persönliche Vorteile und Annehmlichkeiten zu verschaffen. Sie sind einzig und allein vorgesehen, um die freie Abwicklung der Tätigkeit der Organisation und die volle Unabhängigkeit ihrer Beamten unter allen Umständen zu gewährleisten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_2"><num>2.</num><content><p>Der Generaldirektor der Organisation hat das Recht und die Pflicht, die Immunität eines Beamten aufzuheben, wenn er der Auffassung ist, dass diese Immunität den normalen Gang der Rechtspflege hindert, und wenn der Verzicht möglich ist, ohne dass dadurch die Interessen der Organisation betroffen werden. In bezug auf den Generaldirektor ist der Koordinationsausschuss befugt, die Aufhebung der Immunitäten auszusprechen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_21"><num><b>Art. 21</b></num><heading>Verhinderung von Missbrauch</heading><paragraph eId="art_21/para"><content><p>Die Organisation und die schweizerischen Behörden werden stets zusammenarbeiten, um eine gute Handhabung der Rechtspflege zu erleichtern, die Einhaltung der Polizeivorschriften zu gewährleisten und jeden Missbrauch der in diesemAbkommen vorgesehenen Vorrechte, Immunitäten und Erleichterungen zu verhindern.</p></content></paragraph></article><article eId="art_22"><num><b>Art. 22</b></num><heading>Legitimationskarte</heading><paragraph eId="art_22/para_1"><num>1.</num><content><p>Das Eidgenössische Politische Departement übergibt der Organisation zuhanden jedes Beamten sowie der Mitglieder seiner Familie, die von ihm unterhalten werden und die mit ihm, ohne erwerbstätig zu sein, im gleichen Haushalte leben, je eine mit der Photo des Inhabers versehene Legitimationskarte. Diese vom Eidgenössischen Politischen Departement und von der Organisation beglaubigte Karte dient dem Inhaber zur Legitimation gegenüber allen Behörden des Bundes, der Kantone und der Gemeinden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_22/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Organisation übergibt dem Eidgenössischen Politischen Departement regelmässig eine Liste ihrer Beamten und von deren Familienmitgliedern, in der Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Wohnort in der Schweiz und Kategorie oder Funktionsklasse, der ein jeder angehört, aufgeführt sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_23"><num><b>Art. 23</b></num><heading>Streitigkeiten privater Art</heading><paragraph eId="art_23/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_23/para/listintro">Die Organisation wird zweckdienliche Massnahmen treffen im Hinblick auf eine zufriedenstellende Beilegung:</listIntroduction><item eId="art_23/para/lbl_a"><num>a) </num><p>von Streitigkeiten aus Verträgen, in denen die Organisation Partei ist, und anderer Streitigkeiten, die sich auf eine Frage des Privatrechts beziehen;</p></item><item eId="art_23/para/lbl_b"><num>b) </num><p>von Streitigkeiten, in die ein Beamter der Organisation verwickelt ist, der zufolge seiner dienstlichen Stellung die Immunität geniesst, sofern diese Immunität nicht gemäss Artikel 20 aufgehoben worden ist.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_24"><num><b>Art. 24</b></num><heading>Nichtverantwortlichkeit der Schweiz</heading><paragraph eId="art_24/para"><content><p>Der Schweiz erwächst aus der Tätigkeit der Organisation auf ihrem Gebiet keinerlei internationale Verantwortlichkeit, weder aus Handlungen und Unterlassungen der Organisation noch aus Handlungen und Unterlassungen ihrer in Ausübung ihrer Funktion tätigen Beamten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_25"><num><b>Art. 25</b></num><heading>Sicherheit der Schweiz</heading><paragraph eId="art_25/para_1"><num>1.</num><content><p>Das Recht des Bundesrates, zweckdienliche Vorsichtsmassnahmen zur Wahrung der Sicherheit der Schweiz zu treffen, wird durch dieses Abkommen nicht berührt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_25/para_2"><num>2.</num><content><p>Falls es der Bundesrat als notwendig erachtet, den ersten Abschnitt dieses Artikels anzuwenden, wird er sich, so rasch es die Umstände erlauben, mit der Organisation in Verbindung setzen, um im gegenseitigen Einvernehmen die zum Schutze der Interessen der Organisation notwendigen Massnahmen zu beschliessen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_25/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Organisation wird mit den schweizerischen Behörden zwecks Vermeidung eines jeden Nachteils, der sich aus ihrer Tätigkeit für die Sicherheit der Schweiz ergeben könnte, zusammenarbeiten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_26"><num><b>Art. 26</b></num><heading>Vollzug des Abkommens durch die Schweiz</heading><paragraph eId="art_26/para"><content><p>Das Eidgenössische Politische Departement ist die mit dem Vollzuge dieses Abkommens beauftragte schweizerische Behörde.</p></content></paragraph></article><article eId="art_27"><num><b>Art. 27</b></num><heading>Gerichtsbarkeit</heading><paragraph eId="art_27/para_1"><num>1.</num><content><p>Jede Meinungsverschiedenheit über Anwendung oder Auslegung dieses Abkommens, die nicht durch direkte Verhandlungen zwischen den Parteien geregelt werden konnte, kann von einer der beiden Parteien einem aus drei Mitgliedern bestehenden Schiedsgericht zur Beurteilung unterbreitet werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_27/para_2"><num>2.</num><content><p>Der Bundesrat und die Organisation bezeichnen je ein Mitglied des Gerichts.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_27/para_3"><num>3.</num><content><p>Die so ernannten Mitglieder wählen ihren Präsidenten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_27/para_4"><num>4.</num><content><p>Im Falle der Uneinigkeit der Mitglieder über die Person des Präsidenten wird dieser auf Begehren der Mitglieder des Gerichtes durch den Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes bezeichnet.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_27/para_5"><num>5.</num><content><p>Das Gericht setzt sein Verfahren selbst fest.</p></content></paragraph></article><article eId="art_28"><num><b>Art. 28</b></num><heading>Inkrafttreten</heading><paragraph eId="art_28/para"><content><p>Dieses Abkommen tritt rückwirkend auf den 26. April 1970 in Kraft.</p></content></paragraph></article><article eId="art_29"><num><b>Art. 29</b></num><heading>Änderung des Abkommens</heading><paragraph eId="art_29/para_1"><num>1.</num><content><p>Dieses Abkommen kann auf Verlangen der einen oder andern Partei abgeändert werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_29/para_2"><num>2.</num><content><p>In diesem Falle werden sich die beiden Parteien über die an den Bestimmungen dieses Abkommens vorzunehmenden Änderungen verständigen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_29/para_3"><num>3.</num><content><p>Sollten die Verhandlungen nicht innerhalb eines Jahres zu einer Einigung führen, so kann das Abkommen von der einen oder andern Partei unter Einhaltung einer Frist von zwei Jahren gekündigt werden.</p><p>Geschehen und unterzeichnet in Bern, am 9. Dezember 1970, in doppelter Ausfertigung.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für den<br/>Schweizerischen Bundesrat:</p></td><td><p>Für die<br/>Weltorganisation geistiges Eigentum:</p></td></tr><tr><td><p>Thalmann</p></td><td><p>G. H. C. Bodenhausen</p></td></tr></table></content></paragraph></article></body></act></akomaNtoso>