A bteilung V E -7107/2006 {T 0/2} U rteil vom 26. Juni 2007 M itw irkung: R ichterin Kojic, R ichter G alliker, R ichter D ubey G erichtsschreiberin Püntener A _______, Afghanistan, vertreten durch Susanne Sadri, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 15. O ktober 2002 in Sachen Vollzug der W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer - ein ethnischer H azara schiitischen G laubens m it letztem W ohnsitz in Kabul - verliess seinen H eim atstaat eigenen Angaben zufolge im Juli/August 2001 und gelangte über verschiedene Länder am 15. Septem ber 2001 in die Schw eiz ein, w o er am gleichen Tag um Asyl ersuchte. Am 24. Septem ber 2001 w urde er im Em pfangszentrum in C hiasso sum m arisch befragt. Am 12. N o- vem ber 2001 erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch die zuständige kan- tonale Behörde. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer geltend, er habe in Kabul eine eigene (...) besessen, als (...) gearbeitet und (...) verkauft. N ach der M achtübernahm e der Taliban hätten diese im H erbst 1996 sein Auto beschlagnahm t. Im Jahre 1997 sei seine (...) geschlossen w orden. Er habe seine Arbeit nur gegen Bezahlung eines G eldbetrags in der H öhe von drei M illionen Afghani an die Taliban fortführen dürfen. Anlässlich einer Kontrolle durch die Taliban im Som m er 2000 habe m an ihn beschuldigt, gestohlene W aren gekauft zu haben. Er sei dazu aufgefordert w orden, den Verkäufer der W are zu nennen. In der Folge sei er von den Taliban festgenom m en und nach zw ei Tagen und einer N acht gegen Bezahlung einer G eldsum m e von 200 Lak w ieder freigelassen w orden. Im Frühjahr 2001 hätten Taliban (...) in seinem Laden gekauft. Kurze Zeit später - er sei gerade nicht im G eschäft gew esen - seien sie w ieder erschienen und hätten einem N achbarn erklärt, er habe ihnen defekte W are verkauft. D araufhin sei der Beschw erdeführer zu H ause geblieben und habe sein G eschäft geschlossen gehalten. Er habe von seinem G eschäftsnachbarn erfahren, dass sich die Taliban m ehrm als nach ihm erkundigt hätten. Aus diesen G ründen habe er sich zur Ausreise entschlossen. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. D as Bundesam t verzichtete auf w eitere Abklärungen. B. D as Bundesam t stellte m it Verfügung vom 15. O ktober 2002, eröffnet am 18. O kto- ber 2002, fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung des Be- schw erdeführers aus der Schw eiz. D ie Vorinstanz begründete ihre Verfügung im W esentlichen dam it, die Vorbringen des Beschw erdeführers w ürden den Anforde- rungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten. D en Vollzug der W egw ei- sung nach Afghanistan befand die Vorinstanz für zulässig, zum utbar und m öglich. Auf die Begründung im Einzelnen w ird, sow eit w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. C . M it Eingabe vom 18. N ovem ber 2002 an die Schw eizerische Asylrekurskom m is- sion (AR K) beantragte der Beschw erdeführer durch seine R echtsvertreterin unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung betreffend den Vollzug der W egw eisung. Es sei die U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen und der Beschw erdeführer in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en. In verfahrensrechtlicher H insicht w urde um G ew ährung der unent- geltlichen R echtspflege ersucht. Auf die Begründung im Einzelnen w ird, sow eit w e- sentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D . M it Zw ischenverfügung der dam als zuständigen Instruktionsrichterin der AR K vom 3 28. N ovem ber 2002 w urde das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG abgew iesen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. E. D ie Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 3. D ezem ber 2002 die Abw eisung der Beschw erde. F. In seiner R eplik vom 6. Januar 2003 nahm der Beschw erdeführer dazu Stellung. G leichzeitig w urden zw ei Lageberichte von Am nesty International zu Afghanistan eingereicht. G . M it Zw ischenverfügung der AR K vom 23. Juni 2006 w urde dem Beschw erdeführer zur veränderten Situation in Afghanistan sow ie zur aktuellen persönlichen, fam iliä- ren Situation das rechtliche G ehör gew ährt. Zudem w urde er angefragt, ob er w ei- terhin an der eingereichten Beschw erde festhalten oder ob er diese allenfalls zu- rückziehen w olle. H . In seiner Stellungnahm e vom 10. Juli 2006 m achte der Beschw erdeführer geltend, die Situation gestalte sich für R ückkehrer nach Afghanistan w eiterhin als schw ie- rig. D abei verw ies er auf verschiedene M edienberichte sow ie einen beigelegten Artikel aus 'D ie W elt' vom 10. Juli 2006. Zudem w urde für den Beschw erdeführer ein Zw ischenzeugnis vom 1. Juli 2006 eingereicht. I. In ihrer ergänzenden Vernehm lassung vom 24. O ktober 2006 zur Prüfung einer schw erw iegenden persönlichen N otlage kam die Vorinstanz zum Schluss, dass die Voraussetzungen für die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e nicht erfüllt seien. J. D er Beschw erdeführer nahm dazu am 10. N ovem ber 2006 Stellung. K. Im N ovem ber 2006 w ies die Instruktionsrichterin der AR K den Beschw erdeführer darauf hin, dass die AR K per 31. D ezem ber 2006 durch das Bundesverw altungs- gericht ersetzt w erde, w elches seine Tätigkeit am 1. Januar 2007 in Bern aufneh- m e und die Beurteilung der in diesem Zeitpunkt bei den Vorgängerorganisationen hängigen R echtsm ittel übernehm e. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 4 2007 die Beurteilung der bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfah- rensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). Auf die am 1. Januar 2007 be- reits hängigen Asylverfahren sind zudem die in diesem Zeitpunkt in Kraft getrete- nen Bestim m ungen der Asylgesetzänderung vom 16. D ezem ber 2005 (vgl. im Ein- zelnen AS 2006 4767) anw endbar (Abs. 1 der Ü bergangsbestim m ungen zur Ände- rung vom 16. D ezem ber 2005). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. D ie vorliegende Beschw erde richtet sich w ie bereits m it Zw ischenverfügung vom 28. N ovem ber 2002 festgestellt w orden ist, gegen den von der Vorinstanz ange- ordneten W egw eisungsvollzug. D am it ist die Verfügung des BFF vom 15. O ktober 2002, sow eit sie die Frage der Flüchtlingseigenschaft, des Asyls sow ie die Anord- nung der W egw eisung betrifft, rechtskräftig gew orden. Zu prüfen bleibt som it im R ahm en des vorliegenden Verfahrens einzig das Bestehen allfälliger W egw ei- sungsvollzugshindernisse. 4. 4.1 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N ie- derlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 4.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 4.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 4.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 5 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5. 5.1 D ie Vorinstanz qualifizierte den W egw eisungsvollzug des Beschw erdeführers in der angefochtenen Verfügung als zulässig, zum utbar und m öglich. D abei hielt sie zur Lage in Afghanistan im Allgem einen und zur Zum utbarkeit der R ückkehr des Beschw erdeführers im Besonderen nam entlich fest, in Afghanistan herrsche kein offener Bürgerkrieg; es könne auch nicht von einer Situation allgem einer G ew alt gesprochen w erden. Ferner sei die internationale G em einschaft m it H ilfeleistungen vor O rt präsent. Im W eiteren handle es sich beim Beschw erdeführer um einen jun- gen, gesunden M ann. Er habe bis kurze Zeit vor seiner Ausreise eine eigene (...) in Kabul besessen. G em äss seinen Angaben w ürden noch seine M utter, ein Bruder und w eitere Verw andte in Kabul leben. Er w erde daher bei einer R ückkehr über ein soziales Beziehungsnetz verfügen, das ihm den notw endigen R ückhalt biete. Es bestehe auch die Aussicht, dass er gute C hancen habe, sich bei einer R ückkehr eine neue Existenz aufzubauen und sich w ieder in die afghanische G esellschaft zu intergieren. 5.2 In der R echtsm itteleingabe w urde eingew endet, gem äss verschiedenen Inform atio- nen und Berichten herrsche in Afghanistan im m er noch C haos und die M enschen- rechte w ürden sow ohl seitens der U SA als auch der neuen R egierung nicht einge- halten, w eshalb von einer Situation allgem einer G ew alt ausgegangen w erden m üs- se. 5.3 In ihrer Vernehm lassung hielt die Vorinstanz an ihrem Standpunkt fest und w ies darauf hin, ihre Lageeinschätzung w ürde durch die Tatsache bestätigt, dass ge- m äss den Angaben des U N H C R über 1 M io Flüchtlinge bereits nach Afghanistan zurückgekehrt seien. Im Ü brigen m ache der Beschw erdeführer auch keine indivi- duellen W egw eisungshindernisse geltend, w eshalb die W egw eisung als zum utbar zu erachten sei. 5.4 In seiner R eplik vom 6. Januar 2003 m achte der Beschw erdeführer dazu geltend, am nesty international rate in ihren Berichten vom 20. Juni 2002 und 25. Juli 2002 w egen fehlender U nterkünfte, fehlender m edizinischer Versorgung und Arbeit, nicht genügend eingerichteter Schulen und Ausbildungsm öglichkeiten von einer R ückkehr nach Afghanistan ab. 5.5 M it Zw ischenverfügung vom 23. Juni 2006 w urde dem Beschw erdeführer unter an- derem G elegenheit gegeben, sich zur aktuellen persönlichen, fam iliären Situation im H eim atland zu äussern, falls sich diesbezüglich seit der Anhörung vom 21. N o- vem ber 2001 etw as geändert haben sollte. 5.6 Im 10. Juli 2006 verw ies der Beschw erdeführer auf die nach w ie vor schw ierigen Lebensbedingungen und die Sicherheitslage in Afghanistan hin. 5.7 D as Bundesam t hielt in seiner ergänzenden Vernehm lassung zur Prüfung einer schw erw iegenden persönlichen N otlage - im G egensatz zum anderslautenden An- trag des Kantons Luzern vom 12. O ktober 2006 - am angeordneten Vollzug der W egw eisung fest. Zudem hielt es fest, der U m stand, w onach sich der Beschw er-6 deführer berufliche Kenntnisse im G astgew erbe und Sprachkenntnisse habe er- w erben können, w erde es ihm bei einer R ückkehr erleichtern, sich in die afghani- sche G esellschaft zu integrieren und neue Lebensgrundlagen aufzubauen. 6. 6.1 D as BFM w ies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung gem äss Art. 5 Abs. 1 AsylG nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. D er Beschw erdeführer erfüllt die Flüchtlingseigenschaft nicht, w eshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw en- dung findet. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers nach Afghanistan w äre dem - nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte da- für, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Afghanistan dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste er eine kon- krete G efahr nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohten (vgl. Entscheidun- gen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 2001 N r. 16 S. 122, N r. 17 S. 130 f., 1996 N r. 18 S. 182 ff., jew eils m it w eiteren H inw eisen). D as ist jedoch vorliegend nicht der Fall, zum al der Beschw erdeführer keine Verfolgung glaubhaft m achen konnte. Schliesslich hat er auch aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Ethnie der H azara und seines schiitischen G laubens m it keinen im Sinne der zu beachtenden Bestim m un- gen relevanten Benachteiligungen zu rechnen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim - m ungen zulässig. 6.2 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm o- m ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, ange- nom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 6.3 D ie AR K hat sich in EM AR K 2006 N r. 9 sow ie 2003 N rn. 10 und 30 eingehend zur Lage in Kabul geäussert und die U nterschiede zw ischen der Stadt Kabul und an- deren R egionen des Landes dargestellt. M it dem erstgenannten U rteil bestätigte die AR K ihre bisherige R echtsprechung in Bezug auf die Stadt Kabul. Infolge der im Vergleich zu anderen Landesteilen günstigeren Situation hat sie den W egw ei- sungsvollzug nach Kabul unter bestim m ten strengen Voraussetzungen, insbeson- dere einem tragfähigen Beziehungsnetz und einer gesicherten W ohnsituation, als zum utbar erachtet. Es w urde som it bekräftigt, dass bei der Beurteilung der indivi- duellen Zum utbarkeitskriterien eine differenzierte Beurteilung angezeigt ist. D ie AR K erachtete den Vollzug auch in w eitere Provinzen Afghanistans als zum utbar.7 D as Bundesverw altungsgericht sieht keine Veranlassung, im heutigen Zeitpunkt von dieser Lageeinschätzung abzuw eichen. 6.4 D er dari sprechende Beschw erdeführer ist gem äss eigenen und nicht in Frage ge- stellten Angaben H azara und stam m t aus Kabul, w o er seit seiner G eburt bis zur Ausreise gew ohnt hat. Zudem kann den Akten entnom m en w erden, dass m ehrere nahe Verw andte (M utter, Bruder sow ie G rosseltern und m ehrere O nkel und Tan- ten) in Kabul in verschiedenen H äusern w ohnen (vgl. Akte A8, S. 6 f.). In seiner Stellungnahm e vom 10. Juli 2006 m achte er keine Veränderungen seiner persönli- chen, fam iliären Situation im H eim atland geltend, w om it davon ausgegangen w er- den kann, dass er dort auf ein intaktes Beziehungsnetz sow ie eine W ohngelegen- heit zurückgreifen kann, w elche ihm eine W iedereingliederung erm öglichen sollten. Zudem verfügt der Beschw erdeführer über eine Prim arschulbildung sow ie eine An- lehre als (...). Von 1995 bis zur Ausreise im Jahre 2001 w ill er zudem ein eigenes G eschäft (...) betrieben haben (vgl. a.a.O ., S. 7). N ach dem G esagten kann insgesam t nicht davon ausgegangen w erden, er w erde in eine existenzbedrohende Lage geraten. D er Beschw erdeführer gehört im Ü brigen keiner der in verschiedenen Q uellen erw ähnten "vulnerable groups" an; sonstige spezifische Schutzbedürfnisse liegen gem äss den Akten nicht vor. Es steht ihm folglich offen, sich w ieder in der Stadt Kabul anzusiedeln, w o er über ein tragfähiges Fam ilien- und Beziehungsnetz sow ie eine gesicherte W ohnsituation verfügt. D iese beiden Zum utbarkeitsfaktoren sind gem äss dem Bundesverw altungsgericht vorliegenden Inform ationen entscheidend, um im G rossraum Kabul eine Existenzgrundlage aufzubauen respektive sichern zu können (vgl. dazu: EM AR K 2003 N r. 30). D em nach ist der Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers nach Afghanistan zum utbar. 6.5 N achdem die bisherigen Bestim m ungen betreffend vorläufige Aufnahm e infolge ei- ner schw erw iegenden persönlichen N otlage (Art. 44 Abs. 3-5 AsylG ; Art. 14a Abs. 4bis AN AG ) m it Änderung des Asylgesetzes vom 16. D ezem ber 2005 aufgehoben w orden sind, ist per 1. Januar 2007 eine neue H ärtefallregelung in Kraft getreten. G em äss Art. 14 Abs. 2 AsylG haben neu die Kantone die M öglichkeit, bei Vorlie- gen eines "schw erw iegenden persönlichen H ärtefalles" unter bestim m ten w eiteren Voraussetzungen eine Aufenthaltsbew illigung zu erteilen. D er Kanton, der von der M öglichkeit G ebrauch m achen w ill, dem Ausländer m it Zustim m ung des BFM gestützt auf Art. 14 Abs. 2 AsylG eine Aufenthaltsbew illi- gung zu erteilen, hat dies dem BFM unverzüglich zu m elden (Art. 14 Abs. 3 AsylG ). D er betroffene Ausländer hat nur im Zustim m ungsverfahren Parteistellung (Art. 14 Abs. 4 AsylG ). G egen die Verw eigerung der Zustim m ung durch das BFM kann beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde erhoben w erden. 6.6 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 6.7 Insgesam t ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der W egw eisung zu bestä- tigen. D ie Vorinstanz hat den Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e 8 ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Einzah- lungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. ) - D ie R ichterin: D ie G erichtsschreiberin: Therese Kojic Alexandra Püntener Versand am :