Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Januar 2022 (725 21 165 / 01) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Leistungspflicht für einen Rückfall / Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem damaligen Ereignis und den nun geltend gemachten Beschwerden muss mit dem Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Isabelle Emmel, Advo- katin, Falknerstrasse 36, Postfach 191, 4001 Basel gegen Helsana Unfall AG , Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Die 1980 geborene A.____ war seit 1. September 20 17 als Schadensachbearbeiterin bei B.____ angestellt und dadurch bei der Helsana Unf all AG (nachfolgend: Helsana) obligato- risch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheite n versichert. Am 4. Oktober 2017 liess A.____ der Helsana durch ihre Arbeitgeberin eine n Unfall melden. Gemäss den Angaben im Formular "Bagatellunfall-Meldung UVG" sei die Ve rsicherte am 1. September 2017 "beim Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Off-Road-Joggen auf einen im Gras liegenden Apfel get reten"; dabei habe sie sich den Fuss verstaucht. Am 2. Oktober 2017 hatte A.____ deswegen die Praxis C.____ in X.____ aufge- sucht, wo ein Verdacht auf eine Bandzerrung des rechte n Fusses, Innenknöchel, diagnostiziert wurde. Als objektive Befunde wurden im Behandlungsein trag vom genannten Tag "keine Schwellung", jedoch eine "Druckdolenz Mitte der Querwö lbung bei Knickplattfuss" festgehalten. Der Versicherten wurden eine Sprunggelenkorthese und Physiotherapie verordnet. Die Helsana kam für diese Behandlungskosten auf. Am 13. Oktober 2020 teilte A.____ der Helsana telefonisch mit, dass sie seit einiger Zeit wieder vermehrt Beschwerden habe. Sie habe sich deswegen in är ztliche Behandlung begeben. Die Helsana stellte der Versicherten daraufhin den "Fragebogen: Rückfall" zu. Nachdem A.____ der Helsana am 21. Oktober 2020 ihre Antworten hatte zuko mmen lassen, nahm diese medizini- sche Abklärungen vor. Gestützt auf deren Ergebnisse lehnt e sie mit Verfügung vom 30. No- vember 2020 eine Leistungspflicht für den Rückfall mit der Begründung ab, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem damaligen Ereignis und den nun geltend gemachten Be- schwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erste llt sei. Die von der Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die He lsana mit Einspracheentscheid vom 19. April 2021 ab. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vert reten durch Advokatin Isabelle Emmel, am 25. Mai 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei der ange fochtene Einspracheentscheid der Be- schwerdegegnerin aufzuheben und es sei diese zu verpflichte n, ihr "die gesetzlichen Leistun- gen gemäss UVG" im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 1. September 2017 zu erbringen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilun g an die Beschwerdegegnerin zurückzu- weisen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 10. August 2021 beant ragte die Helsana die Abweisung der Beschwerde. D. Am 30. November 2021 liess die Versicherte dem Kan tonsgericht einen Operationsbe- richt der Klinik D.____ vom 24. November 2021 zukommen. Mit Begleitschreiben vom 23. De- zember 2021 reichte die Beschwerdegegnerin hierzu eine Stellungnahme ihres beratenden Arz- tes Prof. Dr. med. E.____, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara- tes FMH, vom 22. Dezember 2021 ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in F.____ (BL), weshalb d ie örtliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtlich e Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Ar t. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 25. Mai 2021 ist demnach ein- zutreten. 2.1 In der obligatorischen Unfallversicherung werden na ch Art. 6 Abs. 1 UVG, soweit die- ses Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleist ungen bei Berufsunfällen, Nichtbe- rufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfall folgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilwei se arbeitsunfähig, so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähi gkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Be- ginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 2.2 Laut Art. 11 der Verordnung über die Unfallversi cherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfäl le gewährt. Dabei handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Be- handlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt. 3. Wie eingangs erwähnt, erlitt die Beschwerdeführeri n am 1. September 2017 einen Un- fall. Dieser zog keine Arbeitsunfähigkeit nach sich und der Versicherten mussten zur Behand- lung der Unfallfolgen lediglich eine Sprunggelenkort hese und zwei Tranchen Physiotherapie verordnet werden. Die Helsana übernahm nach Eingang de r Unfallmeldung die Kosten der ge- nannten Behandlung. Im Oktober 2020 informierte die Beschwerdeführerin die Helsana, dass sie seit einiger Zeit wieder vermehrt Beschwerden habe. Sie habe sich deswegen in ärztliche Behandlung begeben. Die Beschwerdegegnerin nahm dies e Mitteilung als Rückfallmeldung zum Unfallereignis vom 1. September 2017 entgegen und prüfte und beurteilte ihre Leistungs- pflicht unter diesem Aspekt. In der vorliegenden Beschw erde macht die Versicherte nun aller- dings geltend, sie sei seit dem Unfallereignis vom 1. September 2017 nie ganz beschwerdefrei gewesen und habe die in der Physiotherapie erlernten Ü bungen regelmässig ausgeübt. Soweit die Beschwerdeführerin mit diesem Einwand geltend mach en will, ihr Leistungsanspruch sei deswegen unter dem Grundfall und nicht als Rückfall zu beurteilen, kann ihr nicht gefolgt wer- den. Die Helsana hatte den Grundfall anfangs März 201 8 nach Beendigung der zweiten Tran- che Physiotherapie stillschweigend abgeschlossen, nachdem da mals keine weiteren ärztlichen Behandlungen erforderlich waren. Dass der Unfallversiche rer den Fall auf diese (formlose) Art erledigte, ist durchaus nachvollziehbar, wenn man sich v or Augen hält, dass es sich beim Er- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht eignis vom 1. September 2017 um einen vergleichsweise harmlosen Unfall handelte, der keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte und der zudem eine lediglich kurze und wenig aufwändige medizinische Behandlung nach sich zog. Unter diesen Umständen hat die Beschwerdegegnerin das neue Leistungsbegehren der Versicherten vom 21. Oktob er 2020 aber zu Recht als Rück- fallmeldung behandelt. 4. Im Folgenden ist deshalb zu prüfen, ob die Beschwer degegnerin nach Eingang der Rückfallmeldung der Versicherten vom 21. Oktober 2020 z u Recht die erneute Übernahme von Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Unfalle reignis vom 1. September 2017 abgelehnt hat. 4.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt vorau s, dass zwischen dem versicher- ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankhei t, Arbeitsunfähigkeit) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 1 77 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, o hne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei- chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspreche nd dieser Umschreibung ist für die Be- jahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforder lich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperl iche oder geistige Integrität der versi- cherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit and eren Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche S törung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störun g ein natürlicher Kausalzusammen- hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanw endende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr oblieg enden Beweiswürdigung nach dem im Sozi- alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegende n Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs- anspruches nicht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 4.2 Für eine Bejahung der Leistungspflicht des Unfall versicherers muss zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nu r ein natürlicher, sondern auch ein adä- quater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtsp rechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geei gnet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinwei s). Im Bereich organisch objektiv ausge- wiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtli che Eingrenzung der sich aus dem natürli- chen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallve rsicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlich en Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). 4.3 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren u nd der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollst ändige Feststellung des rechtserhebli- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Sachverhaltes zu sorgen. Die Verwaltung als verfügen de Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewies en annehmen, wenn sie von ihrem Be- stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat di e rechtsanwendende Behörde ihren Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes v orsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Verwalt ung und Gericht haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen mög lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit diversen Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sin ne der Beweisführungslast be- griffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungs gerichts (oder der verfügenden Ver- waltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweism aterials besorgt zu sein. Im Sozial- versicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Reg el eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten j ener Partei ausfällt, die aus dem un- bewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten woll te. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahme n des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu e rmitteln, der zumindest die Wahr- scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). 4.4 Bei der Beurteilung der Leistungspflicht der obli gatorischen Unfallversicherung für Rückfälle (Art. 11 UVV) gilt es zu beachten, dass Rückfäl le begrifflich an ein bestehendes Un- fallereignis anschliessen. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Un- fallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwer- den und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlitte nen Gesundheitsschädigung ein natürli- cher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ferner i st dem Umstand Rechnung zu tra- gen, dass der Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des natürlichen und adäquaten Kau- salzusammenhangs beim Grundfall oder bei früheren Rückfällen behaftet werden kann, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen könn en. Es obliegt dem Leistungsanspre- cher, das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausali- tät mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, e ntsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbe weis umso strengere Anforderun- gen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen de m Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist (Urteil des Bund esgerichts vom 1. Dezember 2016, 8C_592/2016, E. 2.2 mit Hinweisen). Bei Beweislosigkei t fällt der Entscheid zu Lasten der ver- sicherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Jun i 2014, 8C_193/2014, E. 2 mit Hinweisen). 5.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grun dsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterl agen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen- den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf di e eine und nicht auf die andere medi- zinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsicht lich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 5.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispiel sweise Berichten und Gutachten versi- cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5 am Ende, mit Hinweis). 6.1 Zum ursprünglichen Unfallereignis vom 1. Septembe r 2017, bei welchem die Versi- cherte gemäss den Angaben in der Bagatellunfall-Meldung "beim Off-Road-Joggen auf einen im Gras liegenden Apfel getreten" war und sich dabei den rechten Fuss verstaucht hatte, findet sich in den medizinischen Akten lediglich ein einzelnes echt zeitliches Dokument. Es handelt sich um den Auszug der Behandlungseinträge der Praxis C._ ___ in X.____, welche die Versi- cherte am 2. Oktober 2017 wegen des genannten Ereigniss es aufgesucht hatte. Laut Eintrag vom genannten Tag wurde vom erstbehandelnden Arzt ein V erdacht auf eine Bandzerrung des rechten Fusses, Innenknöchel, diagnostiziert. Als objektive Befunde wurden "keine Schwel- lung", jedoch eine "Druckdolenz Mitte der Querwölbun g bei Knickplattfuss" festgehalten. Zum Unfallhergang lässt sich dem Behandlungseintrag Folgendes entnehmen: "Mehrfach verstaucht bei Joggen und Basketball, noch immer Ziehen, gestern gewandert, plötzlicher Stich im rechten OSG, heute wieder besser". Die Praxis C.____ gab der Versicherten eine Sprunggelenkorthese ab und verordnete ihr am 17. Oktober 2017 Physiotherapie. 6.2 Da die Beschwerdeführerin laut ihrer Schilderung "seit einiger Zeit wieder vermehrt Beschwerden" hatte (vgl. Gesprächsnotiz der Helsana vom 1 3.10.2020, Akte K2), begab sie sich Ende September 2020 bei med. pract. G.____ in ärzt liche Behandlung. Diese überwies die Versicherte zur weiteren Abklärung an die "Fuss-Sprechstu nde" der Klinik H.____. Im entspre- chenden Überweisungsschreiben vom 29. September 2020 hi elt pract. med. G.____ folgende Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diagnosen fest: "Chronische OSG-Schmerzen rechts medial un d lateral bei rezidivierenden OSG-Distorsionen seit Kindheit, normalerweise selbsthei lend, bei allgemeiner Bandlaxität, je- doch nach gravierendem Supinationstrauma am 31. Augu st 2017 chronifizierend". Am 2. Okto- ber 2020 untersuchte Dr. med. I.____, Orthopädische Ch irurgie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates FMH, die Versicherte in der Klinik H.___ _. Laut Bericht vom genannten Tag diagnostizierte er einen Verdacht auf eine Insertionste ndinopathie der Tibialis posterior-Sehne rechts bei flexibler Pes planovalgus-Deformität und Ga strocnemiuskontraktur rechts sowie ei- nen Verdacht auf Vernarbungen des Bassett-Ligamentes n ach Supinationstrauma am 1. Sep- tember 2017 OSG rechts. In seiner Beurteilung führte Dr. I.____ aus, die Beschwerden der Versicherten seien am ehesten auf eine Überlastung der Tibialis posterior-Sehne bei flexibler Pes planovalgus-Deformität zurückzuführen. Die Patientin könne die Stellung gut aktiv korrigie- ren, sie habe eine Gastrocnemiuskontraktur. 6.3 Die Helsana legte die vorstehend aufgeführten med izinischen Akten ihrem beratenden Arzt Prof. Dr. E.____ vor und ersuchte diesen um Beur teilung der Frage, ob die heute erhobe- nen Befunde/Diagnosen mit dem Unfall vom 1. September 2017 in einem natürlichen Kausalzu- sammenhang stehen. In seiner Beurteilung vom 23. November 2020 erachtete Prof. Dr. E.____ einen solchen Zusammenhang lediglich als möglich. Er wies darauf hin, dass bei der Versicher- ten laut dem Überweisungsscheiben von pract. med. G.__ __ schon vor dem Ereignis vom 1. September 2017 eine Tendenz zu OSG-Distorsionen beka nnt war (auf der rechten Seite stärker). Der Unfall vom 1. September 2017 habe denn a uch lediglich zu einer vorübergehen- den Verschlimmerung geführt. Längstens am 2. Oktober 20 17, dem Tag der Konsultation der Praxis C.____, sei der Status quo sine erreicht worden. 6.4 Am 17. Februar 2021 berichtete Dr. I.____ über e ine erneute, am 12. Februar 2021 erfolgte Untersuchung der Versicherten. Gestützt auf ein gleichentags erstelltes MRI erhob Dr. I.____ nunmehr folgende Diagnosen: "Läsion des L igamentum tibionaviculare, Tibia-Spring, anteriores Deltoideum sowie Ligamentum fibulotalare anterius und fibulocalcaneare nach Supi- nationstrauma am 10.09.2017". In seiner Beurteilung führte Dr. I.____ aus, die Versicherte habe eine komplexe Bandruptur des rechten Sprunggelenks mit Ruptur der Aussenbänder, aber auch des anterioren Anteils des Ligamentum deltoideum erlit ten. Dr. I.____ schloss seinen Bericht mit der Feststellung, die Beschwerden der Versicherten s eien bei diesen Bandrupturen eindeu- tig auf ein Trauma zurückzuführen. Es handle sich hierbe i nicht um chronische Veränderungen einer Plattfussdeformität. 6.5 Am 25. März 2021 verneinte Prof. Dr. E.____ die ihm von der Helsana unterbreitete Frage, ob dieser neue Bericht von Dr. I.____ etwas an seiner Beurteilung vom 23. November 2020 ändere. Er wies darauf hin, dass die beiden Beu rteilungen von Dr. I.____ ziemlich unter- schiedlich ausfallen würden, ohne dass im zeitlichen Inte rvall "etwas passiert" wäre. Zurückge- führt werde die Pathologie auf das 3 ½ Jahre zurückliege nde Ereignis, das aufgrund der vorlie- genden Dokumentation jedoch eher einen nur geringfügigen Impakt auf den Fuss und das OSG bedeutet habe. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.6 Mit Schreiben vom 17. Mai 2021 äusserte sich Dr. I. ____ auf Ersuchen der Rechtsver- treterin der Beschwerdeführerin zu verschiedenen Aspekte n des medizinischen Sachverhalts. So beantwortete er die Frage, ob die geltend gemacht en Fussbeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise Folge des Unfalls vom 1. September 2017 seien, dahin- gehend, dass die Aussenbandverletzung und das Muster der Innenbandverletzung Unfallfolgen seien. Es handle sich nicht um Folgen einer generalisie rten Bandlaxizität, da das unverletzte Sprunggelenk keine Instabilität in der klinischen Untersu chung aufweise. Allerdings habe die Versicherte zuvor Sprunggelenks-Distorsionen angegeben u nd er könne die im MRI nachge- wiesenen Verletzungen nur aufgrund der Anamnese diesem Unfallereignis vom 1. September 2017 zuordnen. 6.7 Aufgrund der Vorbringen in der Beschwerde und des vorstehend erwähnten, an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin gerichteten S chreibens von Dr. I.____ vom 17. Mai 2021 ersuchte die Helsana ihren beratenden Arzt Prof. Dr. E.____ um eine erneute Beurteilung der strittigen Kausalitätsfrage. In seiner Stellungnahme vom 6. Juli 2021 führte er aus, dass sich das Ereignis vom 1. September 2017 in einer "ex-post- Betrachtung der Trauma-Anamnese" sozusagen nahtlos in die Kette früherer, mehr oder wen iger gleichartiger Traumaeinwirkungen beim Sport einreihe. Es sei anzunehmen, dass diese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ziemlich gleichartig - mit Narbenbildung im Aussenknöch elbereich und funktionellen Defiziten (Schwächung der Fuss-Stabilität) - abgelaufen seien. D as passe auch zur anamnestisch be- kannten Schulterluxation und der ähnlichen Problematik am linken Fuss. Im Weiteren wies Prof. Dr. E.____ darauf hin, dass am rechten Fuss der Versiche rten eine erworbene Fuss-Deformität vorliege, die von Dr. I.____ in seinem Bericht vom 2. Oktober 2020 als "flexible Pes planovala- gus-Deformität" bezeichnet worden sei. Die zum damalige n Zeitpunkt geäusserten Beschwer- den seien zunächst als Überlastung der Tibialis posterior-S ehne bei Plattfuss-Deformität inter- pretiert worden und der dabei häufig vorliegende Be fund einer Kontraktur der Gastrocnemius- sehne sei von Dr. I.____ bestätigt worden. Diese Sympto matik stehe auch im Einklang mit dem MRT vom 12. Februar 2021, das aktuell von einem Radiol ogen des Röntgeninstituts J.____ nachbefundet worden sei. Zusammenfassend hielt Prof. D r. E.____ deshalb an seiner bisheri- gen Einschätzung fest, wonach die von der Versicherten h eute geklagten Beschwerden am rechten Fuss und OSG nicht als Rückfall oder Spätfolge au f das mehr als drei Jahre zurücklie- gende Ereignis vom 1. September 2017 zurückzuführen sei en. Vielmehr sei aufgrund der pri- mär von Dr. I.____ erhobenen Klinik und der Analyse von pathologischen Veränderungen am Rückfuss und OSG und im nachbefundeten MRI vom 12. Febr uar 2021 von einer Plattfuss- Symptomatik ohne Traumaätiologie auszugehen. 6.8 Am 30. November 2021 reichte die Beschwerdeführe rin den Operationsbericht von Dr. med. K.____, Orthopädische Chirurgie und Traumat ologie des Bewegungsapparates FMH, vom 24. November 2021 ein. Dieser hatte bei der Versich erten am genannten Tag in der Klinik D.____ eine diagnostische Arthroskopie OSG rechts sowie eine laterale und mediale Bandre- konstruktion OSG rechts durchgeführt. Diesem Eingriff la gen gemäss dem Operationsbericht die Diagnosen (1) einer posttraumatischen, chronischen m edialen und lateralen OSG-Instabi- lität rechts bei Status nach Supinationstrauma im Septe mber 2017 mit ossärem Ausriss des Ligamentum fibulotalare anterius und fibulocalcanear e und mit Partialläsion des Ligamentum Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht deltoideum sowie (2) ein leichter Pes planovarus beid seits zu Grunde. Am 22. Dezember 2021 nahm der beratende Arzt Prof. Dr. E.____ zu Handen der Helsana zu diesem Operationsbericht Stellung. Dabei gelangte er zum Schluss, dass dieser kei ne Befunde zu Tage fördere, die überwiegend wahrscheinlich einer Traumatisierung mit neuen Verletzungsfolgen am OSG der Versicherten anlässlich des Ereignisses vom 1. September 20 17 entsprechen würden. Die zu- nächst durchgeführte diagnostische Arthroskopie habe keine wesentlichen Knorpelschäden im Bereich des OSG aufgedeckt. Die daran anschliessende lat erale und mediale Bandrekonstruk- tion beschreibe die Bänder als ausgedünnt oder verlänge rt. Eine Kontinuitätsunterbrechung oder Narbenbildung, die quasi Beweis wäre für ein Tr auma, werde als intraoperativer Befund nicht erwähnt. 7.1 Die Helsana stützte sich bei der Beurteilung des vo rliegend strittigen medizinischen Sachverhalts auf die Beurteilungen ihres beratenden Ar ztes Prof. Dr. E.____ vom 23. Novem- ber 2020, 25. März 2021, 6. Juli 2021 und 22. Dezember 2021. Sie ging demzufolge davon aus, dass die im Oktober 2020 als Rückfall gemeldeten Besch werden am rechten Fuss nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrsc heinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 1. September 20 17 stünden. Dieses Ergebnis der vorinstanzlichen Beweiswürdigung ist nicht zu beanstand en. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.2 hiervor), kommt zwar dem Bericht eines beratende n Arztes des Versicherungsträgers rechtsprechungsgemäss nicht derselbe Beweiswert zu wie e inem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen ode r gar wie einem Gerichtsgutachten, ein solcher Bericht ist aber soweit zu berücksichtigen, als keine - auch nur geringe - Zweifel an der Richtigkeit seiner Schlussfolgerungen bestehen (vg l. BGE 145 V 97 E. 8.5 am Ende, mit Hinweis). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richti gkeit der Feststellungen von Prof. Dr. E.____ zu zweifeln. Dieser setzt sich in seinen fach ärztlichen Stellungnahmen einlässlich mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlag en auseinander und er nimmt eine schlüssige Beurteilung der strittigen Kausalitätsfrage vo r. So weist er insbesondere zu Recht auf zwei wesentliche Aspekte hin: Zum einen ist mit ihm aufgrund der echtzeitlichen Dokumen- tation der Praxis C.____ davon auszugehen, dass das Erei gnis vom 1. September 2017 eher einen geringfügigen Impakt auf den Fuss und das OSG b edeutet hat. Zum andern verweist Prof. Dr. E.____ zu Recht auf den Umstand, dass es bei der Versicherten - gemäss ihren eige- nen Angaben gegenüber der Praxis C.____ und pract. med. G.____ - bereits vor dem fraglichen Ereignis zu wiederholten Traumatisierungen des OSG gek ommen ist. Dies verunmöglicht es letztlich, die von Dr. I.____ diagnostizierten (partiel len) Bandläsionen, bei denen es sich seines Erachtens um Unfallfolgen handelt, ausgerechnet auf da s vorliegend strittige Ereignis vom 1. September 2017 zurückzuführen. 7.2 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen an der vorstehenden Beurteilung nichts zu ändern. Sie stützt sich im Wesentlichen auf die Einschätzung von Dr. I.____, wonach die Verletzungen, die sich im MRI vom 12. Februar 2021 gezeigt hätten, eindeutig Unfallfolgen seien und es sich nicht um chronische Veränderungen ein er Plattfussdeformität handle. Wie es sich mit dieser Einschätzung verhält, kann letztlich offe n bleiben. Entscheidend ist, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den heutigen, al s Rückfall gemeldeten Beschwer- den der Versicherten und dem strittigen Ereignis vom 1. September 2017 der überzeugenden Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beurteilung von Prof. Dr. E.____ entsprechend zwar m öglich, aber eben nicht mit dem für die Bejahung einer Leistungspflicht des Unfallversicherers er forderlichen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit erstellt ist. Selbst Dr. I.____ , auf den sich die Beschwerdeführerin beruft, weist in seinem Schreiben vom 17. Mai 2021 an die Rechtsvertreterin der Versicherten auf den Umstand hin, dass diese bereits vor dem fraglichen Ereignis wiederholt Sprunggelenks- Distorsionen erlitten hatte, und er anerkennt ausdrücklich , dass er deswegen die im MRI nach- gewiesenen Verletzungen nur aufgrund der Anamnese d em hier zur Diskussion stehenden Un- fall vom 1. September 2017 zuordnen könne. 8. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die Hel sana in Bezug auf die im Ok- tober 2020 erfolgte Rückfallmeldung der Versicherten zu Recht eine Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung verneint hat. Der a ngefochtene Einspracheentscheid vom 19. April 2021 ist demnach nicht zu beanstanden, was zu r Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt. 9. Gemäss § 20 Abs. 2 VPO ist das kantonsgerichtliche Besch werdeverfahren in Sozial- versicherungssachen vorbehältlich des hier nicht interessierenden Abs. 2 bis für die Parteien kos- tenlos. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren kei ne Kosten zu erheben. Dem Prozess- ausgang entsprechend ist der Beschwerdeführerin keine Pa rteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin am 9. Mai 2022 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_264/2022 ). http://www.bl.ch/kantonsgericht