<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00578</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223814&amp;W10_KEY=13045535&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00578</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.02.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 11.07.2024 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Der Beschwerdeführer ist mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten und hat über Jahre hinweg Schulden angehäuft, weshalb das Migrationsamt seine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängert hat. Da sich die Aufenthaltsrechte seiner Ehefrau und der zwei gemeinsamen Kinder von ihm ableiten, wurden deren Aufenthaltsbewilligungen auch nicht mehr verlängert.] Der Beschwerdeführer wurde zu einer Freiheitsstrafe von über einem Jahr verurteilt, weshalb er den Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe erfüllt (E. 2.1). Der Beschwerdeführer hat über Fr. 380'000.- Schulden angehäuft. Die Schuldenwirtschaft ist ihm auch vorzuwerfen (vorsätzliche Misswirtschaft, mangelnde Sanierungsbemühungen und Schulden durch mangelndes Legalverhalten). Er erfüllt damit auch den Widerrufsgrund der Schuldenwirtschaft (E. 2.2). Es besteht bereits aufgrund seiner Straffälligkeit ein grosses öffentliches Interesse an seiner Wegweisung (E. 3.3), welches durch die Schuldenwirtschaft noch erhöht wird (E. 3.4). Eine Rückkehr in den Kosovo erscheint ihm trotz langer Anwesenheit in der Schweiz zumutbar. Die Aufenthaltsrechte der Ehefrau und der Kinder leiten sich grundsätzlich vom Beschwerdeführer ab und erlöschen mit diesem. Auch ihnen ist eine Rückkehr zumutbar. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung erweist sich als verhältnismässig (E. 4). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=64909" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00578</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">7. Februar 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. C, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>4. D, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Nr. 3 und Nr. 4 vertreten durch Nr. 1 und Nr. 2,</span></p> <p class="MsoBodyText"> </p> <p class="MsoBodyText">diese vertreten durch RA E,</p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">A, geboren 1981, StaatsangehÃ¶riger des Kosovo, reiste am 14. Oktober 1994 im Alter von 13 Jahren erstmals in die Schweiz ein. Er erhielt am 21. Oktober 1994 im Rahmen des Familiennachzugs eine Niederlassungsbewilligung zum Verbleib bei den Eltern. Anfangs 2002 verliess er die Schweiz, um wieder im Kosovo zu leben. Am 16. Oktober 2005 kehrte er in die Schweiz zurÃ¼ck und heiratete am 29. November 2005 die Schweizer BÃ¼rgerin F, geboren 1985. Am 22. Dezember 2005 wurde ihm im Kanton Luzern eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau erteilt.</p> <p class="Sachverhalt1">Ab Herbst 2006 erwirkte A fortlaufend Straferkenntnisse und hÃ¤ufte Schulden an. Aufgrund dessen wurde er am 14. Dezember 2007 auslÃ¤nderrechtlich verwarnt.</p> <p class="Sachverhalt1">Ab dem 10. November 2009 lebten A und F getrennt. Mit VerfÃ¼gung vom 17. Juli 2010 wies das Amt fÃ¼r Migration des Kantons Luzern das Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ab. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel hiess das Bundesgericht mit Entscheid vom 23. Juli 2012 letztinstanzlich gut und wies die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanzen zurÃ¼ck. Am 24. April 2013 verlÃ¤ngerte das Amt fÃ¼r Migration des Kantons Luzern die Aufenthaltsbewilligung von A wiedererwÃ¤gungsweise.</p> <p class="Sachverhalt1">Mit Urteil des Bezirksgerichts Kriens vom 17. Januar 2013 wurde die Ehe von A und F geschieden. Am 18. November 2013 reiste B, geboren am 26. Juni 1983, StaatsangehÃ¶rige des Kosovo, in die Schweiz ein und heiratete am 12. Dezember 2013 A. In der Folge erhielt sie eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann. 2014 wurde der gemeinsame Sohn, C, geboren, dem am 2. September 2014 ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde.</p> <p class="Sachverhalt1">Am 7. August 2013 und 10. Juli 2016 lehnte das Migrationsamt Luzern die Gesuche von A um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung unter Hinweis auf seine Delinquenz und seine Schuldensituation ab. </p> <p class="Sachverhalt1">Per 21. Mai 2017 zog die Familie in den Kanton Bern, wo ihnen am 30. Oktober 2017 Aufenthaltsbewilligungen erteilt wurden. 2018 wurden die Eheleute A/B Eltern einer Tochter, D. Auch sie erhielt im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung. Am 9. April 2019 wurde der Familie die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung auch durch das Amt fÃ¼r Migration und Personenstand des Kantons Bern verweigert, wiederum unter Hinweis auf die Verschuldung (damals Fr. 186'532.70) und die StraffÃ¤lligkeit von A und mangels ErfÃ¼llens der zeitlichen Voraussetzungen durch B. Gleichzeitig wurde A auslÃ¤nderrechtlich verwarnt. Mit Schreiben vom 16. Oktober 2020 hielt das Migrationsamt Bern unter Hinweis auf die Schuldenwirtschaft von A an seiner Verwarnung vom 9. April 2019 fest und wies darauf hin, dass von B die Einreichung eines Deutschzertifikats (Sprachniveau Al) innerhalb eines Jahres erwartet werde und dass bei weiterem Ansteigen der Schulden nÃ¶tigenfalls auslÃ¤nderrechtliche Massnahmen eingeleitet wÃ¼rden.</p> <p class="Sachverhalt1">Per 28. September 2021 zog die Familie A/B in den Kanton ZÃ¼rich, wo sie im Rahmen eines UntermietverhÃ¤ltnisses in einer von der Schwester von A gemieteten Wohnung Wohnsitz nahmen. Am 4. April 2022 bewilligte die Vorinstanz der Familie den Kantonswechsel unter dem Hinweis, dass bei weiterer Fortsetzung der Schuldenwirtschaft der Bewilligungswiderruf geprÃ¼ft werde. </p> <p class="Sachverhalt1"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 8. Juni 2023 wies das Migrationsamt die am 3. Oktober 2022 eingereichten Gesuche um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligungen ab, wies die Familie aus der Schweiz weg und setzte ihnen Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 8. September 2023.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion am 29. August 2023 ab, unter Ansetzung einer neuen Ausreisefrist bis zum 28. November 2023.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 29. September 2023 liessen A, B, C und D dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und es seien ihre Aufenthaltsbewilligungen zu verlÃ¤ngern. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz bzw. das Migrationsamt zurÃ¼ckzuweisen. Sodann seien die anbegehrten Beweise anzunehmen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </p> <p class="Sachverhalt1">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 2. Oktober 2023 <span>setzte der AbteilungsprÃ¤sident A aufgrund seiner Schulden gegenÃ¼ber dem Obergericht eine Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses an. A leistete die Kaution fristgerecht.</span></p> <p class="Sachverhalt1">Das Migrationsamt und die Sicherheitsdirektion verzichteten auf die Einreichung einer Beschwerdeantwort bzw. auf eine Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden die Abnahme der anbegehrten Beweise beantragen, sind sie darauf hinzuweisen, dass das Verwaltungsgericht auch <span>ohne entsprechenden Antrag in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes gehalten ist, von Amtes wegen </span>Beweismittel abzunehmen<span>, sofern diese unabdingbar erscheinen, um den rechtserheblichen Sachverhalt festzustellen (vgl. Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 201, § 7 N. 10). Es </span>kann auf die Abnahme angebotener Beweise verzichten, wenn es aufgrund der vorhandenen Akten seine Ãberzeugung bilden konnte und ohne WillkÃ¼r annehmen durfte, seine Beurteilung werde auch durch weitere Beweiserhebungen nicht mehr geÃ¤ndert (antizipierte BeweiswÃ¼rdigung; vgl. zum Ganzen BGE 134 I 140 E. 5.3; 131 I 153 E. 3; VGr, 12. Januar 2022, SB.2021.00063, E. 2.4.2; Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 7 N. 18 f.). Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden <span>im Rahmen ihrer Beschwerde eingereichten Beweismittel werden, soweit sie zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts relevant sind, im Folgenden berÃ¼cksichtigt. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.1 </b>Nach Art. 33 Abs. 3 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, vormals AuslÃ¤ndergesetz bzw. AuG) kann eine Aufenthaltsbewilligung verlÃ¤ngert werden, wenn keine WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 62 AIG vorliegen. Nach Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG liegt unter anderem ein Widerrufsgrund vor, wenn die AuslÃ¤nderin oder der AuslÃ¤nder zu einer lÃ¤ngerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Eine lÃ¤ngerfristige Freiheitsstrafe im Sinn von Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG liegt nach der Praxis vor, wenn diese die Dauer eines Jahres Ã¼berschreitet (BGE 137 II 297 E. 2.1; 135 II 377 E. 4.2; BGr, 19. November 2018, 2C_417/2018, E. 4.2). Dabei ist unerheblich, ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt zu vollziehen ist (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.1; 139 I 31 E. 2.1; BGr, 2C_417/2018, E. 4.2).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.2 </b>GemÃ¤ss Art. 66a des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB) und Art. 62 Abs. 2 AIG hat seit dem 1. Oktober 2016 das Strafgericht Ã¼ber die Wegweisung straffÃ¤lliger AuslÃ¤nder zu entscheiden und kann eine Aufenthaltsbewilligung nicht allein wegen StraffÃ¤lligkeit entzogen werden, wenn der Strafrichter von einer Landesverweisung abgesehen hat. Den MigrationsbehÃ¶rden bleibt aber die Befugnis, Aufenthaltsbewilligungen zu widerrufen, wenn das hierzu Anlass gebende Strafurteil vor dem 1. Oktober 2016 ergangen ist. Ebenso bleiben die MigrationsbehÃ¶rden weiterhin zustÃ¤ndig, wenn es dem Strafgericht aufgrund des RÃ¼ckweisungsverbots und dem Grundsatz der Anwendung milderen Rechts (lex mitior) im Sinn von Art. 2 Abs. 1 und 2 StGB verwehrt war, eine neurechtliche Landesverweisung auszusprechen. Art. 62 Abs. 2 AIG bezweckt denn auch lediglich die Vermeidung von Doppelspurigkeiten oder widersprÃ¼chlichen Entscheidungen in den straf- und auslÃ¤nderrechtlichen Verfahren. Es war keineswegs die Absicht des Gesetzgebers, die bereits bisher mÃ¶gliche Wegweisung krimineller AuslÃ¤nder zu erschweren, war doch das Ziel der Gesetzesreform gerade eine VerschÃ¤rfung der Praxis. Den MigrationsbehÃ¶rden verbleibt damit die Kompetenz, Aufenthaltsbewilligungen zu widerrufen, wenn das hierzu Anlass gebende Strafurteil vor dem 1. Oktober 2016 ergangen ist oder â wie hier â die zum Widerruf Anlass gebende Straftat vor diesem Datum begangen wurde (VGr, 20. Juni 2018, VB.2018.00299, E. 3.1.4.3). </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 wurde mit Urteil des Kantonsgerichts Luzern vom 7. Juli 2022 wegen UrkundenfÃ¤lschung, versuchter Erpressung, mehrfachen AbhÃ¶rens und Aufnehmens fremder GesprÃ¤che sowie mehrfachen unbefugten Aufnehmens von GesprÃ¤chen mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten (Probezeit von drei Jahren) sowie einer Geldstrafe von 50 TagessÃ¤tzen zu Fr. 170.- bestraft. Die dem Urteil vom 7. Juli 2022 zugrundeliegenden strafbaren Handlungen wurden vom BeschwerdefÃ¼hrer 1 vor dem 1. Oktober 2016 begangen, weshalb die MigrationsbehÃ¶rden zur PrÃ¼fung der Wegweisung zustÃ¤ndig sind. Da eine Freiheitsstrafe von Ã¼ber einem Jahr vorliegt, ist der Widerrufsgrund offenkundig erfÃ¼llt.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Zu prÃ¼fen ist weiter, ob der BeschwerdefÃ¼hrer 1 auch den Widerrufsgrund der Schuldenwirtschaft erfÃ¼llt. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b><span>Laut Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen oder nicht mehr verlÃ¤ngert werden, wenn erheblich oder wiederholt gegen die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefÃ¤hrdet oder die innere oder Ã¤ussere Sicherheit gefÃ¤hrdet wurde. GemÃ¤ss Art. 77a Abs. 1 lit. b VZAE (vormals Art. 80 Abs. 1 lit. b VZAE) ist dies unter anderem bei mutwilliger NichterfÃ¼llung Ã¶ffentlich-rechtlicher oder privatrechtlicher Verpflichtungen im Sinn einer mutwilligen bzw. vorwerfbaren Schuldenwirtschaft anzunehmen. Mutwillig ist die Verschuldung, wenn sie selbstverschuldet und qualifiziert vorwerfbar ist (BGr, 16. Januar 2019, 2C_138/2018, E. 2.2 auch zum Folgenden). Davon ist nicht leichthin auszugehen. Der Beweis der Mutwilligkeit obliegt der MigrationsbehÃ¶rde (BGr, 26. Februar 2020, 2C_928/2019, E. 3.1). Wurde bereits eine auslÃ¤nderrechtliche Verwarnung (Art. 96 Abs. 2 AIG) ausgesprochen, ist entscheidend, ob die auslÃ¤ndische Person danach weiterhin mutwillig Schulden gemacht hat</span> und welche Anstrengungen sie zur Sanierung unternommen hat. <span>Positiv ist etwa zu wÃ¼rdigen, wenn vorbestandene Schulden abgebaut worden sind. </span>Ein Bewilligungswiderruf drÃ¤ngt sich hingegen auf, wenn in vorwerfbarer Weise weitere Schulden geÃ¤ufnet worden sind (vgl. zum Ganzen BGr, 20. Februar 2020, 2C_797/2019, E. 3.2: BGr, 7. MÃ¤rz 2018, 2C_789/2017, E. 3.3.1; BGr, 21. Juli 2014, 2C_997/2013, E. 2.3; BGr, 6. Oktober 2010, 2C_273/2010, E. 3.4). Entscheidend ist auch, ob und inwiefern sich der Schuldner bemÃ¼ht hat, seine Verbindlichkeiten abzubauen und mit den GlÃ¤ubigern nach einer LÃ¶sung zu suchen (BGr, 7. MÃ¤rz 2018, 2C_789/2017, E. 3.3.1). <span>Hierbei ist zu beachten, dass fÃ¼r den Schuldner bei bereits laufenden LohnpfÃ¤ndungen einerseits kaum mehr MÃ¶glichkeiten bestehen, Schulden ausserhalb des Betreibungsverfahrens zu tilgen (VGr, 19. April 2017, VB.2017.00036, E. 4.2). </span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Die Vorinstanz begrÃ¼ndet ihren Entscheid damit, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 seit Oktober 2006 fortlaufend Schulden generiere. Beim Betreibungsamt Bern-Mittelland seien per 11. Juli 2022 Schuldbetreffnisse im Gesamtumfang von Fr. 387'048.60 verzeichnet; der Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamts Birmensdorf habe am 29. August 2022 Betreibungen von Fr. 1'605.40 ausgewiesen. In quantitativer Hinsicht genÃ¼ge die HÃ¶he dieser Verschuldung, um den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG zu begrÃ¼nden. Es kÃ¶nne deshalb offenbleiben, ob auch beim Betreibungsamt Kriens noch Betreibungen offen seien und ob noch nicht in Betreibung gesetzte offene Miet- bzw. Darlehensschulden bestÃ¼nden. Es sei auch von einem mutwilligen Verhalten auszugehen. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe seine Schuldenwirtschaft trotz mehrfacher auslÃ¤nderrechtlicher Verwarnungen und Ermahnungen Ã¼ber Jahre hinweg fortgesetzt, wobei sich die ZahlungsausstÃ¤nde konstant erhÃ¶ht hÃ¤tten. Es sei ihm Ã¼berdies anzulasten, dass die Betreibungen bzw. Verlustscheine teilweise auf mangelhaftes Legalverhalten zurÃ¼ckzufÃ¼hren seien (vgl. Schulden bei Staatsanwaltschaften, Gerichtskassen und StatthalterÃ¤mtern und dem Stadtrichteramt ZÃ¼rich). Zudem habe er jahrelang, von April 2006 bis Ende 2021, an der AusÃ¼bung einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit, zunÃ¤chst als Coiffeur (ab April 2006) und hernach als GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer der eigenen Reinigungsfirma G in H (ab Mai 2008), festgehalten, obwohl er mit dem damit erzielten Verdienst offensichtlich nicht in der Lage gewesen sei, seinen Unterhalt und spÃ¤ter denjenigen seiner Familie zu decken. Auch nach Antritt der Anstellung als persÃ¶nlicher Assistent/Hauswirtschafter seiner Schwester per 1. Januar 2022 sei er seinen Verpflichtungen nicht fristgerecht nachgekommen, obwohl er monatlich Fr. 10'000.- brutto bzw. Fr. 8'530.- bzw. 8'563.50 netto verdiene.</p> <p class="Erwgung1"><span>Zwar habe der BeschwerdefÃ¼hrer 1 Ã¼ber die Jahre immer wieder vereinzelt Schulden abbezahlt, jedoch seien seine SanierungsbemÃ¼hungen keineswegs nachhaltig gewesen, sei doch sein Schuldenberg kontinuierlich angestiegen. Eine (erst lange nach der ersten Verwarnung vom 14. Dezember 2007) am 9. MÃ¤rz 2017 abgeschlossene Ratenzahlungsvereinbarung betreffend Mietschulden habe er zunÃ¤chst nicht eingehalten und habe schliesslich nur deshalb eine Teilzahlung geleistet, weil er die Einleitung eines Konkurses habe abwenden wollen. Dass die per 2. MÃ¤rz 2020 noch offene Restschuld von Fr. 66'519.35 zwischenzeitlich bezahlt worden sei, sei nicht dokumentiert. In einer zweiten Abzahlungsvereinbarung vom 30. Juni 2022 betreffend eine Darlehensschuld von Fr. 99'500.00 sei keine fixe Ratenzahlung abgemacht worden, sondern lediglich ein Abzahlungsbetrag vereinbart worden, ''wie es dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 mÃ¶glich ist''. Dass auf der Grundlage dieser Vereinbarung RÃ¼ckzahlungen erfolgt seien, sei nicht aktenkundig. Ebenso wenig sei die Behauptung, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 die Hilfe einer Schuldenberatungsstelle in Anspruch genommen habe, belegt. Insgesamt wÃ¼rden die nachgewiesenen BemÃ¼hungen um Schuldentilgung gegenÃ¼ber dem Gesamtumfang der ausgewiesenen Verschuldung bescheiden ausfallen. Zwar unterliege der BeschwerdefÃ¼hrer 1 seit dem 17. Januar 2023 einer LohnpfÃ¤ndung und kÃ¶nne dementsprechend darÃ¼ber hinaus keine Schulden tilgen. Indessen sei bezÃ¼glich des ihm belassenen Existenzminimums festzustellen, dass ihm ein tieferer Mietzins als im Untermietvertrag vereinbart zugestanden worden sei (Fr. 3'050.- statt Fr. 3'800.-) und </span>â <span>mangels Vorlage von Zahlungsnachweisen durch die BeschwerdefÃ¼hrenden </span>â <span>seien weder die Kosten fÃ¼r die Krankenversicherung noch fÃ¼r die Hausrat- und Haftpflichtversicherung berÃ¼cksichtigt worden. Entsprechend mÃ¼sse diesbezÃ¼glich mit weiteren ZahlungsausstÃ¤nden gerechnet werden. Die Sanierungsbestrebungen des BeschwerdefÃ¼hrers 1 kÃ¶nnten somit nicht als nachhaltig und zu seinen Gunsten gewertet werden. Insgesamt sei seine Verschuldung als mutwillig zu qualifizieren. Er erfÃ¼lle demnach auch den Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen dagegen vor, die Schuldenmacherei des BeschwerdefÃ¼hrers 1 sei nicht mutwillig erfolgt, da er nicht vorsÃ¤tzlich Schulden angehÃ¤uft habe. Er habe nach seiner Lehre ein Coiffeur-GeschÃ¤ft erÃ¶ffnet und habe â wie so manch anderer Jungunternehmer â die Anforderungen an die FÃ¼hrung eines GeschÃ¤ftes unterschÃ¤tzt, weshalb das GeschÃ¤ft Konkurs gegangen sei. Er habe die in den Verlustscheinen verbrieften Schulden bezahlt, obwohl es dafÃ¼r keine Verpflichtung gegeben habe. Dadurch habe er die Tilgung von aktuellen Schulden vernachlÃ¤ssigt und sei in die Schuldenfalle geraten, aus der er versuche, sich mit Hilfe seiner Familie bzw. seiner Verwandten herauszuarbeiten. Zudem sei zu seinen Gunsten zu werten, dass er nie den Sozialwerken oder der Allgemeinheit zur Last gefallen sei. Er habe weder Gelder aus der Arbeitslosenkasse noch vom Sozialamt erhalten. Soweit ihm die Vorinstanz vorwerfe, er habe sich, anstatt eine Anstellung anzunehmen, stets mit geringem Erfolgt als SelbstÃ¤ndigerwerbender betÃ¤tigt, halte er entgegen, dass ihm die Pandemie die wirtschaftliche Existenz entzogen habe. Vor zwei Jahren habe er beschlossen, einen anderen Weg einzuschlagen und eine Anstellung angenommen, um seine finanzielle Situation zu sanieren. Es bestehe eine LohnpfÃ¤ndung von annÃ¤hrend Fr. 3'500.- pro Monat. Sodann seien Forderungen in Betreibung gesetzt worden, die er bestreiten und wogegen er Rechtsvorschlag erhoben habe. Seine Schwester sei bereit, ihn bei der Sanierung zu unterstÃ¼tzen, sofern er und seine Familie in der Schweiz bleiben kÃ¶nnen. Sie habe ein Zahlungsversprechen geleistet, wonach sie bereit sei, per 1. Januar 2024 einen Betrag von Fr. 130'000.- zur VerfÃ¼gung zu stellen, um die Schulden zu tilgen.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.4 </b><span>Die AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz sind nicht zu beanstanden, was die BeschwerdefÃ¼hrenden dagegen vorbringen, vermag hingegen nicht zu Ã¼berzeugen. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 weist nach wie vor die Verantwortung fÃ¼r seine desolate finanzielle Situation von sich. FÃ¼r seine 2006 und 2008 gegrÃ¼ndeten Betriebe ist er jedoch selbst verantwortlich. Es ist ihm in 15 Jahren (2006 bis 2021) nicht gelungen seine Betriebe gewinnbringend zu fÃ¼hren und ein existenzsicherndes Einkommen zu generieren. Zu Recht hat die Vorinstanz ihm vorgeworfen, dass er trotzdem an seiner SelbstÃ¤ndigkeit festgehalten und sich dadurch in eine selbstverschuldete Schuldenwirtschaft verstrickt hat. Dies ist ihm umso mehr qualifiziert vorzuwerfen, als ihn auch die zahlreichen Ermahnungen und Verwarnungen des Beschwerdegegners nicht an der AnhÃ¤ufung weiterer Schulden zu hindern vermochten, sei es durch den rechtzeitigen Wechsel in ein AngestelltenverhÃ¤ltnis mit einem fixen Einkommen, sei es wenigstens durch die Inanspruchnahme einer ausgewiesenen Schuldenberatungsstelle. Die schon seit vielen Jahren bestehende desolate Einkommenssituation lÃ¤sst sich auch nicht mit der Pandemie entschuldigen, zumal er bereits lange davor Ã¼ber Jahre hinweg Schulden angehÃ¤uft hat. Dieses Verhalten lÃ¤sst auf eine vorsÃ¤tzliche Misswirtschaft schliessen. Erst unter dem Druck der drohenden Wegweisung hat der BeschwerdefÃ¼hrer 1 eine unselbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit aufgenommen. </span>Seit dem 1. Januar 2022 ist er bei seiner Schwester als deren Manager/persÃ¶nlicher Assistent/Hauswirtschafter angestellt und erhÃ¤lt ein monatliches Einkommen von Fr. 10'000.- (brutto) bzw. Fr. 8'530.- (netto), wovon gemÃ¤ss Akten Fr. 3'018.- (nicht wie von den BeschwerdefÃ¼hrenden behauptet Fr. 3'500.-) gepfÃ¤ndet werden. Die LohnpfÃ¤ndung ist zwar grundsÃ¤tzlich positiv zu werten, jedoch bestehen aufgrund des Verhaltens des BeschwerdefÃ¼hrers 1 grosse Zweifel an der Nachhaltigkeit der Schuldensanierung. So gibt der BeschwerdefÃ¼hrer 1 an, dass er bei einem weiteren Verbleib in der Schweiz erneut ein eigenes GeschÃ¤ft (Consultingfirma im In- oder Ausland oder Verkauf von Autos) grÃ¼nden mÃ¶chte. Die NeugrÃ¼ndung eines GeschÃ¤fts ist mit Kapitaleinsatz und Risiko verbunden. Es ist in seiner finanziellen Situation nicht nachvollziehbar, weshalb er die sehr gut bezahlte Stelle bei seiner Schwester aufgeben mÃ¶chte, um erneut ein hohes Risiko einzugehen. Es erscheint daher fraglich, ob er seine Schulden zukÃ¼nftig weiterhin wird abbauen kÃ¶nnen, zumal er bereits mit zwei Betrieben gescheitert ist und darin der Grund fÃ¼r seine hohe Verschuldung liegt. Sodann ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass bei der Berechnung des Existenzminiums auch die sehr hohen Mietkosten zu beachten sind. Die BeschwerdefÃ¼hrenden sind am 1. Oktober 2021 zur Untermiete in die Mietwohnung der Schwester des BeschwerdefÃ¼hrers 1 eingezogen und haben gemÃ¤ss Mietvertrag vom 23. August 2021 einen (Unter-)Mietzins von monatlich Fr. 5'550.- vereinbart. Dieser Einzug in eine Wohnung mit Mietkosten, welche die HÃ¤lfte seines Einkommens Ã¼bersteigen, lÃ¤sst nicht darauf schliessen, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer 1 ernsthaft um die Sanierung seiner finanziellen Situation bemÃ¼ht. Seine Schwester hat die Untermiete per 15. Juni 2022 bis 31. Dezember 2023 auf Fr. 3'800.- gesenkt. Sodann wurde die Miete fÃ¼r die Existenzminimumberechnung vom 2. MÃ¤rz 2023 auf Fr. 3'050.- herabgesetzt. Die Schwester des BeschwerdefÃ¼hrers 1 ist offenbar bereit, auf einen Grossteil ihrer (Unter-)Mieteinnahmen zu verzichten, um ihren Bruder finanziell zu unterstÃ¼tzen. Auch hat sie sich schriftlich dazu bereit erklÃ¤rt, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 einen Betrag von Fr. 130'000.- zur Befriedigung seiner GlÃ¤ubiger zur VerfÃ¼gung zu stellen, wobei unklar ist, ob es sich bei dem Zahlungsversprechen bzw. der Mietzinsreduktion um Schenkungen oder Darlehen handelt, bei letzterem wÃ¼rde sich der BeschwerdefÃ¼hrer 1 nur fortlaufend bei seiner Schwester verschulden. Die erst unter dem Druck der drohenden Wegweisung erfolgten SanierungsbemÃ¼hungen sind somit wesentlich der UnterstÃ¼tzung seiner Schwester zu verdanken. Diese ist jedoch hierzu nicht verpflichtet. Das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers 1 lÃ¤sst hingegen nicht darauf schliessen, dass er bemÃ¼ht und gewillt ist, seine Schuldensituation nachhaltig zu sanieren. <span>Ferner ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass es dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 offenkundig grosse MÃ¼he bereitet, sich an die in der Schweiz geltenden Regeln zu halten und auch die durch sein mangelndes Legalverhalten entstandenen Schulden auf Mutwilligkeit schliessen lassen. Der Schluss der Vorinstanz, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 mutwillig Schulden angehÃ¤uft hat, ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 erfÃ¼llt damit auch den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds fÃ¼hrt nicht automatisch zum Widerruf bzw. NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung. Der Widerruf muss sich als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweisen (Art. 36 Abs. 3 BV; Art. 8 Abs. 2 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention [EMRK]; Art. 96 Abs. 1 AIG). Vorzunehmen ist eine InteressenabwÃ¤gung unter BerÃ¼cksichtigung aller wesentlichen UmstÃ¤nde des Einzelfalls. Dabei sind die Schwere des Delikts und das Verschulden des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des AuslÃ¤nders wÃ¤hrend diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berÃ¼cksichtigen (BGE 139 I 145; BGE 135 II 377). <span>Sodann ist bei der Wegweisung von Ã¼berschuldeten auslÃ¤ndischen Personen zu beachten, dass nach ihrer Ausreise kaum noch Aussichten auf eine Befriedigung der GlÃ¤ubigerforderungen bestehen. Demnach sind bei der InteressenabwÃ¤gung auch die kÃ¼nftigen Aussichten eines Schuldenabbaus mitzuberÃ¼cksichtigen, sofern ein Schuldenabbau bei weiterer Anwesenheit in der Schweiz erwartet werden kann (vgl. BGr, 7. MÃ¤rz 2018, 2C_789/2017, E. 3.3.1; BGr, 14. September 2009, 2C_329/2009, E. 4.2.3). Inwieweit die Schuldentilgung durch eine Wegweisung aus der Schweiz erschwert werden kÃ¶nnte, darf jedoch nicht dazu fÃ¼hren, dass verschuldete AuslÃ¤nder gegenÃ¼ber denjenigen AuslÃ¤ndern privilegiert werden, die ihren finanziellen Verpflichtungen jeweils fristgerecht nachgekommen sind (vgl. VGr, 20. MÃ¤rz 2019, VB.2019.000092, E. 5.1; VGr, 15. November 2017, VB.2017.00571, E. 2.3.3 [nicht auf www.vgrzh.ch verÃ¶ffentlicht]).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b><span>Bei der InteressenabwÃ¤gung ist sodann auch dem in Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 BV geschÃ¼tzten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens Rechnung zu tragen. Auf das Recht auf Privatleben kann sich berufen, wer besonders intensive, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen zum ausserfamiliÃ¤ren bzw. ausserhÃ¤uslichen Bereich vorweisen kann (BGE 130 II 281 E. 3.2.1), wobei nach einer rund zehnjÃ¤hrigen Aufenthaltsdauer regelmÃ¤ssig von so engen sozialen Beziehungen in der Schweiz ausgegangen werden kann, dass es fÃ¼r eine Aufenthaltsbeendigung besonderer GrÃ¼nde bedarf, z. B. wenn die Integration trotz der langen Aufenthaltsdauer zu wÃ¼nschen Ã¼brig lÃ¤sst (BGr, 20. Juli 2018, 2C_1035/2017, E. 5.1; vgl. auch BGE 144 I 266 E. 3.4 und 3.8 f. sowie BGr, 17. September 2018, 2C_441/2018, E. 1.3.1). In den Schutzbereich des Rechts auf Achtung des Familienlebens fÃ¤llt in erster Linie die Kernfamilie, das heisst die Beziehung zwischen Ehegatten sowie jene zwischen Eltern und minderjÃ¤hrigen Kindern, welche im gemeinsamen Haushalt leben (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.2). Ãber die Kernfamilie hinaus kann Art. 8 EMRK fÃ¼r nahe Verwandte einer in der Schweiz fest anwesenheitsberechtigten Person ein Aufenthaltsrecht entstehen lassen. Das VerhÃ¤ltnis zwischen Eltern und ihren volljÃ¤hrigen Kindern ist dabei nur geeignet, einen Bewilligungsanspruch zu begrÃ¼nden, falls â Ã¼ber die Ã¼blichen Bindungen im Eltern-Kind-VerhÃ¤ltnis hinaus â ein besonderes AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis besteht (BGE 129 II 11 E. 2; BGr, 21. April 2020, 2C_757/2019, E. 2.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b><span>Ausgangspunkt und Massstab der auslÃ¤nderrechtlichen InteressenabwÃ¤gung ist in erster Linie die Schwere des Verschuldens, das sich in der Dauer der vom Strafgericht verhÃ¤ngten Freiheitsstrafe niederschlÃ¤gt (BGE 129 II 215 E. 3.1; BGr, 23. April 2019, 2C_483/2018, E. 4.4 mit Hinweisen). Die gegen den BeschwerdefÃ¼hrer 1 verhÃ¤ngte Freiheitsstrafe von 22 Monaten liegt weit Ã¼ber der Einjahresgrenze, ab welcher praxisgemÃ¤ss eine lÃ¤ngerfristige Freiheitsstrafe angenommen wird.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b><span>Davon ausgehend sind die Ã¼brigen UmstÃ¤nde zu wÃ¼rdigen, welche mit der deliktischen TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers 1 zusammenhÃ¤ngen und welche das Ã¶ffentliche Interesse an einer Wegweisung erhÃ¶hen oder relativieren kÃ¶nnen. Massgebend fÃ¼r die Feststellung des Ã¶ffentlichen Interesses an einer Wegweisung ist das deliktische Verhalten bis zum angefochtenen Urteil, das Alter bei der jeweiligen Tatbegehung sowie die Art, Anzahl und Frequenz der Delikte. Aus dieser Gesamtbetrachtung ergibt sich das migrationsrechtliche Verschulden (BGr, 31. Oktober 2014, 2C_159/2014, E. 4.1).</span></p> <p class="Erwgung4"><b>3.3.2.1 </b>Der Verurteilung lag gemÃ¤ss Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Luzern vom 7. Juli 2022 folgender Sachverhalt zugrunde: Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 forderte vom GeschÃ¤digten eine Provision von â¬ 480'000 und von â¬ 40'000 vom ErlÃ¶s fÃ¼r den Verkauf von Schmuck. Er fÃ¤lschte hierzu eine Schuldanerkennung, indem er den sich unter der Linie befindlichen, ausgefÃ¼llten Unterschriften-Textteil von einem anderen Dokument abtrennte, und den maschinenschriftlichen Textteil mit der Schuldanerkennung und den AusfÃ¼hrungen bezÃ¼glich darÃ¼ber anbrachte. Weiter versuchte der BeschwerdefÃ¼hrer 1 den GeschÃ¤digten mit einer E-Mail und unbefugt aufgenommenen GesprÃ¤chen zu einer rechts- und zweckwidrigen Bezahlung der von ihm geltend gemachten (nichtexistierenden) Forderung zu erpressen. Das Kantonsgericht des Kantons Luzern stellte in seinem Urteil vom 7. Juli 2022 bezÃ¼glich der versuchten Erpressung ein mittelschweres Verschulden, bezÃ¼glich der UrkundenfÃ¤lschung ein Verschulden im unteren mittelschweren Bereich und bezÃ¼glich des AbhÃ¶rens und Aufnehmen fremder GesprÃ¤che sowie unbefugten Aufnehmens ein leichtes Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers 1 fest. Weiter hielt es fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 einschlÃ¤gig wegen VermÃ¶gensdelikten vorbestraft sei und die Delikte in die Probezeit fallen wÃ¼rden. Er habe weder Reue noch Einsicht in das Unrecht seiner Taten erkennen lassen. </p> <p class="Erwgung4"><b>3.3.2.2 </b><span>VerschuldenserhÃ¶hend ist zu wÃ¼rdigen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 vor und nach der Verurteilung vom 7. Juli 2022 straffÃ¤llig geworden ist. </span>Neben der vorgenannten Strafe erwirkte der BeschwerdefÃ¼hrer 1 32 weitere Straferkenntnisse, vorwiegend wegen VerstÃ¶ssen gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung, aber auch wegen betreibungsrechtlicher Delikte sowie wegen Betrugs und UrkundenfÃ¤lschung. Ein weiteres Strafverfahren wegen Betrug und UrkundenfÃ¤lschung ist noch hÃ¤ngig. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 hat durch seine umfangreichen VerkehrsregelverstÃ¶sse ein rÃ¼cksichtsloses und gefÃ¤hrdendes Verhalten gegenÃ¼ber der kÃ¶rperlichen IntegritÃ¤t anderer Verkehrsteilnehmer an den Tag gelegt. Es muss davon ausgegangen werden, dass er nicht willens und/oder fÃ¤hig ist, sich rechtskonform zu verhalten und eine hohe RÃ¼ckfallgefahr besteht. Es besteht damit ein gewichtiges Interesse daran, den BeschwerdefÃ¼hrer 1 zum Schutz der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung von der Schweiz fernzuhalten. Bei auslÃ¤ndischen Personen, welche sich nicht auf das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit vom 21. Juni 1999 (FreizÃ¼gigkeitsabkommen [FZA]) berufen kÃ¶nnen, kommt der RÃ¼ckfallgefahr zwar nur eine untergeordnete Bedeutung zu, da abgesehen von der aktuellen GefÃ¤hrdung auch generalprÃ¤ventive Gesichtspunkte, zum Zweck der Abschreckung anderer AuslÃ¤nder, berÃ¼cksichtigt werden dÃ¼rfen (vgl. BGE 136 II 5 E. 4.2; 130 II 176 E. 3.4.1 und 4.2; BGr, 1. Februar 2016, 2C_608/201, E. 3; BGr, 13. Februar 2015, 2C_685/2014, E. 6.1.2; BGr, 21. Februar 2012, 2C_679/2011, E. 3.1). Eine bestehende RÃ¼ckfallgefahr wirkt sich jedoch zusÃ¤tzlich erschwerend auf das migrationsrechtliche Verschulden aus.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Freiheitsstrafe von 22 Monaten ein gewichtiges migrationsrechtliches Verschulden indiziert, welches durch die Anzahl der Delikte, den Deliktzeitraum von Ã¼ber 17 Jahren, die bestehende RÃ¼ckfallgefahr erhÃ¶ht wird. Das migrationsrechtliche Verschulden ist insgesamt als gross zu bezeichnen und es besteht bereits aufgrund seiner StraffÃ¤lligkeit ein gewichtiges Interesse an der Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers 1. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Auch das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers 1 an seiner Schuldenwirtschaft wiegt schwer: Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 hielt trotz massiv ansteigender Verschuldung 15 Jahre lang an seiner unrentablen und volatilen selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit fest. Auch hat er<span> durch sein mangelndes Legalverhalten Schulden generiert. </span>Wie bereits dargelegt, sind die bisherigen SanierungsbemÃ¼hungen des BeschwerdefÃ¼hrers 1 bescheiden ausgefallen, erfolgten jeweils erst unter grossem Druck (drohender Konkurs und drohende Wegweisung) und sind wesentlich der UnterstÃ¼tzung seiner Schwester zu verdanken. Es ist aufgrund des bisherigen Verhaltens des BeschwerdefÃ¼hrers 1 nicht davon auszugehen, dass er sich zukÃ¼nftig wohl verhalten und um einen Schuldenabbau bemÃ¼ht sein wird. Vielmehr lÃ¤sst sein Verhalten (erneute SelbstÃ¤ndigkeit, RÃ¼ckfallgefahr fÃ¼r Straftaten) darauf schliessen, dass er neue Schulden anhÃ¤ufen wird. Aufgrund seiner vorwerfbaren massiven fortgesetzten Schuldenwirtschaft besteht somit ein sehr hohes Ã¶ffentliches Interesse an einer Fernhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers 1.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Diesem Ã¶ffentlichen Fernhalteinteresse sind die privaten Interessen des BeschwerdefÃ¼hrers 1 gegenÃ¼berzustellen. Bei der PrÃ¼fung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit einer aufenthaltsbeendenden Massnahme sind die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse des BeschwerdefÃ¼hrers 1 in Betracht zu ziehen. Als entgegenstehende private Interessen kÃ¶nnen etwa eine lange Anwesenheitsdauer in der Schweiz, die familiÃ¤re Situation bzw. die BeziehungsverhÃ¤ltnisse, die Arbeitssituation, die Integration, die finanzielle Lage, Sprachkenntnisse oder die bei einer RÃ¼ckkehr in das Heimatland drohenden Nachteile ins Gewicht fallen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 ist 1981 im Kosovo geboren worden und hat dort wÃ¤hrend seiner ersten 13 Lebensjahre gelebt und sieben Jahre die Primarschule besucht. Im Jahr 1994 ist er in die Schweiz Ã¼bergesiedelt und hat hier wÃ¤hrend drei Jahren die Schule besucht und anschliessend eine Anlehre als Coiffeur absolviert. Danach hat er eigenen Angaben zufolge von 2000 bis 2004 im Kosovo eine Ausbildung in der Hotellerie in einem CafÃ© in einer amerikanischen Basis absolviert. In den Jahren 2004 bis 2005 hat er im Kosovo Haarpflegeprodukte verkauft. Im Jahre 2006 hat er in der Schweiz seinen eigenen Coiffeur-Salon erÃ¶ffnet, den er jedoch wenige Monate darauf wieder verkaufen musste. Im Jahre 2008 hat er eine eigene Reinigungsfirma gegrÃ¼ndet und diese bis 2021 gefÃ¼hrt. Seit 2022 arbeitet er fÃ¼r seine Schwester, mÃ¶chte aber zukÃ¼nftig wieder ein eigenes GeschÃ¤ft erÃ¶ffnen. Er spricht Deutsch, Englisch, Albanisch und Serbokroatisch. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 besucht sein Heimatland regelmÃ¤ssig ferienhalber. In seinem Heimatland leben zwei seiner BrÃ¼der sowie eine Tante und mehrere Cousins. <span>Es kann deshalb zusammen mit der Vorinstanz davon ausgegangen werden, dass er mit den VerhÃ¤ltnissen in seinem Heimatland bestens vertraut ist. Die zur Diskussion stehenden WiderrufsgrÃ¼nde erfÃ¼llen auch die Voraussetzungen fÃ¼r einen Eingriff in das von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Recht auf Achtung des Privatlebens. Das Bundesgericht hat zwar in einem neueren Urteil festgehalten, dass nach einer rechtmÃ¤ssigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren regelmÃ¤ssig davon ausgegangen werden kÃ¶nne, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden seien, dass es fÃ¼r eine Aufenthaltsbeendigung besonderer GrÃ¼nde bedarf; im Einzelfall kÃ¶nne es sich freilich anders verhalten, wenn die Integration zu wÃ¼nschen Ã¼briglasse (BGE 144 I 266 E. 3.9). Angesichts der genannten UmstÃ¤nde drÃ¤ngt sich der Schluss auf, dass die LÃ¤nge der Aufenthaltsdauer nicht mit der wirtschaftlichen und sozialen Integration des BeschwerdefÃ¼hrers 1 korreliert. Somit liegen besondere GrÃ¼nde vor, um den Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers 1 in der Schweiz zu beenden (vgl. BGr, 13. August 2018, 2C_1048/2017, E. 4.5.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Weiter ist zu prÃ¼fen, welche Nachteile dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 entstehen, sollte er in sein Heimatland zurÃ¼ckkehren mÃ¼ssen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Zur VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung der Frage, welche ZustÃ¤nde der Betroffene im Heimatstaat oder einem Drittstaat antreffen wÃ¼rde, und ob ihm im Hinblick hierauf eine RÃ¼ckkehr zumutbar erscheint. Als Grundsatz ist davon auszugehen, dass dem Betroffenen aus der RÃ¼ckkehrpflicht in der Regel kein ernstlicher Nachteil erwÃ¤chst, soweit ihn mit der Heimat nicht ausschliesslich noch allein die StaatsbÃ¼rgerschaft verbindet.</p> <p class="Erwgung3">Es ist wird nicht verkannt, dass ihn eine Wegweisung hart treffen wird. Es sind aber<span> auch keine unÃ¼berwindbaren Hindernisse bei einer RÃ¼ckkehr in den Kosovo ersichtlich: So</span> ist mit den Vorinstanzen festzustellen, dass es dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 grundsÃ¤tzlich zumutbar erscheint, sich in seiner Heimat eine neue Existenz aufzubauen. Es spricht <span>nichts dagegen, dass er in seinem Heimatland wieder Fuss fassen kann, zumal er auch dort ein eigenes GeschÃ¤ft erÃ¶ffnen kann. </span>Es sind weder in wirtschaftlicher noch sozialer Hinsicht unÃ¼berwindbare Hindernisse fÃ¼r eine Wiedereingliederung im Kosovo ersichtlich. Sodann spricht auch die politische Lage im Kosovo nicht gegen eine Heimkehr. Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden ins Feld gefÃ¼hrte schlechte Sicherheits- und Wirtschaftslage im Heimatland trifft die ganze dortige BevÃ¶lkerung und stellt keinen spezifischen persÃ¶nlichen Grund dar, der die RÃ¼ckkehr als unzumutbar erscheinen liesse (vgl. BGr, 10. September 2018, 2C_447/2017, E. 4.3.4; vgl. auch BGr, 21. April 2020, 2C_287/2020, E. 3.2.4).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b><span>Weiter ist zu prÃ¼fen, welche Nachteile dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 und seiner Familie entstehen, sollte sie in ihr </span>Heimatland<span> zurÃ¼ckkehren mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Erwgung1"><a id="_Hlk158210357">Hinsichtlich </a>der familiÃ¤ren Situation des BeschwerdefÃ¼hrers 1 ist festzuhalten, dass sich die Aufenthaltsrechte der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 und der BeschwerdefÃ¼hrenden 3 und 4 <span>(9-jÃ¤hriger Sohn und 5-jÃ¤hrige Tochter) </span>grundsÃ¤tzlich von seinem Aufenthaltsrecht ableiten und mit diesem erlÃ¶schen. Die ebenfalls aus dem Kosovo stammende BeschwerdefÃ¼hrerin 2 <span>reiste im Alter von 30 Jahren in die Schweiz ein und lebt seit nunmehr zehn Jahren hier. Sie ist im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung. Aufgrund ihrer <a id="_Hlk158210092">10-jÃ¤hrigen Anwesenheit </a>hat sie gestÃ¼tzt auf Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privatlebens) zwar grundsÃ¤tzlichen einen Anspruch auf VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung, jedoch ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass </span>trotz der langen Anwesenheit dennoch nicht von einer Verwurzelung in der Schweiz ausgegangen werden kann. So bewegen sich die Sprachkenntnisse der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 mit dem Sprachniveau A2 auf einem vergleichsweise tiefen Level. Sodann <span>ist die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 in beruflicher Hinsicht nicht integriert. Sie </span>hat zwar einen Studienabschluss in Geopolitik, <span>geht jedoch seit der Geburt ihrer Tochter </span>2018 keiner ErwerbstÃ¤tigkeit mehr nach. Zuvor ist sie von Januar 2014 bis Oktober 2018 â¦9 tÃ¤tig gewesen. Sie gibt an, dass sie sich zurzeit auf die Betreuung ihrer Tochter konzentriere und sich mit ihrer SchwÃ¤gerin in der Schweiz mit einem Torten- und SÃ¼ssigkeitengeschÃ¤ft selbstÃ¤ndig machen wolle. Die Tochter leide an einer chronischen Bronchitis und sei oft krank. Sie kÃ¶nne deshalb keiner unselbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit nachgehen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben die geltend gemachte chronische Bronchitis nach wie vor in keiner Weise belegt, trotz der entsprechenden Hinweise im vorinstanzlichen Entscheid. Es ist auch nicht ersichtlich und wird von den BeschwerdefÃ¼hrenden mit keinem Wort substanziiert, inwiefern die Tochter einer Rundumbetreuung bedarf. Es ist deshalb mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 zumindest einer TeilzeiterwerbstÃ¤tigkeit nachgehen kÃ¶nnte, was in Anbetracht der finanziellen Situation ihrer Familie auch von ihr erwartet kann. <span>Angesichts der genannten UmstÃ¤nde drÃ¤ngt sich der Schluss auf, dass die LÃ¤nge der Aufenthaltsdauer nicht mit der wirtschaftlichen und sozialen Integration der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 korreliert. Somit liegen besondere GrÃ¼nde vor, um den Aufenthalt der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 in der Schweiz zu beenden (vgl. BGr, 13. August 2018, 2C_1048/2017, E. 4.5.2). Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 kann nach dem Gesagten keinen Anwesenheitsanspruch aus dem Recht auf Privatleben ableiten, weshalb ihr Aufenthaltsrecht von dem des BeschwerdefÃ¼hrers 1 abhÃ¤ngig ist. </span>Es sind auch bei der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 weder in wirtschaftlicher noch sozialer Hinsicht unÃ¼berwindbare Hindernisse fÃ¼r eine Wiedereingliederung in den Kosovo ersichtlich. Sie hat den Grossteil ihres Lebens im Kosovo verbracht und ist mit der Sprache und Kultur bestens vertraut. Sie hat dort zahlreiche Verwandte, welche ihrer Familie bei der Wiedereingliederung behilflich sein kÃ¶nnen. Auch geht sie davon aus, dass sie im Kosovo mit ihrem Diplom eine Arbeitsstelle finden wÃ¼rde. Die beiden Kinder im Vorschulalter befinden sich sodann in einem anpassungsfÃ¤higen Alter, weshalb sie eine gemeinsame Ausreise mit ihren Eltern kaum vor nennenswerte Probleme stellen wird. Was die geltend gemachte chronische Bronchitis der BeschwerdefÃ¼hrerin 4 und die daraus resultierende UnmÃ¶glichkeit eines ganzjÃ¤hrigen Aufenthalts im Kosovo betrifft, ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass diese Behauptung gÃ¤nzlich unbelegt geblieben und eine chronische Bronchitis auch im Kosovo behandelbar ist. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden geltend machen, dass die chronische Krankheit nur im Kosovo einer Behandlung bedÃ¼rfe, weil das Klima dort so schlecht sei, erweist sich ihre Behauptung als widersprÃ¼chlich. Wenn die BeschwerdefÃ¼hrerin 4 in der Schweiz aufgrund des hier bestehenden Klimas tatsÃ¤chlich keiner Behandlung bedÃ¼rfen wÃ¼rde, ist nicht nachvollziehbar, weshalb die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 sie rundumbetreut und seit Jahren keiner ErwerbstÃ¤tigkeit nachgeht. Ohne entsprechende Belege und substanziierte Angaben durch die BeschwerdefÃ¼hrenden lÃ¤sst sich der Sachverhalt jedoch nicht Ã¼berprÃ¼fen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden kÃ¶nnen innerhalb des Kosovo einen Ort wÃ¤hlen, der ein weniger belastendes Klima fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 4 aufweist. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Zusammenfassend erscheint angesichts des grossen Ã¶ffentlichen Fernhalteinteresses betreffend den BeschwerdefÃ¼hrer 1 die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligungen auch unter BerÃ¼cksichtigung der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Die BeschwerdefÃ¼hrenden 2 bis 4 teilen mangels eines eigenen Anwesenheitsanspruchs das Schicksal des BeschwerdefÃ¼hrers 1, weshalb auch ihre Aufenthaltsbewilligungen nicht zu verlÃ¤ngern sind. </p> <p class="Erwgung2">Damit ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten den BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 aufzuerlegen und steht ihnen auch keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a sowie § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung1">Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. <span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. <span>Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼r die gesamten Kosten.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde <span>im Sinn der ErwÃ¤gungen </span>erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) <span>die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;</span><br/> c) <span>das Staatssekretariat fÃ¼r Migration.</span></span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>