Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. Dezember 2015 (715 15 6) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Beschwerdeabweisung; Ablehnung der Anspruchsberechtigung infolge arbeitgeberähn- licher Stellung; Der Ehemann der Beschwerdeführerin war im massgeblichen Zeitraum Mitglied und Liquidator einer Gesellschaft. Eine beschlossene oder angeordnete Liquida- tion ist kein taugliches Kriterium dafür, das Ausscheiden einer arbeitgeberähnlichen Person aus der Firma zu belegen. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschrei berin i.V. Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Die 1971 geborene A.____ arbeitete seit dem Jahr 2008 in einem 60%-Pensum als As- sistentin der Geschäftsleitung bei der B.____ GmbH (heute: C.____ GmbH) in X.____. Auf- grund der Auflösung des Geschäftes kündigte die Arb eitgeberin das Arbeitsverhältnis am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 30. Dezember 2013 per 31. März 2014. In der Folge me ldete sich A.____ am 28. März 2014 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Y.____ zur Arbeitsvermittlung an. Am 31. März 2014 stellte sie bei der Arbeitslosenkasse Base l-Landschaft (Kasse) einen Antrag auf Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ab 1. April 20 14. Mit Verfügung vom 27. Mai 2014 lehnte die Kasse die Anspruchsberechtigung der Versicherte n ab 1. April 2014 ab. Zur Begrün- dung wurde im Wesentlichen angeführt, dass A.____ und ihr Ehegatte gemäss Eintrag im Han- delsregister vom 21. Mai 2014 Gesellschafter der Firma B. ____ GmbH (heute: C.____ GmbH) seien. So lange ihr Ehegatte den Geschäftsverlauf seine r Firma massgeblich beeinflussen kön- ne, habe er jederzeit die Möglichkeit, sie erneut anzustellen. Als ehemals mitarbeitende Ehegat- tin könne sie die Entscheidungen des Arbeitgebers bestimm en oder massgeblich beeinflussen. Ihr komme deshalb auch eine arbeitgeberähnliche Stell ung zu. Des Weiteren sei sie bei der Firma D.____ AG, Z.____, gemäss Handelsregisterauszug ein zelunterschriftsberechtigt. Sie könne auch hier die Entscheidungen des Arbeitgebers beei nflussen. Als Inhaberin der Einzel- firma E.____, X.____, lasse sich ihre Arbeitszeit nicht kontrollieren. Da sie ihre Tätigkeit jeder- zeit beliebig ausweiten könne, liesse sich auch der Arbeit sausfall nach Art. 8 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicheru ng und die Insolvenzentschädi- gung (AVIG) vom 25. Juni 1982 kaum bestimmen. Sie gehö re daher zum Kreis der Personen, denen kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung zukomme. Aus diesem Grund müsse der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung abgelehnt werden . Die von der Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Einsprachein stanz des Kantonalen Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit Baselland, Abteilung Ö ffentliche Arbeitslosenkasse Basel- Landschaft (KIGA), mit Entscheid vom 26. November 2014 ab. B. Mit Eingabe vom 5. Januar 2014 (recte: 2015) erhob A.____ Beschwerde beim Kan- tonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozi alversicherungsrecht (Kantonsge- richt), und beantragte sinngemäss, es sei der Einsprache entscheid vom 26. November 2014 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr für den Zeitraum vom 1. Juli bis 17. August 2014 Arbeitslosentaggelder in der gesetzlichen Höhe auszurichten. Zur Begründung wurde zusammenfassend vorgetragen, dass sie und ihr Mann seit dem 1. Juli 2014, das heisst seit dem Verkauf der Firma C.____ GmbH (ehemals B.___ _ GmbH), nicht mehr in einer arbeit- geberähnlichen Stellung seien. Es sei zudem korrekt, d ass ihr Mann der Liquidator der Firma F.____ Ltd. sei, aber diese Firma habe bereits vor e inigen Monaten die Buchhaltung abgege- ben und das Bankkonto saldiert, sodass keine Möglichkeit mehr bestehe, irgendwelche Tätig- keiten für diese Firma auszuüben. Es sei ebenfalls korrekt, dass sie Inhaberin der Firma E.____ sei. Diese Aktivität habe sie im Jahr 2012 im Nebenerwer b gestartet, beziehe aber bis zum ak- tuellen Zeitpunkt keinen Lohn aus dieser Tätigkeit. D ie D.____ AG, bei welcher sie gemäss Handelsregistereintrag ebenfalls einzelunterschriftsberecht igt sei, sei nicht ihre Branche, wes- halb sie dort nie gearbeitet habe und auch nie dort arbeiten werde. C. Die Kasse schloss in ihrer Vernehmlassung vom 24. März 2 015 auf Abweisung der Be- schwerde. Die Beschwerdeführerin stelle erstmals den Antr ag auf Arbeitslosenentschädigung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ab 1. Juli 2014. Aufgrund des abgeänderten Antrages be stätige sie, in der C.____ GmbH eine arbeitgeberähnliche Stellung gehabt zu haben, welche d en Anspruch auf Arbeitslosenentschä- digung ausschliesse. In der Zeit vom 1. Juli bis 17. Au gust 2014 sei die Beschwerdeführerin Inhaberin der Firma E.____ und einzelunterschriftsbere chtigte Person in der D.____ AG gewe- sen. Zudem sei ihr Ehemann der Liquidator der F.____ Ltd. und die Löschung der Firma sei noch nicht einmal beantragt gewesen. Die Beschwerdefüh rerin habe vom 19. Mai bis 26. Mai 2014 im Zwischenverdienst bei der F.____ Ltd. gearbeitet. Somit stehe fest, dass der Ehemann nach wie vor Entscheidungen betreffend die Firma fällen könne und auch der Beschwerdeführe- rin einen Zwischenverdienst habe anbieten können. Diese Möglichkeit bestehe so lange bis der Ehemann aus dem Handelsregister gelöscht sei. Entsprechend sei die Beschwerdeführerin vom Bezug von Arbeitslosenentschädigung ausgeschlossen. D. Die Beschwerdeführerin reichte am 15. Juni 2015 ih re Replik ein. Die Duplik der Be- schwerdegegnerin vom 30. Juli 2015 ging am 31. Juli 2015 beim Kantonsgericht ein. Beide Par- teien hielten an ihren Anträgen und Standpunkten fest. E. Am 5. August 2015 wurde der Fall dem Präsidium übe rwiesen. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs.1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 AVIG auf die obligatorische Arbeitslosenversiche- rung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide de r Versicherungsträger Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Ö rtlich zuständig ist nach Art. 58 Abs. 1 ATSG grundsätzlich das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsit z hat. Diese Regelung entspricht nun allerdings für den Bereich der Arbeitslosenversicher ung nicht der vor dem Inkrafttreten des ATSG geltenden Zuständigkeitsordnung, weshalb der Bund esrat in Art. 100 Abs. 3 AVIG aus- drücklich ermächtigt worden ist, die örtliche Zuständigkei t des kantonalen Versicherungsge- richts in Abweichung von Art. 58 ATSG zu regeln. Laut Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenz entschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen (Einspracheent- scheide) einer kantonalen Amtsstelle das Versicherungsgeri cht desselben Kantons zuständig. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet ein Einspracheentscheid, den das KIGA Baselland als kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen hat, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejah en ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versich erungsträger gemäss Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zu- ständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht e rhobene - Beschwerde der Versicherten vom 5. Januar 2015 ist demnach einzutreten. 1.2 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur jene Rechts- verhältnisse zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwa ltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung oder eines Einspracheentsch eids - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmen die Verfügung bzw. der Einspracheentscheid de n beschwerdeweise weiterziehba- ren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an eine m Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und soweit kei ne Verfügung bzw. kein Einsprache- entscheid ergangen ist (BGE 125 V 414 E. 1a mit Hinwe isen). Vorliegend hat die Kasse im an- gefochtenen Einspracheentscheid bzw. mit der ihm vorange henden Verfügung vom 27. Mai 2014 die Anspruchsberechtigung der Versicherten einzig infolge ihrer arbeitgeberähnlichen Stellung verneint. Die übrigen Anspruchsvoraussetzungen, wie sie für einen allfälligen Bezug von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung vorausgesetzt werden, bilden daher ebenso we- nig Anfechtungsobjekt wie die für die Höhe allfällige r Taggelder massgebende Bemessung des versicherten Verdienstes. Bildet die Verfügung der Kasse vom 27. Mai 2014 und mit ihr der vor- liegend angefochtene Einspracheentscheid vom 26. Novem ber 2014 nicht nur Ausgangspunkt, sondern auch Rahmen und Begrenzung des Streitgegenstand es, ergibt sich für das vorstehen- de Beschwerdeverfahren, dass in Ermangelung eines ents prechenden Anfechtungsobjekts die Taggeldausrichtung nicht verfahrensgegenständlich ist. Di e gerichtliche Überprüfung hat sich demnach einzig auf die Frage der Anspruchsablehnung inf olge arbeitgeberähnlicher Stellung der Versicherten zu beschränken. 2. Nach § 55 Abs. 1 VPO entscheidet das Präsidium des Ka ntonsgerichts, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht, Streitigkeiten bis zu einem Streitwe rt von Fr. 10'000.--. Im vorliegenden Fall ist eine Ablehnung der Anspruchsberechtigung im Umfang von eineinhalb Monaten (für den Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis 17. August 2014) zu beur teilen. Der Streitwert liegt unter Fr. 10‘000.--, weshalb über die Beschwerde präsidial zu entscheiden ist. 3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Arbeitslosenkasse den Anspruch der Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung für den Zeitraum ab 1. April 2014 bzw. gemäss abgeändertem An- trag ab 1. Juli 2014 bis 17. August 2014 zu Recht abgel ehnt hat. Die Beschwerdegegnerin be- gründet ihren Einspracheentscheid zusammenfassend damit, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann bis 1. Juli 2014 Gesellschafter der C.____ GmbH gewesen seien. Der Ehemann sei weiter Liquidator bei der F.____ Ltd. in Liquida tion mit der Kompetenz, Personen zu be- schäftigen. Die Beschwerdeführerin sei Inhaberin der Einzelfirma E.____, bei der sie ihre Tätig- keit beliebig ausbauen könne. Zudem sei sie bei der Fir ma D.____ AG einzelunterschriftsbe- rechtigt und könne dadurch Einfluss auf die Unternehme nsentscheidungen nehmen. Somit be- kleide sie mehrere arbeitgeberähnliche Stellungen, wesh alb sie keinen Anspruch auf Arbeitslo- senentschädigung habe. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nac h Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslo s ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schwe iz wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreich t hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 4.2 Gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG haben Personen, d ie in ihrer Eigenschaft als Gesell- schafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgeber s bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatt en keinen Anspruch auf Kurzarbeits- entschädigung. Der Grund für diese Regelung liegt darin, dass Arbeitgeber und arbeitgeberähn- liche Personen über eine unternehmerische Dispositionsfr eiheit verfügen, kraft derer sie die Möglichkeit haben, die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung ─ für sich oder ihre Ehegatten ─ selbst herbeizuführen. So können sie insbesondere auch di e dafür nötigen Bescheinigungen selber ausstellen bzw. so lche Bescheinigungen aus Gefälligkeit erlangen (vgl. R EGINA JÄGGI , Eingeschränkter Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bei ar- beitgeberähnlicher Stellung durch analoge Anwendung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG in: SZS 48/2004, S. 4). Mit der Regelung in Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG wollte der Gesetzgeber somit verhindern, dass arbeitgeberähnliche Personen missbräuchli ch Kurzarbeitsentschädigung er- halten. 4.3. Für den Bereich der Arbeitslosenentschädigung gib t es keine dem Art. 31 Abs. 3 lit. C AVIG entsprechende, unmittelb ar anwendbare Norm. Wie das Eidgenössi- sche Versicherungsgericht (EVG, heute: Bundesgericht, so zialrechtliche Abteilungen [Bundes- gericht]) im Grundsatzentscheid vom 4. September 1997 (BGE 123 V 234 ff.) erwog, kann Kurzarbeit nicht nur in einer Reduktion der Arbeitszeit, sondern auch darin bestehen, dass der Betrieb für eine gewisse Zeit vollständig stillgelegt wird. Solange ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin mit arbeitgeberähnlicher Stellung mit der betreffenden Unternehmung noch in einem Arbeitsverhältnis steht, hat er bzw. sie aufgrund der Ausschlussbestimmung in Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG keinen Anspruch auf Kurzarb eitsentschädigung. Wird das Arbeitsver- hältnis hingegen gekündigt, so gilt die arbeitgeberäh nliche Person nach den Erwägungen im zitierten Entscheid nunmehr als arbeitslos und kann somit u nter den Voraussetzungen von Art. 8 ff. AVIG Arbeitslosenentschädigung beanspruchen. Behält sie nach der Entlassung aller- dings ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb bei und kann dadurch dessen Entscheidun- gen weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen, so läuft die Beanspruchung von Ar- beitslosenentschädigung gemäss der Auffassung des Bundesger ichts auf eine rechtsmiss- bräuchliche Umgehung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG h inaus, und es besteht auch bei grund- sätzlich gegebenen Voraussetzungen nach Art. 8 ff. AVIG kein Anspruch auf Arbeitslosenent- schädigung. Das Bundesgericht begründete den Umgehungsta tbestand im erwähnten Ent- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheid damit, dass die arbeitgeberähnliche Person über d ie Dispositionsfreiheit verfügt, den Betrieb jederzeit zu reaktivieren und sich bei Bedarf e rneut als Arbeitnehmer einzustellen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2007, C 32/0 6, E. 4.2). Andererseits kann dann nicht mehr von einer Gesetzesumgehung gesprochen werden, wenn der Betrieb geschlossen wird und das Ausscheiden des betreffenden Arbeitnehmers b zw. der betreffenden Arbeitsneh- merin mit arbeitgeberähnlicher Stellung definitiv ist oder wenn das Unternehmen zwar weiter besteht, die arbeitgeberähnliche Person jedoch mit de r Kündigung endgültig auch jene Eigen- schaften verliert, derentwegen sie bei Kurzarbeit aufgru nd von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG vom Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung ausgenommen wäre (BGE 123 V 234 E. 7b/bb, vgl. dazu auch AVIG Praxis ALE des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, Stand 1. Januar 2014, Rz. B12 ff.). Der Ausschluss arbeitgeberähnlicher Personen vom Anspruch auf Arbeitslosenent- schädigung ist gemäss Bundesgericht als absolut zu verstehen. Es ist nicht möglich, den be- troffenen Personen unter bestimmten Voraussetzungen im Einzelfall Leistungen zu gewähren (Urteil des EVG vom 17. Oktober 2005, C 179/05, E. 2 ). Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG bezweckt, nicht nur dem ausgewiesenen Missbrauch an sich, sondern b ereits dem Risiko eines solchen zu begegnen, welches der Ausrichtung von Arbeitslosentschäd igung an arbeitgeberähnliche Personen inhärent ist (Urteil des EVG vom 12. September 2005, C 131/05, E. 2). 4.4 Die endgültige Aufgabe der arbeitgeberähnlichen Stellung muss anhand eindeutiger Kriterien gemessen werden können, welche keinen Zweif el übrig lassen (Urteil des Bundesge- richts vom 12. Januar 2007, C 277/05, E. 3.4 mit weite ren Hinweisen). Neben dem endgültigen Austritt der arbeitgeberähnlichen Person aus der Firma ist die Aufgabe der arbeitgeberähnli- chen Stellung beispielsweise auch bei der Auflösung des B etriebs gegeben (vgl. AVIG-Praxis Rz. B27). Der Eintrag im Handelsregister wird von der R echtsprechung regelmässig als wichti- ges und einfach zu handhabendes Kriterium berücksichtigt, wenn es um die Beurteilung geht, ob eine arbeitgeberähnliche Person Anspruch auf Arbeitsl osenentschädigung hat (vgl. ARV 2002 S. 185 E. 2b und c). Denn erst mit der Löschung des Eintrags ist nach aussen in für Dritte verlässlicher Weise kundgetan, dass die Per son definitiv aus der Firma ausgetreten ist (Urteil des EVG vom 8. Juni 2004, C 110/03, E. 2.1 mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Im Betrieb mitarbeitende Ehegatten sind nach dem soeben Ausgeführten anspruchsberechtigt, wenn der Ehegatte seine arbeitgeberähnliche Stellung endgültig aufgibt, sowie ab Datum der Scheidung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2 011, 8C_1032/2010, E. 5.3 und vom 3. Juni 2011, 8C_74/2011, E. 5.3.1). 4.5 Rechtsprechungsgemäss ist eine beschlossene oder angeor dnete Liquidation kein taug- liches Kriterium dafür, das Ausscheiden einer arbeitgeber ähnlichen Person aus der Firma zu belegen (Urteil des Bundesgerichts vom 8. August 2008, 8 C_521/2007, E. 3.2). Die Gesell- schaftsorgane behalten während der Liquidation ihre ge setzlichen und statutarischen Befugnis- se bei, soweit sie zur Durchführung der Liquidation erforderlich sind und dem Liquidationszweck nicht entgegenstehen und die daraus abgeleiteten Handl ungen ihrer Natur nach nicht von den Liquidatoren vorgenommen werden können (ARV 2002 S. 185). Dazu kann auch die Weiterfüh- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung des Geschäfts bis zu dessen Verkauf oder Auflösung geh ören (AHI 1994 S. 37 E. 6c mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Lehre). Liquidatoren sind ebenfalls vom Anspruch auf Ar- beitslosenentschädigung ausgeschlossen (ARV 2002 Nr. 28 S. 183 E. 3c, C 373/00; Urteile des Bundesgerichts vom 11. Juli 2005, C 51/05 und vom 2. Ju ni 2006, C 328/05), weil sie, im be- grenzten Rahmen der Liquidationstätigkeiten, weiterh in die Geschicke des Betriebs bestimmen können und daher nicht endgültig aus dem Betrieb ausge schieden sind (Urteil des Bundesge- richts vom 20. April 2005, C 75/04). Diese Rechtsprechun g will nicht nur dem ausgewiesenen Missbrauch an sich, sondern bereits dem Risiko eines solchen b egegnen, welches der Ausrich- tung von Arbeitslosenentschädigung an arbeitgeberähnl iche Personen und deren Ehegatten inhärent ist (ARV 2003 Nr. 22 S. 242 E. 4, C 92/02; SVR 2007, AlV Nr. 21 S. 69, C 180/06). 5.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten d er Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist j edoch, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriff snotwendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherun gsgerichts ist, für die Zusam- mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofer n, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 5.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen d ie vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfü gende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bew iesen annehmen, wenn sie von ih- rem Bestehen überzeugt sind (M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge- setz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines besti mmten Sachverhalts genügt den Be- weisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrschei nlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195, 121 V 47 E. 2a, 208 E. 6b mit Hinweis). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Unter Berücksichtigung der vorstehenden Ausführungen ist nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung zu Recht infolge arbeitgeberähnlicher Stellung abgelehnt hat. 6.1 Gemäss Handelsregisterauszug des Kantons G.____ wurd e die Aktiengesellschaft F.____ Ltd. mit Beschluss der Generalversammlung vom 18. Dezember 2013 aufgelöst. Der Ehemann der Beschwerdeführerin wurde daraufhin als Mitglied und Liquidator der Firma F.____ Ltd. in Liquidation, mit Einzelunterschrift, eingetra gen. Wie aus dem Schreiben der Steuerver- waltung des Kantons G.____ vom 10. Oktober 2014 hervo rgeht, erfolgte die Anmeldung der Firma zur Löschung im Handelsregister am 9. Oktober 2014 . Gemäss Handelsregisterauszug war die Liquidation sodann am 30. März 2015 beendet u nd die Gesellschaft wurde gelöscht. Vom 19. bis 26. Mai 2014 hat die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen bei der F.____ Ltd. in Liquidation im Zwischenverdienst gearbeitet. Damit ist mit der Beschwerdegegnerin festzu- stellen, dass es dem Ehemann der Beschwerdeführerin mögli ch war, auch bei laufender Liqui- dation den Betrieb weiterzuführen bzw. zu reaktivieren und seine Ehefrau – wenn auch nur im Zwischenverdienst – wieder anzustellen. Dabei ist irrele vant, ob er dies tatsächlich beabsichtig- te, denn die Rechtsprechung will nicht nur dem ausgewie senen Missbrauch an sich begegnen, sondern bereits das Risiko eines solchen verhindern (vgl. E . 4.3 und 4.5 hiervor). Im vorliegen- den Fall kann dieses Risiko erst mit der Löschung des Hand elsregistereintrages endgültig aus- geschlossen werden und diese erfolgte am 30. März 2015 . Unter diesen Umständen war die Beschwerdeführerin bzw. ihr Ehemann im Zeitpunkt der A nmeldung zum Leistungsbezug, in jenem des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheids so wie auch im Zeitraum, in wel- chem sie Arbeitslosenentschädigung beantragt, als Liquida tor der F.____ Ltd. eine Person mit arbeitgeberähnlichen Eigenschaften, was für die Ablehnu ng des Anspruchs auf Arbeitslo- senentschädigung genügt. 6.2 Zusammenfassend steht aufgrund der vorstehenden Erwä gungen fest, dass die Be- schwerdeführerin in der F.____ Ltd. in Liquidation ei ne arbeitgeberähnliche Stellung innehatte. Aus diesem Grund erkannte die Vorinstanz zu Recht, dass die Beschwerdeführerin für den Zeit- raum ab 1. April bzw. 1. Juli 2014 bis zu der per 1. September 2014 erfolgten Abmeldung kei- nen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat. Der ange fochtene Einspracheentscheid ist daher zu bestätigen und die Beschwerde ist abzuweisen. 7. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Art. 61 l it. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vor- liegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens steht der Beschwerdeführerin gemäss Art. 61 lit. g ATSG keine Parteientschädigung zu. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.