Interpellation Ziegler 1486 N 9 octobre 1987 Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. Mai 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 mai 1987 Au sujet de l'envoi en question, il convient de préciser qu'il ne s'agissait pas de cartes-ordres de marche, mais d'une lettre falsifiée annonçant aux destinataires qu'ils recevraient un nouvel ordre de marche. Pour fabriquer cette lettre, les auteurs ont recouvert le texte d'une lettre signée par le commandant de la division mécanisée 11 dont ils ont fait une photocopie, obtenant ainsi un document de base neutre portant la signature photocopiée du divisionnaire Gadient. Le contenu de la lettre était maladroit et non crédible; c'est pourquoi seulement 20 pour cent des destinataires ont réagi en s'adressant aux organes responsables. Le 17 décembre 1986, le Ministère public de la Confédéra- tion a ouvert contre auteur inconnu une procédure sous forme d'enquête de police avec inculpation de falsification d'ordres de mise sur pied ou d'instructions (art. 177 CPS). Malgré une enquête approfondie, il n'a pas été possible jusqu'à présent de mettre la main sur les auteurs. Pour le choix des destinataires, les auteurs n'ont pas utilisé des listes d'adresses militaires, mais ont envoyé leur lettre au hasard à des adresses tirées de l'annuaire téléphonique de la ville de Winterthour. Par conséquent, les organes militaires ne se sont pas rendus coupables de négligence. L'envoi de la lettre falsifiée annonçant une nouvelle mise sur pied a eu lieu le 11 novembre 1986, par l'intermédiaire des offices postaux «Hauptbahnhof, 8003 Zurich» et «Mühle- gasse, 8025 Zurich». Le contenu de la lettre a été envoyé à la presse par des tiers privés. Les organes de commandement compétents de l'armée et le Département militaire fédéral ont été informés de l'opération par le commandement d'ar- rondissement de Winterthour, le 12 novembre 1986. De l'avis du Conseil fédéral et du Département militaire, aucune nouvelle mesure ne s'impose au sujet de cette opération. Le président: L'interpellatrice n'est que partiellement satis- faite de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 87.448 Interpellation Ziegler Einsatz von C-Kampfstoffen. Völkerrechtliche Verträge Utilisation des toxiques de combat. Conventions internationales Wortlaut der Interpellation vom 15. Juni 1987 Auf I.Juni 1987 trat die Verordnung des EMD über die Bezeichnung bewilligungspflichtiger Substanzen in Kraft. Darin kommt wohl auch zum Ausdruck, dass der Bundesrat selbst nicht mehr an die Einhaltung entsprechender völker- rechtliche Verträge glaubt, die den Einsatz von chemischen Kampfstoffen verbieten. 1. Teilt der Bundesrat die Besorgnis über die wachsende Aufrüstung mit chemischen Kampfstoffen - auch in den Signatarstaaten? 2. Welche konkreten Massnahmen werden vom Bundesrat getroffen, um den Bestimmungen dieser Verträge wieder mehr Nachachtung zu verschaffen? 3. Sind über die schon in verschiedenen Antworten des Bundesrates erwähnten mündlichen Vorstösse und Appelle konkrete Bestrebungen in dieser Richtung geplant? 4. Welche Konsequenzen zieht der Bundesrat aus der zunehmenden Missachtung dieser Verträge für die Kampf- führung und Ausrüstung der Armee wie auch für die Ausrü- stung der Zivilbevölkerung? Texte de l'interpellation du 15 juin 1987 Le 1er juin 1987 est entrée en vigueur l'ordonnance du DMF concernant la désignation des substances chimiques sou- mises à autorisation. On peut vraisemblablement en conclure que le Conseil fédéral lui-même ne croit plus au respect des traités internationaux interdisant l'utilisation des armes chimiques. 1. Le Conseil fédéral est-il lui aussi inquiet de voir proliférer les armes chimiques même dans les Etats qui ont adhéré aux conventions interdisant leur utilisation? 2. Quelles mesures concrètes le Conseil fédéral prend-il afin de promouvoir un meilleur respect des dispositions de ces traités? 3. Le Conseil fédéral a-t-il l'intention de prendre des mesures concrètes en plus de ses appels et interventions orales, dont il a parlé à plusieurs reprises dans ses réponses. 4. Quelles conséquences le Conseil fédéral tire-t-il de l'aug- mentation du nombre des cas de violation de ces conven- tions en ce qui concerne la conduite du combat ainsi que l'équipement de la troupe et de la population civile? Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die chemischen Kampfstoffe sind in verschiedenen völker- rechtlichen Verträgen geächtet. So in Artikel 23 Buchstabe a der Haager Landkriegsordnung vom 18. Oktober 1907 und im Protokoll über das Verbot der Verwendung von erstik- kenden, giftigen oder ähnlichen Gasen sowie von bakterio- logischen Mitteln im Kriege vom 17. Juni 1925. Auch die Schweiz hat diese Verträge ratifizert. Dem Interpellanten bereitet die zunehmende Missachtung völkerrechtlicher Abkommen (Misshandlungen von Gefan- genen und der Zivilbevölkerung, der Einsatz von chemi- schen Kampfstoffen usw.) in bewaffneten Konflikten Sorge. Auch das IKRK hat sich schon, was sonst nicht seine Art ist, an die Weltöffentlichkeit gewandt (Iran-Irak). Angesichts der grossen Lager an chemischen Kampfstoffen und der Tatsa- che, dass heute in Bedrängnis geratene Beteiligte immer wieder zur chemischen Waffe greifen, liegt die Vermutung nahe, dass auch in einer möglichen bewaffneten Auseinan- dersetzung in Europa solche Kampfstoffe zum Einsatz gelangen werden. Von solchen Einsätzen könnte auch die Schweiz betroffen sein. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 16. September 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 16 septembre 1987 In der am 1. Juni 1987 in Kraft getretenen Verordnung des EMD vom 29. Mai 1987 über die Bezeichnung bewilligungs- pflichtiger chemischer Substanzen kommt keinesfalls zum Ausdruck, dass «der Bundesrat nicht mehr an die Einhal- tung entsprechender völkerrechtlicher Verträge glaubt, die den Einsatz von chemischen Kampfstoffen verbieten». Zum einen haben nicht alle Staaten das Genfer Protokoll vom 17. Juni 1925 unterzeichnet, bzw. haben gewisse Staaten Vorbehalte dazu angebracht, und zum anderen muss festge- halten werden, dass das Genfer Protokoll von 1925 wohl die Verwendung von erstickenden, giftigen oder ähnlichen Gasen sowie von bakteriologischen Mitteln im Krieg verbie- tet, jedoch weder die Herstellung noch die Lieferung oder den Transfer solcher Kampfmittel und um so weniger den internationalen Austausch von Chemikalien erfasst. Das breite Spektrum aller heute in Ost und West vorhandenen chemischen Substanzen erschwert die Kontrolle eines allfäl- ligen Missbrauchs. Aus diesem Grund hat der Bundesrat im Sinne einer Ueberbrückung bestehender Lücken des Genfer Protokolls die Verordnung über das Kriegsmaterial geändert und die Ausfuhr bestimmter chemischer Substanzen in der Verordnung des EMD vom 29. Mai 1987 geregelt. Zu den einzelnen Fragen der Interpellation nimmt der Bun- desrat wie folgt Stellung: 1. Der Bundesrat teilt die Besorgnis über die Aufrüstung mit chemischen Kampfstoffen. 2. Die Schweiz hat im Rahmen verschiedener internationaler9. Oktober 1987 N 1487 Interpellation Pini Konferenzen und Tagungen immer wieder auf die Lücken des Genfer Protokolls hingewiesen. Dabei geht es weniger darum, den bestehenden Verträgen, die kein umfassendes Instrument zur Verhinderung einer Aufrüstung mit chemi- schen Kampfstoffen darstellen, Nachachtung zu verschaf- fen, als vielmehr die neuen Verhandlungen in diesem Bereich mitzutragen. Die Verhandlungen über chemische Waffen finden im Rahmen der Abrüstungskonferenz in Genf statt. Obwohl Nichtmitglied der Uno, hat die Schweiz neben 40 Teilnehmerstaaten den Beobachterstatus erhalten. Diese Form der Teilnahme erlaubt uns, das Vorhaben einer Kon- vention zum allgemeinen und weltweiten Verbot der chemi- schen Waffen (inkl. Produktion und Lagerung) zu unterstüt- zen. Die Schweiz - beunruhigt über die wachsende Gefahr der Verbreitung dieser Waffen - setzt sich für eine interna- tionale Kontrolle ein, die wirksam ist, die aber auch selektiv nur solche chemische Substanzen einem Kontroll reg i me unterstellt, die tatsächlich zur Herstellung von chemischen Kampfstoffen dienen können, und die im übrigen auch einen genügenden Schutz vor Wirtschaftsspionage bieten. 3. Im Vordergrund der konkreten Bestrebungen stehen die Anstrengungen um ein neues, griffiges und verifizierbares Vertragswerk. Insbesondere ist die Schweiz an der soforti- gen und kontrollierbaren Vernichtung aller Bestände an chemischen Waffen interessiert. Sie bekräftigt ihre Bereit- schaft, ihr Potential an Verifikationsmitteln zur Verfügung zu stellen (AC-Laboratorium in Spiez). Es dürfte allerdings län- gere Zeit dauern, bis ein unterzeichnungsbereiter Vertrag vorliegt. Obwohl im Grundsätzlichen weitgehende Ueberein- stimmung besteht, ist in den Detailberatungen erfahrungs- gemäss mit Schwierigkeiten zu rechnen. 4. Der Bund unternimmt alles, um die Ausrüstung und Aus- bildung in der Armee und im Zivilschutz im Licht der AC- Bedrohung glaubwürdig zu halten und damit zur allgemei- nen Dissuasion beizutragen. Im Sinne einer Sofortmass- nahme wurden mit dem Rüstungsprogramm 1986 45000 C-Schutzanzüge für besondere Funktionsträger während der Mobilmachung der Armee beantragt und von den Räten zur Beschaffung freigegeben. Weitere Neuentwicklungen, wie neue ABC-Schutzmaske, C-Schutzanzug, automatisches C-Warngerät usw. werden mit erster Priorität bearbeitet. An diesen Entwicklungen ist auch das Bundesamt für Zivilschutz beteiligt, um seinerseits zu gegebener Zeit entsprechende Beschaffungen beantra- gen zu können. Bereits heute bieten die Schutzräume der Zivilbevölkerung einen hohen Schutz vor chemischen Kampfstoffen. Le président: L'interpellateur est satisfait de la réponse du Conseil fédéral. #ST# 87.429 Interpellation Pini Aufhebung des Bankgeheimnisses. Praxis der Eidgenössischen Bankenkommission Interpellanza Pini Liberazione dal segreto bancario da parte della Commissione delle banche Interpellation Pini Levée du secret bancaire. Pratique de la Commission fédérale des banques Wortlaut der Interpellation vom 4. Juni 1987 1. Im Januar 1987 wurden die Ergebnisse der Untersuchun- gen bekanntgegeben, welche die britischen Behörden in einem schwerwiegenden Fall vermuteter Insidergeschäfte durchgeführt hatten. Es handelte sich um den Erwerb der Firma «Distillers» durch «Guiness». 2. Wie die Bank Leu in Zürich bekanntgegeben hat, spielte sie in dieser Angelegenheit eine Rolle; allerdings habe sie dabei in gutem Glauben gehandelt. Die gleiche Bank hat an einer Pressekonferenz am 16. Januar 1987 in Zürich Infor- mationen bekanntgemacht, die dem Bankgeheimnis unter- standen. Ihrer Aussage nach ist die Bank Leu in diesem Fall durch die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) vom Bankgeheimnis entbunden worden. 3. Hat die EBK die Bank Leu tatsächlich vom Bankgeheimnis entbunden? Wenn ja, aus welchen Gründen und wie weit? Schliesslich möchten wir wissen, was für eine Praxis die EBK in solchen Angelegenheiten befolgt, d. h.: a. In wie vielen anderen Fällen und aus was für Gründen - genauer gesagt zu welchem Zweck - wurde eine Schweizer Bank vom Bankgeheimnis entbunden; für wen waren die Informationen bestimmt, und was betrafen sie? b. Auf welche Grundsätze stützt sich die EBK in ihrer Praxis? c. Müssten diese Grundsätze nicht veröffentlicht werden, und bedürfen sie nicht einer präzisen gesetzlichen Grund- lage, damit man verhindern kann, dass eine Bank, sei es direkt oder durch eine Bundesbehörde, politisch oder wirt- schaftlich unter Druck gesetzt werden kann - insbesondere im Ausland oder vom Ausland her -, weil man das schweize- rische Bankgeheimnis unterminieren will? Testo dell'interpellanza dei 4 giugno 1987 1. Nel gennaio 1987 sono state rese note le indagini svolte dalle autorità inglesi riguardo ad un importante caso di sospetto insider trading: quello riguardante l'acquisizione della Distillers da parte della Guiness. 2. Come ha reso noto la Bank Leu di Zurigo, quest'ultima ha svolto un ruolo nell'ambito suddetto, precisando di avere agito in buona fede. La stessa banca ha divulgato informa- zioni coperte dal segreto bancario nel corso di una confe- renza-stampa tenuta il 16 gennaio 1987 a Zurigo. Secondo la Bank Leu la stessa venne sollevata dall'obbligo del segreto bancario in questo caso concreto da parte della Commi- sione federale delle banche (CFB). 3. CFB ha effettivamente svincolato dal segreto bancario la Bank Leu e, in caso affermativo, per quali motivi e con quali limiti? Chiedo, infine, informazioni riguardo la prassi seguita dalla CFB in materia, e più precisamente: a. in quanti altri casi e per quali motivi una banca svizzera è stata svincolata dall'obbligo del segreto bancario, preci- sando a quale scopo, a chi erano destinate le informazioni e che cosa riguardavano queste ultime; b. quali siano i principi seguiti dalla CFB in questa sua prassi; c. se questi principi non debbano necessitare di pubblica- zione e di una precisa base legale, allo scopo di impedire che una banca, direttamente o tramite una autorità federale, possa essere sottoposta ad una pressione di carattere poli- tico ed economico, in specie all'estero o dall'estero, allo scopo di attenuare la portata del segreto bancario svizzero. Texte de l'interpellation du 4 juin 1987 1. Les résultats de l'enquête faite par les autorités britanni- ques concernant certaines opérations suspectes d'initiés (il s'agit en l'occurrence de l'acquisition de la maison Distillers par la société Guiness) ont été révélés en janvier 1987. 2. Comme l'a fait savoir la banque Leu de Zurich, elle a joué un rôle dans cette affaire, mais déclare avoir agi en toute bonne foi. Elle a en effet divulgué des informations cou- vertes par le secret bancaire au cours d'une conférence de presse tenue le 16 janvier 1987, à Zurich, la Commission fédérale des banques (CFB) l'ayant déliée de ce secret. 3. La CFB a-t-elle vraiment délié la banque Leu du secret bancaire? Dans l'affirmative, pour quels motifs et dans quelles limites? J'aimerais en outre des informations sur la pratique suivie par la CFB en la matière, et plus précisément une réponse aux questions suivantes: a. Dans combien d'autres cas et pour quels motifs uneSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Ziegler Einsatz von C-Kampfstoffen. Völkerrechtliche Verträge Interpellation Ziegler Utilisation des toxiques de combat. Conventions internationales In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 14 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.448 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1987 - 08:00 Date Data Seite 1486-1487 Page Pagina Ref. No 20 015 810 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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