B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-594/2013 E-589/2013 U r t e i l v om 1 2 . F e b r u a r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher; Gerichtsschreiberin Simona Risi. Parteien A._______, (Beschwerdeführer 1), B._______, (Beschwerdeführerin 2), C._______, (Beschwerdeführerin 3), D._______, E._______, F._______, G._______, (Beschwerdeführer 7), Bosnien und Herzegowina, alle vertreten durch Annelise Gerber, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügungen des BFM vom 29. Januar 2013 / N (…), N (…). E-594/2013, E-589/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden – ethnische Roma bosnisch-herzegowini- scher Staatsangehörigkeit aus Sarajevo – eigenen Angaben zufolge ihren Heimatstaat am 4. Januar 2013 verliessen und am 5. Januar 2013 im Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel um Asyl nachsuchten, dass sie am 14. Januar 2013 summarisch befragt und am 21. Januar 2013 eingehend zu ihren Asylgründen angehört wurden, dass der Beschwerdeführer 1 dabei im Wesentlichen vorbrachte, im Se p- tember 2012 habe er alte Sachen verkauft und sei dabei von drei Polizis- ten in Zivilkleidung, welche ihn bereits seit sieben oder acht Jahren sch i- kanieren würden, mitgenommen und zu sich nach Hause geschleppt worden, wo er im Schlafzimmer der Familienbaracke dermassen g e- schlagen worden sei, dass er in Ohnmacht gefallen und während 30 bis 60 Minuten ohne Bewusstsein gewesen sei, dass die Polizisten in jener Zeit seine Frau (Beschwerdeführerin 2) und seine Stieftochter (Beschwerdeführerin 3) im Kinderzimmer vergewaltigt hätten, dass er mit ihnen noch am selben Abend ins Spital gegangen sei, wo sie jedoch mangels Versicherung und Geld keine Behandlung erhalten hä t- ten, dass sie am darauffolgenden Tag beziehungsweise nach einigen Tagen aus ihrer Baracke weggegangen und sich mehrheitlich bei Freunden im selben Quartier bezieh ungsweise bei einem Freund namens H._______ in einer anderen Romasiedlung aufgehalten hätten, wobei sie immer wi e- der nach Hause zurückgekehrt seien, dass etwa eineinhalb Monate vor der Ausreise ihre Baracke niederg e- brannt worden sei, dass sie den Behörden weder die Vergewaltigungen noch den Brand g e- meldet hätten, da man ihnen im Allgemeinen nichts glauben würde, dass die Beschwerdeführerin 2 bei der Befragung zur Person insbeso n- dere geltend machte, vier Monate vor der Ausreise beziehungsweise im August oder September 2012 sei ihr Mann durch zwei Polizisten in Zivi l- kleidung stark geschlagen worden, so dass er ohnmächtig geworden sei, E-594/2013, E-589/2013 Seite 3 dass die Männer anschliessend sie und ihre Tochter (Beschwerdeführ e- rin 3) vergewaltigt hätten, dass sie nicht ins Spital und auch zu keinem Arzt gegangen seien, da sie davor aufgrund von Morddrohungen der Polizisten Angst gehabt hätten, dass sie sich nach dem Vorfall versteckt hätten, aber auch immer wieder in ihre Baracke zurückgekehrt seien, dass etwa drei Monate vor der Ausreis e ihre Baracke durch andere Pol i- zisten zerstört worden und sie (Beschwerdeführende) sie wieder aufg e- stellt hätten, dass sie demgegenüber bei der einlässlichen Anhörung vorbrachte, zwei Polizisten seien in die Baracke hineingekommen, hätten sie angeschrien und ihren Mann geschlagen, dass die Polizei diesen dann mitgenommen habe, und er erst am näch s- ten Morgen nach Hause zurückgekehrt sei, dass einer der Polizisten zunächst sie und dann ihre Tochter in der Bar a- cke vergewaltigt habe, dass sie nach der Tat vorerst in der Baracke geblieben und dann zu H._______ sowie in den folgenden Tagen zu anderen Personen gegan- gen seien; ab und zu seien sie in die Baracke zurück gekehrt, welche et- wa eineinhalb bis zwei Monate vor der Ausreise zerstört beziehungsweise zerschlagen worden sei, dass sie nicht ins Spital gegangen seien beziehungsweise man sie dort am Tag nach den Vergewaltigungen nicht aufgenommen habe, dass die Beschwerdeführerin 3 schliesslich bei der Befragung zur Person im Wesentlichen ausführte, vier Monate vor der Ausreise sei die ganze Familie zu Hause gewesen, als drei Polizisten in Zivil zu ihnen geko m- men seien, ihren Stiefvater (Beschwerdeführer 1) so fest geschlagen hä t- ten, dass er in Ohnmacht gefallen sei und sie sowie ihre Mutter vergewal- tigt hätten, dass sie gleichentags ins Spital gegangen seien, man sie jedoch mangels Geld nicht untersucht habe, dass sie nach dem Vorfall bis zur Ausreise in ihrer Baracke gelebt hätten, E-594/2013, E-589/2013 Seite 4 dass die Beschwer deführerin 3 bei der einlässlichen Anhörung hingegen geltend machte, der kleinste der drei Männer habe sie als erste vergewal- tigt; anschliessend habe einer der anderen Männer ihre Mutter vergewal- tigt, dass sie nach dem Spitalbesuch zunächst in ihre Baracke zurückgekehrt und dann noch am selben Abend zu H._______ gegangen seien und in der Folge manchmal bei sich zu Hause und manchmal bei anderen Pe r- sonen geschlafen hätten, dass zwei Monate nach dem Vorfall ihre Baracke niedergebrannt worden sei, woraufhin sie in eine andere Unterkunft in 8-10 km Entfernung g e- gangen seien, dass das BFM mit Verfügungen vom 29. Januar 2013 – gleichentags er- öffnet – in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz so wie den Vollzug an- ordnete, dass es zur Begründung im Wesentlichen ausführte, der Bundesrat habe Bosnien und Herzegowina mit Beschluss vom 25. Juni 2003 als verfo l- gungssicheren Staat im Sinne von Art. 6 a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet und es würden sich aus den Akten keine glaubhaften Hinweise auf eine asylrelevante Verfolgung ergeben, welche die widerlegbare Vermutung der Verfolgungssicherheit umstossen könnten, dass die Aussagen der Beschwerdeführenden 1 und 2 namentlich zur geltend gemachten Vergewaltigun g eklatante Widersprüche aufweisen und die Beschwerdeführenden sowohl sich selbst als auch einander auf massive Weise widersprechen würden, dass die Angaben der Beschwerdeführerin 3 in augenfälligem Wide r- spruch zu jenen ihrer Mutter stehen würden und sich gleichzeitig auffal- lende Parallelen zu den Ausführungen ihres Stiefvaters finden würden, welche den Verdacht aufkommen lassen würden, dass sie ihre Aussagen vor der Anhörung mit ihm abgesprochen habe, dass die Beschwerdeführenden somit nicht in der Lage se ien, die U m- stände des genannten Übergriffs durch Polizeibeamte nachvollziehbar darzustellen und damit dem von ihnen geltend gemachten Ausreisegrund die nötige Plausibilität zu verleihen, E-594/2013, E-589/2013 Seite 5 dass überdies die diskriminierende Haltung, welche Teile der bosnisch - herzegowinischen Gesellschaft gegenüber den Angehörigen der Roma hätten, durch den Staat nicht gebilligt oder unterstützt werde und dieser bestrebt sei, Verfehlungen durch Beamte zu ahnden, dass die Beschwerdeführenden 1 und 2 mit ihren minderjährigen Kin dern sowie die Beschwerdeführerin 3 durch ihre Rechtsvertreterin mit Eing a- ben vom 5 . August 2012 gegen die vorinstanzliche n Verfügungen beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben und das Eintreten auf die Asylgesuche und (eventualiter) die Feststellu ng der Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sowie die Anordnung der vorläufigen Aufnahme beantragten, dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltl i- chen Prozessführung sowie um gemeinsame Behandlung der beiden Be- schwerden ersuchten, dass die Beschwerdeführenden Kopien dreier Formulare hinsichtlich des Meldens medizinischer Fälle betreffend die Beschwerdeführerinnen 2 und 3 sowie den Beschwerdeführer 7 zu den Akten reichten, dass die vorinstanzlichen Akten am 6. (N 597 818) und 7. Februar 2013 (N 597 825) beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfa h- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass die Beschwerdeführenden an den Verfahren vor der Vorinstanz teil- genommen haben, durch die angefochtene n Verfügungen besonders be-E-594/2013, E-589/2013 Seite 6 rührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwe r- den legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichten Beschwerden ein- zutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass die beiden Beschwerden aufgrund des engen persönlichen und sachlichen Zusammenhangs sowie aus prozessökonomischen Gründen vereinigt werden und über diese in einem Urteil befunden wird, dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, ein Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprü- fen (Art. 32 – 35 und Art. 35 a Abs. 2 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mate- riellen Prüfung enthält, eine angefochtene Verfügung aufhebt und die Sa- che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73 mit weiteren Hinweisen), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vol lzugs mate- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten nach Art. 6 a Abs. 2 Bst. a AsylG (sogenannte Safe -Country-Regelung) nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf eine Verfolgung (Art. 34 Abs. 1 AsylG), E-594/2013, E-589/2013 Seite 7 dass der Bundesrat mit Beschluss vom 25. Juni 2003 Bosnien und He r- zegowina zum verfolgungssicheren Staat erklärt hat und von dieser Ei n- schätzung im Rahmen der periodischen Prüfung (vgl. Art. 6 a Abs. 3 AsylG) bisher nicht abgewichen ist, dass somit die formellen Voraussetzungen für den Erlass von Nichteintre- tensentscheiden auf der Grundlage von Art. 34 Abs. 1 AsylG erfüllt sind, dass zu prüfen bleibt, ob das BFM im Weiteren zu Recht das Vorliegen von Hinweisen auf Verfolgung verneinte, dass nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts im A n- wendungsbereich von Art. 34 Abs. 1 AsylG ein weiter Verfolgungsbegriff und ein tiefes Beweismass gelten, dass derselbe Verfolgungsbegriff zur Anwendung gelangt wie bei Art. 18, Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 35 AsylG und dieser nicht bloss ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG umfasst, sondern auch von Me n- schenhand verursachte Wegweisungshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V .m. Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20; vgl. BVGE 2011/8 E. 4.2 S. 108 m.w.H.), dass bei der Beurteilung der Verfolgungsvorbringen ein im Vergleich zum – bereits erleichterten – Beweismassstab des Glaubhaftmachens noc h- mals reduzierter Massstab anzuwenden ist, indem auch bei Asylsuche n- den aus verfolgungssicheren Staaten einlässlich geprüft werden muss, ob sie die Flüchtlingseigenschaft erfüllen, sobald sich aus den Akten Hinwe i- se auf Verfolgung ergeben, deren Unglaubhaftigkeit nicht bereits auf den ersten Blick erkannt werden kann (vgl. BVGE 2011/8 E. 4.2 S. 108 m.w.H.), dass die Vorinstanz zutreffend und mittels diverser Aktenverweise in nachvollziehbarer Begründung festgestellt hat, dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden äusserst widersprüchlich ausgefallen sind, dass zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die diesbezüglichen Erwägungen und Verweise in den angefochtenen Verfügungen zu ve r- weisen ist, dass die erkannten Unglaubhaftigkeitselemente offenkundig sind und kei- nen anderen Schluss zulassen, als dass die Verfolgungsvorbringen nicht der Wahrheit entsprechen, E-594/2013, E-589/2013 Seite 8 dass der Inhalt der Beschwerdeschriften keine andere Sichtweise erke n- nen lässt, dass die Beschwerdeführenden im Wesentlichen ausführen, sie hätten zwar widersprüchli che Angaben gemacht, doch sei in diesem Zusa m- menhang ihre geringe Schulbildung zu berücksichtigen, dass sich die Beschwerdeführerinnen 2 und 3 sowie der jüngste Sohn der Beschwerdeführenden in einer sehr schlechten gesundheitlichen Situat i- on befinden würden und hätten ärztlich behandelt werden müssen, dass die Beschwerdeführerinnen 2 und 3 überdies infolge der erlittenen Vergewaltigung psychische und physische Belastungsstörungen aufwe i- sen würden, dass zudem Anzeigen von Angehörigen der Roma nach erlittenen Übe r- griffen und Benachteiligungen durch den bosnisch -herzegowinischen Staat meistens nicht ernsthaft untersucht und die Täter zumeist straflos ausgehen würden, dass diese Entgegnungen nicht geeignet sind, die in den Aussagen der Beschwerdeführenden enthaltenen eklatanten Widersprüche zu entkrä f- ten, da sich diese allein durch eine geringe Schulbildung nicht erklären lassen, dass den Beschwerdeführerinnen 2 und 3 aufgrund der festgestellten Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen die daraus angeblich resultierende Traumatisierung ebenfalls nicht geglaubt werden kann und überdies nicht ersichtlich ist, inwiefern die (…) der Beschwerdeführerin 2 die Befragu n- gen beeinflusst haben oder die Unverwertbarkeit von deren Aussagen hätte bewirken können, dass sich auch aus der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin 3 Ende Januar 2013 wegen (…) kurzzeitig in die (…)klinik des (…)spitals I._______ eingewiesen wurde, keine Rückschlüsse betreffend die nicht glaubhaften Asylvorbringen ergeben, dass sich schliesslich aus der allge meinen Lage der Roma in Bosnien und Herzegowina keine Hinweise auf Verfolgung der Beschwerdeführen- den ableiten lassen (vgl. dazu die Erwägung I der angefochtenen Verf ü- gung, zweitletzter Abschnitt), E-594/2013, E-589/2013 Seite 9 dass das BFM somit zu Recht erwogen hat, aus den Akten würden sich keine hinreichenden Hinweise ergeben, welche die in Bezug auf Bosnien und Herzegowina bestehende Vermutung der Verfolgungssicherheit w i- derlegen könnten, dass es daher zu Recht in Anwendun g von Art. 34 Abs. 1 AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kan- ton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit Hi n- weisen auf EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach von der Vorinstanz zu Recht angeordnet wurde, dass das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen B e- stimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreis e in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebl i- che Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und ke i- ne Anhaltspunkte für ein e menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgeno s- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinko m-E-594/2013, E-589/2013 Seite 10 mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, u n- menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) er- sichtlich sind, die den Beschwerdeführenden in Bosnien und Herzegowi- na droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass die allgemeine Lage in Bosnien und Herzegowina nicht auf eine konkrete Gefährdung im Falle ei ner Rückkehr schlies sen lässt und die nach wie vor bestehende Diskriminierung der Roma nicht eine Intensität erreicht, die eine Rückkehr der Beschwerdeführenden dorthin als generell unzumutbar erscheinen lässt, dass auch keine individuelle n Gründe gegen de n Wegweisungsvollzug sprechen, dass der Beschwerdeführer 7 gemäss den eingereichten medizinischen Formularen an einer (…) und die Beschwerdeführerin 2 an einer (…) lei- det und beiden in diesem Zusammenhang Medikamente verschrieben wurden, dass auch der Beschwerdeführerin 3 wegen ihrer (…) ein Medikament zur Einnahme während 10 Tagen verschrieben wurde, dass die Beschwerdeführerin 2 bei der einlässlichen Anhörung zudem angab, seit mehreren Jahren (…)beschwerden und ein (…)leiden zu h a- ben (vgl. A11 F58 ff. S. 6 der vorinstanzlichen Akten N 597 818), weshalb sie früher bereits einmal in ihrem Heimatstaat behandelt worden sei, dass diese nicht näher spezifizierten Leiden ebenso wie die allenfalls noch vorhandene (…), die (…) und die eventuell no ch bestehenden (…) in Bosnien und Herzegowina behandelt werden können und der Zugriff auf die erforderlichen Medikamente nötigenfalls in der ersten Zeit in Form von medizinischer Rückkehrhilfe sichergestellt werden kann (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, A rt. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]), E-594/2013, E-589/2013 Seite 11 dass mangels Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen davon auszugehen ist, dass den Beschwerdeführenden in ihrem Heimatstaat weiterhin eine U n- terkunft zur Verfügung steht und der Beschwerdeführer 1 – wie bereits in der Vergangenheit – für den Unterhalt seiner Familie wird sorgen können, dass einer Rückkehr der Beschwerdeführenden angesichts des sehr ku r- zen Aufenthalts in der Schweiz auch das Kindeswohl nicht entgegensteht, dass sich der Wegweisungsvollzug daher als zumutbar erweist, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden nach Bos- nien und Herzegowina schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshinde r- nisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, bei der B e- schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), dass nach dem Gesagten der vom BFM verfügte Vollzug der Wegwe i- sung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuwe i- sen ist, dass sich die Beschwerde aufgrund vorstehender Erwägungen als au s- sichtslos erweist, weshalb d ie Gesuche um Gewährung der unentgeltl i- chen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten, die aufgrund der Verfahrensvereinigung zu erhöhen und auf insgesamt Fr. 800.- festzuset- zen sind, den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bund esverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-594/2013, E-589/2013 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urtei ls zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Simona Risi Versand: