2004 1 Art. 149 Abs. 3 SchKG. Fortsetzung der Betreibung o hne neuen Zah- lungsbefehl (Entscheid der Aufsichtsbehörde Nr. 93/2004/14 vom 4. Juni 2004 i.S. P.) Keine Veröffentlichung im Amtsbericht. Die sechsmonatige Frist, innert welcher die Betreib ung ohne neuen Zah- lungsbefehl fortgesetzt werden kann, läuft ab "Zust ellung" des Verlustscheins. Die tatsächliche Zustellung an den Gläubiger ist ab er nur dann für den An- fang der Frist massgebend, wenn sie sofort oder nur kurze Zeit nach Schluss der Verteilung erfolgt ist. Aus den Erwägungen: 2. – Gemäss Art. 149 Abs. 3 des Bundesgesetzes über S chuldbetreibung und Konkurs vom 11. April 1889 (SchKG, SR 281.1) ka nn der Gläubiger während sechs Monaten nach Zustellung des Verlustsc heins ohne neuen Zah- lungsbefehl die Betreibung fortsetzen. a) Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, die Frist von sechs Mona- ten laufe ab Zu stellung und nicht ab Aus stellung des Verlustscheins. Der Ver- lustschein sei ihm am 13. Oktober 2003 zugestellt w orden. Mit seinem Fort- setzungsbegehren vom 2. April 2004 sei die sechsmon atige Frist demnach gewahrt. Das Betreibungsamt hält dafür, dass zwar gemäss Wo rtlaut der massgeb- lichen Bestimmung die Frist ab Zu stellung des Verlustscheins laufe. Trotz- dem sei vorliegend die Aus stellung des Verlustscheins als fristauslösend zu betrachten. Die Zu stellung sei höchstens dann für den Fristbeginn mas s- gebend, wenn die Ausstellung des Verlustscheins ver zögert erfolge. Dies sei vorliegend aber gerade nicht der Fall, weshalb für die Fristauslösung nur das Ausstellungsdatum in Frage komme. Aus stellungsdatum sei vorliegend der 1. Oktober 2003. Die Fortsetzung der Betreibung sei daher nicht innert der sechsmonatigen Frist verlangt worden. b) Gemäss Wortlaut von Art. 149 Abs. 3 SchKG beginnt die sechsmona- tige Frist, innert welcher die Betreibung ohne neue n Zahlungsbefehl fort- gesetzt werden kann, nicht mit der Ausstellung sondern erst nach Zustellung des Verlustscheins. Indes ist es problematisch, den Fristenlauf an die Zustel- 2004 2 lung des Verlustscheins an den Gläubiger zu knüpfen . Die Zustellung kann unter Umständen verspätet oder gar nicht erfolgen. Es wäre jedoch unbillig, die Frist von sechs Monaten nicht laufen zu lassen, weil dem Amt ein Fehler unterlaufen ist. Die Betreibung ohne vorgängigen Za hlungsbefehl stellt zu- dem einen gravierenden Eingriff in die Rechte des S chuldners dar und soll zeitlich nicht über Gebühr ausgedehnt werden. Die Zustellung ist daher nur dann für den Anfang der Frist massgebend, wenn sie sofort oder nur kurze Zeit nach Schluss der Verteilung erfolgt ist (Beat Affolter, Der Verlustschein in der Betreibung auf Pfändung, Diss. Zürich 1978, S. 59 f.; Ueli Huber, Bas- ler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibun g und Konkurs, SchKG II, Basel/Genf/München 1998, Art. 149 N. 33, S. 1536; BGE 33 I 673 E. 2). Vorliegend wurde gemäss Angaben des Betreibungsamt s die Pfändung am 26. September 2002 vollzogen, weshalb das Pfändu ngsjahr am 25. Sep- tember 2003 ablief. Am 1. Oktober 2003 wurde der Ve rlustschein ausgestellt und am 10. Oktober 2003 versandt. Wie das Betreibun gsamt zu Recht fest- stellt, kann in dieser Situation nicht von einer verzögerten Zustellung des Ver- lustscheins gesprochen werden. Damit ist aber der Z eitpunkt der Zustellung für den Beginn des Fristenlaufs massgeblich. Der Ve rlustschein wurde dem Beschwerdeführer am 13. Oktober 2003 zugestellt. Da s Fortsetzungsbegehren des Beschwerdeführers vom 2. April 2004 (Aufgabedat um: 2. April 2004) erweist sich demnach als rechtzeitig.