<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">42</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft2"><b>4</b></span> <span class="ft2"><b>Art. 5 und 8 f. AHVG; Art. 6 ff. AHVV</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Ob die Tätigkeit als Gemeindeschreiber ad interim sozialversicherungs-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>rechtlich eine unselbständige oder selbständige Tätigkeit darstellt, ist</b></span><br/> <span class="ft2"><b>unabhängig des vereinbarten Vertrags aufgrund der konkreten Verhält-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nisse zu bestimmen. Relevanz des kommunalen Rechts.</b></span><br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 1. Kammer, vom 13. Januar</span><br/> <span class="ft4">2015 i.S. H.G. gegen Ausgleichskasse A. (VBE.2014.365).</span><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft8">1.</span><br/> <span class="ft8">1.1</span><br/> <span class="ft6"><i>(Grundsätze zur Beitragspflicht von Erwerbstätigen nach Art. 5</i></span><br/> <span class="ft6"><i>und 8 f. AHVG sowie Art. 6 ff. AHVV)</i></span><br/> <span class="ft8">1.2.</span><br/> <span class="ft8">1.2.1.</span><br/> <span class="ft8">Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzel-</span><br/> <span class="ft8">fall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht</span><br/> <span class="ft8">aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den</span><br/> <span class="ft8">Parteien. Entscheidend sind vielmehr die tatsächlichen wirtschaftli-</span><br/> <span class="ft8">chen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen da-</span><br/> <span class="ft8">bei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die sozialversicherungs-</span><br/> <span class="ft8">rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu</span><br/> <span class="ft8">sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrach-</span><br/> <span class="ft8">ten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher bzw.</span><br/> <span class="ft8">arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches</span><br/> <span class="ft8">Unternehmerrisiko trägt (Urteil des Bundesgerichts 9C_799/2011</span><br/> <span class="ft8">vom 26. März 2012 E. 3.2).</span><br/> <span class="ft9">1.2.2.</span><br/> <span class="ft8">Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine</span><br/> <span class="ft8">einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Sozialversicherungsrecht</span> <span class="page_no">43</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte</span><br/> <span class="ft8">zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung eines Erwerbstätigen je-</span><br/> <span class="ft8">weils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu</span><br/> <span class="ft8">beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zutage</span><br/> <span class="ft8">treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser</span><br/> <span class="ft8">Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 123 V 161 E. 1</span><br/> <span class="ft8">S. 162 f.; BGE 122 V 169 E. 3a S. 171; Urteil des Bundesgerichts</span><br/> <span class="ft8">9C_946/2009 vom 30. September 2010 E. 2.1).</span><br/> <span class="ft8">1.3.</span><br/> <span class="ft8">1.3.1.</span><br/> <span class="ft8">Charakteristische Merkmale einer selbständigen Erwerbstätig-</span><br/> <span class="ft8">keit sind die Tätigung erheblicher Investitionen, die Benützung eige-</span><br/> <span class="ft8">ner Geschäftsräumlichkeiten sowie die Beschäftigung von eigenem</span><br/> <span class="ft8">Personal. Das spezifische Unternehmerrisiko besteht dabei darin,</span><br/> <span class="ft8">dass unabhängig vom Arbeitserfolg Kosten anfallen, die der Er-</span><br/> <span class="ft8">werbstätige selber zu tragen hat. Für die Annahme selbständiger Er-</span><br/> <span class="ft8">werbstätigkeit spricht sodann die gleichzeitige Tätigkeit für mehrere</span><br/> <span class="ft8">Kunden in eigenem Namen, ohne indessen von diesen abhängig zu</span><br/> <span class="ft8">sein. Massgebend ist dabei nicht die rechtliche Möglichkeit, Arbeiten</span><br/> <span class="ft8">von mehreren Auftraggebern anzunehmen, sondern die tatsächliche</span><br/> <span class="ft8">Auftragslage (BGE 122 V 169 E. 3c S. 172 f.).</span><br/> <span class="ft8">1.3.2.</span><br/> <span class="ft8">Von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die</span><br/> <span class="ft8">für den Arbeitsvertrag typischen Merkmale vorliegen, d.h. wenn die</span><br/> <span class="ft8">erwerbstätige Person Dienst auf Zeit zu leisten hat, wirtschaftlich</span><br/> <span class="ft8">vom "Arbeitgeber" abhängig ist und während der Arbeitszeit auch in</span><br/> <span class="ft8">dessen Betrieb eingeordnet ist, praktisch also keine andere Erwerbs-</span><br/> <span class="ft8">tätigkeit ausüben kann. Indizien dafür sind das Vorliegen eines be-</span><br/> <span class="ft8">stimmten Arbeitsplans, die Notwendigkeit, über den Stand der Arbei-</span><br/> <span class="ft8">ten Bericht zu erstatten, sowie das Angewiesensein auf die Infra-</span><br/> <span class="ft8">struktur am Arbeitsort. Das wirtschaftliche Risiko des Erwerbstätigen</span><br/> <span class="ft8">erschöpft sich diesfalls in der alleinigen Abhängigkeit vom per-</span><br/> <span class="ft8">sönlichen Arbeitserfolg oder, bei einer regelmässig ausgeübten Tätig-</span><br/> <span class="ft8">keit, darin, dass bei Dahinfallen des Erwerbsverhältnisses eine ähn-</span><br/> <span class="ft8">liche Situation eintritt, wie dies beim Stellenverlust eines Arbeitneh-</span><br/> <span class="ft8">mers der Fall ist (BGE 122 V 169 E. 3c S. 172 f.). Wenn eine Person</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">44</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt, die Aufträge nicht selber</span><br/> <span class="ft8">zu akquirieren hat, keinen massgeblichen Kapitaleinsatz und keine</span><br/> <span class="ft8">Investitionen zu tätigen hat und keine Unkosten für Personal und</span><br/> <span class="ft8">Miete trägt, jedoch einer gewissen Weisungsbefugnis untersteht, ist</span><br/> <span class="ft8">daher eine unselbständige Erwerbstätigkeit anzunehmen.</span><br/> <span class="ft8">1.4.</span><br/> <span class="ft8">Bei erwerbstätigen Personen, die gleichzeitig mehrere Tätigkei-</span><br/> <span class="ft8">ten ausüben, darf es für die Qualifizierung als Selbständig- bzw. Un-</span><br/> <span class="ft8">selbständigerwerbender nicht auf den überwiegenden Charakter ihrer</span><br/> <span class="ft8">Gesamttätigkeit ankommen; es ist deshalb ohne weiteres möglich,</span><br/> <span class="ft8">dass eine erwerbstätige Person für ein Unternehmen als Unselb-</span><br/> <span class="ft8">ständigerwerbstätiger und für ein anderes oder auch für das gleiche</span><br/> <span class="ft8">Unternehmen hinsichtlich einer anderen Aufgabe als Selbständiger-</span><br/> <span class="ft8">werbender tätig ist (H</span><span class="ft4">ANSPETER</span> <span class="ft8">K</span><span class="ft4">ÄSER</span><span class="ft8">, Unterstellung und Bei-</span><br/> <span class="ft8">tragswesen in der obligatorischen AHV, 2. Aufl., Zürich 1996,</span><br/> <span class="ft8">Rz. 4.3). Hierbei ist jedoch rechtsprechungsgemäss namentlich auch</span><br/> <span class="ft8">Koordinationsgesichtspunkten Rechnung zu tragen (BGE 123 V 161</span><br/> <span class="ft8">E. 4a S. 167). Dies gilt vorab bei Erwerbstätigen, die gleichzeitig</span><br/> <span class="ft8">mehrere Tätigkeiten für verschiedene oder denselben Arbeit- oder</span><br/> <span class="ft8">Auftraggeber ausüben. Es soll nach Möglichkeit vermieden werden,</span><br/> <span class="ft8">dass verschiedene Erwerbstätigkeiten für denselben Arbeit- oder</span><br/> <span class="ft8">Auftraggeber oder dieselbe Tätigkeit für verschiedene Arbeit- oder</span><br/> <span class="ft8">Auftraggeber unterschiedlich, teils als selbständige, teils als unselb-</span><br/> <span class="ft8">ständige Erwerbstätigkeit, qualifiziert werden (BGE 119 V 161 E. 3b</span><br/> <span class="ft8">S. 163 f.; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 12/04</span><br/> <span class="ft8">vom 17. Februar 2005 E. 3 und H 300/98 vom 4. Juli 2000 E. 8d/aa).</span><br/> <span class="ft8">2. - 3.</span><br/> <span class="ft8">(...)</span><br/> <span class="ft8">4.</span><br/> <span class="ft8">4.1.</span><br/> <span class="ft8">(...) Dem (...) Vertrag zwischen der Beigeladenen und dem Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführer vom 19. August 2013 ist zu entnehmen, dass der Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführer aufgrund verschiedener Personalabgänge bei der</span><br/> <span class="ft8">fraglichen Gemeinde mit sofortiger Wirkung "interimsweise als Ge-</span><br/> <span class="ft8">meindeschreiber" mit einem Pensum von 30 bis 40 % tätig wurde.</span><br/> <span class="ft8">Dazu hatte der Beschwerdeführer ab Kalenderwoche 35 des Jahres</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Sozialversicherungsrecht</span> <span class="page_no">45</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">2013 in der Regel am Montag, Mittwoch und Freitag je halbtags so-</span><br/> <span class="ft8">wie alle zwei Wochen am Dienstagabend für die Gemeinderatssit-</span><br/> <span class="ft8">zung anwesend zu sein. Die Teilnahme an weitere Sitzungen und Be-</span><br/> <span class="ft8">sprechungen erfolgte nach Bedarf. Der Beschwerdeführer hatte im</span><br/> <span class="ft8">Rahmen seiner Tätigkeit insbesondere auch "die notwendigen perso-</span><br/> <span class="ft8">nellen Strukturen herzustellen" sowie eine klare Aufgabenverteilung</span><br/> <span class="ft8">und die Anwesenheitsregelung das (Teilzeit-)Personal betreffend si-</span><br/> <span class="ft8">cherzustellen (...). Hinsichtlich der Dauer des Einsatzes wurde fest-</span><br/> <span class="ft8">gelegt, dass dieser am 19. August 2013 beginne und mit der Tätig-</span><br/> <span class="ft8">keitsaufnahme des neuen Gemeindeschreibers sowie dessen Stell-</span><br/> <span class="ft8">vertretung ende. Möglich sei ab letzterem Zeitpunkt eine Fortsetzung</span><br/> <span class="ft8">des Engagements im Sinne eines Coachings mit allenfalls reduzier-</span><br/> <span class="ft8">tem Pensum (...). Der Beschwerdeführer verpflichtete sich zur "vor-</span><br/> <span class="ft8">schriftsgemässen Ausführung des Auftrages unter Einhaltung der ge-</span><br/> <span class="ft8">setzlichen Bestimmungen" und haftete für getreue und sorgfältige</span><br/> <span class="ft8">Ausführung (...). Das Honorar betrug Fr. 130.00 pro Stunde. Die</span><br/> <span class="ft8">Auszahlung erfolgte jeweils Ende Monat gegen Rechnungsstellung.</span><br/> <span class="ft8">Notwendige Fahrten ausserhalb der Gemeinde ausgenommen, waren</span><br/> <span class="ft8">damit sämtliche Spesen abgegolten, wobei Versicherungsprämien</span><br/> <span class="ft8">inkl. der AHV/IV/EO-Beiträge vollumfänglich zu Lasten des Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführers gingen (...). Der Vertrag wurde von den Parteien</span><br/> <span class="ft8">dem Auftragsrecht des Obligationenrechts (OR) unterstellt (...).</span><br/> <span class="ft8">4.2.</span><br/> <span class="ft8">Gemäss § 40 Abs. 1 Gemeindegesetz werden der Gemeinde-</span><br/> <span class="ft8">schreiber und dessen Stellvertreter vom Gemeinderat auf Amtsdauer</span><br/> <span class="ft8">gewählt beziehungsweise durch öffentlich-rechtlichen Vertrag oder</span><br/> <span class="ft8">durch Verfügung auf unbefristete oder befristete Dauer angestellt.</span><br/> <span class="ft8">§ 50 Abs. 1 des Gemeindegesetzes erlaubt es den Gemeinden, ein</span><br/> <span class="ft8">Dienst- und Besoldungsreglement zu erlassen. Fehlt ein solches oder</span><br/> <span class="ft8">enthält es Lücken, gelten sinngemäss die entsprechenden Bestim-</span><br/> <span class="ft8">mungen des kantonalen Personalrechts. Bereits daraus erhellt, dass</span><br/> <span class="ft8">die Tätigkeit eines Gemeindeschreibers nicht dem Obligationenrecht</span><br/> <span class="ft8">unterstellt werden kann. (...) Ferner ist nach Aktenlage (...) und § 40</span><br/> <span class="ft8">Abs. 1 Gemeindegesetz allenfalls davon auszugehen, dass der Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführer nicht oder nicht für die ganze massgebende Periode</span><br/> <span class="ft8">ordentlich zum Gemeindeschreiber bestellt wurde. Dies ist jedoch für</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">46</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">die sozialversicherungsrechtliche Qualifikation weiter nicht massge-</span><br/> <span class="ft8">bend und daher nicht zu vertiefen, ist doch für die Beurteilung, ob</span><br/> <span class="ft8">eine selbständige oder eine unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt</span><br/> <span class="ft8">auf die konkreten Verhältnisse abzustellen (vgl. E. 1.2.1). Da jedoch</span><br/> <span class="ft8">mindestens die Vertragsparteien davon ausgingen, es handle sich um</span><br/> <span class="ft8">eine Gemeindeschreibertätigkeit und dies offenkundig auch so gelebt</span><br/> <span class="ft8">wurde (...), darf zur Beurteilung der konkreten Ausgestaltung des</span><br/> <span class="ft8">Verhältnisses zwischen den Parteien auf die die Gemeindeschrei-</span><br/> <span class="ft8">bertätigkeit konkretisierenden gesetzlichen Bestimmungen zurückge-</span><br/> <span class="ft8">griffen werden.</span><br/> <span class="ft8">4.3.</span><br/> <span class="ft8">4.3.1.</span><br/> <span class="ft8">(...)</span><br/> <span class="ft8">4.3.2.</span><br/> <span class="ft8">Nicht jede Investition, die aus beruflichen Gründen erfolgt, ist</span><br/> <span class="ft8">als Hinweis für das Vorliegen eines spezifischen Unternehmensrisi-</span><br/> <span class="ft8">kos geeignet. Darunter sind nur Investitionen zu verstehen, die aus-</span><br/> <span class="ft8">schliesslich oder zumindest vorwiegend zu beruflichen Zwecken er-</span><br/> <span class="ft8">folgen und zudem von einer gewissen Bedeutung sind (K</span><span class="ft4">ÄSER</span><span class="ft8">,</span><br/> <span class="ft8">a.a.O., Rz. 4.16 f. mit weiteren Hinweisen). Insbesondere bezüglich</span><br/> <span class="ft8">der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Weiterbildungskosten</span><br/> <span class="ft8">ergibt sich aus den Akten, dass diese alle vor Aufnahme der fragli-</span><br/> <span class="ft8">chen Tätigkeit angefallen sind (...). Der Beschwerdeführer führt</span><br/> <span class="ft8">denn auch selber aus, erst durch einige dieser Weiterbildungen sei</span><br/> <span class="ft8">ihm überhaupt die Idee gekommen, sich entsprechend beruflich zu</span><br/> <span class="ft8">verändern und zu betätigen (...). In Anbetracht der weiteren Tätig-</span><br/> <span class="ft8">keiten des Beschwerdeführers (Geschäftsleiter der sozialen Fach-</span><br/> <span class="ft8">bereiche des Bezirks A., Leiter Berufsbeistandschaft A. und Fach-</span><br/> <span class="ft8">referent für überbetriebliche Kurse im Rahmen der kaufmännischen</span><br/> <span class="ft8">Ausbildung) sowie dessen früherer Tätigkeit als Gemeindeschreiber</span><br/> <span class="ft8">(...) muss dann auch vielmehr geschlossen werden, dass die Weiter-</span><br/> <span class="ft8">bildungen primär im Zusammenhang mit diesen standen. Besonders</span><br/> <span class="ft8">aus der Tätigkeit als Fachreferent mit einer nicht unerheblichen</span><br/> <span class="ft8">Anzahl gehaltener Lektionen dürfte sich auch eine starke Misch-</span><br/> <span class="ft8">nutzung der Büroräumlichkeiten und der angeschafften Infrastruktur</span><br/> <span class="ft8">ergeben. Demnach beschränken sich die angegebenen Investitionen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Sozialversicherungsrecht</span> <span class="page_no">47</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">grundsätzlich auf die Büroräumlichkeiten und sind auf Grund der</span><br/> <span class="ft8">Angaben des Beschwerdeführers auf rund Fr. 9'000.00 festzusetzen</span><br/> <span class="ft8">(...), weshalb die Erheblichkeit der Investitionen zu verneinen ist</span><br/> <span class="ft8">(vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 381/1999</span><br/> <span class="ft8">vom 26. September 2001 E. 4a), sofern diese überhaupt ausschliess-</span><br/> <span class="ft8">lich oder zumindest vorwiegend der behaupteten selbständigen</span><br/> <span class="ft8">Erwerbstätigkeit dienen (vgl. P</span><span class="ft4">ETER</span> <span class="ft8">F</span><span class="ft4">ORSTER</span><span class="ft8">, AHV-Beitragsrecht,</span><br/> <span class="ft8">Diss. 2007, S. 427 ff.).</span><br/> <span class="ft8">Auch mit den weiteren genannten Investitionen wie dem Kauf</span><br/> <span class="ft8">eines Autos - welches auch für den privaten Gebrauch verwendet</span><br/> <span class="ft8">werden kann - hat der Beschwerdeführer keine erheblichen Inves-</span><br/> <span class="ft8">titionen getätigt, welche für das Vorliegen eines spezifischen Unter-</span><br/> <span class="ft8">nehmensrisikos sprechen würden. Dies gilt umso mehr, als min-</span><br/> <span class="ft8">destens für Fahrten in Ausübung der vertragsgemässen Tätigkeiten</span><br/> <span class="ft8">ausserhalb des Gemeindegebiets Spesenentschädigungen vorgesehen</span><br/> <span class="ft8">waren (...). Des Weiteren beschäftigte der Beschwerdeführer kein</span><br/> <span class="ft8">Personal und hat nach eigenen Angaben keine Offerten erstellt (...).</span><br/> <span class="ft8">Kostenpflichtige Werbung wurde bloss im Sinne einer Markteintritts-</span><br/> <span class="ft8">ankündigung und nur in äusserst geringem Ausmass betrieben (...).</span><br/> <span class="ft8">Hingegen trat der Beschwerdeführer mit diesen Werbeschreiben und</span><br/> <span class="ft8">tritt er insbesondere auch mit seiner Internetseite nach aussen</span><br/> <span class="ft8">sichtbar für eine unbestimmte Anzahl Kunden am Markt auf. Ferner</span><br/> <span class="ft8">hat der Beschwerdeführer Visitenkarten drucken lassen (...).</span><br/> <span class="ft8">4.3.3.</span><br/> <span class="ft8">Für seine Arbeiten stellte der Beschwerdeführer in der Regel in</span><br/> <span class="ft8">monatlichen Abständen Rechnung (...), womit sich seine Entschädi-</span><br/> <span class="ft8">gung in Zeiteinheiten bemisst, was für eine arbeitnehmerähnliche</span><br/> <span class="ft8">Stellung spricht (Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons</span><br/> <span class="ft8">Zürich AB.2012.00033 vom 14. Mai 2014 E. 3.3 in fine). Hinsicht-</span><br/> <span class="ft8">lich der von ihm in Rechnung gestellten Arbeiten trägt der Beschwer-</span><br/> <span class="ft8">deführer zwar grundsätzlich das Inkasso- und Delkredererisiko. Auf</span><br/> <span class="ft8">Grund des wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnisses des Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführers zu seinem Vertragspartner tritt jedoch beim Wegfall</span><br/> <span class="ft8">der Tätigkeit eine ähnliche Situation ein, wie dies beim Stellenverlust</span><br/> <span class="ft8">eines Arbeitnehmers der Fall wäre (BGE 122 V 169 E. 3c; BGE 119</span><br/> <span class="ft8">V 163 E. 3b). Anders als bei der Übernahme gegen eine pauschale</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">48</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Entschädigung besteht bei einer stundenweisen Abrechnung auch</span><br/> <span class="ft8">kein Risiko hinsichtlich des zu erwartenden Aufwands der Arbeit.</span><br/> <span class="ft8">Schliesslich ist der Beschwerdeführer mindestens teilweise auf die</span><br/> <span class="ft8">Infrastruktur des Vertragspartners (Dokumentationen, Akten, Daten-</span><br/> <span class="ft8">verarbeitungsanlagen resp. Datenbanken) angewiesen (vgl. ZAK</span><br/> <span class="ft8">1982 S. 185). Einzig das vereinbarte Stundenhonorar von Fr. 130.00,</span><br/> <span class="ft8">welches deutlich über dem für eine unselbständige Erwerbstätigkeit</span><br/> <span class="ft8">vergleichbarer Art zu erwartenden Lohn liegt, kann als Indiz für eine</span><br/> <span class="ft8">selbständige Erwerbstätigkeit gesehen werden (Urteil des Bundes-</span><br/> <span class="ft8">gerichts 9C_1094/2009 vom 31. Mai 2010 E. 3.7 mit Hinweis auf</span><br/> <span class="ft8">Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 195/05 vom</span><br/> <span class="ft8">19. Oktober 2006 E. 5).</span><br/> <span class="ft8">4.3.4.</span><br/> <span class="ft8">Es fehlt damit zusammenfassend an erheblichen Investitionen</span><br/> <span class="ft8">und es besteht nur ein bestenfalls geringes Unternehmerrisiko. Der</span><br/> <span class="ft8">Umstand fehlender Investitionen und derjenige eines minimalen</span><br/> <span class="ft8">Unternehmerrisikos sind jedoch bei der vorliegend zu beurteilenden</span><br/> <span class="ft8">Dienstleistungstätigkeit nicht aussergewöhnlich. Ihnen darf nicht</span><br/> <span class="ft8">unabhängig ihres Zusammenhangs entscheidendes Gewicht verliehen</span><br/> <span class="ft8">werden. Vielmehr ist der Fokus auch auf die konkrete Ausgestaltung</span><br/> <span class="ft8">der Tätigkeit und damit auf die Frage nach einem Abhängigkeitsver-</span><br/> <span class="ft8">hältnis zu richten (Urteil des Bundesgerichts 9C_799/2011 vom</span><br/> <span class="ft8">26. März 2012 E. 5.5).</span><br/> <span class="ft8">4.4.</span><br/> <span class="ft8">4.4.1.</span><br/> <span class="ft8">Für die Beurteilung einer allfälligen arbeitsorganisatorischen</span><br/> <span class="ft8">Abhängigkeit ist zu untersuchen, ob der Beschwerdeführer einer</span><br/> <span class="ft8">Weisungsgebundenheit unterliegt, rechenschaftspflichtig ist und sich</span><br/> <span class="ft8">in eine fremde Arbeitsorganisation einzugliedern hatte (T</span><span class="ft4">HOMAS</span><br/> <span class="ft8">G</span><span class="ft4">ÄCHTER</span><span class="ft8">, Die Abgrenzung von selbstständiger und unselbstständi-</span><br/> <span class="ft8">ger Erwerbstätigkeit, in: Aktuelle Fragen des Sozialversicherungs-</span><br/> <span class="ft8">und Migrationsrecht aus der Sicht der KMU, 2009, S. 1 ff., S. 10).</span><br/> <span class="ft8">4.4.2.</span><br/> <span class="ft8">(...) Der Beschwerdeführer übte (...) im Wesentlichen in der</span><br/> <span class="ft8">öffentlichen Verwaltung eine Amtstätigkeit aus. Eine solche bedingt</span><br/> <span class="ft8">die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Gemeinwesens, für</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Sozialversicherungsrecht</span> <span class="page_no">49</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">das die betreffende Person tätig ist. Des Weiteren besteht regelmässig</span><br/> <span class="ft8">eine Gebundenheit an die gesetzlichen Vorgaben und die bestehenden</span><br/> <span class="ft8">Weisungen. Die aushilfsweise Übernahme von Gemeindeaufgaben</span><br/> <span class="ft8">stellt daher rechtsprechungsgemäss grundsätzlich eine unselbstän-</span><br/> <span class="ft8">dige Tätigkeit dar, da die Merkmale einer solchen überwiegen (vgl.</span><br/> <span class="ft8">statt vieler BGE 98 V 230 E. 3 S. 233 mit Hinweisen sowie Urteil</span><br/> <span class="ft8">des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich AB.2010.00010</span><br/> <span class="ft8">vom 6. Juni 2011 E. 3.1 mit Hinweisen). Dies gilt auch für Ange-</span><br/> <span class="ft8">stellte der öffentlichen Verwaltung sowie Personen, die Kraft staat-</span><br/> <span class="ft8">licher Ernennung eine Funktion in der öffentlichen Verwaltung ausü-</span><br/> <span class="ft8">ben (vgl. K</span><span class="ft4">ÄSER</span><span class="ft8">, a.a.O., Rz. 4.67 f. mit weiteren Hinweisen).</span><br/> <span class="ft8">4.4.3.</span><br/> <span class="ft8">Konkret stand der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Tätig-</span><br/> <span class="ft8">keit als Gemeindeschreiber der Gemeindekanzlei vor (vgl. hierzu</span><br/> <span class="ft8">A</span><span class="ft4">NDREAS</span> <span class="ft8">B</span><span class="ft4">AUMANN</span><span class="ft8">, Aargauisches Gemeinderecht, 3. Aufl. 2005,</span><br/> <span class="ft8">S. 297 f.) und hatte sich damit in die bestehende arbeitsorganisatori-</span><br/> <span class="ft8">sche Gliederung der Gemeindeverwaltung einzufügen. Er unterstand</span><br/> <span class="ft8">schon von Gesetzes wegen den Weisungen des ihm vorgesetzten Ge-</span><br/> <span class="ft8">meinderates, der Führungs- und Vollzugsorgan der Gemeinde ist</span><br/> <span class="ft8">(§ 36 Gemeindegesetz, vgl. auch B</span><span class="ft4">AUMANN</span><span class="ft8">, a.a.O., S. 297). Aus den</span><br/> <span class="ft8">zahlreichen Regelungen betreffend Aufsicht über die Gemeindever-</span><br/> <span class="ft8">waltung (§§ 20 Abs. 3, 37 Abs. 2 lit. b und 100 ff. des Gemeinde-</span><br/> <span class="ft8">gesetzes) und damit auch über die Tätigkeit des Gemeindeschreibers</span><br/> <span class="ft8">ergibt sich ferner eine umfassende Rechenschaftspflicht. Schliesslich</span><br/> <span class="ft8">bestand, wenn auch mit gewissen Freiheiten, grundsätzlich eine</span><br/> <span class="ft8">Präsenzpflicht, die sich im Übrigen mindestens hinsichtlich der Ge-</span><br/> <span class="ft8">meinderatssitzung bereits aus dem Gesetz ergibt (§ 40 Abs. 3 Ge-</span><br/> <span class="ft8">meindegesetz). All diese Faktoren lassen keine Anhaltspunkte er-</span><br/> <span class="ft8">kennen, die auf eine selbständige Erwerbstätigkeit hindeuten würden.</span><br/> <span class="ft8">Die Art der Tätigkeit des Beschwerdeführers und sein Einsatz</span><br/> <span class="ft8">infolge personeller Engpässe seitens der Beigeladenen sind weiter</span><br/> <span class="ft8">vergleichbar mit der Tätigkeit eines freien Mitarbeiters, der fallweise</span><br/> <span class="ft8">zur Lösung besonderer Aufgaben beigezogen wird. Wie Akkordanten</span><br/> <span class="ft8">tragen die freien Mitarbeiter nicht nur selten ein spezifisches Unter-</span><br/> <span class="ft8">nehmerrisiko, sie sind auch - bedingt durch die Art ihrer Tätigkeit -</span><br/> <span class="ft8">regelmässig arbeitsorganisatorisch in die Abläufe und die Organisati-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">50</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">onsstruktur ihres Vertragspartners eingebunden (K</span><span class="ft4">ÄSER</span><span class="ft8">, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft8">Rz. 4.65). Aus den im verurkundeten Vertrag vom 19. August 2013</span><br/> <span class="ft8">(...) beschriebenen Zielen und Aufgaben ergibt sich, dass der Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführer primär überbrückungsweise für die Bewältigung des</span><br/> <span class="ft8">Tagesgeschäfts beigezogen wurde, wie dies für einen freien Mitar-</span><br/> <span class="ft8">beiter typisch ist. Der Beschwerdeführer bezeichnet sich denn auch</span><br/> <span class="ft8">selber als "Troubleshooter" (...). Selbst wenn der Gemeinderat, wie</span><br/> <span class="ft8">dies vom Beschwerdeführer behauptet wird, möglicherweise seine</span><br/> <span class="ft8">Weisungs- und Kontrollrechte nicht umfassend wahrnahm, so war</span><br/> <span class="ft8">der Beschwerdeführer doch eindeutig in arbeitnehmerähnlicher Art</span><br/> <span class="ft8">in die bestehenden Verwaltungsstrukturen der Gemeinde eingebun-</span><br/> <span class="ft8">den und nahm dort sogar Führungsaufgaben wahr. Insbesondere war</span><br/> <span class="ft8">die freie Lösung struktureller Aufgaben, wie dies bspw. bei externen</span><br/> <span class="ft8">Unternehmensberatern (vgl. K</span><span class="ft4">ÄSER</span><span class="ft8">, a.a.O., Rz. 4.65) oder externen</span><br/> <span class="ft8">Supervisoren (vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kann-</span><br/> <span class="ft8">tons Zürich AB.2010.00010 vom 6. Juni 2011 E. 3.2) der Fall ist,</span><br/> <span class="ft8">nicht vorgesehen. Der Beschwerdeführer stand damit der Beigelade-</span><br/> <span class="ft8">nen nicht als gleichberechtigter Partner gegenüber, was ebenfalls auf</span><br/> <span class="ft8">eine unselbständige Erwerbstätigkeit hindeutet (ZAK 1983 S. 198).</span><br/> <span class="ft8">4.4.4.</span><br/> <span class="ft8">Zusammenfassend ist daher zu schliessen, dass der Beschwer-</span><br/> <span class="ft8">deführer einer Weisungsgebundenheit unterlag, rechenschaftspflich-</span><br/> <span class="ft8">tig war und sich in eine fremde Arbeitsorganisation einzugliedern</span><br/> <span class="ft8">hatte, was auf das Vorliegen einer unselbständigen Erwerbstätigkeit</span><br/> <span class="ft8">hindeutet.</span><br/> <span class="ft8">4.5.</span><br/> <span class="ft8">Im Sinne vorstehender Erwägungen ist daher festzustellen, dass</span><br/> <span class="ft8">sowohl Merkmale einer selbständigen als auch einer unselbständigen</span><br/> <span class="ft8">Erwerbstätigkeit vorliegen. Auf Grund des erkannten minimalen</span><br/> <span class="ft8">unternehmerischen Risikos und dem Fehlen massgebender Investitio-</span><br/> <span class="ft8">nen sowie der Weisungsgebundenheit, Rechenschaftspflicht und der</span><br/> <span class="ft8">Subordination unter eine fremde Arbeitsorganisation überwiegen die</span><br/> <span class="ft8">für eine unselbständige Erwerbstätigkeit sprechenden Indikatoren je-</span><br/> <span class="ft8">doch klar. Einzig ein minimaler Marktauftritt (Internetseite, Visiten-</span><br/> <span class="ft8">karten, Werbeschreiben bei Markteintritt), das vereinbarte Stunden-</span><br/> <span class="ft8">honorar sowie eine gewisse Freiheit bei der Arbeitszeitgestaltung in-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Sozialversicherungsrecht</span> <span class="page_no">51</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">dizieren eine selbständige Tätigkeit, haben aber infolge Häufung und</span><br/> <span class="ft8">Eindeutigkeit der erwähnten, für eine unselbständige Erwerbstätig-</span><br/> <span class="ft8">keit sprechenden Umstände, schliesslich in den Hintergrund zu treten</span><br/> <span class="ft8">(BGE 123 V 161 E. 1 S. 162 f. mit Hinweisen). Dies führt dazu, dass</span><br/> <span class="ft8">der Beschwerdeführer bezüglich der Tätigkeit als Gemeindeschreiber</span><br/> <span class="ft8">ad interim für die Beigeladene zwischen dem 19. August 2013 und</span><br/> <span class="ft8">dem 28. Februar 2014 als unselbständigerwerbend zu qualifizieren</span><br/> <span class="ft8">ist.</span><br/> <span class="ft8">5.</span><br/> <span class="ft8">5.1.</span><br/> <span class="ft8">Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er sei nach</span><br/> <span class="ft8">Stellenantritt des neuen ordentlichen Gemeindeschreibers der Beige-</span><br/> <span class="ft8">ladenen per 1. März 2014 weiterhin für die Gemeinde tätig gewesen,</span><br/> <span class="ft8">jedoch ohne vertragliche Grundlage (...).</span><br/> <span class="ft8">5.2.</span><br/> <span class="ft8">Dem Vertrag zwischen dem Beschwerdeführer und der Beigela-</span><br/> <span class="ft8">denen vom 19. August 2013 (...) ist unter Ziff. 2 zu Dauer und Been-</span><br/> <span class="ft8">digung des Vertragsverhältnisses zu entnehmen, dass der Vertrag mit</span><br/> <span class="ft8">der Erwerbsaufnahme des neuen Gemeindeschreibers und dessen</span><br/> <span class="ft8">Stellvertretung endet, wobei eine Fortsetzung im Sinne eines</span><br/> <span class="ft8">Coachings als möglich bezeichnet wird. Der Beschwerdeführer gab</span><br/> <span class="ft8">in der als integrierenden Bestandteil der Beschwerdeschrift erklärten</span><br/> <span class="ft8">Einsprache vom 14. März 2014 an, er führe seine Tätigkeit für die</span><br/> <span class="ft8">Beigeladene als Coach weiter (...). Demnach ist von einer Verlänge-</span><br/> <span class="ft8">rung des Engagements wie in der erwähnten vertraglichen Regelung</span><br/> <span class="ft8">auszugehen und nicht etwa von "ausservertraglichen" (...) Leistun-</span><br/> <span class="ft8">gen. Dafür spricht auch, dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen</span><br/> <span class="ft8">die gleichen Tätigkeiten wie bis anhin fortführte (...) und nicht etwa</span><br/> <span class="ft8">ein reines Coaching zugunsten des neuen ordentlichen Gemeinde-</span><br/> <span class="ft8">schreibers vorlag. Soweit überhaupt ein Coaching vorgelegen haben</span><br/> <span class="ft8">sollte, ist auf Grund der Umstände darauf zu schliessen, dass dieses</span><br/> <span class="ft8">insbesondere dem Wissenstransfer diente. Der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft8">wurde also aus Sicht der Gemeinde zum Know-how-Erhalt in der</span><br/> <span class="ft8">bisherigen Tätigkeit weiterbeschäftigt. Ein eigentliches Coaching</span><br/> <span class="ft8">wie dies ein externer Unternehmensberater oder Supervisor</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">52</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">durchführen würde, wird weder behauptet noch ergibt sich ein sol-</span><br/> <span class="ft8">ches aus den Akten.</span><br/> <span class="ft8">5.3.</span><br/> <span class="ft8">Da der Beschwerdeführer zusammenfassend ab dem 1. März</span><br/> <span class="ft8">2014 hauptsächlich die gleiche Arbeit weiterführt wie bisher (ergänzt</span><br/> <span class="ft8">um den vom Vertragspartner gewollten Wissenstransfer) ist für die</span><br/> <span class="ft8">Beurteilung dieser Periode auf das zur früheren Tätigkeit für den</span><br/> <span class="ft8">gleichen Vertragspartner zwischen dem 19. August 2013 und dem</span><br/> <span class="ft8">28. Februar 2014 Gesagte zu verweisen und auf unselbständige</span><br/> <span class="ft8">Erwerbstätigkeit zu erkennen. Gleiches gilt auch, soweit eine bereits</span><br/> <span class="ft8">angefangene Arbeit noch beendet wurde (vgl. ZAK 1953 S. 417).</span><br/></div> </div> </body> </html>