B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4809/2013 U r t e i l v o m 3 . S e p t e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Robert Galliker; Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren [...], und Ehefrau B._______, geboren (...), Kosovo, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 8. August 2013 / N_______. D-4809/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden, kosovarische Staatsangehörige mit let z- tem Wohnsitz in C._______, am 23. Mai 2013 aus dem Heimatland au s- reisten und in der Folge zunächst via D._______ nach Ungarn gelangten, dass sie drei bis vier Tage später nach D._______ (E._______) zurück- kehrten und einen Monat später von dort herkommend über ihnen unbe- kannte Länder illegal in die Schweiz einreisten und am 15. Juli 2013 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) F._______ um Asyl nachsuchten, dass sie dort am 6. August 2013 summarisch befragt wurden, wobei i h- nen unter anderem das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintr e- tensentscheid (gemäss Art. 34 Abs. 2 B st. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]) sowie einer damit verbundenen Rüc k- schiebung nach Ungarn (Dublin-Verfahren) gewährt wurde, dass die Beschwerdeführenden im Rahmen des rechtlichen Gehörs zu einer allfälligen Überstellung nach Unga rn vorbrachten, es sei dort wie in einem Gefängnis gewesen , man habe ihnen die Fingerabdrücke abg e- nommen, sie hätten dort aber keine Asylgesuche gestellt und wollten nicht dorthin zurückkehren, dass Ungarn zudem in der Nähe von Kosovo liege, wo sie wegen einer Blutrache vor den Feinden des Beschwerdeführers Angst haben müssten respektive dieser dort von seinen Feinden gefunden und getötet würde, dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Protokolle zu verwe i- sen ist, dass das BFM auf die Asylgesuche d er Beschwerdeführenden mit Verfü- gung vom 8. August 2013 – eröffnet am 21. August 2013 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Ungarn anordnete und die Beschwerdeführenden auffo r- derte, die Schweiz sp ätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, dass gleichzeitig festgestellt wurde, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, D-4809/2013 Seite 3 dass das BFM zur Begründung seines Entscheids im Wesentlichen au s- führte, der Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführenden mit der Zentraleinheit EURODAC habe ergeben, dass sie am 28. Mai 2013 in Ungarn um Asyl nachgesucht hätten, dass die ungarischen Behörden gestützt auf diesen Sachverhalt um Übernahme der Beschwerdeführenden ersucht worden seien und Ungarn diesen Antrag gutgeheissen habe, dass somit Ungarn gestützt auf die einschlägigen internationalen A b- kommen für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens zu- ständig sei, dass die Einwände der Beschwerdefü hrenden, wonach sie in Ungarn nicht um Asyl ersucht hätten und nicht dorthin zurückkehren wollten, die Zuständigkeit Ungarns zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver- fahrens nicht zu widerlegen vermöchten, dass offen bleiben könne, ob die Beschwerdefüh renden effektiv nach i h- rem Asylgesuch in Ungarn freiwillig nach D._______ ausgereist seien, da die Voraussetzungen für ein Erlöschen der Zuständigkeit (Verlassen des Hoheitsgebietes der Dublin -Mitgliedstaaten für mindestens drei Monate) im Sinne von Art. 16 Abs. 3 oder Abs. 4 der Verordnung Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asyla ntrags z u- ständig ist (Dublin-II-Verordnung) nicht erfüllt seien, dass keine begründeten Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass Ungarn se i- nen völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkomme n und das Asyl - und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würde, dass hinsichtlich der eingereichten Beweismittel die Prüfung von allfäll i- gen Asylgründen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahren sei und die Beschwerdeführenden ihre Asylgründe und vorhandenen Beweismi t- tel im Rahmen des Asylverfahren in Ungarn b ei den zuständigen Behö r- den einreichen könnten, dass ferner die Beschwerdeführerin betreffend die familiären Beziehu n- gen zu ihrem in der Schweiz lebenden (Nennung Verwandter) nichts zu ihren Gunsten ableiten könne, da gemäss Art. 2 Bst. i Dublin-II- Verordnung unter den Begriff "Familienangehörige" Ehegatten, nicht ve r-D-4809/2013 Seite 4 heiratete Partner, die eine dauerhafte Beziehung führen, und minderjähr i- ge Kinder fallen würden, nicht jedoch (Nennung Verwandter), dass zudem auch keine Hinweise auf ein besonderes Abhängigkeitsve r- hältnis zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem (Nennung Verwand- ter) bestehe, weshalb sich aus dessen Anwesenheit in der Schweiz kein Zuständigkeitskriterium ableiten lasse, dass die Überstell ung nach Ungarn grundsätzlich bis spätestens am 29. Januar 2014 zu geschehen habe, dass auf die Asylgesuche demnach nicht einzutreten und der Vollzug der Wegweisung dorthin zulässig, zumutbar und möglich sei, dass für den weiteren Inhalt der vorinstanzlich en Verfügung auf die Akten zu verweisen ist, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 2 7. August 2013 (Da- tum Poststempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsg e- richt Beschwerde erhoben und dabei beantragten, die angefochtene Ver- fügung sei aufz uheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren, es sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, dass in prozessualer Hinsicht um Gewährun g der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und eventuell um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der B e- schwerde ersucht wurde, dass ausserdem beantragt wurde, die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat - oder Herkunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unte r- lassen, und bei bereits erfolgter Datenweitergabe sei darüber in einer s e- paraten Verfügung zu informieren, dass der Beschwerde Kopien (Auflistung Beweismittel) beilagen, dass auf den Inhalt der Beschwerde, soweit wesentlich, in den nachfo l- genden Erwägungen einzugehen ist, D-4809/2013 Seite 5 dass die vorinstanzlichen Akten am 28. August 2013 beim Bundesverwal- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügung en (Art. 5 VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V. m. Art. 31‒33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde – un- ter Vorbehalt der nach folgenden Erwägungen – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerügt wer- den können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, D-4809/2013 Seite 6 dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32–35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die F rage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5), dass die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl demgegenüber nicht Gegenstand des angefocht e- nen Nichtein tretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden Verfahrens bildet, weshalb auf die entsprechenden Beschwerdeanträge nicht einzutreten ist, dass auch auf das Begehren, es sei die vorläufige Aufnahme anzuor d- nen, nicht einzutreten ist, da im Rahmen d es Dublin-Verfahrens im Sinne von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG systembedingt kein Raum bleibt für E r- satzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1–4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän- derinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass sich die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge vor der Einreise in die Schweiz in Ungarn aufhielten, dass aufgrund der Aktenlage davon auszugehen ist, sie hätten entgegen ihren Angaben anlässlich der Befragungen zur Person am 6. August 2013 in Ungarn Asylgesuche gestellt (vgl. dazu das Ergebnis des vom BFM durchgeführten Fingerabdruckvergleichs mit der EURODAC -Datenbank [A5/2] sowie die diesbezüglichen Ausführungen der ungarischen Behö r- den in ihren Übernahme-Anerkennungsschreiben vom 29. Juli 20 13 [A22 und A24]), dass bei dieser Sachlage grundsätzlich Ungarn für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens betreffend die Beschwerdeführenden zuständig ist (vgl. die einschlägigen Staatsverträge, namentlich das A b- kommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidg e- nossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags [Dublin-D-4809/2013 Seite 7 Assoziierungsabkommen {DAA}, SR 0.142.392.68] sowie die Dublin -II- Verordnung und die Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]), dass das BFM die ungar ischen Behörden am 1 7. Juli 2013 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-Verordnung um Übernahme der Beschwer- deführenden ersuchte, dass die ungarischen Behörden am 29. Juli 2013 die Übernahmeers u- chen des BFM innerhalb der vorgesehenen Frist (vgl. Art. 18 Abs. 1 Dub- lin-II-Verordnung) gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin -II-Verordnung mit der Begründung guthiessen, die Beschwerdeführenden hätten am 25. Mai 2013 in Ungarn um Asyl ersucht, wobei nach deren Verschwinden die Asylverfahren geschlossen worden seien (vgl. A 22 und A24), dass demnach die erste Asylantragsstellung – entgegen den diesbezügli- chen Vorbringen der Beschwerdeführenden – gemäss Art. 4 Abs. 1 Dub- lin-II-Verordnung am 25. Mai 2013 (beziehungsweise 28. Mai 2013 g e- mäss EURODAC-Meldung) in Ungarn erfolgte und das Bundesamt daher zu Recht Ungarn als für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig erachtete, dass die Beschwerdeführenden somit ohne Weiteres in einen Drittstaat (Ungarn) ausreisen können, welcher für die Durchführung des As yl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist, dass zum Vorbringen, eine Rückkehr nach Ungarn komme für sie nicht in Frage und überdies liege Ungarn in der Nähe von Kosovo, wo sich die Feinde des Beschwerdeführers aufhielten, festzuhalten i st, dass die B e- schwerdeführenden den zuständigen Mitgliedstaat, in welchem sie das Asylverfahren durchlaufen möchten, nicht selber wählen können, dass überdies Ungarn Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grund freiheiten (EMRK, SR 0.101), des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und zudem gehalten ist, sich an die Richtlinien der Europäischen Union (EU) zu ha l- ten, D-4809/2013 Seite 8 dass mit Blick auf die Akten kein konkreter Grund zur Annahme besteht, die Beschwerdeführenden würden von Ungarn ohne korrekte und faire Prüfung ihrer Ge suchsgründe und unter Missachtung des Non - Refoulement Gebotes oder von Art. 3 EMRK ausgeschafft, dass Ungarn grundsätzlich über ein funktionierendes mehrinstanzliches Asylverfahren verfügt, dass das Bundesverwaltungsgericht in seiner bisherigen Praxis davo n ausgeht, dass Ungarn kraft seiner Mitgliedschaft grundsätzlich seinen völ- kerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt (vgl. dazu BVGE 2010/45 E. 7.4.2), dass zwar nicht in Abrede gestellt werden soll, dass unlängst Kritik am ungarischen Asylverfahren geübt wurde (vgl. UNHCR, Hungary as a Country of Asylum, April 2012; Hungarian Helsinki Commitee [HHC] "A c- cess To Protection Jeopardised", Information Note on the Treatment of Dublin Returnees in Hungary, December 2011), dass im letzteren Bericht unter anderem d arauf hingewiesen wird, dass die ungarischen Behörden Dublin -Rückkehrer nicht als Asylsuchende, sondern hauptsächlich als unrechtmässige Migranten behandeln und als solche direkt in ein Wegweisungsverfahren einweisen würden, obwohl sie sich im Rahmen eines Dublin-Verfahrens in Ungarn aufhielten, dass indessen, auch wenn sich diese Kritik als zutreffend erweisen sollte, daraus noch nicht zwingend abgeleitet werden kann, die Asylsuchenden erhielten generell keinen Zugang zum Asylverfahren oder das Asylverfah- ren sei nicht fair, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einem kürzlich ergangenen Urteil gestützt auf eine aktuelle Quelle überdies g e- wisse Verbesserungen vor Ort feststellte (vgl. arrêt [non définitif] de la Cour eur. DH du 6 juin 2013 dans l'affaire Mohammed contre Autriche, re- quête n°2283/12), dass somit keine konkreten Hinweise darauf bestehen, wonach die B e- schwerdeführenden in Ungarn nicht Zugang zu einem rechtsstaatlichen Verfahren im Sinne des Dublin -Systems hätten, insbes ondere da sie e r- wiesenermassen am 25. respektive 28. Mai 2013 in Ungarn Asylgesuch e einreichen konnten, jedoch nach einigen Tagen und vor Beendigung de r Verfahren das Land bereits wieder verliessen, D-4809/2013 Seite 9 dass die Beschwerdeführenden zudem hinsichtlich der Frage der Betreu- ung von Asylsuchenden keinerlei konkreten Anhaltspunkte anführen, wo- nach d ie Lebensbedingungen in Ungarn so schlecht wären, dass die Überstellung in dieses Land die EMRK verletzen würde, dass es den Beschwerdeführenden nicht gelingt, die Vermutung, wonach der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens zustän- dige ungarische Staat seine aus dem internationalen Recht fliessenden Verpflichtungen, namentlich das Rückschiebungsverbot o der die ei n- schlägigen Normen der EMRK, respektiert, umzustossen (vgl. dazu BVGE 2010/45 E. 7.4.2), dass es ferner zwar zutrifft, dass Asylsuchende in Ungarn vermehrt in Administrativhaft genommen werden, dass jedoch aus den Akten nicht ersichtlich ist, das s gerade die B e- schwerdeführenden bei einer Rückkehr nach Ungarn von einer solchen Administrativhaft betroffen werden könnten und in ihrem Fall eine Übe r- schreitung der Grenze der Rechtmässigkeit zu befürchten wäre, dass weiter zu prüfen ist, ob allenfalls d as Selbsteintrittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung i.V.m. Art. 15 Dublin-II-Verordnung bezie- hungsweise i.V.m. Art. 8 EMRK ausgeübt werden sollte, zumal die B e- schwerdeführerin über einen in der Schweiz lebenden (Nennung Ve r- wandter) verfügt, dass gemäss Art. 2 Bst. i Dublin-II-Verordnung unter den Begriff "Famil i- enangehörige" Ehegatten, nicht verheiratete Partner, die eine dauerhafte Beziehung führen, und minderjährige Kinder fallen, nicht jedoch (Nen- nung Verwandter), weshalb diese Voraussetzungen in casu nicht erfüllt sind, dass die Beschwerdeführenden auch aus Art. 8 EMRK keine Ansprüche abzuleiten vermögen, verfügt doch (Nennung Verwandter) der Beschwer- deführerin über kein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz (Schwei- zer Bürgerrecht; Nied erlassungsbewilligung), zumal eine blosse Aufen t- haltsbewilligung hierzu nur genügt, soweit sie ihrerseits auf einem gefe s- tigten Rechtsanspruch beruht (vgl. BGE 126 II 335 S. 340), dass Ungarn ferner die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylb e- werbern in den Mitgliedstaaten (sog. Aufnahmerichtlinie) umgesetzt hat, D-4809/2013 Seite 10 welche unter anderem auch den Zugang zu medizinischer Versorgung garantiert, weshalb die geltend gemachte Schwangerschaft der Be- schwerdeführerin nicht gegen die Zuständigkeit Ungarns spricht, dass nach dem Gesagten für die schweizerischen Asylbehörden insg e- samt keine Veranlassung besteht, in Abweichung von der festgestellten Zuständigkeitsordnung vom Selbsteintritt gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II- Verordnung i.V.m. Art. 29a Abs. 3 des Asylverordnung 1 über Verfahrens- fragen vom 11. August 1999 (AsylV 1; SR 142.311) Gebrauch zu machen, dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist und, da die Beschwerdeführenden nicht im Besitz von gültigen Aufen t- halts- oder Niederlassungsbewilligungen sind, ebenfalls zu Recht in A n- wendung von Art. 44 Abs. 1 AsylG die Überstellung nach Ungarn ang e- ordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichtei n- tretensentscheides gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10 S. 645), dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem, direktem Urteil abg e- schlossen ist, weshalb sich d ie Anträge auf Gewährung der aufschiebe n- den Wirkung, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und Erlass vorsorglicher Massnahmen im Zusammenhang mit einer allfälligen Datenweitergabe als gegenstandslos erweisen, dass den Akten im Übrigen keine Hi nweise auf eine bereits erfolgte D a- tenweitergabe an den Heimatstaat der Beschwerdeführenden zu en t- nehmen sind, dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der un- entgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzu- weisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägu n- gen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren, D-4809/2013 Seite 11 dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-4809/2013 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: