Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. März 2015 (720 14 327) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf IV-Rente verneint; Drogensucht als solche führt nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Sie wird im Rahmen der Invalidenversicherung jedoch relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Michelle Wahl, Advoka- tin, Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 A.____ hat eine Ausbildung als Detailhändlerin beim B.____ abgeschlossen und war zuletzt bis Ende Januar 2012 in einem 80% Pensum al s Pflegehilfe in einem Altersheim tätig. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sie meldete sich erstmals am 24. November 2009 unter Hinweis auf körperliche und psychische Beschwerden sowie eine Drogensucht bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Ste lle) klärte die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse ab. Mit Verfügung vom 2. Oktober 2012 lehnte sie das Leistungs- begehren der Versicherten aufgrund eines rentenausschliessenden IV-Grads von 0% ab. A.2 Am 19. Oktober 2012 meldete sich die Versicherte er neut zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an, wobei sie unter Hinweis auf Depressionen, Rückenbeschwerden (Diskushernie) und eine Drogenproblematik eine berufliche Integratio n und eine Rente beantragte. Die IV- Stelle untersuchte wiederum den beruflichen und gesun dheitlichen Sachverhalt. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Abklärungen kam sie - nach durchgef ührtem Vorbescheidverfahren - in der Verfügung vom 11. September 2014 zum Schluss, dass A. ____ keinen Anspruch auf eine Rente habe. B. Hiergegen richtet sich die Beschwerde, welche die Ve rsicherte, vertreten durch Advoka- tin Michelle Wahl, am 14. Oktober 2014 beim Kantonsg ericht, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht), erhob. Sie beantragte, dass die Verfügung vom 11. September 2014 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, ihr ab 1. Mai 2013 eine ganze IV- Rente auszurichten. Weiter sei ihr die unentgeltliche P rozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit der Unterzeichneten zu gewähren. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die Vorinstanz sich in ihrem Entscheid au f unzureichende medizinische Be- richte stütze. D. Mit Verfügung vom 20. Oktober 2014 bewilligte das Kantonsgericht der Beschwerdefüh- rerin die unentgeltliche Prozessführung und die unent geltliche Verbeiständung mit Advokatin Wahl. E. Zur Beschwerde liess sich die IV-Stelle am 12. Dezembe r 2014 vernehmen und bean- tragte deren Abweisung. Weiter reichte sie eine Stellu ngnahme von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler ärztlicher Diens t (RAD), vom 3. November 2014 und ein Schreiben von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. No- vember 2014 ein. F. Hierzu liess sich die Beschwerdeführerin durch ihre Re chtsvertreterin am 13. Januar 2015 vernehmen und beantragte weiterhin die Gutheissu ng der Beschwerde und die Ausrich- tung einer ganzen Rente. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 14. Oktober 2014 ist demnach einzutreten. 2. Materiell strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2013 Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat. 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumu tbar oder - als alternative Vorausset- zung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.3.1 Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht als solche nicht zu einer Invalidität im Sin- ne des Gesetzes. Sie wird im Rahmen der Invalidenversicherung jedoch relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Fo lge ein körperlicher oder geistiger, die Er- werbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden e ingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschade ns ist, dem Krankheitswert zu- kommt (BGE 99 V 28; AHI 2002 S. 28, I 454/99). Darau s folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invaliditäts- begründend sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Au gust 2013, 9C_856/12, E 2.1 f. mit Hinweisen). Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grunds atz um, dass funktionelle Einschrän- kungen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sic h als Folgen selbstständiger Ge- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und A rt. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psychosozialen oder soziokulturellen Umständen und fachärztlich festgestellten psychischen Störungen von Krankheitswert (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299): Wo der Gutachter im Wesentlichen nur Befunde er hebt, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in dieser auf gehen, ist kein invalidisierender psychi- scher Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn d avon auszugehen ist, dass sich bei- spielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer (angenom menen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychosozialen Problematik wesentlich bessern (und die damit verbundene Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sich entsprechen d verringern) würde (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG]; heute: Bundesg ericht, sozialrechtliche Abtei- lungen [Bundesgericht], vom 6. November 2006, Urteil I 955/05, E. 3.3.2). 3.3.2 Angesichts der insoweit finalen Natur der Invali denversicherung (BGE 120 V 95 E. 4c S. 103; ULRICH MEYER /M ARKUS REICHMUTH , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014, S. 30 ff.) ist nicht entscheidend, ob die Droge nsucht Folge eines körperlichen oder geisti- gen Gesundheitsschadens ist oder ob die Sucht ausserhalb eines Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesundheitsschaden steht. In beiden Konst ellationen sind reine Suchtfolgen IV-rechtlich irrelevant, soweit sie als solche allein lei stungsmindernd wirken. Hingegen sind sie gleichermassen IV-rechtlich relevant, soweit sie in eine m engen Zusammenhang mit einem ei- genständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogensucht - einem Symptom gleich - Teil eines Gesundheitsschadens bildet (BGE 99 V 28 E. 3b); dies unter der Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren F olgen des Rauschmittelkonsums, son- dern wesentlich auch der psychiatrische Befund selber zu A rbeitsunfähigkeit führt (Urteil des Bundesgerichts vom 19. August 2013, 9C_856/2012, E. 2.2. 2 mit Hinweis auf die Urteile des EVG vom 6. Dezember 1991, I 74/91, E. 4d, in: ZAK 19 92 S. 169, und vom 19. Juni 2002, I 390/01, E. 2b). Sodann können selbst reine Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn daneben ein psychischer Gesundheitsschaden besteht, welcher die Betäubung smittelabhängigkeit aufrecht erhält oder deren Folgen massgeblich verstärkt (erwähnte s Urteil I 74/91 E. 4d in fine). Umge- kehrt können die Auswirkungen der Sucht (unabhängig von ihrer Genese) wie andere psycho- soziale Faktoren auch mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beeinflussen (vgl. SV R 2012 IV Nr. 32 S. 127, 9C_776/2010, E. 2.3.3 mit Hinweisen). 3.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelrente, w enn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerde- fall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztli che und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des A rztes oder der Ärztin ist es, den Ge- sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehm en, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Wei- teren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundla ge für die Beurteilung der Frage, wel- che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemu tet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 4.2 Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon , von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprec hender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlich en Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksich- tigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der unte rsuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medi- zinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob di e Schlussfolgerungen der medizini- schen Experten in einer Weise begründet sind, dass die r echtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin n icht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, ge- gebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 5.1 Im vorliegenden Fall geben im Wesentlichen nachfol gende Berichte Auskunft über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin: 5.2 Im Rahmen der Erstanmeldung wurde die Beschwerdefü hrerin im E.____ polydisziplinär untersucht. Im Gutachten vom 22. September 2009 wurd en keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt. Ohne Auswirkung da rauf bestünden (1) Alkoholmissbrauch (ICD-10 F10.2), (2) Opiatabhängigkeit (zurzeit substitui ert, ICD-10 F11.22), (3) Kokainabhängigkeit (zurzeit abstinent, ICD -10 F14.20), (4) Benzodiazepinabhän- gigkeit (zurzeit abstinent, ICD-10 F13.20), (5) Status nach lumbovertebralem Syndrom bei leich- ter skoliotischer Fehlhaltung und Chondrose bei L4/5 (R öntgen vom 3. April 2006) und (6) Sta- tus nach Kniegelenksdistorsionstrauma, anamnestisch und klin isch unauffällig, (7) Status nach Fraktur an der Basis des Metacarpale V der rechten Hand, klinisch gut verheilt und (8) Status nach multiplen Abszessen und Ulzerationen an beiden Unt erarmen und an beiden Beinen bei Status nach infizierten Ulzerationen am medialen Unter schenkel rechts mehr als links mit Sta- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tus nach Débridement und Spalthautdeckung und geringg radig sekundäre Stauungsödembil- dung am rechten Fussrücken und am distalen rechten Unte rschenkel. In der Beurteilung wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen eine r strafrechtlichen Massnahme seit vier Jahren eine psychiatrische Therapie besuche, bei welch er sie alle zwei bis vier Wochen wegen Drogen- und Alkoholproblemen einen Untersuchung stermin wahrnehme. Sie habe im Alter von 17 Jahren begonnen, Drogen (Heroin, später auch Kokain) zu konsumieren. Seit sie diese Substanzen nicht mehr einnehme, trinke sie Alkohol; sie sei auch zur Untersuchung im E.____ leicht alkoholisiert erschienen. Es sei unklar ge blieben, wie die Abhängigkeitserkran- kung einzuschätzen und inwieweit eine allfällige Persön lichkeitsproblematik vorhanden sei. Mit Blick auf das im Untersuchungszeitpunkt volle Arbeitspensum im Altersheim als Pflegehilfe sei jedoch davon auszugehen, dass sie - solange sie keine Sucht mittel nehme - voll arbeitsfähig sei. Im Rahmen der Konsensbesprechung kam die untersuchen de Ärzteschaft (Dr. med. F.____, FMH Allgemeinmedizin, Dr. med. G.____, FA Or thopädische Chirurgie, Dr. D.____) zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin sowohl in der angestammten Tätigkeit als Pflegehil- fe als auch in einer Verweistätigkeit vollschichtig arbei tsfähig sei. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Begutachtung lehnte die Vorinstanz das Leistungs begehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2. Oktober 2012 ab. 5.3 Nachdem sich die Beschwerdeführerin am 19. Oktober 2 012 erneut bei der IV-Stelle angemeldet hatte, holte diese verschiedene Arztberichte ein, welche sich zum Gesundheitszu- stand und zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten aussprac hen. Im Wesentlichen sind nachfol- gende zu berücksichtigen: 5.3.1 Dem Bericht der H.____ vom 5. November 2012, wo sich die Beschwerdeführerin vom 9. bis 26. Oktober 2012 aufgehalten hat, werden psychisc he und Verhaltensstörungen durch Opioide im Sinne eines Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F 11.2) und eine rezidivierende depres- sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-1 0 F33.1) genannt. Die Beschwerdefüh- rerin sei durch ihren Psychiater Dr. med. I.____, FMH P sychiatrie und Psychotherapie, zum geplanten Entzug (Heroin und Alkohol) zugewiesen word en. Nach dem Tod ihres Ehemannes im Mai (2012) habe sie vermehrt Heroin und Alkohol konsumiert, nachdem sie 7 Jahre abstinent gewesen sei. 5.3.2 Dr. med. J.____, FMH Allgemeine Medizin, diagno stizierte am 14. Dezember 2012 (1) eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode, (2) eine Polytoxikomanie, iv Drogenabusus und Aethyl, Status nach 7-jähriger Abstin enz, (3) ein lumbospondylogenes Syndrom rechts bei aktivierter Osteochondrose LWK4/5, (4) eine chronische Hepatitis C, (5) COPD bei persitierendem Nikotinabusus und (6) einen St atus nach Trimalleolarfraktur mit Os- teosynthes Malleolus medialis und lateralis. Die Beschw erdeführerin sei zwecks Stabilisierung der Psyche (seit anfangs 2012) bis Ende 2012 nicht arbei tsfähig, ab Januar 2013 sei ihr die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin im Umfang von 50% zumutbar. 5.3.3 Dr. I.____ nannte am 20. Januar 2013 als Ursach en für die Arbeitsunfähigkeit der Be- schwerdeführerin (1) eine Cluster B Persönlichkeitsstöru ng nach DSM-IV_TR (ICD-10 F 60, differentialdiagnostisch eine Persönlichkeitsstörung und e ine Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns, ICD-10 F 07), (2) eine rezidivieren- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht de depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episo de (ICD-10 F33.1), (3) den plötzlichen Tod des Ehemannes (ICD-10 Z63.4), anamnestisch Bulimia n ervosa (ICD-10 F50.2), (4) eine Opiatabhängigkeit, gegenwärtig Teilnahme an einem är ztlich überwachten Ersatzdrogenpro- gramm (ICD-10 F11.22), (5) eine Alkoholabhängigkeit, gegenwärtig abstinent, aber in Behand- lung mit aversivem und hemmendem Medikament (ICD-10 F1 0.23), (6) eine Benzodiazepinab- hängigkeit, gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich ü berwachten Ersatzdrogenprogramm (ICD-10 F3.22), (7) eine Kokainabhängigkeit, gegenwär tig abstinent und Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenprogramm (ICD-10 14.20 ), (8) ein Stauungsödem am rech- ten Bein bei Status nach multiplen Abzessen und Ulzerat ionen an allen vier Extremitäten und Status nach operativem Débridement und Spalthautdeckung, (9) eine Trimalleolarfraktur medial und lateral am 29. Dezember 2011, (10) Rückenprobleme und (11) eine Hepatitis C. Gestützt auf diese Diagnosen sei die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 80% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. 5.3.4 Die IV-Stelle veranlasste sodann eine Begutachtun g der Beschwerdeführerin bei Dr. med. K.____, FMH Rheumatologie, Physikalische Medizi n und Rehabilitation, und Dr. D.____. Dr. K.____ hielt in seinem Bericht vom 22. August 2013 fest, dass aus somatischer und rheumatologischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wer- den können. Es bestehe ein unauffälliger neurologischer und rheumatologischer Status. Er at- testierte jedoch eine deutliche Zunahme der Osteochondrose und vor allem der Spondylose auf Höhe L4/5. Die Beschwerdeführerin sei in der angestamm ten Tätigkeit unter Vermeidung von repetitivem Heben von schweren Lasten (vor allem von be tagten Patienten) sowie von wieder- holten Tätigkeiten mit Zwangshaltung (insbesondere de r Lendenwirbelsäule [LWS]), voll ar- beitsfähig mit einer Leistungsverminderung von 10% bis 15%. Sie sei auch in der Ausübung einer Verweistätigkeit (wechselbelastend sitzend, stehend und gehend, bei einer Sitzdauer von gut 2 Stunden, Stehdauer 2-3 Stunden, Heben bis 20 k g [jedoch kurzzeitig]) voll arbeitsfähig. Dr. D.____ diagnostizierte am 24. Dezember 2013 eine rezidivierende depressive Störung, ge- genwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), Opiatabhängigke it, gegenwärtig substituiert (ICD-10 F11.22), Kokainabhängigkeit, gegenwärtig abstinent mit Teilnahme an einem ärztlich überwach- ten Ersatzdrogenprogramm (ICD-10 14.20) und eine Ben zodiazepinabhängigkeit, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F13.20). In der Beurteilung führte er aus, dass bei der Beschwerdeführerin eine langjährige Abhängigkeitsproblematik bestehe, di e sie teilweise gut bekämpfen könne. Zeitweise komme es jedoch - je nach Belastungsfaktoren - z u Wiederkonsum von verschiede- nen Stoffen. Immerhin sei die Beschwerdeführerin nach erneutem Konsum von Drogen und Alkohol motiviert gewesen, einen stationären Entzug durch zuführen und es sei ihr auch gelun- gen, zumindest den Drogenkonsum konsequent zu stoppen. Aktuell trinke sie noch Alkohol. Sie scheine mit depressiven Verstimmungen zu kämpfen, die ein mittelschweres Ausmass ange- nommen hätten. Es fänden sich aber keine Hinweise auf ei ne gravierende affektive Störung. Inwieweit tatsächlich eine Persönlichkeitsproblematik vorl iege, könne aufgrund der zur Verfü- gung stehenden Angaben nicht eruiert werden. Auch der behandelnde Psychiater mache keine diesbezüglichen Ausführungen. In Bezug auf die Arbeits fähigkeit hielten die Gutachter fest, dass die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht 100% ar beitsfähig sei. Unter Berück- sichtigung der rheumatologischen Beschwerden sei ihr jedo ch eine Tätigkeit unter Vermeiden von repetitiven Heben von schweren Lasten (vor allem von betagten Personen) sowie von wie- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht derholten Tätigkeiten in Zwangshaltungen (vor allem de r LWS) mit einer Leistungsverminde- rung von 10% bis maximal 15% zumutbar. Ideal sei eine wechselbelastende Tätigkeit mit einer Sitzdauer von gut 2 Stunden, einer Stehdauer von 2 - 3 Stunden sowie kurzeitigem Heben bis 20 kg. 5.3.5 Dr. I.____ nahm am 29. Juni 2014 im Rahmen des Vorbescheidverfahrens zum Gutach- ten von Dr. D.____ Stellung, wobei er seine Kritik auc h auf dessen Ausführungen im Rahmen der Begutachtung beim E.____ (Gutachten vom 22. Sept ember 2009) bezog. Dr. I.____ hielt fest, dass auf die Ausführungen von Dr. D.____ nicht a bgestellt werden könne, weil diese so- wohl formal wie inhaltlich unvollständig, fehlerhaft u nd lückenhaft seien. Seine Gutachten wür- den in mehreren Punkten den "Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenös- sischen Invalidenversicherung" der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psycho- therapie (SGPP; nachfolgend Qualitätsleitlinien SGPP ) vom Februar 2012 widerspreche. So habe Dr. D.____ weder bei der H.____, welche die Be schwerdeführerin seit 2006 suchtspezi- fisch betreue, noch bei den behandelnden Ärzten einen Bericht oder eine Auskunft eingeholt. In beiden Gutachten fehle zudem die genaue Untersuchungsdau er und er habe keine neuropsy- chiatrische Begutachtung veranlasst, obwohl eine solche em pfohlen worden sei. Schliesslich hielt Dr. I.____ fest, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren 100% arbeitsunfähig sei. 5.3.6 Dr. D.____ widersprach diesen Ausführungen am 24. Juli 2014 und wies darauf hin, dass der behandelnde Psychiater seine Diagnosestellung n icht näher begründe und deren Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht darlege. So würde Dr. I.____ in seinem Bericht vom 20. Ja- nuar 2014 verschiedene Diagnosen mit Einfluss auf die A rbeitsfähigkeit nennen, welche diese bei objektiver Betrachtung und gemäss allgemein gültig en Richtlinien jedoch nicht beeinflussen könnten. Weiter verweise er auf die Qualitätsleitlinie n der SGPP, ohne diese selbst anzuwen- den. Es sei daher nicht möglich, eine andere Beurteilu ng der medizinischen Situation vorzu- nehmen. 5.6.7 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte die B eschwerdeführerin weitere Arztbe- richte ein. Die H.____ bestätigte am 26. September 2 014, dass die Beschwerdeführerin seit dem 17. Oktober 2005 in ihrer Institution behandelt w erde. Weiter wurde daraufhin gewiesen, dass die Beschwerdeführerin an verschiedenen F-Diagnosen nach ICD-10 leide und sie seit Dezember 2011 zu 100% arbeitsunfähig sei. Dr. I.____ be tonte in seiner Stellungnahme vom 3. Oktober 2014 erneut, dass die Gutachten von Dr. D. ____ aus den bereits erwähnten Grün- den nicht als Entscheidungsgrundlage dienen könnten. Schliesslich hielt Dr. J.____ am 25. Ok- tober 2014 fest, dass die Beschwerdeführerin mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an einer Poly- toxikomanie bei Status nach Heroin-, Kokain- und chronisch em Aethylabusus (unter Substituti- onsbehandlung mit Antabus und Subutex), einem Status nach Tenotomie der langen Bi- zepssehne (offene AC-Reposition, transossäre coracoclave F ixation sowie laterale Claviculare- sektion am 3. April 2013 bei einer AC-Luxation Typ II rechts am 16. Februar 2013), an einem lumboradikulären/lumbospondylogenen Syndrom L5/S1 rec hts mehr als links bei Diskushernie L4/5 links und an einer Cluster B Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV, einer rezidivieren Stö- rung und anamnestisch an einer Bulimia nervosa leide. Zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit führte sie aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ih rer Beschwerden psychisch beschränkt belastbar sei. In der Vergangenheit sei es bei erhöht em Druck und den auf dem freien Arbeits- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht markt üblichen Leistungsansprüchen wiederholt zur Verschlech terung der psychischen Ge- sundheit gekommen. Psychosoziale Belastungssituationen könnt en von der Beschwerdeführe- rin nicht mehr ohne weiteres kompensiert werden. Sie s ei jedoch stets sehr bemüht gewesen, an ihrer Gesundheit und an der Stabilisierung ihrer E rkrankung mitzuarbeiten. Das Rückenlei- den sei chronifiziert und verunmögliche eine körperlich mittelschwere bis schwere Arbeit. An- dauerndes Sitzen und Stehen seien der Beschwerdeführeri n nicht mehr zumutbar. Auch der Umgang mit den Schmerzen dürfte durch das psychiatrische Leiden negativ beeinflusst werden. Die Beschwerdeführerin sei ihres Erachtens nur noch in gesch ütztem Rahmen arbeitsfähig. Eine solche Arbeit mit angepasstem Anforderungsprofil w ürde sich positiv auf die Erkrankung auswirken. 5.3.8 Zu den vorgenannten Berichten nahm Dr. D.____ a m 19. November 2014 Stellung. Er führte aus, Dr. I.____ gebe keine Hinweise für die An nahme, dass hereditäre Faktoren bezüg- lich der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung bestünden. Zudem müsse gemäss ICD-10 da- von ausgegangen werden, dass hereditäre Faktoren gar nicht ausschlaggebend seien für diese Diagnose. Ebenso wenig seien die durch den behandelnde n Psychiater genannte Essstörung und die schwere Abhängigkeitserkrankung beweisend für ein e Persönlichkeitsstörung. Soweit Dr. I.____erneut eine neuropsychologische Abklärung verla nge, sei darauf hinzuweisen, dass - solange eine toxische Beeinträchtigung vorliege - eine so lche wenig Sinn mache. Zum Bericht der H.____ vom 26. September 2014 hielt Dr. D.____ f est, dass die Beschwerdeführerin bis zum Unfall im Dezember 2011, bei welchem sie sich eine T rimalleolarfraktur zugezogen habe, 100% arbeitsfähig gewesen sei und gearbeitet habe. Weiter würden die genannten Diagnosen weder begründet noch gehe aus dem Bericht hervor, auf w elcher Grundlage sie basieren wür- den. Zusammenfassend hielt Dr. D.____ fest, dass eine ve rlässliche Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit nur möglich sei, wenn die Beschwerdeführerin ke ine Suchtmittel konsumiere. Dies gelte auch in Bezug auf eine neuropsychologische Abklärung u nd Beurteilung einer allfälligen hirnor- ganischen Beeinträchtigung. Unklar bleibe auch, weshalb die Beschwerdeführerin in der Ver- gangenheit in der Lage gewesen sei, einer Arbeit nach zugehen und dies nach der erlittenen Fussverletzung aufgrund der psychischen Symptomatik nicht mehr möglich sein soll. Eine Ein- schränkung in der Arbeitsfähigkeit könne zwar nachvollzoge n werden, wenn die Beschwerde- führerin Suchtmittel konsumiere und dadurch kognitiv eing eschränkt sei. Aus versicherungsme- dizinischer Sicht müsse die Arbeitsfähigkeit aber ohne Ei nfluss von Suchtmitteln beurteilt wer- den. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung d es Gesundheitszustandes und der Arbeits- fähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebn isse, zu denen die Dres. K.____ und D.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 22. Aug ust/24. Dezember 2013 sowie Dr. D.____ in seiner Stellungnahme vom 24. Juli 2014 g elangten. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tä tigkeit 100% arbeitsfähig sei, wobei ein Rendement von 10% bis maximal 15% zu berücksichtigen sei . Diese vorinstanzliche Be- weiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgef ührt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unt ersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft z uzuerkennen, solange nicht konkrete Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. So ist in Bezug auf die Beurteilungen der Dres. K. ____ und K.____ gesamthaft festzustel- len, dass sie für die streitigen Belange umfassend sind, die geklagten Beschwerden berücksich- tigten, auf eigenen Untersuchungen sowie auf Kenntnis der Vorakten beruhen, in der Darstel- lung der medizinischen Zusammenhänge einleuchten und in der Bewertung der medizinischen Situation nachvollziehbar und schlüssig sind. Dr. K.____ nahm in seinem Teilgutachten auf alle somatischen Beschwerden der Beschwerdeführerin (Schulter , lumbale Beschwerden, Knie rechts und Fuss links) Bezug und kam dabei zum Schluss, dass aus r heumatologischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden könnten. Er erachtete die Beschwerdeführerin daher zu Recht als in einer ihr en Beschwerden adaptierten Tätigkeit 100% arbeitsfähig mit einem Rendement von 10% - 15% . Diese Einschätzung überzeugt und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht substantiell beanstandet. Dr. D.____ hielt gestützt auf seine persönliche Untersuchung fest, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des erhobenen psychischen Befundes nicht in der Arbeitsfähigkeit eingesch ränkt sei. Ihr sei jede Tätigkeit in vollem Umfang möglich, sofern sie keine Suchtmittel kon sumiere, eine Abstinenz sei ihr zumut- bar. Diese Einschätzung der psychiatrischen Situation ist ebenfalls nicht zu bemängeln. Dr. D.____ weist in seinem Gutachten und seinen Stellungnahmen überzeugend nach, dass die bei der Beschwerdeführerin festgestellten funktionelle n Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Konsums von Suchtmitteln stehen und damit nich t Folge einer selbstständigen Ge- sundheitsschädigung sind (Art. 6 ff. ATSG und Art. 4 Ab s. 1 IVG). Da die von Dr. D.____ erho- benen Befunde und die gestellten Diagnosen ihre Begr ündung in der langjährigen Abhängig- keitsproblematik der Beschwerdeführerin haben, ging er zu Recht davon aus, dass aus invali- denversicherungsrechtlicher Sicht kein psychischer Gesundheits schaden (vgl. oben E. 3.3) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt. Ein solcher wäre – wie Dr. D.____ richtig festhält - aus versicherungsmedizinischer Sicht nur zu bejahen, wenn auch u nter Ausschluss des Einflusses von Suchtmitteln ein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert bestehen würde. Da bei der Be- schwerdeführerin jedoch neben der Suchtmittelabhängig keit keine selbständigen Gesundheits- schäden vorliegen, die im Sinne der Rechtsprechung des B undesgerichts (vgl. oben E. 3.3.) invalidisierend sind, ist sie aus psychiatrischer Sicht nicht in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Die vorgenommene Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. D.____ ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden. 6.2.1 Daran ändern die Ausführungen der Beschwerdefü hrerin nichts. Sie macht geltend, dass sie an einer Persönlichkeits- und Verhaltensstörung, wel che durch die Einnahme von Opioiden verursacht worden sei, und an einer rezidivierenden depr essiven Störung mit gegenwärtig mit- telgradiger Episode leide. Sie sei in langjähriger Be handlung bei ihrem Psychiater Dr. I.____ sowie in der H.____. Es erfolge auch eine kontrolliert e Medikamenteneinnahme mit Antabus und Subutex (Methadonersatz). Daneben leide sie unter körperlichen Beschwerden in Form von Rückenschmerzen, welche durch die Hausärztin Dr. J.____ beh andelt würden. Diese Be- schwerden bewirkten gesamthaft eine Arbeitsunfähigkeit von über 80%. 6.2.2 Die Beschwerdeführerin stützt sich in ihrer Begrün dung auf die vom Gutachten der Dres. K.____ und D.____ vom 22. August/24. Dezember 20 13 abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte Dr. I.____, Dr. J.____ und der H.____. In diesem Zusammenhang ist bereits an dieser Stelle auf die Erfahrungstatsache h inzuweisen, dass behandelnde Ärzte mit- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauen sstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5. S. 4 70). Wohl kann die einen längeren Zeit- raum abdeckende und umfassende Betreuung durch behande lnde Ärzte oft wertvolle Erkennt- nisse zeitigen, doch übersieht die Beschwerdeführerin bei ihrer Kritik, dass es die unterschiedli- che Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätig en (Fach-) Arztes einerseits und Be- gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinische n Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel- len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anders- lautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichen- de Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Gesichtspunkte benennen, die bei der Be gutachtung unerkannt oder ungewür- digt geblieben sind (Urteile des Bundesgerichts vom 16 . September 2013, 9C_425/2013, E. 4.1 und vom 14. Februar 2011, 8C_642/2102, E. 5.2). Sol che Aspekte legt die Beschwerdeführerin nicht substantiiert dar und sind - wie nachfolgend aufgezeigt wird - nicht ersichtlich. 6.2.3.1 Die als Bestätigung bezeichneten Eingabe der H .____ vom 26. September 2014 ist in Hinblick darauf, dass sich die Beschwerdeführerin seit vielen Jahren in Behandlung ihrer Institu- tion befindet, zu kurz und unbegründet, um die Ausfüh rungen von Dr. D.____ in Zweifel ziehen zu können. Es bleibt aufgrund der Ausführungen im Beri cht unklar, aufgrund welcher Erhebun- gen die Diagnosen einer rezidivieren depressiven Störun g, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom, einer kombinierten Persönlichkeit sstörung, einer sonstigen organi- schen Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns, eines Abhängigkeitssyndrom, g egenwärtig abstinent bzw. ge- genwärtige Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenprogramm und einer Bulimia nervosa gestellt werden. Der Bericht der H.____ ist da her nicht ausreichend beweiskräftig, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann 6.2.3.2 Ebenso wenig kann auf den Ausführungen der behandelnden Hausärztin Dr. J.____ gefolgt werden. In der zuletzt eingereichten Stellung nahme vom 25. Oktober 2014 erachtet sie die Beschwerdeführerin als nur noch in geschütztem Rah men arbeitsfähig. Sie sei infolge der psychiatrischen Erkrankungen beschränkt belastbar und psychosozia le Belastungssituationen könnten von ihr nicht mehr ohne weiteres kompensiert werd en. Zudem sei das Rückenleiden chronifiziert; es verunmögliche eine körperlich mittelschw ere bis schwere Arbeit. In Bezug auf die lumbalen Beschwerden ist mit Blick auf die Ausführungen von Dr. K.____ festzuhalten, dass auch er in Übereinstimmung mit Dr. J.____ davon ausge ht, dass der Beschwerdeführerin nur noch körperlich leichte adaptierte Tätigkeiten zumutbar sind. Insofern bestehen keine Differen- zen zur Einschätzung im Gutachten. Betreffend die psychi atrischen Diagnosen ist zunächst festzustellen, sie nicht aussagekräftig darlegt, weshalb d ie Beschwerdeführerin nur noch im geschützten Rahmen arbeitsfähig und beschränkt belastbar sein soll. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass Dr. J.____ in psychiatrischer Hinsicht die Fachkompetenz fehlt, weshalb ihre Ausführungen nicht geeignet sind, an den Ausführungen des Facharztes Dr. D.____ ernsthafte Zweifel aufkommen zu lassen (vgl. Urteil des Bundesgericht s vom 8. April 2013, 8c_366/2013, E. 3.3 und E. 3.5.2). Somit Erfüllen die Einschätzun gen von Dr. J.____ vom 25. Oktober 2014 die rechtsprechungsgemässen Kriterien beweiskräftiger m edizinischer Berichte nicht und ver- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht mögen zu keinem anderen Ergebnis als im Gutachten der D res. K.____ und D.____ zu führen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3). 6.2.3.3 Dies trifft letztlich auch auf die Berichte von Dr. I.____ zu. Soweit er moniert, dass Dr. D.____ sich nicht an die Qualitätsleitlinien SGPP h alte und weder die Untersuchungsdauer angegeben noch fremdanamnestische Auskünfte eingeholt h abe, ist zunächst festzustellen, dass sich die vom Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) für alle zuhanden der Invalidenver- sicherung erstellten Gutachten als verbindlich erklärten Qualitätsleitlinien SGPP blosse Hand- lungsempfehlungen darstellen und keinen rechtlich v erbindlichen Charakter haben, weshalb im begründeten Einzelfall abgewichen werden kann (BGE 14 0 V 260 E. 3.2.2 mit Hinweisen auf IV-Rundschreiben Nr. 313 vom 6. Juni 2012; zur Bedeutun g von Verwaltungsweisungen, auf BGE 133 V 587 E. 6.1). Auch wenn ein Gutachten ohne Berücksichtigung der Qualitätsleitlinien SGPP erstellt wurde, bedeute dies nicht, dass dessen Qualität allein aus diesem Grund in Zwei- fel zu ziehen wäre. Vielmehr ist auch in diesen Fällen z u prüfen, ob das Gutachten den bun- desgerichtlichen Anforderungen an einen beweistauglic hen Arztbericht entspricht, was vorlie- gend in Bezug auf die Ausführungen von Dr. D.____ - w ie bereits mehrfach erwähnt - zutrifft. Dr. I.____ gelingt es denn auch nicht aufzuzeigen, in wiefern ein allfälliger Verstoss von Dr. D.____ gegen diese Qualitätsleitlinien SGPP einen Einfluss auf die Qualität des Gutachtens haben soll. Soweit er konkret geltend macht, dass die U ntersuchungsdauer von Dr. D.____ zu kurz gewesen sei, vermag er nichts gegen die Beweiskraft des Gutachtens darzutun. Er ver- kennt dabei, wie bereits die Vorinstanz in der Vernehm lassung vom 12. Dezember 2014 unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts ausführte, dass es für den Aussagegehalt eines Arztberichtes nicht auf die Dauer der Untersuchung a nkommen kann. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundes- gerichts vom 6. Mai 2009, 9C_170/2009, E. 2.2 mit Hinw eisen). Konkrete Hinweise, die unter diesem Aspekt gegen die Zuverlässigkeit der Expertise von Dr. D.____ sprechen, werden von der Beschwerdeführerin nicht namhaft gemacht. Sie beschränkt sich vielmehr auf die pauschale Behauptung, die Untersuchung habe lediglich 20 Minute n gedauert und unterlässt es aufzuzei- gen, inwiefern sich diese angeblich kurze Untersuchungsd auer konkret negativ in der Qualität und der Aussagekraft des Gutachtens niedergeschlagen habe n soll. Zu berücksichtigen ist auch, dass Dr. D.____ die Untersuchungsdauer auf 45 M inuten beziffert. Auch die Kritik, wo- nach Dr. D.____ keine Auskünfte bei den behandelnden Ä rzten eingeholt habe, geht fehl. Das Bundesgericht führt diesbezüglich aus, dass die Frage, ob medizinische Gutachter, welche über die vollständigen Akten verfügen, eine Fremdanamnese einholen oder nicht, in deren Ermessen liegt. Das Einholen von Auskünfte bei den behandelnden Arztpersonen bzw. Therapeuten ist zwar häufig wünschenswert, aber nicht zwingend erforderl ich (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juli 2012, 8C_215/2012, E. 7.4). 6.2.3.4 Dr. I.____ diagnostizierte (zuletzt in seinem B ericht vom 3. Oktober 2014) bei der Be- schwerdeführerin eine Persönlichkeitsstörung, für welche es klare Hinweise auf eine heriditäre Ursache gebe. So sei ihr Vater schwerst alkoholabhängig und ihre Schwester leide ebenfalls an einer Polytoxikomanie. Diesbezüglich ist in Übereinstimm ung mit Dr. D.____ festzuhalten, dass sich einzig gestützt auf diese Gründe nicht ohne weitere s eine Persönlichkeitsstörung im Sinne der ICD-10 begründen lässt. Er weist darauf hin, dass b ei Persönlichkeitsstörungen zwar auch sekundäre Störungen, wie zum Beispiel Abhängigkeitserkrankungen auftreten könnten. Dies sei Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht aber im umgekehrten Fall nicht beweisend für diese Di agnose. Dr. I.____ selbst bezeichnet die Abhängigkeitserkrankung und die anamnestische Essstörung der Bulimia nervosa der Be- schwerdeführerin auch nur als wichtige Hinweise auf ein e mögliche Persönlichkeitsstörung . Dabei weist er daraufhin, dass es schwierig sei, eine zu verlässige Beurteilung in Bezug auf das Vorhandensein einer Persönlichkeitsstörung oder einer or ganischen Persönlichkeits- und Ver- haltensstörung zu stellen. Damit äussert er selbst Zweif el an dieser Diagnose. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass auch das Vorliegen einer ( fach-)ärztlich schlüssig festgestell- ten Diagnose allein für eine Anspruchsberechtigung in der Invalidenversicherung nicht aus- reicht. Vorausgesetzt wird zudem, dass die (psychische) Störun g nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. November 2006, I 568/06, E. 5.3.1), was aber vorliegen d nicht mit überwiegender Wahrschein- lichkeit dargetan wird. Zwar hat der Suchtmittelkonsum der Beschwerdeführerin unzweifelhaft zur Verstärkung ihrer persönlichen Schwierigkeiten geführ t. Anderseits konnte in Phasen von Abstinenz eine Verbesserung der Situation erreicht wer den. Sie war zudem bis zu ihrem Unfall Ende Dezember 2011, bei welchem sie sich eine Trimalloel arluxationsfraktur zugezogen hat, welche zwischenzeitlich folgenlos abgeheilt ist, während mehreren Jahren als Pflegehilfe tätig. Die Behauptung des behandelnden Psychiaters, wonach die Beschwerdeführerin seit Jahren wegen ihren psychischen Problemen zu 100% arbeitsunfähig sei, ist daher nicht nachvollzieh- bar. Auch kann Dr. I.____ nicht gefolgt werden, wenn er in seinem Bericht vom 3. Oktober 2014 unter Hinweis auf diskrete Auffassungs-, Merkfähigkeits-, Gedächtnis- und Konzentrationsstö- rungen sowie eine sehr leichte Verlangsamung im forma len Denken eine mögliche Hirnschädi- gung nennt. Wiederum scheinen auch ihm die Symptome zu wenig ausgeprägt, um diese Diag- nose stellen zu können. Dr. D.____ weist in diesem Zu sammenhang denn auch plausibel da- rauf hin, dass eine solche Begutachtung bei einer toxisch en Beeinträchtigung wenig Sinn ma- che. Wenn die Beschwerdeführerin schliesslich in ihrer Eing abe vom 13. Januar 2015 geltend macht, Dr. D.____ beantworte nicht, ob eine primäre oder eine sekundäre Suchtmittelabhängig- keit vorliege, verkennt sie, dass diese Frage gemäss neuer Rechtsprechung des Bundesgericht nicht durch den medizinischen Sachverständigen zu beantwor ten ist (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 19. August 2013, 9C_856/2012, E. 3.1). 6.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Dr. D.____ - im Gegensatz zu den behan- delnden Ärzten - bei der Diagnosestellung klar zwischen D rogenproblematik und eigenständi- gen Gesundheitsschäden unterschied. Gestützt auf seine Beu rteilung ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass weitgehend suchtb edingte Einschränkungen vor- liegen, die aber in keinem Zusammenhang mit einem ver sicherten Gesundheitsschaden ge- mäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts stehen. Im Ende ffekt finden die von den behan- delnden Fachpersonen erhobenen Befunde ihre Erklärung in der Sucht, weshalb kein invalidi- sierender psychischer Gesundheitsschaden vorliegt. 7. Die IV-Stelle stellte daher zu Recht auf die Schlussf olgerungen im bidisziplinären Gut- achten der Dres. K.____ und D.____ vom 22. August/24. Dezember 2013 und die Stellung- nahme von Dr. D.____ vom 24. Juli 2014 ab, wonach die Beschwerdeführerin mangels invalidi- sierendem Gesundheitsschaden in einer adaptierten Täti gkeit 100% arbeitsfähig ist mit einem Rendement von 10%-15%. Das darauf beruhende Ergebnis, infolgedessen die Beschwerdefüh- rerin keinen Anspruch auf eine IV-Rente hat, ist daher nicht zu beanstanden. Die gegen die Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfügung vom 11. September 2014 erhobene Beschwerde e rweist sich unter diesen Umstän- den als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 8.1 Abschliessend bleibt über die Kosten zu befinden. Ge mäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilli gung oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenp flichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegend en, in denen ein durchschnittlicher Verfah- rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahre nskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer- legt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 27. Okto- ber 2014 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 11 . September 2014 die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden ist, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung) be- trägt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertrete- rin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 13. Januar 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 9.25 Stunden gelten d gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfr agen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen vo n Fr. 144.90. Der Rechtsvertrete- rin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘370 .50 (10.25 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 144.90 + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 600.-- werden der Beschwerde- führerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 600.-- vorläufig auf di e Gerichtskas- se genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'370.50 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichts- kasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht