Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 16. Dezember 2015 (810 15 293) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Weisung bezüglich persönlichen Verkehrs Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Stefan Schulthess , Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Heidi Mayer Jülich , Adv o- katin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B .____ , Beschwerdege g- nerin C.____ , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Bettina Waldmann, Advokatin Betreff Weisung bezüglich persönlichen Verkehrs (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 2. September 2015) A. C.____ und A.____ sind die Eltern von D.____, ge boren 2007. Mit Entscheid der Ge- richtspräsidentin des damals zuständigen Bezirksger ichts E.____ vom 19. Dezember 2013 wurde die Ehe der Kindseltern geschieden und die el terliche Sorge über D.____ der Kindsmut- ter zugeteilt sowie die Zusatzvereinbarung vom 19. Dezember 2013 der Kindseltern zur Teilver- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht einbarung vom 4./10. Oktober 2013 gerichtlich genehmigt . In dieser Zusatzvereinbarung wurde festgehalten, dass sich die Ehegatten einig seien, dass D.____ während mindestens fünf Tagen und mindestens zwei Übernachtungen pro Monat sowie währ end drei Wochen pro Jahr in den Ferien vom Vater betreut werden solle. Die Kindes- u nd Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) wurde angewiesen, für D.____ eine Beistandschaf t nach Art. 308 des Zivilgesetzbu- ches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 zu errichten. Mit Entscheid vom 6. Februar 2014 errichtete die KESB die Erziehungsbeistandschaft für D.____ und se tzte F.____, Sozialberatung E.____, als Beistand ein. Der Auftrag des Beistandes umfasste im W esentlichen, die Eltern in der Ge- staltung der Besuchs- und Ferienregelung zu unterstützen und nötigenfalls die Modalitäten fest- zulegen sowie die Klärung der Frage, ob eine Familienbegleitung durchgeführt werden solle. B. Mit Entscheid vom 3. April 2014 wies die KESB die Ki ndseltern an, für die Besuchstage von D.____ bei seinem Vater anfänglich die Begleitung von G.____, Dipl. Paar- und Familien- therapeut SYSTEMIS, Dipl. Sozialarbeiter FH und Dipl . Sozialpädagoge FH, in Anspruch zu nehmen. Dies aufgrund einer entsprechenden Empfehlung von Dr. H.____, Institution I.____ (I._____). Aufgrund der tiefgreifenden persönlichen D ifferenzen und der schwierigen Kommuni- kation der Eltern sowie des Loyalitätskonfliktes des Kind es verfügte die KESB mit Entscheid vom 31. Juli 2014 und 7. August 2014 die Aufhebung d er Weisung vom 3. April 2014 und wies die Kindseltern nunmehr an, die Besuche von D.____ b ei seinem Vater vorerst im Rahmen der Sitzungen bei Dr. H.____ durchzuführen. In der Folge fanden vier entsprechende Sitzungen bis Januar 2015 statt, die fünfte Sitzung verzögerte sich und fand erst im April 2015 statt. C. Mit Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft J.__ __ vom 22. April 2015 wurde D.____ in Abänderung des Scheidungsurteils vom 19. De zember 2013 unter die elterliche Sor- ge beider Eltern gestellt. D. Mit Entscheid vom 2. September 2015 erliess die KESB erneut Weisungen betreffend den persönlichen Verkehr und verfügte namentlich, der Kindsvater werde berechtigt und ver- pflichtet, D.____ in Absprache mit dem Beistand im Um fang von mindestens drei Stunden am dritten Wochenende des Monats (mit Ausnahme vom Februar 2016) in Begleitung einer geeig- neten Person zu sehen, wobei spätestens im Januar eine su kzessive Steigerung der Kontakt- dauer und Reduzierung der Begleitung anzustreben sei (Ziff. 1). Die Kindsmutter werde auf ihre Zusage verpflichtet, jeweils am dritten Wochenende des Monats bis und mit Juni 2016 (mit Ausnahme vom Februar 2016) die Wochenenden für die Kontakte von D.____ mit seinem Vater freizuhalten (Ziff. 2). Der Beistand werde angewiesen, die Wochenendkontakte mindestens für September und Oktober 2015, nach Möglichkeit auch für N ovember 2015 aufzugleisen (Ziff. 3). Die Kindsmutter werde unter Strafandrohung gemäss Art. 292 des Schweizerischen Strafge- setzbuches (StGB) vom 21. Dezember 1937 verpflichtet, D._ ___ bis Dezember 2015 im Um- fang von mindestens 3 Stunden pro Wochenende an von e iner Drittperson begleitete Termine mit dem Vater zu bringen und spätestens danach an einer sukzessiven Steigerung der Kontakt- dauer und einer sukzessiven Reduzierung der dabei zu erfo lgenden Begleitung mitzuwirken (Ziff. 4). Der Kindsvater werde unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB angewiesen, ein unangemeldetes bzw. unerwartetes Erscheinen vor D.____ zu unterlassen (Ziff. 5). Dieser Ent- scheid wurde im Wesentlichen damit begründet, dass gemä ss Bericht der I.____ vom 29. Mai Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2015 der regelmässige Kontakt zwischen Vater und Sohn a nzustreben sei und dieser anfäng- lich zu dritt - im Beisein der Mutter - stattfinden soll e mit sukzessiv erfolgendem Rückzug der Mutter. Gemäss Bericht der I.____ sei es für den mit sei ner Mutter eng verbundenen D.____ wichtig, dass diese die Treffen mit seinem Vater guthei sse, um sich darauf einlassen zu kön- nen. D.____ habe sich anlässlich der Anhörung vom 22. Jun i 2015 vor der KESB dahingehend geäussert, dass er seinen Vater sehen wolle, dies jedoch nur in Begleitung einer anderen Per- son und habe dafür seinen Patenonkel K.____ vorgeschlagen . Dieser habe sich bereits gegen- über der KESB dazu bereit erklärt. Die Kindsmutter hab e sich mit der Begleitperson einverstan- den erklärt und würde einen drei- bis vierstündigen Kon takt an jedem dritten Wochenende gut- heissen. Aufgrund verschiedener Vorkommnisse, anlässlich welcher der Kindsvater plötzlich bei der Kindsmutter und D.____ aufgetaucht sei oder sie be obachtet habe, was bei D.____ nach- haltige Ängste ausgelöst habe, wies die KESB den Kindsvater unter Strafandrohung an, dies zu unterlassen. E. Gegen den Entscheid der KESB vom 2. September 2015 erhob A.____, nachfolgend vertreten durch Heidi Mayer Jülich, Advokatin, mit Eingab e vom 5. Oktober 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwa ltungsrecht (Kantonsgericht), mit den Begehren: Es seien die Ziffern 1 bis 5 des Entscheides de r KESB betreffend Weisungen zum persönlichen Verkehr aufzuheben (Ziff. 1). Es sei der Be schwerdeführer zu berechtigen und zu verpflichten, bis Ende 2015 mit seinem Sohn an jedem dr itten Wochenende während mindes- tens drei Stunden in Begleitung einer geeigneten Person zusammen zu sein, nach der Massga- be, dass während dieser Periode eine Steigerung der K ontaktdauer und eine Reduzierung der Begleitung der Kontakte zwischen dem Vater und dem Sohn zu erfolgen habe (Ziff. 2). Ab Ja- nuar 2016 sei der Beschwerdeführer zu berechtigen un d zu verpflichten, seinen Sohn mindes- tens an jedem dritten Wochenende, jeweils das gesamte W ochenende mit Übernachtung (sol- che spätestens ab April 2016), sowie nach Möglichkeit an we iteren Tagen/Halbtagen zu be- treuen (Ziff. 3). Es sei festzusetzen, dass die im Scheid ungsurteil vom 19. Dezember 2013 fi- xierte Betreuung von D.____ durch den Vater an mindest ens fünf Tagen mit mindestens zwei Übernachtungen pro Monat sowie während drei Wochen Fe rien ab Mitte August 2016 (nach den Schulsommerferien) uneingeschränkt massgebend sei bzw. uneingeschränkt zum Tragen komme (Ziff. 4). Falls die Kontakte an den dritten Wo chenenden gemäss Rechtsbegehren 3 aufgrund der Arbeitssituation des Beschwerdeführers nicht möglich sein sollten, seien diese an anderen Tagen im gleichen Monat und im gleichen Umfa ng abzuhalten (Ziff. 5). Es sei der Bei- stand in Ergänzung und Präzisierung seiner Aufgaben gemä ss dem Entscheid der KESB vom 6. Februar 2015 zu verpflichten, alle erforderlichen V orkehrungen/Massnahmen zu treffen, da- mit die Besuchs-/Betreuungsregelung gemäss den Rechtsbegeh ren 2 bis 5 eingehalten werde, insbesondere auch die präzisen Daten und Uhrzeiten festz usetzen, die zusätzlichen Zusam- mentreffen zwischen Vater und Sohn gemäss Rechtsbegehren 3 zu organisieren, die Aus- weichtage gemäss Rechtsbegehren 5 zu bestimmen und sicher zustellen, dass die Übergaben des Sohnes von der Mutter an den Vater an den Besuchsta gen konfliktfrei verliefen (Ziff. 6). Es sei die Kindsmutter unter Strafandrohung gemäss Art. 2 92 StGB zu verpflichten, die Betreuung von D.____ durch den Vater gemäss den Rechtsbegehren 2 bi s 5 einzuhalten (Ziff. 7). Alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin 1 und 2 in solidarischer Verbindung (Ziff. 8). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Wesentlichen wurde die Beschwerde damit begründet, d ass es sich bei der Festlegung der Besuchsdauer auf drei Stunden an jedem dritten Wochen ende um eine Absprache der KESB mit der Kindsmutter handle und der Beschwerdeführer vo n dieser Vorgabe überrascht worden sei. Die Aussagen D.____s seien zu relativieren, da er unter dem Einfluss der Mutter gestanden habe. Einer anfänglichen Begleitung der Besuche könne der Beschwerdeführer in der Person des Patenonkels zustimmen, er habe jedoch gegenüber der KESB deutlich gemacht, dass er nicht bereit sei, sich auf ein erneut reduziertes Besuchsrecht einzulassen. Dies entspreche nicht dem vereinbarten Besuchsrecht gemäss der im Rahmen de s Scheidungsverfahrens gerichtlich genehmigten Zusatzvereinbarung, welche massgeblich sei. Entscheidend seien auch die Emp- fehlungen im Bericht vom 29. Mai 2015 der I.____, we lcher im Wesentlichen festhalte, dass ein regelmässiger Kontakt von D.____ zu seinem Vater für de ssen gesunde Entwicklung ausseror- dentlich wichtig sei und dass D.____ seinen Vater an je dem dritten Wochenende sehen solle. Die Kindsmutter versuche demgegenüber systematisch den Kont akt zwischen Vater und Sohn zu verhindern, indem sie an den für den Vater reserviert en Wochenenden Ausreden erfinde, weshalb das Treffen nicht stattfinden könne. Die KESB habe die Empfehlungen der I.____ nicht in genügender Weise umgesetzt, da die Anordnung der K ESB insgesamt zu schwammig sei und der Kindsmutter die Möglichkeit gebe, die Kontakte zum Vater weiterhin zu torpedieren. F. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Oktober 2015 beantr agte die KESB, die Beschwerde sei unter o/e-Kostenfolge abzuweisen. Im Wesentlichen wurde ausgeführt, dass die beantragte schnelle Erweiterung der Kontakte mit mehrfachen Änder ungen der Rahmenbedingungen hin zu Übernachtungen und weiteren Besuchstagen nicht im In teresse des Kindeswohls liegen würden, da der Kontakt zwischen D.____ und dem Beschwer deführer noch immer erheblich belastet sei und daher eine sukzessive Annäherung erforderlich sei. D.____ habe sich in Abwe- senheit der Mutter dahingehend geäussert, dass er seinen Vater nicht alleine treffen wolle, da er sich davor fürchte, von diesem angeschrien zu werden. Um den Stress des Kindes bei den Treffen mit dem Kindsvater abzubauen, sei die Begleit ung wichtig. Eine Regelung, wonach auf- grund der Arbeitsverpflichtung des Beschwerdeführers verpa sste Besuchswochenenden nach- zuholen seien, sei nicht durchführbar, da sich daraus er neut Streitigkeiten zwischen den Kind- seltern ergeben würden. G. Am 13. November 2015 reichte die Kindsmutter C.___ _, vertreten durch Bettina Wald- mann, Advokatin, ihre Vernehmlassung ein und beantra gte die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Entscheids der KESB . Die Anträge wurden im Wesentli- chen damit begründet, dass D.____ sich klar über den Abl auf des Besuchsrechts geäussert habe und die Meinung des Kindes angemessen zu berücksichtig en sei. Der Beschwerdeführer habe sich das Scheitern des Besuchsrechts selbst zuzuschreib en, da er bereits während der Trennung mehrfach unkontrolliert herumgeschrien habe und die Kindsmutter und den gemein- samen Sohn damit verängstigt habe. Schliesslich habe de r Beschwerdeführer auch nach der Scheidung mehrfach vor der Wohnung der Kindsmutter he rumgebrüllt und D.____ aus dem Haus zerren wollen. Die unangemeldeten Auftritte des Beschwerdeführers seien für den Sohn sehr belastend. Aus diesen Gründen müsse das Vertrauen m it den begleiteten Besuchen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schritt für Schritt wieder aufgebaut werden, was die KESB in ihrem Entscheid berücksichtigt habe. H. Mit Verfügung vom 18. November 2015 wurde der Fa ll der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1. Gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an. Es prüft insbesondere, ob die Eintretensvoraussetzungen e rfüllt sind. Das Gericht hat also zu prüfen, ob ein zulässiges Beschwerdeobjekt vorliegt, ob d ie Vorinstanz zum Erlass des ange- fochtenen Entscheides zuständig war, ob die beschwerdefüh renden Parteien zur Beschwerde befugt sind, ob die geltend gemachten Beschwerdegründe zulässig und die Formalien eingehal- ten sind, ob die Beschwerdeschrift also fristgemäss einger eicht wurde und die notwendigen Rechtsbegehren mit den Beweismitteln enthält sowie begründet und unterschrieben wurde (vgl. zu den Eintretensvoraussetzungen, die auch Sachentscheidun gs- oder Sachurteilsvorausset- zungen genannt werden, R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURN - HERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, Rz 1035 ff., Rz 1136 ff.). Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der E rwachsenenschutzbehörde Be- schwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Gestützt auf Art. 450 Abs. 1 ZGB in Ver- bindung mit § 43 Abs. 2 VPO und § 66 Abs. 1 des Gesetze s über die Einführung des Zivilge- setzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist das Kanton sgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für die Beurteilung der vorlieg enden Angelegenheit zuständig. Der Be- schwerdeführer ist gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Beschwerde befugt. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB in V erbindung mit § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2. Nach § 41 Abs. 3 lit. b des Gesetzes über die Organ isation der Gerichte und der Straf- verfolgungsbehörden (GOG) vom 22. Februar 2001 findet die Urteilsberatung nicht öffentlich und unter Ausschluss der Parteien statt. 1.3. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwer de Rechtsverletzungen (lit. a), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sach verhalts (lit. b) sowie die Unangemes- senheit (lit. c) gerügt werden. Dem Kantonsgericht komm t bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Allerdings auferle gt sich das Kantonsgericht entspre- chend der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei der Ermessensko ntrolle eine gewisse Zu- rückhaltung. Dies insbesondere deshalb, weil die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden als Fachbehörden anzusehen sind (vgl. BGE 135 II 384; D ANIEL STECK , in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Art. 360 – 456 ZG B und Art. 14, 14a SchlT ZGB, Basel 2012, N 17 ff. zu Art. 450a mit weiteren Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1. Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde h auptsächlich, dass der angefochte- ne Entscheid der KESB den Empfehlungen/Vorgaben im B ericht der I.____ vom 29. Mai 2015 der Dres. L.____, und H.____ widerspreche und im Ergebnis infolge der angeordneten Weisun- gen eine massive Einschränkung bzw. Abänderung der von der Scheidungsrichterin festgesetz- ten Betreuung von D.____ durch den Vater erfolge, die sich nicht rechtfertigen liesse. Bestritten werden der Umfang und die Modalitäten des verfügten B esuchsrechts. Der Beschwerdeführer wirft der Kindsmutter vor, sie versuche mit unlauteren Mitteln, den Kontakt zwischen ihm und dem Kind einzuschränken oder gar zu verunmöglichen. 2.2. Die Kindsmutter führt in ihrer Beschwerdeantwort vom 13. November 2015 aus, dass der Beschwerdeführer durch sein mehrfaches unkontrolliert es Herumschreien vor und während der Trennung die ganze Familie verängstigt habe und si ch nicht wundern müsse, wenn das anfängliche Vertrauen zum Aufbau eines normalen Besuchsr echts nicht habe aufgebaut wer- den können. D.____ habe sein Verhalten dem Vater geg enüber auch geändert und die Besu- che teilweise boykottiert. Der Beschwerdegegnerin gehe es nicht darum, den Kontakt zum Kindsvater zu unterbinden. Es gehe nur um die Frage der Umsetzung des Besuchsrechts in einer für das Kind nicht zusätzlich belastenden Art und W eise. Schliesslich habe sich der Be- schwerdeführer durch sein Benehmen bei den anfänglichen und späteren Zusammentreffen mit der Beschwerdegegnerin und seinem Sohn gegenüber sel bst in das heutige Besuchsvakuum manövriert. Mehrmals habe er D.____ aus dem Haus zerren wollen und vor der Wohnung her- umgebrüllt. Er müsse somit nicht vortäuschen, schockiert zu se in, wenn das Besuchsrecht wie- der neu aufgebaut und mit drei Stunden beginnen müs se. D.____ habe klare Vorstellungen vom Ablauf eines Besuchsrechts. Diese müssten berücksichtigt werden. 3.1. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben der nicht obhutsb erechtigte Elternteil und das un- mündige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen per sönlichen Verkehr. Praktische Be- deutung gewinnt das Recht auf persönlichen Verkehr vor a llem in der Trennungs- und Schei- dungssituation bei Verheirateten, aber auch bei der Au flösung des Konkubinats. Das Recht auf persönlichen Verkehr steht Eltern und Kindern um ihre r Persönlichkeit willen zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_409/2008 vom 26. November 2008 E. 3. 2). Es ist ein reziprokes Recht und somit ein Recht des nicht obhutsberechtigten Elternteil s sowie ein Recht des Kindes (vgl. INGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 - 456, 5. Auflage, Basel 2014, N 4 zu Art. 273). Dabei ist der sorge- bzw. obhutsberechtigte Elternteil verpflichtet, den per sönlichen Verkehr zwischen Eltern und Kind zu dulden, ja vielmehr sogar zu ermöglichen. Der Vater und die Mutter haben alles zu un- terlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elter nteil beeinträchtigt oder die Aufga- be der erziehenden Person erschwert (Art. 274 Abs. 1 ZGB ). Das Bundesgericht hat ausdrück- lich festgehalten, dass es unhaltbar wäre, wenn der obh utsberechtigte Elternteil es in der Hand hätte, gewissermassen durch Zwistigkeiten mit dem ande ren Teil den Umfang des Besuchs- rechts zu steuern (BGE 130 III 585 E. 2.2.1). Bei der Festsetzung des persönlichen Verkehrs geht es nicht darum, einen gerechten Interessenausgleich zwischen den Eltern zu finden, son- dern den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen In teresse zu regeln; allfällige Interessen der Eltern haben zurückzustehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_79/2014 vom 5. März 2015 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 4.1). Die Beschränkung des persönlichen Verkehrs darf in der Regel nicht allein wegen elter- lichen Konflikten dauerhaft eingeschränkt werden, jeden falls soweit das Verhältnis zwischen dem besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind gut ist. 3.2. Während der Zweck des Besuchsrechts früher vor allem darin gesehen wurde, es dem Besuchsberechtigten zu ermöglichen, die verwandtschaftlich en Beziehungen zum Kind auf- rechtzuerhalten, betont man heute vornehmlich das Bedü rfnis des Kindes, regelmässige Kon- takte zu beiden Eltern zu haben (vgl. P ETER BREITSCHMID , in: Breitschmid/Rumo-Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Fam ilienrecht inkl. Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2 012, N 1 zu Art. 273). Oberste Richt- schnur für die Ausgestaltung des Besuchsrechts ist immer d as Kindeswohl, welches anhand der Umstände im konkreten Einzelfall zu beurteilen ist (vgl. BGE 127 III 295 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E.4.2). Von herausragender Bedeutung für die Regelung des Besuchsrechts ist dabei der Wille des Ki ndes (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_350/2009 vom E. 3.2). Der Kindswille ist nicht nur bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts im Einzelnen zu berücksichtigen, sondern vor allem auch bei der Frage, ob überhaupt Besuche stattfinden sollen (vgl. S CHWENZER /C OTTIER , a.a.O., N 11 zu Art. 273). Zur Ermittlung des Kin- deswillens ist das Kind anzuhören. Wird das Wohl des Kind es durch den persönlichen Verkehr gefährdet, üben die Eltern ihn pflichtwidrig aus, ha ben sie sich nicht ernsthaft um das Kind ge- kümmert oder liegen andere wichtige Gründe vor, so kann ihnen das Recht auf persönlichen Verkehr verweigert werden (Art. 274 Abs. 2 ZGB). Eine Kindswohlgefährdung setzt triftige, das Kindswohl nachhaltig berührende Gründe voraus. Wird das Kindswohl nicht oder nicht nachhal- tig beeinträchtigt, rechtfertigen sich Einschränkunge n des Besuchsrechts nicht (vgl. B REIT - SCHMID , a.a.O., N 5 zu Art. 274). Gemäss bundesgerichtlicher Re chtsprechung ist das Kinds- wohl (nur) gefährdet, „wenn die ungestörte körperlich e, seelische oder sittliche Entfaltung durch ein auch nur begrenztes Zusammensein mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil bedroht ist“ (BGE 122 III 404 E.3.b). Als wichtige Gründe fallen V ernachlässigung, physische und psychi- sche Misshandlung, insbesondere sexueller Missbrauch des Kindes, in Betracht. Erforderlich ist sodann, dass dieser Bedrohung nicht durch geeignete ande re Massnahmen begegnet werden kann. Dies folgt aus dem Gebot der Verhältnismässigkeit, dem Verweigerung oder Entziehung des persönlichen Verkehrs als Kindesschutzmassnahme unterlieg en. Der vollständige Entzug des Rechts auf persönlichen Verkehr bildet daher die “ult ima ratio“ und darf im Interesse des Kindes nur angeordnet werden, wenn die nachteiligen A uswirkungen des persönlichen Ver- kehrs sich nicht anderweitig in für das Kind vertretba ren Grenzen halten lassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_367/2015 vom 12. August 2015 E. 5.1.2). Können die befürchteten nachtei- ligen Auswirkungen des persönlichen Verkehrs beispielsweise für das Kind durch die persönli- che Anwesenheit einer Drittperson in Grenzen gehalten werden, so verbietet sich dessen Ver- weigerung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_505/2013 vom 20. August 2013 E. 2.3). 4.1. Die KESB hatte im Sommer 2014 die I.____ aufge fordert, in fünf Sitzungen die Eltern von D.____ therapeutisch zu beraten sowie mit D.____ un d seinem Vater gemeinsam Sitzun- gen durchzuführen. Im Gutachten vom 29. Mai 2015 der D res. L.____ und H.____ wird festge- halten, dass sich die Terminfindung aufgrund der zeitli chen Verfügbarkeit der Beteiligten äus- serst schwierig gestaltet habe. Die Sitzungen seien im Z eitraum vom 26. September 2014 bis Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 16. Mai 2015 durchgeführt worden. Anfänglich seien be ide Eltern bereitwillig zu den vereinbar- ten Gesprächen erschienen und hätten sich bemüht, ein en konstruktiven Umgang zu finden. Parallel hätten die Kindseltern Treffen zu dritt vereinbart. Diese gemeinsamen Unternehmungen seien von allen drei jeweils als positiv und erfreulich b eschrieben worden. Im Verlauf sei jedoch deutlich geworden, dass noch sehr starke negative, offensi chtlich unverarbeitete Gefühle zwi- schen den Kindseltern vorhanden seien. Dies habe sich unte r anderem gezeigt, als die Kinds- mutter ein therapeutisches Gespräch abgebrochen habe, nachdem der Kindsvater einen Vorfall betreffend seine Mutter vorgebracht habe. Aufgrund dieser von neuem wenig konstruktiven und kompromissbereiten Situation von Seiten der Kindseltern sei mit beiden Elternteilen ein Einzel- gespräch geführt worden. D.____ scheine sehr eng mit der Kindsmutter verbunden zu sein. D.____ erscheine für sein Alter noch eher unselbständig und orientiere sich dementsprechend noch sehr stark an der Mutter. Ansonsten scheine er sich seh r gut zu entwickeln und über viele gute Fähigkeiten zu verfügen, was auch auf eine insgesamt gute Erziehungskompetenz der Kindsmutter rückschliessen lasse. Die enge Bindung von D.___ _ an seine Mutter sei auch bei den Vater-Sohn-Sitzungen deutlich geworden. D.____ s ei vorgängig stets darauf angewiesen gewesen, von seiner Mutter zu hören, dass sie diese Treffen gutheisse. Die Kindsmutter sei von Dr. H.____ jeweils aufgefordert worden zu sagen, dass si e diese Vater-Sohn-Sitzungen wün- sche und sie habe sich scheinbar überwinden müssen, D.____ dies zu vermitteln. Darauf habe sich D.____ jeweils schnell einlassen können, habe freudi g zum Vater Kontakt aufgenommen und habe die Stunde jeweils lustvoll mit einem Verste ck-Spiel verbracht. Es seien bei D.____ keinerlei Anzeichen eines ängstlich zurückhaltenden Verhaltens gegenüber dem Vater oder gar einer Traumatisierung zu sehen. Insgesamt habe sich eine tragfähige und gesunde Vater-Sohn- Beziehung gezeigt. Auch sei deutlich geworden, dass der Kindsvater massiv dadurch leide, dass er seinen Sohn nur noch sehr eingeschränkt sehen kön ne und sich der Kindsmutter dies- bezüglich ausgeliefert fühle. Mit vehementem Nachdruck versuche er, diese Situation zu verän- dern. Die Gutachterinnen kommen im Bericht vom 29. Mai 2015 zu m Schluss, dass es für die gesun- de psychosoziale Entwicklung von D.____ eindeutig wichtig erscheine, dass er regelmässig zu seinem Vater Kontakt habe. Sie führen aus, sie würden empfehlen, das dritte Wochenende im Monat als Vater-Wochenende zu reservieren. Sinnvoll er scheine es, dass die Kindseltern in Begleitung des Beistandes F.____, diese Wochenenden und wenn möglich weitere Vater-Sohn- Treffen organisieren würden. Die Treffen müssten anfän glich zu dritt (Kindseltern und D.____) stattfinden, die Kindsmutter solle sich dann sukzessive zurückzi ehen, bis ein normales Vater- Wochenende mit Übernachtung beim Vater möglich werde . So könne D.____ seinen Vater, seine wichtigste männliche Bezugs- und Identifikationsfi gur, erleben, sehen wo dieser wohne und erstmals sein Halbgeschwister kennen lernen. Dies al les ermögliche ihm, die Realität wahrzunehmen, sich besser zu orientieren, was ihm schlussendlich Sicherheit vermittle. 4.2. Aus dem Bericht der I.____ wird klar, dass für D.__ __ der Kontakt zu beiden Elterntei- len wichtig ist. Des Weiteren wird die Mutter als erzie hungskompetent erklärt und die Vater- Sohn Beziehung als tragfähig und gesund beschrieben. Ebenso wird festgehalten, dass bei D.____ gegenüber dem Vater keinerlei Anzeichen eines ä ngstlich zurückhaltenden Verhaltens oder gar einer Traumatisierung zu sehen seien. Was D.____ brauche, um sich auf seinen Vater Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht einzulassen, sei der positive Zuspruch der Mutter. Der Ber icht der I.____ deckt sich z.B. auch mit dem Bericht von G.____ vom 13. Mai 2014, in welchem dieser erklärt, er habe eine grosse Nähe zwischen Vater und Sohn beobachtet. D.____ zeige a ber bei den Besuchen anfänglich immer Mühe und Ablehnung gegenüber dem Vater und dies werde erst besser, wenn die Mutter nicht mehr präsent sei. In den Akten werden die unange meldeten Kontaktaufnahmen des Va- ters mit dem Sohn als belastend qualifiziert. Des Weiter en hat sich D.____ an der Anhörung durch die KESB vom 22. Juni 2015 dahingehend geäussert, damit einverstanden zu sein, den Vater zu sehen, aber nur im Beisein einer weiteren P erson. Aus dem Bericht des Beistandes F.____ vom 10. September 2015 geht hervor, dass von dr ei Treffen eines nicht standgefunden habe und eines vorzeitig abgebrochen worden sei, weil D. ____ sich geweigert habe, den Vater zu treffen bzw. weiterhin mit diesem zusammen zu sein. Weiterhin geht aus den Akten hervor, dass die Eltern ein sehr schwieriges Verhältnis zueinander haben und beide sehr darauf be- dacht sind, dass festgestellt werde, dass das Fehlverhalten beim anderen Elternteil liege. 4.3. Der Bericht der I.____ und die Verfügung der KE SB sehen als Endziel das Herstellen eines regelmässigen Kontakts zwischen Vater und Sohn im R ahmen der Zusatzvereinbarung vom 19. Dezember 2015. Dies muss auch das Endziel sein, da aufgrund der Akten beide El- ternteile als fähig erachtet werden, D.____ gemäss Zus atzvereinbarung zu betreuen, und das grundsätzliche Problem primär im Verhältnis zwischen den E ltern und weniger im Verhältnis zwischen Sohn und Vater liegt. Jedoch erachten die I.____ und die KESB aufgrund der Schwie- rigkeiten und der zur Zeit zum Teil noch ablehnenden Haltung des Sohnes, welche sicherlich zu einem nicht unbeachtlichen Teil durch die negative Eins tellung der Mutter bedingt ist, eine Auf- bauphase als sinnvoll. Die weitergehende Steigerung d es Kontakts soll dann aufgrund der Er- gebnisse und Erfahrungen der Aufbauphase ausgestaltet werden. Dieses Vorgehen sehen so- wohl die I.____ als auch die KESB vor. Des Weiteren sie ht auch die I.____ die Übernachtung von D.____ beim Vater nicht schon von Anbeginn an vor. E ntgegen der Ansicht des Beschwer- deführers korrelieren die Empfehlungen der I.____ im Grossen und Ganzen mit der Umsetzung in der angefochtenen Verfügung. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, an der von der Fachbehör- de und der I.____ vorgesehenen Vorgehensweise zu zweife ln. Damit ist der Entscheid der KESB grundsätzlich nicht zu beanstanden. 5.1. Als nächstes ist auf die einzelnen Rechtsbegehren d es Beschwerdeführers einzuge- hen. 5.2. Der Beschwerdeführer beantragt im Rechtsbegehre n 2, er sei zu berechtigen und zu verpflichten, mit seinem Sohn D.____ bis Ende 2015 an j edem dritten Wochenende während mindestens drei Stunden in Begleitung einer geeigneten Person zusammen zu sein, nach der Massgabe, dass während dieser Periode eine Steigerung der Kontaktdauer und eine Reduzie- rung der Begleitung der Kontakte zwischen dem Vater und dem Sohn zu erfolgen habe. Das Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Akts muss im Zeitpunkt der Entscheidung aktuell sein. Damit soll sichergestellt werden, dass das Gericht konkrete und nicht bloss theoretische Fragen entscheidet. Fehlte das aktuelle Interesse schon bei Einreichung der Beschwerde, wird auf die Beschwerde nicht eingetreten . Entfällt es im Laufe des Verfahrens, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht folgt dessen Abschreibung (R HINOW /K OLLER /K ISS /T HURNHERR /BRÜHL -MOSER , a.a.O., Rz 962 und 1931; Urteil des Bundesgerichts vom 5. Februar 2009 , 2C_10/2009, E. 2). Da im Zeitpunkt der Urteilsberatung die Regelung des Besuchsrechts bis En de Dezember 2015 aufgrund des Zeitablaufs nicht mehr aktuell ist, ist dieses Rechtsbegeh ren infolge Gegenstandslosigkeit ab- zuschreiben. 5.3. Im Rechtsbegehren 3 verlangt der Beschwerdeführer, dass er ab Januar 2016 zu be- rechtigen und zu verpflichten sei, seinen Sohn mindest ens an jedem dritten Wochenende, je- weils das gesamte Wochenende und mit Übernachtung (solche spätestens ab April 2016), so- wie nach Möglichkeit an weiteren Tagen/Halbtagen zu be treuen. Im Rechtsbegehren 4 bean- tragt der Kindsvater, dass festzustellen sei, dass die in der Zusatzvereinbarung der Schei- dungskonvention vom 19. Dezember 2013 fixierte Betreu ung von D.____ durch den Vater an mindestens fünf Tagen mit mindestens zwei Übernachtunge n pro Monat sowie während drei Wochen Ferien ab Mitte August 2016 (nach den Schulsomm erferien) uneingeschränkt massge- bend sei bzw. uneingeschränkt zum Tragen komme. Wie bere its festgehalten, wird der Ent- scheid der KESB, eine circa dreimonatige Aufbauphase durchzuführen und spätestens ab dann das Besuchsrecht zu erweitern, nicht beanstandet. Die K indsmutter wird unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB auch dazu angehalten. Wie aus den Akten hervorgeht, liegt das Problem des Be suchsrechts primär im Verhältnis der Eltern zueinander. Diese Spannungen führen bei D.___ _ zu einem Loyalitätskonflikt, den ihn umso mehr belastet, als er offensichtlich ein sehr enges Verhältnis mit der Mutter hat. Dies hat dazu geführt, dass er sich auf die Begegnungen mit dem Vater nur einlassen kann, wenn die Mutter die Treffen gutheisst. Unter anderem die ablehnende Haltung der Mutter gegenüber dem Vater hat zu äusserst selten stattgefundenen Kontakte zw ischen Vater und Sohn geführt. Dies hat eine Annäherung zwischen Vater und Sohn erschwert b zw. verhindert. Andererseits finden sich in den Akten auch genügend Anhaltspunkte dafür, da ss der Vater in gewissen Situationen sehr laut geworden oder unerwünscht aufgetaucht ist, was den Sohn verunsichert und verängs- tigt hat. Überdies hat D.____ bei der Anhörung klar ausgesagt, den Vater nur unter gewissen Bedingungen und in einem geringen Rahmen sehen zu wollen. Die KESB hat verfügt, dass eine Steigerung der Besuchsin tensität zu erfolgen hat. Nicht ent- schieden wurde, in welchen Schritten und in welchem Um fang die Steigerung stattfinden soll und ab wann D.____ beim Vater übernachten kann bzw. so ll. In Anbetracht der für D.____ auf- grund der Konflikte der Eltern äusserst schwierigen Umst ände ist die Entscheidung der KESB, der Grad der Intensivierung erst nach dem Sammeln von Erfahrungen über die stattgefundenen und ausgeübten Besuchstermine und der damit zusammenhänge nden Annäherung von Vater und Sohn festzulegen, nicht zu beanstanden. Sollten sich die Eltern nicht formlos über eine wei- tere Ausdehnung des Besuchsrechts einigen können, so hat der Erziehungsbeistand F.____ gemäss Verfügung vom 6. Februar 2014 die Eltern in der Gestaltung der in der Zusatzvereinba- rung vom 19. Dezember 2013 vereinbarten Besuchs- und F erienregelung zu unterstützen und nötigenfalls die Modalitäten festzulegen. Zwar ist de r Wunsch des Vaters nach vermehrtem Druck auf die Mutter verständlich, dennoch ist die Festle gung des ausgedehnteren Besuchs- rechts bis hin zum vereinbarten Besuchsrecht unter andere m aufgrund der Konflikte zwischen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Eltern und des einhergehenden Loyalitätskonflikts vo n D.____ erst nach Ablauf der ersten Phase sinnvoll. Sollte festgestellt werden, dass die Mut ter die Ausübung des Besuchsrechts durch den Vater verhindert oder erschwert, so muss die KE SB die Bussenerteilung nach Art. 292 StGB auch veranlassen. Andererseits hat der Beistand bei der Festlegung der weiteren Schritte unter anderem auch die Befindlichkeit von D.____ zu berücksichtigen. Diese muss sich nicht automatisch mit den Wünschen des Vaters decken. Aus d en genannten Gründen sind die Rechtsbegehren 3 und 4 des Beschwerdeführers abzuweisen. 5.4.1. Im Rechtsbegehren 5 beantragt der Beschwerdefüh rer, dass für den Fall, dass die Kontakte zwischen ihm und seinem Sohn an den dritten Wo chenenden gemäss seinem Rechtsbegehren 3 nicht möglich sein sollten, weil seine A rbeitgeberin ihm dies nicht ermögli- che, die väterlichen Kontakte an anderen Tagen im glei chen Monat und im gleichen Umfang abzuhalten seien. Der Kindsvater führt in seiner Rechtssch rift aus, dass er der KESB gegen- über nie erklärt habe, dass das Freihalten des dritten W ochenendes im Monat auch ab dem Jahr 2016 von der Arbeitgeberin verbindlich zugesichert worden sei. Die Kindsmutter sei bei der zeitlichen Ausgestaltung wesentlich flexibler als der Beschw erdeführer, da sie an den Wochen- enden grundsätzlich nicht arbeiten müsse und sie ohnehi n nur teilzeitlich (gemäss seinem Kenntnisstand weniger als 50 %) arbeite. 5.4.2. Die KESB stellt sich gegen dieses Begehren mit d er Begründung, dass diese vom Kindsvater gewünschte Regelung Tür und Tor für neue A gitationsfelder der Eltern öffne. Beste- he keine gegenseitige Kooperationsbereitschaft, so werde der ausgefallene Kontakttag Mög- lichkeiten neuer heftiger Auseinandersetzungen bieten , welche nicht spurlos an D.____ vorbei- gehen würden. Es komme hinzu, dass die Mutter ebenfalls einen Arbeitgeber und entsprechen- de Arbeitspflichten geltend machen könne. Es entsprech e zwar durchaus dem Kindeswohl, wenn die Kontakte mit dem Vater regelmässig wie geplan t stattfänden, erweiterte Streitigkeiten über Ersatzdaten würden aber keinesfalls dem Kindswohl dienen. Hier sei ein einmaliger Ausfall des Kontakts den erweiterten Streitereien zwischen den Eltern vorzuziehen. Dabei müsse auch berücksichtigt werden, dass durch Vorgaben, deren Umsetzung für den Beistand nicht oder nur unter erheblichem Druck umsetzbar seien, dessen Bemühun gen, D.____ seinem Vater wieder anzunähern, gefährden würden. 5.4.3. Die Kindsmutter bestreitet in ihrer Vernehmlas sung vom 13. November 2015 weder teilzeitlich zu arbeiten noch am Wochenende grundsätzlich nicht arbeiten zu müssen. 5.4.4. Das in der angefochtenen Verfügung vorerst fixie rte Besuchsrecht bewegt sich in ei- nem sehr geringen Rahmen. Eine Steigerung ist vorgeseh en, aber noch nicht fixiert. Der Be- schwerdeführer arbeitet als Pilot. Gemäss Ausführungen i m Bericht der I.____ vom 29. Mai 2015 erhält der Kindsvater erst nach Mitte Monat seinen Einsatzplan für den folgenden Monat. Da bei der äusserst konfliktträchtigen Situation eine R egelung getroffen werden sollte, welche bei fehlender Kooperation nicht zu viel Diskussionsspielra um lässt, kann keinesfalls eine kurz- fristige und von Monat zu Monat unterschiedliche Festle gung des Besuchswochenendes bzw. der Besuchswochenenden verfügt bzw. vereinbart werden. Damit ist die grundsätzliche Rege- lung, dass weit im Voraus fixierte Wochenenden als Besuchsw ochenenden wahrgenommen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden, zu schützen. Aufgrund des Berufs des Kindsvaters und der glaubwürdigen Erklärung, dass es schwierig sei, immer ein im Voraus gewünschtes Woch enende frei zu haben, muss dem Vater jedoch in einem reduzierten Rahmen die Mög lichkeit gegeben werden, zumindest einen Teil der allfällig aufgrund seines Arbeitsplane s nicht wahrgenommenen Besuchswochen- enden nachzuholen. Entgegen seinem Begehren kann es je doch keinesfalls so sein, dass die nicht wahrgenommenen Wochenenden im gleichen Monat un d im gleichen Umfang abzuhalten seien. Dies würde aufgrund des wenig kompromissbereite n Verhaltens der Kindseltern nur zu kontraproduktiven Streitereien führen. Das Kantonsgericht erachtet eine Regelung, wonach der Beistand im Voraus Ersatzwochenenden einplant, als sinnv oll, wobei sich deren Anzahl im fol- genden Rahmen zu bewegen hat: Es soll z.B. alle drei M onate ein Wochenende als Ersatzwo- chenende für die in den letzten drei Monaten aufgrund des Arbeitsplans des Beschwerdeführers nicht wahrgenommenen Besuchswochenenden festgelegt werd en. So soll z.B. für die von Ja- nuar bis März 2016 aufgrund des Arbeitsplanes des Kindsvat ers nicht wahrgenommenen Be- suchswochenenden im März ein Ersatzwochenende im Voraus im März fixiert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob nur ein oder mehrere Besuchswoch enenden in drei Monaten nicht ha- ben wahrgenommen werden können. Es bliebe bei einem E rsatzwochenende alle drei Monate. Damit müssten vier Ersatzwochenenden im Jahr fixiert werden . In diesem Sinn ist das Rechts- begehren 5 des Beschwerdeführers teilweise gutzuheissen und die Sache an die KESB zurück- zuweisen, um den Entscheid vom 2. September 2014 zu ergänzen. 5.5. Der Beschwerdeführer beantragt im Rechtsbegehre n 6, der Beistand sei in Ergänzung und Präzisierung seiner Aufgaben gemäss dem Entscheid der KESB vom 6. Februar 2015 zu verpflichten, alle erforderlichen Vorkehren/Massnahmen zu treffen, damit die Besuchs-/Betreu- ungsregelung gemäss den Rechtsbegehren 2 und 5 eingehalten werden, insbesondere die prä- zisen Daten und Uhrzeiten festzusetzen, die zusätzlichen Zusammentreffen zwischen Vater und Sohn gemäss Rechtsbegehren 3 zu organisieren, die Ausweichtage gemäss Rechtsbegehren 5 zu bestimmen und sicherzustellen, dass die Übergabe von D.____ von der Mutter zum Vater an den Besuchstagen konfliktfrei verlaufen. Da die Beschwerde hinsichtlich des Antrags auf Ersatztermi ne teilweise gutzuheissen ist, wird die KESB den Beistand anzuweisen haben, die durch die K ESB verfügte Regelung bezüglich Ersatztermine aufzugleisen und verbindlich zu vereinbaren . Zum Antrag, der Beistand habe sicherzustellen, dass die Übergabe von D.____ an den Besuchstagen konfliktfrei verlaufe, kann festgehalten werden, dass der Beistand im besten Fall di e Modalitäten der Übergabe so planen kann, dass das Konfliktpotenzial tief gehalten wird. Die Sicherstellung der konfliktfreien Überga- be liegt nicht im Machtbereich des Beistandes. Soweit der Antrag die weiteren gewünschten Anordnungen an den Beistand betrifft, so hat die KESB mit Verfügung vom 6. Februar 2014 dem Beistand den Auftrag erteilt, die Eltern in der Gestaltung der vereinbarten Besuchs- und Ferienregelung zu unterstützen und nötigenfalls die Mo dalitäten festzulegen. Der Beistand hat im Rahmen seines Auftrages gemäss dieser Verfügung und den nachfolgenden Verfügungen der KESB die Modalitäten bezüglich Besuchs-/Betreuungsregelung festzulegen. Er hat somit im Rahmen der Anweisungen der KESB seine Pflicht zu erfü llen. Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beistand seinen Auftrag nicht pflicht gemäss ausführt, weswegen das Rechtsbegehren 6 mit Ausnahme bezüglich Ersatztermine abzuweisen ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.6. Der Beschwerdeführer verlangt im Rechtsbegehren 7 , es sei die Kindsmutter unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB zu verpflichten, di e Betreuung von D.____ durch den Vater gemäss den Rechtsbegehren 2 bis 5 einzuhalten. Da in der angefochtenen Verfügung für September bis Dezember 2015 und für die Monate ab Janu ar 2016 jeweils das dritte Wochen- ende des Monats konkret als Besuchstermin festgelegt wurd e, hingegen darüber hinaus „nur“ eine sukzessive noch nicht festgelegte Steigerung vorgesehen war, ist die Angelegenheit an die KESB zurückzuweisen, damit sie die Strafandrohung gemäss Ar t. 292 StGB für die neu festzu- legenden Besuchstermine verfügt. Die KESB wird überdies die Strafandrohung nach Art. 292 StGB insofern zu präzisieren haben, als dass darauf hinz uweisen ist, dass im Fall des Unge- horsams Busse gestützt auf Art. 292 StGB droht (C HRISTOF RIEDO /B ARBARA BONER , in: Nig- gli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strafre cht II, Art. 111 - 392 StGB, 2. Aufl., Ba- sel 2007, Rz 59 zu Art. 292 StGB). 5.7. Der Beschwerdeführer verlangt auch die Aufhebung d er Ziffer 5 der angefochtenen Verfügung, mit welcher er unter Strafandrohung gemäs s Art. 292 StGB angewiesen wird, ein unangemessenes bzw. unerwartetes Erscheinen vor D.____ zu u nterlassen. Diesbezüglich er- klärt der Beschwerdeführer, die Vorwürfe der Kindsmutter über unangemeldetes und unerwarte- tes Erscheinen seien grösstenteils nicht richtig. Aufgrund der Akten ergibt sich, dass zumindest gewisse von der Kindsmutter geschilderte Vorkommnisse vorge fallen sind, welche D.____ er- schreckt haben. Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die KE SB diesbezüglich die Strafan- drohung nach Art. 292 StGB verfügt hat. Damit ist die Beschwerde bezüglich Aufhebung der Ziffer 5 der angefochtenen Verfügung abzuweisen. 6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass nicht zu beanstanden ist, dass die KESB eine drei- bis viermonatige “Aufbauphase“ im verf ügten Rahmen mit der Möglichkeit der Steigerung und für die Zeit nach der Aufbauphase ein e noch auszugestaltende Steigerung des Besuchsrecht verfügt hat. Aus dem Gutachten und den and eren Akten geht hervor, wie wichtig der Kontakt zwischen D.____ und seinem Vater für D.___ _ ist, demzufolge muss das Ziel sein, dass das vereinbarte Besuchsrecht gemäss Zusatzvereinbarung vom 19. Dezember 2015 durchgeführt wird. Aufgrund des Zeitablaufs und der te ilweisen Gutheissung der Beschwerde bezüglich Ersatztermine wird die Angelegenheit an die KESB zurückgewiesen, damit sie Wei- sungen bezüglich Ersatztermine und die präzisierte Strafandrohung gegenüber der Kindsmutter auch für die Zeit nach Januar 2016 verfügt. 7.1. Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Gest ützt auf § 20 Abs. 1 VPO in Ver- bindung mit § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskoste n in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Den kantonalen Behörden können gemäss § 20 Abs. 3 und 4 VPO nur Verfah- renskosten auferlegt werden, wenn sie das Kantonsgericht i n Anspruch nehmen. Im vorliegen- den Fall ist der Beschwerdeführer bezüglich der Ersatzt ermine mit seinem Begehren teilweise durchgedrungen. Des Weiteren kommt das Gericht aufgrund der Akten zum Schluss, dass die Kindsmutter mit ihrem Verhalten die Ausübung des Besu chsrechts des Kindsvaters unnötig erschwert. Aufgrund der gesamten Umstände erscheint es dah er angemessen, dem Beschwer- deführer Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- un d der Kindsmutter Verfahrenskosten in Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Höhe von Fr. 500.-- aufzuerlegen. Da der KESB im vorliegenden Fall keine Verfahrenskos- ten auferlegt werden können, wird der hypothetisch auf sie entfallende Verfahrenskostenanteil nicht erhoben. Dem Beschwerdeführer ist der zuviel gelei stete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 900.-- zurückzuerstatten. 7.2. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann f ür den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung z u Lasten der Gegenpartei zugespro- chen werden. Aus den Akten ergibt sich, dass die Schwieri gkeiten bei der Ausübung des Be- suchsrechts unter anderem Folge der negativen Einstellung der Mutter gegenüber dem Vater sind und diese Negativität über ein allenfalls aufgrun d der Umstände sachlich gerechtfertigtes Mass hinausgeht. Das Gericht kommt deshalb zum Schluss, da ss vorliegendenfalls das Wett- schlagen der Parteikosten gerechtfertigt ist. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird, soweit sie nicht infolge G egenstandslosigkeit ab- geschrieben wird, teilweise gutgeheissen und die Sache w ird im Sinne der Erwägungen zur Regelung von Besuchsersatzterminen u nd zur An- ordnung einer präzisierten Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Dem Beschwerdeführer wird ein Verfahrenskostenantei l von Fr. 500.-- auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- verrechnet. Der zu viel geleistete Kostenvor schuss in der Höhe von Fr. 900.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. C.____ wird ein Verfahrenskostenanteil von Fr. 500.-- auferlegt. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin