<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2000 71 S.313</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">313</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>71</b></span> <span class="ft2"><b>Gewichtung der Zuschlagskriterien.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Weder der Wortlaut von § 18 Abs. 3 SubmD noch der aus den Mate-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>rialien erkennbare Wille des Dekretsgebers verlangen eine prozen-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>tuale Angabe der Gewichtung.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 14. Juli 2000 in</span><br/> <span class="ft3">Sachen F. AG gegen die Verfügung der Kantonalen Strafanstalt Lenzburg.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">4. a) Die Vergabestelle hat die Zuschlagskriterien nicht prozen-</span><br/> <span class="ft1">tual, sondern mit den Begriffen ,,hoch" (Preis) und ,,mittel" (Technik,</span><br/> <span class="ft1">Firma) gewichtet. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die Ge-</span><br/> <span class="ft1">wichtung der Zuschlagskriterien sei zu vage angegeben worden.</span><br/> <span class="ft1">Auch enthalte die Vergabeverfügung der Strafanstalt keine Angaben</span><br/> <span class="ft1">über die Gewichtung; diese Angaben hätten bereits in der Ausschrei-</span><br/> <span class="ft1">bung enthalten sein sollen.</span><br/> <span class="ft1">b) Gemäss § 18 Abs. 3 SubmD sind die ausgewählten Zu-</span><br/> <span class="ft1">schlagskriterien ,,in der Reihenfolge ihrer Bedeutung und mit ihrer</span><br/> <span class="ft1">Gewichtung in der Ausschreibung aufzuführen. Fehlt diese Angabe,</span><br/> <span class="ft1">gilt als Zuschlagskriterium der Preis" (vgl. auch Ziff. 6 des An-</span><br/> <span class="ft1">hangs 3 zum SubmD). Die Pflicht zur vorgängigen Bekanntgabe der</span><br/> <span class="ft1">Gewichtung der Zuschlagskriterien ist anlässlich der Revision vom</span><br/> <span class="ft1">18. Januar 2000 neu in das Submissionsdekret aufgenommen wor-</span><br/> <span class="ft1">den. Zuvor waren die ausgewählten Zuschlagskriterien lediglich in</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">314</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">der Reihenfolge ihrer Bedeutung in den Ausschreibungsunterlagen</span><br/> <span class="ft1">aufzuführen (§ 8 Abs. 3 SubmD in der Fassung vom 26. November</span><br/> <span class="ft1">1996). Das Verwaltungsgericht hatte eine darüber hinaus gehende</span><br/> <span class="ft1">Verpflichtung der Vergabestelle zur Bekanntgabe der Gewichtung</span><br/> <span class="ft1">wiederholt verneint (vgl. AGVE 1998, S. 390 f.; VGE III/70 vom</span><br/> <span class="ft1">28. Mai 1999 in Sachen ARGE S. AG / K. AG, S. 8 f. [vom Bundes-</span><br/> <span class="ft1">gericht mit Entscheid vom 2. März 2000, S. 7, unter Hinweis auf</span><br/> <span class="ft1">BGE 125 II 100 ff. geschützt]) und es als Sache des Dekretsgebers</span><br/> <span class="ft1">bezeichnet, eine solche Pflicht zu statuieren. Vom revidierten Wort-</span><br/> <span class="ft1">laut nicht ausdrücklich verlangt ist, dass die Gewichtung in Zahlen,</span><br/> <span class="ft1">sei dies in Prozenten, in Punkten oder mit einem Faktor, angegeben</span><br/> <span class="ft1">wird. Anlässlich der Beratung des revidierten § 18 Abs. 3 SubmD</span><br/> <span class="ft1">wurde ein Antrag, die ausgewählten Zuschlagskriterien seien mit</span><br/> <span class="ft1">ihrer <i>prozentualen</i> Gewichtung in der Ausschreibung aufzuführen,</span><br/> <span class="ft1">abgelehnt (vgl. Protokoll der Sitzung des Grossen Rates [Prot. GR]</span><br/> <span class="ft1">vom 18. Januar 2000, Art. 2000-1763, S. 2739, 2740). Auch in der</span><br/> <span class="ft1">vorberatenden Kommission des Grossen Rates hatte der Vorschlag,</span><br/> <span class="ft1">den Begriff ,,prozentuale Gewichtung" zu verwenden, keine Zu-</span><br/> <span class="ft1">stimmung gefunden (vgl. Protokoll der nicht ständigen Kommission</span><br/> <span class="ft1">Nr. 16 vom 18. Dezember 1999, S. 13 [Voten Pfisterer]). Demzu-</span><br/> <span class="ft1">folge sprechen weder der Wortlaut der massgebenden Gesetzesbe-</span><br/> <span class="ft1">stimmung noch der aus den Materialien erkennbare Wille des De-</span><br/> <span class="ft1">kretsgebers gegen die Umschreibung der Gewichtung mit den Wor-</span><br/> <span class="ft1">ten ,,hoch - mittel - gering". Ziel der (vorgängigen) Bekanntgabe der</span><br/> <span class="ft1">Gewichtung der Kriterien ist es, im Interesse der Anbietenden und</span><br/> <span class="ft1">des Wettbewerbs Transparenz und Rechtssicherheit zu schaffen, und</span><br/> <span class="ft1">die Gefahr einer willkürlichen, auf einen bestimmten Anbieter zu-</span><br/> <span class="ft1">geschnittenen Bewertung zu mindern (vgl. Prot. GR, S. 2739 [Votum</span><br/> <span class="ft1">Füglistaller]). Diesem Ziel kann auch mit einer verbalen Umschrei-</span><br/> <span class="ft1">bung der Gewichtung genügend Rechnung getragen werden. Die An-</span><br/> <span class="ft1">bieter können damit in ausreichender Weise erkennen, wo die Verga-</span><br/> <span class="ft1">bestelle beim Angebot ihre Schwerpunkte setzt, zumal sich bereits</span><br/> <span class="ft1">aus der Reihenfolge der Kriterien eine Gewichtung ergibt. Die Um-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">315</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">schreibung der Gewichtung der Zuschlagskriterien mit den Begriffen</span><br/> <span class="ft1">,,hoch" und ,,mittel" ist somit nicht zu beanstanden. Ebenfalls nicht</span><br/> <span class="ft1">zu bemängeln ist die Bekanntgabe der Zuschlagskriterien gemäss</span><br/> <span class="ft1">§ 18 Abs. 3 SubmD in den Ausschreibungsunterlagen (Pflichtenheft),</span><br/> <span class="ft1">da im Einladungsverfahren keine (öffentliche) Ausschreibung statt-</span><br/> <span class="ft1">findet.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>