<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird ersucht, auf die folgenden Fragen zu antworten:</p><p>1. Auf welchen Betrag belaufen sich oder werden sich die jährlich eingesparten Energiekosten belaufen, wenn die Einsparungen durch die existierenden Verkabelungen sowie die zukünftigen Einsparungen durch die geplanten Verkabelungen in der Schweiz in die Berechnung einfliessen?</p><p>2. Hat der Bundesrat oder haben die Genehmigungsbehörden diesen Faktor bei seinen bzw. ihren Entscheiden zu den drei Abschnitten der Verkabelung zwischen Chamoson und Ulrichen berücksichtigt, oder fliesst er in die laufenden vertieften Abklärungen dazu ein? Wenn nicht, warum nicht?</p><p>3. Plant der Bundesrat, im Entwurf des Bundesgesetzes über den Um- und Ausbau der Stromnetze zu präzisieren und zu klären, welches Modell für die Kostenberechnung angewendet wird? Ist vorgesehen, dass der Faktor Energiesparen in diesem Rahmen eine grosse Rolle spielen wird, insbesondere für die Hochspannungsleitungen?</p><p>4. Von welchem Strompreis geht der Bundesrat in seiner Berechnung des Energieverlustes aus?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Bei bestehenden Stromleitungen können Stromverluste errechnet werden. Massnahmen zur Minimierung bzw. Optimierung der Stromverluste (Verlustoptimierung) können hingegen nur anhand eines Vergleichs zwischen verschiedenen Leitungsvarianten ermittelt werden. Die aufwendige Erarbeitung solcher Varianten erfolgt nur, wenn eine bestehende Leitung geändert oder eine neue Leitung erstellt werden muss. Verlustoptimierungen werden somit jeweils bezogen auf ein konkretes Leitungsbauvorhaben durchgeführt. Dem Bundesrat sind weder gesamtschweizerische noch regionale Erhebungen über Energie- und Kosteneinsparungen im Zusammenhang mit bereits erfolgten oder künftigen Verkabelungen von Hochspannungsleitungen bekannt.</p><p>2. Ja, der Aspekt der Verlustoptimierung wurde bzw. wird bei Planung und Bewilligung aller drei Leitungsbauvorhaben zwischen Chamoson und Ulrichen berücksichtigt. Bei Freileitungen können die Transportverluste durch die Materialwahl und die Dimensionierung der Leiterseile (grössere Querschnitte) so optimiert werden, dass diese auf das Niveau der Verluste bei Kabelleitungen gesenkt werden können. Bei den 380-Kilovolt-Leitungsbauvorhaben Chamoson-Chippis und Mörel/Filet-Ulrichen handelt es sich um verlustoptimierte Freileitungsprojekte. Das Plangenehmigungsgesuch für die Leitung Chippis-Mörel/Filet, für welche der Bundesrat im Sachplan Übertragungsleitungen einen Freileitungskorridor festgesetzt hat, wurde noch nicht eingereicht.</p><p>3./4. Die Stromverlustkosten werden sowohl im Sachplanverfahren - sofern eine Sachplanpflicht vorliegt - als auch im Plangenehmigungsverfahren durch die Eidgenössische Elektrizitätskommission (Elcom) geprüft.</p><p>Im Sachplanverfahren werden Leitungsbauvorhaben der Netzebene 1 (Übertragungsnetz) anhand des Bewertungsschemas für Übertragungsleitungen bewertet. Dieses wurde im Februar 2013 von einer Arbeitsgruppe der drei Bundesämter für Energie, Umwelt und Raumentwicklung sowie dem Fachsekretariat der Elcom verabschiedet. Die Kriterien des Bewertungsschemas sind Raumentwicklung, Umweltschonung, technische Aspekte und Wirtschaftlichkeit. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung umfasst auch Analysen der zu erwartenden Betriebskosten inklusive der Stromverlustkosten bei verschiedenen Leitungsvarianten über die gesamte Lebensdauer der Leitung. In der Botschaft zum Bundesgesetz über den Um- und Ausbau der Stromnetze (Strategie Stromnetze; BBl 2016 3947) schlägt der Bundesrat vor, die Kriterien des Bewertungsschemas auf Gesetzesebene zu verankern.</p><p>Im Plangenehmigungsverfahren werden die Stromverlustkosten über die gesamte Lebensdauer einer Leitung (bei Freileitungen i. d. R. 80 Jahre) berechnet. Der dabei eingesetzte Strompreis wird anhand transparenter und objektiver Kriterien sowie aufgrund der Perspektiven für die langfristige Entwicklung der Strommarktpreise ermittelt. Gemäss aktueller Praxis (wie z. B. beim Leitungsbauvorhaben Mörel/Filet-Ulrichen) werden die Verlustkosten gestützt auf eine Berechnungsmethode ermittelt, welche der Elcom vom Verein Swisselectric und von der Swissgrid AG Anfang 2014 vorgelegt wurde. Diese Berechnungsmethode sieht vor, die Stromverlustkosten aufgrund der realen Preise langfristiger Jahresprodukte am liquiden Terminmarkt Deutschland zuzüglich Importzuschläge unter Berücksichtigung des Wechselkurses zu bestimmen. Die Preise können daher je nach Marktsituation variieren.</p><p>Betreffend die Netzebenen 3, 5 und 7 (überregionale, regionale und lokale Verteilnetze) schlägt der Bundesrat im Rahmen der Strategie Stromnetze die Einführung eines Mehrkostenfaktors vor. Danach sollen Leitungen grundsätzlich als Kabel ausgeführt werden, sofern dies technisch und betrieblich möglich ist und das Verhältnis der Gesamtkosten für eine Kabelvariante zu den Gesamtkosten einer gleichwertigen Freileitung einen bestimmten Faktor nicht überschreitet. Bei der Berechnung der Gesamtkosten sollen auch die Stromverlustkosten der untersuchten Varianten berücksichtigt werden. Den Mehrkostenfaktor und die Methoden für dessen Berechnung soll der Bundesrat in der Verordnung festlegen. Die Strategie Stromnetze befindet sich derzeit in parlamentarischer Beratung.</p>  Antwort des Bundesrates.