Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. April 2020 (720 19 393 / 83) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts / Einkommensvergleich: Ermitt- lung des Valideneinkommens anhand der LSE-Tabellenl öhne: Anwendung der Tabelle TA1 statt der Tabelle T17 Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Peter Epple, Advokat, Advokatur und Notariat Stadthof, Hauptstrasse 47, 4153 Reinach BL 1 gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1969 geborene A.____ hatte sich am 9. Dezember 2013 unter Hinweis auf anhal- tende, seit einer am 24. Oktober 2012 erlittenen Schu lterverletzung rechts bestehende Schul- terschmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (I V) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Nach Abklärung der gesundheitlichen und d er erwerblichen Verhältnisse sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft A.____ mit Verfügung vom 27. März 2017 für den Zeitraum vom Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Juni 2014 bis 30. November 2014 eine befristete ga nze Rente zu. Gleichzeitig lehnte sie ei- nen weiteren Rentenanspruch ab 1. Dezember 2014 ab. Diese Verfügung erwuchs unangefoch- ten in Rechtskraft. Mit einer weiteren Verfügung vom 29. Januar 2018 ve rneinte die IV-Stelle einen Anspruch von A.____ auf Eingliederungsmassnahmen. Gleichzeitig leite te die Sachbearbeitung Integration der IV-Stelle das Dossier zur Prüfung eines allfälligen Rentenanspruchs an die hierfür zuständi- ge Abteilung weiter. Diese gab in der Folge zusätzliche Abklärungen - insbesondere zum Ge- sundheitszustand des Versicherten - in Auftrag. Nachdem d iese vorlagen, ermittelte die IV- Stelle beim Versicherten ab 27. März 2017 einen Invali ditätsgrad von 37 % und ab 1. August 2017 einen solchen von 0 %. Gestützt auf diese Ergebni sse lehnte die IV-Stelle nach durchge- führtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 6. Nove mber 2019 einen Rentenanspruch von A.____ ab. B. Gegen diese Verfügung erhob Advokatin Nadia Burkha rdt namens und im Auftrag von A.____ am 9. Dezember 2019 Beschwerde beim Kantonsger icht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es s ei die angefochtene Verfügung aufzuhe- ben und es sei dem Versicherten rückwirkend ab dem 1. Okto ber 2013 eine angemessene In- validenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die angefocht ene Verfügung aufzuheben und es sei die Angelegenheit zum Erstellen eines medizinischen G utachtens über den Gesundheitszu- stand und die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführer s an die Vorinstanz zurückzuweisen. Überdies seien dem Versicherten die unentgeltliche Proze ssführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertreterin zu bewillig en; alles unter o/e-Kostenfolge. Im Wei- teren stellte sie die Verfahrensanträge, es seien die I V-Akten des Versicherten von Amtes we- gen beizuziehen und es sei durch das Kantonsgericht ein unabhängiges medizinisches Gutach- ten über den Gesundheitszustand und die Restarbeitsfäh igkeit des Beschwerdeführers zu ver- anlassen. C. Mit Verfügung vom 9. Januar 2020 bewilligte das Ka ntonsgericht dem Beschwerdefüh- rer gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die un- entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Ve rbeiständung mit Advokatin Nadia Burk- hardt als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Januar 2020 beantragte die IV-Stelle die Abw eisung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführun gen eine Beurteilung von Dr. med. B.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 17. Januar 2020 bei. E. Mit Schreiben vom 31. März 2020 informierte Advokat in Nadia Burkhardt das Kantons- gericht, dass sie den Beschwerdeführer nicht mehr vertrete . Das Mandat werde durch ihren Bürokollegen, Advokat Peter Epple, übernommen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die Beschwerde des Versicherten vom 9. Dezember 2019 ist demnach einzutreten. 2. Wie eingangs aufgezeigt, sprach die IV-Stelle dem V ersicherten mit Verfügung vom 27. März 2017 für den Zeitraum vom 1. Juni 2014 bis 30. November 2014 eine befristete ganze Rente zu. Gleichzeitig lehnte sie - implizit - einen w eiteren Rentenanspruch ab 1. Dezember 2014 bis Ende März 2017 (Zeitpunkt des Verfügungserlasses) ab. Die genannte Verfügung wurde vom Versicherten nicht angefochten. Somit wurde d ie verfügte Ablehnung eines Renten- anspruchs für den Zeitraum vom 1. Dezember 2014 bis Ende März 2017 sowohl formell als auch materiell rechtskräftig. Ein Zurückkommen auf diese Verfügung ist daher grundsätzlich nur unter den Titeln der prozessualen Revision wegen neu e ntdeckter und vorbestandener Tatsa- chen und Beweismittel (Art. 53 Abs. 1 ATSG) und der W iedererwägung wegen zweifelloser Un- richtigkeit und erheblicher Bedeutung ihrer Berichtig ung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) möglich. Ein entsprechender Rückkommenstitel wird vom Beschwerdefüh rer nicht geltend gemacht. Somit kann im Rahmen des vorliegenden Verfahrens aber ausschli esslich ein allfälliger Rentenan- spruch des Versicherten für den Zeitraum ab April 2017 beurteilt werden. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Vorliegend gab die IV-Stelle im Hinblick auf die Beurteilung des aktuellen Gesund- heitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten bei den Dres. med. C.____, Rheumato- logie FMH, und D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FM H, ein bidisziplinäres (rheumatolo- gisches/psychiatrisches) Gutachten in Auftrag, das am 7. Dezember 2018 erstattet wurde. 5.1.1 Im rheumatologischen Fachteil erhob Dr. C.____ beim Versicherten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) persistierende periarthropathische Schulterbeschwerden rechts mit/bei (1.1) Status nach Schulterkontusion recht s am 24. Oktober 2012, (1.2) Status nach AC-Gelenksluxation Tossy I-II rechts, konservativ behan delt, (1.3) Status nach Schulter- arthroskopie rechts mit Akromioplastik am 30. April 201 3, (1.4) Status nach offener AC- Gelenksresektion rechts am 24. April 2014 und (2) chron ische unspezifische Kreuzschmerzen mit/bei (2.1) Diskopathie LWK3/4 mit Recssusstenose L4 links und Ostechondrose LWK5/S1 mit Foraminalstenosen L5 beidseits (CT der LWS vom 27. Juni 2017) und (2.2) begleitender Ansatztendinose am medialen Beckenkamm links mit pseudor adikulärer Ausstrahlung ins linke Bein. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr. C. ____ fest, aus rein rheumatologischer Sicht müsse dem Versicherten in der zuletzt ausgeübten Tätigke it als Hilfsarbeiter in einem Geträn- kelager eine andauernde Arbeitsunfähigkeit seit dem Un fall vom 24. Oktober 2012 attestiert werden. Körperlich leichte bis intermittierend mittelsch were Tätigkeiten ohne spezifische Belas- tung der Lendenwirbelsäule oder der rechten Schulter seien dem Exploranden dagegen zumut- bar. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1.2 Im psychiatrischen Fachteil des Gutachtens gelangte Dr. D.____ zur Auffassung, dass sich keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkei t stellen lasse. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhob der Gutachter eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtiger Remission (ICD-10 F33.4) und akzentui erte (ängstlich-vermeidende und ab- hängige) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). In seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hielt Dr. D.____ fest, aufgrund der in den Akten diagnostizie rten mittelgradigen depressiven Episode auf dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven St örung lasse sich retrospektiv für den Zeitraum von Juni 2014 bis zum Austritt aus der Tagesklinik Sonnenhalde im Juli 2017 vorüber- gehend eine etwa 40%-ige Einschränkung der Arbeitsfäh igkeit begründen. Seither könne aus rein psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr objektiviert werden. 5.1.3 Im Rahmen ihrer bidisziplinären Konsensbeurteil ung hielten die Dres. C.____ und D.____ fest, da aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose m it Auswirkung auf die Arbeitsfähig- keit gestellt werde, könnten die Angaben im rheumato logischen Gutachten im Sinne der bidis- ziplinären Gesamtbeurteilung übernommen werden. 5.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 6. November 2019 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeit sfähigkeit des Versicherten auf die Ergebnisse, zu denen die Gutachter Dres. C.____ und D._ ___ in ihrem bidisziplinären Gutach- ten vom 7. Dezember 2018 gelangten. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte ab April 2017, dem Beginn des Zeitraums, für den vorlieg end ein Rentenanspruch des Beschwer- deführers geprüft werden kann (vgl. dazu E. 2 hiervor), bis Ende Juli 2017 zu 40 % arbeitsunfä- hig gewesen sei. Ab anfangs August 2017 habe dann in einer leidensadaptierten Tätigkeit wie- der eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestanden. Dies e vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwal- tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialä rztinnen und -ärzte, die aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach E insicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis- würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das bidisziplinäre Gut- achten der Dres. C.____ und D.____ vom 7. Dezember 20 18 weist weder formale noch inhaltli- che Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verla ngt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der aktuellen medizini- schen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen ab weichenden ärztlichen Einschätzun- gen auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen übe rzeugend. Ebenso nimmt es eine schlüssige Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. 5.3 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht gee ignet, die ausschlaggebende Be- weiskraft des Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ vom 7. Dezember 2018 in Frage zu stellen. Er ist der Auffassung, dass deren Expertise ver schiedene Mängel aufweise, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Seine Einwände, auf die im Folgenden näher einzugehen ist, richten sich dabei ausschliesslich gegen den psychiatrischen Fachteil des Gutachtens. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.1 So rügt der Beschwerdeführer zunächst, dass sich der psychiatrische Facharzt anhand einer lediglich zweistündigen Exploration keinen rechtsg enüglichen Einblick in die Psyche des Versicherten habe verschaffen können. Soweit der Versicherte mit diesem Einwand die Schlüs- sigkeit des Gutachtens mit dem Argument anzweifelt, die Dauer des Explorationsgesprächs sei zu kurz gewesen, ist ihm entgegen zu halten, dass es nach der bundesgerichtlichen Rechtspre- chung nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt; m assgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig i st (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. März 2019, 8C_356/2018, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Dies ist vorliegend entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers zu bejahen. 5.3.2 Im Weiteren moniert der Beschwerdeführer, dass es der psychiatrische Gutachter ver- säumt habe, mit dem behandelnden Psychotherapeuten M. Sc. E.____ und der psychiatrischen Spitex, die ihn wöchentlich betreue, Kontakt aufzunehmen. Mit diesem Einwand kann der Versi- cherte vorliegend nichts zu seinen Gunsten ableiten. Wie die Fragen nach der Dauer der Unter- suchung, der Durchführung von Tests und der Anzahl der not wendigen psychiatrischen Explo- rationen unterliegt auch das Einholen fremdanamnestisch er Auskünfte grundsätzlich der Fach- kenntnis und dem Ermessensspielraum des Experten (Urteil d es Bundesgerichts vom 19. Au- gust 2016, 9C_275/2016, E. 4.3.2 mit zahlreichen Hinweisen). Dazu kommt, dass Dr. D.____ im psychiatrischen Fachteil des Gutachtens (vgl. S. 21 f.) auf d ie abweichenden Einschätzungen des behandelnden Psychotherapeuten eingeht und schlüssig darlegt, weshalb seines Erach- tens nicht auf diese abgestellt werden kann. Nicht meh r äussern konnte sich der psychiatrische Gutachter einzig zum letzten Schreiben des Therapeuten vom 12. Mai 2019, wurde dieses doch erst nach Erstellung des Gutachtens verfasst. Immerhin setzte sich in der Folge mit Dr. B.____ ein anderer psychiatrischer Facharzt inhaltlich in ausführlicher Weise mit dieser aktuellsten Ein- schätzung von M. Sc. E.____ auseinander (vgl. die RAD-Be urteilung von Dr. B.____ vom 24. Juni 2019). 5.3.3 In inhaltlicher Hinsicht wird beanstandet, dass Dr. D.____ beim Beschwerdeführer zu Unrecht keine kombinierte Persönlichkeitsstörung, sond ern lediglich akzentuierte Persönlich- keitszüge diagnostiziert habe. Dieser Einwand erweist sich ebenfalls als unbegründet, denn der psychiatrische Experte legt nachvollziehbar dar, wie die e ntsprechende Diagnosestellung zu- stande gekommen ist (S. 17 f. des psychiatrischen Teilgutachtens). So weist er darauf hin, dass er während der Untersuchung keine schwerwiegenden Psychop athologien habe feststellen können, die als Hinweis für das Vorliegen einer Persönli chkeitsstörung zu werten gewesen wä- ren. Zudem sei der Explorand während vieler Jahren st ets in der Lage gewesen, im Rahmen eines 100 %-Pensums diversen Tätigkeiten nachzugehen. H inweise für eine Dekompensation der Beschwerden von Seiten der akzentuierten Persönlic hkeitszüge respektive einer differenzi- aldiagnostisch in Betracht zu ziehenden Persönlichkeitsstö rung würden sich retrospektiv nicht eruieren lassen und zwar weder zum Zeitpunkt des Arbeits unfalls im Jahre 2012 noch zum Zeitpunkt der Trennung von der Ehefrau im Jahre 2013 . Nach dieser Trennung seien zwar ge- wisse strukturelle Defizite erkennbar geworden, vor allem auf Beziehungsebene, diese seien jedoch für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung als n icht schwerwiegend genug zu be- trachten. Für das Vorliegen akzentuierter Persönlichkeitszü ge und nicht einer Persönlichkeits- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht störung spreche zudem, so Dr. D.____ weiter, der Umsta nd, dass im ersten Bericht des behan- delnden Arztes Dr. med. F.____, Psychiatrie und Psychothe rapie FMH, vom 15. Januar 2016 noch keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden s ei, obwohl sich der Versicherte da- mals schon seit zwei Jahren bei ihm in Therapie befunden habe. Im Zusammenhang mit der vom Beschwerdeführer monierten Diagnosestellung kann zu dem auch auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. B.____ vom 17. Januar 2020 verwiesen we rden. Dieser macht darin zu Recht geltend, dass eine Persönlichkeitsstörung eben nur beim Vorliegen einer schwer dysfunktiona- len Verhaltensweise diagnostiziert werden könne. Für ei ne derartige Annahme liessen sich den Akten jedoch keine Hinweise entnehmen. 5.3.4 Sodann weist der Beschwerdeführer darauf hin, da ss der behandelnde Therapeut M. Sc. E.____ eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradiger bis schwerer Episode diagnostiziert habe. Es sei deshalb unverständlich, weshalb laut dem psychiatrischen Gutachter keine Depression vorliegen solle. Diesem Einwand des Beschwerdeführers ist entgegen zu hal- ten, dass Dr. D.____ auch in Bezug auf diese Diagnose stellung schlüssig darlegt, weshalb er zu einer Beurteilung gelangt ist, die von derjenigen des behandelnden Psychotherapeuten ab- weicht (S. 15 f. des psychiatrischen Teilgutachtens). So we ist er darauf hin, dass sich beim Versicherten während der Exploration - abgesehen von ei nem kurzdauernden Tränenausbruch beim Gespräch über die Aufgabe seines früheren Geschäfts - keine depressive Stimmungslage gezeigt habe. Ebenso hätten sich keine verminderte Ko nzentrationsfähigkeit, kein verlangsam- ter Gedankengang und auch kein reduziertes Vitalgefühl feststellen lassen. Es bestehe zwar durchaus eine leichte Affektlabilität, die Symptome wü rden jedoch nicht ausreichen, um die Di- agnose einer depressiven Episode stellen zu können. Hi nzu komme, so der psychiatrische Ex- perte weiter, dass die durchgeführte Blutkonzentrationsb estimmung gezeigt habe, dass der Versicherte das ihm verordnete Antidepressivum nicht regel mässig einnehme. Auch dies spre- che dafür, dass sich keine Depression objektivieren lasse. 5.3.5 Im Zusammenhang mit den voneinander abweichend en Diagnosestellungen des Gut- achters Dr. D.____ und des behandelnden Psychotherapeute n M. Sc. E.____ ist im Übrigen auch auf die Rechtsprechung hinzuweisen, wonach es die unterschiedliche Natur von Behand- lungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person e inerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits ohnehin nicht zulässt, ein Administra- tivgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass wei terer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu and erslautenden Einschätzungen ge- langen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich ein e abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretat ion entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt gebli eben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2018, 8C_874/2017, E. 5.2.2 mit Hinweisen ). Eine solche Konstellation liegt hier nicht vor, da auch dem letzten Bericht von M. Sc. E.___ _ keine relevanten neuen Gesichts- punkte zu entnehmen sind. Der behandelnde Therapeut se tzt sich darin denn auch nicht mit den gutachterlichen Ergebnissen auseinander, sondern er argumentiert letztlich vielmehr mit seinen eigenen anamnestischen Erkenntnissen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.6 Nicht weiterführend ist es schliesslich, wenn der V ersicherte in der Beschwerdebe- gründung das Gutachten - etwas gar pauschal - als "Kurzgutachten" qualifiziert. Davon kann bei einem 23-seitigen Administrativgutachten wohl kaum ges prochen werden. Soweit der Versi- cherte mit dem Begriff "Kurzgutachten" zum Ausdruck bring en will, dass die Expertise inhaltlich zu kurz, d.h. zu wenig differenziert und fundiert, ausge fallen sei, kann ihm ebenfalls nicht ge- folgt werden. Wie vorstehend aufgezeigt, befasst sich das psychiatrische Teilgutachten von Dr. D.____ ausreichend mit der gesundheitlichen Situat ion des Versicherten, es setzt sich mit der vorhandenen medizinischen Aktenlage auseinander und e s gelangt zu schlüssigen und nachvollziehbar begründeten Ergebnissen. 5.4 Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten e ine zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhalts zu, so besteht kein Anlass, dem in der Be- schwerde vom 9. Dezember 2019 gestellten Verfahrensantr ag des Beschwerdeführers zu ent- sprechen, wonach durch das Gericht ein medizinisches Gutachte n über seinen Gesundheitszu- stand und seine Restarbeitsfähigkeit zu veranlassen sei. D er Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfass ungsmässigen Anspruchs indes- sen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die En tscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürd igung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevant en Sachverhalts ergeben und die- ser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein bea ntragtes Beweismittel verzichtet wer- den. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtli- cher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 60 E. 3.3, 122 V 157 E. 1d). 5.5 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist somit festzuhalt en, dass der Versicherten ab April 2017, dem Beginn des Zeitraums, für den vorlie gend ein Rentenanspruch geprüft werden kann (vgl. dazu E. 2 hiervor), bis Ende Juli 2017 zu 40 % arbeitsunfähig war. Ab anfangs Au- gust 2017 bestand dann in einer leidensadaptierten Tät igkeit bis auf Weiteres wieder eine voll- ständige Arbeitsfähigkeit. 6.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 6.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdi enen würde. Dabei wird in der Re- gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund- heitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E . 4.1). Ist es nicht möglich, zur Be- stimmung des Valideneinkommens vom zuletzt vor Invaliditä tseintritt erzielten Lohn auszuge- hen, so ist es angezeigt, das Valideneinkommen anhand von Durchschnittswerten - wie etwa gestützt auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohn strukturerhebung (LSE) des Bundes- amtes für Statistik - zu ermitteln. Eine solche Konstell ation liegt etwa vor, wenn die versicherte Person die bisherige Stelle bis zum Rentenbeginn - bei spielsweise aus wirtschaftlichen Grün- den oder im Falle einer befristeten Anstellung - ohne hin, d.h. auch dann verloren hätte, wenn sie gesund geblieben wäre. 6.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwer bstätigkeit aus, bei der - kumulativ - beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzun ehmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Sozia llohn, gilt grundsätzlich der tatsäch- lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom- men gegeben, namentlich weil die versicherte Person nac h Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue E rwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind für die Bemessung des Invalideneinkommen die LSE-Ta bellenlöhne heranzuziehen (BGE 143 V 295 E. 2.2). 6.4 Wie den Akten entnommen werden kann, war der Ver sicherte vor Eintritt der Gesund- heitsschädigung zuletzt in einer befristeten Anstellung als Hilfsarbeiter tätig. Aus diesem Grund hätte er diese Stelle im Zeitpunkt des Rentenbeginns a uch dann nicht mehr ausgeübt, wenn er gesund geblieben wäre. Im Weiteren ist festzuhalten, dass der Versicherte auch aktuell keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Unter diesen Umständen ist es nach dem Gesagten nicht zu bean- standen, dass die IV-Stelle sowohl das Validen- als auch d as Invalideneinkommen des Versi- cherten unter Beizug der LSE-Tabellenlöhne ermittelt hat. Die Vorgehensweise als solche wird vom Beschwerdeführer denn auch zu Recht nicht in Frage gestellt. 6.5 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzl ich immer die aktuellsten statisti- schen Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 mit Hin weisen). Vorliegend steht eine Ren- tenzusprache an den Versicherten ab April 2017 zur Diskussio n. Damit ist grundsätzlich von den Tabellenlöhnen der LSE 2016 auszugehen, wobei die se in Bezug auf das Jahr 2017 nöti- genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung anzupassen sind. 7.1 Die IV-Stelle nahm in ihrer Verfügung vom 6. No vember 2019 die erforderlichen Ein- kommensvergleiche vor. Dabei errechnete sie - auf der Ba sis der gutachterlich ermittelten Ar- beitsunfähigkeitsgrade von 40 % bis Ende Juli 2017 bzw. von 0 % ab August 2017 (vgl. E. 5.1 und 5.2 hiervor) - anhand der Gegenüberstellung von V aliden- und zumutbaren Invalidenein- kommen ab April 2017, dem Beginn des Zeitraums, für den vorliegend ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers geprüft werden kann (vgl. dazu E. 2 hiervor), bis Ende Juli 2017 einen Inva- liditätsgrad von 37 % und ab anfangs August 2017 einen solchen von 0 %. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Laut dem vorstehend Gesagten (vgl. E. 5.5 hiervor) bestand beim Versicherten ab an- fangs August 2017 in einer leidensadaptierten Tätigke it bis auf Weiteres wieder eine vollständi- ge Arbeitsfähigkeit. Wie die IV-Stelle in der angefo chtenen Verfügung zutreffend aufzeigt, war der Versicherte deshalb ab dem genannten Zeitpunkt in d er Lage, ein Invalideneinkommen in der Höhe seines Valideneinkommens zu erzielen. Somit ka nn mit der IV-Stelle festgehalten werden, dass der Invaliditätsgrad des Versicherten ab 1. August 2017 und bis auf Weiteres 0 % beträgt. 7.3 Genauerer Betrachtung bedarf hingegen der vorinst anzliche Einkommensvergleich für den Zeitraum von anfangs April 2017 bis Ende Juli 201 7, aus dem ein Invaliditätsgrad des Ver- sicherten von 37 % resultierte. 7.3.1 Die Beschwerdegegnerin stellte diesbezüglich bei der Berechnung des Validenein- kommens des Versicherten auf die statistischen Lohndaten der Tabelle T17 (“Monatlicher Brut- tolohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen; Lebensalter und Geschlecht“) der LSE 2016 ab. In- nerhalb dieser Tabelle zog sie die Lohnzahlen des Abschni tts 9 (“Hilfsarbeitskräfte") und in die- sem Abschnitt die Position 91 ("Reinigungspersonal und Hilfskräfte") heran. Dabei ermittelte sie auf der Basis des Betrags von Fr. 4‘843.-- (Spalte Mä nner, > 50 Jahre) nach Anpassungen an die Nominallohnentwicklung bis 2017 und an die im gena nnten Jahr betriebsübliche wöchentli- che Arbeitszeit ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 61‘022.--. Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens ging die IV-Stelle von den Lohnzahl en der Tabelle TA1 ("Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Komp etenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor) der LSE 2016 aus. Auf der Basis eines Betrags von Fr. 5'340.-- (Löhne Männer, Kom- petenzniveau 1, Zeile “Total“) berechnete sie - wiede rum nach erfolgter Anpassung an die No- minallohnentwicklung bis 2017 und an die im genannten Jahr betriebsübliche wöchentliche Ar- beitszeit - sowie in Berücksichtigung eines zumutbaren Pen sums von 60 % für die Zeit ab April 2017 ein massgebliches Invalideneinkommen von Fr. 38'230.--. 7.3.2 Während die geschilderte Ermittlung des Invaliden einkommens zu keinen Beanstan- dungen Anlass gibt, kann der vorinstanzlichen Bemessung d es Valideneinkommens nicht ge- folgt werden. So ist insbesondere nicht klar, weshalb die IV-Stelle bei Letzterem die Lohnzahlen der Tabelle T17 (“Monatlicher Bruttolohn [Zentralwer t] nach Berufsgruppen; Lebensalter und Geschlecht“) der LSE 2016 heranzog. Obwohl diese Tabell e in der Praxis bei der Ermittlung des Valideneinkommens - soweit ersichtlich - kaum je zur A nwendung gelangt, begründet die IV-Stelle sowohl in der angefochtenen Verfügung als a uch in der Vernehmlassung mit keinem Wort, weshalb sie vorliegend gerade diese statistischen Lo hnzahlen als massgeblich erachtet. Die Anwendung der Tabelle T17 im konkreten Fall kann so mit mangels jeglicher Begründung seitens der IV-Stelle nicht nachvollzogen werden. Überh aupt nicht ersichtlich ist sodann, wes- halb die Beschwerdegegnerin innerhalb dieser Tabelle T17 auf den Durchschnittslohn der Spal- te 91 ("Reinigungspersonal und Hilfskräfte", Fr. 4'843. --) abstellte. Der Beschwerdeführer war vor Eintritt der Gesundheitsschädigung nicht im Reinigu ngsdienst, sondern beispielsweise für ein Zügelunternehmen, im Bereich der Abfallentsorgu ng und später im Magazin der Weinabtei- lung eines Grossverteilers tätig. In Anbetracht der Verschiedenartigkeit der von ihm ausgeübten Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hilfsarbeiten wäre deshalb, wenn schon die Tabelle 17 zur Anwendung gelangen soll, wohl ein Abstellen auf den Durchschnittslohn gemäss der Spalte "To tal" des Abschnitts 9 (“Hilfsarbeits- kräfte", Fr. 5'790.--) richtiger. 7.3.3 Aufgrund des Gesagten ist es angezeigt, auch das Va lideneinkommen des Versicher- ten - in gleicher Weise wie sein Invalideneinkommen - gestützt auf die Lohnzahlen der Tabelle TA1 ("Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtsch aftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor) der LSE 2016 und zwar auf der Basis des Totals der Männerlöhne im Kompetenzniveau 1 (Fr. 5'340.--) zu berechnen. Ist nun aber sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen unter Beizug desselben LSE-Tabel lenlohns zu ermitteln und ist gleichzeitig von der Vornahme eines leidensbedingten Ab zugs vom Tabellenlohn (vgl. dazu BGE 134 V 322 E. 5.3 und 126 V 75 E. 5b/bb und cc) ab zusehen, so führt der Einkommensver- gleich bei der Ausübung eines aus medizinischer Sicht zumu tbaren Pensums von 60 % zu ei- nem massgebenden Invaliditätsgrad von 40 %. 7.4 Zu prüfen bleibt, wie sich die ermittelten Invalid itätsgrade von 40 % (bis Ende Juli 2017) bzw. von 0 % (ab anfangs August 2017) auf die H öhe und die Dauer des Rentenan- spruchs des Beschwerdeführers auswirken. Bei einem Invalidit ätsgrad von 40 % hat der Versi- cherte ab 1. April 2017, dem Beginn des Zeitraums, für den vorliegend ein Rentenanspruch geprüft werden kann (vgl. dazu E. 2 hiervor), Anspruch auf eine Viertelsrente. Gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung ( IVV) vom 17. Januar 1961 ist eine Ver- besserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung ode r Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu b erücksichtigen, nachdem sie ohne wesentli- che Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussi chtlich weiterhin andauern wird. Nach dem Gesagten liegt beim Versicherten ab 1. August 2017 ein Invaliditätsgrad von 0 % vor. In Berücksichtigung der genannten Bestimmung besteht de r Anspruch auf die Viertelsrente noch während dreier Monate seit der ab 1. August 201 7 eingetretenen Verbesserung der Er- werbsfähigkeit, also noch bis Ende Oktober 2017. Für d en Zeitraum danach entfällt in Anbe- tracht des ermittelten Invaliditätsgrades von 0 % ein weiterer Rentenanspruch. 8. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die B eschwerde teilweise gut- zuheissen, die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 6. November 2019 aufzuheben und festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1. April 2017 bis 31. Oktober 2017 Anspruch auf eine befristete Viertelsrente hat. 9. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdever fahrens zu befinden. 9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer zu einem kleineren Teil obsiegende und gleichzeitig zu einem grö sseren Teil unterliegende Partei, wobei es sich rechtfertigt, von einem Obsiegen im Umfang von e inem Viertel und von einem Unterlie- gen im Umfang von drei Vierteln auszugehen. Dementspr echend ist die IV-Stelle ihrerseits zu drei Vierteln obsiegende und zu einem Viertel unterliegende Partei. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Dem Prozessausgang entsprechend hat deshalb der Beschwerdeführer als zu drei Vierteln unterliegende P artei Verfahrenskosten von Fr. 600.-- (3/4 von Fr. 800.--) zu tragen. Dem Beschwerdeführer ist j edoch mit Verfügung vom 9. Januar 2020 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund wird sein Anteil an den Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genom men. Die restlichen Verfahrens- kosten von Fr. 200.-- ( 1/4 von Fr. 800.--) sind der im Umfang von einem Viertel ebenfalls unter- liegenden IV-Stelle zu auferlegen. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer teilwei se obsiegende Partei ist, ist ihm eine reduzierte Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die bis Ende März man- datierte Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Advo katin Nadja Burkhardt, machte in ihrer Honorarnote vom 12. Februar 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 12,5 Stunden geltend, was in Anbetracht der sich stell enden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen pra- xisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr . 250.-- zu entschädigen. Zu keinen Bemerkungen Anlass geben sodann die in der Honora rnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 48.90. Da der Beschwerdeführer nach dem Gesagt en zu einem Viertel obsiegt hat, ist ihm zu Lasten der IV-Stelle eine reduzierte Parteientsch ädigung in der Höhe von Fr. 854.55 (3,125 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 12.20 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zuzu- sprechen, was im Ergebnis einem Viertel des Betrages entspricht, den er bei vollständigem Ob- siegen hätte beanspruchen können. Im Übrigen sind die ausserordentlichen Kosten wettzu- schlagen. 9.4 Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Janu ar 2020 die unentgeltliche Ver- beiständung mit seiner (damaligen) Rechtsvertreterin, A dvokatin Nadja Burkhardt, bewilligt wurde, ist diese für den von der obigen Parteientschädigung nicht erfassten Anteil von drei Vier- teln des geltend gemachten Aufwands und der ausgewiesen en Auslagen aus der Gerichtskas- se zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung fü r die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltl icher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der früheren Rechtsvertreterin des Beschwerdef ührers, Advokatin Nadja Burkhardt, ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'058.90 (9, 375 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 36.70 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.5 In Bezug auf die vorläufig auf die Gerichtskasse gen ommenen Verfahrenskosten und das aus der Gerichtskasse ausgerichtete Honorar seiner Re chtsvertreterin wird der Beschwer- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht deführer ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 9.6 Der neue Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Adv okat Peter Epple, übernahm sein Mandat erst unmittelbar vor der heutigen Urteilsberatung. Da er im Rahmen des vorliegen- den kantonsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens keine Bemüh ungen zu erbringen hatte und ihm keine Auslagen entstanden, ist ihm weder eine (redu zierte) Parteientschädigung zuzuspre- chen noch ein Honorar aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver- fügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 6. November 2019 aufge- hoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführe r für den Zeitraum vom 1. April 2017 bis 31. Oktober 2017 Anspru ch auf eine befristete Viertelsrente hat. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 800.-- werden im Umfang von Fr. 600.-- dem Beschwerdeführer und im Um fang von Fr. 200.-- der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung wird der dem Beschwerdeführer auferlegte Anteil an den Verfahrensko sten in der Höhe von Fr. 600.-- vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 854.55 ( inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird der frühe- ren Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Advokatin N adja Burk- hardt, überdies ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'058 .90 (inkl. Ausla- gen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht