<h2>SubmittedText<h2><p>Seit dem Inkrafttreten des Fahrplanes vom Mai 1999 verkehren auf der Linie Zürich-Stuttgart fünf beschleunigte Neigezüge (zwei Cisalpino, drei ICE mit Neigetechnik, ICE-T). Ausser den zwei Cisalpino-Zugspaaren sind die früheren umsteigefreien Verbindungen Stuttgart-Milano in die Abschnitte Stuttgart-Zürich und Zürich-Milano aufgeteilt worden.</p><p>Die zwei Züge Zürich-Stuttgart(und Stuttgart-Zürich), die neu über Winterthur verkehren, fahren unverständlicherweise nicht über den Flughafen Zürich-Kloten, sondern von der Station Zürich-Museumstrasse direkt über die Zürichberglinie nach Winterthur. Sie benützen zwischen Zürich und Winterthur als wieder dieselbe Route, wie die vor einigen Jahren wenig erfolgreichen alten TEE-Züge. Bereits damals sahen alle Fachgremien (ausser den SBB-Verantwortlichen) voraus, dass eine Route ohne Bedienung des Flughafens zu einem Flop würde.</p><p>Mit einer früheren Abfahrts- bzw. späteren Ankunftszeit in Zürich Hauptbahnhof könnte der Flughafen in die Bahnverbindung Zürich-Stuttgart eingebunden werden. Für die attraktive Anbindung des Flughafens wäre im übrigen ein Stundentakt und nicht nur wie vorgesehen zwei Verbindungen pro Tag fällig.</p><p>Ich stelle folgende Fragen:</p><p>1. Welche Schritte hat der Bundesrat bis heute unternommen, um die Stadt Winterthur und den Flughafen Zürich-Kloten in die Bahnverbindung Zürich-Stuttgart (und Stuttgart-Zürich) einzubinden?</p><p>2. Kennt der Bundesrat die Projektstudie der Cisalpino AG für die Einbindung des Flughafens in ihre Cisalpino-Verbindungen Zürich-Stuttgart? Wie sieht diese aus? Welches sind die Abfahrts- und Ankunftszeiten in Zürich Hauptbahnhof? Könnte dieser Fahrplan auch für die deutschen Neigezüge ICE-T verwendet werden?</p><p>3. Auf wann kann mit der integralen Einbindung des Flughafens in die Bahnverbindung Zürich-Stuttgart gerechnet werden und auf wann mit der Einführung des Stundentaktes auf der ganzen Strecke, mindestens aber auf der Strecke zwischen Flughafen und Winterthur-Schaffhausen-Singen?</p><p>4. Welche Anstrengungen unternimmt der Bundesrat, damit auf den Fahrplanwechsel Mai/Juni 2000 (allenfalls 2001) alle Cisalpino- und ICE-T-Verbindungen über Winterthur und auch über den Flughafen geführt werden?</p><p>5. Was unternimmt der Bundesrat, damit die umsteigefreie und direkte Verbindung Stuttgart-Milano beibehalten und in Zürich nicht unterbrochen wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die gestellten Fragen betreffen den Personenfernverkehr, welcher zum unternehmerischen Bereich der SBB AG gehört und deshalb nicht in die Zuständigkeit des Bundesrates fällt. Gerade mit der Bahnreform wird hier von der SBB AG ein positives Ergebnis und eine Unternehmensführung nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen erwartet.</p><p>Die SBB AG beantwortet die Fragen deshalb wie folgt:</p><p>1. "Eine gemeinsam mit der DB AG im Jahr 1998 eingesetzte Arbeitsgruppe erarbeitet derzeit Szenarien für die mittelfristige Angebotsgestaltung auf der Achse Zürich-Stuttgart. Dabei berücksichtigt sie sowohl Varianten mit Führung der Züge über Bülach als auch über Zürich-Flughafen-Winterthur. Es zeigt sich, dass eine Führung der Züge über Bülach am ehesten ein wirtschaftliches Angebot zulässt. Zudem ist zu bedenken, dass zwischen der Erreichung einer möglichst kurzen Fahrzeit für die Direktverbindung Zürich-Stuttgart und dem Einbezug weiterer Haltepunkte ein Zielkonflikt besteht. Gemäss Antwort des Regierungsrates des Kantons Zürich auf diverse Fragen (KR-Nr. 355/1996, 3/1997, 62/1997, 199/1997, 431/1998) wird seitens des Kantons der Verkürzung der Reisezeit auf der Zentrumsrelation höhere Priorität eingeräumt als der Bedienung von Winterthur und dem Flughafen.</p><p>2. Die im Auftrag der Cisalpino AG erstellte Projektstudie ist den SBB bekannt. Deren Umsetzung hätte jedoch aus Sicht des Gesamtfahrplanes zu diversen nicht lösbaren Konflikten sowie schwerwiegenden Nachteilen für andere Relationen geführt. So wäre u. a. eine Weiterführung der IR-Züge Luzern-Zürich zum Flughafen, wenn überhaupt, nur mit einem verlängerten Aufenthalt in Zürich/HB möglich gewesen. Im weiteren steht ein für die Annahme des über den Flughafen geführten ICE-Zuges im Hauptbahnhof zusätzlich benötigtes Hallengleis während der Umbauphasen in den nächsten Jahren nicht zur Verfügung.</p><p>Eine Bedienung des Flughafens Zürich-Kloten mit den überlagert via Winterthur geführten Zügen wird jedoch seitens der SBB weiterhin angestrebt und soll umgesetzt werden, sobald dies ohne die genannten Nachteile möglich wird.</p><p>3./4. Eine von der DB AG und der SBB im Jahr 1998 eingesetzte Arbeitsgruppe untersucht gegenwärtig die Angebotsgestaltung zwischen Zürich und Stuttgart (vgl. die Stellungnahme des Bundesrates bzw. der SBB AG zum Postulat Wiederkehr 99.3359). Die Ergebnisse der Arbeit sind abzuwarten. Solange die Taktzüge Zürich/HB-Bülach-Schaffhausen beibehalten werden, ist eine integrale Führung der ICE-Züge via Flughafen-Winterthur wegen der Gleisbelegung im Bahnhof Zürich/HB ausgeschlossen. Änderungen sind erst möglich mit Inbetriebnahme des geplanten S-Bahnhofes Sihlpost (als Übergangslösung bis zu weiteren Ausbauschritten), der Umsetzung der Fahrplanstruktur "Bahn 2000", erste Etappe, zwischen Zürich und Winterthur sowie dem Ausbau des Bahnhofes Neuhausen.</p><p>5. Direktverbindungen auf der Achse Milano-Stuttgart werden heute durch Züge der Cisalpino AG angeboten. Die Entwicklung dieser Relation bildet ein klares strategisches Ziel des Verkehrsbereiches der SBB. Mit Blick auf die Konkurrenz im Flugverkehr kann dieses Ziel jedoch vor Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels nur eingeschränkt erreicht werden."</p>  Antwort des Bundesrates.