<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-11-05-5D_22-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5D_22/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 5. November 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter von Werdt, Bovey, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Levante. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kanton Zürich, </div> <div class="para">vertreten durch Kantonales Steueramt Zürich, Bändliweg 21, 8090 Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Negative Feststellungsklage (<span class="artref">Art. 85a SchKG</span>), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 5. März 2024 (PP230001-O/U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.a.</b> Mit Verfügung vom 14. März 2022 auferlegte der Kanton Zürich A.________ wegen Nichteinreichens von Steuererklärungen im Zusammenhang mit der direkten Bundessteuer für das Jahr 2017 eine Busse von Fr. 3'120.--. Diese Verfügung blieb unangefochten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.b.</b> Mit Zahlungsbefehl in der Betreibung Nr. zzz des Betreibungsamts Zürich 7 vom 12. August 2022 betrieb der Kanton Zürich A.________ für den Betrag von Fr. 3'120.-- zzgl. Zins von 4 % seit 9. August 2022, Fr. 39.85 Zins bis 8. August 2022 sowie Betreibungskosten (Fr. 73.30). Als Forderungsgrund gab der Kanton Zürich die Bussenverfügung vom 14. März 2022 betreffend direkte Bundessteuer 2017 an. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.c.</b> Am 24. August 2022 klagte A.________ beim Bezirksgericht Zürich auf Feststellung des Nichtbestehens der Schuld im Sinn von <span class="artref">Art. 85a SchKG</span> (Geschäfts-Nr. FV220123). Mit Entscheid vom 17. November 2022 wies das Bezirksgericht die Klage ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Gegen diesen Entscheid erhob A.________ am 4. Januar 2023 rechtzeitig Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zürich (Geschäfts-Nr. PP230001). Dieses sistierte das Verfahren bis zur rechtskräftigen Erledigung einer von A.________ erhobenen Beschwerde an die kantonale Aufsichtsbehörde im Kontext der Betreibung Nr. zzz und wies das Rechtsmittel schliesslich mit Entscheid vom 5. März 2024 (versandt am 8. März 2024; zugestellt am 18. März 2024) kostenfällig ab. </div> <div class="para">Gleichentags hat das Obergericht über zwei weitere von A.________ erhobene Klagen im Sinn von <span class="artref">Art. 85a SchKG</span> befunden (Geschäfts-Nr. NE230001 betreffend die in der Betreibung Nr. xxx betriebene Forderung und Geschäfts-Nr. NE230002 betreffend die in der Betreibung Nr. yyy betriebene Forderung). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 2. Mai 2024 wendet sich A.________ (fortan: Beschwerdeführerin) an das Bundesgericht. Sie beantragt, die drei Entscheide des Obergerichts vom 5. März 2024 seien nichtig zu erklären, aufzuheben und zur neuen Beurteilung an das Obergericht zurückzuweisen (Rechtsbegehren 1), die drei Entscheide des Bezirksgerichts vom 17. November 2022 seien nichtig zu erklären, aufzuheben und zu neuer Beurteilung an das Bezirksgericht zurückzuweisen (Rechtsbegehren 2) und die Betreibungen Nr. xxx, yyy und zzz seien nichtig zu erklären und aufzuheben (Rechtsbegehren 3). Sodann wiederholt sie je gesondert die bereits vor Bezirks- und Obergericht gestellten negativen Feststellungsbegehren (Rechtsbegehren 4 betreffend die in der Betreibung Nr. xxx betriebene Forderung; Rechtsbegehren 5 betreffend die in der Betreibung Nr. yyy betriebene Forderung und Rechtsbegehren 6 betreffend die in der Betreibung Nr. zzz betriebene Forderung). </div> <div class="para">Weil sich die Beschwerde gegen drei selbständig ergangene Entscheide richtet, die für sich betrachtet einen eigenständigen Streitgegenstand haben, hat der Präsident der urteilenden Abteilung drei Verfahrensdossiers eröffnet, und zwar wie folgt: Verfahren 5A_281/2024 betreffend die Betreibung Nr. xxx und die in diesem Zusammenhang ergangenen Entscheide FO220006 und NE230001; Verfahren 5A_282/2024 betreffend die Betreibung Nr. yyy und die in diesem Zusammenhang ergangenen Entscheide FO220007 und NE230002; Verfahren 5A_22/2024 betreffend die Betreibung Nr. zzz und die in diesem Zusammenhang ergangenen Entscheide FV220123 und PP230001). </div> <div class="para">Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens ist mithin der Entscheid des Obergerichts vom 5. März 2024 mit der Geschäfts-Nr. PP230001. </div> <div class="para">Das Bundesgericht hat die kantonalen Akten, in der Sache hingegen keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Gegen den angefochtenen Entscheid des oberen kantonalen Gerichts, das als Rechtsmittelinstanz über eine negative Feststellungsklage gemäss <span class="artref">Art. 85a SchKG</span> entschieden hat (<span class="artref">Art. 72 ff. BGG</span>), ist die Beschwerde in Zivilsachen nur gegeben, wenn eine Streitwertgrenze von Fr. 30'000.- erreicht ist oder wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (<span class="artref">Art. 74 Abs. 1 lit. b, <artref id="CH/173.110/74/2/a" type="start"></artref>Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG</span><artref id="CH/173.110/74/1/b" type="end"></artref>). Da die Streitwertgrenze vorliegend nicht erreicht ist, und die Beschwerdeführerin nicht dartut (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>), inwiefern sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellen könnte, ist die Eingabe der Beschwerdeführerin als subsidiäre Verfassungsbeschwerde entgegenzunehmen (<span class="artref">Art. 113 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Die im kantonalen Verfahren unterlegene Beschwerdeführerin hat als Klägerin ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides (<span class="artref">Art. 115 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Mit dem Rechtsmittel der subsidiären Verfassungsbeschwerde kann nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden (<span class="artref">Art. 116 BGG</span>). Verfassungsrügen müssen gemäss dem strengen Rügeprinzip von Art. 117 i.V.m. <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span> in der Beschwerde präzise vorgebracht und begründet werden. Dies bedeutet, dass anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, inwiefern verfassungsmässige Rechte verletzt worden sein sollen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=22.10.2024&amp;to_date=10.11.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">BGE 142 III 364</a> E. 2.4; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=22.10.2024&amp;to_date=10.11.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-396%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page396">133 II 396</a> E. 3.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Die Beschwerdeführerin rügt unter Hinweis auf <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör in seinem Teilgehalt des Anspruchs auf einen begründeten Entscheid. Aus der Beschwerdebegründung ergibt sich indes, dass sie inhaltlich nicht mit der oberinstanzlichen Begründung einverstanden ist. Ein allenfalls rechtsfehlerhaftes Urteil beschlägt indes nicht die Begründungspflicht, sondern die vorinstanzliche Rechtsanwendung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=22.10.2024&amp;to_date=10.11.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-II-335%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page335">BGE 146 II 335</a> E. 5.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=22.10.2024&amp;to_date=10.11.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-III-324%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page324">145 III 324</a> E. 6.1). Im Übrigen hat das Obergericht seinen Entscheid sorgfältig und umfassend begründet; von einer Verletzung der Begründungspflicht kann keine Rede sein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Die Rüge der Beschwerdeführerin, der angefochtene Entscheid verletze <span class="artref">Art. 5 BV</span>, erfüllt die Begründungsanforderungen nicht; die Beschwerdeführerin äussert sich dazu nur abstrakt und ohne Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids. Darauf ist nicht einzutreten. Dasselbe gilt, insofern die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Legalitäts- und des Verhältnismässigkeitsprinzips geltend macht. Unter diesem Titel nicht einzutreten ist sodann auf die nicht weiter begründeten Behauptungen der Beschwerdeführerin, mit denen sie eine Verletzung von <span class="artref">Art. 6 EMRK</span>, <span class="artref">Art. 29 und <artref id="CH/101/30" type="start"></artref>Art. 30 BV</span><artref id="CH/101/29" type="end"></artref> geltend macht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Das Obergericht befasste sich mit folgenden Streitgegenständen: Gültigkeit der Vertretung des Beschwerdegegners in der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht (E. III/1), Nichtigkeit des Betreibungsbegehrens (E. III/2), Nichtigkeit des Zahlungsbefehls (E. III/3), die (angeblich unterlassene) Zustellung und Unterzeichnung der Bussenverfügung (E. III/4), die (angebliche) Fälschung der Rechtskraftbescheinigung (E. III/5), die (angeblich) fehlende Rechtskraft bei Betreibungseinleitung (E. III/6), die (angeblich) unterlassene Mahnung hinsichtlich der Bussenverfügung (E. III/7) und die Verjährung der Forderung (E. III/8). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> In seinem Urteil 5A_900/2023 vom 18. März 2024 E. 4.3 hat das Bundesgericht die Rüge der Beschwerdeführerin, die Betreibung Nr. zzz sei nichtig, als unbegründet erachtet. Dieses Urteil ist am Tag seiner Ausfällung in Rechtskraft erwachsen (<span class="artref">Art. 61 BGG</span>). Die Beschwerdeführerin behauptet nicht und legt nicht dar, dass sie andere Nichtigkeitsgründe anruft als in den Verfahren, die zum soeben erwähnten Urteil geführt haben. Damit ist diese Frage rechtskräftig entschieden; darauf kann das Bundesgericht von vornherein nicht zurückkommen. Auf das Rechtsbegehren 3 kann nicht eingetreten werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Die Beschwerdeführerin beschränkt sich in ihren Ausführungen darauf, ihre im kantonalen Verfahren gemachten Vorbringen zu wiederholen, ohne in einer den qualifizierten Anforderungen an die Begründung von Verfassungsrügen (Art. 117 i.V.m. <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; vgl. vorne E. 1.3) genügenden Weise Verletzungen verfassungsmässiger Rechte geltend zu machen. Aus diesem Grund kann auf die Beschwerde mit den weiteren Rechtsbegehren nicht eingetreten werden. Erörterungen über die Wirkungsweise der Klage nach <span class="artref">Art. 85a SchKG</span> bei öffentlich-rechtlichen Ansprüchen erübrigen sich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Nach dem Ausgeführten erweist sich die Beschwerde als unzulässig und ist darauf nicht einzutreten. Bei diesem Verfahrensausgang trägt die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet (<span class="artref">Art. 68 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 5. November 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Levante </div> </div></body></html>