Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 31. Oktober 2017 (460 17 110) ____________________________________________________________________ Strafrecht Grobe Verletzung von Verkehrsregeln Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref.), Richterin Susanne Afheldt; Gerichtsschreiber i.V. Marco Manzoni Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung Strafbefehle (SB), Rheinstrasse 12, 4410 Liestal, Anklagebehörde gegen A.____, vertreten durch Advokat Silvio Bürgi, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Grobe Verletzung von Verkehrsregeln Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 25. April 2017 A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 25. Apri l 2017 wurde A.____ in teilweiser Abänderung des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 19. Januar 2016 der groben Verletzung von Verkehrsregeln schuldig e rklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 130.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu ei- ner Busse von Fr. 650.-- verurteilt, wobei für den Fall schuldhafter Nichtbezahlung der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen angedroht wurde (Ziff. 1 des Urteilsdispositivs). Des Wei- teren wurden dem Beurteilten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten in Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Höhe von Fr. 1‘167.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 367.-- und der Ge- richtsgebühr von Fr. 800.--, auferlegt (Ziff. 2 des Urteilsdispositivs). Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Parteianträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. B. Gegen dieses Urteil hat der Beschuldigte am 8. Mai 2017 die Berufung angemeldet. In seiner Berufungserklärung vom 29. Juni 2017 wie auc h in seiner Berufungsbegründung vom 21. August 2017 beantragte der Beschuldigte, es sei das Urteil des Strafgerichts insofern abzu- ändern, als der Beschuldigte von der groben Verletz ung von Verkehrsregeln freizusprechen, er lediglich wegen einer einfachen Verletzung der Verk ehrsregeln schuldig zu sprechen und zur Bezahlung einer angemessenen Busse zu verurteilen s ei, unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Staates. Zusätzlich stellte der Beschuldigte den Be weisantrag, es seien die gesamten bisheri- gen Verfahrensakten von Amtes wegen beizuziehen. C. Die Staatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 4. Juli 2017 mit, dass sie weder Antrag auf Nichteintreten auf die Berufung stelle noch Anschlussberufung erkläre. D. Mit Berufungsantwort vom 8. September 2017 beantrag te die Staatsanwaltschaft, die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und das Urte il des Strafgerichts sei zu bestätigen. Zu- sätzlich stellte die Staatsanwaltschaft den Eventualantrag, es sei – z.B. bei B.____, Eidgenössi- sches Institut für Metrologie –, ein Gutachten betr effend die Funktionsweise der Abstandsbe- rechnung mit dem System SatSpeed sowie den vom Besc huldigten eingehaltenen Abstand über die fragliche Strecke in Auftrag zu geben. E. Mit Verfügung des Kantonsgerichts, Abteilung Strafr echt, vom 11. September 2017 wur- den die Parteien zur kantonsgerichtlichen Hauptverh andlung geladen und der Eventualantrag der Staatsanwaltschaft gemäss Rechtsbegehren 2 der Berufungsantwort vom 8. September 2017 vorläufig abgewiesen. Erwägungen I. Formelles Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgesch lossen worden ist. Gestützt auf Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts verweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Festst ellung des Sachverhalts (lit. b) sowie Unange- messenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten um- fassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Die Legitimation des Beschuldigten zur Beru- fung ergibt sich aus Art. 382 Abs. 1 StPO. Der Besc huldigte macht sowohl eine unrichtige Fest- stellung des Sachverhalts wie auch Rechtsverletzung en geltend. Nach Art. 399 Abs. 1 und 3 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht StPO ist die Berufung zunächst dem erstinstanzliche n Gericht innert 10 Tagen seit der Eröff- nung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteil s eine schriftliche Berufungserklärung ein- zureichen. Aus den Akten ergibt sich, dass das Urte ilsdispositiv des Strafgerichts dem Beschul- digten am 26. April 2017 zugestellt worden ist (vgl . act. 171). Mit seiner Berufungsanmeldung vom 8. Mai 2017 (act. 203) hat der Beschuldigte – u nter Berücksichtigung des Fristenlaufs am Wochenende – die zehntägige Frist gemäss Art. 399 A bs. 1 StPO eingehalten. Auch die Frist zur Berufungserklärung gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO wurde vorliegend gewahrt: Das begrün- dete Urteil des Strafgerichts wurde dem Beschuldigt en am 9. Juni 2017 zugestellt (act. 194/1) und mit Datum vom 29. Juni 2017 hat der Beschuldigt e die Berufungserklärung eingereicht. Was die Form betrifft, so erfüllen die Eingaben des Beschuldigten die Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO. Die Zuständigkeit der Dreierk ammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung de r vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO und § 15 Abs. 1 lit. a E G StPO. Es ist demnach auf die Berufung des Beschuldigten einzutreten. II. Gegenstand der Berufung Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungs gericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich im Sinne von Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO gegen das strafgerichtliche Urteil als Ganzes: Der Beschuldigte ficht nicht nur den Schuldspruch wegen grober Verletzung der Verkeh rsregeln an, sondern auch die ausge- sprochene Strafe und die Kostenauferlegung. So hat nach Ansicht des Beschuldigten eine Ab- änderung des vorinstanzlichen Urteils und – aufgrun d der begehrten Abänderung – eine Neu- beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen zu erfolgen. Im Folgenden gilt es, die angefochtenen Punkte im Einzelnen einer Prüfung zu unterziehen. III. Die angefochtenen Punkte im Einzelnen 1. Grobe Verletzung der Verkehrsregeln 1.1 Das Strafgericht erachtete in tatsächlicher Hinsicht als erwiesen, dass der Beschuldigte am 14. Dezember 2015, um 07.46 Uhr, auf der Autobahn A2 in Itingen, Fahrtrichtung Basel, mit dem Motorfahrzeug mit dem Kennzeichen X.____ bei ei ner gefahrenen Geschwindigkeit von 107 km/h sowie über eine Distanz von mehr als 700 M etern den minimalen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug pflichtwidrig nicht ei ngehalten habe (gemessener zeitlicher Abstand: 0.37 Sekunden, gemessener räumlicher Abstand: 10.9 Meter). Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, der angeklagte Sachverhalt stüt ze sich auf den Rapport der Polizei Basel- Landschaft vom 12. Dezember 2015 (act. 15 ff.), auf die anlässlich der polizeilichen Nachfahrt Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht angefertigte Videoaufzeichnung (act. 1/2) sowie auf das Auswertungsergebnis der Messdaten mittels der Software SAT-SPEED HD (act. 19). Die Be rechnung der Geschwindigkeit sowie des Abstands sei – entgegen der Ansicht des Verteidiger s – zulässig gewesen (vgl. S. 2-4 des an- gefochtenen Urteils). In rechtlicher Hinsicht stufte das Strafgericht das Verhalten des Beschuldigten als grobe Verlet- zung der Verkehrsregeln ein. Es führte insbesondere aus, nach der Lehre und der bundesge- richtlichen Rechtsprechung sei ein eingehaltener Abstand von 0.6 Sekunden oder weniger bzw. „1/6 Tacho“ als grobe Verkehrsregelverletzung zu qu alifizieren. Der vom Beschuldigten einge- haltene Abstand zum vorderen Fahrzeug habe über die gesamte relevante Strecke von ca. 700 Metern nur wenige Meter betragen. Der Beschuldi gte hätte im Übrigen ohne Weiteres die Möglichkeit gehabt, nach dem Spurwechsel des Vorder manns einen genügenden Abstand her- zustellen, indem er seine eigene Fahrt verlangsamt hätte. Dies habe er über die gesamte Stre- cke von ca. 700 Metern jedenfalls nicht merklich ge tan. Es läge zwar nicht über die ganze Dis- tanz von 700 Metern nachweislich der exakt selbe Abstand vor, dieser sei aber über die gesam- te Distanz (700 Meter) nachweislich sehr gering gew esen. Bei einem brüsken Bremsmanöver des vorausfahrenden Lenkers, welches beispielsweise nötig geworden wäre, wenn sich ein an- derer Verkehrsteilnehmer überraschend auf die Überh olspur vor das Fahrzeug des Vorder- manns gesetzt hätte, hätte bei dieser Geschwindigke it und diesem geringen Abstand der Brems- und Anhalteweg des Beschuldigten ein Mehrfac hes des eingehaltenen Abstands betra- gen und Letztgenannter hätte keine Möglichkeit gehabt, sein Fahrzeug rechtzeitig abzubremsen (auch mit Bremsbereitschaft), ohne dass es zur Koll ision mit dem vorderen Fahrzeug gekom- men wäre. Aufgrund des deutlich zu geringen Abstand es zum vorderen Fahrzeug habe der Be- schuldigte demnach nicht nur die Vorschrift zum aus reichenden Abstand beim Hintereinander- fahren, mithin eine wichtige Verkehrsvorschrift, in gravierender Weise verletzt, sondern auch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer V erkehrsteilnehmer, insbesondere eine erhöh- te abstrakte Gefahr einer Auffahrkollision, geschaffen (vgl. S. 5-6 des angefochtenen Urteils). 1.2.1 Der Beschuldigte ist demgegenüber der Auffassung, das Bundesgericht habe bisher noch keine allgemeinen Grundsätze zur Frage entwick elt, bei welchem Abstand in jedem Fall eine grobe Verkehrsregelverletzung bzw. eine schwer e Widerhandlung anzunehmen sei (Beru- fungsbegründung vom 21. August 2017 Rz. 3); es habe dies jedoch bei Abständen von 0.33 Sekunden, 0.4 Sekunden und 0.45 Sekunden bejaht. Des Weiteren kritisiert der Beschuldigte, es sei ni cht transparent, wie und gestützt auf welche Grundlagen (Messart, Messmethoden etc.) die Staatsanwaltschaft die angeblich gefahrene Ge- schwindigkeit ermittelt habe. Es könne jedoch nur b ei Bekanntsein der Geschwindigkeit des Lenkers beurteilt werden, ob der auf den Videoaufna hmen sichtbare Abstand zwischen den betroffenen Fahrzeugen eine schwere Verkehrsregelve rletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG darstelle. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Weiter habe sich die Vorinstanz mit den Kritikpunkt en der Verteidigung hinsichtlich der verwen- deten Messmethode nur unzureichend auseinandergeset zt und in der Urteilsbegründung ledig- lich unkritisch die Ausführungen der Staatsanwaltsc haft wiederholt (Berufungsbegründung vom 21. August 2017 Rz. 8 und 11). Eine kritische Durch leuchtung des Messverfahrens habe nicht stattgefunden, obschon die technische Funktionsweis e der Software SAT-SPEED HD für Aus- senstehende und das Gericht nicht im Detail nachvol lziehbar sei. Es bleibe insbesondere völlig unklar, ob die gemessene Geschwindigkeit jener des fahrenden Polizeiautos entspreche, res- pektive ob das Polizeifahrzeug für eine Messung die selbe Geschwindigkeit wie das Fahrzeug des Beschuldigten habe aufweisen müssen und in welc hem Winkel der abgebildete Abstand gefilmt werden müsse. Insgesamt seien die Messungen mit der Software SAT-SPEED HD einer richterlichen Überprüfung weitestgehend entzogen (B erufungsbegründung vom 21. August 2017 Rz. 12). Ebenso habe – entgegen der Vorinstanz, welche ledig lich den Polizeibericht vom 24. Mai 2016 (act. 69 ff.) unkritisch übernommen habe – im Rahme n der streitgegenständlichen Abstands- messung eine Geschwindigkeitsmessung stattgefunden, bei der die Weisungen über polizeili- che Geschwindigkeitskontrollen im Strassenverkehr d es Bundesamtes für Strassen ASTRA vom 22. Mai 2008 zur Anwendung gelangen müssten (Be rufungsbegründung vom 21. August 2017 Rz. 9 f.). Weiter könne die Rechtmässigkeit der Geschwindigkeitsmessung, welche als Basis der konkre- ten Abstandsberechnung diene, aufgrund der bekannte n Angaben der Strafverfolgungsbehör- den nicht beurteilt werden. Mit dem aktuellen Wisse nsstand dürften die Messungen mit der Software SAT-SPEED HD nicht zur Verurteilung des Be schuldigten herangezogen werden; vielmehr habe das Kantonsgericht in Anwendung von A rt. 389 Abs. 3 StPO die erforderlichen Zusatzbeweise zu erheben. Denn von blossem Auge lasse sich [auf dem Video (act. 1/2)] ledig- lich eine Verletzung der „halber Tacho“-Regel fests tellen, weshalb der Beschuldigte wegen ei- ner einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG zu verurteilen sei. Daran ändere auch nichts, wenn die Vorinstanz darau f hinweise, dass gemäss bundesgerichtli- cher Rechtsprechung sogar auf die Abstandsschätzung von erfahrenen Polizisten abgestellt werden könne, da eine solche Schätzung in casu gar nicht vorliegen würde (Berufungsbegrün- dung vom 21. August 2017 Rz. 13). Zusammenfassend sei der Beschuldigte nach dem Grund satz „ in dubio pro reo “ vom Vorwurf der groben Verletzung von Verkehrsregeln freizuspre chen, da bereits der objektive Tatbestand aufgrund der Beweissituation nicht erstellt sei. 1.2.2 Anlässlich der Befragung zur Sache vor den Schranke n des Kantonsgerichts wiederholt der Beschuldigte im Wesentlichen das bereits in der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 23. September 2016 (act. 99 ff.) bzw. vor den S chranken des Strafgerichts Basel- Landschaft am 25. April 2017 (vgl. act. 157 ff.) Vo rgebrachte. Er hält insbesondere erneut fest, dass die Situation am 14. Dezember 2015 um 07.46 Uh r auf der Autobahn A2 in Itingen für ihn Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht „schwierig“ gewesen sei, da das Fahrzeug vor ihm se ine Geschwindigkeit verringert habe und er – aufgrund des mindestens einmal geschehenen nah e Auffahrens des Motorfahrzeuglenkers hinter ihm – den Abstand nicht unvermindert habe ve rgrössern können. Das Fahrzeug hinter ihm sei so nahe aufgefahren, dass er dessen Lichter nicht mehr habe erkennen können, und auf dem Streckenabschnitt vor bzw. im Tunnel habe e r nicht auf die Normalspur wechseln kön- nen, da ein LKW auf dieser Spur unterwegs gewesen s ei. Er habe zudem stets auf die Ge- schwindigkeit geachtet und aufgrund der dargelegten Umstände keine Vollbremsung einleiten können. 1.2.3 Der Verteidiger hält in seinem Parteivortrag vor Ka ntonsgericht an seinen bisherigen Ausführungen fest. Zusätzlich macht er im Wesentlic hen geltend, man habe sich die Frage nach der Deutungshoheit des Beweisergebnisses zu st ellen. Die Vorinstanz habe nicht selbst abgeklärt, wie die Abstandsberechnung mit der verwe ndeten Software genau funktioniere, wie diese Berechnung korrekt zu erfolgen habe und wie e s sich mit der Funktionsweise des Nach- fahrtachografen bei variablem Abstand verhalte. Man habe sich dazu bloss auf telefonische Auskünfte gestützt. Der umgekehrte Fall, nämlich dass auf Parteibehauptungen der beschuldig- ten Person im gleichen Masse abgestellt würde, sei nicht denkbar. Das Gericht würde in einem solchen Fall amtliche Abklärungen tätigen. Von blossem Auge sehe der Abstand auf dem Video vielleicht gering aus, dies alleine könne für eine Verurteilung nach Art. 90 Abs. 2 SVG indes nicht genügen. Insgesamt sei das ganze Messprozeder e intransparent und die getätigte Mes- sung weder nachvollziehbar noch plausibel. Die Intr ansparenz zeige sich namentlich insofern, als der Fahrzeuglenker vor dem Beschuldigten im Zei tpunkt der Messung gebremst habe, die Messung in einer Kurve erfolgt und auf dem Video le diglich die Geschwindigkeit des Polizeiau- tos ersichtlich sei, welches im Zeitpunkt der Messu ng jedoch schneller gefahren sei als der Be- schuldigte. Um den Beschuldigten gestützt auf Art. 90 Abs. 2 SVG verurteilen zu können, müss- te das Gericht von Amtes wegen weitere Abklärungen tätigen. 1.3.1 Die Staatsanwaltschaft hingegen bringt in ihrer Berufungsantwort vom 8. S eptember 2017 vor, dass durch das eingesetzte Messgerät bei der Berechnung der Geschwindigkeit be- reits ein Sicherheitsabzug vorgenommen werde, so da ss keine weiteren Abzüge mehr zulässig seien. Das Messgerät habe sich darüber hinaus korre kterweise im Modus VA (variabler Ab- stand) befunden. Die vom Messgerät [d.h. genauer: v on der Software SAT-SPEED HD basie- rend auf den Messdaten des Nachfahrtachografen] ermittelte Geschwindigkeit von 107 km/h sei demnach korrekt. Aber selbst wenn ein Sicherheitsab zug gemäss Art. 8 VSKV-ASTRA zu ge- währen wäre, ergäbe dies in casu einen zeitlichen Abstand, der nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts den Tatbestand einer groben Verk ehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllen würde (vgl. S. 2 der Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft vom 8. September 2017). Was das Vorbringen des Beschuldigten betreffe, der Abstand sei nur für einen Abschnitt von 6 Metern berechnet worden, und es sei demnach unkla r, wie es sich hinsichtlich des Abstands über die restliche Strecke verhalten habe, würde es der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht widersprechen, wenn in einem Fall wie dem vorliegen den über die gesamte Strecke einer Nachfahrmessung der Abstand mathematisch exakt nach gewiesen werden müsste. Schon beim Betrachten der Videoaufnahme sei offensichtlic h erkennbar, dass der Abstand des Be- schuldigten zum vorausfahrenden Fahrzeug deutlich z u gering gewesen sei – und dies über einen längeren Zeitraum und damit auch über eine gr össere Distanz. Der Abstand müsse nicht für jeden Zeitpunkt zentimetergenau festgelegt werd en (vgl. S. 3-4 der Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft vom 8. September 2017). Hinsichtlich der rechtlichen Qualifikation des vorl iegend zu beurteilenden Verhaltens ergebe sich aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Regel, dass bei Abständen, die weniger als 1/6 des Tachos betragen würden, von einer grobe n Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG auszugehen sei. Bei einer Geschw indigkeit von 107 km/h sei somit bei ei- nem Abstand von weniger als 17.8 Metern der besagte Tatbestand erfüllt. Selbst wenn dem Beschuldigten ein Sicherheitsabzug von 15% zugestan den und demnach von einer gefahrenen Geschwindigkeit von 91 km/h ausgegangen werde, sei der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG bei einem Abstand von weniger als 15.1 Metern gegeb en (vgl. S. 4 der Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft vom 8. September 2017). Aus der Videoaufzeichnung gehe zudem hervor, dass d er Beschuldigte keinerlei sichtbare Massnahmen ergriffen habe, um nach dem Spurwechsel des vorausfahrenden Fahrzeugs den Abstand zu vergrössern. Der Umstand, dass das vorausfahrende Fahrzeug seine Geschwindig- keit reduziert habe, dürfte darin begründet sein, d ass die zulässige Höchstgeschwindigkeit vor dem Tunnelabschnitt auf 100 km/h vermindert werde. Wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug seine Geschwindigkeit reduziere, um sich an die sig nalisierte Höchstgeschwindigkeit zu halten, dürfe der nachfahrende Lenker nicht einfach seine G eschwindigkeit beibehalten und dem ab- bremsenden Fahrzeug zu nahe auffahren; vielmehr müs se dieser seine Geschwindigkeit eben- falls reduzieren (vgl. S. 4 f. der Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft vom 8. September 2017). 1.3.2 In seinem Parteivortrag vor Kantonsgericht bringt d er Staatsanwalt insbesondere vor, das von der Polizei erstellte Video (act. 1/2) stütze die Sachverhaltsschilderung des Beschuldig- ten nicht, denn man sehe darauf zu keinem Zeitpunkt ein Fahrzeug, welches dem Beschuldig- ten in der von ihm geschilderten Weise auffahre. Di e Abstandsmessung mit der Software SAT- SPEED HD sei gerichtsnotorisch anerkannt. Die verwendeten Geräte seien alle zugelassen und im Tatzeitpunkt geeicht gewesen; die entsprechenden Zertifikate und Eichprotokolle lägen vor. Es sei nicht notwendig, dass das Gericht die techni schen Einzelheiten der Funktionsweise der verwendeten Geräte kenne. Unabhängig davon seien die Staatsanwaltschaft und auch das Ge- richt bei der Beweiswürdigung frei. Dies gelte name ntlich für das bei den Akten liegende Video. Zudem könne man auf dem Video den Abstand anhand der Leitlinien erkennen, denn die Länge einer Leitlinie betrage 6 Meter und der Abstand zwi schen zwei Leitlinien 9 Meter. Insgesamt habe der Beschuldigte die Möglichkeit gehabt, abzubremsen, doch habe er immer näher aufge- schlossen. Mit einem Bremsmanöver hätte er niemanden behindert. Es sei darüber hinaus klar, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass im vorliegenden Fall gemäss ständiger Rechtspr echung des Bundesgerichts von einer groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von A rt. 90 Abs. 2 SVG auszugehen sei, denn der Sachverhalt und insbesondere die Abstände seien erstellt. 1.4 Zunächst ist in Bezug auf die Verfahrensanträge des Beschuldigten darauf hinzuweisen, dass die vollständigen Akten von Amtes wegen beigez ogen wurden und bereits vor der Beru- fungsverhandlung bei den zuständigen Mitgliedern des Gerichts zirkuliert haben (vgl. Verfügung des Kantonsgerichts vom 11. September 2017, Ziff. 5). 1.5.1 Im Zentrum steht die Rüge des Beschuldigten, der S achverhalt sei betreffend der vor- geworfenen groben Verletzung der Verkehrsregeln nicht rechtsgenüglich erstellt, da die in casu vorgenommene Abstandsmessung [gemeint die Messung gem. act. 19] nicht transpare nt und weder für das Gericht noch für die Verteidigung nac hvollziehbar sei. Die Vorinstanz habe das Messverfahren nicht kritisch durchleuchtet, obschon die technische Funktionsweise der ver- wendeten Messinstrumente bzw. der Auswertungssoftwa re SAT-SPEED HD nicht im Detail nachvollziehbar sei. 1.5.2 Die Vorbringen des Beschuldigten sind unbegründet. Die genaue technische Funktions- weise eines Nachfahrtachografen bzw. einer zur Ausw ertung von Daten eines Nachfahrtacho- grafen eingesetzten Software muss weder den Strafverfolgungsbehörden noch den Gerichten in einem Sinne verständlich sein, wie es der Verteidig er zu verstehen glaubt. Die im Rahmen der streitgegenständlichen Abstandsmessung und -berechn ung verwendeten Systeme sind vom Eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) zugelassen (vgl. das Zulassungszertifikat zum Nachfahrtachografen SAT-SPEED G2 vom 9. August 2011 [Beilage zur Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft vom 8. September 2017]) und ware n im Tatzeitpunkt geeicht (vgl. act. 75). Weiter befand sich der Nachfahrtachograf im Rahmen der Abstandsmessung korrekterweise im Modus VA (variabler Abstand; vgl. act. 19, Spalte „ M-Mode“). Damit war alles für eine verwert- bare und in dieser Form für die Strafverfolgungsbeh örden und Gerichte rechtsgenüglich nach- vollziehbare Abstandsmessung vorgekehrt. Keine Gesetzeskraft weisen die vom Beschuldigten zitierten Weisungen des ASTRA über polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen vom 22. Mai 2008 auf, weshalb sich daraus nichts ableiten lässt (vgl. BGer 6B_700/2010 vom 16. November 2010 E. 1.6.2). 1.6.1 Ebenso kritisiert der Beschuldigte in diesem Zusam menhang die Beweiswürdigung durch die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz, de nn insgesamt sei eine Verletzung des mi- nimalen Sicherheitsabstands lediglich über eine Dis tanz von 6 Metern und nicht über die im Strafbefehl vom 19. Januar 2016 und im vorinstanzli chen Urteil vom 25. April 2017 genannten 700 Meter beweisrechtlich erstellt. 1.6.2 Diesbezüglich ist vorab festzuhalten, dass das urt eilende Gericht nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) fr ei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhaf- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter Prüfung darüber zu entscheiden hat, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der Be weismittel, welche für eine bestimmte Tatsa- che sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art des Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend soll allein deren Stichhalt igkeit sein (C HRISTOF RIEDO /G ERHARD FIOLKA /M ARCEL ALEXANDER NIGGLI , Strafprozessrecht, 2011, Rz. 234; T HOMAS HOFER , Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.). N ach der bundesgerichtlichen Rechtspre- chung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft (BV; SR 101) fliessenden und in Art. 6 Zi ff. 2 der Konvention zum Schutze der Men- schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ve rankerten Maxime " in dubio pro reo " bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Hand- lung Beschuldigte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den B eschuldigten ungünstigen Sachverhalts über- zeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtun g Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind un d absolute Gewissheit nicht verlangt wer- den kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage au fdrängen (BGE 124 IV 87, E. 2a; mit Ver- weis auf BGE 120 Ia 31). 1.6.3 Gestützt auf die vorgenannten Ausführungen (Ziff. I II.1.1 bis Ziff. III.1.3) liegen zur Fest- stellung des Sachverhalts insbesondere folgende Beweise und Indizien vor: der Rapport der Polizei Basel-Landschaft vom 15. Dezember 2015 (act . 15 ff.), die auf DVD abgespeicherte, anlässlich der polizeilichen Nachfahrt angefertigte Videoaufzeichnung (act. 1/2), der Ausdruck des Auswertungsergebnisses der Software SAT-SPEED H D (act. 19), das Zulassungszertifikat zum in casu verwendeten Nachfahrtachografen SAT-SPE ED G2 vom 9. August 2011 (vgl. Bei- lage zur Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft vo m 8. September 2017) sowie die Depositi- onen des Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft ( act. 99 ff.), vor dem Strafgericht (act. 157 ff.) und im kantonsgerichtlichen Verfahren (vgl. vorn Ziff. III.1.2.2). Hinsichtlich dieser Beweismittel ist festzustellen, dass der Beschuldigte im Abstandsrapport vom 14. Dezember 2015 (act. 17 ff.) den Sachverhalt nicht unterschriftlich anerkannte. Im Rahmen der Einvernahmen führte der Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft (act. 99 ff.), vor den Schranken des Strafgerichts (act. 157 ff., S. 2 ff.) sowie anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung (vgl. vorn Ziff. III.1.2.2) aus, d ass der Fahrzeuglenker vor ihm für den gerin- gen Abstand ursächlich gewesen sei. Dieser habe in sehr geringer Distanz die Spur gewechselt und sei dann vor ihm gefahren. Der Vordermann habe in der Folge die Geschwindigkeit (ohne zu bremsen) vermindert. Er (der Beschuldigte) habe mehrmals gebremst und so versucht, einen grösseren Abstand zu gewinnen. Er habe aber nicht n och stärker abbremsen bzw. eine Voll- bremsung einleiten können, da der Fahrzeuglenker hi nter ihm auch sehr nahe zu ihm aufge- schlossen sei. Er habe daher versucht, die Situatio n mit Bremsbereitschaft zu lösen. Er habe Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch nicht auf die rechte Fahrspur wechseln können, da dort andere Fahrzeuge – insbesondere ein LKW – gefahren seien. Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, kann der anlässlich der polizeilichen Nachfahrt angefertigten Videoaufzeichnung augenscheinlich ent nommen werden, dass der Beschuldigte nach dem Spurwechsel des Vordermanns sehr dicht auf diesen auffuhr, respektive keinen grösseren Abstand zu diesem schuf (vgl. die Videoau fzeichnung ab 00:16). Der Beschuldigte verblieb unverändert mit sehr geringem Abstand über eine längere Zeit (d.h. ca. 25 Sekunden bzw. 700 Meter) hinter dem vorausfahrenden Fahrzeug . Ob der Vordermann seine Geschwin- digkeit tatsächlich vermindert hat (wie vom Beschul digten behauptet [act. 101]), kann aufgrund der Videoaufzeichnung nicht zweifelsfrei beantworte t werden. Es ist jedenfalls kein Bremsen des Vordermanns anhand der Bremslichter ersichtlich . Der Beschuldigte war jedoch nach dem Spurwechsel des Vordermanns über die gesamte releva nte Strecke von 700 Metern klarer- weise nicht bemüht, den Abstand zu vergrössern. Das s ihm selbst ein weiteres Fahrzeug in so dichtem Abstand gefolgt ist, sodass das Gewinnen ei nes grösseren Abstands nicht möglich gewesen wäre, ist nicht ersichtlich. An den zutreff enden Feststellungen der Vorinstanz vermag – entgegen den Vorbringen der Verteidigung – nichts zu ändern, dass nicht für die gesamte relevante Strecke von 700 Metern eine exakte Abstan dsberechnung im Sinne derjenigen von act. 19 angefertigt wurde. Insgesamt stehen den Aussagen des Beschuldigten sow ohl die anlässlich der polizeilichen Nachfahrt ordnungsgemäss (vgl. vorn Ziff. III.1.6.2 ) angefertigte Videoaufzeichnung als auch die Auswertung dieser Videoaufnahme durch die geric htsnotorisch anerkannte Software SAT- SPEED HD gegenüber. Darüber hinaus steht es dem Ger icht zu (vgl. soeben Ziff. III.1.6.2), die Videoaufzeichnung (act. 1/2) einer freien Beweiswür digung, das heisst insbesondere einer Würdigung ohne eine (zenti-)metergenaue Berechnung des Abstands zu jedem Zeitpunkt und über die gesamte Strecke anzustellen, zu unterziehen. Betreffend den Beweiswert der Videoaufzeichnung und insbesondere der Auswertung dieser Videoaufnahme mittels der Software SAT-SPEED HD kan n Folgendes festgehalten werden: Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eignen sich Fotos, auf welchen die Leitlinien der Autobahn sichtbar sind, zur Beweiswürdigung des Abs tandes zwischen zwei Fahrzeugen. Die Länge einer Leitlinie beträgt dabei 6 Meter und der Abstand zwischen den Leitlinien 9 Meter (BGer 6B_700/2010 vom 16. November 2010 E. 1.5.2). Das Gesagte muss auch allgemein für Videoaufzeichnungen gelten, auf denen die Leitlinien der Autobahn sichtbar sind. Vorliegend ist nicht nur aus dem Foto in act. 19, sondern auch aus der Videoaufzeichnung (act. 1/2) ohne Weiteres ersichtlich, dass der Beschuldigte innerha lb der im Strafbefehl vom 19. Januar 2016 genannten Strecke von 700 Metern über weite Strecke n einen Abstand zum vor ihm fahrenden Fahrzeug von weniger als 17.8 Metern (d.h. der Länge von rund 1.5 Leitlinien sowie einem Zwi- schenraum zwischen zwei Leitlinien) bzw. 0.6 Sekund en innehatte. Hinsichtlich act. 19 kann zusätzlich festgehalten werden, dass der daraus ers ichtliche Abstand von 10.9 Metern von der Hinterachse des vorausfahrenden Fahrzeugs und der V orderachse des Fahrzeugs des Be- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldigten und damit – mangels eines Abzugs der Di stanzen zwischen den Achsen und dem Heck bzw. der Front der Fahrzeuge – zu Gunsten des Beschuldigten tatsächlich zu hoch be- messen wurde. Aus der Videoaufzeichnung ist zudem e rsichtlich, dass gegen Ende der rele- vanten Sequenz (vgl. die Videoaufzeichnung von Zähl erstand 00:30 bis 00:35) zwischen dem Fahrzeug des Beschuldigten und demjenigen des Vorde rmanns offensichtlich ein nochmals geringerer Abstand (sowohl räumlich als auch zeitlich) als jener in act. 19 besteht. Insgesamt liefern sowohl die Videoaufzeichnung (act . 1/2) als auch die Abstandsermittlung mit- tels der Software SAT-SPEED HD (act. 19) einen deutlichen Beweis für den dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalt. Das Vorbringen der Verte idigung, ein zu geringer Abstand sei nur über eine Strecke von 6 Metern beweismässig erstell t, geht somit ins Leere. Nicht erhärten las- sen sich überdies die Aussagen des Beschuldigten, wonach ein hinter ihm fahrender Fahrzeug- lenker in einer Art und Weise aufgeschlossen habe, die es ihm verunmöglicht habe, einen grös- seren Abstand zu gewinnen. Hätte tatsächlich ein Fa hrzeuglenker so nahe zum Beschuldigten aufgeschlossen, bis dieser dessen Lichter nicht meh r gesehen hätte (so die Aussagen des Be- schuldigten [vgl. act. 159]), wäre dieses Fahrzeug auf jeden Fall auf der Videoaufzeichnung im relevanten Zeitfenster zu sehen. Ein solches Fahrzeug ist jedoch klarerweise nicht zu erkennen. Die Aussagen des Beschuldigten erweisen sich nach d em Gesagten vielmehr als reine Schutz- behauptungen. Hinsichtlich der durch die Verteidigung in Zweifel gezogenen Ermittlung der Geschwindigkeit des Beschuldigten von 107 km/h durch die Software S AT-SPEED HD kann festgehalten wer- den, dass ein Sicherheitsabzug nicht vorzunehmen is t, da der die Geschwindigkeitsdaten auf- zeichnende und in casu verwendete Nachfahrtachograf SAT-SPEED G2 bereits automatisch einen vom Kontroll- und Auswertungspersonal nicht b eeinflussbaren Sicherheitsabzug gemäss dem Zulassungsdokument des Eidgenössischen Institut s für Metrologie vornimmt (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. g der Verordnung des ASTRA vom 22. Mai 2008 zur Strassenverkehrskontrollverord- nung (VSKV-ASTRA; SR 741.013.1) sowie Zulassungszertifikat zum Nachfahrtachografen SAT- SPEED G2 vom 9. August 2011 Ziff. 1.2 [Beilage zur Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft vom 8. September 2017]). Entgegen den Darlegungen d er Verteidigung handelt es sich bei der in act. 19 im weissen Rechteck auf der ersten Zeile ersichtlichen Geschwindigkeit von 107 km/h um die von der gerichtsnotorisch anerkannten Softwa re SAT-SPEED HD ermittelte Geschwin- digkeit des Beschuldigten und nicht um diejenige de s hinter dem Beschuldigten fahrenden und die Videoaufzeichnung vornehmenden Polizeifahrzeugs ; dessen Geschwindigkeit betrug viel- mehr – wie ebenfalls in act. 19, unten links in wei sser Schrift auf blauem Grund ersichtlich – 113 km/h. Aber selbst wenn dem Beschuldigten ein Si cherheitsabzug von 15% auf die ermittel- ten 107 km/h zugestanden und demnach von einer gefa hrenen Geschwindigkeit von 91 km/h ausgegangen würde, läge bei einem gemessenen Abstan d von 10.9 Metern ein zeitlicher Ab- stand von 0.43 Sekunden vor, was – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – an der rechtlichen Qualifikation der vorliegenden Tat nichts ändern würde. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die anlässlich der kantonsgerichtlichen Verhandlung erneut vorgebrachten Rügen betreffend die Nachvollziehbarkeit, Verständlichkeit, Transpar enz und im Ergebnis Verwertbarkeit der im vorliegenden Fall von der Polizei Basel-Landschaft vorgenommenen, auf Video festgehaltenen und mittels der Software SAT-SPEED HD ausgewerteten Abstandsmessung sind nach dem Gesagten unbegründet. Ebenso wenig kann der Vorinstanz zum Vorwurf gereic hen, keine zusätzlichen Abklärungen betreffend die Funktionsweise des eingesetzten Nach fahrtachografen bei variablem Abstand vorgenommen zu haben. Die Strafverfolgungsbehörden sowie die Gerichte sind nicht verpflich- tet, die technische Funktionsweise von durch das Ei dgenössische Institut für Metrologie zuge- lassenen und geeichten Überwachungssystemen detaill iert zu ermitteln. Im Rahmen der Be- weiswürdigung darf – sofern sich aufgrund der objek tiven Sachlage keine erheblichen Zweifel diesbezüglich aufdrängen – von der Richtigkeit der mittels dieser Systeme ermittelten Werte ausgegangen werden. Darüber hinaus findet sich im Z ulassungszertifikat des Nachfahrtacho- grafen SAT-SPEED G2 vom 9. August 2011 (Beilage zur Berufungsantwort der Staatsanwalt- schaft vom 8. September 2017) in Ziff. 1.2 eine auc h für Laien verständliche Erklärung betref- fend das Funktionsprinzip sowie die Messwertbildung dieses Messgeräts. Es ist somit zusammenfassend festzustellen, dass der Sachverhalt, so wie er im Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 19. Januar 2016 umschrieben und ebenso vom Strafgericht festgestellt worden ist (vgl. vorn Zif f. III.1.1), vom äusseren Geschehensablauf her als erstellt zu erachten ist. Der angeklagte Sachve rhalt ist damit im Einklang mit der Vorinstanz als erwiesen und die Unterschreitung des notwendige n Sicherheitsabstands im dargelegten Umfang als erstellt anzusehen. Die Vorinstanz durft e gestützt auf die vorhandenen und gewür- digten Beweise ohne Verletzung des Grundsatzes in „ dubio pro reo “ zum Ergebnis gelangen, der Abstand des Beschuldigten zum vorderen Fahrzeug habe während der gesamten Strecke von 700 Metern nur wenige Meter betragen. Die für einen Entscheid des Kantonsgerichts notwend igen Beweise wurden bereits im strafge- richtlichen Verfahren erhoben bzw. von der Staatsan waltschaft mit ihrer Berufungsantwort ins Recht gelegt. Zusätzliche Beweiserhebungen erachtet das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, zur Beurteilung der vorliegen den Berufung als nicht notwendig, da solche an der Überzeugung des Kantonsgerichts nichts zu än dern vermöchten (vgl. dazu BGer 6B_54/2015 vom 3. Juni 2015 E. 3.2). Trotz dieses B eweisergebnisses erachtet der Beschul- digte den angeklagten Tatbestand der groben Verletz ung der Verkehrsregeln als im konkreten Fall nicht erfüllt, was nachfolgend zu prüfen ist. 1.7.1 Gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung der Ver- kehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherhe it anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Nach Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strasse nbenützern ein ausreichender Abstand einzuhalten, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinander- fahren. Der Fahrzeugführer hat beim Hintereinanderf ahren einen ausreichenden Abstand zu Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht wahren, so dass er auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs recht- zeitig halten kann (Art. 12 Abs. 1 der Verkehrsrege lverordnung vom 13. November 1962 [VRV; SR 741.11]). Die Pflicht zur Einhaltung eines genüg enden Abstandes ist unbestrittenermassen eine wichtige und grundlegende Bestimmung des Stras senverkehrsrechts, welche für die Ver- kehrssicherheit grosse Bedeutung hat. Ihre Missacht ung führt immer wieder zu gefährlichen Auffahrunfällen im Strassenverkehr (BGE 131 IV 133 E. 3.2.1; BGE 115 IV 248 E. 3a). Was unter einem "ausreichenden Abstand" zu verstehen is t, hängt von den gesamten Umständen ab. Die Rechtsprechung hat im Gegensatz zum auch be i günstigen Verhältnissen minimal ein- zuhaltenden Abstand ("halber Tacho" bzw. 1,8 Sekund en; BGE 131 IV 133 E. 3.1; BGer 6B_3/2010 vom 25. Februar 2010 E. 3) keine allgemei nen Grundsätze entwickelt, bei welchem Abstand objektiv von einer groben Verkehrsregelverl etzung auszugehen ist. Als grobe Richt- schnur wird die Regel "1/6 Tacho" bzw. der Abstand von 0.6 Sekunden herangezogen (BGE 131 IV 133 E. 3.3.2; BGer 6B_290/2015 vom 23. Novem ber 2015 E. 2.2.2; BGer 6B_749/2012 vom 15. Mai 2013 E. 2.3.2; BGer 1C_424/2012 vom 15. Januar 2013 E. 4.1; je mit Hinweisen). In Bezug auf Doktrin und Praxis kann zudem auf die dogmatischen Ausführungen der Vor- instanz auf S. 4 f. des Urteils verwiesen werden. D as Strafgericht weist ebenfalls auf die bun- desgerichtliche Rechtsprechung hin, wonach eine gro be Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in objektiver Hinsicht nicht vor aussetzt, dass es aufgrund eines zu geringen Abstands mit Sicherheit zu einer Auffahrkollision g ekommen wäre, wenn der vorausfahrende Lenker eine Vollbremsung vorgenommen hätte, sondern vielmehr der Nachweis genüge, dass die (abstrakte) Gefahr einer Auffahrkollision erheb lich erhöht war, was beim genannten Richt- wert eines Abstands von weniger als 0.6 Sekunden bz w. 1/6 Tacho grundsätzlich der Fall ist (vgl. BGE 131 IV 133 E. 3.2.2; BGer 6B_1375/2016 vo m 12. April 2017 E. 4; BGer 6B_441/2015 vom 3. Februar 2016 E. 2.3.2; BGer 6B_9 2/2015 vom 27. Mai 2015 E. 1.3 ff.; BGer 6B_1014/2010 vom 12. Mai 2011 E. 3.5; BGer 6B_ 1030/2010 vom 22. März 2011 E. 3.3.2). 1.7.2 Subjektiv erfordert der Tatbestand der groben Verle tzung der Verkehrsregeln ein rück- sichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelw idriges Verhalten, d.h. ein schweres Ver- schulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Dieses ist zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahr- lässigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Tä ter die Gefährdung anderer Verkehrsteil- nehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverlet- zung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbed enken der Gefährdung anderer Verkehrs- teilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksich tslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses ka nn auch in einem blossen (momenta- nen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interesse n bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, desto eher wird Rück- sichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern k eine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E. 3.1 mit Hinweisen). Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln auf ein zumindest grobfahrlässig es Verhalten zu schliessen. Die Rück- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichtslosigkeit ist ausnahmsweise zu verneinen, wen n besondere Umstände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erschei nen lassen (BGer 6B_558/2017 vom 21. September 2017 E. 1.2; BGer 6B_1004/2016 vom 14. März 2017 E. 3.2 mit Hinweis). 1.7.3 Aufgrund der Würdigung der vorliegenden Beweise (vg l. vorn Ziff. III.1.6 ff.) ist in casu der objektive Tatbestand einer groben Verkehrsregel verletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG zweifelsoh ne erfüllt. Sowohl der exakt gemessene (vgl. act. 19) als auch der aus der Videoaufzeichnu ng (vgl. act. 1/2) augenscheinlich ersichtli- che, vom Beschuldigten selbst gewählte Abstand lag bei Weitem unter dem für eine grobe Ver- letzung der Verkehrsregeln angenommenen Richtwert v on 0.6 Sekunden bzw. 1/6 Tacho. In subjektiver Hinsicht sind keine besonderen Umstände ersichtlich, welche das Verhalten des Beschuldigten in einem milderen Licht erscheinen la ssen würden. Insbesondere erweisen sich die Vorbringen des Beschuldigten, der zu geringe Ab stand sei durch die vor bzw. hinter ihm fahrenden Verkehrsteilnehmer verursacht worden, als blosse Schutzbehauptungen, was eine Konsultation der Videoaufzeichnung (act. 1/2) unzweideutig aufzeigt. Weiter ist der ungenügen- de Abstand des Beschuldigten – entgegen der Behaupt ung der Verteidigung – nicht nur über eine Distanz von 6 Metern, sondern über eine Streck e von 700 Metern beweisrechtlich allemal rechtsgenüglich erstellt. Damit kann offenbleiben, ob es zur Bejahung des subjektiven Tatbe- stands ausreichen würde, wenn ein ungenügender Abst and, in concreto ein Abstand von 0.37 Sekunden, lediglich über eine Strecke von 6 Metern dokumentiert wäre. Der Beschuldigte missachtete die Mindestabstandsreg el entgegen seinem Einwand massiv, womit eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ei nherging. Im Ergebnis ist somit der strin- gent begründete vorinstanzliche Schuldspruch wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln nicht zu beanstanden, sondern vielmehr zu bestätigen. 2. Strafzumessung 2.1 Das Strafgericht sprach gegenüber dem Beschuldigten eine bedingt vo llziehbare Geld- strafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 130.--, bei ein er Probezeit von 2 Jahren, sowie eine Busse von Fr. 650.-- aus, wobei für den Fall der schuldha ften Nichtbezahlung der Busse eine Ersatz- freiheitsstrafe von 6 Tagen angedroht wurde. 2.2 Der Beschuldigte hat die vorinstanzlich vorgenommene Strafzumessung explizit ange- fochten, da er die Ansicht vertritt, er sei ledigli ch aufgrund einer einfachen Verletzung der Ver- kehrsregeln zu verurteilen. 2.3 Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie di e Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Kantonsgericht folgt den Ausführungen des Straf gerichts zum Strafrahmen, zu den Tat- und Täterkomponenten, zum Verschulden wie auch zur Prognosestellung (vgl. S. 8-9 des ange- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht fochtenen Urteils) vollumfänglich. Die seitens der Vorinstanz vorgenommene Argumentation ist in jeder Hinsicht nachvollziehbar, richtig und ange messen. Es besteht für das Kantonsgericht kein Anlass, davon abzuweichen. Die Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten ist mit Blick auf den aktuellen Auszug aus dem Strafregisterauszug nach wie vor gegeben. Auch die übrigen persön- lichen Verhältnisse, einschliesslich die Einkommens - und Vermögensverhältnisse, haben sich gemäss den Depositionen des Beschuldigten vor Kanto nsgericht seit dem Urteil des Strafge- richts nicht verändert (vgl. Prot. der Hauptverhand lung Kantonsgericht, S. 2), so dass auch die Höhe des Tagessatzes nicht zu beanstanden ist. Auch im Ergebnis erweist sich die seitens des Strafgerichts ausgesprochene Sanktion als angemessen, weshalb keinerlei Korrektur angezeigt ist. Aus den genannten Gründen ist somit auch die durch die Vorinstanz ausgesprochene Strafe zu bestätigen. 3. Kosten des Strafgerichts Das Strafgericht auferlegte dem Beschuldigten die V erfahrenskosten von insgesamt Fr. 1‘167.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfa hrens von Fr. 367.-- und der Gerichtsge- bühr von Fr. 800.-- (vgl. S. 10 des angefochtenen Urteils). Dieser Kostenentscheid erfolgte in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO und ist angesichts des Verfahrensausgangs nicht zu beanstanden. 4. Zusammenfassung Im Ergebnis erweist sich die Berufung des Beschuldi gten in allen Punkten als unbegründet und ist deshalb vollumfänglich abzuweisen. IV. Kosten des Kantonsgerichts 1. Ordentliche Kosten Die ordentlichen Kosten des Kantonsgerichts werden in Anwendung von § 12 Abs. 1 GebT auf Fr. 4‘000.--, umfassend eine Urteilsgebühr von Fr. 3‘750.-- sowie Auslagen von Fr. 250.--, festgesetzt. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend wird die Berufung des Beschuldigten vollumfänglich abgewiesen. Aus diesem Grund werden die obgenannten Verfahrenskosten dem Beschuldigten und Berufungskläger auferlegt. 2. Ausserordentliche Kosten Bei diesem Verfahrensausgang wird dem Beschuldigten und Berufungskläger keine Parteient- schädigung ausgerichtet. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 25. A pril 2017, auszug- weise lautend: „1. A.___ wird in teilweiser Abänderung des Strafbef ehls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 19. Januar 2016 der groben Verletzung von Verkehrsregeln schuldig erklä rt und ver- urteilt zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Ta gessätzen zu je Fr. 130.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 650.--, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse trit t an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen, in Anwendung von Art. 90 Abs. 2 SVG (i.V.m. Art 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV), Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB sowie Art. 106 StGB. 2. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten de s Vorverfah- rens von Fr. 367.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 800.--. A.____ trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO.“ wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten vollumfäng- lich bestätigt. II. Die Kosten des kantonsgerichtlichen Verfahrens von Fr. 3‘750.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 250.--, somit total Fr. 4‘000.--, werden dem Beschuldigten auferlegt. III. Dem Beschuldigten wird keine Parteientschädigu ng ausgerichtet.