<h2>SubmittedText<h2><p>Laut den neuesten Presseberichten wurden auf der Bahnverbindung Mendrisio-Varese, die am kommenden Sonntag, den 10. Juni in Betrieb gehen soll, auf der Strecke bis nach Malpensa zwei geplante Verbindungen gestrichen.</p><p>Die Situation in Bezug auf die Bahnverbindungen im Tessin und insbesondere im Mendrisiotto ist allgemein problematisch. Eine Umfrage ergab, dass Mendrisio in der Tat der einzige Bahnhof in der Schweiz ist, an dem über 30 Prozent der Züge verspätet verkehren. Hinzu kommt, dass Tilo in Sachen Pünktlichkeit als schlechteste regionale Eisenbahngesellschaft gilt; auf dem Abschnitt Varese-Mendrisio-Bellinzona verkehren durchschnittlich mehr als 40 Prozent der Züge mit Verspätung. </p><p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat die gegenwärtige Situation, insbesondere den Betrieb auf der Verbindung Mendrisio-Varese in den ersten Monaten? Wie beurteilt er die Situation unter dem Gesichtspunkt, dass die Schweiz sich finanziell mit einem beträchtlichen Betrag an der neuen Verbindung beteiligt hat?</p><p>2. Hat der Bundesrat Kenntnis von den beiden "verschwundenen" Verbindungen nach Malpensa?</p><p>3. Welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat zur Verbesserung der oben beschriebenen, unbefriedigenden Situation zu ergreifen, einer Situation, die das Tessin und die Tessiner Bahnreisenden diskriminiert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Nach einer harzigen Inbetriebnahme der neuen Strecke, namentlich infolge technischer Probleme, hat sich die Lage mittlerweile normalisiert, und die Züge zwischen Mendrisio und Varese verkehren ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Mit durchschnittlich über 3000 Fahrgästen täglich sind die Reisendenzahlen ermutigend. Für eine korrekte Darstellung sind die Probleme der neuen Strecke zwischen Mendrisio und Varese jedoch von den verzeichneten Verspätungen der Regionalzüge aus Mailand und Albate Camerlata zu entkoppeln: Diese Verspätungen wirken sich nachteilig auf die Fahrgäste im Bahnknoten Mendrisio aus. Tatsächlich ist die Pünktlichkeit in diesem Knoten mit rund 70 Prozent Zielerreichung gering und erfüllt die Vorgaben der SBB keineswegs. In der Zwischenzeit wurden jedoch konkrete Schritte zur Verbesserung der Situation unternommen. Die von SBB, Tilo, dem Kanton Tessin, der Region Lombardei, Trenord und RFI vereinbarten Massnahmen werden Anfang September umgesetzt. </p><p>2. Aufgrund einer verzögerten Datenlieferung durch das Partnerunternehmen an der europäischen Datenbank (Infoplus) konnten die Verbindungen von und nach Malpensa im Online-Fahrplan der SBB erst nachträglich aktualisiert werden. Dazu mussten die SBB die fehlenden Daten manuell eingeben. Inzwischen ist das Problem behoben, und die neun Verbindungen in jede Fahrtrichtung von und nach Malpensa seit dem 10. Juni erscheinen wieder korrekt im Online-Fahrplan der SBB. </p><p>3. Die beteiligten Partner im Tessin (SBB, Tilo, Kanton Tessin) und in der Lombardei (Region Lombardei, Trenord und RFI) sind sich der Probleme bewusst. Durch gezielte Massnahmen (siehe unter 1. und 2.) konnten sie die Situation bereits verbessern. Der Bundesrat sieht keine weiteren Massnahmen vor.</p>  Antwort des Bundesrates.