Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Juni 2015 (725 11 373) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Bedeutung eines gerichtlichen Gutachtens; natürliche Kausalität; Nachweis des Zeit- punkts des Status quo sine zu Lasten des Unfallversicherers Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Markus Schmid , Rechtsanwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Die 1955 geborene A.____ war als B.____ bei C.__ __ angestellt und in dieser Eigen- schaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsa nstalt (SUVA) gegen die Folgen von Be- triebs- und Nichtbetriebsunfällen obligatorisch versichert, als sie am 25. Juni 2008 auf der Auto- bahn unverschuldet in einen Auffahrunfall verwickel t wurde und dabei eine Distorsion der Hals- wirbelsäule (HWS) erlitt. Bereits vor ihrem Unfall hatte sich die Versicherte im Februar 2008 aufgrund einer Diskushernie einem operativen Eingri ff unterziehen müssen, in dessen Verlauf Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sie allerdings ab April 2008 wieder eine volle Beschwerdefreiheit erreicht hatte. Trotz kontinuier- licher Physiotherapie und medikamentöser Behandlung beri chtete die Versicherte nach ihrem Unfall über einen fluktuierenden Verlauf. In der Zei t vom 17. November 2008 bis 16. Januar 2009 absolvierte sie im Auftrag der Invalidenversicherun g (IV) ein Arbeitstraining, dessen Pen- sum jedoch nicht gesteigert werden konnte. Die SUVA li ess in Bezug auf den erlittenen Unfall eine biomechanische Kurzbeurteilung vornehmen. Die Besc hwerdeführerin gab in der Folge ihrerseits ein umfassendes unfallanalytisches Gutachten in Auftrag. Nach weiteren Abklärungen der gesundheitlichen Verhältnisse stellte die SUVA mit Verfügung vom 17. Juli 2009 die Aus- richtung weiterer Versicherungsleistungen per Ende Juli 2009 mangels adäquaten Kausalzu- sammenhangs ein. Eine dagegen erhobene Einsprache wie s sie mit Einspracheentscheid vom 12. September 2011 ab. B. Hiergeben erhob die Versicherte, vertreten durch M arkus Schmid, Rechtsanwalt, am 14. Oktober 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht des Ka ntons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragt e, es sei die SUVA in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids zu verpflichten, über Ende Juli 2009 hinaus weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Diese sei ausserdem zu verpflichten, die Kosten der von ihr in Auftrag gegebenen Unfallanalyse vom 10. Juni 2 011 über Fr. 3‘150.— zu erstatten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei eine öffentliche Partei verhandlung durchzuführen, alles unter o/e-Kostenfolge. Zusammenfassend liess sie als Begründun g geltend machen, dass die SUVA den Beweis dafür, dass ab Ende Juli 2009 nur noch und au sschliesslich unfallfremde Faktoren vorlägen, nicht zu erbringen in der Lage sei. Auf das i n diesem Zusammenhang von der SUVA eingeholte, neurologische Gutachten von Herrn Dr. D.___ _ könne mangels Beweiswerts nicht abgestellt werden. Aus den übrigen medizinischen Akten ergebe sich, dass die Beschwerden mit dem fraglichen Unfallereignis noch immer in einem natürlichen Kausalzusammenhang stün- den. Ausserdem sei gemäss der für HWS-Distorsionen massgeb enden Rechtsprechung auch der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen. C. Die SUVA schloss mit Vernehmlassung vom 11. Januar 201 2 auf Abweisung der Be- schwerde. Zusammenfassend liess sie vorbringen, dass sie zu Rech t auf das die rechtspre- chungsgemässen Anforderungen an die Beweistauglichkeit vo n Arztberichten erfüllende Gut- achten von Dr. D.____ abgestellt habe. Auch wenn die zum typischen Beschwerdebild gehö- renden Beeinträchtigungen zumindest teilweise vorlägen und die Adäquanzbeurteilung daher nach der sogenannten Schleudertraumapraxis vorzunehmen seien, habe sie die Adäquanz zwi- schen Unfallereignis und den noch immer geklagten Beschwerden zu Recht verneint. D. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 9. August 2012 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass die dem angefochtenen Einspracheentsch eid zugrunde liegenden medizini- schen Unterlagen keine abschliessende Beurteilung der stri ttigen Angelegenheit zulassen. Da- bei hielt es fest, dass dem Gutachten von Dr. D.____ entgegen der von der SUVA vertretenen Auffassung keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme, da e s keine zuverlässige Beurtei- lung der Unfallkausalität zulasse. Der Fall sei deshalb a uszustellen und es sei zur abschlies- senden Klärung der medizinischen Sachlage ein Gerichtsgutachten bei der E.____ in Auftrag zu geben. Nach Eingang der Stellungnahmen beider Parte ien zum entsprechenden Fragekatalog Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht wurde das Gerichtsgutachten am 31. Oktober 2012 bei de r E.____ in Auftrag gegeben. Dieses erging am 22. Juli 2013. E. In der Folge nahmen die Parteien am 25. Septembe r 2013 bzw. am 26. September 2013 Stellung zum gerichtlichen Gutachten der E.____. Die SUVA legte ihrer Stellungnahme zusätz- lich eine ausführliche Beurteilung ihrer Abteilung Ve rsicherungsmedizin vom 22. August 2013 bei. In der Folge haben sich die SUVA am 28. Oktober 2013 und die Beschwerdeführerin am 2. Dezember 2013 zu den vorstehend genannten Ausführung en der jeweiligen Gegenpartei geäussert. Gestützt auf die in den jeweiligen Stellungnahmen geäusserte Kritik am gerichtlichen Gutachten der E.____ bat das Gericht die E.____ ihrerseits um entsprechende Stellungnahme. F. Am 6. März 2014 ergingen die entsprechenden Stell ungnahmen sowohl des orthopädi- schen als auch neurologischen Fachgutachters der E.____. Na chdem die Parteien hierzu am 19. Mai 2014 Stellung genommen hatten, wurde der Fa ll am 3. Juni 2014 erneut dem Gericht zur Beurteilung überwiesen. Anlässlich seiner Urteilsbera tung vom 18. Dezember 2014 be- schloss das Gericht, den Fall auszustellen und den Parteien einen gerichtlichen Vergleichsvor- schlag zu unterbreiten. Nachdem die SUVA den Vergleich mit Eingabe vom 3. März 2015 abge- lehnt hatte, wurde die Angelegenheit mit verfahrensl eitender Verfügung vom 4. März 2015 wie- derum dem Gericht zur Beurteilung überwiesen. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwä- gungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim örtlich und sac hlich zuständigen Gericht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfal lversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesge- setztes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsre chts [ATSG] vom 6. Oktober 2000), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggel d zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat si e Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Mit dem Rentenbeginn fallen di e Heilbehandlung und die Taggeldleistun- gen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Kr ankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürli chen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nich t zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall di e alleinige oder unmittelbare Ursa- che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In tegrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 1 29 V 177 E. 3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b). Ob zwischen einem sch ädigenden Ereignis und einer ge- sundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhan g besteht, ist eine Tatfrage, wo- rüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob- liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsr echt üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen- hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). 2.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicher ers erst, wenn der Unfall nicht die natür- liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt , wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder sp äter eingestellt hätte (Status quo si- ne), erreicht ist (Kranken- und Unfallversicherung - Re chtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenh ang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines G esundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad d er überwiegenden Wahrscheinlich- keit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewi esen sein. Die blosse Möglichkeit nun- mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfa lles genügt nicht. Da es sich hier- bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, li egt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal zusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (So zialversicherungsrecht – Recht- sprechung [SVR] 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Bewe is des Wegfalls des Kausalzusammen- hangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Bewei s zu verlangen, dass kein Gesund- heitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nu n bei voller Gesundheit sei. Ent- scheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu- tung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil P . des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 2.4 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinwei- sen). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungspro- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. A rt. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). Auch einem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswer t zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die är ztliche Beurteilung eines an sich festste- henden medizinischen Sachverhalts geht (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95; nicht publ. E. 5b des Urteils BGE 114 V 109, veröffentlicht in RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366). Widersprechen sich me- dizinische Berichte, darf das Gericht den Prozess nicht er ledigen, ohne das gesamte Beweis- material zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande- re medizinische These abstellt (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 2.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen. So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zw ingende Gründe" von den Ein- schätzungen des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufg abe es ist, seine Fachkennt- nisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um e inen bestimmten Sachverhalt medizi- nisch zu erfassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn e in vom Gericht eingeholtes Ober- gutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolge rungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn g egensätzliche Meinungsäusserungen ande- rer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheine n, die Schlüssigkeit des Gerichtsgut- achtens in Frage zu stellen, sei es, dass er die Überprüf ung durch einen Oberexperten für an- gezeigt hält, sei es, dass er ohne Oberexpertise vom Erge bnis des Gerichtsgutachtens abwei- chende Schlussfolgerungen zieht ( BGE 118 V 290 E. 1b, 112 V 32 f. mit Hinweisen). 2.6 Schliesslich ist in verfahrensrechtlicher Hinsicht dara uf zu verweisen, dass der Sozial- versicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist . Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklär ung des rechtserheblichen Sachver- halts zu sorgen (BGE 125 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen). 3. Für die Beurteilung der vorliegend strittigen Fra ge, ob zwischen den persistierenden Beschwerden und dem Auffahrunfall vom 25. Juni 2008 e in natürlicher Kausalzusammenhang Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Sinne der dargelegten Rechtsprechung besteht (vgl. oben, Erwägung 2.2 hievor), liegen di- verse medizinische Berichte in den Akten, welche vom Gericht allesamt gewürdigt wurden. 3.1 Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang zunächst der vorbestehende, degenera- tive Zustand nach operativer Entfernung einer Diskusher nie auf Höhe C6/7 links am 4. Februar 2008. Gemäss dem in diesem Zusammenhang mit der postop erativen Spätkontrolle erstatteten Bericht von Prof. F.____, FMH Neurochirurgie, vom 14. März 2008 berichte die Patientin, seit etwa zwei Wochen praktisch beschwerdefrei zu sein. Die a llgemeine Beweglichkeit sei gut. Bei der bis auf einige Verspannungen beinahe vollständigen Schmerzfreiheit scheine eine weitere Therapie nicht mehr notwendig. Ab 7. April 2008 könne ein 50%-iger Arbeitsversuch unter- nommen werden. Bei weiter günstigem Verlauf wäre ab Ende April 2008 ein volles Pensum möglich. Auch wenn kein Hebelimit eingehalten werden müsse, sei dennoch erhöhte Vorsicht geboten. 3.2 Gemäss Bericht der G.____vom 12. August 2008 hätten sich die Diskushernien C3/4 bis C6/7 nicht vergrössert. Die Einengungen der Neurofo ramina links seien stationär vorhan- den, der Befund auf Höhe C6/7 sei regredient. Es fä nden sich keine Zeichen eine Myelopathie. Die aktuelle Untersuchung zeige keine frischen posttrauma tischen Veränderungen im Bereich der ossären Strukturen. Man sehe eine normale Signalver teilung in den ossären Strukturen. Lediglich links um die Wirbelbogen und den Processus spino si bestünden postoperativ bedingt noch kontrastaufnehmende Weichteilveränderungen. 3.3 Dem Arztzeugnis UVG von Dr. H.____, FMH Allgemein medizin, vom 30. August 2008 zufolge seien im MRT vom 3. August 2008 im Vergleich zur Voruntersuchung vom 4. Januar 2008 keine neuen posttraumatischen Veränderungen ersi chtlich. Nach dem kraniozervikalen Beschleunigungstrauma bei Status nach Diskushernienopera tion lägen ausschliessliche Unfall- folgen vor. Der Behandlungsabschluss sei nicht absehbar. 3.4 Gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung der I.____ vo m 14. November 2008 habe das Fahrzeug der Versicherten eine Geschwindigkeitsänderu ng erfahren, die innerhalb oder oberhalb eines Bereichs von zehn bis 15km/h gelegen habe n dürfte. Zudem sei das Fahrzeug im Uhrzeigersinn um 180° gedreht worden. An biomechanisch relevanten Besonderheiten liege eine vor kurzem operierte Diskushernie im HWS-Bereich vor. Es liege somit eine Abweichung zum Normalfall vor. Die anschliessend an das Unfallereigni s festgestellten Beschwerden und Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung eher erklär bar. Unter Berücksichtigung der er- wähnten Abweichung zum Normalfall ergäben sich zusätzliche Erklärungsmöglichkeiten. 3.5 Gemäss dem ärztlichen Zwischenbericht von Dr. H.____ bestehe ein fluktuierender Verlauf mit anhaltenden Kopf- und HWS-Schmerzen, Schw indelsensationen, einer Bewe- gungseinschränkung der HWS trotz kontinuierlicher Physiot herapie und medikamentöser Be- handlung. Ein Arbeitsversuch im Umfang von 25% sei am 15 . September 2008 missglückt. Ob und in welchem Ausmass ein bleibender Nachteil zu erwar ten sei, könne nicht abschliessend beurteilt werden. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.6 Dem neurologischen Gutachten von Dr. D.____, FMH Neurologie, vom 13. Mai 2009 zufolge würden gegen eine zeitlich begrenzte unfallkausale Anerkennung der HWS-assoziierten Beschwerden eindeutige medizinische Gründe sprechen. Ge mäss den vorliegenden Angaben sei es binnen zwei bis drei Monaten zu einer Besserung de r Beschwerden gekommen, was einem verletzungskonformen Verlauf entspreche. Es handle sich um eine WHD (Whiplash associated Disorders) zweiten Grads. Die Prognose leichtgrad iger HWS-Distorsionen sei cha- rakteristischerweise günstig. In der aktuellen Literatur würden Beschwerden, die über einen Zeitraum von mehr als drei Monate anhalten, insoweit nicht mehr als unfallkausal anerkannt, sofern keine strukturelle traumatische Läsion vorliege. Nachdem die im Verlauf der Heckauf- fahrkollision durchgeführte röntgenologische und kernspintomographische Untersuchung weder strukturelle traumatische Veränderungen noch eine erken nbare posttraumatische Veränderung der vorbestehenden pathologischen HWS-Befunde zeige, sei aus fachlicher Sicht und gestützt auf die aktuelle Literatur spätestens drei Monate nach d em Ereignis vom 25. Juni 2008 vom Erreichen des Status quo sine auszugehen. Bei den nachgewi esenen degenerativen Verände- rungen handle es sich um schicksalsmässige, unfallfremde Ver änderungen, die auch aus eige- ner Dynamik jederzeit zu den aktuell geklagten Nackenbeschwerden führen könnten. Organisch nicht nachweisbar seien die Kopfschmerzen. Diese seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf den Unfall, sondern auf eine unsachgemässe und regelmässige Selbstbehandlung mit Antirheumatika zurückzuführen. Diese Kopfschmerzen seien effektiv behandelbar und führten nicht zu einer dauernden Einschränkung der Arbeitsfähi gkeit. Für den fluktuierenden und im Längsschnitt chronisch protrahierten Verlauf seien unfal lfremde Faktoren, namentlich die schicksalshaften degenerativen HWS-Veränderungen und der chronische Konsum von An- tirheumatika, verantwortlich. Bis Ende September 2008 könne eine rein unfallbedingte Arbeits- unfähigkeit angenommen werden. Seither wäre in einer ideal HWS-adaptierten Tätigkeit mit einer vollständigen Arbeitsfähigkeit zu rechnen gewesen. Der aktuelle Gesundheitszustand sei vollumfänglich krankheitsbedingt. 3.7 Gemäss dem von der Versicherten in Auftrag gegeben en Gutachten von Dr. J.____, Institut K.____, vom 10. Juni 2011 sei von einer Kolli sionsgeschwindigkeit von 75km/h auszu- gehen. Unter Berücksichtigung der relevanten Daten sei e s zu einer kollisionsbedingten Ge- schwindigkeitsänderung von 36,55km/h gekommen. Die Kolli sionsschwere habe bezogen auf den Normalfall nicht nur deutlich über der kinematischen Harmlosigkeitsgrenze für das Zustan- dekommen einer leichten, sondern in gesicherter Weise auch einer mittleren bis schweren HWS-Verletzung gelegen. Die Versicherte sei ausserdem e iner starken Drehbewegung ausge- setzt gewesen. Dies habe zu überlagernden, komplexen Kraf teinwirkungen auf die Versicherte geführt. Die biomechanische Kurzbeurteilung gehe offenbar von falschen Grundlagen aus. 3.8.1 Im Zentrum der medizinischen Beurteilung steht schl iesslich das gerichtliche Gutachten der E.____ vom 22. Juli 2013. Dem psychiatrischen Fachg utachten vom 17. Juni 2013 zufolge sei mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nebst psychosozia len Belastungsfaktoren ein hochgra- diger Verdacht auf eine chronifizierte Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Fakto- ren zu diagnostizieren. In der angestammten Tätigkeit a ls Behindertenpflegerin sei die Versi- cherte aufgrund ihrer nicht überwindbaren Schmerzen n icht mehr arbeitsfähig. In einer leidens- angepassten, leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Zwangshaltungen sei eine Arbeits- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fähigkeit im Umfang von 40 bis 50% bei freier Pausenein teilung zu attestieren. Die über die so- matische Begründung hinausgehende psychiatrisch bedingte Ei nschränkung resultiere aus der Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. 3.8.2 Gemäss dem neurologischen Fachgutachten vom 29. April 2013 hätten sich im Gegen- satz zum Vorgutachten von Dr. D.____ vom 13. Mai 2009 kli nisch-neurologische Zeichen eines sensiblen Hemisyndroms der linken Körperhälfte finden la ssen. Für die Interpretation der ent- sprechenden Befunde sei auf das psychiatrische Fachgutacht en zu verweisen. Die vorliegen- den Verletzungen des passiven Bewegungsapparats seien pr imär Domänen des Orthopäden und Unfallchirurgen. Entsprechend sei bezüglich der Ät iologie der chronischen Nacken- und Kopfschmerzen auf das orthopädische Fachgutachten zu verwei sen. Aus neurologischer Sicht sei die Explorandin zu 100% arbeitsfähig. 3.8.3 Gemäss dem orthopädischen Fachgutachten der E.__ __ weiche die orthopädische Be- urteilung aus mehreren Gründen von dem von Dr. D.____ genannten Zeitpunkt für das Errei- chen des Status quo sine ab, weil in casu eine Abweichung von den Durchschnittsverhältnissen vorliege. So sei es absolut ungewöhnlich, dass bei einer Beschleunigungsverletzung der HWS ohne Kopfanprall auch ein Zahn im Oberkiefer der Ver sicherten beschädigt worden sei. Vor- stellbar sei dies als Zeichen grosser Krafteinwirkung nur in der Verzögerungsphase mit Kopfni- cken nach vorne und Aufschlagen des Unterkiefers am Brustkor b. Dies spreche stark dafür, dass die von ausführlichen Daten abgeleitete unfallan alytische Analyse von Dr. J.____ vom 10. Juni 2011 mit dem Ergebnis einer Geschwindigkeitsverä nderung von 36,55km/h das Ge- schehen genauer beschreibe als die Kurzbeurteilung der I. ____. Dr. D.____ gehe bei seinem Zitat der MRI-Untersuchung vom 12. August 2008 nicht au f die in der Befundbeschreibung er- wähnte Signalveränderung in den dorsalen Weichteilen auf Höhe C5-7 ein. Aus chirurgischer Sicht sei es zumindest ungewöhnlich, dass sechs Monate nach dem Eingriff in den Weichteilen des Zugangswegs noch ein signalgebender Reiz- oder Umbau zustand herrschen soll, während im Knochen trotz der dort erfolgten Resektionen keine Signalveränderung mehr sichtbar sei und die Wunde schon vor Monaten reizlos verheilt und vor de m Unfall schmerzfrei gewesen sei. Es sei daher sehr wohl möglich, dass der Unfall acht Wochen vor der fraglichen MRI-Untersuchung zu einer erneuten Gewebsläsion geführt habe, was einen strukturellen Schaden bedeuten wür- de, der potentiell sekundär zu einer Instabilität führe n konnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass un- fallkausal ein struktureller Zusatzschaden am Weichteilap parat entstanden sei, sei gleich hoch wie das Gegenteil. Ein Entscheid sei aus den vorhandene n Unterlagen nicht herbeizuführen. Die von Dr. D.____ vertretene Auffassung einer fehlend en, strukturellen Läsion sei deshalb nicht zu beweisen. Es sei überwiegend wahrscheinlich, das s der Status quo sine nicht bereits drei Monate nach dem Unfall erreicht worden sei. Da a nlässlich der Begutachtung durch Dr. D.____ weder eine Funktionsaufnahme noch ein MRI veranlasst worden sei, lasse sich auch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit belegen, dass zum Zeitpunkt seiner klinischen Untersuchung bzw. der Einstellungsverfügung der SUVA ei n Status quo sine erreicht gewesen sei. Der Auffahrunfall habe mit überwiegender Wahrsche inlichkeit zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes an der HWS geführt. Der Wegfall der Mit- wirkung von Unfallfolgen an den Beschwerden (Status qu o sine) sei erst im Zeitpunkt der aktu- ellen Untersuchung durch die E.____ vom 11. März 2013 objektivierbar. Für einen früheren Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zeitpunkt lägen keine objektivierbaren Daten vor. Auf allgemeine theoretische Angaben könne in casu nicht abgestellt werden. Seit spätestens dem 11 . März 2013 bestehe in Bezug auf den Bewegungsapparat keine unfallbedingte Arbeitsunfähigk eit mehr. Das degenerative HWS- und LWS-Leiden schränke die Arbeitsfähigkeit jedoch aus u nfallfremden Gründen auch weiterhin ein. Aufgrund der aktuellen klinischen Untersuchung und der multisegmentalen Ausdehnung des radiologischen Befunds sowie der zu erwartenden langsa men Progression sei eine Arbeit als Pflegekraft in der Behindertenpflege künftig nicht mehr zumutbar. In der Zeit zwischen dem Unfall und dem jetzigen Gutachten sei die unfallfremd e Einschränkung die gleiche gewesen, zu der sich mit einem graduellen Rückgang über die Zeit die unfallkausale vorübergehende Ver- schlimmerung addiert habe. 3.8.4 Der Gesamtbeurteilung der E.____ zufolge sei un strittig, dass zum Zeitpunkt des Unfalls vom 25. Juni 2008 ein relevanter Vorzustand an der HWS vorgelegen habe. Da beim Unfall eine Beschädigung eines Zahns im Oberkiefer aufgetreten sei, müsse von einer insgesamt nicht unerheblichen Krafteinwirkung ausgegangen werden. Die Annahme einer HWS-Distorsion ohne strukturelle Läsion könne bei der vorbestehenden Degeneration nur durch den Ausschluss einer Instabilität mittels Bildgebung begründet werde n. Eine solche Bildgebung sei jedoch nicht veranlasst worden. Im Zeitpunkt der neurologischen Erstbegutachtung am 13. Mai 2009 sei das Erreichen des Status quo sine deshalb nicht sicher begründb ar gewesen. Aufgrund der disku- tierten Inkonsistenzen in der Aktenlage könne erst im Ze itpunkt der orthopädischen Untersu- chung am 11. März 2013 mit überwiegender Wahrscheinlich keit von einem Status quo sine ausgegangen werden. Die nunmehr in unfallkausaler Sicht als aufgehoben festgestellte Arbeits- fähigkeit könne mit Sicherheit erst auf den 11. März 2013 festgelegt werden. 3.9 Gemäss der versicherungsmedizinischen Beurteilung von D r. L.____, FMH Chirurgie, vom 3. September 2013 könne man sich der Feststellung im orthopädischen Fachgutachten der E.____ vollumfänglich anschliessen, dass der Status quo sine nicht drei Monate nach dem Un- fall erreicht worden sei. Die weitere Feststellung, d ass der Status quo sine erst mit Datum der orthopädischen Begutachtung durch die E.____ am 11. März 2013 objektivierbar sei, könne in dieser Absolutheit weder mit konkreten Fakten noch mit allgemeiner klinischer Erfahrung oder mit üblichen Versicherungs- bzw. Gerichtspraxis begründet werden. Selbst wenn man eine er- neute Gewebsläsion im Sinne der postulierten Weichteil zerrung im Nackenbereich annehmen wollte – wozu der Gutachter ausführe, dass ein Entschei d aus den Unterlagen nicht herbeizu- führen sei, und was versicherungsmedizinisch stark in Zweife l gezogen werden müsse – sei es kaum denkbar, dass bis zur klinischen Feststellung der Aushei lung dieser Gewebsläsion vier Jahre und sechs Monate vergingen. Nicht überzeugen würd en ausserdem die Ausführungen des orthopädischen Fachgutachters der E.____ zur sekundäre n Instabilität. Dieser habe den versicherungsmedizinisch überzeugenden Beweis geführt, dass eine solche Instabilität der HWS am 11. März 2013 nicht mehr bestanden habe. Die i mplizite Annahme, dass zwischen dem Unfall vom 25. Juni 2008 und der E.____-Untersuchu ng vom 11. März 2013 eine unfall- kausale Instabilität der HWS bestanden habe, könne jedo ch nicht bestätigt werden. Wenn mit anderen Worten die Stabilität der HWS am 11. März 20 13 bewiesen sei, dann sei mit an Si- cherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit das Faktum verbunden, dass auch nach dem 25. Juni 2008 eine solche Stabilität bestanden habe, da eine Ausheilung einer sekundär entstande- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen Instabilität der HWS unter funktioneller Therapie als unwahrscheinlich betrachtet werden müsse. Ausgehend davon, dass eine strukturelle Läsion der HWS, die dem fraglichen Unfall zugeordnet werden könnte, nicht objektiviert sowie ein e richtunggebende Verschlimmerung degenerativer Veränderung bildgebend ausgeschlossen worden sei, sei der Status quo sine ein Jahr nach dem Unfallereignis erreicht worden. Dieser Beu rteilung von Dr. L.____ ist in diesem Zusammenhang allerdings auch zu entnehmen, dass ein datu msgenauer Zeitpunkt für das Er- reichen eines Status quo sine nach dem Unfall vom 25. Juni 2008 auf der Grundlage der vor- handenen Bildgebung und der medizinischen und administr ativen Dokumente nicht ermittelt werden könne. Auch der bildgebende Status vom 13. Mär z 2013 könne hierzu keinen überzeu- genden Aufschluss geben. Unter Hinweis auf das bildgeben d objektivierte Faktum, dass keine dem Unfall tatsächlich zuzuordnenden, strukturellen Läsi onen an der HWS existierten und eine richtunggebende Verschlimmerung ausgeschlossen werden könn e, sei im Zeitpunkt der Leis- tungseinstellung durch die SUVA der Status quo sine Ende Juli 2009 erreicht und der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den noch bestehe nden Beschwerden erlo- schen gewesen. 3.10 In seiner Stellungnahme vom 6. März 2014 hielt d er orthopädische Fachgutachter der E.____ zusammenfassend fest, dass eine über eine Distorsi on hinausgehende strukturelle or- ganische Verletzung von Halsweichteilen durch den fragli chen Unfall bei Vorzustand einer mehrsegmentalen Degeneration und bei kritischer Würdigu ng aller Unterlagen den gleichen Wahrscheinlichkeitsgrad wie das Gegenteil aufweise. Es herrsche eine Beweislosigkeit, die fünf Jahre später durch weitere Untersuchungen nicht aufgehob en werden könne. Unabhängig da- von, ob beim Unfall eine strukturelle Weichteilverletzu ng eingetreten sei oder nicht, liege eine überwiegende Wahrscheinlichkeit dafür vor, dass im Zeit punkt der orthopädischen Begutach- tung der E.____ am 11. März 2013 jegliche Mitwirkung organischer unfallkausaler Faktoren weggefallen sei und der Status quo sine vorgelegen habe . Für das von der SUVA postulierte Wegfallen eines natürlichen Kausalzusammenhangs Ende Jul i 2009 sei hingegen keine über- wiegende Wahrscheinlichkeit belegbar. Im Vergleich zur a ktuellen Untersuchung seien am 10. August 2009 noch eine erheblich stärkere Einschränkung d er Beweglichkeit sowie Myogelosen dokumentiert gewesen. Dieser damalige Befund sei nicht allein auf die unfallfremde Degenera- tion zurückzuführen, sondern setze die Mitwirkung weiterer unfallkausaler Faktoren voraus, da sich die Funktion sowie der Weichteil-Palpationsbefund trotz Fortschreiten der Degeneration am 11. März 2013 in einem deutlich gebesserten Zustand präs entiert hätten. In der Zwischenzeit könne von einem graduellen Rückgang der Mitwirkung unfa llkausaler Faktoren ausgegangen werden. Für die sodann von der Versicherten postuliert e, richtunggebende Verschlimmerung mit Fortwirkung unfallkausaler Faktoren über den 11. M ärz 2013 hinaus sei ebenfalls keine überwiegende Wahrscheinlichkeit belegbar. Die aktuell vorgebrachten Beschwerden und Beein- trächtigungen seitens der HWS seien hinsichtlich ihres bil dgebend und klinisch objektivierbaren Anteils ausschliesslich auf das degenerative Grundleiden zu rückzuführen und dadurch voll er- klärt. Auch ein allfälliger struktureller Weichteilschad en sei zu diesem Zeitpunkt ausgeheilt ge- wesen und eine andere Spätfolge wie beispielsweise eine Instabilität sei nicht eingetreten. 4.1 Was den medizinischen Sachverhalt und dabei insbeson dere die strittige Kausalitätsbe- urteilung betrifft, kommt dem gerichtlichen Gutachte n der E.____ und den in diesem Zusam- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht menhang vorliegenden Erläuterungen des orthopädischen F achgutachters Prof. Dr. M.____ massgebende Bedeutung zu. Das E.____-Gutachten erfüllt die rechtsprechungsgemässen An- forderungen an eine beweiskräftige ärztliche Stellungnahme (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), weshalb ihm voller Beweiswert zuzuerkennen ist. I m Sinne der dargelegten Rechtspre- chung (vgl. oben, Erwägung 2.5) bestehen demnach aus g rundsätzlichen Überlegungen keine Gründe, von der überaus detaillierten und nachvollzie hbar begründeten Kausalitätsbeurteilung der Gerichtsgutachter bzw. des orthopädischen Fachgutach ters der E.____ abzuweichen. Nachdem in dieser Hinsicht anlässlich der ersten Urteilsber atung des Gerichts vom 9. August 2012 nach Lage der damals vorhandenen neurologischen Beurteilung von Dr. D.____ vom 13. Mai 2009 keine zuverlässige Beurteilung der Unfall kausalität möglich war, ist nunmehr ge- mäss den ebenso akribischen wie umfangreichen Erläuterun gen insbesondere von Prof. Dr. M.____ (vgl. orthopädisches Fachgutachten der E.____ so wie Stellungnahme vom 6. März 2014) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass in Bezug auf die von der Beschwer- deführerin weiterhin beklagten Symptomatik der Status q uo sine am 11. März 2013, mithin erst im Zeitpunkt der orthopädischen Fachbegutachtung durch d ie E.____, wieder erreicht worden war. 4.2 Während die Beschwerdegegnerin unter Berufung auf medizinische Erfahrungstatsa- chen mittlerweile davon ausgeht, dass die natürliche Kau salität der persistierenden Beschwer- den spätestens ein Jahr nach dem fraglichen Unfall vom 25. Juni 2008 weggefallen und der Status quo sine bereits dazumal eingetreten sei, vertritt die Beschwerdeführerin die Auffassung, dass der Status quo sine bis heute noch immer nicht errei cht sei. Entgegen der von der SUVA zitierten Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 8C_677 /2007; vgl. Stellungnahme der SUVA vom 19. Mai 2014) kann im vorliegenden Fall gestü tzt auf das unfallanalytische Gutach- ten von Dr. J.____ vom 10. Juni 2011 jedoch nicht davo n ausgegangen werden, dass ein “Re- gelfall“ vorliegt, wonach ein natürlicher Kausalzusamm enhang spätestens nach einem Jahr nicht mehr ausgewiesen ist. Selbst die in weiten Teilen wenig aussagekräftige biomechanische Kurzbeurteilung der I.____ vom 14. November 2008 geh t davon aus, dass eine Abweichung zum „Normallfall“ vorliegt. Den detaillierten Berechn ungen von Dr. J.____ zufolge ist im Gegen- teil anzunehmen, dass die Kollisionsschwere allenfalls gar deutlich über der Grenze für das Zustandekommen einer gar schweren HWS-Verletzung gelege n hat (vgl. in Bezug auf die die- ser Berechnung zutreffend zu Grunde gelegten Daten auch Unfallrapport vom 11. Juli 2008, SUVA-Akten 61). Hierfür spricht insbesondere der als ungewöhnlich qualifizierte – und im Übri- gen von Dr. D.____ unkommentiert gebliebene – Zahnsch aden, den die Versicherte unter of- fensichtlich grosser Krafteinwirkung mit Aufschlagen des Unterkiefers am Brustkorb anlässlich ihres Unfalls erlitten hat (vgl. E.____-Gerichtsgutachten , dort Gesamtbeurteilung sowie ortho- pädisches Fachgutachten). Für eine grosse Krafteinwirkung spricht zudem die Deformation bei- der Sitzlehnen des Fahrzeugs der Versicherten (vgl. Aufnah meblatt Fahrzeugschaden vom 1. Juli 2008, SUVA-Akten 28). Mit welcher Intensität die Gewalteinwirkung auf den verletzten Zahn bzw. dessen Implantat genau stattgefunden hat, kann da bei dahingestellt bleiben (vgl. in die- sem Zusammenhang die kritische Auseinandersetzung von Dr. L.____ vom 3. September 2013, S. 6). Unter Berücksichtigung des zwischen den Parteien un bestrittenen, degenerativen Vorzu- stands nach operativer Entfernung einer Diskushernie verma g die sowohl von Dr. D.____ als auch von Dr. L.____ postulierte Erfahrungstatsache jedenfalls nicht zu überzeugen, wonach der Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Status quo sine bereits drei Monate bzw. ein Jahr nach dem Unfallereignis erreicht worden ist. In diesem Zusammenhang kann der SUVA daher auch nicht gefolgt werden, wonach der Zeit- punkt des Status quo sine entgegen der Ansicht des orthop ädischen Fachgutachters der E.____ noch näher festgelegt werden könne (vgl. Stellungnahme der SUVA vom 19. Mai 2014). So ist nämlich auch der versicherungsmedizinischen Beurteilung von Dr. L.____ zu entnehmen, dass ein datumsgenauer Zeitpunkt für das Erreichen eine s Status quo sine „auf der Grundlage der vorhandenen Bildgebung und der medizinischen und a dministrativen Dokumente“ gerade nicht ermittelt werden kann. Damit widerspricht Dr. L. ____ seiner eigenen Schlussfolgerung, wonach der Status quo sine ein Jahr nach Unfall eingetreten sei. Vor allem aber deckt sich des- sen soeben zitierte Aussage mit der zuvor bereits von Prof. Dr. M.____ vertretenen Auffassung, dass sich mit ausreichender Wahrscheinlichkeit nicht beleg en lasse, dass der Status quo sine bereits im Zeitpunkt der Einstellungsverfügung der SUVA vom 17. Juli 2009 erreicht worden sei. 4.3 Als Zwischenergebnis lässt sich festhalten, dass die Beschw erdegegnerin die medizini- schen und unfallanalytischen Besonderheiten des vorliegen den (Einzel-) Falles ausser Acht gelassen hat. Damit hat sie eine unvollständige und im Ergebnis (rechts-) fehlerhafte Würdi- gung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes vorgeno mmen. Da in Bezug auf den referenzierenden Normallfall einer HWS-Verletzung in casu eine atypische Konstellation vor- liegt, kann in Übereinstimmung mit dem orthopädischen Fachgutachter der E.____ nicht auf allgemeine theoretische Angaben abgestellt werden. Die von der Versicherten über Juli 2009 hinaus geklagte Symptomatik ist allenfalls vielmehr auf eine weitgehend atypische Weichteilver- letzung sowie eine erneute Instabilität der HWS zurückzuf ühren. Den nachvollziehbaren und schlüssigen Aussagen der E.____ zufolge ist es jedenfalls u ngewöhnlich, dass sechs Monate nach erfolgter Diskushernienoperation im MRI vom 12. A ugust 2008 noch ein signalgebender Befund in den entsprechenden Weichteilen ersichtlich i st, während im Knochen trotz der dort erfolgten operativen Resektionen keine Signalveränderung mehr sichtbar war. Die Möglichkeit, dass der fragliche Unfall acht Wochen vor dieser MRI-U ntersuchung zu einer erneuten Ge- websläsion geführt und damit am 12. August 2008 ein un fallbedingter strukturell-bildgebender Schaden an der HWS vorgelegen hat, ist nicht von der H and zu weisen. Er ist ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb an dieser Stelle vollumfängli ch auf die entsprechenden und detaillier- ten Erläuterungen des orthopädischen Gerichtsgutachter s der E.____ verwiesen werden kann. Wie es sich damit aber im Detail verhält, kann aus nachf olgenden Gründen dahingestellt blei- ben. 4.4 Es ist daran zu erinnern (vgl. oben, Erwägung 2.3 hiervor), dass es die Beschwerdegeg- nerin ist, die für die Annahme des Zeitpunkts des Statu s quo sine mit dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit das Vorliegen nur noch und ausschliesslich unfallfremder Faktoren zu belegen hat. Das gerichtliche Gutachten der E.____ hält hierzu klar fest, dass das Erreichen des Status quo sine erst durch die anlässlich der orthopädischen Fachbegutachtung veranlasste Bildgebung am 11. März 2013 mit überwiegend er Wahrscheinlichkeit beurteilt wer- den kann. Hintergrund bildet der Umstand, dass bis zu diesem Zeitpunkt – insbesondere an- lässlich der neurologischen Vorbegutachtung durch Dr. D._ ___ - im Vorfeld weder eine Funkti- onsaufnahme noch ein MRI veranlasst worden sind. Damit aber liegen für die Zeit vor der or- thopädischen Untersuchung durch die E.____ keine objek tivierbaren Daten vor, welche mit Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht überwiegender Wahrscheinlichkeit eine für die Annahme einer HWS-Distorsion ohne strukturel- le Läsion bei vorbestehender Degeneration vorausgesetzt e Instabilität der HWS ausschliessen würden. Soweit sich die SUVA in diesem Punkt der von Dr. L.____ postulierten Auffassung an- schliesst, wonach nicht bestätigt werden könne, dass zwischen dem Unfall und der E.____- Begutachtung vom 11. März 2013 eine unfallkausale Instab ilität bestanden habe, greift ihre Sichtweise zu kurz. Sie übersieht dabei, dass die in die sem Zusammenhang von Dr. L.____ vorgebrachte Begründung eine Argumentation ex post da rstellt, der im Rahmen der erwähnten Beweislastverteilung (vgl. oben, Erwägung 2.3 hiervor) nicht gefolgt werden kann. So können für den hierfür notwendigen Vergleich mit den ursprü nglich als kausal anerkannten gesundheit- lichen Beschwerden der Versicherten nur bereits vor Erla ss der angefochtenen Verfügung der SUVA vom 17. Juli 2009 dokumentierte medizinische Fakten herangezogen werden. Entspre- chende Berichte ex ante, welche eine fundierte Aussage zulassen würden, dass der Status quo sine noch vor der orthopädischen Begutachtung durch die E .____ erreicht worden wäre, liegen indes gerade keine vor (vgl. Stellungnahme von Prof. Dr. M.____ vom 6. März 2014, S. 5). Die von Dr. L.____ vertretene Argumentation, wonach eine unfallbedingte Instabilität der HWS als unwahrscheinlich bezeichnet werden muss, weil deren diskol igamentäre Stabilität am 11. März 2013 als bewiesen zu gelten hat und damit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch bereits nach dem fraglichen Unfall eine solche Stabilität bestanden habe, stellt in Bezug auf die Beweislastumkehr und den von der SUVA in diesem Zusamme nhang zu vertretenden Wegfall jeglicher unfallkausaler Faktoren vielmehr eine unzulässig e Argumentation „post propter ergo hoc“ dar, wie sie der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu folge gerade nicht zulässig ist (BGE 119 V 341 E. 2b/bb). 4.5 Die der Auffassung von Prof. Dr. M.____ zu Grunde liegende Annahme einer unfallbe- dingten Instabilität der HWS begründet der orthopädi sche Gutachter der E.____ hingegen ins- besondere mit den voneinander abweichenden Befunden i m Vergleich zur Untersuchung von Dr. H.____ im Jahre 2009. Dabei hält er nachvollziehba r fest, dass er anlässlich seiner Unter- suchung am 11. März 2013 deutlich verbesserte Befunde erh oben habe, und schliesst daraus, dass im Jahre 2009 eine Mitwirkung der entsprechenden Unf allfolgen noch nicht völlig erlo- schen gewesen sein konnte. Diese Erwägungen sind schlüssi g. Sie legen in der Tat in nach- vollziehbarer Weise nahe, dass anderweitig nicht zu begr ünden wäre, weshalb das noch vor- mals „mit Sicherheit“ nicht grössere Ausmass des degenerati ven Grundleidens allein zu einer grösseren funktionellen Beeinträchtigung als anlässlich der orthopädischen E.____- Begutachtung hätte führen sollen. Die daraus resultie rende Schlussfolgerung, dass der gänzli- che Wegfall eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall vom 25. Juni 2008 und den persistierenden Beschwerden der Versicherten ers t auf diese Begutachtung am 11. März 2013 terminiert werden kann, erweist sich dam it als überzeugend. Demgegenüber haben sich weder Dr. D.____ noch Dr. L.____ mit den vo n Dr. H.____ im Jahre 2009 erhobe- nen Befunden hinsichtlich einer damals noch erheblich st ärkeren Einschränkung der Beweg- lichkeit der HWS auseinandergesetzt. Damit ist zugleich gesagt, dass der von der Beschwerde- führerin vertretenen Auffassung, wonach der Status quo sine bereits zu einem früheren Zeit- punkt eingetreten sei, nicht gefolgt werden kann. Es kann an dieser Stelle auf die in allen Punk- ten erhellende Erläuterung von Prof. Dr. M.____ verwi esen werden (vgl. Stellungnahme von Prof. Dr. M.____ vom 6. März 2014, S. 7 f.). Nichts an dessen Schlussfolgerung zu ändern Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht vermag die von der Beschwerdegegnerin ins Feld geführt e Argumentation und zwischen den beteiligten Fachmedizinern – im Ergebnis übereinstimme nd geführte – Debatte, dass die Wahr- scheinlichkeit einer erneuten Gewebeläsion im Sinne eine r Weichteilzerrung im Nackenbereich letztlich gleich hoch sei wie das Gegenteil. Damit brin gt der orthopädische Gutachter der E.____ lediglich zum Ausdruck, dass die ursprünglich noch v on Dr. D.____ vertretene Auffas- sung des Wegfalls bzw. Fehlens jeglicher struktureller Läsion aus den vorhandenen Akten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit herbeizuführen und ein Wegfall unfallkausaler Be- schwerden bereits im damaligen Zeitpunkt aus dieser Wart e deshalb nicht rechtsgenüglich zu beweisen ist. Entgegen des von Dr. L.____ vertretenen Standpunkts verhält es sich auch nicht dergestalt, dass Prof. Dr. M.____ seine Feststellung eine r Instabilität der HWS ausschliesslich auf das Potential einer solchen Läsion zurückführt. Wie soeben dargelegt, gründet seine An- nahme vielmehr auf zusätzlichen Untersuchungsbefunden, welche im Vergleich zu aktenkundi- gen Voruntersuchungen insbesondere durch Dr. H.____ (v gl. Arztbericht vom 7. September 2009) deutlich besser ausgefallen sind. Wenn das gericht liche Gutachten der E.____ deshalb zum Schluss kommt, dass aufgrund der diskutierten Inkonsiste nzen in der Aktenlage erst im Zeitpunkt seiner orthopädischen Untersuchung mit überwi egender Wahrscheinlichkeit von ei- nem Status quo sine ausgegangen werden könne, ist dies nicht zu beanstanden. 4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder auf die v orinstanzliche Würdigung des medizinischen Sachverhaltes noch auf die nachträgliche ve rsicherungsmedizinische Stellung- nahme der SUVA abgestellt werden kann. Gestützt auf di e Schlussfolgerungen, zu denen die Gutachter der E.____ gelangt sind, ist vielmehr festzuha lten, dass der natürliche Kausalzu- sammenhang zwischen der bei der Versicherten nach wie vor vorhandenen Symptomatik und dem am 25. Juni 2008 erlittenen Unfallereignis bis zum 10. März 2013 bejaht werden muss, da ein früherer Zeitpunkt nicht zu eruieren ist. Zu berücksi chtigen ist dabei, dass sich die unfall- kausal bedingte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit d er Versicherten in der Zeit zwischen dem Unfall und der orthopädischen Begutachtung der E. ____ über die Zeit graduell verringert hat (vgl. orthopädisches Fachgutachten der E.____, S. 10; ebenso Stellungnahme von Prof. Dr. M.____ vom 6. März 2014, S. 10, zweitletzter Absatz), di e anlässlich der orthopädischen Be- gutachtung als aufgehoben festgestellte Arbeitsfähigke it beweisrechtlich jedoch ebenfalls erst auf den 11. März 2013 terminiert werden kann (vgl. G esamtbeurteilung der E.____, Hauptgut- achten vom 22. Juli 2013, S. 26). Bei diesem Ergebnis sind der Einspracheentscheid der SUVA vom 12. September 2011 und deren Verfügung vom 17. Jul i 2009 in Gutheissung der Be- schwerde aufzuheben. Dabei ist festzustellen, dass die SUVA die gesetzlichen Leistungen über den 31. Juli 2009 hinaus bis am 10. März 2013 zu erbri ngen hat. Die Angelegenheit ist insoweit an die SUVA zur Festlegung und Spezifizierung der gesetzlichen Leistungen zurückzuweisen. 5. Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. 5.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Für das vorliegende Ver fahren sind demnach keine Kosten zu erheben. Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtliche Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Ve rsicherungsträger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeor dnet hat. Hat er keine Massnah- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht men angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übe rnehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder B estandteil nachträglich zugesproche- ner Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gerich t als notwendig erachteten Beweis- massnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine sol che indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten d er durch das Gericht in Auftrag gegebe- nen MEDAS-Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen (B GE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 138 V 318 ff. hat das Bundesgericht diese Rechtsp rechung auch auf das unfallversiche- rungsrechtliche Verfahren für anwendbar erklärt. Vorli egend ist das Kantonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 9. August 2012 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid ge- stützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Hintergrund bildete der Um- stand, dass die bis zu diesem Zeitpunkt vorliegenden medi zinischen Akten zur massgebenden Frage der Unfallkausalität nicht überzeugend ausgefalle n waren. In Anbetracht des vorliegen- den Beschwerdebilds nach erlittener HWS-Distorsion hat es die Beschwerdegegnerin unterlas- sen, den rechtsprechungsgemässen Vorgaben einer polydiszi plinären Abklärung des medizini- schen Sachverhalts gerecht zu werden (BGE 137 V 210 ff .). Es tritt hinzu, dass die Beurteilung der geklagten Nacken- und Kopfschmerzen in erster Linie i n die Domäne der Orthopädie bzw. Unfallchirurgie und nicht in jene der Neurologie fäl lt (vgl. neurologisches Fachgutachten der E.____ vom 29. April 2013, a.E.). Schliesslich ist zu ber ücksichtigen, dass sich Dr. L.____ in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 3. September 2013 insofern vollumfänglich den Schlussfolgerungen der E.____ angeschlossen hat, da ss der Status quo sine jedenfalls nicht bereits drei Monate nach dem Unfall erreicht word en sei, wie es noch Dr. D.____ im Rah- men des Verwaltungsverfahrens postuliert hatte. In Anbe tracht dieser von der SUVA in Auftrag gegebenen Abklärung ausschliesslich in neurologischer Hinsich t (vgl. neurologisches Gutach- ten von Dr. D.____ vom 13. Mai 2009) war die in Auft rag gegebene gerichtliche Begutachtung durch die E.____ deshalb nicht nur angezeigt, sondern unerlässlich. Im Lichte der geschilderten Rechtsprechung sind die resultierenden Kosten, welche si ch gemäss Honorarrechnung der E.____ vom 30. Oktober 2013 auf Fr. 18‘982.30 (inkl. K osten für Diagnostik im Umfang von Fr. 742.30) belaufen, demnach der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person An- spruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin obsiegende Partei. Sie besitzt daher Anspruch auf eine Parteientschädigung. Ihr Rechtsvertreter hat in seiner Ho- norarnote vom 10. März 2015 für seine Bemühungen im vorliegenden Verfahren eine Parteient- schädigung im Umfang von insgesamt 21 Stunden und 48 Minuten sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 183.— geltend gemacht. Dieser Aufwand erweist sich angesichts der langen Verfah- rensdauer und der damit verbundenen wiederholten Schr iftenwechsel und Stellungnahmen als angemessen. Nichts anderes gilt hinsichtlich der geltend gemachten Auslagen. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer daher entsprechend dem geltend ge machten Stundenansatz von Fr. 250.— (vgl. § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die A nwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003) eine Parteientschädigung im Umfang von Fr. 6‘083.65 (21,8 Stunden x Fr. 250.— zuzüg- lich Auslagen von Fr. 183.— und 8% Mehrwertsteuer) auszur ichten. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zu entscheiden bleibt über die Kosten der von der Beschwerdeführerin eingeholten Unfallanaly- se vom 10. Juni 2011. Nach der Rechtsprechung sind unte r dem Titel der Parteientschädigung auch die Kosten privat eingeholter Gutachten zu vergüten , soweit die Parteiexpertise für die Entscheidfindung unerlässlich war (BGE 115 V 63 E. 5c; Urteil B. des Bundesgerichts vom 24. April 2007, I 1008/06, E. 3.1 mit weiteren Hinw eisen). Ein Anspruch auf Ersatz der Kosten für Privatexpertisen besteht dann, wenn ein Privatgutachten wesentliche Erkenntnisse gebracht und zu einer grundlegenden Änderung der bisherigen Betrachtungsweise geführt hat. Diese Voraussetzungen sind hier offensichtlich erfüllt: Dem Gut achten der E.____ vom 22. Juli 2013 ist zu entnehmen, dass das Erreichen des Status quo sine er st per Begutachtungszeitpunkt am 11. März 2013 unter anderem mit der unfallmechanischen Analyse von Dr. J.____ vom 10. Juni 2011 und dem dortigen Ergebnis eines Delta-V von 36,5 5 km/h begründet worden ist (vgl. or- thopädisches Fachgutachten, S. 7, ad Ziffer 4.1 a). Da mit ergibt sich, dass sich diese Expertise für die Entscheidfindung im vorliegenden Verfahren als unerlässlich erwiesen hat. Die Kosten dieses Gutachtens gehören deshalb zu den notwendigen Ex pertenkosten gemäss der oben dargestellten Rechtsprechung, weshalb sie unter dem Tit el der der Beschwerdeführerin zu- stehenden Parteientschädigung im ausgewiesenen Umfang vo n Fr. 3‘150.— (vgl. Rechnung von Dr. J.____ vom 10. Juni 2011, Beschwerdebeilage 4) ebenfalls der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Einsp racheentscheid der SUVA vom 12. September 2011 und deren Verfügung vom 1 7. Juli 2009 aufgehoben. Es wird festgestellt, dass die SUVA die gesetzlichen Leistungen über den 31. Juli 2009 hinaus bis am 10. Mär z 2013 zu erbringen hat, und die Angelegenheit wird an die SUVA zur Festlegung und Spezifizierung der gesetzlichen Leistungen zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung der E .____ in der Höhe von insgesamt Fr. 18‘982.30 werden der SUVA auferlegt. 4. Die SUVA hat der Beschwerdeführerin eine Parteie ntschädigung in der Höhe von Fr. 6‘083.65 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwert steuer) sowie die Auslagen für die von der Beschwerdeführerin eingeh olten Unfall- analyse vom 10. Juni 2011 in der Höhe von Fr. 3‘150.— au szurichten.