Abkommen vom 30. Januar 1974 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Nachlass- und Erbschaftssteuern <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/2105_2105_2105/19741204/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/2105_2105_2105/19741204"/><FRBRdate date="1974-01-30" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1974-12-04" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1974-12-04" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.672.916.32"/><FRBRname xml:lang="de" value="Abkommen vom 30. Januar 1974 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Nachlass- und Erbschaftssteuern" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Convenzione del 30 gennaio 1974 tra la Confederazione Svizzera e la Repubblica d'Austria intesa a evitare la doppia imposizione in materia di imposte sulle successioni" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Convention du 30 janvier 1974 entre la Confédération suisse et la République d'Autriche en vue d'éviter les doubles impositions en matière d'impôts sur les successions" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/2105_2105_2105/19741204/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/2105_2105_2105/19741204/de"/><FRBRdate date="1974-01-30" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1974-12-04" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1974-12-04" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/2105_2105_2105/19741204/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/2105_2105_2105/19741204/de/xml"/><FRBRdate date="1974-01-30" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1974-12-04" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1974-12-04" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.672.916.32</docNumber></p><p> AS <b>1974</b> 2105; BBl <b>1974</b> I 827</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Originaltext</p><p><docTitle>Abkommen<br/>zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft <br/>und der Republik Österreich <br/>zur Vermeidung der Doppelbesteuerung <br/>auf dem Gebiete der Nachlass‑ und Erbschaftssteuern</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 30. Januar 1974 <br/>Von der Bundesversammlung genehmigt am 16. September 1974<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1974/2083_2083_2083" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1974</b> 2083</ref></p></authorialNote> <br/>Ratifikationsurkunden ausgetauscht am 4. Dezember 1974 <br/>In Kraft getreten am 4. Dezember 1974</p><p> (Stand am 4. Dezember 1974)</p></preface><preamble><p>Die Schweizerische Eidgenossenschaft <br/>und <br/>die Republik Österreich</p><p>von dem Wunsche geleitet, ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Nachlass‑ und Erbschaftssteuern abzuschliessen,</p><p>haben folgendes vereinbart:</p></preamble><body><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><paragraph eId="art_1/para"><content><p>Dieses Abkommen gilt für Nachlässe von Erblassern, die im Zeitpunkt ihres Todes einen Wohnsitz in einem Vertragsstaat oder in beiden Vertragsstaaten hatten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><paragraph eId="art_2/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieses Abkommen gilt, ohne Rücksicht auf die Art der Erhebung, für Nachlass‑ und Erbschaftssteuern, die für Rechnung eines der beiden Vertragsstaaten, der Länder, Kantone, Bezirke, Kreise, Gemeinden oder Gemeindeverbände (auch in Form von Zuschlägen) erhoben werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>(2)</num><content><p>Als Nachlass‑ und Erbschaftssteuern gelten alle Steuern, die von Todes wegen als Nachlasssteuern, Erbanfallsteuern, Abgaben vom Vermögensübergang oder Steuern von Schenkungen auf den Todesfall erhoben werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_3"><num>(3)</num><content><p>Zu den zur Zeit bestehenden Steuern, für die das Abkommen gilt, gehören insbesondere</p><blockList><item eId="art_2/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>in Österreich: </p><p>die Erbschafts‑ und Schenkungssteuer, soweit ihr die Erwerbe von Todes wegen unterliegen;</p></item><item eId="art_2/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>in der Schweiz: </p><p>die von den Kantonen, Bezirken, Kreisen und Gemeinden erhobenen Nachlass‑ und Erbanfallsteuern.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_4"><num>(4)</num><content><p>Das Abkommen gilt auch für alle Nachlass‑ und Erbschaftssteuern, die künftig neben den zur Zeit bestehenden Steuern oder an deren Stelle erhoben werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><paragraph eId="art_3/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ob ein Erblasser im Zeitpunkt seines Todes einen Wohnsitz in einem Vertragsstaat hatte, bestimmt sich bei Anwendung dieses Abkommens nach dem Recht dieses Staates.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>(2)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_3/para_2/listintro">Hatte nach Absatz 1 ein Erblasser in beiden Vertragsstaaten einen Wohnsitz, so gilt folgendes:</listIntroduction><item eId="art_3/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>Der Wohnsitz des Erblassers gilt als in dem Vertragsstaat gelegen, in dem er über eine ständige Wohnstätte verfügte. Verfügte er in beiden Vertragsstaaten über eine ständige Wohnstätte, so gilt sein Wohnsitz als in dem Vertragsstaat gelegen, zu dem er die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hatte (Mittelpunkt der Lebensinteressen).</p></item><item eId="art_3/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>Kann nicht bestimmt werden, in welchem Vertragsstaat der Erblasser den Mittelpunkt der Lebensinteressen hatte, oder verfügte er in keinem der Vertragsstaaten über eine ständige Wohnstätte, so gilt sein Wohnsitz als in dem Vertragsstaat gelegen, in dem er seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte.</p></item><item eId="art_3/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>Hatte der Erblasser seinen gewöhnlichen Aufenthalt in beiden Vertragsstaaten oder in keinem der Vertragsstaaten, so gilt sein Wohnsitz als in dem Vertragsstaat gelegen, dessen Staatsangehörigkeit er besass.</p></item><item eId="art_3/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>Besass der Erblasser die Staatsangehörigkeit beider Vertragsstaaten oder keines Vertragsstaates, so verständigen sich die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten gemäss Artikel 10.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><paragraph eId="art_4/para_1"><num>(1)</num><content><p>Unbewegliches Vermögen darf in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem dieses Vermögen liegt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_2"><num>(2)</num><content><p>Der Ausdruck «unbewegliches Vermögen» bestimmt sich nach dem Recht des Vertragsstaates, in dem das Vermögen liegt. Der Ausdruck umfasst in jedem Fall das Zubehör zum unbeweglichen Vermögen, das lebende und tote Inventar land‑ und forstwirtschaftlicher Betriebe, die Rechte, auf die die Vorschriften des Privatrechts über Grundstücke Anwendung finden, die Nutzungsrechte an unbeweglichem Vermögen sowie die Rechte auf veränderliche oder feste Vergütungen für die Ausbeutung oder das Recht auf Ausbeutung von Mineralvorkommen, Quellen und anderen Bodenschätzen; Schiffe und Luftfahrzeuge gelten nicht als unbewegliches Vermögen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die Absätze 1 und 2 gelten auch für unbewegliches Vermögen eines Unternehmens und für unbewegliches Vermögen, das der Ausübung eines freien Berufes oder einer sonstigen selbständigen Tätigkeit ähnlicher Art dient.</p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><paragraph eId="art_5/para_1"><num>(1)</num><content><p>Vermögen, das Betriebsvermögen einer Betriebsstätte eines Unternehmens darstellt – ausgenommen das nach den Artikeln 4 und 6 zu behandelnde Vermögen –, darf in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem sich die Betriebsstätte befindet. Dies gilt auch für eine Beteiligung an einer Personengesellschaft.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>(2)</num><content><p>Der Ausdruck «Betriebsstätte» bedeutet eine feste Geschäftseinrichtung, in der die Tätigkeit des Unternehmens ganz oder teilweise ausgeübt wird.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_3"><num>(3)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_5/para_3/listintro">Der Ausdruck «Betriebsstätte» umfasst insbesondere:</listIntroduction><item eId="art_5/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>einen Ort der Leitung,</p></item><item eId="art_5/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>eine Zweigniederlassung,</p></item><item eId="art_5/para_3/lbl_c"><num>c) </num><p>eine Geschäftsstelle,</p></item><item eId="art_5/para_3/lbl_d"><num>d) </num><p>eine Fabrikationsstätte,</p></item><item eId="art_5/para_3/lbl_e"><num>e) </num><p>eine Werkstätte,</p></item><item eId="art_5/para_3/lbl_f"><num>f) </num><p>ein Bergwerk, einen Steinbruch oder eine andere Stätte der Ausbeutung von Bodenschätzen,</p></item><item eId="art_5/para_3/lbl_g"><num>g) </num><p>eine Bauausführung oder Montage, deren Dauer zwölf Monate überschreitet.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_4"><num>(4)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_5/para_4/listintro">Als Betriebsstätten gelten nicht:</listIntroduction><item eId="art_5/para_4/lbl_a"><num>a) </num><p>Einrichtungen, die ausschliesslich zur Lagerung, Ausstellung oder Auslieferung von Gütern oder Waren des Unternehmens benutzt werden;</p></item><item eId="art_5/para_4/lbl_b"><num>b) </num><p>Bestände von Gütern oder Waren des Unternehmens, die ausschliesslich zur Lagerung, Ausstellung oder Auslieferung unterhalten werden;</p></item><item eId="art_5/para_4/lbl_c"><num>c) </num><p>Bestände von Gütern oder Waren des Unternehmens, die ausschliesslich zu dem Zweck unterhalten werden, durch ein anderes Unternehmen bearbeitet oder verarbeitet zu werden;</p></item><item eId="art_5/para_4/lbl_d"><num>d) </num><p>eine feste Geschäftseinrichtung, die ausschliesslich zu dem Zweck unterhalten wird, für das Unternehmen Güter oder Waren einzukaufen oder Informationen zu beschaffen;</p></item><item eId="art_5/para_4/lbl_e"><num>e) </num><p>eine feste Geschäftseinrichtung, die ausschliesslich zu dem Zweck unterhalten wird, für das Unternehmen zu werben, Informationen zu erteilen, wissenschaftliche Forschung zu betreiben oder ähnliche Tätigkeiten auszuüben, die vorbereitender Art sind oder eine Hilfstätigkeit darstellen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_5"><num>(5)</num><content><p>Ist eine Person – mit Ausnahme eines unabhängigen Vertreters im Sinne des Absatzes 6 – in einem Vertragsstaat für ein Unternehmen des anderen Vertragsstaates tätig, so gilt eine in dem erstgenannten Staat gelegene Betriebsstätte als gegeben, wenn die Person eine Vollmacht besitzt, im Namen des Unternehmens Verträge abzuschliessen, und die Vollmacht in diesem Staat gewöhnlich ausübt, es sei denn, dass sich ihre Tätigkeit auf den Einkauf von Gütern oder Waren für das Unternehmen beschränkt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_6"><num>(6)</num><content><p>Ein Unternehmen eines Vertragsstaates wird nicht schon deshalb so behandelt, als habe es eine Betriebsstätte in dem anderen Vertragsstaat, weil es dort seine Tätigkeit durch einen Makler, Kommissionär oder einen anderen unabhängigen Vertreter ausübt, sofern diese Personen im Rahmen ihrer ordentlichen Geschäftstätigkeit handeln.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_7"><num>(7)</num><content><p>Vermögen, das zu einer der Ausübung eines freien Berufes oder einer sonstigen selbständigen Tätigkeit ähnlicher Art dienenden festen Einrichtung gehört – ausgenommen das nach Artikel 4 zu behandelnde Vermögen –, darf in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem sich die feste Einrichtung befindet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><paragraph eId="art_6/para"><content><p>Seeschiffe und Luftfahrzeuge im internationalen Verkehr und Schiffe, die der Binnenschifffahrt dienen, sowie bewegliches Vermögen, das dem Betrieb dieser Schiffe und Luftfahrzeuge dient, dürfen in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem sich der Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung des Unternehmens befindet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><paragraph eId="art_7/para"><content><p>Das nicht nach den Artikeln 4, 5 und 6 zu behandelnde Vermögen darf nur in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem der Erblasser im Zeitpunkt des Todes seinen Wohnsitz hatte.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><paragraph eId="art_8/para"><content><p>Nachlassschulden werden im Verhältnis der in jedem Vertragsstaat der Steuer unterliegenden Teile der rohen Nachlassaktiven zum gesamten vom Erblasser hinterlassenen Rohvermögen in Abzug gebracht.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><paragraph eId="art_9/para"><content><p>Der Vertragsstaat, in dem der Erblasser im Zeitpunkt des Todes seinen Wohnsitz hatte, nimmt das Vermögen, das nach diesem Abkommen im anderen Vertragsstaat besteuert werden darf, von der Besteuerung aus; dieser Staat darf aber bei der Festsetzung der Steuer für das Vermögen, für das er das Besteuerungsrecht behält, den Steuersatz anwenden, der anzuwenden wäre, wenn das betreffende Vermögen nicht von der Besteuerung ausgenommen wäre.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><paragraph eId="art_10/para_1"><num>(1)</num><content><p>Ist eine Person der Auffassung, dass die Massnahmen eines Vertragsstaates oder beider Vertragsstaaten für sie zu einer Besteuerung geführt haben oder führen werden, die diesem Abkommen nicht entspricht, so kann sie unbeschadet der nach innerstaatlichem Recht dieser Staaten vorgesehenen Rechtsmittel ihren Fall der zuständigen Behörde eines der beiden Staaten unterbreiten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_2"><num>(2)</num><content><p>Hält diese zuständige Behörde die Einwendung für begründet und ist sie selbst nicht in der Lage, eine befriedigende Lösung herbeizuführen, so wird sie sich bemühen, den Fall durch Verständigung mit der zuständigen Behörde des anderen Vertragsstaates so zu regeln, dass eine dem Abkommen nicht entsprechende Besteuerung vermieden wird.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten werden sich bemühen, Schwierigkeiten oder Zweifel, die bei der Auslegung oder Anwendung des Abkommens entstehen, in gegenseitigem Einvernehmen zu beseitigen. Sie können auch gemeinsam darüber beraten, wie eine Doppelbesteuerung in Fällen, die in dem Abkommen nicht behandelt sind, vermieden werden kann.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_4"><num>(4)</num><content><p>Die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten können zur Herbeiführung einer Einigung im Sinne der vorstehenden Absätze unmittelbar miteinander verkehren und die dazu notwendigen Auskünfte austauschen. Erscheint ein mündlicher Meinungsaustausch für die Herbeiführung der Einigung zweckmässig, so kann ein solcher Meinungsaustausch in einer Kommission durchgeführt werden, die aus Vertretern der zuständigen Behörden der Vertragsstaaten besteht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_5"><num>(5)</num><content><p>Der Ausdruck «zuständige Behörde» bedeutet</p><blockList><item eId="art_10/para_5/lbl_a"><num>a) </num><p>in Österreich: der Bundesminister für Finanzen;</p></item><item eId="art_10/para_5/lbl_b"><num>b) </num><p>in der Schweiz: der Direktor der Eidgenössischen Steuerverwaltung oder sein bevollmächtigter Vertreter.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><paragraph eId="art_11/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieses Abkommen berührt nicht die steuerlichen Vorrechte, die den Angehörigen einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder ihnen nahestehenden Personen nach den allgemeinen Regeln des Völkerrechts oder auf Grund besonderer Vereinbarungen gewährt werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_2"><num>(2)</num><content><p>Soweit Vermögen wegen der einen Person nach den allgemeinen Regeln des Völkerrechts oder auf Grund besonderer zwischenstaatlicher Verträge zustehenden diplomatischen oder konsularischen Vorrechte im Empfangsstaat nicht besteuert werden, steht das Besteuerungsrecht dem Entsendestaat zu.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><paragraph eId="art_12/para"><content><p>Mit dem Inkrafttreten dieses Abkommens tritt das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen sowie der Erbschaftssteuern vom 12. November 1953<authorialNote><p> [<ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1954/1083_1109_1004" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1954</b> 1083</ref>; <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/2085_2085_2085" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.672.916.31</b> </ref>Art. 291]</p></authorialNote> ausser Kraft, soweit es durch das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen vom 30. Januar 1974<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/2085_2085_2085" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.672.916.31</b></ref></p></authorialNote> nicht bereits ausser Kraft getreten ist. Seine nach Satz 1 aufgehobenen Bestimmungen finden aber auf Nachlässe von Personen Anwendung, die vor dem 1. Januar 1975 verstorben sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><paragraph eId="art_13/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieses Abkommen bedarf der Ratifikation. Die Ratifikationsurkunden sollen so bald wie möglich in Bern ausgetauscht werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_2"><num>(2)</num><content><p>Dieses Abkommen tritt mit dem Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft und seine Bestimmungen finden auf Nachlässe von Personen Anwendung, die nach dem 31. Dezember 1974 sterben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><paragraph eId="art_14/para"><content><p>Dieses Abkommen bleibt in Kraft, solange es nicht von einem der Vertragsstaaten gekündigt wird. Jeder Vertragsstaat kann das Abkommen auf diplomatischem Weg schriftlich unter Einhaltung einer Frist von mindestens sechs Monaten zum Ende eines Kalenderjahres kündigen. In diesem Fall findet das Abkommen nicht mehr auf Nachlässe von Personen Anwendung, die nach Ablauf des Kalenderjahres verstorben sind, zu dessen Ende das Abkommen gekündigt worden ist.</p></content></paragraph></article><signature><p><i>Zu Urkund dessen</i> haben die hiezu gehörig Bevollmächtigten dieses Abkommen unterzeichnet und mit Siegeln versehen.</p><p>Geschehen zu Wien, am 30. Januar 1974, in zweifacher Urschrift.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für die <br/>Schweizerische Eidgenossenschaft:</p></td><td><p>Für die <br/>Republik Österreich:</p></td></tr><tr><td><p>O. Rossetti</p></td><td><p>A. Twaroch</p></td></tr></table></signature></body></act></akomaNtoso>