<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00163</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106586&amp;W10_KEY=13013576&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00163</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.03.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Der kantonale Gewässerabstand hat nicht allein wasserbaupolizeiliche Funktion, sondern dient auch Interessen des Natur- und Heimatschutzes (E. 2a+b, Präzisierung der Rechsprechung). Die Definition von "Bauten und Anlagen" im Sinn des Wasserbaugesetzes richtet sich nach § 1 ABauV. Verkehrsanlagen haben den Gewässerabstand von 5 m einzuhalten (E. 2c). Die Befreiung der Wege und Strassen im Gewässerabstandsbereich vom Erfordernis einer wasserbaupolizeichlichen Ausnahmebewilligung durch Ziff. 2.1.4 der Gewässerabstands-Richtlinien ist rechtswidrig. Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISPENS">DISPENS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZESDELEGATION">GESETZESDELEGATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZESVERTRETENDE VERORDNUNG">GESETZESVERTRETENDE VERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZMÃSSIGKEIT">GESETZMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWÃSSERABSTAND">GEWÃSSERABSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: GEWÃSSERSCHUTZ">GEWÃSSERSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSGLEICHHEIT">RECHTSGLEICHHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBDELEGATION">SUBDELEGATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLZIEHUNGSVERORDNUNG">VOLLZIEHUNGSVERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: WEITERE BAUVORSCHRIFTEN (NUTZUNGSDICHTE, ABSTÃNDE ETC.)">WEITERE BAUVORSCHRIFTEN (NUTZUNGSDICHTE, ABSTÃNDE ETC.)</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">lit. II GewÃ¤sserabstandsR</span><br/><span class="ungerade">Art. 1 RPG</span><br/><span class="gerade">Art. 3 lit. II d RPG</span><br/><span class="ungerade">§ 2 WasserwirtschaftsG</span><br/><span class="gerade">§ 21 WasserwirtschaftsG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2002 Nr. 23</span><br/><span class="gerade">RB 2002 Nr. 86</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der Gemeinderat X erteilte am 18. September 2000 der A AG die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Neubau von zwei DoppeleinfamilienhÃ¤usern und zwei EinfamilienhÃ¤usern auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 1 M, in X. Bestandteil dieses Beschlusses bildete die VerfÃ¼gung des AWEL, Amt fÃ¼r Ab­fall, Wasser, Energie und Luft vom 18. Mai 2000, dass aus wasserbaupolizeilicher Sicht keine EinwÃ¤nde gegen das Bauvorhaben bestÃ¼nden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Hiergegen erhoben D und C sowie sechs weitere Rekurrenten mit gemeinsamer Eingabe vom 24. Oktober 2000 Rekurs an die Baurekurskommission II und beantragten die Aufhebung der Baubewilligung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission II hiess am 10. April 2001 die Rekurse gut und hob den Beschluss des Gemeinderates X vom 18. September 2000 sowie die VerfÃ¼gung des Amtes fÃ¼r Abfall, Wasser, Energie und Luft vom 18. Mai 2000 auf. Die Rekurs­kommission kam zum Schluss, dass die grundstÃ¼cksinterne Zufahrtsstrasse innerhalb des kantonalen GewÃ¤sserabstandsbereichs im Sinne von § 21 des Wasserwirtschaftsgesetzes vom 2. Juni 1991 (Was­serwirtschaftsG) liege und gegen diese Bestimmung verstosse. Besondere VerhÃ¤ltnisse fÃ¼r die Erteilung einer Ausnahmebewilligung fÃ¼r die Unterschreitung des kantonalen Ge­wÃ¤s­serabstandes lÃ¤gen nicht vor. Da eine Heilung dieses Projektmangels mittels Nebenbestimmung nicht in Betracht komme, seien die angefochtenen Verwaltungsakte aufzuheben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 16. Mai 2001 beantragte die A AG dem Verwaltungsgericht, den Entscheid der Baurekurskommission II vom 10. April 2001 aufzuheben und die Baubewilligung des Gemeinderates X vom 18. September 2000 zu bestÃ¤tigen, unter Kos­ten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Gegenpartei. Die Baurekurskommission II sowie die privaten Beschwerdegegner beantragten Abweisung der Beschwerde, letztere unter Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. Der Bauausschuss X schloss auf Gutheis­sung der Beschwerde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht sistierte auf Begehren der BeschwerdefÃ¼hrerin am 14. Sep­tem­ber 2001 das Beschwerdeverfahren. Am 25. Januar 2001 wurde die Sistierung aufgehoben und das Beschwerdeverfahren fortgesetzt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das BaugrundstÃ¼ck Kat.Nr. 1 liegt am sÃ¼dlichen Rand der Bauzone (zweigeschos­sige Wohnzone W1) der Gemeinde X. Sie wird nordÃ¶stlich vom Dorfbach, im Nordwesten und Westen von der Strasse M sowie vom N-weg und im SÃ¼den vom Ã¼berbauten GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 2 begrenzt. Die Erschliessung der beiden DoppeleinfamilienhÃ¤user und EinfamilienhÃ¤user erfolgt ab der Strasse M durch eine neue Zufahrtsstrasse, welche innerhalb des BaugrundstÃ¼cks verlÃ¤uft und auf einer LÃ¤nge von rund 50 m parallel zum Dorfbach und innerhalb des kantonalen GewÃ¤sserabstandsbereichs im Sinn von § 21 WasserwirtschaftsG liegt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Die Baurekurskommission II hat in ihrem Entscheid vom 10. April 2001 zur Unterschreitung des kantonalen GewÃ¤sserabstandes ausgefÃ¼hrt, der Begriff âBauten und Anlagenâ im Sinn von § 21 Abs. 1 WasserwirtschaftsG beurteile sich mangels einer eigenen Definition im Wasserwirtschaftsgesetz nach Massgabe von § 1 der Allgemeinen Bauverordnung vom 22. Juni 1977 (ABauV). Danach fielen auch Verkehrsanlagen â wie die geplante Zufahrt â unter den Begriff der Bauten und Anlagen. Die streitige Zufahrt sei somit nur dann bewilligungsfÃ¤hig, wenn die Voraussetzungen fÃ¼r einen Dispens im Sinn von § 21 Abs. 2 WasserwirtschaftsG erfÃ¼llt seien. Es treffe zwar zu, dass Ziff. 2.1.4 Abs. 2 der Richtlinien der Baudirektion fÃ¼r die Festlegung des Abstandes von ober- und unterirdischen Bauten und Anlagen vom 23. November 1993 (GewÃ¤sserabstandsR) u.a. Wege und Strassen im GewÃ¤sserabstandsbereich von der Dispenspflicht ausnehme. Die Baudirektion sei indessen zum Erlass dieser Regelung offensichtlich nicht kompetent gewesen. Denn diese Richtlinien stellten eine EinschrÃ¤nkung des allgemeinen Grundsatzes von § 21 Abs. 2 WasserwirtschaftsG dar, wonach fÃ¼r sÃ¤mtliche Bauten und Anlagen im Abstandsbereich ein Dispens erforderlich sei. Es handle sich somit um eine sogenannte gesetzesvertretende Regelung, welche den GrundsÃ¤tzen der Gesetzesdelegation zu entsprechen hÃ¤tte. Eine derartige Delegationsnorm fehle. Vorliegend bestÃ¼nden offenkundig keine besonderen VerhÃ¤lt­nisse, welche die Annahme einer Ausnahmesituation und die Erteilung eines Dispenses rechtfertigen wÃ¼rden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Diesen AusfÃ¼hrungen hÃ¤lt die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 16. Mai 2001 entgegen, die von der Vorinstanz vorgenommene direkte und wÃ¶rtliche Anwendung von § 1 ABauV sei mangels entsprechendem Verweis im Wasserwirtschaftsgesetz nicht zulÃ¤ssig. Es mÃ¼sse eine Auseinandersetzung mit der Frage stattfinden, wie der Begriff der âBauten und Anlagenâ im Sinn von § 21 Abs. 1 WasserwirtschaftsG auszulegen sei. ZulÃ¤ssig wÃ¤re hÃ¶chstens eine sinngemÃ¤sse Anwendung der Allgemeinen Bauverordnung, bei welcher Sinn und Zweck des Wasserwirtschaftsgesetzes berÃ¼cksichtigt wÃ¼rden. Diesen Weg habe die Baudirektion in Ziff. 2.1.4 GewÃ¤sserabstandsR beschritten. Neben dem Hauptzweck des Hochwasserschutzes sei auch die Erleichterung des Zuganges fÃ¼r den Unterhalt zu berÃ¼cksichtigen. Bei den Richtlinien der Baudirektion handle es sich nicht um eine gesetzesvertretende Verordnung, sondern am ehesten um eine Verwaltungsverordnung zur Sicherstellung einer einheitlichen, gleichmÃ¤ssigen und sachrichtigen Praxis des Ge­setzesvollzuges. Die Richtlinien seien kompetenzgemÃ¤ss erlassen worden. Sie hielten in Ziff. 2.1.4 Abs. 2 in unmissverstÃ¤ndlicher Weise fest, dass Wege und Strassen zu den âBau­­ten und Anlagenâ gehÃ¶rten, aber von der Dispenspflicht ausgenommen seien. Die Bau­direktion habe damit nur den Begriff der âBauten und Anlagenâ definieren wollen, ab­ge­stimmt auf den Zweck des Wasserwirtschaftsgesetzes. Werde anstelle der Richtlinien der Baudirektion die Allgemeine Bauverordnung herangezogen, so mÃ¼sse auch § 3 ABauV mit­einbezogen werden, wonach SpielplÃ¤tze, RuheplÃ¤tze, LÃ¤rmwÃ¤lle, FahrzeugabstellplÃ¤tze und innere Zufahrten Ausstattungen, d.h. nur Nebeneinrichtungen zu Bauten und Anlagen, selber aber keine Bauten und Anlagen seien. Die streitige Zufahrtsstrasse stelle eine âin­ne­re Zufahrtâ im Sinn dieser Bestimmung dar. Sollten die Richtlinien der Baudirektion ungesetzlich sein, habe die BeschwerdefÃ¼hrerin Anspruch auf die Gleichbehandlung im Unrecht. Da die private Zufahrtsstrasse nicht als Baute oder Anlage im Sinne von § 21 Abs. 1 WasserwirtschaftsG gelte, habe sie den GewÃ¤sserabstand von 5 m nicht einzuhalten und be­dÃ¼rfe somit auch keiner Ausnahmebewilligung. Sollte eine solche als nÃ¶tig erachtet werden, so hÃ¤tte ein Dispens erteilt werden mÃ¼ssen. Die Zufahrtsstrasse stelle fÃ¼r das Hochwasser-Durchflussprofil keine hemmende Einbaute dar. Dies im Gegensatz zur Situation bei den GrundstÃ¼cken der Beschwerdegegner. Selbst wenn aber eine Verletzung des GewÃ¤sserabstandes bejaht werden mÃ¼sse, so handle es sich dabei nicht um einen schwerwiegenden Mangel, der sich nicht ohne besondere Schwierigkeiten beheben lasse. Die Zufahrtsstrasse und das Doppeleinfamilienhaus im Nordwesten des BaugrundstÃ¼ckes liessen sich ohne Schwierigkeiten so in Richtung SÃ¼dwesten verschieben, dass die Zufahrtsstrasse Ã¼berall ausserhalb des kantonalen GewÃ¤sserabstandes zu liegen komme. Ohne weiteres mÃ¶g­lich wÃ¤re sogar eine Verschiebung Richtung SÃ¼dwesten, bis die Zufahrtsstrasse Ã¼berall auch ausserhalb des kommunalen GewÃ¤sserabstandes zu liegen komme, sofern dieser auch fÃ¼r die Zufahrtsstrasse relevant sein sollte. Gemessen am Gesamtprojekt liege kein schwer­wiegender Mangel vor. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Das Wasserwirtschaftsgesetz regelt den Hochwasserschutz, die Wasserbaupo­lizei, die Nutzung der GewÃ¤sser und die Wasserversorgung (§ 1 WasserwirtschaftsG). Nach § 21 Abs. 1 WasserwirtschaftsG haben ober- und unterirdische Bauten und Anlagen gegenÃ¼ber offenen und eingedolten Ã¶ffentlichen OberflÃ¤chengewÃ¤ssern einen Abstand von 5 m einzuhalten. GemÃ¤ss Abs. 2 derselben Bestimmung kann das zustÃ¤ndige AWEL (vgl. Anhang zur Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997, Ziff. 1.6) im Einzelfall dieses Mass erhÃ¶hen, wenn wasserbauliche BedÃ¼rfnisse dies erfordern, oder eine Aus­nah­me zur Unterschreitung des Mindestabstandes gewÃ¤hren, wenn besondere VerhÃ¤ltnisse dies rechtfertigen. Absatz 3 bestimmt sodann, dass Ausnahmebewilligungen nicht gegen Sinn und Zweck von Abs. 1 verstossen und auch sonst keine Ã¶ffentlichen Interessen verlet­zen dÃ¼rfen, es sei denn, es wÃ¼rde die ErfÃ¼llung einer dem Gemeinwesen gesetzlich oblie­gen­den Aufgabe verunmÃ¶glicht oder Ã¼bermÃ¤ssig erschwert. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Zur Zielsetzung und Zweckbestimmung von § 21 WasserwirtschaftsG hat das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 6. Dezember 2000 (VB.2000.00341) Folgendes ausgefÃ¼hrt: </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>âDer Hochwasserschutz beschlÃ¤gt Belange des Wasserbaus und des GewÃ¤sserschut­zes. Ãber die Wasserbaupolizei fÃ¼hrt der Bund die Oberaufsicht (Art. 76 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV]; vgl. auch Art. 24 aBV; BGr, 14. April 1998, 1A.252/1997und 1P.536/1997 E. 1b mit Hinweisen; z.T. wiedergege­ben in URP 1999, S. 189). Der Bund hat von seinen verfassungsmÃ¤ssigen Kompetenzen zum Erlass von Grundsatz- als auch von umfassenden Gesetzen durch den Erlass des Bun­desgesetzes Ã¼ber den Wasserbau vom 21. Juni 1991 (WBG) als auch das Bundesgesetz Ã¼ber den Schutz der GewÃ¤sser vom 24. Januar 1991 (GSchG) Gebrauch gemacht. Nach den entsprechenden Vorschriften darf bzw. muss ein GewÃ¤sser verbaut oder korrigiert werden, wenn dies dem Schutz von Menschen und erheblichen Sachwerten dient (Art. 1 ff. WBG; Art. 37 Abs. 1 lit. a GSchG). Die Kantone haben den Hochwasserschutz in erster Linie durch den Unterhalt der GewÃ¤sser und durch raumplanerische Massnahmen zu gewÃ¤hrlei­sten (Art. 3 Abs. 1 WBG). Reicht dies nicht aus, so mÃ¼ssen Massnahmen wie Verbauun­gen, EindÃ¤mmungen, Korrektionen, Geschiebe- und HochwasserrÃ¼ckhalteanlagen sowie alle weiteren Vorkehrungen getroffen werden, die Bodenbewegungen verhindern. Bei Ein­griffen in ein GewÃ¤sser muss dessen natÃ¼rlicher Verlauf aber mÃ¶glichst beibehalten oder wiederhergestellt werden. Ausserdem mÃ¼ssen die GewÃ¤sser und Ufer so gestaltet werden, dass sie einer vielfÃ¤ltigen Tier- und Pflanzenwelt als Lebensraum dienen kÃ¶nnen, die Wech­­selwirkung zwischen ober- und unterirdischen GewÃ¤ssern weitgehend erhalten bleibt und eine standortgerechte Ufervegetation gedeihen kann (Art. 4 Abs. 2 WBG, Art. 37 Abs. 2 GSchG; BGr, 14. April 1998, 1A.252/1997 und 1P.536/1997 E. 1b mit Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der in § 21 Abs. 1 WasserwirtschaftsG festgelegte GewÃ¤sserabstand von 5 m dient dem Hochwasserschutz sowie dem Schutz der Ufervegetation und stellt ein kantonalrecht­liches Instrument zur AusfÃ¼hrung der bundesrechtlichen Vorgaben dar. Die Bestimmungen des Wasserwirtschaftsgesetzes vollziehen grundsÃ¤tzlich das Bundesrecht (BGr, 14. April 1998, 1A.252/1997 1P.536/1997, E. 1b; siehe auch Bundesgesetz Ã¼ber die Raumplanung [RPG] vom 22. Juni 1979, Art. 17 Abs. 1 lit. a; EJPD/BRP, ErlÃ¤uterungen RPG, 1981, Art. 17 Rz. 14 f.; vgl. auch Ursula Brunner, Bauen im Uferbereich â schÃ¼tzen die Schutznormen? in URP 1996, S. 744).â </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dem in § 21 Abs. 1 WasserwirtschaftsG festgelegten kantonalen Mindestabstand kommt nach diesem Entscheid des Verwaltungsgerichtes vom 6. Dezember 2000 nicht al­lein wasserbaupolizeiliche Funktion zu. Er dient vielmehr auch den erwÃ¤hnten Interessen des Natur- und Heimatschutzes. Dieses von Bundesrechts wegen zu beachtenden Ã¶ffentliche Interesse ergibt sich zudem aus § 2 WasserwirtschaftsG, wonach bei der Anwendung dieses Gesetzes darauf zu achten ist, dass u.a. bestehende ErholungsrÃ¤ume sowie bestehende LebensrÃ¤ume von Tieren und Pflanzen erhalten bleiben und neue geschaffen werden kÃ¶n­nen (lit. e und f). Die bisherige Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes (RB 1999 <br/> Nr. 111) ist in diesem Sinn zu prÃ¤zisieren. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Zu Recht hat die Vorinstanz bei der Frage, was unter âBauten und Anlagenâ im Sinn von § 21 Abs. 1 WasserwirtschaftsG zu verstehen sei, mangels einer eigenen Definition in jenem Gesetz auf die Umschreibung in der Allgemeinen Bauverordnung zurÃ¼ckgegriffen. Den nÃ¤mlichen Verweis enthÃ¤lt auch Ziff. 2.1.4 GewÃ¤sserabstandsR. Die Sichtweise der BeschwerdefÃ¼hrerin, welche die unter § 21 Abs. 1 WasserwirtschaftsG fallenden âBau­ten und Anlagenâ allein im Hinblick auf die BeeintrÃ¤chtigung des Hochwasserschutzes definiert haben will, ist zu eng. Die Umschreibung von Bauten und Anlagen in der Allgemeinen Bauverordnung garantiert eher, dass nicht nur der Hochwasserschutz, sondern auch die Ã¼brigen bei der Anwendung der erwÃ¤hnten wasserbaupolizeilichen Bestimmungen von Bund und Kanton zu beachtenden Ã¶ffentlichen Interessen mitberÃ¼cksichtigt werden. Dies insbesondere soweit sich letztere mit den Zielen des Raumplanungsrechts decken, wie dies gerade hinsichtlich des Schutzes der natÃ¼rlichen Lebensgrundlagen (Art. 1 RPG) und der Erhaltung naturnaher Landschaften und ErholungsrÃ¤ume (Art. 3 Abs. 2 lit. d RPG) zutrifft. Die Definition der Begriffe "Bauten und Anlagen" nach Massgabe von § 1 ABauV ist aber auch deshalb gerechtfertigt, weil der GewÃ¤sserabstand von mindestens 5 m gegenÃ¼ber Ã¶ffentlichen GewÃ¤ssern bis zum Inkrafttreten des Wasserwirtschaftsgesetzes am 1. Januar 1993 im Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG; § 263 Abs. 1) geregelt war.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss § 1 lit. b ABauV fallen u.a. Verkehrsanlagen unter den Begriff der Bauten und Anlagen. Jene haben damit nach § 21 Abs. 1 gegenÃ¼ber offenen OberflÃ¤chengewÃ¤ssern einen Abstand von 5 m einzuhalten. Daran Ã¤ndert nichts, dass vorliegend eine grund­stÃ¼cks­interne Verkehrserschliessung im Streit steht und § 3 ABauV innere Zufahrten zu den Aus-</span></p> <p class="Einzug1"><span>stattungen zÃ¤hlt. Zum einen schliesst die Umschreibung als Ausstattung gemÃ¤ss § 3 ABauV die Bewilligungspflicht nach § 1 ABauV nicht aus. Zum anderen sind die Auswirkungen einer Verkehrsanlage auf die wasserbaupolizeilich relevanten UmstÃ¤nde vÃ¶llig unabhÃ¤ngig davon, ob diese Anlage eine externe oder interne Erschliessung darstellt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) GemÃ¤ss § 21 Abs. 2 WasserwirtschaftsG kann die Baudirektion (bzw. das AWEL) im Einzelfall eine Ausnahme zur Unterschreitung des Mindestabstandes gewÃ¤hren, wenn besondere VerhÃ¤ltnisse dies rechtfertigen. DemgegenÃ¼ber bestimmt Ziff. 2.1.4 Abs. 2 GewÃ¤sserabstandsR, dass u.a. Zufahrten keiner Ausnahmebewilligung nach § 21 WasserwirtschaftsG bedÃ¼rfen. Im Ergebnis befreit damit diese Bestimmung entgegen § 21 Abs. 1 WasserwirtschaftsG eine gewisse Kategorie von Bauten und Anlagen von der Einhaltung des Mindestabstandes. Durch die GewÃ¤sserabstands-Richtlinien wird mithin das Gesetz nicht etwa nÃ¤her ausgefÃ¼hrt oder konkretisiert, sondern der vom Wasserwirtschaftsgesetz bestim­mte Anwendungsbereich von § 21 inhaltlich verÃ¤ndert. Wie die Vorinstanz zu Recht ausfÃ¼hrt, handelt es sich dergestalt bei den GewÃ¤sserabstands-Richtlinien â mate­ri­ell â nicht um eine Vollziehungsverordnung, sondern um eine gesetzesvertretende Verordnung, welche einer durch Gesetzesdelegation begrÃ¼ndeten Kompetenz bedarf (G. MÃ¼ller/J.-F. Aubert in Kommentar BV, Art. 89 Abs. 1 aBV, Rz. 22 ff. mit weiteren Hinweisen; Ulrich HÃ¤felin/ Georg MÃ¼ller, Grundriss des allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. Auflage, ZÃ¼rich 1998, N. 106 ff., S. 26 ff.; RenÃ© A. Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel 1990, Nr. 8). So ermÃ¤chtigt beispielsweise § 359 lit. e PBG den Regierungsrat, Bauvorschriften fÃ¼r Besondere Bauten und Anlagen zu verschÃ¤rfen oder zu mildern. Eine derartige Gesetzesdelegation bezÃ¼glich § 21 WasserwirtschaftsG fehlt. AnzufÃ¼gen ist, dass eine solche Delegationsnorm direkt die ZustÃ¤ndigkeit der Baudirektion vorsehen mÃ¼sste, da nach der Verwaltungsrechtsprechung eine Weiterdelegation des Regierungsrates an seine Direktionen (Subdelegation), falls nicht ausdrÃ¼cklich im Gesetz vorgesehen, nicht zulÃ¤ssig wÃ¤re (Tobias Jaag, Verwaltungsrecht des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, N. 440). Die Befreiung von Zufahrten vom wasserbaupolizeilichen Mindestabstand gemÃ¤ss § 21 Abs. 1 bzw. von der Dispenspflicht durch die GewÃ¤sserabstands-Richtlinien ist daher unbeachtlich. Zu prÃ¼fen ist, ob die Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Ausnahme­bewilligung (§ 21 Abs. 2 und 3 WasserwirtschaftsG) erfÃ¼llt sind. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In seiner Vernehmlassung vom 8. Dezember 2000 an die Baurekurskommission II hat das AWEL festgehalten, dass es fÃ¼r das streitige Bauvorhaben nie eine wasserbaupolizeiliche Ausnahmebewilligung im Sinn von § 21 WasserwirtschaftsG erteilt habe. Die Vor­aussetzungen hierfÃ¼r sind offenkundig auch nicht gegeben, da keine âBesonderen VerhÃ¤ltnisseâ eine solche rechtfertigen wÃ¼rden. Wie die BeschwerdefÃ¼hrerin ausfÃ¼hrt, kÃ¶nnte die Zufahrtsstrasse âohne Schwierigkeitenâ so verschoben werden, dass sie Ã¼berall ausserhalb des kantonalen GewÃ¤sserabstandes zu liegen kommt (Beschwerdeschrift S. 13). Es liegt keine Ausnahmesituation vor, welche eine Dispenserteilung rechtfertigen wÃ¼rde. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat auch keinen Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht. Das LegalitÃ¤tsprinzip geniesst grundsÃ¤tzlich Vorrang vor der Rechtsgleichheit; wer auf gesetzwidrige PrÃ¤judizien derselben BehÃ¶rde hinweist, hat grundsÃ¤tzlich keinen Anspruch, ebenfalls abweichend vom Gesetz behandelt zu werden (Beatrice Weber-DÃ¼rler, Rechtsgleichheit, in: Daniel ThÃ¼rer/Jean-FranÃ§ois Aubert/JÃ¶rg Paul MÃ¼ller (Hrsg.), Verfassungsrecht der Schweiz, ZÃ¼rich 2001, § 41, Rz. 22, mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Die Voraussetzungen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes, dass ausnahmsweise die Rechtsgleichheit gegenÃ¼ber dem LegalitÃ¤tsprinzip obsiegen wÃ¼rde, sind vorliegend einerseits nicht gegeben; anderseits wÃ¼rden die im Spiel stehenden gewichtigen Ã¶ffentlichen Interessen einem derartigen Anspruch auf Behandlung in Abweichung vom Gesetz ohnehin entgegenstehen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Zusammengefasst ergibt sich, dass die streitige Zufahrtsstrasse im GewÃ¤sserabstandsbereich des Dorfbachs nicht bewilligungsfÃ¤hig ist. Der Mangel kann gemÃ¤ss AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrerin durch Verschiebung der Zufahrtsstrasse und des Doppel­ein­familienhauses Nr. 1/2 nach SÃ¼dwesten behoben werden. Diese ProjektÃ¤nderung mag im Lichte des Gesamtprojektes untergeordneter Natur sein, kann aber dennoch nicht auflage­weise behoben werden. Angepasst werden mÃ¼ssten auf alle FÃ¤lle auch die zwischen dem Doppeleinfamilienhaus 1/2 und dem Einfamilienhaus 3 vorgesehenen Garagen. Offen ist zudem die Frage der kommunalen GewÃ¤sserabstandslinie. Das Ausmass der erforderlichen ProjektÃ¤nderungen mit seinen Auswirkungen auf verschiedene bau­po­li­zei­liche Bestimmun­gen wie AbstÃ¤nde, HÃ¶henlagen usw. ist daher weitgehend unbestimmt. Wenn die Baurekurs­kommission II unter diesen UmstÃ¤nden die Baubewilligung des Gemeinderates X vom 18. September 2000 und die VerfÃ¼gung des AWEL vollumfÃ¤nglich aufhob, ist dies nicht rechtsverletzend. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>