Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 21. April 2016 (720 15 272) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit; Bemessung des Valideneinkommens anhand der Tabellenlöhne der LSE wegen Stellenaufgabe aus invaliditätsfremden Gründen; leidens- bedingter Abzug infolge Teilzeitverrichtung und notorisch lohnsenkender Einschränkung des zumutbaren Arbeitsprofils bei Arbeiten ohne Kundenkontakt. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Markus Mattle, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch André M. Brunner , Adv o- kat, Hauptstrasse 55, Postfach 136, 4450 Sissach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1958 geborene A.____ ist gelernter Schaufens terdekorateur. Zuletzt war er seit 1994 als Bodenleger bei der B.____ angestellt, als er sich am 22. Juli 2003 unter Hinweis auf Knie- und Rückenbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis- tungsbezug anmeldete und eine Umschulung beantragte . Am 21. Januar 2004 wurde ihm ein Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht kaufmännischer Vorkurs und am 7. Juli 2004 die Umschulung zum Handelsdiplom VSH zuge- sprochen. Am 14. März 2006 wurde diese Umschulung mange ls Absolvierung des hierfür not- wendigen Praktikums ohne Erlangung eines eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses abge- schlossen. Nachdem der Versicherte am 30. September 2008 um Unterstützung bei der Suche eines Praktikumsplatzes ersucht hatte, versuchte die IV- Stelle in der Folge erfolglos, dem Ver- sicherten einen Arbeitsplatz zu vermitteln. Die beruf lichen Massnahmen wurden deshalb Ende Januar 2010 erneut eingestellt. Im Rahmen einer dritt en Anmeldung vom 20. Oktober 2010 ge- währte die IV-Stelle dem Versicherten erneut beruflich e Massnahmen und sprach ihm schliess- lich nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerbliche n Verhältnisse mit Verfügungen vom 6. Juli 2015 sowie vom 5. August 2015 ab 1. April 201 1 eine halbe und ab 1. März 2014 eine ganze IV-Rente zu. B. Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 5. August 20 15 erhob der Versicherte, vertreten durch André Brunner, Advokat, am 28. August 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kan- tons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, diese sei aufzuheben, und es sei ihm für die Zeit vom 1. April 2011 bis 28. Februar 2014 eine ganze IV-Rente, eventualiter eine Dreiviertelrente der IV zuzusprechen. Zur Begründung wurde zusammenfassend geltend gemacht, dass die IV-Stelle das Va lideneinkommen zu Unrecht nicht anhand der effektiv erzielten Löhne gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK) zuzüglich der dort nicht erfassten Kranke ntaggeldbezüge bemessen habe. Ausserdem sei aufgrund seiner somatischen Einschränkungen davon auszugehen, dass die Restarbeitsfähigkeit von 50% nicht mehr verwertbar sei . Sollte die Verwertbarkeit der Restar- beitsfähigkeit bejaht werden, sei bei der Bemessung d es Invalideneinkommens ein leidensbe- dingter Abzug von mindestens 20% vorzunehmen. C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 16. Novem ber 2015 auf Abweisung der Beschwerde. Es sei nicht zu beanstanden, dass für die Be messung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukture rhebung (LSE) abgestellt worden sei. Die Verwertbarkeit der verbleibenden Restarbeitsfähigkei t sei zu bejahen, und am leidensbe- dingten Abzug vom Invalideneinkommen im Umfang von 10% sei festzuhalten. D. Mit Replik vom 3. Februar 2016 und Duplik vom 26. Fe bruar 2016 hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren und den bereits dargelegten B egründungen fest. Auf deren Vorbrin- gen ist – soweit notwendig – in den nachfolgenden Er wägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschw erde ist einzutreten. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 20 08 anwendbaren Fassung) hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn si e zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 4 0% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 2.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezemb er 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung]). Danach ist der Invalidi- tätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Dazu wird das Erwerbseinkom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalid ität und nach Durchführung der medizi- nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei- nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdi fferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 2.3 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.4 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und i nsbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.5 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach d em für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B eweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicher ungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen un d danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung d es streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial z u würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere m edizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 2.6 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsp rechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiter en Hinweisen). Berichten versiche- rungsinterner medizinischer Fachpersonen und (Akten-)Beri chten von Sachverständigen, die nicht im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt werde n, erkennt die Rechtsprechung ebenfalls Beweiswert zu. Es ist allerdings zu betonen, dass ihnen pr axisgemäss nicht dieselbe Beweis- kraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungs- träger in Auftrag gegebenen Gutachten zukommt (BGE 135 V 469 ff. mit Hinweis). 2.7 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschw erdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih rem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab- weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegend en Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genüg t den Beweisanforderungen nicht (BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hinweise n; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 451 Rz 43 ff.). 3. Streitig und zu prüfen ist, in welcher Höhe der Bes chwerdeführer Anspruch auf eine IV- Rente besitzt und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob seine Restarbeitsfähigkeit noch Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht verwertbar ist. Übereinstimmung zwischen den Parteien he rrscht hingegen in Bezug auf das Ausmass, aufgrund dessen der Versicherte wegen seinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach Ablauf von sechs Monaten seit seiner erneuten Anme ldung zum Leistungsbezug am 26. Oktober 2010 im Zeitraum zwischen April 2011 und De zember 2013 arbeitsunfähig war (vgl. Beschwerdebegründung vom 28. August 2015, S. Zif fern 8 und 11; Vernehmlassung der IV-Stelle vom 16. November 2015, Ziffer 5 a. E.). 3.1 Während dem Versicherten aus nephrologischer Sicht u nd in Bezug auf sein Nierenlei- den bis Ende Dezember 2013 noch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden kann (vgl. IV-Dok N° 92, S. 2), liegt wegen seiner chro nischen Niereninsuffizienz ab dem 27. Dezember 2013 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor (vgl. IV-Dok N° 121, S. 2). Die Ar- beitsunfähigkeit von 50% ist für die Periode bis Ende Dezember 2013 ausschliesslich psychiat- risch bedingt. Die IV-Stelle stützte sich dabei auf di e Ergebnisse, zu denen Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem psychiatrischen G utachten vom 29. April 2012 gelangt war. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten infolge einer rezidivieren- den depressiven Störung gegenwärtig leichte Episode sowie einer ängstlich-vermeidenden Per- sönlichkeitsstörung die Ausübung einer Verweistätigkeit ohne Kundenkontakt und möglichst ohne Arbeiten in einem Team seit März 2011 nur noch zu 50% zumutbar sei (vgl. IV-Dok N° 83, S. 11 ff.). Diese Beweiswürdigung ist nicht zu beansta nden. Das fragliche Gutachten von Dr. C.____ weist weder formale noch inhaltliche Mänge l auf. Es ist - wie dies vom Bundesge- richt verlangt wird (vgl. Erwägung 2.5 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt detaillier t die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis aller relevanter Vorakten abgegeben worden. Ebenso leuchtet es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der me dizinischen Situation ein, setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschät zungen auseinander und ist in sei- nen Schlussfolgerungen überzeugend. 3.2 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Der Beschwerdeführer stellt sich in diesem Zusam menhang zunächst auf den Stand- punkt, dass seine Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertb ar sei. Unter Hinweis auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 24. Mai 2012 (Verfahren 720 11 216/244) bringt er vor, dass aufgrund seiner auch somatisch bedingten Einschränkungen keine Verwe rtbarkeit mehr im ersten Ar- beitsmarkt gegeben sei. Dabei weist er insbesondere auf die Aussage des Integrationsberaters im August 2011 hin, wonach eine Eingliederung im erst en Arbeitsmarkt unrealistisch sei. Diese Fachmeinung stimme mit der Ansicht des behandelnden Psychi aters Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. November 2011 übere in. Der von der IV-Stelle in die- sem Zusammenhang gegenteilig zitierte Arztbericht sei unvollständig. Die IV-Stelle habe insbe- sondere von all den bestehenden somatischen Beschwerden einzig die renale Anämie in Erwä- gung gezogen. Die IV-Stelle vertritt demgegenüber di e Auffassung, dass der Versicherte seine theoretisch-medizinische Restarbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus noch verwerten kann. 3.3 Im Rahmen der Invaliditätsbemessung darf bei der B estimmung des trotz gesundheitli- cher Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbaren Einko mmens nicht von realitätsfremden Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann dort nicht von einer Arbeitsge- legenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form mög- lich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch ni cht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbei tgebers möglich und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum vorneherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 2 .1; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) hält von sei ner Struktur her einen Fächer verschie- denartiger Stellen offen, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intel- lektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperli chen Einsatzes. Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der der versicherten Person auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeit en der Verwertung ihrer Restarbeits- fähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Es geht bei dieser Beurteilung um die Einschätzung der Chancen der versicherten Person, trotz der im Einzelfall einzuhaltenden Restriktionen bezüglich Arbeitsplatz, Arbeitshaltung, Arbeitszeit und Art der Tätigkeit von einem durchschnittlichen Arbeitgeber noch angestellt zu werden, das heisst um die für die versicher te Person realistischerweise noch vor- handenen oder nicht mehr vorhandenen Arbeitsmarktchanc en (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 3.2). 3.4 Ausgehend von diesen Grundsätzen kann für die Zei t vor Ende Dezember 2013 kein IV-rechtlich, fehlender Zugang des Beschwerdeführers zum Arbeitsmarkt im Sinne von Art. 16 ATSG begründet werden. Der Versicherte war in der fra glichen Zeit allein aus psychiatrischen Gründen infolge einer rezidivierenden depressiven Störun g und einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung in der Arbeitsfähigkeit eingeschr änkt. Daneben litt er an keinen psychi- schen oder körperlichen Beeinträchtigungen, welche sein e Arbeitsfähigkeit nachweisbar einge- schränkt haben. Daran können weder die von ihm beschwerde weise vorgetragenen Beschwer- den noch der nicht einschlägige Vergleich mit der im U rteil des Kantonsgerichts vom 24. Mai 2012 vorgelegenen Konstellation etwas ändern. Dass der V ersicherte in der Lage ist, die gut- achterlich erhobene Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 50% tatsächlich auch zu verwerten, zeigen vielmehr der Abschlussbericht betreffend die ber uflichen Massnahmen vom 17. August 2011 und der Schlussbericht des „E.____“ vom 26. Juli 2 011 (IV-Dok N° 73 und N° 72). Daraus geht hervor, dass der Versicherte während seines sechsmonatig en Arbeitsversuchs eine Leis- tung von 50% bis 60% zu erbringen in der Lage war bzw. bei einem Pensum von 60% eine Leistungsfähigkeit von 80% erlangt hatte. Diese mithin insgesamt 50%-ige Leistung entspricht quantitativ aber just der auch von Dr. C.____ gutacht erlich festgelegten Restarbeitsfähigkeit. Ebenso wenig bestehen diesbezügliche Differenzen in qu alitativer Hinsicht: Das „E.____“ ge- langte zum Schluss, dass der Versicherte in einem eher ru higen Bürobereich seine Arbeit vor- wiegend selbständig im Umfang von 50% erledigen könne. Dies entspricht letztlich genau der Verweistätigkeit ohne Kundenkontakt und möglichst ohne Arbeiten im Team, wie sie Dr. C.____ umschrieben hat. Diese sachlichen und zeitlichen Limitier ungen schränken die Chancen der Verwertung der fraglichen Restarbeitsfähigkeit zwar ein, lassen sie aber bei Weitem nicht völlig unrealistisch erscheinen. An der grundsätzlichen Verwertba rkeit der Restarbeitsfähigkeit des Versicherten ändert schliesslich auch nichts, dass die Arbei tsvermittlung ergebnislos beendet Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht worden ist, da nicht etwa der dazumal aktuelle, sondern vielmehr ein ausgeglichener Arbeits- markt massgebend ist, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und von den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider absi eht, eine zumutbare und geeignete Ar- beitsstelle zu finden (BGE 134 V 64 E. 4.2.1). Daran vermag die letztlich auf der subjektiven Selbsteinschätzung des Versicherten beruhende Schlussfolg erung des dazumal zuständigen Integrationsberaters nichts zu ändern, wonach sich die Eingliederung in den ersten Arbeits- markt aktuell als unrealistisch erweise. 4.1 Wie eingangs bereits ausgeführt (vgl. E. 2.2 hiervo r), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen (vgl. Art. 16 ATSG). Für die Ermittlung des Einkommens, welches der V ersicherte ohne Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was er im Zeitpunkt des frühestmöglichen Ren- tenbeginns, im vorliegenden Fall nach Ablauf des Wart ejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG anfangs Februar 2011, nach dem Beweisgrad der überwie genden Wahrscheinlichkeit als Ge- sunder tatsächlich verdient hätte (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tä- tigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b). Lässt sich auf Grund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitl iche Beeinträchtigung realisierte Einkommen indessen nicht hinreichend genau beziffern, sin d Erfahrungs- und Durchschnitts- werte heranzuziehen (AHI 1999 S. 240 E. 3b). Auf die se darf jedoch im Rahmen der Invalidi- tätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen- falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren a bgestellt werden (M EYER -BLASER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 205 f.). 4.2 Soweit der Versicherte in diesem Zusammenhang g eltend macht, dass für die Bemes- sung seines Valideneinkommens auf sein zuletzt bei der B._ ___ erzieltes Salär abzustellen sei, kann ihm nicht gefolgt werden. Den Akten lässt sich nichts entnehmen, was darauf hindeutet, dass gesundheitliche Gründe bei der auf Ende März 2003 e rfolgten Auflösung des Arbeitsver- hältnisses eine Rolle gespielt hätten. Diese ist vielmehr auf IV-fremde Gründe zurückzuführen (vgl. IV-Dok N° 4, S. 1 und 4), weil der Versicherte se ine neue Stelle bei der F.____ AG nicht antreten wollte, obschon das „Bodenbeläge-Geschäft“ d er B.____ aber durch deren Unterneh- mung F.____ AG übernommen worden war (vgl. Arbeitszeu gnis der B.____ vom 31. März 2003, IV-Dok N° 72, S. 6). Der Beschwerdeführer hätte mit anderen Worten nicht mehr den Lohn erzielt, den ihm sein damaliger Arbeitgeber bis a nhin ausbezahlt hatte. Gegen eine Stel- lenaufgabe aus gesundheitlichen Gründen spricht ebenfal ls die Tatsache, dass sich der Versi- cherte anschliessend im Herbst 2003 bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet hat (vgl. IK- Auszug, IV-Dok N° 78). Da sich deshalb nicht abschliessend beantworten lässt, wie sich die berufliche Laufbahn des Beschwerdeführers im Gesundheit sfall weiter entwickelt hätte, ist sein Validenlohn anhand der Tabellenlöhne der LSE zu ermitteln (BGE 126 V 76 E. 3b/bb; AHI 1999 S. 240 E. 3b). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Die IV-Stelle hat bei der Bemessung des Validenein kommens somit zu Recht die LSE des Jahres 2010 herangezogen. Auf dieser Basis ergibt si ch ein an die betriebsübliche wö- chentliche Arbeitszeit und die Nominallohnentwicklung von 1% angepasstes, hypothetisches Valideneinkommen in der Höhe von CHF 67‘092.— pro Jahr (vgl. LSE 2010, Tabelle TA1, Wirt- schaftssektor Baugewerbe, Anforderungsniveau 4, Spalte Männer; CHF 5‘310.— x 12 Monate / 40 x 41,7 Stunden x 1,01). Nachdem dieses Valideneinkom men zwischen den Parteien zu- nächst unbestritten geblieben ist (vgl. Beschwerdebegrü ndung vom 28. August 2015, Ziffer 6), wendet der Beschwerdeführer in seiner Replik vom 3. Fe bruar 2016 (vgl. a.a.O., Ziffer 6) ein, dass das Valideneinkommen aufgrund der langjährigen Ber ufstätigkeit als Bodenleger anhand des Anforderungsniveaus 3 zu bemessen sei. Diesem Einwand kann mit Blick auf die bundes- gerichtliche Rechtsprechung jedoch nicht gefolgt werden. Zu berücksichtigen ist vielmehr, dass selbst eine langjährige Berufserfahrung nicht ausreicht, um auf hypothetische Einkommen für Tätigkeiten zu schliessen, welche Berufs- und Fachkenntni sse voraussetzen (Ur- teil 8C_123/2012 vom 12. April 2012, E. 3). Diese A nsicht hat das Bundesgericht in einem neu- eren Urteil bestätigt. Demnach reicht eine langjährige Berufserfahrung nicht aus, um beim Inva- lideneinkommen das Anforderungsniveau 3 heranzuziehen (Urteil 8C_513/2014 vom 27. Februar 2014, E. 6.5.2). Nichts anderes muss im vorl iegenden Fall für das Valideneinkom- men gelten, indem die langjährige Berufspraxis des Ver sicherten als lediglich angelernter Bo- denleger die Anwendung des Anforderungsprofils 3 ebenfalls nicht rechtfertigen kann. 4.4 Was das Invalideneinkommen betrifft, resultiert nach der abgeschlossenen Umschu- lung des Versicherten mit Handelsdiplom (ohne eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) für die Zeit ab April 2011 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG; Ablauf der se chsmonatigen Wartefrist seit Anmeldung zum Leistungsbezug vom 20. Oktober 2010, vgl. IV-Dok N° 60 ) bis Ende Dezember 2013 (vgl. oben, Erwägung 3.1 hiervor) ein anhand des Tota lwerts der LSE 2010 zu bemessendes und an die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden und an die Nominallohnent- wicklung von 1% anzupassendes Invalideneinkommen von jähr lich CHF 30‘962.— (vgl. LSE 2010, Tabelle TA1, Totalwert Männer, Anforderungsprofil 4; CHF 4‘901.— x 12 Mona- te / 40 x 41,7 Stunden x 1,01 x 50% Restarbeitsfähigkeit). 4.5.1 Der Beschwerdeführer beantragt, dass beim Invalid eneinkommen ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20% vorzunehmen sei. Die Beschwerdege gnerin ging in der angefoch- tenen Verfügung hingegen von einem Abzug in der Höhe von lediglich 10 % aus. Ursprünglich wurde mit einem solchen Leidensabzug berücksichtigt, dass ver sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verri chteten und nach Eintritt des Gesundheits- schadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt e insatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder H ilfsarbeiter nicht erreichen. Dieser ehemals nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwi ckelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 134 V 3 22 E. 5.2). Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und beruflic he Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf- tigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben könne n (BGE 124 V 321 E. 3b/aa) und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbl iebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschn ittlichem erwerblichem Erfolg ver- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht werten kann (Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 2 010, 9C_721/2010, E. 4.2). Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat qua ntifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen u nter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät zen und gesamthaft auf maxi- mal 25% zu beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/bb). 4.5.2 Die IV-Stelle begründete den von ihr vorgenom menen Abzug von 10% mit dem Um- stand, dass der Beschwerdeführer nur noch eine Teilzeite rwerbstätigkeit zu 50 % ausüben kann. In der Tat werden Männer mit einem Beschäftigun gsgrad von maximal 89 % auf allen Anforderungsniveaus überproportional tiefer entlöhnt im Vergleich zu Männern, die ein Vollzeit- pensum ausüben. Bei einem Arbeitspensum zwischen 50% und 74% erzielten sie im Anforde- rungsprofil 4 aufgerechnet auf ein Vollzeitpensum in den letzten Jahren ein durchschnittlich 9% tieferes Einkommen als Vollzeitbeschäftigte. Bei einem Arbeitspensum zwischen 25% und 49% betrug die Einbusse gar 18%. Die in casu verbleibende Restarbeitsfähigkeit des Versicherten bildet mit 50% die Grenze zwischen diesen beiden Erhebu ngen, weshalb es sich mit Blick auf die resultierende Einkommenseinbusse rechtfertigt, auf den entsprechenden Mittelwert von 13,5% zwischen 9% und 18% abzustellen (vgl. Urteil des Bu ndesgerichts vom 27. Dezember 2010, 9C_643/2010, E. 3.4). Es tritt hinzu, dass dem V ersicherten der schlüssigen und unbe- stritten gebliebenen Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. B.____ zufolge (vgl. IV-Dok N° 83, S. 12) künftig nur noch Arbeiten ohne Kundenkontakt und nicht in einem Team bzw. in einem nur sehr kleinen Team zumutbar sind. Der IV-Stelle ist zwar darin zu folgen, dass eine psychisch beding- te, verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbe itskollegen nicht als eigenständi- ger, abzugsfähiger Umstand gilt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2014, 8C_97/2014, E. 4.2 mit Hinweis auf SVR 2010 IV Nr. 28, E. 2.3.2) . Nichts desto trotz darf die in diesem Zu- sammenhang notorisch lohnsenkende Einschränkung des zumutbaren Arbeitsprofils nicht völlig ausser Acht gelassen werden (vgl. Urteil des Kantonsgeri chts vom 24. Mai 2012, 720 11 216, E. 7.3.5). Es tritt hinzu, dass der Versicherte aufgrund seiner somatischen Beschwerden nicht mehr in der Lage ist, künftig allfällige Schwerarbeit en zu verrichten. Unter gebotener gesamt- hafter Berücksichtigung dieser Aspekte ist der leidensbedin gte Abzug deshalb auf 15% festzu- legen. Für eine darüber hinausgehende Kürzung des Tabe llenlohnes (Alter, Dienstjahre, Natio- nalität) lässt sich in den Akten hingegen keine Stütze finden. Damit resultiert ein massgebendes Invalideneinkommen von CHF 26‘318.— (CHF 30‘962.— x 8 5%). 5. Aus der Gegenüberstellung von Valideneinkommen (CHF 67‘092.—) und Invalidenein- kommen (CHF 26‘318.—) resultiert für die Zeit von Apri l 2011 bis 27. Dezember 2013 eine jähr- liche Erwerbseinbusse von CHF 40‘774.— und damit ein I nvaliditätsgrad von rund 61%. Unter Berücksichtigung der Anpassungszeit von Art. 88a Abs. 2 IVV hat der Beschwerdeführer somit ab dem 1. April 2011 bis Ende Februar 2014 Anspruch a uf eine Dreiviertelrente der IV. Die Be- schwerde ist bei diesem Ergebnis gutzuheissen. 6.1 Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Ar t. 69 Abs. 1bis IVG ist das Be- schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicher ungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rahmen von CHF 200.— bis CHF 1’000.— festgelegt. Bei Fäl len wie dem vorliegenden, in de- nen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt d as Gericht die Kosten in Berücksichti- gung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf CHF 600.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unte rliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegneri n unterlegene Partei, weshalb sie grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In di esem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO der Vorinstan z bzw. den kantonalen Behörden gemäss Verwaltungsverfahrensgesetz vom 13. Juni 1988 kei ne Verfahrenskosten auferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung ist auf Erhebung v on Verfahrenskosten zu verzichten, und der geleistete Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. 6.2 Dem obsiegenden Beschwerdeführer steht sodann gem äss § 21 Abs. 1 VPO eine Par- teientschädigung zu. Der Honorarnote vom 1. Februar 2016 zufolge beläuft sich der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahr en auf insgesamt 15 Stunden. Die- ser Aufwand erscheint angesichts der sich stellenden Sachve rhalts- und Rechtsfragen sowie des mehrfachen Schriftenwechsels als angemessen. Ebenfal ls nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslagen im Umfang von insgesamt C HF 102.30. Es ergibt sich demnach eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegner in in der Höhe von insgesamt CHF 4‘160.50 (15 Stunden à CHF 250.— und Auslagen in der Höhe von CHF 102.30 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügu ng der IV-Stelle Ba- sel-Landschaft vom 5. August 2015 aufgehoben und es wi rd dem Be- schwerdeführer für die Zeit von April 2011 bis und mit Februar 2014 eine Dreiviertelrente der IV ausgerichtet. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von CHF 4‘160.50 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.