A bteilung I A -1740/2006 {T 0/2} U rteil vom 30. M ai 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), Thom as Stadelm ann (Kam m erpräsident), D aniel R iedo. G erichtsschreiberin Sonja Bossart. X._______ A G , W aldeckstrasse 100, 4127 Birsfelden, Beschw erdeführerin, vertreten durch Advokat Bruno M uggli, H auptstrasse 53, Postfach 564, 4127 Birsfelden gegen O berzolldirektion (O ZD ), M onbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Zoll; Zollpräferenzbehandlung, U rsprungsnachw eis, rechtliches G ehör, Vertrauensschutz, R echtssicherheit. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie X. AG ... bezw eckt vorw iegend den Im port, Export und Verkauf von Textilien sow ie den H andel m it W aren aller Art. B. Am 11. August 1999 deklarierte die Y. AG als Spediteurin für die X. AG ... D am enm äntel (...), stam m end von der S., R um änien, m it Zollbefreiung zur Einfuhr, dies unter der W arenverkehrsbescheinigung EU R .1 (...). C . Am 14. Septem ber 1999 deklarierte die Y. AG als Spediteurin für die X. AG ... D am enm äntel (...), stam m end von der S., R um änien, m it Zollbefreiung zur Einfuhr, dies unter der W arenverkehrsbescheinigung EU R .1 (...). D . D a die Zollkreisdirektion Basel Zw eifel an der Echtheit des U rsprungsnachw eises EU R .1 ... hatte, leitete sie am 28. Septem ber 1999 ein N achprüfungsverfahren ein. D ie O berzolldirektion (O ZD ) ersuchte deshalb am 16. N ovem ber 1999 das rum änische Finanzm inisterium (G eneraldirektion Zölle) in Bukarest/R um änien, die EU R .1 ... zu bestätigen, w as m it Schreiben vom 31. Januar 2000 um gehend unter Zusendung des O riginals der EU R .1 ... erfolgte, m it der M itteilung, die der EU R .1 ... entsprechende W are sei (unter anderen) unter italienischen U rsprungszeugnissen EU R .1 N r. ... ... eingeführt w orden. D ie Zw eifel der O ZD w aren dadurch noch nicht ausgeräum t, w eshalb sie m it dem Schreiben vom 8. M ärz 2000 noch einm al m it der Bitte um eine N achkontrolle an das rum änische Finanzm inisterium gelangte und dieses aufforderte, bei den italienischen Behörden Erkundigungen einzuziehen. E. Am 24. Juli 2001 teilte das rum änische Finanzm inisterium der O ZD die R esultate der Abklärungen der italienischen Zollbehörden m it. D anach w aren einige der EU R .1 Form ulare m it korrektem italienischen U rsprung bezeichnet, w ährend für andere die U ntersuchungen noch liefen. G estützt darauf verm erkte die O ZD am 13. August 2001, dass die Zollbefreiung zu R echt erfolgt w ar. D as entsprechende D ossier ... w urde geschlossen. F. M it dem Schreiben vom 15. Juli 2003 erhielt die O ZD vom rum änischen Finanzm inisterium eine "contrôle a posteriori" der EU R .1 ... und der EU R .1 ... w onach für die unter diesen D okum enten eingeführten W aren die Zollpräferenz nicht erteilt w erden könne. D ie O ZD bedankte sich für diese "spontane" M itteilung am 10. O ktober 2003 und eröffnete ein neues D ossier .... M it Schreiben vom 17. O ktober 2003 orientierte die Zollkreisdirektion Basel die X. AG zum ersten M al m it der M itteilung, sie beabsichtige, die beiden Einfuhrsendungen vom August und Septem ber 1999 auf ihre form elle R ichtigkeit zu prüfen und bat die X. AG um Zustellung der entsprechenden Zollquittungen und H andelsrechnungen. Sie orientierte die X. AG aber nicht über das R esultat des früheren N achprüfungsverfahrens. Am 15. M ärz 2004 sandte die rum änische "Autoritatea N ationala de C ontrol" der O ZD eine Kopie des Schreibens der italienischen "Agenzia delle D ogane" vom 13. M ärz 2003, w onach 3 insbesondere die EU R .1 ... und ... nicht korrekt seien, da die ausführende Firm a den italienischen U rsprung der W are nicht habe bew eisen können. D as führe dazu, dass die U rsprungszeugnisse für die Produkte unter den EU R .1 ... und EU R .1 .... nicht korrekt seien. G . D ie Zollkreisdirektion Basel forderte am 6. N ovem ber 2003 von der X. AG w egen zu U nrecht ausgestellten U rsprungsnachw eisen Fr. 70'364.30 nach. D ie X. AG w eigerte sich, die R echnung anzuerkennen; die Zollkreisdirektion Basel erliess deshalb am 14. Juli 2004 eine N achbezugsverfügung über Fr. 70'364.30, gegen die die X. AG am 28. Juli 2004 Beschw erde bei der O ZD einreichte. D ie O ZD w ies die Beschw erde m it einem begründeten Entscheid vom 22. M ärz 2006 ab. H . Am 3. M ai 2006 reicht die X. AG (Beschw erdeführerin) dagegen Beschw erde bei der Eidgenössischen Zollrekurskom m ission (ZR K) ein m it dem Begehren, den Entscheid vom 22. M ärz 2006 unter Kostenfolge zu Lasten der Eidgenossenschaft aufzuheben. Sie m acht im W esentlichen geltend, die N achbezugsforderung sei verjährt, die Verfügung vom 13. August 2001 sei in m aterielle R echtskraft erw achsen, der Sachverhalt sei ungenügend festgestellt w orden und die Vorinstanz habe die Bew eise m angelhaft gew ürdigt. I. D ie O ZD beantragt in der Vernehm lassung vom 17. M ai 2006 die Abw eisung der Beschw erde. Am 19. Februar 2007 orientiert das Bundsverw altungsgericht die Parteien über die Ü bernahm e des Verfahrens. J. Auf die w eiteren Begründungen in den Eingaben an die ZR K und das Bundesverw altungsgericht w ird – sow eit erforderlich – im R ahm en der Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D ie angefochtene Verfügung unterliegt ab 1. Januar 2007 der Beschw erde an und der Beurteilung durch das Bundesverw altungsgericht (Art. 31 bzw . 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]; Art. 109 Abs. 1 Bst. c des Zollgesetzes vom 1. O ktober 1925 [aZG , BS 6 465; AS 1973 644, 1995 1816, 1996 3371 Anhang 2 Ziff. 2]). D ie Beurteilung erfolgt gem äss Art. 53 Abs. 2 VG G nach dem neuen Verfahrensrecht bzw . dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). 1.2 D ie Beschw erde erfolgte seinerzeit form - und fristgerecht an die ZR K. D ie Beschw erdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung besonders berührt und hat ein schutzw ürdiges Intresse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c Vw VG ). D er von der Beschw erdeführerin einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- ist fristgerecht bezahlt w orden. Auf die Beschw erde ist einzutreten.4 1.3 Am 1. M ai 2007 ist das Zollgesetz vom 18. M ärz 2005 (ZG , SR 631.0) in Kraft getreten. D er zu beurteilende Sachverhalt betrifft Einfuhren aus dem Jahre 1999, so dass vorliegend grundsätzlich noch das alte Zollgesetz (aZG ) Anw endung findet (vgl. Art. 132 Abs. 1 ZG ). 1.4 D as Bundesverw altungsgericht kann den angefochtenen Entscheid grundsätzlich in vollem U m fang überprüfen. D ie Beschw erdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a Vw VG ) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b Vw VG ) auch die R üge der U nangem essenheit erheben (Art. 49 Bst. c Vw VG ; vgl. auch AN D R É M O SE R , in AN D R É M O SE R /PETER U EBER SA X, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, Basel und Frankfurt am M ain 1998, S. 59 f. R z. 2.59 ff.). Im Verw altungsbeschw erdeverfahren gilt die U ntersuchungsm axim e, w onach der Sachverhalt von Am tes w egen festzustellen ist (Art. 12 Vw VG ; vgl. zum G anzen: U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N, Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/G enf 2006, R z. 1623 ff. und 1758 f.; ALFR E D KÖ LZ, Prozessm axim en im schw eizerischen Verw altungsprozess, Zürich 1974, S. 93 ff.), sow ie der G rundsatz der R echtsanw endung von Am tes w egen (Art. 62 Abs. 4 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht ist verpflichtet, auf den festgestellten Sachverhalt die richtige R echtsnorm anzuw enden (H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 1632). 2. D as gesam te H andeln der Verw altung untersteht dem allgem einen R echtsgrundsatz der R echtssicherheit (ZAC C AR IA G IAC O M ETTI, Allgem eine Lehren des rechtsstaatlichen Verw altungsrechts, Zürich 1960, S. 291). D ie R echtssicherheit soll die Voraussehbarkeit, Berechenbarkeit und Beständigkeit des R echts gew ährleisten (H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 372, 628). Es ist eine G rundaufgabe des R echts, zw ischenm enschliches H andeln in einem gew issen M asse voraussehbar und verlässlich zu m achen, so dass eine w echselseitige Abstim m ung und Koordination von Verhalten m öglich ist (JÖ R G PAU L M Ü LLE R , G rundrechte in der Schw eiz, 3. Aufl., Bern 1999, S. 485). Vertrauensschutz und R echtssicherheit w ollen gleicherm assen das Vertrauen in das R echt schützen, der Vertrauensschutz als individuelles Vertrauen des Betroffenen in eine konkrete R echtslage, und die R echtssicherheit in die Beständigkeit des R echts und die Voraussehbarkeit der R echtsentw icklung (PIER R E TSC H AN N EN /U LR IC H ZIM M E R LI, Allgem eines Verw altungsrecht, Bern 2005, § 22 R z. 4, 5). Vertrauensschutz ist eine Konkretisierung des G rundsatzes der R echtssicherheit; R echtssicherheit und Vertrauensschutz w erden oft auch parallel verw endet (vgl. statt vieler BEATR IC E W EBER -D Ü R LER , Vertrauensschutz im öffentlichen R echt, Basel 1983, S. 47 ff., m it H inw eisen auf Literatur und R echtsprechung). R echtssicherheit und Vertrauensschutz sind Ausfluss des Prinzips des R echtsstaates (W EBE R - D Ü R LER , a.a.O ., S. 49). D er G rundsatz von Treu und G lauben als allgem einer R echtsgrundsatz verbietet Behörden und Privaten rechtsm issbräuchliches und w idersprüchliches Verhalten (siehe hierzu Entscheid der ZR K vom 23. M ai 2005, veröffentlicht in Verw altungspraxis 5 der Bundesbehörden [VPB] 69.121, E. 3a und b m it H inw eisen). Konkretisierend gebietet Art. 5 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) der Verw altung das H andeln nach rechtstaatlichen G rundsätzen (YVO H AN G AR TN E R , in: BER N H AR D EH ER EN ZELLER /PH ILIPPE M ASTR O N AR D I/R AIN ER J. SC H W EIZER /KLAU S A. VALLE N D ER , D ie Schw eizerische Bundesverfassung, Zürich 2002, Art. 5 R z. 3; U LR IC H H ÄFELIN /W ALTER H ALLER , Schw eizerisches Bundesstaatsrecht, Zürich 2001, R z. 171 f.), w ozu auch das Verbot der R echtsverw eigerung gehört (H ÄFELIN /H ALLE R , a.a.O ., R z. 832; M Ü LLE R , a.a.O ., S. 495). R echtsverw eigerung m uss im m er dann angenom m en w erden, w enn eine Behörde in einem Verfahren eine ihr obliegende Am tshandlung nicht vornim m t (R EN É A. R H IN O W /BEAT KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Verw altungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 1990, S. 258). Insbesondere können aber auch auf Seiten des Privaten verspätete Vorbringen zur Verw irkung eines Anspruchs führen (ALFR ED KÖ LZ/ISABELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1998, R z. 126; BG E 121 I 38 E. 6, BG E 121 I 229 E. 3). 3. 3.1 D ie zu entrichtenden Einfuhrzölle bem essen sich nach dem in Art. 21 aZG vorgesehenen Zolltarif (vgl. Zolltarifgesetz vom 9. O ktober 1986 [ZTG ; SR 632.10]). D abei sind alle W areneinfuhren nach dem G eneraltarif zu verzollen unter Vorbehalt abw eichender Bestim m ungen nam entlich aus Staatsverträgen (Art. 1 ZTG und Art. 14 Ziff. 1 aZG ; vgl. dazu etw a R EM O AR PA G AU S, in: H EIN R IC H KO LLE R /G EO R G M Ü LLE R /R EN É R H IN O W /U LR IC H ZIM M ER LI, Schw eizerisches Bundesverw altungsrecht, Zürich 1999, R z. 111; R EN É R H IN O W , in Kom m entar aBV, R z. 63 zu Art. 28; U rteil des Bundesgerichts 2A.461/2003 vom 20. Januar 2004, E. 2.2). G em äss dem (m ittlerw eile nicht m ehr in Kraft stehenden) Abkom m en vom 10. D ezem ber 1992 zw ischen den EFTA-Staaten und R um änien (SR 0.632.316.631.1; AS 2000 1693 ff.) w ird für bestim m te U rsprungserzeugnisse im Sinne von Art. 2 des Protokolls B (Protokoll B, AS 2000 1695) gegen entsprechenden N achw eis die Zoll-Präferenzbehandlung gew ährt. D er Präferenznachw eis erfolgt in der Form einer W arenverkehrsbescheinigung (W VB) EU R .1 (AS 1998 1409). D iese w ird auf schriftlichen Antrag des Ausführers oder seines Vertreters von der zuständigen Zollbehörde des Ausfuhrlandes ausgestellt (BG E 112 IV 53 E. 2) und ist im Einfuhrstaat den Zollbehörden nach den dort geltenden Verfahrensvorschriften vorzulegen (Art. 17-30 des Protokolls B). 3.2 Bei Vorlage der N achw eise EU R .1 haben die Zollbehörden des Einfuhrstaates eingeführte W aren als U rsprungserzeugnisse anzuerkennen (BG E 114 Ib 171 E. 1c). H aben die Zollbehörden begründete Zw eifel an der Echtheit des D okum ents oder an der R ichtigkeit der Angaben über den tatsächlichen U rsprung der betreffenden W aren, so können sie von den Zollbehörden des Ausfuhrstaates die nachträgliche Prüfung verlangen (Art. 32 Protokoll B). D ie EFTA-Staaten und R um änien leisten sich zu diesem Zw eck durch ihre Zollverw altungen Am tshilfe bei der Prüfung der Echtheit der W arenverkehrsbescheinigungen EU R .1 (Art. 6 31 Ziffer 2 Protokoll B). D as Verfahren der nachträglichen Prüfung bestim m t sich nach dem innerstaatlichen R echt des Ausfuhrstaates (vgl. Art. 32 Ziffer 3 Protokoll B). An dessen Ergebnis sind die Behörden des Einfuhrstaates gebunden (BG E 110 Ib 309 E. 1). D iese R echtsprechung des Bundesgerichts deckt sich m it jener des G erichtshofs der Europäischen G em einschaften (EuG H . In seinem U rteil i. S. Les R apides Savoyards vom 12. Juli 1984 (EuG H , Slg. 1984, S. 3105) hat der G erichtshof ausgeführt, der U rsprung der W aren sei von den Behörden des Ausfuhrstaates zu bestim m en, w eil diese am besten in der Lage seien, die Tatsachen, von denen der U rsprung abhänge, unm ittelbar festzustellen. D as Funktionieren der R egelung beruhe auf dieser Verteilung der Aufgaben zw ischen den Zollverw altungen der Parteien des Freihandelsabkom m ens und auf dem Vertrauen, das den von den beteiligten Verw altungen erlassenen M assnahm en gebühre. D ie Zollverw altung des Einfuhrstaates habe die Entscheidung der Behörden des Ausfuhrstaates anzuerkennen (EuG H , a.a.O ., S. 3123/24; BG E 114 Ib 171 f., E. 1b). D er Bew eis für die R ichtigkeit des U rsprungsnachw eises, w elcher grundsätzlich erst im N achprüfungsverfahren zu erbringen ist (BG E 111 Ib 326 E. 3a), obliegt dabei dem Exporteur (BG E 114 Ib 173 E. 2b). Kann der Bew eis nicht erbracht w erden, etw a w eil sich die R ichtigkeit der W arenverkehrsbescheinigung nicht (m ehr) überprüfen lässt, ist die entsprechende M itteilung der zuständigen Behörde des Ausfuhrstaates ohne w eiteres dem förm lichen W iderruf der W arenverkehrsbescheinigung gleichzustellen, an w elchen die Behörde des Einfuhrstaates ebenfalls gebunden ist (BG E 114 Ib 171 E. 1c, BG E 110 Ib 308 E. 1; U rteil des Bundesgerichts 2A.461/2003 vom 20. Januar 2004, E. 2.2). 3.3 Anhand des Ergebnisses der Prüfung m uss sich nach Art. 32 Ziffer 5 Protokoll B eindeutig feststellen lassen, ob die N achw eise echt sind und ob die W aren als U rsprungserzeugnisse eines EFTA-Staates, R um äniens oder eines anderen der in Artikel 4 Protokoll B genannten Länder oder der Europäischen G em einschaft angesehen w erden können. N ach Art. 32 Ziffer 6 Protokoll B lehnen die ersuchenden Zollbehörden m it Ablauf von zehn M onaten, nachdem ein Begehren um nachträgliche Prüfung des U rsprungsnachw eises gestellt w orden ist, die G ew ährung der Präferenzbehandlung ab, w enn bis dahin keine Antw ort erfolgt ist oder diese nicht erlaubt, über den tatsächlichen U rsprung der Erzeugnisse zu entscheiden, es sei denn, es lägen aussergew öhnliche U m stände vor. 3.4 D as Verfahren der Prüfung der U rsprungsnachw eise und auch der zusätzlichen Auskunft an eine Zollbehörde ist in Art. 32 Protokoll B nicht geregelt. W eiter findet das Vw VG keine Anw endung auf das Verfahren der Zollabfertigung bzw . (nach neuem W ortlaut) der Zollveranlagung (Art. 3 Bst. e Vw VG ). D ies bedeutet jedoch nicht, dass im Zollabfertigungs- bzw . -veranlagungsverfahren die aus der Bundesverfassung abgeleiteten Verfahrensgarantien sow ie die verfassungsm ässigen R echte nicht zu beachten w ären (Entscheid der ZR K vom 28. O ktober 2003, veröffentlicht in VPB 68.51, E. 3c; BG E 101 Ib 102 E. 2a; ferner Entscheid der ZR K vom 7 13. Februar 1995, veröffentlicht in VPB 61.18, E. 3a). D ies gilt insbesondere für das G rundrecht des Anspruchs auf rechtliches G ehör gem äss Art. 4 der Bundesverfassung vom 29. M ai 1874 (aBV; BS 1) bzw . Art. 29 Abs. 2 BV. D er Anspruch auf rechtliches G ehör um fasst unter anderem das R echt auf Akteneinsicht, die G elegenheit zur Stellungnahm e vor Erlass einer Verfügung und das R echt auf Ausübung von M itw irkungsrechten bei der Bew eiserhebung, w as beispielsw eise den Anspruch des Betroffenen um fasst, vom Ergebnis des Bew eisverfahrens Kenntnis zu nehm en und sich dazu zu äussern (H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 1672 ff.). 4. D ie Beschw erdeführerin beruft sich darauf, dass die in Frage stehende Leistungsforderung verjährt sei. 4.1 D ie Verjährung gem äss Art. 64 aZG gilt nach der bundesgerichtlichen R echtsprechung nur für N achforderungen im Bereich des Art. 126 aZG , w enn also die N achforderung auf einem Irrtum der Zollverw altung basiert (BG E 115 Ib 358 E.4, 110 Ib 311 E. 3 m it H inw eisen). Für Forderungen im Sinne von Art. 12 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 22. M ärz 1974 über das Verw altungsstrafrecht (VstrR , SR 313.0) gelten nach Art. 12 Abs. 4 VStrR die Verjährungsfristen, w elche für die Strafverfolgung gelten w ürden, sofern die betreffende W iderhandlung gegen die Verw altungsgesetzgebung des Bundes auch in subjektiver H insicht verw irklicht w äre (BG E 110 Ib 311 E. 3, BG E 107 Ib 204 E. 7bb, BG E 106 Ib 221 E. 2d). D ie Strafverfolgung für den Tatbestand, des Art. 74 Ziff. 9 aZG , w onach eine Zollübertretung begeht, w er für W aren Zollerm ässigung erw irkt, ohne dass die Voraussetzungen für die Zollbegünstigung zutreffen, verjährt gem äss Art. 11 Abs. 2 VStrR in fünf Jahren. 4.2 D ie Beschw erdeführerin hat den objektiven Tatbestand des Art. 74 Ziff. 9 aZG jew eils durch positives Tun im Sinn der falschen Einfuhrdeklaration erfüllt. D ie Einfuhren erfolgten am 1. August und am 14. Septem ber 1999. Als die Zollkreisdirektion Basel am 14. Juli 2004 eine N achbezugsverfügung gegen die Beschw erdeführerin erliess, w ar dam it die fünfjährige Verjährungsfrist noch nicht abgelaufen. 5. 5.1 Im vorliegenden Fall hat die Zollkreisdirektion Basel ohne die Beschw erdeführerin darüber zu orientieren schon am 28. Septem ber 1999 ein N achprüfungsverfahren über die Einfuhr vom 14. Septem ber 1999 eingeleitet und dieses am 13. August 2001 w ieder geschlossen. Schon dieses verdeckte Vorgehen verletzte den G rundsatz rechtstaatlichen H andelns, da dadurch insbesondere auch das R echt der Beschw erdeführerin auf rechtliches G ehör, nam entlich auf Akteneinsicht und auf M itw irkung bei der Bew eiserhebung (oben E. 3.4), unterlaufen w urde. D a die erste Antw ort der ausländischen Zollbehörde vom 31. Januar 2000 offenbar keine ausreichenden Angaben enthielt und zur erneuten N achfrage vom 8. M ärz 2000 führte, w ar die schw eizerische 8 Zollbehörde überdies gehalten, die Präferenzbehandlung abzulehnen (Art. 32 Ziffer 6 Protokoll B). M ithin hätte die Zollkreisdirektion Basel Anfang Februar 2000 die Präferenzbehandlung ablehnen m üssen, denn ausserordentliche U m stände im Sinn von Art. 32 Ziffer 6 Protokoll B lagen offensichtlich nicht vor, w as die O ZD auch nicht geltend m acht. 5.2 D ie Zolldirektion Basel hat m ehr als vier Jahre nach der betreffenden Einfuhr, am 17. O ktober 2003, und w iederum m ehr als drei M onate nach der "Spontanm eldung" der rum änischen Zollbehörde vom 15. Juli 2003 erstm als m it der Beschw erdeführerin Kontakt aufgenom m en. D ie Auskunft w ar dabei insow eit ungenau, als die Zollkreisdirektion nicht erst beabsichtigte, ein Ü berprüfungsverfahren einzuleiten, sondern dieses schon vor Jahren einm al eingeleitet und am 13. August 2001 w ieder geschlossen hatte. Im O ktober 2003 aber w ar es der Beschw erdeführerin nicht m ehr zum utbar, sich allenfalls im Verfahren vor der rum änischen oder bei der italienischen Zollbehörde um eine Korrektur der W arenverkehrsbescheinigungen aus dem April 1999 zu bem ühen oder die notw endigen Bew eise zu erheben, um die Korrektheit der W arenverkehrsbescheinigungen darzulegen (vgl. BG E 114 Ib 173 E. 2c). D urch ihre U nterlassung der korrekten O rientierung über eingeleitete und laufende Verfahren und ihr U nterlassen, die Präferenzbehandlung rechtzeitig zurückzunehm en, hat es die Zollkreisdirektion Basel der Beschw erdeführerin verunm öglicht, ihre R echte und M öglichkeiten im Verfahren (oben E. 3.4) in einem Zeitpunkt w ahrzunehm en, als dies noch m it Aussicht auf Erfolg verbunden gew esen w äre. W ie überm ässiges Zuw arten des Privaten zur Verw irkung eines Anspruchs führen kann (oben E. 2), kann auch entsprechendes Verhalten der Verw altung nicht angehen; sie setzt sich sonst – w ie vorliegend – dem Vorw urf der R echtsverw eigerung aus. Es ist nicht vertretbar und w iderspricht dem G rundsatz des nach Art. 5 BV gebotenen rechtstaatlichen H andelns, der R echtssicherheit, dem G rundsatz der Voraussehbarkeit und dem Beschleunigungsgebot (vgl. dazu oben E. 2), Prüfungen von U rsprungsnachw eisen über m ehr als vier Jahre nach der Einfuhr zu verzögern, ohne die Betroffene darüber zu orientieren und ohne rechtzeitig einen erforderlichen Entscheid zu fällen, obw ohl dies durchaus m öglich und auch geboten gew esen w äre (E. 5.1). D as R echt der Zollbehörde, im Jahr 2004 einen N achbezug für Einfuhren aus dem Jahr 1999 zu erheben, ist aus diesen dargelegten G ründen im vorliegenden Fall verw irkt. D ie Beschw erde ist deshalb gutzuheissen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die obsiegende Beschw erdeführerin nach Art. 63 Abs. 1 Vw VG keine Verfahrenskosten zu tragen. Keine Verfahrenskosten w erden nach Art. 63 Abs. 2 Vw VG der Vorinstanz auferlegt. D ie Vorinstanz hat der Beschw erdeführerin gem äss Art. 64 Abs. 1 Vw VG eine Parteientschädigung auszurichten, die in Anw endung der Art. 7 bis 14 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) auf Fr. 2'500.-- festgesetzt w ird. D er geleistete 9 Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- w ird der Beschw erdeführerin nach Eintritt der R echtskraft dieses U rteils erstattet. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, und der Entscheid der O berzolldirektion vom 22. M ärz 2006 w ird aufgehoben. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. D er Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- w ird der Beschw erdeführerin nach Eintritt der R echtskraft dieses U rteils erstattet. 3. D ie O berzolldirektion hat der Beschw erdeführerin eine Parteient- schädigung von Fr. 2'500.-- auszurichten. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. O ZD ...) (G erichtsurkunde) D er Kam m erpräsident: D ie G erichtsschreiberin: Thom as Stadelm ann Sonja Bossart R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Beschw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Zollveranlagung, w enn diese aufgrund der Tarifierung oder des G ew ichts der W are erfolgt, sow ie gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und m sow ie 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Versand am :