<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00535</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205626&amp;W10_KEY=13013563&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00535</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 25.01.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verweigerte Verlängerung der Öffnungszeiten einer Gartenwirtschaft Die abstrakte Beurteilung des Lärms einer Gartenwirtschaft und ihrer Störungswirkung sind schwierig. Ist eine Anlage bereits in Betrieb, ist zur Ermittlung und Beurteilung der Lärmimmissionen in aller Regel ein "Ohrenschein" erforderlich. Dieser ist wenn möglich zu einem Zeitpunkt vorzunehmen, in welchem die zu beurteilenden Immissionen tatsächlich auftreten; nur wenn besondere Umstände (wie etwa ungebührliche Verfahrensverzögerung) vorliegen, kann auf die Feststellung der tatsächlichen Lärmimmissionen verzichtet und eine Beurteilung aufgrund der örtlichen Verhältnisse und der allgemeinen Lebenserfahrung vorgenommen werden. - Hier hat die Vorinstanz den (Referenten-) Augenschein am 22. Juni um 10 Uhr durchgeführt. Um diese Zeit befanden sich keine Gäste in der Gartenwirtschaft, in welcher erst für das Mittagessen aufgedeckt wurde. Der Augenschein konnte somit zwar über die räumlichen Verhältnisse, jedoch nicht über die Lärmentwicklung während des Betriebs Aufschluss geben. Besondere Gründe, welche die Wahl eines derart ungünstigen Augen- bzw. Ohrenscheinszeitpunkts gerechtfertigt hätten, sind nicht ersichtlich. In der zweiten Junihälfte, in welcher der Augenschein stattfand, ist ohne Weiteres mit Abenden zu rechnen, an denen in einer Gartenwirtschaft ein Betrieb herrscht, der eine aussagekräftige Beurteilung der von der Anlage ausgehenden Lärmimmissionen zulässt. Die Durchführung des Augenscheins zu einem Zeitpunkt, in welchem die Immissionen nicht beurteilt werden konnten, stellt deshalb eine ungenügende Feststellung des massgeblichen Sachverhalts dar (E. 3.2). Teilweise Gutheissung und Rückweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANLAGE">ANLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUGENSCHEIN">AUGENSCHEIN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GARTENRESTAURANT/-WIRTSCHAFT">GARTENRESTAURANT/-WIRTSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZWERT">GRENZWERT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRM">LÃRM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMIMMISSION">LÃRMIMMISSION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFNUNGSZEITEN">ÃFFNUNGSZEITEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSFESTSTELLUNG">SACHVERHALTSFESTSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNGENÃGENDE/-R/-S">UNGENÃGENDE/-R/-S</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 7 LSV</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 Abs. I lit. b LSV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. IV LSV</span><br/><span class="ungerade">Art. 11 Abs. II USG</span><br/><span class="gerade">Art. 25 USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 23. November 2004 verweigerte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich der A AG die VerlÃ¤ngerung der Ãffnungszeiten der Aussenwirtschaft des Restaurants C an der <span class="UrteilstextChar">L-Strasse in ZÃ¼rich um eine Stunde von bisher 22.00 auf 23.00 Uhr (Sonntag bis Donnerstag) bzw. von bisher 23.00 auf 24.00 Uhr (Freitag und Samstag).</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen erhobenen Rekurs der A AG wies die Baurekurskommission nach einem Augenschein am 7. Oktober 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 10. November 2005 liess die A AG dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Rekursentscheids und die Bewilligung der angestrebten VerlÃ¤ngerung der Ãffnungszeiten beantragen; der BeschwerdefÃ¼hrerin sei infolge ungerechtfertigten Verweigerns der Akteneinsicht auch im Falle des Unterliegens eine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen und es seien aus dem nÃ¤mlichen Grund die Verfahrenskosten jedenfalls der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz am 29. November und die Beschwerdegegnerin am 14. Dezember 2005 beantragten je Abweisung der Beschwerde, letztere zudem die Zusprechung einer UmtriebsentschÃ¤digung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtpflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der gegen einen Entscheid der Baurekurskommission gerichteten Beschwerde zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei der LokalitÃ¤t der BeschwerdefÃ¼hrerin handelt es sich um eine ortsfeste An­lage im Sinn von Art. 7 Abs. 7 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG) und von Art. 2 Abs. 1 der LÃ¤rmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV), in der ein gewerbli­ches Unternehmen betrieben wird und das den bundes­rechtlichen Bestimmun­gen Ã¼ber den LÃ¤rmschutz unterliegt (vgl. BGE 123 II 325 E. 4 a/aa; anders das Bundesge­richt noch in BGE 116 Ia 491 E. 2a und in AGVE 1992, S. 357 ff.; zurÃ¼ckhaltender auch Monika KÃ¶lz-Ott, Die Anwendbarkeit der bundesrechtlichen LÃ¤rmschutzvorschriften auf menschlichen AlltagslÃ¤rm und verwandte LÃ¤rmarten, URP 1993, S. 377 ff., 392). Die Einrichtung der bestehenden Aussenwirtschaft ist am 17. Mai und 16. August 2000 bewilligt worden. Die angestrebte Ausdehnung der Betriebszeiten stellt eine Ãnderung dieser nach In-Kraft-Treten des Umweltschutzgesetzes und der LÃ¤rmschutzverordnung bewilligten Aussenwirtschaft dar und unterliegt deshalb gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 4 LSV den Emissionsbegrenzungen, welche Art. 7 LSV fÃ¼r Neuanlagen vorschreibt. Die LÃ¤rmemissionen sind nach Abs. 1 dieser Bestimmung soweit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich mÃ¶glich sowie wirtschaftlich tragbar ist (lit. a), und die von der Anlage allein erzeugten LÃ¤rmimmissionen dÃ¼rfen die Planungswerte nicht Ã¼berschreiten (lit. b).</p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r die Beantwortung der Frage, ob von GaststÃ¤tten, Diskotheken und Ã¤hnlichen Lokalen unzumut­bare LÃ¤rm­emis­sio­nen ausgehen, liegen keine vom Bund festgelegten Be­las­tungsgrenz­werte vor (vgl. BGE 123 II 325 E. 4 d/bb; Pra 86/1997 Nr. 166). Die Belas­tungs­grenzwerte kÃ¶nnen auch nicht hilfsweise angewendet werden (BGr, 20. November 1998, URP 1999, S. 264 ff., insbes. 269 f.). Fehlen Grenzwerte, so sind die Emissionen im Einzelfall so zu beschrÃ¤nken, dass nach dem Stand der Wissenschaft und der Erfahrung die BevÃ¶lkerung in ihrem Wohl­be­fin­den nicht erheblich gestÃ¶rt ist (<span>Pra 86/1997 Nr. 166 E. 3b; BGr, 1. </span>Dezember 1994, URP 1995, S. 31 ff. E. 3c). Dabei sind der Charakter des LÃ¤rms, Zeitpunkt und HÃ¤ufigkeit seines Auftretens sowie die LÃ¤rmempfindlichkeit be­zie­hungs­wei­se die LÃ¤rm­vorbelastung der Zone, in der die Immissionen auftreten, zu be­rÃ¼ck­sichti­gen (BGE 123 II 325 E. 4 d/bb mit Hinweisen; Christoph ZÃ¤ch/Robert Wolf in: Kommentar zum Umwelt­schutz­gesetz, ZÃ¼rich Mai 2000, Art. 15 N. 20 f.). Im Interesse des Vorsorgeprin­zips mÃ¼s­sen LÃ¤rm­emissionen so weit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich mÃ¶g­lich sowie wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG). LÃ¤rmbekÃ¤mpfungs­mass­nahmen sind dem­nach nicht erst dann zu ergreifen, wenn die Umweltbelastung lÃ¤stig oder gar schÃ¤d­lich wird; es sollen viel­mehr auch die bloss unnÃ¶tigen Emissionen, zum Beispiel durch die An­ordnung von Be­triebs­beschrÃ¤nkungen oder von anderweitigen Mitteln des kom­munalen und kanto­nalen Polizeirechts, vermieden werden (Klaus A. Val­lender/Reto Morell, Um­welt­recht, Bern 1997, § 8 N. 26; vgl. auch VGr, 30. MÃ¤rz 1999, VB.1999.00020, URP 1999, S. 436 ff., betreffend Technomusik<span>).</span> Allerdings beschrÃ¤nkt Art. 11 Abs. 2 USG den verwaltungsrechtlichen Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit nicht entscheidend: Selbst wenn eine BeschrÃ¤nkung technisch mÃ¶glich und wirtschaftlich tragbar ist, darf sie jeden­falls nicht in einem krassen Missver­hÃ¤ltnis zum Nutzen fÃ¼r die Umwelt sein (vgl. AndrÃ© Schrade/Theo Loretan in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, ZÃ¼rich MÃ¤rz 1998, Art. 11 N. 35).</p> <p class="Urteilstext">Ein Gastgewerbelokal muss den Anforderungen von Art. 25 USG und Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV genÃ¼gen, das heisst, der Be­trieb muss ein Im­missions­niveau einhalten, bei wel­chem nach richterlicher Beurteilung hÃ¶chstens geringfÃ¼gige StÃ¶­rungen auftreten (BGE 123 II 325 E. 4d/bb a.E.). Der Beurteilung sind alle LÃ¤rm­emissionen zu Grunde zu legen, die dem Restaura­tionsbe­trieb zuzurechnen sind. Das sind neben den GerÃ¤uschen, die im Lokal erzeugt wer­den, auch die SekundÃ¤r­emissionen, das heisst GerÃ¤usche, die durch die bestimmungsge­mÃ¤sse Nut­zung der Anlage ausserhalb des GebÃ¤udes entstehen, namentlich der von den Be­su­chern beim Betreten oder Verlassen des Lokals verursachte LÃ¤rm (BGr, 20. Novem­ber 1998, URP 1999, S. 264 ff., insbes. 269 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet als ungenÃ¼gende Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, dass keine der Vorinstanzen konkret geprÃ¼ft habe, ob und in welchem Ausmass von ihrem Aussenrestaurant LÃ¤rmemissionen ausgingen. Die Baurekurskommission habe zwar einen Augenschein vorgenommen, doch habe dieser auf der leeren Gartenterrasse am Morgen stattgefunden und nicht bei funktionierendem Gartenrestaurant am Abend.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die abstrakte Beurteilung des LÃ¤rms einer Gartenwirtschaft und ihrer StÃ¶rungswirkung sind schwierig. Vor Inbetriebnahme einer solchen Anlage kÃ¶nnen nur die LÃ¤rmauswirkungen berÃ¼cksichtigt werden, die von einer Gartenwirtschaft nach der Lebenserfahrung mindestens zu erwarten sind. Ist die Anlage dagegen bereits in Betrieb, ist zur Ermittlung und Beurteilung ihrer Immissionen in aller Regel ein "Ohrenschein" erforderlich (Bundesgericht, 1A.139/2002, 5. MÃ¤rz 2003, E. 3.1, vollstÃ¤ndig verÃ¶ffentlicht auf www.bger.ch, auszugsweise in ZBl 105/2004, 94 ff.; vgl. auch BGr, 24. Juni 1997, URP 1997, 495 ff., insbesondere 501 f.). Dieser ist wenn mÃ¶glich zu einem Zeitpunkt vorzunehmen, in welchem die zu beurteilenden LÃ¤rmemissionen tatsÃ¤chlich auftreten, das heisst bei einer Gartenwirtschaft in der Regel an einem lauen Sommerabend oder allenfalls zur Mittagszeit; nur wenn besondere UmstÃ¤nde vorliegen, etwa weil das Abwarten eines geeigneten Zeitpunkts das Verfahren ungebÃ¼hrlich verzÃ¶gern wÃ¼rde, kann auf die Feststellung der tatsÃ¤chlichen LÃ¤rmimmissionen verzichtet und eine Beurteilung aufgrund der Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse und der allgemeinen Lebenserfahrung vorgenommen werden (vgl. BGr, 5. MÃ¤rz 2003, 1A.13972002, E. 3.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Hier hat die Baurekurskommission den Augenschein durch ihren Referenten und die juristische SekretÃ¤rin am 22. Juni 2005, um 10.00 Uhr, vorgenommen. Um diese Zeit befanden sich, wie sich den dem Protokoll beiliegenden Fotos entnehmen lÃ¤sst, erwartungsgemÃ¤ss keine GÃ¤ste in der Gartenwirtschaft, in welcher erst fÃ¼r das Mittagessen aufgedeckt wurde. Der Augenschein konnte somit zwar Ã¼ber die rÃ¤umlichen VerhÃ¤ltnisse, jedoch naturgemÃ¤ss nicht Ã¼ber die LÃ¤rmentwicklung wÃ¤hrend des Betriebes Aufschluss geben.</p> <p class="Urteilstext">Besondere GrÃ¼nde, welche die Wahl eines derart ungÃ¼nstigen Augen- bzw. Ohrenscheinzeitpunkts gerechtfertigt hÃ¤tten, sind nicht ersichtlich. In der zweiten JunihÃ¤lfte, in welcher der Augenschein stattfand, ist ohne Weiteres mit Abenden zu rechnen, an denen in einer Gartenwirtschaft ein Betrieb herrscht, der eine aussagekrÃ¤ftige Beurteilung der von der Anlage ausgehenden LÃ¤rmemissionen zulÃ¤sst. Die DurchfÃ¼hrung des Augenscheins zu einem Zeitpunkt, in welchem diese LÃ¤rmemissionen nicht beurteilt werden konnten, stellt deshalb eine ungenÃ¼gende Feststellung des massgeblichen Sachverhalts dar. Der Rekursentscheid ist deshalb aufzuheben und die Akten sind gestÃ¼tzt auf § 64 Abs. 1 VRG zur weiteren Untersuchung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Dient ein Augen- bzw. Ohrenschein dazu, einen streitigen, unabgeklÃ¤rten Sachverhalt festzustellen, so darf aufgrund von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) auf dieses Beweismittel nicht abgestellt werden, ohne dem Betroffenen Gelegenheit zu geben, an der Beweisabnahme mitzuwirken oder wenigstens nachtrÃ¤glich zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen. Ein Augenschein darf nur dann unter Ausschluss einer Partei erfolgen, wenn schÃ¼tzenswerte Interessen Dritter oder des Staates oder eine besondere Dringlichkeit dies gebieten, oder wenn der Augenschein seinen Zweck Ã¼berhaupt nur dann erfÃ¼llen kann, wenn er unangemeldet erfolgt, wie dies in der Regel im Bereich des Immissionsschutzes zutrifft (BGE 121 V 150 E. 4a und 4b; 116 Ia 94 E. 3b S. 99 f.).</p> <p class="Urteilstext">Der Betreiber eines Aussenrestaurants hat verschiedene MÃ¶glichkeiten, um auf die in einem bestimmten Zeitpunkt auftretende LÃ¤rmentwicklung Einfluss zu nehmen, wie beispielsweise durch Anweisungen ans Personal, GrÃ¶sse der Tische, Reservationen oder Abweisen von grÃ¶sseren GÃ¤stegruppen. Ein authentischer Eindruck von den an einem gewÃ¶hnlichen Abend auftretenden Immissionen lÃ¤sst sich deshalb nur durch einen unangekÃ¼ndigten Augenschein gewinnen. Zudem kann ein solcher Augenschein kurzfristiger angesetzt werden, was es erlaubt, ihn bei gÃ¼nstiger Witterung durchzufÃ¼hren, wenn mit einer guten Besetzung der Wirtschaft zu rechnen ist. Wegen dieser Kurzfristigkeit wird es auch zulÃ¤ssig sein, dass die Kommission die DurchfÃ¼hrung des oder der Augenscheine einer Delegation Ã¼bertrÃ¤gt, da nicht ohne Weiteres damit gerechnet werden kann, dass die volle Besetzung der Kommission kurzfristig verfÃ¼gbar ist. Zur Wahrung des rechtlichen GehÃ¶rs ist es aber erforderlich, dass dem Betreiber der amtliche Besuch spÃ¤testens nach DurchfÃ¼hrung angezeigt und den Parteien so rasch als mÃ¶glich das Protokoll mit den massgeblichen Feststellungen (allenfalls ergÃ¤nzt durch Foto- oder Videoaufnahmen) zur Stellungnahme zugestellt wird. â Im Ãbrigen steht es der Kommission auch frei, das Gutachten der stÃ¤dtischen Fachstelle (Fachbereich LÃ¤rmschutz), welches der Bewilligungsverweigerung erklÃ¤rtermassen zugrunde liegt, beizuziehen bzw. den Fall zur neuen Entscheidung an die BewilligungsbehÃ¶rde zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen; der Rekursentscheid ist aufzuheben und die Akten sind zu weiterer Untersuchung und neuer Entscheidung an die Baurekurskommission zurÃ¼ckzuweisen. Diesem Ausgang entsprechend sind die Gerichtskosten den Parteien je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Da keine Partei Ã¼berwiegend obsiegt, stehen ihnen auch keine UmtriebsentschÃ¤digungen zu (vgl. § 17 Abs. 2 VRG). Die BeschwerdefÃ¼hrerin lÃ¤sst zwar auch fÃ¼r den Fall ihres Unterliegens die Auferlegung der Gerichtskosten sowie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung "infolge ungerechtfertigten Verweigerns der Akteneinsicht" beantragen. Vorliegend sind jedoch keine GrÃ¼nde ersichtlich, von dieser Kostenverlegung abzuweichen bzw. der BeschwerdefÃ¼hrerin eine angemessene UmtriebsentschÃ¤digung zuzusprechen, zumal die BeschwerdefÃ¼hrerin ihre RÃ¼ge betreffend des ungerechtfertigten Verweigerns der Akteneinsicht im Beschwerdeverfahren nicht wiederholt hat.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. DemgemÃ¤ss wird der Rekursentscheid aufgehoben und werden die Akten zu weiterer Untersuchung und neuer Entscheidung an die Baurekurskommission zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>