B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-6928/2019 U r t e i l v o m 1 3 . D e z e m b e r 2 0 2 1 Besetzung Richterin Marianne Ryter (Vorsitz), Richterin Annie Rochat Pauchard, Richter Keita Mutombo, Gerichtsschreiberin Zulema Rickenbacher. Parteien A._______, vertreten durch Dr. iur. Nathan Landshut, Rechtsanwalt, […], Beschwerdeführer, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI, […], Vorinstanz. Gegenstand Amtshilfe (MAC). A-6928/2019 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Mit Schreiben vom 10. April 2018 stellte das Ministry of Finance, Israel Tax Authority, International Tax Division (nachfolgend: MoF oder ersu- chende Behörde), gestützt auf Art. 5 des Übereinkommens vom 25. Januar 1988 über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen (SR 0.652.1; nach- folgend: MAC oder MAAC; für die Schweiz in Kraft getreten am 1. Januar 2017) ein Amtshilfeersuchen an die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV). Als vom Amtshilfeersuchen betroffene, in Israel steu- erpflichtige Personen (vgl. dazu nachfolgend E. 3.2.5) werden im Ersuchen B._______ (nachfolgend auch: betroffene Person 1) und dessen Bruder C._______ (nachfolgend auch: betroffene Person 2) genannt. Das Ersu- chen bezieht sich auf die Steuerjahre 2014 bis 2017. Im Ersuchen wird ausgeführt, die zuständige Behörde habe im Februar 2017 eine Untersuchung gegen die betroffenen Personen 1 und 2 eröffnet. Es bestehe der Verdacht, dass die beiden betroffenen Personen 1 und 2 durch Handelsgeschäfte mittels einer von ihnen gesteuerten Unterneh- mensstruktur, beinhaltend die beiden offshore Gesellschaften D._______ Ltd. (betroffene Person 3) und E._______ Ltd. (betroffene Person 4), ein beträchtliches Einkommen erzielt, dieses aber nicht rechtmässig versteuert hätten. Es werde vermutet, dass Gewinne in verschiedenen Währungen auf zahlreichen Konten in der Schweiz und in [Ort] deponiert worden seien. Auch hätten die beiden betroffenen Personen 1 und 2 den israelischen Steuerbehörden falsche Informationen in Bezug auf die Kontrolle der Ge- schäftsführung der genannten Unternehmen präsentiert, um Steuerpflich- ten in Israel zu umgehen. Es werde davon ausgegangen, dass dem Fiskus seit 2006 Steuern in der Höhe von mehreren Millionen Euro pro Jahr vor- enthalten worden seien. Die beiden betroffenen Personen 1 und 2 würden im Weiteren verdächtigt, Konten für ihren persönlichen Gebrauch eröffnet zu haben. Aufgrund des Gesagten ersucht das MoF für den Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2017 um folgende Informationen betreffend die in Annex A des Amtshilfeersuchens genannten Bankkonten: «1. Bank statements for the accounts or sub -accounts (loans, securities, investment ac- counts etc.) of the accounts mentioned in Annex A. This is in order to shed further light on the actual scope of business and turnover gen- erated by the […] brothers using D._______ and E._______ ; as well as to confirm or refute the suspicions of withdrawals of funds to their personal accounts. A-6928/2019 Seite 3 We kindly ask for both detailed statements showing chronological balances and trans- fers made in and out of the accounts, as well as end of the year balance sheets. 2. Account opening and KYC documentation. This is in order to provide clarity on the suspect's statement that they have no write to operate in the account in any way on behalf of the two entities D._______ and E._______. KYC documents are needed to confirm the true benefactor and owner of each of the accounts.» Abschliessend wird im Ersuchen des MoF festgehalten, es seien sämtliche Mittel ausgeschöpft worden, so auch Gerichtsanordnungen, mit welchen die betroffenen Personen 1 und 2 – erfolglos – aufgefordert worden seien, die benötigten Bankinformationen zu liefern. A.b Mit E-Mail vom 30. April 2018 info rmierte die ESTV die ersuchende Behörde dahingehend, dass die im MAC genannten Voraussetzungen für einen Informationsaustausch durch das Amtshilfeersuchen vom 10. April 2018 nicht gänzlich erfüllt würden. Gemäss MAC sei nur ein Austausch von Informationen möglich, welche sich auf den Zeitraum ab 1. Januar 2018 beziehen würden, es sei denn, Art. 28 Abs. 7 MAC sei anwendbar. In letz- terem Fall wäre ein Austausch von ersuchten Informationen ab 1. Januar 2014 möglich. Um zu bestimmen, ob dieser Artikel im vorlie genden Fall anwendbar sei, werde um Erläuterung ersucht, inwiefern das Verhalten der vom Ersuchen betroffenen Personen nach israelischem Recht strafrecht- lich relevant sei und es seien die anwendbaren Rechtsnormen zu nennen. Ohne diese Information könne nicht auf das Amtshilfeersuchen eingetreten werden. Mit E-Mail vom 11. Juni 2018 wies die ESTV die ersuchende Be- hörde darauf hin, dass die Nachricht vom 30. April 2018 bis anhin unbeant- wortet geblieben sei. Mit E -Mail vom 14. Juni 2018 verwies das MoF auf das Ersuchen. Darin werde festgehalten, dass in Bezug auf die betroffenen Personen der Verdacht auf nicht deklariertes Einkommen im Raum stehe. Die Steuerpflichtigen würden verdächtigt, Berichte manipuliert zu haben. Würde sich dieser Verdacht mittels der ersuchten Informationen erhärten, bestünde zweifellos Grund für ein Strafverfahren. A.c Mit E-Mail vom 6. Juli 2018 nahm die ESTV Bezug auf diverse hängige Amtshilfeersuchen und ersuchte das MoF namentlich darum, betreffend je- des einzelne Ersuchen anzugeben, ob es sich auf das MAC oder das Dop- pelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Israel stütze. A-6928/2019 Seite 4 A.d Mit E-Mail vom 6. September 2018 antwortete das MoF in Bezug auf das vorliegende Verfahren wie folgt: «Failure to report worldwide income by an Israeli tax-resident is considered a criminal offense under Article 2 of the Israel Tax Order. In addition, failure to report assets outside of Israel, in the value suspected of the taxpayer's holding, is also considered a criminal offense under Article 134A to the Israel Tax Order». A.e Mit E-Mail vom 15. November 2018 gelangte die ESTV mit «general issues» zu Formalitäten bezüglich einer Vielzahl israelischer Amtshilfeer- suchen an das MoF. Insbesondere wurde auf die Erfordernisse von Art. 18 Abs. 1 Bst. f MAC i.V.m. Art. 21 Abs. 2 Bst. g MAC verwiesen. A.f Am 22. November 2018 machte das MoF gegenüber der ESTV weitere Angaben. Namentlich bestätigte das MoF «the existence of intentional con- duct in the abovementioned requests that are liable to criminal prosecution under Israeli law, and the ITA requests this information under Article 28, Paragraph 7 MAAC». Sodann bestätigte die ersuchende Behörde in Bezug auf das dem vorliegenden Verfahren zu Grunde liegende Amtshilfeersu- chen Folgendes: a) all information obtained through the request w ill be treated confidentially, and used solely for those purposes set out in the agreement that constitutes the basis for this request; b) the request is in line with the laws and administrative practices of the authority in charge and the agreement which forms the basis for this request; c) in similar circumstances, the information would be available if our own laws and admin- istrative practices applied; d) all possibilities concerning procurement of information within one's own legal jurisdic- tion have been exhausted, except for those which would have involved a disproportion- ate effort. A.g Am 12. Dezember 2018 erliess die ESTV gegenüber diversen Banken eine Editionsverfügung. Dieser Verfügung kamen die angeschriebenen Institute – soweit hier interessierend – fristgerecht nach. A.h Mit Schreiben vom 21. Dezember 2018 zeigten die Vertreter der in Be- zug auf das Amtshilfeersuchen vom 10. April 2018 beschwerdeberechtigen Personen an, dass sie mit der Wahrung von deren Interessen beauftragt und als Zustellungsbevollmächtigte in der Schweiz beauftragt worden seien. Gleichzeitig wurde Akteneinsicht verlangt. A-6928/2019 Seite 5 A.i Mit Schreiben vom 28. Mai 2019 informierte die ESTV A._______ (nachfolgend: beschwerdeberechtigte Person 1 ) darüber, dass sie zum Schluss komme, die Voraussetzungen gemäss Art. 4 und 5 MAC sowie Art. 6 des Bundesgesetzes vom 28. September 2012 über die internationale Amtshilfe in Steuersachen (StAhiG; SR 651.1) seien im vorliegenden Fall erfüllt, womit dem Ersuchen für den Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2017 zu entsprechen sei. A.j Mit Schreiben vom 3. Juni 2019 beantragte die beschwerdeberechtigte Person 1 umfassende Akteneinsicht bei der ESTV und ersuchte um Neu- ansetzung einer Frist zur Stellungnahme nach gewährter Akteneinsicht. A.k Mit Schreiben vom 7. Juni 2019 nahm die ESTV Stellung zum Akten- einsichtsgesuch und führte aus, sie habe bereits mit Schreiben vom 28. Mai 2019 vollständige Akteneinsicht gewährt (vgl. vorangehend Bst. A.h). Die ESTV erstreckte die Frist zur Stellungnahme bis am 28. Juni 2019. A.l Mit Stellungnahme vom 28. Juni 2019 rügte die beschwerdeberechtigte Person 1 insbesondere die Verletzung des rechtlichen Gehörs durch un- vollständige Akteneinsicht. Eine abschliessende Stellungnahme sei unter diesen Umständen nicht möglich und eine ergänzende Begründung müsse vorbehalten werden. A.m Mit Schreiben vom 29. August 2019 gewährte die ESTV der be- schwerdeberechtigten Person 1 ergänzende Akteneinsicht. A.n Am 26. November 2019 erliess die ESTV u.a. gegenüber der be- schwerdeberechtigten Person 1 die Schlussverfügung. Mit dieser be- stimmte die ESTV, es werde dem MoF in Bezug auf dessen Amtshilfeersu- chen vom 10. April 2018 (vgl. vorangehend Bst. A.a), ergänzt am 6. Sep- tember 2018 (vgl. Bst. A.d) und am 22. November 2018 (vgl. Bst. A.f) Amts- hilfe gel eistet. Verfügt wurde die Übermittlung der bei der X._______ (Suisse) SA, der Y ._______ (Schweiz) AG, der Z._______ SA sowie der U._______ SA edierten Informationen, in welchen auch die beschwerde- berechtigte Person 1, F._______ und die G._______ Ltd. erscheinen. In- formationen betreffend Bankmitarbeitende wurden geschwärzt. A-6928/2019 Seite 6 B. B.a Gegen diese Schlussverfügung erhob die beschwerdeberechtigte Per- son 1 (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 27. Dezember 2019 Be- schwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Sie stellt im Wesent lichen fol- gende Rechtsbegehren: 1. Die Schlussverfügung der ESTV vom 26. November 2019 sei vollstän- dig aufzuheben. 2. Das Amtshilfeersuchen des MoF vom 10. April 2018, ergänzt am 6. Sep- tember 2018 und am 22. November 2018, sei abzuweisen. Eventualiter sei die Sache mit Auflagen hinsichtlich uneingeschränkter Akteneinsicht an die ESTV zurückzuweisen und vom MoF seien Erklä- rungen zu israelischen Strafnormen sowie der voraussichtlichen Erheb- lichkeit der ersuchten Informationen zu verlangen. Gestützt auf die vom MoF, Israel Tax Authority, zu liefernden Informationen sei über das Amtshilfeersuchen neu zu entscheiden, wobei – wenn überhaupt – al- lein die im Amtshilfeersuchen ausdrücklich geforderten Unterlagen und Informationen herausgegeben werden dürften, mit Ausnahme jeglicher anderen, von den Banken edierten Unterlagen, insbesondere jegliche Korrespondenz. Sub-eventualiter: Das MoF sei im Dispositiv der Schlussverfügung wie folgt ausdrücklich auf das Spezialitätsprinzip hinzuweisen: «Das Ministry of Finance , Israel Tax Authority, wird auf die Einschrän- kungen bei der Verwendung der amtshilfeweise übermittelten Informati- onen und die Geheimhaltungspflichten gemäss den Amtshilfebestim- mungen der MAC (Art. 22. Ziff. 1 und 2 MAC) aufmerksam gemacht, insbesondere darauf, dass die Informationen nur in Verfahren gegen die in Israel steuerpflichtigen B._______ und C._______ für den im Ersu- chen erwähnten Tatbestand (und insbesondere nicht gegen C._______) verwendet werden dürfen und gemäss Art. 22 Ziff. 1 und 2 MAC geheim zu halten sind. Weiter hat der ersuchende Staat sicherzustellen, dass die erhaltenen Beweismittel und Auskünfte, insbesondere Informationen betreffend na- türliche oder juristische Personen, die in den Bankunterlagen erschei- nen, nicht an die Öffentlichkeit gelangen.» (Das Hervorgehobene kam mit der Stellungnahme des Beschwerdefüh- rers vom 8. Januar 2021 hinzu [vgl. nachfolgend Bst. B.o]). 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ESTV. A-6928/2019 Seite 7 B.b Mit Vernehmlassung vom 27. März 2020 beantragt die ESTV (nachfol- gend auch: Vorinstanz) die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Darüber hinaus stellte sie Antrag auf Vereinigung des vorliegenden Verfah- rens mit den Parallelverfahren betreffend sechs Beschwerden, welche sich gegen die Schlussverfügungen richten, denen dasselbe Amtshilfeersuchen des MoF vom 10. April 2018, ergänzt am 6. September 2018 und am 22. November 2018, zugrunde liegt. Die Vorinstanz begründete diesen pro- zessualen Antrag im Wesentlichen damit, die einzelnen Sachverhalte stün- den in engem i nhaltlichem Zusammenhang und es würden sich die glei- chen Rechtsfragen stellen. Aus prozessökonomischen und Kostengründen sowie im Interesse einer klaren Rechtsanwendung seien die sieben Be- schwerden in ein Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zu vereini- gen und es sei über die Beschwerden in einem einzigen Urteil zu befinden. B.c Mit Verfügung vom 2. April 2020 liess das Gericht dem Beschwerde- führer die Vernehmlassung der Vorinstanz zukommen und forderte sie dazu auf, sich zum Antrag der Verfahrensvereinigung zu äussern. B.d Im Rahmen seiner Stellungnahme vom 4. Mai 2020 stimmte der Be- schwerdeführer – wie auch die übrigen sechs Beschwerdeführenden – dem Antrag der Vorinstanz auf Verfahrensvereinigung zu. Im Übrigen schloss er sich der Stellungnahme der vom Ersuchen betroffenen Person 3 und den darin geäusserten Anträgen an. Die beantragte Fristansetzung er- folgte mit Verfügung vom 6. Mai 2020. B.e Mit Schreiben vom 23. Juni 2020 wurden in der Zwischenzeit weitere, in der Sache ergangene Akten des Amtshilfeerfahrens von der Vorinstanz eingereicht. Diese gingen mit Verfügung vom 26. Juni 2020 an den Be- schwerdeführer, wobei die Vorinstanz gleichzeitig dazu aufgefordert wurde, sämtliche Akten in elektonischer Form einzureichen. B.f Mit Eingabe vom 7. Juli 2020 reichte die Vori nstanz sämtliche in den sieben Parallelverfahren ergangenen Akten in elektronischer Form ein. B.g Mit Verfügung vom 16. Juli 2020 wurde dem Beschwerdeführer Gele- genheit gegeben, sich zu allfälligen Geheimhaltungsgründen in Bezug auf zu gewährende Akteneinsicht zu äussern. Aufgrund der von sämtlichen Be- schwerdeführenden in den sieben Parallelverfahren geäusserten Zustim- mung zur Verfahrensvereinigung liege es nahe, dass keine derartigen Ge-A-6928/2019 Seite 8 heimhaltungsinteressen vorliegen würden. Dennoch hätten sich alle Be- schwerdeführenden explizit dazu zu äussern, wie sie einem gegenseitigen Einblick in sie betreffende Akten gegenüberstehen. B.h Mit Schreiben vom 31. Juli 2020 teilte der Beschwerdeführer mit, er sei nicht damit einverstanden, dass die lediglich ihn selbst betreffenden Akten (insbesondere die Bankunterlagen) anderen Beschwerdeführenden zu- gänglich gemacht würden. Die übrigen sechs Beschwerdeführenden äus- serten sich gleichermassen ablehnend. B.i Mit Verfügung vom 27. August 2020 wies das Gericht die Vorinstanz an, die Akten für jedes der sieben Parallelverfahren dergestalt einzureichen, dass Akteneinsicht ohne Verletzung von Geheimhaltungsinteressen ge- währt werden könne. B.j Anlässlich ihrer Eingabe vom 21. September 2020 hielt die Vorinstanz an den mit der Vernehmlassung vom 27. März 2020 gemachten Anträgen fest und beantragte zusätzlich, es sei festzustellen, dass zwischen den Be- schwerdeführenden keine berechtigten Geheimhaltungsinteressen beste- hen würden. Eventualiter seien die Beschwerdeführenden aufzufordern, die jeweiligen g eheimhaltungswürdigen Dokumente im Sinne von Art. 27 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsver- fahren (VwVG; SR 172.021) explizit zu benennen sowie auszuführen, ge- genüber welchen Beschwerdeführenden Geheimhaltungsinteressen be- stehen würden. Es sei durch die Beschwerdeführenden zu begründen, in- wiefern die von der Vorinstanz vorgesehene vollständige Akteneinsicht vor Bundesverwaltungsgericht Geheimnisse bzw. Geschä ftsgeheimnisse der Beschwerdeführenden verletzen würde und weshalb es sich bei den Bankinformationen um Geschäftsgeheimnisse bzw. Geheimhaltungs- interessen nach Art. 27 VwVG handeln sollte. Schliesslich beantragte die Vorinstanz die Verfahrensvereinigung der sieben Parallelverfahren mit so- fortiger Wirkung. B.k Mit Zwischenverfügung vom 24. September 2020 wurde aufgrund der glaubhaft geltend gemachten Geheimhaltungsinteressen der Be- schwerdeführenden im vorliegenden sowie den Parallelverfahren A-6857/2019, A-6858/2019, A-6925/2019, A-6926/2019, A-6928/2019 und A-6961/2019 von einer sofortigen Vereinigung der genannten Verfahren abgesehen. Die Vorinstanz wurde wie bereits mit Verfügung vom 27. Au- gust 2020 dazu aufgefordert, für jedes der sieben Para llelverfahren sepa- rate USB-Sticks einzureichen, damit eine Akteneinsicht ohne Verletzung A-6928/2019 Seite 9 von Geheimhaltungsinteressen und ohne weitere Verzögerungen gewährt werden könne. B.l Mit Schreiben vom 12. Oktober 2020 reichte die Vorinstanz für jedes der sieben Parallelverfahren separate USB-Sticks mit den betreffenden Ak- ten ein und das Gericht gewährte Akteneinsicht. B.m Mit Schreiben vom 30. November 2020 machte der Beschwerdeführer insbesondere geltend, sein Akteneinsichtsrecht sei verletzt, da fast sämtli- che (Kalender-)Daten der Unterlagen in den PDF-Dateien «Enclosure 12», «Enclosure 13» und «Enclosure 14» geschwärzt worden seien. Als Folge der bemängelten Schwärzungen der Vorinstanz sei es ihm nicht möglich, zu überprüfen, welche Besteuerungszeiträume die fraglichen U nterlagen betreffen, mithin ob diese Unterlagen überhaupt vom Amtshilfeersuchen erfasst würden. Es werde daher die Zustellung der genannten Enclosures ohne Schwärzungen der (Kalender -)Daten in den jeweiligen Unterlagen verlangt. B.n Mit Verfügung vom 8. Dezemb er 2020 wies das Gericht die erneute Zustellung der verlangten Dokumente unter dem Hinweis darauf ab, die in den Enclosures 12, 13 und 14 befindlichen und von der Vorinstanz im Hin- blick auf die von dieser vorgesehenen Übermittlung (zu Gunsten des Be- schwerdeführers) teilweise geschwärzten Unterlagen befänden sich auch in ungeschwärzter Form auf dem an den Beschwerdeführer bereits über- mittelten USB-Stick, in den von den Finanzinstituten übermittelten Doku- menten. B.o In seinem Schreiben vom 8. Januar 2021 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur Vernehmlassung der Vorinstanz vom 27. März 2020. Er hält dabei an seine n mit Beschwerde vom 20. Dezember 2019 geäusserten Rechtsbegehren fest, wobei er Ergänzungen anbringt (vgl. diesbezüglich vorangehend Bst. B.a). Im Weiteren verweist der Beschwerdeführer auf ei- nen Entscheid [eines israelischen Gerichts] vom 1. April 2020. Aus diesem gehe hervor, dass nur ausgewählte Unterlagen betreffend den Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2016 überhaupt als voraus- sichtlich relevant eingestuft werden könnten. Sodann seien ausschliesslich die betroffenen Personen 1 und 2 zur Herausgabe dieser Unterlagen ver- pflichtet worden. Der Beschwerdeführer bringt vor, die geforderten Unter- lagen seien bereits am 14. Juni 2020 an die israelischen Behörden heraus- gegeben worden, weshalb es rechtsmissbräuchlich sei, wenn das MoF A-6928/2019 Seite 10 weiterhin am Amtshilfeersuchen festhalte. Sodann rügt der Beschwerde- führer, die Vorinstanz sehe die Übermittlung von Unterlagen vor, nach wel- chen die ersuchende Behörd e gar nicht gefragt habe. Auch seien in den zur Übermittlung vorgesehenen Unterlagen Namen weltweit berühmter Un- ternehmen enthalten, welche es zu schwärzen gelte, zumal es sich um un- beteiligte Dritte handle. B.p Mit Verfügung vom 18. Januar 2021 wurde den ergänzenden Anträgen des Beschwerdeführers zu diesem Zeitpunkt teilweise entsprochen und die Vorinstanz zur Einreichung weiterer ungeschwärzter Dokumente aufgefor- dert. B.q Mit Stellungnahme vom 12. Februar 2021 reichte die Vorinstanz die angeforderten Unterlagen e in. Unter Verweis auf die Geheimhaltungsbe- stimmungen des MAC sprach sie sich gegen eine Offenlegung gewisser Daten der ersuchenden Behörde gegenüber dem Beschwerdeführer aus. Im Übrigen hält sie vollumfänglich an ihrem Antrag auf Abweisung der Be- schwerde fest. B.r Mit Zwischenverfügung vom 4. März 2021 wurde der Antrag des Be- schwerdeführers auf Offenlegung sämtlicher Unterlagen in ungeschwärz- ter Form abgewiesen. Das Gericht erwog, der Beschwerdeführer habe kein Anrecht auf Einsicht in Angaben zu Kontaktpersonen bzw. -adressen der Amtshilfebehörden. Entsprechend wurde die von der Vorinstanz einge- reichte, ungeschwärzte Version der E -Mail Korrespondenz zwischen der Vorinstanz und der ersuchenden Behörde (USB-Stick) aus den Akten ge- wiesen und an die Vorinstanz retourniert. Auf die detaillierten Ausführungen der Verfahrensbeteiligten sowie die Ak- ten wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der folgenden Erwä- gungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Bundes- gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG; SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Zu den beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbaren Verfügungen gehören auch Schlussverfügungen der ESTV im Bereich der internationalen Amtshilfe A-6928/2019 Seite 11 in Steuersachen (vgl. Art. 32 VGG e contrario sowie Art. 19 Abs. 1 und 5 StAhiG). Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Behand- lung der vorliegenden Beschwerde ist somit gegeben (vgl. auch Urteil des BVGer A-3576/2020 vom 1. März 2021 E. 1.2). 1.2 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid, soweit er im Streit liegt. Vorlie- gend ist dies die Schlussverfügung der Vorinstanz vom 26. November 2019 (vgl. Sachverhalt Bst. A.n). 1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der Verlet- zung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder un- vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG). 1.4 1.4.1 Beschwerdeberechtigt sind gemäss Art. 19 Abs. 2 StAhiG die vom Amtshilfeersuchen direkt betroffene Person sowie weitere Personen unter den Voraussetzungen von Art. 48 VwVG. Gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilge- nommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a), durch die angef ochtene Verfügung besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht ein solches Interesse im Kontext der Amtshilfe in Steuersachen nur in sehr speziellen Konstella- tionen (siehe dazu ausführlich: BGE 146 I 172 E. 7.1.3). Da Dritte grund- sätzlich durch das Spezialitätsprinzip (vgl. nachfolgend E. 3.2.6) vor der Verwendung ihrer Informationen durch den ersuchenden Staat geschützt seien, folge allein aus dem Umstand, dass sie in den zur Übermittlung vor- gesehenen Unterlagen erwähnt werden, nicht, dass sie mit Blick auf die Gewährung von Steueramtshilfe betreffend eine andere Person selber (di- rekt) betroffen sind und daher im Verfahren der internationalen Amtshilfe in Steuersachen im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StAhiG beschwerdelegitimiert wären bzw. Parteistellung hätten (vgl. BGE 146 I 172 E. 7.1 m.w.H. und 139 II 404 E. 11.1; Urteile des BVGer A-1502/2020 vom 17. August 2021 E. 1.3.1 und A-4017/2020 vom 30. Juni 2021 E. 1.4.1). Aus dieser Rechtsprechung ergibt sich, dass sich eine allfällige Beschwer- delegitimation von Personen, welche von einem Amtshilfeersuchen nicht A-6928/2019 Seite 12 formell betroffen sind (vgl. nachfolgend E. 3.2.5) in jedem Fall darauf be- schränkt, Einwände betreffend die unredigierte Übermittlung ihrer Daten zu rügen (vgl. Urteil des BGer 2C_687/2019 vom 13. Juli 2020 E. 6.2). Sie umfasst – mangels direkter Betroffenheit und entsprechendem schutz- würdigem Interesse – nicht die Berechtigung, gegen die Leistung der Amts- hilfe an sich vorzugehen (vgl. in diesem Sinne: BGE 139 II 404 E. 11.1, in welcher erwogen wurde, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre- chung im Bereich der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen eine na- türliche oder juristische Person zu R echtsmitteln legitimiert sei, wenn sie von der verlangten Rechtshilfemassnahme unmittelbar betroffen werde. Für bloss indirekt Betroffene, insbesondere Personen, die zwar in den er- hobenen Unterlagen erwähnt würden, aber nicht direkt von Zwangsmass- nahmen betroffen bzw. Inhaber von sichergestellten Dokumenten seien, sei die Beschwerdebefugnis gru ndsätzlich zu verneinen; vgl. Urteil des BVGer A-2175/2021 vom 22. September 2021 E. 1.3.1). 1.4.2 Der Beschwerdeführer erfüllt als Adressat der angefochtenen Schlussverfügung und Person, deren Daten übermittelt werden sollen, die Voraussetzungen der Beschwerdelegitimation (vgl. Art. 19 Abs. 2 StAhiG i.V.m. Art. 48 VwVG). Nach dem Dargelegten ist auf die form- und fristge- recht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50 Abs. 1 VwVG und Art. 52 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 19 Abs. 5 StAhiG) – unter Vorbehalt des in den Erwägun- gen 1.4.1 und 1.4.3 Gesagten – einzutreten. 1.4.3 Auf Rechtsmittel, welche stellvertretend für Dritte bzw. in deren Inte- resse erhoben werden, ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht einzutreten (vgl. BGE 139 II 404 E. 11.1 und 137 IV 134 E. 5.2.2; Urteile des BVGer A-2175/2021 vom 22. September 2021 E. 1.3.2, A-1507/ 2020 vom 17. August 2021 E. 1.3.3 und A-6854/2018 vom 3. März 2020 E. 1.3.2). Entsprechend ist auf die vorliegende Beschwerde insoweit nicht einzutreten, als sich der Beschwerdeführer gegen die Übermittlung der Na- men und anderer schützenswerte Informationen von Geschäftspartne rn der betroffenen Personen 3 und 4 mit der Begründung ausspricht, es be- stehe die Befürchtung, der ersuchte Staat könnte eine Veröffentlichung die- ser Daten nicht verhindern (vgl. Stellungnahme vom 8. Januar 2021 Rz. 16). Im Übrigen kann festgehalten werden, dass es sich bei besagten Geschäftspartnern nicht um Personen handelt, welche «rein zufällig» in den zu übermittelnden Unterlagen erscheinen (vgl. nachfolgend E. 3.2.5) und es sich bei den betreffenden Daten auch nicht um solche handelt, wel- che von vornh erein als voraussichtlich nicht erheblich eingestuft werden A-6928/2019 Seite 13 könnten (E. 3.2.1). Darüber hinaus sind sie durch das geltende Speziali- tätsprinzip vor einer nachteiligen Verwendung ihrer Daten geschützt (vgl. nachfolgend E. 3.2.6). 1.5 Es gilt der Grundsatz der Re chtsanwendung von Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach verpflichtet, auf den unter Mitwir- kung der Verfahrensbeteiligen festgestellten Sachverhalt unabhängig von der Begründung der Begehren die richtigen Rechtsnormen und damit je- nen Rechtss atz anzuwenden, den es als den zutreffenden erachtet und ihm jene Auslegung zu geben, von der es überzeugt ist (BGE 119 V 347 E. 1a; statt vieler: Urteil des BVGer A -642/2020 vom 5. Januar 2021 E. 2.2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 1.54). 2. 2.1 Zunächst ist auf den prozessualen Antrag der Vorinstanz einzugehen, das vorliegende Verfahren sei mit den unter den separaten Geschäftsnum- mern geführten Parallelverfahren (A -6857/2019, A -6858/2019, A -6925/ 2019, A-6926/2019, A-6928/2019 und A-6961/2019) zu vereinigen. 2.2 Grundsätzlich bildet jeder vorinstanzliche Entscheid bzw. jede Verfü- gung ein selbständiges Anfechtungsobjekt und ist deshalb – wie in den hier in Frage stehenden Parallelverfahren geschehen – einzeln anzufechten. Es ist gerechtfertigt, von diesem Grundsatz abzuweichen und die Anfech- tung in einem gemeinsamen Verfahren mit einem einzigen Urteil zuzulas- sen, wenn die einzelnen Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusam- menhang stehen und sich in allen Fällen gleiche oder ähnliche Rechtsfra- gen stellen. Die Frage der Vereinigung von Verfahren steht im Ermessen des Gerichts und hängt nicht zuletzt mit dem Grundsatz der Prozessöko- nomie zusammen, wonach ein Verfahren im Interesse aller Beteiligten möglichst einfach, rasch sowie zweckmässig zum Abschluss gebracht wer- den soll (vgl. BGE 128 V 124 E. 1; Urteile des BVGer A -6074/2019 vom 8. September 2021 E. 1.3, A-4544/2019 vom 5. Mai 2020 E. 1.1.1). 2.3 Die Schlussverfügungen der ESTV vom 26. November 2019, gegen welche sich die Beschwerden in den hier in Frage stehen den Parallelver- fahren richten, beziehen sich alle auf das Amtshilfeersuchen des MoF vom 10. April 2018, ergänzt am 6. September 2018 sowie am 22. November 2018. Zwar haben alle Beschwerdeführenden der von der Vorinstanz be- antragten Verfahrensvereinigung zugestimmt (vgl. Sachverhalt Bst. B.d). Doch haben auch alle Beschwerdeführenden in der Folge Geheimhal- tungsinteressen geltend gemacht, welche einer Verfahrensvereinigung im A-6928/2019 Seite 14 Instruktionsverfahren entgegenstanden (vgl. Sachverhalt Bst. B.h). Vor dem Hintergrund, dass die Verfahren bisher separat geführt worden sind, ist der prozessökonomische Vorteil einer Vereinigung zum jetzigen Zeit- punkt im vorliegenden Fall als klein einzustufen. Auch wäre die Übersicht- lichkeit des Urteils bei einer Vereinigung der sieben Parallelverfahren kaum zu gewährleisten. Aus diesen Gründen ist der Antrag der Vorinstanz auf Verfahrensvereinigung abzuweisen. 3. 3.1 3.1.1 Das vorliegende Amtshilfeersuchen vom 10. April 2018, ergänzt am 6. September 2018 und am 22. November 2018, stützt sich auf das MAC (vgl. Sachverhalt Bst. A.a). Gemäss diesem Übereinkommen leisten die Vertragsparteien, darunter die Schweiz und Israel – unter der Bedin- gung, dass die in Art. 18 Abs. 1 MAC genannten Voraussetzungen erfüllt sind – Amtshilfe in Steuersachen (Art. 1 Abs. 1 MAC). 3.1.2 Das Übereinkommen gilt gemäss Art. 2 Abs. 1 Bst. a MAC u.a. für Steuern vom Einkommen oder vom Gewinn, für Steuern von Gewinnen aus der Veräusserung von Vermögen, die getrennt von der Steuer vom Einkommen oder vom Gewinn erhoben werden sowie für Steuern vom Ver- mögen, die für Rechnung einer Vertragspartei erhoben werden. 3.1.3 Nach Art. 5 Abs. 1 MAC i.V.m. Art. 4 Abs. 1 MAC erteilt der ersuchte Staat auf Ersuchen eines anderen Vertragsstaates letzterem alle Informa- tionen, welche für die Anwendung beziehungsweise Durchsetzung seines innerstaatlichen Rechts betreffend die unter das MAC fallenden Steuern voraussichtlich erheblich (vgl. dazu nachfolgend E. 3.2.1) sind. 3.1.4 Gemäss Art. 21 Abs. 1 MAC berührt dieses Übereinkommen die Rechte und Sicherheiten nicht, die Personen durch das Recht oder die Ver- waltungspraxis des ersuchten Staates gewährt werden. Die Schweiz ist also explizit befug t, ihr innerstaatliches Verfahren durchzuführen, um zu entscheiden, ob dem ersuchenden Staat Amtshilfe zu leisten ist oder nicht. Das entsprechende Verfahren richtet sich nach dem StAhiG (Art. 1 Abs. 1 StAhiG und Art. 24 StAhiG e contrario), soweit das MAC keine abweichen- den Bestimmungen enthält (Art. 1 Abs. 2 StAhiG). Gemäss Art. 19 Abs. 5 StAhiG gelten die Bestimmungen über die Bundesrechtspflege, soweit die- ses Gesetz keine abweichenden Bestimmungen aufstellt (vgl. Urteil des BVGer A-3576/2020 vom 1. März 2021 E. 1.1). A-6928/2019 Seite 15 3.2 Die nachfolgend erwähnte Rechtsprechung betreffend die Leistung von Amtshilfe auf Ersuchen gestützt auf ein Doppelbesteuerungsabkommen, kann für das MAC insoweit übernommen werden, als die entsprechenden Bestimmungen unter rechtswesentlichen Aspekten inhaltlich vergleichbar sind (vgl. Urteil des BVGer A-3576/2020 vom 1. März 2021 E. 2.2.2). 3.2.1 Eine Grundvoraussetzung für die Leistung von Amtshilfe – sei es ge- stützt auf ein Doppelbesteuerungsabkommen, sei es gestützt auf das MAC – ist die voraussichtliche Erheblichkeit der ersuchten Informationen zur An- wendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts (vgl. vorange- hend E. 3.1.3). Das Erfordernis der voraussichtlichen Erheblichkeit be- zweckt, einen möglichst umfassenden Informationsaustausch zu gewähr- leisten, ohne den Vertragsstaaten zu erlauben, Informationen aufs Gerate- wohl oder Auskünfte zu verlangen, von denen wenig wahrscheinlich ist, dass sie Licht in die Steuerangelegenheiten einer bestimmten steuerpflich- tigen Person bringen würden (vgl. statt vieler: BGE 146 II 150 E. 6.1.1, 143 II 185 E. 3.1.1, 142 II 161 E. 2.1.1). Die Voraussetzung der voraussichtli- chen Erheblichkeit bildet dementsprechend eine nicht sehr hohe Hürde für ein Amtshilfeersuchen (BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 142 II 16 1 E. 2.1.1). Als voraussichtlich erheblich gelten rechtsprechungsgemäss Informationen, die für den ersuchenden Staat notwendig sind, um eine in diesem Staat steuerpflichtige Person dort korrekt zu be steuern (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1, 141 II 436 E. 4.4.3; Urteile des BVGer A-4228/2018 vom 26. Au- gust 2019 E. 2.4, A-4592/2018 vom 21. März 2019 E. 3.1.2). Die «voraussichtliche Erheblichkeit» von geforderten Informationen muss sich bereits aus dem Amtshilfeersuchen ergeben (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 141 II 436 E. 4.4.3; Urteil des BVGer A-3773/2018 vom 8. Februar 2019 E. 2.5, je m.w.H.). Würde dies nicht verlangt, könnten Ersuchen aufs Geratewohl gestellt werden («fishing expedition») und die ersuchte Be- hörde müsste die Unterlagen auch dann zur Verfügung stellen, wenn sie erst nach deren Erhebung deren voraussichtliche Erheblichkeit feststellen würde. Dem «voraussichtlich» kommt somit eine doppelte Bedeutung zu: Zum einen bezieht es sich darauf, dass der ersuchende Staat die Erheb- lichkeit voraussehen und diese dem Amtshilfegesuch zu entnehmen sein muss (wobei im Einklang mit dem völkerrechtlichen Vertrauensprinzip [vgl. nachfolgend E. 3.2.3] vermutet wird, dass der ersuchende Staat nach Treu und Glauben handelt). Zum anderen sind nur solche Informationen zu übermitteln, die voraussichtlich erheblich sind (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 141 II 436 E. 4.4.3; Urteile des BVGer A -3810/2020 vom 16. März 2021 E. 2.2.3, A-5383/2019 vom 24. November 2020 E. 2.2.3). A-6928/2019 Seite 16 Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, wenn im Zeitpunkt der Einreichung des Amtshilfeersuchens eine vernünft ige Möglichkeit besteht, dass sich die verlangten Informationen als erheblich erweisen werden (BGE 144 II 206 E. 4.3, 143 II 185 E. 3.3.2; Urteil des BVGer A-2676/2017 vom 3. April 2019 E. 3.3.1). Ke ine Rolle spielt, ob sich diese Informationen letzten Endes als nicht erheblich herausstellen (vgl. BGE 144 II 206 E. 4.3, 142 II 161 E. 2.1.1). Ob eine Information tatsächlich erheblich ist, kann in der Regel nur der ersuchende Staat abschliessend feststellen. Die Rolle des ersuchten Staa- tes bei der Beurteilung der voraussichtlichen Erheblichkeit beschränkt sich somit darauf, zu überprüfen, ob die vom ersuchenden Staat verlangten In- formationen und Dokumente einen Zusammenhang mit dem im Ersuchen dargestellten Sachverhalt haben und ob sie möglicherweise dazu geeignet sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu werden (BGE 145 II 112 E. 2.2.1). Vor diesem Hintergrund darf der ersuchte Staat Auskünfte – mit der Begründung, die verlangten Informationen seien nicht «voraussichtlich erheblich» – nur verweigern, wenn ein Zusammenhang zwischen den ver- langten Angaben und der im ersuchenden Staat durchgeführten Untersu- chung wenig wahrscheinlich bzw. unwahrscheinlich erscheint (vgl. statt vie- ler: Urteile des BVGer A-2664/2020 vom 26. Januar 2021 E. 6.2, A -5695/ 2018 vom 22. April 2020 E. 3.3.1 f., A -4218/2017 vom 28. Mai 2018 E. 2.3.1). In letzterem Sinne ist auch Art. 17 Abs. 2 StAhiG zu verstehen, wonach Informationen, welche voraussichtlich nicht erheblich sind, nicht übermittelt werden dürfen und von der ESTV auszusondern oder unkenntlich zu ma- chen sind (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer A -5383/2019 vom 24. No- vember 2020 E. 2.2.3, A -4163/2019 vom 22. April 2020 E. 3.1.3 f.). Auch wenn damit die «Hürde der voraussichtlichen Erheblichkeit» gemäss bun- desgerichtlicher Rechtsprechung nicht sehr hoch ist (BGE 145 II 112 E. 2.2.1; zum Ganzen: BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil des BVGer A-4167/2020 und A-4169/2020 vom 18. Januar 2021 E. 6.3), so ist sie dennoch vorhanden und zu beachten (Urteile des BVGer A-4588/ 2018 vom 22. Juli 2019 E. 3.4.3, A -2830/2018 vom 17. September 2018 E. 3.1; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-3576/2020 vom 1. März 2021 E. 2.2.3). Bei der Beurteilung, ob die verlangten Informationen voraussichtlich erheb- lich sind, hat der ersuchte Staat nicht die Anwendung des innerstaatlichen Verfahrensrechts des ersuchenden Staates zu prüfen. Es genügt, dass die A-6928/2019 Seite 17 Informationen möglicherweise geeignet sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu werden. Der ersuchte Staat kann die Frage, ob das Steuer- verfahren im Ausland begründet ist, nur einer Plausibilitätskontrolle unter- ziehen. Auch hat er nicht zu prüfen, ob prozedurale Hindernisse – in An- wendung des internen Rechts des ersuchenden Staates – der Verwendung der erhaltenen Informationen entgegenstehen könnten. Eine solche Her- angehensweise wäre im Kontext der internationalen Zusammenarbeit und mit Blick auf die Besonderheiten jedes nationalen Verfahrensrechts nicht haltbar. Der ersuchte Staat verfügt im Übrigen nicht über die notwendigen Grundlagen, um die Korrektheit der Vorbringen der betroffenen steuer- pflichtigen Person in Bezug auf die Prozessregeln des ersuchenden Staa- tes zu prüfen (zum Ganzen: BGE 144 II 206 E. 4.3 zweiter Absatz m.w.H. Urteil des BVGer A-2454/2017 vom 7. Juni 2018, E. 2.1.1.1). 3.2.2 Zwar hält das MAC anders als die Amtshilfeartikel (bzw. die dazuge- hörigen Protokollbestimmungen) in vielen Doppelbesteuerungsabkommen sowie Art. 7 Bst. a StAhiG nicht ausdrücklich fest, dass Beweisausfor- schungen («fishing expeditions») untersagt sind. Aus der Bestimmung, dass der ersuchende Staat die ihm selbst zur Verfügung stehenden Mittel grundsätzlich ausgeschöpft haben muss, bevor er ein Am tshilfeersuchen stellt («Subsidiaritätsprinzip»; Art. 21 Abs. 2 Bst. g MAC) erhellt aber, dass ein Ersuchen ohne jegliche Anhaltspunkte dafür, dass die Informationen für den ersuchenden Staat erheblich sein können, nicht möglich sein soll (vgl. auch Ziff. 50 des «Text of the revised explanatory report to the con- vention on mutual administrative assistance in tax matters as amended by protocol» der OECD, [nachfolgend: Explanatory Report], abrufbar unter: https://www.oecd.org/ctp/exchange-of-tax-information/Explanatory_Re- port_ENG_%2015_04_2010.pdf; letztmals abgerufen am 18. November 2021). Von einer Beweisausforschung («fishing expedition») kann gemäss der Rechtsprechung zu Doppelbesteuerungsabkommen nicht gesprochen werden, wenn konkrete Fragen in Bezug auf eine identifizierte (bzw. iden- tifizierbare) Person im Zusammenhang mit einer laufenden Untersuchung gestellt werden (Urteil des BVGer A-3576/2020 vom 1. März 2021 E. 2.2.4; ferner Urteile des BVGer A-4588/2018 vom 22. Juli 2019 E. 3.4.2, A-4143/ 2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.4; vgl. auch Urteil des BVGer A-3482/2018 vom 5. August 2019 E. 5.4). 3.2.3 Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit bildet der Grundsatz, wonach – ausser bei offenbarem Rechtsmissbrauch A-6928/2019 Seite 18 oder bei berechtigten Fragen im Zusammenhang mit den in Art. 7 StAhiG genannten Konstellationen – prinzipiell kein Anlass besteht, an Sachver- haltsdarstellungen und Erklärungen (wie etwa jene, das Subsidiaritätsprin- zip sei eingehalten worden) anderer Staaten zu zweifeln (sog. völkerrecht- liches Vertrauensprinzip; BGE 144 II 206 E. 4.4, 142 II 218 E. 3.3, 142 II 161 E. 2.1.3 f.). Auf diesem Vertrauen gründet letztlich das ganze Amtshil- feverfahren. Dementsprechend ist die ESTV an die Darstellung des Sach- verhalts im Ersuchen insoweit gebunden, als diese nicht wegen offensicht- licher Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet werden kann (BGE 139 II 451 E. 2.2.1; Urteile des BVGer A-5383/2019 vom 24. Novem- ber 2020 E. 2.4). Gleiches gilt für die vom ersuchenden Staat abgegebe- nen Erklärungen (BGE 142 II 218 E. 3.3; Urteile des BVGer A-2664/2020 vom 26. Januar 2021 E. 6.1.1 f., A-105/2020 vom 22. Januar 2021 E. 2.3.1, A-4228/2018 vom 26. August 2019 E. 2.2; vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer A-3576/2020 vom 1. März 2021 E. 2.2.5). 3.2.4 Soweit die Behörden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den massgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann von ihnen nicht erwartet werden, dass sie dies bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei tun. Dies wäre mit Sinn und Zweck der Amtshilfe (wie mit jenem der Rechtshilfe) nicht vereinbar, sollen doch aufgrund von Informationen und Unterlagen, die sich im ersuchten Staat befinden, bisher im Dunkeln gebliebene Punkte erst noch geklärt werden (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1, 139 II 404 E. 7.2.2; Urteil des BVGer A-6079/2019 vom 8. September 2021 E. 2.3.1). Daher ist gemäss Rechtsprechung von der ersuchenden Behörde nicht der strikte Beweis des Sachverhalts zu verlangen, doch muss diese hinreichende Ver- dachtsmomente für dessen Vorliegen dartun (BGE 139 II 451 E. 2.1 und E. 2.2.1, 139 II 404 E. 7.2.2; vgl. statt vieler: Urteil des BVGer A-6079/2019 vom 8. September 2021 E. 2.3.1 m.w.H.). 3.2.5 Nach Art. 3 Bst. a StAhiG gilt als «betroffene Person» u.a. eine Per- son, über die im Amtshilfeersuchen Informationen verlangt werden. Gemäss Art. 4 Abs. 3 StAhiG ist die Übermittlung von Informationen zu Personen, welche nicht «betroffene Personen» sind, unzulässig, wenn diese Informationen für die Beurteilung der Steuersituation der betroffenen Person nicht voraussichtlich relevant sind oder, wenn berechtigte Interes- sen von Personen, die nicht betroffene Personen sind, das Interesse der ersuchenden Seite an der Übermittlung der Informationen überwiegen. A-6928/2019 Seite 19 Rechtsprechungsgemäss ist der Begriff der «nicht betroffenen Person» nach Art. 4 Abs. 3 StAhiG restriktiv zu verstehen (vgl. BGE 142 II 161 E. 4.6.1 f.). Damit sollen in Anwendung des Verhältnismässigkeitsprinzips nur Personen geschützt werden, die nichts mit dem im Amtshilfeersuchen geschilderten Sachverhalt zu tun haben, deren Namen also rein zufällig in den weiterzuleitenden Dokumenten auftauchen («fruit d'un pur hasard»; Botschaft zum Übereinkommen, BBl 2015 5585 5623; s tatt vieler: Urteile des BVGer A-2175/2021 vom 22. September 2021 E. 2.1.1, A -3791/2017 vom 5. Januar 2018 E. 5.2.2 m.w.H.). In gewissen Konstellationen ist es unumgänglich, auch über Personen Informationen zu erteilen, deren Steu- erpflicht im ersuchenden Staat nicht geltend gemacht wird. Können die er- suchten Informationen für die Steuerpflicht der im ersuchenden Staat zu besteuernden Person voraussichtlich erheblich sein und ist ihre Übermitt- lung unter Verhältnismässigkeitsgesichtspunkten erforderlich, d.h. wenn die Aussonderung, Schwärzung oder anderweitige Unkenntlichmachung der Informationen den Zweck des Amtshilfeersuchens vereiteln würde, so sind sie dem ersuchenden Staat zu übermitteln (vgl. ausführlich mit Bei- spielen: BGE 144 II 29 E. 4.2.2 ff., 141 II 436 E. 4.4.3 f., 143 II 506 E. 5.2.1; in Bezug auf Daten von Bankangestellten: Urteil des BGer 2C_615/2018 vom 26. März 2019 E. 3.1; vgl. auch Urteile des BVGer A-4143/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.3.1 und A-4819/2016 vom 4. April 2018 E. 3.4 f.). Aller- dings bietet das Spezialitätsprinzip und dessen persönliche Dimension den vorgenannten Drittpersonen in solchen Konstellationen Schutz (vgl. dazu nachfolgend E. 3.2.6). 3.2.6 Gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts bedeutet das Spezialitätsprinzip, das s der ersuchende Staat die vom ersuchten Staat erlangten Informationen einzig in Bezug auf Personen oder Handlun- gen verwenden darf, für welche er sie verlangt und der ersuchte Staat sie gewährt hat (vgl. Urteile des BVGer A-1502/2020 vom 17. August 2021 E. 2.2.2, A-1348/2019 vom 3. März 2020 E. 4.5.1 [vom BGer mit Urteil 2C_253/2020 vom 13. Juli 2020 bestätigt], A -108/2018 vom 13. Februar 2020 E. 10.1 und A -5047/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.5 [vom BGer mit Urteil 2C_540/2019 vom 22. Mai 2019 bestätigt]). Das Bundesgericht hat in BGE 147 II 13 festgehalten, dass die Verwendungsbeschränkung ge- mäss Art. 26 Abs. 1 aDBA CH-USA ihren Zweck – den Schutz der Souve- ränität des ersuchten Staats und die korrekte Allokation der Verantwortung für Grundrechtseingriffe unter den Vertragsstaaten – nur erreichen könne, wenn ihr nicht nur eine sachliche, sondern auch eine persönliche Dimen- sion zuerkannt werde. Deshalb dürfe der ersuchende Staat die nach Art. 26 A-6928/2019 Seite 20 Abs. 1 aDBA CH-USA übermittelten Informationen nicht gegenüber Perso- nen verwenden, die von seinem Ersuchen nicht betroffen waren (vgl. dazu ausführlich E. 3.1 ff. des genannten Urteils sowie zur Auseinandersetzung mit den von der ESTV vorgebrachten Argumenten insbesondere E. 3.6; Urteil des BGer 2C_545/2019 vom 13. Juli 2020 E. 4.7 m.w.H.). Gemäss dieser neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es ange- zeigt, dass die Vorinstanz die ersuchende Behörde anlässlich der Über- mittlung der ersuchten Informationen über den Umfang der Verwendungs- beschränkung informiert (vgl. BGE 147 II 13 E. 3.7; Urteil des BGer 2C_545/2019 vom 13. Juli 2020 E. 4.7; Urteil des BVGer A-3576/2020 vom 1. März 2021 E. 3.2.6). Diese in Bezug auf die Leistung von Amtshilfe gestützt auf Doppelbesteu- erungsabkommen ergangene Rechtsprechung ist auf das MAC übertrag- bar. Im Gegensatz zu den Doppelbesteuerungsabkommen sieht das MAC zwar neben der Leistung von Amtshilfe auf Ersuchen auch die spontane Amtshilfe und den automatischen Informationsaustausch vor. Dieser Um- stand vermag indessen nichts am Geltungsbereich des Spezialitätsprinzips zu ändern. Art. 22 MAC stimmt nämlich, soweit hier wesentlich, inhaltlich mit Art. 26 Abs. 2 des OECD -Musterabkommens, auf dem die meisten Amtshilfeklauseln in Doppelbesteuerungsabkommen basieren, überein (vgl. auch Botschaft z um Übereinkommen, BBl 2015 5585 5616). Zudem erfolgt die Amtshilfe im vorliegenden Verfahren gestützt auf ein Ersuchen und eben nicht im Rahmen der spontanen Amtshilfe oder des automati- schen Informationsaustauschs. Bei der Leistung von Amtshilfe gestützt auf ein Ersuchen ist  abgesehen von hier nicht vorliegenden spezielleren Re- gelungen  in Bezug auf das Spezialitätsprinzip derselbe Massstab anzu- wenden, unabhängig davon, auf welches Abkommen sie sich stützt (Urteil des BVGer A -3576/2020 vom 1. März 2021 E . 3.2.6; vgl. nachfolgend E. 4.2). 3.2.7 Das bereits erwähnte völkerrechtliche Vertrauensprinzip (vgl. voran- gehend E. 3.2.3) spielt auch eine Rolle in Bezug auf das Spezialitätsprin- zip. Gestützt auf das Vertrauensprinzip kann grundsätzlich als selbstver- ständlich vorausgesetzt werden, dass der Spe zialitätsgrundsatz durch Staaten eingehalten wird, die mit der Schweiz durch einen Amts - oder Rechtshilfevertrag verbunden sind, ohne dass die Einholung einer aus- drücklichen Zusicherung notwendig wäre (vgl. BGE 128 II 407 E. 3.2 und 4.3.1, 115 Ib 373 E. 8, 107 Ib 264 E. 4b). Folglich ist die Wahrung des A-6928/2019 Seite 21 Grundsatzes erst bei konkreten Anhaltspunkten auf eine zweckwidrige Ver- wendung im ersuchenden Staat zu überprüfen bzw. eine entsprechende Zusicherung einzuholen (vgl. BGE 128 II 407 E. 3.2; Urteil des BGer 2C_653/2018 vom 26. Juli 2019 E. 7.3; BVGE 2018 III/1 E. 2.9.1). 4. Im Folgenden wird auf die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen eingegangen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. vorangehend E. 1. 4.1 ff.) und soweit diese nicht bereits durch die Zwischenverfügungen des BVGer vom 8. Dezember 2020, 18. Januar 2021 sowie 4. März 2021 behandelt worden sind. Letzteres betrifft insbesondere die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs im Rahmen der Akteneinsicht (vgl. Sachverhalt Bst. B.r). Diesbezüglich ist an dieser Stelle lediglich festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Offenlegung sämtlicher Unterla- gen in ungeschwärzter Form hat und somit vorliegend keine Verletzung des rechtlichen Gehörs mangels derart umfassender Akteneinsicht vor- liegt. Die Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen. 4.1 4.1.1 Der Beschwerdeführer rügt, das Amtshilfeersuchen betreffe ihn in keiner Weise. Weder werde er im Amtshilfeersuchen genannt, noch wür- den die im Amtshilfeersuchen erwähnten Bankkonten eine Verbindung zu ihm aufweisen. Im Amtshilfeersuchen werde sodann nicht dargelegt, inwie- fern die ihn betreffenden Informationen für das Verfahren relevant sein soll- ten. In Anwendung von Art. 4 Abs. 3 StAhiG sei eine Übermittlung ihrer Daten unzulässig. Dem Amtshilfeersuchen sei nicht zu entsprechen und es sei von der beabsichtigten Übermittlung der Informationen an das MoF ab- zusehen. 4.1.2 Wie vorangehend in Erwägung 3.2.1 festgehalten, ist es grundsätz- lich Sache des ersuchenden Staates, zu bestimmen, welche Informationen für die Besteuerung der vom Ersuchen betroffenen Personen voraussicht- lich erheblich sind. Im Amtshilfeersuchen des MoF wird der Verdacht ge- schildert, die betroffenen Personen 1 und 2 hätten durch Handelsgeschäfte mittels einer von ihnen gesteuerten Unternehmensstrukt ur, beinhaltend zwei offshore Gesellschaften (die betroffenen Personen 3 und 4) ein be- trächtliches Einkommen erzielt, ohne dieses rechtmässig zu versteuern. Dass die von der ersuchenden Behörde erbetenen Informationen im Zu- sammenhang mit dem von ihr dargestellten Sachverhalt als voraussichtlich erheblich erscheinen, ist nicht von der Hand zu weisen (vgl. zur voraus- sichtlichen Erheblichkeit E. 3.2.1). Es ist ein genügender Zusammenhang A-6928/2019 Seite 22 zwischen dem im Ersuchen dargestellten Sachverhalt und den verlangten Informationen bzw. dem Steuerzweck ersichtlich. Die ersuchten Informa - tionen erweisen sich somit als voraussichtlich erheblich und sind grund- sätzlich zu übermitteln. Dass nicht ausgeschlossen ist, dass sich die über- mittelten Informationen dereinst im innerstaatlichen Verfahren als nicht er- heblich herausstellen könnten, tut dem keinen Abbruch (vgl. vorangehend E. 3.2.1). 4.1.3 Der Beschwerdeführer ist verwandtschaftlich mit den betroffenen Personen 1 und 2 verbunden und wirtschaftlich Berechtigter an vom Amts- hilfeersuchen betroffenen Konten. Damit handelt es sich beim Beschwer- deführer nicht um eine Person, deren Namen «rein zufällig» in den zu über- mittelnden Unterlagen auftaucht und deshalb zu schwärzen wäre (vgl. E. 3.2.5). Die den Beschwerdeführer betreffenden Infor mationen können geeignet sein, Geldflüsse nachzuvollziehen und sind damit als voraussicht- lich erheblich für die korrekte Besteuerung der betroffenen Personen 1 und 2 einzustufen. 4.1.4 Wie bereits erwähnt kann in der Regel nur der ersuchende Staat ab- schliessend feststellen, ob eine Information erheblich ist (E. 3.2.1). Zum anderen können Informationen auch dann als voraussichtlich erheblich zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts qualifiziert werden, wenn sie zwecks Überprüfung schon vorhandener, aber nicht völ- lig zweifelsfreier Erkenntnisse der Behörden des ersuchenden Staates ver- langt werden (vgl. zu diesem sog. Verifikationszweck: Urteile des BVGer A-5447/2020 vom 6. Oktober 2021 E. 3.2.2.3, A-4811/2019 vom 26. April 2021 E. 5.1 und A-765/2019 vom 20. September 2019 E. 3.3.2.3 m.w.H. [bestätigt durch Urteil des BGer 2C_864/2019 vom 17. August 2020]). 4.2 In Bezug auf die Rüge des Beschwerdeführers, die ESTV habe im vor- liegenden Verfahren davon abgesehen, einen ausreichenden Spezialitäts- vorbehalt anzubringen, kann vollumfänglich auf das vorangehend in Erwä- gung 3.2.6 Dargelegte verwiesen werden. Angesichts der bundesgerichtli- chen Rechtsprechung zum Spezialitätsvorbehalt, welche auch für die Amtshilfe gestützt auf das MAC herangezogen werden kann, ist im vorlie- genden Verfahren – dem Antrag des Beschwerdeführers folgend – der Spezialitätsvorbehalt gegenüber der ersuchenden Behörde zu präzisieren. Die Vorinstanz wird Ziffer 3 der angefochtenen Schlussverfügung entspre- chend anzupassen haben. Sie wird die ersuchende Behörde bei der Über- mittlung der Informationen ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Infor- mationen nur in Verfahren gegen die in Israel steuerpflichtigen betroffenen A-6928/2019 Seite 23 Personen 1 und 2, für den im Ersuchen erwähnten Tatbestand verwendet werden dürfen und dass diese Informationen gemäss Art. 22 MAC geheim zu halten sind. Soweit der Beschwerdeführer darüber hinaus verlangt, es sei eine schriftliche Zusicherung von der ersuchenden Behörde zu verlan- gen, ist ihm hingegen nicht zu folgen. Entgegen den Ausführungen des Be- schwerdeführers sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach eine zweck- widrige Verwendung im ersuchenden Staat befürchtet bzw. eine entspre- chende Zusicherung eingeholt werden müsste (E. 3.2.7). 4.3 4.3.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Schluss verfügung erweise sich als unangemessen im Sinne von Art. 49 Bst. c VwVG (Beschwerde Ziff. 3.4, Stellungnahme vom 8. Januar 2021 mit Verweis auf Ziff. 3.5 Rz. 110 ff. der Stellungnahme vom 7. Januar 2021 der betroffenen Person 3 ). Die ESTV habe den konkreten Umständen des vorliegenden Einzelfalls nicht gebüh- rend Rechnung getragen. Weiter sei in der Schlussverfügung keine Be- rücksichtigung und gegenseitige Abwägung der Interessen, insb. der Pri- vatinteressen der Beschwerdeführenden gegenüber dem öffentlichen Inte- resse (der ersuchenden Behörde) zu erkennen. Letztendlich sei die Schlussverfügung auch nicht zweckmässig. Es sei insbesondere nicht er- sichtlich, inwiefern den internationalen Verpflichtungen der Schweiz und der Schweizer Öffentlichkeit durch die übermässig grosszügige Praxis der ESTV gedient werde. 4.3.2 Die sich in den Unterlagen befindlichen Informationen zum Be- schwerdeführer erweisen sich wie bereits ausgeführt als im abkommens- rechtlichen Sinne voraussichtlich erheblich. Die Vorinstanz hat diesbezüg- lich zu Recht die Übermittlung vorgesehe n und es besteht praxisgemäss – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – kein Raum für eine Inte- ressenabwägung im Sinne von Art. 4 Abs. 3 StAhiG (vgl. dazu etwa Urteil des BVGer A-1315/2019 vom 17. September 2019 E. 3.2.8 [vom BGer mit Urteil 2C_820/2019 vom 13. Juli 2020 bestätigt]; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-3972/2019 vom 22. März 2021 E. 4.6.2 ). Der Beschwerdeführer wird im Übrigen – ebenso wie die anderen beschwerdeberechtigten Perso- nen und weitere in den Unterlagen genannte Dritte – durch das Speziali- tätsprinzip geschützt (vgl. E. 3.2.6). Die Beschwerde ist daher auch in die- sem Punkt abzuweisen. 4.4 Soweit der Beschwerdeführer den Standpunkt vertritt, es dürften keine Dokumente herausgegeben werden, welche ält er als 2014 seien, A-6928/2019 Seite 24 ist auf die diesbezügliche klare Rechtsprechung des Bundesverwaltungs- gerichts zu verweisen, wonach die Übermittlung von Dokumenten, welche vor dem zeitlichen Anwendungsbereich des konkret anwendbaren Doppel- besteuerungsabkommens datieren, nicht per se unzulässig ist. Namentlich sind Kontoeröffnungsunterlagen, welche das Verhältnis zwischen einer Bank und dem Kunden während dessen Dauer betreffen, bei Erfüllung der weiteren Voraussetzungen und fortbestehendem Verhältnis auch dann zu übermitteln, wenn sie vor dem Datum des Beginns des zeitlichen Anwendungsbereichs des Doppelbesteuerungsabkommens bzw. hier des MAC erstellt worden sind (sog. Dauersachverhalte [vgl. Urteile des BVGer A-3555/2018 vom 11. Januar 2019 E. 3.2.3, A -5694/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.8; A-778/2017 vom 5. Juli 2017 E. 9.2.1]). Da es sich bei den vom Beschwerdeführer genannten Übermittlungsbeilagen Enclosure 12, 13 und 14 um Kontoeröffnungsunterlagen handelt, erübrigen sich weitere Ausführungen zu diesem Vorbringen. 4.5 Nach dem Dargelegten ist zusammenfassend festzuhalten, dass die vom MoF ersuchten Informationen (vgl. Sachverhalt Bst. A.a) amtshilfe- weise zu übermitteln sind. Die angefochtene Schlussverfügung ist nicht zu beanstanden. Einzig der Hinweis auf die Verwendungsbesc hränkung der übermittelten Daten wird zu konkretisieren sein (E. 4.2). 5. Es bleibt, auf die Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorliegenden Be- schwerdeverfahrens einzugehen: 5.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Insges amt sind die Verfahrenskosten – unter Berücksichtigung des marginalen Obsiegens des Beschwerdefüh- rers sowie von Synergien bei der Behandlung der sieben Parallelverfahren – auf Fr. 3'500.-- festzusetzen (vgl. Art. 2 Abs. 1 in Verbind ung mit Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun- gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]) und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Letzterer Betrag ist dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.-- zu entnehmen. Der Restbe- trag von Fr. 1'500.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. 5.2 Im vorliegenden Fall obsiegt der Beschwerdeführer in marginalem Um- fang. Ihm ist entsprechend keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 2 VGKE). A-6928/2019 Seite 25 6. Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer - sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) innerhalb von zehn Tagen nur dann mit Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen be sonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt (Art. 84 a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet das Bundesgericht. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Der Antrag auf Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit den Parallel- verfahren wird abgewiesen. 2. Soweit darauf eingetreten wird, wird die Beschwerde insoweit gutgeheis- sen, als dass die Vorinstanz die ersuchende Behörde im Rahmen der Leis- tung der Amtshilfe im Verfahren […] explizit auf die Einschränku ngen bei der Verwendung der übermittelten Informationen und die Geheimhaltungs- pflichten gemäss Art. 22 MAC hinzuweisen hat. Insbesondere hat sie da- rauf hinzuweisen, dass die Informationen nur in Verfahren gegen die in Is- rael steuerpflichtigen Personen B._______ und C._______, für den im Er- suchen erwähnten Tatbestand verwendet werden dürfen und sie gemäss Art. 22 MAC geheim zu halten sind. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 3'500.-- werden dem Beschwerde- führer auferlegt. Letzterer Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.-- entnommen. Der Restbetrag von Fr. 1'500.-- wird dem Be- schwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegend en Urteils zu- rückerstattet. 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. A-6928/2019 Seite 26 5. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Marianne Ryter Zulema Rickenbacher Rechtsmittelbelehrung: Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli- cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt (Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schwei- zerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari- schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). In der Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung erfüllt ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit- tel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizule- gen (Art. 42 BGG). Versand: