Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. Januar 2014 (720 13 282) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Höhe des leidensbedingten Abzugs vom Tabellenlohn Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch J avier Ferreiro, Advokat, Gerbergasse 1, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1951 geborene A.____ war von 2. Januar 1979 bis 30. Juni 2003 bei der B.____ in X.____ als angelernter Schleifer tätig. Am 15. Dezembe r 1997 erlitt er einen Verkehrsunfall, bei welchem er sich Verletzungen an der rechten Schulter zuz og. Am 9. Februar 2002 stürzte A.____ von einer Leiter und zog sich dabei eine Luxatio n des bereits lädierten rechten Schul- tergelenks und eine Kopfkontusion zu. Die Schweizerische Un fallversicherungsanstalt (SUVA) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht erbrachte für beide Unfälle Leistungen und sprach A._ ___ mit Verfügung vom 30. November 2004 für die verbleibenden Unfallfolgen ab dem 1. Ma i 2004 eine Invalidenrente entsprechend einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 21 % zu. Eine hierge gen erhobene Beschwerde mit dem Begehren, es sei ihm eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 61 % aus- zurichten, wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht), mit Urteil vom 28. September 2005 ab. Mit Schreiben vom 30. November 2005 beantragte A.____ bei der SUVA, die mit Verfügung vom 30. November 2004 festgesetzte Inva- lidenrente sei in Revision zu ziehen und es sei ihm eine g anze Invalidenrente zuzusprechen. Mit Verfügung vom 9. Mai 2006 lehnte die SUVA dieses Revisionsbegehren ab, was durch den Einspracheentscheid der SUVA vom 26. Oktober 2006 und d as Urteil des Kantonsgerichts vom 27. Juli 2007 bestätigt wurde. B. Bereits am 22. September 2003 meldete sich A.___ _ unter Hinweis auf unfallbedingte Schulterprobleme bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Die IV- Stelle sprach A.____ mit Verfügung vom 21. März 2005 ei ne befristete ganze Invalidenrente vom 9. Oktober 2003 bis zum 31. März 2004 zu. Ab 11. Dezem ber 2003 betrage der Invalidi- tätsgrad weniger als 40 %; es beständen daher keiner weitergehenden Rentenansprüche mehr. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Borter, am 2. Mai 2005 Einspra- che. Nachdem das Einspracheverfahren zunächst bis zur Erled igung des Verfahrens gegen die SUVA sistiert wurde, schrieb die IV-Stelle am 19. August 2008 das Einspracheverfahren zufolge Rückzugs der Einsprache als gegenstandslos ab. C. Am 23. August 2010 meldete sich A.____ unter Hinw eis auf krankheits- und unfallbe- dingte Probleme an der rechten und neu auch an der linken Schulter erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an. Nachdem sie weitere medizinische Berichte eingeholt und das Vorbe- scheidsverfahren durchgeführt hatte, lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 25. Juli 2011 einen Rentenanspruch des Versicherten unter Hinweis auf eine n Invaliditätsgrad von 28 % ab. Die hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht, A bteilung Sozialversicherungs- recht, in seinem Urteil vom 8. März 2012 in dem Sinne gut, als es die Sache zur erneuten Ab- klärung an die IV-Stelle zurückwies. Zur Begründung führte es aus, dass sich die behandelnden Ärzte nicht zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten in eine r Verweistätigkeit geäussert hätten, weshalb Zweifel an der Zuverlässigkeit der Zumutbarkeits beurteilungen des regionalen ärztli- chen Dienstes (RAD) vom 7. März 2011 und 18. Mai 2011 beständen. D. In der Folge beauftragte die IV-Stelle Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Inne- re Medizin, und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und P sychotherapie, mit der Begutachtung des Versicherten. Gestützt auf deren Gutachten vom 24. Ap ril 2013 sprach die IV-Stelle dem Versicherten nach durchgeführtem Vorbescheidsverfahren mit Verfügung vom 30. August 2013 eine Viertelsrente ab 1. September 2012 und eine gan ze Rente ab 1. Dezember 2012 zu. Ab 1. April 2013 bestehe aufgrund eines Invaliditätsgrades von 37 % kein Rentenanspruch mehr. E. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Javier Fe rreiro, Advokat in Basel, am 1. Oktober 2013 Beschwerde ans Kantonsgericht. Er bean tragte unter o/e Kostenfolge, es sei die Verfügung vom 5. September 2013 aufzuheben und ihm für die Zeit vom 1. Februar 2011 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht durchgehend bis 30. November 2012 und ab 1. April 2013 mindestens eine Viertelsrente zuzu- sprechen. Im Wesentlichen wurde die Berechnung des Inval iditätsgrades beanstandet. Insbe- sondere sei der leidensbedingte Abzug von 10 % zu tief ausgefallen, da die IV-Stelle das Alter des Versicherten, die Betriebszugehörigkeit bzw. die Dienstjahre, die ausländische Staatsange- hörigkeit und das infolge der reduzierten Leistungsfäh igkeit eingeschränkte Arbeitspensum nicht berücksichtigt habe. Ausserdem sei der Versicherte gesu ndheitlich derart eingeschränkt, dass sich eine geeignete Beschäftigung auf dem ausgeglic henen Arbeitsmarkt praktisch gar nicht oder nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers finden lasse. F. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 13 . November 2013 auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Versicherten f ür die Zeit vom 1. September 2012 bis 30. November 2012 eine Viertelsrente und vom 1. D ezember 2012 bis 31. März 2013 eine ganze Rente zu. Streitgegenstand des vorliegenden Verfah rens bildet die Frage, ob der Versi- cherte bereits vom 1. Februar 2011 Anspruch auf eine bi s 30. November 2012 befristete Vier- telsrente und ab 1. April 2013 Anspruch auf eine unbe fristete Viertelsrente hat. Unbestritten ist die vom 1. Dezember 2012 bis 31. März 2013 zugesprochene ganze Invalidenrente. 2. Das Kantonsgericht legte in seinem Urteil vom 8. Mä rz 2012 die rechtlichen Grundla- gen hinsichtlich des Rentenanspruchs, des Beweisgrades de r überwiegenden Wahrscheinlich- keit und des Beweiswertes von Arztberichten dar. Es wird darauf verwiesen. 3. Vorliegend steht fest, dass der Versicherte gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 24. April 2013 in psyc hiatrischer Hinsicht in seiner Arbeitsfä- higkeit nicht eingeschränkt ist. Aus somatischer Sicht dia gnostizierte Dr. C.____ eine beidseiti- ge Periarthropathia humeroscapularis, welche die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinflusse. Aufgrund seiner Schulterproblematik könne er keine La sten über 7,5 kg heben, stossen oder ziehen und über Schulterhöhe mit den Armen arbeiten. Unter Berücksichtigung dieser Ein- schränkungen bestehe bei einem Ganztagespensum eine Leist ungseinschränkung von 30 % infolge vermehrten Pausenbedarfs bei chronischer Schmer zsymptomatik. Dieses Gutachten ist umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berü cksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die Ausführungen in der Beur- teilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizi nischen Situation einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen (vgl. daz u BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Der Beschwerdeführer bestreite t deshalb zu Recht die Zumutbarkeits- beurteilung der Dres. D.____ und C.____ nicht. Es ist somit auf deren bidisziplinäre Gutachten vom 24. April 2013 abzustellen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Strittig ist dagegen die Bemessung des Invalidität sgrades. Uneinigkeit besteht hinsicht- lich des Rentenbeginns, der Ermittlung des Valideneinkom mens und der Höhe des leidensbe- dingten Abzugs. 4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 des Bun- desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicher ungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000 anwendbar (Art. 28a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] vom 19. Juni 1959). Der Rentenanspruch setzt unter ander em voraus, dass die versicherte Person während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen ist (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Praxisgemäss eröffnet ein Behinde- rungsgrad von mindestens 25 % den Lauf des Wartejahr es (vgl. BGE 105 V 156 E. 2). Die IV- Stelle legte den Beginn des Rentenanspruchs auf den 1. September 2012. Der Beschwerdefüh- rer macht geltend, dass die Wartefrist am 15. Februar 2 010 zu laufen begann und am 14. Feb- ruar 2011 ablief; d.h. der Rentenanspruch entsteht am 1. Februar 2011. 4.2 Gemäss den vorliegenden medizinischen Akten, insbesond ere dem Teilgutachten von Dr. C.____ vom 24. April 2013, war der Versicherte wäh rend folgenden hier wesentlichen Zeit- räumen arbeitsunfähig: 15. Feb. 2010 bis 21. Aug. 2010 100 % 188 Tage 22. Aug. 2010 bis 20. Mai 2012 30 % 638 Tag e 21. Mai 2012 bis 5. Juli 2012 100 % 46 Ta ge 6. Juli 2012 bis 10. Sept. 2012 30 % 67 T age 11. Sept. 2012 bis 11. Dez. 2012 100 % 92 Ta ge ab 12. Dez. 2012 30 % 143 Tage Die Wartezeit beginnt mit der erstmals vorgelegenen 100 %igen Arbeitsunfähigkeit am 15. Feb- ruar 2010 zu laufen und endet nach Erreichen einer du rchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 40 % während eines Jahres am 18. September 2012. Der V ersicherte übersah bei seiner Be- rechnung, dass gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG während eines Jahres mindestens eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen haben muss. Da er währ end einzelnen Zeitspannen weniger als 40 % arbeitsunfähig war, wird der Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahres entsprechend hinaus- geschoben. Die Überprüfung der Berechnung der IV-Ste lle erweist sich als rechtens, weshalb sie nicht zu beanstanden ist. Der Rentenbeginn ist somit auf den 1. September 2012 festzuset- zen (Art. 29 Abs. 3 IVG). Da der Versicherte den Einkomm ensvergleich hinsichtlich der vom 1. September 2012 bis 30. November 2012 zugesprochene n Viertelsrente und der vom 1. De- zember 2012 bis 31. März 2013 zugesprochenen ganzen Inv alidenrente nicht bestreitet, wird lediglich der Einkommensvergleich für die Zeit ab 1. A pril 2013 einer näheren Prüfung unterzo- gen. 5.1 Gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a A bs. 1 IVG ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wi rd das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen d urch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalid eneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie ni cht invalid geworden wäre (Vali- deneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög lichst genau ermittelt und einan- der gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). 5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entsch eidend, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad d er überwiegenden Wahrschein- lichkeit als gesunde tatsächlich verdient hätte und nicht w as sie bestenfalls verdienen könnte. Massgebend ist, was sie aufgrund ihrer beruflichen Fähig keiten und persönlichen Umstände sowie unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterent wicklung, soweit dafür hinreichend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt hätte (AHI 1998 S. 171 E. 5a mit Hinwei- sen). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Dabei wird in der Re- gel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der reale n Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müsse n mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322). 5.3 Vorliegend war der Versicherte seit 1979 bei der B.____ angestellt. Aus der Arbeitge- berbescheinigung vom 4. Juni 2004 geht hervor, dass dem Ve rsicherten aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt wurde. Es ist deshalb davon auszugehen, dass er als gesunde Person nicht mehr bei dieser Firma angestellt wäre. Es rechtfertigt sich daher, das Valideneinkommen unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukt urerhebung (LSE) zu ermitteln (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). 5.4 Vorliegend bezifferte die IV-Stelle das Validen einkommen in ihrer Verfügung vom 30. August 2013 mit jährlich Fr. 61‘925.--. Sie stützt e sich dabei auf die Tabelle TA1 der LSE 2010. Das von der IV-Stelle ermittelte Valideneinkomme n ist insofern zu beanstanden, als die IV-Stelle die Nominallohnentwicklung lediglich bis 2011 berücksichtigte. Unter Anpassung der bis 2012 (Dezember 2012 = Beginn der 100%igen Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeit mit einem Rendement von 30 %) erfolgten Nominallohnentwicklung von 0,8 % (vgl. Bundesamt für Statis- tik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2012) ergibt sich ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 62‘420.--. 5.5 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zum utbarerweise noch realisier- baren Einkommens (Invalideneinkommen) sind unbestrittene rmassen die Tabellenlöhne der LSE beizuziehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die versicherte Person - wie hier - nach Eintritt des Gesundheitsschadens bis zum hier massgebenden Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung keine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat (BGE 126 V 76 f. E. 3b/bb). Der Ver- sicherte beanstandete bei den von der IV-Stelle vorgen ommenen Einkommensvergleichen ein- zig das bei einer 70%igen Leistungsfähigkeit ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 39‘013.-- (unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0.8 % für das Jahr 2012 = Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 39‘325.--). Er macht geltend, dass ein höherer Abzu g vom Tabellenlohn als 10 % vorzu- nehmen sei. 6.1 Von einem anhand der Tabellenlöhne der LSE erh obenen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Damit soll der Tat sache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Ar t und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthal tskategorie und Beschäftigungsgrad Aus- wirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 32 1 E. 3b/aa S. 323) und je nach Aus- prägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem aus- geglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa in fine S. 80). Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Einzel- fall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er darf 25 % nicht übersteigen (BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc; Urteil des Bundesgerichts vom 1 5. November 2010, 9C_721/2010, E. 4.2). 6.2 Die Einschätzung des leidensbedingten Abzugs ist stet s eine Ermessensentscheidung. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass das Kantonsgericht als kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vo rinstanz setzt. Es geht vielmehr um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behö rde nach dem ihr zustehenden Ermes- sen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. All erdings darf das Sozialversiche- rungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegend erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E 6, 123 V 150 E. 2). 6.3 Die IV-Stelle trug bei dem von ihr vorgenommenen Abzug von 10 % dem Kriterium der leidensbedingten Einschränkung Rechnung. Der Beschwerdef ührer bringt vor, die IV-Stelle ha- be zu Unrecht das Alter des Versicherten (knapp 62 Jah re zum Verfügungszeitpunkt), die Na- tionalität [C-Bewilligung], die Betriebszugehörigkeit /Anzahl Dienstjahre und das Kriterium “Teil- zeitbeschäftigung“ infolge der 30%igen Leistungseinschrä nkung in einem Vollzeitpensum nicht berücksichtigt. Dieser Betrachtungsweise kann nicht gefolgt werden. 6.4.1 Was das Merkmal Alter anbelangt, so führte die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung vom 13. November 2013 richtig aus, dass sich das Alter im An forderungsniveau 4 grundsätzlich nicht lohnmindernd auswirkt, da auf dem hypothetischen a usgeglichenen Arbeitsmarkt Hilfsar- beiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werd en (vgl. auch Urteile des Bundesge- richts vom 13. Februar 2013, 8C_939/2011, E. 5.2.3 und vom 4. Juni 2010, 9C_990/2009, E. 4). Den Akten sind auch keine besonderen Umstände zu entnehm en, welche darauf hinweisen würden, dass die Integration des Versicherten in den Ar beitsmarkt trotz des fortgeschrittenen Alters wesentlich erschwert sei. Ein Abzug unter diesem T itel lässt sich somit nicht rechtferti- gen. 6.4.2 Was den Ausländerstatus anbelangt, ist kein Abzug angezeigt, verdienen doch Männer mit Niederlassungsbewilligung (Kategorie C) im Anford erungsniveau 4 zwar weniger als Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweizer, aber dennoch mehr als das für die Invalidität sbemessung herangezogene Durch- schnittseinkommen (Urteile des Bundesgerichts vom 13. Febru ar 2013, 8C_939/2011, E. 5.2.3 und vom 20. Oktober 2011, 8C_594/2011, E. 5 mit Hinweisen). 6.4.3 Es trifft zu, dass der seit 1979 für die gleiche Arbeitgeberin tätig gewesene Versicherte den bisher allenfalls lohnrelevanten Vorteil der bis herigen Dienstjahre verliert. Diesbezüglich ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich das Anfangseinkommen in einer neuen Firma in der Regel nicht isoliert nach der Anzahl Dienstjahre, sondern u. a. auch aufgrund der mitgebrachten Be- rufserfahrungen bestimmt. Zudem ist eine lange Dienstd auer beim gleichen Arbeitgeber auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus posit iv zu werten, indem die durch die langjährige Betriebstreue ausgewiesene Zuverlässig keit und Tüchtigkeit sich bei einem an- deren Arbeitgeber im Anfangslohn niederschlägt. Vor al lem aber bleibt zu beachten, dass die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist, weshalb dieser Faktor keinen Anlass zu einem (weiteren) Abzug vom Tabellenlohn gibt (vgl. BGE 126 V 79 E. 5a/cc; Urteile des Bundesgerichts vom 24. Juni 2009, 8C_887/2008, E. 5.4, vom 15. Januar 2009, 8C_586/2008, E. 4.3 und vom 27. August 2008, 8C_780/2007, E. 6.3.3). 6.4.4 Im Hinblick auf die dem Versicherten zumutbare E rwerbstätigkeit im Anforderungsni- veau 4 lässt sich ein Abzug vom Tabellenlohn infolge spra chlicher Schwierigkeiten ebenfalls nicht rechtfertigen. Mangelhafte Deutschkenntnisse werden bereits durch die Verwendung von Tabellenlöhnen des Anforderungsniveaus 4 abgegolten (vg l. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2008, 8C_529/2007 und vom 29. Mai 2007, I 674/06). 6.4.5 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er sei zu 70 % und somit nur Teilzeit ar- beitsfähig. Diesem Umstand sei mit einem zusätzlichen A bzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen. Dem ist entgegenzuhalten, dass ihm die leide nsangepasste Arbeit gemäss dem bidis- ziplinären Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 2 4. April 2013 ganztags zumutbar ist mit einer 30%igen Leistungseinschränkung. Gemäss Rechtsprechung rechtfertigt der Umstand, dass ein grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähiger Versiche rter gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, unter dem Titel "Beschäft igungsgrad" keinen Abzug vom Tabellen- lohn (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 3. Juli 2013, 9 C_677/2012, E. 2.2, vom 18. Juni 2013, 8C_366/2013, E. 4.3, vom 4. April 2012, 8C_20/ 2012, E. 3.2, vom 13. Februar 2012, 8C_939/2011, E. 5.2.3 und vom 30. September 2011, 9C _481/2011, E. 3.1.2 mit zahlreichen Hinweisen). Das vom Versicherten zitierte Urteil des Bund esgerichts vom 21. September 2010 (9C_728/2009) ist wie das Bundesgericht in seinen Entsche iden vom 3. November 2011 (9C_582/2011) und vom 15. November 2010 (9C_721/2010 ) erkannte, nicht einschlägig. Zur vom Beschwerdeführer nicht weiter begründeten Auffassun g, dass kein Arbeitgeber einen Ar- beitnehmer mit reduziertem Rendement ohne Vornahme eines Lohnabzugs für eine “Teilzeitbe- schäftigung“ anstellen würde, äusserte sich das Bundesgericht bereits mit Urteil vom 4. April 2012 (8C_20/2012, E. 3.3) dahingehend, dass keine hin reichenden Gründe für die Annahme einer überproportionalen Lohneinbusse beständen. Eine Änderung der Praxis sei deshalb nicht gerechtfertigt. Da dem Versicherten eine ganztägige A rbeit (mit eingeschränkter Leistungsfä- higkeit) zumutbar ist, besteht somit rechtsprechungsgem äss kein Raum für einen zusätzlichen Abzug. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4.6 Ein weiterer Abzug vom Tabellenlohn wegen lei densbedingten Einschränkungen recht- fertigt sich nicht. Die IV-Stelle hat bei der Ermittl ung des Invalideneinkommens den Auswirkun- gen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Versiche rten auf die Arbeitsfähigkeit mit der Berücksichtigung einer Leistungsverminderung von 30 % für den vermehrten Pausenbedarf gebührend Rechnung getragen. 6.5 Soweit der Versicherte geltend macht, dass sich aufgr und seiner gesundheitlich stark eingeschränkten Leistungsfähigkeit eine geeignete Beschä ftigung auf dem allgemeinen Ar- beitsmarkt praktisch gar nicht oder nur unter nicht rea listischem Entgegenkommen eines Ar- beitgebers finden lasse, kann dem nicht gefolgt werden. Gemäss Gutachten vom 24. April 2013 sind dem Versicherten leichte Tätigkeiten ohne Heben, Stossen und Ziehen über 7,5 kg und ohne Arbeiten über Schulterhöhe in einem vollen Pensu m mit einem Rendement von 30 % zu- mutbar. Mit diesem Zumutbarkeitsprofil steht dem Versi cherten - trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen - auf einem hypothetischen ausgegli chenen Arbeitsmarkt nach wie vor ein relativ breiter Fächer verschiedenster Hilfsarbeitertät igkeiten offen, so dass nicht von realitäts- fremden und in diesem Sinne unmöglichen oder unzumut baren Einsatzmöglichkeiten auszuge- hen ist (vgl. zum hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt : Urteile des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4.2 und vom 17. De zember 2002, I 601/01, E. 4.3; R UDOLF RÜEDI , Im Spannungsfeld zwischen Schadenminderungspflicht und Zumutbarkeitsgrundsatz bei der Invaliditätsbemessung nach einem ausgeglichenen Ar beitsmarkt, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversi cherung, St. Gallen 1999, S. 35). Dem Versicherten sind deshalb zumutbare Tätigkeiten nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realisti- schem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden könnten. Be- sondere Umstände oder Merkmale, wonach der Versicherte auf dem allgemeinen und ausgegli- chenen Arbeitsmarkt über den vorgenommenen Abzug hinau s einen nur unterdurchschnittli- chen Lohn zu erzielen in der Lage wäre, bestehen keine. 6.6 Aufgrund dieser Ausführungen erweist sich der von der IV-Stelle vorgenommene lei- densbedingte Abzug von 10 % als angemessen. Unter Berücksich tigung eines Abzugs vom Tabellenlohn von 10 % beläuft sich das zumutbare jährli che Invalideneinkommen im Jahr 2012 auf Fr. 39‘325.--. Bei einer Erwerbseinbusse von somit Fr. 23‘095.-- resultiert ab 11. Dezember 2012 ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 37 %. Gestützt auf Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17 . Januar 1961 hat er noch bis Ende März 2013 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Dies bedeutet, dass die IV-Stelle zu Recht die laufende ganze Rente mit Wirkung ab 1. April 2013 aufgehoben hat. Die Verfügung vom 30. August 2013 ist somit nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist demgemäss abzuweisen. 7. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist d er Versicherte unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Di ese werden mit dem geleisteten Kos- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. Die a usserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht