200 17 794 IV MAW/JAP/STA Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 29. November 2017 Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli Gerichtsschreiber Jakob A.________ vertreten durch Rechtsanwältin B.________ Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 12. Juli 2017 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 2 Sachverhalt: A. Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) sprach dem 1965 gebo- renen A.________ gestützt auf ein Leistungsgesuch vom 14. Dezember 2011 mit Verfügung vom 6. März 2015 von 1. Januar bis 30. April 2013 bzw. vom 1. Februar bis 31. Mai 2014 eine ganze Rente zu und verneinte in den übrigen Phasen einen Rentenanspruch (Akten der IVB [act. II] 67, 104). In Gutheissung einer hiergegen erhobenen Beschwerde (act. II 107/3-9) hob das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die Verfügung mit Urteil vom 13. August 2015, IV/2015/349 (act. II 113), auf und wies die Sa- che zur weiteren Abklärung an die IVB zurück. In der Folge veranlasste die IVB eine orthopädische Begutachtung (Akten der IVB [act. IIA] 140.1) und stellte mit Vorbescheid vom 19. Juli 2016 (act. IIA 141) unveränderte Ren- tenleistungen in Aussicht. Nach erhobenem Einwand (act. IIA 144) holte sie ein neurologisches Gutachten ein (act. IIA 164.1) und ersetzte den Vorbe- scheid durch einen im Ergebnis unveränderten vom 10. März 2017 (act. IIA 170). Hiermit zeigte sich der Versicherte wiederum nicht einverstanden (act. IIA 171, 174), worauf die IVB Rücksprache mit dem Regionalen Ärztli- chen Dienst (RAD; act. IIA 177, 184) nahm und mit Verfügung vom 12. Juli 2017 (act. IIA 185) die Rentenleistungen entsprechend dem Vorbescheid zusprach bzw. einen weitergehenden Rentenanspruch verneinte. B. Mit Eingabe vom 12. September 2017 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, Beschwerde und beantragte, die ange- fochtene Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihm sei ab Juni 2014 mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Gleichzeitig ersuchte er um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin. Am 27. September 2017 legte er ein weiteres Doku- ment ins Recht (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 6).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 3 In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. November 2017 schloss die Beschwer- degegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Erwägungen: 1. 1.1Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun- gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege- ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs- rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer- de einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. Juli 2017 (act. IIA 187), mit welcher von 1. Januar bis 30. April 2013 sowie von 1. Februar bis 31. Mai 2014 eine ganze Invalidenrente zugesprochen und in den Phasen von 1. August bis 31. Dezember 2012, 1. Mai 2013 bis 31. Januar 2014 und ab 1. Juni 2014 ein Rentenanspruch verneint wurde. Zwar beschränkt sich die Beschwerde auf die Zeit ab Juni 2014, in der eine unbefristete Rente beantragt wird (Beschwerde S. 2 Ziff. I Ziff. 1 f.), die unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten werden dadurch jedoch nicht von der Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 4 richterlichen Prüfung ausgenommen, denn in anfechtungs- und streitge- genständlicher Hinsicht liegt ein einziges Rechtsverhältnis vor (vgl. BGE 125 V 413). Streitig und zu prüfen ist vorliegend folglich der generelle An- spruch auf eine Invalidenrente, unter Einschluss der zwei jeweils befristet zugesprochenen Renten. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar- beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe- reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er- werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge- glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig- keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 2.2Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 5 2.3Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge- hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli- che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In- validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali- denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge- sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb- lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli- chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu- standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar- beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin- derung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gege- ben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349). Bei rückwirkender Zuspre- chung einer abgestuften oder befristeten IV-Rente sind diese für die Ren- tenrevision geltenden Bestimmungen analog anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b). 2.4Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 3. 3.1Die angefochtene Verfügung vom 12. Juli 2017 (act. IIA 187) basiert in medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf den im Nachgang zum VGE Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 6 IV/2015/349 (act. II 113) eingeholten orthopädischen und neurologischen Gutachten (act. IIA 140.1, 164.1). 3.1.1Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Gutachten vom 10. Mai 2016 (act. IIA 140.1) ein rechtsbetont gestörtes Gangbild im Rahmen der Polioerkrankung sowie einen Status nach mehrfacher Arthro- desierung im Mittelfussbereich links mit einer radiologisch nachweisbaren Teilkonsolidation (act. IIA 140.1/13). Er erklärte, wegen der auf die Grunderkrankung zurückzuführenden Gangstörung könne der Explorand im Alltag und im Beruf keine langen Gehstrecken am Stück bewältigen (act. IIA 140.1/13), die angestammte Erwerbstätigkeit sei jedoch dem Leiden angepasst. Folglich attestierte Dr. med. C.________ sowohl in der bisheri- gen Beschäftigung als auch einer Verweisungstätigkeit eine 100%ige Ar- beitsfähigkeit (act. IIA 140.1/16). 3.1.2In der Expertise vom 9. Februar 2017 (act. IIA 164.1) vermerkte Dr. med. D.________, Facharzt für Neurologie, als Diagnosen mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Poliomyelitis im Alter von drei Jahren (ICD-10: B91) mit/bei aktuell rechtsbetonter ausgeprägter Bein- schwäche und Status nach drei Fussoperationen links in den Jahren 2011 bis 2014 bei Mittelfussarthrose (act. IIA 164.1/28). Er gelangte zum Schluss, dass eine Präsenzzeit in der gut leidensangepassten bisherigen Tätigkeit von 80 % bei einem um 10 % reduzierten Rendement zumutbar sei, mithin eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 % vorliege. Es sei nicht wahrscheinlich, dass in einer anderen Tätigkeit eine höhere Arbeits- fähigkeit erreicht werden könne (act. IIA 164.1/31). 3.2Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt- nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus- schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her- kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 7 dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia- lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun- gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte- rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be- weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). 3.3Die beiden Administrativgutachten vom 10. Mai 2016 (act. IIA 140.1) und 9. Februar 2017 (act. IIA 164.1) erfüllen die vorerwähnten höchstrich- terlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringen vollen Beweis. Dass die verwaltungsexterne Abklärung nicht von Anfang an als bidisziplinäre Begutachtung angelegt war, ist weder aus formellen noch aus materiellen Aspekten problematisch. Einerseits waren nicht mehr als zwei Fachdisziplinen involviert, womit die Gutachtensaufträge freihändig verge- ben werden durften (vgl. BGE 139 V 349) und das zeitlich gestaffelte Vor- gehen keine Umgehung von Verfahrensvorschriften darstellt (anders ver- hielte es sich allenfalls, soweit drei oder mehr Fachrichtungen beteiligt ge- wesen wären [vgl. Art. 72 bis der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung {IVV; SR 831.201}; Rz. 2075 ff. sowie Anhang V des vom Bundesamt für Sozialversicherungen {BSV} herausgegebenen und ab 1. Januar 2010 gültigen Kreisschreibens über das Verfahren in der Invali- denversicherung {KSVI}]). Andererseits vermag der Umstand, dass zwi- schen den Dres. med. C.________ und D.________ keine abschliessende Konsensbesprechung stattfand, den Beweiswert der fachärztlichen Schlussfolgerungen nicht zu schmälern, denn die rechtsrelevanten Fragen lassen sich gestützt auf die beiden separaten Expertisen ohne weiteres beantworten (vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128 mit Hinweisen). Dr. med. C.________ begründete aus orthopädischer Sicht einleuchtend, dass sowohl in der angestammten als auch in einer anderen leidensadaptierten Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit besteht. Damit erübrigte sich die Diskussion über ein allfälliges Überschneiden der erwerblichen Auswirkungen aus beiden Fachrichtungen. Zudem kannte Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 8 Dr. med. D.________ das Gutachten von Dr. med. C.________ (act. IIA 164.1/12 f.) und konnte dessen Einschätzungen bei seiner eigenen Beurtei- lung miteinbeziehen. Im Übrigen ist in Bezug auf die von ihm gesamthaft auf 70 % festgelegte Arbeits- und Leistungsfähigkeit präzisierend anzufü- gen, dass bei einer zumutbaren Präsenzzeit von 80 % und einer zusätzli- chen Einschränkung des Rendements von 10 % eigentlich eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 72 % (80 % ./. 10 %) resultiert. Die Schlussfol- gerungen der beiden Sachverständigen sind ansonsten nachvollziehbar und überzeugend begründet, womit sich weitere medizinische Sachver- haltserhebungen erübrigen (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). Die seitens des Beschwerdeführers gegen das Administra- tivgutachten vorgebrachte Kritik verfängt nicht. 3.3.1Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, Dr. med. D.________ habe verkannt, dass die bisherige Tätigkeit nicht rein sitzend habe verrichtet werden können (Beschwerde S. 4 Ziff. III Art. 3), ist dies nicht korrekt. Diesbezüglich wies die Beschwerdegegnerin zutreffend darauf hin (Be- schwerdeantwort S. 2 f. lit. C Ziff. 4), dass der neurologische Experte gera- de aus diesem Grund nebst der reduzierten Präsenzzeit eine 10%ige Ein- schränkung des Rendements annahm (act. IIA 164.1/24 f.). 3.3.2Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers sind beträchtliche Widersprüche betreffend Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht auszuma- chen. Zwar trifft es zu, dass Dr. med. D.________ die geltend gemachten (linksseitigen) Fussschmerzen als Problem des Bewegungsapparates (im Sinne einer Fussarthrose) wertete und sich dazu nicht weiter äusserte (Be- schwerde S. 4 f. Ziff. III Art. 3 f.). Dieses Vorgehen ist indes folgerichtig, hatte er doch einzig den neurologischen Gesundheitszustand des Explo- randen zu beurteilen und wies explizit darauf hin (act. IIA 164.1/24), dass Dr. med. C.________ zu diesem orthopädischen Problem bereits ausführ- lich Stellung genommen habe (act. IIA 140.1/11). 3.3.3Die RAD-Ärztin med. pract. E.________, Fachärztin für Physikali- sche Medizin und Rehabilitation, hielt die Einschätzungen des behandeln- den PD Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 6. Juni 2017 (act. IIA 177) richtigerweise für irrelevant und sah folglich auch keinen Bedarf, bei diesem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 9 Arzt eine Stellungnahme zum Gutachten einzuholen (Beschwerde S. 4 Ziff. III Art. 3; act. IIA 174/3 f.). Die von PD Dr. med. F.________ in den Berichten des Spitals G.________ (act. IIA 124/3 f., 125/5, 169/3 f., 169/8) für den angestammten Beruf bescheinigte andauernde 100%ige Arbeitsun- fähigkeit lässt das Tätigkeitsprofil der letzten Arbeitsstelle ausser Acht (act. II 30/10 Ziff. 5) und beruht nicht auf Befunden, die dem orthopädi- schen Gutachter unbekannt gewesen wären. 3.3.4Schliesslich vermag der Beschwerdeführer aus dem erst im Be- schwerdeverfahren aufgelegten Bericht der Klinik H.________ vom 2. Au- gust 2017 (act. I 4) nichts zu seinen Gunsten abzuleiten (Beschwerde S. 4 Ziff. III Art. 3). Zwar fand die betreffende ambulante Erstkonsultation in der Klinik I.________ noch am Tag des Verfügungserlasses (act. IIA 187) statt, womit der Bericht ohne weiteres in die Beurteilung miteinzubeziehen ist (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140). Der leitende Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie, benannte jedoch keine wichtigen – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Das von ihm dia- gnostizierte Postpoliosyndrom (act. I 4/2) schloss Dr. med. D.________ mit nachvollziehbaren Argumenten aus (act. IIA 164.1/23 f.). Zudem setzte sich Dr. med. J.________ mit dem neurologischen Gutachten inhaltlich über- haupt nicht auseinander und erhob keine klinischen Befunde, aus denen sich die von ihm postulierte vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisheri- gen bzw. die 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer rein sitzenden Tätigkeit her- leiten liesse. Eine funktionell bedingte Einschränkung beim Sitzen wurde zudem auch gar nicht festgehalten, womit die diesbezügliche Arbeitsun- fähigkeit allein auf den subjektiven Schmerzangaben basiert, die unberück- sichtigt zu bleiben haben, da sie nicht durch damit korrelierende, fachärzt- lich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Insbesondere fand Dr. med. D.________ ana- mnestisch, klinisch und elektroneurographisch keine Hinweise für eine Af- fektion der sensiblen Nervenfasern (act. IIA 164.1/23). Des Weiteren wäre die 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, die weit überwiegend sitzend verrichtet wurde (act. II 30/10 Ziff. 5), ohnehin nicht Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 10 mit der gleichzeitig bescheinigten 50%igen Restarbeitsfähigkeit in sitzen- den Tätigkeiten vereinbar. 3.4Nach dem Dargelegten hat mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) als erstellt zu gelten, dass in der hier zu beurteilenden Zeit zwischen dem frühestmöglichen Rentenbeginn im Au- gust 2012 (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. act. II 21, 45 [betreffend War- tezeit] bzw. Art. 29 Abs. 1 IVG i.V.m. act. II 24/6 Ziff. 11 [betreffend Karenz- frist]) und der angefochtenen Verfügung vom 12. Juli 2017 (act. IIA 187) grundsätzlich sowohl im angestammten Beruf als auch in einer Verwei- sungstätigkeit eine 72%ige Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit bestand. Dass im Zusammenhang mit den Fussoperationen vom 4. November 2011 (act. II 32/2 f.), 29. Januar 2013 (vgl. act. II 62/21) und 4. Februar 2014 (act. II 79) zwischenzeitlich eine Verschlechterung mit jeweils anschlies- sender Verbesserung der gesundheitlichen Situation eintrat (act. IIA 140.1/11), die jeweils einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG darstellte (vgl. E. 2.3 hiervor) und zu einer vorübergehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit führte, war zwischen den Parteien stets unbestritten und ist aktenmässig ausgewiesen (vgl. act. II 59/1, 62/21, 72/1, 90/4). Der im VGE IV/2015/349 (act. II 113) festgestellte weitere Abklärungsbedarf bezog sich denn auch nicht auf diese zurückliegenden Phasen anerkannter vollständiger Arbeitsunfähigkeit, in denen der Invaliditätsgrad ohne weiteres 100 % betrug, weshalb sich – trotz uneingeschränktem Streitgegenstand (vgl. E. 1.2 hiervor) – Weiterungen zu den in Anwendung von Art. 88a IVV zugesprochenen befristeten Renten erübrigen. Nachzugehen ist jedoch den erwerblichen Auswirkungen der 72%igen Arbeits- bzw. Leistungsfähig- keit hinsichtlich der Zeit ab Juni 2014. 4. 4.1Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 11 kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 4.2 4.2.1Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 S. 325). 4.2.2Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits- schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs- tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh- ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch- schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei- nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein- schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be- schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein- kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 12 bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2). 5. 5.1Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Ermittlung des Validen- einkommens ab Juni 2014 richtigerweise auf die Angaben der letzten Ar- beitgeberin (act. IIA 187/6), denn dieses Arbeitsverhältnis wurde nach ge- scheitertem Arbeitsversuch letztlich aus medizinischen Gründen aufgelöst (act. II 61/2; IV-Protokoll [in den Gerichtsakten] S. 7) und wäre im hypothe- tischen Gesundheitsfall überwiegend wahrscheinlich weitergeführt worden. Daran vermag der Umstand nichts zu ändern, dass die entsprechende Ge- sellschaft noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung (act. IIA 187) auf ein anderes Unternehmen überging und der Sitz bzw. die Betriebsstätte innerhalb des Kantons … verlagert wurde (vgl. SHAB Nr. … vom … und Nr. … vom …), hätte sich der Arbeitsweg dadurch doch nicht wesentlich verlängert. Unter Berücksichtigung der geschlechts- und branchenspezifi- schen Nominallohnentwicklung (BGE 129 V 408, Entscheid des Bundesge- richts [BGer] vom 29. April 2015, 8C_123/2015, E. 3.2.3) ergibt sich für das Jahr 2014 ein Bruttojahresgehalt von Fr. 78‘030.-- (Fr. 76‘670.-- [act. II 30/3 Ziff. 2.10] / 101.5 x 103.3 [BFS, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Män- ner, Wirtschaftszweig Ziff. 10-33, Index 2012 bzw. 2014]). 5.2Da der Beschwerdeführer seine medizinisch-theoretische Restar- beitsfähigkeit von 72 % in der Zeit ab Juni 2014 nicht verwertete, ist für das Invalideneinkommen auf hypothetische Werte abzustellen. Dabei ist nicht an das Einkommen anzuknüpfen, welches der Beschwerdeführer im letzten Arbeitsverhältnis erwirtschaftet hatte (act. IIA 187/5), was die Beschwerde- gegnerin mittlerweile anerkennt (Beschwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 6). Denn es steht nicht fest, dass der Beschwerdeführer trotz seines Gesund- heitsschadens wieder zu seiner ehemaligen Arbeitgeberin zurückkehren und das bisherige Lohnniveau erreichen könnte. Mit Blick auf seine Ausbil- dung zum … und seine langjährige Tätigkeit als … (act. II 1.1/41, 24/4 Ziff. 5.3) könnte er weiterhin in seinem angestammten Beruf tätig sein. Es kann aber auch nicht etwa auf den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 13 K.________ abgestellt werden, da sich die darin stipulierten Mindestlöhne allenfalls unter dem statistischen Branchenniveau bewegen. Es ist folglich auf die LSE 2014 abzustellen, wobei der Wirtschaftszweig Ziff. 26 (Herstel- lung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Er- zeugnissen) massgebend ist (vgl. BFS, NOGA 2008, Allgemeine Systema- tik der Wirtschaftszweige, Erläuterungen, S. 78). Fraglich ist, ob – wie nach dem Dafürhalten der Beschwerdegegnerin (Beschwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 6) – vom Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten, wie Ver- kauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschi- nen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst) auszugehen ist, oder nicht das Kompetenzniveau 3 (komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen) anzu- nehmen wäre. Für das Kompetenzniveau 2 spricht, dass der so ermittelte hypothetische Verdienst von Fr. 76‘010.-- für eine vollschichtige Tätigkeit (Fr. 6‘256.-- [BFS, LSE 2014, Männer, Wirtschaftszweig Ziff. 26, Kompe- tenzniveau 2] x 12 Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 40.5 Wochenar- beitsstunden [BFS, Betriebsübliche Arbeitsstunden {BUA}, 2014, Wirt- schaftszweig Ziff. 26]) in etwa das Valideneinkommen erreicht, während das Kompetenzniveau 3 zu einem weit höheren Jahreslohn führt. Wie es sich damit verhält, kann aber letztlich offen bleiben, da sich im Ergebnis nichts ändert, wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers auf die tieferen Werte des Kompetenzniveaus 2 abgestellt wird (vgl. E. 5.3 hiernach). Vom Tabellenlohn für das Invalideneinkommen von Fr. 54‘727.-- (Fr. 76‘010.-- x 72 % Arbeits- und Leistungsfähigkeit) rechtfertigt sich kein leidensbedingter Abzug. Den leidensbedingten Einschränkungen wurde bereits auf medizini- scher Ebene insoweit Nachachtung verschafft, als zur reduzierten Prä- senzzeit von 80 % eine Leistungsreduktion von 10 % angenommen wurde (act. IIA 164.1/31). Das medizinische Zumutbarkeitsprofil wirkt sich nicht zusätzlich lohnmindernd aus, zumal die angestammte Tätigkeit möglich bleibt (vgl. MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversiche- rung [IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 28a N. 106). Ein zusätzlicher Abzug ist unter keiner der möglichen Aspekte (vgl. E. 4.2.2 hiervor) gerechtfertigt. Ein Ab- zug wegen fehlenden Dienstjahren bzw. fehlender Berufserfahrung fällt von vornherein ausser Betracht. Das höhere Alter wirkt sich in der Berufsgrup- pe der Präzisionshandwerker positiv auf das Erwerbseinkommen aus (vgl. BFS, LSE 2014, Tabelle T17, Männer, Berufsgruppe Ziff. 73, Lebensalter Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 14 30-49 Jahre bzw. >= 50 Jahre), zudem stand dem Beschwerdeführer in der hier fraglichen Zeit ab Juni 2014 noch eine nicht unbeachtliche Aktivitäts- dauer bevor. Des Weiteren ist er zwar ausländischer Herkunft (act. II 26/1), lebt jedoch seit … in der Schweiz (act. II 1.2/7; act. IIA 140.1/5), verfügt über das schweizerische Bürgerrecht (act. II 26/4) und spricht gut Deutsch (act. IIA 164.1/15). Schliesslich ist bei einem Beschäftigungsgrad von 80 % in der konkreten Situation auch kein Abzug wegen Teilzeittätigkeit zuzulas- sen, da daraus mit Blick auf die statistischen Daten keine überproportionale Lohneinbusse resultiert. Für Männer ohne Kaderfunktion liegt der Durch- schnittslohn bei einem Teilzeitpensum von 75-89 % proportional bezogen auf ein 100 %-Pensum (Fr. 6‘388.--; BFS, LSE 2014, Monatlicher Brutto- lohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Ge- schlecht, privater und öffentlicher Sektor zusammen) sogar über dem Durchschnittslohn bei einem Vollpensum (Fr. 6‘069.--; BFS, a.a.O.; vgl. auch Entscheid des BGer vom 28. Februar 2017, 8C_12/2017, E. 5.5.2). Selbst wenn wegen des verminderten Beschäftigungsgrades (vgl. Entscheid des BGer vom 29. Februar 2016, 9C_808/2015, E. 3.3.2; Be- schwerde S. 5 Ziff. III Art. 4; Beschwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 6) ein Ab- zug zugebilligt würde, änderte sich im Ergebnis nichts. Der Abzug wäre höchstens mit 10 % zu veranschlagen, was zu einem Invalideneinkommen von Fr. 49‘254.-- führen würde (Fr. 54‘727.-- ./. 10 %). 5.3Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt sich ab Juni 2014 im für den Beschwerdeführer günstigsten Fall ein aufgerunde- ter (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) und rentenausschliessender (vgl. E. 2.2 hiervor) Invaliditätsgrad von maximal 37 % ([Fr. 78‘030.-- ./. Fr. 49‘254.--] / Fr. 78‘030.-- x 100). Die angefochtene Verfügung vom 12. Juli 2017 (act. IIA 187) ist folglich nicht zu beanstanden und die dage- gen erhobene Beschwerde abzuweisen. 6. 6.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 15 dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Im vorliegenden Fall sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und – unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – dem unterliegen- den Beschwerdeführer zur Bezahlung aufzuerlegen. 6.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]). 6.3Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts- begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun- gen kann einer Partei überdies ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2). 6.3.1Die Bedürftigkeit im Sinne der Prozessarmut ist aktenkundig (act. I 5). Zudem kann das Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden und die Notwendigkeit einer Rechtsverbeiständung ist zu bejahen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ ist demnach gutzuheissen. Somit ist der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu befreien. Festzusetzen bleibt das amtliche Honorar von Rechtsanwältin B.________. 6.3.2Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl- tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert- steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 16 Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Prozessführung sind nach den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 1 der kantonalen Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschä- digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) be- trägt der Stundenansatz Fr. 200.--. Mit Kostennote vom 20. November 2017 macht Rechtsanwältin B.________ einen Zeitaufwand von 8.5 Stunden bzw. ein Honorar von Fr. 2‘125.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 61.20 sowie die Mehrwertsteuer von 8 % (auf Fr. 2‘186.20) im Betrag von Fr. 174.90, total Fr. 2‘361.10, gel- tend, was nicht zu beanstanden ist. Folglich wird der tarifmässige Partei- kostenersatz für dieses Verfahren auf Fr. 2‘361.10 festgesetzt. Davon ist Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 1‘700.-- (8.5 h x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 61.20 und Mehrwertsteuer von Fr. 140.90 (8 % von Fr. 1‘761.20), total somit eine Entschädigung von Fr. 1‘902.10, auszu- richten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO (vgl. Art. 113 VRPG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit. 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2017, IV/17/794, Seite 17 5. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die- sem Verfahren auf Fr. 2‘361.10 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge- setzt. Davon wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘902.10 festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor- behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO. 6. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen - Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 3001 Bern Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.