Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. November 2013 (725 13 103) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Nachweis an ein versichertes Unfallereignis nach mehr als zehn Jahren verneint Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Diet er Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien Daniel A.____ , Beschwerd eführer gegen SUVA , Rech tsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1961 geborene A.____ war bei der Firma B.___ _ GmbH angestellt und aufgrund dieses Arbeitsverhältnisses bei der Schweizerischen Unfallve rsicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versiche rt, als er mit Unfallmeldung vom 25. März 2012 einen Unfall gemeldet hat. Danach habe er sich bei seiner Flucht vor der Polizei vor über zehn Jahren am 10. Januar 2002 bei einem Treppensturz am damaligen Arbeitsort den linken Ellenbogen gebrochen und einen Abriss des linken Oberarmmuskels erlitten. Aufgrund Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht seiner langen Flucht ins Ausland habe er die Verletzung en aber nicht behandeln lassen kön- nen. Erst nach seiner Rückkehr in die Schweiz habe er sich i m Januar 2012 im Kantonsspital Liestal untersuchen lassen. B. In der Folge führte die SUVA verschiedene Abklärung en im Zusammenhang mit der ge- sundheitlichen Situation des Versicherten und dem gelten d gemachten Unfallereignis im Jahre 2002 durch. Gestützt insbesondere auf die Arztzeugnisse des Kantonsspitals C.____ vom 7. Mai 2012 und vom 12. Juni 2012 ging sie in der Folge von einer posttraumatischen Ellenbogen- arthrose links aus. Von der Staatsanwaltschaft D.____ a ndererseits brachte sie in Erfahrung, dass sich der Versicherte vor seinem Strafantritt im Jahre 2002 durch Flucht ins Ausland abge- setzt habe und mehrere Jahre untergetaucht sei. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2012 teilte der zuständige Staatsanwalt der SUVA mit, dass in den Akten kein Sturz dokumentiert sei. Mit Kurzbericht vom 13. November 2012 verneinte der Kreisarzt der SUVA die Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem geltend gemachten E reignis. Mit Schreiben ebenfalls vom 13. November 2012 verneinte die SUVA ihre Leistungspflicht. C. Mit Verfügung vom 28. Januar 2013 lehnte die SUVA die Ausrichtung von Versiche- rungsleistungen für die im linken Ellenbogen festgestellte Arthrose ab, da zwischen dem angeb- lichen Unfallereignis im Jahre 2002 und der Arthrose ke in überwiegend wahrscheinlicher Kau- salzusammenhang bestehe. Eine gegen diese Verfügung erh obene Einsprache wies sie mit Einspracheentscheid vom 6. März 2013 ab. D. Dagegen erhob der Versicherte am 14. April 2013 B eschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantrag- te sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einsprachee ntscheids sowie die Verpflich- tung der SUVA, die aus den geklagten Beschwerden resulti erenden Behandlungskosten zu übernehmen. Die SUVA schloss mit Vernehmlassung vom 8. M ai 2013 auf Abweisung der Be- schwerde. Zusammenfassend machte sie geltend, dass selbst wenn wider Erwarten von einem versicherten Sturzereignis auszugehen sei, es im vorliegende n Fall an einem überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen den im Kanton sspital C.____ festgestellten Beschwerden und dem fraglichen Sturzereignis fehlen würde. E. Mit Replik vom 1. August 2013 nahm der Beschwerdefü hrer Stellung zu den Ausführun- gen der SUVA. Ferner machte er geltend, dass zwei Zeuge n den von ihm behaupteten Sach- verhalt bestätigen könnten. Die SUVA hielt mit Duplik vo m 20. August 2013 an ihrem Abwei- sungsantrag fest. Die Einzelheiten der Parteistandpunkte ergeben sich, soweit für den Entscheid von Bedeutung, aus den nachfolgenden Erwägungen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Ab s. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versi- cherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versichert e Person zur Zeit der Beschwerde- erhebung ihren Wohnsitz hat. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft als einzige gerichtliche Instan z des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit sachlich und örtlich für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallv ersicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistu ngspflicht des Unfallversicherers setzt nebst einem versicherten Unfall voraus, dass zwischen diesem ve rsicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse ) ein natürlicher (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) und ein adäquater (BGE 129 V 181 E. 3 .2 mit Hinweis) Kausalzusammenhang besteht. Die Natur der Gesundheitsschädigung ist kein Kr iterium, um einen Schadensfall eher als Unfall oder Krankheit einzustufen. Entscheidend sin d die unmittelbare Ursache der Schädi- gung und die Art ihrer Entstehung (vgl. A LEXANDRA RUMO -JUNGO , Rechtsprechung des Bun- desgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über d ie Unfallversicherung, Zürich 1995, S. 18 ff.). 3. Vorliegend streitig ist der Anspruch des Beschwerdefü hrers auf Leistungen der SUVA für den gemäss seinen Angaben im Januar 2002 erlittenen Sturz. Zu prüfen ist, ob die Ursa- chen der Beschwerden des Versicherten insbesondere auf di eses Unfallereignis zurückzufüh- ren sind. Nur unter diesen Voraussetzungen kann eine Le istungspflicht des Unfallversicherers bestehen. 3.1 Gemäss Art. 4 ATSG gilt als Unfall die plötzliche, n icht beabsichtigte und schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zu Folge hat. Diese am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bestimmung ents pricht der bis zu diesem Zeitpunkt gel- tenden Begriffsumschreibung von ehemals Art. 6 UVG in V erbindung mit Art. 9 Abs. 1 der Ver- ordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezem ber 1982. Damit wurde die vom Eidgenössischen Versicherungsgericht (EVG) in ständiger Rec htsprechung verwendete Defini- tion des Unfalles – wie schon dazumal in die UVV – nunm ehr auch in den ATSG übernommen (BGE 118 V 283 E. 2a). 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer n ur unter der Voraussetzung aufzu- kommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Krank- heit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann (vgl. BGE 119 V 337 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer ge- sundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenha ng besteht, ist eine Tatfrage, über welche die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung zu befind en hat. Dabei hat sie ihren Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. dazu BGE 129 V 18 1 E. 3.1, 115 V 142 E. 8b mit zahlrei- chen Hinweisen). Die blosse Möglichkeit einer bestimmte n Sachverhaltsdarstellung genügt den Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachver haltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichst e gewürdigt wird (BGE 121 V 47 E. 2a; Zeitschrift für die Ausgleichskassen [ZAK] 1986 S. 189 f. E. 2c). 3. 3 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsgerichtsbesc hwerdeverfahren wird vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Versicherungsträger und G erichte haben von sich aus und ohne Bindung an die Parteibegehren für die richt ige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grunds atz wird ergänzt durch die Mitwir- kungspflicht der Parteien (vgl. Art. 61 lit. c ATSG; B GE 122 V 158 E. 1 a). Den meisten an- spruchsbegründenden Risiken liegen dabei medizinische Sachve rhalte zugrunde. Zur Beurtei- lung der Rechtsfragen sind Versicherungsträger und Gericht daher auf Unterlagen angewiesen, die ihnen vorab von Ärzten zur Verfügung gestellt werde n. Nach dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung hat das Sozialversicherungsgericht alle Bew eismittel unabhängig von ihrer Her- kunft objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob di e verfügbaren Unterlagen eine zuver- lässige Beurteilung des streitigen Anspruches gestatten. Beim Vorliegen einander widerspre- chender medizinischer Berichte darf es den Prozess nicht erl edigen, ohne das gesamte Be- weismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986, S. 188 E . 2a). Ausschlaggebend für den Be- weiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Bewei smittels noch die Bezeichnung der eingereichten Stellungnahmen als Bericht oder Gutacht en, sondern dessen Inhalt (BGE 122 V 160 E. 1c; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, § 68 N 3). 3.4 Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat das Gericht von Amtes wegen die notwen- digen Beweise zu erheben; es kann zu diesem Zweck auch di e Parteien heranziehen. Diesen obliegt in dem vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten Sozialversicherungsprozess keine subjektive Beweislast. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der Beweislo- sigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt , die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (LOCHER , a.a.O., § 68 N 3 ff. mit weiteren Hinweisen). Diese Beweisregel greift allerdings erst, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersu- chungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zu- mindest die hohe Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wi rklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerische Sozialversicherungsrecht kenn t demnach keinen Grundsatz, wonach die Versicherungsorgane im Zweifel zu Gunsten de r Versicherten zu entscheiden ha- ben. Ein Anspruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Voraussetzungen dafür mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.5 In Bezug insbesondere auf den Unfallbeweis sind die einzelnen Umstände des Unfallge- schehens vom Leistungsansprecher glaubhaft zu machen. K ommt er dieser Forderung nicht nach, indem er unvollständige, ungenaue oder widersprü chliche Angaben macht, die das Be- stehen eines unfallmässigen Ereignisses oder Schadens als un glaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (SVR 2001 KV Nr. 50, S. 146 E. 4c; BGE 116 V 140, 114 V 305). Im Streitfall darf und so ll zudem berücksichtigt werden, dass die ersten Aussagen der Versicherten erfahrungsgemäss unbefang ener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von na chträglichen Überlegungen versi- cherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein könn en (Urteil M. des EVG vom 14. Februar 2005 [U 265/03] E. 5.2.2; BGE 121 V 47 E. 2a, 115 V 142 E. 8b; SVR 2001 KV Nr. 50, S. 146 E. 4c). Zur Glaubhaftmachung eines Unfallereignisses müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue und wenn möglich ins einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage ver setzt wird, sich möglichst umfassend über die Tatumstände ein detailliertes Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuschät- zen (Urteil S. vom 25. November 2004 [U 209/04], Urteil L. vom 15. September 2004 [U 234/04] sowie Urteil S. vom 19. Mai 2004 [U236/03]). 3.6 Der mangelnde Nachweis eines Unfalls lässt sich nur s elten durch medizinische Fest- stellungen ersetzen. Solchen kommt im Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen das Vor- liegen eines unfallmässigen Geschehens in der Regel nur d ie Bedeutung von Indizien zu (RKUV 1990 Nr. U 86 S. 51 E.2). Dabei ist zu beachten, dass sich der medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff deckt. Ein trauma tisches Ereignis schliesst zwar eine pa- thologische Ursache aus, umfasst jedoch neben dem eigent lichen Unfall auch Ereignisse, de- nen der Charakter der Ungewöhnlichkeit oder der Plötzl ichkeit abgeht (A LFRED BÜHLER , Der Unfallbegriff, in: Koller [Hrsg.], Haftpflicht- und V ersicherungsrechtstagung 1995, St. Gallen 1995, S. 267). 4.1 Nach Lage der Akten hat die Kantonspolizei E.____ a m 11. Januar 2002 anlässlich einer Fahndungsaktion und Personenkontrolle an der F.____-St rasse in G.____ zwei Indoor- Hanfplantagen fest- und über eine Tonne Marihuana sow ie tausende Hanfpflanzen sicherge- stellt. Dem entsprechenden Haftbefehl des Bezirksstatthalte ramts H.____ vom 28. Februar 2002 kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer un mittelbar nach der polizeilichen Anhaltung seiner Geschäftspartner geflüchtet und unte r anderem aufgrund deren Einvernah- men eindeutig als Mittäter identifiziert worden sei. D er ergänzenden Information des Staatsan- walts des Kantons I.____ vom 15. November 2012 zufolge s eien in den Strafakten keine weite- ren Unterlagen zur Flucht des Versicherten vorhanden. Wei tere sachdienliche Informationen über den Hergang des geltend gemachten Unfallereignisse s sind den Strafakten keine zu ent- nehmen. Aus dem Begleitschreiben des Arbeitgebers des Versicherten zur Unfallmeldung vom 25. März 2012 geht hervor, dass der Versicherte am 10. Januar 2002 via Notausgang an der F.____-Strasse in G.____ vor der Polizei geflüchtet und auf der dortigen Treppe gestürzt sei. Dabei habe er sich den linken Ellenbogen gebrochen, w obei der linke Oberarmmuskel abgeris- sen sei. Aufgrund seiner langen Zeit auf der Flucht ha be er seinen linken Arm nicht behandeln lassen. Er habe sich im Kantonsspital C.____ erst untersuc hen lassen, nachdem er im Januar Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2012 in die Schweiz zurückgekehrt sei. Gemäss telefonisc her Besprechung mit dem Versicher- ten vom 24. Oktober 2012 sei dieser geflüchtet und se i dabei auf den Ellenbogen gestürzt. Er sei nunmehr wieder in die Schweiz zurückgekehrt und habe sich ins Kantonsspital C.____ be- geben, um seinen Ellenbogen untersuchen zu lassen. Im F ebruar 2012 habe man Röntgenauf- nahmen veranlasst und ihm mitgeteilt, dass er den Ellenbogen operieren lassen müsse. 4.2 Den medizinischen Akten ist Folgendes zu entnehmen: Gemäss den beiden Arztzeugnis- sen UVG des Kantonsspitals C.____ vom 7. Mai und 12. Juni 2012 habe der Versicherte ange- geben, vor rund bzw. mehr als zehn Jahren auf den lin ken Ellenbogen gestürzt zu sein und seither keine ärztliche Vorstellung gehabt zu haben. Zu erheben sei eine Bewegungseinschrän- kung am linken Ellenbogen. Zu diagnostizieren sei eine posttraumatische Ellenbogenarthrose links, humero-radial betont. Die erhobenen Befunde sei en mit dem vom Patienten geltend ge- machten Ereignis vereinbar und erschienen plausibel. Der kreisärztlichen Kurzbeurteilung der SUVA vom 12. November 2012 zufolge stehe die Arthrose in keinem unfallkausalem Zusam- menhang mit dem Ereignis vom 10. Januar 2002. Die ge ltend gemachten Beschwerden seien nach einem unklaren Ereignis vor zehn Jahren zusammenhangslos. 4.3 Die SUVA hat die Leistungsablehnung in ihrem Einsp racheentscheid vom 6. März 2013 damit begründet, dass die geklagte Ellenbogenarthrose n icht mit überwiegender Wahrschein- lichkeit in einem rechtserheblichen Zusammenhang mit einem versicherten Ereignis stehe. Ver- nehmlassungsweise vertritt sie vorab erneut vor allem den S tandpunkt, dass kein versichertes Unfallereignis dargetan sei. Der Beschwerdeführer setzt sich in seiner Beschwerdebegründung nicht vertieft mit den im Einspracheentscheid der SUVA dargelegten Argumenten auseinander, sondern macht im Wesentlichen geltend, die SUVA sei fäl schlicherweise vom Ereignisdatum am 11. Januar 2002 statt vom 10. Januar 2002 ausgegan gen. In seiner Replik führt er sodann aus, dass bei einer bildgebenden CT-Abklärung im Institu t J.____ eine Radiusköpfchenfraktur durch Sturz als Ursache der Ellenbogenarthrose ermittelt worden sei, legt hierfür aber keinerlei medizinische Berichte oder dergleichen auf. Er macht ge ltend, eine solche Fraktur entstehe durch Sturz auf den ausgestreckten Arm, wenn versucht wer de, den Sturz mit der Hand abzu- fangen. Ferner führt er aus, dass es sich nicht dem Straf antritt, sondern einem polizeilichen Zugriff entzogen habe. Es sei logisch, dass der Sturz nic ht in den Strafuntersuchungsakten er- wähnt sei, da die Flucht nie thematisiert worden sei. Der damalige Untersuchungsrichter könne die Flucht aber bestätigen. Auch habe Herr K.____ den Sturz unmittelbar beobachten können, ferner habe ihn Herr L.____ mit seinem Auto abgeholt , da er selbst nicht mehr habe ein Fahr- zeug lenken können. Sein damaliger Rechtsvertreter hab e ihm dazumal mitgeteilt, dass er mit Schwierigkeiten rechnen müsse, wenn es sich mit dieser Ge schichte via Deutschland bei der SUVA melden würde. Ferner habe er über keine finanzie llen Mittel verfügt, um seine Verletzun- gen behandeln zu lassen. 4.4. Aufgrund der oben dargelegten Aktenlage kann da von ausgegangen werden, dass sich der Beschwerdeführer am 10. Januar 2002 durch Flucht d em Zugriff der Polizei entzogen hat. Was dabei passiert ist und wie sich die behaupteten Gesch ehensabläufe im Detail zugetragen haben, bleibt allerdings unklar und ist aufgrund der vo rliegenden Akten nicht festzustellen. Ins- besondere lässt sich nicht eruieren, ob der Versicherte bei dem geltend gemachten Ereignis Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht allfällige Verletzungen erlitten hat. Sämtliche Angaben, welche den fraglichen Hergang erhellen könnten, stammen aus dem Jahr 2012 und vom Beschwerdeführe r selber bzw. von seinem ehemaligen Arbeitgeber. Worauf Letzterer seine Angab en stützt, bleibt allerdings ebenfalls un- klar. Erstmals wird vom Beschwerdeführer replicando gel tend gemacht, zwei Zeugen könnten den Vorfall bestätigen. Mit Blick auf die Rechtsprechu ng des Bundesgerichts zu den Aussagen der sogenannten ersten Stunde, wonach die ersten Aussage n einer versicherten Person erfah- rungsgemäss unbefangener und zuverlässiger sind als später e Darstellungen (vgl. oben, Erwä- gung 3.5 hievor), ist fraglich, weshalb der Beschwerdeführer diese Zeugen erst im Beschwerde- verfahren benennt, obwohl er bereits seit längerer Ze it darum gewusst hat, dass die SUVA den von ihm geschilderten Sachverhalt zumindest angezweifel t hat. Diese Zweifel sind denn auch gerechtfertigt. So ist insbesondere nicht nachvollziehbar , weshalb die angerufenen Zeugen in der Lage sein sollen, zweckdienliche Hinweise zum gelten d gemachten Sturzereignis zu ma- chen, obschon der Beschwerdeführer erst unmittelbar nach d eren polizeilichen Anhaltung ge- flüchtet ist (vgl. Haftbefehl des Bezirksstatthalteramts H.____ vom 28. Februar 2002). 4.5 Auf eine Einvernahme der beantragten Zeugen ist aber auch deshalb zu verzichten, weil diese weder einen Ellenbogenbruch noch einen Muskelabri ss in medizinischem Sinne bestäti- gen können, wie sie in ätiologischer Hinsicht nunmehr n ach über zehn Jahren als Ursache der heute noch geklagten Beschwerden vom Versicherten gelten d gemacht werden. Allein der Be- weis des fraglichen Sturzes könnte die behaupteten Verle tzungen zwar allenfalls als möglich, nicht aber als überwiegend erscheinen lassen. Ebenso wär e es hypothetisch denkbar, dass sich der Versicherte die Verletzungen zu einem späteren Z eitpunkt zugezogen hat. Dies gilt umso mehr, als er seit dem geltend gemachten Unfaller eignis in der Folge während rund zehn Jahren im Ausland geweilt hat und seither keinerlei Angaben über ihn vorhanden sind. Der Um- stand, dass es dem Versicherten allenfalls aufgrund der g eltend gemachten Umstände nicht möglich war, sich seither in ärztliche Behandlung zu begeb en, vermag daran nichts zu ändern. Damit aber ist nicht ersichtlich, inwiefern hier eine Ze ugenbefragung zum Unfallereignis weitere Erkenntnisse hervorbringen würde. Der Anspruch auf recht liches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - d ie Pflicht der Behörde zur Beweisabnah- me. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Ansp ruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Str eitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeu gung, dass die vorhandenen Unter- lagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes e rgeben und dieser demnach hinrei- chend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismitte l verzichtet werden. Die damit ver- bundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 3 44 E. 3c in fine mit Hinweisen). Auf eine Befragung der geltend gemachten Zeugen ist demnach zu verzichten. 4.6 Letztlich ist mit Blick auf die ebenfalls strittige U nfallkausalität daran zu erinnern, dass ein traumatisches Ereignis zwar eine pathologische Ursache ausschl iesst, neben dem eigentlichen Unfall jedoch auch Ereignisse umfasst, denen der Charakt er der Ungewöhnlichkeit oder der Plötzlichkeit abgeht (vgl. oben, Erwägung 3.6 hievor). Aus den Arztzeugnissen UVG des Kan- tonsspitals C.____ vom 7. Mai und 12. Juni 2012 geht ei nzig hervor, dass ein Zusammenhang zwischen den erhobenen Befunden und dem vom Patienten g eltend gemachten Ereignis ledig- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich plausibel und damit gerade nicht überwiegend wahrscheinlich erscheint. Was sodann den in der Replik als bildgebend postulierten Nachweis einer unfallkausalen Ellenbogenarthrose be- trifft, legt der Beschwerdeführer hierfür keinerlei m edizinische Berichte oder dergleichen auf. Zumal sich der medizinische Begriff des Traumas ohnehin nicht mit dem Unfallbegriff im rechtli- chen Sinne deckt, lässt sich sein Standpunkt daher auch aus de n vorliegenden medizinischen Unterlagen nicht mit der im Sozialversicherungsrecht gel tenden überwiegenden Wahrschein- lichkeit erhärten. Im vorliegenden Fall ist die Frage n ach dem Verhältnis zwischen einem ur- sächlichen Ereignishergang und der daraus resultierenden Ereignisfolge indessen ohnehin in- sofern unbeachtlich, weil sich die Frage nach der natürlichen Kausalität so lange nicht stellt, als kein versichertes Unfallereignis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorliegt. 4.7 Zusammenfassend ist eine Leistungspflicht der Beschwer degegnerin zu verneinen, weil kein Unfallereignis mit der erforderlichen Wahrscheinli chkeit erstellt ist. Dem Gesagten zufolge liegt damit eine Beweislosigkeit vor, deren Folgen vom Versicherten zu tragen sind. Der An- spruch auf Versicherungsleistungen ist abzulehnen und di e Beschwerde ist demnach abzuwei- sen. 5. Es verbleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG sind für das vorlie- gende Verfahren keine Verfahrenskosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind bei dem nicht vertretenen Beschwerdeführer wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.