<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">369</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>IV. Schulrecht</b></span><br/> <span class="ft3"><b>79</b></span> <span class="ft3"><b>Zuweisung eines Schülers in die Oberstufe einer anderen Gemeinde</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Behördenbeschwerde</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Zuweisung in auswärtige Schule aus wichtigen Gründen; psychische</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Verfassung eines Schülers</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Zuweisungsentscheid präjudiziert Schulgeldtragung</b></span><br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Regierungsrats vom 8. November 2017, in Sachen</span><br/> <span class="ft5">Schulpflege A. gegen den Entscheid des Schulrats des Bezirks B. betreffend</span><br/> <span class="ft5">Zuweisung von X. in die Oberstufe in C.</span><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft7">1.</span><br/> <span class="ft7">(...) Vorliegend besteht keine spezialgesetzliche Ermächtigung</span><br/> <span class="ft7">der Schulpflege zur Erhebung einer Behördenbeschwerde gemäss</span><br/> <span class="ft7">§ 42 Abs. 1 lit. a VRPG, weshalb die Schulpflege als Vorinstanz ein</span><br/> <span class="ft7">schutzwürdiges Interesse an der Beschwerdeführung gemäss § 42</span><br/> <span class="ft7">Abs. 1 lit. b VRPG aufweisen muss.</span><br/> <span class="ft7">(...) Der Entscheid der Vorinstanz, den Beschwerdegegner nicht</span><br/> <span class="ft7">der Sekundarschule in A., wie dies die Schulpflege A. (Beschwerde-</span><br/> <span class="ft7">führerin) anordnete, sondern der Sekundarschule in C. zuzuteilen,</span><br/> <span class="ft7">berührt den schulorganisatorischen Selbstverantwortungsbereich der</span><br/> <span class="ft7">Beschwerdeführerin, womit sie vorliegend zur Beschwerde befugt</span><br/> <span class="ft7">ist. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-</span><br/> <span class="ft7">schwerde wird eingetreten.</span><br/> <span class="ft7">2.</span><br/> <span class="ft7">2.1</span><br/> <span class="ft7">Der Beschwerdegegner stand auf das Schuljahr 2017/18 hin vor</span><br/> <span class="ft7">dem Übertritt in die 1. Klasse der Sekundarschule. Er wohnt zusam-</span><br/> <span class="ft7">men mit seiner Mutter im Weiler Y, der durch ein hügeliges Waldge-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">370</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">biet (...) vom restlichen Gemeindegebiet von A. abgetrennt ist und</span><br/> <span class="ft7">rund 4,4 km von der (...) Schulanlage entfernt liegt (...). Aufgrund</span><br/> <span class="ft7">der unmittelbaren Nähe zum Gemeindegebiet von U. konnte er mit</span><br/> <span class="ft7">Bewilligung der Schulpflege A. die rund 2,4 km entfernte Primar-</span><br/> <span class="ft7">schule in U. besuchen (...).</span><br/> <span class="ft7">Die Gemeinde A. führt alle Typen der Oberstufe, also auch eine</span><br/> <span class="ft7">Sekundarschule, womit die Schülerinnen und Schüler aus A. in der</span><br/> <span class="ft7">Regel die Oberstufe im Ort besuchen, wohingegen die Kinder aus U.</span><br/> <span class="ft7">die Oberstufe in C. besuchen, da U. im Schulkreis C. liegt (...).</span><br/> <span class="ft7">Vorliegend ist strittig, ob beim Beschwerdegegner wichtige Gründe</span><br/> <span class="ft7">für ein Abweichen vom ordentlichen Schulort A. vorliegen.</span><br/> <span class="ft7">2.2</span><br/> <span class="ft7">Die Beschwerdeführerin wies das Gesuch der Eltern vom</span><br/> <span class="ft7">28. Januar 2017 um Zuweisung ihres Sohns an die Oberstufe in C.</span><br/> <span class="ft7">am 8. März 2017 ab und erwog dabei im Wesentlichen, dass der</span><br/> <span class="ft7">Schulweg für einen Oberstufenschüler zumutbar sei. Je nach Fahr-</span><br/> <span class="ft7">route mit dem Velo könne gewissen Punkten ausgewichen werden.</span><br/> <span class="ft7">Der Weg sei zudem kürzer als nach C. Den Eltern sei schon bei der</span><br/> <span class="ft7">Bewilligung des Primarschulbesuchs in U. von Anfang an kommuni-</span><br/> <span class="ft7">ziert worden, dass die Oberstufe in A. zu besuchen sei. (...)</span><br/> <span class="ft7">Die vom Beschwerdegegner angestrengte Beschwerde hiess die</span><br/> <span class="ft7">Vorinstanz gut. Sie stützte sich dabei massgeblich auf die Beurtei-</span><br/> <span class="ft7">lung des Schulpsychologischen Dienstes (SPD) ab, wonach der Be-</span><br/> <span class="ft7">schwerdegegner stark unter der jahrelangen häuslichen Gewalt der</span><br/> <span class="ft7">Eltern gelitten habe. Die Vorinstanz schloss, dass von einer nicht ge-</span><br/> <span class="ft7">ringen Beeinträchtigung seiner psychischen Verfassung und einem</span><br/> <span class="ft7">grossen Loyalitätskonflikt ausgegangen werden müsse. Für die wei-</span><br/> <span class="ft7">tere Entwicklung des Beschwerdegegners sei es eminent wichtig,</span><br/> <span class="ft7">dass er den anstehenden grossen Schritt an die Oberstufe zusammen</span><br/> <span class="ft7">mit seinen jetzigen Schulkolleginnen und Schulkollegen machen</span><br/> <span class="ft7">könne. Es handle sich dabei um einen wesentlichen Faktor für seine</span><br/> <span class="ft7">psychische Befindlichkeit, weshalb der Besuch der Oberstufe in C.</span><br/> <span class="ft7">zu bewilligen sei (...).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">371</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">3.</span><br/> <span class="ft7">3.1 (...)</span><br/> <span class="ft7">3.2 (...)</span><br/> <span class="ft7">4.</span><br/> <span class="ft7">4.1 (...)</span><br/> <span class="ft7">4.2 (...)</span><br/> <span class="ft7">5.</span><br/> <span class="ft7">5.1</span><br/> <span class="ft7">(...) Die Schulpflicht ist in der Regel in den öffentlichen Schu-</span><br/> <span class="ft7">len der Wohngemeinde oder des Schulkreises, zu dem die Wohnge-</span><br/> <span class="ft7">meinde gehört, zu erfüllen (§ 6 Abs. 1 Schulgesetz). Erfolgt der</span><br/> <span class="ft7">Unterrichtsbesuch ohne wichtige Gründe an der öffentlichen Schule</span><br/> <span class="ft7">einer anderen Gemeinde, entfällt die Unentgeltlichkeit (§ 6 Abs. 2</span><br/> <span class="ft7">Schulgesetz).</span><br/> <span class="ft7">(...)</span><br/> <span class="ft7">Ein Anspruch auf einen unentgeltlichen auswärtigen Schulbe-</span><br/> <span class="ft7">such besteht einerseits dann, wenn eine bestimmte Schulstufe oder</span><br/> <span class="ft7">ein Schultypus in der Aufenthaltsgemeinde selbst nicht geführt wird</span><br/> <span class="ft7">(vgl. § 52 Abs. 1 Schulgesetz) und andererseits in den Fällen, in de-</span><br/> <span class="ft7">nen ausnahmsweise aus wichtigen Gründen von der Regel des Schul-</span><br/> <span class="ft7">besuchs in der Aufenthaltsgemeinde abgewichen werden muss.</span><br/> <span class="ft7">Vorausgesetzt wird, dass eine besondere Situation vorliegt, bei der</span><br/> <span class="ft7">die Anwendung von § 6 Abs. 1 Schulgesetz nicht sachgerecht wäre</span><br/> <span class="ft7">und zu Härten und Unbilligkeiten führen würde, so dass dem</span><br/> <span class="ft7">betroffenen Kind der Schulbesuch in der Wohnorts- beziehungsweise</span><br/> <span class="ft7">Aufenthaltsgemeinde nicht zugemutet werden kann. (...)</span><br/> <span class="ft7">5.2</span><br/> <span class="ft7">5.2.1 (...)</span><br/> <span class="ft7">5.2.2</span><br/> <span class="ft7">Die Vorinstanz stützt sich massgeblich auf die Beurteilung des</span><br/> <span class="ft7">SPD ab. Der Fachpsychologe für Kinder und Jugendliche kennt die</span><br/> <span class="ft7">Familie als Mitglied des Fachteams gegen häusliche Gewalt des</span><br/> <span class="ft7">schulpsychologischen Diensts. Er stand seit Februar 2016 mit den El-</span><br/> <span class="ft7">tern und den beiden Kindern beratend in Kontakt. Seine fach-</span><br/> <span class="ft7">psychologische Beurteilung lautet wie folgt (Auszug aus dem Schrei-</span><br/> <span class="ft7">ben vom 8. März 2017):</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">372</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">"(...) Häusliche Gewalt gehört zu den schwersten familiären Be-</span><br/> <span class="ft7">lastungen, denen Kinder ausgesetzt sein können, weil sie unbe-</span><br/> <span class="ft7">rechenbar ist, weil Kinder beide Eltern gern haben und nicht verste-</span><br/> <span class="ft7">hen, warum sie sich streiten. Der Beschwerdegegner ist schuldlos an</span><br/> <span class="ft7">der schwierigen Familiensituation. Für die Schullaufbahn des Be-</span><br/> <span class="ft7">schwerdegegners ist es meiner Meinung nach entscheidend, ob er</span><br/> <span class="ft7">weiter mit seinen Kollegen zur Schule gehen kann oder nicht, denn</span><br/> <span class="ft7">gute Kollegen geben einem Kind Halt in einer neuen Situation wie</span><br/> <span class="ft7">einem Schulwechsel. Ich wünsche mir, dass der Beschwerdegegner</span><br/> <span class="ft7">nach allen Stürmen und den sich jetzt lichtenden Wolken einen sei-</span><br/> <span class="ft7">nem Potenzial entsprechenden Schulabschluss machen und ins</span><br/> <span class="ft7">Berufsleben übertreten kann. Ich bin überzeugt davon, dass die Ge-</span><br/> <span class="ft7">lingensbedingungen für den Beschwerdegegner deutlich besser und</span><br/> <span class="ft7">sicherer sind, wenn er gleich zu Beginn der neuen Schulstufe sozial</span><br/> <span class="ft7">gut eingebettet ist."</span><br/> <span class="ft7">5.2.3</span><br/> <span class="ft7">Schulpsychologische Beurteilungen beruhen auf besonderen</span><br/> <span class="ft7">Fachkenntnissen, weshalb die Rechtsprechung für die darin festge-</span><br/> <span class="ft7">haltenen Tatsachen und Schlussfolgerungen eine Richtigkeitsvermu-</span><br/> <span class="ft7">tung statuiert. Es bedarf triftiger Gründe im Sinne von gewichtigen,</span><br/> <span class="ft7">zuverlässig begründeten Tatsachen oder Indizien, welche die Über-</span><br/> <span class="ft7">zeugungskraft des Gutachtens ernsthaft erschüttern, um von einem</span><br/> <span class="ft7">solchen Gutachten abzuweichen. Ein Grund zum Abweichen liegt</span><br/> <span class="ft7">insbesondere vor, wenn das Gutachten in sich widersprüchlich oder</span><br/> <span class="ft7">offensichtlich lückenhaft ist, auf irrtümlichen tatsächlichen Grundla-</span><br/> <span class="ft7">gen beruht oder wenn ein durch eine Rechtsmittelinstanz angeordne-</span><br/> <span class="ft7">tes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolge-</span><br/> <span class="ft7">rungen gelangt (BGE 137 V 210 E. 1.3.4; Urteil des Bundesgerichts</span><br/> <span class="ft7">2C_703/2016 vom 29. August 2016 E. 3.2 mit Verweis auf das Urteil</span><br/> <span class="ft7">des St. Galler Verwaltungsgerichts B 2016/7 vom 28. Juni 2016 E.</span><br/> <span class="ft7">5.2 f. betreffend Beweiswert von Gutachten des SPD; R</span><span class="ft5">EGINA</span><br/> <span class="ft7">K</span><span class="ft5">IENER</span><span class="ft7">/B</span><span class="ft5">ERNHARD</span> <span class="ft7">R</span><span class="ft5">ÜTSCHE</span><span class="ft7">/M</span><span class="ft5">ATHIAS</span> <span class="ft7">K</span><span class="ft5">UHN</span><span class="ft7">, Öffentliches Verfah-</span><br/> <span class="ft7">rensrecht, 2. Auflage, Zürich 2015, N 775).</span><br/> <span class="ft7">Die Beurteilung des Schulpsychologen stützt sich auf Ge-</span><br/> <span class="ft7">spräche mit dem Beschwerdegegner und seinen Eltern in jüngerer</span><br/> <span class="ft7">Zeit, beruht auf besonderer Dossier- und Fachkenntnis und ist in sei-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">373</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">ner Argumentation und Schlussfolgerung stringent. Auch seitens der</span><br/> <span class="ft7">Beschwerdeführerin werden keine Zweifel an der fachlichen</span><br/> <span class="ft7">Korrektheit der schulpsychologischen Beurteilung vorgetragen. Sie</span><br/> <span class="ft7">bringt nur allgemein vor, dass auch Gründe für einen Besuch der</span><br/> <span class="ft7">Oberstufe in A. sprechen würden (kleinere Schule, kürzerer Schul-</span><br/> <span class="ft7">weg). Jedenfalls können ihre Vorbringen die schulpsychologische</span><br/> <span class="ft7">Beurteilung nicht in Zweifel ziehen.</span><br/> <span class="ft7">5.2.4</span><br/> <span class="ft7">Den vorinstanzlichen Erwägungen, die sich massgeblich auf die</span><br/> <span class="ft7">Beurteilung des SPD abstützen, ist vollumfänglich beizupflichten. Es</span><br/> <span class="ft7">ist für den Beschwerdegegner angesichts der psychischen Belastung</span><br/> <span class="ft7">der vergangenen Jahre absolut essentiell, dass er den grossen Schritt</span><br/> <span class="ft7">an die Oberstufe zusammen mit gewissen seiner Schulkolleginnen</span><br/> <span class="ft7">und Schulkollegen gehen kann. Aufgrund der vergangenen familiä-</span><br/> <span class="ft7">ren Belastungssituation ist es nachvollziehbar, dass das bekannte</span><br/> <span class="ft7">soziale Umfeld für seine psychische Stabilität und für die Nutzung</span><br/> <span class="ft7">seiner schulischen Leistungsfähigkeit überdurchschnittlich wichtig</span><br/> <span class="ft7">ist. Der Beschwerdeführerin ist insoweit beizupflichten, dass Schul-</span><br/> <span class="ft7">kindern in der Regel der Wechsel an die Oberstufe auch dann gelingt,</span><br/> <span class="ft7">wenn sie in eine komplett neue Klasse kommen. Im konkreten</span><br/> <span class="ft7">Einzelfall waren die Vorbedingungen für einen solchen Wechsel -</span><br/> <span class="ft7">ausweislich der fachpsychologischen Beurteilung - alles andere als</span><br/> <span class="ft7">optimal, weshalb im Sinn des Kindeswohls eine Ausnahme zu ma-</span><br/> <span class="ft7">chen ist. Das private Interesse des Beschwerdegegners überwiegt das</span><br/> <span class="ft7">öffentliche Interesse an einer ordnungsgemässen Schulplanung klar,</span><br/> <span class="ft7">weshalb die Beschwerde abzuweisen und der vorinstanzliche Ent-</span><br/> <span class="ft7">scheid (Zuweisung des Beschwerdegegners an die Sekundarschule in</span><br/> <span class="ft7">C.) somit zu bestätigen ist.</span><br/> <span class="ft7">5.3</span><br/> <span class="ft7">Angesichts dieses Resultats kann die Beurteilung weiterer Fra-</span><br/> <span class="ft7">gen, wie die vom Beschwerdegegner geltend gemachte Gefährlich-</span><br/> <span class="ft7">keit des Schulwegs an die Sekundarschule in A. offen bleiben. Dage-</span><br/> <span class="ft7">gen ist es sinnvoll, auf die von der Beschwerdeführerin aufgeworfene</span><br/> <span class="ft7">Frage nach der Tragung des Schulgelds einzugehen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">374</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">5.3.1</span><br/> <span class="ft7">Es ist davon auszugehen, dass die Unsicherheit in der Schul-</span><br/> <span class="ft7">geldfrage entstanden ist, da gemäss § 6 Abs. 1 der Verordnung über</span><br/> <span class="ft7">das Schulgeld der Gemeinderat über die Übernahme des Schulgelds</span><br/> <span class="ft7">beschliesst und nicht die Schulpflege. Möchten Eltern, dass ihr Kind</span><br/> <span class="ft7">in einer anderen öffentlichen Schule unterrichtet wird, müssen sie die</span><br/> <span class="ft7">aufnehmende Schule um Aufnahme ersuchen. Wird das Kind aufge-</span><br/> <span class="ft7">nommen, haben grundsätzlich die Eltern das anfallende Schulgeld zu</span><br/> <span class="ft7">übernehmen, ausser es liege ein wichtiger Grund für eine auswärtige</span><br/> <span class="ft7">Beschulung vor (§ 6 Abs. 2 Schulgesetz). (...)</span><br/> <span class="ft7">Vorliegend ersuchte der Beschwerdegegner nicht den Gemein-</span><br/> <span class="ft7">derat A. um Übernahme des Schulgelds. Es wurde ein anderer</span><br/> <span class="ft7">Verfahrensweg eingeschlagen, indem nicht die Schulgeldfrage zum</span><br/> <span class="ft7">(primären) Verfahrensgegenstand gemacht wurde, sondern der Zu-</span><br/> <span class="ft7">weisungsort eines Laufbahnentscheids (A. oder C.). Entsprechend</span><br/> <span class="ft7">wurde die Schulpflege A. um eine Ausnahmebewilligung ersucht.</span><br/> <span class="ft7">Weist die Schulpflege eine Schülerin beziehungsweise einen</span><br/> <span class="ft7">Schüler einem öffentlichen Schulangebot zu, bindet dieser Entscheid</span><br/> <span class="ft7">die Gemeinde auch finanziell, womit sie bei einer auswärtigen Zu-</span><br/> <span class="ft7">weisung auch das entsprechende Schulgeld zu tragen hat. Weist die</span><br/> <span class="ft7">Schulpflege in eine auswärtige Schule zu, ist der wichtige Grund, der</span><br/> <span class="ft7">die Verpflichtung zur Schulgeldübernahme nach sich zieht, unwider-</span><br/> <span class="ft7">legbar bejaht. An den Entscheid der Schulpflege ist auch der Ge-</span><br/> <span class="ft7">meinderat gebunden (§ 73 Abs. 1 in Verbindung mit §§ 52 Abs. 1</span><br/> <span class="ft7">und 6 Abs. 2 Schulgesetz; Urteil des Verwaltungsgerichts vom</span><br/> <span class="ft7">10. November</span> <span class="ft7">1998</span> <span class="ft7">in</span> <span class="ft7">Sachen</span> <span class="ft7">Einwohnergemeinde</span> <span class="ft7">B.,</span><br/> <span class="ft7">BE.97.00131-K2, E. 3 c) dd, Seite 9). Dies gilt ebenso für Beschwer-</span><br/> <span class="ft7">deentscheide einer der Schulpflege nachgelagerten Rechtsmittel-</span><br/> <span class="ft7">instanz. Indem die Vorinstanz den Beschwerdegegner der Sekundar-</span><br/> <span class="ft7">schule in C. zuwies und der Regierungsrat diesen Entscheid stützt, ist</span><br/> <span class="ft7">die Gemeinde A. zur Bezahlung des Schulgelds an die Gemeinde C.</span><br/> <span class="ft7">verpflichtet. (...)</span><br/></div> </div> </body> </html>