<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00086</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205109&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00086</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.06.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 30.08.2005 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Niederlassungs- und Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Beschwerdeführerin, Staatsangehörige der Türkei, erhielt im April 2002 im Rahmen des Familiennachzugs als Kind eines Schweizer Bürgers eine Niederlassungsbewilligung. Dabei gab ihr Vater gegenüber der Fremdenpolizeibehörde gutgläubig an, dass die Beschwerdeführerin ledig sei, keine Kinder habe und auch nicht in Erwartung sei. Im Oktober 2002 ersuchte die Beschwerdeführerin um Bewilligung des Nachzugs ihrer Tochter. In der Folge wurde ihre Niederlassungsbewilligung widerrufen. Die Beschwerdeführerin macht vor allem geltend, dass sie ihr uneheliches - allerdings immerhin einer Imam-Ehe entstammendes - Kind gegenüber ihrem Vater habe verschweigen müssen, da es noch heute zahlreiche "Ehrenmorde" gebe. <br/>Die Anwendung von Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG (Widerruf der Niederlassungsbewilligung, wenn der Ausländer sie durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat) setzt nicht voraus, dass die vorsätzlich handelnde Person die falschen Angaben unmittelbar gegenüber der Fremdenpolizeibehörde mache (E. 4.1). Hinzu kommt, dass sich die Beschwerdeführerin auch nach ihrer Einreise in die Schweiz aus freien Stücken wiederum in der Türkei aufgehalten hat, was zeigt, dass sie nicht der von ihr behaupteten Gefahr ausgesetzt ist (E. 4.2).<br/>Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 2 Abs. I ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 3 Abs. II ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 Abs. IV lit. lit. a ANAG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A<span class="UrteilstextChar">, geboren 1983, tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige, reiste im Dezember 1997 in die Schweiz ein und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs alsbald eine Niederlassungsbewilligung. Im Januar 2000 kehrte sie in die TÃ¼rkei zurÃ¼ck, heiratete nach islamischem Recht ihren Landsmann C, gebore</span>n 1977, und gebar im Februar 2001 die gemeinsame Tochter D.</p> <p class="Sachverhalt2">Am 10. Mai 2001 stellte der Vater von A, der in der Schweiz eingebÃ¼rgerte E, erneut ein Gesuch um Bewilligung des Nachzugs seiner Tochter. In einer eidesstattlichen ErklÃ¤rung vom 8. Januar 2002 gab er an, seine Tochter sei ledig, habe keine Kinder und sei auch nicht in Erwartung. Im April 2002 reiste A mit einem entsprechenden Visum in die Schweiz ein und erhielt am 25. April 2002 eine Niederlassungsbewilligung.</p> <p class="Sachverhalt2">A heiratete am 25. Juli 2002 in der TÃ¼rkei C auch noch standesamtlich und ersuchte Mitte Oktober 2002 die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich, Migrationsamt, um Bewilligung des Nachzugs ihrer Tochter D.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 6. Juni 2003 widerrief die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit As Niederlassungsbewilligung und lehnte auch das Nachzugsbegehren ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen rekurrierte A am 11. Juli 2003 an den Regierungsrat. Dieser wies den Rekurs mit Beschluss vom 19. Januar 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen liess A am 23. Februar 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, (1) den angefochtenen Regierungsratsbeschluss aufzuheben, (2) festzustellen, dass sie nach wie vor Ã¼ber die Niederlassungsbewilligung verfÃ¼ge, und (3) ihrer Tochter D die Einreise und den Aufenthalt im Kanton ZÃ¼rich zu bewilligen â alles unter EntschÃ¤digungs- und Kostenfolge zulasten des Regierungsrates bzw. der Staatskasse.</p> <p class="Urteilstext">Die Staatskanzlei beantragte namens des Regierungsrates, die Beschwerde abzuweisen; die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit verzichtete stillschweigend darauf, die Beschwerde zu beantworten. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Das ist der Fall bei Entscheiden Ã¼ber den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 in Verbindung mit Art. 101 lit. d des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 [OG]). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist insoweit einzutreten.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin richtet ihre Beschwerde zudem gegen die Verweigerung des Familiennachzugs fÃ¼r ihre minderjÃ¤hrige Tochter. Hier ist die Beschwerde nur zulÃ¤ssig, sofern der oder die auslÃ¤ndische StaatsangehÃ¶rige einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch auf Erteilen einer Bewilligung hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG; BGE 128 II 145 E. 1.1.1). Einen solchen Anspruch verleihen Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG), Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) sowie Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 ledigen Kindern unter 18 Jahren von hier niedergelassenen und daher gefestigt anwesenheitsberechtigten Personen mit auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit bei ErfÃ¼llen weiterer Bedingungen (vgl. BGE 127 II 60 E. 1, 129 II 249 E. 1 f.). Wie sich sogleich zeigt, erfolgte jedoch der Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu Recht. Deshalb entfÃ¤llt ein Anspruch auf Familiennachzug zum vornherein und kann auf den entsprechenden Antrag nicht eingetreten werden (VGr, 17. November 2004, VB.2004.00353, E. 1 Abs. 2, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn der AuslÃ¤nder sie durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat (Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG). Ein solcher Widerruf setzt nach der Rechtsprechung voraus, dass der AuslÃ¤nder wissentlich falsche Angaben machte oder wesentliche Tatsachen verschwieg, in der Absicht, gestÃ¼tzt darauf die Niederlassungsbewilligung zu erhalten. Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG ist der AuslÃ¤nder verpflichtet, der BehÃ¶rde wahrheitsgetreu Ã¼ber alles Auskunft zu geben, was fÃ¼r den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann. Das TÃ¤uschen der BewilligungsbehÃ¶rde muss absichtlich erfolgt sein, wobei Eventualvorsatz genÃ¼gt. Nicht zwingende Voraussetzung bildet, dass bei richtigen Angaben eine Bewilligung verweigert worden wÃ¤re. Immerhin muss es sich aber um wesentliche Tatsachen handeln, das heisst solche, die den behÃ¶rdlichen Entscheid Ã¼ber­haupt zu beeinflussen vermochten (VGr, 7. Januar 2004, VB.2003.00392, E. 3.1, und 17. November 2004, VB.2004.00353, E. 2.1, beide unter www.vgrzh.ch; RB 1999 Nr. 41 E. 1; Andreas ZÃ¼nd, Beendigung der Anwesenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: Peter Uebersax et al. [Hrsg.], AuslÃ¤n­derrecht, Basel etc. 2002, Rz. 6.16 f.).</p> <p class="Erwgung2">Nach Art. 2 Abs. 1 Satz 2 ANAG muss sich der AuslÃ¤nder, der zur Ãbersiedlung eingereist ist, binnen acht Tagen bei der FremdenpolizeibehÃ¶rde des Aufenthaltsortes zur Regelung der Bedingungen seiner Anwesenheit anmelden; er ist dabei verpflichtet, der BehÃ¶rde Ã¼ber alles, was fÃ¼r den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann, wahrheitsgetreu Auskunft zu gegeben (Art. 3 Abs. 2 ANAG). <span>Wesentlich sind dabei nicht nur UmstÃ¤nde, nach denen die Fremdenpolizei ausdrÃ¼cklich fragt, sondern auch solche, von denen die gesuchstellende Person wissen muss, dass sie fÃ¼r den Bewilligungsentscheid relevant sind.</span> Den AuslÃ¤nder trifft mit anderen Worten eine Informationspflicht.<span> <span>Hiervon ist er selbst dann nicht befreit, wenn die FremdenpolizeibehÃ¶rde die fragliche Tatsache bei gebotener Sorgfalt selbst hÃ¤tte ermitteln kÃ¶nnen</span></span><span> </span>(vgl. BGr, 20. Februar 2004, 2A.485/2003, E. 2.1, und<span> 16. MÃ¤rz 2000, 2A.366/1999, E. 3d, beide unter</span> www.bger.ch).<span> </span>Zudem muss sich der Inhaber der Bewilligung das Verhalten jener Personen anrechnen lassen, zu der er in einer fÃ¼r das Erteilen der Bewilligung erheblichen Beziehung stand (BGE 112 Ib 473 E. 3b+d).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Niederlassungsbewilligung ist der BeschwerdefÃ¼hrerin gemÃ¤ss den Bestimmungen Ã¼ber den Familiennachzug erteilt worden. GemÃ¤ss Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG haben ledige Kinder unter 18 Jahren Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung ihrer Eltern, sofern sie mit diesen zusammenwohnen. So ist gemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Nachzug von gemeinsamen, minderjÃ¤hrigen und ledigen Kindern im Allgemeinen jederzeit zulÃ¤ssig; es besteht ein grundsÃ¤tzlich unbedingter Anspruch auf Familiennachzug. Vorbehalten bleibt einzig das Verbot des Rechtsmissbrauchs, namentlich dann, wenn Ã¼berhaupt kein gemeinsames Zusammenleben angestrebt wird (BGE 126 II 329 E. 3b, 129 II 11 E. 3.1.2; BGr, 25. August, 2A.273/2000, E. 2b, www.bger.ch). Diese Bestimmung gilt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sinngemÃ¤ss auch fÃ¼r auslÃ¤ndische Kinder einer Schweizer BÃ¼rgerin oder eines Schweizer BÃ¼rgers (BGE 118 Ib 153 E. 1b). Massgebend ist dabei das Alter des Kindes im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs (BGE 124 II 361 E. 4b, 120 Ib 257 E. 1f).</p> <p class="Erwgung2">Da die BeschwerdefÃ¼hrerin im Zeitpunkt der Gesuchstellung mit 17 ½ Jahren kurz vor dem Erreichen der VolljÃ¤hrigkeit stand, waren die von der Beschwerdegegnerin verlangten Angaben, namentlich die Zusicherung, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ledig sei und weder bereits eigene Kinder habe noch solche in Erwartung seien, wie die vorstehenden AusfÃ¼hrungen aufzeigen, ein wichtiges Kriterium fÃ¼r ihre Zulassung.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Nach Auffassung der Vorinstanz steht aufgrund des Verschweigens der wesentlichen Tatsachen â dem Bestehen einer Imam-Ehe und der daraus hervorgegangenen Tochter â ausser Frage, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin schon bei der Stellung des Gesuchs um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung die Absicht verfolgt habe, spÃ¤ter den Nachzug ihrer Tochter zu beantragen. Dass der Vater der BeschwerdefÃ¼hrerin beim Einreisegesuch fÃ¼r seine Tochter nicht vorsÃ¤tzlich falsche Angaben gemacht habe, sei unerheblich, da dieses lediglich die Einreise in die Schweiz (ErmÃ¤chtigung zur Visumserteilung) betroffen habe.</p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin lÃ¤sst dagegen einwenden, dass die materielle PrÃ¼fung des Gesuchs in der Praxis immer vor der Erteilung der Einreisebewilligung erfolge; folglich frage sich, ob sie Anlass gehabt haben mÃ¼sse, bei ihrer Anmeldung â gemeint ist das von der BeschwerdefÃ¼hrerin persÃ¶nlich gestellte Gesuch um Aufenthaltsbewilligung â die BehÃ¶rden darauf aufmerksam zu machen, dass sie in der TÃ¼rkei ein Kind geboren habe, was zu verneinen sei. Schliesslich liege ein Rechtfertigungsgrund fÃ¼r ihr Verhalten vor: Sie habe ihr uneheliches Kind gegenÃ¼ber ihrem Vater verschweigen mÃ¼sse, da es noch heute zahlreiche "Ehrenmorde" gebe.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Einreisegesuch fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin hat ihr Vater gestellt. Er erklÃ¤rte dabei eidesstattlich, dass diese ledig sei und keine Kinder habe. GestÃ¼tzt auf die Angaben des Vaters und auf Ersuchen der Beschwerdegegnerin hin ermÃ¤chtigte das Bundesamt fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen (heute: Bundesamt fÃ¼r Migration) am 15. Februar 2002 die Schweizer Vertretung in Ankara zur Visumerteilung an die BeschwerdefÃ¼hrerin, die sodann am 4. April 2002 in die Schweiz einreiste. Nach der Einreise meldete sich die BeschwerdefÃ¼hrerin bei der fÃ¼r ihren Aufenthalts- bzw. Wohnort zustÃ¤ndigen Einwohnerkontrolle zur Regelung ihres Aufenthalts und stellte ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Bereits am 25. April 2002 erhielt sie die Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Das Visum zur Einreise in die Schweiz wurde der BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund der Angaben ihres Vaters und zum Zweck des Verbleibs bei den Eltern erteilt. Aus dem zeitlichen Ablauf erhellt, dass die Beschwerdegegnerin die Erteilung der Niederlassungsbewilligung an die BeschwerdefÃ¼hrerin daran knÃ¼pfte; der Vater handelte als gesetzlicher Vertreter seiner in jenem Zeitpunkt minderjÃ¤hrigen Tochter. Massgebend fÃ¼r die Beschwerdegegnerin waren Ã¼berdies die VerhÃ¤ltnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs vom 10. Mai 2001 und die in der Folge von ihr geforderten Angaben (vorn 3.1). Der Anmeldung auf dem Personenmeldeamt kommt daher in der vorliegenden Konstellation â Nachzugsbegehren des gesetzlichen Vertreters fÃ¼r ein im Zeitpunkt der Gesuchstellung unter 18-jÃ¤hriges und lediges Kind â entgegen der Auffassung der Vorinstanz keine entscheidende Bedeutung mehr zu, sodass auch der in diesem Zusammenhang von der BeschwerdefÃ¼hrerin erhobene Vorwurf der Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs von vornherein dahin fÃ¤llt.</p> <p class="Erwgung2">Aufgrund der Akten lÃ¤sst sich schliessen, dass der Vater die BehÃ¶rden nicht tÃ¤uschen wollte; auch die Bezirksanwaltschaft ZÃ¼rich stellte die Strafuntersuchung gegen den Vater wegen Erschleichens einer falschen Beurkundung mit VerfÃ¼gung vom 18./25. August 2003 ein. Indessen kann dies nicht dazu fÃ¼hren, dass die der BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund der gutglÃ¤ubigen Angaben des Vaters erteilte Niederlassungsbewilligung nicht widerrufen werden kann. Entscheidend ist nur, dass gegenÃ¼ber der Beschwerdegegnerin wesentliche Angaben wÃ¤hrend des Bewilligungsverfahrens nicht gemacht bzw. verschwiegen worden sind (so VGr, 23. MÃ¤rz 2005, VB.2004.00510, E. 2.1.1; vgl. ferner auch BGr, 27. November 1995, 2A.13/1995, auszugsweise wiedergegeben in AJP 1997, S. 482 f.). Das Verhalten und Wissen der BeschwerdefÃ¼hrerin ist daher ihrem gesetzlichen Vertreter zuzurechnen. Die Anwendung von Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG setzt nicht voraus, dass die vorsÃ¤tzlich handelnde Person die falschen Angaben unmittelbar gegenÃ¼ber der FremdenpolizeibehÃ¶rde machen muss. Dadurch kÃ¶nnte diese Bestimmung umgangen werden, indem wie hier die BeschwerdefÃ¼hrerin ihrem Vater vorsÃ¤tzlich wesentliche Tatsachen verschweigt, und dieser alsdann sozusagen als "Tatmittler" (in Anlehnung an die strafrechtliche Terminologie) der BehÃ¶rde falsche Angaben macht.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rechtfertigt das Verschweigen ihres Kindes und der Imam-Ehe gegenÃ¼ber ihrem Vater unter Hinweis auf den ihr drohenden "Ehrenmord". Dabei verstrickt sie sich indes in WidersprÃ¼che; und Ã¼berhaupt ist es â worauf nicht nÃ¤her einzugehen ist â fraglich, ob Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG durch einen "aussergesetzlichen Rechtfertigungsgrund" die Anwendung versagt werden kann. So hat sich die BeschwerdefÃ¼hrerin auch nach ihrer Einreise in die Schweiz aus freien StÃ¼cken wiederum in der TÃ¼rkei aufgehalten und ist aufgrund einer dortigen Zufallsbekanntschaft wieder schwanger geworden. Schon das zeigt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin in der TÃ¼rkei nicht der von ihr behaupteten Gefahr ausgesetzt ist. Hinzu kommt, dass die Imam-Heirat vor der Geburt ihrer Tochter D geschlossen wurde; nach islamischem Recht, das freilich vom tÃ¼rkischen Staat nicht anerkannt wird, ist ihre Tochter demnach gerade nicht unehelich geboren, sondern es fehlte nur, aber immerhin, die Zustimmung ihres Vaters zur Imam-Ehe. In diesem Lichte ist denn auch das Schreiben der Schweizerischen FlÃ¼chtlingshilfe vom 10. April 2003 zu lesen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes fÃ¼hrt nicht zwingend dazu, dass die Niederlassungsbewilligung auch wirklich zu widerrufen ist. Die BehÃ¶rde hat vielmehr nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen zu entscheiden, ob der Widerruf verhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist (BGE 112 Ib 473 E. 4; VGr, 17. November 2004, VB.2004.00353, E. 2.3, www.vgrzh.ch). Ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist in der Regel dann nicht verhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn die Bewilligung auch bei vollstÃ¤ndiger Kenntnis der wesentlichen Tatsachen hÃ¤tte erteilt werden mÃ¼ssen (BGr, 20. Juni 2002, 2A.57/2002, E. 2.2, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung2">Den Verwaltungsinstanzen kommt dabei ein gewisses Ermessen zu. Dessen AusÃ¼bung Ã¼berprÃ¼ft das Verwaltungsgericht gemÃ¤ss § 50 VRG in Verbindung mit Art. 98a und 104 OG nur auf Ãberschreiten oder Missbrauch hin. Beim Ermessensentscheid analog Art. 11 Abs. 3 ANAG gilt es sinngemÃ¤ss auch Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder anzuwenden. Danach sind fÃ¼r die Beurteilung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit namentlich die Schwere des Verschuldens des AuslÃ¤nders, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berÃ¼cksichtigen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die Vorinstanz hat die Frage der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin umfassend gewÃ¼rdigt. Es kann nach § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG auf die zutreffenden AusfÃ¼hrungen verwiesen werden. Daran Ã¤ndert nichts, dass die (zivilrechtliche) Ehe mit C inzwischen geschieden und Letzterem das Sorgerecht fÃ¼r die Tochter D zugesprochen wurde. Ebenso wenig spricht die erneute Schwangerschaft gegen die Zumutbarkeit einer RÃ¼ckkehr in die TÃ¼rkei.</p> <p class="Erwgung2">Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin schliesslich geltend macht, dass ihr in der TÃ¼rkei ein Leben ohne menschenwÃ¼rdige Existenz und die Gefahr von schweren kÃ¶rperlichen und seelischen SchÃ¤den drohe, will sie sich wohl auf eine Verletzung von Art. 3 EMRK berufen. GemÃ¤ss dieser Bestimmung darf niemand der Folter oder einer unmenschlichen oder erniedrigenden Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Die Abschiebung oder Auslieferung eines AuslÃ¤nders in ein Land, in welchem die von der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention garantierten Rechte grob verletzt werden, kann eine "unmenschliche Behandlung" im Sinn dieser Bestimmung darstellen. Laut dem EuropÃ¤ischen Gerichtshof fÃ¼r Menschenrechte genÃ¼gen der Nachweis einer konkreten Bedrohung von privater Seite und die Erwartung, dass die staatlichen BehÃ¶rden nicht in der Lage seien, diesem Risiko zu begegnen. Das gilt es jedoch erst beim Vollzug der Wegweisung zu beachten, und dafÃ¼r ist das Verwaltungsgericht nicht zustÃ¤ndig (vgl. zum Ganzen VGr, 19. Juni 2001, VB.2001.00128, E. 1c/aa-dd, mit Hinweisen, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Zusammengefasst ist die Beschwerde nach dem Gesagten unbegrÃ¼ndet und somit abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Laut § 70 in Verbindung mit § 16 Abs. 1 VRG ist Privaten, denen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, auf entsprechendes Ersuchen hin die Bezahlung von Verfahrenskosten zu erlassen. Unter denselben Voraussetzungen haben sie Ã¼berdies Anspruch auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde ist, wie sich aus den vorstehenden ErwÃ¤gungen ergibt, als offensichtlich aussichtslos zu bezeichnen, </span>womit die Voraussetzung der Mittellosigkeit nicht geprÃ¼ft werden muss. <span>Das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands ist somit abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und bleibt ihr eine ParteientschÃ¤digung versagt (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrerin steht in Bezug auf den Widerruf ihrer Niederlassungsbewilligung die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen (vgl. vorn 1 Abs. 1).</p> <p class="Urteilstext">Indem die Kammer vom Fehlen eines Anspruchs auf Familiennachzug ausgegangen ist (vgl. vorn 1 Abs. 2), hat sie bereits die Frage verneint, ob insofern die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulÃ¤ssig ist. Die Verletzung eines behaupteten Anspruchs mÃ¼sste grundsÃ¤tzlich dennoch im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beanstandet werden (BGE 127 II 161 E. 1b; vgl. auch dessen E. 3b betreffend die RÃ¼ge, der vorangegangene kantonale Sachentscheid habe Verfahrensgarantien verletzt). Vorliegend gilt dies allerdings nur, wenn die BeschwerdefÃ¼hrerin zugleich auch den Widerruf ihrer Niederlassungsbewilligung ans Bundesgericht weiterziehen sollte, da andernfalls die Anspruchsgrundlage fÃ¼r den Familiennachzug mit dem vorliegenden Entscheid bereits definitiv verneint worden wÃ¤re (VGr, 17. November 2004, VB.2004.00353, E. 4, www.vgrzh.ch).</p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss</span><span> beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Gesuch um GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege und unentgeltlichen Rechtsbeistands wird abgewiesen;</span></p> <p class="MsoNormal"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Im Sinn der ErwÃ¤gungen kann gegen diesen Entscheid innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>