A bteilung III C -2636/2007 {T 0/2} U rte il v o m 5 . O k to b e r 2 0 0 7 R ichter Andreas Trom m er (Vorsitz), R ichter Blaise Vuille, R ichterin R uth Beutler, G erichtsschreiber D aniel G rim m . C ._______, Beschw erdeführerin, gegen B undesam t für Justiz (B J), Bundesrain 20, 3003 Bern, Vorinstanz. Fürsorgeleistungen an Auslandschw eizerinnen und Aus- landschw eizer. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandC -2636/2007 Sachverhalt: A . D ie Beschw erdeführerin ist 1958 geboren und Schw eizer Bürgerin. Im O ktober 1989 liess sie sich definitiv in Jam aika nieder. D ie Im m atriku- lation beim zuständigen G eneralkonsulat in Kingston erfolgte am 22. Februar 1990. In der Folge verheiratete sie sich m it einem jam aika- nischen Staatsangehörigen. Aus der Ehe ging ein Sohn (geboren 1993) hervor. Im Jahre 1998 erw arb die Beschw erdeführerin die jam ai- kanische Staatsbürgerschaft. Ihr Ehem ann lebt seit langem von der Fam ilie getrennt in den Vereinigten Staaten. Seit dem Som m er 2002 sind die Eheleute geschieden. Ihren Lebensunterhalt verdient sich die Beschw erdeführerin im Tourism ussektor, hauptsächlich m it geführten Touren durch die Karibikinsel. B . Am 3. Septem ber 2001 stellte die Beschw erdeführerin erstm als ein G esuch um Ausrichtung finanzieller U nterstützung nach dem Bundes- gesetz vom 21. M ärz 1973 über Fürsorgeleistungen an Ausland- schw eizer (ASFG , SR 852.1). D ie Vorinstanz gew ährte ihr daraufhin, rückw irkend ab dem 1. Septem ber 2001, Beiträge von m onatlich JM D (jam aikanischer D ollar) 28'920.-. D ie ursprünglich auf sechs M onate befristete, als Ü berbrückungshilfe für die Schulkosten des Sohnes vor- gesehene U nterstützung w urde auf Begehren der Beschw erdeführerin bis Ende Februar 2004 in reduzierten U m fang (zuletzt JM D 20'790.- pro M onat) w eiter ausgerichtet. Zudem übernahm das Bundesam t Bei- träge für die freiw illige AHV. C . M itte August 2006 ersuchte die Beschw erdeführerin erneut um Aus- richtung von Sozialhilfeleistungen. N achdem die Vorinstanz ergänzen- de E rkundigungen eingeholt hatte, w ies sie das U nterstützungsgesuch m it Verfügung vom 16. Januar 2007 ab. Zur Begründung führte sie aus, m an habe ein Budget m it den gem äss den R ichtlinien zum ASFG zu- lässigen Ausgaben erstellt. D ie von der Beschw erdeführerin selbst de- klarierten Einnahm en seien darin in D urchschnittsw erte pro M onat um - gerechnet w orden. D ie Kosten für die P rivatschule des Sohnes und der U nterhalt eines w eiteren, im gem einsam en H aushalt lebenden Ju- gendlichen könnten derw eil nicht m iteinbezogen w erden. D as Budget w eise deshalb einen Ü berschuss von JM D 8'445.- (um gerechnet ca. S eite 2C -2636/2007 Fr. 150.-) aus und es liege keine Bedürftigkeit im Sinne von A rt. 1 und 5 ASFG vor. D . Am 14. Februar 2007 richtete die Beschw erdeführerin eine als Ein- sprache bezeichnete Eingabe an die territorial zuständige Schw eizeri- sche Vertretung in H avanna. Von dort w urde die R echtsm itteleingabe an das Bundesverw altungsgericht w eitergeleitet. In der Eingabe bean- tragt die Beschw erdeführerin sinngem äss, die Verfügung sei aufzuhe- ben und das der Verfügung zugrunde gelegte Budget sei neu zu be- rechnen. Zur Begründung m acht sie geltend, ihre individuellen Ausga- ben und Einnahm en seien nicht korrekt erfasst w orden. Ihr Sohn besu- che seit dem 1. Septem ber 2005 das „M unro C ollege“ in St. Elisabeth. D abei handle es sich um eine staatliche Schule, w eshalb die diesbe- züglichen Kosten im Budget als Ausgaben zu berücksichtigen seien. W as die Einnahm en betreffe, so fielen die E rträge aus dem Tourism us- geschäft nur unregelm ässig an und das seitens des Bundesam tes er- rechnete D urchschnittseinkom m en von U S$ 350.- pro W oche sei zu hoch angesetzt. E. D ie Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehm lassung vom 13. Juni 2007 auf Abw eisung der Beschw erde. W as die Schulkosten beträfen, so hät- ten in der Zw ischenzeit getätigte Abklärungen ergeben, dass die näher gelegene „M annings H igh School“ eine angem essene Ausbildung zu einem w esentlich günstigeren Preis anbiete als das „M unro C ollege“. In Bezug auf die Einnahm en habe m an die Berechnungen gestützt auf eigene Angaben der Beschw erdeführerin vorgenom m en. D er D urch- schnittsw ert von U S$ 350.- pro W oche basiere auf einem von ihr ange- gebenen Bereich von U S$ 300.- bis 400.- für die von N ovem ber bis M ärz dauernde H ochsaison. Für die übrigen M onate habe m an auf ebenfalls von der Beschw erdeführerin angegebene, entsprechend ge- ringere W erte abgestellt. F. In einer R eplik vom 6. Juli 2007 w eist die Beschw erdeführerin darauf hin, dass ihr Sohn ab dem 1. Septem ber 2007 die „M annings H igh School“ besuchen w erde. Solange er am „M unro C ollege“ eingeschrie- ben gew esen sei, habe eine in Jam aika ansässige Schw eizerin das Schulgeld finanziert. D iese U nterstützung falle nun w eg. D ie Lage in der Tourism usbranche präsentiere sich zur Zeit sehr unstabil. Sie er- S eite 3C -2636/2007 ziele nie die Einkünfte, die das Bundesam t budgetiert habe. Auf der Ausgabenseite seien Auslagen für Kleider, Schuhe, Arzt, Zahnarzt und Krankenkasse im Budget nicht m itberechnet w orden. Ausserdem be- stünden offene Strom - und Telefonrechnungen. G . Auf den w eiteren Akteninhalt w ird, sow eit rechtserheblich, in den Er- w ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des BJ betreffend Fürsorgeleistungen an Ausland- schw eizerinnen und Auslandschw eizer unterliegen der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (A rt. 31 und A rt. 33 Bst. d des Verw al- tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). 1.2 G em äss A rt. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundes- verw altungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das G e- setz nichts anderes bestim m t. 1.3 D ie Beschw erdeführerin ist als Verfügungsbetroffene zur Be- schw erdeführung legitim iert (A rt. 48 Abs. 1 Vw VG ). Auf die frist und form gerecht eingereichte Beschw erde ist deshalb einzutreten (A rt. 49 ff. Vw VG ). 2. M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Erm essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts- erheblichen Sachverhaltes sow ie die U nangem essenheit gerügt w er- den (A rt. 49 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht w endet im Be- schw erdeverfahren das Bundesrecht von Am tes w egen an. Es ist ge- m äss A rt. 62 Abs. 4 Vw VG an die Begründung der Begehren nicht ge- bunden und kann die Beschw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen gutheissen oder abw eisen. M assgebend ist grundsätzlich die Sach- und R echtslage zum Zeitpunkt seines Ent- scheides. S eite 4C -2636/2007 3. N ach A rt. 1 ASFG gew ährt der Bund im R ahm en dieses G esetzes Auslandschw eizerinnen und Auslandschw eizern, die sich in einer N ot- lage befinden, Fürsorgeleistungen. Entsprechend dem G rundsatz der Subsidiarität der öffentlichen Sozialhilfe w erden solche U nterstützun- gen nur an Personen ausgerichtet, die ihren Lebensunterhalt nicht hin- reichend aus eigenen Kräften und M itteln, Beiträgen von privater Seite oder H ilfeleistungen des Aufenthaltsstaates bestreiten können (A rt. 5 ASFG ). 4. 4.1 W ie sich dem Sachverhalt entnehm en lässt, m ussten der Be- schw erdeführerin, w eil sie den laufenden Lebensunterhalt m it ihren Einkünften aus dem starken Schw ankungen ausgesetzten Tourism us- geschäft (sie organisiert auf eigene R echnung geführte Touren durch Jam aika) nicht m ehr zu decken verm ochte, vom Septem ber 2001 bis Februar 2004 m aterielle H ilfen gem äss dem ASFG ausgerichtet w er- den. D ie m onatlichen Fehlbeträge, für die G utsprache geleistet w urde, schw ankten zw ischen JM D 20'790.- und JM D 28'920.-. H inzu kam en in den Jahren 2002 und 2003 die Beiträge für die freiw illige AHV. Ein von der Vorinstanz am 20. D ezem ber 2006 aufgrund der Angaben der Be- schw erdeführerin und des Schw eizerischen G eneralkonsulats in Kingston erstelltes Budget, das G rundlage der angefochtenen Verfü- gung bildet, w eist dem gegenüber einen Positivsaldo von JM D 8'445.- auf. Auch aus dem letzten, w ährend des Vernehm lassungsverfahrens bereinigten Budget vom 30. M ärz 2007 (darin ist für die zuvor unbe- rücksichtigt gebliebene Position „Kleider, W äsche, Schuhe“ ein Betrag von JM D 3'960.- eingesetzt w orden) resultiert noch ein Einnahm en- überschuss. D ieser beläuft sich auf JM D 4'485.- (rund Fr. 80.-). D as BJ lehnte es deshalb ab, die G esuchstellerin erneut zu unterstützen. 4.2 G em äss A rt. 8 Abs. 1 ASFG richten sich A rt und M ass der Fürsor- ge nach den besonderen Verhältnissen des Aufenthaltsstaates, unter Berücksichtigung der notw endigen Lebensbedürfnisse eines sich dort aufhaltenden Schw eizer Staatsangehörigen. Bei der Festsetzung der U nterstützung ist nicht allein auf die schw eizerischen Verhältnisse ab- zustellen. M itzuberücksichtigen sind vielm ehr die Lebenskosten am Aufenthaltsort der bedürftigen Person (vgl. U rteile des Bundesgerichts 2A.454/2006 vom 11. O ktober 2006 E. 2.1, 2A.24/2000 vom 20. M ärz 2000 E. 2a und 2A.39/2A.198/1991 vom 30. April 1993 E. 3a). M it So- S eite 5C -2636/2007 zialhilfeleistungen nach dem ASFG sind nicht die w ünschbaren, son- dern w ie angetönt lediglich die notw endigen Auslagen zu finanzieren. D as ASFG bezw eckt, in N ot geratenen Auslandschw eizerinnen und Auslandschw eizern eine einfache, angem essene Lebensführung zu erm öglichen (zum G anzen vgl. die Botschaft des Bundesrates vom 6. Septem ber 1972 zum Entw urf eines Bundesgesetzes über Fürsor- geleistungen an Auslandschw eizer, BBl 1972 ll 559/560). U m dem G leichbehandlungsgebot R echnung zu tragen, w ird in jedem U nter- stützungsfall ein Sozialhilfebudget erstellt. Bei der Berechnung der Budgets stützen sich die zuständigen Behörden auf die allgem einen sozialhilferechtlichen G rundsätze (vgl. beispielsw eise die R ichtlinien für die Bem essung der m ateriellen H ilfe gem äss Bundesgesetz vom 21. M ärz 1973 über Fürsorgeleistungen an Auslandschw eizer oder die Em pfehlungen der Schw eizerischen Konferenz für Sozialhilfe [SKO S]). Sow ohl die schw eizerischen Vertretungen im Ausland als auch das Bundesam t sind befugt, unrichtig oder unvollständig ausgefüllte U nter- stützungsgesuche im dargelegten Sinne zu korrigieren bzw. zu ergän- zen (vgl. A rt. 20 und A rt. 22 der Verordnung vom 26. N ovem ber 1973 über Fürsorgeleistungen an Auslandschw eizer [ASFV, SR 852.11]). Vorliegend gilt es vorab zu prüfen, ob sich aus den Budgets vom 20. D ezem ber 2006 bzw . 30. M ärz 2007 eine N otlage im Sinne von A rt. 1 und 5 ASFG ableiten lässt. 4.3 D as Bundesam t geht von Einnahm en von m onatlich JM D 43'378.- aus. D ie Beschw erdeführerin w endet zw ar ein, sie erziele nie ein Er- w erbseinkom m en in dieser H öhe. Indessen gilt zu bedenken, dass es sich dabei um einen D urchschnittsw ert handelt, der auf ihren eigenen Angaben beruht (siehe ihr Begleitschreiben vom 15. O ktober 2006 zum U nterstützungsgesuch). D ie saisonalen Schw ankungen sind darin m itberücksichtigt, w as die Erläuterungen in der Vernehm lassung hin- länglich dokum entieren. Klarzustellen ist insbesondere, dass entgegen der Behauptung der Beschw erdeführerin nicht für das ganze Jahr, sondern lediglich für die H ochsaison w öchentliche Einnahm en von U S$ 350.- veranschlagt w urden. D a Kostengutsprache in der R egel längstens für die D auer eines Jahres erteilt w ird (A rt. 23 ASFV), be- steht kein Anlass, den festgelegten Betrag herabzusetzen. 4.4 W as die Ausgabenseite anbelangt, so ist streitig, w ie m it den Aus- bildungskosten für den Sohn der Beschw erdeführerin zu verfahren ist. D as Bundesam t hat sich im R ahm en der Vernehm lassung zu den Vor- aussetzungen für eine Ü bernahm e der Schulkosten geäussert. D iese S eite 6C -2636/2007 Voraussetzungen, die sich an einer Kosten-N utzen-Abw ägung orientieren, entsprechen den unter Ziffer 4.2 beschriebenen Kriterien. D ie bei den Vorakten befindlichen U nterlagen zeigen, dass m it der „M annings H igh School“ tatsächlich eine näher gelegene, w esentlich günstigere und vom Ausbildungsstandard her vertretbare Alternative zum „M unro C ollege“ existiert. D ie Beschw erdeführerin hat inzw ischen reagiert und ihren Sohn per 1. Septem ber 2007 an der „M annings H igh School“ eingeschrieben. D as Schulgeld beträgt dort jährlich JM D 4'150.-. Zusätzlich fallen JM D 2'150 G ebühren (ergibt m it dem Schulgeld total JM D 525.- pro M onat) und nicht bezifferte Aufw endungen für Bücher, Essen und U niform an. Im aktualisierten Budget vom 30. M ärz 2007 findet dies keinen N iederschlag. D afür sind die - m it JM D 1'900.- eher ins G ew icht fallenden - m onatlichen M ehrkosten für die ausw ärtige Verpflegung des Sohnes berücksichtigt, so dass sich der Einnahm enüberschuss von JM D 4'485.- im Ergebnis nur m arginal verringern dürfte. 4.5 Entgegen der Behauptung der Beschw erdeführerin sind die Aus- gaben für Kleider, W äsche und Schuhe sodann im letzten Budget ent- halten (siehe Position 3.6 des Budgets vom 30. M ärz 2007). N icht bud- getiert sind hingegen R eserven für Krankenkassenpräm ien. D ie Ü ber- nahm e von Kosten für m edizinische Behandlungen w iederum w äre einzelfallw eise und – ausser in N otfällen – vorgängig zu beantragen. D ie übrigen Einw endungen in der R eplik zu einzelnen Budgetposten sind zu unsubstanziiert, als dass sie zu einer von der Vorinstanz ab- w eichenden Einschätzung führten könnten. Angesichts des eher be- scheidenen Einnahm enüberschusses (der sich, w enn sich die Be- schw erdeführerin eine Krankenkasse leistete, zusätzlich verm inderte), des schlechten G eschäftsganges im lokalen Tourism ussektor in der Saison 2006/07 und der offenen R echnungen (vgl. Beilagen zur R ep- lik) erscheint trotz allem fraglich, ob die Betroffene m om entan in der Lage ist, den Lebensbedarf für sich und ihren Sohn aus eigenen M it- teln zu bestreiten (siehe dazu ebenfalls die Stellungnahm e des G ene- ralkonsulats in Kingston vom 4. Juli 2007). Abzuklären bliebe, ob die notw endigen Lebensbedürfnisse nicht durch U nterstützungsleistungen des Aufenthaltsstaates gedeckt w erden könnten (vgl. die U rteile des Bundesgerichts 2A.454/2006 vom 11. O ktober 2006 E. 2.2 oder 2A.24/2000 vom 20. M ärz 2000 E. 2a). W ie nachfolgend zu zeigen sein w ird (vgl. Ziff. 5 unten), erübrigt sich indessen, die Frage der Bedürftig- keit im Sinne von A rt. 1 und 5 ASFG um fassend und abschliessend zu w ürdigen. S eite 7C -2636/2007 5. 5.1 N ach A rt. 11 Abs. 1 ASFG kann H ilfsbedürftigen die H eim kehr in die Schw eiz nahe gelegt w erden, w enn dies in ihrem w ohlverstande- nen Interesse oder dem ihrer Fam ilie liegt. In diesem Fall übernim m t der Bund anstelle der U nterstützung im Ausland die H eim reisekosten. O b die H eim kehr im w ohlverstandenen Interesse der Betroffenen liegt, ist nach fürsorgerischen G rundsätzen zu beurteilen. Finanzielle Erw ä- gungen sollen nicht ausschlaggebend sein (A rt. 14 Abs. 1 ASFV). Von der N ahelegung einer H eim kehr ist laut A rt. 14 Abs. 2 ASFV nam ent- lich dann abzusehen, w enn M enschlichkeitsgründe dagegen sprechen, insbesondere w enn enge Fam ilienbande zerrissen bzw. aus einem Aufenthalt von längerer D auer sich ergebende enge Beziehungen zum Aufenthaltsstaat zerstört w ürden oder w enn die H ilfsbedürftigkeit bloss von kurzer D auer ist (zum G anzen vgl. die U rteile des Bundesgerichts 2A.654/2005 vom 9. D ezem ber 2005 E. 2.1, 2A.386/2002 vom 30. O k- tober 2002 E. 2.1 – 2.3, 2A.302/2002 vom 24. Juni 2002 E. 2 oder 2A.555/2001 vom 19. D ezem ber 2001 E. 1b). 5.2 D ie heute 49-jährige Beschw erdeführerin hat den grössten Teil ih- res bisherigen Lebens in der Schw eiz verbracht. Im Alter von 32 Jah- ren liess sie sich beim Schw eizerischen G eneralkonsulat in Kingston im m atrikulieren. D a sie inzw ischen seit m ehr als siebzehn Jahren auf Jam aika lebt, steht eine H eim kehr prim a vista nicht im Vordergrund, spricht die bundesrätliche Botschaft zum ASFG in Bezug auf A rt. 11 ASFG doch von einem langen Aufenthalt im Ausland, der es unter U m - ständen nahe legen könne, den H ilfsbedürftigen vor O rt zu unterstüt- zen (vgl. Botschaft zum ASFG , a.a.O . S. 549 u. 560). D ies w ar denn ein H auptgrund, w eshalb die Betroffene von 2001 bis 2004 m aterielle H ilfen gem äss ASFG ausgerichtet erhalten hat. D ie Aufenthaltsdauer stellt jedoch nur eines von m ehreren w esentlichen Entscheidkriterien dar und sie darf nicht losgelöst von den übrigen Aspekten des Einzel- falles gew ürdigt w erden. So rechtfertigt es sich beispielsw eise, die lan- ge Anw esenheit im Ausland ebenfalls m it dem Alter der G esuch stel- lenden Person in R elation zu setzen. Im Falle der Beschw erdeführerin gilt es zusätzlich zu bedenken, dass sie W ert darauf legt, einm al jähr- lich ihre nächsten Angehörigen in die Schw eiz besuchen zu können. Finanziert w erden die fraglichen R eisen jew eils von Verw andten. D a- durch verm ochte sie ihre diesbezüglichen Kontakte über all die Jahre hinw eg stets aufrecht erhalten. D ie Integration im Auswanderungsland w iederum bew egt sich, sow eit ersichtlich, im üblichen R ahm en. Vor al- S eite 8C -2636/2007 lem aber käm pft sie in Jam aika seit über sechs Jahren m it m assiven fi- nanziellen Schw ierigkeiten, m it anderen W orten w ar sie w ährend rund eines D rittels der Zeit in ihrer W ahlheim at nicht im Stande, ohne frem - de H ilfe auszukom m en (vgl. die Begleitschreiben zum letzten U nter- stützungsgesuch), alles Faktoren, w elche den Aspekt der Aufenthalts- dauer relativieren. 5.3 G egen die w eitere Erbringung von Leistungen ins Ausland spre- chen sodann die in m ehrfacher H insicht schlechten w irtschaftlichen Perspektiven. D er Tourism usbranche in Jam aika ging es in den ver- gangenen Jahren, w ie die Schw eizer Vertretungen in Kingston und H a- vanna bestätigen, nicht sonderlich gut. D er Konkurrenzkam pf in die- sem Sektor w ird im m er härter. Ausserdem hat das Schw eizerische G e- neralkonsulat in Kingston bereits im August 2002 die Frage aufgew or- fen, inw iefern sich für die Serviceleistungen, w elche die Beschw erde- führerin anbietet, überhaupt Abnehm er finden, bevorzugt ein G rossteil der Touristen doch zunehm end sogenannte „Packages“, anstatt direkt auf der Insel individuelle Touren zu buchen. An dieser Situation w ird sich in Zukunft voraussichtlich w enig ändern. D am it einher geht, dass es die G esuchstellerin seit längerem nicht m ehr schafft, ihren laufen- den finanziellen Verpflichtungen nachzukom m en (siehe die von ihr er- w ähnten Ausstände für W asser, Steuern und den Veterinär) und sol- cherart G efahr läuft, sich im m er m ehr zu verschulden. Bis zum Errei- chen des AH V-Alters fehlen ihr noch etw a fünfzehn Jahre. Beiträge für die freiw illige AH V hat sie selten entrichtet. In den Jahren 2002 sow ie 2003 sprang das Bundesam t m it einm aligen U nterstützungen gem äss ASFG in die Bresche. Auch berufliche Alternativen kristallisieren sich im G aststaat keine heraus. Solche hat die Betroffene denn gar nie ernsthaft ins Auge gefasst. Ü berdies verfügt sie dort über keine Kran- kenversicherung. Bei dieser Sachlage kann nicht angenom m en w er- den, die H ilfsbedürftigkeit sei nur von kurzer D auer (A rt. 14 Abs. 2 ASFV). 5.4 D em gegenüber w äre die Beschw erdeführerin bei einer R ückkehr in die Schw eiz obligatorisch gegen Krankheit versichert (vgl. A rt. 3 Abs. 1 und A rt. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. M ärz 1994 über die Krankenversicherung [KVG , SR 832.10]). D a sie m itten im er- w erbsfähigen Alter steckt und sich selber als sehr gesunde Person be- zeichnet, dürfte es ihr nicht allzu schw er fallen, sich im hiesigen Ar- beitsm arkt zu reintegrieren. Ihre Existenz w äre hierzulande m ithin eher gesichert. Abgesehen davon sah sie sich schon seit Jahren m it der S eite 9C -2636/2007 Frage einer allfälligen H eim kehr konfrontiert (vgl. beispielsw eise die M itteilungen der Vorinstanz vom 11. Septem ber 2001 und 6. August 2002 an die Schw eizervertretung in Kingston oder die Stellungnahm e des G eneralkonsulats vom 5. Juni 2003). Auch die als Ü berbrückungs- hilfen konzipierten U nterstützungen w aren in erster Linie darauf aus- gerichtet, der Beschw erdeführerin in einer Ü bergangsphase zu erm ög- lichen, im Auswanderungsland w ieder finanzielle U nabhängigkeit zu erlangen oder andernfalls den W iedereinstieg in der Schw eiz zu pla- nen. Sow ohl hinsichtlich der w irtschaftlichen Perspektiven als auch m it Blick auf die Langzeitbedürfnisse der Beteiligten und fürsorgerische G esichtspunkte m uss eine R ückkehr in die Schw eiz deshalb heute als w ünschbar bezeichnet w erden. 5.5 G egen eine Abbruch des Aufenthalts in Jam aika sprechende sog. M enschlichkeitsgründe im Sinne von A rt. 14 Abs. 2 ASFV sind eben- falls keine ersichtlich. Von ihrem jam aikanischen Ehem ann hat sich die Beschw erdeführerin in der Zw ischenzeit scheiden lassen. D er Sohn ist schw eizerisch-jam aikanischer D oppelbürger und kann seiner M utter in die Schw eiz folgen. Von daher w erden keine Fam ilienbande zerris- sen. N icht anders verhält es sich aus der Sicht des Kindesw ohls (be- treffend der Pflicht der Behörden zur Berücksichtigung dieses P rinzips vgl. A rt. 3 Abs. 1 des Ü bereinkom m ens vom 20. N ovem ber 1989 über die R echte des Kindes [SR 0.107]). Zum einen dürfte dem Sohn auf- grund der Q ualität der schulischen Ausbildung in der Schw eiz zugem u- tet w erden, fortan Schulen in der Schw eiz zu besuchen, zum anderen hat er seine M utter auf ihren bisherigen Besuchsreisen begleitet, w es- w egen ihm die hiesigen Verhältnisse keinesw egs völlig frem d sein dürften. N icht ausser Acht zu lassen gilt es schliesslich präjudizielle Ü berlegungen und G ründe der R echtsgleichheit, steht es doch nicht im Belieben und der freien D isposition einer Em pfängerin oder eines Em pfängers von Sozialhilfeleistungen, sich in einem Land eigener W ahl von der Schw eiz aus unterstützen zu lassen (U rteil 2A.555/2001 vom 19. D ezem ber 2001 E. 1b); dies gilt erst recht, w enn eine Person voraussichtlich auf lange Sicht unterstützungsbedürftig bleiben w ird. D er Beschw erdeführerin stünde es offen, im H inblick auf die Vorberei- tung der H eim kehr eine Ü berbrückungshilfe zu beantragen (A rt. 14 Abs. 2 ASFG ). 6. Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz der Beschw erde- S eite 10C -2636/2007 führerin die Ausrichtung von Fürsorgeleistungen nach dem ASFG zu R echt verw eigert hat. 7. D em nach gelangt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt. D er rechtser- hebliche Sachverhalt w urde – im Ergebnis – richtig und vollständig festgestellt und die Vorinstanz auch ihr E rm essen pflichtgem äss aus- geübt (vgl. A rt. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ürde die Beschw erdeführerin grundsätzlich kostenpflichtig. Angesichts der besonderen U m stände ist jedoch von der Auferlegung von Verfahrenskosten abzusehen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG i.V.m . A rt. 6 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw al- tungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D ispositiv Seite 12 S eite 11C -2636/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - die Vorinstanz (Akten R ef-N r. [...] retour) - das Schw eizerische G eneralkonsulat in Kingston - die Schw eizerische Botschaft in H avanna D er vorsitzender R ichter: D er G erichtsschreiber: Andreas Trom m er D aniel G rim m R echtsm ittelbelehrung: G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtli- chen Angelegenheiten geführt w erden (A rt. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begeh- ren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nter- schrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. A rt. 42 BG G ). Versand: S eite 12