<h2>SubmittedText<h2><p>In China steigt die Anzahl der an Sars Erkrankten und an den Folgen Verstorbenen weiter an. Die Weltgesundheitsorganisation und das Bundesamt für Gesundheit raten aufgrund dieser Lageentwicklung von Reisen nach China ab. Für diejenigen, die aus diesen Regionen in die Schweiz einreisen, bestehen im Bezug auf Sars keine Einschränkungen. </p><p>Ist der Bundesrat in diesem Zusammenhang nicht auch der Ansicht, dass:</p><p>- eine umfassende Informationspolitik für Einreisende notwendig ist;</p><p>- Einreisende aus diesen Regionen Informationen erhalten müssen in einer Sprache, welche sie verstehen;</p><p>- präventive Massnahmen am Flughafen Zürich notwendig sind;</p><p>- Einreisende aus diesen Regionen Mindestinformationen abzugeben haben;</p><p>- Einreisende aus diesen Regionen einem Gesundheitscheck unterzogen werden müssen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Seit dem ersten Auftreten von Fällen atypischer Pneumonie in Südchina im November 2002 hat ein neuartiges Coronavirus in mehreren Ländern des südostasiatischen Raumes (China, SAR Hongkong, Singapur, Vietnam, Taipeh) und in Toronto (Kanada) Ausbrüche des schweren akuten respiratorischen Syndroms (Sars) verursacht. Diese neue Krankheit wird nach heutigem Kenntnisstand fast ausschliesslich bei engem Kontakt durch Tröpfchen übertragen, wobei auch andere Infektionswege (Schmierinfektionen) eine Rolle spielen können.</p><p>Die akute Erkrankungsphase ist charakterisiert durch hohes Fieber, trockenen Husten, Schwierigkeiten beim Atmen und verschiedene andere Begleitsymptome. Die Erkrankungen verlaufen zum Teil schwer und führen in durchschnittlich 15 Prozent der Fälle zum Tod, wobei dieser Anteil bei älteren Personen deutlich höher liegt als bei jüngeren. Es steht zurzeit weder ein Impfstoff noch eine spezifisch gegen dieses Coronavirus wirksame Behandlung zur Verfügung. </p><p>Bis Mitte Mai 2003 sind gemäss den Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) insgesamt über 7500 Sars-Verdachtsfälle und über 550 Todesfälle aufgetreten, wobei mehr als 85 Prozent aller Sars-Meldungen aus China (inklusive SAR Hongkong) stammen. Insgesamt haben dreissig Länder der WHO Sars-Patienten gemeldet. In der Schweiz ist bis anhin ein einziger wahrscheinlicher Fall aufgetreten, der bereits wieder genesen ist. Bei mehreren ursprünglich als Sars-Verdachtsfälle gemeldeten Patienten stellte sich heraus, dass andere Erreger (Influenza usw.) für die Erkrankung verantwortlich waren.</p><p>Unter Führung und Koordination der WHO haben die Regionen und Länder mit Sars-Infektionsherden Massnahmen zur Bekämpfung und Kontrolle von Sars beschlossen und umgesetzt. Diese beinhalten u. a. die Information, die Befragung und die Körpertemperaturmessung aller Ausreisenden an den internationalen Flughäfen in den betroffenen Regionen.</p><p>In Anlehnung an entsprechende Richtlinien der WHO hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Empfehlungen ausgearbeitet und in Zusammenarbeit mit den Kantonen verschiedene Massnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von Sars in der Schweiz ergriffen. Diese Empfehlungen und Massnahmen betreffen insbesondere die Früherkennung von Sars-Verdachtsfällen, deren Isolierung und Behandlung, die Information bestimmter Risikogruppen (Reisende) und der Bevölkerung, das Kontakt-Tracing (Rückverfolgung) bei Auftreten eines Sars-Verdachtsfalles sowie die internationale Zusammenarbeit mit dem Ziel, eine Ausbreitung von Sars in der Schweiz zu verhindern.</p><p>Zu den einzelnen in der Interpellation aufgeführten Punkten:</p><p>Umfassende Informationspolitik für Einreisende: Alle Passagiere, die aus einem Land mit Sars-Infektionsherden ausreisen, werden am Flughafen des Ausreiselandes auf Sars-Symptome und Sars-Kontakte überprüft. Ein Dispositiv an den internationalen Flughäfen der Schweiz (Zürich, Genf), die von Direktflügen aus den von der WHO bezeichneten Ländern mit Sars-Infektionsherden betroffen sind, stellt zudem sicher, dass alle Passagiere vor der Landung ein vom BAG erarbeitetes Informationsschreiben zu Sars erhalten. Die Reisenden werden insbesondere darauf aufmerksam gemacht, dass unverzüglich ein Arzt zu kontaktieren sei, falls sie bei sich im Laufe von zehn Tagen nach dem Aufenthalt in einem Land mit Sars-Übertragung Symptome, die mit Sars vereinbar sind, beobachten sollten. Im Weiteren steht allen Personen mit Fragen zu Sars eine vom BAG betriebene Hotline zur Verfügung.</p><p>Informationen an Reisende in einer für sie verständlichen Sprache: Das an alle Passagiere im Direktflug aus Ländern mit Sars-Übertragungsherden vor der Landung in der Schweiz verteilte Informationsschreiben zu Sars liegt seit Mitte Mai in sechs Sprachen vor (Deutsch, Französisch, Englisch, Mandarin, Simplified Mandarin, Malaiisch). </p><p>Präventive Massnahmen am Flughafen Zürich: Sowohl am Flughafen Zürich als auch in Genf besteht ein Dispositiv, um bei Auftreten eines Sars-Verdachtsfalles unter der Leitung des Grenzchefarztes rasch die nötigen Massnahmen ergreifen zu können. Diese Massnahmen umfassen die unverzügliche Isolierung, Betreuung und Hospitalisierung der Sars-Verdachtspatienten, die Identifikation von möglichen Kontaktpersonen und die verhaltenslenkende Information der betroffenen Flugzeugpassagiere.</p><p>Mindestinformationen von Einreisenden aus betroffenen Regionen: Ab Mitte Mai 2003 erhalten alle im Direktflug aus Ländern mit Sars-Infektionsherden einreisende Personen vor der Landung zusätzlich zu dem bereits erwähnten Informationsschreiben einen Fragebogen, auf dem neben Name, Flug- und Sitznummer die Kontaktadresse(n) für die nächsten drei Wochen angegeben werden müssen. Die Fragebogen werden vor dem Aussteigen der Passagiere eingesammelt. Falls sich zu einem späteren Zeitpunkt herausstellen sollte, dass sich an Bord eine Person mit Verdacht auf Sars befunden hat, können potenziell exponierte Personen aktiv informiert werden. Dieses Kontakt-Tracing verhindert eine unkontrollierte Weiterverbreitung von Sars.</p><p>Gesundheitscheck für Einreisende aus betroffenen Regionen: Gemäss den Empfehlungen der WHO werden ausreisende Personen in den Flughäfen der Länder mit Sars-Infektionsherden einem Gesundheitscheck (Fragebogen/Befragung und Fiebermessen) unterzogen. Dadurch ist gewährleistet, dass keine erkrankten Personen reisen. Es ist trotz Befragung und Temperatur-Screening an den Ausreiseflughäfen nicht auszuschliessen, dass Personen in der Inkubationsphase (Periode nach einer Ansteckung mit dem Sars-Coronavirus bis zum Ausbruch der ersten Symptome) eine Reise antreten und dann entweder im Flugzeug oder zu einem späteren Zeitpunkt erkranken. Durch einen zusätzlichen Gesundheitscheck an den Flughäfen Zürich und Genf würden somit nur diejenigen Sars-Verdachtsfälle entdeckt, die im Laufe der relativ kurzen Zeit des Fluges erkranken und nicht bereits vom Bordpersonal entdeckt und den Behörden des Zielflughafens gemeldet wurden.</p><p>Nach Einschätzung des BAG und in Übereinstimmung mit dem Vorgehen der Gesundheitsbehörden der EU-Länder (mit Ausnahme von Italien) würde eine derartige Massnahme zum jetzigen Zeitpunkt kaum einen substanziellen Beitrag zur Verhinderung der Ausbreitung von Sars in der Schweiz darstellen, der den grossen Aufwand rechtfertigen würde.</p><p>Lediglich für Italien gilt die folgende Lösung: Alle Passagiere aus von Sars betroffenen Regionen füllen an Bord von Direktflügen einen Fragebogen aus, der bei der Ankunft zwecks Rückverfolgung abgegeben wird; beim Verlassen des Flugzeuges findet eine Temperaturkontrolle statt; Kontrollen werden auch bei indirekten Flügen veranlasst, d. h. bei Zwischenlandungen in Ländern wie Deutschland oder England, die solche Kontrollen nicht durchführen.</p><p>Je nach der weiteren Entwicklung der Sars-Epidemie ist allerdings nicht auszuschliessen, dass weitere Massnahmen an den Flughäfen nötig werden.</p>  Antwort des Bundesrates.