Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 17. Januar 2013 (720 12 138) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Gesuch um Erhöhung der Invalidenrente infolge Verschlechterung des Gesundheitszu- standes Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dieter F reiburghaus, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch R udolf Gautschi, Für- sprecher, Kieser Senn Partner, Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1961 geborene A.____ arbeitete von 2. Dezemb er 1991 bis 7. Mai 2004 als Bau- spengler bei der B.____ AG in X.____. Am 27. März 200 1 meldete er sich bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen a n. In der Folge klärte die IV- Stelle die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse des Versicherten ab. Gestützt auf das Gutachten der C.____ vom 27. Juni 2006 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfü- gungen vom 14. und 26. Februar 2007 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 45 % rückwirkend Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht per 1. Juni 2001 eine Viertelsrente zu. Die gegen di ese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht, mit Urteil vom 14. Dezember 2007 ab. B. Mit Schreiben vom 18. Oktober 2010 ersuchte A.____ i nfolge Verschlechterung seines Gesundheitszustandes um Erhöhung der Rente. Aufgrund de s Gutachtens der C.____ vom 9. April 2011 und dem Ergänzungsgutachten vom 25. Mai 2011 stellte sich die IV-Stelle im Rah- men des Vorbescheidverfahrens auf den Standpunkt, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten nicht erheblich verändert habe. Dagegen er hob der Versicherte, vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger, unter Hinweis auf diverse ärztliche Berichte Einwände. Mit Verfügung vom 16. März 2012 teilte die IV-Stelle mit, dass sie an ihrer Auffassung festhalte und der Versi- cherte somit keinen Anspruch auf eine höhere Invalidenrente habe. C. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Fürsprecher Rudolf Gautschi, am 3. Mai 2012 Beschwerde ans Kantonsgericht. Darin beantragte er, es sei die angefochtene Ver- fügung aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab April 2011 mindestens eine halbe Invalidenrente auszuric hten; unter o/e Kostenfolge. In der Begründung wurde insbesondere die Beurteilung der C .____ in mehreren Punkten beanstan- det. Beim Einkommensvergleich sei die Reallohnerhöhung nicht berücksichtigt worden. Ausser- dem seien für die Berechnung des Invaliditätsgrades die Verhältnisse zum Zeitpunkt des Verfü- gungserlasses und nicht diejenigen des Revisionsgesuchs massge bend. Zudem sei der lei- densbedingte Abzug von 10 % auf 20 % zu erhöhen. Schliesslich sei fraglich, ob angesichts der verschiedenen Diagnosen die Restarbeitsfähigkeit überhaupt verwertet werden könne. D. In ihrer Vernehmlassung vom 10. August 2012 stellt e die IV-Stelle den Antrag auf teil- weise Gutheissung der Beschwerde. Da sich der Versicherte vom 20. Januar 2010 bis 31. Au- gust 2010 in der Tagesklinik der D.____ habe behandelnd lassen und dadurch nicht arbeitsfä- hig gewesen sei, habe er unter Berücksichtigung von Art. 88a der Verordnung über die Invali- denversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 für den Zeitra um vom 1. April 2010 bis 30. No- vember 2010 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. E. In der Replik vom 17. Oktober 2012 hielt der Versich erte durch seinen Rechtsvertreter an seinen Rechtsbegehren vom 3. Mai 2012 fest. Zudem sei dem Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1. April 2010 bis 30. November 2010 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. F. Die IV-Stelle schloss in ihrer Duplik vom 1. November 2012 weiterhin auf teilweise Gut- heissung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Versicherte An- spruch auf eine höhere als die laufende Viertelsrente hat. 1.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vor aussichtlich bleibende oder länge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beein- trächtigung der körperlichen, der geistigen oder der p sychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] vom 19. Juni 1959; Art. 3 und 4 ATSG). 1.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vor- aussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentliche n Änderung des Gesundheitszustan- des, der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich bleib enden Gesundheitszustandes (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen) oder der Grundlagen für die Wahl der Invaliditätsbemes- sungsmethode (BGE 117 V 199 E. 3b; Urteil des Bundesger ichts vom 3. Juni 2011, 9C_223/2011, E. 3.1) revidierbar. Bei den Renten der Invalidenversicherung ist grundsätzlich jede Änderung des Sachverhalts, die zu einer Über- od er Unterschreitung eines Schwellen- schwertes (vgl. Art. 28 Abs, 2 IVG) führt, als erheblich zu betrachten (BGE 133 V 545 f. E.6 und 7; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 165). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenan- spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseiti g zu prüfen (BGE 117 V 200 E. 4b; SVR 2004 IV Nr. 17 S. 53). Dagegen stellt die bloss unter schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1 mit Hinweis). 2.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4 und 130 V 75 ff. E. 3.2.3). V orliegend sprach die IV-Stelle dem Versi- cherten mit Verfügungen vom 14. und 26. Februar 2007 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 45 % rückwirkend ab 1. Juni 2001 eine Viertelsrente zu. N achdem der Versicherte mit Schrei- ben vom 18. Oktober 2010 um Erhöhung der laufenden Rente ersucht hatte, beauftragte die IV- Stelle die C.____ mit der Begutachtung des Versicherten . Gestützt auf das Gutachten vom 9. April 2011 und dem Ergänzungsgutachten vom 25. Ma i 2011 wies sie mit Verfügung vom 25. Mai 2011 das Gesuch um Rentenerhöhung ab. Demgem äss beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen einge treten ist, die eine revisionsweise Erhö- hung der laufenden Viertelsrente rechtfertigt, durch V ergleich des Sachverhalts, wie er im Zeit- punkt der Verfügungen vom 14. und 26. Februar 2007 be stand, mit demjenigen im Zeitpunkt des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 16. März 2012. 3. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesund heitszustand und - damit einher- gehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicherte n tatsächlich, wie von der IV-Stelle gel- tend gemacht, seit der Rentenzusprache in einer anspruchserheblichen Weise verbessert hat. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So- zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfal lversicherung entwickelten Grundsätze fin- den für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Ver- sicherungsgerichts [EVG] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 4.1 In ihren Rentenverfügungen vom 14. und 26. Febru ar 2007 stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentl ichen auf das Gutachten der C.____ vom 27. Juni 2006. Dabei wurde der Versicherte i n internistischer, neurologischer und psychiatrischer Hinsicht untersucht. Als Diagnosen mit Einflu ss auf die Arbeitsfähigkeit führte das Expertenteam eine Anpassungsstörung, eine anhaltend e somatoforme Schmerzstörung und ein chronisches linksbetontes zervikozephales Schmerzsyndro m auf. Aus rein psychiatri- scher Sicht bestehe aufgrund der anhaltenden somatoform en Schmerzstörung und den belas- tungsabhängigen Schmerzexazerbationen für die angestammt e Tätigkeit als Bauspengler wie auch für weitere, körperlich schwere Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 80 %. Die schmerzbedingte leichte Verlangsamung führe für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zu einer 30%igen Einschränkung bei einer ganztägigen Arbeit. A us somatischer Sicht würden keine Diagnosen bestehen, welche eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen würden. Das leichte Zervikalsyndrom schränke die Leistungsfä higkeit für mittelschwere bis schwere körperliche Tätigkeiten um 30 % bei einem Vollze itpensum ein. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Abkanter sei als leicht bis mittelschwer ein zustufen. Die Arbeitsfähigkeit sei seit 3. Juni 2000 eingeschränkt. Die Selbsteinschätzung des V ersicherten stehe in deutlicher Dis- krepanz zur medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit. Es m üsse eine gewisse Fehlverarbei- tung der Beschwerden angenommen werden; die Schmerzen seien aber grundsätzlich über- windbar. Aufgrund der anhaltenden somatoformen Schm erzstörung bestehe eine wesentlich höhere Selbstlimitierung als diese medizinisch begründba r wäre. Dem Versicherten sei daher Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuzumuten, trotz der Schmerzen zu 100 % einer Erwerbstät igkeit nachzugehen, wobei eine Leistungsverminderung von 30 % anzunehmen sei. 4.2.1 Im Rahmen des Gesuchs um Rentenerhöhung vom 18. Oktober 2010 entschloss sich die IV-Stelle bei der C.____ ein Verlaufsgutachten zum aktuellen Gesundheitszustand und zur Frage der Arbeitsfähigkeit des Versicherten einzuholen. In ihrem Gutachten vom 9. April 2011 hielten die beteiligten Fachärztinnen und -ärzte als D iagnosen mit Auswirkungen auf die Ar- beitsfähigkeit eine leichte bis mittelgradige depressive Episode, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptoma- tik und chronische Leistenschmerzen links fest. In psychiatri scher Hinsicht führte Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, aus, dass der V ersicherte anlässlich der Unter- suchung eine leichte bis mittelgradige depressive Symptomatik mit depressiven Verstimmungen und wiederholt auch aggressive Gestimmtheit, erhöhte E rmüdbarkeit, Morgentiefs, Libidover- lust, Schlafstörungen und Schuldgefühle sowie eine di ffuse Schmerzsymptomatik im Bewe- gungsapparat gezeigt habe. Es beständen deutlich ausge prägte psychosoziale und emotionale Belastungsfaktoren. Finanziell sei er auf die Sozialhilfe angewiesen. Die Schmerzen hätten sich trotz Behandlungen nicht gebessert. Es sei in der Folge zum Rückzug seiner Kollegen gekom- men, da diese nicht verstanden hätten, weshalb er krank sei und nicht mehr arbeite. Ausserdem seien verbale Auseinandersetzungen innerhalb der Familie aufgetreten. Diagnostisch handle es sich um eine leichte bis mittelgradige depressive Episode und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, welche die Arbeitsfähigkeit um 30 % einschränkten. Eine schwere psychische Störung bestehe nicht. Der Versicherte sei akut nicht suizidal und leide nicht an deutlichen Kon- zentrationsstörungen. Hinweise auf unbewusste Konflikte sei en nicht vorhanden. Ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht erwiesen. Die komplexen Ich-F unktionen seien nicht gestört. Es sei ihm deshalb zumutbar, einer seinen körperlichen Einschrän kungen angepasste Tätigkeit im Umfang von 70 % nachzugehen. Im "idealsten Fall" könne es sich auch um ein ganztägiges Pensum mit der Möglichkeit zu vermehrten Pausen handeln. 4.2.2 In orthopädischer Hinsicht seien die oberen und unteren Extremitäten bei guter Kraftent- faltung frei beweglich. An der linken Schulter seien infolge Gegenspannung Überkopfbewegun- gen jeweils eingeschränkt. Der Versicherte demonstriere e in linksseitiges Hinken, welches er aber im Rückwärtsgang nicht zeige. Die symmetrische plantare Beschwielung und die Um- fangmessung der Oberschenkel würden klar gegen eine län ger dauernde Schonung sprechen. Über der thorakolumbalen Wirbelsäule, dem Rippenbogen , der Flanke und der Beckenregion der linken Seite bestehe eine äusserst diffuse Druckdol enz. Sämtliche Waddell-Zeichen seien positiv. Für die Tätigkeit als Bauspengler und für and ere körperlich schwere Arbeiten bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Dagegen könne de r Versicherte eine körperlich leichte, intermittierend mittelschwere Tätigkeit unter Wechselb elastung zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkt ausführen. Das Heben und Tragen von L asten über 10 kg, intermittierend 15 kg, sollten vermieden werden. Aus neurologischer Sicht zeigten sich keine Hinweise für eine Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems. Auf radiologischer Ebene beständen lediglich geringe degenerative Veränderungen am linke n Hüftgelenk. Auch die mässigen dege- nerativen Veränderungen an der unteren zervikalen und l umbalen Wirbelsäule vermöchten die angegebenen Beschwerden nicht ausreichend zu erklären. Da mit seien die vom Versicherten Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht geäusserten äusserst diffusen Schmerzen durch die klinische n und radiologischen Befunde kaum begründbar. Gestützt auf ihre Befunde kam das Ex pertenteam der C.____ zum Schluss, dass aus polydisziplinärer Sicht es dem Versicherten zuzumute n sei, eine körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigk eit zu 70 % auszuführen; idealerweise in einem ganztägigen Pensum mit vermehrten Pausen. K örperlich schwere Tätigkeiten seien ihm nicht mehr zumutbar. 4.2.3 im Ergänzungsgutachten vom 25. Mai 2011 nahm de r zuständige psychiatrische Fach- arzt der C.____ zu den Foerster-Kriterien Stellung. D anach liege aufgrund der leichten bis mit- telgradigen Episode eine psychische Komorbidität nebst der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung vor. Ein verfestigter, therapeutisch nic ht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf im Sinne eines primären Krankheitsgewinns sei ni cht festzustellen. Es bestehe ein ge- wisser sozialer Rückzug, Kontakte innerhalb der Familie zur Ehefrau und zum Bruder seien dagegen vorhanden. So seien auch Reisen in die Heimat möglich. Die therapeutischen Mög- lichkeiten seien nicht ausgeschöpft, da die antidepressive Medikation zu niedrig sei. Die Krite- rien des chronischen Verlaufs und der psychiatrischen Komorbi dität sowie des sozialen Rück- zugs seien ganz bzw. teilweise erfüllt, weshalb sich die anhaltende somatoforme Schmerzstö- rung einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. 4.3 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob eine wesen tliche Verschlechterung des Gesund- heitszustandes des Versicherten eingetreten ist, auf das a m 9. April 2011 erstattete Gutachten der C.____ und das Ergänzungsgutachten vom 25. Mai 20 11. Sie ging demzufolge davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit den u rsprünglichen Rentenverfügun- gen vom 14. und 26. Februar 2007 nicht in einer anspr uchserheblichen Weise verschlechtert habe. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu be anstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltung sverfahrens eingeholten Gutachten ex- terner Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund einge hender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten der C.__ __ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlang t wird (vgl. E. 3.2 hiervor) - für die strei- tigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Unt ersuchungen, es berücksichtigt die ge- klagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abge geben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend . Insbesondere zeigten die Experten nachvollziehbar auf, dass es seit der anfangs 2007 erfolgt en Rentenzusprache nicht zu einer deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten kam. Sie setzten sich ausserdem mit den neueren, abweichenden psychiatrischen Einschätzungen von Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. Oktobe r 2010, und der behandelnden Ärzte der D.____ vom 26. August 2010 auseinander. Dr . F.____ diagnostizierte eine mittelgra- dige depressive Episode sowie eine Anpassungsstörung und attestierte eine 60 %- bis 70%ige Arbeitsfähigkeit. Die Ärzte der D.____ hielten als Di agnosen ebenfalls eine rezidivierende de- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, so wie zusätzlich ein zervikozephales Syndrom fest. Dabei wurde im Bericht der D.____ darau f hingewiesen, dass die somatischen Beschwerden stark im Vordergrund ständen; die psychische Be findlichkeit sei stark an die kör- perlichen Empfindungen gebunden. In Bezug zu den Ausfü hrungen von Dr. F.____ legten die Gutachter der C.____ schlüssig dar, dass eine mittelgradi ge depressive Episode und eine An- passungsstörung als Diagnosen nicht gleichzeitig gestellt w erden könnten. Bei einer Anpassungsstörung würde es sich um eine leichte psychi sche Störung handeln, welche keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründen könne. U nter Berücksichtigung der diagnosti- schen Kriterien nach ICD-10 würde lediglich eine leicht e bis mittelgradige depressive Episode vorliegen. Die Gutachter der C.____ stellten zu Recht f est, dass auf den Bericht der D.____ nicht abgestellt werden könne, da es die behandelnden Ärzte der D.____ unterlassen hätten, Angaben über die Restarbeitsfähigkeit zu machen. Ausser dem sei die Diagnosestellung der Ärzte der D.____ zu undifferenziert. Zwar hätten sie fe stgestellt, dass der Versicherte vor allem auf die somatischen Beschwerden fokussiert sei. Dieser Umstan d hätte aber einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zugeordnet werden müssen. 4.4 Was der Versicherte vorbringt, ist nicht geeignet, di e ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens der C.____ vom 9. April 2011 und des Ergänzun gsgutachtens vom 25. Mai 2011 in Frage zu stellen. Soweit er geltend macht, das Gutachte n der C.____ vom 27. Juni 2006 sei fehlerhaft, ist auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 14 . Dezember 2007 hinzuweisen, in wel- chem es rechtskräftig entschied, dass auf das Gutachten der C .____ abgestellt werden könne. Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine allfällige Re vision des Urteils liegen nicht vor. Es wird daher verzichtet, auf die diesbezüglichen Einwände gegen das Gutachten der C.____ vom 27. Juni 2006 näher einzugehen. 4.5.1 Weiter legt der Versicherte sinngemäss dar, dass di e Ärzte der C.____ bereits ein Gut- achten über seinen Gesundheitszustand verfasst hätten, we shalb sie bei der erneuten Begut- achtung vorbelastet gewesen seien. Der Umstand, dass sich Sachverständige schon einmal mit einer Person befasst haben, schliesst später deren Beizug a ls Gutachter nicht zum Vornherein aus. Eine unzulässige Vorbefassung liegt auch dann nicht vor, wenn die Gutachter zu für eine Partei ungünstigen Schlussfolgerungen gelangen (BGE 132 V 110 E. 7.2.2 mit Hinweis). Ande- res würde gelten, wenn Umstände vorliegen, die den Ansc hein der Befangenheit und die Ge- fahr der Voreingenommenheit objektiv begründen vermög en, etwa wenn der Sachverständige seinen Bericht nicht neutral und sachlich abfasste (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2009, 9C_893/2009, E. 1.2.2). Solche Anhaltspunkte sind hier nicht gegeben und werden konkret auch nicht geltend macht. Damit war die d urch die C.____ vorgenommene Ver- laufsbegutachtung ohne weiteres zulässig. Es ist denn au ch sinnvoll, die bereits mit dem Versi- cherten befassten Mediziner zur Entwicklung des Beschwerdebildes und der Arbeitsfähigkeit zu befragen. 4.5.2 Dazu kommt, dass sich der Versicherte - worauf die I V-Stelle zutreffend in ihrer Ver- nehmlassung vom 10. August 2012 hinweist - gegen die An ordnung der Begutachtung bei der C.____ hätte wehren können. Die IV-Stelle informierte den Versicherten am 7. Dezember 2010, dass sie eine polydisziplinäre Begutachtung bei der C.____ beabsichtige. Sie wies ihn dabei Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht darauf hin, dass die C.____ die am Gutachten beteiligt en Fachärzte später bekannt gebe. Es stehe ihm dann offen, triftige Gründe gegen die begutachtenden Personen bei der IV-Stelle gel- tend zu machen. Dem Versicherten blieb es somit unbenom men, diese angeordnete Begutach- tung abzulehnen, indem er eine Zwischenverfügung gegen die Anordnung dieser Gutachterstel- le verlangt bzw. Einwände gegen die begutachtenden Fach ärzte erhoben hätte. Er unterzog sich jedoch dieser Begutachtung, ohne diese zu beanstanden . Damit ist nicht mehr darüber zu entscheiden, ob sie zu Recht erfolgte (vgl. Urteil des B undesgerichts vom 5. Juli 2001, 8C_148/2011, E. 3.3) 4.6 Was die Rügen hinsichtlich der widersprüchlichen und aktenwidrigen Diagnosestellung der Gutachter der C.____ anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass die gestellten Diagnosen den Befunden entsprechen. Dass diese nicht in allen Belan gen mit den bisherigen und denjenigen des G.____ vom 15. Juni 2004 übereinstimmen, spricht daf ür, dass die Gutachter der C.____ den Versicherten umfassend untersuchten und gestützt auf i hre eigenen Untersuchungsbefun- de ihre Diagnosen stellten. Daran ändert auch der Ein wand nichts, dass sich die MRI-Bilder vom 19. Januar 2011 nicht in den Akten befinden. Es gib t keine Hinweise, dass diese und im Übrigen auch diejenigen vom 18. Januar 2011 nicht exist ieren würden. Der Versicherte stellte auch nie ein Begehren, diese MRI-Bilder zu edieren, weshalb er daraus nichts zu seinen Guns- ten ableiten kann. Es trifft zu, dass anlässlich der Unte rsuchung in der C.____ im Jahre 2004 eine Diskushernie C5/6 ohne radikuläre Reiz- oder Ausf allsymptomatik festgestellt wurde. Dass diese gemäss den MRI-Bildern inzwischen abgeheilt ist, ist nicht aussergewöhnlich. Die IV- Stelle weist zu Recht darauf hin, dass Spontanheilungen von Bandscheibenvorfällen häufig sind (vgl. Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule, abr ufbar im Internet unter: http://www.schulthess-klinik.ch/default/assets/File/WIRBEL_B_Vorfall_lws.pdf). 4.7 Entgegen der Ansicht des Versicherten ist der Stat us nach Distorsionstrauma der Hals- wirbelsäule am 3. Juni 2000 an gleicher Stelle sowohl im Gutachten der C.____ vom 27. Juni 2006 als auch im Ergänzungsgutachten vom 9. April 201 1 unter "Bericht des Gutachtens des G.____ vom 15.6.2004" aufgeführt. Nicht gefolgt werde n kann den Ausführungen des Versi- cherten auch zu den Auswirkungen der körperlichen Beeintr ächtigungen auf die Arbeitsfähig- keit. Wohl wird aufgrund der somatischen Beschwerden eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte und andere schwere körperliche Tätigkei ten attestiert, jedoch nicht für leichte und intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Arbeiten. Es stimmt daher nicht, dass die Gutachter der C.____ lediglich die psychische Symptomatik bei der Einschränkung der Arbeits- fähigkeit berücksichtigt hätten. Der Auffassung des Versicher ten, es widerspreche jeder Le- benserfahrung, dass eine Person für schwere Arbeiten zu 1 00 % arbeitsunfähig und für mittel- schwere vollständig arbeitsfähig sei, kann ebenso wenig gefolgt werden. Der begutachtende Orthopäde der C.____ erklärte unter Ziffer 4.2.5 des Gutachtens vom 9. April 2011 nachvoll- ziehbar, dass schwere Arbeiten aufgrund der Belastungen derart heftige Schmerzen provozie- ren würden, dass deren Ausführung nicht mehr zumutbar sei. Wie die vom Versicherten be- schriebenen Tätigkeiten in seinem jetzigen Alltagsleben zeigten, entstehe bei körperlich leichten und intermittierend mittelschweren Tätigkeiten unter Wechselbelastung kaum eine wesentliche Schmerzprovokation, weshalb - übereinstimmend mit den Befunden - davon auszugehen sei, dass er solche Arbeiten uneingeschränkt ausführen könne. Es ist deshalb nicht lebensfremd, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenn eine Unzumutbarkeit für schwere aber nicht für lei chte Arbeiten angenommen wird. Aus- serdem übersieht der Versicherte, dass es ihm gemäss Gutacht en der C.____ lediglich zumut- bar ist, mittelschwere Tätigkeiten intermittierend aber nicht dauernd auszuführen. 4.8 Zu keinem anderen Schluss führen die Einwände, dass eine psychiatrisch- psychotherapeutische Behandlungsbedürftigkeit einem 100%i gen Arbeitseinsatz widerspreche; zumal vorliegend keine 100%ige, sondern gemäss Gutachten der C.____ lediglich eine 70%ige Arbeitsfähigkeit besteht. Zudem ergeben sich aus den Akten keine Hinweise, dass der Versi- cherte einer besonders intensiven Therapie bedarf. 4.9 Der Versicherte macht weiter geltend, dass die Ausfü hrungen der Gutachter der C.____ zu den Foerster-Kriterien unterschiedlich seien. So werde im Ergänzungsgutachten vom 25. Mai 2011 von einem anderen Krankheitsbild ausgegan gen, als es noch im Gutachten vom 9. April 2011 beschrieben worden sei. Ausserdem sei im Gutachten der C.____ vom 27. Juni 2006 noch keine Rede von den Foerster-Kriterien gewese n. Zudem sei festzustellen, dass ge- mäss Gutachten der C.____ vom 9. April 2011 die Kriterien des chronischen Verlaufs sowie der psychiatrischen Komorbidität ganz und dasjenige des sozialen Rückzugs teilweise erfüllt seien. Auch diesem Vorbringen kann nicht gefolgt werden. In der Einleitung des Ergänzungsgutach- tens werden sämtliche im Gutachten vom 9. April 2011 an geführten Äusserungen zu den Foerster-Kriterien zusammenfassend wiedergegeben (vgl. Z iffern 4.1.4, 4.1.5, 4.1.7 und 4.1.9). Eine abweichende Beurteilung der Kriterien ist dabei nicht festzustellen. Zwar setzten sich die - Gutachter der C.____ in ihrem Gutachten aus dem Jahre 2 006 nicht mit den Foerster-Kriterien auseinander, obwohl sie aufgrund des Leitentscheids BGE 130 V 309 dazu aufgefordert gewe- sen wären. Was der Versicherte von diesem Umstand zu sein en Gunsten ableiten möchte, ist jedoch nicht ersichtlich; es fehlen dazu auch substantiier te Ausführungen. Weiter bestreitet der Versicherte nicht, dass lediglich drei Foerster-Kriterien (teilweise) erfüllt sind (vgl. zu den einzel- nen Foerster-Kriterien: BGE 130 V 352). Damit kann aber dem Versicherten zwar nicht vollum- fänglich aber doch zu einem gewissen Teil eine Willensle istung zugemutet werden, um seine Schmerzen zu überwinden. Diese Einschränkung ist in der f estgestellten 30%igen Arbeitsunfä- higkeit mitberücksichtigt (vgl. Ziffer 6.2 des Gutachtens vom 9. April 2011). 4.10 Schliesslich bringt der Versicherte vor, dass der begu tachtende Psychiater der C.____ der Meinung sei, dass nur im "idealsten Falle" eine gan ztägige Arbeitsfähigkeit zu realisieren sei. Dieser Fall liege hier nicht vor, da der Versichert e aufgrund seiner psychischen Beeinträch- tigungen eine erhöhte Ermüdbarkeit aufweise, was seine Leistungsfähigkeit um 30 % reduziere. Die IV-Stelle weist hierzu in ihrer Stellungnahme vom 1. November 2012 richtig darauf hin, dass der Psychiater es lediglich als "ideal" erachte, wenn der Versicherte seine Leistungsfähigkeit von 70% in einem Ganztagespensum verwerten könne. Damit sagt er jedoch nicht, dass seine 70%ige Leistungsfähigkeit in einem Ganztagespensum erbr acht werden muss . Entgegen der Annahme des Versicherten kann die vom Psychiater der C._ ___ gewählte Formulierung auch nicht als Prognose verstanden werden. 4.11 Der Einwand, dass die neurologischen/orthopädischen Diagnosen schon allein die Ar- beitsfähigkeit zu 30 % beeinträchtigten und demgemäss d ie psychiatrischen zu einer weiterge- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht henden Leistungsreduktion führen müssten, erweist sich als n icht stichhaltig. Gemäss Recht- sprechung des Bundesgerichts überschneiden sich beim Zusammen treffen verschiedener Ge- sundheitsbeeinträchtigungen deren erwerblichen Auswirkungen in der Regel, weshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit diesfalls aufgrund einer sämtli che Behinderungen umfassenden ärztli- chen Gesamtbeurteilung zu bestimmen ist. Eine blosse Addi tion der mit Bezug auf einzelne Funktionsstörungen und Beschwerdebilder geschätzten Arb eitsunfähigkeitsgrade ist nicht zu- lässig (RDAT 2002 I Nr. 72 S. 485; Urteil des Bundesge richts vom 7. Dezember 2007, 8C_518/07, E. 3.2). Die Gutachter kamen in ihrer Ko nsensbeurteilung zum Schluss, dass die Leistungseinbusse unter Berücksichtigung sowohl der psychische n als auch neurologi- schen/orthopädischen Einschränkungen gesamthaft 30 % bet rage. Gründe, welche für eine weitergehende Reduktion sprechen würden, ergeben sich nicht aus den medizinischen Akten. 4.12 Lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen nac h dem Gesagten eine zuverläs- sige Beurteilung des medizinischen Sachverhalts zu, so kann auf die vom Versicherten bean- tragte Einholung eines gerichtlichen Gutachtens oder Rü ckweisung zur ergänzenden Sachver- haltsabklärung an die Vorinstanz verzichtet werden (sog. antizipierte Beweiswürdigung; BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen, 124 V 94 E . 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 5.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 5.2 Die IV-Stelle nahm in der angefochtenen Verfügu ng vom 16. März 2012 den erforderli- chen Einkommensvergleich vor. Dabei ging sie von einem f ür das Jahr 2001 geltenden Jahres- lohn von Fr. 64'740.-- (vgl. Fragebogen vom 10. August 2001) aus und passte diesen an die bis 2010 erfolgte Nominallohnentwicklung an. Dadurch ermit telte sie ein massgebendes Valide- neinkommen von Fr. 72'568.--. Da der Versicherte nach E intritt des Gesundheitsschadens kei- ner Erwerbstätigkeit nachging, berechnete die IV-Stel le das Invalideneinkommen korrekterwei- se anhand der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukt urerhebung (LSE) des Bundes- amtes für Statistik (BFS) und erhielt als Ergebnis Fr. 61'164.--. Von dem auf diese Weise erho- benen statistischen Wert gewährte sie dem Versicherten e inen Abzug vom Tabellenlohn von 10 %, was einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 34'034.-- pro Jahr bei einer 70%igen Arbeitsfähigkeit entspricht. Aus der Gegenüberstellung der beiden Einkommen resultiert, so das Fazit der IV-Stelle, demnach ein Invaliditätsgrad von 47 %. Der Versicherte beanstandet in die- sem Zusammenhang die fehlende Anpassung des Valideneinko mmens an die generelle und Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht individuelle Reallohnerhöhung und den Abzug vom Tabe llenlohn von lediglich 10 %. Ausser- dem sei der Einkommensvergleich aufgrund der Lohnverh ältnisse im Zeitpunkt des Verfü- gungserlasses durchzuführen. 5.3 Der Zeitpunkt des Verfügungserlasses ist im Revisionsver fahren massgebend, wenn es um die zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung eine r anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades geht (vgl. auch Erwägung 2.2). Die ser Zeitpunkt bildet auch die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 131 V 11 E. 1, 130 V 446 E. 1.2 je mit Hinweisen). Anders sieht es bei der Invaliditätsbemessun g aus. Dort ist zu berücksichtigen, dass der (potenzielle) Beginn des Rentenanspruchs den massg ebenden Zeitpunkt für die Durchführung des Einkommensvergleichs darstellt (vgl. BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2). Die Grundsätze für die erstmalige Invaliditätsbemessung gel ten im Rentenrevisionsverfahren, wes- halb die oben dargelegten Grundsätze auch auf den vorl iegenden Fall anzuwenden sind (vgl. URS MÜLLER , Die materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der Invalidenversiche- rung, Freiburg 2003, S. 147). Da Art. 88 bis Abs. 1 lit. a IVV bestimmt, dass die Erhöhung der Rente frühestens von dem Monat an erfolgen kann, in d em das Revisionsbegehren gestellt wurde, ist der Zeitpunkt des Einreichens des Revisionsgesu chs als massgebend zu erachten. Der Versicherte ersuchte am 18. Oktober 2010 um Revision s einer Rente. Somit sind die bei- den Vergleichseinkommen im Rahmen der Invaliditätsbeme ssung aufgrund der Verhältnisse im Jahr 2010 zu ermitteln. 5.4.1 Der Versicherte verlangt weiter die Anrechnung e ines Validenlohnes von Fr. 78'076.-- (Lohn 2001: Fr. 64'740.-- zuzüglich die bis 2011 erfo lgte generelle und individuelle Reallohner- höhung von angenommenen 11 % und Teuerung von 9,6 %) . Unter dem Valideneinkommen ist jenes Einkommen zu verstehen, welches die versicherte Pe rson als Gesunde tatsächlich erzie- len würde (ZAK 1992 S. 92 E. 4a, 1961 S. 367). Für die Bemessung des hypothetischen Ver- dienstes ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein lichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Die Ermittlung des Valide- neinkommens muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bisherige Tätigkeit ohne Gesund- heitsschaden erfahrungsgemäss fortgesetzt wird, ist in de r Regel vom letzten Lohn auszuge- hen, der vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt wurde. Die Entwicklung des Nominal- lohns wird aufgrund der offiziellen Angaben (Nominall ohnindex nach Geschlecht [vgl. BGE 129 V 408], Arbeitsbereich und Qualifikation) erfasst, wie sie etwa der Publikation des BFS über die Lohnentwicklung, dem Statistischen Jahrbuch oder der Zeit schrift "Die Volkswirtschaft" ent- nommen werden können. Soweit ein zusätzlicher persönliche r (etwa weiterbildungsbedingter) Produktivitätsfortschritt im Gesundheitsfall geltend gem acht wird, müssen hiefür im Einzelfall greifbare Anhaltspunkte ersichtlich sein (BGE 96 V 29 ; RKUV 2006, Nr. U 568 S. 67, 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b; Urteil des Eidgenössischen Versicher ungsgerichts [EVG] vom 13. Septem- ber 2005, U 87/05; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). 5.4.2 Ist eine teilinvalide Person in der angestammten Beschäftigung bestmöglich eingeglie- dert, so ist es nicht erforderlich, den Nominallohnwachstu m durch Teuerungsausgleich und das allgemeine Reallohnwachstum je gesondert nachzuvollzieh en. Gleichlaufende Entwicklungen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht verhalten sich mit Bezug auf die durch Einkommensvergleic h darzustellende Differenz neutral. In einem solchen Fall erübrigt sich die Rekonstruierung des hypothetischen Verlaufs des Vali- deneinkommens bis zum Rentenbeginn oftmals auch hinsichtli ch des Reallohnwachstums durch individuelle Produktivitätssteigerung aufgrund zune hmender berufserfahrungsbedingter Fertigkeiten. Ein abweichender Verlauf von Validen- u nd Invalideneinkommen ergibt sich aber, sobald die leidensbedingte Einschränkung den Erfahrungse ffekt und das damit verbundene übliche berufliche Fortkommen (teilweise) zunichte mac ht. Dies gilt, wenn hinreichend konkrete Anhaltspunkte für ausserordentliche Karriereschritte ode r einen einkommenswirksamen Wech- sel des Tätigkeitsbereichs bestehen; entsprechende Indizien sind beispielsweise in der Inan- griffnahme (und invaliditätsbedingten Aufgabe) oder in der nachweislichen Planung weiterfüh- render Ausbildungen zu erblicken, die für die Ausübun g der bisherigen Arbeit allein nicht erfor- derlich sind (Urteil des EVG vom 13. September 2005, U 87/05). 5.4.3 Im konkreten Fall sind Gründe für einen Lohnanst ieg im Gesundheitsfall, der über das Ausmass der bei einer Fortführung der bisherigen Tätig keit nach Eintritt der Invalidität anfallen- den Einkommensentwicklung hinausginge, weder ersichtlich noch ergeben sich dafür aus den Akten entsprechende Anhaltspunkte. Es kann zudem mit übe rwiegender Wahrscheinlichkeit weder angenommen werden, dass sich die gesundheitlichen Einschränkungen nach Eintritt der Invalidität negativ auf den individuellen Produktivitätsz uwachs ausgewirkt hätten, noch, dass dadurch etwa besondere Karriereaussichten vereitelt word en wären. Danach kann davon aus- gegangen werden, dass Validen- und Invalideneinkommen h insichtlich sämtlicher arbeitsmarkt- ökonomischer Komponenten der Lohnentwicklung bis zum Zeitp unkt des Rentenbeginns paral- lel verliefen. 5.5.1 Hingegen haben gesundheitlich beeinträchtigte Versicherte, die nicht mehr voll leis- tungsfähig sind, erfahrungsgemäss eine Reduktion des üb lichen Lohnansatzes hinzunehmen. Von einem anhand der Tabellenlöhne der LSE erhobene n Invalideneinkommen sind deshalb praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöh ne herabzusetzen sind, von sämtli- chen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäf- tigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesam thaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung al ler jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 5.5.2 Die Einschätzung des leidensbedingten Abzuges ist st ets eine Ermessensentscheidung. Bei der Überprüfung dieser Einschätzung kann es nicht darum gehen, dass das Kantonsgericht als kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Es geht vielmehr um die Frage, ob der zu überprüfende Entschei d, den die Behörde nach dem ihr zu- stehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfa llen sollen (BGE 126 V 75 E 6, 123 V 150 E. 2). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5.3 Vorliegend sind die gesundheitlichen Beeinträch tigungen des Versicherten in der Beur- teilung des zumutbaren Leistungsprofils und die damit ve rbundene Teilzeitarbeit bereits ausrei- chend berücksichtigt worden. Laut den massgebenden medizin ischen Beurteilungen ist er in der Lage, leichte bis intermittierend mittelschwere, we chselbelastende Tätigkeiten im Umfang von 70 % zu verrichten. Die 30%ige Einschränkung berücksich tigt nebst der psychischen Sym- ptomatik auch die vom Versicherten geltend gemachten Be schwerden wie das chronische pan- vertebrale Schmerzsyndrom, die chronischen Leistenschmerzen und die durch die psychischen Störungen bedingten Ermüdbarkeit erforderlichen vermehrten Pausen. Eine weitergehende An- rechnung dieser gesundheitlichen Beeinträchtigungen be im leidensbedingten Abzug würde einer unzulässigen doppelten Berücksichtigung derselben Ein schränkung gleichkommen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts vom 24. Januar 2011, 8C_530/210, E. 4.2). Die fast 10- jährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt ist auf invaliditä tsfremde Gründe zurückzuführen, da es dem Versicherten zumutbar gewesen wäre, seit der letzten Begutachtung im Jahr 2006 - bis auf die Zeit während der ambulanten Behandlung vom 21. J anuar 2010 bis 31. August 2010 in der Tagesklinik der D.____ (vgl. nachfolgende Erwägung) - ei ner ganztägigen Tätigkeit mit einer 30%igen Leistungseinschränkung nachzugehen. Sie rechtfer tigt deshalb keinen erhöhten lei- densbedingten Abzug. Mit Blick auf die ärztliche Zumutba rkeitsbeurteilung der Gutachter der C.____ sind keine zusätzlichen Aspekte ersichtlich, die auf eine Erschwernis bei der erwerbli- chen Verwertung der Restarbeitsfähigkeit schliessen lassen würden. 5.5.5 In der Vernehmlassung vom 10. August 2012 stellte die IV-Stelle den Antrag, die Verfü- gung vom 16. März 2012 sei insofern zu korrigieren, dass von einer 100%igen Arbeitsunfähig- keit vom 20. Januar 2010 bis 31. August 2010 auszugehen ist. Während dieser Zeit habe sich der Versicherte in ambulanter Behandlung in der Tageskl inik der D.____ befunden. Diesem Antrag kann ohne weiteres gefolgt werden. Auf die Durchführung des Einkommensvergleichs in Bezug auf die Zeit dieser ambulanten Behandlung in der Tagesklinik der D.____ kann verzichtet werden. Denn fehlt es wie vorliegend an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die eine n Anspruch auf eine ganze Invalidenren- te begründet (Urteile des EVG vom 21. August 2006, I 831/05, E. 4.1.1, vom 7. November 2003, I 246/02, vom 26. Mai 2003, I 462/02, und vom 4. April 2002, I 401/01). 5.6 Aufgrund dieser Ausführungen ist festzustellen, dass der Versicherte in Anwendung von Art. 88a Abs. 2 IVV für die Zeit vom 1. April 2010 b is 30. November 2010 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat (vgl. dazu auch BGE 131 V 164 , 125 V 413 E. 2d). Dieses Vorgehen wird vom Versicherten auch nicht beanstandet. Für die Zeit ab 1. Dezember 2010 führt der Ver- gleich zwischen Validen- und Invalideneinkommen zu einer Lohneinbusse von Fr. 34'034.--, was einen Invaliditätsgrad von gerundet 47 % ergibt. Somit hat der Versicherte ab 1. Dezember 2010 Anspruch auf eine Viertelsrente. Die Beschwerde ist demgemäss teilweise gutzuheissen. 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG in der Fassung seit 1. Juli 2006 ist das Besc hwer- deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung od er die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Ver- fahrenskosten in der Regel der unterliegenden Parteie n in angemessenem Ausmass auferlegt. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Den Vorinstanzen werden in der Regel keine Verfahrensko sten auferlegt. Vorliegend obsiegt der Beschwerdeführer prozessual insofern teilweise, als ih m mit Wirkung vom 1. April 2010 bis 30. November 2010 eine ganze Invalidenrente zugesproch en wird. In diesem Zusammenhang gilt es aber zu beachten, dass der Versicherte sowohl mi t seinem in der Beschwerde gestellten Begehren als auch mit seinen Argumenten nicht durchged rungen ist. Dass der Versicherte An- spruch auf eine vom 1. April 2010 bis 30. November 2010 befristete Invalidenrente hat, ist ein- zig und allein auf den Antrag der IV-Stelle auf teil weise Gutheissung der Beschwerde in ihrer Vernehmlassung zurückzuführen. Unter diesen Umständen kann nicht mehr von einem prozes- sualen Obsiegen gesprochen werden. Dem Beschwerdeführer werden damit Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- auferlegt und in diesem U mfang mit dem geleisteten Kostenvor- schuss verrechnet. 6.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da vorliegend der Beschwerd eführer nicht als obsiegende Partei zu betrachten ist, sind die ausserordentlichen Verfahrenskosten wettzuschlagen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird f estgestellt, dass der Beschwerdeführer vom 1. April 2010 bis 30. November 2 010 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ab 1. Dezember 2010 weiterhin Anspruch auf eine Viertelsrente hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 24. April 2013 Beschwerde beim Bundesgericht ( Verfahren-Nr. 9C_295/2013 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht