<h2>SubmittedText<h2><p>Es ist unbestritten, dass zu viele Aerztinnen und Aerzte ausgebildet werden. Die Zahl der ausgebildeten Aerzte beeinflusst aber direkt die in der Sozialversicherung entstehenden Kosten. Eine Kosteneindämmung ohne eine sinnvolle Zulassungsbeschränkung zum Medizinstudium ist nicht denkbar, da bekanntlich die Leistungserbringer (Aerztinnen und Aerzte) einen beträchtlichen Spielraum im Angebot ihrer eigenen Leistungen haben. Statistiken erhärten diese Aussage.</p><p>Etliche Länder haben deshalb den Numerus clausus fürs Medizinstudium eingeführt. Ein befriedigendes Modell existiert aber nicht. Die Bewertung nach Maturitätsnoten - wie in Deutschland - hat in den betreffenden Gymnasialklassen zu einer Entsolidarisierung und zu einem Kampf von allen gegen alle um gute Noten geführt. Die Idee, die Beschränkung durch eine Verschärfung des 1. Propaedeutikums zu erreichen, birgt genau die gleiche Gefahr (nur etwas später) in sich. Die grosse Zahl der Anfänger wird dadurch nicht eingeschränkt. Die Qualität der Ausbildung in den naturwissenschaftlichen Grundlagen leidet zwangsläufig unter dieser grossen Zahl von Studentinnen und Studenten.</p><p>Ich bitte deshalb den Bundesrat, die Einführung eines Pflegepraktikums von einem Jahr (wie schon 1977 von Herrn Prof. Fahrländer in Basel vorgeschlagen) in Betracht zu ziehen. Die Konfrontation mit schweren Pflegesituationen (Behindert: Stationär und im Spitex-Bereich, Psychogeriatrie und Alterspflege seien als Beispiele erwähnt) könnte wenig geeignete Bewerberinnen und Bewerber vom Medizinstudium abhalten.</p><p>Ich bitte ferner den Bundesrat, zu prüfen, ob diese Massnahme auf der Grundlage des Bundesgesetzes betr. die Freizügigkeit des Medizinpersonals in der Schweizerischen Eidgenossenschaft auf Verordnungsebene eingeführt werden könnte.</p>