Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 30. November 2016 (460 16 48) ____________________________________________________________________ Strafrecht Qualifizierte Veruntreuung / Strafzumessung / Berufsverbot Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.), Richterin Susanne Afheldt, Richterin Helena Hess, Richter Peter Tobler; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung WK, Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal, Anklagebehörde und Berufungsklägerin Privatklägerschaft gegen A.____ , vertreten durch Advokat Oliver Borer, Stadthausgasse 10, Postfach 1228, 4001 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Mehrfache qualifizierte Veruntreuung etc. (Berufungen der Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 18. November 2015) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 1 8. November 2015 wurde A.____ der mehrfachen, teilweise qualifizierten Veruntreuung, des gewerbsmässigen betrügerischen Miss- brauchs einer Datenverarbeitungsanlage sowie der me hrfachen Urkundenfälschung schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahre n verurteilt, dies unter Anrechnung der am 25. November 2013 in Polizeigewahrsam verbrachten Zeit von einem Tag sowie in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 al. 2 und Ziff. 2 StGB, Art. 147 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 251 Ziff. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 51 StGB. Des Weiteren entschied die Vorinstanz über die edierten Unterlagen sowie die beschlagnahmten verwertbaren Gegenstände und Vermögenswerte. (…) B. Gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaf t vom 18. November 2015 meldete die Staatsanwaltschaft mit Datum vom 26. November 2015 die Berufung an. In ihrer Berufungs- erklärung vom 8. März 2016 stellte die Staatsanwalt schaft die folgenden Anträge: A.____ sei in teilweiser Aufhebung von Ziffer I.1 des angefochten en Urteils in den Anklageziffern 4, 5, 6, 7, 9 und 10 (jeweils in Verbindung mit Anklageziffer 2) wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreu- ung gemäss Art. 138 Ziff. 2 StGB (statt mehrfacher einfacher Veruntreuung) zu verurteilen. Die in den Anklageziffern 4, 6 und 7 gefällten Schuldsprüche wegen mehrfacher Urkundenfälschung seien hingegen zu bestätigen (Ziff. 1). Gestützt da rauf sei A.____ in teilweiser Aufhebung von Ziffer I.1 des angefochtenen Urteils zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten zu verurteilen, und es sei gemäss dem Antrag der St aatsanwaltschaft vom 4. November 2015 für die Dauer von fünf Jahren ein Berufsverbot gemä ss Art. 67 StGB anzuordnen, mit welchem dem Beschuldigten die berufsmässige Entgegennahme von fremden Vermögenswerten zwecks Verwaltung (einschliesslich Aufbewahrung, Weiterlei tung und Verwaltung im engeren Sinne) untersagt werde (Ziff. 2). In der Folge verzichtete die Staatsanwaltschaft auf die Einreichung einer ergänzenden Berufungsbegründung. C. Der Beschuldigte meldete gleichermassen mit Schrei ben vom 26. November 2015 die Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz an. In sei ner Berufungserklärung vom 10. März 2016 legte der Beschuldigte, vertreten durch Advokat Dr. Roland Strauss, dar, dass sich seine Beru- fung auf die Bemessung der Strafe beschränke. In se iner Berufungsbegründung vom 10. Juni 2016 begehrte der Beschuldigte, nunmehr vertreten d urch Advokat Oliver Borer, Folgendes: Es sei der Berufungskläger in teilweiser Aufhebung des angefochtenen Urteils und in vollständiger Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft der m ehrfachen, teilweise qualifizierten Verun- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht treuung, des gewerbsmässigen betrügerischen Missbra uchs einer Datenverarbeitungsanlage sowie der mehrfachen Urkundenfälschung schuldig zu sprechen und zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten zu verurteilen (Ziff. 1). Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen und die Berufu ng der Staatsanwaltschaft vollumfänglich abzuweisen (Ziff. 2); dies alles unter o/e Kostenfo lge, wobei dem Berufungskläger auch für das Berufungsverfahren die amtliche Verteidigung zu bewilligen sei (Ziff. 3). D. In ihrer Berufungsantwort vom 31. August 2016 stel lte die Staatsanwaltschaft folgende Anträge: Es sei die Berufung von A.____ unter Guthe issung der Berufung der Staatsanwalt- schaft vollumfänglich abzuweisen (Ziff. 1). (…). E. Ebenfalls mit Datum vom 31. August 2016 reichte de r Beschuldigte seine Berufungs- antwort ein und stellte dabei die folgenden Rechtsb egehren: Es sei die Berufung der Staatsan- waltschaft vollumfänglich abzuweisen und der Berufungskläger in Gutheissung seiner Berufung unter teilweiser Aufhebung des angefochtenen Urteil s der mehrfachen, teilweise qualifizierten Veruntreuung, des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsan- lage sowie der mehrfachen Urkundenfälschung schuldig zu sprechen und zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten zu verurteilen (Ziff. 1). Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen und die Berufu ng der Staatsanwaltschaft vollumfänglich abzuweisen (Ziff. 2); dies alles unter o/e Kostenfo lge, wobei dem Berufungskläger auch für das Berufungsverfahren die amtliche Verteidigung zu bewilligen sei (Ziff. 3). F. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft , Abteilung Strafrecht, vom 7. April 2016 wurde festgestellt, dass die Privatkläger wede r Berufung noch Anschlussberufung erho- ben haben. Mit Verfügung vom 26. April 2016 wurde d er bisherige amtliche Verteidiger, Dr. Ro- land Strauss, mit sofortiger Wirkung von der amtlic hen Verteidigung des Beschuldigten entbun- den, und mit Verfügung vom 4. Mai 2016 wurde dem Be schuldigten die amtliche Verteidigung mit Advokat Oliver Borer für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt. (…) G. (…) Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Formalien und Verfahrensgegenstand 1.1 (…) 1.2 Gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaf t vom 18. November 2015 haben so- wohl die Staatsanwaltschaft als auch der Beschuldig te in Bezug auf Ziffer 1 des Urteilsdisposi- tivs ein Rechtsmittel ergriffen. Während der Beschu ldigte in diesem Zusammenhang das erstin- stanzliche Strafmass beanstandet, rügt die Staatsan waltschaft die rechtliche Qualifikation des Sachverhalts in den Anklagepunkten 4 bis 7 und 9 bi s 10 in Bezug auf den Tatbestand der Ver- untreuung, den Verzicht auf die Aussprechung eines Berufsverbotes und gleichermassen das Strafmass. Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO bilden im vorliegenden Berufungsverfahren nur noch die vorgängig genannten Punkte Gegenstand der richterlichen Überprüfung. Dies führt dazu, dass die Schuldsprüche in den Anklageziffern 3, 8 und 11 wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung, mehrfacher Urkundenfälschung und gewe rbsmässigen betrügerischen Miss- brauchs einer Datenverarbeitungsanlage sowie die Sc huldsprüche in den Anklageziffern 4, 6 und 7 wegen mehrfacher Urkundenfälschung genauso we nig vom Kantonsgericht zu prüfen sind wie die Ziffern 2 bis 23 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs betreffend Beschlagnah- men, Zivilforderungen, Kosten der amtlichen Verteidigung und Verfahrenskosten. 2. Ausführungen der Parteien 2.1.1 (…) 2.1.2 (…) 2.2.1 (…) 2.2.2 (…) Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Tatbestand der (qualifizierten) Veruntreuung 3.1 Nachdem der inkriminierte Sachverhalt vom Beschuld igten vollumfänglich eingestanden ist, kann diesbezüglich an vorliegender Stelle auf die entsprechenden Ausführungen der Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift vom 23. Dezember 2014 sowie diejenigen des Strafge- richts im angefochtenen Urteil verwiesen werden. Fraglich und zu prüfen ist hingegen, ob das in den Anklageziffern 4 bis 7 und 9 bis 10 beschrieben e Verhalten des Beschuldigten als (mehrfa- che) einfache Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 St GB oder als (mehrfache) qualifizierte Verun- treuung gemäss Art. 138 Ziff. 2 StGB zu werten ist. Gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB wird mit Frei- heitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe best raft, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet. Nach Ziff. 2 von Art. 138 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Ge ldstrafe bestraft, wer die Tat als Mitglied ei- ner Behörde, als Beamter, Vormund, Beistand, berufs mässiger Vermögensverwalter oder bei Ausübung eines Berufes, Gewerbes oder Handelsgeschä ftes, zu der er durch ein Behörde er- mächtigt ist, begeht. Täter nach Art. 138 Ziff. 1 StGB kann nur sein, wem eine Sache anvertraut worden ist bzw. wem Vermögenswerte anvertraut worden sind. Tatobjekte sind fremde bewegli- che Sachen oder Vermögenswerte. Nach der langjährigen Rechtsprechung des Bundesgerichts ist anvertraut, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse eines andern zu verwenden, insbesondere es zu verwa hren, zu verwalten oder abzuliefern. Eine solche Verpflichtung kann auf ausdrücklicher o der stillschweigender Abmachung beruhen. Nach Ziff. 2 von Art. 138 StGB wird strenger bestraft, wer als Mitglied einer Behörde, als Beam- ter, als berufsmässiger Vermögensverwalter etc. ein e Veruntreuung begeht. Damit sollen Täter erfasst werden, die ein erhöhtes Vertrauen geniessen. Bei der Auslegung der von Ziff. 2 erfass- ten Tätergruppen ist zu prüfen, ob die in Frage ste hende Person erhöhtes Vertrauen geniesst und sich daher eine Qualifizierung rechtfertigt. Ei ne Bestrafung nach Ziff. 2 kommt ferner nur dann in Frage, wenn der Täter, welcher die entsprec hende Eigenschaft aufweist, das Delikt in Ausübung der betreffenden Tätigkeit begeht. Berufsm ässiger Vermögensverwalter ist nicht je- der, der im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit Ver mögenswerte entgegennimmt. Vorausge- setzt ist vielmehr, dass die entsprechende Tätigkei t typischerweise gerade darin besteht, Ver- mögen zu verwalten. Die Qualifikation soll nur Tätergruppen erfassen, die ein erhöhtes Vertrau- en geniessen, wobei als berufsmässig Tätigkeiten ge lten, die einen bedeutenden Teil der Er- werbstätigkeit des Verwalters darstellen und einen erheblichen Umfang aufweisen. Nicht vor- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausgesetzt ist indes, dass sich der Täter beruflich ausschliesslich der Vermögensverwaltung widmet. Auch wer sich daneben in erheblichem Umfang noch anders betätigt, kann Vermö- gensverwalter im Sinne von Ziff. 2 sein. Als berufs mässige Vermögensverwalter sind exempla- risch qualifiziert worden sowohl ein Treuhänder (vg l. BGer 6B_136/2008 vom 18. Juli 2008 E. 2.2) als auch ein Bankangestellter, der für die Verwaltung von Kundengeldern mitverantwort- lich gewesen ist (vgl. BGE 120 IV 182). Für den subjektiven Tatbestand werden Vorsatz und die Absicht unrechtmässiger Bereicherung verlangt (M ARCEL ALEXANDER NIGGLI / CHRISTOF RIEDO , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 9 ff., N 40, N 112 ff., N 155 ff. und N 177 ff. zu Art. 138 StGB; BGer 6B_415/2010 vom 1. September 2010 E. 4.3.1; BGE 120 IV 117, 120 IV 276, 120 IV 182). 3.2.1 In casu hat die Vorinstanz den Sachverhalt in den Anklageziffern 4 bis 7 und 9 bis 10 als (mehrfache) einfache Veruntreuung nach Art. 138 Zif f. 1 StGB eingestuft und sich bei ihrer rechtlichen Beurteilung massgeblich auf die Bestimm ungen aus dem Bereich der Geldwäsche- rei und in diesem Zusammenhang das FINMA-Rundschrei ben 2011/1 "Finanzintermediation nach GwG" Rz. 90 abgestützt. Nach Auffassung des St rafgerichts müsse für eine Anwendbar- keit von Art. 138 Ziff. 2 StGB die Tätigkeit des Ve rmögensverwalters gerade in der Verwaltung der Vermögen von Dritten bestehen, auch wenn diese nicht die Haupttätigkeit der jeweiligen Person sei. Bei der Vermögensverwaltung würden Verm ögenswerte bewirtschaftet, indem sie vom Vermögensverwalter angelegt oder in Finanzinstr umente investiert würden. Eine Treu- handtätigkeit bzw. die Verwendung des Titels "Treuh and" alleine reiche nicht für die Annahme einer berufsmässigen Vermögensverwaltung. Ebenso we nig liege eine Vermögensverwaltung vor, wenn das Vermögen dem Treupflichtigen nur zur Erledigung des Zahlungsverkehrs bzw. zur Aufbewahrung anvertraut worden sei. Dieser Ansi cht vermag das Kantonsgericht nicht zu folgen, was sich wie folgt begründet: 3.2.2 Zunächst ist zu konstatieren, dass unter den Parte ien insofern Einigkeit herrscht, als das inkriminierte, in den Anklageziffern 4 bis 7 und 9 bis 10 beschriebene, Verhalten des Beschul- digten ohne Zweifel sowohl den objektiven als auch den subjektiven Tatbestand zumindest der einfachen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB erfüllt, weshalb sich diesbezüglich ge- stützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO unter Verweis auf di e entsprechenden Erwägungen der Vor- instanz (E. II.1. S. 67 f.) an vorliegender Stelle weitere Ausführungen erübrigen. Zu untersuchen bleibt in casu lediglich, ob anstelle von Art. 138 Ziff. 1 StGB der qualifizierte Tatbestand von Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 138 Ziff. 2 StGB zur Anwendung hätte gebracht werden müssen. Unzweifelhaft ist diesbe- züglich, dass bei den in Ziff. 2 von Art. 138 StGB erfassten Tätergruppen vorliegend lediglich die Tatbestandsvariante des berufsmässigen Vermögensverwalters in Frage kommt. 3.2.3 Die Vorinstanz hat sich bei ihrer Definition des B egriffs des berufsmässigen Vermögens- verwalters massgeblich an Art. 305 ter Abs. 1 StGB sowie einem Rundschreiben der FINMA or i- entiert und ist zum Schluss gekommen, dass bei der Vermögensverwaltung Vermögenswerte bewirtschaftet werden müssten. Das Kantonsgericht i st demgegenüber der Meinung, dass die Definition des berufsmässigen Vermögensverwalters a us der gesetzlichen Bestimmung von Art. 138 Ziff. 2 StGB, den einschlägigen Materialien zu dieser Norm sowie der darauf aufbauen- den Praxis und herrschenden Lehre abzuleiten ist. S elbst wenn man sich aber auf Art. 305 ter Abs. 1 StGB abstützen würde, wäre festzustellen, da ss auf der Seite des objektiven Tatbestan- des als Täterschaft in Frage kommt, wer berufsmässi g fremde Vermögenswerte annimmt, auf- bewahrt, anlegen oder übertragen hilft. Neben den B anken gehören dazu die Treuhänder, An- lageberater, Finanzverwalter und weitere. Die Umsch reibung des tatbestandsmässigen Verhal- tens als Annehmen, Aufbewahren, Anlegen oder Übertr agen soll zwar typische Tätigkeiten ei- nes Financiers erfassen, führt aber ausdrücklich nicht zu einer weiteren Eingrenzung des Täter- kreises (vgl. MARK PIETH , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 8 und N 13 zu Art. 305 ter StGB, mit Hinweisen). Mit anderen Worten stellt au ch bei Art. 305 ter Abs. 1 StGB das Anlegen von fremden Vermögenswerten ledigl ich eine Teilmenge des tatbestands- mässigen Verhaltens dar, wobei ebenso das Annehmen und das Aufbewahren von fremden Vermögenswerten, zumindest solange es sich um ein b erufsmässiges Vorgehen handelt, ei- genständige Tatbestandsvarianten bilden. Demnach wü rde sich selbst unter Berücksichtigung von Art. 305 ter Abs. 1 StGB als Auslegungshilfe bei der Bestimmung des Begriffs des berufs- mässigen Vermögensverwalters nach Art. 138 Ziff. 2 StGB eine Eingrenzung des Vermögens- verwalters im Sinne eines Vermögensbewirtschafters offenkundig nicht rechtfertigen. 3.2.4 Zutreffend ist hingegen, dass sich weder aus Art. 138 Ziff. 2 StGB selbst noch aus den entsprechenden Materialien (vgl. die Botschaft des Bundesrates vom 24. April 1991 über die Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes [Strafbare Handlungen gegen das Vermögen und Urkundenfälschung], BBl 1991 II 1002) eine klare Defini- tion ergibt und diesbezüglich vielmehr dargelegt wo rden ist, es sei dem Wunsch nach Präzisie- rung des Begriffs des Vermögensverwalters unter and erem deshalb nicht Rechnung getragen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht worden, weil es sich dabei um ein typisches Auslegu ngsproblem handle, für welches eine wirk- lich befriedigende gesetzgeberische Lösung kaum zu finden sei. Die Praxis und herrschende Lehre hat sich dieser Problematik angenommen und ei nhellig festgehalten, dass in Ziff. 2 von Art. 138 StGB solche Taten mit qualifizierter Straf e bedroht werden, welche von einer bestimm- ten Tätergruppe begangen werden, die ein erhöhtes V ertrauen geniesst und in Ausübung der dieses Vertrauen begründenden Tätigkeit handelt (vg l. G ÜNTER STRATENWERTH / WOLFGANG WOHLERS , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 3 . Auflage, Bern 2013, N 7 zu Art. 138 StGB, mit Hinweisen; S TEFAN TRECHSEL / DEAN CRAMERI , in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2 . Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N 21 zu Art. 138 StGB, mit Hinweisen; oben E. 3.1). 3.2.5 Der entscheidende Faktor, welcher es also rechtfer tigt, gegenüber einer spezifischen Tä- terschaft eine höhere abstrakte Strafandrohung zu s tipulieren als gegenüber den restlichen De- linquenten, ist in dem der bestimmten Tätergruppe a ufgrund ihres Berufes besonders entgegen gebrachten Vertrauen zu finden. Infolgedessen führt die Staatsanwaltschaft zu Recht aus, dass der Begriff des berufsmässigen Vermögensverwalters im Sinne von Art. 138 Ziff. 2 StGB nicht auf die Form der vereinbarten Vermögensverwendung a bzielt, sondern auf das erhöhte Ver- trauen, welches bestimmte Personengruppen in der öf fentlichen Wahrnehmung in Bezug auf die rechtskonforme Verwendung der anvertrauten Verm ögenswerte geniessen. Demnach ist es für die Erfüllung des qualifizierten Tatbestandes u nerheblich, ob der Treunehmer im Einzelfall eine eigentliche Vermögensbewirtschaftung oder ledi glich eine Vermögensaufbewahrung be- treibt, solange er aufgrund seiner beruflichen Täti gkeit ein gesteigertes Vertrauen beansprucht und zudem das Delikt in Ausübung der betreffenden T ätigkeit begeht. Dass Treuhänder grund- sätzlich zu der durch den Tatbestand von Art. 138 Ziff. 2 StGB erfassten Tätergruppe mit erhöh- ten Vertrauensanforderungen gehören, hat das Bundes gericht folgerichtig mehrfach ausdrück- lich festgehalten (vgl. oben E. 3.1; BGer 6B_582/20 14 vom 7. Januar 2015 E. 2.3., im zitierten Fall ist der Beschwerdeführer von Beruf Treuhänder gewesen und hat eine eigene Firma mit den Spezialitäten Finanzberatung, Steuerrechtspraxi s sowie Treuhandbüro geführt und ist überdies als Willensvollstrecker eingesetzt gewesen ). Im Entscheid BGer 6B_136/2008 vom 18. Juli 2008 hat das Bundesgericht in E. 2.2 überd ies unter Bezugnahme auf BGE 100 IV 30 prinzipiell erkannt, dass erstens Treuhänder zu der durch den Tatbestand von Art. 138 Ziff. 2 StGB erfassten Tätergruppe mit erhöhten Vertrauensa nforderungen gehören, und dass zwei- tens die Geldaufbewahrungstätigkeit eine Form der Vermögensverwaltung darstellt. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2.6 Im vorliegenden Fall steht aufgrund des unbestritte nen Sachverhalts fest, dass der Be- schuldigte während der gesamten Tatzeit als selbsts tändiger Treuhänder Mitglied der Treu- handkammer gewesen ist und die Kommanditgesellschaf t "A.____ Treuhand" mit dem einzigen Zweck des Führens eines Treuhandbüros betrieben hat . In Ausübung dieser Treuhandtätigkeit hat der Beschuldigte sodann in Bezug auf die angefo chtenen Anklageziffern 4 bis 7 und 9 bis 10 folgende Funktionen inne gehabt (vgl. die Zusammenfassung in E. II.2.3.4 S. 72 f.): Buchfüh- rung und Zahlungsverkehr mit Einzelunterschriftsber echtigung (Ziff. 4); Zahlungsverkehr, pri- vate Administration, Steuererklärungen und Bargeldb ezüge mit Einzelunterschriftsberechtigung (Ziff. 5); gesamte kaufmännische Buchführung, Zahlu ngsverkehr, Steuererklärungen und Revi- sion der Gesellschaft mit Einzelunterschriftsberech tigung (Ziff. 6); Buchführung, Jahresab- schlüsse, Budgeterstellung, Lohnbuchhaltung und Zah lungsverkehr mit Einzelunterschriftsbe- rechtigung (Ziff. 7); Buchführung, Jahresabschlüsse , Mehrwertsteuerabrechnungen, Steuerer- klärungen und Zahlungsverkehr mit Einzelunterschrif tsberechtigung (Ziff. 9); Buchführung, Jah- resabschlüsse, Mehrwertsteuerabrechnungen, Steuerer klärungen und Zahlungsverkehr mit Einzelunterschriftsberechtigung (Ziff. 10). Alle di ese Tätigkeiten stellen nach den vorgängigen Ausführungen ohne Weiteres eine Vermögensverwaltung im Sinne von Art. 138 Ziff. 2 StGB dar und sind ebenso fraglos als berufsmässig zu qualifi zieren, nachdem sie – gleichermassen wie diejenigen Tätigkeiten, welche bereits zur Verurtei lung wegen mehrfacher qualifizierter Verun- treuung in den Anklageziffern 3 und 8 geführt haben – ohne Zweifel einen bedeutenden Teil der Erwerbstätigkeit des Beschuldigten dargestellt und einen erheblichen Umfang aufgewiesen ha- ben. Gemäss diesen Erwägungen ist der Beschuldigte somit in Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft und dementsprechend in Abänderun g des vorinstanzlichen Urteils in den Anklageziffern 4 bis 7 und 9 bis 10 nicht bloss weg en mehrfacher einfacher Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 StGB, sondern vielmehr wegen mehrf acher qualifizierter Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 2 StGB schuldig zu sprechen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Strafzumessung 4.1.1 (…) 4.1.2 (…) 4.2.1 (…) Gemäss Art. 408 StPO fällt die Berufungsinstanz ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt. Dabei hat sie die Strafe nach ihrem eigene n Ermessen festzusetzen und muss sich nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6 .2). Im vorliegenden Fall ist der Beschul- digte gestützt auf das Urteil des Strafgerichts sow ie den vorliegenden Entscheid der mehrfa- chen qualifizierten Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 2 StGB), des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage (Art. 14 7 Abs. 2 StGB) sowie der mehrfachen Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) schuldig zu sprechen. Nach Art. 147 Abs. 2 StGB liegt dabei der ordentliche Strafrahmen bei einer F reiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder einer Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen. Die Deliktsm ehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB führt zwar nicht zu einer Erhöhung des Strafrahmens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahmens strafschärfend zu gewichten. Ein gesetzlicher Straf milderungsgrund ist demgegenüber nicht ersichtlich. 4.2.2 Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Ka ntonsgericht für die Bildung einer Gesamtstrafe nunmehr in einem ersten Schritt den St rafrahmen – ausgehend von der abstrak- ten Strafandrohung – für die schwerste Straftat zu bestimmen und sodann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Umstände, innerhalb die- ses Strafrahmens festzusetzen. In casu weist zwar s owohl der Tatbestand des gewerbsmässi- gen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeit ungsanlage nach Art. 147 Abs. 2 StGB als auch derjenige der qualifizierten Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 2 StGB die höchste abstrakte Strafandrohung auf, allerdings beinhaltet der Tatbestand des gewerbsmässigen be- trügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsan lage die höhere Mindeststrafe, weshalb dieses Delikt die schwerste Straftat darstellt. Ung eachtet dessen ist aber zu berücksichtigen, dass die Handlungen des Beschuldigten, welche sowohl den Tatbestand des gewerbsmässigen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage als auch denjenigen der (mehrfa- chen) Urkundenfälschung erfüllen, ausschliesslich d azu gedient haben, den Tatbestand der (mehrfachen) qualifizierten Veruntreuung zu ermögli chen. Insofern richtet sich die konkrete Strafzumessung vorliegend zwar nach dem vom Bundesgericht definierten systematischen Auf- bau, zufolge der Zusammenhänge zwischen und den Ver flechtungen unter den einzelnen Tat- beständen erweist sich jedoch eine fliessende Würdigung der einzelnen zumessungsrelevanten Kriterien als unumgänglich. Bei der Festlegung der Einsatzstrafe für den gewerb smässigen betrügerischen Missbrauch ei- ner Datenverarbeitungsanlage ist auf der Seite der objektiven Tatkomponenten massgeblich straferhöhend der ausserordentlich lange Tatzeitraum von über elf Jahren vom 1. Oktober 2002 bis zum 25. November 2013 zu würdigen. Gleichermass en negativ zu gewichten ist, dass der Beschuldigte in diesem langen Zeitraum die hohe Anz ahl von insgesamt mindestens 387 miss- bräuchlichen und unrechtmässigen Bezügen oder Überweisungen veranlasst hat. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte gemäss den Erkenntnissen der Vorinstanz allein durch die Überweisun- gen einen überaus namhaften Deliktsbetrag von rund CHF 1,4 Millionen erzielt und zusammen mit den Veruntreuungen einen effektiv entstandenen Schaden von über CHF 2,6 Millionen ver- ursacht hat, wobei die Vermögensgefährdung sogar ru nd CHF 3,2 Millionen beträgt (vgl. E. II.1 S. 68 und II.3 S. 73). Des Weiteren fällt zu seinen Ungunsten ins Gewicht, dass der Beschuldig- te nicht davor zurück geschreckt ist, seine besonde re Vertrauensposition, welche er aufgrund seiner Stellung in der Öffentlichkeit (…) inne geha bt hat, für seine Zwecke auszunützen. Zu bemerken ist sodann, dass der Beschuldigte keinerle i Rücksicht darauf genommen hat, wen er jeweils geschädigt hat. So fallen unter die Geschäd igten nebst zwei betagten Personen und diversen Stockwerkeigentümergemeinschaften vor alle m mit der Kirchgemeinde X.____, dem Verein Y.____ und dem Verein Z.____ in X.____ ideel le und gemeinnützige Institutionen im religiösen, sozialen und kulturellen Bereich, deren Verluste nun durch die Mitglieder oder die Steuerzahler ausgeglichen werden müssen. Durch die jahrelange Delinquenz, die hohe Anzahl von strafbaren Handlungen, den professionellen und akribischen Aufwand, den der Beschuldig- te in all dieser Zeit betrieben hat, um sein strafb ares Verhalten zu fördern und zu vertuschen, und den dadurch erzielten überaus namhaften Delikts betrag hat er ein ganz erhebliches Aus- mass an krimineller Energie manifestiert. Bei den s ubjektiven Tatkomponenten ist strafschär- fend die direktvorsätzliche Willensrichtung zu berü cksichtigen. Entgegen der Ansicht des Be- schuldigten hat zudem keine Not- oder Zwangslage be standen (vgl. zum geltend gemachten Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Helfersyndrom und dem Teufelskreis nachfolgend E. 4 .2.3), vielmehr hat das deliktische Han- deln ausschliesslich dazu gedient, in erster Linie sein Leben und darüber hinaus teilweise auch dasjenige seiner Familie übermässig luxuriös zu ges talten. In Würdigung aller im vorliegenden sowie im erstinstanzlichen Urteil geschilderten tat bezogenen Umstände und verschuldensun- abhängigen Tatkomponenten erachtet das Kantonsgeric ht im Ergebnis das Tatverschulden in Bezug auf den Tatbestand des gewerbsmässigen betrüg erischen Missbrauchs einer Datenver- arbeitungsanlage als mittelschwer bis schwer. Dies hat in Anbetracht des abstrakten Strafrah- mens zur Folge, dass dem vorgängig definierten Verschulden entsprechend eine Freiheitsstrafe im Bereich von fünfeinhalb Jahren als grundsätzlich angemessen eingestuft wird. Dem vom Beschuldigten vorgebrachten Antrag auf Festlegung e iner Einsatzstrafe von vier Jahren kann schon deshalb nicht gefolgt werden, weil das vom Ka ntonsgericht festgestellte Tatverschulden begriffsmässig die Einsatzstrafe auf über fünf Jahre eingrenzt. 4.2.3 In einem zweiten Schritt hat das Kantonsgericht di ese Einsatzstrafe von fünfeinhalb Jah- ren unter Einbezug der anderen Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei es wiede- rum den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat . An dieser Stelle ist darauf hinzuwei- sen, dass für die übrigen Delikte die Verhängung ei ner Geldstrafe aufgrund der jeweiligen abs- trakten Strafandrohung zwar möglich wäre, angesicht s der an den Tag gelegten kriminellen Energie des Beschuldigten und des engen zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhangs der ein- zelnen Taten untereinander sowie insbesondere unter Berücksichtigung des Umstandes, wo- nach bei der Wahl der Sanktion in casu auf die Zwec kmässigkeit, die Auswirkungen auf den Beschuldigten sowie die präventive Effizienz zu ach ten ist, für das Kantonsgericht jedoch nur die Ausfällung einer Freiheitsstrafe in Frage kommt , womit im Ergebnis das Asperationsprinzip zur Bildung einer Gesamtstrafe ohne Weiteres anwendbar ist. Im Hinblick auf den Anklagepunkt der mehrfachen qua lifizierten Veruntreuung ist zwingend straferhöhend zu gewichten, dass mit vorliegendem U rteil in den Anklageziffern 4 bis 7 und 9 bis 10 jeweils eine zusätzliche Verurteilung wegen qualifizierter statt einfacher Veruntreuung erfolgt. Sodann ist bei den objektiven Tatkomponent en wie bereits beim betrügerischen Miss- brauch einer Datenverarbeitungsanlage zu Lasten des Beschuldigten das ganz erhebliche Ausmass an krimineller Energie zu konstatieren, sic h ergebend aus dem langen Deliktszeit- raum, der beträchtlichen Anzahl an Geschädigten, den sehr zahlreichen strafbaren Einzelakten, dem an den Tag gelegten professionellen und akribis chen Aufwand und dem überaus namhaf- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten Deliktsbetrag, welcher im Ergebnis zu einem zusätzlichen Einkommen des Beschuldigten in der Höhe von knapp CHF 20'000.-- pro Monat während elf Jahren geführt hat. Hinzu kommt zu Lasten des Beschuldigten, dass dieser zu keinem Zei tpunkt um eine Wiedergutmachung des von ihm angerichteten Schadens bemüht gewesen ist; vielmehr hat das Stopfen der offenen Finanzlöcher lediglich dem eigennützigen Zweck gedi ent, das deliktische Verhalten möglichst lange weiterführen zu können. Diesbezüglich ergibt sich aus den Akten, dass der Beschuldigte am 19. November 2013 und damit wenige Tage vor sein er Selbstanzeige vom 25. November 2013 zu Lasten der E.____ AG sechs E-Banking-Zahlun gen im Umfang von CHF 58'993.-- so- wie zu Lasten der F.____ GmbH vier E-Banking-Zahlun gen im Betrag von CHF 44'475.-- aus- gelöst hat, wobei diese Zahlungen allesamt auf das Konto der A.____ Treuhand geflossen sind und entweder zur Aufrechterhaltung seines Systems o der dann direkt zur Finanzierung des aufwändigen Lebensstils und zur Begleichung der pri vaten Kreditkartenrechnungen gedient haben (act. 10.01.058). Obwohl die Machenschaften d es Beschuldigten mehrfach beinahe auf- geflogen wären – so hat beispielsweise G.____ den u nrechtmässigen Bezug zum Nachteil der H.____ AG vom 20. Oktober 2008 auf Hinweis der Steu erverwaltung bemerkt, worauf der Be- schuldigte am 9. März 2010 eine Rückzahlung in der Höhe von CHF 38'518.-- geleistet hat (act. 10.01.075); ebenso hat sich der Beschuldigte hinsichtlich der Tatsache, wonach Gelder des Vereins Z.____ an ihn bzw. die Kirchgemeinde X. ____ geflossen sind, gegenüber den Vor- standsmitgliedern mit dem Hinweis auf ein Versehen herausgeredet (act. 10.01.017 und 10.01.112) bzw. Unterschiede auf dem Konto mit Valu taverschiebungen erklärt (act. 10.01.229) – hat dieser unbeirrt weiter delinquiert, was als d reistes Vorgehen bezeichnet werden muss und dementsprechend strafschärfend zu würdigen ist. Desgleichen als ungewöhnlich dreist zu quali- fizieren ist, dass der Beschuldigte bei der Stockwe rkeigentümergemeinschaft I.____strasse 4 in J.____ zunächst mitgeholfen hat, Unterschlagungen d urch den früheren Verwalter aufzuklären, danach aber als neu eingesetzter Verwalter noch vie l gröbere Verfehlungen begangen hat (act. 10.01.303). Dass der Beschuldigte dabei direktvorsätzlich gehan delt hat, steht ausser Frage; ebenso klar ist, dass sein diesbezügliches Motiv wiederum rein pekuniärer Natur gewesen ist, um sich ein ansonsten nicht finanzierbares Leben leisten zu kön nen. Das vom Beschuldigten in diesem Zu- sammenhang vorgebrachte Helfersyndrom, welches sein e Taten wenngleich zwar nicht zu rechtfertigen, so aber doch zu relativieren vermöge , ist für das Kantonsgericht nicht erkennbar. Zum einen ist es dem Beschuldigten sehr wohl bewuss t gewesen, dass die ihm von den Prosti- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht tuierten aufgetischten Geschichten in aller Regel n icht wahr gewesen sind und lediglich dem Zweck gedient haben, ihn auszunehmen, weshalb seine Geschenke an die Milieudamen im Wissen um diesen Umstand tatsächlich hauptsächlich dazu bestimmt gewesen sind, sein Selbstwertgefühl zu steigern (vgl. Protokoll KG S. 8). Zum anderen ist festzustellen, dass diese Geschenke im Wert von ca. CHF 30'000.-- bis CHF 40' 000.-- gemessen am Gesamtschaden von über CHF 3,2 Millionen bzw. am effektiven Schad en von über CHF 2,6 Millionen nur rund 1 % ausmachen und daher vernachlässigbar sind. Des Weiteren vermag das Argument des sogenannten Teufelskreises, in welchem der Beschuld igte gesteckt haben will, dessen Tun nicht zu erklären. Diesbezüglich führt der Beschuld igte anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht aus, der Ursprung des Desasters seien die hohen Ausgaben für Nacht- klubs und Prostituierte gewesen, danach sei immer w ieder etwas Neues dazugekommen wie die Ausgaben für das Haus oder seinen luxuriösen Le bensstil, wobei er die vorhandenen Schuldgefühle mit weiteren Luxusgütern betäubt habe, da er das Gefühl gehabt habe, er könne die bestehenden Löcher sowieso nicht mehr stopfen ( vgl. Protokoll KG S. 8). Hierzu ist zu be- merken, dass erstens diese Beschreibung für das Kantonsgericht keinen Teufelskreis im eigent- lichen Sinne darstellt, da schlichtweg nicht ersich tlich ist, inwiefern die Unmöglichkeit, die be- stehenden finanziellen Löcher aufzufüllen, den Besc huldigten dergestalt in eine ausweglose Lage gebracht haben soll, dass er quasi gezwungen g ewesen sein soll, weiter zu delinquieren, um mit einem übermässig luxuriösen Lebensstil seine Schuldgefühle zu betäuben. Und zwei- tens legt die Staatsanwaltschaft zu Recht dar, dass es genügt hätte, soweit es dem Beschuldig- ten bloss darum gegangen wäre, das bereits angerich tete Finanzloch zu vertuschen, Nullsum- men-Querzahlungen zwischen den einzelnen Geschädigten vorzunehmen, wodurch der effekti- ve Schaden unverändert geblieben wäre. Diesbezüglic h zeigt sich aus den Anhängen zur An- klageschrift aber eindeutig, dass die Netto-Schaden ssumme von 2002 bis zum 25. November 2013 kontinuierlich angewachsen und insbesondere au ch in den letzten beiden Jahren um CHF 146'721.-- (per 31. Dezember 2012) bzw. um CHF 261'588.-- (per 25. November 2013) gestiegen ist. In Bezug auf den Tatbestand der mehrfachen Urkunden fälschung ist neben dem bereits vor- gängig Ausgeführten zu erwähnen namentlich der sehr akribische Aufwand, um professionelle Fälschungen herzustellen, sowie die Tatsache, dass der Beschuldigte im Verlaufe der Jahre mindestens 498 gefälschte Bankbelege produziert hat . Diese Fälschungen haben sich als der- art geschickt erwiesen, dass seine dadurch ermöglic hten Veruntreuungen nicht einmal bei Re- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht visionen haben festgestellt werden können. In diese m Zusammenhang sind denn auch keine Hinweise ersichtlich, wonach ein Kontrollblick durch die Verantwortlichen gereicht hätte, um den Straftaten ein Ende zu setzen, wie dies vom Beschul digten behauptet wird. Im Gegenteil hat es der Beschuldigte mit seiner Ausbildung zum Ökonomen , seiner Berufserfahrung als Treuhän- der, seiner Vertrauensposition durch seine Stellung in der Öffentlichkeit als (…) Mitglied der Rechnungsprüfungskommission der Gemeinde X.____ und seinem handwerklichen Geschick verstanden, seine jahrelangen und systematisch betr iebenen Machenschaften mittels äusserst professionell ge- bzw. verfälschten Urkunden und Be legen zu vertuschen. Auch diesen Tatbe- stand hat der Beschuldigte fraglos direktvorsätzlich begangen mit dem einzigen Zweck, sich ein luxuriöses Leben zu leisten. Nach diesen Ausführungen ist in Bezug auf den Tatbe stand der mehrfachen qualifizierten Ver- untreuung sowie denjenigen der mehrfachen Urkundenf älschung wiederum von einem mittel- schweren bis schweren Verschulden auszugehen. Im Si nne eines Zwischenergebnisses resul- tiert in Würdigung aller im vorliegenden sowie im a ngefochtenen Urteil geschilderten tatbezoge- nen Umstände und verschuldensunabhängigen Tatkompon enten damit ein gesamthaft mittel- schweres bis schweres Tatverschulden, womit sich ei ne Erhöhung der Einsatzstrafe um einein- halb Jahre auf eine Gesamtstrafe von sieben Jahren Freiheitsstrafe rechtfertigt. 4.2.4 Diese Gesamtstrafe ist in einem dritten Schritt auf grund der besonderen Täterkomponen- ten, welche in casu für alle Straftaten gleichermas sen gelten, anzupassen. In Bezug auf das Vorleben und die aktuellen persönlichen Verhältniss e kann dabei grundsätzlich auf die Ausfüh- rungen der Vorinstanz (E. III.1 f. S. 75 ff.) verwi esen werden. Im Sinne von Noven zu berück- sichtigen ist, dass im September 2016 über die Firm a des Beschuldigten der Konkurs eröffnet worden und dieser seitdem als Einzelfirma weiterhin im Bereich Treuhand tätig ist, wobei er in erster Linie Buchhaltungen und Steuererklärungen er ledigt und bei einer Auslastung von ca. 70 % rund CHF 55'000.-- bis CHF 60'000.-- pro Jahr verdient. Des Weiteren leben die Ehegat- ten zwischenzeitlich getrennt, wobei die beiden Kin der (…) offenbar beim Beschuldigten woh- nen (Protokoll KG S. 2 ff.). Wie bereits die Vorins tanz grundsätzlich erkannt hat, ist dem Be- schuldigten unter dem Titel der besonderen Täterkom ponenten entgegen seinen Darlegungen keine über das übliche Mass hinausgehende Strafempf indlichkeit anzurechnen. Ohne Zweifel hat seine Reputation (…) massiv gelitten, dies ist aber nichts anderes als die logische und kon- sequente Folge seines jahrelangen deliktischen Verh altens. Aussergewöhnliche Umstände, Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht welche nicht jede beschuldigte Person betreffen wür den, die in ein familiäres und berufliches Umfeld eingebettet ist und sich mit der Verbüssung einer Freiheitsstrafe konfrontiert sieht, und dadurch eine besondere Härte darstellten, liegen in casu keine vor. In Bezug auf seine beiden Kinder (…) hat der Beschuldigte zudem mehrfach und ausdrücklich dargelegt, dass er mit sei- ner Selbstanzeige so lange zugewartet habe, um dies e zu schonen (Protokoll KG S. 9). Abge- sehen davon haben seine Kinder neben dem Beschuldigten auch ihre leibliche Mutter als natür- liche Bezugsperson, womit auch aus diesem Aspekt ke ine besondere Strafempfindlichkeit re- sultiert. Ausdrücklich positiv hervorzuheben ist hi ngegen, dass der Beschuldigte das vorliegen- de Verfahren durch seine Selbstanzeige ins Rollen g ebracht, ein vollumfängliches Geständnis abgelegt und sich sowohl in der Strafuntersuchung a ls auch anlässlich der beiden Hauptver- handlungen vor dem Straf- und dem Kantonsgericht äusserst kooperativ verhalten hat. Dieses – nach der Erfahrung des Kantonsgerichts durchaus aus sergewöhnliche – Verhalten hat zweifel- los eine massive Erleichterung und Beschleunigung d es Strafverfahrens ermöglicht. Gestützt auf die Praxis des Bundesgerichts (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2d/cc und BGer 6B_974/2009 vom 18. Februar 2010 E. 5.4) besteht die Möglichkeit, G eständnisse, namentlich wenn sie Ausdruck von Einsicht und Reue des Täters sind, strafmindernd zu berücksichtigen, wobei eine Reduktion des Strafmasses im Umfang von einem Fünftel bis zu einem Drittel als angemessen beschrie- ben wird. In casu ist festzustellen, dass der Besch uldigte das vorliegende Verfahren erst mit seiner Selbstanzeige ins Rollen gebracht und sich von Anfang an ohne entsprechenden Vorhal- ten ausgesetzt zu sein vollumfänglich geständig gez eigt hat. Nach Ansicht des Kantonsgerichts hat der Beschuldigte mit diesem Verhalten deutlich Einsicht und Reue an den Tag gelegt und zweifellos den Eindruck eines Menschen hinterlassen, welcher eine klare Kehrtwende vollzogen hat. An dieser Einschätzung vermag auch nichts zu ändern, dass es der Beschuldigte bei seiner Selbstanzeige versäumt hat, seine Verfehlungen in B ezug auf die Geschädigten G.____ und H.____ AG offenzulegen. Das Kantonsgericht erachtet die Erklärung des Beschuldigten, wo- nach dies schlicht vergessen gegangen sei, angesich ts der zahlreichen Delikte als nachvoll- ziehbar, zumal kein Grund erkennbar ist, weshalb er ausgerechnet diese beiden Betroffenen verschweigen sollte. Relativiert wird die ganze Ang elegenheit jedoch dadurch etwas, als die Gründe für die Selbstanzeige nicht zuletzt diejenig en gewesen sind, dass dem Beschuldigten alles über den Kopf gewachsen ist und er zudem kein e Chance gesehen hat, das finanzielle Loch bei der Stockwerkeigentümergemeinschaft I.____ strasse 4 in J.____ rechtzeitig zu stop- fen, nachdem diese für das Jahr 2014 eine neue Verw altung gesucht hat (Protokoll KG S. 9, act. 10.01.002). Auf der anderen Seite muss zu Guns ten des Beschuldigten offen gelassen Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden, ob ihm ohne seine Kooperationsbereitschaft tatsächlich alle Straftaten hätten nachge- wiesen werden können, wie dies die Staatsanwaltscha ft moniert. Ebenfalls nicht anzulasten ist dem Beschuldigten schliesslich, dass er es bisher t rotz seiner finanziellen Möglichkeiten unter- lassen hat, Rückzahlungen an die Geschädigten zu le isten. Das Kantonsgericht gesteht dem Beschuldigten zu, dass für ihn unter den gegebenen Umständen eine Wiedergutmachung in der Form einer nur symbolischen Rückzahlung aus rein ve rhandlungstaktischen Gründen nicht in Betracht gekommen ist. Insgesamt sind somit die Faktoren Vorleben, persönl iche Verhältnisse, Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren gestützt auf diese Darl egungen als ausgesprochen positiv zu wer- ten, weshalb sich aufgrund der besonderen Täterkomp onenten eine substanzielle Reduktion der tatbezogenen Einsatzstrafe von sieben Jahren im Umfang von zwei Jahren (entsprechend rund 28 %) aufdrängt. Im Ergebnis ist somit bezügli ch des Beschuldigten eine tat- und täteran- gemessene Strafe von fünf Jahren Freiheitsstrafe fe stzusetzen. Bei diesem Strafmass ist der bedingte Strafvollzug bereits aus formellen Gründen ausgeschlossen. Einer Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft bzw. dem ausgestan denen Polizeigewahrsam von einem Tag steht nach Art. 51 StGB hingegen nichts im Wege. 4.2.5 Demzufolge ist in Abweisung der Berufung des Besch uldigten und in teilweiser Gutheis- sung der Berufung der Staatsanwaltschaft sowie in A bänderung des erstinstanzlichen Urteils A.____ der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung, des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage sowie de r mehrfachen Urkundenfälschung schul- dig zu erklären und – unter Anrechnung des ausgesta ndenen Polizeigewahrsams von einem Tag – zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von fünf Jahren zu verurteilen. 5. Berufsverbot 5.1 (…) Hat jemand in Ausübung eines Berufes, Gewerbes oder Handelsgeschäftes ein Verbrechen oder Vergehen begangen, für das er zu einer Freihei tsstrafe von über sechs Monaten oder ei- ner Geldstrafe von über 180 Tagessätzen verurteilt worden ist, und besteht die Gefahr weiteren Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Missbrauchs, so kann ihm das Gericht die betreffend e oder vergleichbare Tätigkeit für sechs Monate bis zu fünf Jahren ganz oder teilweise verbi eten (Art. 67 Abs. 1 StGB). Art. 67 Abs. 1 StGB lässt die Verhängung eines Berufsverbots von mehreren Voraussetzungen abhängen. Sie betreffen einerseits die Anlasstat als formelle Vor aussetzung und andererseits die Gefahr des weiteren Missbrauchs als materielle Voraussetzung. Bei der Anlasstat muss es sich um ein Verbrechen oder ein Vergehen handeln. Das Berufsver bot kommt nur dort in Frage, wo für die Anlasstat eine Freiheitsstrafe von mehr als sechs M onaten oder eine Geldstrafe von über 180 Tagessätzen ausgesprochen wird. Die Tat muss sodann in Ausübung des Berufs begangen worden sein; unerheblich ist dabei, ob es sich um e inen Haupt- oder Nebenberuf handelt. Zu- dem bedarf die Anordnung der Massnahme der Gefahr w eiteren Missbrauchs. Das Gericht hat dabei zu prüfen, ob sich die Massnahme angesichts d er Gefahr als notwendig, geeignet und verhältnismässig erweist. Ist der Täter im zu verbietenden Bereich ohnehin nur noch geringfügig tätig, fällt auch seine Einbusse kleiner aus. Bei der Verhältnismässigkeitsprüfung zu berücksich- tigen ist ferner, ob dem Täter noch andere Verdienstmöglichkeiten verbleiben, wie beispielswei- se dass der Vermögensverwalter nach dem Verbot dieser Tätigkeit immerhin noch als Buchhal- ter arbeiten kann (M ARCEL ALEXANDER NIGGLI / STEFAN MAEDER , in: Basler Kommentar, Straf- recht I, 3. Auflage, Basel 2013, N 31 ff. zu Art. 67 StGB). 5.2 Im vorliegenden Fall wird der Beschuldigte unter a nderem wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahr en verurteilt, womit die formelle Vorausset- zung der für die in Form eines Verbrechens begangen en Anlasstat zu verhängenden Freiheits- bzw. Geldstrafe von über sechs Monaten bzw. über 18 0 Tagessätzen ohne Weiteres erfüllt ist. Ebenso steht zweifelsfrei fest, dass der Beschuldig te seine Taten in Ausübung seines Berufs als Treuhänder begangen hat. Hinsichtlich der in ma terieller Hinsicht geforderten Gefahr des weiteren Missbrauchs ist festzuhalten, dass angesic hts des langen Deliktszeitraums von über einem Jahrzehnt, des dabei erzielten Deliktsbetrage s im Umfang von ca. CHF 20'000.-- pro Monat sowie der Tatsache, wonach der Beschuldigte s eine Klienten wahllos geschädigt und sich gemäss eigenem Befinden in einer Art Teufelskr eis befunden habe, aus welchem er sich bis unmittelbar vor dem Zusammenbruch seines System s und der aus diesem Grund erfolgten Selbstanzeige nicht habe lösen können, die Wahrsche inlichkeit eines sich wiederholenden Ver- haltens klarerweise zu bejahen ist. Dies gilt umso mehr, als der Beschuldigte aufgrund seiner hohen Schulden und der fehlenden Altersvorsorge ger adezu gezwungen ist, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, womit er sich aber – zuminde st soweit er Zugriff auf fremdes Vermögen Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat – einer Situation aussetzt, in welcher die Vers uchung der unrechtmässigen Bereicherung naheliegt. Angesichts dieser Gefahr erscheint in Be zug auf die vom Gericht zu erstellende Ver- hältnismässigkeitsprüfung die Verhängung eines Berufsverbots grundsätzlich als notwendig und geeignet, um einen potentiellen zukünftigen Missbra uch zu verhindern. In diesem Zusammen- hang hat der Beschuldigte vor dem Kantonsgericht dargelegt, dass das beantragte Berufsverbot aktuell keinen Einfluss auf ihn haben und es ihn de swegen auch nicht besonders stören würde, da er sowieso überwiegend im Bereich von Buchhaltun gen und Steuererklärungen tätig sei. Gestützt auf diese Depositionen steht ohne Weiteres fest, dass durch die Aussprechung eines in der Form wie von der Staatsanwaltschaft beantrag ten partiellen Berufsverbots auch die Ver- hältnismässigkeit im engeren Sinne gewahrt wird, zu mal dem Beschuldigten dadurch nicht eine generelle Beschäftigung in seinem Berufszweig untersagt wird, sondern nur derjenige Teil, wel- cher mit der Entgegennahme und der Verwaltung von f remden Vermögenswerten verbunden ist. Infolgedessen wird in Gutheissung der diesbezü glich Berufung der Staatsanwaltschaft in Anwendung von Art. 67 Abs. 1 StGB gegenüber dem Bes chuldigten für die maximal zulässige Dauer von fünf Jahren ein Berufsverbot angeordnet, mit welchem A.____ die berufsmässige Entgegennahme von fremden Vermögenswerten zwecks Verwaltung (einschliesslich Aufbewah- rung, Weiterleitung und Verwaltung im engeren Sinne) untersagt wird. Davon ausdrücklich nicht betroffen ist namentlich eine Beschäftigung des stu dierten Ökonomen im Bereich von Buchhal- tungen und Steuererklärungen, welche es dem Beschul digten erlaubt, nach Verbüssung seiner Freiheitsstrafe einer geregelten Erwerbstätigkeit in seinem Fachbereich nachzugehen. 6. Kostenentscheid des Kantonsgerichts (…) Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landscha ft vom 18. November 2015, auszugsweise lautend: "I. Schuldspruch und Strafe 1. A.____ wird der mehrfachen, teilweise qualifizie rten Verun- treuung, des gewerbsmässigen betrügerischen Missbra uchs einer Datenverarbeitungsanlage sowie der mehrfachen Urkun- denfälschung schuldig erklärt und zu einer Freiheit sstrafe von 4 Jahren verurteilt, unter Anrechnung der am 25. November 2013 in Poliz eige- wahrsam verbrachten Zeit von 1 Tag, in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 und Ziff. 2 StGB, Art. 147 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 251 Ziff. 1 S tGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. II. Beschlagnahme / edierte Unterlagen (gemäss den von der Staatsanwaltschaft für das Urteilsdispositiv angege benen Positionsnummern) (…) III. Zivilforderungen (…) IV. Kosten der amtlichen Verteidigung (…) V. Verfahrenskosten (…)" Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten und in tei lweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft in Ziffer I.1. wie folgt geändert : I. Schuldspruch und Strafe 1. a) A.____ wird der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung, des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs eine r Da- tenverarbeitungsanlage sowie der mehrfachen Urkunde nfäl- schung schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstraf e von 5 Jahren verurteilt, unter Anrechnung der am 25. November 2013 in Poliz eige- wahrsam verbrachten Zeit von 1 Tag, in Anwendung von Art. 138 Ziff. 2 StGB, Art. 147 A bs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 251 Ziff. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. b) In Anwendung von Art. 67 Abs. 1 StGB wird gegenüber dem Beschuldigten für die Dauer von 5 Jahren ein Be rufs- verbot angeordnet, mit welchem A.____ die berufsmäs si- ge Entgegennahme von fremden Vermögenswerten zwecks Verwaltung (einschliesslich Aufbewahrung, We i- terleitung und Verwaltung im engeren Sinne) untersa gt wird. Im Übrigen wird das angefochtene Urteil bestätigt . II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahren s vor dem Kan- tonsgericht in der Höhe von CHF 23'000.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 22'500.-- sowie Auslagen von CHF 500.--) ge hen im Ver- hältnis von drei Vierteln (= CHF 17'250.--) zu Last en des Beschul- digten und zu einem Viertel (= CHF 5'750.--) zu Lasten des Staates. III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem Rechtsver- treter des Beschuldigten, Advokat Oliver Borer, ein Honorar in der Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht Höhe von insgesamt CHF 11'586.65 (inklusive Auslage n und CHF 858.25 Mehrwertsteuer) zu Lasten der Gerichtska sse ausge- richtet. Ebenfalls zufolge Bewilligung der amtlichen Verteid igung wird aus- serdem Advokat Dr. Roland Strauss ein Honorar in de r Höhe von insgesamt CHF 934.75 (inklusive Auslagen und CHF 69 .25 Mehr- wertsteuer) zu Lasten der Gerichtskasse ausgerichtet. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung von drei Viert eln der Entschä- digung der amtlichen Verteidigung (= total CHF 9'39 1.05) an den Kanton verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlich en Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Pascal Neumann