Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. Juli 2014 (720 13 315 / 168) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Prüfung der Frage, ob das Wartejahr erfüllt wurde; Feststellung, dass die medizinischen Berichte eine zuverlässige Prüfung der Frage nicht zulassen; Rückweisung an IV-Stelle zur polydisziplinären Abklärung und erneuten Prüfung der Angelegenheit Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____, geboren 1962, arbeitet seit dem 1. März 2009 als Koch-/ Allroundhilfe bei der B.____ GmbH. Am 18. September 2011 erlitt er einen Herzinfarkt. Mit Ge- such vom 6. Februar 2012 (Eingang IV-Stelle Basel-L andschaft [IV-Stelle] am 21. Februar 2012) meldete er sich unter Hinweis auf einen Herzi nfarkt mit 4-fach-Bypass-Operation bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis tungsbezug an. Nach Abklärung der ge- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse und nach Dur chführung des Vorbescheidverfah- rens lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 25. Septe mber 2013 den Rentenanspruch ab, da der Versicherte das Wartejahr nicht erfüllt habe. B. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 27. Oktober 2013 Beschwerde beim Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrech t, und beantragte unter o/e- Kostenfolge, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusp rechen. In der Beschwerdebe- gründung brachte er vor, dass er im September 2011 ei ne 4-fach-Bypass-Operation gehabt habe. Von September 2011 bis September 2012 sei er zu 100 %, von Oktober 2012 bis Januar 2013 zu 80 % und von Februar 2013 bis heute zu 50 % ar beitsunfähig gewesen. Die einjährige Wartefrist sei erfüllt, was durch die Arztzeugnisse und die Leistungsabrechnungen der SWICA Gesundheitsorganisation belegt sei. Mit Eingabe vom 20. November 2013 reichte der Be- schwerdeführer eine von ihm unterzeichnete Beschwerdeeingabe nach. C. Mit Vernehmlassung vom 10. Januar 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab- weisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob der Beschwer deführer Anspruch auf eine Inva- lidenrente hat. Die Beschwerdegegnerin hielt in der a ngefochtenen Verfügung fest, dass die Abklärungen ergeben hätten, dass der Beschwerdeführer ab dem 18. September 2011 in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Da ihm seit dem 29. November 2011 die bisherige Tätigkeit sowie leichte bis mittelschwere Tätigkeiten w ieder vollständig zumutbar seien, sei das Wartejahr nicht erfüllt. In der Vernehmlassung führte sie zudem aus, dass – selbst wenn das Wartejahr erfüllt wäre und von einer Restarbeitsfähig keit von 50 % ausgegangen würde –, ein IV-Grad von unter 40 % vorliegen würde und ein Renten anspruch verneint werden müsse. Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, dass das Wartejahr erfüllt sei. 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine V iertelsrente, wenn sie mindestens zu Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 40% invalid ist. Als Invalidität gilt die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan- ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des B undesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2 000). Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Kr ankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG, Art. 3 und 4 ATSG). Die Annahme einer al lenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung setzt eine fachärztlich (psychi atrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem vo raus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG haben nur diejen igen versicherten Personen Anspruch auf eine Rente, die – neben weiteren Voraussetzungen – während eines Jahres ohne wesentli- chen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits unfähig gewesen sind (sog. Warte- jahr). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähig keit im Sinne dieser Gesetzesbestimmung liegt dann vor, wenn die versicherte Person an mindeste ns 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig gewesen ist (vgl. Art. 29 ter der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Die Wartezeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG gilt in jenem Zeit- punkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträc htigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. Als erheblich gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (Urteil des Bundesgerichts vom 24. November 2010, 9C_757/2010, E. 4.1). Unerheblich ist, auf welche gesundheitlich beding- ten Ursachen die Arbeitsunfähigkeit zurückzuführen ist (Kre isschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV über Invalidität und Hilflosig keit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2012, Rz. 2009). 4.1 Art. 43 Abs. 1 ATSG statuiert die Sachverhaltsabklä rung von Amtes wegen, wobei es grundsätzlich im Ermessen des Versicherungsträgers liegt, dar über zu befinden, mit welchen Mitteln diese zu erfolgen hat (Untersuchungsgrundsat z). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsg rundsatz ist der Sachverhalt so- weit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem im Sozialversicherungs- recht grundsätzlich anzuwendenden Beweisgrad der überwieg enden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353) entschieden werden kann (Urteil des Bundes gerichts vom 1. April 2011, 8C_957/2010, E. 6.1). Im Übrigen schliesst der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sin- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die P arteien tragen daher in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit d er Entscheid zuungunsten der Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverh alt Rechte ableiten wollte (U LRICH MEYER -BLASER , Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, in: Basler Juristische Mitteilungen [BJM] 1989, S. 32). Diese Beweisregel greift aber erst dann Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf dem Weg der Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiege nde Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b; ULRICH MEYER -BLASER , a.a.O., S. 32). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesg erichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). 5.1 Zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache sind folgende medizinischen Unterlagen zu würdigen: 5.2 Mit Austrittsbericht vom 27. Oktober 2011 diagnostizie rt die Abteilung Herzchirurgie des Spitals Z.____ eine koronare 3-Asterkrankung. Der Patient habe am 18. September 2011 einen anteroseptalen STEMI (ST-elevation myocardial infarcti on) als Manifestation seiner koronaren Herzerkrankung erlitten. Nach Stenting sei ein 4-fach By pass eingesetzt worden. Der Patient habe am 27. Oktober 2011 in gutem Allgemeinzustand in die Rehabilitation entlassen werden können. 5.3 Im Austrittsbericht der Rehaklinik Y.____, Kardiolog ie/Medizin, vom 8. Dezember 2011 werden eine koronare 3-Asterkrankung, ein Postperikardiot omiesyndrom, regelmässiger Alko- holkonsum und der Verdacht auf ACE-Hemmer-induzierten Husten diagnostiziert. Der Patient sei in reduziertem Allgemeinzustand eingetreten, habe d ann aber am 14. November 2011 auf seinen Wunsch hin etwas vorzeitig in ordentlichem Allgem einzustand nach Hause entlassen werden können. Es bestehe eine dreimonatige postoperative Arbeitsunfähigkeit von 100 %. 5.4 Im Austrittsbericht vom 5. Dezember 2011 diagnostizie rt die Abteilung Kardiologie des Spitals X.____ nach stationärem Aufenthalt des Beschwer deführers vom 24. – 28. November 2011 einen Pleuraerguss links, eine koronare 3-Ast-Erkran kung, einen regelmässigen Alkohol- konsum, ein Postkardiotomiesyndrom sowie eine Eisenmangelanämie. Der Patient sei aufgrund einer Allgemeinzustandsverschlechterung in Form von Adyn amie, Appetitlosigkeit, Thoraxchas- sis-Schmerzen sowie einer Leistungseinbusse trotz erfolgter stationärer Rehabilitation zugewie- sen worden. Es sei eine Pleurapunktion vorgenommen word en. Nach der Entlastungspunktion sei es zu einer deutlichen Besserung der initial vorhande nen Beschwerden gekommen. Eine röntgenologische Verlaufskontrolle nach Punktion habe b ei regredientem Erguss keinen lun- genparenchymatösen Prozess gefunden. Sonographisch habe si ch eine zottig verdickte, auch teilweise septierte Pleura gezeigt. Am 28. November 20 11 sei der Patient in gutem Allgemein- zustand entlassen worden. Nach einer ambulanten Untersuchung vom 9. Dezember 2011 hält die Abteilung Kardiologie des Spitals X.____ fest, dass der Patient bei der Verlau fskontrolle einen erfreulichen Benefit beschrieben habe. Er habe wieder deutlich mehr Kraft und sei kaum noch müde. Auch sei er wieder leistungsfähiger und verspüre nur bei stärkerer körperlicher Belastung einen Hustenreiz. Auswurf oder Thoraxschmerzen habe er verneint. Sonographi sch hätten sich analoge Befunde gezeigt wie bei der Entlassung. Der organisierte Resterguss könne nicht weiter trainiert werden. Anlässlich einer weiteren Verlaufskontrolle vom 19. Deze mber 2011 wird berichtet, dass der Patient von kardialer Seite her beschwerdefrei sei. E r verneine Angina pectoris Beschwerden, eine limitierende Dyspnoe-Symptomatik, subjektiv wahrzuneh mende Herzrhythmusstörungen und synkopale Ereignisse. Der Patient beschreibe die kör perliche Leistungsfähigkeit als derzeit Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht noch reduziert. Er fühle sich insgesamt etwas müde. Schme rzen im Sternumbereich würden nicht bestehen. Nur bei Drehbewegung würde ein leichtes Ziehen im Thoraxbereich auftreten. 5.5 Mit Bericht vom 17. Dezember 2011 zuhanden der SWIC A diagnostiziert Dr. med. C.____, Allgemeine Medizin FMH, eine koronare 3-Aster krankung, Status nach STEMI antero- septal am 18. September 2011 bei Status nach PTCA/Sten ting RCX proximal am 18. Septem- ber 2011 und Status nach PTCA/Stenting distale ACD am 20. September 2011, bei Status nach 4-fach Bypass Operation mit seq. Vene RCX auf FD, Vene an RIVP und LIMA auf RIVA am 21. Oktober 2011, mit Postkardiotomiesyndrom mit rezidivieren dem Pleuraerguss links, daher Rehospitalisation am 24. November 2011. Aufgrund des pr olongierten Postkardiotomiesyn- droms mit rezidivierender Allgemeinzustandsverschlechterung bestehe eine 100 %-ige Arbeits- unfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit als selbständiger Wirt auf einem Landgasthof sei derzeit nicht zumutbar. Es könne jedoch bei gegenwärtig deutlich er Erholung mit einer baldigen schrittweisen Erhöhung der Arbeitsfähigkeit gerechnet w erden. Die Beurteilung der Leistungs- fähigkeit sei zum jetzigen Zeitpunkt schwierig, werde sich jedoch in den nächsten Wochen be- schreiben lassen. Mittelfristig sei mit der Erlangung de r vollen Leistungsfähigkeit als Wirt zu rechnen. Ein Wechsel in eine alternative Tätigkeit sei dem Patienten als selbständigem Wirt nicht zumutbar. Es könne aber durchaus mit der baldigen Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit gerechnet werden. Die Aufnahme administrativer Tätig keiten, wechselbelastender Arbeiten mit Aufbau bis zur vollen Leistungsfähigkeit, Lastenheben, Treppensteigen etc. seien im weiteren Verlauf zu erwarten. Die medizinischen Massnahmen seien aktuell ausgeschöpft. Die Beein- trächtigung der Arbeitsfähigkeit sei rein medizinischer Art. 5.6 Vom 5. März 2012 bis 7. März 2012 befand sich der B eschwerdeführer erneut zur stati- onären Pflege im Spital X.____, Abteilung Kardiolog ie. Mit Austrittsbericht vom 7. März 2012 halten Dr. med. D.____ und Dr. med. E.____ als Diag nosen eine koronare 3-Ast-Erkrankung, ein Postperikardiotomiesyndrom, aktenanamnestisch regelmässi ger Alkoholkonsum, den der Patient verneine, den Verdacht auf ACE-Hemmer-induzier ten Husten und eine hypochrome, mikrozytäre Anämie fest. Auf der Notfallstation habe sich im EKG ein bradycarder Sinusrhyth- mus ohne Repolarisationsstörungen gezeigt. Die Herzenzyme s eien negativ gewesen. Auf- grund der Anamnese sei der Patient bei instabiler AP B eschwerden zur Überwachung auf die Intensivstation verlegt worden. Der Patient sei stets b eschwerdefrei geblieben und es seien keine Rhythmusstörungen aufgetreten. Am Folgetag sei eine Koronarangiographie durchgeführt worden, welche einen degenerierten Venenbypass auf die RIVPO gezeigt habe. Es sei eine PTCA und Stenting (3 DES) der ACD distal und ACD-PL erfolgt. Die Bypässe hätten sich offen gezeigt, aber mit schlechten Perfusionsverhältnissen. Darau fhin sei die bisherige Dosis des Lipidsenkers verdoppelt worden. Postinterventionell sei der Patient weiterhin beschwerdefrei gewesen und die Punktionsstelle inguinal rechts sei reizlos gewesen, ohne verbreiterten Puls oder Strömungsgeräusche. Der Patient werde in kardiopulmonal stabilem Zustand in die häusli- che Pflege entlassen. 5.7 Mit Arztbericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 8 . April 2012 hält Dr. C.____ fest, dass mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein e koronare 3-Ast-Erkrankung, ein gerin- ger, hämodynamisch nicht relevanter Perikarderguss sowi e eine hypochrome, mikrozytäre Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anämie unklarer Ätiologie sowie persistierende thorakale Schmerzen bei Status nach Thorako- tomie am 21. November 2011, zunehmend Ängstlichkeit, Ir ritierbarkeit und Depressivität infolge des traumatisierenden Krankheitsgeschehens vorliegen wü rden. In Bezug auf den Verlauf hält Dr. C.____ fest, dass seit der Re-Koronarographie vom 6. März 2012 schlechte Perfusionsver- hältnisse im bereits degenerierten Venenbypass auf die RIVPO bekannt seien. Gegenwärtig sei die bisherige Tätigkeit als selbständiger Wirt in einem Landgasthof nicht zumutbar. Dies bezie- he sich auf Arbeiten im Restaurant und in der Küche. Es könnten lediglich leichte administrative Arbeiten erledigt werden. Bereits das Heben von Pfanne n in der Küche bereite dem Patienten gegenwärtig thorakale Schmerzen. Es bestehe auch eine rasc he Ermüdbarkeit. Das Treppen- steigen sei mit zunehmender Dyspnoe verbunden. Aufgrund der insgesamt instabilen Situation sei im Verlauf des Monats Mai 2012 eine erneute Koronarographie geplant. Bezüglich Prognose hält Dr. C.____ fest, dass die Beurteilung der Leistungsfähigkeit zum jetzigen Zeitpunkt schwie- rig sei. Sie werde sich in den nächsten Wochen nach der erneuten Koronarangiographie mög- licherweise eher beschreiben lassen. Mittelfristig sei mi t der Erlangung einer vermehrten Leis- tungsfähigkeit als Wirt aber zu rechnen. Als selbständig em Wirt im Familienunternehmen sei dem Patienten keine andere Tätigkeit zumutbar. Für d ie zuletzt ausgeübte Tätigkeit als selb- ständiger Wirt/Koch in einem Landgasthof bestehe seit dem 18. September 2011 und bis auf weiteres eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit. Die Arbeiten in der Küche und im Restaurant könn- ten im Moment nicht zugemutet werden. Die Hektik im Ra hmen eines Restaurationsbetriebs könne der Patient nicht bewältigen. Er könne lediglich in Ruhe administrative Arbeiten erledi- gen, wobei ein bis drei Stunden zumutbar seien. 5.8 Dr. med. F.____, Leitender Arzt der Abteilung Ka rdiologie des Spitals X.____, hält im Bericht vom 19. November 2012 zuhanden Dr. C.____ fest, dass der Patient über ausgeprägte Müdigkeit und eingeschränkte Belastbarkeit berichte. Da d er Patient zudem unklare Brustbe- schwerden beklage, sei am 8. Oktober 2012 eine Myokardpe rfusionsszintigraphie durchgeführt worden, welche eine gute systolische LV-Funktion habe bestätigen können und gleichzeitig eine sehr umschriebene, belastungsinduzierte spitzennahe Ischämie gezeigt habe. Die Ischämie sei so gering, dass aufgrund der gesamten Situation im Moment keine weiteren Abklärungen ange- strebt werden sollten. Empfohlen werde die Weiterführ ung der medikamentösen Therapie. Zu- dem werde um Kontrolle der TSH-Werte gebeten. Der P atient sei ermuntert worden, die Aktivi- tät zu suchen und sich körperlich zu belasten. Mittel- und langfristig müsse von einer eher un- günstigen Prognose ausgegangen werden. 5.9 In seinem Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin v om 25. November 2012 hält Dr. C.____ bei gleichbleibender Diagnose fest, dass unverän dert eine starke Müdigkeit und eine Leistungsintoleranz bei symptomatischer Hypotonie und ort hostatischen Beschwerden mit re- zidivierenden Präsynkopen/Synkopen bestünden. Der Patient habe die Tätigkeit als Wirt wieder zu ca. 20 % aufnehmen können. Bei rezidivierenden thorakalen Schmerzzuständen sei im Sep- tember 2012 eine erneute kardiologische Abklärung mit M PS erfolgt, wobei lediglich eine apexnahe Ischämie mit erhaltener LVEF festgestellt word en sei. In der Koronarangiographie vom Mai 2012 habe sich eine etwas fragile Situation mit einem langstreckig kleinkalibrigen Ve- nenbypass auf die ACD gezeigt. Der behandelnde Kardio loge habe daher die Fortführung der Betablockertherapie unter Inkaufnahme der sehr störenden Nebenwirkungen empfohlen. Seit Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem 1. Oktober 2012 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 80 %. In Bezug auf das Arbeitstempo und die Belastungsintensität bei den Arbeiten in der Küche und bei den Aufräumarbeiten sowie den Reinigungsarbeiten in der Küche bestehe eine verm inderte Leistungsfähigkeit. Die Über- windung der Selbstlimitierung bei ausgeprägter Ängstli chkeit und Depressivität und die Steige- rung der Belastbarkeit durch leichtes Ausdauertraining und selbständige Aktivierung könne vom Patienten gelegentlich erwartet werden. Möglicherweise könne so eine Steigerung der Arbeits- fähigkeit schrittweise bis vermutlich ca. 50 % erreicht werden. 5.10 Dr. F.____ hält im Bericht vom 29. März 2013 fest , dass die vom Beschwerdeführer mo- nierten Beschwerden möglicherweise immer noch im Zusammenhang mit der Bypass-Operation stehen würden. Für die Müdigkeit finde er aber keine k ardiale Ursache. Der fehlende Einsatz anlässlich des Versuchs einer Spiro-Ergometrie lasse darau f schliessen, dass der Patient ent- weder psychisch angeschlagen sei oder ganz einfach nicht l eisten wolle. Die 100 %-ige resp. 80 %-ige Arbeitsunfähigkeit könne er kardial nicht er klären. Möglicherweise habe das Ganze einen psychologischen Hintergrund. Er habe den Patient en aufgefordert, sich körperlich wieder vermehrt zu belasten und die Arbeit wieder aufzunehmen. 5.11 Dr. med. G.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regi onaler ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), hält nach Würdigung des Aktendossiers in seiner Stellungnahme vom 15. Mai 2013 fest, dass in der angestammten Tätigkeit als selbständiger Wirt und Landgasthofbesitzer seit dem 29. November 2011 eine 100 % Arbeitsfähigkeit bestehe. Auch in einer Verweistätigkeit beste- he seit dem 29. November 2011 eine 100 %-ige Arbeit sfähigkeit. Hinweise auf eine psychische Ursache gebe es nicht. In seiner Stellungnahme vom 24. September 2013 stellt Dr. G.____ fest, dass der Versicherte am 28. November 2011 in gutem Allgemeinzustand aus de m Spital X.____ entlassen worden sei. Ab diesem Zeitpunkt sei eine Arbeitsunfähigkeit in seinem angestammten Beruf als Wirt medizinisch nicht mehr begründbar. Es handle sich nicht um körperlich schwere Arbeiten. Der Versicherte müsse zwar als Koch auch schwere Töpfe und Pfan nen heben, aber nicht repetitiv und in einem Umfang, der nicht zu einer übermässigen He rzbelastung bzw. Gefährdung führe. Im Gegenteil sei dieses körperliche Training zu empfehle n und zumutbar. Es handle sich bei der Tätigkeit in der Küche um eine mittelschwere Tätig keit. Konkrete Hinweise auf eine depres- sive Komorbidität als Ursache für den Leistungsunwillen gebe es nicht. Dies sei zwar von Dr. C.____ einmal angesprochen und auch von Dr. F.____ d ifferentialdiagnostisch erwägt worden. Der Versicherte sei aber nie in psychiatrischer Behandlun g gewesen. Zusammenfassend sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ab 29. November 2011 auszu- gehen. Es könne allenfalls die von den operierenden Ch irurgen empfohlene postoperative dreimonatige vollständige Arbeitsunfähigkeit anerkann t werden, da in diesem Zeitraum auf- grund der Thorakotomie noch vermehrt Schmerzen beim A nheben der Töpfe und Pfannen an- genommen werden könne. Dies ändere aber nichts daran, dass das Wartejahr nicht erfüllt sei. Weitere medizinische Abklärungen seien nicht erforderlich. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Erlass der a ngefochtenen Verfügung insbe- sondere auf die Stellungnahmen von Dr. G.____ vom 15. Mai 2013 und vom 24. September Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2013 und ging davon aus, dass dem Beschwerdeführer seit dem 29. November 2011 die bishe- rige Tätigkeit sowie leichte bis mittelschwere Verweistätigkeiten vollständig zumutbar seien. 6.2.1 Zu prüfen ist, ob der Anspruch des Beschwerdeführer s auf Leistungen der Invalidenver- sicherung gestützt auf die vorliegenden medizinischen Unterlagen beurteilt werden kann. 6.2.2 Vorab gilt es in beweisrechtlicher Hinsicht festzuh alten, dass einem RAD-Bericht Be- weiswert zukommen kann, auch wenn die RAD-Ärztin bzw. de r RAD-Arzt die versicherte Per- son nicht selbst untersucht hat. Anders als von der Beschwer degegnerin jedoch dargelegt, kommt diesen Berichten nur Gutachtensqualität zu, wenn die RAD-Arztpersonen die versicherte Person persönlich untersucht und ihre Untersuchungserge bnisse schriftlich festhalten haben, wenn der Bericht den Anforderungen an ein ärztliches G utachten genügt und die Ärzte die ent- sprechende fachliche Qualifikation vorweisen können (Urt eil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2009, 9C_204/2009, E. 3.3.1). Dr. G.____ führte kein e persönliche Untersuchung des Be- schwerdeführers durch, sondern erstellte seine Beurteilu ng aufgrund eines Aktenstudiums. Aus diesem Grund kommt seinen Stellungnahmen keine Gutachte nsqualität im eigentlichen Sinne und damit keine erhöhte Beweiskraft zu. Stattdessen gil t es zu berücksichtigen, dass bei versi- cherungsinternen medizinischen Entscheidungsgrundlagen str enge Anforderungen an die Be- weiswürdigung zu stellen sind. Es genügen relativ geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, um eine (ne ue) versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Verfahren nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 139 V 99 E. 2.3.2, 135 V 465 E. 4, Urteile des Bunde sgerichts vom 12. Juni 2013, 9C_734/2012, E. 3.2, vom 4. Oktober 2012, 9C_495/201 2, E. 2.2 und 2.3 sowie vom 17. Sep- tember 2012, 9C_148/2012, E. 1.3 und 1.4; ferner SV R 2012 IV Nr. 32 S. 127, 9C_776/2010 E. 3.3 in fine). 6.2.3 Den medizinischen Unterlagen ist zu entnehmen, dass die Genesung des Beschwerde- führers nach seinem Herzinfarkt und der 4-fach-Bypass-Opera tion zunächst einen erfreulichen Verlauf genommen hatte (vgl. Bericht der Abteilung H erzchirurgie des Spitals Z.____ vom 27. Oktober 2011). Während der Rehabilitation in der Rehaklinik Y.____ trat dann aber ein Postper- ikardiotomiesyndrom mit einem Pleuraerguss links auf. In der Folge besserten sich die Be- schwerden, sodass der Beschwerdeführer am 14. November 20 11 in ordentlichem Allgemein- zustand auf eigenen Wunsch hin entlassen wurde (Austrit tsbericht der Rehaklinik Y.____ vom 8. Dezember 2011). Kaum zehn Tage später jedoch trat d er Beschwerdeführer aufgrund einer erneuten Allgemeinzustandsverschlechterung und eines Pleur aergusses wieder in Spitalpflege ein. Nachdem sich die kardialen Beschwerden zurück gebildet hatten (vgl. Austrittsbericht vom 5. Dezember 2011, Verlaufskontrolle vom 9. Dezember 201 1 und vom 16. Dezember 2011), wurde der Beschwerdeführer anfangs März 2012 aufgrund von retrosternalen Schmerzen er- neut drei Tage hospitalisiert. Die anlässlich des Aufenthalts durchgeführte Koronarangiographie ergab einen degenerierten Venenbypass, der behoben w erden musste. Anschliessend wurde der Beschwerdeführer wiederum in kardiopulmonal stabi lem Zustand in die häusliche Pflege entlassen (Austrittsbericht der Abteilung Kardiologie des Spitals X.____ vom 7. März 2012). Mit Bericht vom 8. April 2012 hielt Dr. C.____ fest, dass d er Beschwerdeführer immer noch an tho- rakalen Schmerzen leide. Auch gegenüber Dr. F.____ g ab der Beschwerdeführer an, dass er Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht unter einer ausgeprägten Müdigkeit und eingeschränkter Belastbarkeit leide (vgl. Bericht vom 19. November 2012). Aufgrund der unklaren Beschwerden v eranlasste Dr. F.____ eine Myo- kardperfusionsszintigraphie, welche eine gute systolische LV -Funktion bestätigte und gleichzei- tig eine sehr umschriebene, belastungsinduzierte spitzenna he Ischämie zeigte. Zudem empfahl er die Weiterführung der medikamentösen Therapie. D em Bericht von Dr. C.____ vom 25. No- vember 2012 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer un verändert eine starke Müdigkeit und Leistungsintoleranz bei symptomatischer Hypotonie und orthostatischen Beschwerden mit rezidivierenden Präsynkopen/Synkopen beklagte. Dr. F.____ hält im Bericht vom 29. März 2013 fest, dass die vom Beschwerdeführer monierten Beschwerden möglicherweise immer noch im Zusammenhang mit der Bypass-Operation stehen würden. Fü r die Müdigkeit fand Dr. F.____ keine kardiale Ursache. Er führte aber aus, dass diese mög licherweise psychisch bedingt sein könnte. 6.3 Die Würdigung der Akten zeigt, dass es lediglich zu Beginn der Behandlung danach ausgesehen hat, als könnte der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit rasch wieder erlan- gen. Denn bereits ab dem Zeitpunkt der Rehabilitation in der Rehaklinik Y.____ zeichneten sich ein instabiler Gesundheitszustand, persistierende Beschwe rden und eine eingeschränkte Ar- beitsfähigkeit ab, deren Ursachen gestützt auf die vorlie genden medizinischen Unterlagen nicht eindeutig eruiert werden können. Ob ein Teil der Lei stungseinschränkungen, die der Beschwer- deführer beschrieben hat, auf die Einnahme der kardio logischen Medikamente zurückzuführen ist, ist ebenso unklar wie die Frage, ob und allenfall s wie stark der psychische Gesundheitszu- stand für die Leistungseinschränkungen des Beschwerdeführ ers verantwortlich ist. Die Ein- schätzung von Dr. G.____, dass es keine Hinweise auf eine p sychische Komponente gebe und auch keine Behandlung durchgeführt worden sei, triff t nicht zu. Sowohl Dr. C.____ als auch Dr. F.____ haben beim Beschwerdeführer eine psychische Fehlentwicklung beobachtet. Dr. C.____ hat versucht, die psychische Situation des Beschwerdeführe rs mit antidepressiver Medikation (Psychopax Tropfen) günstig zu beeinflussen. In Anbetrach t des lebensbedrohlichen Herzin- farkts ist ausserdem nicht von der Hand zu weisen, dass dieses Vorkommnis Beeinträchtigun- gen des psychischen Gesundheitszustands bewirken kann. Ob ein e allfällige Arbeitsunfähigkeit auch psychiatrisch (mit)begründet war, wurde noch nicht von einem psychiatrischen Facharzt beurteilt. Zudem fehlen in Bezug auf den von Dr. G._ ___ angeführten Alkoholmissbrauch als Ursache der Leistungseinschränkungen verlässliche medizinische Angaben. Der Beschwerde- führer selbst bestreitet einen regelmässigen Alkoholkonsum . In der Summe bleiben somit ge- wisse Zweifel an den Schlussfolgerungen von Dr. G.____, weshalb auf seine Stellungnahmen nicht abgestellt werden kann. Aber auch die anderen me dizinischen Unterlagen lassen eine Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers nich t zu, da sie zum Teil nicht von Fachärzten stammen (Dr. C.____) oder aber keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beinhalten (Dr. F._____). Der Sachverhalt ist daher weiterhin abklärungsbedürftig. 7.1 Gemäss Bundesgericht stellt sich, wenn das Gutachten e iner versicherungsinternen oder -externen Stelle nicht schlüssig ist und wenn die of fene Tatfrage nicht anhand anderer Beweismittel geklärt werden kann, die Frage, inwieweit die mit der Streitsache befasste Be- schwerdeinstanz noch die Wahl haben soll zwischen einer R ückweisung der Sache an die Ver- waltung, damit diese eine neue oder ergänzende Expertise veranlasst, und der Einholung eines Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gerichtsgutachtens (BGE 137 V 210 E. 4.4.1). Bereits zuvor hat das Bundesgericht festgehal- ten, dass den kantonalen Gerichten die Kompetenz zur vollen Tatsachenüberprüfung zufällt, die sie nötigenfalls durch Einholung gerichtlicher Expertisen auszuschöpfen haben (BGE 136 V 376 E. 4.2.3). Schliesslich hat das Bundesgericht die bisheri ge ständige Rechtsprechung, wonach das kantonale Gericht prinzipiell die freie Wahl hatte , bei festgestellter Abklärungsbedürftigkeit die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen oder ab er selber zur Herstellung der Spruchreife zu schreiten (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.3), geändert. So hat es erkannt, dass es zwar nicht angebracht ist, in jedem Beschwerdefall auf der Grundlage eines Gerichtsgutachtens zu urteilen, doch drängt es sich auf, dass die Beschwerdeins tanz im Regelfall ein Gerichtsgut- achten einholt, wenn sie einen medizinischen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich abklä- rungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpert ise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an den Versicheru ngsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bi sher vollständig ungeklärten Frage be- gründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht unbenommen, eine Sache zurückzu- weisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Aus- führungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4) . Zu beachten sind zudem die Ausführun- gen des Bundesgerichts im hiervor zitierten BGE 137 V 21 0 ff., wonach eine weitgehende Ver- lagerung der Expertentätigkeit von der administrativen auf die gerichtliche Ebene sachlich nicht wünschbar ist. Die Rechtsstaatlichkeit der Versicherungsd urchführung litte empfindlich und wä- re von einem Substanzverlust bedroht, so das Bundesgericht, wenn die Verwaltung von vornhe- rein darauf bauen könnte, dass ihre Arbeit in jedem ver fügungsweise abgeschlossenen Sozial- versicherungsfall auf Beschwerde hin gleichsam gerichtli cher Nachbesserung unterliege (BGE 137 V 210 ff. E. 4.2). 7.2 Vorliegend erscheint eine Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin im Lichte der Praxis des Bundesgerichts als gerechtfertigt. Ungeklärt sind die Fragen der zu stel- lenden Diagnosen, der invalidisierenden Krankheiten, der Dauer und des Umfangs der Arbeits- unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und die Da uer und der Umfang der Arbeitsunfähig- keit in einer Verweistätigkeit aus polydisziplinärer Sicht . Diese Fragen wurden von der Be- schwerdegegnerin beurteilt, ohne eine Disziplinen überg reifende fachärztliche Beurteilung ein- zuholen. Die Beschwerdegegnerin ist damit ihrer Pflicht zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts nicht genügend nachgekommen. Die angefochte ne Verfügung ist deshalb aufzu- heben und die Angelegenheit ist zur erneuten medizinisc hen Abklärung an die Beschwerde- gegnerin zurückzuweisen. Diese wird bei versicherungsexter nen Fachärzten oder Fachärztin- nen ein polydisziplinäres Gutachten (internistisch, kardiol ogisch und psychiatrisch) einzuholen haben. In Anbetracht der medikamentösen Therapie hab en sich die Gutachter anlässlich der Konsensbesprechung insbesondere auch darüber auszutauschen, inwiefern sich die Behand- lungen gegenseitig beeinflusst haben und ob allfälli ge Nebenwirkungen der Medikamente die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinflusst haben. Gestützt auf die Ergebnisse des Gutachtens wird die Beschwerdegegnerin über den Rentena nspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 8. Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Art . 69 Abs. 1 bis IVG ist das Be- schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht aus der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicher ungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer- legt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unterlege ne Partei, weshalb sie grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO der Vorinstanz bzw. den kan tonalen Behörden gemäss Verwal- tungsverfahrensgesetz vom 13. Juni 1988 keine Verfahrensko sten auferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten, und der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zur ückzuerstatten. Die ausseror- dentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zustä ndigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öf fentlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefoch- tene Verfügung vom 25. September 2013 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit di ese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht