Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. Februar 2012 (720 11 163 / 41) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Hilfsmittel Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dani el Noll, Kantonsrich- terin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch André M. Brunner, Advo- kat gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Hilfsmittel A. Der am 22. Juli 1955 geborene A.____ meldete sich a m 23. Juni 2006 (Eingang) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistun gsbezug an. Am 4. August 2006 reichte Dr. med. B.____, Allgemeinmedizin FMH, Sportmedizin, Praxisklinik X.____ AG, im Na- men des Versicherten zudem ein Hilfsmittelgesuch ein, w orin er einen Haltegriff an der Dusche sowie einen Duschhocker beantragte. In ihrer Mitteilung vom 10. April 2007 entsprach die IV- Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) diesem Gesuch. Sie bewilligte die Übernahme der Kosten im Umfang von Fr. 1'844.-- für die als invaliditätsbedingt notwendig erachteten Haltegriffe im Nass- raumbereich, für die Anschaffung eines Duschhockers sowie eines verstärkten WC-Sitzes. Weil der Versicherte aber in der Folge seine Wohnung wechselt e, kam es nie zur Umsetzung dieser Massnahme. Am 30. Mai 2008 nahm die Schweizerische Arbei tsgemeinschaft Hilfsmittelbera- tung für Behinderte und Betagte (SAHB) eine fachtech nische Beurteilung vor und schlug ver- Seite 2 schiedene Hilfsmittel bzw. Vorkehren wie eine WC-Dusch- un d Trockenanlage oder bauliche Änderungen in der Wohnung zur Kostengutsprache vor. Die IV-Stelle nahm die von der SAHB am 4. Juni 2008 eingereichte Beurteilung als Gesuch entg egen. In einer weiteren fachtechni- schen Beurteilung vom 19. Februar 2010 teilte die SAHB mit, dass die bereits vorgeschlagenen Massnahmen erneut zur Kostenübernahme empfohlen werden könnten. Anstelle der WC- Dusch- und Trockenanlage werde jetzt aber ein Duschrollstuhl beantragt. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren lehnte die IV-Stelle mit Verfügu ng vom 18. März 2011 die beantragten baulichen Änderungen im Wohnbereich und die Baumeiste rarbeiten beim Zugangsweg ab, da es sich dabei weder um eine bauliche Vorkehrung zur Über windung des Arbeitswegs noch um eine bauliche Änderung in der Wohnung zur Erhaltung der Selbstsorge handle. Zur Begründung wurde weiter angeführt, dass der Versicherte keinen Rollstuhl benütze, so dass die beantragten baulichen Massnahmen nicht invaliditätsbedingt notwendi g seien. Bezüglich der WC-Dusch- und Trockenanlage werde nach Erhalt der entsprechenden Unterlagen ein separater Entscheid ergehen. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat André M. Brunner, mit Eingabe vom 3. Mai 2011 Beschwerde mit den Begehren, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die beantragte bauliche Änderung zu bew illigen, soweit sie die Anpassung der Nasszellen mit Badewanne und Toilette (exkl. Zugänge) be treffe. Eventuell sei die angefochte- ne Verfügung aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur Klärung des Sachverhalts und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückzuwe isen, unter o/e-Kostenfolge. Zur Be- gründung wird im Wesentlichen angeführt, dass der Beschw erdeführer zwar noch nicht auf ei- nen Rollstuhl angewiesen sei, dass er aber trotzdem nich t mehr in der Lage sei, ohne ange- messene bauliche Änderungen in den Nasszellen mit Badewa nne und Toilette die Selbstsorge zu erhalten. Dies gehe auch aus der fachtechnischen Beurte ilung hervor. In der Begründung der Verfügung werde nicht ausgeführt, weshalb die Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers es nicht rechtfertigen würden, die Nasszellen mit Badew anne und Toilette mit angemessenen Mitteln an die Behinderung anzupassen, dies unabhängi g von der Notwendigkeit eines Roll- stuhls. Durch diese fehlende Begründung werde das recht liche Gehör des Beschwerdeführers verletzt. Die Verfügung könne aufgrund der vorliegende n Begründung nicht sachgerecht ange- fochten werden. Tatsache sei jedenfalls, dass der Beschwerd eführer nicht mehr selbständig in die Badewanne steigen könne, da er sich nirgends festhalt en könne. Zudem seien auch die Toiletten mit Griffen zu versehen. C. Mit Vernehmlassung vom 29. Juli 2011 beantragte di e Beschwerdegegnerin die Ab- weisung der Beschwerde. Die fachtechnische Beurteilung e mpfehle in erster Linie Massnah- men, die nur erforderlich seien, wenn eine Person ta tsächlich im Rollstuhl sitze, was auf den Beschwerdeführer nicht zutreffe. Ferner sei die Beschwe rdegegnerin ihrer Begründungspflicht nachgekommen, indem sie die invaliditätsbedingte Notwendigkeit bzw. die entsprechende Inva- lidität an sich verneint habe. Aus den medizinischen Unter lagen gehe nicht hervor, weshalb der Beschwerdeführer auf bauliche Massnahmen angewiesen sein solle. Soweit die Massnahmen mit der Schwindelproblematik begründet würden, sei fest zuhalten, dass zur Zeit keine entspre- chenden Beschwerden vorlägen und diese ohnehin mit de r Alkoholabhängigkeit in Zusammen- hang stehen würden, so dass zuerst eine Entzugsbehandlun g durchgeführt werden müsste. Soweit die Massnahmen mit der Adipositas begründet würden, sei zu beachten, dass von ärztli- Seite 3 cher Seite bestätigt worden sei, dass das Körpergewicht keine Hilfsmittelversorgung begründen könne. Ausserdem bewältige der Beschwerdeführer auch sonst seinen Alltag selbständig. D. Mit Replik vom 18. Oktober 2011 teilte der Beschwer deführer mit, dass die Beschwer- degegnerin inzwischen mit Mitteilung vom 7. Oktober 2011 Kostengutsprache für eine WC- Dusch- und Trockenanlage im Gäste-WC erteilt habe. Ferne r liege nun eine Beurteilung von Dr. B.____ vor, der in Übereinstimmung mit der SAHB d ie Installation einer WC-Dusch- und Trockenanlage sowie weitere bauliche Massnahmen als notwen dig erachte. Ausserdem sei der Beschwerdeführer auf einen Duschrollstuhl und andere a ngemessene Hilfsmittel wie Badelift, Haltegriffe etc. angewiesen. Die Anschaffung eines Dusch rollstuhls mache aber vor der bauli- chen Anpassung des Badezimmers wenig Sinn. Insgesamt treff e es somit nicht zu, dass die beantragten Massnahmen erst mit der künftigen Rollstuhla bgabe notwendig würden. Was die geltend gemachte Schadenminderungspflicht des Beschwerdeführers angehe, so sei ihm bisher noch keine Frist gemäss Art. 21 des Bundesgesetzes über de n Allgemeinen Teil des Sozialver- sicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 angesetzt word en. Ausserdem erteile die Kran- kenkasse keine weitere Kostengutsprache für eine stationäre Alkoholentzugsbehandlung. E. Mit Duplik vom 16. Dezember 2011 hielt die Beschwerd egegnerin an ihrem Begehren um Abweisung der Beschwerde fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten. 2.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht rügt der Beschwerde führer zunächst eine Verletzung seines rechtlichen Gehörs. Die angefochtene Verfügung se i unzureichend begründet, so dass eine sachgerechte Anfechtung nicht möglich sei. Dadurch sei der Gehörsanspruch verletzt wor- den. 2.2 Nach Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch au f rechtliches Gehör. Über Leistun- gen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger gemäss Art. 49 Abs. 1 ATSG schriftlich Verfügungen zu erlassen. Die Verfügungen sind zu begrün den, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person die Verfügung gegebenenfal ls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich der Versicherungsträger hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt (BGE 133 III 439 E. 3.3). 2.3 Durch die vorliegende ausführlich begründete Beschwe rde hat der Beschwerdeführer seine eigene Rüge bereits entkräftet. Die Verfügung ist zwar in ihrer Begründung eher knapp gehalten, sie gibt aber auf die wesentliche Frage, wesh alb die beantragten baulichen Änderun- gen nicht bewilligt werden, eine klare Antwort. Diese ist jedenfalls so detailliert, dass eine sub- stantiierte Anfechtung ohne Weiteres möglich ist, so dass d ie Rüge der Gehörsverletzung un- begründet ist. Seite 4 3.1 Im vorliegenden Fall strittig und zu prüfen ist, o b der Beschwerdeführer Anspruch auf die beantragten baulichen Änderungen in Bezug auf di e Anpassung der Nasszellen mit Bade- wanne und Toilette hat. 3.2.1 Invalide oder von einer Invalidität bedrohte ve rsicherte Personen haben gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 in Verbin- dung mit Abs. 3 lit. d IVG Anspruch auf die Abgabe von Hilfsmitteln. Dieser Anspruch bezieht sich gemäss Art. 21 Abs. 1 IVG auf diese Hilfsmittel, die sie für die Ausübung der Erwerbstätig- keit oder der Tätigkeit in ihrem Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung benötigen. Unabhängig von einer allfälligen Erwerbstä- tigkeit hat die versicherte Person gemäss Art. 21 Abs. 2 IVG ausserdem Anspruch auf Hilfsmit- tel, welche sie infolge ihrer Invalidität für die For tbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge braucht. In Art. 14 der Verordnung über die Invaliden- versicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 hat der Bundesrat die ihm in Art. 21 Abs. 4 IVG über- tragene Kompetenz zur Regelung der Voraussetzungen für die Abgabe von Hilfsmitteln dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) überlassen. Dieses hat gestützt auf diese Sub- delegation die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmi tteln durch die Invalidenversicherung (HVI) vom 29. November 1976 mit der im Anhang aufgef ührten Hilfsmittelliste erlassen. Ge- mäss Art. 2 Abs. 1 HVI besteht im Rahmen der im Anhang der HVI aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, d ie Herstellung des Kontaktes mit der Um- welt oder für die Selbstsorge notwendig sind. Art. 21 IVG beschränkt den Leistungsanspruch ausdrücklich auf Hilfsmittel, die in der entsprechenden Liste enthalten sind. Unter Ziffer 14 der Hilfsmittelliste figurieren die Hilfsmittel zur Selbsts orge. Unter Ziffer 14.01 sind WC-Dusch- und WC-Trockenanlagen sowie Zusätze zu bestehenden Sanitäre inrichtungen erwähnt, sofern die versicherte Person ohne einen solchen Behelf nicht zur Dur chführung der betreffenden Körper- hygiene fähig ist. Unter Ziffer 14.04 der Liste sind i nvaliditätsbedingte bauliche Änderungen der Wohnung aufgeführt und das Anpassen von Bade-, Dusch- u nd WC-Räumen an die Invalidität erwähnt, wobei insbesondere das Versetzen oder Entfe rnen von Trennwänden, Verbreitern oder Auswechseln von Türen, Anbringen von Haltestangen, Handläufen und Zusatzgriffen, das Entfernen von Türschwellen oder das Erstellen von Schwellenrampen vorgesehen ist. 3.2.2 Die vom Beschwerdeführer beantragten baulichen Än derungen und Zusätze zu den bestehenden Sanitäreinrichtungen figurieren somit auf der Liste und können daher grundsätz- lich zu Lasten der IV ausgeführt werden. Vorausgesetzt i st im Weiteren aber zunächst eine In- validität. Diese besteht bei Hilfsmitteln darin, dass e ine Person, die wegen eines Gesundheits- schadens durch einen länger dauernden vollständigen oder teilweisen Ausfall eines Körperteils oder einer Körperfunktion bei einer der in Art. 21 A bs. 1 oder 2 IVG aufgezählten Tätigkeiten behindert ist und daher des Einsatzes des Hilfsmittels bed arf, um den Mangel (möglichst) aus- zugleichen (S ILVIA BUCHER , Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 2 011, S. 194 f.). Bei Hilfsmitteln gilt die Invalidität dan n als eingetreten (Art. 4 Abs. 2 IVG), wenn der Gesundheitsschaden objektiv erstmals die Versorgung mit dem Hilfsmittel notwendig macht (Urteil des Bundesgerichts vom 12. Januar 2012, 8C_262/2010, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Er ist nicht an einen gesetzlichen Mindestinvaliditätsgra d geknüpft. Es braucht aber immer eine erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung, welche die Versorgung mit dem fraglichen Behelf erfordert. Nötigenfalls sind ärztliche Angaben einzuholen. Seite 5 3.2.3 Im Weiteren gilt es zu beachten, dass nur Anspruch a uf Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger Ausführung besteht (Art. 21 Abs. 3 IVG und A rt. 2 Abs. 4 HVI). Das Kriterium der Zweckmässigkeit verlangt insbesondere, dass das Hilfsmittel bestimmt und geeignet ist, der gesundheitlich beeinträchtigten versicherten Person in w esentlichem Umfang zur Erreichung eines der gesetzlich anerkannten Ziele zu verhelfen (BGE 122 V 214 E. 2c mit Hinweis). Mit der Beschränkung auf Hilfsmittel in einfacher Ausführung wird dem allgemeinen Grundsatz der Ver- hältnismässigkeit Rechnung getragen. Danach ist die Ei ngliederung nur soweit sicherzustellen, als sie im Einzelfall notwendig, aber auch genügend is t. Die versicherte Person hat dement- sprechend in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweili gen Eingliederungszweck angemesse- nen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach d en gegebenen Umständen bestmög- lichen Vorkehren. Ferner muss der voraussichtliche Erfolg einer Eingliederungsmassnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten stehen (BGE 124 V 110 E. 2a, 122 V 214 E. 2c). 3.3 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt , dass der Beschwerdeführer das Erfordernis des Gesundheitsschadens nicht erfülle. Er be nötige keinen Rollstuhl, so dass auch keine Notwendigkeit zu entsprechenden baulichen An passungen bestehe. Dass der Be- schwerdeführer keinen Rollstuhl benötigt und auch nicht in unmittelbarer Zukunft auf einen Rollstuhl angewiesen ist, erscheint zutreffend. Jedenfall s gibt es keine ärztliche Einschätzung, die eine solche Entwicklung attestiert. Folglich sind auch Hilfsmittel oder bauliche Massnahmen, die auf eine Rollstuhlbenutzung ausgelegt sind, unver hältnismässig, weil sie nicht notwendig sind. Die Beschwerdegegnerin begründet ihre Ansicht, da ss gar kein Gesundheitsschaden vor- liege damit, dass die Gangunsicherheit und die fehlende Beweglichkeit des Beschwerdeführers mit seiner Adipositas bzw. mit seinem Alkoholkonsum zusammenhänge. Bei beiden Beeinträch- tigungen handle es sich um keine Gesundheitsschäden, viel mehr seien sie reversibel und die Bewilligung der Hilfsmittel wäre kontraproduktiv, weil damit die Motivation, gegen die Adipositas und die Alkoholabhängigkeit anzugehen, torpediert würde. Ob das Übergewicht und der Alkoho- lismus des Beschwerdeführers als Invalidität im Sinne von Art. 21 IVG zu qualifizieren sind, kann offen bleiben. Die Beschwerdegegnerin selbst hat n ämlich inzwischen zumindest implizit anerkannt, dass beim Beschwerdeführer ein Gesundheitsschaden vorliegt, andernfalls hätte sie die beantragte WC-Dusch- und Trockenanlage am 7. Oktob er 2011 nicht bewilligt. In der ent- sprechenden Mitteilung steht denn auch, eine medizinische Rückfrage habe ergeben, dass dem Beschwerdeführer das Verrenken des Rumpfes sowie Torsionsbewegungen nicht mehr möglich seien. Im Weiteren hat auch Dr. B.____ mit Bericht vom 19. August 2011 ein lumbospondylo- genes Syndrom bei Spinalkanalstenose und multisegmentale n Spondylarthrosen sowie eine allenfalls beginnende Polyneuropathie an den unteren Extremitäten diagnostiziert und ausge- führt, dass der Beschwerdeführer nach wie vor ausgeprägte Rückenschmerzen habe, so dass er aus dem Liegen praktisch nicht mehr aufstehen könne. Im Weiteren könne er nicht lange sitzen oder aus dem Sitzen nicht aufstehen. Die Installation einer WC-Dusch- und Trockenanla- ge sowie weitere bauliche Massnahmen seien notwendig, d a der Beschwerdeführer nicht selb- ständig in die Badewanne steigen könne. Aufgrund dies es ärztlichen Attestes erscheint der er- forderliche Gesundheitsschaden ausreichend nachgewiesen. 3.4 Als konkretes erforderliches Hilfsmittel führt Dr. B._ ___ lediglich die WC-Dusch- und Trockenanlage auf, die aber inzwischen bewilligt wurde und heute kein Thema mehr ist. Ärztlich indiziert sind im Weiteren nur Massnahmen, die dem Besch werdeführer ermöglichen, selbstän- Seite 6 dig in die Badewanne zu steigen. Die in den Akten be findlichen Offerten und Vorschläge zur technischen Umsetzung sind alle auf eine Rollstuhlgängigke it der Nasszellen ausgerichtet, was aber – wie bereits erwähnt – ausser Betracht fällt, wei l der Beschwerdeführer nicht zwingend auf einen Rollstuhl angewiesen ist. In den Akten finde n sich keine Angaben darüber, welche technischen Vorkehren getroffen werden können, die dem Beschwerdeführer lediglich ermögli- chen, selbständig in die Badewanne zu steigen, und di e gleichzeitig den Vorgaben der Verhält- nismässigkeit entsprechen, d.h. notwendig, einfach und zweckmässig sind. Möglicherweise genügen schon ein Haltegriff und ein Hocker. Aufgrund der aktuellen Aktenlage ist es daher nicht möglich, über den Hilfsmittelanspruch des Beschwerdeführers abschliessend zu befinden. 4. Der Beschwerdeführer hat einen Gesundheitsschaden, de r ihm den Einstieg in die Ba- dewanne ohne Hilfe erheblich erschwert. Aus diesem Grun d steht ihm grundsätzlich Anspruch auf ein Hilfsmittel zu, das ihm den selbständigen Einst ieg in die Badewanne ermöglicht. Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen und die Ange legenheit an die Beschwerdegegne- rin zurückzuweisen, damit diese den Sachverhalt nochmal s abklärt. Insbesondere geht es dar- um, eine technische Lösung zu entwickeln, die den Vorgab en der Verhältnismässigkeit ent- spricht und dazu einen neuen Kostenvoranschlag einzuholen . Anschliessend hat die Be- schwerdegegnerin neu über den Hilfsmittelanspruch des Besc hwerdeführers zu entscheiden. Soweit die Beschwerde die Umsetzung der mit fachtechni scher Beurteilung des SAHB Hilfsmit- tel-Zentrums vom 19. Februar 2010 und vom 30. Mai 2008 vorgeschlagenen durch die Notwen- digkeit einer Rollstuhlbenutzung bedingten baulichen A npassungen der Nasszelle mit Bade- wanne und Toilette beantragt, ist sie abzuweisen und die angefochtene Verfügung zu bestäti- gen. 5.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu entscheid en. Gemäss den Änderungen des IVG vom 1. Juli 2006 ist das Beschwerdeverfahren v or kantonalem Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verw eigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig (vgl. Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG). Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verf assungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) werden die Verfahrensko sten in der Regel der unterliegen- den Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Da der Besc hwerdeführer mit seiner Be- schwerde nur teilweise durchgedrungen ist, rechtfertigt es sich, ihm Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.-- aufzuerlegen. Diese werden mit d em bezahlten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 5.2 Infolge der teilweisen Gutheissung der Beschwerde hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädigung au szurichten (vgl. § 21 Abs. 1 VPO, wonach der ganz oder teilweise obsiegenden Partei eine angemessene Parteientschädigung zugesprochen werden kann). Mit Blick auf die Rechtsbegehr en ist der Beschwerdeführer inso- weit durchgedrungen, als die Verfügung teilweise aufg ehoben wird und die Angelegenheit zur Klärung des Sachverhalts und zum Erlass einer neuen Verf ügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. Es ist daher angemessen, den von der Beschwerdegegnerin zu entrich- tenden Anteil auf die Hälfte des insgesamt geltend gem achten Zeitaufwands und der Auslagen festzusetzen. Im Übrigen sind die ausserordentlichen Kosten dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wettzuschlagen. Der Rechtsvertreter wies i n seiner Honorarnote vom 3. Januar 2011 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeit aufwand von 10.6 Stunden und Aus- lagen von Fr. 122.60.-- aus. Somit hat die Beschwerdeg egnerin dem Beschwerdeführer für das Seite 7 vorliegende Beschwerdeverfahren bei einem in Sozialversich erungsprozessen für durchschnitt- liche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- eine reduzierte Partei- entschädigung in Höhe von Fr. 1'497.20 (5.3 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 61.30, inkl. 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 6.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde i n öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zu weiteren Abklärungen und anschliessender Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell- rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 6.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vor- aussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 8 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird d ie angefochtene Ver- fügung vom 18. März 2011 aufgehoben, und es wird die Sache mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer einen Gesund heits- schaden hat, der ihm den Einstieg in die Badewanne ohn e Hilfe er- heblich erschwert, an die Beschwerdegegnerin zurückgewies en, da- mit diese nach weiteren Abklärungen im Sinne der Erw ägungen neu über den Hilfsmittelanspruch des Beschwerdeführers verfügt. Soweit die Beschwerde die Umsetzung der mit fachtechnischer Beurteilung des SAHB Hilfsmittel-Zentrums vom 19. Februar 2010 und vom 30. Mai 2008 vorgeschlagenen durch die Notwendigkeit e iner Roll- stuhlbenutzung bedingten baulichen Anpassungen der Nassze lle mit Badewanne und Toilette beantragt, wird sie abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kosten vorschuss von Fr. 600.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 300 .-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ei ne reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'497.20 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht