B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2206/2014 U r t e i l v o m 6 . M a i 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren (…), Äthiopien, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 4. November 2013 / N (…). D-2206/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin suchte mit Schreiben vom 3. April 2011 an die schweizerische Botschaft in B._______ (Eingangsstempel: 7. April 2011) um Asyl nach. Dabei machte sie geltend, sie sei Mitglied der Ethnie oder Gruppe der Oromo. Die Ethiopian People's Revolutionary Democratic Front (EPRDF) stehe in Feindschaft mit den Oromo. Ihr Vater sei unter dem Verdacht, die Oromo Liberation Front (OLF) zu unterstützen, festg e- nommen und ohne Gerichtsverfahren nach einem Jahr und drei Monaten, nämlich am 8. Februar 2009, freigelassen worden. Seine Lizenz, den La- den weiterzuführen, habe man an einen tigrinischen Mann übertragen. Ihr sei klar geworden, dass die Angehörigen der Oromo in Äthiopien Men- schen zweiter Klasse seien. Sie habe sich geweigert, an den Veransta l- tungen der äthiopischen Jugendliga, welche der EPRDF angehöre, teil- zunehmen, worauf sie in jeder Hinsicht, sogar im Schulunterricht, benach- teiligt worden sei. Sie habe nicht mehr weiter in Äthiopien leben können und sei am 15. November 2009 in den C._______ geflohen. Im C._______ sei indessen das Leben für Christen im Allgemeinen und für Frauen im Speziellen schwierig. B. Mit durch Vermittlung der schweizerischen Botschaft zugestelltem Schrei- ben vom 5. Juli 2013 teilte das BFM de r Beschwerdeführerin unter Hin- weis auf das in "EMARK 2007/30" ( recte: BVGE 2007/30 ) veröffentlichte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts und das Schreiben der Botschaft vom 23. März 2010 mit, letztere sei aufgrund der Zunahme der eing e- reichten As ylgesuche, des begrenzten Personalbestands sowie wegen fehlender Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht mehr in der Lage, eine persönliche Befragung durchzufü h- ren, und ersuchte die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang un- ter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht zur Vervollständigung des recht s- erheblichen Sachverhalts um Beantwortun g konkreter Fragen betreffend den folgenden Themenbereiche n: Personalien; Familienangehörige in Drittstaaten; Gründe, die zur Ausreise aus dem H eimatstaat geführt h a- ben und deren Umstände; Aufenthalt im C._______; Dokumente und Be- weismittel. Schliesslich wurde d ie Beschwerdeführerin für den Fall, dass den Rechtsbegehren nicht stattgegeben werden könnte, Gelegenheit zu abschliessenden Bemerkungen b eziehungsweise Einwänden innert 30 Tagen ab Erhalt dieses Schreibens eingeräumt. D-2206/2014 Seite 3 C. Mit Eingabe vom 25. August 2013 – am 22. September 2013 bei der Bo t- schaft eingegangen – beantwortete die Beschwerdeführerin die ihr g e- stellten Fragen. Sie ergänzte den Sachve rhalt dahingehend, dass sie p o- litisch nicht aktiv und nie je in einer politischen Partei gewesen sei. Das in Äthiopien herrschende System entspreche bezüglich Respekt für die Menschlichkeit, Technologie, Demokratie, Justiz, Gleichheit der G e- schlechter, Erziehung, Gesundheit und vielem anderem nicht den Erfo r- dernissen des 21. Jahrhunderts. Die Angehörigen der Oromo würden in Äthiopien verfolgt und man wolle sie töten, ins Gefängnis stecken oder deren Eigentum konfiszieren. Ihr Leben dort sei zur Hölle geword en. Sie sei ständig verdächtigt worden, weshalb sie Äthiopien unter Zuhilfenahme ihres Vaters und seiner Kollegen , die sie bis zur Grenze begleitet hätten, verlassen habe. In B._______ sei sie beim UNHCR registriert worden. In- dessen sei sie nicht aufgeford ert worden, in ein Flüchtlingscamp zu g e- hen und in der Nähe von B._______ sei kein solches vorhanden. Sie h a- be in keinem Drittstaat Verwandte. D. Mit durch Vermittlung der s chweizerischen Botschaft zugestellter Verfü- gung vom 4. November 2013 – eröffnet am 25. März 2014 – verweigerte das BFM der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Abklärung des rechtserhe blichen Sachverhalts erfordere die Anw e- senheit de r Beschwerdeführerin in der Schweiz nicht. Gestützt auf den vollständig erstellten Sachverhalt sei davon auszugehen, dass keine u n- mittelbare Gefährdung vorliege, die eine sofortige Einreise de r Be- schwerdeführerin als notwendig erscheinen lasse. Zwar sei aus ihren Schilderungen zu schliessen, dass sie ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden habe. Zudem sei die Lage für Flüchtlinge im C._______ nicht einfach. Dennoch bestünden keine konkreten A n- haltspunkte zur Annahme, dass ein weiterer Verbleib der Beschwerdefüh- rerin im C._______ nicht zumutbar oder möglich sei. Sie könne beim UNHCR oder beim COR in B._______ eine Rückkehr oder Aufnahme in ein Flüchtlingslager beantragen. Da sie seit beinahe vier Jahren im C._______ lebe, ohne dass es zu konkreten Vorfällen gekommen sei, und dort ihren Lebensunterhalt als Lohnarbeiterin bestreite, seien die Hürden für eine zumutbare Existenz in B._______ nicht unüberwindbar. Im C._______ lebe eine grosse äthiopische Diaspora, welche für in Not geratene Landsleute bereitstehe und weitgehend Unterstützung biete. Die Beschwerdeführerin könne zwar wegen der Religionszugehörigkeit im D-2206/2014 Seite 4 C._______ gewisse Schwierigkeiten haben, da bekanntermassen Chri s- ten im C._______ Diskriminierungen ausgesetzt seien; dennoch herrsche im C._______ keine allgemeine und staatliche Unterdrückung der Chri s- ten, zumal die Übergangsverfassung die Religionsfreiheit garantiere, die christlichen Gemeinschaften grundsätzlich anerkannt seien, Weihnachten und Ostern staatlich anerkannte Feierta ge darstellten und sich christliche Kirchen bei Seelsorge, Ausbildung, Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen frei betätigen könnten. Seit der Schaffung der Regierung der Nationalen Einheit im Juli 2005 gehöre der Vizepräsident des C._______ dem Christentum an, und unter den Mitgliedern der Regierung würden sich mehrere Christen befinden. Da die Beschwerdeführerin ke i- ne konkreten Vorfälle dargelegt habe und in der äthiopischen orthodoxen Kirche in B._______ untergebracht sei, könne davon ausgegang en wer- den, dass sie ihren Glauben mit Gleichgesinnten in dieser Gemeinschaft ausüben könne. Schliesslich gehe aus den Angaben der Beschwerdefü h- rerin hervor, dass sie keine nahen Verwandten oder Bezugspersonen in der Schweiz habe. Aus den Akten würden sich auch keine anderen A n- knüpfungspunkte zur Schweiz ergeben. Folglich sei keine besondere B e- ziehungsnähe zur Schweiz ersichtlich, welche die vorangehenden Fes t- stellungen umzustossen vermöchten. E. Mit englischsprachiger Eingabe vom 2. April 2014 (Eingang Botsc haft: 6. April 2014) beantragte die Beschwerdeführerin sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ih r die Einreise in die Schweiz zu bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewähren. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit entscheidwese ntlich, in den Erwägungen eingegangen. Der Eingabe lagen mehrere Kopien von allgemeinen B e- richten aus dem Internet bei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltu ngsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i-D-2206/2014 Seite 5 nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann inde s- sen verzichtet werden, da der in Englisch verfassten Beschwerdeeingabe genügend klare, sinngemäss e Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden werden kann. 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG , Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die B e- schwerde ist einzutreten. 1.5 Gestützt auf Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ergeht der vo r- liegende Entscheid in deutscher Sprache. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. In der Regel entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung mit drei Richtern oder drei Richterinnen. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG kann auch in diesen Fällen auf die Durchführung eines Schrifte n- wechsels verzichtet werden. 4. Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden u n-D-2206/2014 Seite 6 ter anderem die Bestimmungen betreffend der Stellung von Asylgesuchen aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch fest, dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellten Gesuche die massgebli chen Artikel (Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. 5. 5.1 Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3 und Art. 7 AsylG sowie alt Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss alt Ar t. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land aus- zureisen. Gestützt auf alt Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen e r- mächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft m a- chen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Fre i- heit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.2 Ein Asylgesuch kann gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das BFM überweist (alt Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht alt Art. 10 der Asyl- verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt ( alt Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht mö g- lich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (alt Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung bezi e- hungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, wenn der Sac hverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu ei nem abzusehenden negativen Entscheid zumindest sc hriftlich zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 5.2.1 Die Beschwerdeführerin wurde nicht zu ihre m Asylgesuch befragt. Sie legte ihre Vorbringen jedoch bereits im Asylgesuch vom 3. April 2011 schriftlich dar (vgl. Sachverhalt Bst. A). Mit Schreiben des BFM vom D-2206/2014 Seite 7 5. Juli 2013 wurde sie unter Beilage eines explizit aufgelisteten Fragek a- talogs gebeten, für die vollständige Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts die entsprechenden Fragen vollständig und präzise zu be- antworten (vgl. Sachverhalt Bst. B). Hierzu nahm die Beschwerdeführerin am 25. August 2013 schriftlich Stellung (vgl. Sachverhalt Bst. C). Der entscheidwesentliche Sachverhalt erscheint angesichts der schriftlichen Darlegung der Asylgründe soweit erstellt, dass die entscheidrelevanten Elemente vorliegen. 5.2.2 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, die Beschwer - deführerin vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische Ver- tretung zusätzlich persönlich befragen zu lassen. Das BFM hat den ve r- fahrensrechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 5.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum z u- kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Einglied e- rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für die Er teilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzb e- dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob e i- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann. Die Einreise ist aber selbst im Falle einer allfäll i- gen Schutzbedürftigkeit zu verweigern, wenn Asylausschlussgründe vo r- liegen (vgl. BVGE 2011/10). 6. 6.1 Hält sich die asylsuchende Person – wie im vorliegenden Fall – in ei- nem Drittstaat auf, bedeutet dies noch nicht zwingend, dass es ih r auch zuzumuten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. In einem solchen Fall ist aber im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffe n- de Person habe in diesem Drittstaat bereits den erforderlichen Schutz ge- funden, was in der Regel zur Ablehnung de s Asylgesuches und der Ver- weigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Falle sind die Kriterien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in d iesem Drittstaat als zumutbar erscheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz abzuwägen (vgl. BVGE 2011/10). D-2206/2014 Seite 8 6.2 Es ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde mehrheitlich auf eine Wiederholung der bisherigen Vorbringen besch ränkt und mithin keine neuen wesentlichen Sachverhaltselemente geltend gemacht werden. Die Überprüfung der Akten ergibt sodann, dass sich die diesbezüglichen E r- wägungen in der angefochtenen Verfügu ng als zutreffend erweisen. Das Bundesverwaltungsgericht ge langt in Übereinstimmun g mit dem BFM zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin mit den heimatlichen Behö r- den ernstzunehmende Schwierigkeiten hatte. Ob sie im Fall einer Rüc k- kehr nach Äthiopien einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdung ausgesetzt sein könnte, kann vorliegend dennoch offengelassen werden, da sie den Schutz der Schweiz gemäss alt Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht b e- nötigt, weil es ihr – wie im Nachfolgenden aufzuzeigen sein wird – trotz der zugestandenermassen nicht einfachen Bedingungen für ät hiopische Flüchtlinge im C._______ zuzumuten ist, im Zufluchtsland zu verbleiben. 6.3 Die Beschwerdeführerin befindet sich gestützt auf ihre Aussagen seit vier Jahren im C._______, wo sie beim UNHCR registriert ist. Die vom UNHCR registrierten Flüchtlinge sin d grundsätzlich gehalten, sich in e i- nem UNHCR -Flüchtlingslager aufzuhalten und verfügen im C._______ nicht über ein freies Aufenthaltsrecht. Auch die Ausübung einer Arbeit ist in aller Regel nur mittels entsprechender Bewilligung zugänglich (vgl. US Department of State, Country Reports on Human Rights Practices for 2013: C._______, Section 2. Respect for Civil Liberties, Including: d. Freedom of Movement, Internally Displaced Persons, Protection of Ref u- gees, and Stateless Persons, gefunden auf http://www.state.gov/j/drl/rls/hrrpt/ humanrightsreport/index.htm?year=2013&dlid=220164#wrapper, aufge - sucht am 29. April 2014). Viele Flüchtlinge, so auch die Beschwerdeführe- rin, halten sich nicht in Flüchtlingslagern, sondern illegal in B._______ auf, wo sie versuche n, einer Arbeit nachzugehen. In der Vergangenheit kam es dort in vereinzelten Fällen zu Entführungen von Flüchtlingen b e- ziehungsweise zu deren Deportation ins Heimatland. Gemäss gesiche r- ten Erkenntnissen ist indessen das Risiko einer Deportation oder Ve r- schleppung für Flüchtlinge, die im C._______ vom UNHCR anerkannt sind, gering (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D -6478/2013 vom 24. Dezember 2013 E. 5.3; E-1452/2012 vom 15. Juni 2012 m.w.H.). Im vorliegenden Fall bestehen keine konkreten Hinweise auf eine dr o- hende Deportation der Beschwerdeführerin in ihr Heimatland, da sich aus ihren Angaben nicht ergibt, sie habe regimekritische Tätigkeiten ausgeübt oder weise ein erhöhtes Risikoprofil auf. Die Beschwerdeführerin bringt denn auch keine konkreten Vorfälle zur Sprache, gestützt auf welche von D-2206/2014 Seite 9 einer konkreten und drohenden Gefährdung ihrer Person auszugehen wäre. Sie macht geltend, sie sei trotz Registrierung durch das UNHCR keinem Flüchtlingslager zugewiesen worden und lebe allein in B._______. Auch wenn sich die Situation für sie als alleinstehende Frau christlichen Glaubens in B._______ als schwierig erweisen mag, lässt sich aus ihren Angaben schliessen, dass sie dort in einer Unterkunft einer religiösen Gemeinschaft lebt. Angesichts dessen ist auc h davon ausz u- gehen, dass sie über ein Beziehungsnetz verfügt und in den Genuss von Unterstützungsleistungen durch die religiöse Gemeinschaft gelangt. Da sie bereits seit vier Jahren in B._______ lebt, kann angenommen werden, dass sie – auch aufgrund der grossen äthiopischen Diaspora, welche vor Ort ist – unter den gegebenen Umständen die nötigen Unterstützungsleis- tungen zur Existenzsicherung erhält, um im C._______ leben zu können. Zudem steht es ihr offen, wie das BFM zutreffend feststellte, sich beim UNHCR um einen Platz in einem Flüchtlingslager zu bemühen, wo ihr der existenzielle Grundbedarf zuteil kommt. Einer allfälligen Versorgungsno t- lage in B._______ könnte sie mit diesem Schritt entgehen. Folglich kann im Fall der Beschwerdeführerin nicht von einer existenziellen und lebens- bedrohlichen Notlage ausgegangen werden. An dieser Einschätzung vermag auch ihr christlicher Glaube nichts zu ändern. Gemäss den Kenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts ist im C._______ die Religi- onsfreiheit in der Verfassung verankert, und es wird keine Gruppenverfol- gung der Christen betrieben. Wie das BFM ebenfalls zutreffend feststellte, sind die christlichen Gemeinschaften im C._______ grundsätzlich aner- kannt und dürfen sich in verschiedenen Bereichen wie Seelsorge, Ausbi l- dung, Schule und anderen sozialen Einrichtungen frei betätigen. Auch wenn vereinzelte Diskriminierungen von Christen im C._______ nicht auszuschliessen sind, kann vorliegend nicht von einer unmittelbar dr o- henden Gefahr für die Beschwerdeführerin ausgegangen werden. Mit ih- rem Argument, es sei für sie als Frau und Christin im C._______ schwie- rig, macht sie denn auch keine solche geltend. Aus den Akten ergibt sich zudem nicht, dass sie konkrete und ihre Person betreffende Verfo l- gungsmassnahmen darlegt. Im Übrigen kann sie sich auch allfälligen Dis- kriminierungen aufgrund ihres Glaubens durch den Aufenthalt in einem Lager entziehen. 6.4 Gestützt auf die Aktenlage weist die Beschwerdeführerin zudem keine (enge) Bindung zur Schweiz auf. Sie macht geltend, dass in Dritt ländern gar keine Verwandten leben. Damit bestehen in ihrem Fall keine Anknü p- fungspunkte zur Schweiz. D-2206/2014 Seite 10 6.5 Zusammenfassend verfügt die Beschwerdeführerin im C._______ of- fensichtlich über ein Aufenthaltsrecht, ist dort vom UNHCR registriert worden, geniesst weitgehend Schutz vor einer Abschiebung in ihr Heimat- land sowie vor Verfolgung und kann sich somit im C._______ rechtmäs- sig aufhalten. Sie hat die Möglichkeit, sich beim UNHCR um einen Platz in einem Flüchtlingslager zu bemühen, um unentgeltlich in den Genuss der existenzsichernden Unterstützung zu gelangen, sofern sie den weit e- ren Aufenthalt in B._______ nicht mehr in Betracht zieht. Der weitere Verbleib im C._______ ist als zumutbar zu betrachten. An dieser Ei n- schätzung vermögen die eingereichten Kopien aus I nternetberichten nichts zu ändern, zumal sie sich nicht auf die Beschwerdeführerin bezi e- hen. Demgegenüber bestehen keine Anknüpfungspunkte zur Schweiz, weshalb die Beziehungsnähe zu diesem Land zu verneinen ist. Die B e- schwerdeführerin benötigt folglich insgesamt den subsidiären Schutz der Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2 alt AsylG nicht. Das BFM hat der B e- schwerdeführerin zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert und ihr Asylgesuch abgelehnt. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verf ügung Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt ric h- tig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich de r Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal - tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes verwaltungsge- richt (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-2206/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustän- dige schweizerische Vertretung. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: