<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00292</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221656&amp;W10_KEY=13013470&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00292</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.09.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Ehevorbereitung: Der Beschwerdeführer und seine schweizerische Verlobte haben ein gemeinsames Kind. Der Beschwerdeführer hält sich seit der Abweisung seines Asylgesuches vor 12 Jahren illegal in der Schweiz auf. Er ist strafrechtlich in Erscheinung getreten.] Indem die Vorinstanz mit keinem Wort auf das Gesuch um Fristerstreckung zur Stellungnahme und auf ihr Sistierungsgesuch eingegangen ist, hat sie das rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden verletzt. Die Gehörsverletzung kann aber als geheilt gelten (E. 2). Der Beschwerdeführer ist zu einer überjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden und hat damit einen Widerrufsgrund gesetzt (E. 4). Die Begehung des Einbruchdiebstahls, mit der welcher der Beschwerdeführer den Widerrufsgrund gesetzt hat, liegt bereits neun Jahre zurück. Die letzte Verfehlung ist über fünf Jahre her. Die Vorinstanz hat bei ihrer Gewichtung insbesondere dem im Rekursverfahren noch hängigen Strafverfahren ein bedeutendes Gewicht beigemessen. Nachdem in Aussicht gestellt wurde, dass das Strafverfahren eingestellt wird, kann diesem Umstand kein Gewicht mehr beigemessen werden. Das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers ist weniger erheblich als von der Vorinstanz angenommen. Demgegenüber stehen gewichtige private Interessen gegenüber, welche prima facie die öffentlichen Interessen gerade noch knapp zu überwiegen vermögen (E. 5). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KURZAUFENTHALTSBEWILLIGUNG">KURZAUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFFÃLLIGKEIT">STRAFFÃLLIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=55157" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00292</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">29. September 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. C, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> Nr. 3 vertreten durch Nr. 2,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText">alle vertreten durch RA D, </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext"><b>A.</b> A, geboren 1987, StaatsangehÃ¶riger von Algerien, reiste am 20. Juni 2009 in die Schweiz ein und ersuchte am 22. Juni 2009 um Asyl. Mit VerfÃ¼gung vom 28. Mai 2010 wies das Bundesamt fÃ¼r Migration (BFM, heute Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) das Asylgesuch ab. A hÃ¤lt sich seither illegal in der Schweiz auf und befand sich mehrmals in Ausschaffungshaft. </p> <p class="Urteilstext">A fÃ¼hrt eine Beziehung mit der Schweizerin B, geboren 1984, aus welcher 2020 das Kind C hervorgegangen ist. C besitzt die schweizerische StaatsbÃ¼rgerschaft. Am 13. Juli 2020 reichte A ein Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe mit B ein. Auf dem Gesuch gab A an, weder vorbestraft zu sein noch sich in einem laufenden Strafverfahren zu befinden. Das Migrationsamt wies dieses Gesuch mit VerfÃ¼gung vom 27. August 2020 ab. </p> <p class="Urteilstext"><b>B.</b> A ist in der Schweiz straffÃ¤llig geworden:</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Urteil des Jugendgerichts Bern-Mittelland vom 22. Oktober 2010 wurde er nach Jugendstrafrecht wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfacher SachbeschÃ¤digung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, rechtswidrigen Aufenthalts und mehrfacher Ãbertretung des PersonenbefÃ¶rderungsgesetzes vom 20. MÃ¤rz 2009 (PBG) zu 60 Tagen Freiheitsentzug (bedingt) verurteilt.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Urteil der Jugendanwaltschaft Dienststelle Bern-Mittelland vom 2. Mai 2011 wurde er wegen geringfÃ¼gigen Diebstahls, Vergehen gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951 (BetmG), Ãbertretung gegen das BetmG und rechtswidrigen Aufenthalts zu fÃ¼nf Tagen Freiheitsstrafe verurteilt. </p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Strafbefehl der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 30. Mai 2011 wurde er wegen rechtswidrigen Aufenthalts, Ãbertretung gegen das BetmG und Hinderung einer Amtshandlung mit 30 Tagen Freiheitsstrafe und einer Busse von Fr. 100.- bestraft.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Urteil des Bezirksstrafgerichts See vom 1. Mai 2013 wurde er wegen Diebstahls, SachbeschÃ¤digung, Hausfriedensbruchs, FÃ¤lschung von Ausweisen, rechtswidrigen Aufenthalts und Ãbertretung gegen das BetmG zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monate und einer Busse von Fr. 200.- verurteilt.</p> <p class="Urteilstext"><span>-<span> </span></span>Mit Strafbefehl der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 6. November 2018 wurde er wegen FÃ¤lschung von Ausweisen, rechtswidrigen Aufenthalts und mehrfacher Ãbertretung gegen das BetmG mit einer Freiheitsstrafe von 60 Tagen und einer Busse von Fr. 300.- bestraft. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Den gegen die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 27. August 2020 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 8. MÃ¤rz 2021 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war. Es hielt fest, dass A die Schweiz unverzÃ¼glich zu verlassen habe. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 26. April 2021 beantragten A, B und C, in Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 8. MÃ¤rz 2021 sei A eine Aufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe (recte: Kurzaufenthaltsbewilligung) zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Staates. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragten sie, es sei A der Aufenthalt wÃ¤hrend des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens im Sinn einer vorsorglichen Massnahme zu gestatten und anzuordnen, dass bis zum Entscheid Ã¼ber dieses Gesuch alle Vollzugsmassnahmen zu unterbleiben haben. Weiter sei ihnen die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren und ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zur Seite zu stellen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 28. April 2021 hielt der AbteilungsprÃ¤sident fest, dass wÃ¤hrend des Verfahrens alle Vollziehungsvorkehrungen zu unterbleiben hÃ¤tten und der Aufenthalt von A hierdurch nicht rechtmÃ¤ssig werde. Er setzte A, B und C eine Frist, um einen aktuellen Strafregisterauszug von A sowie aktuelle AuszÃ¼ge aus ihren Betreibungsregistern einzureichen. Weiter forderte er A, B und C auf, das Verwaltungsgericht Ã¼ber sÃ¤mtliche bewilligungsrelevanten UmstÃ¤nde â namentlich in Bezug auf das hÃ¤ngige Strafverfahren gegen A und die finanzielle Situation der Familie â zeitnah und unter Beilage geeigneter Belege zu informieren. Alles unter dem Hinweis, dass ansonsten aufgrund der Akten entschieden werde und eine mangelhafte Mitwirkung zu ihren Ungunsten gewertet werden kÃ¶nnte. </p> <p class="Urteilstext">Das Migrationsamt und die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion liessen sich nicht vernehmen.</p> <p class="Urteilstext">Am 25. Mai 2021 ersuchten A, B und C um Fristerstreckung fÃ¼r die Eingabe der mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 28. April 2021 geforderten Dokumente, welche ihnen gewÃ¤hrt wurde. Mit Eingabe vom 4. Juni 2021 teilten sie mit, dass A in Aussicht gestellt worden sei, dass das Strafverfahren mit einem Strafbefehl zum Abschluss gebracht werde. B habe per 1. Juni 2021 eine Stelle bei der Firma E antreten kÃ¶nnen (Arbeitspensum ca. 50 %) und habe eine Stellenzusage im Umfang von 20 % bei der Firma F erhalten. ZusÃ¤tzlich bestehe ein ArbeitsverhÃ¤ltnis mit der Firma G. Mit Eingabe vom 19. Juli 2021 reichten sie eine BestÃ¤tigung der Sozialen Dienste H ein, wonach B ab 1. August 2021 nicht mehr von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werde. Am 3. September 2021 reichten sie eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 26. August 2021 ein, wonach in Aussicht gestellt werde, dass das Verfahren gegen A wegen des Vorwurfs der Widerhandlungen gegen das BetmG eingestellt werde. Am 24. September 2021 teilten sie mit, dass B ihre Stelle bei der Firma F gekÃ¼ndigt habe, weil die Arbeitgeberin ihr entgegen ihrer Zusicherung kein Arbeitspensum von 50 % habe gewÃ¤hrleisten kÃ¶nnen. Sie habe aber neu eine Arbeitsstelle bei der Firma I und vermÃ¶ge ein Erwerbseinkommen von Ã¼ber Fr. 3'000.- zu erwirtschaften. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung und Ermessensunterschreitung, und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Der Antrag, im Sinn einer vorsorglichen Massnahme von jeglichen Vollzugsmassnahmen Abstand zu nehmen, wird mit dem heutigen Urteil gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden rÃ¼gen eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r und eine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV]). Sie bringen vor, die Vorinstanz habe dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 mit Schreiben vom 8. Februar 2021 die Gelegenheit gegeben, zur laufenden Strafuntersuchung gegen ihn Stellung zu nehmen. Auf Nachfrage habe die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland erklÃ¤rt, es handle sich um eine aufwendige und grÃ¶ssere Sache, weshalb kaum mit einem baldigen Entscheid gerechnet werden kÃ¶nne. Mangels Kenntnis der genauen Sachlage hÃ¤tten sie die Vorinstanz ersucht, das Verfahren zu sistieren; eventuell sei ihnen die Frist zwecks ErgÃ¤nzung der Stellungnahme um 30 Tage zu verlÃ¤ngern. In der Folge hÃ¤tten sie die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland um Akteneinsicht ersucht. Kaum hÃ¤tten sie die Akten erhalten, sei am 10. MÃ¤rz 2021 der Rekursentscheid ergangen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz einen Entscheid gefÃ¤llt habe, ohne die Stellungnahme abzuwarten. Obschon die Vorinstanz ausdrÃ¼cklich auf die Unschuldsvermutung hingewiesen und nicht verkannt habe, dass diesem Umstand mit einer gewissen ZurÃ¼ckhaltung zu begegnen sei, habe sie die laufende Strafuntersuchung bei der Beurteilung der Ã¶ffentlichen Interessen zu Ungunsten des BeschwerdefÃ¼hrers 1 berÃ¼cksichtigt. Unter anderem sei das laufende Verfahren zum Anlass genommen worden, ihm eine ungÃ¼nstige Legalprognose zu attestieren. Im Ergebnis hÃ¤tte das Abwarten der angekÃ¼ndigten Stellungnahme geeignet sein kÃ¶nnen, den Ausgang des Verfahrens zu beeinflussen. Es liege deshalb kein Fall der antizipierten BeweiswÃ¼rdigung vor, zumal es die Vorinstanz gewesen sei, die die BeschwerdefÃ¼hrenden zur Einreichung einer Stellungnahme eingeladen habe. Eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV, wie sie hier gegeben sei, kÃ¶nne vom Verwaltungsgericht nicht mehr geheilt werden. Die Beschwerde sei deshalb gutzuheissen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Nach Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r. Dieses Recht ist formeller Natur. Seine Verletzung fÃ¼hrt ungeachtet der materiellen BegrÃ¼ndetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde sowie zur Aufhebung des angefochtenen Urteils (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; 137 I 195 E. 2.2). Das rechtliche GehÃ¶r nach Art. 29 Abs. 2 BV dient einerseits der SachaufklÃ¤rung. Anderseits stellt es ein persÃ¶nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehÃ¶rt insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor FÃ¤llung eines solchen Entscheids zur Sache zu Ã¤ussern, erhebliche Beweise beizubringen und Einsicht in die Akten zu nehmen. Wie weit dieses Recht geht, lÃ¤sst sich nicht generell, sondern nur unter WÃ¼rdigung der konkreten UmstÃ¤nde beurteilen. Massgebend ist, ob es der betroffenen Person ermÃ¶glicht worden ist, ihren Standpunkt wirksam zur Geltung zu bringen (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; 136 I 265 E. 3.2; 135 II 286 E. 5.1; BGr, 14. Mai 2020, 2C_163/2020, E. 3.4). Das rechtliche GehÃ¶r beinhaltet auch das Recht, dass die BehÃ¶rde die Vorbringen der von einem Entscheid in ihrer Rechtsstellung betroffenen Person auch tatsÃ¤chlich hÃ¶rt, prÃ¼ft und in der Entscheidfindung berÃ¼cksichtigt. Daraus folgt die grundsÃ¤tzliche Pflicht der BehÃ¶rden, ihren Entscheid zu begrÃ¼nden; die Parteien sollen wissen, warum die BehÃ¶rde entgegen ihrem Antrag entschieden hat (vgl. BGr, 16. Dezember 2002, 1P.418/2002, E. 2.4). Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die MÃ¶glichkeit erhÃ¤lt, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu Ã¤ussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei Ã¼berprÃ¼fen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darÃ¼ber hinaus â im Sinne einer Heilung des Mangels â selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r von einer RÃ¼ckweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die RÃ¼ckweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnÃ¶tigen VerzÃ¶gerungen fÃ¼hren wÃ¼rde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer befÃ¶rderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wÃ¤ren (BGE 137 I 195 E. 2.3.2, mit Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Der in Art. 9 und 5 Abs. 3 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behÃ¶rdliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begrÃ¼ndendes Verhalten der BehÃ¶rden, sofern sich dieses auf eine konkrete, den betreffenden BÃ¼rger berÃ¼hrende Angelegenheit bezieht (BGE 131 II 627 E. 6.1; 129 I 161 E. 4.1; je mit Hinweisen). Vorausgesetzt ist, dass die Person, die sich auf Vertrauensschutz beruft, berechtigterweise auf diese Grundlage vertrauen durfte und gestÃ¼tzt darauf nachteilige Dispositionen getroffen hat, die sie nicht mehr rÃ¼ckgÃ¤ngig machen kann (BGE 137 I 69 E. 2.3 und E. 2.5.1; 130 I 26 E. 8.1; 129 I 161 E. 4.1; BGr, 29. Juli 2021, 2C_81/2021, E. 3.2). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b>Den BeschwerdefÃ¼hrenden ist zuzustimmen, dass sich die Vorinstanz mit keinem Wort mit ihrem Gesuch um Fristerstreckung zur Stellungnahme und mit ihrem Sistierungsgesuch auseinandergesetzt hat. Aus dem angefochtenen Entscheid geht hervor, dass die Vorinstanz den Ausgang des Strafverfahrens fÃ¼r die Beurteilung der Frage, ob die Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung offensichtlich gegeben seien, zwar als bedeutsam erachtete. Die Vorinstanz sah indes in dem Umstand, dass mit dem Ausgang des Strafverfahrens nicht in absehbarer Zeit gerechnet werden kÃ¶nne, einen weiteren Grund, die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zu verweigern. Es trifft zu, dass eine Kurzaufenthaltsbewilligung zum Zweck der Eheschliessung nur erteilt werden soll, wenn mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen ist (vgl. E. 3.3 nachfolgend) und es insofern zweckwidrig wÃ¤re, wenn mit der Erteilung der Kurzaufenthaltsbewilligung auf unbestimmte Zeit zugewartet wÃ¼rde. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass die Vorinstanz das Verfahren um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung nicht bis zum Abschluss der laufenden Strafuntersuchung sistiert hat. Jedoch entbindet dies die Vorinstanz nicht von der Pflicht, die Gesuche der BeschwerdefÃ¼hrenden tatsÃ¤chlich zu prÃ¼fen, <span>in der Entscheidfindung zu berÃ¼cksichtigen und ihren Entscheid zu begrÃ¼nden (BGE 127 I 54 E. 2b mit Hinweis). </span>Auch wenn sie in dem Umstand, dass mit dem Ausgang des Strafverfahrens nicht in absehbarer Zeit gerechnet werden kÃ¶nne, einen weiteren Grund zur Verweigerung einer Kurzaufenthaltsbewilligung sah, hÃ¤tte sie sich mit den Gesuchen der BeschwerdefÃ¼hrenden auseinandersetzen und begrÃ¼nden mÃ¼ssen, weshalb sie den BeschwerdefÃ¼hrenden die ersuchte Fristerstreckung verweigert und auf eine Sistierung des Verfahrens bis zum Abschluss des Strafverfahrens verzichtet. <span>Indem sie </span>mit keinem Wort auf die Gesuche eingegangen ist und insbesondere nicht begrÃ¼ndet hat, weshalb sie die ersuchte Fristerstreckung und Sistierung nicht gewÃ¤hrt, hat sie das rechtliche GehÃ¶r der BeschwerdefÃ¼hrenden verletzt. Hingegen ist keine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben erkennbar, zumal die BeschwerdefÃ¼hrenden nicht geltend machen, dass sie unumkehrbare Dispositionen vorgenommen hÃ¤tten und solches auch nicht ersichtlich ist.<span> </span>Die GehÃ¶rsverletzung kann aber entgegen der Meinung der BeschwerdefÃ¼hrenden als geheilt gelten, nachdem die BeschwerdefÃ¼hrenden sich im vorliegenden Beschwerdeverfahren <span>ausfÃ¼hrlich zur Sache Ã¤ussern und weitere Beweismittel einreichen konnten. Auf eine RÃ¼ckweisung kann zudem auch verzichtet werden, weil dies zu einem formalistischen Leerlauf fÃ¼hren wÃ¼rde. Nachdem </span><span>die </span>Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland mit Mitteilung vom 3. September 2021 in Aussicht gestellt hat, dass das Verfahren gegen den BeschwerdefÃ¼hrer 1 wegen des Vorwurfs der Widerhandlungen gegen das BetmG eingestellt werde, kann fÃ¼r die Beurteilung, ob dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 eine Kurzaufenthaltsbewilligung zu erteilen ist, nicht mehr auf diese Strafuntersuchung abgestÃ¼tzt werden. Die Gesuche der BeschwerdefÃ¼hrenden um Fristerstreckung und um Verfahrenssistierung werden damit hinfÃ¤llig. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b><b> </b></p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b><span>Die Erteilung von Kurz- und Aufenthaltsbewilligungen richtet sich nach dem AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz vom 16. Dezember 2005 (AIG), soweit keine anderen Bestimmungen des Bundesrechts oder von der Schweiz abgeschlossene vÃ¶lkerrechtliche VertrÃ¤ge zur Anwendung kommen (Art. 2 Abs. 1 AIG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Beim BeschwerdefÃ¼hrer 1 handelt es sich um einen rechtskrÃ¤ftig aus der Schweiz weggewiesenen Asylbewerber, der seiner Ausreisepflicht bislang nicht nachgekommen ist und fÃ¼r den keine Ersatzmassnahme angeordnet wurde. Er hÃ¤lt sich seit seiner Einreise am 20. Juni 2009 mehrheitlich illegal in der Schweiz auf. Er ist Vater des BeschwerdefÃ¼hrers 3 und fÃ¼hrt mit der Mutter, der BeschwerdefÃ¼hrerin 2, unbestritten eine enge Beziehung. Die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 wollen heiraten, <span>sobald er in der Schweiz Ã¼ber einen gÃ¼ltigen Aufenthaltstitel verfÃ¼gt. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>GestÃ¼tzt auf das AIG steht ihm vor der Heirat mit seiner Schweizer Verlobten kein Bewilligungsanspruch im Sinn von Art. 42 Abs. 1 AIG zu. Im Hinblick auf die geplante Eheschliessung vermag er allerdings unter bestimmten Voraussetzungen aus dem in Art. 12 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) sowie Art. 14 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) garantierten Recht auf Ehe einen Anwesenheitsanspruch zum Zweck der Eheschliessung in der Schweiz abzuleiten.</p> <p class="Urteilstext">Nach Art. 98 Abs. 4 des Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB) mÃ¼ssen Verlobte, die nicht SchweizerbÃ¼rgerinnen oder SchweizerbÃ¼rger sind, wÃ¤hrend des Vorbereitungsverfahrens ihren rechtmÃ¤ssigen Aufenthalt in der Schweiz nachweisen, ansonsten die Zivilstandsbeamten die Trauung nicht vollziehen dÃ¼rfen (vgl. auch Art. 66 Abs. 2 lit. e in Verbindung mit Art. 67 Abs. 3 der Zivilstandsverordnung vom 28. April 2004 [ZStV]). In Konkretisierung des Gesetzeszwecks dieser Bestimmung und in Beachtung von Art. 8 Abs. 1 EMRK (Recht auf Schutz des Familienlebens) sind die MigrationsbehÃ¶rden gehalten, Ehewilligen ohne Aufenthaltsrecht zur Vermeidung einer Verletzung ihres Rechts auf Ehe gemÃ¤ss Art. 12 EMRK bzw. dem analog ausgelegten Art. 14 BV eine vorÃ¼bergehende (Kurz-)Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, sofern keine Hinweise vorliegen, dass die auslÃ¤ndischen Personen mit ihrem Vorhaben die Vorschriften Ã¼ber den Familiennachzug umgehen wollen, und feststeht, dass sie nach der Heirat die Zulassungsvoraussetzungen in der Schweiz offensichtlich erfÃ¼llen (analoge Anwendung von Art. 17 Abs. 2 AIG; BGE 137 I 351 E. 3.5 und 3.7; vgl. auch Marc Spescha, in: derselbe et al., Art. 98 ZGB N. 2 f.). Diese Praxis gilt auch fÃ¼r abgewiesene â und damit an sich illegal anwesende â Asylbewerber, die erst mittels Heirat den auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligungsanspruch erwerben, da ihnen bei einer ernstlich gewollten Ehe und offensichtlich erfÃ¼llten Bewilligungserfordernissen nicht zugemutet werden kann, in ihre Heimat zurÃ¼ckzukehren und von dort aus um eine Einreisebewilligung zwecks Heirat zu ersuchen (BGE 137 I 351 E. 3.7; BGr, 2. Januar 2013, 2C_195/2012, E. 3.5.2). Eine Kurzaufenthaltsbewilligung zum Zweck der Eheschliessung soll indes nur erteilt werden, wenn mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen ist (vgl. BGr, 17. Januar 2020, 2C_827/2019, E. 3). </p> <p class="Erwgung2">Dem Grundsatz, wonach der Bewilligungsentscheid im Ausland abzuwarten ist, muss grundrechtskonform nachgelebt werden; unverhÃ¤ltnismÃ¤ssige, schikanÃ¶se Ausreiseverpflichtungen und VerfahrensverzÃ¶gerungen sind im Interesse aller Beteiligten unter BerÃ¼cksichtigung des Beschleunigungsgebots (vgl. Art. 29 Abs. 1 BV) primÃ¤r dadurch zu vermeiden, dass rasch erstinstanzlich in der Sache entschieden wird (vgl. BGE 139 I 37 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Nach dem Gesagten ist summarisch zu prÃ¼fen, ob der BeschwerdefÃ¼hrer 1, wÃ¤re er bereits mit der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 verheiratet, gestÃ¼tzt auf Art. 42 Abs. 1 AIG eine Aufenthaltsbewilligung erhalten wÃ¼rde. </p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>AuslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern haben Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 AIG). Der Anspruch erlischt, wenn er rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht wird oder WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 63 AIG vorliegen (Art. 51 Abs. 1 AIG).</span></p> <p class="Urteilstext">Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG liegt ein Widerrufsgrund vor, wenn der Betroffene zu einer lÃ¤ngerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen ihn eine strafrechtliche Massnahme im Sinn von Art. 64 oder Art. 61 des Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB) angeordnet wurde. GemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt als lÃ¤ngerfristige Freiheitsstrafe eine solche von mehr als einem Jahr (BGE 135 II 377 E. 4.2).</p> <p class="Urteilstext"><span>Ein Widerrufsgrund liegt auch vor, wenn der betroffene AuslÃ¤nder im Bewilligungsverfahren (in TÃ¤uschungsabsicht) falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat (Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG) und sich noch nicht mehr als 15 Jahre ununterbrochen und ordnungsgemÃ¤ss in der Schweiz aufhÃ¤lt (Art. 63 Abs. 2 AIG). Eine auslÃ¤ndische Person, welche um Aufenthalt in der Schweiz ersucht, ist verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken und zutreffende und vollstÃ¤ndige Angaben Ã¼ber die fÃ¼r die Regelung des Aufenthalts wesentlichen Tatsachen zu machen (Art. 90 Abs. 1 lit. a AIG). Nach der Rechtsprechung zu Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG muss die auslÃ¤ndische Person die Fragen der MigrationsbehÃ¶rde wahrheitsgetreu beantworten. Falsche Angaben, welche fÃ¼r die Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung relevant sind, fÃ¼hren zum Widerruf derselben. Dabei ist nicht erforderlich, dass die Bewilligung bei richtigen oder vollstÃ¤ndigen Angaben mit Sicherheit verweigert worden wÃ¤re. Es genÃ¼gt, wenn der Anspruch auf eine Bewilligung bei Offenlegung der VerhÃ¤ltnisse ernsthaft infrage gestellt gewesen wÃ¤re (BGE 142 II 265 E. 3.1; BGr, 25. September 2017, 2C_279/2017, E. 3.1). Was das Verschweigen wesentlicher Tatsachen betrifft, muss bei der auslÃ¤ndischen Person eine TÃ¤uschungsabsicht vorliegen. Eine solche ist zu bejahen, wenn die auslÃ¤ndische Person einen falschen Anschein Ã¼ber Tatsachen erweckt hat oder aufrechterhÃ¤lt, von denen sie vernÃ¼nftigerweise wissen musste, dass sie fÃ¼r den Bewilligungsentscheid von Bedeutung sein kÃ¶nnten (BGE 135 II 1 E. 4.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b>Die Vorinstanz ist zum Schluss gekommen, dass die Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe nicht erfÃ¼llt seien. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrten sie aus, der BeschwerdefÃ¼hrer 1 sei mit Urteil des Bezirksstrafgerichts See vom 1. Mai 2013 zu einer 15-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden und habe damit den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG gesetzt. Zudem habe der BeschwerdefÃ¼hrer 1 im Gesuchsverfahren verschwiegen, dass gegen ihn ein Strafverfahren erÃ¶ffnet worden sei. Er habe damit wesentliche Tatsachen verschwiegen und erfÃ¼lle somit auch den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG. Sodann beziehe die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 seit Januar 2019 fortlaufend Sozialhilfegelder.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen dagegen vor, es treffe nicht zu, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 im Bewilligungsverfahren wesentliche Tatsachen verschwiegen habe. Dem Migrationsamt habe der Strafregisterauszug vorgelegen. Daraus sei auch hervorgegangen, dass eine aktuelle Strafuntersuchung laufe. Richtig sei, dass er zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt worden sei. Es sei jedoch analog zu Art. 17 AIG eine Hauptsachenprognose zu treffen und hierzu sei auch die Reneja-Praxis heranzuziehen, wonach einem AuslÃ¤nder nach bloss kurzer Aufenthaltsdauer im Falle einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei oder mehr Jahren in der Regel selbst dann kein Aufenthaltstitel mehr zu erteilen sei, wenn der schweizerischen Ehepartnerin die Ausreise nicht oder nur schwer zuzumuten sei. Es sei vor diesem Hintergrund fraglich, ob der Widerrufsgrund der lÃ¤ngerfristigen Freiheitsstrafe Ã¼berhaupt erfÃ¼llt sei. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 wurde mit Urteil des Bezirksstrafgerichts See vom 1. Mai 2013 wegen Diebstahls, SachbeschÃ¤digung, Hausfriedensbruchs, FÃ¤lschung von Ausweisen, rechtswidrigen Aufenthalts und Ãbertretung gegen das BetmG zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten und einer Busse von Fr. 200.- verurteilt. Er ist somit zu einer Ã¼berjÃ¤hrigen Freiheitsstrafe verurteilt worden und hat damit <span>einen Widerrufsgrund gesetzt (Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG). </span>Inwiefern die von den BeschwerdefÃ¼hrenden erwÃ¤hnte Reneja-Praxis etwas an dieser Tatsache Ã¤ndern soll, erschliesst sich nicht.</p> <p class="Erwgung2">Sodann trifft zu, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 bei seiner Gesuchseinreichung wahrheitswidrig angegeben hat, nicht vorbestraft zu sein und sich in keinem Strafverfahren zu befinden. Dass das Migrationsamt im Besitz eines Strafregisterauszugs des BeschwerdefÃ¼hrers 1 war, Ã¤ndert nichts daran, dass er das Migrationsamt im Rahmen seiner<span> Mitwirkungspflicht auf seine Vorstrafen und das laufende Strafverfahren hÃ¤tte hinweisen mÃ¼ssen. </span>Ob ihm allerdings eine TÃ¤uschungsabsicht nachgewiesen werden kann, wurde von der Vorinstanz nicht geprÃ¼ft. Es kann aber letztlich offenbleiben, ob er auch den Widerrufsgrund von <span>Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG erfÃ¼llt, nachdem er bereits den Widerrufsgrund </span>einer lÃ¤ngerfristigen Freiheitsstrafe <span>erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Verweigerung der Bewilligung kann indessen nur verfÃ¼gt werden, wenn die Massnahme verhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist (Art. 5 Abs. 2 BV; vgl. Art. 96 Abs. 1 AIG). Dabei sind den Ã¶ffentlichen Interessen die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse und der Grad der Integration der auslÃ¤ndischen Person gegenÃ¼berzustellen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die Vorinstanz erachtete die Nichterteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte sie aus, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 mit dem Diebstahl in Verbindung mit dem Hausfriedensbruch eine Straftat begangen habe, welche im Sinne von Art. 121 Abs. 3 BV seit dem 1. Oktober 2016 eine Anlasstat fÃ¼r eine obligatorische Landesverweisung bilde (Art. 66a Abs 1 lit. d StGB). Obwohl diese Regelung zwar nicht rÃ¼ckwirkend Anwendung finde, dÃ¼rfe bei der InteressenabwÃ¤gung dennoch berÃ¼cksichtigt werden, dass der Verfassungs- und Gesetzgeber die vom BeschwerdefÃ¼hrer 1 begangen Delikte als besonders verwerflich erachte. Es sei zwar zu berÃ¼cksichtigen, dass die Verurteilung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten bald acht Jahre zurÃ¼ckliege, allerdings sei der BeschwerdefÃ¼hrer 1 seither wieder einschlÃ¤gig strafrechtlich in Erscheinung getreten und werde auch gegenwÃ¤rtig einschlÃ¤gig gegen ihn ermittelt, was nicht auf eine positive Entwicklung schliessen lasse. Er habe damit eine nicht zu bagatellisierende kriminelle Energie an den Tag gelegt und sich auch von strafrechtlichen Verurteilungen nicht davon abhalten lassen, wieder straffÃ¤llig zu werden. Es mÃ¼sse davon ausgegangen werden, dass er nicht willens und/oder fÃ¤hig sei, sich rechtskonform zu verhalten, womit eine gewisse RÃ¼ckfallgefahr einhergehe und ein gewichtiges Ã¶ffentliches Interesse daran bestehe, den BeschwerdefÃ¼hrer 1 zum Schutz der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung von der Schweiz fernzuhalten. Diesem Ã¶ffentlichen Interesse stÃ¼nden zwar insbesondere aufgrund der Beziehung zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 und 3, welche vom Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK erfasst werde, nicht von der Hand zu weisende private Interessen entgegen. Diese wÃ¼rden jedoch das gewichtige Ã¶ffentliche Interesse am Schutz der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung letztlich nicht Ã¼berwiegen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Es ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Verurteilung vom 1. Mai 2013 wegen Diebstahls, SachbeschÃ¤digung, Hausfriedensbruch, FÃ¤lschung von Ausweisen, rechtswidrigen Aufenthalts und Ãbertretung des BetmG zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten grundsÃ¤tzlich ein nicht unerhebliches Ã¶ffentliches Interesse an der Fernhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 aus der Schweiz begrÃ¼ndet. Die Begehung des Einbruchdiebstahls im Februar 2012, mit welcher der BeschwerdefÃ¼hrer 1 den Widerrufsgrund gesetzt hat, liegt wie die BeschwerdefÃ¼hrenden aber zu Recht einwenden bereits neun Jahre zurÃ¼ck. Das gegenwÃ¤rtige Ã¶ffentliche Interesse an der Verweigerung des beantragten Familiennachzugs relativiert sich dadurch. Seither ist der BeschwerdefÃ¼hrer 1 noch einmal strafrechtlich in Erscheinung getreten. Mit Urteil vom 6. Juni 2018 wurde er wegen FÃ¤lschung von Ausweisen, rechtswidrigen Aufenthalts und Ãbertretung gegen das BetmG zu einer Freiheitsstrafe von 60 Tagen verurteilt. Die BeschwerdefÃ¼hrenden wenden ein, dass seit der Tatbegehung (FÃ¤lschung der Ausweise) am 6. November 2015 jedoch bereits Ã¼ber fÃ¼nf Jahre vergangen seien. Auch wenn der BeschwerdefÃ¼hrer 1 mit seinem Verhalten eine nicht zu akzeptierende GeringschÃ¤tzung der schweizerischen Rechtsordnung an den Tag gelegt hat, ist im Rahmen der PrÃ¼fung des Ã¶ffentlichen Interessens prima facie doch zu berÃ¼cksichtigen, dass die Verfehlungen bereits einige Jahre zurÃ¼ckliegen. Die Vorinstanz hat bei ihrer Gewichtung denn auch insbesondere dem im Rekursverfahren noch hÃ¤ngigen Strafverfahren ein bedeutendes Gewicht in Bezug auf die Legalprognose und die Verweigerung der Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung beigemessen. Nachdem die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland mit Mitteilung vom 3. September 2021 nun jedoch in Aussicht gestellt hat, dass das Strafverfahren gegen den BeschwerdefÃ¼hrer 1 eingestellt werden wird, kann diesem Umstand kein Gewicht mehr beigemessen werden. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach eine gegenwÃ¤rtige Gefahr vom BeschwerdefÃ¼hrer 1 fÃ¼r die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehe, lÃ¤sst sich deshalb nicht (mehr) stÃ¼tzen. Festzuhalten bleibt aber, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer 1 seit der Abweisung seines Asylgesuchs am 29. Mai 2009 (mehrheitlich) illegal in der Schweiz aufhÃ¤lt und sich seit Jahren der Wegweisung widersetzt. Auch dieses Verhalten lÃ¤sst auf eine nicht unerhebliche GeringschÃ¤tzung der schweizerischen Rechtsordnung schliessen. Die Wegweisung wurde indes nie vollzogen, obwohl sich der BeschwerdefÃ¼hrer 1 mehrmals in Ausschaffungshaft befand. GemÃ¤ss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist auch einem abgewiesenen Asylsuchenden, der erst dank der Heirat einen auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligungsanspruch erwirbt, eine Kurzaufenthaltsbewilligung zu erteilen, da diesem bei einer ernstlich gewollten Ehe und offensichtlich erfÃ¼llten Bewilligungserfordernissen nach der Heirat nicht zugemutet werden kann, vor dem Eheschluss ausreisen zu mÃ¼ssen (BGE 137 I 351 E. 3.5 u. E. 3.7; 138 I 41 E. 3; vgl. BGr, 7. Juni 2019, 2C_117/2019, E. 3 mit Hinweisen). Im Lichte dieser Rechtsprechung, kann dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 deshalb die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung nicht nur verweigert werden, weil er sich illegal in der Schweiz aufhÃ¤lt. Vorausgesetzt ist allerdings, dass keine Hinweise dafÃ¼r bestehen, dass die auslÃ¤ndische Person rechtsmissbrÃ¤uchlich handelt (Scheinehe, missbrÃ¤uchliche Anrufung der Familiennachzugsbestimmungen usw.) und "klar" erscheint, dass sie nach der Heirat rechtmÃ¤ssig mit dem hier Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfÃ¼genden Ehepartner wird leben dÃ¼rfen (BGE 139 I 37 E. 3.5.2 m.w.H.). Insgesamt ist nach dem Gesagten prima facie zwar immer noch von einem Ã¶ffentlichen Interesse an der Fernhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 auszugehen, dieses ist jedoch weniger erheblich als von der Vorinstanz angenommen. </p> <p class="Erwgung2">Diesem Ã¶ffentlichen Interesse sind die privaten Interessen der BeschwerdefÃ¼hrenden gegenÃ¼berzustellen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden leben als Familie zusammen und es ist von intakten Beziehungen auszugehen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 haben bereits alle erforderlichen Dokumente beim Zivilstandesamt eingereicht, was den Anschein erweckt, dass die beiden nach Erhalt der Kurzaufenthaltsbewilligung heiraten werden. Es ist deshalb prima facie anzunehmen, dass die beiden einen ernsthaften Ehewillen haben. Sodann hat die Vorinstanz zutreffend festgestellt, dass insbesondere der BeschwerdefÃ¼hrer 3 ein erhebliches Interesse daran hat, mit seinem Vater in der Schweiz aufzuwachsen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 und der BeschwerdefÃ¼hrer 3 sind Schweizer BÃ¼rger. Es erscheint prima facie fraglich, ob ihnen zugemutet werden kann, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 in sein Heimatland Algerien zu folgen, sodass die Verweigerung des Familiennachzugs mÃ¶glicherweise die Trennung der Familie zur Folge hÃ¤tte. Weiter ist zu berÃ¼cksichtigen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 seit kurzem zu 100 % erwerbstÃ¤tig ist und der BeschwerdefÃ¼hrer 1 die Betreuung des BeschwerdefÃ¼hrers 3 wÃ¤hrend ihrer Abwesenheit Ã¼bernimmt. Eine Trennung der Familie hÃ¤tte damit mÃ¶glicherweise auch den Verlust ihrer Arbeitsstellen und eine RÃ¼ckkehr in die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit zur Folge. Es ist deshalb zum jetzigen Zeitpunkt von gewichtigen privaten Interessen auszugehen, welche bei der vorliegend vorzunehmenden Prima-facie-PrÃ¼fung die Ã¶ffentlichen Interessen gerade noch knapp zu Ã¼berwiegen vermÃ¶gen. </p> <p class="Erwgung2">Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde. Das Migrationsamt wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 eine Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Vorbereitung der Heirat zu erteilen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen und steht den BeschwerdefÃ¼hrenden eine ParteientschÃ¤digung zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 sowie § 17 Abs. 2 VRG). Diese wird fÃ¼r das vorliegende Verfahren auf Fr. 1'500.- festgesetzt.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Die Verfahrenskosten des vorinstanzlichen Rekursverfahrens sind ebenfalls dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Dieser hat den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren zudem eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden beantragen fÃ¼r das vorliegende Verfahren die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und des unentgeltlichen Rechtsbeistands. Nach § 16 Abs. 1 VRG ist Privaten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, auf entsprechendes Ersuchen die Bezahlung von Verfahrenskosten und KostenvorschÃ¼ssen zu erlassen. Sie haben nach Abs. 2 derselben Bestimmung Anspruch auf die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Offensichtlich aussichtslos sind Begehren, bei denen die Aussichten zu obsiegen wesentlich geringer sind, als die Aussichten zu unterliegen, und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (statt vieler VGr, 18. August 2016, VB.2016.0019, E. 5.).</p> <p class="Erwgung2"><b>6.4 </b>Da bei diesem Verfahrensausgang die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen sind, ist das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung als gegenstandslos geworden abzuschreiben, womit nur Ã¼ber das Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters zu befinden ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.5 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden sind erwiesenermassen nicht in der Lage, fÃ¼r die Prozess- bzw. Vertretungskosten aufzukommen. Sie sind daher als mittellos zu betrachten. Die vorliegende Beschwerde erweist sich angesichts des Verfahrensausgangs nicht als offensichtlich aussichtslos und die BeschwerdefÃ¼hrenden sind offensichtlich auch nicht in der Lage, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Dem Gesuch um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung ist deshalb zu entsprechen und den BeschwerdefÃ¼hrenden ist Rechtsanwalt J als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Rechtsanwalt J<span> macht einen Zeitaufwand von 11 Stunden zum Stundensatz von Fr. 200.- und Barauslagen von Fr. 2.30 geltend, was als angemessen erscheint. Die ParteientschÃ¤digung ist an die dem unentgeltlichen Rechtsbeistand zu leistenden EntschÃ¤digungen anzurechnen, weshalb </span>Rechtsanwalt J unter Anrechnung der zugesprochenen ParteientschÃ¤digung <span>nur noch im Mehrbetrag</span> von Fr. 901.20 (Fr. 2'401.20 [inkl. Barauslagen von Fr. 2.30 und Mehrwertsteuer]./. Fr. 1'500.-)<span> zu entschÃ¤digen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.6 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie zur Nachzahlung verpflichtet sind, sobald sie dazu in der Lage sind (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario; BGE 139 I 330 E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird gutgeheissen und den BeschwerdefÃ¼hrenden wird in der Person von Rechtsanwalt J ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 27. August 2020 und der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 8. MÃ¤rz 2021 werden aufgehoben. </span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Migrationsamt wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 eine Kurzaufenthaltsbewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4.</span><span> Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 750.-, insgesamt Fr. 1'500.- (inkl. Mehrwertsteuer), zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden 1 und 2 fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 750.-, insgesamt Fr. 1'500.- (inkl. Mehrwertsteuer), zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Rechtsanwalt J <span>wird fÃ¼r das Beschwerdeverfahren im Mehrbetrag mit </span>Fr. 901.20 <span>(Mehrwertsteuer inklusive) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrenden nach § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>10. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>11. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>