<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00379</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205490&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00379</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.11.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ungenügende strassenmässige Erschliessung eines Baugrundstücks<br/><br/>Die Vorinstanzen halten das Bauvorhaben trotz des fehlenden Fussgängerschutzes auf der Erschliessungsstrasse für bewilligungsfähig, weil ungeachtet des erheblich grösseren Gebäudevolumens des Ersatzbaus die Zahl der Wohneinheiten nicht vergrössert und damit die Erschliessungsverhältnisse nicht verschlechtert würden. Diese Betrachtungsweise läuft auf eine Besitzstandsgarantie hinaus, welche das Gesetz jedoch nur für Änderungen an bestehenden vorschriftswidrigen Gebäuden kennt. Es entspricht nicht der mit der Verdichtung angestrebten haushälterischen Bodennutzung, wenn zwar durch die Erhöhung der Nutzungsmöglichkeiten zusätzliches Bauvolumen, jedoch wegen ungenügender Erschliessung nicht zusätzliche Wohneinheiten geschaffen werden können. Vielmehr ist dafür zu sorgen, dass auch die Erschliessungsanlagen den neuen Nutzungsmöglichkeiten angepasst werden. Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten, indem keine übertriebenen Anforderungen gestellt werden und die Eingriffe in die bestehende Überbauung möglichst schonend erfolgen. Ein ersatzloser und durchgehender Verzicht auf den bei einer Erschliessungsstrasse zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit zwingend gebotenen Fussgängerschutz ist jedoch unzulässig. Gutheissung (E. 3.4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BANKETTE">BANKETTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESITZSTANDSGARANTIE">BESITZSTANDSGARANTIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BODENNUTZUNG">BODENNUTZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSATZBAU">ERSATZBAU</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)">ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLIESSUNGSANLAGE">ERSCHLIESSUNGSANLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLIESSUNGSSTRASSE">ERSCHLIESSUNGSSTRASSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FUSSGÃNGERSCHUTZ">FUSSGÃNGERSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TROTTOIR">TROTTOIR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERDICHTUNG">VERDICHTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEITSPRINZIP">VERHÃLTNISMÃSSIGKEITSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSSICHERHEIT">VERKEHRSSICHERHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUGÃNGLICHKEIT">ZUGÃNGLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUGANGSNORMALIEN">ZUGANGSNORMALIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 220 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 236 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 237 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 237 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 357 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 360 Abs. III PBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 22 Abs. II lit. b RPG</span><br/><span class="gerade">§ 12 Zugangsnormalien</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 10. August 2004 erteilte der Gemeinderat StÃ¤fa E die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Abbruch des bestehenden und die Erstellung eines neuen <span class="UrteilstextChar">Einfamilienhauses mit Einstellgarage und oberirdischem Abstellplatz auf dem GrundstÃ¼ck</span> Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in StÃ¤fa.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen von mehreren Nachbarn erhobenen Rekurs wies die Baurekurskommission II am 12. Juli 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 19. September 2005 liessen A und B sowie C dem Verwaltungsgericht Aufhebung des Rekursentscheids und der Baubewilligung unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen fÃ¼r das Verfahren vor beiden Instanzen beantragen; eventuell sei die Sache zur ErgÃ¤nzung und Neuentscheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Der Rekurrent F fand sich mit der Abweisung seines Rechtsmittels ab.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz schloss am 7. Oktober 2005 auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerschaft verzichtete auf eine begrÃ¼ndete Stellungnahme.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der Beschwerde gegen den angefochtenen Entscheid der Baurekurskommission zustÃ¤ndig. Die BeschwerdefÃ¼hrenden sind als EigentÃ¼mer von Nachbarliegenschaften gemÃ¤ss § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) zur Beschwerde legitimiert. Auf die rechtzeitig und formrichtig erhobene Beschwerde ist einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Im Beschwerdeverfahren ist lediglich noch streitig, ob das BaugrundstÃ¼ck durch die M-Strasse, in welche die private L-Strasse einmÃ¼ndet, hinreichend erschlossen sei und ob das Bauvorhaben den Gestaltungsanforderungen von § 238 Abs. 1 PBG genÃ¼ge. Damit verbunden wird die RÃ¼ge, die Vorinstanz habe insbesondere hinsichtlich der strassenmÃ¤ssigen Erschliessung den Sachverhalt unzulÃ¤nglich abgeklÃ¤rt. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">§ 236 Abs. 1 PBG verlangt unter dem Titel "Erschliessung", dass ein GrundstÃ¼ck fÃ¼r die darauf vorgesehenen Bauten und Anlagen genÃ¼gend zugÃ¤nglich sein muss. Hinreichende ZugÃ¤nglichkeit bedingt in tatsÃ¤chlicher Hinsicht eine der Art, Lage und Zweckbestimmung der Bauten oder Anlagen entsprechende Zufahrt fÃ¼r Fahrzeuge der Ã¶ffentlichen Dienste und der BenÃ¼tzer (§ 237 Abs. 1 PBG). Zufahrten sollen fÃ¼r jedermann verkehrssicher sein; der Regierungsrat erlÃ¤sst Ã¼ber die Anforderungen Normalien (§ 237 Abs. 2 PBG). Diese sind richtunggebend, indem sie zeigen, was Fachleute bei durchschnittlichen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen fÃ¼r angemessen halten (RB 1984 Nr. 100 = BEZ 1985 Nr. 5, mit Hinweisen auf frÃ¼here Entscheide).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Von diesen technischen Anforderungen, wie sie fÃ¼r Ausfahrten im Anhang zur Verkehrssicherheitsverordnung vom 15. Juni 1983 (LS 722.15) und fÃ¼r den Strassenausbau in den Zugangsnormalien vom 9. Dezember 1987 (LS 700.5) festgehalten sind, kÃ¶nnen gestÃ¼tzt auf § 360 Abs. 3 PBG aufgrund der tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse Erleichterungen gewÃ¤hrt werden (VGr, 18. August 2004, BEZ 2004 Nr. 64; zu § 11 Zugangsnormalien vgl. RB 1988 Nr. 74 = BEZ 1988 Nr. 45; VGr, 5. Oktober 1998, VB.1998.00154; 26. November 1997, VB.1997.00131 und 132).</p> <p class="Urteilstext">Bei der GewÃ¤hrung solcher Erleichterungen kommt den Gemeinden ein von den Rekursinstanzen zu beachtender Ermessensspielraum zu (RB 1986 Nr. 13). Trotz ihrer umfassenden PrÃ¼fungsbefugnis (§ 20 VRG) ersetzen die Rekursinstanzen die ErmessensausÃ¼bung der GemeindebehÃ¶rden nicht durch ihre eigene. Sie prÃ¼fen deshalb lediglich, ob der angefochtene Entscheid auf einer richtigen und vollstÃ¤ndigen Feststellung der massgeblichen SachumstÃ¤nde beruht und ob die bewilligte ErschliessungslÃ¶sung als verkehrssicher und unter dem Gesichtswinkel der ZweckmÃ¤ssigkeit als vertretbar erscheint. Vor Verwaltungsgericht kÃ¶nnen gemÃ¤ss § 50 VRG von vornherein nur Rechtsverletzungen im Sinn dieser Bestimmung sowie gemÃ¤ss § 51 VRG eine fÃ¼r den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Baurekurskommission hat von der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde die Baugesuchsunterlagen beigezogen und hat am 28. Januar 2005 durch eine aus Referent und SekretÃ¤r bestehende Delegation einen Augenschein vornehmen lassen. Diese besichtigte neben dem BaugrundstÃ¼ck und seiner Umgebung insbesondere die L-Strasse sowie die M-Strasse im EinmÃ¼ndungsbereich der L-Strasse und Ã¶stlich davon bis zur N-Strasse. In ihren ErwÃ¤gungen hÃ¤lt die Baurekurskommission fest, dass die M-Strasse ihrer Funktion nach als Erschliessungsstrasse einzustufen sei. Sie weise eine Fahrbahnbreite von 5 m auf, wobei allerdings auf einem Abschnitt eine Einengung bestehe. Ein Trottoir oder Bankette seien nicht vorhanden und auch anderweitige AusweichmÃ¶glichkeiten fehlten, da die Strasse mehrheitlich auf beiden Seiten durch Mauern oder Hecken gesÃ¤umt sei.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, diese Sachverhaltsfeststellung sei insofern unvollstÃ¤ndig, als sie nicht berÃ¼cksichtige, dass die M-Strasse sowohl in Richtung O-Strasse auch in Richtung P-Strasse an verschiedenen Stellen eine weniger als 4,5 m breite Fahrbahnbreite aufweise.</p> <p class="Urteilstext">Ob dieser Einwand zutrifft, kann offen bleiben. Dass die M-Strasse mangels eines FussgÃ¤ngerschutzes ungenÃ¼gend ausgebaut ist, wird bereits in der angefochtenen Baubewilligung festgehalten (S. 2) und wurde von den Gemeindevertretern auch anlÃ¤sslich der Augenscheinsverhandlung der Baurekurskommission eingerÃ¤umt, an welcher der Bauvorstand ausfÃ¼hrte, der Bauherrschaft sei wegen der ungenÃ¼genden Erschliessung nur eine Wohneinheit bewilligt und deshalb ein erstes Projekt, das zwei Wohneinheiten vorgesehen habe, zur Ãberarbeitung zurÃ¼ckgewiesen worden. Unter diesen UmstÃ¤nden konnte auf die AbklÃ¤rung verzichtet werden, ob bereits die Fahrbahnbreite die normaliengemÃ¤ssen Anforderungen unterschreitet. Entscheidend ist vielmehr, ob die Vorinstanzen die Tatsache des fehlenden FussgÃ¤ngerschutzes rechtlich richtig beurteilt haben, was vom Verwaltungsgericht gemÃ¤ss § 50 Abs. 2 lit. b VRG uneingeschrÃ¤nkt zu Ã¼berprÃ¼fen ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>In rechtlicher Hinsicht hat die Baurekurskommission hinsichtlich der Erschliessung erwogen, das durch die M-Strasse erschlossene Gebiet sei mit vorwiegend Ã¤lterer Bausubstanz praktisch vollstÃ¤ndig Ã¼berbaut; die bauliche Erneuerung habe erst punktuell eingesetzt. Weil mit dem streitbetroffenen Einfamilienhaus lediglich das bestehende ersetzt werde, fÃ¼hre dies trotz des deutlich grÃ¶sseren GebÃ¤udevolumens nicht zu einer ErhÃ¶hung der Anzahl der Wohneinheiten und somit nicht zu einer NutzungserhÃ¶hung im Sinn der Zugangsnormalien. Es trete durch den Neubau keine VerschÃ¤rfung der ungenÃ¼genden Erschliessungssituation ein. Zudem seien die VerkehrssicherheitsverhÃ¤ltnisse auf der M-Strasse nicht derart unhaltbar, dass die bauliche Erneuerung ohne vorgÃ¤ngigen Strassenausbau nicht mehr verantwortbar sei. Auch wenn ein FussgÃ¤ngerschutz fehle, sei die Strasse immerhin Ã¼bersichtlich; zudem liessen die beidseitigen Mauern und Hecken die Strasse schmaler erscheinen, als sie tatsÃ¤chlich sei, was die Fahrzeuglenker zur Drosselung der Geschwindigkeit und vorsichtiger Fahrweise anhalte. Unter diesen UmstÃ¤nden wÃ¤re es "geradezu prohibitiv" und mit dem verfassungsrechtlichen Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit nicht vereinbar, die blosse bauliche Erneuerung vom vorherigen Ausbau der M-Strasse abhÃ¤ngig zu machen. Es lÃ¤gen deshalb besondere GrÃ¼nde im Sinn von § 360 Abs. 3 PBG vor, die wie das Verwaltungsgericht in RB 1983 Nr. 97 entschieden habe, ein Abweichen von den Normalien und Richtlinien rechtfertigten.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Wie bereits im Verfahren VB.2005.00263, in welchem das Verwaltungsgericht am 2. November 2005 entschieden hat und das ebenfalls die Gemeinde StÃ¤fa betraf, beruft sich die Vorinstanz zu Unrecht auf die in RB 1983 Nr. 97 publizierte Rechtsprechung. Dort ging es um die Schliessung einer BaulÃ¼cke in einem stÃ¤dtischen Gebiet (ZÃ¼richberg), in welchem eine nachtrÃ¤gliche Verbesserung der ErschliessungsverhÃ¤ltnisse praktisch ausgeschlossen war. Hier liegen in jeder Hinsicht andere UmstÃ¤nde vor: Dass eine nachtrÃ¤gliche Verbesserung der Erschliessung praktisch ausgeschlossen sei, ist weder von der BaubehÃ¶rde noch von der Bauherrschaft geltend gemacht worden. Vielmehr ist aus dem Umstand, dass der Gemeinderat der Bauherrschaft "geraten" hat, bei der Umgebungsgestaltung RÃ¼cksicht auf ein allfÃ¤llig zu erstellendes Trottoir zu nehmen, und verlangt hat, dass die TrottoirflÃ¤che im Umgebungsplan ausgewiesen wird (Baubewilligung S. 2), der Schluss zu ziehen, dass auch der Gemeinderat die Schaffung eines hinreichenden FussgÃ¤ngerschutzes fÃ¼r notwendig und durchfÃ¼hrbar hÃ¤lt. Sodann geht es hier nicht um die Schliessung einer BaulÃ¼cke; vielmehr ist das BaugrundstÃ¼ck bereits Ã¼berbaut und sollen durch den Ersatzbau AusnÃ¼tzungsreserven ausgeschÃ¶pft werden, die zwecks baulicher Verdichtung mit der Revision des Planungs- und Baugesetzes vom 1. September 1991 sowie der Bau- und Zonenordnung vom 14. MÃ¤rz 1994 geschaffen worden sind. Solche Reserven sind im fraglichen Gebiet offenkundig auch bei zahlreichen anderen GrundstÃ¼cken vorhanden. Anders als in RB 1983 Nr. 97 stellt das Bauvorhaben nicht den Abschluss einer baulichen Entwicklung, sondern den Beginn einer Erneuerung dar, die, wie die Vorinstanz unwidersprochen festgestellt hat, erst punktuell eingesetzt hat. Unter diesen UmstÃ¤nden lÃ¤sst sich die Abweichung von den normgemÃ¤ssen Anforderungen nicht mit der Rechtsgleichheit rechtfertigen; vielmehr wÃ¼rde hier im Falle einer Bewilligung die Berufung auf die Rechtsgleichheit dazu fÃ¼hren, dass auch bei weiteren Liegenschaften die AusnÃ¼tzungsreserven ausgeschÃ¶pft wÃ¼rden, ohne dass die bereits heute ungenÃ¼gende Erschliessung verbessert wÃ¼rde.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanzen halten das Bauvorhaben trotz der ungenÃ¼genden Erschliessung fÃ¼r bewilligungsfÃ¤hig, weil ungeachtet des erheblich grÃ¶sseren GebÃ¤udevolumens die Zahl der Wohneinheiten nicht vergrÃ¶ssert und damit die ErschliessungsverhÃ¤ltnisse nicht verschlechtert wÃ¼rden. Diese Betrachtungsweise lÃ¤uft auf eine Besitzstandsgarantie hinaus, welche das Gesetz jedoch nur fÃ¼r Ãnderungen an bestehenden vorschriftswidrigen GebÃ¤uden kennt (§ 357 Abs. 1 PBG). Neubauten haben, soweit nicht die Voraussetzungen fÃ¼r eine Ausnahmebewilligung gegeben sind (vgl. § 220 PBG), in jeder Hinsicht den gesetzlichen Vorschriften zu entsprechen und damit insbesondere auch dem schon bundesrechtlich geregelten Erfordernis einer hinreichenden Erschliessung (Art. 22 Abs. 2 lit. b des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979). Zur Argumentation der Vorinstanzen ist sodann zu bemerken, dass es nicht der mit der Verdichtung angestrebten haushÃ¤lterischen Bodennutzung entspricht, wenn zwar durch die ErhÃ¶hung der NutzungsmÃ¶glichkeiten zusÃ¤tzliches Bauvolumen, jedoch wegen ungenÃ¼gender Erschliessung nicht zusÃ¤tzliche Wohneinheiten geschaffen werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Urteilstext">Wenn durch die ErhÃ¶hung der zulÃ¤ssigen baulichen Nutzung eine Siedlungsverdichtung angestrebt wird, so ist dafÃ¼r zu sorgen, dass auch die Erschliessungsanlagen den neuen NutzungsmÃ¶glichkeiten angepasst werden. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz ist dem Anliegen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit nicht in der Weise Rechnung zu tragen, dass einzelne Baubewilligungen ungeachtet der unzureichenden Erschliessung erteilt werden; vielmehr ist dieser Grundsatz beim Ausbau der Erschliessungsanlagen zu beachten, indem keine Ã¼bertriebenen Anforderungen gestellt werden und die Eingriffe in die bestehende Ãberbauung mÃ¶glichst schonend erfolgen. Dabei kÃ¶nnen, insbesondere wenn damit Verkehrsberuhigungsmassnahmen einhergehen (vgl. § 12 Zugangsnormalien), in begrÃ¼ndeten FÃ¤llen die normaliengemÃ¤ssen Anforderungen unterschritten werden; ein ersatzloser und durchgehender Verzicht auf den bei einer Erschliessungsstrasse zur GewÃ¤hrleistung der Verkehrssicherheit zwingend gebotenen FussgÃ¤ngerschutz ist jedoch unzulÃ¤ssig.</p> <p class="Urteilstext">Der Einwand, das BaugrundstÃ¼ck sei strassenmÃ¤ssig nicht hinreichend erschlossen, erweist sich damit als begrÃ¼ndet, was zur Gutheissung der Beschwerde fÃ¼hrt. Der weitere Einwand, das Bauvorhaben entspreche nicht den Gestaltungsanforderungen von § 238 Abs. 1 PBG braucht damit nicht geprÃ¼ft zu werden. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">In Gutheissung der Beschwerde sind die Baubewilligung vom 10. August 2004 vollstÃ¤ndig und der Rekursentscheid mit Ausnahme der Auflage von einem Drittel der Rekurskosten an den Rekurrenten F aufzuheben; insoweit ist der Rekursentscheid unangefochten geblieben. Die Ã¼brigen 2/3 der Rekurskosten sowie die Gerichtskosten sind je zur HÃ¤lfte der Gemeinde und der privaten Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Die private Beschwerdegegnerin ist sodann fÃ¼r das Verfahren vor beiden Rechtsmittelinstanzen zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die BeschwerdefÃ¼hrenden zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden der Rekursentscheid im angefochtenen Umfang und die Baubewilligung vom 10. August 2004 vollstÃ¤ndig aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. 2/3 der Rekurskosten sowie die gesamten Gerichtskosten werden je zur HÃ¤lfte der privaten Beschwerdegegnerin und der Gemeinde StÃ¤fa auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die private Beschwerdegegnerin wird fÃ¼r das Verfahren vor beiden Instanzen zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die BeschwerdefÃ¼hrenden verpflichtet.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>