BRKE IV Nr. 47/2001 vom 17. Mai 2001 in BEZ 2001 Nr. 31 Die Rekurrentin bringt materiellrechtlich vor, sie stelle in ihren Fabrikationsräumen hochsensible Sensoren sowie Bestandteile für Druckmessgeräte her und erziele damit einen Umsatz von jährlich 50 Mio. Franken. 80 % der Produk tion werde in EU -Länder exportiert. Dafür sei die CE -Zertifizierung notwendig, wozu die wegen elektromagnet i- schen Einflüssen mit einer Schutzschaltung versehenen Drucktransmitter in ungeschüt z- tem Zustand i ntensiven Druck - und Temperaturtests unterzogen werd en müssten. Eine von den EU-Normen abweichende Unstabilität könne bereits bei einer elektrischen Fel d- stärke von 0,015 V/m auftreten. Ein solches Ausmass sei um die Faktoren 100 bis 250 geringer als die Feldstärken, welche durch die Inbetriebnahme der gepla nten Mobiltele- fonnetz-Basisstation im Bereich des Fabrikationsareals auftreten würden. Eine derartige im Widerspruch zur Umweltschutzgesetzgebung stehende Strahlenbelastung würde die Produktion am heutigen Standort wenn nicht verunmöglichen so doch wesentl ich ve r- teuern. Auch die Sensorenproduktion würde dadurch nahezu verunmöglicht. 5. a) Der Schutz der Umwelt vor elektromagnetischer Strahlung wird, abgesehen von vorliegend nicht relevanten spezialrechtlichen Bestimmungen, im Bu ndesgesetz über den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (USG) sowie in der Ve rordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung vom 23. Dezember 1999 (NISV) geregelt. Me n- schen, Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume sollen gegen schädliche oder lä s tige Einwirkungen geschützt werden (Art. 1 Abs. 1 USG). Zu diesen Immissionen gehören neben Lärm, Veru nreinigungen und Erschütterungen u.a. auch nichtionisierende Strahlen (Art. 7 Abs. 1 USG). Die vom Menschen geschaffene künstl i- che Umwelt wie Gebäude, Ei nrichtungen oder Produkte irgendwelcher Art gehört per definitionem nicht zum Sachbereich des Umweltschutzgesetzes. Solche "unbelebten Gegenstände" kö nnen jedoch im Rahmen der Bestimmungen, welche für die in Art. 1 Abs. 1 USG umschriebene Umwelt gelten, grundsätzlich ebenfalls den Schutz dieses Gesetzes in Anspruch nehmen (vgl. Rausch, Kommentar zum USG, 1985, N 31 zu Art. 1). Der Schutzumfang ist jeweils im konkreten Einzelfall zu bestimmen. Nicht auf die "unbelebte Umwelt" anwendbar sind die gestützt auf das Vorsorg eprinzip festgelegten Anlagegrenzwerte, weil sie sich explizit und ausschlies slich auf Per sonen beziehen (Art. 3 Abs. 3 NISV in Verbindung mit Ziff. 65 Anhang 1 NISV). Zu beachten ist das Vo r- sorgeprinzip hingegen auch bei der "unbelebten Umwelt" im Lichte der allgemeinen Be- stimmungen der Umweltschutzgesetzgebung (Art. 11 Abs. 2 USG). Empfindliche techn i- sche Produkte oder Produktionsstätten der rekurrentischen Art genie ssen also im Ra h- men der öffen tlichrechtlichen Umweltschutzgesetzgebung keinen privilegie rten Schutz vor elektromagnetischer Strahlung. W eitergehende Ansprüche des Immission sschutzes müssten demnach zivilrechtlich verfolgt werden.