<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp331408"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>106 IV 95<br/><br/><br/><div class="paraatf">32. Urteil des Kassationshofes vom 25. April 1980 i.S. G. gegen Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen (Nichtigkeitsbeschwerde)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp332576"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 268 Ziff. 1 BStP</span>. <div class="paratf">Gegen den eine Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz beurteilenden Entscheid der Gerichtskommission Wil, der nach kantonalem Recht mit keinem Rechtsmittel wegen Verletzung eidgenössischen Rechts angefochten werden kann, ist die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde auch dann nicht zulässig, wenn dem Urteil eine provisorische Bussenverfügung des Bezirksamtes Wil vorausgegangen ist. </div> </div> </div> <a name="idp336512"></a> <a name="idp340272"></a> <br/><div> <a name="idp344336"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 95</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page95"></a><div class="center pagebreak">BGE 106 IV 95 S. 95</div> </div> <div class="paraatf">Das Bundesgericht zieht in Erwägung:</div> <div class="paraatf">Gegen das Urteil der Gerichtskommission Wil, durch das G. wegen Nichtanpassens der Geschwindigkeit auf einer dringlichen Dienstfahrt (<span class="artref"><artref id="CH/741.01/32/1" type="start"></artref>Art. 32 Abs. 1, 100 Ziff. 4 SVG</span><artref id="CH/741.01/32/100/4" type="end"></artref>) gestützt auf <span class="artref">Art. 90 Ziff. 1 SVG</span> mit Fr. 60.-- gebüsst wurde, kann nach dem Strafprozessrecht des Kantons St. Gallen kein kantonales Rechtsmittel wegen Verletzung eidgenössischen Rechts ergriffen werden. Die Berufung ist ausgeschlossen, da die verhängte <a name="page96"></a><div class="center pagebreak">BGE 106 IV 95 S. 96</div>Busse den für den Eintrag von Übertretungen des Schweizerischen Strafgesetzbuches in das Strafregister erforderlichen Betrag - mehr als Fr. 200.-- (Art. 9 Ziff. 2 der Verordnung über das Strafregister, SR 331) - nicht erreicht und der Staatsanwalt keine schwerere Strafe beantragt hat (<span class="artref">Art. 180 Abs. 2 StPO</span>/SG); und mit der kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde kann die Rüge der Verletzung von Bundesrecht nicht erhoben werden (<span class="artref">Art. 190 Abs. 2 StPO</span>/SG). Das Urteil der Gerichtskommission Wil ist somit ein letztinstanzliches im Sinne von <span class="artref">Art. 268 Ziff. 1 Satz 1 BStP</span>. Dennoch kann es nicht mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde angefochten werden, da die Gerichtskommission, ein unteres Gericht, als einzige kantonale Instanz entschieden hat (<span class="artref">Art. 268 Ziff. 1 Satz 2 BStP</span>). Daran ändert entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung nichts, dass dem gerichtlichen Verfahren eine durch Einsprache unwirksam gewordene provisorische Bussenverfügung des Bezirksamtes Wil vorausgegangen ist; diese ist kein erstinstanzliches Urteil. Wie es sich in dieser Hinsicht mit den vom Beschwerdeführer erwähnten Strafbescheiden im Sinne von <span class="artref">Art. 128 ff. StPO</span>/SG verhält, braucht nicht geprüft zu werden, da im vorliegenden Fall kein Strafbescheid erlassen worden ist;, ob die Voraussetzungen eines solchen zu Recht verneint wurden, entscheidet sich nach kantonalem Recht, dessen richtige Anwendung im Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde nicht überprüft werden kann (<span class="artref">Art. 269 Abs. 1 BStP</span>).</div> <br/><div> <a name="idp364800"></a><span class="big bold" id="dispositiv">Dispositiv</span> </div> <br/><div class="paraatf">Demnach erkennt das Bundesgericht:</div> <div class="paraatf">Auf die Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht eingetreten.</div> </div></body></html>