B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2368/2011/sed U r t e i l v o m 1 7 . A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richter Markus König, Richter Martin Zoller, Gerichtsschreiber Martin Scheyli Parteien A._______ B._______, geboren am [...], Angola, vertreten durch lic. iur. Johan Göttl, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 18. März 2011 D-2368/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin ist angolanische Staatsbürgerin und stammt aus Cabinda in der gleichnamigen Provinz. Gemäss ihren Angaben anlässlich der durchgeführten Befragungen verliess sie Angola am 11. Januar 2010 in Richtung der Republik Kongo (Kongo-Brazzaville). Am 5. Juni 2010 reiste sie von Frankreich her kommend illegal in die Schweiz ein und stellte am 11. August 2010 beim Empfangs- und Verfahrenszentrum Val- lorbe ein Asylgesuch. Das Bundesamt für Migration ( BFM) befragte sie am 24. August 2010 summarisch sowie am 6. September 2010 einge- hend zu den Gründen ihres Asylgesuchs. Anschliessend wurde sie für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Basel-Landschaft zugewiesen. B. Die Beschwerdeführerin machte im Rahmen der durchgeführten Befr a- gungen im Wesentlichen geltend, sie werde durch die angolanischen B e- hörden als Komplizin der FLEC (Frente de Libertação do Enclave de C a- binda; Befreiungsfront für die Enklave Cabinda) betrachtet und deshalb verfolgt. Ihre Probleme hätten im Jahr 2005 begonnen, als sie als Kle i- derhändlerin gearbeitet habe. Angehörige des angolanischen Gehei m- diensts hätten ihr vorgeworfen, in ihrem Geschäft ausschliesslich an Mi t- glieder der FLEC zu verkaufen. Sie sei bespitzelt worden und habe de s- halb ihr Geschäft aufgeben müssen. In der Folge habe sie mit Hilfe ihres Lebenspartners, C._______ D._______, der ein aktives Mitglied bezie- hungsweise ein Kämpfer der FLEC sei, einen Imbissstand eröffnet. Hier habe sie oft Angehörige der FLEC als Gäste ge habt. Zudem habe sie ih- rem Lebenspartner hie und da zugunsten von Kämpfern der FLEC, die im Busch gewesen seien, Lebensmit tel und Bedarfsgegenstände gegeben. Am 25. September 2008 sei ein Cousin ihres Lebenspartners umgebracht worden, der ein militärischer Kommandant der FLEC gewesen sei . Nach der Beerdigung hätten Familienangehörige des Verstorbenen an ihrem Imbissstand gegessen und getrunken. Die Polizei sei davon ausgega n- gen, an ihrem Essensstand sei eine Versammlung der FLEC abgehalten worden, und am 29 . September 2008 seien sie, die Beschwerdeführerin, und ihr Lebenspartner verhaftet worden. Ihr Lebenspartner sei während fünf Monaten in Haft gehalten worden. Sie selbst sei am 1. Oktober 2008 wieder freigelassen worden, sei aber aufgrund dieses Vorfalls bei der Po- lizei aktenkundig geworden. Am 8. Januar 2010 habe sich in Cabinda ein Angriff auf die Fussballmannschaft Togos ereignet. In der Folge hätten die angolanischen Behörden sämtliche Personen verhaftet, die irgendwie mit D-2368/2011 Seite 3 der FLEC in Kontakt gewesen s eien. Ihr Lebenspartner sei seither ve r- schwunden. Sie selbst, die Beschwerdeführerin, sei am 9. Januar 2010 verhaftet worden. Man habe sie auf eine Liste von insgesamt zwölf Fra u- en gesetzt, die ins Gefängnis von Cabinda gebracht werden sollten. I n- dessen se i es ihr gelungen, einen Wächter zu bestechen, der ihr zur Flucht und zur Ausreise in die Republik Kongo verholfen habe. C. Die Beschwerdeführerin übermittelte dem BFM im Verlauf des Verfahrens verschiedene Beweismittel in Bezug auf ihre Identität und Herku nft aus der Provinz Cabinda. Des Weiteren reichte sie ein e E-Mail ihres Bruders E._______ F._______ vom 10. August 2010 zu den Akten. B ezüglich der eingereichten Identitätsdokumente teilte das Bundesamt dem damaligen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Zwischenverfügung vom 22. Dezember 2010 mit, diese würden gestützt auf eine Echtheitsanalyse entweder als gefälscht oder als beweisuntauglich erachtet. Zugleich wu r- de die Beschwerdeführerin auf gefordert, hierzu eine Stellungnahme a b- zugeben. D. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 26. Januar 2011 äusserte sich die Beschwerdeführerin zur Herkunft und Echtheit der eingereichten Iden - titätsdokumente. E. Mit Verfügung vom 18. März 2011 lehnte das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung der Ablehnung des Asylgesuchs führte das Bundesamt zum einen aus, die eingereichten Identitätsdok u- mente seien als gefälscht zu erachten. Da die Beschwerdeführerin auch nicht die erforderliche n Ortskenntnisse aufweise und über die FLEC u n- genaue Angaben gemacht habe, sei nicht glaubhaft, dass sie tatsächlich aus der Provinz Cabinda stamme. Weiter wiesen die Aussagen der B e- schwerdeführerin zu den Umständen ihrer angeblichen Verhaftung im J a- nuar 2 010 und ihre r Freilassung durch einen bestochenen Wächter e r- hebliche Ungereimtheiten auf, die gegen die Glaubhaftigkeit der Asylvo r- bringen sprechen würden. Hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung führte das BFM im Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin verfüge in der angolanischen Hauptstadt Luanda über ein familiäres Beziehung s- netz, womit der Vollzug zumutbar sei. D-2368/2011 Seite 4 F. Mit Eingabe an das BFM vom 25. März 2011 ersuchte die Beschwerd e- führerin um Einsicht in die Verfahrensakten. Diese wurde ihr durch das Bundesamt mit Schreiben vom 29. März 2011 gewährt. G. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 20 . April 2011 focht die Be- schwerdeführerin die Verfügung des BFM beim Bundesverwaltungsg e- richt an. Dabei beantragte sie die Aufhebung der angefochtenen Verf ü- gung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung des Asyls, eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit beziehungsweise der Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In prozessualer Hinsicht ersuch te sie unter ande- rem um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Mit der Eingabe reichte die Beschwerdeführerin als Beweismittel verschiedene Auszüge aus dem I n- ternet in Bezug auf die politische Situation in Angola beziehungsweise in der angolanischen Provinz Cabinda sowie einen medizinischen Bericht der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Baselland vom 19. April 2011 ein. Auf die Begründ ung der Beschwerde sowie den genauen Inhalt der ei n- gereichten Beweismittel wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. H. Mit Zwischenverfügung des zuständigen Instruktionsrichters vom 2. Mai 2011 wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfü h- rung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen. Des Weiteren wur- de die Beschwerdeführerin aufgefordert, bis zum 1. Juni 2011 ein au s- führliches ärztliches Gutachten in Bezug auf die mit der Beschwer de- schrift geltend gemachten gesundheitlichen Probleme einzureichen. I. Mit Vernehmlassung vom 29. Juli 2011 hielt das BFM vollumfänglich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. J. Mit Zwischenverfügung vom 4. August 2011 wurde der Beschwerdeführe- rin in Bezug auf die Vernehmlassung des BFM die Gelegenheit zur Replik erteilt. D-2368/2011 Seite 5 K. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 19. August 2011 nahm die Be- schwerdeführerin zur Vernehmlassung des Bundesamts Stellung. Dabei reichte sie ein Schreiben der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Baselland vom 16. August 2011 ein. L. Mit Eingabe vom 24. August 2011 übermittelte die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter zwei angolanische Dokumente ("cartão do bairro"; "declaração de residência") , die i hren ehemaligen Wohnsitz in Cabinda belegen sollen. M. Mit Zwischenverfügung vom 6. September 2011 wurde die Beschwerde- führerin aufgefordert, die mit der Eingabe vom 24. August 2011 übermi t- telten Dokumente in eine Amtssprache übersetzen zu lassen. Weiter wur- de die Beschwerdeführerin erneut aufgefordert, einen umfassenden ärz t- lichen Bericht in Bezug auf ihre gesundheitlichen Probleme einzureichen. N. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 20. September 2011 reichte die Beschwerdeführerin die verlangten Übersetzungen sowie einen ärztlichen Bericht der Externen Psychiatrischen Dienste Bruderholz vom 9. Septem- ber 2011 ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden gegen Verf ü- gungen, die gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 ( AsylG, SR 142.31) durch das BFM erlassen worden sind, entscheidet das Bu n- desverwaltungsgericht grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betref- fend Personen, gegen die ein Auslieferungsersuchen des Staates vo r- liegt, vor welchem sie Schutz suchen) endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). D-2368/2011 Seite 6 1.2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet- zung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und Überschrei tung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt we r- den (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2. Die Beschwerdeführerin ist legitimiert; auf ihre frist - und formgerecht ein- gereichte Be schwerde ist einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Ra s- se, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachtei - len ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausge- setzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefähr - dung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen uner - träglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flücht - lingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vo r- bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich w i- dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. Der Einschätzung des BFM, die Asylvorbringen der Beschwerdeführe rin seien nicht glaubhaft ausgefallen, ist im Ergebnis zuzustimmen, wie die nachfolgenden Erwägungen aufzeigen. 4.1. In Übereinstimmung mit den Ausführungen des Bundesamts ist zu- nächst festzuhalten, dass die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Identitätsdokumente jedenfalls zum Teil als gefälscht zu qualifizieren sind. So ist in Bezug auf die eingereichte "cédula p essoal" (Personalausweis) festzustellen, dass es sich dabei um simple kopierte Blätter handelt, die in D-2368/2011 Seite 7 kruder Weise zugeschnitten und zusammengeheftet sind. Obwohl die Be- schwerdeführerin gemäss den anlässlich ihrer Anhörungen gemachten Aussagen fünf minderjährige Kinder im Alter zwischen acht und elfeinhalb Jahren hat, sind in dem Ausweis – der entsprechende Rubriken enthält – zudem keine Kinder eingetragen. Allerdings erübrigt es sich, auf die Echtheit der sonstigen, im vorinstanzlichen Verfahren wie auch auf B e- schwerdeebene eingereichten Identitätsdokumente – die allesamt die Herkunft der Beschwerdeführerin aus der Provinz Cabinda beziehung s- weise die Tatsache ihres dortigen Wohnsitzes zum Zeitpunkt ihrer Ausrei- se belegen sollen – weiter einzugehen, da sich ohnehin erweist, dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Asylgründe weder glaub- haft noch aus asylrechtlicher Sicht von Belang sind. Angesichts dessen ist auch der mit der Beschwerdeschrift gestellte Antrag, bezüglich der Echtheit der bei der Vorinstanz eingereichten Identitätsdokumente seien weitere Abklärungen – insbesondere durch die schweizerische Vertretung in Angola – zu treffen, abzuweisen. 4.2. 4.2.1. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, sie sei zweimal wegen ihrer Kontakte mit Angehörigen der FLEC – einer separa- tistischen Bewegung in der angolanischen Provinz Cabinda – verhaftet worden. Beim ersten Mal, am 29 . September 2008, sei sie nach drei T a- gen wieder freigelassen worden. Beim zweiten Mal, am 9. Januar 2010, sei sie für die Verlegung ins Gefängnis von Cabinda vorgesehen gewe- sen, als ihr mit Hilfe eines bestochenen Wächters die Flucht geglückt sei. In Bezug auf dies e Vorbringen ist zunächst zwar festzustellen, dass aus der Provinz Cabinda, einer vom übrigen angolanischen Staatsgebiet g e- trennten Exklave, in der Tat Berichte über gewaltsame Aktionen der ango- lanischen Sicherheitskräfte gegen tatsächliche oder mutmassliche Ange- hörige der FLEC – welche die Unabhängigkeit der Exklave von Angola anstrebt –, willkürliche Festnahmen und Menschenrechtsverletzungen vorliegen. So wurden von September 2007 bis März 2009 in Cabinda mindestens 38 Personen durch die angolan ische Armee festgenommen und wegen Gefährdung der inneren Sicherheit angeklagt, wobei von Fo l- ter im Militärgewahrsam und rechtsstaatswidrigen Gerichtsverfahren b e- richtet wurde (vgl. HUMAN RIGHTS WATCH, ’They put me in the hole’: Mili - tary Detention, Torture, and Lack of Due Process in Cabinda, New York 2009). Im Vorfeld der in Angola abgehaltenen Fussball -Afrikameister- schaft vom Januar 2010 wurden zudem Einschüchterungen und Verha f- tungen regierungskritischer Journalisten in Cabinda bekannt (vgl. HUMAN RIGHTS WATCH, Angola: Protect Press Freedom for Africa Cup. Arrest of D-2368/2011 Seite 8 Journalists in Cabinda Highlights Climate of Intimidation, Stellungnahme vom 17. Dezember 2009). Mit Blick auf die politische Lage in der angol a- nischen Provinz Cabinda ist somit nicht auszuschliessen, dass die B e- schwerdeführerin – wie auch andere Bewohner innen und Bewohner von Cabinda – wegen ihrer Sympathien für die FLEC in der Vergangenheit Belästigungen und Bedrohungen durch Angehörige der angolanischen Sicherheitskräfte ausgesetzt war. 4.2.2. Indessen ist zum einen festzuhalten, dass die kurzzeitige, drei Tage währende Inhaftierung der Beschwerdeführerin im Jahr 2008 nicht die In- tensität ernsthafter Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG erreicht. Zum a n- deren ist – wie sich aus dem Nachfolgen den ergibt – festzustellen, dass die behauptete Inhaftierung und diesbezüglich geltend gemachte Gefäh r- dung der Beschwerdeführerin im Januar 2010 nicht mit den vorliegenden Berichten über die damaligen Ereignisse in der Provinz Cabinda in Übe r- einstimmung steht. 4.2.3. Am 8. Januar 2010 griffen Angehörige einer militanten Gruppe der FLEC in der Provinz Cabinda die Fussball -Nationalmannschaft Togos an, wobei drei Personen getötet und mehrere weitere verletzt wurden. Im An- schluss daran verhafteten die angolanischen S icherheitskräfte acht Per- sonen, die zum Teil in den folgenden Monaten unter dem Vorwurf von Vergehen gegen die nationale Sicherheit zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden ( vgl. HUMAN RIGHTS WATCH, Angola: Release Cabinda Rights Defenders. January 8 Attack on Togolese Footballers Used to Crack Down on Civil Society, Stellungnahme vom 23. Februar 2010; DIES., Angola: Quash Convictions of Cabinda Activists. Government Should Revoke Abusive State Security Law, Stellungnahme vom 5. August 2010; DIES., Angola: Revise New Security Law, Free Prisoners in Cabinda, Stellungnahme vom 9. Dezember 2010). Bei den erwähnten festgenommenen Personen handelte es sich grossmehrheitlich um pr o- minente Unabhängigkeits- und Menschenrechtsaktivisten aus der Provinz Cabinda, deren Verhaftung und Verurteilung gemäss unabhängigen B e- richten unter dem blossen Vorwand einer Verwicklung in das Attentat vom 8. Januar 2010 erfolgte. Im Dezember 2010 wurden ausserdem gemäss vorliegenden Berichten sämtliche politischen Dissidenten, die im A n- schluss an die Ereignisse vom 8. Januar 2010 festgenommen und veru r- teilt worden waren, aufgrund einer Reform des angolanischen Gesetzes betreffend Delikte gegen die nationale Sicherheit wieder freigelassen (HUMAN RIGHTS WATCH, World Report 2012, New York 2012, S. 89). D-2368/2011 Seite 9 4.2.4. Es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin in keiner Weise ein politisches Profil aufweist, das demjenigen der erwähnten Verhafteten entsprechen oder auch nur in die Nähe kommen würde . Zwar ist nicht völlig auszuschliessen, da ss auch die Beschwerdeführerin im Zusa m- menhang mit dem genannten Attentat durch die angolanischen Siche r- heitskräfte kontrolliert und kurzzeitig festgenommen wurde. Aus ihren Aussagen geht aber in keiner Weise hervor, sie habe spezifische polit i- sche Aktivit äten entfaltet, die zu einer besonderen Exponiertheit ihrer Person geführt haben könnten. Alleine dadurch, dass die Beschwerdefüh- rerin gelegentlich an ihrem Imbissstand Angehörige oder Sympathisanten der FLEC bewirtete und ihrem Lebenspartner Lebensmittel und Gegen- stände des täglichen Bedarfs (etwa Seife) für Mitglieder der genannten Organisation übergab, geriet sie gestützt auf die vorliegenden Informatio- nen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht derart in den Fokus der angolanischen Sicherheitskräfte in der Provinz Cabinda, dass daraus – über eine allfällige kurzfristige Inhaftierung hinaus – ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG resultierten. Weiter ist festzustellen, dass der Standpunkt der Vorinstanz zu teilen ist, die Beschwerdeführerin habe ins- besondere hinsichtlich ihrer Freilassung durch einen Bewacher nach der angeblichen Verhaftung am 9. Januar 2010 unpräzise und wenig detai l- lierte Angaben zu machen vermocht, weshalb die betreffenden Aussagen nicht glaubhaft erscheinen würden. Angesichts der zuvor (E. 4.2.3) er- wähnten Tatsachen ist im Übrigen auch nicht glaubhaft, dass die B e- schwerdeführerin, wie aus einer gegenüber der Vorinstanz eingereichten E-Mail ihres Bruders E._______ F._______ vom 10. August 2010 hervor- geht, nach ihrer Ausreise aus Angola durch den angolanischen Gehei m- dienst intensiv gesucht worden sein soll. 4.2.5. Abgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin kein eigenständi- ges politisches Pro fil aufweist, das asylrelevante Verfolgungsmassna h- men seitens der angolanischen Behörden wahrscheinlich erscheinen las- sen würde, ist ausserdem festzustellen, dass sich auch aus dem Vorbri n- gen, ihr Lebenspartner, C._______ D._______, sei ein Kämpfer der FLEC, im vorliegenden Fall nichts von asylrechtlichem Belang ableiten lässt. Auf entsprechende Frage hin sagte die Beschwerdeführerin anläss- lich ihrer Anhörung vom 6. September 2010 aus, ihr Lebenspartner sei bei öffentlichen Versammlungen im Umfeld der FLEC für die Unterhaltung beziehungsweise das Singen der Anwesenden zuständig gewesen. Mit einer solchen Funktion weist auch der Lebenspartner der Beschwerd e- führerin kein herausragendes politisches Profil auf, das insofern als von asylrechtlicher Bedeutung zu erachten wäre, als daraus möglicherweise D-2368/2011 Seite 10 die Gefahr einer Reflexverfolgung (sog. Sippenhaf t; zum Begriff En t- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 1994 Nr. 5 E. 3h, 1994 Nr. 17) der Beschwerdeführerin re- sultieren könnte. 4.3. Selbst unter der Annahme, dass die Beschwerdeführerin in der Pr o- vinz Cabinda in der vo n ihr geltend gemachten Weise von den angolan i- schen Sicherheitskräften behelligt wurde – was aber nach dem Gesagten als wenig wahrscheinlich erscheint –, ist ausserdem Folgendes festzuhal- ten: Mangels sowohl eines eigenständigen politischen Profils als auch ei- ner konkreten Gefahr einer Reflexverfolgung besteht kein Grund zur A n- nahme, die Beschwerdeführerin sei in Angola einer landesweiten asylr e- levanten Verfolgung seitens des angolanischen Staats ausgesetzt. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass allfä llige Behelligungen, welchen die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit in der Provinz C a- binda ausgesetzt gewesen sein könnte, lediglich von Angehörigen der dortigen lokalen Behörden ausgingen. Folglich ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin solchen Problemen ohne weiteres im Sinne einer innerstaatlichen Fluchtalternat i- ve durch einen Wechsel des Wohnorts innerhalb Angolas hätte entgehen können. Namentlich ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerd e- führerin in der angolanischen Hauptstadt Luanda mit asylrelevanten Prob- lemen zu rechnen hätte. Es liegen auch kei ne konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass ihr eine entsprechende Niederlassung und damit die Inan- spruchnahme dieser Schutzalternative nicht zuzumuten wären (vgl. dies- bezüglich das zur Pu blikation vorgesehene Ur teil BVGE D -4935/2007 vom 21. Dezember 2011, E. 8.5.2 f.). 4.4. Aus dem Gesagten ergibt sich zusammenfassend, dass das BFM zu Recht zur Beurteilung gelangt ist, die Beschwerdeführerin habe keine asylrelevante Verfolgung glaubhaft gemacht. Des Weiteren wären die gel- tend gemachten Asylgründe angesichts des Bestehens einer innerstaatli- chen Fluchtalternative auch nicht asylrechtlich relevant. Die Beschwerde- führerin erfüllt somit die Flüchtlingseigenschaft im Sinne des Art. 3 AsylG nicht. 5. 5.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). D-2368/2011 Seite 11 5.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art . 44 Abs. 1 AsylG; vgl. auch BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.w.N. sowie EMARK 2001 Nr. 21). 6. 6.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf nahme von Aus- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun desgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 6.2. 6.2.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun - gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän ders in den Heimat -, Herkunfts - oder in einen Drittstaat entgegenste hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Au s- reise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land ge zwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizeri- schen Eidgenossen schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No- vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder e r- niedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2. Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung nach Angola ist unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig, weil die Beschwerde - führerin – wie zuvor dargelegt – dort keinen Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt wäre. Aus den Vorbringen der Beschwerdeführ e- rin ergeben sich ausserdem auch keine konkreten und gewichti gen An- haltspunkte für die Annahme, dass sie im Falle einer Ausschaffung nach Angola mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art . 3 EMRK ver- botenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. EMARK 2001 D-2368/2011 Seite 12 Nr. 16 S. 122, 2001 Nr. 17 S. 130 f.; aus der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte etwa die Urteile i.S. Bensaid, Rep. 2001-I, S. 303, sowie i.S. Saadi vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], Beschwerde Nr. 37201/06, Para. 124 ff., jeweils mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Angola bi e- tet zum heutigen Zeitpunkt keinen konkreten Anlass zur Annahme, der Beschwerdeführerin drohe eine entsprechende Gefähr dung. Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der asylgesetzlichen als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.3. 6.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunfts - staat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 6.3.2. In diesem Zusammenhang ist in erster Linie auf die im Beschwe r- deverfahren geltend gemachten gesundheitlichen Leiden der Beschwer- deführerin einzugehen. Aus den verschiedenen eingereichten Beweismi t- teln geht diesbezüglich im Wesentlichen Folgendes hervor: Gemäss dem medizinischen Bericht der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Baselland vom 19. April 2011 wurde die Beschwerdeführerin am 13. April 2011 no t- fallmässig eingewiesen, nachdem sie von ihrem negativen Asylentscheid erfahren habe und in der Folge zweimal daran habe gehindert werden müssen, in ihrer Unterkunft aus dem Fenster zu springen. Es seien eine akute Belastungsreaktion im Zusammenhang mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und Betroffensein wegen Katastrophen, Krieg und sonstigen Feindseligkeiten sowie wegen Familienzerrüttung durch Tre n- nung zu diagnostizieren. Während der Behandlung habe sich der Zustand der Beschwerdeführerin stabilisiert. Von akuter Suizidalität sei sie klar dis- tanziert. Aus dem Schreiben der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Basel- land vom 16. August 2011 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin seit dem 31. Mai 2011 in regelmässiger ambul anter psychiatrischer Behan d- lung sei. Am 16. August 2011 habe sie sich notfallmässig eingefunden, weil sich im Zusammenhang mit dem negativen Asylentscheid ihr Z u- stand verschlechtert habe. Dem ärztlichen Bericht der Externen Psychiat- rischen Dienste Bruderh olz vom 9. September 2011 ist im Wesentlichen D-2368/2011 Seite 13 zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer gesun d- heitlichen Situation davon berichtet habe, sich oft sehr müde zu füh len und schlecht zu schlafen; auch leide sie unter Kopfschmerzen. Es sei fü r sie sehr schwer gewesen, ihre Familie in Angola zurückzulassen, und sie sei nicht leichtfertig geflüchtet. Deshalb sei sie auch sehr enttäuscht, dass man sie wieder zurückschicken wolle. Zudem fürchte sie, wieder ins G e- fängnis zu müssen und gefoltert zu werden. Gestützt auf diese Angaben wurde die bereits mit dem Bericht der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Baselland vom 19. April 2011 gestellte Diagnose wiederholt. Weiter wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin befinde sich nach wie vor in amb u- lanter, zwei- bis dreimal wöchentlich durchgeführter Behandlung. Sie di s- tanziere sich derzeit glaubhaft von akuten suizidalen Gedanken und Handlungen. 6.3.3. Es ist festzuhalten, dass die psychischen Probleme der B e- schwerdeführerin offensichtlich eine Reaktion auf die d rohende Au s- schaffung in ihren Heimat staat bilden. Bis zur Verfügung des BFM vom 18. März 2011 waren abgesehen von – anlässlich der durchgeführten Befragungen erwähnten, aber nicht mit ärztlichen Zeugnissen belegten – nicht näher definierten Kopfschmerzen und einer im Badezimmer z u- gezogenen Infektion, die medikamentös behandelt wurde, keine erns t- haften gesundheitlichen Leiden der Beschwerdeführerin aktenkundig. Aus den eingereichten medizinischen Berichten geht ausserdem he r- vor, dass die unmittelbar nach d em negativen vorinstanzlichen En t- scheid – möglicherweise – bestehende Suizidalität erfolgreich eing e- dämmt wurde und seither – soweit aktenkundig – zu keinem Zeitpunkt mehr akut war. Somit ist zwar nicht auszuschliessen, dass die B e- schwerdeführerin im Falle des bevorstehenden Vollzugs der Wegwe i- sung wieder mit gewissen, möglicherweise kurzfristig auch ernsthaft e- ren psychischen Schwierigkei ten konfrontiert sein könnte. Es ist jedoch davon auszugehen, dass eine solche ausschliesslich auf die Tatsache der bevo rstehenden Rückschaf fung nach Angola zurückzuführen wäre. Einer sol chen psychischen De kompensation kann mit geeigneter ps y- chiatrischer Betreuung im Zeit raum der Rückschaffung begegnet we r- den. Sollten sich im Hinblick auf die bevorstehende Rückkehr in den Heimatstaat bei der Beschwerde führerin ausserdem wieder suizidale Tendenzen entwickeln, so könnte die sen bis zum Übertritt in heima t- staatliche Be treuungsstrukturen medika mentös be ziehungsweise a l- lenfalls mit einer adäquaten medi zinischen Begleitung wäh rend der Rückführung be gegnet werden. Es ist in diesem Zu sammenhang au s- serdem festzuhalten, dass in Angola, zumal in der Hauptstadt Luanda, D-2368/2011 Seite 14 nicht von einem Fehlen psychiatrischer Betreuungsmög lichkeiten und medikamentöser Behandlung auszugehen ist. Insbesondere in Luanda wurde die medizinische Infrastruktur in den letzten Jahren erheblich ausgebaut. Sollten die psychischen Probleme im Hei matstaat anhalten (was aber angesichts der hauptsächlichen Ver ursachung durch den negativen Asylentscheid eher unwahrsc heinlich erscheint) , so hätte die Beschwerdeführerin – gegebenenfalls mit zusätz licher fi nanzieller U n- terstützung im Rahmen einer medizini schen Rück kehrhilfe gemäss Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG – die Möglichkeit, ent sprechende medizin i- sche An gebote in Anspruch zu nehmen. Insgesamt erscheint somit im Falle eines Vollzugs der Wegweisung nach Angola eine auf gesundheitli- che Beeinträchtigungen zurückzuführende konkrete Gefährdung der B e- schwerdeführerin im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG nicht gegeben (vgl. dazu auch EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b). 6.3.4. Des Weiteren ist d ie allgemeine Lage in Angola heute weder von Bürgerkrieg noch von allgemeiner Gewalt gekennzeichnet, so dass der Vollzug der Wegweisung dorthin auch unter diesem Aspekt grundsätzlich zumutbar erscheint. Es bestehen ferner auch sonst keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, die Beschwerdeführerin sei bei einer Rück- kehr nach Angola einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgesetzt. Dies gilt insbesondere für die Hauptstadt Luanda (vgl. diesbezüglich allgemein EMARK 2004 Nr. 32 E. 7.3). In Bezug auf die Beschwerdeführerin ist zwar nicht vollkommen klar, aus welchem Landesteil Angolas sie tatsächlich stammt, nachdem die diesbezüglich eingereichten Beweismitt el, die ihre Herkunft aus der Provinz Cabinda belegen sollen, nicht über alle Zweifel erhaben sind. Indessen leben g e- mäss eigenen Aussagen der Beschwerdeführerin ihre beiden Brüder in Luanda, womit sie in der Stadt über nahe verwandtschaftliche Beziehun- gen verfügt und damit zu rechnen ist, dass sie gegebenenfalls auf deren Unterstützung wird zählen können. Auch ist nicht auszuschliessen, dass ihr Lebenspartner, der mutmasslich in der Provinz Cabinda lebt, in der Lage sein wird, ihr nötigenfalls ebenfalls Un terstützung zu gewähren. Zu- dem hat die Beschwerdeführerin reichliche Erfahrung im Handel mit Kle i- dern und im Betreiben von Verpflegungsständen, womit sie mittelfristig auch in der Lage sein wird, sich selbst eine wirtschaftliche Existenz au f- zubauen. Die Beschwerdeführerin hat folglich die Möglichkeit, sich in L u- anda niederzulassen. Der Vollzug der Wegweisung ist somit auch unter diesem Aspekt als zumutbar zu bezeichnen. D-2368/2011 Seite 15 6.4. Schliesslich ist festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung man- gels aktenkundiger ob jektiver Hindernisse auch möglich im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AuG ist. 6.5. Die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung und deren Vollzug stehen somit in Übereinstimmung mit den zu beachtenden Bestimmun - gen und sind zu bestätigen. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 7. Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachver halt richtig und vollständig feststellt und a ngemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten an sich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). In dessen wurde der mit der Beschwerdeschrift gestellte Antrag auf unentgeltliche Prozessführung im Sin ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfü - gung vom 2. Mai 2011 gutgeheissen. Somit hat die Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten zu tragen. (Dispositiv nächste Seite) D-2368/2011 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Martin Scheyli Versand: