Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. August 2022 (720 21 271 / 190) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter in Susanne Afheldt, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Markus Schmid, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1969 geborene A.____ arbeitet als Sanitär-Install ateur bei der B.____ AG und ist durch die Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallver sicherungsanstalt (Suva) obligato- risch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheite n versichert. Am 25. Oktober 2014 erlitt er als Lenker eines Autos mit Anhänger auf der Autobahn einen Unfall, als ein anderes Fahrzeug auf seinen Anhänger auffuhr. Nach Eingang der Unfallmeldung kam die Suva für die Heilungskosten auf und leistete Taggeldzahlungen entspr echend der ausgewiesenen Arbeits- unfähigkeit. Am 11. Februar 2016 erlitt A.____ einen zweiten Unfall, als er auf einer Treppe Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht stolperte, sich mit der rechten Hand am Geländer festhielt und sich dabei ein Distorsionstrauma der rechten Schulter zuzog. In der Folge wurde ein A briss der langen Bicepssehne mit SLAP- Läsion diagnostiziert. Nach Eingang der Unfallmeldung e rbrachte die Suva auch für dieses Er- eignis die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilbehandlung, Taggelder). Am 30. August 2017 erliess die Suva eine an A.____ ger ichtete Verfügung, in der sie festhielt, dass bei ihm aufgrund der vorliegenden Akten ab dem 2 3. September 2016 keine unfallbeding- te Einschränkung der Erwerbsfähigkeit mehr vorliege. Man betrachte ihn ab dem genannten Zeitpunkt als voll arbeits- und vermittlungsfähig. Auf grund neu bekannt gewordener Tatsachen erweise sich der Entscheid, ihm Taggelder auf der Basis ei ner vollen Arbeitsunfähigkeit zuzu- sprechen, als nicht korrekt, weshalb man wiedererwägungswe ise darauf zurückkomme. Die zu Unrecht erbrachten Taggelder seien zurückzuerstatten. Dar an hielt die Suva auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 12. Sep tember 2018 fest. Eine von A.____ hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 21. März 2019 in dem S inne gut, als es den angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. September 2018 aufhob und die Angelegenheit zur weiteren Ab- klärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer n euen Verfügung an die Suva zurück- wies (Verfahren-Nr. 725 18 342 / 74). In Nachachtung dieses Urteils holte die Suva bei der MEDAS Zentralschweiz das polydisziplinäre Gutachten vom 2 7. Januar 2020 ein. Gestützt auf dessen Ergebnisse stellte die Suva mit Verfügung vom 11 . Mai 2020 ihre vorübergehenden Leistungen (erneut) per 23. September 2016 ein und l ehnte einen Anspruch von A.____ auf weitere Versicherungsleistungen ab. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 25. Juni 2015 (Eingang) hatte sich A.____ unter Hinweis auf die Folgen des Verkehrsunfalls vom 25. Oktober 2014 auch bei der Eidgenössischen Invalide nversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Die IV-Stelle Basel-Landschaft zog in der Folge zur Abklärung der gesundheitlichen und der erwerblichen Verhältnisse von A.____ dessen Suva-Akten bei. Auf der Basis dieser Unterlagen und gestützt auf die Ergeb nisse ergänzender eigener Abklärungen ermittelte sie beim Versicherten ab 25. Oktober 2015 (A blauf des Wartejahres) einen Invalidi- tätsgrad von 100 % und ab 23. September 2016 einen solchen von 16 %. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren sprach die IV-Stelle A.____ deshalb mit Verfügung 8. Juli 2021 für den Zeitraum vom 1. Dezember 2015 bis 31. Dezember 2016 eine befristete ganze Rente zu. Gleichzeitig lehnte sie einen weiteren Rentenanspruch des Versicherten ab 1. Januar 2017 ab. In Bezug auf den Rentenbeginn wies die IV-Stelle A.____ darauf hin, dass der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachu ng des Leistungsanspruchs entstehe. Seine Anmeldung sei am 25. Juni 2015 eing egangen, weshalb die ganze Rente erst ab 1. Dezember 2015 ausgerichtet werden könne. B. Gegen diese Verfügung vom 8. Juli 2021 erhob A.____ , vertreten durch Rechtsanwalt Markus Schmid, am 13. September 2021 Beschwerde beim Ka ntonsgericht. Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihm über das Datum des 31. Dezember 2016 hinaus eine Inva lidenrente ausgehend von einem In- validitätsgrad von mindestens 40 % auszurichten. Eventuali ter sei die angefochtene Verfügung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufzuheben und es sei zur Beurteilung seines Leistungsa nspruchs ein gerichtliches medizini- sches Gutachten einzuholen; subeventualiter sei die an gefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die Streitsache zwecks Einholung einer medizinischen Expertise an die Beschwerdegeg- nerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. C. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 8. November 2021 die Abwei- sung der Beschwerde. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt der Beschwerdeführer mit Replik vom 27. Januar 2022 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und den wesentli- chen bisherigen Vorbringen fest. Zudem beantragte er in verfahrensrechtlicher Hinsicht, even- tuell sei das vorliegende Verfahren zu sistieren, bis das Bundesgericht den im hängigen Be- schwerdeverfahren Nr. 8C_256/2021 demnächst zu erwartend en Grundsatzentscheid zur Be- deutung der Lohnstrukturerhebung (LSE) bei der Bemess ung des Invalideneinkommens gefällt habe. Die Beschwerdegegnerin teilte in ihrer Duplik vom 7. Februar 2022 mit, dass sie weiterhin an den Ausführungen in der Vernehmlassung vom 8. Nove mber 2021 festhalte und dass sie dem Eventualantrag auf Sistierung des Verfahrens nicht zustimmen könne. E. Die instruierende Präsidentin wies mit Verfügung vo m 25. Februar 2022 den Sistie- rungsantrag des Beschwerdeführers einstweilen ab und üb erwies die Angelegenheit dem Drei- ergericht zur Beurteilung. Zudem zog sie im Hinblick auf die Beurteilung der vorliegenden Be- schwerde die bereits archivierten Akten des unfallversiche rungsrechtlichen Beschwerdeverfah- rens zwischen A.____ und der Suva (Verfahren-Nr. 725 18 342) und bei der Suva die Unfallver- sicherungsakten des Versicherten bei. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 30. Juni 2022 ge langte das Kantonsgericht zur Auf- fassung, dass die vorhandene medizinische Aktenlage keine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers zulasse. Es seien we itere medizinische Abklärungen nötig, wobei die Einholung eines neuen, versicherungse xternen rheumatologischen Gutachtens angezeigt sei. Das Kantonsgericht zog deshalb in Betrac ht, die angefochtene Verfügung aufzu- heben und die Angelegenheit zur nochmaligen Abklärung des medizinischen Sachverhalts im Sinne der Erwägungen und anschliessender Neuentscheidung an die IV-Stelle zurückzuweisen. In Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach der Beschwerde führen- den Partei auch dann Gelegenheit zum Rückzug der Besch werde zu geben ist, wenn eine ren- tenzusprechende Verfügung aufgehoben und die Sache zu weiterer Abklärung und neuer Ent- scheidung an die IV-Stelle zurückgewiesen werden soll ( BGE 137 V 314), beschloss es, den Fall auszustellen und dem Versicherten vorab die Möglich keit einzuräumen, seine Beschwerde zurückzuziehen. G. Mit Eingabe vom 22. Juli 2022 teilte der Versicher te mit, dass er an seiner Beschwerde festhalte. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes ü ber die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf d ie - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 13. September 2021 ist demnach einzutreten. 1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19 . Juni 2020 beschlossene Ände- rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kra ft. Die vorliegend angefochtene Verfü- gung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgeme inen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmu ngen des IVG und diejenigen der Ver- ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (AT SG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendb ar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/202, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wie- dergegeben, zitiert und angewendet. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die vo raussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der g esundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die ander e medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eine s Arztberichtes ist demnach entschei- dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntn is der Vorakten (Anamnese) abge- geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Z usammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schl ussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2019, 9C_609/2018, E. 3.2.2). Berichten un d Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen wiederum kommt rechtsprechungsgemäss nicht de rselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung ei nes externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind erg änzende Abklärungen vorzuneh- men (BGE 145 V 97 E. 8.1). 4.1 Die IV-Stelle Basel-Landschaft zog zur Abklärung d es medizinischen Sachverhalts in erster Linie die Suva-Akten des Versicherten bei. Darin findet sich das polydisziplinäre Gutach- ten der MEDAS Zentralschweiz vom 27. Januar 2020, welches Abklärungen in den Bereichen Rheumatologie, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie, umfasst. In der Auflistung der Diagno- sen unterscheiden die Gutachter zwischen unfall- und kra nkheitsbedingten Gesundheitsbeein- trächtigungen. Zum Vorliegen allfälliger unfallkausale r Leiden führen sie aus, dass keine Diag- nose erhoben werden könne, die sich aktuell noch auf den Auffahrunfall vom 25. Oktober 2014 zurückführen liesse. Als Folge des Treppensturzes vom 11. Fe bruar 2016 halten sie einen De- fekt-Zustand nach Ruptur der langen Bizeps-Sehne rechts fest. Als krankheitsbedingte Diagno- sen werden sodann folgende Gesundheitsbeeinträchtigungen aufgelistet: (1) Chronisches Lum- bovertebralsyndrom mit/bei (1.1) Fehlstatik der Wirbel säule, s-förmige Skoliose, (1.2) Osteo- chondrosen mit degenerativer segmentaler Gefügelockerung L1/2 und L2/3, (1.3) Spondylolyse L5 beidseits mit Spondylolisthesis L5/S1 Grad II nach Me yerding und Osteochondrose L5/S1; (2) Periarthropathia humeroscapularis tendopathica recht s mit degenerativen Veränderungen am Acromiondach und im AC-Gelenk (AC-Arthrose); (3) Lei chtgradiges Cervikalsyndrom mit Osteochondrose C5/6 und polysegmentaler Spondylarthrose ; (4) Kongenitaler Klumpfuss rechts, im Kindesalter operativ korrigiert; (5) Hohlfuss links; (6) Diabetes mellitus Typ II, behan- delt mit oralen Antidiabetika (7) Epilepsie, EM 1992 , seit vielen Jahren unter Convulex anfalls- frei, aktuelles Absetzen der antiepileptischen Therapi e. Inhaltlich behandelt das Gutachten - entsprechend der Fragestellung der Auftraggeberin - ausführlich den Aspekt, ob am 23. Sep- tember 2016, dem Zeitpunkt, auf den die Suva ihre vorü bergehenden Versicherungsleistungen eingestellt hatte, noch Gesundheitsschädigungen vorlagen , die auf den Verkehrsunfall vom 25. Oktober 2014 zurückzuführen waren. Da die Gutachter diese Frage verneinten, hatten sie keine Veranlassung (mehr), sich zu allfälligen aktuelle n Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu äussern. Nichtsdestotrotz nahmen die Gu tachter im Rahmen ihrer Erörte- rungen eine - allerdings ausgesprochen kurz ausgefallen e - "Leistungseinschätzung" vor (vgl. S. 39 des Gutachtens). Danach bestehe unfallbedingt - be zogen auf den Treppensturz vom 11. Februar 2016 - ein leichter Kraftverlust bezügli ch Arbeiten, die mit einer Belastung der Fle- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht xion des rechten Vorderarms (Aktivität des Musculus biceps brachii) verbunden seien. Dies be- treffe vor allem das Heben und Tragen schwerer Lasten . Ohne Kenntnis der genauen Belas- tung im eigenen Geschäft könne diese Einschränkung aber nicht quantifiziert werden. Ähnliches gelte für die krankheitsbedingten Rückenschmerzen: Hier bestünden Einschränkungen für Ar- beiten in prolongiert gebückter oder vornübergebeugter Haltung sowie bezüglich Heben und Tragen schwerer Lasten. Auch dieser Effekt kann jedoch "v om Bürotisch aus" nicht quantifiziert werden. 4.2.1 Am 2. September 2020 nahm Dr. med. C.____, Fa charzt für Arbeitsmedizin, Regiona- ler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, zur Arbeitsfä higkeit des Versicherten Stellung. Er wies darauf hin, dass er in seiner Beurteilung die unfall fremden degenerativen Wirbelsäuleverände- rungen berücksichtigt habe, die im MEDAS-Gutachten vom 27. Januar 2020 aufgeführt worden seien. Dies betreffe die Spondylolisthesis sowie die Verän derungen am Acromiondach und im AC-Gelenk. In Berücksichtigung dieser Beeinträchtigungen s ei davon auszugehen, dass der Versicherte vom 25. Oktober 2014 bis 22. September 201 6 vorerst wegen Nacken- und dann zunehmend wegen Rückenschmerzen vollständig arbeitsunfä hig gewesen sei. Anschliessend habe ab 23. September 2016 in einer leidensangepassten Verweistätigkeit wieder eine 100 %- ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Das Belastungsprofil der Verweistätigkeit umschrieb der RAD- Arzt dahingehend, dass es sich um eine leichte, rückenadap tierte und wechselbelastende Tä- tigkeit mit einer Gewichtslimite von 10 kg, gelegentlich 20 kg, handeln müsse und die Arbeiten keine Rumpfzwangshaltungen, keine Verdrehung der Lende nwirbelsäule, kein dauerndes oder repetitives Bücken, keine Stösse oder Vibrationen auf di e Wirbelsäule sowie keine repetitiven Überkopfarbeiten beinhalten und nicht in ständiger Nässe , Kälte oder Zugluft verrichtet werden dürften. 4.2.2 Im Laufe des vorliegenden Beschwerdeverfahrens h olte die IV-Stelle zusätzlich die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. D.____, Facharzt für Orthopädie und für Physikalische und Rehabilitative Medizin, vom 4. November 2021 ein. Darin hielt dieser fest, dass der Sach- verhalt aus orthopädischer Sicht der Revision bedürfe. Bei m Versicherten bestehe zum einen eine lange Krankengeschichte, zum andren liege eine Ko mbination von unfallabhängigen und unfallunabhängigen Erkrankungen vor. Aus diesem Grund könne nicht alleinig auf die "Suva- Entscheide" abgestellt werden, sondern es sei eine Würd igung aller Befunde unter Einbezug der medizinischen Suva-Akten erforderlich. Die RAD-Stel lungnahme vom 2. September 2020 werde daher zurückgenommen. In der Folge formulierte Dr. D.____ ein angepasstes Zumutbar- keitsprofil. Danach seien dem Versicherten leichte bis gele gentlich mittelschwere Tätigkeiten, vorzugsweise wechselrhythmisch, ohne Zwangshaltungen des Rumpfes, ohne längere Arbeiten in Rumpfinklination oder -rotation, ohne dauerndes od er repetitives Bücken, ohne ständige Nässe, Kälte oder Zugluft, ohne Stösse oder Vibrationen auf die Wirbelsäule und unter ergo- nomischen Arbeitsbedingungen zumutbar. Ferner sollten die Arbeiten vorzugsweise unter Schulterhöhe möglich sein und keine höhere Kraftbelastung des rechten Arms und keine mono- tonen oder repetitiven Dauerbelastungen seitens des re chten Arms erfordern. Der Versicherte könne in einer solchen leidensangepassten Tätigkeit ganzta gs anwesend sein. Bei Restbe- schwerden werde "ein vermehrter Pausenbedarf / leicht eingeschränkte Leistungsperformance von 20 % eingeräumt", was letztlich einer Arbeitsfähigke it von 80 % in einer leidensangepass- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten Tätigkeit entspreche. Den Verlauf der Arbeitsunfä higkeiten seit dem Unfallereignis vom 25. Oktober 2014 schliesslich legte Dr. D.____ wie folgt neu fest: Vom 25. Oktober 2014 bis 3. August 2015: 100 %, vom 4. August 2015 bis 23. Novemb er 2015: 50 %, vom 24. November 2015 bis 10. Februar 2016: 20 %, vom 11. Februar 201 6 bis 18. Mai 2016: 100 % und vom 19. Mai 2016 bis auf Weiteres: 20 %. 4.3.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 8. Juli 2021 bei der Be- urteilung des medizinischen Sachverhalts auf die Ergebniss e des polydisziplinären Gutachtens der MEDAS Zentralschweiz vom 27. Januar 2020 und auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. C.____ vom 2. September 2020. Sie gelangte zur Au ffassung, dass der Versicherte ab 25. Oktober 2015 (Ablauf des Wartejahres) vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Ab 23. Sep- tember 2016 sei ihm die Ausübung einer leidensadaptierten Tätigkeit wieder ganztags zumutbar gewesen. 4.3.2 Wie vorstehend ausgeführt, holte die IV-Stelle im Laufe des vorliegenden Beschwerde- verfahrens eine zusätzliche Beurteilung ihres RAD-Arztes D r. D.____ vom 4. November 2021 ein, in welcher dieser im Vergleich zur Einschätzung se ines RAD-Kollegen Dr. C.____ ein neu- es, angepasstes Zumutbarkeitsprofil formulierte und eine differenziertere Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit - mit im zeitlichen Verlauf wechselnden Beeinträchtigungen von 100 %, 50 % und 20 % - vornahm. 5.1 Entgegen der Auffassung der IV-Stelle kann im vorli egenden Beschwerdeverfahren keinem der genannten medizinischen Dokumente ein ausschla ggebender Beweiswert beige- messen werden. Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 27. Januar 2020 ist für die vorliegende invalidenversicherungsrechtli che Leistungsstreitigkeit nur be- schränkt verwertbar. Es wurde von der Suva im vorausgegan genen unfallversicherungsrechtli- chen Verfahren in Auftrag gegeben, um die Frage zu klä ren, ob am 23. September 2016, dem Zeitpunkt, auf den die Suva ihre vorübergehenden Ver sicherungsleistungen eingestellt hatte, noch Gesundheitsschädigungen vorlagen, die auf den Verkeh rsunfall vom 25. Oktober 2014 zurückzuführen waren. Dementsprechend setzt es sich schwerg ewichtig mit den unfallbeding- ten Beeinträchtigungen des Versicherten auseinander. In vereinzelten Passagen gehen die Ex- perten zwar auch auf vorhandene unfallfremde Beeinträ chtigungen wie etwa auf die im Vorder- grund stehenden krankheitsbedingten lumbalen Rückenschmerzen ein und sie nehmen diesbe- züglich auch eine kurze "Leistungseinschätzung" vor. Diese i st jedoch für das vorliegende inva- lidenversicherungsrechtliche Verfahren zu wenig aussagekräf tig, denn die Gutachter äussern sich insbesondere nicht zur Höhe der aus den krankheits bedingten Leiden resultierenden Ar- beitsunfähigkeit und zu deren Verlauf. Was die Stellu ngnahmen der beiden RAD-Ärzte Dres. C.____ und D.____ vom 2. September 2020 bzw. vom 4. N ovember 2021 betrifft, so vermögen diese ebenfalls nicht zu überzeugen. Im erstgenannten B ericht formulierte Dr. C.____ zwar ein sowohl die unfall- als auch die krankheitsbedingten Beei nträchtigungen berücksichtigendes Zumutbarkeitsprofil, daran wurde aber im Laufe des vor liegenden Beschwerdeverfahrens von Seiten des RAD selber nicht mehr festgehalten. Dr. D.__ __ führte in der Stellungnahme vom 4. November 2021 vielmehr aus, dass der Sachverhalt "au s orthopädischer Sicht der Revision" bedürfe, weshalb die Beurteilung vom 2. September 202 0 zurückgenommen werde. Er formu- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht lierte in der Folge ein neues, angepasstes Zumutbarkeits profil und nahm eine abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit - mit im zeitlichen V erlauf wechselnden Einschränkungen von 100 %, 50 % und 20 % - vor. Letztlich begründeten abe r der RAD-Arzt in der Stellungnahme vom 4. November 2021 und die Beschwerdegegnerin in ihr er Vernehmlassung nur unzu- reichend, weshalb nunmehr diese neue Beurteilung, die im Übrigen im Vergleich zur angefoch- tenen Verfügung in Bezug auf den daraus resultierend en Rentenanspruch des Versicherten zu einer Schlechterstellung führen würde, massgebend sein soll. Darauf kann deshalb ebenfalls nicht abgestellt werden. 5.2 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die vorhan dene medizinische Akten- lage keine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs des Versicherten zulässt. Die Ab- klärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren sind mit andern Worten nicht ausreichend beweiskräftig, der relevante medizinische Sachverhalt be darf vielmehr weiterer Abklärung. Die Angelegenheit ist daher zur Einholung eines neuen fac härztlichen Gutachtens an die IV-Stelle zurückzuweisen. Da sich die Expertise insbesondere mit der Frage zu befassen haben wird, wie sich die krankheitsbedingten lumbalen Rückenschmerzen und der auf einen Defekt-Zustand nach Ruptur der langen Bizeps-Sehne zurückzuführende lei chte Kraftverlust des rechten Vor- derarmes auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten ausw irken, dürfte die Anordnung einer rheumatologischen Begutachtung angezeigt sein. Sollte die Gutachterin oder der Gutachter zur Auffassung gelangen, dass zusätzlich eine Fachärztin bzw. e in Facharzt für Orthopädie und/oder Neurologie beizuziehen sei, wird er die IV-St elle um eine entsprechende Erweiterung des Begutachtungsauftrags zu ersuchen haben. Gestützt au f die Ergebnisse der Aktenergän- zung wird die IV-Stelle anschliessend über den Rentenanspruch des Versicherten neu zu befin- den haben. 6. Somit ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen ist, als die angefochtene Verfügung vom 8. Juli 2021 au fzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Er lass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen ist. 7. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdever fahrens zu befinden. 7.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes- halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 28. Februar 2022 für das vorliegende Verfahren einen Zeitauf- wand von 11,3 Stunden geltend gemacht, was sich in Anbe tracht der sich stellenden Sachver- halts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Be mühungen sind zu dem in Sozialversi- cherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen im Betrag von Fr. 1 09.20. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘160.15 (11,3 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 109.20 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer ) zu Lasten der IV-Stelle zuzuspre- chen. 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid a n den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 8. Juli 2021 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinn e der Erwägun- gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-S telle Basel- Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 3‘160.15 (inkl. Ausla gen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht