B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-8028/2010 U r t e i l v o m 2. M a i 2 0 1 2 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richter Bernard Maitre, Richter Claude Morvant, Gerichtsschreiberin Sabine Büttler. Parteien Trend World Marco Fumasoli, Fierzgasse 3, 8003 Zürich, vertreten durch Rechtsanwalt Juerg Wyler, WWNW Rechtsanwälte, Stadthausquai 1, 8001 Zürich, Beschwerdeführer, gegen G + J Holding GmbH, Parkring 12, AT-1010 Wien, vertreten durch Rechtsanwälte Dr. Michael Ritscher und/oder Dr. Barbara K. Müller, meyerlustenberger lachenal (Zürich) Rechtsanwälte, Forchstrasse 452, Postfach 1432, 8032 Zürich, Beschwerdegegnerin, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Verfügung vom 14. Oktober 2010 im Widerspruchsverfahren Nr. 09784 – VIEW / SWISSVIEW (fig.). B-8028/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Schweizer Wort -/Bildmarke Nr. 569 658 "SWISSVIEW (fig.)" des Be- schwerdeführers wurde am 10. April 2008 im Schweizerischen Ha n- delsamtsblatt (SHAB) Nr. 69 veröffentlicht. Die Marke sieht wie folgt aus und beansprucht Schutz für die nachstehenden Waren und Dienstleistun- gen: Klasse 9: Herunterladbare Information. Klasse 35: Werbung und Vermietung von Werbeflächen. Klasse 38: Telekommunikation. Klasse 41: Unterhaltung und kulturelle Aktivitäten. B. Am 10. Juli 200 8 erhob die Beschwerdegegnerin gegen d ie Eintragung dieser Marke vollumfänglich Widerspruch. Sie stützte sich dabei auf ihre internationale Registrierung IR 897 928 "VIEW", welche am 16. Mai 2006 in das internationale Register eingetragen und der Schweiz am 11. Janu- ar 2007 notifiziert wurde (Gazette 2006/52). Diese beansprucht Schutz für die nachfolgenden Waren und Dienstleistungen: Classe 9: Mémoires et supports d'enregistrement de sons et d'images éle c- troniques, magnéto-optiques, optiques et magnétiques, notamment CD, CD - ROM, CD-I, DVD, disquettes, bandes vidéo, disques phonographiques et m i- crofilms, tous les produits destinés à une utilisation en ligne ou non; enregi s- treurs à bande magnétique; équipements de réception, ainsi que d'enregi s- trement, de transmission et reproduction de sons e t d'images; matériel info r- matique, notamment équipement pour le traitement de l'information, ordin a- teurs et leurs périphériques; logiciels; programmes de traitement de do n- nées; programmes d'exploitation d'ordinateurs. Classe 35: Publicité. Classe 38: Prestations dans le domaine des télécommunications, envoi d'i n- formations à des tiers sur Internet, diffusion d'informations sur des réseaux câblés ou sans fil, services d'un fournisseur de contenu, à savoir mise à di s- position d'informations sur Internet ou de p lates-formes, transmission de pro- grammes de radio et de télévision (par câble). Classe 41: Enseignement, formation, divertissement, divertissement radi o- phonique et télévisé; services d'éditeur (à l'exception de l'impression); publ i- cation et édition de prod uits de l'imprimerie sous forme imprimée et électr o- B-8028/2010 Seite 3 nique ayant un contenu éditorial et un contenu partiellement publicitaire en ligne ou non dans le domaine de l'édition, ces services étant compris dans cette classe; activités sportives et culturelles. Zur Begründung des Widerspruchs führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, die Widerspruchsmarke sei von der jüngeren Marke vollständig übernommen worden. Da die beanspruchten Waren und Dienstleistungen beider Marken identisch bzw. gleichartig seien, müsse die Verwechslungsgefahr streng beurteilt werden . Der Gesamteindruck der jüngeren Marke werde vom Markenbestandteil " VIEW" dominiert, da der Bestandteil " SWISS" lediglich eine beschreibende Angabe und die Grafik nicht derart auffällig sei, dass sie d en Gesamteindruck massge b- lich beeinflussen könnte. Diese Unterschiede reichten nicht aus , um eine Verwechslungsgefahr zu bannen. C. In seiner Widerspruchsantwort vom 2. Februar 2009 beantragt e der Be- schwerdeführer die kostenfällige Abweisung des Widerspruchs. Zur Begründung wies er darauf hin, dass die Bezeichnung "SWISSVIEW" bereits seit 1995 von ihm gebraucht werde und sich dieses Element durch den langjährigen Gebrauch in der Schweiz durchgesetzt habe. Wei- ter sei eine Zeichenähnlichkeit sowie eine Verwechslungsgefahr ausz u- schliessen, da seine Marke über zusätzliche, unterscheidungskräftige Elemente verfüge. Schliesslich handle es sich beim Zeichen " VIEW" um ein schwaches Element, was sich schon dadurch zeige, d ass mehrere Schweizer Marken so hiessen. Aufgrund der Kennzeichnungsschwäche der Widerspruchsmarke würden diese Zusatzelemente genügen, um die beiden Marken voneinander zu unterscheiden. D. Die Beschwerdegegnerin replizierte mit Schreiben vom 10. August 200 9 und bestritt eine Kennzeichnungsschwäche ihrer Marke. Weiter wies sie darauf hin, dass aus der Anzahl eingetragener Marken mit dem Element "VIEW" nicht auf ein schwaches Zeichenelement oder gar eine Verwässe- rung der Widerspruchsmarke geschlossen werden kann. E. Mit Schreiben vom 15. Februar 2010, bekräftigte der Beschwerdeführer duplicando erneut die Kennzeichnungskraft seiner zusätzlichen Zeiche n- elemente und die Bekanntheit des Zeichens "SWISSVIEW". B-8028/2010 Seite 4 F. Mit Entscheid vom 14. Oktober 2010 hiess die Vorinstan z den Wide r- spruch gut und widerrief die Eintragung der Schweizer Marke Nr. 569 658 "SWISSVIEW" (fig.) vollumfänglich (Dispositiv Ziffern 1 und 2). Hinsichtlich der von den beiden Marken beanspruchten Waren und Dienstleistung ist die Vorinstanz von Identitä t bzw. Gleichartigkeit ausg e- gangen. Sie bejahte die Ähnlichkeit der Zeichen, da die Widerspruch s- marke vollständig und unverändert in die jüngere Marke übernommen wurde. In der Folge bejahte sie die Verwechslungsgefahr, da die festg e- stellten Unterschiede an gesichts der normalen Kennzeichnungskraft und des strengen Massstabs aufgrund der Dienstleist ungsidentität nicht au s- reichten, den Gesamteindruck des neu geschaffenen Zeichens zu bestimmen. G. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 15. November 2010 Beschwerde am Bundesverwaltungsgericht. Die Rechtsbegehren lauten wie folgt: "1. Der Entscheid des Eidg. Instituts für geistiges Eigentum 09784 vom 14. Oktober 2010 sei aufzuheben. 2. Der Widerspruch sei abzuweisen, und es sei festzustellen, dass die Schweizer Marke 569 658 im Register des Instituts für geistiges Eigentum eingetragen bleibt. 3. Unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdege g- nerinnen." Zur Begründung führt er unter anderem aus, die Vorinstanz habe zu U n- recht bloss die Ähnlichkeit der Wortelemente " VIEW" beurteilt und dabei das zusätzliche Wortelement "SWISS" sowie das figurative Element, we l- che der angefochtenen Marke gesamthaft einen vom Widerspruchsze i- chen divergierenden Gesamteindruck vermitteln, ausser Acht gelassen. Ausserdem sei die Widerspruchsmarke schwach, weshalb ihr nur ein g e- ringer Schutzumfang zustehe. Schliesslich verwies er auf die Tatsache, dass eine Verwechslungsgefahr schon alleine deshalb verneint werden könne, da die Widerspruchsmarke gegen seine eigene ältere Marke, wel- che phonetisch mit der hier angefochtenen Marke übereinstimme, bei d e- ren Eintragung keinen Widerspruch erhoben habe. Schon alleine deshalb zeige sich, dass eine Zeichenähnlichkeit und vor allem eine Verwechs- lungsgefahr verneint werden könne. B-8028/2010 Seite 5 H. Im gleichen Schreiben ersuchte der Beschwerdeführer den Instruktion s- richter um die Ansetzung einer Nachfrist im Sinne von Art. 52 und 53 des Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), weil eine absch liessende Instruktion aufgrund e i- nes Todesfalles […] nicht habe rechtzeitig stattfinden können. I. Mit Verfügung vom 18. November 2010 wies das Bundesverwaltungsg e- richt das Gesuch um Ansetzung einer Nachfrist ab, da die Beschwerde weder in Bezug auf den Inha lt, noch auf die Form mangelhaft erschien und sich insbesondere die Begründung der Beschwerde als ausreichend erwies, und da die Rechtsmittelfrist eingehalten wurde, auch kein Voraus- setzung zu einer Wiedereinsetzung gemäss Art. 24 VwVG vorlag. J. Mit Eingabe vom 19. November 2010 reichte der Rechtsvertreter des B e- schwerdeführers ein Bestätigungsschreiben ein, in welchem er festhielt, dass bezugnehmend auf ein Telefonat zwischen ihm und dem Instrukt i- onsrichter Letzterer ihm einen zweiten Schriftenwechsel zuges ichert ha- be. K. Mit einer Aktennotiz vom 22. November 2010, welche den Parteien zug e- schickt wurde, stellte der Instruktionsrichter fest, dass im Rahmen dieses Telefongesprächs lediglich darauf hingewiesen worden sei , dass prima facie die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels ein geeignetes Mi t- tel sei, um den besonderen Umständen des vorliegenden Falles Rec h- nung zu tragen. Des Weiteren stehe einer Beschwerdeergänzung – un- abhängig von den entsprechenden Voraussetzungen des VwVG – nichts entgegen, wenn sich die Beschwerdegegnerin mit einer Beschwerdee r- gänzung ausdrücklich einverstanden erklären würde. L. Die Beschwerdegegnerin teilte dem Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 2. Februar 2011 mit, dass sich die Parteien in Vergleich s- verhandlungen befänden, weshalb sie um eine Fristverlängerung zur Ein- reichung ihrer Beschwerdeantwort bis zum 4. März 2011 ersuchte, was ihr auch bewilligt wurde. B-8028/2010 Seite 6 M. Mit Eingabe vom 11. Februar 2011 sandte die Vorinstanz sämtliche Vo r- akten ein und verzichtete im gleichen Schreiben auf Einreichung einer Stellungnahme. N. Die Vergleichsverhandlungen beider Parteien verliefen erfolglos, weshalb die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 23. Februar 2011 um eine erneute Fristverlängerung zur Einreichung einer Beschwerdeantwort e r- suchte. O. Die Beschwerdegegnerin reichte mit Schreiben vom 28. März 2011 ihre Beschwerdeantwort sowie eine erste Honorarnote innert erstreckter Frist ein. Darin beantragte sie die Abweisung der Beschwerde unter Kosten - und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. Gleichzeitig erklärte sie sich bereit, aufgrund der besonderen Umstände (vgl. E. H hiervor) einen zweiten Schriftenwechsel durchzuführen, so dass der B e- schwerdeführerin die Gelegenheit zu einer allfälligen Ergänzung ihrer Be- schwerde gegeben werden kann, dies unter der Bedingung, dass ihr im Nachgang Gegenrecht gewährt würde. Zur Begründung brachte sie vor, dass eine Zeichenähnlichkeit bereits wegen der vollständigen Übernahme der Widerspruchsmarke in die jü n- gere Marke zu bejahen ist. Weiter sei an die Verwechslungsgefahr auf- grund des gleichartigen und identischen Waren- und Dienstleistungsver- zeichnisses ein strenger Massstab zu legen . Demzufolge würden die be- stehenden Unterschiede zwischen den beiden Marken nicht ausreichen, um eine Verwechslungsgefahr zu bannen. P. Der Beschwerdeführer reichte mit Schreiben vom 14. Juni 2011 seine Replik innert erstreckter Frist ein. Darin hielt er seine Rechtsbegehren aufrecht und bestritt neuerdings die Gleichartigkeit der beanspruchten Waren und Dienstleistungen, und hielt die Widerspruchsmarke für schwach. Q. Mit Duplik vom 18. August 2011 hielt auch die Beschwerdegegnerin innert erstreckter Frist an ihren Anträgen fest und reichte zudem eine zweite Honorarnote ein. B-8028/2010 Seite 7 R. Mit Verfügung vom 21. März 2012 wurde die Beschwerdegegnerin im Hinblick auf ihre bereits eingereichten Honorarnoten vom Bundesverwa l- tungsgericht zur Einreichung einer die Anforderungen von Art. 14 Abs. 2 VGKE erfüllenden Kostennote aufgefordert. Die daraufhin mit Schreiben vom 4. April 2012 bei Gericht eingegangene Kostennote wurde de m Be- schwerdeführer zur Stellungnahme zugestellt. Dieser liess die Frist unbe- nutzt verstreichen. S. Die Parteien verzichteten stillschweigend auf die Durchführung einer ö f- fentlichen Parteiverhandlung. T. Auf weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden g e- gen Entscheide der Vorinstanz in Widerspruchssachen zuständig (Art. 31 und 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Die Beschwerde wurde inner halb der gesetzlichen Frist von Art. 50 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfa h- ren (VwVG, SR 172.021) am 15. November 2010 frist - und formgerecht eingereicht (Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der verlangte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer be- schwert und hat ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung. Er ist somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Ebenso liegen die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen gemäss Art. 48 ff. VwVG vor. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. B-8028/2010 Seite 8 2. 2.1. Nach der Legaldefinition von Art. 1 Abs. 1 des Markenschutzgesetzes vom 28. August 1992 (MSchG, SR 232.11) ist die Marke ein Zeichen zur Unterscheidung von Waren oder Dienstleistungen verschiedener Unte r- nehmen voneinander. Das Markenrecht entsteht mit der Eintragung ins Register und steht demjenigen zu, der die Marke zuerst hinterlegt (Art. 5 f. MSchG). Dem Inhaber verleiht es das ausschlie ssliche Recht, die Marke zur Kennzeichnung der Waren und Dienstleistungen, für die sie beansprucht wird, zu gebrauchen und darüber zu verfügen (Art. 13 Abs. 1 MSchG). 2.2. Gestützt auf Art. 3 Abs. 1 MSchG kann der Inhaber der älteren Marke Widerspruch gegen entsprechende jüngere Markeneintragungen erheben (Art. 31 Abs. 1 MSchG). Vorliegend erhob die ältere internationale Regist- rierung Nr. 897 928 "VIEW", welche am 16. Mai 2006 in das internationa- le Register eingetragen wurde, Widerspruch gegen die am 10. April 2008 im Schweizerischen Handelsblatt (SHAB) veröffentlichte und damit jünge- re schweizerische Marke CH -Nr. 569 658 " SWISSVIEW (fig.)". Der am 10. Mai 2008 erhobene Widerspruch erfolgte rechtzeitig (vgl. Art. 31 Abs. 2 MSchG). 3. 3.1. Zeichen sind gemäss Art. 3 Abs. 1 Bst. c MSchG vom Markenschutz ausgeschlossen, wenn sie einer älteren Marke ähnlich und für gleiche oder gleichartige Waren oder Dienstleistungen registriert sind, so dass sich daraus eine Verwechslungsgefahr ergibt. Die Beurteilung der Ve r- wechslungsgefahr richtet sich nach der Ähnlichkeit der Zeichen im Eri n- nerungsbild des Letztabnehmers (BGE 121 III 378 E. 2a BOSS/BOKS, BGE 119 II 473 E. 2d Radion/Radiomat; Urteile des Bundesverwaltung s- gerichts B -7934/2007 vom 26. August 2009 E. 2.1 Fructa/Fructaid, B-3578/2007 vom 31. Oktober 2007 E. 2 Focus/Pure Focus, B-7492/2006 vom 12. Juli 2007 E. 3 Aromata/Aromathera; siehe auch EUGEN MAR- BACH, Markenrecht, in: Roland von Büren / Lucas David [Hrsg.], Schwe i- zerisches Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, Bd. III/ 1, Basel 2009 [hiernach: MARBACH, SIWR III/1], N. 867) und nach dem Mass an Gleic h- artigkeit zwischen den geschützten Waren und Dienstleistungen. Zw i- schen diesen beiden Elementen besteht eine Wechselwirkung: An die Verschiedenheit der Zeichen sind umso höhere Anforderungen zu stellen, je ähnlicher die Waren und/oder Dienstleistungen sind, und umgekehrt B-8028/2010 Seite 9 (LUCAS DAVID, in: Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Marke n- schutzgesetz/Muster- und Modellgesetz, 2. Aufl., Basel 1999, MSchG Art. 3 N. 8). 3.2. Für die Beurteilung der Verwechslungsgefahr gemäss Art. 3 Abs. 1 MSchG ist ausschlaggebend, ob aufgrund der Ähnlichkeit Fehlzurec h- nungen zu befürchten sind, welche das besser berechtigte Zeichen in seiner Individualisierungsfunktion gefährden (BGE 127 III 166 E. 2a Se- curitas). Eine Verwechslungsgefahr ist anzunehmen, wenn eines der zu vergleichenden Zeichen für das andere gehalten wird ("unmittelbare Ve r- wechslungsgefahr"), aber auch dann, wenn die mas sgeblichen Verkehrs- kreise die Zeichen zwar auseinanderhalten, dahinter aber unrichtige wir t- schaftliche Zusammenhänge vermuten und namentlich annehmen, dass beide gekennzeichneten Angebote aus demselben Unternehmen sta m- men ("mittelbare Verwechslungsgefahr", vgl. BGE 128 III 97 f. E. 2a Orfi- na/Orfina, BGE 127 III 166 E. 2a Securitas, Urteil des Bundesgerichts 4C.171/2001 vom 5. Oktober 2001 E. 1b Stoxx/StockX [fig.], veröffentlicht in sic! 2002 S. 99, BGE 122 III 382 ff. Kamillosan). 3.3. Damit eine Verwechslungsgefahr droht, müssen aber noch weitere Faktoren hinzukommen. Zu berücksichtigen sind im Einzelfall der Au f- merksamkeitsgrad, mit dem die Abnehmer bestimmte Waren oder Dienst- leistungen nachfragen, sowie die Kennzeichnungskraft, da diese ma ss- geblich den Schutzumfang einer Marke bestimmt ( GALLUS JOLLER, in: Mi- chael G. Noth/Gregor Bühler/Florent Thouvenin [Hrsg.], Markenschutzg e- setz [MSchG], Bern 2009, Art. 3 N. 45; siehe auch CHRISTOPH WILLI, Mar- kenschutzgesetz, Kommentar zum schweizerischen Markenrecht unter Berücksichtigung des europäischen und internationalen Markenrechts, Zürich 2002, Art. 3, N. 17 ff.). Für schwächere Marken ist der geschützte Ähnlichkeitsbereich kleiner als für starke. Bei schwachen Marken gen ü- gen daher schon bescheidene re Abweichungen, um eine hinreichende Unterscheidbarkeit zu schaffen (BGE 122 III 382 E. 2a Kamillosan; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -6046/2008 vom 3. November 2010 E. 3.3 R Rothmans [fig.]/Rose man Crown Agencies KING SIZE [fig.] , B-2653/2008 vom 1. Dezember 2008 E. 3.3 monari c./ANNA MOLINARI). Als schwach gelten insbesondere Marken, deren wesentliche Bestandte i- le sich eng an Sachbegriffe des allgemeinen Sprachgebrauchs anlehnen (BVGE 2010/32 E. 7.3 Pernaton/Pernadol, Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts B-7492/2006 vom 12. Juli 2007 E. 5 Aromata/Aromathera). Stark sind demgegenüber Marken, die entweder aufgrund ihres fantasi e- haften Gehalts auffallen oder aber sich im Verkehr durchgesetzt haben B-8028/2010 Seite 10 (BGE 122 III 382 E. 2a Kamillosan, mit Hinweisen; Urteil des Bundesge- richts 4C.258/2004 vom 6. Oktober 2004 E. 2.2 Yello; MARBACH, SIWR III/1., N. 979 mit Hinweis auf Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-7475/2006 vom 20. Juni 2007 E. 6 und 7 Converse All Stars [fig.]/Army tex [fig.] und Entscheid der R KGE vom 26. Oktober 2006 E. 7 Red Bull [fig.]/Red, Red Devil , veröffentlicht in sic! 2007 S. 531). Die Verwechsel- barkeit zweier Zeichen ist daher nicht aufgrund eines abstrakten Zeichen- vergleichs, sondern stets vor dem Hintergrund der gesamten Umstände zu beurteilen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -6046/2008 vom 3. November 2010 R Rothmans [ fig] / Roseman Crown Agencies KING SIZE [fig.]). 4. 4.1. Als erstes sind die massgeblichen Verkehrskreise für die im Wide r- spruch stehenden Waren und Dienstleistungen zu bestimmen (EUGEN MARBACH, Die Ver kehrskreise im Markenrecht, in: sic! 1/2007, S. 1, 6 f. und 11). Ausgangspunkt für die Bestimmung der Verkehrskreise ist das Waren- und Dienstleistungsverzeichnis der älteren Marke (vgl. JOLLER, a.a.O., Art. 3, N. 49). Dabei spielt es entgegen der Meinung des B e- schwerdeführers keine Rolle, welche marketingmässige Positionierung der Hinterleger mit seinen Waren und Dienstleistungen bezweckt ( JOL- LER, a.a.O., Art. 3 N. 49). Aus diesem Grund sind seine diesbezüglichen Einwendung nicht zu hören (vgl. Ziffern 1.4 und 2.4 ff. der Replik). 4.1.1. Die von der Widerspruchsmarke beanspruchten Waren der Klasse 9 sind alltägliche Produkte aus dem Bereich Elektronik, Musik - bzw. Da- tenspeicherung und IT. Hard - und Software, so wie Datenübertragungs - und Aufnahmegeräte, sowie Datenträger richten sich sowohl an Spezialis- ten als auch an den Durchschnittskonsumenten. 4.1.2. Auch die in Klasse 35, 38 und 41 beanspruchten Dienstleistungen sind solche, welche von Durchschnittskonsumenten abe r auch von Fach- kräften in Anspruch genommen werden. 4.2. Die Bestimmung der massgeblichen Verkehrskreise ist im Rahmen der Prüfung einer allfälligen Verwechslungsgefahr zweier Marken, vor a l- lem in Bezug auf die Frage zu dessen Aufmerksamkeit, von Bedeutung. Je höher die Aufmerksamkeit bei der in Inanspruchnahme der fraglichen Dienstleistungen, desto höher ist das Unterscheidungsvermögen der a n- gesprochenen Abnehmerkreise (JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 52). B-8028/2010 Seite 11 4.2.1. Wie bereits dargelegt, bildet sich der massgebliche Verkehr skreis der in Klasse 9 beanspruchten Waren aus Endabnehmer, d.h. Durc h- schnittskonsumenten, und Fachpersonen aus der IT - und Elektronikbran- che. Die betroffenen Waren werden zwar mit einer bestimmten Rege l- mässigkeit, aber doch nicht täglich erworben, so dass angenommen wer- den muss, dass der vorliegende Abnehmer den Markeninhaber bewus s- ter, und d aher zumindest mit einer leicht erhöhten Aufmerksamkeit au s- sucht. 4.2.2. Auch in Bezug auf die in Klasse 35 beanspruchten Werbedienst- leistungen ist festzustellen, dass diese keine alltäglichen Bedürfnisse a b- decken und grundsätzlich eine intensivere wirtschaftliche Beziehung vo r- aussetzen. Weiter haben solche Dienstleistungen eine möglichst gute Positionierung eines Images zum Inhalte, weshalb gerade der bestimmte Ruf eines Die nstleistungsanbieter bei dessen Auswahl nicht zu unte r- schätzen ist, so dass anzunehmen ist, dass der Abnehmer seinen Dienst- leistungserbringer sorgfältig aussucht und dabei einen leicht erhöhten Grad an Aufmerksamkeit walten lässt (vgl. auch Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts B-1009/2010 vom 14. März 2011, E.3.3.1 CREDIT SUI S- SE/UniCredit Suisse Bank [fig.]). 4.2.3. Die in Klasse 41 beanspruchten Unterhaltungs- und kulturellen Ak- tivitätsdienstleistungen werden mit einer gewissen Regel mässigkeit und daher mit einer normalen Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. 5. In einem weiteren Schritt ist zu überprüfen, ob die beanspruchten Waren und Dienstleistungen der sich gegenüberstehenden Marken aus Sicht der Verkehrskreise identisch oder zumindest gleichartig sind. 5.1. Gleichartigkeit liegt vor, wenn die angesprochenen Abnehmerkreise auf den Gedanken kommen können, die unter Verwendung identischer oder ähnlicher Marken angepriesenen Waren und Dienstleistungen wü r- den angesichts ihrer üblichen Herstellungs- und Vertriebsstätten aus ein und demselben Unternehmen stammen oder doch wenigstens unter der Kontrolle des gemeinsamen Markeninhabers von verbundenen Unte r- nehmen hergestellt werden (Urteil e des Bundesverwaltungsgericht B-6665/2010 vom 21. Juli 2011 E. 5.1 HOME BOX OFFICE/Box Office, B-4159/2009 vom 25. November 2009 E. 3.1 EFE [fig.] / EVE , mit Ve r- weis u.a. auf DAVID, a.a.O., Art. 3 N. 35). B-8028/2010 Seite 12 5.2. Als markenrechtlich identisch gelten Waren, wenn die von der ang e- fochtenen Marke beanspruchte Ware unter den von der älteren Marke geschützten Oberbegriff fällt ( JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 242). Ist die Ware nicht unter den von der älteren Marke beanspruchten Begriff subsumier- bar, ist zu prüfen, ob zumindest eine Gleichartigkeit vorliegt. Dabei spricht für das Vorliegen, wenn sich die Waren unter den gleichen Oberbegriff der Nizza -Klassifikation subsumieren lassen ( JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 246). 5.2.1. Die Widerspruchsmarke beansprucht in Klasse 9 Schutz für "Mé- moires et supports d'enregistrement de sons et d'images électroniques, magnéto-optiques, optiques et magnétiques, notamment CD, CD -ROM, CD-I, DVD, disquettes, bandes vidéo, disques phonographiques et micro- films, tous les produits destinés à une utilisation en ligne ou non; enregi s- treurs à bande magnétique; équipements de réception, ainsi que d'enre- gistrement, de transmission et reproduction de sons et d'images; matériel informatique, notamment équipement pour le traitement de l'information, ordinateurs et leurs périphériques; logiciels; programmes de traitement de données; programmes d'exploi tation d'ordinateurs" . Die von der ang e- fochtenen Marke in Klasse 9 beanspruchten "herunterladbare Informatio- nen" sind damit nicht wortwörtlich von der Widerspruchsmarke bea n- sprucht. Der Beschwerdeführer bestreitet denn auch in seiner Replik die von der Vorinstanz festgestellte Gleichartigkeit zwischen seiner in Klasse 9 beanspruchten Waren und den diversen von der Widerspruchsmarke beanspruchten Datenträgern (Ziff. 4.1 der Replik). Seiner Meinung nach kann aus der Tatsache, dass eine "herunterladbare Information" u.a. auf einem Datenträger gespeichert werden kann, nicht direkt auf Gleicharti g- keit geschlossen werden. 5.2.2. Dieser Auffassung kann sich das Gericht nicht anschliessen. Ger a- de die Tatsache, dass die vom Beschwer deführer beanspruchten Waren auf Datenträger gespeichert werden können, was von diesem ja auch an sich nicht bestritten wird, zeigt, dass ein Zusammenhang zwischen den Waren besteht. Zudem greift auch der Einwand des Beschwerdeführers, herunterladbare Informationen müssten gar nicht gespeichert w erden wenn sie mittels Streaming oder dem Abspielen einer DVD verwendet werden, nicht, denn erstens kann auch ein Stream aufgenommen werden und zweitens ist gerade das Abspielen einer DVD der Beweis, dass eine heruntergeladene Information auf einem Speiche rmedium abgespielt wird. Ausserdem beansprucht die Widerspruchsmarke Schutz für "maté- riel informatique, notamment équipement pour le traitement de l'informati-B-8028/2010 Seite 13 on", mit welchem "herunterladbare Informationen" heruntergeladen oder zumindest bearbeitet werden können, weshalb zwischen den Waren der beiden Marken in Klasse 9 einen derart engen Zusammenhang besteht, dass mit der Vorinstanz einig zu gehen ist, wenn diese auf Gleichartigkeit schliesst. 5.3. In Bezug auf die beanspruchten Dienstleistungen verneint der B e- schwerdeführer die von der Vorinstanz festgestellte Identität bzw. Gleich- artigkeit gänzlich . Zur Begründung verweist er auf den tatsächlichen Gebrauch der Marke und schliesst aus der Gegebenheit, dass er zwar Oberbegriffe beansprucht, die Marke jedoch nur für Unterbegriffe g e- braucht, welche seiner Meinung nach nicht unter die von der Beschwe r- degegnerin beanspruchten Dienstleistungen subsumierbar sind, eine Gleichartigkeit bzw. Identität aus (Ziffern 4.2 ff. der Replik). Hierbei ist al- lerdings entgegen der M einung des Beschwerdeführers festzuhalten, dass einzig der Einzelvergleich jedes Waren- und Dienstleistungseintrags mit den Waren und Dienstleistungen der anderen Marke so wie sie im Register eingetragen sind, entscheidend ist (Urteil des Bundesverwa l- tungsgericht B-7506/2006 vom 21. März 2007, E. 5 [fig. Karomuster]/[fig. Karomuster]). 5.3.1. Damit ist bei der Beurteilung der Gleichartigkeit bzw. Identität der jeweils beanspruchten Dienstleistungen im Einklang mit der Beschwerde- gegnerin festzuhalten, dass es unve rständlich erscheint, wenn identische Dienstleistungen vom Beschwerdeführer nicht als solche erkannt werden. So wird in Klasse 35 von der Widerspruchsmarke die Dienstleistung "publicité" und von der angefochtene Marke " Werbung und Vermietung von Werbefläch en" beansprucht. "Publicité" ist "Werbung" und die Ve r- mietung von Werbefläche eine Werbedienstleistung , womit sie unter den von der Widerspruchsmarke beanspruchten Oberbegriff " Publicité" fällt und deren Gleichartigkeit begründet. Auch die in Klasse 41 bea nspruch- ten Dienstleistungen sind entgegen der Meinung des Beschwerdeführers identisch, denn die von der Widerspruchsmarke beanspruchten " divertis- sement; activités culturelles" werden auch von der angefochtenen Marke beansprucht, nämlich "Unterhaltung und kulturelle Aktivitäten". Schliess- lich sind auch die in Klasse 38 von der Widerspruchsmarke beanspruc h- ten "prestations dans le domaine des télécommunications, envoi d'info r- mations à des tiers sur Internet, diffusion d'informations sur des réseaux câblés ou sans fil, services d'un fournisseur de contenu, à savoir mise à disposition d'informations sur Internet ou de plates -formes, transmission de programmes de radio et de télévision (par câble)" sowie die von der B-8028/2010 Seite 14 angefochtenen Marke beanspru chte Dienstleistung "Telekommunikation" identisch, denn inwiefern "Dienstleistungen im Bereich der Telekommun i- kation" nicht mit "Telekommunikationsdienstleistungen" deckungsgleich sein sollen, erschliesst sich dem Gericht nicht. Dass der Beschwerdefüh- rer seine Marke in der Klasse 38 – wie von ihm gerügt – tatsächlich nur in einem spezifischen Bereich benutzt, geht aus seinem Registereintrag nicht hervor. 6. Angesichts der Waren gleichartigkeit und Dienstleistungsidentität gilt es nun zu prüfen, ob vorliegend eine Zeichenähnlichkeit besteht. Wird eine solche bejaht, so ist zu klären, welche Kennzeichnungskraft der Wide r- spruchsmarke zukommt und damit wie ähnlich die Marken sein dürfen, die jene neben sich zu dulden hat. 6.1.1. Entscheidend bei der Beurteilung der Ähnlichkeit zweier Zeichen ist der Gesamteindruck, den die Zeichen bei den massgebenden Verkehr s- kreisen hinterlassen ( MARBACH, SIWR III/1, N. 864). Beim Zeichenve r- gleich ist von den Eintragungen im Register auszugehen (Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts B-5325/2007 vom 12. November 2007 E. 3 Ad- wista/ad-vista mit Hinweisen; siehe auch MARBACH, SIWR III/1, N. 705), doch gilt es zu berücksichtigen, dass das angesprochene Publikum die beiden Marken in der Regel nicht gleichzeitig vor sich hat. Deshalb ist auf das Erinnerungsbild abzustellen, welches die Abnehmer von den eing e- tragenen Marken bewahren (Entscheid der RKGE vom 27. April 2006 E. 6 O [fig.], veröffentlicht in sic! 2006 S. 673 f.). Diesem Erinnerungsbild ha f- tet zwangsläufig eine gewisse Verschwommenheit an ( MARBACH, SIWR III/1, N. 867 f.), weshalb es wesentlich durch das Ersc heinungsbild der kennzeichnungskräftigen Markenelemente geprägt wird (BGE 122 III 386 E. 2a Kamillosan). Schwache oder gemeinfreie Markenbestandteile dü r- fen jedoch bei der Beurteilung der Markenähnlichkeit nicht einfach aus- geblendet werden ( MARBACH, SIWR III/1, N. 866 mit Hinweis auf BGE 122 III 382 E. 5b Kamillosan; WILLI, a.a.O., Art. 3, N. 65). Vielmehr ist im Einzelfall zu entscheiden, ob und inwieweit dieselben das Markenbild un- geachtet ihrer Kennzeichnungsschwäche beeinflussen ( MARBACH, SIWR III/1, N. 865 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B - 1085/2008 vom 13. November 2008 Red Bull/Stierbräu). Eine Differenzie- rung und damit eine Gewichtung der Zeichenelemente ist zulässig ( MAR- BACH, SIWR III/1, N. 866 mit Hinweis auf BGE 96 II 400 Eden Club). B-8028/2010 Seite 15 6.1.2. Für Kollisionsfälle zwischen komplexen Marken, beispielsweise kombinierten Wort-/Bildmarken, können keine absoluten Regeln darüber aufgestellt werden, welchem Zeichenelement auf der einen oder anderen Seite die für den Gesamteindruck prägende Bedeutung zukomm t. Enthält eine Marke sowohl kennzeichnungskräftige Wort - als auch Bildelemente, können diese das Erinnerungsbild gleichermassen prägen. Entsprechend kann bereits angesichts einer hohen Zeichenähnlichkeit in Bezug auf das Wort- oder das Bildelement eine Ve rwechslungsgefahr resultieren ( MAR- BACH, SIWR III/1, N. 930 f.). Sind die Bildelemente einer ko mbinierten Wort-/Bildmarke nur wenig kennzeichnungskräftig, treten sie beim Ze i- chenvergleich in den Hintergrund (Entscheid der RKGE vom 10. Februar 2004 E. 10 SPEEDO/Speed Company [fig.], veröffentlicht in sic! 2004 S. 578 f.). 6.1.3. Die Wortelemente von Marken sind nach folgenden Kriterien mi t- einander zu vergleichen. Zu beachten sind ihr Klang und ihr Schriftbild, gegebenenfalls auch ihr Sinngehalt. Das Silbenmass, die Ausspracheka- denz und die Aufeinanderfolge der Vokale prägen insbesondere den Klang, während das Schriftbild vor allem durch die Wortlänge und durch die Eigenheiten der verwendeten Buchstaben bestimmt wird (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-7492/2006 vom 12. Juli 2007 E. 4 Aroma- ta/Aromathera mit Hinweisen). Bei reinen Wortmarken genügt grundsät z- lich schon eine Übereinstimmung unter einem der drei genannten G e- sichtspunkten um die Zeichenähnlichkeit zu bejahen. Ein klar erkennb a- rer, unterschiedlicher Sinngehalt im Widerspruch stehender Marken kann eine festgestellte visuelle oder akustische Ähnlichkeit jedoch wettmachen. Dazu reicht es aber nicht aus, dass der Sinngehalt der einen Marke de m- jenigen der anderen nicht entspricht, sondern es ist ein Sinngehalt erfor- derlich, der sich den Wahrnehmenden sofort und unwillkürlich aufdrängt (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-7460/2006 vom 6. Juli 2007 E. 6 Adia/Aida Jobs, Aida Personal, Entscheid der RKGE vom 10. März 2006 E. 7 Minergie/Sinnergie mit weiteren Hinweisen, veröffentlicht in sic! 2006 S. 413). 6.2. Im vorliegenden Fall stehen sich die Zeichen "SWISSVIEW" (fig.) und "VIEW" gegenüber. Während es sich bei der Widerspruchsmarke "VIEW" um eine reine Wortmarke handelt, weist die angefochten Marke "SWIS S- VIEW" (fig.) auch ein figuratives Element auf, nämlich einen kleinen Kreis der einen – wie der Beschwerdeführer angibt – stilisierten Rotor eines Helikopters umrandet (vgl. Ziff. 1.2 der Replik) . Wie schon vorinstanzlich zutreffend festgestellt, übernimmt die angefochtene Marke die Wide r-B-8028/2010 Seite 16 spruchsmarke "VIEW" damit vollständig. Grundsätzlich begründet allein dies eine Zeichenähnlichkeit (MARBACH, SIWR III/1, N. 869), denn eine Kombination mit einem Zusatz schafft an sich keine genügende Unte r- scheidbarkeit (JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 127). Zulässig ist die Übernahme einer älteren Marke nur ausnahmsweise, und zwar wenn sie derart mit der neuen Marke verschmilzt, dass dieser Bestandteil nur noch als unte r- geordneter Teil der jüngeren Marke erscheint (Urteil des Bundesve rwal- tungsgericht B -1009/2010 vom 14. März 2011 E. 5.2 CREDIT SUI S- SE/UniCredit Suisse Bank [fig.]; JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 128). 6.3. Der Beschwerdeführer bringt denn auch vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht bloss die Ähnlichkeit der Wortelemente "view" beurteilt und dabei das zusätzliche Wortelement "swiss" sowie das figurative Element, we l- che der angefochtenen Marke gesamthaft einen vom Widerspruchsze i- chen divergierenden Gesamteindruck vermitteln, ausser Acht gelassen (Ziffern 1.3 f. der Replik). Es ist demnach zu prüfen, ob das angefochtene Zeichen die Widerspruchsmarke so übernimmt, dass diese im jüngeren Zeichen nur noch als untergeordneten Teil erscheint. 6.3.1.1 Die Widerspruchsmarke besteht als reine Wortmarke aus dem englischen Begriff "view". Diesem kommt auf Deutsch als Nomen die B e- deutungen "Sicht, (Aus)Blick bzw. Aussicht, Besichtigung" sowie "Ansicht" bzw. "Meinung" zu (Eintrag zu "view", in: Langenscheidt Handwörterbuch Englisch, Berlin 2005, S. 660 f.). Als Verb wird "view" bzw. "to view" mit "etwas ansehen, betrachten, besichtigen" übersetzt (Eintrag zu "view", in: Langenscheidt, a.a.O. , S. 660). "VIEW" ist ein Begriff des englischen Grundwortschatzes, weshalb das Zeichen sowohl von den Fachkreisen als auch von den Durchschnittsabnehmern ohne Gedanke naufwand im dargelegten Sinn erkannt wird (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B-3377/2010 vom 27.07.2010 E. 5.2 RADIANT APRICOT, B-1364/2008 vom 24. Juni 2009 E. 5.3 On the Beach). 6.3.1.2 Die angefochtene Marke "SWISSVIEW" setzt sich aus dem Adjek- tiv "swiss" und demnach aus dem Substantiv "view" zusammen, so dass die Kombination vom Abnehmer problemlos als "schweizerische Sicht, schweizerische Aussicht, Schweizerische Ansicht" bzw. "schweizerische Meinung" verstanden wird (vgl. E. 6.3.1.1 hiervor). Im Gegensatz zur Wi- derspruchsmarke ist aufgrund der Verwendung eines Adjektivs klarge- stellt, dass es sich bei "view" um ein Substantiv handelt, was bei Ersterer hingegen offen bleiben kann. Es kann aber vorliegend festgehalten we r- den, dass sich damit entgegen der Mein ung des Beschwerdeführers an B-8028/2010 Seite 17 der Bedeutung des Zeichenelements "view" nichts marginales ändert: Dank dem Adjektiv "swiss" wird lediglich präzisiert, um welche "view" es sich handelt, was nur ein minimer Unterschied zwischen den zwei Ze i- chen darstellt (Urte il des Bundesverwaltungsgericht B -3162/2011 vom 8. Februar 2012 E. 5.4 5TH AVENUE [fig.]/AVENUE [fig.]). Dem Einwand des Beschwerdeführers (Ziff. 3.2 der Replik), die einzelnen Begriffe wü r- den als solche aufgrund deren Zusammenschreibung nicht erkannt, kan n nicht gefolgt werden, da der Zusammenzug beider Wörter am Verstän d- nis nichts ändert, solange die einzelnen Wörter für den Abnehmer sofort erkennbar sind (Urteil des Bundesverwaltungsgericht s B-6257/2008 vom 23. Dezember 2009 E. 11.3 f. DEOZINC), was vorliegend klar der Fall ist und zudem durch die Tatsache, dass die einzelnen Wörter je einsilbig sind, begünstigt wird. 6.3.1.3 Was die Wortelemente der beiden Zeichen betrifft, kann somit festgehalten werden, dass sich diese kaum unterscheiden. Die phonet i- schen und sinngehaltlichen Gemeinsamkeiten vermögen durch den fes t- gestellten Unterschied, wonach die jüngere Marke ein Wort und damit e i- ne Silbe mehr hat, nichts an der Ähnlichkeit der Wortelemente beider Zei- chen ändern. 6.3.2. Wie dargelegt, setzt sich die angefochte ne Marke aus einer Wor t- kombination und einem grafischen Element zusammen. Das Wortelement ist in Grossbuchstaben sowie in einem Wort geschrieben. Die Grafik ist vergleichsweise klein und – ähnlich einem Asterix – leicht erhöht neben dem letzten Buchstaben der Wortkombination angesetzt. Um deren U n- terscheidungskraft zu betonen, verweist der Beschwerdeführer auf das Storyboard sowie eine isolierte Vergrösserung der Grafik (Beilagen 1 und 2 der Replik). Dabei verkennt der Beschwerdeführer jedoch, dass nur der Markeneintrag, d.h. die gesamthafte Abbildung wie sie im Register aufge- führt wird, als Prüfungsgrundlage zu benut zen ist (DAVID, a.a.O., Art. 3 N. 12; MARBACH, SIWR III/1, N. 123). Eine mosaikartige Betrachtung s- weise der Marke nelemente ist unzulässig ( DAVID, a.a.O., Art. 3 N. 11). Weiter ist die Tatsache, dass es sich bei der Grafik um die Darstellung ei- nes Helikopterrotors und damit um einen symbolischen Hinweis auf die Tätigkeit des Hinterlegers, nämlich die Erstellung von Luftaufnahmen der Schweiz in einem Helikopter, handelt, für den Abnehmer nicht ohne meh- rere Gedankenschritte erkennbar . Setzt man die Grafik hingegen in Z u- sammenhang mit den Waren und Dienstleistungen, ist darin weder ein symbolischer Gehalt noch ein spezifische r Sinngehalt erkennb ar. Es ist B-8028/2010 Seite 18 daher anzunehmen, dass sie als rein dekoratives und damit nebensächli- ches Element der angefochtenen Marke wahrgenommen wird. 6.3.3. Zwischen den in Widerspruch stehenden Zeichen besteht folglich auf optischer, phonetischer und lexikalischer Ebene eine Übereinstim- mung. Die zusätzlichen Elemente der jüngeren Marke prägen diese nicht derart, dass die älter e Marke "view" darin eine untergeordnete Rolle spielt. Im Gegenteil, dass Zeichenelement "swiss" der jüngeren Marke setzt als Adjektiv den Fokus auf das Nomen "view" und damit auf die W i- derspruchsmarke. Besteht wie im vorliegenden Fall bereits eine Zeichen - ähnlichkeit aufgrund des Wortklanges, so führt die zusätzliche Über - einstimmung im Sinngehalt zu einer Verstärkung der Zeichenähn lichkeit (JOLLER, a.a.O., Art. 3, N. 159 f. mit Hin weisen). Damit hat die Vorinstanz eine Zeichenähnlichkeit zwischen der Wortmarke "VIEW" und der Wort - /Bildmarke "SWISSVIEW (fig.)" zu Recht bejaht. 7. Abschliessend ist in einer Gesamtbetrachtung und unter Berücksicht i- gung der Kennzeichnungskraft beider Marken und des Aufmerksamkeit s- grades, den die massgeblichen Verkehrskreise bei der Nachfrage der b e- anspruchten Waren und Dienstleistungen walten lassen, über die Ve r- wechslungsgefahr zu urteilen. 7.1. Der Beschwerdeführer rügt, die V orinstanz habe fälschlicherweise angenommen, die ältere Marke verfüge über einen normalen Schutzu m- fang. Ohne eine weitere Begründung, stellt er fest, dass beide Marken schwach seien (Ziffer 3.2 der Replik) . Somit würden bereits geringe U n- terschiede genügen, um eine Verwechslungsgefahr zu vermeiden , wes- halb sich die jüngere Marke dank ihrer kennzeichnungskräftigen und be- kannten Grafik genügend von der Widerspruchsmarke abhebe um eine Verwechslungsgefahr zu vermeiden. 7.1.1. Bei der Beurteilung der Kennzeic hnungskraft eines Zeichens ist zunächst festzuhalten, dass sich diese nach der Unterscheidungskraft der Marke bzw. ihrer Bestandteile bestimmt ( JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 81). Diese wiederum ist dadurch zu bestimmen, dass das Zeichen in Relation mit den beanspruchten Waren und Dienstleistungen gesetzt wird (JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 82). Daraus ergibt sich wie die Vorinstanz zutreffend ent- gegen der Meinung des Beschwerdeführers festgehalten hat, dass aus der Tatsache allein, dass einem Zeichen eine Bedeutung zukommt, nicht automatisch auf dessen Schwäche geschlossen werden kann (Ziffer D.3 B-8028/2010 Seite 19 der angefochtenen Verfügung). Geschwächt wird ein Zeichen erst, wenn dieser Sinngehalt im Zusammenhang mit den Waren und Dienstleistu n- gen beschreibend ist. 7.1.2. Die Vorinstanz hat in der Widerspruchsmarke im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren und Dienstleistungen keine beschreibende Bedeutung erkannt (Ziffer D.3 der angefochtenen Verfügung). Dieser Ein- schätzung schliesst sich auch das Bundesverwaltungsgericht an: Ein Sinngehalt wie "Sicht, (Aus)Blick bzw. Aussicht, Besichtigung" sowie "An- sicht" bzw. "Meinung" oder auch "etwas ansehen, betrachten, besicht i- gen" ist im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren der Klasse 9 zu unbestimmt. Auch im Zusammenhang mit den in Klasse 3 5 bea n- spruchten Werbedienstleistungen oder den in Klasse 41 beanspruchten Unterhaltungs- und kulturellen Aktivitätsdienste ist kein direkt beschre i- bender Sinngehalt erkennbar, da weder eine Tätigkeit noch eine Zwec k- bestimmung noch ein Inhalt direkt beschrieben wird. Schliesslich betref- fen die in Klasse 38 beanspruchten Dienstleistungen den tech nischen Aspekt der Über tragung und weisen somit weder Thema noch Inhalt auf (Urteil des Bundesverwaltungsgericht B -2380/2010 vom 7. Dezember 2011 E. 8.2.2 lawfinder/LexFind.ch [fig.] mit Verweis auf die Richtlinien in Markensachen des Institut für Geistiges Eigentum vom 1. Januar 2011, Teil 1, Ziff. 4.7). Demnach ist eine Bezeichnung wie "view" im Zusa m- menhang mit Dienstleistungen, welche allein die technische Über mittlung nicht aber den Inhalt der übermittelten Informationen zum Gegen stand haben, nicht beschreibend, weshalb auch hier nicht von einer schwache n Marke gesprochen werden kann. Die Widerspruchsmarke ist daher als originär unterscheidungskräftig zu bezeichnen, weshalb ihr im Einklang mit der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin eine normale Ken n- zeichnungskraft und ein entsprechender Schutzumfang zuzusprechen ist. 7.1.3. Zur Kennzeichnungskraft der angefochtenen Marke ist bei der B e- urteilung des Zeichenelement "VIEW" das soeben Gesagte analog heran zu ziehen. Weiter wird von keiner Partei bestritten, dass das Element "swiss" nichts wesentliches zur Kennzeichnungskraft der Marke beiträgt, da es sich lediglich um eine geografische Beschreibung handelt. Auc h unbestritten ist die Kennzeichnungskraft der Grafik. Der in diesem Z u- sammenhang vom Beschwerdeführer sinngemäss vorgebrachte Ei n- wand, das Zeichen "swissview" sowie die Grafik würden vom Beschwe r- deführer seit mindestens 10 Jahren gebraucht und seien dem schweizeri- schen Publikum deshalb bekannt (Ziffer 1.3 f. der Replik), kann nicht g e- hört werden, da er diese Behauptung nicht substantiiert. Wer die durch B-8028/2010 Seite 20 Benützung gesteigerte Kennzeichnungskraft seiner Marke behauptet, hat hierzu entsprechende Belege einzur eichen (JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 100 mit weiteren Hinweisen). Es ist demnach auch in Bezug auf die angefoch- tene Marke von einem Zeichen mit gesamthaft normaler Kennzeic h- nungskraft auszugehen. 7.2. Angesichts der Tatsache, dass die Widerspruchsmarke gänzlich in die angefochtene Marke übernommen wurde, sind die vom Beschwerd e- führer geltend gemachten optischen und klanglichen Abweichungen als ungenügend zu qualifizieren. Auch beste ht kein derart abweichender Sinngehalt zwischen den zwei Zeichen, welcher die festg estellten Äh n- lichkeiten wettmachen könnte . Zwar ist davon auszugehen, dass die massgeblichen Abnehmer bei der Betrachtung der Marken im Zusa m- menhang mit den beanspruchten Waren und Dienstleistungen teils eine erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen (vgl. E. 4 hiervor). In Anbetracht des Eingangs Gesagten sowie der Tatsache, dass d ie Vergleichszeichen vorliegend für gleichartige Waren und identische Dienstleistungen hinte r- legt sind, und somit nicht schon geringste Abweichungen in den Zeichen ausreichen, um eine Verwechslungsgefahr zu bannen (Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts B -6046/2008 vom 3. November 2010 E. 7.1 R Rothmans [fig.]/ Roseman Crown Agencies KING SIZE [fig.]) , genügt das Kriterium der erhöhten Aufmerksamkeit alleine nicht um eine Verwech s- lungsgefahr zu bannen ( Urteil des Bundesverwaltungsgericht B-1009/2010 vom 14. März 2011 E. 6.1 CREDIT SUISSE/UniCredit Suis- se Bank [fig.]). 7.3. Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend , die Gefahr einer Verwechslung könne gerade aufgrund dessen ausgeschlossen werden, dass die Beschwerdegegnerin seine bereits im Jahr 2006 hinterlegte Marke CH -Nr. 552'282 "swissview (fig)" bisher stillschweigend geduldet habe, obwohl diese phonetisch mit d er nun angefochtenen Marke übe r- einstimmt. Auch seien weitere Marken im schweizerischen Register ei n- getragen, welche den Begriff "view" enthielten, was darauf deute, dass die Widerspruchsmarke auch deren Existenz geduldet habe. Diesem Einwand kann nicht gef olgt werden, denn e s steht im Belieben eines Markeninhabers, ob er sein Ausschliesslichkeitsrecht geltend machen will oder nicht (Art. 3 Abs. 3 MSchG). Somit liegt es einzig in seinem Ermes- sen zu entscheiden, ob und wann er sich an einem konkurrierenden Ze i- chen stört oder nicht (vgl. JOLLER, a.a.O., N. 9; MARBACH, SIWR III/1 , N. 688). Auch ist irrelevant, ob es bisher zu konkreten Verwechslungen zwischen der Widerspruchsmarke und dieser Marke gekommen ist oder B-8028/2010 Seite 21 nicht (vgl. BGE 126 III 315 E. 4b Apiella; JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 38 ff.). Die diesbezüglichen Umstände haben demnach keinen Einfluss auf das Bestehen oder Nichtbestehen einer Verwechslungsgefahr. 7.4. Aus den oben dargelegten Gründen ist die Beschwerde abzuweisen und die angefochtene Verfügung zu bestätigen. 8. 8.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kos- ten- und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 und Art. 64 Abs. 1 VwVG). 8.2. Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang und Schwierigkeit der Streits a- che, Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Parteien fes t- zulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist dafür ein Streitwert zu veranschl a- gen (Art. 4 VGKE), wobei dafür im Widerspruchsbeschwerdeverfahren das Interesse der Widerspreche rin an der Löschung, beziehungsweise der Widerspruchsgegnerin am Bestand der angefochtenen Marke zu ve r- anschlagen ist. Es würde allerdings zu weit führen und könnte im Verhält- nis zu den geringen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens abschr e- ckend wirken, wenn dafür im Einzelfall stets konkrete Aufwandsnachwe i- se verlangt würden. Bei eher unbedeutenden Zeichen darf v on einem Streitwert zwischen Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– ausgegangen werden (BGE 133 III 492 E. 3.3 Turbinenfuss mit Hinweisen). Von diesem Erfa h- rungswert ist auch im vorliegenden Verfahren auszugehen. Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich, die Verfahr enskosten insgesamt auf Fr. 4'000.– festzulegen. Der vom Beschwerdeführer in dieser Höhe g e- leistete Kostenvorschuss verbleibt damit bei der Gerichtskasse. 8.3. Im vorinstanzlichen Verfahren ist der Beschwerdeführer unterlegen. Aufgrund des Verfahrensausgangs vo r Bundesverwaltungsgericht hat er auch mit Bezug auf die vorinstanzlichen Kosten als unterliegend zu gelten und die Ziffer 3 des angefochtenen Entscheids ist zu bestätigen. Damit verbleibt die von der Beschwerdegegnerin geleistete Widerspruchsg e- bühr von Fr. 800.– dem Institut, ist ihr aber vom Beschwerdeführer zu er- setzen (vgl. dazu E. 8.5 hiernach). B-8028/2010 Seite 22 8.4. Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zulasten des Beschwerdeführers zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Ve r- bindung mit Art. 7 Abs. 1 VKGE.). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Die Parteientschädigung zugunsten der Beschwer- degegnerin ist auf Grund der eingereichten Kostennote vom 4. April 2012 festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE). Das gel- tend gemachte Honorar von insgesamt Fr. 9'450.00 (exkl. MWST.) e r- scheint für das Beschwerdeverfahren trotz des doppelten Schriftenwech- sels als zu hoch . Dieses ist daher in Bezug auf die Stundenanzahl und den verwendeten Stundenansatz angemessen herabzusetzen und zwar auf 20.5 Stunden sowie den üblichen Ansatz von Fr. 300.00 (Art. 10 Abs. 2 VGKE; vgl. auch Urte il des Bundesverwaltungsgerichts B - 4260/2010 vom 21. Dezember 2011 E. 12.2 Bally/BALU [fig.]). Ingesamt erscheint damit eine Parteientschädigung von Fr. 6'150.00 zzgl. der gel- tend gemachten Kleinspesenpauschale von Fr. 283.50 (Art. 13 lit. a VGKE), d.h. gesamthaft Fr. 6'433.50, für das Beschwerdeverfahren als angemessen. Eine Mehrwertsteuer ist vorliegend nicht geschuldet, da die Dienstleistungen der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin nicht im Inland erbracht wurde n, weil Letztere ihren Sitz im Ausland hat (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer vom 12. Juni 2009 [Mehrwertsteuergesetz; MWSTG, SR 641.20] in Verbindung mit Art. 18 Abs. 1 MWSTG und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE). 8.5. Gemäss Art. 34 MSchG bestimmt die Vorinstanz in welchem Masse die Kosten der obsiegenden Partei im vorinstanzlichen Verfahren von der unterliegenden zu ersetzen sind. Die Vorinstanz hatte der Beschwerd e- gegnerin als der im vorinstanzlichen Verfahren obsiegenden Partei eine Entschädigung in Höhe von Fr. 2'000.00 zuzüglich der Rückzahlung der Widerspruchsgebühr von Fr. 800.00, d.h. insgesamt Fr. 2'800.00, zula s- ten de s Beschwerdeführers zugesprochen (Ziffer 4 der angefochtenen Verfügung). Angesichts des Verfahrensausgangs ist diese Regelung zu bestätigen. 9. Gegen dieses U rteil steht keine Beschwerde an das Bundesgericht zur Verfügung (Art. 73 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Es erwächst demnach bei Zustellung in Rechtskraft. B-8028/2010 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen und die vorinstanzliche Verfügung vom 14. Oktober 2010 bestätigt. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Für das Beschwerdeverfahren wird der Beschwerdegegnerin eine Parte i- entschädigung von Fr. 6'433.50 (exkl. MWST.) zu Lasten des Beschwe r- deführers zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Rechtsvertreter; Einschreiben ; Beilage: Beschwerdebeilagen zurück) – die Beschwerdegegnerin (Rechtsvertretern; Einschreiben; Beilage: Beilagen zurück) – die Vorinstanz (Widerspruchsverfahren Nr. 09784; Einschreiben; Bei- lagen: Akten zurück) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Marc Steiner Sabine Büttler Versand: 4. Mai 2012