Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 9. November 2021 (410 21 192) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Die Ablehnung eines Gesuchs auf vorsorgliche Zeugenbefragung im Rahmen eines be- reits anhängig gemachten Hauptprozesses stellt eine prozessleitende Verfügung i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO dar, welche nur mit Beschwerde angefochten werden kann (E. 2.1 f.); der Begriff des nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils umfasst sowohl rechtliche als auch tatsächliche Nachteile (E. 4); die abstrakte Gefahr einer Verschlechterung des Gesundheitszustands eines Zeugen begründet noch kein Drohen eines nicht leicht wie- dergutzumachenden Nachteils (E. 6); liegt die Zuständigkeit eines Entscheid in der Hauptasche bei der Dreierkammer, dann stellen die instruktionsrichterlichen Beweisan- ordnungen lediglich Empfehlungen an die Dreierkammer dar (E. 7.1) Besetzung Präsident Roland Hofmann; Gerichtsschreiber Dario Glauser Parteien A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Aurelio A. Ferrari, und/oder Rechtsanwalt Dr. Leandro Perucchi, Wehinger Kaelin Ferrari AG, Riesbachstrasse 52, Postfach, 8034 Zürich, Kläger und Beschwerdeführer gegen 1. B. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin 2. C. ____, Beklagter und Beschwerdegegner Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. D. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin 4. E. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin 5. F. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin 6. G. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin 7. H. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin 8. I. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin 9. J. ____, Beklagter und Beschwerdegegner 10. K. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin 11. L. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin 12. M. ____, Beklagter und Beschwerdegegner 13. N. ____, Beklagter und Beschwerdegegner 14. O. ____, Beklagter und Beschwerdegegner alle vierzehn vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Walter Hagger, Hagger Wirz Navarini Rechtsanwälte KLG, Beethovenstrasse 45, 8002 Zürich 15. P. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin 16. Q. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 17. Erben des R. ____ sel., Beklagte und Beschwerdegegner alle drei vertreten durch Rechtsanwalt Marc Weber, Weber Noser von Gleichenstein, Waisenhausstrasse 14, 9000 St. Gallen 18. S. ____, Beklagte und Beschwerdegegnerin vertreten durch lic. iur. HSG Beat Saxer, Remigersteig 4, 5200 Brugg Gegenstand Ungültigkeit eines Testaments / Verfahrensleitende Verfügung Beschwerde gegen die Verfügung der Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 31. Mai 2021 A. Nach einer gescheiterten Schlichtungsverhandlung reichte A.____ am 18. März 2019 beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West eine Klage gegen 19 Parteien ein. Gegenstand der Klage bildet die Ungültigkeit der öffentlichen letztwilligen Verfügung von T.____ (Erblasserin) vom 14. Juli 2017, welche A.____ für ungültig erklärt ha ben möchte, sowie die gerichtliche Feststel- lung, dass sich seine Rechtsstellung am Nachlass der Erblasse rin gemäss deren vorletzter öf- fentlicher letztwilliger Verfügung vom 12. April 2017 bestimme. Im Verlaufe des Gerichtsprozes- ses konnte sich A.____ mit dem Beklagten 19 aussergerichtl ich einigen, worauf das Verfahren gegen den Beklagten 19 mit Entscheid vom 13. August 2019 als erledigt abgeschrieben wurde. B. Mit seiner Klage vom 18. März 2019 reichte A.____ als Be weis unter anderem diverse CD-ROMs mit Videoaufzeichnungen ein, die die Erblasserin und andere Personen im Haus sowie im Treppenhaus der Erblasserin zeigen. Darauf sind teilweise Unterhaltungen zwischen der Erb- lasserin und U.____, dem Vermögensverwalter der Erblasserin und ehemaligen Willensvollstre- cker, zu sehen. Weiter verlangte er unter anderem die E dition von Timesheets der V.____ AG (der späteren Willensvollstreckerin) sowie die Befragung von U.____ als Zeugen. C. In ihren Klageantworten verlangten alle der nunmehr 18 Beklagten die eingereichten CD- ROMs vollständig aus dem Recht zu weisen, da diese rechtswidrig beschafft und deshalb unver- wertbar seien. Zudem verlangten die Beschwerdegegner 15-17 im weiteren Verfahrensgang un- ter anderem die Einholung eines Gutachtens zu den kognitiven Fähigkeiten der Erblasserin sowie ein Gutachten betreffend die Verwendung des Begriffs „der Rest [des Nachlasses]“ in den Urkun- den. D. Mit Eingaben vom 12. Oktober 2020 und 2. November 2020 beantragte A.____ dem Zivil- kreisgericht Basel-Landschaft West, U.____ vorsorglich und nicht erst an der noch anzuberau- menden Hauptverhandlung als Zeugen zu befragen, da dieser sich in einem kritischen Gesund- heitszustand befände und deshalb ein Beweisverlust drohe. Diesen Antrag wies die Präsidentin Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit Verfügung vom 9. November 2020 (mit schriftlicher Begründung vom 24. November 2020) ab. Die Verfügung wurde von A.____ nicht angefochten. Mit Eingaben vom 17. März 2021, 20. April 2021 und vom 25. Mai 2021 beantragte A.____ dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West erneut die vorsorgliche Einvernahme von U.____ aufgrund drohenden Beweisverlusts. E. Die Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West (nachfolgend: Vorinstanz) verfügte am 31. Mai 2021, in Erwägung, dass die Notwendigkeit einer vorsorglichen Zeugenein- vernahme von U.____ nach wie vor nicht nachgewiesen sei; über die Zulässigkeit der umstritte- nen Audio- und Videoaufnahmen sowie der Stellungnahme des Klägers zu den Dupliknoven vom 21. September 2020 die Dreierkammer des angerufenen Gerichts zu entscheiden haben werde; die Beklagten 15-17 weder am Antrag auf Einholung eines Gutachtens betreffend die kognitiven Fähigkeiten der Erblasserin noch an demjenigen betreffend Verwendung des Begriffs „der Rest“ in Urkunden festhielten und es der Kläger unterlassen habe, in seinen Rechtsschriften einen ei- genen Antrag zum zweitgenannten Gutachten zu stellen, weshalb keine Gutachten anzuordnen seien; und schliesslich nicht ersichtlich sei, dass die aussergerichtliche Vereinbarung des Klägers mit dem früheren Beklagten 19 für die Rechtsstellung der verbliebenen Beklagten von Relevanz sei, was folgt: 1. Der Schriftenwechsel wird geschlossen und der Fall der Dreierkammer zur Beurteilung überwie- sen. 2. Die Akten werden bei den Richterinnen und Richtern in Zirkulation gesetzt. 3. Die Parteien werden – mit separater Post – zur Hau ptverhandlung geladen. 4. Als Zeugen werden zur Hauptverhandlung geladen: a) U.____; b) Herr W.____, Notar, V.____ AG, welcher ersucht wird , sich vorab bei der zuständigen Stelle von seinem Berufsgeheimnis entbinden zu lassen; c) Herr X.____, Notar, welcher ersucht wird, sich vorab be i der zuständigen Stelle von sei- nem Berufsgeheimnis entbinden zu lassen; d) Frau Dr. med. Y.____, welche ersucht wird, sich vorab beim Amt für Gesundheit des Kantons Basel-Landschaft vom Arztgeheimnis entbinden zu lassen. 5. Die übrigen Beweisanträge der Parteien werden abg ewiesen. F. Mit Eingabe vom 14. Juni 2021 erhob A.____ (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Fürsprecher Aurelio A. Ferrari und/oder Rechtsanwalt Dr. Leandro Perucchi, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilre cht (nachfolgend: Kantonsgericht), und begehrte die Aufhebung der Ziff. 5 der vorinstanzlichen Verfügung und die Rückweisung der Sa- che an die Vorinstanz (Rechtsbegehren 1). Weiter begehrte er die Anweisung an die Vorinstanz, eine Beweisverfügung gemäss Art. 154 ZPO zu erlassen und darin die zugelassenen Beweismit- tel zu bezeichnen und zu bestimmen, welcher Partei zu welchen Tatsachen der Haupt- oder Ge- genbeweis obliegt (Rechtsbegehren 2). Zudem begehrte er, U.____ im Sinne einer vorsorglichen Beweisführung nach Art. 158 ZPO sofort (superprovisorisch ) als Zeugen einzuvernehmen und ihm dabei die mit der Beschwerde eingereichten Fragen zu stellen (Rechtsbegehren 3). Schliess- lich beantragte er die Erteilung der aufschiebenden Wi rkung der Beschwerde (Rechtsbegehren Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4). Dies alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWSt) zu Lasten der Beschwerde- gegner in solidarischer Haftung (Rechtsbegehren 5). Auf die Begründung der Beschwerde wird – wo nötig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegang en. G. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 3. September 2021 wurde die Beschwerde vom 14. Juni 2021 den Beschwerdegegnern zur Stellungnahme innert 10 Tagen seit Zustellung ge- bracht und der Beschwerdeführer wurde verpflichtet, i nnert derselben Frist einen Kostenvor- schuss in Höhe von CHF 1'800.00 zu bezahlen. Der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde wurde abgewiesen. Dies mit der Begründung, dass die Hauptverhand- lung vor dem Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West gemäss dessen Auskunft nicht vor Januar 2021 (recte: 2022) stattfinden werde und erwartet werde, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein Ent- scheid über die vorliegende Beschwerde vorliegt. Der Antrag auf superprovisorische Anweisung der Vorinstanz zur Befragung von U.____ wurde ebenfalls abgewiesen, da gemäss den Ausfüh- rungen des Beschwerdeführers die Befragung nicht derart dringlich sei, dass die Stellungnahmen der Beschwerdegegner und der Vorinstanz nicht abgewartet werden könnten. Der definitive Ent- scheid über die Anweisung der Vorinstanz zur vorsorglichen Zeugeneinvernahme wurde nach Eingang der Beschwerdeantworten bzw. Vernehmlassung in Aussicht gestellt. H. Mit Eingabe vom 15. September 2021 reichten die Beschw erdegegner 1-14, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Walter Hagger, ihre Beschwerdeantwort ein und beantragten auf die Be- schwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen. Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWSt zulasten des Beschwerdeführers. Als Begründung führten sie zusammengefasst zunächst an, die Beschwerde vom 14. Juni 2021 sei an das Gesamtgericht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft anstatt an dessen Prä sidium adressiert. Weiter sei das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West anstatt das Präsidium als Vorinstanz aufgeführt. Alleine schon deshalb sei auf die Beschwerde nicht einzutreten. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer nicht dargelegt, inwiefern ihm ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil drohe, was eben- falls einen Nichteintretensentscheid zur Folge haben müsse. Sollte das Gericht dennoch auf die Beschwerde eintreten, so sei zu berücksichtigen, dass das Zivilkreisgericht mit dem Erlass einer Beweisverfügung bis zu den ersten Vorträgen in der Hauptverhandlung zuwarten könne. Es stehe deshalb noch gar nicht fest, wie die Beweisverfügung aussehen werde, weshalb des Beschwer- deführers Recht auf Beweis und Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt sei. I. Mit Eingabe vom 16. September 2021 reichten die Besch werdegegner 15-17, vertreten durch Rechtsanwalt Marc Weber, ihre Beschwerdeantwort e in und beantragten die Abweisung der Beschwerde, soweit überhaupt darauf eingetreten w erden könne. Dies ebenfalls unter Kos- ten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWSt zu Lasten des Beschwerdeführers. Zur Begründung bringen sie im Wesentlichen vor, der Beschwerdeführer könne keinen nicht leicht wiedergutzu- machenden Nachteil darlegen, insbesondere da er eine allfällige (drohende) Verschlechterung des Gesundheitszustandes von U.____ lediglich behaupte, jedoch einen diesbezüglichen Beweis schuldig bleibe. Was die Abweisung der übrigen Beweisanträge betreffe, so sei es der Vorinstanz jederzeit möglich, auf Beweisverfügungen zurückzukommen u nd diese aufzuheben oder abzu- ändern. Deshalb könnten Beweisanordnungen grundsätzli ch erst zusammen mit dem Endent- scheid angefochten werden. Ebenso sei durch Ziff. 5 der angefochtenen Verfügung der Kläger nicht seines Rechts auf Beweis beraubt worden, da diese l ediglich diejenigen Beweise betreffe, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht welche abnahmebedürftig seien. Bereits ins Rechts gelegte Urkunden würden deshalb dadurch nicht tangiert. J. Gleichentags reichte auch die Beschwerdegegnerin 18, ver treten durch Beat Saxer, ihre Beschwerdeantwort ein und stellte die identischen Anträge wie die Beschwerdegegner 15-17. Als Begründung für ihren Antrag nicht auf die Beschwerde einzutreten, führte sie ebenfalls die feh- lerhafte Adressierung der Beschwerde ins Feld. Weiter müsse der Beschwerdeführer einen dro- henden nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil nach weisen, was er jedoch nicht getan habe. Insbesondere kämen die Ausführungen zum Gesundh eitszustand von U.____ reinen Be- hauptungen gleich. Auch eine allfällige Dringlichkeit der Zeugeneinvernahme, sei – aufgrund zahlreicher Fristerstreckungsgesuche des Beschwerdeführers und Terminfindungsschwierigkei- ten vor der Vorinstanz – grösstenteils vom Beschwerdeführ er selbst verschuldet. Zur Abweisung der übrigen Beweisanträge führte die Beschwerdegegnerin 18 – in Übereinstimmung mit den an- deren Beschwerdegegnern – aus, dass die im Streit liegen de Verfügung lediglich der Vorberei- tung der Verhandlung diene. Insbesondere entfalte sie keine formelle oder materielle Rechtskraft und die Vorinstanz könne diese Verfügung jederzeit aufheben oder abändern. Demzufolge könne kein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil drohen. K. Die Vorinstanz liess sich mit „Beschwerdeantwort bzw. Verneh mlassung“ vom 15. Sep- tember 2021 vernehmen und beantragte auf die Beschwe rde sei als solches nicht einzutreten, eventualiter seien die Rechtsbegehren 2 und 3 formell a bzuweisen. Dabei bringt die Vorinstanz zusammengefasst vor, soweit mit der Verfügung vom 31. Mai 2021 über die vorsorgliche Zeu- genbefragung befunden wurde, handle es sich um einen Entscheid über vorsorgliche Massnah- men. Da der Streitwert der vorliegenden Sache in Millionenhöhe liege, könne die Verfügung dies- bezüglich nur mit Berufung angefochten werden. Der Be schwerdeführer habe somit (teilweise) das falsche Rechtsmittel ergriffen, weshalb teilweise nicht auf die Beschwerde eingetreten wer- den könne. Soweit es sich bei der angefochtenen Verfügung um eine prozessleitende Verfügung handle, sei kein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil des Beschwerdeführers ersichtlich. Insbesondere seien die instruktionsrichterlichen Beweisanordnungen lediglich Vorschläge an die zuständige Dreierkammer, die jedoch in eigener Kompetenz über Beweismassnahmen entschei- den müsse. Auch seien mit der Abweisung der übrigen Beweisanträge der Parteien nicht sämtli- che bereits ins Recht gelegte Beweise wie bspw. Urkund en von der Beweiswürdigung ausge- schlossen worden. L. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 20. September 2 021 wurde – unter Hinweis auf den Eingang des Kostenvorschusses – die Stellungnahme de r Vorinstanz den Parteien zur Kenntnis gebracht. Die drei Beschwerdeantworten wurden ebenfalls dem Beschwerdeführer so- wie den Mitparteien zur Kenntnis gebracht. Der Antrag des Beschwerdeführers auf Anweisung der Vorinstanz zur vorsorglichen Zeugeneinvernahme von U .____ wurde definitiv abgewiesen. Dies mit der Begründung, dass nebst der Zulässigkeit des Rechtmittels der Beschwerde auch die zeitliche Dringlichkeit der Zeugeneinvernahme mehr als f raglich bleibe, insbesondere da keine Verschlechterung des Gesundheitszustands von U.____ dargeta n sei. Der Schriftenwechsel wurde sodann geschlossen und der Entscheid aufgrund de r Akten in Aussicht gestellt. Der Be- schwerdeführer wurde zudem darauf hingewiesen, dass ein Entscheid in vorliegender Sache Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht vor dem 11. Oktober 2021 zu erwarten sei, weshal b ihm bis dahin die Möglichkeit offen stünde, dem Gericht eine freiwillige Replik zu unterbreiten. M. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2021 reichte der Beschwerdeführer eine freiwillige Replik ein, wobei er an seinen Rechtsbegehren vollumfänglich festhi elt. Im Sinne einer Vorausbemerkung beantragte er zudem, dass die „Beschwerdeantwort“ der Vorinstanz vom 15. September 2021 aus dem Recht zu weisen und beim Entscheid des Kantonsgerichts nicht zu berücksichtigen sei, da der Vorinstanz im vorliegenden Verfahren keine Parteistellung zukomme und sie deshalb auch nicht zur Einreichung einer Beschwerdeantwort legitim iert sei. Im Übrigen habe er am 27. Sep- tember 2021 zudem ein Ausstandsgesuch gegen die Gerichtspräsidentin und die Gerichtsschrei- berin der Vorinstanz gestellt, weshalb die im Streit liegende Verfügung vom 31. Mai 2021 auch wegen fehlender Unparteilichkeit des Gerichts aufzuheb en sei. Den Vorbringen der Berufungs- beklagten 1-14 und 18, wonach die Beschwerde vom 14. Juni 2021 an die falsche Instanz adres- siert und auf diese deshalb nicht einzutreten sei, ent gegnete er, dass dies überspitztem Forma- lismus gleichkomme und das Kantonsgericht zweifellos die zur Behandlung der Beschwerde zu- ständige Instanz sei. Materiell hielt er im Wesentlichen erneut fest, dass der Zeuge U.____ unter einer schweren Erkrankung leide, weshalb dessen Einvernahme sehr dringlich sei. Jedoch sei es für eine Annahme der Dringlichkeit nicht erforderlich, dass der Beschwerdeführer nachweise, dass der Zeuge kurz vor dem Versterben sei. Ebenso machte er wiederholt eine Verletzung sei- nes Rechts auf Beweis geltend, da die Vorinstanz mit der streitbetroffenen Verfügung alle übrigen Beweisanträge der Parteien abgewiesen habe. Sofern d ie Vorinstanz dies nicht so beabsichtigt hätte, müsste sie die Verfügung in Wiedererwägung ziehe n oder diese entsprechend erläutern. Dies habe sie jedoch nicht getan. Eine andere – entgege n deren klaren Wortlaut lautende – In- terpretation der Verfügung vom 31. Mai 2021 sei deshalb nicht möglich, zumal sie in diesem Fall wegen mangelnder Klarheit nichtig sein müsse. Die Annahme, dass die im Streit liegende Verfügung d er Instruktionsrichterin lediglich ein Vor- schlag an die sachlich zuständige Dreierkammer des Zivilkr eisgerichts Basel-Landschaft West sei, entbehre jeglicher gesetzlichen Grundlage, da eine Verfügung per definitionem einen autori- tativen Akt im Einzelfall darstelle und deshalb keine „Vorschläge“, sondern vielmehr Anordnungen enthalte. Ebenso würde diese Argumentation bedeuten, dass die Vorinstanz die letzten drei Ge- suche des Beschwerdeführers auf vorsorgliche Zeugeneinvern ahme unbehandelt gelassen hätte, worin klarerweise eine Rechtsverzögerung zu erkennen sei. Sollte dem jedoch tatsächlich so sein, dass die Vorinstanz im Dispositiv einer Verfügung lediglich Vorschläge an sich selbst unterbreite, hätte der Beschwerdeführer auf eine Beschwerde verzichtet. Diesfalls ersuche er das Gericht um Ansetzung einer angemessenen Frist für die Einreichung seiner Kostennote. Ebenso verfange das Argument der Vorinstanz, wonach die Verfüg ung vom 31. Mai 2021 der Vorberei- tung der Hauptverhandlung diene, nicht, da es für deren Vorbereitung nicht notwendig gewesen wäre in Ziff. 5 der Verfügung die übrigen Beweisanträge der Parteien abzuweisen. Auch dass aus einer negativen prozessleitenden Verfügung kein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil drohen könne, wenn diese zusammen mit dem Endentscheid angefochten werden könne, lässt der Beschwerdeführer nicht gelten. In diesem Falle bliebe nämlich keinerlei Anfechtungsmöglich- keit bei prozessleitenden Verfügungen übrig und man müsste ein monate- oder gar jahrelanges Berufungsverfahren anstreben, um einen allfälligen Fehler zu beheben. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht N. Mit Eingaben vom 15. Oktober 2021 reichten die Beschwe rdegegner 1-14 sowie die Be- schwerdegegner 15-17 ihre Stellungnahme zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 7. Oktober 2021 ein. Dabei hielten sie an ihren Rechtsbegehren fest. O. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2021 reichte die Beschw erdegegnerin 18 ihre Stellung- nahme zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 7. Oktober 2021 ein. Dabei hielt sie ebenfalls an ihren Rechtsbegehren fest. P. Mit Schreiben vom 28. Oktober 2021 monierte der Beschwerdeführer die fehlende Eintra- gung des Vertreters der Beschwerdegegnerin 18, lic. iur . HSG Beat Saxer, im Anwaltsregister des Kantons Aargau. Angesichts des fehlenden Nachweise s einer berufsmässigen Vertretung, sei im Falle seines Unterliegens auch keine Parteient schädigung geschuldet. Diese Eingabe wurde mit Verfügung vom 29. Oktober 2021 der Beschwerdegegnerin 18 resp. ihrem Rechtsver- treter zur Stellungnahme innert 7 Tagen und den Beschwerdegegnern 1-17 zur fakultativen Stel- lungnahme innert derselben Frist zugestellt. Q. Mit Eingabe der Beschwerdegegner 15-17 vom 2. Novemb er 2021 wurde das Kantons- gericht darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Beschwerdeg egner 17, R.____, am 31. Oktober 2021 verstorben sei. R. Sodann liess sich die Beschwerdegegnerin 18 resp. ihr Rechtsvertreter zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 28. Oktober 2021 vernehmen und brachte vor, dass gemäss § 2 Abs. 1 des Anwaltsgesetzes Basel-Landschaft die Prozessführung einer berufsmässigen oder nicht be- rufsmässigen Vertretung übertragen werden könne. Die Parteientschädigung sei die Entschädi- gung für den erbrachten Prozessaufwand und sei auszuricht en, wenn sie durch die Interessen- wahrung im fraglichen Prozess entstanden und damit kausal sei. Der Beschwerdeführer habe die Honorarnote denn auch nicht moniert und diese aufgrun d der Dispositionsmaxime deshalb ak- zeptiert. Eventualiter sei die Entschädigung als Umtriebsentschädigung i.S.v. Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO zuzusprechen, da erheblicher Aufwand entstanden und die Angelegenheit komplex sei. Erwägungen 1. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die Verfügung der Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 31. Mai 2021, gemäss deren Ziff. 5 die übrigen Beweisanträge der Parteien (insbesondere auch der Antrag des Beschwerdeführers auf vorsorg- liche Befragung von U.____ als Zeuge) abgewiesen worden sind. Vorbemerkend ist festzuhalten, dass eine allfällige fehlerhafte Adressierung der Beschwerde vom 14. Juni 2021 dem Beschwer- deführer nicht zum Nachteil gereichen würde, da gemäss § 46 Abs. 4 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG, SGS 170) eine unzustä ndige Behörde ohnehin zur Weiterlei- tung der Eingabe an die zuständige Behörde verpflicht et ist. Auf die Rüge des Beschwerdefüh- rers, die Verfügung vom 31. Mai 2021 sei auch wegen fehlender Unparteilichkeit der Instruktions- richterin und der Gerichtsschreiberin der Vorinstanz auf zuheben, kann zudem von Vornherein nicht eingetreten werden, da ein allfälliger Ausstand nicht Gegenstand der Verfügung vom 31. Mai 2021 ist. Im Übrigen treten die Wirkungen ein er Verletzung der Ausstandsvorschriften ohnehin von Gesetzes wegen und nicht erst auf Beschwerde hin ein. Zunächst ist also von Amtes Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht wegen zu prüfen, ob die Verfügung vom 31. Mai 2021 ein beschwerdefähiges Anfechtungsobjekt im Sinne von Art. 319 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272) darstellt. Der Be- schwerdeführer macht diesbezüglich geltend, bei der streitbetroffenen Verfügung handle es sich einerseits um einen Entscheid über vorsorgliche Massnahmen i.S.v. Art. 319 lit. a ZPO, da damit der Antrag des Beschwerdeführers auf vorsorgliche Zeuge nbefragung von U.____ abgewiesen worden sei. Gleichzeitig handle es sich bei der vorgenannten Verfügung auch um eine prozess- leitende Verfügung i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO, da die Vorinstanz in Ziff. 5 der Verfügung alle übrigen Beweisanträge der Parteien abgewiesen habe. 2.1 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, es handle sich bei der streitbetroffenen Verfügung einerseits um einen Entscheid über vorsorgliche Massnahmen, ist zu konstatieren, dass gemäss Art. 158 Abs. 2 ZPO bei der vorsorglichen Beweisführung grundsätzlich die Bestimmungen über die vorsorglichen Massnahmen anzuwenden sind. Für diese findet nach Art. 248 lit. d ZPO das summarische Verfahren Anwendung, wobei ein Entscheid, de r im summarischen Verfahren er- gangen ist, je nach Streitwert mit Berufung (wenn de r Streitwert CHF 10'000.00 oder mehr be- trägt) oder mit Beschwerde (wenn der Streitwert weniger als CHF 10'000.00 beträgt) anfechtbar ist. Da im der Beschwerde zugrundeliegenden Hauptverfahren die Ungültigkeit einer öffentlichen letztwilligen Verfügung geltend gemacht wird, sich der Streitwert in solchen Fällen nach dem po- tentiellen Prozesserfolg des Klägers bemisst und er diese n auf CHF 13'032'097.68 beziffert hat (vgl. Eingabe an die Vorinstanz vom 23. April 2019), b eträgt der Streitwert weitaus mehr als CHF 10'000.00, weshalb betreffend die vorsorgliche Be weisführung das Rechtsmittel der Beru- fung zu erheben wäre. 2.2 Der Verweis auf die Bestimmungen über die vorsorglichen Massnahmen kann jedoch nicht absolut gelten, da zahlreiche Bestimmungen über die vorsorglichen Massnahmen ohnehin nicht auf die vorsorgliche Beweisführung passen. Es ist deshalb lediglich von einer analogen bzw. selektiven Anwendung auszugehen (OGer ZH LA180003-O vom 2. Juli 2018 E. 3.2; BSK ZPO- GUYAN , Art. 158 N 7; ZPO Komm-FELLMANN , Art. 158 N 23 ff.). Wird das Gesuch um vorsorgliche Beweisführung im Rahmen eines hängigen Hauptprozesses g estellt, so wird damit um Beweis- erhebung in einem Verfahrensstadium ersucht, in dem di e Beweisabnahme nach dem ordentli- chen Gang des Verfahrens (Art. 226 Abs. 3, Art. 231 ZPO) noch nicht stattfindet. Die vorsorgliche Beweisführung ermöglicht die zeitliche Vorverlegung de r Beweisabnahme (ZPO Komm-FELLMANN , Art. 158 N 6). Im überwiegenden Teil der Lehre sowie in der Rechtsprechung wird daher vertreten, dass die Entscheide über Gesuche zur vorsorgliche Beweisführung im be- reits hängigen Hauptverfahren als prozessleitende Verfügungen zu qualifizieren sind, die nur mit Beschwerde angefochten werden können (OGer ZH LA180003 -O vom 2. Juli 2018 E. 3.2.2; BENEDIKT SEILER , Die Anfechtung von prozessleitenden Verfügungen und weitere Aspekte der Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO, BJM 2018, S. 79 f.; FLORA STANISCHEWSKI , Die vorsorgliche Beweisführung nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung , Zürich 2015, S. 55 f.; M ARK SCHWEIZER , Vorsorgliche Beweisabnahme nach schweizerischer Zivilpro zessordnung und Pa- tentgesetz, in: ZZZ 2010 S. 3 ff., S. 33; F ELLMANN , a.a.O., Art. 158 N. 44f; K UKO ZPO- BAUMGARTNER , 3. Aufl. 2021, Art. 158 N 38; vgl. auch BK ZPO-BRÖNNIMANN , 2012, Art. 158 N 32). Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, schliesst sich dieser Auffassung an, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht da mit einem Entscheid über ein vorsorgliches Beweisverfa hren in einem bereits anhängig ge- machten Hauptprozess – im Unterschied zu einem vor Rechtsh ängigkeit eingeleiteten selbstän- digen Beweisverfahren – kein Endentscheid herbeigeführ t wird, sondern lediglich über die zeitli- che Vorverlegung der Beweiserhebung entscheiden wird. A us dem Gesagten erhellt, dass der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde vom 14. Juni 2021 diesbezüglich das korrekte Rechts- mittel gegen die Verfügung vom 31. Mai 2021 ergriffen hat. 3. Prozessleitende Verfügungen können nach Massgabe von Art. 319 lit. b ZPO innert 10 Tagen mit Beschwerde angefochten werden, sofern dies vo m Gesetz bestimmt ist (Ziff. 1) oder wenn ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (Ziff. 2). Mangels einer Sendungs- nachverfolgung der schweizerischen Post kann nicht in Erfa hrung gebracht werden, wann die Verfügung vom 31. Mai 2021 dem Beschwerdeführer zugestellt worden ist. Im Zweifel muss somit von der Rechtzeitigkeit der Beschwerde ausgegangen werden. Der für das Beschwerdeverfahren beim Beschwerdeführer erhobene Kostenvorschuss in Höhe von CHF 1'800.00 ist rechtzeitig ge- leistet worden. Das Präsidium des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, ist für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (§ 5 Abs. 1 lit. b des Einführungsgeset- zes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EG ZPO, SGS 221]). 4. Wie bereits erwähnt ist die Beschwerde gegen eine proz essleitende Verfügung nur unter der Voraussetzung möglich, dass der Rechtsmittelkläger darz ulegen vermag, durch die ange- fochtene Verfügung drohe ihm ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil (Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO). Vorbehalten bleiben die in der Zivilprozessordnung ausdrücklich bezeichneten prozess- leitenden Anordnungen, welche voraussetzungslos mit Beschwerde angefochten werden können (Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO). Die Anordnung von Beweismassnahmen ist jedoch mangels entspre- chender Kennzeichnung im Sinne von Art. 319 lit. b Zif f. 2 ZPO nach dem gesetzgeberischen Willen nur ausnahmsweise mit Beschwerde anfechtbar, we nn der beschwerdeführenden Partei durch diese Verfügung ein nicht leicht wiedergutzumache nder Nachteil droht. Beim Begriff des nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der vom Gericht unter Berücksichtigung der konkre- ten Umstände und in pflichtgemässer Ausübung des Ermess ens konkretisiert werden muss (FREIBURGHAUS /A FHELDT , in: ZPO Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger (Hrsg.), Zü- rich/Basel/Genf 2016, 3. Aufl., Art. 319 ZPO N 13). Gemäss kantonsgerichtlicher Rechtspre- chung, welche sich an der mehrheitlich in der Lehre vert retenen Meinung orientiert, kann ein Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO rech tlicher oder auch tatsächlicher Art sein (vgl. KGer BL 410 19 82 vom 27. Mai 2019 E. 3). Ein rechtl icher, nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil liegt vor, wenn er sich auch mit einem späteren günstigen Endentscheid nicht oder nicht mehr gänzlich beseitigen lässt. Da es Sinn und Zweck von Ar t. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO entspricht, die Anfechtungsmöglichkeiten für prozessleitende Verfügungen zu erschweren und dadurch un- nötige Verzögerungen des Verfahrens zu verhindern (vgl. Botschaft ZPO, S. 7377), kann ein tat- sächlicher Nachteil nur dann einen nicht leicht wiedergut zumachenden Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO darstellen, wenn er eine gewisse Intensität aufweist. Dies ist dann der Fall, wenn die Lage der betroffenen Person durch de n angefochtenen Entscheid erheblich er- schwert wird. Der Begriff des nicht leicht wiedergutzu machenden Nachteils ist daher restriktiv auszulegen, umso mehr, als die beschwerdeführende Partei grundsätzlich immer die Möglichkeit Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat, die streitige Verfügung zusammen mit der Hauptsache anzufechten (KGer BL 410 16 19 vom 1. März 2016 E. 1.1 mit Hinweis auf F REIBURGHAUS /A FHELDT , a.a.O., Art. 319 N 14 und 15; HOFFMANN -NOWOTNY , in: ZPO Rechtsmittel, Art. 319 ZPO N 27; KUKO ZPO-BRUNNER /V ISCHER , 2. Aufl. 2014, Art. 319 ZPO N 13; DIKE-Komm ZPO-BLICKENSTORFER , 2. Aufl. 2016, Art. 319 ZPO N 40). Auch eine Verlängerung und Verteuerung des Verfahrens wird als drohender tatsächlicher Nachteil anerkannt (vgl. J AKOB S TEINER , Die Beschwerde nach der Schweizerischen Zivilpro- zessordnung, Diss. 2019, Rz. 353). Die Beweislast für das B estehen der Gefahr eines solchen Nachteils trägt dabei die beschwerdeführende Partei, soweit die Gefahr nicht von vornherein of- fenkundig ist. 5. Der Beschwerdeführer bringt zur Frage des drohenden nicht leicht wiedergutzumachen- den Nachteils hinsichtlich der vorsorglichen Zeugenbefragung vor, der zur Hauptverhandlung ge- ladene Zeuge U.____ sei schwer krank und falls sich sein Ge sundheitszustand verschlechtere, bestehe die Möglichkeit, dass er zum Zeitpunkt der noch an zuberaumenden Hauptverhandlung nicht mehr vernehmungsfähig oder gar schon verstorben sei. Im Hinblick auf die abgewiesenen übrigen Beweisanträge erblickt der Beschwerdeführer einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil darin, indem ihm damit die Möglichkeit verwe hrt bleibe, seine Sachverhaltsdarstellung zu beweisen. Darin sieht der Beschwerdeführer sein Anspr uch auf rechtliches Gehör nach Art. 53 ZPO, sein Recht auf Beweis nach Art. 152 Abs. 1 ZPO sowie Art. 154 ZPO verletzt. 6. Was eine mögliche Verschlechterung des Gesundheitszustand es des Zeugen U.____ be- trifft, ist vorab festzuhalten, dass die Vorbringen des B eschwerdeführers, wonach sich der Ge- sundheitszustand von U.____ dieses Jahr gar verbessert hab e (vgl. Beschwerde vom 14. Juni 2021, Rz. 51; Replik vom 7. Oktober 2021, Rz. 24) in der Sache unbehelflich und darüber hinaus aufgrund des Novenverbots gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO un beachtlich sind. Hingegen hat das Kantonsgericht mit präsidialer Verfügung vom 20. September 2021 bereits festgehalten, dass der Beschwerdeführer keine Verschlechterung dargetan habe. Ergänzend ist festzuhalten, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustands und eine allfälli g damit einhergehende Verneh- mungsunfähigkeit des Zeugen sich zufolge Beweisverlusts ta tsächlich zum Nachteil des Be- schwerdegegners auswirken würde, jedoch eine theoretisch e Möglichkeit der Vernehmungsun- fähigkeit – die notabene jedem Zeugen und jeder Zeug in inhärent ist – in Anbetracht der Um- stände nicht die geforderte Intensität erreicht, damit von einem Drohen dieses Nachteils i.S.v. Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO auszugehen ist. Der Beschwerdef ührer legt insbesondere nicht dar, dass der Eintritt der Vernehmungsunfähigkeit unmittelbar bevorstehen oder eine solche sich überhaupt abzeichnen würde. Auch das vom Beschwerdeführer ins Feld geführte „fortgeschrittene Alter“ (vgl. Beschwerde vom 14. Juni 2021, Rz. 55) des Zeugen, lässt keinen drohenden Nachteil er- kennen, beträgt es doch erst 56 Jahre (vgl. Beschwerdean twort der Beschwerdegegnerin 18, Rz. 26; vgl. Arztbericht des Universitätsspitals Zürich vom 20. November 2020). Somit vermag der Beschwerdeführer keinen drohenden nicht leicht wied ergutzumachenden Nachteil aufgrund des Gesundheitszustands des Zeugen U.____ darzulegen. Abgesehen davon ist ohnehin fraglich inwiefern der Beschwerdeführer durch die Abweisung seines Gesuchs um vorsorgliche Zeugen- befragung benachteiligt sein soll, ist das Verfahren vor der Vorinstanz doch bereits so weit fort- geschritten, dass die Hauptverhandlung – und damit die Befragung von U.____ – unmittelbar bevorsteht. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Betreffend die Abweisung der übrigen Beweisanträge d er Parteien gemäss Ziff. 5 der an- gefochtenen Verfügung ist festzustellen, dass die Spruch kompetenz zur Beurteilung der Haupt- sache im Verfahren vor der Erstinstanz mit einem Streitw ert von über CHF 30‘000.00 bei der Dreierkammer des Zivilkreisgerichts liegt (Art. 243 Abs. 1 ZPO e contrario i.V.m. Art. 220 ff. ZPO und § 3 Abs. 1 und § 4 Abs. 1 EG ZPO). Für die Instruktion solcher Verfahren bis zur Spruchreife ist zwar das Präsidium des Zivilkreisgerichts zuständig (§ 7 Abs. 1 EG ZPO). Der Instruktions- richter oder die Instruktionsrichterin kann dabei unter anderem Beweismassnahmen anordnen. Da der zuständige Spruchkörper aber letztlich auch über die Zulässigkeit der angebotenen Be- weise entscheidet, kommt den instruktionsrichterlichen Anordnungen prozessrechtlich nicht mehr und nicht weniger als einer Empfehlung an die Dreierkammer zur Beweisabnahme gleich (KGer BL 410 19 82 vom 27. Mai 2019 E. 4; vgl. Vernehmlassu ng der Vorinstanz vom 15. September 2021, Ziff. 3). Daraus folgt, dass die Dreierkammer j ederzeit auf Beweisverfügungen des Präsi- diums zurückkommen kann, mithin allfällige Nachteile des B eschwerdeführers leicht wiedergut- machen kann. Selbstverständlich bleibt es dem Beschwerdeführer demnach unbenommen, seine Beweisanträge dem zuständigen Spruchkörper der Vorins tanz erneut zu unterbreiten. Der Be- schwerdeführer führt in seiner Replik vom 7. Oktober 2021 denn auch aus, er hätte auf die Erhe- bung einer Beschwerde verzichtet, hätte er diese Praxis zu den Beweisanordnungen gekannt (siehe Replik vom 7. Oktober 2021, Rz. 75). Diesbezüglich sei er auf die publizierten Entscheide des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, und die Möglichkeit des Beschwer- derückzugs verwiesen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass auch Art. 154 ZPO keinen abs- trakten Anspruch auf Erlass einer Beweisverfügung begründet. Ist das Gericht der Meinung, dass ein Beweismittelantrag abzuweisen ist, kann dies auch im Endentscheid geschehen (BGer 5A_89/2020 vom 21. Oktober 2020 E. 4.5). Soweit der Beschwerdeführer in der fehlenden End- gültigkeit dieser Verfügungen zudem eine Rechtsverzöger ung sieht, da seine Beweisanträge demnach seit nunmehr 7 Monaten „unbehandelt“ geblieben seien, ist er ebenso wenig zu hören. Einerseits hat die Vorinstanz seinen Antrag auf vorsorg liche Zeugenbefragung offenkundig be- reits mehrfach behandelt. Andererseits liegt es in der Natur einer prozessleitenden Verfügung, dass diese der Vorbereitung der Hauptverhandlung dient und das darin festgehaltene Vorgehen aufgrund der Kompetenz der Dreierkammer, Beweisanträg e abschliessend zu beurteilen, nicht als endgültig und unwiderruflich angesehen werden kann. 7.2 Ebenso sind mit der streitbetroffenen Verfügung nich t sämtliche bereits ins Recht gelegte Beweise (bspw. Urkunden) von der Beweiswürdigung durch die sachlich zuständige Dreierkam- mer ausgeschlossen worden (vgl. Vernehmlassung der Vorinsta nz vom 15. September 2021, Ziff. 3; siehe NICOLAS WUILLEMIN , Beweisführungslast und Beweisverfügung nach der Schweize- rischen ZPO, 2018, Rz. 491). Dies geht auch dadurch her vor, dass die Erwägungen der Verfü- gung vom 31. Mai 2021 sich – nebst den noch zu behande lnden Video- und Audioaufzeichnun- gen – zu den Beweisanträgen der vorsorglichen Einvernahm e des Zeugen U.____ (E. 1), zu all- fälligen Gutachten betreffend die kognitiven Fähigkeiten der Erblasserin und betreffend die Ver- wendung des Begriffs „der Rest“ in Urkunden (E. 2) sowi e zur Edition der aussergerichtlichen Vereinbarung des Beschwerdeführers mit dem einstigen Be klagten 19 (E. 3) äussern. Insofern wird aus der Begründung klar, dass lediglich diejenigen Beweisanträge der Parteien gemeint sein können, welche durch das Gericht anzuordnen wären (insb. Editionen und Gutachten). Bei den bereits eingereichten Urkunden ist dies eben gerade nicht der Fall, weshalb sie in der Verfügung Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 31. Mai 2021 auch keine Erwähnung finden. Daraus erhellt, dass dem vom Beschwerdefüh- rer befürchteten Nachteil, er könne seine Sachverhaltsdarstellung nicht mit den bereits ins Recht gelegten Beweisen untermauern, nichts abgewonnen werden kann. Zudem könnte ein allfälliger Nachteil mit Leichtigkeit gleich doppelt – einmal bei der im Hauptprozess zuständigen Dreierkam- mer und einmal im Rechtsmittelverfahren – wiedergutge macht werden, was denn auch mit ein Grund ist, weshalb Beweisanordnungen in der Regel noc h keinen nicht leicht wiedergutzuma- chenden Nachteil bewirken. Soweit der Beschwerdeführer insinuiert, dass dadurch der Rechts- schutz bei prozessleitenden Verfügungen auf ein Minimum reduziert würde, ist ihm soweit zuzu- stimmen, als dass dies – zumindest was eine eigenständige Anfechtung betrifft – genau die Ab- sicht des Gesetzgebers gewesen ist (vgl. Botschaft ZPO, S. 7377). Die Voraussetzung eines dro- henden nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils durch die prozessleitende Verfügung vom 31. Mai 2021 ist vorliegend demnach in keiner Weise er füllt, weshalb auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann. Soweit der Beschwerdeführer moniert, die Verfügung vom 31. Mai 2021 sei zudem wegen mangelnder Klarheit aufzuheben oder ga r nichtig, ist er aufgrund der klaren basellandschaftlichen Praxis zur Beweisverfügung (siehe E. 7.1 hievor) sowie der nicht zu bean- standenden Ziff. 5 des Dispositivs der Verfügung vom 31. Mai 2021, nicht zu hören. 8. Nachdem auf die Beschwerde nicht eingetreten werden ka nn, ist abschliessend noch über die Verlegung der Prozesskosten zu befinden. Massgebend f ür die Regelung der Kostenfolgen sind die Bestimmungen der Art. 104 ff. ZPO, die auch im Rechtsmittelverfahren gelten. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterli egenden Partei auferlegt. Entspre- chend dem vorliegenden Verfahrensausgang hat der Beschw erdeführer somit für die Prozess- kosten aufzukommen. Eine Anwendung von Art. 107 ZPO, de r ein Abweichen von den Vertei- lungsgrundsätzen und die Verteilung der Prozesskosten nach Ermessen erlaubt, ist nicht ange- bracht. Die Entscheidgebühr wird in Anwendung von § 9 A bs. 2 lit. a der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT, SGS 170.31) auf pauschal CHF 1’800.00 festgesetzt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet (Art. 111 ZPO). Darüber hinaus hat der Beschwerdefüh- rer den Beschwerdegegnern eine Parteientschädigung auszurichten, zumal alle Beschwerdegeg- ner einen diesbezüglichen Antrag gestellt haben. Als Ber echnungsgrundlage ist in Anwendung von § 2 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO, SGS 178.112) der Zeitauf- wand massgebend. Mit Eingabe vom 15. Oktober 2021 hat der Rechtsvertreter der Beschwerdegegner 1-14, Rechts- anwalt Dr. Walter Hagger, seine Honorarnote eingere icht und dabei ein Honorar von CHF 9'975.00 (28,5 Stunden zu je CHF 350.00) sowie A uslagen von CHF 480.20 zzgl. 7,7% MWST in Höhe von CHF 805.05, total somit CHF 11'260.25, geltend gemacht. Der zeitliche Auf- wand erscheint – trotz der nur 14 Seiten umfassenden Be schwerdeantwort und der 5-seitigen Stellungnahme zur Eingabe des Beschwerdeführers – angem essen, zumal der Rechtsvertreter 14 Beschwerdegegner vertritt, was vermutungsweise einen erheblichen Koordinationsaufwand mit sich bringt. Der Stundenansatz ist tarifkonform, wesh alb demzufolge und mangels einer Be- anstandung der Honorarnote durch den Beschwerdeführer den Beschwerdegegnern 1-14 eine Parteientschädigung von CHF 11'260.25 (inkl. Auslagen und MWSt) zuzusprechen ist. Mit Eingabe vom 15. Oktober 2021 hat der Rechtsvertrete r der Beschwerdegegner 15-17, Rechtsanwalt Marc Weber, seine Honorarnote eingereicht und dabei ein Honorar von Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 11'900.00 (34 Stunden zu je CHF 350.00) sowie Au slagen von CHF 347.00 zzgl. 7,7% MWST in Höhe von CHF 943.00, total somit CHF 13'190.00, geltend gemacht. Der zeitliche Auf- wand erscheint angesichts der eingereichten 26-seitigen Beschwerdeantwort und der 7-seitigen Stellungnahme zu Eingabe des Beschwerdeführers ebenfalls angemessen, obschon der Koordi- nationsbedarf bei lediglich drei Beschwerdegegnern erheblich geringer sein dürfte als bei deren 14. Der Stundenansatz ist tarifkonform und die Auslage n sind effektiv nachgewiesen, weshalb demzufolge und mangels einer Beanstandung der Honorarnote durch den Beschwerdeführer den Beschwerdegegnern 15-17 eine Parteientschädigung von C HF 13'190.00 (inkl. Auslagen und MWSt) zuzusprechen ist. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2021 hat der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin 18, Beat Saxer, seine Honorarnote eingereicht und dabei ein Honorar von CHF 10'616.65 (30,33 Stunden zu je CHF 350.00) sowie Auslagen von CHF 178.00, total somit CHF 10'794.65, geltend gemacht. Als Parteientschädigung gilt gemäss Art. 95 Abs. 3 ZPO der Ersatz notwendiger Auslagen (lit. a), die Kosten einer berufsmässigen Vertretung (lit. b) sowie in begründeten Fälle eine angemessene Umtriebsentschädigung, wenn keine berufsmässige Vertretung vorliegt (lit. c). Zur berufsmässi- gen Vertretung in allen Verfahren sind nur Anwältinnen und Anwälte berechtigt, die in den kanto- nalen Registern eingetragen sind (siehe Art. 68 Abs. 2 lit. a ZPO; Art. 6 Abs. 1 des Bundesgeset- zes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte [BGFA, SR 935.61]; § 4 Abs. 1 des An- waltsgesetzes Basel-Landschaft [Anwaltsgesetz, SGS 178]). Indes geht aus dem Anwaltsregister des Kantons Aargau hervor, dass Beat Saxer darin nicht eingetragen ist. Die Beschwerdeführerin 18 resp. ihr Rechtsvertreter bringt in der Eingabe vom 5 . November 2021 denn auch nicht vor, dass das Anwaltsregister unvollständig sei oder dass Herr Beat Saxer im Anwaltsregister eines anderen Kantons eingetragen sei. Es wird lediglich vo rgebracht, dass im Kanton Basel-Land- schaft auch nicht berufsmässige Vertreter zur Prozessführung berechtigt seien. Soweit damit in- sinuiert wird, dass auch eine nicht berufsmässige Vertret ung zur Zusprechung einer Parteient- schädigung berechtigten, kann diesem Schluss mit Blick auf den klaren Wortlaut von Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO nicht gefolgt werden. Daraus erhellt, dass der Beschwerdeführerin 18 keine Kosten einer berufsmässigen Vertretung i.S.v. Art. 95 Abs. 3 l it. b ZPO entstanden, weshalb ihr dafür auch keine Parteientschädigung geschuldet ist. Eine Umtriebsentschädigung i.S.v. lit. c derselben Bestimmung fällt – entgegen der Ansicht der Beschwerdef ührerin 18 – ebenso ausser Betracht (BGer 4A_233/2017 vom 28. September 2017 E. 4.5). D ie Auslagen in Höhe von CHF 178.00 sind jedoch effektiv nachgewiesen und deshalb gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO vom Beschwer- deführer zu ersetzen. Demnach wird erkannt: ://: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Entscheidgebühr von CHF 1'800.00 für das Beschwerdeverfahren wird dem Beschwerdeführer auferlegt. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Forderung des Staates wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1'800.00 verrechnet. 3. Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegnern 1-14 für das Be- schwerdeverfahren eine Parteientschädigung von CHF 11'260.25 (inkl. Auslagen und MWSt), den Beschwerdegegnern 15-17 eine Par- teientschädigung von CHF 13'190.00 (inkl. Auslagen und MWSt) und der Beschwerdegegnerin 18 eine Parteientschädigung von CHF 178.00 (inkl. Auslagen jedoch exkl. MWSt) zu bezahlen. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Dario Glauser