<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2000 140 S.603</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Strafvollzug</span> <span class="page_no">603</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>V. Strafvollzug</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>140 Vollzug von Umwandlungsstrafen.</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Die Absicht, in Haft umgewandelte Bussen über eine Zeitdauer von</b></span><br/> <span class="ft3"><b>rund 14 Monaten in Raten abzuzahlen, stellt keinen wichtigen Grund</b></span><br/> <span class="ft3"><b>für einen Strafaufschub dar.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Entscheid des Regierungsrates vom 29. November 2000 in Sachen D.L. ge-</span><br/> <span class="ft4">gen Departement des Innern (Sektion Straf- und Massnahmenvollzug).</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">2. c) aa) Der Beschwerdeführer rügt zur Hauptsache, dass ihm</span><br/> <span class="ft6">nach der rechtskräftigen Umwandlung der Bussen in Haft keine</span><br/> <span class="ft6">Möglichkeit mehr geboten wurde, die Bussen in Raten abzuzahlen.</span><br/> <span class="ft6">bb) Die Haftstrafe stellt in ihrer Form als Umwandlungsstrafe</span><br/> <span class="ft6">lediglich einen Ersatz für den eigentlich zu leistenden Geldbetrag</span><br/> <span class="ft6">dar; ihr Vollzug muss daher tatsächlich insoweit entfallen, als die</span><br/> <span class="ft6">bestrafte Person den in Freiheitsstrafe umgerechneten Bussenbetrag</span><br/> <span class="ft6">noch bezahlt, nachdem der Umwandlungsentscheid ergangen ist</span><br/> <span class="ft6">(Jörg Rehberg, Strafrecht II: Strafen und Massnahmen, Jugendstraf-</span><br/> <span class="ft6">recht, 6. A., Zürich 1994, S. 115; BGE 103 Ib 190, 105 IV 16, 125 IV</span><br/> <span class="ft6">236). Es steht dem Beschwerdeführer somit nach wie vor frei, die</span><br/> <span class="ft6">ihm auferlegten Bussen noch zu bezahlen. Wie die Vorinstanz in</span><br/> <span class="ft6">ihrer Vernehmlassung aber zutreffend festhält, steht nach der rechts-</span><br/> <span class="ft6">kräftigen Umwandlung einer Busse in Haft der beförderliche Vollzug</span><br/> <span class="ft6">der Freiheitsstrafe im Vordergrund; damit sind Teilzahlungen zwar</span><br/> <span class="ft6">weiterhin möglich, doch ist die bestrafte Person für solange in den</span><br/> <span class="ft6">Vollzug zu versetzen, bis derjenige Teil der Busse erstanden ist, der</span><br/> <span class="ft6">durch die nachträgliche Zahlung nicht gedeckt ist (vgl. BGE 103 Ib</span><br/> <span class="ft6">190 f.). Die Absicht des Beschwerdeführers, über eine Zeitdauer von</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">604</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">rund 14 Monaten seine Bussen in Raten abzuzahlen, stellt keinen</span><br/> <span class="ft6">wichtigen Grund im Sinne von § 238 Abs. 2 StPO für einen Strafauf-</span><br/> <span class="ft6">schub dar und kann nicht dazu führen, von einem Vollzug der Um-</span><br/> <span class="ft6">wandlungsstrafen abzusehen (vgl. Stefan Trechsel, Schweizerisches</span><br/> <span class="ft6">Strafgesetzbuch - Kurzkommentar, 2. A., Zürich 1997, N 11 zu Art.</span><br/> <span class="ft6">49 und dortige Verweise). Der Beschwerdeführer hatte genügend</span><br/> <span class="ft6">Zeit und etliche Chancen, die Bussen zu bezahlen. Insbesondere bot</span><br/> <span class="ft6">ihm die Sektion Straf- und Massnahmenvollzug auch nach den Um-</span><br/> <span class="ft6">wandlungsentscheiden noch die Möglichkeit, die Bussen zu beglei-</span><br/> <span class="ft6">chen, indem sie ihm Einzahlungsscheine zustellte. Die Rüge des</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführers geht damit ins Leere. (...)</span><br/></div> </div> </body> </html>