<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00444</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223518&amp;W10_KEY=13045538&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00444</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.09.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Fahreignungsabklärung; Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Der Entzug der aufschiebenden Wirkung führte vorliegend dazu, dass sich der Beschwerdeführer einer Fahreignungsuntersuchung zu unterziehen hätte, bevor feststeht, ob diese zu Recht angeordnet wurde. Im Resultat würde ihm so der vorsorgliche Rechtsschutz verweigert. Damit dies ausnahmsweise zulässig ist, wäre darzulegen, dass das öffentliche Interesse am Schutz der Verkehrssicherheit einen sofortigen Vollzug der angeordneten Fahreignungsuntersuchung verlangt (E. 4.3). Die Vorinstanz erachtet die Fahreignungsabklärung in Verbindung mit dem Entzug der aufschiebenden Wirkung im Vergleich zu einem vorsorglichen Führerausweisentzug als mildere Massnahme. Die Anwendung des Grundsatzes "in maiore minus" setzte jedoch voraus, dass auch die Bedingungen für die härtere Massnahme, das heisst hier für einen vorsorglichen Führerausweisentzug, erfüllt sind (E. 4.4). Der vorsorgliche Führerausweisentzug setzt nicht nur Zweifel, sondern ernsthafte Zweifel an der Fahreignung voraus. Die vorliegenden Umstände zeigen, dass der Beschwerdeführer gelegentlich Marihuana oder Haschisch konsumiert, allenfalls darüber hinaus auch noch andere illegale Drogen, insbesondere Ecstasy. Er hat jedoch weder unter Betäubungsmitteleinfluss ein Fahrzeug gelenkt noch sogenannte harte Drogen mit sich geführt. Zudem weist er administrativrechtlich keine Vorbelastung auf. Ernsthafte Zweifel an der Fahreignung im Sinn des Vorstehenden sind zu verneinen; die angefochtene Anordnung erweist sich als unverhältnismässig und der Entzug der aufschiebenden Wirkung in maiore minus ist unzulässig (E. 4.5). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSCHIEBENDE WIRKUNG">AUFSCHIEBENDE WIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGEN">DROGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAHREIGNUNGSABKLÃRUNG">FAHREIGNUNGSABKLÃRUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 14 Abs. I SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 15d Abs. I SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 15d Abs. I lit. b SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 16d Abs. I lit. b SVG</span><br/><span class="gerade">§ 25 Abs. III VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 5abis VZV</span><br/><span class="gerade">Art. 5b VZV</span><br/><span class="ungerade">Art. 28a VZV</span><br/><span class="gerade">Art. 28a Abs. I VZV</span><br/><span class="ungerade">Art. 30 Abs. I VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltugsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=63236" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00444</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">19. September 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Peter Sprenger, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Regina Meier. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,<br/> <br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Strassenverkehrsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 15. Mai 2023 ordnete das <span>Strassenverkehrsamt gegenÃ¼ber A <span>eine AbklÃ¤rung der Fahreignung bei einem Arzt bzw. einer Ãrztin der Anerkennungsstufe 4 an, wobei das Gutachten innert sechs Monaten einzureichen sei. Nach unbenutztem Ablauf der Frist werde vom tatsÃ¤chlichen Vorhandensein des vermuteten Fahreignungsmangels ausgegangen und es werde ohne weiteres rechtliches GehÃ¶r der definitive Sicherungsentzug des </span></span><span>FÃ¼hrerausweises auf unbestimmte Zeit verfÃ¼gt. </span>Dem Lauf der Rekursfrist und der Einreichung eines Rekurses entzog es die aufschiebende Wirkung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhob A am 6. Juli 2023 Rekurs an die Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich und beantragte die Aufhebung der angeordneten FahreignungsabklÃ¤rung und die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Rekurses. Mit VerfÃ¼gung vom 7. Juli 2023 wies die Sicherheitsdirektion das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 9. August 2023 erhob A Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, es sei die aufschiebende Wirkung des Rekurses wiederherzustellen. Weiter stellte er den prozessualen Antrag, die aufschiebende Wirkung ohne vorherige AnhÃ¶rung der Gegenpartei, eventualiter nach deren AnhÃ¶rung, fÃ¼r die Dauer des Beschwerdeverfahrens wiederherzustellen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Staatskasse.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. August 2023 wurde das Gesuch um superprovisorische Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen und dem Strassenverkehrsamt und der Sicherheitsdirektion Frist zur Vernehmlassung und Stellungnahme sowie zur Einreichung der Akten angesetzt. Am 11. August 2023 teilte die Sicherheitsdirektion mit, auf eine Vernehmlassung zu verzichten. Die Akten gingen am 7. September 2023 beim Verwaltungsgericht ein. Das <span>Strassenverkehrsamt </span>verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Die Behandlung von Beschwerden gegen administrative Massnahmen im Strassenverkehr fÃ¤llt in die einzelrichterliche ZustÃ¤ndigkeit (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]), sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer zur Beurteilung Ã¼berwiesen werden (Abs. 2). Vorliegend <br/> besteht kein Anlass fÃ¼r eine Beurteilung durch die Kammer. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die Anfechtbarkeit von Zwischenentscheiden richtet sich gemÃ¤ss § 41 Abs. 3 in Verbindung mit § 19a Abs. 2 VRG sinngemÃ¤ss nach den Art. 91â93 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG). GemÃ¤ss Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG ist die Beschwerde gegen selbstÃ¤ndig erÃ¶ffnete Vor- und Zwischenentscheide zulÃ¤ssig, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung2">Bei vorsorglichen Massnahmen ist in der Regel ein nicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinn von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zu bejahen (Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich 2014, [Kommentar VRG], § 19a N. 48). Demnach ist auch vorliegend auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit dem vorliegenden Entscheid wird das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung wÃ¤hrend des Beschwerdeverfahrens gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>MotorfahrzeugfÃ¼hrer mÃ¼ssen Ã¼ber Fahreignung und Fahrkompetenz verfÃ¼gen (Art. 14 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 [SVG]). Bestehen Zweifel an der Fahreignung einer Person, so wird diese einer Fahreignungsuntersuchung unterzogen (Art. 15d Abs. 1 SVG, Art. 28a Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr vom 27. Oktober 1976 [VZV]). <span>Dies trifft namentlich zu bei Fahren unter dem Einfluss von BetÃ¤ubungsmitteln oder bei MitfÃ¼hren von BetÃ¤ubungsmitteln, welche die FahrfÃ¤higkeit stark beeintrÃ¤chtigen oder ein hohes AbhÃ¤ngigkeitspotenzial aufweisen (Art. 15d Abs. 1 lit. b SVG). In diesem Fall dient die Fahreignungsuntersuchung der KlÃ¤rung der Frage, ob die Person an einer </span>Sucht leidet, welche die <span class="exactmatch">Fahreignung</span> ausschliesst (<span class="artref">Art. 16d Abs. 1 lit. b </span><span class="exactmatch">SVG</span>). Drogensucht wird nach der Rechtsprechung bejaht, wenn die AbhÃ¤ngigkeit von der Droge derart ist, dass der Betroffene mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem â dauernden oder zeitweiligen â Zustand zu setzen, der das sichere FÃ¼hren nicht mehr gewÃ¤hrleistet (BGE 124 II 559 E. 2b mit Hinweisen). Im Interesse der Verkehrssicherheit setzt die Rechtsprechung den regelmÃ¤ssigen Konsum von Drogen der DrogenabhÃ¤ngigkeit gleich, sofern dieser seiner HÃ¤ufigkeit und Menge nach geeignet ist, die <span class="exactmatch">Fahreignung</span> zu beeintrÃ¤chtigen. Auf fehlende <span class="exactmatch">Fahreignung</span> darf geschlossen werden, wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die naheliegende Gefahr besteht, dass er im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt (BGE 129 II 82 E. 4.1 S. 86 f.; BGr, 12. Oktober 2018, 1C_285/2018, E. 3.1; je mit Hinweisen). Von Bedeutung sind die Konsumgewohnheiten der Person, ihre Vorgeschichte, ihr bisheriges Verhalten im Strassenverkehr und ihre PersÃ¶nlichkeit (BGE 128 II 335 E. 4a mit Hinweisen, BGr, 4. Juli 2019, 1C_7/2019, E. 3.1).</p> <p class="Urteilstext"><span>Bei solchen verkehrsmedizinischen Fragestellungen ordnet die kantonale BehÃ¶rde eine Fahreignungsuntersuchung durch einen Arzt / eine Ãrztin mit dem Titel "Verkehrsmediziner/-in SGRM" bzw. einem als von der SGRM (Schweizerische Gesellschaft fÃ¼r Rechtsmedizin) als gleichwertig anerkannten Titel und einer Anerkennung mindestens der Stufe 4 an (Art. 28a Abs. 1 lit. a i. V. m. Art. 5a<sup>bis</sup> Abs. 1 lit. d und Art. 5b Abs. 4 VZV, Art. 28a Abs. 2 lit. a VZV).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der FÃ¼hrerausweis kann bereits vor Abschluss eines Administrativverfahrens vorsorglich entzogen werden, wenn ernsthafte Zweifel an der Fahreignung bestehen (Art. 30 Abs. 1 VZV). Da bei drohenden SicherungsentzÃ¼gen eine Wiederzulassung zum motorisierten Verkehr nicht verantwortbar ist, bevor ernsthafte Zweifel an der Fahreignung ausgerÃ¤umt sind, wird Rechtsmitteln gegen vorsorgliche EntzÃ¼ge und SicherungsentzÃ¼ge grundsÃ¤tzlich keine aufschiebende Wirkung eingerÃ¤umt, womit in diesen FÃ¤llen der Ausweis in der Regel bis zum rechtskrÃ¤ftigen Abschluss des Administrativverfahrens (vorsorglich) entzogen bleibt (BGr, 20. Juni 2016, 1C_658/2015, E. 2).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Vorinstanz begrÃ¼ndete die Abweisung des Gesuchs um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung damit, der Verzicht auf einen vorsorglichen Ausweisentzug erscheine zur Wahrung des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsgrundsatzes gerechtfertigt, allerdings nur unter der PrÃ¤misse, dass die verkehrsmedizinische Untersuchung nicht auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben werde. Der Beschwerdegegner seinerseits hatte den Entzug der aufschiebenden Wirkung pauschal mit der Sicherheit des Strassenverkehrs begrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Dem Rekurs kommt gemÃ¤ss § 25 Abs. 1 VRG aufschiebende Wirkung zu. Aus besonderen GrÃ¼nden kann eine gegenteilige Anordnung getroffen werden (§ 25 Abs. 3 VRG). Die aufschiebende Wirkung zielt darauf ab, wÃ¤hrend der Dauer eines Rechtsmittelverfahrens den ursprÃ¼nglich bestehenden Zustand zu erhalten, und stellt den gesetz­lichen Regelfall dar. FÃ¼r den Entzug der aufschiebenden Wirkung bzw. die sofortige Wirksamkeit der umstrittenen Anordnung mÃ¼ssen qualifizierte und Ã¼berzeugende GrÃ¼nde sprechen, ohne dass aber ganz ausserordentliche UmstÃ¤nde verlangt wÃ¤ren. Erforderlich ist, dass ein schwerer Nachteil droht, falls die aufschiebende Wirkung nicht entzogen wÃ¼rde. Ein schwerer Nachteil kann etwa in einer zeitlich unmittelbar bevorstehenden oder inhaltlich schweren Bedrohung hochwertiger GÃ¼ter des Einzelnen oder des Staates bestehen. Wird das Vorliegen besonderer GrÃ¼nde bejaht, ist in einem zweiten Schritt zu prÃ¼fen, ob sich der Entzug der aufschiebenden Wirkung als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweist (vgl. Regina Kiener, Kommentar VRG, § 25 N. 26 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Der Entzug der aufschiebenden Wirkung fÃ¼hrte vorliegend dazu, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer einer Fahreignungsuntersuchung zu unterziehen hÃ¤tte, bevor feststeht, ob diese zu Recht angeordnet wurde. Im Resultat wÃ¼rde dem BeschwerdefÃ¼hrer so der vorsorgliche Rechtsschutz verweigert. Damit dies ausnahmsweise zulÃ¤ssig ist, wÃ¤re darzulegen, dass das Ã¶ffentliche Interesse am Schutz der Verkehrssicherheit einen sofortigen Vollzug der angeordneten Fahreignungsuntersuchung verlangt. An den Nachweis dieses Interesses ist grundsÃ¤tzlich ein strenger Massstab anzulegen, da die Verweigerung des vorsorglichen Rechtsschutzes die Wirksamkeit des Rechtswegs tangiert beziehungsweise den Verfahrensausgang prÃ¤judizieren kann (BGr, 28. MÃ¤rz 2014, 1C_35/2014, E. 5.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Aus den angefÃ¼hrten BegrÃ¼ndungen des Beschwerdegegners und der Vorinstanz geht nicht klar hervor, inwiefern die Verkehrssicherheit durch den Entzug der aufschiebenden Wirkung des Rekurses gegen die angeordnete FahreignungsabklÃ¤rung gewÃ¤hrleistet werden soll. Die Vorinstanz erachtet aber die FahreignungsabklÃ¤rung in Verbindung mit dem Entzug der aufschiebenden Wirkung im Vergleich zu einem vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzug als mildere Massnahme. Dies trifft wohl zu; allerdings setzt die Anwendung des Grundsatzes "in maiore minus" voraus, dass auch die Voraussetzungen fÃ¼r die hÃ¤rtere Massnahme, das heisst hier fÃ¼r einen vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzug, gegeben sind. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Der vorsorgliche FÃ¼hrerausweisentzug setzt nicht nur Zweifel, sondern <i>ernsthafte</i> Zweifel an der Fahreignung voraus (Art. 30 Abs. 1 VZV). </p> <p class="Urteilstext">AnlÃ¤sslich der Verkehrskontrolle fÃ¼hrte der BeschwerdefÃ¼hrer 4 g Marihuana, circa 2 bis 3 g Haschisch sowie eine Ecstasy-Pille mit sich. Zudem gab er an, etwa rund 13½ bis 14 Stunden vor Fahrtantritt einen Joint geraucht zu haben. Ein Speichelvortest ergab fÃ¼r alle getesteten Drogen ein negatives Resultat. Der Vortest der Urinprobe auf Kokain sowie auf Amphetamin/Methamphetamin/XTC fiel positiv aus. Bei der BestÃ¤tigungsanalyse im Blut konnten aber weder Kokain noch Kokain-Abbauprodukte noch Amphetamine festgestellt werden. Die festgestellte THC-Konzentration lag mit 1,2 µg/l unterhalb des Grenzwertes von 1,5 µg/l. Nachdem die Polizei im Formular "Fahrverbot" und im FinZ-Set noch Anzeichen von BetÃ¤ubungsmittelkonsum beim BeschwerdefÃ¼hrer ("schwankender Stand, flatternde Augenlider, wÃ¤sserige Augen") vermerkt hatte, enthÃ¤lt das Protokoll der anschliessenden Ã¤rztlichen Untersuchung diesbezÃ¼glich keinerlei auffÃ¤llige Befunde. Das Strafverfahren betreffend Fahren in fahrunfÃ¤higem Zustand wurde am 16. Mai 2023 eingestellt. </p> <p class="Urteilstext">Diese geschilderten UmstÃ¤nde zeigen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer gelegentlich Marihuana oder Haschisch konsumiert, allenfalls darÃ¼ber hinaus auch noch andere illegale Drogen, insbesondere Ecstasy. Ob dies ausreicht, eine verkehrsmedizinische FahreignungsabklÃ¤rung anzuordnen, wird im Rekursverfahren zu entscheiden sein. Im vorliegenden Verfahren ist nur darÃ¼ber zu befinden, ob sich daraus ernsthafte Zweifel an der Fahreignung ergeben, welche einen vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzug rechtfertigen wÃ¼rden, oder ob sich deswegen sonst wie der Entzug der aufschiebenden Wirkung begrÃ¼nden liesse. Festzuhalten ist weiter, dass der BeschwerdefÃ¼hrer weder unter BetÃ¤ubungsmitteleinfluss ein Fahrzeug gelenkt noch sogenannte harte Drogen mit sich gefÃ¼hrt hat. Er weist administrativrechtlich keine Vorbelastung auf. Angesichts dieser gesamten UmstÃ¤nde ergeben sich keine ernsthaften Zweifel im Sinne von Art. 30 Abs. 1 VZV, welche einen vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzug und den damit regelmÃ¤ssig einhergehenden Entzug der aufschiebenden Wirkung von Rechtsmitteln dagegen rechtfertigen wÃ¼rden. Somit ist der Entzug der aufschiebenden Wirkung in maiore minus unzulÃ¤ssig und die angefochtene Anordnung erweist sich als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Da auch sonst nicht ersichtlich ist, dass aus GrÃ¼nden der Verkehrssicherheit der Entzug der aufschiebenden Wirkung gerechtfertigt wÃ¤re, ist dieser unrechtmÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.6 </b>Die Beschwerde ist gutzuheissen und die aufschiebende Wirkung des Rekurses gegen die angeordnete FahreignungsabklÃ¤rung ist wiederherzustellen. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die <span>Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen und dieser ist zu verpflichten, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu bezahlen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und § 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der vorliegende Entscheid stellt einen Zwischenentscheid sowie einen Entscheid Ã¼ber vorsorgliche Massnahmen dar <span>(BGr, 6. Juli 2021, 1C_95/2021, E. 1)</span>. <span>Dieser kann nur unter den Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) selbstÃ¤ndig beim Bundesgericht angefochten werden. Hinzuweisen ist sodann auf Art. 98 BGG, wonach mit der Beschwerde gegen Entscheide Ã¼ber vorsorgliche Massnahmen nur die Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte gerÃ¼gt werden kann. </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In Gutheissung der Beschwerde wird Dispositiv-Ziffer 1 der VerfÃ¼gung der Sicherheitsdirektion vom 7. Juli 2023 aufgehoben und die aufschiebende Wirkung des Rekurses gegen die VerfÃ¼gung des <span>Strassenverkehrsamt</span>s vom 15. Mai 2023 wird wiederhergestellt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer <span>eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- zu bezahlen. </span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinne der ErwÃ¤gungen Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich, Rekursabteilung;<br/> c) das Bundesamt fÃ¼r Strassen, Sekretariat Administrativmassnahmen, 3003 Bern.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>