BRKE II Nr. 80/2002 vom 16. April 2002 in BEZ 2002 Nr. 55 5. a) Nach § 79 PBG (Marginale: Zweck) ermöglichen und erleichtern Sonderba u- vorschriften die freiere Überbauung geeigneter Gebiete nach einheitlichen Gestaltung s- grundsätzen. Gemäss § 80 PBG können Sonderbauvorschriften von den Bestimm ungen über die Regelbauweise und von den kantonalen Mindestabständen abweichen sowie die Nut z- weise nach ihrer Art und innerhalb der Art nach Aufteilung und Zweckbesti mmung näher umschreiben. Sie haben für die einwandfreie Einordnung, Gestaltung, Erschliess ung und Ausrüstung der Überbauung zu sorgen. Zuständig zum Erlass von Sonderbauvorschriften ist nach § 88 PBG das nach der Gemeindeordnung für die Festsetzung von Nutzungsplanungen zuständige O rgan. b) Mit diesen Regelungen stehen die Sonderbauvorschrifte n X nach rekurrentischer Auffassung nicht in Einklang. Die Rekurrenten halten dafür, dass dem Begriff «Gebiet» das Element einer gewissen Grösse immanent sei. Beplanungstauglich sei vorliegend lediglich die unüberbaute Parzelle Kat.- Nr. 2 im Halte von 2365 m 2 , da die 5948 m 2 gros- se Parzelle Kat. -Nr. 1 mit dem bestehenden Altersheim überbaut sei. Es fehle daher an dem von § 79 PBG vorausgesetzten «geeigneten Gebiet». Der von den Rekurrenten zitierten, die Sonderbauvorschriften betreffenden W ei- sung zum Planungs- und Baugesetz aus dem Jahr 1975 ist zu entnehmen, dass der G e- setzgeber bei der Schaffung dieses Planungsinstrumentes wohl in der Tat davon au s- ging, es solle auf grössere Gebiete Anwendung finden. Flächenmässige Minimalanfo r- derungen sind indessen anders als bei dem gleichzeitig mit den Sonderbauvorschriften geschaffenen Institut der Arealüberbauung (vgl. § 70 PBG in der Fassung vom 7. Se p- tember 1975) nicht statuiert worden. Hieran hat sich auch im Rahmen nachfolgender Gesetzesrevisionen nichts geä ndert. Die rekurrentische Auffassung, wonach Sonde r- bauvorschriften einzig für grössere G ebietseinheiten zulässig seien, findet daher im G e- setz keine Stütze. Im übrigen lässt die im Zusammenhang mit Arealüberbauungen g e- troffene Regelung, wonach (ohne abweichende k ommunale Anordnung) eine Arealfl ä- che von 8000 m 2 erforderlich sei (§ 70 aPBG), darauf schliessen, dass der Gesetzgeber davon ausging, ein Gebiet dieser Grösse lasse sich zweckmässig beplanen. Auch ins o- weit erscheint daher nicht ausgeschlossen, für ein Gebi et der genannten Grösse So n- derbauvorschriften zu erlassen. Damit bleibt der rekurrentische Einwand zu beurteilen, wonach in casu lediglich das unüberbaute Grundstück Kat.-Nr. 2 im Halte von 2365 m 2 «planungstauglich» sei. Dabei ist unerfindlich, weshalb di e von den Sonderbauvorschriften miterfasste ZöBA -Parzelle Kat.-Nr. 1 unberücksichtigt bleiben sollte. Dieses 5948 m 2 grosse Grundstück ist zwar überbaut, dürfte jedoch deutlich unternutzt sein und im Rahmen der Sonderbauvorschri f-- 2 - ten zusätzlich genutzt werd en. Dass eine weitere Überbauung des Grundstücks Kat. -Nr. 1 auch gestützt auf die geltende Zonierung (ZöBA) möglich w äre, ist unerheblich. c) Die Rekurrenten bemängeln überdies, dass die Sonderbauvorschriften entg egen § 80 PBG nicht für eine einwandfreie E rschliessung des erfassten Gebiets sor gten. Das in der genannten Norm statuierte Erfordernis gilt indessen nur innerhalb des erfassten Gebiets. Je nach dessen Grösse müssen Sonderbauvorschriften erforderlichenfalls in ihrem Geltungsbereich die zur Herstell ung einer hinreichenden gebietsinternen E r- schliessung notwendigen Anordnungen treffen. Ein derartiger Handlungsbedarf besteht beim vorliegend zur Beurteilung stehenden Gebiet nicht. Ob das erfasste Gebiet als Ganzes hinreichend e rschlossen sei, wird erst i m Rahmen eines konkreten Bauvorh a- bens zu prüfen sein (§ 236 f. PBG).