A bteilung III C -1808/2006 {T 0/2} U rteil vom 10. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Antonio Im oberdorf; R ichter Andreas Trom m er; R ich- ter Blaise Vuille; G erichtsschreiber D aniel G rim m . X._______, Beschw erdeführerin, vertreten durch M artin Ilg, R echtsberatung, Postfach 464, 8024 Zürich, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verw eigerung der Zustim m ung zur Verlängerung der A ufenthaltsbew illi- gung und W egw eisung. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. X._______ (geboren 1973, Serbien/Kosovo, nachfolgend Beschw erde- führerin) heiratete am 12. Februar 2003 in ihrer H eim at einen Schw eizer Bürger (geboren 1956). Am 28. Juli 2003 folgte sie ihm im R ahm en des Fam iliennachzuges in die Schw eiz und erhielt vom dam aligen W ohnsitz- kanton Zürich eine entsprechende Aufenthaltsbew illigung. N ach bew illig- tem Kantonsw echsel zog das Paar im August 2004 in den Kanton G rau- bünden, w o der Ehem ann am 23. Juni 2005 verstarb. D ie Ehe blieb kinder- los. B. Am 6. O ktober 2005 verfügte das Am t für Polizeiw esen und Zivilrecht des Kantons G raubünden, die bis zum 27. M ärz 2006 gültige Aufenthaltsbew il- ligung w erde nur unter der Bedingung der Ausübung einer ganzjährigen Erw erbstätigkeit verlängert. Ausserdem habe sich die Beschw erdeführerin bis dahin um eine eigene W ohnung zu bem ühen, andernfalls sie die Schw eiz verlassen m üsse. D a die G esuchstellerin in der Folge lediglich ei- ner Teilzeitarbeit nachging, sie phasenw eise teilunterstützt w urde und auch keinen M ietvertrag über eine W ohnung vorlegen konnte, gew ährte ihr die kantonale Frem denpolizeibehörde am 18. M ai 2006 aus Pietätsgrün- den und unter W iederholung der selben Bedingungen eine Verlängerung des Anw esenheitsrechts um ein halbes Jahr. Auf anfangs O ktober 2006 fand sie in einem H otel in Arosa eine Vollzeitstelle als Zim m erm ädchen. Am 10. O ktober unterbreitete die zuständige Behörde des W ohnsitzkan- tons die anstehende Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung daraufhin dem BFM zur Zustim m ung. C . M it Schreiben vom 16. O ktober 2006 signalisierte die Vorinstanz, sie w er- de der Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung nicht zustim m en und räum te der Beschw erdeführerin bis zum 6. N ovem ber 2006 ein Äusse- rungsrecht ein. Am 6. N ovem ber 2006 ersuchte der Parteivertreter um Er- streckung der Frist bis zum 6. D ezem ber 2006. D as G esuch w urde am 8. N ovem ber 2006 abschlägig beantw ortet. D . M it Verfügung vom 13. N ovem ber 2006 verw eigerte das BFM die bean- tragte Zustim m ung und ordnete die W egw eisung an. Zur Begründung w ur- de ausgeführt, der Aufenthaltszw eck in der Schw eiz sei m it dem H inschied des Ehegatten erfüllt. D ie Beschw erdeführerin habe sich insgesam t ledig- lich etw as m ehr als drei Jahre hierzulande aufgehalten, zw ei Jahre davon in ehelicher G em einschaft. D iese kurze Aufenthaltsdauer verm öge keine Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung zu rechtfertigen. Sie habe zudem die ersten 30 Lebensjahre und insbesondere die w ichtigen Jahre der Per- sönlichkeitsbildung in ihrem H erkunftsland verbracht. D er Vollzug der W egw eisung sei daher nicht nur zulässig und m öglich, sondern auch zu- m utbar. E. M it Beschw erde vom 14. D ezem ber 2006 an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) stellt der Parteivertreter die Begehren, die angefochtene Verfügung sei im Sinne der Erw ägungen zur Verlängerung 3 der Aufenthaltsbew illigung an den Kanton zurückzuw eisen; eventualiter sei der Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung zuzustim m en und subeven- tualiter die U nzum utbarkeit der R ückkehr (unter anderem aus Pietätsgrün- den) festzustellen. Einleitend w irft der Parteivertreter dem Bundesam t vor, von dem ihm zustehenden Erm essen keinen G ebrauch gem acht und das G esetz überhaupt nicht im Sinne einer einzelfallgerechten Lösung ange- w endet zu haben. Im Einzelnen w ird vorgebracht, der Beschw erdeführerin sei die R ückkehr in ihre H eim at nicht zuzum uten. Sie stam m e aus dem Ko- sovo, der unsichersten und rückständigsten G egend von Serbien, w o keine C hancen bestünden, unter m enschenw ürdigen U m ständen zu leben. D em - gegenüber lebe sie seit über einem D ritteljahrzehnt unbescholten in der Schw eiz und sie sei inzw ischen hier verw urzelt. Zur besseren Verarbeitung der Trauer nach dem Tod des Ehepartners sei sie darauf angew iesen, je- den Tag das U rnengrab auf dem Friedhof besuchen und die persönlichen Begegnungen zu der Fam ilie des Verstorbenen aufrecht erhalten zu kön- nen. H inzu kom m e, dass die Beschw erdeführerin den Forderungen der kantonalen Frem denpolizeibehörde nach einem Stellen- und W ohnsitz- nachw eis nachgekom m en sei. D am it habe sie Anspruch auf ordnungsge- m ässe Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung. D ank einem sicheren Job und der U nterstützungsbereitschaft ihres in der Schw eiz lebenden Bruders riskiere sie auch inskünftig nicht, zu einem Sozialfall zu w erden. D er Be- schw erdeführerin sei das Anw esenheitsrecht sodann aus hum anitären G ründen zu verlängern, stelle die angefochtene Verfügung unter den vor- liegenden Begebenheiten doch einen unverhältnism ässigen, gegen das G leichbehandlungsgebot, den Vertrauensschutz sow ie das W illkürverbot verstossenden Eingriff in das R echt auf Privatleben im Sinne der Europäi- schen M enschenrechtskonvention dar. Schliesslich gelte es darauf hinzu- w eisen, dass es dem BFM hier an der Kom petenz zur D urchführung eines Zustim m ungsverfahrens gefehlt habe. Vielm ehr hätte der Kanton G raubün- den die Aufenthaltsbew illigung gestützt auf das AN AG in eigener Kom pe- tenz verlängern m üssen und nicht bei der Vorinstanz nachfragen dürfen. D ie Vorgehensw eise der kantonalen Frem denpolizeibehörde im konkreten Fall erw eise sich als rechtsm issbräuchlich und aus bundesstaatsrechtli- cher Sicht untolerierbar. F. D as Bundesam t schliesst in seiner Vernehm lassung vom 16. April 2007 auf Abw eisung der Beschw erde. G . R eplikw eise hält der Parteivertreter am 23. M ai 2007 an den bisherigen Anträgen fest. H . D er w eitere Akteninhalt w ird, sow eit rechtserheblich, in den Erw ägungen Berücksichtigung finden. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des BFM betreffend Zustim m ung zur Erteilung bzw . Verlän-4 gerung einer Aufenthaltsbew illigung und betreffend W egw eisung unterlie- gen der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20] i.V.m . Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t die Beurteilung der beim In- krafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidge- nössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei Beschw erde- diensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das G esetz nichts an- deres bestim m t. D as U rteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und 4 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.4 D ie Beschw erdeführerin ist als Adressatin der Verfügung zur Beschw erde- führung legitim iert. Auf die frist- und form gerechte Beschw erde ist einzu- treten (Art. 48 ff. Vw VG ). 2. In form eller H insicht rügt der Parteivertreter in der R eplik nachträglich eine Verletzung des rechtlichen G ehörs, w eil die Vorinstanz der Beschw erde- führerin vor Erlass der angefochtenen Verfügung keine Fristerstreckung zur Einreichung einer Stellungnahm e gew ährt hat. D ie Behörden sind nach Art. 30 Vw VG gehalten, die Parteien anzuhören, bevor sie verfügen. D ies ist in casu geschehen, indem die Vorinstanz dem Parteivertreter am 16. O ktober 2006 G elegenheit gab, sich bis zum 6. N ovem ber 2006 zur angekündigten Zustim m ungsverw eigerung zu äussern. W eitergehende An- sprüche lassen sich aus der erw ähnten Bestim m ung nicht ableiten. Am letzten Tag der Frist beantragte der Vertreter zw ar deren Erstreckung um einen M onat, da seine M andantin rechtlich relevante U nterlagen in Aus- sicht gestellt habe, die noch nicht bei ihm eingetroffen seien. D as BFM lehnte dies am 8. N ovem ber 2006 indes m it dem H inw eis auf das Fehlen von entschuldbaren G ründen ab. Behördlich angesetzte Fristen sind grundsätzlich erstreckbar, dem Beschleunigungsgrundsatz bzw . dem G e- bot der Förderung einer zügigen Verfahrenserledigung gilt es jedoch R ech- nung zu tragen, w esw egen es zureichender G ründe bedarf, um eine be- hördliche Frist zu erstrecken (vgl. Art. 22 Abs. 2 Vw VG ). D er Parteivertre- ter erhielt vorliegend drei W ochen Zeit, um zu der vorgesehenen Verw ei- gerung der Zustim m ung Stellung zu nehm en. In Anbetracht dieser langen Zeitspanne und der erst am letzten Tag der Frist erfolgten, unsubstanzier- ten Begründung des Fristerstreckungsbegehrens w ar das Vorgehen des Bundesam tes auch in dieser H insicht rechtskonform . Von einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches G ehör kann som it keine R ede sein. 3. D ie sich aus Art. 121 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) und Art. 18 Abs. 3 AN AG ergebende bundesstaatliche Kom petenzordnung geht vom G rund-5 satz aus, dass die Kantone zw ar befugt sind, Bew illigungen in eigener Zu- ständigkeit zu verw eigern, dass aber bei G utheissung eines G esuches um Aufenthalt oder N iederlassung regelm ässig zusätzlich die Zustim m ung des BFM erforderlich ist (vgl. Art. 51 letzter Satz der Verordnung des Bundes- rates vom 6. O ktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer [BVO , SR 823.21] i.V.m . Art. 1 der Verordnung vom 20. April 1983 über das Zustim m ungsverfahren im Ausländerrecht [SR 142.202]). D iese Kom - petenz des BFM ist auch im vorliegenden Fall gegeben (zum G anzen vgl. BG E 130 ll 49 E. 2.1 S. 51, BG E 127 ll 49 E. 3a S. 51 f., BG E 120 lb 6 E. 3a S. 9 ff.; Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 69.76 E. 12, VPB 70.23. E. 10; W eisungen und Erläuterungen des BFM über Einreise, Aufenthalt und Arbeitsm arkt [AN AG -W eisungen], 3. Auflage, Bern, M ai 2006 [Q uelle: w w w .bfm .adm in.ch]). D er Einw and des Parteivertreters, der verfügenden Behörde fehle vorliegend die Befugnis zur D urchführung ei- nes Zustim m ungsverfahrens, ist infolgedessen nicht stichhaltig. Auch eine Berufung auf den G rundsatz von Treu und G lauben fällt in derartigen Kon- stellationen ausser Betracht. D er U m stand, dass Bund und Kantone bei der W ürdigung eines konkreten Sachverhalts zu unterschiedlichen Ergeb- nissen gelangen können, charakterisiert sich vielm ehr als unverm eidliche Konsequenz des von der R echtsordnung vorgesehenen Ineinandergreifens von kantonalen und eidgenössischen Kom petenzen in diesem Bereich (BG E 127 ll 49 E. 3c S. 54 f.). D em H auptantrag, die angefochtene Verfü- gung aufzuheben und zur Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung an den Kanton G raubünden zurückzuw eisen, ist dem nach nicht stattzugeben. 4. 4.1 G em äss Artikel 4 AN AG entscheidet die zuständige Behörde, im R ahm en der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge m it dem Ausland, nach frei- em Erm essen über die Bew illigung von Aufenthalt und N iederlassung. Auf die Erteilung bzw . Verlängerung einer Aufenthaltsbew illigung besteht grundsätzlich kein Anspruch, es sei denn, der Ausländer oder seine in der Schw eiz lebenden Angehörigen können sich auf eine Sondernorm des Bundesrechts oder eines Staatsvertrags berufen. 4.2 U nbestritten ist, dass die Beschw erdeführerin als ausländische Ehegattin eines Schw eizerbürgers ursprünglich Anspruch auf Erteilung und jew eilige Verlängerung einer Aufenthaltsbew illigung hatte (vgl. Art. 7 Abs. 1 AN AG ). M it dem Tod ihres Ehem annes ist dieser Anspruch jedoch erloschen (vgl. VPB 69.76 E. 14). 4.3 Als Anspruchsnorm en in Betracht kom m en vorliegend Art. 8 Abs. 1 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K; SR 0.101) sow ie Art. 13 Abs. 1 BV, die beide das R echt auf Achtung des Privat- und Fam ilienlebens gew ährleisten. Ein Ein- griff in den Schutzbereich des Fam ilienlebens liegt jedoch im Falle der Be- schw erdeführerin nicht vor, da dieser Schutzbereich vor allem das Zusam - m enleben m it der Kernfam ilie – w elche die Beschw erdeführerin gar nicht besitzt – um fasst. Es stellt sich höchstens die Frage, ob die G arantie auf Achtung des Privatlebens der Beschw erdeführerin einen Aufenthaltsan-6 spruch verschaffen könnte. N ach der bundesgerichtlichen R echtsprechung kom m t diesem R echt in ausländerrechtlichen Fällen zw ar grundsätzlich eine selbständige Auffangfunktion gegenüber dem engeren, das Fam ilien- leben betreffenden Schutzbereich zu; das Bundesgericht hat diesbezüglich allerdings festgehalten, dass es hierfür besonders intensiver, über eine norm ale Integration hinausgehender privater Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher N atur bzw . entsprechender vertiefter sozialer Beziehun- gen zum ausserfam iliären bzw . ausserhäuslichen Bereich bedürfe (BG E 130 II 281 E. 3.2.1 S. 286 m it H inw eisen). In der Lehre w ird dem gegen- über vorgeschlagen, nach einer zehnjährigen Anw esenheitsdauer in der Schw eiz eine so starke Verbundenheit m it der Schw eiz anzunehm en, dass diese dem Schutzbereich des Privatlebens zuzuordnen w äre (M AR TIN BER TSC H I/TH O M AS G ÄC H TER , Anw esenheitsanspruch aufgrund der G arantie des Privat und Fam ilienlebens in: Schw eizerisches Zentralblatt für Staats- und Verw altungsrecht [ZBl] 2003 S. 229 f.). Im Falle der Beschw erde- führerin gelangt m an jedoch nach beiden R echtsauffassungen zum glei- chen Ergebnis. Folgt m an der Lehrm einung, so könnte nur eine starke Ver- bundenheit m it der Schw eiz – die sich sich nur über einen langjährigen Zeitraum hinw eg entw ickeln könnte – zu einem R echtsanspruch führen. Folgt m an der R echtsprechung, so könnten nur über das N orm alm ass hin- ausgehende besonders intensive Bindungen oder Beziehungen – die oh- nehin nur in spezifischen Ausnahm efällen denkbar sind – zu einem sol- chen Anspruch führen. D ie von der Beschw erdeführerin geltend gem ach- ten, nicht näher um schriebenen Beziehungen zur Fam ilie des verstorbe- nen Ehem annes reichen hierfür jedenfalls nicht aus. Auch dass seine M an- dantin hier verw urzelt sein soll, trifft entgegen der Behauptung des Partei- vertreters nicht zu. Im G egenteil m uss aufgrund der beigezogenen Akten des Am tes für Polizeiw esen und Zivilrecht des Kantons G raubünden ange- nom m en w erden, dass die Betroffene eher schlecht in die hiesigen Ver- hältnisse integriert ist. 4.4 Zusam m enfassend ergibt sich dam it, dass die Beschw erdeführerin w eder aus dem geltenden Landesrecht noch aus staatsvertraglichen Bestim m un- gen einen Anspruch auf Verlängerung ihrer Aufenthaltsbew illigung herlei- ten kann. 5. 5.1 D ie Frage der Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung ist daher von der Behörde gem äss Art. 4 AN AG nach freiem Erm essen zu beurteilen. D ies bedeutet im vorliegenden Fall jedoch nicht, dass die Vorinstanz in völlig freiem Entscheid die entsprechende Zustim m ung verw eigern durfte. Insbe- sondere haben die Bew illigungsbehörden bei ihren Entscheidungen die geistigen und w irtschaftlichen Interessen sow ie den G rad der Ü berfrem - dung des Landes zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 1 AN AG und Art. 8 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung vom 1. M ärz 1949 zum AN AG (AN AV, SR 142.201). D em entsprechend ist eine Abw ägung der öffentlichen Interessen und der privaten Interessen des oder der Betroffenen vorzunehm en, w obei ein strengerer M assstab zur Anw endung gelangt als bei jenen Aufenthalts- bew illigungen, auf die ein R echtsanspruch besteht.7 5.2 W as das öffentliche Interesse betrifft, so ist festzuhalten, dass die Schw eiz hinsichtlich des Aufenthalts von Ausländerinnen und Ausländern eine res- triktive Politik betreibt (vgl. BG E 122 II 1 E. 3a S. 6 f.). D iese w ird konkreti- siert und um gesetzt durch die BVO . D ie Begrenzungsm assnahm en be- zw ecken ein ausgew ogenes Verhältnis zw ischen dem Bestand der schw ei- zerischen und dem der ausländischen W ohnbevölkerung und sind auf eine Verbesserung der Arbeitsm arktstruktur und der Eingliederung der hier w ohnenden und arbeitenden Ausländerinnen und Ausländer sow ie eine m öglichst ausgeglichene Beschäftigung ausgerichtet (Art. 1 BVO ). D ie ge- m äss BVO festzulegenden H öchstzahlen gelten auch für Ausländerinnen und Ausländer, die bereits in der Schw eiz erw erbstätig w aren, ohne der zahlenm ässigen Begrenzung zu unterstehen, und nun die Voraussetzun- gen für eine Ausnahm e nicht m ehr erfüllen (Art. 12 Abs. 2 Satz 1 BVO ); sie gelten jedoch nicht für Personen, die die Aufenthaltsbew illigung nach den Art. 3 Abs. 1 Bst. c BVO oder Art. 38 BVO erhalten haben (Art. 12 Abs. 2 Satz 2 BVO ). D ie Beschw erdeführerin, die im R ahm en des Fam iliennach- zugs in die Schw eiz gelangt ist, unterliegt dam it der zahlenm ässigen Be- grenzung der Ausländer nicht. D ie Verlängerung ihres Aufenthaltes hängt som it nicht davon ab, ob sie die strengen Zulassungskriterien im R ahm en der bestehenden Kontingente (Art. 8 BVO ) oder die Voraussetzungen der Ausnahm e von der zahlenm ässigen Begrenzung (Art. 13 Bst. f BVO ) er- füllt. 5.3 U nter dem Aspekt der Verhältnism ässigkeit ist dem zufolge abzuklären, ob das private Interesse der Beschw erdeführerin an einem w eiteren Verbleib in der Schw eiz höher zu gew ichten ist als das öffentliche Interesse an der dargelegten restriktiven Ausländerpolitik. W as die Vornahm e einer derarti- gen Interessenabw ägung anbelangt, so hat das BFM in seinen AN AG -W ei- sungen unter Ziffer 654 präzisiert, dass die Aufenthaltsbew illigung – na- m entlich zur Verm eidung von H ärtefällen – auch nach Auflösung der eheli- chen G em einschaft verlängert w erden kann. Als G ründe hierfür w erden hauptsächlich folgende U m stände genannt: D auer der Anw esenheit, per- sönliche Beziehungen zur Schw eiz (insbesondere, w enn Kinder vorhanden sind), berufliche Situation, W irtschafts- und Arbeitsm arktlage, persönliches Verhalten, Integrationsgrad. 6. 6.1 D as bis zum 31. D ezem ber 2006 in dieser M aterie zuständig gew esene EJPD hat sich in seiner jüngsten R echtsprechung zu dieser Frage ge- äussert. Zu beurteilen w ar die Verlängerung der Aufenthaltsbew illigung ei- ner Ausländerin, deren Ehe m it dem Tod des Ehegatten ebenfalls nach zw eieinhalbjähriger Ehedauer geendet hatte (Entscheid des EJPD vom 15. April 2005, publiziert in dem bereits zitierten VPB 69.76). In jenem Fall erfolgte eine Interessenabw ägung zugunsten der betroffenen Ausländerin, deren persönliche Situation und Lebensum stände jedoch deutlich anders w aren als die der Beschw erdeführerin. D ie Betroffene, bereits 58-jährig, galt als M usikerin in beruflicher H insicht als aussergew öhnlich qualifiziert und – nach sechsjährigem Aufenthalt in der Schw eiz – im M usikleben der W estschw eiz sow ohl fachlich als auch in pädagogischer H insicht stark en-8 gagiert und, dam it einhergehend, als sozial äusserst gut integriert. 6.2 D er geschilderte Fall w eist – abgesehen vom Tod des Ehepartners nach zw eieinhalbjähriger Ehedauer – keine Parallelen zur Lebenssituation der Beschw erdeführerin auf. D iese w eilte ab M ai 1999, als Asylsuchende, erst- m als w ährend einiger M onate in der Schw eiz. Ende August 1999 zog sie das Asylgesuch zurück und m eldete sich für das R ückkehrprogram m Ko- sovo an. Im N ovem ber 1999 erfolgte die freiw illige R ückreise in ihre H ei- m at. Im Som m er 2003 gelangte sie m it 30 Jahren im R ahm en des Fam i- liennachzugs w iederum in die Schw eiz. N icht nur die Ehedauer, sondern auch die Aufenthaltszeit insgesam t bem isst sich m ithin vergleichsw eise kurz. Aktenkundig ist sodann, dass die Beschw erdeführerin Kontakte zum Bruder des verstorbenen Ehem annes sow ie zu ihrem eigenen, ebenfalls in der Schw eiz lebenden Bruder pflegt. Besonders eng sind die diesbezügli- chen Beziehungen allerdings nicht. M it Blick auf die berufliche Situation w iederum lässt sich festhalten, dass sie nur zeitw eilig einer Erw erbstätig- keit nachging. M eist handelte es sich um schlecht bezahlte Teilzeitstellen im G astgew erbe, w as dazu führte, dass sie ab Septem ber 2005 teilunter- stützt w erden m usste (vgl. die M itteilung des Am tes für Polizeiw esen und Zivilrecht des Kantons G raubünden vom 4. April 2006 oder die Bew illi- gungsverlängerung der selben Behörde vom 18. M ai 2006). Seit dem ver- gangenen H erbst ist die Beschw erdeführerin Vollzeitm itarbeiterin in einem Aroser H otel. Laut einer H andnotiz in den kantonalen Akten w urde das An- stellungsverhältnis aber per 15. M ai 2007 aufgelöst. G enerell gilt die Be- troffene, w ie schon angetönt, als schlecht in die hiesigen Verhältnisse inte- griert. Eine über das gew öhnliche M ass hinausgehende Teilnahm e am so- zialen Leben in der Schw eiz scheitert in ihrem Fall nur schon an den schlechten Sprachkenntnissen. D em gegenüber kehrt sie in ihre eigene H eim at zurück, in w elcher sie aufgew achsen und zur Schule gegangen ist und w o sie die überw iegende Zeit ihres Lebens verbracht hat. Sow ohl die sprachlichen als auch die sozialen und kulturellen Bindungen zur H er- kunftsregion sind denn m it anderen W orten viel enger als diejenigen zur Schw eiz. Es dürfte ihr daher nicht sonderlich schw er fallen, sich w ieder zu reintegrieren. 6.3 D ie vom Parteivertreter dargelegten U m stände reichen aufgrund dieser Ausführungen nicht aus, um das Interesse seiner M andantin an einer Ver- längerung des Anw esenheitsrechts höher zu gew ichten als die entgegen- stehenden öffentlichen Interessen. D ie Verfügung der Vorinstanz ist inso- fern nicht zu beanstanden. 7. 7.1 G leichzeitig m it der verw eigerten Zustim m ung zur Verlängerung der Auf- enthaltsbew illigung hat die Vorinstanz die W egw eisung der Beschw erde- führerin verfügt. D em zufolge bleibt zu prüfen, ob H inderungsgründe für den Vollzug der W egw eisung anzunehm en sind (Art. 14a Abs. 2 bis 4 AN AG ) und das zuständige Bundesam t deshalb gestützt auf Artikel 14a Absatz 1 AN AG die vorläufige Aufnahm e hätte verfügen m üssen (vgl. ALAIN W U R ZBU R G ER , La jurisprudence récente du Tribunal fédéral en m atière de 9 police des étrangers, in: R evue de droit adm inistratif et de droit fiscal [R D AF], Septem ber 1997, S. 306). 7.2 D ie Beschw erdeführerin ist im Besitze eines gültigen R eisedokum ents, so dass der Vollzug der W egw eisung m öglich ist (Art. 14a Abs. 2 AN AG ). D er Vollzug erw eist sich sodann als zulässig, w eil keine völkerrechtlichen Ver- pflichtungen der Schw eiz einer R ückkehr in den H eim atstaat entgegenste- hen (Art. 14a Abs. 3 AN AG ). 7.3 D ie Vorbringen des Parteivertreters lassen ferner ebenfalls nicht darauf schliessen, dass die R ückkehr der Beschw erdeführerin m it einer konkreten G efährdung verbunden und dam it für sie unzum utbar sein könnte. Eine konkrete G efährdung kann bestehen aufgrund einer im H eim atland herr- schenden politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente w ie beispielsw eise der N ichterhältlichkeit einer notw en- digen m edizinischen Behandlung (vgl. Entscheide und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2006 N r. 11 E. 6 S. 118 m it H inw eisen). W irtschaftliche Schw ierigkeiten, von w elchen die ansässi- ge Bevölkerung regelm ässig betroffen ist (beispielsw eise W ohnungsnot oder ein schw ieriger Arbeitsm arkt), verm ögen keine konkrete G efährdung zu begründen. D agegen ist der Vollzug der W egw eisung nicht zum utbar, w enn sich die ausländische Person im Falle einer zw angsw eisen R ückkehr in ihren H eim atstaat m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer existenzge- fährdenden Situation ausgesetzt sähe (vgl. EM AR K 2005 N r. 12 E. 10.3 S. 114 m it H inw eisen). Eine solche Situation liegt nam entlich dann vor, w enn die w eggew iesene Person unw iederbringlich in völlige Arm ut gestossen w ürde, dem H unger und som it einer ernsthaften Verschlechterung ihres G esundheitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w äre (vgl. EM AR K 2006 N r. 10 E. 5.1 S. 106 m it H inw eisen). 7.4 D er Parteivertreter w endet zw ar ein, die Beschw erdeführerin könne, falls sie in den Kosovo zurückkehren m üsse, dort nicht unter m enschenw ürdi- gen U m ständen leben. D iese durch nichts erhärtete Behauptung ist jedoch zu unspezifiziert, als dass dazu näher Stellung zu nehm en w äre. Vielm ehr bleibt es dabei, dass auch vorliegend der Vollzug der W egw eisung in den Kosovo – w ovon R echtsprechung und Praxis grundsätzlich ausgehen – als zum utbar zu erachten ist. D ie Beschw erdeführerin gehört in ihrer H eim at jedenfalls nicht zu den ethnischen M inderheiten und/oder Angehörigen von so genannten "vulnerable groups", für die hinsichtlich des W egw eisungs- vollzugs eine Ausnahm e in Betracht gezogen w erden könnte (vgl. hierzu und zum Erfordernis einer Einzelfallabklärung EM AR K 2006 N r. 11 E. 6.2.3 S. 122 und EM AR K 2006 N r. 10 E. 5.4 S. 107 f.). Im Ü brigen ist die Be- schw erdeführerin w eder gesundheitlich gefährdet noch sonst von einer Krankheit betroffen, deren m edizinische Behandlung im H eim atland nicht gew ährleistet w äre. Schliesslich hat sie das Land erst im Erw achsenenal- ter verlassen, w eshalb, w ie erw ähnt, auch die R eintegration keine unüber- w indbaren Problem e nach sich ziehen dürfte. D er W egw eisungsvollzug er- w eist sich som it als zum utbar (vgl. Art. 14a Abs. 4 AN AG ).10 8. Aus diesen D arlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung als recht- m ässig zu bestätigen ist (vgl. Art. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist dem zu- folge abzuw eisen. 9. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend w ird die unterliegende Be- schw erdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrens- kosten sind auf Fr. 800.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigun- gen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 800.-- w erden der Beschw erdefüh- rerin auferlegt. Sie sind durch den am 1. Februar 2007 geleisteten Kosten- vorschuss gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (eingeschrieben) - der Vorinstanz (eingeschrieben, Akten R ef-N r. 2 009 219 retour) - dem Am t für Polizeiw esen und Zivilrecht m it den Akten D er Kam m erpräsident: D er G erichtsschreiber: Antonio Im oberdorf D aniel G rim m Versand am :