<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2019-09-17-6B_132-2019.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_132/2019</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 17. September 2019</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Denys, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Oberholzer, Rüedi, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Bianchi. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwältin Carmela Degen, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons Nidwalden, Kreuzstrasse 2, 6370 Oberdorf NW, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Fahrlässige grobe Verkehrsregelverletzung durch Behinderung der nachfolgenden Fahrzeuge beim Überholen auf der Autobahn etc.; Willkür, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Nidwalden, Strafabteilung, vom 30. August 2018 (SA 17 18). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">X.________ wird vorgeworfen, am 26. September 2015 auf der Autobahn A2 Richtung Norden bei der Auffahrt Stans-Nord ohne zu blinken vom Beschleunigungsstreifen auf den Überholstreifen gewechselt zu haben. A.________, der sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Überholstreifen befunden habe, habe von einer vorsorglichen Bremsung zu einer Vollbremsung übergehen müssen, um eine Kollision zu vermeiden. Des Weiteren habe X.________ A.________ mehrmals am Überholen gehindert, indem er auf den gleichen Fahrstreifen gewechselt und anschliessend die Geschwindigkeit verringert habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Das Kantonsgericht Nidwalden sprach X.________ am 11. August 2017 der fahrlässigen groben Verkehrsregelverletzung durch Behinderung der nachfolgenden Fahrzeuge beim Überholen auf der Autobahn im Sinne von Art. 90 Abs. 2 i.V.m. <span class="artref">Art. 34 Abs. 3 SVG</span> und <span class="artref">Art. 10 Abs. 1 VRV</span>, der vorsätzlichen groben Verkehrsregelverletzung durch unbegründetes brüskes Bremsen im Sinne von Art. 90 Abs. 2 i.V.m. <span class="artref">Art. 26 Abs. 1 SVG</span> und <span class="artref">Art. 12 Abs. 2 VRV</span>, der vorsätzlichen einfachen Verkehrsregelverletzung durch mehrfaches unbegründetes Behindern von anderen Verkehrsteilnehmern im Sinne von Art. 90 Abs. 1 i.V.m. <span class="artref">Art. 26 Abs. 1 SVG</span> sowie der vorsätzlichen einfachen Verkehrsregelverletzung durch mehrfaches Unterlassen der Richtungsanzeige im Sinne von Art. 90 Abs. 1 i.V.m. <span class="artref">Art. 39 Abs. 1 SVG</span> schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen von je Fr. 120.-- unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren und einer Busse von Fr. 1'500.--. </div> <div class="para">Das Obergericht des Kantons Nidwalden wies die von X.________ erhobene Berufung am 30. August 2018 ab und bestätigte das Urteil des Kantonsgerichts vollumfänglich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das Urteil des Obergerichts sei aufzuheben und er sei von den Vorwürfen der fahrlässigen groben Verkehrsregelverletzung durch Behinderung der nachfolgenden Fahrzeuge beim Überholen auf der Autobahn, der vorsätzlichen groben Verkehrsregelverletzung durch unbegründetes brüskes Bremsen, der vorsätzlichen einfachen Verkehrsregelverletzung durch mehrfaches unbegründetes Behindern von anderen Verkehrsteilnehmern sowie der vorsätzlichen einfachen Verkehrsregelverletzung durch mehrfaches Unterlassen der Richtungsanzeige freizusprechen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Der Beschwerdeführer rügt eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 i.V.m. <span class="artref">Art. 95 lit. a BGG</span> sowie eine Verletzung der Unschuldsvermutung unter Hinweis auf <span class="artref">Art. 10 Abs. 3 StPO</span>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Die Feststellung des Sachverhalts gemäss <span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span> kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann. Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.08.2019&amp;to_date=18.09.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-500%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page500">BGE 143 IV 500</a> E. 1.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.08.2019&amp;to_date=18.09.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-241%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page241">143 IV 241</a> E. 2.3.1; je mit Hinweisen; zum Begriff der Willkür <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.08.2019&amp;to_date=18.09.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-500%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page500">BGE 143 IV 500</a> E. 1.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.08.2019&amp;to_date=18.09.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-V-513%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page513">142 V 513</a> E. 4.2; je mit Hinweisen). Bei der Willkürrüge kommen die erhöhten Begründungsanforderungen zum Tragen (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). Auf rein appellatorische Kritik tritt das Bundesgericht nicht ein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.08.2019&amp;to_date=18.09.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">BGE 142 III 364</a> E. 2.4 S. 368 mit Hinweis). </div> <div class="para">Der Grundsatz "in dubio pro reo" leitet sich aus der in <span class="artref">Art. 10 StPO</span>, <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 BV</span> und <span class="artref">Art. 6 Ziff. 2 EMRK</span> verankerten Unschuldsvermutung ab. Dem Grundsatz "in dubio pro reo" kommt in der vom Beschwerdeführer angerufenen Funktion als Beweiswürdigungsregel im Verfahren vor Bundesgericht keine über das Willkürverbot hinausgehende selbstständige Bedeutung zu (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=30.08.2019&amp;to_date=18.09.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-500%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page500">BGE 143 IV 500</a> E. 1.1 mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Die Vorinstanz erwägt, der Privatkläger A.________ habe das Nummernschild des Beschwerdeführers sowie den Fahrzeugtyp erkannt, wodurch die Polizei den Beschwerdeführer habe ausfindig machen können. Zusammengefasst seien die Aussagen des Privatklägers zum Tathergang glaubhaft gewesen und hätten mit überprüfbaren Fakten wie dem Signalelement des Fahrers, dem Fahrzeugtyp sowie dem Kontrollschild übereingestimmt. Zu den Aussagen des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz festgehalten, dass diese wenig Realkennzeichen und stattdessen Lügensignale aufwiesen. Es bestünden keine relevanten Zweifel, dass sich der Sachverhalt wie dem Beschwerdeführer vorgeworfen abgespielt habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Der Beschwerdeführer macht zusammengefasst geltend, die Aussagen des Privatklägers zu der Örtlichkeit des Vorfalls, zum Antiblockiersystem (ABS), der Beschreibung durch den Privatkläger sowie den Mitfahrerinnen seien derart widersprüchlich, dass sie nicht als glaubhaft zu erachten seien. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.1.</b> Der Beschwerdeführer vermag mit seinen Vorbringen nicht aufzuzeigen, dass die Vorinstanz die Aussagen des Privatklägers willkürlich gewürdigt und den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt hat. Betreffend die von ihm vorgebrachten Ungenauigkeiten im Zusammenhang mit der Ortsangabe durch den Privatkläger hat die Vorinstanz nachvollziehbar dargelegt, dass sich diese Ungenauigkeiten aus der mangelnden Ortskunde des Privatklägers sowie dessen Konzentration auf das Fahrmanöver ergeben haben. Der Beschwerdeführer vermag keine Willkür aufzuzeigen, indem er die fehlende Ortskunde des Privatklägers pauschal bestreitet. Dies gilt ebenfalls betreffend die Kritik des Beschwerdeführers an der vorinstanzlichen Würdigung der Aussagen des Beschwerdeführers zum ABS. Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die unterschiedlichen Aussagen betreffend die Frage, ob der Beschwerdeführer das ABS gespürt habe oder nicht, unter Berücksichtigung der durch die Schikanebremsung bestehenden Extremsituation als einen offensichtlichen Nebenpunkt erachtet und die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zum Kerngeschehen deswegen nicht in Zweifel zieht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.2.</b> Ferner bringt der Beschwerdeführer vor, dem Privatkläger sei der Führerausweis bereits vor der ersten polizeilichen Einvernahme am 10. Oktober 2015, anlässlich welcher er das Signalelement des Beschwerdeführers zutreffend beschrieben habe, gezeigt worden. Dafür gibt es indes keine konkreten Hinweise in den Akten. Dass die Vorinstanz in Willkür verfallen ist, indem sie nicht davon ausging, dass dem Privatkläger das Führerscheinfoto des Beschwerdeführers bereits vor der Polizeieinvernahme gezeigt wurde, legt der Beschwerdeführer nicht dar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.3.</b> Auch den übrigen Einwänden des Beschwerdeführers zu der Beschreibung des Signalelementes durch den Privatkläger und den Aussagen zur Abwesenheit seiner Ehefrau und Tochter im Fahrzeug lassen sich keine Hinweise auf eine willkürliche Beweiswürdigung entnehmen. Er beschränkt sich darauf, zum Beweisergebnis frei zu plädieren, die von ihm als richtig erachtete Würdigung der Aussagen zu erläutern und derjenigen der Vorinstanz gegenüberzustellen. Inwieweit die vorinstanzliche Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellung zum Tatgeschehen schlechterdings unhaltbar sein sollen, zeigt er allerdings nicht auf. Seine Ausführungen gehen nicht über eine unzulässige appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil hinaus, weswegen darauf nicht einzutreten ist. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, soweit sie den Begründungsanforderungen von <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 und <artref id="CH/173.110/106/2" type="start"></artref>Art. 106 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref> zu genügen vermag. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Nidwalden, Strafabteilung, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 17. September 2019 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Denys </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Bianchi </div> </div></body></html>