<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: PB.2006.00005</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206358&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>PB.2006.00005</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.12.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 29.01.2008 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Lohndiskriminierung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gleichstellungsbeschwerde für die Stadtzürcher Physiotherapierenden<br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts und Beschwerdelegitimation (E. 1.1). Tragweite des Diskriminierungsverbots (E. 2). Angesichts der erstellten Gleichwertigkeit des Berufs der Physiotherapierenden und der Polizeibeamten liegt in der Zuordnung der Physiotherapierenden ab einer um zwei Stufen tieferen Besoldungsklasse eine Benachteiligung gegenüber den Polizeibeamten (E. 3.3 f.). Es sind keine männlich oder neutral identifizierten Berufsgruppen ersichtlich, die wie die Physiotherapierenden tiefer als die Polizeibeamten eingereiht gewesen wären. Es ist glaubhaft, dass die gegenüber den Polizeisoldaten um bis zu zwei Besoldungsklassen tiefere Einreihung eine Diskriminierung der Physiotherapierenden im Lohngefüge der Stadt darstellt (E. 3.6). Die Nichtgewährung von Zulagen an die Physiotherapierenden stellt innerhalb des städtischen Lohnsystems keine geschlechtsdiskriminierende Benachteiligung dar (E. 4.1 f.). Die Diskriminierung der Physiotherapierenden im städtischen Lohngefüge ist insoweit beseitigt, als diesen ab 1. Juli 2001 Lohnzulagen gewährt wurden (E. 4.3).<br/>Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSBEWERTUNG">ARBEITSBEWERTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISKRIMINIERUNG">DISKRIMINIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLEICHBERECHTIGUNG VON MANN UND FRAU">GLEICHBERECHTIGUNG VON MANN UND FRAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INDIREKTE DISKRIMINIERUNG">INDIREKTE DISKRIMINIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LOHNGLEICHHEIT">LOHNGLEICHHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PHYSIOTHERAPEUT/-IN">PHYSIOTHERAPEUT/-IN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: ÃBRIGES ÃFFENTLICHES DIENSTRECHT">ÃBRIGES ÃFFENTLICHES DIENSTRECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 8 Abs. 3 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 Abs. 1 GlG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Verschiedene Organisationen, darunter die "Aktion Gsundi Gsundheitspolitik", der Schweizer Physiotherapieverband und die Frauengewerkschaft Schweiz, gelangten mit Schreiben vom 29. Juni 2001 an das Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt ZÃ¼rich. Darin fÃ¼hrten sie aus, dass die Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie weitere Berufe im Gesundheitswesen gegenÃ¼ber den Polizeibeamten lohnmÃ¤ssig diskriminiert wÃ¼rden. Sie ersuchten um raschestmÃ¶gliche Behebung der Diskriminierung und machten geltend, dass dementsprechend auch Nachzahlungen fÃ¼r die letzten fÃ¼nf Jahre zu leisten seien. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Nachdem die Stadt ZÃ¼rich das Vorliegen einer Diskriminierung in Abrede gestellt hatte, reichten die genannten VerbÃ¤nde am 16. April 2002 beim Finanzvorstand der Stadt ZÃ¼rich folgende fÃ¶rmliche AntrÃ¤ge ein:</p> <p class="EinzugZitat"><span>1.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Es sei festzustellen, dass die Einreihung der PhysiotherapeutInnen in sÃ¤mtlichen Funktionen â¦ gegen Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstÃ¶sst.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Es sei festzustellen, dass den PhysiotherapeutInnen in sÃ¤mtlichen Funktionen â¦ Lohnnachzahlungen zustehen fÃ¼r die Zeit ihrer TÃ¤tigkeit in einer stÃ¤dtischen Institution in den letzten 5 Jahren vor Einreichen des vorliegenden Begehrens bzw. vor einer anderen verjÃ¤hrungsunterbrechenden Handlung.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Auf den 1. Juli 2002 setzte die Stadt ZÃ¼rich eine vollstÃ¤ndig revidierte Besoldungsordnung in Kraft (Personalrecht vom 28. November 2001 [Amtliche Sammlung 177.100] samt AusfÃ¼hrungsbestimmungen, www.stadt-zuerich.ch). Dies fÃ¼hrte unter anderem im Gesundheitswesen zu besser entlÃ¶hnten Einreihungen. Im Mai 2003 prÃ¤zisierten die VerbÃ¤nde deshalb ihre AntrÃ¤ge bezÃ¼glich des Zeitraums: Sie bezogen ihre Feststellungsbegehren nur mehr auf den Zeitraum zwischen 1. Januar 1997 und 30. Juni 2002.</p> <p class="Sachverhalt2">Der Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdepartements verneinte in der Folge eine Diskriminierung zum einen mit dem Hinweis, dass die LÃ¶hne der Gesundheitsberufe verglichen mit anderen Berufsgruppen im Rahmen des Ermessens gelegen hÃ¤tten; zudem habe es sich bei den im Polizeibereich bezahlten Zulagen um ausnahmsweise gewÃ¤hrte Privilegien gehandelt. Diese Ãberlegungen fÃ¼hrten anfangs 2004 zur Abweisung des Feststellungsbegehrens.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Mit Einsprache (so genanntem stadtinternen Rekurs) stellten die VerbÃ¤nde im Wesentlichen folgende neu gefasste AntrÃ¤ge:</p> <p class="EinzugZitat"><span>1. Es sei festzustellen, dass die LÃ¶hne der Physiotherapeutinnen und</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>-therapeuten von Januar 1997 bis Ende Juni 2002 in sÃ¤mtlichen Funktionen (EBV 520 bis 529) diskriminierend waren im Sinne von Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2. Es sei festzustellen, dass den Physiotherapeutinnen und -therapeuten in sÃ¤mtlichen Funktionen (EBV 520 bis 529) Lohnnachzahlungen fÃ¼r den Zeitraum ihrer Anstellung bei einer stÃ¤dtischen Institution zwischen dem 1. Januar 1997 und dem 30. Juni 2002 zustehen (Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG, Art. 5 Abs. 1 lit. d GlG).</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Auch der Stadtrat von ZÃ¼rich verneinte eine Diskriminierung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Im nachfolgenden Rekurs an den Bezirksrat ZÃ¼rich wiederholten die VerbÃ¤nde ihre vor dem Stadtrat prÃ¤zisierten Begehren. </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschluss vom 19. Januar 2006 hiess der Bezirksrat den Rekurs teilweise gut und stellte fest, dass die EntlÃ¶hnung der Physiotherapierenden in der Zeit vom 1. Januar 1997 bis zum 30. Juni 2002 gegen Art. 8 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 19. April 1999 (BV) und Art. 3 Abs. 1 und 2 des Gleichstellungsgesetzes vom 24. MÃ¤rz 1995 (GlG) verstossen habe. Der Bezirksrat erachtete die TÃ¤tigkeit der Physiotherapierenden in der Grundfunktion als gleichwertig wie diejenige der Polizeibeamten im untersten Dienstgrad, welche der Besoldungsklasse 21 angehÃ¶rt hatten. Die Physiotherapierenden waren in der Grundfunktion ab der um zwei Stufen tieferen Besoldungsklasse 23 eingereiht. GemÃ¤ss den Ãberlegungen des Bezirksrats wÃ¤re deshalb zur Vermeidung einer diskriminierungsfreien EntlÃ¶hnung fÃ¼r die Physiotherapierenden in der Grundfunktion eine Anhebung in Besoldungsklasse 21 angezeigt gewesen. Aufgrund der AufwÃ¤rtsbewegung der Hierarchie schloss der Bezirksrat auch fÃ¼r die weiteren im Streit liegenden Funktionen auf eine Besserstellung um jeweils zwei Besoldungsklassen.</p> <p class="Urteilstext">Mit Bezug auf den BefÃ¶rderungsrhythmus und die Differenzzulage wurde der Rekurs hingegen abgewiesen. Auf das Begehren um Feststellung, dass den Physiotherapierenden Lohnnachzahlungen fÃ¼r den Zeitraum zwischen dem 1. Januar 1997 und dem 30. Juni 2002 zustehen, trat der Bezirksrat nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Beschluss gelangten die Stadt ZÃ¼rich einerseits und die BerufsverbÃ¤nde anderseits mit Beschwerden vom 20. bzw. 23. Februar 2006 an das Verwaltungsgericht.</p> <p class="Urteilstext">Die BerufsverbÃ¤nde ersuchen um Feststellung, dass die EntlÃ¶hnung der Physiotherapierenden im strittigen Zeitraum auch bezÃ¼glich der Zulagen gegen Art. 8 Abs. 3 BV und Art. 3 Abs. 1 und 2 GlG verstossen habe. FÃ¼r die Verfahren vor Stadtrat, Bezirksrat und Verwaltungsgericht verlangen sie eine ProzessentschÃ¤digung.</p> <p class="Sachverhalt2">Die Stadt ZÃ¼rich beantragt die Aufhebung des Beschlusses des Bezirksrats insoweit, als darin eine diskriminierende EntlÃ¶hnung festgestellt wurde. Zudem sei Ã¼ber die vorinstanzliche Regelung von Verfahrenskosten und ParteientschÃ¤digung neu zu entscheiden. Schliesslich verlangt sie fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung. </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerdeantwort beantragen die Parteien jeweils die Abweisung der Begehren der Gegenseite, unter entsprechender EntschÃ¤digungsfolge. Der Bezirksrat hat fÃ¼r beide Beschwerden auf Vernehmlassung verzichtet.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Die Beschwerden richten sich gegen einen Rekursentscheid des Bezirksrats Ã¼ber eine personalrechtliche Anordnung gemÃ¤ss § 74 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Ungeachtet § 74 Abs. 2 VRG ist das LohngefÃ¼ge vom Verwaltungsgericht stets insoweit Ã¼berprÃ¼fbar, als es darum geht, eine allfÃ¤llige <i>geschlechts­diskriminierende</i> Lohnbenachteiligung ausfindig zu machen (VGr, 23. Oktober 2002, PB.2002.00022, E. 1b, www.vgrzh.ch; Bea Rotach Tomschin, Die Revision des ZÃ¼rcher Verwaltungsrechtspflegegesetzes, ZBl 98/1997, S. 433 ff., 451; Andreas Keiser, Rechtsschutz im Ã¶ffentlichen Personalrecht nach dem revidierten Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZBl 99/1998, S. 193 ff., 217; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 74 N. 12). In der vorliegenden Streitigkeit stellt sich die Frage nach einer lohnmÃ¤ssigen Diskriminierung der Physiotherapierenden. Dabei handelt es sich um einen so genannt "typischen Frauenberuf" (VGr, 22. Januar 2001, VK.1996.00015, E. 2a, mit Hinweisen, www.vgrzh.ch). Bereits dies begrÃ¼ndet die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts.</p> <p class="Erwgung2">Im Ãbrigen ist die Einreihung in Besoldungsklassen und -stufen trotz § 74 Abs. 2 VRG stets dann Ã¼berprÃ¼fbar, wenn ein Anspruch auf gerichtliche Beurteilung aufgrund von Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) besteht. Nach der neueren Rechtsprechung stellen VermÃ¶gensansprÃ¼che aus dem Ã¶ffent­lichrechtlichen DienstverhÃ¤ltnis grundsÃ¤tzlich zivilrechtliche Streitigkeiten im Sinn von Art. 6 Abs. 1 EMRK dar. Besoldungsstreitigkeiten sind hiervon nur ausgenommen, wenn die betreffenden Angestellten des Gemeinwesens allgemeine Staatsinteressen zu wah­ren haben und an der AusÃ¼bung der Ã¶ffentlichen Gewalt teilhaben (VGr, 11. Juni 2003, PB.2003.00009, E. 1c, www.vgrzh.ch; RB 2002 Nr. 24 mit Hinweisen). Dies trifft fÃ¼r die in Frage stehende Berufsgruppe nicht zu. </p> <p class="Erwgung3"><b>1.1.1 </b>Organisationen, die nach ihren Statuten die Gleichstellung von Frau und Mann fÃ¶rdern oder die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wahren und seit min­destens zwei Jahren bestehen, kÃ¶nnen in eigenem Namen feststellen lassen, dass eine Diskriminierung vorliegt, wenn der Ausgang des Verfahrens sich voraussichtlich auf eine <br/> grÃ¶s­sere Zahl von ArbeitsverhÃ¤ltnissen auswirken wird (Art. 7 Abs. 1 GlG). Diese Voraussetzungen sind bezÃ¼glich der beschwerdefÃ¼hrenden BerufsverbÃ¤nde erfÃ¼llt. </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Art. 7 Abs. 1 Satz 2 GlG mÃ¼ssen Organisationen den betroffenen Arbeit­gebern Gelegenheit zur Stellungnahme geben, bevor sie eine Schlichtungsstelle anrufen oder eine Klage einreichen. Diesem Erfordernis sind die BerufsverbÃ¤nde mit dem Schreiben vom 29. Juni und einem solchen vom 11. September 2001 nachgekommen.</p> <p class="Urteilstext">Der angefochtene Entscheid stÃ¼tzt sich auf das Gleichstellungsge­setz. Danach besteht ein Anspruch auf Feststellung der Diskriminierung, wenn diese sich weiterhin stÃ¶rend auswirkt (Art. 5 Abs. 1 lit. c GlG). Zwar bezieht sich das Beschwerdebegehren der VerbÃ¤nde nur auf einen Zeitraum vor der am 1. Juli 2002 in Kraft getretenen Besoldungsrevision. Indes liegt es auf der Hand, dass AngehÃ¶rige der betroffenen Berufsgruppen gestÃ¼tzt auf ein Urteil, mit welchem eine Diskriminierung festgestellt wird, versuchen kÃ¶nnten, Lohnnachzahlungen zu erhalten. Auf die Beschwerde der BerufsverbÃ¤nde ist somit einzutreten.</p> <p class="Erwgung3"><b>1.1.2 </b>In Lohnstreitigkeiten betreffend das Gleichstellungsgesetz ist die Stadt ZÃ¼rich als Gemeinwesen von Bundesrechts wegen beschwerdelegitimiert (Art. 103 lit. a des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943; BGE 124 II 409 E. 1e S. 417 ff.). Auf die Beschwerde der Stadt ZÃ¼rich ist daher ebenfalls einzu­treten, ohne dass den kantonalrechtlichen Legitimationsvoraussetzungen gemÃ¤ss § 21 lit. b VRG weiter nachgegangen werden mÃ¼sste.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Gerichtsintern ist die Sache in Anwendung von § 38 Abs. 1 und 2 VRG in Dreierbesetzung zu erledigen.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Aus GrÃ¼nden der ProzessÃ¶konomie kann das Gericht mehrere Verfahren vereinigen, namentlich wenn sich zwei Beschwerden gegen denselben Entscheid richten (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 4-31 N. 34). In diesem Sinne sind die Verfahren entsprechend dem Antrag der Stadt ZÃ¼rich zu vereinigen.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.4 </b>In prozessualer Hinsicht beantragt die Stadt ZÃ¼rich sodann, zwei von der Gegenpartei eingereichte Urkunden aus dem Recht zu weisen. Weil sie diese Urkunden im Rahmen von Vergleichsverhandlungen selbst vorgelegt habe, sei deren Einreichung standesrechtlich untersagt. Es sei deshalb fraglich, inwieweit die Unterlagen gegen die Stadt ZÃ¼rich verwendet werden dÃ¼rften. </p> <p class="Erwgung2">Bei den erwÃ¤hnten Beschwerdebeilagen 15 und 16 handelt es sich um Lohnvergleiche zwischen Stadt und Kanton ZÃ¼rich im Gesundheitswesen. Wie die nachfolgenden ErwÃ¤gungen zur Sache zeigen, sind diese Dokumente fÃ¼r die Entscheidfindung ohne Bedeutung. Es kann somit offen bleiben, ob es sich dabei um zulÃ¤ssige Beweismittel handelt. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 8 Abs. 3 Satz 1 BV sind Mann und Frau gleichberechtigt. Nach Satz 3 der Bestimmung haben sie Anspruch auf gleichen Lohn fÃ¼r gleichwertige Arbeit. Laut Art. 3 Abs. 1 GlG dÃ¼rfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund ihres Geschlechts weder direkt noch indirekt benachteiligt werden. Unter anderem gilt das Verbot ausdrÃ¼cklich fÃ¼r die EntlÃ¶hnung (Abs. 2). Zum Lohn gehÃ¶ren auch Zulagen (vgl. BGE 126 II 217 E. 8a; Christoph Senti, Zulagen, ZuschlÃ¤ge und 13. Monatslohn, AJP 2006, S. 289 ff., 297).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Eine direkte Diskriminierung liegt vor, wenn sich eine Ungleichbehandlung ausdrÃ¼cklich auf die GeschlechtszugehÃ¶rigkeit oder auf ein Kriterium stÃ¼tzt, das nur von einem der beiden Geschlechter erfÃ¼llt werden kann, und wenn sie sich nicht sachlich rechtfertigen lÃ¤sst (BGE 124 II 409 E. 7 S. 424). Eine Diskriminierung dieser Art steht hier nicht zur Diskussion.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Eine indirekte Diskriminierung liegt vor, wenn eine formal geschlechtsneutrale Regelung im Ergebnis wesentlich mehr bzw. Ã¼berwiegend AngehÃ¶rige des einen Geschlechts gegenÃ¼ber denjenigen des anderen benachteiligt, ohne dass dies sachlich begrÃ¼ndet wÃ¤re (BGE 124 II 409 E. 7 S. 425; BÃ©atrice Weber-DÃ¼rler, Aktuelle Aspekte der Gleichberechtigung von Mann und Frau, ZBJV 128/1992, S. 357 ff., 375 ff.; Kathrin Arioli, Die Rechtsfigur der indirekten Diskriminierung, AJP 1993, S. 1327 ff., 1330; MichÃ¨le Stampe, Das Verbot der indirekten Diskriminierung wegen des Geschlechts, ZÃ¼rich 2001, S. 175 ff.; Bernhard Waldmann, Das Diskriminierungsverbot von Art. 8 Abs. 2 BV als besonderer Gleichheitssatz, Bern 2003, S. 338 ff.).</p> <p class="Urteilstext">Eine indirekte Diskriminierung zum Nachteil von Frauenberufen kann im Speziellen vorliegen, wenn "typische Frauenarbeit" schlechter entlÃ¶hnt wird als "typische MÃ¤nnerarbeit" oder als Arbeit, die nicht geschlechtsspezifisch zugeordnet ist, obwohl es sich um gleichwertige TÃ¤tigkeiten handelt. Bei ungleichwertiger Arbeit kann sich zudem eine unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig tiefere EntlÃ¶hnung diskriminierend auswirken (vgl. Elisabeth Freivogel in: Margrith Bigler-Eggenberger/Claudia Kaufmann [Hrsg.], Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, Basel/Frankfurt a.M. 1997, Art. 3 Rz. 100 ff.). Es kÃ¶nnen somit auch TÃ¤tigkeiten verschiedenartiger Natur miteinander verglichen werden (vgl. BGE 124 II 409 E. 9a+b S. 426 f.; HansjÃ¶rg Seiler, Gleicher Lohn fÃ¼r gleichwertige Arbeit, ZBl 104/2003, S. 113 ff., 126). Anders liesse sich etwa eine der EntlÃ¶hnung typischer Frauenberufe innewohnende versteckte Diskriminierung nicht aufdecken. Der Vergleich zwischen verschiedenen Berufen macht es hÃ¤ufig nÃ¶tig, die betreffenden TÃ¤tigkeiten einer Arbeitsplatzbewertung zu unterziehen (VGr, 22. Januar 2001, VK.1996.00011, E. 2b mit Hinweisen, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die BerufsverbÃ¤nde leiten die behauptete Lohndiskriminierung im Wesentlichen aus dem Vergleich mit der EntlÃ¶hnung der Polizisten ab. Dieser Vergleich ist auch Ausgangspunkt der vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>ZunÃ¤chst untersuchte der Bezirksrat die im massgeblichen Zeitraum geltende EntlÃ¶hnung und gelangte zum Ergebnis, dass die Grundfunktion der Physiotherapierenden bis zu zwei Besoldungsklassen tiefer eingereiht war als diejenige des Polizeibeamten und somit auch tiefer entlÃ¶hnt war. Dies ist unbestritten und ergibt sich aus den vom Bezirksrat zitierten Bestimmungen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Sodann erachtete der Bezirksrat die Gleichwertigkeit der beiden Funktionen als glaubhaft. Er verwies dazu im Wesentlichen auf das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 22. Januar 2001 betreffend die Einreihung der kantonalen Physiotherapeutinnen und <br/> -therapeuten. Darin war das Gericht unter anderem gestÃ¼tzt auf ein arbeitswissenschaftliches Gutachten zum Ergebnis gelangt, dass die TÃ¤tigkeit der Physiotherapierenden zumindest gleichwertig war wie diejenige des Polizeisoldaten. Das Gericht hatte deshalb eine Diskriminierung der Physiotherapierenden festgestellt, soweit sie tiefer als die Polizeisoldaten eingereiht waren (VGr, 22. Januar 2001, VK.1996.00015, E. 9h+10c, www.vgrzh.ch). </p> <p class="Erwgung3">GemÃ¤ss den Feststellungen der Vorinstanz stimmt die Funktion des kantonalen Polizeisoldaten mit derjenigen des stÃ¤dtischen Polizeibeamten weitgehend Ã¼berein. Auch fÃ¼r die TÃ¤tigkeit der Physiotherapierenden geht die Vorinstanz von vergleichbaren VerhÃ¤ltnissen bei Stadt und Kanton aus. Auf diese plausiblen ErwÃ¤gungen kann im Sinne von § 80c in Verbindung mit § 70 und § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG verwiesen werden. Dies um so mehr, als die Stadt ZÃ¼rich die festgestellten Ãbereinstimmungen nicht substantiiert in Abrede stellt. Mit Bezug auf die AngehÃ¶rigen der Kantonspolizei fÃ¼hrt sie vielmehr selbst ausdrÃ¼cklich an, dass diese praktisch dieselbe Arbeit wie die stÃ¤dtischen Polizeibeamten ausgeÃ¼bt haben.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Nach Meinung der Stadt ZÃ¼rich muss eine Diskriminierung dennoch verneint werden, weil die beiden Berufe mit verschiedenen Methoden bewertet worden seien, nÃ¤mlich die Polizeiberufe mit der BWI-Methode (Betriebswirtschaftliches Institut ETH), das Ã¼brige Personal mit der IAP-Methode (Institut fÃ¼r Angewandte Psychologie). Aus der Wahl unterschiedlicher Methoden, die zu unterschiedlichen Ergebnissen fÃ¼hrten, kÃ¶nne keine Diskriminierung abgeleitet werden. Im Ãbrigen verlangt die Stadt ZÃ¼rich, einen Vergleich der beiden Funktionen entweder mit der BWI-Methode oder mit der IAP-Methode vorzunehmen. Wenn das Gericht dennoch eine andere Bewertungsmethode vorziehe, so sei die Bewertung aufgrund der damaligen Stellenprofile vorzunehmen.</p> <p class="Urteilstext">Beruhen die zu Ã¼berprÃ¼fenden LÃ¶hne auf einer vorausgegangenen analytischen Arbeitsbewertung, so sind allfÃ¤llige Diskriminierungsquellen und die Gleichwertigkeit von Arbeiten in erster Linie anhand dieses Hilfsmittels festzustellen (VGr, 22. Januar 2001, VK.1996.00015, E. 2b, mit Hinweisen, www.vgrzh.ch). Die Vorinstanz hat indes zutreffend dargelegt, dass dies vorliegend ausser Betracht fÃ¤llt und dass die zu vergleichenden TÃ¤tigkeiten deshalb nach einem gÃ¤ngigen Bewertungsverfahren zu beurteilen sind. Es ist darauf zu verweisen. Zu ergÃ¤nzen bleibt, dass eine Beurteilung der beiden Berufsgruppen mit der seinerzeit fÃ¼r die Polizei angewandten BWI-Methode ungerechte Ergebnisse zur Folge hÃ¤tte: Wie die Stadt ZÃ¼rich einrÃ¤umt, erlangten bei dieser Methode die kÃ¶rperliche Belastung und die UmgebungseinflÃ¼sse ein relativ hohes Gewicht, was ohne weiteres dazu habe fÃ¼hren kÃ¶nnen, dass die Polizeiberufe zu einer hÃ¶heren Einreihung gelangten.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>Die Vorinstanz hat die zu vergleichenden TÃ¤tigkeiten ersatzweise mit dem gÃ¤ngigen Bewertungsverfahren der "Vereinfachten Funktionsanalyse" (VFA) beurteilt. Dabei ordnete sie keine arbeitswissenschaftliche Begutachtung an, sondern stellte auf die Erkenntnisse des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 22. Januar 2001 und auf die in jenem Verfahren eingeholte Expertise ab. Dies war aufgrund der weitgehend identischen VerhÃ¤ltnisse bei Stadt und Kanton ZÃ¼rich sowohl im Bereich der Polizei als auch im Pflegebereich zulÃ¤ssig. Wohl verlangt die Stadt ZÃ¼rich die Einholung eines Gerichtsgutachtens. Sie nennt indes keine polizeilichen oder pflegerischen TÃ¤tigkeiten, welche sich bei Kanton und Stadt ZÃ¼rich relevant unterschieden hÃ¤tten. Es besteht deshalb keine Aussicht darauf, dass eine erneute Begutachtung zu anderen Ergebnissen fÃ¼hren wÃ¼rde. Es bleibt vielmehr dabei, dass die TÃ¤tigkeit der Physiotherapierenden im fraglichen Zeitraum mindestens gleichwertig war wie die in Besoldungsklasse 21 eingereihten Polizeifunktionen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Angesichts der erstellten Gleichwertigkeit beider Berufe liegt in der Zuordnung der Physiotherapierenden ab einer um zwei Stufen tieferen Besoldungsklasse eine Benachteiligung gegenÃ¼ber den Polizeibeamten. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Damit ist allerdings eine geschlechtsspezifische Diskriminierung noch nicht erstellt: Eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts gilt in der Regel noch nicht als glaubhaft, wenn eine typisch weibliche oder mÃ¤nnliche Funktion lediglich gegenÃ¼ber einer bestimmten geschlechtsneutralen oder geschlechtlich gegenteilig besetzten TÃ¤tigkeit zu tief entlÃ¶hnt wird. Es ist vielmehr auch die Vernetzung im LohngefÃ¼ge zu betrachten (BGE 125 II 385 E. 5e; Seiler, S. 127 [je mit Hinweisen]). </p> <p class="Erwgung2">Dabei genÃ¼gt es beweislastmÃ¤ssig allerdings, wenn die AngehÃ¶rigen eines geschlechtsspezifischen Berufes die Schlechterstellung gegenÃ¼ber einem gleichwertigen, nicht geschlechtstypisch oder neutral besetzten Berufes aufzeigen. Ist die Benachteiligung einer geschlechtsspezifischen TÃ¤tigkeit â vorliegend also die TÃ¤tigkeit der Physiotherapierenden â erstellt, so kÃ¶nnen die Arbeitnehmenden nicht dazu angehalten werden, mÃ¶glichst viele besser bezahlte TÃ¤tigkeiten aufzuzeigen. Vielmehr ist es Sache des Arbeitgebers, weitere gleichwertige, aber ebenfalls schlechter bezahlte mÃ¤nnlich oder neutral identifizierte TÃ¤tigkeiten heranzuziehen (vgl. auch Olivier Steiner, Das Verbot der indirekten Lohndiskriminierung, AJP 2001, S. 1281 ff., 1287). Das Vorhandensein solcher ebenfalls schlechter bezahlten TÃ¤tigkeiten spricht dafÃ¼r, dass die festgestellte Benachteiligung des in Frage stehenden Frauenberufs geschlechtsunabhÃ¤ngig ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Zu prÃ¼fen ist demnach vorliegend, ob die lohnklassenmÃ¤ssige Einreihung der Polizeibeamten eine Besonderheit des stÃ¤dtischen Besoldungssystems darstellt. Sind die Polizeibeamten lohnklassenmÃ¤ssig gegenÃ¼ber den Ã¼brigen stÃ¤dtischen Angestellten generell privilegiert gewesen, so wÃ¼rde die tiefere Einreihung der Physiotherapierenden nicht eine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts darstellen. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.6.1 </b>Die Stadt ZÃ¼rich macht in diesem Sinne geltend, die stÃ¤dtischen Polizeibeamten seien aufgrund des Vergleichs mit den kantonalen Polizeibeamten seit 1971 hÃ¶her eingereiht worden; die Polizeibeamten hÃ¤tten generell eine Sonderbehandlung erfahren. Die Polizei sei deshalb auch gegenÃ¼ber anderen, mÃ¤nnlich dominierten bzw. geschlechtsneutralen Berufen privilegiert worden. </p> <p class="Urteilstext">Diese AusfÃ¼hrungen hat der Bezirksrat mit Bezug auf die lohnklassenmÃ¤ssige Einreihung zu Recht als nicht schlÃ¼ssig betrachtet. Darauf ist vorab zu verweisen. Die Akten machen plausibel, dass den stÃ¤dtischen Polizeibeamten aufgrund der Konkurrenzsituation mit dem Kanton zwar erhebliche Zulagen gewÃ¤hrt wurden, nicht aber, dass im massgeblichen Zeitraum auch eine gegenÃ¼ber den Ã¼brigen stÃ¤dtischen Angestellten privilegierte Besoldungsklasse gewÃ¤hlt worden wÃ¤re. Zu verweisen ist etwa auf den Antrag des Stadtrates vom 6. Mai 1992 betreffend Revision der Besoldungsverordnung. Danach hat die "traditionell bessere EntlÃ¶hnung der Kantonspolizei â¦ dazu gefÃ¼hrt, dass den KorpsangehÃ¶rigen der Stadtpolizei seit 1972 Differenzzulagen ausgerichtet werden, um den Unterschied zur HÃ¶he der Besoldung der Kantonspolizei annÃ¤hernd auszugleichen". Der Stadtrat betonte weiter, dass mit der Vorlage die besoldungsmÃ¤ssige Gleichstellung der beiden Korps so weit als mÃ¶glich realisiert werden solle; um dies zu erreichen, waren den Polizeibeamten neben der Differenzzulage weitere Dienstzulagen zu gewÃ¤hren. Wohl sind die Polizeibeamten mit der Besoldungsrevision von 1974/75 lohnklassenmÃ¤ssig neu eingereiht worden. Indessen erfolgten fÃ¼r die Ã¼brigen Berufsgruppen im Zuge der strukturellen Besoldungsrevision von 1986 gestÃ¼tzt auf aktuelle Arbeitsbewertungen ihrerseits Neueinreihungen. Massgeblich ist im Ãbrigen nicht, ob die AngehÃ¶rigen der Stadtpolizei zu einem frÃ¼heren Zeitpunk lohnklassenmÃ¤ssig generell bevorzugt gewesen sein kÃ¶nnten, sondern ob dies im massgeblichen Zeitraum von 1997 bis 2002 der Fall war. DafÃ¼r ergeben die Akten keine Hinweise.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.6.2 </b>Eine allgemeine Privilegierung der Polizeibeamten bezÃ¼glich lohnklassenmÃ¤ssiger Einreihung kÃ¶nnte somit nur angenommen werden, wenn neutral oder mÃ¤nnlich besetzte TÃ¤tigkeiten ersichtlich sind, die der TÃ¤tigkeit der Physiotherapierenden gleichwertig sind und ebenfalls tiefer als die Polizeibeamten eingereiht waren. Die Stadt ZÃ¼rich nannte zwar einige Berufsgruppen, die im Vergleich zur Polizei ebenfalls benachteiligt gewesen seien. Indes sind diese VergleichstÃ¤tigkeiten nicht geeignet, einen Sonderfall Polizei auch in lohnklassenmÃ¤ssiger Hinsicht aufzuzeigen: Zu den angefÃ¼hrten Funktionen "technischer Angestellter", "Chauffeur-Weibel", "Wagenwart" und "Bahnarbeiter" hat die Vorinstanz bereits Stellung genommen und zutreffend ausgefÃ¼hrt, dass sie mit der Funktion der Physiotherapierenden keinesfalls gleichwertig seien. Es kann auf diese AusfÃ¼hrungen verwiesen werden. Es mag durchaus zutreffen, dass die technischen Angestellten, wie die Stadt ZÃ¼rich ergÃ¤nzt, eine anerkannte Berufsausbildung nachzuweisen haben. Ein solches Erfordernis bringt diese Berufsgruppe jedoch auch im Kriterium Ausbildung und Erfahrung noch nicht auf das Niveau der Physiotherapierenden. FÃ¼r die Physiotherapierenden betrug die eigentliche Berufsausbildung vier Jahre. FÃ¼r eine Zulassung zu dieser Ausbildung galt gemÃ¤ss Aufnahmeordnung der Physiotherapie-Schule Stadtspital Triemli bereits 1990 zusÃ¤tzlich das Mindestalter von 18 Jahren sowie die Absolvierung von mindestens 11 Schulstufen mit Grundkenntnissen in Biologie, Physik und Chemie (vgl. VGr, 22. Januar 2001, VK.1996.00015, E. 9b, www.vgrzh.ch). Eine erfolgreich absolvierte Berufslehre liegt anforderungsmÃ¤ssig unter diesen Bedingungen, wie sie fÃ¼r die Physiotherapierenden seinerzeit gegolten haben. Vor diesem Hintergrund vermag die Stadt ZÃ¼rich auch mit dem Hinweis auf die Funktionen "Gerant/Gerantin" und "Koch/KÃ¶chin" keine Gleichwertigkeit mit der Funktion der Physiotherapierenden aufzuzeigen. Auch unter BerÃ¼cksichtigung der anderen fÃ¼r die Einreihung relevanten Kriterien (geistige, psychische und physische Anforderungen, Verantwortung sowie Belastung der Sinnesorgane) lassen sich die angefÃ¼hrten Berufe insgesamt klarerweise nicht als gleich anspruchsvoll wie die TÃ¤tigkeit der Physiotherapierenden qualifizieren. Einer Expertise bedarf es dazu nicht. Auch der Hinweis auf die Laboranten kann den Standpunkt der Stadt ZÃ¼rich nicht stÃ¼tzen: Die Funktion der medizinischen Laborantinnen und -laboranten gilt als weiblich identifizierter Beruf und zudem ebenfalls als weniger anforderungsreiche TÃ¤tigkeit als diejenige der Krankenpflegenden DN II bzw. der Physiotherapierenden in der Grundfunktion (vgl. VGr, 17. November 2004, PB.2004.00011, E. 2.4, www.vgrzh.ch). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.6.3 </b>Zusammenfassend sind demnach keine mÃ¤nnlich oder neutral identifizierten Berufsgruppen ersichtlich, die â wie die Physiotherapeutinnen und -therapeuten â tiefer als die Polizeibeamten eingereiht gewesen wÃ¤ren. Es besteht somit kein Grund zur Annahme, dass die Polizeibeamten im massgeblichen Zeitraum lohnklassenmÃ¤ssig gegenÃ¼ber den Ã¼brigen stÃ¤dtischen Angestellten allgemein privilegiert waren. Die lohnklassenmÃ¤ssige Benachteiligung der Physiotherapierenden gegenÃ¼ber den Polizeibeamten erscheint somit nicht als Ausfluss einer marktorientierten oder sonst wie motivierten Sonderstellung der Polizei. Es ist vielmehr glaubhaft, dass die gegenÃ¼ber den Polizeisoldaten um bis zu zwei Besoldungsklassen tiefere Einreihung eine Diskriminierung der Physiotherapierenden im LohngefÃ¼ge der Stadt ZÃ¼rich, also allgemein im Vergleich zu mÃ¤nnlich oder neutral besetzten Berufen, darstellt. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.7 </b>Unwesentlich ist vor diesem Hintergrund die Diskussion zwischen den Parteien um die Frage, ob der Kanton oder die Stadt ZÃ¼rich im Gesundheitswesen hÃ¶here LÃ¶hne bezahlt habe. Massgeblich ist einzig, dass die Physiotherapierenden im LohngefÃ¼ge der Stadt ZÃ¼rich im Umfang von zwei Lohnklassen diskriminiert waren.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.8 </b>Aus der bestehenden Hierarchie hat die Vorinstanz den Schluss gezogen, dass die Anhebung der Grundfunktion zu einer AufwÃ¤rtsbewegung sÃ¤mtlicher in Frage stehenden Physiotherapiefunktionen fÃ¼hre. Es sei von keiner Seite geltend gemacht worden, diese Hierarchie sei fehlerhaft. Nachdem fÃ¼r die Physiotherapierenden in der Grundfunktion eine um zwei Stufen hÃ¶here Besoldungsklasse angezeigt war, nahm der Bezirksrat dasselbe auch fÃ¼r die anderen Funktionen an; dabei handelt es sich um die Physiotherapierenden m.v.V., die Physiotherapierenden i.l.T. sowie um die Chef-Physiotherapeutinnen und <br/> -therapeuten.</p> <p class="Erwgung2">Die Stadt ZÃ¼rich bezeichnet dieses Vorgehen als undifferenziert und hÃ¤lt es fÃ¼r unzulÃ¤ssig. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Es erscheint vielmehr als gerechtfertigt, die Einreihungen unter Wahrung der damals im Gesundheitswesen unbestritten geltenden Hierarchien anzupassen, ohne dabei eine neue Bewertung der einzelnen Positionen vorzunehmen. Dies um so mehr, als sich aus den Unterlagen ergibt, dass die LÃ¶hne gerade im Kaderbereich vergleichsweise tief waren.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.9 </b>Die Stadt ZÃ¼rich rechtfertigt die tiefere Einreihung der Physiotherapierenden auch damit, dass sie bei einer Anhebung der LÃ¶hne Subventionen des Kantons verloren hÃ¤tte. </p> <p class="Erwgung2">Ob eine HÃ¶hereinreihung der Physiotherapierenden seinerzeit zu SubventionskÃ¼rzungen gefÃ¼hrt hÃ¤tte, kann indes offen blieben. Wie sich aus dem Urteil des Verwaltungsgerichts vom 22. Januar 2001 ergibt, bezahlte der Kanton ZÃ¼rich damals seinerseits zu tiefe LÃ¶hne an die Physiotherapierenden. Zur Beseitigung dieser Diskriminierung hat sich der Kanton deshalb verpflichtet, den betroffenen Angestellten im Gesundheitswesen rÃ¼ckwirkend ab 1. MÃ¤rz 1996 Lohnnachzahlungen zu leisten (vgl. Beschluss des Regierungsrats vom 29. August 2001). Vor diesem Hintergrund kann nicht ernsthaft damit gerechnet werden, dass die Stadt ZÃ¼rich wegen gleichermassen begrÃ¼ndeten Lohnnachzahlungen im Gesundheitswesen ihren Subventionsanspruch verlieren wÃ¼rde. Im Ãbrigen kÃ¶nnen finanzielle GrÃ¼nde die Aufrechthaltung einer bestehenden Benachteiligung ohnehin nicht rechtfertigen, wenn die Benachteiligung nur oder fast ausschliesslich weiblich identifizierte Funktionen betrifft (vgl. VGr, 22. Januar 2001, VK.1996.00015, E. 13c, www.vgrzh.ch). Gerade dies ist vorliegend der Fall.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.10 </span></b>Mit der Beschwerde beruft sich die Stadt ZÃ¼rich sinngemÃ¤ss auf den Eintritt der VerjÃ¤hrung, soweit das Begehren der BerufsverbÃ¤nde den Zeitraum vor dem 17. April 1997 betrifft. <span>Da der Anspruch auf diskriminierungsfreien Lohn ein bundesrechtliches Individualrecht ist, gilt mangels einer Spezialregelung im Gleichstellungsgesetz die fÃ¼nfjÃ¤hrige VerjÃ¤hrungsfrist gemÃ¤ss Art. 128 Ziff. 3 OR (BGE 131 I 105 E. 3.3-6, 125 I 14 E. 3, 124 II 436 E. 10). </span>Inwieweit diese VerjÃ¤hrungsregelung auf ein Feststellungsbegehren anwendbar ist, kann â wie die nachfolgenden AusfÃ¼hrungen zeigen â offen gelassen werden. </p> <p class="Urteilstext">Die VerjÃ¤hrung wird im Ã¶ffentlichen Recht durch jeden Akt unterbrochen, durch den der Anspruch gegenÃ¼ber dem Schuldner in geeigneter Weise zum Ausdruck gebracht wird, insbesondere durch schriftliche Forderungseingabe (BGr, 20. August 2003, 2A.163/2003, E. 5.1, www.bger.ch; BGr, 25. August 1997, ZBl 99/1998, S. 489, E. 3; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. A., ZÃ¼rich etc. 2006, Rz. 777).</p> <p class="Urteilstext">Die VerbÃ¤nde haben ihr Begehren dem Grundsatz nach bereits mit Eingabe vom 29. Juni 2001 erstmals gestellt. Zu diesem Zeitpunkt lag der Beginn der vorliegend strittigen Periode (1. Januar 1997 bis 30. Juni 2002) weniger als fÃ¼nf Jahre zurÃ¼ck. Ein VerjÃ¤hrungseintritt liegt somit von vornherein nicht vor. Es besteht kein Anlass, den angefochtenen Entscheid des Bezirksrats hinsichtlich seiner RÃ¼ckwirkungsdauer zu korrigieren.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.11 </b>Bei diesem Ergebnis ist der Entscheid des Bezirksrats insoweit zu bestÃ¤tigen, als er fÃ¼r den fraglichen Zeitraum eine zu tiefe Einreihung der Physiotherapierenden angenommen hat. Dementsprechend ist die Beschwerde der Stadt ZÃ¼rich in diesem Punkt als unbegrÃ¼ndet abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Stadt ZÃ¼rich vertritt die Auffassung, eine allfÃ¤llige diskriminierende Einreihung sei durch die dem stÃ¤dtischen Gesundheitspersonal gewÃ¤hrten Zulagen spÃ¤testens seit dem Jahr 2001 beseitigt worden. </p> <p class="Erwgung2">Die BerufsverbÃ¤nde bestreiten eine Beseitigung der Diskriminierung. Sie stellen sich mit ihrer Beschwerde gegenteilig auf den Standpunkt, dass aufgrund der den Polizeibeamten gewÃ¤hrten hÃ¶heren Zulagen eine zusÃ¤tzliche Diskriminierung vorgelegen habe. Der Anspruch auf Zulagen habe fÃ¼r alle Berufsgruppen bestanden, wenn dies wegen der Arbeitsmarktlage im betroffenen Bereich notwendig gewesen sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Stadt ZÃ¼rich zahlte den Polizeibeamten seit 1971/72 so genannte Differenzzulagen, um den Unterschied zur hÃ¶heren EntlÃ¶hnung der Kantonspolizei auszugleichen. Die BerufsverbÃ¤nde verlangen ergÃ¤nzend, die BetrÃ¤ge der Differenzzulagen fÃ¼r die Jahre 1997-1999 zu edieren; wie nachfolgende AusfÃ¼hrungen ergeben, sind die exakten BetrÃ¤ge im vorliegenden Verfahren indes nicht relevant.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>Die Vorinstanz erblickte in der langjÃ¤hrigen GewÃ¤hrung der Differenzzulagen an die Polizeibeamten keine Diskriminierung der Gesundheitsberufe. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte sie im Wesentlichen aus, die marktbedingten Zulagen seien eine Privilegierung gegenÃ¼ber sÃ¤mtlichen anderen Berufsgruppen gewesen, welche aufgrund wenig ausgeprÃ¤gter Konkurrenz keine Zulagen erhalten hÃ¤tten.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b>Ob und in welchem Umfang die den stÃ¤dtischen Polizeibeamten bezahlten Zulagen im Hinblick auf die allgemeine Marktlage tatsÃ¤chlich notwendig gewesen waren, lÃ¤sst sich nur schwer objektivieren. Indes ist dies ohnehin nicht relevant fÃ¼r die Beantwortung der vorliegend entscheidenden Frage, ob die Physiotherapierenden hinsichtlich der Zulagen wegen ihres Geschlechts diskriminiert worden sind. Denn einig sind sich die Parteien â in Ãbereinstimmung mit der dargelegten Aktenlage â jedenfalls darin, dass es bei den Differenzzulagen darum gegangen war, die Besoldung der stÃ¤dtischen Polizisten an die GehÃ¤lter der Kantonspolizei anzugleichen. Dass die Stadt ZÃ¼rich zur Anpassung der GehÃ¤lter an diejenigen des Kantons auch in anderen neutral oder mÃ¤nnlich identifizierten Berufen Zulagen bezahlt hÃ¤tte, ist weder substantiiert geltend gemacht noch aus den Akten ersichtlich. Daraus ergibt sich, dass den Polizeibeamten innerhalb des stÃ¤dtischen Lohnsystems bezÃ¼glich der Bezahlung von Differenzzulagen eine Sonderstellung zugekommen ist. Ihr Lohn orientierte sich an der Besoldung des kantonalen Polizeikorps. Es handelte sich um eine Privilegierung der Polizeibeamten gegenÃ¼ber allen anderen stÃ¤dtischen Berufsgruppen. </p> <p class="Erwgung3">Die NichtgewÃ¤hrung von Zulagen an die Physiotherapierenden stellt daher innerhalb des stÃ¤dtischen Lohnsystems keine geschlechtsdiskriminierende Benachteiligung dar (vgl. VGr, 22. Januar 2001, VK.1996.00015, E. 12b, www.vgrzh.ch, betreffend die vom Kanton bezahlten BeitrÃ¤ge an die Krankenkassengrundversicherung etc.). Die Beschwerde der VerbÃ¤nde ist somit abzuweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Zu prÃ¼fen bleibt, ob die im Gesundheitswesen bezahlten Zulagen die durch die zu tiefe Einreihung hervorgerufene Diskriminierung teilweise zu beseitigen vermochten. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Mit Beschluss vom 11. April 2001 gewÃ¤hrte der Gemeinderat der Stadt ZÃ¼rich den Physiotherapierenden und weiteren Personalgruppen im Gesundheitswesen mit Wirkung ab 1. Juli 2001 eine monatliche Zulage von mindestens Fr. 150.- und hÃ¶chstens Fr. 300.-. Wie der stadtrÃ¤tlichen Weisung entnommen werden kann, entsprachen die Besoldungen damals weder den Anforderungen des Arbeitsplatzes noch der Marktsituation, weshalb sich Sofortmassnahmen aufdrÃ¤ngten. Dies um so mehr, als der Kanton bereits plante, verschiedene Funktionen auf denselben Zeitpunkt hÃ¶her einzustufen. Diese Zulagen erhÃ¶hte der Stadtrat am 23. Mai 2001 und besonders im Hinblick auf das gewichtige LohngefÃ¤lle zum Kanton am 21. November 2001 nochmals erheblich. Die Zulagen betrugen ab 1. Januar 2002 zwischen Fr. 150.- und Fr. 600.- monatlich.</p> <p class="Erwgung2">Es ist offensichtlich, dass solche Zulagen nicht bezahlt worden wÃ¤ren, wenn das betroffene Personal bereits damals entsprechend dem Wert seiner Arbeit um zwei Klassen hÃ¶her eingereiht gewesen wÃ¤ren. Die Zulagen waren somit im Ergebnis â auch wenn damit formal keine HÃ¶hereinreihung erfolgt war â dazu geeignet, einen Beitrag an die Beseitigung der Diskriminierung der Physiotherapierenden im LohngefÃ¼ge der Stadt ZÃ¼rich zu leisten. </p> <p class="Urteilstext">Selbst soweit diese Zulagen die Differenz von zwei Besoldungsklassen erreicht haben sollten, bestand zwar nach wie vor eine Benachteiligung gegenÃ¼ber den Polizeibeamten; diese kamen zusÃ¤tzlich in den Genuss der Differenzzulagen. Es ist indes bereits dargelegt worden, dass sich aus diesen bei der Polizei bezahlten Differenzzulagen keine Diskriminierung der Physiotherapierenden ableiten lÃ¤sst (vgl. vorn 4.2).</p> <p class="Urteilstext">Die Diskriminierung der Physiotherapierenden im stÃ¤dtischen LohngefÃ¼ge ist demnach insoweit beseitigt, als diesen ab 1. Juli 2001 gemÃ¤ss den genannten BeschlÃ¼ssen von Gemeinde- und Stadtrat Lohnzulagen gewÃ¤hrt wurden.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>Anders ist die Konstellation hinsichtlich der Zulagen, die seit 1979 speziell an das Pflegepersonal in Krankenheimen ausbezahlt worden waren. Zwar wurde diesbezÃ¼glich ebenfalls auf die Personalsituation hingewiesen. Als Hauptursache fÃ¼r die Personalknappheit bezeichnete der Stadtrat allerdings den Umstand, dass die Pflege Chronischkranker in kÃ¶rperlicher und mehr noch in psychischer Hinsicht sehr hohe Anforderungen stellt. Die Zulage wurde denn auch ausdrÃ¼cklich fÃ¼r besondere Beanspruchung im Sinne der damaligen Besoldungsverordnung gewÃ¤hrt. Insofern lagen beim Personal in den Krankenheimen gegenÃ¼ber den Ã¼brigen Angestellten im Gesundheitswesen ­â und damit zwangslÃ¤ufig auch gegenÃ¼ber den Polizeibeamten â erhÃ¶hte Anforderungen vor. Es ist deshalb mit Blick auf das gesamte LohngefÃ¼ge nicht zulÃ¤ssig, diese Besserstellung des Krankenheimpersonals rÃ¼ckwirkend zu beseitigen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>GemÃ¤ss dem Entscheid des Bezirksrats wÃ¤re zur Vermeidung einer diskriminierenden EntlÃ¶hnung im Bereich der Physiotherapie eine um zwei Klassen hÃ¶here Einstufung angezeigt gewesen (E. 8.2). Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass zur Beseitigung der damaligen Diskriminierung eine Anhebung der LÃ¶hne um ebenfalls zwei Besoldungsklassen erforderlich wÃ¤re. Nicht berÃ¼cksichtigt ist in diesen ErwÃ¤gungen, dass diese Diskriminierung mit den ab 1. Juli 2001 berufsspezifisch gewÃ¤hrten Zulagen bereits gemildert wurde. Dies ist somit nachzuholen. Der Entscheid kann in Anwendung von § 63 Abs. 1 VRG durch das Verwaltungsgericht erfolgen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>In teilweiser Gutheissung der Beschwerde der Stadt ZÃ¼rich ist Dispositiv-Ziffer I in Verbindung mit ErwÃ¤gung 8 des Beschlusses des Bezirksrats ZÃ¼rich vom 19. Januar 2006 wie folgt zu ergÃ¤nzen: Es wird festgestellt, dass die Lohndiskriminierung in dem Umfang beseitigt ist, als den Physiotherapierenden in der Grundfunktion und den AngehÃ¶rigen der in ErwÃ¤gung 8.2 des Bezirksratsbeschlusses genannten weiteren Funktionen von 1. Juli 2001 bis 30. Juni 2002 gestÃ¼tzt auf die BeschlÃ¼sse des Gemeinderats vom 11. April 2001 sowie des Stadtrates vom 23. Mai 2001 und vom 21. November 2001 Zulagen ausbezahlt worden sind.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Im Hinblick auf individuelle Nachzahlungsverfahren bleibt Folgendes anzufÃ¼gen: Es ist zwar kaum anzunehmen, ohne nÃ¤here PrÃ¼fung der Zahlen aber nicht gÃ¤nzlich auszuschliessen, dass die ab 1. Juli 2001 gewÃ¤hrten Zulagen in einzelnen FÃ¤llen grÃ¶sser waren als die Lohndifferenz, welche eine Anhebung um zwei Besoldungsklassen bewirkt. Abweichend vom oben dargelegten Grundsatz (vgl. vorn 4.3.1) wÃ¤re bei solchen Konstellationen davon auszugehen, dass der Ã¼bersteigende Betrag auch bei seinerzeitiger HÃ¶hereinreihung bezahlt worden wÃ¤re. Solche allfÃ¤llige ÃberschÃ¼sse kÃ¶nnten daher nicht auf die Defizite frÃ¼herer Monate angerechnet werden. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r das Beschwerdeverfahren sind gemÃ¤ss Art. 13 Abs. 5 GlG keine Kosten zu erheben. </p> <p class="Urteilstext">Im Rekurs- und Beschwerdeverfahren kann die unterliegende Partei oder Amtsstelle unter bestimmten Voraussetzungen zu einer angemessenen EntschÃ¤digung fÃ¼r die Umtriebe der Gegenseite verpflichtet werden (§ 17 Abs. 2 VRG). Einen Anspruch auf ParteientschÃ¤digung vermittelt nach der Rechtsprechung nur ein mehrheitliches Obsiegen. Vorliegend ist die Stadt ZÃ¼rich mit ihrer Beschwerde zur Hauptsache unterlegen. Die Beschwerde der BerufsverbÃ¤nde ist gÃ¤nzlich ohne Erfolg geblieben. Insgesamt erscheint keine Partei als mehrheitlich obsiegend im Sinne der Gerichtspraxis. Folglich ist auf die Zusprechung von ParteientschÃ¤digungen zu verzichten. Dasselbe gilt fÃ¼r das vorinstanzliche Rekursverfahren; angesichts des beidseitig relevanten Obsiegens besteht kein Anlass, Ã¼ber die Verfahrenskosten und die ParteientschÃ¤digung gemÃ¤ss Dispositiv-Ziffer III des angefochtenen Beschlusses anders zu entscheiden.</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Einzug1"><span> DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Verfahren PB.2006.00005 und PB.2006.00008 werden vereinigt;</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde der Stadt ZÃ¼rich wird Dispositiv-Ziffer I in Verbindung mit ErwÃ¤gung 8 des Beschlusses des Bezirksrats ZÃ¼rich vom 19. Januar 2006 wie folgt ergÃ¤nzt: Es wird festgestellt, dass die Lohndiskriminierung in dem Umfang beseitigt ist, als den Physiotherapierenden in der Grundfunktion und den AngehÃ¶rigen der in ErwÃ¤gung 8.2 des Bezirksratsbeschlusses genannten weiteren Funktionen von 1. Juli 2001 bis 30. Juni 2002 gestÃ¼tzt auf die BeschlÃ¼sse des Gemeinderats vom 11. April 2001 sowie des Stadtrates vom 23. Mai 2001 und vom 21. November 2001 Zulagen ausbezahlt worden sind.</span></p> <p class="Einzug2"><span>Im Ãbrigen werden die Beschwerden abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung anâ¦</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>