B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-8151/2009 U r t e i l v o m 3 . A u g u s t 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Jean-Pierre Monnet; Gerichtsschreiber Simon Thurnheer. Parteien A._______ […], geboren am (…), Kosovo, vertreten durch (…) (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 30. Dezember 2008 / N (…). E-8151/2009 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 6. September 2004 in der Schweiz um Asyl nachsuchte und sein Gesuch im Wesentlichen mit seiner Befürc h- tung, als so genannter Ehrenmörder im Kosovo Opfer eines Blutrach e- akts zu wer den, sowie mit der allgemein schlechten Situation der ethn i- schen Minderheit der Roma begründete, dass die Mitglieder seiner Kernfamilie (Ehefrau B._______ und die g e- meinsamen Kinder [E-242/2009]) am 8. Februar 2005 von Deutschland her ebenfalls in die Schweiz einreisten und Asylgesuche stellten, auf wel- che das BFM mit Verfügung vom 30. März 2005 unter Anordnung der Wegweisung und deren Vollzuges nicht eintrat, dass die Ehefrau und Kinder des Beschwerdeführers mit Eingabe vom 13. April 2005 bei der damals zuständigen Schweizerischen Asylrekur s- kommission (ARK) Beschwerde gegen die Verfügung vom 30. März 2005 erhoben, dass das BFM mit Verfügung vom 18. Januar 2007 feststellte, der B e- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, sein Asylgesuch vom 6. September 2004 ablehnte und die Wegweisung sowi e deren Voll- zug anordnete, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. Februar 2007 beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung vom 18. Januar 2007 erhob, dass das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerden vom 13. April 2005 beziehungsweise vom 8. Februar 2007 mit separaten Urteilen je vom 27. Dezember 2007 (E -1073/2007 betreffend den Beschwerdeführer und E-4525/2006 betreffend Ehefrau und Kinder ) vollumfänglich abwies, s o- weit es darauf eintrat, dass der Beschwerdeführer, seine Ehefrau und seine Kinder mit gemei n- samer Eingabe an das BFM vom 17. Januar 2008 ein "Wiedererw ä- gungsgesuch" stellten, dass sie darin die Aufhebung der Urteile vom 27. Dezember 2007, die Gewährung der vorläufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzuges sowie in prozessualer Hinsicht die Anordnung einer vollzugshinder nden vorsorglichen Massnahme, die G e-E-8151/2009 Seite 3 währung der aufschiebenden Wirkung und den Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskosten beantragten, dass das BFM das "Wiedererwägun gsgesuch" mittels Überweisung s- schreiben vom 25. Januar 2008 zuständigkeitshalber dem Bundesverwal- tungsgericht zur Entgegennahme als Revisionsgesuch überwies, dass das Gesuch vom Bundesverwaltungsgericht in zwei Geschäft s- nummern aufgeteilt wurde (E-530/2008 betreffend den Beschwerdeführer und E-514/2008 betreffend dessen Ehefrau und Kinder) und mit Urteilen vom 12. Februar 2008 (E-530/2008) und vom 3. März 2008 (E -514/2008) darauf nicht eingetreten wurde, dass der Beschwerdeführer und seine Angehörigen mit E ingabe vom 28. Februar 2008 beim BFM ein zwei tes und mit Eingabe vom 17. April 2008 ein drittes Gesuch um Wiedererwägung der Entscheide vom 18. Januar 2007 (betreffend den Beschwerdeführer) und vom 30. März 2005 (betreffend die restliche Kernfamilie) stell ten, wobei die Eingabe vom 17. April 2008 als Ergänzung zum Wiedererwägungsgesuch vom 28. Februar 2008 entgegengenommen wurde, dass das BFM mit Verfügung vom 30. Dezember 2008 das Wiedererw ä- gungsgesuch vom 28. Februar 2008 – ergänzt mit der Eingabe vom 17. April 2008 – abwies, die Verfügungen vom 30. März 2005 und vom 18. Januar 2007 für rechtskräftig und vollstreckbar erklärte , das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abwies, eine Gebühr von Fr. 600.- erhob und feststellte, einer allfälligen Beschwerde k omme keine aufschiebende Wirkung zu, dass der Beschwerdeführer und seine Angehörigen mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 13. Januar 2009 (Poststempel: 14. Januar 2009) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und dabei in materieller Hinsicht beantragen liessen, es sei die Verfügung des BFM vom 30. Dezember 2008 aufzuheben und sie seien infolge "Unzumutbarkeit der Verweisung " (recte: des Wegweisungsvol l- zugs) in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D e- zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172. 021) und die Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde beantragt wurden, E-8151/2009 Seite 4 dass mit prozessleitender Verfügung vom 16. Januar 2009 der Vollzug der Wegweisung ausgesetzt und das Gesuch um Gewährung der unen t- geltlichen Rechtspflege – unter Voraussetzung des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung – gutgeheissen wurden, dass anstelle einer Fürsorgebestätigung am 29. Januar 2009 der eventu- aliter einverlangte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1200. – beim Bundesverwaltungsgericht einging, dass das BFM in seiner Vernehmlassung vom 19. Februar 2009 an se i- nen bisherigen Erwägungen festhielt und die Abweisung der Beschwerde beantragte, dass der Beschwerdeführer mit – teilweise auch seine Angehörigen betreffenden – Eingaben seines Rechtsvertreters vom 9. März 2009, vom 17. März 2009, vom 20. März 2009, vom 14. August 2009, vom 23. September 2009 und vom 24. Februar 2010 ergänzende Vorbringen ins Recht legen und weitere Beweismittel zu den Akten reichen liess, dass das BFM mit Verfügung vom 22. Dezember 2010 die Zustimmung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 14 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zugunsten der Ehe- frau und der Kinder des Beschwerdeführers erteilte, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Abschreibungsentscheid E-242/2009 vom 11. Januar 2011 feststellte, der – auf den Vollzugspunkt beschränkte – Prozessgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfa h- rens sei ohne weiteres als dahingefallen zu betrachten, da die Anordnung des Wegweisungsvollzugs in der angefochtenen Verfügung gegenüber dem neu erteilten Aufenthaltstitel keinen Bestand haben könne, dass die Beschwerde deshalb zufolge nachträglichen Wegfalls des A n- fechtungsgegenstandes und damit des Rechtsschutzinteresses als g e- genstandslos geworden im einzelrichterlichen Verfahren abgeschrieben wurde (Art. 111 Bst. a AsylG), dass dabei seit ens des Bundesverwaltungsgerichts übersehen wurde, dass die vorgenannte Bewilligungserteilung lediglich zugunsten der Eh e- frau und ihrer Kinder erfolgte, der Beschwerdeführer selbst hiervon j e- doch nicht erfasst wurde, sein Rechtsschutzinteresse mithin nicht wegge- fallen ist, E-8151/2009 Seite 5 dass demzufolge der Abschreibun gsentscheid vom 11. Januar 2011 mit Urteil vom 3. Februar 2011 berichtigt und entsprechend verfügt wurde, das Beschwerdeverfahren werde betreffend Ehefrau und Kinder als g e- genstandslos geworden abgeschrieben aber soweit den Beschwerdefüh- rer betreffend unter der Verfahrensnummer E-8151/2009 weitergeführt, dass die Migrationsbehörde des Kantons Solothurn – unter Bezugnahme auf ein entsprechendes Gesuch des Beschwerdeführers vom 15. Dezember 2011 – mit Schreiben vom 23. Januar 2012 mitteilte, über die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG könne erst nach Ergehen eines rechtskräftigen Urteils des Bundesverwal- tungsgerichts befunden werden, und zieht in Erwägung, dass gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbe halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge gen Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt, welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden, dass darunter auch Verfügungen fallen, mit denen das BFM (vgl. Art. 33 Bst. d VGG) ein Gesuch um Wiedererwägung eines rechts kräftigen Ent- scheides betreffend den Vollzug einer nach Verweigerung des Asyls a n- geordneten Wegweisung abgewiesen hat, dass dagegen erhobene Beschwerden vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beurteilt werden (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichts - gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teil genommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und sich auf ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be ziehungsweise Än- derung berufen kann (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), womit er zur Einreichung einer dagegen gerichteten Beschwerde legitimiert ist, E-8151/2009 Seite 6 dass die Beschwerde innert der gesetzlichen Frist von 30 Ta gen in gült i- ger Form eingereicht wurde, weshalb auf sie einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichter licher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters be ziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine sol che handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur sum marisch zu be gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren einen gesetzlich nicht geregelten Rechtsbehelf darstellt, auf dessen Behandlung durch die ve r- fügende Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht, dass gem äss herr schender Lehre und ständiger Praxis des Bundes - gerichts jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizeri schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter be stimmten Voraussetzungen ein verfassungsmässiger Anspruch auf Wiede rerwä- gung abzuleiten ist (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen), dass demgemäss die zuständige Behörde insbesondere dann eine selbst getroffene Verfügung in Wie dererwägung zu ziehen hat, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit Ein tritt der Rechts kraft – am Tag nach Ablauf der nicht genutz ten Rechtsmittelfrist oder durch bestätigendes U r- teil der mit Beschwer de angeru fenen Rechtsmittelinstanz – in we - sentlicher Weise verändert hat und mithin eine Anpassung der (ursprüng- lich fehlerfreien) Verfügung erforderlich ist, ohne dass deren Gegenstand neu beurteilt wird, dass im vorliegenden Fall das Wiedererwägungsgesuch einerseits mit psychischen Problemen der Ehefrau des Beschwerdeführers und ande- rerseits mit der Gefahr, dass der B eschwerdeführer als Ehrenmörder im Kosovo Opfer eines Blutracheakts werden könnte, begründet wurde, dass auf eine Auseinandersetzung mit den im Wiedererwägungsgesuch geltend gemachten Asylvorbringen verzichtet werden kann, da die vorli e-E-8151/2009 Seite 7 gende Beschwerde auf die Anfechtung des angeordneten Wegweisungs- vollzugs beschränkt ist, dass der Beschwerdeführer bereits sein Asylgesuch vom 6. Sep- tember 2004 mit der neuerlich geltend gemachten Befürchtung, im Falle einer Rückkehr nach Kosovo könnte er Opfer eines Blutrac heaktes wer- den, begründete, dass sich sowohl das BFM als auch das Bundesverwaltungsgericht b e- reits mehrfach und einlässlich mit diesem Vorbringen auseinandergesetzt und festgestellt haben, die geltend gemachte Gefährdung stehe dem Vollzug der Wegweisung nicht entgegen, dass eine Wiederer wägung nicht in Betracht fällt, wenn lediglich eine neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsa - chen herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt werden, die auch schon in einem ordentlichen Beschwerdeverfahren gegen die frühere Ver- fügung hätten geltend gemacht werden können (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] ARK [EMARK] 2003 Nr. 17 E. 2b S. 104), dass sich die im vorliegenden Beschwerde verfahren vorzunehmende Prüfung auf die Beantwortung der Frage zu beschränken hat, ob in Bezug auf die genannte Gefährdung seit Ergehen des – die Rechtskraft der ur - sprünglichen Verfügung vom 18. Januar 2007 besiegelnden – Urteils des Bundesverwaltungsgerichts E -1073/2007 vom 27. Dezember 2007 eine wesentliche Veränderung der (konkreten) Sachlage eingetreten ist, dass deshalb etwa auf die neuerlichen Erklärungen zum soziokulturellen Verständnis traditioneller Gruppierungen im Kosovo und der sich hieraus ergebenden grundsätzlichen Tendenz zur Blutrache nicht weiter einzuge- hen ist, dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, dass heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls w e- nigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/ Rudin/ Hugi Yar/ Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel, Rz. 11.148), dass zum Beleg der angeblichen Verschärfung der konkreten Bedr o- hungssituation beglaubigte Erklärungen von Bewohnern des Heimatdo r- fes des Beschwerdeführers ins Recht gelegt wurden, welche den Anfo r-E-8151/2009 Seite 8 derungen an die Glaubhaftmachung insoweit nicht genügen, als es sich bei solchen Parteierklärungen ohne wei teres um Gefälligkeitsschreiben handeln kann, dass auch das weitgehend unbelegte Vorbringen , die Familie habe zw i- schenzeitlich Drohanrufe erhalten, an der Einschätzung der Gefährdungs- lage offensichtlich nichts zu ändern vermag, zumal bezüglich jener Droh- anrufe seit der Eröffnung eines Untersuchungsverfahrens gegen Unb e- kannt seitens der Staatsanwaltschaft C._______ vom 18. August 2009 keine neueren Angaben vorliegen, dass somit das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtl i- chen Non -Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine glaubhaften und konkreten Anhaltspunkte für eine me n- schenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Ko- sovo droht, dass der Vollzug der Wegweisung nach dem Gesagten in Beachtung der massgeblichen völker - und landesrechtlichen Bestimmungen nach wie vor zulässig ist, dass sich eine Auseinandersetzung mit den psychischen Problemen der Beschwerdeführerin erübrigt, da dieselbe nicht Partei des vorliegenden Verfahrens ist (vgl. Abschreibungsentscheid vom 11. Januar 2011 und Ur- teil vom 3. Februar 2011 im Beschwerdeverfahren E-242/2009), dass die Feststellu ng des BFM, dass die Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzuges für den Beschwerdeführer gemäss Art. 83 Abs. 7 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nicht zu prüfen sei, in dieser Form u n- zutreffend ist, dass die Anwendung dieses Ausschlusstatbestandes vielmehr eine A b- wägung zwischen dem Interesse des Ausländers am Verbleib in der Schweiz und dem öffentlichen Interesse am Vollzug seiner Wegweisung voraussetzt (vgl. BVGE 2007/32), dass eine solche Verhältnismässigkeitsprüfung bereits mit Urteil E-1073/2007 vom 27. Dezember 2007 (Abschluss des ordentlichen Asy l-E-8151/2009 Seite 9 verfahrens) vorgenommen wurde, weshalb zur Vermeidung von Wiede r- holungen vorab auf die dortigen Erwägungen verwiesen werden kann, dass die – für das Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz sprechende – seitherige Aufenthaltsdauer in der Schweiz zu vernachlässigen ist, dass in der zwischenzeitlichen Gewährung einer Aufenthaltsbewilligung zugunsten der Ehefrau und der Kinder des Beschwerdeführers kein Voll- zugshindernis im Sinne von Art. 8 EMRK zu erblicken ist, dass das in Art. 8 EMRK geschützte Recht auf Achtung des Familienl e- bens nämlich nur angerufen werden kann, wenn eine staatliche Ent - fernungs- oder Fernhaltemassnahme zur T rennung von Familien - mitgliedern führt und zumindest ein Familienangehöriger hier über ein ge- festigtes Anwesenheitsrecht verfügt (vgl. BGE 126 II 335 E. 3a S. 342), dass ein gefestigtes Anwesenheitsrecht grundsätzlich entweder aus dem Schweizer Bürgerrecht oder eine r Niederlassungsbewilligung hervorgeht (vgl. BGE 126 II 3 35 E. 2a S. 339), e ine blosse Aufenthaltsbewilligung dagegen hierzu nur dann genügt, wenn sie ihrerseits auf einem gefesti g- ten Rechtsanspruch beruht, beispielsweise wenn auf ihre Erneueru ng ein Anspruch besteht (vgl. BGE 122 II 1 E. 1e S. 5, BGE 122 II 289 E. 1c S. 292, BGE 122 II 385 E. 1c S. 389, BGE 119 Ib 91 E. 1c), dass eine im Rahmen von Art. 14 Abs. 2 AsylG erteilte Aufenthaltsbewilli- gung diese Voraussetzungen aber nicht erfüllt, dass nach der Gesamtwürdigung aller Umstände das öffentliche Intere s- se am Vollzug der Wegweisung jenes des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz nach wie vor überwiegt, dass insgesamt im Wiedererwägungsgesuch, in der Beschwerdeein gabe und in den eingereichten Beweismitteln nicht auf gezeigt wird, inwiefern sich die Sachlage von derjenigen bei Erlass des Urteils E-1073/2007 vom 27. Dezember 2007 in einem entscheidwesentlichen Aus mass unter - scheiden sollte, dass damit der Beschwerdeführer keine wiedererwägungsrechtlich rele- vante Sachlage in Be zug auf die Aspekte der Durchführbarkeit des Weg- weisungsvollzugs darzutun vermag, E-8151/2009 Seite 10 dass das BFM nach dem Gesagten das Wiedererwägungsgesuch vom 28. Februar 2008 ( ergänzt mit der Eingabe vom 17. April 200 8) zu Recht abgewiesen hat, dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, in - wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechts - erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder u n- angemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab zuweisen ist, dass sich die Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. J a- nuar 2009, die gestellten Begehren seien nicht aussichtslos und das G e- such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sei unter der Vor- aussetzung des Nachreicheines einer Fürsorgebestätigung gutzuheissen, ausschliesslich auf die Situation der Ehefrau des Beschwerdeführers und ihrer Kinder, insbesondere auf ihre psychischen Probleme bezogen hat, nicht aber auf die Vorbringen des Beschwer deführers, welche von vor n- herein als aussichtlos erschienen, dass sich der Verfahrensgegenstand mit dem Urteil vom 3. Februar 2011 wesentlich gewandelt hat und lediglich die aussichtslosen Vorbringen des Beschwerdeführers zur Prüfung übrig geblieben sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwerd e- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und insgesamt auf Fr. 1'200.- festzusetzen sind (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-8151/2009 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das BFM und die zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Simon Thurnheer Versand: