B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5288/2017 U r t e i l v o m 6. A u g u s t 2 0 1 8 Besetzung Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Staat unbekannt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 17. August 2017 / N (…). D-5288/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte – gemeinsam mit seinem Vater (Beschwer- deverfahren D-5283/2017) und seiner Schwester (Beschwerdeverfahren D-5335/2017) – am 22. Juli 2015 in der Schweiz um Asyl nach. Auf dem von ihm gleichentags ausgefüllten Personalienblatt gab er an, er sei am (…) in Nepal geboren und bezeichnete sich als tibetischen Staatsangehö- rigen (vgl. vorinstanzliche Akten A2). B. Mit Schreiben vom 22. Juli 2015 teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, er sei per Zufallsprinzip der Testphase des Verfahrensz entrums B._______ zugewiesen worden. C. Anlässlich des Personalienaufnahme -Gesprächs im Verfahrenszentrum B._______ vom 23. Juli 2015 gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, er sei ethnischer Tibeter, in C._______ in Nepal geboren und habe immer in C._______/D._______ gewohnt. Er habe keine Staatsangehörigkeit, son- dern sei staatenlos, und habe nie einen Pass oder eine Identitätskarte ge- habt. Seine Mutter sei am 25. April 2015 verstorben. Er habe Nepal am 20. Juli 2015 verlassen und sei via Dubai und Italien am 22. Juli 2015 in die Schweiz gelangt (vgl. A7). D. Im Rahmen der einlässlichen Anhörung durch das SEM vom 16. November 2015 brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er habe nie über Identitätsdokumente verfügt. Geboren sei er in Nepal und habe dort immer an derselben Adresse in C._______/D._______ gelebt. Er habe bis zur zehnten Klasse die Schule (…) der tibetischen Exil -Regierung in E._______/F._______ besucht und während der Schulzeit im dortigen In- ternat gewohnt. Der Rektor der Schule sei Tibeter, finanziert werde sie von westlichen Sponsoren. Er hätte gerne noch die elfte und zwölfte Klasse absolviert, aber dafür hätte er an eine nepalesische Schule wechseln müs- sen, wofür er Papiere benötigt hätte, die er nicht gehabt habe. Nach Ab- schluss der zehnten Klasse im Jahr (…) habe er deshalb eine Arbeitsstelle gesucht. Er habe bei der Suche Freunde um Hilfe gebeten, aber dennoch keine Arbeit gefunden, da er in Nepal keine Aufenthaltsbewilligung gehabt habe. Sein Vater, der als Kleinkind mit seinen Eltern aus der Gegend um G._______ in Tibet geflohen sei, habe im (…) in F._______ in einer (…) gearbeitet. Ob sein Vater die chinesische Staatsangehörigkeit habe, wisse D-5288/2017 Seite 3 er nicht. Die Situation für Tibeter sei in Nepal generell schwierig. China übe vermehrt Druck auf die nepalesischen Behörden aus. Er habe gehört, dass Tibeter, die nach China ausgewiesen würden, dort getötet würden. Bei dem Erdbeben am 25. April 2015 sei seine Mutter ums Leben gekommen und nachdem die Behörden angekündigt hätten, die Toten registrieren zu wol- len, habe die Gefahr bestanden, dass der illegale Aufenthalt seiner Familie auffliegen würde. Ob die nepalesischen Behörden den Tod der Mutter, die am 26. April 2015 kremiert worden sei, effektiv registriert hätten , wisse er nicht; er sei nie mit diesen in Kontakt gekommen. Er habe nach dem Erd- beben noch zwei bis drei Monate mit seinem Vater und seiner Schwester in einem Zelt in ihrem Wohnquartier gelebt. Nachbarn hätten ihnen mit Wasser von ihrem Brunnen geholfen und von Hilfsgruppen hätte n sie Es- sen und Bedarfsgüter erhalten. Da er sein Schulzeugnis nicht mehr gefun- den habe, habe er im Hinblick auf die weitere Arbeitssuche etwa anderthalb Monate nach dem Erdbeben bei seinem ehemaligen Lehrer eine Neuaus- stellung beantragt; dies aber vergeblich, da er den Verlust erst von der Po- lizei hätte bestätigen lassen müssen. Am 20. Juli 2015 habe er Nepal auf dem Luftweg verlassen (vgl. A28). E. Mit Schreiben vom 19. November 2015 teilte das SEM dem Beschwerde- führer mit, dass sein Asylgesuch weiterer Abklärungen, namentlich in Be- zug auf seine Identität bedürfe. Es werde deshalb nicht weiter im Verfah- renszentrum B._______, sondern im erweiterten Verfahren ausserhalb der Testphase behandelt, und er werde dem Kanton B._______ zugewiesen. F. Mit Schreiben vom 22. Dezember 2015 ersuchte das SEM die Schweizer Vertretung in Nepal um Abklärungen. Der entsprechend von der Botschaft in Auftrag gegebene Bericht datiert vom 14 . März 2016 und wurde dem SEM am 16. März 2016 zugestellt. Demnach habe das Wohnhaus des Be- schwerdeführers nicht gefunden werden können. Er sei in dem Quartier, in dem er sein Leben verbracht habe, anhand von Fotos auch nicht erkannt worden. Eine der genannten Schule ähnliche lautende Schule namens (…) in H._______/F._______ habe ausfindig gemacht werden können. Diese werde aber nicht von der tibetischen Exilregierung in Nepal betrieben; eine solche Exilregierung sei auch nicht bekannt. Es handle sich um eine Pri- vatschule. In deren Register sei der Name des Beschwerdeführers nicht aufgeführt. D-5288/2017 Seite 4 Mit Schreiben vom 13. April 2016 informierte das SEM den Beschwerde - führer über die Botschaftsabklärung. Es brachte ihm den wesentlichen In- halt der Anfrage sowie des Botschaftsberichts zur Kenntnis und gewährte ihm dazu das rechtliche Gehör. G. In seiner Stellungnahme vom 25. April 2016 brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er könne nicht nachvollziehen, weshalb sein Wohn- haus nicht gefunden worden sei. Viele Häuser seien aber – wie seines – bei dem Erdbeben zerstört worden. Viele Nachbarn seien zudem N epale- sen gewesen und er habe zu diesen keinen Kontakt gepflegt. Ausserdem sei er oft ausserhaus gewesen, da er während der Schulzeit im Internat geschlafen habe. Er habe die (…) und nicht die (…) besucht. Zudem habe er die Schule bereits vor einigen Jahren verlassen und auch gehört, dass diese später umgezogen sei. Er habe nicht gesagt, dass die besagte Schule von der tibetischen Exilregierung betrieben werde, sondern dass es sich um eine tibetische Schule handle, das heisst, dass deren Besitzer ein Tibeter sei. H. H.a Mit Schreiben vom 22. Juni 2017 und 7. Juli 2017 (erneuter Versand) teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, dass seine Erklärungen in der Stellungnahme vom 25. April 2017 die Diskrepanzen zwischen den Abklä- rungsergebnissen der Schweizer Vertretung und seinen Vorbringen nicht aufzulösen vermöchten. Es gehe daher davon aus, dass er seine Identität, den Lebenslauf und seine Aufenthaltsorte nicht wahrheitsgetreu offenge- legt habe. Es beabsichtige, die Staatsangehörigkeit auf „Staat unbekannt“ zu ändern und ihn gegebenenfalls nach „Staat unbekannt“ wegzuweisen. Es räumte dem Beschwerdeführer die Gelegenheit ein, sich dazu zu äus- sern. H.b In seiner Stellungnahme vom 26. Juli 2017 brachte der Beschwerde- führer im Wesentlichen vor, er wisse nicht, was es bedeute , nach „Staat unbekannt“ weggewiesen zu werden. Er sei in Nepal geboren und zur Schule gegangen. Aber das Erdbeben im Jahr 2015 habe sein dortiges Leben zerstört und er habe von den nepalesischen Behörden keine Hilfe erhalten, da er keine legalen Aufenthaltsstatus gehabt habe. Seine Familie habe keine andere Lösung gesehen, als das Land zu verlassen, zumal sich der Druck Chinas in den letzten Jahren verstärkt habe, so dass man sich als Tibeter in Nepal nicht mehr sicher gefühlt habe. Er habe von dem Fall D-5288/2017 Seite 5 einer Tibeterin gehört, die anfangs 2017 von der Schweiz nach Nepal aus- geschafft und dort nach der Ankunft verhaftet worden sei. Er fürchte sich vor einem gleichen Schicksal. Die Staatsangehörigkeit könne er nicht an- geben, da er nie Papiere besessen habe. Wenn die Schweiz Tibet als Teil Chinas betrachte, sei er chinesischer Staatsangehöriger. Eine andere Staatsbürgerschaft habe er nicht. Für Tibeter sei es fast unmöglich, die ne- palesische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Tibeter seien in Nepal höchs- tens geduldet wie der beiliegende Bericht der Schweizerischen Flüchtlings- hilfe (SFH) vom 15. August 2013 („China/Nepal: Tibetische Flüchtlinge in Nepal“) zeige. Er habe keinen Kontakt mehr zu Nepal und könne deshalb keine Beweise für seine Angaben einreichen. I. I.a Mit Verfügung vom 17. August 2017 – eröffnet am 19. August 2017 – stellte das SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen- schaft nicht erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegwei- sung aus der Schweiz sowie den Vollzug an, wobei es den Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China ausschloss. I.b Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen aus, Asylsuchende seien verpflichtet, ihre Identität offenzulegen. Der Beschwerdeführer habe keine Identitätsdokumente oder Beweismittel, welche die geltend ge- machte Identität und den behaupteten Lebenslauf belegen würden, einge- reicht. Seine Aussagen würden nicht den Tatsachen entsprechen, wie die Abklärung der Schweizer Vertretung in Nepal gezeigt habe. Der Beschwer- deführer habe keine stichhaltigen A rgumente vorgebracht, die gegen die Richtigkeit der Erkenntnisse der Botschaft sprechen würden. Die Abklärun- gen vor Ort hätten aufgezeigt, dass nicht nur einzelne, sondern sämtliche Aussagen des Beschwerdeführers sowie seines Vaters und seiner Schwester unzutreffend seien. Auch mit seiner Stellungnahme betreffend die Änderung seiner Staatsangehörigkeit auf „Staat unbekannt“ vermöge er die Widersprüche in seinen Aussagen nicht aufzulösen. Aus dem SFH- Bericht vom 15. August 2013 gehe vielmehr hervor, dass es sich bei tibeti- schen Flüchtlingen und ihren Kindern, die vor 1990 in Nepal eingereist seien, um niedergelassene Personen handle, welche die Möglichkeit hät- ten, einen Identitätsausweis für Flüchtlinge („Refugee Identity Card“ [RC]) zu erwerben, der den legalen Aufenthalt belege und den Inhaber vor Rück- schaffung nach China schütze. Die Familie des Beschwerdeführers halte sich laut den Aussagen seines Vaters seit (…) in Nepal auf. Damit zähle sie zu denjenigen, die ihren Status in Nepal hätten legalisieren können. Die D-5288/2017 Seite 6 Aussage des Beschwerdeführers, in Nepal über keinen legalen Aufent- haltsstatus verfügt zu haben, sei vor diesem Hintergrund zweifelhaft. Ins- gesamt sei davon auszugehen, dass er seine Identität den Schweizer Be- hörden gegenüber nicht offengelegt habe . Indem er falsche Angaben zur Identität und dem Lebenslauf gemacht habe, habe er die Mitwirkungspflicht verletzt. Er sei zwar unbestrittenermassen tibetischer Ethnie, aber seine Identität – insbesondere Name und Staatsangehörigkeit – sei nicht geklärt. Durch die nicht wahrheitsgetreue Offenlegung der Identität verunmögliche er dem SEM die Prüfung seiner Asylvorbringen. Mit seinem Verhalten habe er nicht glaubhaft machen können, dass er Schutz vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG (SR 142.31) bedürfe. Das Asylgesuch sei abzulehnen und die Wegweisung anzuordnen. Die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs sei grundsätzlich von Am- tes wegen zu prüfen, jedoch finde diese Untersuchungspflicht ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden, der auch die Substanziie- rungslast trage. Es sei nicht Aufgabe der Asylbehörden, nach etwaigen Wegweisungshindernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu for- schen. Der Beschwerdeführer habe die Folgen seiner unglaubhaften Iden- titätsangaben zu tragen, indem vermu tungsweise davon auszugehen sei, es stünden einer Wegweisung an den bisherigen Aufenthaltsort keine Voll- zugshindernisse entgegen. Es sei ihm zuzumuten, sich bei der zuständi- gen Vertretung die allenfalls benötigten Reisepapiere zu beschaffen. Der Wegweisungsvollzug sei deshalb als durchführbar zu erachten. Ein Vollzug nach China sei jedoch zur Vermeidung einer drohenden Refoulement-Ver- letzung auszuschliessen sei, da bei asylsuchenden Personen tibetischer Ethnie die Möglichkeit des Besitzes der chinesischen Staatsangehörigkeit nicht ausgeschlossen werden könne und ihnen in China gegebenenfalls unmenschliche Behandlung drohen würde. J. J.a Mit (einer von seinem Vater und seiner Schwester gemeinsam unter- zeichneten) Eingabe vom 16. September 2017 erhob der Beschwerdefüh- rer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde, worin um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und um Anerkennung der Flüchtlingseigen- schaft sowie um Gewährung des Asyls, eventualiter um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft aufgrund des Vorliegens sub jektiver Nachflucht- gründe und um Gewährung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzulässig- keit des Wegweisungsvollzugs, und subeventualiter um Gewährung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs ersucht wurde. In ver fahrensrechtlicher Hinsicht D-5288/2017 Seite 7 wurde um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und – unter Verweis auf eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung vom 4. Sep- tember 2017 – um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. J.b Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen gel- tend, er könne keine Ausweisdokumente einreichen, da er keine solchen besitze. Dem beiliegenden Bericht von Human Rights Watch (HRW) von 2014 sei zu entnehmen, dass die nepalesische Regierung Mitte 1990 all- mählich aufgehört habe, Tibetern RC auszustellen. Auch die SFH bestä- tige, dass später geborene Kinder keine RC mehr bekommen hätten. Selbst wenn seine Eltern den Flüchtlingsstatus gehabt hätten, hätte er so- mit keine Chance auf Erhalt einer RC gehabt. Als die nepalesischen Be- hörden beabsichtigt hätten, die bei den Erdbeben Verstorbenen zu regist- rieren, habe sein Vater Angst bekommen. Wenn die nepalesischen Behör- den sie entdeckt hätten, wären sie wohl festgenom men worden. Ein Schlepper habe ihnen gefälschte Dokumente besorgt. Im Übrigen verweise er auf die Beschwerdeausführungen seines Vaters. Bei einer Rückschaf- fung nach Nepal würde ihm eine nachfolgende Abschiebung nach China und dort eine Festnahme drohen. So llte ihm kein Asyl gewährt und die Flüchtlingseigenschaft auch nicht wegen subjektiver Nachfluchtgründe be- jaht werden, sei er zumindest wegen Undurchführbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. In Nepal habe er als papierloser Ti- beter keine Z ukunftsperspektiven. Er hoffe vielmehr, in der Schweiz eine Ausbildung absolvieren zu können. K. Mit Zwischenverfügung vom 25. September 2017 wurde festgestellt, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukomme und der Beschwerdeführer s omit den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe. Gleichzeitig wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutge- heissen, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet und das SEM zur Vernehmlassung zur Beschwerde eingeladen.. L. In seiner Vernehmlassung vom 10. Oktober 2017 beantragte das SEM die Abweisung der Beschwerde. Die Aussagen des Beschwerdeführers wäh- rend der Befragungen seien nicht glaubhaft. Insbesondere die Angabe, wo- nach seine Familie fast 50 Jahre in Nepal gelebt habe, ohne jegliche Pa- piere zu besitzen, bleibe realitätsfremd. Das SEM gehe davon aus, dass D-5288/2017 Seite 8 bereits in den 1970er-Jahren ausführliche Informationen über die Möglich- keit eines legalen Aufenthalts in der tibetischen Diaspora in Nepal zirkuliert seien. Die in der Beschwerde zitierten Berichte der SFH und des UNHCR würden sich nicht auf die persönliche Situation der Familie des Beschwer- deführers beziehen und daher vorliegend keinen Beweiswert aufweisen. Die vom Vater des Besc hwerdeführers geltend gemachte Analogie zwi- schen seiner Situation und den Problemen von Tibetern in Indien sowie der „Sans Papiers“ in der Schweiz sei irrelevant. Auch sei zweifelhaft, dass der Vater des Beschwerdeführers als (…)-jähriger Mann das Konzept der Staatsangehörigkeit nicht verstehe. Es gelinge dem Beschwerdeführer ins- gesamt nicht, seine fehlende Glaubwürdigkeit durch ausführliche, realitäts- nahe und erlebnisbasierte Aussagen wiederherzustellen. Der Hinweis auf Berichte von Menschenrechtsorganisationen zur allgemeinen Situation von Tibetern in Nepal genüge im vorliegenden Einzelfall nicht. M. In seiner (wiederum vom Vater und der Schwester gemeinsam unterzeich- neten) Replik vom 30. Oktober 2017 entgegnete der Beschwerdeführer im Wesentlichen, das Bundesverwaltungsgericht habe im Urteil E-2981/2012 von Mai 2014 die Situation der Tibeter in Nepal analysiert. Er verweise auf die diesbezüglich herangezogenen Literaturquellen zum Erwerb der RC und der nepalesischen Staatsbürgerschaft. Weshalb die entspreche nden Bemühungen seines Grossvaters erfolglos geblieben seien, wisse er nicht. Im Übrigen weise er nochmals auf die Gefahr einer Kettenabschiebung nach China hin. Da die Schweiz eine tibetische Staatsbürgerschaft nicht anerkenne, sei er chinesischer Staatsa ngehöriger. Er habe in Nepal die Schule nur bis zur zehnten Klasse besuchen können. Für die weitere Aus- bildung wären Ausweisdokumente nötig gewesen. Es gebe deshalb dort für ihn keine Zukunft, zumal seine Familie nach dem Erdbeben alles verlo- ren habe. Er e rsuche zumindest um Gewährung einer vorläufigen Auf- nahme und verweise hinsichtlich seiner hiesigen Integrationsbemühungen auf das beiliegende Arbeitszeugnis vom 28. Oktober 2016 (befristeter Ein- satz in einem […] im Rahmen eines Integrationsprogramms). Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den D-5288/2017 Seite 9 Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist zur Einrei- chung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Fr eiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst ge- schaffen worden ist , macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (Art. 54 AsylG). Solche begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 D-5288/2017 Seite 10 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unab- hängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurde. Personen, die subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder zu- mindest glaubhaft machen können, werden hingegen als Flüchtlinge vor- läufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Rich- tigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwie- gen oder nicht (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1). 4. 4.1 Der in Art. 12 VwVG statuierte Untersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt, findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person (Art. 8 AsylG). Dazu gehört die Pflicht zur Offenlegung der Identität und Beibringung eines Iden- titätsnachweises. Die Staatsangehörigkeit fällt als Begriffselement der Identität im Sinne von Art. 1a Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) unter diese Offenlegungspflicht. Sie muss in jedem Asylverfahren erstellt werden. Dies ergibt sich einerseits aus der systematischen Stellung von Art. 8 AsylG und andererseits aus dem Zweck des Asylverfahrens, das der Ermittlung von Verfolgung beziehungsweise von Wegweisungshindernissen mit Bezug auf einen konkreten Heimatstaat dient. Ein Asylverfahren kann nicht sinnvoll geführt werden, wenn die asyl- suchende Person ihre Staatsangehörigkeit nicht of fen legt; beziehungs- weise durch die Verheimlichung und Verschleierung der wahren Herkunft wird auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht (vgl. BVGE 2014/12 E. 5.9 und 6; Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweize- rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 8 E. 3.1). Dabei trägt nach der Bestimmung von Art. 8 ZGB, die als allgemeiner Rechtsgrundsatz auch im öffentlichen Recht Anwendung findet, die asylsuchende Per son die Beweislast und damit die Folgen der Beweislosigkeit. Mit Bezug auf das Beweismass ist von der allgemeinen Regel von Art. 7 AsylG auszuge- hen, das heisst, die behauptete Staatsangehörigkeit muss zumindest D-5288/2017 Seite 11 glaubhaft erscheinen (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 5; ferner auch das Urteil des BVGer D-6884/2015 vom 22. März 2017 E. 8.1). 4.2 Bezüglich Personen tibetischer Ethnie präzisierte das Bundesverwal- tungsgericht in BVGE 2014/12 die Praxis gemäss EMARK 2005 Nr. 1 da- hingehend, dass bei Personen tibetischer Ethni e, die ihre wahre Identität verschleiern oder verheimlichen, vermutungsweise davon auszugehen ist, dass keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort bestehen. Verunmöglicht ein tibetischer Asylsuchender durch die Verletzung der Mitwirkungspflicht die Abklärung, welchen effektiven Status er (etwa) in Nepal respektive in In- dien innehat, kann namentlich keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG stattfinden. Überdies wird durch die Verheim- lichung und Verschleierung der wahren Herkunft auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht (vgl. BVGE 2014/12 E. 5.9 f.). 5. 5.1 Wie in E. 4 dargelegt, kommt der Fra ge der Verlässlichkeit der Her- kunftsangaben der asylsuchenden Person wesentliche Bedeutung zu. Vor- liegend sind die vorinstanzlichen Schlussfolgerungen in der angefochtenen Verfügung weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstan- den. Das SEM zieht nicht in Zweifel, dass der Beschwerdeführer tibetischer Ethnie ist, folgerte aber zu Recht, dass Grund zur Annahme besteht, dass er seine wahre Identität zu verschleiern versucht. Seine Staatsangehörig- keit ist unbekannt. Allein die Tatsache, dass er Tibetisch spricht, stellt kei- nen hinreichenden Beweis für eine chinesische Staatsbürgerschaft dar. Der Beschwerdeführer, der von der Vorinstanz explizit auf seine Mitwir- kungspflicht gemäss Art. 8 AsylG hingewiesen wurde, hat weder Reise - oder Identitätspapiere noch irgendwelche Beweismittel, die geeignet wä- ren, etwas zur Klärung seiner Identität beizutragen, eingereicht. Die feh- lende Beibringung eines Identitätsnachweises stellt eine Verletzung der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG dar. In diesem Zu- sammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass die Behörde lediglich den Nachweis zu erbringen hat, dass eine asylsuchende Person über ihre Iden- tität getäuscht hat (vgl. BVGE 2013/10 E. 9.1). Diesen Nachweis hat das SEM vorliegend mittels der eingeholten Botschaftsabklärung erbracht. Die Abklärungen vor Ort in Nepal haben keinen Hinweis auf einen effektiven dortigen Aufenthalt des Beschwerdeführers und seinen Status ergeben. Vielmehr hat sich gezeigt, dass die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Lebenslauf nicht zutreffen. Die von ihm genannte Schule (…) D-5288/2017 Seite 12 konnte nicht ausfindig gemacht werden und in der ähnlich lautenden (…) ist er in den Registern nicht aufgeführt. Der Einwand des Beschwerdefüh- rers in seiner Stellungnahme zur Botschaftsabklärung vom 25. April 2016, er habe die (…) besucht und die Schule im Übrigen bereits vor einigen Jahren verlassen und auch gehört, dass diese später umgezogen sei, ver- mag das Abklärungsergebnis nicht in Frage zu stellen, zumal er seinen An- gaben bei der Anhö rung vom 16. November 2015 zufolge noch kurz vor der Ausreise aus Nepal zwecks Neuausstellung des Schulzeugnisses Kon- takt mit seinem ehemaligen Lehrer gehabt habe und ihm somit der Name und die Adresse der Schule geläufig gewesen sein müssten. Auch steht seine Angabe in der Stellungnahme zum Botschaftsbericht vom 25. April 2016, er habe zu den Nachbarn in seinem Wohnviertel keinen Kontakt ge- pflegt und deshalb auf den Fotos auch nicht erkannt werden können, im Widerspruch zu seinen Aussagen bei der Anhörung vom 16. November 2015, wonach er vor Ort viele Freunde gehabt habe, die er auch bei der Arbeitssuche um Hilfe gebeten habe, und auch darüber hinaus durchaus ein nachbarschaftlicher Kontakt bestanden habe, sei seine Familie doch von den Nachbarn nach den Er dbeben tatkräftig unterstützt worden. Im Übrigen erwiesen sich auch die Angaben seines Vaters zu seiner Arbeits- stelle in F._______ und seiner Schwester zu ihrem Schulbesuch als unzu- treffend. Damit stehen weder die Personalien des Beschwerdeführers noch seine Staatsangehörigkeit und sein Lebenslauf fest. 5.2 Durch die Verheimlichung respektive Verschleierung der wahren Her- kunft verunmöglicht der Beschwerdeführer den Behörden nähere Abklä- rungen hinsichtlich einer allfälligen Verfolgungssituation in seinem tatsäch- lichen Heimatstaat und dem effektiven Status in einem etwaigen andern Staat. Unter Verweis auf BVGE 2014/12, wonach bei Personen tibetischer Ethnie, die ihre wahre Herkunft verschleiern oder verheimlichen, vermu- tungsweise davon auszugehen ist, dass keine f lüchtlings- oder wegwei- sungsrechtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an den bisherigen Aufent- haltsort bestehen, erübrigen sich Erörterungen bezüglich des Vorliegens subjektiver Nachfluchtgründe. Nur der Vollständigkeit halber ist anzumer- ken, dass die vom Bes chwerdeführer geltend gemachten Nachteile im Wohnsitzstaat Nepal, wonach er sich dort illegal aufgehalten habe, eine höhere Schulbildung ihm deshalb verwehrt gewesen und seine dortige Existenzgrundlage durch die Erdbeben im April 2015 zerstört worden sei, so schwierig die Situation nach den Erdbeben gewesen sein mag, die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht zu begründen vermögen. D-5288/2017 Seite 13 5.3 Aufgrund des Gesagten hat das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers gemäss Art. 3 AsylG zu Recht verne int und das Asyl- gesuch zutreffend abgelehnt. Es erübrigt sich, auf die weiteren Vorbringen in den Rechtsmitteleingaben näher einzugehen, da diese am vorliegenden Ergebnis nichts zu ändern vermögen. 6. Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine aus- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord- net (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmunge n über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 7.2 Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, aber die Untersuchungspflicht fin- det, wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4), ihre Grenzen an der Mitwirkungs- pflicht des Asylsuchenden. Der Beschwerdeführer hat keine rechtsgenüg- lichen Identitätspapiere eingereicht und seine Identität und Staatsangehö- rigkeit sowie seine persönlichen Verhältnisse stehen – wie vorstehend aus- geführt – bis heute nicht fest. Durch die Verletzung seiner Mitwirkungs- pflicht respektive die Verheimlichung seiner wahren Identität verunmöglicht er die Prüfung, welche Staatsangehörigkeit er besitzt, und welchen Status er an seinem bisherigen Aufenthaltsort hatt e. In Berücksichtigung der in E. 4 zitierten Rechtsprechung betreffend Personen tibetischer Ethnie, die – wie der Beschwerdeführer – ihre wahre Identität verschleiern oder ver- heimlichen, ist vermutungsweise davon auszugehen, dass keine flücht- lingsrechtlich- oder wegweisungsrechtlichen Gründe gegen eine Rückkehr des Beschwerdeführers an den bisherigen Aufenthaltsort sprechen (vgl. BVGE 2014/12 E. 5.9 f.). Der Vollzug der Wegweisung ist daher vorliegend als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. D-5288/2017 Seite 14 Präzisierend bleibt anzuführen, dass zur Vermeidung einer drohenden Re- foulement-Verletzung der Wegweisungsvollzug nach China – in Überein- stimmung mit Dispositivziffer 5 der angefochtenen Verfügung – auszu- schliessen ist, da die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Beschwerdeführer, der unbestrittenermassen tibetischer Ethnie ist, die chinesische Staatsangehörigkeit besitzt (vgl. BVGE 2009/29). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rech tserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm jedoch am 25. September 2017 die unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und weiterhin vo n der prozessualen Bedürf- tigkeit auszugehen ist, ist von der Kostenerhebung abzusehen. (Dispositiv nächste Seite) D-5288/2017 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr Versand: