Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 23. August 2023 (810 23 99) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Aufenthaltsbewilligung für Rentner aus Drittstaaten / Voraussetzung der besonderen persönlichen Beziehung zur Schweiz / Härtefallvoraussetzungen Besetzung Vorsitzender Niklaus Ruckstuhl, Kantonsrichter Markus Clausen, Hans Furer, Stefan Schulthess, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Gerichts- schreiberin i.V. Agne Seputyte Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Artan Sadiku, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, Vorinstanz Betreff Familiennachzug zum Verbleib beim Sohn (RRB Nr. 441 vom 18. April 2023) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____ (geb. 1955) ist Staatsangehörige der Republik Kosovo. Sie ist geschieden und hat drei Kinder: B.____ (geb. 1982), C.____ (geb. 1984) und D.____ (geb. 1986). Seit 1994 leben alle ihre Kinder in der Schweiz und haben hier das Schweizer Bürgerrecht erworben. Gemäss eigenen Angaben sei A.____ in den letzten zwanzig Jahren jährlich für drei Monate mit einem Touristenvisum in die Schweiz gekommen, um ihre Kinder und sechs Enkelkinder zu besuchen. B. Am 27. Oktober 2021 stellte A.____, vertreten durch Artan Sadiku, Rechtsan walt in Luzern, beim Amt für Migration und Bürgerrecht des Kantons Basel-Landschaft (AFMB) ein Ge- such um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung als Rentnerin aus Drittstaaten. C. Nachdem das AFMB A.____ mit Schreiben vom 30. März 2022 das rechtliche Gehö r betreffend das Gesuch um Einreisebewilligung zwecks erwerbsloser Wohnsitznahme gewährt hatte, verweigerte es ihr mit Verfügung vom 14. September 2022 die nachgesuchte Einreise- bewilligung. D. Die dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat des Kan tons Basel - Landschaft (Regierungsrat) mit Beschluss Nr. 2023 -441 vom 18. April 2023 (RRB) ab. Zur Be- gründung erwog er insbesondere, dass die Gesuchstellerin keine besondere persönliche Be- ziehung zur Schweiz im Sinne von Art. 28 lit. b des Bundesgesetzes üb er die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer - und Integrationsgesetz, AIG) vom 16. De- zember 2005 nachweisen könne und auch kein persönlicher Härtefall gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG vorliege. E. Dagegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Artan Sadiku, mit Eingabe vom 1. Mai 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge, dass der angefochtene RRB aufzuheben und der Beschwerdeführerin die Aufenthaltsbewilligung als Rentnerin – allen- falls unter Auflagen – zu erteilen sei. Eventualiter sei der RRB aufzuheben und die Angelegen- heit zwecks Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen . Zur Begründung macht die Be- schwerdeführerin zusammengefasst geltend, dass sie alle Voraussetzungen zum Erhalt der Aufenthaltsbewilligung erfülle. Insbesondere verfüge sie über eine enge persönliche Beziehung zur Schweiz und ihr Gesundheitszustand begründe zudem einen persönlichen Härtefall. F. Mit Schreiben vom 17. Mai 2023 lässt sich die Vorinstanz vernehmen und beantragt unter Verweisung auf den angefochtenen RRB die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Auf die weiteren Ausführungen wird soweit erforderlich in den nachfolgenden Erw ägungen ein- gegangen. G. In der mit Schreiben vom 16. Juni 2023 eingereichten Replik hält die Beschwerdeführe- rin an ihren Rechtsbegehren fest. Auf die weiteren Ausführungen wird soweit erforderlich eben- falls in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Eingabe vom 23. Juni 2023 verzichtet die Vorinstanz unter Verweisung auf den angefochtenen RRB sowie auf ihre Stellungnahme vom 17. Mai 2023 auf die Einreichung einer Duplik. I. Mit Verfügung vom 3. Juli 2023 wird der vorliegende Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. J. Mit Schreiben vom 2. August 2023 reicht der Vertreter der Beschwerdeführerin seine Honorarnote ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vor- liegt, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben. Die weiteren formellen Voraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf die Be- schwerde einzutreten ist. 1.2 Mit der verwaltungs gerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochtenen Rechtsaktes ist dem Kantonsge- richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Verweigerung de r Aufenthaltsbewilligung zur erwerbslosen Wohnsitznahme als Rentnerin zu Recht erfolgte. 3.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die Voraussetzungen für ihre Einrei- se zur erwerbslosen Wohnsitznahme als Rentnerin gemäss Art. 28 AIG und Art. 25 der Verord- nung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 seie n vor- liegend erfüllt und begründet dies damit, dass sie mit 67 Jahren das vom Bundesrat festgelegte Mindestalter erreicht habe. Zudem pflege sie besonders enge Beziehungen sowohl zu ihren Verwandten als auch zu Dritten ausserhalb des Familienkreises, wodur ch eine besondere per- sönliche Beziehung zur Schweiz resultiere. Insbesondere habe sie eine gute und langjährige Beziehung zu den Nachbarn ihres Sohnes, was mit Fotos und einem Referenzschreiben nach- gewiesen werden könne. Zudem habe sie zahlreiche Ausflüge mit ihrer Familie in der Schweiz unternommen. Rechne man ihre Aufenthalte hierzulande während der letzten 20 Jahren zu- sammen, habe sie bereits 5 Jahre in der Schweiz verbracht, wodurch ebenfalls das eigenstän- dige Anspruchskriterium der ʺlängeren früheren Aufenthalte in der Schweizʺ nachgewiesen sei. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Weiter sei das Argument der Vorinstanz, mit der vorausgesetzten engen Beziehung zur Schweiz solle die soziale Isolierung verhindert und eine Integration der Beschwerdeführerin sichergestellt werden, weder e inschlägig noch zutreffend. Eine soziale Isolierung der Be- schwerdeführerin habe im Kosovo bereits stattgefunden. Ihre Integration in der Schweiz sei dagegen durch ihre Kinder sichergestellt, welche allesamt die Schweizer Staatsangehörigkeit besitzen würden und hierzulande bestens integriert seien. Schliesslich würden die Aussagen der Vorinstanz die Integration ihrer Kinder in Frage stellen. Unabhängig davon ist die Be- schwerdeführerin der Ansicht, dass zur Erfüllung der Voraussetzungen nach Art. 28 lit. b AIG i.V.m. Art. 25 Abs. 2 VZAE lediglich entweder längere Aufenthalte hierzulande oder das Vor- handensein von engen Beziehungen zu Verwandten in der Schweiz erforderlich seien. Insbe- sondere weitergehende Beziehungen zu Drittpersonen in der Schweiz seien dagegen nach dem klaren Wortlaut der genannten Bestimmungen – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – nicht vorausgesetzt. Schliesslich führt die Beschwerdeführerin aus, dass sie auch über die not- wendigen finanziellen Mittel verfüge, denn ihr in der Schweiz le bende Sohn habe ein Verspre- chen abgegeben, für sie ein Sperrkonto mit Fr. 100'000.-- einzurichten. 4. Der Regierungsrat ist der Meinung, dass die Beschwerdeführerin mit ihren hierzulande lebenden Kindern und Grosskindern über enge Beziehungen zu nahen Verwandten in der Schweiz verfüge. Es sei dagegen nicht ersichtlich, inwiefern sie über eigenständige Beziehun- gen soziokultureller und persönlicher Art in der Schweiz , wie sie die Rechtsprechung verlange, verfüge. Der Nachweis der besonderen persönlichen Beziehungen zur Schweiz sei hoch anzu- setzen, weshalb die Kontakte der Beschwerdeführerin zu ihren in der Schweiz lebenden Famili- enmitgliedern und deren wiederholte Besuche in der Schweiz für den Nachweis der erforderli- chen persönlichen Beziehungen zur Schwe iz nicht genügten. Auch m it den eingereichten Schreiben zu Gunsten der Beschwerdeführerin gelinge es ihr nicht, die erforderliche eigene Verbundenheit mit der Schweiz selbst aufzuzeigen. Vielmehr stamme ein Teil dieser Briefe von ihren Kindern und Enkelkin dern. Die anderen seien von Personen verfasst, welche dem Fami- lien- oder Bekanntenkreis der Kinder der Beschwerdeführerin angehörten. Daraus werde er- sichtlich, dass die Aufenthalte der Beschwerdeführerin in der Schweiz jeweils nur den Besuch ihrer Kinder und deren Familien bezweckt hätten. Die Beschwerdeführerin habe hingegen keine eigenen, von der familiären Konstellation unabhängige n Beziehungen aufgebaut, weshalb die Voraussetzung der besonderen persönlichen Beziehungen zur Schweiz nicht erfüllt sei. 5.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 AIG; vgl. auch Art. 2 AIG). Die z uständige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AIG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Er- werbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat die aus- ländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AIG oder völkerrechtliche Ver- pflichtungen sehen dies vor ( BGE 133 I 185 E. 2.3; MARC SPESCHA, in: Spe- scha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kommentar Migr ationsrecht, 5. Auflage, Zürich 2019, N 1 ff. zu Art. 3 AIG; PETER UEBERSAX/STEFAN SCHLEGEL, in: Uebersax/ Rudin/Hugi Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Yar/Geiser/Vetterli [Hrsg.], Ausländerrecht, Eine umfassende Darstellung der Rechtsstellung von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz, 2. Auflage, Basel 2022, N 9.136 ff.). 5.2 Es ist vorab festzustellen, dass zwischen der Schweiz und dem Kosovo keine staats- vertraglichen Bestimmungen bestehen, welche der Beschwerdeführerin einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde n. Gemäss Art. 28 AIG können nicht mehr erwerbs- tätige Ausländerinnen und Ausländer zugelassen werden, wenn sie ein vom Bundesrat festge- legtes Mindestalter erreicht haben (lit. a), besondere persönliche Beziehungen zur Schweiz be- sitzen (lit. b) und über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen (lit. c). Der Anwendungsbe- reich von Art. 28 AIG umfasst ausschliesslich Rentnerinnen und Rentner, das heisst nicht mehr erwerbstätige Personen, die besondere persönliche Beziehungen zur Schweiz besitzen. Die genannten Voraussetzungen sind kumulativ zu erfüllen. Aus dieser im Sinne einer reinen Kann- Vorschrift ausgestalteten Bestimmung ergibt sich, dass der Gesetzgeber der zuständigen Be- hörde beim Entscheid über die Erteilung oder Verweigerung einer Einreisebewilligu ng ein er- hebliches Ermessen einräumt. Dies bedeutet, dass es auch bei Vorliegen der an die Bewilli- gungserteilung gestellten normativen Voraussetzungen grundsätzlich im Ermessen der urtei- lenden Instanz liegt, ein entsprechendes Begehren gutzuheissen oder ab zuweisen. Die zustän- dige Behörde hat ihr Ermessen nach Ar t. 96 Abs. 1 AIG unter Berücksichtigung der öffentlichen Interessen, der persönlichen Verhältnisse und dem Grad der Integration der gesuchstellenden Personen auszuüben (vgl. MARTINA CARONI/LISA OTT in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 6 zu Art. 28; Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 7. August 2013 [810 13 19] E. 4.1). 5.3 Der Bundesrat hat das erforderliche Mindestalter gemäss Art. 28 lit. a AIG in Art. 25 Abs. 1 VZAE auf 55 Jahre festgelegt. Die Beschwerdeführerin erfüllt diese Voraussetzung un- bestrittenermassen. 5.4.1 Der Begriff der ʺbesonderen persönlichen Beziehungen zur Schweizʺ nach Art. 28 lit. b AIG wird durch Art. 25 Abs. 2 VZAE dahingehend umschrieben, dass derartige Beziehungen insbesondere vorliegen, wenn die ausländische Person längere frühere Aufenthalte in der Schweiz vorweisen kann (namentlich Ferien, Ausbildungsaufenthalte oder Erwerbstätigkeit; vgl. lit. a) oder wenn sie enge Beziehungen zu nahen Verwandten in der Schweiz pflegt (namentlich zu Eltern, Kindern, Enkelkindern oder Geschwistern; vgl. lit. b). Dabei handelt es sich mit Blick auf den Terminus "insbesondere" um eine beispielhafte, nicht abschliessende Aufzählung (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts F-3240/2016 vom 31. August 2017 E. 9.2). 5.4.2 Die enge Beziehung zu nahen Verwandten in der Schweiz im Sinne von Art. 25 Abs. 2 lit. b VZAE ist nach konstanter Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht mit dem Erfordernis der besonderen persönlichen Be ziehung zur Schweiz gemäss Art. 28 lit. b AI G gleichzusetzen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung und der entsprechenden Belastung der Sozialwerke und Krankenkasse n ist der Zuzug wirtschaftlich nicht aktiver Personen, die nie Bei träge daran gezahlt haben, vielmehr restriktiv zu regeln. Ent- sprechend müssen nach dieser Rechtsprechung Beziehun gen zur Schweiz und nicht nur zu Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Angehörigen in der Schweiz bestehen, wobei unter derartigen "besonderen Beziehungen zur Schweiz" eigenständige und von den Angehörigen unabhängige Beziehungen soziokultureller oder persönlicher Art gemeint sind. Beispielhaf t werden Verbindungen zu örtlichen Gemeinwe- sen, Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen oder direkte Kontakte zur einheimischen Bevöl- kerung genannt (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -4356/2014 vom 21. Dezember 2015 E. 4.4.4 und 4.4.7.2 m.w.H.; Weisun gen und Erläuterungen Ausländerbereich [Weisungen AIG] des Staatssekretariats für Migration SEM vom 25. Oktober 2013 [Stand: 1. September 2023], S. 90 f.). Das Bundesverwaltungsgericht begründet seine Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs "besondere Be ziehungen zur Schweiz " insbesondere mit der Entstehungsge- schichte der Bestimmung und damit, dass ein Verzicht auf das Erfordernis der über die Bezie- hung zu Verwandten in der Schweiz hinausgehenden Beziehungen zur Schweiz zu einem ge- setzgeberisch nicht gewünschten Recht auf Familiennachzug in aufsteigender Linie führen wür- de. Überdies seien weitergehende Beziehungen als bloss jene zur Familie notwendig, um eine soziale Isolation und Abhängigkeit von hiesigen Verwandten vorzubeugen (Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts F -5102/2016 vom 26. Januar 2018 E. 9.2 ff.; Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts C -4356/2014 vom 21. Dezember 2015 E. 4.4.6 ff.; vgl. auch Bernische Verwal- tungsrechtsprechung [BVR] 2022 S. 93 ff. E. 4.4.1 sowie Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich [VB.2021.00641] vom 12. Januar 2022 E. 4.4.1). 5.4.3 Zudem ergibt sich das Erfordernis einer über verwandtschaftliche und familiäre Kontak- te zu hier lebenden Personen hinausgehenden Beziehung zur Schweiz aus dem systemati- schen Kontext, si nd doch die Nachzugsbedingungen aufgrund blosser familiärer Beziehu ngen in Art. 47 AIG und Art. 73 VZAE geregelt und sollte mit Art. 28 AIG nicht etwa ein vereinfachter Familiennachzug in aufsteigender Linie eingeführt werden (vgl. Urteil des Bundesverwalt ungs- gerichts F-3240/2016 vom 31. August 2017 E. 10.2; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kan- tons Zürich [VB.2019.00738] vom 18. Dezember 2019 E. 2.4.1). Das Bundesverwaltungsgericht hat die hiervor aufgezeigte Bedeutung von Art. 28 lit. b AIG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 2 VZAE nunmehr mehrfach detailliert und umfangreich ausgelegt. Gründe, von die- ser etablierten Praxis abzuweichen, sind nicht ersichtlich (KGE VV vom 14. November 2018 [810 17 345] E. 6.5.2 f.). 6.1 Zu prüfen ist deshalb, ob die Beschwer deführerin im Sinne der vorstehenden Erwä- gungen über besondere persönliche Beziehungen zur Schweiz gemäss Art. 28 lit. b AIG ver- fügt. Ihren eigenen Angaben zufolge reist die Beschwerdeführerin seit ungefähr 20 Jahren je- weils für drei Monate in die Schweiz, um ihre Kinder und deren Familien zu besuchen. Die gel- tend gemachten Aufenthalte der Beschwerdeführerin beschränken sich im Wesentlichen auf die Besuche ihrer Kinder und Grosskinder. Andere und vor allem eigene persönliche Beziehungen zur Schweiz weist die Beschwerdeführerin mit diesen Verwandtenbesuchen klarerweise nicht nach. Auch aus den eingereichten Referenzschreiben kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten, denn diese stammen von ihren eigenen Kindern und Enkelkindern oder deren Freunden sowie weiteren Familienangehörigen. Bei all diesen Personen handelt es sich lediglich um so genannte indirekte Beziehungen und nicht um eigene, selbständig geknüpfte beziehungsweise aufgebaute Beziehungen der Beschwerdeführerin selbst, welche als Resultat ihrer besonderen persönlichen Beziehung zur Schweiz aufgeführt werden könnten. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Insbesondere auch mit dem Schreiben der Nachbarn ihres Sohnes sowie den einge- reichten Fotos mit diesen vermag die Beschwerdeführerin keine eigenständige, von ihr en An- gehörigen unabhängige Beziehung zu diesen Nachbarn nachzuweisen. Unabhängig davon, dass es sich aus formaler Sicht um ein Schreiben der Nachbarn des Sohnes der Beschwerde- führerin handelt, ist dieser ʺNachbarschaftsempfehlungʺ auch inhaltlich lediglich zu entnehmen, dass die Nachbarn ein gutes Verhältnis zum Sohn der Beschwerdeführerin haben und froh wä- ren, wenn das Haus tagsüber nicht unbeaufsichtigt stünde, sollte die Beschwerdeführerin dort einziehen. Diesem Referenzschreiben kann dagegen nichts über die persönliche Beziehung der Nachbarn des Sohnes zur Beschwerdeführerin selbst geschweige denn über eine besondere persönliche Beziehung der Beschwerdeführerin zur Schweiz entnommen werden. Dasselbe gilt für die eingereichten Fotos von den Ausflügen in d er Schweiz. Es ist vielmehr normal, dass Familien bei Verwandtenbesuchen Ausflüge unternehmen, um diesen das eigene Land zu zei- gen. Dass dabei keine eigenen von den Angehörigen unabhängigen Beziehungen soziokulturel- ler oder persönlicher Art entstehen bezie hungsweise nachhaltig aufgebaut werden, bedarf kei- ner weiteren Erläuterung. 6.3 Im Übrigen wird aus den Akten ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin nur über rudi- mentäre Sprachkenntnisse verfügt, was erfahrungsgemäss zudem starke Zweifel an ihrer Fä- higkeit weckt, eigenständig persönliche Kontakte zu knüpfen, aufzubauen und zu pflegen. Dar- über hinaus sind den Akten keine weiteren objektiven Nachweise zu entnehmen (beispielsweise Verbindungen zum örtlichen Gemeinwesen oder die Teilnahme an kulturellen Ver anstaltungen etc.), aus denen sich auch nur ansatzweise eine eigenständige besondere persönliche Bezie- hung der Beschwerdeführerin zur Schweiz im hiervor aufgezeigten Sinne ergeben würde. Die Beschwerdeführerin war auch nie in der Schweiz arbeitstätig oder steuerpflichtig. Soweit sie geltend macht, dass sie im Kosovo keine sozialen Beziehungen mehr habe, stellt dies schliess- lich keinen Grund dar, um von de n allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen für erwerbslose Rentnerinnen und Rentner abzuweichen. Der Vollst ändigkeit halber ist die Beschwerdeführerin darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz keineswegs die Integration ihrer Kinder in Frage stellt. Allerdings kann die Integration der eigenen Kinder die fehlenden persönlichen Voraussetzungen der gesuchstellenden Rentnerinnen und Rentner rechtsprechungsgemäss und nach dem klaren Willen des Gesetzgebers nicht kompensieren. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht die erforderliche besondere persönliche Beziehung zur Schweiz be- sitzt. Da d ie in Art. 28 AIG geregelten Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein müssen (vgl. E. 5.2 hiervor), scheitert die Zulassung der Beschwerdeführerin zu einem Aufenthalt ge- stützt auf diese Bestimmung und kann offengelassen werden, ob die Beschwerdeführerin übe r die notwendigen finanziellen Mittel verfügt. 7.1 Die Beschwerdeführerin beruft sich weiter auf einen Anwesenheitsanspruch gestützt auf das in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 sowie in Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizeri- schen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützte Recht auf Achtung des Privat - und Familienlebens. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Schutzbereich des Rechts auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie Art. 13 Abs. 1 BV im Wesentlichen auf die eigentliche Kernfamilie, folglich auf die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjäh- rigen Kindern, beschränkt (vgl. BGE 145 I 227 E. 5.3). Das Verhältnis zwischen Eltern und ihren volljährigen Kindern ist lediglich geeignet, einen Bewilligun gsanspruch zu begründen, falls – über die üblichen Bindungen im Eltern-Kind-Verhältnis hinaus – ausnahmsweise ein besonde- res Abhängigkeitsverhältnis besteht (vgl. BGE 129 II 11 E. 2; BGE 120 Ib 257 E. 1d und e). Ein solches kann sich aus Betreuun gs- oder Pflegebedürfnissen bei körperlichen oder geistigen Behinderungen und schwerwiegenden Kr ankheiten ergeben. Nach der bundesgerichtlichen Praxis soll ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern indes- sen nicht leichthin bejaht werden. Allein das Vorliegen eines Pflege- und Betreuungsbedürfnis- ses reicht nicht aus; erforderlich ist zusätzlich, dass die betreffende Pflege- und Betreuungsleis- tung unabdingbar von den in d er Schweiz anwesenheitsberechtigten Angehörigen erbracht werden muss. Liegt kein derartiges Abhängigkeitsverhältnis vor, ist der Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK beziehungsweise Art. 13 Abs. 1 BV nicht berührt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_283/2021 vom 30. September 2021 E. 4.1; 2C_401/2017 vom 26. März 2018 E. 5.3.1; 2C_5/2017 vom 23. Juni 2017 E. 2; KGE VV vom 11. Mai 2022 [810 21 287] E. 4.1.2). 7.3 Alle heute erwachsenen Kinder der Beschwerdeführerin leben seit 1994 in der Schweiz. Die Beschwerdeführerin lebt seitdem unbestrittenermassen alleine im Kosovo. Inwie- fern zwischen ihr und ihren in der Schweiz lebenden Kindern ein besonderes Abhäng igkeitsver- hältnis im Sinne der zitierten Rechtsprechung vorliegen soll, ist nicht ersichtlich. Gemäss dem kosovarischen Arztzeugnis von Dr. E.____ vom 2. Dezember 2020 leide die Beschwerdeführe- rin an chronischen Herzerkrankungen, Diabetes sowie Lungenerkra nkungen und weise erste Anzeichen einer senilen Demenz auf. Aus diesem Grund benötige die Patientin eine ständige Pflege, Therapie und Überwachung des Zustandes. Zudem ist dem Arztzeugnis zu entnehmen, ʺdass es aufgrund einiger Begleiterkrankungen nicht vo rzuziehen sei, alleine zu leben.ʺ Aus diesem Arztzeugnis erhellt, dass die Beschwerdeführerin gesundheitlich angeschlagen ist und wohl regelmässig ärztliche Hilfe beziehungsweise Therapien benötigt. Ein darüberhinausge- hendes eigenständiges und permanentes Pflege- und Betreuungsverhältnis wird daraus aber nicht ersichtlich. Selbst wenn man ein solches annehmen wollte, wäre für die Eröffnung der Schutzbereiche von Art. 8 EMRK und Art. 13 BV zudem erforderlich, dass die betreffende Pfle- ge- und Betreuungsleistung aus medizinisch nachvollziehbaren Gründen unabdingbar von den in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Angehörigen erbracht werden muss. Dies ergibt sich weder aus dem Arztbericht von Dr. E.____ vom 2. Dezember 2020 noch befinden sich andere objektive Nachweise in den Akten, die auf ein solches vorausgesetztes Abhängigkeitsverhältnis hindeuten. Aus der beschriebenen Gesundheitssituation der Beschwerdeführerin ergibt sich deshalb allenfalls eine alters - und krankheitsbedingte, nicht jedoch eine personenspezifisch ausgerichtete Hilfsbedürftigkeit, wie sie hinsichtlich Art. 8 EMRK vorausgesetzt wird. Die Be- schwerdeführerin vermag mit anderen Worten ausgedrückt nicht aufzuzeigen, inwiefern sie auf eine besondere Betreuung beziehungsweise Pflege, welche nur von ihren in der Schweiz wohnhaften erwachsenen Kindern erbracht werden kann, angewiesen ist. Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass der Schutzbereich von Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV im vorliegen-Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Fall nicht tangiert ist, weshalb die Beschwerdeführ erin daraus nichts Weiteres zu ihren Gunsten ableiten kann. 8.1 Schliesslich bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz die Erteilung einer Härtefallbewilligung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG zugunsten der Beschwerdeführerin zu Recht verweigerte. 8.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG kann von den Zulassungsvoraussetzungen abgewi- chen werden, um schwerwiegenden persönlichen Härtefällen oder wichtigen öffentlichen Inte- ressen Rechnung zu tragen. Der Begriff des Härtefalls wird in Art. 31 Abs. 1 lit. a bis g VZAE konkretisiert. Zu berücksichtigen sind insbesondere der Integrationsgrad, die Respektierung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Verhältnisse, die Anwesenheitsdauer in der Schweiz, der Gesundheitszustand sowie die Möglichkeit der Wiedereingliederung im Herkunftsstaat. 8.3 Die Voraussetzungen zur Anerkennung eines Härtefalls sind restriktiv zu handhaben. Die betroffene Person muss sich in einer persönlichen Notlage befinden. Das bedeutet, dass ihre Lebens - und Existenzbedingungen, gemessen am durchschnittlichen Schicksal von aus- ländischen Personen, in gesteigertem Mass in Frage gestellt sein müssen beziehungsweise die Verweigerung einer Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen für s ie mit schweren Nachteilen verbunden wäre. Bei der Beurteilung eines Härtefalles müssen sämtliche Umstände des jeweiligen Einzelfalls berücksichtigt werden. Die Anerkennung als Härtefall setzt nicht zwin- gend voraus, dass die Anwesenheit in der Schweiz das einzige Mittel zur Verhinderung einer persönlichen Notlage darstellt. Auf der anderen Seite reichen eine lang dauernde Anwese nheit und eine fortgeschrittene soziale und berufliche Integration sow ie klagloses Verhalten für sich alleine nicht aus, um einen schwerwieg enden persönlichen Härtefall zu begründen. Vielmehr wird vorausgesetzt, dass die ausländische Person so enge Beziehungen zur Schweiz unterhält, dass von ihr nicht verlangt werden kann, in einem anderen Land, insbesondere in ihre m Hei- matstaat, zu leben. Berufliche, freundsch aftliche und nachbarschaftliche Beziehungen, welche die betroffene Person während ihres Aufenthalts in der Schweiz knüpfen konnte, genüg en nor- malerweise nicht für eine Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen (vgl. BGE 130 II 39 E. 3; Urteil des Bundesv erwaltungsgerichts C-428/2010 vom 20. Juni 2011 E. 4.3). Da es sich um eine Kann -Vorschrift handelt, liegt die Erteilung der Bewilligung zudem im Ermessen der Behörde (vgl. Art. 96 AIG; Urteil des Bundesgerichts 2C_48/2019 vom 16. Januar 2019 E. 2). 8.4 Der Regierungsrat erwog, dass es im Rahmen von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG nicht um die Gewährleistung der bestmöglichen medizinischen Behandlung und Gesundheitsversorgung gehe, sondern um die Vermeidung einer eigentlichen Notlage. Die Anforderungen für die E rtei- lung einer sogenannten Rentnerbewilligung seien gemäss dem Willen des Gesetzgebers sehr hoch. Die Beschwerdeführerin habe ihr ganzes bisheriges Leben im Kosovo verbracht und sei mit den dortigen Gebräuchen und Gepflogenheiten bestens vertraut. Rein ges undheitliche Gründe und die Vereinsamung der Beschwerdeführerin im Kosovo begründeten keinen Härte- fall im Sinne dieser Bestimmung, zumal der Kosovo über ein funktionierendes Gesundheitssys- tem verfüge. Es sei für sämtliche Betroffene sicherlich belastend, d ass alle Kinder seit 1994 in der Schweiz lebten und die Mutter im Kosovo ohne ihre erwachsenen Kinder zurechtkommen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht müsse. Die finanzielle Unterstützung der Kinder sei allerdings nach wie vor möglich. Es sei nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin ihr en Lebensabend im Schosse ihrer Familie in der Schweiz verbringen möchte. Es müsse jedoch beachtet werden, dass künftige regelmässi- ge und gegenseitige Besuche der Beschwerdeführerin in der Schweiz beziehungsweise der Kinder im Kosovo weiterhin möglich seie n. Aus der erforderlichen Gesamtwürdigung der Situa- tion in Berücksichtigung aller Umstände ergebe sich deshalb, dass vorliegend kein schwerwie- gender persönlicher Härtefall vorliege. 8.5 Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, dass insbesondere ihr schlechter Gesundheitszustand und der daraus resultierende Pflege - und Betreuungsbedarf (vgl. dazu E. 7.3 hiervor) einen Härtefall begründeten. Erschwerend komme hinzu, dass sie im Kosovo alleine wohne. Die nötige Pflege und Betreuung im Kosovo sei nicht gewährleistet, da der Staat über kein funktionierendes Gesundheitssystem verfüge. Zusätzlich zur Problematik des kosova- rischen Gesundheitssystems sei für die konkrete Situation unklar, ob eine – falls überhaupt vor- handene – Spitex das Dorf der Beschwerdeführerin überhaupt erreichen könne beziehungswei- se wolle. Unabhängig davon hält die Beschwerdeführerin schliesslich fest, dass sie grundsätz- lich keine fremden Betreuer bei ihr zuhause wolle. 8.6 Wie bereits unter den Erwägungen 7.2 und 7.3 hiervor im Zusammenhang mit der Prü- fung der Schutzbereiche von Art. 8 EMRK und Art. 13 BV erwähnt, steht fest, dass die Be- schwerdeführerin gesundheitlich angeschlagen ist und wohl regelmässig ärztliche Hilfe bez ie- hungsweise Therapien benötigt. Jedoch liegt kein Abhängigkeitsverhältnis vor, aus dem ersicht- lich wird, dass die betreffende Pflege- und Betreuungsleistung aus medizinisch Gründen unab- dingbar von den in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Angehörigen erbracht werden muss. Für die medizinische Behandlung und Therapie ihrer Krankheiten kann die Beschwerdeführerin im Kosovo sehr wohl auf fachärztliche Hilfe zurückgreifen. So wird aus dem Arztbericht von Dr. F.____ vom 13. April 2022 ersichtlich, dass die B eschwerdeführerin für ihre Gesundheits- probleme im Kosovo bereits therapiert wird. Für die medizinische Einschätzung durch Dr. E.____ kann auf das hiervor bereits Gesagte verwiesen werden (vgl. E. 7.3 hiervor). Im Ge- gensatz zur behaupteten Pflege - und Betr euungsnotwendigkeit in der Schweiz sowie der im letzten Jahr erfolgten starken Verschlechterung ihrer Gesundheit stehen die Aussagen der Be- schwerdeführerin, dass sie bis jetzt noch kein Pflegefall sei und deswegen nicht versucht habe, im Kosovo eine Spitex in Anspruch zu nehmen. Zudem möchte sie keine Gesundheitsfachleute bei sich zuhause (vgl. Replik der Beschwerdeführerin vom 24. November 2022). Zwar stellt die Situation der Beschwerdeführerin, welche seit dem Wegzug ihrer Kinder ohne ihre engere Fa- milie alleine im Kosovo leben muss, für sie zweifellos eine Belastung dar. Trotzdem haben die Kinder der Beschwerdeführerin die Möglichkeit, ihre Mutter im Kosovo wechselweise bezie- hungsweise gestaffelt zu besuchen, mit ihr regelmässig zu telefonieren und sie vo r allem auch von der Schweiz aus finanziell zu unterstützen. Schliesslich kann die Beschwerdeführerin ihre Kinder und Grosskinder im Rahmen von Besuchsaufenthalten regelmässig auch in der Schweiz besuchen kommen. Alle diese Möglichkeiten mildern die Situat ion der Beschwerdeführerin im Kosovo erheblich. Ihre Lebens - und Existenzbedingungen sind auf jeden Fall gemessen am durchschnittlichen Schicksal von ausländischen Personen nicht in gesteigertem Mass in Frage gestellt. Von einer Notlage, die einen schwerwi egenden persönlichen Härtefall im Sinne von Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG begründet, und einen dauernden Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen würde, kann deshalb keine Rede sein. 8.7 Darüber hinaus macht die Beschwerdeführerin keine zusätzlichen Umstände substanti- iert geltend, aus denen sich eine persönliche Notlage ergeben würde. Der Regierungsrat durfte einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall demnach ohne Rechtsverletzung verneinen, und es ist nicht zu beanstanden, dass sie der Beschwerdeführ erin die Aufenthaltsbewilligung auch ermessensweise nicht erteilt hat. 9. Nach dem Gesagten ist zusammengefasst festzuhalten, dass die Vorinstanz der Be- schwerdeführerin die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zu Recht verweigert hatte. Im Übri- gen ist der Sachverhalt vorliegend hinreichend erstellt und ermöglicht dem Kantonsgericht eine Prüfung aller relevanter Fragen. Damit ist kein Grund ersichtlich, der eine Rückweisung der Be- schwerde an den Regierungsrat im Sinne des Eventualantrages der Beschwerdefü hrerin not- wendig macht. Die Beschwerde ist demzufolge sowohl im Haupt - als auch im Eventualantrag vollumfänglich abzuweisen. 10. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten. Sie werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000. -- der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'000. -- zu verrechnen. Die Parteikosten sind wettzu- schlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000. -- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'000.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Kantonsrichter Gerichtsschreiberin i.V.