BRKE II Nr. 207/1991 vom 17. September 1991 in BEZ 1993 Nr. 26 1. Die Rekurrentin ist Eigentümerin des im Nordosten an die Z. -Strasse anstos- senden, trapezförmigen Grundstückes Kat. -Nr. 3620, welches im heutigen Zeitpunkt mit e inem Einfamilienhaus überbaut ist. Die nordwestliche Grenze des rekurrent i- schen Grundstückes im Halte von 640 m 2 verläuft zur Strasse in einem rechten W in- kel. Die südwestliche Grundstücksgrenze verläuft zur genannten Strasse parallel, während die Südgrenze zur Strasse in einem W inkel von 70° verläuft. Die Rekurre n- tin beabsichtigt, diese schief winklig zur Strasse verlaufende Parzellengrenze zu ve r- legen, um ihr Grun dstück besser nutzen zu können. Die neue Südostgrenze des r e- kurrentischen Grundst ückes soll rechtwinklig zur Strasse angelegt werden, indem der östliche dreieckförmige Eckbere ich des rekurrentischen Grundstückes im U m- fang von 26 m 2 zum Nachba rgrundstück Kat. -Nr. 3239 und dessen 22 m 2 grosser westlicher Eckbereich zum reku rrentischen Grundstück geschlagen werden soll. Z u- dem soll auch der 11 m 2 messende nördliche Eckbereich des G rundstückes Kat.-Nr. 3238 dem rekurrentischen Grundstück angefügt werden. 3. Hindern der Grenzverlauf oder Baulinien eine zweckmässige Überbauung einzelner Grundstücke, kann ein Abtausch von selbständig nicht überbaubaren Grundstücksteilen verfügt we rden, sofern dies keine unzumutbaren Nachteile für die beteiligten Grundeigentümer mit sich bringt (§ 178 Abs. 1 PBG). W ie das Quartie r- planverfahren ermöglicht indessen auch die Grenzbereinigung nicht eine optimale, sondern nur eine zweckmässige, angemessene Übe rbauung (W iederkehr P., Das zürcherische Quartie rplanrecht, S. 36/37). Die Grenzbereinigung ist in erster Linie durch Abtausch (§ 178 Abs. 3 PBG), allenfalls ergänzend oder ersetzend durch B e- gründung, Abänderung oder Aufhebung beschränkter dinglicher Recht e durchzufüh- ren (§ 180 PBG). W enn auf di ese W eise keine Grenzbereinigung erreicht werden kann, sind überbaubare Grundstücke und Grundstücksteile unter den gleichen Vo r- aussetzungen einer anstossenden Parzelle zuzuschlagen (§ 179 PBG). Den im Ar- rondierungsverfahren zu treffenden Massnahmen haben sich die beteiligten Grun d- eigentümer zu unterziehen. Sie werden zu einer Zwangsgemeinschaft zusammeng e- fasst; ihr Einverständnis zu recht - und verhältnis mässigen Planungsanordnungen ist für deren Gültigkeit nicht erfor derlich. Auf die Be ibehaltung der bisherigen Grun d- stücksformen haben die beteiligten Grundeigentümer keinen Anspruch, wenn das Verfahren das gesetzliche Ziel der Überbaubarmachung e rreicht. Da bei einer Grenzbereinigung in der Regel leicht überblickbare Fr agen zu r e- geln sind, ist sie gegenüber dem ordentlichen Quartierplanverfahren verfahren s- mäs sig stark vereinfacht. Das Verfahren wird gemäss § 181 Abs. 1 PBG auf Gesuch eines Grundeigentümers oder, wo die bauliche Entwicklung und der Erschliessung s- plan es als wünschbar erscheinen lassen, durch den Gemeinderat von Amtes wegen eingeleitet. Gegen den Einleitungsbeschluss ist lediglich bei Abweisung des Ges u-- 2 - ches eine R ekursmöglichkeit vorgesehen (§ 181 Abs. 2 PBG). Wird die Einleitung beschlossen und kann sich e in Grundeige ntümer damit nicht einverstanden erkl ä- ren, so hat er seine Ei nwendungen in einem Rekurs gegen den Festsetzungsb e- schluss vorzubringen. Sachverhalte im Sinne der §§ 178 ff. PBG können unter Umständen dann g e- geben sein, wenn Grenzen schiefwinklig verlaufen, schiefwinklig auf Strassen oder Bau- bzw. Baubegrenzungslinien tre ffen, wenn eine an der Strasse liegende Parze l- le zu wenig Tiefe hat oder wenn es um die Arrondierung von nicht oder schlecht überbaubaren Einzelparzellen geht. 4. Das fragliche Gr undstück im Halte von immerhin 640 m 2 hat eine Ausde h- nung von ca. 27.0 x 29.0 bzw. 18.5 m. Die Parzelle liegt in der W ohnzone W2H/55, wo Bauten mit zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss (sowie unter Umstä n- den noch mit einem anrechenbaren Untergeschoss ) zulässig sind (Art. 15 BauO). Angesichts der einschlägigen baupolizeilichen Vorschriften (so beträgt der Grun d- grenzabstand allseits 6.0 m) sowie der Baulinie entlang der Strasse könnte das Grundstück mit einem Neubau von einer Gebäudegrundfläche von 17.0 x 15.5 bzw. 8.5 m durchaus angemessen - und zwar klarerweise auch mit einem Zweifamilie n- haus - überbaut werden. Die rekurrentische Behauptung, dass sich angesichts der schiefen Parzellengrenze zwingend eine "architektonische Ungeheuerlichkeit" erg e- be, entbehrt dabei jeder Grundlage. Ganz abgesehen davon ist auch eine Erweiterung des bestehenden Gebäud e- kubus angesichts der gegen drei Seiten nicht ausgeschöpften Grenzabstände den k- bar. Zwar wären hierzu gewisse Eingriffe in die bestehende Bausubstanz erforde r- lich, was grössere Kosten nach sich ziehen würde. Indessen liesse sich auch unter diesen Umständen noch sagen, dass eine derartige Lösung zweckmässig im vorst e- hend genannten quartierplan rechtlichen Sinne sei. Das Gebäude weist (ohne den Anbau) bereits heut e eine Grundfläche von ca. 130 m 2 auf, so dass - wie die Vorin- stanz zu Recht ausführt - unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorschriften o h- ne weiteres eine Grundfläche von immerhin mindestens 140 m 2 realisiert werden könnte. Damit aber erscheint es an gesichts der in dieser Zone zulässigen G e- schosszahl möglich, eine Geschossfläche von gegen 350 m 2 zu erreichen, wie dies die Rekurrentin offenbar anstrebt. Inwiefern unter diesen Umständen eine zwec k- mässige Überbauung nicht möglich sein soll, ist nicht ers ichtlich. Ein Vergleich mit den umliegenden Grundstücken zeigt, dass ein Gebäude mit einer Grundfläche von 130 m 2 im Rahmen dieses Quartiers liegt. Die Gebäude der betroffenen Nachbarn weisen eine Grundfläche von ca. 120 bzw. 130 m 2 auf. Allein der Umstand, dass die Grenze des rekurrentischen Grundstückes schiefwinklig ve r- läuft, vermag daher insgesamt nichts an der Tatsache zu ändern, dass eine zwec k- mässige und in gestalter ischer Hinsicht befriedigende Lösung möglich ist. Der Grundriss des auf dem Grundstüc k Kat.-Nr. 2613 jenseits der Strasse errichteten Gebäudes zeigt denn auch deutlich, dass die von der Vorinstanz vorgezeichnete Lösung einer Staffelung sogar unter weit schwierigeren Verhältnissen denkbar ist. Dass eine Erweiterung des Gebäudekubus bzw. die Erstellung eines Neubaus mit veränderten Grundstücksgrenzen allenfalls einfacher zu realisieren wäre, mag zu- treffen. Dies allein führt indessen mangels eines rekurrentischen Anspruchs auf o p- timale Überbaubarkeit nicht zum Schluss, dass die heute gegebenen Eigentumsver-- 3 - hältnisse zugunsten der Rekurrentin neu geregelt werden müssten. Dasselbe gilt sinngemäss bezüglich des rekurrentischen Vorbringens, dass ein Neubau nach e i- ner Änd erung des Grenzverlaufes mit geringerem finanziellen Aufwand realisiert werden könnte. Unter diesen Umständen ist nicht mehr zu prüfen, ob die anbegehrte Grenzb e- reinigung unzumutbare Nachteile für die betroffenen Nachbarn zur Folge hätte.