Kantonsgericht Schwyz Urteil vom 17. Oktober 2017 ZK1 2017 8 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin, Kantonsrichter Walter Christen, Hannelore Räber, Pius Schuler und Jörg Meister, Gerichtsschreiber MLaw Patrick Neidhart. In Sachen A.________, Klägerin und Berufungsführerin, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen 1. C.________ AG, Beklagte und Berufungsgegnerin, 2. D.________, Beklagter und Berufungsgegner, beide vertreten durch Fürsprecher E.________, betreffend Forderung (Schadenersatz) aus Kaufvertrag (Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts March vom 5. Dezember 2016, ZGO 2014 1);- hat die 1. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben: A. Am 22. Dezember 2011 schlossen die in Japan domizilierte A.________ als Verkäuferin und die C.________ AG als Käuferin einen Kaufvertrag über eine ________ (SD-Sammlung) bestehend aus 477 antiker chinesischer Por- zellangegenstände (nachfolgend SD-Sammlung) zum Preis von JPY 1‘200‘000‘000 („Contract Of Sale And Purchase“, Vi-act. B/KB 4). Nach- dem es bei der Abwicklung des Vertrags zu einigen Verzögerungen kam, un- terzeichneten die Parteien unbestrittenermassen in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 2012 eine handschriftliche Vereinbarung, wonach die bereits ver- sandte Fracht von der F.________ Ltd. an die G.________ AG übergeben werden und die C.________ AG den Kaufpreis innert zehn Tagen nach Unter- zeichnung der Vereinbarung bezahlen sollte (Vi-act. B/KB 6). Gleichentags stellte der einzige Verwaltungsrat der C.________ AG, D.________, eine schriftliche Erklärung betreffend seine persönliche Verantwortung aus (Vi-act. B/KB 5). Mit Schreiben vom 1. April 2012 teilte D.________ der A.________ mit, es gebe Zweifel an der Echtheit verschiedener Stücke aus der SD- Sammlung (Vi-act. B/KB 32). Nachdem die A.________ zunächst auf der Er- füllung des Kaufvertrags bestand (Vi-act. B/KB 33), hob sie diesen mit Schrei- ben vom 31. Mai 2012 auf und machte stattdessen einen Schadenersatzan- spruch wegen Vertragsbruchs in der Höhe des Kaufpreises und der Kosten für den Transport und Rücktransport der SD-Sammlung geltend (Vi-act. B/KB 34). Mit Schreiben vom 18. Dezember 2012 forderte der Rechtsvertreter der A.________ schliesslich die C.________ AG bzw. D.________ auf, den Ge- samtbetrag von JPY 1‘228‘418‘408 zzgl. Zinsen zu bezahlen (Vi-act. B/KB 45). B. Nachdem die C.________ AG und D.________ dieser Zahlungsauffor- derung nicht nachkamen, betrieb die A.________ die beiden mit Zahlungsbe- fehl Nr. xx des Betreibungsamtes Schübelbach vom 14. Januar 2013 (Vi-act. B/KB 48) bzw. Zahlungsbefehl Nr. yy des Betreibungsamtes Oberland West Kantonsgericht Schwyz 3 vom 28. Februar 2013 (Vi-act. B/KB 49) je über Fr. 13‘088‘798.00 nebst Zin- sen von 5 % seit 10. Januar 2013 und Zinsen per 9. Januar 2013 in Höhe von Fr. 570‘373.00. Gegen diese Zahlungsbefehle erhoben die C.________ AG und D.________ je Rechtsvorschlag (Vi-act. B/KB 48 und 49). C. Nach erfolgloser Durchführung der Vermittlungsverhandlung vom 19. Dezember 2012 stellte das Vermittleramt Schübelbach der A.________ gleichentags die Klagebewilligung aus (Vi-act. B/KB 2). Am 15. Januar 2014 erhob die A.________ (nachfolgend Klägerin) beim Bezirksgericht March Kla- ge gegen die C.________ AG (nachfolgend Beklagte 1) sowie gegen D.________ (nachfolgend Beklagter 2) und beantragte im Wesentlichen, die Beklagten seien solidarisch zu verpflichten, ihr den Betrag von JPY 28‘418‘408 zu bezahlen (Vi-act. A/Klage vom 15. Januar 2014). Nachdem die Vorinstanz mit prozessleitender Verfügung vom 15. April 2014 ein Kauti- onsgesuch der Beklagten abwies (Vi-act. A/prozessleitende Verfügung vom 15. April 2014), erstatteten diese am 16. Juni 2014 die Klageantwort und tru- gen auf Abweisung der Klage an. Gleichzeitig erhoben sie Widerklage mit dem Antrag, die Klägerin sei zu verpflichten, der Beklagten 1 Schadenersatz in Höhe von Fr. 44‘340.00 zu bezahlen (Vi-act. A/Klageantwort und Widerkla- ge vom 16. Juni 2014). Die Klägerin reichte am 3. Dezember 2014 die Wider- klageantwort ein und beantragte, die Widerklage sei abzuweisen (Vi-act. A/Widerklageantwort vom 3. Dezember 2014). Am 23. Juni 2015 erstattete die Klägerin die Replik (Vi-act. A/Replik vom 23. Juni 2015). Mit Duplik vom 30. November 2015 erhöhten die Beklagten ihre Forderung gemäss Widerkla- ge auf Fr. 81‘840.00 (Vi-act. A/Duplik vom 30. November 2015). Mit Eingabe vom 18. März 2016 nahm die Klägerin einerseits zur Klageduplik Stellung und reichte anderseits die Duplik zur Widerklage ein (Vi-act. A/Widerklageduplik vom 18. März 2016). Am 13. Juni 2016 erstatteten die Beklagten ihrerseits nochmals eine Stellungnahme (Vi-act. A/Stellungnahme vom 13. Juni 2016). Die Vorinstanz beauftragte am 30. September 2016 die J.________ AG mit der Übersetzung der klägerischen Belege 4 bis 6 vom Englischen ins Deut-Kantonsgericht Schwyz 4 sche. Dieser Auftrag wurde den Parteien in Kopie zugestellt (Vi-act. D/0). Mit E-Mail vom 4. Oktober 2016 übermittelte die J.________ AG auftragsgemäss die übersetzten Dokumente (Vi-act. D/1). Die Übersetzungen wurden den Par- teien in der Folge zur Kenntnis gebracht (Vi-act. D/2). Mit Urteil vom 5. De- zember 2016 wies das Bezirksgericht March sowohl die Klage als auch die Widerklage ab, auferlegte die Gerichtskosten zu drei Vierteln der Klägerin und zu einem Viertel den Beklagten und verpflichtete die Klägerin, den Beklagten eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 7‘500.00 zu bezahlen (Vi-act. A/Urteil vom 5. Dezember 2016). D. Gegen dieses Urteil erhob die Klägerin am 30. Januar 2017 (Poststem- pel 31. Januar 2017, Eingang 1. Februar 2017) Berufung und stellte folgende Anträge (KG-act. 1): 1. Das Urteil vom 5. Dezember 2016 des Bezirksgerichts March, Ge- schäft ZGO 14 1, sei aufzuheben und das vor erster Instanz ge- stellte Rechtsbegehren vollumfänglich gutzuheissen, welches lau- tet: 1. Es seien die Beklagten solidarisch zu verpflichten, der Klä- gerin den Betrag von JPY 28‘418‘408 zu bezahlen nebst Zinsen von 5 % seit 30.5.2012. 2. Eventualiter Es sei die Beklagte 1 zu verpflichten, der Klägerin den Be- trag von JPY 28‘418‘408 zu bezahlen nebst Zinsen von 5 % seit 30.5.2012. Es sei der Beklagte 2 zu verpflichten, der Klägerin den Be- trag von JPY 28‘418‘408 zu bezahlen nebst Zinsen von 5 % seit 30.5.2012. 3. Subeventualiter Es sei die Beklagte 1 zu verpflichten, der Klägerin den Be- trag von JPY 28‘418‘408 zu bezahlen nebst Zinsen von 5 % seit 30.5.2012. 4. Es seien entsprechend die Rechtsvorschläge in den Betrei- bungen gegen - die Beklagte 1, Nr. xx des Betreibungsamtes Schü- belbach vom 14.1.2013, - den Beklagten 2, Nr. yy des Betreibungsamtes Ober- land Dienststelle Oberland West, vom 28.2.2013,Kantonsgericht Schwyz 5 je im umgerechneten Betrage von CHF 302‘798.-- nebst Zinsen von 5 % seit 30.5.2012 zu beseitigen und im gleichen Umfang definitive Rechtsöffnung zu erteilen. 5. Es sei ein Nachklagerecht der Klägerin gegen die Beklagten ausdrücklich vorzubehalten. 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten. 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beru- fungsbeklagten. Auf dem Couvert dieser Eingabe befand sich folgender handschriftlich ver- fasster Text sowie eine Unterschrift (Couvert zu KG-act. 1): Bestätigung Einwurf Briefkasten Post am 30.1.2017, um 23.58 Uhr (Unterschrift) Mit Eingabe vom 5. Februar 2017 erklärte der Rechtsvertreter der Klägerin, dass er die Berufungsschrift am Montag, 30. Januar 2017, um 23:58 Uhr der Post durch Einwurf in den Briefkasten am Paradeplatz in Zürich übergeben habe, und dass dieser Vorgang durch Unterschrift auf dem Couvert durch den Taxichauffeur I.________ bestätigt worden sei (KG-act. 5). Die Beklagten erstatteten am 8. März 2017 die Berufungsantwort und bean- tragten was folgt (KG-act. 12): 1. Es seien die Berufungsanträge vollumfänglich abzuweisen. 2. Es sei vom Taxifahrer I.________, gestützt auf Art. 190 Abs. 2 ZPO – unter Vorbehalt einer Zeugenbefragung – eine schriftliche Bestätigung seiner Aussagen einzuholen. 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beru- fungsführerin und Klägerin. Mit Verfügung vom 9. März 2017 wurde I.________ aufgefordert, eine schrift- liche Auskunft betreffend den Einwurf der Berufungsschrift in den Briefkasten der Post zu erteilen (KG-act. 14). Am 16. März 2017 erstattete I.________ eine entsprechende Auskunft und bestätigte, dass er Taxichauffeur sei, dass Kantonsgericht Schwyz 6 der Rechtsvertreter der Klägerin sein Fahrgast gewesen sei und dass dieser das Couvert zur Berufungsschrift am 30. Januar 2017, um 23:58 Uhr, in den Briefkasten der Poststelle Zürich 1 Sihlpost eingeworfen habe. Zudem erklärte er, dass die Unterschrift auf dem Couvert von ihm stamme (KG-act. 15). Am 31. März 2017 nahm die Klägerin zu dieser Eingabe Stellung (KG-act. 17). E. Auf die einzelnen Vorbringen wird – soweit für die Berufung notwendig – in den Erwägungen Bezug genommen;- in Erwägung: 1. a) Der Verkauf der SD-Sammlung von der in Japan domizilierten Kläge- rin an die Beklagte 1 mit Sitz in der Schweiz stellt einen internationalen Sach- verhalt dar. Die örtliche Zuständigkeit der Vorinstanz wurde von den Parteien nicht in Frage gestellt; es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführun- gen im angefochtenen Urteil (E. 1) verwiesen werden. Das Verfahren vor Schweizer Gerichten richtet sich nach der ZPO, sofern die Bestimmungen der Staatsverträge und des IPRG keine eigenen Vorschriften zum Verfahren ent- halten (Schnyder/Grolimund, in: Honsell/Vogt/Schnyder/Berti [Hrsg.], Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, 3. A., 2013, N 21 zu Art. 1 IPRG; Oetiker/Weibel, in: Oetiker/Weibel [Hrsg.], Basler Kommentar, Lugano- Übereinkommen, 2. A., 2016, Einleitung N 91). Weder das LugÜ noch das IPRG enthalten Vorschriften in Bezug auf das Rechtsmittelverfahren, weshalb auf die Regelungen der ZPO abzustellen ist. Demzufolge ist gegen den Vor- instanzlichen Endentscheid die Berufung als ordentliches Rechtsmittel gege- ben und das Kantonsgericht ist zuständig (Art. 308 ZPO). b) Ebenfalls unangefochten blieb die vorinstanzliche Feststellung, wonach das Übereinkommen der Vereinten Nationen über Verträge über den interna-Kantonsgericht Schwyz 7 tionalen Warenkauf (UN-Kaufrecht, CISG, SR 0.221.211.1) anwendbar ist (vgl. angef. Urteil, E. 2). Wie die Vorinstanz richtig ausführte, kommt das CISG gemäss Art. 1 Abs. 1 lit. a CISG bei Verträgen, die in dessen sachlichen An- wendungsbereich fallen, ohne Weiteres zur Anwendung, sofern die Parteien ihre Niederlassung in verschiedenen Staaten haben, für welche das CISG in Kraft getreten ist (Schnyder/Liatowitsch, Internationales Privat- und Zivilver- fahrensrecht, 2. A., 2006, N 743). Sowohl Japan als auch die Schweiz sind Vertragsstaaten des CISG, weshalb das CISG anwendbar ist. 2. a) Das angefochtene Urteil wurde gemäss den Angaben der Vorinstanz im Aktenüberweisungsschreiben vom 6. Februar 2017 am 6. Dezember 2016 versandt und dem Rechtsvertreter der Klägerin am 13. Dezember 2016 zuge- stellt (KG-act. 8). Die 30-tägige Frist zur Einreichung der Berufung beginnt demzufolge am 14. Dezember 2016 zu laufen (Art. 142 Abs. 1 ZPO). Aufgrund des Fristenstillstands vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO) fällt der letzte Tag der Frist auf den Samstag, 28. Januar 2017. Gemäss Art. 142 Abs. 3 ZPO endet die Frist somit am nächsten Werk- tag, also am 30. Januar 2017. Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Gericht einge- reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweize- rischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 143 Abs. 1 ZPO). Bei der Postaufgabe muss die Partei nachweisen kön- nen, dass die Gerichtseingabe am letzten Tag der Frist bis 24:00 Uhr der Post übergeben wurde. Hierfür wird in aller Regel auf den Poststempel oder bei eingeschriebenen Sendungen auf die Empfangsbestätigung der Postbetriebe abgestellt. Einer Prozesspartei steht aber auch die Möglichkeit offen, durch andere Beweismittel, beispielsweise durch einen Zeugen, darzutun, dass die Sendung vor Ablauf der Frist aufgegeben wurde. Ein Zeuge sollte sicherheits- halber zusätzlich auf dem Couvert schriftlich bestätigen, dass die Sendung am fraglichen Tag noch vor 24:00 Uhr in einen Briefkasten eingeworfen wurde Kantonsgericht Schwyz 8 (Frei, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivil- prozessordnung, Bd. I, 2012, N 8 zu Art. 143 ZPO). b) Die Berufungsschrift ging beim Kantonsgericht am 1. Februar 2017 ein und der Poststempel datiert vom 31. Januar 2017 (KG-act. 1). Auf dem Cou- vert, welches die Berufung enthielt, befindet sich ein handschriftlicher Ver- merk, wonach die Sendung am 30. Januar 2017, um 23:58 Uhr, in den Brief- kasten der Post eingeworfen worden sei, sowie eine Unterschrift (Couvert zu KG-act. 1). Der Zeuge I.________ bestätigte mit seiner schriftlichen Auskunft vom 16. März 2017, dass es sich dabei um seine Unterschrift handle, und dass der Rechtsvertreter der Klägerin das besagte Couvert am 30. Januar 2017, um 23:58 Uhr, in den Briefkasten der Sihlpost, Paradeplatz 2 in Zürich, eingeworfen habe (KG-act. 15). Er sei Taxichauffeur und der Rechtsvertreter der Klägerin sei an diesem Abend sein Kunde gewesen. Die Aussagen des Zeugen I.________ wurden durch die Berufungsgegner nicht bestritten. Somit geht aus der schriftlichen Auskunft des Zeugen I.________ hervor, dass der Rechtsvertreter der Klägerin die Berufung am 30. Januar 2017, mithin fristge- recht der schweizerischen Post übergab. Der späte Einwurf der Sendung in den Briefkasten der Post erklärt sodann, weshalb der Poststempel erst vom 31. Januar 2017 datiert. Die Berufungsfrist ist somit gewahrt. 3. a) Die Klägerin bringt vor, die Vorinstanz habe die Verfahrensregeln verletzt, indem sie ohne einen Beweisantrag einer Partei drei Vertragstexte vom Englischen ins Deutsche habe übersetzen lassen und in der Folge auf diese Übersetzungen abgestellt habe. Es handle sich dabei um die klägeri- schen Beilagen 4 bis 6, also den Kaufvertrag zwischen den Parteien vom 22. Dezember 2011, die Erklärung des Beklagten 2 vom 23. Februar 2012 und die Zusatzvereinbarung vom 23./24. Februar 2012. Mit diesem Vorgehen habe die Vorinstanz gegen die Verhandlungsmaxime verstossen, nach welcher die Parteien die Beweismittel anzugeben hätten, auf welche sie sich stützen. Der erstinstanzliche Entscheid sei deshalb aufzuheben. Selbst wenn der Überset-Kantonsgericht Schwyz 9 zungsauftrag zulässig gewesen wäre, hätte die Vorinstanz in diesem Fall ein Beweisverfahren durchführen müssen, und zwar unabhängig vom Verzicht auf die Durchführung einer Hauptverhandlung. Die entsprechenden Übersetzun- gen seien der Klägerin zwar zugestellt worden, es habe aber keinen erkenn- baren Abschluss gegeben, um Stellung zu nehmen. b) Gemäss Art. 129 ZPO wird das Verfahren in der Amtssprache des zu- ständigen Kantons geführt. Amtssprache im Kanton Schwyz ist Deutsch (§ 44 Verfassung des Kantons Schwyz; § 91 Abs. 1 JG). Der Entwurf der ZPO sah ursprünglich vor, dass bei Zustimmung des Gerichts und der Parteien auch eine andere Sprache benutzt werden kann (Art. 127 Abs. 2 Entwurf ZPO, BBl 2006 S. 7413 ff.; vgl. auch Botschaft zur ZPO, BBl 2006 S. 7306). Diese Regelung wurde jedoch im Rahmen der Differenzbereinigung von den eid- genössischen Räten gestrichen (Staehelin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A., 2016, N 2 zu Art. 129 ZPO; Kaufmann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, Bd. I, 2. A., 2016, N 2 zu Art. 129 ZPO). Aufgrund dieser Entstehungsgeschichte ist davon aus- zugehen, dass die Verwendung der Amtssprache nach dem Willen des Ge- setzgebers zwingend ist (Gschwend, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. A., 2013, N 4 zu Art. 129 ZPO; Frei, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schwei- zerische Zivilprozessordnung, Bd. I, 2012, N 3 zu Art. 129 ZPO; Jenny/Jenny, in: Gehri/Jent-Sørensen/Sarbach, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. A., 2015, N 5 zu Art. 129 ZPO). Die Verfahrenssprache gilt sowohl für schriftliche als auch für mündliche Prozesshandlungen und muss somit grundsätzlich auch bei Urkunden, die ins Recht gelegt werden, und Par- teibefragungen beachtet werden (Frei, a.a.O., N 4 zu Art. 129 ZPO m.w.H.; Gschwend, a.a.O., N 6 zu Art. 129 ZPO). Die herrschende Lehre vertritt je- doch – insbesondere auch aus praktischen Überlegungen – die Meinung, dass das Gericht von einer Übersetzung fremdsprachiger Urkunden absehen Kantonsgericht Schwyz 10 kann, wenn dem alle Beteiligten, d.h. sowohl das Gericht als auch die Gegen- partei(en), zustimmen und diese verstehen (Gschwend, a.a.O., N 6 zu Art. 129 ZPO; Kumschick, in: Baker/McKenzie [Hrsg.], Schweizerische Zivil- prozessordnung, Kommentar, 2010, N 4 zu Art. 129 ZPO; Frei, a.a.O., N 12 zu Art. 129 ZPO; wohl auch Staehelin, a.a.O., N 5 zu Art. 129 ZPO; a.M. Kaufmann, a.a.O., N 22 zu Art. 129 ZPO). Eine solche Vorgehensweise ent- spricht der in Art. 54 Abs. 3 und 4 BGG für das Bundesgerichtsverfahren vor- gesehenen Lösung (vgl. dazu Dolge, in: Spühler/Aemisegger/Dolge/Vock, Bundesgerichtsgesetz, Praxiskommentar, 2. A., 2013, N 6 ff. zu Art. 54 BGG). Ob eine Übersetzung angefertigt wird oder nicht, steht weitgehend im Ermes- sen des Gerichts (Frei, a.a.O., N 13 zu Art. 129 ZPO m.w.H.). Ist die Überset- zung einer fremdsprachigen Urkunde notwendig, verpflichtet das Gericht die betreffende Partei, eine Übersetzung, die allenfalls sogar beglaubigt sein muss, nachzureichen. Im Säumnisfall ist die Übersetzung auf Kosten der be- treffenden Partei von Amtes wegen vorzunehmen (Frei, a.a.O., N 11 zu Art. 129 ZPO; Staehelin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A., 2016, N 5 zu Art. 129 ZPO). c) Die Klägerin reichte die in Englisch abgefassten Verträge als Beilagen zu ihrer Klageschrift vom 15. Januar 2014 ohne Übersetzungen ein (Vi- act. B/KB 4, 5 und 6). Die Beklagten verlangten keine Übersetzung und schlossen diese Verträge mit der Klägerin in Englisch ab. Demzufolge ist da- von auszugehen, dass die Beklagten die Einreichung der Verträge in der Ori- ginalsprache akzeptieren und diese auch verstehen. Die Vorinstanz ordnete dennoch die Übersetzung der Beilagen an. Weil bei der Frage, ob fremdspra- chige Urkunden akzeptiert werden, auch das Gericht betroffen ist, bedeutet ein Verzicht auf Übersetzung durch die Gegenpartei(en) nicht, dass keine Übersetzung verlangt werden kann. Vielmehr hat das Gericht bei der Ab- klärung der Notwendigkeit einer Übersetzung zu berücksichtigen, dass alle beteiligten Gerichtsmitglieder die Urkunden verstehen müssen, was auch in Kantonsgericht Schwyz 11 allfälligen Rechtsmittelverfahren bei den Rechtsmittelinstanzen der Fall sein muss (vgl. Kaufmann, a.a.O., N 11 zu Art. 129 ZPO mit Verweis auf Oberge- richt des Kantons Zürich, Urteil PS120155 vom 11. September 2012, CAN 2/2013 Nr. 34). Indem die Vorinstanz am 30. September 2016 die J.________ AG mit der Übersetzung der klägerischen Belege 4 bis 6 beauftragte (Vi-act. D/0), brachte sie gleichzeitig zum Ausdruck, dass aus Sicht des Gerichts eine Übersetzung erforderlich erscheint. Aus den vorgenannten Gründen und weil dem Gericht in dieser Sache ein Ermessensspielraum zusteht, ist der vor- instanzliche Entscheid, Übersetzungen der besagten Verträge einzuholen, nicht zu beanstanden. d) Die Frage, ob die Vorinstanz diese Übersetzungen von Amtes wegen einholen durfte oder ob sie der Klägerin hätte Gelegenheit geben müssen, innert Frist eine (allenfalls beglaubigte) Übersetzung einzureichen, kann aus den folgenden Überlegungen offen bleiben: Die zu übersetzenden Urkunden wurden von der Klägerin eingereicht. Hätte die Vorinstanz die Klägerin aufge- fordert, die Urkunden innert Frist übersetzen zu lassen, hätte die Klägerin das Risiko der Säumnis, mithin das Nichtbeachten der eingereichten Urkunden, zu tragen gehabt. Indem die Vorinstanz die Übersetzung dieser Urkunden von Amtes wegen in Auftrag gab, nahm sie demzufolge der Klägerin diese prozes- suale Pflicht und somit auch das Säumnisrisiko ab. Der Klägerin entstand folg- lich kein Nachteil durch das von der Vorinstanz gewählte Vorgehen. Im Übri- gen erscheint es mit Blick auf Art. 54 Abs. 4 BGG nachvollziehbar, in analoger Anwendung dem Gericht auch unter dem Geltungsbereich der ZPO die Mög- lichkeit einzuräumen, Übersetzungen von Amtes wegen anzuordnen, wenn nicht alle beteiligten Gerichtsmitglieder die fremdsprachigen Urkunden verste- hen (vgl. dazu Dolge, a.a.O., N 10 zu Art. 54 BGG). Darüber hinaus bringt die Klägerin nicht vor, die Übersetzungen seien inhalt- lich falsch, sondern beschränkt sich auf die Geltendmachung formeller Mängel bei der Prozessführung. Inwiefern der vorinstanzliche Entscheid durch die Kantonsgericht Schwyz 12 Berücksichtigung der Übersetzungen unrichtig sein soll, legt die Klägerin nicht dar. Nachdem unbestritten blieb, dass es sich um reine Übersetzungen der eingereichten Verträge handelt, kann somit davon ausgegangen werden, dass sich die übersetzten Verträge inhaltlich mit den in der Originalsprache einge- reichten Urkunden decken. e) Soweit die Klägerin überdies behauptet, die Vorinstanz hätte ein Be- weisverfahren durchführen und insbesondere den Parteien Gelegenheit geben müssen, zur Sache Stellung zu nehmen, ist festzuhalten, dass die Vorinstanz sowohl den Übersetzungsauftrag vom 30. September 2016 als auch die über- setzten Dokumente (mit Verfügung vom 5. Oktober 2016) den Parteien zur Kenntnis brachte (Vi-act. D/0 und D/2). Das angefochtene Urteil erging so- dann erst zwei Monate später, weshalb den Parteien genügend Zeit blieb, sich im Rahmen des unbeschränkten Replikrechts zu den Übersetzungen zu äus- sern oder zumindest um Ansetzung einer Frist zur Stellungnahme zu ersu- chen. Im Übrigen handelt es sich bei den Übersetzungen nicht um neue Be- weismittel, sondern um bereits durch die Klägerin eingereichte Beweismittel, die zur besseren Verständlichkeit in die Amtssprache übersetzt wurden. Zum Inhalt der Urkunden konnte sich die Klägerin bereits in ihrer Klageschrift sowie in ihrer Replik äussern. Inwiefern ihr nochmals hätte Gelegenheit gegeben werden müssen, um zu den von ihr selber eingereichten Urkunden Stellung zu nehmen, ist nicht ersichtlich, zumal die Klägerin nicht geltend macht, die Übersetzungen seien fehlerhaft. Sodann kann von der anwaltlich vertretenen Klägerin erwartet werden, dass sie sich auch ohne Ansetzung einer Frist zur Stellungnahme gegen eine fehlerhafte Übersetzung zur Wehr gesetzt hätte. 4. a) Des Weiteren bringt die Klägerin vor, die Vorinstanz habe den Sach- verhalt unrichtig festgestellt und das Recht falsch angewendet. Im angefoch- tenen Urteil unterlasse es die Vorinstanz, den Kaufvertrag vom 22. Dezember 2011 und seine Bestimmungen, insbesondere die Zahlungsmodalitäten und Mängelregelung festzustellen. Die Zusatzvereinbarung vom 23./24. Februar Kantonsgericht Schwyz 13 2012 könne aber nur aufgrund dieses Verkaufsvertrags bewertet werden. Auf- grund des Kaufvertrags sei klar, dass die Bezahlung der Ware nach Vorliegen der Bestätigung durch die Sachverständige H.________ hätte erfolgen müs- sen. Die erhobene Mängelrüge sei durch den Gewährleistungsausschluss untauglich. Trotz des Versands der SD-Sammlung sei keine Zahlung erfolgt; die Beklagte 1 habe somit den Vertrag gebrochen. Sodann habe der Beklagte 2 einerseits am 23. Februar 2012 eine Garantieer- klärung für die Verpflichtungen der Beklagten 1 abgegeben und anderseits in der Zusatzvereinbarung vom 23./24. Februar 2012 in eigenem Namen sowie für die Beklagte 1 erklärt, den Kaufpreis sowie sämtliche Kosten für Fracht, Versicherung, Beförderung, Verpackung und Logistik innerhalb von zehn Ta- gen zu bezahlen. Entgegen dieser Vereinbarungen und Zusagen habe die Vorinstanz zugunsten der Beklagten auf den wirklichen Willen (subjektive Aus- legung) der Parteien abgestellt und den Sachverhalt in Verletzung der Ver- handlungsmaxime unrichtig festgestellt, denn die Beklagten hätten ihren Wil- len nie behauptet. Die Klägerin habe immer die Vertragserfüllung, d.h. Auslie- ferung gegen Bezahlung gewollt. Dies gehe aus dem Kaufvertrag hervor. Die Beklagten hätten diesen Willen gekannt. Im Übrigen ergebe sich dies auch aus einer objektiven Auslegung. Der Beklagte 2 habe aber die Klägerin durch sein Erscheinen in Tokio und die von ihm verfasste Zusatzvereinbarung dahin bringen wollen, gegen ihren Willen negative Handlungen vorzunehmen, um Hand an die Sammlung legen zu können. Es sei aber auf den Hauptvertrag abzustellen, der überlegt gewesen und nicht wie die Zusatzvereinbarung nachts in einer Bar abgeschlossen worden sei. b) Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Urteil, dass eine Auslegung des am 22. Dezember 2011 abgeschlossenen Kaufvertrags und der Zusatzer- klärungen vom 23./24. Februar 2012 nötig sei. Die Parteien hätten das gültige Zustandekommen der Zusatzvereinbarung vom 23./24. Februar 2012 nicht bestritten, obwohl sie im Kaufvertrag vom 22. Dezember 2011 festgehalten Kantonsgericht Schwyz 14 hätten, dass weder die Käuferin noch die Verkäuferin andere Regelungen in Bezug auf die Erfüllung treffen werden als im Kaufvertrag angegeben. Demzu- folge hätten die Parteien mit der Zusatzvereinbarung vom 23./24. Februar 2012 den Kaufvertrag bezüglich der Erfüllung bzw. Vertragsabwicklung abge- ändert. Diese Zusatzvereinbarung enthalte die Erklärung der Beklagten, innert spätestens zehn Tagen nach Unterzeichnung der Vereinbarung den verein- barten Kaufpreis zu bezahlen. In der Vereinbarung verpflichte sich aber auch die Klägerin, die F.________ Ltd. zu instruieren, die Fracht vor ihrer Landung in Zürich an die G.________ AG freizugeben. Die G.________ AG garantiere sodann, dass die Fracht die Freizone für sichere Aufbewahrung nicht verlasse bis eine entsprechende Instruktion erfolge. Vor diesem Hintergrund halte die klägerische Interpretation der Vereinbarung, wonach eine Übergabe der Fracht von der F.________ Ltd. an die G.________ AG erst nach Eingang der Zahlung zu erfolgen habe, nicht stand, weil in diesem Fall die erwähnte Zusi- cherung der G.________ AG keinen Sinn machen würde. Die Vereinbarung vom 23./24. Februar 2012 regle somit die Vertragsabwicklung derart, dass die Klägerin sich zunächst verpflichtet habe, die Fracht über die F.________ Ltd. an die G.________ AG freizugeben und sich die Beklagte 1 als Käuferin dann verpflichtet habe, spätestens innert zehn Tagen den vereinbarten Kaufpreis zu bezahlen. Nach Bezahlung habe die G.________ AG die Fracht alsdann an die Beklagte 1 als Käuferin weiterzuleiten. Mit ihrer Weigerung, die Fracht an die G.________ AG zu liefern, habe die Klägerin gegen die Vereinbarung vom 23./24. Februar 2012 verstossen und eine Vertragsverletzung begangen. c) Art. 8 CISG gibt vor, in welcher Reihenfolge der Wille einer Partei zu ermitteln ist. Zunächst ist der wirkliche Parteiwille massgebend, sofern die andere Partei ihn kannte oder kennen musste. Führt dies nicht zum Ziel, ist der Parteiwille nach dem objektiven Erklärungswert eines fiktiven vernünftigen Erklärungsempfängers festzustellen. Gemäss Art. 8 Abs. 3 CISG sind für die Auslegung von Willenserklärungen bzw. des Vertragsinhalts alle erheblichen Umstände, wie die Verhandlungen der Parteien, die dem Vertragsabschluss Kantonsgericht Schwyz 15 vorangegangen sind, Gepflogenheiten, die sich zwischen den Parteien im Zu- ge der Vertragsdurchführung entwickelt haben oder Gebräuche, soweit solche für das gegenständliche Geschäft bestehen, zu berücksichtigen (Melis, in: Honsell [Hrsg.], Kommentar zum UN-Kaufrecht, 2. A., 2010, N 3 zu Art. 8 CISG; Hurni, in: Brunner [Hrsg.], UN-Kaufrecht – CISG, 2. A., 2014, N 2 zu Art. 8 CISG). Bei der subjektiven Auslegung nach Art. 8 Abs. 1 CISG ist der übereinstim- mende wirkliche Wille der Parteien massgebend, wenn nachgewiesen ist, dass er beiden Parteien bekannt war, oder wenn er von einer oder beiden Parteien bei der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt hätte erkannt wer- den müssen. Die Partei, die sich auf ihren wirklichen Willen beruft, trägt die Beweislast dafür, dass die andere Partei diesen Willen kannte oder grobfahr- lässig verkannte (Hurni, a.a.O., N 5 zu Art. 8 CISG). Die objektive Auslegung von Erklärungen kommt zur Anwendung, wenn der subjektive Erklärungswille nicht eindeutig feststellbar bzw. nicht nach Art. 8 Abs. 1 CISG nachgewiesen ist, dass der Empfänger den wirklichen Willen des Erklärenden kannte oder leicht hätte erkennen können. Für die Ermittlung des objektiven Bedeutungsgehalts einer Erklärung ist nach dem Vertrauensprinzip darauf abzustellen, wie eine vernünftige Person unter gleichen Umständen den vorliegenden Wortlaut bzw. die abgegebene Erklärung verstanden hätte (Hurni, a.a.O., N 7 zu Art. 8 CISG; Melis, a.a.O., N 9 zu Art. 8 CISG). d) aa) Die Klägerin bestreitet in der Berufung das gültige Zustandekommen der Zusatzvereinbarung vom 23./24. Februar 2012 nicht. Insbesondere macht sie keine Willensmängel beim Abschluss dieser Zusatzvereinbarung geltend. Es ist deshalb für die Gültigkeit der Zusatzvereinbarung nicht von Bedeutung, unter welchen Umständen diese abgeschlossen wurde. Sie wird namentlich nicht dadurch ungültig, dass sie offenbar in der Nacht in einer Bar abge- schlossen wurde. Nachdem die Parteien mit dieser Vereinbarung zwei Monate Kantonsgericht Schwyz 16 nach Abschluss des Kaufvertrags das Verfahren bezüglich der Erfüllung bzw. Abwicklung des Kaufvertrags neu regelten, ist in erster Linie diese für die Ver- tragsabwicklung massgebend. Dem Kaufvertrag vom 22. Dezember 2011 kommt somit diesbezüglich nur eine untergeordnete Bedeutung zu. Die kläge- rischen Ausführungen zur Vertragsabwicklung gemäss den Regelungen des Kaufvertrags vom 22. Dezember 2011 sind demzufolge nur dann zu beachten, wenn die Zusatzvereinbarung vom 23./24. Februar 2012 keine anderen Rege- lungen vorsieht. bb) In Bezug auf diese Zusatzvereinbarung macht die Klägerin lediglich sinngemäss geltend, sie habe stets die Auslieferung der SD-Sammlung gegen Bezahlung des Kaufpreises gewollt, was der Beklagten bekannt gewesen sei. Die Beklagten hätten den Vertrag gebrochen, indem sie die Zahlung verwei- gerten, obwohl die Ware bereits versandt worden sei. Darüber hinaus setzt sich die Klägerin nicht mit der vorinstanzlichen Argumentation auseinander und legt insbesondere nicht dar, inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt unrichtig festgestellt bzw. das Recht falsch angewendet haben soll. cc) Die Zusatzvereinbarung vom 23./24. Februar 2012 enthält für beide Par- teien eine Verpflichtung: Die Beklagte hat den Kaufpreis (JPY 1‘200‘000‘000) innert zehn Tagen seit Unterzeichnung zu bezahlen und die Klägerin die F.________ Ltd. zu instruieren, die Fracht vor ihrer Landung in Zürich an die G.________ AG freizugeben (Vi-act. B/KB 6 und D/1-3, Absatz 1 und 3). Gemäss dem zweiten Absatz der Zusatzvereinbarung sollte die Fracht von der F.________ Ltd. an die G.________ AG übergeben werden, welche sie dann an die Beklagte 1 weiterleiten sollte, sobald die Zahlung geleistet wurde (Vi- act. B/KB 6 und D/1-3, Absatz 2). Somit regelten die Parteien explizit, dass die Übergabe der SD-Sammlung von der G.________ AG an die Beklagte 1 erst erfolgen sollte, wenn der Kaufpreis bezahlt wurde, mithin dass die Beklagte 1 die SD-Sammlung nicht erhalten soll, solange die Kaufpreisforderung nicht beglichen ist. Hingegen vereinbarten sie nicht ausdrücklich, dass die Überg-Kantonsgericht Schwyz 17 abe von der F.________ Ltd. an die G.________ AG erst nach Bezahlung des Kaufpreises erfolgen sollte. Vielmehr sollte die Freigabe der Fracht noch vor der Landung in Zürich erfolgen, obwohl sich diese zum Zeitpunkt des Ab- schlusses der Zusatzvereinbarung unbestrittenermassen schon in der Luft, d.h. auf dem Weg nach Zürich befand. Für die Zahlung des Kaufpreises räum- ten sie aber eine Frist von zehn Tagen seit Unterzeichnung der Zusatzverein- barung ein. dd) Die Klägerin beruft sich auf ihren wirklichen Willen und behauptet, sie habe stets die Auslieferung gegen Bezahlung des Kaufpreises gewollt. Sinn- gemäss macht sie also geltend, gemäss ihrem Willen sollte die Übergabe der Fracht von der F.________ Ltd. an die G.________ AG erst nach Bezahlung des Kaufpreises erfolgen. Die Klägerin trägt die Beweislast dafür, dass die Beklagten diesen Willen kannten oder grobfahrlässig verkannten. Zwar be- hauptet die Klägerin pauschal, die Beklagten hätten diesen Willen gekannt, sie führt aber nicht näher aus, weshalb die Beklagten trotz dem zuvor dargestell- ten Wortlaut der Zusatzvereinbarung, der nicht explizit vorsah, dass die Übergabe der Fracht von der F.________ Ltd. an die G.________ AG erst nach Bezahlung des Kaufpreises erfolgen soll, den klägerischen Willen dies- bezüglich kannten oder hätten erkennen können. Weil die Parteien mit der Zusatzvereinbarung vom 23./24. Februar 2012 die Abwicklung des Vertrages gegenüber dem Kaufvertrag vom 22. Dezember 2011 veränderten, kann ein solches Wissen jedenfalls nicht aus dem Abschluss des Kaufvertrages abge- leitet werden. Unter diesen Umständen gelingt der Klägerin der Beweis nicht, dass die Beklagten um einen vom Wortlaut abweichenden Willen der Klägerin wussten oder hätten wissen müssen, weshalb zu prüfen ist, ob die Zusatzver- einbarung aufgrund einer objektiven Auslegung im Sinne der klägerischen Vorbringen zu verstehen ist. ee) Massgebend ist somit, wie eine vernünftige Person unter gleichen Um- ständen den Wortlaut der Zusatzvereinbarung verstanden hätte. Für die Kauf-Kantonsgericht Schwyz 18 preiszahlung räumten die Parteien eine Frist von zehn Tagen ein, während die Fracht noch vor der Landung in Zürich für die G.________ AG freigegeben werden sollte. Die G.________ AG sollte sie an die Beklagte 1 weiterleiten, sobald die Zahlung des Kaufpreises geleistet wurde. Würde der klägerischen Ansicht gefolgt und die Zusatzvereinbarung dahingehend ausgelegt, dass die Übergabe der Fracht von der F.________ Ltd. an die G.________ AG erst erfolgen sollte, wenn der Kaufpreis bezahlt wurde, könnte diese Übergabe nur dann vor der Landung in Zürich erfolgen, wenn bis dahin auch die Zahlung des Kaufpreises geleistet würde. Weil aber die Fracht bei Abschluss der Zu- satzvereinbarung bereits unterwegs war und die Zusatzvereinbarung darüber hinaus unbestrittenermassen in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 2012 geschlossen wurde, ist zumindest fraglich, ob es für die Beklagte 1 überhaupt möglich gewesen wäre, die Zahlung noch vor Ankunft der Fracht in Zürich zu leisten; zumal Bankzahlungen (v.a. Auslandzahlungen) bekanntermassen ei- nige Zeit in Anspruch nehmen können. Sodann bliebe unklar, weshalb die Parteien für die Zahlung des Kaufpreises eine andere Frist (zehn Tage) ver- einbarten als für die Übergabe der Fracht an die G.________ AG (vor der Landung in Zürich), wenn – gemäss der klägerischen Argumentation – die Übergabe der Fracht erst nach Bezahlung des Kaufpreises hätte erfolgen sol- len. Des Weiteren wäre auch Abs. 2 der Zusatzvereinbarung überflüssig, wo- nach die G.________ AG die Fracht erst nach Bezahlung des Kaufpreises an die Beklagte 1 weiterleitet. Würde nämlich der klägerischen Interpretation zu- folge die F.________ Ltd. die SD-Sammlung erst nach Bezahlung des Kauf- preises an die G.________ AG aushändigen, könnte letztere die SD- Sammlung gar nicht vor der Bezahlung des Kaufpreises an die Beklagte 1 übergeben. Die Auslegung der Klägerin entspricht somit in mehrfacher Hin- sicht einer Auslegung entgegen dem Wortlaut der Zusatzvereinbarung. Es erscheint nicht nachvollziehbar, dass ein vernünftiger Dritter die Zusatzverein- barung in diesem Sinne auslegen würde. Vielmehr ist davon auszugehen, dass ein vernünftiger Dritter die Zusatzvereinbarung entsprechend ihrem Wortlaut verstehen würde. Demzufolge hätte die Klägerin die Freigabe der Kantonsgericht Schwyz 19 Fracht für die G.________ AG – unabhängig von der Zahlung des Kaufpreises – noch vor der Landung in Zürich zu organisieren gehabt, während die G.________ AG die SD-Sammlung aber erst nach der (innert zehn Tagen zu leistenden) Zahlung des Kaufpreises an die Beklagte 1 hätte aushändigen dürfen. Indem die Klägerin die Freigabe der SD-Sammlung an die G.________ AG verweigerte und stattdessen auf der Bezahlung des Kauf- preises bestand, verletzte sie den Vertrag bzw. die Zusatzvereinbarung vom 23./24. Februar 2012. e) Das CISG enthält keine ausdrückliche Regelung eines allgemeinen Zurückbehaltungsrechts oder eine Einrede des nicht erfüllten Vertrags (Brun- ner/Hurni, in: Honsell [Hrsg.], Kommentar zum UN-Kaufrecht, 2. A., 2010, N 6 zu Art. 71 CISG; Berchtold, in: Brunner [Hrsg.], UN-Kaufrecht – CISG, 2. A., 2014, N 6 zu Art. 71 CISG). Das CISG geht aber generell von der synallagma- tischen Verknüpfung von Leistung und Gegenleistung aus, weshalb ihm der allgemeine Grundsatz entnommen werden kann, dass die eigene Leistung bei Nichterfüllung der Pflichten der anderen Partei zurückbehalten werden kann, es sei denn, hinsichtlich der eigenen Leistung bestehe eine Vorleistungspflicht (Brunner/Hurni, a.a.O., N 8 zu Art. 71 CISG m.w.H.; Berchtold, a.a.O., N 8 zu Art. 71 CISG). Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die Beklagte 1 in Bezug auf die Aushändigung der SD-Sammlung von der F.________ Ltd. an die G.________ AG mit der Bezahlung des Kaufpreises nicht vorleistungspflichtig war. Weil die Klägerin die Ware nicht an die G.________ AG auslieferte bzw. von der F.________ Ltd. ausliefern liess und dadurch den Vertrag verletzte, war die Beklagte 1 berechtigt, die eigene Leistung, d.h. die Bezahlung des Kaufpreises, zurückzubehalten. Unter diesen Umständen liegt seitens der Be- klagten keine Vertragsverletzung vor, weshalb die Klägerin keine Ansprüche aus Vertragsverletzung, insbesondere keinen Anspruch auf Schadenersatz hat. Die Vorinstanz wies die Klage somit zu Recht ab.Kantonsgericht Schwyz 20 5. Zusammenfassend ist die Berufung abzuweisen und das angefochtene Urteil zu bestätigen. Ausgangsgemäss trägt die Klägerin die Kosten des Beru- fungsverfahrens (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Darüber hinaus hat sie die Beklagten angemessen zu entschädigen. Im Berufungsverfahren beträgt das Honorar 20 bis 60 % der in den §§ 8 und 9 festgesetzten Ansätze, wobei der noch vor der Berufungsinstanz in Frage kommende Streitwert massgebend ist (§ 11 GebTRA). Der Streitwert im Berufungsverfahren beträgt gemäss den Rechts- begehren der Klägerin JPY 28‘418‘408. Für die Berechnung des für das Beru- fungsverfahren massgebenden Streitwerts ist der Wechselkurs im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Entscheidfällung massgebend (Seiler, Die Berufung nach ZPO, 2013, N 664). Gemäss dem per 5. Dezember 2016 gültigen Devi- senkurs (JPY 1 = Fr. 0.0088) beträgt der Streitwert für das Berufungsverfah- ren Fr. 248‘065.70. Bei diesem Streitwert beträgt das Grundhonorar im Beru- fungsverfahren zwischen Fr. 1‘100.00 (20 % von Fr. 5‘500.00) und Fr. 23‘760.00 (60 % von Fr. 39‘600.00). Innerhalb dieses Tarifrahmens be- stimmt sich die Höhe des Honorars nach der Wichtigkeit der Streitsache, ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung sowie dem not- wendigen Zeitaufwand (§ 2 Abs. 1 GebTRA). Wird die Vergütung pauschal zugesprochen, gilt die Mehrwertsteuer als in diesem Betrag enthalten (§ 2 Abs. 2 GebTRA). Der Rechtsvertreter der Beklagten reichte keine Honorarno- te ein. Das Gericht hat deshalb das Honorar gestützt auf § 6 Abs. 1 GebTRA ermessensweise festzusetzen. Der Aufwand des Rechtsvertreters des Be- schwerdegegners bestand im Wesentlichen in der Erstellung der rund 13-seitigen Berufungsantwort. Obwohl ein internationaler Sachverhalt vorliegt und zum Teil fremdsprachige Urkunden im Recht liegen, stützte sich die Klä- gerin in der Berufung im Wesentlichen auf die bereits im vorinstanzlichen Ver- fahren vorgebrachten Argumente, weshalb der Aufwand des Rechtsvertreters der Beklagten für das Berufungsverfahren nicht als übermässig hoch einzu- schätzen ist. In Berücksichtigung dessen und der allgemeinen Kriterien gemäss § 2 Abs. 1 GebTRA erscheint eine Entschädigung von pauschal Fr. 4‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) als angemessen;-Kantonsgericht Schwyz 21 erkannt: 1. Die Berufung wird abgewiesen und das angefochtene Urteil des Be- zirksgerichts March vom 5. Dezember 2016 bestätigt. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 14‘500.00 werden der Klä- gerin auferlegt und vom geleisteten Kostenvorschuss bezogen. Der Restbetrag von Fr. 1‘500 wird ihr zurückerstattet. 3. Die Klägerin hat die Beklagten 1 und 2 für das Berufungsverfahren mit Fr. 4‘000.00 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) zu entschädigen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre- chen. Der Streitwert beträgt Fr. 248‘065.70.Kantonsgericht Schwyz 22 5. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), Fürsprecher E.________ (3/R) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledi- gung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 1. Zivilkammer Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber Versand 17. Oktober 2017 rfl