A bteilung IV D -4535/2007 law /bah {T 0/2} U rteil vom 24. A ugust 2007 M itw irkung:R ichter W alter Lang, Thom as W espi, R obert G alliker G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren _______, Afghanistan, vertreten durch U rs Ebnöther, R echtsanw alt, Advokatur Kanonengasse, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 31. M ai 2007 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein ethnischer H azara schiitischen G laubens m it letztem W ohnsitz in A._______/Provinz U ruzgan, verliess sein H eim atland eigenen Anga- ben gem äss in den M onaten Septem ber oder O ktober 2003. M an habe ihn in ko- m atösem Zustand nach Karachi in ein Spital gebracht. Von dort aus sei er etw a dreieinhalb M onate später nach Teheran gereist, w o er sich zirka neun M onate lang aufgehalten habe. D anach sei er in die Türkei w eitergereist, w o er etw a zw ei M onate lang bei einem Schlepper gelebt habe. Am 28. Februar 2005 sei er in die Schw eiz eingereist, w o er am 2. M ärz 2005 um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Kurzbefragung, w elche am 8. April 2005 im B._______ stattfand, sagte er aus, er habe sich in die N achbarstochter verliebt. Sein Vater habe bei deren Vater für ihn um die H and des M ädchens angehalten. D ieser sei nicht bereit gew esen, ihm sei- ne Tochter als Braut zu geben. Eines Tages habe ihn das M ädchen zu H ause be- sucht, dam it sie ihre Flucht hätten vorbereiten können; dabei seien sie sich körper- lich näher gekom m en. Einige Tage später sei an ihr Tor geklopft w orden. Als er geöffnet habe, sei er von den drei Brüdern des M ädchens ins G esicht geschlagen w orden, w orauf er das Bew usstsein verloren habe. Als er w ieder zu sich gekom - m en sei, habe er sich in einem pakistanischen Spital befunden. Sein Vater und sein O nkel hätten ihm gesagt, er sei zw eieinhalb M onate lang im Kom a gelegen. Sein Vater sei nach Afghanistan zurückgekehrt und habe ihn von dort aus angeru- fen. Er habe ihm gesagt, dass die Brüder des M ädchens sich nach seinem Ver- bleib erkundigt hätten. D a diese gedroht hätten, seinen Bruder zu töten, habe der Vater ihnen gesagt, w o er sich befinde. Sein O nkel habe darauf bestanden, dass m an ihn (den Beschw erdeführer) aus dem Spital entlasse, w orauf sie in Karachi untergetaucht seien. Er habe sich etw a einen M onat lang in zahnärztliche Behand- lung begeben m üssen. Sein O nkel habe ihm m itgeteilt, die Brüder des M ädchens hätten herausgefunden, w o er sich aufhalte, und seien unterw egs nach Pakistan. D eshalb habe der O nkel einen Schlepper organisiert, der ihn in den Iran gebracht habe. Am 29. April 2005 hörte (die kantonale Behörde) den Beschw erdeführer zu seinen Asylgründen an. Er m achte im W esentlichen geltend, er habe sich in die Tochter einer paschtunischen N achbarsfam ilie verliebt. D ieses M ädchen habe ihn gefragt, ob er es heiraten w olle, w as er bejaht habe. Sein Vater habe sich bereit erklärt, bei deren Vater vorzusprechen. D ieser habe sich ereifert, w eil ein H azara bei einem Paschtunen um die H and dessen Tochter anhalte. O bw ohl beide Elternseiten nicht dam it einverstanden gew esen seien, hätten sie ihre Beziehung fortgesetzt. Als das M ädchen ihn einm al zu H ause besucht habe, seien sie intim gew orden. Vier oder fünf Tage danach seien deren Brüder bei ihm erschienen und hätten ihn zusam - m engeschlagen. Sein Vater habe ihm später erzählt, dass m an ihn zusam m en m it den N achbarn vor den Brüdern habe retten können. In Teheran sei er von Zivilis- ten m ehrm als beschim pft und geschlagen w orden. Iranische Polizisten hätten m ehrfach G eld von ihm verlangt. Im Auftrag des BFM führte ein LIN G U A-Experte am 15. Juli 2005 ein Telefonge- spräch m it dem Beschw erdeführer, aufgrund dessen er eine H erkunftsanalyse er-3 stellte. In seinem Bericht vom 19. Juli 2005 kam der Experte zum Schluss, der Be- schw erdeführer sei ohne Zw eifel hauptsächlich in Afghanistan sozialisiert w orden. Er habe gute Kenntnisse von Afghanistan und über die Provinz U ruzgan. B. M it Verfügung vom 31. M ai 2007 - eröffnet am 4. Juni 2007 - stellte das BFM fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte dessen Asylgesuch ab; gleichzeitig verfügte es die W egw eisung aus der Schw eiz und ord- nete deren Vollzug an. C . M it Eingabe vom 4. Juli 2007 an das Bundesverw altungsgericht beantragte der Be- schw erdeführer durch seinen Vertreter, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuhe- ben, seine Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und es sei ihm Asyl zu gew äh- ren. Eventualiter sei die U nzulässigkeit oder zum indest die U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. Subeventualiter sei die U nm öglichkeit des Vollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. D ie Verfügung sei zu kassieren und die Sache zur erneu- ten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. Es sei die unentgeltliche Pro- zessführung zu bew illigen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver- zichten. Am 6. Juli 2007 überm ittelte der Beschw erdeführer eine Kopie seines Arbeitsver- trages und der ersten beiden Lohnabrechnungen. D . M it Zw ischenverfügung vom 6. Juli 2007 w ies der Instruktionsrichter des Bundes- verw altungsgerichts das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) ab. Auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses w urde verzichtet. D ie Akten w urden dem BFM zur Vernehm lassung überm ittelt. E. D as BFM beantragte in seiner Vernehm lassung vom 19. Juli 2007 die Abw eisung der Beschw erde. F. In seiner Stellungnahm e vom 8. August 2007, der eine Lageanalyse zu Afghanis- tan des U N H C R vom Septem ber 2003 beigelegt w urde, hielt der Beschw erdefüh- rer an seinen Anträgen fest. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorins- tanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Ver- fügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]).4 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFM führte zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheides aus, die An- gaben des Beschw erdeführers bezüglich der H andhabung vorehelicher Liebesbe- ziehungen seien derart oberflächlich, dass nicht geglaubt w erden könne, er sei tat- sächlich aufgrund dieses Tatbestandes in Schw ierigkeiten geraten. So habe er an- gegeben, nicht zu w issen, w ie ein solcher Fall in der D orfgem einschaft geregelt w erde. Spätestens nachdem er nach Karachi habe fliehen m üssen, hätte er sich aus eigenem Interesse zum indest über die M öglichkeiten einer friedlichen Beile- gung des Falles inform ieren m üssen. Er könne keine Angaben dazu m achen, w ie sich der Fall im H eim atdorf w eiterentw ickelt habe. Angesichts der einschneiden- den Folgen, die sich aus seinem Verhalten ergeben hätten, sei nicht nachvollzieh- bar, dass er keinen Versuch unternom m en habe herauszufinden, ob sein Vater versucht habe, die Sache gütlich zu regeln. Es erscheine unw ahrscheinlich, dass er in kom atösem Zustand bis nach Karachi gebracht w orden sei. Zudem w eise der U m stand, w onach er keine m edizinischen U nterlagen eingereicht habe, darauf hin, dass dieser Spitalaufenthalt nie stattgefunden habe. D ie Erklärung, dass er die Te- lefonnum m er seines O nkels verloren habe, überzeuge nicht. Im W eiteren sei es unw ahrscheinlich, dass die Tochter einer offensichtlich rassistisch gesinnten Paschtunenfam ilie sich in einem D orf, in dem die soziale Kontrolle funktioniere, al- leine zum H aus ihres G eliebten begebe. D as Vorbringen w irke konstruiert. D er Be-5 schw erdeführer habe einm al zu Protokoll gegeben, er w isse nur, dass die Brüder seiner G eliebten unterw egs nach Karachi seien. Ansonsten w isse er nichts über allfällige R eaktionen, die sein Verhalten im D orf ausgelöst habe. D anach habe er geltend gem acht, er habe erfahren, dass D orfbew ohner bei seinem Vater vorge- sprochen und diesen für das G eschehene verantw ortlich gem acht hätten. D ie Vor- bringen des Beschw erdeführers hielten den Anforderungen an die G laubhaftigkeit von Art. 7 AsylG nicht stand. 4.2 In der Beschw erde w urde geltend gem acht, der Beschw erdeführer habe bei der Anhörung erw ähnt, dass es in seinem D orf noch nie zu einem solchen Vorfall ge- kom m en sei, w as glaubhaft sei, da er aus einer ländlichen R egion stam m e. D as D orf sei abgelegen und entsprechend traditionell seien die M oralvorstellungen. D ies erkläre, w eshalb ihm nicht bekannt sei, w ie in solchen Fällen vorgegangen w erde. D a er bew usstlos gew esen sei, w isse er nicht, w eshalb er nach Karachi und nicht in ein anderes Krankenhaus gebracht w orden sei. Er könne sich vorstel- len, dass dies aus Sicherheitsgründen geschehen sei. Er habe bei der Anhörung erklärt, dass seine G eliebte einen Vorw and gehabt habe, um zu seinem H aus zu kom m en; zufällig sei er alleine dort gew esen. In seinen Aussagen fänden sich so- dann keine W idersprüche. Er w isse nicht, w ie die D orfbevölkerung auf den Angriff gegen ihn reagiert habe und ob die Täter zur Verantw ortung gezogen w orden sei- en. D ie Auffassung der Vorinstanz, er habe gesagt, er w isse nichts über eventuelle R eaktionen, die sein Verhalten im D orf ausgelöst habe, sei falsch, da sich eine solche Aussage nicht im Protokoll finden lasse. D as D orf des Beschw erdeführers stehe unter Kontrolle der (...), w elche m it den Taliban kollaboriert hätten. D iese hätten heute erhebliche Problem e m it der "H ezb- e-W ahdat" Partei. Er habe diese Tatsache erw ähnt, w elche von der Vorinstanz nicht in Betracht gezogen w orden sei. D ie Vorinstanz habe sich som it gew eigert, ein erhebliches und rechtzeitiges Vorbringen zu w ürdigen, w odurch sie seinen Anspruch auf rechtliches G ehör, nam entlich die Pflicht zur Prüfung von Parteivorbringen gem äss Art. 32 Abs. 1 Vw VG , verletze. Aus diesem G rund sei die Verfügung zu kassieren. 4.3 D as BFM führte in seiner Vernehm lassung aus, es sei bekannt, dass die Bezie- hungen zw ischen den verschiedenen Fraktionen der H azara von Spannungen ge- prägt seien. Eine w ie vom Beschw erdeführer stipulierte, politisch m otivierte Kollek- tivverfolgung entspreche in keiner W eise dem bis anhin beobachteten Verhalten der afghanischen Bevölkerung und der M achthaber. D as nachgeschobene Vorbrin- gen m üsse daher als pauschalisierende Schutzbehauptung bezeichnet w erden. D er Beschw erdeführer habe (...) verlassen, als es schon lange nicht m ehr unter der H errschaft von B._______ gestanden habe. Betreffend die Situation nach der Vertreibung der Taliban habe er m it keinem W ort auf Schw ierigkeiten hingew iesen, sondern sich im G egenteil dahingehend geäussert, dass es in der G egend ruhig gew esen sei und sich die dort stationierten ausländischen Soldaten zurückgezo- gen hätten, w eil sie festgestellt hätten, dass es im D orf sicher gew esen sei. Allfälli- ge Ü bergriffe fänden m eist kurz nach dem M achtw echsel statt und seien in der R e- gel persönlich oder w irtschaftlich m otiviert. D a er diese sensible Phase ohne Prob- lem e schildere, könne ihm nicht geglaubt w erden, dass er heute deshalb Problem e bekom m en könnte.6 4.4 D er Beschw erdeführer entgegnete, der Einschätzung der Vorinstanz, w onach die geltend gem achte, politisch m otivierte Kollektivverfolgung nicht dem beobachteten Verhalten der Bevölkerung und der M achthaber entspreche, könne eine D arstel- lung des U N H C R vom Septem ber 2003 gegenübergestellt w erden. D iese zeige deutlich, dass die Zivilbevölkerung m itunter schw ere Konsequenzen zu tragen habe, w eil die rivalisierenden Fraktionen in Konkurrenz zueinander stünden. O b B._______ noch im m er seinen Einfluss ausübe oder ob lediglich seine G e- folgsleute in R ivalitäten verw ickelt seien, ändere nichts an der für ihn noch heute bestehenden G efährdungslage. 5. D ie in der Beschw erde vertretene Auffassung, die Vorinstanz habe ein w esentli- ches Vorbringen des Beschw erdeführers bei der Entscheidfindung nicht berück- sichtigt, ist nicht stichhaltig. Es trifft zu, dass der Beschw erdeführer bei der Anhö- rung erw ähnte, der D orfvorsteher habe m it den Taliban ein Abkom m en getroffen, so dass sie keine Problem e gehabt hätten. In ihrer G egend sei es seit langem ru- hig gew esen. Am erikanische Soldaten seien ins D orf gekom m en, um für Sicherheit zu sorgen. Als diese festgestellt hätten, dass bei ihnen alles sicher gew esen sei, seien sie w ieder w eggegangen. Inw iefern das BFM in diesem Zusam m enhang ein w esentliches Vorbringen des Beschw erdeführers nicht berücksichtigt haben sollte, ist nicht nachvollziehbar. D er D arstellung des U N H C R vom Septem ber 2003 ist zw ar zu entnehm en, dass die Zivilbevölkerung in der Provinz U ruzgan durch die Auseinandersetzungen zw ischen den rivalisierenden Fraktionen betroffen w urde, der Beschw erdeführer lebte aber eigenen Aussagen gem äss bis zum Berichtszeit- punkt im in dieser Provinz gelegenen H eim atdorf und w ar von diesen Auseinander- setzungen zu keiner Zeit betroffen. Som it liegt keine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches G ehör vor, w eshalb der Antrag, die Sache sei an die Vorinstanz zu- rückzuw eisen, abzuw eisen ist. 6. 6.1 D as Bundesverw altungsgericht gelangt nach eingehender Prüfung der Akten zum Schluss, dass das BFM die Vorbringen des Beschw erdeführers zu R echt als un- glaubhaft beurteilte. Angesichts der schw eren Verletzungen, die er erlitten habe, und seines angeblich Besorgnis erregenden Zustandes, ist in der Tat nicht nach- vollziehbar, w eshalb seine Angehörigen ihn nach Karachi in ein Spital gebracht hätten, liegt diese Stadt doch bereits luftlinienm ässig rund 1'000 Kilom eter von sei- ner H eim at entfernt. D ie Aussage des Beschw erdeführers, er w isse nicht, w ie er nach Karachi gebracht w orden sei, verm ag in keiner W eise zu überzeugen, w ill er doch nach seiner Entlassung aus dem Spital noch einen M onat lang m it seinem O nkel zusam m en gew esen sein, der ihm sicherlich von den Vorkom m nissen nach dem geltend gem achten Ü bergriff der Brüder seiner G eliebten erzählt hätte. In die- sem Zusam m enhang kann auch nicht nachvollzogen w erden, dass der Beschw er- deführer w eder angeben kann, in w elchem Spital er gepflegt w orden sei, noch, w ie der Zahnarzt heisst, bei dem er w ährend eines M onats m ehrfach in Behandlung gew esen sei. D er U m stand, dass der Beschw erdeführer über keinerlei U nterlagen zu seiner m edizinischen Behandlung verfügt, bestärkt die bestehenden Zw eifel an seinen Vorbringen. Zudem brachte er bei der Anhörung einerseits vor, der Schlep-7 per habe ihm die aufgeschriebene Telefonnum m er seines O nkels abgenom m en, w ährend er andererseits behauptete, er habe diese verloren. D es W eiteren sind die Aussagen des Beschw erdeführers, w ie er von der ihm in Karachi drohenden G efahr erfahren habe, w idersprüchlich. Bei der Kurzbefragung m achte er geltend, sein Vater habe ihn einige Zeit, nachdem er nach Afghanistan zurückgekehrt sei, angerufen und ihm gesagt, die Brüder seiner G eliebten seien in ihr H aus einge- drungen und hätten nach seinem Verbleib gefragt. Sie hätten seinem jüngeren Bruder eine Pistole an den Kopf gehalten, um von ihm die gew ünschte Inform ation zu erhalten. Sein Vater habe ihm erzählt, er habe den Brüdern gesagt, dass er (der Beschw erdeführer) sich in Karachi im Spital aufhalte. Sein O nkel, der bei ihm im Spital gew esen sei, habe dies m itbekom m en und bei den Ärzten seine Entlas- sung aus dem Spital erreicht. Anlässlich der Anhörung sagte er aus, sein Vater habe seinen O nkel angerufen und diesem erzählt, die Brüder seiner G eliebten w üssten, w o er sich aufhalte. Sein O nkel habe ihm erzählt, die Brüder hätten sei- nen kleinen Bruder festgenom m en und gedroht, ihn um zubringen, sollte sein Vater ihnen seinen Aufenthaltsort nicht verraten. Sein Vater habe seinem O nkel gesagt, die Brüder seien unterw egs nach Karachi, sie w ürden in ein paar Tagen dort an- kom m en. Sein O nkel habe veranlasst, dass er das Spital noch am gleichen Tag habe verlassen können. Bei der Kurzbefragung erklärte er hingegen, sein O nkel habe von seinem Vater erfahren, die Brüder der G eliebten hätte herausgefunden, w o sein O nkel in Karachi w ohne beziehungsw eise sie sich aufhielten, und seien jetzt unterw egs nach Pakistan. D ie Aussagen des Beschw erdeführers zu einem w esentlichen Punkt sind som it in m ehreren Punkten w idersprüchlich. Schliesslich sind entgegen der in der Beschw erde vertretenen Auffassung auch die Aussagen des Beschw erdeführers über die Folgen, w elche die Angelegenheit im D orf gezei- tigt habe, w idersprüchlich. Auf die Frage, w ie die D orfbevölkerung auf den ganzen Vorfall reagiert habe, antw ortete er, er habe keine Inform ationen und w isse nur, dass die Brüder des M ädchens unterw egs seien, um ihn zu erw ischen. Zu einem späteren Zeitpunkt der Anhörung führte er jedoch aus, die Leute des D orfes seien zu seinem Vater gekom m en und hätten diesem die Schuld am Vorfall gegeben. 6.2 D er Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass der Beschw erdeführer die Flücht- lingseigenschaft auch dann nicht erfüllen w ürde, w enn seine Vorbringen glaubhaft w ären. Ihm w äre nicht aus einem der oben unter 3.1 abschliessend erw ähnten G ründe, sondern aufgrund des vorehelichen G eschlechtsverkehrs m it seiner G e- liebten nachgestellt w orden. D ie in der Beschw erde vertretene Auffassung, aus den dortigen Ausführungen gehe hervor, dass die Flüchtlingseigenschaft des Be- schw erdeführers festzustellen sei, ist som it auch aus diesem G rund unzutreffend. 6.3 Zusam m enfassend ist dem nach festzuhalten, dass der Beschw erdeführer bis zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus Afghanistan w eder asylrechtlich relevante Verfol- gung erlitten hatte noch solche in begründeter W eise fürchten m usste. Auch im heutigen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dem Beschw erdeführer drohe bei einer R ückkehr in sein H eim atland asylrechtlich relevante Verfolgung. Abschlie- ssend ist festzustellen, dass auch die Zugehörigkeit des Beschw erdeführers zur Ethnie der H azara und seine schiitische G laubenszugehörigkeit für sich alleine nicht zur Zuerkennung einer begründeten Furcht vor Verfolgung führen können, zum al er bei den Befragungen in diesem Zusam m enhang keinerlei persönliche Problem e geltend m achte.8 6.4 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in den Eingaben des Beschw erdeführers im Einzelnen w eiter einzugehen, da sie am Ergebnis der vorgenom m enen W ürdigung nichts zu ändern verm ögen. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass er keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D as Bundesam t hat sein Asylgesuch dem nach zu R echt abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). Ist eine dieser Voraus- setzungen erfüllt, so ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu erach- ten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission, EM AR K 2001 N r. 1 E. 6a S. 2, 2006 N r. 6 E. 4.2. S. 54 f.). 7.2 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si- tuation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om en- te, w ie beispielsw eise einer nicht durchführbaren, aber notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 7.2.1 D er vom BFM in der angefochtenen Verfügung vertretene Standpunkt, w onach in Afghanistan keine Situation allgem einer G ew alt herrsche, trifft in dieser pauschal geäusserten Form nicht zu. In Anbetracht der jüngsten Entw icklung besteht für das Bundesverw altungsgericht kein Anlass, von seiner bisherigen, in Ü bereinstim m ung m it jener der ehem aligen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) stehen- den Praxis abzuw eichen, gem äss w elcher die Situation in Afghanistan differenzier- ter zu beurteilen ist. D em nach gilt eine R ückkehr abgew iesener Asylsuchender le- diglich in die Provinz Kabul (vgl. bereits EM AR K 2003 N r. 10), die nördlich der H auptstadt gelegenen Provinzen Parw an, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, 9 Balkh, Sari Pul sow ie die G ebiete um Sam angan, die nicht zum H azarajat gehören (traditionelles Siedlungsgebiet der H azara, vgl. EM AR K 2003 N r. 30 E. 7a S. 193) sow ie die Provinz H erat im W esten des Landes als zum utbar (vgl. EM AR K 2006 N r. 9, E. 7.8. S. 102), sofern sie aus diesen R egionen stam m en oder dort über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügen und konkrete M öglichkeiten der Sicherung des Existenzm inim um s und der W ohnsituation bestehen (vgl. dazu EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.cc S. 68; N r. 30 E. 7b S. 193 f.). Zudem ist die R ückkehr in diese Provinzen nur zum utbar bei jungen, unverheirateten Personen oder kinderlosen Paaren ohne schw ere gesundheitliche Problem e (vgl. EM AR K 2006 N r. 9, E. 7.8. S. 102). 7.2.2 D er Beschw erdeführer ist Angehöriger der Ethnie der H azara und stam m t aus A._______, das in der Provinz U ruzgan liegt, w o er bis zum von ihm geltend gem achten Ausreisezeitpunkt gelebt haben soll. D er m it dem Erstellen der LIN G U A-Analyse beauftragte Experte gelangte zum Schluss, dass die Angaben des Beschw erdeführers zu seiner H erkunftsregion überzeugend ausgefallen seien, w eshalb an seinen diesbezüglichen Aussagen keine ernsthaften Zw eifel bestehen. D ie Provinz U ruzgan gehört nicht zu einer der oben erw ähnten Provinzen (vgl. E. 7.2.1). D ie W egw eisung des Beschw erdeführers in seine H erkunftsprovinz erw eist sich dem nach als generell - m ithin ungeachtet des allfälligen Bestehens eines dor- tigen sozialen Beziehungsnetzes - unzum utbar. Es stellt sich daher die Frage, ob dem Beschw erdeführer allenfalls eine Aufent- haltsalternative in einem anderen Landesteil Afghanistans zur Verfügung steht. G em äss den anlässlich der Befragungen gem achten Angaben hat der Beschw er- deführer die Schule bis zur zw eiten Klasse besucht. Er habe seinem Vater im O bstgarten, w elcher der Fam ilie ein gutes Auskom m en erm öglicht habe, gearbei- tet. M angels gegenteiliger konkreter Anhaltspunkte in den Akten kann sodann nicht geschlossen w erden, der Beschw erdeverfügt verfüge in Kabul oder in einer anderen Provinz seines H eim atlandes über eine gesicherte W ohnsituation und über ein tragfähiges fam iliäres oder anderw eitiges Beziehungsnetz. M ithin fehlen die entscheidenden Zum utbarkeitsfaktoren für die Annahm e, er könne sich im G rossraum Kabul oder einer anderen Provinz eine Existenzgrundlage aufbauen beziehungsw eise sichern. U nter diesen U m ständen ist ihm die R ückkehr in sein H eim atland zur Zeit nicht zuzum uten. D er Vollzug der W egw eisung ist som it im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG als unzum utbar zu bezeichnen. Aus den Akten ergeben sich im Ü brigen keine H inw eise auf allfällige Ausschlussgründe gem äss Art. 14a Abs. 6 AN AG . 8. D ie Beschw erde ist dem nach gutzuheissen, sow eit beantragt w ird, es sei die U n- zum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen und die vorläufige Auf- nahm e anzuordnen; im Ü brigen ist sie abzuw eisen. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispo- sitivs der Verfügung des Bundesam tes vom 31. M ai 2007 sind dem nach aufzuhe- ben und das BFM ist anzuw eisen, den Aufenthalt des Beschw erdeführers nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a Abs. 4 AN AG ).10 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens - w elches rechnerisch als hälftiges O bsiegen beurteilt w ird - sind die reduzierten Kosten von Fr. 300.-- dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). 9.2 Angesichts des teilw eisen O bsiegens ist dem Beschw erdeführer eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG und Art. 7 Abs. 2 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D a der R echtsvertreter keine Kostennote einreichte, der Vertretungsaufw and jedoch ohne W eiteres zuver- lässig abschätzbar ist, ist die um die H älfte reduzierte Parteientschädigung von Am tes w egen und in Berücksichtigung der m assgeblichen Bem essungsfaktoren auf pauschal Fr. 700.--, inklusive Auslagen und M ehrw ertsteuer (vgl. Art. 8 ff. VG KE), festzulegen und das BFM anzuw eisen, dem Beschw erdeführer diesen Be- trag auszurichten. (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit beantragt w ird, es sei die U nzum utbar- keit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen und die vorläufige Aufnahm e an- zuordnen; im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung vom 31. M ai 2007 w erden aufge- hoben. D as BFM w ird angew iesen, die vorläufige Aufnahm e des Beschw erdefüh- rers zu verfügen. 3. D ie reduzierten Verfahrenskosten von Fr. 300.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. 4. D as BFM hat dem Beschw erdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 700.-- aus- zurichten. 5. D ieses U rteil geht an: - den Vertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (Kopie; R ef.-N r. N _______) - kantonale Behörde D er R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang C hristoph Basler Versand am :