<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">IV.2010.00246</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">II. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichter Gräub</font> </p><p><font size="4">Ersatzrichterin Romero-Käser</font> </p><p><font size="4">Gerichtsschreiberin Fehr</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 30. Juni 2011</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführer</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch Rechtsanwalt Sebastian Lorentz</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Lorentz Schmidt Partner, Rechtsanwälte</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Weinbergstrasse 29, 8006 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Sachverhalt:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.1 X.___, geboren 1961, litt nach einem Fehltritt auf einer untersten Treppenstufe am 1. Oktober 2001 (Urk. 9/7/106 Ziff. 6) an einer diffusen unklaren Lumbalgie (Urk. 9/7/98 Ziff. 1) und meldete sich am 13. September 2002 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Berufsberatung, Rente) an (Urk. 9/2 Ziff. 7.8). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm, insbesondere gestützt auf ein am 6. August 2003 erstattetes Gutachten (Urk. 9/24) mit Verfügung vom 4. Februar 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 46 % eine Viertelsrente ab Oktober 2002 zu (Urk. 9/60). In teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen Einsprache sprach sie ihm mit Einspracheentscheid vom 12. November 2004 eine halbe Härtefallrente zu (Urk. 9/86 S. 3 Ziff. 7). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Dagegen erhob der Versicherte Beschwerde beim hiesigen Gericht (Urk. 8/94/3-5); mit Verfügung vom 29. März 2005 wurde das entsprechende Verfahren als durch Rückzug der Beschwerde erledigt abgeschrieben (Urk. 9/108/1-2). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Am 5. März 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die Überprüfung des Invaliditätsgrades habe keine sich auf die Rente auswirkende Änderung ergeben (Urk. 9/116). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.2 Am 3. Juli 2008 stellte der Versicherte ein Gesuch um Überprüfung und Erhöhung des Invaliditätsgrades (Urk. 9/126).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die IV-Stelle holte Arztberichte (Urk. 9/132, Urk. 9/140, Urk. 9/142-143) ein und veranlasste ein Gutachten, das am 19. September 2009 erstattet wurde (Urk. 9/138/2-23).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Mit Vorbescheid vom 4. Januar 2010 stellte die IV-Stelle die Aufhebung der bisher gewährten Renten in Aussicht (Urk. 9/146), wogegen der Versicherte am 3. Februar 2010 Einwände erhob (Urk. 9/155).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Mit Verfügung vom 15. Februar 2010 hob die IV-Stelle die Rente auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats auf (Urk. 9/158 = Urk. 2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2. Gegen die Verfügung vom 15. Februar 2010 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 11. März 2010 Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine Rente auszurichten (Urk. 1 S. 2 Ziff. I.1-2). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 23. April 2010 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Mit Gerichtsverfügung vom 27. April 2010 wurde dies dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht und es wurden antragsgemäss (Urk. 1 S. 2 Ziff. I.3) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt (Urk. 10). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht zieht in Erwägung:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.1 Die massgebenden rechtlichen Grundlagen betreffend den Rentenanspruch (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und die Invaliditätsbemessung (Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) sind in der angefochtenen Verfügung zutreffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 1). Darauf kann, mit nachstehenden Ergänzungen, verwiesen werden.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.1 Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, gemäss dem eingeholten Gutachten bestehe in einer körperlich leichten bis nur selten mittelschweren, adaptierten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit, womit der Invaliditätsgrad noch 24 % betrage (Urk. 2 S. 3 oben).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.2 Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt, es sei 2009 der gleiche Gesundheitsschaden wie 2003 festgestellt worden (S. 4 Ziff. 12-13) beziehungsweise gemäss der Einschätzung durch den behandelnden Arzt habe sich sein Gesundheitszustand sogar verschlechtert (S. 4 f. Ziff 14-15).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die gesetzlichen Revisionsvoraussetzungen seien somit nicht erfüllt (S. 7 Ziff. 25-27). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.3 Strittig und zu prüfen ist mithin, wie es sich mit dem aktuellen Gesundheitszustand und Invaliditätsgrad im Vergleich zu den Verhältnissen bei der Leistungszusprache (2004 / 2003) verhält. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.1 Am 6. August 2003 erstattete Dr. med. Y.___, Innere Medizin FMH, fallverantwortlicher Oberarzt, Medizinische Abklärungsstelle (Medas) Z.___, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/24/1-17). Dieses stützte sich auf die vorhandenen Akten (S. 3 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 7 f.), eine internistische Untersuchung (S. 8) sowie ein rheumatologisches (S. 9, Urk. 9/24/18-22) und ein psychosomatisches (S. 10; Urk. 9/24/23-27) Fachgutachten.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Der Gutachter stellte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11 Ziff. 5.1):</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts bei/mit</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS)</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">Status nach Sturzereignis Oktober 1991 (richtig: 2001)</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">zervikospondylogenes Syndrom links bei/mit</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">Status nach Sturzereignis Oktober 1991 (richtig: 2001)</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">Wirbelsäulenfehlhaltung bei Dekonditionierung im Rahmen ausgeprägten Schonverhaltens</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">ausgeprägte Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Krankheitsfehlverarbeitung </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">leichtgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Als Gesamtbeurteilung (vgl. S. 11 ff. Ziff. 6) führten die Gutachter aus, es sei von einer gewissen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine körperlich schwerere Tätigkeit auszugehen, indem eine verminderte Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule sowie der Nacken-/Schulterregion links anzunehmen sei. Damit würden sie eine Reintegration in den bisherigen Beruf als Schaler für nicht möglich halten (S. 15 unten).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Hingegen erscheine eine wirbelsäulenadaptierte, leicht bis mittelschwer belastende Tätigkeit in Wechselpositionen ohne Arbeit in vorgeneigter Körperhaltung, repetitiv rumpfrotierenden Stereotypien sowie ohne dauernde Überlastung des linken Armes in einem 70%igen Pensum zumutbar. Als Reintegrationshindernisse stünden - invaliditätsfremde - psychosoziale Kontextfaktoren wie ausgeprägte Krankheitsüberzeugung und Selbstlimitierung im Vordergrund (S. 16 oben). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Aus psychosomatischer Sicht seien der Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine leichte Depression zu erwähnen. Den Hintergrund der Ausbildung der somatoformen Schmerzstörung dürfte nicht unwesentlich die vermehrte sozioökonomische Belastung durch den kurz vorher erfolgten Familiennachzug bilden, der nachvollziehbar eine Einengung der finanziellen Ressourcen mit sich gebracht und die Rolle als Ernährer durch ein Bagatell-Trauma in Frage gestellt habe. In Anbetracht der Gesamtsituation, der Inkongruenzen in der Untersuchung und der im klinischen Eindruck doch erheblich besseren Leistungsfähigkeit als subjektiv vom Beschwerdeführer demonstriert, würden die Gutachter auch aus psychosomatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 70 % für eine angepasste Tätigkeit als zumutbar erachten (S. 16). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.2 Im Bericht der Ärzte des A.___ Zentrums vom 14. November 2006 (Urk. 9/114) wurde der Gesundheitszustand als stationär bezeichnet (S. 1 Ziff. 1) und es wurden ein Panvertebralsyndrom nach Treppensturz am 1. Oktober 2001 sowie chronische Schulter-Arm-Schmerzen mit Ausstrahlung links diagnostiziert (S. 1 Ziff. 2). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.3 Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Neurologie, nannte in seinem Bericht vom 10. März 2008 (Urk. 9/143/5-7) als Diagnose eine regrediente Armparese links bei Status nach - am 22. Februar 2008 erlittenem (S. 2 unten) - wahrscheinlich kleinem rechtshemisphärischem Insult (S. 1). Die Armparese sei weitgehend regredient (S. 2 unten). Die zusätzlich durchgeführte MRI-Untersuchung des Gehirns (vgl. Urk. 9/143/3-4 = Urk. 9/143/8-9) habe einen normalen Befund ergeben; eine persistierende Läsion habe somit nicht nachgewiesen werden können (S. 3 oben). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.4 Am 4. Juni 2008 berichtete Dr. med. C.___, Neurologie FMH, über ihre Untersuchung vom 4. Juni 2008 (Urk 9/125/2-4 = Urk. 9/132/7-9 = Urk. 9/143/10-12 = Urk. 9/143/13-15). Sie nannte folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">Status nach Sturz (1. Oktober 2001) auf den Rücken mit chronischem Schmerzsyndrom und depressiver Verstimmung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">Status nach transientem armbetontem Hemisyndrom links unklarer Genese</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">Schädel-MRI März 2008 unauffällig</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Aus neuropsychologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit noch deutlich (60 bis 70 %) eingeschränkt (S. 1 unten). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.5 Am 17. Juni 2008 erstattete Dr. med. D.___, Facharzt Allgemeinmedizin, einen Bericht (Urk. 9/125/1 = Urk. 9/143/17). Dabei nannte er folgende Diagnosen:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">panvertebrales Syndrom</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">Schulter-Arm-Syndrom links</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">Verdacht auf passegeres Hemisyndrom links</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">Depression</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Seit einem Unfall am 1. Oktober 2001 mit Kontusion der lumbalen Wirbelsäule persistiere ein panvertebrales Syndrom; deswegen beziehe der Beschwerdeführer eine 46%ige Rente.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Mitte Februar 2008 habe er ein armbetontes Hemisyndrom links erlitten, von welchem er sich ohne weitere Medikation teilweise erholt habe. Allein aufgrund der neurologischen und neuropsychologischen Beurteilung betrage die Restarbeitsfähigkeit höchstens 1/3. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.6 Am 24. November 2008 erstattete Dr. med. E.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, einen Bericht (Urk. 9/132/1-6). Er gab an, den Beschwerdeführer seit Mai 2008 zu behandeln (Ziff. 3.1), dies in regelmässigen Sitzungen (Ziff. 3.7). Als Diagnosen nannte er eine depressive Episode mittleren Grades, eine Anpassungsstörung mit Störungen des Sozialverhaltens, dissoziative Störungen und ein chronisches Schmerzsyndrom, die sich nach dem Unfall von 2001 entwickelt hätten (Ziff. 1.1). Seither bestehe auf unbestimmte Zeit eine Arbeitsunfähigkeit von 60-70 % (Ziff. 2). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.7 Am 15. September 2009 erstatteten die Ärzte des Instituts F.___ (F.___) ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/138/2-23). Sie stützten sich dabei auf die ihnen überlassenen Akten (S. 3 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 8 ff.), eine am 17. August 2008 erfolgte allgemeinmedizinische und internistische (S. 10 Ziff. 3.3), eine psychiatrische (S. 10 ff. Ziff. 4.1) und eine neurologische (S. 14 ff. Ziff. 4.2) Untersuchung.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Im psychiatrischen Teil des Gutachtens wurde unter anderem ausgeführt, der behandelnde Psychiater habe eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % bis 70 % attestiert und angegeben, den Beschwerdeführer seit Mai 2008 zu behandeln; dieser selber berichte, seit vier Jahren in Behandlung zu sein. Hier bestünden Diskrepanzen. Eine krankheitswertige Depression könne nach Erhebung von Anamnese und Befund nicht objektiviert werden, es handle sich hier um Verstimmungen bei sozialer Problematik. Eine dissoziative Störung liege nicht vor. Der behandelnde Psychiater sei in seinem Bericht auch nicht auf das Ausdrucksverhalten des Beschwerdeführers eingegangen. Aus sozial-medizinischer Sicht könne keine Arbeitsunfähigkeit auf dem psychiatrischen Fachgebiet zuerkannt werden (S. 14 Ziff. 4.1.7). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Im neurologischen Teil wurde ausgeführt, die früher attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 60 % bis 70 % aus neuropsychologischer Sicht sei nicht nachvollziehbar, wenn diese Defizite nicht als hirnorganisch, sondern als Folge von Interferenzfaktoren zu interpretieren seien, wie dies die neurologische Untersucherin auch getan habe; sie habe in ihrer Beurteilung offenbar invaliditätsfremde Gründe wie schwierige psychosoziale und finanzielle Umstände mit eingeschlossen (S. 18 unten Ziff. 4.2.6).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 19 Ziff. 5.1):</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">chronisches Lumbovertebral-Syndrom</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">bei degenerativen LWS-Veränderungen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">ohne radikuläre Zeichen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- </font><font face="RotisSerif" size="4">chronisches zerviko-zephales Schmerzsyndrom</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie unter anderem ein multilokuläres, unspezifisches Schmerzsyndrom mit/bei sozialer Problematik mit reaktiver Verspannung sowie Symptomausweitung und Selbstlimitierung, und einen Status nach transientem armbetontem Hemisyndrom links unklarer Genese (S. 19 Ziff. 5.2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> In ihrer Beurteilung führten sie aus, zusammenfassend resultiere aus polydisziplinärer Sicht, dass beim Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit, allgemein für körperlich schwere und anhaltend mittelschwer belastende Tätigkeiten, eine bleibende volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere adaptierte Tätigkeiten hingegen bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 20 unten).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, den vorliegenden Dokumenten sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten gingen sie davon aus, dass die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit der Rentenzusprache bestätigt werden könne. Bezüglich Verweistätigkeiten sei festzustellen, dass diese aus psychosomatischer Sicht im Jahr 2003 leicht beeinträchtigt beurteilt worden seien, da damals neben der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung noch eine leichtgradige depressive Episode festgestellt worden sei. Diese sei zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr nachweisbar, so dass in Verweistätigkeiten auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Daran ändere auch die zwischenzeitliche, aus den dargelegten Gründen nicht nachvollziehbare, Einschätzung des behandelnden Psychiaters nichts (S. 20 Ziff. 6.3). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.8 Am 2. November 2009 berichtete Dr. E.___ an Dr. D.___ (Urk. 9/140 = Urk. 9/142/1-2 = Urk. 9/143/1-2), der Beschwerdeführer klage vermehrt über druckartige Kopfschmerzen, die ein Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz sein könnten (S. 1). Die Prognose sei immer düsterer, die Behandelbarkeit werde immer schwieriger (S. 2). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4.1 Die Rentenzusprache im Februar 2004 erfolgte hauptsächlich gestützt auf das im August 2003 erstattete Medas-Gutachten. Damals wurde einerseits eine Wirbelsäulenproblematik (lumbospondylogenes und zervikospondylogenes Syndrom) und andererseits eine psychische / psychosomatische Problematik (ausgeprägte Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Krankheitsfehlverarbeitung, Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung, leichtgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom) als limitierend festgehalten (vorstehend E. 3.1). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Im F.___-Gutachten vom September 2009 (vorstehend E. 3.7) wurde die Rückenproblematik wiederum als (bezüglich der früher ausgeübten Tätigkeit) limitierend festgehalten. Im Unterschied zu den Verhältnissen im Jahr 2003 / 2004 war jedoch 2009 keine limitierende psychische / psychosomatische Problematik auszumachen. Sowohl eine allfällige Depression als auch eine dissoziative Störung wurden im Gutachten diskutiert, jedoch mit entsprechender Begründung verneint. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Es steht demnach fest, dass sich der medizinische Sachverhalt in einem wesentlichen Punkt geändert hat.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4.2 Daran ändern die Berichte des behandelnden Psychiaters (vorstehend E. 3.6 und 3.8), der eine Depression diagnostizierte, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 5 f. Ziff. 15 f.), nichts. Diesbezüglich fällt massgeblich ins Gewicht, dass der behandelnde Psychiater im November 2008 angegeben hat, die von ihm aktuell attestierte Arbeitsunfähigkeit von 60-70 % bestehe seit dem Unfall von 2001 (vorstehend E. 3.6). Diese Angabe steht in derart krassem Gegensatz zu den im Gutachten von 2003 enthaltenen Feststellungen, dass seine Beurteilung insgesamt jegliche Überzeugungskraft einbüsst. Sie ist in der Tat nur nachvollziehbar vor dem Hintergrund der vom Beschwerdeführer angeführten langjährigen Patientenbeziehung (Urk. 1 S. 6 Ziff. 19), was allerdings der Objektivität nicht, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht (Urk. 1 S. 6 Ziff. 19), förderlich ist, sondern praxisgemäss gerade eine kritische und nur zurückhaltende Berücksichtigung erheischt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc), was vorliegend geradezu exemplarische Bestätigung findet.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4.3 Das F.___-Gutachten erfüllt die praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.3) vollumfänglich.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Auf die dazu im Widerspruch stehenden Berichte des behandelnden Psychiaters, zu denen im Gutachten überdies Stellung genommen wurde, ist aus den dargelegten Gründen (vorstehend E. 4.2) nicht abzustellen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die übrigen medizinischen Berichte enthalten sodann keine Angaben, mit denen die Feststellungen und Beurteilungen im Gutachten nicht vereinbar wären.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Zur Beurteilung der Verhältnisse im vorliegend massgebenden Revisionszeitpunkt ist somit auf das F.___-Gutachten abzustellen. Mithin ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass die Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere adaptierte Tätigkeiten 100 % beträgt.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4.4 Die Beschwerdegegnerin hat auf dieser - zutreffenden - Grundlage die Invaliditätsbemessung vorgenommen. Dass diese als solche unzutreffend sei, wurde weder geltend gemacht noch bestehen nach Lage der Akten (Urk. 9/145 S. 5) dafür Anhaltspunkte.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Somit ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass der Invaliditätsgrad noch 24 % beträgt. Damit besteht kein Rentenanspruch mehr.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die angefochtene Verfügung erweist sich mithin als rechtens, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">5.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">5.1 Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1</font><sup><font face="RotisSerif" size="4">bis</font></sup><font face="RotisSerif" size="4"> IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen, ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und zufolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">5.2 Mit Honorarnote vom 13. Juli 2010 machte der unentgeltliche Rechtsvertreter einen Aufwand von 15.55 h und eine Spesenpauschale von 3 % geltend (Urk. 13).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 9 in Verbindung mit § 8 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (GebV SVGer) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">5.3 Der vom unentgeltlichen Rechtsvertreter geltend gemachte Aufwand ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen. Namentlich erscheint ein Aufwand von 8 1/2 Stunden für die gut fünf Textseiten umfassende Beschwerdeschrift und von über 3 Stunden im Zusammenhang mit der beantragten Unentgeltlichkeit als überhöht.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Angesichts der zu studierenden höchstens acht relevanten medizinischen Aktenstücke (vgl. vorstehend E. 3), der Rechtsschrift, den gerechtfertigten Aufwendungen im Zusammenhang mit der beantragten Unentgeltlichkeit sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist die Entschädigung bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">5.4 Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5"> </font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5"> </font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht erkennt:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Sebastian Lorentz, Zürich, wird mit Fr. 2'400.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse entschädigt. Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Rechtsanwalt Sebastian Lorentz</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherungen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">sowie an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Gerichtskasse</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">5. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p></div></body></html>