B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-916/2012 U r t e i l v o m 1 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richterin Gabriela Freihofer, Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, Russland, vertreten durch Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. Februar 2012 / N (…). E-916/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, seine Lebenspartnerin und deren beide Kinder kamen am (…) Januar 2012 von Moskau herkommend im Flughafen Zü- rich an und ersuchten am 23. Januar 2012 um Asyl. Das BFM erfasste das Asylverfahren des Beschwerdeführe rs unter der Verfahrensnummer N (…) und jenes seiner Lebenspartnerin und deren Kinder unter der Ver- fahrensnummer N (…) (betr. das Verfahren N (…) vgl. das ebenfalls heu- te ergehende Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-917/2012). Mit Zwischenverfügung vom 23. Januar 2 012 verweigerte das BFM dem Beschwerdeführer vorläufig die Einreise in die Schweiz und wies ihm für die Dauer von maximal sechzig Tagen den Transitbereich des Flughafens Zürich als Aufenthaltsort zu. Anlässlich der am 26. Januar 2012 im Flughafen durchgefü hrten Befra- gung zur Person (BzP) und der selbenorts durchgeführten Anhörung zu den Asylgründen vom 31. Januar 2012 machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen Folgendes geltend: Er sei ethnischer Tschetschene, islami- schen Glaubens – diesen praktiziere er j edoch nicht – und stamme aus der Region B._______, habe aber von 1990 bis 2000 im rund 500 Kil o- meter entfernten C._______ gelebt. Er sei ausgebildeter (…), (…) und (…), in C._______ aber (…) einer mit (…)produkten handelnden Firma gewesen. Seit dem Jahre (…) sei er religiös verheiratet, jedoch habe er sich (…) von seiner Frau getrennt, ohne dass die Ehe geschieden worden sei. Seit Oktober 2009 lebe er im Konkubinat mit seiner aktuellen L e- benspartnerin, welche zwei Töchter (geboren […] und […]) in die Bezi e- hung gebracht habe. Im Heimatstaat lebten noch seine (…) eigenen Kin- der sowie zahlreiche Geschwister und Halbgeschwister. Nach seiner in der Zeit des Krieges erfolgten Rückkehr aus C._______ im Jahre 2000 habe er sich der Pflege seines (…) Bruders gewidmet . Er sei bestürzt gewesen über die in seiner Heimat B._______ angetroffenen Zustände, insbesondere die zahlreichen Ermordungen und spurlos verschwundenen Leute. Er sei Zeuge des Genozids seitens der föderalistischen Armee geworden und habe begonnen, Gedichte zu schreiben , insbesondere auch solche oppositionellen Inhalts, die er teilweise in der Zeitung " (…)" publiziert oder Bekannten weitergegeben habe. Von 2001 bis 2005 habe er ferner als Berater und (…) für den Suchdienst der staatlichen – mit Po- lizei und Militär kooperierenden, aber nicht direkt der russischen Administ- ration unterstellten – (…) gearbeitet, um vermisste Personen , insbeson-E-916/2012 Seite 3 dere Opfer von Übergriffen durch Aufständische, aufzuspüren. Hierzu ha- be er mit dem Roten Kreuz zusammengearbeitet und f erner Zugang zu staatlichen Informationsquellen erhalten, gleichzeitig aber Kritik an staa t- lichen Institutionen, an Putin und an den tschetschenischen Präsidenten Kadyrov (junior und senior) geübt, weil in Tschetschenien Willkür und Rechtlosigkeit herrsch ten. Auch im Zusammenhang mit dem Terrora n- schlag von Beslan im Jahre 2004 habe er seine Meinung nicht unte r- drückt und zudem sein Missbehagen darüber kundgetan, was in den M o- scheen verkündet werde. Diese würden von Kadyrov massgeblich beei n- flusst. Damit habe er den Unmut verschiedener Leute auf sich gezogen . Im Jahre 2002 sei er an einem inguschetisch-tschetschenischen Grenz- posten von bärtigen, muslimischen Beamten beziehungsweise Soldaten der Armee der russischen Föderation, vermutlich ehemaligen Wahabiten, angehalten, kontrolliert und als Folge der Beschlagnahmung zufällig g e- fundener regierungskritischer Gedichte über Putin schlimm verprügelt worden. Weiter sei er am 5. Oktober 2004 an einem Moskauer Bahnhof von Militärs verschleppt und ausgeraubt worden, wobei ihm die Übeltäter eine Liste von (…) vermissten Personen und ein Schreiben an den dama- ligen Staatspräsidenten Jelzin abgenommen hätten, welche Dokumente er in Moskau einem Generalleutnant zuhanden Jelzin s zu übergeben be- absichtigt habe. L etzterer sol lte mit dieser Intervention auf die willkürl i- chen Überfälle und Entführungen durch die Administration Kadyrov (sen i- or) in Tschetschenien aufmerksam gemacht werden . Ab 2005 sei er mehrmals und an verschiedenen Orten – auch bei sich zuhause – von Wahabiten belästigt, bedroht und zum Besuch der Moschee aufgefordert worden. In B._______ sei er durch sein Engagement, seine kritische Ha l- tung sowie seine in der Tagespresse publizierten Gedichte und Artikel zu einer bekannten, aber auch verfolgten Persönlichkeit ge worden. Im Au- gust 2011 sei er in D._______ von Unbekannten überfallen und misshan- delt worden. Dasselbe sei ihm im September 2011 in E._______ und im Oktober 2011 erneut in D._______ widerfahren, wobei es sich bei den Tä- tern vermutlich stets um Wahabiten ge handelt habe. Obwohl die Behö r- den Kenntnis von diesen Verfolgungshandlungen gehabt hätten, seien sie nicht eingeschritten. Aus diesen Gründen und aus Furcht vor weiteren Behelligungen habe er – auch auf Anraten seines Bruders – den En t- schluss zur Ausreise gefasst. Zusammen mit seiner Lebenspartnerin und deren Kindern – diese seien von de n Bedrohungen ebenfalls betroffen gewesen und hätten aus Sicherheitsgründen bei der Mutter der Leben s- partnerin gewohnt – sei er am 19. Januar 2012 mit d em Zug nach Mo s- kau gelangt, von wo sie ihr Heimat land am (…) Januar 2012 auf dem Luftweg mit Destination F._______ (via Zürich) verlassen hätten. Für die E-916/2012 Seite 4 Reise habe er seinen russischen Inlandpass verwendet. D ie Grenzkon- trolle in Moskau sei problemlos verlaufen, zumal er für F._______ kein Vi- sum benötigt habe . Seinen Reisepass habe er während des Fluges von Moskau nach Zürich vernichtet . Der Beschwerdeführer betonte, haup t- sächlich zur Lebenssicherheit seiner Partnerin und der en Kinder sowie seiner Geschwister ausgereist zu sein. C._______ habe im Übrigen als Ausweichmöglichkeit nicht mehr zur Verfügung gestanden, weil sein do r- tiger Landbesitz infolge unterbliebener Überbauung an den Staat zurüc k- gefallen sei. Ein Baukredit sei ihm zwar zugesprochen worden, im Jahre 1995 aber in betrügerischer Weise wieder abhanden gekommen. Mit den Behörden habe er abgesehen vom Erwähnten nie irgendwelche Probl e- me gehabt, ausser dass er im Jahre (…) eher zufällig in Verbindung mit einem (…) gebracht und (…) gewesen sei , bis si ch der Verdacht ze r- schlagen habe. Schliesslich machte der Beschwerdeführer auf noch i m- mer nachwirkende Verletzungsfolgen im (…) und an der (…) im Zusam- menhang mit seinen Misshandlungen aufmerksam. Überdies leide er un- ter (…) und einer (…). Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer im Verlaufe des erstinstanzli- chen Verfahrens seinen russischen Inlandpass – gemäss Prüfung durch die Flughafenpolizei Zürich vom 7. Februar 2012 weist das Dokument keine Fälschungsmerkmale auf –, den Boardingpass, verschiedene selbst verfasste Texte, Schreiben und Gedichte, einen Zeitungsausschnitt mit einem solchen Gedicht und Unterlagen betreffend seine Tätigkeit bei der "(…)" zu den Akten. B. Das BFM stellte mit Verfügung vom 10. Februar 2012 – eröffnet am se l- ben Tag – fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte d as Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es dessen Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Zur Begrü n- dung des ablehnenden Asylentscheides qualifizierte es die geltend g e- machten Verfolgungsvorbringen als den Anforderungen von Art. 7 AsylG (SR 142.31) an die Glaubhaftmachung eines Asyl begründenden Sac h- verhalts nicht genügend, weshalb d er Beschwerdeführer die Flüchtlings- eigenschaft n ach Art. 3 AsylG nicht erfülle . Die Wegweis ung stelle die Regelfolge der Ablehnung eines Asylgesuchs dar und der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. C. Mit Eingabe vom 17. Februar 2012 und Ergänzung vom 25. Februar 2012 E-916/2012 Seite 5 erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwer- de gegen diese Verfügung. Darin beantragt e er deren Aufhebung, die Gewährung von Asyl unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Weg weisungsvollzuges. I n prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses , und die Vereinigung der Verfah- ren N (...) und N (…). D. Am (…) Februar 2012 wurden durch Vermittlung der Flughafenpolizei für den (…) Februar 2012 zwei Treffen zwischen dem Beschwerdeführer und seiner (…) in den Räumlichkeiten des Transitbereichs ermöglicht. Die beiden sollen gemäss eigenen Angaben seit Jahren kei nen Kontakt mehr zueinander gehabt haben. E. Das Bundesverwaltungsgericht wies mit Verfügung vom 23. Februar 2012 den Antrag betreffend Verfahrensvereinigung ab, stellte aber eine koordi- nierte Behandlung der beiden Verfahren in Aussicht . Ferner hiess es das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und wies das BFM an, dem Beschwerdeführer vor Ablauf der 60-tägigen Frist nach Art. 22 Abs. 5 AsylG die Einreise zu bewilligen, sollte das Beschwerdeverfahren dannzumal noch hängig sein. Mit derselben Zwischenverfügung wurde das BFM zur Vernehmlassung eingeladen. F. Mit fristgerechter Vernehmlassung vom 8. März 2012 beantragt e das BFM die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 30. März 2012 h ielt der Beschwerdeführer seinerseits an den gestellten Anträgen fest. G. Am 22. März 2012 bewilligte das BFM die Einreise des Beschwerdefü h- rers in die Schweiz und verfügte die Kantonszuweisung. H. Mit Eingabe vom 25. Juni 2012 ergänzte der Beschwerdeführer seine Be- schwerdeakten. E-916/2012 Seite 6 I. Mit Verfügung vom 5. Mai 2014 räumte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer Gelegenheit ein, die Akten zu vervollständigen. Mit fristgerechten Eingaben vom 19. und 21. Mai 2014 reichte der B e- schwerdeführer verschiedene ärztliche Berichte ([…]) sowie eine Befrei- ung vom Arztgeheimnis ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Be - schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (A rt. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). E-916/2012 Seite 7 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörig- keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt z u werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen uner- träglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluch t- gründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubha ft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Zur Begründu ng des ablehnenden Asylentscheides qualifizierte das BFM die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen als den Anforderu n- gen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftmachung eines Asyl begründenden Sachverhalts nicht genügend, weshalb der Beschwerdeführer die Flüch t- lingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht erfülle. So seien die Ausführun- gen zum Vorfall am Grenzposten im Jahre 2002 konfus, detailarm und ausweichend ausgefallen. Das Entführungsereignis vom Jahre 2004 auf einem Moskauer Bahnhof h abe er zwar ausführlicher geschildert, de n- noch blieben die Angaben zur Täterschaft (vermutlich Wahabiten) und de- ren gerade auf ihn gerichteten Verfolgungsmotivation nicht nachvollzie h- bar und ohne Konkretisierungen . Zudem befremde es, dass der B e- schwerdeführer dem Präsidenten Jelzi n ein Schreiben habe übermitteln wollen, sei dieser doch seit 1999 nicht mehr im Amt gewesen. Auch die weiteren Vorfälle (Bedrohungen, Misshandlungen, Aufforderungen zum Moscheebesuch) habe er weder überzeugend noch substanziiert zu schildern vermocht. Gle ichsam auffallend unsubstanziiert und weder nachvollziehbar noch überzeugend erschienen die Schilderungen der drei Überfälle im Jahre 2011 und insbesondere wiederum die Angaben zur E-916/2012 Seite 8 Identität sowie zu den Verfolgungsabsichten der Täter. Es sei unwahr- scheinlich, dass Wahabiten über mehrere Jahre und an verschiedenen Orten eine relativ unbedeutende Einzelperson verfolgen würden, lediglich um diese zum Besuch der Moschee zu zwingen . Die Behauptung, er sei in B._______ eine bekannte Persönlichkeit gewesen und ha be seine Meinung in der Presse geäussert, sei pauschal und durch keine Hinweise untermauert. Seine Lebenspartnerin habe zudem diese Ereignisse im Widerspruch zum Beschwerdeführer auf das Jahre 2009 positioniert. Die Feststellung unsubstanziierter, ausweichender und wenig überzeugender Schilderungen treffe ebenso auf die nächtlichen Razzien im Jahre 2011 zu. Zu diesen Vorkommnissen bestünden zudem verschiedene sich w i- dersprechende Versionen zwischen dem Beschwerdeführer, dessen L e- benspartnerin und deren beid en Töchtern. Die fehlende Nachvollziehbar- keit der immer wieder bekräftigten Verfolgung durch Wahabiten gründe ferner im Umstand, dass diese beziehungsweise die tschetschenischen Islamisten von der russischen Regierung nicht unterstützt, sondern b e- kämpft wü rden. I nsoweit könne nicht nachvollzogen werden, dass der Beschwerdeführer, welcher einer konservativ und pro-russisch eingestell- ten (…)-Organisation angehöre, nicht bei den tschetschenischen pro - russischen oder direkt bei den russischen Behörden um Schutz ersucht habe. Im Weiteren habe er nicht überzeugend erklären können, weshalb eine Schutzsuche in einer Nachbarrepublik nicht in Frage gekommen sei. Zu diesen Punkten habe sich der Beschwerdeführer in widersprüchliche Vorstellungen und Verschwörungstheorien (Wahabiten als von der Mo s- kauer Regierung legalisierte und nunmehr mit dieser verbündeten Agit a- toren) verstrickt. In diesem Kontext sei es befremdend, dass er seine G e- dichte in der staatlichen, Kadyrov- und russischfreundlichen Zeitung "(…)" publiziert habe. Die als Beweismittel eingereichten Gedichte vermöchten die Vorbringen nicht glaubhafter zu machen, da sie keine politische Bo t- schaft beinhalteten und lediglich die (…) beschrieben, ohne die Veran t- wortlichen zu benennen. Zusammenfassend könne aufgrund der erkann- ten Unglaubhaftigkeit der Vorbringen auf eine Prüfung ihrer Asylrelevanz verzichtet werden. 4.2 In seiner Rechtsmitteleingabe und der nachgereichten Ergänzung s- schrift rügt der Beschwerdeführer zunächst in allgemeiner Form, dass die Glaubhaftigkeitsanalyse des BFM sehr umfangreich, die Aktenabstützu n- gen aber unzureichend, insbesondere pauschal und teilweise unkorrekt ausgefallen seien. Seine Aussagen seien teilweise interpretiert oder u n- genau herangezogen worden und hinterliessen den Eindruck eines bloss subjektiven Gefühls der Vorinstanz . Zudem dränge sich angesichts des E-916/2012 Seite 9 Umstandes, dass es sich bei der Befragerin und Entscheiderin um di e- selbe Person handle, die Frage auf, weshalb die Klärung von Unstimmi g- keiten nicht bereits in der Anhörung versucht wo rden sei. Die vor - instanzliche Würdigung der Vorfälle in den Ja hren 2002 und 2004 sei pauschal sowie nicht überzeugend und die erkannte Ungereimtheit vorab betreffend die Täterschaft gründe in ungenügender Befragungstiefe und unkorrekter Aussagenermittlung. Auch habe er durchaus bereits in der Anhörung die Hintergründe sowie die gerade auf ihn gerichtete Verfo l- gungsmotivation der Täter dargelegt und insbesondere auf seine den Tä- tern bekannte Eigenschaft als (…) hingewiesen. Die eine als nicht nac h- vollziehbar erkannte und auf das Jahr 2004 bezogene Aussage betre f- fend Präsident Jelzin als Briefempfänger sei auf einen Äusserungsirrtum seinerseits zurückzuführen, denn er habe tatsächlich Putin gemeint ; be- ziehungsweise – so laut Beschwerde ergänzung – habe er den Namen Jelzin als blossen Briefempfänger, nicht aber als damaligen Präsidenten erwähnt. Sodann sei die Behauptung des BFM, wonach er als Verfo l- gungsauslöser die an ihn gerichtete Aufforderung der Wahabiten zum Moscheebesuch beziehungsweise sein Fernbleiben von der Moschee genannt habe, falsch und aktenwidrig, denn als Grund habe er seine pub- lizierten Gedichte geltend gemacht. Auch das ihm vorgeworfene Su b- stanz- und Nachvollziehbarkeitsdefizit betreffend die Vorfälle im Sommer und Herbst 2011 erstaune, vermerke doch das BFM im gleichen Abschnitt selber seine Eigenschaft als (v.a. aus der Presse) bekannte und sich kr i- tisch positionierende Persönlichkeit. Ferner sei die vorinstanzliche B e- hauptung, er sei pro -russisch eingestellt und hätte entsprechende Wege zur staatlichen Schutzsuche beschreiten können, akten- und kontextwid- rig. Vielmehr ha be er stets seine anti -russische Einstellung klargemacht und seine Arbeit für die tschetschenische Verwaltung und seine Hinwe n- dung zu staatlichen Instanzen sei en bloss Mittel zum Zweck gewesen (insbesondere Informationsbeschaffung). Auch habe er konkret die ihn verfolgenden Wahabiten als "legalisierte" bezeichnet, die für die russische Seite und Kadyrov arbeiteten. Bei der Würdigung der Glaubhaftigkeit und insbesondere im Zusam menhang mit scheinbar verwirrenden Aussagen sei auch seine psychische Belastung mitzuberücksichtigen. Insgesamt würden seine Aussagen den Anforderungen von Gesetz und Praxis an die Glaubhaftmachung durchaus genügen. Da sie eine begründete Furcht vor Verfol gung wiedergäben, seien die Vorbringen auch asylrelevant. Flüchtlingsrechtlich erschwerend komme hinzu, dass die Schweiz durch ihr Nachfragen betreffend ihn die Flucht verraten habe . Ergänzend macht der Beschwerdeführer auf die verfolgungsbedingte Lädierung seines Kör- pers (insb. […]) aufmerksam, an der er zum Teil heute noch leide. E-916/2012 Seite 10 Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer zwei Dokumente der "(...)" (betreffend seine Zutrittsberechtigung zur russischen Polizei und zu russi- schen Truppen im Zusammenhang mit der Vertretung von Angehörigen von Verschwundenen) sowie ein Wahabiten-kritisches Gedicht zu den Ak- ten. Diese Dokumente legte er bereits im erstinstanzlichen Verfahren vor (vgl. Bst. A oben). 4.3 In seiner die Beschwerdeabweisung beantragenden Vernehmlassung verwies das BFM auf seine bisherigen Standpunkte und Erwägungen. Im Besonderen hält es unter Hinweis auf drei Protokollstellen daran fest, dass der Beschwerdeführer an ihn gerichtete Aufforderungen der Wahabi- ten zum Moscheebesuch geltend gemacht habe . Ebenso hält es daran fest, dass der Beschwerdeführer mehrmals gebeten worden sei zu erkl ä- ren, weshalb er von den Wahabiten verfolgt worden sei. Bis dato könne er keine konkreten Gründe hierzu nennen und auch die Beschwerde verm ö- ge daran nichts zu ändern, zumal seine politischen Aussagen und G e- dichte als Verfolgungsursachen bezeichnet würden, die verbreiteten und veröffentlichten Gedichte aber harmlos seien und sich den Protokollen nichts über politische Aussagen entnehmen liesse. Bezüglich der zu den erkannten U ngereimtheiten, konfusen Aussagen und unlogischen The o- rien unternommenen Erklärungsversuche sei festzustellen, dass der B e- schwerdeführer den Argumenten des BFM nicht gezielt und konkret zu widersprechen vermöge, sondern sich mit der grundsätzlichen Gegenb e- hauptung der erfolgreichen Glaubhaftmachung begnüge. 4.4 Replikweise macht der Beschwerdeführer geltend, er habe immerhin zusammenfassend der auf nicht zureichende Quellenangaben gestützten Argumentation des BFM widersprochen, wonach seine Aussagen nicht glaubhaft seien. Eine tiefgründige re Beschwerde sei schon angesichts der bloss fünftägigen Beschwerdefrist im Flughafenverfahren nicht mö g- lich gewesen. Das Bundesverwaltungsgericht habe selber durch das I n- struktionsverfahren gezeigt, dass die Vorbringen nicht haltlos und die Be- schwerde nicht aussichtslos sei en. Wenn seine Aussagen nicht ausfüh r- lich genug gewesen sein sollen, mü sse sich das BFM den Vorwurf gefa l- len lassen, dass es ihn nicht ausführlicher befragt habe, um den Sac h- verhalt hinreichend zu erstellen . Es begnüge sich mit dem Argument, die Aussagen seien haltlos . Die Vorinstanz bemühe sich nunmehr mit Que l- lenabstützungen hinsichtlich des Vorbringens, wonach er durchaus von den Wahabiten zum Moscheebesuch aufgefordert worden sei. Dabei ver- kenne sie aber n ach wie vor, dass er diese Aussagen gar nicht bestreite, sondern daraus keinen Verfolgungsgrund abgeleitet habe. E-916/2012 Seite 11 4.5 Mit seiner Ergänzungseingabe vom 25. Juni 2012 reichte der B e- schwerdeführer folgende Beweismittel zur Untermauerung seiner Vo r- bringen ein: seinen Dienstausweis und eine Auszeichnung der " (...)", Suchaufträge betreffend verschwundene Personen, eine Liste gesuchter Personen, die sich in G._______ aufhalten würden, sowie eine Liste von ausfindig gemachten Personen. 4.6 Mit Verfügung vom 5. Mai 2014 gewährte das Bundesverwaltungsge- richt dem Beschwerdeführer Frist, die Akten mit allfälligen Beschwerdeer- gänzungen und Beweismitteln, insbesondere auch mit ärztlichen Beric h- ten (und dazugehörige r Erklärung über die Befreiung der behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht) im Zusammenhang mit den im erstinstanz- lichen Verfahren geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu vervollständigen. Gleichzeitig wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass fremdsprachige Beweismittel übersetzt in eine schweizerisch e Amtssprache einzureichen seien. 4.7 Mit Eingabe vom 19. Mai 2014 legte der Beschwerdeführer drei ärztli- che Berichte (…) vor. 5. 5.1 Glaubhaft sind die Vorbringen einer asylsuchenden Person grun d- sätzlich dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren L o- gik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfa h- rung widersprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswec h- selt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduz iertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachve r- haltsdarstellung des Asylsuchenden sprechen , überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 S. 142; 2010/57 E. 2.3 S. 826 f). E-916/2012 Seite 12 5.2 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zur Auffassung, das BFM h a- be im Ergebnis zutreffend erkannt, dass die vom Besc hwerdeführer gel- tend gemachten Benachteiligungen und Befürchtungen den Anforderu n- gen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftmachung eines Asyl begründenden Sachverhalts nicht genügen. Das Ergebnis ist indessen unter Berücksich- tigung der gesamten vorliegenden Akten differenziert zu gewinnen. 5.2.1 Zunächst stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass der Be- schwerdeführer den aus seiner Sicht massgebenden Verfolgungssac h- verhalt in der BzP , in der Anhörung sowie in schriftlichen Eingaben und mittels des vorgelegten Bewe ismaterials umfangreich dargelegt hat und insoweit der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht – auch unter Mitberüc k- sichtigung der im Flughafenverfahren gegebenen zeitlichen und fakt i- schen Erschwernisse beispielsweise hinsichtlich der Beweismittelb e- schaffung aus einer Transitzone – in bestmöglicher und zumutbarer We i- se nachgekommen ist. Die Betrachtung der Protokolle ergibt das Bild substanziierter, einen konstanten Erzählfluss aufweisender und spontaner Schilderungen. Glaubhaftigkeit bedingt, wie zuvor erwähnt, das Bestehen einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit für die Wahrheitskonformität e i- nes geltend gemachten Sachverhalts. Der Terminus des Überwiegens impliziert die aus dem Grundsatz des Anspruchs auf rechtliches Gehör fliessende Pflicht zum vorgängigen Abwägen von für und wider die Wahr- scheinlichkeit sprechenden Punkten , um so ein schlüssiges Gesamtbild des rechtserheblichen Sachverhalts zu gewinnen . Ein solches Abwägen kann im Einzelfall dann auf die Darlegung bloss positiver oder bloss n e- gativer Punkte r eduziert sein, wenn für eine entsprechende Auffassung keine Gegengewichte vorhanden sind. Die angefochtene Verfügung nennt gerade einmal – aber immerhin – ein zugunsten des Beschwerd e- führers positiv ins Gewicht fallendes Element, indem das Entführungse r- eignis vom Jahre 2004 auf einem Moskauer Bahnhof als ausführlich g e- schildert, wenngleich letztlich dennoch unglaubhaft qualifiziert wird. Auch in der Vernehmlassung beschränkt sich das BFM auf die Nennung und Bekräftigung einzig unglaubhafter und nicht auch für den Beschwerdefüh- rer sprechender Elemente. Der Beschwerdeführer kann indessen weitere Elemente für seine Sicht der Glaubhaftmachung beanspruchen. Neben einer eingangs erwähnten Mitwirkungsbereitschaft ist ihm eine hohe pe r- sönliche Glaubwürdigkeit zu att estieren, zumal der vorgelegte komplexe und vielschichtige Sachverhalt trotz durchaus bestehender Unstimmigkei- ten nie den Eindruck eines ei gentlichen Lügenkonstrukts, sondern jenen eines ehrlichen und aufrichtigen Mannes hinterlässt; der Beschwerdefüh- rer l ief denn auch nie Gefahr, mit zunehmender Sachverhaltsquantität E-916/2012 Seite 13 sich in der Erzählung zu ver lieren. Auch ist kein Aufbauschen oder for t- währendes Anpassen der Verfolgungsgeschichte im Laufe des Verfa h- rens erkennbar. Dem BFM ist seinerseits zugute zu halten, dass es g e- wisse Sachverhaltsteile nicht – jedenfalls nicht explizit – bestreitet (z.B. biografische Elemente, Engagement für die " [...]", Verfasser poetischer Elaborate) und damit einen wenngleich schwer erkennbaren impliziten Abwägungsvorgang vornimmt. Es ist somit festzuhalten, dass der B e- schwerdeführer durchaus für die Wahrheitskonformität seiner Verfo l- gungsvorbringen sprechende Aspekte zu seinen Gunsten beanspruchen kann. Deren Abwägung mit den erkannten Unglaubhaftigkeitselementen führt indessen gemäss nachfolgenden Ausführungen dennoch nicht zu einem anderen als dem vom BFM gewonnenen Ergebnis. 5.2.2 Das BFM hat gesetzes - und praxiskonform erkannt, dass die vo m Beschwerdeführer geltend gemachten Benachteiligungen und Befürc h- tungen (insb. g ewalttätige Übergriffe auf seine Person sowie Razzien, Bedrohungen und Aufforderungen zum Moscheebesuch zwischen 2002 und 2011) den Anforderungen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftmachung eines Asyl begründenden Sachverhalts nicht genügen. Auf die betreffe n- den, unter E. 4.1 und 4.3 (oben) zusammenfassend wiedergegebenen Erwägungen gemäss angefochtener Verfügung und Vernehmlassung kann zur Vermeidung von Wiederholungen im Wesentlichen verwiesen werden. Einschränkend ist immerhin unter Verweis auf die Erwägung en zuvor (E. 5.2.1) zugunsten des Beschwerdeführers festzuhalten, dass die vorinstanzlich erkannten Substanz - und Detaildefizite nicht in der vom BFM dargestellten Erheblich keit ins Gewicht fallen . Ebenso ist mit dem Beschwerdeführer festzuhalten, dass er die an ihn gerichtete Aufford e- rung der Wahabiten zum Moscheebesuch beziehungsweise sein Fer n- bleiben von der Moschee – im Gegensatz zu der aus seinem poetischen Wirken hervorgegangenen Bedrohungslage – nie als Verfolgungsauslöser genannt hat, weshalb die be treffenden Glaubhaftigkeitsdefizite durchaus vernachlässigbar sind. Im Übrigen aber besitzen die auf Beschwerdestufe unternommenen Erklärungsversuche und weiteren Gegenargumentati o- nen keine Durchschlagskraft. So sind die Aktenabstützungen des BFM zwar durchaus wenig "kundenfreundlich", nicht aber unzureichend oder unkorrekt. E ine sachgerechte Anfechtung erachtet das Bundesverwa l- tungsgericht trotz zeitlichen Mehraufwandes als durchaus gewährleistet . Auch die Einwände eigenwilliger Aussagen interpretationen oder blosser Gefühlseinschätzungen durch die Vorinstanz überzeugen in der vorgeleg- ten Form nicht . Ebenso kann d er Vorwurf, die Befragerin hätte die Klä- rung von Unstimmigkeiten bereits in der Anhörung herbeiführen müssen, E-916/2012 Seite 14 nicht gestützt werden. So er scheinen Befragungstiefe und Klärungsb e- mühungen der Befragerin in Anbetracht des vorliegenden Protokolles (vgl. vorinstanzliche Akten A12) als durchaus genügend. Es ist denn auch nicht Sache der befragenden Person, bereits im Anhörungszeitpunkt eine abschliessende Glaubhaftigkeits - und Glaubwürdigkeitsanalyse unter dem Aspekt von Art. 7 AsylG vorzunehmen und dem Gesuchsteller zum rechtlichen Gehör zu unterbreiten . Hinsichtlich der als nicht nachvollzie h- bar erkannten und auf das Jahr 2004 bezogenen Aussage b etreffend Präsident Jelzin als Briefempfänger erscheint es zwar nicht unp lausibel, dass (laut Beschwerdeergänzung) der Name Jelzin als blosser Briefem p- fänger, nicht aber als damaliger Präsident gemeint gewesen sei; das Ar- gument verliert aber deshalb an Stichhaltigkeit, weil im Widerspruch dazu in der Beschwerdeschrift noch ein Äusserungsirrtum (tatsächlich Putin statt Jelzin gemeint) als Entkräftungsargument angeführt wurde . Unbese- hen einer vertiefteren Diskussion einzelner Unglaubhaftigkeitselemente ist kl arzustellen, dass der Beschwerdeführer zwar eine n über rund ein Jahrzehnt sich erstreckenden Verfolgungssachverhalt vorlegt und diesbe- züglich vom BFM auch zur Sachverhaltsdarlegung eingeladen und vertieft befragt wurde, jedoch nur die auf seinem poetischen Wirken basierende Benachteiligungs- und Bedrohungslage als relevant verstanden wissen möchte. Die flüchtlingsrechtliche Relevanz dieser Bedrohungslage schränkt er zusätzlich mit seiner Beton ung ein, dass er hauptsächlich zur Lebenssicherheit seiner Partne rin und deren Kinder sowie seiner G e- schwister ausgereist sei, wogegen er selber in seine Heimat zurückke h- ren würde (vgl. insb. A12 F136). Sodann stützt das Gericht den von der Vorinstanz gewonnen objektiven Eindruck, wonach die Hintergründe so- wie die gerade auf ihn gerichteten Verfolgungsabsichten der Täter – seien diese nun private oder staatliche Agitatoren – unplausibel, nicht nachvoll- ziehbar und von Verschwörungstheorien geprägt seien. Zwar darf die Glaubhaftigkeit eines Verfolgerverhaltens nicht e inseitig vom Vorliegen nachvollziehbarer Motive abhängig gemacht werden (vgl. Entscheidu n- gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 7 E. 6.3), zumal es sich dabei häufig nicht um vom Be- troffenen selber erfahrene oder ged anklich generierte Wahrnehmungs- elemente handelt, die somit auch gar nicht über die Qualität blosser Mut- massungen hinausgehen k önnen. Dennoch kommt das Bundesverwa l- tungsgericht nicht umhin, dem Beschwerdeführer eine von ihm zwar wo- möglich tatsächlich empfundene, aber rein subjektive Wahrnehmung ei- ner von Wahabiten und der russischen beziehungsweise tschetschen i- schen Regierung ausgehenden Verfolgungslage zuzuschreiben. Unter Berücksichtigung der historischen und politischen Gegebenheiten in E-916/2012 Seite 15 Tschetschenien und Russland seit der Jahrtausendwende, insbesondere auch der vehementen Bekämpfu ng der Wahabiten durch die tschetsche- nische Regierung, muss diese subjektive Wahrnehmung des Beschwe r- deführers als realitätsverzerrt beurteilt werden . Der Beschwerdeführer überschätzt offensichtlich den auf ihn gerichteten Verfolgungsfokus und, wie bereits vom BFM zutreffend eingeschätzt, seine Anziehungskraft und Breitenwirkung aufgrund seines poetischen Schaffens. Somit ist festzuhalten, dass der vom Beschwerdeführer präsentierte und vom BFM im Ergebnis richtig, vollständig sowie unter Wahrung des recht- lichen Gehörs festgestellte eigentliche Verfolgungssachverhalt überwie- gend unwahrscheinlich und damit unglaubhaft ist. 5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder die biografischen An- gaben des Beschwerdeführers, noch sein Engagement für die "(...)", noch eine gewisse kritische Haltung gegen die russische und die tschetschen i- sche Regierung und gegen islamistische Gesinnungen, noch körperliche Einwirkungen auf ihn ([…]), noch seine literarischen Elaborate grundsätz- lich in Frage zu stellen sind, diese jedoch auf keinem glaubhaft gemach- ten flüchtlingsrechtlich bedeutsame n Verfolgungshintergrund basieren. Die dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. Mai 2014 gewährte Möglichkeit, die Aktenlage zu ergänzen , blieb in diesem Zusammenhang weitgehend ungenutzt. 5.4 Nach dem Gesagten erübrigt es sich, den so ermittelten Sachverhalt unter Art. 3 AsylG zu subsumieren und auf seine flüchtlingsrechtliche Be- achtlichkeit hin genauer zu prüfen. Dennoch drängt sich die Feststellung auf, dass dem Beschwerdeführer unter hypothetischer Annahme der Wahrheitskonformität und objektiven Nachvollziehbarkeit des von ihm vorgelegten Verfolgungssachverhalts die Inanspruchnahme zumutbarer innerstaatlicher Schutzmechanismen und Ausweichmöglichkeiten zur Ver- fügung gestanden hätten (vgl. dazu ausführlich das Grundsatzurteil BVGE 2011/51 vom 21. Dezember 2011) . Es war ihm zudem problemlos möglich, von Tschetschenien via den Flughafen Moskau mit eigenen Do- kumenten kontrolliert und legal auszureisen. 5.5 Das BFM hat daher das Bestehen einer Verfolgungssituation de s Be- schwerdeführers und mithin dess en Ansprüche auf Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und auf Gewährung des Asyls zu Recht vernei nt. Es erübrigt sich, diesbezüglich auf den Inhalt der Beschwerde und die vorgelegten Beweismittel vertiefter einzugehen. E-916/2012 Seite 16 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfüg t weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Auch angesichts des Umstandes, dass mit dem ebenfalls heute e r- gehenden Urteil E -917/2012 des Bundesverwaltungsgerichts die We g- weisung der Lebenspartnerin und deren Kinder rechtskräftig wird und damit der Grundsatz der Einheit der Familie gewahrt ist, wurde d ie Weg- weisung somit zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E . 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesv erwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebe nso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Beha ndlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. E-916/2012 Seite 17 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich e rhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde - führers nach Russland ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus seinen Aussagen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung dorthin mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Ar t. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) s o- wie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche B e- handlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Russland und speziell in Tschetschenien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. dazu die nach wie vor Gültigkeit be- anspruchende Beurteilung des Bundesverwaltungsgerichts in BVGE 2009/52), auch wenn sich die Sicherheitslage in Tschetschenien weiterhin instabil präsentiert und Menschenrechtsverletzungen vorkommen. Wie bereits in E. 5.2.2 oben angetönt, kann dem Beschwerdeführer weder aus seinem poetischen Schaffen noch anderweitig ein besonderes Risikoprofil im Hinblick auf allfällige Menschenrechtsverletzungen zugesprochen werden. Insbesondere kann aufgrund der Akten und des bislang Erwoge- nen (realitätsverzerrte eigene Profilwahrnehmung) nicht davon ausg e- gangen werden, er stünde als regimekritischer Journalist, Denunziant von Menschenrechtsverletzungen bei internationalen Gerichtsinstitutionen oder gar als Rebell (vgl. die Risikokategorien gemäss BVGE 2009/52 E. 10.2.3) in einem realen Gefährdungsfokus. Weitere Erörterungen hier- zu sind im Zusammenhang mit der Frage der Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzuges (E. 7.3 nachfolgend) vorzunehmen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat E-916/2012 Seite 18 aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Die Bestimmung findet fer- ner insbesondere Anwendung auf Personen, die nach ihrer Rückkehr e i- ner konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil si e aus objektiver Sicht w e- gen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit in völlige und andauernde Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes, der I n- validität oder sogar de m Tod ausgelief ert wären (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.1). Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbe- halt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2 In der angefochtenen Verfügung stellt das BFM im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung fest, dass sich die Sicherheits - und die Menschen- rechtslage in Tschetschenien in den letzten Jahren kontinuierlich und nachhaltig verbessert hätten. Es herrsche heute weder eine Situation al l- gemeiner Gewalt noch eine humanitäre Krise. Wahllose Personenkontrol- len und Inhaftierungen durch das Militär kämen nicht mehr vor und Fälle von Verschwindenlassen und Entführungen von Personen seien drastisch zurückgegangen. Die medizinische Grundversorgung sei gewährleistet. Der aus der Mittelklasse stammende B eschwerdeführer habe zwar ein fortgeschrittenes Alter, könne aber auf ein intaktes familiäres und soziales Beziehungsnetz in seinem Heimatland zurückgreifen und seine gesun d- heitlichen Probleme seien nicht lebensbedrohend. Demgegenüber hält der Beschwerdefü hrer in seiner Rechtsmitteleingabe unter Hinweis auf verschiedene Quellen fest, die Lageeinschätzung des BFM sei veraltet. Die Sicherheits - und Menschenrechtslage im gesamten Nordkaukasus und im Besonderen in Tschetschenien sei aktuell kritisch und geprägt von Terroranschlägen, Entführungen, Brutalität, Willkür und einem Machtzuwachs des fundamentalistischen Islams. Es herrsche wi e- der Krieg und allgemeine Gewalt. Die medizinische Versorgung sei nicht in jedem Fall gewährleistet und die sozio -ökonomische Situation sei d e- solat. Auch das Bundesverwaltungsgericht habe in einem Entscheid vom 15. April 2011 eine Lageverschlechterung konstatiert. Er sei (…)-jährig und gebrechlich und zudem in Tschetschenien verfolgt, weshalb ein Vol l- zug der Wegweisung für ihn nicht zumutbar sei. Im weiteren Prozessverlauf bis Mai 2014 wurde die Zumutbarkeitsfrage sowohl vom BFM als auch vom Beschwerdeführer nicht mehr themat i- siert. Mit Eingabe vom 19. Mai 2014 reichte der Beschwerdeführer drei ärztliche Berichte vom (…) ein. Gemäss diesen liegen beim Beschwerde-E-916/2012 Seite 19 führer im Wesentlichen folgende Diagnosen vor: (…). Anamnetisch seien gemäss dem Patienten Gewalteinwirkungen und Misshandlungen vorg e- fallen. Die beurtei lenden Är ztinnen und Ärzte stellen nach den vorg e- nommenen Behandlungen ein en deutlich verbesserten und stabilisierten Status und die Notwendigkeit künftiger, regelmässiger Kontrollen fest. 7.3.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVGE 2009/52) herrscht in Tschetschenien keine Situation allgemeiner Gewalt mehr und der Wegweisungsvollzug dorthin wird in der Regel als zumutbar erachtet. Diese – von der Vorinstanz zutreffend wiedergegeb e- ne Einschätzung hat nach wie vor Gültigkeit, auch wenn sich die Siche r- heitslage in Tschetschenien weiterhin instabil präsentiert u nd Menschen- rechtsverletzungen vorkommen. Immerhin ist in den letzten Jahren ein Rückgang bewaffneter Auseinandersetzungen zwischen russischen und tschetschenischen Sicherheitskräften auf der einen und bewaffneten O p- positionsgruppen auf der anderen Seite zu verzeichnen. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers ist unter dem Sicherheitsaspekt gemäss gelte n- der Praxis demnach grundsätzlich zumutbar. Zwar sind gewisse Kateg o- rien von Personen teilweise immer noch der willkürlichen Gewalt seitens der Behörden ausgeliefert (vgl. a.a.O. E. 10.2.3), doch ist der Beschwe r- deführer keiner der erwähnten Risikogruppen zuzuordnen (vgl. E. 7.2 oben). Im Rahmen der Prüfung individueller (Un -)Zumutbarkeitsaspekte fällt zu- nächst das Alter des Beschwerdeführers von aktuell (...) Jahren auf. Die- ses bildet jedoch als solches noch kein Vollzugshindernis. Erst die damit häufig einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen können für die Zumutbarkeitsfrage relevant werden. Entscheidend ist eine Gesam t- betrachtung, wobei die Kombination von für sich besehen noch keine Un- zumutbarkeit begründenden Elementen dennoch die Schwelle der ko n- kreten Gefährdung im obgenannten Sinn erreichen kann. Für den Be- schwerdeführer positiv ins Gewicht fallen das vom BFM zutreffend e r- kannte Beziehungsnetz im Heimatland sowie die bei Bedarf zumutbare Inanspruchnahme von Unterstützungsleistungen durch in H._______ le- bende Verwandte, (…). Auch ist zu berücksichtigen, dass der Beschwe r- deführer nicht gehalten ist, in die von ihm subjektiv als gefährlich eing e- stufte Herkunftsregion B._______ zurückzukehren, zumal er auch früher eine Flexibilität bei der Wohnsitznahme gezeigt und beispielsweise me h- rere Jahre in C._______ gelebt hat. Zudem ist festzuhalten, dass das Be- schwerdeverfahren der Lebenspartnerin des Besch werdeführers und d e- ren Kinder (E -917/2012) mit heutigem Datum ebenfalls rechtskräftig a b-E-916/2012 Seite 20 geschlossen ist, diese Lebensgemeinschaft somit im Heimatland weite r- geführt werden kann , und der Beschwerdeführer somit nicht auf sich a l- lein gestellt ist. Der Beschwer deführer ist ferner in Russland (…). In Übereinstimmung mit dem BFM ist überdies von der Gewährleistung ei- ner zumindest medizinischen Grundversorgung auszugehen. Das Bu n- desverwaltungsgericht hat sich in verschiedenen Urteilen (z.B. E - 3706/2011 vom 24. Apri l 2013 oder E-4413/2011 vom 4. Juli 2013) aus- führlich mit der Frage der medizinischen Versorgung in Tschetschenien auseinandergesetzt und hält fest, dass mittlerweile der Wiederaufbau grundsätzlich auch im Gesundheitswesen weit fortgeschritten ist. So exis- tieren über 350 medizinische Einrichtungen wie Bezirks - und Republiks- Krankenhäuser und Ambulatorien und insbesondere in B._______ auch spezialisierte Einrichtungen, wenngleich noch Aufholbedarf bei qualifizier- tem medizinischem Personal besteh t. Im vorlieg enden Verfahren hat der Beschwerdeführer erstinstanzlich verschiedenartige Beeinträchtigungen seiner Gesundheit geltend gemacht (vgl. Bst. A oben ). Da diese kaum dokumentiert waren, in der angefochtenen Verfügung eher pauschal g e- würdigt wurden und auf Beschwerdeebene vom Beschwerdeführer nur am Rande thematisiert wurden, erachtete es die Instruktionsrichterin als sachgemäss, die Entscheidgrundlage insbesondere im Hinblick auf die Prüfung medizinischer Rückführungshindernisse dahingehend breiter ab- zustützen, dass der Beschwerdeführer Gelegenheit erhielt, die Akten bei Bedarf mit allfälligen Beschwerdeergänzungen und Beweismitteln zu ak- tualisieren. Dieser begnügte sich in der Folge mit der unkommentierten Einreichung der erwähnten Arztberichte, ohne aus diesen spezifische Un- zumutbarkeitsschlüsse zu ziehen. Solche sind denn auch nicht von Amtes wegen erkennbar, zumal die behandelnden Ärztinnen und Ärzte nach den vorgenommenen Behandlungen einen verbesserten und stabilisierten Status und bloss die Notwendigke it künftiger, regelmässiger Kontrollen feststellen. Es ist nicht erkennbar und wird vom Beschwerdeführer auch nicht ausgeführt, inwiefern die körperlichen Beeinträchtigungen eine U n- zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges bewirken könnten. Insbesonde- re ist da von auszugehen, die indizierten regelmässigen Kontrollen seien in Tschetschenien und im gesamten Heimatland des Beschwerdeführers ohne weiteres durchführbar. Abgesehen davon ist es dem Beschwerd e- führer zuzumuten, (…) selber einzudämmen, um nicht zusätzlich e ge- sundheitliche Risikofaktoren zu schaffen. Vor dem Hintergrund der vo r- stehenden Ausführungen und unter Mitberücksichtigung der inzwischen zweieinhalbjährigen Abwesenheit vom Heimatland kommt das Bunde s- verwaltungsgericht zum Schluss, dass d er Beschwerdeführer dort im Rahmen der Grundversorgung medizinisch versorgt werden kann, wenn-E-916/2012 Seite 21 gleich nicht auf dem in der Schweiz vorzufindenden Niveau. Insofern e r- scheint die Rückkehr des Beschwerdeführers in seinen Heimatstaat allein angesichts der gesundheitlichen Bee inträchtigungen nicht als unzumu t- bar. Weil daneben keine weiteren Faktoren für eine überwiegende Unzumu t- barkeit sprechen und der Beschwerdeführer trotz Einräumung der Mö g- lichkeit einer umfassenden Aktenvervollständigung keine aktuellen Rüc k- führungshindernisse geltend gemacht hat, ist u nter Berücksichtigung sämtlicher Akten und entscheidwesentlichen Umstände nicht davon au s- zugehen, er würde bei einer Rückkehr nach Russland in eine existenzbe- drohende Situation geraten. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung somit auch als zumutbar. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung ebenso und unbestrittenerweise als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü gung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Auf deren Erh e- bung ist jedoch angesichts der mit Verfügung vom 23. Februar 2012 g e- währten unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-916/2012 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: