<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: PB.2003.00022</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203915&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>PB.2003.00022</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.01.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kündigung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Kündigung während der Probezeit wegen Arbeitsverweigerung infolge Differenzen bezüglich des Pflichtenhefts und des Arbeitsplatzes. Zuständigkeit; Streitgegenstand (E. 1). Während der Probezeit müssen die üblichen formellen Anforderungen an Kündigungen nicht gegeben sein (E. 2). Die Nichterfüllung der Arbeitspflicht ist ein Kündigungsgrund, sofern damit keine Rechte aus dem Arbeitsverhältnis geltend gemacht werden (E. 4.1+2). Im konkreten Fall berechtigten die vorgebrachten Umstände die Arbeitnehmerin nicht zur Niederlegung der Arbeit - gerügt wurden: nachträgliche Anweisung an die als Leiterin der Gesundheitsabteilung eingestellte Beschwerdeführerin, zu 40 % operativ im Zivilstandswesen tätig zu sein (E. 5); Verlegung des Arbeitsplatzes (E. 6); Vernachlässigung der Fürsorgepflicht (E. 7). Die Aufforderung, jemanden zu "befriedigen", enthält eine sexuelle Anspielung. Offen gelassen, ob eine einmalige derartige Äusserung eine sexuelle Belästigung nach Art. 4 GlG darstellt (E. 7.2). Verhältnismässigkeit der Kündigung (E. 7.5 und 9). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSKONFLIKT">ARBEITSKONFLIKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSPLATZ">ARBEITSPLATZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSVERWEIGERUNG">ARBEITSVERWEIGERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: BEENDIGUNG DES DIENSTVERHÃLTNISSES">BEENDIGUNG DES DIENSTVERHÃLTNISSES</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISKRIMINIERUNG">DISKRIMINIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINVERNEHMLICHE AUFLÃSUNG">EINVERNEHMLICHE AUFLÃSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃRSORGEPFLICHT">FÃRSORGEPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESCHLECHTSDISKRIMINIERUNG">GESCHLECHTSDISKRIMINIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KÃNDIGUNG">KÃNDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSVERWEIGERUNG">LEISTUNGSVERWEIGERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PFLICHTENHEFT">PFLICHTENHEFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROBEZEIT">PROBEZEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SEXUELLE BELÃSTIGUNG">SEXUELLE BELÃSTIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZIVILSTANDSWESEN">ZIVILSTANDSWESEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 3 GlG</span><br/><span class="ungerade">Art. 4 GlG</span><br/><span class="gerade">Art. 5 Abs. III GlG</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 GlG</span><br/><span class="gerade">Art. 10 GlG</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 Abs. V GlG</span><br/><span class="gerade">Art. 321 OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 328 OR</span><br/><span class="gerade">Art. 336 Abs. I lit. a OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 336 Abs. I lit. d OR</span><br/><span class="gerade">§ 14 PG</span><br/><span class="ungerade">§ 18 PG</span><br/><span class="gerade">§ 17 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 74 Abs. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 80 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 Abs. I bis ZStV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2004 Nr. 114 S. 230</span><br/><span class="ungerade">RB 2004 Nr. 117 S. 232</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Im September 2002 schrieb die Gemeinde X per 1. November 2002 die Stelle eines Leiters oder einer Leiterin der Gesundheitsabteilung aus. Diese "anspruchsvolle FÃ¼h­rungsfunk­tion" umfasste gemÃ¤ss Inserat im Wesentlichen die Aufgabenbereiche Gesund­heitswesen, Umweltschutz, Zivilstands-, Friedhofs- und Bestattungswesen. Ausbildungs­mÃ¤ssig voraus­gesetzt wurden eine Verwaltungslehre oder vertiefte Kenntnis in der Ã¶ffentlichen Verwal­tung sowie eine Weiterbildung insbesondere im Bereich Zivilstands­wesen. In persÃ¶nlicher Hinsicht wurden MotivationsfÃ¤higkeit, Organisationstalent, FÃ¼h­rungseigenschaften und DurchsetzungsvermÃ¶gen verlangt. Auf dieses Inserat hin bewarb sich A am 6. September 2002. </p> <p class="Urteilstext">Am 1. Oktober 2002 fand ein erstes GesprÃ¤ch mit A und Vertretern der Gemeinde X statt. Dabei wurde allerdings der Bereich Zivilstandswesen nicht besprochen, weshalb der Gemeindeschreiber ihr am 3. Oktober 2002 telefonisch mitteilte, dass sich das skizzierte TÃ¤tigkeitsgebiet um den operativen Einsatz im Zivilstandsamt erweitere, was A positiv aufnahm. Am 9. Ok­tober 2002 stellte sie sich dem gesamten Gemeinderat X vor. Am selben Tag beschloss dieser, A per 1. Januar 2003 als Leiterin der Gesundheitsabteilung mit einem Pensum von 100 % in einem unbefristeten Ã¶ffentlichrechtlichen Anstellungs­verhÃ¤ltnis einzustellen bei einer Probezeit von drei Monaten.</p> <p class="Urteilstext">Am 3. Januar 2003, als A ihre Stelle antrat, erÃ¶ffnete ihr der Gemeinde­schreiber, sie werde zu einem Pensum von 40 % fÃ¼r operative Aufgaben im Zivilstands­wesen eingesetzt. Ãber dieses Pensum gab es mehrere â teilweise auf elek­tronischem Weg gefÃ¼hrte â Dis­kussio­nen, da sich A wenig begeistert zeigte, mit ihrer Ausbildung zu 40 % fÃ¼r das Zivil­standsamt arbeiten zu mÃ¼ssen. Ein definitiver Entscheid darÃ¼ber wurde schliesslich fÃ¼r Sommer 2003 in Aussicht gestellt. Am Donnerstag, dem 20. Februar 2003, sollte sie fÃ¼r den Umzug des Zivil­standsamts in neu gemietete RÃ¤ume ausserhalb des Gemeindehauses, der am folgenden Tag stattfinden sollte, ihr BÃ¼romaterial in Kisten verpacken. Da angeb­lich die ZÃ¼gelkisten bis 16.30 Uhr nicht eintrafen, ging A nach Hause. Dies teilte sie dem Gemein­deschreiber am selben Abend per E-Mail mit, wobei sie ihn Ã¼ber den Stand der von ihr bearbeiteten GeschÃ¤fte informierte. Mit Einschreibebrief vom 21. Februar 2003 bat der Gemeindeschreiber sie um die BestÃ¤tigung seiner Vermutung, dass sie das Anstel­lungsverhÃ¤ltnis auflÃ¶se. In einem E-Mail vom Montag, dem 24. Februar 2003, wies A diese Vermutung zurÃ¼ck. Sie erklÃ¤rte, dass sie das ArbeitsverhÃ¤ltnis nicht beendigen, son­dern die Entscheidung der Gemeinde Ã¼berlassen wolle. Unter bestimmten Voraussetzungen wÃ¼rde sie die Arbeit wieder aufnehmen. HierfÃ¼r forderte sie im Wesentlichen das Weg­fallen der Auflage, zu mindestens 40 % operativ fÃ¼r das Zivilstands­amt tÃ¤tig zu sein, ein EinzelbÃ¼ro im Gemeindehaus mit einem Besprechungstisch und (sinngemÃ¤ss) die ErfÃ¼llung der FÃ¼rsorgepflicht durch die Arbeitgeberin. Noch innerhalb der Probezeit verfÃ¼gte der Gemeinderat X hierauf am 26. Februar 2002 die AuflÃ¶sung des Arbeitsver­hÃ¤ltnisses mit A auf den 5. MÃ¤rz 2003 und entzog einem allfÃ¤lligen Rekurs die aufschie­bende Wirkung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob A am 28. Februar 2003 Rekurs beim Bezirksrat Y, worin sie zunÃ¤chst die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und die Fortsetzung des Anstellungsver­hÃ¤ltnisses fÃ¼r die Dauer des Rekursverfahrens, sodann die Aufhebung der KÃ¼ndigung wegen RechtsmissbrÃ¤uchlichkeit sowie die Wiedereinstellung, eventualiter eine angemes­sene EntschÃ¤digung (wegen missbrÃ¤uchlicher KÃ¼ndigung) verlangte. Die Gemeinde X bestritt das Vorliegen missbrÃ¤uchlicher KÃ¼ndigungs­grÃ¼nde und wehrte sich gegen die Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung. Mit Beschluss vom 1. Juli 2003 wies der Bezirksrat den Rekurs ab und ver­pflichtete A zur Ausrichtung einer ParteientschÃ¤digung von pauschal Fr. 1'000.- an die Gemeinde X. GebÃ¼hren und Kosten nahm er auf die Staats­kasse.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob A am 3. September 2003 Beschwerde beim Verwaltungs­gericht; sie ver­langte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids sowie eine angemes­sene EntschÃ¤­digung wegen rechtsmissbrÃ¤uchlicher KÃ¼ndigung nach Art. 336a des Obliga­tionenrechts (OR). Der Bezirksrat Y beantragte in seiner Vernehmlassung, die Beschwerde abzuweisen, unter Hinweis auf die Akten und die AusfÃ¼hrungen im angefochtenen Entscheid. Die Gemeinde X beantragte Ab­weisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungs­folgen zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrerin; zur BegrÃ¼ndung verwies sie auf die AusfÃ¼hrungen in der Rekursantwort vom 1. April 2003 und den Entscheid der Vorinstanz.</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Die Beschwerde richtet sich vorliegend gegen einen erstinstanzlichen Rekursent­scheid des Bezirksrats Ã¼ber eine personalrechtliche Anordnung. GemÃ¤ss § 74 Abs. 1 des Verwal­tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) ist das Verwaltungsgericht fÃ¼r deren Behandlung zustÃ¤ndig (dazu Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kom­mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 74 N. 6). Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist nach § 70 in Verbindung mit § 21 lit. a VRG zur Beschwerde legitimiert.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Der Antrag der BeschwerdefÃ¼hrerin lautet, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzu­heben und ihr eine EntschÃ¤digung wegen missbrÃ¤uchlicher KÃ¼ndigung zuzusprechen. Vor der Vorinstanz hatte sie als Hauptantrag allerdings die Wiedereinstellung ins Anstellungs­verhÃ¤ltnis und nur eventualiter die Zusprechung einer EntschÃ¤digung wegen missbrÃ¤uch­licher KÃ¼ndigung beantragt. § 80 Abs. 2 VRG verwehrt dem Verwaltungsgericht, unter Vorbehalt des Verbots der Vereitelung von Bundesrecht, die AuflÃ¶sung eines Dienst­verhÃ¤ltnisses rÃ¼ckgÃ¤ngig zu machen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 80 N. 1+6; Andreas Keiser, Rechtsschutz im Ã¶ffentlichen Personalrecht nach dem revidierten Verwaltungs­rechts­pflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZBl 99/1998, S. 193 ff., 220 f.). So­weit die BeschwerdefÃ¼hrerin die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids verlangt, kann dieser Antrag daher nur insofern geprÃ¼ft werden, als ihr die Vorinstanz keine Ent­schÃ¤digung wegen der behaupteten MissbrÃ¤uchlichkeit der KÃ¼ndigung zusprach.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Art. 336a Abs. 2 OR beschrÃ¤nkt die EntschÃ¤digung aus missbrÃ¤uchlicher KÃ¼ndigung auf maximal sechs MonatslÃ¶hne des Arbeitnehmers bzw. der Arbeitnehmerin. Da das Einkom­men der BeschwerdefÃ¼hrerin Fr. 132'074.- pro Jahr bzw. Fr. 10'159.55 pro Monat betrÃ¤gt und die BeschwerdefÃ¼hrerin sich bezÃ¼glich der HÃ¶he der EntschÃ¤digung bewusst nicht festlegen will, belÃ¤uft sich der Streitwert auf Ã¼ber Fr. 20'000.-, weshalb die Kammer zum Entscheid berufen ist (§ 38 Abs. 2 und 3 VRG). </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>§ 72 Satz 2 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GemeindeG) berechtigt die Ge­meinden zum Erlass eigener Vorschriften zur Regelung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses mit dem Gemeindepersonal. Wo keine eigenen Vorschriften erlassen worden sind, gelten das kantonale Personalgesetz vom 27. September 1998 (PG) und seine AusfÃ¼hrungs­bestimmungen sinngemÃ¤ss. Nach Art. 14 Abs. 1 und 2 der Personalverordnung der Gemeinde X, genehmigt durch die Gemeindeversammlung am 10. Dezember 2001 (PVO), gelten die ersten drei Monate des (Ã¶ffentlichrechtlichen) ArbeitsverhÃ¤ltnisses in der Regel als Probezeit; wÃ¤h­rend der Probezeit betrÃ¤gt die KÃ¼ndigungsfrist beidseits sieben Tage. Auf diese Regelung, die Ã¼brigens derjenigen von § 14 Abs. 1 und 2 PG entspricht, ist abzustellen. Es ist ferner unbestritten, dass die KÃ¼ndigung der BeschwerdefÃ¼hrerin innerhalb der Probezeit unter Wahrung der KÃ¼ndigungsfrist erfolgte.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Art. 20 Abs. 2 PVO verweist fÃ¼r die Bemessung der EntschÃ¤digung bei missbrÃ¤uch­licher oder sachlich nicht gerechtfertigter KÃ¼ndigung wie das kantonale Personalgesetz (§ 18 Abs. 3 PG) auf die Bestimmungen des Obligationenrechts Ã¼ber die missbrÃ¤uchliche KÃ¼ndigung. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Die KÃ¼ndigung durch den Staat muss sachlich begrÃ¼ndet sein (Art. 20 Abs. 2 PVO; vgl. auch § 18 Abs. 2 PG und § 16 der Vollzugsverordnung zum Personalgesetz vom 19. Mai 1999). Bevor die Anstellungsinstanz eine KÃ¼ndigung wegen mangelnder Leistung oder unbefriedigenden Verhaltens ausspricht, rÃ¤umt sie dem oder der Angestellten eine angemessene BewÃ¤hrungsfrist von lÃ¤ngstens sechs Monaten ein. VorwÃ¼rfe, die zu einer KÃ¼ndigung Anlass geben, mÃ¼ssen durch eine Mitarbeiterbeurteilung belegt werden (Art. 21 PVO). Vorliegend haftet der KÃ¼ndigung der BeschwerdefÃ¼hrerin die Besonderheit an, dass sie noch innerhalb der Probezeit von drei Monaten erfolgte. Wenn eine KÃ¼ndigung innerhalb der Probezeit mÃ¶glich sein soll â was sich aus den erwÃ¤hnten gesetzlichen Be­stimmungen ergibt â, kann aber eine angemessene BewÃ¤hrungsfrist von in der Regel meh­reren Monaten realistischerweise kaum je angesetzt werden. Auch eine Mitarbeiter­beurtei­lung dÃ¼rfte nach (vorliegend) siebenwÃ¶chiger Dauer des AnstellungsverhÃ¤ltnisses kaum die erforderlichen AufschlÃ¼sse Ã¼ber VorwÃ¼rfe ergeben, die zu einer KÃ¼ndigung Anlass geben kÃ¶nnten. Es liegt allerdings gerade im Wesen einer Probezeit, dass Arbeit­nehmer und Arbeitgeber einander kennen lernen, bevor eine lange KÃ¼ndigungsfrist Platz greift, und sie nÃ¶tigenfalls rasch die erforderlichen Konsequen­zen ziehen kÃ¶nnen, falls sich innerhalb der Probezeit bereits erste Disharmonien abzuzeichnen beginnen (dazu Ullin Streiff/Adrian von Kaenel, Leitfaden zum Arbeitsvertragsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 1993, Art. 335b N. 14). Soll eine KÃ¼ndigung wÃ¤hrend der Probezeit mÃ¶glich sein, darf sie daher nicht etwa aus formellen MÃ¤ngeln als ungÃ¼ltig betrachtet werden, wenn wie vorliegend so­wohl die Ansetzung einer BewÃ¤hrungsfrist als auch eine Mitarbeiterbeurteilung unterblie­ben sind. Die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet die KÃ¼ndigung als solche (formell) denn auch nicht; sie ist jedoch der Meinung, sie sei (materiell) rechtsmissbrÃ¤uchlich erfolgt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Wie die Beschwerde­fÃ¼hrerin zu Recht erwÃ¤hnt, gelten die Regeln Ã¼ber die BegrÃ¼ndung und die MissbrÃ¤uchlichkeit der KÃ¼ndigung auch bei KÃ¼ndigung wÃ¤hrend der Probezeit (vgl. Streiff/von Kaenel, Art. 335b N. 9).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, die KÃ¼ndigung sei missbrÃ¤uchlich und ohne sach­lichen Grund erfolgt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die Beschwerdegegnerin begrÃ¼ndete die KÃ¼ndigung vom 26. Februar 2003 damit, es habe sich wÃ¤hrend der rund sieben Wochen dauernden Anstellung der BeschwerdefÃ¼hrerin gezeigt, dass sich deren Vorstellung Ã¼ber Art und Umfang der von ihr auszufÃ¼hrenden Ar­beiten, insbesondere die beschÃ¤ftigungsmÃ¤ssig definierte operative TÃ¤tigkeit im Zivil­stands­wesen, nicht mit derjenigen des Gemeinderats decke. Aufgrund dieses offensicht­lichen Dissenses erscheine eine FortfÃ¼hrung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses unter den gegebenen UmstÃ¤nden als wenig sinnvoll, was zur KÃ¼ndigung fÃ¼hre. In der Rekurs­antwort vom 1. April 2003 gab die Beschwerdegegnerin an, die gewÃ¤hlte BegrÃ¼ndung der KÃ¼ndigung gehe nicht zuletzt auf den Wunsch der BeschwerdefÃ¼hrerin zurÃ¼ck, was sie mit folgendem Zitat aus dem E-Mail der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 24. Februar 2003 belegte: "Das [die KÃ¼ndigung durch die Beschwerdegegnerin] kann ich akzeptieren. Allerdings sollte dann wohl davon abgesehen werden, in der KÃ¼ndigung auf ein einseitig inakzep­tables Verhalten meinerseits zu verweisen. Das denke ich, wÃ¼rde den konkreten Gegebenheiten nicht entsprechen â¦". Die Beschwerdegegnerin fÃ¼hrte nunmehr aus, die KÃ¼ndigung sei infolge des unentschuldigten Fernbleibens der BeschwerdefÃ¼hrerin von der Arbeit erfolgt, das einen zureichenden KÃ¼ndigungsgrund darstelle. Im Ãbrigen ver­neinte sie rechtsmissbrÃ¤uchliche KÃ¼ndigungsgrÃ¼nde.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Vorauszuschicken ist, dass die Beschwerdegegnerin den Begriff des Dissenses hier offensichtlich nicht im streng juristischen Sinn verstanden hat, sondern als Ausdruck feh­lender Ãbereinstimmung zwischen Arbeitgeberin und Arbeitnehmerin Ã¼ber die auszufÃ¼h­renden Arbeiten der Leiterin der Gesundheitsabteilung, wie sie sich in den ersten sieben Wochen der TÃ¤tigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin insbesondere im Bereich der operativen TÃ¤tigkeit fÃ¼r das Zivilstandsamt ergab ("Dissens" im Sinn von "Meinungsverschiedenheit", vgl. dazu Duden, FremdwÃ¶rterbuch, 7. A., Mannheim etc. 2001, S. 234). Es wird denn auch von keiner Partei ein Nicht­zustandekommen des AnstellungsverhÃ¤ltnisses angenommen, wie es ein â hier wohl versteckter â Dissens in einem Hauptpunkt mindes­tens im vertraglich vereinbarten ArbeitsverhÃ¤ltnis implizieren kÃ¶nnte (dazu Theo Guhl/Alfred Koller, Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. A., ZÃ¼rich 2000, § 12 N. 32; Eugen Bucher, Basler Kommentar, 2003, Art. 1 OR N. 39+44).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Obwohl die Beschwerdegegnerin die BegrÃ¼ndung der KÃ¼ndigung im Rekursverfahren modifiziert hat, stellt sich hier die Frage einer Verletzung der BegrÃ¼ndungspflicht nicht, wurde doch die BegrÃ¼ndung der KÃ¼ndigung nach den nachvollziehbaren und unbestrittenen AusfÃ¼hrungen der Beschwerdegegnerin mit RÃ¼cksicht auf die BeschwerdefÃ¼hrerin gewÃ¤hlt, die ihr EinverstÃ¤ndnis mit einer AuflÃ¶sung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses signalisiert und eine BegrÃ¼ndung verlangt hatte, die sie nicht einseitig belasten wÃ¼rde. Im Ãbrigen hatte der Gemeindeschreiber der BeschwerdefÃ¼hrerin am 26. Februar 2003 nach deren eigenen Angaben telefonisch mitgeteilt, dass die Arbeitsniederlegung ebenfalls einen KÃ¼ndi­gungsgrund darstelle. Zu Recht macht denn auch die BeschwerdefÃ¼hrerin keine Verletzung der BegrÃ¼ndungspflicht geltend. Soweit im Fall der Nachlieferung von BegrÃ¼ndungselementen eine Verletzung der BegrÃ¼ndungspflicht Ã¼berhaupt anzuneh­men wÃ¤re, kÃ¶nnte diese sodann durch das Rechtsmittelverfahren geheilt werden (vgl. Michele Albertini, Der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 428 ff.). Schliesslich ist es auch dem Verwaltungsgericht nicht verwehrt, massgebend auf die Arbeitsniederlegung abzustellen; selbst wenn darin eine Motivsubstitution lÃ¤ge, wÃ¤re eine solche zulÃ¤ssig, hatte doch die Be­schwerdefÃ¼hrerin Gelegenheit, zu diesem in der Rekursantwort aufgestellten Vorwurf Stellung zu nehmen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 52 N. 7, § 58 N. 10, § 63 N. 10). Bereits die Vorinstanz hat allerdings in ihrer EntscheidbegrÃ¼ndung sinngemÃ¤ss auf die Arbeitsverweigerung durch die BeschwerdefÃ¼hrerin Bezug genommen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die NichterfÃ¼llung der Arbeitspflicht stellt beim privatrechtlichen ArbeitsverhÃ¤ltnis grundsÃ¤tzlich einen KÃ¼ndigungsgrund dar (Manfred Rehbinder/Wolfgang Portmann, Bas­ler Kommentar, 2003, Art. 321 OR N. 29). Dasselbe gilt im Ã¶ffentlichrechtlichen ArbeitsverhÃ¤ltnis, bei dem die AufgabenerfÃ¼llungspflicht ebenfalls selbstverstÃ¤ndliche Haupt­pflicht der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers ist (vgl. Matthias Michel, Beamtenstatus im Wandel, ZÃ¼rich 1998, S. 53+300). Zur Beurteilung der UmstÃ¤nde des konkreten Falles kÃ¶nnen Praxis und Lehre zum Obligationenrecht als Auslegungshilfen sinn­gemÃ¤ss herangezogen werden (RB 2002 Nr. 126).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Demnach kommt die Weigerung der BeschwerdefÃ¼hrerin, vorbehaltlos ihre Arbeit weiterzufÃ¼hren, als KÃ¼ndigungsgrund in Frage (vgl. hinten 7.5.1). Zu prÃ¼fen ist allerdings vorab, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin zur Arbeitsniederlegung berechtigt war. In diesem Fall wÃ¤re die KÃ¼ndigung rechtsmissbrÃ¤uchlich; so geht auch Art. 336 Abs. 1 lit. d OR von einer missbrÃ¤uchlichen KÃ¼ndigung aus, wenn die andere Partei nach Treu und Glauben AnsprÃ¼che aus dem ArbeitsverhÃ¤ltnis geltend macht. Unter diesem Gesichtspunkt ist im Folgenden auf die Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerin einzugehen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Anlass fÃ¼r die Arbeitsniederlegung war offenbar der Umstand, dass die ZÃ¼gelkisten fÃ¼r den Umzug des Zivilstandsamts am Vortag des Umzugstermins (also am 20. Februar 2003) bis 16.30 Uhr nicht geliefert worden waren. Am selben Tag gab die BeschwerdefÃ¼hrerin mittels eines E-Mails dem Gemeindeschreiber kund, dass sie sich redlich bemÃ¼ht habe, den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle zu entsprechen, dass ihr aber angesichts ihrer fundierten Kadererfahrung und juristischen Ausbildung eine operative TÃ¤tigkeit im Zivil­standsamt mit einem Pensum von 40 % nicht zumutbar sei. Sie fÃ¼hle sich verschaukelt und kÃ¶nne in einem solchen Umfeld nicht arbeiten. Sie verwies sodann auf die noch hÃ¤n­gigen GeschÃ¤fte, darauf, was sie alles noch erledigt habe und was noch anstehe. Aufgrund der "Pendenzenbereinigung" und der Tatsache, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin die SchlÃ¼ssel zum Gemeindehaus der Zivilstandsbeamtin Ã¼bergeben hatte, fragte der Gemein­deschreiber mit eingeschriebenem Brief vom 21. Januar 2003 zurÃ¼ck, ob sie das Anstel­lungsverhÃ¤ltnis mit der Gemeinde X per Ende Februar 2003 aufzulÃ¶sen gedenke. Das verneinte die BeschwerdefÃ¼hrerin mit erneuter elektronischer Nachricht vom 24. Februar 2003. Sie bot die Wiederaufnahme der Arbeit an, sofern "zumutbareâ¦ VerhÃ¤ltnisse" geschaffen wÃ¼rden, was bedeute, dass die folgenden Voraussetzungen "ungefÃ¤hr" erfÃ¼llt werden mÃ¼ssten:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>·<span> </span></span>Entfallen der Auflage, mindestens zu 40 % operativ im Zivilstandswesen tÃ¤tig zu sein;</p> <p class="EinzugZitat"><span>·<span> </span></span>EinzelbÃ¼ro im Gemeindehaus mit der MÃ¶glichkeit, einen kleinen Besprechungstisch zu platzieren;</p> <p class="EinzugZitat"><span>·<span> </span></span>GewÃ¤hr der Bereitschaft zur grundsÃ¤tzlich aufbauenden Zusam­menarbeit und zum "ressentimentsfreien" bzw. neutralen Infor­mationsaustausch mit den anderen Abteilungsleitern bzw. anderen Gemeindeangestellten;</p> <p class="EinzugZitat"><span>·<span> </span></span>frÃ¼hzeitige Information der Verantwortlichen, wenn etwas wie beispielsweise die Lieferung von "ZÃ¼gelkisten" nicht wie vorge­sehen klappt unter Anbringung von zeitlichen Angaben, wann die BehÃ¤ltnisse eintreffen (und der Bereitschaft aktiv und kollegial mitzuhelfen, beim Einpacken etc.).</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext">Die ZulÃ¤ssigkeit der Aufstellung dieser Voraussetzungen ist im Folgenden einzeln zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Der erste Punkt betrifft das Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerin, die Beschwerdegegnerin habe das Pflichtenheft nachtrÃ¤glich unzulÃ¤ssigerweise geÃ¤ndert.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin wirft der Beschwerdegegnerin vor, dass sie erst an ihrem ers­ten Arbeitstag vom Gemeindeschreiber damit konfrontiert worden sei, dass sie zu 40 % operative Aufgaben im Zivilstandsbereich zu verrichten habe. Zur Ãbernahme eines Pensums von 40 % im Zivilstands­wesens fÃ¼hlte sie sich "ausgesprochen Ã¼berqualifiziert". Sie prangert den entsprechenden Beschluss des Gemeinderates als "venire contra factum proprium" an. Bis dahin habe nÃ¤mlich Einigkeit Ã¼ber die wesentlichen Punkte des Pflichtenhefts aufgrund des Stelleninserates, ihres Bewerbungsschreibens und der beiden VorstellungsgesprÃ¤che geherrscht. Erst danach habe die Beschwerdegegnerin mit dem erwÃ¤hnten Beschluss das Pflichtenheft abgeÃ¤ndert. Indem sie (die BeschwerdefÃ¼hrerin) diesen Beschluss nicht zu Gesicht bekommen habe, sei zudem ihr Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r verletzt worden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span>DemgegenÃ¼ber fÃ¼hrte die Beschwerdegegnerin in der Rekursantwort aus, die Be­schwerdefÃ¼hrerin sei schon im GesprÃ¤ch vom 1. Oktober 2002 insbesondere im Hinblick auf eine allfÃ¤llige Ãberqualifikation bzw. Unterforderung an der ausgeschriebenen Stelle darauf hingewiesen worden, dass die Stelle als Leiterin der Gesundheitsabteilung auch die Ãbernahme von SachbearbeitendentÃ¤tigkeiten enthalte. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe sowohl die Frage nach Unterforderung als auch nach einem beruflichen Abstieg verneint und erwÃ¤hnt, sie wolle sich nicht mehr ausschliesslich mit juristischen Themenbereichen beschÃ¤ftigen. AnlÃ¤sslich des Telefonats mit dem Gemeindeschreiber vom 3. Oktober 2002 sei die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼ber die mit der ausgeschriebenen Stelle verbundene Leitung des Zivilstandsamtes informiert worden, die sie damals als "spannend" empfunden habe. Im GesprÃ¤ch vom 29. Oktober 2002 habe die Be­schwerdefÃ¼hrerin erneut die Frage verneint, ob sie sich mit ihrer Ausbildung als Leiterin der Gesundheitsabteilung nicht unterfordert fÃ¼hle. Ferner sei der BeschwerdefÃ¼hrerin bezÃ¼glich der operativen TÃ¤tigkeit im Zivilstandsamt klar dargetan worden, dass sie sich bis zum Sommer 2003 in ihre Ã¼brige TÃ¤tigkeit in der Gesund­heits­abteilung einzuarbeiten habe und danach eine Standortbestimmung hinsichtlich des Zivilstandswesens vorgenommen werde.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.3 </span></b><span>Im Stelleninserat hatte die Beschwerdegegnerin "eine(n) Leiterin/Leiter Gesundheits­abteilung" gesucht und erlÃ¤utert, die "anspruchsvolle" und "vielseitige FÃ¼hrungsaufgabe" bzw. "Kaderposition" mit "hohen Anforderungen" umfasse "die Aufgabenbereiche Ge­sundheitswesen, Umweltschutz (u.a. FluglÃ¤rmthematik), Zivilstandswesen sowie das Friedhof- und Bestattungswesen", weiter die Spitex und die Altersbetreuung. Unter anderem wurde eine Weiterbildung "insbesondere im Bereich Zivilstandswesen" zur Voraussetzung erklÃ¤rt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet nicht, dass bei den beiden VorstellungsgesprÃ¤chen ihre mÃ¶gliche Unterforderung und die Ãbernahme operativer TÃ¤tigkeiten angesprochen wurden und dass der Gemeindeschreiber sie im TelefongesprÃ¤ch vom 3. Ok­tober 2002 ausdrÃ¼cklich auf den operativen Einsatz auch im Zivilstandsbereich hinwies. Umgekehrt ist unbestritten, dass das Zivilstandswesen einzig im diesem TelefongesprÃ¤ch behandelt wurde und dass dabei der Umfang der operativen TÃ¤tigkeit im Zivilstandsamt nicht erwÃ¤hnt wurde â wÃ¤hrend die BeschwerdefÃ¼hrerin nach eigenen Angaben mit einer Belastung im Umfang von wenigen Stunden pro Woche rech­nete, soll der Gemeinde­schreiber am 3. Januar 2003 erwÃ¤hnt haben, dass er im Zeitpunkt des Anrufs von einem Pensum von hÃ¶chstens 20 % ausgegangen sei. In der AnstellungsverfÃ¼gung wurde die BeschwerdefÃ¼hrerin auf die Stelle einer "Leiterin der Gesundheitsabteilung" ohne jeden Hinweis auf eine TÃ¤tigkeit als Zivilstandsbeamtin berufen. Die im Stelleninserat verlangte "Weiterbildung insbesondere im Bereich Zivilstandswesen" wurde nicht erwÃ¤hnt. Demnach wurde der BeschwerdefÃ¼hrerin vor Amtsantritt zwar mitgeteilt, dass sie operative Aufgaben insbesondere auch im Zivilstandswesen zu erfÃ¼llen habe, nicht aber der bedeutende Umfang der operativen TÃ¤tigkeit im Zivilstands­amt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.4 </span></b><span>Fraglich ist, ob der BeschwerdefÃ¼hrerin vorzuhalten ist, sie hÃ¤tte den Umfang dieser TÃ¤tigkeit aufgrund ihrer juristischen Ausbildung erkennen kÃ¶nnen. Nach Art. 3 Abs. 1<sup>bis</sup> der Zivilstandsverordnung vom 1. Juni 1953 (ZStV) in der Fassung vom 18. August 1999 soll der BeschÃ¤ftigungsgrad der Zivilstandsbeamtinnen und ‑beamten mindestens 40 % betragen, wobei das EidgenÃ¶ssische Justiz- und Polizeidepartement nach Art. 10 Abs. 5 ZStV Ausnahmen bewilligen kann. Art. 188 <i>l </i>Abs. 1 ZStV rÃ¤umt eine Frist bis zum 31. Dezember 2005 ein, um die Zivilstandskreise diesen Anforderungen anzupassen. Die Vorgabe wurde im Kanton ZÃ¼rich mit RegierungsratsbeschlÃ¼ssen vom 17. Juli 2002 bzw. 30. Oktober 2002 (in Kraft ab 1. September 2002 bzw. 1. Januar 2003) umgesetzt, indem neue Zivilstandskreise festgesetzt wurden, die in der Regel mehrere Gemeinden umfassen (§ 1a und Anhang der kantonalen Zivilstandsverordnung vom 29. November 2000 [kZStV]). Aus diesen gesetzlichen Grundlagen ergibt sich allerdings kaum derart klar und zwingend ein BeschÃ¤ftigungsgrad von mindestens 40 % fÃ¼r die Leitung eines Zivilstands­kreises bereits ab Anfang 2003, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin darauf behaftet werden kÃ¶nn­te, obwohl sie von der Beschwerdegegnerin nicht ausdrÃ¼cklich darauf hingewiesen wurde. Die Beschwerdegegnerin beharrte denn auch nicht auf dieser LÃ¶sung (hinten 5.6).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.5 </span></b><span>WÃ¤re davon auszugehen, dass die ÃberbÃ¼rdung operativer Aufgaben im Zivilstands­wesen mit einem Pensum von 40 % eine Ãnderung des Pflichtenhefts der BeschwerdefÃ¼hrerin ge­genÃ¼ber den ursprÃ¼nglichen Anstellungsbedingungen darstellte, so wÃ¤re zu prÃ¼fen, ob diese Ãnderung nach Art. 15 PVO zulÃ¤ssig war. Laut Art. 15 PVO kÃ¶nnen Angestellten unter Wahrung einer angemessenen Frist andere ihrer Ausbildung und Eignung entsprechende zumutbare TÃ¤tigkeiten zugewiesen werden, wobei auf die persÃ¶n­lichen VerhÃ¤ltnisse RÃ¼cksicht zu nehmen ist. Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet mit Hinweis auf ihre Ausbildung und Berufserfahrung, dass die ihr Ã¼bertragene Aufgabe im Zivilstandswesen mit diesem Pensum zumutbar sei. GrundsÃ¤tzlich ist eine Versetzung ohne Zustimmung des oder der Betreffenden im Ã¶ffentlichen AnstellungsverhÃ¤ltnis zulÃ¤ssig (Michel, S. 55). Mit ihrer Zusammenfassung der Praxis zum privatrechtlichen Arbeitsvertrag stÃ¶sst die BeschwerdefÃ¼hrerin demnach ins Leere.</span></p> <p class="Erwgung2"><a id="_Ref61939245"><b><span>5.6 </span></b><span>Die aufgeworfenen Fragen kÃ¶nnen vorliegend allerdings offen bleiben. Ihr Widerstand gegen die Ãbernahme eines Pensums von 40 % im Zivilstandsamt berechtigte die Be­schwerdefÃ¼hrerin jedenfalls nicht dazu, ihre Arbeit niederzulegen. ZunÃ¤chst konnten die in den Ã¼brigen 60 % des Vollpensums zu erledigenden TÃ¤tigkeiten klarerweise von ihr verlangt werden und war sie darÃ¼ber hinaus auch bereit und gehalten, gewisse operative Aufgaben im Zivilstandswesen zu Ã¼bernehmen. Sodann stimmen beide Parteien darin Ã¼berein, dass der Gemeindeschreiber der BeschwerdefÃ¼hrerin mitgeteilt habe, sie habe sich bis zum Sommer 2003 in ihre Ã¼brige TÃ¤tigkeit einzuarbeiten, und was das Pensum von 40 % im Zivilstandswesen betreffe, mÃ¼sse dieses nicht sogleich wahrgenommen werden, vielmehr werde im Sommer eine Standortbestimmung vorgenommen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hatte demnach in absehbarer Zeit keine Arbeiten zu Ã¼bernehmen, die von ihr als dem Pflichtenheft nicht entsprechend abgelehnt wurden. Somit war sie nicht zur Arbeitsniederlegung aus diesem Grund und zur Aufstellung der ersten Voraussetzung berechtigt, und der Beschwerdegegnerin ist kein Verstoss gegen Treu und Glauben (bzw. kein "venire contra factum proprium") vorzuwerfen, wenn sie der Be­schwerdefÃ¼hrerin trotz den Auseinandersetzungen um die Arbeit im Zivilstandsbereich gekÃ¼ndigt hat.</span></a></p> <p class="Urteilstext">Ob die Koppelung der Leitung der Gesundheitsabteilung mit der operativen Arbeit im Zivilstands­wesen aus sachfremden Motiven erfolgte und unzweckmÃ¤ssig war, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin behauptet, ist unter diesen UmstÃ¤nden von vornherein nicht relevant. <span>Im Ãbrigen ist darauf hinzuweisen, dass eine Gemeinde innerhalb des gesetzlichen Rah­mens in der Organisation ihrer Abteilungen und der Einordnung der zu gewÃ¤hrenden Dienstleistungen in die interne Organisation grundsÃ¤tz­lich frei ist, sofern nur das einwand­freie Funktionieren der Gemeindeverwaltung gewÃ¤hrlei­stet bleibt (dazu § 55 ff. GemeindeG; Hans Rudolf Thalmann, Kommentar zum ZÃ¼rcher Gemeindegesetz, 3. A., WÃ¤denswil 2000, § 55 N. 3 f.). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.7 </span></b><span>Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs geltend macht, weil ihr der Beschluss des Gemeinderats X nicht unterbreitet worden sei, wonach sie ein Pensum von 40 % im Zivilstandsamt zu versehen habe, stÃ¼nde diese behauptete Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs ohnehin nicht in direktem Zusammenhang mit der KÃ¼ndigung als solcher. Ein allenfalls separat zu prÃ¼fender Anspruch auf EntschÃ¤digung ergÃ¤be sich daraus jedenfalls nicht (vgl. § 80 Abs. 2 VRG). Es kann offen bleiben, ob und inwieweit ein Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r in diesem Zusammenhang Ã¼berhaupt besteht (vgl. Michel, S. 55 f.; Art. 15 Satz 2 PVO). Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r im Zusammenhang mit der KÃ¼ndigung als solcher wird nicht geltend gemacht und liegt â angesichts dessen, dass sich die </span><span>BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrem E-Mail vom 24. Februar 2003 zu der ins Auge gefassten KÃ¼ndigung seitens der Beschwer­degegnerin Ã¤ussern konnte, und angesichts des Inhalts ihrer Ãusserungen (dazu hinten 7.5.2) â auch nicht vor.</span></p> <p class="Erwgung1"><span class="UrteilstextChar"><b><span>6. </span></b></span><span class="UrteilstextChar"><span> </span></span></p> <p class="Urteilstext">Die zweite Voraussetzung, welche die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrem E-Mail vom 24. Februar 2003 aufstellte, betrifft die Tatsache, dass sie ein BÃ¼ro ausserhalb des Gemein­dehauses beziehen sollte, das ihr mit 9-10 m<sup>2</sup> zudem recht klein erschien. Ausserdem sei sie nicht angefragt worden, ob sie mit dem Umzug in dieses BÃ¼ro einverstanden sei, und dieses sei zudem mit OccasionsmÃ¶beln eingerichtet gewesen. Hierin erblickt die Be­schwerdefÃ¼hrerin auch eine geschlechtsspezifische Benachteiligung, weil man mit einem Mann nicht so umgegangen wÃ¤re.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.1 </span></b><span>Laut Art. 15 PVO kÃ¶nnen Angestellte unter Wahrung einer angemessenen Frist an einen andern Arbeitsplatz versetzt werden, wobei auf die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse RÃ¼ck­sicht zu nehmen ist. ZunÃ¤chst ist festzuhalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin zwar auf einen genÃ¼genden Arbeitsplatz, nicht aber auf ein BÃ¼ro im Gemeindehaus Anspruch erheben konnte. </span><span>Angesichts der geringen Distanz zum Gemeindehaus erscheint die Um­quartierung der BeschwerdefÃ¼hrerin ins Zivilstandsamt grundsÃ¤tzlich zumutbar, umso eher, als ihr ein Arbeitsplatz im Gemeindehaus nicht zugesichert worden war (vgl. dazu auch JÃ¼rg BrÃ¼hwiler, Kommentar zum Einzelarbeitsvertrag, 2. A., Bern etc. 1996, Art. 321d N. 3 S. 84; Streiff/von Kaenel, Art. 321d N. 3). Auch war d</span><span>er Umzug grundsÃ¤tzlich sachlich motiviert: Die Be­schwerdegegnerin beherbergt das Zivilstandsamt ihres Zivilstandskreises, umfassend X und weitere Gemeinden (Anhang â¦ kZStV). Sie sah sich infolge Platzmangels nach geeigneten RÃ¤umlichkeiten um, um das Zivilstandsamt ausserhalb des Gemeindehauses unterzubringen. Am 4. Okto­ber 2002 konnte ein Mietvertrag Ã¼ber die vorher von der Firma B benÃ¼tzten RÃ¤umlichkeiten an der L-Strasse 01, in unmittelbarer NÃ¤he des Gemeindehauses (L-Strasse 02), abgeschlossen werden (so die nicht anzu­zweifelnden Angaben der Beschwerdegegnerin in der Rekursantwort). Die Ausquartierung des Zivilstandsamts aus dem Gemeindehaus beruhte auf einem vor Anstellung der BeschwerdefÃ¼hrerin verfassten "Memo" des Gesundheitsvorstands Ã¼ber bauliche und organisatorische Massnahmen im Hinblick auf die Bildung des Zivilstandskreises "Q". Danach sollten sÃ¤mtliche RÃ¤umlichkeiten an der L-Strasse 01 (BÃ¼roteil und 3-Zimmer-Wohnung) gemietet werden, damit auch die Spitex-Organisation darin untergebracht werden kÃ¶nne. Der BÃ¼roteil fÃ¼r das regionale Zivilstandsamt solle fÃ¼nf ArbeitsplÃ¤tze enthalten, darunter ein EinzelbÃ¼ro fÃ¼r den Leiter der Gesundheitsabteilung bzw. des regionalen Zivilstandsamtes, ein Traulokal (24 m<sup>2</sup>), das zusÃ¤tzlich als Besprechungs­zimmer genutzt werden kÃ¶nne, sowie ein GrossraumbÃ¼ro. Die Leitung des regio­nalen Zivilstandsamtes solle dem Leiter der Gesundheits­abteilung Ã¼bertragen werden, der je hÃ¤lftig fÃ¼r das Zivilstandsamt und die Gesundheitsabteilung arbeiten solle. Die Position war damals fÃ¼r den bisherigen Stelleninhaber C â einen Mann â vorgesehen.</span></p> <p class="Urteilstext">Zur Vorbereitung der Umzugsarbeiten fand am 14. Januar 2003 eine Koordinationssitzung statt, an der auch die BeschwerdefÃ¼hrerin teilnahm und der MÃ¶blierungsvorschlag der Bauabteilung nochmals besprochen wurde. Nach dem Sitzungsprotokoll sollten der technische Mitarbeiter der Bauabteilung, die Zivilstandsbeamtin und die Beschwerde­fÃ¼hrerin am 17. Januar 2003 die neuen RÃ¤umlichkeiten besichtigen und sich alsdann zum OccasionsmÃ¶belgeschÃ¤ft begeben, um die MÃ¶bel definitiv auszuwÃ¤hlen. Ob die Be­schwerdefÃ¼hrerin an dieser Begehung teilnahm, wie an der Sitzung vom 14. Januar 2003 beschlossen worden war und wie die Beschwerdegegnerin in der Rekursantwort behauptet, ist hier nicht von Belang. Selbst wenn sie aus irgendeinem Grund verhindert gewesen wÃ¤re, an der Begehung teilzunehmen, und â ihrer Behauptung entsprechend â erst Mitte Februar 2003 ihr angeblich viel zu kleines BÃ¼ro erstmals gesehen hÃ¤tte, geht ihr Vorwurf fehl, sie habe sich nicht zu ihrem neuen BÃ¼ro und zum Mobiliar Ã¤ussern kÃ¶nnen: Zum einen hatte sie diesbezÃ¼glich keinen Anspruch auf Ãusserung. Zum andern wurde sie an der Sitzung vom 14. Januar 2003 Ã¼ber den Umzug informiert und hÃ¤tte sie sich zur Auswahl der MÃ¶bel Ã¤ussern kÃ¶nnen. Schliesslich vermag die BeschwerdefÃ¼hrerin eine Benachteiligung auch insofern nicht darzulegen, als in ihrem BÃ¼ro kein Platz fÃ¼r einen Be­sprechungstisch vorhanden gewesen sein soll, war doch das Trauzimmer â zumindest laut dem erwÃ¤hnten "Memo", das der Beschwerde­fÃ¼hrerin im Zeitpunkt der Arbeits­niederlegung bekannt war â ausdrÃ¼cklich auch zur BenÃ¼tzung als Besprechungszimmer vorgesehen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.2 </span></b><span>Wird eine Diskriminierung glaubhaft gemacht, fÃ¼hrt dies zur Umkehr der Beweislast (Art. 6 des Gleichstellungsgesetzes vom 24. MÃ¤rz 1995 [GlG]; Sabine Steiger-Sackmann in: Margrith Bigler-Eggenber­ger/Claudia Kaufmann [Hrsg.], Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, Basel/Frankfurt a.M. 1997, Art. 6 Rz. 59). Es kann offen bleiben, ob im vorliegenden Fall Ã¼berhaupt eine Diskriminierung glaubhaft gemacht wurde, da der Gegenbeweis erbracht wurde: Die RÃ¤umlichkeiten fÃ¼r das Zivilstandsamt wurden in einem Zeitpunkt ausgesucht, in dem noch gar nicht die BeschwerdefÃ¼hrerin, sondern ein Mann (C) fÃ¼r die Leitung der Gesundheitsabteilung und des Zivilstandsamts vorgesehen war. Der Diskriminierungsvorwurf bezÃ¼glich des neu zu beziehenden BÃ¼ros im Zivilstands­amt beruht denn auch im Wesentlichen auf einer blossen Vermutung der BeschwerdefÃ¼hrerin. Gegen eine Diskriminierung der BeschwerdefÃ¼hrerin spricht sodann, dass sie in einer Lohnklasse eingestuft war, die klar Ã¼ber derjenigen eines Teils ihrer mÃ¤nnlichen Kollegen lag.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.3 </span></b><span>Zusammenfassend: Im genannten Zusammenhang kann weder von einer Verletzung der FÃ¼rsorgepflicht noch von einer geschlechtsspezifischen Benachteiligung ausgegangen werden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht auch nicht geltend, ihr habe am 21. Februar 2003 gar kein Arbeitsplatz mehr zur VerfÃ¼gung gestanden. Sie war deshalb nicht dazu berech­tigt, aus diesem Grund die Arbeit niederzulegen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Die letzten beiden von der BeschwerdefÃ¼hrerin aufgestellten Voraussetzungen beziehen sich sinngemÃ¤ss ebenfalls auf eine angebliche Verletzung der FÃ¼rsorgepflicht durch die Beschwerdegegnerin. Diesen Vorwurf begrÃ¼ndet die BeschwerdefÃ¼hrerin â ausser mit dem Umfang des vorgesehenen Pensums im Zivilstandswesen sowie mit dem Umzug und den UmstÃ¤nden, unter denen dieser zu erfolgen hatte â namentlich damit, dass sie in einem E-Mail sexuell belÃ¤stigt worden sei. Sodann beruft sie sich auch â am deutlichsten in ihrem E-Mail vom 20. Februar 2003 an den Gemeindeschreiber â auf die Ablehnung durch die andern Abteilungsleiter. In der Rekurs- und der Beschwerdeschrift erwÃ¤hnt sie als Beispiel hierfÃ¼r ihre Auseinandersetzung mit dem Leiter der Sicher­heits­abteilung. Ferner macht sie geltend, mangelhaft eingefÃ¼hrt worden zu sein und von ihrem VorgÃ¤nger die Dossiers in ungeordnetem Zustand Ã¼ber­nommen zu haben.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.1 </span></b><span>Die allgemeine FÃ¼rsorgepflicht der Arbeitgeberschaft ist das GegenstÃ¼ck zur Treue­pflicht der Arbeitnehmenden (die hier in Art. 50 PVO verankert ist) und verpflichtet die Arbeitgeberschaft, den Arbeitnehmenden im Rahmen des ArbeitsverhÃ¤ltnisses Schutz und FÃ¼rsorge zuteil werden zu lassen und deren berechtigte Interessen in guten Treuen zu wahren. Die FÃ¼rsorgepflicht ergibt sich vorliegend aus Art. 31 PVO (der seinerseits Art. 328 OR nachgebildet ist), gilt jedoch auch als Ausfluss der allgemeinen GrundsÃ¤tze des Ver­fassungs- und Verwaltungsrechts (RB 2002 Nr. 131; VGr, 26. Sep­tem­ber 1994, VK 93/0025, E. 3a).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht eine sexuelle BelÃ¤stigung geltend, weil der Leiter der Werkabteilung eine an ihn gerichtete Anfrage der BeschwerdefÃ¼hrerin mit folgendem E-Mail an den Werkmeister weitergeleitet habe:</span></p> <p class="EinzugZitat">"SalÃ¼ D</p> <p class="EinzugZitat">Entschuldigung dass ich dich schon wieder belÃ¤stige!!</p> <p class="EinzugZitat">KÃ¶nntest du ev. Frau A "befriedigen" ?????</p> <p class="EinzugZitat">Ich hoffe sehr.</p> <p class="EinzugZitat">Gruss</p> <p class="EinzugZitat">E"</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext">Der Werkmeister sandte hierauf seine Antwort samt dieser Anfrage zur Kenntnisnahme per E-Mail an die BeschwerdefÃ¼hrerin. Der Leiter der Werkabteilung leitete die Antwort eben­falls samt seiner Anfrage an die BeschwerdefÃ¼hrerin weiter.</p> <p class="Erwgung3"><b><span>7.2.1 </span></b><span>Diskriminierend ist nach Art. 4 GlG jedes belÃ¤stigende Verhalten sexueller Natur oder ein anderes Verhalten aufgrund der GeschlechtszugehÃ¶rigkeit, das die WÃ¼rde von Frauen und MÃ¤nnern am Arbeitsplatz beeintrÃ¤chtigt. Hinsichtlich des belÃ¤stigenden Cha­rakters ist auf das Durchschnittsempfinden abzustellen. Unter den Begriff der sexuellen BelÃ¤stigung fallen auch unerwÃ¼nschte sexuelle AnnÃ¤herungen und Handlun­gen, die das AnstandsgefÃ¼hl verletzen, sexistische SprÃ¼che sowie anzÃ¼gliche und peinliche Bemerkungen. Das belÃ¤stigende Verhalten muss sexueller Natur sein. Eine Diskriminierungsabsicht ist nicht erforderlich (Rehbinder/Portmann, Art. 328 N. 19; Claudia Kaufmann in: Bigler-Eggenberger/Kaufmann, Art. 4 Rz. 52+55; Nicole Corinne VÃ¶geli, Sexuelle BelÃ¤stigung am Arbeitsplatz im privatrechtlichen ArbeitsverhÃ¤ltnis, Chur/ZÃ¼rich 1996, S. 57 ff., 62).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>7.2.2 </span></b><span>Der Begriff "jemanden befriedigen" ist doppeldeutig und umfasst auch die Bedeutung "[jemandes] sexuelles Verlangen [zu] stillen" (Duden, Das StilwÃ¶rterbuch, 8. A., Mannheim etc. 2001, S. 154). Diese zweite Bedeutung liegt vor allem dann nahe, wenn die Befriedigung durch eine Person angesprochen wird. Die vorliegend gewÃ¤hlte Formulierung "KÃ¶nntest du ev. Frau A 'befriedigen' ?????" enthÃ¤lt deshalb neben der vordergrÃ¼ndigen Bedeutung â es solle der BeschwerdefÃ¼hrerin eine zufrieden stellende Antwort erteilt werden â eine deutliche sexuelle Anspielung, die durch die AnfÃ¼hrungs- und Schlusszeichen sowie die vier Ã¼berflÃ¼ssigen Fragezeichen noch hervorgehoben wird.</span></p> <p class="Urteilstext">Was die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz dagegen vorbringen, Ã¼berzeugt nicht. Es spielt keine Rolle, ob das fragliche E-Mail vom Urheber oder vom EmpfÃ¤nger an die BeschwerdefÃ¼hrerin gesandt wurde â die Antwort samt der anstÃ¶ssigen Anfrage wurde ihr Ã¼brigens von beiden Ã¼bermittelt. Unerheblich sind auch die Motive der Beteiligten (vgl. Kaufmann, Art. 5 Rz. 55). Unzu­treffend ist sodann die â sinngemÃ¤ss geÃ¤usserte â Ansicht der Vorinstanz, die Beschwerde­fÃ¼hrerin sei gehalten, in einer zweideutigen Bemerkung nur den unverfÃ¤nglichen Sinn wahrzunehmen und den anstÃ¶ssigen Sinngehalt auszublenden. Massgebend dafÃ¼r, ob eine sexuelle BelÃ¤stigung vorliegt, ist nach der Lehre vielmehr die Durchschnittsmoral (vgl. VÃ¶geli, S. 53).</p> <p class="Erwgung3"><b><span>7.2.3 </span></b><span>Allerdings lÃ¤sst sich aus der nicht anzuzweifelnden sexuellen Anspielung noch nicht ohne weiteres auf eine sexuelle BelÃ¤stigung im Sinn von Art. 4 GlG schliessen. Bei schwÃ¤cheren Ãbergriffen ist im Einzelfall zu entscheiden, ob eine BelÃ¤stigung anzunehmen ist (Kaufmann, Art. 4 Rz. 59; VÃ¶geli, S. 53 f.; beide mit Hinweisen auf anders lautende Ansichten, laut denen bei schwÃ¤cheren Ãbergriffen erst nach mehreren VorfÃ¤llen eine sexuelle BelÃ¤stigung anzunehmen ist). </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>7.2.4 </span></b><span>Dies braucht hier allerdings nicht vertieft behandelt zu werden: Trotz der angeb­lichen sexuellen BelÃ¤stigung hat jedenfalls die Beschwerdegegnerin ihre FÃ¼rsorge­pflicht nicht in einem solchen Mass verletzt, dass dadurch die Arbeitsniederlegung gerechtfertigt worden wÃ¤re. Ob die Beschwerdegegnerin die zur PrÃ¤vention notwendigen und zumutbaren Massnahmen getroffen hat, kann offen bleiben (vgl. dazu Kaufmann, Art. 4 Rz. 41 ff.; VÃ¶geli, S. 70+172). Jedenfalls wurde sie von der BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼ber den Vorfall nicht informiert â auch nicht in deren E-Mail vom 20. Februar 2003 â, sodass sie keine Gelegenheit hatte, angemessen auf den Vorfall zu reagieren. Ob die von der BeschwerdefÃ¼hrerin gerÃ¼gten VorfÃ¤lle in ihrer Gesamt­heit zur Arbeitsniederlegung berechtigten, ist gesondert zu klÃ¤ren (vgl. hinten 7.4).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>7.2.5 </span></b><span>Aufgrund des Beschwerdeantrags ist davon auszugehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin den genannten Vorfall nur anfÃ¼hrt, um eine Verletzung der FÃ¼rsorgepflicht durch die Arbeitgeberin und demzufolge die angebliche RechtsmissbrÃ¤uchlichkeit der KÃ¼ndigung darzulegen. Sollte die BeschwerdefÃ¼hrerin darÃ¼ber hinaus direkt eine EntschÃ¤digung we­gen sexueller BelÃ¤stigung im Sinn von Art. 5 Abs. 3 GlG anstreben, wÃ¤re dieses Begeh­ren zunÃ¤chst an die Beschwerdegegnerin zu richten, die darÃ¼ber zu verfÃ¼gen hÃ¤tte.</span></p> <p class="Erwgung2"><a id="_Ref62276650"><b><span>7.3 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin beklagt sich Ã¼ber mangelhafte EinfÃ¼hrung, Unordnung in den von ihrem VorgÃ¤nger Ã¼bernommenen Dossiers sowie Ã¼ber "Groll und Ressentiments" sei­tens anderer Angestellter als Folge ihrer Auseinandersetzung mit dem Leiter der Sicherheitsabteilung am 5. Februar 2003, wodurch die Informationsbeschaffung behindert worden sei. Die Beschwerdegegnerin wirft dagegen der BeschwerdefÃ¼hrerin vor, "in diversen, einen harschen Ton anschlagenden Mails" von anderen Abteilungsleitern und weiteren Mitarbeitenden AbklÃ¤rungen oder Handlungen gefordert zu haben. Der E-Mail-Korrespondenz zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und andern Mitarbeitenden â dem Leiter der Sicherheitsabteilung sowie dem Leiter der Werkabteilung und dem Werkmeister â kann insgesamt entnommen werden, dass die BemÃ¼hungen der BeschwerdefÃ¼hrerin um lÃ¼ckenlose Aufarbeitung ihrer Dossiers nicht der Ã¼berkommenen Art der GeschÃ¤ftsabwicklung in der Gemeindeverwaltung entsprachen und zumindest teilweise als unangebrachte Einmischung in die Angelegenheiten anderer Abteilungen empfunden wurden.</span></a></p> <p class="Urteilstext"><span>Es kann offen bleiben, ob und in welcher Form die Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer FÃ¼rsorgepflicht bei einem weiteren Andauern der Konflikte hÃ¤tte eingreifen mÃ¼ssen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin schloss ihr E-Mail vom 5. Februar 2003 an der Leiter der Sicherheits­abteilung â mit Kopie an den Gemeindeschreiber und den Gesundheitsvorstand, an die sich die im Folgenden zitierten Worte letztlich richteten â, mit den Bemerkungen, es stehe den zustÃ¤ndigen Stellen frei, ihr zu kÃ¼ndigen, wenn man sich in der Gemeindeverwaltung mit ihrer Art schwer tue; es sei in diesem Fall fÃ¼r alle Beteiligten am besten, wenn noch wÃ¤hrend der Probezeit konsequent gehandelt werde. Andernfalls gehe sie davon aus, dass ihre Vorgesetzten ihre Arbeit im Wesentlichen guthiessen. Sie verlangte also ausdrÃ¼cklich keine BemÃ¼hungen ihrer Vorgesetzten um eine Verbesserung des Arbeitsklimas, etwa in Form einer Aussprache. Ihr nÃ¤chster Schritt war bereits die Arbeitsniederlegung. Eine solche kann jedoch wegen Verletzung der FÃ¼rsorgepflicht nur erfolgen, wenn die Arbeitgeberschaft notwendige Vorbereitungs- oder Mitwirkungshandlungen unterlÃ¤sst oder wenn die Arbeit unter den gegebenen UmstÃ¤nden unzumutbar ist. Zudem muss die Arbeitgeberschaft vorher abgemahnt werden (so die privatrechtliche Lehre; vgl. Rehbinder/Portmann, Art. 328 N. 28; Manfred Rehbinder, Berner Kommentar, 1985, Art. 328 N. 24; vgl. auch VÃ¶geli, S. 163). Weder erreichten hier die Spannungen ein grÃ¶sseres Ausmass, noch hatte die BeschwerdefÃ¼hrerin die Leistungsverweigerung ange­droht oder auch nur um ein Vermitteln der Vorgesetzten in den Arbeitskonflikten ersucht.</span></p> <p class="Erwgung2"><a id="_Ref62215699"><b><span>7.4 </span></b><span>Auch in ihrer Gesamtheit vermochten die von der BeschwerdefÃ¼hrerin geltend gemachten MÃ¤ngel und Probleme die Arbeitsniederlegung nicht zu rechtfertigen. Was die beanstandete operative TÃ¤tigkeit fÃ¼r das Zivilstandsamt betrifft, so war die BeschwerdefÃ¼hrerin im Zeitpunkt der Arbeitsniederlegung noch gar nicht verpflichtet, 40 % ihres Vollpensums hierfÃ¼r aufzuwenden, und die Beschwerdegegnerin war nicht untÃ¤tig geblieben, hatte doch der Gemeindeschreiber eine ÃberprÃ¼fung dieser Vorgabe in Aussicht gestellt. Die Verlegung des BÃ¼ros war rechtmÃ¤ssig und stellte insbesondere keine Diskri­minierung wegen des Geschlechts dar; die BeschwerdefÃ¼hrerin macht nicht geltend, dass ihr gar kein Arbeitsplatz mehr zur VerfÃ¼gung gestanden hÃ¤tte. In einer GesamtwÃ¼rdigung der UmstÃ¤nde sind diese beiden Punkte demnach nicht beachtlich. Es verbleiben die Ablehnung durch die andern Abteilungsleiter, die sexuelle Anspielung in einem E-Mail und die fehlende Kooperation beim Umzug; diese VorgÃ¤nge schufen aber insgesamt kein unzumutbares Arbeits­umfeld.</span></a></p> <p class="Erwgung2verborgen"><span>7.5 </span><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>7.5.1 </span></b><span>Dass keine genÃ¼genden GrÃ¼nde fÃ¼r eine Arbeitsniederlegung durch die Arbeitnehmerin vorlagen, heisst an sich noch nicht zwingend, dass diese Arbeitsniederlegung einen genÃ¼genden KÃ¼ndigungsgrund darstellt. So ergibt sich aus der FÃ¼rsorgepflicht der Arbeitgeberschaft nach Art. 328 OR, dass diese bei StÃ¶rungen des Arbeitsklimas alle zumutbaren Vorkehren zur Verbesserung der BetriebsatmosphÃ¤re zu treffen hat und eine KÃ¼ndigung erst zulÃ¤ssig ist, wenn diese Massnahmen sich als untauglich erwiesen haben (Philippe Nordmann, Die missbrÃ¤uchliche KÃ¼ndigung im schweizerischen Arbeitsvertragsrecht unter besonderer BerÃ¼cksichtigung des Gleichstellungsgesetzes, Basel/Frankfurt a.M. 1998, S. 102). Die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der KÃ¼ndigung hÃ¤ngt grundsÃ¤tzlich von dieser Voraussetzung ab (RB 2002 Nr. 131).</span></p> <p class="Erwgung3"><a id="_Ref61939536"><b><span>7.5.2 </span></b><span>Im vorliegenden Fall ist die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der KÃ¼ndigung allerdings aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde zu bejahen: Zum einen befand sich die BeschwerdefÃ¼hrerin noch in der Probezeit, in der eine KÃ¼ndigung unter weniger strengen Voraussetzungen zulÃ¤ssig sein muss, wenn es Arbeitgeber- und Arbeitnehmerschaft mÃ¶glich sein soll, sich bei Vorliegen wesentlicher Differenzen rasch voneinander zu trennen. Zum andern fÃ¼hrte die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrem E-Mail vom 24. Februar 2003 ausdrÃ¼cklich aus, dass sie eine KÃ¼ndigung durch die Beschwerdegegnerin akzeptieren kÃ¶nne und dieser die Entscheidung, wie verfahren werden solle, Ã¼berlassen wolle. Angesichts dessen durfte die Beschwerdegegnerin vom EinverstÃ¤ndnis der BeschwerdefÃ¼hrerin mit der KÃ¼ndigung ausgehen (vgl. auch hinten 9). Deswegen war sie im Ãbrigen auch nicht gehalten, der Be­schwerdefÃ¼hrerin noch eine zusÃ¤tzliche Gelegenheit zur Ãusserung zu geben, wobei diese sich ohnehin in ihrem E-Mail vom 24. Februar 2003, auf das sich der Gemeinderat bei seinem Entscheid stÃ¼tzte, ausfÃ¼hrlich zu einer allfÃ¤lligen KÃ¼ndigung geÃ¤ussert hatte (vgl. zum GehÃ¶rsanspruch bei einer KÃ¼ndigung im Allgemeinen RB 2002 Nr. 4).</span></a></p> <p class="Erwgung1"><b><span>8. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es ist zu ergÃ¤nzen, dass die KÃ¼ndigung auch nicht deswegen als missbrÃ¤uchlich angesehen werden kÃ¶nnte, weil sie mit dem Geschlecht der BeschwerdefÃ¼hrerin im Zusammenhang stÃ¼nde. In einem solchen Fall wÃ¤re die KÃ¼ndigung sowohl nach Art. 20 Abs. 2 PVO in Verbindung mit Art. 336 Abs. 1 lit. a OR â als KÃ¼ndigung wegen einer Eigenschaft, die der andern Partei wegen ihrer PersÃ¶nlichkeit zusteht (Nordmann, S. 146) â wie auch nach den Art. 3 und 9 GlG unzulÃ¤ssig. In der Lehre wird die Auffassung vertreten, dass dies auch dann gilt, wenn die GeschlechtszugehÃ¶rigkeit der gekÃ¼ndigten Person zu einer wesentlichen BeeintrÃ¤chtigung des Betriebsklimas fÃ¼hrte (Nordmann, S. 172; vgl. im Allgemeinen Rehbinder/Portmann, Art. 336 N. 4).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorliegend kam es zwar zu Arbeitskonflikten, doch wird nicht genÃ¼gend dargetan, dass diese auf WiderstÃ¤nde gegen die Anstellung einer Frau als Abteilungsleiterin zurÃ¼ckgingen. Zudem bestehen keine hinreichenden Anzeichen dafÃ¼r, dass die Beschwerdegegnerin gegebenenfalls ihrer FÃ¼rsorgepflicht nicht nachgekommen wÃ¤re; so reagierte sie auf die Beanstandungen der BeschwerdefÃ¼hrerin in Bezug auf die TÃ¤tigkeit im Zivilstandswesen mit dem Angebot einer Standortbestimmung (vorn 5.6). Vielmehr war es die BeschwerdefÃ¼hrerin, die nach dem Disput mit dem Sicherheitsvorstand zu verstehen gab, dass sie eine KÃ¼ndigung wÃ¤hrend der Probezeit einer gegenseitigen AnnÃ¤herung der Standpunkte vorziehen wÃ¼rde (vorn 7.3). Bevor ein Eingreifen der Vorgesetzten nÃ¶tig geworden war, legte die BeschwerdefÃ¼hrerin schliesslich von sich aus die Arbeit nieder, wobei die angeb­liche mangelnde UnterstÃ¼tzung durch ihre Arbeitskollegen unter den angerufenen GrÃ¼nden nicht im Vordergrund stand. Die Vorgeschichte enthÃ¤lt keine genÃ¼genden Hinweise darauf, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht wegen der Leistungsverweigerung, sondern wegen der Arbeitskonflikte gekÃ¼ndigt wurde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Aus dem gleichen Grund kann auch eine RachekÃ¼ndigung im Sinn von Art. 10 GlG â weil die BeschwerdefÃ¼hrerin auf eine Diskriminierung hingewiesen hÃ¤tte â ausgeschlossen werden. </span></p> <p class="Erwgung1"><a id="_Ref62215815"><b><span>9. </span></b><span> </span></a></p> <p class="Erwgung2"><b><span>9.1 </span></b><span>Schliesslich ist auf folgenden Umstand hinzuweisen: Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat in ihrem E-Mail vom 24. Februar 2003 â wie bereits erwÃ¤hnt â mitgeteilt, sie wolle das ArbeitsverhÃ¤ltnis zwar nicht von sich aus beendigen, sondern die Entscheidung der Be­schwerdegegnerin Ã¼berlassen, wobei sie eine AuflÃ¶sung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses "akzeptieren" kÃ¶nne. SelbstverstÃ¤ndlich sei sie aber "auch bereit", ihre Arbeit â unter den genann­ten Voraussetzungen â fortzusetzen, wenn die Beschwerdegegnerin in diesem Sinn ent­scheide. Zum Schluss wÃ¼nschte sie den Adressaten â dem Gemeindeschreiber und dem Gesundheitsvorstand â "fÃ¼r [die] Zukunft alles Gute".</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>9.2 </span></b><span>Laut den Art. 18 lit. c und 25 PVO kann das ArbeitsverhÃ¤ltnis im gegenseitigen Einvernehmen abweichend von den Bestimmungen der Verordnung beendet werden. Die Beschwerdegegnerin hat allerdings keine Beendigung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses im gegenseitigen Einvernehmen, sondern eine KÃ¼ndigung verfÃ¼gt, wobei die VerfÃ¼gung immerhin insofern ein Element des (vermeintlichen) Einvernehmens enthÃ¤lt, als die BegrÃ¼ndung dem Wunsch der BeschwerdefÃ¼hrerin angepasst wurde. Die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die Ãusserungen der BeschwerdefÃ¼hrerin als Angebot einer einvernehmlichen AuflÃ¶sung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses auffassen durfte, stellt sich demnach nicht. Im Sinn des auch im Ã¶ffentlichen Recht heranzuziehenden Vertrauensprinzips (vgl. dazu VGr, 26. Februar 2003, PB.2002.00035, E. 4b, www.vgrzh.ch, mit Hinweisen) hÃ¤tte das E-Mail der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 24. Februar 2003 allerdings so verstanden werden dÃ¼rfen. Im vorliegenden Zusammenhang bekrÃ¤ftigen die Ãusserungen des EinverstÃ¤ndnisses mit einer allfÃ¤lligen KÃ¼ndigung immerhin das Ergebnis, dass die Auf­lÃ¶­sung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich war: Letztlich bringt die BeschwerdefÃ¼hrerin damit zum Ausdruck, dass auch aus ihrer damaligen Sicht das ArbeitsverhÃ¤ltnis wegen einer unÃ¼berbrÃ¼ckbaren und nicht (allein) der Beschwerdegegnerin anzulastenden Dif­ferenz in Bezug auf die auszufÃ¼hrenden Arbeiten beendet werden sollte.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>10. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz sprach der Beschwerdegegnerin eine EntschÃ¤digung von Fr. 1'000.- fÃ¼r das Rekursverfahren zu mit der BegrÃ¼ndung, dass die Beschwerdegegnerin durch das pro­zessuale Verhalten und die Vorbringen der Gegenpartei Ã¼ber GebÃ¼hr belastet worden sei.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>10.1 </span></b><span>Das Gemeinwesen besitzt in der Regel keinen Anspruch auf ParteientschÃ¤digung. EntschÃ¤digungsberechtigt ist aber ein obsiegendes Gemeinwesen, das durch das prozessu­ale Verhalten und die Vorbringen der Gegenpartei Ã¼ber GebÃ¼hr belastet wird (KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 17 N. 20).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>10.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangte im vorinstanzlichen Verfahren vorerst die Wieder­herstellung der aufschiebenden Wirkung fÃ¼r ihren Rekurs. Dazu Ã¤usserte sich die Beschwerdegegnerin in einer separaten Stellungnahme, wobei sie sich im Wesentlichen auf die Umschreibung des Sachverhalts beschrÃ¤nkte und die Wiederein­stellung der BeschwerdefÃ¼hrerin kategorisch ausschloss. Diese Rechtsschrift fÃ¤llt daher vom Aufwand her kaum ins Gewicht. Die Rekursantwort geht dagegen auf einzelne Vor­bringen in der Rekursschrift ein. Angesichts des erheblichen Umfangs der Rekursschrift, die an Weit­schweifigkeit grenzt, der gewÃ¤hlten Minimal-Zeilenschaltung und sehr kleinen Schrift ergab sich zweifellos ein erheblicher Aufwand fÃ¼r die Beschwer­degegnerin zur Erstattung der Rekursantwort, der Ã¼ber das Gewohnte hinausging. Daher erscheint die zugesprochene EntschÃ¤digung gerechtfertigt.</span></p> <p class="Urteilstext">Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>11. </span></b><span>Bei diesem Ausgang wird die BeschwerdefÃ¼hrerin kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG), wobei ihr ohnehin nach dem Verursacherprinzip die Kosten fÃ¼r den unangemessenen Aufwand aufgebÃ¼rdet werden kÃ¶nnten, den ihre ebenfalls an Weitschweifigkeit grenzende Beschwerdeschrift verursacht hat. Angesichts des Streitwerts von bis zu sechs MonatslÃ¶hnen ist das Verfahren nicht mehr kostenlos (§ 80b VRG), soweit sich die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht auf das Gleichstellungsgesetz beruft (Art. 13 Abs. 5 GlG). Etwa ein Viertel der ErwÃ¤gungen betrifft Fragen der Geschlechter­diskriminierung im Sinn des Gleichstellungsgesetzes, weshalb ein Viertel der Gerichts­kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen ist. Eine EntschÃ¤digung kann der Beschwerde­fÃ¼hrerin als unterliegender Partei sodann nicht zugesprochen werden (§ 17 Abs. 2 VRG). Die Beschwerdegegnerin hat zwar eine EntschÃ¤digung verlangt. Da ihr indes­sen im Beschwerdeverfahren kein nennenswerter Aufwand entstanden ist â sie verwies auf die AusfÃ¼hrungen in der Rekursantwort â, ist ihr keine EntschÃ¤digung zuzusprechen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><a id="Text12"><span> </span></a></p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin zu ¾ auferlegt und im Ãbrigen auf die Gerichtskasse genommen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">5. Soweit eine Verletzung des Gleichstellungsgesetzes in Betracht fÃ¤llt, kann gegen diesen Entscheid innert <a id="Dropdown5">30</a> Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungs­ge­richtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal">6. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>