B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4917/2010 U r t e i l v o m 1 4 . J u n i 2 0 1 2 Besetzung Richter Kurt Gysi (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter Jean-Pierre Monnet, Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli. Parteien A._______, Irak, B._______, C._______, Rumänien, vertreten durch lic. iur. Bernhard Zollinger, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 7. Juni 2010 / N (…). E-4917/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Der Beschwerdeführer ersuchte am 4. Juni 2007 erstmals in der Schweiz um Asyl nach. Zur Begründung seines damaligen Gesuchs machte er im Wesentlichen geltend, er sei irakischer Staa tsangehöriger sunnitischen Glaubens. Er sei in D._______ geboren und aufgewachsen. Im Jahre 1991 , als seine Familie in den Irak zurückgekehrt sei, sei er nach Rumänien gereist und habe dort ein Asylgesuch eingereicht. Er ha- be eine Rumänin kennen gelernt und mit ihr zusammen einen Sohn. 2002 sei er nach E._______ ausgeschafft worden. Über F._______ sei er im April 2004 in den Irak eingereist. Als Sunnit sei er von den Schiiten aufge- fordert worden, das Land zu verlassen. Als e r der Aufforderung nicht Fol- ge geleistet habe, sei sein Geschäft in Brand gesetzt und sein Haus b e- schossen worden. Ende 2005 habe er den Irak verlassen und sich zu seinem Bruder nach D._______ begeben. Da bei ihm eine Leberentzü n- dung diagnostiziert worden sei, habe er keine Arbeitsbewilligung erhalten, weshalb er Anfang 2006 in den Irak zurückgekehrt sei. Mitte 2006 sei er nach F._______ und von dort aus anfangs 2007 in die G._______ gereist. A.b. Am 19. Februar 2008 zog der Beschwerdeführer das Asylgesuch zu- rück, um sich nach Rumänien zu begeben. Am 20. Februar 200 8 schrieb das BFM das Asylgesuch als gegenstandlos geworden ab. B. B.a. Gemäss eigenen Angaben verliessen die Beschwerdeführenden Rumänien im September 2008 und reisten nach H._______. Am 28. Feb- ruar 2009 reisten sie in die Schweiz ein und suchten am 2. März 2009 um Asyl nach. Zur Begründung seines Gesuchs verwies der Beschwerdefüh- rer zunächst auf seine Vorbringen anlässlich des ersten Asylverfahrens. In Abweichung dazu machte er geltend, er habe sich im Jahre 1994 nach Rumänien begeben. Weiter führte er an, nachdem er das erste Asylg e- such zurückgezogen habe, sei er zu seiner Partnerin und seinem Sohn nach Rumänien zurückgekehrt. Er verfüge dort über eine provisorische Aufenthaltsbewilligung, welche er alle fün f Jahre erneuern lassen müsse und welche erlösche, wenn er sich mehr als sechs Monate ausserhalb des Landes aufhalte. Weder seine Partnerin, welche I._______ sei, noch er hätten Arbeit gefunden, weshalb sie nach H._______ gereist seien, wo er während sechs Monaten illegal gearbeitet habe. Schliesslich führte er an, er leide an Hepatitis C. E-4917/2010 Seite 3 B.b. Die Beschwerdeführerin ihrerseits führt e aus, sie sei ausgebildete I._______, habe aber nie eine Stelle gefunden. Um in Rumänien eine An- stellung zu erhalten, müsse Geld bezahlt werden. Sie verfüge indes nicht über entsprechende finanzielle Mittel. C. Mit Verfügung vom 7. Juni 2010 stellte das BFM fest, die Beschwerdefüh- renden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte die Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. D. Die Beschwerdeführenden reichten mit Eingabe vom 2. Juli 2010 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragen, die ang e- fochtene Verfügung sei aufzuheben. Es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei das Verfahren im Sinne der Erwägungen zur Neuprüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen. E. Mit Zwischenverfügung vom 21. Juli 2010 setzte der Instruktionsr ichter den Beschwerdeführenden Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses. Dieser wurde am 30. Juli 2010 fristgerecht zu Gunsten der Gerichtskasse einbezahlt. F. Das BFM beantragt in der Vernehmlassung vom 11. August 2010 die A b- weisung der Beschwerde. Am 17. August 2010 unterbreitete der Instrukti- onsrichter die Vernehmlassung den Beschwerdeführenden zur Stellun g- nahme. Innert der angesetzten Frist reichten diese am 1. September die Replik 2010 ein. G. Mit Schreiben vom 23. Februar 2011 gaben die Beschwerdeführenden ein ärztliches Zeugnis des K._______, betreffend den Beschwerdeführer, da- tiert vom 2. Februar 2011, zu den Akten. H. Der Instruktionsrichter forderte die Beschwerdeführenden mit Schreiben vom 20. Januar 2012 auf, ein aktuelles ärztliches Zeugnis betreffend den Beschwerdeführer einzureichen. Mit Begleitschreiben vom 9. Februar E-4917/2010 Seite 4 2012 reichten die Beschwerdeführenden einen ärztlichen Bericht des K._______, datiert vom 3. Februar 2012, ein. I. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels beantragt das BFM am 20. März 2012 weiterhin die Abweisung der Beschwerde. Mit Schreiben vom 23. März 2012 unterbreitete der Instruktionsrichter den Beschwerd e- führenden die zweite Vernehmlassung zur Stellungnahme. Innert der a n- gesetzten Frist ersuchten die Beschwerdeführenden am 10. April 2012 um Fristerstreckung zur Einreichung ihrer Antwort sowie eines weiteren ärztlichen Berichts. Der Instruktionsrichter wies das Gesuch am 16. April 2012 ab. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgericht sgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; Art. 105 des Asyl- gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142. 31]). Die Beschwerdefü h- renden si nd als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 52 VwVG und Art. 108 Abs. 1 AsylG) ist einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Verletzung von Bundesrecht, unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Unangemessenheit hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Mit Beschwerde kann die Ver letzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. E-4917/2010 Seite 5 Gemäss Art. 7 AsylG muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen, wer um Asyl nachsucht. Die Flüchtlingse i- genschaft ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig b egrün- det oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden. 5. 5.1. Die Vorinstanz lehnt die Asylgesuche ab, da die Vorbringen der B e- schwerdeführenden den Anforderung en an die Zuerkennung der Flüch t- lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten würden . Zur Be- gründung führt sie aus, die geltend gemachten schwierigen Lebensb e- dingungen in Bukarest seien Ausdruck der allgemeinen politischen, wir t- schaftlichen und sozialen Situation in Rumänien und würden keine Ve r- folgung im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen. Was die Vorbringen im Z u- sammenhang mit den Vorfällen im Irak anbelange, so könnten sich die Beschwerdeführenden allfälligen diesbezüglichen Problemen durch ein e Rückkehr nach Rumänien entziehen. Dort verfüge der Beschwerdeführer über eine am 7. April 2008 in Bukarest ausgestellte , und bis zum 6. April 2013 gültige Aufenthaltsbewilligung. Es treffe nicht zu, dass die rumäni- sche Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers mittlerweile abgelau- fen sei, weil er sich länger als drei beziehungsweise sechs Monate au s- serhalb von Rumänien aufgehalten und damit gegen das rumänische Aufenthaltsgesetz verstossen habe. Die Dauer des Auslandaufenthalts eines Ausländers, welche r über eine rumänische Aufenthaltsbewilligung verfüge, habe keinen Einfluss auf die Aufenthaltsbewilligung . Entgegen seinen Behauptungen habe der Beschwerdeführer somit nicht gegen das rumänische Aufenthaltsgesetz verstossen. 5.2. 5.2.1. Was vorweg den Antrag betrif ft, das BFM habe die rumänische Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers physisch als Beweis vo r- zulegen, ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass während eines häng i- gen Asylverfahrens keine Originaldokumente herausgegeben werden (er- gibt sich aus Art. 8 Abs. 1 Bst. a und b AsylG i.V.m. Art 2 der Asylverord- nung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). 5.2.2. Zum Vorwurf in der Rechtsmitteleingabe, die Vorinstanz habe in der angefochtenen Verfügung Rumänien mit Bulgarien verwech selt, ist fes t-E-4917/2010 Seite 6 zustellen, dass dies an insgesamt drei Stellen im Rahmen der Ausführun- gen zum Sachverhalt vorgekommen ist . Diesbezüglich liegt indes – wie die Vorinstanz in der Vernehmlassung dargelegt hat – offensichtlich ein redaktionelles Versehen vor, welches als solches ohne Auswirkungen auf den vorinstanzlichen Entscheid ist. Darüber hinaus hat die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung korrekterweise stets Rumänien bezi e- hungsweise die rumänischen Behörden angeführt. Die Beschwerdefü h- renden vermögen somit aus diesem Umstand nich ts zu ihren Gunsten abzuleiten. 5.2.3. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zu den Vorbrin- gen des Beschwerdeführers, soweit sie sich auf den Irak beziehen , aus- geführt, dass er sich allfälligen dortigen Problemen durch eine Rückkehr nach Rumänien entziehen könne, wo er über eine bis zum 6. April 2012 gültige Aufenthaltsbewilligung verfüge. Damit hat sich die Vorinstanz nicht direkt mit den diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers au s- einander gesetzt. Indes tönt sie mit dem von ihr gewählten Formulierung an, dass sie gewisse Zweifel an den diesbezüglichen Vorbringen des Be- schwerdeführers hat. Mit dem alleinigen Hinweis in der Rechtsmittelei n- gabe, der Irak werde seit dem Krieg von den Schiiten kontrolliert, bringen die Beschwerdeführenden indes nichts Wesentliches und Konkretes vor, was darauf schliessen liesse, dass der Beschwerdeführer im Irak einer asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt wäre. Darüber hinaus ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass der Besc hwerdeführer Anfang des Jahres 2006, also zeitlich nach den geltend gemachten Asylvorbringen, erneut in den Irak einreiste und sich dort rund ein halbes Jahr aufhielt. Sodann hat er im Jahre 2008 sein erstes Asylgesuch hier in der Schweiz, welches er aussc hliesslich mit den angeblichen Problemen im Irak b e- gründet hat, zurückgezogen und ist nach Rumänien zurückgekehrt. Mit diesem Verhalten zeigte er an, dass er offensichtlich keines Schutz der Schweiz vor der geltend gemachten Verfolgung im Irak bedarf. Schliess- lich war der Beschwerdeführer – und dies ist ausschlaggebend – über all die Jahre hinweg im Besitze eines irakischen Reisepasses . Namentlich hat er sich im Jahre 2008 letztmals einen bis zum 23. März 2012 gültigen irakischen Pass ausstellen lassen. Damit hat er sich freiwillig unter den Schutz seines Heimatstaates gestellt. Diese gesamten Umstände hat sich der Beschwerdeführer anrechnen zu lassen . In Bezug auf den Irak erfüllt der Beschwerdeführer die Voraussetzungen zur Anerkennung als Flüch t- ling nicht. E-4917/2010 Seite 7 Sodann ist festzustellen, dass die Beschwerdeführenden auch nicht sub- stantiiert darlegen, aus welchen Gründen das BFM in Bezug auf die r u- mänische Aufenthaltsbewilligung den Sachverhalt nicht richtig festgestellt hat. Namentlich bringen sie diesbezüg lich nichts vor, was es unter den vorliegenden Umständen als möglich erscheinen liesse, dass der B e- schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Rumänien nicht wieder eine Aufenthaltsbewilligung erhalten sollte. Der Beschwerdeführer begründete den seinerzeitigen Erhalt derselben damit, dass er der Vater eines gebür- tigen rumänischen Sohnes sei. Entsprechen d lautet die von ihm eing e- reichte Aufenthaltsbewilligung "Carte de residence pour les membres de famille". 5.2.4. Weiter hat die Vorinstanz e ntgegen den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe an keiner Stelle erwogen, die Beschwerdeführenden müssten nach D._______ zurückkehren. Auf die entsprechenden Vo r- bringen ist daher nicht weiter einzugehen. Ebenso wenig legen die B e- schwerdeführenden dar, auf welche frauenspezifisch en Fluchtgründe die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung hätte eingehen sollen , und auf welche konkreten kinderspezifischen Belange sie hätte Rücksicht nehmen müssen. Diesbezüglich sind den Akten jedenfalls keine Anhalts- punkte für die behauptete Verletzung des rechtlichen Gehörs zu entne h- men, weshalb auf diesen Einwand gleichermassen nicht weiter einzug e- hen ist. Die weiteren Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe beschränken sich auf das sinngemässe Wiederholen des aktenkundigen Sachverhalts , all- gemeine Ausführungen (beispielsweise zum Konzept des diplomatischen Schutzes) sowie Behauptungen und sind damit nicht geeignet, die vo rin- stanzlichen Erwägungen in Frage zu stellen. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen in der vorinstanzlichen Verfügung verwiesen werden. Schliesslich ist an dieser Stelle noch anzumerken, dass es sich bei Rumänien um ein vom Bundes- rat als verfolgungssicheres Land (sogenanntes safe country) handelt. 5.3. Die Beschwerdeführenden haben somit nichts vorgebracht, das g e- eignet wäre, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat demnach die Asylgesuche zu Recht abg e- lehnt. 6. E-4917/2010 Seite 8 6.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der Grundsatz der Einheit der Familie zu b e- rücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2. Der Beschwerdeführer ist irakischer Staatsangehöriger. Gemäss seinen eigenen Angaben un d aufgrund der Akten e rgibt sich, dass er in D._______ geboren wurde, dort bis 1991 lebte und sich anschliessend nach Rumänien begab. Dort hat er seine Lebenspartnerin kennen gelernt, mit welcher er seit 1995 im Konkubinat lebt und einen gemeinsam Sohn hat. Sodann verfügt der Beschwerdeführer in Rumänien über eine am 7. April 2008 ausgestellte und bis am 6. April 2013 gültige Aufenthaltsbewi l- ligung ("Carte de residence pour les membres de fami lle"). Dazu hat die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, gemäss ihren Er- kenntnissen habe die Aufenthaltsbewilligung ihre Gültigkeit durch den Auslandaufenthalt des Beschwerdeführers nicht verloren. Mit den Ausfüh- rungen in der Rechtsmitteleingabe bringen die Beschwerdeführenden diesbezüglich nichts Substantiiertes vor . Namentlich genügt i m Rahmen der den Beschwerdeführenden obliegenden Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) eine blosse und durch nichts belegte Behauptung nicht, um eine vorinstanzliche Feststellung wie die vorliegende in Frage zu ziehen. Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nach wie vor über eine gültige Aufenthaltsbewilligung für Rumänien verfügt. Weiter ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als langjähriger Konkubinatspartner einer rumänischen Staatsangehörigen und als Vater eines gemeinsamen Kindes, welches ebenfalls über die rumänische Staatsangehörigkeit verfügt, erneut eine "Carte de residence pour les membres de famille " erhalten würde. Bei dieser Sachlage wird nachfol- gend der Vollzug der Wegweisung nach Rumänien geprüft. 6.3. Gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht verfügt. 6.4. Nach Art. 83 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) ist der Vollzug E-4917/2010 Seite 9 der Wegweisung nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen. Da den Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht zukommt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des A b- kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs - und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV , SR 101]); Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe iten [EMRK, SR 0.101]. Weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Rumänien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wären. Der Vollzug der Wegweisung ist demnach sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.5. Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Art. 83 Abs. 4 AuG findet insbesondere Anwendung auf Personen, die nach ihrer Rückkehr einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie aus objektiver Sicht wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit in völl i- ge und andauernde Armut gestossen würden, dem Hun ger und somit e i- ner ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes, der Inv a- lidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wären (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.1). 6.5.1. Auf Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung aufgrund einer medizinischen Notlage kann nur da nn geschlossen werden, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beei n- trächtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person führen würde. Als wesentli ch gilt dabei die allgemeine und dringende medizin i-E-4917/2010 Seite 10 sche Behandlung, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls dann noch nicht vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht dem sch weize- rischen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). 6.5.2. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zu der vom Be- schwerdeführer geltend gemachten Hepatitis C und der ihm als Ausländer angeblich verweigerten ärztlichen Überweisung in ein Spital festgestellt , laut Gesetz könn ten alle Ausländer, die eine rumänische Aufenthaltsb e- willigung besitzen, in einem öffentlichen Krankenhaus behandelt werden. Es treffe nicht zu, dass Ausländer in Rumänien im Gesundheitsw esen in der vom Beschwerdeführer beschriebenen Art benachteiligt würden. Es sei davon auszugehen, dass die medizinische Behandlung des B e- schwerdeführers in Rumänien gewährleistet sei. 6.5.3. Diesen Erwägungen wird auf Beschwerdeebene entgegengehalten, der Beschw erdeführer sei auf eine medizinische Behand lung in der Schweiz angewiesen, weshalb der Vollzug der Wegweisung nicht zumu t- bar sei. Gemäss dem ärztliche n Bericht des K._______, datiert vom 8. Februar 2011, ist der Beschwerdeführer wegen einer chronischen Hep atitis C (in- fektiöse Leberentzündung) seit dem 16. Februar 2010 in ambulanter fachärztlicher Behandlung. Vom 18. Juni bis 3. Dezember 2010 sei er mit einer Standardtherapie (pegyliertem Interferon und Ribavirin) behandelt worden. Obwohl der Beschwerdeführer nach vier Wochen Therapie virus- frei gewesen sei, hätten am Ende der Therapie erneut Viren nachgewie- sen werden können, weshalb die Therapie als fehlgeschlagen zu bewe r- ten sei. Eine erneute, gleiche Therapie zum gegenwärtigen Zeitpunkt ma- che keinen Sinn . Im aktuellen Bericht des K._______ vom 3. Februar 2012 wird diesbezüglich ausgeführt, ein erneuter Therapieversuche mit den hier in der Schweiz aktuell zur Verfügung stehenden Therapeutika mache aus medizinischer Sicht keinen Sinn, da die Erfolgsaussichten ak- tuell eingeschränkt seien. Es sei allerdings möglich, dass in den nächsten Jahren neue, sehr potente Möglichkeiten zur Therapie der chronischen Hepatitis verfügbar sein würden. Es steht fest, dass der Beschwerdeführer an einer chronischen Hepatitis C leidet und hier in der Schweiz in der Vergangenheit mit den aktuell zur Verfügung stehenden Therapeutika behandelt wurde. Indes führte die E-4917/2010 Seite 11 Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg. Mangels Erfolgsaussichten der Wiederholung der bisherigen Therapie wurde beziehungsweise wird zur Zeit auf eine weitere gleichartige Therapie verzichtet . Gemäss über- einstimmenden fachärztlichen Angaben bestehen heute auf dem mediz i- nischen Markt keine anderen Therapiemöglichkeiten für die Behandlung einer chronischen Hepatitis C . Für den Beschwerdeführer gibt es in der Schweiz somit aktuell und in der nahen Zukunft keine medizinische B e- handlung, mit welcher er erfolgreich gegen die chronische Hepatitis C behandelt werden könnte. Demnach ist er auf eine Behandlung in der Schweiz nicht angewiesen. Kommt hinzu, dass nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts in Rumänien jede versicherte Person Anspruch auf Gesundheitsleistungen (ambulante und stationäre Behan d- lung, Zahnbehandlung, Prävention und Medikamente) hat. Vor diesem Hintergrund ist zu schliessen, dass eine Rückkehr des Beschwerdefü h- rers nach Rumänien nicht zu einer ernsthaften Verschlechterung seines Gesundheitszustandes und damit zu einer konkreten Gefährdung im Si n- ne von Art. 83 Abs. 4 AsylG führen würde . Im Gegenteil ist eine notwen- dige medizinische Behandlung in Rumänien durchaus möglich. Schliess- lich ist mit der Vorinstanz nochmals zu betonen, dass allein der Umstand, dass im Herkunfts- oder Heimatland eine allenfalls nicht dem schweizeri- schen Standard entspreche nde medizinische Behandlung möglich ist, nicht grundsätzlich gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs spricht. (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). Damit liegen keine Vollzugshinder- nisse medizinischer Art vor. 6.5.4. Weitergehend sind den Akten keine Hinweise auf Vollzugshinder- nisse zu entnehmen. Die Beschwerdeführerin ist gebürtige Rumänin , in Rumänien aufgewachsen und hat dort I._______ studiert. Der Beschwer- deführer hat sich von 1991 beziehungsweise 1994 bis 2002 in Rumänien aufgehalten. Gemäss seinen Angaben hat er dort gearbeitet und verfügt über sehr gute rumänische Spra chkenntnisse. Sodann leben die Eltern der Beschwerdeführerin nach wie vor in Bukarest. Vor diesem Hinte r- grund ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden in Bukarest, wo sie bis zur Ausre ise lebten, über ein bestehendes soziales Bezi e- hungsnetz verfügen. Weiter sind beide Beschwerdeführenden gut ausg e- bildet und verfügt insbesondere der Beschwerdeführer als ausgebildeter L._______ über berufliche Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen . Namentlich führte er im Irak ein eigenes Geschäft für M._______ und ar- beitete in Rumänien unter anderem als N._______. Vor diesem Hinte r- grund ist es den Beschwerdeführenden daher zuzumuten, bei eine r Rückkehr nach Rumänien eine neue Existenz aufzubauen . Auch wenn E-4917/2010 Seite 12 die dortige Arbeitssituation nicht einfach ist, und namentlich die B e- schwerdeführerin bislang keine Anstellung gefunden hat, ist nicht von vornherein auszuschliessen, dass beide Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr keine Arbeit finden. Diesbezüglich gilt noch mals zu betonen, dass nach konstanter Rechtsprechung blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten keine existenzbedrohende Situation im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darstellen ( vgl. statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsg e- richt E-7484/2010 vom 3. März 2010) . Schliesslich ist der Wegweisung s- vollzug auch unter dem Blickwinkel des Kindeswohl für den 16jährigen Sohn der Beschwerdeführenden nach dem dreijährigen Aufenthalt in der Schweiz zumutbar, hat er doch die prägenden Kinder- und Jugendjahre in Rumänien verbracht. 6.5.5. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass d er Voll- zug der Wegweisung für die ganze Familie als zumutbar zu erachten ist. 6.6. Die Beschwerdeführerin ist im Besitze eines gültigen rumänischen Reisepasses. Der Beschwerdeführer ist im Besitze eines am 24. März 2008 in Bukarest ausgestellten und am 23. März 2012 abgelaufenen ira- kischen Reisepasses. Offensichtlich hat er diesen seinerzeit ohne weite- res erhalten. Im Rahmen von Art. 8 AsylG ist es ihm demnach zuz umu- ten, sich erneut an die zuständige irakische Vertretung zu wenden und die für eine Rückkehr nach Rumänien notwendigen und gültigen Reis e- dokumente zu beschaffen (BVGE 2008/34 E. 12). Was den Sohn der Be- schwerdeführenden anbelangt, so ist er sowohl im Besitze eines abgelau- fenen rumänisch wie irakischen Reisepasses. Es obliegt den Beschwe r- deführend für ihren Sohn den einen oder anderen Pass bei der zuständ i- gen Vertretung erneuern zu lassen. Insgesamt ist somit der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.7. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den We g- weisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser B e- tracht. (Art. 83 Abs. 1 bis 4 AuG). 7. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bu n- desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die B e- schwerde ist daher abzuweisen. E-4917/2010 Seite 13 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600. – (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und En t- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsg ericht [VGKE], SR 173.320.2) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 30. Juli 2010 geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) E-4917/2010 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ve r- rechnet. 3. Dieses Ur teil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Kurt Gysi Barbara Balmelli Versand: