B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-1698/2013 U r t e i l v o m 7. A p r i l 2 0 1 4 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richterin Franziska Schneider, Richter Daniel Stufetti, Richter Beat Weber, Richter Vito Valenti, Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser. Parteien 1. CSS Kranken-Versicherung AG, Tribschenstrasse 21, 6002 Luzern, 2. Aquilana Versicherungen, Bruggerstrasse 46, 5401 Baden, 3. Moove Sympany AG, Jupiterstrasse 15, Postfach 234, 3000 Bern 15, 4. Kranken- und Unfallkasse, Bezirkskrankenkasse, Hauptstrasse 61, case postale 57, 8840 Einsiedeln, 5. PROVITA Gesundheitsversicherung AG, Brunngasse 4, Postfach, 8401 Winterthur, 6. Sumiswalder Krankenkasse, Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald, 7. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg, Unterdorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg, 8. CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfall- versicherung AG, Bundesplatz 15, Postfach, 6002 Luzern, 9. Atupri Krankenkasse, Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65, 10. Avenir Assurance Maladie SA, rue du Nord 5, 1920 Martigny, 11. Krankenkasse Luzerner Hinterland, Luzernstrasse 19, 6144 Zell LU, 12. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 9, Postfach, 7302 Landquart, 13. Vivao Sympany AG, Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel, 14. Krankenversicherung Flaachtal AG, Bahnhofstrasse 22, Postfach 454, 8180 Bülach, 15. Easy Sana Assurance Maladie SA, Rue du Nord 5, 1920 Martigny, 16. Glarner Krankenversicherung, Säge, 8767 Elm, 17. Cassa da malsauns LUMNEZIANA, Postfach 41, 7144 Vella, 18. KLuG Krankenversicherung, Gubelstrasse 22, 6300 Zug, 19. EGK Grundversicherungen, Brislachstrasse 2, Postfach, 4242 Laufen, 20. sanavals Gesundheitskasse, Haus ISIS, Postfach 18, 7132 Vals, 21. Krankenkasse SLKK, Hofwiesenstrasse 370, Postfach 5652, 8050 Zürich, 22. sodalis gesundheitsgruppe, Balfrinstrasse 15, 3930 Visp, 23. vita surselva, Glennerstrasse 10, Postfach 217, 7130 Ilanz, 24. Krankenkasse Zeneggen, 3934 Zeneggen, 25. Krankenkasse Visperterminen, 3932 Visperterminen, 26. Caisse-maladie de la Vallée d'Entremont société coopérative, Place centrale, Case postale 13, 1937 Orsières, 27. Krankenkasse Institut Ingenbohl, 6440 Brunnen, 28. Stiftung Krankenkasse Wädenswil, Schönenbergstrasse 28, 8820 Wädenswil, 29. Krankenkasse Birchmeier, Hauptstrasse 22, 5444 Künten, 30. kmu-Krankenversicherung, Bachtelstrasse 5, 8400 Winterthur, 31. Krankenkasse Stoffel Mels, Bahnhofstrasse 63, 8887 Mels, 32. Krankenkasse Simplon, 3907 Simplon Dorf, 33. SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur, 34. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung, Militärstrasse 36, Postfach, 8021 Zürich, 35. rhenusana Die Rheintaler Krankenkasse, Heinrich-Wild-Strasse 210, Postfach, 9435 Heerbrugg, 36. Mutuel Assurance Maladie SA, Rue du Nord 5, 1920 Martigny, 37. Fondation AMB, Route de Verbier 13, 1934 Le Châble VS, 38. INTRAS Assurance-maladie SA, rue Blavignac 10, 1227 Carouge GE, 39. PHILOS Assurance Maladie SA, rue du Nord 5, 1920 Martigny, 40. Visana AG, Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15, 41. Agrisano Krankenkasse AG, Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG, 42. innova Krankenversicherung AG, Bahnhofstrasse 4, Postfach 184, 3073 Gümligen, 43. sana24 AG, Weltpoststrasse 19, 3015 Bern, 44. Arcosana AG, Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern, 45. vivacare AG, Weltpoststrasse 19, 3015 Bern, 46. Sanagate AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, alle vertreten durch tarifsuisse ag, Römerstrasse 20, Postfach 1561, 4500 Solothurn, diese vertreten durch Dr. iur. Vincent Augustin, Rechtsanwalt, Beschwerdeführerinnen, gegen Luzerner Kantonsspital, vertreten durch lic. iur. Michael Waldner, Rechtsanwalt, und Dr. Andreas C. Albrecht, Advokat, Vischer AG, Beschwerdegegnerin, Regierungsrat des Kantons Luzern, Bahnhofstrasse 15, Postfach, 6002 Luzern, handelnd durch Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern, Bahnhofstrasse 15, Postfach 3768, 6002 Luzern, Vorinstanz. Gegenstand Tariffestsetzung stationäre Spitalbehandlung (RRB vom 26.02.2013). C-1698/2013 Seite 4 Sachverhalt: A. Das Luzerner Kantonsspital ( eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit Sitz in Luzern; im Folgenden: LUKS oder Beschwerdegegnerin) beantragte mit Eingabe vom 22. November 2011 die hoheitliche Festsetzung des Tarifs für stationäre Leistungen durch den Regierungsrat (vgl. Art. 47 Abs. 1 KVG [SR 832.10]), da die Tarifverhandlungen mit der tarifsuisse AG g e- scheitert seien (Akten Vorinstanz [V-act.] 1). A.a Im Hinblick auf die Einführung der leistungsbezogenen Fallpausch a- len im Sin ne von Art. 49 Abs. 1 KVG setzte der Regierungsrat des Ka n- tons Luzern (nachfolgend: Regierungsrat) mit Beschluss Nr. 1385 vom 16. Dezember 2011 per 1. Januar 2012 für die Dauer des Tariffestse t- zungsverfahrens einen provisorischen Basispreis (Fallpauschale für Schweregrad 1.0) von Fr. 10'350.- fest (RRB 1385; V-act. 5). A.b In seinem begründeten Tariffestsetzungsgesuch vom 20. Januar 2012 beantragte das LUKS für das Jah r 2012 einen Basispreis von Fr. 10'682.- (auf der Grundlage von SwissDRG Version 0.2). Tarifsuisse AG – als Vertreterin von 48 Krankenversicherern – (im Folgenden: tarif - suisse) stellte mit Eingabe vom 15. Februar 2012 u.a. den Antrag, der Basispreis bzw. die Baserate sei auf Fr. 8'951.- festzusetzen. A.c Die vom instruierenden Gesundheits - und Sozialdepartement (GSD) zur Stellungnahme eingeladene Preisüberwachung ermittelte für das LUKS eine kalkulatorische Baserate von Fr. 9'816.- und stellte fest, diese halte einer Wirtschaftlichkeitsprüfung jedoch nicht stand. Sie empfahl dem Regierungsrat, die Baserate auf den Benchmarkwert für Nicht - Universitätsspitäler von Fr. 8'974.- herabzusetzen ( Stellungnahme vom 10. Oktober 2012; V-act. 23). A.d In seiner abschliessenden Stellungnahme vom 13. November 2012 an das GSD beantragte das LUKS einen Basispreis von Fr. 10'645.- (auf der Grundlage von SwissDRG Version 1.0), wobei die Tariffestsetzung mit dem Vorbehalt zu versehen sei, dass die im Budgetbeschluss des Ka n- tons Luzern vom 20. März 2012 vorgesehenen Beiträge zur Finanzierung der universitären Lehre und Forschung von 6.430 Mio. Franken und von gemeinwirtschaftlichen Leistungen in der Höhe von 4.838 Mio. Franken zu Gunsten des LUKS tatsächlich ausbezahlt würden, andern falls eine Anpassung des Tarifs zu erfolgen habe (V-act. 27). C-1698/2013 Seite 5 A.e Tarifsuisse hielt mit Eingabe vom 13. November 2012 an ihrem A n- trag auf Festsetzung eines Basispreises von Fr. 8'951.- fest (V-act. 28). A.f Am 15. Januar 2013 setzte der Regierungsrat den provisorischen Tarif (Basispreis) für die Dauer des Festsetzungsverfahrens mit Wirkung ab 1. Januar 2013 neu auf Fr. 10'210.- fest (Protokoll-Nr. 33; V-act. 34). B. Mit Beschluss vom 26. Februar 2013 (Protokoll -Nr. 218 [nachfolgend: RRB 218]) setzte der Regierungsrat den (definitiven) Tarif für die stationä- re Spitalbehandlung von obligatorisch krankenversicherten Patientinnen und Patienten im LUKS (betreffend die von tarifsuisse vertretenen Kra n- kenversicherer) mit Wirkung ab 1. Januar 2012 auf Fr. 10'325.- (Basis- preis bzw. Fallpauschale für Schweregrad 1.0 ; inkl. Anlagenutzungsko s- ten, zzgl. Fallbeitrag an SwissDRG AG) fest. B.a Zur Begründung wurde u.a. ausgeführt, für die Tarifberechnung habe sich der Regierungsrat auf den Ausweis der Kosten des Jahres 2010 des LUKS gemäss dem integrierten Tarifmodell Kostenträgerrechnung (ITAR_K, Version 1.0) gestützt. Die Bestimmung der anrechenbaren (bzw. der basispreisrelevanten) Kosten folge dem vom Bundesverwaltungsg e- richt und der Preisüberwachung praxisgemäss verwendeten Kalku lati- onsschema. Betreffend die Erträge aus der Kontengruppe 65 (übrige Dienstleistungen an Patienten) teile der Regierungsrat die Ansicht des Spitals bzw. folge den Empfehlungen zur Wirtschaftlichkeitsprüfung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Ges undheitsdirektorinnen und -direktoren GDK (verabschiedet durch den Vorstand der GDK am 5. Juli 2012; < http://www.gdk-cds.ch > Themen > Tarife + Finanzierung > Spitalfinanzierung [ abgerufen am 27 .08.2013]; im Folgenden: GDK - Empfehlungen), wonach lediglich 50% anzurechnen seien. Für die Fo r- schung und universitäre Lehre sei auf die vom LUKS ausgewiesenen Kosten abzustellen und nicht – wie von der Preisüberwachung empfohlen – ein pauschaler Abzug vorzunehmen. Diese Kosten entsprächen im Ü b- rigen auch dem Betrag, welcher der Kanton dem LUKS für das Erbringen von gemeinwirtschaftlichen Leistungen (im Bereich Forschung und un i- versitäre Lehre) erstatte. Der Abzug für Zusatzversicherte habe entspr e- chend der bisherigen Rechtsprechung zu erfolgen. Das LUKS habe 2010 einen Zusatzversicherten -Anteil von 18.7% ausgewiesen, weshalb ein normativer Abschlagssatz von 1% auf den Betriebskosten vorzunehmen sei. Für die Zinsen auf dem Umlaufvermögen sei der Referenzzinssatz für C-1698/2013 Seite 6 das Jahr 2011 von 0.162% massgebend. Gemäss bisherig er Praxis sei die Teuerung für das Jahr 2011 (und nicht bis 2012) auszugleichen. B.b Den von tarifsuisse und Preisüberwachung vorgenommenen Intransparenzabzug von 6% bzw. 4% erachtete der Regierungsrat als nicht gerechtfertigt. Das LUKS habe eine gute Kostentr ägerrechnung vorgelegt. Zudem dürfte ein Intransparenzabzug im Rahmen der neuen Spitalfinanzierung ohnehin obsolet sein, weil für die Tarifbestimmung nicht mehr auf die anrechenbaren Kosten des einzeln en Spitals, sondern auf Norm-Kosten abzustellen sei . Zwar sei die Anforderung an die Spitäler, die Kosten transparent und vollständig auszuweisen, weiterhin notwendig und legitim. Es müsse für die Leistungserbringer aber auch der Anreiz geschaffen werden, durch die Verringerung der Kosten einen Gewinn e r- zielen zu können. Art. 59c Abs. 1 Bst. a KVV (SR 832.102), wonach der Tarif für ein Spital höchstens die anrechenbaren Kosten decken dürfe, sei mit der Zielsetzung der neuen Spitalfinanzierung nicht vereinbar und d a- her – entgegen der Ansicht der Preisüberwachung und der tarifsuisse – nicht mehr anwendbar. Aufgrund der Detailkalkulation sei von einem ka l- kulatorischen Basispreis von Fr. 10'325.- (ohne Intransparenzabzug) aus- zugehen. B.c Bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung legte der Regierungsrat eingehend dar, weshalb nicht auf den von der Preisüberwachung ermittelten Bench- mark abgestellt werden könne. Der Regierungsrat beanstandete u.a., es sei nicht überprüfbar, ob die Berechnung der Basispreise der Referen z- spitäler anhand vergleichbarer rechnerischer Grundlagen erfolgt sei. Das Benchmarking der Preisüberwachung sei nicht transparent. Das LUKS könne nicht ohne Weiteres mit den von der Preisüberwachung angefüh r- ten Referenzspitälern verglichen werden, weil insbesondere das Leis- tungsangebot unterschiedlich sei und das LUKS einen höheren CMI (Ca- semix-Index) aufweise. Das LUKS sei nicht bloss ein Zentrumsspital (wie z.B. das Kantonsspital Winterthur), sondern ein "Endversorgerspital", das zwischen den Zentrumsspitälern und Universitätsspitälern einzuordnen sei. Vergleichbar sei das LUKS mit dem Kantonsspital St. Gallen (KSSG) und dem Kantonsspital Aarau (KSA). Obwohl dem Regierungsrat nicht die detaillierten Kostendaten der beiden Vergleichsspitäler vorlägen, kö n- ne aufgrund der Akten und der eigenen Berechnungen festgestellt wer- den, dass der für das LUKS ermittelte kalkulatorische Basispreis von Fr. 10'325.- im Bereich des 40. Perzentils liege und somit als wirtschaf t- lich bezeichnet werden könne. C-1698/2013 Seite 7 B.d Die weiteren Anträge der tarifsuisse betreffend Festlegung eines im Abrechnungsjahr zulässigen SwissDRG Casemix -Indexes und einer z u- lässigen Fallzahl wies der Regierungsrat ab, soweit er darauf eintrat. C. Im Namen der 46 im Rubrum aufgeführten Krankversicherer liess tarif - suisse, vertreten durch Rechtsanwalt Vincent Augustin, am 27. März 2013 Beschwerde erheben und beantragen, es sei – unter Kosten - und En t- schädigungsfolgen gemäss Gesetz – der RRB 218 aufzuheben und rückwirkend ab 1. Januar 2012 ein Basispreis von Fr. 8'974.- (inkl. Anla- genutzungskosten) festzusetzen. C.a Die Beschwer deführerinnen rüg ten in materieller Hinsicht zunächst eine Verletzung von Art. 59c Abs. 1 Bst. a KVV. Die Vorinstanz habe auf das Modell ITAR_K, welches auf REKOLE® (vgl. dazu PASCAL BESSON, REKOLE® Betriebliches Rechnungswesen im Spital, 3. Aufl., Bern 20 08 [nachfolgend: Handbuch REKOLE ®]; Markeninhaber von REKOLE ® ist der Verein H+ Die Spitäler der Schweiz) beruhe, abgestellt, ohne zu b e- rücksichtigen, dass beide Modelle einseitig von den Spitälern erarbeitet worden seien. Auch würden die beiden Modelle nicht gewährleisten, dass Betriebs- und Investitionskosten nach einer einheitlichen Methode ermi t- telt und Leistungen nach einer einheitlichen Methode erfasst würden, wie Art. 49 Abs. 7 KVG dies vorschreibe. Eine volle Kostent ransparenz im Sinne von Art. 59c Abs. 1 Bst. a KVV bestehe daher nicht. Dass keine einheitliche Methode zur Kostenermittlung bestehe, zeige sich beispiel s- weise darin, dass streitig sei, ob Debitorenverluste abziehbar und wie die Erträge aus der Kontogruppe 65 anzurechnen seien. Die vom LUKS vo r- gelegte Kostenträgerrechnung erfülle die Vorgaben der Verordnung vom 3. Juli 2002 über die Kostenermittlung und die Leistungserfassung durch Spitäler und Pflegeheime in der Krankenversicherung (VKL, SR 832.104) nicht. Sodann verfüge das LUKS weder über eine REKOLE®-Zertifizie- rung noch über eine VKL-zertifizierte Anlagebuchhaltung. C.b Zur Berechnung der basispreisrelevanten Betriebskosten durch die Vorinstanz liessen die Beschwerdeführerinnen insbesondere einwenden, Debitorenverluste seien vom Spital und nicht von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zu tragen. Der bei den Erträgen aus Konto 65 vorgenommene Abzug von lediglich 50% setze voraus, dass das LUKS eine Gewinnmarge von 50% erziele. Dies sei indesse n nicht erstellt, weshalb die Erträge vollumfänglich in Abzug zu bringen seien. Bei den Kosten für Forschung und universitäre Lehre seien nicht die effektiv C-1698/2013 Seite 8 angefallenen Kosten ausgewiesen, sondern lediglich die vom Kanton ausgerichteten Subventionen aufge führt worden. Daher hätte praxisg e- mäss ein norma tiver Abzug vorgenommen werden müssen. Mit Blick auf die Forschungstätigkeit des LUKS sei der von der Preisüberwachung vorgesehene Abzug von 3.5% der Personalkosten vermutlich eher zu tief. Nicht beanstandet wurde die vorinstanzliche Berechnung der anreche n- baren Teuerung für 2011, des Abzugs für Zusatzversicherte und des Zu- schlags für Zinsen auf dem Umlaufvermögen. Weil die vom Spital vorg e- legten Kosten- und Leistungsdaten den Anforderungen nicht entsprächen, hätte die Vorinstanz zwingend einen Intransparenzabzug von mindestens 4% (evtl. 6%) vornehmen müssen. Die Intransparenz zeige sich namen t- lich auch im Bereich der gemeinwirtschaftlichen Leistungen (gwL) und der angefochtene Entscheid setze sich mit diesem problematischen Bereich überhaupt nicht auseinander. Intransparent sei schliesslich auch, wie die gemäss Betriebsbuchhaltung ausgewiesenen Anlagenutzungskosten er- mittelt worden seien; da s Spital habe keine transparente Anlagebuchha l- tung vorgelegt. Weiter hätten die Kosten und Leistungen für die drei Sp i- talstandorte aufgeschlüsselt werden müssen. C.c Weiter zu beanstanden sei das von der Vorinstanz vorgenommen e Benchmarking. Spitalvergleiche a uf der Basis der Krankenhaustypologie seien nach neuem Recht nicht mehr zulässig. Zu vergleichen seien nicht mehr Spitäler, sondern (schweregradbereinigte) Fallkosten. Grundsätzlich dürften für gleiche Leistungen nur dann im Vergleich zu anderen Lei s- tungserbringern höhere Tarife festgelegt werden, wenn ein grösserer Nut- zen nachgewiesen sei. Zudem könne nicht einfach auf Durchschnittsko s- ten abgestellt werden. Massgebend seien die effizienten Spitäler. Daher sei auch der Benchmark nicht beim 40. Perzentil, so ndern höchstens beim 25. Perzentil anzusetzen. C.d Der angefochtene Entscheid beruhe sodann auf einer unrichtigen bzw. unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Die Beschwerdeführerinnen mach ten sinngemäss insbesondere geltend, die Vorinstanz habe bei der Kostenermittlung auf die Daten des Spitals abgestellt, ohne diese zu hinterfragen bzw. eingehend zu prüfen. Betre f- fend die Qualität der Leistung wird gerügt, die Vorinstanz stelle zwar fest, dass sich das LUKS am nationalen Qualitätsmess ungsprogramm des ANQ (Nationaler Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken) beteilige. Es fehlten aber Angaben zur Produktionsqualität bzw. zu den Ergebnissen der ANQ-Messungen. C-1698/2013 Seite 9 D. Der mit Zwischenverfügung vom 5. April 2013 auf Fr. 8'000.- festgesetzte Kostenvorschuss ging am 11. April 2013 bei der Gerichtskasse ein (act. 2 und 4). E. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2013 beantragte die Vorinstanz, die Beschwerde sei – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerinnen – abzuweisen. E.a Zur Begründung machte die Vorinstanz insbesondere geltend, die Auslegung der Beschwerdeführerinnen des Art. 59c Abs. 1 KVV würde dazu führen, dass die kostengünstig arbeitenden Spitäler weniger Geld erhalten würden als diejenigen, die weniger kostengünstig arbeiten, was der Zielsetzung der neuen Spitalfinanzierung widerspreche. Was die Kritik an REKOLE® und ITAR_K betreffe, sei darauf hinzuweisen, dass die be i- den Modelle von der überwiegenden Mehrheit der Spitäler in der Schweiz angewendet würden und die SwissDRG AG diese für die Spitäler als ve r- bindlich erklärt habe. Bei der Ermittlung der basispreisrelevanten B e- triebskosten sei der Regierungsrat – mit Ausnahme der Erträge der Kon- togruppe 65, der Kosten für Forschung und universitäre Lehre und dem Intransparenzabzug – grundsätzlich der Empfehlung der Preisüberw a- chung gefolgt. E.b Zur Forschung und universitären Lehre führte die Vorinstanz aus, im LUKS werde keine Forschung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 VKL betrieben, weshalb auch keine solchen Kosten auszuscheiden seien. Der Kanton Luzern habe dem Spital auch keinen Leistungsauftrag für Forschung e r- teilt. Bei der universitären Lehre sei auf den vom Kanton effektiv gewäh r- ten u nd vom LUKS ausgewiesenen Betrag von insgesamt 6.43 Mio. Franken abzustellen. Der Kanton habe dem Spital für externe Lehrtäti g- keit pauschal Fr. 729'000.- vergütet und für den Weiterbildungsaufwand für Assistenzärzte und -ärztinnen pro Weiterbildungsstelle (Vollzeitäquiva- lent) Fr. 20'000.- bzw. 5.7 Mio. Franken, was 285 Weiterbildungsstellen entspreche. Der für 2012 geltende Ansatz von Fr. 20'000.- pro Weiterbil- dungsstelle entspreche dem damaligen Stand der Projektarbeiten der GDK für eine einheitliche Abgel tung des Weiterbildungsaufwandes der Spitäler. Weil seit dem 1. Januar 2012 die nicht-universitäre Lehre zu den anrechenbaren Kosten gehöre, könne nicht mehr auf die Kostendaten der Jahre 2010 und 2011 abgestellt werden. C-1698/2013 Seite 10 E.c Betreffend Intransparenzabzug und N icht-Anwendung von Art. 59c KVV wird im Wesentlichen auf die Begründung im angefochtenen En t- scheid verwiesen. Zu den gemeinwirtschaftlichen Leistungen hielt die Vorinstanz fest, das LUKS habe 2012 vom Kanton für solche Leistungen insgesamt 4.838 Mio. Frank en erhalten, nämlich Fr._______ für service public, Fr._______ für Kinderschutz, Fr._______ für die geschützte Op e- rationsstelle, Fr._______ für besondere Lagen und Fr._______ für Explantation. E.d Schliesslich hielt die Vorinstanz auch an ihrem Vorgehen zur Wirt- schaftlichkeitsprüfung fest. Das LUKS – als Zentrumsspital, das viel kom- plexere Leistungen erbringe als ein Grundversorgerspital und zudem ein Kinderspital führe – könne nicht mit beliebigen nicht -universitären Spitä- lern verglichen werden , weil die Abb ildungsgenauigkeit der Tarifstruktur SwissDRG noch ungenügend sei . Eine Preisdifferenzierung sei aufgrund des Rechtsgleichheitsgebots erforderlich. E.e Mit Eingabe vom 24. Juni 2013 reichte die Vorinstanz ergänzend das aktuelle Zertifikatsregister von H+ ein u nd wies darauf hin, dass das LUKS per 12. Juni 2013 die Zertifizierung nach der Norm REKOLE ® er- folgreich bestanden habe (act. 10). F. Die Beschwerdegegnerin liess, vertreten durch die Rechtsanwälte Mich a- el Waldner und Andreas C. Albrecht, in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Mai 2013 beantragen, die Beschwerde sei – unter Kosten- und Ent- schädigungsfolge – abzuweisen. Weiter stellte sie die Verfahrensanträge, (1) den Parteien sei eine im Beschwerdeverfahren allenfalls eingeholte Stellungnahme der Preisüberwachung bzw. des BAG mit einer Frist von mindestens 30 Tagen zur Stellungnahme zu unterbreiten, (2) die Beweis- offerten der Beschwerdeführerinnen Nr. 3-6 seien (als unzulässig im Sin- ne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG) aus dem Recht zu weisen. F.a Zur materiellen Begründung wird insbesondere ausgeführt, die Vorin- stanz habe zu Recht erkannt, dass unter der neuen Spitalfinanzierung ei- ne Preissicht gelte und die Vergütung eines einzelnen Spitals von dessen individuellen Kosten entkoppelt sei. Mit der Forderung an die Leistung s- erbringer, vermehrt unternehmerische Risiken zu tragen, müsse die Chance auf einen Gewinn bei geschicktem unternehmerischem Verhalten verbunden sein. Spitäler, die günstiger als zum Benchmark-Preis arbeiten C-1698/2013 Seite 11 würden, hätten ebenfalls Anspruch auf den Benchmark -Preis. Art. 59c Abs. 1 Bst. a und b KVV seien unter neuem Recht gesetzwidrig. F.b Weiter wird vorgebracht, beim LUKS handle es sich um ein hoch spe- zialisiertes Zentrumsspital, das – wie in anderen Regionen d ie Universi- tätsspitäler – auch die Funktion eines (regionalen) Endversorgerspitals übernehme. Bei der Tarifstruktur SwissDRG (Version 1) seien die Voraus- setzungen für einen Vergleich unterschiedlicher Spitäler noch nicht erfüllt, weil die Abbildungsgenauigkeit noch ungenügend sei. Die schwierigeren Fälle innerhalb einer DRG, welche im Vergleich zum Durchschnitt höhere Behandlungskosten verursachten, würden sich insbesondere bei hoch spezialisierten Leistungserbringern konzentrieren. Dies zeige sich auch bei der Verteilung hochdefizitärer Fälle. Wenn die Vorinstanz den B e- triebsvergleich – angesichts der noch mangelhaften Tarifstruktur – auf solche Spitäler beschränkt habe, die den Vergleichbarkeitskriterien ge- mäss bisheriger Rechtsprechung entsprächen, sei di es nicht gesetzwi d- rig. Bei der Wahl des Effizienzmassstabes (Festlegen des Perzentils für den Benchmark) habe der Gesetzgeber den kantonalen Festsetzungsb e- hörden einen erheblichen Ermessensspielraum eingeräumt. Dabei habe die Behörde auch zu berücksichtige n, dass sich die neue Spitalfinanzi e- rung noch in der Einführungsphase befinde. Den ihr zustehenden Ermes- sensspielraum habe die Vorinstanz nicht überschritten. F.c Weil die neue Spitalfinanzierung auf einer Preissicht beruhe, seien Intransparenzabzüge nicht mehr zulässig. Die Festsetzungsbehörde habe lediglich die Möglichkeit, ein Spital mit ungenügender Datenqualität nicht in das Benchmarking einzubeziehen. Ansonsten würde sich die bea n- standete Datentransparenz eines Vergleichsspitals zu Lasten des zu benchmarkenden Spitals auswirken. Im Übrigen seien die vom LUKS g e- lieferten Kostendaten transparent. Dies gelte insbesondere auch für die gemeinwirtschaftlichen Leistungen . Weshalb die Preisüberwachung die durch sie nachgeforderten Kostendaten nicht berücksichtigt habe, sei nicht nachvollziehbar. F.d Unbegründet seien schliesslich auch die weiteren Vorbringen der B e- schwerdeführerinnen. Insbesondere hätten sie nicht beachtet, dass im Beschwerdeverfahren das Novenverbot gemäss Art. 53 Abs. 1 Bst. a KVG gelte. Soweit die Beschwerdeführerinnen nun im Beschwerdeve r- fahren gewisse Kosten als nicht ausgewiesen beanstandeten, die sie im vorinstanzlichen Verfahren nicht in Frage gestellt hätten, handelten sie auch treuwidrig. C-1698/2013 Seite 12 G. Auf entsprechende Einladung des Instruktionsrichters (Verfügung vom 31. Mai 2013; act. 9) reichte die Preisüberwachung am 27. Juni 2013 ihre Stellungnahme ein (act. 11). Sie erläuterte zunächst ihre Prüfmethodik bei SwissDRG-Baserates. Sie nehme weiterhin ein zweistufiges Prüfverfa h- ren vor, wobei auf der ersten Stufe die kostenbasierte Kalkulation der B a- serate und auf der zweiten Stufe eine Wirtschaftlichkeitsprüfung vorg e- nommen werde. Beide Prüfungsstufen hätten aufgrund der neuen Spita l- finanzierung aber gewisse Änderungen gegenüber der früheren Praxis er- fahren. G.a Zur Streitfrage eines kostenbasierten versus preisbasierten Tarifsy s- tems hielt sie fest, eine Effizienzprüfung losgelöst von den spitalspezif i- schen Kosten sei nicht praktikabel. Dies könne auch aus dem Gesetz nicht abgeleitet werden. Justiziable Tarifentscheide könnten die Kanton s- regierungen sodann nur auf der Basis von spitalindividuellen Kostenau s- weisen und -kalkulationen erlassen. Weiter habe die Gesetzesrevision nichts daran geändert, dass die von den Tarifparteien vereinbarten Preise von der zuständigen Behörde überprüft und genehmigt werden müssten. G.b Nicht zugestimmt werden könne der Forderung, wonach effiziente Spitäler mehr als kostendeckende Tarife erhalten sollten. Es sei nicht Aufgabe der s ozialen Krankenversicherung, den Spitälern pekuniäre A n- reize in Form von Gewinnelementen für eine möglichst effiziente Behand- lung zu setzen. G.c Obwohl in einem DRG -Abgeltungssystem eigentlich systemfremd, habe sich die Preisüberwachung entschlossen, für das Jahr 2012 für Uni- versitätsspitäler und Nicht -Universitätsspitäler ein separates Benchma r- king durchzuführen. Aufgrund der selber kalkulierten Baserates seien fünf als wirtschaftlich im Sinne des KVG arbeitende Referenzspitäler ermittelt worden. Der Durchschnitt der Baserates, zuzüglich einer Toleranzmarge von 2%, ergebe bei den Nicht -Universitätsspitälern einen Benchmarkwert von Fr. 8'974.- Akzeptiert werden könnte auch das Benchmarking von t a- rifsuisse, welches auf das 25. Perzentil abstelle und damit hinrei chend streng sei. G.d Die Abbildungsgenauigkeit des SwissDRG -Tarifsystems sei bereits sehr gut mit einem R2 von 0.75 der Inliner-Fälle. Damit seien nach Ansicht der Preisüberwachung die Voraussetzungen für ein gesamtschweizer i- sches Benchmarking aller Spitäler gegeben. Ob es sich bei den Ref e-C-1698/2013 Seite 13 renzspitälern um kleine Regionalspitäler oder grosse Zentrumsspitäler handle sei daher ebenso wenig entscheidend wie die Breit e des Behand- lungsspektrums. G.e Die Preisüberwachung hielt an ihrer Tarifempfehlung vom 10. Oktober 2012 an den Regierungsrat fest und begründete eingehend, weshalb am vorgenommenen Intransparenzabzug von 4% festzuhalten sei. Die Baserate 2012 für das LUKS sei daher auf maximal Fr. 8'974.- festzusetzen. H. H.a Mit Verfügung vom 17. Juli 2013 teilte der Instruktionsrichter den Par- teien mit, dass bei der Geschäftsführung der SwissDRG AG ein schriftl i- cher Bericht eingeholt werde, stellte ihnen den vorgesehenen Fragenk a- talog zu und gab ihnen Gelegenheit, bis zum 2. August 2013 allfällige An- träge betreffend zusätzlich an die SwissDRG zu stellende Fragen einz u- reichen (act. 12). H.b Die Beschwerdeführerinnen beantragten – zusätzlich zu verschied e- nen Ergänzungen des Fragenkatalogs –, den Parteien sei vor einer Anhö- rung der Preisüberwachung bzw. des Bundesamtes für Gesundhei t (BAG) Gelegenheit zur Stellungnahme zum Bericht der SwissDRG AG einzuräumen. H.c Die Anträge der Parteien zur Ergänzung des Fragenkataloges (act. 13-15) hiess der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 15. August 2013 (act. 16) teilweise gut und der Geschäfts führer der SwissDRG AG wurde ersucht, dem Gericht bis zum 16. September 2013 verschiedene Fragen (namentlich zur Datenermittlung bei der Festsetzung der SwissDRG-Kostengewichte, zur Abbildungsgenauigkeit der SwissDRG Fallpauschalen [Tarifstruktur] und zur Vergleichbarkeit der Spitäler) zu beantworten. H.d Die SwissDRG AG reichte am 16. September 2013 ihren Bericht, in welchem zu den Fragen des Gerichts Stellung genommen wurde , sowie mehrere Beilagen (zur Berechnungsmethode, zur Erhebung 2010 und betreffend Plausibilisierungen) ein (act. 17). I. Mit Verfügung vom 26. September 2013 wurde den Parteien die Stellung- nahme der Preisüberwachung vom 27. Juni 2013 sowie der Bericht der C-1698/2013 Seite 14 SwissDRG AG vom 16. September 2013 zur Kenntnis zugestellt und da r- auf hingewiesen, das s sie zu einem späteren Zeitpunkt dazu Stellung nehmen könnten. Der Antrag der Beschwerdeführerinnen, wonach den Parteien – vor einer Anhörung der Preisüberwachung bzw. des Bunde s- amtes für Gesundheit (BAG) – Gelegenheit zur Stellungnahme zum B e- richt der Sw issDRG AG einzuräumen sei, wurde abgewiesen. Weiter wurde das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zur Stellungnahme eingel a- den und ersucht, dem Gericht u.a. den Genehmigungsentscheid des Bundesrates betreffend SwissDRG Version 1.0 sowie Version 2.0 zuz u- stellen (act. 18). J. Das BAG nahm am 28. Oktober 2013 als Fachbehörde Stellung. Weiter reichte es das Informationsschreiben des BAG an die für die Krankenve r- sicherung zuständigen kantonalen Stellen betreffend Genehmigung der Tarifstruktur SwissDRG Version 1.0 vom 8 . Juli 2011 bzw. Version 2.0 vom 7. Dezember 2012 ein (act. 20). Das Amt vertrat die Ansicht, die Be- schwerde sei teilweise gutzuheissen und die Sa che sei zur Neubeurte i- lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. J.a In seinen Ausführungen ging das BAG auf folgende Themen ein: De- bitorenverluste, Abzug für Überkapazitäten, Abzug Zusatzversicherte, E r- träge aus Kontengruppe 65, Kosten für Forschung und universitäre Le h- re, gemeinwirtschaftliche Leistungen, Anlagenutzungskosten, Teuerungs- ausgleich, Intransparenzabzug, Anw endbarkeit von Art. 59c Abs. 1 KVV und Wirtschaftlichkeitsprüfung. Dabei teilte es im Wesentlichen die An- sicht der Preisüberwachung bzw. der Beschwerdeführerinnen. J.b Zum Benchmarking bzw. zur Vergleichbarkeit der Spitäler führte es u.a. aus, die neue Spitalfinanzierung habe die leistungsbezogenen Fal l- pauschalen namentlich zwecks optimalen Leistungsvergleichs eingeführt. Die Gesetzesrevision dürfte auch zu einer Umverteilung der Leistung s- spektren zwischen den Spitälern führen, so dass sich Universitätss pitäler vermehrt auf die Behandlung komplexer Fälle konzentrieren (um die en t- sprechende Infrastruktur optimal zu nutzen) und die übrigen Spitäler auf das Erbringen von weniger spezialisierten Leistung en beschränkten (un- ter Verzicht auf eine komplexe Infras truktur und spezialisiertes Personal, weil eine Nicht-Auslastung zu hohe Kosten verursache). Unter SwissDRG sei es möglich, dass nicht alle Kosten eines Spitals vergütet würden, wenn dieses zu wenige spezialisierte Leistungen , bezogen auf seine In f- rastruktur und sein Personal , erbringe. Wenn also das LUKS hoch kom-C-1698/2013 Seite 15 plexe Leistungen erbringe, stelle sich die Frage, ob diese nicht eher von einem Universitätsspital zu erbringen wären bzw. ob es sich um eine Au f- rechterhaltung von Spitalkapazitäten aus regionalpol itischen Gründen handle. In diesem Fall dürften allfällige Abbildungsungenauigkeiten der Tarifstruktur nicht als Hauptursache ungenügender Einnahmen von Spitä- lern einer bestimmten Kategorie betrachtet werden. J.c Grundsätzlich stimme das BAG dem von der Preisü berwachung durchgeführten Benchmarking zu. In der Tarifstruktur SwissDRG dürften allerdings noch Abbildungsungenauigkeiten bestehen, welche dazu fü h- ren könnten, dass bei gleicher Baserate Erträge generiert würden, welche in einem unterschiedlichen Verhältnis zu den Kosten je nach Spital stü n- den. In der Einführungsphase sei die Struktur vermutlich noch nicht so ausgereift, dass die effiziente Leistungserbringung der Spitäler unabhä n- gig von der Intensität der Fälle sachgerecht vergütet würden. Vorliegend hätte das LUKS allerdings die Abbildungsungenauigkeiten der Tarifstruk- tur SwissDRG zu erklären sowie nachzuweisen, dass Fälle behandelt wurden, welche aufgrund der Tarifstruktur nicht sachgerecht vergütet worden seien. Dabei müssten sowohl für das Spital defiz itäre wie auch profitable Fälle ausgewiesen werden. K. Mit Verfügung vom 13. November 2013 stellte das Gericht den Parteien die Stellungnahme des BAG zur Kenntnis zu und wies darauf hin, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt dazu Stellung nehmen könnten. Glei ch- zeitig ersuchte das Gericht die Vorinstanz, den dem LUKS erteilten Au f- trag betreffend gemeinwirtschaftliche Leistungen nachzureichen. Sodann wurde die Beschwerdegegnerin gebeten, die (direkt) mit der Preisübe r- wachung geführte Korrespondenz einzureichen (act. 21). L. Die Beschwerdeführerinnen stellten in ihrer Eingabe vom 15. November 2013 fest, dass das BAG nicht die vom Gericht verlangten Unterlagen eingereicht habe und beantragten, es seien beim BAG weitere Akten zu edieren (act. 23). M. Mit Eingabe vom 21. November 2013 (act. 25) reichte die Vorinstanz den an das LUKS erteilten Leistungsauftrag (B 1), die Leistungsvereinbarung 2012 zwischen GSD und LUKS (B 2), einen Auszug aus dem Geschäft s- bericht des Kantons Luzern 2012 (B 3) sowie eine Übersicht über die im C-1698/2013 Seite 16 Jahr 2012 an die Kliniken geleisteten gemeinwirtschaftlichen Leistungen (B 4) ein. Die Vorinstanz beantragte, die Akteneinsicht der Beschwerd e- führerinnen sei hinsichtlich der Beilagen 1, 2 und 4 nur soweit zu gewä h- ren, als dies für die Beurteilung der F ragen betreffend gemeinwirtschaftli- che Leistungen erforderlich sei , wobei sie angab, auf welche Punkte die Akteneinsicht ihrer Ansicht nach zu beschränken wäre. N. Die Beschwerdegegnerin reichte am 22. November 2013 (act. 26) auffor- derungsgemäss die von ihr mit der Preisüberwachung geführte Korre s- pondenz zu den Akten . Dabei hielt sie fest , dass sie lediglich in einem Verfahren betreffend Genehmigung des Tarifvertrages in direktem Kontakt mit der Preisüberwachung gestanden habe. Im Verfahren zur Tariffestset- zung gegenüber der Einkaufsgemeinschaft tarif suisse hätten der Prei s- überwachung die vollständigen Unterlagen zur Verfügung gestanden, insbesondere auch der detaillierte Kostenträgerausweis gemäss ITAR_K. O. Mit Verfügung vom 5. Dezember 2013 wies der Instruktionsrichter den Antrag der Beschwerdeführerinnen betreffend Rückfragen an das BAG ab. Die Frage, ob und inwieweit sich ein Kanton hinsichtlich Leistungsauf- träge an Spitäler und Entschädigungen für gemeinwirtschaftliche Leistu n- gen auf Geschäftsg eheimnisse berufen kann, wurde offengelassen und den Beschwerdeführerinnen einstweilen nur die von der Vorinstanz b e- zeichneten Aktenauszüge zugestellt. Weiter erhielten die Parteien Gel e- genheit, allfällige Schlussbemerkungen einzureichen (act. 27). P. Mit Datum vom 3. bzw. 6. Januar 2014 reichten die Vorinstanz (act. 28), die Beschwerdeführerinnen (act. 29) und die Beschwerdege gnerin (act. 30) ihre Schlussstellungnahmen ein. P.a Die Vorinstanz beantragte – unter Hinweis darauf, dass ein Entscheid in der Sache möglichst im ersten Halbjahr 2014 ergehen sollte –, auf wei- tere Schriftenwechsel zu verzichten. Weiter wies sie darauf hin, dass dringend Rechtssicherheit geschaffen werden müsse, weshalb sie das Gericht um einen reformatorischen Entscheid ersuche. In materie ller Hin- sicht beantragte sie, den vom Regierungsrat festgesetzten Tarif zu bestä- tigen. Weiter nahm sie zu den Berichten der Preisüberwachung, des BAG und der SwissDRG AG Stellung. Zudem wies sie darauf hin, dass der Na- tionalrat die Motion von Nationalrätin Ruth Humbel (12.3245), welche die C-1698/2013 Seite 17 Aufhebung von Art. 59c KVV verlange, mit grosser Mehrheit angeno m- men habe (vgl. AB 2013 N 1343). P.b Die Beschwerdeführerinnen hielten an ihrem Rechtsbegehren fest. In der Begründung führten sie ergänzend aus, der Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und Neufestsetzung der Baserate schliesse einen Antrag auf Rückweisung an die Vorinstanz implizite mit ein. Sie äusserten sich zu den Stellungnahmen der Vorinstanz, der B e- schwerdegegnerin, dem Bericht der SwissDRG AG , der Preisüberw a- chung und des BAG. Sowohl die Stellungnahme des BAG als auch der Bericht der SwissDRG AG stütz ten die Argumentation der Beschwerd e- führerinnen. Insbesondere könne das LUKS ohne Weiteres mit anderen Spitälern verglichen werden und ein Intran sparenzabzug sei zwingend vorzunehmen. P.c Die Beschwerdegegnerin bestätigte ihre in der Beschwerdeantwort gestellten Rechtsbegehren und den 2. Verfahrensantrag, wonach die Be- weisofferten Nr. 3, 4, 5 und 6 der Beschwerdeführerinnen aus dem Recht zu weisen seien. Zunächst legte sie dar, dass die von ihr mit der Schluss- stellungnahme neu eingereichten Beweismittel nicht unzulässig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG seien. Sodann begründete sie erneut, wes- halb der vorinstanzliche Entscheid – insbesondere auch hinsichtlich Benchmarking – zu schützen sei und kritisierte die Stellungnahmen der Preisüberwachung und des BAG. Aufgrund des Berichts der SwissDRG AG herrsche nun Klarheit über die Parameter bzw. Indikatoren, welche im Rahmen des Benchmarkings für die Auswahl geeigneter Vergleichsspit ä- ler heranzuziehen seien (namentlich CMI, FMH -Weiterbildungspunkte, Anzahl Ärzte und Pflegepersonal, Anzahl abgerechneter MDC bzw. DRG). Das LUKS sei vergleichbar mit de m KSSG und dem KSA, nicht aber mit den übrigen Spitälern der Kategorie K112. Q. Mit Verfügung vom 15. Januar 2014 wurden die Schlussstellungnahmen den Parteien zur Kenntnis zugestellt und darauf hingewiesen, dass kein weiterer Schriftenwechsel vorgesehen sei. R. Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereich- ten Akten wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C-1698/2013 Seite 18 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG kann gegen Beschlüsse der Kantonsr e- gierungen nach Art. 47 KVG beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde geführt werden. Den angefochtenen RRB 218 vom 26. Februar 2013 hat die Vorinstanz gestützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG erlassen. Das Bundesver- waltungsgericht ist deshalb zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 KVG). 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich g e- mäss Art. 37 VGG (SR 173.32) und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätz- lich nach den Vorschrift en des VwVG (SR 172.021). Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG. 1.3 Die Beschwerdeführerinnen sind primäre Adressatinnen des ang e- fochtenen Beschlusses und ohne Zweifel zur Beschwerde legiti miert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwer- de ist, nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 1.4 Die Beschwerdeführerinnen können im Rahmen des Beschwerdeve r- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Mis s- brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit des Entscheids beanstanden (Art. 49 VwVG). Tariffestsetzungsbeschlüsse nach Art. 47 KVG sind vom Bundesverwa l- tungsgericht mit voller Kognition zu überprüfen (Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG e contrario; BVGE 2010/24 E. 5.1). 1.4.1 Nach der Rechtsprechung hat auch eine Re chtsmittelbehörde, der volle Kognition zusteht, in Ermessensfragen einen Entscheidungsspiel - raum der Vorinstanz zu respektieren. Sie hat eine unangemessene En t- scheidung zu korrigieren, kann aber der Vorinstanz die Wahl unter mehre- ren angemessenen Lösungen überlassen (BGE 133 II 35 E. 3). Das Bun- desverwaltungsgericht darf demzufolge sein Ermessen nicht ohne trift i- gen Grund an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzen (vgl. BGE 126 V 75 E. 6). Insbesondere dann, wenn die Ermessensausübung, die A n- wendung u nbestimmter Rechtsbegriffe oder die Sachverhaltswürdigung C-1698/2013 Seite 19 hoch stehende, spezialisierte technische, wissenschaftliche oder wir t- schaftliche Kenntnisse erfordert, ist eine Zurückhaltung des Gerichts bei der Überprüfung vorinstanzlicher Bewertungen angezeigt (vgl. BGE 135 II 296 E. 4.4.3, 133 II 35 E. 3, 128 V 159 E. 3b/cc). Es stellt daher keine un- zulässige Kognitionsbeschränkung dar, wenn das Gericht – das nicht als Fachgericht ausgestaltet ist – nicht ohne Not von der Auffassung der Vor- instanz abweicht, soweit es um die Beurteilung technischer, wissenschaft- licher oder wirtschaftlicher Spezialfragen geht, in denen die Vorinstanz über ein besonderes Fachwissen verfügt (vgl. BGE 139 II 185 E. 9.3, 135 II 296 E. 4.4.3, 133 II 35 E. 3 mit Hinweisen; BVGE 2010/25 E. 2.4.1 mit weiteren Hinweisen). Dies gilt jedenfalls, soweit die Vorinstanz die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat (BGE 139 II 185 E. 9.3, 138 II 77 E. 6.4). 1.4.2 Im Bereich der Tariffestsetzungen gilt es indessen zu beachten, dass die Kantonsregierung die Preisüberwachung zunächst anhören (vgl. Art. 14 Abs. 1 PüG [SR 942.20]) und zudem begründen muss, wenn sie deren Empfehlung nicht folgt (Art. 14 Abs. 2 PüG). Nach der Rechtspre- chung des Bundesrates kam den Empfehlungen der Preisüberwachung ein besonderes Gewicht zu, weil die auf Sachkunde gestützte Stellun g- nahme bundesweit einheitliche Massstäb e bei der Tariffestsetzung setze (vgl. RKUV 1997 KV 16 S. 343 E. 4.6). Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich praxisgemäss dann eine Zurückhaltung, wenn der En t- scheid der Vorinstanz mit den Empfehlungen der Preisüberwachung übereinstimmt (BVGE 2010/25 E. 2.4.2, 2012/18 E. 5.4). Weicht die Kan- tonsregierung hingegen von den Empfehlungen der Preisüberwachung ab, kommt weder der Ansicht der Preisüberwachung noch derjenigen der Vorinstanz generell ein Vorrang zu ( BVGE 2010/25 E. 2.4, in BVGE 2010/62 [Urteil C -7967/2008 vom 13. Dezember 2010] nicht publizierte E. 2.4.2; vgl. auch STAFFELBACH/ENDRASS, Der Ermessensspielraum der Behörden im Rahmen des Tariffestsetzungsverfahrens nach Art. 47 in Verbindung mit Art. 53 KVG, 2006 Rz. 231). Nach dem Willen des G e- setzgebers obliegt es – trotz Anhörungs- und Begründungspflicht gemäss Art. 14 PüG – der Kantonsregierung, bei vertragslosem Zustand den Tarif festzusetzen (vgl. auch RKUV 2004 KV 265 S. 2 E. 2.4; RUDOLF LANZ, Die wettbewerbspolitische Preisüberwachung, in: Schweizerisches Bu n- desverwaltungsrecht, Band XI, Allgemeines Aussenwirtschafts- und Bin- nenmarktrecht, 2. Aufl. 2007, N 113). Das Gericht hat in diesen Fällen namentlich zu prüfen, ob die Vorinstanz die Abweichung in nachvollzie h- barer Weise begründet hat. Im Übrigen unterliegen die verschiedenen C-1698/2013 Seite 20 Stellungnahmen – auch der weiteren Verfahrensbeteiligten – der freien Beweiswürdigung bzw. Beurteilung durch das Bundesverwaltungsgericht (BVGE 2012/18 E. 5.4, 2010/25 E. 2.4.3). 1.5 Die Beschwerdegegnerin beantragt, die folgenden, mit der B e- schwerde eingereichten Beweismittel (ac t. 1 B 3-6) aus dem Recht zu weisen: Jahresbericht des LUKS 2011 (B 3), REKOLE® Zertifikatsregister (B 4), Auszug Jahresrechnung Kanton Luzern 2011 (B 5) und Auszug Voranschlag Kanton Luzern 2012 (B 6). Zur Begründung macht sie im Wesentlichen geltend, die Beschwerdeführerinnen hätten im vorinstanzl i- chen Verfahren ihre Mitwirkungspflicht verletzt und die Vorbringen betre f- fend unvollständiger Sachverhaltsabklärung seien als unzulässige Noven im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG zu betrachten. Namentlich hä tten sich die Beschwerdeführerinnen jeweils nur knapp zu den Stellungna h- men des LUKS geäussert und insbesondere nicht darauf hingewiesen, dass einzelne Sachverhaltselemente einer weiteren Abklärung bedürften. Wenn sie nun erst im Beschwerdeverfahren gelten d machten, was die Vorinstanz noch alles hätte abklären müssen, verhielten sie sich treuwid- rig. Ein solches Vorgehen widerspreche dem Geist von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG (act. 8 S. 31). 1.5.1 Der von der Beschwerdegegnerin angerufene Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG bestimmt, dass neue Tatsachen und Beweismittel nur soweit vorg e- bracht werden dürfen, als erst der angefochtene Beschluss dazu Anlass gibt, und neue Begehren unzulässig sind. Art. 53 Abs. 2 KVG sieht – insbesondere mit dem Ziel der Verfahrensstraf- fung (vgl. BVGE 2012/9 E. 4.3.1) – weitere Abweichungen von der Ve r- fahrensordnung des VwVG vor. Nach Bst. b sind d ie Art. 22a (Stillstand der Fristen) und Art. 53 (Ergänzende Beschwerdeschrift) VwVG nicht a n- wendbar. Das Gericht hat zur Einreichung einer Vernehmlass ung eine nicht erstreckbare Frist von höchstens 30 Tagen zu setzen (Bst. c), wobei der Begriff der Vernehmlassung hier in einem weiten Sinn zu verstehen ist und die Stellungnahmen von allen Beteiligten im Sinne von Art. 57 VwVG umfasst. Ein weiterer Schriftenwechsel nach Art. 57 Abs. 2 VwVG findet in der Regel nicht statt (Bst. d). In Beschwerdeverfahren gegen Spi- tallistenbeschlüsse (Art. 39 KVG ) ist die Rüge der Unangemessenheit nicht zulässig (Bst. e). 1.5.2 Weitergehende Ausnahmen zum VwVG sieht Art. 53 Abs. 2 KVG nicht vor. Dies bedeutet, dass auch in Beschwerdeverfahren nach Art. 53 C-1698/2013 Seite 21 KVG der in Art. 12 VwVG verankerte Grundsatz gilt, wonach das Bundes- verwaltungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat und nicht an die Beweisanträge der Parteien gebunden ist (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesve r- waltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 1.49). Sodann können gemäss Art. 32 Abs. 2 VwVG selbst verspätete Parteivorbringen berücksichtigt werden, wenn sie ausschlaggebend erscheinen. 1.5.3 Die in Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG verankerte Novenregelung ist nicht ohne Weiteres in Einklang zu bringen mit den vorliegend anwendbaren Verfahrensvorschriften des VwVG , namentlich mit dem Untersuchung s- grundsatz (vgl. auch MEYER/DORMANN, in: Basler Kommentar Bundesg e- richtsgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 99 N 1 ff., insbes. N 6). Weil der Untersu- chungsgrundsatz die Parteien nicht von ihrer Mitwirkungspflicht befreit, kommt dieser bei der Abgrenzung von zulässigen und unzulässigen Vo r- bringen entscheidende Bedeutung zu. Mitwirkungspflichtig sind die Pa r- teien für umstrittene und beweisbedürftige Tatsachen, die in ihrem Ei n- flussbereich liegen ( MEYER/DORMANN, Art. 99 N 6). In Ausnahmefällen kann es sich indessen im Beschwerdeverfahren auch dann als notwendig erweisen, zusätzliche Abklärungen vorzunehmen, wenn die Parteien im vorinstanzlichen Verfahren ihrer Mitwirkungspflicht nicht vollumfänglich nachgekommen sind. Daher wäre es jedenfalls nicht sachgerecht, Be- weismittel förmlich aus dem Recht zu weisen (zumal das Bundesverwal- tungsgericht nicht an die Beweisanträge der Parteien gebunden ist) und sie – sollten sie sich als erheblich erweisen – zu einem späteren Zei t- punkt gestützt auf Art. 12 VwVG wieder einzuholen. Einem solchen Vo r- gehen würde nicht nur Art. 32 Abs. 2 VwVG, sondern auch das mit Art. 53 Abs. 2 KVG angestrebte Ziel der Verfahrensbeschleunigung entgegen- stehen. 1.5.4 Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG entspricht im Wesentlichen Art. 99 BGG. Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts bestimmt sich die Neuheit eines Begehrens im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG ana- log der Praxis des Bundesgerichts zu Art. 99 BGG (Urteil des BVGer C - 220/2012 vom 4. Juni 2012 E. 2.2, BVGE 2012/18 E. 3.2). Gleiches hat grundsätzlich auch für die Beurteilung neuer Tatsachen und Beweismittel im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG zu gelten . Massgebend ist der Vergleich mit den Vorbringen im vorinstanzlichen Verfahren bzw. den A k- ten der Vorinstanz (vgl. Urteil des BVGer C-195/2012 vom 24. September 2012 E. 5.1.2, BVGE 2012/18 E. 3.2). Allerdings ist nicht zu verkennen , dass die Novenregelung in Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG in einem anderen C-1698/2013 Seite 22 Kontext steht als diejenige in Art. 99 BGG, denn das Bundesgericht ist grundsätzlich an den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 105 Abs. 1 i.V.m. Art. 97 Abs. 1 BGG) bzw. kann diesen in einzelnen Rechtsgebieten zwar frei überprüfen (Art. 105 Abs. 3 i.V.m. Art. 97 Abs. 2 BGG) und von Amtes wegen berichtigen (vgl. BGE 135 V 194 E. 3.4), es stellt aber nicht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen fest. Zu beachten ist ferner, dass das Bundesgericht in zweiter Instanz Gerichtsurteile überprüft, Art. 53 KVG hingegen Beschwerdeverfahren be- trifft, in welchen das Bundesverwaltungsgericht als einzige Ger ichtsin- stanz urteilt (vgl. Art. 83 Bst. r BGG). Diesen verfahrensrechtlichen Unter- schieden ist ebenso Rechnung zu tragen wie dem vom Gesetzgeber mit Erlass von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG (als lex spezialis) vorgenommenen Wertungsentscheid. Das Verhältnis d er Novenregelung (Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG) und des Grundsatzes der Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen (Art. 12 VwVG) ist in dem Sinne zu interpretieren, dass Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG zwar den Untersuchungsgrundsatz im Beschwerdeverfahren nicht au f- hebt, diesen jedoch in den Hintergrund treten lässt. Das Bundesverwal- tungsgericht wird daher nur – aber immerhin – in besonderen Fällen e r- gänzende Sachverhaltsabklärungen vornehmen. Der Untersuchung s- grundsatz führt jedoch nicht dazu, dass die Novenregelung na ch Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG nicht oder nur beschränkt anwendbar wäre. Daher können sich die Parteien im Beschwerdeverfahren nur auf neue Tatsa- chen und Beweismittel berufen, soweit erst der angefochtene Beschluss dazu Anlass gibt. Für diese Auslegung spricht im Bereich der Tarifstreitig- keiten auch, dass den Tarifparteien nicht erst im vorinstanzlichen Tarif- festsetzungsverfahren, sondern bereits im Rahmen der Tarifverhandlu n- gen erhebliche Mitwirkungspflichten (bspw. die Verhandlungspflicht, vgl. BVGE 2010/24 E. 5.2 und 6) zukommen. Zudem hat das Bundesverwa l- tungsgericht den der Vorinstanz zustehenden Ermessensspielraum in dieser ausgesprochen fachtechnischen Materie zu respektieren (vgl. oben E. 1.4.1), was einer umfassenden Sachverhaltsabklärung durch das Gericht – mit dem Ziel, ein reformatorisches Urteil zu fällen – in vielen Fällen entgegensteht. 1.5.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG verspätet eingereichte Beweismittel zwar nicht förmlich aus dem Recht zu weisen sin d, dass sich eine Partei aber nicht darauf beru- fen kann. C-1698/2013 Seite 23 1.5.6 Daraus folgt für das vorliegende Verfahren , dass die von den B e- schwerdeführerinnen eingereichten Beweismittel (act. 1 B 3-6) nicht aus dem Recht zu weisen sind. Der Verfahrensantrag der Beschwerdegeg - nerin ist daher abzuweisen. Ob die fraglichen Beweismittel und einzelne Vorbringen als verspätet und daher unzulässig zu betrachten sind, ist – soweit diese grundsätzlich erheblich sind – bei der Beurteilung der ei n- zelnen Rügen zu prüfen. 1.6 Am 1. Januar 2009 ist die KVG -Revision zur Spitalfinanzierung (Ä n- derung vom 21. Dezember 2007, AS 2008 2049) in Kraft getreten. Per 1. Januar 2012 wurde der Systemwechsel bei der Spitalfinanzierung vol l- zogen (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 21. Dezember 2007 [Spitalfinanzierung]). Der angefochtene Beschluss ist somit au f- grund des revidierten KVG und dessen Ausführungsbestimmungen zu beurteilen. 2. Die Beschwerdeführerinnen rügen zunächst, der angefochtene Beschluss verletze Art. 59c Abs. 1 Bst. a und b KVV. Vor instanz und Beschwerd e- gegnerin erachten Art. 59c Abs. 1 KVV hingegen als mit den Grundsätzen der neuen Spitalfinanzierung nicht mehr vereinbar. Die Verordnungsb e- stimmung verstosse gegen Art. 49 Abs. 1 KVG und sei daher nicht mehr anwendbar. 2.1 Unter dem Titel "Tarifgestaltung" bestimmt Art. 59c Abs. 1 KVV: Die Genehmigungsbehörde im Sinne von Artikel 46 Absatz 4 des Gesetzes prüft, ob der Tarifvertrag namentlich folgenden Grundsätzen entspricht: Der Tarif darf höchstens die transparent ausgewiesenen Kosten der Leis- tung decken (Bst. a). Der Tarif darf höchstens die für eine effiziente Lei s- tungserbringung erforderlichen Kosten decken (Bst. b). Ein Wechsel des Tarifmodells darf keine Mehrkosten verursachen (Bst. c). Gemäss Art. 59c Abs. 3 KVV sind diese Grundsätze bei Tariffestsetzungen nach den Art i- keln 43 Absatz 3, 47 oder 48 des Gesetzes sinngemäss anzuwenden. 2.2 Art. 59c KVV wurde mit der KVV -Änderung vom 27. Juni 2007 (in Kraft seit 1. August 2007; AS 2007 3573) eingefügt. Dabei stützte sich der Bundesrat – was aus der KVV nicht hervorgeht – auf Art. 43 Abs. 7 KVG, wonach er Grundsätze für eine wirtschaftliche Bemessung und eine sachgerechte Struktur sowie für die Anpassung der Tarife aufstellen kann (vgl. Kommentar des Bundesamtes für Gesundheit [BAG] vom Juni 20 07 betreffend die Änderungen der KVV für den 1. August 2007 und 1. Januar C-1698/2013 Seite 24 2008, S. 6 [im Folgenden: Kommentar KVV-Änderungen 2007]) . In der Verordnung sollten einige der vom Bundesrat als Rechtsprechungsb e- hörde entwickelten Grundsätze verankert werden, nam entlich im Hinblick auf den Übergang der Rechtsprechungskompetenz an das Bundesve r- waltungsgericht (Kommentar KVV-Änderungen 2007, S. 6). 2.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann – wie das Bundesgericht – Ver- ordnungen des Bundesrates vorfrageweise auf ihre Gesetz - und Verfas- sungsmässigkeit prüfen (BGE 136 II 337 E. 5.1). Einer Verordnungs - bestimmung, welche übergeordnetem Recht widerspricht oder in diesem keine Grundlage findet, hat das Gericht nach einer vorfrageweisen Pr ü- fung die Anwendung zu versagen, sofern die se nicht gesetzes- oder ver- fassungskonform ausgelegt werden kann (BVGE 2011/15 E. 3.2 m.w.H.). 2.3.1 Vollziehungsverordnungen haben den Gedanken des Gesetzgebers durch Aufstellung von Detailvorschriften näher auszuführen und auf diese Weise die Anwendbarkeit de r Gesetze zu ermöglichen. Sie dürfen das auszuführende Gesetz – wie auch alle anderen Gesetze – weder aufhe- ben noch abändern; sie müssen der Zielsetzung des Gesetzes folgen und dürfen dabei lediglich die Regelung, die in grundsätzlicher Weise bereits im Gesetz Gestalt angenommen hat, aus - und weiterführen. Durch eine Vollziehungsverordnung dürfen dem Bürger oder der Bürgerin grundsät z- lich keine neuen Pflichten auferlegt werden, selbst wenn diese durch den Gesetzeszweck gedeckt wären (BGE 136 I 29 E. 3.3, 130 I 140 E. 5.1). 2.3.2 Bei unselbständigen Verordnungen, die sich auf eine gesetzliche Delegation stützen, ist zu prüfen, ob sich der Bundesrat an die Grenzen der ihm im Gesetz eingeräumten Befugnisse gehalten hat. Soweit das Gesetz den Bundesrat nicht ermächti gt, von der Verfassung abzuwe i- chen, befindet das Gericht auch über die Verfassungsmässigkeit der u n- selbständigen Verordnung. Wird dem Bundesrat durch die gesetzliche Delegation ein sehr weiter Ermessensspielraum für die Regelung auf Verordnungsstufe eingeräumt, so ist dieser Spielraum nach Art. 190 BV für das Bundesverwaltungsgericht verbindlich; es setzt in diesem Falle bei der Überprüfung der Verordnung nicht sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen des Bundesrates, sondern beschränkt sich auf die P rü- fung, ob die Verordnung den Rahmen der dem Bundesrat im Gesetz d e- legierten Kompetenzen offensichtlich sprengt oder aus anderen Gründen gesetz- oder verfassungswidrig ist (BGE 136 II 337 E. 5.1 m.w.H., vgl. auch BGE 137 III 217 E. 2.3, BGE 133 V 569 E. 5.1). C-1698/2013 Seite 25 2.4 Ob eine Delegationsnorm vorliegt und in welchem Rahmen dem Bu n- desrat die Kompetenz zur Rechtsetzung eingeräumt wurde, ist durch Aus- legung zu ermitteln (WIEDERKEHR/RICHLI, Praxis des allgemeinen Verwal- tungsrechts, Bd. I, 2012, Rz. 442). 2.4.1 Ausgangspunkt j eder Auslegung bildet nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Wortlaut der massgeblichen Norm. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen möglich, so muss nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht werden, wobei alle Auslegungselemente zu berücksichtigen sind (Methodenpluralismus). Dabei kommt es namentlich auf den Zweck der Regelung, die dem Text zugrunde liegenden Wertungen sowie auf den Sinnzusammenhang an, in dem die Norm steht. Die Entstehungsgeschichte ist zwar nicht unmittelbar entscheidend, dient aber als Hilfsmittel, um den Sinn der Norm zu erke n- nen. Namentlich bei neueren Rechtssätzen kommt ihr eine besondere Bedeutung zu, weil veränderte Umstände oder ein gewandeltes Recht s- verständnis eine andere Lösung wenige r nahelegen. Vom Wortlaut darf abgewichen werden, wenn triftige Gründe dafür bestehen, dass er nicht den wahren Sinn der Regelung wiedergibt. Sind mehrere Auslegungen möglich, ist jene zu wählen, die der Verfassung am besten entspricht. A l- lerdings findet a uch eine verfassungskonforme Auslegung ihre Grenzen im klaren Wortlaut und Sinn einer Gesetzesbestimmung (BGE 138 II 440 E. 13, 138 IV 232 E. 3, je mit Hinweisen). Obwohl dem Wortlaut somit e r- hebliche Bedeutung zukommt, hat sich die Gesetzesauslegung vom G e- danken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten verstandene und konkretisierte G e- setz. Gefordert ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen G e- füge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis der ratio legis (BGE 139 II 78 E. 2.4). 2.4.2 Die vom Bundesrat als massgebend erachtete Delegationsnorm ist in Art. 43 KVG enthalten, welcher die Grundsätze zu Tarifen und Preisen festhält. Nach dessen Abs. 1 erstellen die (zugelassenen) Leistungser b- ringer ihre Rechnungen nach Tarifen oder Preisen. Laut Abs. 4 werden Tarife und Preise in Verträgen zwischen Versicherern und Leistungser b- ringern (Tarifvertrag) vereinbart oder in den vom Gesetz bestimmten Fä l- len von der zuständigen Behörde festgesetzt. Dabe i ist auf eine betrieb s- wirtschaftliche Bemessung und eine sachgerechte Struktur der Tarife zu achten. Weiter verpflichtet Abs. 6 die Vertragspartner und die zuständigen Behörden, darauf zu achten, dass eine qualitativ hoch stehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Ko s-C-1698/2013 Seite 26 ten erreicht wird. Gemäss Abs. 7 kann der Bundesrat Grundsätze für eine wirtschaftliche Bemessung und eine sachgerechte Struktur sowie für die Anpassung der Tarife aufstellen. Er sorgt für die Koordination mit den Ta- rifordnungen der anderen Sozialversicherungen. 2.4.3 Zunächst ist auf die Frage einzugehen, worauf sich die in Art. 43 Abs. 7 KVG angeführte Kompetenz des Bundesrates, "Grundsätze für e i- ne wirtschaftliche Bemessung" aufzustellen, bezieht. Die Formulierung in Art. 43 Abs. 7 KVG entspricht weitgehend derjenigen in Art. 43 Abs. 4 KVG, ausser dass Abs. 4 von betriebswirtschaftlicher Bemessung spricht, Abs. 7 dagegen von wirtschaftlicher Bemessung . Nach REGULA KÄGI- DIENER ist in beiden Fällen eine betriebswirtsc haftliche Bemessung g e- meint (nicht publiziertes Gutachten betreffend Verfassungs- und Gesetz- mässigkeit von Art. 59c Abs. 1 KVV vom 8. Februar 2009, Ziff. 2.4 [im Folgenden: Gutachten Kägi -Diener], publizierte Zusammenfassung des Gutachtens von HANSPETER KUHN, in Schweizerische Ärztezeitung 2009, S. 611 ff.; gleicher Ansicht: EVA DRUEY JUST, Das Prinzip betriebswir t- schaftlicher Tarifbemessung im KVG, in: Jusletter 19. August 2013, Rz. 9). Im Entwurf des Bundesrates (vgl. BBl 1992 I 269 [Art. 37 E-KVG]) war d er 2. Satz von Art. 43 Abs. 4 KVG, wonach auf eine betriebswir t- schaftliche Bemessung und eine sachgerechte Struktur der Tarife zu ach- ten ist, noch nicht enthalten. Nachdem im Rahmen der Beratungen z u- nächst eine Formulierung mit dem Begriff "wirtschaftliche Bemessung" aufgenommen worden war, nahm die ständerätliche Kommission für s o- ziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) die Präzisierung der "betriebswir t- schaftlichen Bemessung" vor, um den Unterschied zur Wirtschaftlichkeit zu verdeutlichen. Mit dem Grundsatz der betriebswirtschaftlichen Bemes- sung wollte der Gesetzgeber eine im gewöhnlichen Geschäftsverkehr verankerte und damit jederzeit nachvollziehbare Bemessungsgrundlage gewährleisten (STAFFELBACH/ENDRASS, Rz. 82 mit Hinweis auf das Prot o- koll der SGK vom 28. April 1992; vgl. auch LUDWIG BAPST, Tarifpolitik zwi- schen Markt und Macht, Schriftenreihe SGGP , Bd. 102, 2010, Sachwö r- ter- und Abkürzungsverzeichnis, S. 3; siehe auch BEATRICE GROSS HAWK, Selbständige nichtärztliche Medizinalpersonen in der freien Praxis – wie viel Freiheit belässt ihnen das Krankenversicherungsrecht?, 2008, Rz. 106). 2.4.4 Im Entwurf des Bundesrates bereits enthalten war hingegen die De- legationsbestimmung gemäss Art. 43 Abs. 7 KVG (BBl 1992 I 269 [Art. 37 Abs. 6 E-KVG]). Die Ausführungen in der Botschaft des Bundesrates vom 6. November 1991 über die Revision der Krankenversicherung (BBl 1992 C-1698/2013 Seite 27 I 93 ff. [nachfolgend: Botschaft KVG 1991]) legen nahe, dass mit der wirt- schaftlichen Bemessung eher die Wirtschaftlichkeit (oder die Effizienz) gemeint sein dürfte: "Welches auch die gewählte Tarifierungsart sei, die Vertragspartner und die zuständigen Behörden müssen stets darauf ac h- ten, dass die Tarifierung dazu beiträgt, eine qualitativ hochstehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Kos- ten sicherzustellen ( ...). Diese Bestimmung zielt im Tarifbereich auf die genau gleiche Zwecksetzung hin wie Artikel 26 [entspricht Art. 32 KVG, wonach Leistungen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein mü s- sen] bei der Umschreibung der P flichtleistungen und die Artikel 48-51 bei der Erbringung der einzelnen Leistungen. Auf allen drei Ebenen – Leis- tungsdefinition, Tarifierung und Leistungserbringung – liegt die Sicherstel- lung hoher Qualität und Wirtschaftlichkeit letztlich im Interesse der Versi- chertengemeinschaft, und zwar der Patienten wie der Gesunden. Damit die Tarife der angegebenen Zielsetzung möglichst gerecht werden, kann der Bundesrat auf Verordnungsstufe Grundsätze für eine wirtschaftliche Bemessung und eine sachgerechte Struktur der Tarife sowie für ihre A n- passung aufstellen" (Botschaft KVG 1991, S. 174). Der Ständerat folgte der Mehrheit der SGK nicht, welche den 1. Satz von Art. 43 Abs. 7 KVG (bzw. von Art. 37 Abs. 6 E-KVG) streichen wollte. Die (im Rat unterliegende) Kommissionsmehrheit sah mit dieser Bestimmung die Vertragsfreiheit beeinträchtigt; ihrer Ansicht nach wäre es Aufgabe der Tarifpartner gewesen, die überzeugendsten und wirtschaftlichsten Tarife auszuhandeln. Die Kommissionsminderheit – welcher sich auch der zu- ständige Bundesrat und die Mehrheit des Rates anschlossen – erachtete diese Kompeten z des Bundesrates hingegen als unverzichtbar im Hi n- blick auf die angestrebte Kostendämpfung (AB 1992 S 1310 f.). 2.4.5 Aus den Materialien ergibt sich somit, dass die Begriffe der b e- triebswirtschaftlichen Bemessung (in Art. 43 Abs. 4 KVG) und der wir t- schaftlichen Bemessung (in Art. 43 Abs. 7 KVG) nicht dasselbe bedeuten bzw. sich Art. 43 Abs. 7 KVG nicht auf Art. 43 Abs. 4 KVG bezieht . Viel- mehr sollte dem Bundesrat die Kompetenz erteilt werden, Grundsätze für eine wirtschaftliche Bemessung im Sinne der Wirtschaf tlichkeit der Tarife festzulegen. 2.4.6 Der – insbesondere auch in Art. 32 KVG verankerte – Grundsatz der Wirtschaftlichkeit bedeutet, dass die Leistungen in einem angeme s- senen Kosten -/Nutzenverhältnis stehen müssen (vgl. Botschaft KVG 1991, S. 159). Für die Tarifverträge, die namentlich den Zweck haben, die C-1698/2013 Seite 28 Wirtschaftlichkeit der Leistungen zu gewährleisten (Urteil des BGer 9C_252/2011 vom 14. Juli 2011 E. 5.2), ist der Gr undsatz auch in Art. 43 Abs. 6 KVG verankert. Die Konkretisierung unbestimmter Gesetzesbegrif- fe – worunter die Wirtschaftlichkeit ohne Zweifel fällt – steht dem Bundes- rat auch aufgrund seiner Vollzugskompetenz (vgl. Art. 96 KVG) zu (vgl. WIEDERKEHR/RICHLI, a.a.O., Rz. 419 m.w.H.). Für die Wirtschaftlichkeit s- prüfung im Sinne von Art. 56 KVG (einzelfallbezogene Prüfung a posterio- ri) hat das Bundesgericht diese Konkretisierung vorgenommen (vgl. GEB- HARD EUGSTER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG, 2010, Art. 56, Rz. 1 ff.). Diese lässt sich indessen kaum auf die Tarifgestaltung übertragen. 2.5 Im Sinne einer Zwischenbilanz kann festgehalten werden, dass Art. 59c KVV, soweit die Verordnung das Gebot der wirtschaftlichen Tarif- gestaltung im Sinne von Art. 43 Abs. 6 KVG (oder einen anderen Tarifges- taltungsgrundsatz des KVG) konkretisiert, nicht als gesetzwidrig bezeich- net werden kann. Ob eine solche Konkretisierung vorliegt, ist im Folge n- den zu prüfen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich der Bundesrat als Verordnungsgeber – unabhängig davon, ob Art. 43 Abs. 7 KVG dem Bun- desrat lediglich gesetzesvollziehende Befugnisse einräumt (vgl. Gutac h- ten KÄGI-DIENER) oder ihm die Kompetenz zum Erlass einer gesetzesver- tretenden Verordnung delegiert wurde – an die Regelungsi dee des G e- setzgebers zu halten hatte (vgl. BGE 130 I 26 E. 5.2.2 i.V.m. E. 5.1). 2.6 Wie bereits erwähnt, wurde Art. 59c KVV per 1. August 2007 in Kraft gesetzt ( vgl. oben E. 2.2). Die Bestimmung hat aufgrund der KVG - Revision zur Spitalfinanzierung keine Änderung erfahren. 2.6.1 Im Kommentar KVV-Änderungen 2007 wird zu Art. 59c Abs. 1 Bst. a KVV lediglich festgehalten, die Transparenz der Kosten und Leistungen sei ein zentrales Kriterium für eine wirtschaftliche Tarifgestaltung. Zu b e- urteilen seien die Kostengrundla gen und die durch geeignete Methoden durchgeführte Ermittlung der Kosten der Leistungen ( Kommentar KVV- Änderungen 2007, S. 6). Zur Vorgabe, dass der Tarif höchstens die trans- parent ausgewiesenen Kosten der Leistung decken darf, enthält der Kommentar keine Ausführungen. 2.6.2 Mit den Erläuterungen des BAG wird primär die betriebswirtschaftl i- che Bemessung der Tarife angesprochen, nicht der Grundsatz der Wir t- schaftlichkeit. Eine betriebswirtschaftliche Bemessung ist zwar Vorau s- setzung für die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit; nach der Rechtspr e-C-1698/2013 Seite 29 chung des Bundesrates handelt es sich jedoch um verschiedene (konkur- rierende) Tarifgestaltungsgrundsätze (vgl. RKUV 1997 Nr. KV 5, E. II.4 S. 137, RKUV 2001 Nr. KV 179, E. II.6.1 S. 384 f.). 2.6.3 Die Wirtschaftlichkeit wird hingegen bei Art. 59c Abs. 1 Bst. b und c KVV angesprochen. Zu Bst. b, wonach der Tarif höchstens die für eine ef- fiziente Leistungserbringung erforderlichen Kosten decken darf, wird Fo l- gendes ausgeführt: "Für die Bestimmung eines wirtschaftlichen Tarifs dür- fen von den transparent ausgewiesenen Kosten ausschliesslich diejen i- gen vergütet werden, die einer effizienten Leistungserbringung entspr e- chen. Die effiziente Leistungserbringung ist aufgrund von Aspekten wie Auslastung sowie von Instrumenten oder Method en wie Quervergle i- che[n] zu beurteilen. Mit den im Spitalbereich durchgeführten Betriebsver- gleichen werden vergleichbare Kosten bei vergleichbarer Leistungserbrin- gung gegenübergestellt, um die Effizienz zu beurteilen. Für den ambulan- ten Bereich gelten fü r alle Leistungserbringer häufig dieselben Tarife, die aufgrund einer Stichprobe der Kosten von Praxen oder Laboratorien b e- rechnet werden. In diesen Fällen ist es wichtig, dass unter Berücksicht i- gung der Qualität auf die Kosten einer effizienten Leistungse rbringung abgestellt wird und nicht auf Durchschnittskosten" ( Kommentar KVV - Änderungen 2007, S. 6). 2.6.4 Wie die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Ko s- ten zu ermitteln sind, regelt Art. 59c KVV nicht. Aus dem Kommentar KVV-Änderungen 2007 geht vielmehr hervor, dass Art. 59c Abs. 1 Bst. b KVV bzw. die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Effizienz mit Bezug auf den in Frage stehenden Bereich (ambulant oder stationär) weiter zu konkretisieren sind. Unter den Begriff der Kosten im Sinne von Art . 59c Abs. 1 Bst. a und b KVV fallen sowohl Norm-Kosten (solche liegen bspw. dem Tarifwerk TARMED zugrunde) als auch individuell, bezogen auf ei n- zelne Leistungserbringer ermittelte Kosten (wie im Anwendungsbereich des aArt. 49 Abs. 1 KVG [vgl. dazu nachfolgende E. 2.7.2 ff.]; vgl. zum [unklaren] Kostenbegriff des Art. 59c Abs. 1 KVV auch WILLY OGGIER, in: Saxer/Oggier, Recht und Ökonomie in der KVG -Tarifgestaltung, 2010 [im Folgenden: OGGIER, Tarifgestaltung], S. 93 f.). Weiter ist zu bemerken, dass die Verordnungsbestimmung offenbar z.T. absoluter formuliert wurde als eigentlich beabsichtigt, wie die Erläuterungen zu Art. 59c Abs. 1 Bst. c KVV zeigen. Nach dieser Bestimmung darf ein Wechsel des Tarifmodells keine Mehrkosten verursachen. Im Kommentar dazu wird der Wortlaut etwas präzisiert (oder relativiert) und insbesondere auf die Rechtspr e- chung des Bundesrates verwiesen: "Der Grundsatz der Kostenneutralität, C-1698/2013 Seite 30 d.h., dass ein Wechsel des Tarifmodells dann nicht zu Mehrkosten führen darf, wenn Qualität und Menge der erbrachten Leistungen im Vergleich zum alten Modell mehr oder weniger gleich bleiben […], ist bereits in der Praxis gut verankert (z.B. TARMED und Änderungen von Spitalverg ü- tungssystemen)" (Kommentar KVV-Änderungen 2007, S. 7). Die Tragwei- te des Art. 59c KVV kann – wie das Bundesverwaltungsgericht bereits im Urteil C-5543/2008 vom 1. April 2011 (E. 6.3) festgestellt hat – nicht iso- liert, sondern nur im Zusammenhang mit den Regelungen im KVG (und dessen Ausführungsbestimmungen) ermittelt werden. 2.7 Für die stationäre Spitalbehandlung sind insbesondere die besond e- ren Tarifgestaltungsgrundsätze des Art. 49 KVG zu berücksichtigen. Ob- wohl sich diese Bestimmung (mit dem Titel "Tarifverträge mit Spitälern") nach ihrem Wortlaut an die Tarifparteien richtet, sind die darin veranke r- ten Grundsätze auch bei einer hoheitlichen Festsetzung im Sinne von Art. 47 KVG zu beachten ( Urteil des BVGer C-4961/2010 vom 18. Sep- tember 2013 E. 4.4 m.w.H.). 2.7.1 Gemäss Art. 49 Abs. 1 KVG vereinbaren die Vertragsparteien für die Vergütung der stationären Behandlung einschliesslich Aufenthalt und Pflegeleistungen in einem Spital (Art. 39 Abs. 1) oder einem Geburtshaus (Art. 29) Pauschalen. In der Regel sind Fallpauschalen festzulegen. Die Pauschalen sind leistungsbezogen und beruhen auf gesamtschweiz e- risch einheitlichen Strukturen. Die Vertragsparteien können vereinbaren, dass besondere diagnostische oder therapeutische Leistungen nicht in der Pauschale enthalten sind, sondern getrennt in Rechnung gestellt werden. Die Spitaltarife or ientieren sich an der Entschädigung jener Sp i- täler, welche die tarifierte obligatorisch versicherte Leistung in der no t- wendigen Qualität effizient und günstig erbringen. Diese Pauschalen dürfen keine Kostenanteile für gemeinwirtschaftliche Leistungen enthalten. Dazu gehören insbesondere die Aufrechterhaltung von Spitalkapazitäten aus regionalpolitischen Gründen sowie die Fo r- schung und universitäre Lehre (Art. 49 Abs. 3 KVG). 2.7.2 In der bis zum Inkrafttreten der neuen Spitalfinanzierung gültigen Fassung bestimmte aArt. 49 Abs. 1 KVG (von 1994) Folgendes: " Für die Vergütung der stationären Behandlung einschliesslich Aufenthalt in einem Spital (Art. 39 Abs. 1) vereinbaren die Vertragsparteien Pauschalen. Di e- se decken für Kantonseinwohner und -einwohnerinnen bei öf fentlichen oder öffentlich subventionierten Spitälern höchstens 50 Prozent der anr e-C-1698/2013 Seite 31 chenbaren Kosten je Patient oder Patientin oder je Versichertengruppe in der allgemeinen Abteilung. Die anrechenbaren Kosten werden bei Ve r- tragsabschluss ermittelt. Betriebs kostenanteile aus Überkapazität, Inve s- titionskosten sowie Kosten für Lehre und Forschung werden nicht ang e- rechnet". 2.7.3 Die anrechenbaren Kosten bildeten aufgrund des Wortlauts von aArt. 49 Abs. 1 KVG (insbesondere bei den öffentlichen oder öffentlich subventionierten Spitälern) die primäre Bestimmungsgrösse rechtsko n- former Spitaltarife. Der vom Bundesrat als Rechtsprechungsbehörde entwickelte Grundsatz, dass der Spitaltarif höchstens die (transparent ausgewiesenen) anrechenbaren Kosten decken darf, bezog sich – wie die nachfolgenden Zitate zeigen – auf die gesetzlich verankerte maximale Deckungsquote nach aArt. 49 Abs. 1 Satz 2 KVG. 2.7.3.1 "Ein Spital mit privater Trägerschaft gilt dann als öffentlich subven- tioniert im Sinne von Artikel 49 Absatz 1 KVG, wenn es vom K anton Bei- träge an die Betriebskosten erhält. Für diese Lesart spricht, dass bei ö f- fentlichen und öffentlich subventionierten Spitälern für die anrechenbaren Kosten im Sinne von Artikel 49 Absatz 1 Satz 2 KVG im wesentlichen auf die Betriebskosten abzustellen ist. Dies ergibt sich aus Satz 4 desselben Absatzes, wonach die Kosten aus Überkapazität, Investitionskosten s o- wie Kosten für Lehre und Forschung nicht angerechnet werden dürfen (…). Die Aussage über die Deckungsquote in Satz 2 kann sich daher im wesentlichen nur auf die Betriebskosten beziehen und ist demnach so zu verstehen, dass die Spitaltarife höchstens 50 % der als anrechenbar a n- erkannten Betriebskosten decken dürfen und die zuständigen Kantone bzw. Gemeinwesen mindestens 50 % der Betriebskosten tragen müssen" (RKUV 6/1997 KV 16, E. II.5.1 S. 354). Im Zusammenhang mit der (noch) ungenügenden Kostentransparenz wird auf "die Gefahr" hingewiesen, dass Spitalpauschalen festgesetzt werden könnten, "welche die D e- ckungsquote von 50 % übersteigen, was dem A rtikel 49 Absatz 1 KVG widerspräche" (a.a.O., E. II.7.1.1 S. 355). "Solange von den Spitä lern die Kostenstellenrechnung und die Leistungsstatistik im Sinne von Artikel 49 Absatz 6 KVG nicht verlangt werden können, bedarf es daher einer Übe r- gangslösung, die zwischen den gegenläufigen Interessen vermittelt. Eine solche Lösung orientiert sich zweckmässigerweise am Grundsatz, dass die Annäherung der Spitalpauschalen an die maximale Deckungsquote von 50 % einerseits und die Anforderungen an den Nachweis der K osten anderseits im Gleich schritt steigen müssen. Im Gegenzug kann das z u- ständige Gemeinwesen seine eige ne Beteiligung an den Kosten der st a-C-1698/2013 Seite 32 tionären Behandlung reduzieren (…). Die maximale Deckungsquote von 50 % aus den Spitalpauschalen lässt sich demgemäss nur und erst dann rechtfertigen, wenn praktisch volle Kostentransparenz besteht" (a.a.O., E. II.7.1.2 S. 356). 2.7.3.2 In RKUV 4/1997 KV 8 hatte der Bundesrat die Frage zu klären, inwieweit aArt. 49 Abs. 1 KVG auf nicht öffentlich subventionierte Privat- spitäler anwendbar sei. Zunächst stellte er fest, dass aufgrund des Wor t- lauts von Satz 2 die maximale Deckungsquote von 50 % für Privatspitäler ohne öffentliche Betriebsbeiträge nicht gelte (vgl. E. II.7, II.8.1 und II.8.7). Zu keinem einheitlichen und eindeuti gen Ergebnis führte hingegen die Auslegung des 4. Satzes von aArt. 49 Abs. 1 KVG. Der Bundesrat erwog, diese Bestimmung müsse jedenfalls insoweit auch für Privatspitäler ohne öffentliche Betriebsbeiträge gelten, als es sich rechtfertige, diese bei den anrechenbaren Kosten gleich wie die öffentlichen und öffentlich subvent i- onierten Spitäler zu behandeln. Gleich zu behandeln waren solche Pr i- vatspitäler hinsichtlich Kosten aus Überkapazität sowie für Lehre und Forschung, nicht aber bei den Investitionskosten (RKUV 4/1997 KV 8, E. II.8.6). 2.7.3.3 Bei nicht öffentlich subventionierten Privatspitälern durften die Pauschalen im Sinne von aArt. 49 Abs. 1 KVG daher maximal 100% der (transparent ausgewiesenen) anrechenbaren Kosten decken (vgl. RKUV 2+3/2003 KV 245, E. II.6.3 und II.7.2, Urteil des BVGer C-2142/2010 vom 21. September 2011, E. 5.4.3, BVGE 2012/18 E. 16.4). 2.7.4 Im Unterschied zu aArt. 49 Abs. 1 KVG nimmt der neue (vorliegend anwendbare) Art. 49 Abs. 1 KVG nicht mehr Bezug auf die anrechenb a- ren Kosten, d.h., er besti mmt weder, dass sich die Vergütung nach den (anrechenbaren) Kosten zu richten habe, noch welches die allenfalls a n- rechenbaren Kosten sein sollen. Im letzten Satz von Art. 49 Abs. 1 KVG wird im Sinne einer Preisbildungsregel indessen festgehalten, dass sich die Spitaltarife an der Entschädigung jener Spitäler zu orientieren haben, welche die tarifierte obligatorisch versicherte Leistung in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen . Ob daraus abgeleitet werden kann, dass die individuellen Kosten eines Spitals bei einer Tariffestse t- zung keine Rolle mehr spielen, ist anschliessend (vgl. E. 2.8) zu prüfen. 2.7.5 Zuerst ist auf einen weiteren wesentlichen Unterschied einzugehen: Die – nach b isheriger Rechtsprechung entscheidende – Regelung, wel- cher Anteil von der OKP (maximal) zu vergüten ist (Deckungsquote), ist C-1698/2013 Seite 33 nicht mehr in Art. 49 KVG (Tarifverträge mit Spitälern) verankert. Die Fr a- ge der Abgeltung der stationären Leistungen (durch Kanton und Versiche- rer) wird durch den neuen Art. 49a KVG geregelt; sie wird – nach der Sys- tematik des Gesetzes – erst aktuell, wenn die Höhe der Vergütung fest- steht. Gemäss Art. 49a Abs. 1 KVG werden die Vergütungen nach Art. 49 Abs. 1 KVG vom Kanton und den Ve rsicherern anteilsmässig überno m- men, wobei der kantonale Anteil (grundsätzlich ; vgl. Abs. 5 der KVG - Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 21. Dezember 2007 [Spital- finanzierung], AS 2008 2056, nachfolgend: KVG UeB ) mindestens 55% zu betragen hat (Art. 49a Abs. 2 KVG ). Hatte früher eine tiefere D e- ckungsquote für eine Vielzahl der Spitäler (alle öffentlichen oder öffentlich subventionierten) zur Folge und auch zum Ziel, dass der Kanton einen höheren Anteil der Kosten übernehmen musste, würde sich nach neuem Recht nicht nur der Anteil des Versicherers, sondern auch der kantonale Anteil verringern (Art. 49a Abs. 1 KVG; zu den gemeinwirtschaftlichen Leistungen vgl. unten E. 2.8.4.3 sowie E. 6 und 7). 2.7.6 Eine Regel, wonach ein Spitaltarif höchstens die transparent a us- gewiesenen Kosten (des betreffenden Spitals) der Leistung decken darf, lässt sich – zumindest aufgrund des Wortlauts – nicht auf Art. 49 Abs. 1 KVG stützen. 2.8 In einem nächsten Schritt ist auf die Ziele der neuen Spitalfinanzi e- rung und die Bedeutung der (a nrechenbaren) Kosten im neuen Finanzie- rungssystem einzugehen. 2.8.1 Nach Ansicht von Vorinstanz und Beschwerdegegnerin sollen nicht mehr die individuellen Kosten pro Betrieb den Preis bestimmen, sondern "Norm-Kosten" (act. 7, S. 3; angefochtener RRB, S. 13) bzw. der Benc h- mark-Preis (act. 8, S. 15 ff.). Beide betonen, mit der neuen Spitalfinanzie- rung sollten für Spitäler Anreize geschaffen werden, besonders koste n- günstig zu arbeiten. Solche Anreize bestünden nur, wenn überdurc h- schnittlich effiziente Spitäler Gewi nne erzielen könnten (vgl. auch GDK- Empfehlungen, S. 9). 2.8.2 Mit der KVG -Revision zur Spitalfinanzierung sollte laut Botschaft des Bundesrates das bisher nicht erreichte Ziel der Kosteneindämmung angestrebt werden. Dazu sei "eine Abkehr vom im geltenden Gesetz ent- haltenen Prinzip der Kostendeckung" erforderlich. "Ausgangspunkt für die Ermittlung des von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung g e- deckten maximalen Anteils bilden nach geltendem Recht die anrechenba-C-1698/2013 Seite 34 ren Betriebskosten. Weil die von den S pitälern im Rahmen der Tarifve r- handlungen unterbreiteten Unterlagen zumeist die Kosten der Leistungen nach KVG nicht mit genügender Transparenz ausweisen, lassen sich die anrechenbaren Betriebskosten häufig nicht genau ermitteln. Weil der von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu deckende Teil an den anrechenbaren Betriebskosten nicht fixiert ist und weil in Bezug auf die Ermittlung letzterer häufig eine Grauzone besteht, lässt es das heutige System zu, dass die Finanzierungspartner auf den eigen en Vorteil fokus- siert sind. Kosteneindämmend wirken würde indessen die Fokussierung auf die Optimierung des Verhältnisses zwischen Kosten und Leistungen. Die vermehrte Ausrichtung der wirtschaftlichen Anreize auf das Ziel der Kosteneindämmung bedingt zudem , dass unternehmerische Kriterien im Spitalbereich vermehrt zum Tragen kommen. Einerseits bedeutet dies für die Entscheidträger mehr Eigenverantwortung, andererseits ein erhöhtes Risiko" (Botschaft vom 15. September 2004 betreffend die Änderung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [Spitalfinanzierung], nachfolgend: Botschaft KVG-Revision, BBl 2004 5555). Diese Ausführun- gen implizieren, dass bei der Festlegung der Basisfallwerte (Baserate ; vgl. zu den verwendeten Begriffen auch die schematische Da rstellung im Anhang) nicht mehr auf die anrechenbaren Betriebskosten abzustellen ist oder diesen jedenfalls nicht mehr die gleiche Bedeutung zukommt wie nach altem Recht. 2.8.3 Der letzte Satz von Art. 49 Abs. 1 KVG, wonach sich die Spitaltarife an der Entschädigung jener Spitäler orientieren, welche die tarifierte obl i- gatorisch versicherte Leistung in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen, wurde vom Ständerat – auf Vorschlag seiner Kommis- sion (SGK) – eingefügt. Der Ständerat stimmte d ieser Ergänzung diskus- sionslos zu (AB 2006 S 57 ff.). Die SGK erachtete diese "Preisbildungs- regel" als wesentlich , weil damit verdeutlicht werden sollte, dass nicht (mehr) ein System der Kostendeckung gelte, sondern sich die Preise am Markt bzw. an denjeni gen Spitälern zu orientieren hätten, welche eini- germassen effizient und günstig arbeite ten (vgl. Protokoll SGK Ständerat vom 21. November 2005, S. 22, und vom 23./24./25. Januar 2006, S. 53). Die Förderung des Wettbewerbs unter den Spitälern wurde nicht nu r vom Bundesrat (Botschaft KVG-Revision, BBl 2004 5569), sondern auch vom Parlament als wesentliches Ziel der Revision betrachtet (vgl. bspw. AB 2007 N 417 ff.). Das Parlament ist aber nicht von der Annahme ausg e- gangen, die Marktmechanismen würden unmittel bar mit der Einführung des neuen Systems zu einer Angleichung der Preise bzw. zu einer Ko s- teneindämmung führen. Dies zeigt beispielsweise folgende Erläuterung C-1698/2013 Seite 35 von Kommissionssprecherin Erika Forster zu den Grundsätzen der F i- nanzierung: "Mit der Einführung des DRG werden zwei Faktoren wichtig: zum einen der Normkostenpreis, zum anderen der DRG -Faktor. Der Fak- tor DRG, zum Beispiel für eine unproblematische Blinddarmoperation, wird in der ganzen Schweiz derselbe sein. Der Normkostenpreis hing e- gen wird für dies elbe Operation zu Beginn von Spital zu Spital und von Kanton zu Kanton unterschiedlich sein. Der Unterschied ist auf die unte r- schiedlichen Kostenstrukturen an den Spitälern zurückzuführen. Mit der Zeit – genauer: je länger der Wettbewerb spielt – gleichen sich die Preis- unterschiede an" (AB 2007 S 752; vgl. auch AB 2007 S 754 [Votum Chris- toffel Brändli] ; AB 2007 N 1773 [Votum Bundesrat Pascal Couchepin]). Um den Wettbewerb überhaupt zu ermöglichen, sollte zunächst Transpa- renz und Vergleichbarkeit hergestellt werden (vgl. AB 2006 S 58 [Votum Kommissionssprecherin Christiane Brunner], AB 2007 N 417 ff. [insbes. Voten von Franziska Teuscher, Felix Gutzwiller und Toni Bortoluzzi]). 2.8.4 Nachfolgend ist zu erörtern, welche Bedeutung den individuellen Kosten eines Spitals bei der Preisbildung im Rahmen der neuen Spitalf i- nanzierung zukommt. 2.8.4.1 Diese Frage wurde in den Räten nicht diskutiert. Den Materialien ist aber zu entnehmen, dass der Gesetzgeber keinen Einheitsbasispreis für alle Spitäler des gesamten Landes, eines Kantons oder einer Region einführen wollte, sondern einen mit jedem Spital individuell vereinbarten Tarif (vgl. AB 2007 S 752 [Kommissionssprecherin Erika Forster], AB 2007 N 1773 [Bundesrat Pascal Couchepin] und Protokoll SGK Ständerat vom 23./24./25. Ja nuar 2006, S. 47 und 55). Allerdings wurde später in parlamentarischen Vorstössen zur Umsetzung der neuen Spitalfinanzi e- rung auch geltend gemacht, nach dem klaren Willen des Gesetzgebers müsse der Grundsatz "gleicher Preis für gleiche Leistung" bzw. "eine Ba- serate pro Kanton" gelten (vgl. Motion [12.3245] von Nationalrätin Ruth Humbel [Gesetzeskonforme Umsetzung der Spitalfinanzierung] vom 15. März 2012, parlamentarische Initiative [12.474] von Ruth Nationalrätin Humbel [Leistungsfinanzierung statt Kostenrü ckerstattung bei der Spita l- finanzierung] vom 27. September 2012). Hingegen spricht die Interpellati- on (12.3865) von Nationalrätin Ruth Humbel [Ungereimtheiten bei der Umsetzung der Spitalfinanzierung ] vom 27. September 2012 wiederum dafür, dass die Materia lien den Willen des Gesetzgebers zutreffend wie- dergeben. Hier stellt die Interpellantin dem Bundesrat die Frage, ob es nicht im Widerspruch zur neuen Spitalfinanzierung – welche den Wettbe- werb fördern wolle – stehe, wenn ein Kanton keine unterschiedlichen Tari-C-1698/2013 Seite 36 fe für ein Spital akzeptiere und aus diesem Grund die Genehmigung von Tarifverträgen verweigere. 2.8.4.2 Mit der neuen Spitalfinanzierung soll zwar der Wettbewerb zw i- schen den Spitälern gestärkt werden. Das KVG enthält jedoch weiterhin auch Planungs - und Regul ierungselemente (vgl. BERNHARD RÜTSCHE, Neue Spitalfinanzierung und Spitalplanung, 2011, S. 42]; BGE 138 II 398 E. 3.5.2). Im Spitalbereich gilt nicht ein freier Markt bzw. ein freier Wet t- bewerb, in dem sich die Preise primär durch Angebot und Nachfrage bestimmen. Im Übrigen ist nicht anzunehmen, dass ein Spital im Hinblick auf Tarifver- handlungen keine Preiskalkulation vornehmen und als Verhandlungsziel nicht einen Preis anstreben wird, der mindestens die Kosten deckt. Eine vollständige und korrekte Leistungserfassung und Kostenrechnung, um- fassend Kostenarten -, Kostenstellen - und Kostenträger rechnung, ist für die Spitalführung unabdingbar (vgl. ANGELA ESCHER-GREITER, Wie zuver- lässig sind die Bordinstrumente?, Competence 6/2013, S. 26 f.). Das Problem scheint auf der Seite der Spitäler denn auch nicht darin zu b e- stehen, dass keine betriebswirtschaftliche Kalkulation aufgrund der eig e- nen Kosten vorhanden ist, sondern dass die Kostendaten nicht herau s- gegeben werden sollen, weil man sonst "Gefahr [läuft], dass man darauf mit dem Preis festgenagelt wird" (Interview mit WILLY F. RUFER, "Wozu denn überhaupt noch verhandeln?", Competence 9/2013, S. 11; zur B e- rechtigung der Versicherer, Einsicht in die Kostendaten zu nehmen, vgl. unten E. 2.8.4.5 bzw. Art. 49 Abs. 7 KVG). 2.8.4.3 Gemäss Art. 49 Abs. 3 KVG dürfen die Vergütungen nach Abs. 1 keine Kostenanteile für gemeinwirtschaftliche Leistungen enthalten. Die Bestimmung wurde von der SGK des Ständerates neu formuliert. Wie die Kommissionssprecherin im Ständerat darlegte , soll Art. 49 Abs. 3 KVG ebenfalls der Transparenz und Vergleichbarkeit der Spitaltarife dienen (vgl. AB 2006 S 58). Spitäler sollten nicht deshalb als ineffizient gelten bzw. Wettbewerbsnachteile erleiden, weil sie aufgrund eines Auftrags des Kantons zusätzliche staatliche Aufgaben zu erfüllen haben (vgl. Kommi s- sionsprotokolle der SGK -Sitzungen vom 23., 24. und 25. Januar 2006, S. 11 ff. und 55 f.). In der Kommission wurde die Befürchtung geäussert, eine Bezugnahme auf die Kosten könnte implizieren, dass (wieder) ein Kostendeckungsprinzip gelte. Dem wurde entgegengehalten, dass sich die Vergütungen auch bei einer leistungsorientierten Finanzierung auf et-C-1698/2013 Seite 37 was (nämlich auf die Kosten der Leistung) bez iehen müssten (vgl. Ko m- missionsprotokoll der SGK-Sitzung vom 11. April 2005, S. 33 f.). Ob eine Fallpauschale (bzw. der Basisfallwert) Kostenanteile für gemein- wirtschaftliche Leistungen enthält – und damit KVG-widrig ist – lässt sich nur überprüfen, wenn die der Berechnung zugrunde liegenden Kosten transparent ausgewiesen werden. 2.8.4.4 Tarifverträge müssen – auch nach Inkrafttreten der KVG -Revision zur Spitalfinanzierung – mit dem Gebot der Wirtschaftlichkeit in Einklang stehen ( vgl. Art. 46 Abs. 4 und Art. 43 Abs. 6 KVG). Die Wirtschaftlich- keitsprüfung erfolgt nach neuem Recht durch den Vergleich der schwere- gradbereinigten Fallkosten (benchmarking-relevante Basiswerte) der Spi- täler, wobei der Referenzwert zur Bestimmung des Basisfallwerts durch die Orientierung an denjenigen Spitälern festgelegt wird, welche die obl i- gatorisch versicherte Leistung in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen (Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG; zum Benchmarking und zur Preisbildung siehe unten E. 10). Diese Prüfung ist ohne Kenntnis der i n- dividuellen Kosten der Spitäler nicht möglich. Davon gehen dem Grund- satz nach nicht nur die Krankenversicherer, die Preisüberwachung und das BAG aus, sondern auch die GDK und der Verband der Spitäler H+ (vgl. GDK-Empfehlungen; H+ Die Spitäler der Schweiz, Empfehlungen und Argumentarium zur Wirtsc haftlichkeitsprüfung unter der KVG - Revision Spitalfinanzierung vom 7. Dezember 2012 ; siehe auch DRUEY JUST, a.a.O., Rz. 33 [betreffend Effizienz]). 2.8.4.5 Ebenfalls nichts geändert hat die neue Spitalfinanzierung am Grundsatz, dass die Tarifparteien bzw. die Tariffestsetzungsbehörden auf eine betriebswirtschaftliche Bemessung und eine sachgerechte Struktur der Tarife zu achten haben. Es bestehen keine Hinweise dafür, dass der Gesetzgeber den stationären Bereich vom Anwendungsbereich des Art. 43 Abs. 4 KVG ausnehmen wollte. Dagegen spricht namentlich die erhebliche Bedeutung, die das Parlament der Transparenz und Ve r- gleichbarkeit zugemessen hat , sowie Art. 49 Abs. 7 KVG. Nach dieser – im Rahmen der KVG-Revision ergänzten und präzisierten Bestimmung – müssen die Spitäler über geeignete Führungsinstrumente verfügen; ins- besondere führen sie nach einheitlicher Methode zur Ermittlung ihrer B e- triebs- und Investitionskosten und zur Erfassung ihrer Leistungen eine Kostenrechnung und eine Leistungsstatistik. Diese be inhalten alle für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit, für Betriebsvergleiche, für die Tarifi e-C-1698/2013 Seite 38 rung und für die Spitalplanung notwendigen Daten. Die Kantonsregierung und die Vertragsparteien können die Unterlagen einsehen. 2.8.5 Im System der neuen Spitalfina nzierung bilden die individuellen Kosten eines Spitals somit die Grundlage für die Ermittlung der benc h- marking-relevanten Betriebskosten und des benchmarking -relevanten Basiswerts. Für die Durchführung der Betriebsvergleiche und die B e- stimmung des Referenz werts ist auf die möglichst genau ermittelten Leistungs- und Kostendaten der Vergleichsspitäler abzustellen. Der B a- sisfallwert (Baserate) hat aber nicht diesen Kosten zu entsprechen, da kein Kostenabgeltungsprinzip gilt. Die frühere Praxis zu den anrechenb a- ren Kosten gestützt auf aArt. 49 Abs. 1 KVG ist somit nicht mehr a n- wendbar. 2.9 Unbestritten ist, dass der vereinbarte oder festgesetzte Tarif unter den spitalindividuell kalkulierten Fallkosten (Schweregrad 1.0) liegen kann. Kontrovers diskutiert wird hingeg en die Frage, ob ein Spitaltarif auch mehr als die spitalindividuell kalkulierten Fallkosten decken darf und ein Spital somit im OKP-Bereich Gewinne erzielen kann. 2.9.1 Die Beschwerdeführerinnen , die Preisüberwachung und das BAG vertreten die Meinung, ein Tarif dürfe grundsätzlich nicht über den spital- individuell kalkulierten Fallkosten liegen. 2.9.1.1 Die Beschwerdeführerinnen berufen sich auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts. Danach war es nicht zulässig, den Tarif auf den Benchmark anzuheben, wenn die effektiv ermittelten anrechenba- ren Kosten tiefer lagen (BVGE 2010/25 E. 7.4.1, vgl. auch BVGE 2012/18 E. 18.5). Diese Rechtsprechung bezog sich auf aArt. 49 Abs. 1 KVG, der die Tarife auf höchstens 50 resp. 100% der anrechenbaren Kosten b e- schränkte (vgl. oben E. 2.7.3). 2.9.1.2 Das BAG verweist ebenfalls auf BVGE 2010/25 E. 7.4.1. Bei Art. 59c KVV handle es sich um eine Präzisierung der vor der neuen Sp i- talfinanzierung entwickelten Rechtsprechung zur Tarifgestaltung. Diese habe auch nach der KVG-Revision zur Spitalfinanzierung ihre Gültigkeit. Der Bundesrat bezog sich in seiner schriftlichen Antwort auf die Motion von Nationalrätin Ruth Humbel (12.3245), mit welcher sinngemäss die Aufhebung von Art. 59c KVV verlangt wurde, insbesondere auf die Grundsätze der betr iebswirtschaftlichen Bemessung (Art. 43 Abs. 4 KVG), der Wirtschaftlichkeit und der Effizienz. Daher dürften die Tarife C-1698/2013 Seite 39 nicht höher sein als die effektiven, transparent ausgewiesenen Kosten e i- nes Spitals. Im Nationalrat führte Bundesrat Alain Berset u.a. Folgendes aus: "S'il est fait mention de l'article 49 alinéa 1 LAMal, c'est parce que cet article reprend le principe d'économicité prescrit dans la loi qui prévoit que les tarifs hospitaliers doivent être déterminés en fonction de la rém u- nération des hôpi taux qui fournissent une prestation de la qualité néce s- saire, mais aussi de manière efficiente et avantageuse. Dans l'avis e x- primé par le Conseil fédéral, ce sont donc les tarifs d'hôpitaux efficients qui doivent servir de référence pour déterminer les tar ifs conformes à la loi pour les autres hôpitaux. Si l'on veut faire cette comparaison des coûts entre les hôpitaux comme l'exige la loi, il faut que les coûts des hôpitaux soient justifiés de manière transparente sur la base d'une comptabilité analytique. Le Conseil fédéral est d'avis que dans ce cadre les tarifs ho s- pitaliers négociés ou non négociés doivent refléter les coûts. Nous est i- mons que ces tarifs ne doivent pas permettre aux hôpitaux de faire des bénéfices systématiques aux frais de l'assurance ob ligatoire des soins. Donc, la disposition de l'ordonnance que vous contestez constitue, à n o- tre sens, une concrétisation du principe général d'économicité" (AB 2013 N 1343). 2.9.1.3 Die Preisüberwachung macht in ihrer Stellungnahme vom 27. Juni 2013 (act. 11) geltend, es sei nicht an der sozialen Krankenversicherung, den Spitälern pekuniäre Anreize in Form von Gewinnelementen für eine möglichst effiziente Behandlung zu setzen. Möglich und zulässig sei es indessen, aus der Behandlung von Zusatzversicherten Gewinne zu erzie- len. Weiter sei es auch den Krankenversicherern nicht erlaubt, in der Grundversicherung Gewinne zu generieren. Aus Symmetriegründen sei es deshalb richtig, wenn dies auch für Spitäler gelte. Schliesslich enthalte auch Art. 59c Abs. 1 Bst. b KVV eine n Anreiz für effiziente Spitäler, eff i- zient zu bleiben, weil ihnen (nur) dann die gesamten Kosten vergütet würden. Gelinge es dem Spital, die Kosten im Tarifjahr gegenüber dem Tarifermittlungsjahr (Tarifjahr minus 2) aufgrund von Effizienzsteigerung zu senken, könne es auch einen Überschuss erzielen. Art. 59c KVV stehe nach Ansicht der Preisüberwachung nicht im Widerspruch zu den tari f- rechtlichen Bestimmungen des KVG. 2.9.2 Die Literatur spricht sich vorwiegend für die Zulässigkeit von G e- winnen aus: 2.9.2.1 Nach WILLY OGGIER hat der Wechsel zur Preisorientierung zur Folge, dass Preise nicht nur unter -, sondern auch oberhalb der anfalle n-C-1698/2013 Seite 40 den Kosten liegen könne n. Überschüsse könnten zur Reservenbildung, zur Gewinnausschüttung oder anderweitig eingesetzt werden ( WILLY OG- GIER, Zusatz- und Innovationsentgelte unter SwissDRG, Schriftenreihe SGGP , Band 113, 2012 [im Folgenden: OGGIER, Zusatzentgelte] , S. 23 und 26 f.; DERS., Tarifgestaltung, S. 94). Das Preissystem müsse Spitäler mit besserer Wirtschaftlichkeit (bei welcher a uch die Qualität zu berüc k- sichtigen sei) belohnen ( OGGIER, Zusatzentgelte, S. 26). Würde der Tarif bei effizienten Spitälern (mit spitalindividuell kalkulierten Fallkosten unter- halb des Referenzwertes) auf die ausgewiesenen Kosten beschränkt, gingen die An reize bei diesen Leistungserbringern mittel - bis langfristig nicht mehr in die Prozessoptimierung, die Ausschöpfung von Synergiepo- tenzialen und in andere Massnahmen zur Verbesserung der Wirtschaf t- lichkeit, sondern in die Dokumentation höherer Kosten. Dies führe (bei im Übrigen unveränderten Umständen) zu einer Erhöhung des Benchmarks und somit zu kontinuierlich steigenden Spitaltarifen (OGGIER, Zusatzent- gelte, S. 28). 2.9.2.2 Für die Zulässigkeit von Gewinnen sprechen sich auch DRUEY JUST (a.a.O., Rz. 6), TREMP (a.a.O., Rz. 41 ff.) und MARKUS MOSER (In- terview in Competence 9/2013, S. 16) aus. In der PwC-Studie "Schweizer Spitäler: So gesund waren die Finanzen 2012" werden Gewinne im ne u- en System der Spitalfinanzierung als notwendige Voraussetzung (insb e- sondere zur Bildung von Reserven und zur Verzinsung des Eigenkapitals) betrachtet. Es gehe auch darum, dass nicht die öffentliche Hand die Sp i- täler in schlechten Jahren unterstützen müsse (S. 6, vgl. auch WID- MER/TELSER [Polynomics], Die Spitalversorgung im Spannungsfeld der kantonalen Spitalpolitik, Studie im Auftrag von comparis.ch, S. 38 und 42). 2.9.2.3 Nach LUDWIG BAPST (Tarifpolitik zwischen Markt und Macht, Schriftenreihe SGGP , Band 101, 2010) dürfen Tarife keinen kalkulator i- schen Gewinnzuschlag enthalten. Ge rechtfertigt seien nur Gewinne, die aus einer rationellen und wirtschaftlichen Leistungserbringung resultieren. Solche Effizienzgewinne sollten als wirtschaftliche Anreize wirken. Sie bil- deten aber auch Grundlage für spätere Tarifkorrekturen (Kapitel B, S. 58). 2.9.3 Die GDK erachtet die Möglichkeit, bei hoher Effizienz einen Gewinn erzielen zu können, als notwendiges Element im System der neuen Sp i- talfinanzierung: Der aufgrund eines Benchmarks festgelegte Tarif komme bei allen in den Vergleich einbezogenen Spitäler zur Anwendung. Dies sei in der Logik eines leistungsorientierten, pauschalisierten Abgeltungssy s-C-1698/2013 Seite 41 tems und der Schaffung von verstärkten wettbewerblichen Bedingungen mit den entsprechenden Anreizen zur effizienten Leistungserbringung zwingend. Voraussetz ung sei die vollständige Vergleichbarkeit der im Benchmark berücksichtigten Spitäler, die auf eine r genauen kostenwi e- derspiegelnden Tarifstruktur beruht (GDK-Empfehlungen, S. 9). 2.9.4 Dieser Ansicht ist auch aus den nachfolgend angeführten Gründen zuzustimmen. 2.9.4.1 Das KVG enthält keine Bestimmung, wonach generell alle Leis- tungserbringer im Sinne von Art. 35 Abs. 2 KVG aus ihrer Tätigkeit zu Lasten der OKP keine Gewinne erzielen dürfen. Bei Leistungserbringern, die nicht im stationären Spitalbereich tätig sind – wie Ärztinnen und Ärzte in eigener Praxis, Apothekerinnen und Apotheker oder Laboratorien – steht ein Gewinnverbot denn auch nicht zur Diskussion. Mit der Neufo r- mulierung des Art. 49 Abs. 1 KVG ist nun die Sonderregel für Spitäler weggefallen, welche die Verg ütung auf höchstens 50% bzw. 100% der anrechenbaren Kosten beschränkte . Es bestehen keine Hinweise dafür, dass es sich dabei um ein Versehen handelte und der Gesetzgeber mit der KVG-Revision das Erzielen von Gewinnen im OKP-Bereich für Spitä- ler hätte ausschliessen wollen . Vielmehr dürfte auch das Parlament d a- von aus gegangen sein , dass nach dem Systemwechsel in der Spitalf i- nanzierung Gewinne der Spitäler nicht ausgeschlossen seien (vgl. bspw. AB 2007 N 417 [Votum Jacqueline Fehr] und AB 2007 N 428 [Votum Ro- land Borer]). 2.9.4.2 Die Krankenkassen im Sinne von Art. 12 KVG dürfen – im Unter- schied zu den Leistungserbringern – von Gesetzes wegen keinen E r- werbszweck verfolgen (Art. 12 Abs. 1 KVG) und die Versicherer im Sinne von Art. 13 KVG dürfen die Mittel d er sozialen Krankenversicherung nur zu deren Zwecken verwenden (Art. 13 Abs. 1 Bst. a KVG ; vgl. auch EUGSTER, a.a.O., Art. 12 Rz. 1 und Art. 13 Rz. 3). Eine Gleichbehandlung von Leistungserbringern und Versicherern hinsichtlich der Zulässigkeit von Gewinnen hat der Gesetzgeber somit nicht legiferiert. 2.9.4.3 Bereits unter der Herrschaft des aArt. 49 KVG war das Erzielen von Effizienzgewinnen nicht ausgeschlossen, wie sich aus der Botschaft KVG 1991 ergibt. Zur Bestimmung, wonach die anrechenbaren Kosten im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zu ermitteln seien (vgl. aArt. 49 Abs. 1 Satz 3 KVG), wurde Folgendes ausgeführt: "Sollten diese Kosten im Zei t- punkt der Leistungserbringung höher sein, berührt dies die Krankenvers i-C-1698/2013 Seite 42 cherung somit nicht. Sind die Kosten dannzum al dagegen günstiger, so hat der Spitalträger hievon den Vorteil. Diese Regelung soll die Spitaltr ä- ger zu kostenbewusstem und kostensparendem Verhalten veranlassen " (BBl 1992 I 184 ; vgl. auch Urteil des BVGer C -4961/2010 vom 18. September 2013 E. 8.1.1 m.w.H.). 2.9.4.4 Das Vorbringen der Preisüberwachung, wonach ein Spital dann einen Überschuss erzielen könne, wenn es ihm gelinge, die Kosten im Ta- rifjahr gegenüber dem Tarifermittlungsjahr (Tarifjahr minus 2) aufgrund von Effizienzsteigerung zu senken, betrifft somi t die Rechtslage nach aArt. 49 KVG. Der Ansicht der Preisüberwachung ist aber insoweit zuz u- stimmen, als auch nach der revidierten Spitalfinanzierung lediglich Eff i- zienzgewinne zulässig sind, ansonsten der Grundsatz der qualitativ hoch stehenden und zweckmä ssigen gesundheitlichen Versorgung zu mö g- lichst günstigen Kosten (Art. 43 Abs. 6 KVG) nicht eingehalten würde. Mit der neuen Spitalfinanzierung hat sich indessen der Referenzpunkt für die Beurteilung einer Effizienzsteigerung geändert. Referenz bilden nicht mehr die anrechenbaren Kosten des betreffenden Spitals im Tarifermit t- lungsjahr, sondern der Benchmark plus Zuschläge (Referenzwert) eines hinreichend effizienten Vergleichsspitals. 2.9.5 Liegt der benchmarking-relevante Basiswert (d.h. die auf einen Fall mit Schweregrad 1.0 umgerechneten benchmarking-relevanten Betriebs- kosten; auch als schweregradbereinigte Fallkosten bezeichnet) eines Spi- tals unterhalb des – gesetzeskonform bestimmten – Benchmarks, ve r- stösst es somit nicht gegen die Grundsä tze des KVG, wenn die zuständ i- ge Kantonsregierung einen Tarif genehmigt oder festlegt, der mehr als die tarifrelevanten Kosten des Spitals deckt. 2.9.6 Nicht vom Bundesverwaltungsgericht zu beurteilen ist die von der Preisüberwachung aufgeworfene Frage, ob es Au fgabe der sozialen Krankenversicherung (und der Kantone bzw. der Steuerpflichtigen) sein soll, Gewinne der Spitäler (ohne Zweckbindung) mitzufinanzieren. Wie bereits festgestellt, sind hinsichtlich der Zulässigkeit von Gewinnen keine Hinweise für eine echt e Gesetzeslücke, welche durch das Gericht zu fü l- len wäre, auszumachen. Daher könnte nur eine unechte oder rechtspoliti- sche Lücke vorliegen. Eine solche unechte Lücke zu korrigieren, ist dem Gericht nach traditioneller Auffassung grundsätzlich verwehrt, es sei denn, die Berufung auf den als massgeblich erachteten Wortsinn der Norm stelle einen Rechtsmissbrauch dar (BGE 138 II 1, E. 4.2 m.w.H.). Mit der Frage, ob Spitäler allfällige Gewinne aus dem OKP -Bereich zwin-C-1698/2013 Seite 43 gend wieder im OKP-Bereich einsetzen müssen, wird sich denn auch der Gesetzgeber befassen (vgl. Interpellation von Bea He im vom 20. Juni 2010 [13.3559]). 2.10 Art. 59c Abs. 1 Bst. a und Bst. b KVV sind auch nach Inkrafttreten der neuen Spitalfinanzierung einer gesetzeskonformen Auslegung z u- gänglich. 2.10.1 Wie bereits ausgeführt (oben E. 2.6), legt Art. 59c Abs. 1 KVV nicht fest, dass sich die "ausgewiesenen Kosten der Leistung", welche ein Tarif gemäss Bst. a höchstens decken darf, auf die individuellen Kosten eines Leistungserbringers beziehen müssen. Vielmehr führte der Bundesrat be- reits beim Erlass der Verordnungsbestimmung aus, im ambulanten B e- reich würden die Kosten in der Regel aufgrund von Modellinstitutionen ermittelt (vgl. oben E. 2.6.3). Ähnliches gilt nun für den stationären B e- reich. Daher ha ndelt es sich bei den "ausgewiesenen Kosten der Lei s- tung" im Sinne von Art. 59c Abs. 1 Bst. a KVV nicht um die individuellen Kosten des Spitals, dessen Tarif zu beurteilen ist, sondern um die Kosten des Spitals, welches den Benchmark bildet (und an dessen Tarif sich die Spitaltarife gemäss Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG zu orientieren haben). Di e- ser Benchmark ist gestützt auf die transparent ausgewiesenen bench- marking-relevanten Betriebskosten der einzelnen Spitäler zu ermitteln (vgl. oben E. 2.8). 2.10.2 Dass der Tarif gemäss Art. 59c Abs. 1 Bst. b KVV höchstens die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Kosten decken darf , entspricht im Wesentlichen dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und der Vorgabe von Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG. Weil Art. 59c Abs. 1 Bst. b KVV ein normativer Kostenbegriff zugrunde liegt, besteht kein Widerspruch zu einem leistungsorientierten Abgeltungssystem. Als "die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Kosten" haben grundsätzlich die Kos- ten des Spitals, welches den Benchmark bildet, zu gelten. 2.10.3 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Art. 59c Abs. 1 Bst. a und Bst. b KVV nicht gegen die Grundsätze der neuen Spitalfina n- zierung verstossen. Allerdings kommt den beiden Verordnungsbesti m- mungen in diesem Bereich kaum Bedeutung zu, weil die vom Gesetzge- ber verankerten Grundsätze eigentlich nicht weiter ausgeführt oder ko n- kretisiert werden. C-1698/2013 Seite 44 3. Im Folgenden ist auf die Ermittlung der benchmarking-relevanten B e- triebskosten einzugehen. 3.1 Nach der Praxis zu aArt. 49 Abs. 1 KVG wurden zunächst die anr e- chenbaren Kosten (oder die standardisierten betriebswirtschaftlichen Kosten) ermittelt (vgl. zum Ganzen auch: Preisüberwachung, Spitaltarife, Praxis des Preisüberwachers bei der Prüfung von stationären Spitaltar i- fen, Deze mber 2006 [im Folgenden: PUE -Praxis 2006 ]; das Berec h- nungsmodell der Preisüberwachung wurde in der Regel auch von den Kantonsregierungen angewendet [vgl. bspw. BVGE 2012/18 E. 8; 2010/62 E. 4.2]). 3.1.1 Ausgangspunkt bildeten grundsätzlich die ausgewiesenen Bet riebs- kosten für OKP -relevante stationäre Leistungen (nur grundversicherte sowie zusatzversicherte Patientinnen und Patienten, soweit die Behan d- lungskosten von der OKP zu übernehmen waren [BVGE 2010/62 E. 4.12.1], d.h. nur Pflichtleistungen, ohne Mehrkosten für Zusatzvers i- cherte [vgl. BVGE 2012/18 E. 13]). Investitionskosten waren nur bei Pr i- vatspitälern ohne öffentliche Betriebsbeiträge anrechenbar (vgl. dazu BVGE 2012/18 E. 10). Üblicherweise wurde auf die Daten zwei Jahre vor dem Tarifjahr (X -2) abgestell t (vgl. aArt. 49 Abs. 1 Satz 3 KVG; BVGE 2012/18 E. 6, Urteil des BVGer C-4961/2010 vom 18. September 2013 E. 8.1), ausnahmsweise auf die unmittelbar vorangegangene Rec h- nungsperiode (X-1; BVGE 2012/18 E. 6.2.2 [S. 365]). Von den Betrieb s- kosten abgezogen wurden (vgl. aArt. 49 Abs. 1 Satz 4 KVG) insbesonde- re die Kosten für Lehre und Forschung, wobei Normabzüge zur Anwe n- dung kamen, wenn die Kosten nicht (hinreichend) ausgewiesen waren (BVGE 2010/25 E. 5.2). Weiter wurden ein Abzug für Überka pazitäten (sofern die geforderte Auslastung nicht erreicht war; vgl. BVGE 2010/25 E. 6) sowie ein Abschlag für Zusatzversicherte vorgenommen. Hinzug e- rechnet wurden die Zinsen auf dem Umlaufvermögen und eine allfällige Teuerung für das Jahr X -1 (Urteil des BVGer C-4961/2010 vom 18. Sep- tember 2013 E. 8.1.4, mit Hinweis; vgl. zum Ganzen auch RKUV 6/1997 KV 16, E. 8). 3.1.2 Von den Abzügen für nicht anrechenbare Kosten zu unterscheiden war die Reduktion des Kostendeckungsgrades. Diese Praxis beruhte auf der Vorgabe, dass die Pauschalen im Sinne von aArt. 49 Abs. 1 KVG höchstens 50% (öffentliche und öffentlich subventionierte Spitäler) bzw. 100% (Privatspitäler) der anrechenbaren Kosten decken durften. Weil bei C-1698/2013 Seite 45 ungenügender Kostentransparenz (Intransparenz der Kostend aten) die Gefahr bestand, dass die Spitalpauschalen mehr als das gesetzlich vo r- gesehene Maximum deckten, wurde – abgestuft nach Kostentransparenz – ein reduzierter Kostendeckungsgrad gewährt (vgl. die Zusammenfa s- sung der Rechtsprechung in BVGE 2012/ 18 E. 16.4; Urteil des BVGer C- 4961/2010 vom 18. September 2013 E. 7.1.3). Vollständige Kostentrans- parenz wurde dann als gegeben erachtet, wenn ein Spital – wie seit 2003 von der VKL ausdrücklich verlangt – auf der Basis einer Kostenarte n- rechnung eine gute Kostenstellenrechnung sowie eine vollständige, quali- tativ gute, ausreichend detaillierte Kostenträgerrechnung (inkl. Leistung s- erfassung) vorlegte (BVGE 2010/25 E. 4.1, Urteil des BVGer C - 2142/2010 vom 21. September 2011 E. 5.1). Die Reduktion des Koste n- deckungsgrades aufgrund ungenügender Kostentransparenz wurde auch als Intransparenzabzug bezeichnet. 3.2 Dem KVG und den Ausführungsverordnungen (in den seit 1. Januar 2012 anwendbaren Fassungen) lässt sich zur Ermittlung der benchmar- king-relevanten Betriebskosten Folgendes entnehmen: 3.2.1 Die Fallpauschalen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 KVG dürfen keine Kostenanteile für gemeinwirtschaftliche Leistungen enthalten. Dazu gehö- ren insbesondere die Aufrechterhaltung von Spitalkapazitäten aus regi o- nalpolitischen Gründen sowie die Forschung und universitäre Lehre (Art. 49 Abs. 3 KVG). Die Vertragsparteien können vereinbaren, dass b e- sondere diagnostische oder therapeutische Leistungen nicht in der Pa u- schale enthalten sind, sondern getrennt in Rechnung gestellt werden (Art. 49 Abs. 1 Satz 4 KVG). 3.2.2 Nach Art. 49 Abs. 7 KVG müssen die Spitäler über geeignete Fü h- rungsinstrumente verfügen; insbesondere führen sie nach einheitlicher Methode zur Ermittlung ihrer Betriebs - und Investitionskosten und zur Er- fassung ihrer Leistungen eine Kostenrec hnung und eine Leistungsstati s- tik. Diese beinhalten alle für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit, für B e- triebsvergleiche, für die Tarifierung und für die Spitalplanung notwendigen Daten. Die Kantonsregierung und die Vertragsparteien können die Unte r- lagen einsehen. 3.2.3 Die VKL regelt nach deren Art. 1 Abs. 1 die einheitliche Ermittlung der Kosten und Erfassung der Leistungen im Spital - und Pflegeheimbe- reich. Zu den Zielen der Kosten- und Leistungserfassung gehören g e- mäss Art. 2 Abs. 1 VKL namentlich die Schaffung der Grundlagen für die C-1698/2013 Seite 46 Bestimmung der Leistungen und der Kosten der OKP in der stationären Behandlung im Spital und im Geburtshaus (Bst. b) und die Ausscheidung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen im Sinne von Art. 49 Abs. 3 KVG und von deren K osten (Bst. g). Weiter sollen dadurch unter anderem Be- triebsvergleiche, Tarifberechnungen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen er- möglicht werden (Art. 2 Abs. 2 Bst. b, Bst. c und Bst. f VKL). 3.2.3.1 Art. 3 VKL definiert die stationäre Behandlung, Art. 7 VKL die Kos- ten für die universitäre Lehre und für die Forschung (vgl. dazu unten, E. 6), Art. 8 VKL die Investitionen. 3.2.3.2 Die Ermittlung der Kosten und Erfassung der Leistungen ist im 3. Abschnitt (Art. 9 ff.) der VKL geregelt. Nach Art. 9 VKL müssen Spitäler, Geburtshäuser und Pflegeheime eine Kostenrechnung führen, in der die Kosten nach dem Leistungsort und dem Leistungsbezug sachgerecht ausgewiesen werden (Abs. 1). Die Kostenrechnung muss insbesondere die Elemente Kostenarten, Kostenstellen, Kostenträger und die Lei s- tungserfassung umfassen (Abs. 2). Sie muss den sachgerechten Ausweis der Kosten für die Leistungen erlauben. Die Kosten sind den Leistungen in geeigneter Form zuzuordnen (Abs. 3). Das Eidgenössische Depart e- ment des Innern (Departement) kann nähere Bestimmun gen über die technische Ausgestaltung der Kostenrechnung erlassen. Es hört dabei die Kantone, Leistungserbringer und Versicherer an (Abs. 6). 3.2.3.3 Art. 10 VKL trägt den Titel "Anforderungen an Spitäler und G e- burtshäuser". Abs. 1 verpflichtet die Spitäler und Geburtshäuser, eine F i- nanzbuchhaltung zu führen. Spitäler müssen die Kosten der Kostenste l- len nach der Nomenklatur der nach dem Anhang zur Verordnung vom 30. Juni 1993 über die Durchführung von statistischen Erhebungen des Bundes durchgeführten Krankenhauss tatistik ermitteln (Abs. 2). Die Sp i- täler und Geburtshäuser müssen eine Lohnbuchhaltung führen (Abs. 3). Es ist eine Kosten- und Leistungsrechnung zu führen (Abs. 4). Zur Ermitt- lung der Kosten für Anlagenutzung müssen die Spitäler und Geburtshä u- ser eine Anlagebuchhaltung führen. Objekte mit einem Anschaffungswert von Fr. 10'000.- und mehr gelten als Investitionen nach Art. 8 VKL (Abs. 5). Art. 10a VKL enthält unter dem Titel "Angaben der Spitäler und Geburt s- häuser" weitere Vorgaben zur Anlagebuchhaltung, namentlich zur Bewer- tung von Anlagen (Abs. 2), zu den Abschreibungen (Abs. 3) sowie der kalkulatorischen Verzinsung (Abs. 4). C-1698/2013 Seite 47 3.2.4 Der bis Ende Dezember 2008 geltende Art. 10 Abs. 1 VKL ( Satz 2; in der Fassung vom 3. Juli 2002 [AS 2002 2835]) hatte den Spitäle rn noch vorgeschrieben, dass die Finanzbuchhaltung auf der Nomenklatur des Kontenrahmens von H+ Die Spitäler der Schweiz (unveränderte Au s- gabe 1999) beruhen müsse. Satz 2 von Art. 10 Abs. 1 VKL wurde bei der Verordnungsrevision vom 22. Oktober 2008 (in Kra ft seit 1. Januar 2009) gestrichen, mit der Begründung, die erwähnten Kostenrechnungsgrun d- lagen seien seit Erlass der VKL überarbeitet und weiterentwickelt worden (BAG, VKL Änderungen per 1. Januar 2009, Änderungen und Kommentar im Wortlaut, S. 5). Die Anhörungsversion hatte noch vorgesehen, nur den Verweis auf die Version von 1999 zu streichen. Der Grundsatz, wonach die Nomenklatur des Kontenrahmens von H+ die Basis der Finanzbuc h- haltung bilde, sollte hingegen weiter gültig sein (VKL, Vorgesehene Ände- rungen per 1. Januar 2009, S. 7). 3.2.5 Die VKL legt zwar gewisse grundlegende Anforderungen für die Kostenrechnungen der Spitäler fest, sie gewährleistet indessen keine einheitliche Kostenermittlung und Leistungserfassung. Der Verordnung lässt sich nicht entnehmen, wie im Einzelnen die OKP -Kosten von den übrigen Kosten abzugrenzen sind. Sie enthält insbesondere auch keine Vorgaben zu den vorliegend streitigen Fragen bei der Ermittlung der benchmarking-relevanten Betriebskosten, beispielsweise wie die Kosten für gemeinwirtschaftliche Leistungen auszuscheiden sind (wobei auch der Begriff der gemeinwirtschaftlichen Leistungen im Sinne von Art. 49 Abs. 3 KVG nicht weiter konkretisiert wird). Sodann hat das Departement keinen Gebrauch gemacht von der Befugnis, nähere Bestimmungen über die technische Ausgestaltung der Kostenrechnung zu erlassen. 3.2.6 Den Spitälern kann nicht vorgeworfen werden, dass sie Kosten und Leistungen nicht nach einer einheitlichen Methode erfasst haben, soweit dazu keine bundesrechtlichen Vorschriften (oder allenfalls eine Vereinba- rung der Tarifparteien auf nationaler Ebene) bestehen (bzw. im massge- benden Zeitpunkt bestanden haben) . Den Beschwerdeführerinnen ist aber insoweit zuzustimmen, als im Hinblick auf das für die Preisbesti m- mung wesentliche Be nchmarking die vom Gesetzgeber geforderte Ei n- heitlichkeit zweifellos erforderlich wäre. 3.2.7 Die GDK -Empfehlungen (zur Wirtschaftlichkeitsprüfung) vermögen zumindest eine gewisse Einheitlichkeit bei der Ermittlung der benchmar- king-relevanten Betriebskosten zu gewährleisten. Hat sich die Vorinstanz an diese Empfehlungen gehalten und erscheint die Interpretation der g e-C-1698/2013 Seite 48 setzlichen Bestimmungen als vertretbar, ist der Vorinstanz bei der B e- stimmung der benchmarking-relevanten Betriebskosten – mangels bu n- desrechtlicher Vorgaben zumindest für eine erste Phase der Einführung der Fallpauschalen – ein sehr weiter Spielraum zuzugestehen. 3.3 Zur Ermittlung der benchmarking-relevanten Betriebskosten empfiehlt die GDK folgendes Vorgehen (wobei die GDK den Begriff "ba seraterele- vante Betriebskosten" verwendet): "a) Ausgangspunkt bilden die Kosten gemäss Betriebsbuchhaltung (Vollko s- tenrechnung) für die stationären KVG -Leistungen nach erfolgter interner Leistungsverrechnung (Umlagen). b) Bezüglich Umlagen gelten die Vor gaben gemäss REKOLE. Die Umlag e- schlüssel müssen von den Institutionen auf Verlangen hin ausgewiesen werden können. c) Die erfolgten sachlichen Abgrenzungen gegenüber der Finanzbuchha l- tung müssen ausgewiesen und nachvollziehbar sein. Betroffen sind in s- besondere Sachaufwand (Kontengruppen 41 -49) inkl. Anlagenutzung s- kosten (Kontengruppe 44) und Zinsaufwand (Kontengruppe 46). d) Vom Total der Kosten gemäss Betriebsbuchhaltung für die stationären KVG-Leistungen sind die Kosten für die Überlieger aus dem Vorjah r hin- zuzufügen und die Kosten der Überlieger ins Folgejahr abzuziehen. e) Schliesslich sind alle zur Bestimmung der Baserate für stationäre KVG - Leistungen nicht anrechenbaren Kosten abzuziehen. Dazu gehören n e- ben den nicht KVG -pflichtigen Leistungen auch die Kosten für Leistu n- gen, die bisher in der Tarifstruktur nach SwissDRG nicht abgebildet we r- den (unbewertete DRG) oder für welche Spezialabgeltungen erfolgen" (GDK-Empfehlungen, S. 2). 3.4 Die GDK-Empfehlungen stützen sich auf REKOLE® und ITAR_K (bei- de von H+). Nach Ansicht der GDK ist das (schrittweise) Vorgehen nach ITAR_K sinnvoll, wobei festgehalten wird, dass das gleich e Vorgehen auch mit Hilfe eines anderen Modells ( z.B. Modell GDK -Ost) erfolgen könnte (vgl. GDK-Empfehlungen, S. 3). Von der GDK übernommen wurde jedoch nur das Vorgehen, nicht generell die Berechnung einzelner Positi- onen. 3.4.1 Die Beschwerdeführerinnen kritisieren, die beiden Rechnungsle- gungs- bzw. Tarifherleitungsmodelle REKOLE® und ITAR_K seien einsei- tig von den Spitälern erarbeitet worden. Sie machen aber nicht geltend, es hätten rechtzeitig andere Modelle zur Verfügung gestanden, mit we l-C-1698/2013 Seite 49 chen eine einheitliche Kostenermittlung und Leistungserfassung besser gewährleistet und eine rechtskonforme Tarifbildung möglich gewesen wä- re. 3.4.2 Die Krankenhausstatistik, auf deren Nomenklatur Art. 10 Abs. 2 VKL verweist, stützt sich auf REKOLE ® (vgl. BFS, Krankenhausstatistik, D e- tailkonzept, Version 1.1, S. 28 ff.). Weiter hat der Verwaltungsrat der SwissDRG AG für die Kostenträgerrechnung ab dem Rechnungsjah r 2013 REKOLE ® verbindlich vorgeschrieben, um dem Problem der Ko s- tenheterogenität bei ihren Erhebungen zu begegnen (vgl. SwissDRG AG, Umsetzung der Massnahmen zur Verbesserung der Datenqualität, Vers i- on 1.0 / 5.12.2011). 3.4.3 Angesichts der Bedeutung und der V erbreitung, welche REKOLE ® und ITAR_K zwischenzeitlich erlangt haben, erscheint es nicht sinnvoll, deren Anwendbarkeit grundsätzlich in Frage zu stellen. Zu prüfen ist j e- doch, ob einzelne in diesen Modellen enthaltene Berechnungsvorgaben gesetzeskonform sind. 3.5 Der Grundsatz, wonach ein Tarif auf den Ergebnissen einer vorang e- gangenen Rechnungsperiode beruhen muss , die im Zeitpunkt des Ve r- tragsabschlusses vorliegen, ergibt sich – im Unterschied zum früheren Recht (vgl. aArt. 49 Abs. 1 Satz 3 KVG, BVGE 2012/18 E. 6.2.2) – nicht mehr aus dem Gesetzeswortlaut. Unter den Verfahrensbeteiligten ist j e- doch zu Recht unbestritten, dass dies auch unter der Herrschaft des revi- dierten KVG zu gelten hat. Für die Tarife 2012 ist demnach grundsätzlich auf die Kostendaten des Jahres 2010 (Jahr X-2 = Basisjahr) abzustellen. 3.5.1 Ebenfalls weiterzuführen ist die zu aArt. 49 KVG entwickelte Recht- sprechung, wonach ein Tarif ausnahmsweise gestützt auf die Zahlen der seinem Geltungsbeginn unmittelbar vorangegangenen Re chnungsperio- de (X-1) festgelegt werden kann (vgl. dazu BVGE 2012/18 E. 6.2.2). 3.5.2 Die Daten späterer Rechnungsperioden (d.h. Kosten, die in der T a- rifperiode anfallen) konnten nach bisheriger Praxis bei Tariffestlegungen grundsätzlich nicht berücksichtigt werden, es sei denn, es handle sich um budgetierte Mehrkosten (insbesondere im Personalbereich), welche vor dem Geltungsbeginn des Tarifs rechnerisch genau ausgewiesen waren und im Tarifjahr tatsächlich anfielen (BVGE 2012/18 E. 6.2.2 m.w.H., Ur- teil des BVGer C-4961/2010 vom 18. September 2013 E. 8.1.3 und 8.3.1). Auch diese Praxis kann grundsätzlich weitergeführt werden. Alle r-C-1698/2013 Seite 50 dings ist sie mit Blick auf die übergangsrechtliche Problematik in dem Sinne zu präzisieren, dass auch Mehr - oder Minderkosten, die sic h auf- grund einer Gesetzesänderung ergeben, soweit zu berücksichtigen sind, als sie sich im Tarifjahr verwirklichen und vor Geltungsbeginn klar b e- stimmbar sind. 3.6 Gemäss Empfehlung 1 der GDK verlangen die Kantone von den Sp i- tälern den Kostenausweis, der die benchmarking-relevanten Betriebskos- ten – und die Ergebnisse pro vorgegebenem Ermittlungsschritt – separat für den Kostenträger "stationäre KVG -Leistungen" ausweist (GDK - Empfehlungen, S. 3). 3.6.1 Im ITAR_K werden die einzelnen administrativen Fälle (vgl. Hand- buch REKOLE®, S. 255 ff.) nach Versicherungsart gruppiert und zusa m- mengefasst. Wenn in den nachfolgenden Ausführungen vom "Kostentr ä- ger stationäre KVG -Leistungen" gesprochen wird , sind damit die in der ITAR_K-Gesamtübersicht (Arbeitsblatt 1) in Spalte G "r eine stationäre KVG-Fälle" (d.h. nur Grundversicherte) und Spalte H "stationärer Tarif KVG ZV" (Zusatzversicherte) zusammengefassten Fälle gemeint. Die weiteren in der ITAR_K -Gesamtübersicht vorgesehenen Spalten I und J betreffen die Unfall -, Invaliden - und Militärversicherung (als Tarif ZMT [oder MTK] bezeichnet), Spalte K die Selbstzahlerinnen und -zahler. Die Spalte L "Total akut -stationär" soll die gesamten Kosten der akut - stationären Versorgung (soweit mit DRG -Casemix-Punkten fakturiert) enthalten, das "Total" in Spalte S alle aufgeführten Kostenträger, d.h. bei- spielsweise auch "Langzeit", "Lehre und Forschung" sowie "ambulante Behandlung total" (vgl. zum Ganzen auch Anleitung für das Ausfüllen des ITAR_K [Version 1.0] von H+ [nachfolgend: Anleitung ITAR_K]). 3.6.2 Im angefochtenen Entscheid wird (unter Ziff. 2.2.6 Intransparenzab- zug) zwar erwähnt, dass die Preisüberwachung beanstandet habe, das LUKS habe sich darauf beschränkt, alle stationären Patienten in einer einzigen Spalte auszuweisen, und es fehlten insbesondere die ausgewie- senen Kosten für "reine stationäre KVG-Fälle" und "stationärer Tarif KVG ZV" (RRB 218, S. 10). Anschliessend wird die Stellungnahme des LUKS zitiert, wonach der Preisüberwachung mit Schreiben des GSD vom 20. Juni 2012 das vollständige ITAR_K (mit den Spalten "reine stationäre KVG-Fälle" und "stationärer Tarif KVG ZV") zugestellt worden sei. Es sei – wird das LUKS weiter zitiert – nicht nachvollziehbar, weshalb die Preis- überwachung die ihr nachweislich vorliegenden vollständigen Kost enda- ten nicht berücksichtigt habe (RRB 218, S. 11). In der Folge verneint der C-1698/2013 Seite 51 Regierungsrat eine Intransparenz der Daten (RRB 218, S. 11), stellt aber – wie die vom LUKS kritisierte Preisüberwachung – für die Ermittlung der benchmarking-relevanten Betriebskosten nicht auf den Kostenträger sta- tionäre KVG-Leistungen (ITAR_K Spalten G "reine stationäre KVG-Fälle" und H "stationärer Tarif KVG ZV"), sondern auf das Total der Kosten aller akut-stationären Fälle (Spalte L) ab (vgl. RRB 218, S. 7). 3.6.3 Die Vorinstanz begründet nicht, weshalb sie von der Empfehlung der GDK und der bisherigen Praxis (vgl. oben E. 3.1.1) abweicht. Der Grundsatz, wonach die ausgewiesenen Betriebskosten für OKP-relevante stationäre Leistungen (vgl. BVGE 2010/62 E. 4.12.1) Grundlage für die Berechnungen bilden, hat unter der neuen Spitalfinanzierung weiterhin Gültigkeit. Weil die Vorinstanz insbesondere beim Intransparenzabzug nicht der Preisüberwachung gefolgt ist, kann sie auch nicht geltend m a- chen, sie habe auf die Zahlen der Preisüberwachung abgestellt. Denn die von der Preisüberwachung beanstandete Intransparenz bezo g sich gera- de (auch) auf die se nicht KVG -konforme Datengrundlage. Zudem weist die Vorinstanz – grundsätzlich zu Recht – auf ihre Pflicht hin, soweit e r- forderlich ergänzende Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen (vgl. RRB 218, S. 6). Reicht ein Spital nicht die für die Tariffestsetzung (oder Tarif- genehmigung) massgebenden Daten ein, hat die Kantonsbehörde diese zu verlangen. 3.7 Unbestritten ist, dass die Arzthonorare für Zusatzversicherte in Abzug zu bringen (vgl. ITAR_K Gesamtübersicht, Zeile 23) und die kalkulatori- schen Zinsen auf dem Umlaufv ermögen hinzuzurechnen sind (vgl. ITAR_K Gesamtübersicht, Zeile 13). Die Vorinstanz ist – wie die Prei s- überwachung – von einem an rechenbaren Zinssatz von 0.162% ausg e- gangen (Zinssatz von 1.48% [auf Basis der Durchschnittsrendite 2011 von Obligationen der Eidgenossenschaft, Laufzeit 10 Jahre] und einer Zahlungsfrist von 40 Tagen). Dies entspricht der bisherigen Praxis (vgl. RKUV 6/1997 KV 16, S. 343 ff., E. 8.6; RKUV 5/2001 KV 179, S. 377 ff., E. 7.2.2) sowie der Empfehlung der GDK (vgl. GDK -Empfehlungen, S. 4) und ist nicht zu beanstanden. Nicht bestritten ist sodann der Abzug für Mehrkosten bei der Behandlung von Zusatzversicherten (insbesondere Hotellerie), welchen die Vorinstanz in Anwendung der bisherigen Praxis (vgl. Urteil des BVGer C-4961/2010 vom 18. September 2013 E. 7.3.3.2 m.w.H.) vorgenommen hat. 3.8 Im Grundsatz ist ebenfalls unbestritten, dass die Anlagenutzungsko s- ten abzuziehen sind, weil diese gemäss Abs. 4 der Schlussbestimmu n-C-1698/2013 Seite 52 gen der Änderung der KVV vom 22. Oktober 2008 (im Folgenden SchlB KVV) für das Jahr 2012 mit einem normativen Zuschlag auf den verhan- delten Basispreis von 10% abzugelten sind. 3.8.1 Die Preisüberwachung und in der Folge auch die Vorinstanz haben auf den von der Beschwerdegegnerin ausgewiesenen Betrag von Fr._______ abgestellt. Dieser beruht jedoch auf dem Total der Kosten a l- ler akut-stationären Fälle (vgl. V-act. 6 B 11) und ist insoweit zu korrigi e- ren. 3.8.2 Die Beschwerdeführerinnen beanstanden, die Beschwerdegegnerin habe keine VKL -konforme Anlagebuchhaltung vorgelegt . Abs. 4 SchlB KVV ändere nichts daran, dass die Spitäler eine den Vorgaben von Art. 10a VKL entsprechende Anlagebuchhaltung führen müssten (act. 1 S. 16 f.). Die Beschwerdegegnerin bestreitet den Vorwurf, ihre Anlagebuchhaltung erfülle die Vorgaben der VKL nicht , und macht gleichzeitig geltend, die Frage sei irrelevant, weil die Anlagenutzungskosten ohnehin mittels Normzuschlag (Abs. 4 SchlB KVV) festgelegt würden. 3.8.3 Es trifft zu, dass Abs. 4 SchlB KVV die Spitäler nicht davon befreit, eine der VKL entsprechende Anlagebuchhaltung zu führen. Es muss ins- besondere gewährleistet sein, dass keine Anlagenutzungskosten in die benchmarking-relevanten Betriebskosten eingeflossen sind. Aufgrund von Abs. 4 SchlB KVV , wonach die Abgeltung der Anlagenutzungskosten im Jahr 2012 mit einem Zuschlag von 10% auf den vereinbarten Basispreis zu erfolgen hat, sind die ausgewiesenen Anlagenutzungskosten grund- sätzlich nicht tarifrelevant. Denn die in ITAR_K Zeile 12 ausgewiesenen Kosten werden in einem zweiten Schritt wieder abgezogen (ITAR_K Zeile 24, vgl. auch GDK -Empfehlungen, S. 4). Auf die Rügen betreffend Anl a- genutzungskosten ist daher nicht weiter einzugehen. 3.9 Einig sind sich die Beteiligten sodann, dass vorliegend kein Überk a- pazitätsabzug vorzunehmen ist. Die Frage, ob im System der neuen Sp i- talfinanzierung ein Überkapazitätsabzug grundsätzlich noch zulässig ist, braucht daher hier nicht beantwortet zu werden. 3.10 Streitig und durch das Bundesverwaltungsgericht zu beurteilen sind jedoch folgende Berechnungselemente: die Anrechnung der Erträge aus der Kontengruppe 65 ( E. 4), die Berücksichtigung der Debitorenverluste (E. 5), der Abzug für universitäre Lehre und Forschung (E. 6) und weitere C-1698/2013 Seite 53 gemeinwirtschaftliche Leistungen (E. 7), die Anrechnung der Teu erung (E. 8) sowie der Intransparenzabzug (E. 9). 4. Erträge aus der Kontengruppe 65 4.1 Bei den Erträgen aus der Kontengruppe 65 geht es um Erträge für üb- rige, nicht OKP-versicherte Leistungen an Patientinnen und Patienten . Streitig ist, in welchem Umfang diese Erträge (als Abzüge) zu berücksich- tigen sind. 4.1.1 Die Vorinstanz ist der Auffassung der Beschwerdegegnerin gefolgt, wonach die Erträge zu 50% anzurechnen seien. Si e begründete dies u.a. damit, dass es wenig wahrscheinlich sei, dass das LUKS diese Leistu n- gen zum Selbstkostenpreis anbiete. Weiter wird auf die GDK - Empfehlungen verwiesen, wonach eine Marge von maximal 50% anz u- rechnen sei (RRB 218, S. 7). 4.1.2 Die Beschwerdeführerinnen machen – unter Hinweis auf die Ste l- lungnahme der Preisüberwachung – im Wesentlichen geltend, eine G e- winnmarge dürfe nur berücksichtigt werden, wenn diese bewiesen sei, was vorliegend nicht zutreffe. Es handle sich lediglich um eine normative Annahme von H+ als Systemanbieter von REKOLE® und ITAR_K. 4.1.3 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, beim Konto 65 handle es sich um Erträge ihrer Nebenbetriebe. Es treffe zu, dass die Gewinnmarge hier nicht auf einer exakten Kostenausscheidung beruhe. Eine solche wäre mit verhältnismässigem Aufwand aber nicht möglich. 4.2 Die GDK führt in ihren Empfehlungen dazu aus, Erträge aus der Ko n- tengruppe 65 (und 68) sollten nur in Ausnahmefällen auf den Kostentr ä- gern "stationäre Leistungen KVG" erscheinen. In diesem Fall wirkte n die Erträge kostenmindernd, allenfalls jedoch nicht die mit diesen Leistungen erzielte Marge. In Empfehlung 2 wird festgehalten, das Vorgehen gemäss ITAR_K sei nachvollziehbar. Als Marge sei "allenfalls höchstens" 50% an- zuerkennen (GDK-Empfehlungen, S. 6 f.). 4.3 Die Empfehlung der GDK zur Kontengruppe 65 ist vergleichsweise vage formuliert ("allenfalls" und "höchstens") und stellt nicht eine klare, einer einheitlichen Handhabung dienende Vorgabe dar. Mit den B e- schwerdeführerinnen ist daher nach der allgemei nen Regel zur Bewei s- lastverteilung (vgl. Art. 8 ZGB) vorzugehen, wonach diejenige Partei die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat, welche aus den behaupteten C-1698/2013 Seite 54 und unbewiesen gebliebenen Tatsachen Rechte ableiten wollte (vgl. in BVGE 2010/14 [Urteil C-4308/2007 vom 13. Januar 2010] nicht publizier- te E. 6.6.2). Verzichtet ein Spital auf eine exakte Kostenausscheidung für übrige Dienstleistungen, weil es eine solche als mit einem unverhältni s- mässigen Aufwand verbunden erachtet, kann keine Gewinnmarge bewi e- sen werden. Ob es als wahrscheinlich oder eher unwahrscheinlich er- scheint, dass solche Dienstleistungen zum Selbstkostenpreis angeboten werden, ist nicht entscheidend. Demnach sind vorliegend die Erlöse der Kontengruppe 65 zu 100% (und nicht zu 50%) in Abzug zu bringen. 5. Zuschläge für Debitorenverluste 5.1 Die Beschwerdeführerinnen beanstanden, die Vorinstanz habe die von der Beschwerdegegnerin ausgewiesenen Debitorenverluste (Fr._______) zu Unrecht zu den Kosten hinzugerechnet. Dies widerspre- che der Rechtsprechung. Zudem gelte im stationären Bereich das Sy s- tem des tiers payant (vgl. Art. 42 Abs. 2 Satz 2 KVG) , weshalb im stati o- nären OKP -Bereich keine Debitorenverluste entstünden . Im Übrigen e r- scheine der Betrag derart gerundet, dass auch Zweifel an de r Stichhaltig- keit des geltend gemachten Betrages angebracht werden könnten (act. 1, Rz. 21). 5.2 In ihrer Vernehmlassung macht die Vorinstanz geltend, dass auch die Preisüberwachung bei der Ermittlung der Betriebskosten (netto 1) die Debitorenverluste addiert habe (vgl. V-act. 23, S. 3). Da die Beschwerde- führerinnen die Berechnung der Preisüberwachung anerkannt und als KVG-konform bezeichnet hätten, habe sie willkürfrei davon ausgehen dürfen, dass die Anrechnung der Debitorenverluste nicht strittig sei. Die Preisüberwachung hat sich weder in ihrer Empfehlung an die Vori n- stanz noch in ihrer im Beschwerdeverfahren abgegeben en Stellungnah- me dazu geäussert, weshalb sie die Debitorenverluste hinzugerechnet hat. 5.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesrates durften Inkass overluste selbst dann nicht auf die OKP überwälzt werden, wenn der Leistungserb- ringer im System des tiers garant die Vergütung seiner Leistungen selber bei den Versicherten einfordern muss te und er daher tatsächlich ein I n- kassorisiko trug (RKUV 5/2001 KV 1 79, E. 7.2.2 mit Hinweis). Umso we- niger erachtete der Bundesrat die Berücksichtigung von Debitorenverlu s-C-1698/2013 Seite 55 ten als gerechtfertigt, wenn das System des tiers payant zur Anwendung gelangte (vgl. auch EUGSTER, Rechtsprechung KVG, Art. 43 Rz. 8). 5.4 Laut Anleitung ITAR_K sind Debitorenverluste, die nicht bereits in die Kostenstellenrechnung eingeflossen sind, zu addieren. Es wird je doch festgestellt, dass sich für die stationären KVG - und UVG-Versicherten in der Regel keine Zuschläge ergeben dürften. Zur Begründung wird auf den neuen Art. 64a KVG (in der seit 1. Januar 2012 gültigen Fassung) verwiesen und festgehalten, dass der Kanton 85% der Versicherte n- schuld übernehme (vgl. Art. 64a Abs. 4 KVG) und – de facto – der Versi- cherer die Restschuld von 15% trage (Anleitung ITAR_K, S. 8 zu Ze i- le 37). 5.5 Aufgrund der Bestimmungen in Art. 64a KVG betreffend säumige Ver- sicherte und dem zwingend vorgeschriebenen System des tiers payant (Art. 42 Abs. 2 Satz 2 KVG) erscheint fraglich, ob im stationären KVG - Bereich grundsätzlich mit Debitorenverlusten zu rechnen ist. Die neue Spitalfinanzierung bildet somit nicht Anlass zu einer Praxisänderung, weshalb allfällige Debitorenverluste bei der Ermittlung der benchmarking- relevanten Betriebskosten nicht zu berücksichtigen sind. 5.6 Daran änder t – entgegen der Annahme der Vorinstanz (vgl. act. 28 S. 6) – nichts, dass die Regelung gemäss Art. 64a Abs. 4 KVG erst seit 1. Januar 2012 gilt und die benchmarking-relevanten Betriebskosten grundsätzlich auf der Basis der Kostendaten von 2010 zu ermitteln sind. Einerseits wirken sich Art. 42 Abs. 2 Satz 2 und Art. 64a Abs. 4 KVG u n- mittelbar auf die im Jahr 2012 anfallenden Kosten aus. Andererseits wird nicht vom Grundsatz abgewichen, dass auf die Kostendaten von 2010 abzustellen ist, wenn in Fortf ührung der bisherigen , vor dem Jahr 2010 begründeten Rechtsprechung Debitorenverluste nicht berücksichtigt we r- den. 6. Forschung und universitäre Lehre 6.1 Grundsätzlich unbestritten ist, dass die Kosten für Forschung und universitäre Lehre – als gemeinwirtschaft liche Leis tungen (vgl. Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG) – nicht zu den benchmarking-relevanten Betriebskos- ten gehören. Streitig ist jedoch, ob auf den von der Beschwerdegegnerin ausgewiesenen bzw. den vom Kanton vergüteten Betrag abzustellen oder ein normativer Abzug vorzunehmen ist. C-1698/2013 Seite 56 6.1.1 Nach aArt. 49 Abs. 1 KVG waren die Kosten für Lehre und Fo r- schung von den auf die Pauschalen anrechenbaren Kosten abzuziehen. Der neue Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG schliesst nur noch die universitäre Lehre und wie bisher die Forschung aus. Als Kosten für die universitäre Lehre im Sinne von Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG gelten laut Art. 7 Abs. 1 VKL die Aufwendungen für die theoretische und praktische Ausbildung der Studierenden eines im Medizinalberufegesetz vom 23. Juni 2006 (MedBG, SR 811.11) geregelten Medizinalberufes bis zum Erwerb des eidgenössischen Diploms (Bst. a) und die Weiterbildung der Studierenden nach Bst. a bis zur Erlangung des eidgenössischen Weiterbildungstitels (Bst. b). 6.1.2 Im Wesentlichen unverändert geblieben sind die Definition en in Art. 7 Abs. 2 und Abs. 3 VKL: Als Kosten für die Forschung nach Artikel 49 Absatz 3 des Gesetzes gelten die Aufwendungen für systematische schöpferische Arbeiten und experimentelle Entwicklung zwecks Erweit e- rung des Kenntnisstandes sowi e deren Verwendung mit dem Ziel, neue Anwendungsmöglichkeiten zu finden. Darunter fallen Projekte, die zur Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie zur Verbesserung der Prävention, der Diagnostik und Behandlung von Krankheiten ausgeführt werden (Abs . 2). Als Kosten für die universitäre Lehre und für die Fo r- schung gelten auch die indirekten Kosten sowie die Aufwendungen, die durch von Dritten finanzierte Lehr - und Forschungstätigkeiten verursacht werden (Abs. 3). 6.1.3 Die Konkretisierung des Begriffs universitäre Lehre in Art. 7 Abs. 1 VKL entspricht dem Willen der SGK des Ständerates , wonach nicht nur die Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte, sondern auch die Weiterbildung der Assistenzärztinnen und -ärzte weiterhin nicht über die Krankenvers i- cherung finanziert werden soll. Die praktische Ausbildung der Pflegenden hingegen soll durch die Spitäler finanziert und demzufolge über die Fal l- pauschalen abgegolten werden (vgl. Protokoll SGK Ständerat [Subkom- mission] vom 22. März 2005, S. 19 ff.). 6.1.4 Die zu aArt. 49 Abs. 1 KVG entwickelte Rechtsprechung ging von einem weiten Begriff der Lehre und Forschung aus. Ein Abzug für Lehre war immer vorzunehmen, wenn Angestellte gemäss Pflichtenheft zumi n- dest während eines Teils ihrer Arbeitszeit als Ausbildnerin oder Ausbildner tätig waren. Die Spitäler waren verpflichtet, die effektiven Kosten für Le h- re und Forschung auszuweisen. Kamen sie dieser Verpflichtung nicht nach, wurden folgende – nach Spitalgrösse und Spitaltyp abgestufte – C-1698/2013 Seite 57 pauschale Abzüge vorgenommen: bei Universitäts spitälern 25% (vom Bruttoaufwand), bei mittelgrossen und grossen Spitälern (über 125 Be t- ten) 5%, bei Spitälern mit 75 - 124 Betten 2% und bei kleineren Spitälern 1% (jeweils vom Personalaufwand). Die Pauschalabzüge für Lehre und Forschung stellten nach der Rechtsprechung lediglich ein Korrektiv dar, welches anzuwenden war, wenn die Spitäler ihrer Pflicht, die effektiven Kosten auszuscheiden, nicht nachgekommen waren. Daher wurden an die Berechnungen der Pauschalabzüge keine sehr differenzierten Anfo r- derungen gestellt (zum Ganzen: BVGE 2012/18 E. 11.2, 2010/25 E. 5, je m.w.H.). 6.2 Die Beschwerdeführerinnen, die Preisüberwachung und das BAG ver- treten die Ansicht, es sei ein normativer Abzug von 3.5% vorzunehmen. Nach der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin ist hingegen auf den vom Spital ausgewiesenen bzw. den vom Kanton vergüteten Betrag für Forschung und universitäre Lehre abzustellen. 6.2.1 Die Preisüberwachung hielt in ihrer Stellungnahme an den Regi e- rungsrat fest, das LUKS habe als Kosten für Forschung und universitäre Lehre Fr. 6'430'000.- abgezogen, ohne diese im Detail auszuweisen. In einem Schreiben vom 29. Februar 2012 an den Kanton habe das Spital den Betrag sogar als blosse Annahme im Rahmen de r Tarifverhandlun- gen bezeichnet (vgl. act. 26 B 18 S. 5). Daher sei ein normativer Abzug vorzunehmen. Für Spitäler der Grösse des LUKS (mehr als 125 Betten) gelte nach der neuen Praxis der Preisüberwachung ein Abzugssatz von 3.5% der Personalkosten (ohne Konto 38). Aufgrund der neuen gesetzl i- chen Regelung, wonach nur noch die universitäre Lehre auszuscheiden sei, habe sie den früher geltenden Satz von 5% auf 3.5% reduziert (V - act. 23, S. 3). In ihrer Stellungnahme an das Gericht führte die Preisüberwachung zu- dem aus, das Abstellen auf die kantonalen Abgeltungen würde die Ve r- gleichbarkeit der benchmarking-relevanten Basiswerte erschweren, weil die Kantone diese Abgeltungen sehr unterschiedlich berechneten. Die Fortführung der bisherigen Praxis mit einem proz entualen Abzug bei feh- lendem Kostenausweis führe hingegen zu einer schweizweit einheitlichen Berechnung (act. 11, S. 11). 6.2.2 Die Vorinstanz erwog, das LUKS weise gemäss ITAR_K Kosten für Forschung und universitäre Lehre von Fr. 6'430'000.- aus. Entgegen der Auffassung der Preisüberwachung seien diese Kosten auch genügend C-1698/2013 Seite 58 auf die einzelnen Patientengruppen aufgeschlüsselt (rein stationäre Fälle: Fr._______; stationäre KVG -Fälle mit Zusatzversicherung: Fr._______ [...]; Langzeitbereich [...], ambulante Behandlung Fr._______). Die Kosten entsprächen ferner dem Beitrag, welcher der Kanton Luzern an das LUKS für Forschung und universitäre Lehre leiste. Für die Vornahme e i- nes normativen Abzugs bestehe damit kein Anlass (RRB 218, S. 8 f.). In der Vernehmlassung wird ergänzend ausgeführt, das LUKS betreibe keine Forschung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 VKL. Der Kanton habe dem Spital keinen Leistungsauftrag für Forschung erteilt; entsprechend erhalte das LUKS unter diesem Titel auch keine Vergütungen. Die vom Kanton gewährten Beiträge seien für externe Lehrtätigkeit ( pauschal Fr. 729'000.-) und für die Weiterbildung von Assistenzärztinnen und Assistenzärzte n (Fr. 20'000.- pro Vollzeitäquivalent, insgesamt 285 Weiterbildungsstellen). Die Pauschale von Fr. 20'000.- entspreche dem damaligen Stand der Projektarbeiten im Hinblick auf eine einheitliche Abgeltung für die ärztl i- che Weiterbildung (act. 7, S. 5 und 7 f.). 6.2.3 Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, das LUKS habe nicht die effektiv angefallenen Kosten für Forschung und universitäre Lehre ausgewiesen, sondern lediglich die vom Kanton zugesprochenen Sub- ventionen aufgeführt. Daher hätte praxisgemäss ein normativer Abzug vorgenommen werden müssen. Mit Blick auf die Forschungstätigkeit en, welche das LUKS in seinen Jahresberichten 2010 und 2011 ausweise, sei der von der Preisüberwachung vorgesehene Abzug von 3.5% der Pers o- nalkosten vermutlich sogar zu tief. Im Übrigen sei nicht im Detail nac h- vollziehbar, wie die Vorinstanz die Abgeltung von Fr. 6'430'000.- bemes- sen und berechnet habe (act. 1, S. 11 f.). 6.2.4 Die Beschwerdegegnerin erläutert – wie die Vorinstanz – die Abgel- tung des Kantons und beantragt, die von den Beschwerdeführerinnen in Zusammenhang mit dem Thema Forschung und universitäre Lehre einge- reichten Beweismittel (J ahresberichte LUKS und Auszug aus der Rec h- nung 2011 des Kantons Luzern) aus dem Recht zu weisen. Den Abge l- tungsbetrag von Fr. 6'430'000.- hätten die Beschwerdeführerinnen bereits im vorinstanzlichen Verfahren gekannt und dessen Berechnung nicht in Frage gestellt (act. 8, S. 34 f.). In ihrer Schlussstellungnahme macht sie geltend, die Kosten für universitäre Lehre und Forschung seien (unter dem Titel subsidiärer Abzug) "ausgewiesen und abgezogen" worden (act. 30, S. 21 Rz. 51). C-1698/2013 Seite 59 6.2.5 Die Beschwerdeführerinnen hatten bereits im vorinstanzlichen Ve r- fahren geltend gemacht, es sei ein norma tiver Abzug (von 3%) vorzu- nehmen (vgl. Stellungnahme vom 11. Juni 2012 [V-act. 17]). Diese r An- sicht war zunächst offenbar auch die Beschwerdegegnerin (vgl. act. 26 B 26 [ITAR_K, Zeile 61] sowie V-act. 8 B 6). Erst später stellte sie sich auf den Standpunkt, es sei der vom Kanton vergütete Betrag in Abzug zu bringen (vgl. V -act. 13 S. 6). In ihrer abschliessenden Stellungnahme an den Regierungsrat schlossen sich die Beschwerdeführerinn en den Au s- führungen der Preisüberwachung (die einen Abzug von 3.5% vorgeno m- men hatte) an (V-act. 28). Neu ist somit lediglich das Vorbringen, ein Ab- zug von 3.5% sei (möglicherweise) sogar zu tief. Die in diesem Zusa m- menhang eingereichten Beweismittel sind jedenfalls insoweit nicht als un- zulässig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG zu qualifizieren, als die Beschwerdeführerinnen damit beweisen wollen, dass die Vorinstanz die Tatsache, dass das LUKS auch Forschung betreibt, zu Unrecht nicht b e- rücksichtigt und den Sachverhalt diesbezüglich unrichtig festgestellt habe. 6.3 Die GDK stellt in ihren Empfehlungen zunächst fest, dass das ITAR_K für die universitäre Lehre und Forschung einen eigenen Kostenträger (Spalte P) vorsehe. Sofern dieser ausschliesslich und abschliessend Kos- ten der universitären Lehre und Forschung gemäss VKL ausscheide, h a- be kein weiterer Abzug auf dem Kostenträger "Stationäre Leistungen KVG" zu erfolgen. Sie empfiehlt den Kantonen, sich vom Spital bestätigen zu lassen, dass im entspreche nden Kostenträger alle Bereiche der un i- versitären Lehre und Forschung enthalten seien. Sofern der Kostenträger Lehre und Forschung nur einen Teil der Kosten für universitäre Lehre und Forschung enthalte, sei der Restbetrag anteilsmässig auf den Kostentr ä- gern "stationäre Leistungen" in Abzug zu bringen. Ein normativer Abzug sei dann vorzunehmen, wenn der Kostenträger Lehre und Forschung gar nicht geführt werde. Der Abzug entspreche bei Nicht -Universitätsspitälern mindestens der Höhe der separaten kantonalen Abgeltung für die ärztl i- che Weiterbildung, bei Universitätsspitälern maximal 12% aller Nettob e- triebskosten (GDK-Empfehlungen, S. 4 f.). 6.3.1 Aus den Erwägungen im RRB 218 wird nicht klar, ob die Vorinstanz einen normativen Abzug in der Höhe der kantonalen Abg eltung vorg e- nommen oder den Kostenausweis als hinreichend betrachtet und einen normativen Abzug daher verworfen hat (vgl. RRB 218, S. 8 f.). Nicht wei- ter begründet wird sodann, weshalb hier auf das Total (inkl. Langzeit und ambulante Behandlung) abgestellt wurde und nicht wie bei den übrigen C-1698/2013 Seite 60 Positionen auf das Total akut -stationär (bzw. recte auf den Kostenträger stationäre KVG-Leistungen). 6.3.2 Die Beschwerdegegnerin hat im ITAR_K keinen Kostenträger "Leh- re und Forschung" ausgewiesen; die dafür vorgesehene Spal te P enthält bereits das "Total" aller Kostenträger (vgl. V -act. 13 B 20 = act. 26 B 26). Der hier in Frage stehende Abzug wurde in Zeile 28, als subsidiärer A b- zug (wenn nicht die effektiven Kosten ausgeschieden wurden ), vorg e- nommen. 6.3.3 Sowohl nach der bisherigen Rechtsprechung als auch nach den GDK-Empfehlungen wäre vorliegend ein normativer Abzug vorzunehmen. 6.4 Die GDK empfiehlt bei Nicht -Universitätsspitälern einen Abzug in "mindestens der Höhe der separaten kantonalen Abgeltung für die ärztl i- che Weiter bildung" (GDK-Empfehlungen, S. 5). Eine einheitliche Praxis wird dadurch nicht gewährleistet, wie die Preisüberwachung zu Recht gel- tend macht. 6.4.1 Die GDK hat sich bisher nicht auf eine für die Kantone verbindliche Pauschale für die Abgeltung der Kosten für d ie Weiterbildung von Assi s- tenzärztinnen und -ärzten geeinigt. Eine solche ist auch in der geplanten interkantonalen Vereinbarung über die Finanzierung der ärztlichen We i- terbildung (WFV), zu der Anfang Dezember 2013 eine zweite Verneh m- lassung eröffnet wurde, nicht vorgesehen. Laut Entwurf vom 21. Novem- ber 2013 richten die Standortkantone den Spitälern pro Jahr und Ärztin und Arzt in Weiterbildung (Vollzeitäquivalent) pauschal Fr. 15'000.- aus. Dabei soll es sich um eine "Mindestpauschale" handeln, welche nicht die Deckung der tatsächlichen Weiterbildungskosten bezweckt (GDK Zentral- sekretariat, Erläuternder Bericht vom 5. Dezember 2013 betreffend Ver- einbarung über die kantonalen Beiträge an die Spitäler zur Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung und deren Ausgleich unter den Kantonen, Version 2. Vernehmlassung [im Folgenden: Bericht WFV], S. 8). Die inter- kantonale Vereinbarung soll frühestens im Jahr 2017 in Kraft treten ( Be- richt WFV, S. 21). Der GDK ist es offenbar nicht gelungen, eine realist i- sche und allgemein akzeptierte Kostenschätzung hinsichtlich der (struktu- rierten) Weiterbildung vorzunehmen (vgl. Bericht WFV, S. 6 f.). Die bisherige Praxis der Kantone zur Abgeltung der Weiterbildungskosten ist sehr unterschiedlich (vgl. auch Empfehlungen zur Sich erung der F i- nanzierung und Qualität der ärztlichen Weiterbildung, Schlussbericht der C-1698/2013 Seite 61 [im Rahmen des Dialogs Nationale Gesundheitspolitik von Bund und Kan- tonen eingesetzten] Themengruppe "Finanzierung der ärztlichen Weite r- bildung" vom April 2012 [im Folgend en: Empfehlungen Themengruppe NGP] S. 5 f.). 6.4.2 Auf die vom Kanton gewährten Beiträge kann auch deshalb nicht abgestellt werden, weil die benchmarking-relevanten Betriebskosten grundsätzlich (vgl. oben E. 3.5) im Basisjahr 2010 zu ermitteln sind, die in Frage stehenden Abgeltungen indessen das Jahr 2012 betreffen. Zudem werden durch die kantonale Abgeltung lediglich gewisse Kosten, die im Bereich Forschung und universitäre Lehre anfallen, vergütet . So werden beispielsweise gemäss Leistungsauftrag vom 29. November 2011 (vgl. act. 25; der im Jahr 2010 anwendbare Leistungsauftrag ist nicht in den Akten) lediglich externe Lehrtätigkeiten abgegolten. Es dürften aber auch Kosten für interne Lehrtätigkeiten im Bereich Ausbildung anfallen, zumal das LUKS auch Stellen für Unterassistentinnen und -assistenten anbietet. Soweit die Vorinstanz behauptet, das LUKS betreibe keine Fo r- schung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 VKL, widerspricht dies offensichtlich den Tatsachen (vgl. <https://www.luks.ch > Luzern > Fachpersonen > Kli- niken und Institute > Medizin > Forschung [letztmals besucht am 14.1.2014]). Es ist vielmehr festzustellen, dass das LUKS in einem erheb- lichen Umfang Forschung betreibt. 6.4.3 Im Zusammenhang mit dem Benchmarking macht die Beschwerd e- gegnerin geltend, sie e rbringe zum Teil Leistungen, welche in anderen Kantonen von den Universitätsspitälern erbracht würden. Ob dies auch für die Leistungen im Bereich Forschung und universitäre Lehre gilt, lässt sich aufgrund der Akten nicht beurteilen. Angesichts der erheblic hen For- schungstätigkeit lässt sich eine gewisse "Nähe" zu Universitätsspitälern jedoch nicht ausschliessen. Auch hatte d ie GDK für die geplante WFV - Vereinbarung zunächst vorgeschlagen, für Universitätsspitäler und grosse Zentrumsspitäler eine höhere Pausch ale vorzusehen (vgl. Bericht WFV, S. 7). Ob bei Nicht-Universitätsspitälern ein allein nach Anzahl Betten ab- gestufter Normabzug noch sachgerecht ist, erscheint fraglich. Vorliegend bestehen jedenfalls Zweifel, ob der von der Preisüberwachung vorg e- nommene Abzug von 3.5% (von den Personalkosten) genügt, um sicher- zustellen, dass in den benchmarking-relevanten Betriebskosten (und letztlich in der Fallpauschale bzw. im Basisfallwert) keine Kosten für Fo r- schung und universitäre Lehre enthalten sind. C-1698/2013 Seite 62 6.4.4 Die Spitäler sind verpflichtet, die Kosten für OKP -pflichtige Leistun- gen transparent auszu weisen. Dies ist nur möglich, wenn auch die Kos- ten für nicht OKP -pflichtige Leistungen transparent ausgeschieden we r- den. De n Spitälern steht es somit nicht frei, ob sie die Kosten für Fo r- schung und universitäre Lehre ausscheiden wollen oder einen normativen Abzug bevorzugen. Weiter ist zu berücksichtigen, dass es bei der Ermitt- lung der benchmarking-relevanten Betriebskosten nicht – wie nach altem Recht bei der Ermittlung der anrechenbaren Kosten – primär um den Tarif des betreffenden Spitals geht, sondern um das Benchmarking, auf des- sen Grundlage der Basisfallwert eines hinreichend effizienten Spitals im Sinne von Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG festgestellt werde n kann. Für das Benchmarking sind daher möglichst genaue (realitätsgerechte) Kostenda- ten erforderlich. Im Übrigen ist das Ausweisen der tatsächlichen Kosten für Forschung und universitäre Lehre (oder für andere gemeinwirtschaftli- che Leistungen) auch wesentl ich für die SwissDRG Tarifstruktur, ansons- ten nicht erklärbare Kostenunterschiede anfallen können (vgl. Bericht SwissDRG AG [act. 17], S. 4). 6.5 Ein normativer Abzug ist deshalb nur dann vorzunehmen, wenn es der zuständigen Kantonsbehörde nicht gelingt, vom betreffenden Spital die entscheiderheblichen (transparenten) Daten zu erhalten. In diesem Fall muss der normative Abzug so angesetzt sein, dass das Spital mit S i- cherheit keinen Vorteil daraus ziehen kann, dass es – entgegen den Vor- schriften – keine transpar enten Daten geliefert hat. Wie hoch dieser Normabzug anzusetzen wäre und ob die Kostendaten des betreffenden Spitals dennoch in ein Benchmarking einzubeziehen wären, ist vorliegend nicht zu beurteilen, denn es kann – wie sich aus den nachfolgenden E r- wägungen ergibt – angenommen werden, dass die Vorinstanz die mas s- gebenden Daten von der Beschwerdegegnerin erhalten wird. 6.5.1 Die Beschwerdegegnerin führt ihre Betriebsrechnung nach REK O- LE® und hat im Juni 2013 die REKOLE ®-Zertifizierung erlangt. Mit der Zertifizierung wird – gemäss Zertifizierungsrichtlinien – die Übereinstim- mung des betrieblichen Rechnungswesens mit den REKOLE ®-Vorgaben feststellt. Massgebend sei das Handbuch REKOLE® (3. Aufl. 2008; vgl. http://www.hplus.ch > Dienstleistungen > Betriebswirtschaft > R ech- nungswesen Spital > Zertifizierungsrichtlinien [besucht am 8.1.2014]). Laut Handbuch REKOLE® soll die Betriebsrechnung alle Leistungsbere i- che des Spitals abbilden . Bei der Lehre und Forschung sind die gesa m- ten Kosten zu identifizieren und zu ermitteln, die Kosten sind aber nicht C-1698/2013 Seite 63 aus der Betriebsrechnung REKOLE® auszuscheiden (S. 272). Es ist min- destens ein Kostenträger Lehre und ein Kostenträger Forschung zu fü h- ren (S. 273). Weiter ist eine Bewertung der Aktivitäten von Lehre und For- schung mittels gewichteten Beschäftigungsgradanalysen des betroffenen Personals auf Kostenstellenebene durchzuführen ; die Kalkulationsm e- thodik wird in 9 Schritten dargestellt (S. 276 ff.). Zentral ist Schritt 2, mit dem eine Analyse des Beschäftigungsgrades aller Mitarbeitenden und die Ermittlung der gewichteten Lohnkostenanteile bezogen auf deren Aktivitä- ten vorzunehmen ist. 6.5.2 Aufgrund der REKOLE®-Vorgaben dürfte die Beschwerdegegnerin ohne Weiteres in der Lage sein, die für die Kostenauss cheidung massge- benden Daten zu liefern. Diese wurden von der Vorinstanz jedoch nicht verlangt. Was die Kosten für universitäre Lehre und Forschung betrifft, erweist sich der Sachverhalt demnach als unvollständig abgeklärt. 6.6 Es bleibt a llerdings festzuhalten, dass das Handbuch REKOLE® eine Regelung auf nationaler Ebene zur einheitlichen Ausscheidung der Ko s- ten für universitäre Lehre und Forschung nicht ersetzen kann. Insbeson- dere weil sich die Tätigkeiten in den Bereichen Lehre, Forschung und Pa- tientenversorgung teilweise überlappen ( sog. Kuppelproduktion; vgl. Handbuch REKOLE®, S. 276; siehe auch DUBACH/SPYCHER [BASS], Vor- studie zur Erhebung der Kosten der ärztlichen Weiterbildung, Dezember 2006, S. 12 ff.) und die Zuordnung zu einem der drei Bereiche z.T. auf ei- nem Wertungsentscheid beruht, sind normative Vorgaben zur Kostenaus- scheidung unerlässlich. Generell zu regeln sind namentlich die Fragen, ob nur die strukturierte oder auch die unstrukturierte Lehre und ob nur die erteilte oder auch die erhaltene Lehre als nicht -OKP-Leistung zu qualif i- zieren sind (vgl. dazu Empfehlungen Themengruppe NGP, Anhang 2: Giovanni Teotino/Adrian Füglister, Kosten der akademischen Lehre und Forschung in den Univer sitätsspitälern, Detailkonzept zum Pilotprojekt, Juni 2009). Solche normativen Vorgaben sind vom Verordnungsgeber zu erlassen oder allenfalls von den Tarifpartnern festzulegen; jedenfalls ge- hört es nicht zu den Aufgaben des Anbieters eines Handbuchs für das be- triebliche Rechnungswesen, solche Wertungsentscheide zu treffen. 6.6.1 Das Handbuch REKOLE® enthält die Vorgabe (bzw. Empfehlung), dass Assistenzärztinnen und -ärzte grundsätzlich zu je 50% der Aktivität Lehre und der Aktivität Patientenversorgung zuzuordnen seien, sofern sie nicht in einem Forschungsprogramm tätig seien (S. 277). Die Ansichten zur Produktivitätsbemessung von Assistenzärztinnen und -ärzten bzw. zu C-1698/2013 Seite 64 den Kosten für deren Weiterbildung sind sehr kontrovers (vgl. DUBACH/ SPYCHER, a.a.O., S. 14 ff.; Ergebnisse der H+ Mitgliederumfrage von Mai 2011 betreffend Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung und mutmas s- liche Entwicklung der Personalstruktur in Spitä lern und Kliniken , S. 7 ff. [abrufbar unter <www.hplus.ch > Politik > Politische Tätigkeiten > Bi l- dungs- und Personalpolitik > Finanzierung betriebliche Bildung, besucht am 18.2.2014], Empfehlungen Themengruppe NGP, S. 5 ff.). 6.6.2 Der Bundesrat geht offenbar von der Annahme aus, dass au s- schliesslich die erteilte Lehre als gemeinwirtschaftliche Leistungen im Sinne von Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG zu qualifizieren und die Löhne der Assistenzärztinnen und -ärzte vollumfänglich als Betriebskosten der Sp i- täler anzurechnen seien (vgl. Antworten des Bundesrates auf die Moti o- nen von Ruth Humbel vom 19. Dezember 2008 [08.4034] und von Ignazio Cassis vom 17. Dezember 2008 [08.3847]; siehe auch BVGE 2012/18 E. 11.3 m.H. auf einen nicht publizierten Entscheid des Bundesrates vom 25. Juni 2008 [betreffend nicht universitäre Lehre]). Davon ging auch die Themengruppe "Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung" aus (vgl. Empfehlungen Themengruppe NGP, S. 7 f.). Unter Hinweis auf die B e- antwortung der beiden erwähnten Motionen wird schliesslich in der Anlei- tung ITAR_K ebenfalls festgehalten, dass die Löhne der Assistenzärztin- nen und -ärzte als OKP -Kosten anrechenbar bzw. nur die Kosten für e r- teilte Lehre auszuscheiden seien (Anleitung ITAR_K, S. 6 zu Zeile 28). 6.6.3 Mit Blick auf das Ziel einer einheitlichen Ausscheidung der Kosten für universitäre Lehre rechtfertigt es sich, Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG in diesem Sinne auszulegen, solange der Verordnungsgeber keine abwe i- chenden Vorgaben erlässt. Demnach sind nur die Kosten für erteilte un i- versitäre Weiterbildung im Sinne von Art. 7 Abs. 1 Bst. b VKL als g e- meinwirtschaftliche Leistungen auszuscheiden. Die Löhne der Assisten z- ärztinnen und -ärzte gehören hingegen zu den benchmarking-relevanten Betriebskosten. 7. Weitere gemeinwirtschaftliche Leistungen 7.1 Zu den gemeinwirtschaftlichen Leistungen (nachfolgend: gwL) – de- ren Kosten nicht in die Fallpauschale (bzw. in den Basisfallwert) einflies- sen dürfen – gehören nicht nur die universitäre Leh re und Forschung, sondern auch die Aufrechterhaltung von Spit alkapazitäten aus regiona l- politischen Gründen (Art. 49 Abs. 3 Bst. a KVG). Die Aufzählung im G e-C-1698/2013 Seite 65 setz ist jedoch nicht abschliessend, wie sich aus dem Wort "insbesond e- re" ergibt. 7.2 Die Vorinstanz hat keinen Abzug für weitere gwL vorgenommen. Der angefochtene Beschluss enthält dazu auch keine Ausführungen. Nur aus dem im Sachverhalt (Ziff. 10) zitierten Rechtsbegehren des LUKS vom 13. November 2012 wird ersichtlich, dass der Beschwerdegegnerin (ge- mäss Budgetbeschluss des Kantons Luzern vom 20. März 2012) für das Erbringen von gwL 4.838 Mio. Franken ausgerichtet werden sollten. 7.2.1 Die Preisüberwachung hat in ihrer Stellungnahme und ihrer B e- rechnung lediglich die universitäre Lehre und Forschung, aber keine we i- teren gwL berücksichtigt. Die Empfehlung datiert vom 10. Oktober 2012 und stützte sich – wie in der Stellungnahme ausgeführt wird – auf die Un- terlagen, welche das GSD der Preisüberwachung am 12. Januar und 1. März 2012 zugestellt hatte , sowie ein Antwortschreiben des LUKS an die Preisüberwachung vom 15. Mai 2012 (V-act. 23 S. 2 f.). Die Akten des Tariffestsetzungsverfahrens – welches Gegenstand des vorliegenden Be- schwerdeverfahrens bildet – wurden der Preisüberwachung erst mit Schreiben des GSD vom 20. Juni 2012 überwiesen und demnach in der Empfehlung nicht berücksichtigt. In den früheren Tarifkalkulationsversi o- nen des LUKS war ein Abzug für weitere gwL noch nicht vorgesehen (vgl. V-act. 8 B 6, V-act. 13 B 22 [Abweichungsanalyse ITAR_K]). 7.2.2 In ihrer Eingabe vom 4. April 2012 an die Vorinstanz hielt die B e- schwerdegegnerin zur Ergänzung des Sachverhalts fest, der Kanton h a- be am 20. März 2012 sein Budget für das Jahr 2012 verabschiedet, we s- halb nun auch die Beiträge für Lehre und Forschung sowie für übrige gwL bekannt seien. Daher seien die Vergütung en für folgende übrige gwL in der Berechnung der Tarife 2012 "in Übereinstimmung mit den gesetzl i- chen Vorgaben in Abzug zu bringen" (V-act. 13 S. 6): Service Public (Auf- rechterhaltung von Spitalkapazitäten aus regionalpolitischen Gründen) Fr._______, Kinderschutz Fr._______, geschützte Operationsstelle Fr._______, Dispositiv besondere Lagen Fr._______, Explantation Fr._______, insgesamt 4.838 Mio. Franken . Weiter wird auf den Entwurf der Leistungsvereinbarung zwischen dem LUKS und dem GDS verwi e- sen. Der dem Schreiben beigelegte ITAR_K -Auszug enthält in Zeile 29 (neu) einen subsidiären Abzug für übrige gwL. 7.3 C-1698/2013 Seite 66 7.3.1 Laut GDK -Empfehlungen führt der Leistungserbringer "idealerwe i- se" die Kosten für gwL als eigenen Kostenträger in der Kostenträgerrech- nung. Soweit diese in ihrer Höhe plausibel seien, erübrige sich damit ein Abzug dieser Kosten in den Kostenträgern "stationäre KVG -Leistungen". Werde jedoch kein eigener Kostenträger geführt oder seien die entspr e- chend ausgewiesenen Kosten zu gering, sei ein Abzug (ITAR_K Zeile 29) vorzunehmen. Die GDK empfiehlt den Kantonen, die Leistungserbringer aufzufordern, die Kosten für die gwL separat auszuweisen und zu b e- gründen. Die Entschädigung des Kantons für gwL soll höchstens den in einem eigenen Kostenträger ausgewiesenen oder bei den Kostenträgern "stationäre KVG-Leistungen" in Abzug gebrachten Kosten entsprechen. 7.3.2 Auch das ITAR_K geht vom Grundsatz aus, dass die Kosten für gwL separat zu erfassen (als Auftrag oder eigener Kostenträger) und in der Kostenträgerrechnung ausz uscheiden sind (vgl. ITAR_K Spalte Q, Anleitung ITAR_K, S. 6). Subsidiär soll ein normativer Abzug vorgeno m- men werden (vgl. ITAR_K Zeilen 29 und 62). 7.3.3 Die Beschwerdegegnerin weist in ihrem (detaillierten) ITAR_K ke i- nen Kostenträger für gwL aus. Im vorinsta nzlichen Verfahren vertrat sie die Ansicht, der (subsidiäre) Abzug für gwL müsse zwingend der kantona- len Abgeltung entsprechen (vgl. oben E. 7.2.2 sowie Sachverhalt A.d). Aus den benchmarking-relevanten Betriebskosten auszuscheiden sind jedoch die Kosten der im Jahr 2010 geleisteten gwL, nicht die kantonale Abgeltung für im Jahr 2012 erbrachte Leistungen (vgl. auch oben E. 6.4.2). Unabhängig von der zeitlichen Inkongruenz w ürde das Abstel- len auf die kantonale Abgeltung vorliegend bedeuten, dass nicht überprüft werden könnte, ob die kantonale Abgeltung mehr, weniger oder exakt die angefallenen Kosten deckt. Werden aber durch die kantonalen Entsch ä- digungen mehr als die effektiven Kosten für gwL abgedeckt, besteht keine Transparenz hinsichtlich der tatsächlich en Kosten und der vom Geset z- geber angestrebte Wettbewerb kann verzerrt werden (vgl. WIDMER/TEL- SER, a.a.O., S. 28 ff.). Decken die Entschädigungen hingegen weniger als die effektiven Kosten, widerspricht dies Art. 49 Abs. 3 KVG . Bereits im Zusammenhang mit der universitären Lehre und Forschung wurde s o- dann darauf hingewiesen, dass auch die Abbildungsgenauigkeit der SwissDRG-Tarifstruktur beeinträchtigt wird, wenn Abgeltungen statt Ko s- ten ausgeschieden werden (oben E. 6.4.4). 7.3.4 Vorinstanz und Beschwerdegegner in machen nicht geltend, das LUKS habe im Jahr 2010 neben universitärer Lehre und Forschung keine C-1698/2013 Seite 67 weiteren gwL erbracht. Den Akten lässt sich nicht entnehmen, ob die im Leistungsauftrag vom 29. November 2011 aufgeführten (weiteren) gwL denjenigen entsprechen, die das LUKS bereits früher geleistet hat, und ob die Abgeltungen gestützt auf einen Kostennachweis des Spitals fes t- gelegt wurden. Welchen Betrag für übrige gwL die Vorinstanz bei der E r- mittlung der benchmarking-relevanten Betriebskosten hätte abziehen müssen, lässt sich daher nicht feststellen. 7.4 Zum Leistungsauftrag vom 29. November 2011 ist – obwohl für die Ermittlung der benchmarking-relevanten Betriebskosten 2010 grundsätz- lich nicht massgebend – Folgendes zu bemerken. 7.4.1 Der Auftrag für "Service Public " wird im Anhang 3 dahingehend konkretisiert, dass es um Leistungen geht, "die aus regionalpolitischen Gründen erbracht werden bzw. Kostenwirkungen, die aus bewussten poli- tischen Entscheidungen resultieren (Aufrechterhaltung von Kapazitäten und der Versorgu ngssicherheit in abgelegenen Regionen)" . Um welche Leistungen es genau geht bzw. wo/welche Kapazitäten aus regionalpolit i- schen Gründen aufrechterhalten werden, lässt sich den Akten nicht en t- nehmen. 7.4.2 Wird nicht festgelegt, welche Leistungen ein Spital aus regionalpoli- tischen Gründen zu erbringen hat, lässt sich auch nicht feststellen, we l- che Kosten für gwL ausgeschieden werden müssten. Die vom Gesetzg e- ber angestrebte Transparenz wird dadurch erheblich beeinträchtigt. 7.4.3 Zudem kann sich dann auch die vom BAG aufgeworfene Frage stel- len, ob das Erbringen von hochkomplexen Leistungen durch das LUKS (welche von der Beschwerdegegnerin und der Vorinstanz zur Begrü n- dung für die Auswahl der Vergleichsspitäler angeführt werden) nicht der Aufrechterhaltung von Spitalkapazitäten aus r egionalpolitischen Gründen dient (bzw. ob diese Leistungen nicht besser von einem Universitätsspital zu erbringen wären, vgl. act. 20, S. 15). Soweit die Beschwerdegegnerin dazu vorbringt, diese "schwerwiegende Unterstellung" an die Adresse des LUKS bzw. des Kantons Luzern werde nicht im Ansatz belegt , verkennt sie, dass nicht zu beweisen ist, dass gwL (bzw. Nicht -OKP-Leistungen) erbracht werden, sondern dass die ausgewiesenen Kosten ausschlies s- lich OKP -pflichtige Leistungen betreffen. Wie bere its festgestellt (oben E. 6.4.4), ist ein solcher Nachweis nur möglich, wenn die Kosten der gwL transparent ausgeschieden und ausgewiesen werden. C-1698/2013 Seite 68 7.4.4 Vor diesem Hintergrund erscheint die Forderung der Beschwerd e- führerinnen, wonach die Kosten und Leistungen für die drei Spitalstandor- te (Luzern, Sursee und Wolhusen) aufzuschlüsseln seien, berechtigt. Ob auch Art. 9 Abs. 1 VKL , der vorsieht, dass die Kosten nach dem Leis- tungsort und dem Leistungsbezug sachgerecht ausgewiesen werden, in diesem Sinne zu interpretieren ist (das BAG hat sich in seiner Stellun g- nahme nicht zu dieser Frage geäussert), kann offenbleiben. 8. Teuerung 8.1 Die Vorinstanz hat entsprechend der bisherigen Praxis nur die im Jahr 2011 aufgelaufene Teuerung hinzugerechnet und ist der Auffa ssung der Beschwerdegegnerin (vgl. auch act. 8 S. 35), wonach die Teuerung auch für das Jahr 2012 auszugleichen sei, zu Recht nicht gefolgt (vgl. oben E. 3.5.2). Die nach Geltungsbeginn des Tarifs auflaufende (oder bei rück- wirkender Festsetzung bereits auf gelaufene) Teuerung kann nicht b e- rücksichtigt werden, weil diese im Zeitpunkt der Tarifverhandlungen nur grob geschätzt werden könnte und Teuerungsprognosen immer mit e r- heblichen Unsicherheiten behaftet sind (vgl. Urteil des BVGer C-536/2009 vom 17. Dezember 2009 E. 6.3). Massgebend ist somit weiterhin die ge- wichtete Teuerung für das Jahr X-1 bzw. vorliegend für das Jahr 2011 ; dabei ist für den Personalaufwand auf den Nominallohnindex 2011 und für den Sachaufwand auf den Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) 2011 abzustellen (vgl. zur Berechnung auch PUE-Praxis 2006, S. 14 f.). 8.2 Die Vorinstanz hat – wie die Preisüberwachung – die Teuerung vor dem Benchmarking zu den benchmarking-relevanten Betriebskosten hin- zugerechnet. Das ITAR_K und die GDK -Empfehlungen sehen hingegen vor, dass allfällige Zuschläge – insbesondere für die Teuerung – erst nach dem Benchmarking vorzunehmen sind. Grundsätzlich wären beide Var i- anten zulässig. Wesentlich ist aber ein einheitliches Vorgehen. Ein So l- ches ist (ohne entsprechende Regelung in der Verordnung) mit den GDK- Empfehlungen und dem ITAR_K eher gewährleis tet. Deshalb sollte der Teuerungszuschlag erst nach dem Benchmarking hinzugerechnet we r- den. 9. Intransparenzabzug 9.1 Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, die Vorinstanz hätte e i- nen Intransparenzabzug von mindestens 4% (wie von der Preisüberw a- chung empfohlen), eventualiter von 6% (wie von tarifsuisse im vorinstanz-C-1698/2013 Seite 69 lichen Verfahren beantragt), vornehmen müssen. Die Kosten - und Leis- tungsdaten des Spitals seien in verschiedener Hinsicht nicht transparent und genügten den Anforderungen nicht. 9.1.1 Die Vorinstanz erachtete den von der Preisüberwachung und den Krankenversicherern geforderten Intransparenzabzug als nicht gerech t- fertigt, weil das LUKS eine gute Kostenträgerrechnung vorgelegt habe. Überdies bestehe im Rahmen der neuen Spitalfinanzierung keine Rech t- fertigung mehr für einen Intransparenzabzug. Weil die Kosten nicht mehr massgebend seien, müsse auch nicht mehr sichergestellt werden, dass der Tar if nicht mehr als die anrechenbaren Kosten decke (RRB 218, S. 12). In der Vernehmlassung wird zudem auf den Festsetzungsb e- schluss des Regierungsrates des Kantons Zürich vom 13. März 2013 (RRB 278/2013 [im Folgenden: RRB ZH 278], E. 8.3) verwiesen, welcher den Regierungsrat in seiner Auffassung bestätige. In RRB ZH 278 wird erwogen, im wettbewerblich ausgerichteten System der neuen Spitalfinanzierung und der Festlegung von Tarifen auf der Grundlage eines Benchmarks sei es nicht länger sachgerecht, spitalind i- viduelle Korrekturen (Überkapazitätsabzüge oder Intransparenzabzüge) vor dem Benchmarking vorzunehmen, da solche Abzüge beim Benc h- mark-Spital im Endeffekt zu einem tieferen Tarif für die übrigen Spitäler führen würden. Vielmehr sei in einem Preissystem die Unwirtschaftlichkeit über das Benchmarking zu korrigieren (RRB ZH 278, E. 8.3). 9.1.2 Diese Haltung wird auch von der GDK vertreten. Sie empfiehlt, bei ungenügender Datenqualität oder fehlender Datentransparenz einen Intransparenzabzug nach und nicht vor einem Benchmarking vorzuneh- men. Die Daten der Spitäler, welche diese vollständig und transparent lie- fern, würden bei diesem Vorgehen höher gewichtet und die Intransparenz einzelner Spitäler gehe nicht zu Lasten der übrigen Spitäler. Die Scha f- fung von Anreizen für Spitäler, die Kostendaten in der notwendigen Quali- tät und Differenziertheit zu erheben und transparent und vollständig au s- zuweisen, sei aber notwendig und legitim (GDK-Empfehlungen, S. 9). 9.1.3 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, für Intransparenzabzüge bestehe unter der neuen Spitalfinanzierung, die auf einer Preissicht b a- siere, kein Raum mehr. Weil Art. 59c Abs. 1 Bst. a KVV gesetzwidrig sei, fehle es auch an einer gesetzlichen Grundlage. Die von den Beschwerde- führerinnen und der Preisüberwachung angewende te Methode führe d a- zu, dass sich eine Intransparenz der Kostenrechnung von Vergleichssp i-C-1698/2013 Seite 70 tälern zulasten des zu benchmarkenden Spitals auswirke, obwohl jedes Spital ja nur bei seiner eigenen Kostenrechnung für Transparenz so rgen könne. Die Festsetzungsbehörde habe, wenn sie die Datenqualität eines Vergleichsspitals als ungenügend erachte, nur die Möglichkeit, dieses aus dem Benchmarking auszuschliessen (davon gehe auch RRB ZH 278 [S. 28] aus). Ansonsten müsse sie die Kostendaten unverändert ins Benchmarking einfliessen lassen. Abzulehnen sei aber auch die Vorna h- me eines Intransparenzabzuges nach der Durchführung des Benchma r- kings. Das Gesetz sehe keine solche Sanktionierung vor, wenn ein Spital seiner Pflicht, transparente Kostenrechnungen zu führen, nicht na ch- komme (act. 8, S.27 f.). 9.1.4 Die Preisüberwachung nimmt bei ihrer kostenbasierten Kalkulation der Baserate weiterhin einen (gegenüber der früheren Praxis leicht red u- zierten) Intransparenzabzug vor, wenn sie die vorgelegten Daten als nicht hinreichend transpa rent erachtet. Sie begründet dies damit, dass auch bei unsicherer Datenlage gewährleistet sein müsse, dass die Kranke n- versicherer nicht zu viel bezahlen müssten (act. 11, S. 4). Im vorliegenden Fall habe die Preisüberwachung die detaillierteren Daten erst auf (mehr- maliges) Nachfragen und auch dann nicht vollständig erhalten. Dies ze i- ge, dass die Datentransparenz offenbar nur mit Intransparenzabzügen verbessert werden könne (S. 11 f.). 9.2 Dass die von der Beschwerdegegnerin vorgelegten Kosten- und Leis- tungsdaten den Anforderungen nicht genügen, steht aufgrund der vorst e- henden Erwägungen fest. Zu prüfen bleibt, ob bei den benchmarking- relevanten Betriebskosten ein Intransparenzabzug vorzunehmen ist. 9.2.1 Nach der Rechtsprechung zu aArt. 49 Abs. 1 KVG ging es beim Intransparenzabzug nicht um einen Abzug bei den anrechenbaren Ko s- ten, sondern um eine Reduktion des Kostendeckungsgrades (vgl. oben E. 3.1.2). Bereits dieser Umstand spricht dagegen, bei der Ermittlung der benchmarking-relevanten Betriebskosten einen Intr ansparenzabzug vo r- zunehmen. Sodann bilden diese Kosten für das Spital zwar Grundlage für Tarifverhandlungen (oder -festsetzungsbegehren), der zu vereinbarende oder festzusetzende Tarif hat aber nicht diesen Kosten zu entsprechen, sondern sich am Tarif des Spitals, welches den Benchmark bildet, zu ori- entieren (vgl. oben E. 2.8.5 ff.). Die in das Benchmarking einfliessenden Kostendaten eines einzelnen Spitals haben somit Auswirkungen auf die Vergütungen der übrigen Spitäler. Deshalb muss gewährleistet sein, dass der Benchmark soweit möglich auf den effektiven und transparent au s-C-1698/2013 Seite 71 gewiesenen Kosten der in das Benchmarking einbezogenen Spitäler er- mittelt wird. 9.2.2 Demnach ist bei der Ermittlung der benchmarking-relevanten Be- triebskosten (also vor dem Benchmarking) kein Intransparenzabzug vo r- zunehmen. Weiter ist der Beschwerdegegnerin grundsätzlich zuzustim- men, dass diejenigen Spitäler, die keine hinreichend transparente und vollständige Kostenrechnung vorlegen, idealerweise nicht in das Benc h- marking einbezogen werden sollten. Wie zu verfahren wäre, wenn keine oder zu wenig e Spitäler eine den Anforderungen entsprechende Koste n- rechnung vorgelegt hätten und deshalb kein rechtskonformes Benchma r- king möglich wäre, ist vorliegend nicht zu entscheiden. Diese Frage stellt sich erst, wenn es den zuständigen Kantonsregierungen nicht gelingt, im Rahmen der Tarifgenehmigungs - oder -festsetzungsverfahren die en t- scheiderheblichen Tatsachen festzustellen. 10. Benchmarking und Preisbildung 10.1 Die Spitaltarife orientieren sich an der Entschä digung jener Spitäler, welche die tarifierte obligatorisch versicherte Leistung in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen (Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG). Bei der Vereinbarung und bei der Festsetzung der Tarife ist auf eine b e- triebswirtschaftliche Bemessung zu achten (Art. 43 Abs. 4 KVG). Gemäss Art. 49 Abs. 8 KVG ordnet der Bundesrat in Zusammenarbeit mit den Kantonen schweizweit Betriebsvergleiche zwischen Spitälern an, insb e- sondere zu Kosten und medizinischer Ergebnisqualität. Die Spitäler und die Kantone müssen dafür die nötigen Unterlagen liefern. Der Bundesrat veröffentlicht die Betriebsvergleiche. 10.1.1 Weder das KVG noch die gestützt darauf erlassenen Verordnu n- gen regeln näher, wie die Preisbildung zu erfolgen hat. Dem Gesetz lässt sich ledig lich entnehmen, dass sich die Tarifparteien (bzw. die Festse t- zungsbehörde) an einem Referenzwert im Sinne von Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG zu orientieren haben. Fest steht auch, dass dieser Referenzwert aufgrund eines Benchmarkings der schweregradbereinigten Fallkosten (bzw. der benchmarking-relevanten Basiswerte) – bei qualitätskonformer Leistung – zu bestimmen ist. Im Anhörungsverfahren zur Umsetzung der Spitalfinanzierung auf Ve r- ordnungsstufe (Teilrevisionen der KVV und der VKL) hatten verschiedene Akteure – insbesondere die GDK – vorgebracht, die zentrale Frage der C-1698/2013 Seite 72 Preisfindung sei nach wie vor offengeblieben, und beantragten, die KVV mit einer entsprechenden Bestimmung zu ergänz en (vgl. GDK, Detaillier- te Stellungnahme vom 8. April 2008, S. 7 f.; BAG, Bericht zu den Erge b- nissen der Anhörung zur Änderung der KVV und der VKL vom September 2008, insbes. S. 96 ff.). Davon hat der Bundesrat jedoch abgesehen. 10.1.2 Die gemäss Art. 49 Abs. 8 KVG vorgesehenen Ergebnisse von Be- triebsvergleichen auf nationaler Ebene stehen noch nicht zur Verfügung. Wie sich aus der Antwort des Bundesrates (vom 8. März 2013) auf die In- terpellation (12.4176) von Nationalrat Toni Bortoluzzi vom 13. Dezember 2012 ergibt, ist mit einer Veröffentlichung von Betriebsvergleichen frühes- tens im Jahre 2015 zu rechnen. 10.1.3 Die SwissDRG-Tarifstruktur Version 1.0 kann noch nicht alle Ko s- tenunterschiede zwischen Spitälern sachgerecht abbilden. Mindestens in den ersten Jahren nach Ein führung der Fallpauschalen ist nach Ansicht der SwissDRG AG eine Preisdifferenzierung zwingend, so dass unte r- schiedlich hohe Basispreise (Basisfallwerte) in bestimmten Fällen sy s- teminhärent notwendig und gewollt sind (vgl. Medienmitteilungen der SwissDRG AG vom 11 . Mai 2012 und vom 14. Dezember 2012, Bericht der SwissDRG AG zuhanden des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. September 2013 [act. 17]). 10.1.4 Vor diesem Hintergrund wird das Bundesverwaltungsgericht – zu- mindest für das erste Jahr nach Einführung der lei stungsbezogenen Fall- pauschalen – den Vorinstanzen bei der Umsetzung der Preisbildungsr e- gel nach Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG einen sehr weiten Spielraum einz u- räumen haben. Erscheint das Vorgehen der Vorinstanz als vertretbar, ist der Entscheid selbst dann zu schützen, wenn andere Vorgehensweisen als besser geeignet erscheinen, die vom Gesetzgeber angestrebten Ziele zu erreichen. 10.1.5 Idealtypisch müssen Fallkosten -Betriebsvergleiche eine möglichst grosse und für alle Spitäler repräsentative Vergleichsmenge umfassen , und die zu vergleichenden benchmarking -relevanten Kosten - und Lei s- tungsdaten müssen nach einheitlicher Methode möglichst genau und rea- litätsnahe ermittelt worden und frei von Wettbewerbsverzerrungen sein. Da der Betriebsvergleich gesamtschweizerisch vorz unehmen ist, resu l- tiert idealtypisch ein schweizweit einheitlicher Benchmark. Nach Aufrec h- nung weiterer tarifrelevanter Kostenanteile, die bei der Berechnung der benchmarking-relevanten Basiswerte noch nicht berücksichtigt wurden C-1698/2013 Seite 73 (z.B. Anlagenutzungskosten und Teuerung), resultiert der Referenzwert, welcher die Ausgangsbasis für die Preisgestaltung bildet. Bei der Prei s- gestaltung ist es nicht ausgeschlossen, dass die Tarifpartner nebst dem Referenzwert in begründeten Fällen noch spitalindividuelle Besonderh ei- ten berücksichtigen. 10.1.6 Da verschiedene Voraussetzungen fehlen, lässt sich ein idealtyp i- sches Benchmarking zur Zeit und insbesondere im Einführungsjahr nicht realisieren. Auch in dieser Übergangszeit ist jedoch ein sachgerechtes, auf die vom Gesetzgeber angestrebten Ziele ausgerichtetes Benchma r- king zwingend erforderlich. Zentrales Element eines sachgerechten Benchmarkings ist namentlich die Auswahl des massgebenden Benc h- markspitals aus einer genügend repräsentativen Vergleichsmenge. In s- besondere die positive Selektion von Vergleichsspitälern anhand von b e- stimmten Kriterien kann die Repräsentativität eines Vergleichs beei n- trächtigen. Ein sachgerechtes Benchmarking muss zudem auf soliden Daten der in den Vergleich einbezogenen Spitäler basieren (vgl. auch oben E. 9.2.1, 6.4.4 und 7.3.3). Die Anforderungen an eine korrekte E r- mittlung der benchmarking-relevanten Betriebskosten (und des darauf be- ruhenden benchmarking-relevanten Basiswerts) sind umso höher, je g e- ringer die Anzahl der in den Betriebsvergleich ein bezogenen Spitäler ist. Erhöhte Anforderungen an die Kostenwahrheit sind insbesondere an die Daten derjenigen Spitäler zu stellen, welche als Benchmarkspital in Frage kommen. 10.2 Die Vorinstanz ist beim Benchmarking der Argumentation der B e- schwerdegegnerin gefolgt und hat den Betriebsvergleich auf drei Spitäler (LUKS, KSA und KSSG) beschränkt und den Benchmark beim 40. Perzentil (aufgrund gewichteter Fälle) bzw. beim LUKS gesetzt. Ein Benchmarking mit einer solch kleinen und zudem positiv selektierten Ve r- gleichsgruppe kann kaum noch als vertretbar erachtet werden, zumal die Vorinstanz weder überprüfen konnte, ob der benchmarking-relevante Ba- siswert der übrigen Spitäler rechtskonform ermittelt worden ist, noch d e- ren Effizienz beurteilen konnte. Nicht mit Art. 49 Abs. 1 KVG vereinbar ist jedenfalls, wenn – wie vorliegend – der Benchmark bei einem Spital g e- setzt wird, dessen benchmarking-relevante Betriebskosten (und demz u- folge dessen benchmarking-relevanter Basiswert) nicht KVG -konform er- mittelt wurden und das betr effende Spital aufgrund intransparenter Daten eigentlich gar nicht in das Benchmarking einbezogen werden sollte. C-1698/2013 Seite 74 10.3 Die Vorinstanz beantragt in ihrer abschliessenden Stellungnahme, im Falle einer Rückweisung sei vom Bundesverwaltungsgericht insb e- sondere da rzulegen, "aufgrund welcher Rechtsgrundlage die einzelne Kantonsregierung eine Wirtschaftlichkeitsprüfung vornehmen kann, die auch Spitäler umfasst, die keinen Leistungsauftrag des Kantons haben und deswegen nicht auf der kantonalen Spitalliste aufgeführt sin d" (act. 28 S. 17). 10.3.1 Die Kantone haben für ihre Wohnbevölkerung nicht nur eine hi n- reichende Spitalversorgung zu gewährleisten, sondern sind auch dafür verantwortlich, dass die von ihnen in die Spitalliste aufgenommenen Sp i- täler über einen rechtskonformen Ta rif verfügen (BVGE 2013/17 E. 2.5). Für die Genehmigung eines Tarifvertrages (Art. 46 Abs. 4 KVG) ist daher diejenige Kantonsregierung zuständig, die dem betreffenden Spital einen Leistungsauftrag erteilt hat (wobei bei konkurrierender Zuständigkeit di e- jenige des Standortkantons vorgeht). Gleiches gilt bei einer Tariffestse t- zung nach Art. 47 Abs. 1 KVG (zum Ganzen: BVGE 2013/8). Sowohl im Genehmigungs- als auch im Festsetzungsverfahren hat die zuständige Kantonsregierung zu prüfen, ob der Tarif mit dem Gebo t der Wirtschaf t- lichkeit in Einklang steht (vgl. Art. 46 Abs. 4 Satz 2 KVG; betreffend Tarif- festsetzung nach Art. 47 Abs. 1 KVG: BVGE 2010/24 E. 4.3, Urteil des BVGer C -4961/2010 vom 18. September 2013 E. 4.2). Eine Wirtschaf t- lichkeitsprüfung durch eine andere (nicht im Sinne von Art. 46 Abs. 4 und Art. 47 Abs. 1 KVG zuständige) Kantonsregierung sieht das KVG nicht vor. 10.3.2 Daraus folgt, dass sich der Regierungsrat für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit derjenigen Spitäler, welchen er keinen Leistungsauftr ag erteilt hat, nur auf die Wirtschaftlichkeitsprüfung der jeweils zuständigen Kantonsregierung stützen kann. Da mit dem Betriebsvergleich die Eff i- zienz beurteilt werden soll, hat das Benchmarking grundsätzlich koste n- basiert und nicht aufgrund der verhande lten Preise zu erfolgen. Solange für einzelne Kantone verwertbare Kostendaten fehlen, ist während einer Übergangsphase die Orientierung an rechtskräftig festgesetzten oder g e- nehmigten Tarifen anderer Spitäler nicht grundsätzlich unzulässig. 10.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Beschluss mit den bundesrechtlichen Vorgaben nicht vereinbar und daher aufzuh e- ben ist. Ein reformatorischer Entscheid – wie von den Beschwerdeführ e- rinnen und der Vorinstanz erbeten – kann nicht gefällt werden, weil über verschiedene Ermessensfragen zu entscheiden ist, wofür primär die Ka n-C-1698/2013 Seite 75 tonsregierung und nicht das Gericht zuständig ist. Dies gilt insbesondere in Fällen wie dem vorliegenden, in welchen das Bundesverwaltungsg e- richt den Vorinstanzen einen weiten Beurteilun gs- und Ermessensspiel- raum einzuräumen hat (vgl. oben E. 3.2.7 und 10.1.4). 11. Verfahrenskosten und Parteientschädigung 11.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Unterliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Den Vorinstanzen werden keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 11.1.1 Unter Berücksichtigung des Umfangs und der Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lag e der Parteien (vgl. Art. 63 Abs. 4bis VwVG; zur Qualifikation als vermögensrechtliche Streitigkeit vgl. BVGE 2010/14 E. 8.1.3) sind die Verfahrenskosten vorlie- gend auf Fr. 8'000.- festzusetzen. 11.1.2 Das für die Kostenverteilung massgebende Ausmass des Unterlie- gens ist aufgrund der gestellten Rechtsbegehren zu beurteilen ( MICHAEL BEUSCH, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG] , 2008, Rz. 13 zu Art. 63). Weil dabei auf das materiell wirklich Gewollte abzustellen ist ( MOSER/BEUSCH/ KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 4.43), ist hier nicht weiter darauf einzugehen, ob der Antrag der Beschwerdeführerinnen, es sei in Aufhebung des ang e- fochtenen Beschlusses ein Basispreis von Fr. 8'974.- (ab 1. Januar 2012) festzusetzen, implizite einen Antrag auf Rückweisung an die Vorinstanz einschliesst, wie in den Schlussbemerkungen vorgebracht wird . Die Be- schwerdegegnerin beantragte die Abweisung der Beschwerde (und somit die Bestätigung des von der Vorinstanz auf Fr. 10'325.- festgesetzten Ba- sispreises). Die Rückweisung an die Vorinstanz ist vorliegend als teilwe i- ses Obsiegen sowohl der Beschwerdeführerinnen als auch der B e- schwerdegegnerin zu betrachten . Das Ausmass des Unterliegens lässt sich bei diesem Ergebnis indessen nicht genau bestimmen. Es erscheint angemessen, die Verfahrenskosten je zur Hälfte den Beschwerdeführ e- rinnen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 11.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG hat die obsiegende Partei Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten (vgl. auch Art. 7 ff. des Reglements vom C-1698/2013 Seite 76 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] ). Obsiegt die Partei nur teilweise, so ist die Parteientschädigung entsprechend zu kürzen (Art. 7 Abs. 2 VGKE). Die Entschädigung wird der Körperschaft oder autonomen Anstalt auferlegt, in deren Namen die Vorinstanz verfügt hat, soweit sie nicht einer unterliegenden Gegenpartei auferlegt werden kann (Art. 64 Abs. 2 VwVG). Sind die Beschwerdeführerinnen und die Beschwerdegegnerin in gle i- chem Umfang als obsiegend bzw. unterliegend zu betrachten, können die Parteikosten wettgeschlagen werden. 12. Die Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Bun - desgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Ve r- bindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist gemäss Art. 83 Bst. r des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) unzuläs- sig. Das vorliegende Urteil ist somit endgültig. Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite. C-1698/2013 Seite 77 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene Beschluss aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit sie im Sinne der Erwägungen den Tarif neu festsetze. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 8'000.- werden je zur Hälfte den Beschwer- deführerinnen und der Beschwerdegegnerin auferlegt. Den Beschwerdeführerinnen wird unter Anrechnung des geleisteten Ko s- tenvorschusses von Fr. 8'000.- der Betrag von Fr. 4'000.- zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, innert 30 Tagen nach Zuste l- lung des vorliegenden Urteils den Betrag von Fr. 4'000.- zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde; Beilage: Auszahlungs- formular) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Einzahlungs - schein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. Protokoll-Nr. 218; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) – die Preisüberwachung (Kopie zur Kenntnis) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Susanne Fankhauser Versand: C-1698/2013 Seite 78 Schematische Darstellung der verwendeten Begriffe Erklärung weiterer Begriffe Tarifrelevante Kosten enthalten in Analogie zu den anrechenbaren Kosten nach aArt. 49 Abs. 1 KVG nicht nur die benchmarking -relevanten B e- triebskosten, sondern auch die allgemeinen Zuschläge. Spitalindividuell kalkulierte Fallkosten (Schweregrad 1.0) entsprechen den tarifrelevanten Kosten, umgelegt auf den Basisfallwert (ohne Benc h- marking). reine stat. KVG Fälle stat. Tarif KVG ZV Benchmarking Festlegung (Vereinbarung oder Festsetzung) x Kostengewicht Fallpauschale OKP-relevante Kosten aus dem Basisjahr Benchmarking-relevante Betriebkosten Basisfallwert + evtl. spitalindividuelle Zuschläge : Case Mix Referenzwert Benchmarking-relevanter Basiswert oder schweregradbereinigte Fallkosten Benchmark + allg. Zuschläge (ANK, Teuerung,..)