Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Mai 2015 (725 15 10 / 115) ____________________________________________________________________ Unfallversicherungsgesetz Prüfung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und geltend gemachten Beschwerden / Würdigung der vorhandenen Arztberichte Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, indemnis Rechtsanwälte, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Der 1973 geborene A.____ ist seit 22. April 2014 als Storenmonteur bei der B.____ GmbH tätig und durch die Arbeitgeberin bei der Schw eizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 27. Mai 2014 liess A.____ der SUVA durch seine Arbeitge berin einen Unfall melden. Laut deren Schilderung in der “Schadenmeldung UVG“ vom 27. Mai 2014 sei der Versicherte am 22. April 2014 auf der Leiter ausgerutscht und habe sich das linke Knie geprellt. Anlässlich der Abklä- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungen zu diesem Ereignis erwähnte A.____ eine Meniskuso peration aus dem Jahre 1995. An ein Unfallereignis im Jahre 1999, für welches die SUVA Leistungen erbracht hatte, vermochte sich A.____ nicht mehr zu erinnern. Nach Eingang der Unf allmeldung vom 27. Mai 2014 er- brachte die SUVA die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung) für die Folgen dieses Ereignis- ses. Mit Verfügung vom 7. Juli 2014 teilte die SUVA dem Versicherten mit, dass sie den Fall per 13. Juli 2014 abschliessen und die Versicherungsleistungen einstellen müsse, da gemäss Beur- teilung des Kreisarztes vom 26. Juni 2014 die noch bestehe nden Beschwerden am linken Knie nicht mehr auf den Unfall vom 22. April 2014 zurückzuführ en seien. Daran hielt die SUVA auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 24. November 2014 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Advokat Nicolai Ful- lin, am 9. Januar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der ange fochtene Einspracheentscheid aufzuhe- ben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, wei tere Versicherungsleistungen an den Beschwerdeführer für dessen Unfall vom 22. April 2014 zu erbringen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Februar 2015 beant ragte die SUVA die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetz es über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in C.____, weshalb die ör tliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit . a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 199 3 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Au f die – im Übrigen frist- und form- gerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 9. Jan uar 2015 ist demnach einzutre- ten. 2. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Be schwerdegegnerin ihre Versiche- rungsleistungen für die Folgen des Unfallereignisses vom 22. April 2014 zu Recht per 13. Juli 2014 eingestellt hat. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt – unter anderem – voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigun g) ein natürlicher Kausalzusammenhang be- steht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des na türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetre tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen- hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli- cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereigni s zusammen mit anderen Bedin- gungen die körperliche oder geistige Integrität der ve rsicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3 .1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störun g ein natürlicher Kausalzusammen- hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanw endende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliege nden Beweiswürdigung nach dem im Sozi- alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegende n Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs- anspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Laut Art. 11 der Verordnung über die Unfallvers icherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tat bestände dar (Art. 22 UVG; BGE 127 V 457 E. 4b, 118 V 297 E. 2d). Bei einem Rückfall ha ndelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärzt licher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spät folgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen kö nnen. Rückfälle und Spätfolgen schlies- sen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an (Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). 2.4 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl ichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des U nfallversicherers erst, wenn der Unfall Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht die natürliche und adäquate Ursache des fortbestehenden Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfa llfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszusta nd erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustande s auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bede utung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachge wiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Bewei slast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicher- ten Person, sondern beim Unfallversicherer. Dieser muss j edoch nicht den Beweis für unfall- fremde Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach w ie vor geklagtes Leiden hat ist uner- heblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingt en Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefall en sind. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen , dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei v oller Gesundheit sei (Sozialversiche- rungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2008 UV Nr. 11 S. 35 E. 3.3 mit Hinweisen). Beizufügen ist, dass die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer u nd nicht der Versicherte die Beweis- last für das Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalitä t trägt, erst Platz greift, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatze s und der Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwie gende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wi e alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Bewe ismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind ( BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherung sträger alleine nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BG E 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 4.1 Gemäss Arztbericht vom 24. April 2014 der D.____ di agnostizierte Dr. med. E.____, FMH Innere Medizin anlässlich der Erstbehandlung nach dem Unfallereignis eine „Kniekontusi- on links“. Es wurde festgehalten, der Patient sei am Mo rgen auf einer umfallenden Leiter ge- standen und habe sich an dieser das linke Knie angeschl agen, er sei nicht auf das Knie ge- stürzt. Erst im Verlauf habe er richtig Schmerzen bekomm en. Die Röntgenuntersuchung habe ergeben, dass keine Fraktur vorliege. 4.2 Am 3. Juni 2014 fand eine MRT-Untersuchung in der Radiologie F.____ statt. Dr. med. G.____, FMH Radiologie, hielt in seiner Beurteilung unter anderem fest, dass keine Meniskus- läsion vorliege. Es bestehe ein älterer Status nach VKB -Läsion mit fehlendem Nachweis des vorderen Kreuzbandes und einer kleineren fokalen ältere n Impression der subchondralen Kno- chenlamelle des lateralen Femurkondylus. Der Knorpelübe rzug sei intakt. Es liege keine Er- gussbildung vor. Dr. G.____ wies auf eine hochpopliteal liegende Baker-Zyste hin. 4.3 Der Kreisarzt Dr. med. H.____, FMH Chirurgie, fü hrte am 26. Juni 2014 aus, beim Be- schwerdeführer liege ein postoperativer Zustand vor. Al le bildgebend im MRT nachgewiesenen Läsionen seien älter und nicht mit überwiegender Wahr scheinlichkeit auf das Ereignis vom 22. April 2014 zurückzuführen. Ein Anstossen mit dem Knie ohne nachgewiesene strukturelle Läsi- onen sei nach allgemeiner Erfahrung nach 8 Wochen abg eheilt, der Status quo sine erreicht. Auch sei ein Zusammenhang mit dem Ereignis 1999 nicht überwiegend wahrscheinlich. Damals seien auch keine strukturellen Läsionen nachgewiesen gewese n und schon damals sei auf alte Verletzungen nach VKB Plastik 1995 hingewiesen worden. 4.4 Dr. med. I.____, FMH Orthopädie, berichtete mit Schreiben vom 22. August 2014, der Patient habe nach erlittenem Leitersturz mit Distorsion des linken Kniegelenks am 22. April 2014 persistierende Beschwerden einhergehend mit Instab ilitätsgefühl und zeitweilig Schwel- lungszustände. Beim Patienten sei ein auffallendes Schonhinken links mit diskreter Extensions- hemmung von 5° im Stehen festzustellen. Des Weiteren hielt er fest: „Rechtes Kniegelenk voller Bewegungsumfang für Flexion/Extension, links ebenso volle Extension bei einer Flexionsfähig- keit von 100° , darüber hinaus mediale Druckdolenzen mit Schmerzverstärkung bei Aussenrota- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tion. Positive mediale Meniskuszeichen. Lateraler Gelen kspalt unauffällig. Exquisite Druckdo- lenzen popliteal bei meiner Meinung nach vorhandener Weichteilschwellung im Sinne einer Ba- ker Zyste. Vordere Kreuzbandinsuffizienz beim Überprüfen der vorderen Schublade und Lach- manntest. MRT: Auf den vorhandenen Aufnahmen des lin ken Kniegelenkes vom 3. Juni 2014 ist eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes zu erkennen. De s weiteren meiner Meinung nach eine mediale Meniskusschädigung.“ 4.5 In der Folge unterbreitete die Beschwerdegegneri n die medizinischen Akten ihrem Kreisarzt Dr. H.____ und ersuchte ihn, zur Frage der U nfallkausalität der vom Versicherten ge- klagten Beschwerden Stellung zu nehmen. In seiner Beurte ilung vom 5. September 2014 hielt er fest, es sei ein MRI des linken Kniegelenkes veranlasst wo rden. Im Befund seien Meniskus- läsionen ausgeschlossen worden. Eine vordere Kreuzband läsion sei beschrieben, diese sei älter, das vordere Kreuzband würde sich nicht nachweisen lassen. Dies spreche für eine deut- lich ältere Kreuzbandläsion. Diese müsse viele Monate, ehe r Jahre, zurückliegen. Bei jüngeren Verletzungen des Kreuzbandes würden sich zumindest noch die Stümpfe des zerrissenen Kreuzbandes magnetresonanz-tomographisch nachweisen lass en. Auch wären andere Verlet- zungsfolgen wie bone bruise oder Ergussbildung nach de m Ereignis aufzufinden. Ein Erguss sei im MRI vom 3. Juni 2014 nicht zu finden. Die beschr iebene Baker Zyste sei nicht unfallbe- dingt. Baker Zysten würden häufig bei chronischen krank haften Veränderungen im Kniegelenk auftreten. Es seien auch die medizinischen Dokumente aus de n Jahren 1995 und 1999 hinzu- gezogen worden. Im Operationsbericht vom 20. April 1 995 sei eine alte Ruptur des vorderen Kreuzbandes links beschrieben. In einer MRI-Diagnostik vom 21. Oktober 1999 wurde ein Ver- dacht auf Ruptur des vorderen Kreuzbandes postuliert. In diesem MRI-Bericht habe Dr. Geiss- mann geschrieben, wegen fehlendem Reizknie sei die Ruptur wahrscheinlich alt. Die gefundene Läsion des vorderen Kreuzbandes sei in Anbetracht des Oper ationsberichtes vom 20. April 1995 und dem beschriebenen Befund nicht mit überwiege nder Wahrscheinlichkeit auf das Er- eignis vom 4. Juni 1999 zurückzuführen. Dr. H.____ führt e aus, zusammenfassend stelle sich die Situation dar, dass weder im MRI vom Oktober 1999 noch im MRI vom 3. Juni 2014 struktu- relle Läsionen gefunden worden seien, welche mit überw iegender Wahrscheinlichkeit auf die Ereignisse von 1999 bzw. vom April 2014 zurückzuführen sei en. Die vorhandenen bzw. be- schriebenen Pathologien am linken Kniegelenk seien zeit lich deutlich vor diesen beiden Ereig- nissen entstanden bzw. als Folgen der deutlich vor 1999 e ntstandenen vorderen Kreuz- bandruptur zu sehen. Da Dr. I.____ in seinem Bericht vom 22. August 2014 auf diese genann- ten Vorzustände nicht eingehe, sei davon auszugehen, da ss er diese Zusammenhänge nicht gekannt habe. 4.6 In einem Schreiben vom 5. Januar 2015 an den Rech tsvertreter des Beschwerdefüh- rers erwähnt Dr. I.____ gestützt auf die vorhandenen Unterlagen eine Kniedistorsion links nach einem Sturz von der Leiter am 29. Juli 2004. Auch dazumal habe sich der Beschwerdeführer im D.____ untersuchen lassen. Die Befunde anlässlich der kli nischen Untersuchung am 22. Au- gust 2014 (diskretes Schonhinken links, bei einer Beugef ähigkeit von 100° im linken Knie, Druckschmerzen über dem medialen Kniegelenkspalt, Schmerzverstärkung bei Aussenrotation) würden für eine mögliche Meniskusschädigung sprechen. Des Weiteren sei eine vordere Kreuzbandinsuffizienz bei klinischer Überprüfung feststell bar. Auf den vorhandenen MRT- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufnahmen des linken Kniegelenks vom 3. Juni 2014 sei ei ne Ruptur des vorderen Kreuzban- des gut erkennbar, seiner Meinung nach auch eine medial e Meniskusschädigung. Da der Pati- ent vor dem Unfallereignis vom 22. April 2014 an und für sich beschwerdefrei gewesen sei bzw. von Seiten des linken Kniegelenkes gut habe kompensieren können, sei es seiner Meinung nach durchaus möglich, dass es nun bei dem erlittenen Sturz am 22. April 2014 zu einer voll- ständigen vorderen Kreuzbandruptur und einer möglichen medialen Meniskusschädigung ge- kommen sei. Schlussendlich werde jedoch nur aufgrund e iner Arthroskopie des linken Kniege- lenkes eine ziemlich genaue Aussage getroffen werden könne n. Auch er könne derzeit konklu- siv nicht beurteilen, welchen Einfluss der Sturz aus dem Ja hr 2004 bzw. 2014 gehabt habe. Im gesamten Verlauf spreche jedoch viel für eine wesentlich e Befundverschlechterung aufgrund des Ereignisses vom 22. April 2014. 5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des medizinischen Sachver- haltes vollumfänglich auf die Ausführungen des Kreisar ztes Dr. H.____ vom 26. Juni 2014 und insbesondere vom 5. September 2014. Sie ging demzufolge davon aus, dass beim Versicherten im Zeitpunkt, auf den sie die strittige Leistungseinstel lung anordnete (13. Juli 2014), keine Un- fallfolgen mehr vorlagen, die mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22. April 2014 zurückgeführt werden konnten. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. N ach der Rechtsprechung kommt zwar dem Bericht eines versicherungsinternen Arztes nicht der selbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. Ein solcher Bericht ist aber, wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), soweit zu berücksichtigen, als keine – auch nur geringe – Z weifel an der Richtigkeit seiner Schlussfolgerungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7 ). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. H.____ zu zweifeln. Es ist vielmehr festzuhalten, dass sich dessen Berichte hinreichend mit den bei den Akten lie genden medizinischen Unterlagen auseinandersetzen und eine schlüssige Kausalitätsbeurteilung vornehmen. 5.2 Was der Versicherte in seiner Beschwerde vorbringt, führt zu keiner anderen Beurtei- lung der strittigen Kausalitätsfrage. Der Beschwerdef ührer beruft sich im Wesentlichen auf die Einschätzung seines behandelnden Arztes Dr. I.____. Dab ei ist bezüglich der ersten Stellung- nahme von Dr. I.____ vom 22. August 2014 festzuhalten, dass er entgegen der Schilderung des Beschwerdeführers anlässlich der Erstuntersuchung sowie i n der Schadensmeldung fälschli- cherweise von einer Distorsion und nicht von einer Kontusi on ausgegangen ist. Zudem war Dr. I.____ nicht im Besitze der Vorakten, weshalb auf diese Beurteilung nicht abgestellt werden kann. Im Bericht vom 5. Januar 2015 führt Dr. I.____ einen zusätzlichen Leitersturz vom 29. Juli 2004 an, welcher aber weder in den übrigen Akten noch vom Beschwerdeführer je erwähnt wurde. Es ist daher davon auszugehen, dass es sich dabei um einen Verschrieb von Dr. I.____ handelt. Auch in diesem Bericht geht Dr. I.____ vom 5. Januar 2015 wiederum von einer Distor- sion des linken Kniegelenks aus. Es sei durchaus möglich, d ass es durch das Unfallereignis vom 22. April 2014 zu einer vollständigen vorderen Kreu zbandruptur und einer möglichen me- dialen Meniskusschädigung gekommen sei (vgl. E. 4.4 und 4.6 hiervor). Weiter ist er der Auf- fassung, es werde schlussendlich jedoch nur eine Arthroskopi e „eine ziemlich genaue Aussage treffen“ können. Anlässlich der Erstbehandlung auf der Notfallstation des D.____ (Bericht vom Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 24. April 2014) war festgehalten worden, aus den Rön tgenbildern sei keine Fraktur ersichtlich. Dr. G.____ führte in seinem Bericht vom 3. Juni 2014 aus, es liege keine Meniskusläsion vor. Er hielt einen älteren Status nach VKB-Läsion mit fehlendem Nachweis des vorderen Kreuzbandes und eine kleine fokale ältere Impression der subchondr alen Knochenlamelle des lateralen Femurkondylus fest. Der Kreisarzt Dr. H.____ führte gestüt zt auf diese Berichte aus, eine Me- niskusläsion sei ausgeschlossen worden. Die beschriebene Kreu zbandläsion sei älter und das vordere Kreuzband würde sich nicht nachweisen lassen. Dies sp reche für eine deutlich ältere Kreuzbandläsion, welche viele Monate, eher Jahre, zurückliegen müsse. Dr. I.____ ist auf diese Begründung nicht eingegangen. Die Argumentation von Dr. H.____ ist plausibel und überzeu- gend. Dr. I.____ seinerseits spricht von möglichen Verletzungen (Meniskusschädigung) und von Verletzungen (Kreuzbandruptur), die möglicherweise a uf das Unfallereignis zurückzuführen seien. Diese Vorbringen sind nicht geeignet, Zweifel an der Beurteilung von Dr. H.____ hervor- zurufen, weshalb auf den Bericht von Dr. H.____ vom 5. S eptember 2014 abgestellt werden kann. 5.3 Anzufügen bleibt, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine reine Ak- tenbeurteilung bzw. ein reines Aktengutachten nicht an sich als unzuverlässig zu beurteilen sei. Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukom men, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beu rteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht. Aktengutachten sind insb esondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehrfach und ohne wesentliche n Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diese n Fällen kann sehr wohl in einem Ak- tengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutl ich gemacht werden (Urteil des Bun- desgerichts vom 27. März 2008, 8C_540/2007, E. 3.2 mit Hinweisen). Eine solche Konstellation liegt hier vor. Der Kreisarzt hatte gestützt auf die vor handenen medizinischen Akten hauptsäch- lich eine Kausalitätsbeurteilung vorzunehmen, d.h. darü ber zu befinden, ob die vom Versicher- ten geklagten Kniebeschwerden links noch auf das Unfalle reignis vom 22. April 2014 zurückzu- führen sind oder ob diese auf unfallfremden Ursachen beruhten. Bei dieser Fragestellung konn- te eine ausschliesslich gestützt auf die Akten erstellte Beurteilung durchaus Klärung bringen. 5.4 Gestützt auf die überzeugende Beurteilung von Dr. H.____ ist der Kausalzusammen- hang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfaller eignis vom 22. April 2014 zu ver- neinen. Im Übrigen ist davon auszugehen, dass auch eine A rthroskopie nichts an dieser Ein- schätzung ändern würde, insbesondere da selbst Dr. I.____ von einer Arthroskopie lediglich eine „ziemlich genaue Aussage“ erwartet. 6. Die Vorinstanz hat des Weiteren ausgeführt, dass auch kein Rückfall zum Unfall vom 4. Juni 1999 vorliege. 6.1 Da ein Rückfall begrifflich an ein bestehendes Unfa llereignis anschliesst (vgl. E. 2.3 hiervor), kann er eine Leistungspflicht des Unfallversich erers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerze it beim versicherten Unfall erlittenen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesundheitsschädigung ein natürlicher Kausalzusammenhang b esteht (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). Dab ei gilt es klarzustellen, dass der Unfall- versicherer in Bezug auf den geltend gemachten Rückfall nicht auf der Anerkennung des natür- lichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall behaftet wer den kann, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Es oblieg t vielmehr der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen de m neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Ab stand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung is t, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusa mmenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c in fine). Bei Beweislosigke it fällt der Entscheid zu Lasten der versi- cherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Jul i 2010, 8C_113/2010, E. 2.3; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). 6.2 Das vorliegend Ausgangspunkt für einen allfälligen Rückfall bildende Unfallereignis fand im Jahre 1999 statt und liegt bereits über 15 Jahr e zurück. Es handelte sich um einen Ba- gatellunfall – der Beschwerdeführer hatte sich beim Fussb allspielen das linke Bein ohne gegne- rische Einwirkung übertreten – mit eher geringfügigen Verletzungen. Im Zusammenhang mit diesem Unfallereignis im Jahr 1999 wurde auf einen Op erationsbericht aus dem Jahr 1995 hin- gewiesen. Aus diesem ergibt sich, dass damals eine Arth roskopie und eine Plica-Abtragung links vorgenommen und auf eine „alte Ruptur des vorderen Kreuzbandes links“ hingewiesen worden war. Bei dieser alten Ruptur des vorderen Kreu zbandes links muss es sich demzufolge um eine noch wesentlich vor der Operation im Jahr 19 95 zurückliegende Verletzung handeln. Gemäss Dr. I.____ sei der Beschwerdeführer vor dem Unfall vom 22. April 2014 beschwerdefrei gewesen. Es gibt denn auch keine medizinischen Berichte, di e von einem Kausalzusammen- hang zwischen dem Unfall im Jahre 1999 oder den noch we iter zurückliegenden Verletzungen und den heutigen Beschwerden ausgehen. Im Gegenteil g eht Dr. H.____ explizit davon aus, dass die heutigen Beschwerden nicht auf den Unfall im J ahre 1999 zurückzuführen sind. Im Übrigen macht auch der Beschwerdeführer nicht geltend, es bestehe ein Kausalzusammen- hang zwischen seinen Beschwerden und dem Unfallereignis im Jahr 1999. Vorliegend ist dem- nach ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Un fall von 1999 und den heute vor- liegenden Beschwerden ohne Zweifel zu verneinen. 7. Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen für die Folgen des Unfallereign isses vom 22. April 2014 per 13. Juli 2014 eingestellt hat. Die gegen den betreffenden Einspracheentscheid vom 24. November 2014 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 8.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen; di e obsiegende Beschwerdegeg- nerin ist zwar anwaltlich vertreten, Art. 61 lit. g ATS G schränkt den Anspruch auf eine Partei- entschädigung jedoch ausdrücklich auf die Beschwerde führende Person ein. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht