Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht Vom 14. November 2018 (810 18 87) ____________________________________________________________________ Submission Submission Ersatzfahrzeug für Werkhof inkl. Anbaugeräte Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsricht er Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer, Claude Jeanneret , Gerichtsschreiber Sandro Jaisli Beteiligte A.____ AG , vertreten durch Christian Lörli , Rechtsanwalt gegen Einwohnergemeinde B.____ , vertreten durch Dominique Erhart , Rechtsanwalt C.____ AG , Beigeladene Betreff Submission Ersatzfahrzeug für Werkhof inkl. Anbaugeräte (Entscheid der Gemeinde B.____ vom 12. März 2018) A. Die Einwohnergemeinde B.____ holte im Rahmen des Einladungsverfahrens bei vier Unternehmungen Offerten für das Projekt "Ersatzfahr zeug für Werkhof, inkl. Anbaugeräte" ein. Mit Entscheid vom 12. März 2018 erteilte sie der C.____ AG mit Sitz in D.____ den Zuschlag für Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Beschaffung des Ersatzfahrzeuges für den Werkhof zum Preis von Fr. 222'769.15 (inkl. 7.7% MWST). B. Gegen diesen Zuschlagsentscheid erhob die A.____ AG , vertreten durch Christian Lörli, Advokat in Weinfelden (Kanton Thurgau), mit E ingabe vom 23. März 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie bean- tragte, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben un d der Zuschlag sei der Beschwerde- führerin zu erteilen. Eventualiter sei die Streitsa che zur erneuten Bewertung an die Beschwer- degegnerin zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsich t beantragte sie, es sei der Be- schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. C. Mit Präsidialverfügung vom 26. März 2018 wurde der B eschwerde superprovisorisch die aufschiebende Wirkung erteilt. D. Mit Eingabe vom 9. April 2018 liess sich die Beschwe rdegegnerin zum Verfahrensan- trag vernehmen und beantragte die Abweisung des Gesuches um Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Eventualtier sei die Beschwerdeführerin zur Sich erstellung möglicher Schadenersatz- forderungen in der Höhe von Fr. 30'000.-- zu verpfli chten. Zur Begründung führte sie aus, dass das zu ersetzende Fahrzeug seit dem Jahr 2012 sehr unzuverlässig Dienst leiste. Insbesondere für den Winterdienst sei die Gemeinde auf ein zuverlässi ges und einwandfreies Fahrzeug an- gewiesen, um die Gemeindestrassen den Benutzern in e inem sicheren Zustand zur Verfügung stellen zu können. Der Gemeinderat habe deshalb im Ra hmen der Budgetplanung 2018 be- schlossen, ein neues Werkhoffahrzeug zu beschaffen, wofür die Gemeindeversammlung vom 5. Dezember 2017 dann auch einen entsprechenden Kredit gewährt habe. Der schnellstmögli- che Ersatz respektive die umgehende Auslösung des Bestellproz esses für ein neues Fahrzeug stünden somit klar im öffentlichen Interesse. E. Mit Verfügung vom 13. April 2018 hiess das Kantons gericht den Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung gut und erteilte der Beschwerde in Bestätigung der superprovisorischen Verfügung vom 26. März 2018 die aufschiebende Wir- kung. Den Verfahrensantrag der Beschwerdegegnerin betr effend Sicherstellung von möglichen Schadenersatzansprüchen wies das Kantonsgericht ab. F. In ihrer Vernehmlassung zur Hauptsache vom 7. Mai 201 8 beantragte die Beschwer- degegnerin, neu vertreten durch Dominique Erhart, Ad vokat in Oberwil, die vollumfängliche Ab- weisung der Beschwerde. Sie hielt im Wesentlichen fest, dass die Beschwerdeführerin die Vor- gaben gemäss den Ausschreibungsunterlagen wiederholt nicht eingehalten habe. G. In ihrer Replik vom 4. Juni 2018 hielt die Beschwerd eführerin vollumfänglich an ihren Rechtsbegehren fest. H. Die Beschwerdegegnerin duplizierte mit Eingabe vom 6 . Juli 2018 und hielt ebenfalls vollumfänglich an ihren Anträgen fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. Die zum Verfahren beigeladene C.____ AG reichte i nnert der gesetzten Frist keine Vernehmlassung ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 30 Abs. 1 des Gesetzes über öffentliche Bescha ffungen (BeG) vom 3. Juni 1999 in Verbindung mit § 31 lit. f BeG sowie § 43 Ab s. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 199 3 kann gegen eine Zuschlags- verfügung innerhalb von 10 Tagen Beschwerde beim Kanto nsgericht erhoben werden. Soweit das Beschaffungsgesetz nichts anderes vorsieht, richtet sich das Verfahren nach der Verwal- tungsprozessordnung (§ 30 Abs. 5 BeG). Das Gericht wendet dabei das Recht von Amtes we- gen an. Es prüft insbesondere, ob die Eintretensvorauss etzungen erfüllt sind (§ 16 Abs. 2 VPO). 1.2 Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt , wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat. Diese Voraussetzunge n müssen kumulativ erfüllt sein. Er- forderlich ist somit neben der formellen Beschwer (Teiln ahme am Verfahren vor der Vorinstanz bzw. keine Möglichkeit zur Teilnahme) zusätzlich eine mat erielle Beschwer in der Form eines besonderen Berührtseins sowie eines aktuellen Interesses an der Beschwerdeführung. Letzte- res besteht im praktischen Nutzen, der sich ergibt, wenn ein Beschwerdeführer mit seinem An- liegen obsiegt und dadurch seine tatsächliche oder rechtl iche Situation unmittelbar beeinflusst werden kann (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verf assungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 25. April 2018 [810 17 267] E. 1.2; vgl. au ch BGE 140 II 214 E. 2.1). Die materielle Beschwer der beim Vergabeverfahren nicht berücksichtigte n oder vom Verfahren ausgeschlos- senen Anbietenden ist praxisgemäss dann gegeben, wenn di ese bei Gutheissung ihrer Be- schwerde eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wied erholung des Submissionsverfah- rens führt, in dem sie ein neues Angebot einreichen könn en; andernfalls fehlt ihnen das schutzwürdige Interesse an der Beschwerdeführung (KGE VV vom 28. Juni 2017 [810 17 15] E. 1.2; KGE VV vom 22. Juni 2016 [810 16 34] E. 2.2). Im Rahmen des Eintretens wird unter- stellt, dass die in der Beschwerde vorgebrachten Rügen begründet sind. Ob dies tatsächlich der Fall ist, bildet Gegenstand der materiellen Beurteilu ng. Die Beschwerdelegitimation fehlt nur demjenigen, der zwar als Anbieter am Verfahren teilge nommen hat, aber aufgrund seiner Rechtsmittelanträge und Sachvorbringen auch bei Durchdr ingen seiner Auffassung keine reelle Chance auf den Zuschlag oder eine Wiederholung des Subm issionsverfahrens hat. Sollte die Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall mit ihrer Arg umentation Erfolg haben, so wiese ihr Angebot die höchste Punktzahl auf, was zur Zuschlagserteilung an sie führen müsste. Ihre Legi- timation ist demzufolge gegeben. 1.3 Die Beschwerdefrist von 10 Tagen seit Eröffnung de s Zuschlags ist vorliegend ge- wahrt. Auf die im Weiteren formgerecht (§ 30 Abs. 1 BeG; § 5 VPO) erhobene Beschwerde kann somit eingetreten werden. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Eine Ermessenskontrolle ist dem Kantonsgericht vorlie gend verwehrt (Art. 16 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Besch affungswesen [IVöB] vom 15. März 2001; § 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegne rin den Zuschlag zu Recht der Bei- geladenen erteilt hat. Die Beschwerdeführerin beanspr ucht den Zuschlag für sich und rügt in diesem Zusammenhang verschiedene Rechtsverletzungen der B eschwerdegegnerin bei der Beurteilung ihres Angebots. 4.1 Gemäss Art. 1 Abs. 3 lit. d IVöB sowie § 1 lit. c BeG bezweckt die Gesetzgebung im öffentlichen Vergabewesen namentlich die wirtschaftli che Verwendung öffentlicher Mittel. Die wichtigste Ausformung dieser Zielsetzung bildet die Vor gabe, wonach das wirtschaftlich güns- tigste Angebot den Zuschlag erhält (Günstigkeitsprinzip ; Art. 13 lit. f IVöB; § 26 Abs. 1 BeG). Das wirtschaftlich günstigste Angebot ist jenes mit dem be sten Preis-/Leistungsverhältnis (§ 20 Abs. 1 der Verordnung zum Beschaffungsgesetz [BeV] vom 25. Januar 2000). Beim "wirtschaft- lich günstigsten Angebot" handelt es sich um einen unbesti mmten Rechtsbegriff, welcher in jedem Einzelfall und auf der Grundlage der für die V ergabe geltenden Leistungsumschreibung wieder neu und anders zu konkretisieren ist. Diese Konkretisierung im Einzelfall erfolgt über die Zuschlagskriterien. Darunter sind diejenigen Gesichtspunkte zu verstehen, anhand derer im Hinblick auf den Vergabeentscheid das wirtschaftlich günsti gste Angebot ermittelt wird. Die Zu- schlagskriterien sind für jedes Beschaffungsgeschäft unter fa chlichen, ökologischen und öko- nomischen Gesichtspunkten festzulegen (§ 20 Abs. 2 BeV) u nd in den Ausschreibungsunterla- gen in der Reihenfolge ihrer Bedeutung und entspreche nd ihrer Gewichtung zu publizieren (§ 12 Abs. 1 lit. m IVöB; § 22 Abs. 1 BeG). Dabei ist zu beachten, dass sowohl Auswahl als auch Gewichtung der Zuschlagskriterien sachlich gerechtf ertigt sein müssen, d.h. sich am kon- kreten Auftrag, an dessen Anforderungen und Bedeutung zu orientieren haben (H ANS RUDOLF TRÜEB , in: Ösch/Weber/Zäch [Hrsg.], Kommentar Wettbewerbsrech t II, 3. Aufl., Zürich 2011, Rz. 12 zu Art. 21 BöB; MATTHIAS HAUSER , Zuschlagskriterien im Submissionsrecht, AJP 2001, S. 1405 ff.; VGer AG vom 30. April 2002, in: AGVE 2 002, S. 296, E. II.3d/aa). Zur Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots müssen (resp. könne n) neben dem Preis auch weitere leistungsbezogene Kriterien berücksichtigt werden, insbe sondere die Qualität der angebotenen Leistung (vgl. BGE 143 II 553 E. 6.4; BGE 141 II 353 E. 7.1; BGE 140 I 285 E. 5.2). Für die Zu- schlagsentscheidung massgebend ist das Preis-/Leistungsverhäl tnis, wie es ausschliesslich anhand der in der Ausschreibung definierten und publi zierten Zuschlagskriterien und deren Gewichtung zu ermitteln ist. Der Anbieter mit dem in d iesem Sinne wirtschaftlich günstigsten Angebot erwirbt einen Rechtsanspruch auf die Erteilun g des Zuschlags (KGE VV vom 28. Juni 2017 [810 17 15] E. 6.3; BLVGE 1998/1999 Nr. 22.1.2 E. 2.4.2.2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Die Auswahl des wirtschaftlichsten Angebots erfordert einen wertenden Vergleich zwi- schen den eingereichten Angeboten anhand der bekannt gegebenen Zuschlagskriterien. Nach welcher Methode diese Bewertung im Detail zu geschehen hat, schreibt das Gesetz nicht vor. Entscheidend ist, dass sich die Bewertung an den bekanntg egebenen Zuschlagskriterien orien- tiert, nachvollzogen werden kann und eine Kontrolle e rlaubt, ob die Anbietenden nach demsel- ben Massstab beurteilt wurden (KGE VV vom 30. Mai 2018 [810 17 310] E. 5.2). In der Praxis weit verbreitet ist die auch im vorliegenden Fall vorgen ommene Rangierung der Angebote mit Hilfe eines Punktebewertungssystems und einer Beurteilun gsmatrix. Dabei werden für die Zu- schlagskriterien (resp. die einzelnen Unterkriterien) Pun kte vergeben. Die Objektivierung und Operationalisierung der nicht messbaren qualitativen Kr iterien erfolgt in einem Wertungsent- scheid anhand einer Benotungsskala, wobei mehr Punkte zuge sprochen werden, je besser das Kriterium erfüllt ist. Die für das einzelne Kriteriu m vergebene Punktzahl wird sodann mit dem aus dessen Gewichtung hergeleiteten Faktor multipliziert . Die Summe der daraus resultieren- den Punktzahlen ergibt schliesslich den für den Vergabee ntscheid ausschlaggebenden Ge- samtpunktwert. Das Angebot mit dem höchsten Gesamtpunktwert erhält den Zuschlag. 4.3 Es gilt somit der Grundsatz, dass alles Zuschlagsrelevan te zum Voraus mit der Aus- schreibung festgelegt und den Offerenten zur Kenntnis ge bracht werden soll. Die Zuschlagskri- terien sind unter Einschluss ihrer Gewichtung und allfäl liger Subkriterien demzufolge bereits im abstrakten Stadium des Verfahrens in den Ausschreibungsunt erlagen präzise zu definieren, wenn die einzelnen Offerten noch nicht bekannt sind. Der Detaillierungsgrad dieser Kriterien ergibt sich aus den Erfordernissen, die das betreffende Projekt an den Unternehmer stellt (KGE VV vom 27. April 2016 [810 15 252] E. 4.1; KGE VV vom 12. September 2012 [810 12 190] E. 5.5.2). Die einmal erfolgte Festsetzung der massgeb lichen Kriterien ist für die Vergabestelle verbindlich. Eine nachträgliche Änderung dieser Kriterien ist grundsätzlich unzulässig (BGE 143 I 177 [nicht publ.] E. 1.2.4; BGE 130 I 241 E. 5.1) . Eine Vergabebehörde handelt mithin rechts- widrig, wenn sie den Zuschlagsentscheid nicht (ausschliesslich ) aufgrund der bekannt gegebe- nen Zuschlags- bzw. Subkriterien und des ebenso vorgängig bekannt gegebenen (relativen) Gewichts eines jeden Kriteriums fällt (P ETER GALLI /A NDRÉ MOSER /E LISABETH LANG /M ARC STEINER , Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Auflage, Zürich 2013, Rz. 859). 4.4 Nach ständiger Praxis des Kantonsgerichts steht den Ver gabebehörden insbesondere in der Phase der Würdigung und des Vergleichs der Ange bote im Rahmen der Offertbewertung ein grosser Ermessensspielraum zu, in den das Gericht aufgr und seiner auf Sachverhalts- und Rechtsfragen beschränkten Kognition (vgl. E. 2 hiervor) nicht eingreifen darf. Es kann nicht Sa- che des Kantonsgerichts als Beschwerdeinstanz sein, anstelle d er Vergabestelle eine eigene Bewertung vorzunehmen (vgl. KGE VV vom 21. Januar 2015 [810 14 319] E. 4; KGE VV vom 24. April 2013 [810 12 289] E. 4.1; KGE VV vom 14. November 2012 [810 12 170] E. 5.2; BLKGE 2006 Nr. 45 E. 5e). Trotz des ihr eingeräumten Spielraums darf die Vergabestelle je- doch nicht nach Belieben verfahren. Namentlich aus den allgemeinen Grundsätzen der Trans- parenz (Art. 1 Abs. 3 lit. c IVöB; § 9 lit. a BeG) und der Gleichbehandlung der Anbietenden (Art. 11 lit. a IVöB; § 9 lit. b BeG) fliessen Minde stvorgaben. So sind die publizierten massgebli- chen Zuschlags- und Unterkriterien (samt Gewichtung) für die Vergabestelle verbindlich und schränken in diesem Sinne das ihr zustehende Ermessen bei der Bestimmung des auszuwäh- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht lenden Angebots ein. Die Rechtmässigkeit der Offerten- E valuation setzt weiter voraus, dass die Vergabestelle die Bewertung der Angebote in sachli ch haltbarer Weise gemäss einem ge- nerell-abstrakten Schema vornimmt, welches den bekann tgegebenen Zuschlagskriterien ent- spricht, die Kriterien der Punkteverteilung im Einzelne n umfassend und nachvollziehbar regelt sowie auf alle Angebote gleich angewandt wird. Die Üb erlegungen und Wertungsentscheide ("Benotung"), die zur konkreten Bewertung geführt ha ben, sind offenzulegen und zu dokumen- tieren (KGE VV vom 30. Mai 2018 [810 17 310] E. 4.2 ; BLKGE 2005 Nr. 34 E. 5e m.w.H.; BGE 130 I 241 E. 5.1; P ETER GALLI /ANDRÉ MOSER /ELISABETH LANG /MARC STEINER , a.a.O., Rz. 979). Hält sich die Vergabebehörde an diese Vorgaben, hat d as Kantonsgericht nicht näher zu unter- suchen, ob die Angebotsbewertung zweckmässigerweise anders h ätte ausfallen sollen. Ein Einschreiten ist nur angezeigt, falls die Vergabebehörd e den ihr zugestandenen Spielraum überschritten hat. Eine gerichtliche Korrektur der Offe rtbewertung kommt folglich nur in Be- tracht, soweit sich diese nicht nur als unangemessen, sonde rn als qualifiziert falsch und damit rechtsfehlerhaft erweist (KGE VV vom 28. Juni 2017 [8 10 17 15] E. 5.2; BLKGE 2005 Nr. 34 E. 5d; BGer 2D_49/2011 vom 25. September 2012 E. 4.2 ; GALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 859). 5. Die Beschwerdeführerin rügte eine falsche Feststellu ng des Sachverhalts und Rechts- verletzungen bei der Bewertung der Zuschlagskriterien, und zwar insbesondere hinsichtlich des Zuschlagskriteriums 2 betreffend „Qualität“. 6.1 Zur Begründung hielt die Beschwerdeführerin zunäch st fest, dass das Subsubkriterium „Service-/Reparaturstelle, inkl. Distanz ab Werkhof“ ledi glich bezüglich der Distanz zum Werk- hof beurteilt worden sei. Da die Fahrzeuge aber nur einmal jährlich gewartet werden müssten, falle ein um 13 Minuten längerer Anfahrtsweg schlichtw eg nicht ins Gewicht. Da die An- und Rückfahrtskosten in den Kosten für die Wartung inbegrif fen seien, könne die Distanz zur Ser- vicestelle für die Beschwerdegegnerin gar nicht von Bede utung sein, womit auch kein öffentli- ches Interesse für eine Ungleichbehandlung von ortsfre mden und ortsansässigen Personen vorliege. Die lineare Bewertung der Distanz zur Service -/Reparaturstelle widerspreche Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Binnenmarkt (BGBM) vom 6. Oktober 1995 und stelle eine Bevorzugung ortsansässiger Personen dar. Das Subsub kriterium „Service-/Reparatur- stelle, inkl. Distanz ab Werkhof“ hätte daher bei der Be wertung nicht berücksichtigt werden dür- fen. 6.2 Hinsichtlich dieser Rüge der Beschwerdeführerin zum Subsubkriterium „Service- /Reparaturstelle, inkl. Distanz ab Werkhof“ ist einleit end festzuhalten, dass die Distanz zur Ser- vicestelle für die Beschwerdegegnerin in ihrer Beurteilung zu Recht eine Rolle spielte. Dies ins- besondere deshalb, da ihre Angestellten das Fahrzeug jeweils zur Servicestelle bringen und wieder abholen müssen und für diese Zeit der Beschwerde gegnerin nicht für andere Arbeiten zur Verfügung stehen. Da im Übrigen der Beschaffungsst elle in solchen Fragen ein grosses Ermessen zukommt (vgl. E. 4.4 hiervor), ist an der dies bezüglichen Bewertung der Beschwer- degegnerin nichts auszusetzen. Sie kann und darf im Rahmen dieses Ermessens insbesondere selber entscheiden, inwiefern ihr das Subsubkriterium „Service-/Reparaturstelle, inkl. Distanz ab Werkhof“ wichtig ist, das heisst wie sie dieses in ihrer Bewertung gewichten möchte. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Weiter warf die Beschwerdeführerin der Beschwerdeg egnerin vor, sie habe das Sub- subkriterium „Servicekosten“ falsch bewertet, indem sie bi s und mit 2'000 Betriebsstunden res- pektive 10 Betriebsjahre Kosten von Fr. 31'815.95 berücksi chtigt habe. Richtigerweise würden die Servicekosten – auf 2'000 Betriebsstunden respektive 10 Betriebsjahre hochgerechnet – Fr. 14'375.-- betragen. Dass diese von der Beschwerdefüh rerin genannten Servicekosten durchaus realistisch seien, ergebe sich auch aus einem Quer vergleich mit den Konkurrenzpro- dukten. Selbst wenn nicht von diesen Angaben der Beschwer deführerin ausgegangen werde, seien die von der Beschwerdegegnerin für das Subsubkrite rium „Servicekosten bis und mit 2'000 Stunden respektive 10 Betriebsjahre“ vergebenen 4 7 Punkte nicht haltbar. Obwohl die Beschwerdeführerin die Servicekosten in ihrer Offerte d etailliert ausgewiesen habe, habe die Beschwerdegegnerin diese Angaben aus unerklärlichen Grü nden nicht interpretieren können und habe daher die Servicestelle direkt bezüglich einer Schätzung der Servicekosten angefragt. Im Rahmen der Beantwortung dieser Anfrage habe die Servicestelle für den Arbeitsaufwand und die Materialkosten jeweils Minimal- und Maximalwer te angegeben und habe klar zum Aus- druck gebracht, dass die Werte sich auf Fahrzeuge beziehen , welche sich bei ihr im Service befänden. Die Beschwerdeführerin verfüge aber über vie l grössere Erfahrung im Service, wes- halb sie die Servicekosten genauer hätte abschätzen können. Es sei daher willkürlich, wenn die Beschwerdegegnerin auf die geschätzten Kosten der Service stelle abstelle. Selbst wenn diese zutreffen würden, sei es dagegen unzulässig, dass vorlieg end auf den maximalen Wert der Servicekosten abgestellt worden sei. Da die Ausschreibungsunterlagen an keiner Stelle die De- klaration der maximalen Wartungskosten verlangen würden, hätte höchstens auf den Durch- schnittswert abgestellt werden dürfen, womit die Beschwe rdeführerin beim Subsubkriterium „Servicekosten“ 18 Punkte erreicht hätte. 7.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich dagegen auf den Standpunkt, dass die Beschwer- deführerin die Vorgaben gemäss den Ausschreibungsunterl agen wiederholt nicht eingehalten habe. Betreffend die Servicekosten führte die Beschwerd egegnerin konkret aus, dass sich die von der Beschwerdeführerin eingereichte Kostenschätzung für die Servicearbeiten auf Nachfra- ge bei der zuständigen Servicestelle als unhaltbar erwie sen habe. Auch bei den Servicestellen der andern Anbieter sei betreffend die Servicekosten na chgefragt worden. Die Angaben der Servicestelle der Beschwerdeführerin basierten nicht auf dem Maximalwert, sondern hätten immer die Durchschnittskosten berücksichtigt. Dass die Service stellen der Mitkonkurrenten we- sentlich günstigere Offerten einreichten, vermöge der B eschwerdeführerin nicht zum Vorteil gereichen. Dass ihre eigene Servicestelle von weit höhere n Servicekosten ausgehe (wie sie dies auf Nachfrage auch ausdrücklich bestätigt habe) gehe vollumfänglich zulasten der Be- schwerdeführerin, welche allfällige Unstimmigkeiten mit der eigenen Servicestelle vorgängig hätte klären können. Dagegen habe sie sich dafür entschi eden, die Servicekosten selber (und nachweislich viel zu tief) zu beziffern. Dass die Beschwerdeg egnerin die Angaben der Anbieter überprüft habe, sei im Übrigen nicht zu beanstanden. 7.3 In ihrer Replik entgegnet die Beschwerdeführerin d azu, dass sie nicht eine Schätzung, sondern eine genaue Aufstellung der Servicekosten eingere icht habe. Es sei nicht nachvoll- ziehbar, weshalb diese präzise und ausführliche Berech nung durch Nachfrage bei der angege- benen Servicestelle habe überprüft werden müssen, welch e ihrerseits anschliessend nur eine Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht grobe Kostenschätzung eingereicht habe. Es sei dabei wah rscheinlich, dass die Schätzung der Servicestelle – im Unterschied zu den Angaben der Servic estellen der Mitkonkurrenten – auch Verschleissmaterial enthalte und dadurch wesentlich höher e Kosten als nur die Servicekosten ausweise. Auch der Quervergleich zu den Konkurrenzofferte n zeige, dass die Beschwerdefüh- rerin die Servicekosten korrekt ausgewiesen habe, indem sich die von ihr deklarierten Kosten im Mittelfeld der Servicekosten für die Konkurrenzprod ukte befänden. Dass die Beschwerde- gegnerin auf die Schätzung der Servicekosten der Service stelle abstelle, sei klar willkürlich und verdiene keinen Rechtsschutz. 7.4 In der Duplik hält die Beschwerdegegnerin an ihren Ausführungen fest und stellt sich auf den Standpunkt, dass die Servicekosten-Zusammenstellun g der Beschwerdeführerin un- glaubwürdig sei, weil sie den Ausführungen der angege benen Servicestelle widerspreche. Da schlussendlich die Servicestelle selbst Rechnung für ihre A rbeiten stelle, habe sie auf die An- gaben der Servicestelle abgestellt. 7.5.1 Es ist vorab festzustellen, dass dem Gericht das Fachw issen fehlt, um die Frage nach den Servicekosten anhand der von den Parteien eingereic hten Unterlagen beurteilen zu kön- nen. Es ist dem Gericht aufgrund der vorhandenen Aktenl age insbesondere nicht möglich, die genaue Höhe der Servicekosten zu berechnen. Die im vorl iegenden Verfahren von der Be- schwerdeführerin beantragte Zuschlagszuteilung an sie sel bst ist deshalb bereits aus diesem Grund abzuweisen. Das Gericht kann vorliegend vielmehr nu r die Rechtmässigkeit der in casu konkret erfolgten Kontrolle der einerseits eingereichten und andererseits extern eingeholten Servicekostenaufstellungen prüfen. 7.5.2 Des Weiteren ist vorab festzuhalten, dass an der Ta tsache, dass die Beschaffungsbe- hörde die Angaben der Offerenten überprüfte, respekti ve auch extern überprüfen liess, grund- sätzlich nichts zu bemängeln ist. Vorliegend hat die Besch werdegegnerin dagegen die Service- stelle der Beschwerdeführerin um eine Schätzung der Ser vicekosten gebeten, und zwar unab- hängig und ohne jeglichen Bezug zu der bereits von der Beschwerdeführerin eingereichten Servicekostenberechnung. Mit diesem Vorgehen wurde nicht der Wartungsplan inklusive kon- kreter Berechnung der Servicekosten der Beschwerdeführerin zur Überprüfung an ihre Service- stelle gegeben, sondern diese wurde vielmehr um eine e igenständige Schätzung der Service- kosten gebeten (vgl. Mail der Beschwerdegegnerin an Servi cestelle vom 1. März 2018). Zuläs- sig und richtig gewesen wäre dagegen eine Überprüfung der Servicekosten durch die Service- stelle anhand der mit den Offerten eingereichten Unt erlagen. Nur durch ein solches Vorgehen ist das Resultat der Überprüfung nachvollziehbar, was es d en Betroffenen ermöglicht, begrün- det auszuführen, was genau an der Überprüfung der Ser vicekosten durch eine externe Stelle falsch ist (zu viel Arbeitszeit, falscher Ansatz, falsches Material etc.). 7.5.3 Dass die Höhe der Servicekosten, wie sie die Services telle der Beschwerdeführerin geschätzt hatte, wenig plausibel ist, ergibt sich im Übri gen bereits daraus, dass die Servicekos- ten der Beigeladenen gerade mal die Hälfte beziehung sweise noch weniger betragen sollen (Beigeladene: Fr. 14'540.-- gegen Beschwerdeführerin : Fr. 31'800.--), obgleich sowohl das Fahrzeug der Beigeladenen als auch dasjenige der Beschw erdeführerin mit demselben Motor Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausgestattet sein sollen. Dieser erhebliche Unterschied kann objektiv ohne weitere Erklärung und Begründung nicht nachvollzogen werden. 7.5.4 Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die Serv icekosten bezüglich des Fahrzeuges der Beigeladenen (E.____) in casu korrekt berechnet wurden. Aus den eingereichten Akten wird ersichtlich (vgl. Aufstellung „Betriebskosten E.____ bei jährlich ca. 400/800 Std.“), dass ein klei- ner Service Fr. 560.-- und ein grosser Service Fr. 1'490 .-- betragen soll. Gemäss einer Mail von F.____ vom 1. März 2018, der den Service dieses Fahrzeuge s ausführen würde, beträgt der Arbeitsaufwand für einen kleinen Service dagegen 5-6 S tunden und für einen grossen Service 7-8 Stunden. Rechnet man nun diesen Aufwand in die Aufstellung „Betriebskosten E.____ bei jährlich ca. 400/800 Std.“ ein, entstehen für einen kle inen Service Kosten von Fr. 1'207.-- und für einen grossen Service Kosten von Fr. 2'322.--. Dies ergäbe ein Total an Servicekosten (inkl. MWST) für das Fahrzeug der Beigeladenen von Fr. 19'5 48.-- (ein kleiner Service à Fr. 500.--, 5 kleine Services à Fr. 1'207.-- und 5 grosse Services à F r. 2'322.--) und nicht wie in der De- tailauswertung der Beschwerdegegnerin festgehalten Fr . 14'539.--. Die Angaben der Service- kosten der Beschwerdegegnerin für das Fahrzeug der Beigeladenen stimmen damit augenfällig nicht. 7.5.5 Aufgrund der obigen Ausführungen ist festzuhalte n, dass das Gericht vorliegend die Servicekosten nicht vergleichen kann, da zum einen die Ser vicekosten der Beschwerdeführerin von deren Servicestelle nur geschätzt und nicht anhand de s vorhandenen Serviceplans über- prüft wurden und weil zum anderen die Servicekosten der Beigeladenen von der Beschwerde- gegnerin entgegen den eingeholten Auskünften berechnet worden sind und damit ebenfalls falsch ausgewiesen wurden. Dies führt im Ergebnis dazu, dass die Angelegenheit in diesem Punkt zur Neuberechnung der Servicekosten an die Beschwer degegnerin zurückzuweisen ist. Ebenfalls hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf diese Berechnung die Punkte neu zu verge- ben, was gegebenenfalls zu einer neuen Rangfolge führen wird. Es bleibt schliesslich festzuhal- ten, dass die Neubewertung nur zwischen der Beschwerdeführ erin und der Beigeladenen vor- zunehmen ist. 8.1 Schliesslich sind sich die Parteien in Bezug auf die Beurteilung des Subsubkriteriums „Fahrverhalten, Komfort, Leistung, Wendigkeit etc.“ un einig. Die Beschwerdeführerin hielt in grundsätzlicher Weise fest, dass sie bei diesem Subsubkriteri um bei einzelnen Kriterien weni- ger Punkte als ihre Konkurrenz erhalten habe, obwohl die angebotenen Produkte diesbezüglich mindestens gleichwertig seien. 8.2.1 Als Erstes ist die Bewertung der Brückenlänge stritt ig. Die Beschwerdegegnerin führte aus, dass das von der Beschwerdeführerin offerierte Fahr zeug die Mindestanforderungen an die Brückenlänge nicht erfüllt habe, da dieses eine Brücke von nur 2960 mm aufgewiesen habe und damit die gemäss Ausschreibungsunterlagen (vgl. Zif fer 4.1, S. 6/21) geforderte Brücken- länge von 3000 mm (verstanden als Innenmass der Brückenlän ge) nicht erreicht habe. Dage- gen verfüge das Fahrzeug der Beigeladenen über ein In nenmass der Brückenlänge von 3000 mm. Die Beschwerdeführerin ist dagegen der Ansicht, dass sie von der Vergabe hätte ausge- schlossen werden müssen, wenn ein Innen-Brücken-Mass von min destens 3000 mm gefordert Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewesen wäre. Da sie für ihre Brücke von 2960 mm aber nur einen Punkteabzug erhalten habe, bestätige dies, dass die Beschwerdegegnerin bei der Ausschr eibung nicht von der Innen- son- dern von der Aussenlänge der Brücke ausgegangen sei. 8.2.2 In Bezug auf die Brückenlänge des offerierten F ahrzeuges der Beschwerdeführerin ist unbestritten, dass das Aussenmass der Brücke 3000 mm und nu r das Innenmass blosse 2960 mm beträgt. Fraglich ist, ob es sich bei den geforderte n 3000 mm um das Innen- oder das Aus- senmass handelt. Die Ausschreibungsunterlagen enthalten d iesbezüglich widersprüchliche An- gaben. Auf Seite 6 unter Ziffer 4.1 wird unter „Fah rzeug, Brückenlänge“ ein Mindestmass von 300 cm angegeben, ohne zu spezifizieren, ob es sich dabei um das Innen- oder das Aussen- mass der Fahrzeugbrücke handeln muss. Weiter unten in de n Ausschreibungsunterlagen steht dagegen unter dem Titel „Chassis/Fahrzeugaufbau“ (vgl. Ausschreibungsunterlagen Ziff. 4.1, S. 6 f.) spezifischer: 3-Seitenkippbrücke „ca.“ 1720 mm x 3000 mm. An dieser Stelle steht nichts mehr von „mindestens“ und es ist auch nicht präzisiert, ob es sich um das Innen- oder Aussen- mass handeln muss. Dagegen wird das Wort „ca.“ explizit verw endet. Aus diesen Erwägungen wird ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin im Hinblick a uf die geforderte Brückenlänge die Ausschreibungsunterlagen erfüllt hatte und ein Abzug w egen einer zu kurzen Brückenlänge nicht zulässig ist. Auch diese Bewertung und Punktevergab e muss damit neu vorgenommen werden. 8.3.1 Des Weiteren ist unter dem Subsubkriterium „Fahr verhalten, Komfort, Leistung, Wen- digkeit etc.“ die Unterbodenverzinkung der Brücke umstrit ten. Auf Seite 7 der Ausschreibungs- unterlagen steht „Brücke verzinkt mit Schüttnase“ und B rückenbodenhöhe max. 1050 mm. Die Beschwerdegegnerin führte diesbezüglich aus, dass der Brü ckenboden des Fahrzeuges der Beigeladenen wie gemäss Ausschreibungsunterlagen (vgl. Z iffer 4.1, S. 7/21) aus Stahl und zusätzlich verzinkt sei. Auch der gesamte Brückenunterbau des Fa hrzeuges der Beigeladenen sei verzinkt. Dagegen sei beim Fahrzeug der Beschwerdefüh rerin der Stahlboden nicht zusätz- lich verzinkt. Die Beschwerdeführerin führte aus, dass sie a uch beim Unterkriterium „Brücken- materialisierung“ ungerechtfertigt benachteiligt word en sei, indem nicht ersichtlich sei, welche Unterschiede in der Materialisierung der Brücken zwischen der Beschwerdeführerin und der berücksichtigten Mitkonkurrentin bestehen würden. Sie st ritt insbesondere ab, dass der Brü- ckenboden ihres offerierten Fahrzeuges nicht verzinkt gewesen sei. Im Übrigen würden die Un- terlagen, auf welche sich die Beschwerdegegnerin bei d ieser Behauptung stütze, gar nicht sie selber, sondern eine Mitkonkurrentin betreffen. 8.3.2 Anhand der eingereichten Unterlagen kann diese Frage vom Gericht nicht beurteilt werden. Wäre diese Frage für den Vergabeentscheid ent scheidrelevant, müsste darüber ein Gutachten eingeholt werden. Es ist aus neutraler Sicht d agegen schwer vorstellbar, dass sich die Parteien anlässlich eines Augenscheins oder einer zwei ten Fahrzeugvorführung nicht dar- über einigen können, ob nun der fragliche Brückenboden verzinkt ist oder nicht. 8.4.1 Schliesslich bestehen zwischen den Parteien in Bezug auf das Subsubkriterium „Fahr- verhalten, Komfort, Leistung, Wendigkeit etc.“ auch Diff erenzen betreffend die Vorführung und das Beladen mit Staplern des offerierten Fahrzeuges. D ie Beschwerdegegnerin führte aus, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass die Beschwerdeführerin beim vereinbarten Vorführte rmin zu Testzwecken ein Fahrzeug präsentiert habe, das nicht dem von ihr angebotenen Typ entsprochen habe. Es habe sich durch einen längeren Radstand, Veränderungen in der Fahrerkabine, das Vorhandensein eines Hakengerätes anstelle einer Kippbrücke und dem Vorhanden sein eines Salzstreugerätes vom angebotenen Fahrzeugtyp unterschieden. Deshalb sei am Vorführtermin das Testen des für die Beschwerdegegnerin zentralen, einfachen und sicheren Bel adens der Fahrzeugbrücke mit ei- nem Hochhubwagen nicht möglich gewesen. Aufgrund diese r Verletzungen der Vorgaben ge- mäss den Ausschreibungsunterlagen wären ohne weiteres auch der Ausschluss der Beschwer- deführerin aus dem Vergabeverfahren beziehungsweise ein e Bewertung mit null Punkten mög- lich und nicht zu beanstanden gewesen. Die Beschwerdefüh rerin stellte sich dagegen auf den Standpunkt, dass es nicht zu erkennen gewesen sei, weshalb das Beladen mit Staplern bei dem von ihr offerierten Fahrzeug wesentlich schlechter möglich sein soll als bei demjenigen der Konkurrenz. Zudem sei die Beschwerdegegnerin vorgängig darüber informiert worden und habe dem auch so zugestimmt, dass die Beschwerdeführerin den V orführungstermin am 2. März 2018 mit einem Kundenfahrzeug der Gemeinde G.____ vo m Typ H.____ wahrnehmen werde. Weiter hätte eine Vorführung der Anbaugeräte separa t vereinbart werden müssen, wenn eine solche gewünscht gewesen wäre. Die Beschwerdegegnerin hi elt dem in ihrer Duplik entgegen, dass ihr Mitarbeiter der Vorführung des H.____ mit Hake ngerät weder zugestimmt noch mitge- teilt habe, dass der Beschwerdeführerin daraus kein Nacht eil erwachse, sondern lediglich zur Kenntnis genommen habe, dass sämtliche Fahrzeuge der Beschwerdeführerin, die ihrer Offerte entsprochen hätten, im vorgesehenen Zeitraum nicht verfügbar gewesen seien. 8.4.2 Die Richtigkeit der Ausführungen der Parteien u nter der Erwägung 8.4.1 hiervor kann das Gericht mangels entsprechender Beweise ebenfalls nicht beurteilen. Auch diese Fragen sind dagegen nicht entscheidrelevant, da bereits aufgr und der Ausführungen zu den Vergabe- kriterien „Servicekosten“ und „Brückenlänge“ die Angebot e der Beschwerdeführerin und der Beigeladenen neu bewertet werden müssen und gestützt darauf eine erneute Punktvergabe zwischen diesen beiden Offerenten zu erfolgen hat. 9. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als tei lweise begründet und ist ent- sprechend gutzuheissen. Der Zuschlagsentscheid der Beschwerdegegnerin vom 12. März 2018 wird aufgehoben und die Sache wird zur neuen Beurte ilung im Sinne der obigen Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 10.1 Es bleibt noch über die Kosten zu befinden. 10.2 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Ka ntonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss auferlegt. Den Vorinstanzen wer- den keine Verfahrenskosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Da die teilweise Gutheissung der Be- schwerde ausschliesslich auf die mangelhafte Beurteilung d er Vergabekriterien durch die Be- schwerdegegnerin zurückzuführen ist und die Beigeladene zu dem auf eine Stellungnahme ver- zichtete und sich damit nicht aktiv ins Verfahren eingebra cht hatte, rechtfertigt es sich, der Bei- geladenen keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Demzufol ge werden im vorliegenden Verfah- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführe rin ist der geleistete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zurückzuerstatten. 10.3 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der obsiegenden Partei f ür den Beizug eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zugesprochen werden. En tsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens ist der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung zulasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Da die teilweise Guth eissung der Beschwerde aus- schliesslich auf die mangelhafte Beurteilung der Vergabe kriterien durch die Beschwerdegegne- rin zurückzuführen ist und die Beigeladene zudem auf eine Stellungnahme verzichtete und sich damit nicht aktiv ins Verfahren eingebracht hatte, rechtf ertigt es sich, die Beigeladene ebenfalls von der Bezahlung einer anteilsmässigen Parteientschädigun g zu befreien. Der mit Honorarno- te vom 13. August 2018 geltend gemachte Aufwand des Rechtsvertreters von 17.58 Stunden ist umfangmässig nicht zu beanstanden, jedoch mit einem Stund enansatz von Fr. 250.-- zu be- rechnen. Dies ergibt einen Aufwand von total Fr. 4'39 5.--. Die Sekretariatsarbeit ist praxisge- mäss im Honorar des Rechtsvertreters inbegriffen, weshalb diese nicht extra entschädigt wer- den kann. Auch die Auslagen sind praxisgemäss detaillier t auszuweisen. Da es sich vorliegend um einen ausserkantonalen Rechtsvertreter handelt und di e von ihm geltend gemachte Pau- schale als moderat beurteilt werden kann, ist die geltend gemachte Barauslage von 3% nicht zu beanstanden. Sie ist dagegen von der angepassten Parte ientschädigung von Fr. 4'395.-- zu berechnen. Somit betragen die Auslagen vorliegend Fr. 131.85. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin damit im Ergebnis eine Parteie ntschädigung von Fr. 4'875.40 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) auszurichten. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird d er Zuschlagsentscheid der Einwohnergemeinde B.____ vom 12. März 2018 aufgehoben und die Sache wird zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägu ngen an die Ein- wohnerg emeinde B.____ zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der gele istete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- wird der Beschwerdeführerin zurück- erstattet. 3. Die Einwohnergemeinde B.____ hat der Beschwerdef ührerin für das Verfahren vor Kantonsgericht eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘875.40 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) zu bezahlen. Vizepräsident Gerichtsschreiber