<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00255</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107327&amp;W10_KEY=13013572&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00255</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.07.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Submission betreffend Baupolizei- und Ingenieurleistungen. Zulässigkeit des Zuschlagskriteriums Lehrlingsausbildung. Es ist grundsätzlich zulässig, die Ausbildung von Lehrlingen durch die Anbieter als Zuschlagskriterium zu verwenden. Das Kriterium darf jedoch mit höchstens 10 % des Totals aller Zuschlagskriterien gewichtet werden (E. 3e). Das Kriterium der Lehrlingsausbildung darf nicht zur Diskriminierung auswärtiger Anbieter führen. Gegenüber Anbietern aus Vertragsstaaten des GATT/WTO-Übereinkommens, die keine dem schweizerischen Lehrlingswesen vergleichbare Berufsausbildung kennen, darf es nicht angewandt werden (E. 3b und e). Es können nur Lehrstellen berücksichtigt werden, die bereits besetzt sind; denkbar wäre allenfalls eine Berücksichtigung von Lehrstellen, mit deren Besetzung aufgrund von konkreten Anhaltspunkten zuverlässig gerechnet werden kann (E. 4). Abweisung (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANBIETER">ANBIETER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGNUNG">EIGNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEHRLINGSAUSBILDUNG">LEHRLINGSAUSBILDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MARKTZUGANG">MARKTZUGANG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PREIS">PREIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALPOLITIK">SOZIALPOLITIK</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WETTBEWERB">WETTBEWERB</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTLICH GÃNSTIGSTES ANGEBOT">WIRTSCHAFTLICH GÃNSTIGSTES ANGEBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSCHLAGSKRITERIEN">ZUSCHLAGSKRITERIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 1 lit. I BGBM</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 lit. I BGBM</span><br/><span class="gerade">Art. 3 lit. II d BGBM</span><br/><span class="ungerade">lit. I GPA</span><br/><span class="gerade">lit. b GPA</span><br/><span class="ungerade">Art. 11 lit. e + f IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">Art. 13 lit. f IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">§ 31 lit. I SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2003 Nr. 38</span><br/><span class="ungerade">RB 2003 Nr. 52</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Mit einer Ausschreibung vom 1. MÃ¤rz 2002 leitete die Gemeinde X ein Vergabever­fahren fÃ¼r Baupolizei- und Ingenieurleistungen in sieben Arbeitsbereichen ein. Dabei legte sie fest, dass die Offertstellung pro Arbeitsbereich zu erfolgen habe; Teilangebote wa­ren zulÃ¤ssig. Innert Frist gingen 16 Angebote ein, mit denen unterschiedliche Kombinationen von Arbeitsbereichen offeriert wurden. Mit Beschluss vom 9. Juli 2002 vergab der Ge­meinderat die AuftrÃ¤ge fÃ¼r fÃ¼nf Arbeitsbereiche (BaugesuchsprÃ¼fung, Baukontrolle, Feuer­polizei, Hauskanalisation, baulicher Zivilschutz) an die B AG, in Y. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen diesen Beschluss erhob die A AG, in X, welche die fraglichen fÃ¼nf Arbeits­bereiche ebenfalls offeriert hatte, am 20. August 2002 Beschwerde an das Verwaltungs­gericht. Sie beantragte, die angefochtene VerfÃ¼gung sei aufzuheben und der Zuschlag ihr zu erteilen, eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Gemeinde zurÃ¼ckzuweisen. Ferner verlangte sie die Zusprechung einer angemessenen ParteientschÃ¤digung und ersuchte darum, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Gemeinde X stellte in ihrer Beschwerdeantwort vom 27. August 2002 Antrag auf Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin und ersuch­te um Verweigerung der aufschiebenden Wirkung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 18. September 2002 wurde der Beschwerde aufschiebende Wirkung erteilt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In ihrer Replik vom 3. Oktober 2002 hielt die BeschwerdefÃ¼hrerin an allen AntrÃ¤gen fest. Die Beschwerdegegnerin teilte am 11. Oktober 2002 mit, dass sie auf eine Duplik verzichte und am in der Beschwerdeantwort dargestellten Sachverhalt festhalte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Mitbeteiligte liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1">1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 22. September 1996 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Die Einwendungen der BeschwerdefÃ¼hrerin betreffen einzig das Kriterium der Lehrlingsausbildung. Sie ist der Auffassung, dass dieses ihr gegenÃ¼ber unrichtig angewandt worden sei, und verlangt zugleich eine ÃberprÃ¼fung, ob das Kriterium Ã¼berhaupt verwendet werden dÃ¼rfe. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im Angebotsformular, welches die Gemeinde den Bewerbern abgab, wurden unter Ziff. 13 die folgenden Zuschlagskriterien genannt: </p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">-<span> </span>Kundendienst</p> <p class="EinzugZitat">-<span> </span>QualitÃ¤t</p> <p class="EinzugZitat">-<span> </span>Lehrlingsausbildung</p> <p class="EinzugZitat">-<span> </span>HonoraransÃ¤tze</p> <p class="EinzugZitat">-<span> </span>Synergien zu den einzelnen Arbeitsbereichen</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Einzug1">FÃ¼r die Auswertung wurden die drei ersten Kriterien doppelt, das Kriterium Hono­rar­ansÃ¤tze dreifach und dasjenige betreffend Synergien einfach gewichtet. Insgesamt erhielt damit das Kriterium der Lehrlingsausbildung eine Gewichtung von 20 % des Gesamttotals.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Mitbeteiligten wurde beim Kriterium Lehrlingsausbildung die gewichtete Maximalpunktzahl von 12 Punkten, der BeschwerdefÃ¼hrerin lediglich ein gewichtetes Total von 9 Punkten angerechnet. WÃ¼rde auf die Verwendung dieses Kriteriums verzichtet oder erhielte die BeschwerdefÃ¼hrerin ebenfalls die von ihr beanspruchte Maximalpunktzahl, so verbesserte sich ihre Benotung in allen Arbeitsbereichen um 3 Punkte. Sie erhielte dadurch in vier der hier massgebenden fÃ¼nf Arbeitsbereiche eine hÃ¶here Gesamtpunktzahl als die Mitbeteiligte und lÃ¤ge im fÃ¼nften Bereich nur knapp hinter dieser zurÃ¼ck. Die Anwendung des Kriteriums ist daher fÃ¼r den Ausgang des Verfahrens von Bedeutung und bedarf einer ÃberprÃ¼fung. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) § 31 Abs. 1 der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 sieht vor, dass die Lehrlingsausbildung als Zuschlagskriterium herangezogen werden darf. Auch andere Kantone besitzen zum Teil Ã¤hnliche Bestimmungen (vgl. Herbert Lang, Offertenbehandlung und Zuschlag im Ã¶ffentlichen Beschaffungswesen, ZBl 101/2000, S. 225, 245 Fn. 114). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die ZulÃ¤ssigkeit dieses Kriteriums ist umstritten; es wird geltend gemacht, dass es sich dabei um einen vergabefremden Aspekt handle, der den Wettbewerb verfÃ¤lsche und es den Vergabestellen erschwere, sachgerechte Entscheide zu treffen (vgl. Peter Gauch/Hubert StÃ¶ckli, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bundes â Vergabethesen 1999, Freiburg 1999, Ziff. 12.1; Denis Esseiva, Mise en Åuvre de la nouvelle lÃ©gislation cantonale en matiÃ¨re de marchÃ©s publics, Baurecht 1998, S. 104 Ziff. 2.7; Hubert StÃ¶ckli, Urteilsanmerkung, Baurecht 2000, S. 59 Nr. S17-S18). Das Sekretariat der Wettbewerbskommission hat sich aus diesem Grund gegen die Anwendung des Kriteriums ausgesprochen (vgl. Roger ZÃ¤ch, Die Rolle der Wettbewerbskommission im Submissionswesen, in Nicolas Michel/ Roger ZÃ¤ch [Hrsg.], Submissionswesen im Binnenmarkt Schweiz, ZÃ¼rich 1998, S. 59, 78), und auch der Regierungsrat wies gegenÃ¼ber dem Kantonsrat mehrfach auf diese Problematik hin (Beantwortung der Dringlichen Interpellation KR-Nr. 115/1996 sowie der Anfragen KR-Nrn. 189/1999 und 211/1999; Letztere mit RRB Nr. 1595 vom 25. August 1999). Vereinzelt wird die Verwendung des Kriteriums aber auch befÃ¼rwortet (Matthias Hauser, Zuschlagskriterien im Submissionsrecht, AJP 2001, S. 1405, 1418).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht hat die Frage, ob es zulÃ¤ssig sei, die Lehrlingsausbildung als Zuschlagskriterium zu verwenden, in seiner bisherigen Rechtsprechung offen gelassen. Es hielt jedoch fest, dass das Kriterium, falls Ã¼berhaupt zulÃ¤ssig, entsprechend den GrundsÃ¤tzen des Binnenmarktgesetzes auf alle Anbieter aus dem Gebiet der Schweiz in gleicher Weise angewandt werden mÃ¼sse; fÃ¼r eine Bevorzugung lokaler Anbieter biete es keine Grund­lage (RB 1999 Nr. 74 = BEZ 1999 Nr. 37 E. 5). Ferner kÃ¶nne dabei nicht auf die ab­solute Anzahl Lehrlinge abgestellt werden, sondern es sei das VerhÃ¤ltnis zur Gesamtzahl der BeschÃ¤ftigten zu berÃ¼cksichtigen, da andernfalls grosse gegenÃ¼ber kleinen Betrieben bevorzugt wÃ¼rden (VGr, 23. November 2001, VB.2001.00215, www.vgrzh.ch, E. 6). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau hat das in § 18 Abs. 2 des aargauischen Submissionsdekrets vorgesehene Kriterium der Lehrlingsausbildung in einem Fall, welcher den Bestimmungen des GATT/WTO-Ãbereinkommens vom 15. April 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement; GPA) und der IVÃ¶B nicht unterstand, als anwendbar betrachtet, bezeichnete es jedoch als fraglich, ob die­ses vor dem Ã¼bergeordneten Recht standhalte. Auf jeden Fall dÃ¼rfe der Lehrlingsausbildung im Rahmen der fÃ¼r die betreffende Beschaffung massgeblichen Zuschlagskriterien nur eine untergeordnete Bedeutung zukommen; damit lasse sich auch die Gefahr, dass das Kriterium eine verdeckte Diskriminierung ermÃ¶gliche, in Grenzen halten (AGVE 2001 S. 342 E. 1c/bb/aaa; vgl. AGVE 1999 S. 294 E. 2c/bb).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Das GATT/WTO-Ãbereinkommen verlangt, dass Anbieter aus den Vertragsstaa­ten gleich behandelt werden wie jene aus dem Inland und diesen gegenÃ¼ber nicht diskriminiert werden (Art. III Abs. 1; vgl. auch Art. VIII lit. b GPA). Da das Zuschlagskriterium der Lehrlingsausbildung gegenÃ¼ber Anbietern aus Vertragsstaaten, die keine mit dem schwei­zerischen Lehrlingswesen vergleichbare Berufsausbildung kennen, zu einer nach dem Abkommen unzulÃ¤ssigen Diskriminierung fÃ¼hren kann, darf es gegenÃ¼ber Anbietern aus diesen Vertragsstaaten nicht angewandt werden. Nach den bisherigen Erfahrungen wird das Zuschlagskriterium der Lehrlingsausbildung allerdings kaum je in Vergaben verwendet, in denen mit der Teilnahme auslÃ¤ndischer Anbieter zu rechnen ist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Das Bundesgesetz vom 6. Oktober 1995 Ã¼ber den Binnenmarkt (BGBM) schliesst EinschrÃ¤nkungen des Marktzugangs, die sich aus Massnahmen mit sozialpolitischer Zielsetzung ergeben, nicht von vornherein aus (vgl. Art. 3 Abs. 2 lit. d BGBM). Vorausgesetzt wird jedoch, dass die Massnahmen fÃ¼r ortsansÃ¤ssige und ortsfremde Personen gleichermassen gelten und dass sie zur Wahrung eines Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen Interesses unerlÃ¤sslich und Ã¼berdies verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sind (Art. 3 Abs. 1 BGBM). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Verwendung des Zuschlagskriteriums der Lehrlingsausbildung bewirkt eine Be­vorzugung von Anbietern, die eine grosse Anzahl Lehrlinge ausbilden; dies entspricht einer BeschrÃ¤nkung des Marktzugangs im Sinn des Binnenmarktgesetzes fÃ¼r Anbieter, die keine oder wenig Lehrlinge ausbilden. Die FÃ¶rderung der Lehrlingsausbildung ist angesichts des heutigen Mangels an Lehrstellen zweifellos ein sozialpolitisches Ziel, das im Ã¶f­fentlichen Interesse liegt. Dass diese Zielsetzung nicht zur Benachteiligung auswÃ¤rtiger An­bieter fÃ¼hren darf, hat das Verwaltungsgericht bereits in seiner frÃ¼heren Rechtsprechung festgehalten (vorn, E. 3a). Insoweit entspricht die Massnahme den Anforderungen von Art. 3 BGBM. Zu prÃ¼fen bleibt, ob die Anwendung des Kriteriums im Sinn von Art. 3 Abs. 1 BGBM verhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist bzw. ob das Ã¶ffentliche Interesse an der Lehrlingsausbil­dung die entgegenstehenden Interessen an der GewÃ¤hrleistung eines freien und gleichberechtigten Marktzugangs (Art. 1 Abs. 1 BGBM) Ã¼berwiegt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In der Kritik wurde z.T. bezweifelt, ob die Verwendung dieses Zuschlagskriteriums Ã¼berhaupt geeignet sei, das Angebot an Lehrstellen zu fÃ¶rdern. Als ungeeignete Massnahme wÃ¤re diese ohne weiteres auch unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Die Fragestellung ist indessen zu komp­lex, um im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens Ã¼berprÃ¼ft zu werden. Solange keine klaren Hinweise vorliegen, die gegen die Eignung der Massnahme sprechen, muss der Entscheid daher dem Ermessen des Gesetz- bzw. Verordnungsgebers Ã¼berlassen bleiben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Eine andere Frage ist es, wie weit mit der Anwendung des Kriteriums gegangen wer­den darf, ohne den freien Marktzugang im Sinn des Binnenmarktgesetzes Ã¼bermÃ¤ssig zu beschrÃ¤nken. Dabei kann es offensichtlich nicht darum gehen, Ã¶ffentliche Beschaffungen ausschliesslich oder Ã¼berwiegend nach dem Einsatz von Lehrlingen durch die beteiligten Anbieter zu vergeben. Die Vergabe ist in erster Linie auf den Nutzen der beschafften GÃ¼ter und Dienstleistungen fÃ¼r die auftraggebende BehÃ¶rde auszurichten und muss einen wirk­samen, gleichberechtigten Wettbewerb unter den Anbietern gewÃ¤hrleisten. Dem Kriterium der Lehrlingsausbildung darf daher im Rahmen der Zuschlagskriterien kein Ã¼bermÃ¤s­si­ger Stellenwert zukommen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) GemÃ¤ss Art. 13 lit. f IVÃ¶B haben sich die an der Vereinbarung beteiligten Kantone verpflichtet, in ihren AusfÃ¼hrungsbestimmungen geeignete Zuschlagskriterien vorzusehen, "die den Zuschlag an das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot gewÃ¤hrleisten". Diese Bestimmung wurde in der revidierten, im Kanton ZÃ¼rich noch nicht in Kraft stehenden Fas­sung der IVÃ¶B vom 15. MÃ¤rz 2001 unverÃ¤ndert Ã¼bernommen. Das wirtschaftlich gÃ¼ns­tigste Angebot ist zwar nicht unbedingt das preislich billigste; andere Gesichtspunkte wie QualitÃ¤t, Termine etc. kÃ¶nnen ebenso hoch oder hÃ¶her gewichtet werden. Die Umschreibung von Art. 13 lit. f IVÃ¶B ist aber klarerweise auf den Nutzen der Angebote fÃ¼r das vergebende Gemeinwesen ausgerichtet und spricht daher grundsÃ¤tzlich gegen die Anwendung von leistungsfremden, insbesondere sozialpolitischen Kriterien.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In anderem Zusammenhang wie etwa bei der Eignung der Anbietenden schliesst indessen auch die Interkantonale Vereinbarung eine RÃ¼cksichtnahme auf leistungsfremde Ge­sichtspunkte nicht von vornherein aus (vgl. Art. 11 lit. e und f IVÃ¶B). Sodann hat die Rechtsprechung in beschrÃ¤nktem Rahmen auch bei den Zuschlagskriterien die Verwendung von leistungsfremden, insbesondere Ã¶kologischen Gesichtspunkten zugelassen (BGr, 31. Mai 2000, ZBl 102/2001, S. 312 E. 4 = URP 2000, S. 618 = Pra 89/2000 Nr. 150; RB 1998 Nr. 70 = BEZ 1999 Nr. 12 = ZBl 101/2000, S. 255 = URP 1999, S. 165; VGr, 24. November 1999, BEZ 2000 Nr. 9 E. 8; vgl. zum Ganzen Hauser, S. 1408 f., 1415 ff.). Dabei handelte es sich zwar â anders als bei der Lehrlingsausbildung â vorwiegend um Ge­sichtspunkte, die als Merkmale der angebotenen Leistung bzw. bei deren unmittelbarer Er­bringung von Bedeutung waren; vom wirtschaftlichen Nutzen der Leistung fÃ¼r die auftraggebende BehÃ¶rde waren sie aber ebenfalls weit gehend unabhÃ¤ngig. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Es ist daher davon auszugehen, dass auch das Kriterium der Lehrlingsausbildung im Geltungsbereich der Interkantonalen Vereinbarung Verwendung finden darf. Die Forderung von Art. 13 lit. f IVÃ¶B, wonach der Zuschlag an das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot zu erfolgen hat, behÃ¤lt aber zweifellos den Vorrang, und der Gesichtspunkt der Lehrlingsaus­bildung darf auch nach dieser Vereinbarung nur mit einer untergeordneten Gewichtung zur gesamten Bewertung beitragen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Insgesamt erweist sich damit die Verwendung der Lehrlingsausbildung als Zuschlagskriterium grundsÃ¤tzlich als zulÃ¤ssig. Dem Kriterium muss jedoch im Vergleich zu den Ã¼brigen, am Nutzen der beschafften GÃ¼ter und Dienstleistungen orientierten Kriterien eine klar untergeordnete Rolle zukommen. Im Sinn einer einfach anzuwendenden Regel ist davon auszugehen, dass die Gewichtung des Kriteriums Lehrlingsausbildung 10 % des Ge­samtgewichts aller Zuschlagskriterien nicht Ã¼berschreiten darf. Zu beachten bleibt ferner, dass das Kriterium keine Diskriminierung auswÃ¤rtiger Anbieter bewirken darf und insbesondere gegenÃ¼ber Anbietern aus Vertragsstaaten des GATT/WTO-Ãbereinkommens, die keine dem schweizerischen Lehrlingswesen vergleichbare Berufsausbildung kennen, nicht zur Anwendung gelangen kann (vorn, E. 3a und b).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">f) Bei der vorliegend beurteilten Vergabe war die Verwendung des Kriteriums der Lehrlingsausbildung somit zulÃ¤ssig. Nicht statthaft war dagegen, dass das Kriterium mit 20 % des Gesamtwerts aller Zuschlagskriterien gewichtet wurde. Dieser Umstand allein stellt allerdings die Rangierung der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht infrage, denn ihr Angebot liegt auch dann, wenn das Kriterium der Lehrlingsausbildung nur mit der zulÃ¤ssigen Gewichtung von 10% in die Bewertung einbezogen wird, noch stets hinter jenem der Mitbeteiligten zurÃ¼ck. Es sind daher des Weiteren noch die von der BeschwerdefÃ¼hrerin erhobenen Einwendungen gegen die Anwendung des Kriteriums zu prÃ¼fen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet, die Beschwerdegegnerin sei bei der Bewer­tung des Kriteriums Lehrlingsausbildung von unzutreffenden Annahmen ausgegangen und habe ihr aus diesem Grund eine ungenÃ¼gende Punktzahl zuerkannt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In ihrer Offerte hatte die BeschwerdefÃ¼hrerin die Zahl ihrer Lehrlinge mit 2 und jene ihrer Ã¼brigen Angestellten mit 5 angegeben. Anerkanntermassen beschÃ¤ftigte sie jedoch zu jenem Zeitpunkt (und offenbar auch zum Zeitpunkt der Replik) keine Lehrlinge. Bei der Bewertung des Kriteriums erklÃ¤rte sich der Gemeinderat dann zu Gunsten der BeschwerdefÃ¼hrerin bereit, ihr den Lehrlingsanteil der A AG, aus welcher die BeschwerdefÃ¼hrerin hervorgegangen war, anzurechnen, woraus sich ein VerhÃ¤ltnis von 2 Lehrlingen zu 14 Ã¼bri­gen BeschÃ¤ftigten ergab. Die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet jedoch auch diese Berechnungs­weise und macht geltend, dass die in ihrer Offerte genannten 2 Lehrstellen der Zahl ihrer Ã¼brigen Angestellten (4,5 Stellen) gegenÃ¼bergestellt werden mÃ¼ssten, was eine wesentlich gÃ¼nstigere Bewertung ergÃ¤be. Dass die beiden Lehrstellen noch nicht besetzt seien, kÃ¶nne ihr nicht entgegengehalten werden, da es nach der Rechtsprechung ausreiche, wenn die per­sonellen Ressourcen im Zeitpunkt der ErfÃ¼llung des Auftrages vorhanden seien. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Ob es zulÃ¤ssig war, der BeschwerdefÃ¼hrerin Lehrstellen einer andern Unternehmung anzurechnen, die mit dem zu vergebenden Auftrag nichts zu tun hat, ist zweifelhaft. Der Frage ist jedoch nicht weiter nachzugehen, da das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin trotz dieser bevorzugten Bewertung nicht auf den ersten Rang gelangte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts, auf die sich die BeschwerdefÃ¼hrerin beruft, ist es nicht notwendig, dass ein Anbieter schon wÃ¤hrend des Vergabeverfahrens Ã¼ber alle notwendigen personellen Ressourcen fÃ¼r die AusfÃ¼hrung des fraglichen Auftrags verfÃ¼gt; es genÃ¼gt, wenn er die zusÃ¤tzlichen KapazitÃ¤ten im Fall der Auftragserteilung rechtzeitig bereitstellen kann (VGr, 2. November 2000, VB.2000.00136, www.vgrzh.ch, E. 6b/aa). Vorliegend steht jedoch nicht die Bereitstellung ausreichender KapazitÃ¤ten infrage. Bei der Anstellung von Lehrlingen geht es vergaberechtlich nicht darum, die ErfÃ¼llung des Auftrags durch den Anbieter zu sichern, sondern um einen sozialpoli­tisch begrÃ¼ndeten Zusatzaspekt des Angebots. WÃ¤hrend die Erbringung der Leistung von der BehÃ¶rde jederzeit Ã¼berprÃ¼ft werden kann, erfordert die Kontrolle, ob eine vorgesehene Lehrstelle gehÃ¶rig besetzt wurde, einen zusÃ¤tzlichen Aufwand, und es ist auch nicht klar, welche Konsequenzen sich aus der Nichteinhaltung der Verpflichtung ergÃ¤ben. Denkbar wÃ¤re allenfalls eine BerÃ¼cksichtigung von Lehrstellen, mit deren Besetzung aufgrund von konkreten Anhaltspunkten (z.B. LehrvertrÃ¤gen) zuverlÃ¤ssig gerechnet werden kann. Vorliegend hat die BeschwerdefÃ¼hrerin aber keinerlei konkrete Angaben zu diesem Punkt gemacht, sondern lediglich erklÃ¤rt, dass sie die Lehrstellen nicht habe besetzen kÃ¶nnen, solange sie nicht im Besitz des Auftrags sei. Dass der Gemeinderat die in der Offerte genann­ten LehrverhÃ¤ltnisse unter diesen UmstÃ¤nden nicht berÃ¼cksichtigte, war zweifellos berechtigt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Die Zuspre­chung einer ParteientschÃ¤digung wurde dagegen von der Beschwerdegegnerin nicht be­antragt und wÃ¤re auch nicht gerechtfertigt (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf: <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'710.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. ...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>