Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 31. Januar 2018 (810 17 101) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung / Dauer der ehelichen Gemein- schaft Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Beat Walther, Markus Clausen, Christian Haidlauf , Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stefan Suter Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Oliver Borer , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Weg weisung / Rückweisung (Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 5. April 2017) A. Der serbische Staatsangehörige A.____, geboren 1 968, reiste am 11. Juni 2011 zur Vorbereitung der Eheschliessung in die Schweiz ein, wo er am 25. Juni 2011 die deutsche Staatsangehörige B.____ heiratete. Nach dem Umzug i n den Kanton Basel-Landschaft erteilte Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihm das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) am 15. März 2012 eine bis 30. Juni 2016 gültige Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zum Verbleib bei seiner Ehegattin. B. Am 13. Mai 2012 stellte A.____ ein Gesuch um Ertei lung einer Einreisebewilligung für seine Tochter C.____, geboren 1994. C.____ reiste am 28. Oktober 2012 in die Schweiz ein und erhielt am 7. November 2012 eine Aufenthaltsbewil ligung zum Verbleib beim Vater. Diese Bewilligung ist mittlerweile rechtskräftig widerrufen (vgl. Urteil des BGer 2C_1088/2015 vom 11. Dezember 2015). C. Am 5. März 2013 stellte A.____ ein weiteres Gesuch um Erteilung einer Einreise- bewilligung für seine Tochter D.____, geboren 1998, und für seinen Sohn E.____, geboren 2001. Auch diesem Gesuch wurde entsprochen und D.____ u nd E.____ reisten am 19. Mai 2013 in die Schweiz ein, wo ihnen am 29. Mai 2013 die Aufenthaltsbewilligungen zum Verbleib beim Vater ausgestellt wurden. D. Zu Beginn des Jahres 2013 entstanden Spannungen in der Ehe von B.____ und A.____, worauf sie unbestrittenermassen zumindest für eine gewisse Zeit getrennt lebten. Über die Dauer des Getrenntlebens und angebliche Versöhnungen m it Wiederaufnahme des Zusam- menlebens machten die Eheleute gegenüber den Behörde n unterschiedliche Angaben. Am 2. Juni 2015 bewilligte das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West jedenfalls das Getrenntleben rückwirkend auf den 1. Juli 2014. E. Nachdem das AfM A.____ das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Widerruf der Auf- enthaltsbewilligung sowie einer Wegweisung aus der Sc hweiz gewährt hatte, widerrief das AfM am 8. Juni 2015 die Aufenthaltsbewilligungen und wi es A.____, D.____ und E.____ aus der Schweiz weg. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausge führt, die eheliche Haushalts- gemeinschaft habe weniger als drei Jahre gedauert und e s seien auch keine wichtigen persön- lichen Gründe ersichtlich, die einen weiteren Aufenthal t in der Schweiz erforderlich machten. Auch sei ein persönlicher Härtefall nicht gegeben und es bestünde überdies keine Veran- lassung, A.____ die Aufenthaltsbewilligung ermessenswei se zu belassen. Schliesslich sei die Verfügung aufgrund des überwiegenden öffentlichen Int eresses verhältnismässig. Eine dage- gen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat mit Ent scheid vom 29. September 2015 ab und verfügte, dass A.____ und seine Kinder D.____ und E.____ die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des Entscheides zu verlassen hätten. F. Mit Eingaben vom 22. und 23. Oktober 2015 erhob A .____ beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde gegen den Entscheid des Regierungsrates vom 29. September 2015 (Verfahren Nr. 810 15 281). Er beantragte sinngemäss die Beibehaltung der Aufenthaltsb ewilligungen sowie die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Er brachte zur Begrü ndung vor, dass er und seine Kinder die Opfer des Psychoterrors seiner Frau seien. Eine allfällig e Wegweisung habe für ihn und die beiden Kinder fatale Folgen. Auch sei das Wohl der K inder, die in psychologischer Behandlung seien, zu beachten. Der Regierungsrat beantragte in s einer Vernehmlassung vom 27. Januar 2016 die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Nachdem es mit Verfügung vom 9. Dezember 2015 bere its das Gesuch des Beschwer- deführers um unentgeltliche Rechtspflege abgewiesen hat te, wies das Kantonsgericht die Be- schwerde mit Urteil vom 13. Juli 2016 unter Ansetzung einer neuen Ausreisefrist ebenfalls ab. H. Die dagegen erhobene Beschwerde in öffentlich-recht lichen Angelegenheiten hiess das Bundesgericht mit Urteil 2C_847/2016 vom 5. April 2017 gut, soweit es auf die Beschwerde eintrat. Es hob das kantonsgerichtliche Urteil auf und w ies die Sache zur Sachverhaltsabklä- rung und zu neuem Entscheid an das Kantonsgericht zurück. Das Bundesgericht hielt in den Erwägungen zusammenfassend fest, dass A.____ und seinen Kindern kein Aufenthalts- anspruch wegen erlittener ehelicher Gewalt zustehe. Hi nsichtlich des gestützt auf die mehr als drei Jahre dauernde Ehegemeinschaft geltend gemachten Anspruches auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erkannte das Bundesgericht, da ss aus den kantonsgerichtlichen Sach- verhaltsfeststellungen die nach aussen wahrnehmbare Wohn situation der Eheleute nicht her- vorgehe und auf deren Aussagen zu ihrem inneren Ehewil len wegen erheblicher Zweifel nicht ohne Weiteres abgestellt werden könne. Der rechtserhebl iche Sachverhalt sei unvollständig festgestellt worden, weshalb die Sache zur Sachverhal tsabklärung und zu neuem Entscheid an das Kantonsgericht zurückgewiesen werde. I. In der Folge konstituierte sich Oliver Borer, Advoka t, als Rechtsvertreter des Beschwer- deführers für das weitere kantonsgerichtliche Verfahren. Das Kantonsgericht holte bei verschie- denen Behörden Auskünfte ein, zog von der Staatsanwalt schaft Basel-Landschaft Akten bei und ordnete eine Parteiverhandlung an. An der heuti gen Parteiverhandlung beantragt der Be- schwerdeführer die Befragung von D.____ und reicht als N oven ein vom August 2016 datieren- des Arbeitszeugnis sowie diverse Unterstützungsschreiben und Unterschriftensammlungen vom August 2017 zu den Akten. Anschliessend befragt das Kanto nsgericht den Beschwerdeführer und als Auskunftsperson dessen Ehefrau B.____. Im abschl iessenden Rechtsvortrag hält der Beschwerdeführer an seinen ursprünglichen Anträgen fest. Er verweist darauf, dass die Eheleu- te - wenn auch sehr knapp - mehr als drei Jahre zusammengelebt hätten, weshalb er und seine Kinder als erfolgreich integrierte Ausländer über ei nen Anspruch auf Verlängerung der Aufent- haltsbewilligung verfügten. Der Beschwerdegegner beant ragt unter Verweis auf das Beweiser- gebnis der Parteiverhandlung weiterhin die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Weist das Bundesgericht die Sache zur neuen Beurteil ung an die Vorinstanz zurück, ist diese auf diejenige Thematik beschränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahr en wird nur insoweit neu in Gang ge- setzt, als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwäg ungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1; Urteil des BGer 6B_89/2017 vom 24. November 2017 E. 4.1). 2. Ausgehend von den bundesgerichtlichen Erwägungen ist demnach nachfolgend zu prü- fen, ob der Beschwerdeführer und dessen Kinder nach d em Scheitern der Ehegemeinschaft Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen nachehelichen Verlängerungsanspruch geltend mache n können, weil die Ehegemein- schaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration vorliegt. 3. Gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Ausländerinnen und Auslän- der (AuG) vom 16. Dezember 2005 besteht nach der Auflö sung der Ehe oder der Familienge- meinschaft ein Anspruch des Ehegatten und der Kinder a uf Verlängerung der bislang gestützt auf das Recht auf Familiennachzug (Art. 42 oder Art. 43 AuG) erteilten Aufenthaltsbewilligung weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration vorliegt. Eine relevante Ehegemeinschaft l iegt vor, solange die eheliche Beziehung tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewille besteht. Massgeblicher Zeitpunkt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen Geme inschaft ist gemäss der bundes- gerichtlichen Rechtsprechung in der Regel die Aufgab e der Haushaltsgemeinschaft. Zur Be- stimmung des Zeitpunktes, ab welchem eine Ehe- und Familiengemeinschaft definitiv als aufge- löst zu gelten hat, wird in der bundesgerichtlichen Recht sprechung im Wesentlichen auf die Dauer der nach aussen wahrnehmbaren Wohngemeinschaft abg estellt; unmassgeblich ist hin- gegen, bis zu welchem Zeitpunkt die Ehe- und Familieng emeinschaft nach deren Aufgabe for- mell noch weiter bestanden hat (BGE 136 II 113 E. 3.2 ; THOMAS HUGI YAR , Von Trennungen, Härtefällen und Delikten - Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in: Achermann/Caroni/Kälin [Hrsg.], Jahrbuch für Migration srecht 2012/2013, Bern 2013, S. 69 f.). Ist eine ernsthafte Führung des Ehe- und Familienlebens nicht (mehr) beabsichtigt, werden Zei- ten sporadischen und kurzen Zusammenwohnens bei der Bere chnung der dreijährigen Ehe- dauer im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG nicht mitgezählt (Urteil des BGer 2C_231/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.6; HUGI YAR , a.a.O., S. 71). 4. Unbestritten und durch die Akten zweifelsfrei beleg t ist der Zeitpunkt der nach aussen wahrnehmbaren Aufnahme der ehelichen Wohngemeinschaf t. Der Beschwerdeführer und B.____ heirateten am 25. Juni 2011. Zu diesem Zeitpun kt wohnten sie zusammen in F.____, weshalb die Dreijahresfrist ab diesem Datum zu berechnen ist. 5. Bezüglich der Aufgabe der nach aussen wahrnehmbare n Wohngemeinschaft präsentiert sich die Sachlage diffuser. 5.1 Die Eheleute zogen am 1. März 2012 von F.____ (A G) nach G.____ (BL). Schon im Juli desselben Jahres zogen sie in das benachbarte Gebäude um, in eine 3 1/2-Zimmerwohnung im ersten Stock am X.____weg 5. Am 15. Januar 2013 unterzeichneten beide einen weiteren Miet- vertrag mit Mietbeginn am 1. Februar 2013 für die 2 1/2-Zimmerwohnung im Erdgeschoss der- selben Liegenschaft. Am 3. Juni 2014 unterzeichneten w iederum beide Ehegatten einen Miet- vertrag per 1. Juli 2014 für eine 3 1/2-Zimmerwohnung am Y.____weg 8 in G.____. 5.2 Der Beschwerdeführer macht(e) im Verfahren geltend , er habe nach dem Einzug durch- gehend zusammen mit seiner Ehefrau in der oberen Woh nung am X.____weg 5 gewohnt und sei später mit ihr an den Y.____weg gezogen, wo es am 30. September 2014 zum endgültigen Bruch in der Beziehung und zu seinem Auszug gekommen se i. Demgegenüber vertreten das Amt für Migration und die Vorinstanz den Standpunkt, d ass sich die Ehegatten in Tat und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wahrheit bereits im Frühjahr 2013 getrennt hätten und der Beschwerdeführer zu seinen Kindern in die Erdgeschosswohnung gezogen sei, währenddem die Ehefrau alleine in der oberen Woh- nung verblieben sei. Es habe nur kürzere Phasen der Ve rsöhnung und des erneuten Zusam- menlebens gegeben, ein gemeinsamer Umzug an den Y.____weg habe nie stattgefunden. 5.3 Die Ehefrau des Beschwerdeführers teilte dem AfM am 9. September 2013 per E-Mail mit, dass sie sich im Mai 2013 vom Beschwerdeführer getren nt habe. Dieser sei aus der ge- meinsamen Wohnung ausgezogen. Im Rahmen der gleichen tags erfolgten telefonischen Nach- frage bestätigte sie gegenüber dem Sachbearbeiter des AfM die Trennung. Der Beschwerde- führer lebe mit den Kindern in der unteren Wohnung (vgl. E-Mails und Aktenbericht vom 9. September 2013, Akten des AFM, act. 183). An der he utigen Befragung erläutert B.____, dass der Beschwerdeführer nach der Ankunft seiner nachg ezogenen jüngeren Kinder D.____ und E.____ die untere Wohnung bezogen habe, wo er f ortan mit allen drei Kindern in beengten Verhältnissen gewohnt habe. Zeitweise habe sich auch noch seine frühere Ehefrau und Mutter der Kinder in der unteren Wohnung aufgehalten. Ab d ieser Zeit habe jeder sein eigenes Leben gelebt. Es treffe zu, dass es kurzzeitige Wiederannäherung en und Versöhnungen gegeben ha- be. Das bei den Akten liegende Schreiben an die Gemein de G.____ vom 7. Oktober 2013, in dem sie gemeinsam erklärten, zusammen zu wohnen, stimme so nicht, es habe quasi eine blosse Absicht ausdrückt. Die Versöhnungen seien von so ku rzer Dauer gewesen, dass es nie zu einem effektiven Wiedereinzug des Beschwerdeführers g ekommen sei. Am 1. Juli 2014 sei sie des Weiteren entgegen ihrer Ankündigung gegenüber dem AfM vom 23. Juni 2014 alleine an den Y.____weg 8 gezogen. 5.4 Der Beschwerdeführer gibt anlässlich der heutigen Pa rteibefragung an, er habe nach der Ankunft der nachgezogenen Kinder auf Verlangen se iner Ehefrau für etwa einen Monat mit diesen in der unteren Wohnung gelebt. Danach habe er wieder zusammen mit seiner Frau in der oberen Wohnung gewohnt. Er habe sich jeweils am Ab end in der unteren Wohnung aufge- halten, bis die Kinder geschlafen hätten. Dann sei er zum Übernachten nach oben zu seiner Ehefrau gegangen. Am 1. Juli 2014 hätten sie das Zusamm enleben aufgegeben und er sei zu- sammen mit den Kindern an den Z.____weg 19 in G.____ umgezogen. 6.1 Die üblichen objektiven Belege einer Aufgabe der W ohngemeinschaft, wie etwa ein Mietvertrag für eine neue Wohnung (an anderer Adresse ), die Anmeldung in einer anderen Wohngemeinde, die Einrichtung einer Postumleitung ode r die Meldung der Adressänderung gegenüber Dritten, stehen vorliegend für die Bestimmu ng des Zeitpunkts der Aufgabe der Wohngemeinschaft nicht zur Verfügung. Durch die Anmi etung von zwei Wohnungen innerhalb derselben Liegenschaft haben der Beschwerdeführer und se ine Ehefrau entsprechende nach- trägliche Nachforschungen erheblich erschwert. Aufgrund der verstrichenen Zeit lässt sich auch nicht mehr zuverlässig eruieren, ob etwa separat beschrift ete Briefkästen oder Klingelschilder bestanden. Aus der Befragung von ehemaligen Nachbarn sind bei der vorliegenden Konstellati- on ebenfalls keine klärenden Antworten zu erwarten. D er im eheschutzrichterlichen Entscheid vom 2. Juni 2015 festgelegte Trennungszeitpunkt vom 1. Ju li 2014 basiert auf einem zwischen den Ehegatten geschlossenen Vergleich und nicht auf einem Beweisverfahren, weshalb er nicht beweiskräftig ist (so schon das aufgehobene kantonsgerichtli che Urteil vom 13. Juli 2016 Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 6.2). Bei der Sachverhaltsermittlung trifft den B eschwerdeführer eine spezialgesetzliche Mit- wirkungspflicht (Art. 90 AuG), vorab für jene Umstände , welche er als Partei besser kennt als die Behörden und welche ohne seine Mitwirkung gar nich t oder nicht mit vernünftigem Aufwand erhoben werden könnten. Auch wenn er nicht mit einer subjektiven Beweisführungspflicht be- lastet ist, bleibt dennoch anzumerken, dass er keine Bew eismittel eingereicht oder Beweisan- träge gestellt hat. Soweit er erstmals an der heutige n Verhandlung die Befragung seiner Toch- ter D.____ beantragt, stellt er diesen Beweisantrag ver spätet (§ 6 Abs. 2 VPO). Seine Tochter ist zudem durch das vorliegende Verfahren unmittelbar i n eigenen Interessen betroffen, wes- halb ihrer Aussage ohnehin kein allzu hoher Beweiswert einzuräumen wäre. Es bleiben die Aussagen der Direktbeteiligten. Deren Darstellungen zum Eheleben widersprechen sich in zent- ralen Punkten, so auch bezüglich der Aufgabe der nach aussen wahrnehmbaren Wohngemein- schaft. 6.2.1 Vor der inhaltlichen Würdigung der Aussagen des B eschwerdeführers ist zunächst fest- zuhalten, dass er an der heutigen Befragung verschiedentl ich die Antwort verweigert und zu entscheidenden Aspekten einsilbig und ausweichend geantw ortet hat. Selbst auf konkrete Nachfragen blieben seine Schilderungen, wenn er sich de nn überhaupt äusserte, auffallend wortkarg. 6.2.2 Sein über das Gesamtverfahren an den Tag gelegt e Aussageverhalten ist geprägt von Inkonsistenzen und eklatanten Widersprüchen. So gab er etwa im Rahmen des rechtlichen Ge- hörs im Schreiben vom 15. März 2015 gegenüber dem AfM (act. 371) an, dass er im Januar 2013 zusammen mit seiner Ehefrau in H.____ (wohl geme int: F.____) gewohnt habe und dass sie im Oktober 2014 eine neue Wohnung im Y.____weg in G.____ gemietet hätten, was auf- grund der objektiven Beweislage offensichtlich nicht zutre ffen kann. Er berichtete sodann von einer dramatischen Trennung am 1. Oktober 2014, als se ine Ehefrau ihn und seine beiden bei ihnen wohnenden Kinder D.____ und E.____ nicht mehr in die Wohnung gelassen habe, als er von der Arbeit nach Hause gekommen sei (so auch seine Aus führungen in der Beschwerde- schrift an das Bundesgericht vom 14. September 2016, Rz. 8). Mehr als seltsam mutet dabei an, dass er gemäss seiner dortigen Schilderung am 1. Oktober 2014 zunächst im Rahmen einer intakten Beziehung einzog, nur um Stunden später - ohne erkennbaren Grund - von seiner Frau aus der Wohnung gewiesen zu werden. Dass er am Tag des Umzugs zur Arbeit ging, ist nur ein weiteres wenig lebensnahes Detail dieser Schilderung. Auch gegenüber der Polizei berichtete er im Rahmen einer Strafanzeige gegen seine Ehefrau w egen Urkundenfälschung und Be- schimpfung, dass diese ihn und seine Kinder "im Septembe r 2014" (wohl gemeint: Ende Sep- tember/Anfang Oktober) nicht mehr in die gemeinsame W ohnung gelassen habe (vgl. Rapport der Polizei Basel-Landschaft vom 30. Juli 2015 in den beigezogenen Akten des später einge- stellten Strafverfahrens MU1 15 2657). Heute gab er d emgegenüber an, nie an den Y.____weg gezogen zu sein. Vielmehr hätten sie bereits am 1. Jul i 2014 das Zusammenleben aufgegeben. Dies stimmt überein mit einer Adressänderungsmeldung au s dem Oktober 2014 an die Ge- meinde G.____ (Akten des AFM, act. 329), wonach er mit seinen Kindern seit dem 1. Juli 2014 am Z.____weg wohnhaft sei, wobei der Beschwerdeführer heute bestreitet, das besagte Schreiben unterzeichnet zu haben. Die auf dem Dokument a ngebrachte Unterschrift unter- scheidet sich in der Tat markant von der sonst von ihm für die Unterzeichnung von Dokumenten Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht verwendeten Signatur. Sie passt jedoch haargenau zur in seinem serbischen Pass eingetrage- nen Unterschrift (vgl. die Passkopie in den Akten des AF M, act. 007), weshalb kein ernsthafter Zweifel darüber bestehen kann, dass er das Dokument unterzeichnet hat. 6.2.3 Bezüglich der Wohnverhältnisse am X.____weg schwank en die Angaben des Be- schwerdeführers ebenfalls. So führte er im vorinstanzlichen Verfahren in der Beschwerde- begründung vom 10. Juni 2015 aus, es sei lediglich die älteste Tochter C.____ in die untere Wohnung gezogen. Er und seine Frau hätten zusammen mit den Kindern D.____ und E.____ oben gewohnt. Dies steht im Gegensatz zur heutigen Auss age, wonach die Kinder stets im Erdgeschoss gewohnt hätten. Er hat heute zunächst behaup tet, seine Ehefrau habe die untere Wohnung alleine angemietet. Erst nach der Vorlage des entsprechenden Dokuments räumt er ein, dass er den Mietvertrag mitunterzeichnet hat. Weit er wird in der Beschwerdebegründung ausgeführt, es stimme nicht, dass seine Frau im Mai 2013 aus dem Mietvertrag für die Erdge- schosswohnung ausgeschieden sei. Am Ende desselben Absatzes w ird demgegenüber vorge- tragen, seine Frau habe die Vertragsänderung veranlasst. Sodann führte der Beschwerdeführer in der Beschwerdebegründung aus, er habe keine Kenntni s vom Schreiben des AfM vom 10. März 2014, in dem ihm angeblich das rechtliche Gehö r betreffend der vorgesehenden Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung gewährt worden sei. Bei den Akten findet sich jedoch eine entsprechende Stellungnahme vom 19. März 2014, das auch die vom AfM gestell- ten Fragen zur persönlichen Situation und den familiä ren Verhältnissen ausführlich beantwortet (act. 279). Der Beschwerdeführer behauptet, er wisse ni cht, wer dieses Schreiben verfasst ha- be. An der heutigen Parteiverhandlung musste er allerdings einräumen, dass das Schreiben mit seiner Unterschrift versehen ist. In dieser Stellungnahm e vom 19. März 2014 bezeichnet er die Ehe als keinesfalls gescheitert, auch wenn es zu "Meinungs verschiedenheiten" gekommen sei. Es habe nie eine Trennung gegeben. Vielmehr möchte er mit seiner Frau alt werden. Diese Ausführungen stehen in starkem Kontrast zu seinen spätere n Behauptungen - etwa im Antrag auf Bewilligung des Getrenntlebens vom 3. März 2015 an das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West oder im bundesgerichtlichen Verfahren in der Besch werdebegründung vom 16. September 2016 -, er und seine Kinder seien währe nd der gesamten Zeit den Demütigun- gen und dem "Psychoterror" seiner Ehefrau ausgesetzt gew esen. In seiner Strafanzeige vom 10. Juni 2015 beschuldigte er sie unter anderem der hä uslichen Gewalt in der Form von "seeli- scher und psychologischer Grausamkeit", was er auch der Polizei zu Protokoll gab (vgl. Rapport der Polizei Basel-Landschaft vom 30. Juli 2015, a.a.O.). 6.2.4 Eine umfassenden Würdigung der Aussagen und des Aussageverhaltens des Be- schwerdeführers führt zur Erkenntnis, dass seinen Schilderungen und Beteuerungen zum Tren- nungszeitpunkt kein Glauben geschenkt werden kann. Immer wieder hat er sich in eklatante Widersprüche verstrickt. So präsentierte er im Laufe des Verfahrens wechselnde Versionen des Geschehens, wobei einzelne nachweisbar falsch waren, stet s aber zahlreiche Ungereimtheiten offen blieben. Seine Angaben sind auffallend detaila rm und teilweise logisch inkosistent oder schlicht lebensfern. Er hat seine Version bezüglich des g emeinsamen Umzugs an den Y.____weg zudem nachträglich angepasst, nachdem er mit der überwältigenden dagegen sprechenden Indizienlast konfrontiert worden war. Damit hat er gleichzeitig zugegeben, dass er gegenüber der Polizei falsch ausgesagt hat. Offensicht lich hat er keine Hemmungen, gegen- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht über den Behörden unabhängig vom Wahrheitsgehalt di e für seine persönlichen Bedürfnisse und Ziele passende Darstellung der Sachlage abzugeben. Aus den Vorakten wird denn auch ersichtlich, dass er sich den drohenden ausländerrechtliche n Konsequenzen einer Trennung schon früh bewusst gewesen sein muss und er sein Verhalten offensichtlich dahingehend aus- gerichtet hat, eine räumliche Trennung zu verhindern r esp. die Trennung gegen aussen zu ver- schleiern. 6.3.1 B.____ legt an der heutigen gerichtlichen Befra gung ein generell zurückhaltendes und teilweise emotional geprägtes Aussageverhalten an den T ag. Sie vermag sich nicht an genaue Daten und Details des Geschehens im Jahr 2013 zu erinnern . Sie führt zur Erklärung aus, sie habe das Meiste aus dieser Zeit verdrängt. Sie wolle ni chts mehr mit ihrem Ehemann zu tun haben und fürchte sich vor ihm. Sie macht keinen Hehl daraus, dass sie einen gewissen Groll gegen ihn hegt. Der Beschwerdeführer gibt zu Recht zu bedenken, dass diese Gefühls- und mögliche Motivlage bei der nachfolgenden Würdigung ihrer Aussagen mitzuberücksichtigen ist. 6.3.2 Bezüglich des vorliegend relevanten Kerngeschehens ist festzuhalten, dass die Schilde- rungen der Ehefrau über das gesamte Verfahren (grösst enteils) widerspruchsfrei, gleichblei- bend und in sich stimmig sind. Sie erklärte durchgehen d, der Beschwerdeführer sei mit der An- kunft der nachgezogenen Kinder D.____ und E.____ aus der oberen Wohnung ausgezogen und habe mit den Kindern in der Erdgeschosswohnung gelebt. Als Zeitpunkt nannte sie den Mai 2013. Einmal, in der E-Mail an das AFM vom 19. Septem ber 2013 (act. 213), schrieb sie aller- dings, dass ihr Ehemann im Januar 2013 die gemeinsame Wohnung verlassen habe. Diese zeitliche Angabe erscheint wenig plausibel, wurde der Mietvertrag für die untere Wohnung doch am 15. Januar 2013 per 1. Februar 2013 abgeschlossen. Beim Auszugszeitpunkt Januar 2013 könnte es sich schlicht um einen Verschreiber handeln. Die zeitliche Inkonsistenz könnte aber auch damit zusammenhängen, dass sich die Kinder des Besch werdeführers vermutungsweise bereits vor ihrer offiziellen Einreise im Mai "ferien halber" in G.____ aufgehalten hatten und dadurch der exakte zeitliche Geschehensablauf in der Er innerung der Ehefrau durcheinander geraten sein könnte. An der heutigen Befragung vermag sie kein genaues Auszugsdatum zu nennen. Sie versichert jedoch, dass der Beschwerdeführer mit der Ankunft der Kinder ausgezo- gen sei. Diese Version der Geschehnisse wird vom Beschwer deführer heute bestätigt. Dafür spricht auch, dass die Ehefrau mit Nachtrag vom 24. Mai 20 13 als Mieterin der unteren Woh- nung ausschied und neu C.____ in das Vertragsverhältnis au fgenommen wurde (Akten des AFM, act. 165). 6.3.3 Die Frage, ob es nach der mittlerweile unbestri ttenen Trennung zu einer Wiederaufnah- me des Zusammenlebens gekommen sei, verneint die Ehefrau heute mit Nachdruck. In dieser Hinsicht widerspricht diese Bekundung ihren früheren Anga ben gegenüber dem AFM und der Gemeinde G.____. So erklärte sie mit E-Mail vom 4. Okt ober 2013 (act. 227 ff.) und in einem undatierten, gemeinsam mit dem Beschwerdeführer unterzeichneten Schreiben an die Gemein- de G.____ (Eingang 7. Oktober 2013, act. 233), wieder zusammen mit dem Beschwerdeführer in der oberen Wohnung zu leben. Am 31. März 2014 ber ichtete sie auf Nachfrage des AFM über eine gerade erst erfolgte Wiederannäherung und über einen geplanten Umzug in eine neue Wohnung (act. 293). Mit E-Mail vom 20. Juni 201 4 reichte sie dem AFM eine Kopie des Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht von beiden unterzeichneten neuen Mietvertrags ein und erläuterte dazu, dass die Ehe bestehen bleibe und sie sich auf die neue Wohnung freuten (act. 305). Damit konfrontiert bekräftigt die Ehefrau heute, dass es zwar Versöhnungsversuche gegeben und sie die besagten Erklärungen abgegeben habe. Sie sei aber quasi Opfer des manipula tiven Vorgehens ihres Ehemanns ge- worden, was sie erst nachträglich realisiert habe. Zu ei ner eigentlichen Wiederaufnahme des Zusammenlebens sei es nie gekommen. Diese Ausführung ent spricht im Wesentlichen auch ihrer am 12. November 2013 beim AFM eingegangenen Mi tteilung, wonach sie arglistig ge- täuscht worden sei und der Ehemann in der unteren Wohnung lebe (act. 237). In einer späteren Verlautbarung führte sie ihr Gebahren in der Ehe auf "naive[n] Glaube[n] und Gutmütigkeit mei- nerseits" zurück (E-Mail an das AfM vom 15. März 2015, ac t. 369). Nicht zu übersehen ist je- denfalls, dass die Versöhnungen im Herbst 2013 und Früh jahr 2014 just dann stattfanden, als das AFM kurz zuvor das rechtliche Gehör zu einem vorgesehenen Widerruf der Aufenthaltsbe- willigung des Beschwerdeführers gewährt hatte. Dies ind iziert zumindest, dass der Beschwer- deführer auf die Ehefrau eingewirkt hatte, und lässt i hre Erklärung, verschiedentlich von ihm getäuscht worden zu sein, nicht als unplausibel erscheinen. 6.3.4 Zusammenfassend ist den Aussagen der Ehefrau Glaub en zu schenken. Ihre Schilde- rungen der Geschehnisse erscheinen lebensnah, ergeben e in stimmiges Gesamtbild und sind nachvollziehbar. Sie hat im Vergleich zum Beschwerdefüh rer detailliert sowie autonom und spontan ausgesagt. Ihre Angaben werden - soweit überprü fbar - durch die Aktenlage gestützt. Die vorhandenen Diskrepanzen in den einzelnen Verlautba rungen gegenüber den Behörden lassen sich plausibel erklären. Anhaltspunkte dafür, dass di e Ehefrau dem Beschwerdeführer bewusst mit Falschangaben schaden wollte oder will, sind ke ine ersichtlich. In diesem Zusam- menhang beinhaltet die E-Mail-Nachricht vom 4. Oktober 2013 ein aufschlussreiches Detail: Die im Namen von beiden Eheleuten verfasste Nachricht enthä lt die Passage, dass sie "die letzten Monate nicht miteinander gesprochen" hätten. Da sie sich zum Zeitpunkt der Nachricht versöhnt hatten, bestand kein Anlass für die Ehefrau, zur Trennu ng oder der Dauer der vorangehenden Trennung falsche Angaben zu machen. Damit wird zugleich die Glaubhaftigkeit der Beteuerung des Beschwerdeführers, sie hätten nur etwa einen Monat getrennt gelebt, zusätzlich untergra- ben. 7. Nach der Auswertung der erhobenen Beweise gelangt das Kantonsgericht zur Überzeu- gung, dass die Eheleute ihre Haushaltsgemeinschaft späte stens im Mai 2013 aufgaben. Mass- geblich sind hierfür in erster Linie die als glaubhaft einzustufenden Aussagen der Ehefrau zum Beziehungsverlauf, denen der Beschwerdeführer nichts entg egenzustellen vermag. Die räumli- che Trennung im Mai 2013 als zentrales Sachverhaltseleme nt ist mittlerweile unbestritten. Der Beschwerdeführer vermag kein Bild einer ab diesem Zeitpunkt gelebten Beziehung zu zeichnen und auch keinen Grund dafür zu nennen, weshalb die B eziehung erst Ende Juni 2014 geschei- tert sein soll. Es existieren ausser seinen stereotypen Bete uerungen keine glaubhaften Belege für seine Version der Geschehnisse. Die Sachverhaltsfestst ellung einer endgültigen Trennung im Frühjahr 2013 wird durch eine an der heutigen Par teiverhandlung erlangte Erkenntnis zu- sätzlich gestützt: Beide Ehepartner konnten den damaligen Arbeitsort des anderen nicht be- nennen. Nun entspricht es aber der allgemeinen Lebens erfahrung, dass Menschen, die in ei- nem gemeinsamen Haushalt wohnen und eine intakte Ehe führen, darüber im Bilde sind, wo Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der andere arbeitet und den Tag verbringt. Diese Erinnerung verblasst nicht nach wenigen Jah- ren. Die Unkenntnis des Arbeitsortes des Ehepartners ist für sich allein ein starker Hinweis da- rauf, dass die Ehegatten bereits zu diesem Zeitpunkt ihr Leben unabhängig voneinander gestal- teten, sich geistig-seelisch voneinander gelöst hatten und ein emotionaler Bruch eingetreten war. Es kann nach dem Beweisverfahren zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass es zu kurzen Phasen des erneuten Zusammenlebens gekommen se in könnte. Bei den vorliegen- den speziellen Verhältnissen mit zwei vorbestehenden möbl ierten Wohnungen hätte sich ein Zusammen- resp. Getrenntleben kurzfristig und ohne gr ossen Aufwand verwirklichen lassen. Da es sich aber höchstens um sporadische, kurze Phasen des Zusammenlebens nach monate- langer Trennung handeln würde, liesse sich damit ein e rnsthafter Wille zur Führung eines Ehe- lebens von Vornherein nicht belegen (vgl. Urteil des BGer 2C_231/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.6). Nach dem Gesagten bestand die Ehegemeinschaft vom 25. Juni 2011 bis (spätestens) zu einem nicht mehr näher bestimmbaren Tag im Mai 2013 und damit für deutlich weniger als drei Jahre. Soweit der Beschwerdeführer im heutigen P arteivortrag das Beweisergebnis in Fra- ge stellt und sinngemäss ausführt, der Trennungszeitpunk t sei unbewiesen geblieben, so ver- mag er daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Unter suchungsgrundsatz und Mitwir- kungspflicht ändern an der objektiven Beweislast nichts, w onach grundsätzlich diejenige Partei die Folgen der Beweislosigkeit eines Sachumstands zu trage n hat, die daraus Vorteile ableitet (BGE 140 I 285 E. 6.3.1; Urteil des BGer 2C_68/2017 vom 29. November 2017 E. 5.4.1). Miss- lingt der Beweis einer dreijährigen Ehegemeinschaft, ist der anspruchsbegründende Tatbestand nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer hat somit so oder anders keinen auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG gestützten Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthalt sbewilligung. Damit fällt auch der vom Vater abgeleitete Aufenthaltsanspruch der Kinder dahin. 8. Besteht nach dem Gesagten kein Rechtsanspruch des Beschw erdeführers und seiner Kinder auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung, so liegt deren Verlängerung resp. Widerruf im Ermessen der Behörde (vgl. Art. 33 Abs. 3 AuG). Dazu be darf es eines Ermessensentscheids, welcher nach den allgemeinen Grundsätzen pflichtgemäss und unter Berücksichtigung der Um- stände des Einzelfalls zu treffen ist (vgl. A NDREAS ZÜND /LADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/ Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.44; B ENJAMIN SCHINDLER , in: Caroni/Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinne n und Ausländer, Bern 2010, Art. 96 Rz. 7). Im Rahmen ihrer Ermessensausübung haben die Behö rden gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration zu berücksichtigen. Im angefochtenen Entscheid vom 29. Sept ember 2015 hat der Regierungsrat diese Kriterien ausführlich geprüft, unter Berücksichtig ung sämtlicher Umstände des Einzelfal- les beurteilt und seinen Entscheid nachvollziehbar begrü ndet. Somit hat sich der Regierungsrat mit den in Frage stehenden Interessen auseinandergesetzt und sein Ermessen pflichtgemäss ausgeübt. Eine Überschreitung, Unterschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens sind nicht erkennbar. Eine weitergehende inhaltliche Angemessenhei tskontrolle ist dem Kantonsgericht nicht gestattet (§ 45 Abs. 1 VPO). Es ist demzufolge ni cht zu beanstanden, dass es der Regie- rungsrat abgelehnt hat, dem Beschwerdeführer die Aufen thaltsbewilligung ermessensweise zu belassen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, ob der Widerruf der Aufenthaltsbe- willigungen verhältnismässig ist. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Ver- waltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein. Ausserdem muss der angestrebte Zwe ck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt w erden (vgl. U LRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 514 ff.). Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung sind die bekannte n Kriterien wie Dauer der Anwe- senheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, beruflich e Situation, Wirtschafts- und Arbeits- marktlage, persönliches Verhalten sowie Integrationsg rad zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3). 9.2 Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die E rreichung der fremdenpolizei- lichen Ziele eine geeignete Massnahme darstellt. Ausländ er, deren Aufenthaltszweck weg- gefallen ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umstän den zu verlassen. Dieses fremden- polizeiliche Ziel kann auch nicht durch eine weniger e inschneidende Massnahme erreicht wer- den. Es bleibt zu prüfen, ob die Wegweisung als verhält nismässig im engeren Sinne zu qualifi- zieren ist, ob also der angestrebte Zweck in einem vernünf tigen Verhältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwerdeführer mit der Wegweisung auf erlegt werden. Diesbezüglich muss eine Interessenabwägung vorgenommen werden. 9.3 Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei grund sätzlich das Durchsetzen der Ein- wanderungspolitik in Betracht. Die Schweiz verfolgt geg enüber Ausländern ausserhalb des EU- und EFTA-Raums in Fragen der Aufenthaltsberechtigung eine restriktive Politik. Eine solche rechtfertigt sich im Hinblick auf ein ausgewogenes Verhäl tnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Ein- gliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausländer und die Verbesserung der Ar- beitsmarktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 E. 2.2.1; BGE 135 I 143 E. 2.2). 9.4 Das private Interesse am Verzicht auf den Widerruf d er Aufenthaltsbewilligung, auf das sich der Beschwerdeführer beruft, gründet im Wesentlichen auf dem Argument, dass er sich bemüht habe und auch weiterhin bemühen werde, sich in der Schweiz zu integrieren. Ausser- dem habe er in der Schweiz keine Straftat begangen. Zudem erwähnt er das Wohl seiner bei- den jüngeren Kinder. 9.5 Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 11. Jun i 2011 und damit seit etwas über sechs Jahren in der Schweiz. Diese Aufenthaltsdauer kann nicht entscheidend zu seinen Guns- ten ins Gewicht fallen, zumal seine Deutschkenntnisse in ke iner Art und Weise dem Niveau entsprechen, wie es nach einem Aufenthalt von dieser Da uer zu erwarten ist, was sich an der heutigen Parteiverhandlung eindrücklich gezeigt hat. Einen Deutschkurs hat der Beschwerde- führer nicht besucht. Private Bindungen gesellschaftlicher Natur beziehungsweise entsprechen- de vertiefte Beziehungen zum ausserfamiliären und ausserhä uslichen Bereich in der Schweiz sind nicht ersichtlich. Zudem hat er sich nicht durchgehend klaglos verhalten. So wurde er ver- schiedentlich wegen Verkehrsdelikten verurteilt, darunter auch einer groben Verletzung von Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verkehrsregeln (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 24. November 2015). Negativ ins Gewicht fällt auch, dass er wie oben aufgeze igt gegenüber verschiedenen Behör- den bewusst falsche Angaben gemacht hat. In wirtschaftlicher Hinsicht ist ihm zugute zu halten, dass er immer erwerbstätig war und vom Arbeitgeber und den Arbeitskollegen als tüchtiger und motivierter Mitarbeiter geschätzt wird. Zudem war er n ie auf Sozialhilfe angewiesen. Trotzdem ist er seinen Schuldverpflichtungen nicht immer zuverlässig nachgekommen, weist das Betrei- bungsregister doch Betreibungen für Krankenkassenprämien a us. Er arbeitet als Hilfskraft in einem Gartenbauunternehmen. Damit übt der Beschwerdef ührer keine besonders qualifizierte Tätigkeit aus, die aus wirtschaftlicher oder arbeitsmar ktlicher Sicht eine Verlängerung der Auf- enthaltsbewilligung gebieten würde. Es ist gesamthaft nicht von einer erfolgreichen Integration des Beschwerdeführers und schon gar nicht von einer Verw urzelung in der Schweiz auszuge- hen. Daran ändern die heute eingereichten diversen U nterstützungsschreiben und Bögen mit bei Arbeitskollegen und Nachbarn gesammelten Unterschri ften nichts, wobei es sich ohnehin um unzulässige Noven handelt (§ 6 Abs. 2 VPO). 9.6 Hinsichtlich der Zumutbarkeit einer Heimkehr nach Se rbien ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei der Rückkehr in sein Heimatland keine überdurchschnittlichen Schwierigkeiten zu gewärtigen haben wird. Der Beschwer deführer kam erst im Alter von 43 Jahren in die Schweiz. Entsprechend ist er mit den Sitten und Gebräuchen in seinem Heimat- land vertraut und beherrscht die dortige Sprache. Die beiden jüngeren Kinder des Beschwerde- führers reisten (offiziell) am 19. Mai 2013 zu ihrem Va ter in die Schweiz ein, sie halten sich seit etwas weniger als fünf Jahren in der Schweiz auf. Die T ochter D.____ war bei ihrer Einreise 15 Jahre und der Sohn E.____ 11 Jahre alt. Somit haben auch sie den Grossteil ihres Lebens in ihrer Heimat verbracht. Am 21. Mai 2015 wurde von der Psychiatrie Baselland ein Arztzeugnis für D.____ ausgestellt. In diesem wurde bestätigt, da ss sie sich wegen einer akuten psychi- schen Krise im Rahmen einer Anpassungsstörung bei multi pler Traumatisierung in Behandlung befinde. Auch ihr Bruder E.____ hat offenbar eine Psyc hotherapie begonnen. Diese psychi- schen Erkrankungen stellen kein Wegweisungshindernis dar. In Serbien können die Kinder die in der Schweiz begonnenen Psychotherapien fortführen, wobei auch zu berücksichtigen ist, dass die Anpassungsschwierigkeiten wohl wegfallen, wenn die Kinder in ihr Heimatland zu ihrer Mutter zurückkehren. Betreffend die persönlichen und fa miliären Beziehungen leben die ältere Schwester der Kinder, sowie deren Mutter, der Grossvater väterlicherseits wie auch zwei Brüder des Beschwerdeführers beziehungsweise Onkel der Kinder in S erbien. Einer Rückkehr des Be- schwerdeführers sowie der beiden Kinder steht deshalb nich ts im Wege und eine solche stellt insbesondere auch keine grosse Härte dar. Unter Beachtung dieser Aspekte erscheinen der Widerruf der Aufenthaltsbewilligungen sowie die Wegw eisung des Beschwerdeführers und der beiden Kinder aus der Schweiz als zumutbar. Gewichtige private Interessen, welche den ge- nannten ausländerrechtlichen Massnahmen entgegenstehen, sind vorliegend nicht ersichtlich. Insgesamt überwiegt demnach das öffentliche Interesse an d er Gleichbehandlung der Auslän- derinnen und Ausländer im Rahmen des AuG sowie an der Durchsetzung der Rechtsordnung das private Interesse des Beschwerdeführers und der beiden Kinder an einem weiteren Ver- bleib in der Schweiz. Der angefochtene Entscheid erweist sich als verhältnismässig. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10. Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligungen und di e damit verbundene Wegweisung des Beschwerdeführers sowie der beiden Kinder D.____ und E.____ erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 11. Im Folgenden ist noch über die Kosten zu entscheide n. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. D ie Verfahrenskosten umfassen die Ge- richtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der R egel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- dem unterliegenden Beschwe rdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'100.-- zu verrechnen. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 100.-- ist dem Beschwerdeführer zurü ckzuerstatten. Die Parteikosten sind ausgangsgemäss wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer A.____ und seine Kinder D.___ _ und E.____ haben die Schweiz spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des Ur teils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 2'100.-- verrechnet. Der zu viel gele istete Kosten- vorschuss in der Höhe von Fr. 100.-- wird dem Beschwerdefü hrer zu- rückerstattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 20. August 2018 Beschwer de beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_671/2018) erhoben