Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. Februar 2019 (720 18 180 / 45) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenanspruch und zumutbare Arbeitsfähigkeit. Bei einer Neurasthenie und einer remit- tierten Depression erweist sich eine Indikatorenprüfung mangels eines diagnoseinhären- ten Schweregrads als obsolet. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin E lisabeth Berger Götz, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Daniel Altermatt , Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1953 geborene A.____ ist ausgebildete Spital gehilfin. Von 1997 bis ins Jahr 2009 war sie als Sachbearbeiterin in einem 70%-Pensum un d zuletzt vom 1. August 2009 bis Ende Februar 2010 bei der B.____ in einem 50%-Pensum als Sekretärin tätig. Am 29. Oktober 2010 hat sie sich unter Hinweis auf eine seit Januar 201 0 bestehende Depression bei der Invaliden- versicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Na ch Abklärung der beruflichen und medi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht zinischen Verhältnisse, namentlich nach Einholung eines p sychiatrischen Gutachtens bei Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2 5. Juni 2014 und einer Haus- haltabklärung vom 30. September 2014, hat sie nach Dur chführung zweier Vorbescheidverfah- ren einen Rentenanspruch der Versicherten mit Verfügun g vom 23. April 2018 mit der Begrün- dung verneint, dass die diagnostizierte Neurasthenie nicht geeignet sei, eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit oder einen Rentenanspruch zu begründen. B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Ad vokat Daniel Altermatt, am 28. Mai 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-L andschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei ih r auf den frühestmöglichen Zeitpunkt eine ganze IV-Rente zuzusprechen, unter o/e-Kostenfolge. C. Unter Hinweis auf eine neuerliche Beurteilung ihre s regional-ärztlichen Dienstes (RAD) vom 12. Juni 2018 schloss die IV-Stelle mit Vernehmlassun g vom 13. August 2018 auf Abwei- sung der Beschwerde. Auf die Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen einzu- gehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 28. Mai 2018 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.4 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ein em Aufgabenbereich (z.B. Haus- halt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerb stätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgab enbereich zu betätigen (Betäti- gungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 2.5 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der IV-Grad entsprechend der Behin- derung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Method e der Invaliditätsbemessung). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt d er Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961 in der bis Ende 2017 geltende Fas- sung). 2.6 Mit der am 1. Dezember 2017 beschlossenen Änderung d er IVV und der dazu ergan- genen Übergangsbestimmung, in Kraft ab 1. Januar 2018 (vgl. AS 2017 7581 f.), wurde für Teilerwerbstätige, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich Haushalt betätigen, ein neues Be- rechnungsmodell statuiert (Art. 27 bis Abs. 2-4 IVV). Dieses sieht nunmehr vor, dass für die E r- mittlung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwer bsfähigkeit für das Valideneinkommen nicht mehr auf das Einkommen aus einem Teilzeitpensum a bgestellt, sondern das entspre- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht chende Einkommen auf eine hypothetische Vollerwerbstäti gkeit hochgerechnet wird (Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV). Die so berechnete prozentuale Erw erbseinbusse wird sodann weiterhin an- hand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, we nn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (lit. b). Nach der dazu ergangenen Übergang sbestimmung Ziff. II Abs. 1 ist für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 1. Dezem ber 2017 laufenden Dreiviertelrenten, halben Renten und Viertelrenten, die in Anwendung d er gemischten Methode zugesprochen wurden, innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten diese r Änderung eine Revision einzuleiten. Eine allfällige Erhöhung der Rente kann demnach erst auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens die- ser Änderung erfolgen. Art. 27 bis Abs. 2-4 IVV deshalb bereits auf zuvor geschuldete Rente n anzuwenden, liefe im Ergebnis auf eine Anwendung noch nicht in Kraft stehenden Rechts hin- aus, was einer unzulässigen positiven Vorwirkung gleichkäm e (vgl. dazu BGE 129 V 455 E. 3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_553/2017 vom 18. Dezember 2017, E. 6.2). Das neue Berechnungsmodell gilt daher erst ab 1. Januar 2 018; eine Vorwirkung der neuen Rege- lung besteht nicht (IV-Rundschreiben Nr. 372). 2.7 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitwe ilig erwerbstätig oder als nicht erwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfu ng, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versich erten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 2. Juli 2018) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesund- heitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 2.8 Vorliegend ist der Invaliditätsgrad der Versicherte n klarerweise nach der gemischten Methode zu bemessen. Dabei ist bei der Festlegung der Anteile der Erwerbstätigkeit und der Haushaltstätigkeit auf die im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit vom 27. November 2009 wiedergegebenen Angaben der Versicherten abzustellen (IV-Dok 79, S. 3 und 9), wonach diese ohne gesundheitliche Beeinträchtigung in einem Pe nsum von 50% eines Vollpensums ihrer früher ausgeübten, ausserhäuslichen Erwerbstätigke it nachgegangen wäre. Gestützt auf diese Erhebungen vor Ort setzte die IV-Stelle in ihrem Vorbescheid vom 7. Januar 2015 den Anteil der Erwerbstätigkeit auf 50% und jenen der Hau shaltstätigkeit entsprechend auf 50% fest, was von der Versicherten zu Recht nicht in Frage ge stellt wird. Aufgrund der detailliert vor Ort erhobenen Verhältnisse anlässlich der Haushaltabkläru ng vom 9. September 2014 (IV-Dok 79, S. 1 ff.) zu Recht unbestritten geblieben ist auch die gesundheitlich bedingte Einschränkung im Haushalt im Umfang von 10,2%. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.9 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität abgestuft. Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wen n sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3. Zu prüfen ist, ob und allenfalls in welchem Umfan g die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine IV-Rente besitzt. Strittig ist insbesondere, in welchem Ausmass sie aufgrund ihrer ge- sundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.2 Die Annahme insbesondere einer allenfalls invalidi sierenden psychischen Gesund- heitsbeeinträchtigung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wis- senschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 13 1 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulture llen Umständen allerdings kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundhei tsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt deshalb in j edem Fall ein medizinisches Substrat vo- raus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich b eeinträchtigt. Ist eine psychische Stö- rung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weit eren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeu tischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann , zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähig keit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entsc heidend ist vielmehr, ob anzuneh- men ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 127 V 294 E. 4c in fine). Zu den psychischen Gesundheitsschäden gehören nebe n den eigentlichen Geisteskrank- heiten auch seelische Abwegigkeiten mit Krankheitswert. Nicht als Auswirkungen einer krank- haften seelischen Verfassung und damit invalidenversicherun gsrechtlich nicht als relevant gel- ten indessen jene Beeinträchtigungen der Erwerbsfähi gkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, Arbeit in ausreichend em Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend ob jektiv bestimmt werden muss (BGE 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 353 E. 2.2.1; je mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist d ie rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzte n zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz d er freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be- weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdige n. Dies bedeutet, dass das Sozial- versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbes ondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht e rledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des B eweiswertes eines ärztlichen Berich- tes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belang e umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksicht igt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung d er medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleu chtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebe nd für den Beweiswert ist grund- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht o der Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Einem Gutachten e xterner Spezialärzte, welche von Versi- cherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Bewe iswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4). 4.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialversiche- rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge setz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforde rungen nicht. Das Gericht hat viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Ein An- spruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Voraussetz ungen dafür mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit erfüllt sind. 5.1 Im Zentrum der medizinischen Aktenlage steht das psychi atrische Fachgutachten von Dr. C.____ vom 25. Juni 2014. Darin diagnostizierte de r Gutachter bei der Versicherten einen Status nach depressiver Episode und eine Neurasthenie. In seiner Beurteilung kommt Dr. C.____ zur Annahme, dass die Versicherte an ihrem langj ährigen Arbeitsplatz im Jahre 2009 eine massive Verletzung erlitten habe, die sie möglicher weise nie vollständig habe überwinden können. Es falle auf, dass sich aktuell kaum mehr depressive Symptome finden liessen. Fest- zustellen sei einzig eine übergrosse Müdigkeit. Es bestehe jedoch auch eine ausgesprochene Affektlabilität und eine Tendenz zu erhöhter Reizbarke it. Die Explorandin fühle sich nicht mehr depressiv verstimmt, könne Freude empfinden und Interesse n nachgehen, solange sie ihre Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Müdigkeit überwinden könne. Möglicherweise sei daher ei ne hintergründige neurotische Prob- lematik zu vermuten, welche diese Müdigkeit erklären lie sse. Es könne daher einzig eine Neu- rasthenie als Restsymptomatik der abgelaufenen depressiven Störung bestätigt werden. Es seien vor allem die subjektiven Angaben, welche verhind ern würden, dass die Explorandin in einem höheren Ausmass einer Arbeit nachgehe. Sie gebe a n, dass sie eine Vielzahl verschie- dener Massnahmen im Alltag getroffen habe, um ihre Mü digkeit anzugehen, ohne dass aber eine Änderung habe erzielt werden können. Hinweise auf eine organische Störung, welche die- se Müdigkeit erklären könnte, fänden sich nicht. Die Explor andin sei bereits verschiedentlich abgeklärt worden. Insgesamt sei demnach nicht ganz klar, wovon diese übergrosse Müdigkeit herrühre. Da es sich um eine etwas diffuse Symptomatik han dle, könne zu den Foerster- Kriterien Stellung bezogen werden. Es könne keine erhebliche Komorbidität festgestellt werden. Die depressive Störung habe sich mittlerweile gebessert und sei remittiert. Es finde sich auch keine schwerwiegende chronische körperliche Begleiterkrankun g. Es bestehe mittlerweile ein etwa vierjähriger Krankheitsverlauf mit persistierender Müdigkeit ohne relevante Veränderung, wobei in den Unterlagen teilweise von einer Besserung – allerdings ohne länger dauernde Rückbildung – berichtet werde. Sozial habe sich die Explor andin etwas zurückgezogen, aller- dings ohne alle ihre Kontakte aufzugeben. Grundsätzlich habe sie keine Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich, vermag allerdings Einladunge n oder Aktivitäten nicht mehr im gleichen Ausmass wie früher zu folgen. Inwieweit ein verfestigter therapeutisch nicht mehr bein- flussbarer Verlauf vorliege, hätte von der behandelnde n Psychiaterin erfragt werden müssen. Diese sei allerdings mittlerweile verstorben. Es könnten mit Ausnahme der Situation am Ar- beitsplatz im Jahre 2009 keine Konflikte ausgemacht werd en, wobei die Symptomatik erst ein Jahr später aufgetreten sei. Es seien verschiedene ambul ante und stationäre Massnahmen durchgeführt worden. Ein komplettes Scheitern dieser Ma ssnahmen könne nicht angenommen werden, weil immerhin bezüglich der depressiven Symptom atik eine Remission habe erzielt werden können. Es persistiere aber weiterhin die geklagte Müdigkeit. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr. C.____ f est, dass die Explorandin im Februar 2010 gänzlich arbeitsunfähig geschrieben worden sei. Ab 1. Januar 2011 habe sie wieder im Umfang eines Pensums von 10% und ab 1. April 2013 von 20% ge arbeitet. Die Einschränkung in der Vergangenheit sei aufgrund der depressiven Störung und schliesslich aufgrund der Müdigkeit ausgestellt worden. Es persistiere weiterhin eine ausge sprochene Erschöpfbarkeit bereits nach geringen Anstrengungen, nach welchen die Explorandin längere Erholungsphasen benötige. Es handle sich vor allem um eine subjektive Symptomatik, die sich nicht mit einer psychiatrischen Diagnose rechtfertigen lasse. Es könne nicht so recht nach vollzogen werden, weshalb diese erhöhte Ermüdbarkeit persistiere und dadurch eine dera rt hohe Einschränkung der Arbeitsfä- higkeit bestehe. Grundsätzlich sollte eine klar strukturier te Tätigkeit im Umfang von 50% ohne Zeitdruck möglich sein. Die Prognose sei etwas unklar, d er weitere Verlauf müsse abgewartet werden. 5.2 Das Gutachten von Dr. C.____ ergibt ein insgesamt schlüssiges Bild betreffend die gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin. Es e rfüllt alle rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Verwaltungsgutachten . Wie oben ausgeführt (vgl. Er- wägung 4.1 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltung sverfahrens eingeholten Gutachten Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eing ehender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange keine konkreten Indizien gegen die Zuverlä ssigkeit der Expertise sprechen. Sol- che Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten von Dr. C.____ ist – wie dies vom Bundesge- richt verlangt wird – für die streitigen Belange umfas send. Es beruht auf allseitigen Untersu- chungen, berücksichtigt alle geklagten Beschwerden der Versicherten und ist in Kenntnis der im Zeitpunkt der Exploration bekannten, relevanten Vor akten abgegeben worden. Das Gutachten basiert ausserdem beide auf einer sorgfältigen Anamnese (a.a.O., S. 3 bis 5). Der Umstand, dass die behandelnde Psychiaterin der Versicherten mitt lerweile verstorben ist, und der psychi- atrische Gutachter deshalb keine ergänzenden fremdanamn estischen Angaben einholen konn- te, vermag daran nichts zu ändern. Eine Fremdanamnese m ag zwar wünschenswert sein, ist jedoch nicht zwingend erforderlich (Urteil 8C_847/2013 vom 14. Februar 2014, E. 5.1.2). Be- sondere Gründe, weshalb im vorliegenden Fall fremdanam nestische Auskünfte einzuholen ge- wesen wären, sind aufgrund der Akten ausserdem nicht geg eben. Die in diesem Zusammen- hang massgebenden Umstände lassen sich den übrigen Akten entnehmen. So standen dem explorierenden Gutachter im Zeitpunkt seiner Untersuchung diverse Berichte der behandelnden Ärzte zur Verfügung (a.a.O., S. 1 f.), die ihrerseits unter anderem auf den anlässlich wiederholt stationärer Aufenthalte detailliert erhobenen gesund heitlichen Verhältnissen der Versicherten basieren. Die Erhebungen über die Persönlichkeit und d as Verhalten der Versicherten müssen daher nicht weiter ergänzt werden (Urteil 8C_808/201 2 vom 21. Dezember 2012 E. 3.3.3). Die Beurteilung im Gutachten von Dr. C.____ ist sodann nac hvollziehbar hergeleitet und leuchtet damit auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenh änge bzw. in der Beurteilung der medizinischen Gesamtsituation ein. So setzt sich der Guta chter auch mit den früheren ärztli- chen Einschätzungen auseinander und kommt in Übereinstim mung mit dem letzten Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. D.____ vom 27. Oktober 2013 zum Schluss, dass bei der Versi- cherten eine zwischenzeitlich remittierte depressive Störu ng und als Restsymptomatik eine chronische Müdigkeit vorliegt. Diese ordnet der Gutachte r diagnostisch nachvollziehbar als Neurasthenie ein. Damit erweisen sich auch seine Schlussfolgerungen als überzeugend. 5.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet den Beweiswert u nd mit ihm die Verwertbarkeit die- ses Gutachtens. Sie lässt zunächst vorbringen, dass die medizi nischen Abklärungen unvoll- ständig ausgefallen seien, weil keine somatische Begut achtung stattgefunden habe. Ihre Müdigkeit habe einen organischen Hintergrund und stehe im Zusammenhang mit einem immu- nologischen Prozess. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werde n. In somatischer Hinsicht ist eine Vielzahl an somatischen Abklärungen erfolgt. Alle d iese Untersuchungen haben keine pa- thologische Gesundheitsstörung ergeben. Die Untersuchungen von Prof. Dr. med. E.____, FMH Neurologie, im ersten Quartal 2015 liessen anfänglich n ur einen Verdacht auf eine Autoim- munenzephalitis aufkommen. Diese wurde in der Folge j edoch nicht bestätigt. Auch der eigent- liche neurologische Befund fiel normal aus (IV-Dok 150, S. 16). Anschlussuntersuchungen, wel- che zwecks Abklärung der geklagten Müdigkeit in die Wege geleitet worden sind, führten eben- falls nicht zu einer Bestätigung der im Vorfeld jeweils geäusserten Verdachtsdiagnosen. Kardial zeigte sich ein regelmässiger Sinusrhythmus sowie im EEG-Be richt vom 6. September 2016 eine normale Grundaktivität. Epileptische Potentiale ko nnten ausgeschlossen werden (IV-Dok Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 150, S. 14 f.). Ein Nachweis, der einen unklaren immun ologischen Prozess bestätigt hätte, liegt nicht vor (IV-Dok 150, S. 13). Nachdem Prof. E.____ in seinem Bericht vom 22. September 2015 trotz der von ihm erhobenen Verdachtsdiagnose no ch davon ausgegangen war, dass der geklagten Müdigkeit eine organische Ursache zu Grunde l iege (IV-Dok 150, S. 19), diagnosti- zierte er im Mai 2016 ein chronisches Fatigue-Syndrom bei weiterhin unklarem immunologi- schem Prozess. Auch anschliessend konnte weder ein sicherer Hinweis für eine Enzephalitis noch generell ein eindeutiger pathologischer Befund erhoben werden (IV-Dok 150, S. 21). Auch ergab sich kein Hinweis auf einen allfälligen gynäkologi schen Tumor (a.a.O.), nachdem zuvor bereits ein paraneoplastisches Syndrom ausgeschlossen worde n war (IV-Dok 150 S. 19). Zu- sammenfassend besteht für die geklagte Müdigkeit der V ersicherten trotz anfänglichen Vermu- tungen und Verdachtsdiagnosen kein Anhaltspunkt für eine organische Ursache. Daran vermag nichts zu ändern, dass die Versicherte auf eine Cortison-T herapie kurzfristig gut angesprochen hatte. Angesichts der Vielzahl der erfolgten Abklärunge n ohne somatischen Befund stellt die in diesem Zusammenhang vertretene Auffassung einer organischen Ätiologie allenfalls eine Hypo- these dar. Überwiegend wahrscheinlich liegt bei dieser Aktenlage jedoch keine Erkrankung so- matischen Ursprungs vor. 5.4 Unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtspre chung lässt die Beschwerdeführe- rin sodann geltend machen, dass es entgegen der angefochtenen Verfügung unzulässig sei, die Auswirkungen leichter bis mittelgradiger depressiver Stö rungen auf die Arbeitsfähigkeit aus- schliesslich anhand des Kriteriums der Therapieresistenz zu beurteilen. Vielmehr sei auch in diesen Fällen ein strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen. 5.4.1 Das Bundesgericht hat im Leiturteil BGE 141 V 2 81 ff. seine Rechtsprechung zur inva- lidisierenden Wirkung von somatoformen Schmerzstörungen (B GE 130 V 352) und damit ver- gleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 140 V 13 f. E. 2.2.1.3) revidiert. Demnach kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit auch weiter hin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist. Der Rentenanspruch wird nunmehr anhand eines normativen P rüfrasters beurteilt, und es braucht eine medizinische Evidenz, dass die Erwerbsunfähigkeit aus ob jektiver Sicht eingeschränkt ist. Anstelle des bisherigen Regel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturiertes, normatives Prüfraster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistung svermögen ergebnisoffen und sym- metrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Bel astungsfaktoren wie den vorhande- nen Ressourcen Rechnung getragen wird (Urteil des Bund esgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Die die sbezüglichen Anforderungen hat das Bundesgericht dahingehend konkretisiert, dass aus den medi zinischen Unterlagen genauer als bisher ersichtlich sein muss, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versi- cherten Gesundheitsschäden resultieren. Die Diagnosestellung und – in der Folge – die Invalidi- tätsbemessung haben somit stärker als bis anhin die entsp rechenden Auswirkungen der diag- noserelevanten Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwie- fern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objektivierter Zumutbarkeitsbeurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einschränkung der Arbeitsfäh igkeit ergibt. Wo dies nicht mit überwie- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gender Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, trägt w eiterhin die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen (BGE 141 V 281 E. 6). 5.4.2 In BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418 hat das Bu ndesgericht eine weitere Rechtspre- chungsänderung vorgenommen und festgestellt, dass sämtlic he psychische Erkrankungen – namentlich auch depressive Störungen leicht- bis mittel gradiger Natur – dem strukturierten Be- weisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Der Beschwerdeführerin ist daher grundsätzlich zuzustimmen, dass das Vorliegen einer leicht- oder mittelgradigen depressiven Störung die Vornahme einer Indikatorenprüfung nicht per se ausschliesst. Ebenfalls ist ihr darin beizupflichten, dass allfällige Auswirkungen auf die Arbe itsfähigkeit solcher Störungen nicht mehr alleine anhand des Kriteriums einer allfälligen Therapieresistenz beurteilt werden können (oben, Erwägung 5.3.1). Nichts desto trotz verliert ein gemäss altem Verfahrensstandard einge- holtes Gutachten nicht per se seinen Beweiswert. Vielme hr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegeben heiten und den erhobenen Rügen ent- scheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorh andenen Beweisgrundlagen vor Bun- desrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die n unmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist im Einzelfall zu prüfen, ob die beigezogenen Sachverständigen- gutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fa chärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 309 E. 8). Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass ein strukturie rtes Beweisverfahren dann entbehr- lich bleibt, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (BGE 125 V 351) eine inva- lidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Art und Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5). So verhält es sich auch hier. Bei einer Neurasthenie und einer remittierten Depression erweist sich eine Indikator enprüfung als obsolet. Hintergrund bil- det der Umstand, dass sich der Schweregrad einer Störun g nach den konkreten funktionellen Auswirkungen beurteilt. Massgebend ist deshalb, ob und wi e stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbe reichen beeinträchtigt ist. Eine mass- gebende Beeinträchtigung liegt hier aufgrund des übe rzeugenden Gutachtens von Dr. C.____ aber keine vor, weil der Neurasthenie ein diagnoseinhär enter Bezug zum Schweregrad fehlt (Urteil des Bundesgerichts 8C_617/2015 vom 20. Mai 201 6, E. 4.3.2). Mit dem Vorliegen einer Neurasthenie alleine ist mit anderen Worten keine Dia gnose mit einem für eine Leistungsein- schränkung erforderlichen Schweregrad gegeben. 5.4.3 Mit Blick auf diese rechtsprechungsgemässen Vorgaben konnte der psychiatrische Gutachter im Zeitpunkt seiner Untersuchung am 20. Juni 2014 keine Diagnose mehr erheben, welche eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Ve rsicherten hätte begründen können. Eine depressive Episode war in diesem Zeitpunkt nachweisba r nicht mehr vorhanden, und die Neurasthenie ist dem Gesagten zufolge für sich alleine nicht geeignet, die Leistungsfähigkeit einzuschränken. Daran ändert auch nichts, dass der Guta chter von einer nur noch 50%-igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist, zumal er sich bei die ser Einschätzung ohnehin auf das Pen- sum in der letzten Beschäftigung der Versicherten als Sekretärin bei der B.____ im Umfang von 50% bezogen hat. Eine invaliditätsrelevante Einschränku ng der Leistungsfähigkeit der Versi- cherten kann gestützt auf die gutachterliche Exploratio n jedenfalls nicht angenommen werden. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auch wenn bei der Beschwerdeführerin Leistungseinbussen bestehen, ist weder eine schwere psychische Störung noch eine somatische Erkrankung von Relev anz vorhanden. Insbesondere liegt auch keine psychiatrische Komorbidität vor. So hat sich die Versicherte sozial zwar etwas zurückgezogen; gemäss ihren eigenen Angaben pflegt sie a ber weiterhin gute Kontakte insbe- sondere innerhalb ihrer Familie. Schliesslich hat Dr. C .____ nachvollziehbar zum Ausdruck ge- bracht, dass die geklagte Müdigkeit der Versicherten obje ktiv nicht erklärt werden kann, son- dern auf deren subjektive Einschätzung zurückzuführen ist. M angels einer aktenkundigen Ver- änderung des Gesundheitszustandes bis zum Erlass der vorlie gend angefochtenen Verfügung vom 23. April 2018 kann im erwerblichen Bereich späteste ns seit der Untersuchung durch Dr. C.____ im Juni 2014 demnach keine rentenbegründen de Invalidität mehr angenommen werden. 5.4.4 An diesem Ergebnis vermag der Einwand der Beschwer deführerin, wonach sich aus den zahlreichen Berichten der behandelnden Ärzte eine fehlende Arbeitsfähigkeit ableiten las- se, nichts zu ändern. Die Versicherte verweist in ihrer Be schwerde zunächst auf einen neueren Bericht von Dr. med. F.____ vom 20. Juli 2017 (IV-Dok 1 49). In diesem Bericht hat die behan- delnde Ärztin im Wesentlichen ein chronisches Fatigue-Syn drom bei unklarem immunologi- schem Prozess diagnostiziert. Alleine die unterschiedliche diagnostische Einordnung ändert dem Gesagten zufolge aber nichts daran (oben, Erwägun g 5.3.2), dass in invalidenversiche- rungsrechtlicher Hinsicht aus den geklagten Leiden keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden kann (BGE 140 V 8, E. 2.2.3.1). Wi e bereits zuvor Dr. C.____ berichtet auch Dr. F.____ von einer ausserordentlichen Müdigkeit ohn e ersichtlichen Grund, die zu einer psy- chischen und physischen Erschöpfungssymptomatik führe. Ein Be fund, der im Vergleich zu Dr. C.____ eine abweichende Einschätzung der funktionellen Auswirkungen nahe legen würde, ergibt sich daraus nicht. Mithin bestehen trotz des Beri chts von Dr. F.____ vom 20. Juli 2017 keine konkreten Anhaltspunkte, welche geeignet wären, d as Verwaltungsgutachten von Dr. C.____ in Zweifel zu ziehen (oben, Erwägung 4.1). Im Übrigen sind seit der Exploration durch Dr. C.____ keine ärztlichen Unterlagen mehr erga ngen, welche für die Zeit ab Juni 2014 hinsichtlich eines diagnoseinhärenten Schweregrads der Erkrankung oder mit Blick auf die funk- tionellen Auswirkungen der geklagten Beschwerden eine a bweichende Einschätzung nahe le- gen würden. Als Zwischenergebnis ist demnach daran festz uhalten, dass spätestens seit dem Untersuchungszeitpunkt durch Dr. C.____ im Juni 2014 kei ne rentenrelevante Invalidität be- standen hat. 6.1 Fraglich ist allerdings, ob für die Zeit zuvor und allenfalls bis wann eine rentenrelevante Invalidität vorgelegen hat. Da sich dem Gutachten von Dr. C.____ keine retrospektiven Anga- ben zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten entnehmen lassen (vgl. auch Stellung- nahme des RAD vom 31. Juli 2014, IV-Dok 72, S. 2), ist für die Prüfung dieser Frage auf die echtzeitlichen Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte abzustellen. Nachdem die Ver- sicherte zuletzt bis Ende Februar 2010 im Umfang von 50% als Sekretärin tätig gewesen war, hat sie sich am 29. Oktober 2010 bei der IV zum Leistung sbezug angemeldet (IV-Dok 1). Das Wartejahr ist am 27. Februar 2011 abgelaufen (IV-Dok 90, S. 6). Ein allfälliger Rentenanspruch könnte demnach frühestens im April 2011 entstehen (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) und es ist die Zeit ab Ende April 2011 einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Von ihrer Hausärztin ist der Versicherten ursprüngli ch ab 18. Januar 2010 eine voll- ständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (IV-Dok 2 , S. 4). Nachdem sie ein erstes Mal vom 18. März 2010 bis 19. Mai 2010 wegen einer schweren de pressiven Störung stationär in der Klinik G.____ behandelt worden war (IV-Dok 20, S. 5), attestierte die behandelnde Psychiaterin Dr. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit Beri cht vom 16. Januar 2011 wegen ei- ner schweren depressiven Episode, aktuell teilremittier t, ab Januar 2011 eine 90%-ige Arbeits- unfähigkeit (IV-Dok 12, S. 3). Ab 2. Februar 2011 befand sich die Versicherte erneut in stationä- rer Behandlung. Sie konnte am 6. April 2011 zwar in e inem verbesserten Zustand entlassen werden (IV-Dok 20), musste in der Folge jedoch wegen i hrer rezidivierenden depressiven Stö- rung weiterhin mittelgradigen Ausmasses ambulant behandelt werden (IV-Dok 20, S. 14). Diese Behandlung erfolgte ab 6. Juni 2011 zunächst durch di e H.____. Ab 2. September 2011 wurde sie durch die behandelnde Ärztin der Versicherten weiter geführt (IV-Dok 23, S. 3 f.). Diese er- hob mit Bericht vom 30. Dezember 2011 weiterhin eine gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, hielt eine nach wie vor stark verminderte Leistun gsfähigkeit fest, und attestierte der Versicherten bis auf Weiteres erneut eine 90%-ige Arbei tsunfähigkeit (IV-Dok 27). Am 27. Feb- ruar 2012 trat die Versicherte wegen chronischer Müdigkeit und depressiver Erschöpfung einen erneuten stationären Aufenthalt in der Klinik I.____ an (IV-Dok 31). Dieser dauerte bis 24. April 2012. Dem entsprechenden Austrittsbericht (Eingang bei der IV-Stelle am 13. Dezember 2012) ist zu entnehmen, dass die Versicherte an einem physischen und psychischen Erschöpfungs- syndrom im Ausmass einer depressiven Störung leide. Die Pa tientin schlafe die Nacht durch, stehe am Morgen auf und könnte nach einer Stunde schon wieder ins Bett gehen. Nachdem eine zunächst in die Wege geleitete Behandlung mit C ipralex erfolglos geblieben sei, sei eine Kombinationsumstellung zusätzlich mit Remeron erfolgt. Seit einiger Zeit nehme die Patientin nur noch Remeron 30mg abends ein. Mit einer Wiederauf nahme der beruflichen Tätigkeit im Umfang von 30% könne ab 2013 gerechnet werden (IV-Dok 41). Gemäss dem im Nachgang zum Klinikaustritt ergangenen Bericht ihrer behandeln den Fachpsychiaterin vom 27. Oktober 2013 zufolge leide die Versicherte an einer rezidivierenden Störung, welche sich gegenwärtig in Remission befinde. Seit ihrem letzten Bericht an die IV persistiere die Tagesmüdigkeit und eine schnelle Ermüdbarkeit. Die Patientin sei zeitlich vermindert leistungsfähig. Sobald die Müdigkeit sie überfalle, benötige sie eine Auszeit. Sie wirke erschö pft und betone ihre Müdigkeit. Aktuell bestehe keine Medikation mehr. Seit 1. Januar 2011 b is zum 1. April 2013 bestehe eine 90%- ige Arbeitsunfähigkeit, ab 1. April 2013 sei von ein er noch 80%-igen Arbeitsunfähigkeit auszu- gehen. Der weitere Verlauf bleibe abzuwarten. Die Pa tientin wünsche unter anderem mitzutei- len, dass ihre Depression zwar ab und zu auftreten würde und ihre Müdigkeit ständig vorhan- den sei; sie könne aber damit leben, weitere Abklärungen würden nichts bringen (IV-Dok 51). 6.3 Zusammenfassend präsentiert sich das Bild einer anfän glich schweren depressiven Störung mit anschliessender teilweiser und per April 2 012 gänzlicher Remission bei persistie- render Müdigkeit. Eine detaillierte Betrachtung des K rankheitsverlaufs zeigt auf, dass die Be- schwerdeführerin in der Zeit zwischen April 2011 (oben, Erwägung 6.2) bis zum Austritt ihres letzten stationären Aufenthalts in der Klinik I.____ am 24. April 2012 massgebend wegen einer mittelgradigen, rezidivierenden depressiven Störung in i hrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt war. Im Vergleich zu den gesundheitlichen Verhältnissen, wie sie im Juni 2014 von Dr. C.____ Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht erhoben wurden, bestanden in diesem Zeitraum deutlich schlechtere psychiatrische Verhältnis- se, welche nicht durch die von Dr. C.____ diagnostisch a ls Neurasthenie erhobene Müdigkeit, sondern vorerst noch durch tiefgreifende depressive Episoden und eine dadurch ohne Weiteres erklärbare, hohe Leistungslimitierung geprägt waren. D ie funktionellen Einschränkungen der in diesem Zeitraum noch dominierenden depressiven Episode waren den übereinstimmenden, echtzeitlichen Unterlagen derart hoch, dass der Versicher ten vorerst praktisch keine Ressour- cen verblieben sind, um einer allfälligen Verweistätigk eit, wie sie anschliessend von Dr. C.____ festgelegt worden ist, nachzugehen. Erst mit dem Austri tt aus der Klinik I.____ Ende April 2012 lag erstmals eine vergleichbare Gesundheitssituation vor, wie sie auch im Gutachten von Dr. C.____ festgestellt worden ist. Mit anderen Worte n ist erst seit dem Austritt aus der letzten stationären Behandlung Ende April 2012 von einer remi ttierten depressiven Störung bei ledig- lich noch persistierender Müdigkeit auszugehen. Für dieses Resultat spricht nicht nur die echt- zeitliche Festlegung der Rest-Arbeitsfähigkeit durch Dr. D.____ gemäss Bericht vom 27. Oktober 2013 (IV-Dok 51), sondern vor allem die B eurteilung des RAD, der in der hier frag- lichen Periode ab Ende April 2011 ebenfalls von einer Restarbeitsfähigkeit von lediglich 10% in einer einfach, gut strukturierten Verweistätigkeit au sgegangen ist (IV-Dok 72, S. 2). Die Akten- lage ist in dieser Hinsicht nachvollziehbar und schlüssig. Zusammenfassend erhellt deshalb, dass der Versicherten seit dem Zeitpunkt eines möglichen Re ntenbeginns per Ende April 2011 (Eingang des Gesuchs der Versicherten bei der IV-Stelle nachweislich bereits am 29. April 2011, IV-Dok 1, S. 1) bis Ende April 2012 eine angep asste Verweistätigkeit im Umfang von le- diglich 10% zuzumuten war. Seit Ende April 2012 ist i ndes von denselben gesundheitlichen Verhältnissen und mithin von einer nicht invalidisiere nden Neurasthenie auszugehen, wie sie in der Folge von Dr. C.____ gutachterlich bestätigt worden war (oben, Erwägung 5.4.3). 7. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen die ser gesundheitlichen Beeinträch- tigung. Wie eingangs ausgeführt ist der Invaliditätsgra d der Versicherten nach der gemischten Methode zu bemessen (oben, Erwägung 2.8). Der Anteil d er Erwerbstätigkeit und jener der Haushaltstätigkeit im Umfang von je 50% sind ebenso unb estritten wie die gesundheitlich be- dingte Einschränkung der Versicherten im Haushalt im Um fang von 10,2%, soweit sie sich auf die hier massgebende Periode von April 2011 bis Ende April 2012 beziehen kann. Damit kann für die Berechnung der Invalidität auf die zutreffend en Erwägungen im Vorbescheid der IV- Stelle ursprünglich vom 7. Januar 2015 verwiesen werden (IV-Dok 90, S. 3 ff.), wonach die Ver- sicherte bei einem ihr zumutbaren Erwerbspensum von 10% ab Ende April 2011 ein jährliches Einkommen von CHF 4‘805.— hätte erzielen können (Basis: Schweizerische Lohnstrukturerhe- bung [LSE] 2010, TA1, Privater Sektor, Anforderungsni veau 4, Frauen, monatlich CHF 4‘225.- und betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden zuzüglich Nominallohnentwicklung von 1%). In Gegenüberstellung mit dem als gesunde Perso n in einem Pensum von 50% als kaufmännische Mitarbeiterin erzielbaren Valideneinkommen im Umfang von CHF 32‘5099.— (Basis: LSE 2010, TA7, Frauen, monatlich CHF 5‘160.—,; betriebsübliche Wochenarbeitszeit 41,7 Stunden zuzüglich Nominallohnentwicklung von 1%) re sultiert eine Erwerbseinbusse von CHF 27‘794.— und damit im erwerblichen Bereich ein mit 50% gewichteter IV-Grad von 42,63% (85,26% x 50%; oben, Erwägung 2.6 a. E.). Zusammen m it der gewichteten Einschränkung im Haushalt von 5,10% (10,2% x 50%) resultiert ein massge bender IV-Grad von rund 48% und damit unter Berücksichtigung der dreimonatigen Karenzfr ist gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV von Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht April 2011 bis Juni 2012 Anspruch auf eine Viertelrent e der IV. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis teilweise gutzuheissen. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von CHF 200.— bis CHF 1'000.— festgelegt . Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenr ahmens einheitlich auf CHF 800.— fest. In der ab 1. Januar 2019 neu in Kraft getretenen Bestimmung gemäss § 20 Abs. 3 VPO sind die ordentlichen Kosten neuerdings auch den unterliegenden Vorinstan- zen zu auferlegen. Vorliegend ist die IV-Stelle unterl egene Partei. Die ordentlichen Kosten von CHF 800.— werden somit ihr auferlegt, und der geleist ete Kostenvorschuss ist der Beschwer- deführerin zurückzuerstatten. 8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfa hrens entsprechend ist der Be- schwerdeführerin deshalb eine Parteientschädigung zuzusp rechen. Diese ist der IV-Stelle auf- zuerlegen, welche die materiell unterlegene Gegenpart ei ist (BGE 127 V 107 E. 6b und Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2008, 9C_806/2007, E. 5). Der Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 13. Febr uar 2019 für das vorliegende Be- schwerdeverfahren einen angesichts der sich stellenden Sach verhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstandenden Zeitaufwand von insgesamt sechs Stunden und 35 Minuten praxisgemäss à CHF 230.— geltend gemacht. Die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen im Umfang von CHF 67.— sind ebenfalls angemessen. Damit ist der Besc hwerdeführerin eine Parteient- schädigung für das vorliegende Beschwerdeverfahren in der Höhe von insgesamt 1‘702.90 (inkl. Auslagen und 7,7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV- Stelle vom 23. April 2018 aufgehoben und es wird der Beschwerdefüh- rerin mit Wirkung ab April 2011 bis und mit Juni 2012 eine Viertel- Rente der Invalidenversicherung zugesprochen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.– we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der geleistete Kostenvorsch uss in der Höhe von CHF 800.– ist der Beschwerdeführerin zurückzuerst atten. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von CHF 1‘702.90 (inkl. 7,7% Mehrwert- steuer) zu bezahlen.