Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 30. September 2015 (810 15 111) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Regelung der elterlichen Sorge Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Claude Jeanneret, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Silvan Ulrich , Advokat gegen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegner , vertreten durch Corinne Gadola , Advok a- tin Betreff Regelung der elterlichen Sorge (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 13. April 2015) A. A.____ ist die Mutter von D.____, geboren am 9. Mai 2014. C.____ anerkannte das Kind am 1. Juli 2014 als seinen Sohn. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Vor der Geburt teilte C.____ der Kindes- und Erwa chsenenschutzbehörde B.____ (KESB) am 7. März 2014 mit, dass die von ihm im 8. Mona t schwangere A.____ in desolaten Wohnverhältnissen lebe und das Wohl des Säuglings in di eser Umgebung gefährdet wäre. Am 10. April 2014 machte die Hebamme E.____ der KESB ei ne Gefährdungsmeldung betreffend A.____, von welcher sie zwecks Unterstützung bei der Geburt aufgesucht worden sei. C. Mit Präsidialentscheid der KESB vom 9. Mai 2014 wurd e der Kindsmutter A.____ die elterliche Obhut über D.____ gestützt auf Art. 310 Abs . 1 ZGB per sofort vorläufig entzogen. D.____ wurde per sofort vorläufig in der Wöchnerinnen -Station des Kantonsspitals F.____ und später in einem Mutter-Kind-Haus platziert. Ferner wur de für D.____ eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet und G.____, Beru fsbeistandschaft B.____, als Beistand ernannt. Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. D. Mit Eingabe vom 15. Mai 2014 erhob A.____ gegen d en Entscheid der KESB vom 9. Mai 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), welche mit Urteil der Präsidentin vom 12. Juni 2014 (Verfahren 810 14 133) nach vorgängiger Durchführung einer Parteiverhandlung abgewiesen wurde. Das Bundesge- richt ist auf die dagegen erhobene Beschwerde nicht eing etreten (Urteil des Bundesgerichts 5A_579/2014 vom 18. August 2014). E. Am 25. Juni 2014 erhob A.____, vertreten durch Silva n Ulrich, Advokat, beim Kantons- gericht Beschwerde wegen Rechtsverweigerung/Rechtsverzögeru ng, welche vom Kantonsge- richt gutgeheissen wurde, soweit darauf eingetreten wurde. F. Mit Präsidialentscheid der KESB vom 7. Juli 2014 wur de dem Kindsvater C.____ vor- sorglich ein Besuchsrecht für D.____ eingeräumt. Auf di e von der Beschwerdeführerin am 9. Juli 2014 dagegen erhobene Beschwerde wurde mit U rteil der Präsidentin des Kantonsge- richts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, vom 28. Juli 2014 nicht eingetreten (Ver- fahren 810 14 188). G. Mit Entscheid der KESB vom 30. September 2014 wurd e der Entzug des elterlichen Aufenthaltsbestimmungsrechts der Beschwerdeführerin über D.____ per 1. Oktober 2014 auf- gehoben (Ziffer 1) und die Platzierung von D.____ in der H.____-Stiftung ebenfalls per 1. Oktober 2014 beendet (Ziffer 2). Weiter wurde di e für D.____ errichtete vorläufige Beistand- schaft als definitive Massnahme bestätigt und G.____ in seinem Amt definitiv bestätigt. Seine Aufgaben umfassen die Rückführung von D.____ und der K indsmutter in die Herkunftsfamilie, die Organisation und Durchsetzung einer sozialpädagogisch en Familienbegleitung (Familien- begleitung), die Koordination und Kontrolle der Sitzungen bei der Mütterberatung sowie die mo- natliche Berichterstattung über den Ablauf des Besuchsre chts des Kindsvaters C.____ (Ziffer 3). Entsprechend wurde für D.____ eine wöchentliche F amilienbegleitung für die Dauer von vorerst 6 Monaten angeordnet (Ziffer 4). Parallel daz u hatte die Kindsmutter alle vierzehn Tage die Mütterberatung aufzusuchen und der KESB die Besuche monatlich zu belegen (Ziffer 5). Bis zum 15. Dezember 2014 wurde dem Kindsvater ein Besuchsrech t im Umfang von mindestens dreimal wöchentlich für jeweils zwei Stunden eingeräum t (Ziffer 6); die Kindsmutter wurde an- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewiesen, D.____ dabei kindsgerecht zu übergeben (Zif fer 7). Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Ziffer 8). H. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin, wiederum ver treten durch Silvan Ulrich, Ad- vokat, am 13. Oktober 2014 Beschwerde, welche nach Durchf ührung einer Parteiverhandlung mit vorgängigem Augenschein in den Räumlichkeiten an der X.____strasse 3 in I.____ mit Ent- scheid vom 19. November 2014 in Bezug auf die Familien begleitung sowie die allfällige polizei- liche Durchsetzungsmöglichkeit der dem Beistand erteilten Aufträge gutgeheissen wurde (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltun gsrecht [KGE VV] vom 19. November 2014 [810 14 293]). Im Übrigen wurde d ie Beschwerde abgewiesen. Das Bun- desgericht wies die gegen den kantonsgerichtlichen Entsche id erhobene Beschwerde mit Urteil vom 13. Mai 2015 (Verfahren 5A_151/2015) ab, soweit auf sie eingetreten worden und sie nicht gegenstandslos geworden ist. I. Mit Entscheid der KESB vom 22. Dezember 2014 wurde d as Besuchsrecht des Kindsva- ters von D.____ angeordnet und rückwirkend ab dem 16. De zember 2014 weitergeführt, und zwar im Umfang von dreimal wöchentlich zwei Stunden, jeweils dienstags und donnerstags von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr sowie sonntags von 15.00 Uhr bi s 17.00 Uhr (Ziffern 1 und 2). Ferner wurde die Kindsmutter angewiesen, D.____ dem Kindsvate r zwecks Ausübung des Besuchs- rechts kindsgerecht zu übergeben (Ziffer 3). Einer allfä lligen Beschwerde wurde die aufschie- bende Wirkung entzogen (Ziffer 4). J. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 20. Januar 2015 Beschwerde beim Kan- tonsgericht. Sie beantragte die Aufhebung des angefo chtenen Entscheids und ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. In verfah rensrechtlicher Hinsicht stellte sie das Begehren, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass infolge eines Unterbruchs de s Besuchsrechts nicht ohne weite- res von einer Kindsgefährdung ausgegangen werden könne . Mit Präsidialverfügung vom 4. März 2015 wurde der Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wir- kung sowie das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abgewiesen. Da die Beschwerdeführe- rin den Kostenvorschuss auch innert der ihr angesetzten N achfrist nicht bezahlt hatte, wurde das Verfahren (810 15 14) mit Präsidialverfügung vom 31. März 2015 als gegenstandslos ab- geschrieben. K. Am 3. August 2014 beantragte der Kindsvater C.___ _ bei der KESB die Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge über D.____. L. Mit Entscheid vom 13. April 2015 übertrug die KESB den Kindseltern die gemeinsame elterliche Sorge über ihren Sohn D.____ (Ziffer 1). Dem Kindsvater wurde in den geraden Ka- lenderwochen drei Tage Betreuungsanteile beginnend D onnerstag, 19.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, sowie in den ungeraden Kalenderwochen dre i Tage Betreuungsanteile beginnend Mittwoch, 19.00 Uhr, bis Samstag, 19.00 Uhr, eingeräumt (Ziffer 2). Weiter erhielt er ein Ferien- recht von vier Wochen und es wurde eine alternierende Feiertagsregelung angeordnet (Ziffern 3 und 4). Ferner wurde verfügt, dass der Kindsvater D.___ _ an seinem Geburtstag, am 9. Mai Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2015 bereits um 15.00 Uhr zu übergeben habe (Ziffer 5 ). Weiter wurde für D.____ eine Bei- standschaft mit dem Beistand G.____, Berufsbeistand B.____, errichtet (Ziffer 6). Die Kindsmut- ter wurde angewiesen, dem Kindsvater eine Kopie des G esundheitsbüchleins und des Impf- ausweises von D.____ zu übergeben (Ziffer 7). Dem erna nnten Beistand wurden nachfolgende Aufgaben übertragen: a) D.____ in der Verwaltung des Kindesvermögens und in seinen finan- ziellen Angelegenheiten zu vertreten; b) die Kindselte rn bei der Umsetzung der Betreuungsan- teile von D.____ zu beraten und gegebenenfalls zwische n ihnen zu vermitteln resp. die Betreu- ungsanteile von Amtes wegen umzusetzen; c) die Kindseltern bei der Pflege und Erziehung von D.____ zu beraten und gegebenenfalls zwischen ihnen zu v ermitteln; d) die Kindseltern in me- dizinischen und therapeutischen Fragen von D.____ zu berat en und gegebenenfalls zwischen ihnen zu vermitteln; e) die Kindseltern in religiösen Fragen von D.____ zu beraten und gegebe- nenfalls zwischen ihnen zu vermitteln; f) die Kindselte rn in schulischen Fragen von D.____ zu beraten und gegebenenfalls zwischen ihnen zu vermitteln. Die Erziehungsgutschriften wurden vollumfänglich der Kindsmutter angerechnet (Ziffer 9). Die aufschiebende Wirkung wurde einer allfälligen Beschwerde entzogen (Ziffer 10). M. Mit Eingabe vom 22. April 2015 erhob die Kindsmu tter, nachfolgend vertreten durch Sil- van Ulrich, Advokat in Aesch, Beschwerde beim Kantonsgerich t. Sie beantragte die kostenfälli- ge Aufhebung des angefochtenen Entscheids und ersuchte um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte sie den Antrag, der Beschwerde in Auf- hebung von Ziffer 10 des angefochtenen Entscheids supe rprovisorisch, eventuell provisorisch, die aufschiebende Wirkung zu erteilen. N. Mit Präsidialverfügung vom 23. April 2015 wurde der Beschwerde superprovisorisch die aufschiebende Wirkung erteilt. Nachdem die Beschwerdeg egner eine Frist zur Stellungnahme zum Verfahrensantrag erhielten, wurde der Beschwerde mit Präsidialverfügung vom 19. Mai 2015 antragsgemäss die aufschiebende Wirkung erteilt. O. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Re chtspflege vom 6. Mai 2015 enthielt nicht sämtliche Belege gemäss Ziffer 9 des Formulars, weshalb die Beschwerdeführerin eine Nachfrist zu dessen Vervollständigung erhielt (vgl. Präsidialverfügung vom 19. Mai 2015). Mit Eingabe vom 3. Juni 2015 reichte sie weitere Belege ein. P. Mit Eingabe vom 2. Juni 2015 bzw. 16. Juni 2015 re ichte der Beschwerdegegner das Formular Gesuch um unentgeltliche Prozessführung samt Beilagen ein. Q. Mit separaten Vernehmlassungen vom 18. Juni 2015 schl ossen die Beschwerdegegner übereinstimmend auf kostenfällige Abweisung der Beschwerd e. In verfahrensrechtlicher Hin- sicht beantragte der Beschwerdegegner überdies, die Akt en der Verfahren 810 14 133, 810 14 293 sowie 810 15 14 beizuziehen. R. Mit Präsidialverfügung vom 26. Juni 2015 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. Gleichzeitig wurden die Akten der Verfahren 810 14 133, 810 14 169, 810 14 188, 810 14 293 sowie 810 1 5 14 zum vorliegenden Verfahren beige- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zogen. Der Beweisantrag der Beschwerdeführerin auf Einh olung eines kinderpsychiatrischen Gutachtens wurde abgewiesen. S. Mit Eingabe vom 10. Juli 2015 stellte die Beschwer deführerin den Antrag auf Durchfüh- rung einer Parteiverhandlung, welcher mit Verfügung vom 15. Juli 2015 abgewiesen wurde, mit der Begründung, dass entgegen ihrer Auffassung kein An spruch darauf bestehe. Es stehe ihr frei, im Rahmen einer schriftlichen Replik Stellung zu den Ausführungen der Beschwerdegegner zu nehmen. Gleichzeitig wurde ihr Gesuch um unentgeltl iche Prozessführung und Verbeistän- dung abgewiesen, dasjenige des Beschwerdegegners gutgehe issen. Weiter wurde der Be- schwerdeführerin Frist zur Einreichung einer allfälligen Replik gesetzt. T. Gegen die Abweisung ihres Gesuchs um unentgeltliche R echtspflege erhob die Be- schwerdeführerin am 21. Juli 2015 Einsprache bei der Kammer des Kantonsgerichts und bean- tragte dessen Gutheissung. U. In der Replik vom 17. August 2015 hält die Beschwerd eführerin dafür, gestützt auf Art. 6 der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfr eiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 einen Anspruch zumindest auf eine parteiöffentliche Verhandlung zu haben. V. Am 7. September 2015 reichte die KESB eine Duplik ein. Mit Eingabe vom 8. September 2015 duplizierte auch der Beschwerdegegner. W. Mit Präsidialverfügung vom 9. September 2015 wurde der Beschwerdeführerin Frist bis zum 21. September 2015 für eine allfällige Stellungn ahme zu den Dupliken eingeräumt. Mit Eingabe vom 25. August 2015 (Eingang beim Kantonsgerich t 28. September 2015) hat die Be- schwerdeführerin Stellung genommen und an ihren Anträgen und Ausführungen festgehalten. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetz buches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann ge gen Entscheide einer Kindesschutzbe- hörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werd en. § 66 Abs. 1 des kantonalen Ge- setzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfah ren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmunge n des kantonalen Verwaltungspro- zessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Demnach ist d ie Fünferkammer der Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts zur B eurteilung der vorliegenden Be- schwerde zuständig (§ 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungsprozess- ordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Nach Art. 450 A bs. 2 ZGB sind Personen zur Be- schwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff . 1), die der betroffenen Person nahe ste- hen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Intere sse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerde führerin als direkte Verfahrensbetei- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ligte und Kindsmutter von D.____ ist zur Beschwerdeerhebu ng legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Allerdings auferlegt sich das Kantonsgericht bei der Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe und bei der Ermessenskontrolle eine gewisse Zurückhaltung. Dies insbesondere deshalb, weil die Kind es- und Erwachsenenschutzbehörden als Fachbehörden anzusehen sind (vgl. Art. 440 Abs. 1 ZGB ). Verfügt eine Behörde über be- sonderes Fachwissen, so ist ihr bei der Bewertung von au sgesprochenen Fachfragen ein ge- wisser Beurteilungsspielraum zu belassen, soweit sie die f ür den Entscheid wesentlichen Ge- sichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat (vgl. DANIEL STECK , in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilg esetzbuch I, Basel 2014, N 17 ff. zu Art. 450a; ULRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, N 446c f.; KGE VV 810 13 388, E. 3; BGE 135 II 384 E. 2.2.2, jeweils mit weiteren Hinweisen). 2.1 Die Beschwerdeführerin erneuert in ihrer Replik vo m 17. August 2015 ihren Antrag auf Durchführung einer mündlichen Parteiverhandlung. Sie habe gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK zumindest Anspruch auf eine parteiöffentliche Verhandlung, da es um eine zivilrechtliche Ange- legenheit gehe und kein Grund bestehe, die Parteien v on der Verhandlung auszuschliessen. Die der EMRK widersprechenden Bestimmungen des Gesetzes über die Organisation der Ge- richte (Gerichtsorganisationsgesetz, GOG) vom 22. Februar 2001 seien nicht anwendbar. 2.2 Nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede Person ein Recht darauf, dass über Streitigkeit en in Bezug auf ihre zivilrechtlichen Ansprüche und Verpflich tungen oder über eine gegen sie erho- bene strafrechtliche Anklage von einem unabhängigen und unparteiischen, auf Gesetz beru- henden Gericht in einem fairen Verfahren, öffentlich und innerhalb angemessener Frist verhan- delt wird. Das Urteil muss öffentlich verkündet werden; Presse und Öffentlichkeit können jedoch während des ganzen oder eines Teils des Verfahrens ausgesc hlossen werden, wenn dies im Interesse der Moral, der öffentlichen Ordnung oder de r nationalen Sicherheit in einer demokra- tischen Gesellschaft liegt, wenn die Interessen von Jugendl ichen oder der Schutz des Privatle- bens der Prozessparteien es verlangen oder – soweit das G ericht es für unbedingt erforderlich hält – wenn unter besonderen Umständen eine öffentlich e Verhandlung die Interessen der Rechtspflege beeinträchtigen würde. Die vorliegende Angelegenheit fällt in den Schutzbereich von Art. 6 Ziff. 1 EMRK, da es sich um einen Fall mit Auswirkungen auf die Zivilrechtsposition en der Parteien handelt. Art. 6 Ziff. 1 EMRK räumt das Recht ein, dass über Streitigkeiten im Schutzbereich “öffentlich […] verhandelt wird“. Die Pflicht zur Durchführung einer öffentlichen Verhandlung setzt einen klaren Parteian- trag voraus. Die Beschwerdeführerin ersucht um Durchfüh rung einer mündlichen Verhandlung mit der Begründung, sich zu den Stellungnahmen der Be schwerdegegner äussern zu können. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Damit hat die Beschwerdeführerin einen Antrag auf ei ne mündliche Anhörung im Sinne eines Beweisantrags gestellt und nicht um Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK ersucht. Blosse Beweisabnahmeanträg e, wie der Antrag auf Durchführung einer persönlichen Befragung, reichen indes nicht aus. Da es ihr um die mündliche Ausübung des rechtlichen Gehörs geht und hat Art. 6 Ziff. 1 EMRK im vorliegenden Fall folglich keine über Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen E idgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 hinausgehende Bedeutung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_306/2013 vom 15. Juli 2013 E. 2.1). Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) gewährleistet dem Betroffenen das Recht, von den Akten Kenntnis zu nehm en, sich vor Erlass eines in seine Rechtstellung eingreifenden Entscheids zu äussern, erhebl iche Beweise vorzulegen, und das Recht, mit seinen Beweisofferten zu erheblichen Tatsach en zugelassen zu werden, der Be- weisabnahme beizuwohnen oder mindestens sich zum Beweiserge bnis zu äussern. Art. 29 Abs. 2 BV räumt per se keinen Anspruch auf eine münd liche Verhandlung ein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_306/2013 vom 15. Juli 2013 E. 2.2 f.). Vorliegend hatte die Beschwerdefüh- rerin Gelegenheit, sich zu den Vernehmlassungen der Be schwerdegegner vom 18. Juni 2015 schriftlich zu äussern. Darüber hinaus wurde ihr nach Erha lt der Dupliken erneut Frist zur Stel- lungnahme gewährt. Davon hat die Beschwerdeführerin G ebrauch gemacht, ohne an der Not- wendigkeit einer mündlichen Äusserungsmöglichkeit festzuha lten. Es ist somit nicht ersichtlich, und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht näher au sgeführt, aus welchem Grund sie die mündliche Ausübung des rechtlichen Gehörs beantragte bzw. welche neuen Erkenntnisse dadurch hätten erlangt werden können. Aufgrund der schriftlichen Stellungnahmen, der umfang- reichen Verfahrensakten sowie der von der Vorinstanz durchgeführten Anhörungen ist von einer mündlichen Anhörung im Rahmen einer Parteiverhandlung im vorliegenden Fall abzusehen. 3.1 Weiter sind in der vorliegenden Angelegenheit die Regelungen der KESB betreffend gemeinsame elterliche Sorge (Ziffer 1), Betreuungsanteile (Ziffer 2), Ferienrecht (Ziffer 3) sowie Feiertagsregelung (Ziffer 4) zu überprüfen. Strittig sind weiter die Errichtung der Beistandschaft für D.____ (Ziffern 6 und 8) sowie die Anordnung der Aushändigung einer Kopie des Gesund- heitsbüchleins und des Impfausweises durch die Kindsmutter an den Kindsvater (Ziffer 7). 3.2 Die Vorinstanz führt diesbezüglich im angefochtenen Entscheid zusammengefasst aus, dass zwischen den Kindseltern zwar ein Konflikt herrsche, die ser sich aber durch die bisherige Alleinsorge der Kindsmutter nicht verhindern liess. Au ch wenn die Kindsmutter mit dem Kinds- vater nicht kommuniziere, reiche diese Weigerungshaltung unter Berücksichtigung der Wichtig- keit eines Kontaktaufbaus zwischen den Eltern für die Erteilung der Alleinsorge nicht aus. 3.3 Die Beschwerdeführerin moniert, die KESB habe be i der Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge das Kindeswohl zu wenig berücksichtigt und sei aufgrund ihrer Befangenheit insbesondere nicht in der Lage, die Beziehungsdynamik der Eltern objektiv zu beurteilen. Die gemeinsame elterliche Sorge entspreche bei dieser dysf unktionalen Elternbeziehung nicht dem Kindeswohl, sondern einzig den Interessen des Kindsvaters. Es sei nicht beabsichtigt, D.____ seinem Vater zu entziehen, jedoch entspreche die angeord nete Betreuungsordnung nicht dem Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kindeswohl, da diese mit verschiedenen Betreuungsorten e inhergehe, was ein zusätzlicher Stress für D.____ bedeute. Es sei mit der Einholung ei nes kinderpsychiatrischen Gutachtens abzuklären, ob eine solche Anordnung generell für ein Kleinkind und insbesondere im vorlie- genden Fall angezeigt sei. Gleichzeitig müsse auch die E rziehungsfähigkeit des Kindsvaters überprüft werden. Eine Vermögensverwaltung durch eine n Beistand sei zufolge mangelnden Vermögens nicht erforderlich. Die monatlichen Unterhal tsbeiträge des Kindsvaters in der Höhe von Fr. 500.-- würden ohnehin nicht ausreichen und somit sei die Besorgnis des Kindsvaters, das Geld würde nicht für D.____ verwendet, haltlos. Hi nsichtlich der gesundheitlichen Situation von D.____ gebe es keine Beeinträchtigungen und deshalb sei auch diesbezüglich eine Unter- stützung durch einen Beistand nicht notwendig. 3.4 Demgegenüber bestreitet der Beschwerdegegner das V orliegen eines schweren El- ternkonflikts. Vielmehr bezwecke die Kindsmutter mit de r Kontaktverweigerung, dass ihr die Alleinsorge übertragen werde. Der Kindsvater sei jedo ch bemüht, weiterhin an einem Kontakt- aufbau zu arbeiten. Technisch gesehen sei es beinahe unm öglich, von einem Konflikt zu spre- chen, zumal die Kindseltern gar nicht miteinander komm unizieren würden und dementspre- chend auch keine Meinungsverschiedenheiten entstehen könn ten. Unter Berücksichtigung, dass alleine die Kindsmutter jegliche Kommunikation mit dem Kindsvater ablehne, sei es gera- dezu rechtsmissbräuchlich, nun einen angeblich schweren Elt ernkonflikt geltend zu machen, um die Erteilung der alleinigen elterlichen Sorge zu erreichen. 3.5 Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Vernehmlassu ng vom 18. Juni 2015 ergänzend aus, es bestehe kein Anlass, die Erziehungsfähigkeit des Ki ndsvaters zu überprüfen. Auch er sei jedoch berechtigt, einer Erwerbstätigkeit nachzugeh en, auch wenn das bedeute, D.____ einen Tag extern betreuen zu lassen. Die Kindsmutter solle weiterhin die Hauptbezugsperson bleiben. Die Vermögensverwaltung durch den Beistand sei verfügt worden, um den diesbezüg- lichen elterlichen Konflikt zu entspannen. Im Übrigen w urde auf die Ausführungen im angefoch- tenen Entscheid verwiesen. 4.1 Die elterliche Sorge dient dem Wohl des Kindes (A rt. 296 Abs. 1 ZGB). Sie umfasst die Gesamtheit der elterlichen Verantwortlichkeiten und Befugnisse in Bezug auf das Kind, d.h. die Bestimmung des Aufenthaltsorts, die Erziehung und d ie gesetzliche Vertretung des Kindes sowie die Verwaltung seines Vermögens (I NGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilge setzbuch I, Art. 1 - 456, 5. Auflage, Ba- sel 2014, N 2 zu Art. 296). Die Eltern leiten im Bli ck auf das Wohl des Kindes seine Pflege und Erziehung und treffen unter Vorbehalt seiner eigenen Handlungsfähigkeit die nötigen Entschei- dungen (Art. 301 Abs. 1 ZGB), d.h. die Eltern üben ihre Entscheidungskompetenz grundsätzlich gemeinsam aus. Um allfällige Streitigkeiten um alltä gliche Angelegenheiten zu vermeiden, wur- de dem betreuenden Elternteil mit Art. 301 Abs. 1 bis ZGB eine Alleinentscheidungskompetenz eingeräumt. Danach kann der Elternteil, der das Kind betreut, allein entscheiden, wenn die An- gelegenheit alltäglich oder dringlich ist (Ziff. 1) od er der andere Elternteil nicht mit vernünftigem Aufwand zu erreichen ist (Ziff. 2). Als alltäglich gelte n Entscheidungen über Ernährung, Beklei- dung und Freizeitgestaltung des Kindes. Nicht alltäglich en Charakter haben Angelegenheiten, die das Leben des Kindes in einschneidender Weise präge n, beispielsweise der Wechsel der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schule oder der Konfession des Kindes, medizinische Eingrif fe, die Ausübung von Hochleis- tungssport oder die dauerhafte Übertragung der Tagesb etreuung des Kindes auf Dritte (INGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , a.a.O., N 3c zu Art. 301). 4.2 Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet und anerkennt der Vater das Kind oder wird das Kindesverhältnis durch Urteil festgestellt und d ie gemeinsame elterliche Sorge nicht bereits im Zeitpunkt des Urteils verfügt, so kommt die ge meinsame elterliche Sorge aufgrund einer gemeinsamen Erklärung der Eltern zustande (Art. 298a Abs. 1 ZGB). Weigert sich ein Elternteil, die Erklärung über die gemeinsame elterl iche Sorge abzugeben, so kann der andere Elternteil die Kindesschutzbehörde am Wohnsitz des Kinde s anrufen (Art. 298b Abs. 1 ZGB). Gemäss Art. 298b Abs. 2 ZGB verfügt die Kindesschutzbehör de die gemeinsame elterliche Sorge, sofern nicht zur Wahrung des Kindeswohls an der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter festzuhalten ist oder die alleinige elterliche Sorge dem Vater zu übertragen ist. Demnach ist neu die Möglichkeit der gemeinsamen elterlichen Sorge bei unverheirateten Eltern gegen den Willen eines Elternteils vorgesehen (I NGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , a.a.O., N 1 zu Art. 298b). 4.3 Nach neuem Recht gilt die gemeinsame elterliche So rge als gesetzlicher Regelfall. Voraussetzung ist, dass kein Grund für die Alleinsorge eine s Elternteils besteht (I NGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , a.a.O., N 5 zu Art. 298b). Mit anderen Worten muss d ie Wah- rung der Kinderinteressen eine alleinige elterliche S orge notwendig machen, ansonsten der gesetzliche Regelfall zum Tragen kommt (Botschaft vom 1 6. November 2011 zu einer Ände- rung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Elterliche Sorge], Bundesblatt [BBl] 2011 S. 9104 f.). Die massgebende Leitlinie für die Zuteilung der elterlichen Sorge ist demnach das Kindes- wohl. Nach der bundesrätlichen Botschaft hat die Kindessc hutzbehörde ihrem Entscheid den Massstab von Art. 311 ZGB zugrunde zu legen. Gemäss bundesg erichtlicher Rechtsprechung können für die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge gemäss Art. 298 ff. ZGB nicht die gleichen Voraussetzungen wie für den auf Art. 311 ZGB gestützte n Entzug des Sorgerechts gelten. Vielmehr kann beispielsweise auch ein schwerwiegender el terlicher Dauerkonflikt oder die an- haltende Kommunikationsunfähigkeit eine Alleinzuteilung des Sorgerechts gebieten, wenn sich der Mangel negativ auf das Kindeswohl auswirkt und von ei ner Alleinzuteilung eine Verbesse- rung erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_923/2014 vom 27. August 2015). Des Weiteren müssen für die elterliche Sorge die Vorau ssetzungen nach Art. 296 ZGB vorlie- gen. Notwendig sind hierfür das Vorliegen eines rechtli chen Kindsverhältnisses sowie die Voll- jährigkeit und das Fehlen einer umfassenden Beistandschaft der Elternteile. 4.4 Der Kindsvater erfüllt die Voraussetzungen gemäss A rt. 296 ZGB unbestrittenermas- sen. Somit ist nachfolgend einzig zu prüfen, ob das Kindeswohl durch die Erteilung der gemein- samen elterlichen Sorge gefährdet bzw. ob zu dessen Wahr ung die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an die Kindsmutter erforderlich ist. Der Begriff Kindeswohl entzieht sich einer genauen Definition. Für den Kindesschutz geht es primär um eine Negativdefinition: die Ge- fährdung des Kindeswohls. Die Gefährdung kann nur in je dem einzelnen Fall unter Berücksich- tigung der Gesamtheit aller Umstände bestimmt werden. Es geht um eine objektiv fassbare Ge- fahr einer Beeinträchtigung, welche einigermassen konkr et sein muss. Überdies muss die Ge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht fährdung von bestimmter Erheblichkeit sein, es geht a lso um mehr als blosse Ungünstigkeit. Aus diesem Grund muss eine Situation vorliegen, die z ur (weiteren) Schädigung des Kindes führt, wenn sie belassen wird. Dies ist nicht bereits dann erreicht, wenn unter vertretbaren Lö- sungen nicht die Beste vorliegt (Y VO BIDERBOST , in: Breitschmid/Rumo-Jungo [Hrsg.], Hand- kommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Fami lienrecht, inkl. Kindes- und Er- wachsenenschutzrecht, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, N 8 ff. zu Art. 307). 4.5 Vorliegend lassen sich den Verfahrensakten keine An haltspunkte für das Vorhanden- sein von Gründen nach Art. 311 ZGB entnehmen. Allerdi ngs ist ein erheblicher und praktisch seit der Geburt von D.____ bestehender Elternkonflikt v orhanden. Wie die Vorinstanz richtig festgestellt hat, war die bisherige Alleinsorge der Ki ndsmutter diesem Konflikt jedoch nicht ab- träglich und somit kann am weiteren Kontaktaufbau zwisch en den Eltern festgehalten werden. Zu beachten ist dabei, dass D.____ sich angesichts seines Al ters (noch) nicht in einem Loyali- tätskonflikt befindet und daher nicht zu beanstanden i st, weiterhin auf eine Entspannung des Elternkonflikts hinarbeiten zu wollen. Auch wenn sich d ie Eltern in gewissen Themenbereichen wie etwa der religiösen Erziehung uneinig sind, geht mit unterschiedlichen Erziehungsvorstel- lungen nicht ohne weiteres eine Gefährdung des Kindes wohls einher. Hinweise auf eine Erzie- hungsunfähigkeit des Kindsvaters oder auf eine Gefährdun g des Wohls von D.____ sind nicht ersichtlich. Auch wenn der Kindsvater erst noch in seine Vaterrolle wird wachsen müssen, kann allein daraus keine Erziehungsunfähigkeit abgeleitet w erden. Die Kindsmutter bestreitet denn auch nicht, dass der Kontakt zwischen D.____ und dem Kindsv ater positiv zu bewerten ist. Vielmehr erscheinen die erhobenen Vorwürfe in der be lasteten Paarbeziehung begründet zu liegen. Es ist der Kindsmutter – zunächst allenfalls durch Zwischenschaltung des Beistands – somit zumutbar, den Kindsvater bei Entscheidungen betreffend D.____, welche von besonderer Tragweite sind, miteinzubeziehen. Die Zuteilung der ge meinsamen elterlichen Sorge an die Kindseltern ist nicht zu beanstanden. 5.1 Zusammen mit der elterlichen Sorge regelt die KES B auch die übrigen strittigen Punkte (Art. 298b Abs. 3 ZGB), und dabei geht es vornehmlich um die Betreuung des Kindes, d.h. um die Regelung der Obhut und des persönlichen Verkehrs bzw . der Betreuungsanteile. Der Ent- scheid über die Betreuung des Kindes ist am Massstab des Kin deswohls zu treffen (Art. 296 Abs. 1 ZGB). In der vorliegenden Angelegenheit hat d ie KESB eine alternierende Obhut ange- ordnet. Die alternierende Obhut ist eine Betreuungs- und Lebensform für Kinder von getrennt lebenden Eltern. Dabei wird das Kind abwechselnd zu ei nem wesentlichen Zeitanteil bei jedem Elternteil leben. Bei Kleinkindern und Kindern im Vo rschulalter werden Wechselfrequenzen von weniger als einer Woche empfohlen (vgl. H ILDEGUND SÜNDERHAUF / MARTIN WIDRIG , Gemeinsa- me elterliche Sorge und alternierende Obhut, in: Aktu elle Juristische Praxis [AJP] 2014 S. 885 ff.). Nach neuem Recht kann die alternierende Obhut auch festgelegt werden, wenn diesbezüg- lich keine Einigung der Eltern besteht. Die Ausgestaltu ng der Betreuungsanteile richtet sich nach Art. 273 ff. ZGB (I NGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , a.a.O., N 7 zu Art. 298). Wie bereits im Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfa ssungs- und Verwaltungsrecht, vom 19. November 2014 (KGE VV 810 14 293 E. 5) ausgefüh rt, ist ein regelmässig stattfindender Kontakt zwischen einem Baby resp. Kleinkind und dem Kindsv ater wichtig und der Zeitraum zwischen den Besuchen darf nicht allzu lange sein, ansonsten keine Beziehung aufgebaut wer- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht den kann. Die bisherige Regelung, welche dem Kindsvater mehrere Besuche wöchentlich er- möglichte, hat sich als angemessen und für den Beziehungsau fbau förderlich erwiesen. Die vorliegende Regelung der Betreuungsanteile im Verhält nis 4:3 ist aufgrund der Verfügbarkeit aller Beteiligten möglich und erlaubt beiden Elternt eilen gleichermassen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Ferner ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Erziehungsfähigkeit der Kindseltern gegeben ist und keine widersprechenden konkreten Hinweise ersichtlich sind. Auch die Kommunikations-/Kooperationsproblematik stehen eine r alternierenden Obhut nicht entge- gen, da dieser mit Hilfe der errichteten Beistandschaf t begegnet werden kann. Auch die weite- ren massgeblichen Umstände wie die Vater-Kind-Beziehung, die Verfügbarkeit und Gesundheit aller Beteiligten etc. wurden abgeklärt und sprechen für die verfügte Regelung einer alternie- renden Obhut. Wenn die Beschwerdeführerin geltend mac ht, die Vorinstanz habe es versäumt, eine der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entsprechende Besuchsregelung zu prüfen, kann ihr nicht gefolgt werden. Wie soeben ausgeführt, hat die Beschwerdegegnerin die verschiede- nen massgeblichen Kriterien überprüft und gewürdigt. Soweit es erforderlich war, hat sie für bestehende Schwierigkeiten entsprechende Massnahmen angeordnet, welche sich als notwen- dig und verhältnismässig erweisen. Damit kann gleichzeit ig festgehalten werden, dass kein An- lass bestand, diesbezüglich ein kinderpsychiatrisches Gutachten einzuholen, weshalb zu Recht von dessen Anordnung abgesehen wurde. Hinsichtlich der i n diesem Zusammenhang geltend gemachten angeblich fehlenden objektiven Beurteilung des Elternkonflikts aufgrund der Befan- genheit der Vorinstanz wurde von der Beschwerdeführerin einzig ausgeführt, dass die Präsi- dentin und damit automatisch die ganze Behörde befang en sei. Die Präsidentin befindet sich seit jeher im Ausstand, weshalb dieses Vorbringen ins Le ere geht. Was den Befangenheitsvor- wurf der übrigen Mitglieder der KESB anbelangt, ist darauf mangels rechtsgenüglicher Substan- tiierung durch die Beschwerdeführerin nicht weiter einzugehen. 5.2 In Bezug auf das dem Kindsvater eingeräumte Ferien recht im Umfang von vier Wochen ist festzuhalten, dass die vorstehenden Ausführun gen zu den Betreuungsanteilen gleichermassen Geltung haben und dieses folglich nicht zu beanstanden ist. 5.3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die erricht ete Beistandschaft sei nicht erforder- lich. Auf die einzelnen neuen Vorbringen wird sogleich näher einzugehen sein. Vorab ist hin- sichtlich der pauschal geäusserten Rügen gegen die Beistandschaft als solche sowie gegen die Person des Beistands jedoch festzuhalten, dass diese bereits im Rahmen des Verfahrens KGE VV 810 14 293 beurteilt und vom Bundesgericht mit Urt eil 5A_151/2015 vom 13. Mai 2015 voll- umfänglich geschützt wurden. Das Bundesgericht hielt im er wähnten Entscheid explizit fest, dass sich das Kantonsgericht sowohl zu der Beistandschaft al s auch zur Person des Beistands geäussert hatte und die diesbezüglichen Feststellungen wurden nicht beanstandet. Da die Be- schwerdeführerin im vorliegenden Verfahren diesbezüglich nicht Neues vorbringt, ist darauf nicht weiter einzugehen. 5.3.2 Die Beschwerdeführerin moniert insbesondere, da ss die Verwaltung des Kindesver- mögens überflüssig sei, da gar kein solches vorhanden sei. Art. 324 Abs. 1 ZGB bestimmt, dass die KESB die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindesv ermögens trifft, wenn die sorg- fältige Verwaltung nicht hinreichend gewährleistet ist . Kann der Gefährdung des Kindesvermö- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gens auf andere Weise nicht begegnet werden, so übert rägt die KESB die Verwaltung einem Beistand. Das Gesetz definiert den Begriff des Kindesverm ögens nicht. Es handelt sich um Vermögensrechte, die eine selbständige, vom Vermögen der Eltern losgelöste eigene Vermö- gensmasse bilden, deren Träger das Kind ist (vgl. P ETER BREITSCHMID , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 - 456, 5. Auflage, Basel 2014, N 1 zu Art. 318). Die Befugnis zur Verwaltung des Kindesvermöge ns ist Teil der elterlichen Sorge und steht den Inhabern gemeinsam zu. Durch die Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge ist somit neu auch der Kindsvater berechtigt und verpflichtet , seine diesbezügliche Aufgabe wahr- zunehmen. Da bislang jedoch keine Kommunikation zwischen den Kindseltern stattfindet, und diese folglich auch in finanziellen Belangen nicht funk tioniert, erscheint es sinnvoll, diesbezüg- lich den Beistand zur Vermittlung einzusetzen. 5.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die religiö se Erziehung von D.____ sei durch die Kindsmutter gewährleistet, weshalb der Kindsvater diesbezüglich nichts weiter dazu beitra- gen müsse. Die Erziehung, welche auch die religiöse Er ziehung umfasst, bildet Teil der elterli- chen Sorge (Art. 296 ZGB). Als Inhaber der elterlichen Sorge steht es somit auch dem Kindsva- ter zu, bei wichtigen Entscheidungen über die Religion szugehörigkeit mitzubestimmen. Die ver- schiedenen Religionszugehörigkeiten der Kindseltern ha ben bereits in Bezug auf die Taufe zu Spannungen zwischen ihnen geführt, da die Kindsmutter D.____ reformiert hat taufen lassen, während der Kindsvater sich eine griechisch-orthodoxe Tau fe wünscht. Zumal die Kindseltern ihre religiösen Divergenzen nicht bereinigt haben un d D.____ von beiden Elternteilen alternie- rend betreut wird, liegt es im Interesse des Kindeswohl s, dass diesbezüglich Klarheit geschaf- fen wird. Aufgrund der fehlenden Kommunikation zwischen den Kindseltern ist es notwendig, hierfür den Beistand als Vermittler einzusetzen. Demzuf olge ist auch diese Anordnung der Vorinstanz nicht zu beanstanden. 5.5 Wenn die Beschwerdeführerin die Aufgabe des Beista nds, die Eltern in medizinischen und therapeutischen Fragen zu beraten und zwischen den Kindseltern zu vermitteln, unter Hin- weis von Art. 275a ZGB rügt, geht sie an der Sache vorbei. Diese Bestimmung räumt den Eltern ohne elterliche Sorge das Informations- und Auskunftsrec ht ein und ist somit vorliegend nicht anwendbar, zumal der Kindsvater auch Inhaber der elterlichen Sorge ist. Damit ist er berechtigt, über Entscheidungen, welche für die Entwicklung des Kin des wichtig sind, gemeinsam mit der Kindsmutter zu treffen und zu tragen. Um sein diesbezüg liches Pflichtrecht wahrnehmen zu können, ist er zunächst über sämtliche D.____ betreffend e Belange in Kenntnis zu setzen. Da- zu gehören insbesondere die Informationen zu seinem Gesundheitszustand. Mit der Anweisung zur Aushändigung einer Kopie des Gesundheitsbüchleins un d Impfausweises wurde eine milde Massnahme (Art. 307 Abs. 1 ZGB) gewählt. Um den Informations- und Auskunftsfluss zwischen den Kindseltern weiterhin zu gewährleisten, hat die V orinstanz darüber hinaus, den Beistand mit der Aufgabe betraut, die Eltern in medizinischen und therapeutischen Belangen zu beraten und allenfalls zwischen den Kindseltern zu vermitteln. Wie bereits ausgeführt, ist die Unterstüt- zung durch den Beistand mangels Kommunikation zwischen den Kindseltern erforderlich. Zu- sammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen somit, dass die dem Beistand übertragenen Aufgaben nicht zu beanstanden sind. Der vorinstanzliche Entscheid ist insgesamt zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Weiter ist über die gegen den ablehnenden Entschei d erhobene Einsprache vom 21. Juli 2015 der Beschwerdeführerin betreffend unentgeltliche Rechtspflege zu befinden. Darin macht sie geltend, aus den ins Recht gelegten Abrechnung en der Arbeitslosenversicherung ergebe sich, dass eine Einkommenspfändung gegen sie lau fe, sodass ihr lediglich das betrei- bungsrechtliche Existenzminimum verbleibe. Das im Rahme n der ablehnenden Präsidialverfü- gung vom 15. Juli 2015 festgestellte Einkommen in de r Höhe von Fr. 3‘100.-- bestreitet die Be- schwerdeführerin nicht. Mit der Einsprache hat sie jedoc h lediglich die Abrechnungen der Ar- beitslosenversicherung Mai und Juni 2015 eingereicht, aus welchen hervorgeht, dass sie keine Auszahlungen erhalten hat bzw. diese direkt dem Betreib ungs- und Konkursamt weitergeleitet worden sind. Ihre Ausgaben (Wohnkosten, Krankenkassenkosten , Erwerbsunkosten, Kleinkre- dit, Steuern) bleiben nach wie vor unbelegt. 6.2 Nach dem Effektivitätsgrundsatz sind die tatsächlichen Einkünfte und Ausgaben zum Beurteilungszeitpunkt massgeblich. Dies bedeutet, dass nur das effektiv erzielte Einkommen berücksichtigt werden darf, umgekehrt werden auf der Ausgabenseite Zuschläge zum Grundbe- trag nur insoweit berücksichtigt, als eine entsprechende Zahlungspflicht besteht und Zahlungen bisher auch immer tatsächlich geleistet wurden (A LFRED BÜHLER , in: Schöbi [Hrsg.], Gerichts- kosten, Parteikosten, Prozesskaution, unentgeltliche Prozess führung, 2001 Bern, S. 156). Ge- mäss Art. 119 Abs. 2 ZPO hat eine Person, die ein Gesuc h um unentgeltliche Prozessführung stellt, ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und sich zur Sache sowie über ihre Beweismittel zu äussern. Als Obliegenheit kann die Darlegung der finanziellen Situation nicht erzwungen werden, aber die Gesuchstellerin hat di e Folgen zu tragen, wenn sie ihr Ge- such ungenügend substantiiert (Urteil des Bundesgerichts 4A _466/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 2.3). D.h. die Gesuchstellerin trifft eine umfassen de Mitwirkungspflicht, welche den Untersu- chungsgrundsatz im Verfahren betreffend unentgeltlich e Rechtspflege einschränkt (V IKTOR RÜEGG , in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommen tar, Schweizerische Zivilprozess- ordnung, Basel 2010, N 3 zu Art. 119). 6.3 Die Beschwerdeführerin reicht in ihrer Einsprache wi ederum Belege zu ihrer Einkom- menssituation, jedoch nicht zu den geltend gemachten A usgaben ein, obwohl sie bereits im kantonsgerichtlichen Verfahren mit Verfügung vom 19. M ai 2015 explizit zur Einreichung der vollständigen Belege gemäss Ziffer 9 des Formulars “Gesu ch um unentgeltliche Rechtspflege“ aufgefordert worden war. Zudem wurde auch in der ab lehnenden Verfügung vom 15. Juli 2015 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin insbesondere i hre Ausgaben nicht nachgewiesen hat. Auch im Rahmen der heutigen Beurteilung fehlen nach wie vor Belege über die Wohnkos- ten, Krankenkassenprämien sowie über die weiteren Ausgaben. Wie in der angefochtenen Ver- fügung vom 15. Juli 2015 zutreffend festgehalten wurd e, hat die Beschwerdeführerin somit we- der ihre Einkommenssituation vollständig noch ihre Ausg aben belegt. Damit ist sie ihrer Mitwir- kungspflicht nicht nachgekommen und hat die Folgen ihr es ungenügend substantiierten Ge- suchs zu tragen. Die am 15. Juli 2015 verfügte Abweisun g des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege ist nicht zu beanstanden und demzufolge di e Einsprache betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsg ericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise un terliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Entsprechend dem Ausgang des Verfahr ens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 7.2.1 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Gemäss dem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdegegner als ob- siegende Partei antragsgemäss eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdeführerin zuzusprechen. Der in der Honorarnote vom 9. Juli 2015 geltend gemachte Aufwand von 17.5 Stunden à Fr. 200.-- ist nicht zu beanstanden. Zusammen mit dem darauf erfolgten Aufwand (insbesondere Duplik vom 8. September 2015) resultiert nach richterlichem Ermessen daraus ein Gesamtaufwand von 20 Stunden. Die Beschwerdeführer in hat dem Beschwerdegegner so- mit eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 4‘352.4 0 (inkl. Auslagen und 8% MWSt) zu bezahlen. 7.2.2 Aufgrund der Aktenlage steht bereits heute fest , dass sich die Parteientschädigung als offensichtlich uneinbringlich erweisen wird. Da die Vo raussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Falle des Beschwerdegeg ners erfüllt sind, ist ihm eine Ent- schädigung direkt aus der Gerichtskasse auszurichten (vgl. § 18 Abs. 3 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte [TO] vom 17. November 2003). Bei unentgeltlicher Verbeiständung beträgt das Honorar Fr. 200.-- pro Stunde und insofer n ergibt sich kein von Ziffer 7.2.1 hiervor abweichendes Honorar. Folglich geht der Anspruch auf Parteientschädigung im Umfang von Fr. 4‘352.40 an die Gerichtskasse über (§ 18 Abs. 3 TO). Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Einsprache der Beschwerdeführerin um Bewilli gung der unentgeltli- chen Rechtspflege wird abgewiesen. 3. Der Beschwerdeführerin werden die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- auferlegt. 4. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 4‘352.40 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) auszurichten. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng und Unein- bringlichkeit der Parteientschädigung wird der Rechtsver treterin des Beschwerdegegners ein Honorar in der Höhe von Fr. 4‘3 52.40 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 30. November 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 5A_955/2015) erhoben.