B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1874/2018 U r t e i l v o m 1 3 . J u l i 2 0 2 0 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richter William Waeber, Richterin Constance Leisinger, Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch lic. iur. Ursina Bernhard, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und Asylwiderruf; Verfügung des SEM vom 28. Februar 2018 / N (…). E-1874/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer ersuchte am 21. September 2012 in der Schweiz um Asyl. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, er sei im Jahre 1999 (als […]-Jähriger) für den eritreischen Militärdienst rekrutiert worden und habe nach der Grundausbildung in Sawa bis zu seiner Ausreise aus dem Heimatland im Rang eines Soldaten als Wächter Dienst geleistet. In dieser Funktion habe er eines Tages aus dem Dienst fliehende L eute ab- sichtlich und pflichtwidrig nicht zurückgehalten. Ab August 2009 sei er zwei- einhalb Jahre in Haft gewesen, bevor er ohne Widerstand der dortigen Si- cherheitsleute das Gefängnis selbständig habe verlassen können. Nach wenigen Tagen habe er Eritrea über die sudanesische Grenze verlassen. Mit Verfügung vom 18. Juni 2014 anerkannte das SEM den Beschwerde- führer als Flüchtling und gewährte ihm Asyl. B. Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung an das SEM vom 17. September 2015 ersuchte der Beschwerdeführer um Familienvereinigung und somit um Ein- reisebewilligung und Einbezug seiner Ehefrau (nachfolgend: E.) in seine Flüchtlingseigenschaft. C. Mit Schreiben vom 3. November 2015 unterbreitet e das SEM dem Be- schwerdeführer einen Fragenkatalog zur Beantwortung und zur Erstellung des Sachverhalts zum Gesuch um Familienvereinigung. D. Mit Eingabe vom 23. November 2015 liess der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertretung den Fragenkatalog beantworten und den aus sei- ner Sicht wesentliche n Sachverhalt darlegen. Dabei wurde auch ausge- führt, E. halte sich in der Zwischenzeit im Sudan auf, weshalb sie sich auf der Schweizer Vertretung im Sudan melden könnte. E. Mit dem Ersuchen um Abklärungen gelangte das SEM mit Schreiben und einem Fragekatalog vom 22. Januar 2016 an die Schweizerische Botschaft in Khartum (Sudan) mit der Bitte, über die Rechtsvertretung des Beschwer- deführers mit E. einen Termin zur Befragung zu vereinbaren. E-1874/2018 Seite 3 F. Mit Schreiben vom 10. Februar 2016 teilte die Rechtsvertretung des Be- schwerdeführers dem SEM die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit E. mit, die das SEM der Schweizerischen Botschaft in Khartum weiterleitete. G. Am 22. März 2016 wurde E. auf der Schweizerischen Botschaft in Khartum mit dem Hinweis auf die Wahrheitspflicht zum massgeblichen Sachverhalt befragt und das Protokoll der Befragung dem SEM übermittelt. H. Mit Verfügung vom 4. April 2016 bewilligte das SEM die Einreise von E. in die Schweiz nicht und lehnte das Gesuch um Familienzusammenführung ab. I. Mit Schreiben vom 4. April 2016 gewährte das SEM dem Beschwerdefüh- rer das rechtliche Gehör zu einem eventuellen Asylwiderruf. Dabei führte das SEM im Wesentlichen an, anlässlich der Befragung auf der Schweize- rischen Botschaft in Khartum habe E. unter anderem angegeben, dass er (der Beschwerdeführer) nur bis im Jahre 2000 im Nationaldienst gewesen sei und nach der Heirat keinen Dienst mehr habe leisten müssen, sondern als Schreiner gearbeitet habe. Nach zwei Jahren Ehe sei er im Jahre 2008 verschwunden, ohne dass sie gewusst habe, wo er sich befinde . Erst im Jahr 2012 habe der Beschwerdeführer sie wieder kontaktiert, wobei sie weder gewusst habe , weshalb, noch dass er überhaupt habe ausreisen wollen. Er habe darüber nie etwas erzählt. Des Weiteren ha be E. ausge- führt, dass sie zu zweit in einem gemiet eten Haus gelebt hätten. Der Be- schwerdeführer habe hingegen angegeben, sie seien im Haushalt seines Vaters wohnhaft gewesen. Das SEM hielt dem Beschwerdeführer en tgegen, die Aussagen von E. stünden in direktem Widerspruch zu seinen Angaben und würden darau f hindeuten, dass er in wesentlichen Punkten seines Asylgesuches unwahre Aussagen gemacht habe. Die Asylgewährung sei demnach auf Basis von Falschangaben erfolgt, da er gemäss Aussagen von E. zum Zeitpunkt der Ausreise (aus Eritrea) nicht mehr im Nationaldienst gestanden habe. Das SEM gab dem Beschwerdeführer Frist zur Stellungnahme. J. Mit Eingabe vom 2. Mai 2016 nahm der Beschwerdeführer über seine E-1874/2018 Seite 4 Rechtsvertretung das ihm gewährte rechtliche Gehör wahr. Dabei brachte er im Wesentlichen vor, die Heirat mit E. sei von seinen Eltern organisiert und die Ehe anfangs des Jahres 2006 geschlossen worden. Er habe E. vor der Hochzeit nicht gekannt, sondern nur Fotos von ihr gesehen. Es sei für ihn deshalb nicht n achvollziehbar, warum E. glaubwürdige Aussagen be- züglich einer Zeitspanne machen könne, in der sie ihn gar nicht gekannt habe. Aufgrund des Bildungsmangels von E. und der für sie ungewohnten und belastenden Situati on während der Befragung auf der Schweizeri- schen Botschaft in Khartum sollten ihre Aussagen und die dargelegten zeit- lichen Zusammenhänge mit grosser Vorsicht betrachtet werden. Demge- genüber seien seine Aussagen im Rahmen der Bestimmung des Flücht- lingsstatus vom SEM als glaubwürdig erachtet worden. Ein Asylwiderruf rechtfertige sich deshalb nicht. K. Mit an den Beschwerdeführer persönlich adressiertem Schreiben des SEM vom 4. Januar 2018 wurde ihm erneut "rechtliches Gehör zum eventuellen Asylwiderruf und der Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft " gewährt. Das SEM führte dabei unter anderem an, die Erklärungen in der Stellung- nahme vom 2. Mai 2016 seien nicht als überzeugend einzustufen, insbe- sondere angesichts der Aussage von E., wonach sie über eine abgeschlos- sene Schulbildung verfüge . Unter Beila ge des P rotokolls der Befragung von E. auf der Schweizerischen Botschaft in Khartum räumte das SEM dem Beschwerdeführer erneut Gelegenheit ein, innert Frist Stellung zu nehmen. L. Mit Schreiben vom 11. Januar 2018 machte die Rechtsvertretung das SEM darauf aufmerksam, dass die aktenkundige Vol lmacht mit Substitutions- recht nach wie vor Gültigkeit habe, und ersuchte um Akteneinsicht. M. Nach einer Abklärung des SEM bei der Rechtsvertretu ng bezüglich des Umfangs der ersuchten Akteneinsicht gewährte das SEM der Rechtsver- tretung am 19. Januar 2018 Ei nsicht in die Akten des Asylverfahrens des Beschwerdeführers. N. Mit Stellungnahme vom 25. Januar 2018 liess der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertretung vorbringen, bezüglich der von E. gemachten Aus- sagen über den Militärdienst und die Wohnsituation wolle er an seinen im E-1874/2018 Seite 5 Rahmen des Asylverfahrens dargelegten Angaben festhalten. So sei es für ihn nach wie vor nicht ersichtlich, wie E. Angaben zum Zeitraum zwischen den Jahren 2000 und 2006 machen könne, da sie sich zu dieser Zeit noch gar nicht gekannt hätten. Sie seien erst im Jahre 2006 verheiratet worden. E. habe während ihrer Anhörung (Akten SEM B9) auch explizit betont, er habe erst etwa sechs Monate vor der Hochzeit über seinen Vater um ihre Hand anhalten lassen. Ihn selber habe sie erst mehrere Ta ge nach dem Hochzeitsantrag kennengelernt, da er diesem aus Verlegenheit nicht bei- gewohnt habe (B9 S.3). Der Beschwerdeführer machte geltend, es könne somit ausgeschlossen werden, dass sie beide sich bereits lange vor dem Jahre 2006 gekannt hätten. Die Aussagen von E. würden Unstimmigkeiten aufweisen, wenn sie angebe, er sei bis zum Jahre 2000 im Nationaldienst gewesen und sie "danach" geheiratet hätten, was ganz offensichtlich nicht den Tatsachen entspreche (B9 S.2). Auch seien die Aussagen von E. be- züglich seines Militärdienstes äusserst zweifelhaft. Einerseits sage sie, dass er nach der Heirat nicht mehr in den Militärdienst habe gehen müssen und sich andererseits schlecht gefühlt habe, wenn er im Nationaldienst ge- wesen sei, da sie alleine zurückgeblieben sei (B9 S.2). Aufgrund dieser ungenauen und widersprüchlichen Angaben könne nicht von der Glaubhaf- tigkeit der Aussagen von E. ausgegangen werden. Ebenso verhalte es sich mit ihrer Aussage, dass er zwischen den Jahren 2000 und 2006 als Schrei- ner gearbeitet haben solle (B9 S.3), da sie sich, wie erwähnt, zu diesem Zeitpunkt noch nicht gekannt hätten und es möglich sei, dass E. die Tatsa- chen und Zeitangaben vermischt habe. Er habe zwar, wie in der Anhörung erwähnt, als S chreiner gearbeitet, dies aber zwischen den Jahren 1992 und 1999 (A14/20 S.14). Bezüglich der Wohnsituation habe er anlässlich der Anhörung zwar ausgesagt, dass er bei seinem Vater gelebt habe, aber nicht ersichtlich sei, ob er sich hierbei auf die Zeit nach der Eheschliessung oder die Zeit davor bezogen habe (A14/20 S.6). Auch gegen Ende der Befragung von E. in Khartum seien nicht nachvoll- ziehbare Aussagen zu erkennen, indem sie einerseits angebe, seit dem Jahre 2012 wieder in Kontakt mit ihm zu stehen und andererseits bei ihrer Ausreise aus Eritrea im Dezember 2015 nicht zu wissen, in welchem Land er wohnhaft sei. Erst nach expliziter Nachfrage gelinge es ihr, ihre Aussa- gen zeitlich und inhaltlich zu ordnen. Schliesslich machte der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme gel- tend, es sei fraglich, ob das zweistündige Interview in Khartum, aus dessen Protokoll weder die Anwesenheit eines Dolmetschers ersichtlich sei, noch, ob das Interview in der richtigen Sprache abgehalten und rückübersetzt E-1874/2018 Seite 6 worden sei, den vorliegend notwendigen hohen Anforderu ngen standhal- ten könne. O. Mit Verfügung vom 28. Februar 2018 aberkannte das SEM dem Beschwer- deführer die Flüchtlingseigenschaft und widerrief das Asyl. Zur Begrün- dung führte es im Wesentlichen an, aufgrund der Angaben von E. anläss- lich der Anhörung auf der Schweizer Botschaft in Khartum und einer Ge- samtbetrachtung der Aktenlage erscheine die vom Beschwerdeführer gel- tend gemachte Desertion aus aktueller Sicht nicht mehr glaubhaft. Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass er durch falsche Angaben beziehungs- weise das Verschweigen wesentlicher Tatsachen – namentlich seine Ent- lassung aus dem Dienst – Asyl in der Schweiz erschlichen habe, womit die Voraussetzungen aus Art. 63 Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) erfüllt seien. Auf die Begründung im Einzelnen wird – soweit notwendig – nachfolgend eingegangen. P. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 28. März 2018 be- antragte der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin in haupt- sächlicher Hinsicht, die angefochtene Verfügung vom 28. Februar 2018 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass der rechtserhebliche Sachver- halt von der Vorinstanz nicht rechtsgenüglich abgeklärt und das rechtliche Gehör verletzt worden sei. Die Sache sei zur rechtsgenüglichen Abklärung des Sachverhaltes an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei wei- terhin seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihm weiterhin Asyl zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und insbesondere die unterzeichnende Juristin als amtliche Rechtsbeiständin beizuordnen. Von der Erhebung eines Kos- tenvorschusses sei abzusehen. Auf die erhobenen Rügen, Einwände und die Begründung der Rechtsbe- gehren wird – soweit entscheidrelevant – ebenfalls nachfolgend eingegan- gen. Q. Am 4. April 2018 bestätigte das Gericht dem Beschwerdeführer den Ein- gang der Beschwerde. E-1874/2018 Seite 7 R. Mit Zwischenverfügung vom 25. April 2018 hiess das Bundesverwaltungs- gericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzichtete auf die Einforderung eines Kostenvorschusses. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wurde gutgeheissen und lic. iur. Ursina Bernhard als amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet. Das SEM wurde ersucht, sich innert Frist zur Beschwerdesache verneh- men zu lassen. S. Mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2018 nahm das SEM zu verschiedenen in der Beschwerde erhobenen Einwänden Stellung, auf die nachfolgend ein- zugehen sein wird. Die Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer vom Bundesverwaltungsgericht am 8. Mai 2018 zur Replik zugestellt. T. In der Replik vom 17. Mai 2018 verwies der Beschwerdeführer grundsätz- lich auf die Ausführungen in der Beschwerdeschrift, an denen er vollum- fänglich festhalte. Mit der Eingabe wurde eine Honorarnote zu den Akten gereicht. U. Mit Schreiben vom 18. September 2019 ersuchte der Beschwerdeführer das Bundesverwaltungsgericht um Mitteil ung, bis wann im vorliegenden Verfahren mit einem Entscheid gerechnet werden könne. Dazu liess das Gericht dem Beschwerdeführer am 20. September 2019 ein Antwortschrei- ben zukommen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer- den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). E-1874/2018 Seite 8 1.2 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.4 Die Beschwerde wurde frist - und formgerecht eingereicht (aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berüh rt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 3. 3.1 Das SEM widerruft das Asyl oder aberkennt die Flüchtlingseigenschaft namentlich dann, wenn die ausländische Person das Asyl oder die Flücht- lingseigenschaft durch falsche Angaben oder Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat (Art. 63 Abs. 1 Bst. a AsylG). Die Mitwirkungs- pflicht in Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG verlangt von Asylsuchenden, dass sie bei der Anhörung angeben, weshalb sie um Asyl nachsuchen, wobei diese Angaben wahr sein müssen und dabei keine wesentlichen Tatsachen ver- schwiegen werden dürfen (vgl. SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE SFH, Handbuch zum Asyl- und Wegweisungsverfahren, 2. Aufl. 2009, S. 234 f.). Wenn erst nach Asylgewährung oder Anerkennung der Flüchtlingseigen- schaft festgestellt wird, dass das Asyl oder die Flüchtlingseigenschaft durch falsche Angaben oder Verschweigen wesentlicher Fakten erschli- chen wurden, kann das Asyl und/oder die Flüchtlingseigenschaft gestützt auf Art. 63 Abs. 1 Bst. a AsylG widerrufen werden, je nachdem, für welche dieser beiden Rechtsstellungen die unwahren Angaben kausal waren. Sind die falschen beziehungsweise verschwiegenen Aspekte lediglich für die Asylgewährung und nicht für die Flüchtlingseigenschaft relevant, so wird nur das Asyl widerrufen (vgl. MARTINA CARONI ET . AL., Migrationsrecht, E-1874/2018 Seite 9 3. Aufl. 2014, S. 346). Wird jedoch die Flüchtlingseigenschaft aberkannt, entfällt ohne Weiteres auch das Asyl. 3.2 Die Anwendung der Widerrufsbestimmung von Art. 63 Abs. 1 Bst. a AsylG ist auf Fallkonstellationen beschränkt, bei denen die Asylbehörden erst nach der Asylgewährung Kenntnis von Sachverhaltselementen erhal- ten, die zur Abweisung des Asyls geführt hätten, wären sie bereits während des Asylverfahrens bekannt gewesen; diese Intention entspricht dem all- gemeinen Prinzip des Verwaltungsrechts, dass eine gewährte Rechtsstel- lung widerrufen wird, falls sich später herausstellt, dass die Voraussetzun- gen von Anfang an nich t bestanden hatten und diese Rechtsstellung er- schlichen worden war (vgl. ALBERTO ACHERMANN/CHRISTINA HAUSAMMANN, Handbuch des Asylrechts, 1991, S. 201; Botschaft zum Asylgesetz und zu einem Bundesbeschluss betreffend den Rückzug des Vorbehaltes zu Art. 24 des Übereinkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 31. August 1977, BBl 1977 III 135). Mit dem Terminus "erschleichen" weist der Gesetzgeber – prägnanter als in den beiden anderen Amtssprachen (en faisant de fausses déclarations ou en dissimulant des faits essentiels; grazie a dichiarazioni false o alla dissimulazione di fatti essenziali) – darauf hin, dass für einen Widerruf gestützt auf Art. 63 Abs. 1 Bst. a AsylG eine versehentlich oder unbewusste Falschaussage nicht genügt; vielmehr be- darf e s wissentlicher und willentlicher Falschangaben (vgl. ACHER- MANN/HAUSAMMANN, a.a.O.). 4. Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung aus, der Tatbestand von Art. 63 Abs. 1 Bst. a AsylG treffe auf den Beschwerdeführer zu, da es als überwiegend wahrscheinlich zu erachten sei, dass er im Rahmen seines Asylverfahrens wahrheitswidrige Angaben gemacht habe. Die gegenteili- gen Ausführungen in den Stellungnahmen zum rechtlichen Gehör hätten diese Einschätzung nicht zu revidieren vermocht. Hinsichtlich des entsprechenden Einwandes des Beschwerdeführers im Rahmen der Wahrnehmung des gewährten rechtlichen Gehörs entgegnete das SEM, es sei festzustellen, dass E. gemäss eigenen Angaben über ei- nen Schulabschluss verfüge und somit keinesfalls von einem geringen Bil- dungsniveau gesprochen werden könne. Zudem sei der ersten Seite des Befragungsprotokolls zu entnehmen, dass die Anhörung in den Sprachen Deutsch-Englisch-Tigrinya geführt worden sei und E. somit in ihrer Mutter- sprache habe antworten können. Zwar sei nicht auszuschliessen, dass die Anhörungssituation für sie ungewohnt gewesen sei. Weshalb dies zu E-1874/2018 Seite 10 Falschangaben führen sollte, sei aber nicht evident. Die angeblichen Un- gereimtheiten in ihren Aussagen hätten sich stets auf Nachfrage hin aufge- klärt und würden ein stimmiges Bild ergeben. Für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spreche zudem, dass sie bei der Beantwortung der Fragen keine versteckten Interessen gehabt habe, im Gegenteil zum Beschwerdeführer während seines Asylverfahrens. So habe es in seinem Interesse gelegen, ein möglichst verfolgungsintensives Vorbringen darzulegen, um seine Chancen auf eine Asylgewährung zu erhöhen. E. hingegen sei bei der Be- antwortung der Fragen zum Militärdienst des Beschwerdeführers völlig un- befangen gewesen, weshalb ihren Aussagen besonderes Gewicht beizu- messen sei. Dem Argument des Beschwerdeführers in seinen Stellungnahmen, wo- nach das SEM seine Aussagen im Rahmen seines Asylverfahrens offenbar für glaubhaft gehalten habe, sei Folgendes entgegenzuhalten: Einzig aus dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer damals Asyl gewährt worden sei – notabene in erster Linie basierend auf seinen sicherlich auch teilweise interessengeleiteten Aussagen – könne nicht geschlossen werden, dass das SEM sämtliche seiner Schilderungen als glaubha ft eingestuft habe. Vielmehr erfolge die Asylgewährung üblicherweise aufgrund einer Gesamt- einschätzung, wobei das Vorgebrachte überwiegend glaubhaft sein müsse. Dem stehe jedoch nicht entgegen, dass nach Erhalt neuer Informationen auch eine Neubeurteilung und somit eine andere Einschätzung der Glaub- haftigkeit vorgenommen werden könne. Im Falle des Beschwerdeführers sei sodann festzustellen, dass bereits im Asylverfahren gewiss e Zweifel bestanden hätten, diese aber mangels weiterer Informationen nicht per se zur Unglaubhaftigkeit seines Vorbringens geführt hätten. Unter Berücksich- tigung der Aussagen von E. sei diese Einschätzung nun zu korrigieren, da mittlerweile die unglaubhaften Elemente überwiegen würden. Nebst der di- vergierenden Darstellung durch E. seien mehrere innere Widersprüche in den Aussagen des Beschwerdeführers (im Rahmen seines Asylverfahrens) festzustellen. Bezüglich der vom SEM in diesen Zusammenhang als un- glaubhaft erachteten und mit den entsprechenden Aktenfundstellen verse- henen Sachverhaltsvorbringen im Einzelnen ist auf die angefochtene Ver- fügung zu verweisen. Das SEM führte hierzu abschliessend aus, der Be- schwerdeführer sei anlässlich der Anhörung auf sämtliche dieser Unstim- migkeiten hingewiesen worden, habe diese j edoch nicht aufzulösen v er- mocht (A14/20, F145/146/150/151/153/154). E-1874/2018 Seite 11 Das SEM führte weiter aus, da bis dahin der Umstand, dass der Beschwer- deführer Militärdienst geleistet habe, glaubhaft gewesen sei und keine In- dizien ersichtlich gew esen seien, dass er aus diesem entlassen worden wäre, sei sein e Desertion bei der bisherigen F aktenlage überwiegend glaubhaft gewesen. Die gänzlich andere Darstellung seiner Situation durch E. würde jedoch auch die bereits bestandenen Widersprüche schwere r wiegen lassen. 5. 5.1 In der Beschwerde wird vorab gerügt, dem Beschwerdeführer sei im Rah- men des rechtlichen Gehörs die Möglichkeit gegeben worden, zu den Aus- sagen von E. Stellung zu nehmen, nicht hingegen zu seinen eigenen an- geblichen widersprüchlichen Aussagen in den Befragungen zu seinem Asylgesuch. Diesbezüglich gelte festzuhalten, dass sich eine allfällige Kon- frontation der asylsuchenden Person mit ihren eigenen Widersprüchen nicht aus dem Gehörsanspruch selbst, sonde rn aus der Verpflichtung der Behörden zur Feststellung des Sachverhaltes ergebe . Fol glich sei der Sachverhalt, auf welchem der Entscheid der Aberkennung der Flüchtlings- eigenschaft und des Asylwiderrufs zu basieren habe, von der Vorinstanz nicht rechtsgenüglich festgestellt worden. In der Beschwerde wird dabei auf den Entscheid in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri- schen Asylrekurskommission (EMARK) 1994 Nr. 13 E. 3b sowie auf das Urteil des BVGer D-5262/2013 vom 21. Februar 2014 E. 3.1.4 verwiesen. Die Hinweise auf diese Urteile sind vorliegend nicht sachdienlich und ver- mögen die hier erhobene Rüge nicht zu stützen. Auch abgesehen davon ist vorliegend weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs – der An- spruch auf rechtliches Gehör dient im Übrigen letztlich stets der Ermittlung des zutreffenden rechtserheblichen Sachverhaltes – noch eine ungenü- gende Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes ersichtlich. Die erhobene Rüge ist unbegründet. Dem Beschwerdeführer wurde vom SEM am 19. Januar 2018 im vorliegenden vorinstanzlichen Verfahren im Rah- men des rechtlichen Gehörs vollständige Einsicht in das Befragungs- und das Anhörungsprotokoll seines Asylverfahrens gewährt. Anlässlich der da- maligen Anhörung wurde der Beschwerdeführer konkret auf wesentliche Unstimmigkeiten seiner Vorbringen aufmerksam gemacht und mit diesen konfrontiert, gerade mit dem Ziel, den den wahren Gegebenheiten entspre- chenden Sachverhalt zu ermitteln (A14/20 F145/146/150/151/153/154). Mit der Gewährung der Akteneinsicht wu rde auch die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers davon in Kenntnis gesetzt. I n der Beschwerde wurde E-1874/2018 Seite 12 denn auch explizit darauf Bezug genommen und geltend gemacht, der Be- schwerdeführer habe alle damals angesprochenen Widersprüche plausibel aufklären können (vgl. S. 8, 3. Abschnitt). Letzteres Vorbringen betrifft die Frage der Würdigung des Sachvortrages und nicht des Mittels zur Erstel- lung des vollständigen Sachverhalts. Inwiefern der Sachverhalt von der Vorinstanz nicht rechtsgenüglich abge- klärt worden sein soll, wird letztlich in der Begründung der Beschwerde nicht aufgezeigt und ist auch sonst nicht ersichtlich. Der Antrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur rechtsgenüg- lichen Abklärung des Sachverhaltes ist abzuweisen. 5.2 5.2.1 In der Beschwerde werden die in der Stellungnahme vom 25. Januar 2018 erhobenen Einwände gegen die Befra gung auf der Schweizer Bot- schaft in Khartum als solche nicht aufrechterhalten. Es ist denn auch je- denfalls mit der Feststellung in der angefochtenen Verfügung einig zu ge- hen, dass die Anhörung in den Sprachen Deutsch -Englisch-Tigrinya ge- führt wurde und E. somit in ihrer Muttersprache antworten konnte. Es sind keine Anhaltspunkte gegeben und wird mit der Beschwerde auch nicht ge- rügt, dass das Protokoll vom 22. März 2016 per se nicht als gültige Ent- scheidungsgrundlage dienen könnte. 5.2.2 Es ist den Feststellungen des SEM in der angefochtenen Verfügung zu folgen, dass E. gemäss eigenen Angaben über einen Schulabschluss verfügt und somit entgegen dem entsprechenden Vorhalten des Beschwer- deführers jedenfalls nicht in dieser pauschalen Form von einem geringen Bildungsniveau von E. gesprochen werden kann . Auch ist eine allfällige ungewohnte Anhörungssituation in der Tat, wie das SEM zu Recht fest- stellt, nicht evident, weshalb dies zu Falschangaben hätte führen sollen. Es ist mit dem SEM auch einig zu gehen, die angeblichen Ungereimtheiten in den Aussagen hätten sich stets auf Nachfrage hin aufgeklärt, sodass die Angaben gesamthaft ein stimmiges Bild ergeben hätten. In der Be- schwerde wird angeführt, wie in den Stellungnahmen festgehalten worden sei, seien die Aussagen von E. insgesamt nicht schlüssig und in sich selbst widersprüchlich und könnten dementsprechend in ihrer Gesamtheit nicht als glaubwürdig erachtet werden. Dieser Sichtweise kann das Gericht nicht folgen. So macht E. zwar die Angabe, "Von 1999 bis 2000 war mein Ehe- mann im Nationaldienst. Danach heirateten wir." (B9/7 Frage 13), in dieser Form in zeitl icher Hinsicht isoliert betrachtet in der Tat wenig Sinn, wenn E-1874/2018 Seite 13 die Heirat auch gemäss der vorangegangenen eigenen expliziten Da- tumsangabe von E. anlässlich der Befragung am 27. Januar 2006 statt- fand. Im Weiteren wurde in der Stellungnahme vom 25. Januar 2018 ein- gebracht, E. habe ausgesagt, dass der Beschwerdeführer nach der Heirat nicht mehr in den Nationaldienst habe gehen müssen, sich aber schlecht gefühlt habe, wenn er im Nationaldienst gewesen sei, da sie alleine zurück- geblieben sei. Dabei wird von bes chwerdeführerischer Seite aber – wohl gezielt – die Abfolge der entsprechenden Aussagen von E. in umgekehrte Reihenfolge als protokolliert gestellt und unberücks ichtigt gelassen, dass der vermeintliche Widerspruch durch anschliessende Nachfragen geklärt wurde (B9/7 Frage 13). Die Ableitung eines widersprüchlichen und in ihrer Gesamtheit nicht als glaubhaft zu erachtenden Aussageverhaltens von E. ist nicht angebracht. 5.2.3 Es ist dem SEM in der Einschätzung zu folgen, das s E. bei der Be- antwortung der Fragen zum Militärdienst des Beschwerdeführers als unbe- fangen zu gelten hat und deshalb ihren Aussagen besonderes Gewicht bei- zumessen ist. Das SEM erachtete in seiner Vernehmlassung das Vorbrin- gen in der Beschwerde, E. habe sich beim Beschwerdeführer beklagt, er kümmere sich zu wenig um sie, und sei demnach nicht unbefangen gewe- sen, denn auch zu Recht als nachgeschoben und als blosse Mutmassung nicht überzeugend. Es ist auch kein vernünftiger Grund ersichtlich, weshalb E. willentlich diametral entgegengesetzte Aussagen zu den Angaben des Beschwerdeführers hätte machen sollen. Für das Gericht ist von zentraler Bedeutung, dass E. auf konkrete Nach- frage versicherte, weder sie noch der Beschwerdeführer hätten nach deren Hochzeit (im Januar 2006) Nationaldienst geleistet. Auch gab sie zuvor mit klaren Worten zum Ausdruck, dass der Beschwerdeführer nach ihrer Heirat nicht mehr zum Nationaldienst habe gehen müssen (B9/7 Frage 13). Diese Aussagen sind im Gesamtkontext der Befragung aufgrund klärender Nach- fragen unmissverständlich und grundsätzlich nicht interpretationsfähig , nicht mit der Möglichkeit eines Irrtums behaftet und stehen in unauflösli- chem Widerspruch zu den Aussagen des Beschwerdeführers, aufgrund derer ihm die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl zugesprochen wurden . Zu diesen für den vorliegenden Entscheid massgeblichen Angaben kann in der Beschwerdeschrift auch mit dem Hinweis auf die Stellungnahme vom 25. Januar 2018 kein stichhaltiger Einwand erhoben werden, der einer an- deren Einschätzung sachdienlich wäre. Es erübrigt sich bei dieser Sach- lage, auf in diesem Zusammenhang weitere, für den Entscheid unwesent-E-1874/2018 Seite 14 liche Einwände und Vorbringen näher einzugehen. Anzumerken bleibt im- merhin etwa, dass in aller Regel davon ausgegangen werden darf, dass verheiratete Leute während einer gelebten Ehe von über zwei Jahren un- tereinander von wesentlichen Abschnitten und Tätigkeiten ihres früheren Lebens berichten. Der Einwand des Beschwerdeführers, es sei für ihn nicht nachvollziehbar, warum E. glaubwürdige Aussagen bezüglich einer Zeit- spanne machen könne, in der sie ihn noch gar nicht gekannt habe, dürfte insofern nicht überzeugen. 5.2.4 Das Gericht hält im Weiteren die Feststellung in der angefochtenen Verfügung für sachgerecht und rechtskonform, dass bereits im Asylverfah- ren des Beschwerdeführers gewisse Zweifel an seinem Sachverhaltsvor- trag bestanden, diese aber mangels weiterer Informationen nicht per se zur Unglaubhaftigkeit seines Vorbringens geführt hätten und unter Berücksich- tigung der Aussagen von E. diese Einschätzung nun zu korrigieren sei, da mittlerweile die unglaubhaften Elemente überwiegen würden. Nebst der di- vergierenden Darstellung durch E. sind in der Tat mehrere innere Wider- sprüche zu wesentlichen Aussagen des Beschwerdeführers (im Rahmen seines Asylverfahrens) festzustellen. Das SEM hat den Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung mit sämtlichen zentralen Unstimmigkeiten kon- frontiert (A14/20, F145/146/150/151/153/154), ohne dass er diese – auch entgegen den entsprechenden Erklärungsversuche in der Beschwerde – hätte auflösen können. Das SEM führte in ausgewogener Abwägung aus, dass im Zeitpunkt des positiven Asylentscheides die Militärdienstleistung des Beschwerdeführers glaubhaft gewesen sei und die damalige Fakten- lage keine Indizien ersichtlich gemacht hätte, dass er aus diesem entlas- sen worden wäre, die gänzlich andere Darstellung seiner Situation durch E. jedoch die bereits bestandenen Widersprüche schwerer wiegen lassen würde. Bezüglich der vom SEM in diesen Zusammenhang als unglaubhaft erachteten und mit den entsprechenden Aktenfundstellen versehenen Sachverhaltsvorbringen im Einzelnen kann auf die zutreffenden Ausführun- gen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, zumal bereits die als glaubhaft zu erachtenden Aussagen von E. in entscheidwesentlicher Hinsicht in unauflöslichem Widerspruch zum zu beurteilenden Sachverhalt stehen, der zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde- führers geführt hatte. 5.3 Insgesamt ist darauf zu schliess en, dass gemäss aktueller Aktenlage die geltend gemachte Desertion des Beschwerdeführers nicht mehr glaub- haft erscheint, und der Beschwerdeführer durch falsche Angaben bezie- hungsweise das Verschweigen wesentlicher Tatsachen – namentlich seine E-1874/2018 Seite 15 Entlassung aus dem Dienst – die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und somit des Asyls erschlichen hat. 6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die in Art. 63 Abs. 1 Bst. a AsylG statuierten Voraussetzungen erfüllt sind, weshalb die Vorinstanz dem Be- schwerdeführer zu Recht gestützt darauf die Flüchtlingseigenschaft aber- kannt und das Asyl widerrufen hat. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indessen wurde mit Zwischen- verfügung vom 25. April 2018 das Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen und es ist weiterhin von der prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers aus- zugehen. Demgemäss sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 7.2 Die amtliche Rechtsvertretung ist unbesehen des Ausgangs des Ver- fahrens zu entschädigen. Bei der Bemessung des Honorars wird nur der notwendige Aufwand entschädigt (vgl. Art. 8 des Reglements vom 21. Feb- ruar 2008 über die K osten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und die Rechtsbeistä ndin wurde in der Ernennungsverfügung vom 25. April 2018 über den Entschädigungs- rahmen informiert. Die Honorarnote vom 17. Mai 2018 weist ein en zeitli- chen Aufwand von zehn Stunden aus, der als angemessen erscheint. Der Stundenansatz ist auf Fr. 150.– anzusetzen. Zudem wurde eine Spesen- pauschale von Fr. 50.– geltend gemacht; diese Auslagen sind nicht spezi- fiziert und nicht zu entschädigen. Die aufgeführten Dolmetscherkosten von Fr. 80.– sind zu vergüten. Demnach ist für die amtliche Rechtsbeiständin zulasten der Gerichtskasse aufgrund der massgebenden Bemessungsfak- toren (Art. 12 i.V.m. Art. 9–11 VGKE) ein amtliches Honorar von Fr. 1580.– festzusetzen. E-1874/2018 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Der amtlichen Rechtsbeistä ndin wird zu Lasten der Gerichtskasse eine Entschädigung von Fr. 1580.– zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Christoph Berger