A bteilung IV D -6454/2006 law /bah {T 0/2} U rteil vom 12. Juni 2007 M itw irkung: R ichter W alter Lang, R ichterin M adeleine H irsig-Vouilloz, R ichter D aniel Schm id G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren _______, Iran, vertreten durch R echtsanw alt Peter Frei, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 23. D ezem ber 2002 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer verliess den Iran eigenen Angaben gem äss am 21. O ktober 2000 und gelangte am 19. D ezem ber 2000 in die Schw eiz, w o er am selben Tag um Asyl nachsuchte. a) Anlässlich der ersten Befragung vom 28. D ezem ber 2000, w elche in der Em p- fangsstelle A._______ durchgeführt w urde, sagte er aus, er w erde in seinem H ei- m atland gesucht, w eil er politische und kulturelle Aktivitäten gegen die iranische R egierung ausgeübt habe. Er habe an aserbaidschanischen Konzerten teilgenom - m en und m itgeholfen, G edenktage zu organisieren. Er sei M itglied der "C enubi Azerbaycan Azadliq Partiyasi" (Aserbaidschanische Freiheitspartei; C AAP). Am 2. Juli 2000 - zw ei Tage nach dem G edenktag von Babak Khorram din - sei er auf der Strasse festgenom m en w orden; am 15. Juli 2000 sei er gegen Leistung einer Kau- tion freigelassen w orden. W ährend er am G edenktag teilgenom m en habe, seien Film aufnahm en gem acht w orden, anhand derer ihn die Behörden hätten identifizie- ren können. Am 8. O ktober 2000 seien zu H ause und an seinem Arbeitsplatz Si- cherheitskräfte erschienen. N achdem er davon erfahren habe, sei er nicht m ehr nach H ause gegangen. Er habe auch nach seiner Freilassung aus der H aft an ver- schiedenen Veranstaltungen teilgenom m en. Er sei in den letzten zw anzig Jahren etw a sechsm al festgenom m en w orden; m it Ausnahm e der letzten Inhaftierung habe m an ihn nach ein oder zw ei Tagen w ieder freigelassen. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschw erdeführer eine Videokassette, m ehrere Fotografi- en, die Kopie eines Flugblatts, einen Zeitungsartikel sow ie einen M ilitärausw eis, einen Identitätsausw eis und zw ei Parteiausw eise zu den Akten. b) M it Schreiben vom 6. M ärz 2001 überm ittelte der Beschw erdeführer der Vorinstanz ein Telefaxschreiben der "Azerbaijani Federation of Sw eden" (AFS) vom 8. Febru- ar 2001, die Kopie einer Bescheinigung des "Aserbaidschanischen Kulturvereins e.V." in Berlin vom 16. Februar 2001, die Kopie eines Schreibens des "Aserbaid- schanischen Kulturvereins" in D änem ark vom 4. Februar 2001, die Kopie eines Schreibens des "The W orld Azerbaijanians R ights D efense C om m ittee" vom 8. Februar 2001 und die Kopie einer Bestätigung des "Board of the G roup 21 Azer" vom 5. Februar 2001. Am 21. M ärz 2001 reichte er ein Schreiben des "Exiled South Azerbaijan Parliam ent" (ESAP), eine Fotografie und je einen Artikel aus den Zeitungen "Sham s-e Tabriz" und "M ubin" ein. c) Am 19. April 2001 w urde der Beschw erdeführer von (kantonale Behörde) befragt. Er m achte im W esentlichen geltend, der iranische Sicherheitsdienst Etelaat habe seinen R eisepass konfisziert, als er am 15. Juli 2000 verhaftet w orden sei. Er sei im Iran nie vor G ericht gestellt, aber oft verhaftet w orden. M an habe ihn jew eils m it einer schriftlichen Verpflichtung aus der H aft entlassen. Aus der letzten H aft sei er gegen Leistung einer Kaution entlassen w orden. Er sei seit 20 Jahren politisch ak- tiv; nebst den bei der Em pfangsstellenbefragung erw ähnten Inhaftierungen sei er auch m ehrm als "nur" für einige Stunden festgehalten w orden. In den Jahren 1981 bis 1984 sei er M itglied der Volksm udjaheddin gew esen; er habe deren Zeitschrift 3 verkauft und Flugblätter verteilt. N ach seinem M ilitärdienst habe er m it aserbaidschanischen G ruppierungen zusam m engearbeitet; er habe Versam m lungen, Jubiläen und w eitere Anlässe vorbereitet. An diesen Anlässen habe er als M usiker m itgew irkt. In B._______ seien ihm fünf Kom itees unterstellt gew esen. Zw ei Tage vor seiner Verhaftung vom 2. Juli 2000 hätten sie in Babak- G alasi den G eburtstag des Volkshelden Babak Khorram din gefeiert; bei dieser G elegenheit seien Flugblätter m it regierungsfeindlichem Inhalt verteilt w orden. Er sei auch bei dieser Veranstaltung als M usiker aktiv gew esen. M an habe ihn auf der Strasse festgenom m en und in ein Auto gezerrt, ihn an einem unbekannten O rt festgehalten und dort täglich stundelang verhört. M an habe gefragt, in w elchem Zusam m enhang er m it der Feier gestanden habe. N ach seiner Entlassung sei er beschattet w orden. Er habe nachts m it den Kom itee- und anderen Parteim itgliedern Kontakt aufgenom m en. Er habe auch nach der H aftentlassung m it Parteifreunden m ehrere Veranstaltungen organisiert; die letzte Veranstaltung sei ein fünftägiges Konzert (2. bis 6. O ktober 2000) gew esen, bei dem er als M usiker m itgew irkt habe. D a er beschattet w orden sei, habe er seine politischen Aktivitäten jedoch sehr eingeschränkt. Er habe m it dem Parteivertreter in Ankara telefonisch über den 1. W eltkongress des ESAP gesprochen. D ie Telefonate seien w ohl abgehört w orden, denn die N am ensliste der Eingeladenen sei aufgeflogen. Am 7. O ktober 2000 sei er zuhause und an seiner Arbeitsstelle gesucht w orden. Sein Vater habe ihn angerufen und ihm gesagt, er solle nicht nach H ause kom m en. D as H aus sei durchsucht w orden und m an habe seinen Vater darauf aufm erksam gem acht, dass er für ihn gebürgt habe. M an habe ihn gesucht, w eil er entgegen einer entsprechenden W arnung auch nach der H aftentlassung noch an Veranstaltungen teilgenom m en habe. Für den w eiteren Inhalt der Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. D er Beschw erdeführer gab unter anderen einen Artikel aus der Zeitschrift "Azidliq" vom 24. O ktober 2000, einen Auszug aus dem U N -Bericht der "C om m ission on H um an R ights" vom 16. Januar 2001, einen Auszug aus einem U N O -Bericht vom 29. M ärz 2001, 3 Berichte aus der Zeitschrift "Azerbaycan" sow ie 3 Flugblätter zu den Akten. d) D er Beschw erdeführer teilte am 8. August 2002 m it, er sei zum 6. W eltkongress der Aserbaidschaner eingeladen w orden. Zudem reichte er Bew eism ittel über sei- ne exilpolitische Tätigkeit in der Schw eiz ein. Für die gesam ten w ährend des vorinstanzlichen Verfahrens eingereichten Bew eism ittel ist auf die Bew eism ittelum - schläge (Akten A1, A19 und A20) zu verw eisen. B. M it Verfügung vom 23. D ezem ber 2002 stellte die Vorinstanz fest, der Beschw er- deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte sie die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz, deren Vollzug als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet w urde. D ie Vorinstanz begründete ihre Verfügung dam it, dass der Beschw erdeführer bei der Em pfangsstelle gesagt habe, er sei in den letzten 20 Jahren sechsm al festgenom - m en w orden und habe keine w eiteren behördliche N achteile erfahren, w ährend er bei der kantonalen Befragung behauptet habe, er habe noch w eitere kurzfristige Inhaftierungen erlebt. Bei der Em pfangsstelle habe er gesagt, die fünf ersten Fest- nahm en hätten einen bis zw ei Tage gedauert, bei der kantonalen Befragung habe 4 er indessen deponiert, die ersten zw ei Festnahm en hätten zw ei bis drei Tage, die dritte und vierte Festnahm e je eine W oche und die fünfte Festnahm e habe fünf Tage gedauert. Bei der Em fangsstelle habe er behauptet, seine letzte Festnahm e, bei der sein R eisepass konfisziert w orden sei, sei am 3. Juli 2000 erfolgt. Bei der kantonalen Befragung habe er aber erklärt, sein Pass sei anlässlich seiner Verhaftung vom 16. Juli 2000 konfisziert w orden. Erst bei den w eiteren Ausführungen setze er dieses D atum w ieder als Entlassungsdatum ein und nenne w iederum den 3. Juli 2000 als Festnahm edatum . Bei der kantonalen Anhörung habe er gesagt, die 13-tägige H aft sei schrecklich gew esen, er sei täglich m ehrere Stunden m it verbundenen Augen verhört w orden und habe sich dabei gegen die W and w enden m üssen. Auf N achfrage habe er zunächst erklärt, der Aufseher habe ihm vor dem Anbringen der Augenbinde durch ein G uckloch die Ausrichtung gegen die W and befohlen, danach habe er anderslautend festgehalten, aufgrund der Stim m e, die er seitens der ihn befragenden Personen gehört habe, hege er die Verm utung, dass er gegen die W and gestanden sei. Bei der Em pfangsstellenbefragung habe er ausdrücklich festgehalten, die R azzia bei ihm zu H ause habe am 9. O ktober 2000 stattgefunden, bei der kantonalen Anhörung habe er dieses Ereignis auf den 8. O ktober 2000 gelegt. Aufgrund dieser w idersprüchlichen Angaben zu w esentlichen Punkten sei nicht glaubhaft, dass der Beschw erdeführer von den heim atlichen Behörden festgehalten beziehungsw eise gesucht w orden sei. Als Folge davon käm en auch an den übrigen geltend gem achten Vorbringen Zw eifel auf. Bei der kantonalen Befragung habe der Beschw erdeführer gesagt, es seien m ehrere Strafverfahren oder -untersuchungen hängig. G leich danach habe er aber bloss für zw ei Fälle inhaltlich dürftige H inw eise gegeben. Bei der Em pfangsstelle habe er behauptet, er habe für die aserbaidschanische Freiheitspartei bei G edenktagen das O rganisationskom itee geführt. Bei der kantonalen Anhörung habe er seine Kom itee-Aktivität bedeutend um fassender geschildert, indem er dargelegt habe, er sei Kom itee-Vorsteher für die innerstaatliche O rganisation in B._______ gew esen und ihm hätten fünf Kom itees unterstanden. Als er w ährend der gleichen Anhörung gefragt w orden sei, w orin seine Aktivität bestanden habe, habe er zunächst eine M ehrzahl kulturell- politischer Einzelaktivitäten für das aserische Volk, auf m ehrfache N achfrage hin schliesslich seine Vorsteherschaft über fünf Kom itees genannt. Auf nochm alige N achfrage nach seiner konkreten Arbeit habe er pauschal festgehalten, er sei zuständig für die Ü berw achung der bestm öglichen Ausführung aller zuvor genannten Aktivitäten gew esen. Ferner habe er vorgebracht, er sei anlässlich der letzten Inhaftierung angew iesen w orden, an keiner Veranstaltung m ehr teilzunehm en; er sei nach der Freilassung ständig beschattet w orden. Trotzdem habe er aber nachher m ehrere Veranstaltungen m itorganisiert. Ein derartiges Engagem ent w iderspreche indes der Verhaltenslogik einer tatsächlich verfolgten Person. Zudem habe er variantenreich abw eichende Angaben bezüglich seiner persönlichen Teilnahm e an den besagten, angeblich von ihm m itorganisierten Veranstaltungen in der Zeit nach seiner Entlassung aus der Inhaftierung gem acht. So habe er einm al gesagt, er habe aufgrund der Beschattung an keinen direkten Aktivitäten m itgew irkt, ein anderes M al habe er behauptet, er habe seine Tätigkeit sehr eingeschränkt, schliesslich habe er aber ausgeführt, er habe schon am 21. Juli 2000, also fünf Tage nach der Freilassung, an einer Veranstaltung teilgenom m en. Bei der kantonalen Befragung habe er zunächst langfädig 5 ausw eichende Antw orten zur Frage, w ie er vom Auffliegen der N am ensliste für den Parteikongress in Kanada erfahren habe, gegeben, w elche in keinem plausiblen Zusam m enhang m it der zuletzt vorgebrachten konkreten Erklärung stünden, er habe davon von einem aus Ankara zurückkehrenden Kom iteem itglied erfahren. Ü berdies sei festzuhalten, dass er an der Em pfangsstelle w eder die besagte N am ensliste noch deren Auffliegen geltend gem acht habe. Angesichts dieser Erw ägungen seien die geltend gem achten angeblichen Fluchtgründe als insgesam t nicht glaubhaft gem acht zu bezeichnen. D er Beschw erdeführer habe insgesam t 31 Bew eism ittel zu den Akten gereicht. Auf einer eingereichten Videokassette w ürden Aufzeichnungen vom G edenkfeiertag von "Babak Khorram din" gezeigt. Es w erde im Freien gefeiert und Tänze und G esänge w ürden vorgetragen. Es handle sich um eine schlechte Videokopie, auf w elcher er nicht zw eifelsfrei erkennbar sei. Zudem seien die G edichte und G esänge kultureller N atur, w elche von der iranischen R egierung im Allgem einen geduldet w ürden, w as die vorliegende Aufzeichnung faktisch bestätige. Ausser einem kurzen R ezitat aus "Schahnam e" (Buch der Könige des D ichters Firdow si, der vor 1000 Jahren gelebt habe), das in Farsi vorgetragen w erde, seien alle Vorträge in aserischer Sprache. Im Anschluss an die aufgezeichnete G edenkfeier zeige das Video ein Konzert in Baku; zuletzt zeige das Video die "Babak Q alassi" (Babak-Burg), w elche von Touristen besucht w erde. D em Video seien som it keine H inw eise auf eine Verfolgung des Beschw erdeführers zu entnehm en. Auf sieben Fotografien sei er m it D r. C hehregani, m it anderen Parteim itgliedern und bei diversen Auftritten m it seiner M usikgruppe abgelichtet. D ie Bilder enthielten keine H inw eise auf Verfolgung. Eine Propaganda-Broschüre handle von einer G edenkfeier, an der das M usikakadem ie-O rchester von B._______ aufgetreten sei; der Beschw erdeführer sei als O rchesterm usiker nam entlich aufgeführt. Einem Bericht aus der Zeitung "Scham s-e Tabriz" sei zu entnehm en, dass das von den Behörden bew illigte Konzert von U nbekannten gestört w orden sei. D iesem und w eiteren Zeitungsartikeln seien som it keine H inw eise auf Verfolgung des Beschw erdeführers zu entnehm en. In vier vom Februar 2001 datierenden Bestätigungsschreiben aserbaidschanischer Exilorganisationen w erde ihm die Teilnahm e an der aserbaidschanischen N ationalbew egung attestiert. Es w erde ihm bestätigt, dass er vom iranischen R egim e verfolgt w erde, indessen w ürden keine konkreten Verfolgungsm assnahm en aufgeführt. D ie D okum ente erw eckten den Eindruck, als seien sie aus G efälligkeit erstellt w orden. Einem Bestätigungsschreiben des Vorstandes der G ruppe "21 Azer" sei zu entnehm en, dass der Beschw erdeführer sich in der nationalen Freiheitsbew egung Südaserbaidschans engagiert habe. W egen seiner Teilnahm e im Kam pf für die W iederherstellung des N ationalstaates sei er verfolgt w orden. D as D okum ent sei in der, dem Anschein nach serienm ässig gefertigten, textlichen Anordnung derart gestaltet, dass ihm am Schluss in beliebiger Anzahl N am en von Personen beigefügt w erden könnten. Es nenne zudem keinen Ausstellungsort und m ache keine Angaben zu den Verfolgungsm assnahm en. In einem w eiteren Schreiben bestätige die ESAP, der Beschw erdeführer sei seit m ehreren Jahren M itglied der C AAP und G ründungsm itglied des ESAP in der Funktion des Kom m unikationskoordinators in B._______. D em Beschw erdeführer w erde attestiert, er sei nach jahrelangem Einsatz seines Lebens im Kam pf für ein dem okratisches Establishm ent im Iran dem R egim e bekannt gew orden. D em 6 undatierten D okum ent seien keine konkreten Angaben betreffend Verfolgungsm assnahm en zu entnehm en. M it einem Bild von der M usikgruppe, w elcher der Beschw erdeführer angehört habe, und einem Artikel aus der Zeitung "Sonne Tabriz" sow ie Artikeln aus w eiteren Zeitungen könne eine Verfolgung des Beschw erdeführers nicht belegt w erden. In den beiden eingereichten Auszügen aus U N O -Berichten w erde der Beschw erdeführer nicht erw ähnt, w eshalb ihnen kein Bew eisw ert zukom m e. In einem in der Zeitung "Azadliq" veröffentlichten Interview w erde er nicht erw ähnt, w eshalb dem D okum ent kein Bew eisw ert zukom m e. In drei eingereichten Artikeln aus der Zeitschrift "Acerbaycan" und zw ei Artikeln aus der Zeitung "Ahrar" w erde er nicht nam entlich erw ähnt. In der Zeitung "Scham s-e Tabriz" vom 30. Septem ber 2000 sei ein offener Brief an den dam aligen Staatspräsidenten Khatam i abgedruckt w orden, der von 62 Personen unterzeichnet w orden sei, die jedoch nicht nam entlich erw ähnt w ürden. Im D okum ent sei w eder der N am e des Beschw erdeführers aufgeführt noch liessen sich H inw eise auf eine Verfolgung finden. D as gleiche gelte für einen eingereichten, in Farsi abgefassten Zettel, eine Faltbroschüre und zw ei Flugblätter. In einem vom 22. August 2001 datierenden Schreiben des aserbaidschanischen W eltkongresses w erde ihm Engagem ent in der Verteidigung der M enschenrechte in Südaserbaidschan und deshalb erlittene Verfolgung bestätigt. D as D okum ent enthalte keine D etails und sei aus Solidarität verfasst w orden. In einem in Englisch verfassten M enschenrechtsreport w erde er nicht erw ähnt. D ie Azerbaidschaner-Vereinigung in Schw eden habe den Beschw erdeführer zu einer in Schw eden stattfindenden Veranstaltung vom Juni 2002 eingeladen. D ie Einladung enthalte keine w eiteren Angaben zur Person des Beschw erdeführers und den Einladungsgründen und es seien ihr keine H inw eise auf Verfolgung zu entnehm en. In zw ei Berichten aus schw edischen Tageszeitungen vom Januar 2002 w erde über das Vorgehen des iranischen R egim es gegen D r. C hehregani geschrieben; der Beschw erdeführer w erde nicht erw ähnt. In zw ei Berichten aus der (...)-Zeitung vom O ktober 2001 und Januar 2002 w erde über aserbaidschanische Volksm usik anlässlich von Veranstaltungen von Asylsuchenden berichtet. Auf einem der Ausschnitte sei der Beschw erdeführer abgebildet, sein N am e w erde nicht erw ähnt. Auf einem Fotobild w erde er als Sänger in einer siebenköpfigen G ruppe gezeigt, indessen nicht nam entlich genannt. In einem Prospekt des "AR AZ" (Aserbaidschanischer Kulturverein Zürich) w erde er nicht erw ähnt. D ie auf den N am en des Beschw erdeführers ausgestellten M itgliedskarten des ESAP und der C AAP enthielten w eder ein Ausstellungsdatum noch einen Ausstellungsort. D en darauf attestierten Angaben hafte zudem , w ie Parteibestätigungen insgesam t, der C harakter einer G efälligkeitsbestätigung an. Insgesam t kom m e den D okum enten für die vorliegend geltend gem achte Verfolgungslage bloss ungenüglicher oder überhaupt kein Bew eisw ert zu; sie seien als untaugliche Bew eism ittel zu bezeichnen. Als solche bekräftigten sie den zuvor festgestellten M angel am W ahrheitsgehalt der angeblich gegen die Person des Beschw erdeführers gerichteten Verfolgungsm assnahm en. Sow eit es zutreffe, dass sich der Beschw erdeführer unter anderem als aktives M itglied einer M usikgruppe für das kulturelle Erbe der grossen ethnischen M inderheit der Aseri engagiert und sich in dieser Eigenschaft an folkloristisch geprägten G edenkfeiern w ie etw a am G edenktag "Babak Khorram din" beteiligt habe, habe dieses Engagem ent keine Verfolgung seitens des iranischen Staats zur Folge. 7 Bekanntlich w erde den Aseris seitens der iranischen Behörden die derartige Pflege ihres Kulturgutes ausdrücklich gestattet, w as auch einem der eingereichten Zeitungsausschnitte zu entnehm en sei. Bei der D urchführung solcher Anlässe hielten die iranischen Sicherheitsdienste W ache darüber, ob dabei Vorkehren oder Aufrufe zum Sturz des gegenw ärtigen R egim es festzustellen seien, w as auch einem anderen eingereichten Zeitungsartikel entnom m en w erden könne. Sow eit der Beschw erdeführer von der Anw esenheit solcher Sicherheitsdienste beeinträchtigt gew esen sei, seien diese N achteile nicht derart, dass ihm ein m enschenw ürdiges Leben in der H eim at verunm öglicht oder unzum utbar erschw ert w orden sei. D ie ihm gem äss seinen Angaben vom iranischen Staat bew illigten Auslandsreisen bestätigten diese Feststellung. D er Vorfall aus dem Jahre 1998, bei dem der Beschw erdeführer anlässlich einer D em onstrationsteilnahm e niedergeschlagen und verletzt w orden sei, stehe w eder in zeitlicher noch in sachlicher H insicht m it der zw ei Jahre später erfolgten Flucht ausser Landes im Zusam m enhang. Zudem sei der behördliche Ü bergriff anlässlich einer M assenveranstaltung keine gezielt gegen ihn gerichtete staatliche Verfolgungsm assnahm e. C . M it Eingabe an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) vom 5. Februar 2003 beantragte der Beschw erdeführer durch seinen Vertreter, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gew ähren. Eventualiter sei er als Flüchtling anzuerkennen. Subeventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der W egw eisung unzulässig und unzum utbar er- scheine. Verfahrensm ässig w urde um die G ew ährung ergänzender Akteneinsicht (Bew eism ittel) und die Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Stellungnahm e ersucht. D er Beschw erdeführer sei zu einer Instruktionsverhandlung vorzuladen, anlässlich w elcher er ergänzend zu seinen Asylgründen zu befragen sei. Für die Begründung der Beschw erde ist auf die nachfolgenden Erw ägungen zu verw eisen. D er Eingabe lagen m ehrere Bew eism ittel bei (vgl. S. 28 der Beschw erde). D . Am 25. Februar 2003 reichte der Beschw erdeführer ein R eferenzschreiben der "Bütöv Azerbaycan Birliyi" ein. M it Schreiben vom 4. M ärz 2003 überm ittelte er ein R eferenzschreiben der "Azerbaijani Federation of Sw eden" (AFS). E. M it Zw ischenverfügung vom 7. M ärz 2003 entsprach der Instruktionsrichter der AR K dem G esuch um G ew ährung ergänzender Akteneinsicht und setzte dem Be- schw erdeführer eine Frist zur Einreichung einer Stellungnahm e zum Inhalt der zu- gestellten Aktenstücke an. F. D er Beschw erdeführer stellte der AR K am 11. M ärz 2003 m ehrere Bew eism ittel zu (vgl. die Aufzählung im entsprechenden Schreiben). In seiner Stellungnahm e vom 18. M ärz 2003 äusserte sich der Beschw erdeführer zu den bereits eingereichten Bew eism itteln und legte zusätzliche Bew eism ittel ins R echt. D er Beschw erdeführer reichte am 21. M ärz 2003 ein Schreiben des "W orld Azer- baijanis C ongress" (W AC ) vom 17. M ärz 2003 ein. M it Schreiben vom 26. M ärz 2003 überm ittelte der Beschw erdeführer ein Schrei- ben von B._______, einem ehem aligen aserbaidschanischen M inister.8 G . D ie Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 11. Juni 2003 die Abw ei- sung der Beschw erde. H . D er Beschw erdeführer hielt in seiner Stellungnahm e vom 18. Juli 2003, der w eite- re Bew eism ittel beilagen, an seinen Anträgen fest. I. Am 21. Januar 2004 stellte der Beschw erdeführer der AR K eine an ihn gerichtete Einladung für den 7. W eltkongress der Aserbaidschaner zu. D er Beschw erdeführer teilte der AR K am 26. Januar 2004 m it, dass verschiedene Führer des W eltkongresses in den ersten beiden M ärzw ochen in die Schw eiz rei- sen w ürden. D iese Personen seien bereit, der AR K detaillierte Angaben über die Situation der Aserbaidschaner im Iran zu liefern und ersuchte um G ew ährung ei- nes G esprächsterm ins. D er R echtsvertreter teilte der AR K m it Schreiben vom 16. M ärz 2004 m it, er habe sich persönlich m it drei Vertretern des Vorstandes des W eltkongresses unterhalten können. J. D er Beschw erdeführer überm ittelte am 1. Juni 2004 w eitere Bew eism ittel. M it Schreiben vom 23. August 2004 reichte der Beschw erdeführer ein Exem plar der von ihm und w eiteren Personen verfassten Zeitschrift (...) ein. Am 18. O ktober 2004 überm ittelte der Beschw erdeführer ein Exem plar der aseri- schen O ppositionszeitung "Azadliq" vom 22. Septem ber 2004. D er Beschw erdeführer gab am 19. N ovem ber 2004 U nterlagen über eine Standak- tion in der Stadt Zürich zu den Akten, über w elche auch in einer aserbaidschani- schen Zeitung berichtet w orden sei. K. Am 1. April 2005 liess der Beschw erdeführer der AR K w eitere U nterlagen betref- fend seine exilpolitischen Aktivitäten zukom m en. L. M it Zw ischenverfügung vom 21. Juli 2005 ordnete der Instruktionsrichter der AR K einen w eiteren Schriftenw echsel an. M . D ie Vorinstanz beantragte in ihrer zw eiten Vernehm lassung vom 28. Juli 2005 die Abw eisung der Beschw erde. N . D er Beschw erdeführer reichte am 16. August 2005 w eitere Bew eism ittel zu exil- politischen Aktivitäten ein (u.a. eine Videokassette). In seiner Stellungnahm e vom 14. Februar 2006 zur vorinstanzlichen Vernehm las- sung hielt der Beschw erdeführer an seinen Anträgen fest. M it Schreiben vom 10. Juli 2006 reichte der Beschw erdeführer eine Stellungnahm e von Am nesty International zur Verfolgung der aserischen M inderheit im Iran ein. O . M it Zw ischenverfügung vom 29. M ärz 2007 gew ährte der Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts dem R echtsvertreter die G elegenheit, eine detaillierte Kostennote einzureichen. Am 30. M ärz 2007 überm ittelte der R echtsvertreter seine Kostennote.9 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfah- rensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist ein- zutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 In der Beschw erde w ird darauf hingew iesen, der Beschw erdeführer w ürde gleich- zeitig m it drei anderen aserischen Asylbew erbern aus dem Iran Beschw erde ge-10 gen eine Verfügung der Vorinstanz erheben. Sie seien gleichzeitig in die Schw eiz eingereist und hätten m iteinander um Asyl nachgesucht; sie ersuchten um koordi- nierte Entscheidung. Sie hätten staatliche Verfolgungsm assnahm en aufgrund ihrer politischen und kulturellen Aktivitäten im U m feld der organisierten aserischen N ationalisten geltend gem acht. D iese w ollten sich vom Iran lösen und strebten eine Vereinigung m it Aserbaidschan an. In Berichten der Schw eizerischen Flücht- lingshilfe (SFH ) w erde darauf hingew iesen, dass die aserische M inderheit im Iran m angelnde kulturelle Autonom ie beklage. D er Beschw erdeführer habe Beziehun- gen zu verschiedenen nationalistischen O rganisationen der aserischen Bevölke- rungsgruppe gehabt. D as ESAP betreibe im Iran im U ntergrund und im Ausland politische Propaganda für die Abspaltung der iranischen Provinzen W est- und O st- aserbaidschan. D ie C AAP sei im Iran ebenfalls im U ntergrund tätig und verfolge dieselben oder ähnliche Ziele w ie das ESAP. D ie separatistischen Bew egungen der Aseri knüpften traditionell an historische Persönlichkeiten und Ereignisse an. So sei Babak Khorram din zum Sym bol für den W iderstand der Aserbaidschaner gegen die anstürm enden arabischen Eroberer gew orden. D ie Erinnerung an ihn w erde gepflegt und von den iranischen Sicherheitskräften überw acht. Es liege auf der H and, dass unter dem D eckm antel von G edenkfeiern politische Interessen ge- pflegt w ürden. Seit der Flucht des Beschw erdeführers hätten die iranischen Si- cherheitskräfte etw a 300 m ilitante Anhänger der separatistischen Bew egungen in- haftiert. D ie Tatsache, dass der Beschw erdeführer zahlreiche Bew eism ittel zu seinen Fluchtgründen beigebracht habe, zeige, dass sein H intergrund in engem Zusam - m enhang m it der aserischen U nabhängigkeitsbew egung stehe. Bei den D okum en- ten (Zeitungsartikel, Berichte der U N O u.a.) handle es sich einerseits um solche, die die allgem eine Lage der aserischen M inderheit im Iran darstellten, andererseits habe der Beschw erdeführer auch spezifische D okum ente eingereicht, die seine persönlichen Aktivitäten beträfen. Im einem in der Zeitung "Azadliq" vom 24. O kto- ber 2000 veröffentlichten Interview m it C ._______ w ürden die politischen O rgani- sationen C AAP und ESAP ausführlich dargestellt. Angesichts der vielschichtigen und kom plexen Fluchtgründe erstaune es, dass die Vorinstanz ihn nicht persönlich angehört habe. D ie Vorinstanz gew ichte den Bew eisw ert der Em pfangsstellenbefragung stark und verkenne dam it deren sum m arischen C harakter. Ausserdem habe es das Bundes- am t verpasst, ihn direkt anzuhören und ihm dam it G elegenheit zu geben, allenfalls vorhandene M issverständnisse oder U nstim m igkeiten auszuräum en. D er Beschw erdeführer habe keine ökonom ischen Fluchtgründe gehabt, zum al er über eine gute Ausbildung verfüge und einer verhältnism ässig gut bezahlten Er- w erbstätigkeit nachgegangen sei. Er sei aufgrund staatlicher R epression aus sei- nem H eim atland geflohen. D er Beschw erdeführer habe erklärt, dass die bei der kantonalen Befragung ge- schilderten Kurzfestnahm en nicht erw ähnensw ert seien, w eshalb kein W iderspruch zu den Aussagen bei der Em pfangsstelle vorliege. W as das Argum ent der Vorins- tanz betreffe, er habe die D auer der sechs Festnahm en beim Kanton anders als bei der Em pfangsstelle geschildert, halte er an seinen Angaben beim Kanton fest; nur die letzte Inhaftierung stehe im Zusam m enhang m it seinen separatistischen 11 Aktivitäten. D ie letzte Festnahm e habe sich am 3. Juli 2000 ereignet, er sei 13 Tage lang festgehalten und am 16. Juli 2000 freigelassen w orden. An diesem D atum sei sein Pass beschlagnahm t w orden; es lägen keine U nstim m igkeiten vor. Er sei entlassen w orden, w eil sein Vater für ihn garantiert, seinen R eisepass und eine Besitzurkunde über das H aus hinterlegt und sich verpflichtet habe, die Behörden jederzeit über seinen Sohn zu inform ieren. Seit seiner Flucht, sei sein Vater m ehrm als von den Sicherheitskräften aufgesucht und behelligt w orden. D as Bundesam t habe sich vollkom m en verstiegen, w enn es ausführe, er habe sich hinsichtlich der Schilderung der Behelligungen in der H aft unklar oder w idersprüchlich geäussert. Er bestehe darauf, dass die Augenbinde, die m an ihm dauernd angelegt habe, das Schlim m ste gew esen sei. Es verstehe sich, dass m an m it verbundenen Augen versuche, sich m it H ilfe der O hren zu orientieren. D a er das D atum der behördlichen R azzia bei der kantonalen Anhörung auf einen Tag früher gelegt habe, führe er auf die Erschöpfung und Verw irrung w ährend der Em pfangsstellenbefragung zurück. D atenangaben seien ohnehin zu relativieren, da kein M ensch über ein com putergesteuertes G edächtnis verfüge. D er Beschw erdeführer habe erklärt, es gebe keinen hängigen Fall, auf N achfrage habe er gesagt, es seien w egen seiner H aft m ehrere Verfahren hängig. Aus dem Zusam m enhang des Protokolls w erde klar, dass er die Frage nicht so verstanden habe, w ie sie gestellt w orden sei. M it "Fälle" habe er offensichtlich nicht hängige Strafuntersuchungen, sondern die verschiedenen Festnahm en gem eint. Festzuhalten sei, dass er nur aufgrund der letzten Inhaftierung Verfolgung befürchte und geltend m ache. Es erstaune nicht, dass er bei der kantonalen Befragung seine politischen Aktivitäten w esentlich um fassender als bei der Em pfangsstelle geschildert habe, da es nicht Sinn der sum m arischen Befragung sei, alle D etails zu erfragen und festzuhalten. Es sei nicht nachvollziehbar, w elchen Vorw urf ihm das Bundesam t m ache, w enn es sein Vorbringen, er habe fünf Kom itees vorgestanden, erw ähne. Er hätte diese Tätigkeiten noch ausführlicher schildern können, der Befrager habe auf zusätzliche Fragen verzichtet, nachdem ihn die Antw orten sichtlich zufrieden gestellt hätten. D as Argum ent der Vorinstanz, es w iderspreche der Verhaltenslogik, dass er nach seiner Freilassung seine politischen Aktivitäten nicht aufgegeben habe, sei nicht haltbar. Es hänge von der konkreten Einschätzung der Lage und dem Verhalten der lokalen Sicherheitskräfte ab, ob die betroffene Person unverzüglich fliehen m üsse. Er habe differenziert und glaubhaft erklärt, w ie er nach seiner Entlassung m it der Beschattung durch den Etelaat um gegangen sei und w ie er sich verhalten habe. D ies habe den Erw artungen des Bundesam tes nicht entsprochen, w as sich nicht zu Lasten seiner G laubw ürdigkeit ausw irken sollte. Es sei zu berücksichtigen, dass er innerhalb der aserischen Bew egung eine w ichtige Funktion gehabt habe und seine Tätigkeit nicht sofort habe aufgeben können. Er räum e aber rückblickend ein, dass die Teilnahm e an einem Konzert vom O ktober 2000 ein R isiko dargestellt habe. H insichtlich der von der Vorinstanz geltend gem achten U nstim m igkeiten im Zusam m enhang m it dem Parteikongress in Kanada sei auszuführen, dass dam als ein in Kanada lebendes Parteim itglied nach Ankara gereist sei. Er habe m it diesem M ann unvorsichtigerw eise telefonisch über die Konferenz und die iranischen Teilnehm er gesprochen. Von einem Beam ten des Telefonam tes sei er auf die Ü berw achung des G esprächs aufm erksam gem acht w orden, w orauf er das G espräch abgebrochen und das Telefonam t sofort 12 verlassen habe. D araufhin habe die Partei D ._______ nach Ankara gesandt, dam it dieser den dortigen Parteifunktionären Bericht über die Ü berw achung des Telefongesprächs erstatten könne. D ._______ habe in Ankara Inform ationen erhalten, die auf ein Bekanntw erden der Konferenzteilnehm er hätten schliessen lassen. Es sei davon auszugehen, dass auch hier eine U nklarheit vorliege, die im R ahm en einer ergänzenden Anhörung hätte aufgelöst w erden können. Som it lägen keine w esentlichen W idersprüche vor, w elche an der G laubhaftigkeit seiner Vorbringen ernstlich zw eifeln lassen könnten. Seine Vorbringen seien überw iegend glaubhaft und liessen sich m it zahlreichen Bew eism itteln vereinbaren. D ie von der Vorinstanz vorgenom m ene Bew ertung der eingereichten Bew eism ittel sei pauschalisierend. Allein der U m stand, w onach der Beschw erdeführer die zahl- reichen R eferenzschreiben und w eitere U nterlagen problem los innerhalb kurzer Frist habe beibringen können, lasse auf seine enge Beziehung und Verbindung m it der aserischen U nabhängigkeitsbew egung schliessen. Es w irke kaum nachvoll- ziehbar, dass sich die Vorinstanz auf den Vorw urf von G efälligkeitsurkunden kon- zentriere, w as angesichts der zahlreichen G ruppen, w elche dem Beschw erdefüh- rer R eferenzen erteilten, unw ahrscheinlich erscheine. D ie Vorinstanz liefere für diese Behauptung keine Argum ente, die w iderlegt w erden könnten. Es sei auf die Spaltungen in der aserischen Bew egung hinzuw eisen, w elche gegen das Vorlie- gen von G efälligkeitsurkunden sprächen. D ass diese Schreiben keine konkreten Verfolgungsm assnahm en anführten, tue ihnen als Bew eism ittel keinen Abbruch. D as von der ESAP eingereichte Schreiben bestätige zahlreiche vom Beschw erde- führer geltend gem achte Fluchtgründe. D ie W ürdigung dieses D okum entes durch die Vorinstanz sei w illkürlich. D ie Berichte von m assgebenden O rganisationen über die M enschenrechtslage im Iran veranschaulichten die R epression der irani- schen Behörden gegenüber der C AAP und dem ESAP. D er U m stand, dass der Be- schw erdeführer viele Bew eism ittel habe beibringen können, belege, dass er in en- ger Beziehung zur aserischen Befreiungsbew egung stehe. D ie zahlreichen Be- w eism ittel zeigten seinen politischen H intergrund auf. D ie Vorinstanz räum e in ihrer Verfügung ein, dass die Veranstaltungen der aseri- schen U nabhängigkeitsbew egung von den iranischen Sicherheitskräften über- w acht w ürden. D er Beschw erdeführer m üsse vor dem durch zahlreiche Bew eism it- tel belegten kulturell-politischen H intergrund um so eher ernsthafte Behelligungen von Seiten der iranischen Sicherheitskräfte befürchten. D ie Auffassung der Vorins- tanz, er m üsse keine asylrelevanten Behelligungen befürchten, falls er in den Iran zurückkehre, gehe an der R ealität vorbei. Zu ergänzen sei, dass er M itglied des W AC sei. D er Vorinstanz sei insofern beizupflichten, als sie den Vorfall aus dem Jahre 1998 als solchen als kaum m assgebend für den Ausreiseentschluss erachtet habe. D ie früheren Festnahm en und die Schläge anlässlich der D em onstration von 1998 sei- en indessen insofern als asylbegründend zu w erten, als sie die Schw elle für die objektive Anerkennung einer subjektiv bestehenden begründeten Furcht vor Ver- folgung herabsetzten. D er Beschw erdeführer habe überzeugend dargelegt, dass er einer im H eim atstaat exponierten politischen Bew egung angehöre. Er sei den iranischen Sicherheits- kräften als verantw ortlicher Aktivist bereits vor seiner Ausreise bekannt gew esen. 13 Zusam m en m it G esinnungsgenossen habe er sich auch in der Schw eiz für die Ziele der aserischen M inderheit im Iran in der Ö ffentlichkeit exponiert. Er nehm e an w öchentlichen Internet-Konferenzen teil, an denen sich Exponenten der Bew egung austauschten. D ie iranischen Auslandgeheim dienste seien in der Schw eiz seit Jahren aktiv und es sei bekannt, dass deren Agenten keine G elegenheit ausliessen, N am en und Adressen von Aktivisten zu erfassen. D er Beschw erdeführer m üsste im Falle einer R ückkehr in den Iran auch w egen seiner Aktivitäten in der Schw eiz m it Festnahm e, M isshandlung und Folterungen von Seiten staatlicher O rgane rechnen. 4.2 In der Stellungnahm e vom 18. M ärz 2003 w ird w eiter ausgeführt, es sei logisch, dass keine direkten Bew eise für die vom Beschw erdeführer erlittenen Verfolgungs- m assnahm en hätten beigebracht w erden können. Im Iran sei dies nur in Ausnah- m efällen m öglich. Indessen habe er den Bew eis für seine politischen Tätigkeiten erbringen können, w as eine Verfolgung nahe lege. Es erscheine unw ahrscheinlich, dass die zahlreichen R eferenzschreiben G efälligkeitsschreiben seien. Es handle sich um R eferenzgeber aus unterschiedlichen politischen Lagern beziehungsw eise Ström ungen. D iese Personen bestätigten, dass es sich bei ihm um einen ver- dienstvollen Aktivisten handle. Es w erde zudem ein enger Bezug zum Führer der "südaserbaidschanischen" U nabhängigkeitsbew egung belegt. 4.3 D ie Vorinstanz führt in ihrer Vernehm lassung vom 11. Juni 2003 aus, sie habe in der Verfügung ausführlich dargelegt, w arum nicht von einer Verfolgung oder G e- fährdung des Beschw erdeführers ausgegangen w erden könne. D ie Befragung an der Em pfangsstelle sei sehr ausführlich gew esen und der Beschw erdeführer habe die R ichtigkeit seiner Angaben unterschriftlich bestätigt. D er Einw and, er habe sei- ne Asylgründe nicht ausführlich genug darlegen können, sei völlig unbegründet. Bei objektiver Lektüre der angefochtenen Verfügung zeige sich, dass das Bundes- am t die Abw ägung der Argum ente und die W ürdigung der Bew eism ittel ausführlich und sehr differenziert vorgenom m en habe. D er Beschw erdeführer habe bei der Em pfangsstelle klar zum Ausdruck gebracht, dass er ausser den sechs Inhaftie- rungen keine w eiteren Behelligungen erfahren habe. W enn er später w eitere Inhaf- tierungen geltend m ache, stehe dies im klaren W iderspruch zu seinen früheren Aussagen. D ies habe m it dem sum m arischen C harakter der Em pfangsstellenbefra- gung nichts zu tun. D er Beschw erdeführer habe bei der Em pfangsstelle zugegebe- nerm assen falsche Angaben zu D auer und Zeitpunkt der Inhaftierungen sow ie zum Zeitpunkt der Beschlagnahm ung des R eisepasses gem acht. D iese liessen sich w eder m it dem sum m arischen C harakter der Befragung noch m it Stress oder M ü- digkeit w egdiskutieren. D ie Zw eifel des Bundesam tes an seinen Aussagen seien berechtigt. Seine Ausführungen über die angeblichen Verhöre m it verbundenen Augen seien w irklichkeitsfrem d und w idersprüchlich. Auch die Angaben zur Ver- haftung seien zu bezw eifeln. Er habe näm lich geltend gem acht, die Beam ten hät- ten ihm bei der Verhaftung auf der Strasse sogleich eine Augenbinde angelegt, bei der Freilassung hätten sie ihm w iederum eine Augenbinde angelegt und ihn am gleichen O rt auf freien Fuss gesetzt. D eshalb könne er nicht w issen, w o er festge- halten w orden sei. Andererseits habe er zu Protokoll gegeben, sein Vater habe die Freilassung erw irkt, indem er eine Kaution hinterlegt habe. D ie Sicherheitsbeam - ten hätten seinen Vater kontaktiert und diesem den Festhaltungsort m itgeteilt. So- m it habe die Fam ilie den O rt der Inhaftierung gekannt, w eshalb nicht geglaubt w er-14 den könne, dass er als H auptbetroffener nicht w isse, w o er inhaftiert w orden sei. D as Verhalten des Beschw erdeführers spreche gegen eine G efährdung. Trotz der angeblich schrecklichen Inhaftierung m it stundenlangen Verhören und einer expli- ziten Verw arnung, w olle er nach der Freilassung w eiterhin an Veranstaltungen or- ganisiert und sich exponiert haben. G em äss seinen Schilderungen w ären die Si- cherheitskräfte jederzeit über sein Tun und seinen Aufenthaltsort inform iert gew e- sen. Sogar im Telefonam t solle er von einem Angestellten gew arnt w orden sein. W eshalb er zur Telefonzentrale gegangen und dort aufgedeckt w orden sei, habe er nicht dargelegt. Er habe geltend gem acht, eine beim Telefongespräch von ihm angeführte N am ensliste von eingeladenen G ästen sei der G rund für die polizeili- che Suche nach ihm . W enn jem and derart engm aschig überw acht w erde, gebe er am Telefon keine Teilnehm erliste durch. U nter diesen U m ständen sei nicht davon auszugehen, dass die Sicherheitsleute noch zugew artet und ihn erst dann gesucht hätten, als er sich nicht m ehr zu H ause aufgehalten habe. Im Ü brigen hätten ihn diese unter den geltend gem achten U m ständen problem los beim Bruder ausfindig m achen können, zum al seine Eltern angeblich dorthin telefoniert hätten, um ihn zu w arnen. D er U m stand, w onach der Beschw erdeführer sich für kulturelle Belange der Aseris eingesetzt habe, führe im Iran w eder zu einem Strafverfahren noch zu einer G efährdung an Leib und Leben. Aus keinem der vom Beschw erdeführer ein- gereichten Bew eism ittel könne auf eine persönliche Verfolgung oder Bedrohung geschlossen w erden. Bezeichnenderw eise habe er über die angeblich gegen ihn eingeleiteten Strafverfahren keine Bew eism ittel einreichen können. 4.4 D er Beschw erdeführer entgegnet in seiner Stellungnahm e vom 18. Juli 2003, er könne seine Fluchtgründe durchaus stringent vortragen, w as die D urchführung ei- ner Instruktionsverhandlung zeigen w erde. D er D eckm antel kultureller Aktivitäten habe es erm öglicht, in jahrelanger Aufbauarbeit eine aserische U nabhängigkeits- bew egung zu m obilisieren. Es unterliege keinem Zw eifel, dass solche Bestrebun- gen den Staatsgedanken des Vielvölkerstaats Iran untergrüben und deshalb von den M achthabern als politische O pposition w ahrgenom m en w ürden. D ie südaseri- sche Freiheitsbew egung habe auch im Juli 2003 eine Versam m lung auf Babak Q alasi durchgeführt, w as von R egierungskreisen und Führern der Basidji verurteilt w orden sei. Seit dem 4. Juli 2003 seien zahlreiche Aktivisten der aserischen Be- w egung untergetaucht oder verschw unden; Festnahm en einer Beobachter- und Journalistengruppe sow ie eines Sängers seien von einem U nterstützungskom itee bestätigt w orden. In am erikanischen M edien w erde über die aserische Bew egung berichtet, deren politischer C harakter w erde unterstrichen. D as Pentagon führe G espräche m it dem Führer M .A. C ., w elcher in den U SA als Flüchtling anerkannt w orden sei. D er Vater des Beschw erdeführers sei am zw eitletzten Tag der H aft zu einer bekannten alten M ilitärkaserne vorgeladen w orden. D ie Behörden hätten ver- langt, dass er den Pass seines Sohnes, eine bestim m te G eldsum m e und den Be- sitztitel des H auses m itbringe. In der Folge sei in einem Büro der Kaserne die Ent- lassung des Beschw erdeführers ausgehandelt w orden. Sein Vater und er hätten bis heute keine sichere Kenntnis des Festhaltungsortes. Es entspreche sicherer Kenntnis, dass die despotischen R egim es verschiedener Staaten keine Angaben über H aft- und Folterorte m achten. D er U m stand, w onach er w eiterhin im R ahm en der O pposition Aktivitäten entfaltet habe, spreche nicht gegen seine G laubw ürdig- keit. 15 4.5 D er Beschw erdeführer m acht in seinem Schreiben vom 16. M ärz 2004 geltend, drei Vertreter des W AC hätten bestätigt, dass die gew altlosen kulturellen Aktivitä- ten der Aseris im Iran als politische O pposition gegen den Zentralstaat verstanden w ürden. D ie Sicherheitskräfte verfolgten aserische Aktivisten gezielt. Im Iran sei eine G eheim organisation aufgebaut w orden, w elche m it H ilfe von C odenam en funktioniere. Aus diesem G rund w ürden nur den im Ausland lebenden Personen M itgliedsausw eise ausgestellt. W egen der C odenam en habe m an erst vor Kurzem realisiert, dass der Beschw erdeführer den Vertretern des Vorstandes des W AC persönlich bekannt sei. Als er im Iran festgenom m en w orden sei, habe sich der W AC bei der Iran-Sektion von Am nesty International London für seine H aftentlas- sung eingesetzt. 4.6 D ie Vorinstanz führte in ihrer zw eiten Vernehm lassung vom 28. Juli 2005 aus, auch die nach der ersten Vernehm lassung vom Beschw erdeführer eingereichten Bew eism ittel enthielten keine stichhaltigen Bew eise für dessen persönliche G e- fährdung. M it den zu den Akten gegebenen Fotografien von exilpolitischen Veran- staltungen und Aktivitäten der Aseri in der Schw eiz w ürden N achfluchtgründe gel- tend gem acht. D er Beschw erdeführer sei auf den bei verschiedenen Veranstaltun- gen gem achten Fotografien nicht identifizierbar. Bekanntlich fänden solche Kund- gebungen in der Ö ffentlichkeit w enig Beachtung. D ie Teilnehm er hingegen nutzten diese G elegenheit, um Fotografien zu produzieren, w elche sie den schw eizeri- schen Behörden als Bew eism ittel für eine drohende G efährdung abgäben. Es lä- gen aber keine H inw eise dafür vor, dass die Kundgebungsteilnehm er von irgend- w elchen G eheim diensten identifiziert w orden seien. Es sei nicht davon auszuge- hen, dass die für den "internen G ebrauch" redigierten Berichte in der Zeitung "Az- adliq" zu einer G efährdung des Beschw erdeführers führten. 4.7 D er Beschw erdeführer entgegnet in seiner Stellungnahm e vom 14. Februar 2006, in den letzten Jahren seien viele politisch aktive Leute der aserischen O pposition durch Verm ittlung des U N H C R von Aserbaidschan in D rittstaaten in Sicherheit ge- bracht w orden, so auch M itglieder des ESAP und der "G AM O H -Partei". D iese Tat- sachen unterstrichen einm al m ehr, dass die M itglieder der aserbaidschanischen Freiheitsbew egung im Iran nicht nur als kulturelle Aktivisten, sondern auch als poli- tisch O ppositionelle verstanden w ürden. D iese Bew egung w erde vom U N H C R und von anderen Aufnahm estaaten als politisch aktiv erkannt. D ie eingereichten R efe- renzschreiben und die persönlichen Besuche von Parteiführern seien nicht als G e- fälligkeit, sondern als bew eiskräftige R eferenzen für aussergew öhnliche Parteim it- glieder zu beurteilen. D er Beschw erdeführer sei vom iranischen Sicherheitsdienst identifiziert w orden, als er im Iran festgenom m en w orden sei. Für die iranische Botschaft in der Schw eiz sei es sehr einfach, ihn zu identifizieren, da es nur w eni- ge Aseris gebe, die in der Schw eiz exilpolitische Aktivitäten entfalteten. H inzu kom m e, dass sie von anderen O ppositionsgruppen als Separatisten betrachtet und isoliert w ürden. Bei einer D em onstration vor der iranischen Botschaft hätten der Beschw erdeführer und seine Kollegen eine aserbaidschanische und eine iranische Fahne m itgeführt. Sie hätten die iranische Fahne zerstört, w as als Sakrileg gelte. Von dieser D em onstration bestehe eine Videoaufzeichnung, w elche von "G un Az TV" zw eim al ausgestrahlt w orden sei. 16 5. D er Beschw erdeführer beantragt, er sei im R ahm en einer Instruktionsverhandlung erneut zu seinen Fluchtgründen zu befragen. D ie bei den Akten liegenden Proto- kolle erw ecken gem äss Auffassung des Bundesverw altungsgerichts nicht den Ein- druck, als habe er nicht ausreichend Zeit gehabt, seine Asylgründe zu schildern. Bereits bei der Em pfangsstelle w urde ihm G elegenheit gegeben, seine Erlebnisse recht ausführlich w iederzugeben und auch bei der kantonalen Befragung erhielt er G elegenheit, über das Erlebte zu berichten. Angesichts der im R ahm en des Be- schw erdeverfahrens eingereichten ausführlichen schriftlichen Eingaben und Be- w eism ittel ist davon auszugehen, dass der rechtserhebliche Sachverhalt ausrei- chend erstellt ist. D as Bundesverw altungsgericht erachtet die D urchführung einer Instruktionsverhandlung m it erneuter Befragung des Beschw erdeführers deshalb als nicht notw endig. 6. 6.1 H insichtlich der G laubhaftigkeit der Vorbringen des Beschw erdeführers ist festzu- halten, dass aufgrund der zahlreichen eingereichten Bew eism ittel von seiner Zuge- hörigkeit zu m ehreren "südaserbaidschanischen" Parteien und O rganisationen ausgegangen w erden kann. In Anbetracht der Fülle der eingereichten R eferenz- schreiben und deren Autoren kann nicht darauf geschlossen w erden, ihm sei gefäl- ligkeitshalber Zugehörigkeit zu Exilorganisationen und Aktivitäten für dieselben at- testiert w orden. Inw iefern die eingereichten Bestätigungen tauglich sind, das vom Beschw erdeführer geltend gem achte Ausm ass seiner Aktivitäten und die von ihm vorgebrachte Verfolgung beziehungsw eise Verfolgungsgefahr zu belegen, w ird nachfolgend zu prüfen sein. 6.1.1 W ie oben ausgeführt erachtet das Bundesverw altungsgericht die eingereichten R eferenzschreiben nicht als G efälligkeitsschreiben, sow eit dam it die Zugehörigkeit des Beschw erdeführers zu m ehreren "südaserbaidschanischen" Exilorganisatio- nen belegt w erden soll. D as Bundesverw altungsgericht gelangt jedoch zur Ü ber- zeugung, dass in einigen Schreiben die Bedeutung des Beschw erdeführers und die ihm attestierten Aktivitäten übersteigert dargestellt w erden. So führt das ESAP in einem bereits bei der Vorinstanz eingereichten Schreiben aus, die Aktivitäten des Beschw erdeführers hätten dazu geführt, dass er den Iran habe verlassen m üs- sen. In einem Schreiben des ESAP vom 20. Januar 2003 w ird ausgeführt, der Be- schw erdeführer habe zusam m en m it anderen angeführten Personen darauf abge- zielt, das im Iran herrschende R egim e auszulöschen. Trotz Festnahm en und erlit- tener Folter habe er von seinem Kam pf nicht abgelassen und seine Aktivitäten ausgedehnt. Als das R egim e Kenntnis von den Zielen der O rganisationen, denen die genannten Personen angehörten, erhalten habe, habe es diese an ihrem W ohn- oder Arbeitsort festgenom m en. D en genannten Personen sei es gelungen, sich zu verbergen und ins Ausland zu fliehen. Abgesehen davon, dass dieses Schreiben in sich w idersprüchlich ist, entspricht es nicht den Aussagen des Be- schw erdeführers. D ieser m achte nicht geltend im Zusam m enhang m it seinen Akti- vitäten für die aserische Sache w iederholt von den G eheim diensten festgenom - m en und gefoltert w orden zu sein. D er Beschw erdeführer bestätigte auf Beschw er- deebene, er sei nur einm al im Zusam m enhang m it diesen Aktivitäten festgenom - m en w orden; bei den Befragungen hielt er ausdrücklich fest, er sei dabei nicht ge-17 foltert und nicht geschlagen w orden. Zudem sei er nicht an seinem W ohn- oder Ar- beitsort, sondern auf der Strasse festgenom m en w orden. Im vom 12. Februar 2003 datierenden Schreiben der AFS w ird - auf den Beschw erdeführer und seine Kolle- gen bezogen - ausgeführt, den G eheim dienstkräften sei es bei H ausdurchsuchun- gen gelungen, D okum ente sicherzustellen, w elche die genannten Personen schw er belasteten. D adurch seien ihre Verbindungen innerhalb des N etzw erks of- fengelegt w orden, w as sie zur Flucht aus dem Iran gezw ungen habe. D er Be- schw erdeführer selbst behauptete indessen nicht, dass bei einer H ausdurchsu- chung ihn belastende D okum ente sichergestellt w orden seien, er m achte lediglich geltend, sein R eisepass sei beschlagnahm t w orden. M .A. C . führt in einem Schrei- ben vom 11. M ärz 2003 aus, der Beschw erdeführer habe ihn bei den W ahlen des iranischen Parlam ents vom Jahr 1996 unterstützt. N achdem er verhaftet w orden sei, habe der Beschw erdeführer sich m it grossem Einsatz an Protestveranstaltun- gen beteiligt. Er sei im R ahm en von nationalen Feierlichkeiten in unterschiedlichen Städten Aserbaidschans aktiv gew esen. D er Beschw erdeführer sagte jedoch nicht aus, dass er in Aserbaidschan tätig gew esen sei. Im Schreiben des W AC vom 17. M ärz 2003 w ird w enig konkret bestätigt, der Beschw erdeführer sei seit m ehre- ren Jahren im R ahm en von kulturellen Veranstaltungen politisch tätig. Er sei im Verlauf der vergangenen Jahre m ehrfach verhaftet und gefoltert w orden. Als die G eheim dienstkräfte das letzte M al nach ihm gesucht und ihn hätten verhaften w ol- len, sei ihm die Flucht gelungen. D iese Ausführungen sind stereotyp und entspre- chen teilw eise nicht den Aussagen des Beschw erdeführers. In einer Eingabe vom 16. M ärz 2004 teilte der R echtsvertreter der AR K m it, er habe m it drei Vertretern des Vorstandes des W AC gesprochen. Sie hätten gesagt, dass im Iran eine klan- destine O rganisation aufgebaut w orden sei, w elche m it H ilfe von C odenam en funk- tioniere. D eshalb hätten sie erst vor Kurzem realisiert, dass ihnen der Beschw er- deführer persönlich bekannt sei. D er W AC habe sich über Am nesty International für seine H aftentlassung eingesetzt. D er Beschw erdeführer erw ähnte w eder, dass er unter einem C odenam en aufgetreten sei, noch dass sich Am nesty International für seine angebliche H aftentlassung eingesetzt habe. G em äss seinen Aussagen hätten sich die Behörden an seinen Vater gew andt und die H interlegung von Si- cherheiten verlangt. D er Inhalt der eingereichten Bestätigungsschreiben w ider- spricht som it in verschiedenen Punkten den Aussagen des Beschw erdeführers; zudem sind die in den Bestätigungsschreiben angeführten Angaben in einigen Punkten ebenso nicht übereinstim m end. H ätte sich der Beschw erdeführer derart gegen das iranische R egim e ausgesprochen, w ie in den oben genannten und w ei- teren R eferenzschreiben ausgeführt w ird, hätte er es kaum w agen können, in sei- ner H eim at offiziell einer Arbeitstätigkeit nachzugehen und bis zum von ihm ge- nannten Zeitpunkt an seiner offiziellen W ohnadresse zu leben. D as vom Be- schw erdeführer geschilderte eigene Verhalten spricht som it eindeutig gegen ein politisches Engagem ent im Iran, w ie es in den eingereichten R eferenzschreiben dargelegt w ird und w elches er selbst als sein Leben gefährdend darstellte. 6.1.2 D ie Vorinstanz führte in ihrer Verfügung zu R echt aus, dass der Beschw erdeführer sich anlässlich der Befragungen zu m ehreren Punkten seiner Vorbringen w ider- sprüchlich äusserte. Bei der Em pfangsstelle w urde er gefragt, ob er neben den er- w ähnten Problem en w eitere konkrete Konflikte m it den Behörden gehabt habe, w as er verneinte. D ie Auffassung der Vorinstanz, diese Aussage liesse sich m it 18 derjenigen beim Kanton, w onach er noch w eitere Festnahm en erlitten habe, nicht in Ü bereinstim m ung bringen, ist zutreffend. D es W eiteren m achte er klar abw eichende Angaben zur D auer der Festnahm en, w as gegen die G laubhaftigkeit der geltend gem achten Inhaftierungen spricht. D er Beschw erdeführer m achte bei der Em pfangsstellenbefragung geltend, er sei am 2. Juli 2000, auf der A._______strasse festgenom m en w orden; am 15. Juli 2000 sei er auf der B._______strasse freigelassen w orden. Sein R eisepass sei am Tag seiner Festnahm e in B._______ vom Etelaat beschlagnahm t w orden. Bei der kantonalen Befragung sagte er zuerst aus, sein R eisepass sei bei seiner Verhaf- tung am 15. Juli 2000 beschlagnahm t w orden. Im w eiteren Lauf der Befragung de- ponierte er, er sei am 2. Juli 2000 inhaftiert w orden. Im W iderspruch zur Aussage bei der Em pfangsstelle w ird in der Beschw erde ausgeführt, der R eisepass sei am 16. Juli 2000 von den Behörden konfisziert w orden; der Vater des Beschw erdefüh- rers habe den R eisepass des Beschw erdeführers bei den Behörden hinterlegt. D ie in der Beschw erde vertretene Auffassung, es lägen keine U nstim m igkeiten in den Aussagen vor, kann nicht geteilt w erden. Schliesslich behauptete der Beschw erdeführer bei der kantonalen Befragung, er habe nach seiner Freilassung bem erkt, dass er überall beschattet w orden sei. Auch drei Personen aus dem Kom itee hätten ihn inform iert, dass er ständig be- schattet w erde. Vorab ist festzustellen, dass der Beschw erdeführer bei der Em p- fangsstellenbefragung keine Beschattung erw ähnte, w as erstaunt, da dies ein er- heblicher Eingriff in seine persönliche Freiheit gew esen w äre. Zudem m achte er klarerw eise abw eichende Angaben zu den Aktivitäten, die er nach der Inhaftierung vom Juli 2000 gehabt habe. So behauptete er einerseits, er habe nach der Freilas- sung aus der H aft an m ehreren Veranstaltungen m itgew irkt beziehungsw eise die- se vorbereitet. Auf N achfrage, w as er persönlich dam it zu tun gehabt habe, ant- w ortete er, er habe aufgrund der Beschattung keine direkten Aktivitäten gehabt. Auf die Frage, w as er im Zusam m enhang m it der Beschattung bem erkt habe, ant- w ortete er, er sei über die Beschattung von Kom itee-M itgliedern inform iert w orden, w eshalb er seine politische Tätigkeit sehr eingeschränkt habe. D iese ungereim ten und in sich w idersprüchlichen Angaben geben zu w eiteren Zw eifeln an der von ihm geltend gem achten Verfolgung Anlass. D ie vom Beschw erdeführer behauptete ständige und um fassende Beschattung seiner Person kann auch nicht m it seiner D arlegung, er habe sich nach der behördlichen Suche vom 8. O ktober 2000 bei seinem Bruder aufgehalten, in Ü bereinstim m ung gebracht w erden. H ätten die Be- hörden ihn tatsächlich derart intensiv w ie behauptet überw acht, w äre es ihnen ein Leichtes gew esen, ihn festzunehm en, w enn sie dies beabsichtigt hätten. 6.2 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschw erdeführer insgesam t nicht gelungen ist, eine ihm im Zeitpunkt seiner letztm aligen Ausreise aus dem Iran dort drohende asylrechtlich relevante Verfolgung beziehungsw eise begründe- te Furcht vor Verfolgung aufgrund seiner Aktivitäten für die Interessen der im Iran lebenden aserischen M inderheit glaubhaft zu m achen. Es erübrigt sich, auf die w eiteren Vorbringen in den Eingaben des Beschw erdeführers und die w eiteren Be- w eism ittel im Einzelnen einzugehen, da sie an der rechtlichen W ürdigung des gel- tend gem achten Sachverhalts nichts zu ändern verm ögen.19 7. 7.1 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist jedoch nicht allein der Zeitpunkt der Ausreise aus dem H eim atland, sondern die Situation im Zeitpunkt des Asylent- scheides m assgebend (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2005 N r. 18 E. 7.1 S. 164). 7.2 Vorliegend m acht der Beschw erdeführer, der gem äss Aktenlage bereits im Iran Kontakte zu "südaserbaidschanischen" Exilorganisationen pflegte und für diese in einem gew issen M ass aktiv w ar, geltend, er habe sich auch nach seiner Einreise in die Schw eiz in verschiedener W eise exilpolitisch betätigt. So habe er zusam m en m it seinen Kollegen den Aserbaidschanischen Kulturverein Zürich gegründet und aufgebaut. Am N evroz-Fest des Jahres 2004 hätten sie auf die Situation der aseri- schen M inderheit im Iran aufm erksam gem acht. Es sei m öglich, dass sich auch re- gim etreue Iraner eingefunden hätten, w elche der iranischen Botschaft in der Schw eiz hätten Bericht erstatten können. D er Beschw erdeführer und seine Kolle- gen hätten am 7. M ai 2004 in unm ittelbarer N ähe der iranischen Botschaft in Bern eine Protestkundgebung durchgeführt. Seine Aktivitäten seien für die heim atlichen Behörden offenkundig und er m üsse aufgrund der intensiven G eheim diensttätigkeit befürchten, von diesen registriert w orden zu sein. D er Beschw erdeführer produ- ziert des W eiteren zusam m en m it anderen Personen die Zeitschrift (...), die in ei- ner Auflage von (...) an interessierte Kreise verteilt w ird. Ü ber das Erscheinen die- ser Zeitschrift w urde auch in der Zeitung (...) berichtet. D er Beschw erdeführer nahm am 6. N ovem ber 2004 an einer Standaktion in Zürich teil, über w elche in der aserbaidschanischen Zeitung "Ekspress" vom 9. N ovem ber 2004 berichtet w urde. Er beteiligte sich am 26. Februar 2005 an einer Kundgebung der vereinigten arabi- schen O pposition und am 15. M ärz 2005 an einer solchen für M enschenrechte, w elche in G enf vor dem Palais des N ations stattfanden. D arüber w urde im Internet in "G ooya-N ew s" berichtet. D er Beschw erdeführer veranstaltete m it anderen Per- sonen am 30. Juli 2005 vor der iranischen Botschaft in Bern eine Kundgebung, an w elcher gegen die R epressionspolitik des Irans protestiert w urde. Eine Videoauf- nahm e dieser Kundgebung sei am 8. und 9. August 2005 auf G ünaz-TV (Satelli- tenfernsehkanal m it D om izil in den U SA) ausgestrahlt w orden. D ieser Fernsehka- nal w erde im Iran em pfangen und von den dortigen Sicherheitskräften beobachtet. D er Beschw erdeführer organisierte zusam m en m it anderen Personen am 3. Juni 2006 einen Inform ationsstand in Zürich, an w elchem über die Verfolgung der aseri- schen O pposition im Iran berichtet w urde. 7.3 W er sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem H ei- m at- oder H erkunftsstaat - insbesondere durch politische Exilaktivitäten - eine G e- fährdungssituation erst geschaffen w orden ist, sich som it auf das Vorliegen subjek- tiver N achfluchtgründe beruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Ver- folgung, w enn der H eim at- oder H erkunftsstaat m it erheblicher W ahrscheinlichkeit von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer R ückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter W eise verfolgt w ürde (vgl. EM AR K 2006 N r. 1 E. 6.1 S. 10; 2000 N r. 16 E. 5a S. 141 f.). Subjektive N achfluchtgründe be- gründen zw ar die Flüchtlingseigenschaft im Sinn von Art. 3 AsylG , führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss der Asylgew ährung. D ie vom G esetzgeber be- zw eckte Bestim m ung subjektiver N achfluchtgründe als Asylausschlussgrund ver- bietet ein Addieren solcher G ründe m it Fluchtgründen vor der Ausreise aus dem 20 H eim at- oder H erkunftsstaat, die für sich allein nicht zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausreichen (vgl. EM AR K 1995 N r. 7 E. 7b und 8 S. 67 und 70). D er Beschw erdeführer verfügt gem äss den eingereichten Bew eism itteln in der Schw eiz und im Ausland über zahlreiche Kontakte zu "südaserbaidschanischen" O rganisationen, die m indestens teilw eise der iranischen O pposition zuzurechnen sind. Seit seiner Einreise in die Schw eiz hat er m ehrfach an Kundgebungen, die sich gegen das iranische R egim e richteten, teilgenom m en; teilw eise w ar er m itver- antw ortlich für die O rganisation derselben. Von einigen dieser Kundgebungen w ur- den Videoaufzeichnungen gem acht, die auf m ehreren Fernsehkanälen ausge- strahlt w urden. D es W eiteren zeichnet der Beschw erdeführer verantw ortlich für die Zeitschrift (...), für w elche er kritische Beiträge verfasste. Aufgrund der zahlreichen Bestätigungsschreiben ist davon auszugehen, dass er sich bei m ehreren Exilorga- nisationen engagiert und über breite Kontakte - auch zu bekannten Vertretern ase- rischer Exilorganisationen - verfügt. Es m uss zw ar nicht zw ingend davon ausge- gangen w erden, dass der Beschw erdeführer aufgrund der Teilnahm e an Kundge- bungen von den iranischen Sicherheitskräften identifiziert w orden ist; das R isiko, dass er aufgrund seiner Verbindungen zu m ehreren "südaserbaidschanischen" G ruppierungen und angesichts seiner breiten Tätigkeiten identifiziert w orden ist und die Aufm erksam keit der iranischen Behörden im Falle einer R ückkehr in sein H eim atland gew ärtigen m üsste, erscheint im vorliegenden Fall nichtsdestotrotz be- achtlich. Aufgrund der Erkenntnisse der schw eizerischen Asylbehörden ist davon auszugehen, dass die iranischen Behörden Aktionen und Kundgebungen von ihren Bürgern im Ausland system atisch beobachten und entsprechende Inform ationen sam m eln. D er Beschw erdeführer knüpfte seine Verbindungen zu den Exilorganisa- tionen bereits in seinem H eim atland und entfaltete dort erste Aktivitäten für diesel- ben. Angesichts des U m fangs und der Art seiner Aktivitäten kann davon ausge- gangen w erden, dass die iranischen Behörden auf ihn aufm erksam gew orden sind. D er Beschw erdeführer setzt sich ausgew iesenerm assen seit Jahren für die Belan- ge der aserischen M inderheit im Iran ein, w obei sich sein Engagem ent in den letz- ten Jahren ausw eitete. Aufgrund der gesam ten Aktenlage ist davon auszugehen, dass es sich beim Beschw erdeführer um einen aus innerer Ü berzeugung agieren- den Aktivisten handelt. D ie M öglichkeit, dass der Beschw erdeführer aufgrund sei- nes Persönlichkeitsprofils bei einer R ückkehr in sein H eim atland m it asylrechtlich relevanten N achteilen rechnen m üsste, erscheint nach Einschätzung des Bundes- verw altungsgerichts als überw iegend w ahrscheinlich. Im Falle einer W iedereinrei- se in den Iran ist die vom Beschw erdeführer geäusserte Furcht, bereits an der G renze festgenom m en zu w erden, nach dem G esagten als objektiv begründet an- zusehen. D a sich die G efahr der Verfolgung bereits bei einer allfälligen Einreise ins H eim atland zeigen dürfte, kann nicht davon ausgegangen w erden, ihm stünde eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative zur Verfügung. D er Beschw erdeführer erfüllt som it die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft; dies allerdings erst aufgrund des Vorliegens subjektiver N achfluchtgründe, w as eine Asylgew ährung ausschliesst (vgl. Art. 54 AsylG ).21 8. 8.1 D ie Anordnung der W egw eisung ist die R egelfolge der Asylverw eigerung. Aller- dings ist im Sinne einer Ersatzm assnahm e das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern zu re- geln, w enn der Vollzug der W egw eisung sich als unzulässig, unzum utbar oder un- m öglich erw eist (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG ). Vorliegend verbietet sich ein Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers durch R ückschaffung in den Iran auf- grund von Art. 5 AsylG , denn er hat glaubhaft gem acht, dass ihm dort im Sinne von Art. 3 AsylG relevante G efährdung droht. 8.2 D ie Beschw erde ist dem nach gutzuheissen, sow eit darin im Eventualbegehren be- antragt w ird, der Beschw erdeführer sei als Flüchtling anzuerkennen, im Ü brigen ist sie abzuw eisen, sow eit sie nicht gegenstandslos w ird (Subeventualbegehren). D ie angefochtene Verfügung vom 23. D ezem ber 2002 ist dem zufolge zu bestätigen, sow eit sie das Asylgesuch des Beschw erdeführers abw eist und darin die W egw ei- sung verfügt w ird. Sie ist dem gegenüber aufzuheben, sow eit sie die Flüchtlingsei- genschaft des Beschw erdeführers verneint und den W egw eisungsvollzug betrifft, und das BFM ist anzuw eisen, den Beschw erdeführer gestützt auf Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG ; SR 142.20) als Flüchtling vorläufig aufzunehm en. 9. Im Kostenpunkt ist der Ausgang des Verfahrens (G utheissung der Beschw erde hinsichtlich der Flüchtlingseigenschaft und des Vollzugs der W egw eisung) als teil- w eises O bsiegen zu bezeichnen, w obei bei Verfahrenskonstellationen w ie der vor- liegenden der rechnerische G rad des D urchdringens praxisgem äss auf zw ei D rittel festzulegen ist. 9.1 Beim vorliegenden Ausgang des Beschw erdeverfahrens sind die erm ässigten Ver- fahrenskosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 2 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE; SR 173.320.2]). D ie- se sind in Anbetracht des Aktenum fangs auf Fr. 300.-- festzusetzen. 9.2 D em Beschw erdeführer ist zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung für ihm erw achsene notw endige und verhältnism ässig hohe Vertretungskosten zuzu- sprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 7 Abs. 1 und 2 VG KE), w elche ent- sprechend dem G rad des D urchdringens auf zw ei D rittel zu reduzieren ist. D er R echtsvertreter w eist in seinem Begleitschreiben zur Kostennote darauf hin, seine Kostennote beziehe sich auf die von ihm geführten vier Beschw erdeverfahren. D a er die Verfahren w eitgehend gem einsam geführt und die m eisten Eingaben m itein- ander verfasst und verschickt habe, schlage er vor, für den Fall der Zusprechung einer Parteientschädigung sei auf die gem einsam e Aufstellung abzustellen und die Aufw endungen seien zu je einem Viertel auf die vier Beschw erdeverfahren zu "ver- teilen". D as Vorgehen des R echtsvertreters ist nachvollziehbar und dem Antrag auf gleichm ässige Aufteilung der Parteientschädigung ist stattzugeben. D er R echtsvertreter w eist für die vier Beschw erdeverfahren einen G esam tzeitaufw and von 67,17 Stunden und Spesen von Fr. 750.-- aus, w as angem essen erscheint. 22 D ie Kosten der Vertretung (vgl. Art. 8, Art. 9 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 1 VG KE) von insgesam t Fr. 3'817.10 setzen sich som it im vorliegenden Verfahren w ie folgt zu- sam m en: Fr. 3'360.-- für den Arbeitsaufw and (16,8 Stunden à Fr. 200.--; vgl. Art. 10 Abs. 2 VG KE), Fr. 187.50 für die Auslagen und Fr. 269.60 M ehrw ertsteuer. An- gesichts der oben erw ähnten "Zw eidrittelsregelung" ist die Parteientschädigung auf Fr. 2'545.-- festzulegen. (D ispositiv nächste Seite)23 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit darin die Anerkennung der Flüchtlings- eigenschaft und die Aufhebung der Anordnung des W egw eisungsvollzugs bean- tragt w erden. Im Ü brigen w ird die Beschw erde abgew iesen. 2. D ie Ziffern 1, 4 und 5 des D ispositivs der angefochtenen Verfügung vom 23. D e- zem ber 2002 w erden aufgehoben. 3. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführer als Flüchtling vorläufig aufzu- nehm en. 4. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 300.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D iese sind innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 5. D as BFM w ird angew iesen, dem Beschw erdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 2'545.-- zu entrichten. 6. D ieses U rteil geht an: - den Vertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Ein- zahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (Kopie zu den Akten; R ef.-N r. N _______) - das (kantonale Behörde) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang C hristoph Basler Versand am :