<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp276752"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>81 III 138<br/><br/><br/><div class="paraatf">38. Auszug aus dem Entscheid vom 11. Oktober 1955 i. S. Schildknecht.</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp277872"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">Unpfändbarkeit von Berufswerkzeugen (<span class="artref">Art. 92 Ziff. 3 SchKG</span>). Begriff des Berufs. Berücksichtigung eines Saisonberufs (Fischerei). <div class="paratf">Rekurs an das Bundesgericht. Unzulässige Nova (<span class="artref">Art. 79 Abs. 1 OG</span>). </div> </div> </div> <a name="idp283280"></a> <a name="idp288544"></a> <br/><div> <a name="idp294784"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 138</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page138"></a><div class="center pagebreak">BGE 81 III 138 S. 138</div> </div> <div class="paraatf">In den Betreibungen, die Schildknecht gegen Zeller führt, pfändete das Betreibungsamt Appenzell am 23.</div> <div class="paraatf"> <a name="page139"></a><div class="center pagebreak">BGE 81 III 138 S. 139</div>Juni 1955 nur das über den Schätzungswert hinaus belastete Wohnhaus des Schuldners. Mit rechtzeitiger Beschwerde verlangte der Gläubiger u.a., das Betreibungsamt sei anzuweisen, auch die Fischereiausrüstung des Schuldners zu pfänden. In Übereinstimmung mit der kantonalen Aufsichtsbehörde weist das Bundesgericht dieses Begehren ab.</div> <br/><div> <a name="idp298784"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Begründung:</div> <div class="paraatf">Die Vorinstanz hat festgestellt, dass der Schuldner während der Sommermonate der Fischerei obliege, die bestimmt seinen Haupterwerb darstelle, und sich im Winter mit Heimarbeit (Maskenformen) betätige. Diese Feststellung betrifft tatsächliche Verhältnisse und ist daher gemäss <span class="artref"><artref id="CH/173.110/63/81" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/63/2" type="start"></artref>Art. 63 Abs. 2 und 81 OG</span><artref id="CH/173.110/63/81" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/81" type="end"></artref> für das Bundesgericht verbindlich (vgl.<span class="bgeref_err">BGE 63 III 82</span>Abs. 1). Auf Grund dieser Feststellung, die der Rekurrent mit seinen neuen Vorbringen vor Bundesgericht nicht umzustossen vermag, konnte die Vorinstanz ohne Bundesrechtsverletzung annehmen, bei der vom Schuldner ausgeübten Fischerei handle es sich um einen Beruf im Sinne von <span class="artref">Art. 92 Ziff. 3 SchKG</span>, d.h. um eine vorwiegend auf persönlicher Arbeit des Schuldners beruhende Erwerbstätigkeit, die für den Unterhalt des Schuldners notwendig ist und ihm regelmässige Einkünfte verschafft (<span class="bgeref_err">BGE 63 III 82</span>,<span class="bgeref_err">BGE 77 III 73</span>/74). Der Umstand, dass der Schuldner sich nur während der Sommermonate der Fischerei widmen kann, steht der Annahme, dass diese dem Schuldner regelmässige Einkünfte verschaffe, nicht entgegen. Eine Tätigkeit, die der Schuldner nur im Sommer ausübt, während er im Winter sein Brot auf andere Weise verdient, kann sehr wohl einen Beruf im Sinne von <span class="artref">Art. 92 Ziff. 3 SchKG</span> darstellen. Auf einen solchen Saisonberuf ist bei der Pfändung auch dann Rücksicht zu nehmen, wenn diese ausserhalb der Jahreszeit verlangt wird, während welcher der Schuldner ihn ausübt. Die genaue Höhe des Einkommens abzuklären, das der Schuldner aus der <a name="page140"></a><div class="center pagebreak">BGE 81 III 138 S. 140</div>Fischerei zieht, war nicht unerlässlich. Die Vorinstanz konnte sich mit der Feststellung begnügen, dass dieses Einkommen im Sommer den Haupterwerb des Schuldners bilde. Gegen die Annahme, dass der Schuldner berufsmässig fischt, lässt sich auch die Tatsache nicht ins Feld führen, dass es in der fraglichen Landesgegend sonst keine Berufsfischer geben soll. Dieser Umstand vermag nichts daran zu ändern, dass der Schuldner während eines beträchtlichen Teils des Jahres zur Hauptsache aus der Fischerei lebt. Die für die Ausübung dieser Tätigkeit notwendigen Geräte sind daher gemäss <span class="artref">Art. 92 Ziff. 3 SchKG</span> unpfändbar.</div> <div class="paraatf">Dass anhand eines Verzeichnisses, allenfalls unter Beizug eines Experten, abgeklärt werden sollte, wieweit die Fischereigeräte des Schuldners für seine Tätigkeit notwendig seien, hat der Rekurrent im kantonalen Verfahren nicht geltend gemacht. Vielmehr hat er damals gegen die Freigabe der Fischereiausrüstung nur den grundsätzlichen Einwand erhoben, es liege kein Beruf im Sinne von <span class="artref">Art. 92 Ziff. 3 SchKG</span> vor. Seine heutigen Ausführungen darüber, dass der Schuldner vielleicht entbehrliche Berufsgeräte besitze, sind daher nicht zu hören.</div> </div></body></html></html>