B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-6429/2015 U r t e i l v o m 2 1 . M ä r z 2 0 1 6 Besetzung Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), Richterin Franziska Schneider, Richter Christoph Rohrer, Gerichtsschreiberin Patrizia Levante. Parteien A._______, vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenversicherung, Anspruch auf Invalidenrente; Verfügung der IVSTA vom 24. September 2015. C-6429/2015 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA oder Vorinstanz) mit Verfügung vom 24. September 2015 (BVGer-act. 1/1) das vom 1. Juli 2013 datierte Leistungsbegehren (IV-act. 8) des am (…) geborenen A._______ (Versicherter oder Beschwerdeführer) abwies, dass die IVSTA die verfügte Leistungsverweigerung damit begründete , dass keine ausreichende durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während ei- nes Jahres vorliege und trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung die Betäti- gung im bisherigen Aufgabenbereich noch immer in rentenausschliessen- der Weise zumutbar sei, dass sich die IVSTA dabei insbesondere auf die Einschätzungen des IV- Stellenarztes, Dr. B._______, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psych o- therapie, vom 9. Juni 2015 (IV-act. 65) und 13. Juli 2015 (IV-act. 75) stützte, wonach auf das von ihr bei Dr. C._______, Facharzt FMH für Psychiatrie und Ps ychotherapie in Z ._______, eingeholte psychiatrische Gutachten vom 31. Mai 2015 (IV-act. 62), das dem Versicherten infolge einer diagnos- tizierten rezidivierenden depressiven Störung , gegenwärtig schwere Epi- sode ohne psychotische Symptome mit starker ängstlicher Prägung (ICD- 10: F33.2) , ab 2012 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestierte, nicht abzustellen sei, weil es qualitativ völlig unzureichend sei und ange- sichts der korrekt beschriebenen Befunde die gestellte Diagnose sowie at- testierte länger dauernde Arbeitsunfähigkeit auszuschliessen seien, und an dieser Einschätzung auch erneute Abklärungen nichts ändern würden, dass der Versicherte gegen die Verfügung vom 24. September 2015 mit Eingabe vom 9. Oktober 2015 (BVGer -act. 1) Beschwerde beim Bundes- verwaltungsgericht (Eingang: 12. Oktober 2015) erheben liess mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen oder die Sache sei erneut abzuklären, unter Kosten- und Entschädigungsfolge, dass der Beschwerdeführer zur Begründung seiner Beschwerde im We- sentlichen vorbringen liess, die Interpretation bzw. Einschätzungen des IV- Stellenarztes Dr. B._______ seien inakzeptabel, dieser schliesse beim Be- schwerdeführer eine schwere psychische Pathologie aus, ohne ihn jemals gesehen zu haben, wohingegen sich die früher in der Schweiz behan- delnde Neuropsychiaterin und der seit 2006 in Bosnien behandelnde Neu- ropsychiater sowie auch der Gutachter Dr. C._______ auf unmittelbare Ge- spräche mit dem Beschwerdeführer stützten und der beigelegte neue Be- fund des bosnischen Neuropsychiaters Dr. D._______ vom 30. September C-6429/2015 Seite 3 2015 nochmals eine "schwere Stufe einer Depression" feststelle (BVGer- act. 1/4), dass die Vorinstanz – nach Einholung der Stellungnahme von Dr. B._______ vom 7. Januar 2016, wonach der beschwerdeweise einge- reichten Arztbericht an seiner bishe rigen Einschätzung nichts ändert (IV- act. 80), – in ihrer Vernehmlassung vom 26. Februar 2016 (BVGer-act. 8) beantragte, es sei mangels einer beweiskräftigen Sachverhaltsfeststellung die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung zurückzuweisen, dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen der IVSTA zuständig ist und vorliegend keine Aus- nahme im Sinne von Art. 32 VGG gegeben ist, dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 ATSG (SR 830.1) be- schwerdelegitimiert ist, dass die Beschwerde im Übrigen fristgemäss und formgerecht eingereicht wurde (Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG ) und somit auf die Beschwerde einzutreten ist, dass nach Einsicht in die Akten bzw. medizinischen Unterlagen (insbeson- dere IV-act. 62, 65, 75, 80) keine zuverlässige und umfassende Entschei- dungsgrundlage besteht, sich deshalb weitere Abklärungen zum Gesund- heitszustand des Beschwerdeführers sowie zu den entsprechenden Aus- wirkungen auf dessen Arbeitsfähigkeit aufdrängen und folglich für das Bun- desverwaltungsgericht keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, weshalb dem übereinstimmenden Antrag der Parteien auf Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung nicht entsprochen werden sollte, dass Art. 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt, dass eine Sache gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG mit verbindlichen Weisun- gen an die Vorinstanz zurückgewiesen werden kann, dass die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung zulässig ist, da hier erstmalig grundlegende Abklärungen durchzuführen sind (vgl. hierzu BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4), C-6429/2015 Seite 4 dass demnach die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung vom 24. September 2015 aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zu weiterer Abklärung des medizinischen Sachverhalts und neuem Entscheid zurückzuweisen ist, dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde füh- renden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), dass bei diesem Ausgang des Ve rfahrens keine Verfahrenskosten aufzu- erlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG, Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und der am 4. November 2015 geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.- (BVGer-act. 4) dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten ist, dass die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen kann, dass dem durch lic. iur. Gojko Reljic vertretenen Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des gebotenen Aufwands eine Parteientschädigung von Fr. 500.- ohne die nicht geschuldete Mehrwertsteuer (vgl. Art. 9 Abs. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE bzw. Art. 1 Abs. 2 Bst. a i .V.m. Art. 8 Abs. 1 MWST [SR 641.20]) zulasten der IVSTA auszurichten ist (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). C-6429/2015 Seite 5 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügung vom 24. September 2015 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurück- gewiesen wird, damit diese nach erfolgte r Abklärung im Sinne der Erwä- gungen über den Rentenanspruch neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi- gung von Fr. 500.- zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Doppel der Vernehmlassung der Vorinstanz vom 26. Februar 2016) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Stufetti Patrizia Levante C-6429/2015 Seite 6 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entsche id und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: