B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2461/2013, C-2468/2013 U r t e i l v o m 2 8 . A u g u s t 2 0 1 4 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Michael Peterli, Richterin Franziska Schneider. Gerichtsschreiber Daniel Golta. Parteien 1.- 43. [43 Krankenversicherer], 1 - 43 vertreten durch tarifsuisse ag, diese wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin, 44. Helsana Versicherungen AG, 45.- 56. [12 weitere Krankenversicherer], 44 - 56 vertreten durch Helsana Versicherungen AG, Recht, Beschwerdeführerinnen, gegen 1. Physio Schaffhausen-Thurgau, 2.-110. [109 Leistungserbringerinnen und -erbringer], alle vertreten durch Schweizer Physiotherapie Verband physioswiss, diese wiederum vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur., LL.M. Christine Boldi, SwissLegal Dürr + Partner, Beschwerdegegnerinnen, Regierungsrat des Kantons Thurgau, handelnd durch Departement für Finanzen und Soziales, Vorinstanz. Gegenstand Festsetzung Taxpunktwert für physiotherapeutische Leistun- gen in freier Praxis ab 1. Januar 2013; Beschluss des Regie- rungsrats des Kantons Thurgau vom 2. April 2013 (Nr. 244). C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 3 Sachverhalt: A. A.a Am 1. September 1997 schlossen der Schweizerische Physiother a- peutenverband (SPV; heute Schweizer Physiotherapieverband physio s- wiss [ nachfolgend: physioswiss]) und das Konkordat Schweizerischer Krankenversicherer (KSK; heute: santésuisse) einen nationalen Tarifve r- trag für die Behandlung durch Physiotherapeuten in freier Praxis ( nach- folgend: Nationaler Tarifvertrag 1998). Am 1. Juli 1998 genehmigte der Bundesrat diesen Tarifvertrag. Der "Tarif nach Anhang 1" dieses Vertr a- ges wurde gleichzeitig "als gesamtschweizerisch geltende einheitliche Einzelleistungstarifstruktur" festgelegt. Nicht genehmigt wurde die zugleich unterbreitete Vereinbar ung über einen Taxpunktwert von Fr. 1.- (Akten des Regierungsrats des Kanton Thurgau [TG] 3 Beilagen 1, 11 f.). Am 18. Oktober 2000 hielt der Bundesrat in einem Entscheid betreffend die Kantone AR und AI (RKUV 5/2001 S. 456 ff.) fest, dass der auf dem Nationalen Tarifvertrag basierende Modelltaxpunktwert auf Fr. 0.94 fes t- zulegen sei. Anhand der in diesem Entscheid verwendeten „Bundesrat s- formel“ sei, gestützt auf diesen Taxpunktwert, der im jeweiligen Vertrag s- kanton geltende Taxpunktwert zu berechnen (TG 3 Beilage 20). A.b Gestützt auf den Nationalen Tarifvertrag schlossen santésuisse und der Kantonalverband Schaffhausen / Thurgau (nachfolgend: Kantonalver- band bzw. physio TG [Beschwerdeführerin 1]) am 20./25. Juni 2002 einen Vertrag, in welchem der kantonal gelte nde Taxpunktwert für Leistungen von Physiotherapeuten in freier Praxis auf Fr. 0.92, geltend ab 1. Januar 2003, festgelegt wurde. Mit Beschluss Nr. 855 vom 1. Oktober 2002 g e- nehmigte der Regierungsrat des Kantons Thurgau die Taxpunktwertve r- einbarung zwischen santésuisse und physio TG (TG 3 Beilage 3). A.c Am 22. Dezember 2006 ersuchte physioswiss den Bundesrat um E r- höhung des in der Rechtsprechung festgelegten Nationalen Taxpunktwer- tes (TG 3 Beilage 7). Am 22. Februar 2007 teilte das Bundesamt für G e- sundheit ( BAG) dem Gesuchsteller mit, die Kompetenz des Bundesrats liege (nur) bei der Genehmigung einer Tarifstruktur, nicht jedoch eines Taxpunktwerts; dessen Festlegung obliege den Vertragsparteien, weshalb auf das Gesuch nicht einzutreten sei. B. B.a Am 11. Dezember 2 009 kündigte physioswiss den Nationalen Tari f- vertrag per 30. Juni 2010 (TG 3 Beilage 9). Am 23. Juni 2011 kündigte C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 4 physioswiss zudem alle kantonalen Tarifverträge, im Namen der kantona- len Physiotherapieverbände, per 31. Dezember 2011 (TG 3 S. 17, TG 3 Beilage 4). B.b Am 1. Dezember 2011 stellte physioswiss einen Antrag auf Festse t- zung des Nationalen Taxpunktwerts in der Höhe von Fr. 1.10, rückwirkend per 1. Juli 2011, an den Bundesrat (TG 3 Beilage 16). Am 11. Juni 2012 teilte Bundesrat Alain Berset in einer nationalrätlichen Fragestunde mit, in der aktuellen Situation gelte die vom Bundesrat am 1. Juli 1998 festg e- setzte Tarifstruktur weiterhin. Sollten die Tarifpartner sich nicht über einen Taxpunktwert einigen, sei es Sache der Kantonsregierungen, einen so l- chen festzusetzen (AB 2012 N 1009; TG 3 Beilage 27). B.c Mit Entscheid vom 7. Juni 2013 trat der Bundesrat auf das Begehren um Festsetzung eines (neuen) Nationalen Taxpunktwertes nicht ein und hielt fest, die am 1. Juli 1998 genehmigte Tarifstruktur habe weiterhin Gül- tigkeit (Akte des Beschwerdeverfahrens C -2461/2013 [B -act.] 17 Beil a- ge 1 [nachfolgend: Nichteintretensentscheid]). C. C.a Am 6. Dezember 2011 teilte physioswiss im Namen des Kantonalver- bandes dem Regierungsrat des Kantons Thurgau mit, dass die Verhan d- lungen mit den Versicherern gescheitert seien. Der Regierungsrat verfü g- te daraufhin mit Beschluss Nr. 182 vom 28. Februar 2012, dass der Ta x- punktwert für physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis im Kanton Thurgau von Fr. 0.92 weitergelte, ab 1. Januar b is 31. Dezember 2012 (TG 1). C.b Am 3. August 2012 teilte die tarifsuisse ag ( nachfolgend: tarifsuisse) dem Regierungsrat des Kantons Thurgau mit, die Verhandlungen seien gescheitert; die Voraussetzungen für eine Festsetzung des kantonalen Taxpunktwertes seien gegeben (TG 2). Am 25. September 2012 teilte auch physioswiss mit, die Verhandlungen seien gescheitert, der Ta x- punkwert für Physiotherapeuten in freier Praxis im Kanton Thurgau sei auf mindestens Fr. 1.05 ab 1. Januar 2013 festzusetzen (TG 3). C.c Der hierzu eingeladene Preisüberwacher nahm am 19. Februar 2013 Stellung. Er empfahl dem Regierungsrat, den Taxpunktwert auf maximal Fr. 0.90 festzusetzen (TG 7). C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 5 C.d Am 2. April 2013 stellte der Regierungsrat des Kantons Thurgau (nachfolgend: Regierungsrat oder Vorinstanz) mit Beschluss Nr. 244 fest, es liege ein vertragsloser Zustand vor, und setzte den Taxpunktwert für physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis ab dem 1. Januar 2013 auf Fr. 0.97 fest. Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Beschluss entzog er die aufschiebende Wirkung (B-act. 1 Beilage 1). D. D.a Gegen diesen Beschluss erhoben 47 Krankenversicherer, vertreten durch tarifsuisse ( nachfolgend: tarifsuisse-Gruppe), am 1. Mai 2013 B e- schwerde und beantragten die Aufhebung des angefochtenen Beschlu s- ses und Rückweisung an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung. Eve n- tualiter sei der Taxpunktwert in Gutheissung der Beschwerde auf Fr. 0.85 ab 1. Januar 2013 festzusetzen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuc h- ten sie um Wiederherstellung der aufschiebenden Wi rkung der B e- schwerde (Beschwerdedossier C-2461/2013). D.b Am 2. Mai 2013 erhoben weitere 13 Krankenversicherer, vertreten durch die Helsana Versicherungen AG ( nachfolgend: Beschwerdeführe- rinnen 44 -56 oder HSK -Gruppe), gegen den Regierungsratsbeschluss vom 2. April 2013 Beschwerde und beantragten ihrerseits die Aufhebung des Beschlusses und Rückweisung zu neuer Entscheidung an die Vori n- stanz. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchten sie ebenfalls um Wi e- derherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (Beschwer- dedossier C-2468/2013). D.c Am 27. Mai 2013 beantragte der um Stellungnahme ersuchte Regi e- rungsrat die Abweisung beider Verfahrensanträge auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. D.d Am 30. Mai 2013 leistete die HSK -Gruppe den Kostenvorschuss von Fr. 4‘000.-, am 3. Juni 2013 zahlte die tarifsuisse -Gruppe den gleichla u- tenden Betrag in die Gerichtskasse ein (B-act. 12 f.). D.e In ihren Stellungnahmen vom 6. Juni 2013 beantragte die als Vertr e- terin der Beschwerdegegnerinnen rubrizierte Rechtsanwältin lic. iur. LL.M. Christine Boldi in beiden Verfahren die Abweisung der Beschwerde, s o- weit darauf einzutreten sei, eventualiter die Rückweisung an die Vori n- stanz zu neuem Entscheid, und in verfahrensrechtlicher Hinsicht die A b- weisung der Anträge auf Wiederher stellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (B-act. 14 f.). C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 6 D.f Mit Zwischenverfügung vom 4. Juli 2013 vereinigte das Bundesve r- waltungsgericht die beiden Beschwerdeverfahren, verfügte in verfahren s- rechtlicher Hinsicht die Weitergeltung des bisherigen Taxpunktwertes von Fr. 0.92 während des hängigen Verfahrens und wies die Anträge der Pa r- teien betreffend aufschiebende Wirkung bzw. Erlass vorsorglicher Mas s- nahmen ab (B-act. 16). D.g In seiner Vernehmlassung vom 29. Juli 2013 beantragte der Regi e- rungsrat des Kantons Thurgau die Abweisung der Beschwerden und hielt fest, weder liege eine Verletzung von Bundesrecht noch eine unrichtige oder unvollständige Sachverhaltsfeststellung vor (B-act. 19). D.h Mit Beschwerdeantwort vom 5. August 2013 ersuchte Rechtsanwältin Boldi um Einbezug von physioswiss, physio TG, der auf der eingereichten Liste 6a aufgeführten Personen und der auf der eingereichten Liste 6b aufgeführten Organisationen der Physiotherapie ins Verfahren, um A b- weisung der Beschwerden, soweit darauf einzutreten sei, um Festsetzung des Taxpunktwertes auf Fr. 1.05, gestützt auf die am 1. Juli 1998 gene h- migte Tarifstruktur, und um Nichteintreten auf die Beschwerden der B e- schwerdeführerinnen 42 und 43. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuch- te sie um volle Aktenei nsichtsgewährung und Möglichkeit zur anschlie s- senden Stellungnahme bzw. um Durchführung eines zweiten Schrifte n- wechsels (B-act. 21). D.i Nach Aufforderungen des Gerichts vom 15. August und 25. Septe m- ber 2013 (B -act. 22, 25) betreffend die Parteistellung versc hiedener um Verfahrenszulassung ersuchender Personen und nach Eingaben von physioswiss vom 16. September 2013 (B -act. 23 f.), 20. September 2013 (B-act. 25), 14. und 15. Oktober 2013 (B -act. 27 f.) und 17. Dezember 2013 (B -act. 30) entschied das Bundesverw altungsgericht mit Teilurteil vom 29. Januar 2014, dass physio TG und den vorliegend als Beschwe r- degegnerinnen 2 bis 110 rubrizierten Personen Parteistellung als B e- schwerdegegnerinnen zukomme. Hingegen komme physioswiss und den in Erwägung 4.6 gelisteten P ersonen keine Parteistellung als Beschwe r- degegnerinnen zu. Das Bundesverwaltungsgericht trat deshalb auf deren Anträge nicht ein und auferlegte ihnen Verfahrenskosten von Fr. 1‘500.- in solidarischer Haftung (B-act. 32). D.j Mit Eingabe vom 18. Februar 2014 wi es die tarifsuisse-Gruppe darauf hin, dass die rubrizierten Beschwerdegegnerinnen 58, 62, 83, 102 dem Tarifvertrag zwischen tarifsuisse und dem Verband Association Suisse C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 7 des Physiothérapeutes Indépendants (ASPI/SPFV) beigetreten seien, und beantragte, auf deren Anträge sei mangels Legitimation nicht einz u- treten (B-act. 39). D.k Der zur Stellungnahme eingeladene Preisüberwacher empfahl mit Eingabe vom 13. März 2014 die Festsetzung des kantonalen Taxpunk t- wertes auf maximal Fr. 0.90 und führte in materieller Hinsicht aus, der au- tomatische Teuerungsausgleich und die Erhöhung des Nationalen Ta x- punktwertes durch den Regierungsrat seien abzulehnen, da unzulässig. Die Forderungen der Beschwerdegegnerinnen seien nicht rechtspr e- chungskonform und von den Beschwerdeführeri nnen auch nicht akze p- tiert (B-act. 40). D.l Am 9. April 2014 schlossen tarifsuisse, die tarifsuisse -Gruppe (ohne CSS, Intras, Arcosana, Sanagate) und physioswiss einen Tarifvertrag auf nationaler Ebene (Nationaler Rahmenvertrag Physiotherapie [B-act. 41.1]; nachfolgend: Nationaler Vertrag 2014), mit Wirkung ab 1. April 2014. Am gleichen Tag schlossen physio TG, physioswiss, tarifsu- isse und die tarifsuisse -Gruppe (ohne CSS, Intras, Arcosana, Sanagate) einen Kantonalen Anschlussvertrag Physiotherapie (B -act. 44.2; nachfol- gend: Kantonaler Vertrag 2014). D.m Am 10. April 2014 nahm das dazu eingeladene Bundesamt für G e- sundheit Stellung zum Beschwerdeverfahren und beantragte die teilweise Gutheissung der Beschwerden und Rückweisung der Sache an den R e- gierungsrat zu neuem Entscheid (B-act. 42). D.n Mit Zwischenverfügung vom 15. April 2014 gewährte der Instruktions- richter den Beschwerdegegnerinnen Einsicht in die Vor - und Beschwer- deakten und lud die Parteien ein, ihre Schlussbemerkungen einzureichen (B-act. 43). D.o Mit Eingabe vom 17. bzw. 22. April 2014 ersuchten physioswiss und die tarifsuisse-Gruppe gemeinsam um Sistierung des Beschwerdeverfa h- rens, nicht aber hinsichtlich CSS, Intras, Arcosana und Sanagate (B-act. 44). D.p Am 15. Mai 2014 reichten die HSK -Gruppe und der Regierung srat des Kantons Thurgau ihre Schlussbemerkungen ein (B -act. 46 und 48), am 27. Mai 2014 die tarifsuisse -Gruppe (B-act. 49) und am 28. Mai 2014 die Beschwerdegegnerinnen. Letztere stellten gleichzeitig den Antrag, der umstrittene Taxpunktwert sei auf minde stens Fr. 1.18 zu erhöhen C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 8 (B-act. 50), und reichten eine Kostennote zu den Akten (B -act. 50 Beil a- ge 44). D.q Mit Zwischenverfügung vom 9. Juli 2014 liess der Instruktionsrichter den Parteien die Schlussbemerkungen zur Kenntnisnahme zukommen und schloss den Schriftenwechsel ab (B-act. 51). D.r Mit Eingabe vom 14. Juli 2014 teilte der Vertreter der tarifsuisse - Gruppe mit, seine Vollmacht sei für die Krankenversicherer CSS, Intras, Arcosana und Sanagate (diese wurden im Instruktionsverfahren als B e- schwerdeführerinnen Nr. 1, 38, 43, 45 geführt; neu erfasst in C -_______ [Dossierbezeichnung]) mit Wirkung ab 11. Juli 2014 widerrufen worden. E. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und weiteren Verfahrensb e- teiligten und die eingereichten Unterlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen einen Tariffestsetzung s- beschluss des Regierungsrates des Kantons Thurgau nach Art. 47 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10). 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetze s vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden, wobei insbesondere Instanzen des Bundes aufgeführt werden. Verfügungen kantonaler Instanzen sind g e- mäss Art. 33 Bst. i VGG nur dann beim Bundesverwaltungsgericht a n- fechtbar, wenn dies in einem Bundesgesetz vorgesehen ist. 1.2 Art. 90 a Abs. 2 KVG sieht vor, dass das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Beschlüsse der Kanto nsregierungen nach Art. 53 KVG beurteilt. Zu den gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG anfechtbaren B e- schlüssen der Kantonsregierungen gehören namentlich Beschlüsse nach C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 9 Art. 47 Abs. 1 KVG. Beim angefochtenen Regierungsratsbeschluss Nr. 244 vom 2. April 2013 handelt e s sich um einen Beschluss im Sinne von Art. 47 Abs. 1 KVG. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. 1.3 Zur Beschwerde berechtigt ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a); durch die angefochtene Verfügung b e- sonders berührt ist (Bst. b); und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c). Vorliegend vertritt tarifsuisse die Krankenversicherer Nr. 1 bis 43 (B-act. 1 Beilagen 3 und 4; Beilagen zu B -act. 20; B-act. 52); tarifsuisse wiederum hat am 29. April 2013 den die Beschwerde unterzeichnenden Dr. iur. V. Augustin, Rechtsanwalt, mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt (B-act. 1 Beilage 2) . Die Helsana ihrerseits führt in eigenem Namen B e- schwerde (Beschwerdeführerin Nr. 44) und vertritt gleichzeitig die Kra n- kenversicherer Nr. 45 bis 56 als Beschwerdeführerinnen (Vollmachten in B-act. 2 Beilage 2); die Beschwerde wurde unterzeichnet von Adri an He- diger, Leiter Unternehmensrecht der Helsana Versicherungen AG, und Rechtsanwalt Tonino Tundo (bevollmächtigt mit Vollmacht vom 13. Januar 2012 [B-act. 2 Beilage 1]). Die Beschwerdeführerinnen haben – mit Ausnahme der Beschwerdefü h- rerinnen Nr. 42 und 43 (s. dazu unten) – am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen (vgl. B-act. 1 Rz. 12 f., B -act. 2 Rz. 2), sind durch den a n- gefochtenen Beschluss ohne Zweifel besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung. Sie s ind daher zur Beschwerde legitimiert (vgl. zur Beschwerdelegitimation der Krankenversicherer auch Urteil des Bundesgerichts 2C_856/2011 vom 18. Januar 2012 E. 3; Urteil des BVGer C -6460/2011 vom 23. Juni 2014 E. 2.3). Nicht zu folgen ist dabei der Rüge der Beschwerdegegnerinnen, die Beschwerdeführerinnen 44-56 seien infolge Abschlusses des Tarifver- trags mit dem Verband SVFP , welcher in Art. 4 Abs. 3 ein generelles A k- zept eines [anderweise] behördlich festgesetzten Taxpunktwerts enthalte und dem sich die Bes chwerdeführerinnen 44-56 mit der vorliegenden Ta- riffestsetzung "ohne weiteres" unterworfen hätten, nicht beschwerdeleg i- timiert (B -act. 21 S. 6 und 42 i.V.m. Stellungnahme vom 6. Juni 2013 [B-act. 15 S. 8]). Der angerufene Vertrag vom 1. Juli 2011 betrifft andere Tarifpartner, weshalb bereits aus diesem Grund keine Rückschlüsse auf die Beschwerdelegitimation im vorliegenden Verfahren zu ziehen sind. C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 10 Die Beschwerdeführerinnen 42 und 43 sind gemäss der tarifsuisse - Gruppe nicht an den Verhandlungen mit den Leistungserbringern beteiligt gewesen (B-act. 1 Rz. 12), obwohl sie von der Vorinstanz über das la u- fende Festsetzungsverfahren orientiert und zur Stellungnahme aufgefo r- dert wurden (vgl. RRB S. 4; vgl. auch TG 4 und B-act. 14 Beilagen 4a+b). Die tarifsuisse -Gruppe äussert sich in ihrer Beschwerde nicht dazu, ob die Voraussetzungen zur Beschwerdeführung nach Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG erfüllt sind (B -act. 1). Die Beschwerdegegnerinnen wiederum we i- sen in ihrer Beschwerdeantwort darauf hin, dass sich die beiden Kra n- kenversicherer trotz Aufforderung durch die Vorinstanz im Tariffestse t- zungsverfahren nicht hätten vernehmen lassen, weshalb sie die B e- schwerdelegitimation nicht erfüllten und weshalb auf ihre Beschwerde nicht einzutreten sei (B -act. 21 Kap. II Rz. 19). Au f die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen 42 und 43 ist bei dieser Sachlage mangels Vo r- liegen der Beschwerdelegitimation nicht einzutreten. 1.4 Die Beschwerdeführerinnen Nr. 1 -41 haben ihre Beschwerde am 1. Mai 2013 der Schweizerischen Post übergeben; der ang efochtene Be- schluss datiert vom 2. April 2013. Demnach ist die 30-tägige Beschwerde- frist jedenfalls gewahrt (Art. 50 i.V.m. Art. 20 VwVG und Art. 53 Abs. 2 Bst. b KVG). Den Beschwerdeführerinnen Nr. 44-56 wurde der Beschluss am 8. April 2013 eröffnet, womi t auch ihre Beschwerde vom 2. Mai 2013 (am 3. Mai 2013 beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen) die B e- schwerdefrist von 30 Tagen wahrt. Die Beschwerden sind somit fristg e- recht erhoben worden. 1.5 Da die Beschwerden im Übrigen formgerecht (Art. 52 VwVG) eing e- reicht und die Kostenvorschüsse jeweils innert Frist geleistet wurden (B-act. 12 f.), ist auf die Beschwerden der Beschwerdeführerinnen 1 -41 und 44-56 einzutreten. 2. 2.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich g e- mäss Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem VwVG. Die Beschwerdeführenden können daher im Rahmen des B e- schwerdeverfahrens betreffend eine Tariffestsetzung nach Art. 47 Abs. 1 KVG die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Übersch reitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstä n- dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Una n- gemessenheit des angefochtenen Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 11 2.2 Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur so weit vorgebracht werden, als erst der angefochtene Beschluss dazu Anlass gibt. Neue Be- gehren sind unzulässig (Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG). 2.3 Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (vgl. Urteil des BVGer A -6743/2009 vom 3. Mai 2010 E. 1.5). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente (Art. 62 Abs. 4 VwVG) noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebu n- den; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der A r- gumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4; BVGE 2007/41 E. 2). 3. Vorliegend umstritten ist die Festsetzung des Taxpunktwertes durch den Regierungsrat des Kantons Thurgau für physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis auf Fr. 0.97, geltend ab 1. Januar 2013. 3.1 Die Beschwerdegegnerinnen haben mit Schlussbemerkungen vom 28. Mai 2014 beantragt, der Taxpunktwert für Leistungen der Physioth e- rapeuten in freier Praxis im Kanton Thurgau sei auf mindestens Fr. 1.18 zu erhöhen, dies aufgrund "zwischenzeitlicher, derzeit noch unberüc k- sichtigter Ereignisse" (Erscheinung der Lohndatenerhebung 2013 von H+, Abschluss des Tarifvertrags vom 1. April 2014 [B-act. 50 S. 6]). Aufgrund der Zulässigkeit der reformatio in peius darf die Gegenpartei ei- ne Änderung der angefochtenen Verfügung zulasten der beschwerdefü h- renden Partei und zu ihren Gunsten beantragen. Da das VwVG jedoch keine Anschlussbeschwerde vorsieht, kommt einem solchen Antrag – insbesondere auch in Beschwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsg e- richt betreffend OKP -Tariffestsetzungen – lediglich die Bedeutung einer prozessualen Anregung an die Beschwerdeinstanz zu. Solche Anträge können indessen Kostenfolgen nach sich ziehen (vgl. BVGE 2010/24 E. 3.3 m.w.H.). Das besagte B egehren der Beschwerdegegnerinnen ist daher lediglich als prozessuale Anregung zu behandeln. Der Vollständig- keit halber bleibt darauf hinzuweisen, dass es sich bei diesem Begehren, das sowohl betreffend die Höhe des Taxpunktwerts als auch betreffend Begründung erstmals im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eing e- bracht worden ist, um ein unzulässiges Novum im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG handeln würde. C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 12 3.2 Zudem ist in Erinnerung zu rufen, dass das Bundesverwaltungsg e- richt mit Teilurteil vom 29. Januar 2014 die Passivlegitimation von physio- swiss und den in E. 4.6 des Teilurteils gelisteten Personen im vorliege n- den Verfahren verneint hat, weshalb auf die in ihrem Namen gestellten Anträge nicht weiter einzugehen ist. 4. Nachfolgend sind die rechtlichen Grundlagen zur Festsetzung eines Tarifs darzulegen. 4.1 In materiellrechtlicher Hinsicht sind intertemporalrechtlich grundsät z- lich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts Geltung haben. Massgebend sind vorliegend somit die am 1. Januar 2013 (Zeitpunkt, ab welchem der u m- strittene Tarif Geltung haben soll) in Kraft stehenden materiellen Gese t- zes- und Verordnungsbestimmungen, auf welche im Folgenden – soweit nicht anders vermerkt – Bezug genommen wird (vgl. Urtei l C-6460/2011 E. 3.2 m.w.H.). 4.2 Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt nach Art. 24 KVG die Kosten für die Leistungen gemäss den Artikeln 25 bis 31 KVG nach Massgabe der in den Artikeln 32 bis 34 KVG festgelegten Voraussetzu n- gen. Als Leistungserbringer zulasten der OKP sind unter anderem Physio- therapeutinnen und Physiotherapeuten, die ihren Beruf selbständig und auf eigene Rechnung ausüben, und Organisationen der Physiotherapie zugelassen (vgl. Art. 46 Abs. 1 Bst. a, Art. 47 und Art. 52a der Verordnung über die Krankenversicherung [KVV, SR 832.102] i.V.m. Art. 35 Abs. 2 Bst. e und Art. 38 KVG; vgl. ausserdem Art. 4 Bst. e und Art. 5 der Ve r- ordnung des EDI vom 29. September 1995 über Leistungen in der obliga- torischen Krankenpflegeversicherung [Kranken pflege-Leistungsverord- nung, KLV, SR 832.112.31]). 4.3 Gemäss Art. 43 KVG erstellen die Leistungserbringer ihre Rechnu n- gen nach Tarifen oder Preisen (Abs. 1). Der Tarif ist eine Grundlage für die Berechnung der Vergütung; er kann namentlich für die einzelnen Leis- tungen Taxpunkte festlegen und den Taxpunktwert bestimmen (Einzelleis- tungstarif [Abs. 2 Bst. b]). Tarife und Preise werden in Verträgen zwischen Versicherern und Leistungserbringern (Tarifvertrag) vereinbart oder in den vom Gesetz bestimmten Fällen von der zuständigen Behörde festgesetzt (Abs. 4 Satz 1). Kommt zwischen Leistungserbringern und Versicherern C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 13 kein Tarifvertrag zustande, so setzt die Kantonsregierung nach Anhören der Beteiligten den Tarif fest (Art. 47 Abs. 1 KVG). 4.4 Nach Art. 43 KVG ist bei d er Tarifvereinbarung oder Festsetzung durch die zuständige Behörde auf eine betriebswirtschaftliche Beme s- sung und eine sachgerechte Struktur der Tarife zu achten. Bei Tarifverträ- gen zwischen Verbänden sind vor dem Abschluss die Organisationen a n- zuhören, welche die Interessen der Versicherten auf kantonaler oder auf Bundesebene vertreten (Abs. 4 Sätze 2 und 3). Einzelleistungstarife müssen auf einer gesamtschweizerisch vereinbarten einheitlichen Tari f- struktur beruhen. Können sich die Tarifpartner nicht einig en, so legt der Bundesrat diese Tarifstruktur fest (Abs. 5). Der Bundesrat kann Anpa s- sungen an der Tarifstruktur vornehmen, wenn sie sich als nicht mehr sachgerecht erweist und sich die Parteien nicht auf eine Revision einigen können (Abs. 5bis [in Kraft seit 1.1.2013]). Die Vertragspartner und die zu- ständigen Behörden achten darauf, dass eine qualitativ hoch stehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Kosten erreicht wird (Abs. 6). Die Leistungserbringer müssen sich an die vertraglich oder behördlich festgelegten Tarife und Preise halten und dü r- fen für Leistungen nach diesem Gesetz keine weitergehenden Vergütu n- gen berechnen (Tarifschutz; Art. 44 Abs. 1 KVG). Der Tarifschutz in weit gefasster Definition umfasst die Pflicht der Leistungserbringer und Versi- cherer zur Einhaltung der massgeblichen Tarife und Preise sowohl im ge- genseitigen als auch im Verhältnis zu den Versicherten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2011 vom 14. Juli 2011 E. 3.1 m.H.). 4.5 Der Bundesrat kann Grundsä tze für eine wirtschaftliche Bemessung und eine sachgerechte Struktur sowie für die Anpassung der Tarife au f- stellen. Er sorgt für die Koordination mit den Tarifordnungen der anderen Sozialversicherungen (Art. 43 Abs. 7 KVG). Nach Art. 59 c KVV (in Kraft seit 1. August 2007 [AS 2007 3573]) prüft die Genehmigungsbehörde im Sinne von Artikel 46 Absatz 4 des Gesetzes, ob der Tarifvertrag namen t- lich folgenden Grundsätzen entspricht: a. Der Tarif darf höchstens die transparent ausgewiesenen Kosten der Leistung decken. b. Der Tarif darf höchstens die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Ko s- ten decken. c. Ein Wechsel des Tarifmodells darf keine Mehrkosten ve r- ursachen (Abs. 1). Die Vertragsparteien müssen die Tarife regelmässig überprüfen und anpasse n, wenn die Erfüllung der Grundsätze nach A b- satz 1 Buchstaben a und b nicht mehr gewährleistet ist. Die zuständigen Behörden sind über die Resultate der Überprüfungen zu informieren (Abs. 2). Die zuständige Behörde wendet die Absätze 1 und 2 bei Tari f-C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 14 festsetzungen nach den Artikeln 43 Absatz 5, 47 oder 48 des Gesetzes sinngemäss an (Abs. 3; vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4961/2010 vom 18. September 2013 E. 4.3 m.H.). 5. 5.1 Im System des KVG bildet die Tarifvereinbarung zwischen den Tari f- partnern die Regel, das Eingreifen der Kantonsregierung die Ausnahme. Voraussetzung für die behördliche Festsetzung ist, dass ein vertragsloser Zustand besteht, die Tarifverhandlungen zwischen den Parteien tatsäc h- lich gescheitert sind oder die Partner zumindest G elegenheit hatten, eine Vereinbarung zu treffen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1390/2008 vom 9. März 2011 E. 5.2; BVGE 2012/18 E. 5.7). 5.2 Unter den Parteien ist unumstritten, dass die Voraussetzungen für e i- ne Tariffestsetzung durch die Kantonsregierung nach Art. 47 Abs. 1 KVG (kein bestehender Tarif, gescheiterte Tarifverhandlungen) gegeben sind. Die vom Regierungsrat verfügte Verlängerung des kantonalen Tarifvertra- ges vom 20./25. Juni 2002 endete am 31. Dezember 2012 (vgl. oben Bst. B.a und C.a). Seit dem 1. Januar 2013 besteht somit ein vertragsl o- ser Zustand. Am 3. August 2012 teilte tarifsuisse seitens der Versicherer dem Regierungsrat des Kantons Thurgau mit, die Vertragsverhandlungen seien gescheitert, weshalb die Voraussetzungen für eine T ariffestsetzung durch den Regierungsrat gegeben seien (TG 2). Am 25. September 2012 stellte auch physioswiss (seitens der Leistungserbringer) im Namen des Kantonalverbandes und der im Kanton in freier Praxis tätigen Physioth e- rapeutinnen und Physiotherapeut en den Antrag auf Festsetzung eines Taxpunktwertes infolge definitiven Scheiterns der Vertragsverhandlungen (TG 3). Am 2. und 30. November 2012 haben sich sowohl tarifsuisse als auch physioswiss zum Festsetzungsbegehren vernehmen lassen (Anh ö- rung der Betei ligten nach Art. 47 Abs. 1 KVG). Die Vorinstanz hat denn auch mit angefochtenem Beschluss Nr. 244 vom 2. April 2013 den Ta x- punktwert für physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis, geltend ab 1. Januar 2013, gestützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG festgesetz t (B-act. 1 Bei- lage 1 S. 5). 5.3 Umstritten ist vorliegend die Höhe des festzusetzenden kantonalen Taxpunktwertes. Zu prüfen ist einleitend, wie der kantonale Taxpunktwert während der Geltungsdauer des Nationalen Tarifvertrags 1998 bestimmt wurde (E. 5.4), ob die Tarifstruktur gemäss Nationalem Tarifvertrag we i- terhin Gültigkeit hat (E. 5.5), ob die von der Vorinstanz gewählte Methode zur Ermittlung des kantonalen Taxpunktwertes bundesrechtskonform ist C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 15 (E. 5.6), und danach, inwieweit sie bei ihrer Festsetzung d es Taxpunkt- wertes für physiotherapeutische Leistungen in freier Praxis, mit Wirkung ab 1. Januar 2013, Art. 59c KVV zu berücksichtigen hatte (E. 5.7). 5.3.1 Die tarifsuisse-Gruppe rügt in ihrer Beschwerde vom 1. Mai 2013 im Wesentlichen, dass der Regierungsrat die Tarifgestaltungsvorgaben g e- mäss Art. 59c KVV nicht beachtet habe. Er habe sich einerseits kaum zur Rechtmässigkeit des von ihm festgesetzten Taxpunktwerts im Sinne von Art. 59c Abs. 1 Bst. a und b KVV geäussert. Anderseits habe er weder die Kosten der physiotherapeutischen Leistungen gestützt auf entspreche n- des, solides und transparentes Datenmaterial überprüft (Bst. a), noch h a- be er sich vergewissert, dass der von ihm festgesetzte Tarif höchstens die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlich en Kosten decke (Bst. b). Er übergehe auch, dass der Referenztaxpunktwert vor 15 Jahren nicht auf der Grundlage der Tarifgestaltungsvorgaben (Art. 5 9c KVV) er- mittelt worden sei, weshalb die hoheitliche Tariffestsetzung ein Abweichen vom Referenztaxpunktwert und eine Anpassung an die aktuelle Entwic k- lung erfordere; der Preisüberwacher habe deshalb auch in seiner Ste l- lungnahme vom 19. Februar 2013 empfohlen, die Berechnung des nati o- nalen Taxpunktwerts auf aktuelle Daten zu stützen, die Tarifstruktur zu re- vidieren und „so viel wie möglich“ zu vereinfachen. Dass ein tieferer Ta x- punktwert als der ab 1. Januar 2013 in Höhe von Fr. 0.97 festgesetzte wirtschaftlich sei, ergebe sich auch aus dem Nationalen Tarifvertrag zw i- schen den Krankenversicherern und der ASPI, d er vom Bundesrat mit Beschluss vom 18. April 2012 bei einem [tieferen Nationalen] Taxpunk t- wert von Fr. 0.92 genehmigt und damit indirekt als wirtschaftlich sowie rechtmässig erachtet worden sei. Der Regierungsrat habe nicht von den Vorgaben gemäss Art. 5 9c Abs. 1 KVV abweichen dürfen. Notabene hätte er von einer empirisch - repräsentativen Anzahl Leistungserbringer Kostendaten erheben, diese einer Effizienzprüfung unterziehen und gestützt darauf einen wirtschaftl i- chen Tarif ermitteln müssen. Dabei hätte er Überlegungen zur Auslastung von Physiotherapiepraxen und zu „Produktionsbestandteilen“ (wie Si t- zungsdauer, Auslastung des Personals, Teilung der Fixkosten, sinkende Hypothekarzinsen, Arbeitseinsatz, Nichtabrechnung von einzelnen Tari f- positionen etc.) vornehmen und eine Ertragssimulation durchführen mü s- sen. Im Wesentlichen den bisherigen Taxpunktwert zu übernehmen und diesen einfach der Teuerung anzupassen bzw. auf den Landesindex der Konsumentenpreise (LIKP) abzustellen, verfange nicht. Das KVG gebe keinen Anspruch auf einen automatischen Teuerungsausgleich; die Tarife C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 16 hätten weder ein Minimaleinkommen oder ein standesgemässes Ei n- kommen zu garantieren noch das bisherige Einkommensniveau zu erha l- ten. Eine Taxpunktwert -Festsetzung alleine auf der Grundlage der Ent- wicklung der Indizes von 1998-2010 bezüglich Nominallöhne, Konsumen- tenpreise bzw. Mietpreise erweise sich angesichts der Vorgaben von Art. 59c Abs. 1 KVV als rechtswidrig. Zudem habe die Vorinstanz festg e- stellte Verschiebungen in den Tarifpositionen seit 1998 nicht diskutiert und auch nicht berücksichtigt, dass sich der Leistungskatalog gemäss Art. 5 KLV seither verändert habe und in Art. 52a KVV neue Organisationsstruk- turen aufgenommen worden seien (B -act. 1). Darauf verweist sie auch in ihren Schlussbemerkungen vom 27. Mai 2014 (B-act. 49 Ziff. 3). 5.3.2 Die HSK-Gruppe ihrerseits rügt mit Beschwerde vom 2. Mai 2013 (B-act. 2), dass die Vorinstanz mit ihrem Beschluss vom 2. April 2013 Bundesrecht verletze, indem sie die Vorgaben von Art. 59c KVV nicht be- achtet und keine Wirtschaftlichkeitsprüfung nach den in der Verordnung vorgeschriebenen Kriterien vorgenommen habe (Rz. 11). Weiter führt sie aus, dass es keinen ersichtlichen Grund gebe, um vom langjährigen und von der Rechtsprechung wiederholt bestätigten Tar ifmodell abzuweichen und nicht bis zum Entscheid des Bundesrates über eine allfällige Anpa s- sung des Modelltaxpunktwerts zuzuwarten und bis dahin einen provisor i- schen Taxpunktwert festzulegen (Rz. 19 f.). Die Rechtsprechung habe zudem mehrmals die Festlegung eines kantonalen Taxpunktwerts auf der Grundlage eines kantonalen Tarifmodells unterbunden (Rz. 21). Mit der voreiligen Festlegung eines kantonalen Taxpunktwerts habe die Vori n- stanz unsachgemäss gehandelt und ihren Ermessenspielraum verletzt (Art. 49 Bst. c VwVG). Weiter weist sie daraufhin, dass sie zwischenzeitlich (als Einkaufsg e- meinschaft HSK) mit der ASPI einen neuen nationalen Tarifvertrag unte r- zeichnet habe, der vom Bundesrat genehmigt worden sei und Nichtmi t- gliedern offenstehe. 5.3.3 Die Vorinstanz mach t im angefochtenen Entscheid einleitend ge l- tend, dass die Voraussetzungen zur Tariffestsetzung nach Art. 47 Abs. 1 KVG gegeben seien (Rz. 1 f.). Der Bundesrat habe mit Beschluss vom 1. Juli 1998 die Tarifstruktur, wie sie im Vertrag zwischen dem Konkordat der Schweizerischen Krankenkassen (KSK) und dem Schweizerischen Physiotherapeutenverband (SPV) vereinbart worden sei, genehmigt und für gesamtschweizerisch anwendbar erklärt. Da sich physioswiss und die Krankenversicherer nicht auf eine neue Tarifstruktur hätten einigen kö n-C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 17 nen, bleibe die Tarifstruktur vom 1. September 1997 weiterhin anwendbar. Die Festlegung einer neuen Tarifstruktur liege nicht in der Kompetenz der Kantone. Gemäss Rechtsprechungspraxis des Bundesrates bildeten die Eckwerte des Kostenmodells für das Modell -Physiotherapie-Institut (MPI) die Ausgangspunkte für die Berechnung der kantonalen Taxpunktwerte. Der [gestützt darauf ermittelte] gesamtschweizerische Referenztaxpunk t- wert von Fr. 0.94 sei dem kantonalen Lohn - und Mietniveau anzupassen, wozu die Lohn - und Mietstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik zu benutzen sei (Rz. 4). Auf der Basis der nationalen Tarifstruktur, der ein Kosten - und Leistungs- modell zugrunde gelegt worden sei, sei vorliegend der Nationale Model l- taxpunktwert neu zu ermitteln. Unter Berücksichtigung der Indexentwic k- lung 1998 -2010 im Bereich der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Mietpreise ergebe sich ein Kostenzuwachs von 17.7%, der um die Verschiebung im Leistungsindex (Verschiebung in den Tarifpositionen mit höheren Taxpunktwerten) von durchschnittlich 7.9% zu reduzieren sei. Dies ergebe einen nationalen Modell -Taxpunktwert von Fr. 1.03. Unter Berücksichtigung des tieferen Kostenniveaus im Kanton Thurgau und in Anwendung der Bundesratsformel ergebe sich ein neuer kantonaler Tax- punktwert von aufgerundet Fr. 0.97 per 1. Januar 2013. Dieser entspr e- che einer Steigerung von 5.4% (Rz. 5.1, 6). Nicht zu berücksichtigen sei die starke Entwicklung der Gesamtkosten im Bereich Physiotherapie sowie der Kosten pro Versicherten, da die Kosten pro Physiotherapeut stabil geblieben und sogar leicht zurückgegangen seien. Die Zunahme der Gesamtkosten dürfe nicht durch eine Einko m- mensreduktion der Physiotherapeuten kompensiert werden, die existen z- bedrohend wirken könne; die P hysiotherapeuten hätten Anspruch auf e i- ne angemessene Anpassung ihres Einkommens an die gestiegenen L e- benshaltungskosten. Auch der Vertrag der HSK -Gruppe mit der ASPI/SVFP sehe gesamtschweizerisch eine Erhöhung des Taxpunktwe r- tes um vier Rappen per 1. April 2013 vor. Ein Ausgleich der Teuerung auf kantonaler Ebene sei zulässig und werde beispielsweise auch in den Übergangsbestimmungen im KVG zur Änderung vom 20. Dezember 2006 statuiert. Den Empfehlungen des Preisüberwachers und den Anträgen von tarifsuisse könne deshalb nicht gefolgt werden. Dem Antrag von tarif- suisse, die Leistungserbringer hätten ihre Kosten - und Leistungsdaten zuzüglich Erfolgsrechnungen und Bilanzen für ihre Praxen pro 2008 bis 2012 vorzulegen, sei in Anbetracht der vom Preisüberwacher für 2004 bis 2011 ausgewiesenen Kosten nicht stattzugeben (Rz. 5 f.). C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 18 Der Bundesrat habe in seiner Rechtsprechung das Kostenmodell der Modellpraxis nicht angepasst, weshalb [e contrario] davon auszugehen sei, das Kostenmodell des MPI stehe im Einklang mit Art. 59c KVV. Bei der Genehmigung der nationalen Tarifstruktur am 1. Juli 1998 sei die Wirtschaftlichkeit vom Bundesrat als gegeben beurteilt worden. Damit sei auch der kantonale Taxpunktwert von Fr. 0.97, der auf dieser Struktur ba- siere, mit dem Gebot der Wirtschaftlichkeit vereinbar (Rz. 7). Dieser Ta x- punktwert entspreche auch dem Gebot der Billigkeit gemäss Art. 46 Abs. 4 KVG, zumal keiner der Tarifpartner weder privilegiert noch über den von Gesetzgeber und Bundesrat vorgegebenen Rahmen benachte i- ligt werde. Die Tariferhöhung sei schliesslich wirtschaftlich tragbar, da sie im Kanton Thurgau eine Erhöhung der monatlichen Vergütung durch die OKP je versicherte Person von Fr. 0.39 und eine minimale Prämienerh ö- hung (0.18%; mit Rückstellungen und Reserven: 0.2 7%) bewirke. Die Entwicklung liege zudem deutlich unter dem schweizerischen Durc h- schnitt (Rz. 8). 5.3.4 In ihrer Beschwerdeantwort vom 5. August 2013 (B -act. 21) bestrei- ten die Beschwerdegegnerinnen den Vorwurf der tarifsuisse -Gruppe, der Regierungsrat habe sich in seinem Entscheid zu den bundesrechtlichen Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit und Billigkeit eines Tarifs (Art. 46 Abs. 4 KVG, Art. 59 c KVV) nicht geäussert. Er habe sich – entgegen den Vo r- würfen der Beschwerdeführerinnen – auf rechtsgenüglich vorhandene Daten abgestützt, wie den Beilagen zum Festsetzungsantrag entnommen werden könne, und auch keine direkte Korrektur des Taxpunktwertes über einen automatischen Teuerungsausgleich vorgenommen. Der Preisübe r- wacher sei nicht zur Empfehlung befugt, dass die Tari fstruktur revidiert und so viel wie möglich vereinfacht werden sollte, zumal es vorliegend nicht um die Festsetzung einer Tarifstruktur gehe. Des Weiteren seien keine Rückschlüsse aus dem ASPI -Vertrag möglich. Diesem Vertrag, der nur bis Ende 2013 gelte, s ei nur „eine Handvoll Physiotherapeuten“ be i- getreten; zudem sehe der Vertrag den Tiers payant (recte: Tiers garant) vor, womit ein erhöhtes Delkredererisiko für die Physiotherapeuten ve r- bunden sei. Für die Genehmigung des ASPI -Vertrages durch den Bu n- desrat hätten zudem keine „zusätzlichen Zahlen oder Daten im Sinne des […] Art. 59c Abs. 1 KVV“ beigebracht werden müssen. Wie dem mit He l- sana auf den 1. April 2013 geschlossenen Vertrag zu entnehmen sei, sei der Handlungsbedarf für eine Erhöhung auch von andere n Krankenversi- cherern anerkannt worden. C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 19 Die Vorinstanz habe zu Recht das vom Bundesrat entwickelte Modellpr a- xisinstitut übernommen und es [bis 2010] teuerungsbereinigt; die Berein i- gung der Daten gemäss Modellpraxisinstitut aufgrund der Datenerhebung 2010 wie auch aufgrund der indexbezogenen Bereinigung führe zum glei- chen Ergebnis. Dass die Datenerhebung 2010, die ergebe, dass die Ph y- siotherapeuten einen jährlichen Verlust generierten, nicht in die Tarifve r- handlungen eingeflossen sei, sei tarifsuisse anzula sten und habe der Verzögerung des Tariffestsetzungsprozesses [mit letztlich höher festg e- setzten Tarifen] gedient. Zudem hätten sich alle Kantone, die bisher die Tarife festgesetzt hätten, den Überlegungen der Beschwerdegegnerinnen (Notwendigkeit der Kaufkr aftbereinigung) angeschlossen, ein automati- scher Teuerungsausgleich sei dabei nicht erfolgt. Anders als die tarifsui s- se-Gruppe und der Preisüberwacher behaupteten, seien Teuerungsaut o- matismen im KVG nicht unzulässig; bspw. statuierten die Übergangsb e- stimmungen zur Änderung der Pflegetarife eine Anpassung der Pfleget a- rife an die Teuerung gemäss LIKP , worauf einige Kantonsregierungen in ihren Tariffestsetzungen Bezug nähmen. Nicht massgeblich sei, ob die Teuerung auf dem Nationalen Modelltaxpunktwert oder auf den kantona- len Taxpunktwerten aufgerechnet werde. Die Stellungnahme des Preisüberwachers vom 19. Februar 2013 sei überholt und nicht mehr zu beachten, weil sie aufgrund falscher Anna h- men (Weitergeltung des Nationalen Tarifvertrags 1998) zu falschen Schlüssen gelange. Der Regierungsrat Thurgau sei daher zu Recht nicht dem Preisüberwacher gefolgt. Im Weiteren bilde Art. 59 c KVV bloss die frühere Rechtsprechung ab, weshalb die seinerzeitige Bemessung des Bundesrates (abgestützt auf Art. 43 Abs. 7 KVG) wie auch die vorliegend zur Diskussion stehende Festsetzung durch die Vorinstanz im Einklang mit Art. 43 Abs. 7 KVG und Art. 59c KVV stünden. Die Vorinstanz sei auch zum Schluss gekommen, dass die Physiotherapeuten im Kanton Thurgau effizient arbeiteten; das behauptete Gegenteil sei von der tarifsuisse -Gruppe nicht bewiesen wor- den. In ihren Berechnungen hätten die Beschwerdegegne rinnen den (hö- heren) Wert von 1.85 Personen pro Praxisgrösse belassen, obwohl dieser Wert abgenommen habe. Die von der tarifsuisse -Gruppe gerügte Diskre- panz zur Leistungserbringung in Spitalambulatorien sei nicht Beleg für e i- ne dort kostendeckend erbrachte Physiotherapieleistung, sondern weise höchstens darauf hin, dass auch die Tarife für Physiotherapieleistungen in Spitalambulatorien erhöht werden müssten. Deshalb hätten H+ (Die Sp i- täler der Schweiz) und physioswiss beschlossen, gemeinsam die Tari f-C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 20 struktur für physiotherapeutische Leistungen zu aktualisieren, was der beigelegten Medienmitteilung vom 6. Mai 2013 zu entnehmen sei. 5.3.5 In seiner Stellungnahme vom 13. März 2014 weist der Preisübe r- wacher darauf hin, dass die Vorinstanz seinen Empfehlungen vom 19. Februar 2013 nicht gefolgt sei. Der automatische Teuerungsausgleich auf OKP-Tarifen sei sowohl vom Bundesrat als auch vom Bundesverwa l- tungsgericht abgelehnt worden (Entscheide des Bundesrates vom 13. August 1997 betreffend den Kanton Zürich, RKUV 1997 KV Nr . 16 E. 8.3; Entscheid vom 25. Februar 2004 betreffend Kanton Basel - Landschaft; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -536/2009 vom 17. Dezember 2009 S. 16 f., 21). Die Teuerungsaufrechnung habe nicht auf dem Taxpunktwert, sondern auf den Gesamtkosten des Modellinsti- tuts zu erfolgen. Die Berechnungsmethode, wie sie von der Vorinstanz gewählt worden sei (Berücksichtigung der Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Mietpreise zwischen 1998 und 2010, Be- rechnung hieraus eines Kostenzuwachses von 17.7%, Reduktion um die Verschiebung im Leistungsindex von durchschnittlich 7.9%, ergebend e i- nen neuen Modell -Taxpunktwert von Fr. 1.03 und – unter Berücksicht i- gung der Bundesratsformel – einen neuen kantonalen Taxpunktwert von Fr. 0.97), sei unzuläss ig und widerspreche der Rechtsprechung. Zudem sei der Hinweis falsch, dass die Bundesratsformel einen Teuerungsm e- chanismus enthalte. Falls sich die Tarifpartner nicht auf einen Taxpunk t- wert einigen könnten, habe die Kantonsregierung – worauf bereits der Bundesrat in seinem Nichteintretensentscheid vom 7. Juni 2013 hing e- wiesen habe – einen Taxpunktwert unter Beachtung der im KVG entha l- tenen Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Billigkeit zu ermitteln, was vorliegend unterblieben sei. Er halte deshalb an sei ner Empfehlung vom 19. Februar 2013 fest (B-act. 40, Bst. C.c und D.k). 5.3.6 Das Bundesamt für Gesundheit führt in seiner Stellungnahme vom 10. April 2014 aus, Art. 43 Abs. 4 und 6 KVG enthielten allgemeine Rich t- linien der Tarifierung, wie die betriebswirtscha ftliche Bemessung und die sachgerechte Struktur der Tarife sowie das Ziel einer qualitativ hoch st e- henden und zweckmässigen gesundheitlichen Versorgung zu möglichst günstigen Kosten. Aus dem Wirtschaftlichkeitsgebot lasse sich ebenfalls das Erfordernis der Kostenneutralität ableiten. Dieses sei zudem explizit in Art. 59c Absatz 1 Bst. c KVV aufgeführt. Die Kantonsregierungen seien gehalten zu überprüfen, ob Tarifverträge mit dem Gesetz und dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Billigkeit in Einklang stünden; Billigkeit meine die wirtschaftliche Tragbarkeit eines Tarifs. Der Bundesrat habe eine C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 21 Kompetenz zur Festlegung der Tarifstruktur, nicht jedoch der Taxpunk t- werte, letzteres sei Sache der Tarifpartner auf nationaler oder kantonaler Ebene. Die Genehmigung des Nationalen Tarifvertrags 1998 durch den Bunde s- rat am 1. Juli 1998 habe sowohl den Tarifvertrag als auch seine Anhänge 1 (Tarif) und 2 (Ausführungsbestimmungen) umfasst. Die Tarifstruktur, die sich auf nahezu zehnjährige Ausarbeitung zwischen den Vertra gspartei- en, die Arbeit in der Projektgruppe „Gesamtrevision Physiotherapietarif“ und deren verschiedenen Arbeitsgruppen sowie mehrfache Konsultation des Preisüberwachers stütze, sei grundsätzlich auch ohne Modellta x- punktwert zustande gekommen. Die den Unte rlagen zur Genehmigung beigelegte „Vereinbarung über den Taxpunktwert“, welche den Taxpunk t- wert für die Unfall-, Invaliden- und Militärversicherung auf Fr. 1.00 festge- legt habe, sei nicht Bestandteil der Genehmigung gewesen. Beim Modell- taxpunktwert handle es sich weder um einen nationalen noch einen ka n- tonalen Taxpunktwert, sondern um eine [blosse] Hilfsgrösse, als Au s- gangswert für die Berechnung der kantonalen Taxpunktwerte; er sei vom Bundesrat in seiner Rechtsprechung überprüft und auf Fr. 0.94 reduziert worden. Nach der Kündigung des Nationalen Tarifvertrags 1998 und de s- sen Auslaufen am 30. Juni 2011 gelte die vom Bundesrat genehmigte Ta- rifstruktur weiterhin schweizweit; zudem stützten sich Tarifverträge zw i- schen anderen Tarifpartnern nach wie vor auf di ese Tarifstruktur. Es be- stehe daher kein tarifstrukturloser Zustand, was der Bundesrat in seinem Entscheid vom 7. Juni 2013 bestätigt habe. Der Regierungsrat des Kantons Thurgau habe bei der Festsetzung des Taxpunktwertes den sog. Modelltaxpunktwert beigez ogen, diesen der I n- dexentwicklung von 1998 bis 2010 angepasst, und schliesslich mit Hilfe der Bundesratsformel den kantonalen Taxpunktwert ermittelt. Unerlässlich sei es jedoch – mit oder ohne Modelltaxpunktwertmodell –, die Tari f- grundsätze nach Art. 43 un d 46 KVG sowie Art. 59 c KVV zu beachten. Bedingung für die Tarifierung sei, dass Leistungs - und Kostendaten bei der Bestimmung des Tarifs transparent ausgewiesen würden. Für die B e- stimmung eines wirtschaftlichen Tarifs dürften von den transparent au s- gewiesenen Kosten nur diejenigen vergütet werden, die einer effizienten Leistungserbringung entsprächen. Eine entsprechende Berücksichtigung der Tarifgestaltungsgrundsätze sei aus dem Regierungsratsbeschluss und den vorgelegten Unterlagen nicht erkennbar. Es bes tehe – wie in Art. 59c KVV festgehalten – kein Anspruch auf vollständige Deckung aller Kosten und es lasse sich keine Einkommensgarantie für freipraktiziere n-C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 22 de Leistungserbringer, die als Einzelunternehmer mit finanzieller Eige n- verantwortung zu betrachten seien, ableiten (analog festgehalten im En t- scheid des Bundesrates vom 15. Januar 1997 [RKUV 2/1997, KV 5, S. 122]). Das Vorgehen des Regierungsrates trage der geforderten Transparenz, der effizienten Leistungserbringung sowie der vergangenen wie zukünftigen Leistungsentwicklung der sozialen Krankenversicherung nicht ausreichend Rechnung. Das KVG sehe weder einen expliziten noch einen automatischen Teuerungsausgleich auf den Tarifen vor; ein Teu e- rungsausgleich sei zudem dann ungerechtfertigt, wenn – wie vorliegend – die Physiotherapiekosten insgesamt sowie die Kosten pro Physiother a- peut und jene pro Versicherten deutlich stärker anstiegen als die allg e- meine Teuerung. Der von der Vorinstanz vorgenommene Teuerungsau s- gleich auf dem bestehenden Tarif stehe daher nicht im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben. Zudem vermöge die Tariffestsetzung auch nicht der wirtschaftlichen Tragbarkeit zu genügen, zumal der Regierungsrat keine globale Betrachtung vorgenommen, sondern einzig den Effekt der einzelnen Tarifanpassung auf das Prämienniveau berechnet und auch keine wahrscheinliche Signalwirkung berücksichtigt habe. Schliesslich habe er sich nicht mit Art. 55 KVG auseinandergesetzt (B-act. 42). 5.4 In Bezug auf die ab 1. Januar 2013 zur Bestimmung des kantonalen Taxpunktwerts zu verwendende Methode ist zunächst die Entstehung s- geschichte des Nationalen Tarifvertrags 1998 in Erinnerung zu rufen und danach aufzuzeigen, wie der kantonale Tarif während der Gültigkeit des Vertrags im Streitfall bestimmt wurde. Im Verlaufe der zum Nationalen Tarifvertrag 1998 führenden Verhandlun- gen einigten sich die Tarifpartner auf ein gesamtschweizerisches Ko s- tenmodell eines Modellphysiotherapieinstituts (MPI; MPI -Kostenmodell). Dieses Modell bezieht sich auf damals empirisch ermittelte, normati v er- gänzte und statistisch bereinigte Daten. Am 1. Juli 1998 genehmigte der Bundesrat mit Wirkung ab 1. Januar 1998 den Nationalen Tarifvertrag 1998, zusammen mit beiden Anhängen (Anhang 1: "Tarif"; Anhang 2: "Ausführungsbestimmungen"). Zugleich legte er d en Tarif nach Anhang 1 dieses Vertrages als gesamtschweizerisch einheitliche Tarifstruktur für Einzelleistungstarife fest. Eine zugleich unterbreitete Vereinbarung über einen Taxpunktwert von Fr. 1.- wurde hingegen nicht genehmigt mit der Begründung, dass der Taxpunktwert auf kantonaler Ebene von den Tari f- partnern zu vereinbaren sei (TG 3, Beilage zu Beilage 11). Ab dem 1. Januar 1998 wurde somit derselben Leistung in der ganzen Schweiz dieselbe Anzahl Taxpunkte zugeordnet. Eine kantonale Anpassung der C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 23 Taxpunkte je Leistung war ausgeschlossen. Die Taxpunkt werte hingegen waren auf kantonaler Ebene zu vereinbaren und zu genehmigen oder subsidiär auf kantonaler Ebene hoheitlich festzusetzen. Als Beschwerdeinstanz ging der Bundesrat – im Falle der Uneinigkeit der kantonalen Tarifpartner – zur Bestimmung des kantonalen Taxpunktwerts zunächst vom gesamtschweizerischen, als landesweit repräsentativ beur- teilten MPI-Kostenmodell aus, was dem Willen der Tarifpartner entspr e- che. Die Eckwerte des Kostenmodells zum MPI ( Personal-, Sach - und Anlagenutzungskosten) dienten dabei grundsätzlich als Ausgangspunkt für die Berechnung des kantonalen Taxpunktwerts, wobei der Bundesrat in seinem (diese Praxis begründenden) Entscheid vom 18. Oktober 2000 in Sachen Taxpunktwert für Ph ysiotherapie in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden (RKUV 5/2001 S. 456 ff., KV 185) gewisse Korrekturen am MPI -Kostenmodell vornahm und hie r- aus einen nationalen Modelltaxpunktwert (MTPW; auch Nationaler Ta x- punktwert) in der Höhe von Fr. 0.94 als rechnerische Ausgangsgrösse für die Bestimmung der kantonalen Taxpunktwerte ermittelte. Zur Umrechnung von diesem nationalen auf den kantonalen Taxpunktwert benutzte der Bundesrat die Lohn - und Mietstrukturerhebung des Preis ü- berwachers (später des BSV), beide Indizes je Kanton. Die Formel dazu (sog. Bundesratsformel) lautete: TpwK = Tpwn (m*M + I *L + r *100) / 100 TpwK = Taxpunktwert Kanton Tpwn = Taxpunktwert national (fix: Fr. 0.94) m = Mietindex Kanton M = Mietkostenanteil im MPI (11,4%) I = Lohnindex Kanton L = Lohnkostenanteil im MPI (67,9%) r = Restkostenanteil im MPI (20,7%) Die Variablen Mietindex und Lohnindex des betroffenen Kantons, welche in die Berechnungsformel für die Anpassung des nationalen Taxpunktwer- tes an die lokalen Märkte einzusetzen sind, geben lediglich Auskunft über das (aktuelle) Verhältnis zum nationalen Ausgangswert, welcher dem (gewichteten) Durchschnitt sämtlicher kantonaler Taxpunktwerte en t- spricht. Veränderungen der kantonalen Werte im Verhältnis zum na tiona- len Durchschnitt sind demnach – gesamtschweizerisch betrachtet – in sich neutral. Solange der nationale Ausgangswert von Fr. 0.94 nicht e r- höht wird, was der Bundesrat in seiner Rechtsprechung stets verweigert C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 24 hat, ist eine über einen Ausgleich der int ertemporalen lokalen Märkte h i- nausgehende Erhöhung des Taxpunktwerts ausgeschlossen. Es handelt sich dabei um eine rein mathematische Berechnung. Der Einbezug weite- rer Kriterien (namentlich Teuerung, Lohnerhöhungen für Spitalphysioth e- rapeuten und Mietindex eines anderen Kantons) wurde vom Bundesrat in seiner Rechtsprechung stets abgelehnt (vgl. RKUV 5/2001 S. 456 ff.; Bundesratsentscheid vom 25. Februar 2004 betreffend Festsetzung des Taxpunktwertes für die Leistungen der Physiotherapeutinnen und Physio- therapeuten im Kanton Basel -Landschaft E. 7; Bericht des Bundesamtes für Justiz vom 7. Dezember 2004 über die Praxis des Bundesrates betref- fend hoheitliche Festlegung des Taxpunktwertes für Physiotherapielei s- tungen Ziff. 3.1, 4.; Bundesratsentscheid vom 6. Apr il 2005 betreffend Festsetzung des Taxpunktwertes für die Physiotherapieleistungen im Kanton Zürich E. 6.2). Eine Überprüfung der KVG -Konformität des auf diese Weise berechneten Taxpunktwerts war somit ausgeschlossen. 5.5 5.5.1 Anhand der in E. 5.4 beschriebenen Methode wurde der anwendba- re kantonale Taxpunktwert, basierend auf der im Nationalen Tarifvertrag 1998 als Anhang 1 enthaltenen nationalen Tarifstruktur, ermittelt. Es b e- stand somit eine direkte Verbindung zwischen der nationalen Tarifstruktur und dem kanto nalen Taxpunktwert. Wenn eine Physiotherapieleistung in der nationalen Tarifstruktur enthalten war und ihr darin bestimmte Ta x- punkte zugeordnet wurden, konnte mittels Multiplikation dieser Taxpunkte mit dem kantonalen Taxpunktwert der konkrete Frankenbetra g berechnet werden, den die OKP dem Leistungserbringer für diese Leistung zu ve r- güten hatte. Die Festsetzung eines kantonalen Taxpunktwerts kann somit nur Wirkung entfalten, wenn dieser in Bezug auf eine geltende nationale Tarifstruktur festgesetzt wird. 5.5.2 Es ist vorliegend unbestritten und offensichtlich, dass die vereinba r- te und in Ziffer 1 des Bundesratsbeschlusses vom 1. Juli 1998 als Teil des Nationalen Tarifvertrages 1998 genehmigte nationale Tarifstruktur wä h- rend der Geltungsdauer des Vertrages für die dem Vertrag beigetretenen Leistungserbringer und Krankenversicherer Bestand hatte und verbindlich war. Unbestritten zwischen den Parteien ist auch, dass physioswiss mit der Kündigung des Nationalen Tarifvertrags auch seine Anhänge (daru n- ter die vom Bunde srat genehmigte und als schweizweit anwendbar e r- klärte Tarifstruktur) gekündigt hat. Zu prüfen ist, ob die nationale Tari f- struktur im vorliegend interessierenden Zeitraum ab 1. Januar 2013 we i- terhin galt/gilt. C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 25 5.5.3 Die Ziffern 1 bis 3 des bundesrätlichen Genehm igungsbeschlusses vom 1. Juli 1998 lauten wie folgt: 1. Der Vertrag zwischen dem Konkordat der Schweizerischen Krankenvers i- cherer und dem Schweizerischen Physiotherapeuten Verband vom 1. September 1997 wird gestützt auf die Artikel 46 Absatz 4 und 43 A b- satz 5 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenvers i- cherung (KVG) bezüglich der folgenden Bestandteile genehmigt: I. Tarifvertrag; II. Anhang 1 Tarif; III. Anhang 2 Ausführungsbestimmungen. […] 2. Der Tarif nach Anhang 1 wird gestützt auf A rt. 43 Absatz 5 KVG als g e- samtschweizerisch einheitliche Tarifstruktur für Einzelleistungstarife fes t- gesetzt. 3. Die Mitteilung an die Interessenten erfolgt durch das EDI (BSV). Der in Ziffer 2 des Genehmigungsbeschlusses enthaltene Verweis auf den (mit Ziffer 1 genehmigten) Anhang 1 des Tarifvertrages stellt eine d i- rekte Verbindung zwischen der Vertragsgenehmigung in Ziffer 1 und der Tarifstrukturfestsetzung in Ziffer 2 des Beschlusses her. In seinem Schreiben vom 1. Juli 1998, mit welchem das Bundesamt für Sozialversi- cherung (BSV) das Konkordat der Schweizerischen Krankenversicherer (heute: santésuisse) über den Beschluss vom 1. Juli 1998 informierte, führte es – vom Bundesrat mit der Information der Interessenten beau f- tragt (vgl. Ziffer 3 des Genehmigun gsbeschlusses) – aus, dass der Bu n- desrat den Anhang 1 des vorliegenden Tarifes für diejenigen Physiothera- peutInnen sowie Krankenversicherer, welche dem Vertrag nicht beiträten, als gesamtschweizerisch einheitliche Tarifstruktur nach Art. 43 Abs. 5 KVG festgesetzt habe (TG 3 Beilage 11). Die Festsetzung der Tarifstruktur erfolgte somit unter Bezugnahme auf die Genehmigung des Nationalen Tarifvertrages und erfasste mit dem Fes t- setzungsbeschluss zusätzlich die übrigen Leistungserbringer und Kra n- kenversicherer, die nicht Vertragsparteien waren. Weder aus dem G e- nehmigungsbeschluss noch aus dem Informationsschreiben des BSV lassen sich Hinweise auf die Geltungsdauer der festgesetzten Tarifstru k- tur entnehmen und darauf, ob die Festsetzung in Ziff. 2 des Genehm i- gungsbeschlusses eigenständige Bedeutung habe. Damit fehlen explizite Hinweise dafür, dass bei Wegfall des Nationalen Tarifvertrages 1998 die C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 26 ergänzend dazu festgesetzte Tarifstruktur alleinige umfassende Wirkung für alle Leistungserbringer der Physiotherapie in freier Praxis und für alle Krankenversicherer entfalten solle. Vielmehr legt der Wortlaut des B e- schlusses und des BSV -Schreibens den Schluss nahe, dass mit dem Wegfall des Tarifvertrages auch die ergänzende Festsetzung einer Tari f- struktur ausser Kraft trete. Dass der Bundesrat beabsichtigte, mit der T a- rifstrukturfestsetzung in Ziffer 2 eine generell-abstrakte Anordnung zu tref- fen, die auch nach Wegfall des Tarifvertrages umfassende Wirkung haben sollte, ist auch insofern unwahrscheinlich, als Art. 43 Abs. 5 KVG vorsieht, dass die Tarifpartner zunächst Verhandlungen betreffend eine (neue) T a- rifstruktur führen können müssen, bevor der Bundesrat ersatzweise h o- heitlich eine Tarifstruktur festsetzt. Wie der Bundesrat im Nichteintretensentscheid vom 7. Juni 20 13 zutref- fend ausführte, ist die hoheitliche Festsetzung einer nationalen Tarifstruk- tur generell -abstrakter Natur und hat in Verordnungsform zu erfolgen. Auch das Bundesgericht geht in seiner Rechtsprechung zu TARMED (als nationale Tarifstruktur) davon aus, dass diese eine generell-abstrakte Re- gelung darstellt und eine auf Art. 43 Abs. 5 bis KVG gestützte Anpassung von TARMED und aller anderen gesamtschweizerisch einheitlichen Tari f- strukturen mittels Verordnung zu erfolgen habe (vgl. BGE 134 V 443 E. 3.3; Ur teil des Bundesgerichts 9C_524/2013 vom 21. Januar 2014 E. 3 f.). Dementsprechend hat der Bundesrat zur Anpassung der Tari f- struktur TARMED vor kurzem gestützt auf Art. 43 Abs. 5 bis KVG die Ver- ordnung über die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenver siche- rung vom 20. Juni 2014 erlassen (AS 2014 1883; Inkrafttreten: 1. Oktober 2014). Hätte der Bundesrat im Juli 1998 eine Tarifstrukturfestsetzung generell - abstrakter Natur vornehmen wollen, hätte er diese nicht in Ziffer 2 des Genehmigungsbeschlusses verfügt, sondern eine entsprechende Veror d- nung erlassen, und hätte er namentlich die dafür massgeblichen Vo r- schriften einhalten müssen (d.h. Publikation des Verordnungstextes im Bundesblatt [vgl. Art. 1 des Publikationsgesetzes vom 21. März 1986 {AS 1987 600, aufgehoben per 1. Januar 2005}]); vorliegend erfolgte die Information an die interessierten Parteien einzig via Schreiben des BSV vom 1. Juli 1998. In seinem Nichteintretensentscheid vom 7. Juni 2013 bestätigte der Bundesrat denn auch, dass die Tariffest setzung im G e- nehmigungsbeschluss vom 1. Juli 1998 in Verfügungsform erfolgt sei und der allfällige Erlass einer neuen Tarifstruktur angesichts ihrer generell - abstrakten Bedeutung mittels Verordnung zu erfolgen hätte (TG 10). C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 27 Ergänzend kann auf Folgendes h ingewiesen werden: Nachdem der Schweizer Physiotherapie Verband Fisio (heute: physioswiss) beim Bu n- desrat eine Erhöhung des nationalen Modelltaxpunktwerts beantragt ha t- te, begründete auch das Bundesamt für Gesundheit den in Aussicht g e- stellten Nichteintretensentscheid in seiner Antwort vom 22. Februar 2007 (TG 3 Beilage 8) in erster Linie damit, dass während der Geltungsdauer des Nationalen Tarifvertrages 1998 kein vertragsloser Zustand für amb u- lante Physiotherapieleistungen in der freien Praxis bestehe und der Bun- desrat in dieser Situation nicht über die Kompetenz verfüge, eine Tari f- struktur festzusetzen. Weiter erklärte das BAG mit Schreiben vom 10. August 2011, dass der Bundesrat für die Beurteilung eines Antrages auf Festsetzung einer Tarifstruktur zuständig sei, falls sich die Tarifpartner nicht einigen könnten. Die Frage, ob eine solche Einigung ausstehe, sei insbesondere angesichts der vorliegenden Verträge in der Physiotherapie zu klären (TG 3 Beilage 13). Auch hier – ebenso im ergänzenden Schrei- ben vom 23. September 2011 – führte das BAG nicht an, dass bereits e i- ne vom Bundesrat festgesetzte gesamtschweizerische Tarifstruktur b e- stehe (TG 3 Beilage 15). Soweit der (Gesamt -) Bundesrat in seinem Nichteintretensentscheid vom 7. Juni 2013, Bundesrat Alain Berset in seinem Schreiben vom 29. August 2012 (B -act. 2 Beilage 9) und das BAG mit Stellungnahme vom 10. April 2014 (B -act. 42) festhalten, dass die nationale Tarifstruktur weiterhin Geltung habe, begründen sie das l e- diglich damit, dass sich dies aus dem Genehmigungsbeschluss vom 1. Juli 1998 ergebe. Diese nicht weiter substantiierte Begründung vermag angesichts der obigen Ausführungen nicht zu überzeugen. 5.5.4 Vielmehr ist davon auszugehen, dass mit der Vertragskündigung und dem Wegfall des Nationalen Tarifvertrags per 30. Juni 2011 keine na- tionale Tarifstruktur für in freier Praxis erbrachte Physiotherapieleistungen mehr besteht; auch wurde zwischenzeitlich keine neue Tarifstruktur vom Bundesrat genehmigt oder festgesetzt (Art. 43 Abs. 5 KVG). Da eine Ei n- zelleistungstarifstruktur gesamtschweizerisch vereinbart und genehmigt oder gesamtschweizerisch festgesetzt werden muss, und im Zeitpunkt des Erlasses des Beschlusses des Regierungsrates des Kantons Thu r- gau vom 2. April 2013 keine entsprechende nationale Einzelleistungstarif- struktur mehr bestand, wurde mit dem angefochtenen Beschluss auch kein gültiger OKP-Tarif festgesetzt. Der Beschluss ist bereits aus diesem Grund aufzuheben. C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 28 5.6 Ferner ist zu prüfen, ob der Regierungsrat des Kantons Thurgau mit Aufrechnung der Teuerung Bundesrecht verletzt hat, wie die Beschwerde- führerinnen geltend machen. 5.6.1 Vorliegend hat die Vorinstanz gestützt auf die Tarifstruktur 1998 s o- wie gestützt auf Überlegungen zur Teuerung seit 1998 in einem ersten Schritt den Nationalen Taxpunktwert von Fr. 0.94 auf Fr. 1.03 angehoben (Erwägung 5 des Beschlusses). Danach hat sie in einem zweiten Schritt den kantonalen Taxpunktwert gestützt auf den neuen (angehobenen, teu- erungsangepassten) Nationalen Taxpunktwert unter Berücksichtigung der Bundesratsformel und der darin aktualisierten Werte bestimmt und daraus einen kantonalen Taxpunktwert von Fr. 0.97 ermittelt. 5.6.2 Dieses Vorgehen ist – wie oben dargelegt und wie die Beschwerde- führerinnen und die beigezogenen Fachämter zu Recht monieren – KVG-widrig. Da – von den tarifsuisse/ASPI- und HSK/ASPI-Verträgen ab- gesehen – auf nationaler Ebene (noch) keine Taxpunktwertvereinbaru n- gen abgeschlossen und auch keine Übereinkunft über eine gesam t- schweizerisch anwendbare Methode zur Bestimmung kantonaler Ta x- punktwerte getroffen worden sind, sind die Kantonsregierungen dazu ver- pflichtet, den jeweiligen Tarif kantonsspezifisch zu bestimmen. Es ist i h- nen dabei aber verwehrt, einseitig ein (fiktives) nationales Modell zu en t- wickeln bzw. auf einem früheren nationalen Modell au fzubauen und von diesem nach selbst festgelegten Regeln auf den für ihren Kanton gelte n- den Tarif zu schliessen, zumal damit Art. 46 Abs. 4 i.V.m. Art. 47 Abs. 1 KVG in doppelter Hinsicht (fehlende Einigung der Tarifpartner über ein nationales Modell, Unzuständigkeit der Kantonsregierung zur [Teil-] Fest- legung eines nationalen Tarifmodells) verletzt wird. Soweit der Regierungsrat vorliegend eine Hochrechnung auf ein (fiktives) nationales Modell vorgenommen und daraus den kantonalen Tarif herg e- leitet hat, stellt dieses Vorgehen somit einen Verstoss gegen Bundesrecht dar und ist der angefochtene Regierungsratsbeschluss auch daher au f- zuheben. 5.7 Zu prüfen ist weiter, ob – und wenn ja, inwieweit – die Vorinstanz ge- gen Art. 59 c KVV verstossen hat und welche Schlüsse daraus für das Verwaltungsverfahren zu ziehen sind. 5.7.1 Mit dem per 1. August 2007 in Kraft getretenen Art. 59c KVV hat der Bundesrat eine die im KVG enthaltenen Tarifgrundsätze ergänzende R e-C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 29 gelung betreffend die Tarifgestaltung im vertragslosen Zustand erlas sen. Dabei hat er - gestützt auf Art. 43 Abs. 7 KVG und im Hinblick auf den per 1. Januar 2007 erfolgten Übergang seiner Rechtsprechungskompetenz an das Bundesverwaltungsgericht - im Wesentlichen Grundsätze in das Verordnungsrecht überführt, welche er im R ahmen seiner Beschwerd e- entscheide entwickelt hatte. 5.7.2 Dies gilt insbesondere für Art. 59c Abs. 1 KVV Bst. a und b, mit wel- chen die Grundsätze und gesetzlichen Vorgaben für KVG -Tarife, insbe- sondere das Gebot der Wirtschaftlichkeit, der betriebswirtschaftlich en Bemessung und der sachgerechten Struktur sowie der möglichst günst i- gen Kosten, durch den dazu ermächtigten Verordnungsgeber präzisiert und die zur Tarifbeurteilung notwendige Transparenz hervorgehoben wur- den (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesverwaltungs gerichts C-5543/2008 vom 1. April 2011 E. 6.1 m.w.H.). 5.7.3 Zudem verpflichtet Art. 59c Abs. 3 KVV in Verbindung mit Abs. 2 die Tariffestsetzungsbehörden dazu, eine regelmässige Überprüfung eines geltenden Tarifs auf die Erfüllung der Grundsätze nach Abs. 1 Bst. a und b im Tariffestsetzungsverfahren zu ermöglichen und eine Tarifanpassung vorzunehmen, wenn die Erfüllung dieser Grundsätze nicht mehr gewäh r- leistet ist. Dadurch wird für das Tariffestsetzungsverfahren die allgemeine verwaltungsrechtliche Untersuchungsmaxime akzentuiert. Die zuständige Behörde muss die notwendigen Untersuchungsmassnahmen ergreifen, namentlich die benötigten Informationen und Dokumente beschaffen, welche eine vollständige und richtige Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts erlaub en und eine entsprechende Überprüfung bzw. Au s- gestaltung des anzusetzenden Tarifs überhaupt erst ermöglichen (vgl. Art. 12 VwVG und PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER in: Wald- mann/ Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009 [im Folge n- den: Praxiskommentar VwVG 2009], Art. 12 N 16). Im Rahmen des Tari f- festsetzungsverfahrens hat sich die zuständige Behörde primär an die Ta- rifpartner (namentlich an die Leistungserbringer) zu halten und diese ausdrücklich und konkret zur Vorlage entsprechender D okumente anzu- halten. Mit einem passiven Zuwarten und Abstellen auf die von den Pa r- teien aus eigenem Antrieb eingereichten Unterlagen wird der gesteigerten Untersuchungspflicht nicht genüge getan. Sollte sich eine Partei zu U n- recht weigern, die von ihr angeforderten Dokumente einzureichen, hat die zuständige Behörde sie unter Androhung angemessener Folgen zu ma h- nen. Sollte es der zuständigen Behörde infolge Weigerung der einen und/oder anderen Partei nicht möglich sein, die Gewährleistung der Erfül-C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 30 lung der Grundsätze gemäss Art. 59c Abs. 1 Bst. a und b KVV vollständig zu überprüfen, hat sie zur Sachverhaltsabklärung nach Möglichkeit e r- gänzend oder subsidiär auf andere Quellen zurückgreifen (z.B. Statistiken oder Untersuchungen des Bundes). Die Weigerung einer Tarifpartei, ent- sprechende Unterlagen einzureichen, ist im Endentscheid im Rahmen der verbleibenden Unschärfe unter dem Aspekt der Verletzung ihrer Mitwi r- kungspflichten und betreffend die Beurteilung der Beweislage zu berüc k- sichtigen (vgl. RKUV 6/2002 488 f.). Diesbezüglich fällt vorliegend besonders ins Gewicht, dass aus den Akten nicht ersichtlich wird, dass der im Rahmen des Nationalen Tarifvertrags 1998 vereinbarte kantonale Taxpunktwert von der Kantonsregierung des Kantons Thurgau seit seiner Genehmigung im Jahre 2003 jemals auf se i- ne KVG -Konformität hin überprüft worden wäre. Die in der Rechtspr e- chung des Bundesrats massgebliche (rein rechnerische) Ermittlung des kantonalen Taxpunktwerts sah für Beschwerdeverfahren eine solche Überprüfung auch nicht vor. Umso mehr muss nun, nachdem keine Bi n- dung mehr an diese Rechtsprechung besteht, eine vertiefte Abklärung des Sachverhalts und der Vereinbarkeit des bisherigen Tarifs mit den KVG-Grundsätzen erfolgen. Dabei hätte die Vorinstanz die Empfehlung des Preisüberwachers, den bisherigen Taxpunktwert auf maximal Fr. 0.90 zu senken (vgl. TG 7), als zusätzliches Indiz für die Notwendigkeit einer fundierten Abklärung und inhaltlichen Überprüfung des bisherigen Tarifs im Sinne von Art. 59c KVV erkennen müssen, zumal nach der Rechtspre- chung den Empfehlungen des Preisüberwachers ein besonderes Gewicht zukommt (vgl. BVGE 2012/18 E. 5.4). Mangels nationaler Regelung hat diese Abklärung den kantonalen Sachverhalt zu betreffen. Ausserdem hat tarifsuisse in seinem Festsetzu ngsbegehren diverse Anträge zur Verbe s- serung der Datenlage gestellt (TG 4, Anträge 3a -c; Rz. 6, 8, 17, 20, 46, 96), was die Vorinstanz zwar zur Kenntnis genommen hat (s. RRB S. 2 f. und TG 6 S. 5), aber über diese Anträge nicht formell befunden und nicht dargelegt hat, weshalb sie diesen Anträgen keine Folge geleistet hat. 5.7.4 In Bezug auf die in Art. 59c Abs. 1 Bst. a und b KVV präzisierten, seit 2007 geltenden materiellen Vorgaben zur Tarifbestimmung (vgl. oben E. 5.7.2) ist den Erwägungen des regierungsrätli chen Beschlusses – wie das BAG in seiner Stellungnahme zu Recht darauf hinweist – nicht zu entnehmen, inwiefern die Vorinstanz diese beachtet hätte. So enthalten weder die eingereichten Vorakten noch die Ausführungen im Beschluss Hinweise darauf, dass den Berechnungen der Vorinstanz aktuelle Leistungs- und Kostendaten der Physiotherapeuten in freier Praxis C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 31 zugrunde liegen würden. Entgegen der Meinung der Vorinstanz hat der Bundesrat mit seiner Genehmigung am 1. Juli 1998 zwar die damalige Bundesrechtskonformität des Nationalen Tarifvertrags 1998 und die schweizweit geltende Tarifstruktur, die auf diesem Vertrag basiert, und mit Nichteintretensentscheid am 7. Juni 2013 die Weitergeltung der bisher i- gen Tarifstruktur auf nationaler Ebene bestätigt, jedoch ist d amit nicht gleichzeitig das seinerzeit gestützt auf den Nationalen Tarifvertrag 1998 festgelegte und später vom Bundesrat in seiner Rechtsprechung korr i- gierte Niveau des Modelltaxpunktwertes bestätigt worden. Zudem beac h- tet die Vorinstanz nicht, dass den ( zwar als solchen nachvollziehbaren) Ausführungen zur Teuerung zusätzlich Überlegungen zur Effizienz der bisher erbrachten Leistungen, zur Effizienzsteigerung bspw. mittels Ve r- dichtung der Infrastruktur, gemeinsamer Nutzung der Administration, Z u- sammenlegung sich gleichender Prozesse und zur Vereinfachung der Kostenstruktur gegenüberzustellen sind. Dies tut die Vorinstanz nicht a n- satzweise. Stattdessen begnügt sie sich damit, das frühere Lohnniveau dem heutigen Lohnniveau gegenüberzustellen und den Taxpunktw ert entsprechend zu erhöhen, womit jedoch keineswegs Überlegungen zur Leistungs- und Kosteneffizienz angestellt werden. Ausserdem ist keine spezifische Auseinandersetzung betreffend die per 1. August 2009 neu als Leistungserbringerinnen zugelassenen Organisationen der Physiothe- rapie (Art. 52 a KVV) erkennbar. Schliesslich enthält der angefochtene Beschluss auch keine Ausführungen dazu, inwiefern sich die seit 1. J a- nuar 1998 durchgeführten Revisionen von Art. 5 KLV, der regelt, welche physiotherapeutische Leistungen zulasten der OKP abgerechnet werden können und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, auf die Überprüfung bzw. Neufestsetzung des OKP-Tarifs auswirken. 5.7.5 Unter Bezugnahme auf die Überprüfungs-, Untersuchungs- und An- passungspflichten gemäss Art. 59c Abs. 2 KVV (vgl. oben E. 5.7.3) rügt die tarifsuisse-Gruppe mit ihrer Beschwerde, sie habe die Vorinstanz e r- sucht, die Physiotherapeuten zu verpflichten, Kosten - und Leistungsrech- nungsdaten sowie die Erfolgsrechnungen und Bilanzen über ihre Praxe n für die Jahre 2008 bis 2011 vorzulegen. Die Vorinstanz habe jedoch di e- sen Anträgen nicht stattgegeben und kein konkretes Datenmaterial ang e- fordert (B-act. 1 Rz. 43). Diese Ausführungen sind aufgrund der Aktenl a- ge im Beschwerdeverfahren zu bestätigen. Wed er der Begründung des angefochtenen Beschlusses noch den eingereichten Akten ist zu en t- nehmen, dass die Vorinstanz Vorkehrungen getroffen hat, um konkrete Angaben und Daten zu erhalten, auf Grund welcher sie hätte prüfen kö n- nen, ob der von ihr erhöhte Tari f den Anforderungen von Art. 59c Abs. 1 C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 32 Bst. a und b KVV gerecht wird. Ebenfalls fehlen Hinweise dafür, dass die Vorinstanz gestützt auf solches Datenmaterial eine Überprüfung des fest- zusetzenden Tarifs auf seine Wirtschaftlichkeit und Billigkeit hin vorg e- nommen hätte, wie ihr vom Gesetzgeber aufgetragen wird (Art. 43 Abs. 4 und Art. 46 Abs. 4 Satz 2 KVG; vgl. auch BGE 123 V 280 E. 6). Diesb e- züglich kann der nicht weiter substantiierten Aussage der Beschwerd e- gegnerinnen, den Beilagen zum Festsetzungsantrag könne sehr wohl entnommen werden, dass die Vorinstanz auf rechtsgenüglich vorhandene Daten abgestützt habe (B-act. 21 Kap. II Rz. 27), nicht gefolgt werden. Damit hat die Vorinstanz – wie die Beschwerdeführerinnen 1-41 zu Recht rügen – auch ihre Untersuchungspflicht verletzt und den Sachverhalt u n- genügend abgeklärt. Zwar haben auch physioswiss und tarifsuisse ihre Substantiierungs- und Mitwirkungspflichten nicht (vollständig) erfüllt. Da die Vorinstanz aber davon abgesehen hat, von den Parteien konkretere Mitwirkungshandlungen zu verlangen, kann ihnen dies vorliegend nicht zum Nachteil gereichen, und ist der angefochtene Regierungsratsb e- schluss (auch) wegen ungenügender Klärung des Sachverhalts aufzuh e- ben. 5.8 Darauf hinzuweisen bleibt, dass die von den Beschwerdegegnerinnen in der Beschwerdeantwort (B -act. 21 Kap. II Rz. 41) angerufenen Übe r- gangsbestimmungen der Änderung des KVG vom 20. Dezember 2006 (Pflegetarife) zwar die Möglichkeit der teuerungsbedingten Anpassung der Rahmentarife durch das Departement für Leistungen der Kranke n- pflege zu Hause, ambulant oder im Pflegeheim vorsehen, jedoch nicht ersichtlich ist, inwiefern diese Bestimmungen für die vorliegend intere s- sierende Festsetzung eines Einzelleistungstarifs für in freier Praxis prakti- zierende Physiotherapeuten einschlägig wären, und die Beschwerdege g- nerinnen auch nicht behaupten, das KVG enthalte zur vorliegend intere s- sierenden Frage eine positivrechtliche (Übergangs -) Regelung. Auf diese Rüge und die zitierten Entscheide der Regierungsräte der Kantone GR, SO und AG ist daher nicht weiter einzugehen. 5.9 Damit erweist sich der angefochtene Beschluss des Regierungsrates des Kantons Thurgau in mehrfacher Hinsicht als bundesrechtswidrig. Bei diesem Ergebnis ist nicht weiter zu prüfen, ob die Vorinstanz in ihrer Be- rechnung des Modelltaxpunktwertes zu Unrecht einen Abzug von 7.9% wegen Verschiebungen im Leistungsindex vorgenommen habe (B-act. 21 Kap. II Rz. 28 und 90 ff.). Ebenso wenig ist zu prüfen, ob der angefocht e-C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 33 ne Entscheid die Wirtschaftsfreiheit der Physio therapeuten verletze, wie die Beschwerdegegnerinnen rügen (B-act. 21 Kap. II Rz. 96). 6. 6.1 Damit bleibt festzuhalten, dass dem Tariffestsetzungsentscheid des Regierungsrates des Kantons Thurgau vom 2. April 2013 keine gültige Ta- rifstruktur zugrunde liegt und s ich der Beschluss in mehrfacher Hinsicht als bundesrechtswidrig erweist, weshalb er aufzuheben ist. Bei diesem Ergebnis kann offengelassen werden, ob die als Beschwe r- degegnerinnen Nr. 58, 62, 83, 102 rubrizierten Personen passivlegitimiert sind, wie die B eschwerdeführerinnen 1-41 mit Eingabe vom 18. Februar 2014 geltend gemacht haben (B -act. 39), und ob der angefochtene En t- scheid das Rechtsgleichheitsgebot verletze (B-act. 1 Rz. 35). 6.2 Mit Erlass des vorliegenden Urteils fallen die Verfahrensanträge der tarifsuisse-Gruppe und der Beschwerdegegnerinnen auf Sistierung des Verfahrens bis zur Genehmigung der kantonalen Taxpunktwertvereinb a- rung wegen Gegenstandslosigkeit dahin. Auch erübrigt sich damit das von den Beschwerdeführerinnen 1 -41 geforderte Einholen einer G e- richtsexpertise (B-act. 1 Rz. 28). 6.3 6.3.1 Mit dem Erlass des Endentscheides in der Hauptsache fallen die für die Dauer des Verfahrens angeordneten vorsorglichen Mass nahmen oh- ne Weiteres dahin. Soweit das mit den Massnahmen provisorische Ang e- ordnete ni cht mit dem Endzustand übereinstimmt, müssen die Folgen grundsätzlich rückabgewickelt werden (vgl. Urteil C -5543/2008 E. 10 m.w.H.). 6.3.2 Mit dem vorliegenden Urteil wird die angefochtene Verfügung voll - umfänglich aufgehoben. Damit entfällt die aufschiebende Wirkung der Beschwerde und die provisorische Festsetzung des Taxpunktwerts ab 1. Januar 2013 (vgl. B-act. 16). 7. Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und die Parteientschäd i- gung. 7.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Den C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 34 (im Hauptantrag) obsiegenden Beschwerdeführerinnen 1 -41 und 44 -56 werden daher keine Verfahrenskosten auferlegt. Auf die Auferlegung von Verfahrenskosten an die Beschwerdeführerinnen 42 und 43 wird verzichtet (Art. 5 Bst. a des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der von den Beschwerdeführerinnen 1 -43 und 44 -56 geleistete Koste n- vorschuss von je Fr. 4‘000. - wird ihnen auf ein von ihnen je zu bezeic h- nendes Konto zurückerstattet. Den Beschwerdegegnerinnen sind infolge überwiegenden Unterliegens (s. dazu E. 7.2) Verfahrenskosten von Fr. 4‘000.- aufzuerlegen. Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 erster Halbsatz VwVG). 7.2 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist den mit ihrem Haupta n- trag obsiegenden Beschwerdeführerinnen 1-41 eine Parteientschädigung zulasten der Beschwerdegegnerinnen zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei. In Anbetracht des Umfangs der Beschwerdeschrift und der Schlussbeme r- kungen sowie der eingereichten Unterlagen erscheint eine Entschädigung von Fr. 6'000.- inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer als angemessen. Keine Parteientschädigung ist den Beschwerdeführerinnen 44 -56 zuz u- sprechen (vgl. Art. 9 Abs. 2 VGKE), zumal keine Entschädigung geschu l- det ist, wenn der Vertreter oder die Vertreteri n in einem Arbeitsverhältnis zur Partei steht und nicht ersichtlich ist, dass den Beschwerdeführerinnen notwendige Kosten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG entstanden sind (vgl. Urteil des BVGer C-5550/2010 vom 6. Juli 2012 E. 24.2). Solche Kosten sind vorliegend auch nicht geltend gemacht worden. Den zum Beschwerdeverfahren zugelassenen Beschwerdegegnerinnen ist aufgrund ihres mehrheitlichen Unterliegens (Unterliegen im Haupta n- trag, überwiegendes Unterliegen in der materiellen Begründung des Hauptantrags, O bsiegen im Eventualantrag) eine reduzierte Parteien t- schädigung zuzusprechen. Die Beschwerdegegnerinnen haben mit Ko s- tennote vom 28. Mai 2014 einen Aufwand von rund 113 Stunden à C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 35 Fr. 280.-, Total Fr. 34‘195.40, geltend gemacht (B -act. 50 Beilage 44). Dieser Aufwand ist aufgrund dessen, dass die Stellungnahmen wei t- schweifige Ausführungen zu meist bundesrechtswidrigen Positionen en t- halten, auf einen als notwendig zu erachtenden Aufwand von rund einem Drittel zu reduzieren und entsprechend dem mehrheitlichen Un terliegen auf pauschal Fr. 4'000. - festzusetzen, je hälftig zu Lasten der Beschwe r- deführerinnen 1-43 und 44-56. Der Betrag von Fr. 2‘000. - ist mit der den Beschwerdeführerinnen 1 -41 zulasten der Beschwerdegegnerinnen zustehenden Parteientschädigung von Fr. 6‘000.- zu verrechnen, womit jenen eine Parteientschädigung von Fr. 4‘000.- zulasten der Beschwerdegegnerinnen verbleibt. Die restlichen Fr. 2‘000.- sind den Beschwerdegegnerinnen zulasten der Beschwerd e- führerinnen 44-56 zuzusprechen. 8. Das vorliegende Ur teil bringt eine Änderung des angefochtenen B e- schlusses mit sich, weshalb der Regierungsrat anzuweisen ist, die Ziffer 2 des Dispositivs im kantonalen Amtsblatt zu veröffentlichen. 9. Die Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Bu n- desgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Ve r- bindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist gemäss Art. 83 Bst. r des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, S R 173.110) unzuläs- sig. Das vorliegende Urteil ist somit endgültig. C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 36 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die Beschwerden der Beschwerdeführerinnen 42 und 43 wird nicht eingetreten. 2. Die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen 1 -41 vom 1. Mai 2 013 wird vollständig gutgeheissen, die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen 44-56 vom 2. Mai 2013 wird teilweise gutgeheissen. Der angefochtene Beschluss vom 2. April 2013 wird aufgehoben. 3. Den Beschwerdeführerinnen 1 -43 und 44 -56 werden keine Verfahren s- kosten auferlegt. Den Beschwerdegegnerinnen werden Verfahrenskosten von Fr. 4‘000. - auferlegt. Den Beschwerdeführerinnen 1 -43 und 44 -56 wird der geleistete Kostenvorschuss von je Fr. 4‘000. - auf ein von ihnen zu bezeichnendes Konto zurückerstattet. 4. Den Be schwerdeführerinnen 1 -41 wird eine Parteientschädigung von Fr. 4‘000.- zulasten der Beschwerdegegnerinnen (Fr. 6‘000. -, unter Ve r- rechnung der Parteientschädigung gemäss Dispositivziffer 5) zugespr o- chen. 5. Den zum Verfahren zugelassenen Beschwerdegegnerinnen wird eine re- duzierte Parteientschädigung von Fr. 2'000. - zulasten der Beschwerd e- führerinnen 1 -43, jedoch unter Verrechnung mit der letzteren zustehe n- den Parteientschädigung (Dispositivziffer 4), sowie eine reduzierte Partei- entschädigung von Fr. 2'000.- zulasten der Beschwerdeführerinnen 44-56 zugesprochen. 6. Der Regierungsrat des Kantons Thurgau wird angewiesen, die Ziffer 2 des Dispositivs im kantonalen Amtsblatt zu veröffentlichen. C-2461/2013, C-2468/2013 Seite 37 7. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerinnen 1-43 (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular Rückerstattung) – die Beschwerdeführerinnen 44 -56 (Gerichtsurkunde; Beilagen: Formular Rückerstattung, Eingabe von Rechtsanwalt Augustin vom 14. Juli 2014 inkl. Beilage [in Kopie]) – die Beschwerdegegner innen (Gerichtsurkunde; Beilagen: Einzahlungsschein, Eingabe von Rechtsanwalt Augustin vom 14. Juli 2014 inkl. Beilage [in Kopie]) – die Vorinstanz (Ref-Nr. RRB 244/2013; Gerichtsurkunde; Beilage: Eingabe von Rechtsanwalt Augustin vom 14. Juli 2014 inkl. Beilage [in Kopie]) – das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) – die Eidgenössische Preisüberwachung (A-Post) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Beat Weber Daniel Golta Versand: