<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">5C.45/2003 /bie </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 4. März 2003 </div> <div class="para">II. Zivilabteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Raselli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Hohl, Bundesrichter Marazzi, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Füllemann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">A.________, Berufungsklägerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para">C.________, </div> <div class="para">Berufungsbeklagte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Persönlicher Verkehr mit dem Kind, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Berufung gegen den Entscheid vom 10. Dezember 2002 </div> <div class="para">des Kantonsgerichts St. Gallen (II. Zivilkammer). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht hat nach Einsicht </div> <div class="para">in die als eidgenössische Berufung entgegengenommene Eingabe gegen den Entscheid vom 10. Dezember 2002 des Kantonsgerichts St. Gallen, das (auf kantonale Berufung der Beiständin C.________ hin) der Berufungsklägerin den Anspruch auf persönlichen Verkehr mit ihrer 1988 geborenen, seit 1990 bei Pflegeeltern aufgewachsenen Tochter B.________ wegen wichtiger Gründe (<span class="artref">Art. 274 Abs. 2 ZGB</span>) verweigert hat, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Erwägung, </div> <div class="para">dass das Kantonsgericht (u.a. nach Anhörung von Mutter und Tochter und gestützt auf ein kinderpsychiatrisches Gutachten) erwog, der Tochter sei die Wiederaufnahme der persönlichen Beziehungen zur Mutter nicht zuzumuten, weil die Tochter eine starke emotionale Bindung zu den als psychologische Eltern betrachteten Pflegeeltern habe und nichts mehr mit der Mutter zu tun haben wolle, welcher Wille in Anbetracht des Alters der Tochter und des gespannten Verhältnisses zwischen den Pflegeeltern und der Mutter zu respektieren sei, zumal die 1993 erfolgte Entführung der Tochter durch die Berufungsklägerin nach Brasilien und ihre Rückverbringung zu den Pflegeeltern in die Schweiz für die Tochter ein einschneidendes, traumatisierendes Erlebnis gewesen sei, welches sie jahrelang habe Angst gegenüber ihrer Mutter empfinden lassen, </div> <div class="para">dass die Zulässigkeit der eidgenössischen Berufung eine Darlegung darüber voraussetzt, welche Bundesrechtssätze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt sein sollen (<span class="artref">Art. 55 Abs. 1 lit. c OG</span>), </div> <div class="para">dass mit anderen Worten in der Berufung auf die Begründung des kantonalen Urteils einzugehen und im Einzelnen zu zeigen ist, welche Vorschriften und warum sie von der Vorinstanz verletzt worden sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=15.02.2003&amp;to_date=06.03.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-II-745%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page745">BGE 116 II 745</a> E. 3), </div> <div class="para">dass die vorliegende Berufung keine Begründung enthält, </div> <div class="para">dass sich die Berufungsklägerin vielmehr darauf beschränkt, auf eine (bei einer kantonalen Instanz eingereichte) Eingabe vom 2. Oktober 2001 zu verweisen, </div> <div class="para">dass indessen die Berufungsschrift selbst die von <span class="artref">Art. 55 Abs. 1 lit. c OG</span> vorausgesetzte Begründung zu enthalten hat, weshalb es nicht genügt, auf kantonale Eingaben zu verweisen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=15.02.2003&amp;to_date=06.03.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-II-92%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page92">BGE 116 II 92</a> E. 2), </div> <div class="para">dass sich im Übrigen die Vorbringen in der erwähnten Eingabe vom 2. Oktober 2001 in Tatsachenbehauptungen erschöpfen, die in den Feststellungen des Kantonsgerichts keine Stütze finden und daher im Berufungsverfahren ohnehin unzulässig wären (Art. 55 Abs. 1 lit. c, 63 Abs. 2 OG), </div> <div class="para">dass somit auf die Berufung nicht einzutreten ist, </div> <div class="para">dass die Berufungsklägerin kostenpflichtig wird (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>), </div> <div class="para">dass abschliessend festgehalten werden kann, dass es durchaus bundesrechtskonform ist, dem Willen einer 14-jährigen Tochter beim Entscheid über den persönlichen Verkehr mit der Mutter entscheidende Bedeutung beizumessen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=15.02.2003&amp;to_date=06.03.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-III-219%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page219">BGE 126 III 219</a> E. 2b), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span> erkannt: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Auf die Berufung wird nicht eingetreten. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird der Berufungsklägerin auferlegt. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen (II. Zivilkammer) schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 4. März 2003 </div> <div class="para">Im Namen der II. Zivilabteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>