<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">301</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>60</b></span> <span class="ft2"><b>Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit; Bilanzberichtigung; Ein-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>bringung Geschäftsaktiven (§ 27 Abs. 1 StG; § 48 StG)</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Die Einbringung von Geschäftsaktiven zu einem übersetzten Wert</b></span><br/> <span class="ft2"><b>führt zu einer Bilanzberichtigung und nicht zu einer Aufrechnung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>zum Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit.</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">24. September 2009 in Sachen J.Sch., 3-RV.2007.13.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft7">8.</span><br/> <span class="ft7">8.1.</span><br/> <span class="ft7">Die Rekurrentin hat per 1. Januar 2003 ein Klavier für</span><br/> <span class="ft7">CHF 15'000.00 und Büromobiliar von CHF 3'000.00 eingebucht. Per</span><br/> <span class="ft7">31. Dezember 2003, nach der Aktivierung von im Jahr 2003 erwor-</span><br/> <span class="ft7">benen Gegenständen, erfolgten Abschreibungen von 30 % bzw. 25 %</span><br/> <span class="ft7">auf dem Buchwert.</span><br/> <span class="ft7">Die Steuerkommission Z. führt aus, dass es sich einerseits um</span><br/> <span class="ft7">Gegenstände einer privaten Wohnungseinrichtung handle, anderer-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">302</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">seits um ein bereits 1989 gekauftes Klavier. Der Buchwert würde da-</span><br/> <span class="ft7">her nur noch CHF 1.00 betragen. Die ebenfalls aktivierten Kosten für</span><br/> <span class="ft7">Notenmaterial, Fachbücher und CDs seien im Jahr der Anschaffung</span><br/> <span class="ft7">als Aufwand geltend zu machen, und nicht zu aktivieren. Die Wert-</span><br/> <span class="ft7">haltigkeit der CHF 18'000.00 sei daher nicht nachgewiesen. Die</span><br/> <span class="ft7">übersetzte Einbringung von Aktiven werde im Jahr der Einbilanzie-</span><br/> <span class="ft7">rung aufgerechnet. Entsprechend rechnete die Steuerkommission Z.</span><br/> <span class="ft7">CHF 18'000.00 auf und anerkannte auf der anderen Seite die Ab-</span><br/> <span class="ft7">schreibungen.</span><br/> <span class="ft7">Die Rekurrentin bestätigt, dass die Aktiven zu einem übersetz-</span><br/> <span class="ft7">ten Wert eingebracht worden sind. Um diesen Fehler zu korrigieren,</span><br/> <span class="ft7">seien die Aktivierungen per 1. Januar 2003 zu stornieren und ledig-</span><br/> <span class="ft7">lich die darauf erfolgten Abschreibungen aufzurechnen.</span><br/> <span class="ft7">Das Kantonale Steueramt ist der Ansicht, die Aktivierung des</span><br/> <span class="ft7">Klaviers mit CHF 10'000.00 sei, da die Rekurrentin das Klavier ge-</span><br/> <span class="ft7">schenkt bekommen habe, erfolgswirksam vorzunehmen. Eine Stor-</span><br/> <span class="ft7">nierung der Aktivierung sei als Bilanzänderung nicht mehr möglich.</span><br/> <span class="ft7">Dagegen sei beim Büromaterial davon auszugehen, dass die Kosten</span><br/> <span class="ft7">in den Vorjahren als Aufwand verbucht worden seien. Die Aktivie-</span><br/> <span class="ft7">rung sei daher zu korrigieren und ebenso die Aufrechnung. Damit</span><br/> <span class="ft7">betrage die Aufrechnung neu CHF 10'000.00.</span><br/> <span class="ft7">8.2.</span><br/> <span class="ft7">8.2.1.</span><br/> <span class="ft7">Wenn eine steuerpflichtige Person Bücher führt, ist steuerrecht-</span><br/> <span class="ft7">lich auf ihre Buchhaltung abzustellen, sofern sie formell und ma-</span><br/> <span class="ft7">teriell einwandfrei ist (AGVE 1996 S. 231, mit Hinweisen; RGE</span><br/> <span class="ft7">vom 21. Juni 2007 in Sachen M.M.). Korrekturen sind nur erlaubt,</span><br/> <span class="ft7">wenn sie sich auf handels- oder steuerrechtliche Vorschriften ab-</span><br/> <span class="ft7">stützen. Umgekehrt ist auch der Steuerpflichtige an seine Buchhal-</span><br/> <span class="ft7">tung gebunden.</span><br/> <span class="ft7">8.2.2. - 8.2.4.</span><br/> <span class="ft7">(Theoretische Ausführungen zu Bilanzkorrekturen; vgl. dazu</span><br/> <span class="ft7">AGVE 1997 S. 206 ff.)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">303</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">8.3.</span><br/> <span class="ft7">Die bei der ordnungsgemässen Buchführung zu beachtenden</span><br/> <span class="ft7">handelsrechtlichen Vorschriften ergeben sich insbesondere aus</span><br/> <span class="ft7">Art. 957 ff. OR.</span><br/> <span class="ft7">Schon das allgemeine Buchführungsrecht hält fest, dass in der</span><br/> <span class="ft7">Bilanz alle Aktiven höchstens nach dem Wert anzusetzen sind, der</span><br/> <span class="ft7">ihnen im Zeitpunkt, auf welchen die Bilanz errichtet wird, für das</span><br/> <span class="ft7">Geschäft zukommt (Art. 960 Abs. 2 OR). Das allgemeine Vor-</span><br/> <span class="ft7">sichtsprinzip wird durch das Imparitätsprinzip ergänzt und präzisiert.</span><br/> <span class="ft7">Danach dürfen Gewinne nur dann ausgewiesen werden, wenn sie</span><br/> <span class="ft7">effektiv realisiert worden sind (Realisationsprinzip), während</span><br/> <span class="ft7">umgekehrt Verluste bilanzmässig zu berücksichtigen sind, sobald sie</span><br/> <span class="ft7">(genügend klar) befürchtet werden müssen, auch vor ihrer Realisie-</span><br/> <span class="ft7">rung (zum Ganzen: VGE vom 24. Februar 2005 in Sachen F. + A.C.</span><br/> <span class="ft7">[BE.2004.00107]).</span><br/> <span class="ft7">8.4.</span><br/> <span class="ft7">Es ist unbestritten, dass die Aktivierung des Büromaterials per</span><br/> <span class="ft7">1. Januar 2003 handelsrechtswidrig und damit zu korrigieren war.</span><br/> <span class="ft7">Entgegen der Ansicht des Kantonalen Steueramtes, aber mit der</span><br/> <span class="ft7">Steuerkommission Z. und der Rekurrentin ist jedoch offensichtlich</span><br/> <span class="ft7">auch die Aktivierung des Klaviers, das die Eltern der Rekurrentin im</span><br/> <span class="ft7">Jahr 1989 für CHF 8'235.00 gekauft haben, mit einem Wert von</span><br/> <span class="ft7">CHF 10'000.00 übersetzt. Die Rekurrentin beantragt, die Aktivierung</span><br/> <span class="ft7">sei zu stornieren, und anerkennt damit, dass dem Klavier im Jahr</span><br/> <span class="ft7">2003 kein Wert mehr zukam. Es ist kein Grund ersichtlich, davon ab-</span><br/> <span class="ft7">zuweichen.</span><br/> <span class="ft7">Die Steuerkommission Z. hat jedoch zu Unrecht den Betrag</span><br/> <span class="ft7">zum Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit hinzugerechnet</span><br/> <span class="ft7">und die Buchwerte anerkannt. Korrekterweise ist aber eine Bilanzbe-</span><br/> <span class="ft7">richtigung vorzunehmen und der Eröffnungswert per 1. Januar 2003</span><br/> <span class="ft7">des Kontos 1400 auf CHF 0.00 herabzusetzen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>