<h2>SubmittedText<h2><p>In letzter Zeit zirkulierten Gerüchte über Pläne für eine zweite Eisenbahntunnelröhre am Lötschberg. Dies erstaunt mich doch sehr, vor allem angesichts der Kosten, die ein solches Projekt verursachen würde. Angesichts der Tatsache, dass der Bund finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, scheint mir der Ruf nach einer zweiten Röhre zumindest verfrüht. Schliesslich wissen wir noch nichts über die Wirkung und den Auslastungsgrad der ersten Röhre. Auch das Argument der Befürworter, der Zeitpunkt sei richtig, weil die nötigen Maschinen und Anlagen jetzt gerade dort stehen, kann nicht überzeugen.</p><p>Ich möchte den Bundesrat deshalb bitten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Erwägt der Bundesrat tatsächlich, den Bau einer zweiten Eisenbahntunnelröhre am Lötschberg in Angriff zu nehmen?</p><p>2. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass ein solches Vorhaben wegen der Unsicherheit über seine Notwendigkeit und wegen seiner Kosten zurzeit nicht opportun ist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Sommer 2002 hat die BLS AlpTransit AG dem Bundesamt für Verkehr (BAV) einen Antrag für einen vorgezogenen Rohbau der Weströhre des Lötschberg-Basistunnels zwischen Frutigen und Mitholz gestellt. Er beruht auf einem kostengünstigen Angebot (rund 100 Millionen Franken) der mit dem Tunnelvortrieb ab Mitholz beauftragten Arbeitsgemeinschaft. Diese Zusatzarbeiten könnten nach Angaben der BLS AlpTransit AG dank mehr als halbjährigem Vorsprung auf das ursprüngliche Bauprogramm ohne Verzögerung für das Gesamtterminprogramm erledigt werden. Dabei geht es nur um den Ausbruch und nicht um die bahntechnische Ausrüstung des Tunnelabschnitts. Die BLS AlpTransit AG macht überdies geltend, dass mit diesen Zusatzinvestitionen, dank einheitlichem Rettungskonzept von Frutigen bis Ferden und verkürzten Evakuationszeiten, das Sicherheitsniveau erhöht werden könne.</p><p>In seiner Antwort vom 6. November 2002 an die BLS AlpTransit AG lehnt das BAV den Antrag aus rechtlicher, finanztechnischer und politischer Sicht ab. Die Fragen, ob das Anliegen mit den bestehenden gesetzlichen Grundlagen zu vereinbaren ist, inwiefern es politisch ausgewogen gegenüber anderen Begehren ist und ob der Ausbau betrieblich notwendig ist, wurden durchwegs negativ eingeschätzt. Mit dem zum Fluchtweg ausgebauten Sondierstollen Kandertal ist die zentrale Sicherheitsanforderung eines unabhängigen Tunnels als Rettungsröhre auch im Tunnelabschnitt Mitholz-Frutigen ausreichend erfüllt. Der Lötschberg konnte sich nur dank der Etappierungslösung in der ersten Realisierungsphase der Neat halten; ein allfälliger Weiterausbau wäre daher im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens zu beschliessen.</p>  Antwort des Bundesrates.