JAAC68.73 Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 3. Dezember 2003 in Sachen X AG [SRK 2002-080] Taxe sur la valeur ajoutée. Tenue des livres comptables. Estimation. Déduction de l’impôt préalable. Droit transitoire. - Même lorsqu’il n’a qu’une faible circulation d’argent liquide, l’assujetti doit tenir au moins un livre de caisse en ordre (consid. 2b). La comptabilité doit contenir les montants bruts. Ainsi, en cas d’affaires impliquant une compensation, les valeurs entières de la prestation de l’assujetti et de celle de l’autre partie doivent figurer dans les comptes et être imposées (consid. 4d). - Même en présence d’une comptabilité irréprochable, une taxation par estimation peut s’avérer nécessaire lorsque les résultats des comptes diffèrent de manière significative des valeurs d’expérience (consid. 2b). - Les conditions formelles de la déduction de l’impôt préalable sont réglées à l’art. 28 al. 1 OTVA de manière exhaustive. L’AFC ne peut donc pas exiger en plus que l’affaire ait été dûment déclarée par l’autre partie (consid. 4e.bb). - Les dispositions transitoires de la LTVA n’excluent pas expressément l’application immédiate du nouveau droit de procédure. Par conséquent, celui-ci est applicable immédiatement aux procédures intertemporelles (consid. 5a). Mehrwertsteuer. Führung der Geschäftsbücher. Schätzung. Vorsteuerabzug. Übergangsrecht. - Selbst bei geringem Barverkehr ist der Steuerpflichtige zur Führung zumindest eines ordentlichen Kassabuches verpflichtet (E. 2b). Die Buchhaltung ist als Bruttorechnung zu führen. Bei 1Verrechnungsgeschäften ist daher der volle Wert der eigenen Leistung sowie der volle Wert der Gegenleistung zu verbuchen und zu versteuern (E. 4d). - Selbst eine formell einwandfreie Buchführung kann die Durchführung einer Schätzung erfordern, wenn die in den Büchern enthaltenen Geschäftsergebnisse von den Erfahrungszahlen erheblich abweichen (E. 2b). - Die formellen Voraussetzungen für die Zulassung des Vorsteuerabzuges sind in Art. 28 Abs. 1 MWSTV abschliessend geregelt. Die ESTV darf demnach nicht zusätzlich verlangen, dass der Geschäftsvorfall durch den Geschäftspartner ordnungsgemäss versteuert wurde (E. 4e.bb). - Das Übergangsrecht des MWSTG schliesst die sofortige Anwendbarkeit des neuen Verfahrensrechts nicht ausdrücklich aus. Es ist folglich für intertemporale Verfahren von dessen sofortiger Anwendbarkeit auszugehen (E. 5a). Imposta sul valore aggiunto. Tenuta dei libri contabili. Stima. Deduzione dell’imposta precedente. Diritto transitorio. - Anche in caso di scarsa circolazione di denaro liquido, il contribuente è obbligato a tenere almeno un libro di cassa ordinato (consid. 2b). La contabilità deve contenere gli importi lordi. In caso di compensazioni è quindi necessario registrare e dichiarare all’autorità fiscale il valore pieno della propria prestazione e il valore pieno della contro-prestazione (consid. 4d). - Anche una contabilità formalmente corretta può richiedere una stima, se i risultati d’esercizio contenuti nei libri contabili sono considerevolmente diversi dai valori usuali risultanti dall’esperienza (consid. 2b). - Le condizioni formali per l’ammissione della deduzione dell’imposta precedente sono regolate in modo esaustivo dall’art. 28 cpv. 1 OIVA. L’AFC non può quindi chiedere che l’affare sia dichiarato anche dal partner contrattuale (consid. 4e.bb). - Il diritto transitorio della LIVA non esclude in modo esplicito l’applicazione immediata del nuovo diritto procedurale. Occorre quindi considerare che questo sia immediatamente applicabile per procedure intertemporali (consid. 5a). ZusammenfassungdesSachverhalts: A. DieXAGistseitdem1.Januar1995gemässArt.17derVerordnungüber dieMehrwertsteuervom22.Juni1994(MWSTV;AS 1994 1464)indemvon derEidgenössischenSteuerverwaltung,HauptabteilungMehrwertsteuer 2(imFolgenden: ESTV),geführtenRegisterderMehrwertsteuerpflichtigen eingetragen. GemässEintragindasHandelsregisterdesKantonsZbezweckt dieGesellschaftdenHandelmitAutomaten,derenZubehörundanderen Gegenständen. DieGesellschaftkannsichanandernUnternehmungen beteiligensowieGrundstückeerwerbenundveräussern. ImMai2000führtedieESTVimGeschäftsbetriebderXAGgemässArt.50 MWSTVeineKontrollebetreffenddieSteuerperioden1.Quartal1995bis 4.Quartal1999(Zeitraumvom1.Januar1995biszum31.Dezember1999) durch. DabeistelltedieVerwaltung-nebenanderenBeanstandungen -fest,dassdieGeschäftsbücherdengesetzlichenAnforderungennicht entsprachen. InsbesonderewurdekeinKassabuchgeführt,Einnahmen wurdenmitAusgabenverrechnetundeswarennichtfüralleEingängeauf demBankkontoBelegevorhanden. GestütztaufdasErgebnisdieserKontrolle machtedieESTVbeiderGesellschaftfürdiegenanntenSteuerperioden mitErgänzungsabrechnung(EA)vom18.Mai2000eineNachbelastungvon insgesamtFr.127’476.-Mehrwertsteuerzuzüglich5%Verzugszinsab30.April 1998(mittlererVerfall)geltend. MitdenSchreibenvom21. und28.August2000reichtedieXAGanlässlich derKontrollefehlendeAusfuhrbelegesowieBestätigungenvonLieferanten zwecksnachträglicherErmöglichungdesVorsteuerabzugs(Formular1310) beiderVerwaltungein. DaraufhinstelltedieESTVderGesellschaftam 1.September2000dieGutschrift(GS)imBetragvon(gerundet)Fr.44’796.- aus. B. MitEntscheid(imSinnevonArt.51MWSTV)vom8.September2000 bestätigtedieESTVdieweiterhinoffeneMehrwertsteuerforderung vonFr.82’680.-(Fr.127’476.-./. Fr.44’796.-)nebstVerzugszins. Mitden Schreibenvom22. und26.September2000bemängeltedieXAGdieerteilten GutschriftenundreichtederVerwaltungweitere-anlässlichderKontrolle fehlende-Exportnachweiseein. DieESTVnahmmitderGSvom27.September 2000sowiederGSvom29.September2000dieentsprechendenBerichtigung imUmfangvonFr.1’028.-bzw. Fr.1’402.-vor. GegendenEntscheidvom8.September2000erhobdieXAGmitEingabe vom5.Oktober2000beiderESTVEinspracheundbeantragtesinngemäss, derangefochteneEntscheidseiaufzuhebenbzw. ihreineNachfristvon30 TagenzurBegründungderEinspracheanzusetzen. NachAnsetzungeiner dreitägigenNachfristzurBegründungderBeschwerdereichtedieGesellschaft am27.Oktober2000dieergänzteEinsprachebeiderVerwaltungein. C. MitEinspracheentscheidvom21.Mai2002wiesdieESTVdieEinsprache abundsetztedievonderXAGfürdieSteuerperioden1.Quartal1995bis 4.Quartal1999(Zeitraumvom1.Januar1995biszum31.Dezember1999) nochzuentrichtendeMehrwertsteueraufFr.72’898.15(zuzüglichVerzugszins) fest. DieseroffeneMehrwertsteuerbetragerrechnetesichausdemgemäss Entscheidvom8.September2000geschuldetenBetrag(Fr.82’680.-)abzüglich dieGutschriften(totalFr.2’430.-)sowieabzüglichdesbereitsinRechtskraft erwachsenenTeilbetragesvonFr.7’351.85,dadieZiff.2c(Fr.26.85),2d (Fr.31.40),3a(Fr.97.60)und4(Fr.7’196.-)desEntscheidsvom8.September 2000vonderGesellschaftnichtmehrangefochtenwordensind. 3ZurBegründunghieltdieESTVimWesentlichenfest,dieGeschäftsbücher derXAGhättengravierendeMängelaufgewiesen,beispielsweiseseien dieRücknahmenvongebrauchtenSpielgeräten(Automaten)teilweise nichtverbuchtworden. DieEinnahmenausdemOperatinggeschäftseien mitdenStandplatzmietenverrechnetwordenunddieGesellschafthabe lediglichdenDifferenzbetragverbucht. InsbesondereseidurchdieXAG keinKassabuchgeführtwordenundnichtfürjedenEingangaufdem BankkontowäreeinBelegvorhandengewesen. DieKreditorenfakturen seienzumZeitpunktderKontrollenichtvollständigvorhandengewesen undhättendieFormerfordernissezurVornahmedesVorsteuerabzuges nurteilweiseerfüllt. Dazukomme,dassBeträgeaufdenBelegenteilweise nichtmitdemBuchungsbetragübereingestimmthättenunddieGesellschaft habeeinenungewöhnlichtiefenBruttogewinnausgewiesen. Wegendieser BuchführungsmängelhabedieVerwaltungeineErmessenseinschätzungder unverbuchtenUmsätzevornehmenmüssen. FürdieunverbuchtenUmsätze habedieESTVpauschalFr.10’000.-proJahranMehrwertsteueraufgerechnet, mithintotalFr.50’000.-fürdieJahre1995bis1999. DadieXAGimfraglichen ZeitraumjährlicheUmsätzeineinerGrössenordnungvondurchschnittlich Fr.3Millionenerzielthabe,seidervonderVerwaltunggeltendgemachte Betragangemessen. DerEinwandderGesellschaft,derKonkurrenzdruck seiinderSpielautomatenbranchederartgross,dassnurvergleichsweise geringeRenditenerzieltwerdenkönnten,seinichtnachgewiesenworden. Die BuchhaltungderXAGhabezahlreicheMängelaufgewiesen,sodassdieESTV zudieserUmsatzschätzungberechtigtundverpflichtetgewesenwäre. DienachträglicheBestätigung(Formular1310)derFirmaRAGhabevonder ESTVnichtanerkanntwerdenkönnen,dajenesUnternehmenerstseitdem 1.Januar1996mehrwertsteuerpflichtigsei,sodassfüreinenGeschäftsvorgang ausdemJahr1995keineVorsteuernberücksichtigtwerdenkönnten. Für dieRücknahmenimJahr1998seigemässSchreibenderFirmaRAGvom 10.Juli2000keineMehrwertsteuerabgerechnetworden;daherkönnedie XAGihrerseitsauchkeineVorsteuerninAnrechnungbringen. DieFirma HhabeentgegendenAngabenaufdemFormular1310dieentsprechende Mehrwertsteuerniebezahlt,sodassausdiesemGrundkeineAnrechnungder VorsteuerzuGunstenderXAGhabevorgenommenwerdenkönnen. D. MitEingabevom21.Juni2002bzw. Verbesserungvom9.Juli2002erhebt dieXAG(Beschwerdeführerin)gegendenEinspracheentscheidderESTVvom 21.Mai2002BeschwerdeandieEidgenössischeSteuerrekurskommission (SRK).Siebeantragtsinngemäss,derangefochteneEinspracheentscheid seiaufzuheben. ZurBegründungbringtsieinsbesonderevor,die VoraussetzungenfüreineUmsatzschätzungdurchdieVerwaltung seiennichtvorgelegen. Esseifestzustellen,dassderinderBuchhaltung derBeschwerdeführerinausgewiesenenBruttogewinnderinder AutomatenbranchegegebenenKonkurrenzsituationentsprochenhabe. DieRevisionseidurchdieESTVnichtmitdernotwendigenSorgfaltund Gewissenhaftigkeitvorgenommenworden,dieseseideshalbnochmals vorzunehmen. AufgrundderEinreichungvonBelegen(diverseFormulare 1310)seiendieVorsteuernausderRücknahmevonGerätenanzuerkennen. E. InihrerVernehmlassungvom16.September2002beantragtdieESTV diekostenpflichtigeAbweisungderBeschwerde. ZurBegründungdieses AntrageshältdieVerwaltungimWesentlichenfest,dieBuchhaltungder 4BeschwerdeführerinhabezahlreicheundgravierendeMängelaufgewiesen. AusdiesenGründenhabedieserBuchhaltungdieBeweiskraftabgesprochen werdenmüssen,eineUmsatzschätzungseivonderESTVzwingend vorzunehmengewesen. DieBeschwerdeführerinhabeindenJahren 1995bis1999einenBruttogewinnzwischen11%und21%ausgewiesen. VergleichbareFirmeninderRegionhättenindenselbenJahrendeutlich höhereGewinneerwirtschaftet. VoneinerKonjunkturflautewärenauch dieKonkurrenzunternehmenindemselbenUmfangbetroffengewesen. Bei denvonderESTVangesprochenenVerrechnungsgeschäftenhabeessichum VerkäufevonSpielautomatengehandelt,beiwelchenvomVerkaufspreis derWertderzurückgenommenenGerätevonderBeschwerdeführerin direktinAbzuggebrachtundlediglichderNettopreisverbuchtworden sei. BeiVerrechnungsgeschäftenseinachAnsichtderVerwaltungder volleWertdereigenenLeistungsowiedervolleWertderGegenleistung zuverbuchen;dervonderGesellschaftdeklarierteUmsatzseimithin umdenWertderRücknahmenzutiefausgefallen. DerNachweisfür steuerminderndeTatsachenobliegederBeschwerdeführerin,daherkönnten Vorsteuern,fürwelchekeingenügenderBelegvorliege,nichtzumAbzug zugelassenwerden. DievonderGesellschaftbezüglichderFirmenRAG bzw. HeingereichtenFormulare1310könntenvonderESTVnichtanerkannt werden. BezüglichderFirmaRAGkönnedieRücknahmeeinesSpielgerätes ausdemJahr1995nichtmitderMehrwertsteuerbelastetgewesensein,da jenesUnternehmenimJahre1995nichtmehrwertsteuerpflichtiggewesensei. EntgegenderBestätigungderFirmaHseidieRücknahmeeinesSpielgerätes nichtordnungsgemässbesteuertworden,jenesUnternehmenhabedie entsprechendeMehrwertsteuerniebezahlt. InbeidenFällenseiendaherdie formellenAnforderungenandieRechnungsstellungfürdenVorsteuerabzug nichterfüllt. AusdenErwägungen: 1. a. (Formelles) b. GemässArt.8Abs.1derÜbergangsbestimmungen(UeB)deralten BundesverfassungderSchweizerischenEidgenossenschaftvom29.Mai 1874,inKraftbiszum31.Dezember1999(aBV [6])bzw. Art.196Ziff.14 Abs.1der(neuen)Bundesverfassungvom18.April1999(BV,SR101)erlässt derBundesratdieAusführungsbestimmungenbiszumInkrafttreten einesMehrwertsteuergesetzes. AufgrunddessenerliessderBundesrat dieMehrwertsteuerverordnung. Am2.September1999beschlossdie BundesversammlungdasBundesgesetzüberdieMehrwertsteuer(MWSTG, SR641.20). Diesesistam1.Januar2001inKraftgetreten(Beschlussdes Bundesratesvom29.März2000,AS 2000 1346),worausfolgt,dassdie Mehrwertsteuerverordnungaufgehobenwurde. IndessenbleibennachArt.93 Abs.1MWSTGdieaufgehobenenBestimmungen,unterVorbehaltvonArt.94 MWSTG,weiterhinaufallewährendderenGeltungsdauereingetretenen TatsachenundentstandenenRechtsverhältnisseanwendbar. Vorliegend kommtArt.94MWSTGnichtzurAnwendung. DiehierinFragestehende 5SteuerforderungbetrifftUmsätze,welcheindenJahren1995bis1999getätigt wordensind. SomitfindendieBestimmungenderMehrwertsteuerverordnung aufdenvorliegendzubeurteilendenSachverhaltweiterhinAnwendung. c. DieSRKkanndenangefochtenenEntscheidgrundsätzlichinvollem Umfangüberprüfen. DerBeschwerdeführerkannnebenderVerletzungvon Bundesrecht(Art.49Bst.adesBundesgesetzesüberdasVerwaltungsverfahren vom20.Dezember1968[VwVG],SR172.021)undderunrichtigenoder unvollständigenFeststellungdesrechtserheblichenSachverhaltes (Art.49Bst.bVwVG)auchdieRügederUnangemessenheiterheben (Art.49Bst.cVwVG).AlsausserhalbderVerwaltungsorganisationund Behördenhierarchiestehendes,vonderrichterlichenUnabhängigkeit bestimmtesVerwaltungsgerichterachtetesdieSRKdennochals geboten,sichbeiderÜberprüfungvonErmessensveranlagungeneine gewisseZurückhaltungaufzuerlegen,soweitdieZweckmässigkeit derEntscheidunginFragesteht,welcherechtlichnichtfassbarist, sondernvielmehreineAngelegenheitderSachkundeundvonderen praktischerAnwendungdarstellt. InAnbetrachtdesCharaktersderSRK alsFachinstanzgehtdieKognitionseingrenzungaberetwasweniger weitalsbeimBundesgericht(vgl. EntscheidderSRKvom25.August 1998,veröffentlichtin VPB63.27 E.5c/bbmitHinweisen;Archivfür SchweizerischesAbgaberecht[ASA]61S.819;sieheauch Hans Gerber, DieSteuerschätzung[VeranlagungnachErmessen],inSteuerRevue1980, S.298). FreierPrüfungunterliegtimÜbrigendieEinhaltungderbeider VornahmeeinerErmessensveranlagungzubeachtendenmateriellrechtlichen Grundsätze(ASA54S.220,43S.241). Rechtsfrageistinsbesondere,wann dieVoraussetzungeneinerErmessensveranlagungerfülltsind( Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege,2.Aufl.,Bern1983,S.280,mitHinweisenauf dieRechtsprechung). 2.a. DieVeranlagungundEntrichtungderMehrwertsteuererfolgtnachdem Selbstveranlagungsprinzip(Art.37f. MWSTV;vgl. Ernst Blumenstein/Peter Locher,SystemdesSteuerrechts,6.Aufl.,Zürich2002,S.421ff.). Diesbedeutet, dassderSteuerpflichtigeselbstundunaufgefordertüberseineUmsätze undVorsteuernabzurechnenundinnerhalbvon60TagennachAblaufder AbrechnungsperiodedengeschuldetenMehrwertsteuerbetrag(Steuervom UmsatzabzüglichVorsteuern)andieESTVabzuliefernhat. DieESTVermittelt dieHöhedesgeschuldetenMehrwertsteuerbetragesnurdannanStelledes Steuerpflichtigen,wenndieserseinenPflichtennichtnachkommt(vgl. Alois Camenzind/Niklaus Honauer,HandbuchzurneuenMehrwertsteuer,S.267f. Rz.994ff.). DerSteuerpflichtigehatseineMehrwertsteuerforderungselbst festzustellen;eristalleinfürdievollständigeundrichtigeVersteuerung seinersteuerbarenUmsätzeundfürdiekorrekteErmittlungderVorsteuer verantwortlich(vgl. KommentardesEidgenössischenFinanzdepartementes zurVerordnungüberdieMehrwertsteuervom22.Juni1994[Kommentar EFD],S.38). EinVerstossdesMehrwertsteuerpflichtigengegendiesen GrundsatzistnachwiederholtgeäusserterAnsichtderSRKalsschwerwiegend anzusehen,daderSteuerpflichtigedurchdasMissachtendieserVorschriftdie ordnungsgemässeErhebungderMehrwertsteuerunddamitdasSteuersystem 6alssolchesgefährdet(vgl. dieEntscheidederSRKvom25.August1998, veröffentlichtin VPB63.27 E.3asowievom2.Oktober1997,veröffentlicht inVPB62.46 E.3c). b. DieVorschriftenderMehrwertsteuerverordnungüberdieBuchführung (Art.47MWSTV)undüberdieErmessenseinschätzung(Art.48MWSTV) stützensichdirektaufArt.8Abs.1UeBaBV.DieseVerfassungsnormbegründet mangelsweitererVorgabeneinensehrweitenGestaltungsspielraumdes VerordnungsgebersmitBezugaufdieErmessenseinschätzung(vgl. Entscheid derSRKvom11.Juli1996inSachenT.AG[SRK1995-023],E.4b). Gemäss Art.47Abs.1MWSTVhatderSteuerpflichtigeseineGeschäftsbücher ordnungsgemässzuführenundsoeinzurichten,dasssichausihnendie fürdieFeststellungderSteuerpflichtsowiefürdieBerechnungderSteuer undderabziehbarenVorsteuernmassgebendenTatsachenleichtund zuverlässigermittelnlassen. DieESTVkannhierübernähereBestimmungen aufstellen. VondieserBefugnishatsiemitdemErlassderWegleitung fürMehrwertsteuerpflichtige(inersterAuflageerschienenimHerbst 1994;imFrühling1997alsWegleitung1997fürMehrwertsteuerpflichtige neuherausgegeben[7];imFolgenden: Wegleitung)Gebrauchgemacht. InderWegleitungsindgenauereAngabenenthalten,wieeinederartige Buchhaltungauszugestaltenist(Rz.870ff.;vgl. auchRz.878ff. derimSommer 2000erschienenenundabdem1.Januar2001,dasheisstdemDatumdes InkrafttretensdesMehrwertsteuergesetzes,gültigenWegleitung2001zur Mehrwertsteuer[8]). AlleGeschäftsfällemüssenfortlaufend,chronologisch undlückenlosaufgezeichnetwerden(Rz.874derWegleitung)undalle EintragungenhabensichaufentsprechendeBelegezustützen(vgl. auch dievonderESTV-nochunterderGeltungdesWarenumsatzsteuerrechts-in ZusammenarbeitmitdemBundesamtfürJustizherausgegebenenRichtlinien fürdieOrdnungsmässigkeitdesRechnungswesens[Richtlinien],Ziff.115), sodassdieeinzelnenGeschäftsvorfällevonderEintragungindieHilfs-und GrundbücherbiszurSteuerabrechnungundbiszumJahresabschlusssowie umgekehrtleichtundgenauverfolgtwerdenkönnen(«Prüfspur»;vgl. Rz.879 derWegleitungbzw. Ziff.133derRichtlinien). DasBundesgerichthat(unter demWarenumsatzsteuerrecht)entschieden,dassderSteuerpflichtigeselbst beigeringemBarverkehrzurFührungzumindest eineseinfachenordentlichen Kassabuchesverpflichtetist. Eristzwarnichtgehalten,kaufmännischeBücher imSinnedesHandelsrechtszuführen;dieBüchermüssendieerzielten UmsätzejedochlückenloserfassenunddieentsprechendenBelegesind aufzuheben(ASA63S.236E.2a;55S.574E.2c). NachArt.48MWSTVnimmtdieESTVeineSchätzungnachpflichtgemässem Ermessenvor,wennkeineodernurunvollständigeAufzeichnungen vorliegenoderdieausgewiesenenErgebnissemitdemwirklichen Sachverhaltoffensichtlichnichtübereinstimmen. EineSchätzungmuss insbesondereauchdannerfolgen,wenndieVerstössegegendieformellen Buchhaltungsregelnderartgravierendsind,dasssiediematerielle RichtigkeitderBuchhaltungsergebnisseinFragestellen(vgl. zumRecht derWarenumsatzsteuer: BGE105Ib182 ff. mitweiterenHinweisen,ASA61 S.819E.3a;61S.532f. E.2b;59S.563E.1). Selbsteineformelleinwandfreie BuchführungkanndieDurchführungeinerSchätzungerfordern,wenndie indenBüchernenthaltenenGeschäftsergebnissevondenErfahrungszahlen wesentlichabweichen(ASA58S.383E.2b,mitweiterenHinweisen;42S.407 7E.2c,mitHinweisen;35S.479E.2). DabeihatdieVerwaltungdiejenige Schätzungsmethodezuwählen,diedenindividuellenVerhältnissenim BetriebdesSteuerpflichtigensoweitalsmöglichRechnungträgt,auf plausiblenAngabenberuhtundderenErgebnisderwirklichenSituation möglichstnahekommt(ASA61S.819E.3a,52S.238E.4). InBetrachtfallen einerseitsMethoden,dieaufeineErgänzungoderRekonstruktionder ungenügendenBuchhaltunghinauslaufen,andererseitsUmsatzschätzungen aufgrundunbestrittener(Teil-)RechnungsergebnisseinVerbindungmit Erfahrungssätzen(ASA63S.239,52S.239E.4). DieseRechtsprechungbetreffenddieWarenumsatzsteuerhatdieESTV fürihrePraxisbeimVollzugderMehrwertsteuerübernommen(vgl. EntscheidderSRKvom25.August1998,veröffentlichtin VPB63.27 E.4b). SinddieVoraussetzungeneinerErmessenstaxationerfüllt,obliegtes demSteuerpflichtigen,denBeweisfürdieUnrichtigkeitderSchätzungzu erbringen(vgl. betreffenddieWarenumsatzsteuer: ASA61S.819E.3a;58 S.384E.3b;UrteildesBundesgerichtesvom12.November1998inSachen E.AG[2A.55/1998],E.4,6bund6c,jemitweiterenHinweisen;betreffend Mehrwertsteuer: EntscheidderSRKvom29.Oktober1999inSachen H.[SRK1998-102undSRK1998-103],E.5,bestätigtdurchEntscheiddes Bundesgerichtsvom21.Juni2000[2A.580/1999]). Dabeihatersichmitden ElementendervorgenommenenErmessenstaxationimEinzelnenzubefassen undaufzuzeigen,dassundinwieferndieSchätzungnichtaufhaltbaren Grundlagenberuht(UrteildesBundesgerichtsvom12.November1998in SachenE.G.AG,E.A.AGundf. [2A.55/1998],E.8). c. ImRahmeneinerErmessenstaxationistesnachderRechtsprechungdes Bundesgerichtszulässig,dassdieESTVeinePrüfungderVerhältnissewährend einesTeilsderKontrollperiodevornimmtundinderFolgedasErgebnisauf dengesamtenkontrolliertenZeitraumumlegtbzw. hochrechnet,vorausgesetzt diemassgebendenVerhältnisseimeingehendkontrolliertenZeitabschnitt sindähnlichwieindergesamtenKontrollperiode(UrteildesBundesgerichts vom1.November2000inSachenR.AG[2A.148/2000],E.5b,betreffenddie Warenumsatzsteuer). 3.a. DerVorsteuerabzugnachArt.29ff. MWSTVisteinwesentliches ElementderschweizerischenMehrwertsteuer,welchevonihremSystem heralsNettoallphasensteuerausgestaltetist. Erstütztsichdirektaufdie Bundesverfassungundermöglichtes,dassderUnternehmernurseinen effektiven«Mehrwert»zuversteuernhat. Praktischfunktioniertder Vorsteuerabzugso,dassderMehrwertsteuerpflichtige-beigegebenen (insbesondereformellen)Voraussetzungen-vonderSteueraufseinem Ausgangsumsatz(=Ausgangsumsatzsteuer)diejenigenSteuernabziehendarf, welcheihmvonseinenLieferantenundAuftragnehmernüberwälztwurden (Vorsteuer). DamitreduziertdieVorsteuerseineZahllastgegenüberderESTV. DerVorsteuerabzugistdasGegenstückzurAusgangsumsatzsteuer. Beide BereichesinddeshalbauseinanderzuhaltenundesistdieMehrwertsteuer aufdemAusgangsumsatzvonderVorsteuergetrenntzuermitteln(vgl. Camenzind/Honauer,a.a.O.,S.237ff. Rz.866ff.). DamiteinVorsteuerabzuggeltendgemachtwerdenkann,istgrundsätzlich vorausgesetzt,dassdiebezogeneLieferungoderDienstleistungfürZwecke gemässArt.29Abs.2Bst.a-dMWSTVverwendetwird(vgl. auch Stephan 8Kuhn/Peter Spinnler,Mehrwertsteuer,Muri/Bern1994,S.100). Verwendetder MehrwertsteuerpflichtigeGegenständeoderDienstleistungenfürsteuerbare Ausgangsleistungen,sokannerinseinerMehrwertsteuerabrechnungdieihm vonanderenMehrwertsteuerpflichtigenmitdenAngabennachArt.28MWSTV inRechnunggestellteMehrwertsteuerfürLieferungenundDienstleistungen abziehen(Art.29Abs.1und2MWSTV;EntscheidderSRKvom9.Juli2002in SachenA.AG[SRK2001-175],E.3a). DieDurchführungdesVorsteuerabzugs verlangtinsbesondereaufderSeitederVerwaltungnachBelegen,dieeine rasche,einfacheundeffizienteKontrollederSelbstveranlagungzulassen undMissbräucheausschliessen. DahersiehtArt.29Abs.1Bst.aMWSTV vor,dasszumVorsteuerabzugnurberechtigtist,werdiegeltendgemachten BeträgemitBelegennachArt.28Abs.1MWSTVnachweisenkann. Demnach musseinMehrwertsteuerpflichtiger,umdieihmvoneinemanderen MehrwertsteuerpflichtigeninRechnunggestellteMehrwertsteuervonseiner Ausgangsumsatzsteuerabziehenzudürfen,Belegebeibringenkönnen,welche denNamen,dieAdresseunddieMehrwertsteuernummerdesLieferers (Art.28Abs.1Bst.aMWSTV),denNamenunddieAdressedesEmpfängers (Bst.b)sowieDatumoderZeitraumderLieferungoderDienstleistung enthalten(Bst.c). FernermüssenaufdiesenBelegenArt,Gegenstandund UmfangderLieferungoderDienstleistungumschriebensein(Bst.d)sowiedas hierfürzubezahlendeEntgelt(Bst.e)undderdaraufgeschuldeteSteuerbetrag bzw. fürdenFall,dassdasEntgeltdieSteuereinschliesst,derSteuersatz(Bst.f) angegebenwerden. DieSRKhaterkannt,dasseinegenaueAnwendungdieser eherformellenAnordnungendurchdieESTVimInteresseeinergerechtenund missbrauchsfreienErhebungderMehrwertsteuerliegt(vgl. Entscheideder SRKvom21.Januar2003inSachenM.AG[SRK2002-040],E.3,25.März2002, veröffentlichtin VPB66.97 E.4bundvom15.Oktober1999,veröffentlicht inVPB64.47 E.4). ErfüllendievorgewiesenenBelegedievorgesehenen Bedingungennicht,mussdieVerwaltungdenVorsteuerabzuggrundsätzlich verweigern(vgl. EntscheidderSRKvom17.Januar2001,veröffentlichtin VPB 65.84E.4d in fine;EntscheidderSRKvom25.März2002,a.a.O.,E.4d/aa). b. DaessichbeidenVorsteuernumsteuerminderndeTatsachenhandelt, obliegtderformgerechteBeweis(vgl. Art.29Abs.1Bst.ainVerbindung mitArt.28Abs.1MWSTV)fürderenVorliegendemSteuerpflichtigen (Blumenstein/Locher,a.a.O.,S.416). ZwarmussdieESTVdenGrundsatzder NeutralitätderMehrwertsteuerrespektieren. Dieskannindesnurdanngelten, wennderMehrwertsteuerpflichtige seinenausdemSelbstveranlagungsprinzip fliessendenPflichtennachkommt. EsistdemMehrwertsteuerpflichtigenindes unbenommen,sogarnochimRahmeneinerBeschwerdegegeneineSchätzung mittelsBelegendenNachweisfürangefalleneVorsteuernzuerbringen(vgl. EntscheidederSRKvom9.Juli2002,a.a.O.,E.3a,undvom25.März2002, a.a.O.,E.4d/aa). c. DarüberhinausgibtauchdieESTVdenMehrwertsteuerpflichtigendie Möglichkeit,durchdieErbringervonLeistungen,welchediesebezogenhaben, einFormularmitderBezeichnung«BestätigungdesLeistungserbringers andenLeistungsempfängerzwecksnachträglicherErmöglichungdes VorsteuerabzugestrotzformellungenügenderRechnung»(Formular1310) ausfüllenundunterzeichnenzulassen,umsonachträglichdochnochin denGenussdesVorsteuerabzugszukommen. DieBestätigungenmüssenalle inArt.28Abs.1MWSTVgenanntenAngabenenthalten;siemüssenvom 9LeistungserbringerrechtsgültigunterzeichnetwerdenundihreVorlage mussinnerteinerbestimmtenFristerfolgen,derenNichteinhaltungden AusschlussvomVorsteuerabzugsrechtzurFolgehat. DieSRKhaterkannt, dasssichdiesePraxisderESTVinsgesamtalssachgerechtundmitden verfassungsrechtlichenVorgabendurchausvereinbarerweist,zumalsieder WahrungdesGrundsatzesderSteuerneutralitätdient(vgl. EntscheidderSRK vom22.August2003inSachenG.AG[SRK2002-138],E.3cundvom25.März 2002,a.a.O.,E.4d/bb). 4.a. ImvorliegendenFallistzuuntersuchen,obdievonder BeschwerdeführeringeführteBuchhaltungderESTVzutreffend Anlassgab,diesenichtanzuerkennenundeineSchätzungdesvonder MehrwertsteuerpflichtigentatsächlicherzieltenUmsatzesvorzunehmen. Fallsdaraufzuerkennenist,dassdieVerwaltungzutreffendeine Umsatzschätzungvorgenommenhat,istdieHöhedesvonderESTV gefordertenMehrwertsteuerbetrageszukontrollieren. b. DievonderBeschwerdeführeringeführteBuchhaltungweistzahlreiche Mängelaufundistlückenhaft. SowurdevonderGesellschaftkeinKassabuch geführt,obwohldieBeschwerdeführerinzudessenFührungverpflichtet gewesenist. DieKreditorenfakturenwarenzumZeitpunktderKontrollenicht vollständigvorhandenundhabendieFormerfordernissezurVornahmedes Vorsteuerabzugesnurteilweiseerfüllt. TeilweisehabendieBeträgeaufden BelegenmitdembetreffendenBuchhaltungsbetragnichtübereingestimmt. Dazukommt,dassnichtfürjedenEingangaufdemBankkontoeinBeleg vorhandenwar. EinnahmenausdemOperatinggeschäftwurdenmit denStandplatzmietenverrechnetundeswurdevonderGesellschaft lediglichderDifferenzbetragverbucht. DieRücknahmenvongebrauchten Spielgeräten(Automaten)sindteilweisenichtverbuchtwordenbzw. wurden Verrechnungenvorgenommen. FürdenInspektorderESTVwaresunter diesenUmständennichtmöglich,eineklareÜbersichtüberdieAkonto-, Teil-undRestzahlungenzugewinnen. AngesichtsdieserTatsachenwardie PrüfspurnichtohneZeitverlustnachvollziehbar. DieVerstösse,diedieBeschwerdeführeringegendieformellen Buchhaltungsvorschriftenzuverantwortenhat,sindderartgravierend,dass diematerielleRichtigkeitderBuchhaltungsergebnissevonderVerwaltung zutreffendalsnichtgegebenangesehenwerdenmusste. Esistdaher offensichtlich,dassdieESTVunterdiesenUmständendazuberechtigtund verpflichtetwar,dieBuchhaltungderGesellschaftabzulehnenunddievon derMehrwertsteuerpflichtigenerzieltenUmsätzeimWegeeinerSchätzungzu ermitteln. WiedieESTVimangefochtenenEinspracheentscheidvom21.Mai2002und inderVernehmlassungvom16.September2002fürdieSRKnachvollziehbar darlegt,hatdieBeschwerdeführerininihrenBüchernimVergleichzuanderen UnternehmenderselbenBranche-gemässdenvonderVerwaltungermittelten Erfahrungswerten-einemarkanteAbweichunghinsichtlichdeserzielten Bruttogewinnszuvertreten. WährenddieMehrwertsteuerpflichtigeinden Jahren1995bis1999einenBruttogewinnzwischen11%und21%erzielthat, habenandereBetriebe,dieebenfallsindieserRegionindemselbenZeitraum tätigwaren,Bruttogewinnezwischen22%und50%aufwiesen. DieESTV machtzutreffendgeltend,diesemarkantenUnterschiedekönntennichtaus 10denindividuellenVerhältnissendesBetriebesderMehrwertsteuerpflichtigen erklärtwerden;voneinerKonjunkturflautewärenandereBetriebeineiner vergleichbarenSituationindemselbenUmfangbetroffengewesen. DenvonderMehrwertsteuerpflichtigengeführtenAufzeichnungen musstedaherauchausdiesemGrunddieVerwaltungdieGlaubwürdigkeit absprechen,dadieAbweichungenvondenErfahrungszahlenderBranche alswesentlichzubezeichnensind. BereitsdieseAbweichungenallein habenjedenfallsdieESTVdazuberechtigt,dietatsächlichdurchdie BeschwerdeführerinerzieltenUmsatzbzw. diedaraufentfallende MehrwertsteuerdurcheineSchätzungzuermitteln. c.aa. DieESTVhatfürdieseSchätzungeineSchätzungsmethodegewählt,in dersiefürdieJahre1995bis1999fürdieunverbuchtenUmsätzepauschal Fr.10’000.-proJahr(totalFr.50’000.-)anMehrwertsteueraufgerechnethat. DasichdieVerwaltungaufihrebisherigenErfahrungenbzw. Erfahrungswerte indenBetriebenandererMehrwertsteuerpflichtigerausdergleichenbzw. von ähnlichenBranchenabstützenkonnte,sinddieGrundlagenderSchätzung alsrealistischanzusehen. DieVoraussetzungenfüreineErmessenstaxation warenerfülltunddievonderESTVdabeigewählteVorgehensweisebzw. SchätzungsmethodeistdurchdieSRKnichtzubeanstanden. bb. SinddieVoraussetzungeneinerErmessenstaxationerfüllt,obliegt esderMehrwertsteuerpflichtigen,denBeweisfürdieUnrichtigkeit derSchätzungdurchdieVerwaltungzuerbringen. Siehatsichmitden ElementendervorgenommenenErmessenstaxationimEinzelnenzu befassenundaufzuzeigen,dassundinwieferndieSchätzungnichtauf haltbarenGrundlagenberuht. DieSRKauferlegtsichbeiderÜberprüfungvon Ermessensveranlagungen-wiebereitserwähnt-einegewisseZurückhaltung, soweitdieZweckmässigkeitderEntscheidunginFragesteht,welcherechtlich nichtfassbarist,sondernvielmehreineAngelegenheitderSachkundeundvon derenpraktischerAnwendungdarstellt. DieBeschwerdeführerinhatsichnunaberinderBeschwerdevom21.Juni 2002nichtmitderSchätzungderESTVimEinzelnenauseinandergesetzt. ObwohleineausführlicheBegründungerforderlichist,diesicheingehendmit derHöhederMehrwertsteuerforderungauseinandersetztunddieSchätzung derVerwaltungwiderlegt(vgl. auchASA46S.455E.2,33S.283E.3),hatsich dieGesellschaftdaraufbeschränkt,vorderSRKdamitzuargumentieren,der KonkurrenzdruckinderRegionseisehrstark,ohnediesnäherzubelegen. DenvonderMehrwertsteuerpflichtigenangestelltennurallgemeingehaltenen ÜberlegungenübererzielbareBruttogewinneistdaherjeglicheBeweiskraft abzusprechenunddiesekönnendievonderESTVvorgenommeneSchätzung nichtwiderlegen. WenndieVerwaltungfürdenfraglichenZeitraumdie MethodeeinerpauschalenAufrechnungproKalenderjahrgewählthat,so istdiesvonderSRKnichtzubeanstanden. d. DieBeschwerdeführerinmachtweitergeltend,siehabedieMöglichkeit, Verrechnungsgeschäftenettozuverbuchenundesseidahernicht gerechtfertigt,wennihrdieESTVdieMehrwertsteuerfür«unverbuchte Warenverkäufe»nachbelaste. BeidenangesprochenenVerrechnungsgeschäftenhandelteessichum VerkäufevonSpielautomaten,beiwelchenvomVerkaufspreisderWert derzurückgenommenenGerätedirektinAbzuggebrachtundlediglich 11derNettopreis(VerkaufspreisneuesSpielgerät./. WertderRücknahme) verbuchtwurde. DieESTVhatinZiff.883derWegleitungpräzisiert,dassdie BuchhaltungalsBruttorechnungzuführenist. BeiVerrechnungsgeschäften istdaherdervolleWertdereigenenLeistungsowiedervolleWertder Gegenleistungzuverbuchenundzuversteuern(vgl. Ziff.924derWegleitung). Dazukommt,dassindenRechnungendasEntgeltfürdieLieferungoder DienstleistungsowiederaufdasEntgeltentfallendeMehrwertsteuerbetrag angeführtseinmüssen(vgl. Ziff.763ff. derWegleitung). Durchdie vonderBeschwerdeführeringewählteNettoverbuchungistbeider MehrwertsteuerpflichtigenderUmsatzumdenWertderzurückgenommenen Spielautomatenzutiefausgefallen. AnlässlichderKontrolleermitteltedieESTVindenMonatenJanuar1995bis September1995sowieJuli1998bisDezember1998denWertderRücknahmen undsetztedieseninsVerhältniszumverbuchtenUmsatzausWarenverkäufen indemselbenZeitraum. DensoermitteltenProzentsatzvon8,37%wendetedie VerwaltungzurKalkulationdesFehlbetragesdergesamtenKontrollperiodean. DieESTVhatfürdieseSchätzungeineSchätzungsmethodegewählt,in dersieineinemerstenSchrittausgewählteTeilperiodenimEinzelnen überprüftundineinemzweitenSchrittdassoermittelteErgebnis(Prozentsatz derunverbuchtenUmsätze)aufdengesamtenzuprüfendenZeitraum umgelegthat. DieseSchätzungsmethodederESTVistdurchdieSRK nichtzubeanstanden(vgl. UrteildesBundesgerichtsvom26.Juli1999 [2A.380/1997]E.1c;vgl. auch Pascal Mollard,TVAettaxationparestimation, veröffentlichtinASA69511ff.,insbesondere552). Dazukommt,dasssichdie BeschwerdeführerininderBeschwerdevom21.Juni2002auchindiesem PunktnichtmitderSchätzungderESTVimEinzelnenauseinandergesetzt hat. Siehatsichdaraufbeschränkt,dievonderESTVgewählteMethode allgemeinzubestreiten(vgl. UrteildesBundesgerichtsvom25.Juni2001[2A. 441/2000]E.3c). SinddieVoraussetzungenfürdieErmessenstaxationerfüllt, obliegtesderMehrwertsteuerpflichtigen,denBeweisfürdieUnrichtigkeit dervonderVerwaltungvorgenommenenSchätzungzuerbringen. Dieser VerpflichtungistdieBeschwerdeführerinnichtnachgekommen. Die VerwaltunghatderGesellschaftmitdemFormular1310dieMöglichkeit geboten,BestätigungenderLeistungserbringer(zwecksnachträglicher ErmöglichungdesVorsteuerabzugstrotzformellungenügenderRechnung) einzuholen. DieBeschwerdeführerinmachtedavonteilweiseGebrauch, weshalbihrvonderVerwaltungmitderGSvom1.September2000undder GSvom27.September2000fürjeneGeschäfte,beidenensiedieformellen Voraussetzungennachweisenkonnte,derdaraufentfallendeTeilder Mehrwertsteuernachforderunggutgeschriebenwerdenkonnte. e. DarüberhinauswilldieBeschwerdeführerin-gemässdenvonihrbeider VerwaltungeingereichtenFormularen1310-beizweiGeschäftsfällen(RAG undH)nachträglichdenVorsteuerabzugfürzurückgenommeneSpielgeräte geltendmachen. aa. DieRAGwarimJahre1995nichtmehrwertsteuerpflichtig(vgl. das SchreibenjenerGesellschaftvom10.Juli2000). AusdiesemGrundkanndieim Jahre1995erfolgteRücknahmeeinesSpielgerätsnichtmitderMehrwertsteuer belastetgewesensein,sodassfürdieBeschwerdeführerinkeinRechtauf denVorsteuerabzugbesteht. ZuerinnernistdieBeschwerdeführerinan 12denUmstand,dasseineAnrechnungderVorsteuernurdannerfolgenkann, wennderLeistungserbringerfürdieMehrwertsteuerausdembetreffenden Geschäftsfallmehrwertsteuerpflichtigist. BeidiesemGeschäftsfallliegen daherdieVoraussetzungenfürdieGewährungdesVorsteuerabzugesnicht vor. bb. BezüglichdesGeschäftsfallesFirmaHistauszuführen,dassdasFormular 1310keinenanderenFormalismusverlangt,alsdiesimGesetzvorgesehen ist. SoweitdieESTVannimmt,dassbestimmteformelleVoraussetzungen, dieinArt.28Abs.1MWSTVvorgesehensind,wesentlichsindundandere wiederumnicht,sogehtdieVerwaltungdurchdieseToleranzbisandie GrenzedesihrzustehendenErmessens(vgl. EntscheidderSRKvom25.März 2002,a.a.O.,E.4). WenndieVerwaltungformelleAnforderungenandie ZulässigkeitdesVorsteuerabzugesstellt(ordnungsgemässeVersteuerung desGeschäftsvorfallesdurchdieFirmaH),dieüberdieBestimmungenvon Art.28Abs.1MWSTVhinausgehen,sokannderArgumentationderESTVin diesemPunktnichtgefolgtwerden. MitanderenWortenkanndieVerwaltung dievomGesetzgebervorgegebenenformellenVoraussetzungenfürdie ZulassungzumVorsteuerabzugnichtdurchanderebzw. weitergehende vonihrvorgeschriebeneformelleVoraussetzungenersetzen,dienichtdurch denWortlautdergesetzlichenBestimmunggedecktsind(vgl. Entscheidder SRKvom8.September2003inSachenC.[SRK2001-189]E.3e). IncasuistdieNotwendigkeitdesErfordernissesderordnungsgemässen VersteuerungdesGeschäftsvorfallesdurchdenGeschäftspartnerder Beschwerdeführerin,derFirmaH,ein-zusätzliches-Element,dasnicht vonderBestimmungvonArt.28Abs.1MWSTVgedecktist. Diesevonder VerwaltunggefordertezusätzlicheVoraussetzungwürdevorsehen,dassauf einzusätzlichesDokument-nämlichdieordnungsgemässeAbrechnung desGeschäftsfallesdurchdieGeschäftspartneringegenüberderESTV- abgestelltwerdenmüsste,wasjedochunzulässigist. DieseSchlussfolgerung drängtsichauchimHinblickaufdieRechtsprechungdesBundesgerichtes zumÜberwälzbarkeitsprinzipauf(vgl. BGEvom2.Juni2003inSachenf. [2A.320/2002und2A.326/2002]). DieESTVhatdaherdenvonderBeschwerdeführerinbezüglichdes Geschäftsfalles(FirmaH)anbegehrtenVorsteuerabzugzuzulassen. Ausdiesem GrundistderangefochteneEinspracheentscheidindiesemPunktimSinneder ErwägungenaufzuhebenundderESTVzuneuemEntscheidzurückzuweisen. 5. DieBeschwerdeführerinmachtschliesslichsinngemässgeltend,essteheim WiderspruchzuArt.68Abs.1MWSTG,welcherseitEinführungdesMWSTG anwendbarsei,ihrKostenaufzuerlegen. DieihrimangefochtenenEntscheid auferlegtenKostenseienaufjedenFallaufzuheben. a. DasÜbergangsrechtistwiefolgtgeregelt: DieaufgehobenenBestimmungen sowiediedaraufgestützterlassenenVorschriftenbleiben,unterVorbehalt vonArt.94MWSTG,weiterhinaufallewährendderenGeltungsdauer eingetretenenTatsachenundentstandenenRechtsverhältnisseanwendbar (Art.93Abs.1MWSTG).DasneueRechtgiltfürUmsätze,dieabInkrafttreten diesesGesetzesgetätigtwerden,sowiefürEinfuhrenvonGegenständen,die abInkrafttretendiesesGesetzeszurEinfuhrabgefertigtwerden(Art.94Abs.1 MWSTG).StrengnachdemWortlautdieserÜbergangsbestimmungenerscheint esunzulässig,dieKostenfragefürVerfahrenbetreffendUmsätze,dieim 13zeitlichenGeltungsbereichdesaltenRechtsgetätigtwurden,nachneuem Rechtzubeurteilen(vgl. EntscheidderSRKvom17.Januar2003inSachenP. [SRK2002-013]E.5a). NachderbundesgerichtlichenRechtsprechungsindindesneue Verfahrensvorschriftengrundsätzlichsofortanzuwenden,wenndie KontinuitätdesmateriellenRechtsdadurchnichtgefährdetwirdund Übergangsbestimmungennichtausdrücklichetwasanderesvorsehen. Das leuchtenamentlichdannein,wenndasneueRechtdemRechtssuchenden günstigerist( BGE115II101 ;BGE111V47 ;vgl. Alfred Kölz/Isabelle Häner, VerwaltungsverfahrenundVerwaltungsrechtspflegedesBundes,2.Aufl., Zürich1998,S.29Rz.79; René Rhinow/Heinrich Koller/Christina Kiss , ÖffentlichesProzessrechtundJustizverwaltungsrechtdesBundes,Basel1996, S.209Rz.1081f.). DasÜbergangsrechtdesMWSTGschliesstdiesofortigeAnwendbarkeitdes neuenVerfahrensrechtsnichtausdrücklichaus(andersalsetwaArt.81VwVG). EsistfolglichgrundsätzlichvondessensofortigerAnwendbarkeitauszugehen fürintertemporaleVerfahren. b. IncasuhatdieESTVdenerstenEntscheid(8.September2000)imzeitlichen GeltungsbereichdesaltenRechts,denEinspracheentscheid(21.Mai2002)nach InkrafttretendesneuenRechtsgefällt. EsstelltsichsomitdieFrage,obfürdie AnwendbarkeitdesArt.68MWSTGaufdenZeitpunktderFällungdesersten EntscheidesoderaberdesEinspracheentscheidesabzustellenist. DieBeschwerdeführerinhältsinngemässdafür,esseiaufdennachdem 1.Januar2001gefälltenEinspracheentscheidArt.68MWSTG,mithindas neueRecht,anwendbarunddamitdürftenvonihmkeineKostenerhoben werden. DieESTVhältentgegen,dieFrage,obdieVerfahrenskostennach altemoderabernachneuemRechtaufzuerlegenseien,richtesichnachdem ZeitpunktderFällungdeserstenEntscheides. WerdederersteEntscheidvor dem1.Januar2001eröffnet,seidiealteKostenregelunganwendbar,werde ernachdiesemDatumversandt,seidieneueKostenregelunganwendbar. VorliegendenfallsgelangefolglichArt.56MWSTVzurAnwendung,undes seienKostenzuerheben. StelltdieESTVfürdieFragenachdemanwendbarenVerfahrensrechtin übergangsrechtlichenStreitigkeitenaufdenZeitpunktderFällungdesersten Entscheidesab,verletztsiekeinBundesrecht. NachMassgabedesGrundsatzes, dassneueVerfahrensvorschriftensofortanwendbarsind,wendetdie ESTVmitihrennachdem1.Januar2001gefälltenerstenEntscheiden inVerfahren,dieUmsätzeausSteuerperiodenvordem1.Januar2001 betreffen,bereitsArt.68MWSTGan. DieseFällebeurteiltsiefolglichnach denaltenmateriellrechtlichenVorschriften,aber(sofort)nachderneuen Verfahrensvorschrift. WeiterbrauchtdieESTVnichtzugehen. Dennihre PraxisdecktsichmitdemgeltendenÜbergangsrecht,demgemässnurdie währendderGeltungsdauerdesneuenRechtseingetretenenTatsachen undentstandenenRechtsverhältnissenachneuemRechtzubeurteilensind (Art.93Abs.1MWSTG e contrario). DadieESTVmitdemerstenEntscheid einVerfügungsverhältnismitderMehrwertsteuerpflichtigenbegründet,ist folglichgerechtfertigt,aufdieses-nachdem1.Januar2001entstandene- RechtsverhältnisdasneueVerfahrensrechtanzuwenden,auchwenndie SacheselbstnachdenaltenmateriellrechtlichenVorschriftenzubeurteilen 14ist. ErfolgtaberwieimvorliegendenFallnurderEinspracheentscheidnach dem1.Januar2001undistdasRechtsverhältniswährendderGeltungsdauer desaltenRechtsentstanden(mitdemerstenEntscheid),sorichtensichdie VerfahrenskostennachaltemRecht. Diesumsomehr,alsvorliegendenfallsmit derEinsprachevom15.September1999dasEinspracheverfahrenbereitsvor InkrafttretendesneuenRechtseingeleitetwordenist(vgl. EntscheidderSRK vom17.Januar2003inSachenP.[SRK2002-013]E.5b). 6. DemGesagtenzufolgeistdieBeschwerdeimSinnederErwägungen teilweisegutzuheissenundderESTVzuneuemEntscheidzurückzuweisen. (Kosten) [6]ZulesenaufderInternetseitedesBundesamtesfürJustizunter http://www. ofj.admin.ch/etc/medialib/data/staat_buerger/gesetzgebung/bundesverfassung. Par.0006.File.tmp/bv-alt-d.pdf [7]DiealtenTextezurMehrwertsteuerverordnungsindzubeziehenbei derEidgenössischenSteuerverwaltung,HauptabteilungMehrwertsteuer, Schwarz­torstr. 50,CH-3003Bern. [8]ZubeziehenbeimBundesamtfürBautenundLogistik(BBL),Vertrieb Publikationen,CH-3003Bern. 15Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 68.73 - Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 3. Dezember 2003 in Sachen X AG [SRK 2002-080] In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2004 Année Anno Band 68 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 006 632 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.