<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00244</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205416&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00244</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.10.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Baubewilligung für Projektänderung (Liegenschaft in der Erholungszone)<br/><br/>Die Legitimation der Beschwerde führenden Nachbarn ist sowohl für das Beschwerde- als auch für das Rekursverfahren zu bejahen (E. 1). Die konkreten baulichen Massnahmen im zweiten Baugesuch (E. 3.2.2) sind untergeordneter Natur, weshalb von einer Projektä n d e r u n g auszugehen ist. Nur diese Projektänderung bildet Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens (E. 3.3).<br/>Die Erholungszone gemäss PBG gestattet nur eine standortgebundene Wohnnutzung. Der Zonenzweck kann von der Gemeinde nicht anders definiert werden. Die mit der Projektänderung angestrebte nicht standortgebundene Wohnnutzung ist deshalb nicht zonenkonform (E. 4).<br/>Die Bestandesgarantie richtet sich nach dem Bundesrecht (E. 5.1). Die baulichen Massnahmen sind von geringer Bedeutung: Sie wahren die Identität der Baute, führen nicht zu einer Mehrnutzung der Liegenschaft und verlängern nicht deren mutmassliche Bestandesdauer; eine neubauähnliche Umgestaltung liegt nicht vor (E. 5.2).<br/>Abweisung der Beschwerde der Nachbarn.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUBEWILLIGUNG">BAUBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BESTANDESGARANTIE">BESTANDESGARANTIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERHOLUNGSZONE">ERHOLUNGSZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROJEKTÃNDERUNG">PROJEKTÃNDERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMBAU">UMBAU</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZONENKONFORMITÃT">ZONENKONFORMITÃT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 61 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 62 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 357 PBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 24c RPG</span><br/><span class="gerade">Art. 42 RPV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Der Gemeinderat Y bewilligte D und E am 18. August 2003 unter Nebenbestimmungen den Umbau des Wohnhauses Vers.Nr. 01 ("X-Haus") auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 02. Laut Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Y vom 20. MÃ¤rz 1995 (BZO) liegt die Parzelle in der Erholungszone C2 (Sportanlagen). Das Projekt bezweckte im Wesentlichen, die bestehenden Wohngeschosse durch Verlegung der TreppenaufgÃ¤nge und bauliche Ãnderungen bei der Raumaufteilung sinnvoller zu nutzen, den heutigen BedÃ¼rfnissen anzupassen und zu erweitern. Dabei wurden die mutmasslichen Kosten auf rund Fr. 200'000.- geschÃ¤tzt.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>AnlÃ¤sslich einer Zwischenkontrolle stellte die BehÃ¶rde fest, dass die Bauherrschaft von den bewilligten PlÃ¤nen abgewichen war. Nachdem die AusfÃ¼hrungsarbeiten zwischenzeitlich eingestellt und RevisionsplÃ¤ne eingereicht worden waren, stimmte der Gemeinderat der ProjektÃ¤nderung am 9. August 2004 zu.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Hiergegen erhoben die Nachbarn H und A am 9. September 2004 Rekurs bei der Baurekurskommission II und beantragten Aufhebung der angefochtenen Bewilligung. Die Baurekurskommission II wies das Rechtsmittel am 26. April 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 2. Juni 2005 liessen die unterlegenen Rekurrenten gegenÃ¼ber dem Verwaltungsgericht ihren Antrag auf Aufhebung der Baubewilligung erneuern. NÃ¶tigenfalls sei ein Augenschein durchzufÃ¼hren. Ausserdem verlangten sie eine ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission II schloss in ihrer Vernehmlassung vom 14. Juni 2005 auf Abweisung der Beschwerde. Denselben Antrag â unter Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung â liess der Gemeinderat Y am 7. Juli 2005 stellen. E und F stellten dem Verwaltungsgericht am 28. Juli 2005 folgende AntrÃ¤ge:</p> <p class="MsoNormal"><span>"1. Auf die Beschwerde vom 2. Juni 2005 sei nicht einzutreten.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<span> </span></span><span>Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>3.<span> </span></span><span>Eventualiter sei ein Augenschein durchzufÃ¼hren.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>4.<span> </span></span><span>Eventualiter sei festzustellen, dass bauliche Renovationen zulÃ¤ssig sind und keiner baurechtlichen Bewilligung bedÃ¼rfen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span> Dies alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrer."</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer </span><span>zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden sind zur Beschwerdeerhebung berechtigt, nachdem sie mit ihren RekursantrÃ¤gen vor der Vorinstanz unterlegen sind (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 26). Da auch die Ã¼brigen Sachverhaltsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz hat die Rekurslegitimation zu Recht bejaht. Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben nÃ¤mlich im Rekursverfahren jedenfalls sinngemÃ¤ss geltend gemacht, dass die am 9. August 2004 bewilligte ProjektÃ¤nderung den Rahmen der zulÃ¤ssigen Nutzungserweiterungen sprenge (Rekursschrift, insbes. Ziff. 10-12), und damit einen sie treffenden Nachteil ausgewiesen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der massgebliche Sachverhalt ergibt sich mit hinreichender Klarheit aus den bei den Akten liegenden (Plan-)Unterlagen, weshalb sich ein verwaltungsgerichtlicher Augenschein erÃ¼brigt (RB 1995 Nr. 12).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b>Die erste Bewilligung vom 18. August 2003 fÃ¼r den Umbau des "X-Haus" ist mit Bezug auf Dritte in Rechtskraft erwachsen; nur gegen die Bewilligung vom 9. August 2004 haben die Nachbarn Rekurs und Beschwerde erhoben. ZunÃ¤chst ist zu klÃ¤ren, in welchem VerhÃ¤ltnis die beiden Bewilligungen zueinander stehen und ob der Gemeinderat die angefochtene Bewilligung <span>vom 9. August 2004 zu Recht als ProjektÃ¤nderungsbewilligung bezeichnet hat oder ob er richtigerweise ein eigenstÃ¤ndiges Bewilligungsverfahren hÃ¤tte durchfÃ¼hren mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Die 1958/59 als Bauernhaus errichtete Liegenschaft Vers.Nr. 01 "X-Haus" auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 02 besteht aus einem Wohn- und einem Scheunenteil. In der westlichen Ecke der Parzelle steht das StallgebÃ¤ude Vers.Nr. 03. Laut einer am 12. Februar 1960 zugunsten der Politischen Gemeinde Y begrÃ¼ndeten Personaldienstbarkeit verpflichteten sich die jeweiligen EigentÃ¼mer von Kat.Nr. 02, dort keine Wohnbauten zu erstellen: "Von dieser BaubeschrÃ¤nkung ausgenommen ist das bereits erstellte Scheunen-GebÃ¤ude Vers.Nr. 01, in welchem eine Wohnung eingebaut ist, deren Fortbestand gewÃ¤hrleistet bleibt." â Ende der sechziger Jahre wurde die landwirtschaftliche Nutzung aufgegeben und das GebÃ¤ude zum Wohnen verwendet. 1972 wurden eine Tankanlage und eine Zentralheizung eingebaut, 1982 wurde das GebÃ¤ude isoliert, die ehemalige Scheune mit sieben DachflÃ¤chenfenstern versehen, eine CheminÃ©eanlage eingebaut und wurden verschiedene ZwischenbÃ¶den eingezogen.</p> <p class="Erwgung2">Die Baubewilligung vom 18. August 2003 umfasst folgende Vorkehrungen:</p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>Verlegung der Treppe vom Wohnteil in den Scheunenteil im Untergeschoss, Erdgeschoss, 1., 2. und 3. Obergeschoss samt Anpassung der ZwischenwÃ¤nde;</p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>damit verbundene Erweiterung der bisherigen Nutzung um 2.7 m<sup>2</sup> (EG), 9.2 m<sup>2</sup> <br/> (1. OG), 6.7 m<sup>2</sup> (2. OG), 7.5 m<sup>2</sup> (3. OG), insgesamt 26.1 m<sup>2</sup> (infolge weiterer baulicher Massnahmen nimmt die nutzbare FlÃ¤che von 140 m<sup>2</sup> auf 180 m<sup>2</sup> zu);</p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>EG: Verlegung der Tankanlage.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Am 2. Juli 2004 reichte die Bauherrschaft ÃnderungsplÃ¤ne ein, die Folgendes zum Gegenstand hatten:</p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>UG: Einbau einer WÃ¤rmepumpe und eines Wasserspeichers (Ersatz der bisherigen Ãlheizung durch eine WÃ¤rmepumpe);</p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>EG: Verschiebung einer WC-Anlage; Abbruch der bisherigen Ãlheizung;</p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>1. OG: Erweiterung der StÃ¼tzwand bis unter die DachschrÃ¤ge;</p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>2. OG: Erstellung von drei Waschbecken im Gang, einer Dusche im WC-Raum sowie einer Wendeltreppe zum 3. OG;</p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>3. OG: Verschiebung einer Badewanne; Schaffung eines Aufgangs der Wendeltreppe;</p> <p class="Urteilstext">-<span> </span>Dach: Einbau von drei zusÃ¤tzlichen DachflÃ¤chenfenstern.</p> <p class="Urteilstext">Zuvor hatte die Bauherrschaft den Gemeinderat am 17. Mai bzw. am 2. Juni 2004 darum ersucht, die in den bewilligten PlÃ¤nen vom 18. August 2003 angegebene bisherige Nutzung zu korrigieren.</p> <p class="Urteilstext">Am 9. August 2004 genehmigte der Gemeinderat die ÃnderungsplÃ¤ne (Dispositiv Ziffer 1). Sodann nahm er davon Kenntnis, dass die Bauherrschaft die asbesthaltige Dacheindeckung durch eine neue Eternitschiefereindeckung ersetzen werde (Ziffer 2). Ferner hielt er fest, dass die nachgesuchte Korrektur der bisherigen Nutzung spÃ¤ter behandelt werde (Ziffer 3).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Ein bewilligtes Bauprojekt steht der Einreichung eines weiteren Baugesuchs fÃ¼r das gleiche Areal nicht entgegen, wenn der Gesuchsteller ein hinreichendes Interesse daran hat und das Begehren keinem Rechtsmissbrauch gleichkommt. Ob dies als selbstÃ¤ndiges (Alternativ-)Projekt erfolgt oder in Form eines Ãnderungsgesuchs zum bereits bewilligten Projekt (Stammbewilligung), entscheidet in erster Linie die Bauherrschaft (Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 377). Die BaubewilligungsbehÃ¶rde ihrerseits kann unter bestimmten Voraussetzungen die Einreichung eines Ãnderungsgesuchs ablehnen, insbesondere dann, wenn das Bauprojekt in seinen GrundzÃ¼gen wesentlich umgeformt wird. Ein Bauvorhaben ist grundlegend verÃ¤ndert, wenn ein Hauptmerkmal wie Erschliessung, Standort, Ã¤ussere Masse, Geschosszahl, Geschosseinteilung oder Zweckbestimmung verÃ¤ndert werden (vgl. Aldo Zaugg, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern vom 9. Juni 1985, 2. A., Bern 1995, Art. 32 N. 13).</p> <p class="Urteilstext">Die baulichen Vorkehrungen, um deren Bewilligung die Bauherrschaft am 2. Juli 2004 ersucht hat (vorstehend E. 3.2.2), erscheinen trotz ihrer Vielzahl als untergeordnet. Weder Ã¤ndern sie etwas an der Nutzweise oder BewerbungsintensitÃ¤t des GebÃ¤udes noch wird dessen Volumen vergrÃ¶ssert. Unter diesen UmstÃ¤nden hat der Gemeinderat das Gesuch zu Recht als ProjektÃ¤nderung gegenÃ¼ber dem am 18. August 2003 bewilligten Vorhaben behandelt (vgl. hierzu auch VGr, 21. April 2004, VB.2004.00038, www.vgrzh.ch). An dieser Sicht Ã¤ndert nichts, dass die revidierte Eingabe mit namhaften Kosten verbunden ist. Nach Angaben der Bauherrschaft hÃ¤tte das der Stammbewilligung zugrunde liegende Vorhaben rund Fr. 200'000.- gekostet; aufgrund des neuen Projekts ist mit einem Betrag von mutmasslich Fr. 1'350'000.- zu rechnen. Abgesehen davon, dass es sich bei einer solchen SchÃ¤tzung um die ungeprÃ¼fte und auch schwer Ã¼berprÃ¼fbare Annahme eines Gesuchstellers handelt, hat die private Beschwerdegegnerschaft hier glaubhaft angefÃ¼hrt, dass das Nachtragsgesuch neben den zusÃ¤tzlichen Vorkehrungen auch bisher nicht berÃ¼cksichtigte Aufwendungen umfasst.</p> <p class="Urteilstext">Gegenstand des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens bildet somit nur noch die (ProjektÃ¤nderungs-)Bewilligung vom 9. August 2004, in der revidierte PlÃ¤ne vom 25. Juni 2004 zu prÃ¼fen waren (VGr, 21. April 2004, VB.2004.00038). Die ProjektÃ¤nderung umfasst einerseits Abweichungen, welche die Bauherrschaft im Lauf der BauausfÃ¼hrung schon vorgenommen hat, anderseits erst beabsichtigte Vorkehrungen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das BaugrundstÃ¼ck ("Wohnhaus mit Schafstall"; Art. 31 BZO) befindet sich in der Erholungszone C2. In den Erholungszonen sind nach Art. 30 BZO Bauten und Anlagen zulÃ¤ssig, soweit sie dem im Zonenplan bezeichneten Zweck entsprechen. Nach der kantonalrechtlichen Rahmenordnung in §§ 61 f. PBG ist die Erholungszone eine auf standortgebundenes Wohnen beschrÃ¤nkte Bauzone (Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, Rz. 3-18 und 18-13 f.). Die Erholungszone ist somit eine beschrÃ¤nkte Bauzone im Sinn von Art. 18 des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 Ã¼ber die Raumplanung (RPG; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. A., Band I, ZÃ¼rich 1999, N. 294 f.). Die vom PBG zur VerfÃ¼gung gestellten Zonentypen sind abschliessend, weshalb die Gemeinden nicht eigene Typen vorsehen oder ihre Ausgestaltung anders definieren dÃ¼rfen (vgl. Fritzsche/BÃ¶sch, Rz. 3-15 mit Hinweis auf BEZ 1994 Nr. 20; Haller/Karlen, N. 275). Entgegen der Ansicht der Vorinstanz (E. 4c) kann die auf dem GrundstÃ¼ck lastende Grunddienstbarkeit den vorgegebenen Inhalt der Erholungszone nicht umgestalten. Deshalb ist die nicht standortgebundene Wohnnutzung im "X-Haus" nicht zonenkonform.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Beurteilung der Frage der Bestandesgarantie richtet sich mangels ZonenkonformitÃ¤t nach dem Bundesrecht und nicht nach dem kantonalen Recht; § 357 Abs. 3 PBG hatte nach der Revision des Raumplanungsgesetzes vom 20. MÃ¤rz 1998 keine selbstÃ¤ndige Bedeutung mehr (Haller/Karlen, N. 730); die Bestimmung ist denn auch mit der Gesetzesrevision vom 26. August 2002 aufgehoben worden.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Art. 24c RPG in der Fassung vom 20. MÃ¤rz 1998 sind bestimmungsgemÃ¤ss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand geschÃ¼tzt (Abs. 1). Solche Bauten und Anlagen kÃ¶nnen mit Bewilligung der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde erneuert, teilweise geÃ¤ndert, massvoll erweitert oder wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmÃ¤ssig erstellt oder geÃ¤ndert worden sind. In jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vorbehalten (Abs. 2). Art. 42 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber die Raumplanung vom 28. Juni 2000 erklÃ¤rt teilweise Ãnderungen fÃ¼r zulÃ¤ssig, wenn die IdentitÃ¤t der Baute oder Anlage samt ihrer Umgebung in den wesentlichen ZÃ¼gen gewahrt bleibt. Die IdentitÃ¤t ist unter WÃ¼rdigung der gesamten UmstÃ¤nde zu beurteilen (Abs. 3). Miteinzubeziehen sind insbesondere VergrÃ¶sserungen der NutzflÃ¤che, VolumenverÃ¤nderungen, innerhalb des GebÃ¤udes vorgenommene NutzungsÃ¤nderungen und Umbauten, VerÃ¤nderungen des Ã¤usseren Erscheinungsbildes, neue Auswirkungen auf die Nutzungsordnung, die Erschliessung und die Umwelt, aber auch Komfortsteigerungen und Umbaukosten (Peter HÃ¤nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. A., Bern 2002, S. 197).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die Gegenstand der ÃnderungsplÃ¤ne bildenden baulichen Massnahmen sind trotz der Vielzahl einzelner Eingriffe insgesamt von untergeordneter Bedeutung: Die Erschliessung des Einfamilienhauses bleibt gleich; einzig verschiedene Leitungen fÃ¼r Wasser und Abwasser werden ersetzt. Nach den PlÃ¤nen tritt die Ãnderung mit Ausnahme der drei DachflÃ¤chenfenster nach aussen praktisch nicht zutage, weil die Bauherrschaft bei der Ersetzung von schadhaften Fenstern, TÃ¼ren und eines Balkons das bisherige Erscheinungsbild beibehÃ¤lt. Der GebÃ¤udekubus bleibt unverÃ¤ndert; eine andersartige oder Mehrnutzung wird nicht angestrebt. Mit der Einrichtung einer Sauna samt WC in einem bisherigen Arbeitsraum im zweiten Obergeschoss und der Erneuerung von sanitÃ¤ren Anlagen ist keine intensivere Bewerbung verbunden. Die Erneuerung der Ã¤usseren Holzschalungen sowie die Spenglerarbeiten stellen gewÃ¶hnlichen Unterhalt dar. Die Dachsanierung bezweckt vorab die Entfernung von asbesthaltigem Material. Der Ersatz der bisherigen Ãlheizung durch eine WÃ¤rmepumpe, die Erneuerung von einigem Mauerwerk und die Verbesserung der Isolation stellen keine in raumplanungsrechtlicher Hinsicht wesentliche Ãnderungen dar. Auch die Umgebungsgestaltung wird vom Projekt kaum berÃ¼hrt.</p> <p class="Urteilstext">Die baulichen Vorkehrungen seit dem massgeblichen Stichtag am 1. Juli 1972 (Inkrafttreten des GewÃ¤sserschutzgesetzes vom 8. Oktober 1971; vgl. BGE 129 II 396 E. 4.2.1) wahren die IdentitÃ¤t der Baute. Insbesondere fÃ¼hren die mit der Ãnderungsbewilligung vom 9. August 2004 bewilligten baulichen Massnahmen gegenÃ¼ber den von der Baubewilligung vom 18. August 2003 umfassten baulichen Massnahmen weder zu einer Mehrnutzung von Bedeutung noch verlÃ¤ngern sie die mutmassliche Bestandesdauer des "X-Haus" wesentlich. Unter diesen UmstÃ¤nden ist im Ergebnis der WÃ¼rdigung der Baurekurskommission II in ihrer EventualbegrÃ¼ndung (E. 5) beizupflichten, wonach das Ãnderungsprojekt keine neubauÃ¤hnliche Umgestaltung darstellt. Auf keinen Fall liegt darin eine Rechtsverletzung, in die das Verwaltungsgericht kraft § 50 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) korrigierend eingreifen mÃ¼sste.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b><i> </i></p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>KÃ¶nnen inhaltliche oder formale MÃ¤ngel des Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden, so sind nach § 321 Abs. 1 PBG mit der Bewilligung die gebotenen Nebenbestimmungen zu verknÃ¼pfen.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>In der Baubewilligung vom 18. August 2003 hat der Gemeinderat festgestellt, dass die Erweiterung der NutzflÃ¤che von rund 140 m<sup>2</sup> auf 180 m<sup>2</sup> das von der Rechtsprechung erlaubte Mass (klar) einhalte. Zur Wahrung des rechtmÃ¤ssigen Zustands statuierte die BehÃ¶rde eine BeschrÃ¤nkung, wonach die in der AusnÃ¼tzungsberechnung nicht enthaltenen RÃ¤ume weder zu Wohn- noch zu Schlaf- oder Arbeitszwecken genutzt werden dÃ¼rften. Wie gesagt haben die BeschwerdefÃ¼hrenden diese Bewilligung nicht angefochten; hingegen ist ein Rekurs der Bauherrschaft gegen die genannte BaubeschrÃ¤nkung bei der Baurekurskommission II hÃ¤ngig. Die streitbetroffenen ProjektÃ¤nderungen gemÃ¤ss der angefochtenen Bewilligung vom 9. August 2004 Ã¤ndern die AusnÃ¼tzungsberechnung hÃ¶chstens geringfÃ¼gig und vermÃ¶gen insoweit keine Rechtswidrigkeit zu begrÃ¼nden. Unter diesen UmstÃ¤nden erscheint die vom Gemeinderat â wegen Differenzen zwischen den PlÃ¤nen und dem baulichen Zustand des "X-Haus" und deren rechtlicher WÃ¼rdigung â zurÃ¼ckgestellte AusnÃ¼tzungsberechnung als zweckmÃ¤ssig. Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden erhobene RÃ¼ge einer unzulÃ¤ssigen Aufspaltung der Baubewilligung bzw. einer "Baubewilligung auf Vorrat" geht daher fehl.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b><i> </i></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde ist abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang werden die BeschwerdefÃ¼hrenden kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG), und eine ParteientschÃ¤digung muss ihnen von vornherein versagt bleiben. Vielmehr haben sie die private Beschwerdegegnerschaft gestÃ¼tzt auf § 17 Abs. 2 lit. a VRG im angemessenen Umfang von (insgesamt) Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu entschÃ¤digen. Weil der Gemeinde Y ein das Baubewilligungsverfahren nur unwesentlich Ã¼bersteigender Aufwand erwachsen ist, kann sie keine VergÃ¼tung beanspruchen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte auferlegt, unter solidarischer Haftung beider fÃ¼r den Gesamtbetrag.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrenden werden solidarisch verpflichtet, den privaten Beschwerdegegnern eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 750.- (insgesamt Fr. 1'500.-, Mehrwert­steuer inbegriffen), zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>