<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 115 S.499</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Fremdenpolizei</div> <span class="page_no">499</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>115 Nichtverlängerung</b></span> <span class="ft1"><b>der</b></span> <span class="ft1"><b>Aufenthaltsbewilligung</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Das Berufen auf eine nur noch formell bestehende Ehe, mit</b></span><br/> <span class="ft1"><b>dem einzigen Ziel, die Anwesenheitsbewilligung nicht zu ver-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>lieren, ist rechtsmissbräuchlich. Dies auch dann, wenn der</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Scheidungsrichter die Scheidungsklage wegen angeblicher Un-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>zumutbarkeit abweist (Erw. II/4a-b).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Massgeblich ist, ob aus dem Verhalten und den Aussagen des</b></span><br/> <span class="ft1"><b>betroffenen Ausländers beziehungsweise ob aufgrund der ge-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>samten Umstände geschlossen werden kann, der betroffene</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Ausländer wolle die Ehe effektiv nicht mehr fortführen und er</b></span><br/> <span class="ft1"><b>willige nur deshalb nicht in die Scheidung ein, um sich hin-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>sichtlich seines Aufenthaltsrechts in der Schweiz einen Vorteil</b></span><br/> <span class="ft1"><b>zu verschaffen (Erw. II/4c).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Die Prüfung im vorliegenden Fall ergibt, dass sich die Be-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>schwerdeführerin nicht rechtsmissbräuchlich auf die Ehe be-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>ruft (Erw. 4d).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom</span><br/> <span class="ft3">7. September 2001 in Sachen L.U. gegen einen Entscheid der Fremdenpolizei</span><br/> <span class="ft3">(BE.2001.00004).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">A. Die Beschwerdeführerin reiste nach eigenen Angaben am</span><br/> <span class="ft5">2. August 1992 erstmals als Touristin in die Schweiz ein. 1998 hei-</span><br/> <span class="ft5">ratete sie in A. den schweizerischen Staatsangehörigen R.U.. Hierauf</span><br/> <span class="ft5">wurde ihr am 2. April 1998 durch die Fremdenpolizei eine Aufent-</span><br/> <span class="ft5">haltsbewilligung erteilt und diese in der Folge verlängert. Am</span><br/> <span class="ft5">1. April 1999 reichte der Ehemann der Beschwerdeführerin beim Be-</span><br/> <span class="ft5">zirksgericht B. eine Scheidungsklage wegen tiefer Zerrüttung ein.</span><br/> <span class="ft5">Mit Präliminarurteil des Gerichtspräsidiums B. vom 13. Januar 2000</span><br/> <span class="ft5">wurde die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes der Parteien</span><br/> <span class="ft5">festgestellt. Am 6. März 2000 gewährte die Fremdenpolizei der Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführerin das rechtliche Gehör im Hinblick auf einen Wider-</span><br/> <span class="ft5">ruf ihrer Aufenthaltsbewilligung. Sie stellte sich dabei auf den</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">500</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Standpunkt, dass die Eheschliessung von seiten der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft5">rerin einzig zum Zweck des Erhaltes eines geregelten Aufenthalts-</span><br/> <span class="ft5">rechts in der Schweiz eingegangen worden sei. Am 10. Mai 2000</span><br/> <span class="ft5">nahm der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zu diesen Vorwür-</span><br/> <span class="ft5">fen Stellung. Mit Verfügung vom 17. Juli 2000 verweigerte die</span><br/> <span class="ft5">Fremdenpolizei die Verlängerung der am 28. Februar 2001 ablaufen-</span><br/> <span class="ft5">den Aufenthaltsbewilligung und setzte die Ausreise auf 30 Tage nach</span><br/> <span class="ft5">Rechtskraft des laufenden Scheidungsverfahrens fest. Dies allerdings</span><br/> <span class="ft5">nicht, weil sie von einer Scheinehe ausging, sondern, weil sie der</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin vorwarf, sie berufe sich rechtsmissbräuchlich</span><br/> <span class="ft5">auf eine nur noch formell bestehende Ehe.</span><br/> <span class="ft5">B. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit</span><br/> <span class="ft5">Eingabe vom 9. August 2000 Einsprache. Am 21. Dezember 2000</span><br/> <span class="ft5">wies der Rechtsdienst der Fremdenpolizei die Einsprache ab.</span><br/> <span class="ft5">C. Mit Eingabe vom 17. Januar 2001 erhob die Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft5">rerin gegen den Einspracheentscheid Beschwerde.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">II. 4. Auch wenn die Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen</span><br/> <span class="ft5">worden ist, erlischt der Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der</span><br/> <span class="ft5">Aufenthaltsbewilligung, wenn sich die Berufung auf die Ehe als</span><br/> <span class="ft5">rechtsmissbräuchlich erweist. Dies ist dann der Fall, wenn sich ein</span><br/> <span class="ft5">Ausländer allein deshalb auf eine nur noch formell bestehende Ehe</span><br/> <span class="ft5">beruft, um sich hinsichtlich seines Aufenthaltsrechts in der Schweiz</span><br/> <span class="ft5">einen Vorteil zu verschaffen. In diesem Zusammenhang hielt das</span><br/> <span class="ft5">Bundesgericht fest, Rechtsmissbrauch dürfe nicht leichthin ange-</span><br/> <span class="ft5">nommen werden. Von Rechtsmissbrauch könne namentlich nicht</span><br/> <span class="ft5">schon deshalb gesprochen werden, weil die Ehegatten nicht mehr</span><br/> <span class="ft5">zusammen lebten oder ein Eheschutz- oder Scheidungsverfahren</span><br/> <span class="ft5">eingeleitet worden sei. Gerade weil der ausländische Ehegatte nicht</span><br/> <span class="ft5">der Willkür seines Schweizer Ehepartners ausgeliefert sein solle,</span><br/> <span class="ft5">habe der Gesetzgeber darauf verzichtet, die Erteilung der Aufent-</span><br/> <span class="ft5">haltsbewilligung vom ehelichen Zusammenleben abhängig zu ma-</span><br/> <span class="ft5">chen (BGE 127 II 49, E. 5a, S. 56). Den Weisungen des BFA ist zu</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Fremdenpolizei</div> <span class="page_no">501</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">entnehmen, dass nur der offensichtliche Rechtsmissbrauch geahndet</span><br/> <span class="ft5">werden soll (Weisungen BFA Ziffer 611.13).</span><br/> <span class="ft5">a) Bei der Prüfung des Rechtsmissbrauchs ist vom aktuellen</span><br/> <span class="ft5">Status der Ehe auszugehen. Dabei ist zu unterscheiden, ob sich die</span><br/> <span class="ft5">Ehegatten in Scheidung befinden oder nicht.</span><br/> <span class="ft5">aa) Ist kein Scheidungsverfahren pendent, besteht regelmässig</span><br/> <span class="ft5">auch keine Veranlassung, dem betroffenen Ausländer zu unterstellen,</span><br/> <span class="ft5">er berufe sich rechtsmissbräuchlich auf die Ehe, es sei denn, es kann</span><br/> <span class="ft5">ihm klar nachgewiesen werden, dass er die eheliche Gemeinschaft</span><br/> <span class="ft5">gar nicht mehr will und dass er diese nur noch aufrecht erhält, um</span><br/> <span class="ft5">seinen ausländerrechtlichen Status nicht zu verschlechtern (vgl.</span><br/> <span class="ft5">Sachverhalt in BGE 127 II 49).</span><br/> <span class="ft5">bb) Ist ein Scheidungsverfahren hängig, sind verschiedene Vari-</span><br/> <span class="ft5">anten denkbar. Klar rechtsmissbräuchliches Berufen auf die Ehe liegt</span><br/> <span class="ft5">vor, wenn der betroffene Ausländer selbst die Scheidung anstrebt, sei</span><br/> <span class="ft5">es durch Einreichung eines gemeinsamen Scheidungsbegehrens (Art.</span><br/> <span class="ft5">111 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB] vom 10. Dezem-</span><br/> <span class="ft5">ber 1907) oder einer selbständigen Scheidungsklage (Art. 113 ff.</span><br/> <span class="ft5">ZGB). Problematisch wird es, wenn aus der Parteirollenverteilung</span><br/> <span class="ft5">des Scheidungsverfahrens nicht auf den fehlenden Ehewillen des</span><br/> <span class="ft5">betroffenen Ausländers geschlossen werden kann. Dies ist dann der</span><br/> <span class="ft5">Fall, wenn der Schweizer Ehegatte die Scheidungsklage einreicht</span><br/> <span class="ft5">und der Scheidungsrichter die Voraussetzungen für eine Scheidung</span><br/> <span class="ft5">wegen Unzumutbarkeit (Art. 115 ZGB) als nicht erfüllt betrachtet. In</span><br/> <span class="ft5">diesem Falle besteht die Ehe formell weiter. Erst nach einer Tren-</span><br/> <span class="ft5">nungszeit von 4 Jahren kann die Scheidungsklage erneut anhängig</span><br/> <span class="ft5">gemacht werden (Art. 114 ZGB). Der Scheidungsrichter geht damit</span><br/> <span class="ft5">davon aus, dass den Parteien zugemutet werden kann, ihre Ehe wei-</span><br/> <span class="ft5">ter aufrecht zu erhalten. Dieser besonderen Konstellation ist bei Be-</span><br/> <span class="ft5">urteilung der Frage, ob sich ein betroffener Ausländer rechtsmiss-</span><br/> <span class="ft5">bräuchlich auf die Ehe beruft, Rechnung zu tragen. In einem kürzlich</span><br/> <span class="ft5">ergangenen Scheidungsurteil hat es das Bundesgericht zwar als frag-</span><br/> <span class="ft5">lich bezeichnet, ob einer scheidungsunwilligen Partei überhaupt vor-</span><br/> <span class="ft5">geworfen werden könne, sie widersetze sich rechtsmissbräuchlich</span><br/> <span class="ft5">der Scheidung, dies jedoch letztlich aus prozessualen Gründen offen</span><br/> <span class="ft5">gelassen (unveröffentlichter Entscheid des Bundesgerichts vom</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">502</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">2. April 2001, 5C.1/2001, E. 5). Aus fremdenpolizeilicher Sicht er-</span><br/> <span class="ft5">scheint hingegen klar, dass das Berufen auf eine nur noch formell</span><br/> <span class="ft5">bestehende Ehe mit dem einzigen Ziel, die Anwesenheitsbewilligung</span><br/> <span class="ft5">nicht zu verlieren, rechtsmissbräuchlich ist. Dies auch dann, wenn</span><br/> <span class="ft5">der Scheidungsrichter die Scheidung wegen angeblicher Unzumut-</span><br/> <span class="ft5">barkeit versagt. Ob ein aus fremdenpolizeilicher Sicht rechtsmiss-</span><br/> <span class="ft5">bräuchliches Verhalten im Rahmen des Scheidungsverfahrens gleich</span><br/> <span class="ft5">gewertet wird, ist dabei nicht von Bedeutung. Selbstverständlich</span><br/> <span class="ft5">wäre es im Sinne einer einheitlichen Rechtsprechung erstrebenswert,</span><br/> <span class="ft5">wenn sowohl der Scheidungsrichter als auch die fremdenpolizeili-</span><br/> <span class="ft5">chen Instanzen denselben Sachverhalt rechtlich gleich bewerten</span><br/> <span class="ft5">würden. Es sollte insbesondere vermieden werden, dass der Schei-</span><br/> <span class="ft5">dungsrichter auf der einen Seite die Ehe als weiterhin zumutbar be-</span><br/> <span class="ft5">zeichnet und gleichzeitig eine andere staatliche Behörde dem betrof-</span><br/> <span class="ft5">fenen Ausländer versagt, sich auf das Bestehen derselben Ehe zu</span><br/> <span class="ft5">berufen. Trotzdem ist an dieser Stelle festzuhalten, dass es für das</span><br/> <span class="ft5">Scheidungsverfahren allein dem Scheidungsrichter obliegt, zu be-</span><br/> <span class="ft5">stimmen, ob einer scheidungsunwilligen Partei rechtsmissbräuchli-</span><br/> <span class="ft5">ches Festhalten an der Ehe vorgeworfen werden kann und welches</span><br/> <span class="ft5">die Kriterien für die Feststellung dieses Rechtsmissbrauchs sind.</span><br/> <span class="ft5">b) Hinsichtlich eines durch den Schweizer Ehegatten eingelei-</span><br/> <span class="ft5">teten Scheidungsverfahrens drängt sich in diesem Zusammenhang</span><br/> <span class="ft5">ein Blick auf das seit dem 1. Januar 2000 geltende neue Scheidungs-</span><br/> <span class="ft5">recht, insbesondere auf die vierjährige Trennungszeit auf. Da der</span><br/> <span class="ft5">ausländische Ehegatte eines Schweizers gemäss Art. 7 Abs. 1 ANAG</span><br/> <span class="ft5">nach fünfjährigem Aufenthalt in der Schweiz einen Anspruch auf</span><br/> <span class="ft5">Erteilung der Niederlassungsbewilligung hat, kann es vorkommen,</span><br/> <span class="ft5">dass der ausländische Ehegatte trotz nur sehr kurz gelebter Ehe spä-</span><br/> <span class="ft5">ter Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung hat. Dies</span><br/> <span class="ft5">zum Beispiel dann, wenn sich der Schweizer Ehegatte bereits kurz</span><br/> <span class="ft5">nach Eheschliessung von seinem ausländischen Partner trennt, dann</span><br/> <span class="ft5">erfolglos eine Scheidung gestützt auf Art. 115 ZGB anstrebt und das</span><br/> <span class="ft5">spätere Scheidungsverfahren nach Art. 114 ZGB so lange dauert,</span><br/> <span class="ft5">dass der ausländische Ehegatte insgesamt während mehr als 5 Jahren</span><br/> <span class="ft5">verheiratet in der Schweiz gelebt hat. Im Gegensatz zur Ehe unter</span><br/> <span class="ft5">Ausländern (Art. 17 ANAG) ist für den Anspruch auf Aufent-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Fremdenpolizei</div> <span class="page_no">503</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">haltsbewilligung eines Ausländers während der Ehe mit einem</span><br/> <span class="ft5">Schweizer nicht von Bedeutung, ob die Ehegatten zusammenleben.</span><br/> <span class="ft5">Massgebend ist nur, ob die Ehe formell besteht.</span><br/> <span class="ft5">In der Botschaft des Bundesrates über die Änderung des</span><br/> <span class="ft5">Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 15. November 1995 (Bot-</span><br/> <span class="ft5">schaft, BBl 1996 I 1 ff.) wurde hinsichtlich der Dauer der obligatori-</span><br/> <span class="ft5">schen Trennungszeit festgehalten, dass die Trennung auf der einen</span><br/> <span class="ft5">Seite so lange gedauert haben müsse, dass der Scheidungsgrund nicht</span><br/> <span class="ft5">einer eigentlichen Verstossung gleichkomme und dass auch ein In-</span><br/> <span class="ft5">teresse bestehe, sich mit dem Partner über die Scheidung zu verstän-</span><br/> <span class="ft5">digen. Auf der anderen Seite dürfe die Frist aber auch nicht zu lange</span><br/> <span class="ft5">bemessen sein, denn die Ehegatten müssten ihr Leben kurz- oder</span><br/> <span class="ft5">mittelfristig wieder neu gestalten können (Botschaft, S. 91; BBl I 1,</span><br/> <span class="ft5">S. 91).</span><br/> <span class="ft5">In den darauffolgenden Parlamentsberatungen wurde die Dauer</span><br/> <span class="ft5">der Trennungszeit vereinzelt im Zusammenhang mit den ausländer-</span><br/> <span class="ft5">rechtlichen Bestimmungen betrachtet und gleichzeitig betont, dass</span><br/> <span class="ft5">ein besonderes Schutzbedürfnis des ausländischen Ehegatten bestehe</span><br/> <span class="ft5">(Amtl. Bull. NR 1997, 2689, Thanei, Aeppli). Weiter wurde erläutert,</span><br/> <span class="ft5">dass bei einer fünfjährigen Trennungsfrist der ausländische Ehepart-</span><br/> <span class="ft5">ner nach diesen fünf Jahren das "Permis B" (vermutlich war damit</span><br/> <span class="ft5">"C" gemeint) erhalte und sich damit ein ausländerrechtliches Pro-</span><br/> <span class="ft5">blem lösen lasse. Treffend wurde dem entgegnet, dass es nicht die</span><br/> <span class="ft5">Aufgabe des Scheidungsrechtes sei, ausländerrechtliche Probleme zu</span><br/> <span class="ft5">lösen (Amtl. Bull. NR 1997 2691, Nabholz). Immerhin lässt sich der</span><br/> <span class="ft5">parlamentarischen Beratung entnehmen, dass es dem ausländischen</span><br/> <span class="ft5">Ehegatten eines Schweizers nach wie vor erlaubt sein soll, trotz Ge-</span><br/> <span class="ft5">trenntleben und mutmasslich bevorstehender Scheidung während der</span><br/> <span class="ft5">Trennungszeit in der Schweiz zu weilen und später sogar eine Nie-</span><br/> <span class="ft5">derlassungsbewilligung zu erhalten. Auch wenn aus diesen Erwä-</span><br/> <span class="ft5">gungen nicht direkt ableitbar ist, unter welchen Umständen sich ein</span><br/> <span class="ft5">betroffener Ausländer rechtsmissbräuchlich auf das Bestehen einer</span><br/> <span class="ft5">Ehe beruft, erhellt klar, dass die Beurteilung eines allfälligen</span><br/> <span class="ft5">Rechtsmissbrauchs immer im Kontext dieses neuen Scheidungs-</span><br/> <span class="ft5">rechts vorzunehmen ist.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">504</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">c) Damit ist aber noch nicht gesagt, aufgrund welcher Kriterien</span><br/> <span class="ft5">zu prüfen ist, ob ein rechtsmissbräuchliches Berufen auf die Ehe</span><br/> <span class="ft5">vorliegt. Das Bundesgericht hat dazu ausgeführt, dass von einem</span><br/> <span class="ft5">Rechtsmissbrauch nicht schon dann ausgegangen werden könne,</span><br/> <span class="ft5">wenn der Schweizer Ehegatte die Ehe nicht mehr als Lebensgemein-</span><br/> <span class="ft5">schaft weiterführen wollen. Auf das Verhalten und die Äusserungen</span><br/> <span class="ft5">des Schweizer Ehegatten dürfe nur insofern abgestellt werden, als</span><br/> <span class="ft5">sich daraus Rückschlüsse auf den tatsächlichen Willen des schei-</span><br/> <span class="ft5">dungsunwilligen Ausländers ziehen liessen (unveröffentlichter Ent-</span><br/> <span class="ft5">scheid des Bundesgerichts vom 31. Januar 2000, 2A.545/1999, E. 3).</span><br/> <span class="ft5">Massgeblich ist damit einzig, ob aus dem Verhalten und den</span><br/> <span class="ft5">Aussagen des betroffenen Ausländers beziehungsweise ob aufgrund</span><br/> <span class="ft5">der gesamten Umstände geschlossen werden kann, der betroffene</span><br/> <span class="ft5">Ausländer wolle die Ehe effektiv nicht mehr fortführen und er wil-</span><br/> <span class="ft5">lige nur deshalb nicht in die Scheidung ein, um sich hinsichtlich</span><br/> <span class="ft5">seines Aufenthaltsrechts in der Schweiz einen Vorteil zu verschaffen.</span><br/> <span class="ft5">Wie es sich damit verhält, entzieht sich wie bei der Scheinehe in der</span><br/> <span class="ft5">Regel einem direkten Beweis und ist durch Indizien zu erstellen (vgl.</span><br/> <span class="ft5">dazu die Beispiele im unveröffentlichten Entscheid des Bundesge-</span><br/> <span class="ft5">richts vom 14. September 2000, 2A.298/2000, E. 3c und 4a). Dabei</span><br/> <span class="ft5">sind sämtliche Anhaltspunkte, welche für oder gegen die Annahme</span><br/> <span class="ft5">eines Rechtsmissbrauchs sprechen, in die Beurteilung miteinzube-</span><br/> <span class="ft5">ziehen.</span><br/> <span class="ft5">d) Im vorliegenden Fall reichte der Schweizer Ehemann der Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführerin am 6. April 1999 beim Bezirksgericht B. eine</span><br/> <span class="ft5">Scheidungsklage ein. Er verlangte dabei in erster Linie, die Ehe sei</span><br/> <span class="ft5">nach Art. 107 Ziffer 3 ZGB für ungültig zu erklären, da er von der</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer Motivation zum Eheschluss</span><br/> <span class="ft5">getäuscht worden sei. Es sei letzterer nie um das Eingehen einer</span><br/> <span class="ft5">echten Lebensgemeinschaft gegangen, sondern einzig um die Siche-</span><br/> <span class="ft5">rung von Unterhalt und Aufenthaltsstatus. Eventualiter beantragte er,</span><br/> <span class="ft5">es sei die Ehe nach Art. 115 ZGB wegen Unzumutbarkeit zu schei-</span><br/> <span class="ft5">den. Das Bezirksgericht B. urteilte am 1. März 2001, dass die geltend</span><br/> <span class="ft5">gemachte Scheinehe keinen Ungültigkeitsgrund darstelle. Hinsicht-</span><br/> <span class="ft5">lich der Unzumutbarkeit wurde zwar festgehalten, bei arrangierten,</span><br/> <span class="ft5">von einem Ehegatten nicht gewollten Ehen (Scheinehen) dürfte der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Fremdenpolizei</div> <span class="page_no">505</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Scheidungsgrund von Art. 115 ZGB ebenfalls zur Anwendung kom-</span><br/> <span class="ft5">men (Fankhauser, in: Schwenzer [Hrsg.], Praxiskommentar Schei-</span><br/> <span class="ft5">dungsrecht, 2000, N 4 zu Art. 114 ZGB mit Verweis auf die deutsche</span><br/> <span class="ft5">Lehre und Rechtsprechung; Steck, Scheidungsklagen, in: Das neue</span><br/> <span class="ft5">Scheidungsrecht, Stiftung für juristische Weiterbildung Zürich, 1999,</span><br/> <span class="ft5">S. 36 f.). Nachdem sich die Klage auf Scheidung wegen Unzumut-</span><br/> <span class="ft5">barkeit aber vorliegend als unbegründet erweise, sei sie ebenfalls</span><br/> <span class="ft5">abzuweisen.</span><br/> <span class="ft5">Der Vorwurf des Ehemannes der Beschwerdeführerin, diese</span><br/> <span class="ft5">habe gar keine wirkliche Lebensgemeinschaft mit ihm eingehen</span><br/> <span class="ft5">wollen und der fehlende Wille des Ehemannes, die vierjährige Tren-</span><br/> <span class="ft5">nungszeit nach Art. 114 ZGB abzuwarten, lässt nicht darauf</span><br/> <span class="ft5">schliessen, dass die Beschwerdeführerin sich rechtsmissbräuchlich</span><br/> <span class="ft5">auf die Ehe beruft. Entscheidend ist, ob die Beschwerdeführerin nur</span><br/> <span class="ft5">deshalb nicht in die Scheidung einwilligt, um sich einen aufenthalts-</span><br/> <span class="ft5">rechtlichen Vorteil zu verschaffen.</span><br/> <span class="ft5">e) aa) Die Vorinstanz geht in ihrem Entscheid davon aus, dass</span><br/> <span class="ft5">es schon während des Zusammenlebens vor der Ehe zu heftigen</span><br/> <span class="ft5">Auseinandersetzungen gekommen sei. Dennoch habe man am</span><br/> <span class="ft5">13. März 1998 geheiratet. Bereits zwischen Mitte und Ende 1998 sei</span><br/> <span class="ft5">dann die Ehe nicht mehr gut gegangen. Rund eineinhalb Jahre nach</span><br/> <span class="ft5">der Heirat habe der Ehemann der Beschwerdeführerin die Schei-</span><br/> <span class="ft5">dungsklage eingereicht und seit Januar 2000 schliesslich lebten die</span><br/> <span class="ft5">Ehegatten nicht mehr in derselben Wohnung. Der Umstand, dass die</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin sich im Juni 1997 in die Kundenkartei einer</span><br/> <span class="ft5">Partnervermittlungsinstituts einschreiben liess und gleichzeitig die</span><br/> <span class="ft5">ersten Vorbereitungen zum Eheschluss mit ihrem Mann traf (Papier-</span><br/> <span class="ft5">beschaffung im Heimatland), legt die Vorinstanz dahingehend aus,</span><br/> <span class="ft5">dass der Beschwerdeführerin bereits vor dem geplanten Eheschluss</span><br/> <span class="ft5">nicht an der Fortsetzung der Beziehung zu ihrem heutigen Ehemann</span><br/> <span class="ft5">gelegen war, sondern dass sie offensichtlich einen neuen Partner</span><br/> <span class="ft5">gesucht habe. So habe sie im November 1997 auch einem Inserenten</span><br/> <span class="ft5">geantwortet, der eine Partnerin durch ein Inserat in einer Tageszei-</span><br/> <span class="ft5">tung suchte und habe auch selbst mindestens zwei entsprechende</span><br/> <span class="ft5">Inserate in einer anderen Zeitung aufgegeben. Zwei Monate nach</span><br/> <span class="ft5">ihrer Heirat habe sie von der Partnervermittlung weitere Vorschläge</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">506</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">erhalten und auch im Juni 1998 seien zwei weitere gefolgt. Mit ei-</span><br/> <span class="ft5">nem der vorgeschlagenen Herren habe sie am 17. Juni 1998 über das</span><br/> <span class="ft5">Natel Kontakt aufgenommen und während einer Minute telefoniert.</span><br/> <span class="ft5">Weiter wird ausgeführt, dass mehrere Personen den Eindruck ge-</span><br/> <span class="ft5">wonnen hätten, die Beschwerdeführerin heirate lediglich zu Bewilli-</span><br/> <span class="ft5">gungszwecken. So unter anderem ein Angestellter eines Treuhandbü-</span><br/> <span class="ft5">ros, bei dem sie sich darüber informiert habe, wie lange sie verhei-</span><br/> <span class="ft5">ratet sein müsse, damit sie in der Schweiz bleiben könne und ob sich</span><br/> <span class="ft5">ihr Ehegatte auch gegen ihren Willen scheiden lassen könne. Eben-</span><br/> <span class="ft5">falls habe eine Arbeitskollegin des Ehemannes der Beschwerdeführe-</span><br/> <span class="ft5">rin zu Protokoll gegeben, dass der Sohn der Beschwerdeführerin auf</span><br/> <span class="ft5">die Frage, weshalb seine Mutter trotz der angespannten Beziehung</span><br/> <span class="ft5">heirate, geantwortet habe, es sei wegen der Papiere.</span><br/> <span class="ft5">Auch wenn diese Umstände nicht dazu geeignet sind, das Vor-</span><br/> <span class="ft5">liegen einer Scheinehe nachzuweisen (vgl. oben E. 3c), sind die ge-</span><br/> <span class="ft5">nannten Umstände bei der Prüfung des rechtsmissbräuchlichen Beru-</span><br/> <span class="ft5">fens auf die Ehe zu berücksichtigen.</span><br/> <span class="ft5">bb) Die Beschwerdeführerin führt aus, sie habe ihren Ehemann</span><br/> <span class="ft5">nicht nur für ein paar Jahre, sondern für immer geheiratet. Sie wolle</span><br/> <span class="ft5">die Scheidung nicht bloss deshalb verhindern, um ihren ausländer-</span><br/> <span class="ft5">rechtlichen Status zu wahren, sondern weil sie vielmehr ethische und</span><br/> <span class="ft5">- als Katholikin - religiöse Motive habe, an der Ehe festzuhalten. Sie</span><br/> <span class="ft5">liebe ihren Mann immer noch, auch wenn dieser sie wiederholt ge-</span><br/> <span class="ft5">schlagen habe.</span><br/> <span class="ft5">cc) Dahingehend äusserte sich die Beschwerdeführerin auch im</span><br/> <span class="ft5">Rahmen des Scheidungsverfahrens. Gegenüber dem Bezirksgericht</span><br/> <span class="ft5">B. führte sie an, ihr katholischer Glaube verbiete es, die Ehe als gott-</span><br/> <span class="ft5">gewollte Gemeinschaft zu brechen. Ihr Mann habe zudem während</span><br/> <span class="ft5">der Ehe verschiedene sexuelle Beziehungen zu anderen Frauen un-</span><br/> <span class="ft5">terhalten und sie selbst mehrmals geschlagen (was durch den Ehe-</span><br/> <span class="ft5">mann anlässlich einer Konfrontationseinvernahme bei der Fremden-</span><br/> <span class="ft5">polizei am 6. Juli 2000 bestätigt wurde). Zur Rettung der Ehe habe</span><br/> <span class="ft5">sie ihrerseits ihren Pfarrer sowie weitere Personen konsultiert. Der</span><br/> <span class="ft5">Vorwurf, sie habe während der Ehevorbereitungen Heiratsinserate</span><br/> <span class="ft5">aufgegeben, sei eine Unterstellung. Vielmehr seien ihr vom Vermitt-</span><br/> <span class="ft5">lungsinstitut unaufgefordert weitere Adressen zugesandt worden.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Fremdenpolizei</div> <span class="page_no">507</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Hinsichtlich des Vorwurfs, sie habe sich bei einem Treuhandbüro</span><br/> <span class="ft5">über die Folgen der Eheschliessung informiert, gibt sie an, es sei ihr</span><br/> <span class="ft5">gutes Recht, sich als juristisch ungebildete Person über ihre Rechte</span><br/> <span class="ft5">zu informieren.</span><br/> <span class="ft5">dd) Einem Protokoll der Fremdenpolizei vom 6. Juni 2000 ist</span><br/> <span class="ft5">zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin wiederholt bei einer</span><br/> <span class="ft5">Bekannten ihres Ehemannes nach letzterem erkundigt habe und dabei</span><br/> <span class="ft5">einen eifersüchtigen Eindruck gemacht habe. Sie sei in ständiger</span><br/> <span class="ft5">Sorge gewesen, dass ihr Ehemann mit anderen Frauen weggehen</span><br/> <span class="ft5">würde. Am 8. Juni 2000 äusserten sich die Nachbarn der Beschwer-</span><br/> <span class="ft5">deführerin gegenüber der Fremdenpolizei dahingehend, dass sie den</span><br/> <span class="ft5">Eindruck gewonnen hätten, der Ehemann der Beschwerdeführerin sei</span><br/> <span class="ft5">der Belastung, welche die Heirat einer Person aus einem anderen</span><br/> <span class="ft5">Kulturkreis mit sich bringe, nicht gewachsen gewesen. Bezüglich der</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin sagten sie aus, man habe sie immer arbeiten</span><br/> <span class="ft5">sehen, zum Beispiel im Garten. Auch führe sie einen ordentlichen</span><br/> <span class="ft5">Haushalt. Wenn ihr Ehemann etwas von ihr gewollt habe, sei sie</span><br/> <span class="ft5">"immer gesprungen". Am 9. Juni 2000 schliesslich, wurde auch ein</span><br/> <span class="ft5">der Beschwerdeführerin bekannter Pfarrer des römisch-katholischen</span><br/> <span class="ft5">Pfarramtes B. einvernommen. Dieser gab zu Protokoll, es hätten</span><br/> <span class="ft5">sowohl mit ihm als auch mit dem kircheneigenen Sozialdienst Ge-</span><br/> <span class="ft5">spräche mit der Beschwerdeführerin stattgefunden. Dabei habe die</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin ihm gegenüber geäussert, ihr Ehemann ignoriere</span><br/> <span class="ft5">sie und behandle sie als inexistent. Sie könne zum Beispiel Essen für</span><br/> <span class="ft5">ihn kochen und er koche danach dann doch für sich selbst. Zudem</span><br/> <span class="ft5">geht aus dem Protokoll hervor, dass die Beschwerdeführerin trotz des</span><br/> <span class="ft5">laufenden Scheidungsverfahrens noch im Hause ihres Ehemannes</span><br/> <span class="ft5">wohnte, wo ihr dieser ein kleines Zimmer zur Verfügung gestellt</span><br/> <span class="ft5">hatte.</span><br/> <span class="ft5">ee) Aufgrund der Aussagen der Beschwerdeführerin und ihres</span><br/> <span class="ft5">durch andere Personen geschilderten Verhalten gegenüber ihrem</span><br/> <span class="ft5">Ehemann, liegen keine Indizien vor, welche darauf hindeuten wür-</span><br/> <span class="ft5">den, dass sich die Beschwerdeführerin rechtsmissbräuchlich auf eine</span><br/> <span class="ft5">nur noch formell bestehende Ehe berufen würde. Es ist nicht davon</span><br/> <span class="ft5">auszugehen, dass die Beschwerdeführerin einzig zu aufenthaltsrecht-</span><br/> <span class="ft5">lichen Zwecken an der Ehe festhält. Im Gegenteil. Das Bestreben der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">508</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin mit Hilfe von Dritten ihre Ehe zu retten, zeigt,</span><br/> <span class="ft5">dass es der Beschwerdeführerin um mehr geht, als bloss um einen</span><br/> <span class="ft5">aufenthaltsrechtlichen Vorteil. Unabhängig von der Tatsache, dass</span><br/> <span class="ft5">die Beschwerdeführerin nach wie vor zu ihrem Ehemann steht, stellt</span><br/> <span class="ft5">sich im vorliegenden Fall aufgrund des Verhaltens des Ehemannes</span><br/> <span class="ft5">(Beziehungen zu anderen Frauen, Tätlichkeiten gegenüber der Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführerin) zudem die Frage, ob die Aufenthaltsbewilligung</span><br/> <span class="ft5">der Beschwerdeführerin nicht auch dann zu verlängern gewesen</span><br/> <span class="ft5">wäre, wenn sie in die Scheidung eingewilligt hätte. Nachdem die</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin aber weiterhin verheiratet ist, kein rechtsmiss-</span><br/> <span class="ft5">bräuchliches Berufen auf eine nur noch formell bestehende Ehe vor-</span><br/> <span class="ft5">liegt und die Beschwerdeführerin damit gestützt auf Art. 7 ANAG</span><br/> <span class="ft5">einen Anspruch auf Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung hat,</span><br/> <span class="ft5">kann offen bleiben, ob die Aufenthaltsbewilligung in Übereinstim-</span><br/> <span class="ft5">mung mit der Praxis zu Ziff. 644 Weisungen BFA nicht ohnehin zu</span><br/> <span class="ft5">verlängern gewesen wäre.</span><br/></div> </div> </body> </html>