Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 23. Juni 2021 (715 21 30 / 170) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung. Der Beschwerdeführer hat mit seinem Verhal- ten das Risiko, arbeitslos zu werden, zumindest eventualvorsätzlich in Kauf genommen. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschrei berin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Der 1990 geborene A.____ war seit dem 7. April 2 018 bei der B.____ AG in unbefriste- ter Anstellung tätig. Am 24. März 2020 kündigte die Ar beitgeberin das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist von zwei M onaten per 31. Mai 2020. In der Folge meldete sich A.____ am 26. Juni 2020 bei seiner Wohnsi tzgemeinde zur Arbeitsvermittlung an und stellte ab 1. Juni 2020 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung bei der Öffentlichen Arbeitslo- senkasse Baselland (Kasse) im Umfang einer Vollzeitbeschäf tigung. Mit Verfügung vom 15. September 2020 stellte die Kasse A.____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 36 Tagen ab 1. Juni 2020 in der Anspruchsber echtigung ein. Eine vom Versicherten Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegen diese Verfügung erhobene Einsprache hiess die Kasse mit Entscheid vom 4. Dezember 2020 insoweit teilweise gut, als sie die Einstelldauer von 36 auf 28 Tage reduzierte. Zur Be- gründung wurde im Wesentlichen angeführt, dass die Au sführungen des Einsprechers in der Einsprache nachvollzogen werden könnten, zumal er diese grösstenteils mit entsprechenden Nachweisen belegt habe. Ein vorsätzliches Verschulden kön ne ihm daher nicht zur Last gelegt werden. Gleichwohl habe der Versicherte seine Sorgfaltspflicht eventualvorsätzlich verletzt. B. Mit E-Mail vom 25. Januar 2021 reichte A.____ beim Kantonsgericht des Kantons Ba- sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) eine vom 23. Januar 2021 datierende Beschwerde ein. In der Folge wurde er mit E-Mail vom 25. Januar 2021 bzw. Schreiben vom 26. Januar 2021 darauf hingewiesen, dass p er E-Mail eingereichte Beschwer- den nicht als rechtsgültig eingereicht gälten, da namen tlich die Unterschrift einer Partei im Ori- ginal Gültigkeitsvoraussetzung für eine Beschwerde bilde. Gleichzeitig wurde ihm eine uner- streckbare Frist bis 9. Februar 2021 für die postalische Einreichung der Beschwerde gewährt. In der innert der ihm eingeräumten Frist eingereichten Beschwerde (Eingang am 9. Februar 2021) beantragte er sinngemäss die Aufhebung des angefochten en Einspracheentscheids. Als Be- gründung machte er im Wesentlichen geltend, dass ihm nicht mangels Arbeitsqualität gekündigt worden sei. Alsdann habe er sich gar nie arbeitslos ge meldet, sondern sei durchwegs in einer Anstellung gewesen, zumal ihm auch noch kein Arbeitslosengeld entrichtet worden sei. C. In ihrer Vernehmlassung vom 22. März 2021 schloss die Kasse auf Abweisung der Beschwerde. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obl igatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Ju ni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einsprach eentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versich erungsgericht erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obli gatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 da s Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Ver fügungserlasses die Kontrollpflicht er- füllt. Vorliegend kam der Beschwerdeführer seinen Kont rollpflichten im Kanton Basel- Landschaft nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Ka ntonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige ge- richtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprac heentscheide der Versicherungs- träger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zu ständigkeit des Kantonsgerichts gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 23. Januar 2021 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitgegenstand des vorliegend en Verfahrens bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den Versicherten zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 28 Tagen in der Anspruchsberechtigun g eingestellt hat. Bei einem versicher- ten Verdienst in der Höhe von Fr. 4'947.-- (vgl. Kassen -act. 99) und einer Einstelldauer von 28 Tagen, sowie unter zusätzlicher Berücksichtigung, dass offenb ar ein Zwischenverdienst in ei- nem Pensum von 70% vorliegt, liegt der Streitwert in jedem Fall unter der erwähnten Grenze von Fr. 20'000.--. Die Angelegenheit fällt demnach in die Kompetenz der präsidierenden Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person a lles Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. K ommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellu ng in der Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funkt ion einer Haftungsbegrenzung der Versi- cherung für Schäden, die die versicherte Person hätte v ermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältni smässigkeits- und Verschul- densprinzip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Schind- ler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Schweizerisches Bunde sverwaltungsrecht, Soziale Sicher- heit, 3. Auflage, Basel 2016, Rz. 828 ff.). 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberech- tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Ein Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt dann vor, wen n und soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeid baren Verhalten der versicherten Person liegt, für das die Versicherung die Haftung nich t übernimmt (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 3. Februar 2009, 8C_842/2008, E. 3.2, mit Hinweis). Die Arbeitslosigkeit gilt nament- lich dann als selbstverschuldet, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten dem Arbeitge- ber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben ha t (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt keine fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 voraus. Das unkor- rekte Verhalten muss auch nicht unbedingt eine eigentli che Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, dass die versicherte Person durch ihr sonstiges Verhal- ten innerhalb und ausserhalb des Betriebs berechtigten Anlass zur Kündigung gab (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Jan uar 2007: Bundesgericht, sozial- rechtliche Abteilungen] vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; ARV 1987 Nr. 7; 1982 Nr. 18). Dabei müssen nicht zwingend Beanstandungen in beruflicher Hinsicht vorgelegen haben. Es genügt beispielsweise, dass charakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Arbeit- nehmer für den Betrieb als untragbar erscheinen lassen, zur Entlassung geführt haben (BGE 112 V 244, E. 1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens der Inte rnationalen Arbeitsorganisation über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Über- einkommen Nr. 168 der IAO), das für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft getreten ist, kann eine Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder Verdienstausfall infolge einer vorübergehenden Arbeit seinstellung ohne Unterbrechung des Beschäftigungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, nur gek ürzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vo rsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IA O ist hinreichend bestimmt und klar, um als Grundlage eines Entscheids im Einzelfall dienen zu können, und ist daher direkt anwendbar (BGE 122 V 54 ff.; Urteil des EVG vom 17. Oktober 2000 , C 53/00). Aufgrund des grundsätzli- chen Primats des Völkerrechts geht Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IAO Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV vor. Demzufolge führt nicht jedes schu ldhafte Verhalten der versicherten Per- son, das der Arbeitgeberin Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat, zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG. Das vorwerfbare Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IAO vielmehr vorsätzlich erfolgt sein, wobei auch Eventualvorsatz genügt (Urteil des EVG vom 4. Juni 2002, C 371/01, E. 2b). 2.4 Eventualvorsatz ist im Zusammenhang mit Art. 44 lit . a AVIV anzunehmen, wenn die versicherte Person vorhersehen kann oder damit rechnen mu ss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeitgeber führt (T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 837). Im Rahmen von Art. 44 A bs. 1 lit. a AVIG darf somit bei blosser Fahrlässigkeit keine Einstellung in der Anspruchsberechti gung erfolgen (JACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1 998, S. 76 f.). Im Entscheid vom 6. Juni 2012, 8C_872/2011, Erwägung 4.2.1 f. hat das Bundesgericht – unter Hinweis auf den im Straf- recht geltenden Massstab – festgestellt, dass Eventualvor satz und bewusste Fahrlässigkeit auf der Wissensseite übereinstimmen, indem der betroffene n Person die Möglichkeit des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bewusst ist. Wer die Mögl ichkeit der Tatbestandsverwirklichung erkennt, kann sich, selbst leichtfertig, über sie hinwegsetzen, d.h. darauf vertrauen bzw. mit der Einstellung handeln, dass schon nichts passieren werde (bewusste Fahrlässigkeit). Demgegen- über erfordert der Eventualvorsatz, dass der Täter sich f ür die Tatbestandsverwirklichung ent- scheidet, sie mithin in Kauf nimmt. Weitestgehend ausser Frage stehen dürfte das Willensele- ment nur, wenn der Betroffene die Tatbestandsverwirkl ichung für so naheliegend hält, dass die Bereitschaft, sie als Folge seines Verhaltens hinzunehmen , vernünftigerweise nicht mehr be- zweifelt werden kann; oder wenn sie ihm, im eigentlich en Sinn des Wortes, erwünscht oder recht war, wie wohl auch noch im Falle schierer Gleich gültigkeit. Als Faustregel gilt: Dass die betroffene Person die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen hat, liegt grundsätzlich näher, je wahrscheinlicher es ihr erschien, dass sie eintr eten könnte, und je weniger sie diese innerlich ablehnte, bzw. umgekehrt (vgl. auch Urteil d es Bundesgerichts vom 16. Juni 2008, 8C_504/2007, E. 5.4 mit Hinweis). Zu den Umständen, die allenfalls auf eventualvorsätzliches Verhalten schliessen lassen, gehören dabei die Grösse des Risikos der Tatbestandsverwirkli- chung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe und die Art der Tathand- lung. Das Gericht darf vom Wissen der Betroffenen auf d eren Willen schliessen, wenn sich ihm Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängt e, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Was die betroffene Person wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen und ist somit eine Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob im Lichte der festgestellten Tatsachen der Schluss auf Eventualvorsatz berechtigt erscheint (BGE 138 V 7 4 E. 8.4.1 mit Hinweisen; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f.). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Ver waltungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht, wonach Versicherungsträger und Ge- richte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen haben (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen dann vorzunehmen sind, wenn und soweit hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder ander er sich aus den Akten ergebender An- haltspunkte hinreichender Anlass besteht (Urteil des EV G vom 8. März 2001, C 102/00, E. 1b; BGE 117 V 282 E. 4a; AHI-Praxis 1994 S. 212 E. 4a; SV R-Rechtsprechung 1999, IV Nr. 10 S. 28 E. 2c). 3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Besc hwerdefall das Gericht darf eine Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen En tscheid nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (H ANS -ULRICH STAUFFER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslo- senversicherung und Insolvenzentschädigung, Zürich 1998, S . 77). Die blosse Möglichkeit ei- nes bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). 4.1 Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde n unmehr geltend macht, dass nie eine Arbeitslosigkeit bestanden habe, stellt er sinngemä ss die Möglichkeit der Tilgung der Ein- stelltage in grundsätzlicher Hinsicht in Frage. 4.2 Eine Einstellungsverfügung enthält neben der Daue r der Einstellung auch ein Datum, ab welchem die Einstellung zu vollziehen ist. Das von de r Verwaltung in einer Einstellungsver- fügung eingesetzte Datum ist nach Art. 45 Abs. 1 lit . a, c und d AVIV nur für den Beginn der Einstellungsfrist (ab wann der Entschädigungsanspruch th eoretisch eingestellt werden kann) und nicht für den Einstellungsbeginn selber (ab welchem konkreten Datum die versicherte Per- son tatsächlich in ihrer Anspruchsberechtigung eingestell t wird) massgebend. Bei der Einstel- lungsfrist handelt es sich um eine Verwirkungsfrist, die nach ihrem Beginn sechs Monate dauert und nach deren Ablauf die Einstellung dahinfällt (Art . 30 Abs. 3 letzter Satz AVIG; Urteil des EVG vom 25. April 2005, C 3/04, E. 4.3). Das Datum f ür den Beginn der Einstellungsfrist ist nicht zu verwechseln oder gleichzusetzen mit demjenigen des Einstellungsbeginns. Einstel- lungstage können nämlich erst ab dem Zeitpunkt getilgt werden, in welchem die versicherte Person alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. Wer sich z.B. m ehr als sechs Monate nach Be- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht endigung des letzten Arbeitsverhältnisses erstmals auf de m Arbeitsamt zum Leistungsbezug meldet, hat keine Einstellung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit mehr zu befürchten (zum Ganzen: Urteil des EVG vom 25. April 2005, C 3/0 4, E. 4.3; ferner C HOPARD , a.a.O., S. 162). 4.3 Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend darlegt, ist aktenkundig, dass sich der Be- schwerdeführer am 26. Juni 2020 im Umfang einer Vollzei tbeschäftigung zum Bezug von Ar- beitslosenentschädigung angemeldet hat (Kassen-act. 11- 14). Alsdann hat er nachweislich auch das Formular "Angaben der versicherten Person" für die Monate Juni und Juli eingereicht (Kassen-act. 7-10). Zwar trifft es zu, wie der Beschwerde führer vorbringt, dass er durchwegs einer Beschäftigung nachgegangen ist. Indessen betrug der Beschäftigungsgrad des per 1. Juni 2020 angetretenen Arbeitsverhältnisses bei der C.____ AG lediglich 70%. Nachdem der Be- schwerdeführer eine Vollzeitbeschäftigung gesucht hatte, war er demnach ab diesem Zeitpunkt teilweise arbeitslos. Entsprechend hat die Beschwerdeg egnerin in der Folge ab 1. Juli 2020 eine Rahmenfrist zum Leistungsbezug eröffnet und den A nspruch des Beschwerdeführers mit Mitteilung vom 18. August 2020 bestätigt (Kassen-act. 99). Am 4. September 2020 (Eingang bei der Kasse) hat sich der Beschwerdeführer per 24. August 2020 von der Arbeitsvermittlung ab- gemeldet, wobei das Formular "Abmeldung von der Arbe itsvermittlung" einen Anspruch auf ins- gesamt 39 Taggelder ausweist (Kassen-act. 116). Mit de r Beschwerdegegnerin ist demnach davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer – zumindest im Zeitraum vom 1. Juli bis 23. August 2020 – (teilweise) arbeitslos war. Allfäll ige Einstelltage könnten demnach ab 1. Juli 2020 getilgt werden. Die Einstellung ist somit auch nich t verwirkt. Daran vermag schliesslich auch nichts zu ändern, dass bisher keine Auszahlung von Arbeitslosentaggeldern erfolgt ist. 5.1 Zu prüfen ist demnach, ob der Beschwerdeführer zur Kündigung Anlass gegeben und deshalb die Folgen einer selbstverschuldeten Arbeitslosi gkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu tragen hat. Dabei ist namentlich zu unter- suchen, ob ihm zu Recht ein eventualvorsätzliches Verhalte n zur Last gelegt worden ist. Der rechtserhebliche Sachverhalt präsentiert sich hierzu wie folgt: 5.2 Dem Kündigungsschreiben vom 24. März 2020 ist zu en tnehmen, dass zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Vorgesetzten gleichentags ei n Gespräch stattgefunden habe. Konkrete Kündigungsgründe oder sonstige Anhaltspunkte i n diesem Zusammenhang sind der Kündigung hingegen nicht zu entnehmen (Kassen-act. 4). Im Antrag auf Arbeitslosenentschädi- gung vom 26. Juni 2020 hat der Beschwerdeführer "Vert rauensverlust" als Kündigungsgrund angegeben. In der auf Nachfrage vom 27. Juli 2020 bzw. erneute Nachfrage vom 6. August 2020 ergangenen Stellungnahme der ehemaligen Arbeitgeberin vom 13. August 2020, wird zum Kündigungsgrund des Versicherten ausgeführt, dass die Kün digung nicht auf mangelnde Ar- beitsqualität, sondern auf das Verhalten des Versicherte n zurückzuführen gewesen sei. Eine Verwarnung sei nicht ausgesprochen worden. Die Arbeitgeberin verwies dabei auf eine Rekapi- tulation der Ereignisse, die zahlreiche und wenig verstä ndliche Abkürzungen enthält, wie die Beschwerdegegnerin zutreffend erkannte (Kassen-act. 95). Jedenfalls geht daraus hervor, dass sich der Versicherte (wiederholt) geweigert habe, eine schriftliche Stellungnahme betreffend das Fernbleiben zu einem Kurs abzugeben und mit seiner K ündigung gedroht habe. Soweit Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ersichtlich, hat der Beschwerdeführer ferner von der ihm mit Schreiben vom 28. August 2020 eingeräumten Möglichkeit zur Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs keinen Gebrauch ge- macht. 5.3 In seiner Einsprache vom 13. Oktober 2020 bekräft igte der Beschwerdeführer, dass ihm nicht aufgrund mangelnder Arbeitsqualität gekündi gt worden sei. Der Grund für die Kündi- gung sei vielmehr das Verweigern einer Stellungnahme hinsichtlich eines unbesuchten Kursta- ges am 3. Februar 2020 sowie eine daraus entstandene Auseinandersetzung gewesen. Der Einsprache ist weiter eine Darstellung des Sachverhalts in chronologischer Auflistung zu ent- nehmen. Dabei macht der Beschwerdeführer im Wesentliche n Folgendes geltend: Am 31. Ja- nuar 2020 sei er mit seinem direkten Vorgesetzten in Kontakt getreten, da am 3. Februar 2020 ein Kurs in Sachen Verkehrsschulung sowie am 5. Februar 2020 eine entsprechende Prüfung stattgefunden habe, er indessen vom 4. auf den 5. Februar 2020 eine Nachtschicht zu absolvie- ren gehabt hätte. In der Folge habe sein Vorgesetzter den Prüfungstermin vom 5. Februar 2020 sowie damit zusammenhängend den Termin für den Vorkur s vom 3. Februar 2020 im internen System gelöscht. In der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 2020 habe er um 01:56 Uhr eine E- Mail seines Vorgesetzten erhalten, wonach ein Ersatz fü r die Nachtschicht des Versicherten habe ausgemacht werden können und der Versicherte demna ch am Kurstag vom 3. Februar 2020 sowie der darauffolgenden Prüfung teilnehmen k önne. Aufgrund der späten Uhrzeit habe er diese Nachricht übersehen und somit nicht am Kurs t eilgenommen. Nachdem er die E-Mail entdeckt habe, habe er dies gleichentags seinem Vorgesetzt en gemeldet, welcher dies zur Kenntnis genommen habe. Mit E-Mail vom 5. Februar 202 0, abermals nachts um 02:49 Uhr, habe ihn sein Vorgesetzter gefragt, weshalb er nicht zur Prüfung am 5. Februar 2020 angetre- ten sei, nachdem er ihm den Kurs vom 3. Februar 2020 b estätigt habe. In der Folge habe er versucht, das Missverständnis telefonisch und tagsüber persön lich mit dem Vorgesetzten zu klären. Er habe diesen jedoch nicht erreichen können. Um 21:01 Uhr desselben Tages habe ihm sein Vorgesetzter Frist bis Mitternacht gesetzt, um sich bezüglich des unentschuldigten Fernbleibens zu äussern. Er habe sich indessen geweigert, eine schriftliche Stellungnahme einzureichen, nachdem er wiederholt versucht habe, sei nen Vorgesetzten zu erreichen und ihn mehrmals über den Nachrichtendienst WhatsApp über die Si tuation aufgeklärt habe. Daraufhin sei ein nächtliches Streitgespräch über WhatsApp erfolgt . Schliesslich sei er zu einem Ge- sprächstermin ins Personalbüro eingeladen worden, wobei kein konstruktives Gespräch zu- stande gekommen sei. Am 25. März 2020 sei die Kündigun g erfolgt. Als Nachweis der entspre- chenden Ausführungen legte der Beschwerdeführer Kopien der besagten E-Mail- Korrespondenz sowie der Korrespondenz über den Nachrichtendienst WhatsApp bei. 6.1 In ihrem Einspracheentscheid vom 4. Dezember 2020 g elangte die Beschwerdegegne- rin zur Auffassung, dass der Versicherte aufgrund der bei gebrachten Nachweise die Kündigung zwar nicht vorsätzlich verschuldet habe, indem er den Kurs vom 3. Februar 2020 bzw. die Prü- fung vom 5. Februar 2020 nicht besucht habe. Er habe indessen seine Sorgfaltspflicht eventu- alvorsätzlich verletzt, indem er sich geweigert habe, eine Stellungnahme abzugeben, um das Missverständnis aus seiner Sicht darzulegen. Dies sei ihm trotz des unzugänglichen Verhaltens seines Vorgesetzten möglich gewesen und hätte die Situation möglicherweise entschärft. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Das dem Versicherten zur Last gelegte Verhalten mu ss in beweismässiger Hinsicht klar feststehen, damit eine Einstellung in Betracht komm t (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. März 2016, 8C_22/2016, E. 4.2 mit Hinweisen). In dieser Hinsicht ist aktenkundig und unbe- stritten, dass der Beschwerdeführer zur Frage, weshalb er dem Kurs vom 3. Februar 2020 fern- geblieben sei, keine schriftliche Stellungnahme einge reicht hat. Näher zu beleuchten ist, ob in dieser Verweigerung ein eventualvorsätzliches Verhalten des Beschwerdeführers erblickt wer- den kann. 6.3 Wie bereits dargelegt (vgl. E. 2.2 hiervor), genü gt es, dass das allgemeine Verhalten der versicherten Person Anlass zur Kündigung bzw. Entla ssung gegeben hat; Beanstandungen in beruflicher Hinsicht müssen nicht vorgelegen haben. E s bedarf ferner auch nicht eines Fehl- verhaltens des Versicherten, das die Arbeitgeberin zu ei ner fristlosen Kündigung berechtigen würde. Ebenso wenig ist eine der Kündigung vorangegang ene Abmahnung durch die Arbeitge- berin erforderlich. Entscheidend ist allein das Wissen bzw. das Wissenkönnen und -müssen des Versicherten um die Möglichkeit, durch sein Handeln eine Kündigung zu bewirken. Die Äusse- rungen des Beschwerdeführers im Rahmen der dokumentiert en Korrespondenz zwischen ihm und seinem Vorgesetzten geben am ehesten Aufschluss über seinen Willen. Zwar sind in der Vorgehensweise des Vorgesetzten des Beschwerdeführers durcha us unprofessionelle Aspekte zu erblicken. Gleichwohl kann aufgrund der vorliegenden Unterlagen und in sinngemässer An- wendung des für den Bereich des Strafrechts geltenden Massstabs (vgl. E. 2.4 hiervor), mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden , dass der Beschwerdeführer durch sein Verhalten die Tatbestandsverwirklichung, mith in den Verlust seiner Anstellung, in Kauf nahm bzw. ihm dieser gar innerlich gleichgültig war. So hat er anlässlich des sich erge- benden Streitgesprächs am 5. Februar 2020 über den Nachrichtendienst WhatsApp unter ande- rem seine Kündigung für den Fall angedroht, dass sein Vorgesetzter weiterhin auf einer schrift- lichen Stellungnahme beharre. In einer weiteren Nachricht vom selben Datum hat er die Andro- hung seiner Kündigung alsdann bekräftigt. Von der ihm schliesslich mit E-Mail vom 7. Februar 2020 eingeräumten Möglichkeit, bis am 9. Februar 2020 eine schriftliche Stellungnahme einzu- reichen, hat er unbestrittenermassen keinen Gebrauch gema cht. Auf die mit E-Mail vom 11. Februar 2020 erfolgte Einladung zu einem persönlichen Gespräch mit dem Ziel, die Thema- tik aus dem Weg zu räumen, antwortete der Beschwerdefüh rer, dass er zum entsprechenden Vorfall keine Zeit mehr opfern und keine Worte mehr verlieren würde. Alsdann stellte er eine künftige Zusammenarbeit abermals in Frage. Dabei bedie nte er sich wiederholt einer unange- brachten Wortwahl. Wenngleich der Beschwerdeführer schli esslich zu einem persönlichen Ge- spräch erschienen ist und sich bezüglich dieses Gesprächs keine (echtzeitlichen) Gesprächsno- tizen finden, kann aufgrund des Dargelegten nicht davo n gesprochen werden, dass er darauf vertraut habe, es werde trotz Ausbleibens einer Stellun gnahme keine Kündigung erfolgen, so- dass sich sein Verhalten bloss auf den Vorwurf bewusst fahr lässigen Verhaltens beschränken würde. Vielmehr musste der Versicherte aufgrund des ohn ehin angespannten Verhältnisses zu seinem Vorgesetzten damit rechnen, seine Stelle zu verlie ren und fand sich mit dieser Möglich- keit ab. Es sind sodann weder Gründe ersichtlich noch werden solche seitens des Beschwerde- führers geltend gemacht, die es dem Beschwerdeführer ve runmöglicht hätten, eine schriftliche Stellungnahme abzugeben, um seine Sicht der Dinge da rzulegen, zumal er eine eventualvor- sätzlich verschuldete Kündigung in seiner Beschwerde nun selbst nicht mehr in Frage stellt. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sein Einwand, wonach dennoch nicht von einer eventualv orsätzlich verschuldeten Arbeitslosig- keit auszugehen sei, zielt mit Blick auf das unter Erwägung 4 hiervor Ausgeführte ins Leere. 6.4 Kann dem Beschwerdeführer nach dem Gesagten ein eve ntualvorsätzliches Verhalten zur Last gelegt werden, erfüllt er den Tatbestand von A rt. 30 Abs.1 lit. a AVIG, womit die Kasse ihn grundsätzlich zu Recht vorübergehend in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. 7.1 Zu prüfen bleibt die Dauer der Einstellung. Dies e bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Sie beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage be i mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 AVIV). Innerhalb d ieses Rahmens fällt die Arbeitslosen- kasse ihren Entscheid nach pflichtgemässem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialver- sicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts bzw. der en präsidierende Person bei Prä- sidialentscheiden die angefochtene Verfügung auch auf d eren Angemessenheit zu überprüfen. Sie greift jedoch bei der Beurteilung der durch die V orinstanz angeordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren Ermessensspielr aum ein (ARV 2000 Nr. 8 S. 42 E. 2c). 7.2 Die Unterschreitung des grundsätzlichen Sanktionsrahm ens für ein schweres Ver- schulden kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung dann angezeigt sein, wenn beson- dere Umstände im Einzelfall vorliegen, die das Verschu lden leichter als schwer erscheinen las- sen. Diese können sich auf die subjektive Situation der b etroffenen Person oder auf eine objek- tive Begebenheit beziehen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. August 2017, 8C_342/2017, E. 4.3 mit Hinweis auf BGE 130 V 125 E. 3.5). 7.3 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist im vorli egenden Fall von einer selbstver- schuldeten Arbeitslosigkeit auszugehen. Bei einer selbstver schuldeten Arbeitslosigkeit läge der praxisgemäss angenommene Einstellungsrahmen für die Beme ssung der Einstelltage im Be- reich des schweren Verschuldens, mithin zwischen 31 und 60 T agen. Vorliegend hat die Kasse in Abweichung zu ihrer Verfügung vom 15. September 20 20 und in teilweiser Gutheissung der Einsprache das Verschulden des Beschwerdeführers als mittelsch wer eingestuft und die Ein- stellungsdauer auf 28 Tage festgesetzt. Bei der Festleg ung der Dauer der Einstellung bzw. der Kürzung der Einstelldauer von 36 auf 28 Tage sind von d er Beschwerdegegnerin zu Gunsten des Beschwerdeführers zu Recht die besonderen Umstände sowie auch die Tatsache ver- schuldensmindernd berücksichtigt worden, dass das Verhalten der Arbeitgeberin zur Kündigung beigetragen hat. Weitere verschuldensmindernde Gründe sind vorliegend nicht ersichtlich. In Würdigung der gesamten objektiven und subjektiven Umstä nde sowie unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Sanktionsrahmen für schweres Versch ulden unterschritten worden ist, erweist sich die Sanktionshöhe als vertretbar und ist demzufolge nicht zu beanstanden. D as Kantonsgericht sieht daher keinen Anlass, in das vorinstanzliche Ermessen einzugreifen. 8. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist der angefoc htene Einspracheentscheid vom 4. Dezember 2020 nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Gemäss § 20 Abs. 2 VPO ist das Verfahren vor dem kanton alen Versicherungsgericht in der Regel kostenlos, sodass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht