<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp315056"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>110 Ib 264<br/><br/><br/><div class="paraatf">45. Auszug aus dem Urteil der I. öffentlichrechtlichen Abteilung vom 21. November 1984 i.S. Gemeinde X. gegen Y. sowie Y. gegen Gemeinde X. und Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp316624"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 24 RPG</span>; Ausnahmebewilligung. Umwandlung eines Maiensässgebäudes in ein Ferienhaus. <div class="paratf">1. Beurteilung unter dem Gesichtspunkt der teilweisen Änderung nach <span class="artref">Art. 24 Abs. 2 RPG</span> (E. 3). </div> <div class="paratf">2. Beurteilung unter dem Gesichtspunkt der Standortgebundenheit nach <span class="artref">Art. 24 Abs. 1 lit. a RPG</span> (E. 4). </div> </div> </div> <a name="idp323920"></a> <a name="idp331104"></a> <br/><div> <a name="idp338192"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 264</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page264"></a><div class="center pagebreak">BGE 110 Ib 264 S. 264</div> </div> <div class="paraatf">Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp340288"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>(Darstellung der Grundsätze des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG) über die Bewilligung von Ausnahmen ausserhalb der Bauzonen.) <a name="page265"></a><div class="center pagebreak">BGE 110 Ib 264 S. 265</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp342480"></a><span class="bold" id="consideration_3.">3. </span>Wie erwähnt, kann das kantonale Recht gemäss <span class="artref">Art. 24 Abs. 2 RPG</span> gestatten, zonenfremde Bauten und Anlagen zu erneuern, teilweise zu ändern oder wieder aufzubauen, wenn dies mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar ist. Ob eine Baumassnahme unter <span class="artref">Art. 24 Abs. 2 RPG</span> fällt, beurteilt sich ausschliesslich nach dieser bundesrechtlichen Vorschrift. Bei der Erneuerung, dem Wiederaufbau und der teilweisen Änderung handelt es sich um bundesrechtliche Begriffe; sie bilden die Grenze für Bewilligungen nach <span class="artref">Art. 24 Abs. 2 RPG</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1984&amp;to_year=1984&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F108-IB-53%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page54">BGE 108 Ib 54</a> E. 3b, 361 E. 3a, je mit Hinweisen).</div> <div class="paraatf">Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann eine Änderung im Sinne von <span class="artref">Art. 24 Abs. 2 RPG</span> sowohl in einer Vergrösserung oder inneren Umgestaltung als auch in einer Zweckänderung bestehen. Sie ist als teilweise zu betrachten, soweit die Wesensgleichheit einer Baute gewahrt wird und keine wesentlich neuen Auswirkungen auf die Nutzungsordnung, Erschliessung und Umwelt geschaffen werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1984&amp;to_year=1984&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F108-IB-53%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page55">BGE 108 Ib 55</a> E. 3c, 361 E. 3a; EJPD/BRP, Erläuterungen zum Bundesgesetz über die Raumplanung, Bern 1981, Art. 22 N. 12 und 13, S. 274/275, Art. 24 N. 35 und 39, S. 303 und 304).</div> <div class="paraatf">Im vorliegenden Fall haben die privaten Beschwerdeführer eine ursprünglich rein landwirtschaftlich genutzte Baute zu Wohnzwecken umgebaut. Aus einem Maiensässgebäude ist ein Ferienhaus geworden. Dadurch hat sich die Identität der Baute grundlegend verändert, was sich auf die Nutzungsordnung, Erschliessung und Umwelt auswirkt. Es liegt somit eine Zweckänderung vor, die nicht mehr als teilweise im Sinne von <span class="artref">Art. 24 Abs. 2 RPG</span> bezeichnet werden kann. Sie darf deshalb nur ausnahmsweise bewilligt werden, wenn die Voraussetzungen von <span class="artref">Art. 24 Abs. 1 RPG</span> erfüllt sind.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp360768"></a><span class="bold" id="consideration_4.">4. </span>Wie ausgeführt, setzt <span class="artref">Art. 24 Abs. 1 RPG</span> für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung voraus, dass der Zweck der Baute oder Anlage einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a) und keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b).</div> <div class="paraatf">Ein Ferienhaus ist offensichtlich nicht auf einen Standort ausserhalb der Bauzonen angewiesen. <span class="artref">Art. 24 Abs. 1 lit. a RPG</span> will unter anderem gerade die Umgestaltung von Maiensässgebäuden in Ferienhäuser verhindern (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1984&amp;to_year=1984&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F108-IB-130%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page133">BGE 108 Ib 133</a> E. 2). Die streitigen Umbauarbeiten können daher mangels Standortgebundenheit nicht bewilligt werden. Da beide Voraussetzungen von <span class="artref">Art. 24 Abs. 1 RPG</span> kumulativ erfüllt sein müssen, braucht nicht mehr <a name="page266"></a><div class="center pagebreak">BGE 110 Ib 264 S. 266</div>geprüft zu werden, ob dem Umbau auch überwiegende Interessen entgegenstehen. Dessen Unzulässigkeit ergibt sich schon aus <span class="artref">Art. 24 Abs. 1 lit. a RPG</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1984&amp;to_year=1984&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IB-237%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page242">BGE 107 Ib 242</a> E. 3).</div> </div></body></html>