Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 19. Oktober 2016 (810 16 6) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Beat Walther , Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschreiberin i.V. Claudia Caderas Beteiligte A.A .____ , Beschwerdeführer gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal, Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g und Wegweisung aus der Schweiz (RRB Nr. 2061 vom 22. Dezember 2015) A. A.A.____, mazedonischer Staatsangehöriger, wurde 1984 geboren. Am 8. Januar 2006 reiste er 22-jährig in die Schweiz ein und stellte daraufhin am 13. Januar 2006 ein Asylgesuch, welches mit Entscheid vom 23. Januar 2006 abgelehnt und A.A.____ aus der Schweiz wegge- wiesen wurde. Auf das daraufhin eingereichte Revisionsgesuch wurde mit Entscheid der dama- ligen Schweizerischen Asylrekurskommission vom 1. M ai 2006 nicht eingetreten. In der Folge hielt sich A.A.____ illegal in der Schweiz auf. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 20. April 2011 heiratete A.A.____ die Schweize r Staatsangehörige B.B.____, gebo- ren 1988, weshalb er am 2. Dezember 2011 eine Aufent haltsbewilligung zum Verbleib bei sei- ner Ehefrau erhielt. A.A.____ und B.A.____ haben vie r gemeinsame Kinder (geb. 2010, 2011, 2012 und 2014). C. Aufgrund verschiedener strafrechtlicher Verurteilung en im Zeitraum von 2006 bis 2010 wurde A.A.____ durch das Amt für Migration des Kanton s Basel-Landschaft (AfM) mit Schrei- ben vom 19. März 2012 verwarnt und darauf hingewiesen, dass im Falle erneuter Verstösse gegen die Rechtsordnung seine Wegweisung aus der Schweiz geprüft werde. D. Mit Schreiben vom 11. Juli 2013 sprach das AfM gegen über A.A.____ eine zweite Ver- warnung aus. Dabei verwies es auf eine weitere Verurtei lung wegen rechtswidrigen Aufenthalts sowie Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung, auf offene V erlustscheine in der Höhe von rund Fr. 17‘180.-- sowie auf die Tatsache, dass die Familie A.____ seit Mai 2011 durch die Sozialhil- febehörde C.____ mit rund Fr. 111‘600.-- habe unter stützt werden müssen. A.A.____ wurde darauf aufmerksam gemacht, dass er künftig keinerlei Schul den mehr generieren dürfe, die al- ten Schulden im Rahmen seiner Möglichkeiten sukzessive a bzuzahlen habe, zu keinerlei Kla- gen mehr Anlass geben dürfe und sich aktiv um die Entlastu ng der Sozialhilfe zu bemühen ha- be. Ebenfalls erwarte man von ihm, dass er sich intensiv um eine Arbeitsstelle bemühe. E. Vom 1. Mai 2011 bis zum Wegzug nach D.____ am 31. Juli 2014 hatten A.A.____ und seine Familie in C.____ Sozialhilfe im Umfang von insgesamt Fr. 156‘722.30 bezogen. F. Mit Schreiben vom 28. November 2014 wurde A.A.____ seitens des AfM das rechtliche Gehör in Bezug auf die beabsichtigte Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Weg- weisung aus der Schweiz gewährt, welches er mit Schreiben vom 5. Dezember 2014 wahr- nahm. G. Mit Verfügung vom 11. Juni 2015 verzichtete das AfM schliesslich auf die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von A.A.____ und wies ihn a us der Schweiz weg. Dies begründete es im Wesentlichen mit der erheblichen Unterstützung seit ens der Sozialhilfe, der Schuldensi- tuation und dem Legalverhalten A.A.____s sowie mit den ihm anhaftenden Vorwürfen der häus- lichen Gewalt. H. Gegen diese Verfügung des AfM liess A.A.____, vertret en durch Marco Albrecht, Advo- kat in Muttenz, mit Schreiben vom 22. Juni 2015 Beschwer de beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) erheben. Dabei beant ragte er die Aufhebung der angefoch- tenen Verfügung und die Verlängerung seiner Aufenth altsbewilligung; sämtliches unter o/e- Kostenfolge. Zudem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Eine Wegweisung würde das Familienleben definitiv zerstören und den Pr ozess der Ablösung von der Sozialhilfe unterbrechen. Schliesslich sei eine Wegweisung, welche bloss auf die bezogene Sozialhilfe und die lange Zeit zurückliegenden Straftaten abgestützt werde, nicht verhältnismässig. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. Mit Regierungsratsbeschluss Nr. 2061 vom 22. Dezember 2015 (RRB) wurde die Be- schwerde abgewiesen. Begründet wurde der Entscheid hauptsächlich damit, dass A.A.____ seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahre 2006 ganz erheb lich seitens der Sozialhilfe (zunächst C.____, anschliessend D.____) unterstützt worden sei. De s Weiteren wies der Regierungsrat auf das problematische Legalverhalten von A.A.____ hi n, welches in der Vergangenheit mehr- fach zu wünschen übrig gelassen hätte, da dieser häufig mit der Rechtsordnung in Konflikt ge- raten sei und sich auch nicht durch straf- und ausländer rechtliche Massnahmen habe beeindru- cken lassen. J. Mit Eingabe vom 4. Januar 2016 erhob A.A.____, wei terhin vertreten durch Marco Alb- recht, gegen den RRB vom 22. Dezember 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragt, es sei der Entscheid des Regierungsrates vom 22. Dezember 20 15 aufzuheben und die Be- schwerde gutzuheissen; sämtliches unter o/e-Kostenfolge, w obei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen sei. In der Folge blieb eine Beschwerdebegrün- dung seitens des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers a us, da dieser mit Schreiben vom 3. März 2016 die Niederlegung seines Mandates mitteilte. K. Mit Eingabe vom 16. März 2016 reichte der Beschwerde führer eine ergänzende Be- schwerdebegründung sowie die erforderlichen Belege zur Ausweisung seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse ein. In seiner Beschwerdebegründung teilte er mit, dass er ab dem 1. April 2016 eine Arbeitsstelle mit einem Pensum von 50 % antreten werde. Zudem wolle er mit seiner Familie in der Schweiz bleiben. Er hoffe auf e ine Chance, wolle sich bessern und mit seiner Frau die Kinder gemeinsam aufziehen. Er habe am Anfang Schwierigkeiten gehabt, sich anzupassen. L. Am 11. April 2016 liess sich der Regierungsrat verneh men und beantragte die Abwei- sung der Beschwerde. M. Mit Schreiben vom 24. August 2016 hielt die Sozial hilfebehörde D.____ fest, dass der Beschwerdeführer seit dem 1. August 2014 finanzielle Un terstützung erfahre, welche sich per 24. August 2016 auf die Summe von Fr. 190‘041.95 belaufe. N. Mit Verfügung vom 3. Mai 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung bewilligt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Be schwerdeführer ein schutzwürdiges Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheides hat, die übrigen formellen Voraus- setzungen gemäss den §§ 43 ff. VPO erfüllt sind und die Zuständigkeit des Kantonsgerichts sowohl örtlich als auch sachlich gegeben ist, ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsver letzungen zu überprüfen bzw. zu prü- fen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen re chtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Wei- teren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist de m Kantonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und die damit einhergehende Wegwei- sung zu Recht erfolgten. 3.2 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländeri nnen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005, auch Art. 2 AuG). Die zuständige ka ntonale Behörde entscheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlich en Vorschriften und Verträge mit dem Aus- land – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstä- tigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung eine r Aufenthaltsbewilligung hat die ausländi- sche Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflich- tungen sehen dies vor (BGE 133 I 185 E. 2.3; ROSA MARIA LOSADA , in: Caroni/Gächter/Thurn- herr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und A usländer [AuG], Bern 2010, N 6 zu Art. 3 AuG). 3.3 Zwischen der Schweiz und Mazedonien besteht kein St aatsvertrag, der dem Be- schwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der S chweiz gewähren würde. Es sind ent- sprechend die Bestimmungen des AuG, vorbehältlich andere r völkerrechtlicher Verträge, an- wendbar. 3.4 Ein gesetzlicher Anspruch eines ausländischen Ehegatten auf Anwesenheit in der Schweiz liegt gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG insbesondere dan n vor, wenn dieser mit einer Schweizerin bzw. einem Schweizer verheiratet ist und m it ihr bzw. ihm zusammenwohnt. Auf- grund der am 20. April 2011 gültig geschlossenen Ehe de s Beschwerdeführers mit der Schwei- zerin B.A.____, mit welcher er vier gemeinsame Kinder h at und zusammenwohnt, hat dieser grundsätzlich einen Anspruch auf Verlängerung seiner Auf enthaltsbewilligung gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG. 4.1 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schut ze der Menschenrechte und Grund- freiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 sowie dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverf assung der Schweizerischen Eidgenos- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht senschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienle- bens können ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufent- halt oder Verbleib in einem anderen Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnah- me zur Trennung von Familienmitgliedern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /T HOMAS HUGI YAR , Aufent- haltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrec ht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, Europäische Grund rechte-Zeitschrift [EuGRZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien kö nnen somit dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit un- tersagt und damit das gemeinsame Familienleben vereit elt wird. Gemäss ständiger bundesge- richtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hierzulande aufhaltenden Angehö- rigen über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilli gung besitzen oder über eine Auf- enthaltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf ein em gefestigten Rechtsanspruch beruht. Zu- dem müssen diese Personen zur Kernfamilie (Ehegatte ode r im gleichen Haus lebende, min- derjährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tat sächliche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). 4.2 Der Beschwerdeführer ist mit einer Schweizerin ve rheiratet und hat mit ihr vier Kinder, welche ebenfalls über die Schweizer Staatsangehörigkeit verfügen. Er lebt zurzeit nach wie vor mit seiner Familie zusammen und führt nach eigenen Auss agen und nach Ansicht seiner Ehe- frau ein intaktes Familienleben. In ihrer Stellungnah me vom 5. Dezember 2014 äusserte sich die Ehefrau des Beschwerdeführers dahingehend, dass sie ih rer Zukunft mit ihrem Ehemann und ihren Kindern positiv entgegenblicke und sie und de r Beschwerdeführer eine gute Ehe füh- ren würden. Das Verhältnis ihres Ehemannes zu ihren gem einsamen Kindern sei gut, er unter- nehme viel mit ihnen und liebe sie. Ihr Ehemann habe aus seinen Fehlern gelernt, bereue diese und habe sich geändert. Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerdebegründung vom 16. März 2016 sinngemäss geltend, dass er sich fortan fürso rglich für seine Familie einsetzen, die Kinder gemeinsam mit seiner Ehefrau aufziehen und auch sonst mithelfen wolle. Er wolle sich bessern und habe am Anfang durchaus Schwierigkeiten gehabt, sich anzupassen. Seiner Schweizer Ehefrau ist es nicht von vornherein zumutbar, ihrem Ehemann im Falle einer Aus- weisung nach Mazedonien zu folgen, zumal sie in der Schweiz offenbar stark verwurzelt ist und durch ihre eigene Familie erheblich unterstützt wird. Der Beschwerdeführer kann sich folglich grundsätzlich auf das Recht auf Familienleben berufen, u m einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz geltend zu machen. 5. Indes gelten weder der gesetzliche Anspruch auf Au fenthalt nach Art. 42 Abs. 1 AuG noch der grundrechtliche Anspruch nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK absolut. 6.1 Eine nach Art. 42 Abs. 1 AuG erteilte Bewilligung kann gemäss Art. 62 Abs. 1 AuG unter anderem widerrufen werden, wenn der betroffen e Ausländer zu einer längerfristigen Frei- heitsstrafe verurteilt wurde oder gegen ihn eine straf rechtliche Massnahme im Sinne von Art. 59 - 61 oder Art. 64 des Schweizerischen Strafgesetzb uches (StGB) vom 21. Dezember 1937 angeordnet wurde (lit. b), er erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat ode r diese gefährdet oder die innere Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht oder die äussere Sicherheit gefährdet (lit. c), oder e r selbst bzw. eine Person, für die er zu sor- gen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist (lit. e). 6.2 Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK darf in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut eingegriffen werden, soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung zur Verhinderung von straf- baren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. 6.3 Es ist festzuhalten, dass die strafrechtlichen Sankti onen, zu welchen der Beschwerde- führer im Zeitraum von 2006 bis 2010 verurteilt wurde , keine längere Freiheitsstrafe i.S.v. Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG beinhalteten. Eine solche i st nach höchstrichterlicher Rechtsprechung grundsätzlich bei einer mehr als einjährigen Freiheitsstr afe anzunehmen (BGE 135 III 377 E. 4.2). Eine Zusammenrechnung verschiedener Freiheitss trafen von einem Jahr oder weniger ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht zulässig. Der Widerrufsgrund ist vielmehr (nur) dann erfüllt, wenn eine Strafe für sich alleine das Kriterium der Längerfristigkeit erfüllt, d.h. die Dauer von einem Jahr überschreitet (BGE 137 III 297 E. 2). Obschon der Beschwerdeführer mehrfach strafrechtlich verurteilt wurde, stellt keine de r ausgesprochenen Strafen eine einjähri- ge Freiheitsstrafe dar, weshalb die Voraussetzungen für e inen Widerruf gestützt auf diese Be- stimmung nicht erfüllt sind. Auch die mehrfach ausgespro chenen Geldstrafen und Bussen ent- ziehen sich einer Zusammenrechnung und Gleichsetzung mit e iner längeren Freiheitsstrafe. Folglich beschränkt sich die nachfolgende Prüfung auf die weiteren vorstehend erwähnten Wi- derrufsgründe (E. 6.1). 6.4 Wie vorstehend in E. 6.1 erwähnt, setzt derjenige einen Ausweisungsgrund, der erheb- lich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Aus- land verstossen hat oder diese gefährdet oder die inner e oder äussere Sicherheit gefährdet (Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG). Eine Aufenthaltsbewillig ung einer ausländischen Person kann dem- nach widerrufen werden, wenn deren Verhalten darauf schliessen lässt, dass sie nicht bereit ist, sich in die im Gaststaat geltende Ordnung einzufügen. Die Befolgung der öffentlichen Ordnung, welche die Gesamtheit der ungeschriebenen Ordnungsvorstel lungen umfasst, ist nach herr- schender sozialer Anschauung als unerlässliche Voraussetzung ei nes geordneten menschli- chen Zusammenlebens anzusehen. Die öffentliche Sicherheit beinhaltet die Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung, der Rechtsgüter der Ein zelnen sowie der Einrichtungen des Staates (SILVIA HUNZIKER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Auslän- derinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 32 zu Art. 62 AuG). Eine Verletzung der öffentli- chen Sicherheit und Ordnung liegt i.S.v. Art. 80 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufent- halt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 insbesondere dann vor, wenn gesetzli- che Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet we rden (lit. a) oder mutwillig öffent- lich-rechtliche oder privatrechtliche Verpflichtungen nicht erfüllt werden (lit. b). Der Widerrufs- grund kann auch erfüllt sein, wenn einzelne strafbare Handlungen für sich allein betrachtet noch keinen Widerruf rechtfertigen, deren wiederholte Bege hung aber darauf hinweist, dass die be- treffende Person nicht bereit ist, sich an die geltend e Ordnung zu halten (BGE 139 I 16 E. 2.1; Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht BGE 137 II 297 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 2C_368/ 2015 vom 15. September 2015 E. 2.1). Das Interesse an der Verhütung weiterer Straftaten ist dabei ebenfalls zu berücksichtigen (Art. 80 Abs. 2 VZAE; vgl. Urteile des Bundesgerichts 2 C_935/2012 vom 14. Januar 2013 E. 6.1; 2C_141/2012 vom 30. Juli 2012 E. 3.2). 6.5 Seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahre 200 6 hat der Beschwerdeführer folgende Straftaten verübt: − Verurteilung durch den Strafbefehlsrichter Basel-Stad t vom 13. Januar 2006 wegen rechts- widriger Einreise und rechtswidrigem Aufenthalt zu ein er bedingten Gefängnisstrafe von 5 Tagen. − Verurteilung durch das Amtsstatthalteramt Sursee vom 15. Februar 2007 wegen Vergehen gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassun g der Ausländer (ANAG) vom 26. März 1931 zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr . 30.-- und einer Busse von Fr. 400.--. − Verurteilung durch das Strafgericht Basel-Stadt mit Strafbefehl vom 28. November 2007 wegen Diebstahls zu einer bedingten Geldstrafe von 14 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 200.--. − Strafbefehl des Bezirksamtes Baden vom 13. August 2008 wegen Nichttragens der Sicher- heitsgurte, Busse von Fr. 60.--. − Strafverfügung des Kantons Luzern vom 25. August 2008 wegen Überschreitens der zuläs- sigen Parkzeit, Busse von Fr. 40.--. − Strafverfügung des Kantons Luzern vom 28. Oktober 2008 wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit, Busse von Fr. 180.--. − Strafverfügung des Kantons Solothurn vom 31. Oktober 2 008 wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit, Busse von Fr. 120.--. − Strafbefehl des Bezirksstatthalteramtes Sissach vom 15. Ma i 2009 wegen Nichtanpassens der Geschwindigkeit an die gegebenen Strassenverhältnisse, Busse von Fr. 300.--. − Strafbefehl des Bezirksstatthalteramtes Liestal vom 4. N ovember 2009 wegen Widerhand- lung gegen das ANAG, bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 90.-- und Busse von Fr. 200.-- (wurden in der Folge wegen Rückfalls in der Probezeit für vollstreckbar erklärt). − Strafbefehl des Bezirksstatthalteramtes Liestal vom 6. Oktober 2010 wegen Tätlichkeiten, Vergehen gegen das Bundesgesetz über Waffen, Waffen zubehör und Munition (Waffenge- setz, WG) vom 20. Juni 1997, Sachentziehung, geringfügigen Widerhandlungen gegen das AuG vom 16. Dezember 2005, Verletzung der Verkehrsrege ln, Fahrens ohne Haftpflicht- versicherung, Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern und Widerhandlungen ge- gen das Strassenverkehrsgesetz (SVG) vom 19. Dezember 1958 , bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.-- sowie Busse von Fr. 900.--. − Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 2. Juli 2012 wegen in Verkehr Bringens ei- nes Fahrzeugs in nicht vorschriftsgemässem Zustand, Busse von Fr. 300.--. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht − Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vo m 23. Januar 2013 wegen mehrfa- chen Widerhandlungen gegen das AuG, bedingte Geldstraf e von 85 Tagessätzen von Fr. 60.-- sowie Busse von Fr. 1‘700.--. Den aufgeführten Verurteilungen lässt sich entnehmen, dass die einzelnen Verfehlungen des Beschwerdeführers für sich alleine betrachtet jeweils ni cht besonders schwer wiegen. Jedoch verstiess der Beschwerdeführer während Jahren immer wied er gegen die Rechtsordnung. Her- auszuheben sind insbesondere die immer wiederkehrenden V orwürfe häuslicher Gewalt ge- genüber seiner ehemaligen sowie seiner jetzigen Ehefra u, bei welchen es jedoch infolge Rück- zugs der jeweiligen Strafanträge nie zu einer Verurt eilung gekommen ist. Für den Beschwerde- führer spricht in diesem Zusammenhang einzig die Tatsache , dass in den letzten drei Jahren keine neuen Verurteilungen hinzugekommen sind. Dennoch ist für die Beurteilung stets das Gesamtverhalten der betroffenen ausländischen Person massge bend, womit auch die zahlrei- chen Verstösse seit seiner Einreise im Jahre 2006 mitzuberücksichtigen sind. Die im März 2012 ausgesprochene ausländerrechtliche Verwarnung hielt de n Beschwerdeführer nicht davon ab, erneut straffällig zu werden, wurde er doch im Januar 2013 wegen mehrfachen Widerhandlun- gen gegen das AuG erneut verurteilt. Aus der Gesamthei t des bisherigen Verhaltens des Be- schwerdeführers ergibt sich, dass sich dieser von strafrechtli chen Massnahmen offensichtlich nicht beeindrucken liess und er weder gewillt noch in d er Lage ist, die hiesige Rechtsordnung zu respektieren, weshalb ihm die wiederholte Missachtung gesetzlicher Vorschriften i.S.v. Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE vorzuwerfen ist. 6.6 Schliesslich hat der Beschwerdeführer privatrechtli che und öffentlich-rechtliche Schul- den i.S.v. Art. 80 Abs. 1 lit. b VZAE in beträchtliche r Höhe vorzuweisen. Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister vom 10. Dezember 2015 sind auf seinen Namen in den letzten fünf Jahren 36 Betreibungen in einem Gesamtbetrag von Fr. 56‘247.60 und 26 Verlustscheine von insgesamt Fr. 45‘466.45 registriert. Das Gesetz selbst ken nt keine betragsmässige Grenze, ab welcher sich eine Verschuldung der betroffenen ausländisch en Person auf eine Bewilligung bzw. Verfügung betreffend die Verlängerung der Aufen thaltsbewilligung auswirken kann. Die öffentlichen Interessen an einer Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung einer ausländi- schen Person sind jedoch umso gewichtiger, je mehr sich die se verschuldet und sich trotz Ver- warnungen nicht um Schuldentilgung bemüht. Die Mutwi lligkeit einer Schuldenwirtschaft ist an- zunehmen, wenn keine wesentliche Besserung des Verhaltens zu verzeichnen ist bzw. das un- erwünschte Verhalten auch nach der Verwarnung fortges etzt wird, sich die ausländische Per- son mithin weiterhin mutwillig verschuldet hat (Urteil des Bundesgerichts 2C_97/2012 vom 14. Dezember 2012 E. 2.3; HUNZIKER , a.a.O., N 37 zu Art. 62 AuG). 6.7 Während beim Beschwerdeführer im Zeitpunkt der zwe iten Verwarnung des AfM vom 11. Juli 2013 noch 7 offene Verlustscheine im Gesamtbetr ag von Fr. 17‘174.-- festgestellt wer- den konnten, waren es im März 2015 bereits deren 19 in der Gesamthöhe von Fr. 32‘865.05. Zudem war die Zahl der gegen den Beschwerdeführer ein geleiteten Betreibungen um 11 weite- re angestiegen. Im Mai 2015 waren beim Beschwerdeführ er 32 Betreibungen in der Höhe von Fr. 43‘175.50, 23 Verlustscheine von insgesamt Fr. 40‘763.20 und 21 offene Verlustscheine von insgesamt Fr. 35‘729.60 zu verzeichnen, wobei sich die Fo rderungen Gläubigern sowohl des Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht öffentlich-rechtlichen als auch des privatrechtlichen Be reiches zuordnen lassen. Im Dezember 2015 wies der Beschwerdeführer schliesslich 36 Betreibunge n in einem Gesamtbetrag von Fr. 56‘247.60 und 26 Verlustscheine von insgesamt Fr. 45‘466.45 auf. Dass es während Jahren zu keinem Abbau von Schulden kam, sondern dass sich diese im Gegenteil immer weiter an- häuften, deutet darauf hin, dass der Beschwerdeführer nicht gewillt oder in der Lage ist, seine Ausgaben den Einkünften anzupassen. Es bestehen zudem keine Anzeichen dafür und werden auch nicht geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer er nsthaft bemüht war, seine Schulden zu verringern bzw. keine neuen Schulden entstehen zu la ssen. Selbst die ausländerrechtlichen Verwarnungen führten nicht zu einer ersichtlichen Ver änderung des Verhaltens des Beschwer- deführers. Unter diesen Umständen ist zudem nicht davon a uszugehen, dass sich das Verhal- ten des Beschwerdeführers ändern wird, zumal er diesbezügl ich keine Bemühungen oder An- strengungen aufgezeigt hat. Folglich ist dem Beschwerdefü hrer die mutwillige Nichterfüllung öffentlich-rechtlicher und privatrechtlicher Verpflicht ungen i.S.v. Art. 80 Abs. 1 lit. b VZAE vor- zuwerfen. Aufgrund der Bejahung der Voraussetzungen vo n Art. 80 Abs. 1 lit. a und b VZAE liegt der Widerrufsgrund i.S.v. Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG vor. 7.1 Gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG kann eine Aufentha ltsbewilligung unter anderem wi- derrufen – bzw. nicht mehr verlängert – werden, wenn d er Ausländer oder eine Person, für die er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Für d en Widerruf einer Bewilligung wegen So- zialhilfeabhängigkeit ist neben den bisherigen und den aktuellen Verhältnissen auch die wahr- scheinliche finanzielle Entwicklung auf längere Sicht abzuw ägen. Ein Widerruf kommt in Be- tracht, wenn eine Person hohe finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Le bensunterhalt sorgen wird (vgl. Wei- sungen und Erläuterungen Ausländerbereich [Weisungen A uG] des Staatssekretariats für Mig- ration [SEM], Bern 2013 [aktualisiert 2016], Ziff. 8. 3.1 lit. e; Urteile des Bundesgerichts 2C_958/2011 vom 18. Februar 2013 E. 2.3, 2C_74/2010 vom 10. Juni 2010 E. 3.4). Nach der bundesgerichtlichen Praxis rechtfertigt sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung wegen dauerhafter und erheblicher Fürsorgeabhängigkeit bei einem Sozialhilfebezug von mehr als Fr. 80'000.-- während mindestens zwei bis drei Jahren ( vgl. Weisungen AuG, Ziff. 8.3.2 lit. d; BGE 123 II 529 E. 4 und Urteil des Bundesgerichts 2C_958/2011 vom 18. Februar 2013 E. 2.3). Bei einem Ehepaar, welches während sieben Jahren Sozial hilfeleistungen im Umfang von ins- gesamt Fr. 217‘000.-- beanspruchte, nahm das Bundes gericht ebenfalls eine erhebliche Unter- stützung i.S.v. Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG an (Urteil de s Bundesgerichts 2C_1160/2013 vom 11. Juli 2014 E. 5.1). In einem aktuellen höchstrichter lichen Entscheid wurde schliesslich die finanzielle Unterstützung eines Ehepaares während knap p zehn Jahren im Umfang von Fr. 200‘000.-- als erhebliche Sozialhilfeabhängigkeit b etrachtet (Urteil des Bundesgerichts 2C_1092/2015 vom 13. April 2016 E. 2.2). 7.2 Der Beschwerdeführer hat seit dem 1. August 2014 S ozialhilfeleistungen im Umfang von gesamthaft Fr. 190‘041.95 bezogen (vgl. Bestätigung sschreiben der Sozialhilfebehörde C.____ vom 24. August 2016). Zuvor wurden der Beschwerdeführer und seine Familie während der Zeitspanne vom 1. Mai 2011 bis zum Wegzug nach C.__ __ am 31. Juli 2014 mit insgesamt Fr. 156‘722.30 finanziell unterstützt. Gesamthaft sind d amit während der letzten fünf Jahre So- zialhilfekosten in der Höhe von über Fr. 345‘000.-- e ntstanden. Die zusätzlichen monatlichen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kosten für die Heimunterbringung der drei Söhne und deren Beistand, welche ebenfalls von der Öffentlichkeit getragen werden mussten, sind darin nicht enthalten. Die Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers hat damit sowohl in masslicher als auch in zeitlicher Hinsicht ein erheb- liches Ausmass erreicht. Folglich stellt die bereits erfol gte finanzielle Unterstützung des Be- schwerdeführers und seiner Familie im Umfang von über F r. 345‘000.-- innert fünf Jahren eine im Sinne der vorstehend erwähnten bundesgerichtlichen Praxis erhebliche Sozialhilfeabhängig- keit dar und würde neben dem Widerruf der Aufenthalt sbewilligung auch einen Widerruf einer Niederlassungsbewilligung i.S.v. Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG rechtfertigen. Entgegen seiner Darstel- lung in der Beschwerdeschrift vom 12. August 2015 ist von keiner baldigen Ablösung des Be- schwerdeführers von der Sozialhilfe auszugehen, da diese r auch gegenwärtig kein Einkommen erzielt. In seiner nachträglichen Beschwerdebegründung vom 16. März 2016 führte der Be- schwerdeführer aus, dass er ab dem 1. April 2016 eine An stellung zunächst in einem Pensum von 50 % antreten werde, wobei das Pensum erhöht werd en könne. Der Beschwerdeführer konkretisierte jedoch nicht, um welche Art von Arbeit es sich hierbei handelt und reichte die mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 22. August 2016 verlan gten aktuellen Lohnabrechnungen sowie die Bestätigung seines Arbeitgebers über den Inhal t, die Dauer und das Pensum seiner neuen Anstellung nicht ein. 7.3 Obgleich der Beschwerdeführer dazu verpflichtet ge wesen wäre, hat er nach Angaben der Sozialhilfebehörde C.____ keine Nachweise für allfä llige Arbeitsbemühungen erbracht (Ak- tennotiz des Rechtsdienstes von Regierungsrat und Landrat vom 7. April 2016). Seitens des AfM wurde mit Eingabe vom 12. Oktober 2016 schliesslich bestätigt, dass der Beschwerdefüh- rer derzeit über keine Arbeitsstelle verfüge. Eine Anstel lung bei der E.____AG, welche er ab August 2016 hätte antreten können, nahm der Beschwerdef ührer nicht wahr. Somit ist festzu- halten, dass der Beschwerdeführer derzeit kein Erwerbse inkommen erwirtschaftet, welches seinen Lebensunterhalt zu decken vermag. Mangels näher n achgewiesener Arbeitsbemühun- gen des Beschwerdeführers ist zudem davon auszugehen, dass dieser auch in absehbarer Zeit keine Anstellung annehmen wird und folglich seine Eigen versorgung nicht nachhaltig wird stei- gern können. Vielmehr ist eine weiterhin bestehende Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerde- führers und seiner Familie in erheblichem Ausmasse und während einer langen Zeitdauer höchstwahrscheinlich (Urteil des Bundesgerichts 2C_795/200 8 vom 25. Februar 2009 E. 4.3). Die Voraussetzungen von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG sind damit erfüllt, womit ein weiterer Wider- rufsgrund vorliegt. 7.4 Beim Beschwerdeführer liegen somit gestützt auf Art . 62 Abs. 1 lit. c und e AuG Grün- de für die Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilli gung vor, was grundsätzlich seine Weg- weisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG). Das Vorliegen der Widerrufs- gründe nach Art. 62 AuG rechtfertigt dem Grundsatz nach gleichzeitig einen Eingriff in den grundrechtlich begründeten Anwesenheitsanspruch, denn de r angefochtene Entscheid stützt sich auf eine gesetzliche Grundlage und bezweckt die Aufr echterhaltung der öffentlichen Ord- nung, das wirtschaftliche Wohl des Landes sowie die Ve rhinderung von weiteren strafbaren Handlungen. Er verfolgt somit öffentliche Interessen, d ie in Art. 8 Ziff. 2 EMRK ausdrücklich erwähnt sind. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Das Vorliegen von Widerrufsgründen nach Art. 62 AuG und von Rechtfertigungsgrün- den nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK führt nicht automatisch zu m Erlöschen der eingeräumten Rechts- ansprüche auf Erteilung und Verlängerung ausländerrech tlicher Bewilligungen. Vielmehr recht- fertigt sich die Nichterteilung resp. Nichtverlängerung und die damit verbundene Wegweisung nach Art. 96 Abs. 1 AuG nur dann, wenn diese Massnahme im Einzelfall gestützt auf eine um- fassende Güterabwägung verhältnismässig erscheint. Dabei sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten Int eressen sorgfältig gegeneinander abzu- wägen (MARTINA CARONI , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz üb er die Auslän- derinnen und Ausländer, Bern 2010, N 3 zu Art. 51; A NDREAS ZÜND /LADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Eine umfassende Darstellung der Rechtsstellung von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz, Basel 200 9, N 8.48). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der Erteilung der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren Verweigerung , wobei Letztere in dem Sinne überwie- gen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinwei- sen). Analoge Voraussetzungen ergeben sich aus Art. 36 BV im Hinblick auf einen Eingriff in Art. 13 BV. Gleich wie Art. 96 Abs. 1 AuG verlangt au ch die EMRK in diesem Zusammenhang eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Inte ressen an der Verlängerung der Bewilligung und den öffentlichen Interessen an deren Nichtverlängerung. Der Europäische Ge- richtshof für Menschenrechte (EGMR) stützt sich bei der Beu rteilung der Zulässigkeit aufent- haltsbeendender Massnahmen im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK auf die gleichen Aspekte wie die bundesgerichtliche Praxis (Z ÜND /H UGI YAR , a.a.O., S. 13; BGE 139 I 31 E. 2.3.3). Dar- aus folgt, dass eine Massnahme, die sich im Sinne von Art. 96 Abs. 1 AuG als verhältnismässig erweist, grundsätzlich auch vor Art. 8 EMRK standhält (vgl . Urteil des Bundesgerichts 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 4). 8.2 Im Rahmen dieser Interessenabwägung sind nach der bundesgerichtlichen Praxis na- mentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des B etroffenen, der seit der Tat ver- gangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während diesem, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die de m Betroffenen und seiner Familie dro- henden Nachteile zu berücksichtigen (Z ÜND /H UGI YAR , a.a.O., S. 12 f.; BGE 135 II 377 E. 4.3). Ähnliche Vorgaben ergeben sich auch aus der Praxis des EG MR. Demgemäss sind die Natur und die Schwere der begangenen Delikte sowie die seit d er Tatbegehung verstrichene Zeit und das seitherige Verhalten der betreffenden Person zu berücksichtigen. Von Bedeutung sind auch die Dauer des Aufenthaltes der ausländischen Person im G astgeberstaat und die Intensität ih- rer sozialen, kulturellen und familiären Bindungen sowo hl im Gastgeberstaat als auch im Hei- matland (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassu ngs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 21. August 2013 [810 13 52] E. 5.2 mit Hinweisen a uf die Urteile des EGMR Kissiwa Koffi gegen die Schweiz [54273/00] vom 2. August 2001 § 48). 8.3 Eine Wegweisung ist für die Erreichung von fremden polizeilichen Zielen eine geeignete Massnahme, wobei im vorliegenden Fall der Schutz vor we iteren Sozialhilfebezügen, die Ver- meidung der Generierung von weiteren Schulden durch de n Beschwerdeführer sowie die Durchsetzung der restriktiven Ausländerpolitik im Vordergr und stehen. Mildere Massnahmen sind vorliegend nicht ersichtlich, insbesondere da der Beschwerdeführer bereits erfolglos er- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht mahnt und verwarnt wurde. Somit bleibt zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qualifizieren ist, ob also der angest rebte Zweck in einem vernünftigen Ver- hältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwerdeführ er auferlegt werden. Der Beschwer- deführer ist im Alter von 22 Jahren in die Schweiz ein gereist und hält sich nun seit über zehn Jahren in der Schweiz auf. Gemäss Bundesgericht muss ab ei ner zehnjährigen Anwesenheits- dauer von einem grossen Interesse am weiteren Verblei b in der Schweiz ausgegangen werden (BGE 119 Ib 1 E. 4c). Dieses vorhandene private Interesse wird allerdings durch die weiteren Umstände relativiert. 8.4 Der Beschwerdeführer ist in Anbetracht seines langjä hrigen Aufenthaltes in der Schweiz schlecht integriert. Die wirtschaftliche Integrat ion ist angesichts der Sozialhilfebezüge und der Schulden nicht gegeben. In beruflicher Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschwerde- führer zurzeit keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Der Beschwerdeführer ist auch schon mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten. Die soziale Integ ration des Beschwerdeführers ist teil- weise vorhanden, so lebt er zurzeit mit seiner Familie zu sammen. Gemäss eigenen Angaben hat der Beschwerdeführer wenige Freunde in der Schwei z (vgl. Schreiben vom 5. Dezember 2014). Jedoch lebt ein Teil seiner Verwandtschaft – sei n Bruder mit seiner Familie, seine Tante mit ihrer Familie, sein Cousin mit seiner Familie sowie seine drei Cousinen mit ihren Familien – in der Schweiz. Weiter ist zu beachten, dass der Beschwerde führer im Alter von 22 Jahren in die Schweiz gekommen ist und somit seine gesamte Kindheit und Jugend sowie einen Teil sei- nes Erwachsenenlebens in Mazedonien verbracht hat. Er ist mit den dortigen Verhältnissen sehr vertraut und spricht die mazedonische Sprache fliesse nd. Ein Teil seiner Familie – seine beiden Eltern und seine drei Schwestern mit ihren Fa milien – lebt grösstenteils in Mazedonien. Er verfügt somit im Falle einer Rückkehr in seine Heimat über ein soziales Netz, das ihm behilf- lich sein kann. Den Kontakt zu seinen vier Kindern und zu seiner Ehefrau kann der Beschwer- deführer auch aus Mazedonien aufrechterhalten, sei dies durch regelmässige Kurz- und Feri- enaufenthalte oder mittels moderner Kommunikationsmittel in Bild- und Schriftform. Die Ehefrau des Beschwerdeführers ist derzeit nicht berufstätig und bezieht für sich und die gemeinsamen Kinder Sozialhilfe. Die Wegweisung ihres Ehemannes aus der Schweiz hätte in finanzieller Hin- sicht keinerlei Auswirkungen auf sie, da sie weiterhin fin anziell vom Staat unterstützt würde, bis sie wieder einer Erwerbstätigkeit nachgeht, was gemäss ihren Aussagen im Schreiben vom 5. Dezember 2014 ihr Vorhaben darstellt. Auch wenn ein e Rückkehr des heute 32 Jahre alten Beschwerdeführers nach Mazedonien diesen und dessen Fami lie zweifellos hart treffen würde, ergibt sich daraus jedoch kein Hindernis für eine Wegweis ung. Eine Rückkehr nach Mazedoni- en ist ihm zumutbar. In Würdigung der gesamten Umstände erweist sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz als verhältnismässig. 9.1 Zu prüfen ist abschliessend, ob allenfalls ein Härt efall nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG vorliegt. Für die Auslegung dieser Bestimmung kann auf die bisherige Härtefallpraxis im Rah- men von Art. 13 lit. f der Verordnung über die Begr enzung der Zahl der Ausländer (aBVO) vom 6. Oktober 1986 abgestellt werden (M ARC SPESCHA , in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl., Zürich 2 015, N 5 zu Art. 30 AuG). Für die Anwen- dung der Härtefallregelung ist erforderlich, dass sich die betreffende ausländische Person in Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer persönlichen Notlage befindet. Das bedeutet, dass ihre Lebens- und Daseinsbedingungen gemessen am durchschnittlichen Schicksal von ausländischen Per sonen in gesteigertem Mas- se in Frage gestellt sein müssen, bzw. die Verweigerung von der Ausnahme der zahlenmässi- gen Begrenzung für die betroffene Person schwere Nachtei le zur Folge hätte (BGE 119 Ib 33 E. 4c; BGE 123 II 125 E. 2 und 3). Bei der Beurteilu ng des Härtefalls sind alle Gesichtspunkte und Besonderheiten des Einzelfalles miteinzubeziehen (B GE 124 II 110 E. 2 mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang sind die in Art. 31 VZAE aufgezähl ten Kriterien betreffend schwerwie- gende persönliche Härtefälle zu berücksichtigen: Die Int egration, die Respektierung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziel len Verhältnisse sowie der Wille zur Teil- habe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, der Gesundheitszustand sowie die Möglichkeit fü r eine Wiedereingliederung im Her- kunftsstaat. 9.2 Der Regierungsrat hält in seinem Beschluss zu Recht f est, dass die Voraussetzungen zur Erteilung einer Härtefallbewilligung nicht gegebe n sind. Es ist dem Beschwerdeführer zu- mutbar, in sein Heimatland zurückzukehren. Sodann sprechen auch die nach Art. 31 VZAE zu berücksichtigenden Kriterien nicht für den Beschwerdeführ er: Der Beschwerdeführer ist schlecht integriert, hat schon mehrere Male gegen die R echtsordnung verstossen, ist verschul- det und der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung ist nur be- schränkt ersichtlich. Dem steht lediglich die lange Anwesenh eit in der Schweiz entgegen. Es liegt mithin kein persönlicher Härtefall i.S.v. Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG vor und es bestehen zudem keine Anhaltspunkte dafür, dass der Regierungsrat das i hm zustehende Ermessen rechtsfeh- lerhaft ausgeübt hätte. Die Nichtverlängerung der Au fenthaltsbewilligung des Beschwerdefüh- rers und seine Wegweisung aus der Schweiz erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 10.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 2 0 Abs. 1 VPO ist das verwaltungs- gerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenp flichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden n ach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer legt. Vorliegend sind die Verfah- renskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- dem Beschwerdefü hrer aufzuerlegen. Zufolge Gewäh- rung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verf ahrenskosten zulasten der Gerichts- kasse. Die Parteikosten sind wettzuschlagen. 10.2 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hinge wiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz spätestens 30 T age nach Rechtskraft des Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Pro- zessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 6. März 2017 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_260/2017) erhoben.