B. Gerichtsentscheide 3550 62 Eherechtlich haftet jeder Ehegatte für seine Schulden mit seinem ganzen Vermögen (Art. 202 ZGB). Für Schulden, die vom anderen Ehegatten begründet worden sind, entsteht diese Haftung nur, wenn aufgrund der Vorschriften über die Vertretung der ehelichen Gemei n- schaft (Art. 166 ZGB) oder gestützt auf das Recht der Stellve rtretung eine Vertretungsmacht zugunsten des anderen Ehegatten nachg e- wiesen ist. Nach Art. 166 ZGB vertritt jed er Ehegatte die eheliche Gemeinschaft für die laufenden (Abs. 1) und im Falle der Ermächt i- gung des anderen Gatten oder bei Dringlichkeit auch für die übrigen Bedürfnisse der Familie (Abs. 2). Die Vertretungsordnung spielt j e- doch nur während der Dauer des Z usammenlebens der Ehegatten (FamPra 2006 S. 727). Muss ein Ehegatte für die von ihm gege nüber Dritten begründeten Unterhaltsschulden im Verhältnis unter den Eh e- gatten nicht aufkommen, kann er seinen Unterhaltsanspruch nach Art. 163 ZGB gegenüber dem andere n Ehegatten geltend machen und auf diesem Weg den Ersatz seiner Auslagen erhalten. Solche Leistungen können aller dings nur für das Jahr vor Einreichung des Begehrens gefordert werden (FamPra 2006 S. 727). Wurde die Grundlage der Forderung während der Ehe g elegt, läuft die Einjahres- frist ab dem Trennungsdatum und wurde sie nachher b egründet, läuft sie ab diesem Zeitpunkt. KGer 11.01.2010 3550 Ehescheidung. Berufliche Vorsorge. Angemessene Entschädigung, wenn bei einem Ehegatten der Vorsorgefall bereits einge treten ist (Art. 124 Abs. 1 ZGB). Verzinsung der angemessenen Entschädigung. Sachverhalt: Die Austrittsleistung der Appellantin bei der Pensionska s- se A & C AG betrug per 31. Oktober 2009 Fr. 7'330.20. Per 31. Juli 2010 ist sie auf Fr. 9'257.50 angewachsen. Diese hat die A p- pellantin vollumfänglich während der Ehe erworben. Der Appellant verfügt seit seiner Pensionierung im J ahre 2006 über kein Pensionskassenguthaben mehr. Er hat sich die Austrittslei s- tung der Pensionskasse in Höhe von Fr. 8'891.30 sowie sei n Freizü-B. Gerichtsentscheide 3550 63 gigkeitskonto im Betrag von Fr. 168'224.00, insgesamt Leistungen von Fr. 177'115.30, in Form einer Kapitalleistung auszahlen lassen und darauf Steuern im Betrag von Fr. 19'269.55 bezahlt. Nach Abzug der Steuern hat er damit Kapitalleistungen von Fr. 157'845.75 (Fr. 177'115.30 abzüglich Fr. 19'269.55) bezogen. Davon hat er Fr. 100'000.00 für die Amortisation einer Hypothek bei der Bank ver- wendet. Überdies hat er einen Teil der verbleibenden Kapitallei stung für Investitionen in seine Liegenschaft verwendet. Die Appellantin arbeitet mittlerweile zu 100 % bei der A AG und er- zielt ein monatliches Nettoeinkommen von mindestens Fr. 3'575.00. Der Vorsorgeausweis 2010 geht demgegenüber sogar von einem massgebenden Jahreslohn von Fr. 48’425.00 (inkl. 13. Monatslohn) aus, was auf den Monat umgerechnet Fr. 4’035.50 ergibt. Aus der Steuererklärung 2007 geht hervor, dass der Appellant l e- diglich eine AHV -Rente bezieht; es kann somit davon ausgegangen werden, dass ihm keine Rente der Pensions kasse ausgerichtet wird. Die AHV-Rente beträgt aktuell Fr. 1'988.00 pro Monat. Aus den Erwägungen: 1. Der Vorsorgefall auf Seiten des Appellanten ist vor Einleitung des Scheidungsverfahrens eingetreten. Der Ausgleich richtet sich s o- mit – wie die Vorins tanz zu Recht festgestellt hat – gesamthaft nach Art. 124 ZGB (BGE 131 III 1 ff. E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss bei der Fes t- setzung der angemessenen Entschädigung die gesetzgebe rische Grundentscheidung in Art 122 ZGB berücksichtigt werden, dass näm- lich die während der Ehe geäufneten Guthaben der beruflichen Vo r- sorge grundsätzlich zwischen den Ehegatten hälftig geteilt werden müssen; indessen wird es nicht in Frage kommen, ohne Berücksicht i- gung der konkreten wirtschaftlichen Lage der Parteien schematisch eine Entschädigung festzusetzen, die im Ergebnis einer hälftigen Te i- lung des Vorsorgeguthabens entspricht. Es ist Gegenteils angebracht, auf angemessene Weise die Vermögenslage nach der güterrechtl i- chen Auseinandersetzung sowie die üb rigen Elemente der ko nkreten wirtschaftlichen Lage der geschiedenen Ehe gatten zu berücksicht i- gen. Es ist in dem Sinne in zwei Etappen vorzugehen: Das Gericht be- rechnet zunächst den Betrag der Austrittsleistung im Zeit punkt der Scheidung – beziehungsweise i m Zeitpunkt des Eintritts des Vorso r- gefalles – und nimmt die Hälfte dieses hypothetischen Betrages g e-B. Gerichtsentscheide 3550 64 mäss Art. 122 ZGB. Anschliessend passt es das Ergebnis dieser Rechnung den konkreten Bedürfnissen der Parteien im Bereich der Vorsorge an. Ist der Vorsorge fall zahlreiche Jahre vor der Scheidung eingetreten, muss somit der Betrag der Rente nicht gestützt auf den Grundsätzen von Art. 122 ZGB (hälftige Teilung eines hypothetischen Vorsorgeguthabens) festgesetzt werden; in einem solchen Fall sind es vor allem d ie konkreten Vorsorgebedürfnisse der beiden Ehegatten, die ausschlaggebend sind (Urteil BGer 5A.725/2008, in: Praxis 2/2010 Nr. 28, S. 204 ff. mit weiteren Hinweisen; BGE 131 III 1 E. 5 und E. 6, S. 7 ff.). Bei der Bestimmung des angemessenen Ausgleichsa n- spruchs muss dem Ergebnis der güterrechtlichen Auseina ndersetzung sowie den übrigen wirtschaftlichen Verhältnissen der Parteien Rec h- nung getragen werden. […]. Mithin müssen bei der Fest setzung der angemessenen Entschädigung insbesondere Kriterien wie Eigenb e- darf und Leistungsfähigkeit des Pflichtigen sowie die Vorsorgebedür f- nisse des Berechtigten mitberücksichtigt werden (FamPra 2009, S. 766). Ein Ehegatte muss es hinnehmen, dass sich die Kapi talabfin- dung des vorzeitig pensionierten Ehepartners bis zur Schei dung um einen Börsenverlust und einen ordentlichen Verbrauch für den L e- bensunterhalt vermindert. Eine Abweichung vom Grundsatz, dass das verbliebene Kapital hälftig zu teilen ist, soweit es während der Ehe erworben wurde, drängt sich erst auf, wenn der aus gleichspflichtige Ehegatte im Alter Not leiden müsste, während der berechtigte in w e- sentlich günstigeren Verhältnissen leben könnte (FamPra 1/2004 Nr. 10, S. 119 ff.). 2. Zunächst ist festzuhalten, dass das Kantonsgericht das Vorso r- geguthaben der Appellant in bei seiner Berechnung der massgebe n- den Austrittsleistung – entgegen dem anders lautenden Vorbrin gen des Appellanten – sehr wohl berücksichtigt hat. Dasselbe gilt für das voreheliche Guthaben des Appellanten. Weiter haben die Vorderric h- ter auch die von d er Lehre und Praxis propagierte zweistufige B e- rechnungsweise korrekt durchgeführt. Grundsätzlich ist dem Rechtsvertreter der Appellantin beizupflic h- ten, wenn er darlegt, dass derjenige Ehegatte, der sich das Alterskap i- tal auszahlen lasse, zu seinem eigene n Versicherer werde und das Geld selber so einteilen müsse, dass es bis ans Lebensende reiche. Zu Recht hat er auch darauf hingewiesen, dass es beim Vorsorgegu t- haben um zweckgebundene Ersparnisse gehe, die während der Ehe mit partnerschaftlichem Einsatz angelegt wurden, nach der Scheidung B. Gerichtsentscheide 3550 65 aber nicht mehr miteinander konsumiert werden könnten. Bei deren Verteilung könne es nicht plötzlic h nur noch auf den Bedarf anko m- men, weil sonst Gleiches prinzipiell ungleich behandelt würde, je nachdem, ob die Schei dung sich vor oder nach dem Vorsorgefall z u- trage. Kommt hinzu, dass seit der Pension ierung des Appellanten erst gut 3 ½ Jahren verstrichen sind. Alle diese zutreffenden Umstände ändern nach der Praxis des Bundesgerichts indes nichts daran, dass das Gericht in e inem zweiten Schritt allen wesentlichen Fa ktoren wie Ehedauer, Vorsorgebedürfnissen der Parteien im Hinblick auf Alter und Gesundheit sowie den gesamten wirtschaftlichen Verhältnissen der Parteien vor und nach der Scheidung Rechnung zu tragen hat (Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1999, N 18 zu Art. 124 ZGB). Die Trennung der Parteien nach 16 Ehejahren im Herbst 2006 e r- folgte fast zeitgleich mit der ordentlichen Pensionierung des Appella n- ten. Dieser ist heute 69 Jahre alt, di e Appellantin zählt 44 Jahre. Die Appellantin ist zu 100 % bei der Firma A AG angestellt und erzielt nach eigenen Angaben an Schranken ein monatliches Nettoeinko m- men von Fr. 3'300.00 x 13. Im Vorsorgeausweis der Arbeitgeberin wird für das laufende Jahr s ogar von einem Jahreslohn von Fr. 48'425.00 ausgegangen. Das bedeutet, dass sie pro Monat über mindestens ein Einkommen von Fr. 3'575.00 (inkl. Anteil 13. Monatslohn) bis Fr. 4'000.00 und damit auch über einen Freib e- trag in Höhe von mindes tens Fr. 500.00 verfügt. Der Appellant erhält eine AHV -Rente von Fr. 1'988.00 pro Monat. Die Vorinstanz hat bei ihm einen Bedarf von Fr. 3'332.00 errechnet. Das bedeutet, dass beim Appellanten pro Monat ein Manko von rund Fr. 1'300.00 entsteht. U n- ter diesen Um ständen ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Sa l- do seines Mitglieder -Sparkontos Nr. X. bei der Bank D. sukzessive abgenommen hat (per 1. Mai 2008 betrug dieser noch Fr. 76'466.10; per 2. März 2010 lediglich noch Fr. 42'705.50). Der Saldo beim Konto Nr. Y stieg in der genannten Zeitspanne hingegen von minus Fr. 622.45 auf Fr. 6'742.30. Nur nebenbei bemerkt, ist davon ausz u- gehen, dass der Bedarf der beiden Töchter mit je einer Kinderrente von Fr. 795.00 und dem eigenen Praktikanten - bzw. Lehrlingslohn ge- deckt ist. Wie die Vorinstanz ausgeführt hat, trifft es zu, dass die Appe llantin ihr Vorsorgeguthaben in den nächsten 20 Jahren noch wird ausbauen können. Ein Blic k in den Vorsorgeausweis vom 1. April 2010 erhellt B. Gerichtsentscheide 3550 66 indes, dass sie – selbst wenn sie weiterhin 100 % erwerbstätig bleibt – beim Eintritt ins AHV -Alter keine fürstliche Rente zu erwarten hat (o h- ne zusätzlichen Einkauf einen Betrag von Fr. 8'277.00 pro Jahr oder Fr. 690.00 pro Monat). Im Gegensatz zum Appellanten besitzt sie i m- merhin die Möglichkeit, ihre Alters rente aus der beruflichen Vorso rge mittels Einkauf in die Pensionskasse zu verbessern und aufgrund i h- res monatlichen Freibetrages resp. ihrer Ansprüche aus der güte r- rechtlichen Auseinandersetzung resp. der b eruflichen Vorsorge ist sie dazu faktisch auch in der Lage. Die Differenz in Höhe von rund Fr. 28'000.00 zwischen dem Betrag, der bei einer hälftigen Teilung angefallen wäre ( Fr. 68'052.55) und demjenigen, den das Kantonsg e- richt ihr zugesprochen hat ( Fr. 40'000.00), vermag sie indessen all e- mal zu kompensieren. Der Appellant ist Eigentümer des Grundstücks Nr. Z, Grun d- buch R. Die Liegenschaft mit einem (amtlichen) Verkehrswert von Fr. 335'000.00 und einem Assekuranzwert von Fr. 452'600.00 ist mit Fr. 280'000.00 belastet. Der Appellant hat den Veräusserungsw ert an Schranken auf rund Fr. 400'000.00 geschätzt. Dies erscheint reali s- tisch. Das bedeutet jedoch, dass der Appellant im Falle einer Ve r- äusserung der Liegenschaft nach Amortisation der Hypotheken, B e- gleichung der noch offenen Ansprüche der Appellantin so wie der wei- teren mit einem Grundstückverkauf üblicherweise anfallenden Kosten mit keinem relevanten Erlös mehr rechnen kann. Zusammenfassend präsentiert sich die finanzielle Situation der Appellantin ungleich besser als diejenige des Appellanten. Dabei fäl lt insbesondere ins Gewicht, dass der Appellantin jeden Monat ein namhafter Freibetrag verbleibt und sie mit dem Anspruch aus der g ü- terrechtlichen Auseinandersetzung auch über erhebliche finanzielle Reserven verfügt. Demgegenüber resultiert beim Appellante n jeden Monat ein erhebliches Manko und er kann seinen Verpflichtungen nur nachkommen, indem er seine verbleibenden Ersparnisse sukzessive angreift. An dieser Situation ändert ein Verkauf der Liegenschaft – wie soeben dargelegt – nichts. Würde man der Appe llantin die verlangten Fr. 70'000.00 zuspr e- chen, ergäbe dies zusammen mit dem Ausgleichsanspruch aus dem Güterrecht einen Betrag von insgesamt Fr. 130'000.00. Ob der Appe l- lant diesen Betrag bei einem Verkauf der Liegenschaft aufbringen könnte, ist mehr als zweifelhaft. Bei dieser finanziellen Ausgang slage erscheint eine hälftige Teilung der Vorsorgemittel auch dann nicht g e-B. Gerichtsentscheide 3550 67 rechtfertigt, wenn der Vorsor gefall erst etwas mehr als 3 Jahre zurück liegt. Die Aus gangslage ist mit dem vom Obergericht am 24. November 2009 entschiedenen Fall (O2Z 09 2 i.S. W.Z. ca. R. Z.- W.) insofern nicht vergleichbar. Bei der vom Appellanten bea ntragten Entschädigung von Fr. 20'000.00 käme die Appellantin g emessen an der Ehedauer und ihren auch nicht besonders komfortablen Vorso r- geverhältnissen allzu schlecht weg. Im Lichte dieser Aus führungen er- scheint dem Obergericht die der Appellantin durch die Vorinstanz z u- gesprochene herabgesetzte Summe als wohl begründet und es e r- achtet e ine Entschädigung in Höhe von Fr. 40'000.00 ebenfalls a ls den Umständen angemessen. Der diesbezügliche Entscheid des Ka n- tonsgerichts ist demnach zu bestätigen. An dieser Beurteilung vermag auch der Hinweis der Appellantin auf die laufenden Reformbestrebu n- gen nichts zu ändern. Wohl sieht der Entwurf vor, dass d ie während der Ehe geäufneten Vorsorgemittel auch dann noch hälftig geteilt werden, wenn im Zeitpunkt der Scheidung der Vorsorgefall bereits eingetreten ist ( Thomas Geiser , Revision des Vorsorgeausgleichs, zum Vernehm lassungsentwurf des EJPD vom 16. Dezember 2009, ZBJV 2/2010, S. 114 ff.). Noch ist allerdings nichts entschieden und angesichts der teilweise geäusserten Kritik (vgl. Thomas Geiser a.a.O., S. 123 ff.) ist diesbezüglich wohl noch ni cht das letzte Wort gesprochen. 3. Das Kantonsgericht hat eine V erzinsung der zugesprochenen Entschädigung mangels gesetzlicher Grundlage abgelehnt. Das Gesetz sieht in der Tat keine Verzinsung der angemess enen Entschädigung vor; indessen kann der Schuldner verpflichtet werden, die Entschädigung sicherzustellen, wenn die Umstände es rechtfert i- gen (Art. 124 Abs. 2 ZGB). Angesichts seiner finanziellen Verhältnisse wird der Appellant die angemessene Entschädigung gestützt auf Art. 124 Abs. 1 ZGB mu t- masslich nur durch einen Verkauf seiner Liegenschaft erbringen kö n- nen. Ei n solcher Verkauf könnte wiederum geraume Zeit beanspr u- chen, weshalb es gerechtfertigt erscheint, im Betrag von Fr. 40'000.00 die Errichtung einer Grundpfandverschreibung auf dem Grundstück Nr. Z., Grundbuch K., zugunsten der Appellantin anzuordnen. Nac h- dem die Austrittsleistung bei Heirat gemäss Art. 8a Abs. 1 der Verord- nung über die Freizügigkeitsleistung in der beruflichen Alters -, Hinter- lassenen- und Invalidenvorsorge (Freizügigkeitsverordnung; FZV; SR 831.425) aufzuzinsen ist, ist zudem nicht einzusehe n, weshalb die B. Gerichtsentscheide 3551 68 vom Pflichtigen zu erbringende angemessene Entschädigung nicht entsprechend verzinst werden soll. Nach dem Bundesgerichtsentscheid 132 III 145 E. 4 kann der Richter gegen den Willen des berechtigten Ehegatten nicht a nordnen, dass eine angem essene Entschädigung i.S.v. Art. 124 ZGB, die der verpflichtete Ehegatte mit s einem freien Vermögen zu begle ichen hat, in gebundener Form entrichtet wird. Hier hat di e Appellantin einem solchen Vor gehen anlässlich der Appellationsverhandlung jedoch ausdrücklich zugestimmt. Eine ent sprechende Anweisung kann somit ohne weiteres erlassen werden. Zusammenfassend ist der Appellant demnach zu verpflichten, g e- stützt auf Art. 124 Abs. 1 ZGB einen Betrag von Fr. 40'000.00 auf die Vorsorgeeinrichtung der Appellantin (Personalvorsorgekasse der A AG) zu überweisen. Der Betrag von Fr. 40'000.00 ist ab Recht skraft dieses Urteils zum BVG -Mindestzinssatz nach Art. 12 BVV 2 (zur Zeit 2 %) zu verzinsen und es ist zugunsten der Appellantin auf dem Grundstück Nr. Z., Grundbuch R., eine Grundpfandverschreibung im Betrage von F r. 40'000.00 im 2. Rang, Pfandvorgang Fr. 380'000.00, zu errichten. OGer, 23.08.2010 3551 Anfechtung Vaterschaft. Anfechtung nach Ablauf der Klagefrist (Art. 260c Abs. 3 ZGB) und Rechtzeitigkeit der Klage. Ein wichtiger Grund für eine Anfechtung nach Ablauf der Klagefrist liegt vor, wenn vor Ablauf der Frist kein Anlass bestanden hat, an der Ehelichkeit des Kindes zu zweifeln. Die Einreichung der Klage innerhalb von drei W o- chen ist ausreichend. Sachverhalt: Am 12. Juli 1984 wurde X. als Sohn der Y in M geboren. Der d a- malige Ehemann von Y wurde vorerst als Vater im Register eingetr a- gen, nach erfolgreicher Anfechtung der Ehelichkeitsvermutung aber wieder gelöscht. Z . hat am 8. November 1985 vor dem Zivilstand s- amt S. die Vaterschaft von X. anerkannt.