B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6858/2014 U r t e i l v o m 1 2 . D e z e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Daniel Willisegger, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli. Parteien A._______, Äthiopien, vertreten durch Bettina Surber, Rechtsanwältin, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. Oktober 2014 / N (…). E-6858/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge den Heima t- staat am 30. Juli 2011 und reiste nach einem Aufenthalt im Sudan am 9. Oktober 2011 in die Schweiz ein , wo sie am folgenden Tag um Asyl nachsuchte. Am 24. Oktober 2011 wurde sie im Empfangs - und Verfah- renszentrum Vallorbe zur Person befragt (BzP). Das BFM hörte sie am 16. April 2014 zu den Asylgründen an. Im Wesentlichen machte die B e- schwerdeführerin geltend, sie sei äthiopische Staatsangehörige und in B._______ geboren. Ihre Mutter sei gestorben als sie vier Jahre alt g e- wesen sei. Ihr Vater sei für die KINJT aktiv gewesen. Seit 2004 sei er ver- schwunden. Sie und ihre Schwester seien daher mehrmals von der Pol i- zei nach dem Aufenthalt des Vaters befragt worden. Aus diesem Grund seien sie im Jahre 2007/08 von B._______ nach C._______ übersiedelt. Im Sommer 2010 habe s ie ihr Nachbarn, ein ranghohe r Beamter D._______, zu sich in die Wohnung gebeten. Dort habe er sie zuerst mit einer Waffe bedroht und dann vergewaltigt. Danach habe er sie unter To- desdrohungen gewarnt, niemandem davon zu erzählen. Als ihre Schwe s- ter nach Hause gekommen sei, habe sie ihr über den Vorfall berichtet. Anschliessend seien sie gemeinsam ins Krankenhaus gegangen. Zwei Wochen später habe sie festgestellt, dass sie schwanger sei . Sie habe die Schwangerschaft abgebrochen. In der folgenden Zeit habe sie ihrem Nachbarn wöchentlich mindestens einmal zur Verfügung stehen müssen. Im Juni 2011 sei sie bei ihm eingezogen. Damit habe sie sich erhofft, dass sich die Situation bessern würde, was indes nicht der Fall gewesen sei. Als sie erneut schwanger geworden sei, habe ihre Schwester die Ausreise zu einer Tante im Sudan organisiert. Dort habe sie erneut einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen. Anschliessend habe sie den Sudan verlassen. B. Mit Verfügung vom 2 4. Oktober 2014 – eröffnet am 28. Oktober 201 4 – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseige n- schaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. C. Mit Eingabe vom 2 4. November 201 4 reichte die Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, die Ver- fügung sei aufzuheben und es sei ihr Asyl zu gewähren. Die Anordnung E-6858/2014 Seite 3 der Wegweisung sei aufzuheben, eventu aliter sei der Vollzug der We g- weisung bis zum Abschluss des Verfahrens zu sistieren. D. Mit Eingabe vom 3. Dezember 2014 reichte die Beschwerdeführerin ein ärztliches Schreiben vom Dr. med. E._______ vom 25. November 2014 zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be- schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutr e- ten. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 3. 3.1 Wer um Asyl nachsucht, muss gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingse i- genschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Abs. 1). Glaubhaft gemacht ist die Flüchtli ngseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Ta t-E-6858/2014 Seite 4 sachen nic ht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Abs. 3). 3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glau b- haftmachen der Vorbringen in einem jüngeren Entscheid dargelegt und folgt dabei ständige r Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 4. Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG noch denjenigen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG stand. Zu Art. 3 AsylG führt die Vorinstanz aus, die geltend gemachten Befr a- gungen durch die heimatlichen Behörden nach dem Aufenthalt des V a- ters würden in ihrem Ausmass keine asylrelevante Intensität erreichen. Dafür spreche auch, dass sich die Beschwerdeführerin nach Beginn der Befragungen noch weitere zwei bis zweieinhalb Jahre in B._______ auf- gehalten habe. Zudem habe die Polizei nach dem Umzug nach C._______ in erster Linie die Schwester aufgesucht. Den Schluss auf Unglaubhaftigkeit der Vorbringen begründet die Vor - instanz damit, dass sich die Beschwerdeführerin in zentralen Punkten der Asylbegründung widersprüchlich und wenig plausibel geäussert habe. Anlässlich der Erstbefragung habe sie ausgesagt, der Nachbar habe sie gezwungen, mit ihm zusammen zu leben. Demgegenüber habe sie a n- lässlich der Anhörung zu Protokoll gegeben, es sei ihre und die Idee ihrer Schwester gewesen, dies namentlich um die Situation zu verbessern und den Nachbar zu beruhigen. Der Mann seinerseits sei nicht an einer ernst- haften Verbindung interessiert gewesen, habe sich indes von der Schwester überzeugen lassen. Diese massive Unstimmigkeit könne auch durch den Erklärungsversuch, die Idee sei von ihr gewesen, obwohl sie gewusst habe, dass er auch diesen Wunsch gehabt habe, nicht aufgelöst werden. Die Beschwerdeführerin habe sich weiter unvereinbar darüber geäussert, ob der Nachbar von der ersten Schwangerschaft und dem A b- bruch derselben gewusst habe. Darüber hinaus sei nicht nachvollziehbar, was die Beschwerdeführerin veranlasst habe, nach einem Jahr der sex u- ellen Übergriffe und Drohungen freiwillig zu ihrem Peiniger zu ziehen. Auch sei nicht klar, weshalb die Beschwerdeführerin während einem Jahr nichts unternommen habe, dann aber nach nur gerade zwei Monaten des E-6858/2014 Seite 5 Zusammenlebens in den Sudan ausgereist sei . Schliesslich seien die Schilderungen äusserst knapp und ohne Substanz ausgefallen. Die B e- schwerdeführerin sei weder in der Lage gewesen, den Mann zu charakte- risieren noch die Vergewaltigung substantiiert darzutun. 5. 5.1 Die Beschwerdeführerin rügt vorab eine unrichtige und unvollständige Feststellung des Sachverhalts. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein fa l- scher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demg e- genüber unvollständig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentl i- chen Sachumstände berücksichtigt werden ( KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Ver- waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 630). Mit ihren Ausführungen zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf noch ist ersichtlich, inwieweit der der Verfügung zugrunde gelegte Sachverhalt falsch oder aktenwidrig sei n soll oder welche Beweismittel falsch gewü r- digt worden seien. Ebenso wenig zeigt sie auf, welche rechtswesentl i- chen Umstände unberücksichtigt geblieben sein sollen. Ihre Ausführun- gen richten sich denn auch nicht gegen die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz, sondern gegen die ihr zugrundliegende Beweiswürdigung und die rechtliche Würdigung der Aussagen. Darauf ist nachfolgend ei n- zugehen. Die Rüge der unrichtigen beziehungsweise unvollständigen Sachverhaltsfeststellung erweist sich demnach als unbegründet. 5.2 Die Beschwerdeführerin macht in der Rechtsmitteleingabe sodann geltend, die Erstaussage betreffend das Zusammenleben mit dem Nac h- bar sei allenfalls nicht präzise protokolliert worden. Indes unterlässt sie es auch nur schon ansatzweise zu substantiier en, was genau nicht korrekt protokolliert worden wäre. Solches ist auch nicht ersichtlich. 5.3 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Vorinstanz habe den Mas s- stab des Glaubhaftmachens nicht richtig angewendet und damit Bunde s- recht verletzt. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung in Bezug auf das Glaubhaftmachen ist indes nicht zu beanstanden. In der angefochtenen Verfügung wird im Einzelnen dargelegt, aus welchen Gründen die Vorbringen der B e-E-6858/2014 Seite 6 schwerdeführerin widersprüchlich, nicht plausibel, stereotyp, äusserst knapp sowie ohne Substanz und damit nicht glaubhaft sind. Was in der Rechtsmitteleingabe dagegen vorgebracht wird, ist nicht geeignet, die Aussagen in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann die Unstimmigk eit betreffend das Zusammenleben mit dem Nachbar nicht insoweit aufgelöst werden, als das ständige sich dem Nachbar zur Verfügunghalten als Zwang zum Z u- sammenwohnen interpretiert werden kann. Auch kann aus dem blossen Hinweis auf das Schicksal von Kemilat nicht geschlossen werden, dass es sich bei den geltend gemachten Vergewaltigungen um tatsächlich E r- lebtes handelt. Wie bereits die Vorinstanz ausgeführt hat, sind die en t- sprechenden Aussagen der Beschwerdeführerin stereotyp. Darüber hi n- aus sind sie auch ohne jegliche Realkennzeichen und persönliche Betrof- fenheit. Schliesslich legt die Beschwerdeführerin mit dem Wiederholen ih- rer Aussagen und dem Festhalten an deren Wahrheitsgehalt nicht su b- stantiiert dar, inwiefern die Vorinstanz zu Unrecht auf Unglaubhafti gkeit der Vorbringen geschlossen hat. Die Rüge erweist sich als unzutreffend. Nachdem es der Beschwerdefü hrerin nicht gelungen ist, ihre Vorbringen, namentlich die geltend gemachte Vergewaltigung , glaubhaft zu machen, sind diese entgegen ihrer Ansicht nic ht unter dem Blickwinkel von Art. 3 AsylG zu prüfen. Auf die entsprechenden Ausführungen in der Eingabe ist nicht weiter einzugehen. 5.4 Die Beschwerdeführerin hat somit nichts vorgebracht, das geeignet wäre, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaub haft zu m a- chen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 6. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Bundesamt in der Regel die Wegwe i- sung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli- che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (v gl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach E-6858/2014 Seite 7 den gesetzlichen Bestimmungen über die vorlä ufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG (SR 142.20). 7.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völke r- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. Da die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Z u- lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver- fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Äthiopien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 7.3 7.3.1 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerin nen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Auf Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung aufgrund einer medi- zinischen Notlage ist zu schliessen, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des G e- sundheitszustandes der betroffenen Person führen würde. Als wesentlich gilt dabei die allgemeine und dringende medizinische Behandlung, we l- che zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut no t- wendig ist (BVGE 2011/50 E. 8.3). 7.3.2 Die Beschwerdeführerin hat ein ärztliches Schreiben eingereicht. Gemäss diesem hat der Arzt n ach einem Gespräch eine Anpassungsstö- rung mit depressiver und psychosomatischer Reaktion diagnostiziert und vermutet weiter eine posttraumatische Belastungsreaktion nach schwerer E-6858/2014 Seite 8 Traumatisierung. Die Beschwerdeführerin gebe an, an Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Ein - und Durchschlafstörungen zu leiden. Als Ursache führt der Arzt die von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Asylverfahrens geltend gemachten Gründe auf. Schliesslich hält er fest, die Beschwerdeführerin ä ussere keine konkreten Behandlungswü n- sche und verschrieb ihr ein Antidepressivum. Abschliessend hielt er fest, es sei unklar, welche Richtung die Behandlung nehmen werde. Das Bundesverwaltungsgericht erachtet die Asylvorbringen als nicht glaubhaft. Insoweit müssen die gesundheitlichen Probleme der B e- schwerdeführerin anderer Ursache sein, als vom Arzt in seinen Zeug nis angenommen wird. Dem ärztlichen Schreiben sind sodann keine Hinwei- se zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin auf eine dringende medi- zinische Behandlung, welche zur Gewährleistung einer menschenwürd i- gen Existenz absolut notwendig ist, angewiesen ist. Solches ist auch auf- grund der Akten nicht ersichtlich. Zum einen hat die Beschwerdeführerin keine konkreten Behandlungswünsche, zum andern ist die Richtung einer allenfalls weiteren Behandlung noch offen. Jedenfalls aber i st festzuhal- ten, dass sich die Beschwerdeführerin nun schon seit rund drei Jahren in der Schweiz aufhält und bis zum negativen Entscheid offensichtlich nicht schwerwiegend unter den geltend gemacht gesundheitlichen Beschwe r- den litt, ansonsten sie früher einen Arzt aufgesucht hätte. Es liegen somit keine medizinischen Gründe vor, die gegen die Zumutbarkeit des Vol l- zugs Wegweisung sprechen. Bei dieser Sachlage besteht keine V eran- lassung, den Eingang eines weiteren, ausführlichen Arztberichtes abz u- warten. 7.3.3 Gemäss konstanter Rechtsprechung ist der Vollzug der Wegwe i- sung nach Äthiopien zumutbar. Die allgemeine Lage in Äthiopien ist w e- der durch Krieg, Bürgerkrieg noch durch eine S ituation allgemeiner G e- walt gekennzeichnet, aufgrund derer die Zivilbevölkerung allgemein als konkret gefährdet bezeichnet werden müsste (vgl. Urteil des Bundesve r- waltungsgerichtsE-2097/2008 vom 7. Juli 2011). Der vorgenannte Entscheid des Gerichts äussert sich auch ausführlich zur Situation alleinstehender Frauen in Äthiopien. Namentlich wird fes t- gehalten, dass nicht verheiratete, alleinlebende Frauen von der Gesel l- schaft - auch der städtischen - nicht akzeptiert würden. Insbesondere ge- he die Gesellschaft davon aus, dass die Frauen auf der Suche nach s e- xuellen Abenteuern seien. Für alleinstehende Frauen sei es daher schwierig, ohne Hilfe von Bekannten eine Wohnung zu finden. Sodann E-6858/2014 Seite 9 liege die Arbeitslosigkeit von Frauen in Addis Abeba zwischen 40 und 55%. Ei ne höhere Schulbildung, ein Leben in der Stadt und das Verf ü- gung über finanzielle Mittel erhöhe indes die Möglichkeit einer selbständi- gen Erwerbstätigkeit. Weiter wird im vorgenannten Entscheid festgehalten, dass in Äthiopien in den letzten Jahren ein wir tschaftlicher Boom mit zeitweilig zweistelligen Wachstumsraten zu verzeichnen gewesen sei , von welchem vorab die urbane Mittelschicht profitiert ha be, und dass Addis Abeba bessere A r- beits- und Einkommensmöglichkeiten biete als andere Städte oder ländl i- che Regionen. 7.3.4 Die Beschwerdeführerin ist in B._______ geboren. 2007/2008 über- siedelte sie mit ihrer Schwester nach C._______, wo sie sich bis zu ihrer Ausreise im Jahre 2011 aufhielt . Die Beschwerdeführerin hat die präge n- den Kinder- und Jugendjahre in Äthiopien verbracht. Es ist daher davon auszugehen, dass sie mit den dortigen Lebensgewohnheiten und Tradit i- onen nach wie vor vertraut ist. Bis zur Ausreise hat sie mit ihrer Schwes- ter zusammengelebt, welche au ch für ihren Unterhalt aufgekommen ist. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin lebt die Schwester nach wie vor in C._______. Dass die Beschwerdeführerin keine weiteren Ve r- wandten im Heimatstaat haben soll, wird in Anbetracht der soziologisch - gesellschaftlichen Verhältnisse in Äthiopien bezweifelt. Mit ihrer Schwe s- ter verfügt die Beschwerdeführerin aber, wenn auch nicht über ein gros- ses, so doch über ein bestehendes soziales Beziehungsnetz, auf welches sie bei einer Rückkehr zurückgreifen kann. Namentlich ist davon ausz u- gehen, dass sie bei einer Rück kehr nach C._______ erneut bei ihrer Schwester Aufnahme finden kann. Weiter hat die Beschwerdeführerin während zehn Jahren die Schule besucht und verfügt damit über eine sehr gute Ausbildung. Auch wenn sie noch keine Arbeitserfahrungen hat, ist i n Anbetrac ht der vorstehend dargelegten wirtschaftlichen Situation davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr in die Stadt C._______, welche über (…) Einwohner hat und in der ein jährliches Wachstum von über (…) besteht, allenfalls mit Hilfe ihrer Schwester und deren Bekan n- ten eine Anstellung finden wird und eine neue Existenz aufbauen kann. Trotz der schwierigen Lebensumstände für alleinstehende Frauen geht das Gericht im Falle der Beschwerdeführerin angesichts ihrer per sönli- chen Voraussetzungen davon aus, dass es ihr möglich und zumutbar ist, sich sowohl sozial als auch wirtschaftlich in ihrem Heimatland wieder zu E-6858/2014 Seite 10 integrieren. Der Vollzug der Wegweisung ist daher als zumutbar zu erach- ten. 7.4 Es obliegt der Beschwerdeführeri n, sich bei der zuständigen Vertr e- tung Äthiopiens die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente für sich zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, z u- mutbar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, d ass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä- digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) E-6858/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Willisegger Barbara Balmelli Versand: