B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5042/2025 U r t e i l v om 3 1 . J u l i 2 0 2 5 Besetzung Einzelrichterin Roswitha Petry, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo, Gerichtsschreiberin Flavia Mark. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), Afghanistan, alle vertreten durch Marek Wieruszewski, (…), Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG); Verfügung des SEM vom 1. Juli 2025 / N (…). E-5042/2025 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden suchten a m 7. Mai 2025 gemeinsam mit ihrer minderjährigen Tochter, ihrer volljährigen Tochter (N […]) und ihrem voll- jährigen Sohn und dessen Familie (N […]) in der Schweiz um Asyl nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Eurodac) ergab, dass ihnen am (…) 2025 in Griechenland internationaler Schutz ge- währt worden war. B. B.a Am (…) 2025 ersuchte das SEM die griechischen Behörden um Rück- übernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rate s vom 16. De- zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied- staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (Rück- führungsrichtlinie) sowie das Abkommen vom 28. August 2006 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Hellenischen Re- publik über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729). B.b Mit E-Mail vom (…) 2025 stimmten die griechischen Behörden dem Ersuchen zu und bestätigten, dass Griechenland die Beschwerdeführen- den am (…) 2025 als Flüchtlinge anerkannt habe und ihre Aufenthaltsbe- willigung bis am (…) 2028 gültig sei. C. Anlässlich des am 3. Juni 2025 durchgeführten persönlichen Gesprächs wurde den Beschwerdeführenden das rechtliche Gehör zum beabsichtig- ten Nichteintretensentscheid und zu ihrer Rückführung nach Griechenland gewährt. Dabei machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, sie habe sehr jung, ungefähr im Alter von 12 Jahren, geheiratet. Sie habe keine Schule besucht und könne weder lesen noch schreiben. Ihr Ehe- mann habe für den Lebensunterhalt gesorgt, ihre finanzielle Situation sei aber nicht gut gewesen. Betreffend den medizinischen Sachverhalt gab sie an, an (…) zu leiden. Sie habe grosse Schmerzen gehabt und sei deswe- gen in Griechenland zweimal im Krankenhaus gewesen. Zudem leide sie unter (…) und habe manchmal auch (…), insbesondere wenn (…). Als ihnen in Griechenland mitgeteilt worden sei, sie müssten das Camp verlas- sen, hätten sie in einem Büro gemeldet, dass sie keine Unterkunft mehr haben würden. Sie hätten ihre Telefonnummern hinterlassen sollen, jedoch nie einen Anruf erhalten. Anschliessend sei en sie noch zu einer anderen E-5042/2025 Seite 3 Behörde gegangen, die ihnen jedoch gesagt habe, sie könnten zurzeit nicht helfen. An den Namen der Behörde könne sie sich nicht erinnern. Ihr Ehe- mann sei aber vier oder fünf Mal zu einer Behörde ausserhalb des Camps gegangen. Um eine Arbeitsstelle habe sie sich sodann nicht bemühen kön- nen, da sie krank sei. Ihr Ehemann habe jedoch versucht eine Arbeit zu finden, man habe ihm aber gesagt, er sei zu alt. Der Beschwerdeführer gab im Wesentlichen an, dass er keine Schule be- sucht habe und Analphabet sei. In Afghanistan habe er auf dem Land ge- arbeitet, die finanzielle Situation sei nicht so gut gewesen. Das Camp in Griechenland sei sodann sehr schlecht gewesen. Sie hätten zuerst in ei- nem Zelt gelebt, in dem es sehr kalt gewesen sei . Danach seien sie in ei- nem Container untergebracht worden, wo es viele Kakerlaken gegeben habe. Auch die Sicherheitslage sei schlecht gewesen. Jeden Abend hätten viele Männer Alkohol konsumiert und seien sehr laut gewesen. Ferner sei er wegen Problemen mit seinen (…) im Camp zur medizinischen Abteilung gegangen, es habe dort aber keinen Arzt gegeben. Er habe (…) erhalten, die aber nicht geholfen hätten. Er sei dann ins Spital gegangen, aber auch dort hätten sie ihm nur (…) gegeben. Ausserdem sei er oft zu den Verant- wortlichen im Camp gegangen und habe gefragt, ob sie ihm eine bessere Unterkunft geben könnten. Zudem sei er in die Stadt gegangen, um eine Wohnung und eine Arbeit zu finden. Er sei auch zu einer Behörde gegan- gen, wisse jedoch nicht mehr, um welche Behörde es sich gehandelt habe. Nachdem ihnen Schutz gewährt worden sei, hätten sie keinerlei Unterstüt- zung mehr erhalten. Eine Anstellung habe er aufgrund seines Alters und seiner Sprachkenntnisse nicht erhalten, er sei jedoch nicht auf dem grie- chischen Arbeitsamt gewesen. Betreffend den medizinischen Sachverhalt gab er an, (…) und (…) zu haben. Die Tochter führte im Wesentlichen aus, dass sie in Afghanistan zwar nicht die Schule besucht habe, aber von ihrer Schwester ein bisschen lesen und schreiben gelernt habe. Das erste Camp in Griechenland, in welchem sie untergebracht gewesen seien, sei sehr schlimm gewesen. Es sei sehr kalt gewesen und alle in der Familie hätten sich erkältet. Es habe zudem viele Insekten, vor allem Kakerlaken, gehabt. Da draussen viele alkoholisierte Flüchtlinge gewesen seien, habe sie zudem Angst gehabt rauszugehen. Auch im zweiten Camp sei es sehr kalt gewesen und die Familie hätte kei- nerlei Mobiliar gehabt. Der Vater habe oftmals versucht eine Unterkunft ausserhalb des Camps zu finden, diese seien jedoch zu teuer gewesen und sie hätten Mobiliar kaufen müssen. Da sie sodann bereits (…) Jahre alt sei, habe sie in Griechenland keine (Sprach-)Schule besuchen können. E-5042/2025 Seite 4 Von den griechischen Behörden hätten sie zudem keine Leistungen oder Hilfe erhalten, obwohl ihr Vater einige Male darum gebeten habe. Er sei dafür zum Chef vom Camp gegangen. Ferner hätten sie versucht ein grie- chisches Sozialamt zu finden, was ihnen aber nicht gelungen sei. Gesund- heitlich gehe es ihr gut. D. Am 30. Juni 2025 unterbreitete das SEM den Beschwerdeführenden und der volljährigen Tochter ([…]) einen Entwurf zum beabsichtigten Nichtein- tretensentscheid und zur Wegweisung nach Griechenland. E. Mit gemeinsamer Stellungnahme vom 1. Juli 2025 äusserten sich die Be- schwerdeführenden und ihre volljährige Tochter zum beabsichtigten Nicht- eintretensentscheid der Vorinstanz sowie zur Wegweisung nach Griechen- land. Dabei legten sie im Wesentlichen dar, sie seien mit diesem nicht einverstanden. Die Lebenssituation in Griechenland sei sehr schwierig ge- wesen, es gäbe keine Zukunftsperspektiven. Die Familie habe keine Un- terstützung bei der Integration sowie bei der Wohnungs- und Arbeitssuche erhalten. Entgegen der Darstellung des SEM hätten sie sehr wohl alles ihnen Mögliche unternommen, um an Unterstützung zu gelangen. So seien sie sowohl im Camp als auch ausserhalb auf verschiedenen Ämtern und bei verschiedenen Hilf sorganisationen gewesen. Schliesslich gebe es in Griechenland keine Zukunft für die Töchter der Familie. Während der ge- samten Zeit in Griechenland sei es ihnen nicht möglich gewesen, eine Schule, einen Sprachkurs oder eine Ausbildung zu besuchen. Bei einer Rückkehr sei davon auszugehen, dass sie wiederum keine Unterstützung erhalten würden, womit sie sich ihre Zukunft verbauen würden. Hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung nach Griechenland seien ent- gegen der Auffassung der Vorinstanz keine günstigen Ums tände ersicht- lich. Die Familie habe sich nicht längere Zeit in Griechenland aufgehalten, verfüge über keine Kenntnisse der griechischen Sprache und habe keine ausreichenden finanziellen Mittel. Auch die vom SEM genannten Organi- sationen könnten die Beschwer deführenden in der Praxis nicht von einer drohenden Obdachlosigkeit schützen, was insbesondere für vulnerable Fa- milien wie die der Beschwerdeführenden schwerwiegende Folgen haben könne. Deshalb seien die Beschwerdeführenden in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. E-5042/2025 Seite 5 F. Mit Verfügung vom 1. Juli 2025 – eröffnet am 2. Juli 2025 – trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht ein, ord- nete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an und forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. G. Mit Eingabe vom 8. Juli 2025 erhoben die Beschwerdeführenden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung und bean- tragten, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten, eventualiter sei die Sache zur Vervollständigung des Sachverhalts und zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuch- ten sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Ver- zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. H. Am 9. Juli 2025 bestätigte die Instruktionsrichterin den Eingang der Be- schwerde und hielt fest, die Beschwerdeführenden könnten den Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden, die Be- schwerdeführenden als Verfügungsadressaten zur Beschwerdeführung le- gitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. E-5042/2025 Seite 6 2. 2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1 –3 AsylG), ist die Beurteilun gskompetenz der Beschwer- deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.) Bezüglich der Frage des Wegweisungsvollzugs hat die Vorinst anz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt. 2.3 Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – als offen- sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän- digkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif- tenwechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 3. Da die Beschwerdeführenden ihren Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz in der Rechtsmitteleingabe nicht näher begrün- den, ist darauf nicht weiter einzugehen. Es sind denn auch keine Verlet- zungen der Verfahrensrechte der Beschwerdeführenden durch die Vo r- instanz ersichtlich. 4. 4.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid im Wesentlichen damit, die Beschwerdeführenden seien im sicheren Drittstaat Griechenland als Flüchtlinge anerkannt und Griechenland habe ihrer Rückübernahme zuge- stimmt. Sie könnten dorthin z urückkehren, ohne eine Rückschiebung in Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips befürchten zu müssen. Es sei daher in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG nicht auf ihr Asylge- such einzutreten. Griechenland sei sodann Signatarstaat der EMRK, der FoK sowie des Zu- satzprotokolls zur Flüchtlingskonvention vom 31. Januar 1967. Gemäss Art. 6a AsylG bestehe zugunsten sicherer Drittstaaten – wie Griechenland es sei – die Vermutung, dass diese ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen E-5042/2025 Seite 7 einhalten würden. Es obliege der betroffenen Person, diese Legalvermu- tung umzustossen. Trotz vorhandener Schwächen könne nicht von einem dysfunktionalen Aufnahmesystem gesprochen werden und es sei nicht von einer Situation auszugehen, in der jeder Per son eine völkerrechtswidrige Behandlung drohe. Der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland sei somit zulässig. Ferner müsse angemerkt werden, dass die Beschwerde- führenden in ihrem Sachverhaltsvortrag die Situation in Griechenland ne- gativ darstellen würden und keine genügenden Anstrengungen unternom- men hätten, sich dort eine Existenz aufzubauen und sich zu integrieren. Die Angaben, wie sie sich in Griechenland um Unterstützung bemüht hät- ten, seien unsubstantiiert und ungenau ausgefallen. Die Ausführungen der Tochter, wonach sie das Sozialamt in D._______ nicht hätten finden kön- nen, müssten sodann als unglaubhaft taxiert werden. Es sei den Beschwer- deführenden zuzumuten, durch entsprechende Internetrecherchen die Ad- resse herauszufinden und eine Übersetzungshilfe – sofern notwendig – bei der Vorsprache zu Hilfe zu nehmen. Ebenfalls nicht überzeugend sei, dass der Beschwerdeführer infolge mangelnder Sprachkenntnisse nie auf einem griechischen Arbeitsamt gewesen sei. Es erstaune schliesslich, dass es den Beschwerdeführenden nicht gelungen sei, sich Hilfe ausserhalb des Camps zu suchen, sie andererseits aber in der Lage gewesen seien, ihre griechischen Reisepässe zu beantragen, entsprechende Termine bei den Behörden wahrzunehmen und die Dokumente schliesslich in E._______ abzuholen. Es dürfe vor diesem Hintergrund von den Beschwerdeführen- den erwartet werden, sich bei Unterstützung an die griechischen Behörden zu wenden und die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg ein- zufordern. Es sei ihnen zudem zuzumut en, sich bei Hilfsorganisationen über ihre Rechte und Unterstützungsangebote beraten zu lassen. Einen wichtigen Unterstützungsbeitrag vor Ort würden auch Migrantenorganisa- tionen leisten. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass die Beschwerde- führende sich auf die Garantien der Richtlinie 2011/95/EU des europäi- schen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (Qualifikations- richtlinie) berufen könne, wonach sie den griechischen Bürgerinnen und Bürgern in Bezug auf Fürsorge, Zugang zu Gerichten, medizinis cher Ver- sorgung, respektive anderen ausländischen Personen in Bezug auf Er- werbstätigkeit oder Gewährung einer Unterkunft gleichgestellt seien. Die in Griechenland im Allgemeinen schwierigen ökonomischen Lebensbedin- gungen sowie die Wohnungsnot würden im Übrigen die ganze Bevölkerung betreffen und vermöchten die Zulässigkeit und die Zumutbarkeit des Voll- zugs der Wegweisung nach Griechenland nicht zu widerlegen. Betreffend die Gesundheit der Beschwerdeführenden würden darüber hinaus keine Hinweise auf schwerwi egende Erkrankungen vorliegen. Sämtliche bei E-5042/2025 Seite 8 ihnen vorliegenden Beschwerden seien in Griechenland behandelbar. Der Zugang zu medizinischer Behandlung für Personen mit Schutzstatus sei in Griechenland gewährleistet. Folglich könne festgehalten werden, dass es den Beschwerdeführenden nicht gelungen sei, die in Art. 83 Abs. 5 AIG verankerte Legalvermutung umzustossen. Es sei nicht davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr nach Griechenland trotz zumutbaren Anstrengungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in eine existenzielle Notlage geraten würden, die sie nicht aus eigener Kraft abwenden könnten. Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar, eine entspre- chende Zustimmung Griechenlands liege vor. 4.2 4.2.1 Dem wird auf Beschwerdeebene entgegengehalten, dass Griechen- land den Beschwerdeführenden nicht den nötigen Schutz, die nötige Ver- sorgung und keinen Zugang zu staatlichen Mitteln biete. Sie seien der grie- chischen Sprache nicht mächtig und seien Analphabeten. Bis zu ihrer Aus- reise hätten sie keine Sozialhilfeleistungen beantragen und keine Unter- kunft finden können. Niemand habe ihnen geholfen. Auch sei es nicht mög- lich gewesen, Arbeit zu finden. Die Tochter habe sich in den Unterkünften sodann nicht getraut r auszugehen, weil sie keinerlei Schutz vor anderen Flüchtlingen und männlichen Personen erhalten habe. Die Unterbringun- gen seien unzumutbar gewesen. Die Beschwerdeführerin habe ausserdem nicht genügend (…) zur Behand- lung ihrer (…) erhalten, geschweige denn die anständige gesundheitliche Versorgung, die sie dringend gebraucht hätte. Die bürokratischen Hürden zur Beschaffung von Sozialhilfe und Zugang zur staatlichen Krankenver- sorgung seien derart hoch, dass die Familie diese ohne die griechische Sprache und ohne externe Hilfe und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sie nicht lesen und schreiben könnten, nicht bewältigen könne . Im Falle einer Rückkehr sei daher von Obdachlosigkeit auszugehen. D ies verstosse nicht nur gegen die EMRK, sondern auch gegen di e Istanbul- Konvention. Zudem würden sich die Ausführungen des SEM nicht mit dem Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts F-5298/2024 vom 12. Juni 2025 vereinbaren lassen. Dieses weise auf systematische Mängel in Grie- chenland für Personen mit einem Dublin Entscheid hin. Vor diesem Hinter- grund stelle sich die Frage, ob es für Menschen mit Schutzstatus nicht noch schwieriger sei, weil noch weniger Infrastruktur und Integrationsmöglich- keiten bereitgestellt würden. Es dürfe nicht sein, dass die E-5042/2025 Seite 9 Beschwerdeführenden auf die überlasteten Nichtregierungsorganisationen vor Ort hoffen müssten. Abschliessend sei festzuhalten, dass eine Rückführung nach Griechenland mit den völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz nicht zu vereinbaren wäre und daher als unz ulässig gelten müsse. Insbesondere bestehe ein hohes Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK. Zusätzlich müsse die rest- riktive Haltung der griechischen Regierung berücksichtigt werden. Die Rückübernahme von Flüchtlingen werde offen abgelehnt. Die griechisc he Regierung gebe offen zu, dass sie keine Kapazitäten hätten, um den Flüchtlingen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. 4.2.2 Mit der Beschwerde wurden im Wesentlichen Videos, welche die feh- lende Unterstützung sowie den Zustand der Unterbringung in Griechenland und ein dort erfolgter Zwischenfall belegen sollen, Bilder der Zelt -Unter- kunft, eine medizinische Dokumentation betreffend den Beschwerdeführer und eine medizinische Dokumentation betreffend die Beschwerdeführerin zu den Akten gereicht. Zudem wurde ein Brief von griechischen Nichtregie- rungsorganisationen vom 8. Juli 2025 zu der aktuellen Situation von Flücht- lingen in Griechenland eingereicht. In diesem Brief wird im Wesentlichen ausgeführt, die grössten Hindernisse für den Zugang von Flüchtlingen zu den notwendigen Dokumenten und sozioökonomischen Rechten seien in der innerstaatlichen Gesetzgebung zu finden. Ferner habe die drastische Kürzung der Dienstleistungen nach dem Wegfall der USAID -Finanzmittel unmittelbare und schwerwiegende Auswirkungen auf die Fähigkeit der Zi- vilgesellschaft, Flüchtlingen in Griechenland zu helfen. Angesichts dessen hätten die Nichtregierungsorganisationen ernsthafte Zweifel daran, dass Flüchtlinge die rechtlichen Hindernisse überwinden könnten, indem sie sich auf die von Nichtregierungsorganisationen angebotenen Dienste ver- lassen würden. 5. Bei Griechenland als Mitgliedstaat der EU handelt es sich um einen siche- ren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG. Gemäss den Akten ist den Beschwerdeführenden in Griechenland internationaler Schutz ge- währt worden und die griechischen Behörden haben ihrer Rückübernahme ausdrücklich zugestimmt. Die Beschwerdeführenden können nach Grie- chenland zurückkehren, ohne eine Rückschiebung in Verletzung des Non- Refoulement-Gebotes befürchten zu müssen. Das SEM ist demzufolge zu Recht gestützt auf Art. 31 a Abs. 1 Bst. a AsylG auf ihr Asylgesuch nicht eingetreten. E-5042/2025 Seite 10 6. Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es – wie hier in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG – darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine aus- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord- net (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetz- lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Vorliegend ist der Wegweisungsvollzug in Bezug auf Griechenland zu prüfen. Beim Geltendmachen von Weg weisungsvoll- zugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgericht s der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.1 7.1.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz, insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom- mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und Art. 3 EMRK, einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den He imat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss der Praxis des EGMR kann der Vollzug der Wegweisung eines abgewiesenen Asylsu- chenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall einen Verstoss ge- gen Art. 3 EMRK darstelle n; hierfür sind jedoch ganz aussergewöhnliche Umstände Voraussetzung (vgl. Urteil Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, 41738/10, § 183). Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Referenzurteil E -3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 einlässlich mit der Situation in Griechen- land auseinandergesetzt und an seiner bisherigen Rechtsprechung festge- halten, wonach der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland für E-5042/2025 Seite 11 Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten haben, grundsätzlich zu- lässig ist. In Griechenland ist nicht von einer Situation auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine unangemessene und erniedrigende Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK droht. Trotz der schwierigen Ver- hältnisse geht das Gericht davon aus, dass schutzberechtigte Pe rsonen grundsätzlich in der Lage sind, ihre existenziellen Bedürfnisse abzudecken (a.a.O. E. 11.2). Die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe zur Lage Schutzberechtigter in Griechenland fügen den der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zugrundelie genden Informationen zur Situa- tion in Griechenland keine neue Dimension hinzu und vermögen an seiner Einschätzung nichts zu ändern. 7.1.2 Gemäss den eingereichten medizinischen Unterlagen habe der Be- schwerdeführer (…) und (…). Demgegenüber leide die Beschwerdeführe- rin an (…), (…) und (…). Ohne die mit diesen gesundheitlichen Problemen einhergehenden Beschwerden und Einschränkungen zu verkennen, ist ge- stützt auf die Akten bei den Beschwerdeführenden nicht von Krankheitsbil- dern auszugehen, welche aufgrund ihrer Ern sthaftigkeit die Annahme der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne der oben zitierten Rechtsprechung rechtfertigen würden. Wie die Vorinstanz zutreffend fest- gestellt hat, ist die medizinische Versorgung in Griechenland gewährleistet. Als anerkann te Schutzberechtigte mit Aufenthaltsbewilligung haben die Beschwerdeführenden Zugang zum griechischen Gesundheitssystem. 7.1.3 Die Beschwerdeführenden wurden in Griechenland als Flüchtlinge anerkannt. Als Schutzberechtigte können sie sich auf die Garantien der Richtlinie 2011/95/EU des europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (Qualifikationsrichtlinie) berufen – insbesondere die Regel betreffend den Zugang zu Beschäftigung [Art. 26], Bildung [Art. 27], Sozialhilfeleistungen [Art. 29], Wohnraum [Art. 32] und medizinischer Ver- sorgung [Art. 30] –, zu deren Einhaltung Griechenland als EU-Mitgliedstaat völkerrechtlich verpflichtet ist. Aus den Akten ergeben sich keine Anhalts- punkte dafür, dass sie für den Fall einer Rückkehr nach Griechenland mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau- same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Es ist unbestritten, dass die Lebensbedingungen in Griechenland für die ge- samte Bevölkerung mitunter schwierig sind; dennoch ist unter diesen Um- ständen im heutigen Zeitpunkt nicht von eine m «real risk» auszugehen, dass die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr in diesen Staat einer E-5042/2025 Seite 12 menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt wären. Auch unter Be- rücksichtigung der Schwächen des griechischen Aufnahmesystems ver- mag die blosse Möglichkeit, in nicht absehbarer Zeit aus nicht vorausseh- baren Gründen in eine missliche Lebenssituation zu geraten, die einer Aus- setzung einer existenziellen Notlage und andauernden menschenrechts- widrigen Behandlung gleichkäme, die Schwelle eines entsprechenden «real risk» nicht zu erreichen. 7.1.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als zulässig. 7.2 7.2.1 Gemäss Art. 84 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Gemäss konstanter Praxis ist aus medizinischen Gründen nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs zu schliessen, wenn eine notwendige medizinische Behand- lung im Zielstaat nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer ra- schen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustan- des der betroffenen Person führen würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls noch nicht vor, wenn im Zielstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3, 2009/52 E. 10.1, 2009/51 E. 5.5, 2009/28 E. 9.3.1, 2009/2 E. 9.3.2). Wird eine konkrete Gefährdung festge- stellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Mit Blick auf die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Weg- weisung (Art. 83 Abs. 5 AIG) nach Griechenland von Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten haben, stellte das Gericht im Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 weiter fest, dass dieser grundsätzlich auch für vu lnerable Personen (wie zum Beispiel Personen, welche an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwie- gende Erkrankung einzustufen sind) Gültigkeit zukomme. Darunter fallen auch Familien mit Kindern . Deren Situation ist eingehend zu prüfen. Die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist bei Familien zu bejahen, falls günstige Voraussetzungen oder Umstände vorliegen. Dabei sind sämtliche konkreten Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, wie Alter, Gesund- heitszustand, Ausbildung, Fremdsprachenkenntnisse und Berufserfahrung E-5042/2025 Seite 13 der Betroffenen, aber auch ob und inwieweit sie eigene, ihnen zumutbare Anstrengungen unternommen haben beziehungsweise bereits versucht haben, in Griechenland Hilfen in Anspruch zu nehmen. Allein die Tatsache, dass sich die bisherige Integration der betroffenen Personen in Griechen- land als schwierig erwiesen hat, lässt den Vollzug der Wegweisung noch nicht als unzumutbar erscheinen. Entscheidend ist, ob die betroffenen Per- sonen bei einer Rückkehr trotz ihnen zumutbarer Anstrengungen mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit in eine existenzielle Notlage geraten wür- den, die sie nicht aus eigener Kraft abwenden könnten (vgl. a.a.O. E. 11.5.2). Nicht länger aufrechterhalten wurde hingegen die Legalvermu- tung der Zumutbarkeit des Vollzug s der Wegweisung bei äusserst vul- nerablen Personen (wie zum Beispiel unbegleiteten Minderjährigen oder Personen, deren psychische oder physische Gesundheit in besonders schwerwiegender Weise beeinträchtigt ist), welche im Falle einer Rückkehr nach Griechenland Gefahr laufen, dauerhaft in eine schwere Notlage zu geraten, weil sie nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft die ihnen zu- stehenden Rechte vor Ort einzufordern. In diesen Fällen ist der Wegwei- sungsvollzug nur bei Bestehen besonders begünstigende r Umstände zu- mutbar (vgl. a.a.O. E. 11.5.3). 7.2.2 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass das SEM die Situation der Beschwerdeführenden ein- gehend geprüft und die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs mit zutref- fender Begründung bejaht hat. Es liegen keine rechtsgenüglichen Hin- weise vor , dass die Beschwerdeführenden im Falle einer Rückführung nach Griechenland in eine existenzielle Notlage geraten würden. Aufgrund der Aktenlage ist nicht davon auszugehen, dass es sich bei ihnen um äus- serst vulnerable Personen handelt. Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, haben sie nur kurze Zeit als anerkannte Flüchtlinge in Grie chenland verbracht, weshalb nicht davon auszugehen ist, dass sie alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Integration, Arbeit und Beantragung weiterer Unterstützung ausgeschöpft haben. Die Beschwerdeführenden müssen sich vorhalten lassen, dass sie bereits wenige Monate nach der Schutzge- währung wieder aus Griechenland ausreisten, was vermuten lässt, sie hät- ten nie beabsichtigt, sich in Griechenland eine Existenz aufzubauen. Auch auf Beschwerdeebene vermögen sie nicht darzutun, dass sie sich dort langfristig um eine Verbesserung ihrer Situation bemüht hätten. Die aus- führlichen Erwägungen der Vorinstanz enthalten zahlreiche Hinweise da- rauf, wie die Beschwerdeführenden in Griechenland zu Unterstützungsleis- tungen gelangen können (bspw. mit Blick auf Arbeit, allfällig notwendige finanzielle, soziale oder medizinische Unterstützung). Dass die E-5042/2025 Seite 14 Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr dorthin trotz den von der Vor - instanz detailliert aufgezeigten Unterstützungsmöglichkeiten und den von den Beschwerdeführenden in diesem Zusammenhang zu erwartenden An- strengungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dennoch in eine exis- tenzielle Notlage geraten würden, die sie nicht aus eigener Kraft abwenden könnten, ist nicht zu erwarten. Es ist zwar nicht in Abrede zu stellen, dass eine Eingliederung für Personen mit Schutzstatus möglicherweise mit nicht zu verkennenden Erschwernissen verbunden sein können. Diese erschei- nen aber vorliegend nicht als unüberwindbar. Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang denn auch zutreffend festge halten, dass es den Be- schwerdeführenden gelungen sei, ihre griechischen Reisepässe zu bean- tragen, entsprechende Termine bei den Behörden wahrzunehmen und die Dokumente schliesslich in E._______ abzuholen. Sie waren somit in der Lage, sich über das entsprec hende Vorgehen zu informieren und mit den zuständigen Behörden zu interagieren. Es darf somit von ihnen – auch un- ter Berücksichtigung ihres Analphabetismus – erwartet werden, sich bei Unterstützungsbedarf, beispielsweise bei der Wohnungs - und Arbeitssu- che, an die griechischen Behörden zu wenden und die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einzufordern. Nichtregierungsorganisatio- nen können in dieser Hinsicht behilflich sein. 7.2.3 Die vorgebrachten medizinischen Leiden der Beschwerdeführenden (vgl. hierzu E. 7.1.2 hiervor) sind nicht als schwerwiegende Erkrankungen im Sinne des Referenzurteils E -3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 einzustufen, die zu einer besonderen Vulnerabilität führen würden. Auch ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden deswe- gen in Griechenland in eine existenzielle medizinische Notlage geraten. So geht das Bundesverwaltungsgericht in seiner Rechtsprechung denn auch davon aus, dass Behandlungsangebote in Griechenland verfügbar sind (vgl. bspw. Urteil des BVGer D-1142/2025 vom 18. März 2025 E. 8.4.2 m.w.H.). Zudem haben alle Personen in lebensbedrohlichen Situationen, unabhängig von ihrem rechtlichen Status, in Griechenland Zugang zu Not- fallstationen (vgl. Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 E. 9.8.2). Es ist den Beschwerdeführenden zuzumuten, in Griechenland Anstrengungen zu unternehmen, um die allenfalls benötigte medizinische Hilfe zu erhalten und sich mittels der ihnen zustehenden griechischen Sozialversicherungs- nummer Zugang zum griechischen Gesundheits- und Versicherungswesen zu verschaffen. 7.2.4 Insgesamt ist nicht davon auszugehen, die Beschwerdeführenden geraten bei einer Rückkehr nach Griechenland in eine ihre Existenz E-5042/2025 Seite 15 gefährdende Situation. An dieser Einschätzung vermag auch der einge- reichte Brief von Nichtregierungsorganisationen in Griechenland nichts zu ändern. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass dieser nicht eine auf ihren Einzelfall bezogene Situation begründet und keine Ab- weichung von der aktuellen Einschätzung der S ituation in Griechenland rechtfertigt. Auch aus den zu den Akten gereichten Bildern und Videos, wel- che den Zustand der Unterkunft sowie die mangelnde Unterstützung bele- gen sollen, können die Beschwerdeführenden nichts zu ihren Gunsten ab- leiten. Dasselbe gilt für das in der Beschwerde zitierte Urteil F -5298/2024 vom 12. Juni 2025, welches ausschliesslich die Situation von Asylsuchen- den im Rahmen des Zuständigkeitsverfahrens gemäss Dublin -III-Verord- nung betrifft. 7.2.5 Auch das Kindeswohl steht dem Wegweisungsvol lzug nicht entge- gen. Es liegen keine erhärteten Hinweise vor, wonach sich Griechenland als Signatarstaat des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK SR 0.107) nicht an seine entsprechenden völkerrechtlichen Verpflichtungen halten würde. Das Bun- desverwaltungsgericht hat denn auch in mehreren Urteilen die Wegwei- sung von Familien mit Schutzstatus in Griechenland als zulässig und zu- mutbar qualifiziert und entsprechende Nichteintretens- und Wegweisungs- verfügungen der Vorinstanz bestätigt ( vgl. etwa Urteile des BVGer E-2365/2025 vom 10. Juli 2025; D -3905/2025 vom 4. Juni 2025; D-2415/2025 vom 15. April 2025 sowie D -2088/2025 vom 3. April 2025 ). Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als zumutbar. 7.3 Nachdem die griechischen Behörden einer Rückübernahme der Be- schwerdeführenden ausdrücklich zugestimmt haben, ist der Vollzug der Wegweisung auch möglich (Art. 83 Abs. 2 AIG; vgl. Urteil des BVGer E-2517/2024 vom 26. April 2024, E. 10.3). 7.4 Zusammenfassend hat di e Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab- zuweisen. E-5042/2025 Seite 16 9. Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung ist abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – von vornherein aussichtslos waren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. Das Gesuch um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht wird mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache gegenstandslos. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh- renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750. – festzusetzen (Art. 1 –3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-5042/2025 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän- dige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Roswitha Petry Flavia Mark Versand: