<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td colspan="2"><p class="Normal Heading1"><span id="_GoBack"></span><span class="Normal Heading1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Normal Heading1"></p></td></tr><tr><td><p class="Normal Heading1"><br/></p></td><td colspan="2"><p><span>UV.2015.00208</span></p><p><br/></p><p><br/></p><p></p></td></tr></table><p><br/></p><p>I. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende</p><p>Sozialversicherungsrichter Spitz</p><p>Ersatzrichter Wilhelm</p><p>Gerichtsschreiberin Gohl Zschokke</p><p class="Normal Heading2"><span class="Normal Heading2">Urteil vom 31. Januar 2017</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><span class="Normal StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><br/></p></div><div><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">Concordia Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Hauptsitz, Rechtsdienst</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Bundesplatz 15, 6002 Luzern</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Rechtsdienst, Generaldirektion Schweiz</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Postfach, 8085 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">weitere Verfahrensbeteiligte:</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beigeladene</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">X.___, geboren 1956, ist als Angestellte der Y.___ AG bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Bagatellunfall-Meldung vom 23. Januar 2015 wurde der Zürich Versiche</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rungs-Gesellschaft AG mitgeteilt, die Mutter der Versicherten sei am 20. Dezember 2014 in ihrer Wohnung gestürzt und habe sich – wie sich spä</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ter herausgestellt habe – den Oberschenkelhals gebrochen. Die Versicherte sei dazu gekommen und habe ihrer Mutter beim Aufstehen helfen wollen. Dabei habe es im Rücken der Versicherten geknallt (Urk. 7/Z1). Zur näheren Abklärung des Vorfalles stellte die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG der Versicherten einen Fragenkatalog zu, den diese am 2. Februar 2015 ausge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">füllt zurück</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sandte (Urk. 7/Z5; vgl. auch Urk. 7/Z4). Überdies holte die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG einen Bericht des behandelnden Arztes, Dr. med. Z.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 4. Februar 2015 ein, in welchem ein akutes Lumbovertebralsyndrom mit Hypomobilität L5/S1 posttraumatisch als Diagnose festgehalten wurde (Urk. 7/ZM1; vgl. auch Urk. 7/Z3). Anschliessend vertrat die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG die Auffassung, das Ereignis vom 20. Dezember 2014 sei kein Unfall im Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">versicherungsrechts (ATSG) und es liege keine unfallähnliche Körperschädi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vor; die Voraussetzungen für ihre Leistungspflicht seien somit nicht erfüllt (Urk. 7/Z6 bis 7/Z8). Die Concordia Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG als Krankenversicherer von X.___ liess die Versicherte am 2. März 2015 diverse Fragen zum Sachverhalt beantworten und forderte danach die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG schriftlich auf, die Versicherungsleistungen zu erbringen oder eine Verfügung zu erlas</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sen (Urk. 7/Z9 S. 1). Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG lehnte ihre Leistungspflicht mit Verfügung vom 27. Mai 2015 ab (Urk. 7/Z11). Dagegen erhob die Concordia Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG am 8. Juni 2015 Einsprache (Urk. 7/Z12), die mit Entscheid vom 18. September 2015 (Urk. 2 = 7/3) abgewiesen wurde.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Gegen den Einspracheentscheid vom 18. September 2015 erhob die Concordia Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG mit Eingabe vom 20. Oktober 2015 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, das Vorliegen eines Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG sei festzustellen und die Beschwerdegegnerin sei zur Erbringung der Versicherungsleistungen zu verurteilen. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben, das Vorliegen eines Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG festzustellen und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">weisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Ferner wurde darum ersucht, der Beschwerde die auf</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schiebende Wirkung zu erteilen (Urk. 1 S. 2). Zusammen mit der Beschwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">deschrift wurde ein Auszug aus dem Aufsatz „Sturzproblematik aus juris</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tischer Sicht“ von Prof. Dr. A.___, publiziert in: Pflegerecht und Pflegewissenschaft 01/2013, eingereicht (Urk. 3/8). Am 23. November 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und des prozessualen Antrags (Urk. 6). Mit Verfügung vom 4. Dezember 2015 wurde auf das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 20. Oktober 2015 um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde nicht eingetreten, die Ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">sicherte zum Prozess beigeladen und derselben Frist zur Stellungnahme angesetzt (Urk. 8). Mit Verfügung vom 1. Februar 2016 wurde den Parteien mitgeteilt, dass sich die Beigeladene innert der ihr angesetzten Frist nicht vernehmen liess, und es wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeant</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wort zugestellt (Urk. 10). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Auf die Ausführungen der Parteien und die im Beschwerdeverfahren neu eingereichte Unterlage (Urk. 3/8) wird, soweit erforderlich, in den Erwägun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gen eingegangen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht zieht in Erwägung:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">verhalt verwirklicht hat </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bishe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmun</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gen).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Es ist hier ein Sachverhalt vom 20. Dezember 2014 zu beurteilen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Unfallversicherung gewährt Leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs-</span><br/><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">un</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">fällen und Berufskrankheiten (Art. 6 Abs. 1 UVG).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Ein Unfall ist gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den mensch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Fol</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rah</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">men des im jeweiligen Lebensbereich Alltäg</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">lichen oder Üblichen überschrei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhn</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">liche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E. 2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">recht, S. 176 f.) bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer sol</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">chen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">senwelt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein unge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 </span><br/><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">1.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, d.h. einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings jeweils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Kon</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">stitution und berufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlicher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter Veränderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den pathologischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Zu Recht wurde von keiner der Parteien in Frage gestellt, dass eine Leistungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">pflicht der Beschwerdegegnerin wegen einer der in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädigungen ausser Betracht fällt. Strittig und zu prüfen ist, ob das Ereignis vom 20. Dezember 2014 als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist und ob die Versicherte einen Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung hat.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Befragt zum detaillierten Ablauf des Vorfalles vom 20. Dezember 2014 schil</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">derte die Versicherte am 2. Februar 2015 schriftlich, sie habe ihre Mutter, geboren 1930, besuchen wollen. Nach dem Klingeln habe sie einen Knall gehört. Als sie die Wohnung betreten habe, habe ihre Mutter am Boden gele</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gen. Sie sei bei Bewusstsein gewesen und habe erklärt, es tue ihr nichts weh. Also habe die Versicherte versucht, ihrer Mutter aufzuhelfen. Als diese dann habe stehen wollen und sich an einer Kommode festgehalten habe, sei sie wieder zusammengesackt und habe die Versicherte mit nach unten gerissen. Es habe sich dann herausgestellt, dass der Oberschenkel der Mutter gebrochen gewesen sei. Im Rücken der Versicherten habe es dabei (gemeint: bei dem Vorfall) einen Knall gegeben.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Versicherte habe noch nie zuvor die geschilderte oder eine ähnliche Tätig</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">keit verrichtet (Urk. 7/Z5 S. 1).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gegenüber dem Mitarbeiter der Beschwerdeführerin führte die Versicherte am 2. März 2015 auf entsprechende Nachfragen telefonisch aus, sie wiege 63 Kilogramm, während das Körpergewicht ihrer Mutter etwa 55 Kilogramm betrage. Als ihre Mutter zusammengesackt sei, habe die Versicherte sie von hinten unter den Armen gehalten. Der Oberkörper der Versicherten sei gerade gewesen, die Beine noch nicht gestreckt. Ihrer Schätzung nach habe sie das ganze Körpergewicht ihrer Mutter auffangen müssen (Urk. 7/Z9 S. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Aus den glaubhaften Schilderungen der Versicherten ergibt sich, dass sie ihre Mutter unter den Armen hielt, als diese zusammensackte (Urk. 7/Z9 S. 2). Die Beschwerdegegnerin hat daher – entgegen der in der Beschwerdeschrift ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tretenen Auffassung (Urk. 1 S. 6) – richtig erkannt, es habe beim hier zur Diskussion stehenden Ereignis ein Körperkontakt zwischen der Versicherten und ihrer Mutter bestanden (Urk. 2 S. 4, 6 S. 2 und 7/Z11 S. 2). In einem derartigen Fall stellt ein Sturz rechtsprechungsgemäss keinen äusseren Faktor dar (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_827/2007 vom 22. September 2008 E. 4.1 mit Hinweis; vgl. auch A.___, a.a.O., S. 20, Urk. 3/8 mit Hinweisen). Es kann hier deshalb offen bleiben, ob das Zusammensacken beziehungsweise Stürzen der Mutter der Versicherten als ungewöhnlich zu werten wäre.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Aus den Angaben der Versicherten geht nicht hervor, dass sie eine unkoordi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nierte Bewegung ausführte, als sie ihre Mutter auffangen musste. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Unter diesen Umständen bleibt detailliert zu prüfen, ob das Auffangen der zusammensackenden Mutter mit einem ausserordentlichen Kraftaufwand verbunden war, der zu einer Überanstrengung der Versicherten führte. In diesem Sinne hat denn auch die Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben vom 2. März 2015 argumentiert (Urk. 7/Z9 S. 1).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Ob ein Unfallereignis aufgrund einer Überanstrengung gegeben ist, muss rechtsprechungsgemäss in Würdigung der gesamten Umstände des Einzel</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">falles entschieden werden. Dabei ist unter anderem der physischen Konstitu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tion, der beruflichen Ausbildung und der sonstigen Erfahrung Rechnung </span><br/><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zu tragen (vgl. BGE 116 V 136 3b und das Urteil des Bundesgerichts 8C_444/2009 vom 11. Januar 2010 E. 4.3 mit der dort beschriebenen Kasuis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tik). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Es trifft zwar zu, dass die Versicherte – soweit aus den Akten ersichtlich – über keine medizinische Ausbildung verfügt und bisher noch nie in einen entsprechenden Vorfall involviert war (Urk. 7/Z5 S. 1; vgl. auch Urk. 1 S. 5, 7/Z9 S. 1 und 7/Z12 S. 2). Sie musste wohl auch unvermittelt reagieren </span><br/><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">(vgl. Urk. 7/Z12 S. 1). Entscheidend ist hier indessen, dass die Mutter der Versi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">cherten lediglich ca. 55 Kilogramm wog, während die Versicherte selbst ein Gewicht von 63 Kilogramm aufwies (Urk. 7/Z9 S. 2). Unter diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass die Versicherte einen besonderen Kraftauf</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">wand entfalten musste, selbst wenn tatsächlich das gesamte Körpergewicht ihrer Mutter – d.h. 87,3 % ihres eigenen Körpergewichts (Urk. 1 S. 7 und 7/Z12 S. 2) – auf ihr lastete, wie es gemäss ihrem Empfinden der Fall war (Urk. 7/Z9 S. 2). Dies muss umso mehr gelten, als auch keine Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, dass die Konstitution der Versicherten und ihre Fähig</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">keit, eine Person mit einem derart geringen Gewicht aufzufangen, beein</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">trächtigt gewesen sein könnten. Es ist deshalb der Beschwerdegegnerin bei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zupflichten, dass im vorliegenden Fall von einer Überanstrengung nicht aus</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gegangen werden kann (Urk. 7/Z11 S. 2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Aus dem Gesagten folgt, dass die Kriterien des Unfallbegriffs nicht erfüllt sind, da es am Erfordernis eines ungewöhnlichen äusseren Faktors mangelt. Damit erweist es sich als korrekt, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">tungspflicht verneinte. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Das Gericht erkennt:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Concordia Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">X.___</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Gesundheit</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">4.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesge</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">richt Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>GrünigGohl Zschokke</p><p></p></div> </div></body></html>