Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 19. Juni 2013 (810 12 352) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Bruno Gutzwiller, Ka ntonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Parteien Einwohnergemeinde A.____ , Beschwerdef ührerin , vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Enteignungsgericht) , 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin B. D.____ und C. D.____ , Beschwerdegegner, vertreten durch Toni Thüring, Advokat Betreff Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 16 . November 2012 (Kanalisationsanschlussbeitrag; Urteil des Kantonsgerichts BL vom 17. August 2011) A. Die Ehegatten B.D.____ und C.D.____ liessen im Jah re 2001 auf ihrem Grundstück Nr. X.____, Grundbuch A.____, ein Mehrfamilienhaus e rstellen. Gemäss Endschätzung der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung vom 23. Juni 2 003 wies das Haus einen Brandla- gerwert von Fr. 161'400.-- und einen Gebäudeversicheru ngswert von Fr. 1'498'952.-- aus. Mit Verfügung vom 30. Juni 2003 stellte die Einwohnergemeinde A.____ (Einwohnergemeinde) den Ehegatten D.____ unter anderem einen Kanalisationsansc hlussbeitrag von Fr. 64'514.90 in Rechnung. B. Gegen diese Verfügung erhoben die Ehegatten D.___ _, vertreten durch B.D.____, Advokat, Beschwerde beim Steuer- und Enteignungsgericht, Abteilung Enteignungsgericht (Enteignungsgericht). Sie stellten unter anderem den Antrag, es sei der Kanalisationsan- schlussbeitrag aufzuheben und an die Einwohnergemeinde zur Neufestsetzung zurückzuwei- sen. Mit Urteil vom 17. Februar 2006 hiess das Enteignu ngsgericht die Beschwerde betreffend den Kanalisationsanschlussbeitrag vollumfänglich gut, hob die angefochtene Verfügung bezüg- lich des Kanalisationsanschlussbeitrages auf und wies die Streitsache zur Neuberechnung an die Einwohnergemeinde zurück. Diese wurde angewiesen, die Beitragsbemessung für die Ka- nalisationsanschlussbeiträge neu festzusetzen. In den Erwä gungen führte das Enteignungsge- richt aus, dass die Gemeinde beim Kanalisationsanschlussbe itrag einerseits die notwendigen Abgrenzungen (im Wesentlichen zwischen wertvermehrenden I nvestitionskosten einerseits und Unterhalts- und Betriebskosten andererseits) im Sinne de r Erwägungen vorzunehmen und die Beitragsbemessung neu festzusetzen habe sowie anderersei ts den Kanalisationsanschlussbei- trag um die Höhe der anerkannten Energiesparmassnahmen zu reduzieren habe. C. Die Einwohnergemeinde, in allen nachfolgend gena nnten Verfahren durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat, vertreten, erhob am 7. April 20 06 gegen das Urteil des Enteignungsge- richts beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde. Sie beantragte, das angefochtene Urteil sei insoweit aufzuheben, als sie im Sinne der Erwägungen verpflichtet werde, den strittigen Kanalisationsanschlussbeitrag auf der Grund- lage eines reduzierten Beitragssatzes neu zu bemessen. Zudem sei die Vorinstanz anzuwei- sen, die Parteientschädigung entsprechend dem Ausgang des Beschwerdeverfahrens neu fest- zusetzen. Das Kantonsgericht liess eine Expertise erstellen. Mit Urteil vom 27. Mai 2009 wies das Kantonsgericht die Beschwerde mit der Begründung ab, das Kostendeckungsprinzip sei nicht eingehalten (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], 810 06 120). Auf grund des Ausgangs des Verfahrens wurde die Frage, ob auch das Äquivalenzprinzip verletzt s ei, offen gelassen. Den obsiegenden Beschwerdegegnern B.D.____ und C.D.____ wurde mit de r Begründung, der als Rechtsanwalt tätige B.D.____ habe als Rechtsanwalt in eigener Sach e prozessiert, keine Parteientschädi- gung zugesprochen. D. Mit Eingabe vom 2. Oktober 2009 erhob die Einwohn ergemeinde gegen das Urteil des Kantonsgerichts vom 27. Mai 2009 Beschwerde in öffentli ch-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht. Sie beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und gegebenen- falls die Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinsta nz. Es sei ihr überdies eine Parteient- schädigung für das vorinstanzliche Verfahren zuzusprechen. D ie Ehegatten D.____ beantrag- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einge treten werden könne. Das Kantonsge- richt verzichtete in seiner Vernehmlassung auf einen Antrag. Die Ehegatten D.____, nunmehr in allen nachfolgend g enannten Verfahren durch Toni Thüring, Advokat, vertreten, erhoben gegen das Urteil des Kanto nsgerichts vom 27. Mai 2009 ebenfalls Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten b eim Bundesgericht. Sie fochten aus- schliesslich die Wettschlagung der ausserordentlichen Kosten a n und verlangten die Ausrich- tung einer Parteientschädigung für das Verfahren vor Kantonsgericht. Die Einwohnergemeinde und das Kantonsgericht beantragten die Abweisung der Beschwerde. E. Mit Urteil vom 16. August 2010 hiess das Bundesgericht die Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten der Einwohnergemeinde gut, soweit darauf einzutreten sei. Es hob das Urteil des Kantonsgerichts auf und wies die Angelegenheit zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück. Mit Verfügung vom 30. August 2010 schrieb das Bundesger icht das Verfahren betreffend die Beschwerde der Ehegatten D.____ ab. Es begründete sei ne Verfügung damit, dass als Folge der Gutheissung der Beschwerde der Einwohnergemeinde u nd der Rückweisung der Angele- genheit an das Kantonsgericht die Vorinstanz auch über die im Verfahren betreffend Beschwer- de der Ehegatten D.____ streitigen Entschädigungsfolge n neu zu befinden habe. Der Gegen- stand der Beschwerde der Eheleute D.____ sei somit dahingefallen. F. Das Kantonsgericht beurteilte aufgrund des Bundesger ichtsurteils vom 16. August 2010 die Angelegenheit erneut und wies die Beschwerde mit Urteil vom 17. August 2011 wiede- rum mit der Begründung ab, das Kostendeckungsprinzip sei verletzt (KGE VV 810 10 432). Des Weiteren wurde verfügt, dass die Verfahrenskosten für da s erste Verfahren vor Kantonsgericht in der Höhe von Fr. 19'106.25 (bestehend aus einer Ger ichtsgebühr von Fr. 2'000.--, Auslagen von Fr. 225.-- und Expertisekosten von Fr. 16'881.25) zu Lasten der Gerichtskasse gingen. Für das zweite Verfahren vor Kantonsgericht wurden keine Ko sten erhoben. Die Beschwerdeführe- rin wurde verpflichtet, den Beschwerdegegnern für das zweite Verfahren vor Kantonsgericht eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 11'450.- - inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer zu bezahlen. Für das erste Verfahren vor Kantonsgericht wur den die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. G. Dagegen erhob die Einwohnergemeinde A.____ erneu t Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht und bea ntragte im Wesentlichen die Aufhe- bung des angefochtenen Entscheids und gegebenenfalls di e Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz. Die Eheleute D.____ schlossen auf Ab weisung der Beschwerde, soweit da- rauf eingetreten werden könne. Mit Urteil vom 16. Nove mber 2012 hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut, hob das kantonsgerichtliche Urteil vom 17 . August 2011 auf und wies die An- gelegenheit zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägun gen an das Kantonsgericht zurück. In seinem Urteil erklärte das Bundesgericht, dass der Kanalisa tionsanschlussbeitrag das Kosten- deckungsprinzip nicht verletze. Das Kantonsgericht habe n un zu prüfen, ob die angefochtene Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beitragsverfügung das Äquivalenzprinzip beachte. Die Ger ichtskosten in der Höhe von Fr. 3'000.-- wurden den Beschwerdegegnern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt. H. Am 9. Januar 2013 forderte das Kantonsgericht die P arteien auf, sich zur Frage einer allfälligen Verletzung des Äquivalenzprinzips und zur Neuverlegung der Kosten- und Entschädi- gungsfolgen vernehmen zu lassen. Mit Eingabe vom 8. Februar 2013 beantragte die Geme inde, Ziffer 1 des angefochtenen Urteils des Enteignungsgerichts vom 17. Februar 2006 sei teilwei se aufzuheben, nämlich soweit die beschwerdeführende Gemeinde im Sinne der Erwägungen verpflichtet werde, den strittigen Kanalisationsanschlussbeitrag auf der Grundlage eines red uzierten Beitragssatzes neu zu be- messen. Des Weiteren sei Ziffer 3 des angefochtenen Urte ils vom 17. Februar 2006 (Parteient- schädigung) aufzuheben; unter o/e-Kostenfolge. Das Entei gnungsgericht verzichtete mit Schreiben vom 14. März 2013 auf eine Vernehmlassung. Mit Eingabe vom 10. April 2013 bean- tragte das Ehepaar D.____ die Abweisung der Rechtsbege hren der Beschwerdeführerin vom 8. Februar 2013 unter o/e-Kostenfolge. Mit Verfügung vom 15. April 2013 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und der Antrag der Ehegatten D.____ auf Einholung einer amtlichen Erkundigung bei den von ihnen in ihrer Eingabe vom 10. April 2013 genannten Gemein den abgewiesen. Am 22. Mai 2013 reichten die Beschwerdegegner die Bestandesrechnung der Ja hresrechnung 2012 der Ge- meinde A.____ beim Kantonsgericht ein. I. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen die Vert reter der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegner B.D.____ und C.D.____ teil. Die Parteien halten an ihren bereits ge- stellten Anträgen fest. Der Vertreter der Beschwerdefüh rerin nimmt überdies noch zur Eingabe der Beschwerdegegner vom 22. Mai 2013 Stellung. Auf d ie Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1. Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 16. November 2012 in Gutheissung der Be- schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten der Einwohnergemeinde A.____ das Urteil des Kantonsgerichts vom 17. August 2011 aufgehoben und d ie Angelegenheit an das Kantons- gericht zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägunge n zurückgewiesen. Das Bundesgericht führt in seinem Urteil aus, dass vorliegendenfalls keine V erletzung des Kostendeckungsprinzips vorliege. Die Rückweisung der Angelegenheit zur Neubeurt eilung wurde damit begründet, dass das Kantonsgericht sich einerseits bisher noch nicht zur Einh altung des Äquivalenzprinzips ge- äussert und insbesondere auch keine diesbezüglichen Sac hverhaltsfeststellungen getroffen habe. Andererseits habe das Enteignungsgericht in seinem Urteils vom 17. Februar 2006 auch entschieden, die Gemeinde habe den im Streit liegenden Anschlussbeitrag um die nach Steuer- recht anerkannten Positionen für Energiesparmassnahmen zu reduzieren (E. 9 des genannten Enteignungsgerichtsurteils). In ihrer Beschwerdebegründung vom 30. Juni 2006 zuhanden des Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kantonsgerichts habe die Einwohnergemeinde diesen Teil des Urteils des Enteignungsgerichts ausdrücklich akzeptiert (S. 4 der genannten Eingabe). D ies habe zur Folge, dass die Be- schwerdeführerin selbst dann eine Neuberechnung der von den Beschwerdegegnern geschul- deten Abgabe vornehmen müsste, wenn das Bundesgericht au ch das Äquivalenzprinzip als eingehalten betrachten würde. 1.2. Das Bundesgericht hat in seinem zweiten Urteil vo m 16. November 2012 festgehalten, dass die angefochtene Verfügung das Kostendeckungsprinzip nicht verletze. Gegenstand der heutigen Verhandlung ist somit "lediglich" die Frage, ob die Verfügung der Gemeinde mit dem Äquivalenzprinzip vereinbar ist. Aufgrund des bundesgerichtlichen Entscheids kann somit - ent- gegen den Ausführungen der Beschwerdegegner - auch nich t Gegenstand der heutigen Ver- handlung sein, ob die der Überprüfung des Kostendecku ngsprinzips zu Grunde gelegten Be- rechnungsgrundlagen wie z.B. die Höhe des Laufmeterp reises und der Verzinsung oder der massgebliche Beurteilungszeitpunkt korrekt sind. Ebenso we nig kann das Argument der Be- schwerdegegner, der Entscheid des Bundesgerichts vom 16. November 2012 stehe in krassem Widerspruch zu anderen bundesgerichtlichen Entscheiden, zu einer Überprüfung des Kosten- deckungsprinzips bzw. zur Überprüfung einzelner der Berec hnung zugrundeliegender Zahlen durch das Kantonsgericht führen. 2.1. Bevor die Frage behandelt wird, ob im vorliegen den Fall die angefochtene Verfügung das Äquivalenzprinzip missachtet, wird noch auf die Rüge der Beschwerdegegner eingegan- gen, die angefochtene Verfügung verletze Art. 60a Ab s. 1 lit. a des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991. 2.2. Die Beschwerdegegner machen unter Hinweis auf Pe ter Karlen (P ETER KARLEN , Die Erhebung von Abwasserabgaben aus rechtlicher Sicht, in: Umweltrecht in der Praxis [URP] 1996 S. 550) geltend, dass gemäss Art. 60a Abs. 1 lit. a GSchG bei der Bemessung der Abga- ben die Art und Menge des erzeugten Abwassers zu berücksich tigen seien. Die Beschwerde- gegner führen weiter aus, dass im Rahmen des vorinstanzlic hen Verfahrens nachgewiesen worden sei, dass die einmalige Anschlussgebühr ungefähr den jährlichen Abgaben nach Ver- brauch während 100 Jahren entspreche. Auf einen Beurte ilungszeitraum von 40 Jahren ge- rechnet, ergebe sich so ein Verhältnis von 2:1 zu Lasten der Anschlussgebühr. Dies verletze klar die Vorgaben des Parlaments, gemäss welchem eine mengenabhängige Ausgestaltung der Abgaben mit 50 - 60% verlangt worden sei. 2.3. Karlen erläutert in dem von den Beschwerdegegnern zitierten Aufsatz, dass bei der Bemessung der Abgaben die Art und die Menge des erzeug ten Abwassers zu berücksichtigen sei (Art. 60a Abs. 1 lit. a GSchG). Dies bedeute jedoch nicht, dass bei der Umsetzung des Ver- ursacherprinzips allein diese beiden Kriterien massgeblich seien. Bei der Beratung der Bestim- mung in den Eidgenössischen Räten sei man davon ausgegange n, dass die Abgaben im Um- fang von 50 - 65 % mengenabhängig ausgestaltet werd en sollten, daneben aber auch andere Kriterien eine Rolle spielen könnten. Das Verursacher prinzip befasse sich mit der Zuordnung der Kosten, orientiere sich also nicht primär am Wert der für die Abgabe erhaltenen Gegenleis- tung. Gleichwohl führe die verursachergerechte Abgaben bemessung weitgehend zu ähnlichen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ergebnissen wie das Äquivalenzprinzip und genüge damit den Anforderungen der Rechts- gleichheit (KARLEN , a.a.O., S. 550). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung haben die Kanton e gemäss Art. 60a Abs. 1 GSchG dafür zu sorgen, dass die Kosten für Bau, Betrieb, Unt erhalt, Sanierung und Ersatz der Abwas- seranlagen mit Gebühren oder anderen Abgaben den Ver ursachern überbunden werden (ver- ursachergerechte und kostendeckende Kausalabgaben). Bei der Ausgestaltung der Abgabe sind unter anderem die Art und die Menge des erzeugten Abwassers zu berücksichtigen (Art. 60a Abs. 1 lit. a GSchG). Das in Art. 60a Abs. 1 GSchG statuierte Verursacherprinzip ent- faltet seine Wirkungen, wie das Bundesgericht wiederholt festgehalten hat, vor allem bei den periodischen Benützungsgebühren, welche einen Bezug zur p roduzierten Abwassermenge ha- ben müssen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 2P.266/2003 vom 5. März 2004, in: URP 2004 S. 197 ff. E. 3.1; 2P.78/2003 vom 1. September 2003 , in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 105/2004 S. 270 ff. E. 3.6). Das genannte Prinzip gilt an sich zwar ebenfalls für die einmaligen Anschlussgebühren , doch dürfen für deren Berechnung auch noch andere kausalabgaberechtliche Grundsätze berü cksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_101/2007 vom 22. August 2007, in: URP 2008 S. 16 ff. E. 4.1 ff.; 2P.232/2006 vom 16. April 2007 E. 3.2, je mit Hinwe isen). Allein darin, dass die Bestimmungen des kommunalen Rechts für die Bemessung der Anschlussgebüh r auf Grössen abstellt, welche die künftig mutmasslich anfallende Abwassermenge indirekt bzw. in abstrahierter Weise über den Wert der betreffenden Liegenschaft (Neuwert gemäss amtlicher Schätzung) erfassen, liegt noch keine Verletzung des durch Art. 60a Abs. 1 lit. a GSchG statuierten Verursacherprinzips (Urteil des Bundesgerichts 2C_656/2008 vom 29. Mai 20 09 E. 3.2.; 2C_1010/2007 vom 22. August 2007 E. 4.1). Das Bundesgericht hält in mehr eren Urteilen ausdrücklich fest, dass nach feststehender, unter der Herrschaft von Art. 60a G SchG weitergeführten Rechtsprechung sich Anschlussgebühren nach dem Mass des Vorteils richten dürften, welcher dem Grundeigen- tümer aus der Abwasserentsorgung des Gebäudes erwachse. Namentlich bei Wohnbauten gel- te hiefür der Gebäudeversicherungswert als zulässige Beme ssungsgrundlage (Urteil des Bun- desgerichts 2C_101/2007 vom 22. August 2007 E. 4.3). 2.4. Vorliegendenfalls stellt die Gemeinde A.____ bei der Bemessung des Kanalisationsan- schlussbeitrages gemäss § 57 ihres kommunalen Kanalisation s-Reglements (Kanalisations- Reglement) vom 4. März 1949 auf den Gebäudewert ab, w omit nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine Verletzung des Art. 60a Abs. 1 GSchG gegeben ist. 3.1. Die Beschwerdegegner machen geltend, die angefoc htene Beitragsverfügung verletze das Äquivalenzprinzip. Der Beitrag, auch Vorzugslast gena nnt, ist eine Abgabe, die als Aus- gleich jenen Personen auferlegt wird, denen aus einer öffentlichen Einrichtung ein wirtschaftli- cher Sondervorteil erwächst. Der individuelle Beitrag d es Abgabepflichtigen bemisst sich nach dem wirtschaftlichen Sondervorteil, den der Einzelne a us der betreffenden öffentlichen Einrich- tung zieht. Die Höhe des Beitrags ist also vom Mehrwert abhängig, der dem Beitragspflichtigen zuwächst. Da es schon wegen der meist grossen Zahl der Be itragspflichtigen, aber auch der Sache nach, oft schwierig oder gar unmöglich ist, diese n Wertzuwachs in jedem einzelnen Fall zu bestimmen, darf nach feststehender Rechtsprechung auf schematische, der Durchschnittser- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht fahrung entsprechende Massstäbe abgestellt werden (U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2010, Rz 2665 mit weiteren Hinwei- sen). Eine anderslautende Bezeichnung von Grundeigentümerbe iträgen liefert hingegen Alexander Ruch. Er untersucht in einem Beitrag die Bedeutung des Sondervorteils im Recht der Erschlies- sungsbeiträge und kommt zum Schluss, dass die Auslösung der B eitragspflicht die Leistung des Staates sei (A LEXANDER RUCH , Die Bedeutung des Sondervorteils im Recht der Erschlie s- sungsbeiträge, in: Zbl 97 [1996] S. 537). Die Leistung des Gemeinwesens könne als „Allgem- einleistung“ bezeichnet werden und bestehe in der Zurve rfügungstellung einer öffentlichen Ein- richtung, nicht in der Verschaffung eines Sondervorteils. Die Abgabe werde aber vom Einzelnen für einen Teil der Leistung erhoben, die ihm zugute komme. Beitragspflichtig sei derjenige, der den Vorteil erhalten habe, die öffentliche Einrichtu ng in Anspruch nehmen zu können. Der für die Kostenbeteiligung der Grundeigentümer massgebende Sondervorteil bestehe somit nicht in einem Mehrwert des Grundstückes, sondern in der Gewähr , die öffentliche Einrichtung nutzen zu können (Ruch, a.a.O., S. 539). Die Auslese der Beitra gspflichtigen und die Anteilbildung würden dem Ziel dienen, die öffentliche Einrichtung mitzufinanzieren. Der Beitrag sei Auf- wandsentgelt, „kostenabhängige Kausalabgabe“. Das werde dadurch bestätigt, dass nach ein- helliger Auffassung ausser dem Äquivalenzprinzip der für die Bemessung von Kausalabgaben massgebende Grundsatz der Kostendeckung auch für die Erhebung von Beiträgen gelte (RUCH , a.a.O., S. 541; vgl. dazu auch Urteil des ehemaligen V erwaltungsgerichts des Kantons Basel- Landschaft [VGE] Nr. 28 vom 7. Februar 2001 [2000/18] E. 2.c). 3.2. Der Beitrag - wie auch die einmalige Anschlussgeb ühr - muss unter Wahrung des Kos- tendeckungs- und Äquivalenzprinzips festgesetzt werden. Das Äquivalenzprinzip stellt die gebührenrechtliche Aus gestaltung des Verhältnismässigkeits- grundsatzes dar. Es bestimmt, dass eine Gebühr bzw. ein Be itrag nicht in einem offensichtli- chen Missverhältnis zum objektiven Wert einer Leistung stehe n darf und sich in vernünftigen Grenzen halten muss (BGE 126 I 180 E. 3a/bb S. 188 mi t Hinweisen). Die einmalige An- schlussgebühr bzw. der Anschlussbeitrag für Wasser und Abwa sser bildet als Verwaltungsge- bühr bzw. als Vorzugslast die Gegenleistung des Bauherrn für den Anschluss bzw. die Möglich- keit des Anschlusses der Baute an die vom Gemeinwesen erst ellten und betriebenen Versor- gungs- und Entsorgungsanlagen. Nach feststehender Rechtspr echung dürfen sich Anschluss- gebühren nach dem Mass des Vorteils richten, welcher dem Grundeigentümer aus der Wasser- versorgung bzw. der Abwasserentsorgung des Gebäudes erwäc hst. Dabei muss sich die Be- messung dieser Abgabe nicht notwendigerweise nach dem dem Gemeinwesen aus dem ein- zelnen Anschluss jeweils konkret entstehenden Aufwand rich ten, sondern es darf mittels sche- matischer Kriterien auf den dem Pflichtigen erwachsend en Vorteil abgestellt werden. Bei Wohnbauten bringt der Gebäudeversicherungswert (oder e in anderer vergleichbarer Wert, wie der amtliche Steuerwert) der angeschlossenen Liegensch aft diesen Vorteil regelmässig zuver- lässig zum Ausdruck, ohne dass zusätzlich auf das Mass der mutma sslichen Inanspruchnahme der Versorgungsnetze abgestellt werden müsste (vgl. Urte il des Bundesgerichts 2C_722/2009 vom 8. November 2010 E. 3.2; 2C_101/2007 vom 22. Augu st 2007, in: URP 2008 S. 16 ff. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. 4.3; 2P.343/2005 vom 24. Mai 2006 E. 3.2; 2P.232 /2006 vom 16. April 2007 E. 3.2; 2P.262/2005 vom 9. Februar 2006, in: URP 2006 S. 394 ff. E. 3.1 sowie 2P.53/2007 vom 22. Juni 2007 E. 2.2). 3.3. Das Bundesgericht hat schon wiederholt festgehalten , dass bei der als einmalige Ab- gabe konzipierten Anschlussgebühr namentlich bei Wohnba uten der Gebäudeversicherungs- wert als zulässige Bemessungsgrundlage, welche im Übrigen in der Regel tendenziell zugleich das mutmassliche Mass der künftigen Beanspruchung der Abwasse ranlagen zum Ausdruck bringt, gilt. Die Rechtsprechung macht einen Vorbehalt lediglich bei Bauten, die im Verhältnis zu ihrem Versicherungswert einen extrem hohen oder niedri gen Wasserverbrauch bzw. Abwas- seranfall aufweisen. In diesen Fällen kann die Bemessung der Anschlussgebühren nicht allein nach dem Gebäudeversicherungswert erfolgen. So verhält es sich vor allem bei Industriebauten mit grossem Gebäudevolumen und lediglich sehr geringem Wasserverbrauch. Demgegenüber hat das Bundesgericht bisher nie verlangt, dass Gemeinde n, die Anschlussgebühren nach dem Gebäudeversicherungswert bemessen, auch bei Wohnbauten Aus nahmen vorsehen müssen (Urteil des Bundesgerichts 2C_847/2008 vom 8. September 2009 E. 2.1; 2C_656/2008 vom 29. Mai 2009 E. 3.4). Selbst bei luxuriös ausgestattete n Wohnbauten hat das Bundesgericht das Abstellen auf den Gebäudeversicherungswert als zulässi g erachtet (Urteil des Bundesge- richts 2C_656/2008 vom 29. Mai 2009 E. 3.5). Doch dürf en die Kantone aufgrund des ihnen belassenen Spielraumes für die Bemessung der Anschlussge bühr auch auf andere Kriterien abstellen. Ebenso können die Kantone bzw. Gemeinden z.B. Ausnahmen bei Gebäuden vorse- hen, deren erhöhte Erstellungskosten darauf beruhen, d ass sie energieeffizienter gebaut wur- den (Urteil des Bundesgerichts 2C_847/2008 vom 8. September 2009 E. 2.2.). 3.4. Gemäss § 57 Ziff. 1 lit. a Kanalisations-Reglemen t werden zur Deckung der Kosten des öffentlichen Kanalisationsunternehmens von den Liege nschaftseigentümern einmalige Bei- träge erhoben. Bei Neubauten beträgt der Beitrag 4% . Der Beitrag wird auf der mit dem Bau- kostenindex multiplizierten Gebäudeversicherungssumme bere chnet. Die Indexziffer wird von der kantonalen Gebäudeversicherungsanstalt bestimmt. Gemäss Verfügung vom 30. Juni 2003 betrug der Kanalisationsanschlussbeitrag Fr. 64'514.90 . Die Basis bildete der beitragspflichtige Gebäudewert in der Höhe von Fr. 1'498'952.--. § 58 A bs. 1 Kanalisations-Reglement regelt die Fälle, bei denen der Gemeinderat eine Ermässigung vor sehen kann. Ein derartiger Fall liegt gemäss Ziffer 1 der genannten Bestimmung bei Fabrik- und industriellen Anlagen mit ausseror- dentlich hohen Brandlagerschatzungen vor, bei welchen di e im Reglement berechneten An- schlussgebühren in einem Missverhältnis zum Nutzen und der Beanspruchung der Kanalisati- onseinrichtungen stehen. § 58 Abs. 2 Kanalisations-Regle ment statuiert, dass vom Bauherrn oder Architekten nachgewiesene, in der Brandlagerschatzung enthaltene Kosten für zusätzliche Energiesparmassnahmen, soweit sie für den Abzug gemäss § 29 Abs. 2bis des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 anerkannt werden, in vollem Umfange beitragsfrei sind. 3.5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass nach b undesgerichtlicher Recht- sprechung bei der Festlegung der Höhe von Anschlussbeiträ gen und einmaligen Anschlussge- bühren Schematisierungen zugelassen sind und das Abstellen auf den Gebäudeversiche- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungswert bei Wohnbauten, selbst bei luxuriösen Wohnb auten, ein taugliches Mittel ist. Die Be- schwerdegegner machen nicht geltend, dass der angefochtene Beitrag nicht reglementskon- form errechnet worden sei oder dass bei ihm besondere Umstände (abgesehen von den inzwi- schen von der Gemeinde anerkannten Kosten für Energiespar massnahmen) vorliegen würden, die zu einer Abweichung der Schematisierung führen müssten. 4.1. Die Beschwerdegegner führen in ihrer Eingabe vo m 10. April 2013 aus, dass sich die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 8. Febr uar 2013 darauf kapriziere, dass das Äquivalenzprinzip ein Instrument zur "einzelfallbezogenen Feinjustierung" darstelle. Die Be- schwerdeführerin argumentiere damit, dass das Kostendecku ngsprinzip generelle Schranken für die Beitragserhebung setze und nur noch im Rahmen dieser Schranken das Äquivalenzprin- zip bei ausserordentlichen Umständen zur Anwendung komme . Damit habe das Prinzip nach der Argumentation der Beschwerdeführerin keine eigene Bedeutung. Die Beschwerdegegner würden hingegen die Auffassung vertreten, dass sowohl d as Kostendeckungsprinzip als auch das Äquivalenzprinzip einen eigenen Ansatz hätten und d eshalb nicht quasi in Verbindung der beiden Prinzipien das Äquivalenzprinzip nur eine unterg eordnete Rolle spiele. Es gehe um das Verhältnis zwischen Leistung und Nutzen. Der Wert der Le istung bemesse sich nach dem Nut- zen, den sie dem Pflichtigen bringe, oder nach dem Kost enaufwand der konkreten Inanspruch- nahme im Verhältnis zum gesamten Aufwand des betreffenden Verwaltungszweiges. Der effek- tive Aufwand liege realiter bei rund 40% dessen, was d as Bundesgericht in seinem Entscheid vom 16. November 2012 ausgeführt habe. Aus diesem Grund sei im Rahmen der Äquivalenz- prüfung der Gesamtaufwand nochmals anhand der effektiven Zahlen zu prüfen. Matchentschei- dend sei, wie die Laufmeterkosten bewertet würden. 4.2. Es wird an dieser Stelle wiederholt, dass das Geri cht dem Antrag der Beschwerdegeg- ner, es sei im Rahmen der Äquivalenzprüfung der Gesamtaufwand nochmals anhand der effek- tiven Zahlen zu prüfen, nicht folgen kann. Das Bundesge richt ist in seinem Entscheid zum Schluss gekommen, dass das Kostendeckungsprinzip nicht verlet zt ist. Es ist ausgeschlossen, dass das Kantonsgericht im Rahmen der Prüfung des Äqui valenzprinzips nun die der bundes- gerichtlichen Berechnung zugrundeliegenden Zahlen noc hmals überprüft und allenfalls von an- deren als den der bundesgerichtlichen Berechnung zugru ndeliegenden Zahlen ausgehen wür- de. Dies gilt auch für den Fall, dass die Zahlen vorl iegendenfalls der Beurteilung der Einhaltung des Äquivalenzprinzips und nicht mehr der Beurteilung der Einhaltung des Kostendeckungs- prinzips dienen sollen. 5.1. Die Beschwerdegegner führen aus, dass die Frage na ch dem Verhältnis zwischen Wert und Nutzen zu stellen sei. Der Nutzen liege in der Tatsache, dass der Pflichtige das Recht erhalte, an die Kanalisation anschliessen zu dürfen. Die ser Nutzen sei in vielen Unterbaselbie- ter Gemeinden gleich, somit sei auch der Wert der Lei stung vergleichbar. Wenn dies gelte, dann müsse auch im Kanton Baselland bei gleichen Verh ältnissen das Gleichbehandlungsge- bot beachtet werden. Diese Überlegung entspreche jed enfalls der Argumentation des Bundes- gerichts in seinem Entscheid vom 2. Juni 2012, dass die Ange messenheit der Abgabe und de- ren Verhältnismässigkeit einfach überprüft werden könne, wenn die staatliche Leistung einen Marktwert aufweise (Urteil des Bundesgerichts 2C_900/211 vom 2. Juni 2012). In diesem Fall Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht genüge es, wenn die Abgabe dem Preisdurchschnitt bei vergleichbaren Verträgen, beispiels- weise unter Privaten, gegenüber gestellt werden könnte . Das Preisniveau für die meisten ver- gleichbaren Gemeinden im Unterbaselbiet würde zwischen 3 0% und 50% günstiger liegen. Die Beschwerdegegner erklären in ihrer Stellungnahme vom 1 0. April 2013 unter Verweis auf das obgenannte Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juni 2012 w eiter, dass die Beschwerdeführerin das Gleichbehandlungsgebot, welches sicherstellen wolle, dass der wirtschaftliche Nutzen auch horizontal gleich zu behandeln sei, unterschlage. 5.2. Im soeben zitierten Urteil hatte das Bundesgericht die Höhe einer durch den Kanton Zürich verfügten jährlichen Nutzungsgebühr in der Höhe von rund Fr. 172'000.-- für die Inan- spruchnahme des öffentlichen Gewässerareals durch ein Gebä ude, gemeinhin als "Globus- Provisorium" bekannt, zu beurteilen. Eigentümerin des Gebäudes ist die Stadt Zürich. Unbestrit- ten war, dass die massgeblichen Bestimmungen richtig ange wendet worden waren. Die Stadt Zürich machte jedoch die Verletzung des Äquivalenzprinzi ps geltend. Das Bundesgericht hielt fest, dass die Konzessionsabgabe für die Inanspruchnahme ö ffentlicher Gewässer eine Son- dernutzungsgebühr und eine Kausalabgabe darstelle (vgl . dazu H ÄFELIN /M ÜLLER /U HLMANN , a.a.O., Rz 2630). Diese habe das Äquivalenzprinzip zu be achten. Die Gebühr ergab sich ge- stützt auf die massgeblichen Bestimmungen aus dem Landwe rt multipliziert mit dem Zinssatz. In der Stadt Zürich war für die Gebührenberechnung be i kommerzieller Nutzung der Landwert für die Lageklasse 1, Bauland für Geschäftshäuser, massge bend. Der Kanton Zürich setzte in der Stadt Zürich den Landwert des Uferlandes für die Zwecke von Konzessionierungen einheit- lich auf Fr. 16'200.-- pro m 2 fest. Das Bundesgericht führte in seinem Urteil aus, dass die Tatsa- che, dass sich der von der Baudirektion verfügte Landwert an den Ansätzen orientiere, die für steuerliche Zwecke gelten würden, zu unangemessenen Ergebnissen führen könne. Anderseits könne die massgebliche Formel zu überhöhten Ansätzen führen, indem in (allzu) schematischer Weise ein für jede Gemeinde einheitlicher Wert festg elegt werde. Dieser lasse das Ausmass der tatsächlichen Nutzung unberücksichtigt und klammere weitere, durchaus relevante individu- elle Gegebenheiten wie Lage und Nutzungsbeschränkung en von vornherein aus. Im vorliegen- den Fall zeige sich dies vor allem dadurch, dass sich die angefochtene Konzessionsverfügung ausdrücklich auf das konkrete "Bürohaus mit Ladengeschäft" b eziehe und der Kanton Zürich einerseits eine massgeschneiderte Konzession erteile, and erseits für die Gebührenbemessung auf rein schematische Werte zurückgreife, die mit dem konkreten Fall nichts gemeinsam hätten. Das Bundesgericht führte aus, dass von keiner Seite in Fra ge gestellt werde, dass sich der Landpreis in unmittelbarer Nähe des Zürcher Hauptbahnh ofs in der Höhe von Fr. 16'200.-- pro m2 bewege. Konzessionsgemäss umfasse jedoch das ehemalige "G lobus-Provisorium" bloss ein Erd- und ein einziges Obergeschoss, während die Gesch äftshäuser in der benachbarten Innenstadt üblicherweise sieben oder noch mehr Geschosse a ufweisen würden. Eine an sich lagetypische Bewirtschaftung durch Vermietung an Geschä fte im Hochpreissegment oder ge- hobene Dienstleistungsunternehmen scheitere an der besch eidenen, eben provisorischen Ge- bäudestruktur. Der Vermögenssteuerwert, auf welchen di e massgebliche Bestimmung ver- weise, beziehe sich damit auf Land, das idealtypisch eine ungleich höhere und damit lukrativere Nutzung zulasse, als sie die fragliche Konzession gestatte. Dementsprechend führe die Heran- ziehung des für dieses Land geltenden Landwerts zu einer empfindlich überhöhten Gebühr. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Bundesgericht kam im konkreten Fall zum Schluss, dass sich die Gebühr vor dem Hinter- grund des Verhältnismässigkeitsprinzips und des Willkürverbots als unhaltbar erweise. 5.3. Es gilt erstens zu erwähnen, dass das Bundesgericht in diesem Entscheid festhielt, dass im innerkantonalen Vergleich die grosse Spannweite auffalle und ein Seitenblick auf ande- re schweizerische Grossstädte im interkantonalen Vergleich überdies deutlich mache, dass an- derswo, trotz teilweise nicht wesentlich geringeren Land preisen, weit niedrigere Konzessions- gebühren erhoben würden. So betrage etwa der Ansatz im Kanton Genf für die Sondernutzung öffentlicher Gewässer zwischen Fr. 2.-- und Fr. 500.-- p ro Kalenderjahr und Quadratmeter. Das wurde aber vom Bundesgericht nicht bemängelt, obwohl es ausführt, dass für den Fall, dass die staatliche Leistung einen Marktwert aufweise, auf Vergl eiche mit privatwirtschaftlich angebote- nen Gütern oder Leistungen abgestellt werden könne und sich in solchen Fällen die Angemes- senheit der Abgabe verhältnismässig einfach überprüfen l asse, da es genüge, sie dem Preis- durchschnitt bei vergleichbaren Verträgen unter Privaten gegenüberzustellen. In diesem Lichte erscheint auch das von den Beschwerdegegnern angeführte Argument, andere vergleichbare Gemeinden im Kanton Basel-Landschaft hätten tiefere Anschlussbeiträge und es sei der Marktwert heranzuziehen, irrelevant. Zweitens hat das Bundesgericht im "Zürcherfall" festgehal- ten, dass sich die Orientierung beim Landwert an den Ansätzen, die für steuerliche Zwecke gel- ten würden, zu unangemessenen Ergebnissen führen könne und die Tatsache, dass die mass- gebliche Gebührenverordnung einen für jede Gemeinde e inheitlichen Wert festlege, als zu schematisch zu betrachten sei. Demgegenüber hat das Bund esgericht in Bezug auf die Festle- gung von Anschlussbeiträgen immer wieder bestätigt, da ss der Gebäudeversicherungswert bei Wohnbauten ein tauglicher Wert sei. Drittens hat das Bu ndesgericht die Beschwerde im "Zür- cherfall" aus dem Grund gutheissen, weil im konkreten Ei nzelfall eine an sich lagetypische Be- wirtschaftung durch Vermietung an Geschäfte im Hochpreissegment oder gehobene Dienstleis- tungsunternehmen an der bescheidenen, eben provisorischen Gebäudestruktur des fraglichen Gebäudes scheitere. Damit wurde - den obigen Ausführun gen entsprechend - die Verletzung des Äquivalenzprinzips aufgrund der Besonderheit des Fall es bejaht. Es fand somit wiederum eine konkrete Einzelfalljustierung statt. Die Beschwer degegner können aus dem zitierten Bun- desgerichtsurteil aus den aufgezählten Gründen somit nichts zu ihren Gunsten ableiten. 6.1. Die Beschwerdegegner machen weiter geltend, der Beitragssatz von 4% verletze grundsätzlich das Äquivalenzprinzip. Dieser Beitragssatz ist unbestrittenermassen in einer ge- nerell-abstrakten Rechtsnorm vorgesehen. Die massgebliche reglementarische Bestimmung erfüllt, indem sie den Kreis der Abgabepflichtigen, d en Gegenstand der Abgabe und die Höhe der Abgabe enthält, die Erfordernisse der gesetzlichen Grundlage für die Erhebung von öffentli- chen Abgaben (H ÄFELIN /M ÜLLER /U HLMANN , a.a.O. Rz 2694 ff.). Die Gemeinden sind bei der Festlegung von Abwasserbeiträgen innerhalb der Schranke n des übergeordneten Rechts auto- nom (vgl. dazu statt vieler das in der vorliegenden Sa che ergangene Kantonsgerichtsurteil vom 27. Mai 2009 in Sachen EWG A.____ gegen Steuer- und Enteignungsgericht des Kantons BL und B.D.____ und C.D.____ [810 06 120] E. 3.3). Wie das Bundesgericht wiederholt festgestellt hat, verfügen der kantonale und der kommunale Gesetzgeb er bei der Ausgestaltung von Kau- salabgaben innerhalb der verfassungsrechtlichen Schranken (namentlich Art. 8 Abs. 1 und Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenosse nschaft [BV] vom 18. April 1999) Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht über einen weiten Spielraum (Urteil des Bundesgerichts 2P.130/2002 vom 13. Dezember 2002 E. 4.2). Eine einmalige Anschlussgebühr bzw. ein Anschlussbe itrag verletzt das Äquivalenz- prinzip und mithin Art. 8 bzw. Art. 9 BV, wenn sie in einem offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert der staatlichen Leistung steht und sich nicht in vernünftigen Grenzen hält (Urteil des Bundesgerichts 2C_722/2009 vom 8. November 2010 E. 3 .2; 2C_656/2008 vom 29. Mai 2009 E. 3.3; 2P.130/2002 vom 13. Dezember 2002 E. 5. 2). Innerkantonale und interkantonale Unterschiede sind aufgrund der Gemeindeautonomie grun dsätzlich durchaus zulässig und vor- handen. Das Bundesgericht hat - soweit ersichtlich - noch nie die Frage behandelt, ob generell die Höhe des Beitragssatzes für eine Wohnbaute in einer bebauten Wohnzone dem Äquivalenzprinzip standhält. Es hat sich im Zusammenhang mit dem Äquivale nzprinzip immer "nur" mit der Frage befasst, ob im konkreten Fall aufgrund besonderer Umständ e der Beitragssatz bei der konkre- ten Baute zu einer unverhältnismässig hohen Belastung d es Abgabepflichtigen führte. Hinge- gen hat das Bundesgericht diese Frage schon im Rahmen der Prüfung des Kostendeckungs- prinzips behandelt und aufgrund einer Verletzung des ge nannten Prinzips die Beiträge als zu hoch erachtet (Urteil des Bundesgerichts 2C_322/2010 vom 22. August 2011). Im vorliegenden Fall hat das Bundesgericht festgehalten, dass keine Ve rletzung des Kostendeckungsprinzips vorliege. Daraus ergibt sich, dass die Feststellung, ein Beitragssat z sei generell zu hoch, grundsätzlich innerhalb der Kostendeckungsprüfung erfolgt. Wird festg estellt, dass das Kostendeckungsprin- zip nicht verletzt wird, muss daraus gefolgert werden, dass der Beitragssatz grundsätzlich nicht zu hoch ist. Allenfalls kann im Einzelfall aufgrund der konkreten Umstände der Beitragssatz zu hoch sein. 6.2. Auch für den Fall, dass das Äquivalenzprinzip nach der Feststellung, dass das Kosten- deckungsprinzip nicht verletzt sei, eine selbstständige Bedeutung zur grundsätzlichen Frage der Beitragshöhe haben sollte, kann nur bei einem offensic htlichen Missverhältnis von einer Verlet- zung des Äquivalenzprinzips gesprochen werden. Die Beschwerdegegner vergleichen in ihrer Stellungnah me vom 13. April 2013 die Anschluss- gebühr, welche für ihre Liegenschaft in der Gemeinde A .____ erhoben worden ist, mit den An- schlussgebühren, welche in sieben anderen Gemeinden des K antons Basel-Landschaft erho- ben werden. Abgesehen von der von den Beschwerdegegne rn für die Gemeinde E.____ er- rechneten Beitragshöhe von rund Fr. 26'608.--, belau fen sich die von den Beschwerdegegnern berechneten Beiträge in den anderen Gemeinden zwischen rund Fr. 36'000.-- und Fr. 48'700.--. Die durchschnittliche Beitragshöhe beträgt rund Fr. 38'000.--. Der Vertreter der Beschwerdefüh- rerin erklärt anlässlich der heutigen Verhandlung, dass a ndere Gemeinden zusätzlich zu den Anschlussgebühren Bewilligungsgebühren für den Anschlu ss an die Kanalisation erheben wür- den, so dass die durch die Beschwerdegegner errechnete n Gebühren keine umfassende Über- sicht liefern würden. Auch für den Fall, dass die Beitr äge von den Beschwerdegegnern korrekt ermittelt worden sein sollten, würde die von den Besc hwerdegegnern errechnete durchschnittli- che Beitragshöhe rund 40% tiefer sein als die Beitragsh öhe gemäss angefochtener Verfügung. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Hinblick auf den grossen Spielraum, welcher den Gemei nden bei der Festlegung der An- schlussbeiträge zukommt und darauf, dass das Kostendeckungs prinzip nicht verletzt ist, kann auch bei derartigen Unterschieden noch nicht von eine m offensichtlichen Missverhältnis ge- sprochen werden. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochten e Beitragsverfügung das Äquivalenzprinzip nicht verletzt und deshalb nicht zu beanst anden ist. Die Beschwerde ist folg- lich gutzuheissen und die Sache an die Beschwerdeführerin zur Neuberechnung insofern zu- rückzuweisen, als die angefochtene Beitragshöhe um die beitragsbefreiten Kosten für die Ener- giesparmassnahmen zu reduzieren ist. 8.1. Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Ge stützt auf § 20 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 in Ver- bindung mit § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskoste n, welche die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten umfassen, in der Regel der unterliegen den Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt. Für das erste Verfahren vor Kantonsgerich t beliefen sich die Gerichtsgebühren inkl. Auslagen auf Fr. 2'225.--. Für das zweite Verfahr en vor Kantonsgericht wurden keine Kos- ten erhoben. Für das dritte Verfahren vor Kantonsgerich t werden ebenfalls keine Kosten erho- ben. Die Gerichtsgebühren inkl. Auslagen für alle drei kantonsgerichtlichen Verfahren belaufen sich somit auf Fr. 2'225.--. Diese werden dem unterlieg enden Ehepaar D.____ in solidarischer Verbindung auferlegt. Aufgrund des konkreten Einzelfalles erscheint es angezeigt , die Expertisekosten in der Höhe von Fr. 16'881.25 hälftig zwischen der Beschwerdeführerin sowie den Ehegatten D.____ aufzu- teilen. Damit haben die Ehegatten D.____ die Experti sekosten in solidarischer Verbindung im Umfang von Fr. 8'440.50 zu bezahlen. Die andere Hälft e der Expertisekosten in der Höhe von Fr. 8'440.75 sind grundsätzlich der Beschwerdeführerin a ufzuerlegen. Wie in der Erwägung 8.1 des in der vorliegenden Sache ergangenen zweiten kanto nsgerichtlichen Urteils vom 17. Au- gust 2011 bereits festgehalten, können gemäss dem per 1. Mai 2008 in Kraft getretenen § 20 Abs. 4 VPO den Gemeinden Verfahrenskosten auferlegt we rden, wenn sie das Kantonsgericht in Anspruch nehmen. Aufgrund der Übergangsbestimmung in § 78 VPO ist jedoch § 20 Abs. 4 VPO nicht auf bei Inkrafttreten der Bestimmung bereits hängige Verfahren anwendbar, so dass der Gemeinde gemäss § 20 Abs. 3 VPO keine Verfahrensko sten auferlegt werden können. Die Expertisekosten in der Höhe von Fr. 8'440.75 gehen folglich zu Lasten der Gerichtskasse. 8.2. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann f ür den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung z u Lasten der Gegenpartei zugespro- chen werden. Gemäss § 21 Abs. 2 VPO haben die Gemeinden nur Anspruch auf eine Partei- entschädigung, sofern der Beizug eines Anwalts gerechtfe rtigt war. Nach der Rechtsprechung des ehemaligen Verwaltungsgerichts (heute Kantonsgericht) und des Kantonsgerichts wird den Gemeinden gestützt auf § 21 Abs. 2 VPO generell nur e in Anspruch auf Parteientschädigung eingeräumt, wenn der Beizug eines externen Rechtsvertreters im Einzelfall auch für Gemeinden mit juristischer Fachkompetenz innerhalb der eigenen Ver waltung gerechtfertigt erscheint (vgl. statt vieler: KGE VV vom 17 November 2010 [810 10 112] E. 14.2.1; vom 10. März 2010 [810 Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 09 268] E. 8.2.2). Dies trifft vor allem dann zu, wen n für eine angemessene Prozessvertretung rechtliches Spezialwissen gefordert ist, das über die bei d er Rechtsanwendungstätigkeit erfor- derlichen Kenntnisse hinausgeht und über welches gemeind eeigene Rechtsdienste normaler- weise nicht verfügen. Die Fragestellungen erweisen sich vorliegendenfalls nicht als derart kom- plex, dass in diesem Sinne juristisches Spezialwissen erford erlich gewesen wäre. Aus diesem Grund wird der Gemeinde keine Parteientschädigung zuge sprochen. Die Parteikosten werden somit wettgeschlagen. 8.3. Das Enteignungsgericht hat dem Ehepaar D.____ im angefochtenen Entscheid vom 17. Februar 2006 aufgrund ihres überwiegenden Obsiege ns reduzierte Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- auferlegt. Zudem wurde die Gemei nde verpflichtet dem Ehepaar D.____ eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5'560.-- zu entrichten. Aufgrund des heutigen Urteils und der Aufhebung des Entscheids des Enteignungs gerichts vom 17. Februar 2006 wird die Angelegenheit zur neuen Regelung der Kosten- un d Entschädigungsfolgen an das Enteig- nungsgericht zurückgewiesen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Enteignungsge- richts vom 17. Februar 2006 aufgehoben und die Sache an die Be- schwerdeführerin zur Neuberechnung im Sinne der Erwäg ungen zurück- gewiesen. 2. Die Angelegenheit wird zur neuen Regelung der Ko sten- und Entschädi- gungsfolgen an das Enteignungsgericht zurückgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten für alle drei kantonsgerichtli chen Verfahren in der Gesamthöhe von Fr. 19'106.25 (bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- und Auslagen von Fr. 225.-- sowie Expertis enkosten von Fr. 16'881.25) werden in der Höhe von Fr. 10'665.50 in solidarischer Verbindung den privaten Beschwerdegegnern auferlegt u nd in der Höhe von Fr. 8'440.75 gehen sie zu Lasten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin