<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00015</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205027&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00015</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.04.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Entschädigung für nutzlose Projektierungskosten</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ersatzforderung für unnütze Projektierungskosten: Zuständigkeitsfragen<br/><br/>Der Nichteintretensbeschluss des Bezirksrats ist beim Verwaltungsgericht anfechtbar (E. 1).<br/>Welche Behörde ist für die Beurteilung der Ersatzforderung zuständig? - Prüfprogramm (E. 2.1). Ausgangspunkt ist die Rechtsnatur des Anspruchs und somit das Rechtsbegehren in Verbindung mit den tatsächlichen Behauptungen (E. 2.2).<br/>Eine Ersatzforderung für unnütze Projektierungskosten, die unter Berufung auf Vertrauensschutz geltend gemacht wird, fällt jedenfalls in der vorliegenden Konstellation nicht unter einen Staatshaftungstatbestand, der von den Zivilgerichten zu beurteilen ist. Der entsprechende Zuständigkeitsvorbehalt zugunsten der Zivilgerichte im VRG ist restriktiv auszulegen (E. 3).<br/>Die Ersatzforderung ist auch nicht von der Schätzungskommission zu beurteilen, da die Forderung ebenso gut dem Grundsatz von Treu und Glauben wie der Eigentumsgarantie zugeordnet werden kann und eine materielle Enteignung nicht geltend gemacht wird (E. 4).<br/>Die Gemeinde durfte ausgehend von einer stillschweigenden Verfügungskompetenz über die Ersatzforderung befinden (E. 5).<br/>Zuständig als Rekursinstanz ist der Bezirksrat und nicht die Baurekurskommission, weil nach dem gesetzgeberischen Konzept deren Zuständigkeit nicht auf entschädigungsrechtliche Streitigkeiten ausgerichtet ist (E. 6).<br/>Gutheissung und Rückweisung an den Bezirksrat (E. 7).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUREKURSKOMMISSION">BAUREKURSKOMMISSION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEZIRKSRAT">BEZIRKSRAT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTEIGNUNGSRECHT">ENTEIGNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROJEKTIERUNGSKOSTEN">PROJEKTIERUNGSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: RECHTSSCHUTZ">RECHTSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHÃTZUNGSKOMMISSION">SCHÃTZUNGSKOMMISSION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STAATSHAFTUNG">STAATSHAFTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 32 AbtrG</span><br/><span class="gerade">§ 183ter Abs. II EG ZGB</span><br/><span class="ungerade">§ 12 HaftungsG</span><br/><span class="gerade">§ 13 HaftungsG</span><br/><span class="ungerade">§ 329 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 1 VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 2 Abs. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 19 Abs. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 81 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 82 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2005 Nr. 29 S. 7</span><br/><span class="gerade">RB 2005 Nr. 3 S. 49</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A wandte sich im Jahr 1998 an die Erben des D, weil er am Erwerb von deren Liegenschaft Kat. Nr. 01 in X interessiert war. Er beabsichtigte, das dortige Wohnhaus "L" abzubrechen und an dessen Stelle eine NeuÃ¼berbauung zu realisieren. Er zog zu diesem Zweck Architekt E bei, der eine Studie Ã¼ber eine bessere Nutzung des GrundstÃ¼cks erstellte. Am 27. September 2000 schloss er mit den Erben des D einen Ã¶ffentlich beurkundeten Kaufvertrag ab. Der KÃ¤ufer verpflichtete sich, ein Baugesuch einzureichen; die EigentumsÃ¼bertragung sollte binnen 30 Tagen nach Vorliegen einer rechtskrÃ¤ftigen Bau- und AusfÃ¼hrungsbewilligung erfolgen; falls die EigentumsÃ¼bertragung nicht bis zum 31. Dezember 2002 stattfinde, sollte der Vertrag ohne weiteres dahinfallen und diesfalls die sofort zu leistende Anzahlung von Fr. 200'000.- an den Kaufpreis von Fr. 2'003'040.- der Verzinsung des gesamten Kaufpreises bis zu diesem Zeitpunkt dienen. Am 4. Oktober 2000 schloss A mit dem Architekten E einen Architekturvertrag ab. Nachdem sich das Bauamt X aufgrund verschiedener Eingaben des Architekten bereits mit dem Bauprojekt befasst hatte, reichte E namens des Baukonsortiums M-Strasse am 17. November 2000 ein fÃ¶rmliches Baugesuch ein, das seitens des Bauamtes vorgeprÃ¼ft wurde.</p> <p class="Urteilstext">Auf Antrag des Bauausschusses beschloss der Gemeinderat X am 18. Dezember 2000 gestÃ¼tzt auf § 210 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) eine vorsorgliche Schutzmassnahme betreffend die Liegenschaft Kat.Nr. 01; zugleich ersuchte er die kantonale Baudirektion um eine Stellungnahme, ob es sich bei dieser Liegenschaft um ein Schutzobjekt von Ã¼berkommunaler Bedeutung handle. Nachdem die Bauherrschaft auf eine Fortsetzung des Baubewilligungsverfahrens trotz vorsorglicher Schutzmassnahme gedrÃ¤ngt hatte, beschloss der Gemeinderat am 13. Februar 2001, auf das Baugesuch des Baukonsortiums M-Strasse werde nicht eingetreten, bevor ein rechtskrÃ¤ftiger Entscheid Ã¼ber die Unterschutzstellung der Liegenschaft "L" vorliege. GestÃ¼tzt auf ein zwischenzeitlich eingeholtes Gutachten der kantonalen Denkmalpflegekommission beschloss der Gemeinderat am 22. Oktober 2001, das Mehrfamilienhaus "L" samt Umgebung in einem nÃ¤her umschriebenen Umfang unter Schutz zu stellen. Hierauf zog A einen gegen den Nichteintretensbeschluss des Gemeinderats vom 13. Februar 2001 erhobenen Rekurs zurÃ¼ck. Er sowie die Erben des D erhoben indessen gegen den Unterschutzstellungsbeschluss des Gemeinderats vom 22. Oktober 2001 Rekurs an die Baurekurskommission, welche die Rechtsmittel am 25. Februar 2003 in BestÃ¤tigung des Unterschutzstellungsbeschlusses abwies. Die dagegen von den Erben des D erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht am 10. September 2003 (VB.2003.00120, <span>www.vgrzh.ch)</span> ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 15. MÃ¤rz 2004 ersuchte A den Gemeinderat X um Ersatz von durch die Unterschutzstellung nutzlos gewordenen Planungsaufwendungen in der HÃ¶he von einstweilen Fr. 204'113.15. Er begrÃ¼ndete die Forderung damit, dass die Gemeinde mit ihrem Vorgehen berechtigtes Vertrauen der Bauherrschaft in die BewilligungsfÃ¤higkeit der Baueingabe vom 17. November 2000 verletzt habe, indem er schon vor der Gesuchseinreichung im Glauben gelassen worden sei, dass das Mehrfamilienhaus "L" abgebrochen werden kÃ¶nne. Der Gemeinderat wies diese Forderung mit Beschluss vom 12. Mai 2004 zurÃ¼ck, wobei er auf eine Rechtsmittelbelehrung mit dem Hinweis verzichtete, die Ablehnung dieser Forderung stelle eine ParteierklÃ¤rung und damit keine mit Rekurs anfechtbare VerfÃ¼gung dar. Dessen ungeachtet erhob A am 15. Juni 2004 gegen den Beschluss des Gemeinderats vom 12. Mai 2004 Rekurs an den Bezirksrat Y. Dieser holte zur Frage der ZustÃ¤ndigkeit eine Stellungnahme von der SchÃ¤tzungskommission ein, worin Letztere ihre ZustÃ¤ndigkeit verneinte. Der Bezirksrat gelangte hierauf ebenfalls zum Schluss, er sei nicht zustÃ¤ndig, weshalb er mit Beschluss vom 17. November 2004 auf den Rekurs nicht eintrat.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Hiergegen gelangte A mit Beschwerde vom 12. Januar 2005 an das Verwaltungsgericht mit den AntrÃ¤gen den Bezirksratsbeschluss aufzuheben (1) und die Sache zur materiellen Behandlung an den Bezirksrat zurÃ¼ckzuweisen (2); eventualiter verlangte er die gerichtliche Feststellung, dass die Baurekurskommission zur Behandlung der Sache zustÃ¤ndig sei, sowie die Ãberweisung der Sache an diese BehÃ¶rde (3); subeventualiter beantragte er die gerichtliche Feststellung, dass die SchÃ¤tzungskommission zur Behandlung des am 15. MÃ¤rz 2004 eingereichten Schadenersatzbegehrens zustÃ¤ndig sei (4); alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Der Bezirksrat Y verzichtete auf Vernehmlassung. Der Gemeinderat X ersuchte das Gericht am 21. MÃ¤rz 2005 um Abweisung der Beschwerde; in seinen Vorbringen rÃ¤umte er jedoch ein, dass seiner Auffassung nach bezÃ¼glich der streitigen Frage der ZustÃ¤ndigkeit eine GesetzeslÃ¼cke vorliege.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen einen Nichteintretensbeschluss des Bezirksrats, worin dieser seine ZustÃ¤ndigkeit zur Beurteilung der vom heutigen BeschwerdefÃ¼hrer gegen die Gemeinde X geltend gemachten Ersatzforderung abgelehnt hat. Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung dieser Beschwerde zustÃ¤ndig. Das gilt selbst fÃ¼r den Fall, dass sich bei der PrÃ¼fung der (gerade Streitgegenstand bildenden) Frage nach dem den Parteien offen stehenden Rechtsweg herausstellen sollte, dass die verwaltungsgerichtliche ZustÃ¤ndigkeit fÃ¼r eine materielle Beurteilung der streitbetroffenen Ersatzforderung fehlen sollte; denn indem der Bezirksrat seine ZustÃ¤ndigkeit zur Behandlung des Rekurses verneint hat, liegt jedenfalls bezÃ¼glich der Frage nach dem in dieser Streitsache offen stehenden Rechtsweg eine letztinstanzliche Anordnung im Sinn von § 41 Abs. 1 VRG vor. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen, namentlich die Rechtsmittellegitimation des BeschwerdefÃ¼hrers nach § 70 in Verbindung mit § 21 lit. a VRG, erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Streitgegenstand bildet wie erwÃ¤hnt die Frage, welche BehÃ¶rde fÃ¼r die Beurteilung der zwischen den Parteien streitigen Ersatzforderung zustÃ¤ndig ist. Zu Recht gehen alle Beteiligten davon aus, dass ein solcher Rechtsschutz gegeben sein muss. Das gilt aufgrund des Ã¼bergeordneten Rechts, nÃ¤mlich von Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV), selbst fÃ¼r den Fall, dass sich aufgrund der kantonalen Gesetzgebung nicht eindeutig bestimmen liesse, welche (Rechtsmittel-)BehÃ¶rde zur Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit zustÃ¤ndig ist. DarÃ¼ber hinaus dÃ¼rfte die vorliegende Streitigkeit in den Anwendungsbereich der <i>richterlichen </i>Rechtsweggarantie nach Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) fallen, sodass diesbezÃ¼glich auch ein gerichtlicher Rechtsschutz gewÃ¤hrleistet sein muss (vgl. auch Art. 29a BV, welche im MÃ¤rz 2000 angenommene Verfassungsbestimmung erst zusammen mit der bundesrechtlichen AusfÃ¼hrungsgesetzgebung und damit frÃ¼hestens im Jahr 2007 in Kraft treten wird; dazu Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. A., ZÃ¼rich 2005, N. 845 ff.). </p> <p class="Urteilstext">Bei der vorliegenden Streitigkeit handelt es sich um eine <i>Ã¶ffentlichrechtliche</i> Angelegenheit. Solche sind grundsÃ¤tzlich â gemÃ¤ss § 1 VRG â im Rahmen der Verwaltungsrechtspflege zu beurteilen, es sei denn, es handle es sich um einen Schadenersatzanspruch eines Privaten gegen die Gemeinde im Sinn der Ausnahmebestimmung von § 2 VRG; diesfalls wÃ¤ren die Zivilgerichte zustÃ¤ndig, wobei der konventions- bzw. verfassungsrechtlichen Garantie eines gerichtlichen Rechtsschutzes von vornherein entsprochen wÃ¼rde. Bleibt es beim Rechtsweg im Rahmen der Verwaltungsrechtspflege nach § 1 VRG, so ist zunÃ¤chst zu prÃ¼fen, ob der in finanziellen Streitigkeiten des Enteignungsrechts gegebene Rechtsweg (Kombination von Klageverfahren vor SchÃ¤tzungskommission und anschliessendem Anfechtungsverfahren vor Verwaltungsgericht) offen stehe. Trifft dies nicht zu, ist des weitern zu prÃ¼fen, ob der Gemeinde X, wie der Gemeinderat in seinem ablehnenden Beschluss vom 12. Mai 2004 angenommen hat, eine VerfÃ¼gungskompetenz fehle; diesfalls wÃ¤re der Rechtschutz in einem <i>verwaltungsgerichtlichen</i> Klageverfahren zu gewÃ¤hrleisten, ungeachtet dessen, dass sich eine diesbezÃ¼gliche ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts nicht aus §§ 81 f. VRG ergibt (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 82 N. 22; RB 1968 Nr. 12, 1980 Nr. 24). Wird hingegen angenommen, der Gemeinderat X hÃ¤tte Ã¼ber die streitbetroffene Ersatzforderung durch VerfÃ¼gung befinden dÃ¼rfen, so ist der Rechtsschutz in einem Anfechtungsverfahren (nach §§ 19 ff. VRG, allenfalls unter BerÃ¼cksichtigung spezialgesetzlicher ZustÃ¤ndigkeitsregelungen) zu gewÃ¤hrleisten, wobei gemÃ¤ss § 41 VRG sowie jedenfalls aufgrund der gerichtlichen Rechtsweggarantie kantonal <i>letztinstanzlich</i> auch das Verwaltungsgericht angerufen werden kÃ¶nnte.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Fehlen, wie hier, eindeutige Vorschriften Ã¼ber die sachliche ZustÃ¤ndigkeit, bestimmt sich diese nach der rechtlichen Natur des geltend gemachten Anspruchs. Ausgangspunkt zur Bestimmung der Rechtsnatur des RechtsverhÃ¤ltnisses und damit der sachlichen ZustÃ¤ndigkeit ist das Rechtsbegehren des KlÃ¤gers in Verbindung mit seinen <i>tatsÃ¤chlichen</i> Behauptungen, die im Rahmen der ZustÃ¤ndigkeitsprÃ¼fung vorerst als richtig angenommen werden. Auf dieser Grundlage hat die angerufene BehÃ¶rde â immer noch im Rahmen der ZustÃ¤ndigkeitsprÃ¼fung â zu beurteilen, wie ein (so und nicht anders) geltend gemachter Anspruch rechtlich zu qualifizieren ist, wobei sie diesbezÃ¼glich nicht an die Rechtsauffassung der Parteien gebunden ist (Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. A., Bern 1983, S. 77 f., mit Hinweis auf VGr Bern, 21. Mai 1979, BVR 1979, S. 393; vgl. auch RB 1987 Nr. 8). Einem solchen methodischen Vorgehen sind jedoch Grenzen gesetzt; es darf nicht dazu fÃ¼hren, dass die materiellrechtliche Beurteilung im Rahmen der PrÃ¼fung der ZustÃ¤ndigkeit vollstÃ¤ndig vorweg genommen wird. Das gilt namentlich in FÃ¤llen, in denen, wie hier, fÃ¼r den geltend gemachten Anspruch verschiedenartige Rechtsgrundlagen als AnknÃ¼pfungspunkt in Betracht fallen, die je fÃ¼r sich RechtsverhÃ¤ltnissen mit unterschiedlicher Rechtsnatur entsprechen. Mit anderen Worten ist in solchen FÃ¤llen bereits im Rahmen der ZustÃ¤ndigkeitsprÃ¼fung zu berÃ¼cksichtigen, mit welcher <i>rechtlichen</i> Argumentation eine Partei den geltend gemachten Anspruch begrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 2 Abs. 1 VRG entscheiden die Zivilgerichte Ã¼ber SchadenersatzansprÃ¼che von Privaten gegen Staat und Gemeinde sowie deren Beamte und Angestellte. § 2 VRG statuiert somit eine Ausnahme vom in § 1 VRG festgelegten Grundsatz, dass Ã¶ffentlichrechtliche Angelegenheiten durch VerwaltungsbehÃ¶rden und verwaltungsgerichtliche Instanzen zu entscheiden sind. Mit SchadenersatzansprÃ¼chen im Sinn von § 2 VRG sind AnsprÃ¼che gemeint, die sich auf das Haftungsgesetz vom 14. September 1969 (HaftungsG) stÃ¼tzen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 2 N. 1 f.). WÃ¤hrend der BeschwerdefÃ¼hrer bezÃ¼glich seiner Ersatzforderung einen Anwendungsfall der Staatshaftung und damit eine an § 2 VRG anknÃ¼pfende ZustÃ¤ndigkeit des Zivilrichters verneint, schliessen dies die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin nicht von vornherein aus. </p> <p class="Urteilstext">Die gesetzliche Regelung der Staat- und Beamtenhaftung ist primÃ¤r auf SchadenersatzansprÃ¼che fÃ¼r ein <i>widerrechtliches</i> Verhalten ausgerichtet (vgl. §§ 6-11 HaftungsG; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 2002, Rz. 2248 ff.). FÃ¼r Schaden, der einem Dritten durch rechtmÃ¤ssige TÃ¤tigkeit des Staates entsteht, haftet der Staat nur, sofern dies in einem Gesetz vorgesehen ist (§ 12 HaftungsG; HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 2292; Tobias Jaag, Ãffentliches EntschÃ¤digungsrecht, ZBl 98/1997, S. 145 ff.; Hans Rudolf Schwarzenbach, Die Staats- und Beamtenhaftung in der Schweiz, mit Kommentar zum zÃ¼rcherischen Haftungsgesetz, 2. A., ZÃ¼rich 1985, S. 192, § 12 N. 3). Das Haftungsgesetz selber sieht eine solche Haftung fÃ¼r rechtmÃ¤ssige SchÃ¤digung lediglich bei SchÃ¤den vor, die einem Dritten durch polizeiliche Massnahmen entstehen, die der Abwehr eines Notstandes dienen (§ 13 HaftungsG). Im Ãbrigen (ausserhalb des Haftungsgesetzes) finden sich nur vereinzelt (spezial-)gesetzliche Grundlagen fÃ¼r eine Haftung aus der rechtmÃ¤ssigen AusÃ¼bung staatlicher TÃ¤tigkeit, so etwa fÃ¼r die (von der unrechtmÃ¤ssigen zu unterscheidenden) ungerechtfertigten Inhaftierung (§ 43 der Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919) oder fÃ¼r ImpfschÃ¤den (§ 61 Abs. 3 des Gesundheitsgesetzes vom 4. November 1962). </p> <p class="Urteilstext">Zwar wird in Lehre und Praxis anerkannt, dass die eine Haftung nach Haftungsgesetz begrÃ¼ndende Widerrechtlichkeit nicht nur im Verstoss gegen Normen (Verhaltensunrecht) liegen, sondern auch als das Ergebnis der Verletzung absoluter RechtsgÃ¼ter (Erfolgsunrecht) betrachtet werden kann (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 2248; Jaag, S. 162; Schwarzenbach, S. 99 f.; Hardy Landolt, Die Grundrechtshaftung, Haftung fÃ¼r grundrechtswidriges Verhalten unter besonderer BerÃ¼cksichtigung der Verletzung der Rechtsgleichheitsgarantie, AJP 2005, S. 379 ff.). Ob die verfassungsrechtliche Garantie des Vertrauensschutzes (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV), auf die sich der BeschwerdefÃ¼hrer ausschliesslich beruft, zu diesen RechtsgÃ¼tern gehÃ¶rt, ist indessen fraglich. Ist einer Privatperson ein finanzieller Schaden erwachsen, weil sich ihre im Vertrauen auf ein behÃ¶rdliches Verhalten getroffene Dispositionen als nutzlos erwiesen haben, so kann sich die Frage einer Ã¶ffentlichrechtlichen Vertrauenshaftung stellen. Sofern die Voraussetzungen fÃ¼r einen Vertrauensschutz erfÃ¼llt sind (vgl. zu den einzelnen Voraussetzungen HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 631 ff.), so kann dieser Schutz durch Bindung der BehÃ¶rde an die Vertrauensgrundlage bewirkt werden (wodurch ein Vertrauens­schaden vermieden wird). In Betracht fÃ¤llt auch eine EntschÃ¤digung als Ersatz des Vertrauensschadens. Die Rechtsprechung hat frÃ¼her diese MÃ¶glichkeit verneint. Heute wird sie nicht von vornherein ausgeschlossen; es kommt ihr jedoch eine geringe praktische Bedeutung zu (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 703 f. und 2299 f.; BGE 108 Ib 352 E. 4b/cc S. 358 und 117 Ib 497 E. 7b S. 500 betreffend den Ersatz von Projektierungskosten). Das hÃ¤ngt damit zusammen, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine Staatshaftung fÃ¼r SchÃ¤den, die als Folge von Grundrechtsverletzungen entstehen, von vornherein nur bei Vorliegen einer spezifischen gesetzlichen Grundlage in Betracht kommt (so genannter EntschÃ¤digungspositivismus; dazu eingehend Landolt, S. 386 ff.), obwohl nach der so genannten objektiven Widerrechtlichkeitstheorie wie erwÃ¤hnt die Widerrechtlichkeit nicht nur im Verstoss gegen dem Schutz des verletzten Rechtsguts dienende Normen liegen, sondern auch das Ergebnis der Verletzung eines absolut geschÃ¼tzten Rechtsgutes bilden kann. </p> <p class="Urteilstext">Die Ã¶ffentlichrechtliche Vertrauenshaftung befindet sich damit im Grenzbereich der Haftung fÃ¼r widerrechtliches und fÃ¼r rechtmÃ¤ssiges Verhalten (Landolt, S. 407). Beatrice Weber-DÃ¼rler (Neuere Entwicklung des Vertrauensschutzes, ZBl 103/2002, S. 281 ff., 299; vgl. dieselbe, Vertrauensschutz im Ã¶ffentlichen Recht, Basel/Frankfurt a.M. 1983, S. 140 ff.) betrachtet die Vertrauenshaftung als Anwendungsfall der Staatshaftung fÃ¼r <i>rechtmÃ¤ssiges</i> Verhalten. Jaag (S. 147 und 153 f.) qualifiziert die EntschÃ¤digung fÃ¼r enttÃ¤uschtes Vertrauen sogar als <i>eigenstÃ¤ndige</i> Art Ã¶ffentlichrechtlicher EntschÃ¤digungen, welche sowohl von der Staatshaftung wie auch der Enteignung zu unterscheiden sei. Danach befasst sich das Haftungsrecht mit FÃ¤llen, bei welchen ein Schaden bereits vorliegt, der sich auch bei Einstellung der schÃ¤digenden TÃ¤tigkeit bzw. bei Widerruf des betreffenden Hoheitsaktes nicht mehr verhindern lÃ¤sst. Aufgrund dieses Unterscheidungsmerkmals ordnet Jaag ErsatzansprÃ¼che aus Vertrauensschutz (wie auch solche aus Enteignung) nicht der Staatshaftung zu. Zwar hÃ¤lt er dafÃ¼r, dass Schadenersatzforderungen aus Vertrauensschutz gleichwohl beim Zivilrichter geltend zu machen seien (S. 170). Diese Aussage ist jedoch zu relativieren, da der genannte Autor stillschweigend davon ausgeht, mangels gesetzlicher Regelung der ZustÃ¤ndigkeit mÃ¼sse sich die <i>Geltendmachung</i> solcher Forderungen entweder nach den ZustÃ¤ndigkeits- und Verfahrensregeln des Haftungsrechts (Zivilrichter) oder (so bei Forderungen im Zusammenhang mit einer Enteignung oder EigentumsbeschrÃ¤nkung) nach jenen des Enteignungsrechts (SchÃ¤tzungskommission und Verwaltungsgericht) richten. Eine solche Zuordnung des <i>Rechtsweges</i> drÃ¤ngt sich jedoch nicht auf. Sie entspricht auch nicht dem Zweck von § 2 VRG, mit welcher Bestimmung lediglich Schadenersatzforderungen, die dem <i>Haftungsrecht</i> zuzuordnen sind, von der Verwaltungsrechtspflege ausgenommen werden sollten. Um eine solche spezifisch haftungsrechtliche Streitigkeit handelt es sich nach den vorstehenden ErwÃ¤gungen hier nicht. </p> <p class="Urteilstext">Aus alle diesen GrÃ¼nden rechtfertigt sich eine restriktive Auslegung der Ausnahmebestimmung von § 2 VRG, soweit es um ErsatzansprÃ¼che geht, die allein oder vorwiegend unter Berufung auf den Vertrauensschutz nach Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV geltend gemacht werden. Freilich kÃ¶nnen sich auch in solchen FÃ¤llen AnknÃ¼pfungspunkte fÃ¼r eine Staatshaftung fÃ¼r widerrechtliches Verhalten ergeben. Indem nÃ¤mlich § 6 Abs. 3 StaatshaftungsG die Haftung des Staates "fÃ¼r den Schaden aus falscher Auskunft" auf ein diesbezÃ¼glich vorsÃ¤tzliches oder grobfahrlÃ¤ssiges Verhalten des Beamten beschrÃ¤nkt, geht das Haftungsgesetz davon aus, dass auch VertrauensschÃ¤den (wenn auch nur unter erschwerten Voraussetzungen) in seinen Anwendungsbereich fallen kÃ¶nnen. Hier liegt jedoch kein solcher Fall vor, zumal der BeschwerdefÃ¼hrer nicht geltend macht, das Verhalten der BehÃ¶rde, das nach seiner Auffassung schÃ¼tzenswertes Vertrauen bewirkt hat, sei widerrechtlich gewesen. Damit fÃ¤llt jedenfalls der vorliegende Streitfall, in welchem der BeschwerdefÃ¼hrer den Ersatz nutzlos gewordene Planungs- und Projektierungskosten verlangt, nicht unter die Ausnahmebestimmung von § 2 VRG, welche die ZustÃ¤ndigkeit des Zivilrichters begrÃ¼nden wÃ¼rde. Der erforderliche Rechtsschutz ist entsprechend der Grundregel von § 1 VRG im Rahmen der Verwaltungsrechtspflege zu gewÃ¤hren.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Sofern Ersatzforderungen bezÃ¼glich nutzlos gewordener Planungsaufwendungen <i>im Zusammenhang mit EntschÃ¤digungsbegehren wegen formeller oder materieller Enteignung</i> geltend gemacht werden, sind fÃ¼r deren Geltendmachung die ZustÃ¤ndigkeitsvorschriften des Enteignungsrechts massgebend (vgl. BGE 117 Ib 497, 108 Ib 352). Ãber derartige Ersatzforderungen hat in der zÃ¼rcherischen Verwaltungsrechtspflege die SchÃ¤tzungskommission in einer Art Klageverfahren zu entscheiden (§§ 32 ff. des Gesetzes betreffend die Abtretung von Privatrechten vom 30. November 1879, AbtrG; § 183<sup><span>ter</span></sup> Abs. 2 des EinfÃ¼hrungsgesetzes zum schweizerischen Zivilgesetzbuch vom 2. April 1911), deren Entscheid als VerfÃ¼gung gilt und mit Rekurs beim Verwaltungsgericht angefochten werden kann (§ 46 AbtrG); der diesbezÃ¼gliche Rechtsweg stellt demnach eine Kombination von Klage- und Anfechtungsverfahren dar (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 121 f., § 41 N. 39 f., Vorbem. zu §§ 81-86 N. 8).</p> <p class="Urteilstext">Die hier streitbetroffene Ersatzforderung des BeschwerdefÃ¼hrers betrifft zwar nutzlos gewordene Planungsaufwendungen. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht indessen nicht geltend, die am 22. Oktober 2001 beschlossene Unterschutzstellung stelle eine materielle Enteignung dar. Zwar wÃ¤re ihm eine derartige Argumentation aufgrund des von ihm am 27. September 2000 abgeschlossenen Kaufvertrags nicht von vornherein verwehrt, ungeachtet dessen, dass er in der Folge nicht EigentÃ¼mer der streitbetroffenen Liegenschaft geworden ist. Zur Geltendmachung eines EntschÃ¤digungsanspruchs aus materieller Enteignung sind unter UmstÃ¤nden auch Inhaber eines obligatorischen Rechts befugt (RB 1989 Nr. 88). Im Rahmen eines enteignungsrechtlichen EntschÃ¤digungsprozesses liesse sich etwa die Auffassung vertreten, die Unterschutzstellung habe die im Vertrauen erworbenen Planergebnisse inhaltsleer gemacht und damit faktisch enteignet (vgl. Heinz Aemissegger, Besprechung des Werkes von Enrico Riva, Hauptfragen der materiellen Enteignung, in: SJZ 87/1991, S. 163; zur NÃ¤he zwischen Vertrauensschutz und Enteignung vgl. auch Jaag, S. 154; HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 1008 ff.). Indessen wird in Lehre und Rechtsprechung nicht nur die Eigentumsgarantie, sondern auch und vermehrt (insbesondere bezÃ¼glich Begehren um Ersatz von Projektierungskosten) der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) als verfassungsrechtliche Grundlage des Vertrauensschutzes betrachtet (vgl. Beatrice Weber-DÃ¼rler, Vertrauensschutz im Ã¶ffentlichen Recht, S. 36 ff. und 59 ff.; dieselbe, Neuere Entwicklungen des Vertrauensschutzes, S. 303; Michael Fajnor, Staatliche Haftung fÃ¼r rechtmÃ¤ssig verursachten Schaden, ZÃ¼rich 1987, S. 173). </p> <p class="Urteilstext">Angesichts dieser Rechtslage, die verschiedene AnknÃ¼pfungspunkte fÃ¼r die Geltendmachung diesbezÃ¼glicher EntschÃ¤digungsbegehren bietet, muss im Rahmen der hier allein zu beurteilenden ZustÃ¤ndigkeitsfrage den Ausschlag geben, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer selber ausdrÃ¼cklich auf den Standpunkt stellt, die Unterschutzstellung habe keine materielle Enteignung bewirkt. Damit entfÃ¤llt die ZustÃ¤ndigkeit der SchÃ¤tzungskommission (vgl. auch BGE 108 Ib 499).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdegegnerin hÃ¤lt in ihrer Beschwerdeantwort daran fest, dass ihr in der streitbetroffenen Angelegenheit keine VerfÃ¼gungskompetenz und dementsprechend ihrem ablehnenden Beschluss vom 12. Mai 2004 kein VerfÃ¼gungscharakter zukomme. TrÃ¤fe dies zu, wÃ¤re der erforderliche Rechtsschutz wie erwÃ¤hnt (vorn E. 2.1) im verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren zu gewÃ¤hrleisten. Der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann indessen nicht beigetreten werden. Weil das VRG fÃ¼r Streitigkeiten der vorliegenden Art nicht ausdrÃ¼cklich eine ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts als einzige Instanz im Klageverfahren vorsieht (zu diesen ZustÃ¤ndigkeiten vgl. §§ 81 f. VRG), steht dem Schluss, dass die Beschwerdegegnerin kraft <i>stillschweigender</i> VerfÃ¼gungskompetenz Ã¼ber das Ersatzbegehren des BeschwerdefÃ¼hrers durch VerfÃ¼gung entscheiden darf, nichts im Wege (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 41-71 N. 8, Vorbem. zu §§ 81-86 N. 3 und 7; vgl. auch § 82 N. 38). Die Annahme einer stillschweigenden VerfÃ¼gungskompetenz rechtfertigt sich hier deswegen, weil der BeschwerdefÃ¼hrer seine Ersatzforderung aus der behÃ¶rdlichen TÃ¤tigkeit der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Baubewilligungsverfahren und dem hierauf folgenden Unterschutzstellungsbeschluss ableitet; dabei handelt es sich um TÃ¤tigkeiten, die unbestrittenermassen in deren ZustÃ¤ndigkeitsbereich fallen.</p> <p class="Urteilstext">Ist demnach von einer VerfÃ¼gungskompetenz der Beschwerdegegnerin auszugehen, so erÃ¼brigt sich eine RÃ¼ckweisung der Angelegenheit an Letztere. Denn der von ihr in der Sache bereits ergangene Beschluss vom 12. Mai 2004 weist durchaus die Merkmale einer VerfÃ¼gung auf (auch wenn die Beschwerdegegnerin selber ihn nicht als solche verstanden haben will), und gegen diesen Beschluss hat der BeschwerdefÃ¼hrer rechtzeitig Rekurs an den Bezirksrat Y erhoben, was zu dessen (nunmehr mit Beschwerde angefochtenen) Nichteintretensbeschluss fÃ¼hrte.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Damit bleibt zu prÃ¼fen, ob zur Behandlung dieses Rekurses der Bezirksrat Y oder die Baurekurskommission zustÃ¤ndig sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>GemÃ¤ss § 19 Abs. 1 VRG kÃ¶nnen Anordnungen einer unteren VerwaltungsbehÃ¶rde mit Rekurs an die obere BehÃ¶rde weitergezogen werde. Sofern eine GemeindebehÃ¶rde die Anordnung getroffen hat, ist RekursbehÃ¶rde in der Regel der Bezirksrat (§ 10 des Gesetzes Ã¼ber die Bezirksverwaltung vom 10. MÃ¤rz 1985; § 152 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926; § 19c Abs. 2 VRG). Kraft Spezialregelung in § 329 Abs. 1 PBG werden Streitigkeiten des nominalen und funktionalen Raumplanungsrechts (also in erster Linie Streitigkeiten Ã¼ber die Anwendung des PBG selber, aber auch solche betreffend die Anwendung des Bundesgesetzes Ã¼ber die Raumplanung vom 22. Juni 1979 und des Bundesgesetzes Ã¼ber den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983) durch die Baurekurskommission bzw. in hier nicht zutreffenden SonderfÃ¤llen durch den Regierungsrat entschieden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 94 ff.). Im Rahmen dieser gesetzlichen Ordnung besteht hinsichtlich der hier streitigen ZustÃ¤ndigkeit von vornherein keine GesetzeslÃ¼cke. Vielmehr ist durch Auslegung von § 329 Abs. 1 PBG als der spezielleren Kompetenzregelung zu ermitteln, ob die ZustÃ¤ndigkeit der Baurekurskommission zu bejahen sei. Andernfalls ist entsprechend der Grundordnung von §§ 19 ff. VRG die ZustÃ¤ndigkeit des Bezirksrats gegeben. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Typische Anfechtungsobjekte von bau- und planungsrechtlichen Rechtsmitteln an die Baurekurskommissionen sind Hoheitsakte, mit denen Ã¼ber Bewilligungen entschieden (vgl. §§ 309-328 PBG), planerische Festsetzungen getroffen (vgl. §§ 36-202 PBG) oder Schutzmassnahmen festgelegt (vgl. §§ 203-217 PBG) werden. Soweit im Zusammenhang mit derartigen planungs- und baurechtlichen Akten EntschÃ¤digungsbegehren gestellt werden, die im Enteignungsrecht grÃ¼nden (Vorliegen einer formellen Enteignung, Geltendmachung einer materiellen Enteignung, AusÃ¼bung des Zug- und des Heimschlagsrechts), weist das Gesetz deren Behandlung durchwegs den SchÃ¤tzungskommissionen zu (vgl. die Ãbersicht in KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 121 sowie § 82 N. 23 ff.). Dieses gesetzgeberische Konzept beruht auf dem Grundgedanken, dass die Baurekurskommissionen zur Behandlung der vermÃ¶gensrechtlichen Folgen von planungs- und baurechtlichen Entscheiden (abgesehen von solchen in Quartierplanverfahren) nicht zustÃ¤ndig sein sollen. Der Gesetzgeber hat eine solche ZustÃ¤ndigkeit zugunsten jener der SchÃ¤tzungskommission selbst dort ausgeschlossen, wo Ã¼ber die EntschÃ¤digung fÃ¼r die AusÃ¼bung von Heimschlagsrechten zu befinden ist, die dem GrundeigentÃ¼mer <i>unabhÃ¤ngig</i> davon zustehen, ob die dem Heimschlagsrecht zugrunde liegende EigentumsbeschrÃ¤nkung eine materielle Enteignung bewirkt (vgl. § 43 Abs. 2, § 62 Abs. 1, § 104 Abs. 2 und § 119 Abs. 2 PBG). </p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Die Ersatzforderung des BeschwerdefÃ¼hrers knÃ¼pft nicht an die durch die Unterschutzstellung der Liegenschaft "L" bewirkte EigentumsbeschrÃ¤nkung, weshalb nach dem Gesagten (E. 4) die ZustÃ¤ndigkeit der SchÃ¤tzungskommission entfÃ¤llt. Im Zusammenhang mit vermÃ¶gensrechtlichen Streitigkeiten hatte sich die Rechtsprechung bis anhin nur vereinzelt mit der Abgrenzung der ZustÃ¤ndigkeiten zwischen Baurekurskommission und Bezirksrat zu befassen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 108 und 110). Im Urteil VB.1987.00071 vom 4. Dezember 1987 (RB 1987 Nr. 8) hat das Verwaltungsgericht erkannt, zur Beurteilung eines Streits Ã¼ber die RÃ¼ckerstattung der von einem Privaten geleisteten Erschliessungskosten durch die Gemeinde sei nicht der Bezirksrat, sondern die Baurekurskommission zustÃ¤ndig. In jenem Fall hing der Entscheid Ã¼ber die RÃ¼ckerstattung indessen ausschliesslich davon ab, ob die betreffenden Erschliessungsmassnahmen als Grob- oder als Feinerschliessung zu qualifizieren seien; damit war eine spezifisch bau- und planungsrechtliche Frage zu entscheiden. Im Urteil VB.1990.00048 vom 15. Mai 1990 (RB 1990 Nr. 23 E. 3; vgl. auch Auszug Nr. 2) hat das Verwaltungsgericht erkannt, Ã¼ber die Beitragsforderung aus einem Erschliessungsvertrag zwischen dem Gemeinwesen und den StrassenanstÃ¶ssern, der nicht den Vollzug eines genehmigten Quartierplans regelt, habe nicht die Baurekurskommission, sondern der Bezirksrat zu entscheiden (vgl. auch VGr, 11. Mai 2000, VK.2000.00002+VB.2000.00057).</p> <p class="Urteilstext">Die vom BeschwerdefÃ¼hrer unter Berufung auf den Vertrauensschutz geltend gemachte EntschÃ¤digungsforderung tritt an die Stelle eines <i>realen</i> Schutzes des Vertrauens, welcher darin bestÃ¼nde, dass auf die Unterschutzstellung der Liegenschaft "L" verzichtet wÃ¼rde (vgl. Fajnor, S. 185 ff.), wie das der BeschwerdefÃ¼hrer erfolglos mit Rechtsmitteln gegen den Unterschutzstellungsbeschluss vom 22. Oktober 2001 verlangt hatte (Urteile der Baurekurskommission vom 25. Februar 2003 und des Verwaltungsgerichts vom 10. September 2003 E. 5). Von daher lÃ¤ge es, sofern bezÃ¼glich der Frage der ZustÃ¤ndigkeit eine eigentliche GesetzeslÃ¼cke vorliegen wÃ¼rde, nahe, die Baurekurskommission als die fÃ¼r die Beurteilung der EntschÃ¤digungsforderung zustÃ¤ndige RekursbehÃ¶rde zu bezeichnen. Indessen liegt nach dem Gesagten eine eigentliche GesetzeslÃ¼cke nicht vor, weil nach der gesetzlichen Grundordnung der Bezirksrat zur Behandlung von Rekursen gegen BeschlÃ¼sse kommunaler BehÃ¶rden zustÃ¤ndig ist. Es fragt sich einzig, ob die ZustÃ¤ndigkeit der Baurekurskommission anstelle des Bezirksrats in ausdehnender Auslegung von § 329 Abs. 1 PBG zu bejahen sei. Nach dem dargelegten Konzept des Gesetzes (wonach die ZustÃ¤ndigkeit der Baurekurskommissionen nicht auf entschÃ¤digungsrechtliche Streitigkeiten ausgerichtet ist) und nach der geschilderten bisherigen Rechtsprechung zur Abgrenzung der ZustÃ¤ndigkeiten drÃ¤ngt sich jedoch eine derartige ausdehnende Auslegung nicht auf. Ãberwiegende GrÃ¼nde sprechen vielmehr fÃ¼r die der Grundordnung entsprechende ZustÃ¤ndigkeit des Bezirksrats. </p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss ist der Nichteintretensbeschluss des Bezirksrats aufzuheben und die Sache zur materiellen Behandlung an ihn zurÃ¼ckzuweisen. Bei der materiellen Beurteilung wird in erster Linie zu prÃ¼fen sein, ob unter den vom BeschwerdefÃ¼hrer geltend gemachten UmstÃ¤nden auf ein schÃ¼tzenswertes Vertrauen zu schliessen sei und ob sich eine EntschÃ¤digungspflicht des Gemeinwesens unmittelbar aus dem verfassungsrechtlich gewÃ¤hrleisteten Grundsatz von Treu und Glauben ableiten lasse. Das ist aufgrund des im Zusammenhang mit der hier allein beurteilten ZustÃ¤ndigkeitsfrage aufgezeigten Stands von Lehre und Rechtsprechung eher fraglich; doch ist der diesbezÃ¼glichen Beurteilung durch den Bezirksrat nicht vorzugreifen. </p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind in Aufhebung von Disp Ziff. III des Rekursentscheids die Rekurskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, welche auch die Gerichtskosten zu tragen hat (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 17 Abs. 2 VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren vor Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu einer angemessenen EntschÃ¤digung fÃ¼r die Umtriebe ihres Gegners verpflichtet werden, namentlich wenn die rechtsgenÃ¼gende Darlegung komplizierter Sachverhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte oder den Beizug eines Rechtsbeistands rechtfertigte. Der nunmehr obsiegende BeschwerdefÃ¼hrer verlangt eine solche ParteientschÃ¤digung, und zwar nicht nur fÃ¼r das Beschwerde-, sondern auch fÃ¼r das vorangehende Rekursverfahren. Dabei ist jedoch zu berÃ¼cksichtigen, dass Streitgegenstand vor Rekurskommission nicht die (von der angerufenen Instanz ohnehin von Amtes wegen zu prÃ¼fende) Frage der ZustÃ¤ndigkeit, sondern zur Hauptsache das EntschÃ¤digungsbegehren des BeschwerdefÃ¼hrers bildete, Ã¼ber welches aufgrund des Nichteintretensbeschlusses des Bezirksrats und des heutigen RÃ¼ckweisungsentscheids des Verwaltungsgerichts auch heute noch nicht entschieden ist. Mit Bezug auf die ZustÃ¤ndigkeitsfrage enthielt die Rekursschrift nur wenige AusfÃ¼hrungen, sodass dem BeschwerdefÃ¼hrer diesbezÃ¼glich kein besonderer Aufwand erwachsen ist. FÃ¼r das Rekursverfahren ist ihm daher keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen, wohl aber fÃ¼r das Beschwerdeverfahren, in welchem sich jedoch der Streitgegenstand wie erwÃ¤hnt auf die Frage der ZustÃ¤ndigkeit beschrÃ¤nkte. Als angemessen erweist sich ein Betrag von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Nichteintretensbeschluss des Bezirksrats Y vom 17. November 2004 wird aufgehoben. Die Sache wird zur materiellen Beurteilung an den Bezirksrat Y zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Rekurskosten von insgesamt Fr. 515.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>