<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00197</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106839&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00197</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.09.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Übernahme der Schulkosten</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zur Beurteilung von Streitigkeiten zwischen Schülern bzw. Schülerinnen einerseits und Schulgemeinden anderseits über die Übernahme von Schulungskosten ist als erste Rechtsmittelbehörde die Bezirksschulpflege und nicht der Bezirksrat zuständig. Davon abzugrenzen sind Streitigkeiten zwischen politischen und Schulgemeinden über die Kostentragung für Sonderschulmassnahmen.<br/><br/>Der namens des Schülers gestellte Antrag auf Übernahme der Kosten eines Werkjahrs betrifft eine schulische Materie und keine finanzielle Angelegenheit, auch wenn die Schulgemeinde ihn aus finanziellen Gründen ablehnt. Zuständig zur Behandlung des entsprechenden Rekurses ist deshalb die Bezirksschulpflege und nicht der Bezirksrat. Die Forderung der Schulgemeinde nach Kostenbeteiligung der politischen Gemeinde wegen fürsorgerischer Gründe der Sonderschulung wäre mit Klage vor Verwaltungsgericht geltend zu machen.<br/>Aufhebung des Bezirksratsentscheids und Überweisung an die Bezirksschulpflege.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEZIRKSRAT">BEZIRKSRAT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEZIRKSSCHULPFLEGE">BEZIRKSSCHULPFLEGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT">ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREMDPLATZIERUNG">FREMDPLATZIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENÃBERNAHME">KOSTENÃBERNAHME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Verwaltungsinterne Rechtspflege ST: REKURS">REKURS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULISCH">SCHULISCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULKOSTEN">SCHULKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SONDERSCHULUNG">SONDERSCHULUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIAL BEDINGT">SOZIAL BEDINGT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 10 BezverwG</span><br/><span class="ungerade">Art. 45 lit. I KV</span><br/><span class="gerade">Art. 62 lit. V KV</span><br/><span class="ungerade">§ 20 lit. I UnterrichtsG</span><br/><span class="gerade">§ 81 lit. a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2002 Nr. 1 S. 41</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Entscheid vom 25. August 1999 bestÃ¤tigte die Oberstufenschulpflege X dem Beistand von A, dass sie dessen Kosten fÃ¼r die Wohnschule K auch fÃ¼r das Schuljahr 1999/2000 Ã¼bernehme. A hatte sich schon seit Beginn des Schuljahrs 1993/94 dort aufgehalten. Mit gleichem Entscheid lehnte die Oberstufenschulpflege X jedoch die zusÃ¤tzlich beantrag­te Ãbernahme der Kosten von Fr. 10'000.- fÃ¼r Aâs Besuch der Berufswahlschule (BWS) in Y (als neuntes Schuljahr) ab. Der Entscheid nannte in der Rechtsmittelbelehrung den Rekurs an die Bezirksschulpflege Y. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Entsprechend der Rechtmittelbelehrung gelangte der Beistand von A mit Rekurs vom 14. September 1999 an die Bezirksschulpflege. Er fÃ¼hrte aus, der Besuch der BWS sei "aus Sicht der Entwicklung und FÃ¶rderung des Jugendlichen" erforderlich. Gleichzeitig wies der Beistand darauf hin, dass bezÃ¼glich der Kostenfolge fÃ¼r das Heim und die Werkklasse zwischen der Oberstufenschulpflege und der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde eine gemeinsame LÃ¶sung ge­funden werden sollte, weshalb er erneut auch an die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde gelangt sei. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die SozialbehÃ¶rde erachtete an ihrer Sitzung vom 25. Oktober 1999 weiterhin die Oberstufenschulpflege als zustÃ¤ndig und schob deshalb eine Beschlussfassung auf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Schreiben vom 17. September 1999 hatte die Bezirksschulpflege Y den Rekurs mit den dazugehÃ¶renden Akten formlos an den Bezirksrat Y Ã¼berwiesen mit dem Hin­weis, dass "es sich um eine rein finanzielle Angelegenheit" handle.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat nahm sich der Sache an und veranlasste vorerst die Darlegung der Ein­kommens- und VermÃ¶genssituation der Mutter Aâs.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 17. Juli 2001 wurde die Oberstufenschulpflege X aufgefordert, die GrÃ¼nde fÃ¼r ihren ablehnenden Entscheid vom 25. August 1999 darzulegen. Dieser Aufforderung kam die Oberstufenschulpflege mit Schreiben vom 20. Au­gust 2001 nach. Sie hielt fest, in den Kosten fÃ¼r die Wohnschule K, fÃ¼r welche sie aufgekommen sei, seien sowohl das Schulgeld als auch die Unterkunftskosten eingeschlossen. Ausserdem seien die Kosten Ã¼bernommen worden, obwohl soziale beziehungsweise familiÃ¤re Indikationen die Heimeinweisung erfordert hÃ¤tten. Im Weiteren hielt sie fest, wenn die Wohnschule K bezÃ¼glich Aâs Besuch der BWS entscheide, ohne die Oberstufenschulpflege zu konsultieren, so habe sie (die Wohnschule) auch fÃ¼r die Kosten des Werkjahrs aufzukommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Lauf des Verfahrens wurde auch die SozialbehÃ¶rde X zur Stellungnahme eingeladen. Ohne fÃ¶rmliche Beschlussfassung hielt diese an ihrer Sitzung vom 14. Januar 2002 fest, die im Streit stehenden Fr. 10'000.- fielen in den ZustÃ¤ndigkeitsbereich der Ober­stu­fenschulpflege X. A habe die Wohnschule am 8. Mai 2000 verlassen. Seither komme die SozialbehÃ¶rde fÃ¼r seinen Lebensunterhalt auf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 29. April 2002 verpflichtete der Bezirksrat Y die Oberstufenschulpflege X, die Kosten fÃ¼r Aâs Besuch der BWS zu Ã¼bernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>IV. Mit Eingabe vom 14. Juni 2002 erhob die Oberstufenschulpflege Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit folgenden AntrÃ¤gen:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> "1. Es sei der angefochtene Beschluss der Vorinstanz aufzuheben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> 2. Die Ãbernahme der Schulkosten fÃ¼r das Werkjahr 1999/2000 durch die Oberstufenschulpflege im Betrag von Fr. 10'000.- sei abzulehnen, eventuell sei dieser Betrag an die bereits frÃ¼her Ã¼bernommenen Gesamtkosten fÃ¼r die Wohnschule K (Schulungskosten und Unterkunft) anzurechnen (mit gleichzeitiger Verpflichtung der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X zur Ãbernahme der Platzierungskosten im Wohnheim ab Beginn des Werkjahrs).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> 3. Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Gegenpartei."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In der BeschwerdebegrÃ¼ndung wurde darauf hingewiesen, "dass rein finanzielle Ãber­legungen fÃ¼r die ablehnende Haltung ausschlaggebend waren (und noch immer sind)". Die Oberstufenschulpflege habe "keinerlei Einwendungen gegen die schulischen Aspekte bzw. Angemessenheit des beantragten Werkjahrs fÃ¼r A vorzubringen".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Schreiben vom 13. August 2002 verzichtete der Beistand Aâs auf eine Beschwerdeantwort. Seitens der Gemeinde X beziehungsweise der SozialbehÃ¶rde ging keine Antwort ein, obwohl ihr Gelegenheit dazu geboten worden war. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat hatte sich schon mit Beschluss vom 23. Juli 2002 vernehmen lassen und die Abweisung der Beschwerde beantragt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Einzelrichterin zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Da der Streitwert nicht Ã¼ber Fr. 20'000.- liegt, fÃ¤llt die Beschwerde in die Kompe­tenz der Einzelrichterin (§ 38 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG; LS 175.2]).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen (§ 70 in Ver­­bindung mit § 5 Abs. 1 VRG; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 5 N. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie die Prozessgeschichte zeigt, geht es vorliegend um zwei Gesichtspunkte, welche zu beleuchten sind, nÃ¤mlich einerseits die Frage, ob der <i>Beschwerdegegner</i> Anspruch auf den Besuch der BWS Y hatte und er damit einhergehend die Ãbernahme der Kos­ten durch die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangen kann und andererseits, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin <i>oder</i> die im Verfahren als Mitbeteiligte aufgefÃ¼hrte Gemeinde X fÃ¼r die Kos­ten aufzukom­men hat. Diese beiden Aspekte gilt es auseinander zu halten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Dass der an die Oberstufenschulpflege gerichtete Antrag des Beistands des Beschwerdegegners vom 8. Juli 1999, wonach die Schulkosten fÃ¼r das Werkjahr 1999/2000 durch Erstere zu Ã¼bernehmen seien, einen schulischen Belang zum Inhalt hatte, steht ausser Frage. So hielt der Beistand fest, im Rahmen einer frÃ¼hzeitigen, beruflichen Orientierung mit begleitender StÃ¤rkung der schulischen Leistungen sei der Eintritt in die Werkklasse M der BWS Y die optimale LÃ¶sung. Alle Beteiligten (der Beschwerdegeg­ner selbst, seine El­tern, die Institution, der Lehrer sowie der Beistand) sÃ¤hen im Eintritt in die Werkklasse die sinnvolle WeiterfÃ¼hrung der Schullaufbahn mit der MÃ¶glichkeit zur Orientierung in der Be­­rufswelt sowie zur schrittweisen VerselbstÃ¤ndigung im Lebensalltag. Dies, aber auch die Tatsache, dass es sich beim in Frage stehenden Besuch der BWS Y durch den Beschwerde­gegner um die Absolvierung des neunten Schuljahrs handelte (die Schulpflicht dauert gemÃ¤ss § 11 Abs. 1 des Volksschulgesetzes vom 11. Juni 1899 [LS 412.11] neun Jahre), belegen umso mehr, dass der Antrag des Beistands um Ãbernahme der Schulkosten Kosten betraf, welche im Zusammenhang mit der Schulpflicht und dem Anspruch auf unentgeltlichen Volksschulunterricht des Beschwerdegegners standen (dazu Hans Rudolf Thalmann, Kommentar zum ZÃ¼rcher Gemeindegesetz, 3. A., WÃ¤denswil 2000, § 153 N. 6.4; zu res­trik­tiv KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5 N. 10). Zur selben Schlussfolgerung fÃ¼hrt das Merkblatt der Oberstufenschulpflege X von Ende MÃ¤rz 2000 des Inhalts: "GemÃ¤ss Schulpflegebeschluss vom 23. Oktober 1997 Ã¼bernimmt die Oberstufenschulgemeinde X fÃ¼r Sonder- und OberschÃ¼lerInnen, die im Anschluss an die 2. Oberschule das Werkjahr oder Weiterbildungsjahr der Berufswahlschulen W oder Y besuchen, das gesamte Schulgeld". Vorliegend stand beziehungsweise steht somit im Raum, ob der Beschwerdegegner Anspruch auf den Besuch der BWS im Rahmen des ihm zustehenden Rechts auf unentgeltlichen Volksschulunter­richt hatte oder nicht. Diese Frage wurde durch die BeschwerdefÃ¼hrerin bisher unterschiedlich angegangen: WÃ¤hrend sie sich wie schon erwÃ¤hnt in der BegrÃ¼ndung zuhanden des Bezirksrats vom 20. August 2001 unter anderem noch auf den Standpunkt stellte, die Wohnschule K habe fÃ¼r die Kosten aufzukommen, da sie ohne Konsultation der Oberstufenschulpflege entschieden habe, hÃ¤lt sie in der BeschwerdebegrÃ¼ndung fest, "keinerlei Ein­wendungen gegen die schulischen Aspekte bzw. Angemessenheit des beantragten Werk­jahrs fÃ¼r A" zu haben, hÃ¤tten doch "gemÃ¤ss internen Protokollen Ã¼ber Aus­bildungs­projekte genÃ¼gend beidseitige Informationen" bestanden. Diese neuen AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrerin, insbesondere aber auch ihr Hinweis, "rein fi­nanzielle Ãberlegungen" seien fÃ¼r ihre ablehnende Haltung ausschlaggebend, Ã¤ndern nichts daran, dass es sich beim dem Beschwerdeverfahren zugrunde liegenden und daher massgebenden Antrag des Beistands des Beschwerdegegners, wonach die Kosten fÃ¼r das Werkjahr von der BeschwerdefÃ¼hrerin zu Ã¼bernehmen seien, um eine schulische Frage handelt, welche somit in die Kompetenz der SchulbehÃ¶rden fÃ¤llt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Es ergibt sich, dass die Bezirksschulpflege Y auf den Rekurs hÃ¤tte eintreten mÃ¼s­sen, worauf auch der Bezirksrat in seinen ErwÃ¤gungen hingewiesen hat und was der von ihm erwÃ¤hnte Regierungsratsbeschluss vom 25. Februar 1998 ebenfalls aufzeigt (Hinweis auf RRB Nr. 426/1998 vom 25. Februar 1998, insbesondere dessen E. 2.4; VGr, 22. No­vember 2000, VB.2000.00299, www.vgrzh.ch/rechtsprechung [Leitsatz in RB 2000 Nr. 14]; vgl. Art. 45 Abs. 1 und Art. 62 Abs. 5 der Kantonsverfassung vom 18. April 1869, § 10 des Gesetzes Ã¼ber die Bezirksverwaltung vom 10. MÃ¤rz 1985 [LS 173.1], § 20 Abs. 1 des Unterrichtsgesetzes vom 23. Dezember 1859 [UnterrichtsG; LS 410.1]; § 19 Abs. 1 VRG). Der Entscheid der Bezirksschulpflege hÃ¤tte sodann mit Rekurs an die Schulrekurs­kommission und schliesslich mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht angefochten werden kÃ¶nnen (§ 5 Abs. 2 UnterrichtsG, §§ 41 und 43 lit. f VRG; vgl. Tobias Jaag, Verwaltungsrecht des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, S. 287). Unter diesen UmstÃ¤nden fehlte es an der sachlichen ZustÃ¤ndigkeit des Bezirksrats, die BeschwerdefÃ¼hrerin zur Ãbernahme der Kosten fÃ¼r den Besuch des Werkjahrs durch den Beschwerdegegner zu verpflichten. Es ist daher Dispositiv-Ziffer I des angefochtenen Beschlusses vom 29. April 2002 aufzuheben und die Sache zur Behandlung des Rekurses an die Bezirksschul­pflege Y zu Ã¼berweisen (vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 5 N. 30; siehe auch § 64 N. 6 ["Sprung­rÃ¼ckweisung"]). Da wie ausgefÃ¼hrt gleich zwei Instanzen, nÃ¤mlich die Bezirksschulpflege und die Schulrekurs­kommission, Ã¼ber die Sache noch nicht befunden haben, kÃ¶nnen auch prozessÃ¶konomische Ãberlegungen nicht dazu fÃ¼hren, dass das Verwaltungsgericht schon jetzt einen materiellen Entscheid fÃ¤llt. Immerhin sei darauf hingewiesen, dass schon aufgrund des Merkblatts der BeschwerdefÃ¼hrerin, aber auch nach deren eigenen neuen AusfÃ¼hrungen in der Beschwerde­schrift der geltend gemachte Anspruch des Beschwerdegegners kaum mehr in Frage stehen sollte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin stÃ¶rt sich zur Hauptsache daran, dass seitens der Mitbe­teiligten Gemeinde X keine Kosten(anteile) â weder fÃ¼r den Aufenthalt des Beschwerdegeg­ners in der Wohnschule K noch fÃ¼r den Besuch des Werkjahrs â Ã¼bernommen wÃ¼rden und diese in dem Sinn "doppelten" Auslagen sowohl fÃ¼r das Wohnheim (welche die Kos­ten fÃ¼r Unterricht und Unterkunft deckten) als auch fÃ¼r das auswÃ¤rts besuchte Werkjahr von ihr, der BeschwerdefÃ¼hrerin, berappt werden sollen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Raum steht somit die Regelung der Kostentragung zwischen der BeschwerdefÃ¼h­rerin einerseits und der Gemeinde X andererseits. Ob in der Sache zwischen diesen beiden Gemeinden schon direkt Kontakt aufgenommen und inwieweit versucht worden ist, eine einvernehmliche LÃ¶sung zu finden, kann aus den Akten nicht abgeleitet werden. Soll­te die BeschwerdefÃ¼hrerin nach wie vor der Meinung sein, dass die fraglichen Kosten von der Gemeinde X zu Ã¼bernehmen seien, so wÃ¤re es vorteilhaft, wenn sie vorerst versuchen wÃ¼rde, mit Letzterer eine einvernehmliche LÃ¶sung zu finden. In diesem Zusam­menhang dÃ¼rfte die Konsultation des Entscheids des Verwaltungsgerichts vom 28. Au­gust 2002, VK.2001.00005, www.vgrzh.ch/rechtsprechung, hilfreich sein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei weiterhin bestehender Uneinigkeit zwischen den beiden Gemeinden bezÃ¼glich der Kostentragungspflicht hÃ¤tte letztlich das Verwaltungsgericht im Klageverfahren zu ent­scheiden (§ 81 lit. a VRG). Das Verwaltungsgericht hat sich mit seiner ZustÃ¤ndigkeit in sol­­chen FÃ¤llen schon ausfÃ¼hrlich auseinander gesetzt und festgehalten, wenn streitig sei, ob eine Fremdplatzierung schulisch oder fÃ¼rsorgerisch begrÃ¼ndet sei, kÃ¶nne kein im Beschwer­­deverfahren anfechtbarer Entscheid einer VerwaltungsbehÃ¶rde erwirkt werden. Zwar sei ge­mÃ¤ss § 31 Abs. 3 der Schulleistungsverordnung vom 10. September 1986 (LS 412.321) die Bildungsdirektion zustÃ¤ndig, wenn sich <i>Schul</i>gemeinden nicht Ã¼ber die Zahlungspflicht fÃ¼r Sonderschule oder -erziehung einigen kÃ¶nnen, und die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicher­heit sei zustÃ¤ndig, wenn es um Streitigkeiten der Gemeinden Ã¼ber Hilfe­pflicht und Kos­tentragung gemÃ¤ss § 9 lit. e des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (LS 851.1) gehe. Hingegen bestehe keine verwaltungsbehÃ¶rdliche ZustÃ¤ndigkeit zum Entscheid Ã¼ber die Frage, ob sich die Leistungspflicht (wie hier) aufgrund des Schul- oder des FÃ¼rsorgerechts ergebe. Auch greife § 13 Abs. 3 des Gesetzes betreffend die Organisation und GeschÃ¤ftsord­nung des Regierungsrates und seiner Direktionen vom 26. Februar 1899 (LS 172.1) be­zÃ¼glich der endgÃ¼ltigen Entscheidung von Kompetenzstreitigkeiten durch den Regierungsrat nicht, wenn der Streit nicht zwei Direktionen des Regierungsrats, sondern zwei Gemeinden betreffe (vgl. RB 1999 Nr. 37). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Somit ist auch in BerÃ¼cksichtigung dieser soeben gemachten ErwÃ¤gungen Dispositiv-Ziffer I des Beschlusses des Bezirksrats Y vom 29. April 2002 aufzuheben, soweit der Bezirksrat damit Ã¼berhaupt das VerhÃ¤ltnis zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und der Mit­beteiligten Gemeinde X "im Sinne der ErwÃ¤gungen" geregelt haben wollte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss verfÃ¼gt die Einzelrichterin:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Dispositiv-Ziffer I des Beschlusses des Bezirksrats Y vom 29. April 2002 wird aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>Die Akten werden im Sinn der ErwÃ¤gungen, das heisst zur Behandlung der Frage, ob die Kosten fÃ¼r das Werkjahr 1999/2000<i> im VerhÃ¤ltnis zum Beschwerdegegner A</i> von der BeschwerdefÃ¼hrerin zu Ã¼bernehmen sind, an die Bezirksschulpflege Y Ã¼berwiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>