Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht vom 19. Februar 2013 (470 12 293) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Nichtanhandnahme des Verfahrens Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.), R ichterin Regi- na Schaub; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Parteien A.____ , vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Knecht, SwissLegal Dürr + Partner, Centralbahnstrasse 7, 4010 Basel, Beschwerdeführerin gegen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung OK/WK, Rheinstrasse 12, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin B.____ , vertreten durch Advokat Simon Rosenthaler, Hauptstrasse 12, Post- fach 811, 4153 Reinach, Beschuldigter Gegenstand Nichtanhandnahme des Verfahrens Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, vom 11. Dezember 2012 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Verfügung vom 11. Dezember 2012 beschloss die Staats anwaltschaft Basel- Landschaft, Hauptabteilung OK/WK, das Verfahren gegen B.____ bezüglich eines Verstosses gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewer b im Sinne von Art. 23 i.V.m. Art. 4 lit. a und Art. 3 lit. d UWG, angeblich begangen im Zeitraum von ca. September bis Dezember 2011, in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO ni cht anhand zu nehmen (Ziff. 1). Die Kos- ten wurden gemäss Ziff. 2 der Verfügung dem Staat auferlegt. B. Hiergegen erhob Rechtsanwalt Daniel Knecht namens und im Auftrag der A.____ mit Ein- gabe vom 24. Dezember 2012 Beschwerde und beantragte, (1.) es sei die Nichtanhandnahme- verfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 11. Dezember 2012 aufzuheben, (2.) es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, gegen B.____ eine Strafuntersuchung wegen Ver- stosses gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wett bewerb im Sinne von Art. 23 i.V.m. Art. 4 lit. a UWG zu eröffnen, (3.) unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Stellungnahme vom 9. Januar 2013 beantragte die Staatsanwaltschaft, die Be- schwerde sei, soweit darauf eingetreten werden könne, u nter o/e-Kostenfolge vollumfänglich abzuweisen. D. Der Beschuldigte seinerseits verzichtete auf eine fakultative Stellungnahme. Erwägungen I. Formelles 1.1 Die Beschwerde ist gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO zulässig gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft un d Übertretungsstrafbehörden, wes- wegen ein taugliches Beschwerdeobjekt vorliegt (vgl. auch Art. 310 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO). Die am 24. Dezember 2012 der Post aufgegebene Beschwer de gegen die Nichtanhandnahme- verfügung vom 11. Dezember 2012 wurde rechtzeitig inner t 10 Tagen seit Zustellung der Nichtanhandnahmeverfügung vom 11. Dezember 2012 erhobe n (Art. 396 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 90 Abs. 2 StPO). Die örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit d er Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Beschwerdeinstanz ist ebenfalls gegeben (vgl. § 15 Abs. 2 des kanto- nalen Einführungsgesetzes vom 12. März 2009 zur Schweize rischen Strafprozessordnung [EG StPO]). 1.2 Art. 385 Abs. 1 StPO verlangt, dass das Rechtmittel begründet wird. Die Person oder die Behörde, die das Rechtsmittel ergreift, hat daher gen au anzugeben, welche Punkte des Ent- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheids sie anficht (lit. a), welche Gründe einen anderen Entscheid nahe legen (lit. b) sowie welche Beweismittel sie anruft (lit. c). 1.3 Als Anzeigestellerin hat die Beschwerdeführerin ein re chtlich geschütztes Interesse im Sinne von Art. 382 Abs. 1 StPO an der Aufhebung ode r Änderung des angefochtenen Nichtan- handnahmeentscheids der Staatsanwaltschaft Basel-Landsch aft, Hauptabteilung OK/WK, vom 11. Dezember 2012. 1.4 Mit der vorliegenden Beschwerde wird gemäss Ziff. 2 der Rechtsbegehren beantragt, es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, gegen B.____ eine Strafuntersuchung wegen Verstos- ses gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettb ewerb im Sinne von Art. 23 i.V.m. Art. 4 lit. a UWG (Verleitung zum Vertragsbruch) zu erö ffnen. Soweit die angefochte- ne Nichtanhandnahmeverfügung den Vorwurf der unlaute ren Handlungen im Sinne von Art. 23 i.V.m. Art. 3 lit. d UWG (Verwechslungsgefahr) betriff t, wird kein Begehren bezüglich einer An- handnahme gestellt und in der Beschwerdebegründung fin den sich auch keinerlei Ausführun- gen hinsichtlich Art. 3 lit. d UWG. Die Nichtanhandnah me bezüglich der Verwechslungsgefahr wird demnach von der Beschwerde zum Vornherein nicht erfasst. 1.5 Nachdem die Beschwerdeführerin zulässige Rügen erhebt, d ie Rechtsmittelfrist ge- wahrt hat sowie der Begründungspflicht nachgekommen i st, kann auf die Beschwerde vom 24. Dezember 2012 – im Sinne der obigen Ausführunge n – eingetreten werden. II. Materielles 2.1 Dem vorliegenden Beschwerdeverfahren liegt im Wesentlichen folgender Sachverhalt zu Grunde: Am 22. November 2011 erstattete die A.____ m it Sitz in C.____ Strafanzeige gegen B.____ wegen des Verdachts auf Betrug, Urkundenfälschung sowie auf ungetreue Geschäfts- besorgung und schilderte darin die mutmasslich von B.___ _ begangenen strafbaren Handlun- gen. Mit Schreiben vom 21. Dezember 2011 reichte Dr. Th omas Kaufmann als Vertreter der A.____ bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hau ptabteilung OK/WK, eine Anzeigeer- weiterung gegen B.____ in Sachen D.____ und E.____ e in. Das Verhalten von B.____, aber allenfalls auch dasjenige von F.____, D.____, E.____ un d gegebenenfalls weiteren Personen stelle unlauteres Handeln im Sinne des Bundesgesetzes ge gen den unlauteren Wettbewerb (UWG) dar. Die den Beschuldigten konkret hinsichtlich ei nes UWG-Verstosses zur Last geleg- ten Handlungen umschrieb die Anzeigeerstatterin im Schreiben vom 21. Dezember 2011 nicht. Mit Schreiben vom 1. Februar 2012 forderte die Staats anwaltschaft die Anzeigeerstatterin mit Frist bis 30. März 2012 auf, das den Beschuldigten zur L ast gelegte Verhalten zu umschreiben und zu belegen sowie darzulegen, welche der in den Art . 3, 4, 4a, 5 und 6 UWG aufgeführten unlauteren Handlungen erfüllt worden sein sollen. Au f entsprechende Gesuche vom 30. März Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2012, 29. Mai 2012, 29. Juni 2012, 30. August 2012 so wie 27. September 2012 wurde der Be- schwerdeführerin die Frist hierfür letztmals bis 31. Oktober 2012 erstreckt. Am 31. Oktober 2012 reichte Rechtsanwalt Daniel Knec ht namens und im Auftrag der A.____ der Staatsanwaltschaft eine Eingabe zur Substanziierung der Strafanzeige vom 21. Dezember 2011 hinsichtlich der UWG-Verstösse ein und stellte Strafantrag gegen B.____ et al. wegen des Verdachts des unlauteren Handelns im Sinne von Art. 4 lit. a sowie Art. 3 lit. d UWG. 2.2 Die Staatsanwaltschaft begründete in der angefochten en Verfügung vom 11. Dezem- ber 2012 die Nichtanhandnahme des Verfahrens im Wesentl ichen damit, dass von der Be- schwerdeführerin nicht innerhalb der gesetzlichen Antrag sfrist von drei Monaten rechtsgültig Strafantrag hinsichtlich des mit Schreiben vom 31. Okto ber 2012 geschilderten, mutmasslich unlauteren Handelns gestellt worden sei. Das mit Eingabe vom 31. Oktober 2012 umschriebene oder auch nur ein ansatzweise ähnliches Verhalten von B.__ __ sei der Staatsanwaltschaft we- der in der Strafanzeige vom 22. November 2011 noch anlässlich der Erweiterung der Anzeige vom 21. Dezember 2011 zur Kenntnis gebracht worden. Der Strafantrag vom 21. Dezember 2011 gegen B.____ et al. wegen des Verdachts des unlau teren Handelns könne jedoch nur Handlungen umfassen, welche die Anzeigeerstatterin – w enigstens ansatzweise – bis zu die- sem Zeitpunkt bereits vorgebracht habe. Es sei deshalb fest zuhalten, dass mit Schreiben vom 21. Dezember 2011 nicht rechtsgültig Strafantrag betr effend die unlauteren Handlungen ge- mäss Schreiben vom 31. Oktober 2012 gestellt worden sei. D ie Anzeigeerstatterin habe des Weiteren auch mit Schreiben vom 31. Oktober 2012 nicht fristgerecht Strafantrag gestellt. Wie sich aus ihren eigenen Ausführungen vom 31. Oktober 201 2 ergebe, habe sie bereits im De- zember 2011 resp. spätestens am 16. Dezember 2011 Kenntn is von den vorgeworfenen Hand- lungen erlangt. Sie hätte demnach – so die Staatsanwa ltschaft weiter – bis spätestens 16. März 2012 Gelegenheit gehabt, um innert der dreimonatige n Antragsfrist über den vorliegend rele- vanten Sachverhalt Strafantrag gegen B.____ et al. zu erheben. Dies habe die Anzeigeerstatte- rin unterlassen, weswegen das Strafantragsrecht verwirkt se i. Die von der Staatsanwaltschaft mehrfach gewährten Fristerstreckungen hätten ausschliesslich der Gelegenheit zur Substanzi- ierung bereits vorgebrachter Handlungen unter dem Bli ckwinkel des Vorwurfs der unlauteren Handlungen gedient und nicht etwa der Unterbrechung o der Erstreckung der Strafantragsfrist für der Staatsanwaltschaft gänzlich unbekannte Sachverhaltsvorbringen. 2.3 Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber zusamme nfassend auf den Stand- punkt, die Frist zur Substanziierung sei einzig im Zusammen hang mit dem Strafantrag in der Eingabe vom 21. Dezember 2011 erfolgt. Insbesondere sei der Beschwerdeführerin die Sub- stanziierung nicht auf „bereits vorgebrachte Handlungen “ beschränkt worden. Im Dezember 2011 sei es der Beschwerdeführerin nicht zuzumuten gew esen, einen substanziierten Strafan- trag bezüglich des mit Eingabe vom 31. Oktober 2012 dar gelegten Sachverhalts einzugeben. Die Erkenntnisse seien Ende 2011 noch zu unklar und widersprüchlich gewesen. Selbst wenn jedoch davon ausgegangen werden sollte, d ie Antragsfrist gemäss Art. 31 StGB habe – trotz der damals noch unsicheren Sachlage – berei ts anfangs Dezember 2011 zu laufen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht begonnen, so habe die Beschwerdeführerin diese Frist mi ttels Eingabe vom 21. Dezember 2011 gewahrt. Die Substanziierung dieses Strafantrags sei nämlich nachträglich innert erstreck- ter Frist erfolgt. Soweit sich die Obliegenheit zur Antragstellung aufgrund der vertieften Zeugen- informationen anfangs Mai 2012 ergeben haben sollte, sei die Antragsfrist wiederum aufgrund der Eingabe vom 10. Mai 2012 (allenfalls in Verbindun g mit der Eingabe vom 21. Dezember 2011) gewahrt worden. Aus ihrer Sicht habe die Beschw erdeführerin jedoch erst nach den Ein- vernahmen von F.____ im August 2012 relativ sichere Kennt nis der Sachlage gehabt. Die An- tragsfrist habe demnach erst im August 2012 zu laufen b egonnen, womit sie mittels Eingabe vom 31. Oktober 2012 gewahrt worden sei. 3.1 Gemäss Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO verfügt die Staa tsanwaltschaft die Nichtanhandnah- me des Verfahrens, sobald aufgrund der Strafanzeige ode r des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraus setzungen eindeutig nicht erfüllt sind. Diese Vorschrift besitzt zwingenden Charakter, d.h. bei V orliegen der in Art. 310 Abs. 1 StPO genannten Gründe muss der Staatsanwalt eine Nichtanhan dnahmeverfügung erlassen. Die Nichtanhandnahme darf jedoch nur verfügt werden, wenn mit Sicherheit feststeht, dass der zur Beurteilung vorliegende Sachverhalt unter keinen Stra ftatbestand fällt oder gar nicht verfolgbar ist (O MLIN , Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 310 N 8 f.). Im Übrigen verweist Art. 310 Abs. 2 StPO für die Modalitäten der Nichtanhandnahmeverfügun g auf die in den Art. 319 ff. StPO ge- regelten Bestimmungen über die Verfahrenseinstellung. Nach Art. 23 UWG wird auf Antrag bestraft, wer vorsätzl ich unlauteren Wettbewerb nach Art. 3, 4, 4a, 5 oder 6 UWG begeht, wobei hierfür Strafantr ag stellen kann, wer nach den Artikeln 9 und 10 UWG zur Zivilklage berechtigt ist. Ist eine Tat n ur auf Antrag strafbar, so kann jede Per- son, die durch sie verletzt worden ist, die Bestrafung des Täters beantragen (Art. 30 Abs. 1 StGB). Der Strafantrag muss nicht als solcher benannt se in und muss ferner keine rechtliche Würdigung enthalten. Erforderlich ist aber, dass das Ta tgeschehen dargestellt wird, auf das sich der Antrag bezieht (R IEDO , Basler Kommentar StGB, 2. Aufl. 2007, Art. 30 N 40 mit weite- ren Hinweisen). Der Sachverhalt, der verfolgt werden so ll, muss zweifelsfrei umschrieben wer- den (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_267/2008 vom 9. Juli 2008 E. 3.3) und der Antrag muss den Sachverhalt präzisieren, der Gegenstand der Strafver folgung sein soll (T RECHSEL /P IETH , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, vor Art. 30 N 8; DONATSCH /F LACHSMANN /H UG /W EDER , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kommentar, 18. Aufl ., 2010 Art. 30 N 3). 3.2 Zu Recht stellt sich die Staatsanwaltschaft in casu auf den Standpunkt, dass die Sub- stanziierung nur bereits im Zeitpunkt der Anzeige bekannte Sachverhalte betreffen könne, denn es kann nur konkretisiert werden, was in den Grundzügen schon einmal dargelegt wurde. Das Stellen eines Strafantrages auf Vorrat, also für e rst später einem Strafantragssteller be- kannt werdende Sachverhalte, steht zu den Anforderungen gemäss Art. 30 Abs. 1 StGB im Wi- derspruch und erscheint daher klarerweise als unzulässig. Fa lls ein Sachverhalt dem Anzeige- steller nur stufenweise bekannt wird, so kann ein gültig er Strafantrag lediglich für ein bereits Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bekanntes Verhalten gestellt werden. Sollten sich zu ei nem späteren Zeitpunkt neue Erkennt- nisse von strafrechtlicher Relevanz ergeben, so hat der A nzeigesteller die Möglichkeit, diesbe- züglich innert der dreimonatigen Antragsfrist seit Kenntnis einen neuen Strafantrag zu stellen. 3.3 Vorliegend wurde weder in der ursprünglichen Strafa nzeige vom 22. November 2011 noch in der Erweiterung der Anzeige vom 21. Dezember 2011 ansatzweise konkretisiert, durch welches Verhalten von B.____ eine UWG-Verletzung bega ngen worden sein soll. Die Anzeige- stellerin beschränkte sich vielmehr auf die blosse Behaupt ung, das Verhalten von B.____, aber allenfalls auch dasjenige von F.____, D.____, E.____ u nd gegebenenfalls weiteren Personen, stelle unlauteres Handeln im Sinne des UWG dar. Diese a ngezeigten Tatvorwürfe beziehen sich indes allesamt auf die Tatbestände des Betruges, d er Urkundenfälschung sowie der unge- treuen Geschäftsbesorgung, weswegen sich die Strafanzeig e vom 21. Dezember 2011 der A.____ in Anbetracht der Anforderungen von Art. 30 Ab s. 1 StGB hinsichtlich der beanzeigten UWG-Verstössen als nicht genügend substanziiert erweist. 3.4 Mit Schreiben vom 1. Februar 2012 hat die Staatsanwa ltschaft in der Folge der Be- schwerdeführerin Gelegenheit zur Substanziierung ihrer Strafanzeige gegeben, wobei es an der Beschwerdeführerin gelegen hätte konkret darzulegen, in wiefern der am 22. November 2011 geschilderte Sachverhalt, bei dem sich die Tatvorwürfe al lesamt auf die Tatbestände des Be- truges, der Urkundenfälschung sowie der ungetreuen Geschäftsbesorgung bezogen, auch unter dem Gesichtspunkt von UWG-Verstössen relevant sei. 3.5 Eine derartige Substanziierung hat die Beschwerdefü hrerin indes vorliegend klarerweise nicht vorgenommen. Was sie mit Schreiben vom 31. Oktober 2012 vorbringt, stellt im Vergleich zur Anzeige vom 22. November 2011 beziehungsweise zur Ergänzung vom 21. Dezember 2011 einen völlig neuen Sachverhalt dar. So werden mit der Eingabe vom 31. Oktober 2012 von der Beschwerdeführerin ausführlich Vorwürfe im Zusammenhan g mit dem H.____-Geschäft ge- schildert. Im Wesentlichen wird darin dargelegt, B.___ _ habe die F.____ AG mit Sitz in Buchs von Mitte Oktober bis anfangs Dezember 2011 zum Vertrags bruch verleitet. Diese Vorwürfe wurden der Staatsanwaltschaft jedoch allesamt weder in der Strafanzeige vom 22. November 2011 noch anlässlich der Anzeigeerweiterung vom 21. Deze mber 2011 zur Kenntnis gebracht. Die Beschwerdeführerin räumt denn auch selber ein, über das mit der Eingabe vom 31. Oktober 2012 Dargelegte nur stufenweise Kenntnis erlangt zu hab en. Diesbezüglich wurde bereits fest- gehalten, dass Vorgänge, welche der Beschwerdeführerin erst nach Strafantragsstellung be- kannt wurden, nicht im Strafantrag vom 21. Dezember 2011 miterfasst sein konnten. 3.6 Anzumerken bleibt, dass die Beschwerdeführerin aus de n von der Staatsanwaltschaft gewährten Fristerstreckungen nichts zu ihren Gunsten ablei ten kann, denn aus dem Schreiben der Staatsanwaltschaft vom 1. Februar 2012 geht klar he rvor, dass es um die Substanziierung der von der Beschwerdeführerin bereits gestellten Anzei ge und somit um den mit der Anzeige vom 22. November 2011 umschriebenen Sachverhalt ging. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.7 Nach dem klaren Dafürhalten der strafrechtlichen Abte ilung des Kantonsgerichts hat die Staatsanwaltschaft demnach in der angefochtenen Verfüg ung zu Recht festgestellt, dass die Anzeigeerstatterin es unterlassen habe, innert der dre imonatigen Antragsfrist – somit bis spä- testens zum 16. März 2012 – über den vorliegend relevan ten Sachverhalt hinsichtlich eines Verstosses gegen das UWG Strafantrag gegen B.____ et al. zu stellen, weshalb das Strafan- tragsrecht verwirkt sei. 4.1 Nachdem feststeht, dass die Beschwerdeführerin ihre ursprüngliche Anzeige nicht innert der Dreimonatsfrist konkretisiert hat, bleibt zu prüfen , ob die Staatsanwaltschaft sich bezüglich des mit Schreiben vom 31. Oktober 2012 geschilderten, ne uen Sachverhalts zu Recht auf den Standpunkt gestellt hat, die dreimonatige Antragsfrist sei bereits abgelaufen. 4.2 Entscheidend hierfür ist es, festzulegen, ab welchem Ze itpunkt die Beschwerdeführerin ausreichende Kenntnis vom mit der Eingabe vom 31. Oktob er 2012 dargelegten Sachverhalt erlangt hatte. Die dreimonatige Frist zur Antragsstell ung beginnt am folgenden Tag, nachdem dem Antragsberechtigten der Täter und die Tat bekann t geworden sind (vgl. BGE 126 IV 131 E. 2a S. 132; T RECHSEL /P IETH , Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 31 N 3). Eine gesicherte Beweislage ist nicht erforderlich (BGE 80 IV 1, 3 ff.), massgebend ist aber die effektive Kenntnis, nicht die b losse Möglichkeit den Sachverhalt zu kennen (BGE 97 I 769, 774). 4.3 Zunächst finden sich in den Akten klare Hinweise, dass die Beschwerdeführerin bereits im Dezember 2011 zuverlässige Kenntnis von den mit Schre iben vom 31. Oktober 2012 ge- schilderten Vorfällen hatte. So war es die Beschwerdefü hrerin selbst, die in ihrer Eingabe vom 31. Oktober 2012 ausführte, im Dezember 2011 habe sie bei der F.____ AG wegen den ausge- bliebenen Gutschriften nachgefragt (act. SD UWG 01.01. 016 ff.). Dann habe sie vom angebli- chen Geschäftsübergang auf die G.____ AG erfahren. Die Sache habe aber schnell richtigge- stellt werden können und ab dem 16. Dezember 2011 sei das H.____-Geschäft wieder fest in den Händen der Beschwerdeführerin gewesen (vgl. act. SD UWG 01.01.018). Ohne entspre- chende Kenntnis von der fraglichen Angelegenheit hätte jedoch logischerweise auch keine nachfolgende Richtigstellung durch die Beschwerdeführer in erfolgen können. Zudem waren es wohl die erwähnten Erkenntnisse, welche die Beschwerdefü hrerin dazu veranlasst hatten, am 21. Dezember 2011 eine Anzeigeerweiterung im Hinbli ck auf unlauteres Handeln im Sinne des UWG bei der Staatsanwaltschaft einzureichen. 4.4 Des Weiteren gilt es die schriftliche Erklärung von I.___ _, einem Chauffeur der A.____ sowie in der Folge der G.____ AG (act. SD.UWG.01.023) , welche der Beschwerdeführerin am 8. Mai 2012 zuging, zu beachten. Aus dem betreffenden E -Mail ergibt sich der Sachverhalt be- reits weitgehend so, wie ihn die Beschwerdeführerin m it Schreiben vom 31. Oktober 2012 dar- gelegt hat. 4.5 Schliesslich ergibt sich aus einem E-Mail vom 4. Mai 2012 von J.____, damals Ange- stellter bei der F.____ AG und auf deren Seite für d as H.____-Geschäft zuständig, an K.____ Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf Seiten der A.____ (vgl. Beilage 10 der Beschwerde) eindeutig, dass die Beschwerdeführerin über die Vorgehensweise von B.____ spätestens Anfang Ma i 2012 ausreichend informiert wor- den war. 4.6 Ebenso ist die These der Beschwerdeführerin, soweit sich die Obliegenheit zur Antrag- stellung aufgrund der vertieften Zeugeninformationen anfangs Mai 2012 ergeben haben sollte, sei die Antragsfrist aufgrund der Eingabe vom 10. Mai 2012 (allenfalls in Verbindung mit der Eingabe vom 21. Dezember 2011) gewahrt, mit der Sta atsanwaltschaft zu verwerfen. Das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 10. Mai 2012 ist di e mit Schreiben vom 31. Januar 2012 von der Staatsanwaltschaft (vgl. act. SD LEH 01.06 .001 f.) erbetene Substanziierung im Sachverhaltsdossier "SD LEH" unter der Verfahrensnummer OW1 11 170, was sich gut er- kennbar auch aus den einleitenden Bemerkungen der Beschwe rdeführerin "Wir nehmen Bezug auf Ihr Schreiben vom 31. Januar 2012 [...]" ergibt. Sodann geht die Beschwerdeführerin im Schreiben vom 10. Mai 2012 nirgendwo auf mögliche unl autere Handlungen ein. Lediglich auf Seite 11 der Eingabe wird in Bezug auf das H.____-Ge schäft eine separate Anzeigeergänzung in Aussicht gestellt. Diese erfolgte indessen erst am 31. Oktober 2012. 4.7 Nicht beigepflichtet werden kann nach dem Gesagten der von der Beschwerdeführerin vorgetragenen Argumentation, wonach sie erst nach den E invernahmen von F.____ im August 2012 relativ sichere Kenntnis der Sachlage erlangt habe , weswegen die Antragsfrist in diesem Zeitpunkt zu laufen begonnen habe. Aus dem oben Aufge zeigten ist zu schliessen, dass der Beschwerdeführerin die am 31. Oktober 2012 der Staatsanwaltschaft angezeigten Sachverhalte allerspätestens im Verlauf des Monats Mai 2012 bekannt waren. Zudem ergeben sich aus der Einvernahme von F.____ vom 6. August 2012 keine weitere n oder neuen Erkenntnisse von Relevanz betreffend den Verdacht eines UWG-Verstosses. 4.8 Da die dreimonatige Antragsfrist somit am 31. Oktober 2012 bereits abgelaufen war, hat die Staatsanwaltschaft zu Recht festgestellt, mangels Vo rliegen eines gültigen Strafantrags sei eine Prozessvoraussetzung eindeutig nicht erfüllt, weswe gen das Verfahren nicht an Hand ge- nommen werde (Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). Bei die ser Ausgangslage ist die Beschwerde ab- zuweisen. III. Kosten 5. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. En tsprechend dem Ausgang des vor- liegenden Verfahrens gehen die ordentlichen Kosten des Kantonsgerichts in der Höhe von CHF 1'500.– zuzüglich Auslagen von pauschal CHF 50.– (vgl . § 13 Abs. 1 der Verordnung vom 15. November 2010 über die Gebühren der Gerichte, S GS 170.31) zu Lasten der Beschwerde- führerin. Der Beschwerdeführerin wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird beschlossen: ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1'550.–, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 1'500.– und Auslagen von CHF 50.–, werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Der Beschwerdeführerin wird keine Parteientschädigung z ugespro- chen. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger