A bteilung I A -16/2007 {T 0/2} U rteil vom 27. Juli 2007 M itw irkung: R ichter Beat Forster (Vorsitz) und Lorenz Kneubühler, R ichterin Florence Aubry G irardin; G erichtsschreiberin Yasem in C evik. X.______, G esuchsteller, gegen Schw eizerische B undesbahnen SB B (SB B A G ), Zentralbereich Personal, M it- telstrasse 43, Postfach, 3000 Bern, Vorinstanz, betreffend R evision eines R evisionsentscheides der Personalrekurskom m ission vom 15. N ovem ber 2006. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. X._______ trat am 7. August 1989 als Betriebsdisponent-Lehrling in die D ienste der Schw eizerischen Bundesbahnen (SBB) ein. Auf den 1. Januar 2003 w urde er zum Fahrdienstleiter in Z._______ gew ählt. Im Jahre 2002 entw ickelte sich eine persönlichen Beziehung zw ischen ihm und einer glei- chen O rts arbeitenden Fahrdienstleiterin. Im Verlaufe des Jahres 2004 nahm en die Problem e in der Beziehung zu und auf Ersuchen der Fahr- deinstleiterin fanden m ehrere G espräche m it der Betriebsführung und dem SBB-Sozialberater statt. Für das m it X._______ und der Fahrdienstleiterin am 30. N ovem ber 2004 getrennt geführte G espräch zog die SBB einen N otfallpsychiater bei. W eil die Situation eskalierte, w urde X._______ ab dem 29. M ärz 2005 als Fahrdienstleiter nach St. G allen versetzt. M it Verfü- gung vom 25. M ai 2005 bestätigten die SBB, den Arbeitsortsw echsel von X.______. D agegen führte X.______ erfolglos Beschw erde beim Zentral- bereich Personal der SBB und bei der ehem aligen Eidgenössischen Per- sonalrekurskom m ission (PR K). Letztere führte in ihrem Entscheid vom 8. M ärz 2006 aus, die M assnahm e der Versetzung sei nötig und verhältnis- m ässig gew esen. Sie stufte die Ansicht der SBB, dass aufgrund des em oti- onalen Beziehungsgeflechts zw ischen den beiden Angestellten m ögliche Ausw irkungen auf den Bahnbetrieb bestünden, als sachliche und plausible Begründung für die Versetzung von X._______ ein. Er habe auch keine Änderungen der Funktion oder des Lohnes hinnehm en m üssen. W eiter sei auch nicht zu beanstanden, dass die SBB bei der Versetzung die N ähe seines W ohnortes zum Arbeitsort St. G allen berücksichtigt habe. B. Am 1. Juni 2006 reichte X._______ (G esuchsteller) bei der PR K ein R evi- sionsgesuch ein, w elches von dieser am 15. N ovem ber 2006 abgew iesen w urde, sow eit sie darauf eintrat. C . G egen diesen R evisionsentscheid reicht X._______ (G esuchsteller) am 27. D ezem ber 2006 ein zw eites R evisionsgesuch ein (Eingang bei der PR K am 28. D ezem ber 2006). Er stellt die Begehren, der Entscheid der PR K vom 15. N ovem ber 2006 sei aufzuheben und zu revidieren sow ie die Verfügung vom 25. M ai 2005 betreffend Versetzung nach St. G allen per 1. M ai 2005 sei aufzuheben. Zur Begründung führt er an, in seiner Perso- nalakte sei noch im m er der Eintrag "D isziplinarische Versetzung" verm erkt, obschon im Entscheid der PR K ausdrücklich stehe, dass die Versetzung keine disziplinarische M assnahm e darstelle. W eiter habe er entgegen der Feststellung der PR K im R evisionsentscheid bereits in der Beschw erde an den Zentralbereich Personal der SBB die Verletzung des rechtlichen G e- hörs gerügt, w eshalb die PR K verpflichtet gew esen w äre, darauf einzutre- ten. Im Ü brigen w irft der G esuchsteller der PR K vor, im R evisionentscheid m ehrere Bew eism ittel übersehen zu haben. D . D ie SBB verzichtet m it Schreiben vom 22. Januar 2007 auf eine Stellung- nahm e zum R evisionsgesuch. E. Am 15. M ärz 2007 w urde dem G esuchsteller Akteneinsicht gew ährt. 3 F. D er G esuchsteller reicht am 28. M ärz 2007 beim Bundesverw altungsge- richt unaufgefordert eine w eitere Eingabe ein. G . Auf w eitergehende Vorbringen der Parteien und die sich in den Akten be- findlichen Schriftstücke w ird, sow eit erforderlich, im R ahm en der nachste- henden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der per 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- und Schiedskom m issionen oder bei Beschw erdediensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw al- tungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]). 2. G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit dieses G esetz nichts anderes bestim m t. W eil es nicht um die R evision eines Entscheides des Bundesverw altungsgerichts geht, finden die Art. 45 ff. VG G vorliegend keine Anw endung. Zuständig zur Be- handlung von R evisionsgesuchen ist die Beschw erdeinstanz, w elche den zu revidierenden Entscheid gefällt hat (Art. 66 Abs. 1 und 2 Vw VG ). D a im vorliegenden Fall die PR K per 31. D ezem ber 2006 aufgelöst und die hän- gigen R echtsm ittel vom Bundesverw altungsgericht übernom m en w urden, ist es zur Behandlung des R evisionsgesuches zuständig (vgl. dazu aus- führlich das zur Publikation vorgesehene U rteil BVG E D -4889/2006 vom 12. Juli 2007). 3. D ie R evision ist ein ausserordentliches R echtsm ittel, das ein Zurückkom - m en auf einen form ell rechtskräftigen Entscheid erlaubt, sofern ein im G e- setz um schriebener R evisionsgrund vorliegt (U rteil des Bundesgerichts 2A.182/2004 vom 29. O ktober 2004 E. 1). Auf ein R evisionsgesuch ist dann nicht einzutreten, w enn die darin vorgebrachten G ründe auf dem W ege einer Beschw erde hätten geltend gem acht w erden können (Art. 66 Abs. 3 Vw VG ). Vorliegend hat X._______ seine Eingabe gegen den R evi- sionsentscheid der PR K vom 15. N ovem ber 2006 am 27. D ezem ber 2006, m ithin unter Berücksichtigung der G erichtsferien offenbar w ährend der ge- m äss R echtsm ittelbelehrung im R evisionsentscheid der PR K laufenden Beschw erdefrist, eingereicht. W eil in vorliegender Streitsache eine Be- schw erde ans Bundesgericht ausgeschlossen ist (Art. 100 Abs. 1 Bst. e des Bundesgesetzes vom 16. D ezem ber 1943 über die O rganisation der Bundesrechtspflege [AS 2001 894, S. 909 i.V.m . Art. 132 Abs. 1 des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2007 über das Bundesgericht [BG G , SR 173.110]; vgl. auch Art. 83 Bst. g und Art. 85 BG G ), ist die Eingabe des Beschw erdeführers vom 27. D ezem ber 2006 einzig als R evisionsgesuch zu betrachten. 4. D ie R evision ist gegen R evisionsentscheide zulässig, sow eit dam it M ängel des R evisionsverfahrens gerügt w erden (U R SIN A BEER LI-BO N O R AN D , D ie aus-4 serordentlichen R echtsm ittel in der Verw altungsrechtspflege des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 77). D ie R evisionsgründe sind in Art. 66 Vw VG abschliessend aufgezählt. D er Entscheid w ird auf Begehren einer Partei unter anderem dann in R evision gezogen, w enn sie neue erhebliche Tatsachen oder Bew eism ittel vorbringt oder nachw eist, dass aktenkundige erhebliche Tatsachen oder bestim m te Begehren übersehen w urden, oder dass die Bestim m ungen betreffend den Ausstand, die Akteneinsicht oder das rechtliche G ehör verletzt w urden (Art. 66 Abs. 2 Vw VG ). 4.1 Liegen nach Ausfällung eines R evisionsentscheides neue R evisionsgründe vor, m uss sich die R evision gegen den Sachentscheid – vorliegend den Beschw erdeentscheid der PR K vom 8. M ärz 2006 – richten (BEER LI- BO N O R AN D , a.a.O ., S. 78). 4.2 Ein zw eites R evisionsverfahren darf sich grundsätzlich nicht auf R evisions- gründe stützen, die im früheren Verfahren vorgebracht und als unbegrün- det zurückgew iesen w urden. Ausnahm sw eise können verw orfene R evisi- onsgründe nochm als geltend gem acht w erden, w enn sie m it neu entdeck- ten R evisionsgründen bew eisbar sind (BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 78). 5. Im vorliegenden Fall rügt der G esuchsteller, dass aktenkundige erhebliche Tatsachen übersehen sow ie die Bestim m ungen über das rechtliche G ehör und den Ausstand verletzt w orden seien. D abei bringt er aber dieselben als unbegründet zurückgew iesenen R evisionsgründe vor w ie im ersten R e- visionsverfahren. 5.1 So behauptet er unter Ziff. 3 w ie schon im ersten R evisionsgesuch, dass das rechtliche G ehört verletzt sei, w eil er vor seiner Versetzung nicht an- gehört w orden sei (Art. 66 Abs. 2 Bst. c Vw VG ). Im R evisionsentscheid vom 15. N ovem ber 2006 w urde diese R üge m it der Begründung abgew ie- sen, dass es dem G esuchsteller bereits im Beschw erdeverfahren vor der PR K m öglich gew esen w äre, die Verletzung des rechtlichen G ehörs gel- tend zu m achen. D em sei er einerseits nicht nachgekom m en und anderer- seits sei er gem äss unbestrittenen Feststellungen im Beschw erdeent- scheid vom 8. M ärz 2006 durchaus m ehrm als angehört w orden, w odurch eine Verletzung dieses G rundsatzes nicht ersichtlich sei. In Ziff. 4a und b bringt der G esuchsteller noch einm al vor, dass sein Vorgesetzter, obschon freiw illig in den Ausstand getreten, D ruck auf die Behörde, w elche seine Versetzung verfügte, ausgeübt habe. Auch in diesem Punkt kam die PR K zum Schluss, dass kein R evisionsgrund vorliege und auch (obschon zu je- nem Zeitpunkt noch nicht angerufen) kein Fall von Art. 66 Abs. 2 Bst. c Vw VG . In Ziff. 5 des zw eiten R evisionsgesuchs bringt der G esuchsteller erneut vor, dass das Schreiben des M edical Service vom 17. Februar 2005 (Act. 48) übersehen w orden sei. Aber auch m it diesem Punkt hat sich die PR K auseinandergesetzt. Andernfalls w äre sie im R evisionsentscheid nicht zum Schluss gekom m en, dass sie besagtem Bew eism ittel lediglich eine andere Tragw eite zugem essen habe, w as bedeute, dass kein gültiger R e- visionsgrund vorliege. Zuletzt rügt der G esuchsteller unter Ziff. 6, dass die SBB an den G AV gebunden sei und eine Versetzung gem äss Art. 45 G AV nur bei einem schw erw iegenden Fehlverhalten verfügt w erden könne. D ie-5 se R üge brachte der G esuchsteller ebenfalls bereits im ersten R evisions- gesuch vor. Sie w urde im R evisionsentscheid als Kritik rein rechtlicher Art angesehen und konnte dam it nicht gehört w erden. D er Beschw erdeführer stützt sich som it auf bereits im ersten R evisionsver- fahren vorgebrachte und als unbegründet zurückgew iesene R evisions- gründe. Auch die Ausnahm e, w onach bereits verw orfene R evisionsgründe nochm als geltend gem acht w erden können, w enn sie m it neu entdeckten R evisionsgründen bew eisbar sind, greift vorliegend nicht. D ie angeführten G ründe bestanden bereits im Zeitpunkt des Beschw erdeentscheids und es sind auch keine neuen R evisionsgründe oder Bew eise hierzu ersichtlich. Aus diesen G ründen kann auf die bereits im ersten R evisionsverfahren geltend gem achten R evisionsgründe, w elche m it Entscheid vom 15. N o- vem ber 2006 als unbegründet zurückgew iesen w urden, nicht erneut einge- treten w erden. 5.2 U nter Ziff. 2 des R evisionsgesuchs vom 27. D ezem ber 2006 bringt der G e- suchsteller vor, dass ihm noch im m er N achteile innerhalb der U nterneh- m ung entstünden. So finde sich auch in der Personalakte w eiterhin ein Eintrag "D isziplinarische Versetzung", obschon im R evisionsentscheid festgehalten w orden sei, dass die Versetzung keine disziplinarische M ass- nahm e darstelle. D er Eintrag in den Personalakten bildete nicht G egen- stand der angefochtenen Verfügung und des ersten R evisionsverfahrens. Er kann dam it auch nicht zum G egenstand des vorliegenden R evisionsge- suchs gem acht w erden. Auf dieses Vorbringen kann deshalb ebenfalls nicht eingetreten w erden. 5.3 D er G esuchsteller m öchte unter Ziff. 4c des R evisionsgesuchs vom 27. D ezem ber 2006, dass die R evisionsinstanz begründe, w eshalb hin- sichtlich der Trennung der Arbeitsplätze von Y.______ und ihm nicht auf die aktenkundigen Einträge abgestützt w orden sei, w ie jenem , dass Y.______ selbst in Z.______ bleiben w olle (Act. 1), oder auch jenem unbe- strittenen Schreiben von ihm an seinen Vorgesetzten betreffend W eg- versetzung vom Bahnhof Z.______ (Act. 237). D iese Bew eism ittel seien bisher offensichtlich übersehen w orden. Auch betreffend diesem Vorbrin- gen gilt es festzuhalten, dass dam it kein zulässiger R evisionsgrund im Sin- ne von Art. 66 Vw VG angerufen w ird. D enn der G esuchsteller rügt unter diesem Punkt im G runde, die PR K habe die Tatsachen in rechtlicher H in- sicht unrichtig gew ürdigt, w as eine R echtsfrage betrifft und keinen R evisi- onsgrund darstellt ( U rteil des Bundesgerichts 2A.182/2004 vom 29. O kto- ber 2004 E. 4.1, BG E 122 II 17 E. 3, ALFR E D KÖ LZ / ISAB ELLE H ÄN E R , Verw al- tungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zü- rich 1998, R z. 742; BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 131 ff.;). D am it kann auch auf diese R üge nicht eingetreten w erden. 5.4 Auch in seiner Eingabe vom 28. M ärz 2007 geht der G esuchsteller nicht auf den angefochtenen R evisionsentscheid ein, sondern legt lediglich noch einm al seine Sicht der D inge dar. 5.5 Zusam m enfassend kann festgestellt w erden, dass die gesam te Argum en-6 tation des G esuchstellers zu Art. 66 Vw VG in W irklichkeit auf eine W ieder- erw ägung der im Beschw erdeentscheid vorgenom m enen W ürdigung ab- zielt. D as ausserordentliche R echtsm ittel der R evision hat aber nicht den Zw eck, einen (rechtskräftigen) Entscheid einer erneuten rechtlichen Ü ber- prüfung zu unterziehen. Stellt der in einem R evisionsgesuch vorgebrachte G rund keinen zulässigen R evisionsgrund dar, w ird das R evisionsgesuch für offensichtlich unzulässig befunden und durch einen N ichteintretensent- scheid erledigt (vgl. VPB 68.3 E. 2c; FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechts- pflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 74; BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 162). D as vorliegende R evisionsgesuch ist deshalb für offensichtlich unzulässig zu befinden, da die vorgebrachten G ründe keine zulässigen R evisionsgründe darstellen. 6. N ach dem G esagten ist auf das R evisionsgesuch nicht einzutreten. U nab- hängig vom Ausgang des Verfahrens ist das Beschw erdeverfahren in Per- sonalrechtsangelegenheiten, ausgenom m en bei M utw illigkeit, unentgeltlich (Art. 34 Abs. 2 BPG ). Ansprüche auf Parteientschädigungen sind nicht ge- geben (Art. 64 Vw VG ). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. Auf das R evisionsgesuch vom 27. D ezem ber 2006 w ird nicht eingetreten. 2. Es w erden w eder Verfahrenskosten erhoben noch Parteientschädigungen zugesprochen. 3. D ieses U rteil w ird m it G erichtsurkunde eröffnet: - dem G esuchsteller - der Vorinstanz (Beilage: Eingabe des G esuchstellers vom 28. M ärz 2007) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Beat Forster Yasem in C evik Versand am :