<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt:</p><p>1. zu berichten, wie viele neue Regulierungen und Kontrollinstrumente in den vergangenen fünf Jahren geschaffen wurden und wie diese die Arbeit kleiner Treuhandunternehmen belasten;</p><p>2. zu prüfen, ab welchem Punkt die Kosten des ausgebauten Formularwesens den Schaden für die Volkswirtschaft so gross werden lassen, dass der Nutzen nicht mehr gegeben ist;</p><p>3. aufzuzeigen, wie er die Qualität der Treuhandarbeit stärken und gleichzeitig Bürokratie reduzieren wird;</p><p>4. diese und weitere geeignete Fragestellungen zu analysieren und Verbesserungsvorschläge zu machen, die sicherstellen, dass Treuhandunternehmen nicht aufgrund der wachsenden Bürokratie gezwungen werden, ihr Geschäft aufzugeben.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der Treuhandunternehmen insbesondere als Dienstleistungserbringer für die KMU bewusst. Die aufgeworfenen Fragen sind aber nicht nur in der Treuhandbranche, sondern auch in den meisten anderen freien Berufen anzutreffen. Viele Treuhänderinnen und Treuhänder sind zudem in mehreren freien Berufsfeldern aktiv (Buchhaltung, Revision, Steuern, Unternehmensberatung usw.), was die Herausforderungen entsprechend erhöhen kann, vor allem wenn neue Entwicklungen zeitgleich erfolgen.</p><p>Der Bundesrat hat sich immer wieder und auch in jüngster Vergangenheit mit den Herausforderungen für die freien Berufe befasst. Es sei insbesondere auf seine Berichte zu den freien Berufen in der Schweiz vom Mai 2006 (Postulat Cina 03.3663) und zum Stellenwert der freien Berufe in der Volkswirtschaft vom 15. Januar 2014 (Postulat Cassis 11.3899) verwiesen. Trotz der erwähnten Herausforderungen ist bei den freien Berufen von 2003 bis 2012 ein überdurchschnittliches Wachstum festzustellen. So hat die Zahl der Erwerbstätigen im Bereich der Revision um 39 Prozent und im Bereich von Treuhand und Steuerberatung um 19 Prozent zugenommen. Dies hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass eine neue Regulierung oft auch einen gewissen Beratungsbedarf generiert, der wiederum teilweise von der Treuhandbranche gedeckt wird.</p><p>Weiter bildet die administrative Entlastung der Unternehmen seit Jahren einen festen Bestandteil der Wachstumspolitik des Bundesrates. Dieser veröffentlicht hierzu alle vier Jahre einen Bericht mit Verbesserungsmassnahmen. Zusätzlich werden punktuelle Arbeiten im Zusammenhang mit der Regulierung durchgeführt. Zu erwähnen ist insbesondere der Bericht des Bundesrates vom 13. Dezember 2013 über die Regulierungskosten, in dem namentlich auch die Bereiche Rechnungslegung und Revision, Unternehmenssteuern sowie Mehrwertsteuer umfassend untersucht und Verbesserungsvorschläge gemacht werden.</p><p>Was schliesslich die Aufsichtsbehörden angeht, so ist auf zweierlei hinzuweisen: Zum einen ist die Treuhandbranche nur teilweise reguliert; die Tätigkeit auf dem Gebiet der Buchhaltung und Steuerberatung setzt weder eine Zulassung voraus, noch erfolgt eine Beaufsichtigung. Zum andern ist auf die primäre Rolle der Aufsichtsbehörden als rechtdurchsetzende und nicht als rechtsetzende Instanzen hinzuweisen. Im Bereich der Revision beispielsweise werden die Vorgaben an die Revisionsunternehmen fast ausschliesslich vom Berufsstand selbst und nicht durch staatliche Gremien erlassen.</p><p>Der Bundesrat strebt weiterhin gute Rahmenbedingungen für die Treuhandbranche an. Der positive volkswirtschaftliche Beitrag aller freien Berufe zeigt, dass er grundsätzlich auf dem richtigen Weg ist. Die Erstellung eines zusätzlichen Berichtes zur Treuhandbranche ist vor diesem Hintergrund nicht angezeigt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.