<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00046</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105446&amp;W10_KEY=13013581&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00046</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.05.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Befehl zur Beendigung der Bauarbeiten</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Beendigung von bereits zehn Jahre andauernden Bauarbeiten Die Vornahme eines Augenscheins ist angesichts des umfangreichen Dossiers unnötig (E. 1b). Dass die Behörden bei Einreichung des Baugesuchs eine Bauzeit von 10 Jahren gebilligt hätten, ist nicht nachgewiesen. Die Berufung auf Treu und Glauben vermag den Beschwerdeführenden zudem deshalb nicht zu helfen, weil inzwischen 10 Jahre verstrichen sind (E. 2b). Es liegt ein Unterbruch der Bauarbeiten im Sinn von § 328 Abs. 1 PBG vor, da deren Dauer in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zum Umfang der auszuführenden Arbeiten steht (E. 3a, b). Dass die Bauarbeiten störende Immissionen verursachen, ist gerichtsnotorisch. Der Befehl zu deren Beendigung ist rechtmässig (E. 3c). Eine allfällige Ersatzvornahme hat sich auf jene Vorkehren zu beschränken, die aus baupolizeilichen oder ästhetischen Gründen erforderlich sind (E. 3e). Die Vorinstanz hätte auch auf den Rekurs bezüglich der Modalitäten des Befehlsvollzugs eintreten sollen. Diese Anordnungen sind aber rechtmässig (E. 3f). Die angefochtene Verfügung liesse sich zusätzlich auf das Bundesumweltschutzrecht stützen, da von einer erheblichen Störung im Sinn von Art. 15 USG auszugehen ist und der Beendigungsbefehl verhältnismässig ist (E. 3g). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUARBEITEN">BAUARBEITEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAULÃRM">BAULÃRM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRM">LÃRM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ÃBRIGES PLANUNGS- UND BAURECHT">ÃBRIGES PLANUNGS- UND BAURECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERBRUCH">UNTERBRUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 328 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 11 Abs. II USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 15 USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Am 5. Februar 1990 erteilte der Gemeinderat B. A. und J. die bau­recht­liche Bewilligung fÃ¼r einen Um‑ und Anbau (mit Teilabbruch) am bestehenden Wohn­haus Vers.Nr. ..1 auf dem in der Landwirtschaftszone gelegenen Grund­stÃ¼ck Kat.Nr. ...2 (anschliessend aufgeteilt in die Parzellen Kat.Nrn. ...3 und ...4). Auch der Regierungs­rat und die Baudirektion erteilten die fÃ¼r das Vorhaben erfor­derlichen (Ausnahme‑)Be­wil­ligungen. In der Folge verkaufte J. seinen Hausteil samt der Parzelle Kat.Nr. ...4 an E., der den bewilligten Umbau vorneh­men liess und, nachdem die Baukommis­sion B. am 6. August 1992 die Bezugsbewilli­gung erteilt hatte, seit dem Sommer 1992 mit seiner Familie dort wohnt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>A. fÃ¼hrte bzw. fÃ¼hrt den Umbau seines Hausteils, in welchem er mit seiner Ehe­frau auch wohnt, selbst durch. Da A. einer vollen ErwerbstÃ¤tigkeit nachgeht, kom­men die Bauarbeiten nur langsam vorwÃ¤rts und sind auch heute noch nicht beendet. Dieser Umstand hat zu einer nachhaltigen Vergiftung des nachbarlichen VerhÃ¤ltnisses zwi­schen den EigentÃ¼mern der beiden Hausteile gefÃ¼hrt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 8. Februar 1999 verfÃ¼gte der Gemeinderat B. was folgt: </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Herr und Frau A., K. ...5, in B., wird be­fohlen :</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 1.1 Innert sechs Monaten nach Rechtskraft dieses Beschlusses die ge­mÃ¤ss den ErwÃ¤gungen bewilligten Bauarbeiten zu beenden.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 1.2 ... (betrifft Hobbyraum, hier nicht mehr von Interesse)</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2. Sofern die Anordnungen gemÃ¤ss Dispositiv Ziffer 1 nicht beachtet werden, wird die Ersatzvornahme auf Kosten des Pflichtigen und Bestrafung gemÃ¤ss Art. 61 USG und § 341 PBG angedroht, wonach die vorsÃ¤tzliche Verletzung von Emissionsbegrenzungen gemÃ¤ss Umweltschutzgesetz mit Haft oder Busse und vorsÃ¤tzliche Verlet­zungen des Planungs‑ und Baugesetzes mit Busse bis zu Fr. 50'000.‑ sowie in schweren FÃ¤llen mit Haft bestraft werden.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3. Das Bausekretariat wird fÃ¼r den Fall der Nichtbefolgung der Anord­nungen gemÃ¤ss Dispositiv Ziffer 1 beauftragt, dem Gemeinderat Be­richt Ã¼ber den Stand der Bauarbeiten zu erstatten und einen Antrag zu unterbreiten:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3.1. fÃ¼r zweckmÃ¤ssige Massnahmen zum unverzÃ¼glichen Abschluss der Bauarbeiten sowie zur baulichen Umgestaltung des Hobbyraumes als einen fÃ¼r den dauernden Aufenthalt von Menschen nicht geeigneten Raum;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3.2 zur Sicherstellung der Kosten fÃ¼r die Beendigung der Bauarbeiten und die bauliche Umgestaltung des Hobbyraumes durch Anmeldung eines entsprechenden Grundpfandrechtes gemÃ¤ss § 197 lit. c EG zum ZGB auf dem GrundstÃ¼ck Kat. Nr. ...3.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 5.+ 6. ..."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen diese VerfÃ¼gung gelangten Herr und Frau A. am 15. MÃ¤rz 1999 mit Re­kurs an die Baurekurskommission III, welche die Angelegenheit nach Durch­fÃ¼hrung des Schriftenwechsels am 14. April 1999 zustÃ¤ndigkeitshalber an den Regierungs­rat Ã¼berwies. Dieser wies den Rekurs am 15. Dezember 1999 ab, soweit er darauf eintrat und der Rekurs nicht gegenstandslos geworden war.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>IV. Gegen den Rekursentscheid haben Herr und Frau A. am 3. Februar 2000 Be­schwerde an das Verwaltungsgericht erhoben. Sie beantragen die Aufhebung des ange­foch­tenen Entscheids, soweit damit Disp.-Ziffern 1.1, 2, 3 (soweit sie den Beseiti­gungs­befehl beschlÃ¤gt) und 4 des zugrundeliegenden Beschlusses des Gemeinderats B. vom 8. Februar 1999 bestÃ¤tigt werden, alles unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Regierungsrat beantragte am 2. MÃ¤rz 2000 die Abweisung der Beschwerde. Den gleichen Antrag stellten am 8. MÃ¤rz 2000 der Gemeinderat B. und am 9. MÃ¤rz 2000 Herr und Frau E. Letztere beantragten ausserdem, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu entziehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorbringen der Beteiligten werden, soweit erforderlich, in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) funktionell und sachlich zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Sachverhalt ergibt sich hinreichend klar aus dem umfangreichen Dossier, so dass auf den von der Beschwerdegegnerschaft beantragten Augenschein verzichtet werden kann. Die Ergebnisse des Augenscheins, den der Gemeinderat am 7. Dezember 1999 auf der Liegenschaft der BeschwerdefÃ¼hrenden vorgenommen hat, sind fÃ¼r die Urteilsfindung nicht wesentlich; es kann daher darauf verzichtet werden, den Beteiligten das entspre­chen­de Protokoll zur Stellungnahme zuzustellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Mit dem raschen Entscheid in der Sache selbst erÃ¼brigt es sich, zum Gesuch der Beschwerdegegner 1 um Entzug der aufschiebenden Wirkung Stellung zu nehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die BeschwerdefÃ¼hrenden rÃ¼gen zunÃ¤chst eine unrichtige und mangelhafte Sach­verhaltsfeststellung und machen eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs geltend. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Da in erster Linie im Streit liegt, ob sich der angefochtene Befehl zur Beendi­gung der Bauarbeiten auf eine ausreichende gesetzliche Grundlage stÃ¼tzt, und weil das Ge­richt im Ãbrigen hinsichtlich der StÃ¶rwirkung von Bauarbeiten auf Wohnungen bzw. an­de­re Hausteile im gleichen GebÃ¤ude Ã¼ber hinreichendes Erfahrungswissen verfÃ¼gt, kÃ¶nnen ei­nige umstrittene Sachverhaltsfragen offen bleiben. Dies gilt fÃ¼r die (genaue) IntensitÃ¤t und Dauer der baubedingten LÃ¤rmimmissionen, den Zusammenhang der Bauarbeiten mit dem Gesundheitszustand der Beschwerdegegnerin 1.2 und die Einhaltung des von den pri­vaten Parteien am 24. MÃ¤rz 1997 abgeschlossenen zivilgerichtlichen Vergleichs. Es kann daher auch dahingestellt bleiben, ob der Regierungsrat diesbezÃ¼glich den Sachverhalt aus­rei­chend abgeklÃ¤rt hat oder nicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, die Gemeinde habe bereits im Zeit­punkt der Baueingabe davon Kenntnis gehabt, dass mit einer Bauzeit von zehn Jahren ge­rechnet werde. Am 8. Mai 1996 sei die Gemeinde Ã¼ber das voraussichtliche Bauzeitende informiert worden und habe sich diesem nicht widersetzt. Die Gemeinde habe mehrfach bestÃ¤tigt, dass eine 10-jÃ¤hrige Bauzeit aus rechtlicher Sicht unproblematisch sei, sofern die Arbeiten nicht unterbrochen wÃ¼rden. Schliesslich hÃ¤tten auch die heutigen Nachbarn im Zeitpunkt des Hauskaufs (1992) gewusst, dass mit einer Bauzeit von insgesamt zehn Jah­ren gerechnet werden mÃ¼sse. Die BeschwerdefÃ¼hrenden werfen dem Regierungsrat vor, in diesen umstrittenen Punkten ohne weitere Beweisabnahme und ohne Ã¼berzeugende Be­grÃ¼n­dung die fÃ¼r sie ungÃ¼nstige Sachverhaltsdarstellung angenommen zu haben. Sie er­blicken darin eine willkÃ¼rliche WÃ¼rdigung des Sachverhalts und eine GehÃ¶rsverweigerung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die erwÃ¤hnten Aspekte sind insofern von Bedeutung, als sich die BeschwerdefÃ¼h­renden allenfalls auf behÃ¶rdliche Zusicherungen bzw. den Grundsatz von Treu und Glau­ben berufen kÃ¶nnen, um die Dauer ihres Umbaus zu rechtfertigen. Die Berufung auf be­hÃ¶rdliche Zusicherungen setzt allerdings unter anderem voraus, dass die Privaten die aus­kunftserteilende BehÃ¶rde in guten Treuen als zustÃ¤ndig erachten durften (vgl. Ulrich HÃ¤­felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 569 f.). ZustÃ¤ndig fÃ¼r solche Zusagen wÃ¤re allein der Gemeinderat oder allenfalls der Bauausschuss gewesen (vgl. § 2 lit. c des Planungs‑ und Baugesetzes vom 7. September 1975 [PBG] in Verbindung mit Art. 23 Ziff. 9 sowie Art. 35 der Gemeindeordnung der politischen Gemeinde B. vom 28. November 1993). Hingegen kann es von vornherein nicht auf Aussagen des BausekretÃ¤rs oder einzelner GemeinderÃ¤te ankommen, was auch fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden erkennbar war. Zudem widerspricht es der Lebenserfahrung, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrenden in einer wichtigen Frage allein auf mÃ¼ndliche Ãusse­rungen verlassen haben wollen. Die Besprechung vom 8. Mai 1996 auf dem Bauamt B. diente gemÃ¤ss Einladung einzelnen Punkten der Zwischenkontrolle vom 21. MÃ¤rz 1996, die dazu fÃ¼hrte, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden ein ProjektÃ¤nderungsgesuch einzureichen hatten. Ohne Zweifel war den BehÃ¶rden daher bekannt, dass die Bauarbeiten nur langsam fortschritten; dass Vertreter der Gemeinde sich anlÃ¤sslich die­ser Besprechung ausdrÃ¼cklich mit einem nochmals mehrere Jahre umspannenden Zeitplan einverstanden erklÃ¤rt haben sollen, erscheint hÃ¶chst unwahrscheinlich und wird jedenfalls nicht durch ein Protokoll, eine Aktennotiz oder Ã¤hnliches bestÃ¤tigt. Hingegen hat der Bau­sekretÃ¤r der Gemeinde be­reits im Rekursverfahren schriftlich erklÃ¤rt, anlÃ¤sslich dieser Be­sprechung habe der Be­schwerdefÃ¼hrer auf die lÃ¤ngere Bauzeit hingewiesen, hingegen habe der damalige Hoch­bau­vorstand keine "Endbauzeit" in irgend einer Weise akzeptiert. Im glei­chen Schreiben erklÃ¤rte der BausekretÃ¤r, es stimme nicht, dass der BeschwerdefÃ¼h­rer anlÃ¤sslich der Bau­eingabe im Jahr 1989/90 eine Bauzeit von rund zehn Jahren angege­ben habe. Angesichts dieser UmstÃ¤nde ist es weder willkÃ¼rlich noch gehÃ¶rs­ver­wei­gernd, dass der Regierungsrat unter Berufung auf die Akten eine rechtsgenÃ¼gliche Beweis­fÃ¼hrung der Beschwerde­fÃ¼h­ren­den verneint hat, ohne zuvor noch weitere Aus­kunftsper­so­nen einzuvernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Selbst wenn aber eine ungenÃ¼gende AbklÃ¤rung des Sachverhalts durch den Regie­rungsrat zu bejahen wÃ¤re, so wÃ¼rde sich im vorliegenden Fall eine ErgÃ¤nzung der Sachver­haltsabklÃ¤rung oder gar eine RÃ¼ckweisung der Angelegenheit wegen Verweigerung des rechtlichen GehÃ¶rs verbieten, weil die Frage inzwischen durch Zeitablauf gegenstandslos geworden ist. Eine BestÃ¤tigung des angefochtenen Entscheids entfaltet keine RÃ¼ckwirkung, sondern wirkt allein fÃ¼r die Zukunft. Die Bewilligungen, die den Umbauarbeiten der Be­schwerdefÃ¼hrenden zugrunde liegen, datieren von der ersten HÃ¤lfte des Jahrs 1990. Inzwi­schen sind rund zehn Jahre vergangen, so dass jedenfalls heute eine BestÃ¤tigung des Be­fehls zur Beendigung der Bauarbeiten auch dann nicht gegen Treu und Glauben versties­se, wenn die von den BeschwerdefÃ¼hrenden behaupteten Zusagen gemacht worden wÃ¤ren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Zu prÃ¼fen ist, ob der Befehl zur Beendigung der Bauarbeiten auf einer ausrei­chen­den gesetzlichen Grundlage beruht. Der Gemeinderat stÃ¼tzte seine VerfÃ¼gung auf das Bundesgesetz Ã¼ber den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (USG; SR 814.01) sowie auf die LÃ¤rmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41). Der Regierungs­rat liess offen, ob diese gesetzliche Grundlage ausreiche, bejahte indessen die Anwendbar­keit des Planungs‑ und Baugesetzes.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) GemÃ¤ss § 328 Abs. 1 PBG kann die Beendigung der Bauarbeiten innert nÃ¼tzli­cher Frist befohlen werden, wenn die Bauarbeiten wÃ¤hrend lÃ¤ngerer Zeit ‑ bei ArealÃ¼ber­bauungen lÃ¤nger als zwei Jahre ‑ unterbrochen werden. Abs. 2 dieser Bestimmung sieht fÃ¼r den SÃ¤umnisfall verschiedene Sanktionen vor, unter anderem die Fertigstellung durch Er­satzvornahme (lit. a) und die FÃ¶rderung der Bauarbeiten durch die Gemeinde, soweit es die Sicherheit von Personen und Sachen oder der Natur‑ und Heimatschutz erfordern (lit. b). Die Kosten derartiger Massnahmen trÃ¤gt der GrundeigentÃ¼mer (Abs. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>§ 328 PBG trÃ¤gt dem Umstand Rechnung, dass halbfertige Bauten in verschiedener Hinsicht polizeiwidrig sind (Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 411; RB 1996 Nr. 86). Zu erwÃ¤hnen sind namentlich die mit einer Baustelle regelmÃ¤s­sig verbundenen Gefahren fÃ¼r das Publikum bzw. Passanten sowie die Verletzung des Ein­ordnungsgebots von § 238 Abs. 1 PBG. Zu den unerwÃ¼nschten, nicht beliebig lang hinzu­nehmenden Auswirkungen einer Baustelle gehÃ¶ren auch die mit Bauarbeiten regelmÃ¤ssig verbundenen Immissionen (vgl. in diesem Zusammenhang § 226 Abs. 1, 2 und 4 PBG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>§ 328 PBG bestimmt ‑ abgesehen vom Fall der ArealÃ¼berbauungen ‑ nicht nÃ¤her, wann von einem lÃ¤ngeren Unterbruch der Bauarbeiten gesprochen werden kann. DarÃ¼ber ist im Einzelfall mit RÃ¼cksicht auf die konkreten UmstÃ¤nde zu entscheiden; bei dieser PrÃ¼­fung steht der zustÃ¤ndigen BaubehÃ¶rde ein erheblicher Ermessensspielraum offen (RB 1996 Nr. 86 mit Hinweisen). Dabei ist nicht massgebend, in welchen zeitlichen AbstÃ¤nden der Bauherr jeweils kleinere Bauarbeiten ausfÃ¼hrte; entscheidend ist allein die zeitliche Distanz zwischen dem Augenblick, in welchem der Zustand des unvollendeten Bauwerks beurteilt wird, und demjenigen der rechtskrÃ¤ftigen Erteilung der Baubewilligung, unter BerÃ¼cksichtigung der GrÃ¶sse des Bauvorhabens (VGr, 21. Dezember 1989, VB 89/0148, E. 2a). Ein Unterbruch der Bauarbeiten wÃ¤hrend lÃ¤ngerer Zeit im Sinn von § 328 Abs. 1 PGB liegt mit anderen Worten auch dann vor, wenn an einer Baute zwar regelmÃ¤ssig, aber derart langsam gearbeitet wird, dass die Gesamtdauer der Bauarbeiten in keinem vernÃ¼nfti­gen VerhÃ¤ltnis zum Bauvolumen bzw. der Bauaufgabe mehr steht. Der Regierungsrat hat daher zu Recht bejaht, dass der angefochtene Befehl auf § 328 PBG gestÃ¼tzt werden kann.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Umbau bzw. die Renovation des Hausteils der BeschwerdefÃ¼hrenden hÃ¤tte bei Ã¼blicher Vorgehensweise innert lÃ¤ngstens etwa einem bis anderthalb Jahren durchge­fÃ¼hrt werden kÃ¶nnen, wie die entsprechende Umbaudauer am Hausteil der privaten Be­schwerdegegner belegt und im Ãbrigen die Erfahrung zeigt. Beim von den BeschwerdefÃ¼h­renden gewÃ¤hlten Vorgehen sind die Arbeiten auch nach zehn Jahren seit Erteilen der Bau­bewilligung noch nicht abgeschlossen. Diese Dauer steht in keinem vernÃ¼nftigen VerhÃ¤lt­nis zur GrÃ¶sse des Bauvorhabens und ist als Ã¼bermÃ¤ssig zu qualifizieren. Somit liegt ein Unterbruch der Bauarbeiten wÃ¤hrend lÃ¤ngerer Zeit im Sinn von § 328 Abs. 1 PBG vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Bei der Beurteilung, ob Massnahmen im Sinn von § 328 PBG zu ergreifen sind, steht der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde wie erwÃ¤hnt ein erheblicher Ermessensspielraum offen. Bei der AusÃ¼bung des Ermessens hat die BehÃ¶rde die zuvor erwÃ¤hnten, fÃ¼r die Begrenzung der Baudauer sprechenden Aspekte (namentlich Sicherheit, Einordnung, StÃ¶rungswirkung fÃ¼r Dritte) gegenÃ¼ber dem Interesse des Bauherrn an der gewÃ¤hlten Bauweise bzw. am Unter­bruch der Bauarbeiten abzuwÃ¤gen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Im vorliegenden Fall spielen Sicherheitsaspekte, wenn Ã¼berhaupt, eine unterge­ordnete Rolle. Wie die BeschwerdefÃ¼hrenden mit einem gewissen Recht geltend machen, bewirkt schon der Umstand, dass sie ihren Hausteil bewohnen, eine regelmÃ¤ssige Ãberwa­chung der Baustelle. Hinzu kommt, dass bei einem Umbau der vorliegenden Art nicht die gleichen Sicherheitsprobleme entstehen wie etwa bei einer offenen Baugrube oder bei ei­nem Rohbau mit BaugerÃ¼st.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einordnungsaspekt hÃ¤tte eine gewisse Rolle spielen kÃ¶nnen, solange grÃ¶ssere Teile des Dachs oder der Fassade noch zu renovieren waren. Da sich die Vorinstanzen hier­zu nicht weiter Ã¤ussern, erÃ¼brigen sich weitere AusfÃ¼hrungen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Zentral erscheinen aufgrund der AusfÃ¼hrungen aller Beteiligten die Einwirkun­gen auf den Hausteil der privaten Beschwerdegegner durch LÃ¤rm und allenfalls weitere Bau­immissionen. Die BeschwerdefÃ¼hrenden bauen wie erwÃ¤hnt ihren Hausteil praktisch vollstÃ¤ndig selber um. Die entsprechenden Arbeiten erfolgen vor allem in den Randstunden und am Wochenende, weil die BeschwerdefÃ¼hrenden berufstÃ¤tig sind und sich daher wÃ¤h­rend der normalen Arbeitszeiten ihrem Umbau kaum widmen kÃ¶nnen. Daher treten auch die StÃ¶rungen durch die Bauarbeiten vornehmlich dann auf, wenn sich die privaten Be­schwerdegegner und deren schulpflichtige Kinder zu Hause aufhalten. Es ist gerichtsnoto­risch und bedarf keiner besonderen Beweise, dass der LÃ¤rm von Baumassnahmen am Bau­kÃ¶rper wie Bohren, HÃ¤mmern, Spitzen und dergleichen im ganzen GebÃ¤ude, vorliegend also auch im Hausteil der privaten Beschwerdegegner, deutlich wahrgenommen und als stÃ¶rend empfunden wird. UnabhÃ¤ngig davon, ob das Bauprogramm auch lÃ¤ngere Phasen ohne lÃ¤rmige Arbeiten umfasst, stellt die seit Jahren immer wieder auftretende BelÃ¤stigung durch BaulÃ¤rm fÃ¼r die private Beschwerdegegnerschaft eine erhebliche BeeintrÃ¤chtigung dar. Wenn der Gemeinderat das Interesse an der Beendigung dieser BeeintrÃ¤chtigung hÃ¶her gewichtet hat als das Interesse der BeschwerdefÃ¼hrenden an der WeiterfÃ¼hrung ihrer Bau­weise, so hat er im Ergebnis § 328 Abs. 1 PBG korrekt angewendet. Der Befehl zur Been­digung der Bauarbeiten innert sechs Monaten erweist sich damit als rechtmÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Eine gewisse Unklarheit der VerfÃ¼gung vom 8. Februar 1999 ergibt sich daraus, dass die Frist gemÃ¤ss Disp.-Ziff. 1.1 ab Rechtskraft des Beschlusses zu laufen beginnt, wÃ¤h­rend in Disp.-Ziff. 5 Abs. 2 einem allfÃ¤lligen Rekurs gegen Ziffer 1 des Beschlusses die aufschiebende Wirkung entzogen wird. Letztere Bestimmung wÃ¼rde nur Sinn machen, wenn die Frist ab dem Datum des Befehls zu laufen begÃ¤nne. Der Klarheit halber ist fest­zustellen, dass die Frist von sechs Monaten neu ab der Mitteilung dieses Urteils an die Par­teien lÃ¤uft.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Die BeschwerdefÃ¼hrenden setzen sich mit den vom Gemeinderat verfÃ¼gten Sank­tionen (Ersatzvornahme, Androhung eines Strafverfahrens) nicht auseinander. Es liegt nichts vor, was die Sanktionen grundsÃ¤tzlich als rechtswidrig erscheinen liesse. ErwÃ¤hnt sei, dass sich eine allfÃ¤llige Ersatzvornahme auf jene baulichen Vorkehren zu beschrÃ¤nken hÃ¤tte, die aus baupolizeilichen bzw. EinordnungsgrÃ¼nden erforderlich erscheinen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Mit Recht machen die BeschwerdefÃ¼hrenden darauf aufmerksam, dass der Regie­rungsrat auf ihren Rekurs auch insofern hÃ¤tte eintreten mÃ¼ssen, als sie die Aufhebung von Disp.-Ziff. 2‑4 des Beschlusses des Gemeinderats beantragt hatten, weil diese Teile des Dispositivs sich lediglich mit den ModalitÃ¤ten des Vollzugs des Befehls und den Kos­ten der VerfÃ¼gung befassen. Indessen hat der Regierungsrat in einer EventualerwÃ¤gung auch festgehalten, dass gegen diese Anordnungen materiell nichts einzuwenden ist. Zu wei­ter­ge­henden AusfÃ¼hrungen hatte der Regierungsrat keinen Anlass, nachdem die Rekur­ren­ten diesbezÃ¼glich keine spezifischen RÃ¼gen erhoben hatten. Die BeschwerdefÃ¼hrenden ver­mÃ¶­gen aus dem Nichteintreten des Regierungsrats in diesem Punkt nichts fÃ¼r sich ab­zulei­ten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) Die angefochtene VerfÃ¼gung erweist sich damit schon gestÃ¼tzt auf das kantonale Recht als rechtmÃ¤ssig. Die Beschwerde ist somit abzuweisen, ohne dass geprÃ¼ft werden muss, ob sich der Befehl auch auf das Umweltschutzgesetz stÃ¼tzen liesse. Wie angemerkt werden mag, ist auch letzteres der Fall.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Der Hausteil der BeschwerdefÃ¼hrenden stellt eine ortsfeste Anlage im Sinn von Art. 7 Abs. 7 USG und Art. 2 Abs. 1 LSV dar, in welcher LÃ¤rm erzeugt wird. Diese Emis­sionen sind nach Art. 11, 12 und 25 USG zu begrenzen. GemÃ¤ss Art. 25 Abs. 1 USG dÃ¼r­fen ortsfeste Anlagen nur errichtet werden, falls die durch sie in ihrer Umgebung erzeugten LÃ¤rmimmissionen die Planungswerte nicht Ã¼berschreiten. Dabei gelten mit einer lÃ¤rmer­zeu­genden Anlage baulich verbundene (zusammengebaute) GebÃ¤ude als Umgebung im Sinn von Art. 25 USG (BGr, URP 1999 S. 264 ff. E. 3b, auch zum Folgenden). Ob der LÃ¤rm der fraglichen Anlage Ã¼ber die GebÃ¤udestruktur oder Ã¼ber das Freie zu den lÃ¤rmemp­findlichen RÃ¤umen der NachbargebÃ¤ude Ã¼bertragen wird, spielt fÃ¼r die grundsÃ¤tzliche An­wendbarkeit von Art. 25 USG keine Rolle. Hingegen kann bei der Beurteilung des von ei­ner Anlage auf benachbarte, angebaute GebÃ¤ude einwirkenden LÃ¤rms nicht unbesehen auf Art. 25 USG und die darauf abgestÃ¼tzten Bestimmungen der LÃ¤rmschutz-Verordnung ab­ge­stellt werden. Das System der Belastungsgrenzwerte ist auf die Beurteilung von LÃ¤rm zugeschnitten, der im Freien Ã¼bertragenen wird. Die LÃ¤rmausbreitung in angebaute Nach­bargebÃ¤ude ist deshalb grundsÃ¤tzlich nach den fÃ¼r InnenlÃ¤rm geltenden Anforderungen zu beurteilen (Art. 32 ff. LSV). Dabei sind die Bestimmungen Ã¼ber die Begrenzung von Emis­sionen (Art. 11, 12, 25 und allenfalls 16 - 18 USG) sinngemÃ¤ss anzuwenden. Namentlich sind die Vorschriften Ã¼ber die vorsorgliche und verschÃ¤rfte Emissionsbegrenzung (Art. 11 und 12 USG) unmittelbar anwendbar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Belastungsgrenzwerte fÃ¼r die Beurteilung von BaulÃ¤rm bestehen nicht, ebenso­wenig wie quantifizierte Kriterien fÃ¼r die Beurteilung von im Innern von GebÃ¤uden Ã¼ber­tragenem BaulÃ¤rm. Daran Ã¤ndert auch die inzwischen vorliegende, entsprechend Art. 6 LSV erlassene BaulÃ¤rm-Richtlinie des Bundesamts fÃ¼r Umwelt, Wald und Landschaft vom 2. Februar 2000 nichts.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Fehlen Belastungsgrenzwerte, so beurteilt die VollzugsbehÃ¶rde die LÃ¤rmimmissio­nen nach Art. 15 USG, unter BerÃ¼cksichtigung der Art. 19 und 23 USG. Nach Art. 15 USG sind die Immissionsgrenzwerte fÃ¼r LÃ¤rm so festzulegen, dass nach dem Stand der Wissen­schaft oder der Erfahrung Immissionen unterhalb dieser Werte die BevÃ¶lkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stÃ¶ren. Das heisst, dass auch bei der Beurteilung von LÃ¤rm­immissionen direkt gestÃ¼tzt auf Art. 15 USG objektivierte Kriterien anzuwenden sind. Das bedeutet hingegen nicht, dass allein deshalb, weil in einem konkreten Fall nur eine kleine Anzahl Personen Ã¼berhaupt betroffen ist, das Umweltschutzgesetz nicht zur Anwendung gelangt. Vielmehr ist zu beurteilen, ob die Immissionen, denen die Betroffenen ausgesetzt sind, von einem grÃ¶sseren Personenkreis als erhebliche StÃ¶rung beurteilt wÃ¼rden, wobei auch Art. 13 Abs. 2 USG zu berÃ¼cksichtigen ist. Danach setzt nicht das Individuum mit der subjektiv hÃ¶chsten Empfindlichkeit den Massstab. Art. 13 Abs. 2 USG gebietet es aber, auch das SchutzbedÃ¼rfnis von Personengruppen mit erhÃ¶hter Empfindlichkeit zu berÃ¼ck­sichtigen, ja deren SchutzbedÃ¼rfnis relativ stÃ¤rker zu gewichten als jenes der durchschnitt­lichen oder gar besonders robusten Personengruppen (AndrÃ© Schrade/Theodor Loretan in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 1998, Art. 13 N. 16 und 19).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Fehlen die Voraussetzungen fÃ¼r die Anwendung von Grenzwerten, so mÃ¼ssen die VollzugsbehÃ¶rde bzw. der Richter ohne RÃ¼ckgriff auf diese im Einzelfall aufgrund der Er­fahrung beurteilen, ob eine unzumutbare StÃ¶rung vorliegt. Dabei sind der Charakter des LÃ¤rms, Zeitpunkt und HÃ¤ufigkeit seines Auftretens sowie die LÃ¤rmempfindlichkeit bzw. die LÃ¤rmvorbelastung der Zone, in der die Immissionen auftreten, zu berÃ¼cksichtigen (BGE 123 II 325 E. 4d/bb, mit Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Dass BaulÃ¤rm von vielen Menschen als Ã¼berdurchschnittlich lÃ¤stig und stÃ¶rend empfunden wird, ist eine Binsenwahrheit, die keiner weiteren BegrÃ¼ndung bedarf. BaulÃ¤rm wird wÃ¤hrend beschrÃ¤nkter Zeit als unvermeidliches Ãbel toleriert. Vorliegend tritt der Bau­lÃ¤rm zwar nicht regelmÃ¤ssig auf und sind offenbar auch lÃ¤ngere Abschnitte zu ver­zeich­nen, wÃ¤hrend deren keine lÃ¤rmigen Arbeiten stattfinden. Ins Gewicht fÃ¤llt aber, dass die lÃ¤rmigen Arbeiten praktisch nur zu Zeiten stattfinden, in denen das ErholungsbedÃ¼rfnis und damit die StÃ¶rungsanfÃ¤lligkeit der Betroffenen gross ist. Weiter fÃ¤llt in Betracht, dass die Arbeiten schon jahrelang dauern und die BeschwerdefÃ¼hrenden ein verbindliches Ende bisher nicht in Aussicht gestellt haben. Die Tatsache, dass der BaulÃ¤rm unregelmÃ¤ssig auf­tritt, verunmÃ¶glicht es den Betroffenen auch, sich darauf einzustellen und die Tagespla­nung wenigstens teilweise danach zu richten. Selbst wenn in Rechnung gestellt wird, dass die Dauer der einzelnen LÃ¤rmepisoden beschrÃ¤nkt sein dÃ¼rfte, so ergibt sich insgesamt doch ohne weiteres das Bild einer erheblichen StÃ¶rung im Sinn von Art. 15 USG. Von Ba­gatellimmissionen kann keine Rede sein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) GemÃ¤ss Art. 11 Abs. 2 USG sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich mÃ¶glich und wirtschaftlich tragbar ist. Dass eine Begrenzung der LÃ¤rmemissionen auf eine beschrÃ¤nkte Zeit technisch und be­trieb­lich mÃ¶glich ist, bedarf keiner weiteren AusfÃ¼hrungen. ErwÃ¤hnt sei in diesem Zusam­menhang, dass eine konzentrierte Bauabwicklung durch verschiedene Unternehmer es auch ermÃ¶glichte, verschiedene lÃ¤rmige Arbeiten gleichzeitig vorzunehmen, was in der Regel we­niger stÃ¶rend wirkt, als wenn diese Arbeiten hintereinander stattfinden (vgl. die Bau­lÃ¤rm­richtlinie des BUWAL, Ziff. 3.2.2.3, S. 18). Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen gel­tend, die Verpflichtung, die Bauarbeiten innert der gesetzten Frist zu beenden, sei fÃ¼r sie wirtschaftlich nicht zumutbar. Bei Anlagen, die nicht nach wirtschaftlichen GrundsÃ¤tzen betrieben werden, deckt sich das Kriterium der wirtschaftlichen Tragbarkeit mit dem Grund­satz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit (Schrade/Loretan, Art. 11 N. 35a). Von den verschie­denen Teilgehalten dieses Grundsatzes ist hier nur jener von Bedeutung, der besagt, dass zwischen dem Zweck eines Eingriffs und der Eingriffswirkung ein angemessenes VerhÃ¤lt­nis bestehen muss. Dieses VerhÃ¤ltnis ist vorliegend ohne weiteres gewahrt. Schon grund­sÃ¤tzlich kann wohl niemand aus dem VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip das Recht ableiten, Nach­barn wÃ¤hrend Jahren mit BaulÃ¤rm zu stÃ¶ren, weil er aus finanziellen GrÃ¼nden nicht das Ã¼bliche Vorgehen bei einem Umbau einschlagen kann oder will. Erst recht muss vor­liegend geltend, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden die Mehrkosten, die aus einer beschleu­nig­ten Beendigung ihres Umbaus resultieren, zu tragen haben, oder dass sie auf gewisse Bau­arbeiten verzichten mÃ¼ssen, damit die Einwirkungen auf den anderen GebÃ¤udeteil ein Ende finden. Die Auflage, Bauarbeiten innert nÃ¼tzlicher Frist abzuwickeln und damit die Umge­bung vor LÃ¤rmeinwirkungen zu verschonen, ist im vorliegenden Fall verhÃ¤ltnismÃ¤s­sig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>