<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00299</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107048&amp;W10_KEY=4467145&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00299</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.01.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Unterschutzstellung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufhebung der Unterschutzstellung einer Villa im historisierenden Renaissancestil wegen mangelnder wichtiger Zeugenschaft.<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUGENSCHEIN">AUGENSCHEIN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ÃBRIGES PLANUNGS- UND BAURECHT">ÃBRIGES PLANUNGS- UND BAURECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSCHUTZSTELLUNG">UNTERSCHUTZSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZEUGENSCHAFT">ZEUGENSCHAFT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 203 Abs. I lit. c PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Beschluss vom 12. Dezember 2001 stellte der Gemeinderat X die "Villa Q" (Vers.Nr. 01) auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 02 an der K-stras­se gestÃ¼tzt auf § 203 Abs. 1 lit. c Planungs- und Baugesetz vom 7. September 1975 (PBG) im nÃ¤her umschriebenen Um­fang unter Schutz. Nach Auffassung des Gemeinderates, der sich auf ein Gutachten der Denkmalpflege-Kommission des Kantons ZÃ¼rich vom 18. Juli 2001 stÃ¼tzte, handelt es sich bei dem zwischen 1900 und 1902 erbauten und 3 Jahre spÃ¤ter um einen BÃ¼roanbau ergÃ¤nz­ten Haus "Q" um ein in X selten anzutreffen­des Beispiel eines Mehr­familienhauses mit fast villenartigem ReprÃ¤sentationsanspruch. Das Ãus­sere des GebÃ¤udes sei in historischem, die toskanische Renaissance zitie­renden Stil mit grossem Aufwand durchgestaltet und befinde sich in weit­gehend originalem, wenn auch baulich etwas vernachlÃ¤ssigtem Zustand. In beiden Wohnungen weise auch das Innere des GebÃ¤udes noch Teile des ur­sprÃ¼nglichen Ausbaues auf. Obwohl entstehungsgeschicht­lich ohne Zu­sammenhang, bilde das Haus "Q" mit dem benachbarten, ungefÃ¤hr zeitgleich entstandenen FabrikgebÃ¤ude K-strasse eine visuelle Ein­heit. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. B, EigentÃ¼mer der "Villa Q" liess gegen diesen Unterschutz­stel­lungsbeschluss Re­kurs erheben, der von der Baurekurs­kommission III nach DurchfÃ¼hrung eines Delegations­augenscheins mit Entscheid vom 3. Juli 2002 gutgeheissen wurde. Dies im Wesentlichen mit folgender BegrÃ¼ndung: </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Entgegen der Auffassung der kantonalen Denkmalpflegekommission â deren Gut­achten von der Rekurskommission in tatsÃ¤chlicher und recht­licher Hinsicht frei gewÃ¼rdigt werde â erfÃ¼lle die "Villa Q", deren architektonische Gestaltung im Detail geschildert wird, die Anforderungen von § 203 Abs. 1 lit. c PBG, nÃ¤mlich der wichtigen Zeugenschaft einer Epoche, nicht. Der Amtsbericht der kantonalen Denkmalpflegekommission erschÃ¶pfe sich im We­sentlichen in der chronologischen Baugeschichte und in der detaillierten Beschrei­bung der Ã¤usseren Erschei­nung des GebÃ¤udes. Eine einlÃ¤ssliche denkmal­pfleger­ische Wer­tung fehle jedoch. Insbesondere bleibe die Frage unbeantwortet, inwiefern das Ge­bÃ¤u­de einen hervorragen­den Vertreter des im 19. Jahrhundert dominieren­den Historismus darstel­len sollte, in welchem die Stilformen historischer Epochen, namentlich der Romantik, Gotik, Renaissance und des Barock wieder auflebten. Es werde lediglich auf die aussergewÃ¶hn­liche Stilwahl des Bauwerkes und das Zu­rÃ¼ckgreifen auf italienische Vorbilder hinge­wie­sen, wobei eine Zuordnung zu einer Stilrichtung unterbleibe. Das Bauwerk sei denn auch fÃ¼r keine der historischen Stilrichtungen reprÃ¤sentativ. Mit seiner ungewÃ¶hnlichen Stil­­wahl falle das an einen italienischen Palast zu erinnernde Streitobjekt als fremdes Unikat auf, das zur Architektur der Re­gion keinen Bezug habe. Offenbar habe sich hier, wie die Denkmalpflege­kommission selber ein­rÃ¤ume, ein Liebhaber der Renaissancearchitektur sich einen Traum erfÃ¼llen wollen. Der Umstand, dass es sich vorliegend um ein stilistisch ausser­gewÃ¶hnliches Bauwerk handelt, erhebe das GebÃ¤ude noch lange nicht zum wichtigen Zeugen. Vielmehr spreche die eigenwillige Stilwahl gerade ge­gen eine besondere Zeugenschaft fÃ¼r eine bestimmte Epoche. Auch den inneren Bauteilen der â nÃ¤her beschriebenen â zwei Etagenwohnungen ohne herrschaftlichen An­spruch kÃ¶nne keine qualifi­zierte Zeugenschaft attestiert werden. Mit dem ReprÃ¤­sen­ta­tionsanspruch des Ãusseren korrespondierten einzig die in je zwei Zimmern vorhandenen Deckenstuckaturen, die jedoch keinen besonde­ren Zeugenwert aufweisen wÃ¼rden, weil sich vergleichbare Decken noch in zahlreichen andern Ge­bÃ¤uden befÃ¤nden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das GebÃ¤ude lege auch keine Zeugenschaft fÃ¼r eine wirtschaftliche oder soziale Epoche ab. Zwar hÃ¤tten sich im Zeitalter der Industrialisierung wohlhabende BÃ¼rger archi­tek­to­nische Extravaganzen geleistet, was sich in prachtvollen Villen mit ReprÃ¤sentations­rÃ¤umen oder EtagenwohnhÃ¤usern mit grosszÃ¼gigen, reprÃ¤sentativen Wohnungen geÃ¤us­sert habe. Im Gegen­satz dazu wÃ¼rden sich hinter der villenartigen Kulisse des Streitobjekts klein­rÃ¤umige, einfache Wohnungen ohne herrschaftlichen Anspruch ver­bergen. Auch in die­ser Hinsicht handle es sich bei diesem Wohnhaus fÃ¼r die damalige Zeit um einen Exoten, weshalb darin keine wichtige Beispiel­haftigkeit eines historischen Wohnbaus erblickt werden kÃ¶nne. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Schliesslich habe anlÃ¤sslich des Augenscheins auch die behauptete Ensemblewirkung der "Villa Q" und des benachbarten, um die Jahr­hundertwende erbauten FabrikgebÃ¤u­des nicht festgestellt werden kÃ¶nnen. Zwischen den beiden GebÃ¤uden sei weder ein baulicher noch ein funktio­naler Zusammenhang auszumachen â gegen Ende des 19. Jahrhunderts seien die Villen von Fabrikunternehmern hÃ¤ufig nicht mehr in unmittel­barer NÃ¤he zum Arbeitsort gebaut worden â, und es sei reiner Zufall, dass die beiden GebÃ¤ude ungefÃ¤hr zeitgleich und in unmittelbarer Nachbarschaft erbaut wurden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Eine Unterschutzstellung der "Villa Q" rechtfertige sich angesichts des damit verbundenen Eingriffs in die Eigentumsrechte des Grundeigen­tÃ¼mers nicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 18. September 2002 beantragte der ZÃ¼rcher Heimat­schutz, den Entscheid der Baurekurskommission III vom 3. Juli 2002 aufzuheben und die "Villa Q" gemÃ¤ss Beschluss des Gemeinderats X definitiv unter Schutz zu belassen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Gemeinderat X erklÃ¤rte am 4. Oktober 2002 Verzicht auf Stel­lungnah­me. Mit Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2002 liess B beantragen, die Beschwerde vollumfÃ¤ng­lich abzuweisen. Die Baurekurskommission III beantragte am 17. Ok­tober 2002 Abweisung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen zu den Parteistandpunkten werden, soweit nÃ¶tig, in den nachstehenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben. </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die ZÃ¼rcherische Vereinigung fÃ¼r Heimatschutz (ZVH) ist nach § 338a PBG zur Beschwerde legitimiert. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Da der massgebliche Sachverhalt aus den Akten, insbesondere den Fotografien, hinreichend hervorgeht, erÃ¼brigt sich ein Augenschein des Verwaltungsgerichtes (RB 1995 Nr. 12 E. 1 mit weiteren Hinweisen). Zudem geht es bei der hier streitigen Frage der Schutz­wÃ¼rdigkeit der "Villa Q" nicht um die Feststellung und WÃ¼rdigung ihrer archi­tek­to­nischen Gestaltung und baulichen AusfÃ¼h­rung, sondern darum, ob diesem GebÃ¤ude der Stel­lenwert eines wichtigen Zeugen einer Epoche im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG zukommt, was keiner Besichtigung vor Ort bedarf. Ein Augenschein durch das Verwal­tungs­gericht erÃ¼brigt sich daher (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 60 N. 11; RB 1966 Nr. 1; BGE 106 Ia 162; RenÃ© A. Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Ver­wal­tungs­rechtsprechung, Er­gÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt a.M. 1990 Nr. 82 B IV b). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Das Gutachten der kantonalen Denkmalpflegekommission, dessen Beizug beantragt wird, befindet sich bereits bei den vorinstanzlichen Akten. Sollte der BeschwerdefÃ¼hrer mit seinem Antrag "Es sei das Gutachten der kant. Denkmalpflegekommission evtl. der kantonalen Denkmalpflege (8090 ZÃ¼rich) einzuholen" die Einholung eines ergÃ¤nzenden Amts­­berichts der kan­tonalen Denkmalpflegekommission oder eines zusÃ¤tzlichen Gutachtens der kantonalen Denkmalpflege meinen, so ist auch dieser Antrag abzulehnen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vom BeschwerdefÃ¼hrer wird mit Recht nicht behauptet, dass das Gutachten der Denk­malpflegekommission vom 18. Juli 2001, welches dem Gemeinderat als Grundlage fÃ¼r den Unterschutzstellungsentscheid diente, unsachgemÃ¤ss, widersprÃ¼chlich oder unvollstÃ¤ndig wÃ¤re. Die Beschwerde beanstandet einzig, dass die Baurekurskommission aus dem in diesem Gutachten enthaltenen Beschrieb der architektonischen, stilistischen und baulichen Gestaltung des Objektes und dessen historischem Bezug eine andere Schlussfolgerung zog. Wie den nachstehenden ErwÃ¤gungen zu entnehmen ist, hat die Baurekurskommis­sion als Fachgericht jedoch ohne Verletzung ihrer ÃberprÃ¼fungsbefugnis als Rechtsmit­telinstanz aus diesem â von ihr frei zu wÃ¼rdigenden â Gutachten und aufgrund eigener Anschauung den Schluss ziehen dÃ¼rfen, dass es der "Villa Q" an der wichtigen Zeugen­schaft fehlt. FÃ¼r das Verwaltungsgericht besteht deshalb kein Anlass fÃ¼r ein ergÃ¤nzendes oder allenfalls neues Gutachten Ã¼ber den denkmalpflegerischen Stellenwert des Objekts, weshalb der Antrag abzuleh­nen ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Nach § 203 Abs. 1 lit. c PBG sind Schutzobjekte GebÃ¤ude, die als wichtige Zeu­­gen einer politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder baukÃ¼nstlerischen Epo­che erhaltenswÃ¼rdig sind. Mit dem Erfordernis der Wichtigkeit der Zeu­gen­schaft setzt das PBG einen Massstab, der nicht erlaubt, jedes beliebige Ob­jekt unter Schutz zu stellen. Zudem ver­l­angt das verfassungsmÃ¤ssige Prinzip der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit, dass an die qualifizierte Ei­gen­­schaft als wichtiger Zeuge einer Epoche umso hÃ¶here Anforderungen zu stellen sind, je schwerer der mit einer Unterschutzstellung verbundene Eingriff in die Eigentums­rechte des GrundeigentÃ¼mers ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Mit einlÃ¤sslichen AusfÃ¼hrungen, auf die verwiesen werden kann (§ 28 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]) hat die Baurekurskommission erwogen, dass die "Villa Q" kein wichtiger Zeuge der sozi­alen oder wirtschaftlichen Epoche um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert ist. Dieser WÃ¼r­di­gung ist beizupflichten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der von der Vorinstanz im Detail beschriebene eigenwillige Baustil des Bauwerkes, das von italienischen Vorbildern geprÃ¤gt ist und verschiedene Stilformen von Romantik, Gotik, Renaissance und Barock aufweist, macht aus diesem ohne Beziehung zur Architektur der Region da stehenden Objekt noch keinen wichtigen Zeugen seiner Zeit. Das Bauwerk ist gerade kein typisches Beispiel der damaligen baukÃ¼nstlerischen Epoche, und unter wirt­schaftlichen und sozialen Gesichtspunkten fehlt es auch am historischen Be­zug. Das Mehr­familienhaus mit zwei bescheidenen Etagenwohnungen, die sich hinter dem Ã¤usseren Er­scheinungsbild einer herrschaftlichen und reprÃ¤­sentativen Villa verbergen, ist auch nicht typisch fÃ¼r die damaligen sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten um die Wende vom 19. zum 20. Jahr­hundert. Selbst die kantonale Denkmalpflegekommission, deren Gutachten sich im Wesentlichen in einer chronologischen Darstellung der Bauge­schichte erschÃ¶pft, ver­­mag die Baute nicht einer bestimmten Epoche zuord­nen. Das liegt jedoch nicht an der QualitÃ¤t dieses Gutachtens, sondern eben am Objekt selbst (RB 1995 Nr. 75, 1989 Nr. 67).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wenn in diesem Gutachten festgehalten wird, dass sich der damalige Bau­herr mit dieser Villa einen Traum habe erfÃ¼llen wollen, so wird damit gerade treffend zum Ausdruck gebracht, dass diese Baute das individuelle Produkt eines Bauherrn ist und gerade nicht der in dieser Architektur sich nieder­schlagende Ausdruck der sozialen und wirtschaft­lichen VerhÃ¤ltnisse der da­maligen Zeit. Noch weniger lÃ¤sst sich von dieser wohl aus­ser­ge­wÃ¶hnlichen, aber eben der Epoche ihrer Entstehung gerade nicht als typisch zuzuordnen­den Baute sagen, dass ihr eine qualifizierte Zeugenschaft zukomme. Bei der "Villa Q" handelt es sich vielmehr um ein fremdes Unikat ohne Bezug zur Architektur der Region, und sie ist auch kein reprÃ¤sentativer bzw. wich­tiger Zeuge einer sozialen oder wirtschaftlichen ZeitstrÃ¶mung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dass die "Villa Q" stilistisch in keinem Zusammenhang mit dem benach­bar­ten FabrikgebÃ¤ude steht, wird schon durch die in den Akten vor­handenen Fotografien bestÃ¤tigt und von der Baurekurskommission denn auch mit Ã¼berzeu­genden ErwÃ¤gungen, auf die wiederum verwiesen werden kann, dargetan. Der in der Beschwerde erhobene Vorwurf akten- und tatsachenwidriger Fest­stellung ist nicht beizupflichten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die architektonische und historische WÃ¼r­­digung der "Villa Q" durch die Baurekurskommission, die sich in den tatsÃ¤chlichen Feststellungen im Wesentlichen mit denjenigen des Gutachtens der Denk­mal­pflege­kom­mis­sion deckt und nur mit Bezug auf die Wertung unter dem Gesichtspunkt der wichtigen Zeugenschaft zu einem andern Ergebnis ge­langt, Ã¼ber­zeugend. Was die BeschwerdefÃ¼hrerin dagegen vorbringt, bleibt weitgehend unsubstanziiert und ist nicht stichhaltig. Zu Recht hat die Baurekurskommission entschieden, dass dem Bauwerk die QualitÃ¤t eines wich­tigen Zeugen einer bestimmten baukÃ¼nstlerischen, sozialen oder wirtschaftlichen Epoche nicht zugesprochen werden kann und auch eine Ensemblewirkung mit dem be­nach­bar­ten Fab­rik­gebÃ¤ude nicht gegeben ist. Indem der Gemeinderat X trotz Feh­lens der Voraussetzungen von § 203 Abs. 1 lit. c die Villa "Q" unter Schutz gestellt hat â ein Eingriff in die Eigentums­rechte, der trotz Ausklam­merung der Hofseite und der bestehenden NebengebÃ¤ude von dieser Mass­nahme klar unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist â, hat er sein Ermessen Ã¼ber­schritten. Die Aufhe­bung dieses Entscheids durch die Rekursinstanz erfolgte daher zu Recht. Die Be­schwerde ist daher abzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ... </span></p> <p class="MsoHeader"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="BlockText"><span> </span></p> <p class="BlockText"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. </span>Die Beschwerde wird abgewiesen. </p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>