B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-763/2016 lan U r t e i l v o m 5 . A p r i l 2 0 1 8 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richter Gérald Bovier, Richter Thomas Wespi, Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien, vertreten durch lic. iur. Semsettin Bastimar, Rechtsberatung & - Vertretung, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM, zuvor Bundesamt für Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügung des SEM vom 11. Januar 2016 / N (…). D-763/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein syrischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie – suchte am 26. März 2013 nach seiner Ankunft aus B._______ in Beglei- tung seiner Ehefrau, C._______ (ebenfalls N […]), im Flughafen D._______ um Asyl nach. Mit Verfügung vom selben Tag verweigerte ihnen das BFM die Einreise in die Schweiz vorläufig und wies ihnen für die Dauer von maximal 60 Tagen den Transitbereich des Flughafens als Aufenthalts- ort zu. Dort wurden sie am 30. März 2013 durch das Bundesamt zur Person befragt (BzP). Mit Verfügung des BFM vom 4. April 2013 wurde ihnen die Einreise in die Schweiz zur Prüfung ihrer Asylgesuche bewilligt. Am 26. März 2014 hörte sie das Bundesamt in Bern -Wabern gestützt auf Art. 29 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) eingehend zu den Asylgründen an (An- hörung), ergänzt durch eine weitere Anhörung am 21. Oktober 2015 durch das SEM. A.a Anlässlich der BzP gab der Beschwerdeführer im Wesentlichen zu Pro- tokoll, er stamme aus E._______ (Gouvernement Al-Hasaka) und habe von (…) 2004 bis (…) 2006 den regulären Mil itärdienst geleistet. In der Folge sei er selbständig im eigenen Geschäft für (…) mit Standorten in F._______ und G._______ ([…] H._______) tätig gewesen . Ende 2012 habe er geheiratet und ab (…) 2013 in F._______ gewohnt. Im (…) 2013 sei das Geschäft in H._______ von der Freien Syrischen Armee (FSA) und der Al-Nusra-Front geplündert worden und existiere nicht mehr. Daraufhin habe er bis Anfang (…) 2013 im Geschäft in F._______ gearbeitet, wobei er mehrmals von Angehörigen der Al -Nusra-Front telefonisch kontaktiert und zur finanziellen Unterstützung mit (…) Millionen Lira aufgefordert wor- den sei. Dies habe er nicht ernst genommen. Am (…) 2013 habe er ein Schreiben der Al-Nusra-Front in seinem Hof aufgefunden. Darin sei er für den Fall, dass er den geforderten Geldbetrag innert dreier Tage nicht leis- ten würde, mit dem Tod bedroht worden. Da er die Organisation nicht habe unterstützen wollen, habe er sich geängstigt. Zudem seien alle jungen Männer zum Militärdienst aufgefordert worden. Er habe aber nicht beab- sichtigt, Dienst zu leisten, da er weder andere noch sich selbst habe töten wollen. Deshalb habe er am (…) 2013 zusammen mit seiner Ehefrau Sy- rien illegal auf dem Landweg in Richtung B._______ verlassen. Nach ei- nem (…) Aufenthalt in I._______ seien sie auf dem Luftweg in die Schweiz weitergereist. D-763/2016 Seite 3 A.b Bei der Anhörung vom 26. März 2014 brachte der Beschwerdefüh rer im Wesentlichen dieselben Asylgründe wie bei der BzP vor, wobei er die drohende Einberufung in den Militärdienst nicht erwähnte, jedoch eine Ver- folgung durch die Baath-Partei geltend machte. Er sei seit dem Jahr 2001 Parteimitglied gewesen und habe reg elmässig Versammlungen besucht. Im Jahr 2005 sei er Leiter einer Gruppe geworden. Die ihm an Sitzungen vermittelten Inhalte habe er in den Dörfern weitererzählt. Anlässlich einer Sitzung vom (…) 2012 sei er angewiesen worden, mithilfe des Geheim- dienstes gegen die neuen Kräfte wie die Al -Nusra-Front zu kämpfen. Er habe beim Sitzungsleiter widersprochen. Dieser habe erwidert, dass es sich um einen Befehl aus Damaskus handle, der auszuführen sei. Nach der Diskussion habe er die Sitzung verlassen. Am folgenden Tag sei er zum Chef des Geheimdienstes in J._______ zitiert, von diesem auf die Sitzung vom Vortag angesprochen und dabei angewiesen worden, dem Befehl nachzukommen und sich beim Parteivorsitzenden zu melden. Aus Angst vor dem Geheimdienstchef habe er sich einverstanden erklärt. Ab diesem Zeitpunkt habe er sich versteckt gehalten. Da er sich von der Partei ge- trennt habe, sei er von dieser Seite, dem Geheimdienst, als Verräter be- trachtet worden, und hätte deshalb getötet werden müssen. Aufgrund der Verfolgung durch die Al-Nusra-Front und die Baath-Partei sowie der allge- meinen schlechten Sicherheitslage – unter anderem sei sein Geschäft ver- brannt worden – sei er am (…) 2013 illegal aus seinem Heimatstaat aus- gereist. A.c Anlässlich der Anhörung 21. Oktober 2015 wurde der Beschwerdefüh- rer im Wesentlichen zu seinen Vorbringen bezüglich befürchteter Einberu- fung in den Militärdienst befragt. Diesbezüglich gab er insbesondere zu Protokoll, die von ihm im April 2015 eingereichte Reservistenkarte habe er über einen Freund in Deutschland erhalten, welcher seinerseits bei einem Familienbesuch im Irak durch seinen Bruder in ihren Besitz gelangt sei. Sie sei seinem Bruder im Februar 2015 von den Behörden ausgehändigt wor- den, nachdem sie ihn selbst dort nicht angetroffen hätten. A.d Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer dem SEM eine Reservistenkarte samt Übersetzung und ein Militärbüchlein zu den Akten. Schliesslich reichte er zum Nachweis seiner Identität seine sy- rische Identitätskarte und sein Familienbüchlein ein. D-763/2016 Seite 4 B. Am (…) brachte die Ehefrau des Beschwerdeführers in K._______ den ge- meinsamen Sohn L._______ zur Welt. Dieser wurde in der Folge in das Asylverfahren der Mutter einbezogen. C. Mit Verfügung vom 11. Januar 20 16 stellte das SEM fest, dass der Be- schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle (Dispositiv -Ziff. 1), und lehnte das Asylgesuch ab (Dispositiv -Ziff. 2). Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung (Dispositiv-Ziff. 3) und ordnete wegen Unzumutbarke it des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme in der Schweiz an (Dis- positiv-Ziffn. 4–7). Zur Begründung der Ablehnung des Asylgesuchs führte das Staatssekretariat im Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwer- deführers genügten den Anforderungen an die Glaubhaftmachung nicht, weshalb auf eine Prüfung ihrer Asylrelevanz verzichtet werden könne. C.a So habe er die Mitgliedschaft bei der Baath -Partei beziehungsweise die Verfolgung durch diese beziehungsweise den syrischen Geheimdienst bei der BzP mit keinem Wort erwähnt, sondern erst anlässlich der Anhö- rung vorgebracht. Die von ihm dafür genannten Gründe seien als Schutz- behauptungen zu erachten, weshalb davon auszugehen sei, dass er die- ses Vorbringen konstruiert habe, um eine politisch motivierte Verfolgung zu generieren. Aufgrund des Nachschubs des kompletten Vorbringens sei die- ses als unglaubhaft zu erachten. C.b Zudem habe er sich in wesentlichen Punkten seiner Asylvorbringen wi- dersprochen. So habe er bei der BzP erklärt, sein Geschäft sei geplündert und – zu Beginn der Anhörung – sogar verbrannt worden. Bezüglich der Bezahlung der (…) Millionen syrische Lire habe er erklärt, er habe dieses Geld in seinem Geschäft gehabt. Auf die Unstimmigkeiten in seiner dies- bezüglichen Schilderung angesprochen, habe er gesagt, mit (…) bis (…) Millionen habe er auch die im Geschäft vorhandene Ware gemeint. Mit sei- ner Aussage der Plünderung konfrontiert, habe er erwidert, nicht die Ware im Geschäft, sondern lediglich den Warenwert gemeint zu haben. Schliess- lich habe er erklärt, dass die Ware geplündert und verbrannt worden sei und er die (…) Millionen zu Hause gehabt habe. Diese Aussagen – so das SEM – müssten als spontane Erklärungsversuche auf nicht nachvollzieh- bare Antworten betrachtet werden. In der ergänzenden Anhörung habe er die Art, wie er von der Al-Nusra-Front angegangen worden sei, abweichend geschildert. Demnach seien die Erpresser in sein Geschäft gekommen und hätten ihn aufgefordert, zu bezahlen oder sich ihnen anzuschliessen. Dies D-763/2016 Seite 5 habe er nicht akzeptiert. In der Folge sei sein Geschäft geplündert und in Brand gesteckt worden. Etwa am (…) 2013 sei er das letzte Mal in seinem Geschäft gewesen. Sowohl die Kontaktart als auch der Zeitpunkt der Dro- hung durch die Al-Nusra-Front würden von seinen früheren Ang aben ab- weichen. Auch die Schilderung der Handlungsweise nach den Drohungen sei nicht nachvollziehbar ausgefallen. So habe er sich nach dem Gespräch mit dem Geheimdienstchef angeblich versteckt, während seine Ehefrau zu- hause geblieben sei. Die Frage, ob dies nicht gefährlich gewesen sei, habe er bejaht und dazu erklärt, sie hätten die Wohnung neu gehabt, seien frisch verheiratet gewesen und hätten diese nicht verlassen wollen. Auch die Ant- wort auf die Frage nach der Art und Weise, wie er sich versteckt habe, sei kurz und stereotyp ausgefallen. Selbst bei Wahrunterstellung wäre das Vorbringen nicht asylrelevant, da sich das Interesse am Beschwerdeführer nur auf dessen finanzielle Ressourcen bezogen hätte, zumal er gesagt habe, dass auch andere Geschäftsinhaber Drohungen erhalten hätten. Solche Aktionen müssten vor dem Hintergrund der damaligen Situation ge- sehen werden. Insgesamt sei nicht davon auszugehen, dass er das Vor- bringen in der geschilderten Art erlebt habe. C.c Die bei der BzP geltend gemachte mögliche Ein berufung in den Mili- tärdienst habe er anlässlich der Anhörung vom 26. März 2014 mit keinem Wort erwähnt. Darauf angesprochen habe er ausweichend geantwortet und auf Nachfrage erklärt, er habe es vergessen, da er Angst und Stress habe. Aber bereits seine Angabe bei der BzP zur drohenden Einberufung sei vage geblieben, indem er zu Protokoll gegeben habe, er hätte verhaftet und zur Armee geschickt werden können, wenn er an eine Strassenkon- trolle der Regierung gelangt wäre. Diesen Aussagen seien keine konkreten Hinweise für eine drohende Einberufung in die syrische Armee zu entneh- men. An dieser Einschätzung vermöge auch die am 8. April 2015 kommen- tarlos eingereichte undatierte Reservistenkarte nichts zu ändern, zumal sy- rische Dokumente einfach käuflich erhältlic h seien und demnach der Be- weiswert als äusserst gering einzustufen sei. Anlässlich der ergänzenden Anhörung habe er dazu erklärt, dass das Dokument im Februar 2015 sei- nem Bruder ausgehändigt worden sei, da er selbst dort nicht auffindbar gewesen sei. Die späte Mobilisierungsaufforderung habe er damit erklärt, dass man ihn vorher wohl nicht gebraucht habe. Die in der Anhörung nicht mehr geltend gemachte drohende Einberufung sei als nicht glaubhaft zu erachten, da er diese sonst von sich aus erwähnt hätte und substanziiert hätte schildern können. Bezeichnenderweise habe er später eine Reser- vistenkarte eingereicht, um dieses Vorbringen doch noch zu belegen. Ein D-763/2016 Seite 6 solches Dokument allein beweise jedoch aufgrund seiner leichten Fälsch- barkeit keine drohende Rekrutierung. D. Ebenfalls mit Verfügung vom 11. Januar 2016 stellte das Staatssekretariat fest, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers und das gemeinsame Kind die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüll ten, und lehnte d eren Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung und ordnete wegen Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme in der Schweiz an. E. Am 28. Januar 2016 brachte die Ehefrau des Beschwerdeführers in M._______ die gemeinsame Tochter N._______ zur Welt, welche in der Folge vom SEM in die vorläufige Aufnahme ihrer Mutter einbezogen wurde. F. Mit Eingabe vom 5. Februar 2016 an das Bundesverwaltungsgericht bean- tragte der Beschwerdeführer durch seine n Rechtsvertreter unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der Ziffern 1–3 des Dispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 11. Januar 2016 (Nichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Verweigerung des Asyls sowie Wegwei- sung an sich). Eventualiter sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm als Flüchtling unter der Feststellung der Unzulässigkeit des Weg- weisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Subeventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständi- gen und richtigen Sachverhaltsfeststellung und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er den Beizug der Asylakten seiner Ehefrau, den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, die Gewährung der unentgeltlichen Rechts- pflege und die Best ellung eines Rechtsbeistands in der Person seines Rechtsvertreters. G. Mit Zwischenverfügung vom 10. Februar 2016 teilte das Bundesverwal- tungsgericht dem Rechtsvertreter mit, sein Mandant dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig wurden die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und der amtlichen Rechtsverbeiständung gutgeheissen, dem Beschwerdeführer sein Rechts- vertreter als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet und auf die Erhebung D-763/2016 Seite 7 eines Kostenvorschuss es verzichtet. Schliesslich wurden die Akten zur Vernehmlassung an die Vorinstanz gesandt. H. H.a In ihrer Vernehmlassung vom 23. Februar 2016 beantragte das SEM die Abweisung der Beschwerde und hielt fest, die Beschwerdeschrift ent- halte keine neuen und erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung seines Entscheids rechtfertigen könnten. Im Übrigen sei auf die Erwägungen im ange fochtenen Entscheid zu verweisen, an welchen vollumfänglich festgehalten werde. H.b Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 1. März 2016 zur Kenntnis gebracht. I. Am 7. März 2016 reichte der Rechtsvertreter eine Stellungnahme und eine Kostennote ein. J. In seiner Eingabe vom 2. Juni 2017 führte der Beschwerdeführer im We- sentlichen aus, gemäss der Auskunft der Länderanalyse der Schweizeri- schen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 27. März 2017 würden nicht nur wehr- dienstpflichtige junge Männer, sondern auch solche, d ie ihren obligatori- schen Wehrdienst schon absolviert hätten, weiterhin vom syrischen Re- gime zwangsrekrutiert. Gemäss der von ihm eingereichten Reservisten- karte beziehungsweise Ankündigung der Mobilisierung sei er offiziell als Reservisten-Unteroffizier in den Militärdienst einberufen worden. Da er die- ser Aufforderung keine Folge geleistet habe, gelte er als Wehrdienstver- weigerer. K. Mit Eingabe vom 7. Dezember 2017 brachte der Beschwerdeführer im We- sentlichen vor, gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesver wal- tungsgerichts genüge eine Dienstverweigerung oder Desertion allein nicht, um die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, sondern nur verbunden mit einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG. Wie er aktenkundig vorge- bracht habe, sei ihm als Reservisten -Unteroffizier angekündigt worden, dass er in die Militäreinheit (Sahab) eingeteilt worden sei. Zudem habe er anlässlich einer Parteisitzung offen gegen die Anweisungen der Baath-Par- tei gesprochen und sich somit als Regimegegner identifiziert. D-763/2016 Seite 8 L. Auf den detaillierten Inhalt der Eingaben und der Stellungnahme wird, so- weit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein- gegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 verabschiedet (AS 2013 4375), welche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Abs. 1 der entsprechenden Übergangsbestimmungen gilt für die im Zeit- punkt des Inkrafttretens hängigen Verfahren grundsätzlich das neue Recht. 2. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdefüh- rer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die ange- fochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte- resse an deren Au fhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. D-763/2016 Seite 9 3. Mit Beschwerde kann im Bereich des Asylrechts die Verletzung v on Bun- desrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfäls chte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4.3 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich dann, wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentli- chen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widerspre- chen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaub- würdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung D-763/2016 Seite 10 die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Asylsu- chenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustelle n (vgl. Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2010/57 E. 2.3 S. 826 f.). 5. 5.1 In der Beschwerde wird in formeller Hinsicht eine Verletzung des An- spruchs auf rechtliches Gehör gerügt. Diese verfahrensrechtliche Rüge ist vorab zu prüfen, da sie allenf alls geeignet wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2008/47; Entscheidun- gen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskom- mission [EMARK] 2004 Nr. 38; ALFRED KÖLZ ET. AL., Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, S. 403 f., m.w.H.). 5.1.1 In diesem Zusammenhang wird in der Rechtsmitteleingabe ausge- führt, der Umstand, dass der Beschwerdeführer seinen Austritt aus der Baath-Partei und die damit entstehende Drohungslage erst bei der Anhö- rung vom 26. März 2014 vorgebracht habe, mache diese Angaben nicht zwingend unglaubhaft. Seine Angaben über die Baath-Mitgliedschaft seien genügend präzis und detailliert und enthielten keine Widersprüche. Zudem seien sie auch von seiner Ehefrau bei deren Anhörung zu den Asylgründen erwähnt worden. Daher hätte die Vorinstanz diese Vorbringen trotz ihrer verspäteten Geltendmachung einer Glaubhaftig keitsprüfung unterziehen und durch eine Gesamtwürdigung beurteilen müssen, was sie aber gänz- lich unterlassen habe. Somit verletze sie den Anspruch des Beschwerde- führers auf rechtliches Gehör beziehungsweise ihre Begründungspflicht (vgl. Beschwerde S. 4–6). 5.1.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör legt der Behörde insbesondere die Pflicht auf, die Vorbringen eines Gesuchstellers einerseits nicht nur ent- gegenzunehmen, sondern diese auch wirklich zu hören, sorgfältig zu prü- fen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen – was gewissermassen das Kernstück des rechtlichen Gehörs ausmacht (vgl. JÖRG PAUL MÜL- LER/MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl. 2008, S. 868; BGE 123 I 31 E. 2c) –, und andererseits dem Gesuchsteller gegenüber im Rahmen einer Verfügung mitzuteilen, wieso der Entscheid so und nicht an- ders ausgefallen ist beziehungsweise warum sein en Anträgen nicht statt- gegeben wird. Die Begründung soll mithin die ernsthafte Prüfung der Vor- bringen widerspiegeln und es dem Betroffenen ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten zu können, was nur möglich ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die D-763/2016 Seite 11 Tragweite des Entscheids ein Bild machen können (vgl. BGE 129 I 232 E. 3.2; EMARK 2006 Nr. 24 E. 5.1. S. 256). Die erforderliche Begrün- dungsdichte richtet sich dabei im Einzelfall nach dem Verfügungsgege n- stand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen. Je grösser der Spielraum, welcher der Behörde infolge Ermessen und unbe- stimmter Rechtsbegriffe eingeräumt ist, und je stärker ein Entscheid in die individuellen Rechte des Betroffenen eing reift, desto höhere Anforderun- gen sind an die Begründung einer Verfügung zu stel len. Auch wenn sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Be- hauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss, son- dern sich auf die w esentlichen Gesichtspunkte beschränken darf (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b), hat sie wenigstens kurz die Überlegungen zu nennen, von welchen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 112 Ia 107 E. 2b; LORENZ KNEUBÜHLER, Die Begründungspflicht. Eine Untersuchung über die Pflicht der Behörden zur Begründung ihrer Entscheide, 1998, S. 29 ff. und 194 f.; MÜLLER, a.a.O., S. 539 f.). 5.1.3 Es stellt sich damit die Frage, ob das SEM diesen Anforderungen im vorliegenden Fall gerecht geworden ist . 5.1.3.1 Die Argumentation des Beschwerdeführers vermag nicht zu überzeugen. So begründete die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung im Einzelnen, weshalb sie eine Verfolgung durch die Baath - partei beziehungsweise den syrischen Geheimdienst als unglaubhaft erachte: Der Beschwerdeführer habe dieses Vorbringen bei der BzP mit keinem Wort erwähnt. Auf Nachfrage anlässlich der Anhörung habe er erklärt, dass man ihm bei der BzP mitgeteilt habe, nur auf die gestellten Fragen zu antworten, wobei ihm keine Frage zur B aath-Partei gestellt worden sei. Zudem habe er eine lange Reise hinter sich gehabt. Dies müsse – so das SEM – als Schutzbehauptung erachtet werden, da er bei der BzP auch nach weiteren, noch nicht geschilderten Gründen für seine Ausreise gefragt worden sei . Solche habe er verneint und nicht einmal die Mitgliedschaft bei der Baath -Partei erwähnt. Eine Person, die tatsächlich vom syrischen Staat beziehungsweise Geheimdienst verfolgt worden wäre, hätte bereits in der ersten Befragung davon erzählt. Da er dies nicht getan habe, sei davon auszugehen, dass er dieses Vorbringen konstruiert habe, um eine politisch motivierte Verfolgung zu generieren. Abschliessend erachtete das SEM im Rahmen einer Gesamtwürdigung das gesamte Vorbringen im Zusammenhang mit der Baath -Partei aufgrund seines Nachschubs als unglaubhaft. D-763/2016 Seite 12 5.1.3.2 Die vom SEM dargelegte Begründung bezüglich der Frage der Glaubhaftigkeit des Vorbringens ist detailliert, nachvollziehbar und schlüssig. Sie ist nicht zu beanstanden, ebenso wenig wie die daraus abgeleite te Gesamtwürdigung des Vorbringens, welche entgegen den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe durch die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung ebenfalls vorgenommen wurde. Daran vermag der weitere Einwand, wonach auch die Ehefrau des Beschwerdeführers dieses Vorbringen anlässlich ihrer Anhörung zu den Asylgründen dargelegt habe, nichts zu ändern. So ergibt der antragsgemässe Beizug von deren Akten im vorliegenden Beschwerdeverfahren, dass C._______ im Rahmen ihrer BzP ebenfalls keinerlei Bezüge des Ehepaars zur Baath-Partei oder diesbezügliche Verfolgungsv orbringen erwähnte. Dasselbe gilt schliesslich bezüglich des vom Beschwerdeführer pauschal erhobenen Vorwurfs, die Vor - instanz habe den angeblichen Einfluss der sozio -kulturelle n Faktoren und angebliche gefängnisähnliche Zustände seines Aufenthalts am Flughafen Zürich ausgeblendet. 5.1.4 Zusammenfassend vermögen die vorinstanzlichen Erwägungen den oben erwähnten Anforderungen an eine rechtsgenügliche Begrün - dung standzuhalten . Mithin ist festzustellen, dass das SEM den An - spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör nicht verletzt hat. 5.2 In der Rechtsmitteleingabe wird bezüglich der dem Beschwerdeführer von der Vorinstanz vorgeworfenen unstimmigen und widersprüchlichen Aussagen eingewendet, dass sehr starke Indizien für eine fehlerhafte und ungenügende Übersetzung bestehen würden, namentlich im Zusammen- hang mit von ihm benützten arabischen Wörtern. Anlässlich der Anhörung vom 21. Oktober 2015 hätte die Vorinstanz grundsätzlich Gelegenheit ge- habt, den Beschwerdeführer mit den Ungereimtheiten und Widersprüchen zu konfrontieren beziehungsweise ihn darauf anzusprechen und damit den Sachverhalt möglichst abschliessend abzuklären. Davon habe si e jedoch nicht Gebrauch gemacht (vgl. Beschwerde S. 4, 7). 5.2.1 Es trifft zu, dass der Dolmetscher anlässlich der Anhörung vom 26. März 2015 mehrere vom Beschwerdeführer verwendete arabische Ausdrücke zunächst nicht verstand (vgl. Akten SEM […]). Indessen konn- ten diese Verständigungsprobleme umgehend behoben werden (vgl. a.a.O., […]). Zudem bestätigte der Beschwerdeführer am Schluss der An- hörung, dass ihm das Protokoll Satz für Satz vorgelesen und rückübersetzt worden sei, vollständig sei und seinen freien Äusserungen entspreche (vgl. D-763/2016 Seite 13 a.a.O., […]). Da den Akten auch keine anderen Hinweise auf eine unvoll- ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu entnehmen sind, erweist sich der diesbezüglich gestellte Eventualantrag auf Rückwei- sung der Sache zur vollständigen und richtigen Sachverhaltsfest stellung und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz als unbegründet und ist mithin abzuweisen. 5.3 Die weitere Überprüfung der Akten ergibt, dass die vorstehend in E. 4.3 aufgeführten Kriterien der Glaubhaftmachung mit Blick auf die geltend ge- machten Verfolgungsumstände nicht als erfüllt zu erachten sind. Deshalb ist zwecks Vermeidung von Wiederholungen vorweg auf die diesbezüglich zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen (vgl. Sachverhalt Bst. C). Daran vermögen die Ausführungen in den auf Beschwerdeebene eingereichten Eingaben nichts zu ändern. 5.3.1 Soweit vom Beschwerdeführer eingewendet wird, die Vorinstanz habe die vo n ihm befürchtete Verfolgung durch die Baath-Partei bezie- hungsweise den syrischen Geheimdienst in Verletzung der Begründungs- pflicht zu Unrecht als nicht glaubhaft qualifiziert und diesbezüglich auch den rechtserheblichen Sachverhalt ungenügend abgeklärt , ist unter Ver- weis auf vorstehende E. 5.1.3.1–5.1.3.2 festzuhalten, dass sich diese Vor- würfe als unbegründet erwiesen haben. 5.3.2 In der Rechtsmitteleingabe wird an der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Verfolgung durch die Al-Nusra-Front festgehalten. 5.3.2.1 So wäre der Beschwerdeführer ohne Probleme in der Lage gewe- sen, den geforderten Betrag von (…) Millionen syrische Lire zu besorgen und zu bezahlen, da er und sein ältester Bruder eigene Geschäfte beses- sen hätten. Auch der den Schleppern für die Ausreise des Beschwerdefüh- rers und seiner Ehefrau aus B._______ bezahlte Betrag von (…) Euro stelle ein Indiz dafür dar (vgl. Beschwerde S. 6–8). Damit gelingt es dem Beschwerdeführer indessen nicht, seine bezüglich der Mittelbeschaffung in der angefochtenen Verfügung aufgezeigten widersprüchlichen Aussagen plausibel zu erklären (vgl. Sachverhalt Bst. C.b). 5.3.2.2 In diesem Zusammenhang wendet der Beschwerdeführer weiter ein, er habe stets angegeben, dass sein Geschäft nach der Eroberung der Stadt G._______ geplündert worden sei. Anlässlich der Anhörung vom 26. März 2014 habe er bei einer einzigen Frage angegeben, die Nachbarn hätten ihm mitgeteilt, dass das ganze Quartier und das Geschäft verbrannt D-763/2016 Seite 14 worden seien. Diese vom Hörensagen weitergegebene Antwort treffe aber zu, zumal bei den Kampfhandlungen zwischen den Soldaten des Regimes und Islamisten im Zuge der Eroberung der Stadt auch viele Häuser u nd Geschäfte beschädigt worden seien. Indessen wichen seine Aussagen während der Anhörung vom 21. Oktober 2015 betreffend Kontaktart der Is- lamisten tatsächlich von seinen früheren Angaben ab. Allein genüge aber diese widersprüchliche Angabe nicht, um die ganze Verfolgungsgeschichte als unglaubhaft zu beurteilen (vgl. Beschwerde S. 8). Auch diese Entgeg- nungen des Beschwerdeführers vermögen die Unstimmigkeiten in den Aussagen hinsichtlich Art der und Weise , wie die Angehörigen der Al - Nusra-Front ihre Drohungen an ihn gerichtet und ab welchem Zeitpunkt sie dies getan hätten, nicht plausibel zu erklären. 5.4 Nach dem vorstehend Gesagten gelangt das Gericht aufgrund der di- versen Anpassungen und nicht plausiblen Elemente in den Aussagen des Beschwerdeführers in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass dieser die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen nicht in der von ihm geschilderten Art erlebt hat. 5.5 Somit ergibt sich, dass die vom Beschwerdeführer für den Zeitraum bis zur Ausreise aus dem Heimatstaat – im Rahmen einer sogenannten Vor- verfolgung – geltend gemachten Verfolgungsvorbringen den Anforderun- gen an die Glaubhaftigkeit nicht genügen, weshalb diesbezüglich die Vor- instanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft de s Beschwerdeführers ver- neint und sein Asylgesuch abgelehnt hat. Es erübrigt sich in diesem Zu- sammenhang, auf die weiteren, auch hinsichtlich Asylrelevanz gemachten Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe und der Stellungnahme gemach- ten Eingaben detaillierter einzugehen, da sie an der vorliegenden Würdi- gung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. 5.6 5.6.1 In der Rechtsmitteleingabe und den beiden weiteren Eingaben vom 2. Juni 2017 und 7. Dezember 2017 wird unter Bezugnahme auf die am 8. April 2015 eingereichte Reservistenkarte an der drohenden Einberufung des Beschwerdeführers in den syrischen Militärdienst festgehalten. Insbe- sondere habe die Vorinstanz das Dokument in unzulässiger Weise gewür- digt, indem sie ihm ohne jegliche Überprüfung der Echtheit den Beweiswert vollständig abgesprochen habe (vgl. Beschwerde S. 9–14). D-763/2016 Seite 15 5.6.2 Gestützt auf die Vorbringen des Beschwerdeführers könnte sich al- lenfalls die Frage stellen, ob er bei einer Rückkehr nach Syrien militärstraf- rechtliche Sanktionen zu befürchten hätte, weil er einem militärischen Auf- gebot keine Folge ge leistet hat, das in seiner Abwesenheit ergangen ist. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer am (…) 2013 aus Syrien ausreiste und das nicht datierte Dokument, bei welchem es sich gemäss Übersetzung um eine „Ankündigung der Mobilisierung“ handelt, im Februar 2015 seinem Bruder in Syrien zugegangen sei, stellt sich die Frage, ob damit ein objektiver Nachfluchtgrund entstanden ist. Ein solcher ist dann gegeben, wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Einfluss nehmen konnte, nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat zur drohenden Verfolgung führen. 5.6.3 Die Argumentation des Beschwerdeführers vermag nicht zu überzeu- gen. So begründete die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung im Ein- zelnen, weshalb sie das Vorbringen der drohenden Einberufung in den sy- rischen Militärdienst als unglaubhaft einschätzte, wobei es sich beim man- gelnden Beweiswert des eingereichten Dokuments lediglich um eines von mehreren Begründungselementen handelt (vgl. Sachverhalt Bst. C.c). Diese Begründung ist, insbesondere auch in Bezug auf den Beweiswert der Reservistenkarte, nicht zu beanstanden. So lässt bereits das Vorbrin- gen, wonach das Dokument nahezu zwei Jahre nach der Ausreise des Be- schwerdeführers an dessen Stelle seinem Bruder in Syrien ausgehänd igt worden sei, Zweifel an der Echtheit de r Reservistenkarte aufkommen. Diese werden dadurch verstärkt, dass darin weder das Datum der Ausstel- lung noch der angeblichen Aushändigung an den Bruder vermerkt ist. Hinzu kommt dessen nachträgliche kommentarlose Einreichung durch den Beschwerdeführer, nachdem dieser seine Befürchtung, in den Militärdienst eingezogen zu werden, bei der BzP nur vage geäussert und anlässlich der Anhörung vom 26. März 2014 nicht mehr erwähnt hatte. Schliesslich wies die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass ein solches Dokument allein auf- grund seiner leichten Fälschbarkeit keine drohende Rekrutierung beweise. Unter diesen Umständen vermag er auch aus seinen beiden weiteren dies- bezüglichen Eingaben vom 2. Juni 2017 und 7. Dezember 2017 nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. 5.6.4 All diese Überlegungen führen zum Schluss, dass die mit der einge- reichten Reservistenkarte geltend gemachte angebliche nachträgliche Ein- berufung des Beschwerdeführers zum Reservedien st als nicht glaubhaft erscheint. Angesichts der Unglaubhaftigkeit der geltend gemachten Einbe- rufung in den Reservedienst besteht keine Veranlassung, auf das in der D-763/2016 Seite 16 Eingabe vom 7. Dezember 2017 sinngemäss erwähnte Urteil BVGE 2015/3 und die darin enthaltenen Erwägungen zur Wehrdienstver- weigerung und Desertion näher einzugehen, zumal es dem Beschwerde- führer auch nicht gelang, seine übrigen Verfolgungsvorbringen glaubhaft zu machen beziehungsweise nicht davon auszugehen ist, dass er bereits in der Vergangenheit die Aufmerksamkeit der syrischen Behörden auf sich gezogen hat (vgl. E. 5.5). 5.7 Zusammenfassend erweist sich, dass der Beschwerdeführer weder asylrelevante Vorfluchtgründe noch einen objektiven Nachfluchtgrund glaubhaft zu machen vermochte. Die Vorinstanz hat folglich sein Asylge- such zu Recht abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 7.2 Gemäss ständiger Rechtsprechung sind die drei Bedingungen für ei- nen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumut- barkeit oder Unmöglichkeit; Art. 83 Abs. 1-4 AuG) alternativer Natur. So- bald eine davon erfüllt ist, erweist sich der Vollzug als undurchführbar und die weitere Anwesenheit der betroffenen Person in der Schweiz ist gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln. Gegen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahme stünde dem weggewiese- nen Asylsuchenden wiede rum die Beschwerde an das Bundesverwal- tungsgericht offen (Art. 112 AuG i.V.m. Art. 84 Abs. 2 AuG). In diesem Ver- fahren wäre dann der Vollzug der Wegweisung vor dem Hintergrund sämt- licher Vollzugshindernisse von Amtes wegen nach Massgabe der in diesem D-763/2016 Seite 17 Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse zu prüfen (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab- zuweisen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz- lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Da das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfü- gung vom 10. Februar 2016 die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt und sich an den diesbezüglichen Vorausset- zungen nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 9.2 Aufgrund der ebenfalls mit Zwischenverfügung vom 10. Februar 2016 angeordneten Bestellung de s Rechtsvertreters als amtliche r Rechtsbei- stand gemäss Art. 110a Abs. 1 und 3 AsylG ist diesem ein entsprechendes Honorar auszurichten (vgl. für die Grundsätze der Bemessung der Partei- entschädigung Art. 7 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Mit der Honorarabrechnung vom 7. März 2016 wird ein Vertretungsaufwand in der Höhe von insgesamt Fr. 2709.– geltend ge- macht, wobei ein Honorar von 2300.– bei einem Stundenansatz von 200.– ausgewiesen wird, wobei ein zeitlicher Vertretungsaufwand von 11.1 Stun- den geltend gemacht wird; zudem werden Auslagen von Fr. 89.– und Kos- ten von Fr. 400.– für Übersetzungen in Rechnung gestellt; eine Mehrwert- steuerpflicht des Rechtsvertreters wird nicht angezeigt. Dieser zeitliche Aufwand erscheint angemessen. Da das Bundesverwaltungsgericht für die nichtanwaltliche Vertretung von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– ausgeht (vgl. Zwischenverfügung vom 10. Februar 2016) und nur der notwendige Aufwand entschädigt wird (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE), ist das amtliche Honorar des Rechtsvertreters bei einem Stundenansatz von Fr. 150.– in Berücksichtigung der beiden nach der Honorarnote vom 7. März 2016 eingereichten Eingaben vom 2. Juni 2017 und 7. Dezember 2017 vorliegend auf Fr. 2500.– festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) D-763/2016 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dem als amtlichen Rechtsbeistand eingesetzten Rechtsvertreter wird ein amtliches Honorar von Fr. 2500.– zulasten der Gerichtskasse zugespro- chen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Benedicht Tellenbach Daniel Widmer Versand: