B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1731/2019 U r t e i l v o m 7 . J u n i 2 0 1 9 Besetzung Richter Jürg Marcel Tiefenthal (Vorsitz), Richter Hans Schürch, Richter Gérald Bovier, Gerichtsschreiberin Barbara Gysel Nüesch. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 11. März 2019 / N (…) D-1731/2019 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge am (…) 2015. Über den Iran, die Türkei, Griechenland und weitere Länder sei er am 30. September 2015 in die Schweiz gelangt, wo er gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 23. Oktober 2015 wurde eine verkürzte Befragung zur Person (BzP) durchgeführt und am 27. Oktober 2016 hörte das SEM den Beschwerdeführer einlässlich zu seinen Gesuchsgründen an. A.b Dabei machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen Folgendes gel- tend: Die ersten Lebensjahre habe er in B._______ verbracht. Nach ver- schiedenen Umzügen sei die Familie im Jahre 1997 nach C._______, Dis- trikt Jaffna, gezogen. Die Schule habe er bis zur (…) Klasse besucht und danach in der Landwirtschaft gearbeitet. Im Jahre 2006 hätten Unbekannte nach ihm gesucht , weshalb er das Land verlassen und bis 2015 in D._______ gelebt und als (…) gearbeitet habe. Am (…) 2015 sei er nach Sri Lanka zurückgekehrt, um zu heiraten. Am späten Abend des (…) 2015 sei er von dr ei Männern, welche sich als Angehörige des CID (Crimina l Investigation Department) ausgegeben hätten, entführt und während zweier Tage an einem unbekannten Ort festgehalten, befragt und brutal geschlagen worden. Er sei gefragt worden, weshalb er nach D._______ ausgereist sei. Auch sei ihm ein Foto eines Freund es, der früher für die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) Waffen transportiert habe und seit 2008 verschwunden sei, vorgehalten worden. Um den Schlägen zu entge- hen, habe er schliesslich wahrheitswidrig zugegeben, dass er bei Waffen- transporten seines Freundes dabei gewesen sei und sie Waffen für die LTTE versteckt hätten. Er habe auch fälschlicherweise gestanden, in D._______ an den Heldentagsfeierlichkeiten teilgenommen zu haben, und habe, nach den Verantwortlichen für das Sammeln von Geld für die LTTE in D._______ gefragt, die Vornamen zweier Freunde angegeben, obwohl dort keine derartigen Sammlungen erfolgt seien. Noch am Tag seiner Frei- lassung habe er sich zu seinem Onkel väterlicherseits nach E._______ und wenige Tage später nach Colombo begeben. Seither suche ihn der CID regelmässig zu Hause, weshalb seine Familie ihm geraten habe, das Land zu verlassen. Im (…) 2015 sei sein Schwager entführt und zu seiner (des Beschwerdeführers) Person befragt worden. A.c Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah- rens seine Identitätskarte (im Original), seine Geburtsurkunde (in beglau- bigter Kopie und mit englischer Übersetzung), seinen (…) Führerschein (im D-1731/2019 Seite 3 Original), die Geburtsurkunden seiner Schwester und seines Schwagers sowie deren Eheschein (je in beglaubigter Kopie), einen Flugplan, zwei Be- schwerden seiner Schwester respektive seines Schwagers vom (…) 2015 respektive (…) 2015 (je in Kopie), einen (…) den Schwager betreffend so- wie diverse Artikel aus verschiedenen tamilischen Zeitungen als Beweis- mittel zu den Akten. B. Mit Verfügung des SEM vom 13. Januar 2016 wurde das Dublin-Verfahren beendet und das nationale Asyl - und Wegweisungsverfahren aufgenom- men. C. Am 16. November 2016 ging b eim SEM ein ärztliches Attest von Dr. med. F._______, G._______, vom (…) 2016 ein, wonach der Be- schwerdeführer an multiplen Schmerzen im Bereich des (…) als Folge der in der Heimat erlittenen Folter leide. D. Mit Verfügung vom 15. Februar 2019 stellte das SEM fest, der Beschwer- deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug. E. Mit Verfügung vom 11. März 2019 (eröffnet am 12. März 2019), mit welcher das SEM seine Verfügung vom 15. Februar 2019 aufhob und ersetzte, stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht (Dispositivziffer 1), lehnte sein Asylgesuch ab (Dispositivzif- fer 2) und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz (Dispositivziffer 3) sowie deren Vollzug (Dispositivziffern 4 und 5). F. Mit Eingabe vom 11. April 2019 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, ihm sei vollständige Einsicht in die gesamten Akten des SEM zu gewähren, insbesondere sei transparent und mittels Aktenverzeichnis offenzulegen, welche Akten sein Dossier enthalte und wie diese kategorisiert seien. Nach Gewährung der vollständige n Akteneinsicht sei ihm eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen (Rechtsbe- gehren 1), das Bundesverwaltungsgericht habe unverzüglich darzulegen, D-1731/2019 Seite 4 welche Gerichtspersonen mit der Behandlung der vorliegenden Sache be- traut würden, und es sei bekanntzugeben, ob diese Gerichtspersonen zu- fällig ausgewählt worden seien, andernfalls seien die im vorliegenden Ver- fahren konkreten objektiven Kriterien für die Auswahl der Gerichtspersonen bekanntzugeben (Rechtsbegehren 2), die angefochtene Verfügung sei we- gen der Verletzung des Anspruchs auf das r echtliche Gehör aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen (Rechtsbegehren 3 ), eventuell sei die angefochtene Verfügung wegen der Verletzung der Be- gründungspflicht aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzu- weisen (Rechtsbegehren 4), eventuell sei die angefochtene Verfügung auf- zuheben und die Sache zur Feststel lung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Rechtsbegehren 5), eventuell sei die angefochtene Ver- fügung aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren (Rechtsbegehren 6), eventuell sei die a nge- fochtene Verfügung die Ziffern 4 und 5 betreffend aufzuheben und die Un- zulässigkeit oder zumindest die Unzumutbar keit des We gweisungsvoll- zugs festzustellen. Zudem stellte er für den Fall, dass die Sache nicht an die Vorinstanz zurückgewiesen werde, folgenden Beweisantrag: Er sei in- folge der veränderten Lage in Sri Lanka erneut zu seinen Asylgründen an- zuhören, wobei a uch gerade sein exilpolitisches Engagement vollständig abgeklärt werden solle (Beweisantrag 1). Als Beilagen reichte der Beschwerdeführer – nebst der angefochtenen Ver- fügung – einen ärztlichen Bericht von Dr. med. H._______, I._______, vom (…) 2017, eine Zusammenstellung Länderinformationen durch das Advo- katurbüro Püntener vom 22. Oktober 2018 (inkl. Anhang [CD mit Quellen]) sowie zahlreiche Beilagen zur allgemeinen Lage in Sri Lanka ( CD) ein. Dazu führte er aus, ohne ausdrücklichen Gegenbericht werde davon aus- gegangen, dass die Beilagen in elektronischer Form auf der CD -ROM als vollwertige Beweismittel akzeptiert würden und auf die Einreichung dieser Beilagen in Papierform verzichtet werden könne. G. Mit Schreiben vom 12. April 2019 bestätigte das Bundesve rwaltungsge- richt den Eingang der Beschwerde. H. Mit Zwischenverfügung vom 16. April 2019 stellte der Instruktionsrichter fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe, teilte dem Beschwerdeführer den Spruchkörper – D-1731/2019 Seite 5 soweit bereits festgelegt – mit, verfügte die Edition des Aktenverzeichnis- ses des SEM, wies die Anträge auf vollumfängliche Einsicht in die gesam- ten Akten des SEM und auf Einräumung einer Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung ab und forderte ihn zur Leistung eines Kostenvor- schusses in der Höhe von Fr. 1’500.− auf, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. I. Der Beschwerdeführer leistete den Kostenvorschuss fristgerecht am 1. Mai 2019. J. Mit Eingabe vom 1. Mai 2019 bezeichnete der Beschwerdeführer den ein- geforderten Kostenvorschuss von Fr. 1’500.- als völlig unverhältnismässig und schikanös, kritisierte den Instruktionsrichter hinsichtlich dessen Würdi- gung der Fehler des SEM bei der Aktenführung und äusserte sich zur Si- tuation in Sri Lanka nach den Terroranschlägen vom 21. April 2019. Dazu reichte er als Beweismittel neun Beilagen zur allgemeinen Lage in Sri Lanka ein und beantragte, es sei das vorliegende Verfahren vo rläufig zu sistieren, eventualiter sei faktisch ein Behandlungsstopp vorzunehmen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS 2016 3101) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bishe- rige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). D-1731/2019 Seite 6 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz - würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist nach der fristgerechten Leistung des Kostenvorschusses einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. Für das Beschwerdeverfahren ist die Sprache des angefochtenen Ent- scheides massgebend. Verwenden die Parteien eine andere Amtssprache, so kann das Verfahren in dieser Sprache geführt werden (A rt. 33a Abs. 2 VwVG). Nachdem zwar die vorinstanzliche Verfügung in französischer Sprache erlassen wurde, die BzP jedoch in deutscher Sprache vorliegt und auch die Beschwerde auf Deutsch verfasst wurde, wird das vorliegen de Beschwerdeverfahren auf Deutsch geführt. 5. Der Beschwerdeführer stellt in seiner Eingabe vom 1. Mai 2019 unter Hin- weis auf die Sicherheitslage in seinem Heimatstaat den Antrag auf Sistie- rung seines Verfahrens. Am Ostersonntag 2019 erfolgten in Sri Lanka ge- walttätige Angriffe auf Kirchen u nd Hotels, worauf der Ausnahmezustand ausgerufen wurde (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ] vom 23. April 2019: Sri Lanka sieht Jihadisten am Werk ; NZZ vom 29. April 2019: Sri Lanka fürchtet neue Anschläge und NZZ vom 2. Mai 2019: Sri Lanka: Kirchen in Colombo bleiben wegen Hinweisen auf weitere Anschläge geschlossen: https://www.nzz.ch/international/kirchen-in-colombo-bleiben-wegen-hin- weisen-auf-weitere-anschlaege-geschlossen-ld.1479002 sowie New York Times [NYT] vom 29. April 2019: Sri Lanka Authorities Were Warned, in Detail, 12 Days Before Attack : https://www.nytimes.com/2019/04/29/ world/asia/sri-lanka-attack-warning.html und vom 24. April 2019: Sri Lanka D-1731/2019 Seite 7 Attacks: What we Know and Don ’t Know : https://www.ny- times.com/2019/04/24/world/asia/sri-lanka-easter-bombing-attacks.html, alle abgerufen am 20. Mai 2019). Das Bundesverwaltungsgericht verfolgt die Lage in Sri Lanka aufmerksam und widmet insbesondere der Situation von Angehörigen muslimischer und christlicher Glaubensgemeinschaften sowie von Personen, die sich im Rahmen muslimischer und christlicher Organisationen engagieren, ein be- sonderes Augenmerk. Trotz der gewalttätigen Angriffe in Negombo, Co- lombo und in Batticaloa ist aktuell nicht von einer im ganzen Land herr- schenden Situation allgemeiner Gewalt au szugehen. Das Bundesverwal- tungsgericht sieht zurzeit keine Veranlassung, die Behandlung von sri-lan- kischen Asylbeschwerdeverfahren generell auszusetzen. Wie nachste- hend aufgezeigt, gehört der Beschwerdeführer nicht zu einer Personen- gruppe, die nach den gen annten Vorfällen an Ostern einem erhöhten Ri- siko ausgesetzt ist, Opfer von weiteren Anschlägen zu werden. Aus den dargelegten Gründen wird deshalb der Sistierungsantrag abgelehnt und es kann in der Sache selbst entschieden werden. Auf den Eventualantrag, es sei faktisch ein Behandlungsstopp vorzunehmen, ist nicht weiter einzuge- hen. 6. 6.1 Dem in der Beschwerde vorweg gestellten Antrag auf Bekanntgabe des Spruchkörpers wurde – soweit damals festgelegt – bereits mit Zwischen- verfügung vom 16. April 2019 entsprochen, auf welche an dieser Stelle ver- wiesen wird. Im Übrigen wird der Antrag mit Erlass des vorliegenden Urteils gegenstandslos. 6.2 Mit erwähnter Zwischenverfügung behandelte das Gericht auch das Akteneinsichtsgesuch des Beschwerdeführers und stellte ihm das Akte n- verzeichnis zu. Auf die in der Eingabe vom 1. Mai 2019 erhobene Rüge, wonach das Bundesverwaltungsgericht die Fehler bei der Aktenführung zu Unrecht als entschuldbar erachtet habe, ist nicht weiter einzugehen. 7. Auf den Antrag auf Mitteilung betreffend die Bildung des Spruchkörpers ist nicht einzutreten (vgl. Teilurteil des BVGer D-1549/2017 vom 2. Mai 2018 E. 4.3). D-1731/2019 Seite 8 8. 8.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel- che vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa- tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer rügt die Verletzung des rechtlichen Gehörs und der Begründungspflicht so- wie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Sollten diese Rügen nicht als kassatorisch ge prüft werden oder als nicht ausreichend für eine Kassation erachtet wer den, so werde ausdrücklich verlangt, dass die entsprechend kritisierten Mängel auch un- ter dem Titel der fehlerhaften Beweiswürdigung und/oder fehlerhaften Ge- setzesanwendung geprüft würden. 8.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung b ringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus- einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri- ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor- den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe- sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT- SCHI, Verwaltungs verfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, Rz. 1043). 8.3 Der Beschwerdeführer rügt, sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei in mehrfacher Hinsicht verletzt worden. 8.3.1 Zunächst macht er geltend, die längere Zeitspanne von über 28 Mo- naten zwischen Anhörung und Entscheid sei ihm klar zum Nachteil erwach- sen. Das SEM müsse sich beim Erlass eines Entscheids auf eine möglichst aktuelle Lage stützen und auch das Risikoprofil jeweils nach neustem Stand beurteilen. Er habe sich in der Schweiz unter anderem auch nach D-1731/2019 Seite 9 der Anhörung exilpolitisch betätigt und an regimekritischen Demonstratio- nen teilgenommen. Insbesondere habe sich jedoch die Sicherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka seither massiv verändert und ver- schlechtert. Ein Entscheid, der auf einer Anhörung vom 27. Oktober 2016 basiere und sämtliche Ereignisse in der Zwischenzeit ausblende, könne nicht als aktuell eingestuft werden, und es könne auch nicht behauptet wer- den, dass seine aktuelle Gefährdung, wie sie vom Gesetz verlangt werde, abgeklärt worden sei (vgl. Beschwerde S. 10 f.). Zwar trifft es zu, dass nach Durchführung der Anhörung bis zum Entscheid viel Zeit vergangen ist. Die behördliche Untersuchungspflicht findet ihre Grenzen jedoch bekanntermassen an der Mitwirkungspflicht des Gesuch- stellers (Art. 8 AsylG), der auch die S ubstanziierungslast trägt (Ar t. 7 AsylG). Anlässlich der Anhörung wurde der Beschwerdeführer darauf hin- gewiesen, dass er verpflichtet sei, das SEM über sämtliche neuen Ereig- nisse zu informieren, welche sich während des Asylverfahrens ereignen würden und die bei der Beurteilung seines Gesuchs zu berücksichtigen seien (vgl. Akten SEM A13/22 S. 20). Dies erfolgte gerade zum Zweck, den erstinstanzlichen Entscheid in Kenntnis sämtlicher aktueller Vorkommnisse treffen zu können. Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdefüh- rer nach d er Anhörung bis zum Ergehen der angefochtenen Verfügung keine aktuellen Ereignisse meldete. Im Übrigen erging der Entscheid unter Berücksichtigung der aktuellen Lagebeurteilung zu Sri Lanka (vgl. E. 8.5.3). Das SEM hat somit das rechtliche Gehör nicht verletzt. 8.3.2 Die weitere Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs begründet der Beschwerdeführer mit dem Erlass der Verfügung durch eine andere Person als diejenige, welche die Anhörung durchgeführt habe. Dies sei ihm zum Nachteil erwachsen, da dem für die angefochtene Verfügung verant- wortlichen Fachspezialisten der persönliche Kontakt gefehlt habe, bei wel- chem seine Schilderungen einen sehr glaubhaften Eindruck vermitteln wür- den. Dadurch habe die Vorinstanz das Gutachten von Prof. Dr. Walter Kälin vom 24. März 2014 missachtet (vgl. Beschwerde S. 11). Bei dem vom Beschwerdeführer zitierten Rechtsgutachten handelt es sich lediglich um eine Empfehlung von Prof. Dr. Walter Kälin an das SEM, aus welcher der Beschwerdeführer keine Ansprüche ableiten kann. Dasselbe gilt für die Medienmitteilung des SEM vom 26. Mai 2014. Überdies ist nicht ersichtlich, inwiefern ihm aus der Behandlung seines Falles durch verschie- dene Personen ein Nachteil entstanden sein soll. Aus dem Ans pruch auf D-1731/2019 Seite 10 rechtliches Gehör ergeben sich keine Vorgaben für die Vorinstanz, die Ver- fügung müsse durch die befragende Person verfasst werden. Die Rüge geht somit fehl. Der beantragte Beizug der zur Anhörung angelegten inter- nen Akten (vgl. Beschwerde S. 11 f.) läuft von vornherein ins Leere, zumal dem Beschwerdeführer alle verfahrensrelevanten Vorakten, namentlich auch das Anhörungsprotokoll, zur Kenntnis gebracht wurden. 8.4 Der Beschwerdeführer behauptet weiter, das SEM habe seine Begrün- dungspflicht in verschiedener Hinsicht verletzt. 8.4.1 So habe das SEM die mit Beweismitteln belegte Verfolgung seines Schwagers – ein bekannter (…) – in keiner Weise in seine Risikoprüfung bei einer Rückkehr miteinbezogen. Die familiäre Verbindung zu einem (…) stelle ganz klar eine Bedrohungslage für ihn dar (vgl. Beschwerde S. 12 f.). Der Beschwerdeführer verwechselt hier eine Verletzung der Begründungs- pflicht mit der von der Vorinstanz vorgenommenen Beweiswürdigung. Eine diesbezügliche Bundesrechtsverletzung liegt jedenfalls nicht vor. Die Vo- rinstanz hat die eingereichten Beweismittel zur Entführung des Schwagers und die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Fluchtgründe im Sach- verhalt aufgenommen und diese entsprechend gewürdigt. Der blosse Um- stand, dass der Beschwerdeführer die Auffassung des SEM nicht teilt, spricht nicht für eine Verletzung der Begründungspflicht . Eine sachge- rechte Anfechtung der vorinstanzlichen Verfügung war m öglich. Diese Rüge ist unbegründet. 8.4.2 Des Weiteren habe das SEM in der angefochtenen Verfügung die als Folge der in Sri Lanka erlittenen Folter bestehenden körperlichen Be- schwerden des Beschwerdeführers nicht erwähnt, obwohl medizinische Abklärungen dazu existieren würden. Möglicherweise seien in den Akten noch weitere fachärz tliche Beweismittel vorzufinden (vgl. Beschwerde S. 13). Die Vorinstanz ist zwar verpflichtet, alle relevanten Beweismittel angemes- sen zu würdigen. Eine Verletzung dieser Pflicht folgt jedoch nicht allein und ohne Weiteres aus dem Umstand, dass die verfügende Behörde ein Be- weismittel nicht erwähnt hat. Vielmehr kommt es darauf an, ob die für die Entscheidung wesentlichen Sachverhaltselemente ausreichend beurteilt beziehungsweise begründet wurden. Vorliegend ist offenkundig , dass Dr. med. F._______ in seinem Attest vom (…) 2016 hinsichtlich der Ursa- che der Schmerzen auf die Aussagen de s Beschwerdeführers abgestellt D-1731/2019 Seite 11 hat. Selbst wenn die Schmerzen auf Schläge zurückzuführen wären, stünde hingegen nicht fest, bei welcher Gelegenheit und von wem der Be- schwerdeführer geschlagen worden wäre. Das ärztliche Attest vermag so- mit zur Klärung des Sachverhalts nichts beizutragen. Da das SEM indes- sen nach Prüfung und Würdigung der fluchtauslösenden Verfolgungsvor- bringen zum Schluss kam, die geltend gemachte Verfolgung im Ausreise- zeitpunkt sei insgesamt nicht glaubhaft, konnte es darauf verzichten, das faktisch unbehilfliche ärztliche Attest vom (…) 2016 ebenfalls noch zu prü- fen und in der angefochtenen Verfügung ausdrücklich aufzuführen. Diese Rüge ist ebenfalls unbegründet. Weitere medizinische Unterlagen liegen in den vorinstanzlichen Akten nicht vor. 8.5 Sodann wi rd in der Beschwerde beanstandet , der rechtserhebliche Sachverhalt sei nicht vollständig und richtig abgeklärt worden. 8.5.1 Zunächst wird geltend gemacht, die Vorinstanz habe die individuellen Asylgründe des Beschwerdeführers (vermeintliche LTTE -Verbindungen, exilpolitisches Engagement, Aufenthalt im Ausland, erlittene Folter) und die Asylgründe aufgrund der Zugehörigkeit zur bestimmten sozialen Gruppe der abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden und der Zugehörigkeit zur bestimmten sozialen Gruppe der vermeintlichen oder tatsächlichen LTTE- Unterstützer nicht abgeklärt. Die medizinischen Abklärungen zu den kör- perlichen Beschwerden seien unbedingt als Teilbeweise der vorgebrachten Folter zu berücks ichtigen, was die Vorinstanz nicht gemacht habe . Auch argumentiere das SEM inkorrekt und verletze dadurch das rechtliche Ge- hör, wenn es sage, dass eine neun Jahre zurückliegende Tätigkeit für die LTTE keine asylrelevante Verfolgung auszulösen vermöge (vgl. Be- schwerde S. 14 ff.). Schliesslich habe das SEM auch die Bedrohungslage des Beschwerdeführers infolge seiner familiären Beziehung zum Schwa- ger nicht korrekt und vollständig abgeklärt (vgl. Beschwerde S. 44). Diese Rüge geht ebenfalls fehl. Die Vorinstanz hat sich im Sachverhalt und in den Erwägungen mit den entscheidwesentlichen Beweismitteln sowie den vom Beschwerdeführer vorgebrachten Sachverhaltselementen ausrei- chend auseinandergesetzt und diese vor dem Hin tergrund der aktuellen Lage in Sri Lanka gewürdigt. Allein der Umstand, dass das SEM zum einen in seiner Länderpraxis zu Sri Lanka einer anderen Linie folgt, als vom Be- schwerdeführer vertreten, und es zum anderen au s sachlichen Gründen auch zu ei ner andere n Würdigung der Vorbringen gelangt, als vom Be- schwerdeführer verlangt, spricht nicht für eine ungenügende Sachverhalts- feststellung oder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Hinsichtlich der D-1731/2019 Seite 12 vom Schwager ausgehenden Gefährdung und des ärztlichen Attests vom (…) 2016 kann überdies auf die vorstehenden Erwägungen 8.4.1 und 8.4.2 verwiesen werden. Der mit der Beschwerde eingereichte Arztbericht ist bei der materiellen Beurteilung der Beschwerde zu würdigen (vgl. E. 12.3). 8.5.2 Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer angebrachten Befürchtungen im Hinblick auf die Vorsprache auf dem sri -lankischen Generalkonsulat (vgl. Beschwerde S. 17 ff.) ist auf das Grundsatzurteil des Bundesverwal- tungsgerichts BVGE 2017/6 E. 4.3.3 zu verweisen, wonach es sich bei der Ersatzreisepapierbeschaffung um ein standardisiertes, lang erprobtes und gesetzlich geregeltes Verfahren handelt. Nur aufgrund der Datenübermitt- lung der schweizerischen Behörden an die sri -lankischen Behörden und der Nennung des (unglaubhaften) Ausreisegrundes anlässli ch einer Vor- sprache auf dem sri -lankischen Generalkonsulat ist bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht mit einer asylrelevanten Verfolgung zu rechnen. 8.5.3 Weiter wird aufgrund des Umstands, dass das SEM die aktuelle Ge- fährdung des Beschwerdeführers mit dem Verweis auf eine über zweiein- halb Jahre alte Lageanalyse abgeklärt haben wolle, eine falsche und un- vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt. Die ak- tuelle politische und menschenrechtliche Situation in Sri Lanka habe sich massgeblich verändert und präsentiere sich heute anders (vgl. Be- schwerde S. 20 ff.). Sodann sei die Fehlerhaftigkeit des Lagebildes der Vo- rinstanz vom 16. August 2016 festzustellen und aufgrund der mangelnden Basis für das vorliegende Verfahren die angefochtene Verfügung aufzuhe- ben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das Lagebild sei in den zentralen Teilen als manipuliert anzusehen, stütze sich in wesentlichen Teilen auf nichtexistierende oder nicht offengelegte Quellen und sei des- halb als Grundlage für die Sachverhaltsabklärungen in der vorliegenden Sache, die Beurteilung der Glaubhaftigkeit und die Beurteilung des asylre- levanten Risikoprofils untauglich. Es werde vorliegend nicht die Verletzung des Akteneinsichtsrechts geltend gemach t, sondern eine unvollständige und unrichtige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und damit zusammenhängend auch die Beweiswürdigung durch die Vorinstanz (vgl. Beschwerde S. 44 ff.). Das Bundesverwaltungsgericht kann den Akten keinerlei Hinweise entneh- men, dass die Vorinstanz den Sachverhalt nicht ausreichend erstellt haben könnte. Allein der Umstand, dass das SEM zum einen in seiner Länderpra- xis zu Sri Lanka einer anderen Linie folgt, als vom Beschwerdeführer ver-D-1731/2019 Seite 13 treten, und es zum anderen aus sachlichen Gründen auch zu einer ande- ren Würdigung der Vorbringen gelangt, als vom Beschwerdeführer ver- langt, spricht nicht für eine ungenügende Sachverhaltsdarstellung. Soweit der Beschwerdeführer – unter Beilage einer sehr umfangreichen Dokumenten- und Quellensammlung zur Kommentierung des Lagebildes – vorbringt, die Lage in Sri Lanka habe sich mit der Funktion Mahinda Raja- paksas als Oppositionsführer im Parlament verändert und es ergebe sich eine unmittelbare Bedrohungslage für Risikogruppen (vgl. Beschw erde S. 21 ff.), vermengt er die Frage der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen Würdigung der Sache. Die Frage, ob und in welcher Weise sich Veränderungen der allgemeinen poli- tischen Situation in Sri Lanka auf den Beschwerdeführer auswirken, ist bei der materiellen Beurteilung der konkreten Asylvorbringen zu berücksichti- gen. Was das Begehren um Feststellung der Fehlerhaftigkeit des Lagebilds des SEM zu Sri Lanka betrifft, so wurde in diesem Zusammenhang bereits in mehreren vom nämlichen Rechtsvertreter geführten Verfahren (vgl. etwa Urteil des BVGer D-804/2019 vom 7. März 2019 E. 5.4) festgestellt, dass diese länderspezifische Lageanalyse des SEM öffentlich zugänglich ist. Darin werden neben nicht namentlich genannte n Gesprächspartnern und anderen nicht offengelegten Referenzen überwiegend sonstige öffentlich zugängliche Quellen zitiert. Damit ist trotz der teilweise nicht im Einzelnen offengelegten Referenzen auch dem Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör ausreichend Genüge getan. Die Frage wiederum, inwie- fern sich ein Bericht auf verlässliche und überzeugende Quellen abstützt, ist ebenfalls keine formelle Frage, sondern ist gegebenenfalls im Rahmen der materiellen Würdigung der Argumente der Parteien durch das Gericht zu berücksichtigen. 8.6 Die formellen Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage als un- begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbe- züglichen Rechtsbegehren sind somit abzuweisen. 9. Der Beschwerdeführer stellt für den Fall einer materiellen Beurteilung der Beschwerde durch das Bundesverwaltungsgericht den Beweisantrag, er sei infolge der veränderten Lage in Sri Lanka erneut zu seinen Asylgründen D-1731/2019 Seite 14 anzuhören, wobei auch gerade sein exilpolitisches En gagement vollstän- dig abgeklärt werden solle (vgl. Beschwerde S. 41). Eine erneute Anhörung des Beschwerdeführers erübrigt sich, ist doch der Sachverhalt, wie aus den vorstehenden Erwägungen hervorgeht, hinreichend erstellt. Der Antrag ist abzuweisen. Im Übrigen hätte es dem Beschwerdeführer im Rahmen sei- ner Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) oblegen, sein exilpolitisches Engage- ment darzulegen, was er jedoch unterlassen hat. 10. 10.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re- ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausge- setzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 10.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings - eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiege nder Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor - bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi- dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 11. 11.1 Das SEM führt in seiner Verfügung aus, der Beschwerdeführer sei nie Mitglied der LTTE gewesen und habe sich bis zu seiner Ausreise nach D._______ im Jahr 2006 auch nicht für diese betätigt. Sodann könne aus den wenig untermauerten Vorbringen zu den Besuchen von Unbekannten bei ihm zu Hause nicht geschlossen werden, dass es sich dabei um CID - Angehörige gehandelt habe. Überdies habe er das Land ohne Probleme mit einem auf seinen Namen lautenden Reisepass und mit einem V isum und eine r Arbeitsbewilligung für D._______ verlassen können. Es er- scheine daher wenig glaubhaft, dass er zu jenem Zeitpunkt im Visier der sri-lankischen Behörden gestanden habe. Zudem sei seine Familie ge- mäss seinen Angaben nach seiner Ausreise nicht aufgesucht worden. Zum Grund seiner Festnahme durch den CID im (…) 2015 befragt, habe er ge-D-1731/2019 Seite 15 antwortet, dass er zweifellos von Leuten verraten worden sei, um dann an- zufügen, dass die Entführer seines Schwagers diesen zu ihm (dem Be- schwerdeführer) befragt hätten. Abgesehen von der Tatsache, dass diese Vorbringen auf kein konkretes Element abgestützt seien, sei er in der Lage gewesen, im (…) 2015 legal aus D._______ nach Sri Lanka zurückzukeh- ren. Er habe also nach neun Jahren Abwesenheit keine Probleme bei sei- ner Ankunft am Flughafen Colombo ge habt und es sei kein Background Check erfolgt. Es weise damit nichts darauf hin, dass er auf der "Stop List" figuriere. Im Zusammenhang mit der behaupteten Entführung vom (…) 2015 habe er geltend gemacht, über einen Freund , der vor 2006 für die LTTE aktiv gewesen sei, befragt worden zu sein. Dazu befragt, woher die Behörden von seiner Verbindung zu diesem Freund gewusst hätten, habe er geantwortet, dass sie zusammen Privatkurse besucht h ätten vor der Ausreise nach D._______ im Jahre 2006. Es sei jedoch nicht nachvollzieh- bar, dass er neun Jahre nach seiner legalen Ausreise aus Sri Lanka einzig wegen der Tatsache, die gleiche Klasse wie eine Person, die der Verbin- dungen zu den LTTE verdächtigt werde, besucht zu haben, das Ziel solcher Massnahmen gewesen sei. Hinsichtlich der Entführung des Schwagers gebe es keine konkreten Anhaltspunkte, wonach diese etwas mit den an- geblichen Problemen des Beschwerdeführers mit den Behörden zu tun ge- habt habe. Im Gegenteil gehe aus den eingerei chten Berichten hervor, dass der Schwager wegen seiner politischer Aktivitäten festgenommen worden sei. Dieser habe nach seiner Freilassung und der Deponierung der Beschwerde bei den Behörden im (…) 2015 keine vergleichbaren Prob- leme mehr gehabt. Sodann seien seine Aussagen, wonach Personen seine Familie nach seiner Entführung im (…) 2015 aufgesucht hätten, knapp aus- gefallen und es handle sich hinsichtlich der Zugehörigkeit dieser Männer zum CID um eine unbelegte Vermutung der Familie. Weitere Zweifel an der vorgebrachten Verfolgungsfurcht würden sich ergeben, zumal der Be- schwerdeführer seinen Reisepass zwischen 2010 und 2011 bei der sri-lan- kischen Botschaft in D._______ habe erneuern können. Insgesamt seien die Vorbringen zu den angebli ch im (…) 2015 erlittenen Problemen nicht glaubhaft und es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer Sri Lanka nicht unter den geltend gemachten Umständen verlassen habe. 11.2 In der Beschwerde wird an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen festge- halten und vorgebracht, es gebe mit den eingereichten ärztlichen Unterla- gen objektive Beweismittel für die Misshandlungen. Diese würden von der Vorinstanz ignoriert. Damit habe das SEM den Grundsatz verletzt, wonach der Beweis einer Tatsache deren Glaubhaftmachung vo rgehe. Ebenso habe es das SEM unterlassen, die zahlreichen Beweismittel den Schwager D-1731/2019 Seite 16 betreffend korrekt zu würdigen und daraus die Bedrohungslage für ihn (den Beschwerdeführer) abzuleiten. Die Beweismittel würden klar belegen, dass der Schwager immer wieder Probleme mit dem Sicherheitsapparat gehabt habe. Nun sei klar, dass die Sicherheitsbehörden deshalb auch das Netz- werk des Schwagers beobachten würden , und es sei naheliegend , dass sie dann auf ihn (den Beschwerdeführer) gestossen seien, über den bereits verschiedene Verdachtsmomente vorlägen (vgl. Beschwerde S. 43 f.). Das Argument der vergangenen Zeitperiode seit der vermeintlichen Tätigkeit für die LTTE sei nicht dazu geeignet, um die Glaubhaftigkeit des vorgebrach- ten Sachverhalts zu bewerten. Ausserdem handle es sich um eine Zeitpe- riode von sieben Jahren, da J._______ im Jahre 2008 verhaftet worden sei und wohl erst unter Folter und unter Androhung des Todes sein ganzes Unterstützungsnetzwerk und somit den Namen des Beschwerdeführers of- fengelegt habe. Dass der Schwager nicht mehr festgenommen worden sei, lasse sich ebenso gut mit seiner Berühmtheit als (…) erklären. Er geniesse dadurch eine gewisse Sicherheit, die seine Verwandten oder blosse Unter- stützer der tamilischen Sache nicht hätten. Es sei auch eine nachvollzieh- bare Strategie des Sicherheitsapparates, Verfolgungsmassnahmen gegen Personen auszuüben, deren Verfolgung infolge ihres niedrigen sozialen Status und Bekanntheitsgrades kaum einen Aufruhr verursachen würde und auch keine Abklärungen zur Folge hätte. Es sei auch durchaus nahe- liegend, dass er aufgrund seiner familiären Verbindungen zu seinem Schwager auf dem Radar der Sicherheitsbehörden geblieben sei. Von der nicht erfolgten Verhaftung am Flughafen auf die Inexistenz eines Ve rfol- gungsinteresses zu schliessen, sei nicht zulässig. Aus Sicht der Sicher- heitsbehörden mache es Sinn, einen Rückkehrer, der verdächtigt werde, im Ausland ein separatistisches Netzwerk finanziert zu haben, vorerst für einige Zeit zu überwachen, um herauszufinden, mit wem er während eines bestimmten Zeitraums interagiere. Insofern ergebe es aus der Warte des Sicherheitsapparates durchaus Sinn, dass im (…) 2015 sein Schwager festgenommen und auch zu ihm (dem Beschwerdeführer) befragt worden sei. Sodann sei auf die zahlreichen Realzeichen in der Anhörung zu ver- weisen. Er habe an lässlich der Anhörung auf drei Seiten frei, ausführlich und ununterbrochen seine Asylgründe erzählt. Auch habe er detailreich und lebensnah beschrieben, wie der Raum , wo er befragt und gefoltert worden sei, ausgesehen habe (vgl. Beschwerde S. 50 ff.). Des Weiteren erfülle er zahlreiche Risikofaktoren. Er habe unter Folter die Falschaus- sage gemacht, dass er direkte Verb indungen zu den LTTE gehabt und diese durch Waffenverstecke und Geldsammlungen im Ausland unterstützt habe. Er sei in der Schweiz exilpolitisch aktiv, verfüge über keine gültigen Reisepapiere und halte sich schon über dreieinhalb Jahre in der Schweiz D-1731/2019 Seite 17 auf (vgl. Beschwerde S. 54). Sodann gehöre er zur bestimmten sozialen Gruppe der abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden und der vermeintli- chen oder tatsächlichen LTTE -Unterstützer (vgl. Beschwerde S. 56 ff.). Schliesslich sei zu ermitteln, inwieweit aufgrund der Folter und seiner al- lenfalls erheblichen psychischen Traumatisierung in Zukunft auch bei nur niederschwelliger künftiger Verfolgung von der Annahme der Flüchtlingsei- genschaft auszugehen sei (vgl. Beschwerde S. 55). 11.3 In der Eingabe vom 1. Mai 2019 wies der Beschwerdeführer darauf hin, dass sich mit den Terroranschlägen vom 21. April 2019 die Sicherheits- lage in Sri Lanka massiv verschlechtert und damit auch die asylrelevante Bedrohungslage für ihn vergrössert habe. 12. 12.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub- haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Ent scheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 12.2 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen hat. Diesbezüglich kann vorab auf die zutreffende Ar- gumentation in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. In Ergän- zung ist Folgendes festzustellen: 12.3 Dem Beschwerdeführer ist insoweit zuzustimmen, als auch nach ei- ner Zeitperiode von sieben respektive neun Jahren eine Verfolgung wegen einer vergangenen (vermeintlichen) LTTE-Verbindung nicht ausgeschlos- sen ist. Vorliegend macht der Beschwerdeführer jedoch lediglich geltend, früher an Heldentagsfeierlichkeiten teilgenommen und einige LTTE-Mitglie- der gekannt zu haben. Ansonsten habe er nichts mit den LTTE zu tun ge- habt und auch seinen Freund nicht bei dessen Waffentransporten für die LTTE unterstützt (vgl. Akten SEM A13/22 F93 ff.). Bei der Behauptung in der Beschwerde, der Freund habe wohl erst unter Folter und Androhung des Todes sein ganzes Unterstützungsnetzwerk – und somit den Namen des Beschwerdeführers – offengelegt, handelt es sich um eine durch nichts belegte und wenig überzeugende Hypothese, die überdies nachgeschoben wirkt. Sodann ist den Akten auch unter Berücksichtigung der eingereichten Beweismittel nicht zu entnehmen, dass der Schwager w egen des Be- schwerdeführers Probleme gehabt hätte. Der Beschwerdeführer räumte D-1731/2019 Seite 18 selbst ein, dass es keine Beweise gebe, wonach der Schwager seinetwe- gen entführt worden wäre (vgl. Akten SEM A13/22 F103). Auch umgekehrt sind keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, wonach der Beschwerde- führer wegen des Schwagers verfolgt worden wäre. Das Vorbringen in der Beschwerde, die Sicherheitsbehörd en hätten das Netzwerk des Schwa- gers beobachtet, weshalb naheliegend sei, dass sie dann auf ihn (den Be- schwerdeführer) gestossen seien, vermag mangels ersichtlicher Ver- dachtsmomente gegen Letzteren nicht zu überzeugen. Auch sind weder der Verweis auf die familiäre Verbindung noch die pauschale Behauptung in der Beschwerde, es las se sich ebenso gut mit der Berühmtheit des Schwagers als (…) erklären, dass dieser nicht mehr festgenommen wor- den sei, geeignet, die Vorbringen des Beschwerdeführers zu untermauern. Vor dem zusätzlichen Hintergrund der vagen Ausführungen, wonach der Beschwerdeführer nach seinem Weggang nach Colombo und bis heute – vermutungsweise vom CID – gesucht werde (vgl. A13/22 F63 und F111 ff.), gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, glaubhaft zu machen, dass ihn die Behörden nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka im Jahr 2015 verdächtigt hätten, jemals die LTTE unterstützt und im Ausland ein separatistisches Netzwerk finanziert zu haben. Vor diesem Hintergrund ist auch nicht davon auszugehen, ihm sei bloss zum Zweck der Überwachung die problemlose Einreise ermöglicht worden. Zwar trifft zu, dass die Schilderungen des Beschwerdeführers zur Festhal- tung durchaus Details und gewisse Realkennzeichen enthalten. Unter Ver- weis auf die obigen Ausführungen und die ausführliche und überzeugende Begründung der Vorinstanz ist jedoch davon auszugehen, dass andere als die angegebenen Gründe den Beschwerdeführer bewogen haben müssen, nach Europa zu reisen. An diesem Ergebnis vermögen auch das ärztliche Attest und der Arztbericht nichts zu ändern, zumal diese lediglich als Be- weis der gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers, jedoch nicht deren Ursache dienen können (vgl. E. 8.4.2). Die Kritik, das SEM verletze den "Grundsatz des Beweises vor Glaubhaftigkeit", ist als haltlos zu quali- fizieren. Im Übrigen fällt auf, dass der Beschwerdeführer in der BzP – nach gesundheitlichen Beeinträchtigungen gefragt – lediglich angab, unter star- ken (…) und (…) zu leiden (vgl. Akten SEM A3/11 Ziff. 8.02). Die Vorinstanz hat nach dem Gesagten die Vorfluchtgründe des Beschwer- deführers zu Recht als nicht glaubhaft erachtet. Unter diesen Umständen ist auf den Antrag, es sei zu ermitteln , inwieweit aufgrund der Folt er und seiner allenfalls erheblichen psychischen Traumatisierung in Zukunft auch D-1731/2019 Seite 19 bei nur niederschwelliger künftiger Verfolgung von der Annahme der Flüchtlingseigenschaft auszugehen sei, nicht weiter einzugehen. 12.4 Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer trotz fehlender Vorverfol- gung bei einer Rückkehr in sein Heimatland ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden. 12.5 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge- fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O. E. 8.3). Zur Be- urteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risiko- faktoren identifiziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der "Stop List" und die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als stark risikobegründende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich allein genommen zur Bejahung ei- ner begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risiko- begründende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weitrei- chenden Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene kleine Gruppe tat- sächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen Behör- den bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen und so den sri-lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick auf die darge- legten Risikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkehrer gefährdet, de- ren Namen in der am Flughafen in Colombo abrufbaren "Stop -List" ver- merkt seien und der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungs- weise einen Strafregistereintrag im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE enthalte. Entsprechendes gelte für sri-lankische Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch be- tätigt hätten (vgl. a.a.O. E. 8). 12.6 Dass dem Beschwerdeführer ei ne ernstzunehmende Verbindung zu den LTTE nachgesagt wird und die behauptete Vorverfolgung haben sich als unglaubhaft erwiesen. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, in- wiefern der Beschwerdeführer wegen seines Schwagers g efährdet sein sollte, zumal keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die in der Heimat D-1731/2019 Seite 20 lebenden Verwandten, welche für die Behörden leicht greifbar wären, ir- gendwelche Nachteile erlitten hätten. Auch die vorgebrachten exilpoliti- schen Tätigkeiten sind in jeder Hinsicht als niederschw ellig einzustufen, bestehen sie doch lediglich aus der einfach en Teilnahme an Demonstrati- onen, Heldentagsfeierlichkeiten und pro -tamilischen Veranstaltungen so- wie damit im Zusammenhang stehenden organisatorischen Arbeiten (vgl. Akten SEM A13/22 F135 ff.; Beschwerde S. 15 und 42 f.). Die Zugehörig- keit des Beschwerdeführers zur tamilischen Ethnie, seine knapp vierjährige Landesabwesenheit, die Asylgesuch stellung in einem tamilischen Diasporaland sowie das Fehlen ordentlicher Reisepapiere (vgl. E. 8.5.2) reichen nicht aus, um im Falle einer Rückkehr von Verfolgungsmassnah- men auszugehen. Dass der Beschwerdeführer in einer "Stop List" aufge- führt sein soll, erscheint aufgrund des Gesagten unwahrscheinlich. Unter Würdigung aller Umstände ist nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Beschwerdeführer von der sri -lankischen Regie- rung verdächtigt wird, bestrebt zu sein, den tamilischen Separatismus wie- der aufleben zu lassen, und infolgedessen eine Gefahr für den sri -lanki- schen Einheitsstaat darzustellen. Es ist nicht davon auszugehen, dass ihm im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka mit hoher Wahrscheinlichkeit und in naher Zukunft ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden. Dies ergibt sich auch nicht aus den auf Beschwerdeebene eingereichten Dokumenten, Berichten und Länderinformationen . Der am 26. Oktober 2018 begonnene Machtkampf zwischen Maithripala Sirisena, Mahinda Rajapaksa und Ranil Wickremesinghe vermag an dieser Einschätzung ebenso wenig Grundlegendes zu ändern. Die aktuelle Lage in Sri Lanka ist zwar als volatil – und nach den verheerenden Anschlägen vom 21. April 2019 zweifellos auch als sehr angespannt – zu beurteilen, jedoch ist auf- grund dessen nicht auf eine generell erhöhte Gefährdung von zurückkeh- renden tamilischen Staatsangehörigen zu schliessen. Hinsichtlich der gewalttätigen Anschläge am Ostersonntag 2019 machte der Beschwerdeführer, der sich in der BzP als Christ (vgl. Akten SEM A3/11 Ziff. 1.13), in der Beschwerde hingegen als Hindu bezeichnete (vgl. Be- schwerde S. 8), zu keinem Zeitpunkt geltend, dass er oder seine Familie sich innerhalb der christlichen Gemeinschaft engagiert hätten, weshalb in diesem Zusammenhang auch nicht angenommen werden muss, dass er nach den genannten Anschlägen einer besonders exponierten und poten- ziell gefährdeten Personengruppe angehört. D-1731/2019 Seite 21 12.7 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zu- mindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat zu Recht sein Asylgesuch abgelehnt. 13. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent- haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 14. 14.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den ges etzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme ( Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 14.2 14.2.1 Die Vorinstanz führt in ihrer Verfügung aus, die allgemeine Men- schenrechtssituation in Sri Lanka lasse den Wegweisungsvollzug zum heu- tigen Zeitpunkt nicht als generell unzulässig erscheinen. Der Beschwerde- führer sei weder Mitglied der LTTE gewesen noch habe er sie aktiv unter- stützt. Er sei in Sri Lanka auch nicht politisch aktiv gewesen und seine exil- politischen Aktivitäten würden sich auf die Teilnahme an zwei Demonstra- tionen in K._______ und G._______ beschränken. Es sei nicht davon aus- zugehen, dass ihm deswegen im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine verbotene Strafe oder Behand- lung drohe. Sodann erachte das SEM den Wegweisungsvollzug in die Nord- und Ostprovinz zum heutigen Zeitpunkt als grundsätzlich zumutbar. Es liessen sich auch keine individuellen Gründe eruieren, welche gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen würden. Der Be- schwerdeführer stamme aus dem Distrikt Jaffna, wo auch seine Mutter, (…) Schwester und ein Onkel väterlicherseits wohnen würden. Er habe sodann Arbeitserfahrung in der Landwirtschaft und als (…), eine Arbeit, welche er in D._______ während beinahe neun Jahren ausgeübt habe. Ausserdem verfüge er über ein erweitertes soziales Netz in der Heimat. D-1731/2019 Seite 22 14.2.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass jeder nach Sri Lanka zurückge- schaffte tamilische Asylgesuchsteller jederzeit Opfer einer Verhaftung und von Verhören unter Anwendung von Folter werden könne. Da er mit seiner Vorgeschichte in diese bestimmte Gruppe falle, wäre auch bei ihm von ei- ner solchen überwiegenden Gefahr auszugehen, weshalb die Unzulässig- keit des Wegweisungsvollzugs festzustellen sei. Der EGMR halte fest, dass die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, die systematisch ver- folgt werde, ber eits ausreichend sei, um unter Art. 3 EMRK geschützt zu werden. Mit der expliziten Übernahme der menschenrechtsverletzenden Politik des philippinischen Präsidenten durch den sri-lankischen Präsiden- ten Sirisena im Januar und Februar 2019 mit der beliebigen Tötung von Personen, welche tatsächlich oder auch nur als Vorwand behauptet mit Drogen zu tun hätten, drohe eine schwerwiegende Verletzung von Art. 3 EMRK. Das Bundesverwaltungsgericht müsse zwingend die Länderinfor- mationen und die sich für ihn daraus ergebende Gefährdung würdigen (vgl. Beschwerde S. 66 f.). Zurückkehrenden Tamilen würden bereits am Flug- hafen Verhöre und Verhaftung verbunden mit einer Misshandlungsgefahr drohen. Die Gefahr v on Behelligungen, Belästigungen , Misshandlungen durch Behörden oder durch paramilitärische Gruppierungen bestehe auch nach einer Einreise. Der Wegweisungsvollzug sei deshalb auch unzumut- bar. Aufgrund der Papierbeschaffung über das sri-lankische Konsulat in Genf würden die Behörden bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka sofort Kenntnis über seine politische Vergangenheit in Sri Lanka und seine exil- politische Tätigkeit in der Schweiz erhalten. Wegen seiner LTTE -Verbin- dungen und seiner bereits erfolgten Verfolgung bestehe bei den standardi- sierten Verhören der sri-lankischen Behörden, denen er sich nicht entzie- hen könne, eine akute Gefahr für Leib und Leben (vgl. Beschwerde S. 68). 14.3 14.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen D-1731/2019 Seite 23 Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie- mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be- handlung unterworfen werden. 14.3.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubh aft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus - schaffung in den Heimatstaat dort mit bea chtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2 008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts zum heuti- gen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. dazu BVGE 2011/24 E. 10.4 und Referenzurteil E-1866/2015 E. 12.2). Auch der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behand- lung namentlich für Ta milen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Nr. 10466/11; T.N. gegen Dä- nemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Nr. 20594/08; P .K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Nr. 54705/08; Rechtsprechung zuletzt bestätigt in J.G. gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, Beschw erde Nr. 44114/14). Dabei unter streicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine un- menschliche Behandlung. Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer bei e iner Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher D-1731/2019 Seite 24 Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten h ätte, die über einen so genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätig- keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts ändern auch die vola- tile Lage und die Ernennung Rajapaksas zum Oppositionsführer nichts an der Beurteilung der Verfolgungssituation für nach Sri Lanka zurückkeh- rende Tamilen. 14.3.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 14.4 14.4.1 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vol lzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 14.4.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Im Referenzurteil E-1866/2015 ist das Gericht nach einer eingehenden Ana- lyse der Sicherheitslage in Sri Lanka zum Schluss gekommen, dass der Vollzug von Wegweisungen in die Nordprovinz grundsätzlich zumutbar ist (vgl. a.a.O. E. 13.2). Betreffend den Distrikt Jaffna hielt es zusammenfas- send fest, dass es den Wegweisungsvollzug dorthin als zumutbar erachte, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien – insbeson- dere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnet- zes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation – bejaht werden könne (vgl. a.a.O. E. 13.3.3.). In einem weiteren als Refe- renzurteil publizierten Entscheid qualifizierte das Bundesverwaltungsge- richt auch den Vollzug von Wegweisungen ins Vanni-Gebiet grundsätzlich als zumutbar (vgl. Urteil D -3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). Die vom Beschwerdeführer angeführten aktuellen politischen Entwicklungen in Sri Lanka lassen keine andere Einschätzung zu. Daran vermögen auch die neusten Gewaltvorfälle in Sri Lanka am 21. April 2019 und der gleichentags von der sri -lankischen Regierung verhängte Ausnahmezustand nichts zu ändern (vgl. dazu auch E. 5). D-1731/2019 Seite 25 14.4.3 Vorliegend sprechen keine individuellen Gründe gegen die Zumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs. Der Beschwerdeführer verfügt in seiner Heimat, wo seine Mutter, (…) Schwestern und weitere Verwandte leben, über ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz, welches ihn nach einer Rückkehr im Bedarfsfall unterstützen kann . Er hat die Schule bis zur (…) Klasse besucht und verfügt über Arbeitserfahrung in der Landwirt- schaft und als (…). Auch dem Arztbericht vom (…) 2017, welcher den Ver- lauf der Beschwerden vom (…) 2016 bis (…) 2017 aufzeigt, sind keine Hin- weise zu entnehmen, wonach der Beschwerdeführer nicht in der Lage wäre, sich in seiner Heimat und unter Berücksichtigung allenfalls noch be- stehender Beeinträchtigungen beruflich zu integrieren. Es ist demnach nicht davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr in seine Heimat in eine existenzielle Notlage geraten würde. 14.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 14.5 Nach Art. 83 Abs. 2 AIG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeich- nen, weil es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der zuständigen Vertretung seines Heimatstaats die für seine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12). 14.6 Die Vorinstanz hat somit den Wegweisungsvollzug zu Recht als zu- lässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 15. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit da- rauf einzutreten ist. 16. 16.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten zufolge der sehr umfangreichen Beschwerde mit zahlreichen Beilagen ohne individuellen Bezug zu m Beschwerdeführer auf insgesamt Fr. 1 '500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). D-1731/2019 Seite 26 16.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers stellte im vorliegenden Fall zum wiederholten Mal ein Rechtsbegehren, über das bereits in ande- ren Verfahren mehrfach befunden worden ist (Bestätigung der Zufälligkeit beziehungsweise Offenlegung der objektiven Kriterien der Zusammenset- zung des Spruchkörpers ). Somit sind dem Rechtsvertreter – wie schon mehrfach angedroht – diese unnötig verursachten Kosten persö nlich auf- zuerlegen und auf Fr. 100.– festzusetzen (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 66 Abs. 3 BGG; vgl. auch Urteil des Bu ndesgerichts 5D_56/2018 vom 18. Juli 2018 E. 6; Urteil des BVGer E-5142/2018 vom 13. November 2018 E. 6.1). Die- ser Betrag ist von den Gesamtverfa hrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.– in Abzug zu bringen. 16.3 Im Übrigen sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Dieser Betrag ist dem geleisteten Kosten- vorschuss von Fr. 1'500.– zu entnehmen; der Restbetrag von Fr. 100.– ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. (Dispositiv nächste Seite) D-1731/2019 Seite 27 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Dem Beschwerdeführ er werden Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.– auferlegt. Dieser Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen. Der Restbetrag von Fr. 100.– wird dem Beschwerdeführer zu- rückerstattet. 3. Rechtsanwalt Gabriel Püntener werden Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 100.– persönlich auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Jürg Marcel Tiefenthal Barbara Gysel Nüesch Versand: