Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Februar 2021 (720 20 235 / 34) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Andreas Brunner, Advokat, Hauptstrasse 12, Postfach 811, 4153 Reinach BL gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.a Der 1971 geborene A.____ war bei der B.____ AG als Controller tätig, als er am 13. April 2014 als Lenker eines Motorrades unverschuldet einen Auffahrunfall erlitt. Die Schwei- zerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) erbrachte in de r Folge die gesetzlichen Leistungen, welche sie mit Verfügung vom 12. Mai 2015 bzw. mit Ein spracheentscheid vom 8. Juni 2016 per 31. Mai 2015 einstellte. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgeri cht), mit Entscheid vom 4. Mai 2017 (Verfahren-Nr. 725 16 226 / 111) ab. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.b Bereits am 8. Dezember 2014 (Eingang) meldete si ch A.____ unter Hinweis auf den besagten Unfall sowie eine posttraumatische Anpassungsst örung bei der Eidgenössischen In- validenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abkläru ng der erwerblichen und ge- sundheitlichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 20. Mai 2020 einen Rentenanspruch von A.____ aufgrund Nichterfüllens des Wartejahres ab. B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertr eten durch Dr. Andreas Brunner, Advokat, mit Eingabe vom 15. Juni 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, die Verfügung vom 20. Mai 2020 sei aufzuheben un d ihm ab 1. Juni 2015 mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei ihm m indestens eine halbe Invalidenrente ab 1. Juni 2015 bis 31. August 2019 zuzusprechen; un ter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass das bidisziplinäre Gut achten vom 7. November 2018, auf welches sich die Verfügung der IV-Stelle stütze, in versch iedener Hinsicht nicht über den erfor- derlichen Beweiswert verfüge. Anhand der Berichte seiner behandelnden Ärzte sei vielmehr erstellt, dass er mindestens zu 50% arbeitsunfähig sei. C. In ihrer Vernehmlassung vom 31. Juli 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten so wohl der Beschwerdeführer mit Replik vom 19. Oktober 2020 als auch die Beschwerdegegner in mit Duplik vom 13. November 2020 an ihren Anträgen und Standpunkten fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine I nvalidenrente. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern könn en (lit. a), die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 des Bun- desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicher ungsrechts [ATSG] vom 6. Okto- ber 2000) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahr es zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelrente und bei e inem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzug eltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich e rreichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrund- lage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu trag en hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). Die Prüfung der Standardindikatoren bleibt indessen ent- behrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher B erichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbarer Weise verneint wird, und allfällig gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kei n Beweiswert beigemessen werden kann (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3, 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch Urteile vom 12. März 2018, 9C_14/2018, und vom 16. Januar 2018, 9C_580/2017, E. 3.1). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts stehen zahlreiche medizinische Akten zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewürdigt wurden. Im Zentrum der medizini- schen Beurteilung stehen indessen insbesondere die nachfolgenden medizinischen Unterlagen: 5.2 Nach Eingang der Anmeldung vom 8. Dezember 2014 z og die IV-Stelle als erstes die das Unfallereignis des Versicherten vom 13. April 2014 betreffenden Suva-Akten bei. Daraus lässt sich entnehmen, dass sich der Versicherte am 13. April 2014 Frakturen der Lendenwirbel- körper (LWK) 1, 3 und 4 sowie eine wenig dislozierte Fraktur der 11. Rippe zugezogen hatte. Im Austrittsbericht des Spitals C.____ (stationärer Aufenth alt vom 14. - 27. April 2014) wurde zu- sätzlich eine posttraumatische Anpassungsstörung diagnostizie rt (IV-act. 9.17). Ein aufgrund von anhaltenden Knieschmerzen veranlasstes MRT vom 27. Mai 2014 ergab eine Partialruptur mit starker Zerrung des hinteren Kreuzbandes (HKB), aber keinen Nachweis einer Fraktur und keine Meniskusläsion (IV-act. 9.24). Anlässlich von Verlaufsu ntersuchungen vom 11. Juni 2014 (IV-act. 9.28) und 20. Juni 2014 (IV-act. 9.32) wurde wiederholt eine Konsolidation der Fraktu- ren an der LWS erhoben. Im Rahmen der kreisärztlichen A bschlussuntersuchung vom 2. März 2015 gelangte der Kreisarzt zur Auffassung, dass von weit eren Behandlungen keine namhafte Verbesserung des unfallbedingten Gesundheitszustands erwa rtet werden könne. Sämtliche Abklärungen betreffend die Beschwerden im Bereich der r echten Flanke/rechts paravertebral hätten kein bildgebend nachweisbares Korrelat erbracht . Die Arbeitsfähigkeit könne sukzessive innerhalb von zwei Monaten auf 100% gesteigert werden (IV-act. 17.116). Ein am 9. Juli 2015 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht veranlasstes 3-Phasenskelettszintigraphie Ganzkörper SPECT er gab eine knöchern nicht kon- solidierte Fraktur des Querfortsatzes LWK 4 rechts. Vor d iesem medizinischen Hintergrund stellte die Suva die gesetzlichen Leistungen schliesslich mit rechtskräftigem Einspracheent- scheid vom 8. Juni 2016 ein. 5.3 Die IV-Stelle veranlasste zur Abklärung des medizini schen Sachverhalts ein bidiszipli- näres Gutachten, welches am 7. November 2018 erstattet w urde. Im rheumatologischen Fach- gutachten konnte Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie, keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausmachen. Ohne Einfluss auf die A rbeitsfähigkeit diagnostizierte er ein chronisches Thoracovertebralsyndrom mit/bei einer Pseudo arthrose des Querfortsatzes L4 rechts sowie persistierenden Kniebeschwerden links. Anhand des Röntgendossiers sei das Folgende von Relevanz: Anlässlich des am 13. April 2014 ve ranlassten Reha-CT würden Frak- turen der Processi transversi L1,2,3 und 4 rechts genan nt. Es entstehe aufgrund dieser Bilder der Eindruck, dass der L2 frakturiert sei. Auf spätere n Bildern werde dieser Befund nicht mehr erwähnt und man könne eine entsprechende Fraktur klar a usschliessen. Es würde sich hierbei um eine optische Täuschung bei einem relativ grobkörnig en CT handeln. Im 3-Phasenskelett- szintigraphie mit CT vom 9. Juli 2015 finde sich eine nicht konsolidierte Fraktur des Querfortsat- zes L4. Die übrigen Querfortsätze L1 und L3 seien klar du rchgebaut. Betrachte man sich die Phase 3 der Szintigraphie, d.h. ein biologischer Vorga ng, so finde sich kein Uptake (Anreiche- rung von [chemischen] Stoffen im Körpergewebe) in dieser Phase 3, nicht im Bereich des Quer- fortsatzes L4, wie dies bei einer relevanten mechanisch gewissermassen scheuernden Pseu- doarthrose zu erwarten wäre. Dieser fehlende Uptake i m Szintigramm beweise, dass hier kein vermehrter Knochenumsatz vorliege. Mit anderen Worten l iege hier keine mechanische Instabi- lität und keine Situation vor, in der zwei Knochen ane inander scheuern würden. Der Querfort- satz sei zwar abgebrochen, er sei aber in der Muskulatur eingebettet und nicht im Sinne einer mechanischen instabilen Situation zu werten. Es seien zusät zlich aktuelle Röntgenbilder der LWS angefertigt worden, nachdem die letzten Bilder be reits drei Jahre zurückliegen würden. Auf diesen Bildern würde sich keine Veränderung zu frü heren Bildern ergeben. Der nicht zu- sammengewachsene Querfortsatz-Anteil lateral des Processu s transversus L4 rechts sei nach wie vor zu sehen. Im Bereich der LWS finde sich keine vermehrte Abnutzung gegenüber früher. Die Röntgenbilder des Knies vom 29. Oktober und 21. November 2015 würden altersentspre- chend geringe degenerative Veränderungen, ansonsten ab er normale intakte Strukturen zei- gen. Die früher nachgewiesene Partialruptur des HKB finde sich hier nicht mehr. Insgesamt würden sich klinisch weitgehend normale Befunde zeigen, abgesehen von einer leichten Druck- dolenz in der rechten Flanke und einem gewissen Bewegun gsschmerz. Klinisch bestehe zwar ein Grundschmerz, die einschiessenden Schmerzen könnten aber nicht mechanisch ausgelöst werden. Im Kniebereich finde sich eine vermehrte Transl ation des Kniegelenks, aber sonst un- auffällige Befunde. In der bisherigen Tätigkeit im Büro bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Diese Tätigkeit stelle eine ideale Arbeitstätigkeit dar. Im psychiatrischen Fachgutachten stellte Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychothera- pie, keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfäh igkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit bestünden ein Status nach Anpassungsstörung, län gere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) sowie eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F 54). Das Ausmass der geklagten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden und die Überzeugung, halbtags arbeiten zu k önnen, lasse sich durch die somati- schen Befunde nicht hinreichend objektivieren, so dass ein e psychische Überlagerung ange- nommen werden müsse. Der Explorand leide nicht unter vorhergehenden psychosozialen Be- lastungen. Er sei im Alltag auch nicht durch schwere, quä lende Schmerzen beeinträchtigt. Der Explorand arbeite halbtags, führe den Haushalt selbsts tändig und pflege soziale Kontakte. Die Diagnose einer Schmerzstörung könne nicht gestellt werden , es handle sich um eine Schmerz- verarbeitungsstörung. Die Hintergründe seien weitgehend unklar. Die mit dem Unfall verbunde- nen Einschränkungen, wie kaum mehr sportliche Aktivitäten ausüben zu können, sowie die fi- nanziellen Einbussen hätten vorübergehend zu leichten d epressiven Verstimmungen geführt. Die depressiven Verstimmungen, welche zur Aufnahme eine r psychologischen Behandlung geführt hätten, seien vollständig remittiert. Es könne ein Status nach Anpassungsstörung, län- gerer depressiver Reaktion, diagnostiziert werden. Es fä nden sich keine Hinweise, wonach der Explorand jeweils während längerer Zeit an mittelgrad igen oder schweren depressiven Ver- stimmungen gelitten hätte. Entsprechend habe die Anp assungsstörung auch rückwirkend kei- nen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Anlässlich des Mot orradunfalls habe sich der Explorand keine schweren Verletzungen zugezogen. Er habe keine Kopfverletzungen erlitten und sei nach 14 Tagen aus dem Spital entlassen worden. Er sei demn ach nicht Opfer eines schweren, le- bensbedrohlichen Unfalls geworden, weshalb die Voraussetzungen für die Diagnose einer post- traumatischen Belastungsstörung nicht gegeben seien. Der E xplorand habe auch nie unter Angstträumen oder Flashbacks an den Unfall gelitten, er habe sich nur gelegentlich an den Un- fall erinnert. Ausser einer Schmerzverarbeitungsstörung sei keine weitere psychiatrische Diag- nose zu stellen. In der bisherigen Tätigkeit könne der Explorand 8.5 Stunden pro Tag anwesend sein, es bestehe keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähi gkeit. Es würden sich keine Hinweise finden, dass die Arbeitsfähigkeit jemals eingeschränkt gewesen sei. 5.4 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens reichte der Ver sicherte weitere medizinische Unterlagen ein. Im Bericht vom 16. Mai 2019 stellte D r. med. F.____, Facharzt für Anästhesio- logie (D), einen Verdacht auf eine chronische Schmerzstör ung mit somatischen und psychi- schen Faktoren (ICD-10 F45.41). Aufgrund der Dauer des Leidens sei von einem chronifizierten Schmerzgeschehen auszugehen. Im Vordergrund stehe die ei nschiessende Thorakolumbalgie rechts mit nicht sicher ausschliessbarem, neuropathischem Sch merzanteil bei Zustand nach lumbalem Beschleunigungstrauma. Zusätzlich zeige sich eine iliosakrale Dysfunktion rechts, bei auffällig ausgedehnter Druckdolenz über dem Processus t ransversus L4. Zur Beurteilung der erfolgten Ausheilung der beschriebenen initialen Frakt uren und zur aktuellen Standortbestim- mung werde die Durchführung einer CT-Diagnostik verein bart. Bei bestehender iliosakraler Dysfunktion werde im Sinne einer Testbehandlung eine M anipulation iliosakral rechts durchge- führt. 5.5 Nachdem infolge von Steroidinfiltrationen der Pseu doarthrose vorübergehend eine Besserung der Schmerzsituation mit auch Reduktion der Med ikation hatte erhoben werden können (vgl. Berichte der Klinik G.____ vom 6. August b zw. 15. September 2019, IV-act. 107 und 109), stellte Dr. F.____ im anlässlich des vorliege nden Beschwerdeverfahrens beigebrach- ten Bericht vom 6. Mai 2020 eine Beschwerdezunahme in den letzten Wochen fest. Eine am 23. April 2020 erfolgte Infiltration der Bruchspalte Processus transversus Höhe L4 habe die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Symptomatik ebenfalls nicht wesentlich verbessern können. Bei einer weiteren Kontrolle vom 4. Mai 2020 habe sich der Versicherte weiterhin in schm erzgeplagtem Allgemeinzustand ge- zeigt, trotz 4 Tabletten Tramadol plus Paracetamol pro Tag. Erneut komme es zu einem plötz- lich einschiessenden Schmerz mit flächenhafter Ausdehnung über die gesamte rechte gluteale und lumbale Region. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 20. Mai 2020 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der Arbeitsfähigkeit in erster Linie auf das vor- stehend zitierte bidisziplinäre Gutachten der Dres. D.__ __ und E.____. Gestützt auf die gut- achterlichen Ergebnisse ging sie davon aus, dass dem Versic herten ab Mai 2015 die bisherige Tätigkeit als Controller, wie auch jegliche andere lei chte Tätigkeit, welche seinen Neigungen und Fähigkeiten entspreche, wieder vollumfänglich zumutb ar sei (vgl. zum Verlauf der Arbeits- unfähigkeit die Beurteilung des Regionalen Ärztlichen D ienstes [RAD] beider Basel vom 25. Oktober 2019, IV-act. 111, S. 2). Nachdem das gese tzliche Wartejahr nicht erfüllt sei, be- stehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente. 6.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist de n im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. Das b idisziplinäre Gutachten ist insge- samt umfassend und die dargelegten medizinischen Zusammen hänge sowie die vorgenomme- nen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeug end. Die Gutachter haben den Ver- sicherten persönlich untersucht, eine umfassende Anamnes e erhoben und gehen einlässlich auf seine Angaben und Beschwerden ein. Sie setzen sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden medizinischen Berichten auseinander und begrü nden abweichende Einschätzungen in überzeugender Weise. 6.3 Was der Beschwerdeführer vorbringt ist nicht geeig net, die ausschlaggebende Beweis- kraft des Gutachtens der Dres. D.____ und E.____ infrage zu stellen. 6.4.1 Der Beschwerdeführer beanstandet zunächst, dass sich d ie vorliegenden Abklärungen auf rheumatologische und psychiatrische Aspekte beschränke n würden. Bei komplexen ge- sundheitlichen Beeinträchtigungen, wie sie vorliegend z ur Beurteilung stehen würden, müsse die Einschätzung der Leistungsfähigkeit auf umfassender, die Teilergebnisse verschiedener medizinischer Disziplinen integrierender Grundlage erfo lgen. So würden die einschiessenden Schmerzen in der Flanke, die nach heutigem Kenntnissta nd wohl durch die Pseudoarthrose ausgelöst werden und allenfalls auch eine neurologische (neuropathische) Ursache haben, nur bedingt in den Fachbereich der Rheumatologie fallen. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden. Zu nächst ist mit den Auskünften von Dr. med. H.____, Facharzt für Allgemeine Medizin (D), RAD, vom 25. Oktober 2019 davon aus- zugehen, dass ein ausgebildeter und erfahrener Rheumat ologe degenerative und entzündliche Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Krankheiten der Gelenke und der Wirbelsäule sowie akute und chronische Schmerzkrankheiten sowie Krankheiten der inneren Organe und des Nervensystem s, insofern sie miteinander zu- sammenhängen, zuverlässig zu beurteilen vermag. Dessen un geachtet konnte Dr. F.____ in dem vom Beschwerdeführer angerufenen Bericht vom 16. Mai 2019 gerade keine Anhaltspunk- te für neurologische Symptome im Sinne einer Sensibilit ätsstörung oder ausstrahlende Schmerzen in die Beine ausmachen. Es trifft zwar zu, das s Dr. F.____ feststellte, dass er eine neuropathische Ursache nicht ausschliessen könne. Dieser pausc hale Hinweis wird von ihm indessen in keiner Weise begründet, zumal er selbst kei ne Veranlassung für weitere Abklärun- gen in dieser Fachrichtung sieht. Auch der Beschwerdefüh rer nennt keine konkreten Aspekte, weshalb der Gutachter nicht in der Lage gewesen sein s oll, die gesundheitlichen Beschwerden und die damit einhergehende Arbeitsfähigkeit des Versicherten kompetent zu beurteilen. Er legt insbesondere nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, da ss Dr. F.____ wichtige Aspekte be- nannt hätte, welche bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. An- haltspunkte, wonach die geklagten Beschwerden auf eine andere Ursache zurückgeführt wer- den könnten, lassen sich den vorliegenden Akten nicht en tnehmen. Sodann hat Dr. D.____ die einschiessenden Schmerzen in der rechten Flanke eingehen d gewürdigt und nachvollziehbar dargelegt, dass sich die Beschwerden anhand der weitgehe nd normalen Befunde nicht objekti- vieren liessen und diese nicht mechanisch ausgelöst werden könnten. Es ist daher nicht zu be- anstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf eine zusätzliche neurologische oder anderweitige Begutachtung verzichtet hat. 6.4.2 Ferner zweifelt der Beschwerdeführer insbesonde re den Beweiswert des rheumatolo- gischen Fachgutachtens an. So würde Dr. F.____ Diagnose n mit Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit stellen und eine (weiterhin bestehende) Arbeit sunfähigkeit von 50% bestätigen. Die Be- urteilungen würden nicht nur hinsichtlich der Arbeitsunf ähigkeit divergieren. Vielmehr gehe Dr. F.____ im Widerspruch zu den Ausführungen von Dr. D.____ von einer organischen Ursa- che des Leidens aus. In diesem Zusammenhang sei insbeson dere von Relevanz, dass durch eine Infiltration der Pseudoarthrose bei L4 mit Ster oid eine Besserung eingetreten sei, was die Auffassung des Behandlers bestätigen würde. Zur Bekräfti gung seines Standpunktes legte der Beschwerdeführer mit seiner Replik eine weitere Stellu ngnahme von Dr. F.____ vom 25. Au- gust 2020 ins Recht. Zwischen den Parteien in medizinischer Hinsicht nicht streitig ist, dass die Fraktur des Querfort- satzes L4 nicht vollständig konsolidiert ist (vgl. auch E. 5.3 hiervor). Streitig sind die mit dem Befund bedingten Leistungseinschränkungen und die Arb eitsfähigkeit. Wie unter Erwägung 5.3 dargelegt, hält Dr. D.____ unter Würdigung älterer sowie aktuell veranlasster Bildgebungen fest, dass sich im 3-Phasenskelettszintigraphie mit CT vom 9. Juli 2015 eine nicht konsolidierte Fraktur des Querfortsatzes L4 finde. Die übrigen Querfo rtsätze L1 und L3 seien klar durchge- baut. Das fehlende Uptake im Rahmen der Skelettszintigr aphie schliesse indessen eine me- chanische Problematik im Sinne einer nicht verwachsenen Knochensituation, die eine mechani- sche Reizung zur Folge hätte, aus. Der Querfortsatz sei zwa r abgebrochen, er sei aber in der Muskulatur eingebettet und nicht im Sinne einer mechan ischen instabilen Situation zu werten. Diese Ausführungen des Gutachters sind nachvollziehbar u nd überzeugend und er gelangt ge- stützt darauf schlüssig und widerspruchsfrei zum Ergebni s, dass diesem Befund daher kein Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einfluss auf die vom Beschwerdeführer bisher ausgeübte (leichte) Tätigkeit zukommt (vgl. Gut- achten S. 44 und E. 5.3 hiervor). In dem vom Beschwerde führer mit Replik beigebrachten Be- richt vom 25. August 2020 führt Dr. F.____ demgegenüb er aus, der Begriff "Pseudoarthrose Processus transversus L4 rechts" sei an dieser Stelle irrefü hrend. Tatsächlich handle es sich um ein Knochenfragment, das durch die sehnigen Struk turen mit der Rückenmuskulatur ver- bunden sei. Es sei durchaus vorstellbar, dass entsprechen de Bewegungen zu einem entspre- chenden Kontakt zwischen Knochenfragment und Processus tran sversus L4 führen würden. Diese könnten spontan Schmerzen auslösen, da vor allem in den Sehnen und der Knochenhaut Schmerzrezeptoren angesiedelt seien. Eine entzündliche Ve ränderung sei zu diesem Zweck nicht notwendig, vielmehr spreche gegen ein entzündliche s Geschehen, dass die Schmerzen plötzlich einschiessend seien, was zu dem beschriebenen Mechanismus passen würde. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend feststellt, handelt es sic h bei der Einschätzung von Dr. F.____ im Ergebnis um eine abweichende Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts, welche ein grundsätzlich beweistaugliches Gutachten nicht in Fra ge zu stellen vermag (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesge richt, sozialrechtliche Abteilun- gen] vom 18. April 2006, I 783/05, E. 2.2 mit Verweis). Darin gründet, wie der Beschwerdeführer selbst anführt, auch die abweichende Einschätzung des Beh andlers in Bezug auf die Arbeitsfä- higkeit. Der Beschwerdeführer vermag mit dem Verweis auf die divergierende Beurteilung durch Dr. F.____ und den Gutachter indessen keine konkreten In dizien gegen die Zuverlässigkeit des rheumatologischen Fachgutachtens aufzuzeigen. Bei den vo n Dr. F.____ gemachten Ausfüh- rungen, wonach es "durchaus vorstellbar" sei, dass entspre chende Bewegungen zu einem ent- sprechenden Kontakt zwischen Knochenfragment und Processus transversus L4 führen wür- den, handelt es sich im Wesentlichen um eine medizinisch e Hypothese welche nicht ausreicht, um konkrete Zweifel an den gutachterlichen Ausführungen zu begründen (vgl. E. 4.3 hiervor). Eine nachvollziehbare (konkrete) Erklärung, wie die entsp rechenden Schmerzen entstehen könnten, lässt sich dem Bericht von Dr. F.____ jedenfall s nicht entnehmen. Wie der Beschwer- deführer selbst anerkennt, ist durch die Infiltration der Pseudoarthrose bei L4 lediglich vorüber- gehend eine Besserung eingetreten. Dr. F.____ hält hi erzu in seinem Bericht vom 6. Mai 2020 explizit fest, dass damit keine wesentliche Verbesserung habe erzielt werden können (vgl. E. 5.5 hiervor). Es finden sich sodann weder anhand der Berichte von Dr. F.____ noch in den weiteren medizinischen Akten Hinweise auf relevante Tat sachen, die vom Gutachter nicht be- rücksichtigt wurden und die geeignet wären, die attestie rte vollschichtige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit in Zweifel zu ziehen. 6.4.3 Schliesslich beanstandet der Beschwerdeführer die von den Gutachtern vorgenomme- ne Prüfung der Standardindikatoren als ungenügend un d teilweise unzutreffend. Wie der rheu- matologische Gutachter an sich zutreffend erhoben habe, k önne er verschiedene vor dem Un- fall betriebene sportliche Hobbies nicht mehr ausüben. Wenn der Gutachter aus der Tatsache, dass er selber koche, einkaufe und den Einpersonenhaushalt erledige, ableite, dass er ein akti- ves Leben führe, welches eine Erwerbstätigkeit von übe r 50% ermögliche, sei dies im Kontext der Ressourcenfrage eine inadäquate Annahme. Auch lasse sich aus der Fähigkeit zur Kon- zentration während kurzen Autofahrten nichts für die F rage ableiten, ob er über Ressourcen verfüge, um ein Erwerbspensum zu absolvieren, das über d as bisherige hinausgehe. Gleicher- massen verhalte es sich in Bezug auf die Feststellungen des p sychiatrischen Gutachters. Zu Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenig Beachtung finde bei den Darlegungen des psychiat rischen Gutachters auch seine Schmerzproblematik. Indem der Gutachter die Situation unzutreffend positiv darstelle, gelange der Gutachter zum Schluss, dass er gar nicht an einer Schmerzstörung leiden würde. Auch dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werde n. Den Ausführungen der gutachterli- chen Fachpersonen zufolge habe lediglich eine etwas hera bgesetzte und bedrückte Stimmung, jedoch ohne Depressivität, bestanden. Ferner konnten ke ine Konzentrationsschwäche und nunmehr auch keine Rückzugstendenzen ausgemacht werden. So hat der Beschwerdeführer zwar angegeben, dass er aufgrund der Schmerzen nachts er wache, gleichwohl hat er morgens indessen keine Probleme aufzustehen. Wenngleich der Be schwerdeführer berichtete, dass er mehr oder weniger andauernd unter Beschwerden im Bereich der rechten Flanke leide, so kann aufgrund der gutachterlichen Erhebungen nicht auf ein objektiv begründbares Krankheitsleiden mit erheblicher Beeinträchtigung geschlossen werden. Soda nn stand der Beschwerdeführer lediglich vorübergehend während eines Jahres in ambula nter psychologischer Behandlung. Ansonsten ist er nie in psychologischer oder psychiatrischer Behandlung gewesen, was eben- falls von einem sehr geringen Leidensdruck des Beschwerdefü hrers zeugt. Wie die Beschwer- degegnerin zutreffend darlegt, wird die Tatsache, dass durch verschiedene Therapien (Physio- therapie, Wassertherapie) kein Erfolg herbeigeführt w erden konnte, durch den Umstand relati- viert, dass der Versicherte die Antidepressiva abgesetzt ha t, obwohl diese eine Distanz zu den Schmerzen herbeigeführt haben. In Bezug auf die Komplexe “Persönlichkeit“ und “sozialer Kon- text“ stellte der psychiatrische Gutachter keinen verminde rten Antrieb, einen gut herstellbaren affektiven Kontakt sowie keine Veränderungen der Stimmu ng und des Antriebs im Laufe des Tages fest. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers fehlen Hinweise, wonach die me- dizinischen Experten die verbleibenden Ressourcen des Versich erten als unzutreffend ein- schätzten, zumal die Gutachter auch nicht von den beschr iebenen Alltagsaktivitäten direkt auf eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit geschlossen haben. Den Angaben im Gutachten zufolge pflegt der Beschwerdeführer regelmässig Kontakt zu seine n Eltern und hat, nach einem vor- übergehenden sozialen Rückzug, auch seine früheren pri vaten Kontakte wieder aufgenommen. Er trifft sich regelmässig mit Kollegen. Seine Aktivitä ten beinhalten ferner Haushaltsarbeiten, Kochen, Velofahrten, Autofahrten, das Erledigen von E inkäufen und Spaziergänge . Daraus kann durchaus abgleitet werden, dass der Beschwerdefüh rer über erhebliche Ressourcen ver- fügt. Jedenfalls fehlen Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer sich bei seinen Aktivitä- ten krankheitsbedingt in relevanter Weise einschränken würde. Es ist dem Beschwerdeführer zwar dahingehend zuzustimmen, dass er die vor dem Unfall getätigten sportlichen Hobbies, wie Badminton, Motorradfahren und Skifahren, nicht mehr ausübt und dadurch unstreitig eine Ein- schränkung in seinen Freizeitaktivitäten erfährt. Ferner lässt sich dem Gutachten auch entneh- men, dass sich Ausfahrten mit dem Fahrrad jeweils auf e twa 60 Minuten beschränken würden. Gleichwohl schliesst dies eine vollschichtige Arbeitsfähigke it in einer leichten Tätigkeit nicht aus. Dr. D.____ hält hierzu explizit fest, dass die zahl reichen Alltagsaktivitäten einer Tätigkeit auf einem körperlich leichten Niveau entsprechen würden , wie dies auch bei einer entspre- chenden Berufstätigkeit möglich wäre. Alsdann stützt Dr. D.____ seine Einschätzung lediglich mit diesen Feststellungen. Die Beurteilung der Arbeits fähigkeit gründet vorwiegend auf seiner objektiven Befunderhebung, zumal somatische Befunde, an ders als psychische Störungen, aufgrund ihres objektivierbaren Substrats dem direkten Beweis einer anspruchsbegründenden Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsunfähigkeit zugänglich sind. Auch in diesem Zu sammenhang untermauert Dr. D.____ seine Feststellungen abermals mit dem Hinweis, wonach i n objektiver Hinsicht jegliche Scho- nungszeichen der Muskulatur gefehlt hätten. Wie unter E rwägung 6 hiervor dargelegt, erfüllt das bidisziplinäre Gutachten die Kriterien, die das Bund esgericht an eine beweistaugliche me- dizinische Beurteilungsgrundlage stellt. Wird im Rahme n beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. E. 4.3 hiervor) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvol lziehbar begründeter Weise verneint und kann allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels f achärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden, b leibt eine Prüfung der Standardindi- katoren entbehrlich (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 5. September 2019, 8C_270/2109, E. 4.2.3, und vom 2. August 2018, 8C_309/2018, E. 5. 3.2; vgl. auch E. 3.3 hiervor). Dessen ungeachtet trifft es zwar zu, dass der Rechtsanwender gemä ss bundesgerichtlicher Praxis die Indikatoren und ihre Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit frei überprüfen darf. Da die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aber eine medizinische und keine j uristische Frage ist, kann eine Überprü- fung und Abweichung von der gutachterlichen Zumutbarkeitsbeurteilung nur dann zulässig sein, wenn die gutachterliche Einschätzung mit den objektiven Umständen ganz offensichtlich nicht in Einklang zu bringen ist (vgl. BGE 141 V 281; Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2017, 8C_260/2017, E. 4.2.1 ff.), was nach dem Gesagten vorliegend aber nicht der Fall ist. 7. Im Ergebnis ist gestützt auf das beweiskräftige Gutach ten der Dres. D.____ und E.____ vom 7. November 2018 von einer vollschichtigen Ar beitsfähigkeit des Beschwerdefüh- rers in seiner angestammten Tätigkeit seit Mai 2015 a uszugehen. Damit hat die Beschwerde- gegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Re cht verneint. Auch die im Sinne eines Eventualbegehrens beantragten weiteren medizinisch en Abklärungen würden zu keinen neuen Erkenntnissen führen, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung auf zusätzliche medizi- nische Abklärungen verzichtet werden kann (vgl. zur Zulässigk eit einer antizipierten Beweis- würdigung: BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 8. Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 2 0. Mai 2020 nicht zu bean- standen. Die dagegen erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen. 9. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Dem Ausgang des Verfahrens entspre- chend wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.