200 14 137 UV KNB/COC/KRK Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 29. August 2014 Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Schütz Gerichtsschreiberin Collatz A.________ vertreten durch B.________ Beschwerdeführer gegen SUVA Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern Beschwerdegegnerin betreffend Einspracheentscheid vom 9. Januar 2014 (E 3217/2013) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2014, UV/14/137, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1979 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist über seinen Arbeitgeber bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan- stalt (SUVA bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Gemäss Unfallmeldung vom 22. Juli 2013 (Akten der SUVA, Antwortbeila- ge [AB] 1) erlitt der Versicherte am 3. Juli 2013 beim Squash „einen Schlag“ in den Rücken. Danach habe er drei Tage unter Schmerzen gelit- ten. Am 10. Juli 2013 habe er beim Fussball spielen erneut „einen Schlag“ in den Rücken erlitten. Als betroffener Körperteil wurde der Rücken links und als Art der Schädigung eine Stauchung der Wirbelsäule angeführt. Mit formlosen Schreiben vom 14. Oktober 2013 (AB 22) verneinte die SUVA eine Leistungspflicht ihrerseits bezüglich des Ereignisses vom 3. Juli 2013, da sich weder ein Unfallereignis im Sinne des Gesetzes zugetragen habe noch eine Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV; SR 832.202) vorliege. Nachdem der Versicherte eine einsprachefähige Verfügung ver- langt hatte (AB 24), hielt die SUVA mit Verfügung vom 22. Oktober 2013 (AB 25) an ihrer Beurteilung fest und verneinte einen Anspruch auf Leis- tungen der obligatorischen Unfallversicherung. Damit zeigte sich der Versi- cherte nicht einverstanden (AB 27). Diese Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom 9. Januar 2014 (AB 33) ab. B. Hiergegen liess der Versicherte am 6. Februar 2014 Beschwerde erheben und folgende Anträge stellen: 1. Der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2014, UV/14/137, Seite 3 2. Eventualiter sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuhe- ben und die Frage der natürlichen Kausalität rechtskonform abzu- klären und alsdann erneut zu entscheiden. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge Zudem wurde ein Verfahrensantrag auf Befragung von C.________ als Zeuge gestellt. Auf Aufforderung des Instruktionsrichters hin ging am 2. April 2014 eine Stellungnahme des Zeugen beim Gericht ein. Mit Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2014 schloss die Beschwerdegegne- rin auf Abweisung der Beschwerde. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2014, UV/14/137, Seite 4 1.2Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 9. Januar 2014 (AB 33). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdefüh- rers auf Leistungen der Unfallversicherung hinsichtlich des Ereignisses vom 3. Juli 2013. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi- cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; SR 832.20]). 2.2Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge- sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 2.2.1Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objek- tiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweili- gen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des Ungewöhnli- chen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkun- gen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht als Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslö- sung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhn- lich ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 V 72 E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhn-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2014, UV/14/137, Seite 5 lichkeit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwarte- te Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Un- gewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79). Ein gesteigertes Abgrenzungsbedürfnis besteht dort, wo der Gesundheits- schaden seiner Natur nach auch andere Ursachen als eine plötzliche schä- digende Einwirkung haben kann, also keine gesicherte Zuordnung zum exogenen Faktor erlaubt. Dies gilt nach der Rechtsprechung insbesondere dann, wenn die Gesundheitsschädigung erfahrungsgemäss auch als allei- nige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestandenen degenerati- ven Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann. In solchen Fällen muss die unmittelba- re Ursache der Schädigung unter besonders "sinnfälligen" Umständen ge- setzt worden sein. Somit wird eine Einwirkung ohne offensichtliche Scha- densneigung erst durch das Hinzukommen eines zusätzlichen Ereignisses zum ungewöhnlichen äusseren Faktor. Es bedarf – neben den üblichen auf den Körper einwirkenden Kräften – eines schadensspezifischen Zusatzge- schehens, damit ein Unfall angenommen werden kann (BGE 134 V 72 E. 4.3.2 und 4.3.2.1 S. 80). 2.2.2Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung ledig- lich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der unge- wöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Verände- rung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro- grammwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 S. 118; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 40 E. 5.2). Dies trifft beispielsweise dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2014, UV/14/137, Seite 6 reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 2004 U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 422 E. 2b). Bei sportlichen Tätigkeiten ist ein Unfall im Rechtssinne dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant. Wenn sich hingegen das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung verwirk- licht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches ist auch dann zu verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung sich aber noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (SVR 2008 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.3). 2.3Die Unfallversicherer haben auch Versicherungsleistungen für die in der Verordnung abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädi- gungen zu übernehmen, sofern diese nicht eindeutig auf Erkrankung oder Degeneration zurückzuführen sind (Art. 6 Abs. 2 UVG; Art. 9 Abs. 2 lit. a - h UVV). Dabei müssen sämtliche Begriffsmerkmale eines Unfalles mit Aus- nahme der Ungewöhnlichkeit erfüllt sein. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung eines äusseren Ereignisses zu, d.h. eines aus- serhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466 E. 2.2 S. 467). 2.4Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen- hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). 2.4.1Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja- hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2014, UV/14/137, Seite 7 ("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 2.4.2Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa- che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die- ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa- lität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 138 V 248 E. 4 S. 250, 134 V 109 E. 2.1 S. 112). 2.5Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die- sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver- haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221). Das Sozia- lversicherungsrecht kennt keinen allgemeinen Rechtsgrundsatz, wonach im Zweifelsfalle zugunsten der versicherten Person zu entscheiden sei. Ein Anspruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Voraussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 260 E. 2b). 3. 3.1Vorliegend ist zu Recht nicht bestritten, dass die beim Beschwerde- führer festgestellte Diskushernie L5/S1 (AB 6, 13) keine unfallähnliche Kör- perschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV (vgl. E. 2.3 hiervor) dar- stellt. Streitig und zu prüfen ist indessen, ob das Ereignis vom 3. Juli 2013 einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG darstellt (vgl. E. 2.2 hiervor) und bejahendenfalls, ob die Diskushernie in einem anspruchsbegründenden Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2014, UV/14/137, Seite 8 natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (vgl. E. 2.4 hiervor) zum Ereignis vom 3. Juli 2013 steht. 3.2Vorab zu prüfen, ob das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Ereignis vom 3. Juli 2013 ein Unfallgeschehen darstellt. Aus den Akten ergibt sich zum Geschehensablauf und zum Gesundheitszustand des Be- schwerdeführers das Folgende: 3.2.1Gemäss der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 22. Juli 2013 (AB 1) erlitt der Beschwerdeführer beim Squash „einen Schlag“ in den Rücken. Daraufhin habe er während drei Tagen unter Schmerzen gelitten. Am 10. Juli 2013 habe er beim Fussball spielen nach zwei Minuten einen er- neuten „Schlag“ in den Rücken erlitten. Danach habe er seinen Hausarzt aufgesucht, welcher ihn an einen Chiropraktor verwiesen habe. 3.2.2Am 23. August 2013 fand eine bildgebende Untersuchung der Len- denwirbelsäule (LWS) und des Iliosakralgelenks (ISG) statt. Im gleichen- tags erstellten Bericht wurde eine paramedian links akzentuierte Diskushernie L5/S1 ohne neurokompressive Komponente festgestellt. An- sonsten lägen keine Nachweise entzündlicher Veränderungen im Bereich der ISG-Fugen und der Wirbelsäule vor (AB 13). 3.2.3Dr. med. D.________, Facharzt für Innere Medizin und Rheumato- logie FMH, diagnostizierte im Bericht vom 4. September 2013 (AB 6) ein persistierendes lumbo-sakrales Schmerzsyndrom bei degenerativen Ver- änderungen (mediane linksbetonte Diskushernie L5/S1), bei einer Hal- tungsanomalie (Status nach Morbus Scheuermann) sowie bei einer mus- kulären Dysbalance. In der Anamnese hielt der Facharzt fest, der Be- schwerdeführer habe am 3. Juli 2013 beim Squash plötzlich einen Zwick lumbal gespürt. Daraufhin sei er während drei Tagen „blockiert“ gewesen. Danach sei es ihm wieder besser gegangen. Nach dem Fussball spielen am 10. Juli 2013 habe der Beschwerdeführer erneut unter Schmerzen lum- bal und unter einer Blockierung gelitten. Es bestehe eine Schmerzausstrah- lung in die linke Leiste, jedoch nicht ins Bein. Am Morgen beim Aufstehen bestünden starke Schmerzen, welche im Laufe des Tages zunehmend besser würden (S. 1).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2014, UV/14/137, Seite 9 3.2.4Im Fragebogen zum Unfallhergang vom 23. September 2013 (AB 18) gab der Beschwerdeführer hinsichtlich des Geschehensablaufs an, er habe am 3. Juli 2013 beim Squash nach der Ausführung eines (Squash-) Schlages einen grossen Schmerz im Rücken verspürt. Auf die Frage, ob sich etwas Besonderes (Ausgleiten, Sturz, usw.) ereignet habe, gab er eine "Verrenkung des Oberkörpers in Kombination mit der Schlagbewegung" an. Die Beschwerden hätten sich erstmals nach Ausführung der erwähnten Schlagbewegung bemerkbar gemacht. Eine Arbeitsunfähigkeit habe ledig- lich am 11. Juli 2013 bestanden. Danach sei er „einfach mit Rücken- schmerzen“ wieder 100% arbeitsfähig gewesen. 3.2.5In der Einsprache vom 20. Oktober 2013 (AB 27) gab der Be- schwerdeführer an, die Schmerzen seien plötzlich und akut nach der Aus- führung eines Squash-Schlages eingetreten. Diese Schmerzen seien also eindeutig auf die Ausführung der Sportart zurückzuführen. Ob er genau bei dieser Schlagbewegung mit einem Fuss weggerutscht sei oder nicht, könne er nicht mit Sicherheit sagen. Er sei sich aber sicher, dass während der Ausführung der Schlagbewegung irgendeine unglückliche Verrenkung stattgefunden haben müsse. 3.2.6Der Zeuge führte in seiner Stellungnahme vom 31. März 2014 (in den Gerichtsakten) aus, nachdem der Beschwerdeführer am 3. Juli 2013 beim Squash akute Schmerzen im Rücken verspürt habe, habe dieser nicht mehr weiterspielen können. Daraufhin hätten sie das Spiel abbrechen müssen und seien nach Hause gegangen. 3.3 Hinsichtlich des Geschehensablaufs vom 3. Juli 2013 hat gestützt auf die konstanten Angaben des Beschwerdeführers als erstellt zu gelten, dass er beim Squash nach der Ausführung eines Schlages einen ein- schiessenden Schmerz im Rücken verspürt hat (vgl. AB 1, 6, 18, 27). Dass sich bei diesem Squash-Spiel resp. bei der besagten Schlagbewegung etwas ungewöhnliches oder „programmwidriges“ wie z.B. ein Zusammen- stoss mit dem Zeugen (welcher am 3. Juli 2013 der Gegenspieler des Be- schwerdeführers war) oder ein Ausrutschen (vgl. E. 2.2.2 hiervor) ereignet hat, geht weder aus den Akten noch aus der Stellungnahme des Zeugen vom 31. März 2014 (in den Gerichtsakten) hervor. Diesbezüglich ist insbe- sondere auf den Bericht von Dr. med. D.________ vom 4. September 2013 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2014, UV/14/137, Seite 10 (AB 6) hinzuweisen, aus welchem klar wird, dass der Beschwerdeführer nicht (von aussen) einen eigentlichen Schlag erhalten hat, sondern lumbal einen Zwick im Sinne eines einschiessenden Schmerzes verspürt hat. Die vom Beschwerdeführer angeführte "Verrenkung des Oberkörpers in Kombination mit der (besagten) Schlagbewegung" (AB 18; vgl. auch AB 27) stellt – entgegen der Auffassung in der Beschwerde – keine solche unkoor- dinierte Bewegung dar. Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten, dass eine solche Verrenkung des Oberkörpers im Zusammenhang mit einer Schlagbewegung innerhalb der gewöhnlichen Spannbreite des Bewe- gungsmusters resp. als inhärentes Risiko beim Squash zu sehen ist, zumal es sich beim Squash um eine sehr schnelle Sportart handelt, die bekann- termassen mit vielen Richtungswechseln, Beschleunigungen und Verren- kungen des Oberkörpers verbunden ist. Das Vorliegen eines ungewöhnli- chen äusseren Faktors im Sinne einer unkoordinierten Bewegung (vgl. E. 2.2.2 hiervor) ist damit zu verneinen, weshalb der Unfallbegriff gemäss Art. 6 UVG nicht erfüllt ist. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass auch gestützt auf die festgestellte Diskushernie L5/S1 (AB 6, 13) keine Rückschlüsse auf einen Unfall gezo- gen werden können. Diesbezüglich ist vorab festzuhalten, dass es im Be- reich des Unfallversicherungsrechts einer medizinischen Erfahrungstatsa- che entspricht, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerati- ver Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur aus- nahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie be- trachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unver- züglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 E. 2.3). Da aus dem Bericht von Dr. med. D.________ vom 4. Sep- tember 2013 (AB 6) eindeutig hervorgeht, dass beim Beschwerdeführer (lumbal) degenerative Veränderungen bestehen und nach dem Squash- Spiel (vorerst) auch keine Arbeitsunfähigkeit bestanden hat (erst am 11. Ju- li 2013 für einen Tag; AB 18), kann nicht mit dem im Sozialversicherungs-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2014, UV/14/137, Seite 11 recht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf einen Unfall als Ursache der Diskushernie geschlossen werden. 3.4Da vorliegend weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körper- schädigung zu bejahen sind, erübrigen sich im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 3. Juli 2013 Ausführungen zur (natürlichen und adäquaten) Kausalität und diesbezüglich insbesondere weitere Abklärungen. 3.5Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 9. Januar 2014 (AB 33) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist als unbegründet abzuweisen. 4. 4.1Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). 4.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä- digung zugesprochen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Aug. 2014, UV/14/137, Seite 12 3. Zu eröffnen (R): - B.________ z.H. des Beschwerdeführers - SUVA - Bundesamt für Gesundheit Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.