<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 5 S.34</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">34</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>5</b></span> <span class="ft2"><b>§ 321 Abs. 1 ZPO, Art. 84 Abs. 2 SchKG. Novenrecht im Rechtsöffnungs-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>verfahren.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Auch im summarischen Rechtsöffnungsverfahren kann vom Gläubiger</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nicht verlangt werden, zu Einwendungen des Schuldners, mit welchen er</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nicht rechnen konnte bzw. musste, bereits im Rechtsöffnungsbegehren</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Stellung zu nehmen, und es ist ihm daher im Beschwerdeverfahren Gele-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>genheit dazu zu geben, sofern er dies nicht schon mit Replik im</b></span><br/> <span class="ft2"><b>erstinstanzlichen Verfahren tun konnte.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 21. August 2007</span><br/> <span class="ft3">in Sachen S.H.-H. gegen G.J.H.-H.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <br/> <span class="ft1">1.1 Gemäss Art. 84 Abs. 2 SchKG gibt der Richter des Betrei-</span><br/> <span class="ft1">bungsorts, welcher über Gesuche um Rechtsöffnung entscheidet,</span><br/> <span class="ft1">dem Betriebenen sofort nach Eingang des Gesuchs Gelegenheit zur</span><br/> <span class="ft1">mündlichen oder schriftlichen Stellungnahme und eröffnet danach</span><br/> <span class="ft1">innert fünf Tagen seinen Entscheid. Die Parteien haben deshalb ihre</span><br/> <span class="ft1">Behauptungen und Beweismittel mit dem Rechtsöffnungsbegehren</span><br/> <span class="ft1">bzw. der Stellungnahme vorzubringen und sind damit im Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deverfahren ausgeschlossen, sofern sie nicht darlegen, dass sie diese</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Zivilprozessrecht</span> <span class="page_no">35</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">im erstinstanzlichen Verfahren nicht mehr vorbringen konnten (§ 321</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 ZPO).</span><br/> <span class="ft1">1.2 Die Klägerin stellte in ihrer Beschwerde verschiedene neue</span><br/> <span class="ft1">Behauptungen auf und legte neue Beweismittel ins Recht. Der Be-</span><br/> <span class="ft1">klagte nahm zu diesen neuen Behauptungen der Klägerin in seiner</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeantwort Stellung, doch kann bei ihm als juristischem</span><br/> <span class="ft1">Laien nicht von einem konkludenten Einverständnis, auf die Einhal-</span><br/> <span class="ft1">tung des Novenverbots zu verzichten, ausgegangen werden (Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheid der 4. Zivilkammer vom 27. April 1999 [ZSU.1999.129]</span><br/> <span class="ft1">Erw. 2c). Umgekehrt kann von der Klägerin nicht verlangt werden,</span><br/> <span class="ft1">Einwendungen des Beklagten, mit welchen sie nicht rechnen konnte</span><br/> <span class="ft1">oder musste, bereits in ihrer Rechtsöffnungsklage zu widerlegen.</span><br/> <span class="ft1">Soweit sie Kenntnis hatte von dem, was der Beklagte gegen ihr</span><br/> <span class="ft1">Rechtsöffnungsbegehren vorbrachte (Anrechnung von Steuerschul-</span><br/> <span class="ft1">den, Nebenkosten und eines Kontos auf den Namen von R.), äusserte</span><br/> <span class="ft1">sie sich in der Klageschrift. Hingegen konnte und musste sie die</span><br/> <span class="ft1">weiteren Einwendungen des Beklagten (Anrechnung der Direktzah-</span><br/> <span class="ft1">lungen der IV und der Banküberweisung vom 27. Dezember 2006)</span><br/> <span class="ft1">nicht voraussehen und dazu bereits im Rechtsöffnungsbegehren vor</span><br/> <span class="ft1">Vorinstanz Stellung nehmen. Sie ist daher mit diesen neuen Be-</span><br/> <span class="ft1">hauptungen und Beweismitteln zuzulassen.</span><br/></div> </div> </body> </html>