<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00174</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106825&amp;W10_KEY=13013575&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00174</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.08.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 10.02.2003 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung und Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>zusätzliche Antennen für die Richtfunkstation am Bachtel-Turm; Legitimation Steitgegenstand ist einzig die Frage, ob der Regierungsrat zu Recht nicht auf den Rekurs eingetreten ist (E. 1a). Den Beschwerdeführerinnen ist keine zusätzliche Frist zur Einreichung eines Gutachtens zu gewähren (E. 1b). Die nach Ablauf der Beschwerdefrist eingereichten Eingaben sind nicht zu beachten (E. 1c). Eine mündliche Verhandlung ist nicht durchzuführen (E. 1d). Zusammenfassung der vorinstanzlichen Erwägungen (E. 2a). Der Regierungsrat hat das rechtliche Gehör nicht verletzt (E. 2b). Zusammenfassung der wesentlichen Argumente der Beschwerdeführerinnen (E. 2c). Die Rekurslegitimation setzt bei objektivierter Betrachtung bestehendes Berührtsein und schutzwürdiges Interesse voraus. Vorliegend fragt sich, ob genügende Hinweise darauf vorliegen, dass das strittige Vorhaben für die Beschwerdeführerinnen negative Auswirkungen haben könnte (E. 2d aa). Die geplante Anlage untersteht hinsichtlich der Immissionsgrenzwerte der NISV (E. 2d cc). Die von den Beschwerdeführerinnen eingereichten Unterlagen rechtfertigen kein Abweichen von der NISV und der darauf gestützten Praxis (E. 2d dd). Der Regierungsrat hat die Rekurslegitimation zu Recht verneint (E. 2d ee).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKZESSORISCHE PRÃFUNG">AKZESSORISCHE PRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANLAGEGRENZWERT">ANLAGEGRENZWERT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERÃHRTSEIN">BERÃHRTSEIN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IMMISSIONSGRENZWERT">IMMISSIONSGRENZWERT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTEINTRETEN">NICHTEINTRETEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTIONISIERENDE STRAHLUNG">NICHTIONISIERENDE STRAHLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RICHTFUNK">RICHTFUNK</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RICHTSTRAHL">RICHTSTRAHL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZWÃRDIGES INTERESSE">SCHUTZWÃRDIGES INTERESSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAHLUNG">STRAHLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STREITGEGENSTAND">STREITGEGENSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: THERMISCH">THERMISCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: ÃBRIGES UMWELTSCHUTZRECHT">ÃBRIGES UMWELTSCHUTZRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZIVILRECHTLICH">ZIVILRECHTLICH</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 lit. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 6 EMRK</span><br/><span class="gerade">Art. 2 lit. Ia NISV</span><br/><span class="ungerade">Art. 6anhang 1 NISV</span><br/><span class="gerade">Art. 11anhang 2 NISV</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 lit. I,II NISV</span><br/><span class="gerade">Art. 61anhang1 lit. II NISV</span><br/><span class="ungerade">§ 338a Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 2 USG</span><br/><span class="ungerade">§ 59 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die D AG beabsichtigt, am bestehenden Antennenturm auf dem Bachtel eine Richt­funkstation mit zwÃ¶lf Antennen zu installieren, die Kontakt zu Ge­genstationen halten sollen, welche zwischen 3,4 km (Wald ZH) und 19,3 km (HÃ¶hronen bei Bennau SZ) entfernt liegen. Ein entsprechendes Baugesuch wurde am 3. November 2000 bei der Gemeinde Hinwil eingereicht. Das Amt fÃ¼r Raumordnung und Vermessung (ARV) erteilte am 20. Dezember die Bewilligung nach Massgabe von § 7 der Verordnung zum Schutz des Bachtels und des Allmens vom 16. MÃ¤rz 1967 (VO Bachtel) sowie die Aus­nahmebewil­li­gung nach Art. 24 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG). Der Gemeinderat Hinwil bewilligte das Projekt am 17. Januar 2001 unter Bedingungen und Auflagen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. A und B erhoben am 22. Februar 2001 gegen die Bewilligun­gen Rekurse sowohl an die Baurekurskommission III als auch an den Regierungsrat mit dem Hauptantrag, die an­ge­fochtenen Entscheide seien ersatzlos aufzuheben und das Bauge­such abzulehnen. Der PrÃ¤­sident der Baurekurskommission trat mit VerfÃ¼gung vom 21. MÃ¤rz 2001 auf den dort eingereichten Rekurs mangels ZustÃ¤ndigkeit nicht ein und Ã¼ber­wies ihn dem Regierungsrat zur Be­handlung. Dieser trat mit Beschluss vom 9. April 2002 auf den bei ihm anhÃ¤ngigen Rekurs ebenfalls nicht ein, da den Rekurrentinnen die Rechtsmittellegitimation im Sinn von § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) fehle.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 10. Mai 2002 wandten sich B und A gegen den Regierungsratsbeschluss mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragten im Wesent­lichen, der angefochtene Entscheid und die Baubewilligung seien aufzuheben und dem Bau­vorhaben "sei der Bauabschlag zu erteilen". Verfahrensrechtlich verlangten sie, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, ihnen eine zusÃ¤tzliche Frist von 60 Tagen zur Einreichung eines zusÃ¤tzlichen Gutachtens zu gewÃ¤hren und eine volle Partei­entschÃ¤digung zuzusprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Staatskanzlei beantragte namens des Regierungsrats am 30. Mai 2002 Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, die Baudirektion stellte am 5. Juni An­trag auf Abweisung. Die Gemeinde Hinwil verzichtete am 21. Juni auf Vernehmlassung, wÃ¤h­­rend die D AG mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni Abweisung des Rechtsmittels, soweit darauf einzutreten sei, und den Entzug der aufschiebenden Wirkung verlangte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen reichten am 1. Juli und 4. Juli 2002 weitere Eingaben beim Gericht ein, in denen sie behaupteten, den Beweis fÃ¼r die ToxizitÃ¤t gepulster Mikrowel­len-Sendestrahlen zu erbringen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Angefochten ist ein Nichteintretensentscheid des Regierungsrats. Da der angefoch­tene Entscheid den zulÃ¤ssigen Streitgegenstand eingrenzt (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/ Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 52 N. 3), ist auf die AntrÃ¤ge der BeschwerdefÃ¼hrerinnen, die auf eine Aufhe­bung der erteilten Bewilligungen zielen, nicht einzutreten (insbes. AntrÃ¤ge Nrn. 2, 4 und 11). Auf Antrag Nr. 12 ist zudem nicht einzutreten, da ein Feststellungsanspruch nur bezÃ¼g­­lich aktueller, konkreter RechtsverhÃ¤ltnisse, nicht aber mit Bezug auf abstrakte Rechtsfragen besteht (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 61). Weitere "AntrÃ¤ge" haben eher BegrÃ¼ndungs­­charakter (Nrn. 5 und 8). Die vorinstanzlichen Akten werden vom Gericht von Amtes wegen beigezogen (§ 57 Abs. 1 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da sich Antrag 7 auf die Anerkennung ihrer Legitimation â allerdings vor Verwaltungsgericht â richtet und dafÃ¼r auch eine BegrÃ¼ndung vorgebracht wird, kann der Beschwer­­deschrift sinngemÃ¤ss der zusÃ¤tzliche, in der Sache einzig zulÃ¤ssige Antrag entnommen werden, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Angelegenheit zu materiel­ler Beurteilung an den Regierungsrat zurÃ¼ckzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen beantragen die GewÃ¤hrung einer zusÃ¤tzlichen Frist von 60 Tagen zur Nachreichung eines ergÃ¤nzenden Gutachtens. Soweit damit die Beschwer­­deantrÃ¤ge oder die BegrÃ¼ndung ergÃ¤nzt werden sollen, ist das Gesuch abzuweisen, weil dies nach Ablauf der Beschwerdefrist nicht mehr zulÃ¤ssig ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 53 N. 15).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Erhebung zusÃ¤tzlicher Beweise ist demgegenÃ¼ber nicht ausgeschlossen. Entsprechende Anordnungen stehen allerdings in weitem Rahmen im Ermessen des Gerichts (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 7, 10 f.). Weil die BeschwerdefÃ¼hrerinnen nicht erlÃ¤utern, wel­­che rechtserheblichen Tatsachen mit dem Gutachten bewiesen werden sollen, und aufgrund der Akten der Sachverhalt genÃ¼gend ermittelt scheint, ist der Antrag auch insofern abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Eingaben der BeschwerdefÃ¼hrerinnen vom 1. und 4. Juli 2002 wurden nach Ablauf der Beschwerdefrist eingereicht. Dies schlÃ¶sse die BerÃ¼cksichtigung der darin enthaltenen Vorbringen zwar nicht zwingend aus (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 53 N. 15). Sie betreffen jedoch einerseits Tatsachen, die fÃ¼r vorliegenden Entscheid nicht relevant sind, anderseits sind die zitierten Ausschnitte aus wissenschaftlichen Publikationen summarisch und wenig aussagekrÃ¤ftig. Die Vorbringen kÃ¶nnen daher unbeachtet bleiben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen verlangen als "Hilfsantrag" 5, es sei eine mÃ¼ndliche Verhandlung mit AnhÃ¶rung der Betroffenen, Zeugen, Fachpersonen sowie des Gutachters durchzufÃ¼hren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ein Anspruch auf eine mÃ¼ndliche Verhandlung kann sich aus Art. 6 EMRK â auf den sich die BeschwerdefÃ¼hrerinnen in anderem Zusammenhang berufen â ergeben, falls eine Streitigkeit um zivilrechtliche AnsprÃ¼che â um eine strafrechtliche Anklage geht es klarerweise nicht â vorliegt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Als zivilrechtlich gelten Rechte, die nach innerstaatlichem Recht privatrechtlicher Natur sind, denen eine private vertragliche Ausgestaltung zugrunde liegt, die VermÃ¶gensrechte oder die private ErwerbstÃ¤tigkeit betreffen (Mark E. Villiger, Handbuch der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention [EMRK], 2. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 380 ff.). Hingegen sind die durch die EMRK garantierten Rechte nicht alle auch zivilrechtlicher Natur, sondern nur diejenigen, welche die Gestaltung privater Rechtsbeziehungen betreffen (Ruth Herzog, Art. 6 EMRK und kantonale Verwaltungsrechtspflege, Bern 1995, S. 101 f.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen berufen sich auf die MenschenwÃ¼rde, die Rechtgleichheit, das WillkÃ¼rverbot, das Recht auf Leben und die persÃ¶nliche Freiheit gemÃ¤ss Art. 7 ff. der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV). Hingegen anerkennen sie, dass sie sich in ihrem Wohnhaus durch die geplante Anlage nicht unmittelbar und akut bedroht sehen. Die Grundrechte, auf die sie sich berufen, stellen mangels Bezogenheit auf die Gestaltung priva­ter Rechtbeziehungen keine zivilrechtlichen AnsprÃ¼che dar, zudem liegt kein Eingriff in das Eigentum der BeschwerdefÃ¼hrerinnen vor. Art. 6 EMRK verleiht ihnen somit kein Anspruch auf eine mÃ¼ndliche Verhandlung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss § 59 VRG steht die Anordnung einer solchen im Ermessen des Gerichts. Da die Akten eine hinreichende Entscheidungsgrundlage bieten, ist darauf zu verzichten (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 59 N. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Die Beschwerdegegnerin 1 beantragt, der Beschwerde sei die aufschiebende Wir­kung zu entziehen. Da vorliegend bereits der Endentscheid getroffen wird, ist darÃ¼ber nicht mehr zu befinden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Der Regierungsrat erwog, zum Rekurs sei berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt sei und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ãn­­derung habe. Dies setze voraus, dass die Rekurrentinnen stÃ¤rker als beliebige Dritte oder die Allgemeinheit betroffen seien. Gehe es um die Bewilligung einer Anlage, so sei die er­forderliche BeziehungsnÃ¤he dann gegeben, wenn deren Bau oder Betrieb zu Immissionen fÃ¼hre und die Rekurrentinnen durch diese â seien es LÃ¤rm-, Staub-, ErschÃ¼tterungs-, Strah­len- oder andere Einwirkungen â betroffen sei. Dabei messe sich die IntensitÃ¤t der rÃ¤umlichen Beziehung nicht allein anhand der Distanz zum BaugrundstÃ¼ck, sondern es sei vor al­lem darauf abzustellen, in welchem Umkreis sich die Belastungen auswirken kÃ¶nnten. â Bei Richtfunkantennen-Anlagen sei zu fragen, ob die rekurrierenden Personen sich noch in deren Einflussbereich befÃ¤nden. Als Anhaltspunkt kÃ¶nne gelten, ob ernst zu nehmende Hin­weise auf schÃ¤dliche oder lÃ¤stige Wirkungen der entsprechenden Strahlenbelas­tung be­stÃ¼nden. Die Verordnung Ã¼ber den Schutz vor nichtionisierender Strahlung vom 23. De­zem­ber 1999 (NISV) bezwecke den Schutz der Menschen vor schÃ¤dlicher oder lÃ¤stiger Strah­lung. Zu deren Beurteilung habe der Bundesrat Immissionsgrenzwerte (IGW) festgelegt. Diese mÃ¼ssten Ã¼berall eingehalten sein, wo sich Menschen aufhalten kÃ¶nnen (Art. 13 Abs. 1 NISV). Der Anlagegrenzwert (AGW) stelle demgegenÃ¼ber eine vorsorgliche Emissionsbegrenzung fÃ¼r die von der Anlage allein erzeugte Strahlung dar und mÃ¼sse nicht Ã¼ber­all, sondern nur an Orten mit empfindlichen Nutzungen eingehalten werden (Art. 3 Abs. 3 und 6 NISV). Die einzuhaltenden IGW und AGW wÃ¼rden in den AnhÃ¤ngen 1 und 2 der NISV detailliert geregelt. Da es vorliegend um eine Richtfunkanlage mit einer Leistung von nur 0.03 Werp gehe, seien diese AnhÃ¤nge nur bezÃ¼glich des IGW massgebend. Dieser IGW betrage 61 V/m (Ziff. 11 Anhang 2 NISV). Bei Einhaltung eines Werts, der hundertmal tiefer liege als der IGW, kÃ¶nnten gesundheitliche Risiken vollstÃ¤ndig ausgeschlossen werden. In diesem Fall gehe die von der Anlage ausgehende Strahlung praktisch vollstÃ¤ndig in der Ã¼berall vorhandenen Hintergrundbelastung auf. Bei diesem Wert sei die Grenze der legitimationsbegrÃ¼ndenden Betroffenheit zu ziehen. â Die Rekurrentinnen wohnten rund 2.5 km Luftlinie von der strittigen Anlage entfernt. Diese Ã¼berrage ihren Wohn­ort um ca. 500 m. Die Antennen wiesen insgesamt eine Ausgangsleistung von unter 0.4 Werp auf und seien schon deshalb immissionsrechtlich kaum beachtlich. Sie sendeten die Strahlen ge­bÃ¼ndelt mehrere hundert Meter Ã¼ber die Wohngemeinde der Rekurrentinnen hinweg. Die Strahlung sie somit nur an Orten vorhanden, wo sich keine Menschen aufhiel­ten. Ausserhalb des unmittelbaren Strahlungsbereichs erzeugten Richtfunkantennen nur eine geringe nichtionisierende Strahlenbelastung. Der IGW der Anlage betrage gemÃ¤ss Ziff. 11 Anhang 2 NISV 61 V/m. Dieser Wert werde bereits bei einem Abstand von 1.6 m eingehalten; in 16 m Abstand betrage die FeldstÃ¤rke noch 6.1 V/m, nach 160 m noch 0.61 V/m, was 1 % des IGW entspreche. In einer Entfernung von 2 km betrage die FeldstÃ¤rke noch 0.05 V/m. Diese Belastung unterschreite den IGW um mehr als das Tausendfache. Im Bereich der Re­kurrentinnen liege somit keine deutlich wahrnehmbare Immission mehr vor, wie sie fÃ¼r die Legitimation vorausgesetzt sei. â Dieser Schluss drÃ¤nge sich umso mehr we­gen der Tatsache auf, dass die Ã¼berall vorhandene grossrÃ¤umige Hintergrundbelastung in lÃ¤ndlichen Gebieten 0.2-0.3 V/m betrage. Es sei offenkundig, dass die durch die neue Anlage verursachten Emissionen auch zusammen mit dieser Hintergrundbelastung die Rekurrentinnen keiner wesentlich hÃ¶heren Belastung aussetzten, als sie die ganze BevÃ¶lkerung hinnehmen mÃ¼sse. Sie reiche somit nicht aus, um eine besondere Betroffenheit und damit die Legitima­tion der Rekurrentinnen zu begrÃ¼nden. â Diese vermÃ¶chten auch aus dem Vorsorgeprinzip nichts zu eigenen Gunsten abzuleiten. Das Konzept der NISV gehe vom heutigen, noch lÃ¼ckenhaften Erkenntnisstand Ã¼ber die Wirkungen nichtionisierender Strahlen auf die mensch­liche Gesundheit aus. Zurzeit erschienen lediglich die thermischen Wirkungen dieser Strahlung erhÃ¤rtet. DemgegenÃ¼ber lÃ¤gen Ã¼ber die nichtthermischen (biologischen) Wirkungena keine gefestigten Erkenntnisse, aber gewisse Erfahrungen in EinzelfÃ¤llen vor. Davon gehe ein zurzeit nicht nÃ¤her fassbares Risiko aus. In EinzelfÃ¤llen seien negative Wirkungen schon bei sehr niedriger IntensitÃ¤t, die der heutigen Grundbelastung entspreche, fest­gestellt worden. Durch die geplante Anlage wÃ¼rde das Risiko, von solchen nicht­ther­mi­schen Wirkungen betroffen zu werden, nicht entscheidend vergrÃ¶ssert. Eine be­sondere sub­jektive Empfindlichkeit der Betroffenen verdiene keinen Rechtsschutz. â Nicht einzutreten sei auch auf die RÃ¼ge der Rekurrentinnen betreffend die Ã¤sthetischen Auswirkungen des Vor­habens auf das Bachtelgebiet. Ihre Betroffenheit hebe sich nicht von derjenigen der All­gemeinheit ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen werfen die Regierungsrat zunÃ¤chst eine Verletzung ihres rechtlichen GehÃ¶rs vor, da er nicht auf ihre zentralen Anliegen eingegangen sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das durch Art. 29 Abs. 2 BV garantierte rechtliche GehÃ¶r beinhaltet den Anspruch, dass die BehÃ¶rde bei ihrem Entscheid die von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten In­for­mationen, Argumente, Beweise und BeweisantrÃ¤ge prÃ¼ft und wÃ¼rdigt, soweit sie fÃ¼r die Entscheidfindung bedeutsam sind (Georg MÃ¼ller in: Kommentar zu Art. 4 aBV, Basel/ZÃ¼­rich/Bern 1995, Rz. 112 ff.). Der Regierungsrat erachtete die Frage der Rekurslegitimation der BeschwerdefÃ¼hrerinnen als entscheidend. Er hatte sich deshalb nicht mit ihren Vorbrin­gen gegen die Bewilligung des strittigen Projekts auseinanderzusetzen. Hingegen befasste er sich ausfÃ¼hrlich mit der nach seiner Auffassung wesentlichen Rechtsfrage, die im Rekurs sehr kurz abgehandelt wurde. Der Regierungsrat hat somit das rechtliche GehÃ¶r der BeschwerdefÃ¼hrerinnen nicht verletzt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Beschwerdeschrift lassen sich bezÃ¼glich der einzig zu entscheidenden Frage der Rekurslegitimation der BeschwerdefÃ¼hrerinnen zusammengefasst folgende Argumente entnehmen:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die Betroffenheit richte sich nicht nach dem Abstand zu einer Mobilfunkantenne, sondern nach der persÃ¶nlichen Empfindlichkeit der betroffenen Person in Bezug auf die Einwirkungen, die zu einem entscheidenden Teil nicht von SendestÃ¤rke und Distanz, sondern von der gewÃ¤hlten Sendetechnik abhingen. FÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 sei durch Arzt­zeugnisse und Gutachten belegt, dass sie eine grÃ¶ssere Empfindlichkeit aufweise als die Allgemeinheit, wodurch ihre Gesundheit und die Nutzung des Naherholungsraums gefÃ¤hrdet seien. Diese besondere Empfindlichkeit sei gemÃ¤ss Art. 13 Abs. 2 des Umweltschutz­­gesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG) zu berÃ¼cksichtigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Die Grenzwerte der NISV seien im vorliegenden Fall gar nicht massgebend, da sie nach Art. 13 Abs. 2 NISV nur fÃ¼r Strahlung gÃ¤lten, die gleichmÃ¤ssig auf den ganzen menschlichen KÃ¶rper einwirke, was bei Richtstrahlantennen nicht der Fall sei. Vielmehr cha­­rakterisiere sich deren Mikrowellenstrahlung durch extreme Ã¶rtliche FeldstÃ¤rkenunterschiede. Es trÃ¤ten Ballungen und Spitzenwerte auf, die ohne weiteres die mittlere UmgebungsfeldstÃ¤rke um das zehnfache oder mehr Ã¼bertreffen kÃ¶nnten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Diese Grenzwerte stÃ¼tzten sich im Weiteren nur auf die thermischen Effekte der Strahlung ab, wÃ¤hrend die unbestrittene Tatsache, dass bereits unterhalb dieser Werte gesund­heitliche Risiken auftrÃ¤ten, die auf vÃ¶llig anderen Wirkungsmechanismen beruhten, ausser Acht bleibe. Nach Untersuchungen des Gutachters W.D. Rose trÃ¤ten SchÃ¤den bereits bei FeldstÃ¤rken von 0.02 V/m und weniger auf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Beanstandet wÃ¼rden Ã¼berdies primÃ¤r nicht die Richtstrahl-Sende-, sondern die Empfangsanlagen. Im Hinblick auf die entspre­chende Radarfrequenz ginge es um "eine Stei­gerung von Null bis Unendlich". Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen gingen davon aus, dass auf dem Bachtel zur Zeit noch keine Radar-Empfangsanlagen vorhanden seien. Es sei bekannt, dass sich die Mannschaft russischer Kriegsschiffe nicht auf Deck aufhalten dÃ¼rfe, wenn die Radaranlagen in Betrieb seien.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) aa) GemÃ¤ss § 338a Abs. 1 PBG ist zum Rekurs berechtigt, wer durch die angefoch­tene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Ãnderung hat. Diese Bestimmung entspricht wÃ¶rtlich § 21 lit. a VRG. Nach ganz herrschen­­­der Auffassung in Lehre und Rechtsprechung besteht das vorausgesetzte BerÃ¼hrtsein und das schutzwÃ¼rdige Interesse nur, wenn der Rekurrent bei objektivierter Betrachtungsweise beeintrÃ¤chtigt wird. Eine bloss subjektive Empfindlichkeit vermag die geforderte Be­ziehungsnÃ¤he demgegenÃ¼ber nicht zu schaffen (Isabelle HÃ¤ner, Die Beteiligten im Verwal­tungsverfahren und Verwaltungsprozess, ZÃ¼rich 2000, Rz. 605; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 21; BGE 123 II 376 E. 4a; RB 1995 Nr. 9). Allerdings ist vorliegender Sachverhalt mit den zitierten jÃ¼ngeren Entscheiden nur bedingt vergleichbar: In RB 1995 Nr. 9 ging es um einen Bewohner der Stadt Winterthur, der sich am kÃ¼nftigen Anblick eines ca. 90 m hohen, 1.1 km von ihm entfernten Hochhauses in der Stadtmitte stÃ¶rte, in BGE 123 II 376 um Private, welche die Zulassung aus genmanipulierter Soja hergestellter Lebensmittel unter Berufung darauf bekÃ¤mpften, dass sie sich weit stÃ¤rker mit den Fragen der Gentechnologie aus­einandergesetzt hÃ¤tten als ein DurchschnittsbÃ¼rger und deshalb die mit der Bewilligungs­­erteilung verbundene EinschrÃ¤nkung der persÃ¶nlichen Freiheit viel intensiver wahrnÃ¤hmen. Vorliegend berufen sich die BeschwerdefÃ¼hrerinnen nicht darauf, die angefochtene Anordnung fÃ¼hre bei ihnen zu einer stÃ¤rkeren <i>ideellen</i> BeintrÃ¤chtigung als bei der Allgemeinheit, vielmehr behaupten sie, das geplante Projekt hÃ¤tte fÃ¼r sie weit gravierendere <i>gesundheitliche</i> SchÃ¤den zur Folge als beim durchschnittlichen Bewohner seiner Umgebung. Den von ihnen vorgebrachten Auswirkungen kann somit die Ernsthaftigkeit nicht abgesprochen werden. Fraglich ist allerdings, ob genÃ¼gende Hinweise darauf vorliegen, dass das strittige Vorhaben tatsÃ¤chlich lÃ¤stige oder schÃ¤dliche Folgen fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerinnen haben kÃ¶nnte.</span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Nach neuerer Praxis des Bundesgerichts hÃ¤ngt bei der Erhebung von Rechtsmit­teln gegen Projekte, die der NISV unterstehen, die Legitimation davon ab, ob sich die Lie­gen­schaft der Rekurrenten bzw. BeschwerdefÃ¼hrer in einem Umkreis um die Anlage be­findet, in welchem die Immissionen in der Hauptstrahlrichtung mindestens 10 % des anwend­baren Anlagegrenzwertes erreichen (BGr, 25. Februar 2002, 1A.142/2001, E. 2.3, zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehen; 8. April 2002, 1A.196/2001, E. 2 f.). Da der Regie­rungsrat gestÃ¼tzt auf diese Praxis auf den Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrerinnen nicht eintrat, ist zu prÃ¼fen, ob das strittige Vorhaben den Grenzwerten der NISV untersteht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Die geplante Richtfunkstation stellt eine ortsfeste Anlage im Sinn von Art. 2 Abs. 1 lit. a NISV dar, die mit einer Frequenz zwischen 0 Hz und 300 GHz senden soll. Eine Ausnahme nach Abs. 2 f. dieser Bestimmung liegt nicht vor. Dass Richtfunkanlagen grundsÃ¤tzlich der NISV unterstehen, durch deren Art. 13 Abs. 2 also nicht aus ihrem Geltungsbereich ausgenommen werden, ergibt sich aus Anhang 1 Ziff. 61 Abs. 2, gemÃ¤ss welchem die Bestimmungen von Anhang 1 Ziff. 6 nicht fÃ¼r Richtfunkanlagen gelten. Dies hat insbesondere zur Folge, dass die Anlagegrenzwerte (Ziff. 64) nicht anwendbar sind. E con­trario ist da­raus aber zu schliessen, dass die NISV im Ãbrigen â insbesondere die Immissionsgrenzwerte von Anhang 2 â auch fÃ¼r solche Anlagen gilt, da keine weitere Ausnahme statuiert wird. Ob die nichtthermische Wirkung der Strahlung von Richtfunkanlagen im Ver­gleich zu anderen Einrichtungen (v.a. Mobilfunk-Basisstationen) vÃ¶llig anders geartet ist, kann zunÃ¤chst einmal offen bleiben, da die NISV hauptsÃ¤chlich die thermischen Auswirkungen be­grenzen soll. Weil die NISV Richtfunkanlagen in ihren Anwendungsbereich einschliesst, ist somit auch die bundesgerichtliche Praxis bezÃ¼glich der Legimation zur Er­greifung von Rechts­mitteln gegen der Verordnung unterstehende Anlagen grundsÃ¤tzlich massgebend, so­weit nicht die weiteren Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerinnen ein Abweichen davon nÃ¶tig machen. Die Vollzugsempfehlung des Bundesamts fÃ¼r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) zur NISV (</span>http://www.u<a id="_Hlt18136003">m</a>welt-schweiz.ch/imperia/md/con­tent/luft/nis/vorschrif­ten/ve_mobilfunk_d.pdf<span>) will allerdings den Nachweis genÃ¼gen lassen, dass keine Personen direkt vor die Richtstrahlantenne gelangen kÃ¶nnen, da die Strahlung von Richtfunkantennen nur im eng gebÃ¼ndelten Strahl von Bedeutung sei (a.a.O. Ziff. 2.2.4. S. 21).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen bemÃ¤ngeln die Immissionsgrenzwerte als ungenÃ¼gend, da sie den nachgewiesenen nichtthermischen Wirkungen nichtionisierender Strahlung nicht Rechnung trÃ¼gen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In einem neueren Entscheid (BGE 126 II 399 E. 3 f.) Ã¼berprÃ¼fte das Bundesgericht die Grenzwerte der NISV akzessorisch. Es erwog, dazu zwar befugt zu sein, aber an die De­­legationsnorm im Gesetz (i.c. das USG) gebunden zu sein. Dass die Immissionsgrenzwerte mÃ¶glichen nichtthermischen Wirkungen nichtionischer Strahlung nicht Rechnung trÃ¼­gen, treffe zu, weil dafÃ¼r keine erhÃ¤rteten wissenschaftlichen Erkenntnisse bestÃ¼nden. Es sei daher nicht mÃ¶glich, eine Schwelle anzugeben, unterhalb derer keine StÃ¶rung der Gesund­heit oder des Wohlbefindens der BevÃ¶lkerung mehr auftrete. Obwohl gewisse Anhalts­­­punkte dafÃ¼r vorlÃ¤gen, dass von solcher Strahlung auch nichtthermische Effekte ausgingen, die schÃ¤dlich oder lÃ¤stig sein kÃ¶nnten, mÃ¼ssten diese bei Festlegung der Immissionsgrenzwerte notwendigerweise ausgeklammert bleiben. Ihnen werde jedoch im Rahmen der vorsorglichen Emissionsbegrenzung gemÃ¤ss Art. 11 Abs. 2 USG Rechnung getragen. Insbesondere habe der Bundesrat durch die Festlegung von Anlagegrenzwerten (die ca. einen Zehntel der Immissionsgrenzwerte betragen, weswegen das an sich zutreffende Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerinnen, die Anlagegrenzwerte seien nicht nach medizinischen Kriterien festgelegt worden, ins Leere zielt) solche Bedenken berÃ¼cksichtigt. Damit sei je­doch die vorsorgliche Emissionsbegrenzung abschliessend geregelt worden, weitergehende Massnahmen direkt gestÃ¼tzt auf Art. 12 Abs. 2 USG kÃ¤men im Intere­s­se der Rechtssicherheit nicht in Betracht. Die Kritik an den Anlagegrenzwerten sei zwar insofern verstÃ¤ndlich, als diese wie die Immissionsgrenzwerte an die IntensitÃ¤t der Strahlung anknÃ¼pften und sich damit an der thermischen Wirkung orientierten, doch habe mangels eines Massstabes zur Be­urteilung nichtthermischer Effekte keine andere MÃ¶glichkeit bestanden. Sobald jedoch eine sachgerechte und zuverlÃ¤ssige Quantifizierung der nichtther­mischen Wirkungen nicht­ionisierender Strahlen aufgrund neuer Erkenntnisse mÃ¶glich sei, mÃ¼ssten die Immissions- und Anlagegrenzwerte entsprechend angepasst werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen behaupten in der Beschwerdeschrift und in den weiteren Eingaben sinngemÃ¤ss, dass ihnen nunmehr solche Erkenntnisse vorlÃ¤gen, die eine Anpassung der Grenzwerte erforderten. Dem ist zum einen grundsÃ¤tzlich entgegenzuhalten, dass es aus mehreren GrÃ¼nden primÃ¤r Aufgabe des Gesetz- und Verordnungsgebers ist, den Schutz vor den Auswirkungen nichtionisierender Strahlung zu regeln. Es wÃ¼rde dem Gebot der Rechtssicherheit in kaum hinnehmbarer Weise widersprechen, wenn rechtsanwendende BehÃ¶rden sich im Einzelfall Ã¼ber geltende Bestimmungen hinwegsetzten. Im Gesetzgebungs- bzw. Verordnungsgebungsverfahren kÃ¶nnen neue wissenschaftliche Erkenntnisse viel besser und eingehender Ã¼berprÃ¼ft werden als in einem Rechtsmittelverfahren. Wie weit der Schutz zu gehen hat, ist zudem nicht allein eine wissenschaftliche Frage, sondern ebenso sehr eine solche der politischen Bewertung der Gefahren und der entgegengesetzten Inte­­ressen. Den rechtsanwendenden BehÃ¶rden fehlen Ã¼berdies in der Regel die notwendigen naturwissenschaftlichen Kenntnisse, um behauptete neue Forschungsergebnisse selbst eingehend auf ihre Stichhaltigkeit zu prÃ¼fen. Aus diesen GrÃ¼nden ist zur Zeit an der umfassen­den Massgeblichkeit der NISV â und insbesondere an der darauf abgestÃ¼tzten Praxis hinsicht­­lich der Rechtsmittellegitimation â festzuhalten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Anzumerken ist schliesslich, dass nur einem Teil der durch die BeschwerdefÃ¼hrerin­nen als Beilagen zu den Rechtsschriften eingereichten Dokumenten wissenschaftliche QualitÃ¤t zukommt, da einige die gebotene Distanz und Unvoreingenommenheit vermissen lassen. Zum Teil ist wegen des Alters gewisser Studien anzunehmen, dass diese den zustÃ¤n­­digen BundesbehÃ¶rden bekannt sind, ohne dass sich diese zu einer VerschÃ¤rfung der ImmissionsbeschrÃ¤nkungen veranlasst gesehen hÃ¤tten. Die Ã¼brigen Unterlagen liefern kein derart eindeutiges Bild, dass zwingend angenommen werden mÃ¼sste, der durch die NISV ge­botene Schutz vor nichtionisierender Strahlung sei unzureichend.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>ee) Der Regierungsrat hat somit zu Recht zur Beurteilung der Rekurslegitimation der BeschwerdefÃ¼hrerinnen auf die Praxis abgestellt, dass die Grenze der legitimationsbegrÃ¼ndenden Betroffenheit dort zu ziehen sei, wo die Belastung noch 1 % des Immissionsgrenzwerts betrage. Seiner gestÃ¼tzt darauf getroffenen Beurteilung ist grundsÃ¤tzlich zuzustimmen (§ 28 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Die durch das Bundesgericht in seinen neuesten Entscheiden (vgl. die in E. 2 d bb zit. BGE) an dieser Praxis vorgenom­mene Modifikation Ã¤ndert nichts daran, dass der Wohnort der BeschwerdefÃ¼hrerinnen aus­serhalb des Bereichs liegt, innerhalb dessen die Beschwerdelegitimation der Anwohnenden zu bejahen ist. Die BenÃ¼tzung des Bachtels als Naherholungsraum bleibt bei der Beurteilung ausser Betracht, da den BeschwerdefÃ¼hrerinnen diesbezÃ¼glich die besondere Betroffen­heit fehlt und die Einwirkungen nicht die notwendige IntensitÃ¤t erreichen. Aus diesem Grund ist auch nicht nÃ¤her zu Ã¼berprÃ¼fen, welche EinstrahlungsverhÃ¤ltnisse im Bereich der Richtfunk<i>empfangs</i>anlage zu erwarten sind. Was die BeschwerdefÃ¼hrerinnen zur SchÃ¤dlich­­keit von Radaranlagen vorbringen, ist mangels erkennbarem Bezug zum Streitgegenstand ohnehin nicht zu beachten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>