<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Straf-undMassnahmenvollzug</span> <span class="page_no">97</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Straf- und Massnahmenvollzug</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>24</b></span> <span class="ft2"><b>Arbeitspflicht im Straf- bzw. Massnahmenvollzug</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Im Straf- und Massnahmenvollzug besteht auch nach Erreichen des</b></span><br/> <span class="ft2"><b>ordentlichen Pensionsalters eine Arbeitspflicht; dies gilt auch für</b></span><br/> <span class="ft2"><b>verwahrte Täter (Erw. II/1).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Der Verurteilte wird in angemessener Weise an den Kosten des Voll-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>zugs beteiligt, wenn er grundlos eine ihm zugewiesene Arbeit verwei-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>gert (Erw. II/2).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 1. Kammer, vom 16. September 2009 in</span><br/> <span class="ft5">Sachen K.W. gegen den Entscheid des Departements Volkswirtschaft und In-</span><br/> <span class="ft5">neres (WBE.2009.181).</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft7">II.</span><br/> <span class="ft7">1.</span><br/> <span class="ft7">1.1.</span><br/> <span class="ft7">Im vorliegenden Verfahren gilt es, die Frage zu klären, ob der</span><br/> <span class="ft7">Beschwerdeführer, welcher das ordentliche Pensionsalter bereits</span><br/> <span class="ft7">überschritten hat und über den die Verwahrung angeordnet worden</span><br/> <span class="ft7">ist, zur Arbeit verpflichtet werden kann.</span><br/> <span class="ft7">Gemäss § 58a Abs. 2 SMV wird die Verwahrung gemäss den</span><br/> <span class="ft7">Bestimmungen über den Normalvollzug in einer geschlossenen</span><br/> <span class="ft7">Vollzugsanstalt vollzogen.</span><br/> <span class="ft7">1.2.</span><br/> <span class="ft7">1.2.1.</span><br/> <span class="ft7">Die Vorinstanz führt im angefochtenen Entscheid aus, die Ar-</span><br/> <span class="ft7">beitspflicht bestehe nach schweizerischer Rechtstradition auch für</span><br/> <span class="ft7">Inhaftierte, welche das ordentliche Pensionsalter erreicht haben.</span><br/> <span class="ft7">Beim Beschwerdeführer sei die Arbeitsfähigkeit weiterhin gegeben -</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">98</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">auch nach Überschreitung des AHV-Pensionsalters und bei Beein-</span><br/> <span class="ft7">trächtigung durch eine schwere psychische Störung. Der Gesund-</span><br/> <span class="ft7">heitszustand des Beschwerdeführers lasse einen Arbeitseinsatz -</span><br/> <span class="ft7">insbesondere in einem körperlich weniger anstrengenden Bereich -</span><br/> <span class="ft7">weiterhin zu.</span><br/> <span class="ft7">1.2.2.</span><br/> <span class="ft7">Der Beschwerdeführer hingegen macht geltend, er habe (...)</span><br/> <span class="ft7">das ordentliche AHV-Alter von 65 Jahren erreicht; es sei "äusserst</span><br/> <span class="ft7">stossend", wenn ein seit mehreren Jahren pensionierter Insasse zur</span><br/> <span class="ft7">Arbeit verpflichtet werde. Es könne nicht sein, dass von einem Insas-</span><br/> <span class="ft7">sen Arbeit verlangt werde und diese angebliche Arbeitspflicht mit der</span><br/> <span class="ft7">schweizerischen Rechtstradition begründet werde, wenn gemäss</span><br/> <span class="ft7">geltender AHV-Gesetzgebung nach Vollendung des 65. Lebensjahres</span><br/> <span class="ft7">keine Arbeitspflicht mehr bestehe. Aufgrund der Erreichung des or-</span><br/> <span class="ft7">dentlichen Pensionsalters könne der Beschwerdeführer nicht zur Ar-</span><br/> <span class="ft7">beit angehalten werden.</span><br/> <span class="ft7">1.3.</span><br/> <span class="ft7">1.3.1.</span><br/> <span class="ft7">(...)</span><br/> <span class="ft7">Das geltende Schweizerische Strafgesetzbuch nennt als allge-</span><br/> <span class="ft7">meines Vollzugsziel in Art. 75 Abs. 1 Satz 1, das soziale Verhalten</span><br/> <span class="ft7">des Gefangenen zu fördern, insbesondere die Fähigkeit, straffrei zu</span><br/> <span class="ft7">leben. Mit anderen Worten soll der Strafvollzug auf Resozialisierung</span><br/> <span class="ft7">und Rückfallsvermeidung ausgerichtet sein. Die Gefangenen sind</span><br/> <span class="ft7">gemäss dem Wortlaut des Strafgesetzbuches verpflichtet, aktiv bei</span><br/> <span class="ft7">den Sozialisierungsbemühungen und Entlassungsvorbereitungen mit-</span><br/> <span class="ft7">zuwirken. Der Gesetzgeber geht somit davon aus, dass die Fähigkeit,</span><br/> <span class="ft7">sozialadäquat zu handeln, die Aussicht, ein straffreies Leben nach</span><br/> <span class="ft7">der Entlassung führen zu können, befördert. Dies wird am wirkungs-</span><br/> <span class="ft7">vollsten erreicht, wenn der Inhaftierte während des Vollzuges erken-</span><br/> <span class="ft7">nen lernt, dass ein selbstverantwortliches Leben ohne Delinquenz</span><br/> <span class="ft7">seinem bisherigen vorzuziehen ist, und er somit das Ziel, künftig</span><br/> <span class="ft7">straffrei zu leben, zu seinem persönlichen Lebensentwurf macht. Die</span><br/> <span class="ft7">persönliche Mitwirkung bei der Gestaltung des Vollzugsaufenthaltes</span><br/> <span class="ft7">und die persönliche Einsicht des Strafgefangenen in sein begangenes</span><br/> <span class="ft7">Unrecht erscheinen somit als unumgängliche Prämisse bei der Um-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Straf-undMassnahmenvollzug</span> <span class="page_no">99</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">setzung des allgemeinen Vollzugszieles (vgl. Benjamin F. Brägger,</span><br/> <span class="ft7">Der neue Allgemeine Teil des Schweizerischen Strafgesetzbuches -</span><br/> <span class="ft7">erste Erfahrungen mit dem Vollzugsplan: Nur ein gordischer Knoten</span><br/> <span class="ft7">oder unerlässliches Koordinationsinstrument? publiziert in: Schwei-</span><br/> <span class="ft7">zerische Zeitschrift für Kriminologie (SZK) 1/2008, S. 26 - 33).</span><br/> <span class="ft7">1.3.2.</span><br/> <span class="ft7">Die Arbeitspflicht ist seit jeher im Schweizerischen Strafge-</span><br/> <span class="ft7">setzbuch verankert (vgl. dazu ausführlich Andrea Baechthold, Die</span><br/> <span class="ft7">Arbeitspflicht im Strafvollzug - ein Grundpfeiler der Freiheitsstrafe</span><br/> <span class="ft7">oder eine überkommene Ideologie? in: ZStrR, Aktuelle Probleme der</span><br/> <span class="ft7">Kriminalitätsbekämpfung; Festschrift zum 50jährigen Bestehen der</span><br/> <span class="ft7">Schweizerischen Kriminalistischen Gesellschaft, Bern 1992,</span><br/> <span class="ft7">S. 383 ff.). Art. 81 Abs. 1 des geltenden Schweizerischen Strafgesetz-</span><br/> <span class="ft7">buches hält fest, dass der Gefangene zur Arbeit verpflichtet ist, wobei</span><br/> <span class="ft7">die Arbeit so weit als möglich seinen Fähigkeiten, seiner Ausbildung</span><br/> <span class="ft7">und seinen Neigungen zu entsprechen hat. Gemäss Art. 90 Abs. 3</span><br/> <span class="ft7">StGB (Marginalie: "Vollzug von Massnahmen") wird der Eingewie-</span><br/> <span class="ft7">sene zur Arbeit angehalten, sofern er arbeitsfähig ist und soweit seine</span><br/> <span class="ft7">stationäre Behandlung oder Pflege dies erfordert oder zulässt. Die</span><br/> <span class="ft7">Artikel 81 bis 83 StGB werden in diesem Zusammenhang als sinnge-</span><br/> <span class="ft7">mäss anwendbar erklärt.</span><br/> <span class="ft7">1.3.3.</span><br/> <span class="ft7">Entsprechend Art. 81 Abs. 1 StGB hält § 66 SMV das Folgende</span><br/> <span class="ft7">fest:</span><br/> <span class="ft5">" 5. Arbeit und Ausbildung</span><br/> <span class="ft5">1 Die Gefangenen im Normalvollzug sind zur Arbeit oder Ausbildung ver-</span><br/> <span class="ft5">pflichtet, soweit die Vollzugsanstalt über ein entsprechendes Angebot verfügt</span><br/> <span class="ft5">(...).</span><br/> <span class="ft5">2 Für die geleistete Arbeit beziehungsweise für an deren Stelle besuchte Aus-</span><br/> <span class="ft5">beziehungsweise Weiterbildung erhalten die Gefangenen ein angemessenes</span><br/> <span class="ft5">Entgelt beziehungsweise eine angemessene Vergütung. Die Vollzugsanstalt</span><br/> <span class="ft5">bestimmt die Höhe des Entgelts oder der Vergütung anhand der erbrachten</span><br/> <span class="ft5">Leistung und unter Berücksichtigung der Richtlinien des Strafvollzugskon-</span><br/> <span class="ft5">kordats über das Arbeitsentgelt. Sie legt die Art der Auszahlung oder Gut-</span><br/> <span class="ft5">schrift fest."</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">100</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">1.3.4.</span><br/> <span class="ft7">Gemäss Art. 83 StGB (vgl. auch den hiervor zitierten § 66 Abs.</span><br/> <span class="ft7">2) erhält der Gefangene für seine Arbeit ein von seiner Leistung ab-</span><br/> <span class="ft7">hängiges und den Umständen angepasstes Entgelt (Abs. 1). Der Ge-</span><br/> <span class="ft7">fangene kann während des Vollzugs nur über einen Teil seines Ar-</span><br/> <span class="ft7">beitsentgeltes frei verfügen. Aus dem anderen Teil wird für die Zeit</span><br/> <span class="ft7">nach der Entlassung eine Rücklage gebildet (Abs. 2).</span><br/> <span class="ft7">1.3.5.</span><br/> <span class="ft7">Das Gesetz sieht keine Altersbegrenzung für die Arbeitspflicht</span><br/> <span class="ft7">im Strafvollzug vor. In diesem Zusammenhang führen Hans-Ulrich</span><br/> <span class="ft7">Meier / Ernst Weilenmann im Basler Kommentar Strafrecht I</span><br/> <span class="ft7">(Marcel Alexander Niggli/Hans Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kom-</span><br/> <span class="ft7">mentar Strafrecht I, 2., überarbeitete Auflage, Basel 2007) aus, die</span><br/> <span class="ft7">Arbeitspflicht bestehe nach schweizerischer Rechtstradition auch für</span><br/> <span class="ft7">Inhaftierte, welche vor dem Haftantritt Leistungen der Invalidenver-</span><br/> <span class="ft7">sicherung bezogen oder bereits das ordentliche Pensionierungsalter</span><br/> <span class="ft7">gemäss AHV erreicht haben. Diese seien im Rahmen von arbeitsthe-</span><br/> <span class="ft7">rapeutischen Massnahmen gezielt zu fördern. Somit seien grundsätz-</span><br/> <span class="ft7">lich auch pensionierte Strafgefangene während des Vollzugs zur Ar-</span><br/> <span class="ft7">beit verpflichtet, welche ihrem körperlichen und geistigen Zustand</span><br/> <span class="ft7">entspricht. Gerade bei längeren Strafen bilde die Arbeit eine will-</span><br/> <span class="ft7">kommene Abwechslung und Strukturierung des Anstaltsalltages</span><br/> <span class="ft7">(a.a.O., Art. 82 Rz. 8).</span><br/> <span class="ft7">1.4.</span><br/> <span class="ft7">1.4.1.</span><br/> <span class="ft7">Zweifellos ist der Arbeitseinsatz im Straf- und Massnahmen-</span><br/> <span class="ft7">vollzug nicht mit einem ordentlichen Arbeitsverhältnis auf dem</span><br/> <span class="ft7">freien Arbeitsmarkt vergleichbar. Bei der Arbeitspflicht gemäss Art.</span><br/> <span class="ft7">81 Abs. 1 StGB handelt es sich um einen Arbeitseinsatz in einem ge-</span><br/> <span class="ft7">schlossenen System, der mit der Arbeit im Erwerbsleben auch lohn-</span><br/> <span class="ft7">mässig nicht vergleichbar ist (vgl. dazu auch das Urteil des Bundes-</span><br/> <span class="ft7">gerichts vom 25. Oktober 2007 [8C_176/2007], Erw. 4.2). Das Ver-</span><br/> <span class="ft7">waltungsgericht stimmt den Ausführungen der Vorinstanz in ihrer</span><br/> <span class="ft7">Beschwerdeantwort (...) zu, wonach eine den Fähigkeiten des Ge-</span><br/> <span class="ft7">fangenen angemessene Arbeit auch als eine arbeitstherapeutische Be-</span><br/> <span class="ft7">schäftigung für körperlich und geistig minder leistungsfähige Insas-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Straf-undMassnahmenvollzug</span> <span class="page_no">101</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">sen ausgestaltet sein kann, und dass sie in der Regel weit über das</span><br/> <span class="ft7">blosse Erbringen einer Arbeitsleistung hinaus geht, indem sie dem</span><br/> <span class="ft7">Gefangenen eine sinnvolle Tagesstruktur vorgibt, er sich in einem so-</span><br/> <span class="ft7">zialen Gefüge bewegen muss und so seine geistige und körperliche</span><br/> <span class="ft7">Leistungsfähigkeit besser erhalten kann. Dass die Beschäftigung</span><br/> <span class="ft7">auch der Erhaltung und Förderung von sozialen Fähigkeiten und</span><br/> <span class="ft7">Fertigkeiten dient, die zur allfälligen späteren Wiedereingliederung</span><br/> <span class="ft7">in die Gesellschaft notwendig sind, ist wohl unbestritten. Durch die</span><br/> <span class="ft7">sinnvolle Einsetzung in einen Arbeitsprozess vermittelt die Anstalt</span><br/> <span class="ft7">Techniken im Arbeits- und auch im Sozialverhalten, die der Wie-</span><br/> <span class="ft7">dereingliederung dienen. Dies fördert die Resozialisierung und er-</span><br/> <span class="ft7">höht deshalb die Sicherheit der Bevölkerung während und auch nach</span><br/> <span class="ft7">dem Vollzug. Es ist der Vorinstanz zuzustimmen, indem sie die Be-</span><br/> <span class="ft7">schäftigung im Straf- und Massnahmenvollzug aus diesen Gründen</span><br/> <span class="ft7">als wichtigen Bestandteil für das Erreichen des Vollzugsziels, das so-</span><br/> <span class="ft7">ziale Verhalten und die Fähigkeit, straffrei zu leben, zu fördern, sieht,</span><br/> <span class="ft7">zumal die Arbeit auch auf die Stärkung der Eigenverantwortung und</span><br/> <span class="ft7">Sicherung der sozialen Integration zielt. Denn nicht zuletzt soll der</span><br/> <span class="ft7">Vollzug der Freiheitsstrafe dazu beitragen, die Eingliederungschan-</span><br/> <span class="ft7">cen der Gefangenen zu verbessern, denn die primäre Legitimation</span><br/> <span class="ft7">der staatlichen Strafe liegt in der Verhinderung künftiger Straftaten</span><br/> <span class="ft7">(vgl. dazu auch Baechthold, a.a.O., S. 388).</span><br/> <span class="ft7">1.4.2.</span><br/> <span class="ft7">Dementsprechend beschreibt § 2 Abs. 1 der Verordnung über</span><br/> <span class="ft7">die Organisation der Strafanstalt Lenzburg vom 21. Januar 2004 un-</span><br/> <span class="ft7">ter dem Titel "Vollzugsziele", dass der Vollzug durch Erziehung, Be-</span><br/> <span class="ft7">treuung, Behandlung, Bildung, sinnvolle Freizeitgestaltung sowie</span><br/> <span class="ft7">durch Arbeit bessernd auf die Gefangenen wirken soll, um diesen</span><br/> <span class="ft7">nach der Entlassung ein deliktfreies Leben zu ermöglichen. So sollen</span><br/> <span class="ft7">Fähigkeiten gefördert werden, die auch nach der Entlassung nützlich</span><br/> <span class="ft7">sind; d.h. eingeübte Fähigkeiten (fachliche Kompetenzen, Disziplin,</span><br/> <span class="ft7">Einsatz) sollen nach der Entlassung nutzbringend eingesetzt werden</span><br/> <span class="ft7">können.</span><br/> <span class="ft7">Auf der Homepage der Justizvollzugsanstalt Lenzburg wird die</span><br/> <span class="ft7">Arbeit nicht nur als Beitrag an die Kosten des Freiheitsentzugs be-</span><br/> <span class="ft7">schrieben, sondern u.a. auch als "Methode, haftbedingten Persönlich-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">102</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">keitsveränderungen entgegenzuwirken" (http://www.jvalenzburg.ch/</span><br/> <span class="ft7">sites/betriebe_arbeit.html). Denn je länger Menschen unter den ein-</span><br/> <span class="ft7">geschränkten Lebensbedingungen der Haft verbringen, je weniger sie</span><br/> <span class="ft7">Kontakt zur Außenwelt haben und je geringer die Möglichkeiten</span><br/> <span class="ft7">sind, zu lernen oder auch im Sinn der Außenwelt sinnvollen Be-</span><br/> <span class="ft7">schäftigungen nachzugehen, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit,</span><br/> <span class="ft7">dass sie nach der Haft mit dem Leben in Freiheit überfordert sind.</span><br/> <span class="ft7">Mit dem Verlust der Freiheit ist auch ein Verlust der persönlichen,</span><br/> <span class="ft7">frei bestimmbaren Zeit und der Zeitwahrnehmung verbunden. Im</span><br/> <span class="ft7">Strafvollzug wird die Zeit gänzlich von der Institution strukturiert.</span><br/> <span class="ft7">Der Verlust der eigenen, persönlichen Zeit führt oft dazu, dass die</span><br/> <span class="ft7">Menschen verlernen, zu planen und zielgerichtet zu handeln (vgl.</span><br/> <span class="ft7">dazu den Aufsatz "Was bringen lange Freiheitsstrafen?" von Walter</span><br/> <span class="ft7">Hammerschick, Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, Wien</span><br/> <span class="ft7">[http://www.paulus-akademie.ch/berichte/was_bringen_lange_frei-</span><br/> <span class="ft7">heitsstrafen-hammerschick.pdf]). Diesen sogenannten "Haftschäden"</span><br/> <span class="ft7">gilt es entgegenzuwirken, wobei die regelmässige Arbeitsbeschäf-</span><br/> <span class="ft7">tigung im Strafvollzug einen wichtigen Teil dazu beitragen kann.</span><br/> <span class="ft7">1.4.3.</span><br/> <span class="ft7">Wir bereits erwähnt (vgl. Erw. 1.1 hiervor), wird gemäss § 58a</span><br/> <span class="ft7">Abs. 2 SMV die Verwahrung gemäss den Bestimmungen über den</span><br/> <span class="ft7">Normalvollzug vollzogen. Das Vollzugsziel der Resozialisierung</span><br/> <span class="ft7">muss deshalb auch für Verwahrte Geltung haben; dies nicht zuletzt</span><br/> <span class="ft7">deshalb, weil gemäss Art. 64a StGB der Täter aus der Verwahrung</span><br/> <span class="ft7">nach Artikel 64 Absatz 1 StGB bedingt entlassen wird, sobald zu er-</span><br/> <span class="ft7">warten ist, dass er sich in der Freiheit bewährt. Gemäss Art. 64b</span><br/> <span class="ft7">StGB prüft die zuständige Behörde auf Gesuch hin oder von Amtes</span><br/> <span class="ft7">wegen mindestens einmal jährlich, und erstmals nach Ablauf von</span><br/> <span class="ft7">zwei Jahren, ob und wann der Täter aus der Verwahrung bedingt ent-</span><br/> <span class="ft7">lassen werden kann (lit. a) und mindestens alle zwei Jahre, und erst-</span><br/> <span class="ft7">mals vor Antritt der Verwahrung, ob die Voraussetzungen für eine</span><br/> <span class="ft7">stationäre therapeutische Behandlung gegeben sind und beim zustän-</span><br/> <span class="ft7">digen Gericht entsprechend Antrag gestellt werden soll (lit. b). Ent-</span><br/> <span class="ft7">sprechend finden sich Bestimmungen über die Aufhebung bzw. Ent-</span><br/> <span class="ft7">lassung aus der Verwahrung in § 58b SMV. Von dem her besteht</span><br/> <span class="ft7">theoretisch die Möglichkeit, dass der Beschwerdeführer eines Tages</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Straf-undMassnahmenvollzug</span> <span class="page_no">103</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">wieder in Freiheit leben wird, weshalb es unabdingbar ist, dass wäh-</span><br/> <span class="ft7">rend des Strafvollzuges u.a. durch Arbeit sein soziales Verhalten und</span><br/> <span class="ft7">die Fähigkeit, straffrei zu leben, gefördert werden.</span><br/> <span class="ft7">Entsprechend wurde beim Beschwerdeführer im Rahmen der</span><br/> <span class="ft7">Vollzugsplanung als allgemeine Zielsetzung u.a. auch die "berufliche</span><br/> <span class="ft7">und soziale Wiedereingliederung soweit möglich" genannt.</span><br/> <span class="ft7">1.4.4.</span><br/> <span class="ft7">Gemäss Art. 81 Abs. 1 Satz 2 StGB hat die Arbeit so weit als</span><br/> <span class="ft7">möglich den Fähigkeiten, der Ausbildung und den Neigungen des</span><br/> <span class="ft7">Gefangenen zu entsprechen. § 62 Abs. 3 SMV spricht davon, dass</span><br/> <span class="ft7">bei kranken, gebrechlichen und betagten Personen sowie bei</span><br/> <span class="ft7">Schwangeren und Müttern mit Kleinkindern zugunsten der Gefange-</span><br/> <span class="ft7">nen von den Regeln des Vollzugs von Strafen und Massnahmen ab-</span><br/> <span class="ft7">gewichen werden könne. Grundsätzlich ist also jeder arbeitsfähige</span><br/> <span class="ft7">Strafgefangene und Verwahrte verpflichtet, Arbeit zu leisten - dies</span><br/> <span class="ft7">unabhängig vom Alter.</span><br/> <span class="ft7">Die Vorinstanz hat festgestellt, dass der Gesundheitszustand des</span><br/> <span class="ft7">Beschwerdeführers einen Arbeitseinsatz, insbesondere in einem kör-</span><br/> <span class="ft7">perlich weniger anstrengenden Bereich, weiterhin zulasse; dies trotz</span><br/> <span class="ft7">der Tatsache, dass er das AHV-Pensionsalter bereits seit mehreren</span><br/> <span class="ft7">Jahren überschritten habe und eine Beeinträchtigung durch eine</span><br/> <span class="ft7">schwere psychische Störung bestehe.</span><br/> <span class="ft7">Der Beschwerdeführer wehrt sich nicht gegen diese Feststellung</span><br/> <span class="ft7">an sich. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass der Gesund-</span><br/> <span class="ft7">heitszustand des Beschwerdeführers die Anwesenheit am Arbeits-</span><br/> <span class="ft7">platz und eine durchschnittliche Arbeitsleistung ohne Weiteres zu-</span><br/> <span class="ft7">lässt.</span><br/> <span class="ft7">Dass ein Arbeitseinsatz in der Landswirtschaft, wie ihn der Be-</span><br/> <span class="ft7">schwerdeführer offenbar gewünscht hat, aus Sicherheitsgründen</span><br/> <span class="ft7">nicht möglich ist, dürfte auch dem sich in Verwahrung befindlichen</span><br/> <span class="ft7">Beschwerdeführer klar (gewesen) sein. Zur Arbeit außerhalb einer</span><br/> <span class="ft7">Anstalt dürfen nur Strafgefangene herangezogen werden, von denen</span><br/> <span class="ft7">ein Missbrauch der mit der Außenarbeit verbundenen Lockerung des</span><br/> <span class="ft7">Vollzuges nicht zu befürchten ist. Entsprechend sieht § 3 der Verord-</span><br/> <span class="ft7">nung über die Organisation der Strafanstalt Lenzburg vor, dass beim</span><br/> <span class="ft7">Vollzug u.a. stets das Sicherheitsbedürfnis der Öffentlichkeit zu be-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">104</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">rücksichtigen ist. Die Justizvollzugsanstalt Lenzburg hält in ihrer</span><br/> <span class="ft7">Stellungnahme in diesem Zusammenhang fest, dass der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft7">führer als Verwahrungsgefangener ohne ausdrückliche Zustimmung</span><br/> <span class="ft7">der Fachkommission und der Vollzugsbehörde nicht ausserhalb der</span><br/> <span class="ft7">Anstaltsmauern beschäftigt werden dürfe.</span><br/> <span class="ft7">Auf der Homepage der Justizvollzugsanstalt Lenzburg sind die</span><br/> <span class="ft7">zahlreichen Betriebe aufgelistet, welche Beschäftigungsmöglichkei-</span><br/> <span class="ft7">ten anbieten. Es sind dies (neben der Landwirtschaft): Atelier, Buch-</span><br/> <span class="ft7">binderei, Druckerei/Ausrüsterei, Korberei/Stuhlflechterei, Malerei/</span><br/> <span class="ft7">Ablaugerei, Industriemontage, Schlosserei/Metallgewerbe, Schreine-</span><br/> <span class="ft7">rei, Wäscherei, Glätterei/Näherei, Küche/Bäckerei, Hausdienst und</span><br/> <span class="ft7">Unterhalt (http://www.jvalenzburg.ch/sites/betriebe_arbeit.html). Oh-</span><br/> <span class="ft7">ne Zweifel gibt es in einem dieser Betriebe in einem körperlich we-</span><br/> <span class="ft7">niger anstrengenden Bereich eine für den Beschwerdeführer geeigne-</span><br/> <span class="ft7">te, seinem körperlichen und geistigen Zustand entsprechende Be-</span><br/> <span class="ft7">schäftigungsmöglichkeit, bei welcher auch dem Sicherheitsbedürfnis</span><br/> <span class="ft7">der Öffentlichkeit genüge getan werden kann.</span><br/> <span class="ft7">1.4.5.</span><br/> <span class="ft7">Im Übrigen ist die Aussage des Beschwerdeführers, gemäss gel-</span><br/> <span class="ft7">tender AHV-Gesetzgebung bestehe nach Vollendung des 65. Lebens-</span><br/> <span class="ft7">jahres keine Arbeitspflicht mehr, in dieser Form nicht zutreffend.</span><br/> <span class="ft7">Art. 21 AHVG besagt lediglich, dass Männer, welche das 65. Alters-</span><br/> <span class="ft7">jahr vollendet haben, Anspruch auf eine Altersrente haben. Entspre-</span><br/> <span class="ft7">chend formuliert Art. 3 AHVG, dass die Versicherten beitragspflich-</span><br/> <span class="ft7">tig sind, solange sie eine Erwerbstätigkeit ausüben. Ein grundsätzli-</span><br/> <span class="ft7">cher Anspruch auf Rentenleistungen, seien es Leistungen der AHV,</span><br/> <span class="ft7">der IV oder anderer Leistungsgerbringern, vermag daher für sich al-</span><br/> <span class="ft7">lein keine Entbindung von der Arbeitspflicht begründen, soweit der</span><br/> <span class="ft7">Insasse gesundheitlich zur Arbeit fähig ist.</span><br/> <span class="ft7">1.5.</span><br/> <span class="ft7">Zusammenfassend kommt das Verwaltungsgericht in Überein-</span><br/> <span class="ft7">stimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass für den verwahrten</span><br/> <span class="ft7">Beschwerdeführer auch nach Erreichen des Pensionsalters eine Ar-</span><br/> <span class="ft7">beitspflicht besteht.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Straf-undMassnahmenvollzug</span> <span class="page_no">105</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">2.</span><br/> <span class="ft7">2.1.</span><br/> <span class="ft7">Die Vorinstanz stützt die Verpflichtung des Beschwerdeführers</span><br/> <span class="ft7">zur Beteiligung an den Vollzugskosten auf Art. 380 Abs. 2 lit. b StGB</span><br/> <span class="ft7">sowie auf § 242 StPO.</span><br/> <span class="ft7">2.2.</span><br/> <span class="ft7">Ob und inwieweit der Verurteilte die Vollzugskosten zu tragen</span><br/> <span class="ft7">hat, richtet sich nach Art. 380 StGB: Die Kantone tragen die Kosten</span><br/> <span class="ft7">des Straf- und Massnahmenvollzugs, wobei der Verurteilte nur unter</span><br/> <span class="ft7">eingeschränkten Voraussetzungen und in angemessener Weise an den</span><br/> <span class="ft7">Kosten beteiligt wird (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom</span><br/> <span class="ft7">19. Juni 2007 [6S.530/2006], Erw. 6.4).</span><br/> <span class="ft7">Wörtlich lautet Art. 380 StGB folgendermassen:</span><br/> <span class="ft5">" 1 Die Kosten des Straf- und Massnahmenvollzugs tragen die Kantone.</span><br/> <span class="ft5">2 Der Verurteilte wird in angemessener Weise an den Kosten des Vollzugs</span><br/> <span class="ft5">beteiligt:</span><br/> <span class="ft5">a. durch deren Verrechnung mit seiner Arbeitsleistung im Straf- oder Mass-</span><br/> <span class="ft5">nahmenvollzug;</span><br/> <span class="ft5">b. nach Massgabe seines Einkommens und Vermögens, wenn er eine ihm zu-</span><br/> <span class="ft5">gewiesene Arbeit verweigert, obwohl sie den Vorgaben der Artikel 81 oder</span><br/> <span class="ft5">90 Absatz 3 genügt; oder</span><br/> <span class="ft5">c. durch Abzug eines Teils des Einkommens, das er auf Grund einer Tätig-</span><br/> <span class="ft5">keit im Rahmen der Halbgefangenschaft, des Arbeitsexternats oder des</span><br/> <span class="ft5">Wohn- und Arbeitsexternats erzielt.</span><br/> <span class="ft5">3 Die Kantone erlassen nähere Vorschriften über die Kostenbeteiligung der</span><br/> <span class="ft5">Verurteilten."</span><br/> <span class="ft7">Die entsprechende Regelung findet sich im kantonalen Recht in</span><br/> <span class="ft7">der Strafprozessordnung. § 242 StPO, der gemäss § 244 StPO sinn-</span><br/> <span class="ft7">gemäss auch für die Kosten der Verwahrung gemäss Art. 64 StGB</span><br/> <span class="ft7">gilt, lautet:</span><br/> <span class="ft5">" 1 Die Kosten des Vollzuges der Freiheitsstrafen, unter Einschluss der Kosten</span><br/> <span class="ft5">der auf die Strafe angerechneten Untersuchungshaft, trägt der Staat. (...)</span><br/> <span class="ft5">2 Das zuständige Departement verpflichtet den Verurteilten nach Massgabe</span><br/> <span class="ft5">seiner Vermögens- und Einkommensverhältnisse ganz oder teilweise zum</span><br/> <span class="ft5">Ersatz, wenn er eine ihm zugewiesene Arbeit verweigert oder ausserhalb der</span><br/> <span class="ft5">Vollzugseinrichtung arbeitet."</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">106</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">In diesem Sinne konkretisiert § 98 SMV unter dem Titel "Ko-</span><br/> <span class="ft7">stenverlegungsverfahren", dass die Kosten des Strafvollzugs und der</span><br/> <span class="ft7">Verwahrung gemäss Art. 64 StGB vorbehältlich der Fälle gemäss</span><br/> <span class="ft7">§ 100 SMV im Grundsatz der Kanton trägt, wobei nach § 100 SMV</span><br/> <span class="ft7">("Normalvollzug und Verwahrung") die Vollzugsbehörde die Ein-</span><br/> <span class="ft7">kommens- und Vermögensverhältnisse der Verurteilten prüft, wenn</span><br/> <span class="ft7">eine Kostenbeteiligung gemäss Art. 380 Abs. 2 lit. b oder c StGB in</span><br/> <span class="ft7">Betracht kommt.</span><br/> <span class="ft7">Die Rechtslage ist mit Blick auf das Gesetz klar: Der Verurteilte</span><br/> <span class="ft7">wird in angemessener Weise an den Kosten des Vollzugs beteiligt,</span><br/> <span class="ft7">wenn er grundlos eine ihm zugewiesene Arbeit verweigert. Dies</span><br/> <span class="ft7">scheint konsequent. Die Bestimmung des Art. 380 StGB hat eher</span><br/> <span class="ft7">disziplinarischen Charakter, will aber auch eine Benachteiligung der</span><br/> <span class="ft7">mitarbeitenden Gefangenen vermeiden, die mit ihrer Arbeitsleistung</span><br/> <span class="ft7">an die Vollzugskosten beitragen (Thomas Maurer, in: Marcel</span><br/> <span class="ft7">Alexander Niggli/Hans Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar</span><br/> <span class="ft7">Strafrecht II, 2., überarbeitete Auflage, Basel 2007, Art. 380 Rz. 7).</span><br/> <span class="ft7">2.3.</span><br/> <span class="ft7">2.3.1.</span><br/> <span class="ft7">Im Zusammenhang mit der Höhe der Kostenbeteiligung hat die</span><br/> <span class="ft7">Vorinstanz festgehalten, eine solche solle einerseits der finanziellen</span><br/> <span class="ft7">Leistungsfähigkeit und andererseits den persönlichkeitsspezifischen</span><br/> <span class="ft7">Möglichkeiten eines Gefangenen entsprechen. Die Kostenbeteiligung</span><br/> <span class="ft7">dürfe nicht höher ausfallen als die Arbeitsleistungen, die der Insasse</span><br/> <span class="ft7">zugunsten der Vollzugseinrichtung erbringen könnte. Für die Be-</span><br/> <span class="ft7">rechnung der Kostenbeteiligung hat die Vorinstanz den durchschnitt-</span><br/> <span class="ft7">lichen Nettoertrag für die internen Gewerbebetriebe der Justizvoll-</span><br/> <span class="ft7">zugsanstalt Lenzburg herangezogen und anhand der zur Verfügung</span><br/> <span class="ft7">stehenden Zahlen für das Rechnungsjahr 2007 erkannt, dass ein In-</span><br/> <span class="ft7">sasse durchschnittlich ca. Fr. 52.-- pro geleisteten Arbeitstag erwirt-</span><br/> <span class="ft7">schaftet, wobei den Insassen gemäss Richtlinien für das Arbeitsent-</span><br/> <span class="ft7">gelt (Pekulium) des Strafvollzugskonkordats der Nordwest- und In-</span><br/> <span class="ft7">nerschweiz vom 5. Mai 2006 durchschnittlich Fr. 26.-- pro Arbeitstag</span><br/> <span class="ft7">als Arbeitsentgelt ausbezahlt werden (a.a.O., Fussnote, S. 2). Die</span><br/> <span class="ft7">Kostenbeteiligung durch Arbeitsleistung im Sinne von Art. 380 StGB</span><br/> <span class="ft7">liege durchschnittlich bei Fr. 26.-- pro Arbeitstag. Da der Be-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Straf-undMassnahmenvollzug</span> <span class="page_no">107</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">schwerdeführer jedoch das AHV-Pensionsalter bereits seit mehreren</span><br/> <span class="ft7">Jahren überschritten habe und nachweislich eine Beeinträchtigung</span><br/> <span class="ft7">durch eine schwere psychische Störung bestehe, sei eine wesentliche</span><br/> <span class="ft7">Reduktion auf die Hälfte des ursprünglichen Betrages, d.h. auf</span><br/> <span class="ft7">Fr. 13.-- pro Arbeitstag, den Umständen entsprechend angemessen.</span><br/> <span class="ft7">2.3.2.</span><br/> <span class="ft7">Eine Kostenbeteiligung im Umfang von Fr. 13.-- pro nicht ge-</span><br/> <span class="ft7">leisteten Arbeitstag erscheint dem Verwaltungsgericht sachlich ge-</span><br/> <span class="ft7">rechtfertigt, zumal die Berechnung der Kostenbeteiligung durch die</span><br/> <span class="ft7">Vorinstanz vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird.</span><br/> <span class="ft7">3.</span><br/> <span class="ft7">Zusammenfassend kommt das Verwaltungsgericht zum Schluss,</span><br/> <span class="ft7">dass der Beschwerdeführer trotz Erreichens des ordentlichen Pen-</span><br/> <span class="ft7">sionsalters arbeitspflichtig und eine Kostenbeteiligung im Umfang</span><br/> <span class="ft7">von Fr. 13.-- pro nicht geleisteten Arbeitstag rechtmässig ist. Die Be-</span><br/> <span class="ft7">schwerde ist somit abzuweisen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>