Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Mai 2020 (720 19 284 / 91) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts: Auf ein gemäss altem Verfahrensstandard eingeholtes psychiatrisches Gutachten mit ergänzender Indikatorenprüfung durch den RAD kann abgestellt werden. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Felicia Käslin Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1963 geborene A.____ war zuletzt befristet bis am 31. März 2012 als Lagermitar- beiter bei der B.____ AG angestellt. Am 19. August 2 011 klemmte er sich den linken Fuss zwi- schen einem Gabelstapler und einer Palette ein und zog sich dabei ein Quetschtrauma am obe- ren Sprunggelenk (OSG) sowie eine Knöchelfraktur (Bi malleolarfraktur) zu. Nach Eingang der Unfallmeldung erbrachte die Schweizerische Unfallversiche rungsanstalt (Suva) als obligatori- scher Unfallversicherer die gesetzlichen Leistungen für di e Folgen dieses Ereignisses, vorerst Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht in Form von Taggeldern und Heilbehandlung, später spr ach sie A.____ mit Verfügung vom 30. Juli 2014 für die verbleibenden Unfallfolgen ab 1. Juli 2014 eine auf einem Invaliditätsgrad von 10 % basierende Invalidenrente und eine auf einer Integritätseinbusse von 10 % beruhende Integritätsentschädigung zu. Diese Verfügung wurde vom Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 12. November 2015 bestä- tigt. A.2 Am 13. Februar 2012 meldete sich A.____ unter Hin weis auf die Unfallfolgen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesund heitlichen und die erwerblichen Verhältnis- se des Versicherten ab und ermittelte ab 19. August 201 2 (Ablauf des Wartejahres) einen Inva- liditätsgrad von 55 %, ab 2. April 2013 einen solch en von 100 % und ab 5. Mai 2014 einen sol- chen von 24 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach sie A.___ _ nach Durchführung des Vor- bescheidverfahrens mit Verfügung vom 2. Juli 2019 für den Zeitraum vom 1. August 2012 bis 30. Juni 2013 eine halbe Rente und mit Wirkung ab 1. Juli 2013 eine bis zum 31. August 2014 befristete ganze Rente zu. Einen weiteren Rentenanspruch lehnte sie ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 2. September 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, es sei die ange- fochtene Verfügung teilweise aufzuheben und es sei ihm eine unbefristete ganze Rente ab 1. August 2012 zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Oktober 2019 bean tragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt der Beschwerdeführer in seiner Rep- lik vom 9. Januar 2019 an den in der Beschwerde gestell ten Rechtsbegehren und den bisheri- gen Vorbringen fest. Im Wesentlichen sei der Beschwerd egegnerin vorzuwerfen, dass sie über den Rentenanspruch verfügt habe, ohne hierfür ein neue s psychiatrisches Gutachten eingeholt zu haben. Die IV-Stelle wiederum hielt in ihrer Dupl ik vom 12. Februar 2020 an ihrem Rechts- begehren fest, wonach die Beschwerde abzuweisen sei. E. Im Hinblick auf die Beurteilung der vorliegenden Be schwerde zog das Kantonsgericht die das Unfallereignis des Versicherten vom 19. August 2011 betreffenden Suva-Akten bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VP O) vom 16. Dezember 1993 beur- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 2. September 2019 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 A TSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbs- fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische S törung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei ge- eigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherte n Person trotz des Leidens willens- mässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Er werb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine p sychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, d ass die versicherte Person nicht hinrei- chend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob an zunehmen ist, die Verwertung der Ar- beitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutb ar oder – als alternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundhei tlichen Beeinträchtigungen arbeits- unfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwalt ungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlä ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach- )Arztes einerseits und von Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Expe rten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/ 00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administra- tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen un d zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautende n Einschätzungen gelangen. Vorbe- halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behan- delnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver är ztlicher Interpretation entspringende – As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des EVG vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 4.4 Die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) stehen de n IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Ve rfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti onelle Leistungsfähigkeit der ver- sicherten Person fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit ode r Tätigkeit im Aufgabenbereich aus- zuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Unte rsuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Art. 49 Abs. 2 der Verord- nung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV]). RAD-Berichte sind versiche- rungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffe nd Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD- Berichten keine Wirkung (vgl. BGE 135 V 254 E. 3.4; Urt eil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.1). 4.5 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me- dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde- rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5 .1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hin- sichtlich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich de r angefochtene Entscheid aus- schliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu denen die RAD-Berichte gehören –, sind an die Beweiswürdigung strenge Anford erungen zu stellen. In solchen Fällen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkei t und Schlüssigkeit der ärztlichen Fest- stellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; zum Ganzen auch: Urteil des Bundesge richts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, E. 2 mit weiteren Hinweisen). 5. Bei der Würdigung des vorliegenden medizinischen Sach verhalts sind insbesondere die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1 Am 9. Mai 2012 diagnostizierten Dr. med. C.____, Spitalfacharzt, und med. pract. D.____, Oberarzt Arbeitsorientierte Rehabilitation R ehaklinik X.____ eine mittelgradige depres- sive Episode. Ferner hielten sie fest, die festgestellte psychische Störung begründe aktuell eine mittelschwere arbeitsrelevante Leistungsminderung. Wegen der depressiven Symptomatik müsse neben der quantitativen Einschränkung der Arbeitsf ähigkeit darauf geachtet werden, dass die Arbeitsaufnahme anfangs nur stundenweise und oh ne Anforderung an Konzentration und Aufmerksamkeit möglich sei. Zudem werde eine psychiatrische Neubeurteilung in zwei Mo- naten empfohlen. Das Ausmass der geltend gemachten Beschwerden könne anhand der objek- tiven Befunden nur teilweise erklärt werden. Beruflich e Massnahmen könnten zudem aufgrund der Äusserungen des Versicherten nicht empfohlen werden. 5.2 In ihrem Bericht zuhanden der IV-Stelle vom 7. S eptember 2012 diagnostizierte die Hausärztin des Beschwerdeführers, E.____, FMH Allgemein e Innere Medizin, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit persistierende Schmerzen, erh öhte Entzündungsparameter im OSG bei Status nach Osteosynthese einer Bimelleolarfraktur vom 1 9. August 2011 und eine mittelgradi- ge depressive Episode. Sie stellte ab 23. Februar 2012 e ine andauernde 100%ige Arbeitsunfä- higkeit fest. In einem weiteren Bericht vom 7. März 201 3 führte E.____ die mittelgradige de- pressive Störung nicht mehr auf, attestierte jedoch weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. 5.3 Im Gutachten vom 2. Dezember 2014 diagnostizierte Dr. med. F.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit Einfluss auf die Arbeit sfähigkeit eine rezidivierende de- pressive Störung, gegenwärtig leichte Episode. Ohne Ausw irkung auf die Arbeitsfähigkeit diag- nostizierte er eine chronische Schmerzstörung mit somatisc hen und psychischen Faktoren. In seiner Beurteilung führte Dr. F.____ auf, dass sich der Explorand subjektiv praktisch nicht mehr arbeitsfähig fühle. Das Ausmass der geklagten Beschwerde n und die subjektive Krankheits- überzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, könnten dur ch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden. Es müsse von einer psych ischen Überlagerung ausgegangen werden. Der Explorand habe nicht unter vorbestehenden psychosozialen Belastungen gelitten. Insofern sei von einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren auszugehen. In seiner Untersuchung stellte Dr. F.____ ein leichtgradig depressives Zustands- bild mit Hinweis auf den resigniert wirkenden, über kör perliche Beschwerden, die wirtschaftli- chen Schwierigkeiten sowie die ungewisse Zukunft klagenden Exploranden fest. Mit Verweis auf den Bericht der Rehaklinik X.____ vom 9. Mai 2012 könne somit eine rezidivierende de- pressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, diagnosti ziert werden. Der Explorand befinde sich nicht in psychiatrischer Behandlung und werde auch ni cht antidepressiv behandelt, obschon eine antidepressive Therapie einen günstigen Ein fluss auf die leichten depressiven Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verstimmungen hätte. Prognostisch hielt Dr. F.____ fest , rein psychiatrisch wäre die leichte depressive Episode mit Antidepressiva zwar günstig zu beeinflussen, sodass längerfristig kaum eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Der Explorand sei jedoch seit 2011 davon überzeugt, nicht mehr arbeiten zu können. Diese ausgepr ägte subjektive Krankheitsüberzeu- gung lasse sich weder durch die psychiatrischen noch durch die somatischen Befunde objekti- vieren. Somit bestehe aus weitgehend krankheitsfremden G ründen eine eher ungünstige Prog- nose. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit stellte Dr. F._ ___ eine geringgradige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit fest. Mitunter leide der Explor and unter depressiven Verstimmungen, der Antrieb sei leichtgradig herabgesetzt. Eine mittelgradige oder schwere depressive Störung liege hingegen nicht vor. Der Explorand sei denn auch in der Lage, im Haushalt mitzuhelfen und täg- lich spazieren zu gehen. Insofern habe die chronische Sch merzstörung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit; weder liege eine ausgeprägte psychia trische Komorbidität noch eine schwere, chronische körperliche Erkrankung vor. Sodann sei kein pr imärer Krankheitsgewinn auszu- machen. Mithin seien die geklagten Schmerzen weder dur ch eine somatische noch durch eine psychische Störung hinreichend erklärbar. Daher sei auch n icht zu erwarten, dass die Schmer- zen durch somatisch orientierte Therapien oder durch eine psychiatrische Behandlung wesent- lich beeinflusst werden könnten. Aus psychiatrischer Sicht könne es dem Exploranden daher zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubrin- gen, um ganztags bei leicht vermindertem Rendement einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe sowohl in der bisherigen als auch in einer leidensangepass- ten Tätigkeit eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20 %. 5.4 RAD-Arzt Dr. med. G.____, Facharzt für Orthopädie sowie für Physikalische und Re- habilitative Medizin, stellte in seinem Bericht vom 22. Januar 2015 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Bimalleolarfraktu r links, Quetschtrauma am 19. August 2011, Osteosynthese mittels 7-Loch-Drittelrohrplatte lateral und kanülierte Schraube sowie Spickdraht medial am 19. August 2011, Metallentfernung medial am 24. Februar 2012 bei Status nach Plattenosteosynthese bei Bimalleolarfraktur l inks nach Quetschtrauma, Entfernung des Osteosynthesematerials lateral am 21. September 20 12, diagnostische OSG-Arthroskopie, korrigierende Fibulaosteotomie Fuss links bei Malunion m it Rotationsfehler und Verkürzung der distalen Fibula links bei Status nach Bimalleolarfraktur links, persistierende Syndesmoseninsuf- fizienz OSG links, belastungsabhängige Schmerzen sowie be ginnende OSG-Arthrose links so- wie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liege eine chronische Schmerzstöru ng mit somatischen und psychischen Faktoren vor. Dr. G.____ hielt in somatischer Hinsicht f est, die angestammte Tätigkeit sei dem Versicherten unter Verweis auf die Einschätzung der Reha klinik X.____ vom 9. Mai 2012 nicht mehr zumutbar. In einer leidensangepassten Tätigkeit seien dem Versicherten jedoch ganztags leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten zumutbar , allerdings mit wechselbelastenden Tätigkeiten, ohne längeres Stehen und Gehen am Stück w ährend mehr als 30 Minuten, ohne längeres Gehen auf unebenem Boden, ohne Tätigkeiten, die häufige Zwangshandlungen für das linke OSG bedeuten; ohne Tätigkeiten in Hockstellu ng, kriechender Stellung oder Pedalbe- dienung sowie ohne häufiges Treppensteigen oder Leiter steigen. In psychischer Hinsicht hielt Dr. G.____ gestützt auf die Feststellungen von Dr. F.__ __ vom 2. Dezember 2014 fest, es be- stehe sowohl in der angestammten Tätigkeit als Hilfsarb eiter als auch in jeder anderen berufli- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Tätigkeit, auch in einer leidensangepassten Verweistätigkeit, eine Einschränkung der Leis- tungsfähigkeit von 20 %. 5.5 Am 12. September 2017 berichtete die Hausärztin E. ____ über rezidivierende depres- sive Episoden und legte gleichzeitig eine neuropsychologische Abklärung der Z.____ Clinic des H.____-Spitals vom 18. August 2017 bei. Sie habe dem Beschwerdeführer zudem aufgrund der rezidivierenden depressiven Symptomatik Adressen von türkisch sprechenden Psychiatern mit- gegeben. 5.6 Dr. phil. I.____, Fachpsychologe für Neuropsycholog ie FSP, und M. Sc. J.____, Psy- chologin FSP, von der Z.____ Clinic des H.____-Spitals diagnostizierten anlässlich der Unter- suchung vom 25. Juli 2017 eine nicht-quantifizierbare n europsychologische Störung sowie eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode. Die Diagnose basierte ge- mäss Bericht vom 18. August 2017 auf dem Beck-Depressions-I nventar (BDI), wobei der Be- schwerdeführer 16 von 63 Punkte erreicht habe, was form al auf eine leichte Ausprägung de- pressiver Symptome hinweise. Daneben sei auf Eigen- und Fremdangaben sowie eine Verhal- tensbeobachtung abgestellt worden. Bei der Beurteil ung wurde zudem festgehalten, dass die Ursache der nicht-quantifizierbaren neuropsychologischen St örung angesichts der fehlenden Validität der Untersuchungsbefunde und anamnestisch beg renzt vorliegenden Angaben unklar sei. 5.7 Die RAD-Ärztin Dr. med. K.____, Fachärztin für Psychi atrie/Psychotherapie, nahm in ihrer Stellungnahme vom 8. Februar 2018 Bezug auf die Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. G.____ vom 22. Januar 2015 sowie auf das Gutachten von Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014. Sie hielt fest, dass Dr. F.____ in Bezug auf die Gesundheitsschädigung, die Persönlichkeit und den sozialen Kontext festgehalten hab e, dass der Versicherte bei der psy- chiatrischen Untersuchung leichtgradig depressiv gewesen se i, resigniert gewirkt, über die kör- perlichen Beschwerden, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die ungewisse Zukunft geklagt habe. Die geklagten körperlichen Beschwerden hätten sich durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektivieren lassen; mitunter seien die geklagten Schmerzen weder durch eine somatische noch durch eine psychiatrische Störung hinreichend erklärbar. In Bezug auf die Behandlung und Eingliederung habe Dr. F.____ festgeh alten, dass eine kontinuierliche psychi- atrische oder psychotherapeutische Behandlung oder eine antidepressive Therapie nie durch- geführt worden seien, obschon eine antidepressive Behan dlung einen günstigen Einfluss auf die leichten depressiven Verstimmungen hätte. Der Versich erte fühle sich subjektive praktisch nicht mehr arbeitsfähig, was sich anlässlich der durchgefü hrten beruflichen Massnahmen im Januar und April 2014 gezeigt hätte. So habe der Versi cherte seine Präsenz nach wenigen Ta- gen auf zwei Stunden pro Tag reduziert, einige Absenz en gehabt und ein passives Verhalten gezeigt. Aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankhe itsüberzeugung seien auch weitere berufliche Massnahmen kaum erfolgsversprechend durchführ bar. In Bezug auf die Konsistenz habe Dr. F.____ ausgeführt, der Versicherte fühle sich subjektiv praktisch nicht mehr arbeitsfä- hig, wobei das Ausmass der geklagten Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeu- gung, nicht mehr arbeiten zu können, durch die somatisc hen Befunde nicht hinreichend objekti- viert werden könnten. Mithin könne es sich der Versicher te einfach nicht vorstellen, trotz allfälli- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ger Restbeschwerden einer beruflichen Tätigkeit nachzu gehen. Zudem würde er unter wirt- schaftlichen Schwierigkeiten leiden, da die Suva die Leistungen eingestellt habe. All dies könne dazu beitragen, dass der Versicherte seinen Beschwerden mehr Gewicht zumesse, als dass es den tatsächlichen Befunden entsprechen würde. Dr. K.____ berichtete ferner, dass sich aus der Anamnese von Dr. F.____ keine Hinweise auf eine Persön lichkeitsstörung, namentlich kein tief verwurzeltes Fehlverhalten im Sinne von zeitlebens immer wieder auftretenden Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich, ergeben würden. In Bezug auf die persönlichen Ressourcen hielt Dr. K.____ fest, dass der Versicherte seit mehr als 30 Jahren verheiratet sei und mit seiner Ehefrau und den drei Kindern zusammenlebe. Zudem pfl ege er Kontakt mit zahlreichen Ver- wandten in der Region und besuche Eltern und Geschwiste r regelmässig in Y.____. Es sei so- mit von einer Reisefähigkeit auszugehen. Schliesslich hi elt Dr. K.____ fest, dass eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer somatisch adaptierten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht plausibel sei. In Bezug auf den Bericht der Z.____ Clinic vom 18. Au gust 2017 hielt Dr. K.____ fest, dass so- wohl dieser als auch das Gutachten von Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014 auf Inkonsistenzen (auffällige Symptomvalidierungen) sowie auf Ressourcen (beispielsweise das weiterhin beste- hende Zusammenleben mit der Ehefrau und den drei Kin dern, Auto fahren) hinweisen würden. Sowohl das Ergebnis des BDI als auch das Gutachten von Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014 würden für eine leichte Depressivität sprechen. Zudem bemerkte Dr. K.____, dass für das Auto- fahren eine komplexe Aufmerksamkeitsleistung erforderlich sei. Sofern der Versicherte Auto fahren könne, spreche dies für ein kognitives Funktionsvermögen, welches mit der angestamm- ten Tätigkeit als ungelernter Hilfsarbeiter kompatibe l sei. Insofern spreche der Bericht der Z.____ Clinic vom 18. August 2017 nicht für eine relevan te Änderung des psychischen Ge- sundheitszustandes gegenüber der Begutachtung durch Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014 und der RAD-Stellungnahme von Dr. G.____ vom 22. Januar 20 15. Es sei deshalb weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer somatisch adaptierten Tätigkeit auszugehen. 5.8 Am 18. Dezember 2018 berichtete Dr. med. L.____, Facharzt für Psychiatrie und Psy- chotherapie, dass der Versicherte zum ersten Mal am 10. September 2018 bei ihm in Behand- lung gewesen sei und die letzte Kontrolle am 30. Oktobe r 2018 stattgefunden habe. Eine wei- tergehende Erhebung der Anamnese habe wegen der Deut schkenntnisse nicht durchgeführt werden können. Aktuell nehme der Versicherte keine Ant idepressiva, er wolle auch keine neh- men. Dr. L.____ stellte neben den somatischen und de n auf eine Depression hinweisenden objektiven Befunden fest, es bestehe eine chronifiziert e Schmerzsymptomatik und eine verfes- tigte Krankheitsüberzeugung. Mit Auswirkung auf die Arb eitsfähigkeit diagnostizierte Dr. L.____ eine chronifizierte Schmerzstörung mit somatischen und psych ischen Faktoren, wobei die so- matischen Faktoren auf die Malunion einer Bimalleolarf raktur links und die psychischen Fakto- ren auf einen dysfunktionalen Umgang mit den Belastun gen in Sinne einer Alexithymie und auf multiple psychosozialen Belastungen (Krebserkrankung der Ehefrau, fehlende günstige Tages- struktur, finanzieller Druck) zurückzuführen seien. Zudem be stehe ein mittelgradiges depressi- ves Zustandsbild. Prognostisch hielt Dr. L.____ fest, es be stehe eine fixierte negative Überzeu- gung in Bezug auf die Krankheit respektive Versehrtheit ohne Zugang zu allfälligen Ressour- cen. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei unwahrsch einlich. Abstützend auf die Erfah- rungen während der Eingliederungsmassnahmen der IV-Ste lle Ende 2015 und Anfang 2016 Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gehe er von einer zumutbaren Präsenzzeit von 50 % und e iner dabei verminderten Leistungs- fähigkeit aus, die sich durch die schmerzbedingten funktio nellen Einschränkungen und dem Bedarf an zusätzlichen Pausen ergebe. Funktionseinschränkungen würden sich dabei aufgrund der Schmerzen am Fuss, der verminderten Belastbarkeit dur ch die Schmerzsymptomatik sowie der depressiven Symptome ergeben. Die gesundheitliche Situation habe sich seit der Eingliede- rungsmassnahme nicht gebessert; einer Eingliederung wür den die Kumulation von Schmerzsymptomatik und der depressiven Symptomatik in Komb ination mit einer verfestigten Krankheitsüberzeugung entgegenstehen. 5.9 Am 23. Januar 2019 nahm die RAD-Ärztin Dr. K.___ _ zum Bericht von Dr. L.____ Stel- lung. Darin hielt sie fest, es sei keine antidepressive Me dikation etabliert worden und es hätten lediglich zwei Konsultationen bei Dr. L.____ stattgefun den. Die Inanspruchnahme von Therapie sei weiterhin gering; teilstationäre oder stationäre p sychiatrische Behandlungen sowie stationä- re Kriseninterventionen hätten nie stattgefunden. Der Versicherte habe sich lediglich im Zu- sammenhang mit der langjährigen juristischen Auseinande rsetzung bei Dr. L.____ in Behand- lung begeben, zumal ihm klar gewesen sei, dass dieser einen Arztbericht zuhanden der IV- Stelle verfassen würde. Mit Verweis auf ihre Stellung nahme vom 8. Februar 2018 hielt sie fest, dass sich sowohl im Rahmen der Begutachtung durch Dr. F. ____ vom 2. Dezember 2014 als auch im Bericht der Z.____ Clinic vom 18. August 2017 Inkonsistenzen und auffällige Symp- tomvalidierungen, namentlich maladaptives Verhalten oh ne Krankheitswert, ergeben haben. Mithin bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Dr. L .____ den Aspekt des maladaptiven Verhaltens nicht ausreichend berücksichtigt habe. Ausserdem seien weitere IV-fremde Faktoren beschrieben worden (finanzieller Druck, Krankheit der Eh efrau), jedoch weder Symptomvalidie- rungstestungen noch eine Evaluation der Ressourcen durchgeführt worden. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochte nen Verfügung vom 2. Juli 2019 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts in som atischer Hinsicht auf die Ausführun- gen von RAD-Arzt Dr. G.____ vom 22. Januar 2015. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, zumal Dr. G.____ die geklagten Beschwerden berücksichtigt, die Befunde erörtert, die Beur- teilung in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgibt, di ese in den medizinischen Zusam- menhängen einleuchtet und er zu schlüssigen Ergebnissen gelangt. Des Weiteren liegen keine anderslautenden ärztlichen Einschätzungen oder konkrete Indizien vor, die gegen die Zuverläs- sigkeit der Beurteilung sprechen. Es bestehen mithin keine Zweifel an der Zulässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststell ungen. Die Beschwerdegegnerin durfte deshalb bei der Beurteilung des Gesundheitszustan ds und der Arbeitsfähigkeit des Ver- sicherten in somatischer Hinsicht auf deren Ergebnisse abs tellen. Im Übrigen beanstandet der Beschwerdeführer diese Beurteilung zu Recht nicht. Somi t kann auf weitere Ausführungen diesbezüglich verzichtet und auf die überzeugenden Ausfü hrungen von Dr. G.____ verwiesen (vgl. E. 5.4) werden. 6.2 Streitig ist hingegen die Beurteilung des psychische n Gesundheitszustands. Die IV- Stelle ging gestützt auf die Beurteilung von Dr. F.__ __ vom 2. Dezember 2014 und von der RAD-Ärztin Dr. K.____ vom 8. Februar 2018 von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % aus. Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Au ffassung, dass die Beschwerdegeg- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nerin sich zu Unrecht auf das psychiatrische Gutachten von Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014 sowie auf die Beurteilung des RAD vom 8. Februar 2018 abgestützt habe. Er bringt vor, das psychiatrische Gutachten von Dr. F.____ sei veraltet und di e vom RAD nachträglich vorge- nommene Indikatorenprüfung nicht statthaft. Mithin s ei der Rentenanspruch des Beschwerde- führers verfügt worden, ohne hierfür ein neues psychiatrisches Gutachten eingeholt zu haben. 7.1 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Beschw erdegegnerin habe sich bei der Beurteilung des psychischen Gesundheitszustands und der Arb eitsfähigkeit zu Unrecht auf das Gutachten von Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014 abgestützt, kann ihm nicht gefolgt werden. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse im Gutach- ten von Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014 infrage zu ste llen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das Gutachten die rechtspr echungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hi nsicht erfüllt. So weist es weder formale noch inhaltliche Mängel auf, ist – wie dies vom Bundesg ericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hier- vor) – für die streitigen Belange umfassend und beruht auf einer eingehenden psychiatrischen Untersuchung. Ebenso berücksichtigt es die geklagten Beschw erden, wurde in Kenntnis der Vorakten abgegeben und leuchtet in der Darlegung de r medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Die e ntsprechenden, vorstehend (vgl. E. 5.3 hiervor) wiedergegebenen Darlegungen vermögen zu über zeugen, sodass darauf verwiesen werden kann. Im Übrigen bringt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde nicht vor, weshalb inhaltlich nicht auf das Gutachten von Dr. F.____ abz ustellen ist. Vielmehr weist er einzig auf das Alter des Gutachtens hin. Insgesamt sind somit keine Grü nde ersichtlich, die dazu Anlass geben könnten, an den Ergebnissen des Gutachtens zu zweifeln. 7.2 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, das Gutacht en von Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014 sei veraltet und noch vor der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 143 V 409; BGE 143 V 418), wonach die Beurteilu ng der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Indikatorenprüfung durchzuführen ist, erstellt worden. Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob die vorhandene medizinische Aktenlage es erlaubt, die vorliegende Beschwerde in Anwendung der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu beurteilen. 7.2.1 Das Bundesgericht hat die für die Beurteilung d er Arbeitsfähigkeit bei psychischen Er- krankungen beachtlichen Standardindikatoren wie folgt systematisiert: Der erste Indikatoren- Komplex steht unter dem Titel “Gesundheitsschädigung“. Darunter sind die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der Gesichtspunkt Behandlun gs- und Eingliederungserfolg oder - resistenz und die Komorbiditäten zu würdigen. Im zweite n, die “Persönlichkeit“ betreffenden Indikatoren-Komplex wird nach der Persönlichkeitsentwicklu ng und der Persönlichkeitsstruktur gefragt, und es sind die persönlichen Ressourcen des V ersicherten zu eruieren. Im dritten Indi- katoren-Komplex schliesslich ist unter dem Titel “Sozialer Kontext“ eine Eruierung der Ressour- cen anhand des sozialen Umfelds vorzunehmen. Anhand der ermittelten Indikatoren ist schliesslich die “Konsistenz“ zu prüfen. Darunter fallen ver haltensbezogene Kategorien wie die Indikatoren einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivität sniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und eines behandlungs- und eingliederun gsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks (BGE 141 V 281 E. 4). Des Weiteren ist in diesem Zusammenhang auf den Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grundsatz hinzuweisen, dass gemäss altem Verfahrensstandard e ingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Ra hmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Bewei sgrundlagen vor Bundesrecht stand- hält (BGE 141 V 281 E. 8, 137 V 210 E. 6). 7.2.2 Wenngleich das Gutachten von Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014 eher knapp gehal- ten ist und damals noch keine Indikatorenprüfung im Sin ne der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung durchgeführt wurde, enthält es entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh- rers die erforderlichen Angaben zur Vornahme der Indi katorenprüfung. Als objektive Befunde gibt Dr. F.____ eine herabgesetzte depressive Stimmung , Klagen über somatische Beschwer- den, eine eingeschränkte Modulationsfähigkeit, einen distanzierten affektiven Affekt, einen leichtgradig verminderten Antrieb und depressives Denken a n. Sodann beschreibt Dr. F.____ den Versicherten als bewusstseinsklar mit wachem Eindruck un d intakter Merkfähigkeit sowie intaktem Gedächtnis. Ferner kann er keine Wahnvorstellunge n oder ähnliches und keine Kon- zentrationsschwäche feststellen; der Versicherte habe ein en klaren Bezug zur Realität. Zudem schildert Dr. F.____ den Alltag des Beschwerdeführers, indem er ausführt, der Versicherte habe eine gute Beziehung zur Ehefrau, verfüge über Kontakte mit Verwandten, helfe im Haushalt mit und mache täglich Spaziergänge. Dennoch habe der Versich erte Mühe mit der fehlenden Ta- gesstruktur und es sei ihm langweilig. Dr. F.____ weist zudem auf die subjektive Krankheits- überzeugung hin. Vor diesem Hintergrund schliesst Dr. F. ____ auf eine rezidivierende depres- sive Störung, gegenwärtig leichte Episode. Dieser Schluss ist nachvollziehbar und nicht zu be- anstanden, zumal Dr. F.____ in der chronischen Schmerzstö rung mit psychischen und somati- schen Faktoren keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkei t erachtet. Dies aufgrund des feh- lenden sozialen Rückzugs, der guten Beziehung zur Ehefrau und den Kindern sowie der feh- lenden schweren psychischen Komorbidität. Gestützt auf die Angaben von Dr. F.____ nahm die RAD-Ärztin Dr. K.____ am 8. Februar 2018 schliesslich umf assend und im Lichte der bundes- gerichtlichen Rechtsprechung eine ergänzende Indikatorenprüfung vor (vgl. E. 5.7 hiervor), was ebenfalls nicht zu beanstanden ist. 7.2.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers bes teht keine Veranlassung, ein neues psychiatrisches Gutachten anzuordnen. Vielmehr häl t das psychiatrische Gutachten von Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014 den bundesgerichtliche n Anforderungen stand (vgl. E. 7.1 hiervor). Das Gutachten – zusammen mit der durch die RAD-Ärztin Dr. K.____ vorgenommenen Indikatorenprüfng vom 8. Februar 2018 – enthält alle erforderlichen Angaben für die Prüfung der Frage, ob sich ein invalidisierender Gesundheitsscha den anhand der Standardindikatoren verifizieren lässt (vgl. SVR 2018 IV Nr. 36 S. 116 E. 4. 3). Die diesbezüglichen Rügen erweisen sich vor diesem Hintergrund als unbegründet. 7.3 Der Beschwerdeführer bringt weiter unter Verweis a uf den Arztbericht von Dr. L.____ vom 19. Juli 2018 vor, sein psychischer Gesundheitszustand ha be sich seit der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014 ver schlechtert. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, ob der Beschwerdeführer sich im Zeitpunkt de s Verfügungserlasses am 2. Juli 2019 noch in regelmässiger Behandlung bei Dr. L.____ befun den hatte. Letzteres ist für die vorlie- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht gende Beurteilung jedoch nicht entscheidend. Vielmehr fällt ins Gewicht, dass sich der Be- schwerdeführer trotz seiner Beschwerden nie einer konsequ enten antidepressiven Behandlung unterzogen hat. Sodann ergeben sich aus den Berichten der Z.____ Clinic vom 18. August 2017, von E.____ vom 12. September 2017 sow ie des Dr. L.____ vom 18. Dezember 2018 keine Hinweise, die auf eine Versch lechterung des Gesundheitszustandes schliessen lassen. Namentlich spricht der von der Z.____ Cli nic durchgeführte BDI-Test gegen das Vorliegen einer mittelgradigen oder gar schweren depressiven Episode. Ebenso liegen we- der im Bericht der Z.____ Clinic vom 18. August 2017 noch im Bericht von Dr. L.____ vom 18. Dezember 2018 Befunde vor, die auf eine mittelgr adige oder schwere depressive Episode hinweisen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass das Gericht in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vg l. E. 4.3 hiervor). Aus den Akten geht schliesslich hervor, dass die objektiven Befunde von Dr. L._ ___ mit denjenigen von Dr. F.____ praktisch deckungsgleich sind. Sowohl Dr. F.____ als auch Dr. L.____ stellen eine einge- schränkte Modulationsfähigkeit, ein depressives Denken, p essimistische Zukunftsaussichten, eine Antriebsminderung, eine gesteigerte Reizbarkeit so wie eine verfestigte subjektive Krank- heitsüberzeugung fest. Nach dem Gesagten sind weder d er Bericht der Z.____ Clinic vom 18. August 2017 und der Bericht von E.____ vom 12. Sep tember 2017 noch der Bericht von Dr. L.____ vom 18. Dezember 2018 geeignet, eine Versc hlechterung des Gesundheitszustan- des mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darzulegen. Di e Annahme einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung durch Dr. F.____ vom 2. Dezember 2014 ist daher vorliegend nicht hinreichend erstellt. 7.4 Zusammenfassend lassen das Gutachten von Dr. F.____ vo m 2. Dezember 2014 so- wie die RAD-Beurteilungen vom 22. Januar 2015 und vom 8. Februar 2018 eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähi gkeit des Versicherten zu. Die Be- schwerdegegnerin durfte deshalb bei der Bemessung der I nvalidität auf deren Ergebnisse ab- stellen. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhalts zu, so ist dem Antra g der Beschwerdeführerin, wonach weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen seie n, nicht stattzugeben. Der An- spruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Kor- relat – die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. B eweise sind im Rahmen dieses verfas- sungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Ent- scheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Ger icht bei pflichtgemässer Beweiswür- digung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevan- ten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreiche nd abgeklärt ist, kann auf ein bean- tragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbun dene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 64 E. 3.3, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 8. Nachdem sich aus den Akten ausserdem keine Hinweise er geben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht ei ne andere Einschätzung der Ver- gleichseinkommen vorzunehmen wäre und die Berechnung au ch vom Versicherten nicht bean- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht standet wurde, erübrigt sich eine detaillierte Ausein andersetzung mit dem durch die IV-Stelle vorgenommenen Einkommensvergleich. Mit der IV-Stelle ist davon auszugehen, dass der Be- schwerdeführer für die Zeit vom 1. August 2012 bis 30. Juni 2013 Anspruch auf eine halbe Ren- te, vom 1. Juli 2013 bis 31. August 2014 Anspruch auf e ine ganze Rente der Invalidenversiche- rung hat und ab 1. Mai 2014 ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen könnte. 9. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die IV-Stelle in de r angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2019 einen unbefristeten Rentenanspruch des Versicherten zu Recht abgelehnt hat. Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründ et, weshalb sie abgewiesen wer- den muss. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten in der Höhe von F r. 800.-- ihm aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 10.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat der Beschwerdefüh rer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht