Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. November 2020 (725 20 263 / 276) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Invalidenrente: Festsetzung des Invalideneinkommens, Abzug vom LSE-Tabellenlohn / Bemessung der Integritätsentschädigung Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter in Susanne Afheldt, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch D aniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1962 geborene A.____ arbeitete seit 15. März 2004 in seinem angestammten Be- ruf als Kaminfeger bei B.____ und war durch den Arbei tgeber bei der Schweizerischen Unfall- versicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 19. September 2011 erlitt A.____ einen Unfall, als er sich aufgrund eines Fehl- tritts sein linkes Knie, das er bereits im Jahr 1981 verlet zt hatte, verdrehte. Nach Eingang der Unfallmeldung kam die Suva für die Heilungskosten auf u nd leistete Taggeldzahlungen ent- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprechend der ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit. Am 27. April 2016 liess der Versicherte durch seinen Arbeitgeber einen Rückfall melden, der von der Suva ebenfalls anerkannt wurde. Mit Verfügung vom 11 November 2016 sprach die Suva A.____ für die verbleibenden Unfallfolgen am linken Knie eine auf einer Integritätseinbusse von 1 8,3 % beruhende Integritätsentschädi- gung zu. Am 17. Februar 2017 ging eine weitere Rückf allmeldung des Versicherten ein. Im Rahmen der nachfolgenden Heilbehandlung wurde A.____ am 20. Juni 2017, am 25. Septem- ber 2017 und am 11. Dezember 2018 am linken Knie op eriert, wobei anlässlich des letzten Ein- griffs eine Implantation einer Knieprothese links vorgenommen wurde. Bereits zuvor, am 27. Mai 2017, hatte A.____ einen w eiteren Unfall erlitten, als er sich beim Versuch, sein umkippendes Motorrad mit dem rechten Arm a ufzufangen, eine Schulterverlet- zung rechts zuzog. Die bildgebenden Abklärungen ergabe n eine Rotatorenmanschettenruptur rechts, die am 20. Dezember 2017 operativ behandelt wu rde. Auch hierfür erbrachte die Suva die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Unter Hinweis, dass von weiteren ärztlichen Behand- lungen keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszust ands erwartet werden könne, teil- te die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 20. August 2019 mit, dass die Heilkosten- und Taggeldleistungen grundsätzlich mit dem 30. September 2019 eingestellt würden und man zur Prüfung des Rentenanspruchs übergehe. Mit Verfügung vom 30. August 2019 sprach die Suva A.____ gestützt auf ihre medizinischen und erwerblichen Abklärungen für die verbleibenden Beeinträchtigungen aus beiden Unfallereignissen ab 1. Oktober 2019 eine auf einer Erwerbsun- fähigkeit von 33 % basierende und gestützt auf einen ve rsicherten Jahresverdienst von Fr. 83'200.-- festgesetzte Invalidenrente sowie für die Folgen des Ereignisses vom 27. Mai 2017 eine auf einer Integritätseinbusse von 10 % beruhende Integritätsentschädigung zu. Was die Integritätsentschädigung für das linke Knie betreffe, so sei darüber bereits am 11. November 2016 verfügt worden. Die vom Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom 2. Juni 2020 ab. Aufgrund von im Rahmen des Einspracheverfah- rens nachgereichten Arztberichten anerkannte die Suva zw ar, dass dem Versicherten nunmehr keine Tätigkeiten über der Horizontalen mehr möglich s eien. Die entsprechende Anpassung des Zumutbarkeitsprofils wirke sich aber nicht auf das Inval ideneinkommen und somit auch nicht auf den Invaliditätsgrad und die Höhe des Rentenanspruchs aus. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Rechtsanwalt Da- niel Altermatt, am 3. Juli 2020 Beschwerde beim Kant onsgericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und es seien ihm eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mehr als 33 % sowie eine Integritätsentschädigung von mehr als 1 0 % auszurichten; unter o/e-Kosten- folge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Juli 2020 beantragt e die Suva die Abweisung der Beschwerde. D. Nachdem der Versicherte um Gewährung einer Frist fü r die Einreichung einer Replik ersucht und ihm diese gewährt worden war, beschränkte er sich in seiner Replik vom 27. Sep- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht tember 2020 auf die Mitteilung, dass er an den Rechtsb egehren und Ausführungen gemäss Beschwerdeschrift vollumfänglich festhalte. E. Im Hinblick auf die Beurteilung der vorliegenden Be schwerde zog das Kantonsgericht bei der IV-Stelle Basel-Landschaft die IV-Akten des Versicherten bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 ATSG, dessen Bes timmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 UVG auf die Unfallver sicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 A TSG das Versicherungsgericht des- jenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Ze it der Beschwerdeerhebung ihren Wohn- sitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in C.____ (BL) , weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übri- gen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des V ersicherten vom 3. Juli 2020 ist dem- nach einzutreten. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Un- fallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Erei gnis und dem eingetretenen Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse) ein natürliche r (vgl. dazu BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen) und ein adäquater (vgl. dazu BGE 129 V 17 7 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusam- menhang besteht. 2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu minde stens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit da uernde ganze oder teilweise Erwerbs- unfähigkeit. Diese wiederum entspricht dem durch Beeint rächtigung der körperlichen oder geis- tigen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Beha ndlung und Eingliederung verblei- benden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmögli chkeiten auf dem in Betracht kom- menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 2.3 Bei der Beurteilung eines unfallversicherungsrechtli chen Rentenanspruchs ist jeweils als erstes zu prüfen, in welchem Ausmass die versicherte P erson unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arb eitsunfähigkeit die durch eine Beein- trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit b edingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutb are Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem and eren Beruf oder Aufgabenbereich be- rücksichtigt (Satz 2). 2.4 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind d ie ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.1 Im Austrittsbericht der Klinik D.____ vom 19. Juli 2 019 über den stationären Aufenthalt, den der Versicherte vom 4. Juni bis 9. Juli 2019 absolvi ert hatte, wiesen die berichtenden Ärzte darauf hin, dass dem Versicherten die bisherige Arbeit a ls Kaminfeger, bei der es sich um eine sehr schwere, knie- und schulterbelastende Tätigkeit handle, nicht mehr zumutbar sei. In Bezug auf andere berufliche Tätigkeiten führten sie aus, dem Versicherten seien grundsätzlich leichte bis mittelschwere Arbeiten ganztags zumutbar. Dabei seien jedoch folgende Einschränkungen zu beachten: Von Seiten des linken Knies sei erforderli ch, dass es sich um eine wechselbelas- tende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen, ohne Tätigkeiten auf unebenem Boden, ohne Ersteigen von Leitern oder Gerüsten, ohne häufiges/langandauernd es Treppensteigen sowie ohne Schlä- ge/Vibrationsbelastung handle. Aufgrund der Schulterproblematik rechts kämen längerdauernde Tätigkeiten über Kopf nicht mehr in Frage. In seine r Beurteilung vom 9. August 2019 schloss sich der Suva-Kreisarzt Dr. med. E.____, Facharzt für or thopädische Chirurgie und Traumato- logie des Bewegungsapparates, dieser Einschätzung der Ärzte der Klinik D.____ an. In der Fol- ge stützte sich die Suva in ihrer Rentenverfügung vom 30. August 2019 bei der Ermittlung des Invalideneinkommens des Versicherten in medizinsicher Hinsich t vollumfänglich auf diese Zu- mutbarkeitsbeurteilung der Ärzte der Klinik D.____. 3.2 Im Rahmen des Einspracheverfahrens reichte der Beschw erdeführer eine Stellung- nahme von Dr. med. F.____, Chirurgie FMH, vom 6. Oktober 2019 ein, die dieser zuhanden der damaligen Rechtsvertreterin des Versicherten verfasst hatte. Darin vertrat der genannte Arzt die Auffassung, dass dem Versicherten aufgrund der Schulterpr oblematik rechts das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg nicht mehr möglich sei. Zudem seien Tätigkeiten über Kopf aus- geschlossen. Im Weiteren machte der Versicherte eine Ve rschlechterung seines Gesundheits- zustands geltend, was er mit einem aktuellen Bericht von Dr. med. G.____, Orthopädische Chi- rurgie FMH, vom 6. Dezember 2019 belegte. Darin hiel t dieser fest, dass es beim Versicherten zu einer Reruptur der Supraspinatussehne gekommen sei. Es bestehe jedoch keine Indikation für eine weitere Operation. Dem Patienten seien Arb eiten über der Horizontalen und das Tra- gen von schweren Lasten nicht mehr möglich. 3.3 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 2. Juni 202 0 anerkannte die Suva ge- stützt auf die vorstehenden Arztberichte, dass dem Versiche rten aufgrund der Schulterproble- matik rechts - zusätzlich zu dem im Austrittsbericht der Kl inik D.____ vom 19. Juli 2019 formu- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht lierten Zumutbarkeitsprofil - nunmehr auch Tätigkeite n über der Horizontalen sowie das Heben und Tragen von schweren Lasten nicht mehr möglich seien . Entsprechend sei bei der Ermitt- lung des Invalideneinkommens des Versicherten in medizinsic her Hinsicht von dem in diesem Sinne angepassten Zumutbarkeitsprofil auszugehen. Dieser Betrachtungsweise der Vorinstanz, der sich auch der Versicherte in seiner Beschwerde anschloss, kann ohne Weiteres beigepflich- tet werden. 3.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die Suva in der Rentenverfügung vom 30. August 2019 auf der Basis des Zumutbarkeitsprofils de r Ärzte der Klinik D.____ ein Invali- deneinkommen von Fr. 57'582.-- berechnet habe. Im Ei nspracheentscheid vom 2. Juni 2020 anerkenne sie zwar, dass es zwischenzeitlich zu zusätzlichen Einsc hränkungen in diesem Zu- mutbarkeitsprofil gekommen sei, nichtsdestotrotz verwende sie aber immer noch das gleiche Invalideneinkommen wie in der vorausgegangenen Verfüg ung. Dieses Vorgehen sei willkürlich, denn die Zunahme der Einschränkungen habe zur Folge, dass er nicht mehr das bisher ange- nommene, sondern lediglich noch ein reduzierteres Invalideneinkommen erzielen könne. 4.1 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Inva liditätsgrades das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat i n der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffe rnmässig möglichst genau ermit- telt und einander gegenübergestellt werden. Aus der E inkommensdifferenz lässt sich der Invali- ditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 29 E. 1). 4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine od er jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aus, so sind für die Bemessung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik ( BFS) periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heranzuziehen (BGE 143 V 295 E. 2.2). 4.3 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage der LSE ermittelt, ist der entspre- chende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogena nnten Leidensabzug wurde ur- sprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperli- che Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Ges undheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der R egel das entsprechende durchschnittli- che Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. D er ursprünglich nur bei Schwerarbei- tern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu ein em allgemeinen behinderungsbe- dingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand R echnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Pers on wie Alter, Dauer der Betriebszu- gehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber n icht automatisch, sondern nur dann Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür beste hen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände i m Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2; vgl. zum Ganzen auch BGE 126 V 75 E. 5b/bb und cc). 4.4 Im Rahmen ihrer Rentenberechnung ging die Suva - auf der Grundlage der ursprüngli- chen Zumutbarkeitsbeurteilung der Ärzte der Klinik D.__ __ vom 19. Juli 2019 - bei der Festset- zung des Invalideneinkommens von den Lohnzahlen der Tabel le TA1 ("Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau u nd Geschlecht, Privater Sektor) der LSE 2016 aus. Auf der Basis eines Betrags von Fr. 5'340 .-- (Löhne Männer, Kompetenzni- veau 1, Zeile “Total“) berechnete sie nach erfolgter A npassung an die Nominallohnentwicklung bis 2019 und an die im genannten Jahr betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit ein Invaliden- einkommen des Versicherten von Fr. 67'743.--. Von diesem Betrag nahm sie einen Abzug von 15 % für die leidens- und unfallbedingten Einschränku ngen vor, was im Ergebnis zu einem massgeblichen Invalideneinkommen von Fr. 57'582.-- führte. 4.5 Es stellt sich nach dem vorstehend Gesagten (vgl. E. 3. 4 hiervor) die Frage, ob es dem Beschwerdeführer trotz der nachträglichen Anpassung des Zumutbarkeitsprofils weiterhin mög- lich ist, ganztägig eine leidensadaptierte, dem Kompe tenzniveau 1 der LSE entsprechende Tä- tigkeit auszuüben und dadurch das von der Suva dem Einkom mensvergleich zu Grund gelegte Invalideneinkommen von Fr. 57'582.-- zu erzielen. Entge gen der Auffassung des Beschwerde- führers ist diese Frage zu bejahen. Dem Versicherten ist in diesem Zusammenhang entgegen- zuhalten, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt im Kompeten zniveau 1 immer noch eine grös- sere Zahl von leichten bis mittelschweren Tätigkeiten be inhaltet, die auch den im angepassten Zumutbarkeitsprofil umschriebenen Einschränkungen Rechnung tragen. Zu nennen sind etwa in Wechselbelastung ausführbare Büroarbeiten oder Überwa chungs-, Sortier- und Montagetätig- keiten. Im Lichte des angepassten Zumutbarkeitsprofils eb enfalls nicht zu beanstanden ist der leidensbedingte Abzug vom Tabellenlohn von 15 %, den die Suva dem Versicherten im Rah- men der Rentenberechnung gewährte. Wie das Bundesgericht schon mehrfach betont hat, führt die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin k örperlich schwere Arbeiten zu verrichten, nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen lnvalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leis- tungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bun- desgerichts vom 6. Oktober 2017, 8C_439/2017, E. 5.5 m it Hinweisen). Soweit der Beschwer- deführer einzig mit dem Hinweis auf das eingeschränkte re Zumutbarkeitsprofil eine Erhöhung des Leidensabzugs als angezeigt erachtet, kann ihm da her nicht gefolgt werden. Dazu kommt, dass er über dieses Argument hinaus keine weiteren Grün de nennt, weshalb der gewährte Ab- zug von 15% zu gering ausgefallen sei bzw. welche Umstän de die Suva bei dessen Festset- zung gar nicht oder zu wenig berücksichtigt habe. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.6 Aus dem Gesagten folgt, dass die im Einspracheverfa hren geltend gemachten und von der Suva im angefochtenen Einspracheentscheid berücksichti gten zusätzlichen Einschränkun- gen im Zumutbarkeitsprofil - entgegen der Auffassung d es Beschwerdeführers - nicht "automa- tisch" zu einer Reduktion des auf der Basis des ursprünglichen Leistungsprofils ermittelten Inva- lideneinkommens und somit zu einer Erhöhung Invaliditätsgrads führen. 4.7 Zu ergänzen bleibt Folgendes: Im Zusammenhang mit seinem Rentenanspruch be- streitet der Versicherte in seiner Beschwerde - über die vorstehend behandelten Rügen hinaus - in pauschaler Form, dass er aufgrund seiner Knieverletzu ng noch in einem Ausmass arbeitsfä- hig sein soll, wie es die Suva behaupte. Ebenso erachte t er die Auffassung der Vorinstanz, wo- nach seine Hüftbeschwerden nicht unfallkausal sein solle n, als unzutreffend. Er unterlässt es jedoch, diese beiden Standpunkte auch nur ansatzweise zu b egründen. Da sich überdies auch in den vorhandenen medizinischen Akten keine Berichte finden, die für die Stichhaltigkeit dieser beiden Einwände des Versicherten sprechen würden, kan n eine weitere Auseinandersetzung mit diesen unterbleiben. 4.8 Abgesehen von den geschilderten Einwänden hat de r Beschwerdeführer den Einkom- mensvergleich der Vorinstanz - zu Recht - nicht in Frage gestellt. Somit kann auf weitere Erörte- rungen hierzu verzichtet und stattdessen auf die entsprech enden Ausführungen der Suva im angefochtenen Einspracheentscheid verwiesen werden. 4.9 Aus dem Gesagten folgt als Zwischenergebnis, dass die vorliegende Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist, soweit sie sich gegen die Höhe der von der Vorinstanz festgesetz- ten Invalidenrente des Versicherten richtet. 5. Zu prüfen ist als nächstes der Antrag des Beschwerdefüh rers, es sei ihm "eine Integri- tätsentschädigung von mehr als 10 % auszurichten." 5.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes- sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfal l eine dauernde erhebliche Schädi- gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrit ät erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsscha- den als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganze n Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körp erliche, geistige oder psychische Integ- rität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). 5.2 Die Integritätsentschädigung wird laut Art. 25 Ab s. 1 UVG in Form einer Kapitalleistung gewährt (Satz 1); sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahres- verdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens ab- gestuft (Satz 2). Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi- gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebr auch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3 der UVV. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässi g erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozen- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tual gewichtet. Die Entschädigung für spezielle oder nich t aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Die völlige Gebrauchs- unfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestel lt; bei teilweisem Verlust und bei teilwei- ser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden ent sprechend geringer, wobei die Ent- schädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsscha den weniger als 5 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2). Die medizinische Abteilung der SUVA hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet (Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der SUVA). Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabe llen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weni ger als Ziff. 1 Abs. 1 des Anhangs 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozent satz des Höchstbetrages des versi- cherten Verdienstes gelte im Regelfall, welcher im Einz elnen Abweichungen nach unten wie nach oben ermögliche. Soweit sie jedoch lediglich Ri chtwerte enthalten, mit denen die Gleich- stellung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV ver- einbar (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2013, 8C_826/2012, E. 2.2; BGE 124 V 29 E. 1c mit Hinweisen). 5.3 Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt den ärztlichen Sachverstän- digen. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungs- spielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt (Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2012, 8C_659/2012, E. 3.3 mit Hinweisen). 5.4 In der Verfügung vom 30. August 2019 sprach die S uva dem Versicherten für die ver- bleibenden, auf das Ereignis vom 27. Mai 2017 zurückzuf ührenden Beeinträchtigungen im Be- reich der rechten Schulter eine auf einer Integrität seinbusse von 10 % beruhende Integritäts- entschädigung zu. Auf die Integritätsentschädigung für die verbleibende Schädigung im Bereich des linken Knies ging die Suva in dieser Verfügung nich t ein. Sie beschränkte sich diesbezüg- lich auf den Hinweis, dass man darüber bereits früher mi t separater Verfügung vom 11. November 2016 entschieden habe. 5.5.1 Trotz des zutreffenden Hinweises auf die frühere, unangefochten in Rechtskraft er- wachsene Verfügung vom 11. November 2016 setzte sich die Suva in der Folge im angefochte- nen Einspracheentscheid eingehend mit der Integritätse ntschädigung für das linke Knie ausei- nander. Sie wies darauf hin, dass dem Versicherten in der genannten Verfügung für die verblei- bende Schädigung im Bereich des linken Knies eine Integritätsentschädigung von 18,3 % zuge- sprochen worden sei. An dieser Einschätzung sei festzuhal ten. Nicht gefolgt werden könne ins- besondere der von Dr. F.____ in der Stellungnahme vom 6. Oktober 2019 vertretenen Auffas- sung, wonach eine Integritätsentschädigung von mindest ens 30 % angemessen sei. Es sei un- klar, ob Dr. F.____ die massgeblichen Röntgenbilder vor gelegen hätten. Aufgrund der Rönt- gendiagnostik sei nämlich der Kreisarzt Dr. E.____ in se iner Beurteilung des Integritätsscha- dens vom 11. Oktober 2016 zu einem Wert von 20 % (abzg l. 1,7% wegen intertemporalen Rechts) gekommen. Gemäss der Suva-Schadentabelle 5.2 gelte für eine femorotibiale Arthrose ein Wert von 15-30 %. Aus dem Röntgenbild ergebe sich, dass nicht von einer weit fortgeschrit- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht tenen Femorotibial-Arthrose auszugehen sei. Auch die Ta tsache, dass dem Versicherten im Dezember 2018 eine Knieprothese implantiert worden s ei, ändere nichts an dieser Einschät- zung, da auf den Zustand vor der Implantation abzustell en sei. Zudem sei auch eine Ver- schlechterung nicht wahrscheinlich. 5.5.2 In Anbetracht der in Rechtskraft erwachsenen Verf ügung vom 11. November 2016 er- scheint es mehr als fraglich, ob sich die Suva im vorliegend angefochtenen Einspracheent- scheid zu Recht nochmals materiell mit der dem Versichert en für die verbleibende Schädigung im linken Knie zustehenden Integritätsentschädigung bef asste. Diese Frage kann letztlich je- doch offen bleiben, denn die aktuelle Beurteilung de r Suva ist, sofern man eine nochmalige in- haltliche Auseinandersetzung mit der Thematik als zulässig erachtet, jedenfalls nicht zu bean- standen. Zur Begründung dieser Einschätzung kann vollum fänglich auf die vorstehend wieder- gegebenen Argumente der Suva verwiesen werden. Daran vermag auch die vom Beschwerde- führer angerufene Stellungnahme von Dr. F.____ vom 6 . Oktober 2019 nichts zu ändern. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieser - mög licherweise ohne Einsicht in die Röntgenbilder - hauptsächlich aufgrund der Tatsache, d ass dem Versicherten letztlich eine Knieprothese eingesetzt werden musste, eine Integritäts einbusse von 30 % als angemessen erachtete. Berücksichtigt werden darf im Weiteren, dass sic h der von der Suva ermittelte Integ- ritätsschaden von 20 % im oberen Bereich der bei einer sc hweren Femoropatellar-Arthrose gemäss der Suva-Tabelle 5.2 "Integritätsschaden bei Art hrosen" vorgesehenen Integritätsein- busse von 10-25 % liegt. Die von der Suva für das linke Knie festgesetzte Integritätseinbusse von 20 % ist daher auch vor diesem Hintergrund - und in Berücksichtigung, dass dem Arzt bei der Beurteilung der Integritätseinbusse ein Ermessensspie lraum zusteht -, nicht zu beanstan- den. 5.6.1 Was die Integritätsentschädigung für die verbleib enden Beeinträchtigungen im Bereich der rechten Schulter betrifft, so gehört diese unstreiti g zum Anfechtungs- und Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. In seiner Beurtei lung vom 9. August 2019 hielt der Suva-Kreisarzt Dr. E.____ hierzu fest, die Schulterverletzung habe zu einer dauernden, erhebli- chen, aktiven und passiven Bewegungseinschränkung der rec hten Schulter geführt. Basierend auf der Suva-Tabelle 1.2 "Integritätsschaden bei Funkti onsstörungen an den oberen Extremitä- ten" gelte für eine noch bis 30° über die Horizontale bewegliche Schulter ein Wert von 10 %. Aufgrund des vorliegenden Bewegungsausmasses dürfe von d iesem Wert ausgegangen wer- den. Wesentliche arthrotische Veränderungen im Bereich des rechten Schultergelenks seien nicht vorhanden. Gestützt auf diese fachärztliche Beurt eilung sprach die Suva dem Versicher- ten in der Folge für die Beeinträchtigungen im Berei ch der rechten Schulter eine Integritätsent- schädigung von 10 % zu. Dieser Einschätzung schloss sich im E rgebnis auch Dr. F.____ in seiner Stellungnahme vom 6. Oktober 2019 an. Die Funktionseinschränkung der rechten Schul- ter entspreche, so der genannte Arzt, einer Periarthr osis humeroscapularis. Laut der massge- benden Suva-Tabelle1.2 ergebe sich bei einer mässigen F orm ein Wert von 10 %, "wie ihn auch die Suva festgestellt hat." 5.6.2 Die involvierten Ärzte sind somit übereinstimmend d er Auffassung, dass die Schulter- problematik rechts zu einem Integritätsschaden von 10 % führt. Darauf ist ohne Weiteres abzu- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellen, zumal auch der Beschwerdeführer in keiner We ise begründet, inwiefern diese Beurtei- lung nicht richtig sein soll. Von weiteren Erörterungen hierzu kann deshalb abgesehen werden. 5.7 Der Beschwerdeführer behauptet schliesslich, dass "sich der Zustand in Zukunft ver- schlechtern wird", was die Suva bei der Festsetzung der In tegritätsentschädigung ebenfalls nicht berücksichtigt habe. 5.7.1 Gemäss Art. 36 Abs. 4 UVV werden voraussehbare V erschlimmerungen des Integri- tätsschadens angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war. Eine voraussehba- re Verschlimmerung liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Fest setzung der Integritätsentschädigung eine Verschlimmerung als wahrscheinlich prognostiziert und damit auch geschätzt werden kann. Die blosse Möglichkeit einer Verschlimmerung des In tegritätsschadens genügt hingegen nicht. Diese Prognose im Sinne einer fallbezogenen medi zinischen Beurteilung über die vor- aussichtliche künftige Entwicklung der Gesundheitsbeeinträchtigung ist, wie die Beurteilung der einzelnen Integritätsschäden an sich, eine Tatfrage, die der Arzt bzw. die Ärztin zu beurteilen hat (Urteile des Bundesgerichts 14. Januar 2013, 8C_24 4/2012, E 4.2 mit weiteren Hinweisen und vom 6. September 2010, 8C_32/2010, E. 2.6.2 mit Hinweisen). 5.7.2 Vorliegend enthalten weder die kreisärztliche Be urteilung von Dr. E.____ vom 9. Au- gust 2019 noch der Austrittsbericht der Klinik D.____ v om 19. Juli 2019 und die Stellungnahme von Dr. F.____ vom 6. Oktober 2019 ausreichende Hinwei se auf eine voraussehbare Ver- schlimmerung des Integritätsschadens. Somit ist die zugespr ochene Integritätsentschädigung auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden. Zu berücksi chtigen ist sodann, dass der Be- schwerdeführer auch diese Rüge in seiner Beschwerde nicht weiter begründet und insbesonde- re nicht darlegt, woraus er auf die behauptete vorau ssichtliche Verschlimmerung des Integri- tätsschadens schliesst. 5.8 Die Beschwerde erweist sich somit auch als unbegründ et, soweit sie sich gegen die vorinstanzliche Festsetzung der Integritätsentschädigung richtet. 6. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten e ine zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhalts zu, so besteht sc hliesslich auch kein Anlass, dem in der Beschwerde vom 3. Juli 2020 gestellten Verf ahrensantrag des Versicherten zu ent- sprechen, wonach durch das Gericht ein medizinisches Gutachten anzuordnen sei, welches die Fragen der Arbeitsfähigkeit und des Integritätsschadens beurteilen soll. Der Anspruch auf recht- liches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen , und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen An- spruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsa- che erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemä sser Beweiswürdigung zur Überzeu- gung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bil d des relevanten Sachverhalts ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, ka nn auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Bew eiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 141 I 60 E. 3.3). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass der angefochtene Einsprache- entscheid vom 2. Juni 2020 nicht zu beanstanden ist, was zur Abweisung der dagegen erhobe- nen Beschwerde führt. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Dem Prozessausgang entsprechend ist dem Beschwer deführer keine Parteientschä- digung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht