Motion Leuba 570 N 19 mars 1993 vadini Adriano, Chevallaz, Cincera, Comby, Couchepin, Daepp, Deiss, Dettling, Dreher, Ducret, Dünki, Eggly, Engler, Epiney, Etique, Eymann Christoph, Fehr, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Frey Claude, Friderici Charles, Fritschi Os- car, Giezendanner, Giger, Gobet, Gros Jean-Michel, Gysin, Hari, Hegetschweiler, Hildbrand, Jäggi Paul, Jenni Peter, Jöri, Keller Rudolf, Kern, Kühne, Leu Josef, Leuba, Leuenberger Moritz, Mamie, Marti Werner, Maspoli, Mauch Rolf, Maurer, Meyer Theo, Miesch, Moser, Müller, Marbel, Neuenschwan- der, Perey, Philipona, Pidoux, Pini, Poncet, Raggenbass, Rei- mann Maximilian, Rohrbasser, Ruckstuhl, Ruf, Rutishauser, Rychen, Sandoz, Savary, Scheidegger, Scherrer Jürg, Scher- rer Werner, Scheurer Rémy, Schmied Walter, Schnider, Schwab, Segmüller, Seiler Hanspeter, Seiler Rolf, Sieber, Spoerry, Stalder, Steffen, Steinemann, Stucky, Suter, Theu- bet, Tschuppert Karl, Verterli, Wanner, Wick, Wittenwiler, Wyss Paul, Ziegler Jean, Zölch, Züger, Zwahlen (105) Schrittliche Begründung - Développement par écrit Die Anzahl der Häftlinge in den schweizerischen Gefängnis- sen ist hoch und steigt ständig. Die dadurch entstehenden Probleme können gelöst werden, indem die ausländischen Straftäter zur Verbüssung der Strafe in ihr Heimatland zurück- geschickt werden. Die Heimatstaaten werden zu einer solchen Lösung mit grosser Wahrscheinlichkeit Hand bieten, wenn mit den in der Schweiz eingesparten finanziellen Mitteln die Ko- sten im Vollzugsstaat übernommen werden. Die beantragte Lösung hätte diverse Vorteile: a Die Raumverhältnisse in einigen der schweizerischen Ge- fängnisse sind so prekär, dass Straftäter aus Platzgründen in Freiheit gelassen werden. Dies ist absolut untragbar. Mit dem vorgeschlagenen Strafvollzug in der Heimat der Straftäter kön- nen die notwendigen freien Kapazitäten in der Schweiz wieder geschaffen werden. b. Die Kosten des Strafvollzugs können gesenkt werden. Es erscheint naheliegend, dass sich die Schweiz in den bilatera- len Staatsverträgen mit den Heimatstaaten verpflichten muss, für die Vollzugskosten aufzukommen. Da die Strafvollzugsko- sten in der Schweiz viel höher sind als in den meisten in Frage kommenden Ländern, sind Kosteneinsparungen zu erwarten. c. Für Straftäter aus diversen Herkunftsländern erscheint der Strafvollzug in der Schweiz ausserordentlich mild. In ihrer Hei- mat würden sie mit wesentlich härteren Methoden angefasst; zudem können dort während des Strafvollzugs keine Erspar- nisse gebildet werden. Es bleibt zu hoffen, dass durch das Be- wusstsein, dass eine Strafe in der eigenen Heimat vollzogen werden muss, potentielle Straftäter vermehrt abgeschreckt werden. In Erlassen wie dem Rechtshilfegesetz und dem Ueberein- kommen über die Ueberstellung verurteilter Personen ist vor- gesehen, dass für einen Transfer eines Strafgefangenen ins Ausland dessen Einverständnis notwendig ist. Dies ist bei der heutigen Kriminalität nicht mehr zeitgemäss: Weshalb sollte ein Straftäter, der nur in die Schweiz einreist, um hier ein Delikt zu begehen, einen Anspruch haben, die Strafe in der Schweiz zu verbüssen? Klar ist, dass mit gesetzlichen Grundlagen und in den abzu- schliessenden Staatsverträgen die Bedingungen im einzelnen geregelt werden müssen, z. B. : Wie hoch ist die finanzielle Lei- stung der Schweiz, ab welcher Dauer des Freiheitsentzugs gilt die Regelung, welche Personen sind vom Vollzug in der Hei- mat ausgenommen (z. B. enge familiäre Beziehung zur Schweiz), gilt die Regelung für sämtliche Delikte, wie ist die Kontrolle des Strafvollzugs gewährleistet? Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Februar 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 février 1993 1. Der Grundsatz der Souveränität verlangt, dass der Staat, dessen Gerichte für die Strafverfolgung zuständig sind, auch den Strafvollzug sicherstellt. Ein Ziel der Strafjustiz ist es aber, erzieherisch auf die zu einer Freiheitsstrafe verurteilten Perso- nen einzuwirken und ihre Rückkehr in die Freiheit vorzuberei- ten. Die soziale Wiedereingliederung ausländischer Strafge- fangener kann gefördert werden, indem ihnen die Gelegenheit gegeben wird, die ausländische Strafe in ihrem Heimatstaat zu verbüssen. 2. Die Schweiz ist Mitgliedstaat des Europaratsübereinkom- mens über die Ueberstellung verurteilter Personen. Dieses Uebereinkommen ermöglicht ausländischen Strafgefange- nen, zur Strafverbüssung in ihren Heimatstaat zurückzukeh- ren, sofern sie dies wünschen und der Urteils- und Heimat- staat der Ueberstellung zustimmen. Dem Uebereinkommen sind 18 Europaratsstaaten sowie die USA, Kanada und die Ba- hamas beigetreten. 3. Da das Uebereinkommen nicht auf die Mitgliedstaaten des Europarates beschränkt ist, sollte ein Beitritt zu diesem Ueber- einkommen vor bilateralen Verträgen Vorrang haben. Diese vom Bundesrat bisher vertretene Auffassung erlaubt der Schweiz, mit möglichst vielen Staaten eine einheitliche Rechtsgrundlage und Rechtsanwendung zu schaffen. Ein bi- lateraler Vertrag scheint nur in den Fällen sinnvoll, in denen ein ausländischer Staat dem Uebereinkommen nicht beitreten kann und ernsthaft bereit ist, ein schweizerisches Strafurteil zu vollziehen bzw. im umgekehrten Fall die gegen einen Schwei- zer ergangene Strafe in der Schweiz verbüssen zu lassen. Fer- ner sollte der Strafvollzug in diesem Staat minimalen men- schenrechtlichen Grundsätzen genügen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Stamm Luzi: Bei dieser Motion geht es um die Frage, ob man nicht bilaterale Abmachungen mit ausländischen Staaten tref- fen könnte, um im Falle von Schwerverbrechern, die nur zum Zweck des Delinquierens in die Schweiz eingereist sind, eine Lösung zu finden, damit die Strafverbüssung im Heimatland erfolgen kann. Ich habe nichts gegen die Umwandlung in ein Postulat, möchte aber hier folgende Erklärung abgeben: Aus der Ant- wort des Bundesrates geht klar hervor, dass er die Fälle im Auge hat, in welchen der Betroffene, der Täter, damit einver- standen ist, ins Heimatland abgeschoben zu werden. Aus der Formulierung der Motion geht klar hervor, dass der andere Fall gemeint ist: dass Lösungen gesucht werden müssen, auch wenn diese Abschiebung gegen den Willen des Delin- quenten, des Täters, geschieht. Das andere macht keinen Sinn. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 92.3416 Motion Leuba Einschleusung von Agenten. Aufhebung der Strafmilderung Agents infiltrés. Suppression de l'atténuation de peine pour les criminels Wortlaut der Motion vom 7. Oktober 1992 Der Bundesrat wird aufgefordert, das Schweizerische Strafge- setzbuch so zu ändern, dass die Einschleusung von Sicher- heitsbeamten, die sich auf ein passives Verhalten beschrän- ken, in eine kriminelle Organisation keine Strafmilderung für deren Mitglieder zur Folge hat Texte de la motion du 7 octobre 1992 Le Conseil fédéral est invité à modifier le Code pénal suisse de manière à éviter que l'infiltration d'un agent de sûreté, qui se19. März 1993 N 571 Motion Nabholz limite à un comportement passif dans un réseau criminel, n'entraîne une atténuation de la peine pour les membres du réseau. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aubry, Cotti, Darbellay, Deiss, Ducret, Eggly, Epiney, Etique, Eymann Christoph, Fehr, Frey Claude, Frey Walter, Gobet, Gros Jean-Michel, Gui- nand, Loeb François, Maître, Narbel, Philipona, Pidoux, Rei- mann Maximilian, Rohrbasser, Sandoz, Savary, Scherrer Jürg, Scheurer Rémy, Schmied Walter, Theubet, Zwahlen (29) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Personne ne conteste que les réseaux criminels, qu'il s'agisse de drogue, de blanchiment d'argent sale, de trafic d'armes, de traite des blanches ou de toute autre criminalité majeure, sont une des menaces les plus graves pour la sécurité publique, voire pour la sécurité de l'Etat démocratique. Or, bien souvent, les criminels qui les animent se comportent avec une telle pru- dence, notamment quand il s'agit de «gros bonnets», que le seul moyen de les démasquer est l'infiltration par des agents de la police de sûreté ou de la police criminelle. Dans un curieux arrêt (ATF 116 IV 294), le Tribunal fédéral a considéré que, sauf cas exceptionnels, l'infiltration d'un agent de sécurité dans un réseau de trafiquants devait entraî- ner, en principe, en vertu du droit fédéral, une atténuation de peine pour les membres du réseau, pour le motif que cet agent faciliterait la commission des infractions, même si son comportement ne revêtait pas la forme d'une participation active. Cet arrêt a fait, à juste titre à nos yeux, l'objet d'une vive critique de l'ancien procureur général Willy Heim (JT1992 IV 46). Par souci d'économie, on ne reproduira pas ici l'entier de cette note (qui mériterait pourtant de l'être), note qui démontre que cette nouvelle jurisprudence du Tribunal fédéral va rendre infi- niment plus difficile la lutte contre les trafiquants. On se contentera de reproduire les deux passages suivants: «Atténuer la peine chaque fois que les infractions de l'auteur ont été facilitées, c'est tout à la fois gêner une forme d'interven- tion que l'article 23 alinéa 2 LStup recommande ou du moins légitime, oublier que, pour lutter efficacement contre le fléau de la drogue, le risque d'être découvert a une importance pri- mordiale et perdre de vue qu'un des buts essentiels de pénali- tés pouvant aller jusqu'à vingt ans de réclusion est la préven- tion générale.» «Il faudrait s'inspirer, pour la solution du problème qui nous occupe, de ce souci de faire endosser au délinquant l'entière responsabilité de ses actes aussi longtemps que des événe- ments extérieurs (absence d'obstacles, interventions de tiers) n'ont pas exercé d'influence décisive sur sa volonté ou sa ré- solution criminelle.» Il apparaît dès lors que la jurisprudence du Tribunal fédéral qui, selon notre haute cour, repose sur le droit positif, va entra- ver considérablement la lutte contre les trafiquants de tous or- dres; quand bien même l'infiltration, notamment dans les affai- res de drogue, est admise. Elle est de nature à décourager l'in- filtration, d'autant plus que cette forme efficace de lutte contre la haute criminalité présente, pour l'agent infiltré, des risques non négligeables. Il convient de modifier le droit positif pour permettre au Tribu- nal fédéral de revenir sur sa jurisprudence. Naturellement, cette exclusion de l'atténuation de la peine ne doit intervenir que lorsque l'agent infiltré n'aura joué que le rôle de participant secondaire (complice). Il doit lui rester inter- dit de jouer celui de coauteur ou d'instigateur. A cet égard, il serait également souhaitable que l'infiltration, pour n'être pas punissable et pour ne pas entraîner de réduction de peine pour les trafiquants, soit soumise à l'autorisation préalable d'un juge d'instruction (ou d'un chef de département de police pour les enquêtes préliminaires), les cantons étant chargés de régler la procédure. On aurait ainsi une relation équilibrée, qui assurerait mieux le respect des libertés individuelles, tout en permettant aussi une lutte plus efficace contre les réseaux criminels, qui ont des ra- mifications souvent internationales. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. Februar 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 février 1993 II importe d'abord de constater que, selon les articles 64ss CP, le comportement passif d'un agent infiltré n'entraîne aucune atténuation de la peine pour l'auteur reconnu coupable. Même celui qui a commis une infraction sous l'influence d'un agent infiltré est donc soumis au cadre pénal ordinaire à raison de l'acte commis. Néanmoins, se fondant sur l'article 63 CP, le Tribunal fédéral a reconnu dans son arrêt 116 IV 294ss. que le comportement même exclusivement passif de l'agent infiltré doit être pris en considération par le juge dans la fixation de la peine. La culpa- bilité de l'auteur peut aussi avoir pu être influencée par le com- portement passif de l'agent infiltré, en ce sens que la participa- tion de ce dernier a facilité la commission d'infraction. A lui seul, le fait que des agents infiltrés aient prêté leur concours doit en principe être pris en compte lors de la fixation de la peine et avoir pour effet de l'atténuer. On ne doit s'écarter de ce principe que dans des cas très exceptionnels, lorsque la participation d'agents infiltrés a véritablement été minime et n'a manifestement eu aucune influence sur la culpabilité de la personne concernée. Dans son arrêt 118 IV 115ss., le Tribunal fédéral a précisé qu'une intervention licite d'agents infiltrés se bornant à faciliter la commission d'infraction ne pouvait don- ner lieu qu'aune réduction de peine inférieure à dix pour cent. Aux termes de l'article 63 CP, il appartient au juge d'évaluer l'il- licéité de l'acte et la culpabilité de l'auteur et de fixer en consé- quence une peine adéquate dans le cadre des prescriptions légales. La question de savoir s'il convient de limiter dans la loi ce principe fondamental, dans le cas particulier de la participa- tion d'agents infiltrés, mérite d'être soigneusement pesée. Le Conseil fédéral est cependant disposé à examiner cette ques- tion dans le cadre des travaux préparatoires aune réglementa- tion légale relative aux agents infiltrés (cf. motion Danioth rela- tive aux bases légales de la lutte occulte contre le trafic de stu- péfiants, transformée en postulat par le Conseil des Etats le 10 décembre 1992). Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en pos- tulat. Ueberwiesen a/s Postulat-Transmis comme postulat #ST# 92.3037 Motion Nabholz Erweiterung des Prüfungsrechts des Bundesgerichtes Extension du droit d'examen du Tribunal fédéral Wortlaut der Motion vom 31. Januar 1992 Der Bundesrat wird eingeladen, den eidgenössischen Räten eine Verfassungsrevisionsvorlage betreffend Neufassung der Kompetenzen des Bundesgerichts zu unterbreiten, die fol- gende Grundsätze beinhaltet: 1. Das in Artikel 113 Absatz 3 und 114bis Absatz 3 der Bun- desverfassung verankerte Ueberprüfungsverbot bezüglich Bundesgesetzen und allgemeinverbindlichen Bundesbe- schlüssen soll aufgehoben werden. 2. Das Bundesgericht soll die Befugnis erhalten, Bundesge- setze und allgemeinverbindliche Bundesbeschlüsse im Rah- men von konkreten Streitfällen vorfrageweise auf ihre Verfas- sungsmässigkeit und ihre Vereinbarkeit mit internationalem und allfälligem supranationalem Recht zu überprüfen.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Leuba Einschleusung von Agenten. Aufhebung der Strafmilderung Motion Leuba Agents infiltrés. Suppression de l'atténuation de peine pour les criminels In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3416 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.03.1993 - 08:00 Date Data Seite 570-571 Page Pagina Ref. No 20 022 429 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.