<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2025-05-23-1C_257-2025.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1C_257/2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 23. Mai 2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Haag, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Chaix, Müller, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Dold. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Fabrizio N. Campanile, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung, Bundesrain 20, 3003 Bern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Auslieferung an Italien; Aufhebung der Haft, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts, Beschwerdekammer, </div> <div class="para">vom 30. April 2025 (RH.2025.8). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Mit Schreiben vom 26. November 2024 ersuchte das italienische Justizministerium die Schweiz um die Verhaftung und Auslieferung des italienischen Staatsangehörigen A.________ im Hinblick auf die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren, 7 Monaten und 10 Tagen. Am 31. Januar 2025 wurde A.________ gestützt auf den Haftbefehl des Bundesamtes für Justiz (BJ) vom 20. Januar 2025 in der Schweiz festgenommen und in Auslieferungshaft versetzt. Anlässlich seiner Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau vom 31. Januar 2025 erklärte er sich zunächst mit der vereinfachten Auslieferung einverstanden, zog seine Zustimmung später jedoch wieder zurück. </div> <div class="para">Am 27. bzw. 28. März 2025 stellte er ein Haftentlassungsgesuch, das vom BJ mit Verfügung vom 31. März 2025 abgewiesen wurde. Die Beschwerde, die er gegen diese Verfügung erhob, wies das Bundesstrafgericht mit Entscheid vom 30. April 2025 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht vom 15. Mai 2025 beantragt A.________ im Wesentlichen, der Entscheid des Bundesstrafgerichts vom 30. April 2025 und die Verfügung des BJ vom 31. März 2025 seien aufzuheben und er selbst sei unverzüglich aus der Auslieferungshaft zu entlassen, eventualiter unter Anordnung von Ersatzmassnahmen. Subeventualiter beantragt er die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz bzw. das BJ. </div> <div class="para">Das Bundesgericht hat die vorinstanzlichen Akten beigezogen, jedoch keinen Schriftenwechsel durchgeführt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Der angefochtene Entscheid stellt einen nach Art. 93 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 lit. a BGG anfechtbaren Zwischenentscheid dar. Vorausgesetzt ist allerdings weiter, dass es sich um einen besonders bedeutenden Fall nach <span class="artref">Art. 84 BGG</span> handelt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=10.05.2025&amp;to_date=29.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-IV-20%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page20">BGE 136 IV 20</a> E. 1; Urteil 1C_113/2018 vom 26. März 2018 E. 1; je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Ein besonders bedeutender Fall liegt gemäss <span class="artref">Art. 84 Abs. 2 BGG</span> insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=10.05.2025&amp;to_date=29.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-IV-99%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page99">BGE 145 IV 99</a> E. 1 mit Hinweisen). </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 84 BGG</span> bezweckt die wirksame Begrenzung des Zugangs zum Bundesgericht im Bereich der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen. Ein besonders bedeutender Fall ist deshalb mit Zurückhaltung anzunehmen. Dem Bundesgericht steht insofern ein weiter Ermessensspielraum zu (zum Ganzen: <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=10.05.2025&amp;to_date=29.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-IV-99%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page99">BGE 145 IV 99</a> E. 1.2 mit Hinweisen). </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span> ist in der Begründung der Rechtsschrift in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Ist eine Beschwerde nur unter der Voraussetzung zulässig, dass ein besonders bedeutender Fall nach <span class="artref">Art. 84 BGG</span> vorliegt, so ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=10.05.2025&amp;to_date=29.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-IV-99%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page99">BGE 145 IV 99</a> E. 1.5 mit Hinweisen). </div> <div class="para">Erachtet das Bundesgericht eine Beschwerde auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen als unzulässig, so fällt es gemäss <span class="artref">Art. 107 Abs. 3 BGG</span> - abgesehen von einem hier nicht gegebenen Ausnahmefall - den Nichteintretensentscheid innert 15 Tagen seit Abschluss eines allfälligen Schriftenwechsels. Nach <span class="artref">Art. 109 BGG</span> entscheidet die Abteilung in Dreierbesetzung über Nichteintreten auf Beschwerden, bei denen kein besonders bedeutender Fall vorliegt (Abs. 1). Der Entscheid wird summarisch begründet. Es kann ganz oder teilweise auf den angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Abs. 3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, es liege ein besonders bedeutender Fall vor, weil er weder vom Bundesstrafgericht noch vom BJ persönlich befragt worden sei. Er habe seine finanziellen Verhältnisse und seine Gebundenheit an die Schweiz mündlich darlegen wollen. Dies sei insofern von besonderer Bedeutung, als er sich in einem Beweisnotstand befunden habe, weil er wegen seiner Inhaftierung keinen Zugang zu Unterlagen habe, die für die Anordnung einer Kaution als Ersatzmassnahme erforderlich wären. Hinzu komme, dass die Vorinstanzen keine konkrete Prüfung milderer Ersatzmassnahmen vorgenommen hätten. Ihre Ausführungen seien pauschal. </div> <div class="para">Geht es nicht um die erstmalige Anordnung der Auslieferungshaft, sondern um deren spätere Überprüfung, hat die betroffene Person grundsätzlich weder gestützt auf <span class="artref">Art. 31 Abs. 4 BV</span> noch <span class="artref">Art. 5 Abs. 4 EMRK</span> oder <span class="artref">Art. 50 Abs. 3 IRSG</span> (SR 351.1) einen Anspruch auf mündliche Anhörung (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=10.05.2025&amp;to_date=29.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-I-113%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page113">BGE 125 I 113</a> E. 2a; Urteile des Bundesgerichts 1C_113/2018 vom 26. März 2018 E. 3.3 f.; 6B_298/2012 vom 16. Juli 2012 E. 3.1; Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte <i>Derungs gegen die Schweiz</i> vom 10. Mai 2015, Beschwerde-Nr. 52089/09, §§ 72 und 75; vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=10.05.2025&amp;to_date=29.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-IV-189%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page189">BGE 137 IV 189</a> E. 3.2 betreffend einen Antrag auf Haftentlassung im Berufungsverfahren nach <span class="artref">Art. 233 StPO</span>; je mit Hinweisen). Anders kann es sich verhalten, wenn sich eine mündliche Verhandlung ausnahmsweise als erforderlich erweist, insbesondere aufgrund neuer Tatsachen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=10.05.2025&amp;to_date=29.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-IV-186%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page186">BGE 137 IV 186</a> E. 3.2). Im vorliegenden Fall ist Derartiges allerdings nicht ersichtlich. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer seine angebliche Gebundenheit an die Schweiz und seine Vermögensverhältnisse im schriftlichen Verfahren in angemessener Weise darlegen kann. </div> <div class="para">Ob im vorliegenden Fall bei der erstmaligen Anordnung der Auslieferungshaft Verfahrensvorschriften verletzt wurden, ist hier nicht zu prüfen. Mangels Anfechtung des Auslieferungshaftbefehls (<span class="artref">Art. 48 Abs. 2 IRSG</span>) ist dieser in Rechtskraft erwachsen (vgl. 1C_113/2018 vom 26. März 2018 E. 3.3). </div> <div class="para">Die vorinstanzlichen Erwägungen zur Fluchtgefahr entsprechen der bundesgerichtlichen Praxis. Sie tragen insbesondere dem Umstand Rechnung, dass im Auslieferungsverfahren die Inhaftierung während des gesamten Verfahrens die Regel bildet und eine Freilassung nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen in Betracht kommt (vgl. <span class="artref">Art. 47 Abs. 1, <artref id="CH/351.1/50/3/1" type="start"></artref>Art. 50 Abs. 3 Satz 1 und <artref id="CH/351.1/51/1" type="start"></artref>Art. 51 Abs. 1 IRSG</span><artref id="CH/351.1/50/3/1" type="end"></artref><artref id="CH/351.1/47/1" type="end"></artref>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=10.05.2025&amp;to_date=29.05.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-IV-20%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page20">BGE 136 IV 20</a> E. 2.2 mit Hinweisen). Auch in dieser Hinsicht ist der Fall nicht besonders bedeutsam. Auf die vorinstanzlichen Erwägungen, die vollumfänglich überzeugen, kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist somit nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang trägt der Beschwerdeführer die Gerichtskosten (vgl. <span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/3" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1-3 BGG</span><artref id="CH/173.110/68/3" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/3" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung, und dem Bundesstrafgericht, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 23. Mai 2025 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Haag </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Dold </div> </div></body></html>