B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3894/2012/mel U r t e i l v o m 2 5 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Yanick Felley; Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, geboren am (…), Iran, vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt, Advokatur Kanonengasse, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl (ohne Wegweisung); Verfügung des BFM vom 20. Juni 2012 / N (…). D-3894/2012 Seite 2 Sachverhalt: I. A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge seinen Heima t- staat am (…) (…) in Richtung B._______ und gelangte von dort über (…) am (…) unter Umgehung der Grenzkontrolle in die Schweiz. Gleichentags suchte er in C._______ um Asyl nach. Am (…) wurde er im dortigen Emp- fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) erstmals befragt. Dabei wies er sich mit einem iranischen Führerausweis aus, von dem eine Kopie zu den A k- ten ge nommen wurde. Am (…) wurde er durch die damals zuständige Behörde des Kantons D._______, dem er für die Dauer des Asylverfa h- rens zugewiesen wurde, zu den Asylgründen befragt. Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er stamme aus E._______ und habe der dortigen Gruppe F._______ angehört. Am (…) hätten er und G._______ anlässlich einer Studentendemonstration in (…) E._______ (…) verteilt. Dabei habe er gesehen, dass sein Kollege fes t- genommen worden sei. Die Beamten hätten mit Schlag stöcken eingegrif- fen und auch den Beschwerdeführer getroffen. Daraufhin sei er nach Hause geflüchtet und während der beiden darauf folgenden Wochen u n- tergetaucht. Am (…) habe er von einem Parteifreund (…) erfahren, dass G._______ umgebracht worden sei. Daraufhin habe er an der rituellen Waschung von dessen Leiche teilgenommen. In der Folge habe er sich erneut während (…) in der Umgebung von E._______ versteckt. Im (…) sei er in seiner Abwesenheit zu Hause be hördlich gesucht worden. Dabei habe H._______ einen (…) erlitten. Vor diesem Hintergrund habe er se i- nen Heimatstaat verlassen. Sein Reisepass sei ihm von der Person, we l- che seine Ausreise organisiert habe, abgenommen und nicht mehr z u- rückgegeben worden. Seine Identitätskarte, welche seine Eltern für ihn nach seiner Geburt hätten ausstellen lassen, befinde sich bei H._______ in E._______. In der Schweiz habe er Kontakt mit der Demokratischen Vereinigung der Flüchtlinge (DVF) Kontakt aufgenommen und an einer Veranstaltung dieser Gruppierung in I._______ teilgenommen. Im Rahmen der kantonalen Anhörung wurde der Beschwerdeführer au f- gefordert, seine Identitätskarte sowie sein (…) einzureichen. Am (…) traf beim BFM (…) ein fremdsprachiges Dokument mit Foto des Beschwerdeführers in einem dessen Absender tragenden Umschlag ein. D-3894/2012 Seite 3 B. Mit Verfügung vom (…) trat das BFM auf das Asylgesuch gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht ein und ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung unter Anordnung ei- ner einmonatigen Ausreisefrist an. Zur Begründung führte es im Wesentli- chen aus, der Beschwerdeführer habe den Asylbehörden innerhalb der eingeräumten Frist von 48 Stunden keine Reise - oder Identitätspapiere abgegeben und auch keine entschuldbaren Gründe geltend machen kön- nen. Bei der Befragung im EVZ habe er erklärt, seine Identitätskarte zu Hause gelassen zu haben. Anlässlich der kantonalen Anhörung habe er zu Protokoll gegeben, H._______ angerufen zu haben; dieser habe den erwähnten Ausweis zur Post gebracht; e r könnte dem BFM vorerst auch per Telefax oder E -Mail eine Kopie davon zustellen. Indes habe er dem BFM auch etwa (…) später die Identitätskarte weder im Original noch als Kopie eingereicht. Deshalb sei davon auszugehen, dass er über releva n- te Identitätspapiere verfüge, diese dem Bundesamt aber vorenthalte. Se i- ne Verfolgungsvorbringen gingen mit namhaften Unstimmigkeiten einher und erwiesen sich daher als offenkundig unglaubhaft. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. C. Mit Eingabe vo m (…) an das Bundesverwaltungsgericht be antragte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter, es sei die Verfügung der Vorinstanz vollumfänglich aufzuheben, die Sache zur Neubeurteilung, eventualiter zur materiellen Prüfung des Asylgesuchs an die V orinstanz zurückzuweisen. Gleichzeitig reichte der Beschwerdeführer umfangreiche Unterlagen betreffend seine politischen Aktivitäten vom (…) in der Schweiz ein. D. Mit Vernehmlassung vom (…) beantragte das Bundesamt die Ab weisung der Beschwerde. Zur B egründung führte es aus, die Be schwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung des Standpunktes rechtferti gen könnten. Namentlich wu r- de auf das vom Beschwerdeführer zu den Akten gereichte Dossier mit Beweismaterial (…) zu (…) Kundgebungen, an denen er im Ausland mi t- gewirkt habe und aufgrund dessen subjektive Nachfluchtgründe bestü n- den, Bezug genommen und ausgeführt, dass diese den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügten. Im Übrigen wurde auf die D-3894/2012 Seite 4 Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen und an diesen vollumfänglich festgehalten. E. Mit Urteil (…) vom (…) hiess das Bundesverwaltungsgericht die B e- schwerde gut, hob die Verfügung des BFM vom (…) auf und wies die Sa- che zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Neubeurtei- lung an die Vorinstanz zurück. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Akten enthielten ein fremdsprachiges Originaldokument mit Foto des Beschwerdeführers samt einem mit (…) Briefumschlag mit dessen Absender und Eingangsstempel des BFM vom (…). Möglicher- weise hand le es sich dabei um die vom Beschwerdeführer in Aussicht gestellte Identitätskarte. Darauf sei die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung mit keinem Wort eingegangen. Sodann habe der Beschwerde- führer bereits mit dem Einreichen seines Führerscheins anlässlich der Befragung im EVZ seine Identität unter der damals in Kraft stehenden Fassung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG rechtsgenügend nachgewiesen , weshalb zum damaligen Zeitpunkt kein auf diese Bestimmung gestützter Nichteintretensentscheid hätte gefällt werden können. Nachdem die Vo r- instanz diesen indes erst mehr als (…) nach Inkrafttreten der neuen Fa s- sung der erwähnten Bestimmung am 1. Januar 2007 und mehr als (…) nach Einreichung des A sylgesuchs erlassen habe, wäre sie zur Prüfung gehalten gewesen, ob das am (…) bei ihr eingetroffene Dokument den Anforderungen an ein rechtsgenügendes Reise- oder Identitätspapier ge- nüge und sich gegebenenfalls dazu zu äussern, ob für dessen verspät e- tes Einreichen entschuldbare Gründe vorliegen. Indem sie dies unterl as- sen habe, habe sie den rechtserheblichen Sachverhalt für den von ihr in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gefällten Nichteintretensen t- scheid ungenügend erstellt, was umso schwerer wiege, als der B e- schwerdeführer bei der Einreichung des Asylgesuchs nicht schriftlich zum Einreichen rechtsgenügender Ausweispapiere innert 48 Stunden und auf die daraus im Unterlassungsfall entstehenden Folgen hingewiesen wor- den sei. Die nicht hinreichende Feststellung des rechtserheblichen Sac h- verhalts durch die Vorinstanz stell e grundsätzlich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Diese könne in c asu im Rahmen des Beschwe r- deverfahrens nicht geheilt werden. II. F. Mit Verfügung vom (…) stellte das Bund esamt in der Folge f est, der B e-D-3894/2012 Seite 5 schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung des Beschwe r- deführers aus der Schweiz und beauftragte den Kanton D._______ mit dem Vollzug. Zur B egründung führte das BFM im Wesent lichen aus, die geltend g e- machten Verfolgungsvorbringen genügten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht. So sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen, substanziierte Angabe n zu der Organisation im Ausland, mit welcher F.._______ eng zusammengearbeitet habe , zu machen. Er habe auch nicht sagen können, von wem er im (…) zu Hause gesucht worden sei. Sein Verhalten nach dem Vorfall vom (…) entspreche nicht demjenigen einer behördlich gesuchten Person. A uch sei nicht nachvol l- ziehbar, weshalb er nach der erwähnten Suche nach ihm zirka (…) mit der Ausreise aus dem Heimatstaat zugewartet habe. G. Mit Eingabe vom (…) an das Bundesverwaltungsgericht be antragte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter, es sei die Verfügung der Vorinstanz vollumfänglich aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, wobei diese anzuweisen sei, eine Botschaftsabklärung zu den Umständen des Todes von G._______ in E._______ zu veranlassen; eve ntualiter sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen und diesem Asyl zu gewähren; s u- beventualiter sei die Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Gleichzeitig reichte der Beschwerdeführer insbesondere um- fangreiche Unterlagen betreffend seine politischen Aktivitäten von (…) in der Schweiz ein. H. Mit Verfügung vom (…) hob das Bundesamt im Rahmen der Vernehmlas- sung seine Verfügung vom (…) wiedererwägungsweise auf und setzte das Asylverfahren ordnungsgemäss fort. I. Mit Abschreibungsentscheid vom (…) schrieb das Bundesverwaltungsge- richt das Beschwerdeverfahren infolge Gegenstandslosigkeit ab. D-3894/2012 Seite 6 J. Am (…) schloss der Beschwerdeführer in J._______ die Ehe mit einer (…) Staatsangehörigen. K. Im Rahmen der Verlegung des Wohnsitzes nach der Eheschliessung in den Kanton K._______ wurde der abgelaufene Reisepass des B e- schwerdeführers sichergestellt, welches Dokument diverse Eintragungen enthielt und am (…) beim BFM e intraf. Gleichentags ersuchte dessen Ehefrau das Bundesamt (…) um Zustellung des Reisepasses, wobei sie ausführte, ihr Ehemann benötige dieses Dokument zwecks Ausstellung eines neuen Reisepasses durch die iranischen Behörden, weshalb er t e- lefonischen Kontakt mit der iranischen Botschaft in der Schweiz aufg e- nommen habe. Am (…) forderte das BFM den Rechtsvertreter des B e- schwerdeführers schriftlich auf, dessen exilpolitischen Aktivitäten in der Schweiz detailliert, unter Beilage allfälliger Beweism ittel, zu dokumenti e- ren. Dieser Aufforderung kam der Rechtsvertreter mit Eingabe vom (…) nach. Mit Schreiben vom (…) teilte das BFM dem Rechtsvertreter nach summarischer Prüfung des Asylgesuchs dessen geringe Erfolgsaussic h- ten mit und schlug aufgrund der e rteilten Aufenthaltsbewilligung und aus prozessökonomischen Gründen den Rückzug des Gesuchs vor. Mit Schreiben des Rechtsvertreters vom (…) wurde am Asylgesuch fes t- gehalten. Am (…) teilte das Zivilstandsamt J._______ dem BFM auf A n- frage telefonisch mit, de r Beschwerdeführer habe am Schalter die He r- ausgabe diverser Unterlagen verlangt , um bei der iranischen Botschaft einen neuen Reisepass beantragen zu können. Mit Schreiben vom (…) gewährte das BFM dem Rechtsvertreter das rechtliche Gehör zum Inhalt des abgelaufenen Reisepasses des Beschwerdeführers, (…) von dessen Ehefrau sowie zur telefonischen Auskunft des Zivilstandsamts J._______. Gemäss der Stellungnahme des Rechtsvertreters vom (…) sei der B e- schwerdeführer – wegen der im Asylverfahren geschilderten Vorfälle – tatsächlich im (…) für (…) Tage zu Freunden in L._______ gereist, wobei der Ausreisestempel vom Flughafen E._______ vom (…) fehlerhaft sei, da die Ausreise erst am (…) erfolgt sei; er habe damals ohne Risiko mit seinem Reisepass ausreisen könne n; im Jahr (…) sei ihm die Ausreise aus dem Iran nur mit Hilfe einer M._______ gelungen, welche ihn als Mit- glied des N._______ in O._______ angemeldet habe. Am (…) sei er g e- tauft worden und habe dadurch vom Islam zum Christentum konvertiert , wobei ein ents prechendes Taufbekenntnis der P ._______ zu den Akten gereicht wurde. Am (…) reichte der Rechtsvertreter (…) nach. D-3894/2012 Seite 7 L. Mit Verfügung vom 20. Juni 2012 – eröffnet am 21. Juni 2012 – stellte das Bundesamt fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig stellte es fest, dass der Entscheid über den weiteren Aufenthalt oder eine allfällige Wegweisung in die Zuständigkeit der kantonalen Migrationsbehörden falle. Zur Begründung führte das BFM im Wesent lichen aus, die geltend g e- machten Verfolgungsvorbringen genügten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht. So hätten sich im Zusammenhang mit dem siche r- gestellten Reisepass die Angaben des Beschwerdeführers zu dessen Flucht aus dem Iran als tatsachen widrig erwiesen. Dieser sei zum Zei t- punkt der Ausreise aus dem Iran weder verfolgt worden noch habe er b e- gründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung gehabt. Auch verfüge er o f- fenkundig nicht über ein exilpolitisch herausragendes Profil , welches ihn als konk rete Bedrohung für das iranische Regime erscheinen liesse, weshalb seine exilpolitischen Aktivitäten asylrechtlich nicht relevant seien. Zudem sei davon auszugehen, dass es sich beim konvertierten B e- schwerdeführer um ein einfaches Mitglied einer christlich en Vereinigung handle und dieser bei einer Rückkehr in den Iran keine Massnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hätte. Schliesslich besitze der B e- schwerdeführer seit seiner Heirat vom (…) eine Aufenthaltsbewilligung B, weshalb gemäss Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission (EMARK) 2001 Nr. 21 die konkrete Beurteilung des geltend gemachten Anspruchs auf eine Aufenthaltsbewilligung und damit auch der Entscheid übe die Wegweisung in die Zuständigkeit der kantonalen Migrationsbehörden falle. M. Mit Eingabe vom 2 3. Juli 2012 (Datum des Poststempels) an das Bu n- desverwaltungsgericht beantragte der Beschwerdeführer durch seine n Rechtsvertreter unter Kosten und Entschädigungsfolge, es seien die Ziffn. 1 und 2 der vorinstanzlich en Verfügung aufzuheben, festzustellen, dass er die Flüchtlingseigenschaft erfüllte und ihm Asyl zu gewähren , eventualiter sei die vorläufige Aufnahme als Flüchtling anzuordnen. Gleichzeitig wurden (…) aus dem Reisepass des Beschwerdeführers in Kopie eingereicht. Darauf sowie auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D-3894/2012 Seite 8 N. Mit Instruktionsverfügung vom (…) bestätigte das Bundesverwaltungsge- richt den Erhalt der Beschwerde. O. Mit Zwischenverfügung vom (…) teilte da s Bundesverwal -tungsgericht dem Beschwerdeführer mit, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne und setzte ihm Frist bis zum (…) zur Leistung eines Kostenvorschusses. Dieser wurde am (…) bezahlt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 2. 2.1 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be ziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Nachdem der erhobene Kostenvorschuss fristgerecht eingezahlt wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. D-3894/2012 Seite 9 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, w e- gen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An schauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge- fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen un- erträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.3 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist nicht nur der Zei t- punkt der Ausreise aus dem Heimatstaat, sondern insbesondere auch die Situation zum Zeitpunkt des Asylentscheids massgebend. Wer geltend macht, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat – insbesondere durch politische Exilaktivitäten – eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, sich somit auf das Vo r- liegen subjektiver Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG) beruft, hat begründ e- ten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn der Heimat - oder Herkunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüch - tlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würde (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10; UNHCR, Handbuch über Ve r- fahren und Kriterien zur Fes tstellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf D-3894/2012 Seite 10 1993). Subjektive Nachfluchtgründe be gründen zwar die Flüchtlingse i- genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Das vom Gesetzgeber vorg e- sehene Konzept, wonach das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgrü n- den die Gewährung von Asyl ausschliesst, verbietet auch ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen, welche vor der Ausreise aus dem Hei- mat- oder Herkunftsstaat entstanden sind und die für sich allein nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgewährung ausreichen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352). 6. 6.1 In der Rechtsmitteleingabe wird an der Glaubhaftigkeit der gelten d gemachten Verfolgungsvorbringen festgehalten. Zwar habe der B e- schwerdeführer auf Anraten anderer Asylsuchenden und aus Angst, in den Iran zurückgeschickt zu werden, anlässlich der Befragungen im Rah - men des erstinstanzlichen Verfahrens tatsächlich seinen wahren Reise- weg verschwiegen und seinen Reisepass zurückbehalten. Die durch den Stempel im Reisepass und das (…) belegten Ausreiseumstände seien je- doch plausibel und stünden in keinerlei Widerspruch zur geltend gemach- ten Verfolgung. Die Reisegruppe sei am (…) von E._______ via B._______ nach Q._______ geflogen. Zwar sei die Ausreise über den Flughafen in E._______ noch mit gewissen Risiken verbunden gewesen, doch der Beschwerdeführer sei vor einer Kontrolle geschützt gewesen, weil zum einen die Gruppe – wie aus dem Passeintrag hervorgehe – über den (…) Flughafen R._______ ausgereist sei, wo ein geringerer Siche r- heitsstandard gehalten werde als am Flughafen S._______, und er zum andern als Mitglied des N._______ als (…) behandelt und deshalb vom Grenzpersonal nicht gründlich kontrolliert worden sei. Zudem habe sich der Beschwerdeführer trotz den Ereignissen vom (…) und der deswegen von ihm ergriffenen Vorsichtsmassnahmen zum damaligen Zeitpunkt noch nicht derart in Gefahr gesehen, dass er eine Flucht aus dem Iran in Erwägung gezogen hätte. Beim Passeintrag vom (…) handle es sich ent- gegen der Vorinstanz nicht um einen Ausreisestempel, sondern um die handschriftliche Ausreiseerlaubnis (…). Gestützt darauf habe der Be- schwerdeführer den Iran am (…) problemlos über den Flughafen S._______ für ein (…) verlassen können. Er habe ja zu Protokoll geg e- ben, dass die iranischen Beh örden erst ab (…) aktiv nach ihm gesucht hätten. Erst die Tatsache, dass er in seinem Elternhaus gesucht worden sei, habe seine Angst begründet, sein Name sei den Behörden womö g- lich durch die Folterung seines Parteikollegen bekannt geworden. Au s-D-3894/2012 Seite 11 schlaggebend für den Ausreiseentschluss sei H._______ gewesen, wel- cher ihm – nach dem im (…) anlässlich der Suche des Beschwerdefü h- rers zu Hause erlittenen (…) – (…) mehrmals geraten habe, wegen dr o- hender Ungemach das Land baldmöglichst zu verlassen. Dem B e- schwerdeführer sei von einem Parteifreund mitten in der Nacht vom (…) mitgeteilt worden, dass G._______. gestorben sei und die rituelle Wa- schung am Morgen des (…) stattfände, woraufhin er – ohne zu schlafen – zur Leichenwaschung auf de n (…) gegangen sei, wo sehr viele Leute anwesend gewesen seien, weil wie üblich noch andere Leichname gew a- schen worden seien. Noch am selben Tag sei er wie geplant zu (…) in L._______ gereist (…). 6.2 Eine Überprüfung der Akten ergibt, dass sich die vorinstanzliche n Er- wägungen, wonach die Vorbringen des Beschwerdeführers, welche sich auf den Zeitraum bis zu seiner Ausreise aus dem Heimatstaat beziehen, den Anforderungen an die Glaubhaftmachung nicht genüge n, als zutre f- fend erweisen (vgl. Bst. L). Die Ausfüh rungen in der Beschwerde sind nicht geeignet, daran etwas zu ändern. Vielmehr sind diese als Versuch einer nachträglichen Anpassung des Sachverhalts zu werten. Der Beschwerdeführer verneinte sowohl anlässlich der Befragung im EVZ als auch im Rahmen der Anhörun g vom (…), sich vor seiner Ausreise in die Schweiz im Ausland aufgehalten zu haben ( …). Zudem gibt er in der Rechtsmitteleingabe zu, anlässlich der Befragungen im erstinstanzlichen Verfahren seinen wahren Reiseweg verschwiegen und seinen Reisepass zurückbehalten zu haben. Damit steht nicht nur fest, dass er im Rahmen der Sachverhaltsermittlung sein e Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht ve r- letzt, sondern durch sein Verhalten auch sein persönliche Glaubhaftigkeit erschüttert hat (vgl. EMARK 1998 Nr. 18 E. 3a S. 186 f; 1998 Nr. 19 S. 192 f.; WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M. 1990, S. 292 f., 305). Gestützt auf die Aktenlage ist in Übereinsti m- mung mit der Vorinstanz auch unter Berücksichtigung der Ausführungen in der Beschwerde davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt seiner Ausreise weder verfolgt wurde noch begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung hatte. Entgegen den Ausführungen in der B e- schwerde gab er zu Protokoll, er sei am (…) informiert worden, dass die Leiche von G._______ am folgenden Tag – mithin am (…) – von der Ge- richtsmedizin freigegeben werde und er sie auf (…) besichtigen könne. Demgegenüber hat der Beschwerdeführer gemäss den Passeinträgen E._______ bereits am (…) auf dem Luftweg in Richtung L._______ ver- lassen und ist von dort auf demselben Weg am (…) in den Iran zurückge-D-3894/2012 Seite 12 reist. Bereits daraus ergeben sich erhebliche Zweifel an der Schilderung des Beschwerdeführers, wonach G._______ verhaftet, von den Behörden misshandelt und umgebracht worden sei und er an der Leichenwaschung teilgenommen habe. Selbst wenn diese Sachverhaltsvorbringen zutreffen würden, die Leichenwaschung bereits am (…) stattgefunden, der B e- schwerdeführer daran teilgenommen hätte und noch am selben Tag auf dem Luftweg in L._______ gereist wäre, wäre seine (…) später erfolgte Rückkehr von dort nicht mit dem Verhalten einer tatsächlich von den B e- hörden verfolgten Person in Einklang zu bringen. So gab er zu Protokoll, er sei vom Anblick der (…) Leiche derart beeindruckt gewesen, dass ih m übel und (…) geworden sei; aus Angst, dass die Sicherheitskräfte die Anwesenden kontrollieren würden, habe er das Waschungshaus verla s- sen und nicht an der Bestattung teilgenommen, sondern sei vom (…) di- rekt nach Hause gegangen; er habe vermutet, dass G._______ unter Fol- ter seinen Namen preisgegeben habe und er somit zuhause jeden M o- ment hätte festgenommen werden können, weshalb er ein paar Sachen gepackt und nach T._______ gefahren sei, wo er sich fortan (…) versteckt habe ( …). W ürde diese Sachverhaltsschilderung der Wahrheit entspr e- chen, so liesse sie sich nicht mit der Version in der Beschwerde in Ei n- klang bringen, wonach sich der Beschwerdeführer nach dem Vorfall vom (…) noch nicht derart in Gefahr gewähnt habe, dass er eine Flucht aus dem Iran in Erwägung gezogen h abe, am (…) problemlos über den Flug- hafen NS._______ eine bereits vor dem Vorfall geplante (…) Reise in L._______ angetreten habe, die iranischen Behörden erst im (…) mit der aktiven Suche nach ihm begonnen hätten, durch welche seine Angst, sein Name sei unter Folter verraten worden, erst begründet worden sei , und H._______, der ihm dazu geraten habe, für den Ausreiseentschluss au s- schlaggebend gewesen sei. Vielmehr wäre der Beschwerdeführer nach der unmittelbar nach der Leichen waschung erfolgten Ausreise in L._______ unter den gegebenen Umständen keinesfalls (…) später wie- der offiziell in seinen Heimatstaat zurückgekehrt, sondern hätte sich nach der gelungenen Flucht aus dem Iran entweder um den weiteren Aufen t- halt in L._______ oder die Organisation einer allfälligen Weiterreise in e i- nen Drittstaat bemüht. 6.3 Nach dem Gesagten teilt das Bundesverwaltungsgericht die Ei n- schätzung der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Ausreise nicht verfolgt war beziehungsweise keine begründete Furcht vor einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG hatte. Aufgrund der vo r- stehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Aus führungen in der Beschwerde einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern kö n-D-3894/2012 Seite 13 nen. Das BFM hat das Asy lgesuch des Beschwerdeführers in Bezug auf die Vorfluchtgründe demnach zu Recht abgelehnt. 6.4 Es bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den von ihm geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten und der Kon- version zum Christentum – mithin wegen subjektiver Nachfluchtgründe – bei einer Rückkehr befürchten müsste, ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. 6.4.1 Exilpolitische Aktivitäten führen grundsätzlich nur dann zur Zuerken- nung der Flüchtlingseigenschaft aufgrund von subjektiven Nachfluch t- gründen, wenn zumindest glaubhaft gemacht wird, dass im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat infolge dieser Aktivitäten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit politischer Verfolgung zu rechnen wäre. 6.4.1.1 In diesem Zusamm enhang wird in der Beschwerde ausgeführt, das exilpolitische Engagement des Beschwerdeführers sei aktenkundig und werde weitergeführt. Selbst wenn das Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich zum Schluss gelangen sollte, trotz langjährige n politischen Engagements des Beschwerdeführers müsse bei ihm von einem Oppos i- tionellen mit keine m überdurchschnittlichen Profil ausgegangen werden, wären seine Aktivitäten vor dem Hintergrund der Rechtsprechung in E u- ropa doch asylrelevant. So sei in einem am (…) publizierten Urteil das U._______ zum Schluss gekommen, dass die iranischen Behörden g e- zielt und systematisch Teilnehmer exilpolitischer Kundgebungen zu identi- fizieren suchten. Dies gelte generell für alle Demonstrationsteilnehmer, auch wenn sie aus opportunistischen Gründen aktiv würden. Der Europä- ische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) sei bereits in einem ande- ren Fall vom (…) zum selben Schluss gekommen. Mit Urteil vom (…) ha- be der EGMR festgestellt, dass sich die Situation im Iran für die Oppositi- on seit (…) verschlimmert habe, wobei in Bezug auf exilpolitische Aktivitä- ten auf die Existenz einer (…) zur Überwachung von regimekritischen Äusserungen im Internet hingewiesen werde. Oppositionelle würden bei ihrer Rückkehr gezielt befragt, wobei auch von Bedeutung sei, ob jemand den Iran illegal verlassen habe. Dies treffe auf den Beschwerdeführer zu, weshalb er mit Gewissheit einer Kontrolle unterzogen würde. Schliesslich sei die seit (…) in der Schweiz wohnhafte V._______ im (…) von der ira- nischen Botschaft gefragt worden, ob sie eine Person mit dessen Namen kenne und Kontakt zu ihr pflege. Dies sei ein weiteres Indiz dafür, dass er als Oppositioneller aufgefallen und konkret gefährdet sei (…). D-3894/2012 Seite 14 6.4.1.2 Der Beschwerdeführer erklärte anlässlich der Anhörung vom (…), er habe im (…) an (…) in I._______ teilgenommen (…). Gestützt auf die im Verlauf seines Asylverfahrens eingereichte n diesbezüglichen Unterla- gen ist davon auszugehen, dass er seine entsprechenden Aktivitäten seither fortgesetzt und namentlich an zahlreichen Standakti onen und Kundgebungen teilgenommen hat. Zudem sei er seit (…) Mitglied der W._______, an deren Aktionen er bis (…) teilgenommen habe, wobei er diesbezüglich insbesondere eine (…) einreichte, in welchem Dokument er neben dem Veranstalter (…) als verantwortlich erwähnt wird. 6.4.1.3 Das Bundesverwaltungsgericht geht in konstanter Rechtspr e- chung davon aus, den iranischen Behörden sei sehr wohl bewusst, dass die exilpolitische Betätigung vieler Iraner nach der Ablehnung ihrer Asy l- gesuche oft zunimmt respektive intensiviert wird oder überhaupt erst nach diesem Zeitpunkt einsetzt, die Behörden durchaus in der Lage sind, zw i- schen tatsächlich politisch engagierten Regimekritikern und Exilaktivisten, die es geradezu darauf anlegen, sich durch ihre Aktionen bekannt zu ma- chen, zu unterscheiden, und die umfangreichen regimekritischen Aktivit ä- ten von iranischen Staatsangehörigen im westlichen Ausland durchaus unter realistischer Einordnung des Interesses ihrer Landsleute, im Gas t- land nach Möglichkeit ein Aufenthaltsrecht zu erhalten, interpretieren. Vor diesem Hintergrund konzentrieren sich die iranischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen, welche über die massentypischen und nied- rig profilierten Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste hinaus Funkt i- onen wahrnehmen und/oder Aktivitäten entwickeln, die sie aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen herausheben und als ernsthafte und potentiell gefährliche Regimegegner erscheinen lassen. Deshalb unterli e- gen Mitglieder in Exilorganisationen von im Iran ver botenen oppositionel- len Parteien, Teilnehmer an Veranstaltungen dieser Organisationen, Mi t- wirkende an regimekritischen Demonstrationen, welche die dabei übl i- chen Plakate tragen und Parolen rufen, Teilnehmer von sonstigen r e- gimekritischen Veranstaltungen sowie Personen, die Büchertische betreu- en und Informations - und Propagandamaterial in Fussgängerzonen ve r- teilen, keiner allgemeinen Überwachungsgefahr durch iranische Exilb e- hörden und werden von den iranischen Behörden nicht als politisch expo- nierte Person und somit als Bedrohung für das politische System im Iran wahrgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3 S. 364 ff.). 6.4.1.4 Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, eine auf seine ge l- tend gemachte oppositionelle Tätigkeit im Iran gestützte erlittene bezi e- hungsweise zum Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatstaat drohende D-3894/2012 Seite 15 Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft zu machen (vgl. vorstehend E. 6. 2). Zudem hat er den Iran unter Verwendung seines e i- genen Reisepasses kontrolliert auf dem Luftweg verlassen. Sodann über- steigt das in der Anhörung vom (…) erstmals erwähnte und seither be- schriebene und teilweise dokumentierte exilpolitische Engagement des Beschwerdeführers die Schwelle jener in BVGE 2009/28 E. 7.4.3 S. 364 ff. umschriebenen Erscheinungsformen exil politischer Proteste iranischer Staatsangehöriger offensichtlich nicht , und aus den in der Beschwerde wiedergegebenen, von ihrem jeweiligen Kontext isolierten Auszügen aus Urteilen des EGMR und eines (…) Gerichts lassen sich keine verallg e- meinerungsfähigen Schlussfolgerungen ziehen, die als solche auf andere – namentlich auch das vorliegende – Verfahren übertragen werden könn- ten. Auch aus dem Vorbringen, wonach die in der Schweiz wohnhafte V._______ im (…) von der iranischen Botschaft auf dessen Person ange- sprochen worden sei, vermag er keine Gefährdung als Oppositioneller abzuleiten, umso weniger, als er zugibt, nach seiner Heirat zwecks Au s- stellung eines neuen Reisepasses – wenn auch angeblich (…) und ano- nym – mit den heimatlichen Behörden Kontakt aufgenom men zu haben. In diesem Zusammenhang erwog die Vorinstanz zutreffend, dass eine tatsächlich gesuchte Person ein solches Vorgehen wohl kaum in Erw ä- gung gezogen haben würde. 6.4.2 Der Beschwerdeführer reichte am (…) ein Taufbekenntnis der P ._______ ein und führte dazu aus, damit habe er vom Islam zum Chris- tentum konvertiert, nicht zuletzt, weil er seine heutige Ehefrau kirchlich habe heiraten wollen. 6.4.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 9. Juli 2009 (BVGE 2009/28) eine ausführliche Lageanalyse zur Situation der re- ligiösen Minderheiten im Allgemeinen sowie derjenigen der Christen im Iran im Besonderen vorgenommen und sich zum Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe bei Konversion (im Iran und in der Schweiz) geäussert. Zur – im vorliegenden Fall zur Diskussion stehenden – Konversion im Ausland wird in Erwägung 7. 3. 5 des erwähnten Urteils ausgeführt, es sei eine differenzierte Beurteilung vorzunehmen, zumal solche Übertritte nach den Erkenntnissen der schweizerischen Asylbehörden nicht selten als eigentliches Mittel zum Erwerb einer sonst nicht erlangbaren Aufen t- haltsmöglichkeit im betreffenden Aufenthaltsland instrumentalisiert wü r- den. Diese asyltaktische Handlungsweise der iranischen Staatsbürger im westlichen Ausland sei den iranischen Behörden dur chaus bekannt und werde bei der Bewertung des Verhaltens im Sinne von Art. 225 Abs. 2 D-3894/2012 Seite 16 des Gesetzesentwurfs zur Änderung des iranischen Strafgesetzbuches insofern berücksichtigt, als diese Konversion im Falle einer Rückkehr in den Iran nicht zu ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG führen würde, zumal die diskrete und private Glaubensausübung im Iran auch ausserhalb des Islam grundsätzlich möglich sei. Aufgrund von bekan n- termassen stattfindenden "organisierten Glaubenswechseln" sei – soweit möglich – die christliche Überzeugung eines Asylgesuchstellers im Ei n- zelfall einer näheren Überprüfung zu unterziehen. Mithin vermöge eine christliche Glaubensausübung im Iran dann Massnahmen auszulösen, wenn sie hierzulande aktiv und sichtbar nach aussen prakti ziert werde und im Einzelfall davon ausgegangen werden müsse, dass das heimatl i- che Umfeld von einer solche rmassen aktiven, allenfalls gar missionieren- de Züge annehmenden Glaubensausübung erfahre. Sollten nämlich nahe Familienangehörige extrem fanatische Mu slime sein, könne der Übertritt zum Christentum zu nachhaltiger Denunzierung bei iranischen Siche r- heitsdiensten führen. Zudem könne der Übertritt zum Christentum immer auch als "Hochverrat, Staatsverrat, Abfall von der eigenen Sippe und dem eigenen Stamm" gesehen werden. Bei Konversionen im Ausland müsse daher bei der Prüfung im Einzelfall neben der Glaubhaftigkeit der Konver- sion auch das Ausmass der öffentlichen Bekanntheit für die betroffene Person in Betracht gezogen werden (BVGE 2009/28 a. a. O.). 6.4.2.2 Nach Überprüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsg e- richt in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass sich der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seiner neuen, christlichen G e- sinnung weder in besonderer Weise exponiert hat noch in leitender Funk- tion tätig ist, sondern ein einfaches Mitglied einer christlichen Vereinigung ist, welches keine öffentlichen religiösen Aktivitäten ausübt. Gegenteiliges wurde von ihm auch nicht geltend gemacht. Mithin hätte er bei einer Rückkehr in den Iran nicht mi t Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG zu rechnen. 6.4.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG auch unter dem Aspekt subjektiver Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG nicht erfüllt sind. 7. In Würdigung der gesamten Umstände und Vorbringen des Beschwerd e- führers ist zusammenfassend festzustellen, dass dieser keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen kann, weshalb die D-3894/2012 Seite 17 Voraussetzungen für die Zuer kennung der Flücht lingseigenschaft nicht erfüllt sind. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in der B e- schwerde, den übrigen Eingaben und die eingereichte n Beweismittel im Einzelnen einzugehen, da diese an der vorgenommenen Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Die Vorinstanz hat dem nach das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt. 8. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Gemäss Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) wird die Wegweisung aus der Schweiz nicht verfügt, wenn die asyl suchende Person im Besitz einer gültigen Auf - enthalts - oder Niederlassungsbewilligung ist. Der Beschwerdeführer verfügt nach der Heirat mit einer Schweizerbürgerin über eine gültige Aufenthaltsbewilligung (vgl. Sachverhalt Bst. K). Mithin ist im vorlie - genden Verfahren über die Wegweisung und deren Vollzug nicht zu befinden (vgl. EMARK 2001 Nr. 21 E. 11c S. 178). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten auf Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Sie sind mit dem am 13. August 2012 in gleicher Höhe ge- leisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-3894/2012 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand: