Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 27. März 2014 (725 11 446) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Natürlicher Kausalzusammenhang; Anordnung eines gerichtlichen Gutachtens; Nichter- reichen des Status quo ante vel sine bei vorbestehenden degenerativen Komponenten nach Schenkelhalsfraktur. Kostenfolge bei Gerichtsgutachten zu Lasten des Unfallversi- cherers. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Roman Felix , Advokat , Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach gegen Basler Versicherung AG , vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer , Advokat, Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal Betreff Leistungen A. Die 1953 geborene A.____arbeitete seit 26 Jahren im Kantonsspital B.____ als C.____ und war in dieser Eigenschaft bei der Basler Versic herung AG (Basler) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 4. A pril 2008 erlitt sie einen Unfall, als sie nach einem Schwindelanfall stürzte und sich eine Schenke lhalsfraktur rechts zuzog. Im Januar 2009 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nahm sie ihre Arbeit im Rahmen einer angepassten, lei chteren Tätigkeit im Umfang von 50% wieder auf. Nach Abklärung der gesundheitlichen Verhäl tnisse stellte die Basler ihre Leistun- gen mit Verfügung vom 17. Februar 2001 mangels natür licher Kausalität per 15. Oktober 2010 ein. Eine dagegen gerichtete Einsprache wies sie mit Ein spracheentscheid vom 10. November 2011 ab. B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Ro man Felix, Advokat, am 12. De- zember 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Ba sel-Landschaft, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, e s sei die Basler in Aufhebung des an- gefochtenen Einspracheentscheids zu verpflichten, die ges etzlichen Leistungen zu erbringen. Zusammengefasst liess sie vorbringen, dass das von der Basler e ingeholte Gutachten vom 16. Oktober 2010 nicht geeignet sei, die Unfallkausal ität zu verneinen. Die Basler, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat, schloss mit Ve rnehmlassung vom 2. März 2012 auf Abweisung der Beschwerde. C. Anlässlich einer ersten Urteilsberatung vom 31. Mai 2 012 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung gestützt auf die vorhandene medizini- sche Aktenlage nicht möglich sei und weitere Abklärungen vorzunehmen seien. Mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 31. Mai 2012 wurde der Fall d eshalb ausgestellt und es wurde der Gutachter Dr. D.____ um Präzisierung und Erläuterung se iner gutachterlichen Antworten er- sucht sowie das Institut E.____ beauftragt, eine MR-Art hographie der Hüftgelenke der Versi- cherten anzufertigen. Der Bericht des E.____ erging am 26. Juni 2012, die Erläuterung von Dr. D.____ am 5. Juli 2012. Nachdem beide Parteien hierzu Stellung genommen hatten und die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 1. Oktober 2012 einen neuen Bericht ihres behandelnden Chirurgen vom 29. September 2012 eingereicht hatte, g elangte der instruierende Präsident des Kantonsgerichts mit verfahrensleitender Verfügung vom 15. November 2012 zum Ergebnis, dass die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren trotz eingeholter Erläuterungen und Berichte durch das Gericht weiterhin nicht ausreichend beweiskräftig genug seien und des- halb die Einholung eines Gerichtsgutachtens angeordnet werde. Die Parteien einigten sich in der Folge darauf, die gerichtliche Begutachtung durch d ie Klinik F.____ in G.____ durchführen zu lassen. Das entsprechende Gerichtsgutachten erging am 20. Dezember 2013. D. Die Basler beantragte in ihrer Stellungnahme vom 2 0. Januar 2014, das Rechtsbegeh- ren der Beschwerdeführerin sei gutzuheissen, da eine F ortdauer der Leistungspflicht des UVG- Versicherers den gutachterlichen Schlussfolgerungen zufolg e über das Datum der verfügten Leistungseinstellung hinaus grundsätzlich zu bejahen sei. Der Kostenentscheid werde dem Ge- richt anheim gestellt. Die Beschwerdeführerin hielt mit Stellungnahme vom 3. Februar 2014 an ihren Rechtsbegehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim örtlich und sac hlich zuständigen Gericht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfal lversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesge- setztes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsre chts [ATSG] vom 6. Oktober 2000), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggel d zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat si e Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Mit dem Rentenbeginn fallen di e Heilbehandlung und die Taggeldleistun- gen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Kr ankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürli chen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nich t zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall di e alleinige oder unmittelbare Ursa- che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In tegrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. B GE 129 V 177 E. 3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheit- lichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteh t, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Geric ht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli chen Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög lichkeit eines Zusammenhangs ge- nügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). 2.3 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 12 2 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversiche- rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdig ung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas- send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlich en Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, au f allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussf olgerungen der Expertin oder des Ex- perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswe rt ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der ei ngereichten oder in Auftrag gegebe- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). Auch einem reinen Aktengutachten kann vo ller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen n ur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95; nicht publ. E. 5b des Urteils BGE 114 V 109, veröffentlicht i n RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366). Wider- sprechen sich medizinische Berichte, darf das Gericht den Pr ozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (vgl. B GE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 2.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen. So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zw ingende Gründe" von den Ein- schätzungen des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufg abe es ist, seine Fachkennt- nisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um e inen bestimmten Sachverhalt medizi- nisch zu erfassen (vgl. BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn e in vom Gericht eingeholtes Ober- gutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolge rungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn g egensätzliche Meinungsäusserungen ande- rer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheine n, die Schlüssigkeit des Gerichtsgut- achtens in Frage zu stellen, sei es, dass er die Überprüf ung durch einen Oberexperten für an- gezeigt hält, sei es, dass er ohne Oberexpertise vom Erge bnis des Gerichtsgutachtens abwei- chende Schlussfolgerungen zieht (vgl. BGE 118 V 290 E. 1b, 112 V 32 f. mit Hinweisen). 2.5 Schliesslich ist in verfahrensrechtlicher Hinsicht noch d arauf zu verweisen, dass der So- zialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklär ung des rechtserheblichen Sachver- halts zu sorgen (vgl. BGE 125 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen). 3.1 Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Stellungnahme vom 20. Januar 2014 beantragt, das Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin sei gutzuhei ssen, da eine Fortdauer der Leis- tungspflicht des UVG-Versicherers den gutachterlichen Schl ussfolgerungen zufolge über das Datum der verfügten Leistungseinstellung hinaus grun dsätzlich zu bejahen sei. Die Beschwer- deführerin ihrerseits hat mit Stellungnahme vom 3. Fe bruar 2014 an ihrem Rechtsbegehren festgehalten, wonach die Basler in Aufhebung des angef ochtenen Einspracheentscheids zu verpflichten sei, weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Im Ergebnis liegen damit übereinstimmende Parteianträge vor, wonach der Versicher ten mit Wirkung über den 15. Okto- ber 2010 hinaus die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen se ien. Gemäss § 58 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 bzw. gemäss Art. 61 lit. d ATSG ist das Kantonsgerich t zwar nicht an die Parteibegehren gebunden. Vorliegend sind jedoch keine Gründe ersichtlic h, weshalb den übereinstimmenden Parteianträgen nicht stattzugeben wäre. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 In materieller Hinsicht kann zusammenfassend festgehal ten werden, dass das gerichtli- che Gutachten vom 20. Dezember 2013 die übereinstimmend en Parteistandpunkte offensicht- lich bestätigt. In ihrer Beurteilung kamen die Gerich tsgutachter der Klinik F.____ zum Schluss, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen der erlittenen Schenkelhalsfraktur und der frakturbedingten Heilung in leichter Fehlstellung mit Schenkelhalsverkürzung, Rotationsfehlstel- lung sowie Verschlechterung des Offsets bestehe. Dies hab e bei vorstehender Coxa profunda Morphologie zu einer verstärkten Konfliktsituation mit Impingement und damit zu einer richtung- gebenden Verschlechterung der vorbestehenden Veranlagung geführt. Durch die Verkürzung des Schenkelhalses sei es zu einer leichten Beinverkürzung un d damit zu einer Beeinflussung der Beckenstatik gekommen, was sich ebenfalls negativ auf die vorbestehende degenerative Veränderung auswirken könne. Damit bestehe mit überwieg ender Wahrscheinlichkeit eine Wechselwirkung zwischen der in Fehlstellung verheilten Sche nkelhalsfraktur und der vorbeste- henden Degeneration einer Coxa profunda. Der Status q uo ante vel sine sei nicht erreicht. Vielmehr sei von einer richtunggebenden Verschlechterung mit anhaltender Impingementsymp- tomatik und allmählicher Progredienz der Coxarthrose auszugehen. 3.3. Diese gutachterlichen Ausführungen überzeugen. Wi e oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hie- vor), ist den im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingeholt en Expertisen externer Spezial- ärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobach tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten ihr Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi- gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange keine zwingenden Gründe gegen die Zuverlässigkeit des Ger ichtsgutachtens sprechen. Die Fachärzte der Klinik F.____ haben die Versicherte eingeh end untersucht. Sie gehen in ihrem ausführlichen Gerichtsgutachten vom 20. Dezember 2013 e inlässlich auf deren Beschwerden ein, setzen sich sowohl mit ihrer gesundheitlichen Ent wicklung als auch mit den bei den Akten liegenden widersprüchlichen, medizinischen Unterlagen a useinander und vermitteln so ein um- fassendes Bild über den Gesundheitszustand der Beschwerdefü hrerin. Sie nehmen eine schlüssige Einschätzung der vorliegend strittigen Kausalitä t vor und gelangen dabei zum nach- vollziehbaren Ergebnis, dass infolge einer Wechselwirkung zw ischen der unfallkausal in Fehl- stellung verheilten Schenkelhalsfraktur und der vorbe stehenden Degeneration einer Coxa pro- funda von einer richtunggebenden Verschlechterung mit anhaltender Impingementsymptomatik und allmählicher Progredienz der Coxarthrose auszugehen ist. Mit Blick auf das erlittene Unfall- ereignis vom 4. April 2008 erhellt deshalb, dass der Status quo ante vel sine nicht erreicht ist. 3.4 Gründe, von dieser überaus detaillierten begründ eten Kausalitätsbeurteilung der Ge- richtsgutachter abzuweichen, sind keine ersichtlich. Nachde m bis zum Erlass des Gerichtsgut- achtens nach Lage der zuvor vorhandenen Akten noch Wider sprüche und Unklarheiten bestan- den hatten (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts vom 31. Mai 2012 sowie Präsidial-Verfügung des Kantonsgerichts vom 15. November 2012), ist nunmehr gemäss den ebenso profunden wie umfangreichen Erläuterungen der Klinik F.____ mit üb erwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass über den 15. Oktober 2010 hinaus auch weiterhin ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem erlittenen Unfallereignis vom 4. April 2008 und den im Zusammenhang mit der Heilung des Schenkelhalses geklagten Beschwerden der Versicherten besteht. Es kann an die- ser Stelle auf die umfassenden Ausführungen im gerichtl ichen Gutachten verwiesen werden. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Damit folgt, dass die Beschwerde gutzuheissen und die An gelegenheit an die Beschwerdegeg- nerin zur Festlegung und Spezifizierung der gesetzlichen Leistungen zurückzuweisen ist. 4. Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. 4.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Für das vorliegende Verf ahren sind deshalb keine Kosten zu erheben. Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtlichen Abklärungen und die gerichtli- che Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 ATSG zu beachten. D ieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu übernehme n, soweit er die Massnahmen an- geordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so ha t er deren Kosten dennoch zu über- nehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des An spruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilde n. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fälle n, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verf ahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen MEDAS-Begutacht ung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten B estimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). I n BGE 138 V 318 ff. hat das Bundesge- richt diese Rechtsprechung auch auf das unfallversicherungsre chtliche Verfahren für anwend- bar erklärt. Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 31. Mai 2012 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhande- ne Aktenlage nicht möglich war. Hintergrund bildete d er Umstand, dass die damaligen Akten zur massgebenden Frage der Unfallkausalität sich wider sprechende medizinische Berichte ent- halten hatten. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind recht sprechungsgemäss aber ergänzen- de Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E. 44 S . 470). Solche Zweifel am Verwal- tungs-Gutachten von Dr. D.____ vom 16. Oktober 2010 v ermochten die Ausführungen von Dr. H.____, Klinik I.____ gemäss dessen Gutachten vom 2. September 2009 bzw. gemäss Stel- lungnahme von Dr. D.____ vom 25. September 2011 aber ohne weiteres zu begründen (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts vom 31. Mai 2012). Trotz des in der Folge eingeholten Berichts des Instituts E.____ vom 26. Juni 2012 und der e rneuten Erläuterung von Dr. D.____ vom 5. Juli 2012 erwiesen sich die Abklärungsergebnisse jedoch weiterhin als nicht ausrei- chend beweiskräftig genug (vgl. Verfügung des Kantonsger ichts vom 15. November 2012; vgl. auch Stellungnahmen der Basler vom 9. August 2012 sowie jene der Beschwerdeführerin vom 31. August 2012), weshalb sich das im Anschluss in Au ftrag gegebene Gerichtsgutachten vom 20. Dezember 2013 als unerlässlich erwiesen hat. Im L ichte der geschilderten bundesge- richtlichen Rechtsprechung sind die resultierenden Koste n, welche sich insgesamt auf Fr. 20‘104.10 belaufen (vgl. Rechnung Institut E.____ vom 2. Juli 2012 über Fr. 1‘514.65; Rechnung Spital J.____vom 16. Juli 2012 über Fr. 300.—; Rechnungen K.____ für Dolmet- scherdienste vom 8. Mai 2013, 3. Juli 2013 sowie 12. S eptember 2013 über total Fr. 1‘095.70; Rechnung Klinik L.____ vom 13. November 2013 über Fr. 524.10; Rechnung Klinik F.____ vom 21. Januar 2014 über Fr. 16‘668.65), demnach der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person An- spruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin mit ihrem Rechts- begehren vollumfänglich durchgedrungen, weshalb ihr eine Parteientschädigung zusteht. Deren Rechtsvertreter hat in seinen Honorarnoten vom 3. Apri l 2012 und 21. Februar 2014 für seine Bemühungen insgesamt eine Parteientschädigung im Umfang von 17,5 Stunden sowie Ausla- gen in Höhe von Fr. 130.— ausgewiesen. Dieser Aufwand erweist sich angesichts der sich stel- lenden Rechtsfragen, der vorliegenden gerichtlichen Abklärungen und Begutachtung sowie an- gesichts der damit verbundenen, diversen Stellungnahmen ohne weiteres als angemessen. Nichts anderes gilt hinsichtlich der geltend gemachten A uslagen. Die Basler hat der Beschwer- deführerin daher entsprechend dem geltend gemachten St undenansatz von Fr. 250.-- (vgl. § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwä lte vom 17. November 2003) eine Partei- entschädigung im Umfang von Fr. 4‘865.40 (17,5 Stunde n x Fr. 250.- zuzüglich Auslagen von Fr. 130.— und 8% Mehrwertsteuer) auszurichten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Einsp racheentscheid der Basler Versicherung AG vom 10. Oktober 2011 und deren V erfügung vom 17. Februar 2011 aufgehoben. Es wird festgestellt, dass die Bas- ler Versicherungen AG die gesetzlichen Leistungen über d en 15. Ok- tober 2010 hinaus zu erbringen hat und die Angelegenh eit wird an die Basler Versicherung AG zur Festlegung und Spezifizierung der gesetz- lichen Leistungen zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung und die gerichtlichen Abklärungen in der Höhe von insgesamt Fr. 20‘104.10 w erden der Basler Versicherung AG auferlegt. 4. Die Basler Versicherung AG hat der Beschwerdeführer in eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 4‘865.40 (inkl. Ausla gen und 8 % Mehrwertsteuer) auszurichten.