2. Dezember 1991 2211 Motion der Kommission bereits heute bevorzugt sind, weil dafür keine Treibstoffzollgel- der zu bezahlen sind, obwohl die Lenker von Elektrofahrzeu- gen die Strassen mitbenutzen. Grossmehrheitlich kam die Kommission zum Schluss, dass das Instrumentarium zur Förderung, Forschung und Entwick- lung von Elektromobilen bereits vorhanden ist Ich erinnere daran, dass der Bund bereits aufgrund des Forschungsarti- kels das Projekt «Menzingen» bei den Solarmobilen mitfinan- zierte. Eine weitere Möglichkeit gibt nun der Energieartikel. Dank dem Energienutzungsbeschluss wird das EVED auch Pilot- und Demonstrationsanlagen fördern können. Das Projekt «Diane» (Durchbruch innovativer Anwendungen neuer Ener- gietechniken) ist Teil des Programms «Energie 2000». Dort lautet ein Punkt: Antrieb und Sicherheit von Kleinautomobilen. Auch am Versuch für das Hybrid-Auto ist der Bund mitbeteiligt. Dazu gesellen sich eine Reihe anderer Projekte. Aus all diesen Erwägungen kommt die Kommission mehrheit- lich zum Schluss, dass eine Ergänzung der Bundesverfas- sung im Sinne des Initianten nicht notwendig ist Sie empfiehlt Ihnen mit 13 zu 6 Stimmen, der Initiative keine Folge zu geben. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit (keine Folge geben) 65 Stimmen Für den Antrag der Minderheit (Folge geben) 52 Stimmen #ST# Ad 88.032 Motion der Kommission Datenschutzregeln im Telekommunikationsbereich Motion de la commission Règles de protection des données en matière de télécommunications Nachtrag - Supplément Siehe Seite 1284 hiervor - Voir page 1284 ci-devant Wortlaut der Motion vom 25. Februar 1991 Der Bundesrat wird eingeladen, umgehend Datenschutzre- geln im Telekommunikationsbereich zu erarbeiten und den eidgenössischen Räten Bericht zu erstatten und Antrag zu stellen. Texte de la motion du 25 février 1991 Le Conseil fédéral est invité à élaborer immédiatement des rè- gles de protection des données en matière de télécommuni- cations, d'en faire rapport aux Chambres et de formuler des propositions. Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15. Mai 1991 Die geltende schweizerische Fernmeldeordnung aus dem Jahre 1924 genügt den heutigen Ansprüchen infolge der tief- greifenden technischen und wirtschaftlichen Entwicklung auf diesem Gebiet nicht mehr. Mit der Ausarbeitung eines Ent- wurfs zum Fernmeldegesetz (FMG) trug der Bundesrat dieser Entwicklung Rechnung. Das Gesetz ist zurzeit im Differenzbe- reinigungsverfahren und wird voraussichtlich im Juni dieses Jahres verabschiedet In den vorberatenden Kommissionen und in den Räten wurden Fragen des Datenschutzes bereits eingehend diskutiert. Das FMG berücksichtigt dementsprechend - eingedenk der Tatsache, dass insbesondere durch die Einführung voll digita- lisierter Netze (ISDN für Integrated Services Digital Network) in grösserem Rahmen als bisher personenbezogene Daten übermittelt und einfacher gespeichert, bearbeitet und weiter- gegeben werden können -auch die Anliegen des Datenschut- zes. So werden in Artikel 12 Absatz 2 der Persönlichkeits- schutz bei der Erstellung von Abonnementsverzeichnissen, in den Artikeln 14 bis 17 und 46 das Fernmeldegeheimnis, in den Artikeln 47 und 48 das Fälschen oder Unterdrücken bzw. das unbefugte Verwenden von Nachrichten geregelt Zudem hat der Bundesrat gestützt auf die Artikel 5, 7, 8, 12, 26 und 33 FMG die Möglichkeit, den Problemen des Datenschutzes auf dem Verordnungswege Rechnung zu tragen. Der Bundesrat ist sich der Problematik des Datenschutzes im Fernmeldebereich bewusst. Fragen bezüglich des Schutzes personenbezogener Daten stellen sich beispielsweise im Zu- sammenhang mit der Speicherung personenbezogener Da- ten in Vermittlungsstellen, der Rufnummernanzeige auf dem Display des Angerufenen oder mit der Weitergabe von Anga- ben, die dem Telefonverzeichnis zugrunde liegen. Soweit es sich hier um datenschutzrechtliche Fragen von spezialrechtli- chem Charakter handelt, die nicht durch das Datenschutzge- setz abgedeckt werden, wird ihnen der Bundesrat im Rahmen der Verordnungsgebung zum FMG Rechnung tragen. In diesem Sinne ist der Bundesrat bereit, die Motion als Postulat entgegenzunehmen. Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 mai 1991 Etant donné les profondes mutations techniques et économi- ques dans le domaine en question, la législation suisse de 1924 sur les télécommunications, toujours en vigueur, ne ré- pond plus aux exigences actuelles. Le^Conseil fédéral a tenu compte de cette réalité en élaborant un projet de loi sur les té- lécommunications (LTC). Celui-ci se trouve au stade de l'élimi- nation des divergences et sera probablement approuvé de manière définitive au mois de juin 1991. Tant au sein des com- missions préparatoires que dans les deux Chambres, le pro- blème de la protection des données a déjà été largement dis- cuté. Notamment par l'usage de réseaux entièrement digitalisés (ISDN; Integrated Services Digital Network), on peut davan- tage que précédemment transmettre ainsi que mémoriser, élaborer et fournir plus facilement des données personnelles. En conséquence, la LTC a aussi été rédigée en fonction de la protection des données. Ainsi, le 2e alinéa de l'article 12 régit la protection de la personnalité lors de l'établissement de la liste des abonnés. Les articles 14à17etl'article46onttraitau secret des télécommunications. Les articles 47 et 48 règlent la falsification, la suppression, voire l'utilisation sans droit de messages. De plus, en vertu des articles 5, 7, 8, 12, 26 et 33 LTC, nous pouvons résoudre le problème de la protection des données par voie d'ordonnance. Nous sommes donc conscients des problèmes que pose la protection des données dans le domaine des télécommunica- tions. La question d'une telle protection dans le domaine du personnel se pose par exemple en relation avec la mémorisa- tion de ces données dans les centrales de commutation, avec la visualisation du numéro de celui qui appelle sur l'appareil du destinataire ou avec la fourniture de données se rapportant aux annuaires téléphoniques. Dans la mesure où il s'agit en l'occurrence d'éléments relevant du droit régissant la protec- tion des données et ayant un caractère juridique particulier, et qui ne sont pas couverts par la loi sur cette protection, nous en tiendrons compte dans les ordonnances liées à la LTC. Dès lors, nous sommes disposés à accepter la teneur de la motion comme postulatMotion de la commission 2212 N 2 décembre 1991 Schriftliche Erklärung des Bundesrates Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postu- lat. M. Cotti, rapporteur: Le 25 février 1991, votre commission chargée d'examiner le projet de loi sur la protection des don- • nées avait adopté, par 10 voix contre 3, la motion suivante: «Le Conseil fédéral est invité à élaborer immédiatement des règles de protection des données en matière de télécommunica- tions, d'en faire rapport aux Chambres et de formuler des pro- positions». Le 15 mai, le Conseil fédéral nous faisait savoir qu'il acceptait cette proposition sous forme de postulat Lors de la session de juin dernier, a la fin du débat sur la pro- tection des données, le président du Conseil national annon- çait l'acceptation de la motion par le Conseil fédéral. Le prési- dent de la commission, ainsi que le conseiller fédéral présent n'ont pas remarqué cette erreur et c'est ainsi que la motion a été votée. Par une lettre du 25 juillet 1991 au Secrétariat de l'Assemblée fédérale, le secrétaire du département, M. Mühlemann, nous demandait, suivant l'avis du Conseil fédéral, de rectifier cette erreur et de transformer cette motion en postulat et, après cette mise au point, de voter à nouveau sur cet objet. C'est ce qu'on va faire aujourd'hui. Cincera, Berichterstatter: Wir müssen in diesem Geschäft eine Korrektur vornehmen. Am 25. Februar 1991 reichte die nationalrätliche Kommission, welche das Datenschutzgesetz behandelte, eine Motion ein. Darin wird der Bundesrat eingela- den, umgehend Datenschutzregeln im Telekommunikations- bereich zu erarbeiten und den eidgenössischen Räten Bericht zu erstatten und Antrag zu stellen. Mit Datum vom 15. Mai 1991 beantragte der Bundesrat dem Nationalrat, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Als wir in diesem Rat am 21. Juni 1991 das Datenschutzgesetz verab- schiedeten, wurde am Schluss der Debatte über diese Motion befunden. Sie wurde auf Antrag des Präsidenten diskussions- los überwiesen. Der anwesende Bundesrat Koller, Vorsteher desEJPD, meldete sich nicht zu Wort. Das ist an sich verständ- lich; denn Telekommunikation ist bekanntlich Sache des Eid- genössischen Verkehrs- und Energiedepartementes. Dort bemerkte man denn auch prompt den Fehler und bat mit einem Schreiben vom 25. Juli 1991 das Generalsekretariat der Bundesversammlung, die nötigen Schritte einzuleiten, um den Irrtum zu korrigieren; das müssen wir heute tun. Unterdessen tagte am 9. September 1991 unsere Kommis- sion im Zusammenhang mit der Zusatzbotschaft zum Daten- schutzgesetz. An dieser Sitzung beschloss die Kommission, an der Ueberweisung als Motion festzuhalten. Wir werden also heute neu entscheiden müssen. Ich wiederhole: Der Bundesrat beantragt Umwandlung der Motion für Datenschutzregeln im Telekommunikationsbereich in ein Postulat Die Kommission beantragt Ihnen mit 10 zu 3 Stimmen, an der Motion festzuhalten. Bundesrat Ogi: Der Datenschutz im Telekommunikationsbe- reich ist ein wichtiges und sensibles Thema Der Bundesrat nimmt es ernst. Er hatte deshalb bereits im Entwurf des neuen Fernmeldegesetzes bestimmte Vorschriften darüber vorgese- hen. Sie, die Räte, haben über dieses Gesetz intensiv beraten. Der Datenschutz kam in der Kommission und im Rat ausführ- lich zur Sprache. Sie wissen es. Ich erinnere Sie insbesondere an die Debatten über den Eintrag in die Teilnehmerverzeich- nisse und über die Angaben, die die PTT-Betriebe den Abon- nenten auf der Fernmelderechnung über deren Verkehr ma- chen dürfen. Den vorberatenden Kommissionen stand dabei auch ein Be- richt über den sektoriellen Datenschutz des Bundesamtes für Justiz zur Verfügung. Das Fernmeldegeheimnis deckt im we- sentlichen die Punkte, die die Bedürfnisse des Datenschutzes betreffen, ab. Es ist bereits in der Verfassung verankert Das Fernmeldegesetz ist - wie Sie wissen - ein Rahmenge- setz. Es enthält zahlreiche Bestimmungen im Zusammenhang mit dem Datenschutz. Ich denke an Artikel 13 - er betrifft die Abonnentenverzeichnisse -, an Artikel 15 - er konkretisiert das Fernmeldegeheimnis; es gilt für alle, auch für private Dienstanbieter. Artikel 16 enthält eine restriktive Regelung der Ueberwachung des Fernmeldeverkehrs im Falle der Strafver- folgung. Artikel 17 beschreibt, welche Angaben die PTT den Abonnenten über die Benützung ihres Anschlusses machen dürfen. Artikel 35 geht auf Datenschutzprobleme bei Teilneh- meranlagen ein. In Artikel 53 wird die Verletzung des Fernmel- degeheimnisses unter Strafe gestellt Schliesslich ist in den Ar- tikeln 54 und 55 die Strafbarkeit des unbefugten Verwendens oder Fälschens von Nachrichten verankert Zudem kann der Bundesrat gestützt auf Artikel 14 beim Erlass der Abonne- mentsvorschriften den Interessen des Datenschutzes Rech- nungtragen. Diesen Sommer führte das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement eine Anhörung zu den Ent- würfen für die wichtigsten Verordnungen zum Fernmeldege- setz durch. Das gab den interessierten Kreisen Gelegenheit, auch Datenschutzanliegen nochmals einzubringen. Davon wurde - ich muss es sagen - relativ wenig Gebrauch gemacht Trotzdem hat das EVED nochmals eine systematische Ueber- prüfung der Verordnungen auf Datenschutzfragen hin vorge- nommen. Es wurden Techniker über die Möglichkeiten kon- sultiert, und es wurde ein Vergleich mit den im Ausland getrof- fenen und geplanten Massnahmen vorgenommen. Insbesondere die EG und einzelne Mitglieder, aber auch die OECD und der Europarat sind hier aktiv. Aufgrund der Ueber- prüfung könnte also noch die eine oder andere Datenschutz- bestimmung Eingang in die Verordnung finden. Auf eines möchte ich Sie jedoch hinweisen: Auch Daten- schutzvorschriften sollen stufengerecht sein. Wir wollen nicht in einem Gesetz oder in einer Verordnung etwas vorsehen, das eigentlich in die Abonnementserklärung der PTT-Betriebe gehört Gerade darum ist es auch nicht sinnvoll, dem Parla- ment Antrag zu stellen, wie es die Motion verlangt; die gesetzli- chen Grundlagen, das Fernmeldegesetz und das Daten- schutzgesetz, dürften genügen. Das Datenschutzgesetz, wor- über Sie beraten haben, hat auch Wirkung im Fernmeldebe- reich, so zum Beispiel, wenn es um die Erhebung und Verwen- dung von Personendaten im Zusammenhang mit einem Tele- fonabonnement geht. Hier gibt es klare Regeln, die gemäss Datenschutzgesetz einzuhalten sind. Für uns ist übrigens der Datenschutz und die Prüfung von diesbezüglichen Vorschriften ein Dauerauftrag, denn mit je- dem Technologieschritt, mit jeder Einführung neuer techni- scher Möglichkeiten stellt sich die Frage nach dem Schutz von neuem. Manchmal kann man nicht alles voraussehen, aber was voraussehbar ist, prüfen wir. Ich fasse zusammen: 1. Der Bundesrat nimmt den Datenschutz ernst 2. Das Parlament hat im Juni 1991 das Fernmeldegesetz und das Datenschutzgesetz mit Datenschutzfragen behandelt 3. Soweit heute absehbar, genügen die neuen gesetzlichen Vorschriften und Grundlagen. 4. Demnach braucht es keinen neuen Antrag an das Parla- ment 5. Die Prüfung von Datenschutzanliegen ist im Zusammen- hang mit der neuen Technologie eine Daueraufgabe. Deshalb ist der Bundesrat bereit, die Motion in Form eines Postulats entgegenzunehmen. Abstimmung - Vote Für Ueberweisung als Motion Für Ueberweisung als Postulat 35 Stimmen 30 StimmenSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion der Kommission Datenschutzregeln im Telekommunikationsbereich Motion de la commission Règles de protection des données en matière de télécommunications In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 05 Séance Seduta Geschäftsnummer Ad 88.032 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 02.12.1991 - 14:30 Date Data Seite 2211-2212 Page Pagina Ref. No 20 020 675 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.