<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-05-17-2E_2-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2E_2/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 17. Mai 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Aubry Girardin, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichterin Hänni, </div> <div class="para">Bundesrichter Hartmann, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Ivanov. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Griechenland </div> <div class="para">Kläger, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Schweizerische Eidgenossenschaft, </div> <div class="para">handelnd durch den Bundesrat, 3003 Bern, </div> <div class="para">vertreten durch das Eidgenössische Finanzdepartement, Bundesgasse 3, 3003 Bern, </div> <div class="para">Beklagte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Klage aus Staatshaftung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Klage gegen die Schweizerische Eidgenossenschaft. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> A.________ reichte am 9. Oktober 2021 eine Klage gegen die Bank B.________ AG beim Handelsgericht des Kantons Zürich ein. Mit Beschluss vom 16. Mai 2022 trat das Handelsgericht mangels Leistung des Kostenvorschusses innert angesetzter Nachfrist auf die Klage nicht ein. Der Entscheid wurde A.________ mittels Publikation im Amtsblatt des Kantons Zürich mitgeteilt (Dispositiv-Ziff. 5), </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Mit einem am 23. März 2023 eingegangenen Schreiben übermittelte die Schweizerische Botschaft in Athen dem Bundesgericht eine von A.________ am 13. März 2023 eingereichte, als "Klage gegen die Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch Handelsgericht des Kantons Zürich" bezeichnete Eingabe. Darin beantragt er im Wesentlichen, es sei "die Beklagte nach Art. 8 des Datenschutzgesetzes dazu zu verpflichten, Auskunft darüber zu geben, welche Daten, und in welchem Umfang die Daten veröffentlicht worden seien". Weiter sei die Beklagte zu verpflichten, "eine verbesserte Tatsachendarstellung zu veröffentlichen" und ihm Fr. 6'541'161.43 zuzüglich 7% Zins seit 29. November 2022 zu bezahlen, Mehrforderung vorbehalten. Prozessual ersucht er eventualiter um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung. </div> <div class="para">Weil A.________ lediglich einen Wohnsitz in Griechenland angegeben hatte, wurde er mit Schreiben vom 24. März 2023 aufgefordert, ein Zustelldomizil in der Schweiz zu bezeichnen. </div> <div class="para">Mit einem vom 3. April 2023 datierten Schreiben ersucht A.________ sinngemäss um Zustellung auf konsularischem Weg. Auch diese Eingabe wurde dem Bundesgericht von der Schweizerischen Botschaft in Athen übermittelt. </div> <div class="para">Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind weitere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Nach <span class="artref">Art. 120 Abs. 1 lit. c BGG</span> ist das Bundesgericht als einzige Instanz zuständig zur Beurteilung von Ansprüchen auf Schadenersatz und Genugtuung aus der Amtstätigkeit der in Art. 1 Abs. 1 lit. a-c <sup>bis</sup> des Bundesgesetzes vom 14. Mai 1958 über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemitglieder und Beamten (Verantwortlichkeitsgesetz, VG; SR 170.32) <i>abschliessend</i> aufgezählten Personen. Das Reglement vom 20. November 2006 für das Bundesgericht (BGerR; SR 173.110.131) weist die Behandlung von Klagen im Sinne von <span class="artref">Art. 120 Abs. 1 lit. c BGG</span> der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung zu (<span class="artref">Art. 30 Abs. 3 BGerR</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Das Verfahren der Klage im Sinne von <span class="artref">Art. 120 BGG</span> richtet sich gemäss <span class="artref">Art. 120 Abs. 3 BGG</span> nach dem Bundesgesetz vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP; SR 273; vgl. Urteile 2E_4/2019 vom 28. Oktober 2021 E. 1.3.1; 2E_1/2010 / 2E_2/2010 vom 5. Januar 2011 E. 2). Dieses Gesetz wird seinerseits ergänzt durch die Vorschriften des ersten, zweiten und sechsten Kapitels des BGG, soweit seine eigenen Bestimmungen nichts Abweichendes enthalten (<span class="artref">Art. 1 Abs. 2 BZP</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Gemäss Art. 3 Abs. 1 i.V.m. <span class="artref">Art. 1 Abs. 1 VG</span> haftet der Bund für den Schaden, den Mitglieder des Bundesrates und der Bundeskanzler (lit. b), Mitglieder und Ersatzmitglieder der eidgenössischen Gerichte (lit. c) sowie Mitglieder der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (lit. c bis) in Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeit Dritten widerrechtlich zufügen. Eine entsprechende Forderung auf Schadenersatz und Genugtuung kann, nach vorheriger Geltendmachung beim Bundesrat, beim Bundesgericht eingeklagt werden (<span class="artref">Art. 10 Abs. 2 VG</span>), wobei die Forderung spätestens innert eines Jahres seit Kenntnis des Schadens geltend zu machen ist (<span class="artref">Art. 20 Abs. 1 VG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.</b> Der Kläger zeigt nicht auf, inwiefern der von ihm behauptete Schaden durch eine Amtshandlung einer der in Art. 1 Abs. 1 lit. a-c bis VG abschliessend genannten Personen verursacht worden sei. Vielmehr lässt sich der Eingabe entnehmen, dass diese auf angeblich widerrechtlichem Handeln des Handelsgerichts Zürich gründet. Für die Haftung des Kantons bzw. seiner Behördemitglieder und Mitarbeitenden ist indessen das jeweilige kantonale Recht massgebend (vgl. Urteil 2E_1/2022 vom 21. April 2022 E. 1.2). </div> <div class="para">Folglich erweist sich die Klage bereits aus diesem Grund als unzulässig, sodass darauf nicht einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Das eventualiter gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird aufgrund der offensichtlichen Aussichtslosigkeit der Klage abgewiesen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/64/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/64/1" type="start"></artref>Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/64/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref> i.V.m. <span class="artref">Art. 1 Abs. 2 BZP</span>). Umständehalber wird indessen auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 69 Abs. 1 BZP</span>). Es sind keine Parteientschädigungen zuzusprechen (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 69 Abs. 1 BZP</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Nachdem der Kläger kein Zustelldomizil in der Schweiz angegeben hat, wird ihm das vorliegende Urteil in Anwendung von <span class="artref">Art. 10 Abs. 3 BZP</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 120 Abs. 3 BGG</span> auf diplomatischem Weg zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Klage wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Kläger (auf diplomatischem Weg) und der Schweizerischen Eidgenossenschaft mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 17. Mai 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: F. Aubry Girardin </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: D. Ivanov </div> </div></body></html>