<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00613</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222070&amp;W10_KEY=13013468&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00613</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.01.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bewilligung der Halbgefangenschaft</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bewilligung der Halbgefangenschaft. Gemäss der Richtlinie der Ostschweizer Strafvollzugskommission betreffend die besonderen Vollzugsformen setzt der Vollzug in der Form der Halbgefangenschaft unter anderem voraus, dass mit dem Strafurteil keine Landesverweisung gemäss Art. 66a und Art. 66abis StGB angeordnet wurde (E. 2.2). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, bei den besagten Richtlinien handle es sich lediglich um Empfehlungen, verkennt er, dass diese mit § 38 Abs. 2 JVV förmlich in das kantonale Recht überführt wurden. Sodann ermöglicht es der Strafvollzug in der Halbgefangenschaft dem Beschwerdeführer entgegen seiner Ansicht nicht, weiter seiner Arbeit nachzugehen, ist doch mit dem von Gesetzes wegen eingetretenen Erlöschen der ausländerrechtlichen Bewilligung eine Erwerbstätigkeit seinerseits nicht mehr zulässig. Was die familiäre Situation, namentlich die derzeitige und künftige Betreuung seiner Kinder betrifft, macht der Beschwerdeführer wiederum nichts geltend, was nicht bereits von den Strafgerichten berücksichtigt worden wäre. Es ist an der KESB, das Wohlergehen der Kinder während seiner Landesabwesenheit sicherzustellen. Ein Aufschub des Strafvollzugs (im Normalvollzug) und der Landesverweisung rechtfertigt sich schliesslich auch nicht vor dem Hintergrund der beim EGMR gegen das Strafurteil erhobenen Beschwerde (E. 3.2). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HALBGEFANGENSCHAFT">HALBGEFANGENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LANDESVERWEISUNG">LANDESVERWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSKRAFT">RECHTSKRAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFANTRITT">STRAFANTRITT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLSTRECKBARKEIT">VOLLSTRECKBARKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 61 Abs. I lit. e AIG</span><br/><span class="gerade">§ 38 Abs. II JVV</span><br/><span class="ungerade">Art. 66a StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 77b Abs. I StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=56049" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00613</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">26. Januar 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">A, vertreten durch RA B, </p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrer,</b> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Justizvollzug und Wiedereingliederung, </p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegner, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Bewilligung der Halbgefangenschaft,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit Urteil vom 25. Juni 2019 stellte das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich fest, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 16. Mai 2018 neben anderem hinsichtlich der Schuldigsprechung von A wegen mehrfachen Betrugs, UrkundenfÃ¤lschung und FÃ¤lschung von Ausweisen in Rechtskraft erwachsen sei. Ferner sprach es A des unrechtmÃ¤ssigen Bezugs von Leistungen einer Sozialversicherung oder der Sozialhilfe schuldig und bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten (abzÃ¼glich eines Tages bereits erstandener Untersuchungshaft) und mit einer Geldstrafe von 90 TagessÃ¤tzen Ã Fr. 30.-. Den Vollzug der Geldstrafe schob das Obergericht auf, die Probezeit setzte es auf drei Jahre fest. Den Vollzug der Freiheitsstrafe schob es im Umfang von 20 Monaten auf, bei einer Probezeit von drei Jahren. Im Ãbrigen (zehn Monate abzÃ¼glich eines Tages erstanderer Haft) erklÃ¤rte es die Freiheitsstrafe als vollziehbar. Zudem verwies das Obergericht A fÃ¼r fÃ¼nf Jahre des Landes. </p> <p class="Sachverhalt2">Die gegen das Urteil vom 25. Juni 2019 von A erhobene Beschwerde in Strafsachen wies das Bundesgericht mit Urteil 6B_1033/2019 vom 4. Dezember 2019 ab, soweit es darauf eintrat.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 31. Januar 2020 lud Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons ZÃ¼rich (nachfolgend: das JuWe) A zur VerbÃ¼ssung der vollstreckbaren Freiheitsstrafe von zehn Monaten (abzÃ¼glich eines Tages bereits erstandener Haft) per 30. MÃ¤rz 2020 zum Strafantritt im Normalvollzug vor. Mit als "WiedererwÃ¤gungsgesuch/Rekurs" bezeichnetem Schreiben vom 4. MÃ¤rz 2020 beantragte A dem JuWe, den Vollzugsbefehl vom 31. Januar 2020 aufzuheben und ihm den Strafvollzug in Form der Halbgefangenschaft zu bewilligen. Das JuWe nahm diese Eingabe als Gesuch um VerbÃ¼ssung der Strafe in Form der Halbgefangenschaft entgegen. Mit VerfÃ¼gung vom 19. MÃ¤rz 2021 wies es dieses Gesuch ab und lud A neu per 11. Mai 2021 zum Strafantritt im Normalvollzug vor.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Daraufhin erhob A mit Eingabe vom 21. April 2021 Rekurs bei der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich (fortan: Justizdirektion) und beantragte, die VerfÃ¼gung vom 19. MÃ¤rz 2021 sei aufzuheben und es sei ihm der Strafvollzug in Halbgefangenschaft zu bewilligen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Staatskasse. Mit VerfÃ¼gung vom 6. Juli 2021 wies die Justizdirektion den Rekurs ab. Die Verfahrenskosten auferlegte sie A, eine ParteientschÃ¤digung sprach sie ihm nicht zu.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A gelangte daraufhin mit Beschwerde vom 9. September 2021 an das Verwaltungsgericht mit den AntrÃ¤gen, die VerfÃ¼gung der Justizdirektion vom 6. Juli 2021 <span>sei aufzuheben und es sei ihm der Strafvollzug in Ha</span>lbgefangenschaft zu bewilligen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Staatskasse. Die Justizdirektion beantragte mit Vernehmlassung vom 16. September 2021 die Abweisung der Beschwerde. Denselben Antrag stellte das JuWe mit Beschwerdeantwort vom 23. September 2021. Weitere Stellungnahmen gingen nicht ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Beurteilung der Beschwerde zustÃ¤ndig. Die Behandlung von Beschwerden betreffend den Straf- und Massnahmenvollzug fÃ¤llt in die einzelrichterliche ZustÃ¤ndigkeit, sofern â wie hier â kein Fall von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung vorliegt (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 und Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 77b Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB) kann auf Gesuch des Verurteilten hin eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als zwÃ¶lf Monaten oder eine nach Anrechnung der Untersuchungshaft verbleibende Reststrafe von nicht mehr als sechs Monaten in der Form der Halbgefangenschaft vollzogen werden, wenn (lit. a) nicht zu erwarten ist, dass der Verurteilte flieht oder weitere Straftaten begeht, und (lit. b) der Verurteilte einer geregelten Arbeit, Ausbildung oder BeschÃ¤ftigung von mindestens 20 Stunden pro Woche nachgeht. Nach Art. 77b Abs. 2 StGB setzt der Gefangene seine Arbeit, Ausbildung oder BeschÃ¤ftigung ausserhalb der Anstalt fort und verbringt die Ruhe- und Freizeit in der Anstalt. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>GemÃ¤ss § 38 Abs. 2 der Justizvollzugsverordnung vom 6. Dezember 2006 (JVV) gilt fÃ¼r Zulassung, Voraussetzungen, VollzugsmodalitÃ¤ten, Abbruch und Beendigung der Halbgefangenschaft die Richtlinie betreffend die besonderen Vollzugsformen (GemeinnÃ¼tzige Arbeit, elektronische Ãberwachung [electronic Monitoring, EM], Halbgefangenschaft) der Ostschweizer Strafvollzugskommission vom 31. MÃ¤rz 2017 (nachfolgend: OSK-Richt-linien). Nach Ziffer 1.3.C.lit. e derselben setzt der Vollzug in der Form der Halbgefangenschaft unter anderem voraus, dass keine Landesverweisung gemÃ¤ss Art. 66a und Art. 66a<sup>bis</sup> StGB angeordnet wurde. Der Grund dafÃ¼r ist, dass das Bundesrecht zwar an die Art der Arbeit, Ausbildung oder BeschÃ¤ftigung gemÃ¤ss Art. 77b Abs. 1 lit. b StGB keine weiteren Anforderungen stellt. Jedoch muss der Verurteilte zur AusÃ¼bung der ins Feld gefÃ¼hrten TÃ¤tigkeit berechtigt sein und erlischt gemÃ¤ss Art. 61 Abs. 1 lit. e des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) die auslÃ¤nderrechtliche Bewilligung mit der rechtskrÃ¤ftigen Landesverweisung nach Art. 66a StGB ipso iure (Cornelia Koller in: Marcel Alexander Niggli/Hans WiprÃ¤chtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht I, 4. A., Basel 2019, Art. 77b N. 11).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Das Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼ft angefochtene Entscheide grundsÃ¤tzlich nur auf Rechtsverletzungen hin. Als Rechtsverletzung gelten insbesondere Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼ber- sowie Ermessensunterschreitung (§ 50 Abs. 1 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Vorinstanz erwog in der VerfÃ¼gung vom 6. Juli 2021, die Freiheitsstrafe des BeschwerdefÃ¼hrers sei in Rechtskraft erwachsen und vollziehbar geworden. Der BeschwerdefÃ¼hrer sei zudem in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. e StGB rechtskrÃ¤ftig fÃ¼r fÃ¼nf Jahre des Landes verwiesen worden, wobei ein HÃ¤rtefall aufgrund der Situation der Kinder bzw. der Ã¤ltesten Tochter des BeschwerdefÃ¼hrers sowohl vom Obergericht als auch vom Bundesgericht verneint worden sei. Der Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer gegen den Entscheid des Bundesgerichts vom 4. Dezember 2019 und insbesondere die Landesverweisung am 7. Juli 2020 Beschwerde beim EuropÃ¤ischen Gerichtshof fÃ¼r Menschenrechte (EGMR) erhoben habe, Ã¤ndere an der Rechtskraft und Vollstreckbarkeit grundsÃ¤tzlich nichts. Der anstehende Strafvollzug und die daran anschliessende Landesverweisung stelle fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer und seine Familie zweifellos eine grosse Belastung dar â insbesondere angesichts des Umstands, dass seine Ehefrau die Schweiz bereits im MÃ¤rz 2020 habe verlassen mÃ¼ssen und das Ã¤lteste Kind, C, kognitive, physische und psychische Probleme habe. Den kantonalen Strafinstanzen und dem Bundesgericht seien diese UmstÃ¤nde indes bekannt gewesen und von ihnen ausfÃ¼hrlich behandelt worden. Dennoch sei der BeschwerdefÃ¼hrer mit der unbedingten Freiheitsstrafe bestraft und des Landes verwiesen worden.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss dem klaren Wortlaut der OSK-Richtlinien sei Halbgefangenschaft nicht mÃ¶glich, wenn eine Landesverweisung angeordnet worden sei. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer geltend mache, vorliegend sei eine Ausnahme davon sowie der gesetzlichen Grundlagen gerechtfertigt, kÃ¶nne ihm nicht gefolgt werden. Die Halbgefangenschaft ziele darauf ab, eine Desintegration der verurteilten Person zu verhindern und das soziale Netzwerk und den Ausbildungs- und Arbeitsplatz in der Schweiz zu erhalten. Sofern die verurteilte Person jedoch des Landes verwiesen werde, gingen das soziale Netzwerk und der Ausbildungs- und Arbeitsplatz in der Schweiz ohnehin verloren. Im vorliegenden Fall kÃ¶nne sodann nicht gesagt werden, beim BeschwerdefÃ¼hrer liege ein Umstand vor, der eine Ausnahme von dieser Regelung rechtfertige. Zwar sei nachvollziehbar, dass er hoffe, im Rahmen der Halbgefangenschaft noch etwas Zeit zu gewinnen, um sich um seine Kinder zu kÃ¼mmern, bevor er die Schweiz verlassen mÃ¼sse. Dies sei jedoch nicht der Zweck der Halbgefangenschaft. Vielmehr hÃ¤tte dazu ein Aufschub des Strafantrittstermins dienen kÃ¶nnen. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Schweiz fÃ¼r fÃ¼nf Jahre werde verlassen mÃ¼ssen, kÃ¶nne durch die Halbgefangenschaft nicht verhindert werden. Ohnehin wÃ¼rde die Halbgefangenschaft dem BeschwerdefÃ¼hrer ebenfalls nur beschrÃ¤nkte MÃ¶glichkeiten bieten, sich um seine Kinder zu kÃ¼mmern, da er die Ruhe- und Freizeit in der Vollzugsanstalt zu verbringen hÃ¤tte.</p> <p class="Urteilstext">Durchaus nachvollziehbar sei, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer dafÃ¼r einsetze, dass seine Kinder in der Schweiz blieben, welche sich das ebenso wÃ¼nschten. Die Kindes- und ErwachsenenschutzbehÃ¶rde (KESB) sei denn auch bereits involviert und habe die Ex-Frau des BeschwerdefÃ¼hrers als Pflegemutter eingesetzt. Sollte diese mit den drei Kindern ohne die Hilfe des BeschwerdefÃ¼hrers tatsÃ¤chlich Ã¼berfordert sein, mÃ¼sse die KESB fÃ¼r eine andere LÃ¶sung besorgt sein. Die Pflegesituation mÃ¼sse auch wÃ¤hrend der fÃ¼nfjÃ¤hrigen Landesverweisung ohne den BeschwerdefÃ¼hrer gut funktionieren. Die Koordination der nÃ¶tigen Massnahmen fÃ¼r die Tochter C und die entsprechende UnterstÃ¼tzung kÃ¶nne dannzumal ebenfalls nicht von ihm geleistet werden. Schliesslich habe der BeschwerdefÃ¼hrer seit der erstmaligen Vorladung in den Strafvollzug nunmehr genÃ¼gend Zeit gehabt, um die persÃ¶nlichen Angelegenheiten fÃ¼r sich und seine Familie bzw. die Kinder zu regeln. Ein weiterer Aufschub des Strafantritts sei kaum mehr gerechtfertigt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt nichts vor, was diese zutreffenden ErwÃ¤gungen, auf die in Anwendung von § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG vollumfÃ¤nglich verwiesen werden kann, infrage stellen wÃ¼rde, zumal er mit der Beschwerde seine bereits beim Beschwerdegegner und bei der Vorinstanz vorgebrachten Argumente wiederholt. ErgÃ¤nzt sei hier, dass der BeschwerdefÃ¼hrer, soweit er geltend macht, bei den OSK-Richtlinien handle es sich lediglich um Empfehlungen, verkennt, dass diese mit § 38 Abs. 2 JVV fÃ¶rmlich in das kantonale Recht Ã¼berfÃ¼hrt wurden. Soweit er erneut damit argumentiert, der Strafvollzug in der Halbgefangenschaft wÃ¼rde es ihm ermÃ¶glichen, weiter seiner Arbeit nachzugehen, was sowohl ihm als auch seiner Familie und dem Staat nutzen wÃ¼rde, Ã¼bersieht er sodann, dass mit dem von Gesetzes wegen eingetretenen ErlÃ¶schen der Bewilligung eine ErwerbstÃ¤tigkeit seinerseits nicht mehr zulÃ¤ssig ist (Art. 61 Abs. 1 lit. e in Verbindung Art. 11 AIG; vorn E. 2.2). Was die familiÃ¤re Situation, namentlich die derzeitige und kÃ¼nftige Betreuung seiner Kinder und dabei insbesondere von C, betrifft, macht der BeschwerdefÃ¼hrer wiederum nichts geltend, was nicht bereits von den Strafgerichten berÃ¼cksichtigt worden wÃ¤re. Mangels gegenteiliger Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers kann dabei davon ausgegangen werden, dass die Anordnung der KESB, seine Ex-Frau als Pflegemutter einzusetzen, sich mindestens bis anhin als praktikable LÃ¶sung erwiesen hat. Sollte dies wÃ¤hrend seiner Landesabwesenheit nicht mehr der Fall sein, wÃ¤re es â wie die Vorinstanz zu Recht festhÃ¤lt â an der KESB, auf einem anderen Weg das Wohlergehen der Kinder sicherzustellen. Die Dauer des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ermÃ¶glichte es dem BeschwerdefÃ¼hrer im Ãbrigen, seit dem Ergehen des Rekursentscheids die Kinder wÃ¤hrend rund eines halben Jahres weiter zu unterstÃ¼tzen und â wie er dies selbst schreibt â Alternativen und EntlastungmÃ¶glichkeiten fÃ¼r die Kinderbetreuung zu suchen und zu organisieren. Unter diesem Gesichtspunkt rechtfertigt es sich in der Tat nicht, den Strafvollzug (im Normalvollzug) und die Landesverweisung â auf unbestimmte Zeit â aufzuschieben. Dies gilt auch, soweit der BeschwerdefÃ¼hrer schliesslich abermals vorbringt, die Halbgefangenschaft sei ihm ebenso im Hinblick auf die von ihm beim EGMR erhobene Beschwerde zu bewilligen, nachdem nun der EGMR versuche, eine gÃ¼tliche Einigung herbeizufÃ¼hren. Einerseits trifft dies grundsÃ¤tzlich fÃ¼r alle beim EGMR anhÃ¤ngig gemachten, zulÃ¤ssigen Beschwerden zu (Art. 62 Abs. 1 der Verfahrensordnung des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte vom 4. November 1998). Andererseits scheint vorliegend zwischen den Parteien innert der vom EGMR mit VerfÃ¼gung vom 19. Juli 2021 angesetzten Frist von zwÃ¶lf Wochen effektiv keine solche Einigung erzielt worden zu sein. Mit einem Entscheid des EGMR ist damit nicht unmittelbar zu rechnen und der Prozessausgang weiter offen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Mangels Obsiegens steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG). Der Beschwerdegegner hat keine solche beantragt.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'200.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 120.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'320.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>