<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00006</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222191&amp;W10_KEY=13045548&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00006</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.03.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Kurzaufenthaltsbewilligung zur Ehevorbereitung: Erforderlichkeit einer Anhörung der Verlobten durch die Migrationsbehörden? [Die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers wurde rechtskräftig widerrufen. Das SEM verweigerte ferner die Zustimmung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, da es sich bei der anspruchsbegründenden Ehe um eine Scheinehe gehandelt habe. Dieser Entscheid wurde im November 2020 letztinstanzlich vom Bundesgericht geschützt. Im Dezember 2020 leitete der Beschwerdeführer ein Ehevorbereitungsverfahren mit einer hier niedergelassenen Eritreerin ein. Wegen Scheineheverdachts verweigerten ihm die Vorinstanzen die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Durchführung der Ehevorbereitung.] Ausländische Staatsangehörige müssen im Ehevorbereitungsverfahren den Nachweis des rechtmässigen Aufenthalts in der Schweiz erbringen (E. 2.1). Während der Behandlung des Gesuchs müssen sich die betroffenen Ausländer ohne legalen Aufenthalt grundsätzlich im Ausland aufhalten. Ausnahmen sind aber möglich, wenn die Zulassungsvoraussetzungen nach der Heirat offensichtlich erfüllt sein werden und keine Anhaltspunkte für einen Missbrauch der Bestimmungen über den Familiennachzug vorliegen (analog Art. 17 AIG) (E. 2.2). Ferner kann ausländischen Personen zur Vorbereitung der Heirat mit hier aufenthaltsberechtigten Personen gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG in Verbindung mit Art. 31 VZAE unter analogen Voraussetzungen auch eine Kurzaufenthaltsbewilligung von in der Regel nicht mehr als 6 Monaten erteilt werden (E. 2.3). Gestützt auf Art. 12 EMRK bzw. Art. 14 BV (Recht auf Eheschliessung) sind die Migrationsbehörden gehalten, eine (Kurz-) Aufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe zu erteilen, wenn keine Hinweise auf eine Scheinehe bestehen und "klar" erscheint, dass die ausländische Person nach der Heirat mit dem Ehepartner in der Schweiz wird verbleiben können (E. 2.4). Die Verweigerung der Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung setzt nicht den Nachweis einer Scheinehe voraus. Vielmehr ist das Migrationsamt gehalten, keine Kurzaufenthaltsbewilligung zu erteilen, sofern Hinweise für ein rechtsmissbräuchliches Handeln vorliegen. Sie hat dies summarisch zu prüfen, weshalb sie i.d.R. keine weiteren Untersuchungen wie die Befragung der Ehewilligen zu veranlassen hat. Der Beschwerdeführer brachte erstmals vor Verwaltungsgericht vor, er und seine Verlobte hätten von den Vorinstanzen persönlich angehört werden müssen. Vorliegend war die Verwaltungsbehörde auch ohne entsprechenden Antrag gehalten, eine Befragung der Beteiligten anzuordnen, behauptete doch der Beschwerdeführer eine mehrjährige Beziehung mit seiner Verlobten. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Verlobten auch nie schriftlich zur Sache, z.B. mittels schriftlichem Fragekatalog, befragt wurden. Ungeachtet der festgestellten Untersuchungspflichtverletzung durch die Behörden muss sich der Beschwerdeführer den Vorwurf der Verletzung seiner Mitwirkungspflicht entgegenhalten lassen: Als ausländische Person traf ihn bei der Feststellung des entsprechenden Sachverhalts eine weitreichende Mitwirkungspflicht (Art. 90 AIG). Der Beschwerdeführer beschränkte sich indessen darauf, lediglich rudimentäre Angaben zu seiner Beziehung zu machen und liess so die Behörden über den rechtserheblichen Sachverhalt weitestgehend im Dunkeln (E. 4.2). Rückweisung an die Vorinstanz, insbesondere zur Anhörung der Verlobten. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANHÃRUNG">ANHÃRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFRAGUNG">BEFRAGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHEVORBEREITUNG">EHEVORBEREITUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KURZAUFENTHALTSBEWILLIGUNG">KURZAUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSPFLICHT">MITWIRKUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSPFLICHTVERLETZUNG">MITWIRKUNGSPFLICHTVERLETZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSABKLÃRUNG">SACHVERHALTSABKLÃRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSUCHUNGSPFLICHT">UNTERSUCHUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSUCHUNGSPFLICHTVERLETZUNG">UNTERSUCHUNGSPFLICHTVERLETZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLOBT">VERLOBT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 17 Abs. II AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 30 Abs. I lit. b AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 90 AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 14 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 12 EMRK</span><br/><span class="ungerade">§ 7 Abs. I VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 98 Abs. IV ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=56450" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00006</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">16. MÃ¤rz 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1974, tÃ¼rkischer StaatsangehÃ¶riger, reiste am 10. Dezember 2006 in die Schweiz und stellte hier ein Asylgesuch. Am 15. Januar 2007 heiratete er die im Kanton D niedergelassene, nordmazedonische StaatsbÃ¼rgerin C (geboren 1959). Aufgrund der Heirat zog A das Asylgesuch zurÃ¼ck, weshalb dieses als gegenstandslos abgeschrieben wurde. Wegen Verdachts auf eine Scheinehe wurden die Ehegatten A persÃ¶nlich angehÃ¶rt. Am 11. April 2007 wurde A zum Verbleib bei seiner Ehefrau eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton D erteilt. GestÃ¼tzt auf eine Denunziation, wonach es sich bei der Ehe um eine Scheinehe handle, tÃ¤tigte das Amt fÃ¼r Migration und Integration des Kantons Aargau (MIKA) im Jahr 2008 weitere AbklÃ¤rungen zur Ehe. Dabei ergab sich, dass A Vater dreier in der TÃ¼rkei wohnhafter Kinder ist, welche aus einer Beziehung mit E stammen. Der Verdacht einer Scheinehe erhÃ¤rtete sich nicht, sodass die Aufenthaltsbewilligung von A verlÃ¤ngert wurde. Nach einer weiteren Denunziation wurden im Jahr 2010 erneut AbklÃ¤rungen zum Vorliegen einer Scheinehe getÃ¤tigt. In der Folge wurde die Aufenthaltsbewilligung wiederum verlÃ¤ngert und A am 13. April 2012 die Niederlassungsbewilligung erteilt. Am 17. November 2012 liessen sich die Eheleute scheiden. Am 8. Oktober 2013 heiratete A E. Mit VerfÃ¼gung vom 2. Dezember 2013 widerrief das MIKA die Niederlassungsbewilligung von A und erteilte diesem â unter Vorbehalt einer allfÃ¤lligen Zustimmung des Bundesamts fÃ¼r Migration (BFM; heute: Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) â eine Aufenthaltsbewilligung. Dies weil A im Bewilligungsverfahren zur Erteilung der Niederlassungsbewilligung bewusst falsch angegeben habe, er lebe weiterhin in intakter Ehe mit C. Die hiergegen erhobene Einsprache blieb erfolglos. Mit Urteil vom 15. Dezember 2015 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau die dagegen erhobene Beschwerde von A ab. Das Bundesgericht wies eine dagegen gerichtete Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit Urteil vom 12. Oktober 2016 (2C_66/2016) ebenfalls ab. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Antrag vom 17. November 2016 ersuchte das MIKA das SEM um Zustimmung zur Erteilung der Aufenthaltsbewilligung. Am 11. Dezember 2017 verweigerte das SEM die Zustimmung mit der BegrÃ¼ndung, bei der Ehe A/C habe es sich um eine Scheinehe gehandelt. Ferner wies es A aus der Schweiz weg. Das Bundesverwaltungsgericht wies eine dagegen erhobene Beschwerde am 6. Juli 2020 (Urteil F-583/2018) ab. Mit Urteil vom 11. November 2020 (2C_704/2020) bestÃ¤tigte das Bundesgericht das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Das MIKA setzte A daraufhin eine Frist zum Verlassen der Schweiz bis 6. Januar 2021.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 20. Dezember 2020 reichte A beim Zivilstandsamt F ein Gesuch fÃ¼r die Einleitung eines Ehevorbereitungsverfahrens mit G (geboren 1984) ein, einer hier niedergelassenen Eritreerin. Am 8. Februar 2021 ersuchte A (vertreten durch Rechtsanwalt N) das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur DurchfÃ¼hrung der Ehevorbereitung. Am 10. August 2021 beantragte A eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich bzw. eine Niederlassungsbewilligung. Mit Schreiben (mit VerfÃ¼gungscharakter) vom 25. August 2021 teilte das Migrationsamt ZÃ¼rich A mit, es bestÃ¼nden gewichtige Indizien fÃ¼r das Vorliegen einer geplanten Scheinehe. Dem Begehren um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Vorbereitung der Heirat kÃ¶nne daher nicht entsprochen werden. Mit VerfÃ¼gung vom 1. September 2021 verweigerte das Zivilstandsamt der Stadt F die DurchfÃ¼hrung des Ehevorbereitungsverfahrens und der Trauung, da der Verlobte den Nachweis des rechtmÃ¤ssigen Aufenthalts innert angemessener Frist nicht habe erbringen kÃ¶nnen. Mit Eingabe vom 21. September 2021 stellte A, vertreten durch B, beim Migrationsamt ZÃ¼rich ein neues Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Eheschliessung mit G, welches zur Behandlung zustÃ¤ndigkeitshalber an die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion Ã¼berwiesen wurde.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 27. September 2021 erhob Rechtsanwalt N namens A Rekurs gegen die VerfÃ¼gung vom 25. August 2021. Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 6. Dezember 2021 ab und ordnete an, dass der Rekurrent die Schweiz unverzÃ¼glich zu verlassen habe.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 5. Januar 2022 beantragte A (nachfolgend: der BeschwerdefÃ¼hrer) dem Verwaltungsgericht, der vorinstanzliche Entscheid sei unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen aufzuheben und die Sache zur rechtsgenÃ¼glichen SachverhaltsabklÃ¤rung und zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Zudem seien er und seine Verlobte (<i>recte:</i> von der Vorinstanz) persÃ¶nlich anzuhÃ¶ren. Eventualiter sei der Beschwerdegegner anzuweisen, ihm eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat zu erteilen. Ferner sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 6. Januar 2022 ordnete der AbteilungsprÃ¤sident an, dass gegen den BeschwerdefÃ¼hrer einstweilen alle Vollziehungsvorkehrungen zu unterbleiben hÃ¤tten. Zudem wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt. Die Kaution wurde fristgerecht geleistet.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, ging keine Beschwerdeantwort des Migrationsamts ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber- oder -unterschreitung, und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessen­heit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 98 Abs. 4 des Zivilgesetzbuchs (ZGB) mÃ¼ssen Verlobte, die nicht SchweizerbÃ¼rger sind, wÃ¤hrend des Vorbereitungsverfahrens ihren rechtmÃ¤ssigen Aufenthalt in der Schweiz nachweisen, ansonsten die Zivilstandsbeamten die Trauung nicht vollziehen dÃ¼rfen (vgl. auch Art. 66 Abs. 2 lit. e der Zivilstandsverordnung vom 28. April 2004 [ZStV]). Den Materialien lÃ¤sst sich entnehmen, dass diese Gesetzesvorschrift bezweckt, die Ãbereinstimmung der Entscheide von Zivilstands- und AuslÃ¤nderbehÃ¶rden zu fÃ¶rdern und damit ein widersprÃ¼chliches Verhalten des Staats zu verhindern (BBl 2008, 2472; VGr, 20. Januar 2012, VB.2011.00600, E. 2.1). Personen, die sich rechtswidrig in der Schweiz aufhalten und sich hier verheiraten wollen, mÃ¼ssen ihren Aufenthalt deshalb zuerst legalisieren. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>WÃ¤hrend der Behandlung des Gesuchs mÃ¼ssen sich die betroffenen AuslÃ¤nder ohne legalen Aufenthalt grundsÃ¤tzlich im Ausland aufhalten. Ausnahmen sind aber mÃ¶glich, wenn die Zulassungsvoraussetzungen nach der Heirat offensichtlich erfÃ¼llt sein werden und keine Anhaltspunkte fÃ¼r einen Missbrauch der Bestimmungen Ã¼ber den Familiennachzug vorliegen (analog Art. 17 AIG). Zur Vermeidung eines Ã¼berspitzten Formalismus und zur Wahrung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit kann in diesen FÃ¤llen eine Ausreisefrist angesetzt werden, wÃ¤hrend der die Heirat und die Regelung des Aufenthalts in der Schweiz zu erfolgen hat (vgl. dazu den Bericht der staatspolitischen Kommission des Nationalrates zur parlamentarischen Initiative "Scheinehen unterbinden" vom 31. Januar 2008, BBl 2008, 2473; BGr, 23. November 2011, 2C_349/2011, E. 3.6). Die Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 17 Abs. 2 AIG sind insbesondere dann offensichtlich erfÃ¼llt, wenn die eingereichten Unterlagen einen gesetzlichen oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch auf die Erteilung einer Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung belegen, keine WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 62 AIG vorliegen und die betroffene Person der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG nachkommt (Art. 6 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit [VZAE]). Dabei kÃ¶nnen allein aus Vorkehren wie namentlich der Einleitung ehe- und familienrechtlicher Verfahren keine AnsprÃ¼che im Bewilligungsverfahren abgeleitet werden (Art. 6 Abs. 2 VZAE). Ob die Zulassungsvoraussetzungen im Sinn von Art. 17 Abs. 2 AIG offensichtlich erfÃ¼llt sind, hat grundsÃ¤tzlich anhand einer summarischen WÃ¼rdigung der Erfolgsaussichten des Bewilligungsgesuchs zu erfolgen. Sie entspricht einer "Hauptsachenprognose", wie sie bei der Anordnung vorsorglicher Massnahmen allgemein vorzunehmen ist (vgl. VGr, 11. MÃ¤rz 2020, VB.2020.00077, E. 3.1.2; vgl. auch VGr, 21. MÃ¤rz 2012, VB.2012.00117, E. 3.2 [nicht auf www.vgrzh.ch verÃ¶ffentlicht]). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Anstelle der angefÃ¼hrten DuldungserklÃ¤rung kann auslÃ¤ndischen Personen zur Vorbereitung der Heirat mit hier aufenthaltsberechtigten Personen gestÃ¼tzt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG in Verbindung mit Art. 31 VZAE unter analogen Voraussetzungen auch eine Kurzaufenthaltsbewilligung von in der Regel nicht mehr als 6 Monaten erteilt werden (vgl. Weisungen und ErlÃ¤uterungen AuslÃ¤nderbereich [Weisungen AIG] des Staatssekretariats fÃ¼r Migration [SEM] vom Oktober 2013, Stand: 15. Dezember 2021, Ziff. 5.6.5). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind die MigrationsbehÃ¶rden im Hinblick auf das Recht auf Eheschliessung gemÃ¤ss Art. 12 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) bzw. Art. 14 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) sowie in Konkretisierung des Gesetzeszwecks von Art. 98 Abs. 4 ZGB gehalten, eine (Kurz-)Aufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe zu erteilen, wenn keine Hinweise dafÃ¼r bestehen, dass die um Bewilligung ersuchende auslÃ¤ndische Person rechtsmissbrÃ¤uchlich handelt (Scheinehe, missbrÃ¤uchliche Anrufung der Familiennachzugsbestimmungen usw.), und "klar" erscheint, dass sie nach der Heirat mit dem Ehepartner in der Schweiz wird verbleiben kÃ¶nnen, d.<span> </span>h. sie auch die weiteren hierfÃ¼r erforderlichen Voraussetzungen erfÃ¼llt. Die Duldung bzw. Bewilligung eines Kurzaufenthalts zwecks Vorbereitung des Eheschlusses soll schliesslich nur erfolgen, wenn mit diesem bzw. dem Erhalt der hierfÃ¼r zivilrechtlich erforderlichen Papiere und BestÃ¤tigungen in absehbarer Zeit gerechnet werden kann; die (vorÃ¼bergehende) Legalisierung des Aufenthalts mit Blick auf den Eheschluss darf nicht dazu dienen, die Anwesenheit lÃ¤ngerfristig zu sichern (BGr, 17. Januar 2020, 2C_827/2019, E. 3 und BGr, 7. Juni 2019, 2C_117/2019, E. 3, je mit Hinweisen, vgl. auch Weisungen AIG, Ziff. 5.6.5).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>FÃ¼r die Annahme, es liege eine AuslÃ¤nderrechtsehe vor bzw. der Bewilligungsanspruch werde rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht â was gegen das Bestehen eines offensichtlichen Bewilligungsanspruchs spricht â bedarf es konkreter Hinweise dafÃ¼r, dass die Ehegatten nicht eine eigentliche Lebensgemeinschaft fÃ¼hren wollen, sondern die Beziehung nur aus aufenthaltsrechtlichen Ãberlegungen eingehen. Die allgemein fÃ¼r das Vorliegen einer Umgehungsehe sprechenden Indizien kÃ¶nnen beigezogen werden, um festzustellen, ob die Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe zu erteilen ist und ob nach der Heirat ein offensichtlicher Bewilligungsanspruch besteht oder nicht. Indizien, die auf eine Umgehungsehe und das Fehlen eines Bewilligungsanspruchs nach der Heirat hindeuten, liegen unter anderem vor, wenn der auslÃ¤ndischen Person die Wegweisung droht, weil sie ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erhielte bzw. eine Bewilligung ohne Ehe nicht oder kaum erhÃ¤ltlich gemacht werden kÃ¶nnte. Auch die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und die kurze Dauer der Bekanntschaft kÃ¶nnen fÃ¼r einen fehlenden Ehewillen sprechen; dasselbe gilt bei einem grossen Altersunterschied oder wenn die Eheleute gar nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben (BGr, 7. Juni 2019, 2C_117/2019, E. 4.1 f.). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung, da gewichtige Indizien dafÃ¼r bestÃ¼nden, dass A und G eine Scheinehe eingehen wollten. Offensichtlich sei A an einem Verbleib in der Schweiz gelegen, weshalb er schon frÃ¼her eine Scheinehe eingegangen sei und sich der Aufforderung zur Ausreise bis 6. Januar 2021 widersetze. Die einzige realistische MÃ¶glichkeit, seinen Aufenthalt zu legalisieren, bestehe im Eingehen einer weiteren Ehe mit einer Ã¼ber einen anspruchsbegrÃ¼ndenden Aufenthaltstitel verfÃ¼genden Person. GrÃ¼nde, weshalb er die seit 2014, 2016 oder 2017 bestehende Beziehung zu G im verwaltungs- und bundesgerichtlichen Verfahren nie thematisiert habe, bringe er nicht vor. Die angebliche Beziehung sei dagegen gegenÃ¼ber den MigrationsbehÃ¶rden erstmals am 30. Dezember 2020 erwÃ¤hnt worden. Schliesslich sei das Ehevorbereitungsverfahren nur rund sechs Wochen nach Erhalt des Bundesgerichtsurteils vom 11. November 2020 am 20. Dezember 2020 eingeleitet worden. Weiter habe A am 7. September 2015 ein Familiennachzugsgesuch fÃ¼r seine damalige Ehefrau und die drei gemeinsamen Kinder beim MIKA gestellt. Vor diesem Hintergrund erscheine seine Angabe, er habe mit G eine mehr als sechsjÃ¤hrige Beziehung gefÃ¼hrt aufgrund der zeitlichen Ãberschneidungen mit dem Familiennachzugsgesuch fÃ¼r seine drei Kinder und die Kindsmutter wenig glaubhaft. Die wenigen eingereichten und grÃ¶sstenteils gestellt wirkenden Fotos und teilweise Ã¤hnlich lautenden GefÃ¤lligkeitsschreiben von Bekannten vermÃ¶chten den Gesamteindruck einer beabsichtigten Scheinehe nicht zu entkrÃ¤ften. Es hÃ¤tte an A gelegen, diesen Verdacht zu widerlegen, zumal nach einer mehrjÃ¤hrigen, kantonsÃ¼bergreifend gefÃ¼hrten Liebesbeziehung zahlreiche weitere Beweismittel wie z.<span> </span>B. KommunikationsverlÃ¤ufe Ã¼bers Natel, Fotos, Nachweise von gemeinsamen Ferienaufenthalten usw. vorhanden sein mÃ¼ssten. A habe jedoch keine weiteren Beweismittel eingereicht, um die Liebesbeziehung zu substanziieren. Die summarische PrÃ¼fung ergebe genÃ¼gend Anhaltspunkte fÃ¼r eine geplante Scheinehe.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt im Hauptpunkt die RÃ¼ckweisung der Sache zur rechtsgenÃ¼glichen SachverhaltsabklÃ¤rung und zum Neuentscheid an die Vorinstanz. So seien weder er noch seine Verlobte im ganzen Verfahren je persÃ¶nlich angehÃ¶rt worden. Weder die Vorinstanz noch der Beschwerdegegner hÃ¤tten hinreichend dargelegt, weshalb eine persÃ¶nliche Befragung ungeeignet zur Widerlegung des im Raum stehenden Verdachts einer beabsichtigten Scheinehe sein sollte. Vielmehr sei der Verzicht auf weitere Beweiserhebungen damit begrÃ¼ndet worden, dass im Rahmen der Bewilligung zur Heiratsvorbereitung die Zulassungsvoraussetzungen analog Art. 17 Abs. 2 AIG offensichtlich erfÃ¼llt sein mÃ¼ssten, weshalb im Rahmen der Bewilligungserteilung zur Ehevorbereitung aufgrund des summarischen Charakters des Verfahrens keine vertieften AbklÃ¤rungen durch die MigrationsbehÃ¶rden verlangt werden kÃ¶nnten. Mit dem Verzicht auf eine Befragung der Verlobten seien die Vorinstanzen ihrer Untersuchungspflicht nicht hinreichend nachgekommen und hÃ¤tten ihr rechtliches GehÃ¶r verletzt.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Verweigerung der Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung setzt anders als beim Familiennachzug oder beim Widerruf einer Anwesenheitsbewilligung nicht voraus, dass das Vorliegen einer Scheinehe nachgewiesen ist. Vielmehr ist das Migrationsamt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung gehalten, keine Kurzaufenthaltsbewilligung zu erteilen, sofern Hinweise fÃ¼r ein rechtsmissbrÃ¤uchliches Handeln vorliegen. Sie hat dies summarisch zu prÃ¼fen, weshalb sie in der Regel keine weiteren Untersuchungen wie die Befragung der Ehewilligen zu veranlassen hat (VGr, 20. Dezember 2017, VB.2017.00754, E. 4.1; siehe auch VGr, 9. Juli 2015, VB.2015.00062, E. 2.2). </p> <p class="Erwgung2">Vorliegend brachte der â stets anwaltlich vertretene â BeschwerdefÃ¼hrer erstmals vor Verwaltungsgericht vor, er und seine Verlobte hÃ¤tten von den Vorinstanzen persÃ¶nlich angehÃ¶rt werden mÃ¼ssen. Zuvor wurde eine AnhÃ¶rung nicht thematisiert. Auch ohne entsprechenden Antrag kann die VerwaltungsbehÃ¶rde in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (§ 7 Abs. 1 VRG) gehalten sein, von Amtes wegen eine Befragung der Beteiligten anzuordnen, sofern diese unabdingbar erscheint, um den rechtserheblichen Sachverhalt festzustellen (vgl. Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 7 N. 10). Dies muss auch im Rahmen einer lediglich summarischen PrÃ¼fung gelten, wenn die Akten Anlass zu vertiefteren SachverhaltsabklÃ¤rungen geben (vgl. dazu VGr, 11. MÃ¤rz 2020, VB.2020.00077, E. 3.3 f.). Dies ist hier der Fall: Der BeschwerdefÃ¼hrer behauptet, er fÃ¼hre eine mehrjÃ¤hrige Beziehung mit seiner Verlobten, nachdem sie sich im Jahr 2016 bei der Arbeit fÃ¼r die H AG kennengelernt hÃ¤tten. Auch in den Referenzschreiben ist von der "langjÃ¤hrigen Freundin" die Rede (Schreiben von I sowie J und K vom 14. September 2021) bzw. einer "seit mehreren Jahren" dauernden Beziehung (Schreiben L vom 12. September 2021). Zudem haben der BeschwerdefÃ¼hrer und G gemeinsam eine Wohnung an der M-Strasse 01 in F angemietet. Vor Verwaltungsgericht wurden erstmals AuszÃ¼ge eines Chatverlaufs zwischen den Verlobten eingereicht. Die AuszÃ¼ge befassen sich hauptsÃ¤chlich mit der Vereinbarung von Treffpunkten und der Regelung alltÃ¤glicher Belange (Essen kochen, Einkauf u.<span> </span>Ã¤.) im Zeitraum Oktober 2020 bis Mitte 2021. Nachdem die Vorinstanz zu Recht zahlreiche Indizien fÃ¼r eine Scheinehe erblickte, wÃ¤re sie gleichwohl gehalten gewesen, dem Vorbringen, es bestehe eine mehrjÃ¤hrige Beziehung, nachzugehen. Dabei hÃ¤tte eine persÃ¶nliche Befragung der Verlobten ausschlaggebende Hinweise <i>fÃ¼r </i>bzw. <i>gegen</i> eine Scheinehe geliefert. Auf diese Beweiserhebung konnte daher in Anwendung von § 7 Abs. 1 VRG nicht verzichtet werden, auch ohne entsprechenden Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Verlobten auch nie schriftlich zur Sache, z.<span> </span>B. mittels schriftlichem Fragekatalog, befragt wurden. Ungeachtet der festgestellten Untersuchungspflichtverletzung durch die BehÃ¶rden muss sich der BeschwerdefÃ¼hrer den Vorwurf der Verletzung seiner Mitwirkungspflicht entgegenhalten lassen: Als auslÃ¤ndische Person traf ihn bei der Feststellung des entsprechenden Sachverhalts eine weitreichende Mitwirkungspflicht (Art. 90 AIG). Der BeschwerdefÃ¼hrer beschrÃ¤nkte sich indessen in Verletzung seiner Mitwirkungspflicht darauf, lediglich rudimentÃ¤re Angaben zu seiner Beziehung mit G zu machen und liess so die BehÃ¶rden Ã¼ber den rechtserheblichen Sachverhalt weitestgehend im Dunkeln.</p> <p class="Urteilstext">Bei dieser Sachlage erÃ¼brigt es sich, auf die weiteren Vorbringen bezÃ¼glich Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs bzw. auf die BegrÃ¼ndung des Eventualantrags einzugehen.</p> <p class="Urteilstext">Damit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Sache zur weiteren SachverhaltsabklÃ¤rung und zur Vermeidung eines Instanzenverlusts an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Diese wird den BeschwerdefÃ¼hrer und seine Verlobte anzuhÃ¶ren haben und allenfalls noch weitere SachverhaltsabklÃ¤rungen vorzunehmen haben.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Eine RÃ¼ckweisung zu neuem Entscheid bei offenem Ausgang ist in Bezug auf die Nebenfolgen als Obsiegen der beschwerdefÃ¼hrenden Partei zu behandeln (BGr, 28. April 2014, 2C_846/2013, E. 3.2 f. mit Hinweisen; Marco Donatsch in: Kommentar VRG, § 64 N. 5). Damit sind die Kosten des vorliegenden Verfahrens dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen und ist dieser fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren zur Bezahlung einer angemessenen ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu verpflichten (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG sowie § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Ãber die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen des Rekursverfahrens hat die Vorinstanz im Neuentscheid zu befinden.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der vorliegende RÃ¼ckweisungsentscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Andernfalls kann lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen der Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte ergriffen werden. Die Beschwerde ist zudem nur zulÃ¤ssig, wenn der Entscheid einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kÃ¶nnte oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifÃ¼hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten fÃ¼r ein weitlÃ¤ufiges Beweisverfahren ersparen wÃ¼rde (Art. 93 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Ãber die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen des Rekursverfahrens hat die Vorinstanz im Neuentscheid zu befinden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>