<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00222</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205233&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00222</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.07.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung und Befehl</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Einfriedung eines Grundstücks mit Metallmasten und Segelelementen: Einordnung gemäss § 238 Abs. 1 PBG.<br/><br/>Die Vorinstanz beschränkt sich in ihrem Entscheid, mit dem sie die kommunale Bauverweigerung aufhebt, im Wesentlichen darauf, eine eigene Würdigung der Verbesserungen des überarbeiteten Projekts vorzunehmen. Sie zeigt nicht auf, inwiefern sich die ästhetische Würdigung des Projekts durch die örtliche Baubehörde als offensichtlich unhaltbar erweist, weshalb der vorinstanzliche Entscheid ermessensüberschreitend ist (E. 3.3).<br/><br/>Gutheissung der Beschwerden VB.2005.00222 und VB.2005.00223.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINFRIEDUNG">EINFRIEDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GARTENANLAGE">GARTENANLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HANGLAGE">HANGLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SICHTSCHUTZWAND">SICHTSCHUTZWAND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 238 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 24. August 2004 verweigerte die Baukommission KÃ¼snacht D die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r eine eigenmÃ¤chtig erstellte Reihe von mehreren, aus weissem PVC bestehenden, demontierbaren Segeln auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01, L, in KÃ¼snacht. Die insgesamt 34 m lange Konstruktion ist an sechs bis zu 3,95 m hohen, grau verzinkten Stahlmasten befestigt und folgt in einem Abstand von 1,8 m der sÃ¼dlichen GrundstÃ¼cksgrenze.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen gegen diesen Beschluss erhobenen Rekurs der Bauherrin hiess die Baurekurskommission II am 12. April 2005 gut; die Baukommission KÃ¼snacht wurde eingeladen, das Baugesuch zu bewilligen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den Rekursentscheid erhoben die Gemeinde KÃ¼snacht und die ins Rekursverfahren beigeladene Nachbarin B am 18. Mai 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht, je mit dem Antrag, den Rekursentscheid aufzuheben und die Bauverweigerung der Gemeinde zu bestÃ¤tigen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission II schloss am 2. Juni 2005 ohne weitere Bemerkungen auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin liess am 27. Juni 2005 Abweisung der Beschwerden unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen beantragen; in verfahrensmÃ¤ssiger Hinsicht beantragte sie Vereinigung der Verfahren und einen Augenschein durch das Gericht.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtpflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der Baurekurskommissionen zustÃ¤ndig. Die beschwerdefÃ¼hrende Nachbarin ist als EigentÃ¼merin des GrundstÃ¼cks, von dessen Grenze die Segel nur 1,8 m entfernt sind, durch den Rekursentscheid in besonderer Weise betroffen und deshalb gemÃ¤ss § 21 lit. a VRG bzw. § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) zur Beschwerde legitimiert. Auch die Gemeinde, der bei der Anwendung von § 238 PBG eine qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit zusteht (RB 1979 Nr. 10; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 67), ist zur Beschwerde befugt. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die rechtzeitig erhobenen Beschwerden einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die Beschwerden, welche beide die Einordnung der Segel auf dem GrundstÃ¼ck der Beschwerdegegnerin betreffen, sind zweckmÃ¤ssigerweise zu vereinigen.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Der von der Beschwerdegegnerin beantragte Augenschein rechtfertigt sich nicht. Die ÃberprÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts ist gemÃ¤ss § 50 Abs. 1 VRG beschrÃ¤nkt. Im Zusammenhang mit Fragen der Einordnung im Sinn von § 238 PBG hat das Gericht in erster Linie zur prÃ¼fen, ob die Baurekurskommission die der Gemeinde bei der Anwendung von § 238 PBG zustehende qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit beachtet hat. Zu beantworten ist vorliegend die Frage, ob die WÃ¼rdigung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde, das Bauvorhaben stelle in der massgeblichen baulichen und landschaftlichen Umgebung einen FremdkÃ¶rper dar, als offensichtlich nicht mehr vertretbar erscheint (vgl. dazu nachfolgende E. 2). Dieser Entscheid kann hier auf Grund der BaueingabeplÃ¤ne und der bei den Akten liegenden Fotografien gefÃ¤llt werden. Ein Augenschein ist daher nicht erforderlich.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die Baurekurskommission hat die zu § 238 Abs. 1 PBG entwickelte Praxis grundsÃ¤tzlich zutreffend dargestellt (Rekursentscheid, E. 4a), sodass auf diese AusfÃ¼hrungen verwiesen werden kann (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG).</p> <p class="Erwgung2">Bei der Anwendung von § 238 Abs. 1 PBG steht der kommunalen BaubehÃ¶rde ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Trotz umfassender Kognition (§ 20 VRG) hat sich deshalb die Baurekurskommission bei der ÃberprÃ¼fung eines Einordnungsentscheids der kommunalen BaubehÃ¶rde ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen. Beruht dieser auf einer vertretbaren WÃ¼rdigung der massgebenden SachumstÃ¤nde, so hat die Rechtsmittelinstanz ihn zu respektieren und darf nicht ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der kommunalen BehÃ¶rde setzen. Die Rekursinstanz darf erst dann eingreifen, wenn sich die vorinstanzliche ErmessensausÃ¼bung als offensichtlich unvertretbar erweist (RB 1981 Nr. 20; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 20 N. 19).</p> <p class="Urteilstext">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen im Sinn von § 50 Abs. 2 VRG sowie gemÃ¤ss § 51 VRG eine fÃ¼r den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden. Hat die Baurekurskommission einen Einordnungsentscheid der kommunalen BehÃ¶rde aufgehoben, so kann vor Verwaltungsgericht insbesondere geltend gemacht werden, die Rekursinstanz habe ermessensÃ¼berschreitend im Sinn von § 50 Abs. 2 lit. c VRG in die qualifizierte Entscheidungs- und Ermessensfreiheit der Gemeinde eingegriffen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 78). Das Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼ft dabei lediglich, ob die Rekursinstanz die Ã¤sthetische WÃ¼rdigung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde als offensichtlich nicht mehr haltbar hat beurteilen dÃ¼rfen; nimmt es statt dessen eine eigene umfassende Beurteilung der Gestaltung und der Eingliederung des Bauvorhabens vor, so Ã¼berschreitet es in willkÃ¼rlicher Weise seine eigene Kognition und verletzt damit gleichzeitig die Gemeindeautonomie (BGr, 21. Juni 2005, 1P.678/2004, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Das umstrittene Bauvorhaben hat eine lÃ¤ngere Vorgeschichte: Nach der eigenmÃ¤chtigen Installation der Anlage wurde die Bauherrschaft am 18. September 2001 zur Einreichung eines Baugesuchs aufgefordert und am 12. MÃ¤rz 2002 die Bewilligung verweigert; die Baurekurskommission wies den hiergegen erhobenen Rekurs am 24. September 2002 ab; der Entscheid erwuchs nach RÃ¼ckzug der dagegen erhobenen Beschwerde in Rechtskraft. Bereits am 7. November 2002 war erfolglos ein erstes Alternativprojekt eingereicht worden. Am 31. Januar 2003 wurde ein zweites Alternativprojekt eingegeben. Dieses wurde von der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde am 20. Mai 2003 auch verweigert und der dagegen erhobene Rekurs von der Vorinstanz am 3. Februar 2004 wiederum abgewiesen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Baukommission KÃ¼snacht hat im Beschluss vom 24. August 2004 unter Bezugnahme auf diese Vorgeschichte die Verweigerung der Bewilligung fÃ¼r das im vorliegenden Verfahren umstrittene <i>Ã¼berarbeitete</i> zweite Alternativprojekt im Wesentlichen damit begrÃ¼ndet, dass das Segelband nach wie vor als FremdkÃ¶rper im Landschaftsbild wirke. Die nun verbleibenden Dreiecke wirkten formal und funktional unmotiviert. Das Dreieck als Form trete nun umso stÃ¤rker in Erscheinung und es komme ihm keine wirkliche Funktion mehr zu. In ihrer Rekursantwort vom 23. Dezember 2004 liess die BehÃ¶rde verdeutlichen, dass die optische Wirkung gegenÃ¼ber den frÃ¼heren Projekten etwas weniger dominant und die unerwÃ¼nschte Sichtriegel-Wirkung durch das Weglassen einzelner Segelelemente gemildert sei. Das Segelband wirke aber aufgrund von GrÃ¶sse, Farbe und Material nach wie vor als starker FremdkÃ¶rper im Landschaftsbild. Zwar wÃ¼rden auf der Nordostseite gewisse Durchblicke gewÃ¤hrt, die verbleibenden "Dreiecke" wirkten jedoch nach wie vor dominant und zudem formal und funktional unmotiviert. Die grossen weissen Dreiecke bildeten einen starken Kontrast zum dunklen Hintergrund der Bepflanzung und trÃ¤ten als Form nun umso stÃ¤rker in Erscheinung; auf der sÃ¼dwestlichen Seite (im Bereich des Schwimmbads) bleibe die unerwÃ¼nschte Sichtriegel-Wirkung bestehen. Mit Masten von gegen 4 m HÃ¶he liege das Vorhaben weit entfernt von den sonst vorherrschenden ZÃ¤unen oder GrÃ¼nhecken mit HÃ¶hen von 1,5 bis hÃ¶chstens 2,5 m; das Weglassen einzelner Segel vermÃ¶ge die erdrÃ¼ckenden Dimensionen der Einfriedung nicht auf ein im Sinn von § 238 PBG akzeptables Mass zu bringen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Inwiefern diese Beurteilung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde als nicht mehr vertretbar erscheint, wird im Rekursentscheid nicht begrÃ¼ndet. Die Vorinstanz beschrÃ¤nkt sich im Wesentlichen darauf, eine eigene WÃ¼rdigung der Verbesserungen des Ã¼berarbeiteten zweiten Alternativprojekts gegenÃ¼ber den ersten abgelehnten vorzunehmen (Rekursentscheid, E. 4b); auf die ErwÃ¤gungen der BaubehÃ¶rde, weshalb sie die Verbesserungen gegenÃ¼ber den ersten Projekten nicht als hinreichend erachte und die Anlage aufgrund von GrÃ¶sse, Farbe und Material nach wie vor als starken FremdkÃ¶rper im Landschaftsbild betrachte, nimmt der Rekursentscheid keinen Bezug. Auch der WÃ¼rdigung der BaubehÃ¶rde, dass im Bereich des Schwimmbads die unerwÃ¼nschte Sichtriegel-Wirkung bestehen bleibe, stellt die Baurekurskommission lediglich ihre gegenteilige eigene WÃ¼rdigung gegenÃ¼ber, ohne zu begrÃ¼nden, dass diejenige der kommunalen BehÃ¶rde offensichtlich unhaltbar sei. Die Vorinstanz beschrÃ¤nkt sich auf Darlegungen, dass die neue Projektvariante gestalterisch besser sei als die auch von ihr abgelehnte erste Variante. Diese Verbesserung, die auch die Ã¶rtliche BehÃ¶rde erkannt hat, fÃ¼hrt fÃ¼r sich allein jedoch nicht dazu, dass die Ã¤sthetische Beurteilung des abgeÃ¤nderten Projekts durch die Gemeinde als unhaltbar erscheint. Die Gemeinde hat sodann zutreffend darauf hingewiesen, dass im Bereich des Schwimmbads, wo die Segelwand an der dortigen Hangkante sehr stark in Erscheinung tritt, das Projekt nicht wesentlich geÃ¤ndert worden ist. An dieser Stelle sind die Segel durchgehend zwischen drei Masten mit HÃ¶hen von 3,31 m, 2,85 m und 1,56 m aufgespannt, sodass eine ebenso hohe durchgehende weisse Wand entsteht. In einer locker bebauten, stark durchgrÃ¼nten Umgebung und insbesondere an der Hangkante, wo sich der Blick zum See hin Ã¶ffnet, durfte die BewilligungsbehÃ¶rde die Anlage mit guten GrÃ¼nden als FremdkÃ¶rper bezeichnen. Auch die WÃ¼rdigung, dass in diesem Bereich eine unerwÃ¼nschte Riegelwirkung entstehe, ist angesichts der exponierten Lage nachvollziehbar. Sodann liegt ein anderer Fall vor als der vom Verwaltungsgericht am 12. Januar 2005 beurteilte (BEZ 2005 Nr. 19), wo es um Gartenskulpturen ging und das Gericht unter Hinweis auf den Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit Ã¶ffentlichrechtlicher EigentumsbeschrÃ¤nkungen ausgefÃ¼hrt hat, dass dem Bauherrn fÃ¼r die Ã¼bliche und naturgemÃ¤ss individuelle Ausstattung seines Gartens mit Gartenzwergen, GartenmÃ¶beln, SpielgerÃ¤ten und Ã¤hnlichen Artefakten, ein nicht zu enger Gestaltungsspielraum belassen werden mÃ¼sse. Wie das Gericht dabei einschrÃ¤nkend beigefÃ¼gt hat, gilt dies fÃ¼r Objekte, die bereits aufgrund ihrer GrÃ¶sse erscheinungsmÃ¤ssig nicht allzu stark ins Gewicht fallen, was hier angesichts der sich in GrenznÃ¤he Ã¼ber mehr als 30 m erstreckenden und teilweise eine HÃ¶he von fast 4 m erreichenden Anlage nicht zutrifft. Auch unter diesem Gesichtswinkel erscheint der Einordnungsentscheid der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde nicht als unhaltbar. Der Rekursentscheid erweist sich damit als ermessensÃ¼berschreitend.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">In Gutheissung der Beschwerden ist deshalb der angefochtene Rekursentscheid aufzuheben und der Beschluss der Baukommission KÃ¼snacht vom 24. August 2004 wiederherzustellen.</p> <p class="Urteilstext">Die Gerichtskosten sowie diejenigen des Rekursverfahrens sind der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Diese ist Ã¼berdies fÃ¼r das Verfahren vor beiden Rechtsmittelinstanzen zu einer angemessenen ParteientschÃ¤digung an die BeschwerdefÃ¼hrerinnen zu verpflichten (<span>§ 17 Abs. 2 lit. a VRG;</span> § 12 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997, LS 175.252). <span>Als angemessen erscheint eine EntschÃ¤digung von je Fr. 1'200.- (</span>Mehrwertsteuer inbegriffen)<span>.</span></p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>Die Beschwerdeverfahren VB.2005.00222 und VB.2005.00223 werden vereinigt;</span></p> <p class="Zwischentitel">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerden werden gutgeheissen. DemgemÃ¤ss wird der angefochtene Rekursentscheid aufgehoben und der Beschluss der Baukommission KÃ¼snacht vom 24. August 2004 wiederhergestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 180.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'680.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird zu einer ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'200.- an die BeschwerdefÃ¼hrerinnen verpflichtet (insgesamt Fr. 2'400.-, Mehrwertsteuer inbegriffen), zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>