A bteilung III C -2560/2006 {T 0/2} U rteil vom 9. A ugust 2007 M itw irkung: M ichael Peterli, vorsitzender R ichter, Eduard Acherm ann, R ichter, Franziska Schneider, R ichterin, G erichtsschreiberin G ross M ._______, Frankreich, Beschw erdeführerin, vertreten durch H errn Erich Züblin, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel, gegen Eidgenössische Invalidenversicherung, IV-Stelle für Versicherte im A usland, Postfach 3100, 1211 G enf 2, Vorinstanz, betreffend Invalidenrente B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Verfügung vom 9. M ärz 2004 hatte die IV-Stelle für Versicherte im Aus- land (nachfolgend: IV-Stelle) der im Jahr 1949 geborenen französischen Staatsbürgerin M ._______, die bisher als G renzgängerin im Pflegebereich tätig w ar, eine halbe Invalidenrente ab dem 1. Juni 2001 zugesprochen. D iese Verfügung basierte nam entlich auf dem rheum atologischen G utach- ten des A._______ Spitals Basel vom 7. August beziehungsw eise vom 9. Septem ber 2003 sow ie auf dem psychiatrischen G utachten von D r. m ed. F._______ vom 24. Juni 2003. G em äss dem rheum atologischen G utach- ten könne M ._______ leichte Verw eisungstätigkeiten vollschichtig aus- üben. Aus psychiatrischer Sicht attestierte ihr D r. m ed. F._______ grund- sätzlich eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit, allerdings sei nam entlich w e- gen dem erhöhten Pausenbedarf eine etw a 30-prozentige Leistungsein- schränkung zu erw arten. B. G egen diese Verfügung hat M ._______ am 6. April 2004 Einsprache erho- ben. Sie beantragte, die Verfügung vom 9. M ärz 2004 aufzuheben und ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine ganze Invalidenrente, zu gew ähren. C . M it Einspracheverfügung vom 18. Juli 2005 hat die IV-Stelle die Einspra- che abgew iesen. D . Am 7. Septem ber 2005 erhebt M ._______ (nachfolgend: Beschw erdefüh- rerin) Beschw erde bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission AH V/IV für die im Ausland w ohnenden Personen. Sie beantragt, die Einspracheverfü- gung aufzuheben und ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Zur Begründung führt sie im W esentlichen an, dass die G utachten des A.________ Spitals sow ie von D r. m ed. F._______, auf die sich die IV- Stelle abgestützt habe, im W iderspruch stünden zu der Einschätzung des R heum atologen D r. m ed. S._______ der R heum aklinik X._______, der ihr eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% für leichte körperliche Tätigkeiten attestiert habe. W ährend sich D r. m ed. S._______ ausführlich m it dem Krankheitsbild der Fibrom yalgie auseinandergesetzt habe und diese Krankheit anhand der geltenden m edizinischen Kriterien diagnostiziert habe, verm öge das rheum atologische G utachten des A._______ Spitals nicht zu überzeugen. Es sei deshalb ein O bergutachten einzuholen bei ei- nem R heum atologen, der über Spezialkenntnisse im Bereich der Fibro- m yalgie verfüge. Im Ü brigen habe sich ihr G esundheitszustand im Zeit- raum zw ischen der Erstellung der G utachten, auf die sich die IV-Stelle ab- gestützt habe, und dem Erlass der Einspracheverfügung am 18. Juli 2005 w eiter verschlechtert, w ie ihr H ausarzt D r. m ed. U ._______ in seinem Arzt- bericht vom 28. Juni 2005 bestätige. Es seien deshalb ergänzende m edizi- nische Abklärungen vorzunehm en. Schliesslich rügte sie, dass im Einkom - m ensvergleich nam entlich aufgrund der zeitlichen und körperlichen Ein- schränkung bei der Verrichtung einer Arbeit ein leidensbedingter Abzug von m indestens 20% vom Tabellenlohn hätte erfolgen m üssen. D ie Be-3 schw erdeführerin habe folglich Anspruch auf eine ganze R ente ab dem 1. N ovem ber 2001. E. M it Vernehm lassung vom 4. N ovem ber 2005 beantragt die IV-Stelle m it Verw eis auf die entsprechende Stellungnahm e der IV-Stelle Basel-Stadt vom 28. O ktober 2005, w elche die angefochtene Einspracheverfügung vor- bereitet hatte, die Abw eisung der Beschw erde und die Bestätigung der an- gefochtenen Einspracheverfügung. F. M it Schreiben vom 18. N ovem ber 2005 hält die Beschw erdeführerin an ih- rer Beschw erde fest. G . Am 1. Januar 2007 geht das Verfahren an das Bundesverw altungsgericht über. H . M it Eingabe vom 30. Januar 2007 teilt die Beschw erdeführerin dem Bun- desverw altungsgericht m it, dass sie ein G esuch um R evision der Invaliden- rente eingereicht habe, da sich ihr G esundheitszustand w eiter verschlech- tere. I. Am 19. Juli 2007 gibt das Bundesverw altungsgericht den Parteien den Spruchkörper bekannt. Es sind keine Ausstandsbegehren eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D epartem en- te hängigen R echtsm ittel. D ie Beurteilung erfolgt gem äss Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Bundesverw altungsgericht vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) nach neuem Verfahrensrecht. 1.2 G em äss Art. 31 VG G in Verbindung m it Art. 33 Bst. d VG G und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG , SR 831.20) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahm e im Sinne von Art. 32 VG G liegt nicht vor. 1.3 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) findet das Vw VG kei- ne Anw endung in Sozialversicherungssachen, sow eit das Bundesgesetz vom 6. O ktober 2000 über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG , SR 830.1) anw endbar ist. G em äss Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestim m ungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a-26bis IVG und 28-70 IVG ) anw endbar, sow eit das IVG nicht ausdrücklich eine Abw eichung vom ATSG vorsieht. 1.4 D ie Beschw erdeführerin ist im Sinne von Art. 59 ATSG beschw erdelegiti- m iert.4 1.5 D a die Beschw erde im Ü brigen frist- und form gerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 Vw VG ) eingereicht w urde, ist darauf einzutreten. 2. Vorliegend ist streitig und vom Bundesverw altungsgericht zu prüfen, inw ie- fern die Beschw erdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschrän- kungen Anspruch auf eine Invalidenrente hat. 2.1 Ein Anspruch auf eine ganze R ente besteht gem äss Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis zum 31. D ezem ber 2003 gültig gew esenen Fassung, w enn die ver- sicherte Person m indestens zu zw ei D ritteln, derjenige auf eine halbe R en- te, w enn sie m indestens zur H älfte und derjenige auf eine Viertelsrente, w enn sie m indestens zu 40% invalid ist. N ach dem seit 1. Januar 2004 in Kraft stehenden Art. 28 Abs. 1 IVG hat ein Versicherter bei einem Invaliditätsgrad von 70% Anspruch auf eine ganze R ente, auf eine D reiviertelsrente bei einem G rad der Invalidität von 60% , auf eine halbe R ente bei einem solchen von 50% und auf eine Vier- telsrente bei einem Invaliditätsgrad von 40% . 2.2 D as Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Ver- w altungsaktes eingetretenen Sachverhalt ab (BG E 129 V 4 E. 1.2 m it H in- w eisen). D er im vorliegenden Verfahren streitige Einspracheentscheid w ur- de am 18. Juli 2005 erlassen, so dass eventuelle nach diesem Zeitpunkt eingetretene Sachverhaltsänderungen grundsätzlich nicht berücksichtigt w erden können (BG E 121 V 366 E. 1b). 3. 3.1 Laut dem G utachten der R heum atologischen Klinik des A._______ Spitals Basel vom 7. August beziehungsw eise vom 9. Septem ber 2003 w urde bei der Beschw erdeführerin ein Panvertebralsyndrom m it zervikothorakaler Betonung diagnostiziert, eine leichte linkskonvexe thorakolum bale Skolio- se (D iskushernie C 5/C 6), ein Fibrom yalgiesyndrom sow ie eine depressive Entw icklung. Bei diesen D iagnosen w urde der Beschw erdeführerin voll- ständige Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten (m it der M öglichkeit des Positionsw echsels, der Entlastung von Arm en und Beinen und der selb- ständigen Einteilung der Arbeit) attestiert. 3.2 D er behandelnde R heum atologe D r. m ed. S._______ von der R heum akli- nik X._______ hatte der Beschw erdeführerin in seinem Bericht vom 17. Ju- li 2000 insgesam t eine 50-prozentige Arbeitsfähigkeit für leichte körperli- che Tätigkeiten in w echselnden Positionen attestiert. Tätigkeiten, bei de- nen sie über 7 kg heben und tragen oder sich längere Zeit bücken m üsse, seien ihr nicht zum utbar. Ebenso solle sie w egen ihrer Schm erzsym ptom a- tik keine Schichtarbeit durchführen und keine Arbeiten, die höherer Kon- zentration bedürften. Am 23. D ezem ber 2002 berichtete D r. m ed. S._______ in einem ärztlichen Attest zur Vorlage bei der Invalidenkasse, dass die Beschw erdeführerin bedingt durch die chronische Schm erzsym p-5 tom atik auch an depressiven Verstim m ungszuständen leide, sie sei zur Zeit nicht in der Lage, einer geregelten Arbeit nachzugehen. 3.3 D as Bundesrecht schreibt nicht vor, w ie die einzelnen Bew eism ittel zu w ür- digen sind. Für das gesam te Verw altungs- und Verw altungsgerichtsbe- schw erdeverfahren gilt grundsätzlich der G rundsatz der freien Bew eisw ür- digung. D anach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsge- richte die Bew eise frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Bew eisregeln, so- w ie um fassend und pflichtgem äss zu w ürdigen. Bezüglich des Bew eisw ertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um fassend ist, auf allseitigen U ntersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschw erden berücksichtigt, in Kennt- nis der Vorakten (Anam nese) abgegeben w orden ist, in der Beurteilung der m edizinischen Zusam m enhänge und in der Beurteilung der m edizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begrün- det sind. Ausschlaggebend für den Bew eisw ert ist grundsätzlich som it w e- der die H erkunft des Bew eism ittels noch die Bezeichnung der eingereich- ten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahm e als Bericht oder als G utach- ten (vgl. dazu das U rteil des EVG vom 26. Januar 2006, I 268/2005 E. 1.2, m it H inw eis auf BG E 125 V 352 E. 3.a). G leichw ohl erachtet es die R echtsprechung m it dem G rundsatz der freien Bew eisw ürdigung als vereinbar, R ichtlinien für die Bew eisw ürdigung in Be- zug auf bestim m te Form en m edizinischer Berichte und G utachten aufzu- stellen (vgl. hierzu BG E 125 V 352 E. 3b; AH I 2001 S. 114 E. 3b; U rteil des EVG vom 24. Januar 2000, I 128/98, E. 3b). So ist den im R ahm en des Verw altungsverfahrens eingeholten G utachten externer Spezialärzte, w el- che aufgrund eingehender Beobachtungen und U ntersuchungen sow ie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Be- funde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eisw ürdigung vol- le Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BG E 125 V 353 E. 3b/bb, m it w ei- teren H inw eisen). D iese im Bereich der U nfallversicherung entw ickelten G rundsätze finden für das IV-Verw altungsverfahren sinngem äss Anw en- dung (U rteil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 E. 4b/bb). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten m it Vorbehalt zu w ürdigen (BG E 125 V 353 E. 3b/cc). D ies gilt für den allgem ein praktizierenden H ausarzt w ie auch für den behandelnden Spezialarzt (U rteil des EVG vom 20. M ärz 2006, I 655/05 E. 5.4 m it H inw eisen). 3.4 D as G utachten des A._______ Spitals w urde von der IV-Stelle Basel-Stadt eingeholt. Bei den G utachtern handelt es sich um ausgew iesene Fachärzte der R heum atologie, die in der R heum atologischen Klinik des A._______ Spitals in Basel und m ithin in einem entsprechend spezialisierten und an- erkannten Zentrum tätig sind. N am entlich basiert das G utachten des A._______ Spitals, auf das sich die IV-Stelle in der angefochtenen Einspracheverfügung stützte, auf einer ein- gehenden U ntersuchung. Es w urde in Kenntnis der Vorakten sow ie unter 6 Berücksichtigung der Angaben der Beschw erdeführerin verfasst. D ie m e- dizinischen Zusam m enhänge und Schlussfolgerungen erscheinen schlüs- sig, objektiv und nachvollziehbar. Entsprechend hielt auch D r. m ed. V._______ in seiner Stellungnahm e vom 13. April 2005 zu H anden der IV- Stelle Basel-Stadt fest, dass die rheum atologischen Befunde im besagten G utachten um fassend dargestellt seien und zur Arbeitsfähigkeit diffe- renziert Stellung bezogen w erde. D as G utachten sei seiner Ansicht nach kongruent und schlüssig. D ie Vorbringen der Beschw erdeführerin, dass die U ntersuchungen im A._______ Spital nicht nach anerkannten w issenschaftlichen M ethoden durchgeführt w orden seien, erscheinen dem Bundesverw altungsgericht als haltlos. Es liegen keine Indizien vor, die gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen w ürden. D em G utachten des A._______ Spitals, w onach die Beschw erdeführerin für leichte Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig sei, gilt som it als voll bew eiskräftig, so dass die IV-Stelle ohne w eiteres darauf abstellen konnte und m usste. Vor dem H intergrund der in E. 3.3 dargestellten R ichtlinien zur Bew eisw ür- digung und der bereits sehr ausführlichen rheum atologischen Abklärun- gen, w obei nam entlich auch D r. m ed. E._______ in ihrem G utachten vom 20. M ärz 2002 und D r. m ed. Z._______ in seinem Arztbericht für G renz- gänger vom 22. April 2002 eine praktisch deckungsgleiche Beurteilung vorgenom m en hatten, erachtet das Bundesverw altungsgericht die Einho- lung eines rheum atologischen O bergutachtens zur Klärung der D iskrepan- zen des G utachtens des A._______ Spitals im Vergleich zu jenem des be- handelnden R heum atologen D r. m ed. S._______ als nicht notw endig. D er entsprechende Antrag der Beschw erdeführerin ist deshalb abzuw eisen. 4. D ie Beschw erdeführerin leidet – w ie rheum atologisch diagnostiziert – na- m entlich an Fibrom yalgie. 4.1 D ie Fibrom yalgie und die anhaltende som atoform e Schm erzstörung w ei- sen hinsichtlich ihrer klinischen M anifestation und der unklaren Pathogene- se G em einsam keiten auf. Bei beiden Beschw erdebildern erw eist es sich in gleichem M asse als schw ierig, das Ausm ass der Arbeitsunfähigkeit zu eruieren, w eil sich eine allfällige Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit nicht bereits aus der D iagnose ableiten lässt. Insbesondere erlaubt die Be- funderhebung allein keinerlei R ückschlüsse auf die Intensität der Schm er- zen, auf deren Entw icklung oder die Prognose im konkreten Fall. M it Blick auf diese gem einsam en C harakteristiken sind nach der neuesten höchst- richterlichen R echtsprechung – aus rechtlicher Sicht und angesichts des gegenw ärtigen Standes der m edizinischen W issenschaft – die Prinzipien, w elche die R echtsprechung im R ahm en der som atoform en Schm erzstö- rungen entw ickelt hat, in Fällen, in w elchen die Frage zu klären ist, ob die diagnostizierte Fibrom yalgie invalidisierende Ausw irkungen hat, analog an- zuw enden (BG E 132 V 70 E. 4). 7 Bei der Fibrom yalgie besteht dam it w ie bei som atoform en Schm erzstörun- gen die Verm utung, dass diese Erkrankung oder deren Folgen m it einer zum utbaren W illensanstrengung überw indbar sind (BG E 131 V 49). Aller- dings können bestim m te U m stände, w elche die Schm erzbew ältigung inten- siv und konstant behindern, den W iedereinstieg in den Arbeitsprozess un- zum utbar m achen, w eil die versicherte Person alsdann nicht über die für den U m gang m it den Schm erzen notw endigen R essourcen verfügt. D ie – nur in Ausnahm efällen anzunehm ende – U nzum utbarkeit einer w il- lentlichen Schm erzüberw indung und eines W iedereinstiegs in den Arbeits- prozess setzt jedenfalls das Vorliegen einer m itw irkenden, psychisch aus- gew iesenen Kom orbidität von erheblicher Schw ere, Intensität, Ausprägung und D auer, oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, m it gew is- ser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus. So sprechen unter U m ständen chronische körperliche Begleiterkrankungen und m ehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Sym ptom atik ohne längerfristige R em ission, ein ausgew iesener sozialer R ückzug in allen Be- langen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht m ehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich m issglückten, psychisch aber entlas- tenden Konfliktbew ältigung (prim ärer Krankheitsgew inn, "Flucht in die Krankheit") oder schliesslich unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter am bulanter und/oder stationärer Behandlungs- bem ühungen (auch m it unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte R ehabilitationsm assnahm en bei vorhandener M otivation und Eigenanstrengung der versicherten Person für die ausnahm sw eise U n- überw indlichkeit der W illensanstrengung (vgl. BG E 130 V 353 E. 2 m it w ei- teren H inw eisen, BG E 131 V 49). 4.2 G em äss dem G utachten des A._______ Spitals, auf das w ie aufgezeigt vorliegend abzustützen ist, ist die Beschw erdeführerin aus rheum atologi- scher Sicht für leichte, leidensangepasste Tätigkeiten zu 100% arbeitsfä- hig. Es ist som it noch zu prüfen, ob konkrete U m stände bestehen, w elche dem W iedereinstieg in den Arbeitsprozess (ganz oder teilw eise) entgegen- stehen: D er Psychiater D r. m ed. F._______ diagnostizierte in seinem ausführli- chen G utachten vom 24. Juni 2003, das ebenfalls von der IV-Stelle Basel- Stadt veranlasst w urde und som it (sofern keine Indizien gegen dessen Zu- verlässigkeit sprechen, w as vorliegend nicht der Fall ist) über volle Be- w eiskraft verfügt, eine leichte Anpassungsstörung (IC D 10: F 43.23). D as Vorliegen einer gravierenden psychiatrischen Kom orbidität hat D r. m ed. F._______ explizit verneint. Ebenso w enig könne aus psychiatrischer Sicht eine psychosozial schw ierige Situation vorgefunden w erden. Aufgrund der dauernden Schm erzen, der grossen M üdigkeit, die zum Vollbild eines Fibrom yalgiesyndrom s gehöre und den dam it verbundenen kognitiven Schw ierigkeiten könne allerdings eine etw a 30-prozentige Leistungsein- schränkung begründet w erden. Theoretisch seien der Beschw erdeführerin aus psychiatrischer Sicht zw ar jegliche Tätigkeiten zuzum uten, sie m üsse allerdings verm ehrt Pausen einlegen können und sei w ohl etw as verlang-8 sam t. D em w erde m it der erw ähnten Leistungseinschränkung R echnung getragen. D ie Einschätzung der IV-Stelle, w onach die Beschw erdeführerin für leichte Tätigkeiten zw ar zeitlich vollständig arbeitsfähig sei, aber dabei aus psy- chiatrischen G ründen eine 30-prozentige Leistungseinschränkung erleide, so dass faktisch von einer 70-prozentigen Arbeitsfähigkeit in leichten Ver- w eisungstätigkeiten ausgegangen w urde, erw eist sich deshalb vor dem H intergrund der neuesten R echtsprechung als grosszügig. 5. D er nach Erlass der Einspracheverfügung vom 18. Juli 2005 verfasste kur- ze Bericht des H ausarztes D r. m ed. U ._______ vom 28. Juli 2005, in dem dieser angibt, dass sich der G esundheitszustand der Beschw erdeführerin w eiter verschlechtere, indiziert schliesslich für das Bundesverw altungsge- richt nicht m it genügender W ahrscheinlichkeit eine rentenrelevante Ver- änderung des G esundheitszustandes im Zeitfenster zw ischen der Erstel- lung der verfügungsrelevanten G utachten und dem Erlass der Einsprache- verfügung am 18. Juli 2005. N am entlich liegen keine entsprechenden fach- ärztlichen Berichte vor. W eitere m edizinische Abklärungen betreffend die Entw icklung des G esundheitszustandes bis zum Erlass der angefochtenen Einspracheverfügung drängen sich deshalb entgegen den Vorbringen der Beschw erdeführerin nicht auf. D er entsprechende Antrag ist som it abzu- w eisen. 6. D ie IV-Stelle Basel-Stadt, w elche die angefochtene Einspracheverfügung vorbereitet hat, nahm in ihrem äusserst sum m arischen und deshalb schw er nachvollziehbaren Einkom m ensvergleich keinen Abzug vom Invali- deneinkom m en vor. N achfolgend bleibt zu prüfen, ob – w ie von der Be- schw erdeführerin gefordert – ein entsprechender Abzug vorzunehm en ge- w esen w äre. 6.1 N ach der R echtsprechung ist bei der Verw endung statistischer Tabellen- löhne zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten H ilfstätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehm ern lohn- m ässig benachteiligt sind und deshalb in der R egel m it unterdurchschnittli- chen Lohnansätzen rechnen m üssen. Sodann ist dem U m stand R echnung zu tragen, dass persönliche und berufliche M erkm ale des Versicherten w ie Alter, D auer der Betriebszugehörigkeit, N ationalität oder Aufenthaltskate- gorie sow ie Beschäftigungsgrad Ausw irkungen auf die H öhe des Lohnes haben, denen m it einem Abzug vom Invalideneinkom m en zu begegnen ist. Ein solcher Abzug soll aber nicht autom atisch, sondern nur dann erfolgen, w enn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Versicherte w e- gen eines oder m ehrerer dieser M erkm ale seine gesundheitlich bedingte R estarbeitsfähigkeit auf dem allgem einen Arbeitsm arkt nur m it unterdurch- schnittlichem erw erblichem Erfolg verw erten kann. Es rechtfertigt sich nicht, für jedes zur Anw endung gelangende M erkm al separat quantifizierte 9 Abzüge vorzunehm en und diese zusam m enzuzählen, da dam it W echsel- w irkungen ausgeblendet w erden. G anz allgem ein ist der Einfluss aller M erkm ale auf das Invalideneinkom m en (leidensbedingte Einschränkung, Alter, D ienstjahre, N ationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs- grad) unter W ürdigung der U m stände im Einzelfall nach pflichtgem ässem Erm essen gesam thaft zu schätzen. Letztlich ist der Abzug vom statisti- schen Lohn unter Berücksichtigung aller jew eils in Betracht fallenden M erkm ale auf insgesam t höchstens 25% zu begrenzen (zum G anzen: BG E 126 V 75). Bei der gerichtlichen Ü berprüfung dieses Abzugs darf das Sozialversiche- rungsgericht sein Erm essen nicht ohne triftigen G rund an die Stelle desje- nigen der Verw altung setzen. Vielm ehr geht es um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Er- m essen im Einklang m it den allgem einen R echtsprinzipien in einem kon- kreten Fall getroffen hat, nicht zw eckm ässigerw eise anders hätte ausfallen sollen. D as G ericht m uss sich som it auf G egebenheiten abstützen können, w elche seine abw eichende Erm essensausübung als näher liegend er- scheinen lassen (siehe nur BG E 126 V 81 E. 6). 6.2 D er Entscheid, ob bei der Festsetzung des Invalideneinkom m ens ein Ab- zug zu gew ähren ist, obliegt der Verw altung und (im Streitfall) dem G e- richt. Vorliegend hat aber w ie aufgezeigt D r. m ed. F._______ bei der Ein- schätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bereits m itberück- sichtigt, dass die Beschw erdeführerin im R ahm en ihrer Tätigkeit verm ehrt Pausen einlegen m uss und deshalb etw as verlangsam t sein dürfte. Auf- grund dieser verm inderten Leistungsfähigkeit hat er den G rad der Arbeits- fähigkeit im plizit auf 70% festgesetzt und dadurch bereits einbezogen, dass durch das leidensbedingt eingeschränkte R endem ent der erzielbare Lohn tiefer ausfällt. Ein zusätzlicher Abzug aus dem selben G rund recht- fertigt sich som it nicht (siehe auch U rteil des EVG vom 19. M ärz 2004, I 662/03 E. 3.5). D ie im Verfügungszeitpunkt 56-jährige Beschw erdeführerin hat in der Ver- gangenheit diverse Tätigkeiten ausgeübt und sich dabei offenbar jew eils sehr geschickt und flexibel gezeigt. N am entlich hat sie bereits im R ahm en früherer Tätigkeiten Büroarbeiten ausgeübt. Zw ischenzeitlich hat sie sich in einem Kurs noch C om puterkenntnisse angeeignet. Für Tätigkeiten im Bereich des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Arbeiten), pri- vater Sektor, das dem berücksichtigten statistischen Tabellenlohn zugrun- de liegt, ist die Beschw erdeführerin dam it bestens qualifiziert. Ein Abzug rechtfertigt sich vor diesem H intergrund nicht. O ffen gelassen w erden kann schliesslich, ob aufgrund des G renzgänger- status ein Abzug in der H öhe von 11% vom statistisch erm ittelten Tabel- lenlohn (Lohnstrukturerhebung 2000, S. 47, TA12, Anforderungsniveau 4, Frauen, G renzgänger; prozentualer U nterschied zu S. 31, TA1, Anforde- rungsniveau 4, Frauen, Total) zu gew ähren ist. Selbst unter Berücksichti- gung eines solchen Abzugs ergäbe sich ein Invaliditätsgrad in der H öhe von 57% , w elcher sow ohl gem äss dem bis zum 31. D ezem ber 2003 in 10 Kraft stehenden Art. 28 Abs. 1 IVG als auch nach der m odifizierten, seit dem 1. Januar 2004 in Kraft stehenden R entenabstufung lediglich eine hal- be R ente zu begründen verm öchte. 7. Zusam m enfassend kann festgehalten w erden, dass sich die IV-Stelle in der angefochtene Einspracheverfügung zu R echt auf die G utachten des A._______ Spitals und von D r. m ed. F._______ abgestützt hat und som it von einer zeitlich zw ar grundsätzlich vollen, aufgrund des verm ehrten Pau- senbedarfes jedoch auf 70% reduzierten Arbeitsfähigkeit für leichte Tätig- keiten ausgegangen ist. Auf dieser Basis ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 52% beziehungsw eise, unter Berücksichtigung eines Abzugs von 11% , von 57% , w as lediglich einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente im pli- ziert. D ie angefochtene Einspracheverfügung vom 18. Juli 2005 ist som it nicht zu beanstanden, w eshalb die dagegen erhobene Beschw erde abzu- w eisen ist. 8. 8.1 D as Verfahren ist für die Parteien kostenlos. 8.2 D ie unterliegende Beschw erdeführerin hat keinen Anspruch auf Parteient- schädigung (Art. 64 Abs. 1 Vw VG e contrario). (D ispositiv auf der nächsten Seite) 11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird im Sinne der Erw ägungen abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben, und es w ird keine Parteient- schädigung zugesprochen. 3. D ieses U rteil w ird den Parteien eröffnet: – der Beschw erdeführerin – der Vorinstanz – dem Bundesam t für Sozialversicherungen D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innerhalb von 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesge- richt, Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Be- schw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echts- schrift hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nter- schrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am : 12