B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-4902/2013 U r t e i l v o m 1 4 . M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Hans Urech, Richter Marc Steiner, Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann. Parteien Bietergemeinschaft X._______, bestehend aus: 1. A._______ GmbH, 2. B._______ AG, beide vertreten durch Rechtsanwälte Prof. Dr. iur. Tomas Poledna und lic. iur. Philipp do Canto, Bellerivestrasse 241, 8034 Zürich, Beschwerdeführerinnen, gegen AlpTransit Gotthard AG, Zentralstrasse 5, 6003 Luzern, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Rechsteiner, Weissensteinstrasse 15, 4503 Solothurn, Vergabestelle, und ARGE L._______, bestehend aus: 1. M.________ SA, 2. N._______ Ltd., 3. O._______ AG, 4. P._______ SA, 5. Q._______ S.p.A., 6. R._______ S.p.A., 7. S._______ S.p.A., Beschwerdegegnerinnen, Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen, Los Fahrbahn + Logistik CBT, SIMAP-Projekt-ID 102812. B-4902/2013 Seite 3 Sachverhalt: A. Die AlpTransit Gotthard AG (nachfolgend: Vergabestelle) schrieb auf der Internetplattform SIMAP am 21. Mai 2012 für den Abschnitt Ceneri - Basistunnel (CBT), Teilabschnitt Bahntechnik CBT, den Bereich Fahrbahn und Logistik im offenen Verfahren aus (Meldun gsnummer 735997). G e- mäss Ziffer 2.5 der Ausschreibung umfasste das Beschaffungsobjekt zum einen die Planung, Entwicklung, Fabrikation, Lieferung und Montage der Fahrbahn (Schotterfahrbahn und feste Fahrbahn) sowie der Weichen des Ceneri-Basistunnels inklusive der offenen Neubaustrecke Nord, die Inte - gration, die Inbetriebsetzung und die Erhaltung (bis zur Abnahme des Werkes) und die Pflichten bezüglich Koordination mit dem Unternehmer Bahntechnik und Gesamtkoordination sowie der Vergabestelle, und zum anderen die Planung, Lieferung, den Aufbau, Betrieb und Rückbau des Installationsplatzes Camorino und der gesamten Transport - und U m- schlaglogistik für den Einbau der Bahntechnik im CBT (inkl. für die N e- benunternehmer) und auf der offenen Neubaustrecke Nord. Die Angebote waren bis zum 14. Dezember 2012 einzureichen. B. Am 15. August 2013 publizierte die Vergabestelle auf SIMAP (Meldung s- nummer 786679), dass sie den Zuschlag an die ARGE L._______ (nach- folgend: Beschwerdegegnerinnen oder Zuschlagsempfängerinnen) zum Preis von CHF 96'404'956.75 erteilt habe. C. Gegen diesen Zuschlag erhob die Bietergemeinschaft X._______, beste- hend aus A._______ GmbH und B._______ AG (nachfolgend: Beschwer- deführerinnen), mit Eingabe vom 2. September 2013 (Posteingang: 3. September 2013) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragen, die Zuschlagsverfügung sei aufzuheben, die Zuschla g- sempfängerinnen seien aus dem Verfahren auszuschliessen und ihnen selbst sei der Zuschlag zu erteilen. Eventualiter sei die Zuschlagsverf ü- gung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Verg a- bestelle zurückzuweisen; subeventualiter sei die Rechtswidrigkeit der Z u- schlagsverfügung festzustellen. In prozessualer Hinsicht beantragen die Beschwerdeführerinnen unter anderem die superprovisoris che Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Zur Begründung führen die Beschwerdeführerinnen aus, das Angebot der Beschwerdegegnerinnen sei preislich nicht plausibel; zu den offerierten B-4902/2013 Seite 4 Kosten sei es technisch nicht machbar. Aufgrund der am Debriefing g e- machten Aussagen der Vergabestelle sei weiter davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerinnen ihren Standortvorteil in das Angebot einka l- kuliert hätten, indem sie ihre bereits bestehenden Anlagen, die jedoch ausserhalb des definierten Perimeters des Installat ionsplatzes lägen, in das Angebot einbezogen hätten. Dadurch hätten die Beschwerdegegn e- rinnen allein beim Zuschlagskriterium 2 rund CHF 20 Mio. billiger als die Beschwerdeführerinnen offerieren können. Die Beschwerdegegnerinnen könnten keine geeigneten Ref erenzen dafür nachweisen, dass sie über die erforderliche Erfahrung mit derart komplexen Bahntechnikprojekten verfügten. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Vergabestelle zur "Rettung" des rund 28 % günstigeren Angebots der Beschwerdege g- nerinnen ihr Ermessen hinsichtlich deren Referenzen missbraucht habe. Weiter bestehe die Vermutung, dass die Vergabestelle aufgrund des technisch deutlich schlechteren Angebots der Beschwerdegegnerinnen von diesen weitgehende Anpassungen verlangt habe und diese im Ra h- men der Unternehmensgespräche ihr Angebot in technischer Hinsicht kontinuierlich hätten verbessern können. Die Vergabestelle habe dies z u- gelassen, ohne in der Bewertung des Angebots die qualitativen Verbesse- rungen bei den Kosten aufzurechnen. Dieses Vorge hen komme einem versteckten und somit unzulässigen Abgebot gleich. Die Beschwerdefü h- rerinnen rügen weiter, die Vergabestelle habe ihnen keine Akteneinsicht gewährt und ihnen nur im rudimentärsten Rahmen Informationen zur Eva- luation und Bewertung der Angebote gegeben. In Bezug auf ihren Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung führen sie aus, ihr Nachteil bei Nichterteilen der aufschiebenden Wirkung bestehe darin, dass ihnen ein Auftrag im Wert von rund CHF 120 Mio. entgehen würde, auf den sie bei korrektem Verfahrensgang Anspruch gehabt hätten. Zudem müssten sie einen nutzlosen Bieter -Aufwand von CHF 620'000.– abzüglich der Entschädigung durch die Vergabestelle abschreiben. D. Mit superprovisorischer Anordnung vom 3. September 2013 untersagte die Instruktionsrichterin der Vergabestelle bis zum Entscheid über den Antrag betreffend die Erteilung der aufschiebenden Wirkung alle Vol l- zugsvorkehrungen, welche den Ausgang des hängigen Beschwerdeve r- fahrens präjudizieren könnten, namentlich den Vertragsschl uss mit den Beschwerdegegnerinnen. E. Mit Stellungnahme vom 16. September 2013 beantragt die Vergabestelle, B-4902/2013 Seite 5 die superprovisorisch angeordnete aufschiebende Wirkung der B e- schwerde sei aufzuheben und das Gesuch um Gewährung der aufschi e- benden Wirkung sei abzuw eisen. Die Beschwerde sei offensichtlich u n- begründet. Die Interessen der Vergabestelle an der sofortigen Vollstrec k- barkeit der Zuschlagsverfügung seien eminent, das private Interesse der Beschwerdeführerinnen an der Gewährung der aufschiebenden Wirkung dagegen als weit weniger gewichtig zu qualifizieren. Die V ergabestelle habe einen grossen Ermessensspielraum bei der Bewertung bzw. Beu r- teilung der Anbieter anhand der ausgewählten Eignungskriterien (EK). Dies gelte insbesondere in Bezug auf den Entscheid dar über, welche der als Referenzen ausgewählten Arbeiten sie als mit der ausgeschriebenen Tätigkeit vergleichbar erachte. Die Beschwerdegegnerinnen hätten ihre Eignung insbesondere auch hinsichtlich der festen Fahrbahn nachgewi e- sen. Da zudem eine erfahrene un d kompetente Schlüsselperson für den besagten Bereich vorgesehen sei, sei die Eignung der Beschwerdege g- nerinnen gegeben. F. Mit Stellungnahme vom 16. September 2013 beantragen die Beschwe r- degegnerinnen, die Beschwerde sei in den Anträgen 1 -5 sowie in den prozessleitenden Anträgen 1, 2 und 4 vollumfänglich abzuweisen. Das Angebot der Beschwerdegegnerinnen erfülle die in den Ausschreibung s- unterlagen genannten Rahmenbedingungen und Kriterien vollumfänglich. G. Mit Zwischenentscheid vom 29. Oktober 2013 hiess das Bundesverwal- tungsgericht das Gesuch der Beschwerdeführerinnen um Erteilung der aufschiebenden Wirkung gut und setzte gleichentags de r Vergabestelle und den Beschwerdegegnerinnen Frist zur Einreichung einer Verneh m- lassung bzw. zur Beschwerdeantwort in der Hauptsache. H. Die Vergabestelle hält innert erstreckter Frist mit Vernehmlassung vom 26. November 2013 an ihren bisherigen Anträgen und Ausführungen fest. I. Auch die Beschwerdegegnerinnen halten innert erstreckter Frist mit Ei n- gabe vom 2. Dezember 2013 an ihren Anträgen fest. J. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2013 (recte: 10. Dezember 2013 ) be-B-4902/2013 Seite 6 schränkte die Instruktionsrichterin den zweiten Schriftenwechsel vorerst auf die Frage der Erfüllung der Eignungskriterien und gewährte den Pa r- teien und der Vergabestelle das rechtliche Gehör bezüglich des beabsich- tigten Umfangs der zu diesem Zweck vorgesehenen Akteneinsicht. Am 17. bzw. 18. Dezember 2013 erhielten die Beschwerdeführerinnen die entsprechende, beschränkte Akteneinsicht. K. Mit Replik vom 17. Januar 2014 halten die Beschwerdeführerinnen an ih- ren Rechtsbegehren fest . Sie stellen sich auf den Standpunkt, die B e- schwerdegegnerinnen hätten selbst bei einer für sie günstigeren Ausl e- gung der Anforderungen ausscheiden müssen, da sie zu den Leistungs- paketen (LP) 11, 20, 30 und 32 nur je eine Referenz und zu LP 31 gar keine Referenz aufwiesen. Wenn die Vergabestelle zum Schluss gekom- men sei, die Beschwerdegegnerinnen hätten die Anforderungen der Ei g- nungskriterien "ohne Mängel" erfüllt, sei sie nachträgli ch von den von ihr in den Bestimmungen zur Ausschreibung verankerten Anforderungen a b- gewichen. Dies sowie die verpönte "Gesamtbetrachtung" zeige, dass in unstatthafter Weise fehlende Referenzen ausgeglichen worden seien. Die angefochtene Zuschlagsverfügung sei daher aufzuheben. L. Mit Duplik vom 5. Februar 2014 halten die Beschwerdegegnerinnen an ih- ren Anträgen fest . Sie bestreiten, dass sie zu einzelnen oder allen Lei s- tungspaketen keine oder in qualitativer oder quantitativer Hinsicht ung e- nügende Referenzen vorgelegt hätten. M. Die Beschwerdeführerinnen äussern sich mit u naufgeforderter Stellung- nahme vom 14. Februar 2014 zur Duplik der Beschwerdegegnerinnen. N. Die Vergabestelle hält mit Duplik vom 18. Februar 2014 an ihren Anträgen fest. Betreffend das LP 30 (Schotterfahrbahn Strecke im Freien und Tu n- nel) lägen zwei gültige Referenzen für Planung ( Anschluss Frutigen, Los Nord Milano) und zwei gültige Referenzen für die Ausführung (Los Nord Milano; HGV-Linie Bologna-Firenze) vor. Bei LP 31 wiederum lägen drei gültige Planungsreferenzen (Cityringen, Anschluss Frutigen, Metro Torino) und zwei gültige Ausführungsreferenzen (Cityringen, Metro Torino) vor. B-4902/2013 Seite 7 O. Mit Eingabe vom 5. März 2014 reichen die Beschwerdeführerinnen eine Kostennote ein. P. Die Vergabestelle äussert sich mit unaufgeforderter Stellungnahme vom 11. März 2014 zur unaufgeforderten Stellungnahme der Beschwerdefü h- rerinnen vom 4. März 2014 im Parallelverfahren B-4904/2013. Q. Die Beschwerdegegnerinnen äussern sich mit Eingabe vom 13. März 2014 zu der von den Beschwerdeführerinnen eingereichten Kostennote. R. Die Beschwerdeführerinnen reichen mit Eingabe vom 14. März 2014 eine detaillierte Kostennote ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Die Rechtsmittelinstanz prüft von Amtes wegen und mit voller Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und auf eine Beschwerde einzutreten ist (vgl. Art. 7 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]). Im vorliegenden Fall sind die Eintretensvoraussetzungen offensichtlich gegeben, wie bereits im Zw i- schenentscheid vom 29. Oktober 2013 dargelegt wurde. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen die Erteilung eines Zuschlages, der in den Anwe n- dungsbereich des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 über das ö f- fentlicheBeschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1) fällt (vgl. Art. 29 Bst. a i.V.m. Art. 27 Abs. 1 BöB). Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO - Übereinkommen vom 15. April 1994 über das öffentl iche Beschaffungs- wesen (Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unterstellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1, mit Hinweisen). Es ist anwendbar, wenn die Auftraggeberin dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der Beschaffungsgegenstand sa chlich erfasst wird (Art. 5 BöB), der g e- schätzte Wert des zu vergebenden öffentlichen Auftrages den entspr e-B-4902/2013 Seite 8 chenden Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und keiner der Ausnahmetatbestände von Art. 3 BöB gegeben ist. Mit dem Inkrafttreten des bilate ralen Abkommens vom 21. Juni 1999 zw i- schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über bestimmte Aspekte des öffentlichen Beschaffungswe - sens (Bilaterales Abkommen Schweiz -EG, SR 0.172.052.68) auf den 1. Juni 2002 wurden di e Anbieter von Dienstleistungen des Schienenver - kehrs den Regeln über das öffentliche Beschaffungswesen unterstellt (Art. 3 Abs. 2 Bst. d und Abs. 3 Bilaterales Abkommen Schweiz-EG sowie Anhang II B). Im Sektorenbereich Eisenbahnen (Bau und Betrieb von Ei - senbahnanlagen) sind die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die Unternehmen, bei denen diese die Aktienmehrheit besitzen, und die a n- deren Betreiber von Eisenbahnanlagen, die unter dem beherrschenden Einfluss des Bundes stehen, dem BöB direkt unterstellt. Ausgenommen sind alle Tätigkeiten dieser Unternehmen, die nicht unmittelbar etwas mit dem Bereich Verkehr zu tun haben (Art. 2 Abs. 2 BöB i.V.m. Art. 2a Abs. 2 Bst. b der Verordnung vom 11. Dezember 1985 über das öffentliche B e- schaffungswesen [VöB, SR 172.056.11]; Zwischenentscheid des Bundes- verwaltungsgerichts B-93/2007 vom 8. Juni 2007 E. 4.1). Die am 12. Mai 1998 gegründete AlpTransit Gotthard AG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der SBB. In Artikel 13 des Bundesg e- setzes vom 4. Oktober 1991 ü ber den Bau der schweizerischen Eise n- bahn-Alpentransversale (Alpentransit -Gesetz [AtraG, SR 742.104], ursprünglich Alpentransit-Beschluss) wird ausdrücklich festgehalten, dass der Bund im Rahmen seines Submissionsrechts für Planung, Projekti e- rung und Bau den freien Wettbewerb für die einzelnen Teilstücke siche r- stellt (Abs. 1), sowie, dass für in- und ausländische Bewerber die gleichen Wettbewerbsbedingungen zu verlangen sind (Abs. 2). Art. 13 Abs. 1 AtraG wird durch die Verordnung vom 28. Februar 2001 über den Bau der schweizerischen Eisenbahn -Alpentransversale (Alpentransit -Verordnung [AtraV, SR 742.104.1]) konkretisiert. Gemäss Art. 4 AtraV unterstehen die Vergaben der Ersteller von Liefer -, Dienstleistungs- und Bauaufträgen im Rahmen des Alpentransit-Beschlusses wie die entsprechenden Bescha f- fungen der SBB dem BöB. Damit ist die AlpTransit Gotthard AG eine Au f- traggeberin im Sinne des BöB (vgl. Zwischenentscheid des Bundesve r- waltungsgerichts B-4958/2013 vom 23. Oktober 2013 E. 1.4). Die vorliegend zu beur teilende Vergabe umfasst die Planung, Entwic k- lung, Fabrikation, Lieferung und Montage der Fahrbahn (Schotterfahr-B-4902/2013 Seite 9 bahn und feste Fahrbahn) sowie der Weichen des Ceneri -Basistunnels inklusive der offenen Neubaustrecke Nord, deren Inbetriebsetzung und Erhaltung, sowie die Planung, Lieferung, den Aufbau, Betrieb und Rüc k- bau des Installationsplatzes Camorino und der Transport- und Umschlag- logistik für den Einbau der Bahntechnik im CBT und auf der offenen Ne u- baustrecke Nord ( vgl. Ziffer 2.5 der Ausschreibung). Die das Bescha f- fungsobjekt umfassenden Tätigkeiten weisen demnach einen unmittelb a- ren Zusammenhang mit dem Bereich Verkehr einer 100 -prozentigen Tochtergesellschaft der SBB auf. Entsprechend fällt die zu beurteilende Vergabe auch vom Beschaffungsgegenstand he r in den Anwendungsb e- reich des BöB (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 2 BöB). Gemäss Art. 1 Bst. c der Verordnung des EVD vom 23. November 2011 über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswe- sen für die Jahre 2012 und 2013 (AS 2011 5 581) beträgt der Schwelle n- wert für Bauwerke CHF 8,7 Mio. Bei einem Preis von CHF 96'404'956.75 ist dieser Schwellenwert offensichtlich überschritten. Ein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 3 BöB ist nicht gegeben. Demnach fällt die vorliegend angefochten e Zuschlagsverfügung in den Anwendungsbereich des Bundesgesetzes über das öffentliche Bescha f- fungswesen, wovon im Übrigen auch die Vergabestelle ausgeht. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorli e- genden Streitsache zuständig. 1.2 Die Beschwerdeführerinnen bilden gemeinsam die Bietergemei n- schaft X._______ und sind als Gesellschafter innen der nicht berücksic h- tigten Anbieterin ohne Weiteres im Sinne von Art. 48 VwVG zur B e- schwerde legitimiert. 1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 30 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der Rechtsvertreter hat sich rechtmässig ausgewiesen (Art. 11 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 1.4 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2. Das Verfahre n vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz, soweit das BöB und das Verwa l-B-4902/2013 Seite 10 tungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann die Unangemessenheit vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht ge- rügt werden. 3. In materieller Hinsicht bringen die Beschwerdeführerinnen unter anderem vor, die Beschwerdegegnerinnen erfüllten die in der Ausschreibung ve r- langten Eignungskriterien nicht. Die von ihnen eingereichten Referenzen seien ungenügend, insbesondere in Bezug auf d ie LP 30 und 31 (Schot- terfahrbahn Strecke im Freien und Tunnel sowie feste Fahrbahn Tunnel), weshalb sie aus dem Verfahren hätten ausgeschl ossen werden müssen. Der Vergabestelle sei insofern Ermessensmissbrauch vorzuwerfen. 4. 4.1 Im Rahmen eines Submissionsverfahrens ist die Befähigung jedes einzelnen Bewerbers zur Ausführung des Auftrags zu prüfen. Die Eignung ist gegeben, wenn sichergestellt ist, dass der konkrete Anbietende den Auftrag in finanzieller, wirtschaftlicher und techn ischer Hinsicht erfüllen kann (vgl. Art. 9 Abs. 1 BöB). Fehlende Eignung bzw. das Nichterfüllen der Eignungskriterien führt zum Ausschluss vom Verfahren. Die Vergabestelle kann daher die Anbieter auffordern, einen Nachweis ih- rer finanziellen, wirtschaftlic hen und technischen Leistungsfähigkeit zu erbringen (vgl. Art. 9 Abs. 1 BöB ). Diese Bestimmung wird durch Art. 9 der Verordnung VöB konkretisiert, wonach die Auftraggeberin für die Überprüfung der Eignung der Anbieter Unterlagen erheben und einsehen kann. Als Nachweis in diesem Sinn gelten Referenzen, bei welchen die Auftraggeberin die ordnungsgemässe Erbringung dieser Leistungen überprüfen und insbesondere folgende Auskünfte einholen kann: Wert der Leistung; Zeit und Ort der Leistungserbringung; Stellungna hme (der d a- maligen Auftraggeberin), ob die Leistung den anerkannten Regeln der Technik entsprach und ob sie ordnungsgemäss erbracht wurde (VöB, An- hang 3, Ziffer 8). 4.2 Eignungs- und Zuschlagskriterien sind auseinanderzuhalten. Mittels Eignungskriterien wird ein Nachweis der finanziellen, wirtschaftlichen und technischen Leistungsfähigkeit der Anbieter erbracht. Die Eignungskrit e- rien beziehen sich somit auf das anbietende Unternehmen und dessen Eigenschaften. Die Zuschlagskriterien dagegen konkretisieren den Begriff des wirtschaftlich günstigsten Angebots. Er wird ermittelt, indem ve r-B-4902/2013 Seite 11 schiedene Kriterien berücksichtigt werden, insbesondere Termin, Qualität, Preis, Wirtschaftlichkeit, Betriebskosten, Kundendienst, Zweckmässigkeit der Leistung, Ästhetik, Umweltver träglichkeit, technischer Wert. Das wir t- schaftlich günstigste Angebot erhält in der Folge den Zuschlag (vgl. Art. 21 Abs. 1 BöB). Die Vergabebehörde hat daher für jedes Bescha f- fungsgeschäft einen Katalog von Zuschlagskriterien festzulegen, welche in den Au sschreibungsunterlagen in der Reihenfolge ihrer Bedeutung aufzuführen und zu gewichten sind (vgl. Art. 21 Abs. 2 BöB und Art. 27 Abs. 1 VöB; PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 831). Bei den Zuschlagskriterien handelt es sich um Merkmale, die ein Angebot in mehr oder minder hohem Mass besitzt und die ein A b- wägen des wirtschaftlichen Werts ermöglichen (vgl. ELISABETH LANG, Der Grundsatz der Transparenz im öffentlichen Beschaffungsrecht, Festschrift 100 Jahre Aargauischer Anwaltsverband, Zürich 2005, S. 124). Der Z u- schlag erfolgt damit an denjenigen Anbieter, von dem feststeht, dass er voll in der Lage ist, den Auftrag zu erfüllen und dessen Angebot als d as wirtschaftlich günstigste bzw. billigste beurteilt wird (vgl. MATTHIAS HAUSER, Zuschlagskriterien im Submissionsrecht, AJP 12/2001, S. 1406). Eignungs- und Zuschlagskriterien haben somit unterschiedliche Funkti o- nen: Die Nichterfüllung der Eignungskrit erien führt zum Ausschluss des Anbieters; ein fehlendes Eignungskriterium kann somit nicht durch Übe r- erfüllung anderer Eignungskriterien kompensiert werden. Demgegenüber dienen die Zuschlagskriterien der Bewertung der zulässigen Angebote, wobei eine schlechtere Bewertung bei einem Kriterium durch eine bess e- re bei einem anderen aufgewogen werden kann. Daraus folgt, dass in e i- nem ersten Schritt die Eignung zu prüfen ist und anschliessend in einem zweiten Schritt die zulässigen Offerten zu bewerten sind. Es wä re unzu- lässig, den ersten Schritt gar nicht durchzuführen und ein Angebot, das die Eignungskriterien nicht erfüllt, trotzdem zuzulassen (vgl. BGE 139 II 489 E. 2.2.4; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 580). 4.3 Die Vergabestelle hat bei der Bezeichnung der notwendigen Nac h- weise Art und Umfang des Auftrages Rechnung zu tragen (vgl. Art. 9 Abs. 2 VöB). Das Bundesverwaltungsgericht leitet in ständiger Rech t- sprechung daraus ab, dass die Eignungskriterien auftragsspezifisch beziehungsweise leistungsbezogen sein müssen (vgl. Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts B -1470/2010 vom 29. September 2010 E. 2, mit Hinweisen). Gemäss GATT-Botschaft 2 (BBl 1994 IV S. 1187 f.) soll der Nachweis auf diejenigen Eignungskriterien beschränkt werden, welche B-4902/2013 Seite 12 wesentlich sind, damit die Anbieterin oder der Anbieter den betreffenden Auftrag erfüllen kann. Die Eignungskriterien dürfen insbesondere nicht in der Absicht festgelegt werden, gewisse Anbieterinnen oder Anbieter zum vornherein auszuschliessen (Zwischenentscheid des B undesverwal- tungsgerichts B-504/2009 vom 3. März 2009 E. 5.3). 4.4 Nach konstanter Rechtsprechung steht der Vergabestelle bei der Wahl der Eignungskriterien und der Eignungsnachweise sowie bei der Bewertung dieser Kriterien ein grosser Ermessensspielraum zu, den das Bundesverwaltungsgericht zu respektieren hat. Da im Beschwerdeverfah- ren Unangemessenheit nicht gerügt werden kann (vgl. Art. 31 BöB), greift das Bundesverwaltungsgericht nur ein, wenn ein qualifizierter Erme s- sensfehler vorliegt (Zwischenentscheide des Bundes verwaltungsgerichts B-3803/2010 vom 23. Juni 2010 E. 3.1.3 und 3.2.1 , B-504/2009 vom 3. März 2009 E. 5.3 und 6.1 sowie B-7393/2008 vom 14. Januar 2009 E. 3.2.2.2; Entscheide der Rekurskommission für das öffentliche Beschaf- fungswesen [BRK] vom 22. März 2004, BRK 2004 -003 und CRM 2004 - 004, publiziert in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 68.88 E. 4b und VPB 68.119 E. 4d/aa; vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/ FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 463). Dies gilt insbesondere auch in Bezug auf den Entscheid d er Vergabestel- le darüber, welche als Referenz en erwähnten Arbeiten sie als mit der ausgeschriebenen Leistung vergleichbar erachtet (Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-7393/2008 vom 14. J anuar 2009 E. 3.2.2.2; Zwischenverfügung der BRK 2006 -011 vom 22. August 2006 E. 5c/cc; vgl. auch GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 564 ff.). 4.5 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts dürfen die Anbietenden grundsätzlich darauf vertrauen, dass die Vergabestelle die ausgewählten Beurteilungskriterien im herkömmlichen Sinn versteht. Tut sie dies nicht, muss das betreffende Kriterium in den Ausschreibungsu n- terlagen entsprechend (möglichst detailliert) umschrieben werden, damit die Anbieter erk ennen können, welchen Anforderungen sie bzw. ihre O f- ferten genügen müssen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-4366/2009 vom 24. Februar 2010 E. 3.3, mit weiteren Hinweisen). Dies hat die BRK zunächst mit Bezug auf Zuschlagskriterien festgehalten (Entscheid der BRK 2001 -003 vom 5. Juli 2001, veröffentlicht in VPB 65.94 E. 3d, mit Hinweis auf das Urteil BE.98.00173 des Verwaltungsg e- richts des Kantons Aargau vom 16. Juli 1998, publiziert in Aargauische B-4902/2013 Seite 13 Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 1998 S. 394, E. 3b/bb). Dasselbe muss auch in Bezug auf Eignungskriterien und technische Spe- zifikationen gelten (vgl. bezüglich der Eignungskriterien etwa das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -4366/2009 vom 24. Februar 2010 E. 3.3, mit weiteren Hinweisen u nd GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 566). Diese Regel garantiert nicht nur das Verhalten der Vergabestel- le nach Treu und Glauben; vielmehr ist die Vergabebehörde grundsätzlich an die Ausschreibung und die Ausschreibungsunterlagen gebunden. Diese Bindung ergibt sich insbesondere aus dem Transparenzgebot und aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz (Art. 1 Abs. 2 BöB). So ist es der Vergabebehörde untersagt, die den Anbietenden bekanntgegebenen Ver- gabekriterien nachträglich zu ändern (vgl. Zwischenentscheid d es Bundesverwaltungsgerichts B-4958/2013 vom 23. Oktober 2013 E. 4.6.1, mit Hinweisen). Wenn sie bekanntgegebene Kriterien ausser Acht lässt, ihre Bedeutungsfolge umstellt, andere Gewichtungen vornimmt oder Kriterien heranzieht, die sie nicht bekanntgegeben hat, handelt sie verga- berechtswidrig (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B -6837/2010 vom 15. März 2011 E. 3.2, mit Hinweisen; B -891/2009 vom 5. November 2009 E. 3.4; Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-3311/2009 vom 16. Juli 2009 E. 5.2, mit Hinweis auf den Zwischenen t- scheid des Bundesverwaltungsgerichts B -4621/2008 vom 6. Oktober 2008 E. 4.1; Entscheid der BRK 2005 -024 vom 18. Mai 2006 E. 3a/aa, unter Hinweis auf den Entscheid der BRK 1999 -006 vom 3. September 1999, veröffentlich t in VPB 64.30 E. 3c, Entscheid der BRK 2001 -003 vom 5. Juli 2001, veröffentlicht in VPB 65.94 E. 6a). 5. Im vorliegenden Fall legte die Vergabestelle in der Ausschreibung fest, dass die Erfüllung der Anforderungen an das Eignungskriterium 1.1 ("Ausreichende Erfahrung des Anbieters mit ähnlich komplexen Arbeiten und vergleichbaren Anforderungen") anhand von Referenzen ("Je 2 [bis max. 3] Referenzen des Anbieters der letzten 10 Jahre über Projekte in Tunnels oder vergleichbar komplexe Projekte mit ähnlichen A nforderun- gen" für die Leistungspakete Koordination Fahrbahn und Logistik, Logi s- tik/Transporte, Schotterfahrbahn Strecke im Freien und Tunnel, f este Fahrbahn Tunnel sowie Weichen) nachzuweisen war (vgl. Ausschreibung vom 21. Mai 2012, Ziffern 3.7 f.). Die g eforderten Nachweise waren in den Bestimmungen zur Ausschreibung A-B-2 (S. 11) wie folgt näher defi- niert: B-4902/2013 Seite 14 Leistungspaket Anforderung an die Referenzprojekte LP 11: Koordination Fahrbahn+Logistik Es sind 2 (bis max. 3) Referenzen der letzten 10 Jahre für Koordination von Grossprojekten in Tunnel oder vergleichbar komplexe Projekte mit ähnlichen Anford e- rungen anzugeben. LP 20: Logistik / Transporte Es sind 2 (bis max. 3) Referenzen der letzten 10 Jahre von Grossprojekten in Tunnel oder vergleichbar komplexe Projek- te mit ähnlichen Anforderungen a n- zugeben. LP 30: Schotterfahrbahn Strecke im Freien und Tunnel Es sind 2 (bis max. 3) Referenzen der letzten 10 Jahre für Planung und Ausfü h- rung von Schotterfahrbahnen mit ähnlichen Anforderungen anzugeben. LP 31: Feste Fahrbahn Tunnel Es sind 2 (bis max. 3) Referenzen der letzten 15 Jahre für Planung und Ausfü h- rung von fester Fahrbahn in Tunnel oder vergleichbar komplexe Projekte mit ähnl i- chen Anforderungen anzugeben. LP 32: Weichen Es sind 2 (bis max. 3) Referenzen der letzten 10 Jahre für Planung und Ausfü h- rung von Weichen mit ähnlichen Anford e- rungen anzugeben. 6. Ein Hauptstreitpunkt im vorliegenden Verfahren ist, wie die in mehreren dieser Anforderungen enthaltene Formulierung "es sind 2 (bis max. 3) Re- ferenzen […] für Planung und Ausführung […] anzugeben" auszulegen ist. Die Beschwerdeführerinnen stellen sich diesbezüglich auf den Stan d- punkt, jede dieser (mindestens) zwei Referenzen müssten sowohl Pl a-B-4902/2013 Seite 15 nungsleistungen als auch die Ausführung des Referenzprojekts umfa s- sen. Die Vergabestelle macht dagegen geltend, sie habe die Formulierung "es sind 2 (bis max. 3) Referenzen […] für Planung und Ausführung" immer so verstanden, dass mindestens zwei Referenzen einzugeben seien, und zwar je eine für Pla nung und eine für Ausführung. Nicht nur die B e- schwerdegegnerinnen, sondern auch die Beschwerdeführerinnen hätten Referenznachweise in diesem Sinn eingereicht, was belege, dass auch sie die Anforderungen so verstanden hätten. Es sei zum vorneherein nicht ih re Absicht gewesen, nur Totalunternehmer(TU)-Referenzen, u m- fassend Planung und Ausführung, zu akzeptieren . Dies hätte bedeutet, dass nur Anbieter in Frage gekommen wären, die schon als TU tätig g e- wesen wären. Der Anbieterkreis für den in Frage stehenden Au ftrag sei aber auch international gesehen derart klein, dass damit der Wettbewerb zum Nachteil der Vergabestelle erheblich eingeschränkt worden wäre. Wie das Ergebnis des Vergabeverfahrens bestätigt habe, habe es kein Anbieter geschafft, über alle Leistung spakete TU -Referenzen einzure i- chen. Die Beschwerdegegnerinnen machen geltend, es sei selbstverständlich gewesen, dass die Vergabestelle hinsichtlich sämtlicher Leistungspakete nur jeweils zwei Referenzen für die LP 30 bis 32 und somit nur je eine Referenz für Planung und Ausführung verlangt habe. Die Frage, wie die von der Vergabestelle geforderten Kriterien zu verstehen seien, sei nicht mit dem allgemeinen Sprachgebrauch zu beantworten, sondern durch die Usanz der Vergabestelle bei ihren zahlreichen Verga ben und die damit gemachten Erfahrungen. Möglicherweise werde eine Analyse der Anzahl angebotener Referenzen sämtlicher Anbieter in diesem und andern Ve r- gabeverfahren, welche gleichlautende Anforderungen an die Referenzen stellten, bestätigen, dass die Meh rheit der Anbieter nicht mehr als je eine Referenz pro Planung und Ausführung angeboten hätten. Auch der Wor t- laut spreche für diese Auslegung. An anderer Stelle habe die Vergab e- stelle das Distributiv "je" verwendet und damit zum Ausdruck gebracht, dass sie jeweils pro LP mindestens zwei bis max. drei Referenzen erwa r- te. Der Zusatz "je" fehle aber bei den detaillierten Anforderungen an die Referenzen jedes einzelnen LP , was den Schluss zulasse, dass es bei den Anforderungen an die Referenzprojekte "für Planu ng und Ausfü h- rung" je LP nicht nötig sei, jeweils je zwei Referenzen sowohl für die Pl a- nung als auch für die Ausführung nachzuweisen. Andernfalls ergäbe dies bereits mindestens vier Referenzen, was den von der Vergabestelle vo r-B-4902/2013 Seite 16 gegebenen Rahmen sprenge. Die wenigsten Anbieter verfügten über mindestens zwei TU-Referenzen im beschriebenen Sinn, vermutlich nicht einmal die Beschwerdeführerinnen. Auch hätten Newcomer keine Mö g- lichkeit, ihre Leistungsfähigkeit nachzuweisen. 6.1 Der in Frage stehende Wortlaut "2 (bis max. 3) Referenzen der letzten 10 bzw. 15 Jahre für Planung und Ausführung" kann nach dem herkömm- lichen Sprachgebrauch nur so verstanden werden, dass die Eignung durch mindestens zwei Referenzen nachgewiesen werden musste, die sowohl die Planung wie auch die Ausführung zum Gegenstand hatten. Die durch die Vergabestelle behauptete Auslegung, es sei ausreichend gewesen, wenn mindestens eine Referenz die Planung und eine die Au s- führung abdecke, hätte nach einer anderen Formulierung , beispielsweise "je eine Referenz für Planung und Ausführung", verlangt. 6.2 Beim ausgeschriebenen Projekt handelt es sich gemäss Ausschre i- bung um einen Bauauftrag, der sowohl Planung als auch Ausführung um- fasst (Ausschreibung Ziff er 2.1), nämlich insbesondere die " Planung, Entwicklung, Fabrikation, Lieferung und Montage der Fahrbahn (Schotter- fahrbahn und feste Fahrbahn) sowie der Weichen des Ceneri - Basistunnels inklusive der offenen Neubaustrecke Nord" (vgl. Ausschre i- bung Ziffer 2.5). Insofern korreliert die Auslegung nach dem Wortsinn mit dem Vergabeobjekt. Eine Referenz, die nur entweder die Planung oder die Ausführung zum Gegenstand hat, erscheint vom vorneherein nur b e- dingt als mit dem Vergabeobjekt vergleichbar. Dieser Kontext bestätigt somit die rein sprachliche Auslegung. 6.3 Die Behauptung der Vergabestelle, sie habe (mindestens) zwei Ref e- renzen verlangt, weil eine die Planung und eine die Ausführung habe a b- decken sollen, ist demgegenüber nicht nachvollziehbar. Die Anforderung, dass mindestens zwei Referenzen einzureichen seien, w urde durchg e- hend an alle Eignungsnachweise gestellt, auch in Bezug auf die Schlü s- selpersonen und in Bezug auf das LP 11, bei dem es nur um einen Aspekt, nämlich um die Koordination ging. Ein Zusammenhang zwischen der geforderten Anzahl Referenzen und der Anzahl der Funktionen, für welche die Eignung nachzuweisen war, ist daher nicht ersichtlich. 6.4 Als Zwischenergebnis ist daher davon auszugehen, dass nach obje k- tiver Auslegung, entsprechend dem allgemeinen bzw. branchenspezif i- schen Sprachgebrauch und dem Kon text, davon auszugehen ist, dass mindestens 2 TU-Referenzen, d.h. Referenzen für Projekte, bei denen die B-4902/2013 Seite 17 in Frage stehende Firma sowohl für die Planung wie auch für die Ausfü h- rung zuständig war, gefordert waren. 6.5 Wie bereits dargelegt, ist die Vergabebehör de grundsätzlich an die Ausschreibung und die Ausschreibungsunterlagen gebunden. Das Trans- parenzgebot verlangt, dass die im Voraus gemachten Angaben zu den Leistungsanforderungen oder zu den Beurteilungskriterien (so genannte "Spielregeln des Verfahrens") von der Vergabestelle nur sehr bedingt ein- seitig abgeändert werden dürfen. In der Lehre wurde zwar auf das Pro b- lem hingewiesen, dass es einem Bedürfnis der Vergabestelle entspricht, einem Erkenntnisgewinn während des Vergabeverfahrens unter Wahrung gewisser Rahmenbedingungen auch anders als in Form eines Verfa h- rensabbruchs Rechnung zu tragen (vgl. dazu grundlegend PETER RECHSTEINER, Erkenntnisgewinn im Verfahren – darf man klüger we r- den?, in: Baurecht, Sonderheft Vergabetagung 2006, S. 35 ff. mit Hinwe i- sen auf die Gerichtspraxis). Andererseits haben die Anbieter ein schü t- zenswertes Interesse daran, dass die im Voraus gemachten Angaben zu den Leistungsanforderungen oder zu den Beurteilungskriterien nicht von der Vergabestelle während des laufenden Verfahrens einseitig abgeä n- dert werden. So sieht etwa Art. XIV Abs. 4 Bst. b GPA vor, dass während Verhandlungen Änderungen der Kriterien und technischen Anforderungen allen verbleibenden Verhandlungsteilnehmern schriftlich mitgeteilt werden müssen, um eine Bevorzugu ng oder Benachteiligung von Anbietern zu vermeiden (vgl. zur Bedeutung der Gleichbehandlung im Rahmen der Eignungsprüfung generell etwa den Entscheid der BRK 2003-032 vom 15. Juni 2004, veröffentlicht in VPB 68.120 E. 2d.aa oder das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -3803/2010 vom 2. Februar 2011 E. 5 f.). Zusätzlich zum Grundsatz der Gleichbehandlung der Anbieter ist jedoch auch der Transparenzgrundsatz zu beachten. Dieser schützt nämlich nicht nur die Anbieter, die effektiv ein Angebot eingereicht haben, sondern auch diejenigen potentiellen Anbieter, die ebenfalls ein Angebot eing e- reicht hätten, wenn die "Spielregeln" denn von Anfang an so formuliert gewesen wären, wie die Vergabestelle sie aufgrund ihres nachträglichen Erkenntnisgewinns modifizieren möchte, welche aber aufgrund der verö f- fentlichten, strengeren Anforderungen kein Angebot einreichten. So sah etwa der nicht weiterverfolgte Vorentwurf (VE) vom 30. Mai 2008 für ein Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (< http://www.efd.admin.ch > Dokumentation > Vernehmlassungen und Anhörungen > Vernehmlassungs - und Anhörungsverfahren des EFD > Abgeschlossene Vernehmlassungen und Anhörungen > Verfahren eröf f- net im Jahre 2008 > Vorentwurf und erläuternder Bericht zur Totalrevision B-4902/2013 Seite 18 des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) > Vorlage, abgerufen am 14. März 2014) eine Norm vor, nach welcher die Beschaffungsstelle die Anforderungen an die Leistung und die Beurte i- lungskriterien ändern kann, soweit die Änderung nicht wesentlich ist (Art. 38 Abs. 1 VE BöB). Eine Änderung sei jedenfalls dann wesentlich, wenn anzunehmen sei, dass in Kenntnis dieser Änderungen weitere A n- gebote eingereicht worden wären (Art. 38 Abs. 2 Bst. a VE BöB; vgl. zum Ganzen GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 394). Die Wesentlichkeit im Sinne von Art. 38 Abs. 1 VE BöB kann sich dabei nicht nur in einer Änderung des Leistungsumfangs, sondern je nach den Umständen auch aus einem Verzicht auf Eignungsanfo rderungen ergeben (vgl. zu den Auswirkungen der Eignungskriterien auf den Anbieterwettbewerb etwa BVGE 2010/58 E. 6.3). Dieser Auffassung, auch wenn sie bisher nicht in konkrete Gesetzesbestimmungen umgesetzt worden ist, ist zuzustimmen, ergibt sie sich do ch aus der grundsätzlichen Systematik und Logik des Vergaberechts. Wäre es einer Vergabestelle freigestellt, Beurteilungskr i- terien nachträglich abzuändern und auf publizierte Eignungskriterien tei l- weise zu verzichten, stünde es in ihrem Belieben, zuerst du rch strenge Eignungskriterien die meisten potentiellen Anbieter abzuschrecken und nachher, nach Eingang der Angebote, diese Kriterien zu reduzieren, um den Zuschlag einem bevorzugten Anbieter zu erteilen. Aus diesen Gründen ist davon auszugehen, dass die Eignungskriterien, so wie sie sich aus den veröffentlichten Bestimmungen der Ausschre i- bung und de n Ausschreibungsunterlagen ergeben und objektiv und für jeden potentiellen Anbieter zu verstehen sind, auch für die Vergabestelle verbindlich sind. Abänderungen oder andere Interpretationen, welche i n- sofern wesentlich sind, als anzunehmen ist, dass in Kenntnis dieser Ä n- derungen oder anderen Auslegung weitere Angebote eingereicht worden wären, sind jedenfalls vergaberechtswidrig. Einer derartigen nachträgl i- chen A bänderung gleichzustellen sind Auslegungen, welche nicht dem allgemeinen Sprachgebrauch bzw. dem Ergebnis einer Auslegung nach objektiven Kriterien entsprechen. Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass es wesentliche Auswirkungen auf den möglichen Anbieterkreis hätte, wenn anstelle der dargelegten ob- jektiven Auslegung der in den Ausschreibungsbestimmungen veröffen t- lichten Eignungsanforderungen die von der Vergabestelle geltend g e- machte Auslegung als massgeblich erachtet würde . Eine nachträgliche Abänderung der Eignungsanforderungen im Sinne des von der Vergab e- stelle geltend gemachten subjektiven Verständnisses ist daher mit dem B-4902/2013 Seite 19 Transparenzgebot nicht vereinbar. Aus dem gleichen Grund kann es auch nicht auf das subjektive Verständnis der Vergabestelle und der Beschwerdegegnerinnen ankommen; massgebend ist vielmehr allein die objektive Auslegung nach dem allgemeinen bzw. branchenspezifischen Sprachgebrauch und nach dem Kontext. 6.6 Als Zwischenergebnis ist somit davon auszugehen, dass bezüglich derjenigen Leist ungspakete, bezüglich deren die Eignungsnachweise in den Ausschreibungsbestimmungen mit "2 (bis max. 3) Referenzen […] für Planung und Ausführung […]" vorgeschrieben waren, mindestens 2 TU - Referenzen, d.h. Referenzen für Projekte, bei denen die in Frage st ehen- de Firma sowohl für die Planung wie auch für die Ausführung zuständig war, gefordert waren. 7. Die Beschwerdeführerinnen rügen, die Beschwerdegegnerinnen hätten zu LP 30 (Schotterfahrbahn Strecke im Freien und Tunnel) nur eine einzi- ge gültige Referenz vorgelegt, und auch diese lediglich für die Ausfü h- rung, weshalb die erforderliche Eignung hinsichtlich der Schotterfahrbahn nicht dargetan worden sei. 7.1 In Bezug auf die Referenz Anschluss Frutigen bemängeln d ie Be- schwerdeführerinnen, in der Ausschreibung s ei kein wahlweiser Eignungsnachweis von Anbietern oder Subunternehmern vorgesehen. Die Anweisungen zur Ausschreibung seien vielmehr so zu verstehen, dass der Anbieter bzw. jedes einzelne Mitglied der Bietergemeinschaft den Eignungsnachweis zu erbringen ha be, denn das Gewerk Fahrbahn müsse von der Anbieterin bzw. den Mitgliedern der Bietergemeinschaft selber geplant und ausgeführt werden. Die Referenz Anschluss Frutigen sei ausschliesslich der Beschwerdeführerin 1 als Totalunternehmerin zu- zurechnen. Für die Teilplanungsphase (TP) 31-41 für Gleisanlagen Schot- terbau und f este Fahrbahn habe die Firma Z._______ SA verantwortlich gezeichnet, während die Beschwerdeführerinnen bzw. die Firma A._______ die Detailplanung TP 51 gemacht und ausgeführt habe. Im Technischen Bericht der BLS Alp Transit Lötschberg würden demgege n- über weder die Namen der Beschwerdegegnerinnen noch die IG V._______ erwähnt. Die von den Beschwerdegegnerinnen geltend gemachte Referenz beinhalte lediglich die Planung eines Masse -Feder- Systems (MFS) und sei daher für das Los Schotterfahrbahn nicht tau g- lich. B-4902/2013 Seite 20 Die Vergabestelle macht geltend, i m ganzen Hauptabschnitt Anschluss Frutigen sei die IG V._______, mit der Projektierung des Trassees betraut gewesen. Die technische Leitung habe bei H._______ AG gelegen. Die Leistungen der IG V._______ hätten die Erarbeitung des Vorprojekts in Varianten (diverse Linienführungen), die Erarbeitung des Auflageprojekts 2001 mit späteren nachlaufenden Verfahren sowie die Erarbeitung des Bauprojekts und des Ausfüh rungsprojekts umfasst. Insbesondere wegen der späten Vergabe an den Totalunternehmer sei im Zeitpunkt des Zuschlags ein bedeutender Anteil der Projektierungsleistung bezüglich der Schotterfahrbahn bereits durch die IG V._______ erbracht gewesen und der Planer der Beschwerdeführerinnen habe auf der Grundlage der bereits durch die IG V._______ erbrachten Leistungen für das Ausfü h- rungsprojekt weiter gearbeitet. Es sei demnach sachlich falsch, wenn die Beschwerdeführerinnen die Referenz ausschliesslich für sic h bea n- spruchten. Auch d ie Beschwerdegegnerinnen machen geltend, die IG V._______ habe von der Bauherrschaft des Referenzprojekts direkt den Auftrag für Variantenstudien, das Vorprojekt, das Bauprojekt, das Auflageprojekt mit Umweltverträglichkeitsprüfung, die Submissionsunterlagen für den g e- samten Anschluss Frutigen und zudem den grössten Teil des Ausfü h- rungsprojekts (Teilphase 51) erhalten. Auch nach der Vergabe des Bah n- technikloses an den Totalunternehmer sei die IG V._______ grösstenteils für die gesamt e Ausführungsplanung zuständig gewes en (exklusiv der festen Fahrbahn im Tunnel Engstlige, jedoch inklusive des Masse-Feder- Systems im Tunnel Engstlige). Die Beschwerdeführerinnen hätten selber beim Anschluss Frutigen keine nennenswerten Planungen oder Projektie- rungen vorgenommen, ausser der festen Fahrbahn im Tunnel Engstlige. Die Beschwerdegegnerinnen hätten mit der Subplanerin Nr. 10 und ihren Planungsreferenzen als federführendes Mitglied der IG V._______ den Nachweis für die Planung i n den LP 30, 31 und 32 erbracht und ihre Eignung für die Planung von Schotterfahrbahn, f ester Fahrbahn und Weichenanlagen nachgewiesen. 7.1.1 Was die Frage der Zulässigkeit von Referenzen für Subunterne h- mer betrifft, so spricht die Formulierung in der Ausschreibung an si ch tat- sächlich nur vom "Anbieter" ("Ausreichende Erfahrung des Anbieters mit ähnlich komplexen Arbeiten und vergleichbaren Anforderungen"). Andererseits trifft es zu, dass auf dem Eignungsformular ausdrücklich nach Namen und Nummer des Anbieters – bzw. einer Konsortialpartnerin B-4902/2013 Seite 21 – ("der Firma") oder aber des Subunternehmers ("des Subunternehmers") gefragt wird. Diese Formulierung wiederum kann nicht anders verstanden werden, als dass der betreffende Eignungsnachweis auch durch einen Subunternehmer erbracht werden darf. Es stellt sich daher die Frage, ob die Beschwerdegegnerinnen – bzw. alle Anbieter, welche diese Formulare erhalten haben – sich nach Treu und Glauben auf die diesem Formular entsprechende Auslegung berufen dürfen. Diese Frage kann indessen nicht ohne Weiteres bejaht werden. Wie dargelegt, verlangt der Grun d- satz der Transparenz, dass Ausschreibungsbestimmungen nach der Aus- schreibung nicht in einem Ausmass abgeändert werden dürfen, dass sich dadurch der Kreis der potentiellen Anbieter verändern würde. Spätere Er- läuterungen oder weitere Informationen der Vergabestelle, die eine derar- tige wesentliche Abänderung der Ausschreibungsbestimmungen beinha l- ten, können daher nur bedingt eine taugliche Vertrauensgrundlage für einen Anbieter darstellen. Die F rage kann indessen im vorliegenden Fall offen gelassen werden. Die Ausschreibung sieht ausdrücklich vor, dass die Untervergabe an Subunternehmer zugelassen ist, ohne Beschränkung auf bestimmte Leis- tungspakete oder Teilleistungen (Ausschreibung Ziffer 3.6). Vom Sinn und Zweck eines Eignungsnachweises her betrachtet ist es naheliegend, dass der "Nachweis seiner Eignung für die Realisierung des Werkes" (vgl. Bestimmungen zur Ausschreibung A -BA, Ziffer 4.2.2.2 , S. 26 ) für denjenigen zu erbringen ist, der das We rk realisieren soll. Sofern also nicht der Anbieter selbst, sondern ein Subunternehmer für die Realisi e- rung eines bestimmten Leistungspakets vorgesehen ist, muss als "Anbi e- ter" im Sinne dieser Ausschreibungsbestimmung daher auch, wenn nicht sogar insbesond ere, dieser Subunternehmer zu verstehen sein. Es e r- scheint daher nicht als unzulässig, die Eignung in Bezug auf dieses Lei s- tungspaket durch den betreffenden Subunternehmer nachzuweisen. Der Umstand, dass die Referenz Anschluss Frutigen nicht für eine Kon- sortialpartnerin der Beschwerdegegnerinnen, sondern für die Subplanerin Nr. 10 erbracht wurde, spricht daher nicht gegen die Anrechenbarkeit die- ser Referenz. 7.1.2 Umstritten ist ferner, ob nur die Beschwerdeführerinnen oder auch die Subplanerin Nr. 10 die Planungsleistungen in Bezug auf dieses Ref e- renzobjekt für sich in Anspruch nehmen können. B-4902/2013 Seite 22 "Planung" ist nach dem herkömmlichen Sprachgebrauch ein relativ weiter Begriff. Auch im branchenspezifischen Sprachgebrauch ist der Begriff re- lativ weit. Naheliegenderweise kann diesbezüglich etwa auf die einschlä- gigen SIA-Normen abgestellt werden. Das Leistungsmodell Ordnung SIA 112 2001 gliedert modellhaft die verschiedenen Planerleistungen inne r- halb der verschiedene n Phasen im Lebenszyklus eines Bauwerks (vgl. Leistungsmodell Ordnung SIA 112 2001, S. 4). Insbesondere etwa die Phasen "strategische Planung", "Vorstudien" und "Projektierung" beinhalten wichtige Planungsaufgaben, aber auch in der auf die "Au s- schreibung" folgenden Phase "Realisierung" gibt es mögliche Planung s- leistungen, so insbesondere die Erstellung der Ausführungs - und Detail- pläne (vgl. Leistungsmodell Ordnung SIA 112 2001, S. 6 und 17). Bei der Auslegung von Ausschreibungsbestimmungen ist, wie bereits dargelegt, immer auch der Kontext zu berücksichtigen. Vo m Sinn und Zweck der Eignungskriterien her betrachtet ist grundsätzlich derjenigen Auslegung der Vorzug zu geben, die am ehesten mit dem Vergabeobjekt bzw. den in Frage stehenden Leistungspaketen vergleichbar ist. Insofern ist der in den Bestimmungen zur A usschreibung verwendete Begriff "Pla- nung und Ausführung" in erster Linie entsprechend dem gleichen Begriff bei der Definition des Vergabeobjekt s auszulegen. Beim ausgeschrieb e- nen Projekt handelt es sich gemäss Ausschreibung um einen Bauauftrag, der sowohl Planung als auch Ausführu ng umfasst (Ausschreibung Zi f- fer 2.1), nämlich insbesondere die " Planung, Entwicklung, Fabrikation, Lieferung und Montage der Fahrbahn (Schotterfahrbahn und feste Fah r- bahn) sowie der Weichen des Ceneri -Basistunnels inklusive der of fenen Neubaustrecke Nord" (vgl. Ausschreibung Ziffer 2.5). Aus den detaillierten Beschreibungen in den Ausschreibungsunterlagen ergibt sich, dass die Vergabestelle in Bezug auf die verschiedenen Leistungspakete zwar zahl- reiche Vorgaben machte, dabei aber z umindest teilweise auch lediglich funktionale Vorgaben, bezüglich derer den Anbietern offensichtlich ein wesentlicher Spielraum für die Wahl von Produkten, Systemen und tec h- nischen Lösungen verblieb. So war etwa vorgesehen, dass der Anbieter zuerst ein Konzept zu erstellen hat, das durch die Vergabestelle zu prüfen und freizugeben ist, dann hat er ein Detailprojekt zu erstellen, das nicht nur durch die Vergabestelle freizugeben, sondern auch durch das Bu n- desamt für Verkehr (BAV) zuerst zu genehmigen ist, und daraufhin erstellt er das Ausführungsprojekt und unterbreitet es zur Freigabe (vgl. Au s- schreibung, Besondere Bestimmungen II-BB, S. 119). B-4902/2013 Seite 23 Diesem Kontext entsprechend ist daher davon auszugehen, dass unter der "Planung", die ein Referenzobjekt im vorlieg enden Fall als "vergleich- bar" im Sinne der Ausschreibungsbestimmungen erscheinen lassen wü r- de, ebenfalls derartige Konzept -, Detailprojektierungs- und Ausführungs- projektierungsarbeiten zu verstehen sind. Die Vergabestelle legt diesbezüglich substantiiert dar, dass die Subunter- nehmerin Nr. 10 massgebliches Mitglied der Planungsgemeinschaft g e- wesen sei, die im Rahmen des Referenzprojekts Frutigen das Vorprojekt in Varianten (diverse Linienführungen), das Auflageprojekt 2001 mit sp ä- teren nachlaufenden Verfahr en sowie das Bauprojekt und das Ausfü h- rungsprojekt erarbeitet habe. Wenn sie unter diesen Umständen die durch die Subunternehmerin Nr. 10 im Rahmen des Referenzprojekts Frutigen erbrachten Projektierungsleistungen als vergleichbare Pl a- nungsarbeiten einstufte, kann nicht gesagt werden, sie habe das ihr z u- stehende Ermessen (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 564 ff., mit Hinweisen) überschritten oder rechtsfehlerhaft ausgeübt. 7.2 In Bezug auf die Referenz Hochgeschwindigkeitslinie Bologna - Firenze rügen die Beschwerdeführerinnen, diese Referenz könne als re i- ne Ausführungsreferenz angerechnet werden, habe aber keinen TU - Auftrag samt Planung zum Gegenstand gehabt. Die Beschwerdegegnerinnen dagegen machen geltend, die Beschwerd e- gegnerin 6 habe nicht nur die Ausführung, sondern auch die Ausfü h- rungsplanungen erbracht. Dies ergebe sich aus dem Bestätigungs - schreiben der Bauherrin. 7.2.1 Gemäss den Angaben der Beschwerdegegnerinnen im Formular EA.1 umfasste die Leistung der Beschwerdegegnerin 6 beim Referen z- projekt Hochgeschwindigkeitslinie Bologna-Firenze den "Bau der Scho t- terfahrbahn mit Weichen". Auch in der beigelegten Bestätigung der Ba u- herrin ist lediglich von "lavorazioni di costruzione del binario ad Alta Velo- cità nella tratta Bologna -Firenze per complessivi Km 52,6 interamente su traverse in c.a.p." die Rede. Die Behauptung, die Beschwerdegegnerin 6 habe auch Ausführungsplanungen erbracht , erheben die Beschwerd e- gegnerinnen erstmals in ihrer Duplik. 7.2.2 Nach Art. 19 Abs. 1 BöB müssen die Anbieter ihre Offerte schriftlich, vollständig und fristgerecht einreichen. Dieser Regel liegt der Gedanke zugrunde, dass die Vergabestelle anhand der eingereichten Offerten B-4902/2013 Seite 24 direkt zur Vergabe des Auftrags schreiten können soll. Dementsprechend sind denn auch sowohl die Eignung der Anbieter als auch die Offerten grundsätzlich aufgrund der innert Frist eingereichten Angaben und Nac h- weise zu prüfen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-4366/2009 vom 24. Februar 2010 E. 7.3; Entscheid der BRK 2003-015 vom 1. September 2003, veröffentlicht in VPB 68.10 E. 3c/aa; Entscheid der BRK 2002 -011 vom 8. Oktober 2002, veröffentlicht in VPB 67.5 E. 2b). Es ist nicht Sache der Vergabestelle, weitere Abklärungen zur Eignung eines Anbieters zu treffen, wenn dessen Eignungsnachweise den vorg egebenen Anford e- rungen nicht genügen. Beim Entscheid darüber, ob ein Angebot von vornherein auszuscheiden oder aber – allenfalls mittels Rückfragen – zu bereinigen ist, kommt der Vergabestelle nach der Rechtsprechung ein e r- hebliches Ermessen zu. Das Verbot des überspitzten Formalismus bzw. der Grundsatz von Treu und Glauben kann von ihr verlangen, einem A n- bieter Gelegenheit zu geben, unbedeutende Formmängel zu beheben. Sie muss aber in jedem Fall alle Anbietenden gleich behandeln. Ein A n- spruch darauf, wesen tliche inhaltliche Mängel, wie das Fehlen von ve r- langten Eignungsnachweisen, nachträglich korrigieren zu dürfen, besteht indessen nicht (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -4366/2009 vom 24. Februar 2010 E. 7.3 ff. mit Verweis auf BVGE 2007/13 E. 6 .2; Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.1999.00348 vom 13. April 2000 E. 5c/bb und AGVE 1999 S. 341 ff. E. 3b/ee). In der Literatur wird teilweise die Auffassung vertreten, Eignungsnachwei- se, welche erst nach Ablauf der Antragsfrist, e twa im Laufe eines B e- schwerdeverfahrens, beigebracht würden, dürften als verspätet nicht mehr berücksichtigt werden (vgl. HANS RUDOLF TRÜEB, in: Oesch/Weber/Zäch [Hrsg.], Wettbewerbsrecht II, Zürich 2011, N. 1 zu Art. 19 BöB). Teilweise wird diese Rechtsfo lge dagegen lediglich für das selektive Verfahren befürwortet, im offenen Verfahren dagegen könne sich aus dem Verhältnismässigkeitsprinzip eine Rückfragepflicht der Ve r- gabestelle ergeben. So müsse es mit Blick auf das Wirtschaftlichkeitsg e- bot wohl zulässig sein, eine zum Zeitpunkt der Offerteinreichung gegeb e- ne Eignung durch das nachträgliche Einreichen von Nachweisen zu bel e- gen. Entsprechend habe die Vergabestelle, die ein Fehlen oder Ungen ü- gen von Nachweisen feststelle, nachzufragen, bevor sie einen Anbi eter mangels Eignung ausschliesse (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 572 und Rz. 575; MARTIN BEYELER, Eignung und technische Spezif i- kation, BR 2010, S. 93). B-4902/2013 Seite 25 Wie es sich damit verhält, kann im vorliegenden Fall offen gelassen we r- den. Selbst wenn es zulässig sein sollte, dass die Vergabestelle – unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes – einen Anbieter nach A b- lauf der Angebotsfrist darauf hinweist, dass er die verlangten Eignung s- nachweise teilweise nicht erbracht hat, und ihm gestattet, die ent spre- chenden Belege nachzureichen, wäre es jedenfalls mit dem Grundsatz von Art. 19 Abs. 1 BöB kaum vereinbar, Belege zu berücksichtigen, die erstmals im Beschwerdeverfahren eingereicht wurden und deren Existenz im Angebotszeitpunkt noch gar nicht behauptet worden war. 7.2.3 Hinzu kommt, dass auch fraglich ist, ob die neu geltend gemachte "progettazione AS BUILT" überhaupt als "Planung" im Sinn der Au s- schreibungsbestimmungen gelten kann. Wie dargelegt (vgl. E. 7.1.2 hievor), können an sich diverse Konzept-, De- tailprojektierungs- und Ausführungsprojektierungsarbeiten als "Planung" im Sinn der Ausschreibungsbestimmungen verstanden werden. Was die Ausführungsplanung betrifft, so unterscheidet die SIA-Norm 118 zwischen Ausführungsplänen, welche der Bauherr bzw. sei ne Bauleitung dem au s- führenden Unternehmer zur Verfügung zu stellen hat (vgl. Art. 100 SIA - Norm 118), und Ausführungsplänen, die der ausführende Unternehmer üblicherweise auf eigene Kosten zu liefern hat (vgl. Art. 101 Abs. 1 SIA- Norm 118). Ausführungspläne im letzteren Sinne müssen daher norma- lerweise als in der "Ausführung" inbegriffen angesehen werden. Aus di e- sem Grund ist davon auszugehen, dass unter einer "Planung", welche überhaupt die Verwendung des Doppelbegriffes "Planung und Ausfü h- rung" in der Bes chreibung des Vergabegegenstandes und in der B e- schreibung der Eignungsnachweise rechtfertigt, nicht diese letztere Art von Ausführungsplanung zu verstehen ist. Vielmehr muss es sich um die- jenige Art von Planung handeln, die üblicherweise nicht dem Unterne h- mer, sondern dem Bauherrn bzw. einem von ihm beauftragten Planer oder Totalunternehmer obliegt. Eine "progettazione AS BUILT", wie sie in der nachgereichten Bestätigung nun neu aufgeführt ist, ist lediglich als "übliche" Ausführungsplanung im Sinne von Art. 101 Abs. 1 SIA-Norm 118 einzustufen. Dementsprechend hatte auch die Bauherrin in ihrer ursprünglic hen Bestätigung lediglich von "lavorazioni di costruzione" geschrieben und diese "progettazione AS BUILT" gar nicht erwähnt. B-4902/2013 Seite 26 7.2.4 Die Vergabestelle bzw. deren Evaluationsgremium taxierte das R e- ferenzprojekt Hochgeschwindigkeitslinie Bologna-Firenze im Kontext des LP 30 als ungenügend. Eine Begründung dafür hat sie nicht geliefert . Auch macht sie nicht geltend, diese Einstufung sei unzutreffend. Wie es sich damit verhält, kann indessen offen gelassen werden, da nach dem Gesagten jedenfalls davon auszugehen ist, dass diese Referenz höch s- tens als Teilreferenz für die Ausführung, nicht aber als Planungs - oder TU-Referenz angerechnet werden durfte. 7.3 In Bezug auf das Re ferenzprojekt Los Nord Milano rügen die B e- schwerdeführerinnen, dieses betreffe einen reinen Unterhaltsvertrag Gleisbau. Bei einem solchen Vertrag, bei dem es um sofortige Reparat u- ren bei Störungen bzw. kleinere Aufträge weit unter Schwellenwert gehe, sei P lanung nicht enthalten und damit könne auch kein Nachweis für Erfahrung in Ausführung von Schotterfahrbahn erbracht werden. Die Beschwerdegegnerinnen machen demgegenüber geltend, diese Referenz, welche das Ersetzen von Geleisen in Schotter und Weichen auf einem Abschnitt von rund 250 km durch die Beschwerdegegnerin 6 beinhaltet habe, sei angesichts des Auftragsvolumens von CHF (…) Mio. in technischer und finanzieller Hinsicht weit entfer nt von einem reinen Unterhaltsvertrag und enthalte vergleichbare Arbeiten wie das LP 30. Die Vergabestelle verweist auf das ihr zustehende Ermessen bei der B e- urteilung der Vergleichbarkeit; im Rahmen dieses Ermessens habe sie diese Referenz als für Planung und Ausführung gültig erachtet. Wie es sich bezüglich der Vergleichbarkeit dieser Referenz verhält, kann vorliegend offen gelassen werden, da die Beschwerdegegnerinnen weder in ihrem Referenzformular noch in ihren Rechtsschriften geltend gemacht oder belegt haben, dass die Leistung der Beschwerdegegnerin 6 bei die- sem Projekt auch Planungsleistungen beinhaltet habe. 7.4 Als Zwischenergebnis ist somit davon auszugehen, dass d ie B e- schwerdegegnerinnen in Bezug auf das LP 30 (Schotterfahrbahn Strecke im Freien u nd Tunnel) drei Referenzen eingereicht haben, wovon eine reine Planungsreferenz ("Federführung und technische Leitung…, Projek- tierung…, sämtliche Projektierungsphasen" [Anschluss Frutigen ]), eine Referenz, welche höchstens als reine Ausführungsreferenz eingestuft werden kann ("Bau der Schotterfahrbahn mit Weichen" [Hochgeschwin- digkeitslinie Bologna -Firenze]), und eine weitere reine Ausführungsrefe-B-4902/2013 Seite 27 renz ("Bau Schotterfahrbahn mit Weichen" [Los Nord Milano, Unterhalt s- vertrag Gleisbau]). Keine dieser Referenzen ist somit als TU-Referenz im Sinn der geforderten Eignungsnachweise einzustufen. 7.5 Die Frage stellt sich, ob eine TU-Referenz, d.h. eine Referenz für Pla- nung und Ausführung, auch durch zwei Teilreferenzen für Planung einer- seits und Ausführung andererseits ersetzt werden könnte. Zwar sind zwei derartige Teilreferenzen nicht identisch mit einer TU -Referenz. Vom Sinn und Zweck der Eignungsnachweise her betrachtet erscheint der Unte r- schied indessen qualitativ und quantitativ als zu geringfügig, als dass ein derartiger Ersatz mit einer objektiven Auslegung der in den Ausschre i- bungsbestimmungen formulierten Anforderungen an die Eignungsanfo r- derungen nicht vereinbar wäre. Ob zwei derartige Teilreferenzen ersat z- weise anstelle einer TU -Referenz anerkannt werden, liegt daher im E r- messen der Vergabestelle, denn dieser kommt ein Ermessenspielraum zu bezüglich der Frage, inwieweit die beigebrachten Referenzen die in den Ausschreibungsbestimmungen vorgegebe nen, nach objektiven Kriterien auszulegenden Anforderungen an die E ignungsnachweise erfüllen. Dies- bezügliche Ermessensentscheide der Vergabestelle überprüft die Rechtsmittelinstanz nur auf Rechtsfehler hin (vgl. GAL- LI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 564 ff. mit Hinweisen). Derartige Rechtsfehler sind im vorliegenden Fall nicht ersichtlich, soweit die Verga- bestelle zwei Teilreferenzen, wovon je eine für die Planung und eine für die Ausführung vergleichbarer Projekte , anstelle einer TU-Referenz ak- zeptierte. 7.6 Auch unter Berücksichtigung eines derartigen Ersatzes würden die für das LP 30 eingereichten Referenzen der Beschwerdegegnerinnen inde s- sen lediglich einmal Planung und zweimal Ausführung, also anderthalb TU-Referenzen abdecken, nicht die geforderten zwei. Die Vergabestelle ist daher zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Be- schwerdegegnerinnen den Eignungsnachweis in Bezug auf das LP 30 er- bracht hätten. 8. Die Beschwerdeführerinnen rügen, zu LP 31 (feste Fahrbahn Tunnel) hät- ten die Beschwerdegegnerinnen keine einzige taugliche Referenz ang e- geben. B-4902/2013 Seite 28 8.1 Mit Blick auf die Referenz Metro Cityringen Kopenhagen kritisieren die Beschwerdeführerinnen, laut Terminplan der Bauherrin J._______ sei Baubeginn Mitte 2014, d.h. die betreffenden Arbeiten hätten demnach bisher nicht begonnen. Ungeachtet seiner Komplexität dürfe dieses Pr o- jekt da her nicht als gültige Referenz behandelt werden. Eine taugliche Referenz zu LP 31, dem Kernstück des CBT, müsse eine abgeschlossene Planung und Ausführung in den letzten 15 Jahren nachweisen. Mangels genügendem Baufortschritt, geschweige denn Baufertigstel lung, könne nicht darauf geschlossen werden, die Beschwerdegegnerinnen hätten das Projekt "erfolgreich realisiert". Die Referenz müsse daher zwingend ausscheiden. Die Vergabestelle führt dazu aus, aufgrund aller Angaben und Refere n- zen zum EK 1 habe sie sich ein Gesamtbild über die fachliche Leistung s- fähigkeit des Anbieters machen können. Das Projekt Metro Cityringen in Kopenhagen könne im positiven Sinn für die Eignungsbeurteilung ve r- wendet werden. Die Beschwerdegegnerin 6 habe den Auftrag für die Fahrbahn erhalten. Es sei bei komplexen Projekten üblich, dass auch die Subunternehmer, wenn diese wesentliche Leistungsteile erbrächten, die Erfüllung der Eignung nachzuweisen hätten. Die Gültigkeit einer Referenz hänge nicht davon ab, ob der Anbieter als Subunte rnehmer oder ARGE- Partner beteiligt gewesen sei. D._______ sei bereits Hauptunternehmer für die bestehende Metro Kopenhagen gewesen, und es sei davon au s- zugehen, dass sie sich für die anstehende Realisierung des Projekts City- ringen nicht einen ungeeigneten Subunternehmer für ein zentrales und kostenträchtiges Element wie die Fahrbahn ausgesucht habe. Die B e- triebs- und Unterhaltserfahrungen, die D._______ in Kopenhagen g e- sammelt habe, flössen in die Projektierung und Ausführung des Projektes Cityringen ein. Die Beschwerdegegnerin 6 als Subunternehmerin wiede r- um könne von diesem Wissen profitieren und es am CBT einsetzen. Das Projekt Metro Cityringen liege im Zeitraum zwischen Juli 2010 und Se p- tember 2016 und betreffe die Erstellung eines Doppelgleises im Dopp el- bahntunnel auf Betonsohle. Die Planungs - und Ausführungsarbeiten von D._______ und folglich der Beschwerdegegnerin 6 hätten vor der Ang e- botseinreichung im vorliegenden Verfahren begonnen. Die Tatsache, dass bereits Ende 2013 Low Vibration Track (LVT)-Blöcke geliefert worden sei- en, zeige, dass vor diesem Datum bereits eine Projektierung erfolgt sein müsse. Diese könne nicht ohne erhebliche Mitwirkung des ausführenden Unternehmens erfolgt sein. Die Beschwerdegegnerin 6 habe sich deshalb bereits grosses Know-how bezüglich des LVT-Systems erarbeitet. Die Ar- beiten seien zum Zeitpunkt der Offerteingabe für das Los Fahrbahn und B-4902/2013 Seite 29 Logistik CBT so weit fortgeschritten gewesen, dass eine Realisierung, wie in der Referenz angegeben, nicht in Zweifel gezogen werden könn e. Das System L VT sei in der Schweiz zuletzt im Lötschberg -Basistunnel, im Gotthard-Basistunnel und in der Durchmesserlinie Zürich eingebaut wo r- den. In die Bewertung der fachlichen Leistungsfähigkeit sei der Umstand einzubeziehen, dass die Anbieterin des Systems LVT neben dem Design der Systemkomponenten und deren Qualitätsüberwachung auch weite r- gehende technische Unterstützung im Bereich der festen Fahrbahn a n- biete. Auf diesem Weg seien umfassende systembezogene Erfahrung und Fachkenntnis für die Beschwerdegegnerinnen nutzbar. Die Beschwerdegegnerinnen machen geltend, die Referenz Metro Cit y- ringen, Kopenhagen, sei eine TU -Referenz. D ie Beschwerdegegnerin 6 habe als Subtotalunternehmerin des dortigen Erstunternehmers D._______ mit den für ihren Teil der Metro Cityringen erforderlichen Pl a- nungsarbeiten und somit mit den vereinbarten TU - Werkvertragsleistungen nach Vertragsabschluss ab 20. Oktober 2011 be- gonnen. Indessen habe sie noch nicht mit den Bauarbeiten für die feste Fahrbahn begonnen, weshalb unbestritten sei, dass das durch sie zu erbringende Werk noch nicht vollendet sei. Eine Werkvollendung sei aber gemäss Ausschreibungs-unterlagen keine zwingende Bedingung für die eingereichte TU-Referenz und auch keine Voraussetzung für deren Z u- lässigkeit. Auch mit laufenden Planungs - und Bauleistungen könne der Nachweis der fachlichen Eignung geführt werden. Die Referenz eigne sich daher wenigstens als gültige Planungsreferenz, wenn nicht gar als TU-Referenz. 8.1.1 Die Referenz Metro Cityri ngen Kopenhagen lautete gemäss Offerte lediglich auf "Bau", nicht auch auf Planung. Dass dieses Projekt auch Planungsarbeiten durch die Beschwerdegegnerin 6 beinhalte und ins o- fern eine eigentliche TU -Referenz darstelle, machten die Beschwerd e- gegnerinnen er stmals im vorliegenden Beschwerdeverfahren geltend. Diese Behauptung kann daher, wie dargelegt (vgl. E. 7.2.2 hievor), nicht berücksichtigt werden. 8.1.2 Die Frage, ob es anhand eines nicht abgeschlossenen Projektes überhaupt möglich ist, den Schluss zu ziehen, der betreffende Anbieter habe bereits einmal erfolgreich eine vergleichbare Aufgabe erfüllt , kann wohl nicht generell verneint werden . Gerade im Bereich von Bauau s- schreibungen ist es nicht unüblich, auch noch nicht vollständig fertigg e- stellte Projekte als Referenzen zuzulassen (vgl. etwa den Zwischenent-B-4902/2013 Seite 30 scheid des Bundesverwaltungsgerichts B -6533/2013 vom 14. Januar 2014 E. 5.1). Die Frage, wie weit fortgeschritten ein noch nicht abgeschlossenes Projekt sein muss, damit daraus überhaupt entspr e- chende Schlussfolgerungen auf die Qualität der Arbeit gezogen werden können, kann nicht generell beantwortet werden, hängt die Antwort doch insbesondere von Art und Grösse des Projekts und von der Funktion des Unternehmens bei der Planung oder Ausführung des Proj ekts ab. Auch kommt der Auskunft des Bauherrn des Referenzprojekts eine grössere Bedeutung zu als bei bereits fertig gestellten und ihrer bestimmungsg e- mässen Nutzung übergebenen Projekten. Die Frage gehört indessen grundsätzlich zur Thematik der Bewertung der eingereichten Referenzen, bezüglich derer der Vergabestelle, wie bereits dargelegt, ein Ermessenspielraum zukommt. 8.1.3 Unbestritten ist, dass beim Referenzprojekt Metro Cityringen die Bauarbeiten im Zeitpunkt der Offerteinreichung noch gar nicht begonnen hatten, weshalb es offensichtlich nicht möglich ist, daraus den Schluss zu ziehen, der betreffende Anbieter habe diese Aufgabe erfolgreich ausge- führt. Wenn die Vergabestelle unter diesen Umständen die Referenz Metro Cityringen Kopenhagen als gültigen Eignungsnachweis akzeptierte, hat sie den ihr zustehenden Ermessenspielraum klarerweise überschritten. 8.2 Die Beschwerdeführerinnen rügen sodann, bei dem ebenfalls zu LP 31 angegebenen Referenzprojekt Anschluss Frutigen handle es sich um blosse Planungsleistun gen, und zwar für drei Abschnitte von total 500 m im Tunnel. Das angeführte Planungsbüro habe für den Tunnel Engstlige das Masse-Feder-System geplant. Feste Fahrbahn sei die Ei n- richtung einer Gleisanlage auf festem Untergrund, wobei ein MFS eine von drei Unterlage -Varianten sei. Die Beschwerdegegnerinnen versuc h- ten somit, die Planung eines zum Rohbau-Los gehörenden Masse-Feder- Systems mit der anschliessend darauf zu errichtenden und gesondert fein zu justie renden f esten Fahrbahn zu vergle ichen, was unzulässig sei . Schon aus ingenieurtechnischen Gründen könne die se Referenz daher nicht für f este Fahrbahn herangezogen werden. Die feste Fahrbahn im Engstligetunnel beim Anschluss Frutigen sei von einer der Beschwerde- führerinnen ausgeführt worden und könne daher nicht als Referenzobjekt der Beschwerdegegnerinnen angerufen werden. B-4902/2013 Seite 31 Die Vergabestelle macht geltend, die von den Beschwerdegegnerinnen beigezogene Subplanerin Nr. 10 habe im genannten Projekt die entspr e- chenden, als Referenz genügenden Planungsarbeiten erbracht. Die D i- mensionierung eines MFS setze vertiefte Kenntnisse bezüglich der darauf liegenden f esten Fahrbahn voraus. Die Planung des MFS könne daher als Referenz für Erfahrung au ch bezüglich der Planung einer f esten Fahrbahn herangez ogen werden. Sicherlich sei mit der Planung eines MFS die Anforderung "…vergleichbar komplexe Projekte mit ähnlichen Anforderungen" erfüllt. Die Beschwerdegegnerinnen sind der Meinung, das Referenzprojekt A n- schluss Frutigen stelle einen gültigen Nachweis der Eignung bezüglich Planungsarbeiten für die LP 30 bis LP 32 dar. In der Ingenieurgemei n- schaft, die für die gesamte Planung des Anschlusses Frutigen (Vorprojekt bis und mit Ausführungsprojekt) zuständig gewesen sei, habe die in Fra- ge stehende Subplanerin federführend verantwortlich gezeichnet. Es g e- he nicht darum, ob die Beschwerd egegnerinnen schon einmal eine f este Fahrbahn für eine Eisenbahn im Tunnel gebaut hätten oder nicht, so n- dern darum nachzuweisen und der Vergabestelle zu zeigen, dass sie für die vorgesehene Leistung geeignet und befähigt seien. Dazu sei nicht e r- forderlich, schon einmal eine identische Leistung ausgeführt zu haben. Die Ausführung vergleichbar komplexer Projekte sei ausreichend, und vorliegend sei die Vergleichbarkeit zwischen ausge schriebener Leistung und Referenzleistung gegeben. Die Vergabestelle habe mit den von den Beschwerdegegnerinnen eingereichten Referenzen einen tragbaren Rückschluss auf ihre Leistungsfähigkeit ziehen können, und sie dürfe b e- züglich Vergleichbarkeit einen g rosszügigen Prüfungsmassstab anlegen. Im Ergebnis hätten die Beschwerdegegnerinnen bezüglich LP 31 zwei Referenzen für Planung und Ausführung (Kopenhagen; Turin) und eine Referenz für Planung (Frutigen) eingereicht. Es ist somit unbestritten, dass die Re ferenz Anschluss Frutigen von den Beschwerdegegnerinnen lediglich für Planung und nicht für Ausführung angerufen wurde. 8.3 Als Zwischenergebnis ist davon auszugehen, dass von den drei für das LP 31 angeführten Referenzen die erste, Metro Cityringen Kopenh a- gen offensichtlich als Referenz ungeeignet war, da mit der Ausführung der betreffenden Bauarbeiten unbestrittenermassen noch nicht begonnen worden war und die erstmals im Beschwerdeverfahren vorgebrachte Be- hauptung, die Referenz beinhalte auch Planungsarbeit en, welche bereits B-4902/2013 Seite 32 weiter fortgeschritten seien, nicht mehr berücksichtigt werden kann . Die zweite Referenz, Anschluss Frutigen, hatte lediglich Planung, aber keine Ausführung zum Gegenstand. Wie es sich mit der dritten Referenz, Metro Linie Torino Porta Nuova – Lingotto (Metro Torino), verhält, kann unter diesen Umständen offen gelassen werden, da die erforderliche Anzahl an Referenzen für das LP 31 , insbesondere in Bezug auf den Aspekt der Ausführung, damit offensichtlich nicht erbracht war. 8.4 Auf die Rüg en der Beschwerdeführerinnen zur Vergleichbarkeit der Referenzen Frutigen und Metro Torino braucht unter diesen Umständen nicht weiter eingegangen zu werden. 9. Die Beschwerdegegnerinnen haben somit weder für das LP 30 noch für das LP 31 die gemäss Ausschre ibungsbestimmungen geforderten mi n- destens zwei TU-Referenzen bzw. deren Äquivalent in Teilreferenzen e r- bracht. 10. Das Evaluationsgremium der Vergabestelle ging davon aus, die Eignung sei gesamtheitlich zu beurteilen; sie sei dann gegeben, wenn die Meh r- heit der vielen einzelnen Detailprüfpunkte erfüllt sei. Es sei daher nicht ausgeschlossen, die Eignung zu bejahen, auch wenn einzelne Detailprü f- punkte nicht oder nur mit Vorbehalten erfüllt seien (vgl. Protokoll E valua- tionsgremium Besprechung Nr. (…) vom (…), Ziffer 3.2). Diese Auffassung ist vergaberechtswidrig. Im vorliegenden Fall lautete die entsprechende Passage in den Ausschreibungsbestimmungen: "Die Kr i- terien können entweder 'erfüllt' oder 'nicht erfüllt' werden" (Bestimmungen zur Ausschreibung A-BA, Ziffer 4.3.2, S. 32). Eignungskriterien, welche in dieser Art in den Ausschreibungsbestimmungen publiziert sind, müssen grundsätzlich alle er füllt werden (vgl. E . 4. 2 hievor). Ob es aus Verhäl t- nismässigkeitsüberlegungen dennoch zulässig sein könnte, die Eignung zu bejahen, wenn die massgeblichen Eignungskriterien lediglich in Bezug auf einige wenige, völlig untergeordnete Punkte nicht erfüllt sind, kann im vorliegenden Fall offen gelassen werden, da es sich bei den LP 30 und LP 31 keineswegs um untergeordnete Punkte handelt. Da die Eignungskriterien gemäss den Ausschreibungsbestimmungen nur entweder "erfüllt" oder "nicht erfüllt" sein können, ist auch – entgegen der Behauptung der Vergabestelle und der Beschwerdegegnerinnen – eine B-4902/2013 Seite 33 "Gesamtbetrachtung" im Sinne einer Kompensation ungenügender Ei g- nungsnachweise durch den Nachweis entsprechender Erfahrung des Schlüsselpersonals nicht zulässig. Die Nichterfüllung derartiger Ei g- nungskriterien führt vielmehr grundsätzlich zum Ausschluss des Anbi e- ters; ein fehlen des Eignungskriterium kann nicht durch Übererfüllung a n- derer Eignungskriterien kompensiert werden (vgl. BGE 139 II 489 E. 2.2.4; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 580). 11. Es erübrigt sich daher, auf den von den Beschwerdeführerinnen gerügten Umstand weiter einzugehen, dass sich aus den Vorakten ergibt, dass das Evaluationsgremium der Vergabestelle zum Schluss gekommen war, dass gar nicht alle Schlüsselpersonen der Beschwerdegegnerinnen die Eignungskriterien erfüllt hätten. Auch die weiteren Rügen der Be schwerdeführerinnen, sowohl bezüglich der beigebrachten Referenzen der Beschwerdegegnerinnen in Bezug auf die übrigen Leistungspakete als auch in Bezug auf die nicht die Eignung der Beschwerdegegnerinnen betreffenden Punkte, brauchen bei diesem Ergebnis nicht weiter geprüft zu werden. 12. Die Rüge der Beschwerdeführerinnen, die Vergabestelle sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Beschwerdegegnerinnen die Eignungskr i- terien erfüllten, erweist sich daher als begründet. Der Zuschlag an die Beschwerdegegnerin nen erweist sich daher als rechtswidrig, da die Beschwerdegegnerinnen mangels Eignung hätten ausgeschlossen werden müssen. Der Zuschlag ist daher aufzuheben. 13. Das primäre Rechtsbegehren der Beschwerdeführerinnen lautet dahi n- gehend, der Zuschlag an die Bes chwerdegegnerinnen sei aufzuheben und ihnen selbst sei der Zuschlag zu erteilen. Die Vergabestelle und die Beschwerdegegnerinnen machen diesbezüglich indessen geltend, wenn die Ausschreibungsbestimmungen so ausgelegt würden, dass pro Lei s- tungspaket mindestens zwei TU-Referenzen verlangt würden, dann erfüll- ten auch die Beschwerdeführerinnen die Eignungskriterien nicht. Die Be- schwerdeführerinnen haben sich zu dieser Thematik nicht substantiiert geäussert. B-4902/2013 Seite 34 13.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der Sache selbst oder weist diese mit verbindlichen Weisungen an die Auftraggeberin zurück (Art. 32 Abs. 1 BöB). In Anbetracht des grossen Ermessenspielraums, der der Vergabebehörde zukommt, hat die Aufhebung einer Zuschlagsverf ü- gung durch die Rechtsmittelin stanz in der Regel eine mit verbindlichen Weisungen verbundene Rückweisung an die Auftraggeberin zur Folge (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1396). Insbesondere dort, wo noch Fragen zu entscheiden sind, bezüglich derer der Vergabestelle Ermessen zukommt, fällt eine direkte Erteilung des Zuschlags durch das Gericht ausser Betracht (vgl. hierzu die Urteile des Bundesverwaltung s- gerichts B -738/2012 vom 24. Oktober 2012 E. 2.2 sowie B -7571/2009 vom 20. April 2011 E. 9.2, mit Hinweisen). 13.2 Im vorliegenden Fall sind derartige Fragen offen. So ist insbesond e- re umstritten, ob die Beschwerdeführerinnen ihrerseits bei korrekter Au s- legung der Ausschreibungsbestimmungen die Eignungskriterien erfüllen oder nicht. Zwar geht aus dem Begründungsschreiben vom 13. Augu st 2013 zur angefochtenen Zuschlagsverfügung implizit hervor, dass die Vergabestelle anlässlich dieser Verfügung die Eignung der Beschwerd e- führerinnen bejahte. Dabei ging sie indessen von einer – wie in den vo r- anstehenden Erwägungen dargelegt – nicht korre kten Auslegung der Eignungskriterien aus, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. Ob die von den Beschwerdeführerinnen angeführten Referenzen die korrekt ausgelegten Anforderungen an die Eignungsnachweise erfüllen oder nicht, ist eine Frage, bezüglich derer der Vergabestelle Ermessen z u- kommt. Die Voraussetzungen für eine reformatorische Gutheissung der B e- schwerde sind daher nicht gegeben. 13.3 Entsprechend dem Eventualbegehren der Beschwerdeführerinnen ist daher die angefochtene Zuschlagsverfügung aufzuhebe n und die S a- che zur Neuerteilung des Zuschlags an die Vergabestelle zurückzuwe i- sen. Wie bei jedem Vergabeverfahren ist ein ordnungsgemässer Abbruch nicht ausgeschlossen, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind. 14. Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen und prozessualen Anträge, insbesondere auf die Akteneinsichtsbegehren der Parteien einzugehen. B-4902/2013 Seite 35 15. Bei diesem Verfahrensausgang gelten die Beschwerdeführerinnen pr a- xisgemäss als überwiegend obsiegend, auch in Bezug auf den Zw i- schenentscheid über die aufschiebende Wirkung, weshalb die gesamten Verfahrenskosten den Beschwerdegegnerinnen aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG) . Vergabestellen können keine Verfahrenskosten auferlegt werden (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG). Die Gerichtsgebühr richtet sich nach dem Umfang und der Schwierigkeit der Streitsache, der Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4 bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor de m Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da von einem Vergabevo- lumen von ca. 96 Millionen Franken auszugehen ist, rechtfertigt es sich, die Gerichtsgebühr, inklusive der Kosten für den Zwischenentscheid vom 29. Oktober 2013, auf CHF 50'000.– festzulegen. 16. Den überwiegend obsiegenden, anwaltlich vertretenen Beschwerdeführe- rinnen ist zu Lasten der Beschwerdegegnerinnen eine Parteientschäd i- gung für die ihnen erwachsenen notwendigen und verhältnismässig h o- hen Kosten des Beschwerdeverfahrens zuzus prechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeführerinnen haben mit Eingabe vom 5. März 2014 eine Kostennote eingereicht und Kosten von CHF 50'850.50 geltend gemacht. Darin wurde für den einen Anwalt ein Aufwand von 45.60 Stunden zu e i- nem Stundenansatz von CHF 500.– und für den anderen ein Aufwand von 56.80 Stunden zu einem Ansatz von CHF 465.– zugrunde gelegt. Die Beschwerdegegnerinnen erachten den geltend gemachten Stunde n- ansatz als zu hoch und die Honorarnote insgesamt als nicht nachvol l- ziehbar. In der nachgereichten Begründung ihrer nunmehr detaillierten Kostennote vom 14. März 2014 erhöhen die Beschwerdeführerinnen die geltend g e- machten Parteikosten auf CHF 57'342.–, entsprechend einem Aufwand von 91.20 Stunden zu einem Stundenansatz von CHF 500.– und einem Aufwand von 123.05 Stunden zu einem Ansatz von CHF 465.–, je hälftig verteilt auf die beiden Parallelverfahren . Diese hälftige Verteilung sei sachgerecht, denn die beiden Verfahren wiesen in den rechtlichen, aber B-4902/2013 Seite 36 auch in den materiellen Aspekten viele gemeinsame Fragestellungen auf und die technischen Details seien zu grossen Teilen durch die Klien t- schaft eingeflossen. Eine detailliertere Zuordnung des Aufwands auf die einzelnen Verfahren wäre seinerseits sehr aufwendig gewesen. Diese Be- rechnungsweise sei nicht zum Nachteil der Gegenpartei, da diese von den Synergien der beiden Verfahren auch profitiere. Diese Argumentation ist überzeugend und auch der zeitliche Gesamtau f- wand ist nicht zu beanstanden. Hingegen ist im vorliegenden Fall kein An- lass ersichtlich, über den nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts für das Vergaberecht geltenden Regelstundenansatz von CHF 350.– hin- aus zu gehen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -738/2012 vom 24. Oktober 2012 E. 6.3). Den Beschwerdeführerinnen ist daher eine entsprechend gekürzte Parteientschädigung von CHF 42' 210.60 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin- nen zuzuerkennen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die angefochtene Zuschlagsverfügung wird aufgehoben. Die Sache wird im Sinne der Erwägungen an die Vergabestelle zurüc k- gewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von CHF 50'000.– werden den Beschwerdegegne- rinnen in solidarischer Haftung auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu Gunsten der G e- richtskasse zu überweisen. Der Einzahlungsschein folgt mit separater Post. Der von den Beschwerdeführerinnen e inbezahlte Kostenvorschuss von CHF 50'000.– wird ihnen nach Eintritt der Rechtskraft zurückerstattet. 3. Den Beschwerdeführerinnen wird zu Lasten der Beschwerdegegnerinnen eine Parteientschädigung CHF 42'210.60 zugesprochen. B-4902/2013 Seite 37 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerinnen (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungsformular) – die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 102812; Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerinnen (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehre n, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 19. März 2014