Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Februar 2015 (720 14 280) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf IV-Rente verneint; Beurteilung der Arbeitsfähigkeit; Berechnung des Inva- liditätsgrades Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Milena Grob Parteien A.___, Beschwerdeführer, vertreten durch M onica Armesto, Advoka- tin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.8018.8239.89) A. Der 1975 geborene A.___ arbeitete zuletzt als Bo denleger bei der B.___ in Pratteln. Am 6. Januar 2002 erlitt A.___ einen Nichtberufsunfall mit einer Verletzung am rechten Bein, für welchen die Schweizerische Unfallversicherungsansta lt (SUVA) die gesetzlichen Leistungen ausrichtete und diese anschliessend mit Verfügung vom 17. Mai 2005 per 31. Mai 2005 einstell- te. Diese Leistungseinstellung wurde mit Einsprache entscheid vom 22. Juni 2006 bestätigt und Seite 2 erwuchs in Rechtskraft. Am 10. November 2005 meldete sich A.___ unter Hinweis auf den ge- nannten Unfall bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle klärte die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle Basel-Landsch aft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 1. April 2008 das Leistungsbegehren des Versicherten ab. M it Urteil vom 17. Oktober 2008 wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft die dagegen erhobene Beschwerde rechtskräftig ab. B. Am 11. Mai 2012 meldete sich A.___ unter Hinweis au f Lähmungen am ganzen Körper erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle gab eine polydisziplinäre Begut- achtung beim Institut C.___ in Basel in Auftrag. Nach A bklärung der gesundheitlichen und er- werblichen Verhältnisse bejahte die IV-Stelle einen Re ntenanspruch des Versicherten mit Ver- fügung vom 6. August 2014 lediglich für den Monat No vember 2012 und wies einen Rentenan- spruch ab Dezember 2012 ab. C. Gegen diese Verfügung erhob A.___, vertreten dur ch Advokatin Monica Armesto, am 15. September 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die Verfü gung der Beschwerdegegnerin vom 6. August 2014 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdefüh- rer mit Wirkung ab dem 1. November 2012 eine ganze In validenrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von mindestens 70% auszurichten. Dem Beschwerdeführer sei die unentgelt- liche Rechtspflege mit der Unterzeichneten als unentge ltliche Rechtsbeiständin zu gewähren; alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdege gnerin. Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbringen, dass das C.___-Gutachten, auf w elches sich die IV-Stelle bei ihrem ablehnenden Rentenentscheid abgestützt habe, nicht zur Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse herangezogen werden könne. D. Mit Verfügung vom 18. September 2014 bewilligte das Kantonsgericht dem Versicherten die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit Advokatin Monica Armesto. E. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Dezember 2014 beant ragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde und gab zwei Berichte ihres Regionale n Ärztlichen Dienstes (RAD) zu den Akten. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen a us, dass die Vorbringen des Beschwer- deführers nicht geeignet seien, die ausschlaggebende Bew eiskraft des C.___-Gutachtens vom 13. Mai 2013 in Frage zu stellen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- Seite 3 keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 15. September 2014 ist demnach einzutreten. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die IV-Stelle den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-Rente ab Dez ember 2012 zu Recht abgelehnt hat. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). Seite 4 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternati- ve Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 2.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.6 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 6 0%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü- gung vom 6. August 2014 entwickelt hat. Dieser Zeitpu nkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). Seite 5 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) einer ver sicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gerich t – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichti- ge Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, a lso der Frage, welche anderen Erwerbstä- tigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemei- nen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhä ltnissen in Frage kommenden Arbeits- markt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozent- genauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffha user/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E . 1c). Ausschlaggebend für den Beweis- wert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Bewe ismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnah me als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung Seite 6 volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiter en Hinweisen). Berichten versiche- rungsinterner medizinischer Fachpersonen und (Akten-) Be richten von Sachverständigen, die nicht im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt werden , erkennt die Rechtsprechung zwar ebenfalls Beweiswert zu. Es ist allerdings zu betonen, da ss ihnen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versiche- rungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zukommt ( BGE 135 V 469 ff. mit Hinweis auf BGE 125 V 353. E. 3b/ee). 4. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind in sbesondere die folgenden medizini- schen Unterlagen zu berücksichtigen: 4.1. Im Zentrum der medizinischen Beurteilung der ges undheitlichen Verhältnisse des Be- schwerdeführers und dessen Arbeitsfähigkeit steht vorliege nd das C.___-Gutachten vom 13. Mai 2013. Die beteiligten Gutachter – Dr. D.___ , FMH Allgemeine Innere Medizin, Dr. E.____ FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. F.___, FM H Orthopädie und Dr. G.___, FMH Neurologie – haben als Diagnose mit Einfluss auf die Ar beitsfähigkeit ein chronisches lum- bovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5/Z98.8) festge halten. Als Diagnosen ohne Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit lägen eine Somatisierung sstörung, narzisstische Persönlichkeits- züge, eine funktionelle sensomotorische Störung am recht en Bein, eine Adipositas, ein chroni- scher Nikotinabusus, ein Verdacht auf hypokaliämische Lähmun gen, eine Hyperurikämie, ein Status nach vorderer Kreuzbandplastik rechts und ein Sta tus nach Eingriff bei Karpaltunnelsyn- drom vor. Dem Beschwerdeführer sei aufgrund des chronisch en lumbovertebralen Schmerzsyndroms für die angestammte Tätigkeit als Bodenleg er eine vollständige Arbeitsunfä- higkeit zu attestieren. Hingegen bestehe für eine körper lich leichte bis mittelschwere Tätigkeit eine 100% Arbeits- und Leistungsfähigkeit. 4.1.1 Der Beurteilung im psychiatrischen Teilgutachten vo n Dr. E.___ ist zu entnehmen, dass das Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeu- gung durch die somatischen Befunde nicht hinreichend obje ktiviert werden könnten. Der Explo- rand sei klagsam und leicht reizbar; es könne jedoch keine eigentliche depressive Verstimmung festgestellt werden. Im Rahmen einer Somatisierungsstör ung leide der Versicherte lediglich unter leichten depressiven Verstimmungen, welche nicht d ie Diagnose einer eigenständigen depressiven Störung begründen könnten. Das Scheitern d er therapeutischen Bemühungen er- kläre sich dadurch, dass der Beschwerdeführer aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krank- heitsüberzeugung wenig Motivation zeige, sich trotz allfä lliger Restbeschwerden aktiv um seine Genesung zu bemühen und den Belastungen der Arbeitswelt auszusetzen. Der Blutspiegel des eingenommenen Antidepressivums habe ausserdem weit unter dem therapeutischen Bereich gelegen. Dies sei ein Hinweis darauf, dass der Beschwerde führer entgegen seinen Angaben das verordnete Antidepressivum kaum einnehme, da er sich nicht besonders depressiv fühle. Der Gutachter führt aus, dass sich gewisse Diskrepanzen zwisc hen den verschiedenen Aussa- Seite 7 gen des Exploranden ergeben würden, weshalb die anamnestischen Angaben des Exploranden mit einer gewissen Vorsicht zu bewerten seien. Der Explorand habe ihm gegenüber ausgeführt, dass er nie die Wohnung verlassen würde, während er gege nüber dem Orthopäden berichtete, dass er zusammen mit seiner Frau Einkäufe erledigen wür de. Aus psychiatrischer Sicht sei es deshalb zumutbar, dass trotz der geklagten Beschwerden d ie nötige Willensanstrengung auf- gebracht werde, um ganztags einer beruflichen Tätigkei t nachzugehen. Die Somatisierungsstö- rung des Exploranden begründe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 4.1.2 Aus dem orthopädischen Teilgutachten von Dr. F._ __ ergibt sich, dass beim Exploran- den ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom vorli ege. Der Explorand beklage seit einer im Rahmen einer Kreuzbandoperation erhaltenen Spinalanästhesie vor elf Jahren auftre- tende Ischialgien bis zur rechten Grosszehe sowie stetig zuneh mende Lähmungen unterhalb des Bauches und unterhalb des Halses. Die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden im Bereich der lumbalen Wirbelsäule liessen sich durch die klinischen und radiologischen Befunde jedoch keinesfalls vollständig begründen. Die fehlenden Zeichen einer Schonung der vermeint- lich massiv betroffenen rechten unteren Extremitäten, da s Voranstellen des linkes Beines beim Treppenabgehen sowie das fehlende Ansprechen auf konse rvative Therapiemassnahmen und Analgetikeinnahme könnten als klaren Hinweis für eine i m Vordergrund stehende nicht- organische Beschwerdekomponente angesehen werden. Für di e Tätigkeit als Bodenleger, wie auch für andere körperlich andauernd schwere und mit Zwangshaltungen verbundene Tätigkei- ten bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In einer angepassten Tätigkeit werde es kaum zu einer wesentlichen Schmerzprovokation kommen, so dass eine solche zumutbar sei. Auf das wiederholte Heben und Tragen von Lasten sei jedoch zu verzichten. 4.1.3 Im neurologischen Teilgutachten hielt Dr. G.___ zusammenfassend fest, dass aufgrund der erheblichen Diskrepanzen zwischen objektivierbaren Befun den und geschilderten Schwä- chezuständen bereits mehrfach neurologische Abklärungen du rchgeführt worden seien, ohne dass ein pathologischer Befund habe erhoben werden können. Es sei keine Denervationsaktivi- tät in den angegebenen geschwächten Muskeln nachweisbar. D r. G.___ führte aus, dass unter Berücksichtigung der ausführlichen neurologischen Unters uchungsbefunde der letzten Jahre und des aktuellen Untersuchungsbefundes beim Versicherten weder präoperativ noch postope- rativ eine radikuläre Symptomatik vorliege. Der Versicher te zeige einen eindrücklichen Pseudo- lasègue mit Projektion der Schmerzen in L5 rechts. Der L angsitz sei problemlos durchführbar. Im Weiteren sei das fehlende rückenschonende Verhalten des Exploranden auffällig. 4.2 In der Stellungnahme des RAD vom 31. Juli 2013 fü hrt Dr. H.___, FMH Allgemeinmedi- zin und Arbeitsmedizin, aus, dass das Gutachten des C.___ a usführlich geschrieben sei, die Diagnosen klar dargelegt seien und zu den abweichenden Vorakten Stellung genommen wor- den sei. Seite 8 4.3 Vom 30. Januar 2014 bis am 20. Februar 2014 – vor Eröffnung des Vorbescheids bzw. der Verfügung – sowie vom 5. September 2014 bis am 15 . Oktober 2014 – und somit nach Er- öffnung der vorliegend angefochtenen Verfügung – war der Beschwerdeführer in I.___ in Basel hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 12. März 2014 wurde ausgeführt, dass der Versicherte mit mittelgradiger depressiver Episode eingetreten sei und es im Verlauf zu einer deutlichen Besse- rung des depressiven Syndroms mit Aufhellung der Stimmungslage, Besserung der Schlafquali- tät und körperlichem Kraftgewinn gekommen sei. Im Au strittsbericht vom 11. November 2014 wurde ebenfalls bei Eintritt in die Klinik eine rezidi vierende depressive Störung, mittelgradige Episode, festgehalten. Die Medikation sei während dem Aufenthalt angepasst worden und im Verlauf der zweiten Hospitalisation sei erneut eine teilweise Remission des depressiven Syn- droms mit Aufhellung der Stimmungslage, Besserung der Schlafqualität und körperlichen Kraft- gewinn festgestellt worden. Der Beschwerdeführer sei psychopathologisch unauffällig entlassen worden. Die Aufmerksamkeit und die Konzentration seie n leichtgradig vermindert. Es bestün- den aber keine Anhaltspunkte für Wahn, keine Sinnestäu schungen, keine Ich-Störungen, keine akute Eigen- oder Fremdgefährdung. Der Beschwerdeführ er plane mit grosser Freude und Zu- versicht einen Arbeitswiedereinstieg mit reduziertem Pensum im Betrieb eines Bekannten. 5. Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung de s Gesundheitszustandes und der Arbeits- fähigkeit des Versicherten auf die Ergebnisse des C.___-Gu tachten und ging demgemäss da- von aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer kör perlich leichten bis mittelschwe- ren Tätigkeit unter Wechselbelastung ohne wiederholtes Heben und Tragen im Umfang von 100% zumutbar sei. 5.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3 hiervor), weicht da s Gericht bei Gutachten nach der Pra- xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Expertinnen und Experte ab. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnis- se des C.___-Gutachtens vom 13. Mai 2013 in Frage zu ste llen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzustellen, dass das Gutachten die recht sprechungsgemässen Vorausset- zungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in je der Hinsicht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist für die st reitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein u nd es nimmt insbesondere eine äusserst differenzierte und überzeugende Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vor. Zudem wird einlässlich auf die Beschwerden des Beschwerdefüh- rers eingegangen. Insgesamt erweist sich das Gutachten sowohl in der Darlegung der medizini- schen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Folgerungen als schlüssig. 5.2 Der vom Beschwerdeführer vorgetragenen Rügen, wona ch seine Beschwerden unzu- reichend gewürdigt worden seien, ist zu entgegnen, dass sich im Gutachten keine Anhaltspunk- te finden lassen, dass die Untersuchungen unsorgfältig bzw. oberflächlich vorgenommen wur- Seite 9 den. Sämtliche Gutachter setzten sich mit den Beschwerden d es Beschwerdeführers auseinan- der. Die diesbezüglichen pauschalen Vorwürfe sind nich t geeignet, die Schlüssigkeit der vorlie- genden C.___-Gutachten zu beeinträchtigen. 5.3 Desgleichen zielt der Einwand des Beschwerdeführers, wonach Dr. F.___ seinen Be- schwerdeschilderungen keinen Glauben geschenkt habe, ins L eere. Diesem Einwand ist zu entgegnen, dass Dr. F.___ seine Aussage, wonach die gelt end gemachten Einschränkungen wenig glaubhaft seien, mit seinem anlässlich der Untersu chung gewonnenen Eindruck des Be- schwerdeführers erklärte. 5.4 Schliesslich sieht der Beschwerdeführer einen Widerspr uch im Gutachten aufgrund der Tatsache, dass im neurologischen Teilgutachten festgehalt en wurde, dass der Lasègue nicht als positiv betrachtet werden könne, weil der Beschwerdef ührer ohne Beeinträchtigung den Langsitz einnehmen könne. Demgegenüber habe der orthopädische Teilgutachter festgehalten, der Langsitz sei aufgrund damit verbundener Schmerzen nicht möglich gewesen. Mit Schreiben vom 28. April 2014 nahm das Gutachterteam des C.___ zu den Einwänden des Beschwerde- führers Stellung und äusserte sich zu den einzelnen in d er Beschwerde vorgetragenen Punkte. Diesbezüglich wurde ausgeführt, dass die unterschiedlichen Befunde nachweisen würden, dass beim Beschwerdeführer kein einheitliches Verhalten vorli ege. Alle Befunde, bei denen man auf die Kooperation des Beschwerdeführers angewiesen sei, li essen diesen Spielraum zu. Dies sei nicht widersprüchlich, sondern bestätige die Einschätzung, dass funktionelle Überlagerungen in deutlichem Ausmass vorliegen würden. Auch Dr. J.___, FMH Orthopädie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, führte im RAD Bericht vom 29. Oktober 2014 aus, dass der Befund auf- grund von muskulärer Gegenspannung, Abwehrverhalten ode r Angabe von Schmerzen bei un- terschiedlichen Untersuchern anders ausfallen könne. Dies liege nicht an einem anderen patho- logischen Substrat, sondern an den anderen Begleitumständen. Der Einwand des Beschwerde- führers zielt somit ins Leere. 5.5 Der Beschwerdeführer rügt, im neurologischen Gutac hten fehle eine eingehende Ausei- nandersetzung mit den umfangreichen Vorakten aus neuro logischer Sicht. Auch diesem Ein- wand kann nicht gefolgt werden. Dr. G.___ nimmt in s einem Teilgutachten zu den in den Akten befindlichen Berichten Stellung und setzt sich insbeson dere mit den sich in den Akten befindli- chen Ausführungen des behandelnden Neurologen Dr. K._ __, FMH Neurologie, betreffend die Verdachtsdiagnose einer hypokaliämischen periodischen Par alyse auseinander. Den sich in den Akten befindlichen neurologischen Abklärungen des Uni versitätsspitals Basel lässt sich ebenfalls kein pathologischer Befund entnehmen. Somit st ehen die Untersuchungsergebnisse von Dr. G.___ auch nicht im Widerspruch zu den bisherigen zahlreichen neurologischen Unter- suchungen. 5.6 Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach die Ve rneinung eines sozialen Rück- zuges einzig dazu diene, die Foerster-Kriterien zu vernei nen, ist nicht stichhaltig. Wie die IV- Seite 10 Stelle in ihrer Vernehmlassung zutreffend geltend macht, hat Dr. E.___ beim Beschwerdeführer lediglich eine leichte depressive Episode diagnostiziert, weshalb das Vorliegen einer psychi- schen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer zu verneinen sei. Im Wei- teren kann dem Gutachten entnommen werden, dass beim Be schwerdeführer auch nicht von einem sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens ausg egangen werden kann. Er klage über einen sozialen Rückzug, gleichzeitig plane er eine berufliche Zukunft zusammen mit einem Freund. Er helfe seiner Frau bei der Erledigung der Einkäufe und fahre auch Auto. Sodann liege gemäss Dr. E.___ kein Grund zur Annahme von unbewussten Konflikten oder von einem aus- geprägten, therapeutisch nicht mehr angehbaren primär en Krankheitsgewinn vor. Im RAD- Bericht vom 9. Oktober 2014 nahm Dr. L.___, FMH Psychia trie und Psychotherapie, aus psy- chiatrischer Sicht Stellung zu den Beschwerdeeinwänden. Er führte aus, dass auch dem Aus- trittsbericht der I.___ vom 12. März 2014 keine Anhalt spunkte für einen sozialen Rückzug des Beschwerdeführers zu entnehmen seien. Vielmehr sei zu vermuten, dass der Beschwerdefüh- rer die sozialen Kontakte im Klinikalltag als hilfreich erlebte und den Kontakt mit anderen Pati- enten gerade nicht vermied. Aufgrund der schlüssigen A usführungen von Dr. E.___ und Dr. L.___ hat die IV-Stelle das Vorliegen eines sozialen Rückzugs des Beschwerdeführers zu Recht verneint. 5.7 Unter Hinweis auf die beiden Austrittsberichte de r I.___ macht der Beschwerdeführer weiter geltend, dass sich der Gesundheitszustand noch vo r Verfügungserlass verschlechtert habe. Dr. L.___ führte diesbezüglich aus, dass den Austrit tsberichten der I.___ jeweils eine deutliche Besserung des depressiven Syndroms bzw. eine Teilr emission des depressiven Syn- droms festgehalten worden sei. Auch dem zweiten Austritts bericht vom 11. November 2014 ist zu entnehmen, dass die stationären Aufenthalte zu einer schnellen Verbesserung der Psycho- pathologie beim Beschwerdeführer und zu einer Zukunft sorientierung geführt haben. Gemäss Dr. L.___ sei anzunehmen, dass bei konsequenter Einnahm e der Medikamente eine anhalten- de Stabilisierung zu erreichen wäre, was eine prinzipie ll günstige Prognose der depressiven Erkrankung nahe legen würde. Die IV-Stelle weist zu R echt darauf hin, dass es offenbar beim Beschwerdeführer durch die in Aussicht gestellte Ablehnu ng von IV-Leistungen zu einer Zu- nahme der psychosozialen Belastung und damit zu einer Versch lechterung des psychischen Gesundheitszustandes gekommen ist. Aus den vorliegenden Akte n ergibt sich jedoch, dass diese Verschlechterung nur vorübergehender Natur gewesen ist. Nach der stationären Behand- lung in der I.___ ist das depressive Zustandsbild des Be schwerdeführers wieder vergleichbar mit jenem im Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung durch das C.___ im Frühjahr 2013 gewesen. Somit ist davon auszugehen, dass entsprechend der Begutachtungssituation auch im Zeitpunkt des Klinikaustritts lediglich eine leichtgradi ge depressive Episode vorgelegen hat. Eine anhaltende Verschlechterung des psychiatrischen Gesundh eitszustandes, welche schon vor dem Verfügungszeitpunkt bestanden hatte, kann aus de n beiden stationären Aufenthalten somit nicht abgeleitet werden. Vielmehr haben diese be im Versicherten zu einer deutlichen psychischen Stabilisierung des Gesundheitszustands geführt. Die beiden Austrittsberichte der I.___ führen demnach nicht wie vom Beschwerdeführer ge ltend gemacht zu einer anderen Ein- Seite 11 schätzung. Aus ihnen kann – wie von Dr. L.___ schlüssig da rgelegt – nicht auf eine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes geschlossen werden. 5.8 Zusammenfassend ist festzustellen, dass das C.___-Gutach ten vom 13. Mai 2013 die nach der Rechtsprechung für den Beweiswert medizinische r Gutachten geltenden Anforderun- gen erfüllt (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis) und in den Schlussfolgerungen zu überzeugen vermag. Nach dem Gesagten erlauben die vorhandenen Un terlagen eine zuverlässige Beurtei- lung des medizinischen Sachverhaltes. Daran vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführ- rers nichts zu ändern. Es besteht demnach kein Grund, wei tere (fach-)ärztliche Abklärungen vornehmen zu lassen. Als Ergebnis bleibt demnach festzuhalten, dass die IV-Stelle gestützt auf die Schlussfolgerungen des C.___-Gutachtens vom 13. Ma i 2013, die ergänzenden Stellung- nahmen des C.___ vom 28. April 2014 sowie die RAD-Ste llungnahmen zu Recht davon ausge- gangen ist, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer körperlich leichten bis mittel- schweren Tätigkeit unter Wechselbelastung ohne wiederhol tes Heben und Tragen von Lasten über 15kg, ohne dauernd vornüber geneigte Körperhal tung und ohne längere Überkopftätigkei- ten im Umfang von 100% zumutbar ist. 6.1 Wie unter E. 2.5 ausgeführt, ist für die Bemessun g der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten Art. 16 ATSG anwendbar. Danach ist der In validitätsgrad aufgrund eines Einkom- mensvergleichs zu bestimmen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind für den Einkommensvergleich grundsätzlich die Verhältnisse im Zeit punkt des Beginns des Rentenan- spruchs massgebend (BGE 129 V 222, 128 V 174). 6.2 Die IV-Stelle ist in der angefochtenen Verfügung vom 6. August 2014 davon ausge- gangen, dass der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Beeinträchtigung(en) weiterhin sei- ner jahrelang ausgeübten Tätigkeit als Bodenleger nach gehen würde. Gestützt auf die Schwei- zerische Lohnstukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 2010 (LSE), Tabelle TA 1, Sektor Baugewerbe, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4, Sp alte Männer, und in Berücksichti- gung der Nominallohnentwicklung von 1,7% sowie unter U mrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,5 Stunden hat die IV-S telle für das Jahr 2012 ein jährliches Valideneinkommen des Versicherten in der Höhe von Fr. 6 7'233.-- ermittelt. Der Beschwerde- führer beanstandet diese Berechnung; das angenommene V alideneinkommen sei zu tief, da er vor Eintritt seines Gesundheitsschadens als Bodenleger arb eitete und deshalb auf den damals erzielten Lohn abzustellen sei. Die Beschwerdegegnerin pflichtet in ihrer Vernehmlassung dem Beschwerdeführer insofern bei, als dass auf den vor dem Unfall erzielten Lohn abzustellen sei. Gemäss der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers hat dieser zur Zeit seines Unfal- les Fr. 6'500.-- monatlich verdient. Dies führe nach Anpassung des Lohnes an die Nominallohn- entwicklung im Sektor Baugewerbe für die Zeit von 2002 bis 2012 zu einem massgeblichen Einkommen von Fr. 94'817.-- für das Jahr 2012. Der Be schwerdeführer hingegen führt aus, dass von einem Jahreslohn von Fr. 96'616.-- auszugehen s ei. Wie es sich damit verhält, braucht vorliegend nicht weiter geprüft zu werden. Wie im Folgenden (insbesondere E. 6.5 hier- Seite 12 nach) zu zeigen sein wird, ist es für die Höhe des Invali ditätsgrades unerheblich, ob man im Einkommensvergleich – mit der IV-Stelle – von einem ma ssgebenden Valideneinkommen von Fr. 94'817.-- oder – mit dem Beschwerdeführer – von ei nem solchen von Fr. 96'616.-- ausgeht. 6.3 Das Invalideneinkommen hat die IV-Stelle richtigerw eise unter Beizug der Tabellenlöh- ne der LSE ermittelt (BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hin weisen, 124 V 322 E. 3b/aa). Bei Erlass der Verfügung lag die LSE für das Jahr 2012 noch nich t vor. Es ist deshalb entgegen den Aus- führungen der IV-Stelle in der Vernehmlassung auf die LSE 2010 abzustellen. Laut Tabelle TA1 der LSE 2010 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anfor- derungsniveau 4) beschäftigten Männer im privaten Sektor im Jahre 2010 auf Fr. 4'901.-- (LSE 2010, Privater Sektor, Tabelle TA1, Männer, Total Zif f. 02-96). Dabei ist zu beachten, dass die- ser Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht und auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit des Jahres 2012 von 4 1,7 Stunden (vgl. Die Volkswirt- schaft 12-2013, B9.2) umzurechnen ist. Nach Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden x 12 Monate und nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung von 1% für das Jahr 2011 und 0.8% für das Jahr 2012 (vgl . Bundesamt für Statistik, Entwick- lung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2012) ergibt sich ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 62'420.--. 6.4 Von diesem Betrag nahm die Beschwerdegegnerin in d er angefochtenen Verfügung vom 6. August 2014 aufgrund der invaliditätsbedingten Beeinträchtigungen einen Abzug von 15% vor. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Dezember 201 4 führte die Beschwerdegegnerin hingegen aus, dass kein Abzug gerechtfertigt sei, da ein solcher nur gewährt werde, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hil fsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungs- fähigkeit eingeschränkt ist. Sei hingegen eine leichte bi s mittelschwere Arbeit zumutbar, sei auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Abzug gerechtfertigt. 6.4.1 Von einem anhand der Tabellenlöhne der LSE er hobenen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn b ereinigt und weiterentwickelt. Ge- sundheitlich beeinträchtigte Versicherte, die nicht mehr voll leistungsfähig sind, haben erfah- rungsgemäss eine Reduktion des üblichen Lohnansatzes hinzunehmen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versic herte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsscha- dens auch für leichtere Arbeiten nunmehr beschränkt einsa tzfähig sind, in der Regel das ent- sprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbei ter nicht erreichen. Der ursprüng- lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwicke lte sich in der Folge zu einem allge- meinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechts prechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Auf enthaltskategorie sowie Beschäftigungs- grad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automa- Seite 13 tisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall An haltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Mer kmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsma rkt nur mit unterdurchschnittlichem Ein- kommen verwerten kann. Dabei ist der Abzug vom statistisc hen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu be- grenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 6.4.2 Vorliegend hat die IV-Stelle in ihrer Verfügu ng einen Abzug in der Höhe von 15% vorge- nommen, während sie in ihrer Vernehmlassung einen solch en verneint hat. Es ist deshalb zu prüfen, ob Kriterien vorliegen, die vorliegend einen leidensbedingten Abzug rechtfertigen wür- den. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann ei nen Abzug auf das Invalideneinkom- men, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körpe rlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Sind hingeg en leichte bis mittelschwere Arbeiten zu- mutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter Lei stungsfähigkeit noch kein Abzug ge- rechtfertigt. Dies ergibt sich daraus, dass der Tabellenl ohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteile des Bundesgerichts vom 19. Februar 2010, 8C_773/2009, E. 5.3, und vom 30 . März 2009, 9C_72/2009, E. 3.4 mit Hinweisen). Dem Beschwerdeführer sind gestützt auf die Beurteilung der Ärzteschaft des C.___ (vgl. E. 4) weiterhin sämtliche leidensadaptierten Hi lfstätigkeiten mit leichter bis mittlerer Trage- und Hebebelastung zumutbar. Da der Beschwerdeführer vor liegend im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeiten in seiner Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt ist, kann deswe- gen kein leidensbedingter Abzug vorgenommen werden. Die Kriterien Lebensalter, Nationali- tät/Aufenthaltskategorie und Dienstjahre rechtfertigen vorliegend ebenfalls keinen Abzug. Im Bereich der Hilfstätigkeiten besteht ein derart brei tgefächertes Arbeitsspektrum, so dass der Arbeitsmarkt genügend Tätigkeiten bietet. Es ist der vo rinstanzlichen Vernehmlassung zu fol- gen und festzuhalten, dass den gesundheitlichen Einschrän kungen mit der Annahme einer leichten oder mittelschweren Tätigkeit genügend Rechnung getragen wurde. Gründe für einen leidensbedingten Abzug liegen somit nicht vor, weshalb ein solcher nicht vorzunehmen ist. 6.5 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalidenein kommen von Fr. 62'420.-- dem von der IV-Stelle ermittelten Valideneinkommen von Fr . 94'817.-- gegenüber, so resultiert dar- aus eine Erwerbseinbusse von Fr. 32'397.--, was einem I nvaliditätsgrad des Versicherten von 34,2% entspricht. Geht man mit dem Beschwerdeführer von einem Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 96'616.-- aus (vgl. E. 7.2 hiervor), so b eläuft sich die Erwerbseinbusse auf Fr. 31'439.-- und der ermittelte Invaliditätsgrad auf 35,4%. Der Invaliditätsgrad liegt somit in bei- den Fällen unter dem für einen Rentenanspruch mindestens erforderlichen IV-Grad von 40%. 6.6 In Anbetracht dieses Ergebnisses hat die IV-Stelle einen (erneuten) Rentenanspruch des Versicherten zu Recht abgelehnt. Die gegen die betr effende Verfügung vom 6. August 2014 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, we shalb sie abgewiesen werden muss. Seite 14 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist aller- dings mit Verfügung vom 18. September 2014 die unent geltliche Prozessführung bewilligt wor- den. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorlä ufig auf die Gerichtskasse genom- men. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 18 . September 2014 die unentgeltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertreterin bewilligt worden ist, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1 . Januar 2014 geltenden Fassung) be- trägt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertrete- rin des Beschwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 8. Januar 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 10 Stunden und 50 M inuten geltend gemacht, was sich um- fangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts - und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewies enen Auslagen von Fr. 70.60. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar in der Höhe v on Fr. 2'416.25 (10 Stunden und 50 Minuten à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 70.60 + 8% Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse auszurichten. 7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 15 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Ver- treterin des Beschwerdeführers ein Honorar von Fr. 2‘416 .25.-- (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausg erich- tet. http://www.bl.ch/kantonsgericht