B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2506/2025 U r t e i l v o m 2 2 . M a i 2 0 2 5 Besetzung Einzelrichter Simon Thurnheer, mit Zustimmung von Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen; Gerichtsschreiberin Michèle Fierz. Parteien A._______, geboren am (…), (…), Eritrea, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Familienzusammenführung (Asyl) zugunsten B._______, geboren am (…), Eritrea; Verfügung des SEM vom 24. März 2025 / N (…). D-2506/2025 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Beschwerdeführer am 1. Mai 2011 in der Schweiz um Asyl nach- gesucht hat, dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer m it Verfügung vom 19. Sep- tember 2011 als Flüchtling anerkannt und ihm Asyl gewährt hat, dass das SEM mit Verfügung vom 24. März 2025 – eröffnet am 25. März 2025 – das am 20. Februar 2025 vom Beschwerdeführer zugunsten seines Sohnes, B._______, gestellte Gesuch um Familiennachzug ablehnte und die Einreise in die Schweiz nicht bewilligte, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. April 2025 (Poststempel vom 9. April 2025) gegen diese Verfügung Beschwerde beim Bundesver- waltungsgericht erhob und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei seinem Sohn die Einreisebewilligung zum Zwecke des Familiennachzugs zu erteilen, eventualiter sei die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung und Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen, dass er in pro zessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskosten ersuchte, dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 16. April 2025 ei- nen Kostenvorschuss erhob, welcher fristgerecht geleistet wurde, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re- gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun- gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men hat, durch die ange fochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Ände- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist, nachdem der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet worden ist (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), D-2506/2025 Seite 3 dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver- zichtet wurde, dass Ehegatten von asylberechtigten Flüchtlingen und ihre minderjährigen Kinder gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG ihrerseits als Flüchtlinge anerkannt werden und Asyl erhalten, wenn keine besonderen Umstände dagegen- sprechen, dass den anspruchsberechtigten Personen nach Art. 51 Abs. 1 AsylG die Einreise in die S chweiz auf Gesuch hin zu bewilligen ist, wenn sie durch die Flucht getrennt wurden und sie sich im Ausland befinden (Art. 51 Abs. 4 AsylG), dass die Erteilung einer Einreisebewilligung eine vorbestandene Familien- gemeinschaft sowie die fest beabsichtigte Familienvereinigung in der Schweiz voraussetzt, da Zweck der Bestimmung von Art. 51 Abs. 4 AsylG einzig die Wiedervereinigung von im Zeitpunkt der Flucht aus dem Heimat- staat vorbestandenen Familiengemeinschaften und nicht die Aufnahme neuer respektive vor der Flucht aus dem Heimatstaat noch nicht gelebter familiärer Beziehungen ist (vgl. BVGE 2018 VI/6 E. 5, 2017 VI/4 E. 3.1 und E. 4.4.2, 2012/32 E. 5.1), dass, wer um die Erteilung einer Einreisebewilligung zwecks Familienasyl ersucht, die Zug ehörigkeit der nachzuziehenden Angehörigen zur Famili- engemeinschaft, die im Zeitpunkt der Flucht vorbestanden hat, die Famili- entrennung durch die Flucht sowie die fest beabsichtigte Familienvereini- gung aller Anspruchsberechtigten nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen hat, D-2506/2025 Seite 4 dass das SEM die Einreise der Ehefrau des Beschwerdeführers sowie des Sohnes am 31. Mai 2012 bewilligte, woraufhin die Ehefrau am 13. Septem- ber 2012 alleine in die Schweiz einreiste, dass das SEM die Einreisebewilligung für den S ohn am 20. November 2017 abgeschrieben hat, nachdem dieser bis dato nicht in die Schweiz ein- gereist ist und der Beschwerdeführer sich nicht innert Frist zur beabsich- tigten Abschreibung der Einreisebewilligung geäussert hat, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung ausführt, es sei kein Wille zur möglichst raschen Zusammenführung der Familiengemeinschaft zu erkennen, da der Verbleib des Sohnes in Eritrea eine freiwillige Ent- scheidung gewesen sei, da dort seine Betreuung sichergestellt worden sei, dass die fehlende Antwort auf die beabsichtigte Abschreibung der Einrei- sebewilligung, nachdem der Sohn während der fünfjährigen Gültigkeits- dauer seiner Einreisebewilligung nicht in die Schweiz eingereist sei, ein Indiz dafür sei, dass zu diesem Zeitpunkt kein Interesse daran bestanden habe, den getrennten Familienverband wieder aufzubauen, dass aufgrund des jahr elangen Zuwartens vor der erneuten Gesuchstel- lung zudem von einer abgebrochenen Beziehung auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer auch eine hinreichend enge und dauerhaft ge- lebte Vater-Kind-Beziehung weder nachweisen noch glaubhaft habe ma- chen können, dass aus diesen Gründen das Gesuch um Familiennachzug abzulehnen und die Einreise in die Schweiz nicht zu bewilligen sei, dass der Beschwerdefü hrer auf Beschwerdeebene im Wesentlichen gel- tend macht, sein Sohn habe aufgrund seines damals noch jungen Alters im Jahr 2012 nicht mit der Ehefrau des Beschwerdeführers in die Schweiz reisen können, dass die lange Wartezeit daher nicht auf mangelndes Int eresse, sondern auf eine realistische Einschätzung der Gefahrenlage zurückzuführen sei, dass es in Eritrea seither zur Auflösung des familiären Betreuungssystems gekommen sei (Tod des Grossvaters, Wegfall des Bruders, Erkrankung der Grossmutter), D-2506/2025 Seite 5 dass der Sohn Eritrea mittlerweile habe verlassen müssen und nun alleine und ohne elterliche Betreuung in Uganda lebe, dass der Beschwerdeführer über die Jahre hinweg eine emotionale, finan- zielle und fürsorgerische Beziehung zu seinem Sohn aufrechterhalten habe, dass nach Durchsicht der Akten die Auffassung der Vorinstanz zu bestäti- gen ist, dass seit der Erteilung der Einreisebewilligung im Jahr 2012 keine ernst- haften Bestrebungen vorgenommen wurden, um den Sohn in die Schweiz zu holen und mit der Familie zu vereinigen, dass der Beschwerdeführer und sein Sohn vielmehr untätig geblieben sind und es keine Hinweise darauf gibt, dass der tatsächliche Wunsch nach ei- ner schnellen Familienvereinigung vorhanden war, dass es sich beim Vorbringen, es seien mehrere Versuche unternommen worden, um den Sohn aus Eritrea in die Schweiz zu holen, welche jedoch allesamt gescheitert seien, um eine nicht weiter substantiierte Parteibe- hauptung handelt, dass keine Bestrebungen aktenkundig sind, um den Sohn in die Schweiz zu holen, dass zwar zutreffend sein dürfte, dass die Reise aus Eritrea in die Schweiz für einen minderjährigen Jungen schwierig ist, der Beschwerdeführer aber dennoch zumindest im Verlauf der Zeit Ausreisevorbereitungen hätte tref- fen müssen, um seinen Vereinigungswill en zu bezeugen (vgl. Urteil des BVGer E-3088/2021 vom 21. November 2023 E. 7.4.3), dass vorliegend davon auszugehen ist, dass eine schnelle Familienzusam- menführung eben gerade nicht angestrebt wurde, weil der Beschwerdefüh- rer seinen Sohn bei den Familienmi tgliedern in Eritrea in guter Obhut ge- wusst hat, dass sodann mit dem SEM einig zu gehen ist, dass sich aus den Akten keine Hinweise auf eine hinreichend enge Vater-Sohn-Beziehung ergeben, zumal der Beschwerdeführer bereits vor der Geburt seines Sohnes ausge- reist ist und während d en prägenden Kinder - und Jugendjahren seines Sohnes abwesend war, D-2506/2025 Seite 6 dass es sich beim Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe «über die Jahre hinweg eine emotionale, finanzielle und fürsorgerische Beziehung zu seinem Sohn aufrechterhalten», wiederum um eine nicht weiter substanti- ierte Parteibehauptung handelt, dass nach dem Gesagten offengelassen werden kann, ob vorliegend von einer vorbestandenen, gelebten Familiengemeinschaft ausgegangen wer- den kann, dass die Voraussetzungen für die asylrechtliche Familienzusammenfüh- rung gemäss Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG nicht erfüllt sind und das SEM das Gesuch um Familienzusammenführung zu Recht abgelehnt und dem Sohn des Beschwerdeführers die Einreise in die Schweiz folgerichtig verweigert hat, dass auch die erschwerten Bedingungen des Sohnes im Heimatland und seine Ausreise nach Uganda nichts an dieser Auffassung zu ändern ver- mögen, dass der Beschwerdeführer in formeller Hinsicht kritisierte, das SEM habe in der Verfügung keine Prüfung des Kindeswohls im Sinne von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) vorgenommen, dass jedoch auch die Anwendung der KRK nicht zu einem anderen Ergeb- nis führt, da die KRK weder dem Kind noch seinen Eltern ein Recht auf Einreise und Aufenthalt in der Schweiz im Sinne einer Familienzusammen- führung gewährt (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E-6150/2024 vom 18. Februar 2025 E. 6.4; E-4982/2023 vom 24. Oktober 2024 E. 5.4), dass nach dem Gesagten keine Veranlassung besteht, die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, weshalb das entsprechende Eventualbegeh- ren abzuweisen ist, dass sich aus die sen Erwägungen ergibt, dass die angefochtene Verfü- gung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Be- schwerde abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1– 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und D-2506/2025 Seite 7 Entschädigungen vor dem Bun desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), dass der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden ist. (Dispositiv nächste Seite) D-2506/2025 Seite 8 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Begleichung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Michèle Fierz Versand: