Abteilung IV D-7718/2009 {T 0/2} U r t e i l v o m 1 7 . D e z e m b e r 2 0 0 9 Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli; Gerichtsschreiberin Corinne Krüger. A._______, geboren [...], Nigeria, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. Dezember 2009 / N [...]. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandD-7718/2009 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer, ein christlicher Igbo mit letztem Wohnsitz in B._______ / C._______ (D._______), seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 1. August 2009 an Bord eines Schiffes verliess und am 29. August 2009 in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte, dass das BFM am 14. September 2009 im Empfangs- und Verfahrens- zentrum E._______ die Personalien des Beschwerdeführers erhob und ihn summarisch zum Reiseweg sowie zu den Gründen für das Verlas- sen des Heimatlandes befragte, dass ihn das BFM am 9. Oktober 2009 einlässlich zu seinen Asylgrün- den anhörte, dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er sei in F._______/ G._______ (G._______ H._______) geboren, dass sein Vater ein muslimischer Haussa und seine Mutter eine Igbo sei, dass sich seine Eltern getrennt hätten, als er noch klein gewesen sei, dass ihn seine Mutter danach in das Gebiet der Igbo mitgenommen habe und er mit ihr zusammen in B._______ gelebt habe, dass er in C._______ sechs Jahre die Grundschule besucht und diese 2001 abgeschlossen habe, dass er danach seiner Mutter bei der Landarbeit geholfen habe, dass seine Mutter im Juli 2009 an einer Krankheit gestorben sei, dass er nach ihrem Tod von den Dorfbewohnern aufgefordert worden sei, das Dorf zu verlassen, weil er nicht von dort stamme und er ihrer Meinung nach ein Haussa sei, dass sie ihm gesagt hätten, er solle zu seinem Vater gehen, der in G._______ lebe, und er dies in der Folge auch getan habe, Seite 2D-7718/2009 dass es nach muslimischem Recht verboten sei, dass ein Sohn seinen Vater verlasse, um bei seiner Mutter zu leben, so wie er dies getan habe, dass sich die muslimischen Bewohner des Dorfes seines Vaters des- halb versammelt hätten, dass sie bewaffnet gewesen seien und ihn hätten töten wollen, weil er gegen das Gesetz verstossen habe, dass ihn sein Vater in seinem Haus versteckt und ihm gesagt habe, er müsse das Land verlassen, weil die Dorfbewohner ihn sonst töten wür- den, dass es ihm gelungen sei, durch die Hintertüre zu fliehen und nach La- gos zu gehen, dass er von dort aus auf einem Schiff nach Europa und anschliessend nach einer circa 20-minütigen Zugfahrt nach E._______ in die Schweiz gelangt sei, dass das BFM mit Verfügung vom 2. Dezember 2009 – eröffnet am 7. Dezember 2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asyl- gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und seine Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Voll- zug anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, es lägen keine entschuldbaren Gründe vor, die es dem Beschwerdeführer ver- unmöglicht hätten, innerhalb von 48 Stunden Reise- oder Identitätspa- piere einzureichen, dass das BFM erklärte, die Ausführungen des Beschwerdeführers, er habe die ganze Reise aus Nigeria in die Schweiz ohne eigene Reise- papiere zurückgelegt, könnten nicht gehört werden, zumal er behaup- tet habe, er sei mit einem Schiff aus Nigeria bis in die Schweiz gereist, dass ebenso unglaubhaft seine Behauptung sei, er habe für die Reise nach Europa nichts bezahlt, Seite 3D-7718/2009 dass nach einer solch langen Reise jedoch eine differenzierte Reise- beschreibung zu erwarten wäre, welche der Beschwerdeführer aber offensichtlich nicht zu liefern imstande sei, dass die stereotypen, unsubstanziierten und realitätsfremden Aussa- gen des Beschwerdeführers zu seiner Reise in die Schweiz daher als unglaubhaft gewertet werden müssten, dass die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe keinen Reise- pass besessen – jedenfalls im vorliegenden Zusammenhang – als be- kannte stereotype Behauptungen bezeichnet werden müsse, welche für sich alleine nicht als entschuldbarer Grund für das Fehlen von Identitätspapieren zu anerkennen sei, dass als weiteres Indiz für die Verheimlichung der Identitätsdokumente hinzu komme, dass sich der Beschwerdeführer offensichtlich in keiner Weise um den Erhalt von Identitätspapieren bemüht habe, dass in Würdigung der gesamten Verhaltens des Beschwerdeführers festzustellen sei, dass dieser offensichtlich nicht nur keine plausiblen und damit entschuldbaren Gründe anführen könne, warum er keine Identitätspapiere eingereicht habe, sondern offenkundig nicht gewillt sei, solche zu beschaffen, dass deshalb keine entschuldbaren Gründe vorlägen, die es ihm ver- unmöglicht hätten, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen, dass das BFM hinsichtlich der Asylvorbringen des Beschwerdeführers ausführte, da die Identität und auch der Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers aus Nigeria nicht festständen, werde seine Glaub- würdigkeit generell in Frage gestellt, dass sein Sachverhaltsvortrag die Realkennzeichen weitgehend ver- missen lasse, dass seine Aussagen über die angebliche Vertreibung aus seinem Hei- matdorf und die Todesdrohungen durch die Nachbarn seines Vaters realitätsfremd und unsubstanziiert seien, das es nicht nachvollziehbar sei, weshalb er das Dorf, wo er Zeit sei- nes Lebens mit seiner Mutter gewohnt habe, nach ihrem Tod hätte ver- lassen müssen, Seite 4D-7718/2009 dass seine Ausführungen über ein angebliches Tabu der Moslems, welches er gebrochen haben soll, jeglicher Realität entbehrten, dass der Beschwerdeführer nämlich gerade mal drei Jahre alt gewe- sen sei, als ihn seine Mutter vom Dorf seines Vaters weggebracht habe, dass selbst wenn das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Tabu tatsächlich existieren sollte, hätte man dem damals dreijährigen Be- schwerdeführer heute kaum vorwerfen können, er habe seinen Vater verlassen, dass die angebliche Reaktion der übrigen Dorfbewohner deshalb als realitätsfremd betrachtet werden müsse, dass der gesamte Sachverhaltsvortrag des Beschwerdeführers zudem einen dermassen einfachen Aufbau aufweise, dass dieser ohne Weite- res von jedermann erzählt werden könnte, dass die im Zentrum seiner Vorbringen stehenden Ereignisse in einer stereotypen Weise geschildert worden seien, die nicht den Eindruck zu erwecken vermochten, er habe sie tatsächlich persönlich erlebt, dass seine Aussagen darüber jegliche Differenzierung und detaillierte Beschreibung vermissen liessen, dass in dieses Bild auch der Umstand passe, dass der Beschwerde- führer die angeblich zu seiner Flucht führenden Vorfälle zeitlich nur sehr ungenau einzuordnen vermochte, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers ferner der allgemeinen Lebenserfahrung widersprächen, insbesondere sei sein Verhalten weit- gehend realitätsfremd, dass davon auszugehen sei, ihm oder seinem Vater hätte sicherlich bekannt sein müssen, dass die Drohungen und Handlungen der Dorf- bewohner von den nigerianischen Behörden keinesfalls geduldet wür- den und strafrechtliche Ermittlungen auslösten, dass trotzdem weder er noch sein Vater die nigerianische Polizei darü- ber benachrichtigt habe, Seite 5D-7718/2009 dass insbesondere sein Verhalten nach seiner Ankunft in Lagos als wirklichkeitsfremd einzustufen sei, dass er danach innert weniger Tage aus Nigeria ausgereist sei, obwohl er sich der angeblichen Bedrohung durch die Nachbarn seines Vaters durchaus mit einem Wohnsitzwechsel innerhalb von Nigeria, beispiels- weise in Lagos selbst, hätte entziehen können, dass diese realitätsfremden und vom Beschwerdeführer in wesentli- chen Punkten nur äusserst vage geschilderten Vorbringen insgesamt die Kennzeichen einer konstruierten Verfolgungsgeschichte aufwiesen und nicht den Eindruck hinterliessen, eine im Zentrum des Gesche- hens stehende Person berichte von jenen einschneidenden Erlebnis- sen, die ihr keine andere Wahl gelassen hätten, als fernab von der Heimat Schutz zu suchen, dass seinen Schilderungen folglich nicht geglaubt werden könnten, dass seine vagen und offensichtlich tatsachenwidrigen Angaben zu seinem Reiseweg in die Schweiz zudem den Eindruck entstehen lies- sen, er versuche die schweizerischen Behörden über den wirklichen Aufenthaltsort vor seiner Einreise in die Schweiz zu täuschen, mithin die Unglaubwürdigkeit seiner Vorbringen noch zusätzlich unterstrichen werde, dass der Beschwerdeführer somit die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und zusätzliche Abklärungen zur Fest- stellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugs- hindernisses aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. Dezember 2009 ge- gen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde er- hob und dabei beantragte, es sei die Verfügung des BFM aufzuheben und auf das Asylgesuch einzutreten, es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren, es sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen liess, es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung ei- nes Kostenvorschusses zu verzichten, eventualiter sei die aufschie- bende Wirkung wiederherzustellen, Seite 6D-7718/2009 dass er zudem beantragen liess, die zuständige Behörde sei vorsorg- lich anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat- oder Herkunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, eventualiter sei bei bereits erfolgter Datenweitergabe die beschwerdeführende Person in eine separaten Verfügung darüber zu informieren, dass die vorinstanzlichen Akten am 14. Dezember 2009 beim Bundes- verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül- tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson- ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be- ziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Be- schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde – unter nachfolgendem Vorbehalt – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG), dass die Beschwerde aufschiebende Wirkung hat (vgl. Art. 55 Abs. 1 VwVG) und das BFM einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung nicht entzogen hat (vgl. Art. 55 Abs. 2 VwVG), dass folglich der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 42 AsylG berech- tigt ist, sich bis zum Abschluss des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz aufzuhalten, dass deshalb mangels Rechtsschutzinteresse auf den Eventualantrag, die aufschiebende Wirkung sei wiederherzustellen, nicht einzutreten ist, Seite 7D-7718/2009 dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be- schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein- tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma- teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskom- mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch ge- mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah- ren ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft Prozess- gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass nach dem vorstehend Gesagten auf den Antrag, dem Beschwer- deführer sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren, nicht einzutreten ist, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters bezie- hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine Seite 8D-7718/2009 solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif- tenwechsel verzichtet wurde, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu- chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen- schaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest- stellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugs- hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), dass der Beschwerdeführer keine entschuldbaren Gründe für die Nichtabgabe eines beweistauglichen Identitätsdokuments (vgl. BVGE 2007/7 E. 4-6) innerhalb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des Asylgesuchs glaubhaft zu machen vermag (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 3.2), dass die Ausführungen des Beschwerdeführers, er habe die ganze Reise aus Nigeria bis in die Schweiz ohne Reisepapiere und Kontrol- len zurückgelegt, nicht den tatsächlichen Begebenheiten entsprechen können, dass der Beschwerdeführer bezüglich fehlender Reise- und Identitäts- dokumente lediglich angibt, er habe nie welche besessen oder bean- tragt, dass er auch keine persönlichen Dokumente besorgen könne, weil er in seinem Heimatland niemanden habe (vgl. A1/11, S. 3 f. und A15/10, S. 2), dass dem Beschwerdeführer nicht geglaubt werden kann, er habe in Nigeria niemanden, der ihm bei der Beschaffung von Papieren behilf- Seite 9D-7718/2009 lich sein könnte, und es sich deshalb hierbei lediglich um eine Schutz- behauptung handelt, dass der Beschwerdeführer bezüglich seiner Ausreise aus Nigeria er- klärt, er sei von Lagos aus mit dem Schiff bis in die Schweiz gereist (vgl. A15/10, S. 3), dass dies tatsachenwidrig ist und daher seine Reiseschilderung nicht geglaubt werden kann, dass er andererseits angab, er wisse nicht, durch welche Länder er gereist und in welcher Stadt respektive in welchem Land er mit dem Schiff angekommen sei (A15/10, S. 3), dass er in seiner Beschwerde lediglich den bereits vorgebrachten Sachverhalt wiederholt und keinen Bezug auf die ausführlichen und zutreffenden Erörterungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfü- gung nimmt, weshalb im Übrigen vollumfänglich auf diese zu verwei- sen ist, dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, entschuldbare Gründe für die Nichtabgabe von echten, beweistauglichen Identitäts- papieren geltend zu machen, dass sich der Beschwerdeführer zudem bis heute in keiner Weise um den Erhalt von Identitätspapieren bemühte und auch weiterhin nicht gewillt ist, solche zu beschaffen, dass sodann im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich nach der Direktanhörung vom 9. Oktober 2009 präsentierte, unter Ver- zicht auf zusätzliche tatbestandliche oder rechtliche Abklärungen im Rahmen einer bloss summarischen Prüfung der Schluss gezogen wer- den konnte, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 5.5. und 5.6.), dass der Beschwerdeführer auch den diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz nichts Konkretes und Substanziiertes entgegenhält, sondern sich lediglich mit der Wiederholung seiner Vorbringen be- gnügt, weshalb anstelle von Wiederholungen vollumfänglich auf die ausführlichen und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu ver- weisen ist, Seite 10D-7718/2009 dass bereits das BFM – nach Auffassung des Bundesverwaltungsge- richts zu Recht – an der Glaubhaftigkeit der vom Beschwerdeführer vorgebrachten und befürchteten Nachteile zweifelte, und darüber hin- aus anfügte, selbst wenn diese geglaubt werden könnten, der Be- schwerdeführer in Nigeria eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative gehabt hätte, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers jeglicher Substanz und Details entbehren, so dass sie nicht den Eindruck vermitteln können, er habe das Geschilderte selbst erlebt, dass er beispielsweise weder sagen konnte, wann genau seine Mutter im Juli gestorben sei (A15/10, S. 6), warum genau ihn die Dorfbewoh- ner vertrieben hätten (A1/11, S. 5) und wie lange er für seine Reise aus dem Heimatdorf in den Norden zu seinem Vater gebraucht habe (A15/10, S. 5), dass die Vorbringen des Beschwerdeführers somit aufgrund ihrer Vag- heit und fehlender Realkennzeichen als haltlos zu werten sind, dass unter diesen Umständen ohne weitere Erörterungen festgestellt werden kann, dass das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des Be- schwerdeführers ohne Weiteres ausgeschlossen werden kann und auch zusätzliche Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG offensichtlich nicht notwendig sind, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe- willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol- chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei- sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem- nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re- gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun- Seite 11D-7718/2009 desgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge- zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes- halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts- staat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut- bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini- scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las- sen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen jungen und gesunden Mann handelt, weshalb davon auszugehen ist, es gelinge ihm, sich in seiner Heimat eine Existenz aufzubauen, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei- matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste- hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei Seite 12D-7718/2009 der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab- zuweisen ist, dass das Beschwerdeverfahren damit abgeschlossen ist, weshalb sich der Antrag auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen – da solche oh- nehin nur für die Dauer des Verfahrens wirksam sind – als gegen- standslos erweist, dass der Antrag, dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechts- pflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren, zufolge Aussichtslo- sigkeit der Beschwerde abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) Seite 13D-7718/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an: - den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein) - das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N [...], (per Kurier, in Kopie) - [zuständige kantonale Behörde] (in Kopie) Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Corinne Krüger Versand: Seite 14