<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00259</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205263&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00259</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 12.08.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Versetzung in den offenen Strafvollzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Der Beschwerdeführer, der wegen Vergewaltigung und Versuchs dazu eine Zuchthausstrafe von 5 1/2 Jahren zu verbüssen hat, ersucht das Verwaltungsgericht ein halbes Jahr vor dem definitiven Strafende um Versetzung in den offenen Strafvollzug: Grundsätze des Strafvollzugsrechts, umfassende Interessenabwägung. Freiheitsstrafen werden in geschlossenen oder offenen Strafanstalten vollzogen: Fluchtgefährliche, gemeingefährliche Insassen und Gefangene, bei denen erneute schwer wiegende Delinquenz gegen hochwertige Rechtsgüter zu befürchten ist, werden in geschlossene Anstalten eingewiesen (E. 2). Zu den Grundsätzen des Strafvollzugs, zum Stufensystem und zu weiteren Formen von Vollzugslockerungen, insbesondere Beziehungsurlauben (E. 4). Zur Bedeutung der Differenzialprognose bei der bedingten Entlassung: Es ist zu prüfen, ob die Gefahr der Begehung weiterer Straftaten bei einer bedingten Entlassung oder bei Vollverbüssung der Strafe höher einzuschätzen ist (E. 5.2). Die verurteilte Person trifft im Vollzug eine grundsätzliche Mitwirkungspflicht im Hinblick auf die Wiedereingliederung in die Gesellschaft (E. 5.3). Die Weigerung, den Beschwerdeführer in den offenen Strafvollzug zu versetzen, ist aufgrund der besonderen (auch zeitlichen) Umstände nicht haltbar: Auch wenn fehlende Einsicht in das deliktische Verhalten (und damit verbunden die Verweigerung einer Therapie) für eine Rückfallgefährdung spricht, sind im Rahmen der Gesamtwürdigung auch die spezialpräventiven Grundsätze, welche der Strafvollzug anstrebt, zu berücksichtigen. Dabei ist nicht ohne Gewicht, dass das Strafgericht weder eine ambulante noch eine stationäre Massnahme angeordnet hat. Auch zu würdigen ist, dass die Fachkommission eine bedingte Entlassung des Beschwerdeführers empfohlen hat (E. 6). Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDINGTE ENTLASSUNG">BEDINGTE ENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: OFFENER VOLLZUG">OFFENER VOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STUFENVOLLZUG">STUFENVOLLZUG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 48 JVV</span><br/><span class="gerade">§ 55 Abs. II JVV</span><br/><span class="ungerade">Art. 37 Ziff. 1 StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 37 Ziff. 2 StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 38 StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 43 StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich verurteilte A der bereits wegen verschiedener Eigentums- und VermÃ¶gensdelikte vorbestraft war, am 18. Juni 2002 wegen Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung zu einer Zuchthausstrafe von 5 ½ Jahren, abzÃ¼glich 753 Tagen Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft. Das ordentliche Ende der Strafe fÃ¤llt auf den 25. November 2005; zwei Drittel der Strafe waren am 25. Januar 2004 verbÃ¼sst.</p> <p class="Urteilstext">Schon unmittelbar nach der obergerichtlichen Verurteilung stellte A mehrere AntrÃ¤ge auf GewÃ¤hrung von Beziehungsurlauben und Versetzung in den offenen Strafvollzug, die allesamt abgelehnt wurden. Das Amt fÃ¼r Justizvollzug des Kantons ZÃ¼rich lehnte mit VerfÃ¼gungen vom 6. November 2003 und 3. Februar 2004 auch die bedingte Entlassung As ab. Gegen die NichtgewÃ¤hrung begleiteten Beziehungsurlaubs gelangte A schliesslich auch ans Bundesgericht, das mit Urteil vom 15. Oktober 2004 eine staatsrechtliche Beschwerde abwies, soweit es darauf eintrat.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 7. MÃ¤rz 2005 lehnte das Amt fÃ¼r Justizvollzug die Ende Oktober bzw. Ende Dezember 2004 erneut gestellten AntrÃ¤ge As auf GewÃ¤hrung begleiteter Beziehungsurlaube bzw. auf Versetzung in den offenen Strafvollzug ab.</p> <p class="Urteilstext">Mit einer weiteren VerfÃ¼gung vom 27. April 2005 wies das Amt fÃ¼r Justizvollzug abermals ein Gesuch As um bedingte Entlassung ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen beide VerfÃ¼gungen des Amtes fÃ¼r Justizvollzug rekurrierte A an die Direktion der Justiz und des Innern. Dieses vereinigte die Verfahren und lehnte mit VerfÃ¼gung vom 31. Mai 2005 eine bedingte Entlassung sowie eine Versetzung in den offenen Strafvollzug ab. Dagegen gewÃ¤hrte die Direktion der Justiz und des Innern A 12-stÃ¼ndige, begleitete Beziehungsurlaube.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit "staatsrechtlicher Beschwerde" vom 8. Juni 2005 stellte A beim Bundesgericht die AntrÃ¤ge, (1) ihm die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren, (2) die VerfÃ¼gung der Direktion der Justiz und des Innern vom 31. Mai 2005 teilweise aufzuheben und ihm den sofortigen offenen Vollzug zu gewÃ¤hren, (3) die Eingabe befÃ¶rderlich zu behandeln.</p> <p class="Urteilstext">Das Bundesgericht leitete in der Folge As Eingabe â auch entsprechend der in der angefochtenen VerfÃ¼gung enthaltenen Rechtsmittelbelehrung â an das Verwaltungsgericht weiter. Das Amt fÃ¼r Justizvollzug verzichtete ausdrÃ¼cklich auf Beschwerdeantwort, wÃ¤hrend die Direktion der Justiz und des Innern in ihrer Vernehmlassung beantragte, die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen (§ 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). </p> <p class="Urteilstext">§ 43 Abs. 1 lit. g in Verbindung mit Abs. 2 VRG lÃ¤sst die Beschwerde gegen Anordnungen in Straf- und Polizeistrafsachen, einschliesslich Vollzug von Strafen und Massnahmen, insoweit zu, als sie sich auf Bundesrecht stÃ¼tzen und deshalb die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 43 N. 23 ff.). Das trifft insbesondere zu fÃ¼r Anordnungen betreffend Vollzugslockerungen, hier den Entscheid Ã¼ber die Einweisung in eine Strafanstalt im Sinne von Art. 37 Ziff. 2 Abs. 2 des Strafgesetzbuches (StGB; vgl. VGr, 9. Dezember 2003, VB.2003.00356, E. 1, www.vgrzh.ch). Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten.</p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r die Behandlung der Beschwerde ist an sich gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 lit. b VRG der Einzelrichter zustÃ¤ndig; die Entscheidung kann aber in FÃ¤llen von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung auch der Kammer Ã¼bertragen werden (§ 38 Abs. 3 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 37 Ziff. 2 Abs. 2 Satz 1 StGB ist der Verurteilte, der innerhalb der letzten fÃ¼nf Jahre vor der Tat weder eine Zuchthausstrafe noch eine GefÃ¤ngnisstrafe von mehr als drei Monaten verbÃ¼sst hat und noch nie in eine Anstalt gemÃ¤ss Art. 42 oder 91 Ziff. 2 StGB eingewiesen war, in eine Anstalt fÃ¼r Erstmalige einzuweisen. Nach Satz 2 derselben Bestimmung kann er in eine andere Anstalt eingewiesen werden, wenn besondere UmstÃ¤nde wie GemeingefÃ¤hrlichkeit, ernsthafte Fluchtgefahr oder besondere Gefahr der Verleitung anderer zu strafbaren Handlungen vorliegen.</p> <p class="Erwgung2">Mit dieser Regelung (Art. 37 Ziff. 2 StGB) hat der Gesetzgeber die Unterscheidung zwischen Anstalten fÃ¼r Erstmalige und Anstalten fÃ¼r RÃ¼ckfÃ¤llige getroffen. Dabei hat er â obschon der Gesetzeswortlaut dies nicht deutlich zum Ausdruck bringt â mit der Anstalt fÃ¼r Erstmalige an offene, das heisst nicht besonders gegen Fluchten gesicherte Vollzugseinrichtungen, und mit jenen fÃ¼r RÃ¼ckfÃ¤llige an gesicherte Anstalten gedacht (JÃ¶rg Rehberg, Strafrecht II, 7. A., ZÃ¼rich 2001, S. 43 f.; BBl 1965 I 566). In der Praxis folgen die kantonalen VollstreckungsbehÃ¶rden indessen bei der Bestimmung des Vollzugsortes nicht in erster Linie dem Kriterium Erstmaliger oder RÃ¼ckfÃ¤lliger; vielmehr werden FluchtgefÃ¤hrliche, gemeingefÃ¤hrliche Insassen und Gefangene, bei denen erneute schwer wiegende Delinquenz gegen hochwertige RechtsgÃ¼ter zu befÃ¼rchten ist, in geschlossene Anstalten eingewiesen (Benjamin BrÃ¤gger, Basler Kommentar, 2003, Art. 37 StGB N. 10).</p> <p class="Erwgung2">Sodann sieht § 48 Abs. 1 der Justizvollzugsverordnung vom 24. Oktober 2001 (JVV, LS 331.1) aber vor, dass eine erstmalig verurteilte Person vom geschlossenen in den offenen Vollzug versetzt wird, wenn keine besonderen UmstÃ¤nde gemÃ¤ss Art. 37 Ziff. 2 Abs. 2 StGB mehr vorliegen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Mit der voraussichtlich im Jahr 2007 in Kraft tretenden der Ãnderung des Strafgesetzbuches vom 13. Dezember 2002 (BBl 2002, 8240 ff.) wird die vorstehend geschilderte Rechtslage auch im Gesetzeswortlaut ihren Niederschlag finden: Nach Art. 76 revStGB werden Freiheitsstrafen in einer geschlossenen oder offenen Strafanstalt vollzogen. Der Gefangene wird in eine geschlossene Strafanstalt oder in eine geschlossene Abteilung einer offenen Strafanstalt eingewiesen, wenn die Gefahr besteht, dass er flieht, oder zu erwarten ist, dass er weitere Straftaten begeht.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz und der Beschwerdegegner haben es abgelehnt, den BeschwerdefÃ¼hrer bedingt zu entlassen, da ihm keine gÃ¼nstige Legalprognose gestellt werden kÃ¶nne. Insbesondere zeige er keine Einsicht in sein deliktisches Verhalten und er weigere sich, sich mit seinen Taten, die er noch immer bestreite, auseinander zu setzen und sich einer Therapie zu unterziehen. FÃ¼r die Frage zukÃ¼nftiger Delinquenz spiele es daher kaum eine Rolle, ob der BeschwerdefÃ¼hrer bedingt entlassen werde oder die Strafe vollumfÃ¤nglich verbÃ¼sse; die von ihm ausgehende GefÃ¤hrlichkeit bleibe mit anderen Worten bei einer VollverbÃ¼ssung der Strafe unverÃ¤ndert. Eine bedingte Entlassung sei nicht verantwortbar, da es im Rahmen einer Schutzaufsicht und durch das Erteilen von Weisungen und Auflagen nicht mÃ¶glich sei, die RÃ¼ckfallgefahr beim BeschwerdefÃ¼hrer zu senken bzw. die Begehung weiterer Delikte zu vermeiden. Immerhin gewÃ¤hrte die Vorinstanz dem BeschwerdefÃ¼hrer 12-stÃ¼ndige, begleitete Urlaube, da bei solchen die Gefahr eines RÃ¼ckfalls eher gering und ein gewisses Fluchtrisiko in Kauf zu nehmen sei; eine Versetzung in den offenen Vollzug lehnte sie hingegen ab, da hierzu der BeschwerdefÃ¼hrer zunÃ¤chst eine ausreichende Anzahl â insbesondere unbegleiteter â Urlaube absolviert haben mÃ¼sse. Erst dann kÃ¶nne beurteilt werden, ob die GemeingefÃ¤hrlichkeit und Fluchtgefahr weggefallen seien.</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt im Wesentlichen vor, dass es willkÃ¼rlich sei, ihm die Versetzung in den offenen Vollzug mit der BegrÃ¼ndung zu verweigern, er mÃ¼sse dazu zunÃ¤chst (unbegleitete) Urlaube gehabt haben; die Vorinstanz wisse genau, dass er am 25. November 2005 seine Strafe verbÃ¼sst haben werde, sodass eine Versetzung zeitlich von vornherein ausgeschlossen sei. Das verunmÃ¶gliche ihm, sich schrittweise wieder in die freie Gesellschaft zu integrieren. Schliesslich wÃ¼rden die AusfÃ¼hrungen der Fachkommission vom 25. Januar 2005 unzutreffend berÃ¼cksichtigt und das Verfahren unnÃ¶tig verzÃ¶gert. Die bedingte Entlassung verlangt der BeschwerdefÃ¼hrer in seiner vorliegenden Beschwerde hingegen nicht mehr. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Nach dem Wortlaut des geltenden Strafgesetzbuches soll der Vollzug der Freiheitsstrafe erziehend auf den Gefangenen einwirken und ihn auf den Wiedereintritt in das bÃ¼rgerliche Leben vorbereiten; der Vollzug soll zudem darauf hinwirken, dass das Unrecht, das dem/der GeschÃ¤digten zugefÃ¼gt wurde, wieder gutgemacht wird. Zudem ist der Gefangene zur Arbeit verpflichtet, die ihm zugewiesen wird. Die Zuweisung der Arbeit soll nach MÃ¶glichkeit auf seine FÃ¤higkeiten und seine spÃ¤tere ErwerbstÃ¤tigkeit ausgerichtet sein (Art. 37 Ziff. 1 StGB). Der Strafvollzug ist somit auf die Resozialisierung des StraftÃ¤ters ausgerichtet: Das Resozialisierungskonzept ist im Kern vor allem eine Absage an das traditionelle VerstÃ¤ndnis, wonach die Freiheitsstrafe der Ausgrenzung und Stigmatisierung der Verurteilten zu dienen habe; ein resozialisierender Strafvollzug stellt sich demgegenÃ¼ber die Aufgabe, StraffÃ¤llige wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Das setzt voraus, dass der Strafgefangene wÃ¤hrend des Freiheitsentzuges die erforderlichen FÃ¤higkeiten erwirbt, nach seiner Entlassung straffrei zu leben (Andrea Baechtold, Strafvollzug, Bern 2005, S. 32).</p> <p class="Urteilstext">Das revidierte Strafgesetzbuch formuliert die allgemeinen GrundsÃ¤tze fÃ¼r den Vollzug von Freiheitsstrafen neu in den Art. 74 f. revStGB. Dabei will der Gesetzgeber in prÃ¤ziser und dem heutigen Sprachgebrauch entsprechender Form die vom Bundesgericht in seiner Rechtsprechung fÃ¼r massgeblich erklÃ¤rten GrundsÃ¤tze kodifizieren (so Baechtold, S. 105). So nennt Art. 75 Abs. 1 revStGB die pÃ¶nologischen Anliegen, die sich an den allgemein anerkannten VollzugsgrundsÃ¤tzen und am Grundsatz der SpezialprÃ¤vention orientieren: "Der Strafvollzug hat das soziale Verhalten des Gefangenen zu fÃ¶rdern, insbesondere die FÃ¤higkeit, straffrei zu leben. Der Strafvollzug hat den allgemeinen LebensverhÃ¤ltnissen so weit als mÃ¶glich zu entsprechen, die Betreuung des Gefangenen zu gewÃ¤hrleisten, schÃ¤dlichen Folgen des Freiheitsentzugs entgegenzuwirken und dem Schutz der Allgemeinheit, des Vollzugspersonals und der Mitgefangenen angemessen Rechnung zu tragen." Sodann hat auch der Gefangene bei den SozialisierungsbemÃ¼hungen und den Entlassungsvorbereitungen aktiv mitzuwirken (Art. 75 Abs. 4 revStGB). </p> <p class="Urteilstext">Der Strafvollzug verfolgt somit die GrundsÃ¤tze der RÃ¼ckfallverhÃ¼tung sowohl wÃ¤hrend der Zeit des Freiheitsentzuges als auch nach der Entlassung aus dem Vollzug, der Entgegenwirkung (Normalisierung der Vollzugsbedingungen durch Angleichung der VerhÃ¤ltnisse des Anstaltsalltages an jene ausserhalb der Anstalt) sowie der besonderen FÃ¼rsorgepflicht. Dabei besitzt keiner dieser GrundsÃ¤tze gegenÃ¼ber anderen eine generelle PrioritÃ¤t, sondern sie mÃ¼ssen aufgrund der UmstÃ¤nde des Einzelfalles gegeneinander abgewogen werden (Baechtold, S. 108; Botschaft zur Ãnderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches<span>, BBl 1999, 1979 ff., 2110</span>). Zu berÃ¼cksichtigen ist allerdings, dass das Konzept der Resozialisierung grundsÃ¤tzlich davon ausgeht, Delinquenz sei im Wesentlichen eine Folge sozialer Desintegration eines TÃ¤ters und entsprechende Defizite kÃ¶nnten aufgrund von dessen LernfÃ¤higkeit behoben werden. Das ist jedoch nicht bei allen TÃ¤tern der Fall; zudem sind gerade bei (gemeingefÃ¤hrlichen) SexualstraftÃ¤tern mit sehr hohem RÃ¼ckfallpotenzial auch die Ã¶ffentliche Sicherheit und der Opferschutz hoch zu gewichten (Rehberg, S. 23). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Im Zusammenhang mit den genannten GrundsÃ¤tzen steht auch die Gliederung des Vollzugs von Freiheitsstrafen von Ã¼ber drei Monaten in ein Stufensystem (Stufenvollzug oder Progressivsystem; vgl. dazu und zum Folgenden Rehberg, S. 22, 27 ff.; Baechtold, S. 117 ff.; BrÃ¤gger, Art. 37 N. 15 ff., GÃ¼nter Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, Bern 1989, § 3 Rz. 33 ff., Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, Art. 37 N. 3 ff.). Das dient der Wiedereingliederung des Verurteilten in den normalen Alltag, was nach einem langjÃ¤hrigen reglementierten Anstaltsleben mittels entsprechend sorgfÃ¤ltiger Vorkehrungen in Form von schrittweisen Vollzugslockerungen anzustreben ist: An die Phase der kaum mehr praktizierten Einzelhaft zu Beginn des Strafvollzugs schliesst sich die Phase des Normalvollzuges (oder Gemeinschaftsvollzuges) an; dabei verbringt der Gefangene seine Arbeits-, Ruhe- und Freizeit in der Regel in der Anstalt. Sodann folgt der Ãbertritt in eine EntlassungsanwÃ¤rterstation und/oder BeschÃ¤ftigung ausserhalb der Strafanstalt (sog. Halbfreiheit); schliesslich ist der Gefangene unter den gegebenen Voraussetzungen bedingt zu entlassen (Art. 38 StGB). Diesem Konzept des Stufenvollzugs sind bei StraftÃ¤tern mit hoher Flucht- oder RÃ¼ckfallgefahr indes Grenzen gesetzt. </p> <p class="Urteilstext"><span>Im Rahmen dieses Stufenvollzugs sind auch weitere Formen von Vollzugslockerungen mÃ¶glich. Gerade bei Gefangenen in geschlossenen Anstalten dienen (zunÃ¤chst begleitete, dann unbegleitete) Beziehungsurlaube zur Vorbereitung auf ein offenes Vollzugsregime. </span>Deshalb wird in der Praxis eine Versetzung vom geschlossenen in den offenen Vollzug unter anderem von der Voraussetzung des korrekten Absolvierens einer ausreichenden Zahl insbesondere auch von unbegleiteten Urlauben abhÃ¤ngig gemacht (VGr, 5. Juli 2004, VB.2004.00183, E. 4.4.7; Rehberg, S. 29). Zugleich kann aus der UrlaubsgewÃ¤hrung nicht geschlossen werden, dass die Voraussetzungen fÃ¼r die GewÃ¤hrung des offenen Vollzugs erfÃ¼llt sind (VGr, 9. Dezember 2003, VB.2003.00356, E. 2c, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat wegen Vergewaltigung und Versuchs dazu eine Zuchthausstrafe von 5 ½ Jahren zu verbÃ¼ssen. Im Rahmen der Strafuntersuchung erstellte der Psychiatrisch-Psychologische Dienst (PPD) im Dezember 2000 eine gutachterliche Stellungnahme zuhanden der StrafuntersuchungsbehÃ¶rde: Eine psychische StÃ¶rung wurde beim BeschwerdefÃ¼hrer nicht diagnostiziert, es kÃ¶nne indes eventuell eine Charakterpathologie vorliegen. Es mÃ¼sste die Frage geklÃ¤rt werden, ob es sich bei den angeschuldigten Vergewaltigungen um die aus der forensischen Literatur bekannten "Power Rapes" (Vergewaltigungen, in denen Macht und Dominanzstreben handlungsleitend seien) handle. Eine gut-achterliche Stellungnahme kÃ¶nne dies nicht klÃ¤ren; dazu sei eine ausfÃ¼hrliche forensische Begutachtung des BeschwerdefÃ¼hrers notwendig. Aufgrund der Handlungsweise und der fehlenden Schuldeinsicht sei der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼ckfallgefÃ¤hrdet. Das Strafgericht stufte im Rahmen der Strafzumessung das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers als schwer bis sehr schwer ein; hingegen ordnete es keine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wÃ¤hrend des Strafvollzuges an (auch die StrafuntersuchungsbehÃ¶rde hatte das nicht beantragt). Der BeschwerdefÃ¼hrer hat denn auch bis heute einer therapeutischen Behandlung nicht zugestimmt bzw. eine solche wurde nicht durchgefÃ¼hrt.</p> <p class="Erwgung2">Die Fachkommission des Ostschweizer Strafvollzugskonkordates zur ÃberprÃ¼fung der GemeingefÃ¤hrlichkeit von StraftÃ¤tern und StraftÃ¤terinnen empfahl in einer Stellungnahme vom 25. Januar 2005 die bedingte Entlassung des BeschwerdefÃ¼hrers. Bei der Gesamtbeurteilung aller prognostisch relevanten Faktoren, insbesondere der mangelnden Delikteinsicht, der fehlenden Auseinandersetzung mit den Anlasstaten und seinen deliktrelevanten Verhaltensweisen, seiner zahlreichen â wenn auch nicht einschlÃ¤gigen â Vorstrafen, seiner mangelhaften Sozialkompetenz sowie der bei Sexualdelinquenten hohen statistischen RÃ¼ckfallgefahr kÃ¶nne dem BeschwerdefÃ¼hrer keine gÃ¼nstige Legalprognose gestellt werden; aufgrund der fortgeschrittenen Vollzugsdatenlage (das definitive Strafende fÃ¤llt auf den 25. November 2005) sei auch die GewÃ¤hrung von begleiteten Urlauben, welche die erste Phase im Rahmen des Stufenvollzuges bildeten, nicht mehr angezeigt. In Anbetracht der Tatsache jedoch, dass das vollstÃ¤ndige VerbÃ¼ssen der Strafe bis zum Strafende grundsÃ¤tzlich die schlechteste aller MÃ¶glichkeiten zur Vollendung einer Strafe darstelle, sollte dies wenn mÃ¶glich vermieden werden. Die bedingte Entlassung mit Errichtung einer Schutzaufsicht, protektiven Auflagen bzw. Weisungen sowie einer Probezeit sei folglich ein sinnvolles Mittel, den BeschwerdefÃ¼hrer zu einem selbstverantwortlichen und kooperativen Handeln zu bewegen, wozu er im Strafvollzug offensichtlich nicht bereit gewesen sei.</p> <p class="Erwgung2">Die bedingte Entlassung des BeschwerdefÃ¼hrers wurde in der Folge vom Beschwerdegegner abgelehnt (vorn I Abs. 3 und II) und die Fachkommission auch unter dieser Gegebenheit von der Vorinstanz um neuerliche Empfehlungen betreffend Vollzugslockerungen mit Blick auf die definitive Entlassung gebeten. Mit Stellungnahme vom 10. Mai 2005 fÃ¼hrte die Fachkommission aus, dass nicht zu erwarten sei, die verbleibenden Monate im Strafvollzug bewirkten eine VerÃ¤nderung der PersÃ¶nlichkeit des BeschwerdefÃ¼hrers, welche die RÃ¼ckfallgefahr als vermindert zu erachten erlauben wÃ¼rde. Indessen sei die UrlaubsgewÃ¤hrung â wobei wÃ¤hrend der ersten zwei bis drei Urlaube eine Begleitung durch Anstaltspersonal sowie eine Vor- und Nachbesprechung unerlÃ¤sslich sei â als minimale Vorbereitung erforderlich, um die RÃ¼ckfallgefahr nicht durch eine gÃ¤nzlich unvorbereitete Entlassung aus mehrjÃ¤hrigem geschlossenem Strafvollzug zusÃ¤tzlich zu akzentuieren; auch eine vorgÃ¤ngige Versetzung in den offenen Vollzug sei zu gegebenem Zeitpunkt nach wie vor empfehlenswert.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer verlangt zwar im vorliegenden Verfahren nicht seine bedingte Entlassung; dennoch ist es unerlÃ¤sslich, sich mit der Vollzugstufe der bedingten Entlassung auseinander zu setzen, zumal die Fachkommission eine solche anders als der Beschwerdegegner und die Vorinstanz befÃ¼rwortete.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.1 </b>Hat der zu Zuchthaus oder GefÃ¤ngnis Verurteilte zwei Drittel der Strafe verbÃ¼sst, so kann ihn die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde bedingt entlassen, wenn sein Verhalten wÃ¤hrend des Strafvollzuges nicht dagegen spricht und anzunehmen ist, er werde sich in Freiheit bewÃ¤hren (Art. 38 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Die bedingte Entlassung (als die vierte Stufe des Strafvollzugs) ist in der Regel anzuordnen; es darf nur aus guten GrÃ¼nden davon abgewichen werden. FÃ¼r die Beurteilung des kÃ¼nftigen Wohlverhaltens ist eine GesamtwÃ¼rdigung aller wesentlichen Gesichtspunkte vorzunehmen: Neben dem Vorleben und der PersÃ¶nlichkeit des StraftÃ¤ters sind vor allem seine neuere Einstellung, der Grad einer allfÃ¤lligen Besserung, das Verhalten wÃ¤hrend des Strafvollzugs und seine nach der Entlassung zu erwartenden LebensverhÃ¤ltnisse zu berÃ¼cksichtigen (BGE 124 IV 193 E. 3, 119 IV 5 E. 1a/aa+2 â je mit Hinweisen). </p> <p class="Urteilstext">Die bedingte Entlassung darf fÃ¼r gewisse Tatkategorien nicht ausgeschlossen oder erschwert werden; die Art der vom Betroffenen verÃ¼bten Straftaten ist mit anderen Worten fÃ¼r die Prognose nicht entscheidend. Dennoch sind die UmstÃ¤nde der Straftat insoweit beachtlich, als sie RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die TÃ¤terpersÃ¶nlichkeit und damit auf das kÃ¼nftige Verhalten erlauben. Vor allem ist es auch gerechtfertigt, im Rahmen der Prognose der Art des mÃ¶glicherweise weiterhin gefÃ¤hrdeten Rechtsgutes Rechnung zu tragen; bei der GefÃ¤hrdung weniger hochwertiger RechtsgÃ¼ter darf dabei ein hÃ¶heres prognostisches Risiko eingegangen werden als bei der GefÃ¤hrdung hochwertiger RechtsgÃ¼ter (BGE 125 IV 113 E. 2a, 124 IV 193 E. 3; ferner BGr, 17. Februar 2004, 6A.88/2003, E. 3.1, und 20. Januar 2003, 6A.86/2002, E. 2.3.1, beides unter www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.2 </b>Ein Aspekt, den es bei der bedingten Entlassung zu beachten gilt, ist fÃ¼r den vorliegend zu beurteilenden Fall besonders hervorzuheben: So hat das Bundesgericht ausgefÃ¼hrt, dass bei realistischer Betrachtung in den meisten FÃ¤llen der Entscheidung Ã¼ber die bedingte Entlassung bei zeitlich befristeten Freiheitsstrafen â das heisst dort, wo das Strafgericht keine Verwahrung angeordnet hat â angenommen werden mÃ¼sse, dass sich am Zustand, in dem sich der TÃ¤ter nach Zwei-Drittel-VerbÃ¼ssung befinde, wÃ¤hrend des restlichen Drittels im Vollzug nicht mehr allzu viel Ã¤ndern werde. Der vagen Hoffnung eines Fortfalls der GefÃ¤hrlichkeit in dieser Zeit stehe mindestens gleichrangig die VerschÃ¤rfung der Gefahr durch die Situation des Vollzugs und die Fernhaltung des TÃ¤ters vom Leben in Freiheit gegenÃ¼ber. So trage die Verweigerung der bedingten Entlassung nicht zu einer dauerhaften LÃ¶sung bei, sondern verschiebe das Problem bloss zeitlich und schneide zudem unter dem spezialprÃ¤ventiven Aspekt spÃ¤terer LegalbewÃ¤hrung am schlechtesten ab. Zwar wÃ¼rden auch bei dieser Ãberlegung gewisse prognostische und damit unsichere Elemente eine Rolle spielen, doch wÃ¼rde die konkrete Beantwortung wohl in den meisten FÃ¤llen relativ einfach sein, weil die Frage nach der GefÃ¤hrlichkeit des Strafgefangenen nun nicht mehr mit derjenigen nach dessen Resozialisierung vermengt wÃ¼rde (BGE 124 IV 193 E. 4d/aa).</p> <p class="Erwgung3">Die Rechtsprechung verlangt demnach die Erstellung einer Differenzialprognose: Danach ist zu prÃ¼fen, ob die Gefahr der Begehung weiterer Straftaten bei einer bedingten Entlassung oder bei VollverbÃ¼ssung der Strafe hÃ¶her einzuschÃ¤tzen sei (Andrea Baechtold, Basler Kommentar, 2003, Art. 38 StGB N. 21; BGr, 20. Januar 2003, 6A.86/2002, E. 2.9, ww.bger.ch). Dabei bietet die bedingte Entlassung in ihrer Verbindung mit sachgerechten Weisungen und der Schutzaufsicht die MÃ¶glichkeit, durch eine rechtzeitige, schrittweise Anpassung an das Leben in der Freiheit den TÃ¤ter auf ein normkonformes Leben vorzubereiten; Weisungen und Schutzaufsicht ermÃ¶glichen den VollzugsbehÃ¶rden darÃ¼ber hinaus eine Kontrolle Ã¼ber den bedingt Entlassenen, die auch zu Kriseninterventionen (RÃ¼ckversetzung, sozialtherapeutische Angebote) fÃ¼hren kann (BGE 124 IV 193 E. 4 d/bb).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die verurteilte Person trifft im Vollzug eine grundsÃ¤tzliche Mitwirkungspflicht im Hinblick auf eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft (§ 30 Ziff. 1 des kantonalen Straf- und Vollzugsgesetzes vom 30. Juni 1974 [StVG, LS 331]; ferner Art. 75 Abs. 4 revStGB). Nach Eintritt in die Vollzugseinrichtung wird fÃ¼r die verurteilte Person ein Vollzugsplan erstellt, worin unter anderem die Vollzugsziele und der Therapiebedarf festgelegt werden (§ 77 JVV). Bei gemeingefÃ¤hrlichen StraftÃ¤tern werden Urlaub und andere Vollzugslockerungen nur gewÃ¤hrt, wenn davon ausgegangen werden kann, dass sie nicht mehr gemeingefÃ¤hrlich sind oder Dritte vor einer verbleibenden Gefahr durch begleitende Massnahmen ausreichend geschÃ¼tzt werden kÃ¶nnen (§ 55 Abs. 2 JVV).</p> <p class="Erwgung2">Die ungÃ¼nstige Legalprognose des BeschwerdefÃ¼hrers wird mit dessen fehlender Einsicht in sein deliktisches Verhalten und seiner Weigerung, sich einer Therapie zu unterziehen, begrÃ¼ndet. Das Verwaltungsgericht verneinte bei einem verwahrten SexualstraftÃ¤ter, der um probeweise Entlassung oder andere Hafterleichterungen ersuchte, eine gÃ¼nstige Legalprognose, weil der Betreffende die Zusammenarbeit mit dem PPD ablehnte und somit verhinderte, dass aus objektiver Sicht positive VerÃ¤nderungen im Sinn einer neueren Einstellung oder Besserung festgestellt werden konnten (VGr, 3. Mai 2004, VB.2004.00084, E. 3.4). Ablehnendes Verhalten eines zu einer Haftstrafe verurteilten SexualstraftÃ¤ters gegenÃ¼ber therapeutischer UnterstÃ¼tzung beraubt die VollzugsbehÃ¶rden demnach der MÃ¶glichkeit, positive VerÃ¤nderungen in der Einstellung zu den Delikten objektiv festzustellen. Damit fehlt ein wesentliches Element zur Beurteilung der RÃ¼ckfallgefahr und zur Stellung einer gÃ¼nstigen Legalprognose. Zudem kann ein Zusammenhang zwischen mangelnder Einsicht in das Unrecht der begangenen Taten und RÃ¼ckfallprognose nicht ausgeschlossen werden (vgl. auch VGr, 9. Dezember 2003, VB.2003.00356, E. 2, www.vgrzh.ch). Es erscheint daher als zulÃ¤ssig, auch in einem spÃ¤teren Zeitpunkt den Therapiebedarf einer verurteilten Person abzuklÃ¤ren und deren Probleme therapeutisch aufzuarbeiten, auch wenn vom Strafgericht keine Massnahme angeordnet wurde (VGr, 11. Februar 2005, VB.2004.00464, E. 4.1-4.3). </p> <p class="Erwgung2">Das Bundesgericht erachtete die ungÃ¼nstige Legalprognose â gerade mit Blick auf die Situation des BeschwerdefÃ¼hrers â nicht als Ã¼berzeugendes Argument gegen die GewÃ¤hrung von begleiteten Beziehungsurlauben. Es erscheine fraglich, ob die Urlaubsversagung eingesetzt werden dÃ¼rfe, um die Einwilligung des BeschwerdefÃ¼hrers in eine Therapie zu erwirken. Dies mÃ¶ge unter besonderen UmstÃ¤nden vor dem WillkÃ¼rverbot standhalten; grundsÃ¤tzlich aber widerspreche eine solche VerknÃ¼pfung dem Zweck des Beziehungsurlaubes: Dieser solle dem BeschwerdefÃ¼hrer die MÃ¶glichkeit geben, seine Beziehungen zur Aussenwelt zu festigen und seine Wiedereingliederung nach der Strafentlassung vorzubereiten. Das sei gerade auch bei Verurteilten erforderlich, die aufgrund ihrer Therapieverweigerung als rÃ¼ckfallgefÃ¤hrdet erscheinen wÃ¼rden. Und Ã¼berhaupt sei es problematisch, Vollzugslockerungen von einer genÃ¼genden, insbesondere therapeutischen Auseinandersetzung mit den begangenen Delikten abhÃ¤ngig zu machen. Dies mÃ¶ge fÃ¼r die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug angehen, soweit die mangelnde Bereitschaft, sich mit seinen Taten auseinander zu setzen, die RÃ¼ckfallgefahr des BeschwerdefÃ¼hrers erhÃ¶he (BGr, 15. Oktober 2004, 1P.470/2004, E. 5.2 f, www.bger.ch). In einem anderen Fall, bei welchem sich der Verurteilte an seiner Tochter vergangen hatte und behauptete, diese habe ein Komplott gegen ihn angestiftet, hielt das Bundesgericht fest, dass die VerknÃ¼pfung von Urlaub und Therapie nicht willkÃ¼rlich sei und auch nicht die persÃ¶nliche Freiheit des BeschwerdefÃ¼hrers verletze (BGr, 21. Juli 1999, 1P.313/1999, E. 2, zitiert in BGr, 9. Februar 2005, 1P.622/2004, E. 7.3.1, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Im Lichte der allgemeinen GrundsÃ¤tze des Strafvollzuges, der Empfehlungen der Fachkommission und der Voraussetzungen der bedingten Entlassung im Besonderen erweist sich die Weigerung der Versetzung des BeschwerdefÃ¼hrers in den offenen Vollzug aufgrund der besonderen UmstÃ¤nde des vorliegenden Falles, vor allem mit Blick auf seine definitive Entlassung am 25. November 2005, als nicht haltbar:</p> <p class="Urteilstext">ZunÃ¤chst ist es in der Tat problematisch, die Vollzugslockerungen, hier die Versetzung in den offenen Strafvollzug, gerade deshalb zu verweigern, weil sich der BeschwerdefÃ¼hrer keiner deliktsorientierten therapeutischen Behandlung unterziehen will. Es ist jedenfalls nicht ohne Gewicht, dass das Strafgericht weder eine ambulante noch eine stationÃ¤re Massnahme (Art. 43 StGB) angeordnet hat. Zwar haben neben dem Strafgericht auch die VollzugsbehÃ¶rden die GefÃ¤hrlichkeit des TÃ¤ters zu beurteilen (BGr, 20. Januar 2003, 6A.86/2002, E. 5.2, ww.bger.ch); allerdings ist bis heute offenbar niemand in der Lage, die GefÃ¤hrlichkeit einer Person verbindlich vorauszusagen (Volker Dittmann, Was kann die Kriminalprognose heute leisten?, in Stefan Bauer et. al. [Hrsg.], «GemeingefÃ¤hrliche» StraftÃ¤ter, Chur/ZÃ¼rich 2000, S. 71; BGr, 20. Januar 2003, 6A.86/2002, E. 2.3.2 mit Hinweisen, www.bger.ch). Auch wenn fehlende Einsicht in das deliktische Verhalten (und damit verbunden die Verweigerung einer Therapie) fÃ¼r eine RÃ¼ckfallgefÃ¤hrdung des BeschwerdefÃ¼hrers spricht, sind im Rahmen der GesamtwÃ¼rdigung auch die spezialprÃ¤ventiven GrundsÃ¤tze, welche der Strafvollzug anstrebt, zu berÃ¼cksichtigen. Das haben sowohl der Beschwerdegegner als auch die Vorinstanz unterlassen. </p> <p class="Urteilstext">Trotz der ungÃ¼nstigen Legalprognose und der vom BeschwerdefÃ¼hrer potentiell ausgehenden GefÃ¤hrdung eines der hÃ¶chsten RechtsgÃ¼ter Ã¼berhaupt hat die Fachkommission im Januar 2005 â und daran anknÃ¼pfend auch die Direktion der Strafanstalt PÃ¶schwies, in welcher der BeschwerdefÃ¼hrer einsitzt â eine bedingte Entlassung des BeschwerdefÃ¼hrers empfohlen. Die Fachkommission geht mithin davon aus, dass die Gefahr der Begehung weiterer Straftaten bei einer bedingten Entlassung (wohl) geringer einzuschÃ¤tzen ist als bei VollverbÃ¼ssung der Strafe (zur Differenzialprognose vorn 5.2.2). Und Ã¼berhaupt ist Letzteres anerkanntermassen mit Blick auf die BewÃ¤hrung des BeschwerdefÃ¼hrers nach der Entlassung aus dem Freiheitsentzug die schlechteste aller MÃ¶glichkeiten. Damit verneint die Fachkommission zugleich â jedenfalls implizit â eine vom BeschwerdefÃ¼hrer ausgehende GemeingefÃ¤hrlichkeit, welche seinen (schrittweisen) Wiedereintritt in die freie Gesellschaft, der am 25. November 2005 so oder anders erfolgt, im jetzigen Zeitpunkt noch zu verhindern rechtfertigte. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer hat â trotz aller BefÃ¼rchtungen der VollzugsbehÃ¶rden um seine RÃ¼ckfallgefÃ¤hrdung â nur noch wenige Monate seiner 5 ½ Jahre dauernden Freiheitsstrafe zu verbÃ¼ssen. Es gibt mit anderen Worten keine rechtliche Handhabe, die Gesellschaft nach der definitiven Entlassung des BeschwerdefÃ¼hrers am 25. November 2005 weiterhin vor ihm zu schÃ¼tzen. Vor diesem Hintergrund und unter BerÃ¼cksichtigung der vorstehenden ErwÃ¤gungen kÃ¶nnen die VollzugsbehÃ¶rden eine Versetzung des BeschwerdefÃ¼hrers in den offenen Vollzug nicht mehr unter Hinweis auf die Praxis ablehnen, wonach eine solche Versetzung zunÃ¤chst eine ausreichende Anzahl insbesondere unbegleiteter Urlaube zu absolvieren habe. Aufgrund der angesichts der Strafdauer relativ kurz bevorstehenden Entlassung des BeschwerdefÃ¼hrers ist unter den besonderen Gegebenheiten des vorliegenden Falles von dieser Praxis abzuweichen. </p> <p class="Urteilstext">Letztlich geht es vorliegend in Anbetracht der sehr weit fortgeschrittenen Vollzugsdaten und der Empfehlungen der Fachkommission nicht an, die besonderen UmstÃ¤nde gemÃ¤ss Art. 37 Ziff. 2 Abs. 2 StGB (vorn 2) zum Verbleib des BeschwerdefÃ¼hrers in einer geschlossenen Anstalt bis am letzten Tag seines Freiheitsentzuges zu bejahen. Dem stehen im Rahmen einer umfassenden InteressenabwÃ¤gung und VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung wie gesehen gewichtige GrundsÃ¤tze des Strafvollzugsrechts entgegen, welche selbst fÃ¼r eine bedingte Entlassung des BeschwerdefÃ¼hrers gesprochen hÃ¤tten. A fortiori kann dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Versetzung in den offenen Vollzug â was eine viel weniger weit gehende Massnahme (Vollzugslockerung) darstellt als die letzte Stufe des Vollzugs, nÃ¤mlich die bedingte Entlassung â nicht verweigert werden. </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Verfahrens von der unterliegenden Partei, das heisst vom Beschwerdegegner zu tragen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). </p> <p class="Urteilstext">Somit erfÃ¼llt der BeschwerdefÃ¼hrer auch die Bedingungen von § 16 VRG, um fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren unentgeltliche Rechtspflege beanspruchen zu dÃ¼rfen. Mangels Belastung mit behÃ¶rdlichen Kosten hat das einschlÃ¤gige Befreiungsgesuch freilich seinen Gegenstand verloren.</p> <p class="Urteilstext">Anzumerken ist, dass bei diesem Verfahrensausgang an sich auch eine Korrektur der vor-instanzlichen VerfÃ¼gung betreffend die Kostentragung angezeigt wÃ¤re, da der BeschwerdefÃ¼hrer mit seinem Antrag auf Versetzung in den offenen Vollzug durchdringt. Da die Vorinstanz die dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegten Kosten infolge offensichtlicher UnerhÃ¤ltlichkeit abgeschrieben hat, ist darauf der Einfachheit halber zu verzichten. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">Das Gesuch um GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</p> <p class="Einzug1"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden Dispositiv-Ziffer II in der VerfÃ¼gung des Amtes fÃ¼r Justizvollzug des Kantons ZÃ¼rich vom 7. MÃ¤rz 2005 und Dispositiv-Ziffer II Satz 2 in der VerfÃ¼gung der Direktion der Justiz und des Innern vom 31. Mai 2005 aufgehoben und dem BeschwerdefÃ¼hrer der Vollzug der Freiheitsstrafe in einer Anstalt fÃ¼r Erstmalige bewilligt. Das Amt fÃ¼r Justizvollzug wird eingeladen, den BeschwerdefÃ¼hrer in eine entsprechende Anstalt zu versetzen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>