Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. Februar 2016 (720 15 323 / 42) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision; die IV-Stelle ist in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditäts- bemessung zu Recht davon ausgegangen, dass keine re visionsrechtlich wirksame Ver- änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h B.____ gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.0939.0346.97) A. Die 1956 geborene A.____ arbeitete zuletzt in ei nem Teilzeitpensum als Reinigungs- kraft bei der C.____ in Basel. Am 9. Februar 2015 m eldete sie sich unter Hinweis auf Aggressi- vität, Antriebslosigkeit sowie traurig-bedrückte Stimmung bei der Eidgenössischen Invalidenver- sicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen, gesundheitlichen und haushälterischen Verhältnisse sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) A.____ mit Ver- fügung vom 20. Oktober 2006 in Anwendung der gemisc hten Bemessungsmethode ab 1. Juni Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2005 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 57% eine halbe Rente zu. Im Rahmen von Revisio- nen wurde die halbe Rente im September 2009 und im Januar 2011 jeweils bestätigt. Infolge eines weiteren Revisionsverfahrens, welches die IV-Stelle von Amtes wegen einleitete, wurden erneut aktuelle medizinische Beurteilungen eing eholt. Gestützt darauf und nach Durch- führung des Vorbescheidverfahrens, bestätigte die IV -Stelle mit Verfügung vom 23. September 2015 abermals den Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 57%. B. Gegen diese Verfügung reichte A.____, vertreten du rch ihren B.____, eine von letzte- rem unterzeichnete, undatierte Beschwerde beim Kanton sgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) ein (Eingang am 15. Oktober 2015). Darin beantrag- te sie sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfüg ung, wobei sie im Wesentlichen geltend machte, dass es ihr immer noch sehr schlecht gehe u nd sie nicht mehr arbeiten könne. Mit Eingabe vom 26. Oktober 2015 ersuchte die Beschwer deführerin ferner um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. C. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2015 bewilligte die instruierende Präsidentin des Kan- tonsgerichts der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung. D. In ihrer Vernehmlassung vom 24. November 2015 bean tragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefocht enen Verfügung vom 23. September 2015 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 4.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.5 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versiche rten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Für die hypothe- tische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Tei l-) Erwerbstätigkeit ist der im Sozial- versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden W ahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.6 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten – wie bereits anläss- lich der ursprünglichen Rentenzusprache – nach der gem ischten Methode der Invaliditätsbe- messung mit Anteilen von 30% an Erwerbs- und von 70% an Haushalttätigkeit ermittelt. Mit Blick auf die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung vom 23. September 2015 entwickelt haben und der Tatsache, dass die Beschwerdefü hrerin weder eine Änderung der beruflichen Verhältnisse geltend macht noch diese Auft eilung bestreitet, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie heute bei vol ler Gesundheit im Umfang von 30% erwerbstätig wäre. Die angefochtene Verfügung vom 23. September 2015 erweist sich daher sowohl bezüglich der Beurteilung der Statusfrag e und der damit zusammenhängenden Methodenwahl als auch bezüglich der Festlegung der Ante ile der Erwerbstätigkeit (30%) und der Haushaltstätigkeit (70%) als rechtens. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 5.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urt eil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E . 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 20. Oktober 2006 rü ckwirkend ab 1. Juni 2005 eine halbe Rente zu. In der Folge führte sie von Amtes wegen im Se ptember 2009 und im Januar 2011 Rentenrevisionsverfahren durch, in denen sie jeweils unve ränderte Verhältnisse feststellte. Im Februar 2015 leitete die IV-Stelle eine weitere Übe rprüfung des Rentenanspruchs der Versi- cherten ein. Gestützt auf die Ergebnisse der von ihr in der Folge vorgenommenen Abklärungen bestätigte die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. Septem ber 2015 abermals den Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 57%. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 23. September 2015 allenfalls eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, bildet im Lichte der vorstehend dargelegten bundesgeri chtlichen Rechtsprechung demnach die Situation, wie sie gemäss Verfügung vom 20. Oktober 2006 bestanden hatte. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). 7.1 Unter Berücksichtigung des vorstehend Dargelegten ist zu prüfen, ob die Rente der Beschwerdeführerin aufgrund einer wesentlichen Veränd erung des Gesundheitszustandes zu revidieren ist. Dabei ist bereits an dieser Stelle dara uf hinzuweisen, dass selbst eine mögliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes keine Auswirkung a uf die Arbeitsfähigkeit im er- werblichen Bereich haben kann, da die IV-Stelle – wie sich aus den folgenden Ausführungen ergibt – bereits der rentenzusprechenden Verfügung vom 20. Oktober 2006 eine Arbeitsunfä- higkeit von 100% zugrunde legte. Zur Beurteilung der vorliegend im Zentrum stehenden Frage, ob die IV-Stelle zu Recht von unveränderten Verhältni ssen ausgegangen ist sowie im Hinblick auf mögliche Veränderungen im Haushaltsbereich soll dennoch – in aller Kürze – auf die mass- gebenden medizinischen Unterlagen eingegangen werden: 7.2 Im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vo m 20. Oktober 2006 stützte sich die IV-Stelle zur Beurteilung des Gesundheitszustande s und der Arbeitsfähigkeit der Versicher- ten im Wesentlichen auf das Gutachten von Dr. med. D.__ __, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, vom 20. Mai 2006. Dr. D.____ diagnostizierte zu m damaligen Zeitpunkt mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit somatischem Syndrom, Regressionstendenz, Suizidalität u nd histrionischer Verhaltensten- denz (ICD-10 F33.3), unspezifische Ängste mit Agorapho bie (ICD-10 F41.3) und Somatisie- rungsneigung sowie eine Adipositas. Aus psychiatrischer Sic ht bestehe bei der Explorandin eine schwere depressive Erkrankung, die schon in die frühe n Erwachsenenjahre zurückgehe. Dabei handle es sich um eine rezidivierende depressive Stö rung, die chronifiziert-rezidivierend Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht immer wieder auftrete. Sie habe auch keine Ressourcen mehr, um adäquate Coping-Strategien im Umgang mit der Depression zu lernen. Sie ziehe sich mehrheitlich zurück. Es könne davon ausgegangen werden, dass die letzte Episode auch zu einer zusätzlichen psychischen Alterati- on geführt habe, mit zunehmenden Ängsten und einer sch weren Verhaltensstörung im Sinne eines totalen Sichaufgebens. Im Rahmen der Beurteilu ng der Arbeitsfähigkeit wies Dr. D.____ darauf hin, dass die Explorandin nicht mehr belastbar und stressbelastungsfähig sei. Sie könne den Anforderungen eines Arbeitsplatzes in der freien W irtschaft nicht mehr genügen und nicht mehr nachkommen, da ihre psychische Instabilität dermassen ausgeprägt sei, dass ihr keine Anstrengungen mehr zumutbar seien. Auch in einer Verweistätigkeit bestehe eine volle Arbeits- unfähigkeit. 7.3.1 Im Zusammenhang mit dem neu eingeleiteten Revisi onsverfahren holte die IV-Stelle zur Abklärung des massgeblichen medizinischen Sachverhalts be im behandelnden Psychiater der Versicherten Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, einen Bericht ein, wel- cher am 18. März 2015 erstattet wurde. Darin diagnosti zierte Dr. E.____ aus fachärztlicher Sicht eine anhaltende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F33.11), bestehend seit circa 1988, ei ne kombinierte Persönlichkeitsstö- rung mit ängstlichen und asthenischen Zügen (ICD-10 F61.0) sowie ein Verdacht auf eine leich- te Intelligenzminderung (ICD-10 F70). Die wache, in a llen Qualitäten voll orientierte, immer noch deutlich übergewichtige Patientin wirke verzweifel t und verstimmt. Eindrucksmässig be- stehe eine leichte Intelligenzminderung, wobei die Beu rteilung angesichts der bekannten sprachlichen Schwierigkeiten diesbezüglich schwierig sei. Die Explorandin weine wiederholt und klage über grosse Ängste. Das Aktivitätsniveau sei star k reduziert und die Interessen ge- ring. Sie klage häufig über Müdigkeit und es zeige sich e ine deutliche Reduktion des Antriebs. Die Explorandin habe grosse Angst vor jeder Veränderun g und ihre sozialen Interaktionen stützten sich vor allem auf die Familie. Selbst bei einfa chen Anforderungen reagiere sie mit starker Angst und Ablehnung. Die Prognose sei ungünstig, auf therapeutische Behandlungen habe die Patientin kaum angesprochen, und sie zeige w enige Möglichkeiten ihre psychosoziale Situation zu verändern. Insgesamt bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 90%. Haushaltsarbeiten könnten nur sehr eingeschränkt mit Begleitung bzw. Unterst ützung durch Angehörige gemacht werden. 7.3.2 Am 12. Mai 2015 nahm Dr. med. F.____, FMH Psychi atrie und Psychotherapie, Regio- naler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), zur Frage S tellung, ob gestützt auf die vorliegenden medizinischen Unterlagen von einem unveränderten Gesund heitszustand auszugehen sei. Er führte aus, dass anhand einer Gesamtwürdigung der Akten ersichtlich sei, dass sich die vor- mals schwergradige depressive Episode zu einer mittelgradi gen verbessert habe. Die Ängste und die Agoraphobie würden nicht mehr bestehen. Zudem sei der BMI der Versicherten durch die bariatrische Operation von vormals 53 auf 34 reduzier t worden, was in medizinischer Hin- sicht eine Erleichterung darstelle. Es sei nachvollziehbar , dass die Arbeitsfähigkeit gleich ge- blieben sei, eine Verschlechterung lasse sich auf keinen Fall ausmachen. 7.4 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der Frage, ob seit der Zusprache der halben Rente mit Ve rfügung vom 20. Oktober 2006 eine an- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht spruchserhebliche Änderung in den gesundheitlichen Verhältnissen eingetreten ist, auf den Be- richt von Dr. E.____ und die Beurteilung von Dr. F.__ __. Anhand dieser Grundlagen und eines Vergleichs zwischen der aktuellen Beurteilung und der Be urteilung im Zeitpunkt der Rentenzu- sprache hat sie erwogen, dass sich daraus keine wesentliche Veränderung des Gesundheits- zustandes ergebe. 7.5 Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu bea nstanden. Der Bericht des be- handelnden Psychiaters Dr. E.____ vom 18. März 2015 erf üllt die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Stellung nahme, weshalb ihm voller Beweiswert zuzuerkennen ist. Die darin im Vergleich zum Gutachten vo n Dr. D.____ vom 20. Mai 2006 im Wesentlichen unverändert attestierte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit steht auch im Einklang mit dem zugrundeliegenden Gesundheitszustand. Ve rgleicht man die psychopatholo- gischen Befunde im Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. E.____ mit dem Gutachten von Dr. D.____ so lassen sich keine wesentlich abweichenden Be funde oder Änderungen des Ge- sundheitszustandes feststellen. Dies wird auch in der Stel lungnahme von Dr. F.____ in Über- einstimmung mit den vorhandenen medizinischen Berichten schlüssig und nachvollziehbar dar- gelegt. Wie sich den Akten entnehmen lässt, hat sich der d epressive Zustand leicht verbessert, so dass zum Zeitpunkt der Revision nicht mehr von einer sch weren, sondern von einer mittel- gradigen Episode ausgegangen wird. Die offensichtlich be stehende Angstsymptomatik, die im Gutachten von Dr. D.____ mit der Diagnose von unspezifi schen Ängsten gestützt wurde, er- fasst Dr. E.____ im Rahmen der Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängst- lichen und asthenischen Zügen. Demnach trifft zwar di e Aussage von Dr. F.____, wonach die Ängste und die Agoraphie heute nicht mehr bestünden so nicht zu. Diesem Umstand kommt vorliegend aber nur insofern Bedeutung zu, als dadurch der festgestellte unveränderte Gesund- heitszustand bekräftigt wird. Zu berücksichtigen ist ferner , dass der im Bericht vom 18. März 2015 beschriebene Gesundheitszustand nicht nur mit dem Gutachten von Dr. D.____, sondern auch mit dem Bericht von Dr. E.____ vom 10. Mai 2005 im Zeitpunkt der ursprünglichen Ren- tenzusprache im Wesentlichen übereinstimmt (vgl. IV-Akte Nr. 7). Anders als in diesem Bericht sowie auch im Gutachten von Dr. D.____ wird die Adip ositas im aktuellen Bericht von Dr. E.____ nicht mehr als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit qualifiziert. Dies hat seinen Grund namentlich darin, dass sich die Versicherte i m Mai 2012 einer Magenbypass- Operation unterzogen hat, durch welche sich ihr BMI un d damit auch die körperlichen Ein- schränkungen erheblich verringert haben (vgl. hierzu IV-A kte Nr. 46). Da aus psychiatrischer Sicht im Erwerbsbereich nach Massgabe der medizinischen A ktenlage unverändert von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen wird, können entsp rechenden Veränderungen allenfalls im Haushaltsbereich von Relevanz sein. 8. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.2 hiervor), ist gem äss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkomme nsvergleichs zu bestimmen. Dassel- be gilt im Rahmen der gemischten Methode der Invalidi tätsbemessung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich. Da im Gesundheit szustand der Versicherten seit der ur- sprünglichen Rentenzusprache keine wesentliche Veränder ung eingetreten ist, kann ohne wei- tere Erörterungen festgehalten werden, dass der Invalid itätsgrad im Erwerbsbereich folglich noch immer 100% beträgt. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Streitig und zu prüfen bleibt demnach die Einschr änkung im Haushaltsbereich . 9.2.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsber eich bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft vo n Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Eine Haushaltsabklärung ist beweiskräftig, wenn sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, welch e Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Behinde rungen hat, die sich aus den medizini- schen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der ver sicherten Person zu berücksichti- gen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten i m Bericht aufzuzeigen sind. Der Be- richtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angem essen detailliert bezüglich der ein- zelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; U rteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgeri chts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 9.2.2 Leidet die im Haushalt tätige Person (auch) an psychischen Gesundheitsbeeinträchti- gungen, so gilt es zusätzlich zu berücksichtigen, dass die gr undsätzliche Massgeblichkeit der Abklärungsberichte, auch wenn die erwähnten Anforderung en erfüllt wären, praxisgemäss ein- geschränkt ist (vgl. AHI-Praxis 2001 S. 162 E. 3d mit Hin weis). Im Urteil vom 22. Dezember 2003 (I 311/03, in deutscher Übersetzung publiziert i n: AHI-Praxis 2004 S. 137 ff.) hat das da- malige EVG seine Rechtsprechung zur Bemessung der Inva lidität von ganz oder teilweise im Haushalt tätigen Personen, welche an einem psychischen G esundheitsschaden leiden, präzi- siert (E. 5, insbesondere E. 5.3). Danach bildet die Ab klärung im Haushalt auch hier grundsätz- lich ein geeignetes Mittel zur Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Im Falle eines Wider- spruchs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und d en fachmedizinischen Feststel- lungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewo hnten Aufgaben zu erfüllen, ist den ärztlichen Stellungnahmen aber in der Regel mehr Gewi cht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung (Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 2011, 9C_201/2011, E. 2). Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund d arin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychi schen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteil des Bund esgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Für die Rechts anwendung im konkreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der Kriterien, die von der Recht sprechung entwickelt worden sind, der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen (BGE 125 V 352 E. 3) als auch des Haushaltsabklärungsberichts zu beurteilen ist. Liegen gl eichermassen beweiskräftige Stellung- nahmen vor, muss geprüft werden, ob die gemachten Aussag en vereinbar sind oder einander widersprechen. Bestehen Divergenzen zwischen den Ergebni ssen der Haushaltsabklärung und den ärztlichen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherte n Person, ihre Haushaltstätigkeiten Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht trotz des psychischen Leidens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Einschätzung prinzipiell höheres Gewicht beizumessen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, I 373/06, E. 4.3.2 und vom 6. September 2004, I 249/04, E. 5.1.1). 9.3 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsbere ich stützte sich die IV-Stelle auf den im Rahmen der ursprünglichen Rentenzusprache eing eholten Haushaltsbericht vom 9. Au- gust 2005. Die Abklärungsperson gelangte im entspreche nden Bericht zum Schluss, dass die Versicherte im Haushalt insgesamt zu 39.20% eingeschränkt sei. 9.4.1 Bezüglich des Haushaltsberichts ist zunächst festzuhal ten, dass er von einer qualifi- zierten Person in Kenntnis der örtlichen und räumliche n Verhältnisse verfasst wurde. Der Be- richtstext ist insgesamt schlüssig und nachvollziehbar. Die Angaben der versicherten Person werden hinreichend berücksichtigt und die einzelnen Ei nschränkungen werden angemessen detailliert begründet. So wird in jedem Aufgabenber eich eingehend aufgeführt, welche Verrich- tungen der Beschwerdeführerin noch zumutbar und welc he im Rahmen der Schadenminde- rungspflicht vom Ehemann oder der Tochter zu übernehme n sind. Diese einzelnen noch zu- mutbaren Arbeiten stimmen auch mit dem Zumutbarkeitspr ofil der medizinischen Beurteilungen überein. Hierzu kann festgestellt werden, dass der Besch werdeführerin bezogen auf sämtliche Haushaltsbereiche nur noch einfachere Haushaltsarbeiten zugemutet werden, während ihr die komplexeren oder die mit grosser körperlicher Belastung verbundenen Arbeiten nicht mehr zu- gemutet werden. 9.4.2 Des Weiteren ist vorliegend zu berücksichtigen, dass d ie Adipositas im damaligen Haushaltsbericht eine gewichtige Rolle spielte; so na mentlich bei der Kategorie Ernährung, wo die Behinderung mit 19.60% am Höchsten veranschlagt w urde. Wie bereits dargelegt (vgl. E. 7.5 hiervor), hat sich der BMI der Beschwerdeführeri n durch die Magenbypass-Operation erheblich reduziert, was aus medizinischer Sicht einer Erle ichterung darstellt und dementspre- chend im Haushaltsbereich eine geringfügigere Einschrän kung zur Folge haben müsste. Auch sind aus den Akten keine weiteren Hinweise ersichtlich, die auf eine Verschlechterung des Ge- sundheitszustandes hindeuten würden. In Anbetracht dieser Tatsache sowie unter Berücksich- tigung, dass im Sinne vorstehender Erwägungen aus psychiat rischer Sicht ohnehin von unver- änderten Verhältnissen auszugehen ist, kann auch ohne neu e Haushaltsabklärung angenom- men werden, dass sich seit der rentenzusprechenden Verfü gung vom 20. Oktober 2006 keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die Einschrän- kung im Haushaltsbereich eingestellt hat. 10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle g estützt auf die massgebenden medizinischen Unterlagen zu Recht davon ausgegangen ist, dass keine revisionsrechtlich wirk- same Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist. 11. In Anwendung der gemischten Methode der Invaliditä tsbemessung ergibt sich aufgrund des Gesagten in Berücksichtigung der zeitlichen Beanspruchun g in den jeweiligen Bereichen (30% im Erwerbs- und 70% im Haushaltsbereich) bei ein er Einschränkung im Haushaltsbereich von 27.44% (0.7 x 39.20%) und einer solchen im Erwerbsb ereich von 30% (0.3 x 100%) ein Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsgrad von rund 57% (vgl. zur Rundungspraxis B GE 130 V 121 ff). Demnach hat die IV-Stelle den Anspruch der Beschwerdeführerin auf ein e halbe Invalidenrente zu Recht bestä- tigt. Bei diesem Ergebnis ist die Beschwerde abzuweisen. 12.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinde n. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewi lligung oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenp flichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten i n Berücksichtigung des bundesrechtli- chen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nac h § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah- renskosten in der Regel der unterliegenden Partei in a ngemessenem Ausmass auferlegt. Vor- liegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Part ei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdi ngs mit Verfügung vom 27. Oktober 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt wor den. Aus diesem Grund werden die Ver- fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. D ie ausserordentlichen Kosten wer- den dem Prozessausgang entsprechend wettgeschlagen. 12.2 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Sozialversicherungen Vizepräsident Gerichtsschreiberin