<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">IV.2008.00227</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">IV. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichter Hurst</font> </p><p><font size="4">Ersatzrichterin Arnold Gramigna</font> </p><p><font size="4">Gerichtssekretärin Spross</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 11. Dezember 2008</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch Rechtsdienst Integration Handicap</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Bürglistrasse 11, 8002 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht zieht in Erwägung:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1. Mit Verfügung vom 31. Januar 2008 verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, den Anspruch der 1961 geborenen X.___ auf eine Rente der Invalidenversicherung infolge eines Invaliditätsgrades von lediglich 32 %, basierend auf der Qualifikation der Versicherten als zu 75 % erwerbstätige und zu 25 % im Haushalt tätige versicherte Person (Urk. 2). Dagegen liess die Versicherte am 27. Februar 2008 durch den Rechtsdienst Integration Handicap, Rechtsanwältin L. Sigg Bonazzi, Beschwerde erheben mit den Anträgen (Urk. 1 S. 2):</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> "1. Die Verfügung vom 31. Januar 2008 sei aufzuheben.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> 2. Der Beschwerdeführerin sei eine Rente zuzusprechen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> 3. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> 4. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren."</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Mit Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2008 (Urk. 12) ersuchte die Beschwerdegegnerin um teilweise Gutheissung der Beschwerde. Sie begründete dies damit, dass aus dem im Beschwerdeverfahren eingeholten (zusätzlichen) Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug) hervorgehe, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit mehrere Stellen gleichzeitig inne gehabt habe, was zu einer 100%igen Erwerbstätigkeit, mithin zur Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs und zu einem höheren Valideneinkommen als bisher angenommen (in den Jahren 2000 bis 2004 von durchschnittlich Fr. 44'969.72) führe. Ausgehend von einem Invalideneinkommen aufgrund der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres 2004, Anforderungsniveau 4 für Frauen, angepasst an die Nominallohnentwicklung des Jahres 2005, hochgerechnet auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden im Jahr 2005 und angepasst an die gemäss Gutachten des A.___ zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 50 % resultiere ein solches von Fr. 24'535.24 bzw. ein Invaliditätsgrad von abgerundet 45 %. Dies führe nach Ablauf der Wartezeit im Juli 2005 zu einem Anspruch auf eine Viertelsrente. Das Gericht wurde ersucht, antragsgemäss zu entscheiden. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2. Mit Verfügung vom 23. Juni 2008 ordnete das Gericht einen zweiten Schriftenwechsel an (Urk. 15). Nach zwei Fristerstreckungen (Urk. 17 und Urk. 18) ersuchte die Beschwerdeführerin um Sistierung des Verfahrens bis Ende November 2008, weil die zuständige Juristin der Rechtsvertreterin erst Ende Oktober zum Erledigungsvorschlag Stellung nehmen könne (Urk. 19).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3. Mit Verfügung vom 13. Oktober 2008 gewährte das Gericht der Beschwerdeführerin eine Frist bis zum 1. Dezember 2008, um dem Gericht mitzuteilen, ob sie mit dem Antrag der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort einverstanden sei und was sie genau beantrage (Urk. 21). Am 28. November 2008 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie mit dem Antrag der Beschwerdegegnerin betreffend teilweiser Gutheissung der Beschwerde einverstanden sei, dass ab Juli 2005 Anspruch auf eine Viertelsrente bestehe. Sie ersuchte daher, das Beschwerdeverfahren in diesem Sinne zu erledigen und ihr eine Prozessentschädigung zuzusprechen (Urk. 23).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4. Nachdem in Bezug auf die Zusprache einer Viertelsrente ab dem 1. Juli 2005 übereinstimmende Anträge der Parteien vorliegen und diese mit der Akten- und Rechtsklage im Einklang stehen, ist die Beschwerde gutzuheissen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Damit ist die angefochtene Verfügung vom 31. Januar 2008 aufzuheben mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2005 Anspruch auf eine Viertelsrente hat. Es wird Sache der Beschwerdegegnerin sein, allfällige Auflagen zur Behandlung der psychiatrischen Krankheitsbilder im Rahmen der zumutbaren Schadenminderungspflicht auszusprechen sowie das amtliche Revisionsdatum festzulegen (vgl. Urk. 13/28/21).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">5. Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1</font><sup><font face="RotisSerif" size="4">bis</font></sup><font face="RotisSerif" size="4"> des Gesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und auf Fr. 400.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege der Beschwerdeführerin für die Gerichtskosten (Urk. 1 S. 2 und S. 7) erweist sich damit als gegenstandslos.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">6.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">6.1 Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">6.2 Mit Honorarnote vom 28. November 2008 machte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin einen Aufwand von 7 3/4 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 60.20 geltend (Urk. 24). Dieser Aufwand erscheint angesichts der Bemessungskriterien als angemessen; der Beschwerdeführerin ist demnach eine Prozessentschädigung von Fr. 1'400.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht erkennt:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 31. Januar 2008 aufgehoben, und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2005 Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung hat.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Die Gerichtskosten von Fr. 400.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 1'400.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Rechtsdienst Integration Handicap</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage des Doppels von Urk. 23</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherungen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">sowie an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">5. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p></div></body></html>