B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 U r t e i l v o m 11 . F e b r u a r 2 0 2 1 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, Richterin Barbara Balmelli, Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, geboren am (…), Beschwerdeführer, B._______, geboren am (…), Beschwerdeführerin 2, und deren Tochter C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), F._______, geboren am (…), Beschwerdeführerinnen 3-5, Syrien, vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, advokatur kanonengasse, (…), Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügungen des SEM vom 15. Januar 2020 / N (…), N (…) und N (…). E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Gemäss ihren Angaben haben die Beschwerdeführenden ihr Heimatland am (…) verlassen und sind in die Türkei gelangt, wo sie vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt wurden. Nach Gewährung der humanitären Visa sind sie am 19. Oktober 2016 auf dem Luftweg legal in die Schweiz einge- reist. B. Am 14. November 2016 reichten die Beschwerdeführenden in der Schweiz Asylgesuche ein. Ihre Befragung en zur Person (BzP) fand en am 24. No- vember 2016 statt. D as SEM hörte den Beschwerdeführer am 13. März 2018 und in einer Fortsetzung vom 23. April 2018 vertieft zu seinen Asyl- gründen an. Am 23. April wurden die Beschwerdeführerin 2 und die Be- schwerdeführerin 3, am 15. Mai 2018 die Beschwerdeführerin 4 und am 22. Juni 2018 die Beschwerdeführerin 5 vertieft zu ihren Asylgesuchen an- gehört. C. C.a Der Beschwerdeführer , ethnischer Kurde und aus einem Dorf bei F._______ in der Region von G._______ stammend, brachte vor, er habe ab dem Jahre (…) in Aleppo gewohnt und gearbeitet. Er habe eine (…) besessen und mit seinen Waren Handel betrieben. Wegen der Gefechte in Aleppo sei er im März 2013 zusammen mit seiner Familie nach F._______ umgezogen. Nachdem es auch dort zu Gefechten gekommen sei und sie nicht nach Aleppo hätten zurückkehren können, da i hr Haus von den H._______-Milizen besetzt worden sei, habe er mit seiner Familie, mit Rei- sepässen versehen, Syrien am (…) über die türkische Grenze verlassen. Zur Begründung seines Asylgesuches machte er im Wesentlichen geltend, (…) S. mit dem Deckname n «I._______» sei seit dem Jahre (…) bei der PKK (Partiya Karkerên Kurdistanê [Arbeiterpartei Kurdistans]) im Nordirak aktiv gewesen. S. sei (…) gewesen und habe eine (…). Im Jahre (…) habe S. die PKK verlassen (…). Am (…) sei S. von der PKK erschossen worden. Die J._______, sein (…) und später er selber hätten eine Klage gegen die PKK eingereicht. Die PKK habe Druck auf ihn und seine Familie ausgeübt, damit sie die Klage zurückziehen würden. Im Jahre (…) seien die Täter zu (…) Haftstrafen verurteilt worden. Nach dem Attentat auf (…) S. habe er dessen Aktivitäten für die J._______ weiterführen wollen. Am (…) sei auf ihn und K.H., ein (…), geschossen E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 3 worden. K.H. habe mit seiner Schusswaffe zurückgeschossen, wobei er (der Beschwerdeführer) während des SchusswechseIs erheblich verletzt worden sei. Neben der nicht registrierten Schusswaffe von K.H. seien in seinem Auto (des Beschwerdeführers) Flugblätter der J._______ gefunden worden. Er sei festgenommen und während eines Monats inhaftiert wor- den. Es sei auch ein Verfahren gegen ihn eröffnet worden. Nach dem At- tentat auf ihn habe er sich weiter für die Anliegen der J._______ eingesetzt. Im Jahre 2006 sei er wegen Zugehörigkeit zur J._______ zu drei Monaten Gefängnis und ein er Geldstrafe verurteilt worden . Die Haftstrafe habe er nie angetreten, da er diese mit Hilfe seines Anwaltes und von Geldzahlun- gen immer wieder habe verschieben können. Schliesslich sei die Haftstrafe durch eine Generalamnestie erloschen. Im Jahre (…) sei ein Ausreiseverbot gegen ihn ausgesprochen worden, was ihn bei seiner Arbeit als (…) eingeschränkt habe. Von diesem Ausrei- severbot habe er bei einem Grenzübergang erfahren. Er habe sich an ver- schiedene Behörden in Aleppo, Kamishli und Damaskus gewandt. Wegen des Ausreiseverbotes sei er mehrmals vorgeladen worden. Es habe zwei- einhalb Jahre angehalten. Nach Kriegsausbruch sei eine Amnestie erfolgt, wonach auch sein Ausreiseverbot hätte aufgehoben werden sollen. Beim Passamt sei ihm jedoch erklärt worden, dass die Aufhebung für ihn nicht gelte. Durch Bestechungsgeld habe er dennoch einen Pass ausgestellt er- halten. Ab dem Jahre (…) habe er an geheimen Versammlungen teilgenommen und humanitäre Hilfe geleistet. Seinen Tätigkeiten sei er auch im Rahmen des Vereins K._______ nachgekommen. Dem Verein sei vorgeworfen wor- den, politisch aktiv zu sein. Sowohl die PKK beziehungsweise die PYD als auch der syrische Staat hätten ihn (den Beschwerdeführer) für sich gewin- nen wollen. Da er dies abgelehnt habe, sei er vorgeladen, überwacht und kontrolliert worden. Er habe auch Drohungen erhalten. Im Jahre (…) sei (…) in Aleppo von Leuten der FSA (Freie Syrische Armee) geplündert wor- den. Die Täterschaft habe er von den syrischen Behörden erfahren . Bei einem Überfall sei ihm eine Pistole an den Kopf gehalten worden. Er habe diesen Vorfall der syrischen Armee gemeldet. Ende des Jahres 2012 oder anfangs Januar 2013 sei er unterwegs angehalten und (…) sei dabei mits- amt dem Auto des Beschwerdeführers durch islamische Gruppierungen gekidnappt und eine Woche festgehalten worden. Infolge der Gefechte sei (…) zerstört worden. E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 4 Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer die Kopie eines Bestäti- gungsschreibens der "Arabic"-Organisation für Menschenrechte vom 8. Ja- nuar 2015, Kopien von Gerichtsunterlagen zu (…) S. und Kopien von Ge- richtsunterlagen zu seinem eigenen Verfahren aus dem Jahre (…) zu den Akten. Zudem wurden mehrere Berichte zu ärztlichen Behandlungen in der Schweiz eingereicht. C.b Die Beschwerdeführerin 2 machte im Wesentlichen geltend, insbeson- dere im Zeitraum des Jahres (…) Drohungen gegen ihren Ehemann auch über persönlich entgegengenommen e Telefonanrufe wahrgenommen zu haben. Dabei sei gefordert worden, ihr Ehemann habe seine Tätigkeiten einzustellen, ansonsten auch ihr und ihren Töchtern etwas geschehen könnte. C.c Die Beschwerdeführerinnen 3, 4 und 5 gaben zur Hauptsache an, über die konkreten Hintergründe der durch die politischen Spannungen entstan- denen Probleme ihres Vaters nicht detailliert Bescheid zu wissen, sie hät- ten sich jedoch teilweise Druckversuchen der PKK und PYD und der Angst, zwangsrekrutiert zu werden, ausgesetzt gesehen. Auc h hätten sie be- merkt, dass ihr Vater sie des Öfteren aus Sicherheitsgründen (…) abgeholt habe. D. Mit drei separaten Verfügungen vom 15. Januar 2020 erkannte das SEM darauf, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte ihre Asylgesuche ab und ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz an, schob jedoch den Vollzug ihrer Wegweisung wegen Unzumut- barkeit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. E. Die Beschwerdeführenden gelangten durch ihren Rechtsvertreter mit Rechtsmitteleingabe vom 17. Februar 2020 an das Bundesverwaltungsge- richt und beantragten, die Verfügungen der Vorinstanz seien in den Ziffern 1. bis und mit 2. des Dispositivs aufzuheben, es sei deren Flüchtlingsei- genschaft festzustellen und die Vorinstanz anzuweisen, ihnen Asyl zu ge- währen. Jedenfalls sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges festzustellen. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihnen in der Person des Un- terzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 5 Die Verfahren betreffend aller Verfügungen des SEM seien zu vereinigen, eventualiter zu koordinieren. Weiter wurde beantragt, dass "vor einem Endentscheid der Aktenbeizug, den die Vorinstanz laut Entscheidbegründung in die Dossiers von Angehö- rigen in der Schweiz vorgenommen" habe, "zur Stellungnahme und Be- schwerdeergänzung offen zu legen" sei und "die Akten von L._______, ZEMIS 1 (…) noch beizuziehen" seien. F. Mit Zwischenverfügung der Instruktionsr ichterin vom 21. Februar 2020 wurden die Beschwerdeverfahren E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020 und E-918/2020 vereinigt. Weiter verfügte sie, a uf die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und um Beiordnung einer a mtlichen Rechtsverbeiständung werde zu ei- nem späteren Zeitpunkt eingegangen und auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses aktuell verzichtet. Die Vorinstanz wu rde ersucht, inne rt Frist eine Vernehmlassung einzu- reichen. G. Mit Schreiben vom 24. Februar 2020 brachte der Rechtsvertreter der Be- schwerdeführenden vor, mit dem Verzicht auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses werde zugleich zum Ausdruck gebracht, dass die Be- schwerde prima facie eine intakte Gewinnaussicht habe und nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden könne. Da die Beschwerdefüh- renden bedürftig seien, sei auch die Rechtsfolge der Ernennung eines un- entgeltlichen Rechtsbeistandes zwingend, was offenbar vorliegend unter- gegangen und nachzuholen sei. H. Mit Vernehmlassung vom 3. März 2020 stellte das SEM fest, die Beschwer- deschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könnten. Die auf Stufe Vernehmlassung beigezogenen Akten aus dem Asyldossier von L._______, würden keine Sachverhaltselemente enthalten, die eine andere Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdef ührenden nahelegen würden (Asyldossier N […]). E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 6 I. Am 5. März 2020 zog das Bundesverwaltungsgericht das Asyldossier N (…) zur Konsultation bei. J. Mit Verfügung vom 6. März 2020 erhielten die Beschwerdeführenden Ge- legenheit, sich innert Frist zur Vernehmlassung zu äussern. K. Mit Schreiben der Rechtsvertretung vom 20. März 2020 wurde vorge- bracht, das SEM beziehe sich in der Vernehmlassung auf beigezogene Ak- ten und halte dafür, diesen liessen sich keine relevanten Hinweise auf Ver- folgung der Beschwerdeführenden entnehmen. Diese Schlussfolgeru ng begründe das SEM aber mit keinem Wort, weshalb eine Stellungnahme dazu unmöglich sei. Die Wahr ung des rechtlichen Gehörs erfordere , zu- mindest die Grundzüge der Überlegungen zur Kenntnis gebracht zu erhal- ten, um darauf reagieren zu können, zumal der Rechtsvertretung der Inhalt der Akten nicht bekannt sei, auf die sich das SEM beziehe. Es werde darum ersucht, das SEM entweder zur Ergänzung aufzufordern oder aber – sollte das Gericht die Auffassung des SEM teilen – der Rechtsvertretung die ent- sprechenden Überlegungen noch zur Stellungnahme zu unterbreiten, be- vor das Urteil ergehe. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerden und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des Asylgesetzes in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherig e Recht E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 7 (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem- ber 2015). 1.3 Die in einer gemeinsamen Beschwerdeschrift verfassten Beschwerden sind frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Beschwerdeführenden haben am jeweiligen Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene n Verfügungen besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher je zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerden ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Das formellrechtliche Begehren der Beschwerdeführenden, es seien ihnen vor dem Endentscheid die Akten (ihrer Angehörigen in der Schweiz), die die Vorinstanz laut Entscheidbegründung beigezogen habe, zur Stel- lungnahme und Beschwerdeergänzung offenzulegen, ist abzuweisen. Auch das in diesem Zusammenhang mit der Replik vom 20. März 2020 gestellte Gesuch, das SEM sei entweder zur ergänzenden Erläuterung auf- zufordern, weshalb sich den bei gezogenen Akten keine relevanten Hin- weise auf Verfolgung der Beschwerdeführenden entnehmen liessen, oder es sei durch das Gericht, falls diese s die Meinung des SEM teile, der Rechtsvertretung die entsprechenden Überlegungen zur Stellungnahme zu unterbreiten, bevor das Urteil ergehe, ist abzuweisen. Die Sichtweise der Beschwerdeführenden, die Wahrung des rechtlichen Gehörs erfordere es, zumindest die Grundzüge der Überlegungen zur Kenntnis gebracht zu erhalten, weshalb sich den beigezogenen Akten keine relevanten Hinweise auf Verfolgung der Beschwerdeführenden entnehmen liessen, folgt das Gericht nicht. Die gegen das SEM und prospektiv gegen das Gericht erho- bene Rüge der Verletzung des verfassungsrechtlichen Grundsatz es des rechtlichen Gehörs erweist sich als unbegründet. Das SEM hat sich weder im Rahmen der materiellen Begründung der angefochtenen Verfügungen vom 15. Januar 2020 noch in der Vernehmlassung vom 3. März 2020 auf konkrete Sachumstände aus den Akten N (…), N (…), N (…) und N (…) ([…] des Beschwerdeführers) sowie N (…) (L._______) gestützt, die für die E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 8 Beurteilung der Asylgesuche der Beschwerdeführenden von entscheidwe- sentlicher Bedeutung gewesen wären. Es fehlt demnach gerade an Sach- verhalten, die den Beschwe rdeführenden zur Wahrnehmung des rechtli- chen Gehörs überhaupt hätten offengelegt werden können. Auch das Bundesverwaltungsgericht zieht für die Entscheidfindung des vorliegenden Urteils keine relevanten Aspekte aus den beigezogenen und vom Gericht konsulti erten Akten N (…), N (…), N (…), N (…) und N (…) heran, weshalb von einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör nicht gesprochen werden kann. 3.2 Soweit in der Replik vom 20. März 2020 vorgeb racht wird, den Be- schwerdeführenden sei der Inhalt der vom SEM beigezogenen Akten nicht bekannt, ist anzumerken, dass eine Einwilligung der bezeichneten Perso- nen zur Einsichtnahme in deren Dossiers nicht aktenkundig ist, andernfalls einer entsprechenden Akteneinsichtnahme grundsätzlich nichts entgegen- gestanden hätte. 4. Gegenstand des vorliegenden Verfahren s bildet die Flüchtlingseigen- schaft, der Asylpunkt sowie die verfügte Wegweisung. Der Wegweisungs- vollzug ist nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz die Beschwerde- führenden in der Schweiz vorläufig aufgenommen hat. Die Wegweisungs- vollzugshindernisse gemäss Art. 44 AsylG und Art. 83 Abs. 1 AIG (SR 142.20) sind alternativer Natur, und gegen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahme der (ab - und weggewiesenen) asylsuchenden Person stünde wiederum die Beschwerde an das Bundesverwaltungsge- richt offen (vgl. Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 49 VwVG), wobei in jenem Verfahren sämtliche Vollzugshindernisse von Amtes wegen und nach Massgabe der dannzumal herrschenden Verhältnisse von Neuem zu prü- fen wären (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 m.H.a. Entscheide und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission ( EMARK) 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54 f., EMARK 1997 Nr. 27 S. 205 ff.). Im Übrigen würde eine wegen Unzulässigkeit angeordnete vorläufige Aufnahme (soweit nicht verbunden mit der Flüchtlingseigenschaft) keine andere Rechtsstellung bewirken als eine vorläufige Aufnahme wegen Unzumutbarkeit, welche in den angefoch- tenen Verfügungen angeordnet wurde. Das Rechtsschutzinteresse der Be- schwerdeführenden hinsichtlich der Prüfung zusätzlicher individueller Voll- zugshindernisse ist folglich zu verneinen. Auf das entsprechende Be- schwerdebegehren ist somit nicht einzutreten. E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 9 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihre r politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freihei t sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken ; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2 Entsprechend der Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flücht- lingseigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche im Fall einer Rückkehr in den Heimatstaat befürchten muss. Die Nachteile müssen der asylsuchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter Ver- folgungsmotive drohen oder zugefügt worden sein. Eine Verfolgungshand- lung im Sinne von Art. 3 AsylG kann von staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren ausgehen. Die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft setzt zu- dem voraus, dass die betroffene Person einer landesweiten Verfolgung ausgesetzt ist und sich nicht in einem anderen Teil ihres Heimatstaates in Schutz bringen kann. Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingsei- genschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise bestehenden Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer solchen. Die Situation zum Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der ein Asylgesuch stellenden Per- son zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2 008/12 E. 5 und 2010/57 E. 2, beide m.w.H.). 5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 10 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegen- satz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuch- stellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuch- stellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vorkomm- nisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlittenen Ver- folgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Origina lität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüchlichen, ge- steigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (so etwa Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub- stantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine Sach- verhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor- bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we- sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebra chte Sachver- haltsdarstellung sprechen (BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 6. In der Beschwerdeschrift wird festgehalten, die Asylgesuche der Ehefrau und der Töchter des Beschwerdeführers würden sich allesamt auf densel- ben Sachverhalt und die Gründe stützen, die d en Beschwerdeführer als Hauptbeschwerdeführer und Familienoberhaupt betreffen würden. Das Gericht teilt diese Auffassung. Die vorliegende Begründung der Beschwer- den ist zudem ebenfalls im Wesentlichen auf die Sachverhalte konzentriert, die den Beschwerdeführer betreffen. Das Verfahren hat sich demnach im Wesentlichen und zur Hauptsache auf die Prüfung der angefochtenen Ver- fügung betreffend den Beschwerdeführer auszurichten. 7. Das Bundesverwaltungsgericht ist nicht an die Begründung der Vorinstanz gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG); es kann die Beschwerde auch aus an- dern Überlegungen als jenen der Vorinstanz beurteilen (sog. Motivsubsti- tution; vgl. MADELEINE CAMPRUBI in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2008, E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 11 N 15 zu Art. 62 VwVG; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, S. 398, Rz. 1136). Wie sich aus nachfolgenden Erwägungen ergibt, hat das SEM die Asylge- suche der Beschwerdeführenden – ungeachtet der Frage, ob ihrer Begrün- dung in allen Teilen zu folgen ist – zu Recht abgelehnt. 8. Die Vorinstanz gelangt in den angefochtenen Verfügungen und insbeson- dere in der Verfügung den Beschwerdeführer betreffend zum Schluss, die Vorbringen hielten einerseits den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG und andererseits jenen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Die Verfügungen des SEM basieren auf einem richtig und vollständig festgestellten rechtserheblichen Sachverhalt, erfassen in ihrer Begründung die wesentlichen Sachvorträge und angebo- tenen Beweismittel und lassen der entsprechenden Würdigung jedenfalls im Resultat nicht zu beanstandende rechtliche Schlüsse folgen. Die Ent- gegnungen und vertretenen Sichtwei sen in der Rechtsmitteleingabe ver- mögen nicht darzutun, inwiefern die angefochtene n Verfügungen nicht rechtskonform ergangen wären und Bundesrecht verletzen sollten. Im Fol- genden ist, wie bereits angeführt, das Schwergewicht a uf die Verfügung betreffend den Beschwerdeführer zu legen. 8.1 Es ist mit der Feststellung in der Beschwerde schrift einig zu gehen, dass das SEM (…), das Attentat auf S. und den Angriff auf den Beschwer- deführer sowie das gegen ihn angestrengte Straf- und Gerichtsverfahren mit der angefochtenen Verfügung nicht in Zweifel zog. Dieser Einschätzung folgt auch das Gericht, womit diese Sachverhalte als erstellt zu erachten sind. Auch das geltend gemachte, im Jahre (…) gegen den Beschwerde- führer ausgesprochene Ausreiseverbot hat das SEM nicht per se ange- zweifelt. 8.2 8.2.1 Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung zu Recht an, dass gemäss konstanter schweizerischer Asylpraxis der Begriff der Flüchtlings- eigenschaft einen in zeitlicher und sachl icher Hinsicht genügend engen Kausalzusammenhang zwischen Verfolgung und Flucht voraus setzt (BVGE 2010/57 E. 4.1, 2009/51 E. 4.2.5). Auch wenn sich keine starre Grenze festsetzen lässt, wann der Kausalzusammenhang als unterbro- chen zu gelten hat, kann festgehalten werden, dass dieser nach asylrecht- licher Literatur und Praxis nach einer Zeitspanne von sechs bis zwölf Mo-E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 12 naten in der Regel als zerrissen gelten müsste. Dabei ist jeweils auch all- fälligen plausiblen objektiven und subjektiven Gründen Rechnung zu t ra- gen, welche eine sofortige Ausreise verunmöglichten (BVGE 2009/51 E. 4.2.5 m. w. H. ). Gemäss Angaben des Beschwerdeführers wurde er nach dem Schusswechsel vom (…) festgenommen, für einen Monat inhaf- tiert und nach einem eröffneten Verfahren im Jahr e (…) zu drei Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt. Nach der Verurteilung (die Frage nach dem – zumindest soweit allenfalls der Sachumstand des Auffindens einer nicht registrierten Schusswaffe miteinbezogenen worden wäre – rechtsstaatlich legitimen Handeln kann vorliegend offenbleiben) wurde er nicht weiter verfolgt, sondern war vielmehr in der Lage, die Verbüssung der Haftstrafe immer wieder erfolgreich zu verschieben, bis sie s chliesslich durch eine Generalamnestie erlosch. Bezüglich der soeben genannten Sa- chumstände ist der notwendi ge Kausalzusammenhang mit der anfangs (…) beziehungsweise mehrere Jahre später erfolgten Ausreise aus Syrien in zeitlicher wie auch in sachlicher Hinsicht nicht gegeben. 8.2.2 Es ist mit dem SEM einig zu gehen, dass auch das im Jahre (…) gegen den Beschwerdeführer ausgesprochene Ausreiseverbot nicht als Vorfluchtgrund für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft kausal ge- wesen sein kann, nachdem ihm im Jahre (…) infolge einer Amnestie zwar offenbar unter Bezahlung e ines Bestechungsgeldes ein Pass ausgestellt wurde, mit dem er aber erst (…) Syrien verlassen hat. Auch ist zu erwäh- nen, dass er im Zusammenhang mit dem Erwerb seines Reisepasses per- sönlich bei verschiedenen staatlichen Sicherheitsbehörden vorstellig ge- worden ist, ohne dass er flüchtlingsrechtlich relevanten ernsthaften Mass- nahmen ausgesetzt worden wäre oder ihm solche angedroht wo rden wä- ren (vgl. Akten SEM A22/25, S.11/12). 8.3 Das SEM stellte zu Recht fest, gemäss den Aussagen des Beschwer- deführers zur Plünderung (…) in Aleppo durch die FSA im Jahre (…) und zum späteren Überfall sowie Diebstahl mit einer Pistole sei es ihm möglich gewesen, sich nach diesen Ereignissen an die syrischen Sicherheitsbehör- den zu wenden. Auch ist nicht zu beanstanden, wenn das SEM diese Vor- fälle und das Kidnapping (…) durch islamistische Gruppierungen sowie die Zerstörung der (…) im Rahmen von Gefechten als Folge der damaligen allgemeinen Lage in Syrien als nicht asylrelevant erachtete. E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 13 8.4 8.4.1 Das SEM erkannte im Abgleich der BzP und der vertieften Anhörun- gen bezüglich der geltend gemachten politischen Tätigkeiten au f wider- sprüchliche Angaben des Beschwerdeführers und schloss daraus, das von ihm geltend gemachte politische Engagement nach dem Jahre (…) könne nicht geglaubt werden. Das Gericht folgt dem SEM zumindest insoweit, als im diesbezüglichen Aussageverhalten offenkundig zum Teil nicht kongru- ente Erklärungen festzustellen sind. Auch ist dem SEM zuzustimmen, dass die Aussagen des Beschwerdeführers zu den Ereignissen im Zusammen- hang mit dem Attentat auf (…) S. und dem Angriff auf ihn selbst sowie sei- nem Gerichtsverfahren und dem Ausreiseverbot stets genau, kohärent, wi- derspruchsfrei und äusserst substantiiert ausgefallen sind, im Gegensatz dazu die Angaben zu seinem angeblichen politischen Engagement und die daraus folgenden angeblichen Verfolgungsmassnahmen jedoch nicht die- selbe Qualität aufweisen. In der Tat nehmen sich die V orbringen zu den Parteien und Organisationen, in die er involviert gewesen sei, und zu den spezifischen parteibezogenen Tätigkeiten inhaltlich eher rudimentär und zurückhaltend aus. Es kann vorliegend aufgrund der vorstehenden und nachfolgenden Erwägungen darauf verzichtet werden, auf die Ausführun- gen des SEM bezü glich der Glaubhaftmachung der geltend gemachten verschiedenen politischen Engagements des Beschwerdeführers im Ein- zelnen einzugehen. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass er als (…) insbesondere mit finanziellen Mitteln politische Ziele (…) S. mitun- terstützte und in der Folge der im Jahre 2011 in Syrien ausgebrochenen Ereignisse im Rahmen der Teilnahme an einzelnen Sitzungen Optionen gesellschaftspolitischer Lösungen der Konfliktsituation mitdiskutierte sowie Gleichgesinnte unterstützte. Jedenfalls gab er verschiedentlich zum Aus- druck, keine führende Position eingenommen zu haben, indem er etwa vor- brachte, ein normales und nicht organisiertes Mitglied der Partei gewesen zu sein, als neutrale Person für die Bewegung humanitäre Hilfe geleistet und gelegentlich an Sitzungen neutrale Personen getroffen zu haben. In einer Gesamtbewer tung des Aussage verhaltens zu seinen Kernvorbrin- gen, die PKK beziehungsweise PYD wie auch der syrische Staat hätten ihn für sich gewinnen wollen, kann – wie nachstehend auszuführen ist – trotz seiner entsprechenden Absagen und der daraus angeblich folgenden Kon- sequenzen nicht geschlossen werden, er hätte glaubhaft gemacht, begrün- deterweise befürchten zu müssen, vor seiner Ausreise aus Syrien ernst- haften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. 8.4.2 Gemäss Erwägungen des SEM s ei das Aussageverhalten des Be- schwerdeführers bezogen auf die Massnahmen seitens der PKK und der E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 14 syrischen Behörden nach der Verurteilung im Jahre (…) inkohärent und somit unglaubhaft. Zumindest im Ergebnis ist diese Ansicht zu teilen. 8.4.2.1 In einer Gesamtbetrachtung zeichnen sic h die vorgebracht en An- gaben zum seitens der PKK gegen ihn gerichteten Verhalten im Zeitraum nach dem Jahre (…) bis zur Ausreise aus Syrien im Jahre (…) durch Nach- schübe, inkohärente Steigerungen, Wechsel der inhaltlichen Schwer- punkte und der Intensität sowie Verschiebungen der massgeblichen Zeit- punkte aus. Anlässlich der BzP machte er alleine für den Zeitraum der Jahre (…) und (…) geltend, infolge seiner Tätigkeit für die J._______ Drohungen seitens der PKK ausgesetzt gewesen zu sein. Aufgrund der Drohungen gegen Leib und Leben gegenüber ihm und seinen Familienangehörigen habe er aber im Jahre (…) seine entsprechende Tätigkeit eingestellt. Auf die Anschluss- frage, ob er somit danach, seit dem Jahre (…), bis zu seiner Ausreise keine Probleme wegen seiner politischen Tätigkeit mehr gehabt habe, nannte er die PKK namentlich gar nicht mehr, sondern lediglich den syrischen Staat, der ihn immer wieder beobachtet und kontrolliert habe (A8/16 Pt. 7.01 S. 9/10). Er führte weiter aus, seit dem Ausbruch des Krieges im Jahre 2011 habe er zwei Mal (…) an Sitzungen teilgenommen und deswegen immer wieder indirekte Drohungen erhalten, wobei er dabei die PKK nicht mehr erwähnte. Demgegenüber brachte er im Rahmen des ersten Teils der vertieften An- hörung (Akten SEM A22/25) vor, seit dem Jahre 2011 habe ihn die PKK immer wieder unter Druck gesetzt. A uf entsprechende Frage machte er geltend, nebst dem von der syrischen Regierung ausgeübten Druck hätten ihn auch die Belästigungen und der Druck seitens der PKK veranlasst, im Jahre (…) sein Heimatland zu verlassen. Auf die Nachfrage, was konkret geschehen sei, das ihn zur Ausreise aus Syrien veranlasst habe, gab er als Hauptgrund die Ausweitung des Krieges nach Aleppo und dessen Ge- fährdungen an (A22/25 F29 und F30). Auf die weitere Nachfrage, was denn nun seitens der PKK (und der Behörden) konkret geschehen sei, führte er an, die PKK habe von ihm verlangt, er müsse auf die Klage verzichten und wieder für sie arbeiten ([…]). Im Sinne der Einschätzung in der angefoch- tenen Verfügung ist es auch in Berücksichtigung der kulturspezifischen Ge- dankenwelt zumindest schwer nachvollziehbar, weshalb die PKK dauernd gefordert haben soll, dass der Beschwerdeführer die Klage gegen die PKK zurückziehe beziehungsweise die Verantwortung der PKK an de r Ermor- dung (…) S. in versöhnlicher Weise abspreche, wenn die Attentäter bereits E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 15 im Jahre (…) verurteilt wurden und der Bevölkerung als PKK-Anhänger identifizierte Täter bekannt gewesen sein mussten. Im Verlaufe der Anhörung brachte der Beschwerdeführer vor, noch zwi- schen Januar und März (…) habe ihn die PKK telefonisch kontaktiert und von ihm verlangt, wied er für sie zu arbeiten, was er abgelehnt habe. Die PKK habe ihm zu verstehen gegeben, dass er das später bereuen werde. Weiter gab er seiner Einschätzung Ausdruck, dies sei gar einer Todesdro- hung gegenüber ihm oder seiner Kinder gleichgekommen (A22/25 F56 und F57). Demnach ist bezüglich der vom Beschwerdeführer vorgetragenen Massnahmen der PKK, die ihn (und seine Familie) konkret zur Ausreise aus Syrien mitbewogen haben sollen, eine deutliche Steigerung innerhalb der Anhörung und insbesondere gegenüber dem Aussageverhalten an- lässlich der BzP festzustellen. Soweit er gar Todesdrohungen seitens der PKK gegenüber ihm und seiner Familie empfunden haben müsste, die ihn konkret zum Verlassen des Heimatlandes bewogen hätten, dürfte begrün- deterweise davon ausgegangen werden, dass er diesem Umstand anläss- lich der Anhörung früher ent sprechendes Gewicht beigemessen, konkret benannt und zudem diesen einschneidenden Beweggrund zur Ausreise auch bereits anlässlich der BzP zumindest erwähnt hätte. Eine weitere Steigerung und wesentliche Ausdehnung der angeblichen Bedrohung durch die PKK ist darin zu erblicken, dass er anlässlich der Anhörung noch den blossen Eindruck vertrat, diese Drohungen hätten geklungen, als ob die PKK noch einmal versuche, ein weiteres Attentat auf ihn zu verüben (A22/25 F37). Im Rahmen des zweiten Teils der Anhörung (A25/13) führte er vorerst aus, die (späteren) Drohungen seien auf indirekte Weise gesche- hen (A25/13 F50 S.10, 1. Abs.), um darauf zu Protokoll zu geben, er habe bei einem der Telefonanrufe der PKK erfahren, dass eine Person beauf- tragt worden sei, einen Mordversuch auf ihn auszuüben (a.a.O., 2. Abs.), und zusammenfassend erklärte, ein weiterer Mordversuch hätte möglich sein können (A25/13 F51). In der Folge dieser Anhörung gab er – ohne Einschränkung – an, ungefähr (…), zirka eineinhalb Monat e vor seiner Ausreise, habe er (in G._______) beim Zusammensitzen mit der M._______ ([…]) erfahren, dass ein weiterer Mordversuch auf ihn ausge- übt werde (A25/13 F54 und F55). Es ist dem SEM beizupflichten, dass zu erwarten gewesen wäre, der Beschwerdeführer hätte diesen Sachverhalt des angeblich gegen ihn geplanten Attentates bereits beim ersten Termin der Anhörung angeführt, als er sich ausdrücklich zu denselben Gesprä- chen mit der M._______ äusserte (A22/25 F105). Auch wäre davon auszu- gehen, dass er vom kurz vor seiner Ausreise aus Syrien erfahrenen ge-E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 16 planten Mordanschlag anlässlich der BzP als ein für die Ausreise wesent- liches Motiv zumindest kurz berichtet hätte, wenn dieser der tatsächlich gegebenen Gefährdungslage als Grund für das Ersuchen um Schutz für Leib und Leben entsprochen hätte. In Gewichtung der gesamten Aktenlage ist entgegen der in der Beschwer- deschrift vertretenen Sichtweise nicht glaubhaft gemacht, dass die Be- drängnisse der PKK gegenüber dem Beschwerdeführer die erforderliche Intensität an eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art.3 AsylG erreicht hätten. 8.4.2.2 Gleiches gilt für die geltend gemachten Belästigungen und Druck- ausübungen seitens des syrischen Staates gegenüber dem Beschwerde- führer. Er machte geltend, aufgrund von verschiedenen politischen Tätig keiten nach der Verurteilung aus dem Jahre (…) bedroht, kontrolliert, observiert und ständig von den Sicherheitsbehörden vorgeladen und belästigt worden zu sein. In der angefochtenen Verfügung stellte das SEM jedoch zutreffend fest, dass a ufgrund verschiedener wesentlicher Ungereimtheiten im Aus- sageverhalten des Beschwerdeführers die von ihm angeführten Verfol- gungsmassnahmen nach dem Jahre (…) seitens der syrischen Behörden nicht glaubhaft gemacht sind. So kann auf die Ausführungen des SEM ver- wiesen werden, wonach der Beschwerdeführer vorerst eine Vorladung von der politischen Sicherheit und vier Vorladungen von der Militärsicherheits- behörde erwähnt, später hingegen angegeben habe, von den Militärsicher- heitsbehörden zwei Mal vorgeladen und von der politischen Sicherheitsbe- hörde zweimal mitgenommen worden zu sein (vgl. Akte A22/25, S. 14-15). Schliesslich habe er anlässlich des ersten Teils der Anhörung aber noch vorgebracht, er sei in einer indirekten Weise vorgeladen worden, so dass er Informationen liefern sollte, beziehungsweise es sei eine P erson von dieser Sektion zu ihm geschickt worden (vgl. Akte A22/25, S. 21). Am zwei- ten Anhörungstermin habe er indes angegeben, er sei im Jahre (…) einmal von der politischen Sicherheitsbehörde vorgeladen worden. Danach sei in verschiedenen Zeitabständen eine Person von der politischen Sicherheits- behörde zu ihm geschickt worden. Bei jedem Ereignis sei er als Verdächti- ger dargestellt worden. Von den Militärsicherheitsbehörden sei er zweimal vorgeladen worden und zwar nach dem Attentat sowie am Anfang der Er- eignisse in Syrien, beziehungsweise bevor sich diese Ereignisse in Aleppo zugetragen hätten. Auf Nachfrage habe er dann ausgeführt, er sei ab dem Jahre (…) im Zusammenhang mit dem Ausreiseverbot mehrmals von den E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 17 Staatssicherheitsbehörden vor geladen worden , beziehungsweise sei er auch mehrmals zu diesen Behörden in Kamishli und Aleppo gegangen, um das Ausreiseverbot aufheben zu lassen ( Akte A25/13, S. 4-5). Angespro- chen auf die Aussage anlässlich der ersten Anhörung , zwei Mal von der politischen Sicherheitsbehörde mitgenommen worden zu sein, während er anlässlich des zweiten Teils der Anhörung von einer einmaligen Vorladung dieser Behörde ge sprochen habe, vermochte der Beschwerdeführer, wie vom SEM zutreffend erkannt, die Ungereimtheit nicht au fzulösen. (vgl. A25/13 F56 S. 11). Der Erklärungsversuch des Beschwerdeführers, es sei von einer (einmaligen) offiziellen Vorladung und nicht offiziellen Vorladun- gen vor die politische Sicherheitsbehörde zu unterscheiden, vermag nicht zu überzeugen. Auch die Entgegnung und der Einwand in der Beschwer- deschrift, die Vorladungen seien nie schriftlich beziehungsweise formell er- folgt und es handle sich dabei um sehr viele informelle Kontakte und einige Ereignisse mit Vorsprachen, die teilweise im Zeitpunkt der Asylgesuchstel- lung und der Anhörungen über fünf Jahre zurückgelegen hätten, weshalb es nicht erstaune, wenn die Gegenüberstellung der Auflistung teilweise wi- dersprüchlich ausfalle, erscheinen in Würdigung des diesbezüglichen ge- samten Aussageverhaltens des Beschwerdeführers weder hilfreich noch sachgerecht. Unbesehen der festgestellten Unstimmigkeiten ist in Ergänzung der Aus- führungen des SEM festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer beklag- ten Behelligungen und Bedrängungen seitens der syrischen Beh örden in einer Gesamtbetrachtung der Aktenlage keine flüchtlingsrechtlich bedeut- same Ausweitung und Intensität angenommen haben. Entgegen den Vor- bringen in der Beschwerdeschrift lassen sich aus den entsprechenden Ausführungen keine Verfolgungsmassnahmen im Sinne ernsthafter Nach- teile gemäss Art. 3 AsylG folgern. Nach Einschätzung des Gerichts zeigt sich in einem Gesamtbild, dass es dem Beschwerdeführer offenbar gelun- gen ist, sich jedenfalls immer wieder mit den syrischen Behörden insoweit zu arrangieren, als konkrete Nachteile gegen Leib und Leben oder gegen die Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen D ruck bewirkt hätten, seitens des syrischen Staates ausblieben. Auch nannte der Be- schwerdeführer auf die konkrete Frage nach den grössten Nachteilen, die er seitens der syrischen Behörden erlitten hätte, als schlimmsten Nachteil die Behinderung seiner Geschäftstätigkeit, so etwa, dass eine Geschäfts- eröffnung gezwungenermassen nur zusammen mit einem Araber möglich gewesen sei (A22/25 F51). Auch diese Einschränkung kann in Berücksich- tigung der Aktenlage offenkundig nicht als Massnahme gelten, die im Sinne E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 18 eines unerträglichen Druckes ein menschenunwürdiges Leben der Be- schwerdeführenden bewirkt hätte. 8.4.3 Das SEM hat entgegen dem Einwand in der Beschwerdeschrift in ei- ner Gesamtwürdigung der Aktenlage zutreffend darauf erkannt, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Syrien keinen ernst- haften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war oder solche begründeterweise hätte befürchten müssen. 8.4.4 In Ergänzung der obigen Erwägungen fällt auf und ist in die Beurtei- lung miteinzubeziehen, dass die Beschwerdeführerin 2 anlässlich ihrer An- hörung durch das SEM zum Ausdruck brachte, sie könne sich bezüglich der für das Asylgesuch in flüchtlingsrechtlich relevanter Hinsicht wesentli- chen Sachverhalte lediglich dahingehend äussern, als sie im Zeitraum des Jahres (…) telefonisch Drohungen seitens der PKK entgegengenommen habe. In der Beschwerde wird dazu ausgeführt, die Beschwerdeführerin 2 habe lediglich in der Phase (…) persönlich etwas von den Drohungen mit- bekommen, da der Beschwerdeführer versucht habe, sie von diesen Din- gen abzuschirmen. In Anbetracht des Bildungsstandes, der sozialen Stel- lung, der engen Einbindung in die Familiengemeinschaft und der damit ver- bundenen Mitverantwortung der Beschwerdeführerin 2 am Schi cksal der Familie ist für das Gericht kaum nachvollziehbar, dass sie von ihrem Ehe- mann über Jahre hinweg bis zur Ausreise aus Syrien (…) nicht über dessen Gefährdungssituationen in Kenntnis gesetzt worden wäre, falls ihm solche in Form von Nachteilen an Leib und Leben oder Freiheit konkret gedroht hätten. Zudem wäre zu erwarten gewesen, dass spätestens nach der Aus- reise aus Syrien, nachdem sich die Beschwerdeführenden in der Türkei jedenfalls vor der PKK und de m syrischen Staat in Sicherheit befunden hatten, der Beschwerdeführer zumindest seine Ehefrau über die wesentli- chen Bedrohungslagen im Heimatland orientiert hätte und sie demnach hätte im Stande sein müssen, anlässlich der Anhörung zu ihrem Asylge- such darüber in deren Grundzügen zu berichten. 8.4.5 Befürchtungen, künftig Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, sind zudem nur dann asylrelevant, wenn begründeter Anlass zur Annahme besteht, dass sich die Verfolgung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen wird. Der in der Beschwerdeschrift ver- tretenen Einschätzung, aus dem Attentat (…) S. und den Angriff auf den Beschwerdeführer, aus der Verurteilung und der Reisesperre etc. in der Vergangenheit würden sich heute Gefahren ergeben, die nachwirken und sich insgesamt zu einer Asylrelevanz kumulieren würden, folgt das Gericht E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 19 nicht. Es ist aufgrund der Aktenlage und nach den obigen Feststellungen gerade nicht darauf zu schliessen, der Beschwerdeführer würde bei einer allfälligen Rückkehr nach Syrien künftig mit hinreichender Wahrscheinlich- keit in einer Form in den Fokus der syrischen Behörden oder der PKK ge- raten, die ihn flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteilen aussetzen würde. 8.4.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass das SEM die Vorausset- zungen zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh- rers zu Recht als nicht erfüllt erachtet hat. 8.5 8.5.1 Die Beschwerdeführerinnen machen zu ihren Asylgesuchen in flücht- lingsrechtlich relevanter Hinsicht keine weitergehenden Gründe als der Be- schwerdeführer geltend. Dies schliesst eine vom Beschwerdeführer abge- leitete und auf sie ausstrahlende Reflexverfolgung aus. Auch sind in objek- tiver Hinsicht aufgrund der Akt enlage für die Zuerkennung derer Flücht- lingseigenschaft keine hinreichenden Anhaltspunkte gegeben. 8.5.2 Insoweit die Beschwerdeführerinnen 3 bis 5 vorbrachten, sie hätten im Zeitraum vor ihrer Ausreise aus Syrien befürchtet, möglicherweise re- krutiert zu werden , und dies auch künftig nicht auszuschliessen sei, gilt festzustellen, dass eine allfällige Zwangsrekrutierung durch die PKK und Mobilisierung durch die YPG ( Yekîneyên Parastina Gel; Volksverteidi- gungseinheiten) keine Verfolgung darstellt, welche auf einem der in Art. 3 AsylG genannten Gründen beruht. Eine entsprechende militärische Rekru- tierung würde vielmehr an den Wohnort, das Alter und allenfalls an das Geschlecht einer betroffenen Person knüpfen und wäre gemäss Recht- sprechung des Bundesverwaltungsgerich ts flüchtlingsrechtlich nicht rele- vant (vgl. Referenzurteil BVGer D-5329/2014 vom 23. Juni 2015 E. 5.3 so- wie dazu auch Urteile BVGer E -6558/2019 vom 9. Januar 2020 E. 7.2, D-4838/2019 vom 30. Dezember 2019 E. 7.4.2 und D -7460/2016 vom 12. Dezember 20 19 E. 5.2). Auf die entsprechenden Ausführungen der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts kann verwiesen werden. 8.6 Das Gericht hat die beigezogenen Akten N (…), N (…), N (…), N (…) und N (…) konsultiert. Aus diesen ergeben sich keine Anhaltspun kte, die für die Beurteilung des vorliegenden Verfahrens wesentlich sein könnten. In der Beschwerde schrift wird ausgeführt, angesichts der festgestellten Flüchtlingseigenschaft (…) sei davon auszugehen, dass sich vermutungs- weise zusätzlich Gefährdungselemente daraus ergeben würden, dass die Beschwerdeführenden zu diesen Personen geflohen seien und auch über E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 20 diese befragt würden, sollten sie dereinst im Falle der Aufhebung der vor- läufigen Aufnahme nach Syrien zurückgeführt werden. Diese, im Übrigen hypothetische, nur als blosse Vermutung vorgebrachte Einschätzung ver- mag nach den oben ausgeführten Erwägungen nicht zu überzeugen. 9. Insgesamt ist entgegen den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe nicht ersichtlich, inwiefern die angefochtenen Verfügungen Bundesrecht verlet- zen würden. Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft der Beschwer- deführenden zu Recht verneint und deren Asylgesuche folgerichtig abge- lehnt. 10. 10.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisu ng aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 10.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrecht- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wur de demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 10.3 Die Beschwerdeführenden wurden mit Verfügung vom 15. Januar 2020 wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges in der Schweiz vorläufig aufgenommen . Aufgrund der alternativen Natur der Wegwei- sungsvollzugshindernisse erübrigt sich, wie bereits festgehalten, die Über- prüfung der Unzulässigkeit. 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtenen Verfügungen Bundesrecht nicht verletzen und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellen (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerden sind abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 12. 12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerde- führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um unentgelt- liche Rechtspflege ist gutzuheissen, da gestützt auf die Akten von der Pro- zessbedürftigkeit der Beschwerdeführenden auszugehen ist un d die E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 21 Rechtsbegehren sich nicht als aussichtlos darstellten. Es sind keine Ver- fahrenskosten zu erheben (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 12.2 Den Beschwerdeführenden ist ihr Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand zu bestellen (aArt. 110a Abs. 1 AsylG). Dieser reichte mit Eingabe vom 17. Februar 2020 eine Kostennote zu den Akten und weist einen Aufwand von 9.80 Stunden à Fr. 220.– sowie Auslagen von Fr. 33.30 aus. Die Festsetzung des Honorars erfolgt gemäss Art. 12 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) in sinngemässer Anwendung von Art. 8-11 sowie Art. 14 VGKE. Bei amtlicher Vert retung geht das Ge- richt in der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 200.– bis Fr. 220.– für Anwältinnen und Anwälte aus, wobei nur der notwendige Aufwand zu ent- schädigen ist. Der geltend gemachte zeitliche Aufwand und die Auslagen sind angemessen. Seit Einreichung der Kostennote ist kein Aufwand in der Form ersichtlich, der als für das Verfahren notwendig erachtet werden könnte. Der Stundenansatz ist auf Fr. 220.– festzusetzen. Dem Rechtsbei- stand ist, wie von diesem i n der Kostennote ausgewiesen, ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'357.90 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) vom Bundesverwaltungsgericht auszurichten. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege we rden gutgeheissen. 3. Die Gesuche um Bestellung ein es amtlichen Rechtsbeistandes we rden gutgeheissen und den Beschwerdeführenden lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet. 4. Dem amtlichen Rechtsbeistand wird durch das Bundesverwaltungsgericht eine Entschädigung von Fr. 2'357.90 ausgerichtet. E-913/2020, E-915/2020, E-916/2020, E-917/2020, E-918/2020 Seite 22 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän- dige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Christoph Berger Versand: