<h2>SubmittedText<h2><p>Die EU vertagte nach einer Anhörung von Experten aller 28 Mitgliedstaaten die Entscheidung über eine Verlängerung der Zulassung des weltweit meistgenutzten Herbizids Glyphosat.</p><p>Wie beurteilt der Bundesrat die entsprechende Verwendung in der Schweiz?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Bewilligung für Glyphosat wird in der EU Ende Juni 2016 auslaufen. Eine Verlängerung ist erforderlich, soll Glyphosat weiter angewendet werden dürfen. Die für die Verlängerung geforderte Überprüfung der toxikologischen Eigenschaften aufgrund aktueller Studien und Literatur durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit kommt zum Schluss, dass Glyphosat ein in der Verwendung sicherer Wirkstoff ist, von dem keine chronischen Risiken ausgehen. Diese Schlussfolgerung wird durch die Mehrheit der Mitgliedstaaten der EU gestützt. Auch die Schweiz stützt die Schlussfolgerungen des Berichtes, ist aber aktuell daran zu prüfen, warum unterschiedliche international anerkannte wissenschaftliche Gremien zu unterschiedlichen Resultaten in der Beurteilung der Gefährlichkeit von Glyphosat kommen. Der Bundesrat wird nach Vorliegen sämtlicher Prüfresultate entscheiden, ob für die Schweiz Handlungsbedarf besteht.</p><p>In der Schweiz wird Glyphosat insbesondere für die Neuansaat von Wiesen, vor der Ansaat einer Kultur im Rahmen der bodenschonenden Verfahren, für die Bekämpfung von problematischen Unkräutern in Brachen, für die Gleisanlagepflege sowie für die Bekämpfung von Unkräutern im Obst- und Weinbau und in öffentlichen Anlagen angewendet. Das Ausbringen von glyphosathaltigen Produkten kurz vor der Ernte, wie dies beispielsweise im Ausland u. a. als Abbrennmittel in Getreide möglich ist, ist in der Schweiz nicht zugelassen. Daher ist mit keinen Rückständen in Lebensmitteln aus heimischem Anbau zu rechnen.</p><p>Bei einem Rückzug der Bewilligung von Glyphosat in der Schweiz stehen neben der mechanischen oder manuellen Bekämpfung für gewisse Anwendungen keine Alternativen zur Verfügung.</p>