Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission Geschäfts-Nr.: VB110004-O/U Mitwirkend: Vizepräsident lic. iur. R. Naef, die Oberrichter lic. iur. M. Burger und Dr. J. Zürcher sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Zweifel Beschluss vom 13. September 2011 in Sachen 1) A._____, 2) B._____, Beschwerdeführer 1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____ gegen Bezirksgericht Affoltern, Einzelrichter im beschleunigten Verfahren, Im Grund 15, 8910 Affoltern am Albis, Beschwerdegegnerin betreffend Kostenbeschwerde gegen den Entscheid FB060007 vom 16. Juli 2009 in Sachen der Parteien betreffend Kollokationsklage; Rückweisung Bundesgericht vom 20. Dezember 2010 - 2 - Erwägungen: I. 1. Im Kollokationsverfahren gegen die Konkursmasse der C._____ AG bean- tragten A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer 1) und B._____ (nachfol- gend: Beschwerdeführerin 2) als Kläger bei der Einzelrichterin im beschle u- nigten Verfahren am Bezirksgericht Affoltern die Kollokation ihrer Forderung Nr. … . Bei dieser Forderung handelt es sich um eine Schadenersatzforde- rung im Zusammenhang mit einem Wohn - und Nutzungsrecht. In einem analogen Prozess ersuchten die Kollektivgesellschaft D._____ & Co [neu D._____ & Co in Liquidation] sowie E._____ als Kläger um Kollokation ihrer Forderung Nr. … . Diese Forderung basiere auf einer Abtretung eines Teils der obgenannten Forderungen der Beschwerdeführer 1 und 2 (act. 3/2 S. 3). 2. Mit Entscheid vom 16. Juli 2009 wies die Einzelrichterin im beschleunigten Verfahren des Bezirkes Affoltern die Klage ab, soweit sie nicht als durch Rückzug erledigt abgeschrieben wurde. Die Gerichtsgebühr von Fr. 37’860.– wurde den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung untereinander je zur Hälfte auferlegt (act. 3/2 Dispositiv Ziffer 2 und 3 des Urteils). 3. Gegen diesen Entscheid liessen die Bes chwerdeführer 1 und 2 mit Eingabe vom 31. August 2009 innert Frist Berufung samt Kostenbeschwerde sowie Rekurs an die II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich erheben (siehe act. 3/1). In der Folge zogen die Beschwerdeführer 1 und 2 die Ber u- fung und den Rekurs zurück, weshalb die II. Zivilkammer das Verfahren am 10. November 2009 als durch Rückzug erl edigt abschrieb und die Akten zur Behandlung der Kostenbeschwerde an die Verwaltungskommiss ion des Obergerichts des Kantons Zürich überwies (act. 3/3). 4. Nach der Ansetzung einer zehntägigen Nachfrist zur Bezifferung des B e- schwerdeantrags (act. 3/5) stellten die Beschwerdeführer 1 und 2 mit Einga- be vom 8. Januar 2010 den Antrag, die Gerichtskosten des vorinstanzlichen - 3 - Verfahrens seien aufzuheben und neu nach Massgabe der zu erwar tenden Konkursdividende für Drittklassgläubiger von Franken „Null“ festzusetzen. Zugleich beantragten sie die Vereinigung des Verfahrens mit dem damaligen Parallelverfahren VB090064 (act. 3/9). Mit Beschluss vom 21. Mai 2010 wies die Verwaltungskommission des Obergerichts die Beschwerde ab (act. 1). 5. Die gegen diesen Beschluss erhobene Beschwerde in Zivilsachen hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 20. Dezember 2010 gut, soweit darauf einz u- treten war. Es vereinigte die Verf ahren betreffend die Beschwerdeführer 1 und 2 sowie die Kollektivgesellschaft D._____ & Co [neu D._____ & Co in Liquidation] bzw. E._____, hob die Beschlüsse der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich vom 21. Mai 2010 (VB090064 und VB090065) auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück (act. 2). II. 1.1. Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO] in Kraft getreten. Es stellt sich damit die Frage des auf das vorlieg ende Verfah- ren anwendbaren Rechts. § 23 der Gebührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 folgend gilt die bisherige Gebüh renverordnung vom 4. April 2007 weiterhin, wenn auf das Verfahren die Bestimmungen des kan- tonalen Rechts anwendbar bleiben. Nach Art. 404 Abs. 1 ZPO gilt für Ve r- fahren, die bei Inkrafttreten der Zivilprozessordnung rechtshängig sind, das bisherige Verfahrensrecht bis zum Abschluss vor der betroffenen Instanz. Art. 405 Abs. 1 ZPO sieht sodann vor, dass für Rechtsmittel dasjenige Recht massgebend ist, welches bei der Eröffnung des Entscheides in Kraft ist bzw. war. Gestützt auf diese Bestimmungen gelangt somit das bisherige Recht zur Anwendung, wenn im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Schweizerischen Zivilprozessordnung bereits ein Rechtsmittelverfahren hängig war. Gleiches gilt, sofern der anzufechtende Entscheid noch vor Inkrafttreten des neuen Rechts eröffnet wurde (vgl. Freiburghaus/Afheldt, Kommentar zur Schweiz e-- 4 - rischen Zivilprozessordnung, Sut ter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zü rich/Basel/St. Gallen 2010, Art. 405 N 7; BSK ZPO - Frei/Willisegger, Art. 405 N 4). Bei Rückweisungen wird der Prozess in die Lage zurückversetzt, in der er sich vor Ausfällung des angefochtenen Ent- scheids befunden hat (Gulde ner, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Zürich 1997, S. 497). Das Verfah ren ist somit nicht zum Abschluss gekommen, weshalb für dessen Fortsetzung das bisherige Recht gestützt auf Art. 404 Abs. 1 ZPO weiterhin zur Anwendung gelangt (siehe auch BSK ZPO - Frei/Willisegger, Art. 404 N 13, wonach das Rechtsmittelverfahren und das Verfahren der Rückweisung dem gleichen Recht zu unterstellen sind). 1.2. Diesen Grundsätzen folgend ist auf das vorliegende Verfahren das bisher ige Recht anwendbar und damit die Zivilprozessordnung des Kantons Zürich, das Gerichtsverfassungsgesetz sowie in Anwendung von § 23 GebV OG vom 8. September 2010 die Gerichtsgebührenverordnung vom 4. April 2007 (GerGebV). 2. Die Festsetzung der Gebühren ist ein Akt der Justizverwaltung, welcher der aufsichtsrechtlichen Überprüfung unterliegt: Nach § 206 Satz 1 GVG kann gegen die Kostenansätze der Gerichte gemäss § 108 ff. GVG Beschwerde geführt werden (Hauser/Schweri, Kommentar zum zürcherischen Gericht s- verfassungsgesetz, Zürich 2002, N 4 zu § 108 GVG). Aufsichtsbehörde über die Bezirksgerichte ist das Obergericht (§ 106 GVG), das diese Aufgabe der Verwaltungskommission übertragen hat ( Verordnung über die Organisation des Obergerichts, LS 212.51) . Die Aufsichtsbehörde überprüft den ange- fochtenen Verwaltungsak t im Hinblick auf Rechtsverweigerung, Rechtsver- zögerung oder andere Verletzungen der Amtspflichten (§ 108 Abs. 1 GVG). 3. Die Beschwerdeführer 1 und 2 beantragen die Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit dem ehemals unter der Prozessnummer VB090064 eröffn e- ten Parallelverfahren, welches heute als VB110003 weitergeführt wird (act. 3/9 S. 2). Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid vom 20. Dezember 2010 dem G esuch entsprochen und die beiden Verfahren vereinigt (act. 2 S. 11). Ein gleiches Vorgehen drängt sich bezüglich der hi e-- 5 - sigen Verfahren nicht auf. Zwar wird die Beschwerde in beiden Verfahren identisch begründet und besteht unbestrittenermassen ein sachlicher Zu- sammenhang zwischen den Klagen. Eine Vereinigung in Anlehnung an § 58 ZPO/ZH bzw. § 40 ZPO/ZH erscheint jedoch nicht notwendig, da hinsichtlich der beiden Verfahren verschiedene Parteien beteiligt sind und es sich über- dies ohnehin um Kann-Bestimmungen handelt (so zumindest ausdrücklich in § 40 ZPO/ZH), somit eine Vereinigung selbst bei Erfüll ung der Vorausset- zungen nicht zwingend vorzunehmen ist und im Ermessen der entscheiden- den Instanz liegt (vgl. Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zürich 1997, N 3 zu § 58 ZPO) . Überdies ist nicht ersichtlich, i nwiefern eine Vereinigung zu einer wesentlichen Vereinf a- chung der Verfahren führen würde. Folglich ist das Begehren um Vereini- gung der Verfahren VB110003 und VB110004 abzuweisen. III. 1. Mit der Begründung, die endgültige Festsetzung der Gerichtsgebühr stehe im Ermessen der kantonalen Behörde, hob das Bundesgericht den B e- schluss der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich vom 21. Mai 2010 in Gutheissung der Beschwerde auf, soweit darauf einz u- treten war, und wies das Verfahren im Sinne der Erwägungen an die hiesige Instanz zurück (act. 2 S. 9 und 11). Das Bundesgericht erachtete die Rügen der Beschwerdeführer einzig in Bezug auf die Frage der maximalen Erhö- hung der Grundgebühr für die Gerichtskosten als begründet, da damit gegen das Äquivalenzprinzip verstossen werde. Im Übrigen hielt es in den Erw ä- gungen fest, es sei nicht hinreichend begründet worden, inwiefern die Fes t- setzung des Streitwerts durch das Obergericht unhaltbar sei (act. 2 S. 8), ebenso stellten die Beschwerdeführer die konkret e Ermittlung der Grundge- bühr nicht in Frage (act. 2 S. 8). Gestützt auf diese Erwägungen des Bundesgerichts ist im Folgenden zwar über alle im Raum stehenden Punkte neu zu entscheiden, die Erwägungen - 6 - im aufgehobenen Entscheid der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich vom 21. Mai 2010 können jedoch, soweit sie nicht die Frage der Zulässigkeit der Erhöhung der Grundgebühr betreffen, grundsät z- lich ohne Weiterungen übernommen werden. 2.1. Die Beschwerdeführer rügen zunächst, die Streitwertfestsetzung in der Höhe von Fr. 882'280.- sei aktenwidrig und willkürlich erfolgt. Die Beklagte in der Hauptsache, vertreten durch das Konkursamt, habe in ihrer Stellungnahme vom 16. März 2009 festgehalten, dass nicht mit einer Konkursdividende für die Forderungen, die Gegenstand des Kollokationsprozesses seien, gerec h- net werden könne (act. 3/9 S. 3 mit Hinweis auf act. 3/10/2 = act. 4/78). Die Beschwerdeführer selbst hätten sich nicht zum Streitwert geäussert, j edoch ausgeführt, dass von einer ganz minimalen Dividende auszugehen sei (mit Hinweis auf Prot. Vorinstanz S. 26). Unter diesen Umständen hätte die V o- rinstanz den Streitwert nicht in Anwendung von § 22 Abs. 2 ZPO/ZH schät- zen dürfen (act. 3/9 S. 4 f.). 2.2. Dem vorinstanzlichen Protokoll ist zu entnehmen, dass die Beschwerdefüh- rer zum Streitwert ihrer Klage einzig Folgendes ausführten: „Wenn man nicht genau weiss, muss man von einer ganz minimalen Dividende ausgehen“ (act. 4 Protokoll S. 26). Eine Bezifferung im eigentlichen Sinn erfolgte jedoch trotz gerichtlicher Aufforderung und Zustellung der genannten konkursamtl i- chen Stellungnahme (act. 4/78) nicht (act. 4/76, act. 4/79). Dass aber die Vorinstanz aufgrund dieser Aussage der Beschwerdeführer, wonach sie von einer „ganz minimalen Dividende“ ausgeh en würden - was bei einer Div i- dende von beispielsweise 2% bei einem Streitwert von Fr. 882'280.- einen Betrag von Fr. 17'645.- ergeben würde - nicht von übereinstimmenden Par- teiangaben ausging, sondern androhungsgemäss den Streitwert nach § 22 Abs. 2 ZPO/ZH schätzte, ist nicht zu beanstanden. 3.1. Weiter monieren die Beschwerdeführer 1 und 2, eine Erhöhung des Strei t- wertes gegenüber der mutmasslichen Konkursdividende rechtfertige sich nur dann, wenn über den unmittelbaren Prozessgewinn hinausgehenden wirt- schaftlichen Interessen Rechnung zu tragen sei. Die Gläubi germehrheit der - 7 - Familie [A._____, B._____ und E._____] habe aber von Anbeginn an be- standen und sei „nicht erst durch diesen Prozess“ entstanden (act. 3/9 S. 4 f. mit Hinweis auf act. 3/10/3 S. 5 ff.). Die Familie [A._____, B._____ und E._____] besitze demnach neun von zwölf Gläubigerstimmen, worauf die Beschwerdeführer hingewiesen hät ten (mit Verweis auf Prot. Vorinstanz, S. 10 [recte S. 11]). Damit sei die Annahme der Vorinstanz, dass die B e- schwerdeführer durch die Kollokat ionsklage die Gläubigermehrheit erlangen wollten, unzutreffend. Die Vorinstanz habe die Aussagen der Beschwerde- führer willkürlich interpretiert und irrtümlich als Motiv für den wirtschaftlichen Vorteil einer neu zu entstehenden Gläubigermehrheit angenommen, wes- wegen die Schätzung des Streitwertes in der Höhe von Fr. 882'280.- willkür- lich und aktenwidrig sei. Vielmehr hätte der nach Lehre und Rechtsprechung gefestigte Grundsatz zur Anwendung gebracht werden müssen, wonach sich der Str eitwert beim Kollokationsprozess nach der zu erwartenden Div i- dende und somit vorliegend nach Franken „Null“ richte (mit Hinweis auf Hauser/Schweri, a.a.O., N 41 zu § 22 GVG; act. 3/9 S. 4 f.) . 3.2. Inwiefern die fragliche Verfügung des Konkursamtes (act. 3/10/3 S. 5 ff., wo- rin neun „Stimmen“ markiert sind) vom 17. Juni 2008 belegen soll, dass die Familie [A._____, B._____ und E._____] vor Einreichung der Kollokat ions- klage über neun von zwölf Gläubigerstimmen verfügt und damit die Gläubi- germehrheit besessen haben soll, wird weder ansatzweise substant iiert, noch ist dies aus den Akten ersichtlich: Aus der Verfügung des Kon kursam- tes ergibt sich vielmehr, dass die Familie [A._____, B._____ und E._____] faktisch nur sechs Stimmen auf sich vereinigte, nämlich die Gläubiger unter lit. a, f, h, i, j und p. Hinge gen kann die Erbengemeinschaft [A._____, B._____ und E._____] unter lit. b schon aufgrund des erbrechtl ichen Ei n- stimmigkeitsprinzips nicht als eine Stimme der Familie [A._____, B._____ und E._____] betrachtet werden. Mit keinem Wort wird ausserdem begrün- det, weshalb die Familie [A._____, B._____ und E._____] über die Stimme des Gläubigers F._____ (lit. q) verfügen sollte, zumal dieser bereits am 28. September 1999 aus dem Handelsregister als Revisor gelöscht w urde. - 8 - Das Gleiche gilt für die Erbengemeinschaft G._____ (lit. g), die sich aus F._____ und H._____ zusammensetzt. 3.3. Damit ist die Ansicht der Vorinstanz nachvollziehbar, dass die Gutheissung der Kollokationsklage für die Beschwerdeführer wirtschaftlic h nutzbringend sein könnte, obschon sie mutmasslich nicht direkt von einer Konkursdiv i- dende profitieren würden. So kam die Vorinstanz zum Schluss, dass das ef- fektive Streitinteresse der Kläger darin bestehe, dass sie durch Aufnahme ihrer Forderungen im Kol lokationsplan als Gläubiger an der Gläubigerver- sammlung anerkannt werden und dort stimmberechtigt sind und überdies durch Abtretung eines Teils der Forderungen der Kläger an D._____ & Co sowie E._____ für die Familie [A._____, B._____ und E._____] und deren Unternehmen die Gläubiger mehrheit hätte erreicht werden sollen. Dazu verweist die Vorinstanz auf die Ausführungen des Beschwerdeführers 2, wonach „die erwähnten [A._____, B._____ und E._____] und deren Ver- wandte […] bedingt als Gläubiger z ugelassen“ waren, und sich von einer vollumfänglich anerkannten Forderung ein Abtretungsvertrag in den Kon- kursunterlagen befinden würde, „um die Menge der stimmberechtigten Per- sonen in der Gläubigerversammlung zu definieren“ (act. 3/2 S. 21; Prot. Vorinstanz S. 11). Dies e Gläubigermehrheit hätte denn auch – so die Vorinstanz weiter – zu wichtigen Vorteilen im Konkursverfahren der Bekla g- ten führen können, wie beispielsweise die Bestimmung des weiteren Schic k- sals der Konkursitin, die Abtretung von angeblichen Schadenersatzf orde- rungen gegenüber Dritten sowie die Verhinderung der Geltendmachung al l- fälliger Schadenersatzklagen gegen die Organe der Beklagten, die ebenfalls zur Familie [A._____, B._____ und E._____] gehören. 3.4. Angesichts dieser Umstände ist die vorinstanzliche Auslegung der einschl ä- gigen (kantonalen) Vorschriften über die Bestimmung des Streitwerts der vorliegenden Kollokationsklage bzw. die ihr zugrunde liegenden Präjudizien (ZR 104 Nr. 37; ZR 79 Nr. 22; ZR 72 Nr. 66) nicht zu beanstanden: Nach der Zürcher Rechtsprechung richtet sich zwar der Streitwert grundsätzlich nach dem mutmasslichen Prozessgewinn. Bei der Kollokationsklage be rechnet - 9 - sich dieser Streitwert nach der auf den umstrittenen Forderungsbe trag höchstens entfallenden Dividende. Indes können im Zusammenhang mit der Festsetzung der Nebenfolgen (Kosten- und Entschädigungsfolgen, Prozess- kautionen etc.) besondere Umstände, die eine strikte Anwendung dieser Regel als unbillig erscheinen lassen, streitwerterhöhend berücksichtigt wer- den (ZR 104 [2005] Nr . 37 E. 4.1). Dies gilt umso mehr, als eine Kollokat i- onsklage zwar eine vermögensrechtliche Streitigkeit betrifft, aber nicht auf Geldzahlung geht, womit deren Streitwert nach Massgabe von § 22 ZPO/ZH zu schätzen und mangels übereinstimmender Angaben der P arteien vom Gericht nach freiem Ermessen zu bestimmen ist. Dabei steht – im Sinne der Grundregel – zwar der mutmassliche Prozessgewinn bzw. die Konkursdiv i- dende im Vordergrund. Doch kann es nicht dem Sinn des Gesetzes ent- sprechen, einen Prozess der vorliegenden Art, bei dem das klägerische Streitinteresse nicht nur in der (mutmasslich Fr. 0.- betragenden) Konkursdi- vidende liegt, sondern mit der Klage noch weitere, ausserhalb des unmittel- baren Prozesserfolgs liegende Interessen verfolgt werden, in Missachtung des Prozessumfanges bzw. des Aufwandes des Gerichts, zum Minimaltarif führen zu können, weshalb eine Erhöhung des Streitwerts nach Ermessen als gerechtfertigt erscheint. 3.5. Die Vorinstanz erwog zu dieser ermessensweisen Erhöhung des Streitwer- tes, dass dieses Interesse der Beschwerdeführer (ungeachtet dessen, ob es sich rechtlich verwirklichen lasse oder nicht) mindestens so hoch wie der eingeklagte Betrag zu veranschlagen sei. Folglich rechtfertige es sich, bei der Bemessung der Kostenfolge von einem S treitinteresse von Fr. 882’280.- auszugehen, was dem eingeklagten Betrag der Beschwerdeführer entspr e- che (act. 3/2 S. 2 und S. 21). Das Sachgericht verfügt bei der Anwendung von §§ 18 ff. ZPO/ZH über e i- nen Ermessensspielraum, so dass die Aufsichtsbehörde nur dann gegen die vorinstanzliche Streitwertschätzung einschreitet, wenn diese auf einem E r- messensmissbrauch oder einer Ermessensüberschreitung beruht. Insbe- sondere ist es ihr verwehrt, bei der Streitwertbezifferung ihr eigenes Ermes-- 10 - sen an die Stelle des pflichtgemäss ausgeübten sachrichterlichen Ermes- sens zu setzen (Beschluss des Kassationsgerichtes vom 11. Mai 2007, AA070041). Es kommt dazu, dass gemäss dem in § 2 Abs. 1 GerGebV fest- gehaltenen Grundsatz, wonach das „tatsächliche Streitinteresse“ ein B e- messungsfaktor für die Gerichtsgebühr ist, das Streitinteresse auf den höchsten erzielbaren Prozessgewinn abzielt, weswegen das Abstellen auf die von den Beschwerdeführern im Konkursverfahren angemeldete Forde- rung im vorliegendem Fall nicht derart unvertretbar erscheint, dass ein A n- lass für ein aufsichtsrechtliches Eingreifen in das Ermessen des Prozessge- richts bestünde. 3.6. Damit ist der Streitwert auf Fr. 882'280.- festzulegen, womit die Gerichtsge- bühr in Anwen dung des Streitwerttarifs von § 4 Abs. 1 der G erGebV auf Fr. 28'395.- festzusetzen ist. 4.1. Wie dargelegt erachtete das Bundesgericht die Rüge bezüglich der Erhö- hung der Gerichtsgebühr aufgrund der Verletzung des Äquivalenzprinzips als begründet. 4.2. Gemäss § 4 Abs. 2 GerGebV kann die nach Absatz 1 berechnete Gebühr bis zu einem Drittel, in Ausnahmefällen auch um mehr, erhöht oder ermä s- sigt werden. Gemäss ständiger Lehre und der Praxis des Bundesgerichts muss die Gerichtsgebühr in einem ausgewogenen Verhältnis zum Ausmass der staatlichen Verrichtung stehen. Auszugehen ist dabei vom Mass der A r- beit, die der Prozess verursacht hat. Diese spiegelt sich in der Anzahl und der Dauer der Verhandlungen, im Umfang eines allfälligen Beweisverfahrens und der Akten sowie in der Schwierigkeit des Falles. Eine Erhöhung ist nur möglich, wenn sie im Rahmen des Verhältnismässigen liegt (Hau- ser/Schweri, a.a.O., § 202 N 5 mit weiteren Hin weisen; ZR 101 [2002] S. 194, 204; Sterchi, Gerichts - und Parteikosten im Zivilprozess in: Schöbi [Hrsg.], Gerichtskosten, Parteikoste n, Prozesskaution, unentgeltliche Pr o- zessführung, Bern 2001, S. 17). - 11 - 4.3. Das Bundesgericht hielt in seinem Entscheid vom 20. Dezember 2010 fest, vorliegend bestünden keine Anhaltspunkte, dass es sich um wirklich kom- plexe, umfangreiche Koll okationsprozesse mit überdurchschnittlichen Schwierigkeiten handle, welche in der Bearbeitung daher besonders kosten- intensiv gewesen seien (act. 2 S. 9). Damit lässt das Bundesgericht eine E r- höhung des Regeltarifs mit der Begründung, es hätten besondere Schwi e- rigkeiten vorgelegen, nicht zu. In Bezug auf die im aufgehobenen Entscheid vom 21. Mai 2010 als relevant bezeichneten Gründe der dreijährigen Verfah- rensdauer, der Notwendigkeit von zwei Hauptverhandlungen sowie des E r- lasses diverser prozessleitender Entscheide erwog es indes einzig, diese Gründe rechtfertigten eine maximale Erhöhung der Grundgebühr nicht. D a- mit schloss es eine generelle Erhöhung aus diesen Gründen nicht aus. Eine solche erscheint denn auch - auch unter Berücksichtigung des Verhältni s- mässigkeitsgrundsatzes - als geboten. Selbst wenn der vorliegend massge- bende Kollokationsprozess dem Bundesgericht folgend nicht besondere Schwierigkeiten bot (act. 2 S. 9), so war der Aufwand des Verfahrens doch erhöht; wie bereits im aufgehobenen Entscheid vom 21. Mai 2010 erwogen, dauerte nicht nur das vorinstanzliche Verfahren drei Jahre, auch fanden zwei Hauptverhandlungen statt und mussten diverse prozessleitende Ent- scheide gefällt werden. Dies stellt einen eine Gebührenerhöhung rechtfert i- genden Aufwand dar. Die Gerichtsgebühr ist - unter Berücksichtigung des Äquivalenzprinzips - um 5 % zu erhöhen und beträgt damit Fr. 29'814.75. 5. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist damit Dispositiv Ziffer 2 des Urteils der Einzelrichterin im beschleunigten Verfahren des Bezirkes Affo l- tern, FB060007, vom 16. Juli 2009, aufzuheben und dahingehend zu erset- zen, dass die Gerichtsgebühr auf Fr. 29'814.75 festzusetzen ist. IV. 1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Gerichtsgebühr für das B e- schwerdeverfahren zur Hälfte den Beschwerdeführern 1 und 2 unter solid a-- 12 - rischer Haftung aufzuerlegen und zur Hälfte auf die Gerichtskasse zu neh- men (§ 64 Abs. 2 ZPO/ZH; vgl. auch Art. 106 ZPO; § 14 GerGebV). Die B e- gründung der Verfahren VB110003 und VB110004 ist praktisch identisch. Dem ist bei der Festsetzung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen. 2.1. Die Festlegung der Parteientschädigungen erfolgt nach Obsiegen bzw. U n- terliegen (§ 68 Abs. 1 ZPO/ZH). Deren Höhe ist grundsätzlich mit Blick auf den Streitwert, die Verantwortung, die Schwieri gkeit des Falles und den notwendigen Zeitaufwand festzusetzen (§ 2 Abs. 2 Anwaltsgebührenverord- nung vom 21. Juni 2006 [AnwGebVO] i.V.m. § 25 Anwaltsgebührenveror d- nung vom 8. September 2010). Missverhältnisse zwischen dem Streitwert bzw. Streitinteresse der Parteien und den notwendigen Bemühungen des Anwaltes sind durch Erhöhung bzw. Herabsetzung der Gebühr zu berüc k- sichtigen (§ 2 Abs. 3 AnwGebVO). Im Beschwer deverfahren richtet sich die Entschädigung nach dem notwendigen Zeitaufwand zum Stundenansatz nach § 11 An wGebVO (§ 13 AnwGebVO). Dieser beträgt in der Regel Fr. 150.- bis Fr. 350.-. 2.2. Gestützt auf § 11 AnwGebVO ist von einer Prozessentschä digung von Fr. 1'500.- auszugehen. Diese ist aufgrund des bloss teilweisen Obsiegens im hiesigen Verfahren auf di e Hälfte (Fr. 750.-) zu reduzieren (die B e- schwerdeführer unterliegen in Bezug auf die Vorbringen zum Streitwert, ob- siegen hingegen zum grössten Teil hinsichtlich der Frage der Erhöhung der Gerichtsgebühr). Weiter ist dem Umstand, dass die Begründungen der Ein- gaben in den Verfahren VB110003 und VB110004, ehemals VB090064 und VB090065, praktisch identisch sind, Rechnung zu tragen. Damit ist den B e- schwerdeführern 1 und 2 für ihre Aufwendungen eine reduzierte Prozes s- entschädigung von Fr. 650.- zzgl. 7,6 % Mehrw ertsteuer aus der Gericht s- kasse zu entrichten. - 13 - Es wird beschlossen: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Dispositiv Ziffer 2 des Urteils der Einzelrichterin im beschleunigten Verfahren des Bezirkes Affoltern, FB060007 vom 16. Juli 2009, aufgehoben und durch folgende Fassung er- setzt: "2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 29'814.75 festgesetzt." Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr des Beschwerdeverfahrens wird auf Fr. 650.- festgesetzt und zur Hälfte den Beschwerdeführern 1 und 2 unter solidarischer Haftung auferlegt. Im Übrigen wird sie auf die Gerichtskasse genommen. 3. Den Beschwerdeführern 1 und 2 wird für ihre Umtriebe eine reduzierte Pro- zessentschädigung von Fr. 699.40 aus der Gerichtskasse zugesprochen. 4. Dieser Beschluss wird den Parteien des Beschwerdeverfahrens schriftlich je gegen Empfangsschein mitgeteilt. 5. Rechtsmittel: Eine allfällige Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (ordentliche Beschwerde) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Ver- fassungsbeschwerde) i.V.m. Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundes- gericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 29'814.75. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. - 14 - __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Gerichtsschreiberin: lic. iur. A. Zweifel versandt am: