Postulat Jelmini. Sécurité sociale 616 5 octobre 1989 zum Schutz und zur Förderung der Familie vom 28. April 1988 des Kantons Jura sieht einen sogenannten Familienbeirat vor. Dieser soll eine Familienpolitik entwickeln und die Regierung beraten, indem er zu allen für die Familie wesentlichen Fragen Stellung nimmt. Sie wissen, dass der Bund in den letzten Jahren mehrere aus- serparlamentarische und von der Verwaltung unabhängige Kommissionen geschaffen hat, zum Beispiel eine solche für Verkehr, Energie und Medien oder eine für Frauen- und Ju- gendfragen. Nachdem die Familie nach wie vor ein grundlegendes Ele- ment unserer gesellschaftlichen und staatlichen Wirklichkeit ist, sich aber heute gleichzeitig in einer dynamischen Vielfalt präsentiert, muss sich meines Erachtens der Staat permanent und der Sache angemessen um die Belange der Familie küm- mern. Das heisst, er hat sich künftig nicht bloss unter dem sozi- alpolitischen, sondern ebensosehr unter dem gesellschafts- politischen Aspekt mit der Familie zu befassen. Aus diesem Grunde bitte ich Sie, Herr Bundesrat, das Postulat entgegenzunehmen. M. Cotti, conseiller fédéral: Les raisons de M. Küchler sont convaincantes, le Conseil fédéral accepte le postulat. M. Gautier: Je crois que, tout autant que M. Küchler, je tiens à la survivance de la famille et à sa mise en valeur dans notre so- ciété. Cependant je ne suis pas persuadé que c'est en créant un organe fédéral de plus, et un organe permanent de surcroît, qu'on apportera un soutien à la cause de la famille. Nous ne manquons pas d'offices fédéraux, en créer un de plus ne fera que surcharger l'administation fédérale, et si le but que vise M. Küchler est louable, je ne suis pas sûr que le moyen qu'il veut employer soit le bon. S'il.s'agit de protéger la famille, nous avons déjà tout ce qu'il faut dans la législation fédérale et dans les législations canto- nales. S'il s'agit de se livrer à des études scientifiques sur la fa- mille, je pense que c'est là le rôle des universités et de leurs instituts de sociologie, voire de pédagogie, plutôt que celui de l'administration fédérale. Alors, je ne vois vraiment pas l'utilité de surcharger l'administration fédérale d'un organisme qui ne me paraît pas utile et je vous propose de rejeter le postulat de M. Küchler. Abstimmung - Vote Für Ueberweisung des Postulats 14 Stimmen Dagegen 7 Stimmen #ST# 89.540 Postulat Jelmini Sozialversicherungen. Aktenverkehr mit dem Ausland Postulato Jelmini Sicurezza sociale. Sempjificazione degli scambi di informazione con l'estero Postulat Jelmini Sécurité sociale. Documents internationaux Wortlaut des Postulâtes vom 22. Juni 1989 Im Bereich der Sozialversicherungen nehmen jene Fälle zu, zu deren Behandlung Informationen von ausländischen und an ausländische Behörden erforderlich sind. Es handelt sich da- bei vielfach um finanzielle Ansprüche, auf die der Versicherte und seine Familie existentiell angewiesen sind. Fehlen ent- sprechende internationale Uebereinkommen, erfolgt die amt- liche Zustellung von Akten und Informationen auf diplomati- schem Weg und ist oftmals ziemlich zeitraubend. Der Bundesrat wird folglich ersucht, diesem Problem mit den geeigneten Mitteln zu begegnen, vor allem im Zusammen- hang mit der Aushandlung internationaler Uebereinkommen. Testo del postulato del 22 giugno 1989 Nel settore della sicurezza sociale, i casi che, per la loro istru- zione, necessitano di informazioni da parte di autorità stra- niere (e viceversa) sono in aumento. Si tratta sovente di pretese di mezzi indispensabili all'esistenza dell'assicurato e della sua famiglia. In mancanza di specifici accordi sul piano internazionale, la notificazione ufficiale di atti e di informazioni awiene pervia di- plomatica e richiede spesso parecchio tempo. Si chiede quindi al Consiglio federale di voler apportare a que- sta situazione opportuno rimedio, in particolare in occasione della negoziazione di accordi internazionali. Texte du postulat du 22 juin 1989 Dans le secteur de la sécurité sociale, on constate une aug- mentation des cas qui, pour l'instruction, exigent un échange d'informations entre autorités de divers pays. Il s'agit souvent de prétentions relatives aux moyens indispensables à l'exis- tence de l'assuré et de sa famille. Faute d'accords spéciaux sur le plan international, la notifica- tion officielle d'actes et d'informations est faite par la voie diplo- matique et requiert fréquemment un temps assez long. Je prie donc le Conseil fédéral de bien vouloir remédier à cette situation, notamment lors de la négociation d'accords interna- tionaux. Jelmini: Die Schweizerische Eidgenossenschaft hat mit mehr als 20 ausländischen Staaten Abkommen über die Rechte der Angehörigen der Vertragsstaaten gegenüber den verschiede- nen Zweigen der beidseitigen Sozialversicherung abge- schlossen. Gut die Hälfte dieser Abkommen, zum Beispiel mit der Bundesrepublik Deutschland, Griechenland, Italien, Spa- nien und Portugal ermächtigt Behörden, Gerichte und Träger der Sozialversicherungen der Vertragsparteien, mit den betei- ligten Personen unmittelbar, d. h. unter Benützung des nor- malen Postweges, zu verkehren. Die übrigen Abkommen, zum Beispiel mit Grossbritannien, Jugoslawien-Jugoslawien ist wegen der verhältnismässig vielen Jugoslawen, die bei uns arbeiten, besonders wichtig - oder der Türkei, kennen diese Möglichkeit nicht. Die Zustellung von Verfügungen, welche von schweizerischen Behörden oder von Trägern der Sozial- versicherung stammen, oder von Auflagen oder Urteilen schweizerischer Gerichte muss auf dem diplomatischen Weg erfolgen, d. h. über das Eidgenössische Departement für aus- wärtige Angelegenheiten an die zuständige ausländische Re- gierungsstelle und von dieser über örtliche Behörden an die beteiligten Personen - und umgekehrt. Diese Zustellungsform ist kompliziert und zeitraubend. So kann etwa die Feststellung der Einhaltung von Beschwerdefri- sten im Ausland wohnender Versicherter bei unseren Gerich- ten Monate, in einzelnen Fällen bis zu eineinhalb Jahren bean- spruchen. Dies ist nicht nur für die Versicherten, die während dieser Zeit zusätzlich in der Ungewissheit über ihre Ansprüche leben müssen, eine erhebliche Belastung, sondern ist auch dem Ansehen der Schweiz abträglich, obwohl sie derartige Verzögerungen nicht zu verantworten hat. Das Mittel für die Behebung dieser Unzukömmlichkeiten und auch für die Beseitigung wenig sinnvollen administrativen Leerlaufes ist einfach. Anlässlich zukünftiger Verhandlungen über Aenderungen von Sozialversicherungsabkommen hät- ten die schweizerischen Unterhändler auf die Aufnahme einer Klausel hinzuwirken, welche den unmittelbaren Verkehr zwi- schen schweizerischen Instanzen und den Einwohnern des Vertragsstaates ermöglicht. Ich bitte den Bundesrat um wohlwollende Prüfung dieses An- liegens.5. Oktober 1989 617 Interpellation Flückiger. Trinkwasseraufbereitung M. Cotti, conseiller fédéral: Le Conseil fédéral accepte le pos- tulat. Ueberwiesen - Transmis #ST# 89.500 Interpellation Flückiger Forschung auf dem Gebiet der Trinkwasseraufbereitung Recherche en matière de technique de traitement de l'eau potable Wortlaut der Interpellation vom 14. Juni 1989 Seit rund zehn Jahren sind zahlreiche Fälle von Verschmut- zung der Trinkwasserressourcen bekannt geworden (durch Atrazine, Pestizide, chlorierte Lösungsmittel, Nitrate, usw.). Die Gemeinden sind häufig gezwungen, diese Ressourcen aufzubereiten, um sie ihrem Wasserversorgungssystem zu er- halten. In vielen Fällen verlangt dies äusserst kostspielige For- schungen über die anzuwendende Art der Aufbereitung, die man dann allerdings bei ähnlichen Fällen von Verschmutzung wieder anwenden kann. Zugleich hat man festgestellt, dass das Verursacherprinzip, das in das Gewässerschutzgesetz eingeführt worden ist, nicht immer angewandt werden kann, sei es, dass Verjährung ein- getreten ist, sei es, dass Strafverfolgung nicht möglich ist (so in den neuen Fällen von Gewässerverschmutzung in Effreti- kon und Chiasso durch Atrazin, das die SBB benutzt haben). Diese Beispiele zeigen, dass wir eine offizielle Forschungs- stelle für Techniken der Trinkwasseraufbereitung brauchen. Weder an den Eidgenössischen Technischen Hochschulen, noch bei der Eawag (Eidg. Anstalt für Wasserversorgung, Ab- wasserreinigung und Gewässerschutz) gibt es unseres Wis- sens zurzeit jemand, der vollamtlich in diesem besonderen Forschungsbereich tätig wäre. Fast alle Forschungspro- gramme sind nämlich auf die Umwelt und die Abwässer aus- gerichtet. Deswegen sind wir der Meinung, dass es nötig ist, dass der Bund, so wie andere europäische Staaten auch, Forschung auf dem Gebiete der Technologie der Trinkwasseraufberei- tung unterstützt. Kann uns der Bundesrat sagen, ob er beabsichtigt, die Eawag mit den nötigen personellen und technischen Mitteln auszu- statten, damit sie derartige angewandte Forschung auch be- treiben kann? Texte de l'interpellation du 14 juin 1989 Depuis une dizaine d'années, de nombreux cas de pollution des ressources en eau potable ont été découverts (atrazine, pesticides, solvants organochlorés, nitrates, etc.). Souvent, les collectivités sont contraintes de traiter ces eaux afin de les conserver dans leur système d'approvisionnement. Dans beaucoup de cas, cela requiert des recherches de forme de traitement et d'optimalisation fort coûteuses, utilisables toutefois lors de situations similaires. On a vu également que le principe du pollueur payeur, intro- duit dans la Loi sur la protection des eaux, n'est pas toujours applicable, soit qu'il y ait prescription, soit que la possibilité d'engager des poursuites soit refusée (cas récents de pollu- tion à base d'atrazine utilisée par les CFF à Effretikon et Chiasso). Ces exemples illustrent la nécessité de disposer d'un organisme officiel de recherche des techniques de traite- ment pour l'eau potable. Or, que ce soit dans les Ecoles polytechniques fédérales ou à l'EAWAG (Institut fédéral por l'aménagement, l'épuration et la protection des eaux), actuellement, il ne se trouve aucune per- sonne, à notre connaissance, employée à plein temps dans ce domaine particulier de la recherche. En effet, la quasi totalité des programmes de recherche est axée sur l'environnement et les eaux usées. Aussi pensons-nous qu'il s'avère nécessaire que la Confé- dération, à l'instar d'autres Etats européens, consacre une partie de la recherche aux techniques de traitement de l'eau potable. Dans cette perspective, le Conseil fédéral peut-il nous dire s'il envisage de doter l'EAWAG du personnel et des moyens tech- niques nécessaires pour conduire ce type de recherche appli- quée? M. Flückiger: II y a quelques années, la nappe phréatique dans laquelle la ville de Porrentruy puise la majeure partie de son alimentation en eau potable était gravement polluée. Il s'agissait d'une pollution aux hydrocarbures chlorés qu'à l'époque on ne savait guère comment contrer. L'Office fédéral de la protection de l'environnement s'est en- gagé dans la solution de ce cas en finançant une partie des re- cherches d'un nouveau traitement au charbon actif. L'Institut fédéral pour l'aménagement, l'épuration et la protection des eaux, à Dübendorf, connu sous le sigle EAWAG, avait engagé pour cet objet une personne chargée d'explorer la technique de l'eau potable. Ce spécialiste a conduit ses recherches con- jointement avec un bureau d'ingénieurs de la place et le résul- tat des travaux effectués a été couronné, l'an dernier, par une reconnaissance internationale. Cet événement survenu chez moi, de même que l'écho média- tique donné aux pollutions par traitement à l'atrazine du ballast de notre réseau ferroviaire et les procès y afférents, m'ont in- cité à m'intéresser au problème des contaminations des réser- ves d'eau potable, et surtout aux moyens de prévenir autant que possible, d'analyser les pollutions et de régénérer les nap- pes phréatiques polluées. C'est ainsi que le rapport 1988 de l'Office fédéral de la santé publique, publié dans la presse le mois dernier, concernant les résidus de pesticides et autres substances étrangères dans les denrées alimentaires ainsi que dans les objets usuels et biens de consommation, a retenu mon attention. Concernant les analyses de l'eau, on y précise que les labora- toires cantonaux ont examiné 1512 échantillons d'eau de bois- son, d'eau de source et d'eau de nappes souterraines. Plus de 83 pour cent des échantillons étaient contaminés par des micropolluants, alors que 40 pour cent montraient des teneurs en résidus supérieures à la concentration maximale de 0,1 microgramme par litre. Dans la plupart des cas, les échantil- lons étaient contaminés par l'atrazine et la sinazine, et les spécialistes d'affirmer que ces constatations sont très inquié- tantes dès lors que les pesticides contenus dans l'eau de con- sommation seraient, comme les hydrocarbures chlorés, can- cérigènes. On le voit, le problème est d'envergure et doit être impérative- ment considéré dans son ensemble. D'un côté, la prévention, de l'autre, la protection des consommateurs. Or, que fait la Confédération dans les deux domaines précités? Du côté de la prévention, l'entrée en vigueur de l'ordonnance sur les substances est un premier pas; l'ordonnance règle l'utilisation des substances dangereuses pour l'environnement. Par ail- leurs, nous travaillons à introduire d'autres mesures, par le biais de la révision de la loi sur la protection des eaux, en ma- tière de protection des eaux dans l'agriculture notamment. Toutefois, il subsistera des situations face auxquelles les nor- mes légales seront insuffisantes, si l'on ne se dote pas des moyens techniques et financiers de traiter l'eau des nappes polluées pour lui redonner la qualité d'eau potable. Or, à regarder l'organigramme des offices et institutions, on constate: premièrement, que si l'Office fédéral de l'environne- ment, des forêts et du paysage est chargé de s'occuper de l'ensemble du problème des eaux, un seul fonctionnaire cons- titue la section débits minimaux et approvisionnement en eau. Il serait surchargé de travail, m'a-t-on assuré, et dans une si- tuation précaire par rapport aux dernières évolutions des con- naissances dans le domaine de l'eau potable. Deuxièmement, les Ecoles polytechniques fédérales, aussi bien à Lausanne qu'à Zurich, dispensent bien un enseigne-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Jelmini Sozialversicherungen. Aktenverkehr mit dem Ausland Postulat Jelmini Sécurité sociale. Documents internationaux Postulato Jelmini Sicurezza sociale. Semplificazione degli scambi di informazione con l'estero In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 11 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.540 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 05.10.1989 - 08:00 Date Data Seite 616-617 Page Pagina Ref. No 20 017 992 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.