<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00067</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106010&amp;W10_KEY=4467149&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00067</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.03.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>unentgeltliche Rechtsverbeiständung für die Prüfung der probeweisen Entlassung aus der Verwahrung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Dem wegen seines Geisteszustands Verwahrten steht ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung für die Prüfung der probeweisen Entlassung aus der Verwahrung zu, wenn der Betroffene auf sich allein gestellt den Schwierigkeiten des Verfahrens nicht gewachsen ist.<br/>Zuständigkeit der verwaltungsgerichtlichen Kammer (E. 1). Zum Anspruch auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands im Verfahren vor Verwaltungsbehörden (E. 2).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN">KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROBEWEISE ENTLASSUNG">PROBEWEISE ENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Ãbrige Rechtsgebiete UR: Straf- und Strafprozessrecht ST: STRAFRECHT, ALLGEMEINER TEIL">STRAFRECHT, ALLGEMEINER TEIL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)">UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)">UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWAHRUNG">VERWAHRUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 lit. III BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 43 lit. I StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 43 lit. IV StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 45 lit. I StGB</span><br/><span class="gerade">§ 16 lit. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A, geb. 4. November 1955, von P, wurde mit Be­schluss des Bezirksgerichts ZÃ¼­rich vom 31. Mai 1996 infolge TÃ¶tung seiner Ehefrau im Zu­stand der UnzurechnungsfÃ¤­higkeit gemÃ¤ss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) ver­wahrt. Seit 4. MÃ¤rz 1997 befindet sich A in der Strafanstalt im Vollzug der Verwahrungs­massnahme. Im Hinblick auf die jÃ¤hr­liche PrÃ¼fung einer probeweisen Entlassung gemÃ¤ss Art. 45 Ziff. 1 Abs. 2 StGB liess er durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe an den kan­tonalen Strafvollzugsdienst vom 4. Au­gust 2000 den Antrag auf Anordnung eines psychia­trischen Gutachtens und Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistands stellen. Der Son­derdienst des Justizvollzugs des Kantons ZÃ¼rich lehnte das Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters am 8. September 2000 ab. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den dagegen eingereichten Rekurs wies die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich am 19. Januar 2001 ab; fÃ¼r das Rekursverfahren wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung hingegen gutgeheissen. Die bereits am 17. August 2000 ver­fÃ¼gte Abweisung der probeweisen Entlassung war unangefochten geblieben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen die Abweisung des Rekurses liess A am 26. Februar 2001 rechtzeitig Be­schwerde an das Verwaltungsgericht erheben mit dem Antrag, es sei ihm fÃ¼r das Verfahren betreffend probeweise Entlassung ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu be­stellen; zudem ersuchte er fÃ¼r das Beschwerdeverfahren um GewÃ¤hrung der unentgeltli­chen Rechtspflege und wiederum um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands. Vorinstanz und Ju­stizvollzug ersuchten mit Eingaben vom 28. Februar bzw. 12. MÃ¤rz 2001 um Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Nach § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) prÃ¼ft das Verwaltungsgericht seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes we­gen. § 43 Abs. 1 lit. g VRG (in der Fassung vom 8. Juni 1997) schliesst die Beschwerde gegen Anordnungen betreffend den Vollzug von Strafen und Massnahmen zwar grund­sÃ¤tz­lich aus; Abs. 2 der Bestimmung lÃ¤sst sie jedoch unter anderem dann zu, wenn die Verwal­tungsgerichtsbe­schwer­de an das Bundesgericht offen steht. Dies trifft zu fÃ¼r Ent­scheide Ã¼ber die probeweise Entlassung aus der Anstalt im Sinn von Art. 43 Ziff. 4 Abs. 2 bzw. von Art. 45 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kom­mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 43 N. 24). Als in der Hauptsache zustÃ¤ndige BehÃ¶rde hat das Verwaltungsgericht somit auch Ã¼ber die hier aufgeworfene wesentliche Verfahrensfrage zu entscheiden (vgl. § 50 Abs. 2 lit. d VRG). Auf die Be­schwerde ist einzutreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Beschwerden betreffend Anordnungen aufgrund des kantonalen Straf- und Voll­zugsgesetzes behandeln die Einzelrichter am Verwaltungsgericht (§ 38 Abs. 2 lit. b VRG). In FÃ¤llen von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung kann die Entscheidung allerdings einer Kammer Ã¼bertragen werden (§ 38 Abs. 3 VRG). In diesem Sinn wird der Entscheid durch die Kam­mer gefÃ¤llt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Ist gegen den StraftÃ¤ter eine Massnahme nach Art. 43 StGB angeordnet wor­den, so beschliesst die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde die Aufhebung der Massnahme, wenn ihr Grund weg­gefallen ist (Art. 43 Ziff. 4 Abs. 1 StGB). Ist der Grund nicht vollstÃ¤ndig weggefallen, so kann die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde eine probeweise Entlassung aus der Anstalt oder der Be­handlung anordnen. Dabei kann sie den Entlassenen unter Schutzaufsicht stellen (Abs. 2). GemÃ¤ss Art. 45 Ziff. 1 Abs. 1 StGB prÃ¼ft die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde von Amtes wegen, ob und wann die probeweise Entlassung anzuordnen ist. In Bezug auf die probeweise Entlas­sung aus einer Anstalt nach Art. 43 StGB hat die BehÃ¶rde mindestens einmal jÃ¤hrlich Be­schluss zu fassen (Abs. 2). In allen FÃ¤llen hat sie vor dem Entscheid den zu Entlassenden oder sei­nen Vertreter anzuhÃ¶ren und von der Anstaltsleitung einen Bericht einzuholen (Abs. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Entscheide Ã¼ber die (probeweise) Entlassung aus der Verwahrung sind dem Amt fÃ¼r Straf- und Massnahmenvollzug (heute Justizvollzug) zugewiesen (vgl. §§ 16 und 20 des Kantonalen Straf- und Vollzugsgesetzes vom 30. Juni 1974 in Verbindung mit § 2 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Strafvollzugsverordnung vom 12. Januar 1994). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss § 16 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheinen, Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Ãhnlich lautet der verfassungsrechtliche Anspruch: Jede Person, die nicht Ã¼ber die erforderlichen Mittel verfÃ¼gt, hat Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint und soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999). In die­sem Rahmen besteht der Anspruch auf unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung grundsÃ¤tzlich fÃ¼r jedes staatliche Verfahren, in welches ein Gesuchsteller einbezogen wird, also auch fÃ¼r das Verfahren vor VerwaltungsbehÃ¶rden (BGE 117 Ia 277 E. 5a; 125 V 32 E. 4 mit Hin­weisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Das Bundesgericht bejaht einen verfassungsmÃ¤ssigen Anspruch der bedÃ¼rftigen Partei auf unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung, wenn ihre Interessen in schwerwiegender Weise betroffen sind und der Fall in tatsÃ¤chlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erforderlich machen. Falls das in Frage ste­hen­­de Verfahren besonders stark in die Rechtspositionen des Betroffenen eingreift, ist die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters grundsÃ¤tzlich geboten. Im Strafprozess trifft dies dann zu, wenn dem Angeschuldigten konkret eine schwerwiegende freiheitsent­ziehende Massnahme oder eine Strafe droht, deren Dauer die GewÃ¤hrung des bedingten Strafvollzugs (18 Monate) ausschliesst. Droht zwar eine erhebliche, nicht aber eine beson­ders schwere FreiheitsbeschrÃ¤nkung, mÃ¼ssen zur relativen Schwere des Eingriffs besondere tatsÃ¤chliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen der Betroffene - auf sich allein gestellt - nicht gewachsen wÃ¤re. Bei offensichtlichen Bagatelldelikten, bei denen nur eine Busse oder eine geringfÃ¼gige Freiheitsstrafe in Frage kommt, besteht kein unmittelba­rer verfassungsmÃ¤ssiger Anspruch auf unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung (BGE 115 Ia 103 E. 4, 116 Ia 295 E. 6a, 120 Ia 43 E. 2a, 122 I 49 E. 2c/bb je mit Hinweisen). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese strafprozessualen GrundsÃ¤tze hat das Bundesgericht auch zur Frage der un­entgeltlichen VerbeistÃ¤ndung im Verfahren betreffend nachtrÃ¤gliche Anordnung einer Ver­wahrung (BGE 106 Ia 179), im Verfahren betreffend RÃ¼ckversetzung in den Massnah­men­vollzug bzw. Vollzug der aufgeschobenen Strafe (BGE 117 Ia 277) sowie im richterli­chen Verfahren betreffend Ausschaffungshaft (BGE 122 I 49 E. 2c/aa) herangezogen. All diese Verfahren haben mit dem vorliegenden Wesentliches gemeinsam: Es geht fÃ¼r den Betrof­fenen um Freiheitsentzug. Ein Unterschied mag zwar insoweit vorliegen, als beim Ent­scheid gemÃ¤ss Art. 45 Ziff. 1 Abs. 2 StGB formell eine Entlassung und in den anderen FÃ¤llen formell eine Inhaftierung oder Einweisung angeordnet wird. Materiell lÃ¤uft es aber in allen FÃ¤llen auf dasselbe hinaus: Es geht um die Frage der kÃ¼nftigen FreiheitsbeschrÃ¤n­kung. Es drÃ¤ngt sich daher auf, die verfassungsrechtlichen GrundsÃ¤tze zur Notwendigkeit eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in Strafverfahren analog auch auf die Verfahren be­treffend Entlassung aus der Verwahrung gemÃ¤ss Art. 43 Ziff. 4 in Verbindung mit Art. 45 Ziff. 1 StGB anzuwenden. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kommt es somit bei der Frage nach GewÃ¤hrung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands nicht darauf an, ob die von Seiten des Verurteilten bzw. seines Vertreters gestellten Begehren aussichtslos sind oder nicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Angesichts der jÃ¤hrlichen ÃberprÃ¼fungspflicht der nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB angeordneten Verwahrung ist weder von einer besonders schweren Freiheitsbe­schrÃ¤n­kung, welche die Bestellung eines Rechtsvertreters grundsÃ¤tzlich gebietet, noch von einem bloss geringfÃ¼gigen Eingriff in die persÃ¶nliche Freiheit auszugehen. Es liegt viel­mehr eine relativ schwere FreiheitsbeschrÃ¤nkung im Sinn der zitierten Rechtsprechung vor. Im Verfahren betreffend Entlassung aus der Verwahrung setzt der Anspruch auf unentgelt­liche VerbeistÃ¤ndung mithin voraus, dass tatsÃ¤chliche oder rechtliche Schwierigkeiten hin­zukommen, denen der Betroffene - auf sich allein gestellt - nicht gewachsen wÃ¤re. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Dabei lÃ¤sst sich keineswegs sagen, dass solche Schwierigkeiten im Verfahren Ã¼ber die Entlassung aus der Verwahrung generell zu bejahen wÃ¤ren. Entgegen der sinnge­mÃ¤ss geÃ¤usserten Meinung in der Beschwerde besteht die Pflicht zur Beigabe eines unent­geltlichen Rechtsbeistands auch nicht in grundsÃ¤tzlich allen Verfahren Ã¼ber die Entlassung geisteskranker, im Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfÃ¤higer Delinquenten. Dem in der Be­schwerde angerufenen Urteil des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte (EuGRZ 1992 S. 347 ff.) lag vielmehr die Annahme zugrunde, dass der Betroffene aufgrund seiner Geisteskrankheit nicht in der Lage war, einem gerichtlichen Verfahren zu folgen (E. 24 S. 349). Entsprechend der vom Bundesgericht entwickelten Praxis ist somit entscheidend, ob der Betroffene den Schwierigkeiten des Falles - auf sich allein gestellt - gewachsen ist oder nicht. Diese Frage ist unter BerÃ¼cksichtigung der konkreten UmstÃ¤nde im Einzelfall zu prÃ¼fen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) aa) Eine probeweise Entlassung aus der nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ange­ordneten Verwahrung kommt in Frage, wenn der Grund hierfÃ¼r zumindest teilweise weg­gefallen ist (Art. 43 Ziff. 4 Abs. 1 und 2 StGB) - wenn also die Gefahr fÃ¼r Dritte massgeb­lich abgenommen hat. Diese Frage mag in eindeutigen FÃ¤llen durchaus leicht zu beant­wor­ten sein. In anderen ist sie jedoch von grosser KomplexitÃ¤t und bekanntlich auch fÃ¼r psy­chiatrisch geschulte Gutachter oft nur schwer zu beantworten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Der Bericht des Psychiatrisch-Psychologischen Diensts (PPD) vom 30. Mai 2000 bezeichnete die RÃ¼ckfallgefahr beim BeschwerdefÃ¼hrer als eher gering, erachtete aber eine Entlassung insbesondere im Hinblick auf die diagnostische Unklarheit noch als zu frÃ¼h und empfahl daher eine neuerliche Begutachtung. Bei dieser Sachlage lÃ¤sst sich in tatsÃ¤chlicher Hinsicht nicht sagen, es hÃ¤tten keine Schwierigkeiten vorgelegen. Hinzu kommt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer aus einem fremden Kulturkreis kommt, sich in der deutschen Sprache offensichtlich nicht wunsch­ge­mÃ¤ss ausdrÃ¼cken kann und gemÃ¤ss dem Gutachten vom 10. Oktober 1995 seit mehreren Jahren an einer chronischen, paranoiden Schizophrenie litt. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der Beschwerde­fÃ¼hrer im ver­gan­genen Jahr - wÃ¤re er auf sich allein gestellt gewesen - nicht in der Lage gewesen wÃ¤re, sei­nen Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 45 Ziff. 1 Abs. 3 StGB) und die damit verbun­de­nen Ãusserungsrechte effektiv wahrzunehmen. Damit bestand entspre­chend dem Gesuch seines Rechtsvertreters vom 4. August 2000 ein Anspruch auf unent­geltliche Verbei­stÃ¤n­dung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde. Rechtsanwalt B ist <br/> fÃ¼r das erstinstanzliche Verfahren vor den JustizvollzugsbehÃ¶rden als unentgeltlicher Rechts­beistand des BeschwerdefÃ¼hrers zu bestellen. Es wird Sache des Justizvollzugs sein, die Ent­schÃ¤digung festzusetzen. Im Ãbrigen ist daran zu erinnern, dass sich der Streitge­gen­­stand auf das PrÃ¼fungsverfahren, welches mit VerfÃ¼gung vom 17. August 2000 erledigt worden war, beschrÃ¤nkt. Immerhin sei bereits an dieser Stelle erwÃ¤hnt, dass der Anspruch auf unent­gelt­liche RechtsverbeistÃ¤ndung - eine Vereinfachung der Sachlage vorbehalten - auch im diesjÃ¤h­rigen ÃberprÃ¼fungsverfahren zu bejahen sein dÃ¼rfte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. â¦</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In Gutheissung der Beschwerde werden Dispositiv Ziffer I des Rekursentscheids der Direktion der Justiz und des Innern vom 19. Januar 2001 sowie die VerfÃ¼gung des Son­derdiensts Justizvollzug vom 8. September 2000 aufgehoben. Rechtsanwalt B wird fÃ¼r das erstinstanzliche, mit VerfÃ¼gung des Justizvollzugs vom 17. August 2000 erle­digte Verfahren als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. â¦ </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>