Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Januar 2012 (720 11 231) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente - gemischte Methode Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Micha el Guex, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Marion Wüthrich Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1958 geborene A.____ war vom 28. Mai 2001 bi s zum 31. März 2009 im Rahmen einer Teilzeittätigkeit als Verkäuferin Food angestellt. Mit Gesuch vom 14. Januar 2009 (Eingang; Gesuch datiert vom 18. Dezember 2008) meldete sie sich un ter Hinweis auf Kopfschmerzen, Schwindel, Rückenschmerzen und Schmerzen im Bein bei der E idgenössischen Invalidenversi- cherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, erwerblichen und hauswirtschaftlichen Verhältnisse, ermittelte die IV Ste lle Basel-Landschaft (IV-Stelle) ab Ju- ni 2009 einen Invaliditätsgrad von 41% und ab dem 22. September 2009 einen solchen von 28%. Gestützt auf dieses Ergebnis stellte ihr die IV-Stel le mit Vorbescheid vom 28. Juni 2010 die Zusprache einer befristeten Viertelsrente ab dem 1 . Juli 2009 in Aussicht, dies in Anwen- dung der gemischten Methode, wobei der erwerbliche Ant eil mit 61% und der haushälterische mit 39% beziffert wurde. Mit Einwand vom 27. August 2 010 und Begründung vom Seite 2 29. September 2010 bestritt A.____, vertreten durch die Vereinigung B.____, sowohl die Einstu- fung ihrer Rente auf nur eine Viertelsleistung, wie auch die Rentenbefristung. Mit neuem Vorbe- scheid vom 8. November 2010 hielt die IV-Stelle am Erge bnis ihres vorangegangenen Vorbe- scheids fest. Ihren hiergegen am 10. Dezember 2010 ein gereichten Einwand begründete A.____, erneut vertreten durch die Vereinigung B.____ , mit einer Verschlechterung ihres Ge- sundheitszustandes. Mit Verfügung vom 24. Mai 2011 hielt die IV-Stelle vollumfänglich am Er- gebnis ihrer Vorbescheide fest und sprach A.____ für den Zeitraum vom 1. Juli 2009 bis 31. Dezember 2009 eine befristete Viertelsrente zu. Gl eichzeitig verneinte sie einen weiteren Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2010. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, weiterhin vertreten durch die Vereinigung B.____, am 23. Juni 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilun g Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht). Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung der V erfügung vom 24. Mai 2011 und die Ausrichtung einer halben Rente ab dem 1. Juli 2009 sowie einer Viertelsrente ab dem 1. Januar 2010. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung zurückzuweisen; unter o/e- Kostenfolge. C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 4. August 201 1 stellte das Kantonsgericht fest, dass die Vereinigung B.____ nicht befugt sei, A.____ im Verfahren vor dem Kantonsgericht zu vertre- ten. Mangels Nachweises, dass es sich bei der Vereinigung um eine berufsmässige Vertretung im Sinne von § 4 Abs. 2 des Anwaltsgesetztes Basel-Landschaft (AnwG) vom 25. Oktober 2001 handle, bzw. dass die Vertretung unentgeltlich erfolge , sei davon auszugehen, dass die Verei- nigung B.____ die Voraussetzung zur Vertretung vor Kan tonsgericht nicht erfülle. Die Be- schwerdebegründung vom 23. Juni 2011 sei aus dem Recht zu weisen und die Beschwerdefüh- rerin habe selbständig eine unterzeichnete Beschwerdeb egründung in eigenem Namen einzu- reichen, andernfalls auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. D. In ihrer am 23. August 2011 eingereichten, selbstän dig unterzeichneten Beschwerdebegrün- dung, bringt A.____ sinngemäss vor, dass in der angefoch tenen Verfügung der Einkommens- vergleich nicht korrekt vorgenommen worden sei. Insbesondere seien die Einkommen aufgrund unterdurchschnittlichen Einkommens zu parallelisieren und es sei ein Leidensabzug von 15% zu gewähren. Zudem seien die Einschränkungen im Haushalt zu wenig untersucht worden. E. Die IV-Stelle liess sich am 21. Oktober 2011 verneh men und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Ste llen direkt vor dem Versicherungsge- richt am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfec htungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- Seite 3 schwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen form- und fristgerecht erhobene Beschwerde vom 23. Juni 2011 ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist die auszurichtende IV-Re nte. Massgebend ist dabei der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügu ng vom 24. Mai 2011 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2. Nach Art. 28 Abs. 1 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertel srente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 2.4 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ei nem Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigke it nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Ar t. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel- chem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenb ereich zu betätigen (Betätigungs- vergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 2.5 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich t ätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diese m Falle sind der Anteil der Erwerbstätig- keit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Seite 4 Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen u nd der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemes- sung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten a nzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden gan ztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätz en für Erwerbstätige zu bemes- sen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbs- tätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer and eren Methode der Invaliditätsbemessung führt -, ergibt sich nach konstanter höchstrichterlicher Rechtsprechung aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträch- tigung bestünde. Bei im Haushalt tätigen versicherten Pe rsonen im Besonderen sind die per- sönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhäl tnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Status- frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, w ie sie sich bis zum Erlass der Ver- fügung (hier: 24. Mai 2011) entwickelt haben, wobei f ür die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit de r im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erford erlich ist (BGE 130 V 396 E. 3.3; 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtl iche Abteilung] vom 8. November 2004, I 437/03; vom 13. November 2002, I 58/02, E. 1.2). 3.2 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach der gemischten Me- thode bemessen, was von der Beschwerdeführerin − zu Recht − nicht bestritten wird. Die Versi- cherte hat im Rahmen des Verwaltungsverfahrens angegebe n, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen wie bisher in einem Teilzeitpensu m von 61% tätig wäre. Die IV-Stelle hat sich bei der Festlegung der Anteile der Erwerbstätigkeit und der Haushalttätigkeit auf diese Er- klärung der Versicherten gestützt und ist deshalb davon ausgegangen, dass die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zu 61% erwerbstä tig und zu 39% für den Haushalt besorgt wäre. Diese Festlegung der Anteile der Erwerb s- und der Haushalttätigkeit ist nicht zu beanstanden. 4. Im Zusammenhang mit der Ermittlung der Einschränk ung im Erwerbsbereich ist zu klären, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde − die Verwal- tung und im Streitfall das Gericht − auf Unterlagen a ngewiesen, die vorab von Ärztinnen und Seite 5 Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist e s, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 396 E. 2.1, 125 V 261 E. 4, 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumu tbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbe it von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden könne n (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B eweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicher ungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen un d danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung de s streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenö ssischen Versicherungsgerichts (EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung en) mit dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustelle n (vgl. die ausführlichen Zusammenstel- lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2/2001 S. 114 E. 3b, je- weils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen d es Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, wel che aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Un- fallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das I V-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 43 7/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll da s Gericht der Erfahrungstatsache Rech- nung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen un d Patienten aussagen. Bei der Abschät- zung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassen den Beweiswürdigung dürfen al- Seite 6 lerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandeln den Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustuf en; die einen längeren Zeitraum ab- deckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzt e bringt oft wertvolle Erkenntnis- se hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschie dliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Beg utachtungsauftrag des amtlich be- stellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bun desgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). Vorbehalten bleib en Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige − und nicht rein subjektiver ärztli- cher Interpretation entspringende − Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung uner- kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bund esgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 4.5 Die IV-Stelle beauftragte das Begutachtungszentrum BL (BEGAZ) mit einer polydis- ziplinären Begutachtung. Gemäss deren Gutachten vom 26. Oktober 2009 sei bei der Versi- cherten aufgrund der rheumatologischen Beurteilung ei nerseits von einem somatischen Kern der Beschwerden, einer Claudicatio radicularis S1 links be i radio-morphologisch vorhandener und seit dem Jahr 2004 diagnostizierter Diskushernie L 5/S1 links, auszugehen, andererseits könne auch eine Überlagerung mit Tendenzen zur Verdeutl ichung festgestellt werden. Ob letz- tere Ausdruck einer Somatisierung im Rahmen der offensi chtlich vorhandenen depressiven Problematik sei, könne rheumatologisch nicht beurteilt werden und es werde auf das psychiatri- sche Teilgutachten verwiesen. Die von der Versicherten gekl agten intermittierenden linksseiti- gen Schulterschmerzen hätten in der aktuellen Untersu chung nicht objektiviert werden können. Aktuell bestehe diesbezüglich kein Einfluss auf die Arbeit sfähigkeit. In psychiatrischer Hinsicht könne zum Zeitpunkt der Begutachtung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nur noch eine depressive Episode mittelgradigen Ausmasses festgestellt we rden. Das psychiatrische Teilgut- achten legt dabei umfangreich dar, dass es zu einer Verbe sserung der gesundheitlichen Situa- tion gekommen sei. Die anfallenden Hausarbeiten soll te die Versicherte durchführen können, diesbezüglich könne aus psychiatrischer Sicht keine dauerha fte Einschränkung begründet wer- den. Gesamtmedizinisch hält das Gutachten des BEGAZ fest, dass der Versicherten körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zugemutet werden könnten. Selbst in einer den somatischen Beschwerden adaptierten Tätigkeit habe − entsprechend d en Überlegungen im rheumatologi- schen Teilgutachten − seit Arbeitsniederlegung im Jahr 20 08 bis Mai 2009 aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab Juni 2009 bestehe in einer adaptierten Tätig- keit hingegen eine 30%ige Arbeitsfähigkeit und nach der Untersuchung vom 21. Sep- tember 2009 eine solche von 50%. Die aus somatischer Sicht aufgrund eines erhöhten Pau- senbedarfes in einer adaptierten Tätigkeit festgestellt e Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20% sei dabei in der vorangegangenen Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit inbegriffen und könne nicht kumulativ gesehen werden. 5.1 In der angefochtenen Verfügung stützte sich die IV -Stelle bei der Beurteilung des Gesund- heitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherte n vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Gutachter des BEGAZ am 26. Oktober 2009 gel angt waren. Wie oben ausgeführt Seite 7 (vgl. E. 4.4 hiervor) ist den im Rahmen des Verwaltung sverfahrens eingeholten Gutachten ex- terner Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund ein gehender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigke it der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. Das Gutachten des BEGAZ beruh t auf einer eingehenden Untersu- chung der Versicherten und es berücksichtigt auch die übrigen bei den Akten liegenden medizi- nischen Berichte. Zudem geht es einlässlich auf die Beschw erden der Versicherten ein und vermittelt ein hinreichendes Bild über deren Gesundhei tszustand. Es wird deutlich, dass es ins- gesamt zu einer leichten Verbesserung des Gesundheitszu standes gekommen ist. So haben insbesondere die Ängste abgenommen, die Versicherte ist deutlich schwingungsfähiger, affektiv aufhellbarer und nicht mehr desinteressiert und gleichgü ltig. Die begutachtenden Ärzte kamen in Würdigung der anamnestischen Angaben, der Untersuch ungsbefunde sowie der Dokumente zum überzeugenden Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin seit Arbeitsniederlegung bis Mai 2009 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden hat . Ab Juni 2009 hat eine 30%ige Arbeitsfä- higkeit bestanden und ab dem 22. September 2009 eine solche von 50% in leidensadaptierten Tätigkeiten. Insgesamt erweisen sich sowohl die Darlegu ng der medizinischen Zusammenhän- ge als auch die daraus gezogenen Schlussfolgerungen als ü berzeugend. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle darauf abgestellt hat. 5.2 Daran vermögen die abweichenden Stellungnahmen von Prof. Dr. C.____, FMH Psychiatrie und Psychologie, vom 9. Oktober 2008 und des behandelnden Arztes Dr. D.____, FMH Psychi- atrie und Psychologie, vom 27. September 2010 nichts zu ändern. Die von Prof. Dr. C.____ anlässlich der durch die SWICA Taggeldversicherung in A uftrag gegebenen Begutachtung di- agnostizierte, schwere depressive Episode kann durch die B EGAZ Gutachter nicht mehr bestä- tigt werden. Das polydisziplinäre Gutachten legt schlüssig dar, dass sich die depressive Störung seit der Beurteilung durch Prof. Dr. C.____ im Oktobe r 2008 verbessert hat. So sind insbeson- dere die von ihm beschriebenen panikartigen Zustände n icht mehr auszumachen und die De- pression, nunmehr in Form einer mittelschweren depressiven Störung, etwas geringer ausge- prägt. Abgesehen davon, dass das Gericht in Bezug auf Ber ichte von behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen soll und muss, dass die se mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. E. 4.4 hiervor), ist festzustell en, dass auch Dr. D.____ in seinem Be- richt vom September 2010 zunächst von einer langgezogene n depressiven mitttelgradigen Epi- sode ausgeht. Damit besteht in diagnostischer Hinsicht Übe reinstimmung mit dem Gutachten des BEGAZ. Wenn Dr. D.____ aufgrund dieser Diagnose vo n einer auf unbestimmte Dauer ausgerichteten 70%igen Arbeitsunfähigkeit ausgeht, ve rmag dies die differenzierte Beurteilung der BEGAZ-Gutachter nicht in Zweifel zu ziehen. So wur de das von Dr. D.____ diagnostizierte Schmerzsyndrom im Gutachten des BEGAZ ebenfalls festgehal ten, indem eine Ischialgie links und differentialdiagnostisch eine Claudicatio radiculari s S1 sowie unklare Schulterschmerzen links diagnostiziert wurden. Im Bericht von Dr. D.____ fi ndet sich keine Begründung, weshalb der Diagnose eines "chronischen Schmerzsyndroms" der Vorzug zu geben sei. Immerhin wurde die Beschwerdeführerin für das Gutachten des BEGAZ von m ehreren somatischen Fachärzten, insbesondere auch einer Rheumatologin, untersucht. Die so matischen Beschwerden der Versi- cherten wurden im Gutachten insofern berücksichtig, als auch für leichte bis mittelschwere Ar- beiten nur eine Teilarbeitsfähigkeit und für schwere Arbeiten dauerhaft eine volle Arbeitsunfä- Seite 8 higkeit attestiert wird. Soweit Dr. D.____ auf eine A npassungsstörung mit Beeinträchtigung des Sozialverhaltens hinweist, ist entgegen zu halten, dass er nicht beschreibt oder begründet, wor- in diese Beeinträchtigung besteht. Auch kann aus dem Gu tachten des BEGAZ nicht entnom- men werden, dass die Versicherte über das bei einer mitt elgradigen depressiven Episode zu erwartende Mass hinaus in ihrem Sozialverhalten beeinträchtigt ist. Der mit einer mittelgradigen Depression einhergehende soziale Rückzug ist mit der dau erhaft attestierten 50%igen Arbeits- unfähigkeit bereits berücksichtigt. In Bezug auf die von Dr . D.____ angeführte psychische Er- krankung des Ehemannes der Versicherten, ist festzuhalten, d ass es sich dabei um einen inva- liditätsfremden Faktor handelt, welcher vom sozialversich erungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich ist. Schliesslich ändert auch der Arztbericht von Dr. D.____ vom 19. November 2010 nichts an der Massgeblichkeit des BEG AZ-Gutachtens. So benennt der Bericht keine wichtigen Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind. Insbesondere lässt sich aus den von Dr. D.____ aufgeführten Beschwerden wie Schlafstörungen, Anspannung, Gereiztheit, Insuffizienzgefühle und Affektlabilität nicht herleiten, dass nunmehr eine dauerhafte schwere depressive Episode de m zeitlich überwiegenden Ge- sundheitszustand entspricht. Plausibler erscheint die Einsch ätzung der BEGAZ-Gutachter, wo- nach die mittelgradige depressive Störung dem langdauernden Gesundheitsschaden entspricht. Insgesamt vermögen die Stellungnahmen des behandelnden Psychiaters die begründeten Schlussfolgerungen im Gutachten des BEGAZ nicht in Fra ge zu stellen. Die vorhandenen me- dizinischen Unterlagen lassen eine zuverlässige Beurteilun g der verbleibenden Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu. Mit Verweis auf den mit der Beschw erdebegründung eingereichten und vom 22. Juni 2011 datierten Verlaufsbericht von Dr. D. ____, welcher mit dem zu beurteilenden Streitgegenstand in einem engen Sachzusammenhang steht und deshalb im vorliegenden Ver- fahren zu berücksichtigen ist, und in Übereinstimmung mit dem Gutachten BEGAZ nunmehr eine Arbeitsfähigkeit von 50% bescheinigt, wird das pol ydisziplinäre Gutachten von der Be- schwerdeführerin im Ergebnis denn auch zu Recht anerkannt. 5.3 Als Zwischenergebnis ist festzustellen, dass die Beschwerd egegnerin bei der Beurteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit der Beschwe rdeführerin zu Recht auf das Gut- achten des BEGAZ vom 26. Oktober 2009 abgestellt hat un d in der Folge davon ausgegangen ist, dass dieser zwischen Juni 2009 und September 2009 eine angepasste Arbeit im Umfang von 30% und ab dem 22. September 2009 eine Tätigkeit von 50% zumutbar ist. 6. Wie bereits oben ausgeführt (vgl. E. 2.3 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditäts- grad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines E inkommensvergleichs zu bestimmen. Nachdem die Beschwerdeführerin die Berechnung des Invaliditätsgrades beanstandet, ist nach- folgend der von der IV-Stelle vorgenommene Einkommensvergleich zu überprüfen. 6.1 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invalid itätsgrades massgebenden Ein- kommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entsc heidend, was die versicher- te Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbegin ns nach dem Beweisgrad der über- wiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdi enen würde (BGE 135 V 59 E. 3.1 mit Hinweis, 131 V 51 E. 5.1.2). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfol- gen. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für di e Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädig ung erzielte, nötigenfalls der Teue- Seite 9 rung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Ve rdienst (BGE 135 V 59, 134 V 322 E. 4.1, 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Es ist unbestritten und nicht zu beanstan- den, dass die Vorinstanz das Valideneinkommen aufgrund der Angaben der ehemaligen Arbeit- geberin ermittelt hat. Nach der Bescheinigung der ehe maligen Arbeitgeberin vom 28. Janu- ar 2009 hätte die Versicherte im Jahr 2009 ohne Gesund heitsschaden bei einem Pensum von 100% ein Jahreseinkommen von Fr. 48'100.-- (Fr. 3'700.-- x 13) erzielt. Angepasst auf ein Pen- sum von 61% resultiert ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 29'341.--. Dass die Be- schwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 24 . Mai 2011 von einem Jahresein- kommen in der Höhe von Fr. 28'539 ausgegangen ist, hat keinen Einfluss auf die Ausrichtung der IV-Rente. 6.2.1 Dass die IV-Stelle für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) auf die Tabellenlöhne der Schweizeri- schen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Stat istik abgestellt hat, ist nicht zu beanstanden. Laut Tabelle TA 1, belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Frauen i m privaten Sektor im Jahr 2008 auf Fr. 4'116.-- (LSE 2008, Total privater Sektor). Zu b erücksichtigen ist die Nominallohnentwick- lung im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr von 2,1% (vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real löhne, 1976-2010) und dass der ermit- telte Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht und für das Jahr 2009 auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirt- schaft 4/2011 S. 90 Tabelle B 9.2) umzurechnen ist. Da raus resultiert bei einem Pensum von 61% ein hypothetisches Jahreseinkommen von Fr. 32'069.- - (Fr. 4'116.-- : 40 x 41.7 x 12 x 102,1% x 61%). Die von der IV-Stelle in der angefoch tenen Verfügung angegebene, leicht tiefere, durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden, führt bei der Bemessung der IV- Rente zum gleichen Ergebnis. 6.2.2 Mit Blick auf das Valideneinkommen (vgl. E. 6.1 hi ervor) ist festzustellen, dass ein Min- derverdienst ausgewiesen ist. Das Bundesgericht hat unläng st erkannt, dass einer Unterdurch- schnittlichkeit des Valideneinkommens nur Rechnung getrag en werden darf, wenn die prozen- tuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5% üb ersteigt (vgl. BGE 135 V 303 E. 6.1.2 f.). Diese Voraussetzung ist vorliegend bei ei nem Minderverdienst von rund 8.51% ([Fr. 32'069.-- minus Fr. 29'341.--] dividiert durch F r. 32'069.-- x 100) gegeben, weshalb eine sich zu Gunsten der Versicherten auswirkende Parallelisierung der Vergleichseinkommen in der Höhe von 3.51% durchzuführen ist. Die Parallelisierung kann praxisgemäss entweder auf Sei- ten des Valideneinkommens durch eine entsprechende Her aufsetzung des effektiven erzielten Einkommens oder durch Abstellen auf die statistischen Wert e oder aber auf Seiten des Invali- deneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung de statistischen Wertes erfolgen (vgl. BGE 134 V 326 E. 4.1 mit Hinweisen). Unter Berücksichtig ung des Umstandes, dass der Versi- cherten angepasste Tätigkeiten im Umfang von 30% zumutb ar sind, resultiert ein Invalidenein- kommen von Fr. 9'283.-- ([Fr. 32'069.-- x 30%] abzügli ch 3.51% ). Da sich der Gesundheitszu- stand der Versicherten ab Ende September 2009 verbessert hat und sodann eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 50% (vgl. E. 5.1 hiervor) zumu tbar ist, beträgt das massgebliche Inva- lideneinkommen ab dem 22. September 2009, wiederum bei einem Arbeitspensum von 61% sowie einer erneuten Parallelisierung von 3.51%, Fr 15 '471.70 ([Fr. 32'069.-- x 50%] abzüglich 3.51%). Vorliegend hat die IV-Stelle - entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin - eine Seite 10 Parallelisierung vorgenommen. Anzumerken ist dabei, da ss obwohl die IV-Stelle einen Abzug von 2% anstatt der hiervor errechneten 3.51% vorgenomme n hat, dies im Ergebnis zu keinem anderen Resultat bei der Berechnung der IV-Rente führt. 6.2.3 In einem zweiten Schritt ist allenfalls ein Abzug vom Invalideneinkommen vorzunehmen. Im Entscheid BGE 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass ein Abzug erfolgen soll, von sämtlichen persö nlichen und beruflichen Um- ständen des konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedin gte Einschränkung, Lebensalter, An- zahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu beurteilen sind. De r Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallend en Merkmale ist letztlich aber auf insge- samt höchstens 25% zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b) . Dabei ist zu beachten, dass all- fällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleich seinkommen mitverantwortliche invaliditäts- fremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzu ges nicht nochmals zu berücksich- tigen sind (vgl. BGE 134 V 328 E. 5.2). Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle desjeni gen der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurteilen, ob der zu überprüfende Entscheid, den di e Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipie n in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen . Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die richter liche Behörde demnach auf Gegeben- heiten abstützen können, die eine abweichende Ermessens ausübung als näher liegend er- scheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis, Entscheid des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 6.2.4 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochte nen Verfügung vom 24. Mai 2011 keinen Abzug vom Tabellenlohn für Invaliditätsbedingte Beein trächtigungen vorgenommen. Wenn nun die Beschwerdeführerin einen leidensbedingten Abzug in Höhe von 15% beantragt, so ist ihr entgegenzuhalten, dass ihren Behinderungen bereits dur ch die Annahme eines reduzierten Arbeitspensums im Umfang von 70% (Juni 2009 bis 21. September 2009) beziehungsweise von 50% (ab 22. September 2009) Rechnung getragen wurde. Zudem hat die Vorinstanz mit der Anerkennung des Anforderungsniveaus 4 die persönlichen u nd beruflichen Umständen der Be- schwerdeführerin hinreichend berücksichtigt, weshalb das Vorgehen der IV Stelle nicht zu be- anstanden ist. Anzumerken ist zudem, dass selbst wenn die IV -Stelle einen 15%-igen Abzug vorgenommen hätte, dies keinen Einfluss auf die Höhe der Invalidenrente gehabt hätte. Weitere sachbezogene Gründe für einen Abzug vom Tabellenlohn sin d nicht ersichtlich, das massge- bende Invalideneinkommen beträgt somit unverändert Fr. 9'283.-- (ab Juni 2009) und Fr. 15'471.70 (ab September 2009). 6.3 Setzt man im Einkommensvergleich das von Juni 2009 b is September 2009 massgebliche Invalideneinkommen von Fr. 9'283.-- dem Valideneinkom men von Fr. 29'341.-- gegenüber, so ergibt dies eine Einkommenseinbusse von Fr. 20'058.--. Daraus resultiert ein ungewichteter IV- Grad von rund 68% (zur Rundungspraxis des Bundesgericht s vgl. BGE 130 V 121 ff.). Nach Massgabe der zeitlichen Beanspruchung im Erwerbsbereich (61%) ergibt sich somit ein IV-Grad von 41% (61 x 68%). Stellt man entsprechend das ab dem 2 2. September 2009 massgebliche Seite 11 Invalideneinkommen von Fr. 15'471.70 dem Valideneinko mmen von Fr. 29'341.-- gegenüber, ergibt dies eine Einkommenseinbusse von Fr. 13'869.30. Daraus ergibt sich ein ungewichteter IV-Grad von rund 47% und ein nach Massgabe der zeitliche n Beanspruchung im Erwerbsbe- reich (61%) gewichteter IV-Grad von 29% (61 x 47%). Da ss der ab dem 22. September 2009 massgebliche IV-Grad mit 29% leicht höher ausfällt als d er in der angefochtenen Verfügung errechnete IV-Grad von 28%, ist für die Ausrichtung der IV-Rente unerheblich. 7. Streitig und zu prüfen ist die Einschränkung im Haushaltsbereich. 7.1 Im Rahmen der von der IV-Stelle in Auftrag gege benen Haushaltsabklärung vom 9. Februar 2010, wurde bei der Beschwerdeführerin kei ne Einschränkung ermittelt. Dies in Übereinstimmung mit dem polydisziplinären Gutachten des BEGAZ wonach aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung bei den anfallenden Hausarbeiten besteht. 7.2 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Abklä- rung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Der Abklärungs bericht über die Verhältnisse im Haushalt stellt in der Regel eine geeignete und auch genügende Grundlage für die Invaliditätsbemessung in diesem Tätigkeitsbereich dar. Hinsichtlich seines Be weiswertes sind - analog zur Rechtspre- chung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 134 V 232 E . 5.1) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhäl tnisse sowie der sich aus den medizini- schen Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen und Behi nderungen hat. Weiter sind die An- gaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei di vergierende Meinungen der Betei- ligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schlie sslich muss plausibel begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän kungen sein sowie in Übereinstim- mung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben ste hen. Trifft all dies zu, ist der Abklä- rungsbericht beweiskräftig. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entschei- dungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der Abklärungsper- son nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (z.B. infolge von Widersprüchlich keiten) vorliegen. Das gebietet insbe- sondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklär ungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweisen; BGE 128 V 93 f. E. 4). 7.3 Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmas- ses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten. Sei ne grundsätzliche Massgeblich- keit ist darum, auch wenn die erwähnten Anforderungen erfüllt sind, praxisgemäss einge- schränkt, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwer den leidet (AHI 3/2001 S. 162 E. 3d mit Hinweis). In AHI 3/2004 S. 139 E. 5.3 hat das EVG seine Rechtsprechung zur Be- messung der Invalidität von ganz oder teilweise im Haushalt tätigen Personen, welche an einem psychischen Gesundheitsschaden leiden, präzisiert. Danach bi ldet die Abklärung im Haushalt auch hier grundsätzlich ein geeignetes Mittel zur Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Im Falle eines Widerspruchs zwischen den Ergebnissen der Abklä rung vor Ort und den fachmedi- zinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Pe rson, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist allerdings den ärztlichen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung. Diese prin zipielle Gewichtung hat ihren Grund Seite 12 darin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur besc hränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschr änkungen zu erkennen. Liegen gleichermassen beweiskräftige Stellungnahmen vor, muss gep rüft werden, ob die gemachten Aussagen vereinbar sind oder einander widersprechen. Be stehen Divergenzen zwischen den Ergebnissen der Haushaltsabklärung und den ärztlichen Fe ststellungen zur Fähigkeit der versi- cherten Person, ihre Haushaltstätigkeiten trotz des psychisc hen Leidens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Einschätzung prinzipiell höh eres Gewicht beizumessen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, I 373/06, E. 4.3.2 und Urteil des EVG vom 6. Sep- tember 2004, I 249/04, E. 5.1.1). 7.4 Der Haushaltsbericht vom 9. Februar 2010 wurde von einer dafür qualifizierten Person ver- fasst, die Kenntnis hatte von den örtlichen und räumliche n Verhältnisse sowie den Beeinträchti- gungen und Behinderungen der Versicherten. Ferner ist der Berichtstext plausibel begründet und beinhaltet zudem die erforderlichen Angaben in Be zug auf die einzelnen Tätigkeitsgebiete im Haushalt. Es wird einleuchtend ausgeführt, dass die Be schwerdeführerin bei der Ausübung der Haushaltstätigkeit nicht eingeschränkt ist, weshalb der Abklärungsbericht grundsätzlich eine beweiskräftige Entscheidgrundlage darstellt. Im Falle e ines Widerspruchs zwischen den Ergeb- nissen der Abklärung vor Ort und den fachmedizinischen Feststellungen wird bei Vorliegen psy- chischer Störungen der medizinischen Einschätzung jedoch r echtssprechungsgemäss prinzi- piell höheres Gewicht beigemessen (vgl. E. 7.3 hiervor). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass bei der Beurteilung der Einschränkungen im Haushalt auf eine ärztliche Beurtei- lung abzustellen sei − wobei die Ausführungen der BEG AZ Begutachter zu den Einschränkun- gen im Haushalt nicht begründet genug seien und somit n icht genügen − muss sie sich entge- genhalten lassen, dass ihre Rüge nicht ausreichend substan tiiert ist. Ihr Vorbringen, dass sich aufgrund ihrer gesundheitlichen Beschwerden eine Einschr änkung bei der Haushaltsführung ergeben müsste, reicht nicht aus um das Ergebnis der fach ärztlichen Begutachtung in Frage zu stellen. Vielmehr begründet das Gutachten des BEGAZ − in Übereinstimmung mit dem Haus- haltsbericht − nachvollziehbar, dass keine Einschränkunge n bei der Haushaltsführung beste- hen. Wenn der Beschwerdeführerin im Gutachten des BEG AZ aufgrund ihrer Depression eine verminderte Belastbarkeit und dadurch ein erhöhter Paus en und Erholungsbedarf attestiert wird, ist anzumerken, dass im Unterschied zu einer erwerb lichen Tätigkeit bei der Besorgung des Haushalts in der Regel mehr Spielraum für die Eint eilung der Arbeit besteht. Auch der dem Beschwerdeschreiben beigelegte, vom 22. Juni 2011 datierte Arztbericht von Dr. D.____ enthält keine Aussagen, aufgrund derer eine Beeinträchtigung in der Haushaltsführung abgeleitet wer- den und die von der IV-Stelle vorgenommenen Abklärung en in Zweifel gezogen werden kann. Hingegen lassen die Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen im Gutachten des BEGAZ eine zuverlässige Beurteilung der Einschränkung en im Haushalt zu, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die IV-Stelle auf diese abgestellt und eine Einschränkung im Haushalt verneint hat. 8. Die invaliditätsbedingte Einschränkung der Beschwerd eführerin beziffert sich nach dem Ge- sagten zwischen Juni 2009 und September 2009 mit 70%. N ach Verbesserung des Gesund- heitszustandes ab dem 22. September 2009 besteht eine Einschränkung von 50%. Dass die IV- Stelle der Beschwerdeführerin zufolge eines IV-Grades von 41% − unter Berücksichtigung des Wartejahres (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG) und der sechsmonatigen Wartefrist nach Geltendma- chung des Leistungsanspruches (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) − ab dem 1. Juli 2007 eine bis 31. De- Seite 13 zember 2009 befristete Viertelsrente zusprach, ist nicht zu beanstanden. Weiter ist nicht zu be- anstanden, dass die IV-Stelle aufgrund des ab September 2009 bestehenden, rentenaus- schliessenden IV-Grades von 29% − infolge der dreimonat igen Übergangsfrist (vgl. Art. 88a Abs 1 IVV) − einen Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2010 verneinte. Die Beschwer- de ist deshalb abzuweisen. 9. Gemäss den Änderungen des IVG vom 1. Juli 2006 ist das Beschwerdeverfahren vor kanto- nalem Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV- Leistungen kostenpflichtig (vgl. Art. 69 Abs. 1 und 1 bis IVG, je in der seit 1. Juli 2006 geltenden Fassung). Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Entsprechend de m Ausgang dieses Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 600.-- werden mit dem von der Beschwerdeführerin g eleisteten Kostenvorschuss verrech- net. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 14 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht