8. Oktober 1993 N 1985 Interpellation Camponovo Selbständigerwerbende Es ist zu beachten, dassauch die mitarbeitenden Familienmit- glieder in der Landwirtschaft diesem Personenkreis zugerech- net werden und damit ein sehr grosser Personenkreis davon betroffen wird. Der Wegfall des Bundeslösung hat zur Folge, dass in 17 Kan- tonen im Talgebiet für die selbständigerwerbenden Bauern keine Kinderzulagen mehr ausgerichtet werden. Lediglich neun Kantone kennen eine Lösung, die auch die Selbständig- erwerbenden umfasst. Betroffen würden alle Familien mit Kin- dern, die über ein kleines Einkommen verfügen. Infolge der Einkommensgrenze erhalten Familien mit hohem Einkommen bereits heute keine Kinderzulagen. Die Massnahme ist also besonders sozial ausgestaltet. Mit der vorgeschlagenen Regelung würden die Bauern im Berggebiet und diejenigen im Talgebiet in absolut störender Art und Weise unterschiedlich behandelt. Es ist nicht einzuse- hen, wieso eine Bauernfamilie im gleichen Dorf mit dem glei- chen Einkommen Kinderzulagen erhält, wenn sie im Bergge- biet wohnt, aber keinen Anspruch geltend machen kann, wenn sie im Talgebiet wohnt. Die Vorlage führt also zu einem echten Sozialabbau für Bau- ernfamilien mit tiefen Einkommen im Talgebiet. Sie ist deshalb in aller Form abzulehnen. Allgemeine Bemerkungen Die Kantonalisierung der Kinderzulagen wurde bereits im Rah- men der Diskussion um die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen in der Botschaft vom 25. Mai 1988 klar abge- lehnt. Die Kinderzulagen werden im 7. Landwirtschaftsbericht als wichtiger, sozial ausgleichender Einkommensfaktor für die Kleinbauern erwähnt. Im selben Bericht wird im dritten Teil ausdrücklich darauf verwiesen, dass die zukünftige Agrarpoli- tik mit begleitenden Sozialmassnahmen versehen werden muss. Es mutet deshalb eigenartig an, wenn eine bestehende, äusserst sinnvolle Sozialmassnahme gestrichen werden soll und gleichzeitig eine Expertenkommission des Bundes beauf- tragt wird, Vorschläge für die Realisierung der begleitenden Sozialmassnahmen zu erarbeiten. Wie soll die Sicherstellung der für die sozialen Begleitmassnahmen notwendigen Mittel glaubhaft gemacht werden, wenn unter rein finanzpolitischen Aspekten vorgeschlagen wird, das Bisherige zu zerstören? Das Parlament hat im Frühjahr 1992 die parlamentarische In- itiative Fankhauser überwiesen, die eine gesamtschweizeri- sche Lösung für die Familienzulagenordnung anstrebt. Das Parlament wird also in dieser Richtung tätig werden müssen. Wenn die heutige Situation im Bereich der Familienzulagen wirklich geändert werden sollte, wäre dies sicher in Richtung einer Bundeslösung zu tun. Der Einverleibung der landwirt- schaftlichen Familienzulagenordnung in eine zweckmässige Bundeslösung für die ganze Bevölkerung würde sich die Landwirtschaft sicher nicht verschliessen. Durch die Ueber- führung der Kinderzulagen der Angestellten in die kantonalen Systeme werden die finanzschwachen Kantone besonders hart betroffen. Fazit: Auf diese rein finanzpolitisch ausgerichtete Aenderung der landwirtschaftlichen Familienzulagen ist dringend zu ver- zichten. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 8. September 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 8 septembre 1993 Der Vorschlag einer teilweisen Kantonalisierung der landwirt- schaftlichen Familienzulagen wird im Rahmen der Sparmass- nahmen vom Bundesrat nicht mehr weiterverfolgt. Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait #ST# 93.3200 Interpellation Camponovo Interkantonale Kontrollstelle für Heilmittel Interpellanza Camponovo Ufficio intercantonale di controllo dei medicamenti Interpellation Camponovo Orfice intercantonal de contrôle des médicaments Wortlaut der Interpellation vom 26. April 1993 Wiederholt hat das Fürsorgedepartement des Kantons Tessin im Einvernehmen mit dem Kantonsapotheker die chronische Langsamkeit beanstandet, mit der die Interkantonale Kontroll- stelle für Heilmittel (IKS) Registrierungsgesuche behandelt. Auch die Arzneimittelhersteller der welschen Schweiz machen lautstark auf dieses Problem aufmerksam. Man hat den Eindruck, dass es mit der gegenwärtigen Organi- sation nicht möglich ist, den Bedürfnissen eines derart lebhaf- ten, aktiven Wirtschaftszweiges zu entsprechen. Die wirt- schaftliche Situation erlaubt es indessen nicht, Zeit zu verlie- ren; das Problem, das die schweizerischen Hersteller be- drängt, verlangt nach einer durchgreifenden Lösung. Ich frage den Bundesrat: Ist er über diese Klagen informiert? Beabsichtigt er, sich selber des Problems anzunehmen? lesto dell'interpellanza del 26 aprile 1993 A più riprese il Dipartimento delle opere sociali del Canton Ti- cino, assistito dai farmacista cantonale, è intervenuto per de- nunciare una cronica lentezza dell'Ufficio intercantonale di controllo dei medicamenti (UICM) nell'esame delle domande di registrazione. Anche le industrie della Svizzera romanda sollevano a piena voce il medesimo problema Si ha l'impressione che con l'attuale organizzazione non si possa rispondere alle esigenze di un ramo di attività econo- mica estremamente vivace e attivo. La situazione economica non permette di perdere tempo nel trovare una soluzione radi- cale al problema che assilla i produttori svizzeri. Chiedo al Consiglio federale se è al corrente di queste lamen- tele e se intende occuparsi direttamente del problema Texte de l'interpellation du 26 avril 1993 A plusieurs reprises, le Département des affaires sociales du canton du Tessin, appuyé par le pharmacien cantonal, est intervenu pour dénoncer la lenteur chronique avec laquelle l'Office intercantonal de contrôle des médicaments (OICM) examine les demandes d'enregistrement. Les milieux concernés de la Suisse romande ont aussi émis de vives critiques à ce sujet. On a l'impression que l'organisation actuelle ne permet pas de répondre aux exigences d'une branche économique particu- lièrement active et dynamique. La conjoncture exige que l'on trouve rapidement une solution radicale à ce problème auquel les producteurs suisses sont confrontés. Le Conseil fédéral est prié de dire s'il est au courant de ces cri- tiques et s'il entend s'occuper directement du problème. Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Keine - Nes- suno-Aucun Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit L'autore rinuncia alla motivazione e desidera una risposta scrittaInterpellation Keller Rudolf 1986 N 8 octobre 1993 Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. September 1993 Risposta scritta del Consiglio federale del 20 settembre 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 septembre 1993 Nell'attuale ripartizione dei compiti tra Confederazione e Can- toni, spetta a questi ultimi il controllo e la sorveglianza nel campo dei medicinali. Fanno eccezione i controlli sulle sostanze stupefacenti e sui prodotti immunobiologici destinati alla lotta contro le malattie trasmissibili. Per uniformare i controlli sui medicinali ed eventualmente semplificarli, i Cantoni si sono riuniti con una convenzione in- tercantonale. Nel 1971 è entrata in vigore l'attuale «Conven- zione intercantonale sul controllo dei medicamenti» (CIM), cui hanno aderito tutti i Cantoni ed il Principato del Liechtenstein. Per l'esecuzione pratica i Cantoni hanno istituito l'Ufficio inter- cantonale per il controllo dei medicamenti (UICM). Nell'attuale situazione giuridica, la Confederazione non può esercitare alcuna funzione di sorveglianza Occorre quindi ri- volgere eventuali appunti sul modo di procedere della CIM agli organi competenti della CIM stessa. Il Consiglio federale, in- fatti, non ha alcun diritto d'intervento. E' noto che la CI M del 1971 non può più rispondere ai bisogni attuali. Per tale motivo, nel 1988, i Cantoni hanno elaborato un nuovo concordato che, per entrare in vigore, avrebbe dovuto essere ratificato da tutti i Cantoni. Avendo rifiutato di aderirvi il Cantone di Zurigo, il nuovo concordato è fallito nonostante 24 Cantoni avessero già espresso la propria approvazione. Per tale motivo e nell'interesse di una rivitalizzazione dell'eco- nomia, il Consiglio federale ha accettato due mozioni in cui si chiede l'elaborazione di una legge federale sui medicinali (cfr. 92.3451, mozione della Commissione della sicurezza sociale e della sanità del Consiglio nazionale, e 93.3176, mozione Mo- nika Weber, Consiglio degli Stati). Le due mozioni sono attual- mente in Parlamento. Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait #ST# 93.3269 Interpellation Keller Rudolf Radioaktive Schmuggelware Contrebande de substances radioactives Wortlaut der Interpellation vom 3. Juni 1993 Diversen Informationen zufolge wird unser Land zusammen mit Deutschland und Oesterreich immer mehr zur internatio- nalen Drehscheibe für strahlende Schmuggelware. In grösse- ren Mengen werden Plutonium, Cäsium, Cobalt usw. im Tran- sit durch unser Land geschmuggelt. Andere Kreise wiederum nutzen die Schweiz, um bei uns mit dieser gefährlichen und le- bensgefährdenden Ware Handel zu betreiben. Vielfach ge- langt diese «heisse Ware» aus ehemaligen Ostblockländern zu uns. Der Handel mit radioaktiven Stoffen ist lukrativ. Er läuft oft unter Missachtung der einfachsten Sicherheitsvorschriften für radioaktive Materialien. Ich frage deshalb den Bundesrat: 1. Ist ihm das Ausmass dieses Handels mit strahlender Schmuggelware bekannt? 2. Wie viele Male konnte in unserem Lande im Verlaufe der letzten drei Jahre radioaktive Schmuggelware sichergestellt werden? Um was für Materialien und Quantitäten handelt es sich? Wie gross ist die vermutete Dunkelziffer? 3. Wie gross ist die Gefährdung von Mensch und Umwelt bei relativ ungesicherten Transporten von strahlenden Ma- terialien? 4. Was wird gegen diesen Schmuggel national und in interna- tionaler Koordination unternommen? Texte de l'interpellation du 3 juin 1993 Selon diverses informations, notre pays devient de plus en plus, avec l'Autriche et l'Allemagne, une plaque tournante internationale de la contrebande de substances radioactives. Par lui transitent, en fraude, de grandes quantités de pluto- nium, de césium, de cobalt, etc. D'autres encore utilisent la Suisse pour se livrer, sur place, au trafic de ces matières dan- gereuses. Très souvent, ces substances, «sensibles» s'il en est, proviennent de pays de l'ex-bloc de l'Est Leur trafic rap- porte gros. Il s'effectue le plus souvent au mépris des mesures de sécurité les plus élémentaires. D'où les questions suivan- tes que je pose au Conseil fédéral : 1. Connaît-il le volume de ce trafic de substances radio- actives? 2. Combien de fois, au cours des trois dernières années, a-t-on mis la main sur ce genre de substances importées en fraude? De quelles substances et de quelles quantités s'agis- sait-il? A combien estime-t-on le volume du trafic réel total? 3. Quels dangers le transport de ces substances insuffisam- ment protégées fait-il courir à l'homme et à l'environnement? 4. Que fait le Conseil fédéral au plan national et en liaison avec les autres pays pour lutter contre la contrebande de ce type de substances? Mitunterzeichner-Cosignataires: Bischof, Borradori, Maspoli, Ruf, Stalder, Steffen (6) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. September 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 septembre 1993 In den letzten Jahren wird eine Häufung von Delikten festge- stellt, bei denen versucht wird, radioaktive Stoffe illegal in die Schweiz einzuführen. Mit Ausnahme von einem sehr gravie- renden Fall handelte es sich jedoch um kleine Mengen. Die Personen waren in den wenigsten Fällen über die wahre Natur der Güter im Bild. Oft wurden auch Phantomprodukte wie «red mercury» zu sehr hohen Preisen angeboten. Diese Pro- dukte traten jeweils nur auf dem Papier auf, und die Angaben über die chemische oder physikalische Zusammensetzung waren widersprüchlich. Andere, nicht radioaktive Produkte wie Osmium-187 wurden zu übersetzten Preisen angeboten, und es kann eine betrügerische Absicht nicht ausgeschlossen werden. 1. Die Bundespolizei hat seit dem Januar 1991 fünfzehn gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren gegen insge- samt 35 Personen wegen Verdachts auf Widerhandlung ge- gen das Atomgesetz geführt. 2. In zehn Fällen konnten radioaktive Materialien sichergestellt werden. Es handelte sich dabei um Americium-241, Pluto- nium-238, Plutonium-239, Uran-238, Uran-235, Radium-226, Cäsium-137 und Cobalt-60. In einem Fall ereignete sich ein Strahlenunfall, als eine stark radioaktive Quelle mit Cäsium-137, die als nichtradioaktives Osmium deklariert wor- den war, importiert und der Eidgenössischen Materialprü- fungs- und Forschungsanstalt (Empa) zur Analyse übergeben wurde. Bei den übrigen Materialien, insbesondere bei den waffenfähigen Substanzen, handelte es sich jeweils um Kleinstmengen. Die Dunkelziffer kann kaum abgeschätzt wer- den, und ein Ende ist leider vorläufig nicht abzusehen. In eini- gen Fällen wurden Waren illegal im Transit durch die Schweiz geführt und anschliessend im Ausland aufgegriffen. 3. In dem einen Fall, welcher der Empa zur Ueberprüfung übergeben worden war, bestand eine sehr grosse Gefähr- dung der Ueberbringer. In den übrigen Fällen war die Gefähr- dung gering. 4. Das Bundesamt für Gesundheitswesen, die Bundesanwalt- schaft, die Suva, das Paul-Scherrer-lnstitut, die NationaleSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Camponovo Interkantonale Kontrollstelle für Heilmittel Interpellation Camponovo Office intercantonal de contrôle des médicaments Interpellanza Camponovo Ufficio intercantonale di controllo dei medicamenti In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3200 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 08.10.1993 - 08:00 Date Data Seite 1985-1986 Page Pagina Ref. No 20 023 262 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.