<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SR.2005.00015</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205435&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SR.2005.00015</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.10.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nachsteuern 1990 - 1993</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Anforderungen an die Begründung von Nachsteuerverfügungen und Einspracheentscheiden<br/><br/>Der Umstand, dass in späteren Einschätzungen geldwerte Leistungen einer Gesellschaft an ihre Aktionäre entdeckt werden, vermag zwar den Verdacht nahe zu legen, solche Leistungen seien auch in früheren Einschätzungen ausgerichtet worden. Ein blosser Verdacht genügt jedoch nicht, erforderlich sind vielmehr konkrete gewichtige Indizien, die den Schluss auf die nicht versteuerte Ausschüttung geldwerter Leistungen und damit auf eine unrichtige Versteuerung in den vorangegangenen Einschätzungen zulassen. Derartige Indizien führt das kantonale Steueramt jedoch nicht an, und es können auch den Akten keine konkreten Anhaltspunkte entnommen werden. Hinzu kommt, dass die Begründung des Steueramts unklar und widersprüchlich ist, weshalb es den Nachweis für seine Behauptung ungenügender Einschätzungen in den Steuerjahren 1990 bis 1992 nicht erbracht hat. In Bezug auf das Steuerjahr 1993 rechtfertigt sich eine weitere Untersuchung durch das kantonale Steueramt. Teilweise Gutheissung und Rückweisung zur Ausfällung eines neuen Einspracheentscheids.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALTRECHTLICH">ALTRECHTLICH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSANFORDERUNG">BEGRÃNDUNGSANFORDERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLAST">BEWEISLAST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GELDWERTE LEISTUNG">GELDWERTE LEISTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESCHÃFTSMÃSSIG BEGRÃNDET">GESCHÃFTSMÃSSIG BEGRÃNDET</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Nach- und Strafsteuern ST: NACHSTEUERPFLICHT">NACHSTEUERPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SPESENVERGÃTUNG">SPESENVERGÃTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNGENÃGENDE BEGRÃNDUNG">UNGENÃGENDE BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERDECKTE GEWINNAUSSCHÃTTUNG">VERDECKTE GEWINNAUSSCHÃTTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERJÃHRUNG">VERJÃHRUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 126 Abs. I StG</span><br/><span class="gerade">§ 160 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 162 Abs. II StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2005 Nr. 95 S. 207</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die am 17. Mai 1989 gegrÃ¼ndete A AG mit Sitz in X und einer BetriebsstÃ¤tte in Y (ausserkantonal) wurde fÃ¼r die Steuerjahre 1990 bis 1993 rechtskrÃ¤ftig mit einem steuerbaren Ertrag von Fr. â¦ (zum Satz von 3,450%), Fr. â¦ (zum Satz von 4,000%), Fr. â¦ bzw. Fr. â¦ und mit einem steuerbaren Kapital von Fr. â¦., Fr. â¦, Fr. â¦ bzw. Fr. â¦ (je zum Satz von 1,5â°) eingeschÃ¤tzt; die letzten dieser mittels Steuerrechnung erÃ¶ffneten EinschÃ¤tzungen erfolgten am 18. Februar 1994.</p> <p class="Sachverhalt2">Aufgrund einer vom 9. bis 11. September 1996 durchgefÃ¼hrten steueramtlichen BÃ¼cherrevision stellte sich der SteuerkommissÃ¤r mit Blick auf den Verlustvortrag 1993 hinsichtlich des GeschÃ¤ftsjahrs 1991/92 auf den Standpunkt, die Pflichtige habe ihren AktionÃ¤ren C, D und E erhebliche nicht deklarierte geldwerte Leistungen ausgerichtet. Dies weckte bei ihm den Verdacht, solche Leistungen kÃ¶nnten auch in frÃ¼heren GeschÃ¤ftsjahren erfolgt und die rechtskrÃ¤ftigen EinschÃ¤tzungen 1989 bis 1993 daher ungenÃ¼gend ausgefallen sein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>GestÃ¼tzt darauf erÃ¶ffnete der SteuerkommissÃ¤r der Pflichtigen am 7. Februar 1997 die Einleitung des Nach- und Strafsteuerverfahrens fÃ¼r die Steuerjahre 1989 bis 1993. Er Ã¼berwies die Akten, nachdem die Pflichtige sich einer BÃ¼cherrevision und Auflagen fÃ¼r diese Jahre widersetzt sowie die Ausrichtung geldwerter Leistungen und die vom SteuerkommissÃ¤r unterbreiteten Nachsteuergrundlagen bestritten hatte, am 18. MÃ¤rz 1999 an die Abteilung Spezialdienste des kantonalen Steueramts.</p> <p class="Sachverhalt2">Das kantonale Steueramt auferlegte der Pflichtigen mit VerfÃ¼gung vom 26. Juli 2001 fÃ¼r die Steuerjahre 1989 bis 1993 eine Nachsteuer von Fr. ... Zur BegrÃ¼ndung der Nachsteuerauflage erwog das Steueramt im Wesentlichen:</p> <p class="Urteilstext">"3.a) â¦ Die Vornahme einer SchÃ¤tzung [â¦] ist nicht allein auf das ordentliche EinschÃ¤tzungsverfahren beschrÃ¤nkt, sie ist auch im Nachsteuerverfahren anwendbar (â¦). Soweit quantitative Anhaltspunkte vorlagen, d.h. fÃ¼r das Steuerjahr 1993, hat der SteuerkommissÃ¤r die Nachsteuern gestÃ¼tzt darauf ermittelt. In den auf das Steuerjahr 1993 folgenden Jahren liess die Steuerpflichtige den AktionÃ¤ren weiterhin nicht geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndete Leistungen zukommen. Daraus geht hervor, dass es sich somit um ein Vorgehen der Steuerpflichtigen Ã¼ber einen lÃ¤ngeren Zeitraum handelt, in welchen auch die Steuerjahre von 1989 bis 1992 fallen. NÃ¤here quantitative Anhaltspunkte fÃ¼r die Steuer hatte der SteuerkommissÃ¤r jedoch nicht, weshalb er zu Recht zum Mittel der SchÃ¤tzung griff.</p> <p class="Urteilstext">b) Die drei AktionÃ¤re der Steuerpflichtigen, C (verstorben im Januar 1995), D sowie E (VerÃ¤usserung der Aktien der Steuerpflichtigen am 31.12.1993 an die vorgenannten AktionÃ¤re und Ausscheiden aus der Einfachen Gesellschaft am 12.10.1994) erwarben am am 1. Oktober 1991 (Beurkundung am 5.8.1991) die Liegenschaft (u.a. je ein Betriebs- und LagergebÃ¤ude) an der L-Strasse 01 und 02 vor der Grenzbereinigung von 1992/93 zwischen X und Z, in X gelegen, zu Eigentum. Die Steuerpflichtige Ã¼bernahm alle mit dem Erwerb der Liegenschaft anfallenden Kosten und gewÃ¤hrte den AktionÃ¤ren zusÃ¤tzlich zur Finanzierung dieses Erwerbs ein Darlehen, ohne geschÃ¤ftsÃ¼bliche Zinsen dafÃ¼r einzufordern. Obwohl gemÃ¤ss Mietvertrag vom 30. Oktober 1991 BÃ¼ro- und LagerrÃ¤ume Vertragsgegenstand waren (Ziff. 2.1. Abs. 2), Ã¼bernahm die Steuerpflichtige nicht bloss die Kosten zur Adaption der BÃ¼ro- und LagerrÃ¤ume fÃ¼r ihre BedÃ¼rfnisse, sondern die gesamten Umbaukosten, was weit Ã¼ber das im Mietvertrag Vereinbarte hinausgeht, mussten doch BÃ¼ro- und LagerrÃ¤ume Ã¼berhaupt erst einmal erstellt werden (Ermittlungsakten act. 22). Dennoch bezahlte die Steuerpflichtige einen Mietzins, wie er fÃ¼r ausgebaute Gewerbe- und BÃ¼rorÃ¤ume verlangt wurde, obwohl es in Z zu jener Zeit an verfÃ¼gbarem Raum dieser Art nicht fehlte. </p> <p class="Urteilstext">Die genannten Aufwendungen sind deshalb teilweise geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndet, im Ã¼brigen sind sie, wie vom SteuerkommissÃ¤r beantragt, als geldwerte Leistungen zu wÃ¼rdigen.</p> <p class="Urteilstext">c) Obwohl die Steuerpflichtige den AktionÃ¤ren effektive SpesenvergÃ¼tung ausrichtete, flossen ihnen in der Bemessungszeit des Steuerjahres 1993 zusÃ¤tzlich Pauschalspesen in der ungefÃ¤hren HÃ¶he von Fr. 100'000 zu. Zudem unterblieb die Ausscheidung eines Privatanteils fÃ¼r die von den Gesellschaftern auch zu privaten Zwecken benutzten GeschÃ¤ftsfahrzeugen der Steuerpflichtigen. Ãberdies trug die Steuerpflichtige HeizÃ¶l- und Reparaturkosten fÃ¼r Liegenschaften von AktionÃ¤ren. Das quantitative Ausmass der Aufrechnungen wurde auf Grund von Unterlagen der Steuerpflichtigen ermittelt. Anhaltspunkte fÃ¼r ein unrichtiges Ermittlungsergebnis in diesem Punkt fehlen vollstÃ¤ndig; es ist daher dem Antrag des SteuerkommissÃ¤rs zu folgen.</p> <p class="Urteilstext">d) Die AusschÃ¼ttung geldwerter Leistungen durch die Steuerpflichtige an die AktionÃ¤re entsprach einer langjÃ¤hrigen Ãbung. Angesichts des Umfangs allein schon der im Steuerjahr 1993 vorzunehmenden Aufrechnungen, rechtfertigt sich die SchÃ¤tzung der in den Steuerjahren 1989 bis 1992 erbrachten geldwerten Leistungen auf Fr. 20'000 pro Jahr voll und ganz."</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 7./19. September 2001 erhob die Pflichtige Einsprache und wandte sich (unter anderem) gegen die Auferlegung einer Nachsteuer; sie nahm zu den aufgerechneten geldwerten Leistungen Stellung und bestritt, dass solche Leistungen erfolgt seien. Ohne jede ErgÃ¤nzung der Untersuchung in den darauf folgenden dreieinhalb Jahren â lediglich nach einer mÃ¼ndlichen AnhÃ¶rung am 3. Mai 2005 â wies das kantonale Steueramt mit VerfÃ¼gung vom 7. Juli 2005 die Einsprache betreffend die Steuerjahre 1990 bis 1993 ab, soweit es darauf eintrat. DemgegenÃ¼ber hiess es die Einsprache betreffend das Steuerjahr 1989 wegen VerjÃ¤hrung gut und stellte insoweit das Nachsteuerverfahren ein. Das Steueramt setzte indessen im Einspracheentscheid die Nachsteuer nicht neu fest. Die Aufrechnung der geldwerten Leistungen begrÃ¼ndete es wie folgt:</p> <p class="Urteilstext">"b) Die Einsprecherin bringt des weiteren vor, die geltend gemachten Aufwendungen seien in vollem Umfang geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndet und auf Seiten der EmpfÃ¤nger denn auch besteuert worden. Was die durch die Einsprecherin Ã¼bernommenen baulichen Aufwendungen und die HÃ¶he des Mietzinses anbelangt, welche sie den EigentÃ¼mern der Liegenschaft (gleichzeitig ihre AktionÃ¤re) entrichtete, sei an dieser Stelle erwÃ¤hnt, dass im Kalenderjahr 1992 in der Stadt Z, d.h. in nÃ¤chster Nachbarschaft, bereits ausgebauter BÃ¼ro- und Gewerberaum in der GrÃ¶ssenordnung von 20'000 m<sup>2</sup> leer gestanden hat. Im Ã¼brigen kann bezÃ¼glich der aufgerechneten Aufwendungen, wie Erwerbs- und Umbaukosten, der Liegenschaft L-Strasse 01 (damals X) und des Mietzinses auf den Revisionsbericht (Ziff. 11 ff.) verwiesen werden.</p> <p class="Urteilstext">Der Umstand, ob ein AktionÃ¤r oder eine ihm nahe stehende Person eine von der betreffenden Gesellschaft ausgerichtete Leistung deklariert hat oder nicht, ist bei der WÃ¼rdigung, ob Aufwendungen einer juristischen Person als geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndet sind oder nicht, unbeachtlich."</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Pflichtige liess dem Verwaltungsgericht mit Rekurs vom 19. September 2005 beantragen, es sei die angefochtene Nachsteuerauflage aufzuheben; ausserdem verlangte sie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Sachverhalt2">Das kantonale Steueramt schloss auf Abweisung des Rekurses, indem es zur BegrÃ¼ndung auf "die in der angefochtenen VerfÃ¼gung enthaltenen ErwÃ¤gungen sowie die Akten" verwies.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit dem Inkrafttreten des neuen Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) auf den 1. Januar 1999 ist laut § 268 StG das alte Steuergesetz vom 8. Juli 1951 (aStG) aufgehoben worden. Indessen werden EinschÃ¤tzungen bis und mit Steuerjahr 1998 gemÃ¤ss § 269 Abs. 1 zweiter Satz StG nach altem Recht vorgenommen. DemgegenÃ¼ber gelangt die verfahrensrechtliche Ordnung des neuen Rechts grundsÃ¤tzlich ungeachtet der infrage stehenden EinschÃ¤tzung zur An­wen­dung (§ 268 StG und § 269 Abs. 1 StG e contrario). FÃ¼r das Nachsteuerverfahren ist das neue Recht auch kraft der ausdrÃ¼cklichen Bestimmung von § 269 Abs. 3 zweiter Satz StG anwendbar.</p> <p class="Erwgung2">Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der SteuerbehÃ¶rde nicht bekannt waren, dass eine EinschÃ¤tzung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzung unvollstÃ¤ndig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollstÃ¤ndige EinschÃ¤t­zung auf ein Verbrechen oder ein Vergehen gegen die SteuerbehÃ¶rde zurÃ¼ckzufÃ¼hren, wird laut § 160 StG die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert (Abs. 1). Hat der Steuerpflichtige Einkommen, VermÃ¶gen, Reingewinn oder Eigenkapital in seiner SteuererklÃ¤rung vollstÃ¤ndig und genau angegeben und haben die SteuerbehÃ¶rden die Be­wertung anerkannt, kann keine Nachsteuer erhoben werden, selbst wenn die Bewertung ungenÃ¼gend war (Abs. 2).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die SteuerbehÃ¶rde hat in der NachsteuerverfÃ¼gung und im Einspracheentscheid die staatliche und kommunale Nachsteuer, d.h. die nicht erhobene Steuer samt Zins, zu ermitteln (vgl. § 162 Abs. 2 StG). </p> <p class="Erwgung2">Das kantonale Steueramt hat im angefochtenen Einspracheentscheid erwogen, die Nachsteuer fÃ¼r das Steuerjahr 1989 sei verjÃ¤hrt, und hat insoweit das Nachsteuerverfahren eingestellt. Es hat jedoch versÃ¤umt, die verbleibende Nachsteuer fÃ¼r die Steuerjahre 1990 bis 1993 im VerfÃ¼gungsdispositiv festzulegen.</p> <p class="Erwgung2">Der angefochtene Entscheid erweist sich infolgedessen als unvollstÃ¤ndig und daher als mangelhaft. Die Sache ist an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckzuweisen, damit es die massgebliche Nachsteuer â unter BerÃ¼cksichtigung des Ausgangs dieses Rekursverfahrens â im Dispositiv des Neuentscheids festsetze (vgl. VGr, 24. August 2005, SR.2005.00006, E. 2.2.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>NachsteuerverfÃ¼gungen und Einspracheentscheide sind nach § 126 Abs. 1 StG den Beteiligten mit BegrÃ¼ndung schriftlich mitzuteilen.</p> <p class="Erwgung2">Die BegrÃ¼ndung ist jedenfalls so abzufassen, dass der betroffene Steuerpflichtige dadurch in die Lage versetzt wird, die Tragweite der Entscheidung zu erkennen und die Ãberlegungen, welche das kantonale Steueramt seiner Entschei­dung zugrunde gelegt hat, nachzuvollziehen (vgl. BGE 119 Ia 264 E. 4d; BGE 121 I 54 E. 2c). Auf diese Weise soll der Steuerpflichtige beurteilen kÃ¶nnen, ob und mit welchen Argumenten er die VerfÃ¼gung bzw. den Entscheid auf dem Rechtsmittelweg weiter­ziehen will. Schliesslich ermÃ¶glicht die vor­instanzliche BegrÃ¼ndung dem Verwaltungsgericht die ÃberprÃ¼fung der angefochtenen Entscheidung. Das kantonale Steueramt muss sich â auch im Einspracheentscheid â nicht mit allen Parteistandpunkten einlÃ¤sslich auseinanderset­zen und jedes einzelne Vorbringen ausdrÃ¼cklich widerlegen. Es kann sich auf die fÃ¼r die VerfÃ¼gung bzw. den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschrÃ¤nken (vgl. BGE 117 Ib 64 E. 4; BGE 121 I 54 E. 2c). Dass bei VerfÃ¼gungen im Bereich der Massenverwaltung, etwa bei VeranlagungsverfÃ¼gungen, stan­dardisierte BegrÃ¼ndungen und die Angabe von Abweichungen zur SteuererklÃ¤rung genÃ¼gen kÃ¶nnen, gilt nicht fÃ¼r VerfÃ¼gungen und Entscheide im Nachsteuerverfahren (entgegen Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 162 N. 21). Deren BegrÃ¼ndung hat insbesondere auch darzulegen, dass und inwiefern im Einzelnen die Voraussetzungen einer Nachsteuererhebung erfÃ¼llt sind, insbesondere neue Tatsachen und Beweismittel und ein Steuerausfall vorliegen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der Beweis der ungenÃ¼genden Versteuerung ist im Nachsteuerverfahren grundsÃ¤tzlich von der SteuerbehÃ¶rde zu leisten, da sie die steuerbegrÃ¼ndenden und steuermehrenden Tatsachen nachweisen muss; das Vorliegen neuer "Informationen" genÃ¼gt dabei fÃ¼r sich allein nicht. Soweit der Nachweis, ob Ã¼berhaupt eine unrichtige Versteuerung vorliegt, in Frage steht, treffen den Steuerpflichtigen keine Mitwirkungspflichten, denn andernfalls wÃ¼rden im Ergebnis rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzungen entgegen dem Willen des Gesetzgebers uneingeschrÃ¤nkter nachtrÃ¤glicher ÃberprÃ¼fung zugÃ¤nglich gemacht und dergestalt die Nachsteuerordnung aus den Angeln gehoben. Die im EinschÃ¤tzungsverfahren kraft § 133 ff. StG zu erfÃ¼llenden Verfahrenspflichten â wie die Auskunfts- und Beweisleistungspflicht (vgl. § 135 Abs. 1 und 2 StG) â obliegen dem Steuerpflichtigen im Nachsteuerverfahren nur, wenn das Vorliegen einer neuen Tatsache erwiesen ist und gewichtige Indizien den Schluss auf eine unrichtige Versteuerung zulassen. In diesem Licht betrachtet genÃ¼gt es nicht, dass in einer spÃ¤teren EinschÃ¤tzung Mehreinkommen oder -vermÃ¶gen entdeckt wird und die MÃ¶glichkeit oder gar die Wahrscheinlichkeit besteht, dass frÃ¼here rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzungen ungenÃ¼gend ausgefallen sind. Der Steuerpflichtige hat mit anderen Worten an der SachverhaltsabklÃ¤rung einzig dann mitzuwirken, wenn seine Nachsteuerpflicht hinreichend feststeht und nur noch der Umfang der Nachsteuer abzuklÃ¤ren ist. Diesfalls ist die SteuerbehÃ¶rde auch befugt, bei NichterfÃ¼llung ihrer Auflagen trotz Mahnung die Nachsteuer im Rahmen einer ErmessenseinschÃ¤tzung im Sinn von § 139 Abs. 2 StG festzusetzen. Ansonsten ist es Sache der BehÃ¶rde, all diejenigen Tatsachen und Beweismittel zu beschaffen, mit denen sie die unrichtige Versteuerung zu beweisen vermag (vgl. Richner/Frei/Kaufmann, § 162 N. 26 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Im Nachsteuerprotokoll sind gegenÃ¼ber den rechtskrÃ¤ftigen Steuerjahren 1990 bis 1992 Aufrechnungen im Ertrag von je Fr. 20'000.- vorgenommen worden mit dem Vermerk "GeschÃ¤ftsmÃ¤ssig nicht begrÃ¼ndete PauschalspesenvergÃ¼tungen an AktionÃ¤re, mangels Nachweis geschÃ¤tzt". Das kantonale Steueramt hat dazu erwogen, die Rekurrentin habe im Steuerjahr 1993 und in den darauf folgenden Steuerjahren ihren AktionÃ¤ren geschÃ¤ftsmÃ¤ssig nicht begrÃ¼ndete Leistungen zukommen lassen. Es handle sich "somit um ein Vorgehen der Steuerpflichtigen Ã¼ber einen lÃ¤ngeren Zeitraum (â¦), in welchen auch die Steuerjahre von 1989 bis 1992 fallen". Habe aber die AusschÃ¼ttung geldwerter Leistungen "einer langjÃ¤hrigen Ãbung" entsprochen, so habe der SteuerkommissÃ¤r, dem jedoch "nÃ¤here quantitative Anhaltspunkte fÃ¼r die Steuer" gefehlt hÃ¤tten, zu Recht zum Mittel der SchÃ¤tzung gegriffen. Angesichts des Umfangs allein schon der im Steuerjahr 1993 vorzunehmenden Aufrechnungen, rechtfertige sich die SchÃ¤tzung der in den Steuerjahren 1990 bis 1992 erbrachten geldwerten Leistungen auf je Fr. 20'000.-.</p> <p class="Erwgung3">Wohl vermag der Umstand, dass in spÃ¤teren EinschÃ¤tzungen geldwerte Leistungen einer Gesellschaft an ihre AktionÃ¤re entdeckt werden, den Verdacht nahe zu legen, solche Leistungen seien auch in frÃ¼heren â rechtskrÃ¤ftigen EinschÃ¤tzungen â ausgerichtet worden. Ein blosser Verdacht genÃ¼gt aber nicht, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit fÃ¼r ihn spricht. Erforderlich sind vielmehr konkrete gewichtige Indizien, die den Schluss auf die nicht versteuerte AusschÃ¼ttung geldwerter Leistungen und damit auf eine unrichtige Versteuerung in den vorangegangenen EinschÃ¤tzungen zulassen. Derartige Indizien fÃ¼hrt das kantonale Steueramt aber nicht an, und es kÃ¶nnen auch keine konkreten Anhaltspunkte den Akten entnommen werden. </p> <p class="Erwgung3">Hinzu kommt, dass die BegrÃ¼ndung des kantonalen Steueramts unklar und widersprÃ¼chlich ist, weil die Aufrechnung des SteuerkommissÃ¤rs einzig "PauschalspesenvergÃ¼tungen an AktionÃ¤re" betroffen hatte, wÃ¤hrend die ErwÃ¤gungen des Steueramts von "im Steuerjahr 1993 vorzunehmenden Aufrechnungen" ausgehen, welche verschiedenartige geldwerte Leistungen â nicht nur Pauschalspesen â beschlagen. Im Ãbrigen spricht der Umstand, dass ein AktionÃ¤r oder eine ihm nahe stehende Person eine von der Gesellschaft ausgerichtete Leistung deklariert hat, ohne gegenteilige Anhaltspunkte tendenziell dafÃ¼r, dass diese Leistungen in rechtskrÃ¤ftigen EinschÃ¤tzungen der Gesellschaft geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndet sein kÃ¶nnten.</p> <p class="Erwgung3">Das kantonale Steueramt hat nach dem Gesagten den Nachweis fÃ¼r seine Behauptung, die EinschÃ¤tzungen der Rekurrentin fÃ¼r die Steuerjahre 1990 bis 1992 seien ungenÃ¼gend ausgefallen, nicht erbracht. Die Voraussetzungen fÃ¼r eine Nachsteuererhebung sind insoweit nicht erfÃ¼llt, weshalb die Nachsteuerauflage fÃ¼r die erwÃ¤hnten Steuerjahre aufzuheben ist.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Hinsichtlich des Steuerjahrs 1993 stellt sich das kantonale Steueramt auf den Standpunkt, die Rekurrentin habe ihren drei AktionÃ¤ren geldwerte Leistungen zukommen lassen, die sie verbucht bzw. nicht deklariert habe, und zwar im Zusammenhang mit dem Kauf, dem Umbau und der Miete der Liegenschaft L-Strasse 01 in (X bzw. spÃ¤ter) Z, ferner durch Ausrichtung von Pauschalspesen nebst effektiven SpesenvergÃ¼tungen und schliesslich durch Ãbernahme von Privataufwendungen von AktionÃ¤ren in Form nicht ausgeschiedener Privatanteile fÃ¼r die BenÃ¼tzung von GeschÃ¤ftsautos und Bezahlung von HeizÃ¶lkosten fÃ¼r das Privathaus.</p> <p class="Erwgung3">Die Rekurrentin hat den Kauf und den Umbau der fraglichen Liegenschaft durch ihre drei AktionÃ¤re finanziert. Eine geldwerte Leistung lÃ¤ge indessen nur vor, falls die von der Rekurrentin fÃ¼r die Liegenschaft bezahlte Miete den Betrag Ã¼berstiegen haben sollte, welchen eine Drittperson unter vergleichbaren VerhÃ¤ltnissen bezahlt hÃ¤tte. Beweismittel fÃ¼r seine diesbezÃ¼gliche Behauptung, etwa eine Expertise, hat das kantonale Steueramt jedoch nicht vorgelegt. Angesichts dessen, dass die Rekurrentin unwidersprochen eine hÃ¶here als die vertraglich vereinbarte Miete bezahlt hat, was ein gewichtiges Indiz fÃ¼r eine nicht marktgerechte VergÃ¼tung bildet, rechtfertigt sich eine weitere Untersuchung durch das kantonale Steueramt. Dieses wird insbesondere die HÃ¶he der marktmÃ¤ssigen Miete der Liegenschaft durch ein Gutachten abzuklÃ¤ren haben. Soweit erforderlich wird die Rekurrentin an der Sachverhaltsermittlung mitwirken mÃ¼ssen.</p> <p class="Erwgung3">Im Rahmen des zweiten Rechtsgangs wird das kantonale Steueramt unter Einbezug der Mitwirkung der Rekurrentin sodann zu untersuchen haben, ob und inwieweit der neu entdeckte Umstand, dass diese ihren AktionÃ¤ren trotz effektiven SpesenvergÃ¼tungen Pauschalspesen ausgerichtet hat, die Annahme verdeckter GewinnausschÃ¼ttungen erlaubt. Schliesslich wird das Steueramt abzuklÃ¤ren haben, ob hinsichtlich der behaupteten privaten BenÃ¼tzung von GeschÃ¤ftsautos der Rekurrentin durch deren AktionÃ¤re eine neue Tatsache vorliegt. Bejahendenfalls wird das Steueramt unter Mitwirkung der Rekurrentin die HÃ¶he einer allfÃ¤lligen verdeckten GewinnausschÃ¼ttung festzustellen haben. Hinsichtlich der Ãbernahme von HeizÃ¶lkosten fÃ¼r das Privathaus eines AktionÃ¤rs liegt offensichtlich eine verdeckte Vorteilszuwendung vor.</p> <p class="Erwgung2">Das fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung des Rekurses.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Angesichts der Aufhebung der Nachsteuerauflage fÃ¼r die Steuerjahre 1990 bis 1992 einerseits und des letztlich ungewissen Ausgangs des Nachsteuerverfahrens fÃ¼r das Steuerjahr 1993 rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten der Rekurrentin zu 2/5 und dem Rekursgegner zu 3/5 aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG in Verbindung mit § 153 Abs. 4 und § 162 Abs. 3 StG). Der Rekurrentin steht dementsprechend keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 152, § 153 Abs. 4 und § 162 Abs. 3 StG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur weiteren Untersuchung und zur AusfÃ¤llung eines neuen Einspracheentscheids im Sinn der ErwÃ¤gungen an das kantonale Steueramt zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Ãber seine Verfahrenskosten hat das kantonale Steueramt im Neuentscheid zu befinden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 8'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 8'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden zu 2/5 der Rekurrentin und zu 3/5 dem Rekursgegner auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>