Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 27. Februar 2019 (715 18 338 / 53) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selb stverschuldeter Arbeitslosigkeit. Das der Versicherten vorgeworfene Fehlverhalten kan n bei der vorliegenden Aktenlage beweismässig nicht klar auf das Verhalten der Versi cherten zurückgeführt werden. Gut- heissung der Beschwerde. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Die 1988 geborene A.____ war seit dem 1. Mai 201 7 im Rahmen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses bei der B.____ GmbH (GmbH) als Agent angestellt gewesen. Mit Schrei- ben vom 27. Februar 2018 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der Kündigungsfrist per Ende März 2018. Am 1. März 2018 meldete sich die Versicherte beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arb eitsvermittlung an und erhob tags darauf bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (K asse) Anspruch auf Arbeitslosenentschädi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung ab 1. April 2018. Mit Verfügung Nr. 1303 / 201 8 vom 14. Juni 2018 stellte die Kasse A.____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab 1. A pril 2018 für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein. Die hiergegen erho bene Einsprache wies die Einsprach- einstanz des KIGA Baselland, Abteilung Öffentliche Arbe itslosenkasse, mit Entscheid vom 14. September 2018 ab. B. Hiergegen erhob A.____ am 11. Oktober 2018 Beschwe rde beim Kantonsgericht, Ab- teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und be antragte dessen Aufhebung. Zur Be- gründung brachte sie im Wesentlichen vor, das ihr zur La st gelegte Fehlverhalten sei unzutref- fend. Die Vorinstanz habe nichts unternommen, um die Aussagen ihrer ehemaligen Arbeitgebe- rin zu überprüfen, sondern habe fälschlicherweise darauf abgestellt, dass deren Aussagen wahr seien. Es sei nicht hinterfragt worden, weshalb die Arb eitgeberin nie eine schriftliche Abmah- nung vorgenommen habe, oder wann die behaupteten, m ündlichen Abmahnungen überhaupt erfolgt seien. Ausserdem sei zwar festgestellt worden, da ss nach der Kündigung ein „Incentive“ ausbezahlt worden sei; die Vorinstanz habe aber nicht weiter erläutert, weshalb trotz der erho- benen Vorwürfe ein solches „Incentive“ überhaupt ausbe zahlt worden sei. Die Tatsache, dass die Versicherte nicht alles geleugnet, sondern auch „m ögliche“ Fehler eingestanden habe, obschon sie gleichzeitig darauf hingewiesen habe, dass solche Fehler an einem Empfangsdesk täglich geschehen würden, werde nun ausschliesslich zu ihren Lasten ausgelegt. C. In ihrer Vernehmlassung vom 29. November 2018 schlo ss die Kasse auf Abweisung der Beschwerde. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die o bligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mi t Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obl igatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 da s Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Ver fügungserlasses die Kontrollpflicht er- füllt. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kanton sgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versi- cherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachli ch und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO in der ab 1. Januar 2019 a nwendbaren Fassung entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversicherun gsrecht des Kantonsgerichts Streitig- keiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.— durch Pr äsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechti- gung eingestellt worden ist. Bei einem Taggeld von Fr. 155.05 beläuft sich der Streitwert auf Fr. 4‘806.55.— (Kassen-Dok 104). Die Angelegenheit is t somit präsidial zu entscheiden. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person al les Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. K ommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellu ng in der Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funkt ion einer Haftungsbegrenzung der Versi- cherung für Schäden, die die versicherte Person hätte v ermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältni smässigkeits- und Verschul- densprinzip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Kol- ler/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bundesverwalt ungsrecht, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel 2007, Rz. 822 ff.). 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicher te Person in der Anspruchsberech- tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Dieser Tatbe- stand erfasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die kausal für den Eintritt der Arbeits- losigkeit sind und eine Verletzung der Pflicht, Arbeitsl osigkeit zu vermeiden, bedeuten. Art. 44 Abs. 1 AVIV zählt in den lit. a-d beispielha ft Tatbestände auf, die unter den Begriff der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit fallen. So liegt selb stverschuldete Arbeitslosigkeit unter anderem dann vor, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Ver- letzung arbeitsvertraglicher Pflichten, der Arbeitgebe rin Anlass zur Auflösung des Arbeitsver- hältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). D ie Einstellung in der Anspruchsberechti- gung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt kei ne fristlose Auflösung des Arbeitsverhält- nisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obliga- tionenrechts (OR) vom 30. März 1911 voraus. Das unkorrekte Verhalten muss auch nicht unbe- dingt eine eigentliche Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, dass die versicherte Person durch ihr sonstiges Verhalten inn erhalb und ausserhalb des Be- triebs berechtigten Anlass zur Kündigung gab (vgl. Urte il des Eidgenössischen Versicherungs- gerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozia lrechtliche Abteilungen] vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; ARV 1987 Nr. 7; 1982 Nr. 18). Dabei müssen nicht zwingend Beanstandungen in beruflicher Hinsicht vorgelegen haben. Es genügt beispielsweise, dass cha- rakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Ar beitnehmer für den Betrieb als untrag- bar erscheinen lassen, zur Entlassung geführt haben (BG E 112 V 244, E. 1). Selbstverschulde- te Arbeitslosigkeit im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt also immer dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objekti ven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren V erhalten der versicherten Person liegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009 , 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hinweisen, publiziert in: ARV 2009 S. 264). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens der Inte rnationalen Arbeitsorganisation über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Über- einkommen Nr. 168 der IAO), das für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft getreten ist, kann eine Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder Verdienstausfall infolge einer vorübergehenden Arbeit seinstellung ohne Unterbrechung des Beschäftigungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, nur gekü rzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vo rsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IA O ist hinreichend bestimmt und klar, um als Grundlage eines Entscheids im Einzelfall dienen zu können, und ist daher direkt anwendbar (BGE 122 V 54 ff.; Urteil des EVG vom 17. Oktober 200 0, C 53/00). Aufgrund des grundsätzli- chen Primats des Völkerrechts geht Art. 20 lit. b des Üb ereinkommens Nr. 168 der IAO Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV vor. Demzufolge führt nicht jedes schuldhafte Verhalten der versicherten Per- son, das dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat, zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG. Das vorwerfbare Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IAO vielmehr vorsätzlich erfolgt sein, wobei auch Eventualvorsatz genügt (Urte il des EVG vom 4. Juni 2002, C 371/01, E. 2b). 2.4 Eventualvorsatz ist im Zusammenhang mit Art. 44 lit . a AVIV dann anzunehmen, wenn die versicherte Person vorhersehen kann oder damit rechnen muss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeitgeber führt (T HOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). Im Rahmen von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIG darf somit bei blosser Fahrlässigkeit keine Einstellung in der An- spruchsberechtigung erfolgen (JACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberech- tigung, Zürich 1998, S. 76 f.). Im Entscheid vom 6. Ju ni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f. hat das Bundesgericht – unter Hinweis auf den im Strafrecht gel tenden Massstab – festgestellt, dass Eventualvorsatz und bewusste Fahrlässigkeit auf der Wissensse ite übereinstimmen, indem der betroffenen Person die Möglichkeit des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bewusst ist. Wer die Möglichkeit der Tatbestandsverwirklichung erkennt, kan n sich, selbst leichtfertig, über sie hinwegsetzen, d.h. darauf vertrauen bzw. mit der Einste llung handeln, dass schon nichts pas- sieren werde (bewusste Fahrlässigkeit). Demgegenüber erfordert der Eventualvorsatz, dass der Täter sich für die Tatbestandsverwirklichung entscheidet, sie mithin in Kauf nimmt. Weitestge- hend ausser Frage stehen dürfte das Willenselement nu r, wenn der Betroffene die Tatbe- standsverwirklichung für so naheliegend hält, dass die Bereitschaft, sie als Folge seines Verhal- tens hinzunehmen, vernünftigerweise nicht mehr bezweif elt werden kann; oder wenn sie ihm, im eigentlichen Sinn des Wortes, erwünscht oder recht wa r, wie wohl auch noch im Falle schie- rer Gleichgültigkeit. Als Faustregel gilt: Dass die bet roffene Person die Tatbestandsverwirkli- chung in Kauf genommen hat, liegt grundsätzlich näher , je wahrscheinlicher es ihr erschien, dass sie eintreten könnte, und je weniger sie diese inne rlich ablehnte, bzw. umgekehrt (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2008, 8C_50 4/2007, E. 5.4 mit Hinweis). Zu den Umständen, die allenfalls auf eventualvorsätzliches Verhalten schliessen lassen, gehören dabei die Grösse des Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schw ere der Sorgfaltspflichtverlet- zung, die Beweggründe und die Art der Tathandlung. D as Gericht darf vom Wissen der Be- troffenen auf deren Willen schliessen, wenn sich ihm de r Eintritt des Erfolgs als so wahrschein- lich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hin zunehmen, vernünftigerweise nur als Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Was die betroffene Person wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen und ist somit eine Tatfrage. Rechtsfrage ist hinge- gen, ob im Lichte der festgestellten Tatsachen der Schluss auf Eventualvorsatz berechtigt er- scheint (BGE 138 V 74 E. 8.4.1 mit Hinweisen; zum Ganze n: Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f.). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (vgl. BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus de n Akten ergebender Anhaltspunkte hin- reichender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl . BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundes- gerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). Die Mi twirkungspflicht kommt als allgemeiner Verfahrensgrundsatz auch im kantonalen Beschwerdeverfahre n zur Anwendung und bedeutet das aktive Mitwirken der Parteien bei der Feststellung d es Sachverhalts (vgl. T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 200 3, S. 446 f., 489 f.; F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 284 f.). 3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1978, S. 135). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. H ANS -ULRICH STAUFFER , Rechtsprechung des Bundesge- richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und Insolvenzentschädigung, Zürich 1998, S. 77). Die blosse Möglichkeit eines be- stimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sach- verhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, 12 5 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). Eine Ausnahme hierzu bildet die A nwendung von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV (vgl. dazu Urteil des EVG vom 17. Oktober 2000, C 53/00 , E. 3a). Praxisgemäss muss das der versicherten Person im Rahmen dieser Bestimmung zur Last g elegte Verhalten in beweismäs- siger Hinsicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellun g ausser Betracht fällt (vgl. Urteile des EVG vom 7. November 2002, C 365/01, E. 2 und vom 8. O ktober 2002, C 392/00, E. 3.1; siehe im Weiteren auch BGE 112 V 245 E. 1; SVR 1996 ALV N r. 72 S. 220 E. 3b/bb; N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 829). 3.3 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässig insbesondere auf die Aussagen der Arbeitgeber angewiesen. Dabei ist davon auszugehen , dass diese eine Sachverhaltsdar- stellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens interessiert zu sein und ohne ein Interesse daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünsti gen Licht erscheinen zu lassen. So- lange kein Grund besteht, an den Aussagen der Arbeitgeberin zu zweifeln, ist deshalb auf diese Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht abzustellen. Es darf hingegen insbesondere dann nicht e inzig auf deren Aussagen zu den Um- ständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältni sses abgestellt werden, wenn diese be- stritten und durch keine weiteren Indizien gestützt we rden (vgl. BGE 112 V 245 E. 1; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des EVG vom 8. März 2001, C 102/00, E. 1a). Denn eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung kann, wie eben dargestellt, nur verfügt werden, wenn das der versi- cherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht und von dieser vorsätzlich ausgeübt wurde. Ein derartiges Verhalten muss demnach als solches au ch bewiesen werden und nicht bloss mit dem ansonsten im Bereich des Sozialversicherungsre chts erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 112 V 245 E. 1; SRV 1996 ALV Nr. 72 S. 220). Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer darf somit nicht ohne weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbeitnehmers geschl ossen werden, wenn der Arbeitgeber nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für w elche er keine Beweise anführen kann (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 2001, C 380/0 0, E. 2b; BGE 112 V 245 mit Hinweisen; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). 4. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zur Kündig ung Anlass gegeben und deshalb die Folgen einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit im S inne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu tragen h at. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob ihr zu Recht ein vorsätzliches Verhalten zur Last gelegt wor den ist. Wie bereits dargelegt, muss das der Beschwerdeführerin zur Last gelegte Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar festste- hen, andernfalls eine Einstellung in der Anspruchsbere chtigung ausser Betracht fällt (oben, Er- wägung 3.3 hiervor). 4.1 Dem Kündigungsschreiben vom 27. Februar 2018 ist le diglich zu entnehmen, dass die Kündigungsgründe mündlich erläutert worden seien. Konkrete Kündigungsgründe oder sonstige Anhaltspunkte in diesem Zusammenhang sind der Kündigun g hingegen nicht zu entnehmen (Kassen-Dok 30). 4.2 Dem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 2. Mär z 2018 kann entnommen wer- den, dass sich die Versicherte zu oft über Missstände im Bet rieb beschwert habe (Kassen-Dok 33). 4.3 Der Arbeitgeberbescheinigung vom 7. März 2018 könne n keine Gründe für die Kündi- gung entnommen werden (Kassen-Dok 48). 4.4 Der Stellungnahme der ehemaligen Arbeitgeberin der Versicherten vom 17. Mai 2018 ist einleitend folgender Wortlaut zu entnehmen: „Da Sie als Arbeitslosenkasse abzuklären ha- ben, ob Frau A.____ die Kündigung verschuldet hat und allenfalls Einstelltage verfügt werden müssen, kann ich Ihnen vergewissern, dass dem nicht der Fa ll ist“. Weiter geht daraus hervor, dass die Kündigungsgründe mündlich mitgeteilt worden s eien. „Es betreffe insbesondere die fehlerhafte Arbeitsweise sowie den Vertrauensverlust aufgrund persönlichen Verhaltens gegen- über der vorgesetzten Person“. Beanstandungen hinsichtlich des Arbeitsverhaltens seien münd- lich erfolgt. Gerne könne die Kasse wieder Kontakt aufn ehmen, nachdem die Versicherte zu diesem Schreiben ihrerseits Stellung bezogen habe (Kassen-Dok 85). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5 Auf erneute Nachfrage der Kasse vom 22. Mai 2018 um Konkretisierung nahm die ehemalige Arbeitgeberin der Versicherten mit Mail vom 24. Mai 2018 erneut Stellung. Hinsicht- lich des Vorwurfs fehlerhaften Verhaltens geht daraus he rvor, dass innerhalb des Teams für schlechte Stimmung gesorgt worden sei durch Niedermache n des Direktors bei anderen Mitar- beitern hinter dessen Rücken und durch das Nicht-Respekti eren des Direktors durch die Be- hauptung, dass dieser keine Ahnung von den Richtlinien der Betriebe habe. Mitte Februar 2018 sei gegenüber dem Manager folgende Aussage erfolgt: „ Ich bin froh, dass du da bist, weil der da hinten (Direktor) keine Ahnung von nichts hat“. Mündliche Verwarnungen seien ohne jegliche Besserung erfolgt. Es sei behauptet worden, der Direkt or würde nicht auf die Mitarbeiter und deren Bedürfnisse eingehen, und es seien Mitarbeiter g egen den Direktor aufgehetzt worden. Es hätten Mehrfachbuchungen stattgefunden, so dass diese B uchungen zu Gewinnverlusten geführt hätten. Im Dezember 2017 sei die Versicherte in die Firmenzentrale zu einer Schulung geschickt worden. Obschon sämtliche Reisekosten übernommen worden seien und eine detail- lierte Wegbeschreibung mitgegeben worden sei, habe sie sich öffentlich über das Fehlen einer Wegbeschreibung und über die Tatsache beklagt, dass sie ungern Geld für nichts ausgebe. Auf die Frage der Kasse, ob mit der Versicherten im Vorfeld der Kündigung über die beanstandeten Punkte ein Gespräch geführt bzw. eine Verwarnung ausgesp rochen worden sei, gab der ehe- malige Vorgesetzte der Beschwerdeführerin an, diese ha be ihn als Vorgesetzten und seine Ar- beitsanweisungen nicht akzeptiert. Im Dezember 2017 se i klar kommuniziert worden, dass kei- ne Eurowährungen angenommen würden. Daraufhin habe sich die Versicherte beschwert, dass es der einzige Betrieb sei, welcher keine Euros annehm en würde und gesagt, sie würde es mit ihrer eigenen Karte bezahlen und die Euros einstecken (Kassen-Dok 90). 4.6 Gemäss Arbeitszeugnis vom 28. März 2018 habe sich die V ersicherte mit ihren Aufga- ben identifiziert und mit Engagement gearbeitet. Sie habe ihren Aufgabebereich gut beherrscht und habe optimale Lösungen bei unerwarteten Ereigni ssen gefunden. Sie habe zudem stets effizient und selbständig gearbeitet. Aufgrund ihres te amorientierten Verhaltens und ihrer ange- nehmen Umgangsformen sei sie jederzeit eine geschätzte M itarbeiterin und Kollegin gewesen. Ihre Arbeitsleistung sei jederzeit zuverlässig und ihr p ersönliches Verhalten immer vorbildlich gewesen. Sie sei bei allen Kunden, Mitarbeitenden und Vorgesetzten beliebt gewesen (Kassen- Dok 115 f.). 4.7 Im Rahmen des rechtlichen Gehörs hielt die Versicher te in ihrer Stellungnahme vom 6. Juni 2018 fest, dass sie weder mündlich noch schriftlich je abgemahnt worden sei. Sie habe nicht für schlechte Stimmung gesorgt. Vielmehr habe sie w iederholt versucht, zu schlichten und Lösungen zu finden (Kassen-Dok 118). Vor ihrer Kündigu ng habe sie nie schlecht über den Direktor gesprochen, sie habe ihn im Gegenteil bei den Arbeitskollegen oft verteidigt. Insbeson- dere habe sie auch nicht gesagt, dass der Direktor keine Ahnung habe. Vielleicht habe es Mehrfachbuchungen gegeben, aber nicht mehr als bei an deren Angestellten und schon gar nicht in böser Absicht. Ausserdem habe dies nie zu einem G ewinnverlust geführt und auch kei- ne Ermahnung nach sich gezogen. Betreffend die Reise i n die Firmenzentrale habe sie keine Wegbeschreibung erhalten, weshalb sie im öffentlichen Ch at des Betriebs um Hilfe gebeten habe. Diese Hilfe sei erst spät erfolgt, so dass ihr der zu viel bezahlte Betrag für ein zwischen- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zeitlich zu einem überteuerten Preis gekauftes Bahnticket nicht zurückerstattet worden sei. Der Vorwurf, Euros entgegen genommen zu haben, stehe im k onkreten Zusammenhang mit dem Besuch zweier Kunden, die spät abends angereist seien und nur mit Euro haben bezahlen kön- nen. Nachdem sie versucht habe, den Direktor telefonisch zu erreichen, habe sie die entspre- chende Buchung mit ihrer privaten EC-Karte bezahlt, u nd die Kunden hätten ihr das Geld am nächsten Tag nach einem Besuch auf der Bank in Schweizer Franken wieder zurückgegeben. Die Kunden hätten tags darauf mit dem Direktor gespro chen und hätten ihm mitgeteilt, wie dankbar sie gewesen seien, dass sie ausgeholfen habe. Der Direktor habe darüber nicht mit ihr gesprochen (Kassen-Dok 117 f.). 4.8 Der Einsprache der Versicherten vom 21. Juni 2018 ist zu entnehmen, dass die Arbeit- geberin den ihr nunmehr zur Last gelegten Kündigungsgrund nie erwähnt habe. Die Argumenta- tion der Kasse sei nicht nachvollziehbar. Die Versicherte sei nach ihrer Kündigung – mit Blick auf die geltenden Bestimmungen teils sogar über das zul ässige Mass hinaus – eingesetzt wor- den und sogar mit der Einführung ihres Nachfolgers beau ftragt worden. Was den Vorwurf der Mehrfach-Buchungen betreffe, könne dieser Vorwurf ra sch gemacht werden. Im Empfangsbe- reich gehe es teils chaotisch zu und her. Buchungen müssten kurz nach ihrem Eingang wieder korrigiert und storniert werden. Da die Erstbuchung nic ht von denselben Personen vorgenom- men würde, welche dann die Korrektur vornehmen würden , würden immer wieder Fehler unter- laufen. So könne es beispielsweise geschehen, dass etwas r eserviert bleibe, obschon die Kun- den ihre Ankunft nachträglich ändern würden. Solche F ehler seien ihr sicherlich auch unterlau- fen, ebenso aber auch anderen Mitarbeitern. Einmal h ätten deshalb alle Mitarbeitenden eine Mail erhalten. Ihr persönlich sei jedoch nie mitgetei lt worden, dass ihre Fehlerquote höher als jene der anderen sei (Kassen-Dok 143 ff.). 5.1 Den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin ist zu entnehmen, dass die Beanstandun- gen hinsichtlich des Arbeitsverhaltens mündlich erfolgt u nd die Kündigungsgründe erläutert worden seien (Kassen-Dok 85). Diese Aussage wird von der Beschwerdeführerin jedoch bestrit- ten (Kassen-Dok 117 f.). Auf die von der Kasse im Anschluss konkretisierende Nachfrage, ob mit der Versicherten im Vorfeld der Kündigung über di e beanstandeten Punkte ein Gespräch geführt oder eine Verwarnung ausgesprochen worden sei, hat der ehemalige Vorgesetzte der Beschwerdeführerin lediglich angegeben, dass die Versiche rte dessen Anweisungen nicht ak- zeptiert habe. Die hier im Zentrum stehende Frage, ob bereits im Vorfeld gegenüber der Versi- cherten konkret formulierte Beanstandungen und allfällige Verwarnungen vorlagen, blieb indes- sen unbeantwortet (Kassen-Dok 90). 5.2 Mit Blick auf das der Versicherten von der Beschwerde gegnerin vorgeworfene Fehl- verhalten steht damit letztlich Aussage gegen Aussage (Ka ssen-Dok 149). Ein konkretes Mitar- beitergespräch oder gar eine Verwarnung, welche das von der ehemaligen Arbeitgeberin er- wähnte kritisierte Verhalten der Versicherten belegen würde, hat offenbar nicht stattgefunden. Trotz wiederholter Nachfrage seitens der Kasse liegen i n diesem Zusammenhang ebenso we- nig allfällige Kopien von Gesprächsprotokollen oder schriftliche Mitarbeiterbeurteilungen in den Akten, welche das der Versicherten zur Last gelegte Verha lten zumindest nahelegen würden. Es ist somit nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin tr otz Wissens um eine beanstandete Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsweise ihr Verhalten nicht geändert hat und dami t ihrer Arbeitgeberin mindestens eventu- alvorsätzlich Anlass zur Kündigung gegeben oder ihre Künd igung gar in Kauf genommen hätte. Den Akten zufolge verhält es sich eher umgekehrt: Einer seits hat die ehemalige Arbeitgeberin auf Nachfrage der Kasse bestätigt, dass die Kündigung von der Versicherten nicht verschuldet worden sei (Kassen-Dok 85). Andererseits liegt ein – exp lizit als uncodiert bezeichnetes – Ar- beitszeugnis vor, welches der Versicherten durchwegs gute Leistungen attestiert und im Ver- gleich zu den erst im Nachgang geäusserten Vorwürfen n icht nur ein deutlich positiveres Bild abgibt, sondern dem ihr nunmehr zur Last gelegten Ver halten geradezu widerspricht (Kassen- Dok 115 f.). Für vorbildliche Verhaltensweisen und Arb eitsleistungen spricht ausserdem der Umstand, dass der Versicherten im Juli 2017, Oktober 2017 und zuletzt im Januar 2018, mithin drei Mal während ihres insgesamt elf Monate dauernde n Arbeitsverhältnisses, eine nicht uner- hebliche Gratifikation in Form eines „Qualitätsincent ive“ ausgerichtet worden ist (Kassen-Dok 79). Damit ist zugleich gesagt, dass die zwischen den Part eien im Grundsatz anerkannte Mehr- fachbuchung im Dezember 2017 (Kassen-Dok 90) kein derart gravierender Vorfall dargestellt hat, aufgrund dessen die Versicherte – zumindest eventu alvorsätzlich – mit ihrer Kündigung hätte rechnen müssen. Andernfalls ist nicht zu erklären, w eshalb ihr sogleich im Januar 2018 zum wiederholten Mal eine Gratifikation ausgerichtet w orden ist. Die Beschwerdeführerin hat zwar anerkannt, sich oft über Missstände im Betrieb beschw ert zu haben (Kassen-Dok 33). Ebenfalls hat sie angegeben, nicht immer nur eine angenehme und angepasste Mitarbeiterin zu sein, sondern zu ihrer Meinung, aber auch zu ihren Fe hlern zu stehen (Kassen-Dok 150). Eine solche Aussage alleine kann dem oben Dargelegten aber nicht genügen, ein allfälliges Fehlver- halten der Versicherten im konkreten Einzelfall klar gen ug nachzuweisen (oben, Erwägung 3.3 hiervor). Im Gegenteil: Die Tatsache, dass Buchungen ge nerell eine gewisse Fehlerquote an- haftet, ist notorisch; die Darstellung der Versicherten, dass daraus kein spezifischer Vorwurf zu ihren Lasten abgeleitet werden kann, mithin solange p lausibel, als ihre Fehlerquote kein inak- zeptables Mass erreicht. Ein solcher Vorwurf ist jedoch we der erhoben noch anerkannt. Aus- serdem handelt es sich bei den von der ehemaligen Arbe itgeberin geltend gemachten Diver- genzen betreffend Mehrfachbuchungen und die Entgegenn ahme von Euros nicht um derart gravierende Vorkommnisse, bei welchen sogleich ohne eine Verwarnung mit einer Entlassung zu rechnen gewesen wäre (vgl. eine ähnliche Konstellatio n im Urteil des Bundesgerichts vom 10. Januar 2007, C 354/05, E. 4.4). Insbesondere im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Ent- gegennahme von Euros als Zahlungsmittel ist festzustellen , dass – wenn auch sicherlich in ei- ner unkonventionellen Art und Weise (vgl. diesbezüglich auch das positive Arbeitszeugnis, Kas- sen-Dok 115 f.) – die Versicherte die Euro gerade nicht als Zahlungsmittel entgegen genommen hat, sondern die Buchung gemäss ihrer unbestritten ge bliebenen Darstellung zufolge sehr wohl in Schweizer Franken abgewickelt hat. Für die Tatsache, dass die Versicherte für diese unkon- ventionelle Lösung nicht etwa getadelt, sondern – wie sie selber vorbringt – gelobt worden ist, spricht wiederum die Tatsache, dass ihr im Januar 2018 ei ne weitere Gratifikation ausgerichtet worden war (Kassen-Dok 79). 5.3 Es mag zwar zutreffen, dass diverse Unstimmigkeiten zwisch en der Versicherten und ihrem direkten Vorgesetzten bestanden haben. Diese begr ündet die Versicherte letztlich aber glaubwürdig mit Differenzen fachlicher Natur, welche d em zitierten Urteil des Bundesgerichts zufolge alleine nicht genügen, dass die Versicherte ohne den Nachweis einer konkreten Ver- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht warnung mit einer Entlassung hätte rechnen müssen. Eine solche Verwarnung hat offenbar nicht stattgefunden; der Versicherten wurde im Gegente il und wiederholt eine Gratifikation aus- bezahlt. Im Zusammenhang mit dem ihr vorgeworfenen V erhalten steht ausserdem Aussage gegen Aussage: Dass die Versicherte ihrem Vorgesetzten geg enüber ungebührlich aufgetreten wäre und insbesondere noch vor Erhalt ihrer Kündigung ein despektierliches Verhalten an den Tag gelegt hätte, ist bestritten und nicht näher bele gt. Hintergrund der Unstimmigkeiten zwi- schen der Arbeitnehmerin und ihrem Vorgesetzten waren offenbar unterschiedliche Ansichten über die zu verrichtenden Arbeiten einerseits und der Umgang mit den Kunden bzw. mit den Zahlungsmodalitäten andererseits. Selbst wenn diese Span nungen zu Auseinandersetzungen geführt haben, können sie hinsichtlich ihrer Intensität bei der vorliegenden Aktenlage jedoch beweismässig nicht eindeutig genug auf das Verhalten d er Versicherten selbst zurückgeführt werden. Auseinandersetzungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber geben in arbeitslosen- versicherungsrechtlicher Hinsicht zwar keinen Rechtfertigung sgrund für eine mangelhafte Leis- tungsbereitschaft. Von derart mangelhaften Leistungen ist im vorliegenden Fall aber gerade nicht auszugehen, andernfalls der Versicherten weder kaum wiederholt eine Gratifikation aus- bezahlt, noch ihr ein durchwegs positives Arbeitszeugnis au sgestellt worden wäre. Konkrete Ausfälligkeiten, welche der Versicherten im Vorfeld ihr er Kündigung zur Last gelegt werden könnten, sind schliesslich bestritten und nicht belegt. Im Gegenteil: Nachdem zunächst weder der Kündigung vom 27. Februar 2018 noch der Arbeitg eberbescheinigung vom 7. März 2018 allfällige Gründe für eine Kündigung entnommen werd en können, geht aus der Stellungnahme der Arbeitgeberin vom 17. Mai 2018 vielmehr hervor, da ss die Versicherte ihre Kündigung nicht selbst verschuldet hat. Die entsprechende Formulierung in dieser Stellungnahme kann jeden- falls nicht anders verstanden werden, als dass allenfalls ge wisse Unstimmigkeiten zwischen Arbeitnehmerin und Arbeitgeberin bestanden haben mö gen, diese jedoch nicht derart gravie- rend ausgefallen sind, dass sie nicht tolerierbar gewese n wären (Kassen-Dok 85). Unbesehen dessen darf ohnehin nicht leichthin auf ein fehlerhaf tes Verhalten der Arbeitnehmerin geschlos- sen werden, wenn die Arbeitgeberin nur unbestimmte Gr ünde geltend zu machen vermag, für welche sie keine Beweise anführen kann. So verhält es sich auch hier: Nebst dem Umstand, dass keinerlei schriftliche Protokolle oder echtzeitliche Gesprächsnotizen in Bezug auf das der Beschwerdeführerin vorgeworfene Fehlverhalten vorliege n, bleiben die Vorwürfe an die Versi- cherte wenig konkret. Ein Verhalten der Versicherten, we lches trotz unterschiedlicher Arbeits- auffassungen nicht zu tolerieren gewesen wäre, vermag die Kasse in arbeitslosenversiche- rungsrechtlicher Hinsicht deshalb nicht rechtsgenüglich zu belegen. Dass die Versicherte mit ihrem Verhalten das Vertrauensverhältnis gegenüber ihre r Arbeitgeberin letztlich derart strapa- ziert hat, dass sie damit rechnen musste, ihre Stelle zu ver lieren, ist unter diesen Umständen jedenfalls nicht dargetan. 5.4 Zusammenfassend ist nicht erstellt, dass die Beschwerdef ührerin die Kündigung und den Verlust ihrer Arbeitsstelle zumindest eventualvorsätzl ich in Kauf genommen hat. Damit er- übrigen sich weitere Abklärungen zu einem allfälligen Fehlverhalten. Kann der Beschwerdefüh- rerin kein eventualvorsätzliches oder gar vorsätzliches Fehlverhalten zur Last gelegt werden, ist von einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung abzu sehen. Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und zur Gutheissung vorliegenden der Beschwerde. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einsprach eentscheid der öffentlichen Arbeitslosenkasse vom 14. September 2018 aufgehoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.