Kantonsgericht Schwyz Urteil vom 19. Mai 2023 ZK1 2022 9 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident lic. iur. Stefan Weber, Kantonsrichter Pius Schuler, Jörg Meister, Josef Reichlin und lic. iur. Jeannette Soro, Gerichtsschreiber lic. iur. Claude Brüesch. In Sachen A.________, Kläger und Berufungsführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen C.________, Beklagte und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin D.________, betreffend Ehescheidung (Berufung gegen das Urteil des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 15. Dezember 2021, ZEO 2018 74);- hat die 1. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben: A. Die Parteien heirateten am ________ vor Zivilstandsamt Altendorf. Ihrer Ehe entsprossen die heute mündigen Kinder G.________ und H.________ (Vi-act. 1, KB 2). B. Mit Verfügung vom 8. September 2016 genehmigte der Einzelrichter am Bezirksgericht March die von den Parteien gleichentags geschlossene Ver- einbarung betreffend Eheschutzmassnahmen, worin diese insbesondere ei- nen ehelichen Unterhaltsbeitrag des Ehemannes an die Ehefrau in der Höhe von Fr. 1’200.00 pro Monat für die Dauer des Getrenntlebens vereinbarten. In der gleichen Verfügung nahm der Einzelrichter Vormerk davon, dass die Par- teien seit dem 1. April 2016 getrennt leben, und ordnete mit Wirkung ab 29. Februar 2016 die Gütertrennung an (Vi-act. 1, KB 3). Im Rahmen eines vorsorglichen Massnahmenverfahrens (Abänderung Eheschutz) verfügte der Einzelrichter am 2. April 2019 eine Reduktion des für die Dauer des Getrennt- lebens vom Ehemann an die Ehefrau zu bezahlenden Unterhaltsbeitrages auf Fr. 871.50 mit Wirkung ab April 2019 (KG-act. 1/4). C. Der Ehemann (nachfolgend: Kläger) reichte am 21. September 2018 die unbegründete und am 5. Juli 2019 die begründete Scheidungsklage ein (Vi- act. 1 und 15). Nach Durchführung des Verfahrens erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht March mit Urteil vom 15. Dezember 2021 Folgendes: 1. [Scheidung der Ehe.] 2. Die Ehefrau wird verpflichtet, dem Ehemann zum Ausgleich der Austrittsleistungen nach FZG Fr. 4’250.00 ihrer Freizügigkeitsleis- tung bei der I.________ auf ein von diesem noch zu bezeichnen- des Freizügigkeitskonto der 2. Säule zuzüglich Vorsorgezins seit 21.09.2018 zu überweisen. [….] 3. Der Ehemann wird gestützt auf Art. 125 ff. ZGB verpflichtet, der Ehefrau ab Vollstreckbarkeit dieses Scheidungsurteils bis zu sei- nem Eintritt ins ordentliche AHV-Alter an den persönlichen Unter-Kantonsgericht Schwyz 3 halt einen monatlichen Beitrag von Fr. 1’370.00 zu bezahlen, zahl- bar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Mo- nats. 4. [Indexierung Unterhaltsbeitrag.] 5. [Aktuelles Einkommen und Vermögen der Parteien.] 6. In güterrechtlicher Hinsicht a) [Eigentum;] b) [Eigentum;] c) kann einer der Ehegatten nach Rechtskraft dieses Urteils die öffentliche Versteigerung der Liegenschaft am J.________ zz in Altendorf (GB yy KTN xx Altendorf; Wohnhaus mit 444 m 2) wie folgt verlangen: i. Mit der Vorbereitung, Leitung und Durchführung der Ver- steigerung wird der Gemeindepräsident von Altendorf be- auftragt. Das Verfahren der öffentlichen Versteigerung richtet sich nach § 8 f. EGzOR. ii. Vom erzielten Steigerungserlös sind vorab sämtliche im Zusammenhang mit der Versteigerung entstandenen Kos- ten und allfällige Steuern in Abzug zu bringen (= Nettoer- lös). iii. Beträgt der so berechnete Nettoerlös mehr als Fr. 910’934.00, ist dieser wie folgt zu verteilen: Vorab ist das auf der Liegenschaft lastende Hypothekardarlehen (derzeit Fr. 600’000.00) an die K.________ (Bank I) zurückzuführen. Alsdann sind der Ehefrau Fr. 206’499.00 und dem Ehemann Fr. 104’435.00 auszuzahlen. Vom dann noch verbleibenden Nettoerlös erhält die Ehefrau 67.75 % und der Ehemann 32.25 %. iv. Beträgt der so berechnete Nettoerlös weniger als Fr. 910’934.00 ist wie folgt vorzugehen: Vorab ist das auf der Liegenschaft lastende Hypothekardarlehen (derzeit Fr. 600’000.00) an die K.________ (Bank I) zurückzu- führen. Alsdann sind der Ehefrau Fr. 32’784.50 und dem Ehemann Fr. 18’536.50 auszuzahlen. Vom dann noch ver- bleibenden Nettoerlös erhält die Ehefrau 2/3 und der Ehe- mann 1/3. d) [Liegenschaft L.________;] e) [Liegenschaftskonti;] f) wird der Ehemann verpflichtet, der Ehefrau zum Ausgleich ih- rer güterrechtlichen Ansprüche Fr. 209’393.15 zu bezahlen, zahlbar innert 60 Tagen nach Vollstreckbarkeit dieses Schei- dungsurteils. Kantonsgericht Schwyz 4 [….] 7. [Verfügungsbeschränkung] 8.-12. […] D. Gegen dieses Urteil erhob der Kläger mit Eingabe vom 31. Januar 2022 Berufung mit folgenden Rechtsbegehren (KG-act. 1): 1. Es sei Ziff. 2 des angefochtenen Urteils des Einzelrichters des Be- zirkes March vom 15. Dezember 2021 im Verfahren ZEO 18 74 aufzuheben bzw. abzuändern und neu wie folgt zu formulieren: Die Ehefrau wird verpflichtet, dem Ehemann zum Ausgleich der Austrittsleistungen nach FZG Fr. 12’319.05 ihrer Freizügigkeitsstif- tung bei der I.________ auf ein von diesem noch zu bezeichnen- des Freizügigkeitskonto der 2. Säule zuzüglich Vorsorgezins seit 21.09.2018 zu überweisen. 2. Es sei Ziff. 3 des angefochtenen Urteils des Einzelrichters des Be- zirkes March vom 15. Dezember 2021 im Verfahren ZEO 18 74 aufzuheben und festzuhalten, dass kein nachehelicher Unterhalt geschuldet ist. 3. Es sei Ziff. 6 lit. c. des angefochtenen Urteils des Einzelrichters des Bezirkes March vom 15. Dezember 2021 im Verfahren ZEO 18 74 aufzuheben und Ziff. 6 lit. c neu wie folgt zu formulieren: Die Beklagte sei zu verpflichten, gegen eine seitens des Klägers zu leistende Ausgleichszahlung von Fr. 234’658 ihren hälftigen Miteigentumsanteil an der Liegenschaft GB yy KTN xx Wohnhaus mit 444 m 2, „M.________“, J.________ zz, 8852 Altendorf SZ, Grundbuchamt March, dem Kläger zu übertragen, womit dieser Al- leineigentümer der erwähnten Liegenschaft wird, wobei diese Übertragung innert einer Frist von dreissig Tagen seit Rechtskraft des Scheidungsurteils zu erfolgen hat, sowie die Kosten des Nota- riates, des Grundbuchamtes und der Bank im Zusammenhang mit dieser Übertragung die Parteien je zur Hälfte tragen und die Par- teien zu verpflichten sind, ihre Zustimmung zum Aufschub der Grundstückgewinnsteuer zu erklären und - falls notwendig - das notwendige Formular zu unterzeichnen. 4. Eventualiter (Eventualbegehren zu Ziff. 3 vorstehend) sei Ziff. 6 lit. c. iii. und iv. des angefochtenen Urteils des Einzelrichters des Bezirkes March vom 15. Dezember 2021 im Verfahren ZEO 18 74 aufzuheben bzw. abzuändern und neu wie folgt zu formulieren: iii. Beträgt der so berechnete Nettoerlös mehr als Fr. 910’934.00, ist dieser wie folgt zu verteilen: Vorab ist das auf der Liegen- schaft lastende Hypothekardarlehen (derzeit Fr. 600’000.00) an die K.________ (Bank I) zurückzuführen. Alsdann sind der Ehe-Kantonsgericht Schwyz 5 frau Fr. 146’618.00 und dem Ehemann Fr. 164’316.00 auszu- zahlen. Vom dann noch verbleibenden Nettoerlös erhält die Ehefrau 49.15% und der Ehemann 50.85%. iv. Beträgt der so berechnete Nettoerlös weniger als Fr. 910’934.00 ist wie folgt vorzugehen: Vorab ist das auf der Liegenschaft lastende Hypothekardarlehen (derzeit Fr. 600’000.00) an die K.________ (Bank I) zurückzuführen. Alsdann sind der Ehefrau Fr. 24’307.50 und dem Ehemann Fr. 27’013.50 auszuzahlen. Vom dann noch verbleibenden Net- toerlös erhält die Ehefrau 47% und der Ehemann 53%. 5. Es sei Ziff. 6 lit. f. des angefochtenen Urteils des Einzelrichters des Bezirkes March vom 15. Dezember 2021 im Verfahren ZEO 18 74 aufzuheben bzw. abzuändern und neu wie folgt zu formulieren: wird der Ehemann verpflichtet, der Ehefrau zum Ausgleich ihrer güterrechtlichen Ansprüche (exkl. Liegenschaft Altendorf) Fr. 150’226.15 zu bezahlen, zahlbar innert 60 Tagen nach Voll- streckbarkeit dieses Scheidungsurteils.“ 6. Eventualiter seien Ziff. 2, 3 und 6 des angefochtenen Urteils des Einzelrichters des Bezirkes March vom 15. Dezember 2021 im Verfahren ZEO 18 74 aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung über die Berufungsanträge an den Einzelrichter des Bezirkes March zurückzuweisen. 7. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien der Beklagten aufzuer- legen und diese sei zu verpflichten, dem Kläger für das Berufungs- verfahren eine Entschädigung von Fr. 8’000.00, evtl. wieviel zu be- zahlen. Mit Berufungsantwort vom 14. März 2022 beantragte die Ehefrau (nachfol- gend: Beklagte) die Abweisung der Berufung, unter Kosten- und Entschädi- gungsfolgen zulasten des Klägers (KG-act. 7). Am 20. Dezember 2022 und 9. Januar 2023 folgten weitere Eingaben (KG- act. 9 und 11). Auf die Vorbringen der Parteien wird – soweit für die Beurteilung der Berufung notwendig – in den Erwägungen Bezug genommen;- in Erwägung:Kantonsgericht Schwyz 6 1. Aus der Gesetzessystematik ergibt sich, dass das Scheidungsgericht zuerst die güterrechtliche Auseinandersetzung durchzuführen, dann die Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge zu regeln und erst zuletzt über den nachehelichen Unterhalt zu entscheiden hat, damit sämtliche Kriterien gemäss Art. 125 Abs. 2 ZGB – insbesondere Ziff. 5 (Einkommen und Vermögen der Ehegatten) und Ziff. 8 (Anwartschaften aus der beruflichen Vorsorge) – berücksichtigt werden können (BGE 144 III 298 E. 6.2.1). Das Ergebnis der güterrechtlichen Auseinandersetzung hat ebenfalls Einfluss auf die Unterhaltsberechnung (BGer, Urteil 5A_345/2020 vom 30. April 2021 E. 7.2 mit Hinweis insbesondere auf Art. 125 Abs. 2 Ziff. 5 ZGB und BGE 144 III 298 E. 6.2.1). Nachfolgend ist das Urteil der Vorinstanz in dieser Reihenfolge zu prüfen, insoweit es angefochten wurde. 2. Die Parteien erwarben mit Kaufvertrag vom 9. Mai 2001 und somit während der Ehe je hälftiges Miteigentum an der Liegenschaft am J.________ zz in Altendorf, GB yy KTN xx Altendorf, Wohnhaus mit 444 m 2; Vi-act. 1, KB 30; nachfolgend: Liegenschaft M.________). Die Vorinstanz führte aus, beide Parteien hätten die Zuweisung der Liegenschaft M.________ in ihr Al- leineigentum gegen Entschädigung der Gegenpartei beantragt. Eine Interes- senabwägung führe zum Schluss, dass ein überwiegendes Interesse eines Ehegatten an dieser Liegenschaft im Sinne von Art. 205 Abs. 2 ZGB nicht festgestellt werden könne. Daher sei die Liegenschaft gestützt auf Art. 651 Abs. 2 ZGB öffentlich zu versteigern, weil eine Versteigerung unter den beiden Miteigentümern nur zielführend sei, wenn beide Ehegatten gleichberechtigt und in einem grosszügigen Rahmen mitbieten könnten. Dies sei vorliegend nicht der Fall, da fraglich erscheine, ob die Parteien finanziell in der Lage sei- en, das Alleineigentum an der Liegenschaft M.________ zu übernehmen (an- gef. Urteil, E. 3 S. 15-19).Kantonsgericht Schwyz 7 a) Der Kläger legt dar, weshalb er ein überwiegendes Interesse habe, die Liegenschaft M.________ in sein Alleineigentum zuzuweisen. Auch sei er fi- nanziell in der Lage, den Hypothekarvertrag allein zu übernehmen und der Beklagten die güterrechtliche Ausgleichszahlung zu leisten. Daher sei die Lie- genschaft in sein Alleineigentum zuzuweisen (KG-act. 1, S. 15-17 36-42). Die Beklagte bestreitet die Vorbringen des Klägers und hält dafür, dass die Liegenschaft M.________ entsprechend den vorinstanzlichen Erwägungen öffentlich zu versteigern sei. Es könne kein überwiegendes Interesse einer Partei an dieser Liegenschaft im Sinne von Art. 205 Abs. 2 ZGB festgestellt werden, zumal der Kläger mit seinen diesbezüglichen Vorbringen nicht gehört werden könne, weil er diese erst nach Aktenschluss in seinem ersten Schlussvortrag eingebracht habe. Ebenso wenig sei der Kläger finanziell in der Lage, die Liegenschaft zu Alleineigentum zu übernehmen. Er habe die diesbezügliche Finanzierungsbestätigung der K.________ (Bank I) erst mit seinem zweiten Schlussvortrag und somit zu spät eingereicht. Ausserdem äussere sich diese Bestätigung lediglich zur Finanzierung der Hypothek, aber nicht auch dazu, wie der Kläger eine Ausgleichszahlung an die Beklagte in der Höhe finanziere. Würde der Kläger mit seinen Berufungsanträgen durchdrin- gen, hätte er der Beklagten neben ihren güterrechtlichen Ausgleichsan- sprüchen von Fr. 150’226.15 für die Zuweisung der Liegenschaft in sein Allei- neigentum eine Ausgleichszahlung von Fr. 234’658.00, mithin insgesamt Fr. 384’884.15 zu leisten. Gemäss dem vorinstanzlichen Urteil habe der Klä- ger per Stichtag der Gütertrennung aber lediglich über ein Bar- und Konto- vermögen von Fr. 267’461.44 verfügt (KG-act. 7, S. 18 f. Punkt 1 und S. 21-28 N 2). b) Die Liegenschaft M.________ steht im Miteigentum der Parteien. Es ist unbestritten, dass das Miteigentum an dieser Liegenschaft aufzuheben ist. Die Aufhebung von Miteigentum erfolgt durch körperliche Teilung, durch Verkauf Kantonsgericht Schwyz 8 aus freier Hand oder auf dem Wege der Versteigerung mit Teilung des Erlö- ses oder durch Übertragung der ganzen Sache auf einen oder mehrere der Miteigentümer unter Auskauf der übrigen (Art. 651 Abs. 1 ZGB). Können sich die Miteigentümer über die Art der Aufhebung nicht einigen, so wird nach An- ordnung des Gerichts die Sache körperlich geteilt oder, wenn dies ohne we- sentliche Verminderung ihres Wertes nicht möglich ist, öffentlich oder unter den Miteigentümern versteigert (Art. 651 Abs. 2 ZGB). Bei Auflösung des Güterstandes sieht Art. 205 Abs. 2 ZGB für im Miteigentum stehende Vermö- genswerte vor, dass einem Ehegatten ein Vermögenswert gegen Entschädi- gung des andern Ehegatten ungeteilt zugewiesen wird, wenn er ein überwie- gendes Interesse nachweist (BGE 141 III 53 E. 5.4.2 = Pra 104, 2015, Nr. 76). Hinsichtlich des überwiegenden Interesses ist jeder besondere Bezug zur fraglichen Sache massgebend. Es handelt sich dabei um einen Billigkeitsent- scheid im Sinne von Art. 4 ZGB. Neben beruflichen oder gewerblichen bzw. gesundheitlichen Bedürfnissen des einen oder andern Ehegatten sind auch reine Affektionsinteressen zu berücksichtigen. Bei der Familienwohnung und beim Hausrat sind die familiären Verhältnisse einzubeziehen. So ist etwa dem Umstand Rechnung zu tragen, dass ein Elternteil nach der Scheidung die Kinder zu betreuen hat (Hausheer/Aebi-Müller, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. A. 2022, Art. 205 ZGB N 15 f. mit Hinweisen; Steck/Fankhauser, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm, Scheidung, Band I, 4. A. 2022, Art. 205 ZGB N 12 mit Hinweisen; Jakob, in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 2. A. 2018, Art. 205 ZGB N 11 mit Hinweisen; Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kom- mentar, 1992, Art. 205 ZGB N 49-51 mit Hinweisen). Rein finanzielle Interes- sen sind dann entscheidend, wenn der interessierte Ehegatte die Entschädi- gung für die ungeteilte Übernahme nicht erbringen kann (Steck/Fankhauser, a.a.O., Art. 205 ZGB N 12 mit Hinweisen; Jakob, a.a.O., Art. 205 ZGB N 11 mit Hinweisen; Hausheer/Reisser/Geiser, a.a.O., Art. 205 ZGB N 49).Kantonsgericht Schwyz 9 c) Falls die Liegenschaft M.________ dem Eigengut des Klägers zuzuord- nen wäre, was die Beklagte bestreitet (vgl. KG-act. 7, S. 24 N 2.2.5), vermöch- te der Kläger daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, weil die Zugehörig- keit der Miteigentumsanteile zu Eigengut oder Errungenschaft bei der Zuwei- sung von Alleineigentum nach Art. 205 Abs. 2 ZGB unerheblich ist (Jakob, a.a.O., Art. 205 ZGB N 8). d) Die Beklagte beantragt im Gegensatz zum Kläger im Berufungsverfah- ren keine Zuweisung der Liegenschaft M.________ in ihr Alleineigentum. Zwar ist das entsprechende Interesse zu berücksichtigen (Hausheer/Reus- ser/Geiser, Berner Kommentar, 1992, Art. 205 ZGB N 49). Indessen führt die- ser Umstand nicht dazu, die betreffende Liegenschaft dem Alleineigentum des Klägers zuzuweisen (Steck/Fankhauser, a.a.O., Art. 205 ZGB N 12). e) aa) Die Vorinstanz führte aus, was die Parteien bezüglich ihrer besonde- ren Interessen geltend machten. Dabei stellte sie fest, dass der Kläger nach seinen Behauptungen viel Eigenarbeit in die Liegenschaft M.________ inves- tiert habe (angef. Urteil, E. 3.2.2 S. 17 mit Hinweisen auf Vi-act. 15 und 19 sowie auf die Parteibefragungen). Der Kläger behauptete in der Klagebegrün- dung vom 5. Juli 2019, er habe viel Eigenarbeit in die Liegenschaft hineinge- steckt (Keller eingebaut, Mauer zur Grenze zum Nachbar, Steinwand Abgren- zung zur Strasse, Gartenanlage mit zehn bis fünfzehn Palmen und viele klei- nere Arbeiten; Vi-act. 15, S. 7 N 13). Die Beklagte bestritt dies mit Klageant- wort vom 23. September 2019 insoweit, als der Kläger nicht besonders inten- siv um die Liegenschaft besorgt gewesen sei. Die Unterkellerung befinde sich seit 2002 im Rohbau und die Holzfassade sei seit vielen Jahren nicht mehr unterhalten (Vi-act. 19, S. 45 Mitte). Der Kläger weist in seiner Berufungsschrift nicht darauf hin, welche seiner Behauptungen, die sein überwiegendes Interesse für die Zuweisung der Lie-Kantonsgericht Schwyz 10 genschaft M.________ in sein Alleineigentum begründen sollten, er bereits im vorinstanzlichen Verfahren in welcher Rechtsschrift vortrug und von der Vor- instanz nicht berücksichtigt wurden. Indessen hält er fest, dass seine grossen Eigenleistungen in KB 60 und 61 (in Vi-act. 30) sowie mit seiner Beweisaus- sage (Ziff. 65 und 71) ausgewiesen seien (KG-act. 1, S. 16 f. N 40). Die Be- klagte geht darauf im Berufungsverfahren nicht ein, sondern entgegnet bloss, der Kläger habe seine Behauptungen zum überwiegenden Interesse erst nach Aktenschluss in seinem ersten Schlussvortrag und somit verspätet vorge- bracht (KG-act. 7, S. 23 N 2.2.2). Zutreffend ist, dass der Kläger die umfangreichen Unterlagen Vi-act. 30, KB 60 und 61 mit Eingabe der Replik vom 9. März 2020 ins Recht legte und dabei ausführte, er habe während der Dauer der Ehe, im Besonderen in den Jahren 2001, 2002, 2005, 2009, 2011 und 2013, Arbeits- und Materialaufwand in die Liegenschaft M.________ investiert. Seine Arbeiten seien bei einem Stundenaufwand für einen Schreinerarbeiter von Fr. 70.00 mit Fr. 38’529.70 abzugelten (Vi-act. 30, S. 24 N 63). Die Vorinstanz führte im angefochtenen Urteil dazu aus, weder habe sich die Beklagte in ihren Rechtsschriften zu den sehr detaillierten Dokumenten KB 60 und 61 (in Vi-act. 30) geäussert noch habe sie die klägerischen Angaben substanziiert bestritten (angef. Urteil, E. 5.3d S. 31). Dies trifft zu (vgl. Duplik vom 20. August 2020, Vi-act. 38, S. 31-33). Die Vorinstanz erklärte weiter, der Kläger habe anlässlich der Be- fragung insbesondere die Unterkellerung und die Neugestaltung der Garten- anlage genannt und angegeben, die Arbeiten am Abend und am Wochenende bzw. während eines Unfalls, also in der Freizeit, vorgenommen zu haben. Demgegenüber habe die Beklagte in der Parteibefragung Arbeiten, insbeson- dere die Unterkellerung, die Gartenneugestaltung und die Erneuerung der Wände im Innern, zugestanden. Zwar sei die Beklagte in Bezug auf den Ar- beitsaufwand der Meinung gewesen, dass sie und die ganze Familie ebenfalls mitgeholfen hätten. Indessen habe sie die immer wieder geltend gemachte Kantonsgericht Schwyz 11 Mithilfe nicht weiter substantiiert. Daher seien die geleisteten Arbeitsstunden des Klägers im Wert von Fr. 38’529.70 (KB 60) zu berücksichtigen (an- gef. Urteil, E. 5.3d S. 31 f.). Nach dem Gesagten steht fest, dass der Kläger während der Freizeit viel Ei- genarbeit in die Liegenschaft M.________ investierte. Insoweit besteht im Vergleich zur Beklagten eine etwas engere Bindung des Klägers zu dieser Liegenschaft. bb) Gemäss den Angaben des Klägers sei er stark mit Altendorf verbunden, da er dort aufgewachsen sei und eine Einzelfirma betreibe (KG-act. 1, S. 16 N 40). Damit stellt der Kläger keinen Bezug zur Liegenschaft M.________, sondern zu Altendorf her, was bei der Frage eines besonderen Bezugs zur Liegenschaft im Sinne von Art. 205 ZGB nicht relevant ist. Weiter will der Klä- ger den Kontakt für den Hauskauf hergestellt und die Vertragsverhandlungen geführt haben (KG-act. 1, S. 16 N 40), was die Beklagte bestreitet (KG-act. 7, S. 23 N 2.2.2). Der Kläger legt nicht dar, dass er solches bereits in den vor- instanzlichen Rechtsschriften ausführte, weshalb sich dies lediglich aus des- sen Parteibefragung vom 9. Juni 2021 ergibt (angef. Urteil, E. 3.2.2 S. 17; Vi- act. 74, Frage 65) und zufolge des Bestreitens durch die Beklagte somit un- bewiesen bleibt. cc) Unbestritten ist, dass der Kläger die Liegenschaft M.________ anläss- lich der Trennung verliess. Zur Begründung führt er aus, dies getan zu haben, damit die gemeinsamen Kinder ihr Zuhause weiterhin bewohnen könnten. Insoweit kann ihm nicht zum Nachteil gereichen, die eheliche Liegenschaft freiwillig verlassen zu haben. dd) Allfällige weitere Vorbringen des Klägers, die für eine Zuweisung der Liegenschaft M.________ in sein Alleineigentum sprechen sollen (KG-act. 1, Kantonsgericht Schwyz 12 S. 16 f. N 40), werden von der Beklagten bestritten (KG-act. 7, S. 23 N 2.2.2). Der Kläger kann damit nicht gehört werden, weil er nicht darlegt, in welchen vorinstanzlichen Rechtsschriften er die diesbezüglichen Behauptungen vor- trug. ee) Feststeht, dass beide Parteien während Jahren in der Liegenschaft M.________ wohnten und sie als ihr Haus bezeichnen und dass die Beklagte viele schöne Erinnerungen und Emotionen mit der Liegenschaft verbindet (angef. Urteil, E. 3.2.2 S. 17; KG-act. 1, S. 17 N 41; KG-act. 7, S. 22 unten). ff) Der Kläger behauptet mit Eingabe vom 20. Dezember 2022, dass die Beklagte die Liegenschaft M.________ ca. Mitte November 2021 verlassen habe und Letztere seither leer stehe (KG-act. 9). Die Beklagte legt dar, wes- halb der Kläger damit wegen des im Berufungsverfahren nur beschränkt zulässigen Novenrechts nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht gehört werden könne (KG-act. 11). Für die güterrechtliche Auseinandersetzung gilt (wie auch für den nacheheli- chen Unterhalt) der Verhandlungsgrundsatz (BGE 147 III 301 S. 303 E. 2.2; Art. 277 Abs. 1 ZPO), weshalb Art. 317 Abs. 1 ZPO anwendbar ist (BGE142 III 413 E. 2.2.2; BGer, Urteil 5A_788/2017 vom 2. Juli 2018 E. 4.2.1 = Pra 108, 2019, Nr. 88), wonach neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfah- ren nur noch berücksichtigt werden, wenn sie ohne Verzug vorgebracht wer- den und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. Die novenwillige Partei muss auch die Novenvoraussetzun- gen substanziieren und beweisen (Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböh- ler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessord- nung, 3. A. 2016, Art. 317 ZPO N 34 und 49; Spühler, in: Spühler/Ten- chio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord- nung, 3. A. 2017, Art. 317 ZPO N 10), was der Kläger nicht tut. Überdies be-Kantonsgericht Schwyz 13 deutet „ohne Verzug“ möglichst sofort nach ihrem Bekanntwerden bzw. binnen einer oder zwei Wochen seit Entdecken (Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., Art. 317 ZPO N 7) bzw. innert zehn Tagen seit Kenntnis oder Kennenmüssen des Novums oder auch innert einer vom Gericht der Partei angesetzten Frist zur Einreichung einer Rechtsschrift, wenn die Partei während der Frist Kenntnis von einem Novum erlangt (Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 317 ZPO N 47 f.). Der Kläger informierte das Gericht über die neue Tat- sache, wonach die Beklagte seit ca. Mitte November 2021 nicht mehr in der Liegenschaft M.________ wohne, erst mit Eingabe vom 20. Dezember 2022, ohne festzuhalten, wann er davon erfahren habe (KG-act. 9), weshalb er mit diesem neuen Vorbringen nicht mehr gehört werden kann. Selbst wenn er damit gehört werden könnte, ist fraglich, was der Kläger daraus zu seinen Gunsten ableiten will, zumal nicht feststeht, weshalb die Beklagte die Liegen- schaft verliess. gg) aaa) Der Kläger bringt vor, erscheine dem Richter die Finanzierung durch die Partei, der eine Liegenschaft zugewiesen werde, als vage, so weise er diese gleichwohl der Partei zu und setze ihr Frist an, innert der die finanziel- len Verpflichtungen erfüllt sein müssten, andernfalls eine Versteigerung erfol- ge (KG-act. 1, S. 15 N 37). Entgegen dem Vorbringen des Klägers ergibt sich solches nicht aus dem von ihm zitierten Entscheid ZK1 2018 4 des Kantons- gerichts Schwyz vom 21. August 2018. Ob sich der Einzelrichter am Bezirks- gericht March in den Urteilen ZEO 17 38 und ZEO 15 2 so äusserte, kann of- fenbleiben, weil diesbezüglich die bundesgerichtliche Rechtsprechung und die herrschende Literatur massgebend ist, der das vom Kläger behauptete Vor- gehen nicht entnommen werden kann. Vielmehr muss der Ehegatte, dem ein Vermögenswert gegen Entschädigung des andern Ehegatten ungeteilt zuge- wiesen werden soll, ein überwiegendes Interesse nachweisen (vgl. E. 2b vor- ne).Kantonsgericht Schwyz 14 bbb) Die Vorinstanz führte aus, dass die von den Parteien vorgelegten Finan- zierungsbestätigungen sich bloss zur Finanzierung der Hypothek und nicht auch dazu äussern würden, wie eine Ausgleichszahlung an den andern Ehe- gatten finanziert würde (angef. Urteil, E. 3.2.2 S. 18). Der Kläger hält dazu fest, die von ihm vorgelegte Finanzierungsbestätigung der K.________ (Bank I) (Vi-act. 84, KB 62) sei an keine Bedingungen geknüpft. Zudem habe er aus- gesagt, zur Finanzierung der Übernahme der Liegenschaft M.________ in sein Alleineigentum einen Kredit aus privater Hand abrufen zu können, wor- aus auch eine allfällige Ausgleichszahlung an die Beklagte finanziert werden könne. Zudem werde erst mit Rechtskraft des Scheidungsurteils die Höhe einer allfälligen Ausgleichszahlung an die Beklagte bekannt sein und verläss- lich geprüft werden können, ob eine Finanzierung möglich sei (KG-act. 1, S. 15 f. N 38 f.). Die Beklagte bestreitet das Vorbringen des Klägers (vgl. KG- act. 7, S. 26 f. N 2.3.4 f.). Abgesehen davon, dass der Kläger die Finanzierungsbestätigung der K.________ (Bank I) vom 6. Oktober 2021 erst mit Stellungnahme vom 11. Oktober 2021 zum Schlussvortrag der Beklagten (Vi-act. 84) und somit verspätet einreichte (vgl. Art. 229 Abs. 1 ZPO; Willisegger, in: Spüh- ler/Tenchio/Infanger, a.a.O., Art. 229 ZPO N 8), vermöchte er damit lediglich zu beweisen, dass die K.________ (Bank I) die Liegenschaft M.________ mit der aktuell bestehenden Hypothek von Fr. 600’000.00 finanzieren würde (Vi- act. 84, KB 62). Seine Behauptung, dass er eine Ausgleichszahlung an die Beklagte mittels eines privaten Kredites finanzieren könnte, vermag er indes- sen nicht nachzuweisen, bezieht er sich diesbezüglich doch bloss auf seine Aussagen anlässlich der Parteibefragung (vgl. Vi-act. 74, Fragen 62-64). Es wäre naheliegend gewesen, die behauptete private Finanzierungsmöglichkeit schriftlich bestätigen zu lassen, was der Kläger nicht tat. Somit fehlt es am Nachweis, dass der Kläger der Beklagten die Entschädigung für die ungeteilte Übernahme bezahlen kann. Kantonsgericht Schwyz 15 f) Zusammenfassend sind folgende relevante Interessen gegeneinander abzuwägen: Der Kläger investierte viel Eigenarbeit in die Liegenschaft M.________. Demgegenüber verbindet die Beklagte viele schöne Erinnerun- gen und Emotionen mit dieser Liegenschaft. Indessen ist gewichtiger, dass die Beklagte ein erhebliches finanzielles Interesse hat, das gegen die ungeteilte Zuweisung ihres hälftigen Miteigentumsanteils an der Liegenschaft an den Kläger spricht, weil der Kläger nicht nachweist, die für diesen Fall geschuldete Entschädigung an die Beklagte leisten zu können. Insgesamt fehlt es seitens des Klägers hinsichtlich der Liegenschaft M.________ am Nachweis eines überwiegenden Interesses im Sinne von Art. 205 Abs. 2 ZGB, weshalb diese nicht dessen Alleineigentum zugewiesen werden kann. Für diesen Fall rügt keine Partei die von der Vorinstanz vorgesehene Teilung der Liegenschaft durch öffentliche Versteigerung nach Art. 651 Abs. 1 ZGB (angef. Urteil, E. 3.2.2 S. 18 f.), weshalb auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden kann, zumal wegen der fehlenden finanziellen Möglichkeiten der Par- teien eine Versteigerung unter den Parteien nicht zielführend wäre. Demnach hat in Abweisung des Berufungsantrags-Ziffer 3 die öffentliche Versteigerung der Liegenschaft M.________ zu erfolgen, wie sie die Vorinstanz anordnete (angef. Urteil, Dispositiv-Ziff. 6c/i und ii). 3. a) Die Vorinstanz prüfte unter dem Titel der güterrechtlichen Auseinan- dersetzung vorerst die von den Parteien während der Ehe je im hälftigen Mit- eigentum erworbene Liegenschaft M.________. Umstritten ist, aus welchen Gütermassen des Klägers (Eigengut oder Errungenschaft) dessen Miteigen- tumsanteil finanziert wurde und ob die den Miteigentumsanteilen beider Par- teien anzurechnenden Werte der Investitionen des Klägers aus Eigenarbeit von unbestritten je Fr. 36’219.00 jeweils einzig der Errungenschaft des Klä- gers oder zum Teil auch dessen Eigengut zuzuordnen sind.Kantonsgericht Schwyz 16 aa) Unbestritten ist, dass der Kläger seinen Miteigentumsanteil mit Fr. 105’000.00 finanzierte. Die Vorinstanz hielt indessen dafür, dass der ge- samte Betrag und somit auch der ab dem Privatkonto der Einzelfirma des Klä- gers bezahlte Restbetrag von Fr. 85’854.00 keine Zahlung aus dessen Eigen- gut darstelle, auch wenn dessen Einzelfirma Eigengut sei. Die Finanzierung der Liegenschaft M.________ sei nicht Geschäftsaufwand. Für private Zwe- cke bezogene Gelder seien zur Errungenschaft zu zählen, weil der Kläger aktiv in seiner Einzelfirma beruflich tätig gewesen sei und mit den Einnahmen aus seinem Arbeitseinsatz sein Lohnkonto geäufnet und von diesem sodann die Gelder für den privaten Verbrauch der Familie bezogen habe, so auch für den Erwerb der Liegenschaft. Daher sei auch der Betrag von Fr. 85’854.00 der Errungenschaft des Klägers zuzuordnen, zumal er nicht geltend mache, es handle sich dabei um bereits vorehelich geäufnetes Kapital (angef. Urteil, E. 5.3.3 S. 33). aaa) Es ist unbestritten, dass die Einzelfirma des Klägers „F.________“ in dessen Eigengut steht (KG-act. 1, S. 17 N 44; KG-act. 7, S. 29 zu Rz 44). Der Kläger folgert daraus, auch die Fr. 85’854.00 seien seinem Eigengut zuzuord- nen. Denn Unternehmen seien als rechtlich finanzielle Einheit und somit als ein Vermögensgegenstand im Sinne des ehelichen Güterrechts zu behandeln, weshalb sämtliche zur Einzelfirma gehörenden Maschinen, Fahrzeuge, Mate- rialvorräte und insbesondere Bankkonti und somit auch das klägerische Be- triebskonto Nr. ww mit dem Saldo von Fr. 85’854.00 dem Eigengut zuzuord- nen seien. Entsprechend würden ebenso allfällige Zahlungen von diesem Konto und somit auch der in die private Liegenschaft von diesem Konto inves- tierte/bezahlte Betrag von Fr. 85’854.00 Eigengut darstellen. Nicht alle Gelder des Betriebskontos seien als Einkommen des Klägers zu qualifizieren. Er ha- be seinen Lohn insoweit bezogen, als er vom Betriebskonto in Form direkt bezahlter Rechnungen für den Unterhalt der Familie sich einen Lohn habe ausbezahlen lassen. Durch diese bezogenen Beträge sei seine Arbeitsleis-Kantonsgericht Schwyz 17 tung ausreichend entschädigt worden. Weil die Einzelfirma und somit auch deren Betriebskonto und die daraus erfolgten Investitionen seinem Eigengut zuzuordnen seien, hätte die Beklagte eine Ersatzforderung der Errungen- schaft gegenüber dem Eigengut des Klägers beweisen müssen (KG-act. 1, S. 17-19 N 43-49). Die Beklagte entgegnet, es sei irrelevant, wie das Be- triebskonto güterrechtlich zu qualifizieren sei. Entscheidend sei einzig, dass es sich bei den Bezügen des Klägers nicht um als Eigengut zu qualifizierende berufliche Investitionen, sondern um Geldbezüge handeln würden, die er mit seinem Arbeitseinsatz erwirtschaftet habe und für private und somit betriebs- fremde Zwecke verwendet habe. Über das Betriebskonto seien generell Aus- lagen für die Familie beglichen worden. Der Kläger habe nie einen Lohn be- zogen. Indem die Fr. 88’854.00 (recte: Fr. 85’854.00) vom Lohnkonto des Klä- gers abgebucht worden seien, hätten sie den Geschäftskreis der Einzelfirma verlassen und würden in dessen Errungenschaft fallen, weil sie für private und betriebsfremde Zwecke verwendet worden seien (KG-act. 7, S. 29 f. zu Rz 45- 50). Beim Kauf der privaten Liegenschaft handle es sich nicht um Betriebs- oder Geschäftsvermögen, sondern um privat genutzte und nicht im Ge- schäftsvermögen verbuchte Vermögenswerte. Es gehe nicht um einen Zu- wachs eines zum Eigengut gehörenden Beruf- oder Geschäftsvermögens (KG-act. 7, S. 19 f. Punkt 2). bbb) Die Errungenschaft eines Ehegatten umfasst insbesondere seinen Ar- beitserwerb (Art. 197 Abs. 2 lit. 1 ZGB). Beim Arbeitserwerb aus selbständiger bzw. unternehmerischer Erwerbstätigkeit ist mit Rücksicht auf das Kapital zwi- schen konjunkturellen und industriellen Mehrwerten zu unterscheiden (Haus- heer/Geiser/Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetz- buches, 4. A. 2010, N 12.12; Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., Art. 197 ZGB N 14). Letztere sind Erträge, die ein Ehegatte durch Einsatz seiner körperli- chen und geistigen Arbeitskraft am Markt erzielt (Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., Art. 197 ZGB N 14; Jakob, a.a.O., Art. 197 ZGB N 5). Durch diese Kantonsgericht Schwyz 18 selbständige Tätigkeit wird der Wert eines Unternehmens erhöht (Haus- heer/Geiser/Aebi-Müller, a.a.O., N 12.12). Solche Mehrwerte stehen deshalb als Arbeitserwerb der Errungenschaft zu (Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., Art. 197 ZGB N 14). Dazu gehören neben der Entschädigung jeglicher Art für eine wirtschaftliche Tätigkeit des Ehegatten wie Lohn und Tantiemen auch der Zuwachs des Berufs- und Gewerbevermögens, soweit er im Sinne von Good- will auf die Tätigkeit des Ehegatten zurückzuführen ist (Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., Art. 197 ZGB N 14; Jakob, a.a.O., Art. 197 ZGB N 5), also ebenso der auf die unternehmerische Tätigkeit beruhende Gewinn (Hausheer/Geiser/Ae- bi-Müller, a.a.O., N 12.12). Der Charakter des Arbeitserwerbs bleibt somit auch bestehen, wenn die Entschädigung im Unternehmen investiert bleibt und so einen Wertzuwachs des Geschäftsvermögens bewirkt (Hausheer/Gei- ser/Aebi-Müller, a.a.O., N 12.14). Dagegen sind konjunkturelle Mehrwerte ausschliesslich auf Angebot und Nachfrage des Marktes zurückzuführen bzw. ergeben sich aus veränderter Bewertung des Unternehmens am Markt und verbleiben jener Gütermasse, welcher der fragliche Vermögenswert zu- zuordnen ist. Es sind dies Vermögenserträge des wirtschaftlich investierten Kapitals und Mehrwerte aufgrund von reinen Sach- und Geldinvestitionen. Darunter fallen z.B. Wertschwankungen von Aktien im Wertschriftenportfeuille einer Unternehmung resp. im Privatvermögen, sofern dieses Portfeuille nicht selbst wieder professionell bewirtschaftet wird (Hausheer/Geiser/Aebi-Müller, a.a.O., N 12.13 f.). Ist strittig, ob der Wertzuwachs bei einer dem Eigengut des Ehegatten zuge- ordneten Unternehmung ein konjunktureller Mehrwert darstellt und daher nicht als Arbeitserwerb im Sinne von Art. 197 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB bzw. als Errungen- schaft zu qualifizieren ist, geht es nicht mehr um die güterrechtliche Zugehö- rigkeit der einzelnen Vermögenswerte, sondern um die Frage einer Ersatzfor- derung der Errungenschaft des Ehegatten gegenüber seinem Eigengut. Daher gilt nicht die Beweisregelung nach Art. 200 Abs. 3 ZGB, sondern die allgemei-Kantonsgericht Schwyz 19 ne Beweislastregel, wonach derjenige, der eine Ersatzforderung behauptet, dies beweisen muss ( BGE 131 III 559 E. 4.3; BGer, Urteil 5A_391/2020 vom 2. Dezember 2020 E. 4). ccc) Der Kläger finanzierte seinen Miteigentumsanteil an der Liegenschaft M.________ mit Geldern seiner seinem Eigengut zugehörenden Einzelfirma von Fr. 85’854.00. Diese Finanzierung stellte keinen Geschäftsaufwand dar, sondern erfolgte eben für private Zwecke bzw. privates Wohnen. Der Kläger rechnete den privaten Aufwand jeweils über das Kapitalkonto seiner Einzelun- ternehmung ab und der Gewinn blieb in der Firma (Vi-act. 1, KB 9-12, jeweils letzte Seite), d.h. der Kläger bezog die Gelder für den privaten Verbrauch von den laufenden Einnahmen aus seiner Arbeitstätigkeit. Gemäss den im Recht liegenden Jahresabschlüssen liess er sich nie einen Lohn auszahlen (Vi- act. 1, KB 9-14). Daraus ist zu schliessen, dass der Kläger die Erträge in sei- ner Firma durch Einsatz seiner körperlichen und geistigen Arbeitskraft am Markt erzielte bzw. dass der Zuwachs des Kapitals in der Unternehmung (Ein- künfte und Gewinn) auf die Tätigkeit des Klägers zurückzuführen ist. Der Klä- ger bringt keinen Anhaltspunkt dafür vor, dass er mit seinem Einzelunterneh- men gestützt auf reine Sach- und Geldinvestitionen wie Wertschwankungen von Aktien im Wertschriftenportfeuille Kapital erwirtschaftete. Daher ist die vom Kläger zitierte BGE 131 III 559 ff. nicht einschlägig und es ist erstellt, dass die aus dem klägerischen Einzelunternehmen in die Liegenschaft M.________ investierten Gelder von Fr. 85’854.00 Arbeitserwerb darstellen und somit der Errungenschaft des Klägers zustehen. bb) Es steht fest, dass der Kläger Arbeit im Wert von Fr. 38’529.70 und Ma- terial im Wert von Fr. 33’908.40 in die Liegenschaft M.________ investierte (angef. Urteil, E. 5.3.1d S. 31 f.). Die Vorinstanz wies auch den teilweise über die Einzelfirma bezogenen Materialaufwand von Fr. 33’908.40 der Errungen- schaft des Klägers zu, da diese Bezüge für private Aufwendungen erfolgt sei-Kantonsgericht Schwyz 20 en. Eigengutszahlungen seien nur anzunehmen, falls diese Materialien bereits bei Eheschluss in der Einzelfirma vorhanden gewesen wären, was der Kläger weder geltend mache noch beweise. Daher sei der Materialaufwand von Fr. 33’908.40 ebenfalls der Errungenschaft des Klägers zuzuweisen. Der Ge- samtbetrag von gerundet Fr. 72’438.10 sei je hälftig (Fr. 36’219.05) auf die Miteigentumsanteile der Parteien aufzuteilen, da davon auszugehen sei, dass sie beiden Ehegatten im gleichen Ausmass zugutekämen (angef. Urteil, E. 5.3.3g S. 36 und E. 5.3.5a S. 40). aaa) Der Kläger macht geltend, dass – im Gegensatz zum Arbeitsaufwand von Fr. 38’529.70 – der Materialaufwand bzw. das verbaute Material im Wert von Fr. 33’908.40 nicht seiner Errungenschaft, sondern seinem Eigengut zu- zuordnen und je zur Hälfte (Fr. 16’954.20) auf die beiden Miteigentumsanteile der Parteien aufzuteilen sei. Denn seine zu seinem Eigengut gehörende Ein- zelfirma sei als rechtlich finanzielle Einheit und damit als Vermögenswert im Sinne des ehelichen Güterrechts zu behandeln, weshalb Gleiches für die be- zogenen Materialvorräte gelte. Weil der Kläger einen angemessenen Lohn für seine Arbeitsleistungen bezogen habe, verbleibe kein Raum für die vor- instanzliche Argumentation, wonach die Materialbezüge für private Aufwen- dungen erfolgt seien. Bis zum Erwerb der Liegenschaft M.________ sei immer wieder Material verkauft/verbaut und wieder neues Material eingekauft wor- den, weshalb es sich auch tatsächlich um Material (oder Ersatzbeschaffun- gen) aus Zeiten vor der Eheschliessung handeln könne. Diese unmögliche Abgrenzung sei indessen gerade nicht notwendig, da die Einzelfirma als Ein- heit zu betrachten und seinem Eigengut zuzuordnen sei. Daher stelle das verwendete Material eine Investition aus Eigengut dar. Nicht der Kläger, son- dern die Beklagte sei insbesondere für die Ersatzforderungen beweispflichtig (KG-act. 1, S. 19 N 51 f.). Die Beklagte bestreitet das Vorbringen des Klägers. Mit seinem Arbeitseinsatz in seiner Einzelunternehmung habe der Kläger Er- träge/Einnahmen generiert, die er für private Investitionen der Familie wieder Kantonsgericht Schwyz 21 ausgegeben habe. Beim Unterhalt der privaten Liegenschaft handle es sich nicht um Betriebs- oder Geschäftsvermögen, sondern um privat genutzte und nicht im Geschäftsvermögen verbuchte Vermögenswerte. Es gehe nicht um einen Zuwachs eines zum Eigengut gehörenden Beruf- oder Geschäftsver- mögens (KG-act. 7, S. 30 zu Rz 51-52, S. 19 f. Punkt 2 und S. 29 f. zu Rz 45- 50). bbb) Der Kläger bezog aus seiner Einzelunternehmung Gelder, um damit Material zu kaufen, das er nach dem Hausbau für die Liegenschaft M.________ verwendete. Dabei handelt es sich nicht um Geschäftsaufwand. Der Kläger bezog die Gelder für den privaten Verbrauch von den laufenden Einnahmen aus seiner Arbeitstätigkeit, zumal keine Anhaltspunkte dafür vor- liegen, dass der Kläger mit seinem Einzelunternehmen gestützt auf reine Sach- und Geldinvestitionen wie Wertschwankungen von Aktien im Wertschrif- tenportfeuille Kapital erwirtschaftete (vgl. E. 3a/aa/bbb und ccc vorne). Somit kann das für die Liegenschaft M.________ verwendete und mit Geldern der Einzelfirma finanzierte Material einzig aus dem Arbeitserwerb des Klägers herrühren und ist grundsätzlich der Errungenschaft des Klägers zuzurechnen. Der Kläger bringt im Berufungsverfahren vor, bis zum Erwerb der Liegenschaft M.________ sei immer wieder Material verkauft/verbaut und wieder neues Material eingekauft worden, weshalb es sich auch tatsächlich um Material (oder Ersatzbeschaffungen) aus Zeiten vor der Eheschliessung handeln kön- ne (KG-act. 1, S. 20 N 52). Der Kläger legt nicht dar, in welchen Rechtsschrif- ten an welcher Stelle er solches bereits im vorinstanzlichen Verfahren vorge- tragen haben soll, obwohl die Vorinstanz ausführte, der Kläger mache weder geltend noch beweise er, dass die von ihm für die Liegenschaft M.________ verwendeten Materialien bereits bei Eheschluss in der Einzelfirma vorhanden gewesen seien. Somit setzt sich der Kläger nicht mit der Begründung der Vor- instanz auseinander. Die berufungsführende Partei muss in ihrer Rechtsschrift Kantonsgericht Schwyz 22 aber aufzeigen, inwiefern der angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird. Die berufungsführende Partei muss im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die sie anficht und die Aktenstücke nennen, auf de- nen ihre Kritik beruht (BGE 141 III 569 E. 2.3.3 = Pra 105 Nr. 99; BGE 138 III 374 E. 4.3.1 = Pra 102 Nr. 4; BGer, Urteil 5A_89/2021 vom 29. August 2022 E. 3.3; BGer, Urteil 5A_975/2020 vom 22. April 2021 E. 3.5; zum Ganzen ein- lässlich: Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 311 ZPO N 36). Sie hat anhand der erstinstanzlich festgestellten Tatsachen oder der daraus gezogenen rechtlichen Schlüsse aufzuzeigen, inwiefern sich die Überlegungen der Erstinstanz nicht aufrechterhalten lassen (BGer, Urteil 5A_975/2020 vom 22. April 2021 E. 3.5). Wenn der Vorinstanz vorgeworfen wird, Tatsachen übersehen zu haben, muss in der Berufung zu- folge der Novenschranke (Art. 317 ZPO) explizit darauf hingewiesen werden, dass diese erstinstanzlich bereits vorgebracht wurden oder in den Akten ent- halten waren (Hungerbühler/Bucher, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. A. 2016, Art. 311 ZPO N 37; implizit Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 317 ZPO N 32). Weil der Kläger diesen Anforderungen einer Berufung nicht genügt, ist auf dessen Vorbringen nicht einzutreten, da die Begründung eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende Zulässigkeitsvoraussetzung ist. Das Berufungsgericht kann bei fehlender oder ungenügender Begründung nicht einfach aufgrund der Akten entscheiden, ansonsten die beschriebenen Mindestanforderungen an die Berufungsbegründung ihres Sinnes entleert würden (BGer, Urteil 5A_350/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 4.1; vgl. auch Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 311 ZPO N 38). Damit bleibt es dabei, dass es sich beim für die Liegen- schaft M.________ verwendeten und mit Geldern der Einzelfirma finanzierten Material um Arbeitserwerb des Klägers handelt, das dessen Errungenschaft zuzuordnen ist.Kantonsgericht Schwyz 23 cc) Nach dem Gesagten sind die aus der Einzelfirma des Klägers getätigten Investitionen entsprechend des vorinstanzlichen Urteils vollumfänglich dessen Errungenschaft und damit nicht teilweise auch dessen Eigengut zuzuordnen. Demzufolge ist hinsichtlich der Mehrwertberechnung betreffend die Liegen- schaft M.________ von den Zahlen in der Tabelle auf Seite 40 des vor- instanzlichen Urteils auszugehen und auf diese Berechnungen abzustellen (angef. Urteil, E. 5.3.5c und d S. 41-43), ohne dass die Berechnungen des Klägers (KG-act. 1, S. 22 f. N 56 f.) näher zu prüfen sind, da er bezüglich die- ser Liegenschaft keine weiteren Vorbringen mehr macht. In Abweisung des Berufungsantrags-Ziff. 4 ist Dispositiv-Ziffer 6c/iii und iv des angefochtenen Urteils zu bestätigen. b) Im Weiteren war im vorinstanzlichen Verfahren in güterrechtlicher Hin- sicht die Liegenschaft L.________ im Kanton Tessin (nachfolgend: Liegen- schaft N.________) strittig, welche die Parteien im Juli 2008 zu je hälftigem Miteigentum für Fr. 150’000.00 erwarben. aa) Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass die von den Parteien in die- se Liegenschaft investierten Fr. 90’000.00 allesamt, also auch die vom Kläger von seiner Einzelfirma bezogenen Fr. 25’000.00, der Errungenschaft zuzuord- nen seien (angef. Urteil, E. 5.4.1 S. 43 f.). Insofern der Kläger in seiner Beru- fung rügt, die aus Mitteln seiner Einzelfirma herrührenden und in die Liegen- schaft N.________ investierten Fr. 25’000.00 seien seinem Eigengut zuzuord- nen (KG-act. 1, S. 23 N 58), vermag er nicht durchzudringen. Es kann diesbe- züglich auf die betreffenden Ausführungen zur Liegenschaft M.________ ver- wiesen werden (vgl. E. 3a/aa/ccc vorne). bb) Die Vorinstanz wies die Liegenschaft N.________ ungeteilt dem Allei- neigentum des Klägers zu (angef. Urteil, E. 5.4.2 S. 44). Im Berufungsverfah- ren ist dies nicht mehr strittig.Kantonsgericht Schwyz 24 cc) Die Vorinstanz führte mit Bezug auf den Verkehrswert der im Juli 2008 zu einem Preis von Fr. 150’000.00 gekauften Liegenschaft N.________ aus, die Parteien hätten nach dem Kauf begonnen, das auf dieser Liegenschaft stehende renovierungsbedürftige Rustico umzubauen. Auf Druck der Gemein- de Rivera hätten die Parteien ein Baugesuch einreichen müssen. Bis heute liege aber keine Baubewilligung vor, weil der Kläger die gemäss Schreiben des Ufficio delle domande di costruzione in Bellinzona vom 14. Mai 2016 er- forderlichen Unterlagen nicht eingereicht habe, da seiner Meinung nach das Bauprojekt die dem Naturschutz gewidmeten gesetzlichen Waldabstandbe- stimmungen nicht einhalte, die Durchführung eines Waldfeststellungsverfah- rens aktuell nicht erfolgsversprechend sei und mutmasslich zu einer Abbruch- verfügung führe, weshalb er das Baugesuch sistieren lassen habe, solange die konsequente Praxis der Tessiner Kantonalbehörden anhalte. Die Beklagte halte dafür, dass der Kläger das Baubewilligungsverfahren absichtlich verzö- gere, um die Liegenschaft N.________ in der Scheidung zu einem tiefen Preis übernehmen zu können. Es sei nicht absehbar, wie die zuständigen Behörden die Bewilligungsfähigkeit beurteilen würden, was für den Verkehrswert der Liegenschaft N.________ von entscheidender Bedeutung sei. Unter diesen Umständen sei der von der Beklagten gestellte Beweisantrag zur Verkehrs- wertschätzung nicht seriös umsetzbar. Ein Verkauf der Liegenschaft sei zufol- ge des fehlenden notwendigen übereinstimmenden Willens der Parteien nicht möglich und mit einer öffentlichen Versteigerung würde wegen der Unklarheit der Überbaubarkeit wohl nur ein sehr tiefer Preis erzielt werden. Aus diesen Gründen sei die vom Kläger zu leistende Ausgleichszahlung auf den von den Parteien im Jahre 2008 für angemessen erachteten Kaufpreis von Fr. 150’000.00 festzusetzen, sodass der Kläger für die Übernahme der Lie- genschaft zu verpflichten sei, der Beklagten eine Ausgleichszahlung in der Hälfte des Anrechnungswertes, mithin Fr. 75’000.00, zu leisten (angef. Urteil, E. 5.4.3 S. 44-46).Kantonsgericht Schwyz 25 aaa) Der Kläger bringt vor, der von der Vorinstanz auf Fr. 150’000.00 beziffer- te Verkehrswert der Liegenschaft N.________ sei viel zu hoch bzw. ange- messen sei ein solcher von maximal Fr. 50’000.00, weil der Verkehrswert dem Preis entsprechen müsse, der von einem Durchschnittskäufer im Urteilszeit- punkt, also mit der Unsicherheit hinsichtlich der Baubewilligung, bezahlt wür- de. Der Steuerwert dieser Liegenschaft belaufe sich denn auch nur auf Fr. 15’000.00. Der Kläger habe vorinstanzlich eine Verkehrswertschätzung verlangt und als Beweis offeriert. Zufolge fehlender Beweisabnahme habe die Vorinstanz das rechtliche Gehör des Klägers verletzt. Eine solche Schätzung sei geeignet zur Wertbestimmung, da ein im Tessin und mit der Materie ver- trauter Immobilienfachmann nach Einholung der notwendigen Auskünfte bei der Gemeinde den Wert bestimmen könne (KG-act. 1, S. 23 N 59-60). Die Beklagte bestreitet die Einwendungen des Klägers. Allein der Kläger habe es zu verantworten, dass bis heute kein Entscheid über die (Nicht-)Erteilung ei- ner nachträglichen Baubewilligung vorliege. Unter diesen Umständen sei die Vorinstanz zutreffend zum Schluss gelangt, dass eine Verkehrswertschätzung nicht seriös umgesetzt werden könne. Der von der Vorinstanz auf Fr. 150’000.00 festgesetzten Verkehrswert sei angemessen (KG-act. 7, S. 32- 34 N 4.3). bbb) Der Kläger substanziiert nicht, in welchem der über 90 umfassenden Aktoren an welcher Stelle er im vorinstanzlichen Verfahren eine Verkehrs- wertschätzung verlangte und zum Beweis offerierte. Es ist nicht Aufgabe der Berufungsinstanz, die Eingaben des Klägers im erstinstanzlichen Verfahren danach zu durchforsten, wo er in Bezug auf die Liegenschaft N.________ eine Verkehrswertschätzung offeriert haben soll (vgl. BGer, Urteil 4A_62/2021 vom 27. Dezember 2021 E. 4.5 m.H.). Der Kläger als berufungsführende Partei unterlässt es, die Aktenstücke zu nennen, auf denen seine Kritik beruht. Er wirft der Vorinstanz vor, Tatsachen übersehen zu haben, ohne in der Berufung explizit darauf hinzuweisen, dass und wo er diese erstinstanzlich bereits vor-Kantonsgericht Schwyz 26 brachte. Genügt somit die Berufung des Klägers den gesetzlichen Anforde- rungen nicht, ist auf dessen Vorbringen bezüglich der Verletzung seines recht- lichen Gehörs nicht einzutreten, da die Begründung eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende Zulässigkeitsvoraussetzung ist (vgl. E. 3a/bb/bbb vorne). Ausserdem wäre bei einem Eintreten auf dieses Vorbringen des Klägers eine Verletzung seines rechtlichen Gehörs zufolge antizipierter Beweiswürdigung zu verneinen. Zum einen ist nicht ersichtlich, wieso ein Experte lediglich Aus- künfte bei der Gemeinde einholen müsste, um den Verkehrswert der Liegen- schaft N.________ bestimmen zu können. Wie der Kläger in seiner Eingabe an die Vorinstanz vom 12. November 2020 selbst schreibt, setzt der Entscheid über eine nachträgliche Baubewilligung vorab die Durchführung eines Wald- feststellungsverfahrens voraus, wobei er darum ersuchen müsste (Vi-act. 43 und Vi-act. 43, KB 62). Ein solches Verfahren leitete der Kläger bis heute nicht ein, sodass er es selbst zu vertreten hat, dass zufolge eines fehlenden Bau- bewilligungsentscheids keine Verkehrswertexpertise vorgenommen werden kann. Zum anderen ist nicht ersichtlich, weshalb bei einer nachträglichen Nichtbewilligung des Neubaus der Wert der Liegenschaft N.________ ledig- lich Fr. 50’000.00 betragen soll, nachdem die Parteien hierfür im Jahre 2008 einen Preis von Fr. 150’000.00 bezahlt hatten. Daher würde sich eine Ver- kehrswertschätzung der Liegenschaft N.________ nicht als zielführend erwei- sen. Entsprechend den Ausführungen der Vorinstanz (angef. Urteil, E. 5.4.3 S. 46) und entgegen der Rechnung des Klägers (KG-act. 1, S. 24 N 61) ist er zu verpflichten, der Beklagten eine Ausgleichszahlung in der Höhe des hälfti- gen Anrechnungswertes von Fr. 150’000.00, mithin den Betrag von Fr. 75’000.00, zu bezahlen. c) Im auf den Namen des Klägers lautenden Schrankfach Nr. vv bei der K.________ (Bank I) fanden der Einzelrichter und die a.o. Gerichtsschreiberin Kantonsgericht Schwyz 27 in Anwesenheit der Parteien am 24. März 2021 ein Couvert mit insgesamt Fr. 10’000.00 (Vi-act. 65). Die Vorinstanz ordnete diesen Betrag nicht dem Eigengut, sondern gestützt auf Art. 197 Abs. 2 Ziff. 1 und Art. 200 Abs. 3 ZGB der Errungenschaft des Klägers zu. Zur Begründung führte sie aus, es handle sich dabei um gespartes Entgelt aus der Arbeitstätigkeit des Klägers. Über- dies vermöge die blosse Belastung der Schrankfachgebühr auf dem Konto der Einzelfirma nicht zu beweisen, dass das Schrankfach der Einzelfirma gehöre, zumal auf dem gleichen Konto auch andere private Kosten wie Krankenkas- senprämien belastet worden seien. Ebenso wenig enthalte der Schrankfach- mietvertrag einen Hinweis auf die Einzelfirma des Klägers. Die Fr. 10’000.00 seien zudem in den Jahresrechnungen nirgends aufgeführt (angef. Urteil, E. 5.8.2c S. 51 f.). aa) Der Kläger bringt vor, das Schrankfach gehöre zu seiner Einzelfirma. Weil die Einzelfirma seinem Eigengut zuzuordnen sei, gelte dies ebenfalls für das Schrankfach, das über das Betriebskonto finanziert worden sei, und für das darin aufgefundene Bargeld von Fr. 10’000.00. Demzufolge sei dieses Geld gestützt auf Art. 198 und Art. 8 ZGB seinem Eigengut zuzuordnen (KG- act. 1, S. 24 f. N 62 bis 64). Die Beklagte bestreitet dieses klägerische Vor- bringen und verweist auf ihre Ausführungen unter Ziffer 1 Punkt 2 (KG-act. 7, S. 34 N 5). bb) Falls der Kläger den Bargeldbetrag von Fr. 10’000.00 vom Konto seiner Einzelfirma bezog, würde es von seinem Arbeitserwerb herrühren, der gemäss Art. 197 Abs. 2 lit. 1 ZGB zur Errungenschaft gehört. Denn Arbeitser- werb umfasst alle Erträge, die durch Einsatz seiner körperlichen und geistigen Arbeitskraft am Markt erzielt werden, wozu die Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit sowie der auf die unternehmerische Tätigkeit beruhende Ge- winn gehören. Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Kläger mit seinem Einzelunternehmen gestützt auf reine Sach- und Geldinvestitionen wie Kantonsgericht Schwyz 28 Wertschwankungen von Aktien im Wertschriftenportfeuille Kapital erwirtschaf- tete (vgl. E. 3a/aa/bbb und ccc vorne), das er dem Konto seiner Einzelfirma hätte gutschreiben können. Würde der Bargeldbetrag von Fr. 10’000.00 Ar- beitserwerb des Klägers beschlagen, wäre er dessen Errungenschaft zuzu- ordnen. Das Vorbringen des Klägers ist somit nicht stichhaltig. d) Nachdem alle bisherigen Vorbringen des Klägers gegen die vor- instanzliche Regelung der güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht verfan- gen (vgl. E. 3a-c), ist in Abweisung des Berufungsantrags-Ziffer 5 die Disposi- tiv-Ziffer 6f des angefochtenen Urteils zu bestätigen, wonach der Kläger zu verpflichten sei, der Beklagten zum Ausgleich ihrer güterrechtlichen An- sprüche Fr. 209’393.15 zu bezahlen, zahlbar innert 60 Tagen nach Vollstreck- barkeit des Scheidungsurteils. 4. Es ist unbestritten und erstellt, dass der Kläger zufolge seiner selbstän- digen Erwerbstätigkeit über kein Pensionskassenguthaben verfügt und die Beklagte per Rechtshängigkeit der Scheidung vom 21. September 2018 ein während der Ehe erworbenes Freizügigkeitsguthaben von Fr. 24’638.05 aus- wies (angef. Urteil, E. 2.1 und 2.2 S. 13 f.; KG-act. 1, S. 5 N 9; KG-act. 7, S. 3- 5 N 1-3). Die Vorinstanz führte aus, der Kläger müsse seine in die Säule 3a einbezahlten Vorsorgegelder nur bis zum güterrechtlichen Stichtag vom 29. Februar 2016 mit der Beklagten teilen. Die Beklagte hätte somit ihre Vor- sorgegelder mehr als 2.5 Jahre länger mit dem Kläger hälftig zu teilen, was unbillig erscheine und gestützt auf Art. 124b ZGB zu verweigern sei. Vielmehr sei gerechtfertigt, dass die Beklagte die von ihr von März 2016 bis und mit September 2018 in der beruflichen Vorsorge angesparten Gelder von ca. Fr. 16’150.00 für sich behalten könne und lediglich ihr restliches Freizügig- keitsguthaben von rund Fr. 8’500.00 (Fr. 24’638.05 ./. Fr. 16’150.00) mit dem Kläger hälftig teilen müsse, sodass die Beklagte von ihrer Freizügigkeitsleis-Kantonsgericht Schwyz 29 tung nur den Betrag von Fr. 4’250.00 zuzüglich Vorsorgezins seit 21. Septem- ber 2018 dem Kläger zu bezahlen habe (angef. Urteil, E. 2.3 S. 14 f.). a) Der Kläger bringt vor, es liege kein Ausnahmefall von Art. 124b Abs. 2 ZGB vor, der ein Abweichen von der hälftigen Teilung der beklagtischen Vor- sorgegelder rechtfertigen würde, weil ein unterschiedliches Teilungsdatum des BVG und der Säule 3a nicht ein im Gesetz ausdrücklich vorgesehener wichti- ger Grund sei, zumal es sich bei einer Ehedauer von 30 Jahren bloss um eine kurze Phase von rund 2.5 Jahren handle und der Betrag von Fr. 16’150.00 relativ gering sei. Auch im Ergebnis erweise sich eine hälftige Teilung der be- klagtischen Freizügigkeitsleistung aus mehreren Gründen nicht als unbillig. Daher stünde ihm ein hälftiger Anspruch des von der Beklagten angesparten Freizügigkeitsguthabens von Fr. 24’638.05, mithin ein Betrag von Fr. 12’319.00 zu (KG-act. 1, S. 5-7 N 9-14). Die Beklagte entgegnet, bei der Ausnahmebestimmung von Art. 124b Abs. 2 ZGB handle es sich nicht um eine abschliessende Aufzählung. Ausserdem bestreitet sie die vom Kläger aufgezählten Gründe für eine hälftige Aufteilung der beklagtischen Freizügig- keitsgelder (KG-act. 7, S. 3-5 N 1-3). b) Die während der Ehe bis zum Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungs- verfahrens erworbenen Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge werden bei der Scheidung ausgeglichen (Art. 122 ZGB). Das Gericht spricht dem berech- tigten Ehegatten weniger als die Hälfte der Austrittsleistung zu oder verweigert die Teilung ganz, wenn wichtige Gründe vorliegen. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn die hälftige Teilung aufgrund der güterrechtlichen Auseinandersetzung oder der wirtschaftlichen Verhältnisse nach der Schei- dung oder aufgrund der Vorsorgebedürfnisse, insbesondere unter Berücksich- tigung des Altersunterschiedes zwischen den Ehegatten, unbillig wäre (Art. 124b Abs. 2 ZGB). Die Aufzählung der in Art. 124b Abs. 2 ZGB aufge- führten Gründe für eine Abweichung vom Grundsatz der hälftigen Teilung der Kantonsgericht Schwyz 30 beruflichen Vorsorgegelder durch den Richter ist nicht abschliessend (BGer, Urteil 5A_443/2018 vom 6. November 2018 E. 5.3.2 = Pra 108, 2019, Nr. 39; Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], a.a.O., Art. 124b ZGB N 22). Bei der Anwendung dieser Ausnahmebestimmung ist aber zu beachten, dass der Grundsatz der hälftigen Teilung nicht ausgehöhlt wird, weshalb sie mit Zurück- haltung anzuwenden ist (BGer, Urteil 5A_729/2020 vom 4. Februar 2021 E. 8.1; BGer, Urteil 5A_524/2020 vom 2. August 2021 E. 5.4; BGer, Urteil 5A_443/2018 vom 6. November 2018 E. 5.3.2 = Pra 108, 2019, Nr. 39). Im Idealfall soll die Teilung der beruflichen Vorsorge dazu führen, dass die beiden Ehegatten über ein Vorsorgeguthaben von gleicher Qualität verfügen (BGer, Urteil 5A_443/2018 vom 6. November 2018 E. 5.3.2 = Pra 108, 2019, Nr. 39). Art. 124b Abs. 2 Ziff. 1 ZGB deckt etwa den Fall ab, in dem ein Ehegatte als Angestellter arbeitet, über ein bescheidenes Einkommen und eine 2. Säule verfügt, während der andere Ehegatte als selbständig Erwerbender über keine 2. Säule verfügt, wirtschaftlich allerdings viel besser dasteht (BGer, Urteil 5A_524/2020 vom 2. August 2021 E. 5.4). Dies trifft zu, wenn ein selbständig erwerbstätiger Anwalt zwar nicht über eine zweite, wohl aber über eine gute dritte Säule verfügt, die Ehegatten der Gütertrennung unterstehen und nun die in einem Anstellungsverhältnis stehende Frau ihre zweite Säule teilen müsste (Geiser, a.a.O., Art. 124b ZGB N 19). Dies galt bereits nach früherem Recht (BGer, Urteil 5A_524/2020 vom 2. August 2021 E. 5.4; Geiser, a.a.O., Art. 124b ZGB N 19). Die Teilung der Vorsorgeansprüche ist also unbillig, wenn die dadurch entstehende vorsorgerechtliche Situation des einen Ehegat- ten im Vergleich zu jener des anderen stossend wäre. Allein unterschiedliche Vermögensverhältnisse genügen grundsätzlich nicht, vom Grundsatz der hälf- tigen Teilung abzuweichen (BGer, Urteil 5A_524/2020 vom 2. August 2021 E. 5.4). Ein wichtiger Grund zur Kürzung der zu übertragenden Austrittsleis- tung liegt ebenso vor, wenn der Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes und der für den Vorsorgeausgleich massgebende Stichtag auseinanderfallen und deshalb bei der Vorsorge Einkäufe zu berücksichtigen sind, die erst nach Kantonsgericht Schwyz 31 Auflösung des Güterstandes aus bei der Vorschlagsteilung bereits berücksich- tigtem Kapital getätigt wurden (Geiser, a.a.O., Art. 124b ZGB N 22a). c) Es ist unbestritten, dass der Kläger die in die Säule 3a einbezahlten Vorsorgegelder nur bis zum güterrechtlichen Stichtag vom 29. Februar 2016 mit der Beklagten teilen muss. Demgegenüber hätte die Beklagte aufgrund von Art. 122 ZGB ihr Freizügigkeitsguthaben von Fr. 24’638.05 per 21. Sep- tember 2018 mit dem Kläger hälftig zu teilen, wobei sie den grössten Teil da- von bzw. ca. Fr. 16’150.00 erst nach der Anordnung der Gütertrennung vom 29. Februar 2016 ansparen konnte. Darum würde eine hälftige Teilung des per 21. September 2018 ausgewiesenen beklagtischen Freizügigkeitsgutha- bens von Fr. 24’638.05 mit dem Kläger ihm ein qualitativ besseres Vorsorge- guthaben bescheren. Durch die Regelung der Vorinstanz, mit der die Beklagte ihr ab 29. September 2016 angespartes Freizügigkeitsguthaben von ca. Fr. 16’150.00 gestützt auf Art. 124b ZGB für sich behalten kann und ledig- lich ihr restliches Freizügigkeitsguthaben von rund Fr. 8’500.00 (Fr. 24’638.05 ./. Fr. 16’150.00) mit dem Kläger hälftig teilen muss, könnte die bei einer hälf- tigen Teilung der beklagtischen Vorsorgegelder resultierende Ungleichheit beseitigt werden. Zwar ist unbestritten, dass der Kläger ein Guthaben der Säule 3a von über Fr. 104’230.70 und somit einen höheren Betrag mit der Beklagten zu teilen hat (KG-act. 1, S. 6 N 13 Abs. 2; KG-act. 7, S. 3-5 N 1-3). Indessen ändert dieser Umstand nichts daran, dass der Kläger seine Vorsor- gegelder (Säule 3a) bereits ab dem güterrechtlichen Stichtag vom 29. Februar 2016 für sich behalten kann, wogegen die Beklagte gestützt auf Art. 122 ZGB ihr Freizügigkeitsguthaben noch bis 21. September 2018 mit dem Kläger hälf- tig teilen müsste. Dieser Umstand spricht gegen eine hälftige Teilung der be- klagtischen Freizügigkeitsleistung bzw. für die vorinstanzliche Regelung. Zu prüfen ist nachfolgend, ob, wie der Kläger behauptet (KG-act. 1, S. 6 f. N 13), andere Gründe vorliegen, die für eine hälftige Teilung der beklagtischen Frei- zügigkeitsleistung ins Gewicht fallen.Kantonsgericht Schwyz 32 Die Beklagte bestreitet das Vorbringen des Klägers nicht, wonach im Ehe- schutzverfahren seine Unterhaltspflicht ausgehend von den Nettoeinkommen der Parteien berechnet worden sei und er aus seinem ihm angerechneten Monatseinkommen von Fr. 6’000.00 noch die Finanzierung der Säule 3a habe sicherstellen müssen, wogegen im monatlichen Einkommen der Beklagten von Fr. 3’173.00 die BVG-Einzahlungen bereits abgezogen gewesen seien (KG-act. 1, S. 6 unten; Vi-act. 1, KB 3; KG-act. 9, S. 3-5 N 1-3). Dieser Um- stand gilt es bei der Beantwortung der Frage, ob ein wichtiger Grund im Sinne von Art. 124b Abs. 2 ZGB vorliegt, zugunsten des Klägers zu berücksichtigen. Ausserdem weist der Kläger zutreffend darauf hin, dass auch die Vermögens- verhältnisse der Parteien nach der güterrechtlichen Auseinandersetzung ein- zubeziehen sind (vgl. KG-act. 1, S. 7 oben): Die Beklagte verfügt über Ei- gengüter von nicht ganz Fr. 80’000.00. Demgegenüber bildet die Einzelfirma Eigengut des Klägers, wogegen er gegenüber der Beklagten auch eine vor- eheliche Darlehensschuld von Fr. 25’555.00 hat (angef. Urteil, E. 5.9 S. 52). Zudem erhielte die Beklagte aus dem Nettoerlös der öffentlichen Versteige- rung der Liegenschaft M.________ (nach Abzug des Hypothekardarlehens von Fr. 600’000.00 sowie aller mit der Versteigerung zusammenhängenden Kosten und allfälliger Steuern) einen mehr als Fr. 100’000.00 höheren Betrag als der Kläger, falls der Erlös Fr. 910’934.00 betragen würde, sowie rund 67.75 % des Fr. 910’934.00 allenfalls übersteigenden Erlöses. Auch für den Fall, dass aus der öffentlichen Versteigerung ein Nettoerlös von weniger als Fr. 910’934.00 resultieren würde, erhielte die Beklagte einen höheren Betrag als der Kläger (etwas mehr als Fr. 14’000.00) sowie 2/3 des noch eventuell verbleibenden Nettoerlöses (angef. Urteil, Dispositiv-Ziff. 6c). Die unterschied- lichen Einkommensverhältnisse nach der Scheidung werden durch die Zu- sprechung eines persönlichen Unterhalts an die Beklagte ausgeglichen (vgl. E. 5 hinten). Die weiteren Vorsorgebedürfnisse fallen zumindest leicht ins Gewicht, weil der Kläger rund 2.5 Jahre älter ist als die Beklagte, diese also Kantonsgericht Schwyz 33 ca. 2.5 Jahre länger ihre Altersvorsorge wird aufbauen können als dies der Kläger wird tun können. In Anbetracht sämtlicher wirtschaftlicher Verhältnisse gelangt die 1. Zivilkam- mer zum Schluss, dass sich eine hälftige Teilung der beklagtischen Freizügig- keitsleistung von Fr. 24’638.05 nicht als unbillig erweist, weshalb die Beklagte von ihrer Freizügigkeitsleistung den hälftigen Betrag in der Höhe von Fr. 12’319.00 zuzüglich Vorsorgezins seit 21. September 2018 auf ein vom Kläger noch zu bezeichnendes Freizügigkeitskonto der 2. Säule zu überwei- sen hat. Insoweit ist die Berufung gutzuheissen. 5. Die Vorinstanz ging bei der Festlegung des nachehelichen Unterhalts von monatlichen Einkommen von Fr. 6’400.00 (Kläger) und Fr. 3’450.00 (Be- klagte) sowie von Monatsbedürfnissen von Fr. 3’638.25 (Kläger) und Fr. 3’434.50 (Beklagte) aus. Den daraus resultierenden Überschuss von ins- gesamt Fr. 2’776.75 pro Monat teilte sie je hälftig auf die Parteien auf und ver- pflichtete den Kläger zur Bezahlung eines nachehelichen Unterhalts an die Beklagte von monatlich Fr. 1’370.00, befristet bis zu dessen Eintritt in das or- dentliche AHV-Alter (angef. Urteil, E. 4 S. 19-28). a) Die Vorinstanz stellte bei der Berechnung des klägerischen Einkom- mens auf den Reingewinn ab, den der Kläger mit seiner Einzelfirma „F.________“ in den Jahren 2017 bis 2019 durchschnittlich erzielte (angef. Urteil, E. 4.3 S. 22 f.). aa) Der Kläger bringt vor, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vor- instanz im Ehescheidungsverfahren von der ihm im Eheschutz- und vorsorgli- chen Massnahmenverfahren angerechneten Einkommenshöhe von monatlich Fr. 6’000.00 abweiche (KG-act. 1, S. 8 f. N 17 und 21). Die Beklagte entgeg- net, im Rahmen eines Eheschutzverfahrens geleistete Unterhaltsbeiträge sei-Kantonsgericht Schwyz 34 en nicht dem gebührenden Unterhalt nach Art. 125 ZGB gleichzusetzen (KG- act. 7, S. 6 N 2.2). Dieser Einwand trifft zu, führte das Bundesgericht doch wiederholt aus, dass das Scheidungsgericht an die im Rahmen von Ehe- schutzmassnahmen oder von vorsorglichen Massnahmen während des Scheidungsverfahrens festgelegte oder von den Parteien vereinbarte Unter- haltsbeiträge nicht gebunden, sondern vielmehr befugt und auf Bestreitung hin auch verpflichtet sei, die Faktoren neu zu prüfen und festzustellen, die den nachehelichen Unterhalt bestimmen sollen (BGer, Urteil 5A_894/2011 vom 14. Mai 2012 E. 6.5.4 mit Hinweis auf BGE 137 III 102 E. 4.5 = Pra 101, 2012, Nr. 27; BGer, Urteile 5A_384/2008 vom 21. Oktober 2008 E. 4.1 und 5A_257/2007 vom 6. August 2007 E. 3.2.2). bb) Der Kläger macht geltend, die Vorinstanz hätte bei der Berechnung sei- nes Einkommens nicht nur auf den Durchschnittsgewinn der Jahre 2017 bis 2019, sondern auf jenen der Jahre 2015 bis 2019 abstellen müssen, der mo- natlich Fr. 5’300.00 betrage. Denn die während des Zusammenlebens mass- gebenden Einkommensverhältnisse seien tiefer gewesen als nach der Tren- nung der Parteien im Jahre 2016 und die überdurchschnittlichen Jahre 2017 und 2019 würden den Einkommensdurchschnitt verfälschen (KG-act. 1, S. 8 N 18). Die Beklagte wendet ein, bei selbständiger Erwerbstätigkeit gelte der durchschnittliche Reingewinn mehrerer Jahre, in der Regel der letzten drei, als Einkommen (KG-act. 7, S. 7 N 2.4). Bei selbständiger Erwerbstätigkeit gilt der Reingewinn als Einkommen, der entweder als Vermögensstandsgewinn (Differenz zwischen dem Eigenkapital am Ende des laufenden und am Ende des vorangegangenen Geschäftsjah- res) oder als Gewinn in einer ordnungsgemässen Gewinn- und Verlustrech- nung ausgewiesen wird. Da sich die Bestimmung der Leistungskraft eines Selbständigerwerbenden als äusserst schwierig erweisen kann, ist, um ein einigermassen zuverlässiges Resultat zu erreichen und insbesondere Ein-Kantonsgericht Schwyz 35 kommensschwankungen Rechnung zu tragen, auf das Durchschnittsnettoein- kommen mehrerer – in der Regel der letzten drei – Jahre abzustellen. Dabei können auffällige, d.h. besonders gute oder besonders schlechte Abschlüsse, unter Umständen ausser Betracht bleiben. Nur bei stetig sinkenden oder stei- genden Erträgen gilt der Gewinn des letzten Jahres als massgebendes Ein- kommen, korrigiert insbesondere durch Aufrechnungen von ausserordentli- chen Abschreibungen, unbegründeten Rückstellungen und Privatbezügen (BGE 143 III 617 E. 5.1; BGer, Urteil 5A_543/2020 vom 5. November 2020 E. 3.2). Im vorinstanzlichen Verfahren lagen die Jahresabschlüsse 2014 bis 2019 der klägerischen Einzelfirma im Recht, worin durchschnittliche Reingewinne von Fr. 54’983.15 (2014), Fr. 41’198.45 (2015), Fr. 45’169.05 (2016), Fr. 90’034.85 (2017), Fr. 33’945.10 (2018) und Fr. 55’645.05 (2019) ausgewiesen werden (Vi-KB 9-12 und Vi-act. 60, Beilagen 1 und 2). Unbestritten und belegt ist, dass in den Jahren 2018 und 2019 unter Berücksichtigung der entsprechen- den Steuererklärungen für den O.________ noch Fr. 16’352.00 (2018) und Fr. 35’772.00 (2019) dazukamen (angef. Urteil, E. 4.3 S. 23 mit Hinweis auf Vi-act. 60, Beilagen 3 und 4), sodass sich das Einkommen in diesen beiden Jahren auf insgesamt Fr. 50’297.10 (2018) und Fr. 91’417.05 (2019) belief. Weder legt der Kläger substanziiert dar noch ist ersichtlich, weshalb wegen des Umstandes, dass der Reingewinn in den Jahren 2017 und 2019 höher war als in den übrigen drei Jahren, zur Festlegung seines Einkommens auf die durchschnittlichen Gewinnzahlen der Periode 2015 bis 2019 hätte abgestellt werden sollen. Vielmehr zeigt die Entwicklung in den Jahren 2015 bis 2019, dass der Reingewinn mit Ausnahme des Jahres 2018 anstieg, wobei der Reingewinn im Jahre 2018 immer noch höher war als in den Jahren 2015 und 2016. Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf den Durch- schnittsgewinn der Jahre 2017 bis 2019 abstellte, der unbestrittenermassen und nachweislich ca. Fr. 6’400.00 pro Monat betrug (1/36 von [Fr. 90’034.85 + Kantonsgericht Schwyz 36 Fr. 50’297.10 + Fr. 91’417.05]). Ob der vom Kläger angesprochene während des Zusammenlebens der Parteien geführte Lebensstandard der Beklagten tiefer war als derjenige, den sie gestützt auf den von der Vorinstanz zugespro- chenen nachehelichen Unterhaltsbeitrag führen könnte, ist nicht bereits bei der Festlegung des Einkommens, sondern erst bei der Aufteilung des Über- schusses zu prüfen (vgl. E. 5d hinten). cc) Der Kläger hält dafür, dass der Reingewinn nicht das ihm tatsächlich zur Verfügung stehende Einkommen darstelle, weil er, wie die Beklagte, die frei über ihren Nettolohn verfügen könne, in seine Altersvorsorge habe investieren müssen. In den Jahren 2017 bis 2019 habe er aus dem Reingewinn Einzah- lungen in die 3. Säule von durchschnittlich Fr. 683.20 pro Monat vorgenom- men, sodass ihm ein Einkommen von monatlich Fr. 5’717.00 (Fr. 6’400.00 ./. Fr. 683.20) anzurechnen sei (KG-act. 1, S. 8 f. N 19). Die Beklagte erwidert, der Kläger sei mit seinem neuen Vorbringen wegen des im Berufungsverfah- ren geltenden beschränkten Novenrechts nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht zu hören. Überdies seien Einzahlungen in die freiwillige Vorsorge (3. Säule) bei der Berechnung des familienrechtlichen Existenzminimums nicht zu berück- sichtigen, was der Kläger im vorinstanzlichen Verfahren anerkannt habe (KG- act. 7, S. 8 N 2.5). Der Kläger äussert sich zur von der Beklagten behaupteten Novenqualität seines Vorbringens betr. die Berücksichtigung seiner Einzahlungen in die 3. Säule nicht. Daher ist davon auszugehen, dass der Kläger im vor- instanzlichen Verfahren solches nicht vortrug. Zwar hat das Gericht das Recht von Amtes wegen anzuwenden (Art. 57 ZPO). Dies aber nur im Rahmen der von den Parteien behaupteten Tatsachen, weil der Grundsatz der richterlichen Rechtsanwendung unter der vorliegend anzuwendenden Herrschaft der Dis- positions- und Verhandlungsmaxime (vgl. BGE 147 III 301 S. 303 E. 2.2; Art. 58 Abs. 1 und Art. 277 Abs. 1 ZPO) die Parteien nicht von ihrer Behaup-Kantonsgericht Schwyz 37 tungs- und Substanziierungslast entbindet, sodass es Sache der Parteien bleibt, den ihnen zu Grunde liegenden Sachverhalt darzulegen (Gehri, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., Art. 57 N 28 ZPO). Da für den nach- ehelichen Unterhalt der Verhandlungsgrundsatz gilt, können neue Tatsachen im Berufungsverfahren nur noch unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksichtigt werden, wobei die novenwillige Partei auch die No- venvoraussetzungen substanziieren und beweisen muss (vgl. E. 2e/ff). Weil der Kläger dies nicht tut, kann er mit seinem neuen Vorbringen nicht mehr gehört werden. dd) Zusammenfassend ist dem Kläger ein monatliches Einkommen von Fr. 6’400.00 anzurechnen. b) Die Vorinstanz hielt dafür, dass die Beklagte mit ihrer Erwerbstätigkeit bei der P.________ AG zu einem Arbeitspensum von 80 % ihre Eigenversor- gungskapazität ausschöpfe, weshalb ihr kein zusätzliches hypothetisches Ein- kommen anzurechnen sei. Es sei von ihrem tatsächlich erzielten Einkommen von Fr. 3’450.00 pro Monat auszugehen (angef. Urteil, E. 4.4 S. 23-25). aa) Insoweit der Kläger vorbringt, der Beklagten sei eine volle Erwerbstätig- keit zumutbar (KG-act. 1, S. 10 N 23 und 25), erübrigen sich weitere Aus- führungen dazu, weil auch die Vorinstanz davon ausging (vgl. angef. Urteil, E. 4.4.2 S. 24). bb) Die Vorinstanz führte zur Begründung, dass die Beklagte mit ihrem Ar- beitspensum von 80 % bei der P.________ AG ihre Eigenversorgungskapa- zität ausschöpfe, im Wesentlichen Folgendes aus: Die Beklagte habe eine lang zurückliegende Ausbildung als Coiffeuse absolviert und sei diesem Beruf während der Ehe nur sehr eingeschränkt nachgegangen, weshalb es sehr schwierig sein dürfte, eine Anstellung als Coiffeuse zu finden. Dies gelte auch Kantonsgericht Schwyz 38 für eine Vollzeittätigkeit im Detailhandel bei Q.________ an der Kasse, weil solche Jobs auf dem heutigen Arbeitsmarkt sehr rar und für die Beklagte als ungelernte Hilfskraft praktisch nicht auffindbar seien, zumal die Kunden immer mehr dazu angehalten würden, diese Arbeiten durch Selfscanning selbst zu erledigen. Eine diesbezügliche Einstellung bzw. Einarbeitung der im ________ geborenen Beklagten erscheine daher umso unwahrscheinlicher. Ausserdem zeige ein Blick in den aktuellen Gesamtarbeitsvertrag des Coiffeurgewerbes, dass die Beklagte selbst bei einer Vollzeitanstellung nach ein paar Dienstjah- ren nicht mehr verdienen würde als derzeit mit ihrem Arbeitspensum von 80 % bei der P.________ AG. Gleiches gelte bei einer Vollzeitanstellung im Detail- handel. Ebenso gehe der Vorwurf des Klägers fehl, wonach die Beklagte sich nie um eine Weiterbildung gekümmert habe. Wegen des Schichtbetriebs im R.________ sei der Beklagten auch ein ergänzendes Pensum bei einem an- deren Arbeitgeber faktisch nicht möglich (angef. Urteil, E. 4.4.2 S. 24 f.). aaa) Der Kläger macht geltend, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Be- klagte nicht eine zusätzliche Teilzeitstelle von 20 % oder eine neue Stelle su- chen könne. Auch der Schichtbetrieb im R.________ schliesse die Aufnahme einer zusätzlichen Arbeitstätigkeit zu einem Pensum vom 20 % nicht aus. Die Beklagte sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Coiffeuse ausserhalb ihrer Schichten im R.________ zeitlich flexibel und habe damit während der Ehe in zeitlich steigendem Ausmass – neben ihren Aufgaben im Haushalt und der Kinderbetreuung – erhebliche Einkünfte erzielt. Daher sei der Beklagten bei einer Vollzeitanstellung ein Einkommen von Fr. 4’250.00 anzurechnen (KG- act. 1, S. 10 N 23 f.). Die Beklagte bestreitet die klägerischen Vorbringen (vgl. KG-act. 7, S. 9-11 N 3.3). bbb) Wegen des Vorrangs der Eigenversorgung wird der potenziell an- spruchsberechtigte Ehegatte zur vollen Ausschöpfung seiner Erwerbskraft angehalten. Massgeblich ist eine konkrete Prüfung der Kriterien wie Alter, Ge-Kantonsgericht Schwyz 39 sundheit, sprachliche Kenntnisse, bisherige und künftige Aus- und Weiterbil- dungen, bisherige Tätigkeiten, persönliche und geographische Flexibilität, La- ge auf dem Arbeitsmarkt etc. Mithin ist generell auf die konkreten Chancen abzustellen, in einem bestimmten Bereich, der nicht zwingend dem früheren Tätigkeitsfeld entsprechen muss, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Das Lebensalter ist oft ein entscheidender Faktor bei der Beurteilung der tatsächli- chen Möglichkeit, einer Erwerbsarbeit nachzugehen, auch wenn zufolge Auf- gabe der „45er-Regel“ dem Alter nicht (mehr) eine von allen übrigen Faktoren losgelöste abstrakte Bedeutung im Sinn einer Vermutung für oder gegen die Zumutbarkeit einer Erwerbsarbeit zukommt (BGer, Urteil 5A_1049/2019 vom 25. August 2021 E. 4.3 mit Hinweisen). Geht es um die (erstmalige) Festset- zung des Unterhalts, obliegt es grundsätzlich der ansprechenden Partei zu beweisen, wie gross ihre wirtschaftliche Leistungskraft (Eigenversorgungska- pazität) ist. Sie trifft insbesondere die Beweisführungslast, wenn sie bestreitet, ein (strittiges) hypothetisches Einkommen tatsächlich erzielen zu können (BGer, Urteil 5A_1049/2019 vom 25. August 2021 E. 4.4). ccc) Die Beklagte ist heute 55 Jahre alt. Sie absolvierte vor langer Zeit eine Ausbildung als Coiffeuse und arbeitete bis Frühling 1993 als Angestellte in diesem Beruf. Die Beklagte sagte aus, sie sei während der Ehe nur sehr ein- geschränkt dieser Tätigkeit nachgegangen, indem sie Familienangehörigen und ab 2001 auch ein paar Bekannten bis in das Jahr 2012 die Haare ge- schnitten und dabei bei einem Pensum von höchstens 10 % einen Verdienst von Fr. 200.00 bis Fr. 300.00 pro Monat erwirtschaftet habe (Vi-act. 75, Fra- gen 1-4, 6-9, 11-17 und 89). Ob die Beklagte mit ihrer Coiffeurarbeit mehr verdiente, was der Kläger aus den von ihr in die beiden Liegenschaften inves- tierten und heute noch liquide vorhandenen weiteren Errungenschaftsmitteln schliesst (KG-act. 1, S. 10 N 24), ist nicht massgebend und kann offengelas- sen werden. Denn seit 2012 arbeitet die Beklagte als ungelernte Mitarbeiterin im S.________dienst bei der P.________ AG, vorerst zu einem Pensum von Kantonsgericht Schwyz 40 50 %, seit 1. April 2016, als sich die Scheidung abzeichnete, zu einem sol- chen von 80 %, was bei Schichtarbeit dem höchsten Pensum entspricht, und erzielte im Jahr 2020 einen Nettolohn von Fr. 41’213.45, wobei ihr Lohn per 1. Juli 2020 um rund Fr. 80.00 pro Monat erhöht wurde (Vi-act. 75, Fragen 22- 26; Vi-act. 61, Beilagen 1-5). In Anbetracht dieser Umstände erscheint zum einen nicht zielführend, dass sich die Beklagte weiterbildet, nachdem der Klä- ger der Beklagten unbestrittenermassen weder die Zeit noch die notwendigen finanziellen Mittel für eine Weiterbildung einräumte (angef. Urteil, E. 4.4.2 S. 25; KG-act. 1, S. 9-11 N 22-25). Zum anderen ist die Beklagte wegen ihrer unregelmässigen Schichtarbeit nicht in der Lage einer zusätzlichen Anstellung zu einem Pensum von 20 % nachzugehen, zumal sie das Vorbringen des Klä- gers, wonach die Dienstpläne für die Tätigkeit der Beklagten jeweils längere Zeit im Voraus bekannt seien (KG-act. 1, S. 10 N 24), bestreitet und als nicht zu hörendes Novum bezeichnet (KG-act. 7, S. 10 N 3.3.3), wozu sich der Klä- ger nicht äussert. Ebenso wenig dürfte es für die Beklagte wegen der fehlen- den Flexibilität einfach sein, Familienmitgliedern und Bekannten im gleichen Umfang wie vor dem Jahr 2012 die Haare zu schneiden, sodass sie daraus ein relevantes Zusatzeinkommen erwirtschaften könnte. Nachdem die Beklag- te in ihrem erlernten Beruf als Coiffeuse seit dem Jahr 1993 nur noch sehr eingeschränkt tätig war (vgl. vorangehender Absatz), erscheint die Folgerung der Vorinstanz nachvollziehbar, dass es für die Beklagte sehr schwierig sein dürfte, eine Anstellung als Coiffeuse zu finden. Gleich dürfte es sich verhalten in Bezug auf das Finden einer Vollzeitanstellung im Detailhandel, zumal die Beklagte heute bereits 55 Jahre alt und diesbezüglich ungelernt ist. Ausser- dem äussert sich der Kläger nicht zur Begründung der Vorinstanz, wonach die Beklagte bei einer Vollzeitanstellung als Coiffeuse oder im Detailhandel nicht mehr verdienen würde als derzeit mit ihrem Arbeitspensum von 80 % bei der P.________ AG. Aus diesen Gründen ist der Beklagten kein höheres Ein- kommen als das von der Vorinstanz auf Fr. 3’450.00 pro Monat festgesetzte anzurechnen.Kantonsgericht Schwyz 41 c) Die Vorinstanz nahm Wohnkosten von Fr. 1’700.00 pro Monat in den Bedarf der Beklagten auf, da sie die Liegenschaft M.________ infolge der öffentlichen Versteigerung werde verlassen müssen (angef. Urteil, E. 4.5.2 S. 26). aa) Der Kläger macht geltend, weil die Vorinstanz nicht angeordnet habe, dass die Beklagte bereits vor der Versteigerung aus der Liegenschaft M.________ ausziehen müsse, könne die Beklagte auch nach Rechtskraft des Scheidungsurteils bis auf Weiteres in dieser Liegenschaft wohnen bleiben. Die Hypothekarzinsen betrügen aktuell lediglich Fr. 500.00 pro Monat. Daher seien unter Berücksichtigung der Nebenkosten und weiteren Abgaben bis zum Auszug der Beklagten lediglich Wohnkosten vom maximal Fr. 1’000.00 pro Monat in deren Bedarf aufzunehmen (KG-act. 1, S. 11 N 26). Die Beklagte bestreitet eine solche Reduktion, weil der Kläger im vor- instanzlichen Verfahren auch für den Fall eines Verbleibs der Beklagten in der Liegenschaft M.________ monatliche Mietkosten von Fr. 1’700.00 anerkannt bzw. nicht lediglich Fr. 1’000.00 zugestanden habe. Zudem würden ihre Wohnkosten bei einem Verbleib in der Liegenschaft M.________ insgesamt Fr. 1’917.00 (Hypothekarzinsen von Fr. 500.00 + Nebenkosten von Fr. 1’417.00) pro Monat betragen (KG-act. 7, S. 11-13 N 4). bb) Die Beklagte machte in der Klageantwort vom 23. September 2019 monatliche Wohnkosten von insgesamt Fr. 1’916.00 geltend, umfassend Hypothekarzinsen von Fr. 500.00 und Nebenkosten von Fr. 1’416.00 (1 % des Verkehrswerts von Fr. 1.7 Mio.; Vi-act. 19, S. 14 N 2.3.2b). Der Kläger entgegnete in der Replik vom 9. März 2020, die von der Beklagten geltend gemachten Wohnkosten von knapp Fr. 2’000.00 (bei einem Verbleib in der ehelichen Liegenschaft) resp. von Fr. 2’000.00 (Mietwohnung) seien für eine Einzelperson klar überrissen. Eine angemessene Mietwohnung im Raum Altendorf/Lachen sei für Fr. 1’700.00 erhältlich (Vi-act. 30, S. 9 N 20). Die Kantonsgericht Schwyz 42 Beklagte schloss in der Duplik vom 20. August 2020, der Kläger habe ihre bei einem Verbleib in der ehelichen Liegenschaft geltend gemachten Wohnkosten von Fr. 1’916.00 anerkannt (Vi-act. 38, S. 10 N 2.3.2.2). Der Kläger äusserte sich in der Folge nicht mehr dazu (vgl. Vi-act. 80, S. 4-7 N 6-12). Nach dem Gesagten bestritt der Kläger im vorinstanzlichen Verfahren die von der Beklagten differenziert behaupteten Wohnkosten nur pauschal bzw. ohne auf die beklagtische Argumentation einzugehen, weshalb die betreffenden Kosten als unbestritten gelten, weil der Kläger wegen des im Berufungsverfahren nur beschränkt zulässigen Novenrechts mit seinem neuen Vorbringen nicht gehört werden kann (vgl. E. 2e/ff), wobei er sich selbst in der Berufungsschrift nicht mit der Begründung der Beklagten vor Vorinstanz auseinandersetzt. Es kann deshalb offengelassen werden, ob das Novum des Klägers in der Eingabe vom 20. Dezember 2022, wonach die Beklagte die Liegenschaft M.________ ca. Mitte November 2021 verlassen habe (KG- act. 9), mit dem er bei der güterrechtlichen Frage nicht gehört werden konnte (vgl. E. 2e/ff vorne), zu seinen Lasten berücksichtigt werden darf, was zur Fol- ge hätte, dass der Beklagten seither ohnehin Wohnkosten von Fr. 1’700.00 pro Monat anzurechnen wären. d) Sind die Vorbringen des Klägers gegen die Höhe der Einkommen der Parteien und gegen die Wohnkosten der Beklagten nicht stichhaltig, sind auf die von der Vorinstanz berechneten Überschüsse von monatlich Fr. 2’761.25 (Kläger) und Fr. 15.50 (Beklagte), insgesamt auf Fr. 2’776.75, abzustellen. Die Vorinstanz begründete, weshalb dieser Gesamtüberschuss je zur Hälfte auf die beiden Parteien aufzuteilen seien (angef. Urteil, E. 4.2 S. 21 f.). aa) Der Kläger bringt vor, die Beklagte könne bei Ausnutzung ihrer Erwerbs- fähigkeit für sich selbst sorgen, da ihr nach Deckung ihres Bedarfs noch ein erheblicher Überschuss verbleibe. Ausgehend vom clean break Grundsatz Kantonsgericht Schwyz 43 bestehe daher kein Raum für einen nachehelichen Unterhalt (KG-act. 1, S. 12 N 29). Die Beklagte entgegnet, sie sei nicht in der Lage, für ihren gebühren- den Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufzukommen (KG-act. 7, S. 14 N 5.3). Zum einen verbleibt der Beklagten nach Deckung ihres Bedarfs lediglich ein minimaler Überschuss von monatlich Fr. 15.50 (vgl. E. 5d vorne). Zum ande- ren wird mit Art. 125 Abs. 1 ZGB nicht einzig der Grundsatz des clean break konkretisiert, mit dem angestrebt wird, dass jeder Ehegatte nach der Schei- dung wenn immer möglich wirtschaftlich unabhängig werden und für seine Bedürfnisse selbst aufkommen soll. Vielmehr enthält diese Bestimmung eben- so den Grundsatz der Solidarität, wonach die Ehegatten nicht nur die Folgen der während der Ehe vereinbarten Aufgabenteilung, sondern auch die Folgen anderer Ursachen, die es einem von ihnen verunmöglichen, sich um seinen Unterhalt zu kümmern, gemeinsam tragen sollen. Die Unterhaltsverpflichtung ist sowohl hinsichtlich der Berechtigung als auch bezüglich der Höhe und Dauer unter Beachtung der in Art. 125 Abs. 2 ZGB nicht abschliessend aufge- zählten Faktoren festzulegen (BGE 135 III 153 E. 8.1 = Pra 98, 2009, Nr. 100). Daher vermag der Kläger einzig aus dem Grundsatz des clean break nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. bb) Der Kläger hält weiter dafür, die Beklagte habe durch die wegen der Haushaltsführung und Kinderbetreuung vorübergehende Arbeitsreduktion kei- ne ehebedingten Nachteile erlitten, da sie heute gleich viel verdiene, wie wenn sie stets als Coiffeuse gearbeitet hätte. Fehle es an einem ehebedingten Nachteil, sei kein ehelicher Unterhaltsbeitrag geschuldet (KG-act. 1, S. 13 N 29). Die Beklagte bestreitet dies. Wegen der langjährigen Kinderbetreuung habe sie in ihrem erlernten Coiffeurberuf keine Weiter- bzw. Zusatzausbildung absolvieren oder ein eigenes Geschäft aufbauen können. Zudem fehle ihr deswegen auch eine mehrjährige Berufserfahrung. Daher würde sie heute Kantonsgericht Schwyz 44 mehr verdienen, wenn sie die Ehe mit dem Kläger nicht eingegangen wäre (KG-act. 7, S. 14 f. N 5.4). Es ist unbestritten, dass die Parteien eine lebensprägende Ehe führten, in der die Beklagte den Haushalt erledigte und um die Betreuung der gemeinsamen Kinder besorgt war, weswegen sie nur sehr eingeschränkt als Coiffeuse arbei- ten konnte, indem sie Familienangehörigen und ab 2001 auch ein paar Be- kannten bis in das Jahr 2012 die Haare schnitt und dabei bei einem Pensum von höchstens 10 % einen Verdienst von Fr. 200.00 bis Fr. 300.00 pro Monat erzielte. Die Beklagte hatte während der Ehe somit bis 2012 keine Möglich- keit, sich im Coiffeurberuf weiterzubilden oder ein eigenes Geschäft zu eröff- nen und zu führen (vgl. E. 5b/bb/ccc). Ausserdem ist nachvollziehbar, dass die Beklagte heute als Coiffeuse wegen der fehlenden jahrzehntelangen Berufser- fahrung weniger verdienen würde, als wenn sie auch nach 1993 hauptberuf- lich in diesem Beruf tätig gewesen wäre. Es ist somit davon auszugehen, dass die Beklagte ehebedingte Nachteile erlitt, sodass ihr nicht wegen fehlender ehebedingter Nachteile kein ehelicher Unterhaltsbeitrag zugesprochen werden kann. cc) Der Kläger bringt vor, aus den Bilanzen und Erfolgsrechnungen 2014 und 2015 gehe hervor, dass die Parteien während ungetrennter Ehe zur Be- streitung des Lebensunterhaltes ihrer vierköpfigen Familie nur Fr. 4’000.00 pro Monat benötigt hätten, was die Obergrenze der Unterhaltspflicht bilde. Der gebührende Unterhalt der Beklagten allein könne deshalb diesen Betrag nicht übersteigen, wovon die Vorinstanz aber ohne weitere Begründung ausgegan- gen sei, da sie der Beklagten einen nachehelichen Unterhalt von Fr. 1’370.00 pro Monat zugesprochen habe, obwohl sie ihr ein monatliches Einkommen von Fr. 3’450.00 angerechnet habe (KG-act. 1, S. 13 f. N 31). Die Beklagte bestreitet diese Vorbringen des Klägers (vgl. KG-act. 7, S. 15-17 N 5.5-5.8).Kantonsgericht Schwyz 45 Der nacheheliche (Verbrauchs-)Unterhalt muss sich darauf beschränken, die Aufrechterhaltung des zuletzt gemeinsam gelebten Standards zu ermöglichen, auf dessen Fortführung bei genügenden Mitteln beide Teile Anspruch haben. Gleichzeitig bildet der betreffende Standard aber ebenfalls die Obergrenze des gebührenden Unterhalts. Verunmöglichen scheidungsbedingte Mehrkos- ten es, den früheren Lebensstandard aufrechtzuerhalten, hat der Unterhalts- gläubiger Anrecht auf die gleiche Lebenshaltung wie der Unterhaltsschuldner (BGE 147 III 293 E. 4.4). Die Vorinstanz rechnete dem Kläger gestützt auf den durchschnittlichen Rein- gewinn seiner Einzelfirma der Jahre 2017 bis 2019 ein Einkommen von mo- natlich Fr. 6’400.00 an. Der Kläger stellt im Berufungsverfahren bei seinem nun behaupteten Einkommen von Fr. 5’300.00 pro Monat auch auf den Durchschnittsgewinn seiner Einzelfirma, wenngleich nicht auf die Jahre 2017 bis 2019, sondern unzutreffenderweise auf jenen der Jahre 2015 bis 2019 ab (vgl. E. 5a/bb vorne). Er hält also nicht mehr daran fest, dass sein Einkommen anhand der tieferen Privatbezüge festzulegen sei. Die Vorinstanz legte denn auch dar, es sei sinnvoller, auf den Durchschnittsgewinn der beklagtischen Einzelfirma anstatt auf die Privatbezüge abzustellen, weil für die Einkommens- festlegung auch alle möglichen Bezüge zu berücksichtigten seien (angef. Ur- teil, E. 4.3 S. 22 unten und 23 oben). Zudem führte die Beklagte mit Duplik vom 20. August 2020 aus, dass der Kläger die nicht deklarierten Konti bei der T.________ AG (Bank II) und U.________ AG (Bank III) nicht bestritten habe, was aus den BB 79 und 80 hervorgehe, von denen der Kläger hohe Barbeträ- ge bezogen habe (KG-act. 7, S. 16 N 5.7; Vi-act. 38, S. 21 unten). Entgegen dem Vorbringen des Klägers begründete die Vorinstanz ausserdem, weshalb der Überschuss von Fr. 2’776.75 voll bzw. je zur Hälfte auf die Parteien aufzu- teilen sei (vgl. angef. Urteil, E. 4.2 S. 21 f. und E. 4.6 S. 26), worauf auch die Beklagte hinweist (KG-act. 7, S. 16 f. N 5.8). Die Vorinstanz führte aus, der Kläger habe eine Sparquote von Fr. 805.00 verspätet behauptet, weshalb eine Kantonsgericht Schwyz 46 solche nicht berücksichtigt werden könne. Der per Trennungsdatum (1. April 2016) verzeichnete Mehrverdienst der Beklagten von rund Fr. 1’295.00 pro Monat (neu Pensum von 80 statt 50 %; vgl. auch E. 5b/bb/ccc vorne) würde die scheidungsbedingten Mehrkosten nicht decken. Es gehe nicht an, dass sich die Tatsache, wonach durch erhebliche Anstrengungen der Beklagten, sich wieder in das Berufsleben zu integrieren, sodass nun mehr Geld zur Ver- fügung stehe, allein zugunsten des Klägers auswirke. Vielmehr sei davon auszugehen, dass der zusätzliche Verdienst der Beklagten in ungetrennter Ehe dazu geführt habe, dass beide Ehegatten von einem höheren Lebens- standard profitiert hätten, was auch nach erfolgter Trennung der langjährigen und lebensprägenden Ehe gemäss klassischer Rollenverteilung so gehand- habt werden solle (angef. Urteil, E. 4.1 S. 20 und E. 4.2 S. 21 unten und 22 oben; KG-act. 1). Darauf geht der Kläger nicht ein (vgl. KG-act. 1, S. 12-14 N 27-34). Unter diesen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Obergrenze des gebührenden Unterhalts bei Fr. 4’000.00 pro Monat liegt. dd) Der Kläger beruft sich weiter darauf, dass sich die Parteien im Ehe- schutzverfahren bzw. im Verfahren betr. vorsorgliche Massnahmen auf einen gebührenden Unterhalt von Fr. 3’716.00 geeinigt hätten. Selbst wenn der Be- klagten nach Auszug aus der ehelichen Liegenschaft um Fr. 700.00 höhere Wohnkosten entstünden, würde sich deren gebührender Unterhalt auf maxi- mal Fr. 4’416.00 belaufen, wogegen die Vorinstanz von Fr. 4’820.00 ausge- gangen sei (KG-act. 1, S. 13 f. N 31). Wie die Beklagte zutreffend vorträgt (KG-act. 7, S. 15 N 5.6), vermag dieses Vorbringen des Klägers nicht zu über- zeugen, weil das Scheidungsgericht an die im Rahmen von Eheschutzmass- nahmen oder von vorsorglichen Massnahmen während des Scheidungsver- fahrens festgelegte oder von den Parteien vereinbarte Unterhaltsbeiträge nicht gebunden ist (vgl. E. 5a/aa vorne).Kantonsgericht Schwyz 47 ee) Der Kläger wendet sodann ein, während ungetrennter Ehe sei sein Überschuss auf ihn, die Beklagte und die beiden Kinder je zu einem Drittel entfallen. Weil die Vorinstanz den Überschuss zur Hälfte der Beklagten zuwei- se, habe sie die obere Grenze des Unterhalts überschritten (KG-act. 1, S. 14 N 32). Die Beklagte bestreitet die vom Kläger behauptete Überschussvertei- lung und hält dafür, der Überschuss sei nach der konkreten Situation ermes- sensweise zu verteilen. Die Vorinstanz habe dies getan, indem sie begründet habe, weshalb der Überschuss je zur Hälfte auf beide Parteien aufzuteilen sei. Die heute volljährigen Kinder würden am Überschuss nicht mehr partizipieren. Es würden keine minderjährigen Kinder am Überschuss teilhaben. Ebenso wenig mache der Kläger geltend, dass bzw. inwiefern eine besondere Konstel- lation vorliege, die ein Abweichen von der Regel verlange. Daher sei der Überschuss je zur Hälfte auf die Parteien zu verteilen, wie dies die Vorinstanz getan habe (KG-act. 7, S. 17 f. N 5.9). Ist der nach den Umständen angemessene familienrechtliche Bedarf der El- ternteile und der minderjährigen Kinder sowie ein allfälliger Volljährigenunter- halt gedeckt, ist ein danach resultierender Überschuss ermessensweise auf die daran Berechtigten in der Regel nach grossen (Elternteil) und kleinen (minderjähriges Kind) Köpfen zu verteilen. Besonderheiten des konkreten Fal- les wie Betreuungsverhältnisse, „überobligatorische Arbeitsanstrengungen“, spezielle Bedarfspositionen etc. sind zu berücksichtigen. Eine nachgewiesene Sparquote ist vom Überschuss abzuziehen. Im Unterhaltsentscheid ist stets zu begründen, weshalb die Regel zur Anwendung gebracht oder davon abge- wichen wird (BGE 147 III 265 E. 7.3). Die Vorinstanz legte ausführlich dar, aus welchen Gründen der Überschuss hälftig auf die Parteien aufzuteilen sei. Insbesondere erklärte sie, es sei davon auszugehen, dass beide Parteien von einem höheren Lebensstandard profi- tiert hätten, nachdem die Beklagte zufolge der Erhöhung ihres Arbeitspen-Kantonsgericht Schwyz 48 sums ein Mehreinkommen erzielt habe (vgl. dazu ausführlicher E. 5d/cc letzter Absatz vorne). Damit erweist sich das Vorbringen des Klägers als unzutref- fend, wonach die Vorinstanz wegen der hälftigen Zuweisung des Überschus- ses an die Beklagte die obere Grenze des (gebührenden) Unterhalts über- schritten habe. Vielmehr ist nachvollziehbar, dass nicht nur der Kläger, son- dern auch die Beklagte vom höheren Lebensstandard profitieren soll, der dar- auf zurückzuführen ist, dass die Beklagte ab 1. April 2016, zu welchem Zeit- punkt sich die Parteien trennten Vi-act. 1, KB 3), zufolge der Erhöhung des Arbeitspensums von 50 auf 80 % ein Mehreinkommen erzielte (Vi-act. 75, Frage 24; Vi-act. 61, Beilage 2). Da sich der Kläger mit der vorinstanzlichen Begründung nicht auseinandersetzt, erübrigen sich weitere Ausführungen. e) Nach dem Gesagten erweisen sich sämtliche Vorbringen des Klägers gegen den von der Vorinstanz auf monatlich Fr. 1’370.00 festgesetzten nach- ehelichen Unterhaltsbeitrag als nicht stichhaltig. Der Kläger hat diesen Unter- haltsbeitrag ab Vollstreckbarkeit des Scheidungsurteils und bis zu seinem Ein- tritt in das ordentliche AHV-Alter monatlich im Voraus und jeweils auf den Ers- ten eines jeden Monats zu bezahlen, weil der Kläger sich im Berufungsverfah- ren zum Beginn und Ende seiner Unterhaltsplicht nicht äussert. 6. Zusammenfassend ist die Berufung hinsichtlich der Teilung des Freizü- gigkeitsguthabens der Beklagten gutzuheissen (vgl. E. 4 vorne), im Übrigen aber abzuweisen (vgl. E. 2, 3 und 5 vorne). Daher sind die Kosten des Beru- fungsverfahrens von pauschal Fr. 15’000.00 (vgl. KG-act. 3) dem Kläger zu 9/10 (Fr. 13’500.00) und der Beklagten zu 1/10 (Fr. 1’500.00) aufzuerlegen und Ersterer ist zu verpflichten, Letzteren eine angemessene reduzierte Par- teientschädigung zu bezahlen. a) Die Beklagte beantragt, die Berufungsinstanz habe ihm den Abschluss des Berufungsverfahrens anzuzeigen, damit er die Kostennote werde einrei-Kantonsgericht Schwyz 49 chen können. Sie behalte sich vor, ihre Kostennote bis spätestens zur Urteils- beratung ins Recht zu legen (KG-act. 7, S. 35 lit. F). Die Beklagte ersuchte in ihrer Eingabe vom 5. April 2023 um eine zeitnahe Entscheidung (KG-act. 13). Das Berufungsverfahren wird mit vorliegendem Urteil daher nicht in überra- schender Weise bzw. unerwartet schnell erledigt. Die Beklagte hätte somit Gelegenheit gehabt, ihren anwaltlichen Aufwand mittels Einreichung einer entsprechenden Honorarnote geltend zu machen. Weil sie dies nicht tat, kann deren Parteientschädigung ermessensweise festgesetzt werden (BGer, Urteil 6B_34/2010 vom 10. März 2010 E. 6.3). b) Für Ehesachen beträgt das Honorar Fr. 1’000.00 bis Fr. 10’000.00. So- fern gleichzeitig güterrechtliche Ansprüche über Fr. 100’000.00 streitig sind, sind die Ansätze des § 8 massgebend (§ 9 Abs. 1 GebTRA). Der Streitwert hinsichtlich des Güterrechts ohne Berücksichtigung der Liegenschaft M.________ beträgt rund Fr. 59’000.00 (vgl. angef. Urteil, Dispositiv-Ziff. 6f und KG-act. 1, Berufungsantrag-Ziff. 5). Der Streitwert bezüglich der Liegen- schaft M.________ kann nicht festgestellt werden, da der Erlös der noch zu erfolgenden Steigerung dieser Liegenschaft nicht abgeschätzt werden kann (vgl. angef. Urteil, Dispositiv-Ziff. 6c und KG-act. 1, Berufungsantrag-Ziff. 4). Im Berufungsverfahren beläuft sich das Honorar auf 20 bis 60 % der in den §§ 8 und 9 festgesetzten Ansätze (§ 11 GebTRA). Innerhalb dieses Tarifrah- mens bestimmt sich die Höhe des Honorars nach der Wichtigkeit der Streitsa- che, ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung sowie dem notwendigen Zeitaufwand (§ 2 Abs. 1 GebTRA). Die vier Rechtsschriften im Berufungsverfahren umfassten insgesamt nicht ganz 70 Seiten. Die Streitsache war für beide Parteien wichtig und nicht einfach. In Berücksichti- gung sämtlicher Faktoren erscheint es angemessen, die zu Gunsten der Be- klagten auszusprechende reduzierte Parteientschädigung auf pauschal Fr. 8’000.00 (80 % von Fr. 10’000.00; inkl. Auslagen und MWST) festzuset- zen;-Kantonsgericht Schwyz 50 erkannt: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufung wird Dispositiv-Ziffer 2 des ange- fochtenen Urteils des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 15. Dezember 2021 aufgehoben und wie folgt ersetzt: 2. Die Ehefrau wird verpflichtet, dem Ehemann zum Ausgleich der Austrittsleistungen nach FZG Fr. 12’319.00 ihrer Freizügigkeitsleis- tung bei der I.________ auf ein von diesem noch zu bezeichnen- des Freizügigkeitskonto der 2. Säule zuzüglich Vorsorgezins seit 21.09.2018 zu überweisen. [….] Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von pauschal Fr. 15’000.00 wer- den dem Kläger zu 9/10 (Fr. 13’500.00) und der Beklagten zu 1/10 (Fr. 1’500.00) auferlegt. Sie werden vom geleisteten Kostenvorschuss des Klägers in gleicher Höhe bezogen. Die Beklagte ist verpflichtet, dem Kläger unter dem Titel Gerichtskostenersatz Fr. 1’500.00 zu bezahlen. 3. Der Kläger ist verpflichtet, der Beklagten für das Berufungsverfahren eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 8’000.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre- chen. Der Streitwert übersteigt Fr. 30’000.00.Kantonsgericht Schwyz 51 5. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), Rechtsanwältin D.________ (2/R) und an die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Er- ledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten sowie zur Meldung an das Zivilstandsamt Ausserschwyz, die K.________ (Bank I) und die E.________ AG (Bank IV)), an die I.________ (1/R, auszugswei- se betr. Dispositivziffer 1) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dis- positiv). Namens der 1. Zivilkammer Der Kantonsgerichtsvizepräsident Der Gerichtsschreiber Versand 23. Mai 2023 kau