<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00297</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224698&amp;W10_KEY=13045530&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00297</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.02.2025</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist am Bundesgericht noch hÃ¤ngig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Verweigerung der Erteilung einer Aufenthalts- oder Kurzaufenthaltsbewilligung an den dominikanischen Lebenspartner einer in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Spanierin.] Ein Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz aufgrund einer Paarbeziehung zu einer Person mit gefestigtem Aufenthaltsrecht ergibt sich grundsätzlich nur bei Eheschliessung (E. 2.2). Ein Konkubinat, das nach Art. 8 Abs. 1 EMRK einen Nachzugsanspruch einräumen würde, liegt hier nicht vor, da die Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner spanischen Partnerin nicht als langdauernd und gefestigt zu qualifizieren ist. Der Eintrag ins Register der "beständigen Partnerschaften" ("parejas estables") der autonomen Region Katalonien im Jahr 2022 vermag keine eheähnliche Beziehung zu beweisen (E. 3.3). Dem Beschwerdeführer ist auch keine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Ehevorbereitung zu erteilen: Es erscheint zweifelhaft, ob ihm nach Eheschluss ein Aufenthaltsrecht zukäme. Es liegen ernsthafte Gründe vor, wegen eines kurz nach Einreise begangenen Betäubungsmitteldelikts von einer aktuellen und hinreichend schweren Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch den Beschwerdeführer auszugehen (Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA). Das Strafgericht sah in seinem Urteil zwar von einer Landesverweisung ab. Es kann aber vorliegend trotz Dualismusverbot auf das Strafurteil abgestellt werden, da es nicht um den Widerruf, sondern um die erstmalige Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung geht und da aufgrund der Konstellation in diesem Einzelfall keine Gefahr von widersprüchlichen Entscheiden besteht (E. 4.3). Ausserdem ist die Eheschliessung mit Blick auf das bereits über eineinhalb Jahre andauernde Verfahren beim Zivilstandsamt nicht absehbar (E. 4.4). Abweisung. Abweisung UP/URB.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSEHBARER ZEIT">ABSEHBARER ZEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DUALISMUSVERBOT">DUALISMUSVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFÃHRDUNG DER ÃFFENTLICHEN ORDNUNG">GEFÃHRDUNG DER ÃFFENTLICHEN ORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONKUBINAT">KONKUBINAT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KURZAUFENTHALTSBEWILLIGUNG">KURZAUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHZUGSANSPRUCH">NACHZUGSANSPRUCH</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 62 Abs. 2 AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 Abs. 3 AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. 1 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 98 Abs. 4 ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=69467" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00297</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">6. Februar 2025</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle (Vorsitz), Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Dumenig Stiffler. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A ist ein 1982 geborener StaatsangehÃ¶riger der Dominikanischen Republik. Er reiste erstmals am 1. Mai 2022 von Spanien her in die Schweiz ein und stellte am 6. Mai 2022 ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zur ErwerbstÃ¤tigkeit, wobei er auf dem Gesuch angab, auch die spanische StaatsbÃ¼rgerschaft zu besitzen. Mit Schreiben vom 15. Juni 2022 wies das Migrationsamt A darauf hin, dass es festgestellt habe, dass er StaatsangehÃ¶riger der Dominikanischen Republik sei und nur einen spanischen Aufenthaltstitel habe, womit sein Aufenthalt in der Schweiz nicht lÃ¤nger als drei Monate dauern dÃ¼rfe und er wÃ¤hrend dieser Zeit nicht zur AusÃ¼bung einer ErwerbstÃ¤tigkeit berechtigt sei. In der Folge meldete sich A am 11. Juli 2022 wieder nach Spanien ab.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 3. Juli 2023 reiste A erneut in die Schweiz ein und reichte am 20. Juli 2023 ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug zu seiner Lebenspartnerin C ein. Das Migrationsamt forderte ihn in der Folge am 28. Juli 2023 auf, die Schweiz bei Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthalts von drei Monaten zu verlassen und den Entscheid Ã¼ber den Familiennachzug im Ausland abzuwarten.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 21. November 2023 wurde A im Zusammenhang mit BetÃ¤ubungsmitteldelikten in D verhaftet. Mit VerfÃ¼gung des Zwangsmassnahmengerichts am Bezirksgericht D vom 24. November 2023 wurde er in Untersuchungshaft versetzt, welche mehrfach verlÃ¤ngert und mit VerfÃ¼gung desselben Gerichts vom 22. Mai 2024 in Sicherheitshaft umgewandelt wurde. Mit mittlerweile rechtskrÃ¤ftigem Urteil des Bezirksgerichts D vom 10. Juli 2024 wurde A der Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz, der mehrfachen Ãbertretung des BetÃ¤ubungsmittelgesetzes, der rechtswidrigen Einreise, des mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts, der mehrfachen ErwerbstÃ¤tigkeit ohne Bewilligung und des Fahrens in fahrunfÃ¤higem Zustand schuldig gesprochen und mit einer bedingt zu vollziehenden Freiheitsstrafe von neun Monaten sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.- bestraft. Von der Anordnung einer Landesverweisung sah das Bezirksgericht D ab, entliess A per sofort aus der Sicherheitshaft und ordnete dessen ZufÃ¼hrung an die Kantonspolizei ZÃ¼rich zuhanden des Migrationsamts zwecks PrÃ¼fung von Fernhaltemassnahmen an. Mit Schreiben vom 11. Juli 2024 ersuchte das Migrationsamt die Kantonspolizei um die Entlassung von A aus der Haft, da das Verwaltungsgericht zwischenzeitlich einen Vollzugsstopp angeordnet hatte.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Bereits am 16. Februar 2024 hatte das Migrationsamt das Gesuch von A um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung abgewiesen, ihm den Aufenthalt zur Vorbereitung der Heirat verweigert und ihn zum Verlassen des schweizerischen Staatsgebiets unverzÃ¼glich nach Entlassung aus der Haft bzw. nach StrafverbÃ¼ssung aufgefordert.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen hiergegen am 18. MÃ¤rz 2024 erhobenen Rekurs von A wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 23. April 2024 ab (Dispositiv-Ziff. I), ordnete dessen unverzÃ¼gliche Wegweisung nach Entlassung aus der Haft bzw. nach StrafverbÃ¼ssung an (Dispositiv-Ziff. II), wies sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab (Dispositiv-Ziff. III und IV), auferlegte ihm die Verfahrenskosten (Dispositiv-Ziff. V) und richtete keine ParteientschÃ¤digung aus (Dispositiv-Ziff. VI).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 24. Mai 2024 erhob A Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte unter EntschÃ¤digungsfolge die Aufhebung des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 23. April 2024 sowie die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Eventualiter sei ihm eine Kurzaufenthaltsbewilligung zu erteilen. Zudem ersuchte A um unentgeltliche Rechtspflege sowie um Anordnung eines Vollzugsstopps.</p> <p class="Urteilstext">Der stellvertretende AbteilungsprÃ¤sident ordnete mit VerfÃ¼gung vom 27. Mai 2024 an, dass eine Wegweisungsvollstreckung gegenÃ¼ber A bis auf Weiteres zu unterbleiben habe. Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 30. Mai 2024 auf Vernehmlassung. Das Migrationsamt reichte am 11. Juli 2024 die zwischenzeitlich bei ihm eingegangenen Unterlagen â insbesondere das gegen A ergangene Strafurteil des Bezirksgerichts D vom 10. Juli 2024 â zu den Akten und teilte dem Verwaltungsgericht am 12. August 2024 die Rechtskraft dieses Urteils mit. Das Verwaltungsgericht holte am 15. November 2024 und am 30. Januar 2025 telefonisch AuskÃ¼nfte beim Zivilstandsamt der Stadt F ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer </span><span>erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts auf dem Gebiet des AuslÃ¤nderrechts zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Partnerin des BeschwerdefÃ¼hrers ist spanische StaatsangehÃ¶rige. Sie reiste am 11. Januar 2023 in die Schweiz ein und erhielt am 9. MÃ¤rz 2023 eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, die sie zur ErwerbstÃ¤tigkeit in der Schweiz berechtigt. Ihr Aufenthalt in der Schweiz stÃ¼tzt sich damit auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (nunmehr EuropÃ¤ische Union) und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FreizÃ¼gigkeitsabkommen [FZA, SR 0.142.112.681]), weshalb ihr ein gefestigtes Aufenthaltsrecht zukommt.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>GrundsÃ¤tzlich ergibt sich ein Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz fÃ¼r eine auslÃ¤ndische Person aufgrund einer Paarbeziehung zu einer Person mit Schweizer StaatsbÃ¼rgerschaft oder Niederlassungsbewilligung nur bei einer Ehe mit dieser (Art. 42 und 43 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [AIG, SR 142.20]; vgl. BGE 144 I 266 E. 2.5; VGr, 16. Mai 2024, VB.2023.00474, E. 3.3). Nichts anderes kann bezÃ¼glich der Beziehung zu einer Person mit Aufenthaltsbewilligung, aber mit gefestigtem Aufenthaltsrecht gelten (vgl. zum Anspruch auf Familiennachzug in dieser Konstellation BGE 139 I 330 E. 1.2, 137 I 284 E. 1.3, 135 I 143 E. 1.3; VGr, 21. Dezember 2023, VB.2023.00629, E. 3.2, und 17. Februar 2022, VB.2021.00072, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). Bei einer kinderlosen Konkubinatsbeziehung ergibt sich nach der Rechtsprechung ein vÃ¶lkerrechtlicher Anspruch auf Familiennachzug aus Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR. 0.101) nur, wenn eine lang dauernde und gefestigte Partnerschaft vorliegt <i>und</i> die Heirat unmittelbar bevorsteht (BGE 144 I 266 E. 2.5; BGr, 25. MÃ¤rz 2019, 2C_282/2019, E. 2.2). Soll der auslÃ¤ndische Konkubinatspartner weggewiesen werden, wird mit Blick auf den Schutzbereich von Art. 8 Abs. 1 EMRK verlangt, dass eine gefestigte eheÃ¤hnliche Gemeinschaft vorliegt <i>oder</i> eine Heirat unmittelbar bevorsteht (BGE 144 I 266 E. 2.5; BGr, 14. MÃ¤rz 2024, 2C_145/2024, E. 3.3). In all diesen FÃ¤llen geht es darum, ein geplantes oder bestehendes eheÃ¤hnliches Zusammenleben zu schÃ¼tzen (vgl. zum Ganzen BGE 144 I 266 E. 2.5 mit zahlreichen Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Eine lang dauernde und gefestigte Partnerschaft, deretwegen eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden kann, liegt vor, wenn diese bezÃ¼glich Art und StabilitÃ¤t in ihrer Substanz einer Ehe gleichkommt. Dabei ist wesentlich, ob die Partner in einem gemeinsamen Haushalt leben; zudem sind der Natur und LÃ¤nge ihrer Beziehung sowie ihrem Interesse und ihrer Bindung aneinander, etwa durch Kinder oder andere UmstÃ¤nde wie die Ãbernahme von wechselseitiger Verantwortung, Rechnung zu tragen (BGr, 23. August 2022, 2C_260/2022, E. 1.4.1, und 13. Oktober 2021, 2C_570/2021, E. 1.31; ferner EGMR, 2. November 2010, Yigit c. TÃ¼rkei, 3976/05, §§ 93 und 96). Auch die Ãbernahme finanzieller Verpflichtungen fÃ¼r den anderen ist zu berÃ¼cksichtigen (vgl. BGr, 29. Juni 2020, 2C_9/2020, E. 5.3.3; VGr, 30. Juni 2022, VB.2021.00819, E. 4.1).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Aus den Akten ergibt sich hierzu das Folgende: Der BeschwerdefÃ¼hrer und C liessen ihre Beziehung am 8. September 2020 Ã¶ffentlich als "bestÃ¤ndige Partnerschaft" (pareja estable [spanisch] respektive parella estable [katalanisch]) beurkunden und am 23. September 2020 im Register der bestÃ¤ndigen Partnerschaften der autonomen Gemeinschaft Katalonien (Registre de parelles estables de Catalunya) eintragen. Ausserdem schlossen die beiden am 29. MÃ¤rz 2022 gemeinsam einen Mietvertrag Ã¼ber eine Wohnung in E (Spanien). Am 1. Mai 2022 reiste der BeschwerdefÃ¼hrer allein in die Schweiz ein und kehrte im Juli 2022 wieder in die gemeinsame Wohnung nach Spanien zurÃ¼ck. Am 11. Januar 2023 reiste daraufhin C in die Schweiz ein und der BeschwerdefÃ¼hrer folgte ihr am 3. Juli 2023.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, dass er und seine Partnerin sich bereits im Jahr 2014 in der Dominikanischen Republik kennengelernt, eine gemeinsame Beziehung begonnen und ab 2016 in Spanien zusammengelebt hÃ¤tten. Diese Behauptung bleibt aber unbelegt, und dies, obwohl bereits die Vorinstanz den Mangel an diesbezÃ¼glichen Belegen monierte und der anwaltlich vertretene und beweisbelastete BeschwerdefÃ¼hrer entsprechend um die Wichtigkeit von deren Einreichung wissen musste. Allein der Mietvertrag fÃ¼r die Wohnung in E (Spanien) aus dem Jahr 2022 vermag sodann noch keinen Beweis fÃ¼r eine eheÃ¤hnliche und langdauernde Partnerschaft zu begrÃ¼nden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Zu klÃ¤ren ist aber immerhin die Bedeutung der Eintragung der Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers und seiner Lebenspartnerin im Herbst 2020 als bestÃ¤ndige Partnerschaft in einem staatlichen Register der spanischen autonomen Region Katalonien. Vorweg ist festzuhalten, dass es sich dabei nicht um eine formale Lebenspartnerschaft handelt, die in der Schweiz im Sinn einer Ehe oder eingetragenen Partnerschaft anerkennungsfÃ¤hig wÃ¤re.</p> <p class="Erwgung2">Voraussetzung einer bestÃ¤ndigen Partnerschaft ist nach katalanischem Zivilrecht das Zusammenleben in einer eheÃ¤hnlichen Lebensgemeinschaft und entweder (a) eine ununterbrochene Dauer des Zusammenlebens von mehr als zwei Jahren, (b) die Geburt eines gemeinsamen Kindes wÃ¤hrend des Zusammenlebens oder (c) die Formalisierung der Beziehung durch Ã¶ffentliche Urkunde (vgl. Art. 234-1 des zweiten Buchs des Zivilgesetzes von Katalonien [ZG Katalonien, Ley 25/2010, de 29 de julio, del libro segundo del CÃ³digo civil de CataluÃ±a, relativo a la persona y la familia], spanische Fassung abrufbar unter https://www.boe.es/eli/es-ct/l/2010/07/29/25/con). Wie sich aus der Formulierung dieser Norm ergibt, sind die in lit. a bis c aufgestellten Voraussetzungen alternativ und nicht kumulativ. Deshalb vermag der auslÃ¤ndische Registereintrag der Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers allein den Beweis fÃ¼r eine langdauernde und gefestigte Partnerschaft im Sinn der schweizerischen Rechtsprechung zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu erbringen: So setzt eine bestÃ¤ndige Partnerschaft nach katalanischem Recht zwar in jedem Fall ein eheÃ¤hnliches Zusammenleben ("una comunidad de vida anÃ¡loga a la matrimonial") voraus (Art. 234-1 Ingress ZG Katalonien). Es ist aber unklar, wie dieses definiert wird. Die Dauer des Zusammenlebens (Art. 234-1 lit. a ZG Katalonien) stellt beispielsweise ein vom eheÃ¤hnlichen Zusammenleben unabhÃ¤ngiges Kriterium dar und ist ausserdem fÃ¼r die Eintragung einer bestÃ¤ndigen Partnerschaft nur eine alternativ zu erfÃ¼llende Voraussetzung neben anderen. Im vorliegenden Fall liessen der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Lebenspartnerin ihre Beziehung mittels Ã¶ffentlicher Urkunde formalisieren (Art. 234-1 lit. c ZG Katalonien). Damit konnten sie nach katalanischem Recht die Voraussetzungen an eine bestÃ¤ndige Partnerschaft erfÃ¼llen, ohne dass sich hieraus RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die Dauer ihres Zusammenlebens ziehen lassen. Ohnehin wÃ¼rde ein zweijÃ¤hriges Zusammenleben die Anforderungen an die Dauerhaftigkeit bei einer Beziehung ohne Kinder nach schweizerischer Rechtsprechung noch nicht erfÃ¼llen (vgl. BGr, 24. Februar 2020, 2C_976/2019, E. 4.1 mit zahlreichen Hinweisen). Schliesslich bildet der Registereintrag nur die Situation zum Zeitpunkt der Eintragung im Jahr 2020 ab und es fehlt abgesehen davon, wie erwÃ¤hnt, an Belegen fÃ¼r ein auch darauffolgendes eheÃ¤hnliches und dauerhaftes Zusammenwohnen vor dem gemeinsamen Abschluss eines Mietvertrags am 29. MÃ¤rz 2022. Auch in der Folge lebte das Paar mindestens von Mai bis Juli 2022 sowie von Januar bis Juli 2023 getrennt. In einer Gesamtbetrachtung lÃ¤sst sich deshalb aus der Eintragung der Beziehung im katalanischen Register nichts zugunsten des BeschwerdefÃ¼hrers ableiten. Diese sagt insbesondere nichts Ã¼ber die wechselseitige Ãbernahme von Verantwortung zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Partnerin aus und auch RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die QualitÃ¤t und Dauer des Zusammenlebens sind nur mit Vorbehalten mÃ¶glich.</p> <p class="Erwgung2">Mangels anderer Belege ist die Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers zu seiner in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Partnerin folglich nicht als lang dauernd und gefestigt zu qualifizieren. Die ErfÃ¼llung des kumulativ zu erfÃ¼llenden Erfordernisses der unmittelbar bevorstehenden Heirat (vgl. zuvor E. 2.2) braucht deshalb nicht mehr geprÃ¼ft zu werden (vgl. aber sogleich zum Eheschluss in absehbarer Zeit E. 4.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Nach dem Gesagten kommt dem BeschwerdefÃ¼hrer kein Anspruch auf Familiennachzug zu seiner Lebenspartnerin in der Schweiz gestÃ¼tzt auf Art. 8 Abs. 1 EMRK zu und ist ihm deshalb keine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu erteilen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Im Eventualstandpunkt beantragt der BeschwerdefÃ¼hrer die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Eheschliessung mit seiner Lebenspartnerin.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Nach Art. 98 Abs. 4 des Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (SR 210) mÃ¼ssen Verlobte, die nicht SchweizerbÃ¼rgerinnen oder SchweizerbÃ¼rger sind, wÃ¤hrend des Vorbereitungsverfahrens ihren rechtmÃ¤ssigen Aufenthalt in der Schweiz nachweisen, ansonsten das Zivilstandsamt die Trauung nicht vollziehen darf (vgl. auch Art. 66 Abs. 2 lit. e in Verbindung mit Art. 67 Abs. 3 der Zivilstandsverordnung vom 28. April 2004 [SR 211.112.2]). In Konkretisierung des Gesetzeszwecks dieser Bestimmung und in Beachtung des von Art. 8 Abs. 1 EMRK geschÃ¼tzten Familienlebens sind die MigrationsbehÃ¶rden gehalten, Ehewilligen ohne Aufenthaltsrecht zur Vermeidung einer Verletzung ihres Rechts auf Ehe gemÃ¤ss Art. 12 EMRK bzw. dem analog ausgelegten Art. 14 der Bundesverfassung (BV, SR 101) eine (Kurz-)Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, sofern keine Hinweise dafÃ¼r vorliegen, dass die auslÃ¤ndische Person rechtsmissbrÃ¤uchlich handelt (Scheinehe, missbrÃ¤uchliche Anrufung der Familiennachzugsbestimmungen etc.), und "klar" erscheint, dass sie nach der Heirat mit dem Ehepartner in der Schweiz wird verbleiben kÃ¶nnen, das heisst, sie auch die weiteren hierfÃ¼r erforderlichen Voraussetzungen erfÃ¼llt (analoge Anwendung von Art. 17 Abs. 2 AIG; BGE 139 I 37 E. 3.5.2, 137 I 351 [= Pra. 101/2012 Nr. 61] E. 3.5 und 3.7; BGr, 5. Oktober 2021, 2C_309/2021, E. 3.1). FÃ¼r die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zum Zweck der Eheschliessung ist sodann vorausgesetzt, dass mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen ist (BGr, 5. April 2023, 2C_656/2022, E. 3.1; VGr, 12. Oktober 2023, VB.2023.00453, E. 2.3, und 8. Dezember 2022, VB.2022.00690, E. 2.3.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Zu klÃ¤ren ist, ob der BeschwerdefÃ¼hrer nach der Heirat wÃ¼rde in der Schweiz verbleiben kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Zwar haben die Ehegatten von in der Schweiz aufenthaltsberechtigten EU-StaatsangehÃ¶rigen gestÃ¼tzt auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) nach Eheschluss grundsÃ¤tzlich einen (abgeleiteten) Aufenthaltsanspruch (vgl. Art. 7 lit. d FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a Anhang I FZA). Die auf Grund des FreizÃ¼gigkeitsabkommens eingerÃ¤umten Rechte dÃ¼rfen jedoch durch Massnahmen, die aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind, eingeschrÃ¤nkt werden (Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA). Eine strafrechtliche Verurteilung darf dabei nur insofern zum Anlass fÃ¼r eine derartige Massnahme genommen werden, als die ihr zugrunde liegenden UmstÃ¤nde ein persÃ¶nliches Verhalten erkennen lassen, das eine gegenwÃ¤rtige GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung darstellt. Art. 5 Anhang I FZA steht somit Massnahmen entgegen, die (allein) aus generalprÃ¤ventiven GrÃ¼nden verfÃ¼gt werden (BGE 145 IV 364 E. 3.5.2). WÃ¤hrend die Prognose Ã¼ber das kÃ¼nftige Wohlverhalten im Rahmen der InteressenabwÃ¤gung nach rein nationalem AuslÃ¤nderrecht zwar mitzuberÃ¼cksichtigen, aber nicht ausschlaggebend ist, kommt es bei Art. 5 Anhang I FZA wesentlich auf das RÃ¼ckfallrisiko an (BGE 136 II 5 E. 4.2; 130 II 176 E. 4.2; BGr, 27. August 2024, 2C_629/2023, E. 4.2, und 24. Januar 2024, 2C_499/2023, E. 4.2). Zu verlangen ist eine nach Art und Ausmass der mÃ¶glichen RechtsgÃ¼terverletzung zu differenzierende hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass die auslÃ¤ndische Person kÃ¼nftig die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung stÃ¶ren wird. Je schwerer die mÃ¶glichen RechtsgÃ¼terverletzungen sind, desto niedriger sind die Anforderungen an die in Kauf zu nehmende RÃ¼ckfallgefahr (BGE 145 IV 364 E. 3.5.2; 136 II 5 E. 4.2). Als schwerwiegend gelten etwa BeeintrÃ¤chtigungen der physischen, psychischen und sexuellen IntegritÃ¤t Dritter, der qualifizierte Drogenhandel aus finanziellen Motiven und die organisierte KriminalitÃ¤t sowie Terrorismus oder Menschenhandel (BGE 139 II 121 E. 6.3; vgl. BGr, 27. August 2024, 2C_629/2023, E. 4.2 â 24. Januar 2024, 2C_499/2023, E. 4.2 â 16. November 2023, 2C_613/2023, E. 6.1 ff. â 15. August 2022, 2C_44/2022, E. 5.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde im November 2023 und damit nur vier Monate nach seiner Einreise in die Schweiz von der Polizei beim Handel mit Kokain beobachtet und verhaftet. Im Rahmen des Strafverfahrens gegen ihn wurden mehrere Gramm Kokain, Marihuana und Haschisch sowie eine BetÃ¤ubungsmittelwaage, Streckmittel und Minigrip-Beutel sichergestellt. Anschliessend verurteilte ihn das Bezirksgericht D am 10. Juli 2024 wegen mehrerer VerstÃ¶sse gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951 (SR 812.121), wegen rechtswidriger Einreise, rechtswidrigen Aufenthalts und mehrfacher ErwerbstÃ¤tigkeit ohne Bewilligung nach Art. 115 Abs. 1 lit. aâc AIG und wegen des Fahrens in fahrunfÃ¤higem Zustand im Sinn von Art. 91 Abs. 2 lit. b des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SR 741.01). Im Verhaftsrapport wurde ausserdem festgehalten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer selbst unter einer Suchtproblematik leidet.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.3 </b>Das Bezirksgericht D verzichtete in seinem Urteil auf die AusfÃ¤llung einer fakultativen Landesverweisung (vgl. Dispositiv-Ziff. 5 des Strafurteils; Art. 66a Abs. 1 lit. o <i>e contrario</i> in Verbindung mit Art. 66a<sup>bis</sup> des Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 [SR 311.0]). In der vorliegenden Konstellation darf das Strafurteil dennoch zur Beurteilung der GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit im Sinn von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA herangezogen werden. Das in Art. 62 Abs. 2 und Art. 63 Abs. 3 AIG verankerte Dualismusverbot verbietet zwar den Widerruf einer auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligung, wenn er nur mit einem Delikt begrÃ¼ndet wird, fÃ¼r das ein Strafgericht bereits eine Strafe oder Massnahme verhÃ¤ngt, jedoch von einer Landesverweisung abgesehen hat (vgl. BGE 146 II 321 E. 4.6.4, 146 II 49 E. 5.1, je mit Hinweis). Vorliegend geht es jedoch nicht um den Widerruf (oder die NichtverlÃ¤ngerung, vgl. BGr, 18. November 2019, 2C_628/2019, E. 7.1) einer Aufenthaltsbewilligung, sondern um die Verweigerung deren erstmaliger Erteilung (vgl. auch BGr, 12. Mai 2022, 2C_819/2021, E. 4.2.3). Das Strafgericht verurteilte den BeschwerdefÃ¼hrer unter anderem wegen rechtswidrigen Aufenthalts (Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG) und Ã¼berstellte ihn in Anschluss an die Verurteilung und die Haftentlassung an das Migrationsamt zur PrÃ¼fung von Fernhaltemassnahmen. Mit anderen Worten ging das Strafgericht davon aus, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer gar kein Aufenthaltstitel in der Schweiz zukommt, und prÃ¼fte es bei der Frage der Landesverweisung deshalb auch keinen allfÃ¤lligen Aufenthaltsanspruch gestÃ¼tzt auf das FreizÃ¼gigkeitsabkommen. Insofern besteht bei einer BerÃ¼cksichtigung des Strafurteils im migrationsrechtlichen Verfahren kein Risiko, dass Straf- und AdministrativbehÃ¶rden bezÃ¼glich der vom BeschwerdefÃ¼hrer ausgehenden Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinn von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA â was durch das Dualismusverbot verhindert werden soll (vgl. BGE 146 II 321 E. 4.6.4 mit Hinweis) â widersprÃ¼chliche Entscheide treffen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.4 </b>Mit Blick auf den dem Strafurteil zugrundeliegenden Sachverhalt liegen ernsthafte GrÃ¼nde vor, um bei der GewÃ¤hrung einer Aufenthaltsbewilligung an den BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund seiner Ehe zu C mit einer aktuellen, hinreichend schweren GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit in der Schweiz zu rechnen. Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde direkt nach seiner Einreise straffÃ¤llig und verbrachte mehr als die HÃ¤lfte seines bisherigen Aufenthalts in Haft. Ausserdem beschlÃ¤gt die Verurteilung den Handel mit Kokain, womit er die Gesundheit vieler Menschen gefÃ¤hrdete (vgl. <span>VGr, 12. September 2024, VB.2023.00634, E. 2.5)</span>. Insofern wÃ¤re eine relevante RÃ¼ckfallgefahr allenfalls zu bejahen, zumal die Verurteilung erst kÃ¼rzlich erfolgte und bislang keine Behandlung der Suchtproblematik ersichtlich ist.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.5 </b>Nach dem Gesagten erscheint zweifelhaft, ob dem BeschwerdefÃ¼hrer nach Eheschliessung mit C eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen wÃ¤re. Ist dies jedoch nicht offensichtlich, hat er keinen Anspruch auf Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Ferner ist auch nicht in absehbarer Zeit mit einer Eheschliessung zu rechnen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.1 </b>Am 6. September 2023 verlangte das Zivilstandsamt der Stadt F als Reaktion auf einen wohl zuvor erfolgten, aber nicht aktenkundigen Antrag auf Soforttrauung zahlreiche zusÃ¤tzliche Unterlagen vom BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Partnerin. Am 14. Februar 2024 teilte das Zivilstandsamt dem Beschwerdegegner auf entsprechende Nachfrage mit, dem Paar am 12. Dezember 2023 einen weiteren Brief betreffend fehlende Unterlagen geschrieben, die Unterlagen aber bis am 14. Februar 2024 noch nicht erhalten zu haben. GemÃ¤ss telefonischer Auskunft des Zivilstandsamts vom 15. November 2024 lag zu diesem Zeitpunkt bis auf ein Dokument des BeschwerdefÃ¼hrers, dessen Beschaffung in der Dominikanischen Republik sich schwierig gestalte, alles Notwendige vor. Eine erneute telefonische Nachfrage beim Zivilstandsamt am 30. Januar 2025 ergab, dass nun gewisse Unterlagen von C fehlten.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.2 </b>Das beim Zivilstandsamt der Stadt F eingeleitete Verfahren zur Eheschliessung dauert mittlerweile bereits deutlich lÃ¤nger als ein Jahr. WÃ¤hrend nachvollziehbar ist, dass die Beschaffung von Unterlagen im Heimatland fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund seiner Inhaftierung erschwert war, ist festzuhalten, dass er im Juli 2024 und damit vor mehr als einem halben Jahr aus der Haft entlassen wurde. Dennoch ist der Eheschluss immer noch nicht absehbar. Ausserdem wurde der BeschwerdefÃ¼hrer am 10. Juli 2024 strafrechtlich verurteilt und wurde ihm die abgesessene Untersuchungs- und Sicherheitshaft an seine Strafe angerechnet. Anders als in den vorinstanzlichen Verfahren, wÃ¤hrend derer noch die Unschuldsvermutung zum Tragen kam, ist die Haft nun nach der rechtkrÃ¤ftigen Verurteilung ohne Weiteres als durch den BeschwerdefÃ¼hrer selbst verschuldet zu qualifizieren, weshalb er daraus mit Blick auf die VerzÃ¶gerung der Eheschliessung nichts mehr fÃ¼r sich ableiten kann. Ausserdem fehlen offenbar (auch) noch Unterlagen von C und es sind keine GrÃ¼nde dargetan, die rechtfertigen wÃ¼rden, dass die Dokumentenbeschaffung ihrerseits noch nicht abgeschlossen ist.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.3 </b>Die Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Eheschliessung darf als (vorÃ¼bergehende) Legalisierung des Aufenthalts mit Blick auf den Eheschluss nicht dazu dienen, die Anwesenheit der auslÃ¤ndischen Person lÃ¤ngerfristig zu sichern. Gelingt es dieser nicht, die erforderlichen Papiere fÃ¼r den Eheschluss erhÃ¤ltlich zu machen, ist eine Bewilligungserteilung nur im Rahmen der Rechtsprechung zum verfassungs- und konventionsrechtlichen Schutz der Beziehungen bei einem gefestigten Konkubinat zulÃ¤ssig (vgl. BGr, 3. Mai 2018, 2C_880/2017, E. 4.3, und 23. Februar 2012, 2C_702/2011, E. 4.4). Die Voraussetzungen hierfÃ¼r sind im vorliegenden Fall â wie in E. 3 dargelegt â aber nicht erfÃ¼llt. Dies gilt auch dann, wenn die Beschaffung der Unterlagen aus objektiven GrÃ¼nden ausserhalb der Kontrolle der auslÃ¤ndischen Person verzÃ¶gert wird (beispielsweise die ZerstÃ¶rung von Archiven nach einem BÃ¼rgerkrieg; vgl. BGr, 23. Februar 2012, 2C_702/2011, E. 4.4). Entsprechend kann der BeschwerdefÃ¼hrer auch nichts zu seinen Gunsten daraus ableiten, dass die Beschaffung von gewissen Dokumenten im Ausland aufgrund der UnzuverlÃ¤ssigkeit und Langsamkeit der BehÃ¶rden schwierig sei.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.4 </b>Folglich ist eine Eheschliessung nicht absehbar und ist dem BeschwerdefÃ¼hrer auch deshalb keine Kurzaufenthaltsbewilligung zu erteilen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Ausserhalb des Anspruchsbereichs entscheiden die kantonalen MigrationsbehÃ¶rden nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen Ã¼ber die Erteilung bzw. VerlÃ¤ngerung einer Aufenthaltsbewilligung. Nach Art. 96 Abs. 1 AIG sind dabei die Ã¶ffentlichen Interessen und die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse sowie der Grad der Integration der AuslÃ¤nderin oder des AuslÃ¤nders zu berÃ¼cksichtigen. In solche Ermessensentscheide kann das Verwaltungsgericht nur eingreifen, wenn ein qualifizierter Ermessensfehler vorliegt, insbesondere wenn der Entscheid sich von sachfremden Motiven leiten lÃ¤sst (vgl. Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 50 N. 25 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Der heute 42-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤lt sich erst seit etwas mehr als einem Jahr in der Schweiz auf, wobei er die Dauer des zulÃ¤ssigen bewilligungsfreien Aufenthalts Ã¼berschritten hat und nur aufgrund der aufschiebenden Wirkung seiner Rechtsmittel das Land noch nicht verlassen musste. Er wurde wegen eines BetÃ¤ubungsmitteldeliktes verurteilt, und Anhaltspunkte zu einer besonderen sprachlichen oder sozialen Integration sind den Akten nicht zu entnehmen. Weshalb ihm eine RÃ¼ckkehr in die Dominikanische Republik oder nach Spanien nicht mÃ¶glich sein sollte, ist nicht ersichtlich.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Der Schluss von Beschwerdegegner und Vorinstanz, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens nicht zu verlÃ¤ngern, ist demnach nicht rechtsverletzend.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ersucht um unentgeltliche Rechtspflege und -vertretung fÃ¼r das Beschwerde- und das Rekursverfahren. GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Urteilstext">Ob der BeschwerdefÃ¼hrer mittellos und die Rechtsvertretung notwendig ist, kann offenbleiben, weil sich die vorliegende Beschwerde als aussichtslos erweist. Nachdem schon die Vorinstanz das Vorliegen einer nach Art. 8 Abs. 1 EMRK geschÃ¼tzten Konkubinatsbeziehung verneinte, reichte der BeschwerdefÃ¼hrer keine weiteren diesbezÃ¼glichen Unterlagen ein, obwohl das Fehlen von Belegen wesentlicher Bestandteil der vorinstanzlichen BegrÃ¼ndung war. Was sodann die Kurzaufenthaltsbewilligung betrifft, lag zwar zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung das Strafurteil gegen den BeschwerdefÃ¼hrer noch nicht vor. Das Zivilstandsverfahren dauerte aber zu diesem Zeitpunkt schon lÃ¤nger als ein halbes Jahr und die VerzÃ¶gerung bei der Beschaffung der notwendigen Dokumente spricht â egal aus welchen GrÃ¼nden sie erfolgt (vgl. zuvor E. 4.4.3) â gegen einen absehbaren Eheschluss.</p> <p class="Urteilstext">Entsprechend ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig; ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>