<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00112</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106150&amp;W10_KEY=13013577&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00112</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.06.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Einstellung der Unterstützungsleistungen mangels örtlicher Zuständigkeit Die interkantonale Unterstützungszuständigkeit wird durch das ZUG geregelt. Vorliegend gilt keine der Ausnahmen. Wohnsitz ist der Ort, wo sich eine Person mit Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Die fremdenpolizeiliche Bewilligung hat dabei grundsätzlich nur die Bedeutung eines Indizes (E. 2b). Der Beschwerdeführer hat seinen Wohnsitz in Zürich aufgegeben und hielt sich auch kaum je dort auf (E. 2c). Ob der Beschwerdeführer einen neuen Unterstützungswohnsitz im Tessin begründet hat, ist fraglich, kann aber vom Verwaltungsgericht nicht verbindlich entschieden werden (E. 2d). Fremdenpolizeiliche Massnahmen gegen den Beschwerdeführer sind nicht in Sicht. Ohnehin hat der ausländerrechtliche Status vorliegend nur untergeordnete Bedeutung (E. 2e). Es bestand somit keine Unterstützungspflicht der Stadt Zürich (E. 2g). Der Beschwerdeführer bleibt auch dann nicht ganz ohne Unterstützungsansprüche, falls er keinen neuen Wohnsitz begründet haben sollte (E. 2g). Ihm ist die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (E. 3). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERKANTONAL">INTERKANTONAL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERKANTONALE ZUSTÃNDIGKEIT">INTERKANTONALE ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSTÃTZUNGSWOHNSITZ">UNTERSTÃTZUNGSWOHNSITZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSTÃTZUNGSZUSTÃNDIGKEIT">UNTERSTÃTZUNGSZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 12 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 16 lit. I VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 1 lit. III ZUG</span><br/><span class="ungerade">Art. 4 lit. I ZUG</span><br/><span class="gerade">Art. 9 lit. I ZUG</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 lit. II ZUG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 lit. I ZUG</span><br/><span class="ungerade">Art. 20 lit. I ZUG</span><br/><span class="gerade">Art. 20 lit. II ZUG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. A wurde seit MÃ¤rz 1998 durch das Amt fÃ¼r Jugend- und Sozialhilfe der Stadt ZÃ¼­rich unterstÃ¼tzt. Deren Einzelfallkommission beschloss am 28. August 2000, die Hilfe we­gen Verlegung des Wohnsitzes in die Tessiner Gemeinde X per 1. Oktober 2000 einzu­stellen. Die Einspracheinstanz und GeschÃ¤ftsprÃ¼fungskommission der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde ZÃ¼rich (EGPK) wies eine dagegen gerichtete Einsprache am 12. De­zember 2000 ab.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen den Beschluss der EGPK erhob A am 5. Januar 2001 Rekurs an den Be­zirksrat ZÃ¼rich. Der Bezirksrat wies das Rechtsmittel am 15. MÃ¤rz 2001 ab. Er fÃ¼hrte zur BegrÃ¼ndung im Wesentlichen an, aus der Eingabe des Rekurrenten ergebe sich, dass er seinen Lebensmittelpunkt ins Tessin verlegt habe. Die Tatsache, dass er des Italienischen nicht mÃ¤chtig sei, spreche nicht dagegen. Ãberdies sei er bereit, seine Wohnung in ZÃ¼rich baldmÃ¶glichst zu kÃ¼ndigen. Aus diesen Tatsachen ergebe sich, dass die Stadt ZÃ¼rich die Ausrichtung wirtschaftlicher Hilfe zu Recht eingestellt habe.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. A wandte sich am 4. April 2001 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und verlangte sinngemÃ¤ss seine weitere UnterstÃ¼tzung durch die Stadt ZÃ¼rich. Der Bezirksrat ZÃ¼rich beantragte am 11. April 2001 die Abweisung der Beschwerde, ebenso die FÃ¼rsorge­behÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich mit Schreiben vom 30. April 2001.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Vorliegende Beschwerde richtet sich gegen einen Beschluss des Bezirksrats ZÃ¼rich und ist nach § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 des Verwaltungsrechtspflegege­setzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) zulÃ¤ssig.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde vor Einstellung der Leistungen durch die Be­schwer­degegnerin mit Fr. 1'820.- monatlich unterstÃ¼tzt. Entsprechend der Praxis des Ver­waltungsgerichts bei Streitigkeiten um periodische Leistungen ist von einem Streitwert von Ã¼ber Fr. 20'000.- auszugehen (vgl. RB 1998 Nr. 21). Demnach ist nach § 38 VRG die Kammer fÃ¼r den Entscheid zustÃ¤ndig.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. a) Strittig ist, ob die Stadt ZÃ¼rich verpflichtet ist, den BeschwerdefÃ¼hrer weiter­hin zu unterstÃ¼tzen, oder ihre ZustÃ¤ndigkeit durch Wegzug aus der Stadt dahingefallen ist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die interkantonale ZustÃ¤ndigkeit zur UnterstÃ¼tzung BedÃ¼rftiger wird grundsÃ¤tz­lich durch das Bundesgesetz Ã¼ber die ZustÃ¤ndigkeit zur UnterstÃ¼tzung BedÃ¼rftiger (ZustÃ¤n­digkeitsgesetz, ZUG) vom 24. Juni 1977 geregelt. Eine Ausnahme besteht fÃ¼r FlÃ¼chtlinge und Staatenlose, fÃ¼r die Art. 1 Abs. 3 ZUG besondere Erlasse des Bundes vorbehÃ¤lt. Der BeschwerdefÃ¼hrer kam als FlÃ¼chtling in die Schweiz und hatte wÃ¤hrend langer Zeit den Status der vorlÃ¤ufigen Aufnahme (= Ausweis F). Im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Ent­scheids verfÃ¼gte er jedoch bereits Ã¼ber die Niederlassungsbewilligung. Da das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG) zwar wohl fÃ¼r Asylsuchende (vgl. Art. 27 ff. AsylG) eine ei­genstÃ¤ndige Regelung enthÃ¤lt, hingegen kaum fÃ¼r weitere Personen, die sich (noch oder ursprÃ¼nglich) ebenfalls aufgrund dieses Gesetzes in der Schweiz aufhalten (vgl. Art. 80 ff. AsylG), und ohnehin fraglich ist, ob es sich beim Inhaber einer Niederlassungsbewilligung noch um eine solche Person handelt, ist vorliegend von der Anwendbarkeit des ZUG aus­zugehen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach Art. 20 Abs. 1 ZUG ist bei AuslÃ¤ndern mit Wohnsitz in der Schweiz der Wohn­kanton fÃ¼r die UnterstÃ¼tzung zustÃ¤ndig, soweit es dessen Gesetzgebung, das Bundes­recht oder vÃ¶lkerrechtliche VertrÃ¤ge vorsehen. Als bundesrechtliche Grundlage einer all­gemeinen UnterstÃ¼tzungspflicht fÃ¼r AuslÃ¤nder hat heute Art. 12 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 zu gelten (vgl. Charlotte Gysin, Der Schutz des Existenzminimums in der Schweiz, Basel/Genf/MÃ¼nchen 1999, S. 58 ff.; Botschaft Ã¼ber eine neue Bundesverfas­sung, BBl 1997 I 1 ff., 149 f.; BGE 121 I 367). Es trifft somit nicht mehr zu, "dass das ZUG keine Pflicht schweizerischer BehÃ¶rden zur UnterstÃ¼tzung von AuslÃ¤ndern begrÃ¼n­det" (so noch Werner Thomet, Kommentar zum Bundesgesetz Ã¼ber die ZustÃ¤ndigkeit fÃ¼r die UnterstÃ¼tzung BedÃ¼rftiger [ZUG], 2. A., ZÃ¼rich 1994, Rz. 223; vgl. allerdings a.a.O., Rz. 229).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">FÃ¼r die Bestimmung des Wohnkantons gelten die Art. 4-10 ZUG (Thomet, Rz. 225). Als UnterstÃ¼tzungswohnsitz gilt dabei nach Art. 4 Abs. 1 ZUG in Anlehnung an das Zivilrecht der Kanton, in dem sich der BedÃ¼rftige mit der Absicht dauernden Verblei­bens aufhÃ¤lt. Als WohnsitzbegrÃ¼ndung gilt gemÃ¤ss Abs. 2 die polizeiliche Anmeldung, bei AuslÃ¤ndern die Ausstellung einer Anwesenheitsbewilligung. Vorbehalten bleibt jedoch die frÃ¼here oder spÃ¤tere AufenthaltsbegrÃ¼ndung oder deren nur vorÃ¼bergehende Natur. Anmel­dung bzw. Ausstellung einer Anwesenheitsbewilligung begrÃ¼nden somit nur die Vermu­tung, die betreffende Person habe am entsprechenden Ort Wohnsitz (Thomet, Rz. 99, 107).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Wer aus dem Wohnkanton wegzieht, verliert nach Art. 9 Abs. 1 ZUG seinen bishe­rigen UnterstÃ¼tzungswohnsitz. Nur die Bedeutung eines Indizes hat auch hier der Zeitpunkt der polizeilichen Abmeldung (Art. 9 Abs. 2 ZUG). Zu beachten ist, dass â im Unterschied zum Zivilrecht â der UnterstÃ¼tzungswohnsitz ohne BegrÃ¼ndung eines neuen aufgegeben werden kann (Felix Wolffers, Grundriss des Sozialhilferechts, 2. A., Bern/Stuttgart/Wien 1999, S. 51 f., 53). Die BegrÃ¼ndung eines neuen FÃ¼rsorgewohnsitzes in einem anderen Kanton ist bereits vor Erteilung einer entsprechenden Niederlassungsbewilligung mÃ¶glich. Missachtet die auslÃ¤ndische Person allerdings ihre Pflicht, innert acht Tagen um eine sol­che Bewilligung zu ersuchen (Art. 8 Abs. 3 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Nie­derlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 [ANAG]), so fÃ¤llt dieser Wohnsitz jedenfalls vorlÃ¤ufig dahin (Peter Stadler, GrundsÃ¤tze zur UnterstÃ¼tzung von auslÃ¤ndischen Staatsan­ge­hÃ¶rigen, ZeSo 2001, S. 77). BedÃ¼rftige AuslÃ¤nder, die keinen UnterstÃ¼tzungswohnsitz haben und auf sofortige Hilfe angewiesen sind, mÃ¼ssen durch ihren Aufenthaltskanton un­terstÃ¼tzt werden (Art. 20 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 ZUG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Zu prÃ¼fen ist in erster Linie, ob der BeschwerdefÃ¼hrer seinen fÃ¼rsorgerechtlichen Wohnsitz in ZÃ¼rich behalten hat oder dieser im Zeitpunkt der Einstellung der Leistungen durch die Beschwerdegegnerin weggefallen war. Aus den Akten ergeben sich diesbezÃ¼g­lich mannigfaltige Indizien:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Zwar unterhielt der BeschwerdefÃ¼hrer offenbar stets eine Wohnung bzw. ein Zim­mer an in ZÃ¼rich. Bereits Ende Oktober 1998 tauchte aber in den GesprÃ¤chsnotizen der SozialbehÃ¶rde ein erster Hinweis darauf auf, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seinen Lebens­mittelpunkt ins Tessin verschoben haben kÃ¶nnte. Auf eine Wohn­sitznahme im Tessin schon vor Einstellung der FÃ¼rsorgeleistungen deuten auch Konto­auszÃ¼ge und Zahlungsbe­lege des BeschwerdefÃ¼hrers sowie Rechnungen an diesen. Bei den Akten befinden sich im Weiteren mehrere Schreiben des BeschwerdefÃ¼hrers aus den Akten des verwaltungsge­richtlichen Verfahrens VB.2000.00087, die zwar das Ortsdatum ZÃ¼rich tragen, aber alle­samt in der Region Lugano der Post aufgegeben wurden. Ãberdies bestÃ¤tigte er implizit die Annahme der beschwerdegegnerischen Einzelfallkommission, er habe seine Post ab April 1999 nach X umleiten lassen. Die fÃ¼r die Umleitung vorgebrachte BegrÃ¼ndung Ã¼berzeugt nicht, wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausfÃ¼hrte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Korrespondenz im erstinstanzlichen und im Einspracheverfahren fÃ¼hrte der Be­schwerdefÃ¼hrer vom SÃ¼dtessin aus, ebenso wÃ¤hrend des Verfahrens vor Bezirksrat. Daran hat sich auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nichts geÃ¤ndert. Die Schreiben des BeschwerdefÃ¼hrers vom 19. MÃ¤rz 2001, vom 20. April sowie vom 26. und 27. April 2001 tragen das Ortsdatum X und wurden, soweit aktenkundig, in Lugano aufgegeben. Der Be­schwerdefÃ¼hrer hat sich somit meist in X aufgehalten. DemgegenÃ¼ber ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte fÃ¼r einen wenigstens zeit­weiligen Aufenthalt in ZÃ¼rich seit Einstellung der Leistungen durch die Beschwerdegegnerin. Diese UmstÃ¤nde fÃ¼hren zum Schluss, dass der BeschwerdefÃ¼hrer trotz vorlÃ¤ufiger Beibehaltung seiner Wohnung seinen Wohnsitz in ZÃ¼rich im Sinn von Art. 9 Abs. 1 ZUG aufgegeben hat. Somit ist die Unter­stÃ¼tzungszustÃ¤ndigkeit der Stadt ZÃ¼rich gemÃ¤ss Art. 20 Abs. 1 ZUG weggefallen. Sie kÃ¶nnte sich hÃ¶chstens noch in eingeschrÃ¤nktem Rahmen aus Art. 20 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 ZUG ergeben, wofÃ¼r es jedoch bisher an einem â nachweisbaren â zeit­weiligen Aufenthalt in ZÃ¼rich fehlte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Eine UnterstÃ¼tzungszustÃ¤ndigkeit der Beschwerdegegnerin ist gÃ¤nzlich ausge­schlossen, falls der BeschwerdefÃ¼hrer in X einen neuen UnterstÃ¼tzungswohnsitz im Sinn von Art. 4 Abs. 1 ZUG begrÃ¼ndet hat. DafÃ¼r sprechen die oben (E. 2c) angefÃ¼hrten Tatsa­chen. Gegen die Annahme eines neuen Wohnsitzes bringt der BeschwerdefÃ¼hrer einer­seits vor, er halte sich nur vorÃ¼bergehend in X auf, da es der Mutter seiner Tochter gesundheit­lich sehr schlecht gehe und er ernstlich mit ihrem Ableben rechnen mÃ¼sse.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Wie im Zivilrecht (vgl. Eugen Bucher, Berner Kommentar zum Zivilgesetzbuch, I/2, Art. 23 N. 22) besteht aber die in Art. 4 Abs. 1 ZUG vorausgesetzte Absicht dauernden Verbleibens nicht nur dann, wenn eine Person fÃ¼r immer an einem bestimmten Ort verwei­len will. Wohnsitz kann auch an einem Ort vorliegen, den diese Person zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt wieder zu verlassen beabsichtigt (Thomet, Rz. 96 f.). Vorliegend ist aus zwei GrÃ¼nden davon auszugehen, dass der Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers in X die Kriterien der unterstÃ¼tzungsrechtlichen WohnsitzbegrÃ¼ndung nach Art. 4 Abs. 1 ZUG an sich erfÃ¼llt: Einerseits hÃ¤lt er sich schon seit geraumer Zeit regelmÃ¤ssig an diesem Ort auf. Dort woh­nen auch seine Partnerin und seine Tochter, seine einzigen namentlich bekannten engen Bezugspersonen. Anderseits werden die BefÃ¼rchtungen des BeschwerdefÃ¼hrers mit Bezug auf seine Partnerin durch die Akten kaum gestÃ¼tzt. Es ist deshalb weder davon auszugehen, dass der Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers von Anfang an vorÃ¼bergehender Natur im Sinn von Art. 4 Abs. 2 ZUG war, noch dass er stÃ¤ndig auf eine RÃ¼ckkehr nach ZÃ¼rich vorberei­tet war. Ohnehin kÃ¤me diesem Umstand wegen der bisherigen Dauer des Aufenthalts im Tessin kaum entscheidende Bedeutung zu.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Gegen die Annahme eines UnterstÃ¼tzungswohnsitzes in X fÃ¼hrt der Beschwerde­fÃ¼hrer zusÃ¤tzlich an, die Gemeinde X weigere sich, ihn zu unterstÃ¼tzen, da er bei deren Ein­wohnerkontrolle nicht angemeldet sei. Es sei ihm aber nicht mÃ¶glich, sich in ZÃ¼rich ab- und in X anzumelden, da er Ã¼ber keine (auslÃ¤nderrechtliche) Bewilligung fÃ¼r den Kanton Tessin verfÃ¼ge. Ãberdies verstehe er kein Wort Italienisch.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">FÃ¼r die Bestimmung des fÃ¼rsorgerechtlichen Wohnsitzes nach ZUG hat das Vorlie­gen bzw. Nichtvorliegen einer Anwesenheitsbewilligung wie bereits ausgefÃ¼hrt (E. 2b) nur beschrÃ¤nkte Bedeutung. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer Inhaber einer Niederlassungsbewilli­gung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich ist, hat nicht zur Folge, dass die Stadt ZÃ¼rich weiterhin als sein fÃ¼rsorgerechtlicher Wohnsitz zu gelten hat, da aufgrund der Akten von seinem Wegzug aus der Stadt auszugehen ist. Anderseits konnte er schon vor Erteilung einer Bewilligung fÃ¼r den Kanton Tessin in X einen neuen fÃ¼rsorgerechtlichen Wohnsitz begrÃ¼nden. Die Voraus­setzungen des Wohnsitzbegriffs von Art. 4 Abs. 1 ZUG sind erfÃ¼llt. Als mÃ¶glicher Ein­wand bleibt einzig, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer allenfalls nicht rechtzeitig um diese Bewilligung bemÃ¼ht hat (siehe E. 2b S. 4). Vorliegend kann jedoch verbindlich nur darÃ¼ber entschieden werden, ob die Beschwerdegegnerin noch unterstÃ¼tzungspflichtig ist, nicht aber darÃ¼ber, ob mangels deren ZustÃ¤ndigkeit eine ausserkantonale Gemeinde unterstÃ¼t­zungspflichtig geworden ist. DiesbezÃ¼glich hat sich das Verwaltungsgericht auf obiter dicta zu beschrÃ¤nken (vgl. E. 2g). Dass der BeschwerdefÃ¼hrer der italienischen Sprache nach eigener Angabe nicht mÃ¤chtig ist, spricht nicht gegen eine WohnsitzbegrÃ¼ndung im Tessin.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Zur auslÃ¤nderrechtlichen Seite der Problematik bleibt im Ãbrigen Folgendes zu be­merken: Zwar stellt die fortgesetzte und erhebliche FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit eines AuslÃ¤n­ders einen Ausweisungs- (Art. 10 Abs. 1 lit. d ANAG) oder subsidiÃ¤r einen Heimschaf­fungs­grund dar, wobei die angeordnete Massnahme angemessen sein muss (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Allenfalls von Bedeutung ist die FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit auch fÃ¼r die Erteilung der Bewilligung zur Verlegung des Wohnsitzes oder der ErwerbstÃ¤tigkeit in einen anderen Kanton (Art. 8 ANAG). Dagegen erlischt die fÃ¼r einen bestimmten Kanton ausgestellte Bewilligung nicht gemÃ¤ss Art. 9 Abs. 1 lit. c ANAG durch Verlegung des tatsÃ¤chlichen Lebensmittelpunkts in einen anderen Kanton, sondern nur durch Wegzug aus der Schweiz (Bundesamt fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen, Weisungen und ErlÃ¤uterungen Einreise, Aufenthalt und Niederlassung, Stand August 1998, Rz. 323). Im vorliegenden Verfahren war nie davon die Rede, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer eine fremdenpolizeiliche Massnahme drohe, und deren VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit wÃ¤re angesichts seines Ã¼ber dreissigjÃ¤hrigen Aufenthalts in der Schweiz zumindest sehr fraglich (vgl. Weisungen und ErlÃ¤uterungen, Rz. 831 f.). Wie es sich damit genau verhÃ¤lt, kann aber offen bleiben: Das AuslÃ¤nderrecht regelt nur die Aus­wirkungen des fÃ¼rsorgerechtlichen Status auf den fremdenrechtlichen, wÃ¤hrend die Be­stimmung der unterstÃ¼tzungsrechtlichen Stellung der AuslÃ¤nder dem Sozialhilferecht, fÃ¼r die hier zu entscheidende Frage namentlich dem ZUG, vorbehalten bleibt. Der auslÃ¤nder­rechtliche Status ist dabei nur innerhalb der vorangehend dargelegten engen Grenzen von Bedeutung (E. 2b).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">f) Es ergibt sich somit, dass der unterstÃ¼tzungsrechtliche Wohnsitz des Beschwer­defÃ¼hrers zumindest seit Einstellung der UnterstÃ¼tzung durch die Beschwerdegegnerin nicht mehr in ZÃ¼rich, mÃ¶glicherweise aber in X (Tessin) liegt. Da der BeschwerdefÃ¼hrer sich wÃ¤hrend der fraglichen Zeit in der Regel im Tessin aufhielt und kaum Hinweise auf einen zeitweiligen Aufenthalt in ZÃ¼rich aktenkundig sind, ergibt sich auch aus Art. 20 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 ZUG keine ZustÃ¤ndigkeit der ZÃ¼rcher BehÃ¶rden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">g) Der BeschwerdefÃ¼hrer wird darauf hingewiesen, dass er auch dann nicht ganz ohne UnterstÃ¼tzungsanspruch bleibt, falls er keinen neuen fÃ¼rsorgerechtlichen Wohnsitz in X begrÃ¼ndet haben sollte (vgl. E. 2b S. 4). In diesem Fall besteht nach Art. 20 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 ZUG eine NotunterstÃ¼tzungspflicht der Aufenthaltsge­meinde. Aufgrund der vorangehenden ErwÃ¤gungen ist davon auszugehen, dass dies seit Einstellung der Leistungen durch die Beschwerdegegnerin in der Regel die Gemeinde X war. HÃ¤lt sich der BeschwerdefÃ¼hrer immer noch dort auf â was aufgrund seiner Eingabe vom 14. Juni 2001 fraglich ist â und bedarf er weiterhin der Hilfe, so ist ihm anzuraten, persÃ¶nlich bei der Gemeindeverwaltung vorzusprechen, falls er dies immer noch nicht ge­tan haben sollte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Der BeschwerdefÃ¼hrer verlangt die GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege. Diese setzt nach § 16 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG einerseits voraus, dass der Ge­suchsteller nicht in der Lage ist, neben der Bestreitung des notwendigen Lebensunterhalts die Verfahrenskosten zu bezahlen. Diese Voraussetzung hat vorliegend ohne Weiteres als erfÃ¼llt zu gelten. Anderseits darf das Hauptbegehren des Antragsstellers nicht aussichtslos sein. Als aussichtslos sind Begehren anzusehen, bei denen die Aussichten auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie deshalb kaum als ernst­haft bezeichnet werden kÃ¶nnen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 16 N. 32). Dem Begehren des BeschwerdefÃ¼hrers kann keineswegs die Ernsthaftigkeit abgesprochen wer­den, wehrt er sich doch fÃ¼r die Deckung seines notwendigen Lebensunterhalts. Bei objekti­ver Betrachtung der rechtlich massgebenden UmstÃ¤nde ergibt sich, dass sein Hauptantrag gerade noch als nicht aussichtslos gelten kann. Der BeschwerdefÃ¼hrer verfÃ¼gt immer noch Ã¼ber ein Zimmer in ZÃ¼rich und hatte â was zu seinen Gunsten anzunehmen ist â nie den Willen, sich definitiv im Tessin, dessen Sprache er nicht spricht, niederzulassen, sondern wurde dazu durch UmstÃ¤nde, die seinem Einfluss entzogen sind, gedrÃ¤ngt. Ihm ist deshalb die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">DemgemÃ¤ss beschliesst das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung gewÃ¤hrt;</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">und entscheidet:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>