<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00609</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220681&amp;W10_KEY=13013480&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00609</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.10.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung für die Ehegattin</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Ehefrau [Der schweizerische Beschwerdeführer und seine serbische Ehefrau sind seit 2015 verheiratet, waren aber seit mindestens 1. November 2019 nicht in der gleichen Gemeinde angemeldet. Mangels gemeinsamen Wohnsitzes wies das Migrationsamt das Gesuch der Ehefrau um Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung ab.] Gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG kann die zuständige Behörde die Aufenthaltsbewilligung widerrufen, wenn die Ausländerin oder der Ausländer eine mit der Verfügung verbundene Bedingung â wie beispielsweise das Erfordernis des Zusammenwohnens â nicht einhält (E. 2.2). Da der Beschwerdeführer vor Verwaltungsgericht mit einer Wohnsitzbestätigung nachgewiesen hat, dass er seit dem 1. September 2020 wieder am gleichen Ort wie seine Ehefrau gemeldet ist, ist fraglich, ob der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG noch erfüllt ist. Gleichzeitig gilt es auszuschliessen, dass sich der Beschwerdeführer lediglich zur Sicherung des Aufenthaltsrechts seiner Ehefrau in E angemeldet hat. Da der Beschwerdeführer bislang nicht befragt wurde, obwohl seine Ehefrau beantragte, man solle ihren Ehemann selbst fragen, weshalb er sich in D nicht angemeldet habe, ist die Sache zur Durchführung der Befragung des Beschwerdeführers und zur Vermeidung eines Instanzenverlusts an die Vorinstanz zurückzuweisen (E. 3.4). Teilweise Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINSAMER WOHNSITZ">GEMEINSAMER WOHNSITZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNG">RÃCKWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLÃNGERUNG AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">VERLÃNGERUNG AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNSITZBESTÃTIGUNG">WOHNSITZBESTÃTIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 42 Abs. I AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 49 AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 50 Abs. I AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 62 Abs. I lit. d AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 76 VZAE</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=50261" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00609</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. Oktober 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Corinna Bigler. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r die Ehegattin,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Die 1984 geborene serbische StaatsangehÃ¶rige B (geb. C) reiste am 14. Juni 2015 in die Schweiz ein und heiratete am â¦ August 2015 in D den Schweizer BÃ¼rger A, geboren 1965. In der Folge erhielt sie eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen der Bestimmungen Ã¼ber den Familiennachzug zum Verbleib bei ihrem Schweizer Ehegatten, zuletzt befristet bis am 13. August 2020. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Schreiben vom 23. Januar 2020 informierte das Einwohneramt der Gemeinde E das Migrationsamt darÃ¼ber, dass die Eheleute A/B getrennte Wohnsitze hÃ¤tten. Das Ehepaar sei von 2015 bis 2017 in E gemeldet gewesen. Da sie das Ehepaar weder schriftlich noch telefonisch hÃ¤tten erreichen kÃ¶nnen, hÃ¤tten sie dieses per 14. August 2017 nach unbekannt abgemeldet. B habe sich dann anschliessend in D angemeldet, der Aufenthalt des Ehemannes sei weiterhin unbekannt geblieben. B habe sich per 1. September 2019 wieder in E angemeldet und habe in diesem Zusammenhang mitgeteilt, dass sie und ihr Ehemann separate Wohnsitze hÃ¤tten. A habe sich sodann per 1. November 2019 in D angemeldet. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Mit Schreiben vom 29. Januar 2020 forderte das Migrationsamt B auf, zur Trennung von ihrem Ehemann Stellung zu nehmen. In ihrem Antwortschreiben vom 30. Januar 2020 verneinte B eine Trennung von ihrem Ehegatten vehement und erklÃ¤rte, dass sie aufgrund einer grÃ¶sseren Erbschaft zwei Liegenschaften erwerben konnten, eine in D und eine in E. Da sie die HÃ¤user weder vermieten, noch leer stehen lassen wollten, sei ihre Adresse in E und jene ihres Mannes in D, wo er auch seine Firma habe. Sie wÃ¼rden aber wie jedes andere Ehepaar zusammenleben, mal da, mal dort. Nachdem sie am 14. August 2015 standesamtlich in D geheiratet hÃ¤tten, planten sie ihr Eheversprechen im Rahmen einer kirchlichen Trauung in E am 14. August 2020, an ihrem fÃ¼nften Hochzeitstag, zu erneuern. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Am 16. Juni 2020 ersuchte B um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung. Auf dem Gesuchsformular kreuzte sie an, mit ihrem Ehegatten in einem gemeinsamen Haushalt zu wohnen. Da diese Angabe nicht mit den MeldeverhÃ¤ltnissen Ã¼bereinstimmte â sie war in E gemeldet, er in D â ersuchte das Migrationsamt die Kantonspolizei ZÃ¼rich am 1. Juli 2020 gegen B wegen TÃ¤uschung der BehÃ¶rden ein Strafverfahren einzuleiten. In der polizeilichen Einvernahme vom 10. Juli 2020 erklÃ¤rte sie, dass sie beide ihren Lebensmittelpunkt in ihrem Haus an der F-Strasse 01 in E hÃ¤tten und sich ihr Ehemann wahrscheinlich auch bald in E anmelden werde. Sie habe keine Falschaussage gemacht, dass sie zusammen in einem gemeinsamen Haushalt wohnen wÃ¼rden, entspreche der Wahrheit. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>E. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 1. Juli 2020 wies das Migrationsamt das Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ab, da sie mindestens seit 1. November 2019 nicht mit ihrem Ehemann im gleichen Haushalt zusammenlebe. Es forderte B auf, die Schweiz bis am 30. September 2020 zu verlassen. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>Den gegen die VerfÃ¼gung des Migrationsamts erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 27. August 2020 ab und setzte B zum Verlassen der Schweiz eine neue Frist bis am 30. November 2020.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>Mit Beschwerde vom 9. September 2020 beantragte A (nachfolgend: der BeschwerdefÃ¼hrer) dem Verwaltungsgericht, die Aufenthaltsbewilligung seiner Ehefrau sei zu verlÃ¤ngern. </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. September 2020 erhob das Verwaltungsgericht wegen ausstehender Verfahrenskosten des BeschwerdefÃ¼hrers bei zÃ¼rcherischen Verwaltungs- und GerichtsbehÃ¶rden einen Kostenvorschuss, welcher vom BeschwerdefÃ¼hrer fristgerecht geleistet wurde. </span></p> <p class="MsoNormal"><span>WÃ¤hrend sich das Migrationsamt nicht vernehmen liess, verzichtete die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><span class="apple-converted-space"><b><span>2. </span></b></span><span class="apple-converted-space"><b><span> </span></b></span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b><span>GemÃ¤ss </span>Art. 42 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG)<span> haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Das Erfordernis des Zusammenwohnens nach </span>Art. 42 Abs. 1 AIG<span> besteht nach </span>Art. 49 AIG<span> nicht, wenn fÃ¼r getrennte Wohnorte wichtige GrÃ¼nde geltend gemacht werden und die Familiengemeinschaft weiterbesteht. Wichtige GrÃ¼nde fÃ¼r eine Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenwohnens kÃ¶nnen insbesondere durch berufliche Verpflichtungen oder durch eine vorÃ¼bergehende Trennung wegen erheblicher familiÃ¤rer Probleme entstehen (</span>Art. 76 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit [VZAE]<span>). Von einem </span>wichtigen<span> </span>Grund<span> kann desto eher gesprochen werden, je weniger die Eheleute auf die Situation des Getrenntlebens Einfluss nehmen kÃ¶nnen, ohne einen grossen Nachteil in Kauf nehmen zu mÃ¼ssen. Dementsprechend ist nicht jeder berufliche </span>Grund<span> ein </span>wichtiger<span> </span>Grund<span>, um eine Ausnahme vom Erfordernis des Zusammenwohnens zu rechtfertigen (vgl. BGr, 28. November 2019, 2C_511/2019, E. 3.1). </span>Ein freiwilliger Entscheid fÃ¼r ein "living apart together" stellt fÃ¼r sich allein genommen praxisgemÃ¤ss keinen wichtigen Grund im Sinn von Art. 49 AIG dar (vgl. BGr, 24. Juli 2020, 2C_375/2020, E. 2.2.1).<span> Die GrÃ¼nde mÃ¼ssen objektivierbar sein und ein gewisses Gewicht aufweisen. Entsprechende Nachweise fÃ¼r das Fortbestehen der Ehe sind durch die Ehegatten beizubringen, da es dabei um UmstÃ¤nde aus ihrem Lebensbereich geht, die sie besser kennen als die BehÃ¶rden. Insofern trifft die Ehegatten bei der AbklÃ¤rung des Sachverhalts im Rahmen von </span>Art. 49 AIG<span> eine besondere Mitwirkungspflicht (vgl. </span>Art. 90 AIG<span>; BGE 143 II 425 E. 5.1; BGE 130 II 482 E. 3.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b><span>GemÃ¤ss Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG kann die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde die Aufenthaltsbewilligung widerrufen, wenn die AuslÃ¤nderin oder der AuslÃ¤nder eine mit der VerfÃ¼gung verbundene Bedingung â wie beispielsweise das Erfordernis des Zusammenwohnens â nicht einhÃ¤lt. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b><span>Nach AuflÃ¶sung der Ehe oder der Familiengemeinschaft besteht gemÃ¤ss </span>Art. 50 Abs. 1 AIG<span> der Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 bzw. 43 AIG </span>weiter<span>, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind (lit. a) oder wenn wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b><span>Im Rekursentscheid erwog die Vorinstanz, die Ehegatten wÃ¼rden seit mindestens 1. November 2019 getrennt leben. Die Argumentation von B, wonach sie die mit Mitteln aus einer Erbschaft erstandenen zwei Liegenschaften weder vermieten noch leer stehen lassen wollten und deshalb jeder von ihnen eine Liegenschaft bewohne, Ã¼berzeuge nicht. Gerade weil E und D nur gut sechs Kilometer entfernt seien, sei ein getrennter Wohnsitz fÃ¼r den Unterhalt der Liegenschaften nicht notwendig. Ein wichtiger Grund fÃ¼r das Getrenntleben im Sinn von Art. 49 AIG in Verbindung mit Art. 76 VZAE liege somit nicht vor. Das Ehepaar habe nun seit bereits mindestens acht Monaten offiziell getrennte Wohnsitze. GemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung dÃ¼rfe selbst das krisenbedingte Getrenntleben aufgrund erheblicher familiÃ¤rer Probleme im Rahmen einer vorÃ¼bergehenden Trennung nicht zum Regelfall werden und nur wenige Monate dauern, ansonsten der Anspruch aus Art. 42 AIG erlÃ¶sche. Nach sechs bis zwÃ¶lf Monaten werde eine Trennung in der Regel als nicht mehr vorÃ¼bergehend bezeichnet. In einem solchen Fall gelte die Ehe unabhÃ¤ngig vom Willen der Ehegatten und der geltend gemachten GrÃ¼nde als faktisch endgÃ¼ltig aufgelÃ¶st. Die Ehe sei dann spÃ¤testens mit dem Auszug eines Ehegatten aus der ehelichen Wohnung als aufgehoben zu betrachten. Dies gelte selbst dann, wenn die Ehegatten weiterhin regelmÃ¤ssig persÃ¶nliche Kontakte pflegen wÃ¼rden. Im vorliegenden Fall kÃ¶nne die Trennung selbst dann nicht mehr als vorÃ¼bergehend bezeichnet werden, wenn wichtige GrÃ¼nde fÃ¼r das Getrenntleben im Sinn von Art. 49 AIG in Verbindung mit Art. 76 VZAE vorliegen wÃ¼rden. Auch die geltend gemachten tÃ¤glichen Kontakte zwischen den Ehegatten, welche nicht belegt worden seien, wÃ¼rden daran nichts Ã¤ndern. Mit der Aufgabe des gemeinsamen Haushalts per spÃ¤testens 1. November 2019 seien die AnsprÃ¼che von B auf Erteilung bzw. VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 42 Abs. 1 AIG bzw. Art. 8 Ziff. 1 EMRK erloschen. Der mit der Aufenthaltsbewilligung verbundene Aufenthaltszweck sei dahingefallen, weshalb der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erfÃ¼llt sei. Nachdem der Ehewille des Ehepaars gemÃ¤ss ihren Angaben noch nicht erloschen sei, kÃ¶nne B auch gestÃ¼tzt auf Art. 50 AIG AnsprÃ¼che geltend machen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b><span>In der Beschwerdeschrift macht der BeschwerdefÃ¼hrer geltend, der Umstand, dass sie zwei gemeinsame Haushalte gefÃ¼hrt hÃ¤tten, sei niemals privater Natur gewesen. Dass er seinen Wohnsitz in D gehabt habe, sei ein politischer Entscheid gewesen. Da sein Mandat seit Ende August 2020 beendet sei, habe er seinen Wohnsitz wieder an die gemeinsame Wohnung nach E verlegen kÃ¶nnen. Seine Frau fÃ¼hre mittlerweile erfolgreich ihr eigenes GeschÃ¤ft in E. Mit der Beschwerde reichte er eine vom 7. September 2020 datierte MeldebestÃ¤tigung (fÃ¼r Hauptwohnsitz) der Gemeinde E ein, gemÃ¤ss welcher er per 1. September 2020 von D an die F-Strasse 01 in E gezogen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b><span>Aus den Akten geht hervor, dass der BeschwerdefÃ¼hrer zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 14. August 2017 an der G-Strasse 02 in E gemeldet war. Auch B war seit ihrer Einreise am 14. Juni 2015 bis am 14. August 2017 an dieser Adresse gemeldet. Danach meldete sich B in D an, bis sie sich per 1. September 2019 wieder in E anmeldete. Der BeschwerdefÃ¼hrer meldete sich per 1. November 2019 in D an. Wo der BeschwerdefÃ¼hrer von August 2017 bis Oktober 2019 seinen Wohnsitz hatte, ist unklar. Seit spÃ¤testens 1. November 2019 sind die Eheleute folglich in zwei verschiedenen Gemeinden angemeldet. </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b><span>In ihrem Schreiben vom 30. Januar 2020 verneinte B vehement, dass sie von ihrem Ehemann getrennt lebe. Aufgrund einer grÃ¶sseren Erbschaft sei es ihnen mÃ¶glich gewesen, zwei Liegenschaften, eine in E und eine in D zu erwerben. Da sie die HÃ¤user weder vermieten noch leerstehen lassen mÃ¶chten, sei ihre Wohnadresse in E und diejenige ihres Mannes in D. Sie wÃ¼rden aber wie jedes andere Ehepaar zusammenleben, mal da, mal dort. In der Befragung durch die Kantonspolizei vom 13. Juli 2020 aufgrund des laufenden Strafverfahrens sagte sie aus, sie und ihr Ehemann wÃ¼rden unterdessen beide in E schlafen und wohnen und hÃ¤tten auch beide ihre Lebensmittelpunkte in E. Seit sie das Haus in E gekauft hÃ¤tten, wÃ¼rden sie eigentlich in E wohnen. Weshalb sich ihr Ehemann bislang nicht in E angemeldet habe, mÃ¼sse man ihn selbst fragen.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer machte in der Rekursschrift geltend, es sei nicht so, dass sie keinen gemeinsamen Haushalt fÃ¼hren wÃ¼rden, es sei viel eher so, dass sie zwei gemeinsame Haushalte fÃ¼hren wÃ¼rden. Da sie beide selbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tig seien, seine Ehefrau fÃ¼hre ein GeschÃ¤ft in E und er eines in D, hÃ¤tten sie sich entschieden, jeweils in der jeweiligen Gemeinde Steuern zu zahlen, was auch einwandfrei geklappt habe. In seiner Beschwerdeschrift vom 9. September 2020 macht der BeschwerdefÃ¼hrer geltend, dass er seinen Wohnsitz in D gehabt habe, sei ein politischer Entscheid gewesen. Da sein Mandat seit Ende August 2020 beendet sei, habe er seinen Wohnsitz nun nach E verlegen kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.4 </b><span>In Bezug auf den Grund fÃ¼r die verschiedenen Meldeorte gehen die Aussagen der Eheleute auseinander. Nach Ansicht von B seien sie an verschiedenen Orten gemeldet gewesen, da sie die beiden Liegenschaften weder hÃ¤tten vermieten noch hÃ¤tten leerstehen lassen wollen. Der BeschwerdefÃ¼hrer begrÃ¼ndete die beiden gemeinsamen Haushalte in der Rekursschrift mit den beiden selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeiten und den getrennten Steuerdomizilen, gemÃ¤ss der Beschwerdeschrift vom 9. September 2020 soll ihn hingegen ein "Mandat" daran gehindert haben, sich schon frÃ¼her in E anzumelden. WÃ¤hrend der wirkliche Grund fÃ¼r die getrennten Meldeorte im Dunkeln bleibt, zeigen die Aussagen der Eheleute deutlich, dass die verschiedenen Wohnsitze nicht auf eine Trennung der Eheleute zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind. So ist auch die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass der Ehewille weiterhin besteht. Dass die Eheleute zeitweise an verschiedenen Orten angemeldet waren, ist folglich nicht auf ihre Beziehung, sondern auf andere Ã¤ussere UmstÃ¤nde zurÃ¼ckzufÃ¼hren. </span>Der konkrete Grund lÃ¤sst sich jedoch den Akten nicht entnehmen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b><span>Mit der WohnsitzbestÃ¤tigung vom 7. September 2020 weist der BeschwerdefÃ¼hrer nach, dass er seit dem 1. September 2020 wieder am gleichen Ort wie seine Ehefrau gemeldet ist. Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob der Widerrufsgrund gemÃ¤ss Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG noch erfÃ¼llt ist. Gleichzeitig gilt es auszuschliessen, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer lediglich zur Sicherung des Aufenthaltsrechts seiner Ehefrau in E angemeldet hat, aber tatsÃ¤chlich weiterhin in der Liegenschaft in D lebt. Solange nicht nachvollziehbar ist, worauf die verschiedenen Meldeorte zurÃ¼ckzufÃ¼hren waren, lÃ¤sst sich auch nicht abschÃ¤tzen, ob der BeschwerdefÃ¼hrer seit 1. September 2020 nun tatsÃ¤chlich wieder bei seiner Ehefrau in E lebt. Da der BeschwerdefÃ¼hrer bislang nicht befragt wurde, obwohl B beantragte, man solle ihren Ehemann selbst fragen, weshalb er sich in E nicht angemeldet habe, ist die Sache zur DurchfÃ¼hrung der Befragung des BeschwerdefÃ¼hrers und zur Vermeidung eines Instanzenverlusts an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Im Rahmen der Befragung und allfÃ¤lliger weiterer Untersuchungen wird die Vorinstanz abzuklÃ¤ren haben, was der Grund fÃ¼r die unterschiedlichen MeldeverhÃ¤ltnisse war und ob dieser Grund einer tatsÃ¤chlichen Wohnsitznahme des BeschwerdefÃ¼hrers in E weiterhin entgegensteht oder zwischenzeitlich weggefallen ist, wie dies der BeschwerdefÃ¼hrer zuletzt in seiner Beschwerdeschrift mit der Beendigung des Mandats per Ende August 2020 geltend macht. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dies fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Die Sache ist im Sinn der ErwÃ¤gungen zur weiteren SachverhaltsabklÃ¤rung und zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b><span>Eine RÃ¼ckweisung zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid bei offenem Ausgang ist in Bezug auf die Nebenfolgen als Obsiegen der beschwerdefÃ¼hrenden Partei zu behandeln (BGr, 28. April 2014, 2C_846/2013, E. 3.2 f. mit Hinweisen; Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], ZÃ¼rich etc. 2014, § 64 N. 5). Damit sind die Kosten des vorliegenden Verfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen.</span></p> <p class="Urteilstext">Der geleistete Kostenvorschuss des BeschwerdefÃ¼hrers ist vorab mit seinen Schulden beim Zentralen Inkasso der ZÃ¼rcher Justiz zu verrechnen, nachdem die entsprechenden Voraussetzungen ohne Weiteres erfÃ¼llt sind (vgl. VGr, 1. Februar 2017, VB.2016.00687, E. 4.2 mit Hinweisen). Ein hernach allenfalls bestehender Ãberschuss ist ihm zurÃ¼ckzuerstatten.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Ãber die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen des Rekursverfahrens hat die Vorinstanz im Neuentscheid zu befinden.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario; BGE 139 I 330 E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Nach der Regelung in Art. 90 ff. BGG sind letztinstanzliche kantonale RÃ¼ckweisungsentscheide als Zwischenentscheide im Sinn von Art. 93 BGG zu qualifizieren (BGE 138 I 143 E. 1.2; 133 V 477 E. 4.2). Die RÃ¼ckweisung ist daher vor Bundesgericht nur direkt anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifÃ¼hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosen fÃ¼r ein weitlÃ¤ufiges Beweisverfahren ersparen wÃ¼rde (lit. b).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gung an die Vorinstanz zurÃ¼ckgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>