<h2>SubmittedText<h2><p>Der Hauptakzent einer erfolgreichen Drogenpolitik in unserem Land sollte auf der Prävention liegen.</p><p>Für einen wirksamen Kampf gegen die Ursachen des Drogenkonsums verdient die Erfahrung in Betracht gezogen zu werden, welche die Kantone Waadt und Wallis und seit kurzem auch die Kantone Jura und Neuenburg mit der Einsetzung von Ombudspersonen für die Schulen gemacht haben: Der Einsatz von erwachsenen Bezugspersonen in den verschiedenen Schulen schafft Freiraum für den Dialog sowie Ruhepole, die für die Jugendlichen unentbehrlich sind. Diese Massnahme ist für die Verhütung einer Drogenkatastrophe von entscheidender Bedeutung.</p><p>Gestützt auf die Erfahrungen in der Westschweiz, vor allem in den Kantonen Waadt und Wallis, ersuchen wir den Bundesrat nachdrücklich, in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Gemeinden alle erforderlichen Massnahmen zu ergreifen, damit der Einsatz von Ombudspersonen in den Schulen der ganzen Schweiz gefördert wird. Der Bund sollte diese Massnahme namentlich finanziell unterstützen, statt im nachhinein für die Therapie Geld auszugeben.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Modell des Einsatzes von Ombudspersonen in den Schulen und die Erfahrungen die die Kantone Waadt und Wallis damit gemacht haben, sind dem Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG) schon bekannt. Die letzte Weiterentwicklung des Modells in den beiden Kantonen und in den Kantonen Neuenburg, Fribourg, Jura und Tessin wurde zu ca. 50 Prozent durch den Bund finanziert. Für die Weiterbildung der Ombudspersonen in den Westschweizer Kantonen ist eine Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Berufspädagogik des BIGA vorgesehen. Gespräche sind auch mit den Kantonen Aargau und Zürich im Gange. Leicht unterschiedliche Projekte in Bern und im Kanton St. Gallen werden ebenfalls vom Bund unterstützt.</p><p>Das vom BAG und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren gemeinsam entwickelte Programm "Santé jeunesse" sorgt ausserdem dafür, dass die gesammelten Erfahrungen - insbesondere über das "Netzwerk der gesundheitsfördernden Schulen"  weiterverbreitet werden.</p><p>In der vom BAG entwickelten Präventionsstrategie werden erwachsene Bezugspersonen auch anderswo als im schulischen Bereich eingesetzt: In Sportvereinen, in spezialisierten Erziehungsanstalten, bei Jugendgerichten und bei Aktionen auf Gemeinde und Stadtebene.</p><p>Ausserdem hat das BAG bei der Entwicklung und Ausdehnung von verschiedenen Programmen mit jugendlichen Bezugspersonen mitgewirkt, insbesondere in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände, mit der Arbeitsgruppe der Schweizerischen Schulärzte und der Walliser Liga gegen Suchtprobleme.</p><p>Alle diese Aktionen sind Teil des "Massnahmenpakets des Bundes zur Verminderung der Drogenprobleme" und werden im Verlauf der nächsten Jahre in dem durch das Budget begrenzten Rahmen fortgesetzt. Eine bedeutende Weiterentwicklung dieser Programme wäre nur dann möglich, wenn das Parlament den Kredit "Präventionsmassnahmen" des Bundesamtes für Gesundheitswesen erhöhen würde.</p><p>Abschliessend ist der Bundesrat der Ansicht, dass die Forderungen des Motionärs teilweise schon erfüllt werden. Der Bundesrat erklärt sich bereit, die Kantone und Gemeinden weiterhin zum Einsatz von Ombudspersonen zu ermuntern. Es muss in Erinnerung gerufen werden, dass Aktionen im Schulbereich in den Aufgaben und Kompetenzbereich der Kantone fallen. Die Dienststellen des Bundes können die Kantonsbehörden lediglich auf mögliche Programme aufmerksam machen, Fachhilfe leisten, den Start von Projekten mitfinanzieren, Fachleute ausbilden und die Koordination fördern.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.