Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. November 2013 (720 13 130 / 274) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Gemischte Methode; Haushaltsabklärungsbericht bei psychischen Gesundheitsbeein- trächtigungen; Schadenminderungspflicht des Ehemannes der Versicherten l Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Micha el Guex, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1952 geborene A.____ war seit 2005 im Rahmen eines Teilzeitpensums von fünf Stunden pro Woche als Hauswartin tätig. Am 3. April 2 012 (Eingang) meldete sie sich unter Hinweis, dass sie an Multipler Sklerose leide, bei der E idgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, der erwerblichen und Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht der hauswirtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV -Stelle Basel-Landschaft bei der Versi- cherten in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung ab 16. Februar 2010 (Ablauf des Wartejahres) einen Invaliditätsgrad von 45 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach die IV-Stelle A.____ nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 4. April 2013 eine IV-Viertelsrente zu, wobei sie den Rentenbeg inn unter Hinweis, dass der Rentenan- spruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Gelte ndmachung des Leistungsan- spruchs entstehe, auf den 1. Oktober 2012 festsetzte. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Schreiben vom 1. Mai 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kanton sgericht), mit welcher sie sinnge- mäss die Zusprechung einer höheren Rente beantragte. Mit einer weiteren Eingabe vom 12. Mai 2013 ersuchte sie überdies um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2013 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Mit Verfügung vom 26. Juli 2013 lehnte das Kantonsg ericht das Gesuch der Beschwer- deführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessf ührung mit der Begründung ab, dass das Erfordernis der prozessualen Bedürftigkeit nicht ge geben sei. Gleichzeitig forderte es die Versicherte zur Zahlung eines Kostenvorschusses auf, der in der Folge am 31. Juli 2013 geleis- tet wurde. E. Am 27. August 2013 reichte die Beschwerdeführerin e inen Bericht von Dr. med. B.____, Neurologie FMH, vom 5. August 2013 ein. Die IV-Stelle nahm mit Eingabe vom 2. September 2013 hierzu Stellung, wobei sie weiterhin die Abweisung der Beschwerde beantragte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 1. Mai 2013 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufga benbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitwei lig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil H. des Bu ndesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versiche rten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 4. April 2013) entwickelt haben, wobei für di e hypothetische Annahme einer im Gesund- heitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach der gemischten Methode bemessen, was von der Beschwerdeführerin - zu R echt - nicht bestritten wird. Die IV- Stelle hat bei der Festlegung der Anteile der Erwerb stätigkeit und der Haushalttätigkeit auf die im “Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit“ w iedergegebenen Angaben der Versicher- ten abgestellt, wonach diese ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen wie bis anhin im Umfang von fünf Stunden pro Woche, was einem Teilzeitpensum von 12 % entspricht, als Hauswartin erwerbstätig wäre. Gestützt auf diese Aussage der Versiche rten hat die IV-Stelle den Anteil der Erwerbstätigkeit auf 12 % und jenen der Haushalttätig keit entsprechend auf 88 % festgesetzt, was nicht zu beanstanden ist und denn auch von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt wird. 5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 f. E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts einen Bericht des Hausarztes Dr. med. C.____, Innere Medizin FMH, ein. Dieser diagnostizierte in seinem Schrei- ben vom 8. Mai 2012 bei der Versicherten zahlreiche somat ische und psychische Gesundheits- beeinträchtigungen (so unter anderem eine Erkrankung an Multipler Sklerose, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine mittelgradige bis schwer e depressive Episode und einen koronare 3-Asterkrankung). Bezüglich der Arbeitsfähigkeit führte er aus, dass der Versicherten auf Grund dieser Leiden seit Februar 2009 keinerlei b eruflichen Tätigkeiten mehr zumutbar sei- en. Da sich Dr. med. D.____, Facharzt für Arbeitsmedizin , Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, in seiner Beurteilung vom 21. Mai 2012 dieser Einschätzung anschloss, sah die IV-Stelle von zusätzlichen medizinischen Abklärungen ab und sie ging in der Folge in der ange- fochtenen Verfügung vom 4. April 2013 gestützt auf die genannten beiden Berichte davon aus, dass die Versicherte in sämtlichen beruflichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig sei. Diese vorinstanzliche Würdigung des medizinischen Sachverhalts ist - was die Zumutbarkeit der Aus- übung einer beruflichen Tätigkeit betrifft - nicht zu beanstanden. 5.5 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.5 h iervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgr und eines Einkommensvergleichs zu be- stimmen. Da die Beschwerdeführerin nach dem vorstehend Gesagten in sämtlichen beruflichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig ist, kann aller dings ein solcher unterbleiben und ohne weitere Erörterungen festgehalten werden, dass der Inva liditätsgrad im Erwerbsbereich 100 % beträgt, was zwischen den Parteien im Übrigen auch nicht streitig ist. 6. Zu prüfen ist hingegen, in welchem Masse die Beschwe rdeführerin zufolge ihrer ge- sundheitlichen Beschwerden im Haushalt eingeschränkt ist. 6.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Ab- klärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich d es Beweiswertes des Abklärungsberichts sind - analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztb erichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Haushaltsabkl ärungsbericht ist beweiskräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verfasst wird, we lche Kenntnis der örtlichen und räumli- chen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Beh inderungen hat, die sich aus den me- dizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berück- sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteilig ten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Be- richtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angem essen detailliert bezüglich der ein- zelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; U rteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgeri chts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 6.2 Aus dem "Abklärungsbericht Haushalt" vom 28. Januar 2013 geht hervor, dass ver- schiedene der im Haushalt anfallenden Tätigkeiten wie die Haushaltführung (Ziff. 4.1), der Ein- kauf und weitere Besorgungen (Ziff. 4.4) sowie die Pfl anzen- und Gartenpflege (unter “Ver- schiedenes“, Ziff. 4.7) ausschliesslich vom Ehemann der Be schwerdeführerin erledigt werden. In diesen Bereichen attestiert die Abklärungsperson der Versicherten deshalb keine Einschrän- kung. Im Bereich “Ernährung“, welcher insbesondere das R üsten, das Kochen, das Anrichten und die Reinigungsarbeiten in der Küche umfasst (Ziff. 4.2), bei der Wohnungspflege (Ziff. 4.3) sowie bei der Wäsche- und Kleiderpflege (Ziff. 4.5) w ird der Versicherten eine Einschränkung attestiert. Im Berichtstext heisst es hierzu, im Rahmen de r Schadenminderungspflicht sei dem Ehemann zwar eine Mithilfe zumutbar, jedoch nicht pra ktisch die gesamte Übernahme aller Ar- beiten, sodass in den betreffenden Bereichen eine Ein schränkung angerechnet werden könne. Diese wird von der Abklärungsperson in der Folge in all en drei Bereichen (Ernährung, Woh- nungspflege sowie Wäsche- und Kleiderpflege) einheitlich mit 45 % beziffert. 6.3 Aus dem Abklärungsbericht vom 28. Januar 2013 wird somit deutlich, dass die im Haus- halt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeit zu e inem grossen Teil von deren Ehemann erledigt werden. Diesbezüglich gilt es zwar zu berücksichtig en, dass die im Sozialversiche- rungsrecht jeder versicherten Person obliegende Schadenmi nderungspflicht auch bei der Be- messung der Invalidität im Haushalt miteinzubeziehen ist . Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltsarbeiten nur noch mü hsam und mit viel höherem Zeitauf- wand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen w erden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehöri- ge verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen d er Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau oder einem Hausmann zu berücksichtigende Mithi lfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicher weise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünf- tige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 V 509 f. E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2010, 9C_39/2010, E. 4.3.2). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts darf aber unter dem Titel der Schadenminderungspflicht der versicherten Person ni cht etwa die Bewältigung der Haus- haltstätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt au f die übrigen Familienmitglieder über- wälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder f estgestellten Einschränkung danach ge- fragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finde n lässt, das allenfalls für eine ersatzwei- se Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt (BGE 133 V 510 E. 4.2). Ginge man nämlich davon aus, dass es zur Schadenminderungspflich t gehört, die behinderungsbe- dingt fehlende Leistungsfähigkeit im Haushalt soweit a ls möglich durch die Mithilfe von Fami- lienangehörigen zu kompensieren, würde dies im Ergebni s dazu führen, dass nicht die Invalidi- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tät der behinderten Person, sondern die Leistungsfähi gkeit der Familie, zu der die behinderte Person gehört, gemessen wird. Im Extremfall könnte die Mithilfe einer vielköpfigen Familie im Haushalt daher so gross sein, dass selbst eine bettlägerige Person im Haushalt als nicht invalid betrachtet werden müsste (Entscheid des Versicherungsgerich ts des Kantons St. Gallen vom 3. April 2008, IV 2006/248, E. 5.1.1). 6.4 Im vorliegenden Fall wird die Schadenminderungspfl icht genau in diesem Sinne über- strapaziert. Dem Ehemann ist im Rahmen der Schadenmind erungspflicht durchaus eine gewis- se Mithilfe im Haushalt zumutbar, es geht aber zu weit, wenn ihm - wie oben aufgezeigt - in ver- schiedenen Bereichen (Ziff. 4.1, 4.4 und 4.7) unter p auschalem Hinweis auf eben diese Scha- denminderungspflicht sämtliche Arbeiten und in den restlichen Bereichen (Ziff. 4.2, 4.3 und 4.5) - wiederum unter pauschalem Hinweis auf die Schadenmi nderungspflicht - ein erheblicher Teil der anfallenden Tätigkeiten übertragen werden. Dadurch wird die Schadenminderungspflicht im Ergebnis jedoch über das im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau oder einem Hausmann zu berücksichtigende Ausmass hinaus ausgedehnt. Auf die Ergebnisse des Berichts kann bereits deshalb nicht abgestellt werden. Der vorlie gende Abklärungsbericht vermag aber auch aus einem weiteren Grund nicht zu überzeugen. Dam it einem solchen Bericht voller Be- weiswert zuerkannt werden kann, muss der Berichtstext - wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.1 hier- vor) - plausibel, begründet und bezüglich der einzelne n Einschränkungen angemessen detail- liert sein. Letzterem Erfordernis vermag der vorliegende Abklärungsbericht klarerweise nicht zu genügen. In den drei Bereichen, in denen der Versicher ten eine Einschränkung attestiert wird, lassen sich dem Bericht in Bezug auf die einzelnen Beein trächtigungen keinerlei differenzieren- de Aussagen entnehmen. In allen drei Bereichen heisst es vielmehr übereinstimmend in pau- schaler Weise, es könne gemäss den Angaben der Versicherten sowie den medizinischen Un- terlagen nachvollzogen werden, dass die Versicherte im b etreffenden Bereich eine Einschrän- kung erlebe. Sie könne lediglich noch sehr leichte Arbei ten übernehmen, den Rest erledige der Ehemann. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht sei d em Ehemann zwar eine Mithilfe zu- mutbar, jedoch nicht praktisch die gesamte Übernahme a ller Arbeiten, sodass im betreffenden Bereich eine “gewisse Einschränkung“ angerechnet werden könne. Diese wird von der Abklä- rungsperson in der Folge in allen drei Bereichen (Er nährung, Wohnungspflege sowie Wäsche- und Kleiderpflege) ohne weitere Begründung einheitl ich auf 45 % festgesetzt. Dadurch kommt die Abklärungsperson aber der ihr obliegenden Pflicht zur angemessen detaillierten Begrün- dung der einzelnen Einschränkungen nicht nach und es ist denn auch in keiner Weise nachvoll- ziehbar, wie die Abklärungsperson für alle drei Bereich e zu exakt derselben Prozentzahl der Einschränkung (“ 45 %“) gelangt ist. Auf die Resultate des Abklärungsberichts kann deshalb - auch aus diesen Gründen - nicht abgestellt werden. 6.5 Leidet die im Haushalt tätige Person (auch) an psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gungen, so gilt es zusätzlich zu berücksichtigen, dass die gr undsätzliche Massgeblichkeit der Abklärungsberichte, auch wenn die erwähnten Anforderung en erfüllt wären, praxisgemäss ein- geschränkt ist (vgl. AHI-Praxis 2001 S. 162 E. 3d mit Hin weis). Im Urteil vom 22. Dezember 2003 (I 311/03, in deutscher Übersetzung publiziert in: AHI-Praxis 2004 S. 137 ff.) hat das EVG seine Rechtsprechung zur Bemessung der Invalidität von gan z oder teilweise im Haushalt täti- gen Personen, welche an einem psychischen Gesundheitsschaden leiden, präzisiert (E. 5, ins- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht besondere E. 5.3). Danach bildet die Abklärung im Ha ushalt auch hier grundsätzlich ein geeig- netes Mittel zur Invaliditätsbemessung im Aufgabenberei ch. Im Falle eines Widerspruchs zwi- schen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und den fach medizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist den ärztlichen Stel- lungnahmen aber in der Regel mehr Gewicht einzuräume n als dem Bericht über die Haushalts- abklärung (Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 20 11, 9C_201/2011, E. 2). Diese prin- zipielle Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für d ie Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteil des Bundesgerichts vo m 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Für die Rechtsanwendung im kon kreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der Kriterien, die von der Rechtsprechung ent wickelt worden sind, der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen (BGE 125 V 352 E. 3 ) als auch des Haushaltsabklä- rungsberichts zu beurteilen ist. Liegen gleichermassen beweiskräftige Stellungnahmen vor, muss geprüft werden, ob die gemachten Aussagen vereinbar sind oder einander widerspre- chen. Bestehen Divergenzen zwischen den Ergebnissen der H aushaltsabklärung und den ärzt- lichen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Pe rson, ihre Haushaltstätigkeiten trotz des psychischen Leidens noch verrichten zu können, ist der medizi nischen Einschätzung prinzipiell höheres Gewicht beizumessen (vgl. Urteile des Bundesgericht s vom 28. Februar 2007, I 373/06, E. 4.3.2 und vom 6. September 2004, I 249/04, E. 5.1.1). 6.6 Wie den Akten entnommen werden kann, leidet die B eschwerdeführerin nicht nur an schweren somatischen Erkrankungen, sondern auch an erhebli chen psychischen Gesundheits- beeinträchtigungen. So diagnostiziert Dr. C.____ in seinem Schreiben vom 8. Mai 2012 bei der Versicherten eine mittelgradige bis schwere depressive Epi sode und eine anhaltende somato- forme Schmerzstörung. Dies deckt sich mit den Befunden, d ie laut Austrittsbericht der Klinik E.____ vom 24. April 2012 in der genannten Klinik erh oben worden waren. Trotz dieser Diag- nosen, welche der Abklärungsperson bekannt gewesen sind , geht deren Bericht nur am Rande auf die psychische Leistungsfähigkeit der Versicherten i m Haushalt ein, was den Beweiswert des Berichts zusätzlich schmälert. Vorwerfen lassen muss sich die IV-Stelle aber auch, dass sie davon abgesehen hat, eine psychiatrische Einschätzung der krankheitsbedingten Einschrän- kung im Haushaltbereich einzuholen, obwohl eine solche nach dem oben Gesagten (vgl. E. 6.5 hiervor) für die Invaliditätsbemessung bei im Haushalt t ätigen Versicherten, die (auch) an einer psychischen Erkrankung leiden, von wesentlicher Bedeutung ist. Dazu kommt, dass sich der RAD-Arzt Dr. D.____, der allerdings nicht Facharzt für Psychiatrie ist, in seiner Beurteilung vom 21. Mai 2012 hierzu ebenfalls nicht geäussert, sondern vielmehr selber festgehalten hat, dass er zur Situation im Aufgabenbereich nicht Stellung ne hme. Somit beanstandet Dr. B.____, der behandelnde Neurologe der Versicherten, in seinem Sch reiben vom 5. August 2013 aber zu Recht, dass die psychische Erkrankung seiner Patientin und d ie darauf zurückzuführende Ein- schränkung im Aufgabenbereich seitens der IV-Stelle ungenügend abgeklärt worden seien. Der medizinische Sachverhalt bedarf diesbezüglich einer en tsprechenden nachträglichen Beurtei- lung durch eine Fachärztin bzw. einen Facharzt für Psychiatrie. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gestützt auf die medizinischen Unterlagen und den vorliegenden Haushaltsabklärungsbericht die Invalid ität der Versicherten im Aufgabenbe- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht reich nicht zuverlässig beurteilt werden kann. Aus diesem G rund ist die angefochtene Verfü- gung vom 4. April 2013 aufzuheben und die Angelegen heit zur weiteren Abklärung an die IV- Stelle zurückzuweisen. Die IV-Stelle wird einen neuen Haushaltsabklärungsbericht zu veranlas- sen haben, in welchem allfällige Beeinträchtigungen i m Haushalt nachvollziehbar darzustellen sein werden. Dabei wird insbesondere eine korrekte Ause inandersetzung mit der Schadenmin- derungspflicht des Ehegatten der Beschwerdeführerin zu erfolgen haben. Zudem wird die IV- Stelle dafür zu sorgen haben, dass die einzelnen Einschrä nkungen im Berichtstext plausibel und angemessen detailliert begründet werden. Im Weite ren wird es Aufgabe der IV-Stelle sein, den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und die Frage, inwieweit die vorhandenen psychischen Leiden die Versicherte in der Hau shalttätigkeit einschränken, durch ein psychiatrisches Gutachten abklären zu lassen. Im Rahme n seiner Beurteilung wird sich der Gutachter nach Einsichtnahme in den (neuen) Haushaltsab klärungsbericht insbesondere auch zur Frage zu äussern haben, ob sich die Ergebnisse des Beri chts mit seiner eigenen Einschät- zung der psychiatrischen Einschränkungen im Haushaltsberei ch decken. Gestützt auf die Er- gebnisse ihrer Aktenergänzung wird die IV-Stelle ansch liessend über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu zu verfügen haben. Die vorliegen de Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Wenn das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung aufhebt und die Angelegenheit zu ergänzen der Abklärung und neuer Beurteilung an die Verwaltung zurückweist, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterlie gende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden. Der Beschwerdeführerin ist de r geleistete Kostenvorschuss zu- rückzuerstatten. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Beschwerdeführerin ist zwar obsiegende Partei, da sie jedoch nicht vertreten ist, entfällt ein Anspruch auf Ersatz der Part eikosten im Sinne der genannten Bestim- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht mung. Die ausserordentlichen Kosten des Verfahrens könn en demnach wettgeschlagen wer- den. 9. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 4. April 2013 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die I V-Stelle Basel- Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht