<h2>SubmittedText<h2><p>Am 14. Mai 2018 publizierte das Bundesamt für Statistik erste Resultate zur Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2016. Laut dieser sehr aussagekräftigen Statistik betrug der Medianlohn im privaten Sektor etwa 6100 Franken pro Monat, währenddem der Medianlohn im öffentlichen Sektor bei knapp 8000 Franken pro Monat liegt.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie erklärt er sich diesen markanten Unterschied?</p><p>2. Wie sehen die diesbezüglichen Zahlen auf Stufe Bund aus?</p><p>3. Bestehen Unterschiede gemäss Bildungsstand (Abschluss Sek II, Tertiär B, Tertiär A)?</p><p>4. Wie monitoriert der Bund die Produktivitätsfortschritte im öffentlichen Sektor, und wie schlägt sich das in der Lohnpolitik nieder?</p><p>5. Verursachen diese erheblichen Lohnunterschiede Verzerrungen des Arbeitsmarktes? Was gedenkt er zu unternehmen, um die Verzerrungen abzubauen?</p><p>6. Welche konkreten Massnahmen gedenkt er einzuleiten, um die Lohnexplosion im öffentlichen Sektor zu unterbinden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1.-3. Die von der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2016 erfassten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten zu 83 Prozent im privaten Sektor und zu 17 Prozent im öffentlichen Sektor, wovon ein Prozent in der Bundesverwaltung. </p><p>Der Medianlohn des privaten Sektors wird überwiegend durch die Branchen Gesundheit, Bau, Grosshandel, Autogewerbe, Detailhandel, Beherbergung und Gastronomie geprägt, also von Wirtschaftszweigen mit eher tiefer Wertschöpfung. Anders sieht es im öffentlichen Sektor aus. Dessen Medianlohn wird durch die anforderungsreicheren Bereiche öffentliche Verwaltung und Lehre geprägt.</p><p>Dies schlägt sich entsprechend in den Qualifikationen nieder. Haben im privaten Sektor 25 Prozent der Angestellten einen tertiären Abschluss, sind es im öffentlichen Sektor 44 Prozent beziehungsweise wird dieser von den entsprechenden Stellenprofilen verlangt. Folgerichtig ist das Ergebnis beim Abschluss Sekundar II mit 52 Prozent in der Privatwirtschaft zu 38 Prozent bei der öffentlichen Verwaltung reziprok.</p><p>Diese unterschiedliche Zusammensetzung der Wirtschaftszweige und die divergierenden Ausbildungsniveaus sind denn auch ursächlich für die ausgewiesenen Vergütungsunterschiede zwischen den beiden Sektoren. </p><p>Die Erhebungen von 2014 und 2016 zeichnen ein weitgehend unverändertes Bild. Sie vermögen die vom Interpellanten vermutete Lohnexplosion im öffentlichen Sektor nicht zu belegen. </p><p>4.-6. Die Bundesverwaltung misst die Produktivitätsfortschritte nicht systematisch. Die Gründe liegen in deren Dienstleistungsorientierung und den vorwiegend qualitativen Zielvorgaben. Diese charakterisieren den Dienstleistungssektor generell und erschweren im Vergleich zum Agrar- und Industriesektor die Definition klar messbarer Zielwerte. Budgetrestriktionen und steigender Bedarf in verschiedenen Politikbereichen zwingen aber die Bundesverwaltung zu einer effizienten Leistungserbringung.</p><p>Die von der Bundesverwaltung periodisch in Auftrag gegebenen Lohn- und Lohnstrukturvergleiche zeigen, dass das Vergütungssystem mit Blick auf die hoheitlichen Aufgaben zweckmässig ausgestaltet ist und die Löhne mehrheitlich marktkonform sind. Dies gilt allerdings nur bis zum mittleren Kader. Ab dieser Stufe öffnet sich die Schere zuungunsten der Bundesverwaltung. </p>  Antwort des Bundesrates.