A bteilung IV D -4273/2006 spn/m al {T 0/2} U rteil vom 14. M ai 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter G alliker, R ichter Scherrer, G erichtsschreiber M auerhofer A ._______, geboren _______, Serbien, _______ vertreten durch D r. iur. Alex H ediger, Advokat, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 14. A pril 2005 i.S. A syl und W egw eisung / N _______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer – gem äss eigenen Angaben ein Staatsangehöriger von Serbien (vorm als Serbien und M ontenegro) m it letztem W ohnsitz in M azedonien – ersuchte am 25. M ai 2003 um Asyl in der Schw eiz. Am 28. M ai 2003 w urde er vom BFF kurz befragt und am 3. Juni 2003 vom BFF direkt zu den G ründen für sein Asylgesuch angehört. Zur Begründung seines G esuches m achte der Beschw erdeführer zur H auptsache geltend, er sei ein Angehöriger der ethnischen M inderheit der Ashkali aus der O rt- schaft B._______ in der G em einde G jakovë/D jakovica (Provinz Kosovo) und als Ashkali w äre er im Kosovo N achstellungen von Seiten der albanischen Bevölke- rungsm ehrheit ausgesetzt. D abei führte er aus, er habe den Kosovo im Juni 1999, unm ittelbar vor dem Einm arsch der N ato-Truppen, zusam m en m it einer grossen G ruppe von anderen Leuten – Ashkali, G abel, R om a, Serben sow ie Albaner, die m it den Serben zusam m engearbeitet hätten – in R ichtung M azedonien verlassen, da sie sich vor der R ache der Albaner gefürchtet hätten. An jenem Tag habe ein O ffizier der jugoslaw ischen Arm ee vor dem G em eindehaus in G jakovë die Leute zusam m engerufen und ihnen zur Flucht geraten, falls sie Anlass zur Furcht vor den Albanern und der U Ç K hätten. D ie Leute, die sich vor der R ückkehr der Alba- ner gefürchtet hätten, seien daraufhin m it Autos und Traktoren nach M azedonien geflüchtet. Er sei an diesem Tag m it drei Freunden zufällig in der Stadt gew esen und sie hätten sich diesen Leuten angeschlossen, ohne zuvor nochm als nach H ause zurückzukehren. Vor seiner Ausreise habe er in seiner H eim at nie Proble- m e gehabt, w eder m it den Behörden noch sonst jem andem . Sein Vater, w elcher schon sehr alt sei, habe dam als auf dem Polizeiposten von C ._______ bei der ser- bischen Polizei als Kurier und Sauberm ann gearbeitet. Seit seiner Ausreise habe er von seinen Eltern, w elche in B._______ geblieben seien, nichts m ehr gehört. Im Kosovo habe er ansonsten einzig einen O nkel, zu w elchem der Kontakt aber eben- falls abgerissen sei. Betreffend seinen Aufenthalt im M azedonien führte er aus, er und seine Freunde hätten sich w ährend der ersten drei Tage in einem Flüchtlingslager in der N ähe von D ._______ aufgehalten. D a es dort nicht zum Aushalten gew esen sei, seien sie in die Stadt gegangen, um dort zu arbeiten. Er sei G elegenheitsarbeiten als Lastenträger und H ilfsarbeiter nachgegangen und er habe von seinem C hef eine U nterkunft erhalten. Ende M ai 2003 habe er M azedonien verlassen, w eil die Flüchtlinge zum G ehen aufgefordert w orden seien und w eil er nach Europa gew ollt habe. In diesem Zusam m enhang erklärte er auf N achfrage (vgl. act. A 8, S. 9 M it- te), dass er m it seinem dam aligen C hef abgem acht habe nach Europa zu gehen, um dort etw as m ehr zu verdienen, dam it er später vielleicht in den Kosovo zurück- gehen und dort ein H aus bauen könne. D abei habe ihm sein C hef zugesagt, er dürfe w ieder zurückkom m en, w enn sein Vorhaben scheitern sollte. B. M it Verfügung vom 11. Juni 2003 – eröffnet am gleichen Tag – w ies das BFF das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab und und ordnete dessen W egw eisung aus 3 der Schw eiz sow ie den W egw eisungsvollzug an. G egen diesen Entscheid reichte der Beschw erdeführer am 12. Juni 2003 bei der Schw eizerischen Asylrekurskom - m ission (AR K) Beschw erde ein. D ie Beschw erde w urde von der AR K m it U rteil vom 3. O ktober 2003 insofern gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung auf- gehoben und das Verfahren zw ecks vollständiger Feststellung des rechtserhebli- chen Sachverhalts, nam entlich der D urchführung einer Einzelfallabklärung, und anschliessender N eubeurteilung der Sache an das BFF zurückgew iesen w urde. C . Am 29. O ktober 2004 beauftrage das BFF das Schw eizer Verbindungsbüro in Pris- tina m it Abklärungen vor O rt betreffend den Beschw erdeführer. Eine entsprechen- de Antw ort ging am 30. N ovem ber 2004 ein. Am 8. Februar 2005 w urde der Beschw erdeführer vom BFM über den w esentli- chen Inhalt des Abklärungsberichts in Kenntnis gesetzt. D abei führte das BFM aus, die Abklärungen vor O rt hätten ergeben, dass der Beschw erdeführer und sei- ne Fam ilie in B._______ nicht bekannt seien. D ies erstaune sehr, da er eigenen Angaben zufolge bis Juni 1999 dort gelebt habe und seine Eltern w eiterhin dort w ohnhaft gew esen sein sollen. Zudem habe er auch keine näheren Angaben zu seinem O nkel m achen können. Som it kom m e der Verdacht auf, dass er nie in B._______ w ohnhaft gew esen sei und falsche Angaben zu seiner Person gem acht habe. In seiner Stellungnahm e vom 28. Februar 2005 hielt der Beschw erdeführer an der geltend gem achten H erkunft aus B._______ fest, w obei er ergänzende Angaben m achte. Er nannte den N am en seines O nkels und führte aus, seine Fam ilie habe kein H aus besessen, sondern habe in einem Zelt auf dem öffentlichen G em einde- gebiet gew ohnt. Zur albanischen Bevölkerung hätten sie kaum Kontakt gehabt. Kontakte hätten, w enn überhaupt, nur zur serbischen Bevölkerung bestanden, w el- che nicht m ehr in B._______ lebe. In B._______ habe er vier Jahre die öffentliche Prim arschule besucht und später habe er auf den M ärkten in der R egion von G ja- kovë als Taglöhner gearbeitet und W aren m it H andkarren transportiert. D . M it Verfügung vom 14. April 2005 – eröffnet am folgenden Tag – w ies das BFM das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab, verbunden m it der Anordnung der W egw eisung des Beschw erdeführers und des W egw eisungsvollzuges. D abei führte das BFM zur H auptsache aus, die vom Beschw erdeführer geltend ge- m achte Furcht vor den Albanern sei flüchtlingsrechtlich nicht relevant, da sie ob- jektiv nicht hinreichend begründet sei; aufgrund der Akten lasse sich nicht auf eine konkrete Bedrohungslage schliessen. Zw ar sei es in der Vergangenheit zu teilw ei- se schw erw iegenden Ü bergriffen auf Angehörige der ethnischen M inderheiten, na- m entlich der Ashkali gekom m en. Ein system atisches Vorgehen zur Vertreibung der ethnischen M inderheiten aus dem Kosovo sei jedoch nicht festgestellt w orden. Aufgrund der Entw icklung und Verbesserung sei zudem vom Schutzw illen und der w eitgehenden Schutzfähigkeit der Sicherheitskräfte im Kosovo auszugehen. D en Vollzug der W egw eisung in den Kosovo erkannte das BFM als zulässig, zum utbar und m öglich. D abei hielt es unter anderem fest, dass der Beschw erdeführer m it grosser W ahrscheinlichkeit keine korrekten Angaben zu seiner Identität und seiner 4 H erkunft gem acht habe, w as der Abklärungspflicht der Behörde G renzen setze. D aneben ging das BFM von der grundsätzlichen Zum utbarkeit des W egw eisungs- vollzuges in den Kosovo aus, da eine konkrete G efährdung der albanischsprachigen M inderheiten der R om a, Ashkali und Ägypter alleine aufgrund ihrer Ethnie im Kosovo – m it Ausnahm e einiger D örfer – auszuschliessen sei. E. G egen diesen Entscheid reichte der Beschw erdeführer – handelnd durch seinen R echtsanw alt – am 10. M ai 2005 bei der AR K Beschw erde ein. D abei beantragte er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die G ew ährung von Asyl, eventualiter die Anordnung einer vorläufigen Aufnahm e in der Schw eiz zufolge U n- zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges. In seiner Eingabe hielt er an seinen Angaben zu seiner Person und an seinen G e- suchsvorbringen fest, w obei er die Ergebnisse der Botschaftsabklärung respektive deren Aussagekraft sinngem äss in Zw eifel zog. In seinen w eiteren Ausführungen m achte er geltend, eine R ückkehr in den Kosovo w äre für ihn nicht zum utbar, da er aufgrund seiner m angelhaften Ausbildung keine Aussicht auf eine ausreichende w irtschaftliche Lebensgrundlage habe. D a er über kein verw andtschaftliches Be- ziehungesnetz verfüge, w äre er im Falle einer R ückkehr völlig auf sich alleine ge- stellt. Zudem w äre er aufgrund seiner H erkunft klarerw eise der G efahr w illkürlicher Ü bergriffe ausgesetzt. F. M it Zw ischenverfügung vom 26. M ai 2005 w urde seitens der AR K auf das Erheben eines Kostenvorschusses verzichtet, verbunden m it einem H inw eis auf das Kos- tenrisiko respektive die Kostentragungspflicht bei einem allfällig negativen Aus- gang des Verfahrens (vgl. dazu unten, Erw . 7). G . In seiner Vernehm lassung vom 13. Juni 2005 beantragte das BFM die Abw eisung der Beschw erde, w obei es auf w eitere Ausführungen zur Sache verzichtete. D ie vorinstanzliche Vernehm lassung w urde dem Beschw erdeführer am 16. Juni 2005 zur Kenntnis gebracht. H . Im N ovem ber 2006 w urde der Beschw erdeführer von der AR K davon in Kenntnis gesetzt, dass für die Behandlung seiner Beschw erde ab dem 1. Januar 2007 das Bundesverw altungsgericht zuständig sei. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht entscheidet endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen des BFM auf dem G ebiet des Asyls (Art. 105 des Asylgesetzes vom 5 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31] i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D abei gelangt das neue Ver- fahrensrecht zur Anw endung (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli- chen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 D er Beschw erdeführer ist legitim iert, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 [Vw VG , SR 172. 021]). 1.5 Auf Beschw erdeebene w erden keine w esentlichen neuen Sachverhaltsm om ente eingebracht und aufgrund der Akten ist der entscheidrelevante Sachverhalt als er- stellt zu erachten; m ithin besteht kein Bedarf an der vom Beschw erdeführer ange- botenen Parteibefragung (Art. 33 Vw VG ). 2. 2.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 2.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 3. 3.1 D er Beschw erdeführer m acht geltend m acht, im Kosovo w äre er aufgrund seiner Zugehörigkeit zur ethnischen M inderheit der Ashkali N achstellungen von Seiten der albanischen Bevölkerungsm ehrheit ausgesetzt. N achdem er in seiner Be- schw erdeeingabe um die G ew ährung von Asyl ersucht, ist davon auszugehen, er m esse diesem Vorbringen flüchtlingsrechtliche R elevanz zu. 3.2 In diesem Zusam m enhang ist vorauszuschicken, dass der Beschw erdeführer w e-6 der seine H erkunft aus dem Kosovo noch seine Zugehörigkeit zu den Ashkali zu belegen verm ochte. Er hat diesbezüglich w eder D okum ente abgegeben noch kon- krete Angaben gem acht. Anlässlich der ersten Befragung führte er vielm ehr aus, er w isse nicht, w as einen Ashkali von einem Albaner unterscheide, er habe vor dem Krieg nicht einm al gew usst, dass es einen U nterschied gebe. D ie Abklärun- gen vor O rt haben ergeben, dass der Beschw erdeführer über seine H erkunft aus B._______ offenbar falsche Angaben gem acht hat (vgl. dazu auch E 5.3.3). D ies lässt gew isse Zw eifel an den Vorbringen des Beschw erdeführers bezüglich seiner Identität aufkom m en. N achdem die Vorinstanz die Zugehörigkeit des Beschw erde- führers zur M inderheit der Ashkali jedoch nicht w eiter hinterfragte, ist im Folgen- den ebenfalls von diesem Sachverhalt auszugehen. 3.3 G em äss geltender Praxis der Asylbehörden ist nicht von einer Kollektivverfolgung der M inderheiten im Kosovo auszugehen. D ies w ürde erfordern, dass jede oder je- der Angehörige einer M inderheit im Kosovo angesichts der gegen das Kollektiv ge- richteten R epressionen genügend Anlass hätte, auch individuell eine Verfolgung befürchten zu m üssen (vgl. die noch geltende Praxis in Entscheide und M itteilun- gen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1996 N r. 21). Eine sol- che Situation zielgerichteter asylrechtlich relevanter Verfolgung liegt in W ürdigung der einschlägigen Q uellen indes nicht vor, zum al sich zunehm end auch Verbesse- rungen in der Sicherheitslage einstellen. D ie in diesem Zusam m enhang erw ähnte allgem eine D iskrim inierung ethnischer M inderheiten und insbesondere auch von Ashkali kann insgesam t auch m angels der für die Asylgew ährung erforderliche In- tensität nicht als asylrelevante (Kollektiv-) Verfolgung qualifiziert w erden (vgl. dazu Am nesty International, Kosovo (under U N SC R 1244) 2006 Progress R eport, N o- vem ber 2006; H um anitarian Law C enter, Ethnic C om m unities in Kosovo, Februar 2007; SFH , Kosovo: Sicherheit und G erechtigkeit für die M inderheiten, Septem ber 2006; U N H C R , U N H C R 's Position on the C ontinued International Protection N eeds of Individuals from Kosovo, Juni 2006). N achdem der Beschw erdeführer über die blosse Zugehörigkeit zur ethnischen M inderheit der Ashkali hinaus keine w eiterge- henden persönlichen G ründe für eine Asylgew ährung geltend m acht - vielm ehr an- gibt, m it den Albanern im m er in Eintracht gelebt zu haben - und solche auch auf- grund der Akten und insbesondere der Abklärungen vor O rt nicht ersichtlich w ur- den, hat die Vorinstanz zu R echt das Bestehen einer begründeten Furcht vor Ver- folgung beziehungsw eise der Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 4. 4.1 Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das BFM das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m un- gen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG ; SR 142.20]). 4.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in 7 den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 4.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 4.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5. 5.1 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch hat er einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie Anordnung der W egw eisung ist dem nach zu bestätigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 5.2 D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG ver- ankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Ver- fahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seine H eim at dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation sow ohl in Serbien respektive im Kosovo lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzuläs- sig erscheinen. D er Vollzug der W egw eisung ist dem nach sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.3 5.3.1 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine sol- che G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen 8 politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allge- m einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie bei- spielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.3.2 D er Beschw erdeführer m acht in diesem Zusam m enhang geltend, als Ashkali habe er im Kosovo N achteile und D iskrim inierungen von Seiten der albanischen Bevöl- kerungsm ehrheit zu fürchten. Zudem sei er nicht in der Lage, sich im Kosovo eine tragfähige Existenz aufzubauen, da er über keine hinreichende Ausbildung verfüge und auch kein verw andtschaftliches Beziehungsnetz m ehr vorhanden sei. Im an- gefochtenen Entscheid hegt dem gegenüber das BFM erhebliche Zw eifel an den Angaben des Beschw erdeführers zu seiner H erkunft und es geht im R esultat von der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges aus. 5.3.3 Aufgrund der Akten ist w ie bereits erw ähnt festzustellen, dass die Angaben und Ausführungen des Beschw erdeführers betreffend seine angebliche H erkunft aus B._______ und den angeblichen Verlust jeglicher Kontakte zu seiner H eim at nicht überzeugen können: Im U rteil der AR K vom 3. O ktober 2003 w urde das BFM an- gehalten, betreffend den Beschw erdeführer eine Einzelfallabklärung vorzunehm en. D as Schw eizer Verbindungsbüro im Kosovo führte in der Folge am 25. N ovem ber 2004 Abklärungen in B._______ durch, w elche jedoch betreffend den Beschw erde- führer keine R esultate erbrachten (act. A21; Abklärungsbericht). D abei ist festzu- halten, dass die diesbezüglichen Vorbehalte des Beschw erdeführers unbegründet sind; gem äss dem aktenkundigen Abklärungsbericht - dessen R esultate dem Be- schw erdeführer im W esentlichen offengelegt w urde - w urden vor O rt seit langer Zeit ansässige Ashkali und R om a aufgesucht, darunter auch Ladenbesitzer, w el- che jedoch w eder den Beschw erdeführer noch dessen angebliche Fam ilie kann- ten. D iese Feststellung ist m it den Angaben des Beschw erdeführers, w onach er seit seiner G eburt im m er in B._______ gelebt und dort w ährend 8 Jahren (act. A8, S. 3 unten) beziehungsw eise 4 Jahren (Stellungnahm e vom 28. Februar 2005 [act. A24]) die Schule besucht haben w ill, nicht zu vereinbaren. D ie entsprechenden w i- dersprüchlichen Aussagen zur D auer des Schulbesuches w erfen dabei w eitere Fragen auf. D as Vorbringen in der Stellungnahm e vom 28. Februar 2005, er habe vor dem Krieg in einem Zelt gelebt und er habe, w enn überhaupt, nur zur serbi- schen Bevölkerung Kontakte gehabt, kann aufgrund der Akten ebenfalls nicht überzeugen. Eigenen Angaben zufolge ist der Beschw erdeführer albanischer M ut- tersprache und hatte bis zum Krieg m it niem andem Problem e. Für ihn habe die U nterscheidung in Ashkali und Albaner keinerlei R olle gespielt (vgl. act. A1, insb. S. 5 M itte). Ü ber prekäre W ohn- und Lebensverhältnisse am R ande der G esell- schaft hat er dabei nichts ausgeführt; die anders lautenden Angaben in der Stel- lungnahm e vom 28. Februar 2005 m üssen dem nach als Schutzbehauptungen qua- lifiziert w erden. Schliesslich sind auch die Angaben und Ausführungen des Be- schw erdeführers zu seiner Ausreise nach M azedonien im Juni 1999 und seinem dortigen Aufenthalt bis zu seiner Einreise in die Schw eiz im M ai 2003 nicht nach- vollziehbar. Eigenen Angaben zufolge hat er den Kosovo im Juni 1999 aus einem Im puls heraus verlassen; anlässlich eines Spaziergangs in G jakovë m it Kollegen w ill er sich m it diesen spontan zur Ausreise entschlossen haben. Er w ill ohne w ei- teres ausgereist sein, nam entlich ohne nochm als nach H ause zurückzukehren, 9 also ohne sich von seinen betagten Eltern zu verabschieden, deren einziger Sohn er sei. In der Folge w ill er den Kontakt zu seinen Eltern verloren haben; auch zu anderen Verw andten habe er keinen Kontakt beziehungsw eise gebe es solche nicht. Auch diese Vorbringen erscheinen tatsachenw idrig und konstruiert und kön- nen nicht m it den gesellschaftlichen Begebenheiten im Kosovo in Ü bereinstim - m ung gebracht w erden. D ie Vorinstanz ging dem nach zu R echt davon aus, der Be- schw erdeführer verschleiere seine w ahre H erkunft und allfällige bestehende Fam i- lienbeziehungen. 5.3.4 Angesichts der jüngeren Entw icklungen im Kosovo, nam entlich einer Verbesse- rung der allgem einen Lage für Angehörige der ethnischen M inderheiten, ist zum heutigen Zeitpunkt der Vollzug der W egw eisung von albanischsprachigen R om a, Ashkali und Ägyptern in den Kosovo grundsätzlich zum utbar, sofern aufgrund einer Einzelfallabklärung (insbesondere durch U ntersuchungen vor O rt) feststeht, dass bestim m te R eintegrationskriterien – nam entlich die berufliche Ausbildung, der G e- sundheitszustand, das Alter, die Frage nach einer ausreichenden w irtschaftlichen Lebensgrundlage und das Bestehen eines Beziehungsnetzes im Kosovo – erfüllt sind (vgl. dazu EM AR K 2006 N r. 10 E. 5.4 S. 107 f.). Vorliegend hat die Einzelfall- abklärung kein verw ertbares R esultat erbracht, w as aber – vor dem H intergrund der vorstehenden Feststellungen – vom Beschw erdeführer selbst zu vertreten ist. Aufgrund der vorliegenden Akten ist festzustellen, dass es sich beim Beschw erde- führer um einen jungen, gesunden M ann handelt, w elcher keine spezifischen per- sönlichen U m stände erkennen lässt, aufgrund w elcher auf eine G efährdung im Ko- sovo zu schliessen w äre (vgl. oben, Erw . 3.1). Aufgrund seiner Angaben und Aus- führungen ist davon auszugehen, er habe sich ehem als problem los in die alba- nisch dom inierte G esellschaft eingefügt; eigenen Angaben zufolge hat für ihn die U nterscheidung nach ethnischer H erkunft nie eine R olle gespielt. Zw ar verfügt der Beschw erdeführer angeblich über keine nennensw erte Ausbildung. Seine Be- schreibungen lassen jedoch darauf schliessen, dass er durchaus über Erfahrungen als Arbeiter verfügt und in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Bei dieser Sachlage, sow ie vor dem H intergrund der vorstehenden Feststellungen, ist – nach der allgem einen R egel betreffend die Frage der Zum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzuges von Ashkali – der Vollzug der W egw eisung als zum utbar zu erken- nen. 5.4 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.5 N ach den vorstehenden Erw ägungen sind die Anordnungen des BFM betreffend W egw eisung und deren Vollzug zu bestätigen. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e fällt dem nach ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen.10 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 1. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beila- gen: angefochtene Verfügung im O riginal, Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, zu den Akten (R ef.-N r. N _______) - _______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Lorenz M auerhofer Versand am :