Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 20. Juli 2022 (810 22 71) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Periodische Berichts- und Rechnungsprüfung / Mandatsträgerentschädigung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Hans Furer, Daniel Ivanov, Niklaus Ruckstuhl, Daniel Häring , Gerichtsschreiberin Nathalie Droeser Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Roman Baumgartner, Ad- vokat gegen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Periodische Berichts- und Rechnungsprüfung für d ie Zeit vom 1. Ja- nuar 2020 bis 31. Dezember 2021 (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 25. Februar 2022) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Beschluss der damaligen Vormundschaftsbehörde C.__ __ vom 1. Februar 2005 wurde für A.____ (geboren 1986) eine Beistandschaft a uf eigenes Begehren gemäss Art. 394 der bis zum 31. Dezember 2012 geltenden Fassung des Sc hweizerischen Zivilgesetzbuches (aZGB) vom 10. Dezember 1907 errichtet. Diese wurde pe r 10. Januar 2012 aufgehoben und durch eine kombinierte Beistandschaft gemäss Art. 392 Z iffer 1 i.V.m. Art. 393 Ziffer 2 aZGB ersetzt. Mit Überführung der altrechtlichen Beistandschaf t in eine neurechtliche Massnahme besteht seit dem 1. Mai 2015 für A.____ eine Vertretu ngsbeistandschaft mit Vermögensverwal- tung nach Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB. B. Am 29. August 2019 fand ein Wechsel der Mandatsper son statt. Anstelle von D.____ amtete neu E.____ als Beiständin für A.____. Seit dem 1. Oktober 2020 ist F.____ die neue Beiständin. C. Mit Entscheid vom 25. Februar 2022 genehmigte die Kindes- und Erwachsenenschutz- behörde (KESB) B.____ den Bericht mit Rechnung vom 1 0. Februar 2022 der Beiständin F.____ für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezembe r 2021 (Ziffer 1) und sprach eine Ent- schädigung in der Höhe von Fr. 3'150.-- aus (Ziffer 3). D. Dagegen erhob A.____ (nachfolgend Beschwerdeführe r genannt), vertreten durch Rechtsanwalt Roman Baumgartner, mit Eingabe vom 28. M ärz 2022 Beschwerde beim Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- u nd Verwaltungsrecht (Kantonsgericht) und stellte folgende Rechtsbegehren: «1. Es sei die V erfügung vom 25. Februar 2022 aufzuhe- ben und zur Neufestlegung der Entschädigung der Beistan dsperson an die Beschwerdebeklag- te zurückzuweisen. 2. Eventualiter sei die Ziffer 4 (recte : Ziffer 3) der Verfügung abzuändern und die Entschädigung auf Fr. 380.-- festzulegen. 3. Un ter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Be- schwerdebeklagten». Der Beschwerdeführer macht geltend, genehmigt werden könne nur der Aufwand von F.____ als Beiständin selbst, d.h. deren entsprechend in der Zeiterfassung erfass- ten vier Stunden. Die geltend gemachten Aufwandspositionen von E.____ und G.____ seien im Rahmen des angefochtenen Entscheids unbeachtlich und som it zu streichen, da diese nicht einfach zu Gunsten der Beiständin entschädigt werden kön nten. Im Weiteren seien die beiden Zeiterfassungen von G.____ und E.____ nicht nachvollziehbar. So würden sich in der Zeiterfas- sung von E.____ gleich zu Beginn sechseinhalb Stunden (Einträge 24. März 2020 und 2. Juni 2020) befinden, welche für berichtsfremde Perioden a ufgewendet worden und entsprechend in den jeweiligen Perioden zu verrechnen seien. Sodann sei nicht nachvollziehbar, weshalb für den Bericht 2018/2019 sechs Stunden hätten aufgebracht werden müssen, währendem im Be- richt 2020/2021 nur 1.25 Stunden benötigt worden seien. Aus der Zeiterfassung gehe nicht her- vor, welche Leistungen von G.____ wann erbracht worden sein sollen. Es sei jedoch nicht da- von auszugehen, dass am 31. Dezember 2021 über 21 Stun den geleistet worden seien. Zu- sammenfassend könnten somit nur Leistungen der Beiständin F.____ selbst genehmigt, res- pektive als Basis für die festzulegende Entschädigung verw endet werden. Die Entschädigung betrage somit Fr. 380.-- (vier Stunden à Fr. 95.00). E. Mit Vernehmlassung vom 11. April 2022 schloss die K ESB B.____ auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Insbesondere wurde festgehalten, der Gesetzgeber Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe das Modell eines einheitlichen Stundenansatzes gewäh lt, unabhängig, ob nun jemand vom Sekretariat eine Verrichtung vornehme oder eine Sozi alarbeitende. Der Stundenansatz beruhe auf dem Prinzip, dass man wirklich jede Verrichtun g geltend mache, also auch das Ver- packen des Briefs etc. Es sei in keiner Weise mit der Vorgehensweise in einer Anwaltskanzlei zu vergleichen, wo solche Kosten nicht separat ausgewie sen würden, was sich im mehr als doppelt so hohen Stundenansatz niederschlage, auch in Fällen von Prozessarmut. Der zeitliche Aufwand für die Administration, Buchhaltung und Zahl ungen durch die zuständige Mitarbeiterin G.____ belaufe sich für die zwei Jahre nicht einmal auf einer Stunde pro Monat, was im Ver- gleich zum tatsächlichen Aufwand vermutlich zu wenig sei. Ein Mandat mit Finanzverwaltung, sämtlichem Erfassen aller Rechnungen und Zahlungseingänge , dem Verbuchen, Zahlungsauf- trägen an die Bank, Controlling der Gesundheitskosten s owie jährlichen Unterlagen für Steuer- erklärung aufbereiten dauere bei der eigenen Berufsbeistandschaft normalerweise länger. Auch sei nicht zu beanstanden, wenn in einem laufenden Mand at Arbeiten für die vorherige Berichts- periode, nämlich Zwischenbericht und –rechnung, dann in der Zeiterfassung aufgeführt würden, wenn sie tatsächlich geleistet würden, was naturgemäss für den grösseren Teil solcher Arbeiten schon in der neuen Berichtsperiode zu liegen kommen werd e. Die Kosten würden dann mit der nächsten Berichtsperiode verlegt. Das mache auch Sinn, weil einzelne administrative Arbeiten für den Rechenschaftsbericht gleichzeitig für das Erstel len der Steuererklärung nötig seien. Die Zeitauszüge würden deshalb konsequent die Zeiteinträge der vorliegenden Berichtsperiode 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2021 zeigen. Die aktu elle Beiständin sei nicht die ganze Be- richtsperiode im Amt gewesen. Das ändere nichts daran, dass sie für die gesamte Zeit Rechen- schaft habe ablegen müssen und die Entschädigung, die l etztlich an den identischen Arbeitge- ber falle, für die gesamte Periode anfalle. Dies gehe aus dem damaligen Entscheid vom 23. Oktober 2020 hervor. F. Mit Verfügung vom 20. April 2022 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwie- sen und verfügt, dass das Urteil schriftlich eröffnet werde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide eine r Erwachsenenschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Da s Kantonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht, ist zuständig für die Beurt eilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB (§ 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuchs [EG ZGB] vom 16. November 2006). Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (vgl. § 66 Abs. 2 EG ZGB). Demnach ist die Fünferkamme r der Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (§ 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwa ltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressaten zur Beschwerde legi- timiert (Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Auf die form - und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachve rhalts (Ziff. 2) sowie die Unange- messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3.1 Gemäss Art. 404 Abs. 1 ZGB haben der Beistand oder die Beiständin Anspruch auf eine angemessene Entschädigung und auf Ersatz der notwendige n Spesen aus dem Vermögen der betroffenen Person. Bei einem Berufsbeistand oder einer Berufsbeiständin fallen die Entschädi- gung und der Spesenersatz an den Arbeitgeber. Da die Massnahmen des Erwachsenenschut- zes dem Schutz und dem Wohl der betroffenen Person dien en, ist es nach dem Verursacher- prinzip gerechtfertigt, dass in erster Linie die verbei ständete Person aus ihrem Vermögen für die Entschädigung und die Spesen des Beistandes aufkomme n muss ( RUTH E . REUSSER in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum Schweize rischen Zivilgesetzbuch, 6. Auflage, Basel 2018, Art. 404 Rz. 28; PATRICK FASSBIND , in: Kren Kostkie- wicz/Wolf/Amstutz/Fankhauser [Hrsg.], Orell Füssli Komme ntar zum Zivilgesetzbuch, 4. Aufl., Zürich 2021, Art. 404 Rz. 1). Die Erwachsenenschutzbehö rde legt die Höhe der Entschädigung fest. Sie berücksichtigt dabei insbesondere den Umfang und die Komplexität der dem Beistand oder der Beiständin übertragenen Aufgaben (Art. 404 Abs. 2 ZGB). Es ist Sache der Kantone, unter Berücksichtigung der bundesrechtlichen Vorgaben Best immungen zu deren Berechnung festzulegen (vgl. Art. 404 Abs. 3 ZGB). 3.2 Im Kanton Basel-Landschaft bemisst sich die Entschädigu ng der Mandatsträgerinnen und der Mandatsträger nach dem Aufwand, den die Amtsführung notwendigerweise verursacht, sowie nach der Komplexität der wahrgenommenen Aufgaben (§ 18 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren zum Zivilrecht [GebV] vom 8. Januar 1991) . Bei berufsmässiger Mandatsführung beträgt die Entschädigung Fr. 95.-- pro Stunde (§ 18 Abs. 2 lit. a GebV). Die Mandatsträgerin- nen und Mandatsträger haben ihren Aufwand für ihre A mtsführung zu erfassen und bean- spruchte Spesen zu belegen (§ 18 Abs. 6 GebV). 4. Der Zeitaufwand für die Mandatsführung belauft si ch gemäss ordentlicher Rechen- schaftsbericht vom 10. Februar 2022 auf insgesamt 32:45 Stunden. Diese setzen sich wie folgt zusammen: Aufwand derzeitige Beiständin F.____ 04:00 St unden, Aufwand ehemalige Bei- ständin E.____ 07:20 Stunden und administrative Hilf sperson G.____ 21:25 Stunden. Die Vor- instanz setzte die Entschädigung auf Fr. 3'150.-- fest (3 2:45 Stunden à Fr. 95.-- plus Spesener- satz Fr. 38.75). 5. Der Beschwerdeführer moniert den von der Vorinstanz als Entschädigung zugesprochenen Aufwand in verschiedener Hinsicht. 5.1. Nach Auffassung des Beschwerdeführers sind die gelten d gemachten Aufwandpositio- nen von G.____ als Hilfsperson zu streichen, da diese nic ht einfach zu Gunsten der Beiständin entschädigt werden könnten. Diese Sichtweise setzt voraus, dass der Beizug von Hilfspersonen in keinem Fall erlaubt ist. Wie unlängst mit Urteil d es Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 18. August 2021 [81 0 20 174] E. 5.4 entschieden, trifft Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dies nicht zu. Zwar ist die Beistandsperson nach Art. 400 Abs. 1 ZGB grundsätzlich verpflichtet, die ihr übertragenen Aufgaben selber wahrzunehmen. Vo n der Pflicht zur persönlichen Aufga- benerfüllung umfasst sind die eigentlichen Kernaufgabe n des Mandats, die nicht delegationsfä- hig sind. Nicht ausgeschlossen ist aber der Beizug von Hi lfspersonen für Aufgaben, die dem Wesen der Beistandschaft nach nicht unbedingt die spezifi schen Fähigkeiten der Beistandsper- son erfordern und deshalb nicht zwingend von ihr zu er ledigen sind. Es ist in der Praxis und Lehre unbestritten, dass Beistandspersonen Aufgaben an Dr itte delegieren können oder gege- benenfalls gar müssen (vgl. Konferenz der Kantone für Kindes- und Erwachsenenschutz [KOKES], Praxisanleitung Erwachsenenschutzrecht, Zürich 20 12, Rz. 6.13; RUTH E . REUSSER , a.a.O., Art. 404 Rz. 30; MATHIAS MAUCHLE , Das Rechtsverhältnis zwischen dem Beistand und der Erwachsenenschutzbehörde, Zürich 2019, S. 68). Im zu beurteilenden Fall zogen die bei- den Beiständinnen F.____ und E.____ für Sekretariatsar beiten die Dienste von G.____ der So- zialen Dienste C.____ bei. Die Delegation war somit ni cht nur zulässig, sondern sie erfolgte auch im Interesse des Verbeiständeten. Die Entschädigungspflicht umfasst deswegen auch den Aufwand der beigezogenen Hilfsperson. 5.2 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, aus de r Zeiterfassung von G.____ gehe nicht hervor, welche Leistungen wann erbracht worden sei en. Es sei nicht davon auszugehen, dass am 31. Dezember 2021 über 21 Stunden geleistet wor den seien. Es ist mit dem Be- schwerdeführer zwar darin einig zu gehen, dass die von G.____ erbrachten Leistungen nicht im Detail ausgewiesen wurden, was für die Nachvollziehbarke it für Dritte und vor allem für die ver- beiständete Person in Zukunft wünschenswert wäre. Jedoch verkennt dieser, dass die am 31. Dezember 2021 verbuchten 21:25 Stunden den Zeita ufwand für die gesamte Berichts- und Rechnungsperiode vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2021 umfassen. Dies entspricht nicht einmal einer Stunde pro Monat Aufwand für administra tive Tätigkeiten, was angemessen und somit zu entschädigen ist. 5.3 Des Weiteren ist der Beschwerdeführer der Ansicht, dass nur der Aufwand der aktuellen Beiständin F.____ von insgesamt vier Stunden zu entschädigen sei. 5.3.1 Wie bereits unter Ziffer 3.1 erwähnt, fallen gemäss Art. 404 Abs. 1 Satz 2 ZGB bei ei- nem Berufsbeistand oder einer Berufsbeiständin die En tschädigung und der Spesenersatz an den Arbeitgeber. Es handelt sich um eine Legalzession zugu nsten des Arbeitgebers des öffent- lich- oder privatrechtlich angestellten Beistandes ( RUTH E . REUSSER , a.a.O., Art. 404 Rz. 33). Endet das Amt, so erstattet der Beistand oder die Bei ständin der Erwachsenenschutzbehörde den Schlussbericht und reicht gegebenenfalls die Schlussrech nung ein. Die Erwachsenen- schutzbehörde kann den Berufsbeistand oder die Berufsbeiständin von dieser Pflicht entbinden, wenn das Arbeitsverhältnis endet (Art. 425 Abs. 1 ZGB) . Das Gesetz sieht somit vor, dass der Berufsbeistand von der Pflicht zur Ablage von Schlussbe richt und Schlussrechnung entbunden werden kann, wenn das Dienstverhältnis endet. Diese Lösu ng ist gerechtfertigt, weil die gleich- zeitige Einreichung einer Vielzahl von Berichten und Re chnungen, deren termingerechte Revi- sion und die darauf gestützte Entlassung im Falle profe ssioneller Beistände vor Verlassen der Stelle, jedenfalls bei Kündigungen, in der Regel nich t möglich ist. Notwendig ist aber eine for- melle Verfügung der KESB, in welcher die Modalitäten der Amtsübergabe geregelt werden. Aus Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Bedürfnislage der verbeiständeten Person erweist es sich weder als zwingend noch sinn- voll, vor Ablauf der ordentlichen Periode einen Schlu ssbericht und eine Schlussrechnung zu erstellen. In der Praxis wäre dies auch kaum leistbar. D er übernehmende Berufsbeistand wird sich daher mit einem Kurzbericht des abgebenden Berufs beistands über die Situation begnü- gen dürfen, sofern dadurch der betreuten Person keine nachteiligen Konsequenzen erwachsen. Im Unterschied zum früheren Recht, bei welcher die Zuste llung des Schlussberichts die Frist zur Geltendmachung der Verantwortlichkeitsklage auslöste (Art. 454 Abs. 1 aZGB), wird in der neuen Verantwortlichkeitsregelung der Fristenlauf von d er Kenntnisnahme des Schadens ab- hängig gemacht (Art. 455 Abs. 1 ZGB) Bei einer Dauerm assnahme beginnt die Verjährung zu- dem nicht vor dem Wegfall der Massnahme oder ihrer We iterführung in einem anderen Kanton (vgl. URS VOGEL /KURT AFFOLTER in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch, 6. Auflage, Basel 2018 , Art. 425 Rz. 19). Die Pflicht zur Be- richterstattung und Rechnungsablage wird von der KESB d em Rechtsnachfolger des abtreten- den Berufsbeistandes übertragen. Dabei kann die ursprün gliche Berichtsperiode aufrechterhal- ten bleiben, d.h. der übernehmende Mandatsträger füh rt die Geschäfte des Vorgängers weiter. Damit lässt sich auch vermeiden, dass sich für den Amtsnachfo lger die Rechenschaftsperioden für sämtliche Mandate auf einen einzigen Zeitpunkt komp rimieren, was der Fall wäre, wenn mit seinem Amtsantritt auch der Beginn der Rechenschaftsper iode zusammenfallen würde ( URS VOGEL /KURT AFFOLTER , a.a.O., Art. 425 Rz. 20). 5.3.2 Die KESB B.____ hat mit Entscheid betreffend W echsel der Mandatsperson/Entlassung der Beiständin aus dem Amt vom 23. Oktober 2020 unter a nderem festgehalten, dass das Amt von E.____ am 30. September 2020 mit Ernennung der n euen Beiständin F.____ geendet ha- be. Da die beiden Mandatspersonen derselben Organisati on angehörten, sei gegenwärtig auf einen Schlussbericht respektive eine Schlussrechnung zu ver zichten. Es sei Pflicht der neuen Beiständin F.____, für die gesamte Berichtsperiode vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2021 Rechenschaft abzulegen (vgl. Ziffer 2.1 des Entscheids). Da die neue und die bisherige Bei- ständin derselben Organisation angehörten, werde über die Entschädigung für die Mandatsfüh- rung erst mit der ordentlichen Berichterstattung entschie den. (vgl. Ziffer 2.2 sowie Buchstabe C des Entscheids). Die KESB B.____ hat somit die Modalitäten der Amtsübergabe in einer formel- len Verfügung respektive einem Entscheid geregelt, wel cher unangefochten in Rechtskraft er- wachsen ist. Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die KESB B.____ bereits beim letzten Mandatswechsel mit Entscheid vom 29. August 2019 auf einen abschliessenden Re- chenschaftsbericht von D.____ verzichtet hat und über de ssen Entschädigung im ordentlichen Berichterstattung der damals neuen Beiständin E.____ e ntschieden wurde. Auch dieser Ent- scheid wurde vom Beschwerdeführer nicht angefochten und akzeptiert. Der Wechsel der für den Beschwerdeführer geführten Beistandschaft von E.____ auf F.____ ist am 1. Oktober 2020 und somit während der laufenden zw eijährigen Berichtsperiode erfolgt. E.____ wurde – wie bereits erwähnt – mit Entscheid vo m 23. Oktober 2020 von der Pflicht be- freit, einen Schlussbericht respektive eine Schlussrechnung zu erstellen. Die neue Beiständin F.____ wurde damit beauftragt, für die gesamte Beri chtsperiode vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2021 Rechenschaft abzulegen, was sie nachwe islich mit Bericht vom 10. Febru- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ar 2022 gemacht hat. Demnach sind die Aufwände von E. ____ zu Recht in der Zeiterfassung der aktuell amtenden Beiständin F.____ erfasst worden und zu entschädigen. 5.4 Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, die von E.____ am 24. März 2020 und 2. Juni 2020 verbuchten Aufwendungen seien periodenfr emd. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Wie den Akten zu entnehmen ist, wurde der ordentliche Rechenschaftsbericht für den Zeitraum 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 201 9 nachweislich erst am 24. März 2020 durch E.____ erstellt. Es liegt in der Natur der Sache, dass dieser Bericht demnach nicht wäh- rend der Berichtsperiode 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2019 verbucht werden konnte. Auch müssen in der Regel bei Jahreswechsel Bankauszüge etc. abgew artet werden, welche als Grundlage für den Bericht dienen. Dieser Aufwand ist f olglich in der nächsten Berichtsperiode zu verbuchen, was vorliegend korrekt am 24. März 2020 vor genommen wurde. Was die Positi- on vom 2. Juni 2020 anbelangt, so handelt es sich um die von E.____ vorgenommene Korrektur aufgrund der Rückmeldung des Revisors betreffend Freizügig keitskonto/Ergänzungsleistung (vgl. E-Mail des Revisors vom 9. Mai 2020 sowie Buchungst ext von E.____ betreffend 2. Juni 2020 «KESB Revision Rückmeldung Rechnung höheres Vermögen»), welche folgerichtig eben- falls erst in der darauffolgenden Berichtsperiode verbu cht werden konnte. Entgegen der Mei- nung des Beschwerdeführers sind die beiden Buchungen vo m 24. März 2020 und 2. Juni 2020 demnach nicht periodenfremd und richtig erfasst worden. Auch sind die verschieden hohen Zeitaufwände der beide n Beiständinnen zur Erstellung der Rechenschaftsberichte nicht zu beanstanden. Dafür können verschiedene Gründe massgebend sein, welche vorliegend nicht weiter abzuklären sind. E s ist zu begrüssen, dass die neue Bei- ständin so effizient arbeitet und für das Erstellen des R echenschaftsberichts für die Periode 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2021 lediglich einein halb Stunden gebraucht hat, wobei an- zumerken bleibt, dass dieser Aufwand in der nächsten Peri ode, je nach Komplexität und Auf- wand, auch höher ausfallen könnte. 6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der geltend gema chte Zeitaufwand für die Mandatsführung vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 20 21 in der Höhe von insgesamt 32:45 Stunden zu entschädigen ist. Dieser ist angemessen und en tspricht dem durchschnittlichen Aufwand für Tätigkeiten während der letzten Perioden (Berichtsperiode 2012/2013 15 Stunden; Berichtsperiode 2014/2015 46 Stunden; Berichtsperiode 2016/2017 26 Stunden; Berichtsperio- de 2018/2019 32 Stunden). Die Festsetzung der Mandats trägerentschädigung in der Höhe von total Fr. 3'150.-- (Aufwand Fr. 3'111.25 plus Spesene rsatz Fr. 38.75) durch die Vorinstanz ist demnach zu Recht erfolgt. Die Beschwerde ist damit vollumfänglich abzuweisen. 7. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahr ens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpfli chtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Entsprechend dem Ausgang des Ver- fahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1’200.-- dem unterlegenen Beschwerde- führer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenv orschuss in derselben Höhe zu verrech- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen. Ausgangsgemäss ist dem Beschwerdeführer keine Partei entschädigung zuzusprechen (§ 21 VPO). Die Parteikosten sind wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1’200.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1’200.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin