B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung VI F-1924/2023 U r t e i l v o m 1 3 . A p r i l 2 0 2 3 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richterin Constance Leisinger; Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. Parteien 1. X._______, geboren am (…), 2. Y._______, geboren am (…), vertreten durch MLaw Makbule Dügünyurdu, HEKS Rechtsschutz Bundes- asylzentren Ostschweiz, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM vom 30. März 2023 / […]. F-1924/2023 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin 1 und ihr Sohn (Beschwerdeführer 2) suchten am 22. Oktober 2022 in der Schweiz um Asyl nach. Ein Abgleich mit der euro- päischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass sie am 5. Oktober 2022 in Kroatien in das Hoheitsgebiet der Dublin-Staaten eingereist waren (Akten der Vorinstanz [SEM act.] 1, 8). B. Das SEM führte am 17. November 2022 mit der Beschwerdeführerin 1 das persönliche Gespräch nach Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zu r Festle- gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu- ständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). Bei dieser Gelegenheit wurde ihr das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintreten auf das Asylge- such und einer Überstellung nach Kroatien bzw. Slowenien gewährt. Weiter wurde ihr die Möglichkeit eingeräumt, sich zum medizinischen Sachverhalt zu äussern (SEM act. 15). Angesichts seines jungen Alters wurde der Be- schwerdeführer 2 nicht befragt. C. Die kroatischen Behörden hiessen das Gesuch des SEM vom 17. Novem- ber 2022 um Übernahme der Beschwerdeführenden am 17. Januar 2023 gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO gut (SEM act. 17, 26). D. Mit Verfügung vom 30. März 2023 (eröffnet am 31. März 2023) trat das SEM auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht ein, ordnete ihre Überstellung nach Kroatien an und forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig verfügte es die Aushändigung der editionspflichtigen Akten und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu (SEM act. 31). E. Mit Rechtsmitteleingabe vom 6. April 2023 (Datum Poststempel) gelangten die Beschwerdeführenden an das Bundesverwaltungsgericht und bean- tragten, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf ihr Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei die Sache zur F-1924/2023 Seite 3 Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Sache zur Einholung individueller schriftlicher Zusicherungen der kroati- schen Behörden an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren. Im Rahmen vorsorglicher Mass- nahmen seien die Vollzugsbehörden anzuweisen, von einer Wegweisung abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der auf- schiebenden Wirkung entschieden habe. Des Weiteren beantragten sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter Verzicht auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer act.] 1). Mit Beschwerde wurde unter anderem das Verlaufsblatt der Medic -Help der Beschwerdeführerin 1 eingereicht. F. Mit Verfügung vom 11. April 2023 setzte die Instruktionsrichterin den Voll- zug der Wegweisung per sofort einstweilen aus (BVGer act. 3). Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei- lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie- gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.2 Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressat en zur Be- schwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver- fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin oder eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weite- rungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). F-1924/2023 Seite 4 3. 3.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit h in zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer- deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 4. 4.1 Die Beschwerdeführe nden bemängeln in verfahrensrechtlicher Hin- sicht, das SEM habe in seiner Verfügung vom 30. März 2023 den Untersu- chungsgrundsatz verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt nicht vollständig festgestellt. Sinngemäss rügen sie auch eine Verletzung der Berücksichtigungs- und Begründungspflicht. 4.2 Im Wesentlichen wurde dazu geltend gemacht, das SEM stütze sich auf nicht näher überprüfbare Botschaftsabklärungen der schweizerischen Vertretung in Kroatien sowie auf persönliche Gespräche mit Vertretern des kroatischen Innenministeriums, internationalen Organisationen, lokalen NGOs, anderen Vertretungen vor Ort und der Ombudsstelle der Republik Kroatien. Dabei seien die Erkenntnisse aus den Botschaftsabklärungen und privaten Gesprächen nur äusserst rudimentär in der Verfügung zusam- mengefasst worden, was eine konkrete Auseinandersetzung mit den Erwä- gungen des SEM faktisch verunmögliche. Zudem fehle bei sämtlichen Quellen ein Verweis darauf, auf welchen Zeitraum sich diese angeblichen Abklärungen beziehen würden. Im vorliegenden Fall würden die gegen die kroatischen Behörden im Raum stehenden Vorwürfe rechtserhebliche Sa- chumstände darstellen, die eine vertieftere Auseinandersetzung verlang- ten. Die Beschwerdeführenden hätten die prekäre Situation an der kroa- tisch-bosnischen Grenze in detaillierter Weise geschildert und unter ande- rem angegeben, dass ihnen Push -Backs angedroht worden seien (Be- schwerde Ziff. 3.1). Ferner sei auch der psychische Zustand der Beschwerdeführenden nur kursorisch gewürdigt worden. Eine Auseinand ersetzung mit den F-1924/2023 Seite 5 Auswirkungen einer Wegweisung auf den psychischen Zustand der Be- schwerdeführenden wäre aber dringend geboten gewesen . Auch seien weitere Abklärungen des SEM zum Gesundheitszustand unterblieben (Be- schwerde Ziff. 3.2). 4.3 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs- grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be- hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen- digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu- klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.2 m.w.H.). Die Behörde ist dabei jedoch nicht ver- pflichtet, zu jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nachfo rschungen anzustellen. Zusätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzuneh- men, wenn sie aufgrund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu AUER/BINDER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungs- verfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 12 N. 16). Ihre Grenze findet die Un- tersuchungspflicht in der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (vgl. Art. 8 AsylG). Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei ein- zuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die Be- gründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 4.4 Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung vom 30. März 2023 die Erkennt- nisse aus den Abklärungen in Kroatien zu den Push-Backs und der Situa- tion von Dublin-Rückkehrenden in zusammengefasster Form wiedergege- ben und nachvollziehbar aufgezeigt, von welchen Überlegungen sie sich hat leiten lassen. Das SEM wies überdies ausdrücklich darauf hin, dass die letzte Abklärung bei der Schweizer Botschaft in Kro atien im Januar 2023 erfolgt sei. Weiter hat die Vorinstanz die Vorbringen der Beschwerdeführe- rin 1 in die Entscheidfindung einfliessen lassen und eine Einzelfallprüfung vorgenommen. Weitergehende Abklärungen waren diesbezüglich nicht an- gezeigt. Damit ist das SEM seiner Sachverhaltsabklärungs- und F-1924/2023 Seite 6 Begründungspflicht in ausreichender Weise nachgekommen; zusätzlicher Informationen oder Quellenangaben bedurfte es nicht (vgl. Urteil des BVGer D-5691/2020 vom 9. Januar 2021 E. 4.3 m.w.H.). Ob die Beweis- würdigung sowie die Lageeinschätzung der Vorinstanz zutreffend sind, be- trifft schliesslich nicht das rechtliche Gehör, sondern ist eine Frage der rechtlichen Würdigung. Auch die Rüge der ungenügenden Abklärung des medizinischen Sachver- halts erweist sich aufgrund der Aktenlage als unbegründet (vgl. auch nach- folgend E. 7.4.2). 4.5 Zusammenfassend liegt weder eine Verletzung der Untersuchungs- pflicht noch eine mangelhafte Feststellung des rechtserheblichen Sachver- haltes vor. Eine Verletzung der Berücksichtigungs- bzw. Begründungs- pflicht ist ebenfalls nicht ersichtlich. Nach dem Gesagten erweisen sich die formellen Rügen als unbegründet. Eine Rückweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung der Sache fällt folglich ausser Betracht. 5. 5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). Diesbezüglich kommt die Dublin -III-VO zur Anwen- dung. 5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin -III-VO wird jeder Asylantrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu- ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 5.3 Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskri- terien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Si- tuation im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in ei- nem Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). 5.4 Ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführerin 1 ergab, dass sie am 5. Oktober 2022 in Kroatien aufgegriffen und daktyloskopisch erfasst wurde (SEM act. 8) . Die kroatischen Behörden stimmten dem F-1924/2023 Seite 7 Gesuch des SEM um Übernahme am 17. Januar 2023 gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin -III-VO zu (SEM act. 26) . Die Zuständigkeit Kroatiens zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens ist somit grundsätz- lich gegeben. 6. 6.1 Erweist es sich als unmöglich, eine antragstellende Person in den zu- nächst als zustän dig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es we- sentliche Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragstellende in diesem Mitgliedstaat syste- mische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU- Grundrechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit p rü- fende Mitgliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um festzustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat zuständig ist . Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so wird der die Zuständigkeit prüfende Staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 6.2 Die Beschwerdeführenden machen in ihrer Beschwerde zusammen- fassend geltend, sie hätten die prekäre Situation an der kroatisch -bosni- schen Grenze in detaillierter Weise geschildert und unter anderem ange- geben, dass ihnen illegale Push-Backs angedroht worden seien. Ihre Schil- derungen würden sich mit zahllosen Ber ichten über Push -Backs an der kroatisch-bosnischen Grenze und unmenschliche und erniedrigende Be- handlung von Asylsuchenden durch die kroatische Polizei decken. Zur Ein- ordnung dieser Schilderungen wurde auf diverse Berichte und Gerichtsur- teile verwiesen. Anlässlich des Dublin-Gesprächs gab die Beschwerdefüh- rerin 1 überdies an, dass sie bei ihrer Ankunft in Kroatien Polizisten begeg- net seien, die ihr befohlen hätten, sich hinzuknien und die Hände hochzu- halten, während sie auf andere Geflüchtete hätten warten müssen. Die Po- lizei habe dann die Hunde auf sie gehetzt. Sie sei um- und auf einen Stein gefallen, als sie ihr Kind auf dem Rücken getragen habe. Die Polizisten hätten ihr gesagt, sie sollten dorthin zurückkehren, wo sie hergekommen seien. Gegen 19 Uhr seien sie von der kroatischen Polizei in ein Fahrzeug eingeladen worden. Sie hätten Hunger gehabt und kein Essen bekommen. Die Kinder hätten geweint und die Polizei hätte nichts unternommen. Die Kinder hätten aus Angst nicht mehr gesprochen. Anschliessend sei sie auf F-1924/2023 Seite 8 einem Parkplatz abgeladen worden. Die Erwachsenen hätten stehen und die Kinder hätten auf dem Fussboden übernachten müssen. Um 4 Uhr mor- gens seien sie in ei n Transportfahrzeug ohne Fenster verladen worden ohne zu wissen , wohin sie gebracht würden. Danach seien sie in einem Zelt untergebracht worden. Dort habe sie die Polizei um Wasser für die Kinder gebeten, was ihr verweigert worden sei. Auch habe sie kein Essen für die Kinder kaufen dürfen . Sie habe Angst gehabt, dass die Kinder vor ihren Augen sterben würden. Ihr Sohn sei von diesen Geschehnissen trau- matisiert. Er könne nicht mehr gut schlafen, wenn er sich daran erinnere. Manchmal würde er schlafwandeln. 6.3 Kroatien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab- kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver- pflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat aner- kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt- linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2 013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber- kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf- nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah- merichtlinie) ergeben. 6.4 Im jüngsten Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 wurde die seit dem Referenzurteil D-1611/2016 vom 22. März 2016 bestehende Pra- xis der grundsätzlichen Zulässigkeit von Dublin-Überstellungen nach Kro- atien bestätigt, da nicht davon auszugehen sei, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in Kroatien wiesen systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf, die eine Überstel- lung von Gesuchstellenden generell als unzulässig erscheinen lassen wür- den (vgl. E-1488/2020. E. 9.5). Selbst unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin 1 geschilderten negativen Erfahrungen während ihres kurzen Aufenthaltes in Kroatien ist nicht davon auszugehen, das Land verstosse aktuell systematisch gegen seine vertraglichen Verpflichtungen als zuständiger Dublin-Mitgliedstaat im Falle einer Überstellung von Asyl- suchenden. Die geltend gemachte schlechte Behandlung, welche die Be- schwerdeführenden in Kroatien erlebt haben, rec htfertigt es nicht, davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr mit hoher Wahrscheinlichkeit F-1924/2023 Seite 9 Opfer einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK, Art. 3 FoK oder Art. 4 EU-Grundrechtecharta würden. Es ist auch nicht davon a uszugehen, dass sie bei einer Überstellung in eine existenzielle Notlage geraten könnten. Die geltend gemachten Erlebnisse scheinen im Zusammenhang zu stehen mit ihrer illegalen Einreise. Bezüg- lich der Behandlung von Personen an der Grenze sieht sich Kroatien schon seit geraumer Zeit mit teils schweren Vorwürfen konfrontiert (vgl. a.a.O. E. 9.1 - 9.4.2 m.w.H.). Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch im Landes- innern die Polizei beziehungsweise Sicherheitskräfte nicht immer ein ein- wandfreies Verhalten an den Tag legen. Damit ist aber nichts zu m vorlie- gend zu beurteilenden Umstand der Rückkehr der Beschwerdeführenden nach Kroatien im Rahmen eines Take-Charge-Verfahrens gesagt. Bei einer Überstellung nach Kroatien würden sie auf legalem Weg in die Hauptstadt Zagreb überstellt. Sie würden damit nicht mit einer Situation konfrontiert, wie sie sie an der kroatischen Aussengrenze erlebt haben. Die Vorinstanz ist zu Recht zum Schluss gekommen, dass Personen, welche im Rahmen eines Dublin -Verfahrens nach Kroatien zurüc kgeführt werden, nicht von der problematischen Push -Back-Praxis betroffen sind (vgl. dazu auch a.a.O. E. 9.4.4). Auch die von den Beschwerdeführenden in Ziff. 3.1 der Beschwerdeeingabe zitierten Berichte und Urteile geben keinen Anlass zur Annahme, Kroatien verstosse systematisch gegen seine vertraglichen Ver- pflichtungen. Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt. 7. 7.1 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin -III-VO kann jeder Mitgliedstaat beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa- tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü- fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte Selbst- eintrittsrecht wird durch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. Au- gust 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM ein Asylgesuch aus humanitären Gründen auch dann be- handeln, w enn dafür gemäss Dublin -III-VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 7.2 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Kroatien seinen völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber F-1924/2023 Seite 10 Personen in der Situation der Beschwerdeführenden nachkommt und ins- besondere die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Verfahrens- und der Aufnahmerichtlinie ergeben ( vgl. bspw. Urteile des BVGer E - 1515/2023 vom 23. März 2023; E-5984/2022 vom 3. Januar 2023 E. 7.2; je m.H.). Diese Vermutung kann zwar im Einzelfall widerlegt werden. Hier- für bedarf es aber konkreter un d ernsthafter Hinweise, die vo n den Be- troffenen glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer D-5698/2017 vom 6. März 2018 E. 5.3.1). 7.3 Vorliegend soll nicht in Abrede gestellt werden, dass die Beschwerde- führenden in Kroatien schwie rigen Verhältnissen ausgesetzt waren (vgl. E. 6.2). Allerdings bezogen sich ihre Erlebnisse ausschliesslich auf Vorkommnisse, die sie im Rahmen der illegalen Einreise erlebten. Im Falle einer Überstellung im Rahmen eines Dublin verfahrens befänden sie sich in einer grundsätzlich anderen Situation, als bei ihrer ersten Einreise . Aus den geschilderten Erlebnissen können daher keine Schlüsse auf die Be- dingungen gezogen werden, denen sie bei einer Rückführung nach Kroa- tien in den dortigen Aufenthaltsstrukturen ausgesetzt wären. Namentlich kann nicht angenommen werden, die Bedingungen seien derart schlecht, dass sie zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen könn- ten. 7.4 Des Weiteren berufen sich die Beschwerdeführenden auf ihren schlechten Gesundheitszustand. Die Beschwerdeführerin 1 habe erhebli- che Rückenschmerzen und sei daher stark in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. Auch der Umfang der nötigen zahnärztlichen Behandlung für den Beschwerdeführer 2 sei unklar (Beschwerde Ziff. 3.2 S. 9). 7.4.1 Der gesundheitliche Zustand einer asylsuchenden Person kann ge- mäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO der Überstellung in den zuständigen Mit- gliedstaat entgegenstehen, wenn diese eine Verletzung von Art. 3 EMRK zur Folge hätte. Das ist nur ganz ausnahmsweise der Fal l. Von einer EMRK-Verletzung geht die Rechtsprechung etwa dann aus, wenn sich die asylsuchende Person in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krank- heitsstadium und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rechnen müsst e und dabei keinerlei soziale Unter- stützung erwarten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]). Eine weitere vom EGMR definierte Konstellation betrifft schwer- kranke Personen, die durch die Abschiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko F-1924/2023 Seite 11 konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver- schlechterung ihres Gesundheitszustandes ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwar- tung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. De- zember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, Ziff. 180–193 m.w.H.). 7.4.2 Hinsichtlich der physischen Leiden der Beschwerdeführenden und ih- rer Krankengeschichte ist auf die ausführliche und präzise Zusammenfas- sung in der vorinstanzlichen Verfügung vom 30. März 2023 hinzuweisen (S. 9 ff. ebenda). Hinweise auf psychische Probleme der Beschwerdefüh- renden ergeben sich überdies nicht aus den medizinischen Berichten. In dieser Hinsicht wies das SEM zu Recht darauf hin, die Beschwerdeführe- rin 1 sei bezüglich ihrer geltend gemachten Schlafproblemen und psychi- schen Probleme nie bei der medizinischen Betreuung vorstellig geworden. Es sei auch nie eine entsprechende medikamentöse oder weiterführende Behandlung aufgegleist worden. Dies gelte auch für den Beschwerdeführer 2 (S. 12 der angefochtenen Verfügung). Der medizinische Sachverhalt er- weist sich vor diesem Hintergrund mit Blick auf eine mögliche Verletzung von Art. 3 EMRK als hinreichend abgeklärt. Eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist auch in dieser Hinsicht nicht angezeigt. 7.4.3 Die sich aus den medizinischen Berichten ergebenden Beschwerden (Beschwerdeführerin 1: […], Beschwerdeführer 2: […]) sind nicht derart gravierend, dass die Beschwerdeführenden im Falle einer Überstellung nach Kroatien mit dem Risiko einer ernsten, raschen und unwiederbringli- chen Verschlechterung des Gesundheitszustands konfrontiert wären. Kro- atien verfügt im Übrigen über eine grundsätzlich ausreichende medizini- sche Infrastruktur. Zudem wird das Land durch die Aufnahmerichtlinie ver- pflichtet, antragstellenden Personen die erforderliche medizinische Versor- gung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Be- handlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie). Antragstellen- den Personen mit besonderen Bedürfnissen ist die erforderliche medizini- sche oder sonstige Hilfe (einschliesslich nötigenfalls einer geeigneten psy- chologischen Betreuung) zu gewähren (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Sodann bestehen in Kroatien nebst den staatlichen Einrichtungen auch An- gebote von Nichtregierungsorganisationen für die psychische Betreuung, womit von einem genügenden psychologischen Behandlungsangebot aus- zugehen ist (vgl. Urteil des BVGer F -4368/2020 vom 14. Januar 2021 E. 7.3 m.H.). F-1924/2023 Seite 12 7.4.4 Gesamthaft betrachtet liegen keine hinreichenden Anhaltspunkte da- für vor, dass die Gesundheit der Beschwerdeführenden bei einer Überstel- lung nach Kroatien ernsthaft gefährdet würde. Aufgrund des derzeitigen Erkenntnisstandes ist es im Übrigen nicht angezeigt, die Vorinstanz dazu zu verpflichten, bei den kroatischen Behörden individuelle Garantien ein- zuholen (vgl. etwa Urteil des BVGer Urteil E -4341/2022 E. 7.3.5). Die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochtenen Verfü- gung beauftragt sind, werden dem aktuellen Gesundheitszustand der Be- schwerdeführenden bei der Organisation der Überstellung Rechnung tra- gen, indem sie die dortigen Behörden im Sinne von Art. 31 und Art. 32 Dublin-III-VO vorgängig über den aktuellen Gesundheitszustand und die allenfalls notwendige medizinische Behandlung informieren werden. 7.5 Die Beschwerdeführenden rügen schliesslich, die Vorinstanz habe das Kindeswohl nicht hinreichend berücksichtigt. Obschon Sachumstände vor- lägen, die das Kind unmittelbar beträfen, bleibe das Kindeswohl in der ge- samten Verfügung des SEM nur textbausteinmässig zum Schluss erwähnt. Erst recht sei in der Verfügung keine Interessenabwägung gemäss den Vorgaben von Art. 3 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK, SR 0.107) vor ge- nommen worden. Die spezifischen Interessen des Kindes, und somit auch das Kindeswohl, blieben im Dunkeln, weshalb vorliegend gar nicht beurteilt werden könne, ob das Kindeswohl im Falle einer Wegweisung nach Kroa- tien gefährdet wäre. Dies habe umso mehr zu gelten, als das Kind im Rah- men des Dublingesprächs vom 17. November 2022 zu seinen Erfahrungen und Erlebnissen in Kroatien nicht befragt worden sei (Beschwerde Ziff. 3.3). 7.6 Wie der vorinstanzlichen Verfügung vom 30. März 2023 zu entnehmen ist, befasste sich das SEM ausdrücklich mit dem Kindeswohl. Dabei be- rücksichtigte es auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin 1 betreffend ihren Sohn anlässlich des Dublin-Gesprächs (vgl. S. 13 der angefochtenen Verfügung), weshalb nicht die Rede davon sein kann, das SEM habe sich lediglich textbausteinmässig damit auseinandergesetzt. Das SEM hielt wei- ter fest, dass das Kindeswohl dem Wegweisungsvollzug nicht entgeg en- stehe. Kroatien sei Vertragsstaat der Kinderrechtskonvention und es be- stünden keine Hinweise, dass es die sich daraus ergebenden völkerrecht- lichen Verpflichtungen nicht beachte. Weitere Ausführungen dazu waren nicht erforderlich. Zusammenfassend kann aus der KRK kein Anspruch auf Aufenthalt im Staat mit den für ein Kind vorteilhaftesten Lebensbedingun- gen abgeleitet werden, und von einer rechtlich relevanten Verwurzelung F-1924/2023 Seite 13 des Kindes in der Schweiz ist nach dem relativ kurzen Aufenthalt hier nicht auszugehen. Von einer persönlichen Anhörung des Beschwerdeführers 2 durfte die Vorinstanz angesichts der gleichlaufenden Interessen der Mutter ohne Rechtsverletzung absehen (vgl. BGE 147 I 149 E. 3 m.H.) . Gemäss Aktenlage bestehen auch keine Hinweise auf unverzüglich behandlungs- bedürftige, schwere gesundheitliche Probleme des Kindes, sodass ein Vollzug der Wegweisung auch diesbezüglich nicht gegen das Kindeswohl spricht. 8. 8.1 Was den Selbsteintritt aus humanitären Gründen angeht, ist festzuhal- ten, dass Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 dem SEM einen Ermessensspielraum verleiht. Das Bundesverwaltungsgericht beschränkt seine Beurteilung auf die Frage, ob das SEM den Sachverhalt korrekt und vollständig erhoben, allen wesent lichen Umständen Rechnung getragen und seinen Ermes- sensspielraum genutzt hat (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a und b AsylG). 8.2 Die angefochtene Verfügung ist unter diesem Blickwinkel nicht zu be- anstanden; insbesondere sind den Akten keine Hinweise auf einen Ermes- sensmissbrauch oder ein Über- respektive Unterschreiten des Ermessens zu entnehmen. Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwen- dung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die Dublin -III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3). 9. Die Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetre- ten und hat in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht die Weg- weisung nach Kroatien angeordnet. 10. Die Beschwerde ist abzuweisen und die Verfügung des SEM zu bestätigen. 11. Mit dem Entscheid in der Hauptsache sind die Gesuche um Erteilung d er aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses gegenstandslos geworden. F-1924/2023 Seite 14 Der am 11. April 2023 verfügte einstweilige Vollzugsstopp fällt mit dem vor- liegenden Urteil dahin. 12. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu- weisen, da die Beschwerde gemäss den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos zu bezeichnen war und es damit, unbesehen der finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführenden, an einer gesetzlichen Vorausset- zung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG fehlt. Bei diesem Ausgang des Verfah- rens sind die Kosten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reg- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) F-1924/2023 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän- dige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Susanne Stockmeyer Versand: