B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5377/2013 U r t e i l v o m 1 7 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach; Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, B._______, Kosovo, beide vertreten durch Stephanie Motz, Barrister, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin- Verfahren); Verfügung des BFM vom 9. September 2013 / N (…). E-5377/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass d ie Beschwerdeführenden gemäss eigenen Angaben am 10. Juli 2013 in die Schweiz einreisten und am 11. Juli 2013 Asylgesuche stellten, welche sie anlässlich der am 29. Juli 2013 durchgeführten Befragungen im Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen mit ihrer Zugehörigkeit zur Ethnie der bosniakischen Minderheit, ethnisch motivierten sexuellen Übergriffen auf die Beschwerdeführerin durch Albaner und – unter Vorle- gung verschieden er medizinischer Dokumente – dadurch hervorgeruf e- nen körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen begründeten, wel- che sie am 14. November 2012 zur Ausreise bewogen hätten, dass sie via Ungarn nach Dänemark gelangt, dort einen abschlägigen Asylentscheid erwirkt und angesichts der bevorgestandenen Rückführung nach Kosovo die Weiterreise in die Schweiz angetreten hätten, dass sie ferner auf die aktuelle Schwangerschaft der Beschwerdeführerin aufmerksam machten, dass sie im Rahmen des ih nen ebenfalls anlässlich der Befragung vom 29. Juli 2013 gewährten rechtlichen Gehörs zu Eurodac-Erfassungen in Ungarn und Dänemark und zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid aufgrund der mutmasslichen Verfahrenszuständigkeit dieser Länder in Anwendung der Schengen/Du blin-Vertragsgrundlagen mit Wegweisung dorthin geltend machten, sie seien nicht in Ungarn gewesen beziehung s- weise sie hätten das Land nur zum Transit benutzt und dort keine Asylge- suche gestellt und in Dänemark hätten sie die Rückführung in ihre Heimat zu befürchten, dass das BFM am 5. August 2013 ein auf Art. 1 6 Abs. 1 Bst. c Dublin-II- Verordnung (Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien u nd Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat) gestütztes Übernahmeersuchen an Ungarn richtete, dass die ungarischen Behörden am 12. August 2013 die am (…) Dezem- ber 2012 erfolgte Registrierung der Beschwerdeführenden als Asyls u- chende bestätigten und nach Einholung weiterer Informationen beim BFM (insb. betreffend das Asylverfahren in Dänemark) dem Ersuchen um Übernahme de r Beschwerdeführenden zwecks Durchführung des Asy l-E-5377/2013 Seite 3 verfahrens mit Antwortschreiben vom 9. September 2013 ausdrücklich zustimmten, dass die Akten verschiedene Meldungen der zuständigen Asylbetre u- ungsorganisation enthalten, wonach die Beschwerdeführerin mehrfach medizinisch (ambulant und stationär ) behandelt wurde, insbesondere aufgrund ihrer Schwangerschaft und dabei aufgetretener Komplikationen, dass das B FM mit Verfügung vom 9 . September 2013 (eröffnet am 17. September 2013) in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgeset- zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche nicht ein- trat, die Wegweisung de r Beschwerdeführenden aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug nach Ungarn anordnete, sie aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach A blauf der Beschwerdefrist zu verla s- sen, und dabei festhielt, einer Beschwerde gegen diese Verfügung ko m- me keine aufschiebende Wirkung zu, dass es ihnen gleichzeitig Einsicht in die editionspflichtigen Verfahrensak- ten gewährte, dass es zur Begründung seiner Verfügung ausführte, gestützt auf die ein- schlägigen staatsvertraglichen Bestimmungen (unter anderem: Abko m- men vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfah- ren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in e i- nem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags [Dublin - Assoziierungsabkommen, DAA, SR 0.142.392.68]; Dublin -II-Verordnung; Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]) sei Ungarn für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig, zumal die ungarischen Behörden das auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-Verordnung gestützte Rückübernahmeersuchen gutgeheissen hätten, dass die Überstellung nach Ungarn – vorbehältlich einer allfälligen Unter- brechung oder Verlängerung – bis spätestens am 9. März 2014 zu erfol- gen habe, dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides darstelle und der Vollzug der Wegweisung nach Ungarn mangels zurei- chender gegenteiliger Anhaltspunkte zulässig, zumutbar und möglich sei und insbesondere weder dem Non -Refoulement-Gebot gemäss Art. 5 E-5377/2013 Seite 4 AsylG noch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) widerspr e- che, dass die Aussagen de r Beschwerdeführenden anlässlich des ih nen ge- währten rechtlichen Gehörs zu einer Rückführung nach Ungarn diese Er- kenntnisse nicht umzustossen vermöch ten, zumal der Eurodac -Abgleich eine Daktyloskopierung und Asylgesuchstellung der Beschwerdeführe n- den in Ungarn ergeben habe, dass gemäss Art. 107 a AsylG einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung keine aufschiebende Wirkung zukomme, dass am 23. S eptember 2013 beim BFM ein vom (…) September 2013 datierendes ärztliches Zeugnis der Frauenklinik des (…) einging, wonach die Beschwerdeführerin in ihrer (…) Schwangerschaftswoche notfallmäs- sig vorstellig geworden sei, sie zur Vermeidung vorzeitiger Kontraktionen mit fatalen Folgen tagsüber mehrere Stunden liegend Ruhe benötige und von einer Reise, insbesondere einer Flugreise aus medizinischer Sicht dringendst abzuraten sei, dass d ie Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 24. September 2013 gegen den Entschei d des BFM vom 9. September 2013 beim Bunde s- verwaltungsgericht Beschwerde erhob en und darin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Rückweisung der Sache an die Vori n- stanz, die Gewährung von Asyl unter Feststellung der Flüchtlingseige n- schaft, (ev entualiter) die Anordnung der vorläufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs sowie in prozessualer Hinsicht die unentgeltliche Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsver fahrensge- setzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) und die Herstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde beantragen, dass überdies die zuständige Behörde vorsorglich anzuweisen sei, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat - oder Herkunftsstaates sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, und im Fa l- le eines bereits erfolgten Datentransfers eine an sie gerichtete separate Verfügung zu erlassen sei, dass sie in der Begründung zunächst die Sachverhaltsfeststellung einer Eurodac-Erfassung vom (…) Dezember 2012 als Asylbewerber in Ungarn bestätigen, jedoch geltend machen, sie hätten dieses Land lediglich pa s-E-5377/2013 Seite 5 siert und seien dabei grundlos mehrere Tage unter unmenschlichen B e- dingungen inhaftiert worden, bevor ihnen die Flucht nach Dänemark g e- lungen sei, dass ihnen die Eröffnung eine s Asylverfahrens in Ungarn erst in der Schweiz zur Kenntnis gebracht worden sei, dass sie ferner ihre Verfolgungssituation i n Kosovo bekräftigen und die s- bezüglich weitere Abklärungen durch die schweizerischen Behörden fo r- dern, dass sie schliesslich auf die fortgeschrittene Schwangerschaft der B e- schwerdeführerin und bei ihr aufgetretene und nach wie vor aktuelle g e- sundheitliche Probleme sowie ihre Traumatisierung durch die Verfo l- gungsereignisse in der Heimat und in Ungarn hinweisen, dass die Beschwerdeführerin laut ärztlichem Zeugnis vom (…) Septem- ber 2013 nicht reisefähig sei und deshalb eine Rückführung nach Ungarn nicht in Betracht falle, zumal dort eine erneute Inhaftierung und eine A b- schiebung nach Kosovo ohne adäquate medizinische Behandlung und mit dem Risiko erneuter Verfolgungshandlungen drohe, was den Vollzug der Wegweisung zumindest unzumutbar erscheinen lasse, dass die vorinstanzlichen Akten unvollständig am 25. September 2013 per Telefax und vollständig am 2. Oktober 2013 im Original beim Bunde s- verwaltungsgericht eintrafen, dass mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. September 2013 die Gesuche um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und um Gewährung d er unentgeltlichen Pr o- zessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurden, wogegen jenes um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 2 VwVG abgewiesen wurde, dass die rubrizierte Rechtsvertreterin am 7. Oktober 2013 ihr Vertr e- tungsmandat anzeigte und um Einsicht in die Verfahrensakten ersuchte, dass sie am 9. Oktober 2013 seitens des Bundesverwaltungsgerichts t e- lefonisch auf die bereits mit dem angefochtenen Entscheid gewährte A k- teneinsicht hingewiesen wurde und per Telefax Einsic ht in das zu jenem Zeitpunkt noch nicht vorgelegene ärztliche Zeugnis vom (…) September 2013 erhielt, E-5377/2013 Seite 6 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und d aher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vorbe- hältlich nachfolgend zu erörternde r Einschränkung einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32‒35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerdein- stanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5.), dass die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl demge genüber nicht Gegenstand des angefocht e- nen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden Verfahrens bilden, weshalb auf die entsprechenden Beschwerdeanträge nicht einzutreten ist, dass der Prozessantrag betreffend Datentransfer aufgrund des vorliegen- den Entscheids in der Hauptsache hinfällig geworden ist und sich im Wei- teren keine Hinweise in den Akten befinden, wonach eine Kontaktnahme mit dem Heimatstaat erfolgt wäre, E-5377/2013 Seite 7 dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlich er Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summaris ch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen kön nen, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass diesbezüglich das DAA zur Anwendung gelangt, dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 Dublin-II-Verordnung jeder Asylantrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger Staat bestimmt wird, dass derjenige Mitgliedstaat zuständig ist, welcher einem Familienang e- hörigen das Recht auf Aufenthalt in seiner E igenschaft als Flüchtling g e- währt hat, welcher dem Asylbewerber einen gültigen Aufenthaltstitel oder ein gültiges Visum ausgestellt hat, dessen Land -, See - oder Luftgrenze der Asylbewerber aus einem Drittstaat kommend legal oder illegal über- schritten hat, oder in welchem der erste Asylantrag gestellt wurde ( Art. 5 i.V.m. Art. 6‒13 Dublin-II-Verordnung), dass sodann jedem Mitgliedstaat, in Abweichung von den vorgenannten Zuständigkeitskriterien, die Möglichkeit zur Prüfung eines Asylgesuches eingeräumt wird (vgl. zur Souveränitätsklausel Art. 3 Abs. 2 Dublin -II- Verordnung und zur humanitären Klausel Art. 15 Dublin -II-Verordnung; vgl. auch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]), dass ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführenden mit der "Eurodac"-Datenbank ergab, dass diese am (…) Dezember 2012 in Un- garn um Asyl ersucht hatten (vgl. dazu insb. das Aktenstück A31, mit der darin befindlichen Erklärung der ungarischen Behörden, weshalb der u n- garische Eurodac-Hit irrtümlich vom (…) April 2013 datierte), E-5377/2013 Seite 8 dass die ungarischen Behörden dem auf Art. 16 Abs. 1 Bs t. c Dublin-II- Verordnung gestützten Gesuch des BFM um Übernahme der Beschwer- deführenden am 9. September 2013 ausdrücklich zustimmten, dass der im Rahmen des rechtlichen Gehörs erfolgten Bestreitung eines Aufenthaltes in Ungarn keine Beachtung zu schenken ist, da die B e- schwerdeführenden kurz zuvor den Reiseweg ausdrücklich via Ungarn beschrieben hatten und auch in der vorliegenden Beschwerde den Au f- enthalt in Ungarn und ihre Erfassung als Asylgesuchsteller ausdrücklich einräumen, wobei gänzlich unerheblich ist, dass sie ihre Asylantr äge ein- zig und erst in Dänemark zu stellen beabsichtigten und Ungarn ihres Er- achtens einzig als Transitstaat vorgesehen war, dass die Zuständigkeit Ungarns somit an sich gegeben ist, dass daran auch die sinngemäss geltend gemachten Verletzungen vö l- kerrechtlicher Verpflichtungen durch Ungarn (erneute unmenschliche B e- handlung in Ungarn und Weiterabschiebung in den Verfolgerstaat Kos o- vo) in der vorgelegten Form nichts ändern, dass es angesichts der Vermutung, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens zuständige Staat respektiere seine aus dem internationalen Recht fliessenden Verpflichtungen, den Beschwerdefüh - renden obliegt darzutun, gestützt auf welche ernsthaften Hinweise die Annahme naheliegt, dass die ungarischen Behörden in ihrem Fall die staatsvertraglichen Verpflichtungen nicht respektieren und ihnen den notwendigen Schutz nicht gewähren werden (vgl. Europäischer Gerichts- hof für Menschenrechte [EGMR], M.S.S. gegen Be lgien und Grieche n- land [Appl. No . 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011, § 84 f. und 250; Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union [EuGH] vom 21. Dezember 2011 in der Rechtssache C-411/10 und C-493/10), dass die Beschwerdeführenden im vorliegenden Fall keine konkreten An- haltspunkte geltend machen, wonach Ungarn, bei welchem es sich um einen Signatarstaat der EMRK, des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und des Protokolls über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) handelt, seine staatsvertraglichen Verpflichtungen mis s- achten und die Beschwerdeführenden in ihren Heimatstaat zurückschaf- fen würde, dies unter Missachtung des Non -Refoulement-Gebotes oder von Art. 3 EMRK, E-5377/2013 Seite 9 dass die Behauptung, sie seien in Ungarn grundlos mehrere Tage unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert gewesen, bevor ihnen die Flucht nach Dänemark gelungen sei, erstmals nunmehr auf Beschwerdestufe vorgebracht wird, ohne zu erklären, weshalb dieses Vorbringen bei der Befragung im Empfangszentrum und dem dort gewährten rechtlichen Gehör zu einer Rückführung nach Ungarn in entschuldbarer Weise nicht bereits hätte deponiert werden können, weshalb es als offensichtlich nachgeschoben und unglaubhaft zu qualifizieren ist, dass weitere Erörterungen zu einer angeblich völkerrechtswidrigen B e- handlung von Asylsuchenden in Ungarn sowie zu den dort gegebene n- falls anzutreffenden Lebensbedingungen angesichts der nachfolgenden Erwägungen hinfällig werden, hierzu aber immerhin auf das am 9. Okt o- ber 2013 ergangene Urteil E -2093/2012 des Bundesverwaltungsgerichts (dort E. 5 ff.) betreffend die rechtliche Situation und praktische Behan d- lung von Asylsuchenden und Dublin -Rückkehrenden in Ungarn zu ve r- weisen ist, dass die Beschwerdeführenden als ein relevantes Hindernis im Hinblick auf eine Ü berstellung nach Ungarn in der Beschwerdeschrift die fortg e- schrittene Schwangerschaft und damit einhergehende gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der Beschwerdeführerin ins Feld führen und hie r- zu insbesondere auf den ärztlichen Bericht vom (…) September 2013 verweisen, dass sie zwar im erstinstanzlichen Verfahren diese Überstellungshinde r- nisse – abgesehen von der Schwangerschaft als solcher und verschiede- ner medizinischer Unterlagen aus dem Jahre 2012 (vgl. A3 [Beweismittel- couvert] und A20) – nicht explizit als solche geltend gemacht haben, dass aber entsprechende Indizien aus den vorinstanzlichen Akten he r- vorgehen, da diese verschiedene Meldungen der zuständigen Asy l- betreuungsorganisation enthalten, wonach die Beschwerdeführerin in der Schweiz mehrfach medizinisch ( ambulant und stationär ) behandelt wur- de, insbesondere aufgrund ihrer Schwangerschaft und dabei aufgetret e- ner Komplikationen (vgl. A6-A9, A21, A30), dass diese Indizien bereits die Notwendigkeit einer weiteren Sachve r- haltsabklärung vor Erlass eines Dublin -Nichteintretensentscheides durch das BFM (beispielsweise in Form der Einholung oder Einforderung eines Arztberichtes) hätten erkennen lassen müssen, welcher Umstand die E-5377/2013 Seite 10 Kassation des angefochtenen Entscheides und die Rückweisung de r Sa- che an das BFM zur vollständigen Sachverhaltsabklärung nach sich zi e- hen müsste, dass wenige Tage nach Ergehen des angefochtenen Entscheides beim BFM das ärztliche Zeugnis vom (…) September 2013 einging, welches klar und unmissverständlich von drohenden vorzeitigen Kontraktionen mit fatalen Folgen und einer auf unbestimmte Zeit nicht bestehenden Reise- fähigkeit der Beschwerdeführerin spricht, dass rechtserhebliche Sachverhaltsveränderungen, die sich erst nach E r- gehen des angefochtenen Entscheides zugetrag en haben, im Beschwe r- deverfahren zu berücksichtigen sind und dem nachträglich aktenkundig ausgewiesenen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Hinblick auf die Selbsteintrittsfrage, die Frage einer allfälligen Verletzung der EMRK (vorab deren Art. 3) oder anderer Vollzugs- und damit gleichzeitig Nichteintretenshindernisse durchaus Relevanz beizumessen ist, zumal nicht nur eine Schwangerschaft als solche (und mithin gegebenenfalls ei- ne blosse Verlagerung des Überstellungstermins und die Beachtung g e- wisser Begleitmassnahmen bei der Überstellung) im Raum steht, sondern eine eigentliche Risikoschwangerschaft mit unabsehbaren gesundheitl i- chen Folgen, dass aufgrund der nicht bestehenden Reisefähigkeit die in Ziffer 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügu ng gesetzte Ausreisefrist als nicht realistisch und der Wegweisungsvollzug als einstweilen nicht durchfüh r- bar, zumindest als nicht zumutbar zu bezeichnen ist, dass die Fragen der Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG Vo r- aussetzung (und nicht erst Regelfolge) eines Nichteintretensentscheides sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2), dass sich daher angesichts der (durch das Arztzeugnis und die diesb e- züglichen Ausführungen in der Beschwerde) ergänzten Aktenlage sowie des Umstandes, dass es sich bei einem Dublin -Verfahren um ein solches mit beschleunigender Wirkung handelt, rechtfertigt, nicht nur eine Rüc k- weisung an die Vorinstanz zur vollständigen Sachverhaltsabklärung (und der damit bestehen den grundsätzlichen Möglichkeit des Erlasses eines neuen Dublin-Nichteintretensentscheides) zu veranlassen, sondern diese E-5377/2013 Seite 11 mit der Anweisung zum Selbsteintritt aus humanitären Gründen (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung i.V.m. Art 29a Abs. 3 AsylV1) zu verbinden, dass zusammenfassend vorliegend in Ausübung des bestehenden E r- messensspielraums von einer Selbsteintrittskonstellation aus humanit ä- ren Gründen auszugehen ist , das BFM demnach zu Unrecht in Anwen- dung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch der Be - schwerdeführenden nicht eingetreten ist und es somit das Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen hat, dass im Rahmen eines ordentlichen Asylverfahrens in der Schweiz der dannzumalige Gesundheitszustand de r Beschwerdeführenden im Hi n- blick auf den Vollzug der Wegweisung zu prüfen ist beziehungsweise w ä- re, sofern sich die Wegweisungs - und Vollzugsfrage im Entscheidzei t- punkt noch stellen sollte, dass die Beschwerde aus diesen Gründen gutzuheissen ist, soweit da r- auf einzutreten ist, ferner die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen ist, vom Selbsteintrittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-Verordnung Gebrauch zu machen, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 - 3 VwVG sowie die Zwischenverfügung des Bunde s- verwaltungsgericht vom 25. September 2013), dass obsiegende Parteien grundsätzlich Anspruch auf eine Parteien t- schädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen und verhältnismä s- sig hohen Kosten haben (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Regle- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass den zum Zeitpunkt der Einreichung ihrer Beschwerde nicht recht s- vertretenen, eine bloss vierseitige Rechtsschrift vorlegenden (und g e- mäss Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. Se p- tember 2013) keinen Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung nach Art. 65 Abs. 2 VwVG habenden Beschwerdeführenden aus dem vor- liegenden Verfahren offensichtlich keine solchen verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, dass ebenso der in der vorliegenden Sache erstmals am 7. Oktober 2013 vor dem Bundesverwaltungsgericht aufgetretenen Rechtsvertreterin o f- fensichtlich keine verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, da E-5377/2013 Seite 12 nach der Mandatsanzeige keine weiteren Rechtsschriften eingereicht wurden, dass deshalb keine Parteientschädigung zuzusprechen ist. (Dispositiv nächste Seite) E-5377/2013 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfügung vom 9. September 2013 wird aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an das BFM zurückgewi e- sen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: