<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">233</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">[...]</span><br/> <span class="ft3"><b>38</b></span> <span class="ft3"><b>Sozialhilfe; Zuständigkeit</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Bei vorbestehender Unterstützungsbedürftigkeit bleibt die Zuständigkeit</b></span><br/> <span class="ft3"><b>der früheren Wohnsitzgemeinde für ausstehende, dort angefallene und</b></span><br/> <span class="ft3"><b>erst nach dem Wegzug in Rechnung gestellte Wohnnebenkosten bestehen.</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">234</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 27. Oktober 2016 in</span><br/> <span class="ft4">Sachen Einwohnergemeinde A. gegen B. und Departement Gesundheit und</span><br/> <span class="ft4">Soziales (WBE.2016.325).</span><br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">1.</span><br/> <span class="ft1">Der Gemeinderat A. beantragt die Aufhebung des angefochte-</span><br/> <span class="ft1">nen Entscheids. Entgegen der Auffassung der Beschwerdestelle SPG</span><br/> <span class="ft1">bestehe für Ausstände der jährlichen Heiz- und Nebenkostenabrech-</span><br/> <span class="ft1">nung, welche sich auf den Zeitraum vor dem Zuzug beziehen, keine</span><br/> <span class="ft1">Zuständigkeit. Die Wohnkosten umfassten neben dem Mietzins auch</span><br/> <span class="ft1">die Nebenkosten. Sofern eine Person nicht in der Lage sei, dafür auf-</span><br/> <span class="ft1">zukommen, sei die jeweilige Unterstützungsgemeinde dafür zustän-</span><br/> <span class="ft1">dig. Die frühere Unterstützungsgemeinde habe mit der Übernahme</span><br/> <span class="ft1">der Wohnkosten eine Kostengutsprache für allenfalls später anfal-</span><br/> <span class="ft1">lende, nicht pauschal abgegoltene Nebenkosten geleistet und sei von</span><br/> <span class="ft1">der Zahlungspflicht nur insoweit befreit, als die unterstützte Person</span><br/> <span class="ft1">nicht aus eigener Kraft leisten könne. Komme hinzu, dass</span><br/> <span class="ft1">Privatschulden nur ausnahmsweise zu übernehmen seien, sofern da-</span><br/> <span class="ft1">mit eine bestehende oder drohende Notlage vermieden werde. Dar-</span><br/> <span class="ft1">über wäre aufgrund einer Abwägung im Einzelfall zu entscheiden,</span><br/> <span class="ft1">wobei Schulden nur zugunsten der unterstützten Person, nicht aber</span><br/> <span class="ft1">im überwiegenden Interesse der Gläubiger übernommen werden</span><br/> <span class="ft1">dürften.</span><br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">Die Vorinstanz bejahte die Zuständigkeit der neuen Wohnsitzge-</span><br/> <span class="ft1">meinde zur Prüfung des Gesuchs. Dieses betraf ausstehende Neben-</span><br/> <span class="ft1">kosten der Wohnung in der früheren Gemeinde, wo die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">gegnerin bereits unterstützt worden war. Die unterstützungspflichtige</span><br/> <span class="ft1">Gemeinde habe in Anwendung der SKOS-Richtlinien (B.3-1) zwar</span><br/> <span class="ft1">über die Wohnkosten unter Einbezug der Nebenkosten entschieden</span><br/> <span class="ft1">und darauf habe die neue Gemeinde keinen Einfluss. Indessen habe</span><br/> <span class="ft1">die bisherige Sozialhilfe gemäss Kapitel C.8 der SKOS-Richtlinien</span><br/> <span class="ft1">beim Wegzug gewisse Kosten zu übernehmen; zu im Zeitpunkt des</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">235</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Umzugs nicht fälligen Forderungen habe sich die SKOS nicht geäus-</span><br/> <span class="ft1">sert. Deren Kommission Rechtsfragen habe am 24. April 2008 die</span><br/> <span class="ft1">Meinung geäussert, aus Praktikabilitätsgründen sei zur Bestimmung</span><br/> <span class="ft1">des unterstützungspflichtigen Gemeinwesens auf den Zeitpunkt der</span><br/> <span class="ft1">Fälligkeit der Forderung und nicht der Leistungserbringung abzustel-</span><br/> <span class="ft1">len. Über diese Meinung wolle sich die Beschwerdestelle SPG nicht</span><br/> <span class="ft1">ohne Not hinwegsetzen. Es sei aber nicht zu verkennen, dass die</span><br/> <span class="ft1">Übernahme von Privatschulden Fragen aufwerfe und auch von einer</span><br/> <span class="ft1">subsidiären Kostengutsprache der bisherigen Gemeinde für später</span><br/> <span class="ft1">anfallende Nebenkosten ausgegangen werden könnte. Bezüglich</span><br/> <span class="ft1">offener Krankenkassenprämien habe die Kommission Rechtsfragen</span><br/> <span class="ft1">der SKOS die Meinung vertreten, dass die bisherige Wohnsitzge-</span><br/> <span class="ft1">meinde alle Prämien entsprechend der Wohnsitzdauer zu überneh-</span><br/> <span class="ft1">men habe.</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">Bis zum 30. April 2015 wohnte die Beschwerdegegnerin mit</span><br/> <span class="ft1">ihrem Partner in einer 3,5-Zimmerwohnung an der C.-Strasse in D..</span><br/> <span class="ft1">Der monatliche Netto-Mietzins betrug Fr. 1'450.00 (einschliesslich</span><br/> <span class="ft1">Garage). Als Nebenkosten wurden Fr. 150.00 vereinbart, wobei</span><br/> <span class="ft1">Heiz-, Warmwasser- und Betriebskosten auf Abrechnung erfolgen.</span><br/> <span class="ft1">Dies ergab einen Brutto-Mietzins von Fr. 1'600.00.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdegegnerin wurde von D. vom 1. März 2013 bis</span><br/> <span class="ft1">31. Mai 2015 materiell unterstützt. Ihr Partner bezog keine Sozialhil-</span><br/> <span class="ft1">feleistungen. Im Beschluss vom 23. September 2013 hat der Gemein-</span><br/> <span class="ft1">derat erwogen, der maximale Wohnkostenbeitrag für einen 2-Per-</span><br/> <span class="ft1">sonenhaushalt von Fr. 1'250.00 werde überschritten. Am</span><br/> <span class="ft1">23. September 2013 erteilte er der Beschwerdegegnerin unter Kür-</span><br/> <span class="ft1">zungsandrohung die Weisung, sich um eine kostengünstigere Woh-</span><br/> <span class="ft1">nung zu bemühen. Im Beschluss vom 17. März 2014 kürzte der Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinderat den anteilmässigen Wohnkostenbeitrag auf Fr. 625.00. Mit</span><br/> <span class="ft1">Entscheid vom 1. Juni 2015 wurde die materielle Hilfe infolge Weg-</span><br/> <span class="ft1">zugs eingestellt.</span><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">Seit dem 1. Mai 2015 wohnt die Beschwerdegegnerin zusam-</span><br/> <span class="ft1">men mit ihrem Partner in einer 4,5-Zimmerwohnung in A.. Seit dem</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">236</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">1. Juni 2015 wird sie von dieser Gemeinde unterstützt. Ihr Partner</span><br/> <span class="ft1">bezieht nach wie vor keine Sozialhilfeleistungen. Im Beschluss vom</span><br/> <span class="ft1">29. Juni 2015 übernahm der Gemeinderat A. entsprechend den örtli-</span><br/> <span class="ft1">chen Mietzinsrichtlinien einen anteilmässigen Wohnkostenbeitrag</span><br/> <span class="ft1">von Fr. 600.00.</span><br/> <span class="ft1">3.3.</span><br/> <span class="ft1">Nach der jährlichen Nebenkostenabrechnung vom 18. Novem-</span><br/> <span class="ft1">ber 2015 waren für die Wohnung in D. vom 1. Juli 2014 bis 30. April</span><br/> <span class="ft1">2015 Heiz- und Betriebskosten von Fr. 2'462.20 angefallen. Davon</span><br/> <span class="ft1">wurden Akontozahlungen von Fr. 1'500.00 in Abzug gebracht, was</span><br/> <span class="ft1">ein Guthaben des Vermieters von Fr. 962.20 ergab.</span><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">Nach Art. 257a Abs. 2 OR dürfen Nebenkosten dem Mieter nur</span><br/> <span class="ft1">dann gesondert belastet werden und sind sie nicht im Nettozins inbe-</span><br/> <span class="ft1">griffen, wenn die Parteien dies ausdrücklich vereinbart haben. Eine</span><br/> <span class="ft1">entsprechende Vereinbarung kann vorsehen, dass die ausdrücklich</span><br/> <span class="ft1">bezeichneten Nebenkosten mit einer Pauschale abgegolten werden</span><br/> <span class="ft1">oder dass sie mindestens einmal jährlich abgerechnet werden, wobei</span><br/> <span class="ft1">der Mieter in der Regel Akontozahlungen leistet (BGE 132 III 24,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 3.1; 121 III 460, Erw. 2a/aa; P</span><span class="ft4">ETER</span> <span class="ft1">H</span><span class="ft4">IGI</span><span class="ft1">, in: Zürcher Kommen-</span><br/> <span class="ft1">tar, 1994, Art. 257a-257b N 19 f.). Erhebt der Vermieter die Neben-</span><br/> <span class="ft1">kosten aufgrund einer Abrechnung, muss er diese jährlich mindestens</span><br/> <span class="ft1">einmal erstellen und dem Mieter vorlegen (Art. 4 Abs. 1 der Verord-</span><br/> <span class="ft1">nung über die Miete und Pacht von Wohn- und Geschäftsräumen</span><br/> <span class="ft1">vom 9. Mai 1990 [VMWG; SR 221.213.11]). Erhebt er sie pauschal,</span><br/> <span class="ft1">muss er auf die Durchschnittswerte dreier Jahre abstellen (Art. 4</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 VMWG). Leistet der Mieter entsprechend der ordnungsge-</span><br/> <span class="ft1">mäss erstellten jährlichen Abrechnung Nachzahlung, erfüllt er damit</span><br/> <span class="ft1">seine ursprüngliche Pflicht zur Übernahme von Nebenkosten. Eine</span><br/> <span class="ft1">Vertragsänderung ist damit nicht verbunden (BGE 132 III 24,</span><br/> <span class="ft1">Erw. 3.2; vgl. auch BGE 126 III 119). Es ist üblich, dem Mieter eine</span><br/> <span class="ft1">Zahlungsfrist von 30 Tagen einzuräumen (vgl. Urteil des Bundesge-</span><br/> <span class="ft1">richts vom 24. Juni 1998 [4C.479/1997], Erw. 3a, in: mp 2/99,</span><br/> <span class="ft1">S. 83 ff.; R</span><span class="ft4">OGER</span> <span class="ft1">W</span><span class="ft4">EBER</span><span class="ft1">, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I,</span><br/> <span class="ft1">Art. 1-529 OR, 6. Auflage, 2015, Art. 257a N 8).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">237</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">5.</span><br/> <span class="ft1">5.1.</span><br/> <span class="ft1">Im vorliegenden Verfahren ist lediglich über die Zuständigkeit</span><br/> <span class="ft1">des Gemeinderats A. zur Prüfung des Gesuchs um Nachzahlung von</span><br/> <span class="ft1">Mietnebenkosten zu entscheiden.</span><br/> <span class="ft1">5.2.</span><br/> <span class="ft1">Eine Zuständigkeit der neuen Wohnsitzgemeinde zur Über-</span><br/> <span class="ft1">nahme von Ausständen entsprechend der jährlichen Nebenkostenab-</span><br/> <span class="ft1">rechnung (d.h. vor dem Zuzug) würde bei neu eingetretener Unter-</span><br/> <span class="ft1">stützungsbedürftigkeit bestehen: Materielle Hilfe wird in der Regel</span><br/> <span class="ft1">auf Gesuch hin gewährt (vgl. § 9 SPG), wobei die Forderung im</span><br/> <span class="ft1">beendeten Mietverhältnis begründet wäre. Aufgrund des Wegzugs</span><br/> <span class="ft1">(Art. 9 Abs. 1 ZUG) könnte keine Zuständigkeit der früheren Wohn-</span><br/> <span class="ft1">gemeinde bestehen. Gegenüber der neuen Wohnsitzgemeinde läge</span><br/> <span class="ft1">ein Gesuch um Übernahme ausstehender Privatschulden vor. Diese</span><br/> <span class="ft1">Konstellation liegt indessen nicht vor.</span><br/> <span class="ft1">Es mag Praktikabilitätsüberlegungen entsprechen und im</span><br/> <span class="ft1">Einzelfall angezeigt sein, dass die neue Wohngemeinde auch bei vor-</span><br/> <span class="ft1">bestehender Unterstützungsbedürftigkeit für ausstehende frühere Ne-</span><br/> <span class="ft1">benkosten aufkommt. Insbesondere erlaubt dieses Vorgehen, dass</span><br/> <span class="ft1">eine betreffende Nachzahlung im aktuellen Sozialhilfebudget als</span><br/> <span class="ft1">Ausgabe berücksichtigt bzw. ein ausbezahltes Guthaben als Einnah-</span><br/> <span class="ft1">men angerechnet wird. Rechtlich überzeugt dieses Vorgehen aller-</span><br/> <span class="ft1">dings nicht: Bei dieser Nachzahlung ist nicht von (Privat-)Schulden</span><br/> <span class="ft1">auszugehen, sondern von Nebenkosten als Bestandteil der Wohn-</span><br/> <span class="ft1">kosten (vgl. SKOS-Richtlinien, B.3-1; C</span><span class="ft4">LAUDIA</span> <span class="ft1">H</span><span class="ft4">ÄNZI</span><span class="ft1">, Die Richt-</span><br/> <span class="ft1">linien der schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, Basel 2011,</span><br/> <span class="ft1">S. 375 f.). Kapitel C.8 der SKOS-Richtlinien betrifft den Wegzug aus</span><br/> <span class="ft1">der Gemeinde und empfiehlt, dass das bisherige Sozialhilfeorgan</span><br/> <span class="ft1">insbesondere den Lebensunterhalt für einen Monat, den ersten Woh-</span><br/> <span class="ft1">nungsmietzins sowie Umzugskosten übernimmt. Hierbei handelt es</span><br/> <span class="ft1">sich um keine Zuständigkeitsbestimmungen und die Annahme von</span><br/> <span class="ft1">situationsbedingten Leistungen wäre bei ausstehenden Wohnneben-</span><br/> <span class="ft1">kosten nicht ohne Weiteres angezeigt. Gemäss Art. 257b OR ist der</span><br/> <span class="ft1">Vermieter nur berechtigt, die tatsächlichen Aufwendungen, d.h. die</span><br/> <span class="ft1">ihm effektiv entstehenden Kosten, zu überwälzen (W</span><span class="ft4">EBER</span><span class="ft1">, a.a.O.,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2016</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">238</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Art. 257b N 2; H</span><span class="ft4">IGI</span><span class="ft1">, a.a.O., Art. 257a-257b N 26). Bei der</span><br/> <span class="ft1">Akontovereinbarung entsteht eine auf Abrechnung gestellte Forde-</span><br/> <span class="ft1">rung (W</span><span class="ft4">EBER</span><span class="ft1">, a.a.O., Art. 257a N 8). Die Nachzahlungsverpflich-</span><br/> <span class="ft1">tung ist im Mietverhältnis begründet und bedeutet Vertragserfüllung.</span><br/> <span class="ft1">Üblicherweise leistet der Mieter mit dem Mietzins Akontozahlungen,</span><br/> <span class="ft1">welche nach dem Vorliegen der Nebenkostenabrechnung angerechnet</span><br/> <span class="ft1">werden. Abweichungen von mehr als 15 % braucht der Mieter</span><br/> <span class="ft1">praxisgemäss nicht zu tragen (vgl. W</span><span class="ft4">EBER</span><span class="ft1">, a.a.O., Art. 257b N 2).</span><br/> <span class="ft1">Indem die frühere Wohnsitzgemeinde materielle Hilfe einschliesslich</span><br/> <span class="ft1">Wohnkostenbeitrag gewährte, hat sie damit über ihre Zuständigkeit</span><br/> <span class="ft1">auch hinsichtlich der vertraglich geschuldeten Nebenkosten entschie-</span><br/> <span class="ft1">den. Dies trifft unabhängig von der Fälligkeit der Nachzahlungs-</span><br/> <span class="ft1">forderung sowie davon zu, dass diese erst nach dem Vorliegen der</span><br/> <span class="ft1">Abrechnung bestimmt und erfüllbar war (vgl. H</span><span class="ft4">IGI</span><span class="ft1">, a.a.O., Art. 257a-</span><br/> <span class="ft1">257b N 23). Unerheblich ist weiter, dass der Vermieter erst nach dem</span><br/> <span class="ft1">Wegzug Rechnung stellte. Mit dem Gesuch um Übernahme durch die</span><br/> <span class="ft1">Sozialhilfe wurde mithin kein neuer Leistungsanspruch geltend</span><br/> <span class="ft1">gemacht. Das sozialhilferechtliche Bedarfdeckungsprinzip bleibt</span><br/> <span class="ft1">aufgrund der übernommenen Vorleistungen, welche die Nebenkosten</span><br/> <span class="ft1">nur teilweise deckten, grundsätzlich unberührt.</span><br/> <span class="ft1">5.3.</span><br/> <span class="ft1">Somit ist der Gemeinderat A. für die Prüfung des Gesuchs um</span><br/> <span class="ft1">Nachzahlung von Nebenkosten nicht zuständig.</span><br/></div> </div> </body> </html>