<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00189</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223884&amp;W10_KEY=13045531&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00189</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.03.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Abfallgebühren</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[kommunale Abfallgebühren] Gemäss dem im Abgaberecht streng gehandhabten Legalitätsprinzip bedürfen öffentliche Abgaben wie die umstrittene Abfall-Grundgebühr einer Grundlage in einem formellen Gesetz. Delegiert das Gesetz die Kompetenz zur Festlegung gewisser Kausalabgaben an den Verordnungsgeber, so muss es zumindest den Kreis der Abgabepflichtigen, den Gegenstand der Abgabe, die Höhe der Abgabe oder wenigstens deren Bemessungsgrundlagen sowie allfällige Ausnahmen von der Abgabepflicht festlegen. Die Grundsätze der zulässigen Gesetzesdelegation im Abgaberecht gelten auch für die Gemeinden. Fehlt es an einer formellgesetzlichen Grundlage im übergeordneten Recht, sind diese gehalten, eine solche auf Stufe eines Gemeindeerlasses zu schaffen; ein blosser Behördenerlass genügt nicht (zum Ganzen E. 3.1). Art. 32a USG stellt keine unmittelbar anwendbare gesetzliche Grundlage für die Erhebung von Abfallgebühren dar, sondern verlangt eine konkretisierende Gesetzgebung der Kantone und/oder Gemeinden (E. 4.1). Der kantonale Gesetzgeber stellt den Gemeinden in § 37 Abs. 2 AbfG zur Wahl, ob sie ausschliesslich mengenabhängige Abfallgebühren oder nebst solchen auch eine mengenunabhängige Grundgebühr erheben wollen. Ebenso überlässt das kantonale Recht den Gemeinden, ob die Abfallmenge nach Volumen oder Gewicht bemessen wird. Es regelt mithin weder die Höhe noch die Bemessungsgrundlagen der Abfallgebühren. § 37 Abs. 2 AbfG kann deshalb auch nicht als formellgesetzliche Grundlage für die streitbetroffene kommunale Abfallgebühr herangezogen werden (E. 4.2). Bei der kommunalen Abfallverordnung handelt es sich um einen blossen Behördenerlass. Eine formellgesetzliche (Grundsatz-)Regelung auf Stufe eines Gemeindeerlasses hat die Beschwerdegegnerin nicht erlassen. Die umstrittene Abfallgebühr entbehrt einer genügenden gesetzlichen Grundlage; daran ändert nichts, dass die zum Erlasszeitpunkt anwendbare Gemeindeordnung den Gemeinderat als für den Erlass einer Abfallverordnung zuständig erklärte (E. 4.3). Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABFALLGEBÃHR">ABFALLGEBÃHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABGABERECHT">ABGABERECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABGABERECHTLICHES LEGALITÃTSPRINZIP">ABGABERECHTLICHES LEGALITÃTSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZESDELEGATION">GESETZESDELEGATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENDECKUNGSPRINZIP">KOSTENDECKUNGSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGALITÃTSPRINZIP">LEGALITÃTSPRINZIP</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 37 Abs. II AbfallG</span><br/><span class="gerade">Art. 32a USG</span><br/><span class="ungerade">§ 5 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=65209" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00189</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">7. MÃ¤rz 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Eva Heierle.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Gemeinde Wald, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend AbfallgebÃ¼hren,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Die Gemeinde Wald stellte A am 28. Juni 2022 fÃ¼r die Abfallbeseitigung im Jahr 2022 eine "GrundgebÃ¼hr Wohnung" sowie eine "GrundgebÃ¼hr Gewerbe" fÃ¼r den Betrieb "D" in der HÃ¶he von je Fr. 65.-, insgesamt also Fr. 130.-, in Rechnung. Unterm 30. Juni 2022 stellte die Wasserversorgungsgenossenschaft B A fÃ¼r die Liegenschaft C Akonto-BeitrÃ¤ge fÃ¼r das erste Halbjahr 2022 von insgesamt Fr. 480.- in Rechnung, worunter GrundgebÃ¼hren von Fr. 400.- mit dem Vermerk "2 Einh. â 100%". </p> <p class="Sachverhalt2">A wandte sich am 30. Juni 2022 per E-Mail an die Gemeinde Wald und teilte dieser sinngemÃ¤ss mit, dass er die fÃ¼r den Betrieb "D" in Rechnung gestellte GrundgebÃ¼hr fÃ¼r die Abfallbeseitigung nicht bezahle, weil es sich bei der Sammlung dieser Fahrzeuge nur um ein Hobby handle. Es sei daher nicht korrekt, ihm "das einfach in Rechnung zu stellen". Das habe er des Weiteren auch der Wasserversorgungsgenossenschaft B schon mehrere Male mitgeteilt. Er habe in den Garagen, in welchen er sein Hobby betreibe, auch gar keinen Wasseranschluss. </p> <p class="Sachverhalt2">Der Vorsteher des Ressorts "Sicherheit und Gesundheit" der Gemeinde Wald nahm die E-Mail vom 30. Juni 2022 als Einsprache gegen die Abfall-GrundgebÃ¼hr fÃ¼r den Gewerbebetrieb "D" entgegen und wies sie mit VerfÃ¼gung vom 21. Juli 2022 ab.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>A ersuchte am 26. Juli 2022 sinngemÃ¤ss um Neubeurteilung der VerfÃ¼gung vom 21. Juli 2022. Er brachte unter anderem vor, seine Fahrzeuge-Sammlung sei zum Verkauf ausgeschrieben; er mache seit etwa einem Jahr keine Reparaturen oder Restaurationen mehr. Auch seien im Erdgeschoss seiner Liegenschaft "Wasser und Abwasser AnschlÃ¼sse" nicht vorhanden, es sei kein Abfall entstanden und gebe "dazu keinen Wasser und Abwasser Verbrauch". </p> <p class="Urteilstext">Der Gemeinderat Wald wies das Gesuch um Neubeurteilung mit Beschluss vom 22. August 2022 ab (Dispositivziffer 1), bestÃ¤tigte die jÃ¤hrliche AbfallgrundgebÃ¼hr fÃ¼r das Gewerbe "D" von Fr. 65.- (Dispositivziffer 2) und hielt fest, dass "[d]ie Rechnung fÃ¼r die Abfall-GrundgebÃ¼hr 2022 fÃ¼r das Gewerbe zur Zahlung fÃ¤llig" sei (Dispositivziffer 3).</p> <p class="Sachverhalt1"><span class="MsoPageNumber"><b>II. </b></span><span class="MsoPageNumber"> </span></p> <p class="Urteilstext">A rekurrierte dagegen am 30. August 2022 â entsprechend der Rechtmittelbelehrung im Beschluss vom 22. August 2022 â an das Statthalteramt des Bezirks Hinwil. Dieses trat mit VerfÃ¼gung vom 2. September 2022 mangels sachlicher ZustÃ¤ndigkeit auf den Rekurs nicht ein und Ã¼berwies die Sache an das Baurekursgericht des Kantons ZÃ¼rich. Dieses wies den Rekurs mit Entscheid vom 22. MÃ¤rz 2023 ab (Dispositivziffer I) und auferlegte A die Gerichtskosten von insgesamt Fr. 620.- (Dispositivziffer II). </p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Daraufhin gelangte A mit Schreiben vom 29. MÃ¤rz 2023 "nochmals" an das Baurekursgericht und beanstandete sinngemÃ¤ss die Abweisung seines Rekurses betreffend die ihm fÃ¼r seinen Betrieb "D" in Rechnung gestellten Abfall-GrundgebÃ¼hren von Fr. 65.-, die aus seiner Sicht fehlende Befassung (auch) des Baurekursgerichts mit den GrundgebÃ¼hren fÃ¼r den Wasserbezug von Fr. 200.- sowie die ihm auferlegten GerichtsgebÃ¼hren von Fr. 620.-. Das Baurekursgericht Ã¼berwies diese Eingabe am 3. April 2023 an das Verwaltungsgericht. Das Verwaltungsgericht teilte A mit Schreiben vom 5. April 2023 mit, dass die Eingabe vom 29. MÃ¤rz 2023 nicht eindeutig auf einen Beschwerdewillen schliessen lasse, und rÃ¤umte ihm Gelegenheit zur allfÃ¤lligen Manifestation desselben ein. Am 6. April 2023 brachte A seinen Beschwerdewillen hinreichend zum Ausdruck, worauf das Verwaltungsgericht das vorliegende Verfahren VB.2023.00189 und den Schriftenwechsel erÃ¶ffnete. </p> <p class="Urteilstext">Die Gemeinde Wald verzichtete am 24. April 2023 auf Beschwerdeantwort. Das Baurekursgericht beantragte am 4. Mai 2023 ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Auf Aufforderung des Verwaltungsgerichts hin Ã¤usserte sich die Gemeinde Wald am 16. November 2023 zu den kommunalen Rechtsgrundlagen des Beschlusses des Gemeinderats Wald vom 22. August 2022. A verzichtete implizit auf Ãusserung hierzu. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. </p> <p class="Urteilstext"><span>Weil auch die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Da der Streitwert vorliegend weniger als Fr. 20'000.- betrÃ¤gt und dem Fall keine grundsÃ¤tzliche Bedeutung zukommt, ist der Einzelrichter zum Entscheid berufen (§ 38b Abs. 1 lit. c VRG, § 38b Abs. 2 e contrario VRG). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt sinngemÃ¤ss, die Vorinstanzen hÃ¤tten sich zu Unrecht nicht mit den von ihm (ebenfalls) beanstandeten GrundgebÃ¼hren fÃ¼r die Wasserversorgung gemÃ¤ss der Akonto-Rechnung der Wasserversorgungsgenossenschaft B vom 30. Juni 2022 befasst, und wirft ihnen somit eine formelle Rechtsverweigerung vor (vgl. JÃ¼rg Bosshart/Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kanton ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 19 N. 40). Zu prÃ¼fen ist deshalb zunÃ¤chst, ob seine Eingabe bzw. E-Mail vom 30. Juni 2022 auch bezÃ¼glich der fraglichen Rechnung geeignet war, ein Verwaltungsrechtspflegeverfahren einzuleiten oder die Beschwerdegegnerin zumindest zu veranlassen, sich bezÃ¼glich des mÃ¶glichen Anfechtungswillens beim BeschwerdefÃ¼hrer zu erkundigen (vgl. Martin Bertschi/Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, Vorbemerkungen zu §§ 4â31 N. 29, vgl. ferner Alain Griffel, Kommentar VRG, § 23 N. 7). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>In der fraglichen E-Mail vom 30. Juni 2022 bezieht sich der BeschwerdefÃ¼hrer ausdrÃ¼cklich auf die "Rechnung â¦ Abfallbeseitigung" und teilt mit, die "Rechnung GrundgebÃ¼hr Wohnung Fr. 65.00" gleichentags bezahlt zu haben. Er habe "[n]ach mehreren AbklÃ¤rungen" der Beschwerdegegnerin "schon mehrere Male Mittgeteilt, dass es in der Liegenschaft C / GrundgebÃ¼hr Gewerbe / D / 3 Garage keine Rechtlichen Kosten AnsprÃ¼che" gebe. Anschliessend fÃ¼hrt der BeschwerdefÃ¼hrer den "Grund zur Sachlage" aus. Dabei weist er u.<span> </span>a. darauf hin, dass er in den drei Garagen "keinen Wasser Anschluss, aber auch keine Abwasser SchÃ¤chte" habe. Abschliessend hÃ¤lt er fest: "Nebenbei; WVG B wurde das auch im Weiteren schon mehrere Male Mittgeteilt Abwasser GebÃ¼hren das genau gleiche Theater. Und wurde Ebenfalls fÃ¼r Jahr 2022 nicht Bezahlt."</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Aus dem Dargelegten erhellt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer am 30. Juni 2022 gegenÃ¼ber der Beschwerdegegnerin hinreichend deutlich zum Ausdruck brachte, dass er mit der Rechnungstellung vom 28. Juni 2022 insoweit nicht einverstanden sei, als ihm (auch) fÃ¼r einen Gewerbebetrieb <i>Abfall</i>-GrundgebÃ¼hren auferlegt worden waren. DemgegenÃ¼ber enthÃ¤lt seine Eingabe in Zusammenhang mit der Wasserversorgung keine konkreten Beanstandungen bezÃ¼glich eines bestimmten oder nur schon erkennbaren Anfechtungsobjekts, sondern erweckt vielmehr den Eindruck, der BeschwerdefÃ¼hrer habe sich bereits mit analogen AntrÃ¤gen unmittelbar an die Wasserversorgungsgenossenschaft B gewandt. Die Akonto-Rechnung der Wasserversorgungsgenossenschaft B vom 30. Juni 2022 legte er denn auch erst am 30. August 2022 als Rekursbeilage ins Recht. Sein Vorbringen in der E-Mail vom 30. Juni 2022, wonach es in den Garagen der Liegenschaft C weder WasseranschlÃ¼sse noch AbwÃ¤sserschÃ¤chte gebe, durfte die Beschwerdegegnerin als Teil der BegrÃ¼ndung auffassen bzw. als Argument dafÃ¼r, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in der streitbetroffenen Liegenschaft keinen Gewerbebetrieb (mehr) unterhalte, fÃ¼r welchen KehrichtgrundgebÃ¼hren zu entrichten seien. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin keine Veranlassung zur Annahme hatte, der BeschwerdefÃ¼hrer wolle mit seiner E-Mail vom 30. Juni 2022 ein Rechtsmittel gegen die Akonto-Rechnung der Wasserversorgungsgenossenschaft B vom nÃ¤mlichen Datum erheben. Sie musste deshalb die fragliche E-Mail auch nicht gestÃ¼tzt auf § 5 Abs. 2 VRG zustÃ¤ndigkeitshalber an eine andere BehÃ¶rde, etwa die infrage stehende Wasserversorgungsgenossenschaft, weiterleiten (PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 5 N. 35). </p> <p class="Urteilstext">Nichts anderes ergibt sich unter BerÃ¼cksichtigung des gegen die VerfÃ¼gung vom 21. Juli 2022 gerichteten sinngemÃ¤ssen Gesuchs des BeschwerdefÃ¼hrers um Neubeurteilung vom 26. Juli 2022: Auch hier erscheint das Vorbringen, im Parterre der Liegenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers seien weder WasseranschlÃ¼sse noch Abwassereinrichtungen vorhanden, als Element der BegrÃ¼ndung seines Begehrens um Aufhebung der <i>Kehricht</i>grundgebÃ¼hren fÃ¼r den umstrittenen Gewerbebetrieb. Eine formelle Rechtsverweigerung durch die Beschwerdegegnerin liegt nicht vor.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Erst die Rekursschrift vom 30. August 2022 lÃ¤sst unter BerÃ¼cksichtigung der Rekursbeilagen erahnen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in Zusammenhang mit der Wasserversorgung konkret eine der ihm am 30. Juni 2022 in Rechnung gestellten Einheiten bzw. GrundgebÃ¼hren fÃ¼r die Wasserversorgung beanstandet. Allerdings macht der BeschwerdefÃ¼hrer auch in seiner Rekurseingabe geltend, "[d]ie weitere Geschichte" sei u.<span> </span>a. der Wasserversorgungsgenossenschaft B "mehrmals" mitgeteilt worden, weshalb die Vorinstanz nicht annehmen konnte bzw. musste, dass der BeschwerdefÃ¼hrer der Beschwerdegegnerin in Zusammenhang mit den WassergrundgebÃ¼hren vorwerfe, pflichtwidrig untÃ¤tig geblieben zu sein, sondern vielmehr davon ausgehen musste, der BeschwerdefÃ¼hrer habe sich in Zusammenhang mit den WassergebÃ¼hren an die Rechnungsstellerin gewandt. Dass sich die Vorinstanz weder mit den GrundgebÃ¼hren fÃ¼r die Wasserversorgung befasste noch Ã¼berprÃ¼fte, ob die Beschwerdegegnerin insoweit hÃ¤tte tÃ¤tig werden mÃ¼ssen, ist daher nicht zu beanstanden. Die Beschwerde vermag in diesem Punkt nicht durchzudringen. Zu prÃ¼fen bleibt einzig die streitige Abfall-GrundgebÃ¼hr fÃ¼r das Gewerbe "D".</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss dem im Abgaberecht grundsÃ¤tzlich streng gehandhabten LegalitÃ¤tsprinzip bedÃ¼rfen Ã¶ffentliche Abgaben einer Grundlage in einem formellen Gesetz, sodass den rechtsanwendenden BehÃ¶rden kein Ã¼bermÃ¤ssiger Spielraum verbleibt und die mÃ¶glichen Abgabepflichten voraussehbar und rechtsgleich sind (BGE 145 I 52 E. 5.2.1 mit Hinweisen; vgl. auch Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2020, Rz. 2762). Eine â hier nicht einschlÃ¤gige â Ausnahme besteht nur fÃ¼r Kanzlei- und KontrollgebÃ¼hren, fÃ¼r welche aufgrund ihrer geringen HÃ¶he eine gesetzliche Grundlage auf Verordnungsstufe genÃ¼gt (Pierre Tschannen/Markus MÃ¼ller/Markus Kern, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. A., Bern 2022, Rz. 1658; zum Begriff der Kanzlei- und KontrollgebÃ¼hr vgl. Rz. 1607). </p> <p class="Erwgung2">Delegiert das Gesetz die Kompetenz zur Festlegung gewisser Kausalabgaben an den Verordnungsgeber, so muss es zumindest den Kreis der Abgabepflichtigen, den Gegenstand der Abgabe, die HÃ¶he der Abgabe oder wenigstens deren Bemessungsgrundlagen sowie allfÃ¤llige Ausnahmen von der Abgabepflicht festlegen (Tschannen/MÃ¼ller/Kern, Rz. 1652; BGE 130 I 113, E. 2.2; BGE 143 II 283 E. 3.5). </p> <p class="Erwgung2">Die Anforderungen an die formell-gesetzliche Grundlage dÃ¼rfen nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (nur) fÃ¼r die Abgabenbemessung herabgesetzt werden, wenn das Mass der Abgabe durch Ã¼berprÃ¼fbare verfassungsrechtliche Prinzipien â das Kostendeckungs- und das Ãquivalenzprinzip â begrenzt werden und nicht allein der Gesetzesvorbehalt diese Schutzfunktion erfÃ¼llt (vgl. dazu nachfolgend E. 3.2; Tschannen/MÃ¼ller/Kern, Rz. 1657, auch zum Folgenden). In Bezug auf die Umschreibung des Kreises der Abgabepflichtigen und des Gegenstands der Abgabe kÃ¶nnen die Anforderungen an die formell-gesetzliche Grundlage hingegen nicht gelockert werden (VGr, 11. Februar 2021, VB.2019.00242, E. 2.1 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2">Die GrundsÃ¤tze der zulÃ¤ssigen Gesetzesdelegation im Abgaberecht gelten fÃ¼r sÃ¤mtliche fÃ¶deralen Ebenen, namentlich auch fÃ¼r die Gemeinden. Fehlt es an einer formell-gesetzlichen Grundlage im Ã¼bergeordneten Recht, sind diese gehalten, eine solche auf Stufe eines Gemeindeerlasses im Sinn von § 4 Abs. 2 des Gemeindegesetze vom 20. April 2015 (GG, LS 131.1), das heisst in einem Erlass der Stimmberechtigten bzw. des Gemeindeparlaments, zu schaffen. Eine Regelung einzig auf Stufe eines BehÃ¶rdenerlasses im Sinn von § 4 Abs. 3 GG (wie etwa des Gemeindevorstands) genÃ¼gt demgegenÃ¼ber nicht.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Kausalabgaben und damit GebÃ¼hren wie die hier im Streit liegende unterliegen nebst dem LegalitÃ¤tsprinzip auch dem Kostendeckungs- und Ãquivalenzprinzip. Nach dem Kostendeckungsprinzip sollen die GebÃ¼hrenertrÃ¤ge den Gesamtaufwand fÃ¼r den betreffenden Verwaltungszweig nicht oder nur geringfÃ¼gig Ã¼berschreiten, was eine gewisse Schematisierung oder Pauschalisierung der Abgabe nicht ausschliesst. Das Ãquivalenzprinzip verlangt in Konkretisierung des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsgrundsatzes und des WillkÃ¼rverbots insbesondere, dass eine GebÃ¼hr nicht in einem offensichtlichen MissverhÃ¤ltnis zum objektiven Wert der Leistung steht und sich in vernÃ¼nftigen Grenzen hÃ¤lt. Der Wert der Leistung bemisst sich nach dem Nutzen, den sie dem Pflichtigen bringt, oder nach dem Kostenaufwand der konkreten Inanspruchnahme im VerhÃ¤ltnis zum gesamten Aufwand des betreffenden Verwaltungszweigs, wobei schematische, auf Wahrscheinlichkeit und Durchschnittserfahrungen beruhende MassstÃ¤be angelegt werden dÃ¼rfen (zum Ganzen VGr, 2. Dezember 2019, VB.2017.00546, E. 2.4 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Im Abgaberecht kommt dem LegalitÃ¤tsprinzip nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Funktion eines selbstÃ¤ndigen verfassungsmÃ¤ssigen Rechts zu (Tschannen/Zimmerli/MÃ¼ller, Rz. 1650 mit Hinweis auf BGE 136 I 142 E. 3.1). Es gilt somit zu prÃ¼fen, ob das Bundesrecht, das kantonalen und/oder das kommunale Recht eine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage fÃ¼r die hier umstrittene GebÃ¼hr enthÃ¤lt bzw. enthalten (nachfolgend E. 4).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>GemÃ¤ss Art. 32a Abs. 1 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG, SR 814.01) sorgen die Kantone dafÃ¼r, dass die Kosten fÃ¼r die Entsorgung der SiedlungsabfÃ¤lle, soweit sie ihnen Ã¼bertragen ist, mit GebÃ¼hren oder anderen Abgaben den Verursachern Ã¼berbunden werden. Bei der Ausgestaltung der Abgaben werden insbesondere die Art und die Menge des Ã¼bergebenen Abfalls (lit. a), die Kosten fÃ¼r Bau, Betrieb und Unterhalt der Abfallanlagen (lit. b), die Zinsen (lit. c) und der geplante Investitionsbedarf fÃ¼r Unterhalt, Sanierung und Ersatz, fÃ¼r Anpassungen an gesetzliche Anforderungen sowie fÃ¼r betriebliche Optimierungen (lit. d) berÃ¼cksichtigt. </p> <p class="Erwgung2">Art. 32a USG bzw. das darin verankerte Verursacherprinzip stellt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine unmittelbar anwendbare gesetzliche Grundlage fÃ¼r die Erhebung von AbfallgebÃ¼hren dar, sondern verlangt eine konkretisierende Gesetzgebung seitens der Kantone und/oder Gemeinden. Diese verfÃ¼gen dabei Ã¼ber einen weiten Ermessensspielraum (BGE 138 II 111 E. 3.1 mit Hinweisen; BGE 141 II 113 E. 5.5.1; ferner jÃ¼ngst auch den zur Publikation bestimmten BGr, 22. Juni 2023, 9C_633/2022, E. 3.8 zur Parallelnorm von Art. 60a des GewÃ¤sserschutzgesetzes vom 24. Januar 1991 [GSchG, SR 814.20]). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Nach § 37 Abs. 2 Satz 1 des (kantonalen) Abfallgesetzes vom 25. September 1994 (AbfG, LS 712.1) erheben die Gemeinden nach Volumen oder Gewicht bemessene kostendeckende GebÃ¼hren, wie Sack-, Marken- oder ContainergebÃ¼hren mit oder ohne pauschale GrundgebÃ¼hr. </p> <p class="Urteilstext">Der kantonale Gesetzgeber stellt den Gemeinden mithin zur Wahl, ob sie ausschliesslich mengenabhÃ¤ngige AbfallgebÃ¼hren oder nebst solchen auch eine mengenunabhÃ¤ngige GrundgebÃ¼hr erheben wollen. Ebenso Ã¼berlÃ¤sst das kantonale Recht den Gemeinden, ob die Abfallmenge nach Volumen oder Gewicht bemessen wird. Das kantonale Recht regelt nach dem Gesagten weder die HÃ¶he der von den Gemeinden zu erhebenden AbfallgebÃ¼hren noch gibt es jenen konkret vor, wie die GebÃ¼hren â namentlich im VerhÃ¤ltnis zwischen Grund- und mengenabhÃ¤ngigen GebÃ¼hren â zu bemessen sind. Es macht den Gemeinden fÃ¼r den Fall der Erhebung einer mengenunabhÃ¤ngigen GrundgebÃ¼hr weiter keine Vorgaben betreffend den Kreis der Abgabepflichtigen. § 37 Abs. 2 AbfG kann deshalb ebenso wenig als (formell-gesetzliche) Grundlage fÃ¼r die hier umstrittene AbfallgebÃ¼hren herangezogen werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>GemÃ¤ss Art. 10 Abs. 1 der vom Gemeinderat Wald erlassenen kommunalen Abfallverordnung vom 15. Dezember 2008 (nachfolgend: AbfallVO Wald) werden die gesamten Kosten der Abfallbewirtschaftung mittels GebÃ¼hren den Personen Ã¼berbunden, die AbfÃ¤lle verursachen oder innehaben; die anfallenden Kosten fÃ¼r Sammlung und Entsorgung von AbfÃ¤llen mit nicht eruierbarer Herkunft auf Ã¶ffentlichem Grund werden Ã¼ber die Abfallrechnung gedeckt (Abs. 2). </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Art. 11 Abs. 1 AbfallVO Wald werden fÃ¼r die Abfallsammlung und -behandlung volumenabhÃ¤ngige oder gewichtsabhÃ¤ngige GebÃ¼hren erhoben fÃ¼r Kehricht aus Haushalten, Kehricht aus Betrieben sowie Sperrgut aus Haushalten und Betrieben. Die GebÃ¼hren gemÃ¤ss Art. 11 Abs. 1 AbfallVO Wald decken nach Abs. 2 der genannten Bestimmung insbesondere den Aufwand fÃ¼r die Abfuhr und die Kosten fÃ¼r Bau, Betrieb, Unterhalt, Verzinsung und Abschreibung der Behandlungsanlagen. FÃ¼r die Sammlung und Verwertung von SeparatabfÃ¤llen sowie biogener AbfÃ¤lle, die im GebÃ¼hrenreglement zur AbfallVO Wald festgelegt sind, werden gemÃ¤ss Art. 11 Abs. 3 AbfallVO Wald volumenabhÃ¤ngige, gewichtsabhÃ¤ngige oder pauschale GebÃ¼hren erhoben. </p> <p class="Urteilstext">ZusÃ¤tzlich wird nach Art. 12 Abs. 1 Satz 1 AbfallVO Wald eine jÃ¤hrliche GrundgebÃ¼hr erhoben; sie deckt jene Kosten, die durch die GebÃ¼hren gemÃ¤ss Art. 11 AbfallVO Wald nicht gedeckt werden, insbesondere die Kosten fÃ¼r die von Art. 11 Abs. 3 AbfallVO Wald nicht erfassten Separatsammlungen sowie fÃ¼r Information, Beratung, Personal, Administration und fÃ¼r die dem Kanton zu entrichtende Abgabe der Gemeinde fÃ¼r die Entsorgung von Kleinmengen an SonderabfÃ¤llen (Satz 2). Die GrundgebÃ¼hr ist auch zu entrichten, wenn die Dienstleistungen der Gemeinde nicht oder nur teilweise beansprucht werden kÃ¶nnen (Satz 3). Die GrundgebÃ¼hr wird bemessen pro Wohneinheit, Gewerbe-, Industrie- und Landwirtschaftsbetrieb mit Standort in der Gemeinde Wald (Art. 12 Abs. 2 AbfallVO Wald). Der Gemeinderat Wald legt die HÃ¶he der GebÃ¼hren sowie ihre konkrete Ausgestaltung jÃ¤hrlich in einem GebÃ¼hrenbeschluss fest; die AbfallgebÃ¼hren werden amtlich publiziert (Art. 13 AbfallVO Wald). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>Die Abfallverordnung und das zugehÃ¶rige GebÃ¼hrenreglement der Gemeinde Wald wurden vom Gemeinderat, mithin der Gemeindeexekutive, erlassen und stellen somit blosse BehÃ¶rdenerlasse dar. Eine formell-gesetzliche (Grundsatz-)Regelung auf Stufe eines Gemeindeerlasses hat die Beschwerdegegnerin fÃ¼r den hier interessierenden Zeitraum nicht geschaffen. Die umstrittene AbfallgrundgebÃ¼hr entbehrt deshalb einer genÃ¼genden gesetzlichen Grundlage. </p> <p class="Erwgung2">Daran Ã¤ndert entgegen dem sinngemÃ¤ssen Vorbringen der Beschwerdegegnerin nichts, dass das kommunale Recht bzw. Art. 22 der (nicht mehr in Kraft stehenden) Gemeindeordnung der Politischen Gemeinde Wald vom 25. September 2005 (aGO Wald) dem Gemeinderat die Rechtssetzungskompetenz u.<span> </span>a. fÃ¼r die GebÃ¼hren- und Beitragsverordnungen (Ziff. 1) sowie die Verordnung Ã¼ber die Abfallentsorgung (Ziff. 2) zuwies und die AbfallVO Wald â im Erlasszeitpunkt â somit nach kommunalen MassstÃ¤ben kompetenzkonform erlassen wurde (oben E. 3.1 Abs. 3 in fine). Auch nach Massgabe der Gemeindeordnung vom 19. Mai 2019 liegt die entsprechende Gesetzgebungskompetenz im Ãbrigen nunmehr bei der Gemeindeversammlung (Art. 13 Ziff. 4 f.). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.3 </b>Schliesslich kÃ¶nnen auch verfassungsmÃ¤ssige Prinzipien wie das Kostendeckungsprinzip hier nicht weiterhelfen: Die Beschwerdegegnerin finanziert die Abfallentsorgung sowohl durch (pauschale) GrundgebÃ¼hren als auch durch mengenabhÃ¤ngige GebÃ¼hren. Aus dem Kostendeckungsprinzip kann deshalb nicht abgeleitet werden, welcher Anteil der Kosten durch welche GebÃ¼hrenart zu decken ist. Damit kann das Kostendeckungsprinzip in einer Konstellation wie der vorliegenden seine begrenzende Funktion fÃ¼r die einzelne GebÃ¼hrenart nicht erfÃ¼llen (VGr, 11. Februar 2021, VB.2019.00242, E. 2.1 mit Hinweisen). Freilich vermÃ¶gen die verfassungsrechtlichen Prinzipien ohnehin nur die Anforderungen an die Normstufe mit Bezug auf die Bemessung der Abgabe zu senken (oben E. 3.1 Abs. 3) und liegt es mithin beim (kommunalen) Gesetzgeber, den Gegenstand der Abgabe sowie den Kreis der Abgabepflichtigen und damit das System der Abgabenbemessung im Rahmen der bundes- und kantonalrechtlichen Vorgaben (Art. 32a USG, § 37 Abs. 2 AbfG) zu bestimmen (vgl. diesbezÃ¼glich auch die Vorbemerkungen zur Musterabfallverordnung fÃ¼r Gemeinden des Kantonalen Amts fÃ¼r Abfall, Wasser, Energie und Luft [AWEL] in der Version vom 21. April 2021).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.4 </b>Fehlt es â nach dem Vorstehenden â an einer hinreichenden formell-gesetzlichen Grundlage, durfte die streitige Abfall-GrundgebÃ¼hr fÃ¼r das Gewerbe "D" schon aus diesem Grund nicht erhoben werden. Eine PrÃ¼fung der weiteren Voraussetzungen erÃ¼brigt sich demzufolge.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Der Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 22. August 2022 und Dispositivziffer I des Entscheids des Baurekursgerichts vom 22. MÃ¤rz 2023 sind aufzuheben. In teilweiser AbÃ¤nderung von Dispositivziffer II des Entscheids des Baurekursgerichts vom 22. MÃ¤rz 2023 sind die Kosten des Rekursverfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Im Ãbrigen â soweit den Vorwurf der Rechtsverweigerung bzw. die diesbezÃ¼gliche Beanstandung der GrundgebÃ¼hren der Wasserversorgung betreffend â ist die Beschwerde demgegenÃ¼ber abzuweisen. Der Klarheit halber ist anzumerken, dass die mit Rechnung vom 28. Juni 2022 ebenfalls erhobene Abfall-GrundgebÃ¼hr "Wohnung" nicht streitgegenstÃ¤ndlich ist und von der vorliegenden Aufhebung unberÃ¼hrt bleibt. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang erscheint der BeschwerdefÃ¼hrer als mehrheitlich obsiegend. Die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens sind deshalb zu vier FÃ¼nfteln der Beschwerdegegnerin und zu einem FÃ¼nftel dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). ParteientschÃ¤digungen wurden nicht beantragt. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 22. August 2022 und Dispositivziffer I des Entscheids des Baurekursgerichts vom 22. MÃ¤rz 2022 werden aufgehoben. In teilweiser Ãnderung von Dispositivziffer II des Entscheids des Baurekursgerichts vom 22. MÃ¤rz 2022 werden die Rekurskosten der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 800.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 120.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 920.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden zu vier FÃ¼nfteln der Beschwerdegegnerin und zu einem FÃ¼nftel dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) erhoben werden. Die Beschwerde ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an:</span></p> <p class="Einzug2"><span> a) die Parteien;</span></p> <p class="Einzug2"><span> b) das Baurekursgericht.</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>