B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2007/2014 U r t e i l v o m 1 4 . A u g u s t 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Robert Galliker, mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer; Gerichtsschreiberin Sandra Sturzenegger. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), und ihr Kind C._______, geboren (…), Ägypten, alle vertreten durch Géraldine Walker, Rechtsanwältin, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. März 2014 / N (…). D-2007/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführenden – eigenen Angaben zufolge Kopten – ge- langten am 16. Februar 2014 mit einem Touristenvisum in die Schweiz , wo sie gleichentags um Asyl nachsuchten. A.b Zur Begründung ihrer Asylgesuche machten sie anlässlich der Befra- gungen zur Person (BzP) vom 25. Februar 2014 sowie der Anhörungen zu den Asylgründen vom 12. März 2014 zusammengefasst geltend, die Kopten seien in Ägypten benachteiligt und würden von Islamisten ver - folgt. Sie selbst seien am 14. Januar 2012 nach dem Verlassen einer Kir- che mit einem Islamisten auf einem Motorrad i n einen Streit geraten. Die- ser habe plötzlich eine Flasche hervorgeholt und versucht, eine Flüssig- keit auf das Gesicht der Beschwerdeführerin zu werfen. Sie hätten nach diesem Vorfall Anzeige erstattet. Mit Visa der entsprechenden Länder seien sie (vom 30. Dezember 2012 bis 5. Januar 2013) in Rumänien und (vom 26. März 2013 bis 2. April 2013 ) in Spanien gewesen und an- schliessend jeweils wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt. Ein weiterer Vorfall habe sich am 14. August 2013 ereignet. Sie seien an diesem Tag in D._______ gewesen, um die Mutter der Beschwerdeführerin zu bes u- chen. Es habe eine Versammlung von Islamis ten gegeben. Ein Islamist sei auf sie zugekommen, habe sie be schimpft und versucht, ihnen ihr Kind zu entreissen. Sie hätten tags darauf eine Anzeige erstattet. Ausser- halb des Protokolls hätten sie der Staatsanwaltschaft zwei Na men be- kannt ge geben. Diese zwei Personen seien in der Folge verhaftet wo r- den. Zehn Tage später seien sie zur Woh nung der Mutter der Beschwe r- deführerin nach D._______ zurückgekehrt. Die Eingangstür sei kaputt, die Wohnung ver wüstet und die Wände mit Drohungen beschrieben ge- wesen. Eine Nachbarin habe ihnen gesagt, die Leute, die sie denunziert hätten, wollten sie umbringen. Sie hätten daraufhin mit ihren Eltern b e- ziehungsweise Schwiegereltern eine Wohnung in E._______ gemietet. Am 17. Januar 2014 seien sie auf dem Heimweg von der Kirche in einem Taxi in eine Demonstration von Islamis ten geraten. Darunter hätten sich auch Leute aus D._______ befunden, wel che die Beschwerdeführerin wiedererkannt hätten. Die Leute hätten sie beschimpft und erneut ve r- sucht, ihnen ihr Kind wegzunehmen. Drei Tage später hätten sie wie der- um Anzeige erstattet. Es sei ihnen dann klar geworden, dass diese Isla- misten überall ihre Leute hätten und sich an ihnen rächen woll ten. Des- wegen seien sie aus Ägypten ausgereist. D-2007/2014 Seite 3 A.c Die Beschwerdeführenden reichten im vorinstanzlichen Verfahren un- ter anderem ihre Pässe sowie fremdsprachige Protokolle zu den Anzei- gen mit deutschen Übersetzungen (in Kopie) ein. B. B.a Mit Verfügung vom 13. März 2014 – gleichentags eröffnet – stellte das BFM fest, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllten und lehnte ihre Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug. B.b Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, es sei durch die von den Beschwerdeführenden eingereichten Beweismittel lückenlos dokumentiert, dass die Polizisten ihrer Aufgabe bei allen drei Vorfällen nachgekommen seien und Anzeigen entgegengenommen hätten. Die Be- schwerdeführenden hätten keine grösseren Probleme oder Diskrimini e- rungen beim Einreichen dieser Anzeig en geltend gemacht (Akten BFM A 15/10 S. 6 und A 16/9 S. 4). Zudem würde die Tatsache, dass zwei von ihnen angezeigte Personen verhaftet worden seien und sich bis heute in Haft befänden, deutlich aufzeigen, dass der ägyptische Staat willens sei, seiner Schutzpflicht nachzukommen. Schliesslich schienen alle Ereignis- se, bei denen die Beschwerdeführenden bedroht worden seien, zufällig eingetroffen zu sein. Es läge n somit nicht einmal gezielt gegen ihre Pe r- sonen gerichtete Bedrohungen vor (A 15/10 S. 5-7 und A 16/9 S. 5). C. Mit Eingabe vom 14. April 2014 liessen die Beschwerdeführenden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und dabei in materieller Hinsicht beantragen, die Verfügung des BFM vom 13. März 2014 sei auf- zuheben und das BFM sei anzuweisen, sie als Flüchtlinge anzuerkennen, eventualiter sei es anzuweisen, sie vorläufig in der Schweiz aufzuneh - men, subeventualiter sei das Verfahren zur Neubeurteilung und Festste l- lung des Sachverhaltes an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrens- rechtlicher Hins icht liessen sie um Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Ernennung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Pe r- son der Unterzeichnenden ersuchen. Der Beschwerde lagen unter anderem zwei Fotos einer Wohnung mit be- schrifteten Wänden sowie ein Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshil- fe (SFH, Schnellrecherche der SFH -Länderanalyse vom 8. April 2014 zu Ägypten: Situation von Koptinnen und Kopten) bei. D-2007/2014 Seite 4 D. Mit Eingabe vom 3. Juni 2014 liessen die Beschwerdeführenden begla u- bigte Übersetzungen zu den eingereichten Fotos nachreichen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. 2.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehung s- weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, we s- halb der Beschwerdeentsc heid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 2.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durc h- führung eines Schriftenwechsels verzichtet. D-2007/2014 Seite 5 3. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die Rügemöglichkeiten richten sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 4. 4.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Vorinstanz habe die po- tentielle Gefährdungslage der Beschwerdeführenden aufgrund ihrer Glau- bensangehörigkeit bei einer allfälligen Wegweisung nicht abgeklärt bezie- hungsweise dieser keine Rechnung getragen. Es ist daher vorab zu prü- fen, ob das BFM den Untersuchungsgrundsatz verletzt hat respektive seiner Begründungspflicht nicht nachgekommen ist. 4.2 4.2.1 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsä t- zen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abkl ä- rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt; er findet seine Grenzen an der M itwir- kungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 8 AsylG). 4.2.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. auch Art. 29 Abs. 2 BV). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörde, dass sie die Vorbringen tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigt. Die B e- gründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentl i- chen Überlegungen nennen, von denen si ch die Behörde hat leiten la s- sen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinande r- setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 und BVGE 2009/35 E. 6.4.1, je mit Hinweisen). 4.3 Es trifft zwar zu, dass aus der Begründung der angefochtenen Verfü- gung (mangels entsprechender konkreter Ausführungen) nicht klar er- sichtlich wird, ob beziehungsweise wie sich das BFM mit der allgemeinen Lage und insbesondere der Situation der Kopten in Ägypten auseinan- dergesetzt hat. Allerdings ist grundsätzlich davon aus zugehen, dass das BFM mit ihren Länderspezialisten die aktuelle Situation in Ägypten lau- fend überprüft und beurteilt. Wie in E. 8.2 und 8.3 nachfolgend aufg e- zeigt, kommt das Gericht (bezüglich der Situation der Kopten in Ägypten) denn auch zu keinem anderen Schluss als das BFM. Im Übrigen ist die D-2007/2014 Seite 6 Wegweisung (und deren Vollzug) die gesetzliche Folge bei einem negati- ven Asylentscheid und be darf in der Regel nicht der gleichen Begrü n- dungsdichte wie der Entscheid in der Hauptfrage des Asyls (vgl. En t- scheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylr e- kurskommission [ARK] EMARK 1994 Nr. 3 E. 4 c). Abgesehen davon war den Beschwer deführenden trotz der knappen vorinstanzlichen Begrü n- dung möglich, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Es kann somit weder eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes noch der Begrün- dungspflicht durch das BFM festgestellt werden. Der Subeventualantrag ist demzufolge abzuweisen. 5. 5.1 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asyls u- chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachtei- le von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürc h- ten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure z u- gefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen. Au f- grund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Z u- erkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betrof- fene Person in ihrem Heimatland keinen adäquaten Schutz finden kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.1, mit Hinweisen). 5.2 Der Schutz vor privater Verfolgung ist als solcher ausrei chend, wenn im Heimatstaat eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht, also in erster Linie polizeiliche Aufgaben wahrnehmende Organe und ein Rechts - und Justizsystem, das e ine effektive Strafverfol- gung ermöglicht. Ob das bestehende Schutzsystem als in diesem Sinne effizient erachtet werden kann, hängt letztlich auch davon ab, dass der Schutz die von Verfolgung betroffene Person tatsächlich erreicht ( vgl. BVGE a.a.O. E. 7.3). Die Inanspruchnahme eines solchen innerstaatl i- chen Schutzsystems muss de m Betroffenen einerseits objektiv zugän g- lich sein (unabhängig von persönlichen Merkmalen wie Geschlecht oder Zugehörigkeit zu einer ethnischen oder religiösen Minderheit); andere r- seits muss sie für den Schutzbedürftigen auch individuell zumutbar sein, was beispielsweise dann zu verneinen ist, wenn der Betroffene sich mit einer Strafanzeige der konkreten Gefahr weiterer (oder anderer) Verfo l- gungsmassnahmen aussetzen würde . Nicht verlangt werden kann dag e- gen eine faktische Garantie des Schutzgewährers für langfristigen indiv i- duellen Schutz de s von nichtstaatlicher Verfolgung Bedrohten. Keinem D-2007/2014 Seite 7 Staat gelingt es, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger jederzeit und überall zu garantieren (vgl. BVGE 2008/5 E. 4.2). 6. 6.1 Vorab ist nach Prüfung der Akten durch das Gericht darauf hinzuwei- sen, dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden – insbesondere unter Berücksichtigung der eingereichten Protokolle zu den Anzeigen – mehre- re Unstimmigkeiten aufweisen (beispielsweise bezüglich ihres Wohnortes seit dem Jahr 2011). Unabhängig davon ist festzustellen, dass die geltend gemachten Vorfälle weder genügend intensi v noch gezielt gegen ihre Person gerichtet gewesen sind. Der Vorfall vom 14. Januar 2012 wurde selbst in der Beschwerde nicht (als gezielte Verfolgungsmassnahme) e r- wähnt. Die anderen beiden Übergriffe auf der Strasse ereigneten sich s o- dann am Rande von Demonstrationen (vgl. Akten BFM A 15/10 F18 und F38 f. sowie A 16/9 F28 ff.) und die D rohungen an den Wänden betrafen die Wohnung der Eltern der Beschwerdeführerin, denen die Beschwerd e- führenden gemäss ihren eigenen Aussagen im vorinstanzlichen Verfahren – und entgegen dem Beschwerdevorbringen, dort wohnhaft gewesen zu sein – lediglich eine n Besuch abstatteten ( A 15/10 S. 3 F18; vgl. auch A 16/9 F19). Weitergehende Ausführungen zur Frage der Gezieltheit und Intensität der geltend gemachten Vorfälle sowie eine eingehende Glau b- haftigkeitsprüfung der Asylgründe erübrigen sich allerdings, da die ägyp- tischen Behörden im Falle der Beschwerdeführenden ohnehin als schutz- fähig und schutzwillig zu erachten sind. 6.2 Die Beschwerdeführenden haben sich nach den Vorfällen vom 14. Ja- nuar 2012, vom 14. August 2013 und vom 17. Januar 2014 an die Polizei beziehungsweise die Staatsanwaltschaft gewendet und jeweils ohne grössere Probleme eine Anzeige einreichen können. Dies sowie die Tat- sache, dass zwei von ihnen angezeigte Personen verhaftet wur den, zeigt – wie bereits vom BFM festgehalten – auf, dass der ägyptische Staat wil- lens ist, seiner Schutzpflicht in Bezug auf die Beschwerdeführenden nachzukommen. Die Beschwerdevorbringen sind nicht geeignet, eine Änderung dieser Einschätzung zu bewirken. Beim Vorbringen, die Namen der Beschwerdeführenden seien als Anzeigeerstatter (bei den Behörden) irgendwo durchgesickert , handelt es sich um eine reine Parteibehaup- tung. Sodann sind die auf die Wohnungswände geschriebenen Morddr o- hungen entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden nicht geeignet, die Schutzunfähigkeit der ägyptischen Behörden zu belegen, zumal es – wie vorstehend in E. 5.2 ausgeführt – keinem Staat gelingt, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger jederzeit und überall zu garantieren. Die D-2007/2014 Seite 8 Beschwerdeführenden erstatteten diesbezüglich im Übrigen keine Anze i- ge bei der Polizei, weshalb das Beschwerdevorbringen, sie hätten auch nach diesem Ereignis keinen Schutz durch die Pol izei erhalten, ins Leere zielt. 6.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnten. Die weiteren Beschwerdevorbringen und der Bericht der SFH vom 8. April 2014 sind nicht geeignet, eine Änderung dieser Einschätzung zu bewirken. Das BFM hat die Asylgesuche der Beschwerdeführenden somit zu Recht abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je mit weiteren Hinwe i- sen). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2, mit weiteren Hinwe i- sen). 8.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlings eigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche D-2007/2014 Seite 9 Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdefüh- renden nach Ägypten ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführen- den noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Ägypten dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezem- ber 1984 gege n Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Europä i- schen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN - Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr («real risk ») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen ). Diese Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Auch die allgemeine Menschenrechts- situation in Ägypten lässt den Wegweisungs vollzug zum heutigen Zei t- punkt – entgegen dem sinngemässen Beschwerdevorbringen – nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig (Art. 83 Abs. 3 AuG). 8.3 8.3.1 In Ägypten herrscht keine Situation allgemein er Gewalt, weshalb in konstanter Praxis von der generellen Zumutbarkeit des Wegweisung s- vollzugs dorthin ausgegangen wird (vgl. Urteile des Bundesverwaltungs- gerichts D -1937/2014 vom 8. Juli 2014 E. 6.3.1 und D -1609/2014 vom 7. Juli 2014 E. 6.3.1). 8.3.2 Die Besch werdeführenden gehören – wie bereits erwähnt – der Glaubensgemeinschaft der koptischen Christen an. Im heutigen Ägypten sind die koptischen Christen mit etwa neun Millionen Menschen eine Minderheit innerhalb der muslimischen Bevölkerungsmehrheit, die gese ll- schaftlichen Benachteiligungen ausgesetzt sind. Nach dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi von der Moslembruderschaft D-2007/2014 Seite 10 am 3. Juli 2013 und insbesondere auch nach der mit einem grossen Blu t- bad verbundenen gewaltsamen Räumung von zwei Pro -Mursi-Protestla- gern in Kairo am 14. August 2013 durch ägyptische Sicherheitskräfte, bei der es zur Tötung von Hunderten von Mursi -Anhängern gekommen ist, kam es auch zu einer Gewaltwelle gegenüber Christen und christlichen Einrichtungen. Grund hierfür dürf te vorab der Umstand gewesen sein, dass der Führer der koptischen Kirche, Papst Tawadros II., den Putsch noch am Tage seiner Verkündung durch General Abd al -Fattah as-Sisi, dem heutigen Präsidenten Ägyptens, öffentlich befürwortet hat, was die Kopten in der Folge aus Sicht der Moslembrüderschaft dem Vorwurf au s- setzte, den Sturz von Mohammed Mursi ebenfalls gutgeheissen zu h a- ben. Entsprechend ging auch der Grossteil der Übergriffe gegenüber Christen von radikalen Anhängern der Muslimbrüder aus. Gleichzeitig gingen die staatlichen Sicherheitskräfte in der Folge massiv gegen A n- hänger dieser Organisation vor. So erklärte am 23. September 2013 ein Gericht in Kairo die Muslimbruderschaft und alle Ableger der Organisation für illegal und beschloss die Konfiszierung ihrer Vermögenswerte, was am 6. November 2013 von einem Berufungsgericht bestätigt wurde. Im We i- teren wurden in mehreren Massenprozessen zahlreiche Islamisten, da r- unter auch führende Mitglieder der Muslimbruderschaft, zum Tode veru r- teilt. Dennoch ist zu b eachten, dass beide Bevölkerungsgruppen das ägyptische Nationalbewusstsein verbindet, und Muslime und Christen Seite an Seite bei der ägyptischen Revolution für Frieden und Demokratie gebetet haben. Nach dem Sturz des der Muslimbruderschaft angehörigen Präsidenten Mohammed Mursi wurde eine Übergangsregierung gebildet, wobei der geschäftsführende Ministerpräsident Hasem al -Beblawi vor a l- lem Liberale und Experten einsetzte. Seit dem 15. Januar 2014 hat Ägyp- ten eine neue Verfassung, welche die christliche Mind erheit schützt und Ende Mai 2014 fand die Präsidentschaftswahl statt. Gewählt wurde, wie vorstehend erwähnt, der ehemalige Armeechef Abd al -Fattah as-Sisi. Die neu gebildete Regierung setzt sich gemäss Medienberichten zu zwei Drit- teln aus Mitgliedern des Ü bergangskabinetts zusammen. Anhaltspunkte für eine Verschlechterung der Situation der Christen in Ägypten sind vor diesem Hintergrund nicht ersichtlich. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich damit für Kopten aus Ägypten – auch unter Berücksichtigung des eingereichten Berichtes der SFH vom 8. April 2014 – nicht als generell unzumutbar. 8.3.3 In den Akten finden sich sodann keine konkreten Anhaltspunkte da- für, dass die Beschwerdeführenden aus individuellen Grün den wirtschaft-D-2007/2014 Seite 11 licher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenz bedrohende Situation geraten würden. 8.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Voll zug der Wegweisung als zumutbar (Art. 83 Abs. 4 AuG). 8.4 Schliesslich verfügen die Beschwerdeführenden über gültige Reis e- pässe, weshalb der V ollzug der Wegweisung auch als möglich zu b e- zeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Bet racht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt ( Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. 10.1 Mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 10.2 Aufgrund vorstehender Erwägungen erweisen sich die Beschwerd e- begehren als aussichtslo s, weshalb das Gesuch der Be schwerdeführen- den um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist. Mangels Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist das Gesuch um amtliche Verbeiständung im Sinne von Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG ebenfalls abzuweisen. 10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer- deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insg e- samt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-2007/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um amtliche Verbeiständung im Sinne von Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Robert Galliker Sandra Sturzenegger Versand: