Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 27. Juni 2019 (720 19 45 / 160) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts / Schadenminderungspflicht Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch M onica Armesto, Advoka- tin, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1973 geborene A.____ arbeitete seit 1. Juli 2007 als Maler bei der B.____ GmbH. Am 20. Juli 2013 meldete er sich unter Hinweis auf ei n Rückenleiden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nachdem sie die erwerblichen und die ge- sundheitlichen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft beim Ver- sicherten einen Invaliditätsgrad von 8 %. Gestützt auf die ses Ergebnis lehnte sie mit Verfügung vom 3. Januar 2019 einen Anspruch von A.____ auf eine Rente ab.B. Gegen diese Verfü- gung erhob A.____, vertreten durch Advokatin Monica Ar mesto, am 7. Februar 2019 Be- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsr echt (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufz uheben und es sei die Beschwerdegeg- nerin zu verpflichten, ihm mit Wirkung ab dem 1. Juli 2014 eine halbe Invalidenrente mit einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auszurichten. Eventua liter sei die angefochtene Verfü- gung aufzuheben und die Angelegenheit an die Beschwer degegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme weiterer Abklärungen erneut über sei nen Rentenanspruch entscheide; un- ter o/e-Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltliche Pro zessführung und die unentgeltliche Ver- beiständung mit seiner Rechtsvertreterin zu bewilligen seien. C. Mit Verfügung vom 12. Februar 2019 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwerde- führer gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Monica Armesto als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 17. April 2019 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführun gen eine Beurteilung von Dr. med. C.____, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie de s Bewegungsapparates FMH, Regiona- ler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 28. März 2019 bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 7. Februar 2019 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem anderen Beruf oder Aufgabenbereich Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispiel sweise Berichten und Gutachten versi- cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärunge n vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil A. des Bundesgerich ts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 4.1 Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass der V ersicherte an intermittierenden belastungsabhängigen Lumboischialgien bei Status nac h Dekompression und Diskektomie L5/S1 rechts am 7. Januar 2014 und Status nach Re-Deko mpression und Zystenresektion so- wie Fusion mittels TLIF L5/S1 am 27. November 2014 lei det. Hinsichtlich dieser Diagnose be- steht zwischen den Parteien Einigkeit. Streitig und im F olgenden zu prüfen ist hingegen, wie sich diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus- wirken. 4.2 Die IV-Stelle holte zur Klärung dieser Frage eine Beurteilung ihres RAD-Arztes Dr. C.____ ein. Dieser führte in seiner Stellungnahm e vom 8. August 2017 hierzu aus, eine massgebliche und dauerhafte Funktionseinschränkung (einseitige Belastbarkeit) des Achsenor- gans lumbal stehe versicherungsmedizinisch ausser Frage. Dam it sei die angestammte Tätig- keit als Maler mit naturgemäss einseitigen, rückenbelasten den Bewegungs- und Haltungsmus- tern nicht mehr vollumfänglich zumutbar, wie der Versiche rte mit seinem Teilzeitpensum von derzeit 50 % unter Beweis stelle. Wenn er aber in der angestammten Tätigkeit als Maler, die nicht durchweg als optimal angepasst gelten müsse, ein 50 %-Pensum verrichten könne, sei in einer optimal angepassten Tätigkeit ein unlimitiertes Pensum zumutbar. Dieser Auffassung wi- derspreche die Einschätzung des behandelnden Spezialisten Dr. med. D.____, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates F MH, nicht, der die eingeschränkte Ar- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht beitsfähigkeit von 50 % ausdrücklich auf die „körperlich a nspruchsvolle Arbeit als Maler“ bezie- he. Zwar attestiere Dr. D.____ im nachfolgenden IV-A rztbericht eine Restarbeitsfähigkeit von 80 % in einer rückenangepassten (Wechsel-) Tätigkeit, e r begründe dies jedoch nicht andeu- tungsweise, so dass die Pensumsreduktion von 20 % ohne ko nkrete quantitative oder auch qualitative Funktionseinschränkungen im Raum stehe. Di e objektiven medizinischen Daten und der Beschrieb, wie sie den vorliegenden Arztberichten zu entnehmen seien, könnten unter funk- tionell-ergonomischen Gründen keine massgebliche Minderu ng der Arbeitsfähigkeit in einer entsprechenden rückenangepassten Tätigkeit begründen, zumal die subjektiven Beschwerden ausdrücklich im Zusammenhang mit einseitigen Wirbelsäulenbelastungen auftreten würden. 4.3 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens äusserte sich de r behandelnde Arzt Dr. D.____ nochmals zur Frage der Arbeitsfähigkeit des Versicherten. So führte er in seinem Bericht vom 30. Mai 2018 aus, beim Versicherten bestehe - in der aktuellen Tätigkeit als Maler mit einem 50 %-igen Arbeitspensum - ein von den Besch werden her stabiler und gut kompen- sierter Zustand. Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht sei e ine Steigerung der aktuellen Arbeits- fähigkeit nicht möglich. Es bestehe ein Zustand nach Fusi on L5/S1; eine Überbelastung des Anschlusssegments L4/5 sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Ferner sei zu konstatieren, dass die aktuelle Tätigkeit des Patienten bereits eine angepasste Tätigkeit darstelle und er er- freulicherweise nicht das volle Ausmass der körperlichen Be lastung, die ein Maler normaler- weise zu bewältigen habe, ausführen müsse. Insofern se i der Auffassung der IV-Stelle zu wi- dersprechen, wonach der Versicherte in einer für seinen R ücken optimalen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig wäre. Gerade aus Sicht der Erhaltung sei ner bisherigen Arbeitsfähigkeit aber auch im Hinblick darauf, dass noch Ressourcen erhalten werden müssten zur Betreuung seiner fünf zu Hause lebenden Kinder sowie zur regelmässigen Durchfü hrung von Physiotherapie und Kräftigungsübungen sei aus wirbelsäulechirurgischer Sich t auch in einer optimal angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von nicht mehr als 50 % gegeben. Ein Grund hierfür sei vor allem auch das Vermeiden einer Überbelastung des Anschlusssegme nts L4/5, da eine solche in der Folge zu einer erneuten Operation und Verlängerung der Fusion auf L4/5 führen könnte. Diese Angaben würden bis auf Weiteres gelten, wobei eine R eevaluation in seiner Sprechstunde in ca. zweijährlichen Abständen zur Neubeurteilung der Situation sicher sinnvoll wäre. 4.4 Am 27. Juni 2018 nahm der RAD-Arzt Dr. C.____ auf Ersuchen der IV-Stelle zu die- sem Bericht des behandelnden Arztes Stellung. Dabei hielt er ausdrücklich an seiner bisherigen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vom 8. August 2017 (vgl. E. 4.2 hiervor) fest. 4.5 Die IV-Stelle stütze sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 3. Januar 2019 bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vollu mfänglich auf die Einschätzungen ihres RAD-Arztes Dr. C.____ vom 8. August 2017 und 27. Juni 2018. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte in einer wechselbelastenden, rück enschonenden Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Diese vorinstanzliche Würdigung des medizinischen Sachverhalts ist nicht zu beanstanden. Zwar kommt, wie oben ausgeführt ( vgl. E. 3.3 hiervor), den Berichten beratender Ärzte der Versicherungsträger - und um eine n solchen handelt es sich beim RAD- Arzt Dr. C.____ - rechtsprechungsgemäss nicht derselbe B eweiswert zu wie einem im Verfah- ren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Ge- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtsgutachten, ein solcher Bericht ist aber soweit zu b erücksichtigen, als keine - auch nur ge- ringe - Zweifel an der Richtigkeit seiner Schlussfolg erungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigk eit der Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. C.____ zu zweifeln. Dessen Einschätzung berücksichtigt die geklagten Beschwerden, sie ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, sie leuchte t in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Sit uation ein, sie setzt sich mit den vorhandenen ärztlichen Berichten auseinander und sie ist in den Schlussfolgerungen nachvoll- ziehbar und schlüssig. 5. Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeign et dieses Beweisergebnis in Fra- ge zu stellen. 5.1 Der Versicherte beruft sich im Wesentlichen auf die Einschätzung des behandelnden Arztes Dr. D.____, wonach aus wirbelsäulechirurgischer Si cht auch in einer optimal angepass- ten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von nicht mehr a ls 50 % gegeben sei. Dr. D.____ begründet dies vor allem dahingehend, dass es eine Überbelastung des Anschlusssegments L4/5 zu ver- meiden gelte, da eine solche in der Folge zu einer er neuten Operation und Verlängerung der Fusion auf L4/5 führen könnte. Dies ist zweifellos zutref fend, damit ist aber nicht erklärt, wes- halb dem Versicherten die Verrichtung einer leichten we chselbelastenden und rückenschonen- den Tätigkeit, bei welcher derartige Überbelastungen vermieden werden, lediglich in einem Um- fang von 50 % und nicht vollschichtig zumutbar sein soll. Zu dieser Frage lässt sich den Ausfüh- rungen des behandelnden Arztes nichts entnehmen. Wei tere Argumente, mit denen Dr. D.____ seine Einschätzung begründet, erweisen sich sodann aus i nvalidenversicherungsrechtlicher Sicht als unbeachtlich. Dies gilt insbesondere für de n Einwand, dass noch Ressourcen zur Be- treuung seiner fünf zu Hause lebenden Kinder erhalten werden müssten. 5.2.1 Mit der IV-Stelle ist ferner festzuhalten, dass e s sich bei der Tätigkeit des Beschwerde- führers als Maler nicht um „eine optimal angepasste Tätigkeit“ handelt. Diese Einschätzung hat- te im Übrigen ursprünglich auch Dr. D.____ vertreten, wies dieser in seinem Verlaufsbericht vom 18. Juni 2014 doch ausdrücklich darauf hin, dass dem Versicherten die Tätigkeit als Maler nicht mehr zuzumuten sei. Es ist zwar durchaus nachvollziehbar, dass sich Dr. D.____ nunmehr zu Gunsten seines Patienten für den Erhalt der Stelle einsetzt, welche dieser im Malerbetrieb ausüben kann, bei dem er bis zu seiner Erkrankung in ei nem Vollpensum angestellt war und der ihn aktuell wieder in einem Teilpensum von 50 % b eschäftigt. Aus invalidenversicherungs- rechtlicher Sicht kommt diesem Umstand jedoch keine ausschl aggebende Bedeutung zu. Der Beschwerdeführer ist diesbezüglich auf die ihm obliege nde Schadenminderungspflicht hinzu- weisen. 5.2.2 Nach der Rechtsprechung gilt im Gebiet der Inval idenversicherung ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestm öglich zu mildern; deshalb besteht kein Rentenanspruch, wenn die Person selbst ohne Eingliede rungsmassnahmen zumutbarerweise in der Lage wäre, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkomm en zu erzielen. Die Selbstein- gliederung als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderu ngspflicht ist eine Last, welche die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht versicherte Person auf sich zu nehmen hat, soll ihr Leistungsanspruch - auf gesetzliche Einglie- derungsmassnahmen oder Rente - gewahrt bleiben. Von de r versicherten Person dürfen dabei nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigu ng der gesamten objektiven und sub- jektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BG E 113 V 28 E. 4a). Auf Grund der geschilderten Schadenminderungspflicht darf deshalb von einer versicherten Person erwartet werden, dass sie die ihr ärztlicherseits attestierte zumutba re (Rest-) Arbeitsfähigkeit voll aus- schöpft. Die Anforderungen an die Pflicht zur Selbsteingliederung als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht dürfen dabei zulässigerweise do rt höher sein, wo eine verstärkte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht. In die erforderliche Interessenab- wägung sind deshalb auch die in Frage stehenden Rente nleistungen einzubeziehen (Urteil R. des Bundesgerichts vom 21. Juli 2009, 9C_111/2009, E. 2. 2.2 mit Hinweisen). Im Lichte dieser Grundsätze hat das damalige Eidgenössische Versicherungsger icht (EVG; heute: Bundesge- richt, sozialrechtliche Abteilungen) überdies mehrfach fe stgehalten, dass eine versicherte Per- son unter Umständen invalidenversicherungsrechtlich so zu b ehandeln ist, wie wenn sie ihre aktuell ausgeübte Tätigkeit, bei der sie die ihr ärztl icherseits attestierte zumutbare (Rest-) Ar- beitsfähigkeit nicht voll ausschöpft, aufgibt, und ihr i m Rahmen der Invaliditätsbemessung jene Einkünfte angerechnet werden, welche sie bei Aufnahme einer leidensangepassten Erwerbstä- tigkeit zumutbarerweise verdienen könnte (vgl. AHI-Praxis 2001 S 283, E. 5a/bb mit Hinweisen). 5.2.3 Vorliegend hat die IV-Stelle dem Versicherten in der angefochtenen Verfügung deshalb zu Recht als Invalideneinkommen nicht den aktuellen Lohn angerechnet, den er als Maler in einem 50 %-Pensum tatsächlich erzielt, sondern dasjenige hypothetischen Einkommen, das er in einer anderen, dem Leiden angepassten, d.h. wechselb elastenden und rückenschonenden Tätigkeit in einem Pensum von 100 % verdienen könnte. 6. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu best immen. Die IV-Stelle hat in der an- gefochtenen Verfügung vom 3. Januar 2019 den erforderl ichen Einkommensvergleich vorge- nommen. Da der Versicherte seit Eintritt der Gesundheit sschädigung die ihm ärztlicherseits attestierte zumutbare (Rest-) Arbeitsfähigkeit nicht vo ll ausschöpft, hat die IV-Stelle das Invali- deneinkommen zu Recht unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturer- hebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik festgesetzt ( vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Auf diese Weise hat sie ein zumutbares Invalideneinkom- men von Fr. 63‘130.-- errechnet. Anschliessend hat sie d iesen Betrag dem Valideneinkommen von Fr. 68‘900.-- gegenüber gestellt und so einen ren tenausschliessenden Invaliditätsgrad von 8 % ermittelt. Die konkrete Berechnung, die vom Versich erten in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet worden ist, erweist sich als rechtens. Unter diesen Umständen kann hier von weiteren Erörterungen zum vorinstanzlichen Einkommensvergleich abgesehen und stattdessen auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der genannten Verfügung verwiesen werden. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 12. Februar 2019 die une ntgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse ge- nommen. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der genannten Verfügu ng vom 12. Februar 2019 die unent- geltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertreterin b ewilligt worden ist, ist diese für ihre Be- mühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Ver- beiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertrete rin des Beschwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 17. Mai 2019 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 7 Stunden und 50 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 32.60. Der Rechtsvertreterin ist desha lb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘722.40 (7 Stunden und 50 Minuten à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 32.60 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘722.40 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht