B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-917/2012 U r t e i l v o m 1 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richterin Gabriela Freihofer, Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, deren Töchter, B._______, C._______, Russland, alle vertreten durch Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchen- de (ZBA), Beschwerdeführerinnen, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. Februar 2012 / N (…). E-917/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerinnen und der Lebenspart ner der erstrubrizierten Beschwerdeführerin (letztere im Folgenden : Beschwerdeführerin) kamen am (…) Januar 2012 von Moska u herkommend im Flughafen Zürich an und ersuchten am 23. Januar 2012 um Asyl. Das BFM erfasste d ie Asyl- verfahren der Beschwerdeführerinnen unter der Verfahrensnummer N (...) und jenes des Lebenspartners unter der Verfahrensnummer N (...) (vgl. betr. das Ve rfahren N (...) das mit gleichem Datum ergehende Urteil E - 916/2012 des Bundesverwaltungsgerichts). Mit Zwischenverfügung vom 23. Januar 2012 verweigerte das BFM den Beschwerdeführerinnen vorläufig die Einreise in die Schweiz und wies ih- nen für die Dauer vo n maximal sechzig Tagen den Transitbereich des Flughafens Zürich als Aufenthaltsort zu. Anlässlich der am 25 . Januar 2012 (Töchter) beziehungsweise am 27. Januar 2012 (Mutter) im Flughafen durchgeführten Befragung en zur Person (BzP) und der selbenorts durchgeführten Anhörung en vom 2. Februar 2012 zu den Asylgründen machte n die Beschwerdeführerin- nen im Wesentlichen Folgendes geltend: Sie seien ethnische Tsch e- tscheninnen islamischen Glaubens und stamm ten aus D._______. Seit 2009 hätten sie in E._______, zeitweise aber auch wieder in D._______ gewohnt. Die Beschwerdeführerin sei von Beruf ungelernte (...); eine Ausbildung als (...) habe sie aufgrund (…) abbrechen müssen. Mit ihrem ersten Mann sei sie religiös verheiratet gewesen und von diesem seit (...) geschieden. Im Herbst 2009 habe sie ihren jetzigen Lebenspartner ke n- nengelernt und nach Brauch geheiratet und lebe seither mit diesem im Konkubinat. In Tschetschenien lebten noch ihre Eltern und (...) Geschwis- ter. Die Lebensumstände dort seien allgemein schwierig und ihre fina n- zielle Situation sei auch immer prekärer geworden, zumal sie keine staat- liche Unterstützung bekämen . Die Töchter hätten kaum genug zu essen gehabt. Ihr Lebenspartner sei pro-russisch gesinnt, jedoch schon seit längerer Zeit kritisch gegenüber islamistischen (bärtigen) Männern, dem tschetschenischen Präsidenten Kadyrov sowie Putin eingestellt gewesen, und seine oppositionelle Haltung habe er unter anderem in Gedichten geäussert. Dies habe zu Verfolgung shandlungen seitens bärtiger bezie- hungsweise maskierter Männer – sie vermute deren arabische Herkunft – geführt. Details hierzu kenne sie aber nicht , da ihr Mann vieles ve r- schweige, um sie nicht zu beunruhigen und ihr Herz zu schonen . Bedro-E-917/2012 Seite 3 hungen und Beläs tigungen durch solche bärtigen Männer beträfen aber grundsätzlich alle Tschetschenen und sogar Polizisten würden getötet. Im Herbst 2009 seien sie in der bereits gemeinsamen Wohnung von ebe n- solchen bärtigen Männern mehrmals überfallen, belästigt sowie unter To- desdrohungen zum Besuch der Moschee und zum Tragen des Vollschlei- ers aufgefordert worden. Seither hätten ihre Töchter unter der Woche bei der Grossmutter in D._______ gewohnt. Ihr Lebenspartner sei zudem in jener Zeit mehrmals überfallen worden, wobei die Männer ihm bei der e i- nen Attacke derart schwere Verletzungen zugefügt hätten, dass er sich längere Zeit in Spitalpflege habe begeben müssen. Auch in den Jahren 2010 und 2011 hätten sie mehrmals unerbetenen Besuch von bärtigen Männern erhalten, diesen aber keinen Zutritt zur Wohnung gewährt. Eine Schutzsuche bei den Behörden sei aussichtslos gewesen, weil diese mit den Tätern zusammenarbeiten würden . Ihr Mann sei ferner für die " (...)" tätig gewesen und habe Verschollene aufgespürt, w as ebenfalls zu Schwierigkeiten geführt habe. Deshalb und aus Furcht vor weiteren B e- helligungen hätten sie, auch auf nachdrückliches Anraten des Bruders ih- res Lebenspartners, den Entschluss zur Ausreise gefasst und ihre Wo h- nung gekündigt . Zusammen mit dem Lebenspartner seien sie am 19. Januar 2012 mit dem Zug nach Moskau gelangt, von wo sie ihr He i- matland am (…) Januar 2012 auf dem Luftweg verlassen hätten. Für die Reise hätten sie ihre im Jahre 2009 ausgestellten und vor der Ankunft in Zürich vernichteten russischen Reisepässe verwendet. Ein Ausweichen in andere Teile Russlands sei nicht möglich gewesen, weil Tschetschenen in Russland nicht willkommen seien. Schliesslich machte d ie Beschwerde- führerin auf gesundheitliche Beeinträchtigungen in Form von (...) auf- merksam. Auch leide sie unter (…) und benötige Medikamente. Die be i- den Töchter bestätigten im Wesentlichen die Vorbringen ihrer Mutter ; sie hätten vor allem Angst vor weiteren Belästigungen und Bedrohungen durch Banditen und bärtige Män ner un d fürchteten s ich vor den vielen Schiessereien. Die ältere leide zudem an (...), welche schmerzhaft und dringend behandlungsbedürftig sei und eine – in Tschetschenien nicht durchführbare – (...) erfordere; die Krankheit sei auch Ursache für ihre (...) und (...). Die jüngere habe "(...)", der häufig zu (...) führe. Eine medi- zinische Versorgung in Tschetschenien sei kaum erhältlich und für die Familie ohnehin nicht erschwinglich. Als Beweismittel gaben die Beschwerdeführerinnen im Verlaufe des Ver- fahrens ihre russischen Inlandpässe, die Geburtsscheine der Töchter, ei- ne medizinische Versicherungspolice , eine (…) sowie ein Röntgenbild (…) zu den Akten. Gemäss Prüfung durch die Flughafenpolizei Zürich E-917/2012 Seite 4 vom 23. Januar und vom 9. Februar 2012 weisen die Dokumente keine Fälschungsmerkmale auf. B. Das BFM stellte mit Verfügung vom 10. Februar 2012 – eröffnet am se l- ben Tag – fest, die Beschwerdeführerinnen erfüllten die Flüchtlingseigen- schaft nicht , und lehnte de ren Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es ihre Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Zur B e- gründung des ablehnenden Asylentscheides qualifizierte es die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen als den Anforderungen von Art. 7 AsylG (SR 142.31) an die Glaubhaftmachung eines Asyl begründenden Sachverhalts nicht genügend, weshalb d ie Beschwerdeführerinnen die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht erfüll ten. Die Wegweisung stelle die Regelfolge der Ablehnung eines Asylgesuchs dar und der Vol l- zug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. C. Mit Eingabe vom 17. Februar 2012 erhob en die Beschwerdeführerinnen beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung. Darin beantragten sie deren Aufhebung, die Gewährung von Asyl unter Zuerkennung ihrer Flüchtlingseigenschaft, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzulässigkeit und Unz u- mutbarkeit des Wegweisungsvollzuges sowie in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses und die Vereinigung der Verfahren N (...) und N (...). D. Das Bundesverwaltungsgericht wies mit Verfügung vom 23. Februar 2012 den Antrag betreffend Verfahrensvereinigung ab, stellte aber eine koord i- nierte Behandlung der beiden Verfahren in Aussicht. Ferner hiess es das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und wies das BFM an, den Beschwerdeführerin- nen vor Ablauf der 60-tägigen Frist nach Art. 22 Abs. 5 AsylG die Einreise zu bewilligen, sollte das Beschwerdeverfahren dannzumal noch hängig sein. Mit derselben Zwischenverfügung wurde das BFM zur Vernehmla s- sung eingeladen. E. Mit fristgerechter Vernehmlassung vom 8. März 2012 beantragt e das E-917/2012 Seite 5 BFM unter Hi nweis auf seine bisherigen Standpunkte und Erwägungen die Abweisung der Beschwerde. Die Vernehmlassung wurde den Beschwerdeführerinnen am 15. März 2012 zur Kenntnis gebracht. F. Am 22. März 2012 bewilligte das BFM die Einreise de r Beschwerdeführe- rinnen in die Schweiz und verfügte deren Kantonszuweisung. G. Mit Verfügung vom 5. Mai 2014 gewährte das Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführerinnen Frist zur Vervollständigung ihrer Akten . Die Frist verstrich ungenutzt. H. Am 20. Mai 2014 wurde praktisch gleichzei tig per Telefax sowohl an das BFM als auch an das Bundesverwaltungsgericht ein in fremder Sprache und fremder Schrift verfasstes, nicht unterzeichnetes und undatiertes Schreiben einer Drittperson aus Tschetschenien übermittelt, aus welchem die Namen und Ge burtsdaten der Beschwerdeführerinnen entzifferbar waren. Das BFM überwies das bei ihm eingegangene Exemplar am 6. Juni 2014 zusammen mit einer deutschen Übersetzung an das Bu n- desverwaltungsgericht zur Aufnahme in die Beschwerdeakten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. E-917/2012 Seite 6 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Be - schwerdeführerinnen haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders b erührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei- se Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörig- keit zu einer bes timmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen uner- träglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluch t- gründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwe isen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in si ch widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-917/2012 Seite 7 4. 4.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides qualifizierte das BFM die geltend gemachten Verfolgung svorbringen als den Anforderu n- gen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftmachung eines Asyl begründenden Sachverhalts nicht genügend, weshalb die Beschwerdeführerinnen die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht erfüllen würden. So seien die Aussagen der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit den b e- haupteten Belästigungen durch die bärtigen Männer an ihrem gemeins a- men Wohnort (Identitätsbeschreibung der Männer, Ereignisbeschreibu n- gen, Beweggründe der Männer) auffallend konfus und vage ausgefallen und sie widersprächen zudem jenen der Töchter, welche im Gegensatz zur Mutter das Eindringen der Männer in die Wohnung und das Verprü- geln des Lebenspartners geltend gemacht hätten . Substanzarm und we- nig überzeugend erschienen ebenfalls die Ausführungen der Beschwe r- deführerin betreffend die früheren Verfolgungshandlungen und insbeso n- dere Überfälle auf ihren Lebenspartner sowie dessen politische Gesi n- nung und Vergangenheit. Zudem habe ihr Lebenspartner im Gegensatz zu ihr nichts von einer Hospitalisierung erwähnt. Ein weiterer Widerspruch zwischen den beiden sei hinsichtlich des Zeitpunkts der Verschleppung des Lebenspartners (September 2009 beziehungsweise Oktober 2011) aufgetreten. Ferner vermittelten die Ausführungen der Beschwerdeführ e- rin den Eindruck einer widersprüchlichen Wahrnehmung der politischen Situation in Tschetschenien, indem sie einerseits erklärt habe, ihr Partner sympathisiere grundsätzlich mit den Russen, sie beide aber anderseits dennoch ihre Probleme nicht den Behörden gemeldet hätten. Die diesbe- zügliche Erklärung (Kollaboration der bärtigen Männer mit der Regierung Kadyrov) entspreche nicht der aktuellen Situation in Tschetschenien und sei mithin eine Schutzbehauptung. Angesichts der entsprechenden Au s- sagen der Beschwerdeführerinnen bestehe Grund zur Annahme, sie sei- en hauptsächlich mit der Aussicht auf ein besseres Leben und aus med i- zinischen Gründen in die Schweiz gekommen. Die Ausführungen der Töchter führten nicht zu einer anderen Betrachtungsweise hinsichtlich der Glaubhaftigkeitsprüfung. Aufgrund der Unglaubhaftigkeit der Asylvorbri n- gen erübrige sich deren Überprüfung hinsichtlich Asylrelevanz. 4.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe bemängelten die Beschwerdeführerinnen eine unzulängliche Protokollabstützung der ihnen vorgeh altenen U n- glaubhaftigkeitselemente, indem die Verweise durchwegs nur ganze oder gar mehrere Seiten umfass ten und nicht einmal dann immer korrekt se i- en. Dies mache es teilweise unmöglich zu erkennen, weshalb die konkr e- ten Vorbringen als unglaubhaft erachtet worden seien. Die Aussagen der E-917/2012 Seite 8 Beschwerdeführerin beziehungsweise ihres Lebenspartners würden durchaus den nach Gesetz und Praxis gestellten Anforderungen an die Glaubhaftmachung und an die Asylrelevanz genügen. 4.3 In seiner die Beschwerdeabweisung beantrage nden Vernehmlassung verwies das BFM auf seine bisherigen Standpunkte und Erwägungen , ohne substanziell Stellung zu nehmen zum Inhalt der Beschwerde betref- fend die Frage der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls. 4.4 Mit Verfügung vom 5. Mai 2014 räumte das Bun desverwaltungsge- richt den Beschwerdeführerinnen Gelegenheit ein, die Akten bis zum 26. Mai 2014 mit allfälligen Beschwerdeergänzungen und Beweismitteln, in s- besondere auch mit ärztlichen Berichten (und dazugehörigen Erklärungen über die Befreiung der behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht) im Zusammenhang mit den im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemac h- ten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu vervollständigen. Gleichzeitig wurden sie darauf aufmerksam gemacht, dass fremdsprachige Bewei s- mittel übersetzt in eine schweizerische Amtssprache einzureichen seien. Die Beschwerdeführerinnen reagierten weder innert der angesetzten Frist noch zu einem späteren Zeitpunkt auf die Verfügung. 4.5 Das am 20. Mai 2014 per Telefax an das BFM und an das Bunde s- verwaltungsgericht übermittelte Schreiben aus Tschetschenien ist unda- tiert und nicht unterzeichnet und stammt weder von einer verfahrensbetei- ligten Person noch wurde es auf Veranlassung einer verfahrens involvier- ten Behörde eingereicht . Das Bundesverwaltungsgericht sieht sich nicht veranlasst, den Inhalt des Dokumentes als Grundlage der Entscheidfi n- dung anzuerkennen und zu würdigen. Es besteht somit auch keine Ve r- anlassung, dessen Inhalt den Beschwerdeführerinnen zur Kenntnis oder zum rechtlichen Gehör zu bringen. Entsprechend wird er im vorliegenden Urteil – über die prozessgeschichtliche Erwähnung hinaus – nicht sub- stanziell erfasst. 5. 5.1 Glaubhaft sind die Vorbringen einer asylsuchenden Person grun d- sätzlich dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren L o- gik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfa h- rung widersprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person E-917/2012 Seite 9 persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswec h- selt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduz iertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachve r- haltsdarstellung des Asylsuchenden sprechen , überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 S. 142; 2010/57 E. 2.3 S. 826 f). 5.2 Das BFM hat gesetzes- und praxiskonform erkannt, dass die von den Beschwerdeführerinnen geltend gemachten Benachtei ligungen und B e- fürchtungen den Anforderungen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftm a- chung eines Asyl begründenden Sachverhalts nicht genügen. Auf die betreffenden, unter E. 4.1 (oben) zusammenfassend wiedergegebenen Erwägungen gemäss angefochtener Verfügung kann zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden. Die auf Beschwerdestufe unterno m- menen Entkräftungs - und Erklärungsversuche besitzen keine Durc h- schlagskraft. So sind die Aktenabstützungen des BFM zwar wenig "ku n- denfreundlich", nicht aber unzureichend oder unkorrekt; eine sachgerech- te Anfechtung erachtet das Bundesverwaltungsgericht trotz zeitlichen Mehraufwandes als durchaus gewährleistet. Auch i n substanzieller Hi n- sicht vermag die Beschwerde den Erkenntnissen des BFM nichts entg e- genzusetzen, sondern sie begnügt sich mit einer weitgehend pauschal bleibenden Bekräftigung der Glaubhaftigkeit, ohne indessen den in der angefochtenen Verfügung dargelegten einzelnen Erwägungskompone n- ten konkret entgegenzuwirken. Im Rahmen der Prüfung von Amtes w e- gen ist imme rhin jenes vorinstanzliche Erwägungselement in Kritik zu ziehen, wonach die Ausführungen der Beschwerdeführerin den Eindruck einer widersprüchlichen Wahrnehmung der politischen Situation in Tsche- tschenien vermittelten, indem sie einerseits erklärt habe, ih r Partner sym- pathisiere grundsätzlich mit den Russen, sie beide hätten aber anderseits dennoch ihre Probleme den Behörden nicht gemeldet. Die hierfür vorg e- legte Erklärung betreffend eine Kollaboration der bärtigen Männer mit der Regierung Kadyrov wurde nämlich sowohl von der Beschwerdeführerin als auch vom Lebenspartner abgegeben und ist unter diesem Aspekt nicht widersprüchlich. Dies ändert allerdings nichts daran, dass diese E-917/2012 Seite 10 übereinstimmende Erklärung auf einer unzutreffenden Einschätzung der damaligen und aktuellen Situation in Tschetschenien beruht, da die R e- gierung Kadyrov bekanntermassen rigoros gegen die Wahabiten vorging und deren erneutes Erstarken weiterhin mit allen Mitteln zu unterbinden versucht. Das vom BFM erkannte Ergebnis der Unglaubhaftigkeit der Ver- folgungsvorbringen der Beschwerdeführerinnen findet im Übrigen seine Bestätigung im Umstand, dass die geltend gemachte Verfolgungslage schwergewichtig von jener des Lebenspartners der Beschwerdeführerin abgeleitet wird und insoweit eine (behauptungsgemässe) Anschlussver- folgung darstellt. Im heute koordiniert ergehenden Urteil E -916/2012 betreffend den Lebenspartner w ird jedoch erkannt, dass der von diesem geltend gemachte originäre Verfolgungssachverhalt objektiv unglaubhaft ist. Diese E rkenntnis wirkt sich somit zwangsläufig nachteilig auf die Glaubhaftigkeitsbeurteilung betreffend die Beschwerdeführerinnen aus . Aufgrund des Gesagten ist festzu halten, dass der von den Beschwerde- führerinnen präsentierte und vom BFM vollständig sowie in zu treffender Beweismittelwürdigung festgestellte Verfolgungssachverhalt überwiegend unwahrscheinlich und damit unglaubhaft ist . Die de n Beschwerdeführe- rinnen mit Verfügung vom 5. Mai 2014 gewährte Möglichkeit, die Aktenl a- ge zu ergänzen und die Sachverhaltsbasis beziehungsweise deren bishe- rige rechtliche Würdigung durch das BFM neu zu beleuchten, blieb ung e- nutzt. 5.3 Nach dem Gesagten erübrigt es sich, die Vorbringen auf ihre flücht- lingsrechtliche Beachtlichkeit hin genauer zu überprüfen. Dennoch drängt sich die Feststellung auf, dass den Beschwerdeführerinnen unter hypo- thetischer Annahme der Wahrheitskonformität und der objektiven Nach- vollziehbarkeit des von ih nen vorgelegten Verfolgungssachverhalts die Inanspruchnahme zumutbarer innerstaatliche r Schutzmechanismen und Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung gestanden hätte (vgl. dazu au s- führlich das Grundsatzurteil BVGE 2011/51). So blieben sie beispielswei- se in D._______ unbehelligt. Zudem war es ihnen problemlos möglich, von Tschetschenien via den Flughafen Moskau mit eigenen Dokumenten legal auszureisen. 5.4 Das BFM hat daher das Bestehen einer Verfolgungssituation de r Be- schwerdeführerinnen und mithin de ren Ansprüche auf Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung des Asyls zu Recht verneint. Es erübrigt sich, diesbezüglich auf den Inhalt der Beschwerde vertiefter ei n- zugehen. E-917/2012 Seite 11 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführerinnen verfüg en weder über eine a usländer- rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Auch angesichts des Umstandes, dass mit dem ebenfalls heute ergehenden Urteil E -916/2012 des Bundesverwaltungsgerichts die Wegweisung des Lebenspartners der Bes chwerdeführerin rechtskräftig wird und damit der Grundsatz der Einheit der Familie gewahrt ist, wurde die Wegweisung somit zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E . 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutb ar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. E-917/2012 Seite 12 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführerinnen nicht gelungen is t, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerde- führerinnen nach Russland ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerinnen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung dorthin mit beachtlicher Wahrschei n- lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen G e- richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti- Folterausschusses müssten sie eine konkrete Gefahr («real risk») nac h- weisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Russland und speziell in T schetschenien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. dazu die nach wie vor Gültigkeit beanspruchende Beurteilung des Bundesverwa l- tungsgerichts in BVGE 2009/52), selbst wenn sich die Sicherheitslage in Tschetschenien weiterhin instabil präsentiert und Menschenrechtsverle t- zungen vorkommen. Den Beschwerdeführerinnen kann auch kein beson- deres Risikoprofil im Hinblick auf allfällige Menschenrechtsverletzungen zugesprochen werden. Im Übrigen ist keine Völkerrecht swidrigkeit im Sinne einer Verletzung des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 0.107) – (…) – auszumachen. Die An- nahme entsprechender Vollzugshindernisse drängt sich weder aus den Akten auf, noch werden solche auf Beschwerde stufe in irgendeiner Form geltend gemacht. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Die Bestimmung findet fe r- ner insbesondere Anwendung auf Personen, die nach ihrer Rückkeh r ei-E-917/2012 Seite 13 ner konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie aus objektiver Sicht w e- gen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit in völlige und andauernde Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres G esundheitszustandes, der I n- validität oder sogar dem Tod ausgeliefert wären (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.1). Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbe- halt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2 In der angefochtenen V erfügung stellt das BFM im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung fest, dass sich die Sicherheits - und Mensche n- rechtslage in Tschetschenien in den letzten Jahren kontinuierlich und nachhaltig verbessert hätten. Es herrsche heute weder eine Situation al l- gemeiner Gewalt noch eine humanitäre Krise. Wahllose Personenkontrol- len und Inhaftierungen durch das Militär kämen nicht mehr vor und Fälle von Verschwindenlassen und Entführungen von Personen seien drastisch zurückgegangen. Die medizinische Grundversorgung sei gewä hrleistet. Die Beschwerdeführerin sei zwar gesundheitlich angeschlagen. Zu den von ihr benötigten pflanzlichen beziehungsweise natürlichen Medikame n- ten werde sie aber auch in der Heimat Zugang haben. Die bei der einen Tochter bestehende (...) beeinträchtige die Lebensqualität, sei aber nicht lebensbedrohlich und könne in der Heimat behandelt und wenn nötig operiert werden. Im Weiteren verfügten die Beschwerdeführerinnen wie auch ihr Begleiter in der Heimat über ein in taktes familiäres Netz. Die Be- schwerdeführerin sei zudem berufstätig gewesen. Eine Reintegration sei daher möglich. Ein Wegweisungsvollzug erscheine zumutbar. Demgegenüber h alten die Beschwerdeführerinnen in ihrer Rechtsmi t- teleingabe unter Hinweis auf verschiedene Quellen fest, die Lageei n- schätzung des BFM sei veraltet. Die Sicherheits - und Menschenrechtsla- ge im gesamten Nordkaukasus und im Besonderen in Tschetschenien sei aktuell kritisch und geprägt von Terroranschlägen, Entführungen, Brutal i- tät, Willkür und einem Machtzuwachs des fundamentalis tischen Islams. Es herrsche wieder Krieg und allgemeine Gewalt. Die medizinische Ve r- sorgung sei nicht in jedem Fall gewährleistet und die sozio -ökonomische Situation sei desolat. Auch das Bundesverwaltungsgericht habe in einem Entscheid vom 15. April 2011 eine Verschlechterung der Lage konstatiert. Ein Vollzug der Wegweisung sei für sie unzumutbar. 7.3.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVGE 2009/52) herrscht in Tschetschenien keine Situation allgemeiner Gewalt mehr und der Wegweisungsvollzug dorthin wird in der Regel als E-917/2012 Seite 14 zumutbar erachtet. Diese – von der Vorinstanz zutreffend w iedergegebe- ne Einschätzung – hat nach wie vor Gültigkeit, auch wenn sich die S i- cherheitslage in Tschetschenien weiterhin instabil präsentiert und Me n- schenrechtsverletzungen vorkommen. Immerhin ist in den letzten Jahren ein Rückgang bewaffneter Auseinanders etzungen zwischen russischen und tschetschenischen Sicherheitskräften auf der einen und bewaffneten Oppositionsgruppen auf der anderen Seite zu verzeichnen. Eine Rüc k- kehr der Beschwerdeführerinnen ist unter dem Sicherheitsaspekt gemäss geltender Praxis dem nach grundsätzlich zumutbar. Zwar sind gewisse Kategorien von Personen teilweise immer noch der willkürlichen Gewalt seitens der Behörden ausgeliefert (vgl. a.a.O. E. 10.2.3), doch sind die Beschwerdeführerinnen keiner solchen Risikogruppe zuzuordnen. Im Rahmen der Prüfung individueller (Un -)Zumutbarkeitsaspekte ist eine Gesamtbetrachtung entscheidend, wobei die Kombination von für sich besehen noch keine Unzumutbarkeit begründenden Elementen dennoch die Schwelle der konkreten Gefährdung im ob engenannten Si nn erre i- chen kann. Die Erwägungen der Vorinstanz gemäss angefochtener Ve r- fügung sind aufgrund der gesamten Akten und Umstände zu bestätigen, und es kann auf die zuvor zusammenfassend wiedergegebenen Ausfü h- rungen verwiesen werden. Zudem ist festzuhalten, da ss das Beschwe r- deverfahren de s Lebenspartners der Beschwerdeführerin (E-916/2012) mit heutigem Datum ebenfalls rechtskräftig abgeschlossen ist , diese Le- bensgemeinschaft somit im Heimatland weitergeführt werden kann , und die Beschwerdeführerinnen nicht auf sich allein gestellt sind. Sie sind überdies nicht gehalten , in E._______ Wohnsitz zu nehmen, sondern können nach D._______ zurückkehren oder gänzlich andere Alternativen in Tschetschenien oder anderen Teilen Russlands ins Auge fassen . In Übereinstimmung mit dem BFM ist weiter die Gewährleistung einer medi- zinischen Grundversorgung zu bestätigen. Das Bundesverwaltungsg e- richt hat sich in verschiedenen Urteilen (z.B. E-3706/2011 vom 24. April 2013 oder E -4413/2011 vom 4. Juli 2013) ausführlich mit der Frage de r medizinischen Versorgung in Tschetschenien auseinandergesetzt und hält fest, dass der Wiederaufbau grundsätzlich auch im Gesundheitsw e- sen weit fortgeschritten ist. So existieren über 350 medizinische Einric h- tungen wie Bezirks - und Republiks -Krankenhäuser sowie Ambulatorien und insbesondere in E._______ spezialisierte Einrichtungen, wenngleich noch Aufholbedarf bei qualifiziertem medizinischem Personal besteht. Im vorliegenden Verfahren haben die Beschwerdeführerinnen erstinstanzlich verschiedenartige Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit geltend gemacht (vgl. Bst. A oben). Da diese kaum dokumentiert waren und auf Beschwer-E-917/2012 Seite 15 deebene von den Beschwerdeführerinnen auch nicht ansatzweise mehr thematisiert wurden, erachtete es die Instruktionsrichterin als sachg e- mäss, die Entscheidgrundlage insbesondere im Hinblick auf die Prüfung medizinischer Rückführungshindernisse dahingehend breiter abzustü t- zen, dass d ie Beschwerdeführerinnen Gelegenheit erhielt en, die Akten bei Bedarf mit allfälligen Beschwerdeergänzungen und B eweismitteln zu aktualisieren. Die Gelegenheit wurde jedoch nicht wahrgenommen. Es darf daher davon ausgegangen werden, es lägen heute weder objektiv betrachtet noch aus der Perspektive der Beschwerdeführerinnen mediz i- nische Rückkehrhindernisse relevanter Art vor. Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen und unter Mitberücksichtigung der inzw i- schen zweieinhalbjährigen Abwesenheit vom Heimatland kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass d ie Beschwerdeführerin- nen dort im Rahmen der Grundve rsorgung medizinisch versorgt werden können, wenngleich nicht auf dem in der Schweiz vorzufindenden Niveau. Weil daneben keine zureichenden weiteren F aktoren für eine überwi e- gende Unzumutbarkeit sprechen und d ie Beschwerdeführerinnen trotz Einräumung der M öglichkeit einer Aktenvervollständigung keine zusätzl i- chen aktuellen Rückführungshindernisse geltend gemacht ha ben, ist u n- ter Berücksichtigung sämtlicher Akten und entscheidwesentlichen U m- stände nicht davon auszugehen, sie würden nach einer Rückkehr nach Russland in eine existenzbedrohende Situation geraten. 7.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführerinnen, sich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine R ückkehr notwendi- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung ebe n- so und unbestrittenerweise als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. E-917/2012 Seite 16 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer - deführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Auf deren Erhebung ist jedoch angesichts der mit Verfügung vom 23. Februar 2012 gewährten unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-917/2012 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das BFM und die kan- tonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: