<h2>SubmittedText<h2><p>Zum Vermögen der Eidgenossenschaft gehört auch eine umfangreiche Kunstsammlung. Diese wächst Jahr für Jahr durch neue Käufe. Die Objekte hängen in Räumen der Bundesverwaltung in Bern oder lagern im Keller des Bundeshauses. Ein Teil der Objekte ist aber auch in Bürogebäuden über die ganze Schweiz verstreut. Kunstgegenstände des Bundes schmücken auch Botschaften und Konsulate in der ganzen Welt. Die Bildersammlung ist in der Obhut des BBL. Vor rund sechs Jahren hat die Eidgenössische Finanzkontrolle Lücken im Inventar festgestellt. Etliche Kunstgegenstände waren nicht mehr auffindbar. Als Ursache wurden damals eine mangelnde Sorgfaltspflicht und eine fehlende Inventarkontrolle genannt.</p><p>Fragen an den Bundesrat:</p><p>1. Verfügt der Bund heute über ein systematisch erstelltes Inventar aller Kunstgegenstände, die sich im Besitze des Bundes befinden? Falls ja: Führt das Inventar auch den Ort auf, wo sich der einzelne Kunstgegenstand jeweils befindet? In welchen Zeitintervallen wird das Inventar jeweils aktualisiert?</p><p>2. Seit wann wird ein solches Inventar geführt?</p><p>3. Sind in den letzten Jahren Kunstgegenstände der Eidgenossenschaft verschwunden? Falls ja: Welche Verluste sind der Eidgenossenschaft durch verschwundene Kunstgegenstände entstanden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Probleme bewusst, die bei der Sicherung der Bundeskunstsammlung auftreten. Er nimmt die Verluste, welche die Bundeskunstsammlung erfährt, ernst. Bereits vor sechs Jahren stellte die Eidgenössische Finanzverwaltung Mängel in der Inventarführung fest. So erneuerte das Bundesamt für Kultur (BAK) zusammen mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten die Abläufe zur Kontrolle in den Vertretungen der Schweiz im Ausland. Parallel wurden neue Leihverträge für die Leihnehmer erarbeitet, die noch in diesem Jahr eingeführt werden.</p><p>1. Die vom BAK verwaltete Bundeskunstsammlung umfasst 20 200 Kunstwerke, die inventarisiert und systematisch in eine EDV-gestützte Datenbank aufgenommen sind. Sowohl die rund 400 Leihnehmer als auch die genauen Standorte der ausgeliehenen Kunstwerke sind erfasst. Sämtliche Bewegungen der Kunstwerke wie Ausgänge, Rückgaben, Umzüge usw. - insgesamt rund 2000 pro Jahr - werden in der Datenbank laufend festgehalten. Dies gilt auch für nur kurze Zeit dauernde Ausleihen an temporäre Ausstellungen im In- und Ausland oder für Transporte in externe Restaurierungsateliers.</p><p>2. Seit der Gründung der Bundeskunstsammlung vor 120 Jahren wird ein Inventar geführt. Eine EDV-gestützte Datenbank ist seit 1988 im Einsatz; verglichen mit kantonalen und kommunalen Kunstsammlungen und -museen seit einem relativ frühen Zeitpunkt. Das BAK führt das Inventar laufend und trifft die konservatorischen Massnahmen nach den aktuell gültigen Vorgaben des International Council of Museums, welche für die Pflege von mobilen Kulturgütern massgebend sind.</p><p>3. Zurzeit werden 411 Kunstwerke vermisst. Dies bedeutet rund 2 Prozent der insgesamt 20 200 Kunstwerke, die sich in der Bundeskunstsammlung befinden. Trotz der einleitend genannten Massnahmen nahmen die Verluste in den letzten Jahren stetig leicht zu. Seit 1994 werden 46 Kunstwerke vermisst, was für die Eidgenossenschaft einem Schaden von 208 000 Franken entspricht. Es ist durchaus möglich, dass das eine oder andere dieser Werke wieder zum Vorschein kommt. Die Gründe für diese Verluste sind sowohl bei den nicht ausreichenden personellen Ressourcen des BAK als auch in der mangelnden Sorgfalt der Leihnehmer zu suchen. Jede Dienststelle des Bundes ist verpflichtet, ihrerseits ein Inventar über die Leihgaben zu führen und Standorte nur in Absprache mit dem BAK zu ändern. Diese Verpflichtungen werden oft nur bedingt befolgt. Verlangt das BAK einen Inventarvergleich, kommen die Dienststellen dem oft nicht konsequent genug nach. Das Eidgenössische Departement des Innern prüft, ob zusätzliche Massnahmen ergriffen werden können, um dieses Problem zu lösen.</p>  Antwort des Bundesrates.