<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00343</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107140&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00343</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.03.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 29.09.2003 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Enteignungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Abtretung von Privatrechten</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bau eines Trottoirs an einer vielbefahrenen, aber wenig begangenen Durchgangsstrasse<br/><br/>Auf die Beschwerde ist einzutreten (E. 1a).<br/>Da zivilrechtliche Ansprüche i.S.v. Art. 6 EMRK betroffen sind, wurde eine öffentliche Verhandlung durchgeführt (E. 1b).<br/>Begehren um Projektänderung waren im Enteignungsverfahren vorzubringen (E. 2).<br/>Ob das strittige Projekt erforderlich ist, ist in weitem Mass Ermessensfrage (E. 3).<br/>Die Grundstücke liegen an einer stark befahrenen Durchgangsstrasse. Die bestehende Situation hat für Fussgänger Unannehmlichkeiten und Risiken zur Folge. Allerdings sind die Fussgängerfrequenzen gering (E. 4a).<br/>Die Situation ist nicht mit derjenigen beim Platz vergleichbar. Ein unbefriedigender Zustand dort stellt zudem keinen Grund dar, auf eine Verbesserung anderswo zu verzichten (E. 4b).<br/>Fraglich ist vorliegend einzig die Verhältnismässigkeit des Projekts i.e.S. Diese ist gerade noch gegeben (E. 4c).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABTRETUNG">ABTRETUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DURCHGANGSSTRASSE">DURCHGANGSSTRASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DURCHGANGSVERKEHR">DURCHGANGSVERKEHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTEIGNUNG">ENTEIGNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Enteignung ST: FORMELLE ENTEIGNUNG">FORMELLE ENTEIGNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FUSSGÃNGERSCHUTZ">FUSSGÃNGERSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STAATSSTRASSE">STAATSSTRASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENAUSBAU">STRASSENAUSBAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TROTTOIR">TROTTOIR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 1 lit. I AbtrG</span><br/><span class="ungerade">§ 7 AbtrG</span><br/><span class="gerade">Art. 26 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 7 lit. I StrassG</span><br/><span class="gerade">§ 15 lit. I StrassG</span><br/><span class="ungerade">§ 17 lit. V StrassG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die Baudirektion plant die ErgÃ¤nzung des bergseitigen Gehwegs an der K-strasse in Y im Abschnitt L- bis M-strasse, nÃ¶rdlich des Q-platzes, und setzte am 6. MÃ¤rz 2001 das entsprechende Projekt fest. WÃ¤hrend die Ã¼brige benÃ¶tigte FlÃ¤che freihÃ¤ndig erworben werden konnte, musste fÃ¼r die von den GrundstÃ¼cken Kat.-Nr. 01 und 02 benÃ¶tigte FlÃ¤che von ca. 20 respektive ca. 44 m<sup>2</sup> das Enteignungsrecht beansprucht werden. Diese GrundstÃ¼cke gehÃ¶ren den Gemeinschaften A und B, die am 30. Juli 2001 Einsprache gegen das Projekt erhoben und EntschÃ¤digungsforderungen stellten. Die anschliessende Einigungsverhandlung blieb ohne Erfolg, worauf die Baudirektion die Einsprachen am 19. September 2001 dem Bezirksrat X zum Entscheid Ã¼berwies.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat wies die Einsprachen am 11. April 2002 ab und trat auf die EntschÃ¤digungsforderungen unter Hinweis auf die ZustÃ¤ndigkeit der SchÃ¤tzungskommission nicht ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Beschluss gelangten die unterlegenen Gemeinschaften an den Regierungsrat, der den Rekurs am 21. August 2002 abwies.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Die Gemeinschaften A und B haben gegen diesen Entscheid am 1. Oktober 2002 gemeinsam Beschwerde an das Verwaltungsgericht eingereicht. Sie beantragen, der angefochtene Beschluss sowie die Projektfestsetzung der Baudirektion vom 6. MÃ¤rz 2001 seien aufzuheben, unter Kosten und EntschÃ¤digungsfolge.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Direktion der Justiz und des Innern beantragte am 22. Oktober 2002 fÃ¼r den Regierungsrat, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf Ã¼berhaupt einzutreten sei. Der Bezirksrat X erklÃ¤rte am 29. Oktober 2002, er verzichte auf eine Mitbeantwortung und beantrage die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 10. MÃ¤rz 2003 fÃ¼hrte das Verwaltungsgericht einen Augenschein mit anschliessender Ã¶ffentlicher Schlussverhandlung durch.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen im angefochtenen Entscheid, in den Rechtsschriften sowie anlÃ¤sslich des Augenscheins werden soweit erforderlich in den nachstehenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Wie der Regierungsrat zutreffend erwogen hat, stellt der Entscheid des Bezirksrats Ã¼ber die Einwendungen gegen die Enteignung einen erstinstanzlichen Entscheid dar, gegen welchen zunÃ¤chst der Rekurs an den Regierungsrat und anschliessend gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) die Beschwerde an das Verwaltungsgericht offen steht (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19 N. 120). Das Verwaltungsgericht ist daher zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Die Beschwerdebefugnis der zur Abtretung verpflichteten GrundeigentÃ¼mer ist ohne Weiteres gegeben (§ 21 VRG). Auf die rechtzeitig und formrichtig erhobene Beschwerde ist einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Entscheid Ã¼ber die Enteignung betrifft zivilrechtliche AnsprÃ¼che im Sinn von Art. 6 EMRK. Entsprechend dieser Bestimmung kÃ¶nnen die betroffenen Privaten verlangen, dass Ã¼ber ihre Angelegenheit nach einer Ã¶ffentlichen mÃ¼ndlichen Verhandlung entschieden wird. Das Gericht ist diesem Anspruch nachgekommen und hat die Verhandlung antragsgemÃ¤ss mit einem Augenschein verbunden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. GemÃ¤ss § 15 Abs. 1 Satz 2 des Strassengesetzes vom 27. September 1982 (StrassG, LS 722.1) ist die Baudirektion fÃ¼r die Festsetzung von Staatsstrassenprojekten zustÃ¤ndig, wenn die Kreditbewilligung â wie hier â in ihrer Kompetenz liegt. Da es sich vorliegend um ein Projekt von untergeordneter Bedeutung handelt, wurde gestÃ¼tzt auf § 17 Abs. 5 Satz 1 StrassG darauf verzichtet, ein Einspracheverfahren gemÃ¤ss den Bestimmungen von § 17 StrassG durchzufÃ¼hren. Daher richtet sich das Enteignungsverfahren nach dem Gesetz betreffend die Abtretung von Privatrechten vom 30. November 1879 (AbtrG, LS 781), konkret nach dessen §§ 21 ff. Allerdings sind hierbei kraft § 17 Abs. 5 Satz 2 StrassG jegliche Begehren um ProjektÃ¤nderungen â einschliesslich des Antrags, auf das Projekt sei zu verzichten â zulÃ¤ssig, d.h. die BeschrÃ¤nkung des § 24 AbtrG auf untergeordnete ProjektÃ¤nderungen entfÃ¤llt. Die heutige gesetzliche Regelung entspricht der frÃ¼heren Praxis zu § 24 AbtrG, gemÃ¤ss der im Enteignungsverfahren immer dann umfassende Einwendungen gegen ein Projekt zulÃ¤ssig waren, wenn diese Einwendungen zuvor, d.h. im Verfahren auf Erteilung des Enteignungsrechts, nicht erhoben werden konnten, weil der Kanton selbst als Enteigner auftrat (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 114 f. mit Hinweisen auf die Praxis).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die BeschwerdefÃ¼hrenden anerkennen, dass die geforderte Abtretung auf einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage beruht. Hingegen bestreiten sie, dass das Projekt durch ein konkretes Ã¶ffentliches Interesse gerechtfertigt und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sei. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Abtretungspflicht besteht nach der verfassungsrechtlichen Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) sowie gemÃ¤ss § 1 Abs. 1 und § 7 AbtrG nur soweit, als das Ã¶ffentliche Wohl bzw. das Ã¶ffentliche Interesse dies erheischt. Ob zu dessen Wahrung ein Eingriff in privates Eigentum erforderlich sei, ist zunÃ¤chst eine Rechtsfrage (RB 1986 Nr. 116 mit zahlreichen Hinweisen). Da jedoch der Rechtsbegriff des Ã¶ffentlichen Interesses unbestimmt ist und nach Zeit und Ort schwankt, sind bei seiner Anwendung auch Ermessensentscheide zu treffen (RB 1964 Nrn. 32 und 33). Das gilt insbesondere fÃ¼r Strassenanlagen (RB 1962 Nr. 40) und fÃ¼r Trottoirbauten, bei denen es weitgehend Ermessensfrage ist, wo und wie breit sie auszufÃ¼hren sind (RB 1986 Nr. 116 m.H.; VGr, 12. Mai 1995, VB.1994.00010).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach § 6 Abs. 1 StrassG sind die Staatsstrassen unter dem hier nicht eingreifenden Vorbehalt von § 6 Abs. 2 StrassG vom Staat zu erstellen oder auszubauen, wobei die Baupflicht gemÃ¤ss § 7 Abs. 1 StrassG alle Teile der Strasse und die zugehÃ¶rigen Nebenanlagen umfasst. Der Entscheid Ã¼ber den Umfang und die Ausgestaltung des Strassenausbaus ist bei Projekten wie dem vorliegenden weitestgehend eine Sache des technisch-planerisch-prospektiven Ermessens. Das auf Rechtskontrolle beschrÃ¤nkte Verwaltungsgericht kann insoweit nach § 50 Abs. 2 lit. c VRG nur prÃ¼fen, ob der Enteignungsanspruch fÃ¼r das Bauwerk das Ermessen missbraucht oder Ã¼berschreitet (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 1, 70 ff., 87 und 94). Im derart abgesteckten Rahmen ist namentlich zu untersuchen, ob das Ã¶ffentliche Interesse an der Inanspruchnahme des Grundeigentums gegenÃ¼ber dem privaten Interesse an seiner ungeschmÃ¤lerten Erhaltung Ã¼berwiegt, das heisst ob der Grundsatz der Notwendigkeit und der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des staatlichen Eingriffs gewahrt ist. Zur Abwehr der Enteignung kÃ¶nnen sich die GrundeigentÃ¼mer auch auf gegenlÃ¤ufige Ã¶ffentliche Interessen, z.B. der Verkehrssicherheit (RB 1974 Nr. 6), des Natur-, Landschafts- und Ortsbildschutzes oder des Umweltschutzes berufen (RB 1974 Nr. 5 = ZB1 75/1974, S. 527 ff. = ZR 73 Nr. 85; vgl. auch RB 1983 Nr. 7).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, dass auf ihren GrundstÃ¼cken eine bergseitige Gehwegverbindung entlang der K-strasse bereits bestehe, und bestreiten ein konkretes Ã¶ffentliches Interesse am geplanten Ausbau.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die K-strasse ist eine stark befahrene Durchgangsstrasse. GemÃ¤ss den vom Beschwerdegegner eingereichten Unterlagen betrÃ¤gt die Verkehrsbelastung ca. 8'000 Fahrzeuge pro Tag im Wochendurchschnitt (ca. 9'000 Fahrzeuge im Durchschnitt der Werktage) und ca. 900 Fahrzeuge zur morgendlichen Spitzenstunde. Der Schwerverkehrsanteil liegt am Tag etwas unter 4 % (der vom Beschwerdegegner am Augenschein erwÃ¤hnte Schwerverkehrsanteil von gegen 6 % trifft nur fÃ¼r die Nacht zu und ist insofern zu relativieren, als die Verkehrsfrequenz wÃ¤hrend der Nacht mit ca. 50 Fahrzeugen pro Stunde relativ tief liegt). Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben diese Zahlen nicht bestritten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aus den PlÃ¤nen geht hervor, und der Augenschein hat es bestÃ¤tigt, dass die zur VerfÃ¼gung stehende FussgÃ¤ngerverbindung auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der engsten Stelle nur 0,4 m breit ist. Hier werden sowohl Personen mit Kinderwagen, Personen im Rollstuhl, aber auch Personen mit Kindern an der Hand, Personen mit Einkaufstaschen oder anderem GepÃ¤ck und schliesslich Personengruppen regelmÃ¤ssig veranlasst, auf die Strasse auszuweichen, sofern sie nicht rechtzeitig auf das Trottoir auf der gegenÃ¼berliegenden Seite gewechselt haben. Beides bildet angesichts der erwÃ¤hnten Verkehrsbelastung ein Sicherheitsrisiko und eine Unannehmlichkeit, auch wenn beim Q-platz und bei der L-strasse FussgÃ¤ngerstreifen vorhanden sind. Der Umweg Ã¼ber das gegenÃ¼berliegende Trottoir stellt entgegen der Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrenden nicht die âgute Routeâ dar, da hierbei die K-strasse zweimal zu Ã¼berqueren ist und die FussgÃ¤ngerfÃ¼hrung am Q-platz die BenÃ¼tzung weiterer FussgÃ¤ngerstreifen verlangt. Hinderlich sind aber auch die beiden Stufen am SÃ¼dende von Kat.-Nr. 02. Schliesslich bestreiten die BeschwerdefÃ¼hrenden in ihrer Rechtsschrift zu Unrecht, dass der Durchgang auf Kat.‑Nr. 02 nicht ohne Weiteres und rechtmÃ¤ssigerweise durch ein parkiertes Auto verstellt werden kann. Es besteht keinerlei Pflicht der EigentÃ¼mer dieses GrundstÃ¼cks, hier Raum fÃ¼r die Passanten frei zu halten, und die BeschwerdefÃ¼hrenden haben die fragliche Stelle am Augenschein auch als mÃ¶glichen Parkplatz bezeichnet. UnverstÃ¤ndlich ist die Behauptung der BeschwerdefÃ¼hrenden, auf Kat.-Nr. 02 sei keine Mauer mehr vorhanden, da sich das Gegenteil aus den Akten ergibt und auch am Augenschein zeigte. Insgesamt zeigt sich, dass der Durchgang entlang dem bzw. auf den GrundstÃ¼cken Kat.-Nr. 01 und 02 fÃ¼r einzelne FussgÃ¤nger mÃ¶glich sein mag, dass aber keine Rede von einer ausreichenden, sicheren FussgÃ¤ngerverbindung sein kann.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Sicherheitsrisiko, das dadurch entsteht, dass FussgÃ¤nger auf die Fahrbahn ausweichen oder die Strassenseite wechseln mÃ¼ssen, kann nicht vernachlÃ¤ssigt werden. Daran Ã¤ndert auch die Tatsache nichts, dass die FussgÃ¤ngerfrequenzen gering sind: GemÃ¤ss einer allerdings wÃ¤hrend der Sportferien im Februar vorgenommenen ZÃ¤hlung benÃ¼tzen nur ca. zwei bis drei Personen pro Stunde den fraglichen Weg entlang der GrundstÃ¼cke der BeschwerdefÃ¼hrenden, und auf dem gegenÃ¼berliegenden Trottoir liegt die Frequenz bei etwa 5 bis 6 FussgÃ¤ngern pro Stunde. Nachdem gemÃ¤ss den Zugangsnormalien vom 9. Dezember 1987 (LS 700.5) schon bei nutzungsorientierten Sammelstrassen, die bis zu 600 Wohneinheiten erschliessen, ein beidseitiges Trottoir jedenfalls zulÃ¤ssig ist, besteht vorliegend bei der wesentlich stÃ¤rker mit Verkehr belasteten K-strasse ein Ã¶ffentliches Interesse an der Errichtung eines zweiten Trottoirs. Nicht zu verkennen ist allerdings, dass diesem Interesse kein besonders hohes Gewicht beikommt. Das wÃ¤re anders, wenn die K-strasse als FussgÃ¤ngerverbindung eine gewisse Bedeutung aufwiese, was nach den Darlegungen der Parteien und den Erkenntnissen des Gerichts am Augenschein nicht der Fall ist. Namentlich scheint die fragliche Stelle kaum von Kindern benÃ¼tzt zu werden, da die bergseitigen Wohnquartiere direktere Fussverbindungen zum Schulhaus und zum Dorfzentrum aufweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrenden bemÃ¤ngeln vor allem und mit Nachdruck, dass das weitere Provisorium auf Kat.-Nr. 03 am Q-platz ânicht als solches gewÃ¼rdigtâ werde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zur Terminologie ist vorab folgendes zu bemerken: Die BeschwerdefÃ¼hrenden bezeichnen zu Unrecht sowohl den Zustand auf ihren GrundstÃ¼cken als auch jenen auf Kat.‑Nr. 03 als Provisorium. Nur der Gehweg am Q-platz, der mit Blick auf die beabsichtigte Neugestaltung dieses Platzes in vorlÃ¤ufiger Weise gestaltet wurde, ist ein echtes Provisorium. Hingegen stellt der Zustand auf den GrundstÃ¼cken der BeschwerdefÃ¼hrenden kein Provisorium dar, sondern ganz einfach die von den GrundeigentÃ¼mern geschaffene Situation, die nach ihrer Auffassung gerade nicht verÃ¤ndert werden soll und in diesem Sinn keineswegs vorlÃ¤ufigen Charakter aufweist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Regierungsrat hat im angefochtenen Entscheid erwogen, das fragliche Provisorium bei Kat.-Nr. 03 (Trottoir mit einer Breite von 1,5 m und einem HÃ¶henversatz von 0,1 m) kÃ¶nne bestehen bleiben, bis Ã¼ber die kÃ¼nftige Gestaltung des Q-platzes entschieden sei. Dieser Argumentation kann auf jeden Fall dann beigepflichtet werden, wenn dieser Entscheid innert absehbarer Zeit getroffen wird. Dies ist gemÃ¤ss den Angaben des Gemeindevertreters deshalb zu erwarten, weil die Werkleitungen nÃ¤chstes Jahr erneuert werden mÃ¼ssen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am Augenschein konnte festgestellt werden, dass das provisorische Trottoir in seiner heutigen Gestalt zumindest einigermassen sichere VerhÃ¤ltnisse gewÃ¤hrleistet. So ist dieses Trottoir mit einem Kinderwagen oder Rollstuhl ohne weiteres zu benÃ¼tzen, ohne dass auf die Strasse ausgewichen werden muss. Ebenso ist ein Kreuzen von zwei FussgÃ¤ngern auf dem Trottoir mÃ¶glich. Unzutreffend ist nach den gerichtlichen Feststellungen am Augenschein die Behauptung der BeschwerdefÃ¼hrenden, das Trottoirprovisorium rage "auf absurde Weise in die Fahrbahn der K-strasse hinaus", und die von KÃ¼snacht her kommenden Fahrzeuglenker wÃ¼rden durch das "plÃ¶tzlich hervorspringende Provisorium Ã¼berrascht". Die VerhÃ¤ltnisse sind vielmehr Ã¼bersichtlich und das Trottoirprovisorium ist aus genÃ¼gender Distanz sichtbar. Auch wird die Fahrbahn durch das Provisorium nicht Ã¼bermÃ¤ssig verengt. Daher kann entgegen den BeschwerdefÃ¼hrenden nicht gesagt werden, die auf dem Provisorium befindlichen FussgÃ¤nger seien erheblich gefÃ¤hrdet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Selbst wenn dieses Provisorium noch auf unbestimmte Zeit beibehalten wÃ¼rde, kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrenden daraus fÃ¼r sich nichts ableiten. Einerseits hat der Regierungsrat zu Recht erwogen, dass die kÃ¼nftige Gestaltung des Q-platzes die TrottoirfÃ¼hrung an der K-strasse â und namentlich bei den GrundstÃ¼cken der BeschwerdefÃ¼hrenden â nicht beeinflusst. Der Augenschein hat dies klar bestÃ¤tigt. Andererseits ist ein unbefriedigender Zustand am Q-platz kein Grund, auf eine â wie vorne gezeigt grundsÃ¤tzlich zweckmÃ¤ssige â Verbesserung bei den GrundstÃ¼cken der BeschwerdefÃ¼hrenden zu verzichten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden kÃ¶nnen sich in diesem Zusammenhang auch nicht auf eine Verletzung des Grundsatzes der Rechtsgleichheit berufen. Dieser Grundsatz gebietet die rechtsgleiche Behandlung tatsÃ¤chlich vergleichbarer VerhÃ¤ltnisse. Vorliegend bestehen zwischen der Situation bei den BeschwerdefÃ¼hrenden und jener am Q-platz zwei massgebliche tatsÃ¤chliche Unterschiede, welche eine Ungleichbehandlung rechtfertigen. Der eine Unterschied ist die am Augenschein erhÃ¤rtete Tatsache, dass das provisorische Trottoir am Q-platz fÃ¼r FussgÃ¤nger eine klar bessere LÃ¶sung anbietet als die Situation bei den BeschwerdefÃ¼hrenden. Der andere Unterschied liegt im Sanierungsbedarf des Q-platzes: Es wÃ¤re widersinnig, die FÃ¼hrung des Trottoirs ungeachtet der fÃ¼r die Neugestaltung des Platzes vorgesehenen LÃ¶sung festzulegen. Zudem drÃ¤ngt es sich aus praktischen GrÃ¼nden auf, alle Bauarbeiten an diesem Platz koordiniert durchzufÃ¼hren. Bei den GrundstÃ¼cken der BeschwerdefÃ¼hrenden besteht demgegenÃ¼ber kein Grund, den Trottoirbau hinauszuschieben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die BeschwerdefÃ¼hrenden stellen die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des geplanten Eingriffs in Frage. Der verfassungsmÃ¤ssige Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit verlangt, dass staatliche Hoheitsakte fÃ¼r das Erreichen eines im Ã¼bergeordneten Ã¶ffentlichen Interesse liegenden Zieles geeignet, notwendig und dem Betroffenen zumutbar sein mÃ¼ssen (BGE 126 I 112 E. 5b). Der geplante Trottoirbau ist sowohl geeignet als auch notwendig, um die im Ã¶ffentlichen Interesse liegende Verkehrssicherheit fÃ¼r die FussgÃ¤nger zu gewÃ¤hrleisten. Namentlich stellt das Trottoirprovisorium am Q-platz die Eignung des angefochtenen Projekts, den FussgÃ¤ngerschutz zu verbessern, nicht in Frage. Fraglich ist hingegen, ob der Eingriff fÃ¼r die GrundeigentÃ¼mer zumutbar ist, ob mit anderen Worten zwischen Eingriffszweck (bzw. dem Ã¶ffentlichen Interesse am Trottoirbau) und den berÃ¼hrten Interessen der BeschwerdefÃ¼hrenden ein vernÃ¼nftiges VerhÃ¤ltnis besteht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorinstanz hat den Eingriff in die Eigentumsposition der BeschwerdefÃ¼hrenden zu Recht als geringfÃ¼gig bewertet. Konkret besteht er fÃ¼r Kat.-Nr. 02 im Verlust eines Besucherparkplatzes und fÃ¼r Kat.-Nr. 01 im vorÃ¼bergehenden Verlust eines Teils des vorhandenen Lebhags. Dass die beiden Rottannen auf Kat.-Nr. 01 wegen des Trottoirbaus eingehen werden, wie dies die BeschwerdefÃ¼hrenden geltend machen, lÃ¤sst sich zwar nicht ausschliessen, kann aber keinesfalls als sicher gelten. Auf jeden Fall kann die Bepflanzung ersetzt werden, so dass innert nÃ¼tzlicher Frist wieder ein Sichtschutz zwischen Strasse und Haus vorhanden ist. FlÃ¤chenmÃ¤ssig betrÃ¤gt der Verlust fÃ¼r Kat.-Nr. 02 rund 5 %, was theoretisch die bauliche AusnÃ¼tzbarkeit nach § 259 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG, LS 700.1) beeintrÃ¤chtigen mag. Praktisch wird sich diese Reduktion aber soweit ersichtlich nicht auswirken; jedenfalls bringen die BeschwerdefÃ¼hrenden diesbezÃ¼glich nichts Konkretes vor. Namentlich machen sie nicht substanziiert geltend, dass die vorhandenen Bauten durch die Reduktion der anrechenbaren GrundflÃ¤che bereits baurechtswidrig wÃ¼rden. Im Ãbrigen garantiert § 357 PBG umfassend den weiteren Bestand (einschliesslich der MÃ¶glichkeit angemessener Erweiterungen) rechtswidrig gewordener Bauten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dem Eingriff in die Position der betroffenen GrundeigentÃ¼mer steht die Verbesserung der Sicherheit und Annehmlichkeit fÃ¼r die FussgÃ¤nger gegenÃ¼ber, woran ein wie erwÃ¤hnt ein Ã¶ffentliches Interesse besteht. Der vorliegende Fall mag als Grenzfall zu beurteilen sein; das Verwaltungsgericht gelangt aber zum Ergebnis, dass das Ã¶ffentliche Interesse im konkreten Fall das Interesse der BeschwerdefÃ¼hrenden an der ungestÃ¶rten AusÃ¼bung ihres Eigentums Ã¼berwiegt. Es kann nicht gesagt werden, zwischen Eingriffszweck und den Nachteilen fÃ¼r die EigentÃ¼mer bestehe kein angemessenes VerhÃ¤ltnis.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>