Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. Dezember 2016 (720 16 155) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revisionsweise Aufhebung der Viertelsrente aufgrund einer Verbesserung des somati- schen und psychischen Gesundheitszustandes bestätigt Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1963 geborene A.____ arbeitete vom 16. Augus t 1994 bis 30. September 2002 als Raumpflegerin bei der B.____ in X.____. Am 9. Septe mber 2003 meldete sie sich bei der Eid- genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle lehnte mit Verfügung vom 6. Februar 2004 einen Leistungsanspru ch ab. Diese Verfügung bestätigte sie mit rechtskräftigem Einspracheentscheid vom 2. Augu st 2004. Die Versicherte ersuchte am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 26. Juni 2008 unter Hinweis auf physische und psychische Prob leme erneut um Ausrichtung von IV-Leistungen. Nach Abklärung der gesundheitlichen u nd der erwerblichen Verhältnisse sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 4. Oktober 2010 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 46 % rückwirkend ab 1. April 2009 eine Viertelsrente zu. Im Februar/März 2013 erfolgte eine Rentenrevision von Amtes wegen. Auf grund ihrer Abklärungen gelangte die IV-Stelle nunmehr zur Auffassung, dass sich der Gesundheit szustand von A.____ erheblich verbessert habe. Der aus diesem Grund neu vorzunehmende Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 20 %. Nach Durchführung de s Vorbescheidverfahrens hob die IV- Stelle die laufende Viertelsrente mit Verfügung vom 7. April 2016 per Ende Mai 2016 auf. B. Gegen diese Verfügung reichte A.____, vertreten du rch Advokat Daniel Altermatt, am 12. Mai 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilun g Sozialversicherungsrecht, ein. Darin beantragte sie, es sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung festzustellen, dass sie wei- terhin Anspruch auf eine Viertelsrente habe. Zudem se i ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren; unter o/e Kostenfolge. In der Begründung wurde insbesondere die Beweistauglich- keit der Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Rheumato logie und Innere Medizin, vom 18. Au- gust 2014 und PD Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und P sychotherapie, vom 24. Juni 2014 beanstandet. C. Mit Vernehmlassung vom 8. Juni 2016 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be- schwerde. D. Am 23. August 2016 bewilligte das Kantonsgericht de r Versicherten die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 12. Mai 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde t die Frage, ob die IV-Stelle mit Ver- fügung vom 7. April 2016 die laufende Viertelsrente der Versicherten zu Recht aufhob. 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussi chtlich bleibende oder längere Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit . Die Invalidität wird durch eine Beein- trächtigung der körperlichen, der geistigen oder der p sychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumu tbar oder - als alternative Vorausset- zung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 2.5 Zu beachten ist sodann, dass das Bundesgericht im L eiturteil BGE 141 V 281 ff. seine Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung von somatof ormen Schmerzstörungen (BGE 130 V 352) und damit vergleichbaren psychosomatischen Le iden (vgl. BGE 140 V 13 f. E. 2.2.1.3) revidierte. Eine Einschränkung der Leistun gsfähigkeit kann danach weiterhin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Ge- sundheitsbeeinträchtigung ist. Auch künftig wird der Ren tenanspruch - in Nachachtung der ver- fassungs- und gesetzmässigen Vorgaben von Art. 8 und 29 de r Bundesverfassung der Schwei- zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Recht sgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeurteilung) - anhand eines normativen Prüfrasters beurteilt, und es braucht eine medizinische Evidenz, dass die Erwerbs unfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes trägt das Bundesgericht der seit längerem namentlich aus medizini- scher, aber auch aus juristischer Sicht an der bisherigen Schmerzrechtsprechung geäusserten Kritik Rechnung und hält an der Überwindbarkeitsvermutun g nicht weiter fest. Anstelle des bis- herigen Regel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturiertes, normatives Prüfraster. In dessen Rah- men wird im Regelfall anhand von auf den funktionelle n Schweregrad bezogenen Standardindi- katoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen erg ebnisoffen und symmetrisch beur- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfakto ren wie den vorhandenen Ressour- cen Rechnung getragen wird (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 2.6 Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit be i den genannten Gesundheitsschäden be- achtlichen Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert: Der erste Indika- toren-Komplex steht unter dem Titel “Gesundheitsschädigu ng“. Darunter sind die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der Gesichtspunkt Behand lungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz und die Komorbiditäten zu würdigen. Im zweiten, die “Persönlichkeit“ betreffen- den Indikatoren-Komplex wird nach der Persönlichkeitsent wicklung und der Persönlichkeits- struktur gefragt, und es sind die persönlichen Ressourcen des Versicherten zu eruieren. Im drit- ten Indikatoren-Komplex schliesslich ist unter dem Titel “Sozialer Kontext“ eine Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds vorzunehmen. Anhand der ermittelten Indikatoren ist schliesslich die “Konsistenz“ zu prüfen. Darunter fallen ver haltensbezogene Kategorien wie die Indikatoren einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivität sniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und eines behandlungs- und eingliederun gsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks (BGE 141 V 296 ff. E. 4). 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentliche n Änderung des Gesundheitszustan- des, der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich bleib enden Gesundheitszustandes (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen) oder der Grundlagen für die Wahl der Invaliditätsbemes- sungsmethode (BGE 117 V 199 E. 3b, Urteil des Bundesger ichts vom 3. Juni 2011, 9C_223/2011, E. 3.1) revidierbar. Bei den Renten der Invalidenversicherung ist grundsätzlich jede Änderung des Sachverhalts, die zu einer Über- od er Unterschreitung eines Schwellen- schwertes (vgl. Art. 28 Abs., 2 IVG) führt, als erheblich zu betrachten (BGE 133 V 545 f. E. 6 und 7; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 165). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Ren- tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht al lseitig zu prüfen (BGE 117 V 200 E. 4b; SVR 2004 IV Nr. 17 S. 53). Dagegen stellt die bloss un terschiedliche Beurteilung der Auswir- kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeits- fähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1 mit Hinweis). 3.2 Nach der Rechtsprechung bildet zeitliche Vergleichsb asis für die Beurteilung einer Än- derung des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs . 1 ATSG die letzte anspruchsändernde (BGE 133 V 108 E. 4.1) oder auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon- former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruhende rechts- kräftige Verfügung (BGE 133 V 108, 130 V 71 E. 3.2.3 ). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 4. Oktober 2010 gestützt a uf einen Invaliditätsgrad von 46 % rückwirkend ab 1. April 2009 eine ganze Invalidenrente zu. Am 7. April 2016 erging die vorlie- gend angefochtene Verfügung, mit welcher die IV-Stelle die laufende Viertelsrente aufgrund der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesundheitlichen und erwerblichen Abklärungsergebnisse a ufhob. Demgemäss beurteilt sich die Frage, ob eine erhebliche Änderung des Sachverhalts eingetreten ist, die eine revisionswei- se Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Invalidenren te rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Ren tenverfügung am 4. Oktober 2010 bestand, mit demjenigen im Zeitpunkt der strittigen Aufhebungsverfügung vom 7. April 2016. 4.1 Zu prüfen ist somit, ob sich der Gesundheitszustand u nd - damit einhergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versicherten tatsächlich, wie von der IV-Stelle geltend gemacht, seit der Rentenzusprache im Jahr 2010 in einer anspruchserheblichen Weise verbesserte. 4.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die d urch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 4.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem U mfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So- zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.5 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwi- ckelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesge richt] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 5.1.1 In ihrer Rentenverfügung vom 4. Oktober 2010 s tützte sich die IV-Stelle bei der Beurtei- lung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf da s bidisziplinäre Gutachten von Dr. C.____ und PD Dr. D.____ vom 29. Januar 2009. Dr. C.____ konnte keine rheumatologi- sche Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigke it feststellen. Die Fibromyalgie, das gemischte Phleb-, Lymph- und Lipödem der Beine und die Adipositas beeinflussten die Arbeits- fähigkeit nicht. Bei der Diagnose der Fibromyalgie ha ndle es sich um das somatische Korrelat der somatoformen Schmerzstörung, welche die Arbeitsunf ähigkeit nur bei körperlicher Schwer- arbeit einschränke. Da die Tätigkeit als Reinigungsfra u körperlich nicht als schwer zu betrach- ten sei, sei die Fibromyalgie unter den Nebendiagnosen aufgeführt. In einer leichten bis mittel- schweren Frauenarbeit sei die Versicherte ganztags voll ar beitsfähig. Dabei seien Arbeiten zu vermeiden, bei welchen sie den ganzen Tag am Ort stehen müsse. 5.1.2 Als psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte PD Dr. D.____ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärt ig leicht- bis mittelgradige Episode, eine anhaltend somatoforme Schmerzstörung und eine dissozi ative Störung auf. Die qualitative Funktionseinbusse für die leicht- bis mittelgradige de pressive Störung betrage 30 % und für die somatoforme Schmerzstörung weitere 10 %, insgesamt also 40 %. Die dissoziativen Symptome begründeten keine weiteren Funktionseinbussen, da di ese den gleichen Ursprung hätten wie die somatoforme Schmerzstörung. In der Gesamtbeurteilun g führten die beiden Gutachter an, dass die Versicherte aus psychiatrischen Gründen in der Tä tigkeit als Reinigungsfrau und in einer Verweistätigkeit im Umfang von 40 % eingeschränkt sei. Dabei sei zu beachten, dass sie eine Arbeit, bei welcher sie den ganzen Tag stehen mü sse, aus rheumatologischer Sicht nicht mehr verrichten könne. 5.2.1 Im Rahmen des im Februar/März 2013 von Amtes wege n eingeleiteten Rentenrevi- sionsverfahrens holte die IV-Stelle ein Verlaufsgutachten bei Dr. C.____ und PD Dr. D.____ ein. Dr. C.____ kam in seinem Bericht vom 18. August 2014 zu m Schluss, dass seit seiner letzten Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Begutachtung keine Änderung des rheumatologischen Gesu ndheitszustandes der Versicherten festzustellen sei. Nach wie vor bestehe sowohl für die Tätigkeit als Raumpflegerin als auch in einer leichten und mittelschweren Verweistätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. 5.2.2 PD Dr. D.____ diagnostizierte in seinem psychiatr ischen Gutachten vom 24. Juni 2014 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig lei chte Episode, und eine anhaltende so- matoforme Schmerzstörung, welche die Arbeitsfähigkeit der Versicherten beeinflussten. In sei- ner Beurteilung stellte er fest, dass sich der psychische Ge sundheitszustand der Versicherten seit der letzten Begutachtung verbessert habe, was auch d ie subjektiven Angaben und die ob- jektiven Untersuchungsbefunde bestätigten. Der objektive Psychostatus sei an der aktuellen Untersuchung bland ausgefallen. Es sei einzig zu einem diskreten und kurzdauernden affektla- bilen Einbruch gekommen, als die Versicherte über den g ewaltsamen Tod ihrer Schwester in Y.____ berichtet habe. Ein solcher Einbruch sei ein a däquates und nachvollziehbares emotio- nales Phänomen beim Erzählen und bei der Wiedererin nerung eines solchen Verlustes. An- sonsten zeige die Versicherte nur in ihrem Gesichtsausdruck e ine diskrete Müdigkeit und De- pressivität. Alle anderen objektiven Parameter und Dime nsionen seien unauffällig gewesen. Ihr Erscheinungsbild, ihre Psycho- und Sprachmotorik, ihre Mim ik und Gestik, ihre kognitiven Leis- tungen, ihr Denktempo und ihre gut erhaltene affektive Schwingungsfähigkeit deuteten darauf hin, dass ihre innerpsychische Vitalität praktisch unbeeint rächtigt sei. Darin liege ein wesentli- cher Unterschied zum Vorgutachten aus dem Jahr 2009. An d er heutigen Untersuchung seien die Vitalität und die sehr gute Schwingungsfähigkeit auffallend gewesen. Die subjektiven Anga- ben der Versicherten untermauerten, dass es zwischenzeitli ch zu einer Verbesserung gekom- men sei. Sie berichte zwar über eine anhaltende Müdigke it und eine Antriebsminderung; sie beschreibe jedoch keine durchgehende Freud-, Interesse- oder Lustlosigkeit. Aufgrund der Un- tersuchungsergebnisse und der Aussagen der Versicherten b estehe keine mittelgradige oder schwere depressive Störung. Die Diagnose einer leichten de pressiven Episode stütze sich hauptsächlich auf die Angaben der Versicherten. Es sei davon auszugehen, dass die psycho- sozialen Entlastungen (Rückkehr des Ehemannes in Y.____ und die stabilere Situation des Sohnes) einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung de s psychischen Gesundheitszustandes leisteten. Heute lebe sie zusammen mit ihrer Tochter u nd deren Familie in einem 5-Personenhaushalt, wo sie sich sehr gut aufgehoben fühle. Die bereits im Vorgutachten aufge- führte Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung besteh e nach wie vor. Obwohl die Versi- cherte ihr Schmerzerleben nicht repetitiv geschildert und ausgestaltet habe, scheine sie in ihren Schmerzen gefangen zu sein. Weiterhin sei der geforde rte emotionale und psychosoziale Kon- flikt vorhanden, so dass die Kriterien für eine anhalt ende somatoforme Schmerzstörung als er- füllt zu betrachten seien. Eine dissoziative Störung könne nicht mehr diagnostiziert werden. Aufgrund der leichten depressiven Störung sei die Arbei tsfähigkeit um 20 % eingeschränkt. In Bezug auf die Förster-Kriterien sei festzustellen, dass lediglich eine leichte psychiatrische Komorbidität vorliege. Ein sozialer Rückzug in sämtlichen Lebensbereichen fehle. Die Körper- schmerzen beständen seit vielen Jahren und seien therapi erefraktär. Damit seien einige Förs- ter-Kriterien erfüllt, weshalb der Versicherten nicht mehr eine vollumfängliche aktive Willensleis- tung zugemutet werden könne, um die körperlichen Schme rzen zu überwinden. Da die sich daraus ergebenden qualitativen Funktionseinbussen jedo ch bei der leichten depressiven Stö- rung berücksichtigt seien, ergebe sich ab Zeitpunkt des Gu tachtens aus psychiatrischer Sicht Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine 80%ige Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammt en als auch in einer alternativen Tätig- keit. 5.3 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob eine wesent liche Verbesserung des Gesundheits- zustandes der Versicherten eingetreten ist, auf die am 24 . Juni 2014 und 18. August 2014 er- statteten Gutachten von PD Dr. D.____ und Dr. C.____ . Sie ging demzufolge davon aus, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten seit d er ursprünglichen Rentenverfü- gung vom 4. Oktober 2010 in einer anspruchserheblichen Weise verbessert habe mit der Folge, dass die Versicherte als Raumpflegerin und in körperlich leichten bis mittelschweren leidensan- gepassten Tätigkeiten zu 80 % arbeitsfähig sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.5 hierv or), ist den im Rahmen des Verwal- tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialä rztinnen und -ärzte, die aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis- würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht k onkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Die Gutachten von PD Dr. und Dr. C.____ weisen weder formale noch inhal tliche Mängel auf, sie sind - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.4 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, sie beruhen auf allseitigen Untersuchungen, sie berücksichtige n die geklagten Beschwerden, sie sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, sie le uchten in der Darlegung der medizini- schen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinische n Situation ein und sie sind in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere zeigte PD Dr. D.____ nachvollziehbar auf, dass es seit der 2010 erfolgten Rentenzusprache zu einer deutlichen Verbesserung des psychi- schen Gesundheitszustandes der Versicherten gekommen ist. Dazu kommt, dass pract. med. E.____, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), am 25. Feb ruar 2016 eine nachträgliche Prüfung der bei der Beurteilung der invalidisierenden Wirkung von somatoformen Schmerzstörungen und damit vergleichbaren psychosomatischen Leiden neu massg ebenden Standardindikatoren vornahm (vgl. E. 2.6). Entgegen der Auffassung der Ver sicherten kann aufgrund der Ausfüh- rungen im bidisziplinären Gutachten der Dres. C.____ u nd D.____ durchaus eine Indikatoren- prüfung durchgeführt werden. Wie der RAD-Arzt zu Recht feststellte, sind die gutachterlichen Ausführungen grundsätzlich detailliert und nachvollziehbar, weshalb das Gutachten eine geeig- nete Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähig keit nach der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung bildet. Lediglich einzelne Aspekte der Indikatoren-Komplexe sind, was die Be- gründungsdichte betrifft, eher etwas knapp abgehandelt worden. Insgesamt vermag die Indika- torenprüfung aber den bundesgerichtlichen Anforderun gen zu genügen und dem Gutachten kann jedenfalls in einleuchtender Weise entnommen werd en, dass die Versicherte über genü- gend Ressourcen verfügt, um im Umfang der gutachterlich a ttestierten Arbeitsfähigkeit von 80 % sowohl ihren angestammten Beruf als auch eine leiden sadaptierte leichte bis mittelschwere Verweistätigkeit zu verrichten. 5.4.1 Was die Versicherte weiter vorbringt, ist nicht ge eignet, die ausschlaggebende Beweis- kraft der Gutachten von Dr. C.____ und PD Dr. D.____ in Frage zu stellen. Die Versicherte be- anstandet, Dr. C.____ habe sich trotz vorhandener Pathol ogien (z.B. starke Fehlhaltung der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wirbelsäule infolge einer verstärkten Kyphose der Brust wirbelsäule und einer deutlich verstärk- ten Lordose der Lendenwirbelsäule) nicht mit der Frage auseinandergesetzt, weshalb die ge- klagten Beschwerden lediglich im Rahmen einer Fibromyalg ie zu betrachten seien und deshalb keinem somatischen Korrelat zugeordnet werden könnten. Entgegen der Ansicht der Versicher- ten bestand für Dr. C.____ kein Anlass, sich mit dieser Frage zu befassen, konnte er doch bei der klinischen Untersuchung lediglich altersentsprechende normale Einschränkungen an der Wirbelsäule feststellen. Eine peripher-radikuläre Symptomatik fand er nicht vor; Kraft, Sensibili- tät, Reflexbild sowie der Lasègue-Test waren unauffällig. Hingegen waren sämtliche Fibromyal- gie-Druckpunkte positiv, so dass die diesbezügliche Beurtei lung von Dr. C.____ einleuchtend ist. 5.4.2 Im Weiteren rügt die Versicherte, dass die Beurte ilung von PD Dr. D.____ lediglich auf einer Momentaufnahme beruhe. Zudem habe er nicht ver merkt, wie lange die Untersuchung gedauert habe. Diese Einwände sind nicht stichhaltig. D ie Versicherte verkennt, dass sich die Beurteilung des Gutachters nicht nur auf die persönliche Untersuchung der Versicherten stützt. PD Dr. D.____ standen darüber hinaus diverse, bisher zu m Gesundheitszustand der Versicher- ten erstellte medizinische Akten zur Verfügung, die es i hm durchaus ermöglichten, eine nicht auf eine Momentaufnahme beschränkte Beurteilung abzuge ben. Der Umstand, dass PD Dr. D.____ die Dauer der Exploration nicht angab, ändert nichts an der Schlüssigkeit seiner Ausführungen. Denn dem psychiatrischen Gutachten sind kein e Hinweise zu entnehmen, dass er keine fachgerechte Untersuchung vornahm. So führt d ie Versicherte auch keine konkreten Mängel auf, welche auf eine allenfalls zu kurz bemessene D auer der Exploration zurückzufüh- ren wären. Dem Einwand der Versicherten, wonach aufgru nd der Untersuchung mit Hilfe einer Dolmetscherin die Gefahr falscher Interpretationen best ehe, ist entgegenzuhalten, dass PD Dr. D.____ die Versicherte schon einmal untersucht h atte und ihm alle medizinischen Vorakten vorlagen. Aufgrund der damaligen Angaben de r Versicherten und der aus den Akten bekannten Daten und Fakten konnte er keine Ungereimth eiten zu den Aussagen anlässlich der Untersuchung vom 25. Mai 2014 feststellen. Da die Versich erte auch keine konkreten sprachli- chen Missverständnisse oder Unklarheiten geltend macht, wird mangels Substantiierung darauf verzichtet, weiter darauf einzugehen. 5.4.3 Desgleichen kann die Versicherte aus dem Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. August 2014, in welchem unter anderem die Diagnose einer depressiven Störung, gegenwä rtig schwere Episode, aufgeführt wird, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es trifft zu, dass dieser Bericht PD Dr. D.____ bei seiner Begutachtung nicht vorlag und er diesen deshalb in sein er Beurteilung nicht berücksichtigen konnte. Die IV-Stelle wies aber in ihrer Vernehmlassun g vom 8. Juni 2016 zu Recht darauf hin, dass der Bericht von Dr. F.____ vom 11. Juli 2013 im We sentlichen mit demjenigen vom 27. August 2014 übereinstimmt. Mit der Beurteilung vo m 11. Juli 2013 setzte sich PD Dr. D.____ eingehend mit der Auffassung des behandelnden Psychiaters auseinander. So legte er auf Seite 20 f. seines Gutachtens überzeugend dar, weshalb der Beurteilung von Dr. F.____ nicht gefolgt werden könne. Es wird darauf verwiesen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Aufgrund des Gesagten ging die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung zutreffend davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherte n seit der am 4. Oktober 2010 erfolgten Rentenzusprache erheblich verbesserte mit der Folge, dass ihr im Zeitpunkt des Er- lasses der Revisionsverfügung die Ausübung der angestammte n und einer leidensadaptierten Tätigkeit im Umfang von 80 % zumutbar ist. Somit hat d ie IV-Stelle das Vorliegen der Revi- sionsvoraussetzungen des Art. 17 ATSG zu Recht bejaht. 6.1 Gestützt auf dieses Zwischenergebnis ist in einem nächs ten Schritt zu prüfen, wie sich die geschilderte Entwicklung auf den Rentenanspruch der Versicherten auswirkt. Zur Beantwor- tung dieser Frage sind die Anspruchsberechtigung und al lenfalls der Umfang des Anspruchs pro futuro zu prüfen. Es gilt mit anderen Worten, auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts den Invaliditätsgrad bei Er lass der streitigen Revisionsverfügung zu ermitteln, woraus sich die Anspruchsberechtigung und all enfalls der Umfang des Anspruchs ergeben. 6.2.1 Der Invaliditätsgrad ist bei erwerbstätigen Versi cherten aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Danach wird fü r die Bestimmung des Invaliditätsgra- des das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbe itsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein- kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er werbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 6.2.2 Die IV-Stelle nahm in der angefochtenen Verfü gung vom 7. April 2016 den erforderli- chen Einkommensvergleich vor. Dabei ermittelte sie anhan d der Tabellenlöhne der Schweizeri- schen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) ein Valideneinkommen von Fr. 51'801.-- und ein Invalideneinkommen von Fr. 41'441.--. Aus der Gegenüberstellung der beiden Einkommen resultiert, so das Fazit der IV-Stelle, demnach ein Invaliditätsgrad von 20 %. Die konkrete Berechnung, die von der Versicherten nicht beanstandet wurde, erweist sich als rechtens. Es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die e ntsprechenden Ausführungen der IV- Stelle in der Verfügung vom 7. April 2016 verwiesen werden. 6.3 In Anbetracht des Ergebnisses des Einkommensvergleich s hob die IV-Stelle die der Versicherten bisher ausgerichtete ganze Rente per Ende M ai 2016 zu Recht auf, wobei die Aufhebung gestützt auf Art. 88 bis Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversich erung (IVV) vom 17. Januar 1961 korrekterweise vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Ver- fügung folgenden Monats an erfolgte. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 7. April 2016 ist demnach nicht zu beanstanden. Die dagegen er hobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen si nd. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 23. August 2016 die unent geltliche Prozessführung bewilligt wor- den. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorlä ufig auf die Gerichtskasse genom- men. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 23 . August 2016 die unentgeltliche Ver- beiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt wurde, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifo rdnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar b ei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin machte in seiner Honorarno- te vom 28. November 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 8 Stunden geltend, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sac hverhalts- und Rechtsfragen als ange- messen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 60.---. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'792.80 (8 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 60.--) aus der Gerichtskasse auszurichten. 7.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 1‘792.80 (inkl. Auslagen + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichts- kasse ausgerichtet.