B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6864/2013/pjn U r t e i l v o m 2 . D e z e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Sylvie Cossy, Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 21. August 2013 / N (…) D-6864/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin, eine Staatsangehörige aus Sri Lanka tamilischer Ethnie mit Wohnsitz im B._______ Distrikt, liess durch ihren in der Schweiz lebenden Bruder mit Eingabe vom 23. Juli 2010 beim BFM ein "Asylgesuch aus dem Ausland" einreich en. Der Eingabe lagen eine Voll- macht der Beschwerdeführerin, die Kopie einer Identitätskarte und eines Geburtsscheines der B eschwerdeführerin, ein Affidavit, Kopien verschi e- dener Registerauszüge und eines Schreibens mit dem Titel "To whom it may concern" bei. Es wurde beantragt, die Beschwerdeführerin zur Abklä- rung des Sachverhalts in die Schweiz einreisen zu lassen u nd ihr dafür die nötigen Reisepapiere auszustellen. Zur Begründung wurde geltend gemacht, dass der Vater der Beschwerdeführerin im Jahr 1985 vom sri - lankischen Militär verhaftet und im gleichen Jahr zusammen mit ihrem Bruder erschossen worden sei. Die Beschwerdeführerin selber sei in den Jahren 1993 bis 1995 für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) tätig gewesen. Im Jahr 1995 sei sie von ihrem Bruder davon überzeug t wor- den, sich nicht mehr für die LTTE zu engagieren. Während der Flucht nach C._______ im gleichen Jahr seien ihre Mutter und Schwester unter Beschuss geraten und gestorben. Am 9 . November 2006 hätten Unb e- kannte ihren Bruder während der Arbeit mit acht Schüssen getroffen; die- ser habe indessen überlebt. Anschliessend habe er sich in B._______ in Haft befunden, sei jedoch wegen seines schwachen Gesundheitszusta n- des entlassen worden, w orauf die Familie nach D._______ geflohen sei. Dort sei der Bruder von der Polizei verhaftet worden. Danach habe sich die Beschwerdeführerin am 19. Mai 2008 nach E._______ abgesetzt, wo sie mit einem Visum bis am 15. Dezember 2008 geblieben sei, anschlies- send nach Sri Lanka zurückgekehrt sei und sich in F._______ niederge- lassen habe. Ihr anderer Bruder habe sich mit der Familie im Flüchtling s- lager befunden und sei dort von Militärangehörigen abgeholt worden. Seither habe die Familie kein e Nachricht mehr von ihm. Am 7. Mai 2010 sei sie nach ihrer Rückkehr aus dem G._______ -Gebiet an ihrem Woh n- ort von Angehörigen des sri -lankischen Militärs auf de n Militärposten mit- genommen und während über fünf Stunden aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Ethnie und ihrer Familiengeschichte unter dem Verdacht, der LTTE ange- hört zu haben, verhört und bedroht worden. Man habe ein Foto von ihr erstellt, ihre Identitätskarte kopiert und sie mit der Auflage, sich wöchen t- lich auf dem Posten zu melden, entlassen. Aus Angst vor einer Verha f- tung, vor sexuellen Übergriffen und vor Folter sei sie aus F._______ ge- flohen. Seither verstecke sie sich bei Bekannten in H._______ im D-6864/2013 Seite 3 B._______ Distrikt. Sie werde noch immer von Angehörigen des Militärs gesucht. Die staatlichen Behörden würden ihr keine n Schutz gewähren. Einzig der Friedensrichter habe ihre Aussagen in einem Affidavit fes t- gehalten und dieses mit seiner Unterschrift beglaubigt. B. Mit Schreiben vom 16. August 2010 teilte das BFM dem Bruder der B e- schwerdeführerin mit, die Einreise seiner Schwester könne nicht im Ra h- men eines Familiennachzuges bewilligt werden. Vielmehr habe sie das ordentliche Einreiseverfahren von Personen im Ausland durch zulaufen und sich auf der schweizerischen Vertretung in Colombo zu melden. C. Am 21. September 2010 gelangte die Beschwerdeführerin mit ihrer Schwester an die schweizerische Botschaft in Colombo und reichte eine Eingabe mit dem Tite l "Application for Asylum" ein. Sie machte geltend, ihr Vater und älterer Bruder seien am 9. Januar 1985 von Sicherheitsle u- ten an ihrem Wohnort erschossen worden. I m Jahr 1993 sei sie als Stu- dentin von der Bewegung festgenommen worden. Ihre Mutter und Schwester seien am 1. Oktober 1995 vom Militär erschossen worden. Im Jahr 2006 sei ihr Bruder ins Armeecamp gebracht, dort fotog rafiert und dann freigelassen worden. Am 26. November 2006 sei er von unbekan n- ten Personen in der Hochsicherheitszone von B._______ angeschossen und daraufhin von Leuten der Human Rights Commission (HCR), welche sich in der Nähe befunden hätten, in ein Spital gebracht worden. Am 22. März 2007 seien 15 Personen an seinem Wohnort erschienen, jedoch habe er fliehen können und sei dank der Hilfe des HCR in Sicherheitshaft nach B._______ gebracht worden. Aufgrund seines schlechten Gesun d- heitszustandes habe er do rt nicht bleiben können, sei nach D._______ gereist, wo er mit seiner Ehefrau und ihr, der Beschwerdeführerin, in einer Lodge gewesen sei. Er sei fünf Mal festgenommen und misshandelt wo r- den. Die Beschwerdeführerin sei dann für ein Jahr mit einem Visum in E._______ gewesen. Ihr Bruder habe beim dritten Anlauf am 23. März 2009 in die Schweiz fliehen können. Ihr anderer Bruder sei am 6. Februar 2009 in der Sicherheitszone von Sicherheitsleuten festgenommen und über den in die Schweiz geflohenen Bruder befragt worden. Er sei seither verschwunden. Am 7. Mai 2010 sei sie von den Sicherheitsleuten aufg e- fordert worden, in ihr Camp zu kommen, weil jemand aus Eifersucht g e- meldet habe, dass ihr Bruder die Waffe, welche sie bei sich gehabt habe, weggebracht habe. Im Ca mp sei sie befragt, wegen der Waffe bedroht, fotografiert und unter der Auflage, sich wöchentlich zur Unterschrift zu D-6864/2013 Seite 4 melden, freigelassen worden. Sie habe diesen Vorfall dem Bruder in der Schweiz und dem Internationalen Roten Kreuz (IKRK) in B._______ am 4. Juni 2010 gemeldet. Ihr Bruder habe der Zeitschrift I._______ ein In- terview gegeben. Am 6. August 2010 hätten unbekannte Personen an i h- rem Wohnort die dort anwesende Schwester und Tante bedroht, weil die Beschwerdeführerin nicht vor Ort gewesen sei. Auc h diesen Vorfall habe sie am 18. August 2010 dem IKRK gemeldet. Diejenigen Personen, wel- che ihren in der Schweiz lebenden Bruder angeschossen hätten, würden sie auch heute noch bedrohen. Sie würden alle Dokumente verlangen, welche ihren Bruder beträfen. Si e habe sich nur beim IKRK beschwert und keine Anzeige bei der Polizei erstattet. Sie habe Angst, weil sich eine der Personen, welche ihren Bruder angeschossen hätten, im Armeelager von J._______ befinde. D. Mit Schreiben vom 30. September 2010 übermittelte d ie schweizerische Vertretung in Colombo der Beschwerdeführerin verschiedene Fragen mit der Aufforderung, diese innert Frist zu beantworten und beweistaugliche Dokumente nachzureichen. E. Mit Eingabe vom 11. Oktober 2010 (Eingang bei der schweizerischen Ver- tretung am 13. Oktober 2010 ) machte die Beschwerdeführerin geltend, sie fürchte um ihr Leben, weil sich die Personen, welche ihren Bruder a n- geschossen hätten, in B._______ befänden und ihr mit Sicherheit etwas antun wollten. Sie habe überhaupt keine Sicherh eit und keine Hilfe und sei verletzlich. Sie könne an keinen andern Ort in ihrem Heimatland g e- hen, weil sie überall verdächtigt und verfolgt würde. Im Übrigen wiede r- holte sie die mit Eingabe vom 21. September 2010 dargelegten Vorbri n- gen. Der Eingabe lagen verschiedene Kopien von Ausweisen bei. F. Am 1. November 2010 fand die Befragung der Beschwerdeführerin auf der Botschaft statt. In Ergänzung oder in Abweichung zum bisherigen Sachverhalt machte sie geltend, sie sei im Jahr 1993 von Angehörigen der LTTE vor der Schule als einziges Mitglied ihrer Familie gezwungen worden, ins Camp mitzukommen, wo sie während sechs Monaten ein Training habe absolvieren müssen. Sie sei unter dem Namen K._______ und der Nummer (…) der L._______ Brigade zugeteilt worden und habe D-6864/2013 Seite 5 über die Aufenthaltsorte der Armee Informationen sammeln müssen . An Kämpfen habe sie nie teilgenommen. Später habe sie ein Gewehr b e- kommen mit der Anweisung, dieses nur zur Verteidigung zu benutzen. Als im Jahr 1995 ihre Mutter und ihre Schwester getötet w orden seien, habe man ihr erlaubt, zu ihrem Bruder zu gehen, wobei sie das Gewehr mitg e- nommen habe, weil es dort gefährlich gewesen sei. Ihr Bruder habe ihr verboten, zurück zu den LTTE zu gehen, weil schon so viele Familiena n- gehörige gestorben seien, habe ihr das Gewehr weggenommen und es versteckt. Dann habe er sie zusammen mit ihrer Schwester ins G._______-Gebiet geschickt, wo sie während einem Jahr geblieben seien und gearbeitet hätten. Mit den LTTE habe sie dort keine Probleme g e- habt. Sie hätten auch nicht nach ihr gesucht. Anschliessend habe sie sich nach B._______ zurückbegeben. Sie habe keine Probleme mehr mit den LTTE und auch nicht mit anderen tamilischen Gruppierungen bekommen. Am 16. August 2010 seien indessen neue Probleme entstanden: Wegen ihres in der Schweiz lebenden Bruders seien an ihrem Wohnort in ihrer Abwesenheit unbekannte Leute erschienen, hätten einen Artikel aus dem I._______ vorgewiesen und gefragt, ob es sich bei der darin vorkomme n- den Person um ihren Bruder handle, was die Schwester der Beschwerde- führerin bejaht habe. Sie selber sei nicht vor Ort gewesen. Man habe der Schwester zu verstehen gegeben, dass sie beide getötet würden, wenn sich der Bruder an den internationalen Gerichtshof wende. Später habe sie erfahren, dass es sich um Armeeangehörige gehandelt habe. Seither habe sie nicht mehr an ihrem Wohnort übernachtet, sondern sei nur tag s- über dorthin ge gangen. Von Nachbarn habe sie erfahre n, dass des Nachts stets Patrouillen um ihr Haus gingen und Hunde bellen würden. Sie habe auch festgestellt, dass die Sachen im Haus verrückt worden seien; zudem habe sie Schuhabdrücke bemerkt. Sie habe das Problem den Sicherheitsorganen nicht gemeldet, je doch dem IKRK Bericht ersta t- tet. Sie habe zwar am Ort ihrer Schwägerin gelebt, indessen immer b e- fürchtet, auch dort Probleme zu bekommen. Von den Sicherheitskräften sei sie im Mai 2010 gefragt worden, ob sie bei den LTTE gewesen sei, was sie bejaht habe. Man habe sie auch über das Gewehr befragt und sie habe darüber Auskunft gegeben. Anschliessend hätte sie sich wöchen t- lich melden müssen, was sie anfänglich getan habe. Beim sech sten Mal habe ihr jedoch das Benehmen der Leute nicht gefallen, worauf sie der Meldepflicht nicht mehr nachgekommen sei. Die Sicherheitskräfte hätten sie nicht mehr geholt, weil sie nicht mehr an ihrem Wohnort geschlafen habe. Ferner legte die Beschwerdeführerin dar, sie sei ab Mai 2008 wä h- rend sechs Monaten bei Verwandten in E._______ gewesen. Dabei habe sie die Gültigkeit des ihr gewährten Visums überschritten, damit aber ke i-D-6864/2013 Seite 6 ne Probleme bekommen. Gleichentags übermittelte die schweizerische Vertretung dem BFM die Unterlagen zum Asylgesuch der Beschwerd e- führerin. G. Mit Eingabe vom 2 . April 2011 (Eingang beim BFM am 5. Mai 2011 ) machte die Beschwerdeführerin geltend, am 25. März 2011 seien sechs Personen in zivil an ihrem Wohnort vorbeigekommen und hätten – weil das Haus abgeschlossen und niemand zuhause gewesen sei – die Nach- barn gefragt, wo sie sich befinde. Diese hätten gesagt, dass sie nur se l- ten hier sei. Dann seien die Personen wieder gegangen. Die Nachbarn hätten ihr zudem mitgeteilt, dass nachts Personen um ihr Haus herum gingen. Die Beschwerdeführerin und ihre Schwester würden im Haus i h- rer Schwägerin in H._______ leben und tagsüber auf (…) arbeiten. Sie würden selten an ihren Wohnort zurückgehen. Sie hätten keine Eltern und niemanden mehr, der ihnen helfe. Das IKRK -Büro in B._______ sei nun geschlossen. Weil sich ihr Bruder in die Schweiz abgesetzt habe, seien gewisse Männer wütend und würden nach ihr und ihrer Schwester s u- chen. Sie möchten deshalb zu ihrem Bruder in die Schweiz reisen und seien es leid, ständig ausserhalb ihres Hauses an andern Orten übe r- nachten zu müssen. H. Mit Eingabe vom 21. September 2011 (Eingang beim BFM am 9. Februar 2012) wiederholte die Beschwerdeführerin, dass sie Angst um ihr Leben habe. Sie müsse aus Sicherheitsgründen öfter ihren Aufenthaltsort wec h- seln, weil sie von paramilitärischen Gruppierungen und von Armeeange- hörigen bedroht werde. Die gleichen Leute, die ihre Familienangehörigen getötet hätten, würden auch nach ihrem Leben trachten. Kürzlich habe sie wegen einer Streitigkeit um ein Stück Land einen anonymen Brief e r- halten, in welchem man ihr g edroht habe, sie zu erschiessen. Die Pers o- nen, welche dahinter stehen würden, hätten mit der paramilitärischen Gruppierung Eelam People's Democratic Party (EDPD) Kontakt und ihr gedroht, ihr würde das gleiche Schicksal drohen wie ihrem Bruder. Sie habe das IKRK in D._______ informiert. Sie sei nun allein. I. In ihrem Schreiben vom 15. Mai 2012 (Eingang beim BFM am 31. Mai 2012) brachte die Beschwerdeführerin vor, am 2. Mai 2012 seien Armee- angehörige bei ihrer Schwägerin vorbeigekommen und hätten nach ihrem verschollenen Bruder gefragt. Ausserdem sei sie aufgefordert worden, im D-6864/2013 Seite 7 Armee-Camp zu erscheinen. Am folgenden Tag seien sie dort erschienen, hätten indessen nichts Neues über den verschollenen Bruder erfahren. Vielmehr habe man sie über den in der Schweiz lebenden Bruder befragt und damit gedroht, den Fall den höherrangigen Behörden weiterzuleiten, so dass das Leben des Bruders in Gefahr sei. Dabei hätten sie ihnen auch Kopien der Eingaben gezeigt, welche sie selber an ihren Bruder oder an die Schweizerbehörden geschickt habe. Die Armee komme sehr oft zu ihr, weshalb ihre Verwandten sie nicht mehr unterstützen wollten. Im Zusammenhang mit einer Landstreitigkeit sei zudem seit einem Jahr ein Fall vor der Justiz hängig. Sie habe diesbezüglich Droh ungen bekom- men, welche sie den Behörden weitergeleitet habe. Weil der Rechtsve r- treter des Ang eschuldigten nicht vor Gericht erschienen sei, habe man den Fall auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Sie habe Angst vor den Drohungen der Gegenpartei und bek omme anonyme Telefonanrufe. Sie sei eine alleinstehende junge Frau und habe Probleme verheiratet zu werden. Auch ihre inzwischen verheiratete Schwester wolle sie nicht mehr sehen, weil sie Angst um ihr Leben habe. J. Mit undatierter Eingabe, welche am 18. D ezember 2012 bei der schwe i- zerischen Vertretung in Colombo und am 10. Januar 2013 beim BFM ei n- traf, erklärte die Beschwerdeführerin, sie lebe nun in einem Haus von Freunden und manchmal in demjenigen ihrer Schwägerin. Als sie am 28. November 2012 unterwegs gewesen sei, habe sie zwei Personen be - merkt, welche ihr folgen würden. Daraufhin habe sie sich sofort versteckt. Sie könne nicht mehr in ihrem Dorf leben. Am 4. Dezember 2012 habe sie im J._______ (…) Camp erscheinen müssen, wo man sie befragt und überall betastet habe. K. Mit Schreiben vom 22. Januar 2013 bat der Bruder der Beschwerdeführe- rin das BFM um Beschleunigung des Asylverfahrens seiner Schwester. Das BFM teilte im Schreiben vom 13. Februar 2013 mit, dass der Asylent- scheid angesichts der Geschäfts last nicht auf ein bestimmtes Datum hin in Aussicht gestellt werden könne. L. Mit Eingabe vom 9. April 2013 wandte sich der Rechtsvertreter der B e- schwerdeführerin an das BFM und ersuchte um umgehende Bearbeitung des Asylgesuchs der Beschwerdeführerin beziehu ngsweise um eine En t- scheidfällung bis Ende April 2013. D-6864/2013 Seite 8 M. Mit Eingabe vom 7. Mai 2013 erhob der Rechtsvertreter der Beschwerd e- führerin Beschwerde wegen Rechtsverzögerung, welche vom Bundesver- waltungsgericht mit Urteil vom 17. Juli 2013 (D-2635/2013) gutgeheissen wurde. Das Gericht wies das BFM an, ohne weitere Verzögerung über das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu befinden. N. Mit Verfügung vom 21. August 2013 – rechtsgültig eröffnet am 2. Dezem- ber 2013 – lehnte das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 23. Juli 2010 ab und verweigerte die Einreise in die Schweiz. Zur B e- gründung machte es geltend, dass den geltend gemachten Vorkommnis- sen, sollten sie denn glaubhaft sein, keine einreiserelevante Bedeutung zukomme. Vielmehr müssten sie im Lichte der a llgemein angespannten Situation während und nach dem Bürgerkrieg betrachtet werden. Die dar- gelegten Erkundigungen der Armee seien ohne weitere Auswirkungen gewesen und die zentralen Ereignisse der Asylbegründung würden mehr als drei Jahre in der Vergangenheit zurückliegen. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführerin noch heute deswegen persönliche Nachteile drohten, lägen nicht vor. Aus der Befragung vom 1. November 2010 ergebe sich vielmehr, dass sie nach dem 16. August 2010 nicht mehr behelligt worden sei. Ihre Angaben, wonach sie bis ins Jahr 2012 andauernd durch die Armee belästigt worden sei, vermöchten nicht zu überzeugen. Die Beschwerdeführerin sei nur bis 1995 bei den LTTE tätig gewesen, und es sei aus den Akten kein ausreichendes polit isches Profil ersichtlich, das im heutigen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einreiserelevanten Schwierigkeiten führen würde. Damit sei das nach 15 Jahren im Mai 2010 plötzlich aufflammende Interesse der sri -lanki- schen Armee und Behörden an ihrer Person kaum nachvollziehbar. Z u- dem würden die geltend gemachten Vorkommnisse aufgrund ihrer Art und Intensität keine für die Gewährung der Einreise erhebliche Verfolgung darstellen. Folglich seien auch die Befürchtungen vor künftigen Verfo l- gungsmassnahmen nicht einreiserelevant. Bezüglich Drohungen und Übergriffen durch Dritte sei festzuhalten, dass der sri -lankische Staat grundsätzlich schutzfähig sei und die Beschwerdeführerin somit die Mö g- lichkeit habe, sich an die Behörden zu wenden, um Schutz vor Verfolgung seitens Dritter zu ersuchen. Aus dem Tod ihrer Angehörigen könne die Beschwerdeführerin für sich keine Einreiserelevanz herleiten, obwohl dies für sie von grosser persönlicher Tragik sei. Da sie überdies ihr Heima t- land bisher nicht verlassen un d auch nicht geltend gemacht habe, dazu nicht in der Lage zu sein, müsse davon ausgegangen werden, dass sie D-6864/2013 Seite 9 nicht dermassen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sei oder solche b e- fürchten müsse. Ihre Furcht vor Verfolgung sei daher objektiv nicht b e- gründet. O. Mit undatierter fremdsprachiger Eingabe, welche am 29. Oktober 2013 bei der schweizerischen Botschaft in Colombo eintraf und an das Bu n- desverwaltungsgericht weitergeleitet wurde, wohin sie am 6. Dezember 2013 gelangte, legte die Beschwerdeführerin dar, ih r Bruder habe in der Schweiz am 26. März 2009 Asyl erhalten. Am 5. September 2013 seien Angehörige der Polizei an ihrem Wohnort erschienen und hätten eine Mit- teilung hinterlassen, wonach sie zu einer Befragung erscheinen müsse. Am folgenden Tag sei sie dor t erschienen und hab e erfahren, dass ihr Bruder beim HCR eine Anzeige erstattet habe. Man habe sie dazu g e- drängt, die Anklage zurückzuziehen sowie ein Foto und ein durch einen Anwalt zertifiziertes Schreiben zu schicken, gemäss welchem ihr Bruder mit seiner Familie ohne Probleme lebe. Sie habe erwähnt, mit ihrem Br u- der nicht in Kontakt zu stehen. Die Rücksprache mit ihrem Bruder habe ergeben, dass dieser bei mehreren Organisationen – darunter auch bei (…) – eine Beschwerde eingereicht habe, die er nicht zurückziehen wolle. Zudem werde er kein Foto schicken. Die Beschwerdeführerin sei von A n- gehörigen des Militärs und des Criminal Investigation Departments (CID) immer wieder bedroht worden, um den erwähnten Brief des Bruders zu erhalten. Am 27. September 2013 habe an ihrem Wohnort eine Durchs u- chung stattgefunden, anlässlich derer der Asylantrag des Bruders an die schweizerische Vertretung in die Hände des CID -Beamten gefallen sei. Seither würden die Sicherheitsleute oft an ihrem Wohnort erscheinen, sie tyrannisieren und hätten ihre Schwester gefragt, wie diese Dokumente an diesen Ort gekommen seien, wenn die Beschwerdeführerin doch keinen Kontakt zum Bruder habe. Sie ersuche deshalb darum, diese Vorkom m- nisse baldmöglichst zu berücksichtigen und entsprechende Massnahmen zu treffen. Der Eingabe lagen Kopien eines Schreibens des HRC of Sri Lanka vom 23. März 2009, eines Schreibens der (…) vom 28. Januar 2013, eines Schreibens des (…) vom 3. Dezember 2012, eines Schreiben s des I._______ vom 13. Dezember 2012, eines Schreibens der M._______ vom 19. November 2012, von Postquittungen, von Berichten aus dem I n- ternet und zweier Schreiben der schweizerisch en Botschaft in Colombo vom 25. November 2013 bei. D-6864/2013 Seite 10 P. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 23. Dezem- ber 2013 – gerichtet an den Rechtsvertreter, der die Beschwerdeführerin im Rechtsverzögerungsverfahren vertreten hat – wurde dieser darum e r- sucht, das Vertretungsverhältnis klarzustellen und im Fall eines bestehen- den Vertretungsverhältnisses innert der noch laufenden Beschwerdefrist eine rechtsgenügliche Beschwerde nachzureichen, verbunden mit der An- drohung, im Unterlassungsfall werde gestützt auf die Aktenlage entschi e- den. Q. Mit Eingabe vom 24. Dezember 2013 reichte der Rechtsvertreter der B e- schwerdeführerin eine Beschwerde gegen die angefochtene Verfügung des BFM vom 21. August 2013 ein und stellte die Anträge, die Einreise der Beschwerdeführerin in die Schweiz sei zu bewilligen, die Flüchtl ings- eigenschaft sei zuzuerkennen, sowie eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und für eine Neubeurteilung an die Vorinstanz z u- rückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewä h- rung der unentgeltlichen Prozessführung und u m Verzicht auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses. Zur Begründung wurde vorgebracht, dass die angefochtene Verfügung vom 21. August 2013 offenbar erst am 3. Dezember 2013 über die schweizerische Vertretung in Colombo – ver- sehentlich – an die Beschwerdefü hrerin und mit einem Begleitbrief, in welchem sich das BFM für die falsche Eröffnung entschuldigt habe, am 2. Dezember 2013 an ihn, den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, eröffnet worden sei. Die Einreichung der vorliegenden Beschwerde sei somit als fristgerecht und ergänzend zur Eingabe der Beschwerdeführerin zu betrachten. Das Asylgesuch der Beschwerdeführerin sei vom BFM am 21. August 2013 abgelehnt worden. In der Zwischenzeit habe das BFM gemäss einer Medienmitteilung alle Rückführungen sistiert un d faktisch sämtliche Verfahren, welche auf Beschwerdeebene hängig gewesen se i- en, unbesehen der konkreten Umstände im Einzelfall nach Rückweisung durch das Bundesverwaltungsgericht in Wiedererwägung gezogen. Es gebe somit keinen Grund, das Verfahren der Bes chwerdeführerin nicht nochmals sorgfältig zu kontrollieren, zumal die zwischen der Entsche i- dung am 21. August 2013 und der Eröffnung am 2. Dezember 2013 vo r- gefallenen Ereignisse von der Begründung nicht erfasst worden seien. Damit basiere die angefochtene Verfügung auf einem nicht vollständig festgestellten Sachverhalt, weshalb im Eventualantrag die Rückweisung zur Neubeurteilung an die Vorinstanz beantragt werde. Die Beschwerd e- führerin werde nicht nur wegen eigener Tätigkeiten für die LTTE, sondern D-6864/2013 Seite 11 auch wegen LTTE-Aktivitäten durch Familienangehörige, die erwiesene r- massen selber verfolgt und getötet worden seien, verfolgt. Auch wenn der Tod der Familienangehörigen von der Vorinstanz nicht bestritten werde, finde er in deren Augen keine Einreiserelevanz. Es bestehe indessen die Gefahr einer möglichen Reflexverfolgung. Dies umso mehr, als die sri - lankischen Behörden offenbar Rückkehrer aus der Schweiz, welche hier nicht als verfolgt eingestuft worden seien, inhaftiert und gefoltert habe. Die Argumentation der Vorinstanz, wonach die zentralen Ereignisse drei Jahre zurückliegen würden und es keine Anhaltspunkte gebe, wonach ihr deswegen noch Nachteile drohten, sei nicht zu bestä tigen. Diese Arg u- mentation erweise sich einerseits als offensichtlich falsch und aktenwidrig und sei zudem stossend, weil das BFM die Rechtsverzögerungsbe- schwerde, welche vom Bundesverwaltungsgericht gutgeheissen worden sei, mit keinem Wort erwähnt habe, obwohl auch dieser Teil zum Verfa h- ren zu zählen sei. Die vom BFM begangene Verletzung d es Beschleuni- gungsgebotes sei damit indirekt zu Ungunsten der Beschwerdeführerin ausgelegt worden, was stossend sei. Die Beschwerdeführerin habe ge l- tend gemacht, auch nach dem 16. August 2010 noch andauernd von der Armee behelligt worden zu sein, sich zu f ürchten und deshalb verstecken zu müssen. Gemäss einem undatierten Schreiben sei sie am 4. Deze m- ber 2012 von den sri -lankischen Behörden befragt und gefoltert worden. Auch aus ihrer Beschwerde vom 12. Dezember 2013 gehe hervor, dass sie nach der ablehnenden Verfügung noch verfolgt werde. Nicht überzeu- gend sei zudem die Argumentation der Vorinstanz, wonach die Beschwer- deführerin ihre Heimat trotz angeblich dauernder Gefährdung nicht ve r- lassen und auch nicht geltend gemacht habe, dazu nicht in der Lage zu sein, weshalb sie nicht dermassen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sei oder begründete Furcht habe, solchen ausgesetzt zu werden. Es sei nicht akzeptabel, das rechtsverzögernde Verhalten der Vorinstanz zu Ungun s- ten der Beschwerdeführerin auszulegen. Zudem handle es sich bei ihr um eine alleinstehende Frau und damit um eine verletzliche Person. Ausse r- dem sei eine illegal e Ausreise mit hohen Kosten und erheblichen Gefa h- ren verbunden. Schliesslich verlange die Asylrechtspraxis in der Schweiz bei Auslandgesuchen nicht, dass die Frage, ob jemand in der Lage sei, selbständig ausreisen zu können, begründet werde. Insgesamt habe das BFM im vorliegenden Fall nicht nur das Beschleunigungsverbot missac h- tet, indem es für die die Behandlung des Verfahrens mehr als drei Jahre gebraucht habe; vielmehr habe es auch die Entscheidung mit einer Ve r- zögerung von über drei Monaten eröffnet. An gesichts des Umfangs des Dossiers sei die Begründung knapp ausgefallen, und die lange Verfa h- rensdauer sei zu Ungunsten der Beschwerdeführerin ausgelegt worden. D-6864/2013 Seite 12 Sämtliche Ergänzungen der Beschwerdeführerin zwischen der Anhörung vom 1. November 2010 und der Entscheidung seien als nicht übe rzeu- gend bezeichnet und unberücksichtigt gelassen worden, ohne dass man deren Glaubhaftigkeit geprüft habe. Die Ereignisse zwischen dem 21. Au- gust und dem 2. Dezember 2013 seien nicht berücksichtigt worden. D a- mit habe die Vo rinstanz ihre Sorgfaltspflichten in mehrfacher Weise ve r- letzt. Auch wenn für die Erteilung einer Einreisebewilligung restriktive Voraussetzungen gelten würden und den Behörden diesbezüglich ein weiter Ermessensspielraum zukomme, sei vorliegend dieser Spiel raum ausgeschöpft worden, weil die Beschwerdeführerin glaubhaft gemacht habe, dass sie verhört und missbraucht worden sei und aus einer stark verfolgten tamilischen Familie mit Verbindungen zu den LTTE stamme. Insbesondere sei ein grosser Teil dieser Familie (Eltern und Geschwister) umgebracht und einem Bruder in der Schweiz Asyl gewährt worden. Der Beschwerde lagen nebst der Kopie der angefochtenen Verfügung und der Kopie des Entschuldigungsschreibens des BFM vom 29. Nove m- ber 2013 , die Kopie eines Schreib ens der Beschwerdeführerin vom 12. Dezember 2013, die Kopie einer Pressemitteilung des BFM vom 4. September 2013 und die Kopie eines Schreibens der Beschwerdefü h- rerin ohne Datum bei. R. Am 30. Dezember 2013 ging beim Bundesverwaltungsgericht das Schrei- ben der Beschwerdeführerin vom 12. Dezember 2013 ein. Dem Schre i- ben wurden folgende Beilagen mitgegeben: Die Kopie eines Schreibens der schweizerischen Botschaft vom 25. November 2013, Kopien von F o- tos, die Kopie eines Schreibens ihres Bruders vom 14. Septembe r 2012 sowie Kopien der Übersetzung dessen Lebensgeschichte im Hinblick auf die Einreichung einer Klage gegen den sri-lankischen Staat an (…). S. Mit Zwischenverfügung vom 6. Februar 2014 wurde der Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen P rozessführung auf e i- nen späteren Zeitpunkt verschoben und der Beschwerdeführerin mitg e- teilt, dass einstweilen kein Kostenvorschuss erhoben werde. Der B e- schwerdeführerin wurde Gelegenheit gewährt, innert der ihr angesetzten Frist zur Frage der Glaubhaftigke it ihrer Vorbringen in verschiedenen Punkten Stellung zu nehmen, verbunden mit der Androhung, im Unterlas- sungsfall werde gestützt auf die bestehende Aktenlage entschieden. D-6864/2013 Seite 13 T. Mit Eingabe vom 19. Februar 2014 wurde um Erstreckung der Frist zur Einreichung der Stellungnahme bis am 7. März 2014 ersucht. Mit Zw i- schenverfügung vom 25. Februar 2014 wurde die Fristerstreckung g e- währt. U. Mit Eingabe vom 7. März 2014 teilte der Rechtsvertreter der Beschwerde- führerin mit, dass es ihm nicht gelungen sei, mit seiner Mand antin Kon- takt aufzunehmen. Mit deren in der Schweiz lebenden Bruder könne er in- folge dessen schlechten psychischen Gesundheitszustandes kein G e- spräch führen. Es werde darum ersucht, die Beschwerdeführerin über die Schweizerische Vertretung vor Ort noch einmal anzuhören, weil die letzte Anhörung mehrere Jahre zurückliege. Zudem dürfe man die Fakten nicht aus den Augen verlieren. Insbesondere habe der Bruder der Beschwe r- deführerin auf internationaler Ebene Klagen eingereicht und damit eine Reflexverfolgung au sgelöst. Es müsse der Beschwerdeführerin, welche von Schicksalsschlägen geprägt sei, geglaubt werden, dass sie in ständ i- ger Angst lebe, unbesehen davon, ob diese berechtigt sei oder nicht. Sie werde immer wieder vorgeladen und es würden immer wieder Inform atio- nen von ihr verlangt. Der von den Behörden auf sie ausgeübte Druck müsse als asylrelevant bezeichnet werden, obwohl gegen sie nicht g e- richtlich vorgegangen und sie auch nie für längere Zeit inhaftiert worden sei. Das Ziel der sri -lankischen Behörden sei, dass ihr Bruder seine Kl a- gen gegen Sri Lanka zurückziehe. Aus der Zwischenverfügung vom 6. Februar 2014 sei zu schliessen, dass der Sachverhalt noch nicht klar sei, weshalb nochmals um eine erneute Anhörung ersucht werde. V. Mit Zwischenverfügung vom 8 . April 2014 wurde das BFM zur Verneh m- lassung eingeladen. W. In seiner Vernehmlassung vom 23. April 2014 stellte das BFM fest, dass die Beschwerdeschrift keine neuen erheblichen Tatsachen oder Bewei s- mittel enthalte, welche eine Änderung des Standpunktes rechtf ertigen könnten. Unter Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin die vom Bundesverwaltungsgericht aufgelisteten Hinweise auf die fehlende Glaub- haftigkeit nicht habe auflösen können, hielt es an seinen Erwägungen vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. D-6864/2013 Seite 14 X. Die Vernehmlassung vom 23. April 2014 wurde dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 24. April 2014 ohne Replikrecht zur Kenntnis g e- bracht. Y. Mit Eingabe vom 9. Mai 2014 reichte die Beschwerdeführerin Kopien von vier Bestätig ungen von Parlamentsmitgliedern zu den Akten. Es wurde geltend gemacht, gemäss diesen Beweismitteln bestehe für sie eine gros- se Gefahr einer Reflexverfolgung. Im ersten Dokument werde sie sogar namentlich erwähnt. Z. Mit Eingabe vom 28. Mai 2014 wurde eine weitere Kopie einer Bestät i- gung durch ein Parlamentsmitglied eingereicht. Danach stehe die B e- schwerdeführerin aufgrund ihrer Mitgliedschaft bei den LTTE unter Be o- bachtung der Regierung, werde oft nach dem Aufenthaltsort ihres Bruders gefragt und sei nach der Einschätzung des Parlamentsmitgliedes in Sri Lanka gefährdet. AA. Mit Eingabe vom 31. Oktober 2014 wurden ein Brief der Beschwerdefü h- rerin und Kopien zweier Anzeigen ins Recht gelegt und geltend gemacht, aus dem Brief gehe hervor, dass sie vom CID belästigt worden sei. BB. Mit Eingabe vom 4. November 2014 wurden der bereits mit Eingabe vom 31. Oktober 2014 zu den Akten gegebene Brief der Beschwerdeführerin mit den gleichen Kopien zweier Anzeigen sowie mit drei Schreiben unter dem Titel "to Who mit May Concer n" von Parlamentsmitgliedern nachg e- reicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist D-6864/2013 Seite 15 daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vo r welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie i st daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die B e- schwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 4. Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden u n- ter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch fest, dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Ände rung vom 28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel (Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. 5. 5.1 Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (A rt. 3 und Art. 7 D-6864/2013 Seite 16 AsylG sowie aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewil- ligt das BFM einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Lan d auszureisen. G e- stützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Po- lizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asyl- suchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für di e Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.2 Ein Asylgesuch kann gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das BFM überweist (a Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der Asyl - verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt ( aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht mö g- lich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten ( aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung bezi e- hungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 5.3 Die Beschwerdeführe rin wurde zu ihre m Asylgesuch einerseits be- fragt. Sie legte ihre Vorbringen andererseits in mehreren Eingaben auch schriftlich dar. Nachdem sie m it Schreiben des BFM vom 30. September 2010 unter Beilage eines explizit aufgelisteten Fragekatalogs gebeten wurde, für die Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts die entspre- chenden Fragen vollständig und präzise zu beantworten, reichte sie fe r- ner mit Eingabe vom 11. Oktober 2010 weitere Sachverhaltselemente ein. Angesichts dessen erscheint der entscheidwesentliche Sachverhalt e r- stellt. Das BFM hat den verfahrens rechtlichen Anforderungen damit G e- nüge getan. 5.4 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wob ei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum z u- kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der D-6864/2013 Seite 17 Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Einglied e- rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für die Er teilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzb e- dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob e i- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann. Die Einreise ist aber selbst im Falle einer allfäll i- gen Schutzbedürftigkeit zu verweigern, wenn Asylausschlussgründe vo r- liegen (vgl. BVGE 2011/10). 6. 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozia len Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Fre iheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6.3 Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an und ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden. Es kann die Beschwer- de auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer von der Vorins - tanz abweichenden Begründung bestätigen (sog. Motivsubstitution, vgl . BVGE 2007/41 E.2; A LFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, D-6864/2013 Seite 18 Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3 völlig überarbeitete. Aufl., Zürich 2013, S. 398, Rz. 1136), wobei grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides ma ssgebend ist (vgl. BGE 135 II 369 E. 3.3 S. 374; BVGE 2011/1 E. 2 mit Hinweis). 7. 7.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Rüge, die Vorinstanz habe den Sac h- verhalt nicht rechtsgenüglich festgestellt, weil sie die seit der Befragung im November 2010 stattgefundenen Ereignisse nicht berücksichtigt habe, einer Überprüfung nicht standzuhalten vermag, zumal die Beschwerd e- führerin zahlreiche Eingaben einreichte, in welchen sie die neusten Ereig- nisse bekannt gab (vgl. die Eingaben vom 2. April 2011 [Akte E9/2], vom 21. September 2011 [Akte E10/4] und vom 15. Mai 2012 [Akte E11/3], die undatierte Eingabe, welche am 10. Januar 201 3 beim BFM einging [Akte E12/3], die undatierte Eingabe, welche am 6. Dezember 2013 beim Bu n- desverwaltungsgericht einging, sowie die Eingaben vo m 9. und 28. Mai 2014 mit weiteren Kopien von Beweismitteln. Seit der Eingabe vom 9. Ap- ril 2013 betreffend Verfahrensbeschleunigung war die Beschwerdeführ e- rin ausserdem anwaltlich vertreten. Unter Hinweis auf die ihr obliegende Pflicht zur Mitwirkung des S achverhaltes (vgl. Art. 8 AsylG) lag es an der Beschwerdeführerin, weitere Vorfälle, welche für ihr Asylgesuch von B e- deutung sein könnten, von sich aus in schriftlicher Form darzulegen. Auch im undatierten Beschwerdeteil, welcher am 6. Dezember 2013 beim B un- desverwaltungsgericht einging, erwähnte sie weitere Vorfälle. In der B e- schwerde vom 24. Dezember 2013 wurden dann noch Vor fälle vom 4. und 12. Dezember 2012 festgehalte n. Mit Zwischenverfügung vom 5. Februar 2014 wurde der Beschwerdeführerin im Rahmen einer Motiv- substitution die Möglichkeit gewährt, zu verschiedenen Vorfällen, insb e- sondere seit der Verfügung des BFM vom 21. August 2013, näher Ste l- lung zu nehmen. In ihrer Eingabe vom 7. März 2014 nahm sie indessen dazu keine Stellung. Vielmehr wurde geltend gemacht, der Rechtsvertr e- ter habe mit der Beschwerdeführerin keinen Kontakt aufnehmen können und ihr in der Schweiz lebender Bruder sei psychisch angeschlagen, wes- halb es ihm nicht möglich sei, ein Gespräch zu führen. Es werde deshalb um erneute Anhörung der Beschwerdeführerin in Colombo ersucht, zumal aufgrund der angefochtenen Verfügung und der Zwischenverfügung vom 6. Februar 2014 der Sachverhalt nicht erstellt erscheine. 7.2 Diese Einwände sind indessen nicht überzeugend. Insbesondere kann dem Rechtsvertreter nicht geglaubt werden, dass er seine Manda n- tin – weder persönlich noch über ihren Bruder – kontaktieren kann, zumal D-6864/2013 Seite 19 sein Antrag, es sei mit ihr in Colombo erneut eine Anhörung durchzufü h- ren, auch nicht ohne eine Kontaktnahme mit der Beschwerdefüh rerin durchführbar wäre. Vielmehr erscheinen diese Einwände als untaugliche Erklärungsversuche, um sich zu den in der Zwischenverfügung vom 4. Februar 2014 festgehaltenen Ungereimtheiten nicht äussern zu mü s- sen. Angesichts dieser Einschätzung wird einerseits der Antrag auf erneu- te Anhörung abgewiesen; andererseits hat sich die Beschwerdeführerin die in der erwähnten Zwischenverfügung festgehaltenen Ungereimtheiten vollumfänglich anrechnen zu lassen, zumal die fehlende Stellungnahme von ihrer Seite nicht als unverschuldet zu betrachten ist. Schliesslich ist die vom Rechtsvertreter vorgenommene Einschätzung – der Sachverhalt sei nicht als erstellt zu betrachten – nicht zu teilen. Vielmehr konnten so- wohl das BFM als auch das Bundesverwaltungsgericht angesichts der zahlreichen Eingaben der Beschwerdeführerin von einem für die Beurte i- lung rechtsgenüglich erstellten Sachverhalt ausgehen. 7.3 Die in der Beschwerde vertretene Meinung, im vorliegenden Fall müs- se selbstverständlich die Glaubhaftigkeit sämtlicher Angaben angenom- men werden, weil die Vorinstanz von der fehlenden Schutzbedürftigkeit der Vorbringen ausgegangen sei und die Glaubhaftigkeit gar nicht übe r- prüft habe, kann angesichts der Zwischenverfügung vom 6. Februar 6014 ebenfalls nicht geteilt werden. Vielmehr ist das Bundesverwaltungsgericht – wie bereits erwähnt – nicht an die Begründung der Begehren gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG), entscheidet frei hinsichtlich der Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich des Missbrauchs und der Überschreitung des Ermessen s sowie der unrichtigen und unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 106 Abs. 1 und 2 AsylG), und hat der Beschwerdeführerin die – von ihr nicht benutzte – Möglichkeit ei- ner nachträglichen Stellungnahme zu den festgestellten Un gereimtheiten in ihren Aussagen gewährt. Infolgedessen kann das Bundesverwaltung s- gericht das vorliegende Asylgesuch aus dem Ausland auch mangel s glaubhafter Angaben abweisen und muss sich nicht darauf beschränken, die vom BFM festgestellte fehlende Schutzb edürftigkeit zu bestätigen oder abzulehnen. 7.4 Vom BFM wird nicht bestritten, dass mehrere Angehörige der B e- schwerdeführerin im Laufe des Bürgerkriegs in Sri Lanka getötet wur den und ein Bruder verschollen i st. Gestützt auf die bestehende Aktenlage sieht auch das Bundesverwaltungsgericht keinen Anlass, an den diesb e- züglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin zu zweifeln. Sie gelten durch zahlreiche Belege als erwiesen. Dieses Leid ist für die Beschwe r-D-6864/2013 Seite 20 deführerin sicher bedauerlich und schwer zu ertragen. Indessen ist allein aus dem Tod ihrer Angehörigen nicht auf eine Gefährdung im Sinne des Asylgesetzes zu schliessen. Vielmehr ist d ieser im Gesamtzusamme n- hang der Vorbringen zu würdigen, worauf in den nachfolgenden Erwägun- gen näher einzugehen sein wird. 7.5 Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie habe in den Jahren 1993 bis 1995 gezwungenermassen für die LTTE Aktivitäten ausgeübt, indem sie ein sechsmonatiges Training absolviert und anschliessend für die LTTE die Standorte der sri -lankischen Armee auskunds chaftet habe. An Kämpfen der LTTE habe sie nicht teilgenommen. Ohne näher auf die Frage der Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens eingehen zu müssen, kann festgehalten werden, dass diese Tätigkeiten bereits im Zeitpunkt der Ein- reichung des Asylgesuchs im Jahr 2010 15 Jahre und mehr zurück lagen. Schon aus diesem Grund bestand und besteht auch heute kein begrün- deter Anlass für die sri-lankischen Behörden mehr, die Beschwerdeführe- rin infolge Aktivitäten zugunsten der LTTE in ihrer Jugend noch zu bela n- gen, zumal sie seit dem Jahr 1995 gemäss ihren Aussagen diesbezüglich kein Engagement mehr verfolgt haben will und somit auch aus der Sicht der sri-lankischen Behörden nicht mehr negativ in Erscheinung getreten sein kann. Ebenso wenig ergibt es einen Sinn, die Beschwe rdeführerin nach so vielen Jahren noch als Gefahr für die sri-lankische Regierung se- hen zu wollen. Diese Einschätzung wird noch dadurch untermauert, dass sie nach der Befragung zur Sache am 7. Mai 2010 auf freien Fuss gesetzt worden sei, obwohl sie zugegeben haben soll, s ie habe fünfzehn Jahre zuvor für die LTTE Aktivitäten ausgeführt und sei im Besitz eines Geweh- res, das ihr der Bruder weggenommen habe, gewesen. Hätten die sri-lan- kischen Sicherheitskräfte an der Person der Beschwerdeführerin in di e- sem Ze itpunkt noch ein ernst haftes Verfolgungsinteresse gehabt, wäre sie nicht sofort freigekommen , sondern es wäre ein Verfahren gegen sie eingeleitet worden und sie hätte mit einer längerdauernden Inhaftierung rechnen müssen. Ihre Freilassung – auch wenn sie m it der Auflage einer wöchentlichen Meldepflicht verbunden gewesen sein soll – spricht gegen eine ernsthafte Verfolgungsabsicht der sri-lankischen Behörden im dama- ligen Zeitpunkt (Mai 2010) . In die gleiche Richtung zu werten ist das fe h- lende Interesse der B ehörden, sie zu belangen, obwohl sie der Meld e- pflicht nur sechs Mal nachgekommen ist. Die Vorbringen im schriftlichen Gesuch ihres Bruders vom 23. Juli 2010, wonach Personen, welche in Verdacht stünden, mit den LTTE kollaboriert zu haben, nach einigen W o- chen verhaftet würden und mit ihrem Verschwinden oder mit Folter rec h- nen müssten , vermögen vorliegend nicht zu überzeugen , weil die B e-D-6864/2013 Seite 21 schwerdeführerin trotz Missachtung der Meldepflicht bis zu m Vorliegen der Beschwerde offensichtlich nicht von den Behörden i hres Heimatlan- des belangt worden ist, obwohl diese mit verhältnismässig geringem Au f- wand hätten herausfinden können, wo sie sich aufhält und wo sie arbe i- tet. Folglich hätten sie ihrer habhaft werden können, wenn das ihre A b- sicht gewesen wäre. D er Einwand, die Beschwerdeführerin habe nicht mehr an ihrem offiziellen Wohnsitz, sondern bei ihrer Schwägerin in H._______ und bei anderen Leuten übernachtet, um den Behörden au s- zuweichen, stellt kein überzeugendes Argument dar, weil sie gemäss i h- ren Aussagen fast jeden Morgen an ihrem Wohnort vorbeigegangen sein will (vgl. Akte E6/12 S. 6 f. und 9 ) und dort hätte festgenommen werden können; ausserdem wäre damit zu rechnen gewesen, dass sie im Fall e i- nes tatsächlich vorhandenen Interessens der Behörden auch bei ihren Verwandten, somit auch bei ihrer Schwägerin, gesucht worden wäre. Schliesslich spricht auch das Vorbringen, wonach die Beschwerdeführerin am 6. September 2013 auf Geheiss des Polizeioffiziers auf dem Posten vorbeigegangen sein will und zum Bruder befragt worden sei (vgl. B e- schwerdeakten act. 1) – sich somit auf eigene In itiative in die Hände der sri-lankischen Behörden begeben haben will – dagegen, dass sie im heu- tigen Zeitpunkt wegen ihrer Aktivitäten für die LTTE während der Jugen d- zeit noch verfolgt sein soll. Andernfalls hätte sie diesen Schritt nicht g e- wagt. Die in einem kopierten Schreiben im Beschwerdeverfahren nachge- reichte Angabe, sie sei zu ihren Aktivitäten bei den LTTE am 4. Dezember 2012 befragt und dabei gefoltert worden, vermag nicht zu überzeugen. Einerseits liegt das – undatierte – Schreiben nur in Kopie vo r und and e- rerseits sind die darin enthaltenen Angaben substanzlos und damit nicht überzeugend. Auch ihre Antwort auf die Frage, weshalb sie zu einer so speziellen Zielscheibe geworden sei, nämlich: "Vielleicht weil er mein Bru- der ist", weist darauf hin, dass sie selbst nicht davon ausgeht, ihre frühere Tätigkeit für die LTTE sei verfolgungsrelevant, sondern vielmehr ihre ver- wandtschaftliche Verbindung zu ihrem in der Schweiz lebenden Bruder als Grund für die geltend gemachten Behelligungen in den Vordergru nd stellt. Folglich ist insgesamt aus der früheren Tätigkeit der Beschwerd e- führerin für die LTTE nicht auf eine Verfolgung durch die sri -lankischen Sicherheitskräfte im heutigen Zeitpunkt zu schliessen. 7.6 Entgegen der Darstellung im Beschwerdeverfahren ergib t sich übe r- dies aus den Akten des erstinstanzlichen Verfahrens nicht, dass die Be- schwerdeführerin anlässlich der Befragung am 7. Mai 2010 misshandelt worden sei. Somit ist diese Angabe nachgeschoben und damit nicht glaubhaft. D-6864/2013 Seite 22 7.7 Aus den Akten ergibt sich des Weiteren, dass ausser ihr kein Famil i- enmitglied für die LTTE tätig gewesen sei (vgl. Akte E6/12 S. 5 f.). Damit vermag die in der Beschwerde vertretene Argumentation, wonach die Be- schwerdeführerin aus einer tamilischen Familie stamme, welche Verbi n- dungen zu den LTTE gehabt habe, als mögliches Argument zur Begrü n- dung einer Verfolgung nicht zu überzeugen. Vielmehr ist davon auszug e- hen, dass der Tod und das Verschwinden ihrer Familienangehörigen nicht auf eine der Familie vorgeworfene Verbindung mit den LTTE zurückzufüh- ren ist. Wie das BFM zu Recht in der angefochtenen Verfügung feststel l- te, sind diese Ereignisse vielmehr im Zuge der damaligen Bürgerkriegs- wirren und der unsicheren Situation nach Beendigung des Bürgerkrieges zu sehen. 7.8 Überdies brachte die Besc hwerdeführerin vor, sie werde wegen ihres in der Schweiz lebenden Bruders von Unbekannten beziehungsweise von den Behörden Sri Lankas verfolgt und bedroht. Diesbezüglich sind ihre Aussagen weder stringent noch übereinstimmend. Vielmehr hat sie mehr- fach unt erschiedliche Angaben vorgebracht und damit ein unklares und verwirrendes Bild der geltend gemachten Verfolgung hinterlassen. In der Eingabe vom 23. Juli 2010 (vgl. Akte E1/29) wurde zuerst dargelegt, sie sei vom Militär gesucht worden und habe bei den sta atlichen Behörden keinen Schutz vor Verfolgung suchen können. Einzig beim Friedensric h- ter habe sie ihre Aussagen unter Eid zu Protokoll geben können. Z u- nächst ist diesbezüglich festzuhalten, dass Angehörige des Militärs als staatliche Behörde zu betrachten sind. Eine allfällige Verfolgung durch Mi- litärangehörige stellt somit eine staatliche Verfolgung dar. Die Beschwe r- deführerin macht nicht deutlich, bei welcher staatlichen Behörde sie nicht habe um Schutz nachsuchen können. Diesbezügliche Aussagen sind so - mit mangels Substanz wenig glaubhaft. Darüber hinaus belegt das einge- reichte, offenbar vom Friedensrichter vereidigte Affidavit nur die Aussagen der Beschwerdeführerin, ohne dass dessen Inhalt überprüft worden wäre, weshalb es als Beweismittel untauglich i st. Ferner will sie gemäss der Eingabe vom 21. September 2010 auch von unbekannten Drittpersonen verfolgt worden sein, was sich mit der Eingabe vom 23. Juli 2010 nicht vereinbaren lässt, zumal dort nur von einer Verfolgung durch das Militär die Rede ist. In einer dritten Version legte die Beschwerdeführerin dar, sie werde von derjenigen Person verfolgt, welche ihren in der Schweiz l e- benden Bruder angeschossen habe und sich nun im Camp von J._______ befinde (vgl. Akte E3/3 S. 3). Dann wieder macht sie gelten d, diese Person stehe nur unter dem Verdacht, ihren Bruder angeschossen zu haben (vgl. Akte E3/3 S. 3 unten), während sie an einer weiteren Stelle D-6864/2013 Seite 23 davon spricht, dass die Männer, welche ihren Bruder angeschossen und verletzt hätten, in B._______ seien und ihr Leben bedrohten (vgl. Akte E4/14 S. 1 und 3). Während der Befragung schliesslich will sie dann plötzlich wissen, wer die Urheber der Bedrohungen sind, nämlich Arme e- angehörige (vgl. Akte 6/12 S. 6). Später dann erwähnt sie, es handle sich um Angehörige der Sicherheitskräfte und von paramilitärischen Gruppi e- rungen, wobei die gleichen Leute auch ihre Eltern und einen Teil der G e- schwister umgebracht hätten (vgl. Akte E10/4 S. 2). Diese zahlreichen und wesentliche Teile des Sachvortrags betreffend en Ungereimtheiten und Ungenauigkeiten allein über die Urheber der Verfolgung vermögen nicht zu überzeugen, sondern sprechen dagegen, dass die Beschwerd e- führerin wie vorgebracht verfolgt und bedroht wurde. 7.9 Unterschiedlich gab die Beschwerdeführerin auch an, wann sie ers t- mals wegen ihres in der Schweiz lebenden Bruders belangt worden sein will: Während dies anfänglich der 6. August 2010 gewesen sei (vgl. Akte E3/3 S. 2 und E4/14 S. 2), korrigiert sie dieses D atum anlässlich der B e- fragung auf den 16. August 2010 (vgl. Akte E6/12 S. 6). 7.10 Die Beschwerdeführerin wurde darüber hinaus anlässlich der Befr a- gung in Colombo gebeten, die in diesem Zusammenhang geltend g e- machten Bedrohungen näher auszuführen. Ausweichend legte sie dar, nach diesem Vorfall hätten sie und ihre Schwester nicht mehr an ihrem Wohnort gelebt, sondern sich bei ihrer Schwägerin in H._______ auf- gehalten (vgl. Akte E6/12 S. 7 oben). Auch diese ausweichende Sub- stanzlosigkeit spricht gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben. 7.11 Für die Zeit zwischen dem 6. beziehungsweise 16. August 2010 und dem Termin der Befragung am 1. November 201 0 machte sie keine Ver- folgungsmassnahmen geltend (vgl. Akte E6/12 S. 7). Vielmehr sagte sie aus, das sei die erste und letz te Bedrohung gewesen. Dies spricht gegen das von ihr dargelegte eminente Interesse an ihrer Person. Andernfalls wäre damit zu rechnen gewesen, dass mit weiteren Handlungen den Dro- hungen auch Nachdruck verliehen worden wäre. Allein aus den Angaben, welche sie von ehemaligen Nachbarn gehört haben soll, nämlich dass des nachts Hunde bellen würden und sich Personen um ihr Haus herum befänden, kann überdies nicht der Schluss gezogen werden, die Urheber der Bedrohungen – wer auch immer das sein mag – hätten nach wie vor Interesse an ihrer Person . Auch gestützt darauf bestehen ernsthafte Zweifel daran, dass die Beschwerdeführerin weiteren Behelligungen au s- gesetzt gewesen sein soll. D-6864/2013 Seite 24 7.12 Für die Zeit nach dem 1. November 2010 bis zum heutigen Zeitpunkt machte die Beschwerdeführerin weitere Behelligungen geltend: So sollen sich am 25. März 2011 sechs Personen – die gleichen Leute, welche i h- ren in der Schweiz lebenden Bruder angeschossen hätten – nach ihrem Aufenthalt erkundigt haben (vgl. Akte E 9/2 S. 2). Gemäss Eingabe vom 21. September 2011 sollen diese Leute auch ihre Eltern und einen Teil ih- rer Geschwister erschossen haben und zu den Sicherheitskräften und zu einer paramilitärischen Gruppierung gehören. In einen anonymen Brief soll sie ferner von Leuten, welche zur ED PD Beziehungen hätten, mit dem Tod bedroht worden sein, wobei es dieses Mal um eine Landstreiti g- keit gegangen sei. Ferner hätten am 2. Mai 2012 bewaffnete Kräfte an ih- rem Wohnort nach ihrem verschollenen Bruder gefragt, worauf sie am fol- genden Tag m it der Schwägerin das Camp aufgesucht habe, indessen nichts Neues über ihren verschollenen Bruder erfahren habe, sondern über ihren in der Schweiz lebenden Bruder befragt und bedroht worden sei. Am 28. November 2012 seien ihr ferner unbekannte Männer gefolgt, worauf sie sich i m Garten beim Haus habe verstecken müssen. Am 4. Dezember 2012 habe man sie ins Camp bestellt, wohin sie mit der Schwester ihrer Mutter gegangen sei , in einem Raum geführt und b e- tastet worden sei. Am 6. September 2013 sei sie erneut auf Gehe iss ei- nes Polizisten zur Befragung auf die Polizeistation gegangen , wo man ihr vorgeworfen habe, dass ihr in der Schweiz lebender Bruder beim (…) ei- ne Klage gegen den sri -lankischen Staat eingereicht habe , und wo man sie habe n ötigen wollen, diese Anklage zurückzuziehen und ein Foto ih- res Bruders zu schicken. Sie werde ständig vom Militär und von Angeh ö- rigen des CID bedroht. Am 27. September 2013 sei zudem ihr Haus durchsucht worden. Dabei habe man den Asylantrag des Bruders gef un- den. All diese Vorbringen entbehren der notwendigen Substanz und e r- scheinen damit pauschal, plakativ und nacherzählt . Sie könnten von j e- dermann erfunden oder berichtet worden sein. Zudem sind sie in sich nicht logisch: Würde man tatsächlich nach der Pers on der Beschwerd e- führerin suchen, hätte mehrmals die Gelegenheit bestanden, sie im Camp oder auf dem Posten festzunehmen und behördliche Massnahmen gegen sie festzulegen. Nichts davon ist indessen geschehen. Auch die von der Beschwerdeführerin geltend gema chten Drohungen sind unter diesem Gesichtspunkt zu sehen: Es bestand offenbar in all den Jahren kein A n- lass, einer Drohung Nachdruck zu verleihen, zumal sie immer ohne Fo l- gen geblieben sind. Zwar ist es denkbar, dass sich die Behörden nach dem in der Schwe iz lebenden Bruder und nach seinen Absichten erku n- digen sowie der Beschwerdeführerin als seiner Schwester dessen Ankl a- gen oder gerichtliche Eingaben, welche den sri-lankischen Staat allenfalls D-6864/2013 Seite 25 kritisieren, zum Vorwurf machen und diese Vorwürfe mit Drohunge n un- termauern; indessen ist aus dem Vorgehen der Sicherheitskräfte keine ernsthafte Absicht, der Beschwerdeführerin ein Leid anzutun oder sie in asylrelevanter Weise zu verfolgen , ersichtlich. Die Beschwerdeführerin war zudem gestützt auf ihre Aussagen jew eils in Begleitung einer ve r- wandten Person auf dem Posten zur Befragung, woraus ersichtlich ist, dass sie offensichtlich trotz des Verlustes ihrer nächsten Familienangehö- rigen immer noch in einem funktionierenden familiären Beziehungsnetz eingebunden ist, welches ihr Schutz bietet und ihr behilflich ist. Allfällige Drohungen seitens Angehöriger der Sicherheitskräfte kann sie mit deren Hilfe bei den zuständigen Behörden ihres Heimatlandes anzeigen. 7.13 Insgesamt sind die für den Zeitraum zwischen der Anhörung bei der schweizerischen Botschaft in Colombo vom 1. November 2011 und der Erhebung der Beschwerde am 24. Dezember 2013 geltend gemachten Vorfälle somit nicht konkret, wenig substanziell und beruhen auf den mehrmals w iederholten pauschalen Angaben, weshalb insgesamt ma n- gels glaubhafter Angaben nicht von einer unmittelbar drohenden Verfo l- gungsgefahr im Sinne des Gesetzes auszugehen ist. 7.14 Auch aus dem Verschwinden des anderen Bruders, der gemäss Zeugenaussagen (vgl. Akte E3/3 S. 2) zu einer Untersuchung mitgenom- men worden sein soll, kann sie keine Verfolgung für sich ableiten , zumal entsprechende Beweismittel fehlen und es sich um eine blosse Parteib e- hauptung handelt, welcher in Würdigung des Gesamtzusammenhangs kein Glaube geschenkt werden kann. Insbesondere gi bt die Beschwerde- führerin in diesem Zusammenhang einerseits an, sie habe erfahren, dass er tot sei (vgl. Akte E3/3 S. 2), während sie andererseits aussagte, er wer- de vermisst (vgl. Akte E6/12 S. 2) beziehungsweise man habe keine Neu- igkeiten von ihm (vgl. Akte E11/3 S. 2) , was die Unglaubhaftigkeit der Aussagen untermauert. 7.15 Insgesamt ist es der Beschwerdeführerin nicht gelungen, glaubhaft darzustellen, dass sie in ihrem Heimatland in asylrelevanter Weise b e- droht ist. An dieser Einschätzung vermögen die im Mai 2014 – nach Ge- währung des rechtlichen Gehörs zur Motivsubstitution – nachgereichten Beweismittel und die mit Eingabe vom 31. Oktober 2014 und mit Eingabe vom 4. November 2014 beigelegten Schreiben nichts zu ändern. Es ha n- delt sich dabei gestützt au f die Angaben der Rechtsvertretung der B e- schwerdeführerin um Bestätigungen von Parlamentsmitgliedern, gemäss welchen der in der Schweiz lebende Bruder der Beschwerdeführerin in D-6864/2013 Seite 26 seinem Heimatland verfolgt worden sei, weshalb für die Beschwerdefü h- rerin die Gefahr einer Reflexverfolgung bestehe. In einem der Beweismi t- tel werde sogar erwähnt, dass sich die Beschwerdeführerin in Sri Lanka in Gefahr befinde. In einem weiteren Beweismittel werde bestätigt, dass sie Mitglied der LTTE gewesen sei, unter Beobachtung der Regierung stehe sowie oft aufgesucht, mit dem Tod bedroht und nach dem Aufen t- haltsort des Bruders gefragt worden sei. Ihr Leben sei gemäss Einschä t- zung des Parlamentsmitgliedes in Gefahr. Gemäss Angabe der Recht s- vertretung machte sie zudem mit Schreib en vom 20. Oktober 2014 (vgl. Eingabe vom 31. Oktober 2014) geltend, vom CID belästigt zu werden. Dazu ist Folgendes festzuhalten: 7.15.1 Zunächst werden von Seiten der Rechtsvertretung keine konkreten und genauen Angaben darüber gemacht, auf welchem Weg diese B e- weismittel in die Schweiz gelangt sind. Es wird einzig ausgeführt, der Bru- der der Beschwerdeführerin sei auf der Beratungsstelle vorbeigekommen und habe darum gebeten, die Beweismittel nachzureichen beziehungs- weise – unter Beilage eines Zustellcouverts au s Sri Lanka – die B e- schwerdeführerin habe das Schreiben vom 20. Oktober 2014 geschickt . Angesichts der Angabe in der Stellungnahme vom 7. März 2014, wonach die Beschwerdeführerin nicht erreichbar sei und ihr in der Schweiz lebe n- der Bruder aufgrund seines a ngeschlagenen psychischen Gesundheit s- zustandes nicht in der Lage sei, ein Gespräch zu führen, um zu den vo r- geworfenen Ungereimtheiten Stellung zu nehmen, erscheint es seltsam, dass dieser mit Parlamentsabgeordneten aus Sri Lanka Kontakt aufneh- men und sie z u den eingereichten Stellungnahmen bewegen konnte. Schon aus diesem Grund bestehen grundsätzliche Zweifel an der Authen- tizität der eingereichten Beweismittel. Zudem lassen sich diese Aussagen nicht vereinbaren mit der nachträglichen Sendung vom 4. November 2014, wonach die Beweismittel – ebenfalls als Kopien – an die Schweize- rische Vertretung in Colombo gesandt wurden. 7.15.2 Sodann handelt es sich bei diesen Beweismitteln nicht um Origina- le, sondern um Kopien. Beweismittelkopien haben indessen infolge der verhältnismässig einfachen Möglichkeit zur Fälschung einen geringen Be- weiswert und sind insbesondere nicht geeignet, einen Sachverhalt zu b e- legen, der aus andern Gründen – wie vorliegend – nicht als glaubhaft zu betrachten ist. 7.15.3 Darüber hinaus geben die Schreiben der Parlamentsabgeordneten inhaltlich den von der Beschwerdeführerin und ihrem Bruder dargestellten D-6864/2013 Seite 27 Sachverhalt wider, wobei nicht ersichtlich ist, ob die unterzeichneten A b- geordneten den Sachverhalt überprüft haben oder nicht. Unter diesen Umständen ist es – insbesondere im Hinblick auf die bereits festgestellte Unglaubhaftigkeit der Angaben – naheliegend oder kann zumindest nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass es sich um Gefälligkeitsschreiben handelt, welche als Bewei smittel untaug- lich sind. 7.15.4 Schliesslich ist auch festzustellen, dass einzelne Teile der erwähn- ten Schreiben inhaltlich nicht zu den Angaben der Beschwerdeführerin passen und in sich widersprüchlich sind: So geht aus dem Schreiben vom 5. April 2014 zunächst hervor, dass der in der Schweiz lebende Bruder der Beschwerdeführerin das einzige übrig gebliebene Familienmitglied sei, was aktenwidrig ist. Dann wird im gleichen Schreiben jedoch e r- wähnt, dass ein weiterer Bruder vermisst und eine seiner Schwestern an verschiedenen Meetings und Demonstrationen teilgenommen habe sowie von der sri -lankischen Polizei und dem militärischen Geheimdienst ve r- folgt werde. Sollte damit die Beschwerdeführerin gemeint sein, so machte diese weder eine Verfolgung durch den militärische n Geheimdienst noch die Teilnahme an Meetings und Demonstrationen geltend. Im Schreiben vom 4. Juli 2014 wird ferner festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in B._______ lebe und im Schreiben vom 14. Mai 2014 wurde dargelegt, sie lebe in einem der Häuser der Familie. Angesichts dieser Angabe müsste mit ihr ein Kontakt hergestellt werden können , was indessen in der Stel- lungnahme vom 7. März 2014 bestritten wurde. Im Schreiben vom 14. Mai 2014 wurde zudem dargelegt, der in der Schweiz lebende Bruder der Bes chwerdeführerin habe einen Brief geschrieben, womit deutlich zum Ausdruck kommt, dass er offenbar trotz seiner Traumatisierung in der Lage ist, Stellung zu nehmen, was mit der Darstellung in der Eingabe vom 7. März 2014 ebenfalls nicht übereinstimmt. 7.15.5 Ferner fällt auf, dass die mit Eingabe vom 31. Oktober 2014 einge- reichten Beweismittel derart gefaltet sind, dass sie gar nicht in das beig e- gelegte Zustellcouvert passen. Vielmehr wäre zu erwarten, dass – sollten das Schreiben vom 20. Oktober 2014 und die Bewe ismittelkopien ta t- sächlich miteinander in die Schweiz geschickt worden sein – alle die glei- chen Papierfalze aufweisen müssten, was nicht der Fall ist und vermuten lässt, dass sie nicht miteinander im gleichen Couvert geschickt worden sein können. Im Übrige n sind auch diese Beweismittel bloss als Kopien vorhanden und weisen – wie bereits erwähnt – schon aus diesem Grund einen tiefen Beweiswert auf. D-6864/2013 Seite 28 7.15.6 Angesichts dieser Ungereimtheiten sind die nachgereichten Schreiben von Parlamentsabgeordneten nicht tauglich, den aus andern Gründen als unglaubhaft dargelegten Sachverhalt in einem glaubhaften Licht erscheinen zu lassen. 7.16 Gegen die dargelegte Gefährdung spricht schliesslich auch, dass betreffend der im Heimatland lebenden Schwester von der Beschwerd e- führerin keine asylrelevante Verfolgung geltend gemacht wurde. 7.17 Der Beschwerdeführerin ist es demnach nicht gelungen, glaubhaft zu machen, dass sie im Fall des Verbleibs in ihrem Heimatland aufgrund ihrer früheren Aktivitäten für die LTTE und wegen der Tätigkeiten i hres in der Schweiz lebenden Bruders dem Risiko einer Verfolgung beziehungs- weise Reflexverfolgung im Sinne des Asylgesetzes oder demjenigen e i- ner menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt wäre. Entgegen der Darstellung im Beschwerdeverfahren ist der S achverhalt in genügender Weise erstellt. 8. Zusammenfassend hat das BFM das Gesuch um Einreise in die Schweiz zu Recht abgelehnt, da die Schutzbedürftigkeit der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 20 i.V.m. Art. 3 AsylG nicht gegeben ist. Auch das Asyl- gesuch aus dem Ausland wurde zu Recht abgelehnt, da es der B e- schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Unter diesen Umständen kann auf die Prüfung der Zumutbarkeit der Ausreis e in einen Drittstaat verzichtet werden, und die Verfügung der Vorinstanz ist zu be s- tätigen. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin nicht als schutzbedürftig zu erachten ist. 9. Aus den Erwägungen ergibt sich , dass die angefochtene Verfügung Bu n- desrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grunds ätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwa l- tungsökonomischen Gründen und in Gutheissung des Gesuchs um G e- währung der unentgeltlichen Prozessführung ist indessen in Anwendung D-6864/2013 Seite 29 von Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-6864/2013 Seite 30 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustän- dige schweizerische Vertretung. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: