JAAC69.112 Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission für Infrastruktur und Umwelt vom 27. April 2005 [A-2004-128] Chemins de fer. Suppression d’un passage à niveau. Procédure coordonnée. Pesée des intérêts. Trajet supplémentaire à parcourir. Frais de procédure. Art. 18 ss LCdF. Art. 694 CC. Art. 27 al. 2, art. 114, art. 116 LEx. - Considérations générales sur la procédure (coordonnée) lors de la suppression d’un passage à niveau (consid. 6). - Pesée des intérêts: l’arrêt attaqué ne fait pas ressortir de manière suffisante qu’il a également été procédé, dans le cadre de la pesée des intérêts, à l’examen nécessaire des variantes. De surcroît, le trajet supplémentaire à parcourir en cas de fermeture du passage à niveau n’a pas été correctement calculé (consid. 7.1 et 7.2). - Coordination de la procédure: si la suppression d’un passage à niveau concerne également le seul accès juridiquement garanti à un bien-fonds, il y a également lieu de régler, dans le cadre de la procédure d’approbation des plans, le nouvel accès par une route privée existante (consid. 8). - Frais: si le droit d’expropriation est litigieux, les frais de procédure - également dans la procédure de recours devant la Commission de recours en matière d’infrastructures et d’environnement - doivent, par analogie avec les art. 114 et 116 LEx, être mis en principe à la charge de l’expropriant (consid. 13). 1Eisenbahnen. Aufhebung eines Bahnübergangs. Koordiniertes Verfahren. Interessenabwägung. Mehrweg. Verfahrenskosten. Art. 18 ff. EBG. Art. 694 ZGB. Art. 27 Abs. 2, Art. 114, Art. 116 EntG. - Allgemeine Ausführungen zum (koordinierten) Verfahren bei der Aufhebung von Bahnübergängen (E. 6). - Interessenabwägung: Aus der angefochtenen Verfügung geht nicht in hinreichender Weise hervor, dass im Rahmen der Interessenabwägung auch die notwendige Variantenprüfung vorgenommen wurde. Zudem wurde der Mehrweg bei einer Schliessung des Bahnübergangs nicht korrekt ermittelt (E. 7.1 und 7.2). - Verfahrenskoordination: Betrifft die Aufhebung eines Bahnübergangs auch die einzige rechtlich gesicherte Zufahrt zu einer Liegenschaft, so ist im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens auch die neue Zufahrt über eine bestehende Privatstrasse zu regeln (E. 8). - Kosten: Liegt das Enteignungsrecht im Streit, sind die Verfahrenskosten auch im Beschwerdeverfahren von der Rekurskommission für Infrastruktur und Umwelt in Analogie zu Art. 114 und Art. 116 EntG grundsätzlich dem Enteigner aufzuerlegen (E. 13). Ferrovie. Soppressione di un passaggio a livello. Procedura coordinata. Ponderazione degli interessi. Tragitto supplementare da percorrere. Costi di procedura. Art. 18 segg. LFerr. Art. 694 CC. Art. 27 cpv. 2, art. 114, art. 116 LEspr. - Considerazioni generali sulla procedura (coordinata) in caso di soppressione di un passaggio a livello (consid. 6). - Ponderazione degli interessi: dalla decisione impugnata non emerge in modo sufficiente che nella ponderazione degli interessi è stato effettuato anche il necessario esame di varianti. Inoltre, il tragitto supplementare in caso di soppressione del passaggio a livello non è stato valutato in maniera corretta (consid. 7.1 e 7.2). - Coordinamento delle procedure: se la soppressione del passaggio a livello concerne anche l’unico accesso ad un fondo assicurato giuridicamente, nel quadro della procedura di approvazione dei piani deve essere regolato anche il nuovo accesso di una strada privata esistente (consid. 8). - Costi: se il diritto d’espropriazione è contestato, in linea di principio i costi di procedura devono essere messi a carico dell’espropriante anche nella procedura di ricorso davanti alla Commissione di ricorso in materia di infrastrutture e ambiente in analogia con gli art. 114 e 116 LEspr (consid. 13). 2ZusammenfassungdesSachverhalts: Am10. September2003reichtedasVerkehrs-undTiefbauamtdesKantons LuzerndemBundesamtfürVerkehr(BAV)dasPlangenehmigungsgesuchfür dieSanierungderSeetalbahn2. EtappeStufeB,AufhebungBahnübergang MargarethenstrasseinderGemeindeBallwilein. DieserBahnübergang wurdeimSinneeinervorsorglichenMassnahmebereitsimSommer2001 geschlossen. MitVerfügungvom7. Juni2004genehmigtedasBAVdiePläne mitAuflagen. DasBAVkamzumSchluss,dasInteresseanderVerminderung desUnfallrisikossowieaneinemsicherenundmöglichstungestörten BahnbetriebseigewichtigeralsdiefürdieOffenhaltungdesBahnübergangs vorgebrachtenGründe. MitBeschwerdenvom4. und6. Juli2004gelangtenA(Beschwerdeführerin1) sowiedieGemeindeBallwil(Beschwerdeführerin2)andieRekurskommission fürInfrastrukturundUmwelt(REKO/INUM)undbeantragtendiegesicherte OffenhaltungdesfraglichenBahnübergangs. AusdenErwägungen: (...) Formelles 5. DieBeschwerdeführerin1führtaus,dasBAVhabedie Verhältnismässigkeitsprüfungnichtkorrektvorgenommenundinsbesondere diedurchdieAufhebungdesBahnübergangsentstehendenKostennicht berücksichtigt. ZudemseiendieveranschlagtenKostenfüreineSicherung desfraglichenBahnübergangszuhochangesetzt. Bezüglichdessenallfälliger SicherunghältdieBeschwerdeführerin2fest,dievomBeschwerdegegner geltendgemachtenKostenbasiertenaufeinerLuxusvariantefürden Fussgängerverkehr. EinesolcheAusführungseivonderGemeindenie verlangtworden. SodannseidasBAVaufdievonihrimvorinstanzlichen VerfahrenvorgebrachtenGründefürdieOffenhaltungdesBahnübergangs kaumeingegangen. DieBeschwerdeführerin1rügtweiter,derMehrwegbei einerSchliessungdesfraglichenBahnübergangsbetragenicht200m,sondern mindestens500m. Zudembeanstandetsie,dasvorliegendeProjektwerde vorangetrieben,obwohldasProjektbetreffenddieSternenkreuzung,aufdas sichderBeschwerdegegnervorliegendbezüglichderVerkehrsentlastung beziehe,nochnichtbewilligtsei. DieBeschwerdeführerin1macht zudemgeltend,auchdieFragederWegrechteseinichtgeregelt,weil mitderSchliessungdesfraglichenBahnübergangsdieeinzigerechtlich geregelteZufahrtzuihrerLiegenschaftaufgehobenwerde. Dasnachder provisorischenSchliessungdesBahnübergangserteilteWegrechtfüreine privateZufahrtsstrassebestehenichtmehr. Schliesslichbeanstandetdie Beschwerdeführerin2,beimProjektbetreffenddenBahnübergangbeikm 11.268werdekeineMittelinselfürdieFussgängerodereinebahnabhängige Lichtsignalanlageverlangt,wiediesvorliegendfürdenBahnübergang MargarethenstrassederFallsei. DamitwirdvondenBeschwerdeführerinnensinngemässeine unrichtigvorgenommeneInteressenabwägungundeineVerletzung derKoordinationspflichtgerügt. SoweitsieaucheineVerletzungder Begründungspflichtgeltendmachen,gehtdieseRügeinjenerderfehlerhaften 3Interessenabwägungauf,womitsicheineseparateBehandlungerübrigt. DiegerügtefehlerhafteFeststellungdesrechtserheblichenSachverhaltsist ebenfallsimRahmenderÜberprüfungderInteressenabwägungzubeurteilen. 6. BevoraufdieeinzelnenRügeneinzugehenist,drängtessichauf,diefürdie AufhebungvonBahnübergängenmassgebendenGesetzesbestimmungenin ihremZusammenhangkurzdarzulegen. 6.1. Art. 17desEisenbahngesetzesvom20. Dezember1957(EBG,SR 742.101)legtdieGrundsätzederPlanung,desBausunddesBetriebsvon Eisenbahnenfest. NachdessenAbs. 4sinddieBahnunternehmungenfür densicherenBetriebderBahnanlagenundFahrzeugeverantwortlich undnachArt. 19Abs. 1EBGverpflichtet,dieSicherheitsvorkehrenzu treffen,diegemässdenVorschriftendesBundesratesunddenmitden genehmigtenPlänenverbundenenAuflagenzurSicherheitdesBaus undBetriebsderBahnsowiezurVermeidungderGefahrfürPersonen undSachennotwendigsind. DieausführlichenSicherheitsvorschriften findensichinderVerordnungvom23. November1983überBauund BetriebderEisenbahnen(Eisenbahnverordnung[EBV],SR742.141.1;vgl. Art. 1Abs. 2EBV).BestehendeBahnübergängesindentsprechendder VerkehrsbelastungundderGefahrensituationentwederaufzuhebenoderso mitSignalenoderAnlagenauszurüsten,dasssiesicherbefahrenundbetreten werdenkönnen. DabeiwirddieSignalisationunddieVerkehrsregelungam BahnübergangdurchdieBetriebsartderBahnbestimmt(Art. 37bEBV). DieSignalisationvonBahnübergängenerfolgtgrundsätzlichmittelsder ErstellungvonSchranken-oderHalbschrankenanlagen(Art. 37cAbs. 1EBV). AusnahmenvondieserRegelungsindinArt. 37cAbs. 3und5geregelt. Bei StreitigkeitenentscheidetdasBAVnachAnhörungderbeteiligtenBehörden undTransportunternehmungenüberdiezurSicherheitdesBauesund BetriebesderBahnsowiezumSchutzvonPersonenundSachenzutreffenden Massnahmen(Art. 40Abs. 1Bst. bEBG). 6.2. DasVerfahrenrichtetsichnachArt. 18ff. EBG.GemässArt. 18Abs. 1EBGdürfenBautenundAnlagen,dieganzoderüberwiegenddemBau undBetriebeinerEisenbahndienen(Eisenbahnanlagen),nurmiteiner Plangenehmigungerstelltodergeändertwerden. Nachdenmitdem Bundesgesetzvom18. Juni1999überdieKoordinationundVereinfachung vonEntscheidverfahren(AS19993071;imFolgenden: Koordinationsgesetz) geändertenverfahrensrechtlichenBestimmungenistdasEntscheidverfahren nachdemKonzentrationsmodellinderWeiseausgestaltet,dassdieEinhaltung derverschiedenenanwendbarenbundes-undkantonalrechtlichen BestimmungenvoneinereinzigenBehördeerstinstanzlichbeurteiltwird(vgl. BotschaftzueinemBundesgesetzüberdieKoordinationundVereinfachung derPlangenehmigungsverfahrenvom25. Februar1998,BBl19982596). DabeisindallenachBundesrechterforderlichenBewilligungenineinem Gesamtentscheidzuerteilen(Art. 18Abs. 3EBG).IndiesenGesamtentscheid integriertwerdeninsbesonderedasPlangenehmigungsverfahrenund- fallseineEnteignungnotwendigwerdenkann-dasenteignungsrechtliche Verfahren(Botschaft,a.a.O.,S.2600). DieGenehmigungsbehördeentscheidet mitderPlangenehmigungsomitauchüberdieenteignungsrechtlichen Einsprachen(Art. 18hAbs. 1EBG). 4KernpunktundZielderdurchdasKoordinationsgesetzverwirklichten NeuordnungderEntscheidverfahrenwarundisteinebessereKoordination sowieeineVereinfachungundBeschleunigungderBewilligungsverfahren fürBautenundAnlagen,insbesondereauchfürEisenbahnprojekte. DiePlangenehmigungistzugleichdieBaubewilligungundgenügt damitfürdieRealisierungdesVorhabens. WährenddasBundesgericht imEntscheid«Chrüzlen»( BGE116Ib50 )nochdasErfordernisdes engenSachzusammenhangsbezüglichderanwendbarenVorschriften alsKriteriumfürdenUmfangderKoordinationspflichtnannte, wurdebeimErlassdesKoordinationsgesetzesdaraufverzichtet, einzigaufdiesesKriteriumabzustellen. Vielmehrwurdedurch verschiedeneAusgestaltungenderformellenKoordinationeinenoch umfassenderematerielleKoordinationstatuiert. Damitgehtder UmfangderPflichtzurkoordiniertenRechtsanwendungüberdie AnforderungenderbundesgerichtlichenRechtsprechungunddamitüber dieverfassungsrechtlichenMindestanforderungenhinaus(vgl. ArnoldMarti in: KommentarzumBundesgesetzüberdieRaumplanung,1999,Art. 25a, Rz. 16sowieAlainGriffel,VerfahrenskoordinationimöffentlichenRecht- wostehenwirheute?,Zeitschriftrecht,2000,S.225ff.;vgl. ausführlichder EntscheidderRekurskommissiondesEidgenössischenDepartementsfür Umwelt,Verkehr,EnergieundKommunikation[REKO/UVEK]vom12. Januar 2001[D-2000-62]E.5.2.2;publiziertin VPB65.89). MitanderenWortenwurden mitdemKoordinationsgesetzdieverfahrensrechtlichenVoraussetzungen (formelleKoordination)geschaffenfüreineGesamtabwägungaller Vor-undNachteileeinesProjekts(materielleKoordination),mithin füreineumfassendeInteressenabwägung(vgl. ChristophBandli,Neue VerfahrenimKoordinationsgesetz: AusgleichvonSchutzundNutzenmittels Interessenabwägung,UmweltrechtinderPraxis[URP]2001S.511ff.,516 f.). IndiesemSinnehatdasBAValszuständigeBehördebeiStreitigkeiten betreffendSicherheitsvorkehrensowiealsPlangenehmigungsbehördeim SinnevonArt. 18Abs. 2Bst. aEBGeineumfassendeInteressenabwägung vorzunehmen,indemesallerelevantenInteressenermittelt,bewertet undgegeneinanderabwägt,umsodanngestütztdaraufzuentscheiden, welcherdermöglichenMassnahmenderVorzugzugebenist. Indemnicht nurverschiedeneMöglichkeitenderSignalisierung,sondernauchdie SchliessungdesBahnübergangsalsbesondersraumwirksameMassnahmezur Auswahlsteht,istdieInteressenabwägungundinderenRahmendiePrüfung verschiedenerAlternativenvonbesondererBedeutung. WerdenimRahmen einesPlangenehmigungsverfahrenskeineAlternativenzurbeantragten MassnahmeinBetrachtgezogen,soliegteinFehlerinderInteressenabwägung unddamiteinRechtsfehlervor(UrteildesBundesgerichtsvom1. Juli 2004[1A.191/2003]E.6.1.1,publiziertinURP2004S.622ff.,vgl. Pierre Tschannen/UlrichZimmerli,AllgemeinesVerwaltungsrecht,Bern2005, §26,Rz. 41mitHinweisauf BGE112Ib26 E.4b/bb;vgl. zumGanzenauch: EntscheidederREKO/UVEKvom23. April2003[A-2002-34]E.6,bestätigt durchdasBundesgerichtmitUrteilvom31. Oktober2003[1A.117/2003], vom2. Oktober2001[A-2000-45]E.7ff.,publ. in VPB66.47 sowievom13. Mai2004[A-2003-158],bestätigtdurchdasBundesgerichtmitUrteilvom3. Dezember2004[1E.10/2004],jemitweiterenHinweisen). Dabeiistsodann vomPrinzipderEinheitundUnteilbarkeitdesEntscheidsauszugehen. DieBewilligungsbehördehatallesichfürdiesenEntscheidaufGrundder 5massgebendenVorschriftenstellendentatsächlichenundrechtlichenFragen zubeurteilenunddarf,vorbehältlicheineranderslautendengesetzlichen Regelung,nichteinzelneFragenabspaltenundgesondertdarüberentscheiden (vgl. ArnoldMarti,KoordinationspflichtbeiGewerbe-undIndustriebauten- DerRufnachFlexibilität,URP2001,S.551ff.,558f.). 7. AusgehendvondenRügenderBeschwerdeführerinnen(vgl. E.5)istdamit nachfolgenddievomBAVvorgenommeneInteressenabwägunganhandder vorstehenderläutertenGrundsätzezuüberprüfen. 7.1. DasBAVhatdievomBeschwerdegegnerbeantragteSchliessungdes Bahnübergangsgenehmigt. InderangefochtenenVerfügungstütztsichdas BAVbeiseinerInteressenabwägungaufdasVerhältnismässigkeitsprinzipund stelltimWesentlichendieInteressenaneinerSchliessungdenInteressen aneinerOffenhaltunggegenüber,ohnedieVariantederOffenhaltung näherzuverdeutlichen. Esweisteinzigdaraufhin,dasseineSicherungdes Bahnübergangsungefähr300’000-500’000Frankenkostenwürdeundaufder StreckeLenzburg-LuzernnichtbeijedemBahnübergangeineLuxusvariante gewähltwerdenkönne. InderangefochtenenVerfügungfindensichkeine Ausführungen,wieeineOffenhaltungdesfraglichenBahnübergangs ausgestaltetseinmüsste. Eswirdnichtausgeführt,welcheMassnahmenfür einewirkungsvolleSicherungdesBahnübergangsnotwendigwären. Zudem nimmtdasBAVauchkeinenBezugaufdievonderBeschwerdeführerin2ins FeldgeführteVarianteeinerteilweisenOffenhaltung. Ausderangefochtenen VerfügungistjedenfallseineumfassendePrüfungderVariantennicht ersichtlichunddamitalsTeildesmassgebendenEntscheidungsprozesses nichtnachvollziehbar. DassderBeschwerdegegnersichindenEingaben imvorinstanzlichenVerfahrenundauchimBeschwerdeverfahrenzur FragederSicherungdesfraglichenBahnübergangsundzurVarianteder Beschwerdeführerin2geäusserthatte,ändertdarannichts. Massgebend ist,dasssichdasBAValserstinstanzlichentscheidendeBehördeinseiner Verfügung-undauchinderVernehmlassung-nichtingenügenderWeisemit denverschiedenenVariantenunddenmassgebendenInteressenauseinander setzte. 7.2. WeitergehtdasBAVbeiderkonkretenErmittlungderInteressenauf SeitenderAnwohnerbeieinerSchliessungdesfraglichenBahnübergangs voneinemMehrwegvon200/250maus. DieBeschwerdeführerin1besitzt eineLiegenschaftamX-weg,dieüberdieMargarethenstrasseundden gemässangefochtenerVerfügungaufzuhebendenBahnübergangans öffentlicheStrassennetzangeschlossenist. DieBeschwerdeführerin1rügt nun,derMehrwegbeieinerSchliessungdesfraglichenBahnübergangs betragemindestens500m,womitsieeineunrichtigeFeststellungdes rechtserheblichenSachverhaltsgeltendmacht(vgl. Art. 48Bst. bdes Bundesgesetzesvom20. Dezember1968überdasVerwaltungsverfahren [VwVG],SR172.021). AufdieRügederunrichtigenSachverhaltsfeststellunggehtdasBAV inseinerVernehmlassungvom21. Oktober2004nichtein. Einzig derBeschwerdegegnererläutertinderBeschwerdeantwortdie Wegverhältnissenäher. DanachbeträgtderWegBahnübergang Margarethenstrasse-Sternenkreuzung-Dorfstrasse-Lötscherstrasse-Margarethenstrasse bisEinmündungX-wegungefähr510m;derWegBahnübergang 6Margarethenstrasse-MargarethenstrasseEinmündungX-wegwirdauf ungefähr25mbeziffert. DieseAngabenwerdenvonkeinerSeitebestritten undsindfürdieREKO/INUMnachvollziehbar. BeiderSchliessungdes BahnübergangsMargarethenstrasseistdahervoneinemmaximalenMehrweg vonknapp500m(510m-25m=485m)auszugehen. DamitistdasBAVbeiseinerInteressenabwägungvoneinemunrichtigen rechtserheblichenSachverhaltbezüglichdesMehrwegsausgegangen. 7.3. DieBeschwerdeführerin1beanstandetsodann,dieAussagendes BeschwerdegegnersbetreffenddieKapazitätderSternenkreuzungbasierten aufeinemProjekt,dasvomBundnichtgenehmigtwordensei. DerUmstandalleine,dassdasvomBeschwerdegegnereingereichteGesuch vomBAVindervorgesehenenArtnichtgenehmigtwurde,istvorliegend nichtvonentscheidenderBedeutung,danichtGegenstanddesvorliegenden Projekts. MassgebendfürdasvorliegendeVerfahrenistdemgegenüberdie beieinerSchliessungdesfraglichenBahnübergangsbestehende(oderzu erstellende)alternativeverkehrsmässigeErschliessungderbetroffenen Liegenschaften. IndiesemZusammenhangistu. a. auchdieKapazitätder (geänderten)SternenkreuzungvonBedeutung. 7.4. IneinemerstenSchrittistsomitfestzustellen,dassdasBAVkeine hinreichendeVariantenprüfungvorgenommenhatsowieseiner InteressenabwägungeinenfalschenMehrwegzuGrundegelegthat. 8. ImZusammenhangmitdermangelhaftenKoordinationwegender unterlassenenRegelungderFahr-undWegrechtefürdieneueZufahrt(vgl. E. 5)machtdieBeschwerdeführerin1zudemgeltend,diePlangenehmigung dürfenichterteiltwerden,dadieWegrechtederAnwohnerfürden BahnübergangMargarethenstrasseimmernochbestünden. DasBAVgehtinderangefochtenenVerfügungdavonaus,dassdievonder SchliessungdesBahnübergangsbetroffenenLiegenschaftenrückwärtig(über dieSternenkreuzung-Dorfstrasse-Margarethenstrasse)nochguterschlossen seien. DieTatsache,dassdafürnochdieentsprechendenWegrechteerworben werdenmüssten,änderedarannichts. 8.1. DasBAVerwähntinderangefochtenenVerfügungzwardie nochfehlendenWegrechtefürdieAnwohner,gehtaberbeider Interessenabwägungdavonaus,dassdiebetroffenenLiegenschaften«gut erschlossen»seien. WohlbestehtauchnacheinerSchliessungdesfraglichen Bahnübergangsnocheine-private-ZufahrtzudenLiegenschaftender Betroffenen,derenBenützungistaberrechtlichgeradenichtgeregelt. Etwas anderesgehtzumindestausderangefochtenenVerfügungunddenvomBAV eingereichtenVoraktennichthervor. InseinerVernehmlassungäussertes sichnichtzudiesemPunkt. InderangefochtenenVerfügungweisteseinzig daraufhin,dassdieentsprechendenWegrechtenocherworbenwerden müsstenunderwähntdenentsprechendenRechtsanspruchgemässArt. 694 desSchweizerischenZivilgesetzbuchesvom10. Dezember1907(ZGB,SR 210). ImZusammenhangmitderFragederErteilungdesEnteignungsrechts (Ziff. 5derErwägungen)wirdsodannlediglichfestgehalten,diegeführten VerhandlungenzwischenderBeschwerdegegnerinunddenEinsprechenden habeergeben,einfreihändigerErwerbbzw. eineLöschungderWegrechtesei nichtmöglich. WelchenInhaltsdieseVerhandlungenwarenundobdieneue 7Zufahrtsregelungdavonerfasstwar,ergibtsichdarausnicht. IndemdasBAV voneinergutenrückwärtigenErschliessungausgegangenist,ohnedasdiese auchrechtlichbesteht,istesauchindiesemZusammenhangvonfalschen tatsächlichenVoraussetzungenausgegangen. 8.2. DasBAVistweiter,unterVerweisungaufArt. 694ZGB,offenbarder Auffassung,esliegeandenBetroffenen,sichselbstumdieRegelungder Wegrechtefür dieneueZufahrt zukümmern. Demkannebenfalls nichtgefolgt werden. DieVerpflichtungzurVerfahrenskoordination(vgl. E.6.2)verlangtvorliegend, dieneueZufahrtfürdiejenigendinglichBerechtigtenzuregeln,diedurch dieSchliessungdesBahnübergangsihrenAnschlussandasöffentliche Strassennetzverlieren. Dieneunotwendige(rechtliche)Regelungder ZufahrtistdirekteFolgederSchliessungdesfraglichenBahnübergangs undsomitebenfallsimeisenbahnrechtlichenPlangenehmigungsverfahren vorzunehmen. DerHinweisdarauf,dieBetroffenenhättengestütztauf Art. 694ZGB(Notweg)gegenvolleEntschädigungeinenAnspruchauf BenützungderfraglichenStrasseändertdarannichts. Solltekeinegütliche Einigungmöglichsein,müsstederGesuchstellerdieentsprechenden RechteaufdemEnteignungswegerwerbenkönnen(vgl. Art. 4Bst. edes Bundesgesetzesvom20. Juni1930überdieEnteignung[EntG],SR711), fallsdieVoraussetzungenhiefürerfülltsind(Art. 1EntG).Eswaroffenbar auchdieAbsichtdesBeschwerdegegners,dieneueZufahrtimvorliegenden Verfahrenzuregeln,weisterdochindenGesuchsunterlagen(technischer Bericht)ausdrücklichdaraufhin,dassdieRegelungderRechtefürdie AnstösserderMargarethenstrassefürdieBenützungderneuenStichstrasse abderDorfstrasseimRahmendesPlangenehmigungsverfahrenserfolgen müsse. ZudemwiesderBeschwerdegegnerinseinerEingabeandasBAV vom20. Januar2004nochmalsdaraufhin,dieRegelungderWegrechteder AnstösserseiimPlangenehmigungsverfahrenvorzunehmenundbeantragte dieLöschungbzw. ErteilungderWegrechtedernachzureichendenLand-und Rechtserwerbstabelle(offenbareingereichtam17. Februar2004). Auchdie Beschwerdeführerin2wiesinihrerEingabevom16. Februar2004aufdiese Problematikhin. DadieFragederZufahrtvomBAVgeradenichtgeregelt unddiesbezüglichdasEnteignungsrechtnichterteiltwurde,könntedie angefochteneVerfügungnichtalsGrundlagedienen,dieentsprechenden AnpassungenimGrundbuchzuveranlassen. Schliesslichdrängtsicheine (formelleundmaterielle)KoordinationdesPlangenehmigungsverfahrensmit demVerfahrenbetreffenddieneueZufahrtimÜbrigenauchdeshalbauf,weil dieBeschwerdeführerin1durchdenVerlustdes-allenfallszuenteignenden -WegrechtsüberdenBahnübergangunddieEinräumungdesWegrechtsfür dieneueZufahrtsstrassefinanziellnichtschlechtergestelltwerdensoll,als wennderBahnüberganggesichertoffengehaltenwürde. Dieserforderteine gemeinsameBeurteilungimRahmendiesesundallenfallsdesnachfolgenden Schätzungsverfahrens,inwelchemdiefinanziellenFolgeneinerallfälligen Enteignungzuregelnsind. 9. Wiebereitserwähnt(vgl. E.6.2),entscheidetdieGenehmigungsbehörde auchüberdieenteignungsrechtlichenEinsprachen. Folglichmüssen dieAusführungsprojektegrundsätzlichentsprechenddenspezifischen enteignungsrechtlichenVorschriftenausgestaltetsein(vgl. BGE 106Ib19 E.7b). Insbesondereist,wennderLanderwerbaufdem 8Enteignungswegdurchzuführenist,gemeindeweiseeinEnteignungsplan unddieGrunderwerbstabellezuerstellen,dienachDurchführungdes PlangenehmigungsverfahrenszusammenmitdengenehmigtenPlänendem PräsidentenderzuständigenSchätzungskommissionzuübermittelnsind (vgl. Art. 18kEBGinVerbindungmitArt. 27Abs. 2EntG).Zudemsindauch gestütztaufArt. 3Abs. 1Bst. lderVerordnungvom2. Februar2000überdas PlangenehmigungsverfahrenfürEisenbahnanlagen(VPVE,SR742.142.1)im PlangenehmigungsgesuchAngabenüberdenBedarfanGrundstückenund dinglichenRechtensowieüberdieErwerbsartzumachen. 9.1. VorliegendbeinhaltendievonderVorinstanzeingereichtenAktenweder einenEnteignungsplannocheineGrunderwerbstabellemitallenbetroffenen GrundstückenundsämtlichenimZusammenhangmitderbeabsichtigten definitivenSchliessungdesfraglichenBahnübergangsrelevantendinglichen Rechten. ImAuflagedossierfindetsicheinLanderwerbsplan,inwelchem lediglichderErwerbeinerDienstbarkeitvoneinemGrundstück(...) direkt nebendemaufzuhebendenBahnübergangaufgeführtist. Sodannistin derBeilageeineListederamProjektbeteiligtenInstanzenundtangierter Grundeigentümer(insgesamt4)enthalten,u. a. derBeschwerdegegnerals EigentümerderParzelle,aufwelchersichderaufzuhebendeBahnübergang befindet. NichterwähntsindhingegendiedieseParzellebelastenden dinglichenRechte(insbesondereWegrechte). 9.2. InfolgeFehlensvonGrunderwerbstabelleundEnteignungsplanist dasAuflagedossierunvollständigundArt. 27Abs. 2EntGverletzt. Daran ändertauchdasderREKO/INUMeinzigvomBeschwerdegegnereingereichte VerzeichnisbetreffenddieSituationderDienstbarkeitenundGrundlasten, dasam17. Februar2004offenbarauchdemBAVzugestelltwurde,nichts. Sosinddarin,gemässAusführungenimBegleitschreiben,zusätzlichzuden infolgederAufhebungdesfraglichenBahnübergangsanzupassendenauch dieBereinigungweitererRechteundLastenaufgeführt. Auchwenneine solcheBereinigungdurchaussinnvollseinkann,bildetdiesenichtGegenstand desvorliegendenPlangenehmigungsverfahrens,insbesondereisthierfürim vorliegendenPlangenehmigungsverfahrennichtdasEnteignungsrechtzu erteilen,dafürdieVerwirklichungdesBahnprojektsnichtnotwendig(vgl. Art. 1Abs. 2EntG).ZudementhältdiesesVerzeichnisgeradenichtdasGrundstück, aufwelchemsichderfraglicheBahnübergangbefindetundzudessenLasten offenbareineVielzahlvonWegrechtenbesteht(gemässAusführungender Beschwerdeführerin2vom16. Februar2004deren168). 10. Zusammenfassendistdamitfestzustellen,dassdasBAVbeiseiner InteressenabwägungeinmalvoneinemunrichtigenMehrwegsowie fälschlicherweise-trotzfehlenderrechtlicherRegelung-voneiner«guten» ErschliessungderbetroffenenLiegenschaftenauchnacheinerAufhebungdes fraglichenBahnübergangs,damitvonfalschentatsächlichenAnnahmen ausgegangenist. SodannwurdekeineeigentlicheVariantenprüfung vorgenommen. AusdiesenGründenundweilschliesslichauchdieformelle KoordinationspflichtmangelsRegelungderneuenZufahrtverletztwurde, erweistsichdievorgenommeneInteressenabwägungalsfehlerhaft,womitder angefochteneEntscheidaufzuhebenist. 9(...) 13. DieBeschwerdeinstanzauferlegtdieVerfahrenskosteninderRegelder unterliegendenPartei,aussereshandeltsichdabeiumdieVorinstanzoder eineBeschwerdeführendeundunterliegendeBehörde. SoweitsichderStreit aberumvermögensrechtlicheInteressenvonKörperschaftenoderautonomen Anstaltendreht,habenanderealsBundesbehörden,dieBeschwerdeführen undunterliegen,Verfahrenskostenzubezahlen(Art. 63Abs. 1und2VwVG). DamitsindderVorinstanzkeineVerfahrenskostenaufzuerlegen. VorliegendstehtdasEnteignungsrechtdesBeschwerdegegnersimStreit. Es stelltsichdeshalbdieFrage,obdieenteignungsrechtlichenBestimmungen überdieKostenregelungzurAnwendunggelangen. DasEntGäussertsich ausdrücklichinArt. 114undArt. 116zurFragederKostenverlegung. Erstere BestimmungbeziehtsichaufdasEinspracheverfahren,Letztereaufdas bundesgerichtlicheRechtsmittelverfahren. DasBeschwerdeverfahren vorderREKO/INUMdagegenistnichterwähnt,eslässtsichauchnicht durchAuslegungunterArt. 114subsumieren,diesnichtzuletztdeshalb, weilesimZeitpunktdesErlassesvonArt. 114EntGwederdieREKO/INUM nocheineihrähnlicheRechtsmittelinstanzgab. Art. 114EntGbezieht sichdemnachausschliesslichaufdasEinspracheverfahren. Diebeiden RegelungenvonArt. 114undArt. 116EntG,wonachderEnteignerinjedem Fall,d. h. auchbeiObsiegen,dieVerfahrenskostenzutragenhat,legenaber denSchlussnahe,dasEntGseimitBlickaufdieVerfahrenskosten,dieim BeschwerdeverfahrenvorderREKO/INUMentstehen,lückenhaft,wärees dochstossend,würdedasEntschädigungsprinziplediglichfürdasEinsprache- unddasbundesgerichtlicheVerfahren,nichtjedochfürdasjenigebeider REKO/INUMgelten. InAnalogiezuArt. 114undArt. 116EntGhatdeshalbder EnteignergrundsätzlichauchimVerfahrenvorderREKO/INUMdieKostenzu tragen,dieausderGeltendmachungdesEnteignungsrechtsentstehen. BezüglichdesVerhältnissesvonEntGundVwVGhältArt. 4VwVGfest,dass andereVerfahrensregelungennurdannVorranghabensollen,wennsie einVerfahreneingehenderregelnunddenBestimmungendesVwVGnicht widersprechen. BeideVoraussetzungensindvorliegenderfüllt. Diegeforderte eingehendereRegelungistdierichterlichgeschaffeneEntschädigungsnorm. WasdieWiderspruchsfreiheitanbelangt,solegtzwarArt. 63Abs. 1VwVGdas Unterliegerprinzipfest,diesjedochnichtinabsoluterWeise,solldiesesdoch nurinderRegelgelten,ausnahmsweisekönnendieKostensogarerlassen werden. DierichterlicheKostenregelungnachEntGstelltnuninGestalteiner lexspecialiseinesolcheAusnahmedar,welcheeinAbweichenvonderRegel nachArt. 63Abs. 1VwVG,d. h. vonderlexgeneraliserlaubt. Dierichterliche LückenfüllungstehtsomitinEinklangmitderKostenregelungdesVwVG. DerBeschwerdegegneralsallfälligerEnteignerhatdemnachdie VerfahrenskostenvonFr. 1’500.-fürdasBeschwerdeverfahrenzutragen. (DieREKO/INUMheisstdieBeschwerdegut,hebtdieangefochteneVerfügung aufundweistdieSachezuneuemEntscheidandasBAVzurück) 10Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 69.112 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission für Infrastruktur und Umwelt vom 27. April 2005 [A-2004-128] In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2005 Année Anno Band 69 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 006 761 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.