B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3514/2013/sps U r t e i l v o m 2 6 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richterin Claudia Cotting-Schalch, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren am (…), Nigeria, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 11. Juni 2013 / N (…). D-3514/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge im April 2013 sein Heimatland verliess und über B._______ und C._______ unter Umg e- hung der Grenzkontrollen am 8. Mai 2013 in die Schweiz einre iste, wo er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte, dass er anlässlich der Befragung zur Person und der Anhörung geltend machte, er stamme aus dem Dorf D._______ in E._______ und habe zwischen 2003 und 2013 in F._______, einem Stadtteil von G._______, ein Internat besucht, während seine Eltern und Geschwister im Dorf H._______ in I._______ gelebt hätten, dass der jüngere Bruder seines Vaters, sein Onkel, aus religiösen Grü n- den einen Sohn hätt e opfern müssen, er indessen keinen Sohn habe, weshalb an dessen Stelle der Beschwerdeführer hätte geopfert werden sollen, dass der Beschwerdeführer aus diesem Grund geografisch weit entfernt von seinen Angehörigen die Schule besucht habe, dass es am 7. Ap ril 2013 in einer katholischen Kirche in I._______ zu ei- ner Bombenexplosion gekommen sei, welche die Eltern und Geschwister des Beschwerdeführers, welche in unmittelbarer Nähe zur Kirche g e- wohnt hätten, getötet habe, dass der Beschwerdeführer in der Schule darüber informiert worden sei, worauf er sich unverzüglich nach I._______ begeben habe, um nach der Besichtigung des Vorfalls vor Ort ins Heimatdorf seines Vaters, nach D._______, weiterzureisen, wo er habe zur Ruhe kommen wollen, dass er dort von seinem Onkel in verschiedener Weise angegriffen und bedroht worden sei, dass der Onkel dem vom Beschwerdeführer zubereiteten Reisgericht e i- ne unbekannte Substanz beigefügt und sich danach geweigert habe, d a- von zu essen, dass der Beschwerdeführer nach J._______ zurückgekehrt sei, weil der Stress mit dem Onkel zu gross geworden sei, D-3514/2013 Seite 3 dass er dort eines Tages von zwei Männern angegriffen, verletzt, in den Busch entführt und gefesselt worden sei, worauf er von ihnen erfahren habe, dass sie im Auftrag des Onkels gehandelt hätten, dass die Entführer indessen geflohen seien, als sich auf der nahe gel e- genen Strasse ein Auto genähert habe, worauf dessen Fahrer den B e- schwerdeführer befreit und ins Krankenhaus gebracht habe, dass die bena chrichtigten Verwandten mütterlicherseits daraufhin b e- schlossen hätten, den Beschwerdeführer ins Ausland zu schicken, dass der Beschwerdeführer befürchte, im Fall einer Rückkehr in sein Heimatland von seinem Onkel zum Zweck der Kultverehrung getötet zu werden, dass das BFM mit Verfügung vom 11. Juni 2013 – eröffnet am gleichen Tag – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegw eisung aus der Schweiz sowie den Vollzu g anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, es lägen keine entschuldbaren Gründe vor, die es dem Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen, dass dem Beschwerdeführer im Hinblick auf den weit von seinen Angehö- rigen entfernten Schulbesuch in einer grossen Stadt, wo viele Kontrollen stattfänden, und im Hinblick auf sein Alter von 23 Jahren nicht geglaubt werden könne, er besitze keine heimatlichen Identitätspapiere, dass zudem seine Angaben über d en Reiseweg in die Schweiz nicht glaubhaft seien, da er einerseits nur substanzlose Äusserungen zu Proto- koll gegeben habe und er andererseits mehrere Grenzkontrollen habe passieren müssen, was ohne Identitätspapiere kaum möglich sei, dass der Beschwerdefüh rer zudem die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage keine zusät z- lichen Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungshindernisses erforderlich seien, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers von erheblichen Unstimmig- keiten geprägt seien, weshalb diese nicht geglaubt werden könnten und D-3514/2013 Seite 4 auszuschliessen sei, dass er sein Heimatland aus den behaupteten Gründen verlassen habe, dass beispielsweise hinsichtlich der dargelegten Bombenexplosion die Aussagen auffallend vage ausgefallen und auch die Vertiefungsfragen dazu oberflächlich beantwortet worden seien, dass er ferner die Angriffe seines Onkels trotz Nachfragen nicht habe substanziell darlegen können, dass auch die geltend g emachte Entführung oberflächlich geschildert worden sei, dass er insbesondere nicht habe plausibel erklären können, warum er von seinen Entführern zurückgelassen worden sei, obwohl man das Ve r- steck im Busch von der Strasse aus gar nicht habe sehen können, wes- halb es nicht nachvollziehbar sei, dass die Entführer wegen eines hera n- nahenden Autos geflohen seien, dass er schliesslich keine plausiblen Gründe angegeben habe, warum er den Vorfall nicht bei der Polizei gemeldet habe, sondern sogleich ausg e- reist sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Juni 2013 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei unter anderem sinngemäss beantragte, die Verfügung des BFM vom 11. Juni 2013 sei aufzuheben, auf sein Asylgesuch sei einzutreten und es sei materiell zu prüfen, sowie es sei von einem Wegweisungsvollzugs ab- zusehen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, dass zur Begründung auf die Beschwerde verwiesen wird, dass die vorinstanzlichen Akten am 20. Juni 2013 beim Bundesverwal- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des D-3514/2013 Seite 5 Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bunde sge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass die Beschwerde zwar in englischer Sprache abgefasst ist, indessen aus prozessökonomischen Gründen ohne jegliche präjudizielle Wirkung auf die Übersetzung zu verzichten ist, zumal Englisch eine Sprache ist, die im Bundesverwaltungsgericht verstanden wird, und es sich vorliegend um ein Verfahren bei Nichteintretensentscheiden mit kurzen Verfahren s- fristen handelt, dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nic hteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 – 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mat e- riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügun g aufhebt und die S a- che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), D-3514/2013 Seite 6 dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfahren ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nicht - eintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegen - stand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bund esverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass vorliegend der Beschwerdeführer innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs keine Identitäts - oder Reisepapiere im Si n- ne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG abgab, dass er dazu geltend machte, er habe keine Identi tätspapiere, weil er in seinem Heimatland keine solchen gebraucht habe, zumal er sich nicht in Situationen begeben habe, in welchen er mit einer Kontrolle habe rec h- nen müssen, dass indessen diese Ausführungen nicht überzeugen, da er gemäss se i- nen Aussagen in grosser geografischer Entfernung von seinen Verwan d- ten in der Grossstadt G._______ ein Internat besucht habe, dass in Grossstädten wie G._______ immer wieder Ausweiskontrollen stattfinden und der Beschwerdeführer somit nicht davon ausgehen kon n- te, er müsse sich nie ausweisen, D-3514/2013 Seite 7 dass zudem sein Alter von 23 Jahren sowie die Aussagen, er habe in grosser geografischer Distanz zu seinen Angehörigen ein Internat b e- sucht und sei mit öffentlichen Bussen von F._______/G._______ nach I._______ und von dort nach D._______ gereist, ebenfalls gegen das Nichtbesitzen eines Identitätsausweises sprechen, zumal er auch anläs s- lich seiner Reisen mit behördlichen Ausweiskontrollen hätte rechnen müssen, dass ferner seine Angaben über die Reise in die Schweiz – wie das BFM zutreffend feststellte – substanzlos ausgefallen sind und sich überdies nicht mit der Realität vereinbaren lassen, dass diesbezüglich – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – auf die in der angefochtenen Verfügung enthaltenen Erwägungen zu verwe i- sen ist, dass folglich insgesamt aufgrund der unglaubhaften Angaben des B e- schwerdeführers über seine Reise in die Schweiz und seine Identitätsp a- piere nicht geglaubt werden kann, er besitze keine Identitäts - und Reise- papiere, dass der diesbezüglichen Argumentation der Vorinstanz vollumfänglich zuzustimmen ist, weshalb die Vorinstanz zu Recht zum Schluss kam, es würden keine entschuldbaren Gründe vorliegen, die es dem Beschwerde- führer verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs Dokumente über seine Identität einzu- reichen, dass die in der Beschwerde dargelegte Argumentation – er sei bei den Kontrollen in den verschiedenen Ländern auf seinem Weg in die Schweiz halt von Gott favorisiert worden – nicht zu einer anderen Einschätzung zu führen vermag, dass der Beschwerdeführer ausserdem – wie sich nachfolgend zeigt – sein Heimatland ohne zwingenden Fluchtgrund verlassen hat und es ihm deshalb möglich und zumutbar gewesen wäre, rechtsgenügliche Ident i- täts- und Reisepapiere vor dem Antritt der Reise in die Schweiz legal zu beschaffen, um sich während seiner Reise und anlässlich der Einreichung seines Asylgesuchs in der Schweiz ausweisen zu können, D-3514/2013 Seite 8 dass er keinen plausiblen Grund angab, warum dies für ihn ein Problem hätte darstel len sollen, zumal er keine behördliche Suche nach seiner Person vorbrachte, dass auch unter diesem Gesichtspunkt keine entschuldbaren Gründe für die Nichtabgabe von rechtsgenüglichen Identitätspapieren vorliegen, dass schliesslich gestützt auf die bestehende Aktenlage keine ernsthaften Bemühungen des Beschwerdeführers zur Beschaffung der anlässlich der Befragung zur Person verlangten Identitätspapiere zu erkennen sind, was ebenfalls gegen das Vorliegen von entschuldbaren Gründen spricht, dass mithin zu prüf en bleibt, ob das BFM aufgrund der Befragung und Anhörung zu Recht weder die Flüchtlingseigenschaft festgestellt noch zu- sätzliche Abklärungen zu deren Feststellung beziehungsweise derjenigen von Wegweisungshindernissen erachtet hat, dass die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht als substanzlos und unrealistisch bezeichnete und infolgedessen vom Fehlen der Flüchtlingseigenschaft ausging, dass – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – auch an dieser Stel- le auf die zutreffenden und zu bes tätigenden Ausführungen in der ang e- fochtenen Verfügung verwiesen wird, dass in Ergänzung dazu insbesondere nicht zu überzeugen vermag, w a- rum der erwachsene Beschwerdeführer anlässlich des Todes seiner E l- tern und Geschwister nicht von sich aus darlegte, was er als einziger Überlebender der Familie in dieser Situation konkret zu tun gehabt hätte, und auch keine behördliche Dokumente über den Tod seiner Angehörigen zu den Akten reichte, obwohl zu erwarten ist, das ihm die Behörden en t- sprechende Dokumente ausgehändigt haben müssen, sollte sich der Vor- fall tatsächlich ereignet haben, dass der Beschwerdeführer ferner gemäss seinen Aussagen kurz nach dem Bombenanschlag, der um acht Uhr stattgefunden habe, von der Schulleitung über den Tod seiner Angehörigen informiert worden sein soll, was angesichts der kurzen Zeitspanne nicht als realistisch zu qualifizieren ist, da erfahrungsgemäss die Identifizierung von Toten bei Bombena n- schlägen, die üblicherweise ein grosses Chaos verursachen und gr osse Zerstörungen anrichten, länger – meistens mehrere Tage – dauert, D-3514/2013 Seite 9 dass zudem seine Angaben, er sei, nachdem man ihn über den Tod se i- ner Angehörigen informiert habe, sofort im öffentlichen Bus nach I._______ gereist, habe dort die Unglücksstelle besich tigt und sei im Nachtbus ins Heimatdorf weitergefahren, um zur Ruhe zu kommen, eben- falls nicht mit der Realität zu vereinbaren sind, dass nämlich die Strecke zwischen G._______ und I._______ allein schon über 900 km beträgt und die reine Fahrzeit etwa 13 S tunden be- trägt, welche mit dem öffentlichen Bus wohl noch ausgedehnt würde, weshalb der Beschwerdeführer mitten in der Nacht in I._______ ange- kommen sein müsste, was weder mit einer unmittelbar darauf folgenden Besichtigung der Unglücksstelle noch mit eine r anschliessenden Weite r- fahrt ins Heimatdorf zu vereinbaren ist, dass sich überdies die Substanzlosigkeit seiner Aussagen wie ein roter Faden durch die beiden Protokolle zieht, zumal er immer dann, wenn es um konkrete Einzelheiten ging, den gestellten Frag en auswich, bereits Vorgebrachtes stereotyp wiederholte, angab, er wisse nichts Näheres oder könne sich an nichts erinnern, weil er mit sich oder mit Beten b e- schäftigt gewesen sei, was nicht zu überzeugen vermag, dass somit nicht geglaubt werden kann, der Beschwerdeführer sei in sei- nem Heimatland von seinem Onkel und dessen Handlanger verfolgt, ve r- letzt oder entführt worden und hätte mit seiner Tötung rechnen müssen, dass er sich zudem nicht an die nigerianischen Polizeibehörden wandte mit der Begründung, die Polizei und Behörden in Nigeria seien ko rrupt und würden nur den reichen Leuten helfen, was indessen nicht übe r- zeugt, da diese als schutzwillig und schutzfähig zu betrachten sind und deshalb die von ihm beschriebenen Nachstellungen seitens des Onkels im Rahmen ihrer Möglichkeiten ahnden und verfolgen würden, dass folglich keine überzeugenden Anhaltspunkte vorliegen, gestützt auf welche davon auszugehen wäre, es würde ihm von Seiten der nigerian i- schen Behörden kein Schutz gewährt werden, weshalb seine Vo rbringen auch deshalb als haltlos zu betrachten sind, dass gestützt auf die bestehende Aktenlage und die vorstehenden Erw ä- gungen das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 und 7 AsylG – und wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen z um Vollzug der Wegweisung ergibt – das Fehlen von Wegweisungshindernissen of- fenkundig erscheinen und sich aus den Akten keine Anhaltspunkte für die D-3514/2013 Seite 10 Annahme ergeben, das BFM habe eine mehr als bloss summarische m a- terielle Prüfung vorgenommen oder zusätzliche Abklärungen getroffen, dass das BFM somit zu Recht keine weiteren Abklärungen vornahm und der Sachverhalt rechtsgenüglich festgestellt wurde, dass in der Beschwerdeschrift zudem keine neuen Erkenntnisse oder Tatsachen vorgebracht wurden, welche an den zutreffende n vorinstanzli- chen Erwägungen etwas zu ändern vermöchten, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen B e- stimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 20 05 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist und andernfalls wenigs- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Bas el 2009, Rz. 11.148), dass der Vollzug der Wegweis ung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), D-3514/2013 Seite 11 dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegw eisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlin gsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und ke i- ne Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgeno s- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinko m- mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, u n- menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) er- sichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunftsland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unz umutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage im Heimat - bzw. Herkunftssta at des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefäh r- dung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass insbesondere der – gemäss Akten junge und gesunde – Beschwer- deführer während Jahren ein Internat besucht hat, weshalb von einer g u- ten Schulbildung auszugehen ist, womit es ihm zuzumuten ist, in seinem Heimatland Arbeit zu suchen und sich eine Existenz aufzubauen, dass er ausserdem mit den Angehörigen (Onkel und Tante) mütterliche r- seits, welche ihm die Reise in die Schweiz und den Besuch des Internats finanziell ermöglicht haben sollen, über ein Beziehungsnetz verfügt, D-3514/2013 Seite 12 dass der Vollzug der Wegweisung dem Beschwerdeführer in den Heimat- staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der B e- schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), dass nach dem Gesagten der vom BFM verfügte Vollzug der Wegwe i- sung zu bestätigen ist, dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-3514/2013 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: