A bteilung V E -4618/2006 {T 0/2} U rteil vom 28. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Beat W eber (Vorsitz), W alter Lang, Jean-D aniel D ubey G erichtsschreiberin Balm elli A._______, Iran, alias B._______, N orw egen, alias C ._______, Iran, alias D ._______, Iran, E._______, Iran, alias F._______, N orw egen, alias G ._______, Iran, alias H ._______, Iran, vertreten durch lic. iur. U rs Ebnöther, R echtsanw alt, Advokatur Kanonengasse, M ilitär- strasse 76, Postfach 2115, 8021 Zürich, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellen- w eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 21. Juli 2005 in Sachen A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliessen die Beschw erdeführer den Iran am 21. Juni 2002 und hielten sich in der Folge eineinhalb Jahre in G riechenland, sechs M onate in N orw egen, danach zirka fünf M onate w ieder in G riechenland und schliesslich vier M onate in Belgien auf. Von dort kom m end reisten sie am 1. Februar 2005 in die Schw eiz ein, w o sie gleichentags ihre Asylgesuche stellten. Am 3. Februar 2005 w urden die Beschw erdeführer im Em pfangszentrum Basel befragt. D as BFM hörte sie am 9. Februar 2005 gestützt auf Art. 29 Abs. 4 AsylG zu den Asylgrün- den an. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer geltend, sie seien persi- scher Ethnie und w ürden aus I./J. stam m en. D urch ihren langjährigen Freund M . seien sie im Jahre 2001 m it dem C hristentum vertraut gem acht w orden. Sie hätten die Bibel studiert und w öchentlich an christlichen Versam m lungen in Privathäusern teilgenom m en. Eines N achts, als sie von einer Versam m lung nach H ause zurückgekehrt seien, seien sie von O rdnungshütern angehalten, zum Kom itee m it- genom m en und dort nach den G ründen ihres späten nächtlichen N ach- hausegehens befragt w orden. Später sei er an seinem Arbeitsplatz m ehrm als vom G esinnungsbüro befragt und schliesslich w egen Vernachlässigung seiner Arbeit entlassen w orden. Auch hätten ihre Fam ilien von ihren religiösen Aktivitäten erfah- ren, w as die fam iliären Beziehungen gestört habe. D ie Beschw erdeführerin ihrerseits führte aus, sie sei ein überzeugter, fanatischer M oslem gew esen und habe im m er G ott gesucht. D urch die Bekanntschaft m it M . hätten sie und ihr Ehem ann das C hristentum kennen gelernt. Später hätten sie die Bibel gelesen und an Versam m lungen teilgenom m en. Auch hätten sie nachts klei- ne Bibeln unter die H austüren von ihnen unbekannten Personen gelegt. Einm al seien sie nachts, auf dem N achhausew eg von einer Versam m lung, von der Polizei angehalten und auf den Posten gebracht w orden. Auch sei sie an ihrem Arbeits- platz vom G esinnungsbüro befragt w orden. G em einsam m it ihrem Ehem ann habe sie eine Prüfung über ihre islam ischen R eligionskenntnisse ablegen m üssen. Spä- ter hätten ihre Fam ilien von ihrem christlichen G lauben erfahren. Ihre Fam ilien hät- ten dam it gedroht, sie um zubringen, w enn der Staat es nicht tue. D as Kom itee habe keine Bew eise dafür gehabt, dass sie C hristen seien, da sie alles sehr dis- kret gehandhabt hätten. W eiter gaben die Beschw erdeführer zu Protokoll, aus Angst, ernsthaften N achtei- len ausgesetzt zu sein, den Iran am 21. Juni 2002 verlassen und sich nach G rie- chenland begeben zu haben. D ort hätten sie sich bei der Polizei gem eldet. N ach drei M onaten sei ihnen m itgeteilt w orden, dass sie G riechenland verlassen m üss- ten. In der Folge hätten sie sich noch w eitere 15 M onate illegal in G riechenland aufgehalten und sich w ährend ihres dortigen Aufenthalts christlich taufen lassen. N achdem sie G riechenland verlassen hätten, hätten sie in N orw egen Asylgesuche gestellt. D iese seien nicht geprüft w orden, w orauf sie im April 2004 nach G riechen- land zurückgekehrt seien. N achdem sie im H erbst 2004 erfolglos versucht hätten, in die Schw eiz zu gelangen, hätte sie sich nach Belgien begeben und dort ein w ei- teres Asylverfahren eingeleitet. D a die belgischen Behörden sie nach G riechen-3 land hätten zurückschaffen w ollen, hätten sie sich zur W eiterreise in die Schw eiz entschlossen. Für die übrigen Aussagen der Beschw erdeführer w ird auf die Akten verw iesen. D as BFM verzichtete auf w eitere Abklärungen. B. M it Verfügung vom 21. Juli 2005 - eröffnet am 26. Juli 2005 - stellte das BFM fest, die Beschw erdeführer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte die Asylgesuche ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung und deren Vollzug aus der Schw eiz an. C . M it Beschw erde vom 25. August 2005 an die dam als zuständige Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragten die Beschw erdeführer durch ihren R echtsvertreter, die Verfügung sei aufzuheben. Es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihnen Asyl zu gew ähren. Eventualiter sei die U nzulässigkeit, al- lenfalls U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen und die vor- läufige Aufnahm e anzuordnen. Es sei ihnen die unentgeltliche R echtspflege zu ge- w ähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. D . M it Zw ischenverfügung vom 31. August 2005 hiess der Instruktionsrichter der AR K das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG gut und verzichtete antragsgem äss auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses. E. M it Schreiben vom 1. Septem ber 2005 gaben die Beschw erdeführer zw ei Bestäti- gungsschreiben des Präsidenten der D em okratischen Vereinigung für Flüchtlinge (D VF) vom 29. August 2005, Flugblätter sow ie im Internet publizierte Fotos zu exil- politischen Aktionen vom 16. und 21. April, 1. M ai, 17. Juni und 27. August 2005 zu den Akten. F. D as BFM beantragte in der Vernehm lassung vom 13. Septem ber 2006 die Abw ei- sung der Beschw erde. Am 18. Septem ber 2006 stellte der Instruktionsrichter die Vernehm lassung den Beschw erdeführern zur Kenntnis ohne R eplikrecht zu. G . Am 14. M ai 2007 reichten die Beschw erdeführer um fangreiche Bew eism ittel zu ihrer exilpolitischen Tätigkeit in der Schw eiz zu den Akten. H . Im R ahm en eines w eiteren Schriftenw echsels beantragte das BFM dem Bundes- verw altungsgericht in der Vernehm lassung vom 8. Juni 2007 die Abw eisung der Beschw erde. M it Zw ischenverfügung vom 14. Juni 2007 unterbreitete der Instruk- tionsrichter den Beschw erdeführern die Vernehm lassung zur Stellungnahm e. Innert der angesetzten Frist gaben die Beschw erdeführer die D uplik zu den Akten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs-4 verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfah- rensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw er- de ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFM lehnte die Asylgesuche ab, da die Vorbringen der Beschw erdeführer den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG nicht standhiel- ten. D ie Beschw erdeführer w ürden geltend m achen, sie seien aus Furcht vor den Folgen ihres Ü bertritts zum C hristentum ausgereist. Konvertiten w ürden gem äss islam ischem R echt als Verräter an G ott und dem Islam gelten; die Scharia sehe für den Tatbestand des Abfalls vom G lauben Sanktionen bis zur Todesstrafe vor. Kon- vertiten seien jedoch nicht von vornherein einer G efährdung ausgesetzt. Im Aus- land erfolgte oder vollzogene Konversionen w ürden - sow eit sie im Iran überhaupt 5 publik w ürden - aus der Sicht des iranischen Staates nicht als Anlass für eine politisch m otivierte Verfolgung genom m en. Eine potenzielle G efährdung im Iran w egen Konversion setze vielm ehr zusätzlich voraus, dass ein Konvertit den heim atlichen Behörden bereits vor der Ausreise w egen seiner ausgeprägten regierungsfeindlichen H altung aufgefallen sei. D em gegenüber w ürden aufgrund der Erkenntnisse des BFM keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die diskrete Ausübung des neuen G laubens im Iran staatliche M assnahm en nach sich ziehen w ürden. Aus den Angaben der Beschw erdeführer bestehe kein Anlass zur Annahm e, dass den Behörden ihre Konversion bekannt gew orden sei. D ie Beschw erdeführerin bestätige dies und gebe an, dass die Angelegenheit sehr diskret und nur unter G leichgesinnten betrieben w orden sei. Zudem w ürden beide Beschw erdeführer übereinstim m end angeben, dass keine Bew eise gegen sie vorgelegen hätten. Auch seien sie nie zu H ause aufgesucht w orden, obw ohl sie stets an der den Behörden bekannten Adresse gew ohnt hätten. Aufgrund des bekannterm assen rigorosen Vorgehens der zuständigen O rgane im Iran in religiösen Angelegenheiten sei davon auszugehen, dass die G esuchsteller aufgesucht w orden w ären, w enn ihr G laubensübertritt bekannt gew orden w äre. Ferner gehe aus den Angaben des Beschw erdeführers hervor, dass er nach dem Arbeitsplatzverlust im Februar 2002 bis zur Ausreise nicht m ehr behelligt w orden sei. D em nach hätten die zuständigen Behörden offensichtlich kein Verfolgungsinteresse an den Beschw erdeführern. Zudem gelte aus Sicht der iranischen M achthaber eine im Ausland vollzogene Konversion als eine auf die Anerkennung als Flüchtling gerichtete H andlung. Insofern handle es sich nicht um eine gegen den iranischen Staat gerichtete politische H andlung. Eine im Ausland vollzogene Konversion lasse daher nicht darauf schliessen, dass die Beschw erdeführer bei einer R ückkehr gefährdet seien. D ie geltend gem achte Furcht der Beschw erdeführer vor Verfolgung sei deshalb unbegründet. 4.2 In der R echtsm itteleingabe halten die Beschw erdeführer daran fest, sie w ürden die Voraussetzungen zur Anerkennung als Flüchtlinge erfüllen. Entgegen der vor- instanzlichen Ansicht sei die Konversion nicht erst im Ausland erfolgt. Bereits vor ihrer Ausreise hätten die Beschw erdeführer christliche Versam m lungen besucht, gem einsam die Bibel studiert und gebetet. Sie seien im Iran durch eine H eiliggeist- Taufe dem C hristentum beigetreten. Erst in G riechenland sei die offizielle W asser- taufe erfolgt. D a der eigentliche Ü bertritt bereits vor der Flucht erfolgt sei, sei von einer Konversion im Iran auszugehen. Sodann lasse die Vorinstanz bei ihren Er- w ägungen ausser Acht, dass die Beschw erdeführer von den Behörden verdächtigt w orden seien, sich vom Islam abgew andt zu haben. D ie Beschw erdeführer hätten desw egen m ehrm als beim Politbüro vorsprechen m üssen, beziehungsw eise seien sie von deren Angestellten am Arbeitsplatz aufgesucht w orden. W ährend der An- hörungen seien die Beschw erdeführer ausführlich über den Islam befragt w orden. D a sie über sehr gute Islam kenntnisse verfügen w ürden, hätten ihnen die Behör- den nichts nachw eisen können. Bereits die durchgeführten Anhörungen w ürden ein existierendes Verdachtsm om ent der Behörden gegen die Beschw erdeführer belegen. Es sei daher von einer w eiteren Ü berw achung der Beschw erdeführer durch die staatlichen O rgane auszugehen. Aufgrund der Anhörungen am Arbeits- platz sei davon auszugehen, dass der Arbeitgeber von der Konversion Kenntnis erhalten und den Beschw erdeführer deshalb entlassen habe. Ebenso w ürden die 6 Fam ilien der Beschw erdeführer über die Konversion Bescheid w issen. D a die Konversion bereits im Iran erfolgt sei, könne entgegen der Ansicht des BFM nicht geschlossen w erden, die Beschw erdeführer hätten einzig im H inblick auf die Anerkennung als Flüchtling ihre R eligion gew echselt. D es W eitern sei die m issionarische Tätigkeit der Beschw erdeführer im Ausland in gesteigertem M ass fortgesetzt w orden. N am entlich hätten sie iranische Konvertiten im Ausland betreut. N ach Ansicht von am nesty international (ai) sei bei M issionsaktivitäten im Exil die G efahr staatlicher Zw angsm assnahm en sehr hoch. D ie W ahrscheinlichkeit, dass den iranischen Behörden eine m issionarische Tätigkeit unter iranischen Staatsangehörigen im Ausland bekannt w erde, sei nach Ansicht von ai w egen der noch geringen Zahl christlicher Iraner als verhältnism ässig hoch einzuschätzen. Vor diesem H intergrund w ürden die m issionarischen Aktivitäten der Beschw erdeführer sow ohl im Iran als auch im Ausland zusam m en m it der Konversion eine beachtliche G efährdung bei einer R ückkehr darstellen. Erschw erend kom m e hinzu, dass sich die Beschw erdeführer in der Schw eiz exilpolitisch für die D em okratische Vereinigung für Flüchtlinge (D VF) engagieren w ürden und an m ehreren Kundgebungen teilgenom m en hätten. Aufgrund des m issionarischen sow ie politischen Engagem ents der Beschw erdeführer im Ausland w ürden zu beachtende subjektive N achfluchtgründe vorliegen. 4.3 D as BFM führt in der Vernehm lassung vom 8. Juni 2007 aus, die um fangreiche D okum entation zu den Aktivitäten der Beschw erdeführer in der Schw eiz stam m e ausschliesslich von derselben Q uelle. D iese sei bekannt dafür, dass sie iranischen Asylgesuchstellern dadurch zu einem Aufenthalt in der Schw eiz verhelfen w olle, dass sie regim ekritische D em onstrationen organisiere und auch dafür besorgt sei, dass die Teilnehm enden bildlich festgehalten w ürden, so dass das M aterial ins In- ternet gestellt w erden könne. D ieses Vorgehen erw ecke den Eindruck, dass N ach- fluchtgründe konstruiert w ürden. Vorliegend w erde dieser Eindruck dadurch be- stärkt, dass sich die Beschw erdeführer im Iran politisch nicht betätigt hätten, w e- der parteipolitisch noch im Zusam m enhang m it ihrer Konversion zum C hristentum . In Ergänzung zur angefochtenen Verfügung sei darauf hinzuw eisen, dass nicht ei- gentlich die Konversion an sich, sondern insbesondere m issionarische Tätigkeiten im Iran zu Schw ierigkeiten für die Protagonisten führen könnten. O hne sich vor- gängig politisch engagiert zu haben, hätten die Beschw erdeführer kurz nach ihrer Einreise in die Schw eiz begonnen, an von der D VF organisierten D em onstrationen teilzunehm en. In den Akten w ürden zudem Belege für ein über eine blosse M it- gliedschaft beziehungsw eise M itläuferschaft hinausgehendes Engagem ent bei der D VF und deren D em onstrationen fehlen. D ie blosse M itgliedschaft in einer exilpoli- tischen O rganisation in der Schw eiz genüge jedoch zur Bejahung der Flüchtlings- eigenschaft nicht. Sodann enthalte die D okum entation keine Belege für religiöse Aktivitäten der Beschw erdeführer in der Schw eiz. Es sei som it davon auszugehen, dass die exilpolitischen Aktivitäten der Beschw erdeführer in der Schw eiz nichts im Iran ausgelöst hätten, das auf eine allfällige G efährdung hindeuten w ürde. D ies w erde durch die Erkenntnisse des BFM bestätigt, w onach, selbst w enn die irani- schen Behörden über die politischen Aktivitäten ihrer Staatangehörigen im Aus- land inform iert w ären, sie angesichts der hohen Zahl der im Ausland lebenden ira- nischen Staatsangehörigen nicht jede einzelne Person überw achen und identifizie- ren könnten. Zudem dürfte auch den iranischen Behörden bekannt sein, dass viele 7 iranische Em igranten aus vorw iegend asylfrem den G ründen versuchten, sich in Europa und speziell in der Schw eiz zum Abschluss ihres Asylverfahrens ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu erw irken, indem sie regim ekritischen Aktivitäten jeglicher Art nachgehen w ürden. D ie iranischen Behörden hätten indes nur dann Interesse an der Identifizierung von Personen, w enn Aktivitäten als konkrete Bedrohung für das politische System w ahrgenom m en w ürden. D ie Beschw erdeführer w ürden jedoch über kein politisches Profil verfügen, das sie bei der R ückkehr in den Iran einer konkreten G efährdung aussetzen w ürde. 4.4 In der R eplik w ird ausgeführt, angesichts der aktuellen Lage hinsichtlich der M ei- nungsäusserungsfreiheit und der M enschenrechtsverletzungen im Iran sei es nachvollziehbar, dass Personen, w ie die Beschw erdeführer, erst im Ausland ihre M einung frei zu äussern w agen und ihrem neuen G lauben nachleben w ürden. M it der D VF glaubten die Beschw erdeführer eine O rganisation gefunden zu haben, w elche ihren Anliegen, auch der R eligionsfreiheit, R echnung trage. D er vorinstanz- liche Vorw urf unechten politischen Engagem ents m üsse daher zurückgew iesen w erden. Sodann sei die Kontrolle der exilpolitischen Aktivitäten von Iranern durch den iranischen G eheim dienst entgegen der Ansicht des BFM um fassend. 5. 5.1 Aufgrund der Akten ergibt sich, dass die Beschw erdeführer ein Jahr vor ihrer Aus- reise aus dem Iran erste Kontakte m it der christlichen (protestantischen) Kirche hatten, in der Folge die Bibel lasen und an christlichen Zusam m enkünften teilnah- m en. Inw iew eit sie in ihrem H eim atland m issionarisch tätig w aren, bleibt aufgrund w idersprüchlicher Aussagen der Beschw erdeführer unklar. D er Beschw erdeführer m achte anlässlich beider Befragungen keine m issionarischen Tätigkeiten geltend. D ie Beschw erdeführerin hingegen gab zu Protokoll, sie und ihr Ehem ann hätten gem einsam Bibeln unter die H austüren von ihnen unbekannten Personen gelegt. W eiter steht aufgrund der Akten fest, dass sich die Beschw erdeführer im Iran nicht taufen liessen (A1, S. 5; A2, S. 5; A11, S.5; A12, S. 5), sondern erst w ährend ihres Aufenthalts in G riechenland am 9. Februar 2003. Aus zw ei eingereichten Bestäti- gungen ergibt sich zudem , dass die Beschw erdeführer w ährend ihrer Aufenthalte in G riechenland und Belgien aktiv am christlichen Pfarreileben teilgenom m en ha- ben. Entsprechende Berichte aus N orw egen oder der Schw eiz liegen nicht vor. 5.2 Im Islam w erden das Judentum , das C hristentum (arm enisch, assyrisch und chal- däisch) und die R eligion der Sabier als Buchreligionen angesehen, deren Anhän- ger m it eingeschränkten R echten geduldet w erden. G em äss Art. 13 der iranischen Verfassung geniessen diese drei G laubensrichtungen innerhalb des gesetzlichen R ahm es das R echt auf freie Ausübung ihrer religiösen R iten sow ie Zerem onien und ihre Anhänger dürfen sich in persönlichen sow ie glaubesspezifischen Belan- gen gem äss ihren religiösen Vorschriften verhalten. D iese traditionellen christli- chen Kirchen im Iran unterscheiden sich neben der R eligion auch sprachlich und kulturell von den M uslim en. N euere christliche Ström ungen vereinigen hingegen sow ohl traditionelle christliche M inderheiten als auch im m er m ehr m uslim ische Konvertiten. Im G egensatz zu den traditionellen G ruppierungen stehen die neuen protestantisch-evangelischen G laubensgem einschaften m uslim ischen Iranern of- fen und betreiben diese aktiv M issionsarbeit. D ies, obw ohl im Iran ein um fassen- des M issionsverbot existiert.8 G em äss dem islam ischen R echt existiert für eine m uslim ische Person keine M ög- lichkeit, den Islam zu verlassen und zu einer andern R eligion überzutreten. D er Abfall vom G lauben (Apostasie) kom m t dem Verrat an der islam ischen G em einde gleich und w ird m it dem Tod bestraft. D ieses religiöse Prinzip hat in der iranischen G esetzgebung indes nicht Eingang gefunden. Es existiert kein offizieller Strafbe- stand der Apostasie. Trotzdem w urden in der Vergangenheit Todesurteile w egen Ü bertritts zum C hristentum vollstreckt, letztm als im Jahre 1994. Auch w enn in den vergangenen Jahren im Iran keine Todesurteile w egen Konversion m ehr ergangen sind, ist dennoch festzuhalten, dass Konvertiten einer erhöhten G efährdungssitua- tion ausgesetzt sind. Eine G efährdung ist insbesondere dann gegeben, w enn der Konvertit innerhalb seiner neuen G laubensgem einschaft eine exponierte Stellung beziehungsw eise Funktion inne hat, indem er sich etw a aktiv für die Verbreitung seiner neuen R eligionsüberzeugung einsetzt und zusätzlich gegen staatliche Inter- essen handelt. Als potenziell gefährdet gilt m ithin auch der Konvertit, der den hei- m atlichen Behörden bereits w egen seiner prononcierten regierungsfeindlichen H al- tung aufgefallen ist. Sobald der Ü bertritt bekannt w ird, w erden die Betroffenen zum Inform ationsm inisterium zitiert und für ihr Verhalten scharf verw arnt. Sollten sie w eiter in der Ö ffentlichkeit auffallen, können sie von den iranischen Behörden m it H ilfe konstruierter Vorw ürfe vor G ericht gestellt w erden. O b ein Konvertit vom ira- nischen Staat verfolgt w ird, hängt dem nach in grossem Ausm ass von seinem eige- nen Verhalten in der Ö ffentlichkeit ab. Solange Konvertiten ihren G lauben unbe- m erkt von den iranischen Behörden, aber auch von privaten D rittpersonen aus- üben, droht ihnen keine G efahr seitens des Staates. Sollten sie sich in der Ö ffent- lichkeit auffällig verhalten oder m issionieren, m üssen sie m it staatlichen Behelli- gungen rechnen. Schliesslich ist noch festzuhalten, dass den iranischen Behörden durchaus bekannt ist, dass die Konversion als eigentliches M ittel zur Erlangung ei- ner Aufenthaltsbew illigung im Ausland instrum entalisiert w ird (vgl. zum G anzen ausführlich: FLO R IA N LÜ TH Y, C hristen und C hristinnen im Iran, Them enpapier der SFH vom 18. O ktober 2005). 5.3 Vorliegend steht fest, dass die Beschw erdeführer im Iran Kontakte m it der protes- tantischen Kirche hatten, sich jedoch nicht taufen liessen. Aus ihren Aussagen er- geben sich sodann keine Anhaltspunkte dafür, dass sie in ihrem H eim atland inner- halb ihrer protestantischen R eligionsgem einschaft eine exponierte Stellung inne hatten. Ferner bestehen aufgrund der w idersprüchlichen Angaben der Beschw er- deführer zum Verteilen von Bibeln ernsthafte Zw eifel an der G laubhaftigkeit der angeführten m issionarischen Tätigkeit. W eiter gaben die Beschw erdeführer über- einstim m end zu Protokoll, die heim atlichen Behörden hätten keine belastenden Bew eise gegen sie gehabt (vgl. A1, S. 5; A12, S. 9). Zum anderen erklärten die Beschw erdeführer, ebenfalls übereinstim m end, ihre Versam m lungen seien sehr diskret abgehalten w orden (vgl. A11, S. 7; A12, S. 9). Vor diesem H intergrund ist zu schliessen, dass die heim atlichen Behörden entgegen den Behauptungen der Beschw erdeführer keine Kenntnis von deren R eligionsübertritt hatten. D ieser Schluss rechtfertigt sich um so m ehr, als - w ie vorstehend ausgeführt - im Falle des tatsächlichen Bekannt-W erdens der Konversion der Beschw erdeführer die heim at- lichen Behörden rigoros gegen dieselben vorgegangen w ären. D es W eitern m a- chen die Beschw erdeführer geltend, aufgrund ihres R eligionsw echsels Schw ierig- keiten m it ihren Fam ilien gehabt zu haben. D iesbezüglich ist festzustellen, dass 9 die Aussagen der Beschw erdeführer zu diesen angeblichen Schw ierigkeiten ebenfalls w idersprüchlich ausgefallen sind und der Beschw erdeführer die W idersprüche zu den Aussagen seiner Ehefrau im R ahm en der kantonalen Anhörung nicht auszuräum en verm ochte (vgl. A1, S. 5; A11, S. 13 und 15; A12, S. 9). Bei dieser Sachlage ist som it - in Ü bereinstim m ung m it der Vorinstanz - eine vor der Ausreise aus dem H eim atstaat in Zusam m enhang m it der Konversion der Beschw erdeführer bestehende Verfolgungsgefahr auszuschliessen. Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob die Aussagen der Beschw erdeführer zu ihrer Verfolgung vor der Ausreise aus dem Iran als unsubstanziiert (religiöse Tätigkeiten in Isfahan, Verhöre auf dem G esinnungsbüro) und in zentralen Vorbrin- gen auch als w idersprüchlich (Todesdrohungen seitens der Fam ilie, O rt der Ein- vernahm en des Beschw erdeführers w ährend der Arbeitszeit) zu erkennen sind. An dieser Stelle sei zum indest erw ähnt, dass die Aussage der Beschw erdeführer, N orw egen habe ihre Asylgründe nicht geprüft, klar aktenw idrig ist, da der Auskunft des norw egischen Im m igration Service (A 22) - in w elche die Beschw erdeführer m it Aktenzustellung des BFM vom 2. August 2005 Einsicht erhalten haben - zu entnehm en ist, dass die Beschw erdeführer am 22. O ktober 2003 in N orw egen um Asyl ersucht hatten, dieses G esuch am 8. M ärz 2004 abgew iesen und ein R ekurs vom 12. M ärz 2004 am 21. Juni 2004 ebenfalls abgew iesen w urde. 5.4 D ie Beschw erdeführerin m acht w eiter geltend, aufgrund ihrer Kinderlosigkeit Schw ierigkeiten m it der Fam ilie des Beschw erdeführers gehabt zu haben. D abei handelt es sich um private Problem e innerhalb der Fam ilie, w elche offensichtlich nicht asylbeachtlich sind. 5.5 W eiter ist zu prüfen, ob die Beschw erdeführer durch ihre Taufe am 9. Februar 2003 in G riechenland und ihre religiösen Aktivitäten in G riechenland und Belgien einen G rund für eine zukünftige Verfolgung durch die iranischen Behörden gesetzt haben und dam it die Flüchtlingseigenschaft aufgrund des Vorliegens subjektiver N achfluchtgründe erfüllen. Ebenso sind unter diesem G esichtspunkt die erstm als auf Beschw erdeebene geltend gem achten exilpolitischen Aktivitäten der Be- schw erdeführer beim D VF zu prüfen. 5.5.1 W er sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem H eim at- oder H erkunftsland eine G efährdungssituation erst geschaffen w orden ist, m acht subjektive N achfluchtgründe geltend (vgl. Art. 54 AsylG ). Subjektive N ach- fluchtgründe begründen zw ar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG , führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie m issbräuchlich oder nicht m issbräuchlich gesetzt w urden. D ie vom G esetz- geber bezw eckte Bestim m ung subjektiver N achfluchtgründe als Asylausschluss- grund verbietet auch ein Addieren solcher G ründe m it Fluchtgründen vor der Aus- reise aus dem H eim at- oder H erkunftsstaat, die für sich allein nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgew ährung ausreichen (vgl. die w eiterhin zutreffenden Praxis der AR K in Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 2000 N r. 16 E. 5a S. 141 f., 1995 N r. 7 E. 7b und 8 S. 67 ff.). 5.5.2 D ie christliche Taufe der Beschw erdeführer in G riechenland ist durch die Bestäti- gung vom 9. Februar 2003 belegt. D en Akten sind indes keine H inw eise zu ent- nehm en, w onach die Konversion der Beschw erdeführer öffentlich bekannt gew or- den w äre. Zw ar liegt eine Bestätigung des "C hristian C enter, A C hurch For All N a-10 tions" vom 31. M ärz 2005 vor, w onach die Beschw erdeführer w ährend ihres vier- m onatigen Aufenthalts in Belgien aktiv am Leben der christlichen G em einde teilge- nom m en haben. Auch ein entsprechendes Schreiben vom 13. O ktober 2004 aus G riechenland liegt vor. G em äss diesem Schreiben haben die Beschw erdeführer in der „Eglise apostolique du C hrist“ im D iakonat geholfen und an deren Aktivitäten teilgenom m en. D ie einzelnen Aktivitäten der Beschw erdeführer w erden im Schrei- ben indes nicht substanziiert dargelegt. Sodann ist das Schreiben nicht auf dem offiziellen Briefpapier der Kirche verfasst. Auch ist der zuständige Pfarrer nam ent- lich nicht erw ähnt und die Bestätigung nicht unterzeichnet. Es bestehen daher er- hebliche Zw eifel an der Echtheit dieses D okum entes, m ithin verm ögen die Be- schw erdeführer aus diesem Schreiben nichts zu ihren G unsten abzuleiten. D es W eitern liegen w eder aus N orw egen, w o sich die Beschw erdeführer insgesam t rund zw ei Jahre aufgehalten haben, noch aus der Schw eiz, w o sich die Beschw er- deführer seit nunm ehr zw eieinhalb Jahren befinden, Schreiben vor, w elche allfälli- ge religiöse Aktivitäten der Beschw erdeführer belegen w ürden. Insow eit ergeben sich keine H inw eise dafür, dass die Beschw erdeführer w ährend ihrer Auslandauf- enthalte im Zusam m enhang m it ihrem R eligionsübertritt in ihrer neuen R eligions- gem einschaft in leitender Funktion tätig gew esen w ären oder sich in besonderer W eise exponiert hätten. N am entlich sind auch der um fangreichen D okum entation, w elche die Beschw erdeführer auf Beschw erdestufe eingereicht haben, keine An- haltspunkte für allfällige öffentliche religiöse Aktivitäten der Beschw erdeführer zu entnehm en. Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass die iranischen Be- hörden von der Konversion der Beschw erdeführer m it überw iegender W ahrschein- lichkeit keine Kenntnis erlangt haben. D ie begründete Furcht vor einer Verfolgung durch die iranischen Behörden zufolge der im Ausland erfolgten Konversion - und insow eit das Vorliegen von subjektiven N achfluchtgründen - ist dem nach zu ver- neinen. 5.5.3 Auf Beschw erdeebene m achten die Beschw erdeführer erstm als geltend, sich in der Schw eiz exilpolitisch betätigt zu haben. Sie hätten sich der D VF angeschlos- sen und zunächst zw ischen dem 16. April und 27. August 2005 an fünf Kundge- bungen teilgenom m en. Am 14. M ai 2007 reichten die Beschw erdeführer w eitere Bew eism ittel zu ihrer exilpolitischen Tätigkeit zw ischen Septem ber 2005 und Sep- tem ber 2006 ein. G em äss dem eingereichten D ossier nahm en die Beschw erdefüh- rer in diesem Zeitraum an zw ölf Protestkundgebungen zum Them a „M issachtung der M enschenrechte im Iran“, einer Kundgebung gegenüber der iranischen Botschaft, einer Kundgebung im Zusam m enhang m it dem Tag der M enschen- rechte sow ie der G eneralversam m lung des D VF teil. Als Beleg für ihre Aktivitäten reichten die Beschw erdeführer verschiedene D okum entationen der D VF sow ie Fotos von ihnen anlässlich der 19 Kundgebungen der D VF ein, w elche auch im Internet veröffentlicht w orden seien. 5.5.4 W ie vorstehend dargelegt w urde, konnten die Beschw erdeführer keine Verfolgung durch die heim atlichen Behörden geltend m achen. Sodann w aren sie gem äss ih- ren eigenen Angaben vor der Ausreise im Iran nie politisch aktiv. Bei dieser Sach- lage kann ausgeschlossen w erden, dass die Beschw erdeführer bereits vor dem Verlassen ihres H eim atlandes - aus politischen G ründen - als regim efeindliche Personen beim iranischen G eheim dienst registriert w aren und überw acht w urden. W eiter sind den Akten keine Anhaltspunkte dafür zu entnehm en, dass die Be-11 schw erdeführer w ährend ihrer Auslandaufenthalte in G riechenland, N orw egen und Belgien in irgendeiner Form exilpolitisch aktiv w aren. D ie Beschw erdeführer enga- gierten sich in der Schw eiz - sow eit den Akten zu entnehm en ist - nur bis Septem - ber 2006, m ithin knapp eineinhalb Jahre durch die Teilnahm e an öffentlichen Standkundgebungen für die D VF, eine Vereinigung, die durch gew altlose öffentli- che Auftritte in verschiedenen Städten der Schw eiz auf die politischen Zustände, nam entlich die M enschenrechtssituation im Iran aufm erksam m achen w ill. D arüber hinaus haben sich die Beschw erdeführer offensichtlich nicht politisch betätigt. D as Engagem ent der Beschw erdeführer bei Standaktionen der D VF ist durch verschie- dene Fotografien dokum entiert, auf w elchen die Beschw erdeführer auch zu erken- nen sind. Indes w erden die Beschw erdeführer im Zusam m enhang m it den Fotos an keiner Stelle nam entlich erw ähnt. Auch ist den Bildern nicht zu entnehm en, dass sich die Beschw erdeführer bei diesen Kundgebungen besonders und über das M ass der anderen Personen hinaus exponiert oder eine in der Ö ffentlichkeit exponierte Führungsposition innegehabt hätten. Einzig der Zw eck der jew eiligen Kundgebungen, näm lich der Protest gegen das R egim e im Iran, ist aus den Fotos aufgrund der erkennbaren Slogans ersichtlich. Vor diesem H intergrund und ange- sichts der um fangreichen regim ekritischen Aktivitäten von Exiliranern in ganz W esteuropa und den U SA ist es als unw ahrscheinlich zu erachten, dass die Be- schw erdeführer aufgrund der geltend gem achten, in keiner W eise exponierten exil- politischen Tätigkeiten und des sich daraus ergebenden m angelnden politischen Profils von den iranischen Behörden als konkrete Bedrohung für das politische System w ahrgenom m en w orden sind und befürchten m üssen, desw egen verfolgt zu w erden. U m diesbezüglich W iederholungen zu verm eiden, kann vollum fänglich auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erw ägungen in der Vernehm lassung vom 8. Juni 2007 verw iesen w erden. 5.5.5 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der R echtsm ittelschrift einzugehen, w eil diese am Ergebnis nichts än- dern können. Zusam m enfassend ist festzustellen, dass die Beschw erdeführer kei- ne Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft m achen und nicht als Flüchtling anerkannt w erden können. M angels erfüllter Flüchtlingseigenschaft ist ihnen zu R echt das nachgesuchte Asyl nicht gew ährt w orden. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine 12 konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 6.3 D ie Beschw erdeführer verfügen w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthalts- bew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 6.4 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlings- eigenschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKE R , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es den Beschw erdeführern nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr der Beschw er- deführer in den Iran ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen der Beschw erdeführer noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Iran dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w ären. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folter- ausschusses m üssten die Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihnen im Fall einer R ückschiebung Fol- ter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 2001 N r. 16 S. 122). D ie allgem eine M enschenrechtssi- tuation im Iran lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw ei- sung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zu- lässig. 6.5 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise des Fehlens einer notw endigen m edizinischen Behandlung, an- genom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668).13 6.5.1 D ie im Iran herrschende allgem eine Lage zeichnet sich nicht durch eine Situation allgem einer G ew alt aus, die Staatsordnung m uss aber als totalitär bezeichnet w er- den und die Bevölkerung ist sicherheitspolizeilicher Ü berw achung ausgesetzt. D ie allgem eine Situation ist som it in verschiedener H insicht problem atisch. Trotz die- ser Tatsache w ird der Vollzug von W egw eisungen abgew iesener iranischer Asyl- gesuchsteller nach der diesbezüglich konstanten Praxis der früheren AR K, der sich das Bundesverw altungsgericht vorliegend anschliesst, grundsätzlich - das heisst vorbehältlich "zusätzlicher" individueller U nzum utbarkeitsindizien - als zu- m utbar erachtet. Vorliegend sind den Akten keine Anhaltspunkte für individuelle U nzum utbarkeitsindizien zu entnehm en. Allein aus der Tatsache, dass sich die Be- schw erdeführer im Ausland aufgehalten haben, erw ächst ihnen bei der R ückkehr in den Iran nach den Kenntnissen des Bundesverw altungsgerichts kein N achteil. D ie - sow eit den Akten zu entnehm en ist - gesunden Beschw erdeführer haben bis zu ihrer Ausreise im Jahre 2002, m ithin 37 Jahre, in ihrem H eim atstaat gelebt und gearbeitet. Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass sie über ein soziales Beziehungsnetz verfügen, w elches ihnen eine R eintegration erleichtern kann. W ei- ter ist den Akten zu entnehm en, dass beide Beschw erdeführer über eine sehr gute Ausbildung sow ie langjährige Berufserfahrung verfügen. D er Beschw erdeführer ist Petrochem ieingenieur, die Beschw erdeführerin PC -O perateurin. Blosse soziale und w irtschaftliche Schw ierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im All- gem einen betroffen ist, genügen nicht, um eine G efahr im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG darzustellen (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der AR K in EM AR K 1996 N r. 2 S. 12 f. und 1994 N r. 19 E. 6b S. 148 f.). Schliesslich steht es den Be- schw erdeführern frei und ist ihnen zuzum uten, sich an einem anderen als ihrem bisherigen W ohnort Isfahan niederzulassen. 6.5.2 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 6.6 Schliesslich obliegt es den Beschw erdeführern, sich bei der zuständigen Vertre- tung ihres H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 6.7 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 8. M it Zw ischenverfügung vom 31. August 2005 hat der Instruktionsrichter der da- m als zuständigen AR K das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echts- pflege gutgeheissen, w eshalb den Beschw erdeführern keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind.14 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben 3. D ieses U rteil geht an: - Beschw erdeführer durch Verm ittlung ihres Vertreters, 2 Expl. (eingeschrieben, Beilagen: 2 Taufscheine vom 9. Februar 2003) - BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - K._______ D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Beat W eber Barbara Balm elli Versand am :