B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-7118/2023 U r t e i l v o m 10 . F e b r u a r 2 0 2 5 Besetzung Einzelrichter Christoph Rohrer, Gerichtsschreiber Milan Lazic. Parteien CSS Kranken-Versicherung AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, vertreten durch MLaw Andreas Miescher, Rechtsanwalt, Aarejura Rechtsanwälte Solothurn AG, Bielstrasse 9, Postfach 130, 4502 Solothurn, Beschwerdeführerin, gegen Appenzellische Ärztegesellschaft, Dorfplatz 11, 9056 Gais, vertreten durch Konferenz der Ostschweizer Ärztegesellschaften (K-OCH), c/o Dr. med. Jürg Lymann, Spitalstrasse 5, 8880 Walenstadt, diese wiederum vertreten durch Prof. Dr. iur. Urs Saxer, Rechtsanwalt, und Dr. iur. Katja Gfeller, Rechtsanwältin, Steinbrüchel Hüssy Rechtsanwälte, Grossmünsterplatz 8, 8001 Zürich, Beschwerdegegnerin, Landammann und Standeskommission des Kantons Appenzell Innerrhoden, Ratskanzlei, Marktgasse 2, 9050 Appenzell, Vorinstanz. Gegenstand KVG, Festsetzung des zwischen den freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzten und der CSS Kranken-Versicherung AG geltenden TARMED-Taxpunktwertes ab 1. Januar 2019 (Beschluss der Standeskommission des Kantons Appenzell Innerrhoden Nr. AI 013.12-381.31-1106930 vom 23. Novem- ber 2023). C-7118/2023 Seite 3 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die Standeskommission des Kantons Appenzell Innerrhoden (nach- folgend: Vorinstanz) mit Beschluss vom 23. November 2023 den TARMED- Taxpunktwert zwischen den freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzten im Kanton Appenzell Innerrhoden und der CSS Kranken-Versicherung AG ab dem 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2020 auf Fr. 0.83 (Dispositiv Ziff. 1) und für die Zeit ab 1. Januar 2021 auf Fr. 0.86 (Dispositiv Ziff. 2) hoheitlich festgesetzt (Beschluss AI 013.12 -381.31-1106930 vom 23. November 2023) und gleichzeitig angeor dnet hat, dass der mit Beschluss der Stan- deskommission vom 18. Dezember 2018 angeordnete provisorische Tax- punktwert von Fr. 0.83 bis zur Rechtskraft des vorliegenden Regierungs- ratsbeschlusses bzw. des definitiven Tarifs in Kraft bleibt (Dispositiv Ziff. 5), dass die CSS Kranken-Versicherung AG (nachfolgende Beschwerdeführe- rin) gegen diesen Beschluss vom 23. November 2023 mit Eingabe vom 21. Dezember 2023 Beschwerde einzig insofern erhoben hat, als ab 1. Ja- nuar 2021 der TARMED-Taxpunktwert auf Fr. 0.86 festgesetzt worden ist (Dispositiv Ziff. 2), dass der von den Beschwerdeführerin mit Zwischenverfügung vom 9. Ja- nuar 2024 einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– am 31. Januar 2024 bei der Gerichtskasse eingegangen ist (BVGer-act. 3 und 8), dass das Sistierungsgesuch der Appenzellischen Ärztegesellschaft (nach- folgend: Beschwerdegegnerin) vom 26. Januar 2024 mit Zwischenverfü- gung vom 23. Februar 2024 mangels Verhandlungs- und Vergleichsbereit- schaft seitens der Beschwerdeführerin abgewiesen und infolgedessen der Schriftenwechsel fortgesetzt wurde (vgl. BVGer-act. 6, 11, 13), dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 25. März 2024 die Abwei- sung der Beschwerde beantragt hat (BVGer-act. 17), dass die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 27. März 2024 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde beantragt hat und in prozessua- ler Hinsicht um Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, eventualiter um Festsetzung eines Arbeitstarifs von Fr. 0.86 für die Dauer des Verfahrens ersucht hat (BVGer-act. 18), dass die prozessualen Anträge der Beschwerdegegnerin betreffend Ent- zug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, eventualiter Festset- zung eines Arbeitstarifs von Fr. 0.86 für die Dauer des Verfahrens mit Zwi- schenverfügung vom 23. Mai 2024 abgewiesen wurden (BVGer-act. 26), C-7118/2023 Seite 4 dass den Verfahrensbeteiligten in der Folge nach Vorliegen der Stellung- nahme der Preisüberwachung vom 28. Juni 2024 sowie der Stellung- nahme des BAG vom 8. August 2024 mit Verfügung vom 16. August 2024 Frist zur Einreichung von Schlussbemerkungen innert 30 Tagen ab Erhalt der Verfügung gesetzt wurde (vgl. BVGer-act. 29, 31, 32), dass innert dieser angesetzten Frist alle Verfahrensbeteiligte mit Eingaben vom 2. September 2024, 4. September 2024, 6. September 2024 sowie 9. September 2024 übereinstimmend beantragten, das vorliegende Be- schwerdeverfahren sei zu sistieren, weil zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin im Rahmen von aussergerichtlichen Tarifge- sprächen eine aussergerichtliche Einigung über den Gegenstand des vor- liegenden Beschwerdeverfahrens kurz bevorsteht resp. erzielt worden ist, der Tarifvertragsnachtrag indessen noch ausgearbeitet und durch die Kan- tonsregierung genehmigt werden muss (vgl. BVGer-act. 36, 38, 41, 42), dass der Instruktionsricht er mit verfahrensleitender Verfügung vom 11. September 2024 das vorliegende Beschwerdeverfahren antragsge- mäss vorläufig bis am 4. November 2024 sistiert hat (BVGer-act. 43), dass der Instruktionsrichter die Sistierung auf entsprechende übereinstim- mende Gesuche der Beschwerdeführerin vom 2 9. Oktober 2024 respek- tive vom 19. Dezember 2024 und der Beschwerdegegnerin vom 5. Novem- ber 2024 respektive vom 23. Dezember 2024 hin zuletzt am 27. Dezember 2024 bis zum 31. Januar 2025 verlängert hat (BVGer-act. 44-48, 50), dass die Vorinstanz mit Eingabe vom 23. Dezember 2024 eine Kopie des zwischen den Parteien neu abgeschlossenen Vertragsnachtrags zum Ta- rifvertrag einschliesslich de s Genehmigungsbeschlusses der Vorinstanz vom 17. Dezember 2024 vorlegte (Beschluss AI 013.12-422.15-1238114), die Beschwerdeführerin daraufhin mit Eingabe vom 6. Januar 2025 die Ab- schreibung des Verfahrens zufolge regierungsrätlich genehmigten Ver- tragsnachtrags zum Tarifvertrag beantragt hat und sich die Beschwerde- gegnerin mit Eingabe vom 5. Februar 2025 mit der Verfahrensabschrei- bung einverstanden erklärt hat (BVGer-act. 49, 51, 54), dass im System der Tarifgestaltung des Bundesgesetzes über die obliga- torische Krankenpflegeversicherung Tarifverträge die Regel und die hoheit- liche Tariffestsetzungen die Ausnahme bilden sollen, was bereits aus dem Wortlaut von Art. 43 Abs. 4, Art. 47 Abs. 1 und Art. 49 KVG (vgl. auch BVGE 2013/8 E. 2.4.6) erhellt (BVGE 2014/37 E. 3.5.1), C-7118/2023 Seite 5 dass das Primat des Tarifvertrages bereits in der Botschaft des Bundesrats vom 6. November 1991 über die Revision der Krankenversicherung (BBl 1992 I 93 ff.; nachfolgend: Botschaft KVG 1991) hervorgehoben wurde (vgl. S. 172 und 178) und mit dem KVG die Vertragsfreiheit zwischen Versicherungsträgern und Leistungserbringern gestärkt werden sollte (Bot- schaft KVG 1991, S. 118 und 179) (BVGE 2014/37 E. 3.5.1), dass der Bundesrat in seiner Rechtsprechung festhielt, dass dieses der vertraglichen Vereinbarung von Tarifen den klaren Vorrang einräumende System den Tarifpartnern gestattet, während eines vertragslosen Zustan- des jederzeit Tarife zu vereinbaren; dass es den Parteien daher nicht ver- wehrt sei, auch während eines hängigen Beschwerdeverfahrens Vertrags- verhandlungen zu führen und einen Vertrag abzuschliessen (RKUV 3/2002 E. II 2 S. 214), dass der Bundesrat weiter erwog, dass wenn die Kantonsregierung einen solchen Vertrag genehmigt, das normalerweise zur Folge habe, dass die Beschwerde gegenstandslos werde, falls der zeitliche Geltungsbereich der festgesetzten Tarife sich mit jenem der vertraglichen Vereinbarung deckt (RKUV 3/2002 E. II 2 S. 214), dass der hoheitlich festgesetzte Tarif rechtsprechungsgemäss gegen- standlos wird, sobald ein neuer Tarif vereinbart und genehmigt wird (Urteil des Bundesverwaltungsgericht C -1918/2018 vom 9. Ju li 2019 E. 5.9 mit Hinweis auf BVGE 2011/61 E. 6.10.4 m.w.H.), dass die Vorinstanz mit Beschluss AI 013.12-422.15-1238114 vom 17. De- zember 2024 den zwischen der CSS Kranken-Versicherung AG und den Ärztegesellschaften der Kantone Graubünden, St. Gallen, Thurgau, Ap- penzell Innerhoden, Appenzell Ausserrhoden, Schaffhausen und Glarus am 30. Oktober 2024 bzw. 14./19./21. November 2024 pendente lite abge- schlossenen neuen Vertragsnachtrag zum Tarifvertrag antragsgemäss und rückwirkend (soweit dieser den Kanton Appenzell Innerhoden betrifft ) ab 1. Januar 2019 genehmigt hat, womit für den Zeitraum 1. Januar 2019 bis 30. Juni 2024 rückwirkend ein vereinbarter und genehmigter TARMED - Taxpunktwert von Fr. 0.83 gilt und ab 1. Juli 2024 ein solcher von Fr. 0.86, dass angesichts der erfolgten Genehmigung des von den Parteien ge- schlossenen neuen Vertragsnachtrags zum Tarifvertrag durch die Standes- kommission des Kantons Appenzell Innerrhoden vom 17. Dezember 2024 der Grund für die weitere Sistierung des vorliegenden Verfahrens dahinge- fallen ist, C-7118/2023 Seite 6 dass gemäss dargestellter Rechtslage das vorliegende Beschwerdever- fahren im einzelrichterlichen Verfahren als gegenstandslos geworden ab- zuschreiben ist (Art. 23 Abs. 1 lit. a VGG), dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, de- ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]), wobei Vorinstanzen keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG), dass die Verfahrenskosten gemäss Art. 6 lit. a VGKE ganz oder teilweise erlassen werden können, wenn das Rechtsmittel ohne erheblichen Auf- wand für das Gericht durch Rückzug oder Vergleich erledigt wird, dass die Verfahrenskosten mit Blick auf das durchgeführte Instruktionsver- fahren mit der Behandlung mehrerer Sistierungsgesuche und deren Ver- längerung sowie prozessualer Anträge (Antrag auf einen Arbeitstarif für die Dauer des Verfahrens, Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung), dem Einholen von Fachberichten (Preisüberwacher, BAG) und dem fast vollständig durchgeführten Schriftenwechsel nur teilweise erlassen werden können, weil nicht mehr von einem unerheblichen Aufwand ausgegangen werden kann, dass die reduzierten Verfahrenskosten auf Fr. 2'000.– festzusetzen sind, dass die Gegenstandslosigkeit des Beschwerdeverfahrens Folge der zwi- schen den Tarifparteien erzielten Einigung ist und damit sowohl von de r Beschwerdeführerin als auch der Beschwerdegegnerin als Tarifparteien bewirkt worden ist, weshalb ihnen die Verfahrenskosten je zur Hälfte auf- zuerlegen sind, dass der von den Beschwerdeführerin zu tragende Anteil an den Verfah- renskosten von Fr. 1'000.– dem geleistet en Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– zu entnehmen und der Restbetrag von Fr. 4'000.– zurückzuer- statten ist, dass bei diesem Verfahrensausgang die Parteikosten antragsgemäss wett- geschlagen werden, wobei der Vorinstanz keine Parteientschädigung zu- zusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE), C-7118/2023 Seite 7 dass die Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversiche- rung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, gemäss Art. 83 Bst. r BGG unzulässig und das vorliegende Urteil somit endgültig ist (vgl. auch BGE 141 V 361). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Es wird festgestellt, dass der Grund für die Si stierung des vorliegenden Verfahrens dahingefallen ist. 2. Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden je zur Hälfte der Beschwer- deführerin und der Beschwerdegegnerin auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin zu tragende Anteil an den Verfahrenskos- ten von Fr. 1'000.– wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– entnommen. Der Restbetrag von Fr. 4'000.– wird zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat für den von ihr zu tragenden Anteil an den Verfahrenskosten innert 30 Tagen ab Erhalt des vorliegenden Urteils den Betrag von Fr. 1'000.– zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: C-7118/2023 Seite 8 Christoph Rohrer Milan Lazic Versand: