<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2003.00049</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203894&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2003.00049</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.12.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung für die Steuerperioden 1.1. - 31.12.1999 und 1.1. - 31.12.2000</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ermessenseinschätzung / Fristwiederherstellung<br/><br/>Die Prüfung der Nichtigkeit einer Ermessenseinschätzung durch das Verwaltungsgericht setzt die Einhaltung der Rechtmittelfristen voraus (E. 2).<br/>Eine Gesellschaft hat sich so zu organisieren, dass sie Rechtsmittelfristen einhalten kann. Die Säumnis von Verwaltungsratsmitgliedern wird der Gesellschaft zugerechnet (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: BESTEUERUNG DER JURISTISCHEN PERSONEN">BESTEUERUNG DER JURISTISCHEN PERSONEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: EinschÃ¤tzungs-,Rekurs- und Beschwerdeverfahren ST: EINSPRACHEVERFAHREN">EINSPRACHEVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSEINSCHÃTZUNG">ERMESSENSEINSCHÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTVERSÃUMNIS">FRISTVERSÃUMNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTWIEDERHERSTELLUNG">FRISTWIEDERHERSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTEINTRETENSENTSCHEID">NICHTEINTRETENSENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTIGKEIT">NICHTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORGANISATIONSVERSCHULDEN">ORGANISATIONSVERSCHULDEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERVERTRETER">STEUERVERTRETER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLUSTVERRECHNUNG">VERLUSTVERRECHNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLUSTVORTRAG">VERLUSTVORTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRETUNGSVERHÃLTNIS">VERTRETUNGSVERHÃLTNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSRAT">VERWALTUNGSRAT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 716a Abs. I OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 717 Abs. I OR</span><br/><span class="gerade">Art. 718I OR</span><br/><span class="ungerade">§ 127 Abs. II StG</span><br/><span class="gerade">§ 140 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 142 Abs. II StG</span><br/><span class="gerade">§ 151 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 10 VO StG</span><br/><span class="gerade">§ 15 Abs. I VO StG</span><br/><span class="ungerade">Art. 55 Abs. II ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Nachdem die A AG trotz Mahnung des kantonalen Steueramts vom 24. Novem­ber 2000 keine SteuererklÃ¤rung 1999 B eingereicht hatte, schÃ¤tzte sie der SteuerkommissÃ¤r am 16. Mai 2001 fÃ¼r die Steuerperiode 1.1. - 31.12.1999 nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 100.- (zum Steuersatz von 4 %) und einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 2'000'000.- (zum Steuersatz von 1,5 â°) ein. In der VerfÃ¼­gung wurde darauf aufmerksam gemacht, dass in der SchÃ¤tzung aktenkundige Vorjahresverluste berÃ¼cksichtigt seien. </p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2000 wurde die A AG nach erfolgloser Mahnung vom 30. November 2001 ebenfalls nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen eingeschÃ¤tzt. Mit VerfÃ¼gung vom 21. MÃ¤rz 2002 setzte der SteuerkommissÃ¤r den steuerbaren Reingewinn auf Fr. 100'000.- (zum Steuersatz von 5 %) und das steuerbare Eigenkapital auf Fr. 2'000'000.- (zum Steuersatz von 1,5 â°) fest.</p> <p class="Urteilstext">Mit Eingaben vom 27. Juni 2002 stellte die Pflichtige ein Gesuch um Wiederherstellung der Einsprachefrist fÃ¼r die EinschÃ¤tzungen der Steuerperioden 1.1. - 31.12.1999 und 2000. Gleichzeitig erhob sie Einsprache und beantragte jeweils einen steuerbaren Gewinn von Fr. 0.-. Am 20. MÃ¤rz 2003 wies das kantonale Steueramt die Fristwiederherstellungsgesu­che ab und trat auf die Einsprachen wegen VerspÃ¤tung nicht ein. Ausserdem auferlegte es der Pflichtigen die Verfahrenskosten.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die gegen die Einspracheentscheide erhobenen Rekurse wies die Steuerrekurskommis­sion II nach Vereinigung der Verfahren am 30. Juni 2003 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 16. September 2003 liess die Pflichtige Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragte, es sei die Nichtigkeit der EinschÃ¤tzungsentscheide festzustellen und unter Aufhebung aller vorinstanzlichen Entscheide sei der steuerbare Reingewinn fÃ¼r die Steuerjahre 1999 und 2000 auf Fr. 0.- festzusetzen. Eventualiter seien die Einsprachefristen wieder herzustellen sowie die Einsprachen mit einer EinschÃ¤tzung von einem steuerbaren Reingewinn mit Fr. 0.- fÃ¼r die Steuerjahre 1999 und 2000 gutzuheissen. Ausserdem verlangte die Pflichtige die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Steuerrekurskommission II auf Vernehmlassung verzichtete, beantragte das kantonale Steueramt Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span> zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. Richtet sich eine Beschwerde ge­gen einen Nichteintretensbeschluss der Rekurskommission oder gegen einen Entscheid, womit die Rekurskommission einen Nichteintretensentscheid des kantonalen Steueramts bestÃ¤tigt hat, so darf das Verwaltungsgericht lediglich prÃ¼fen, ob die vorinstanzliche Beurteilung der Eintretensfrage an beschwerdefÃ¤higen RechtsmÃ¤ngeln leide; ein weiter gehender, materiellrechtlicher Entscheid â namentlich Ã¼ber die EinschÃ¤tzung â ist dem Gericht verwehrt (RB 1999 Nr. 152).</p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht hat sich auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Rekurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekursinstanz zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Gegen den EinschÃ¤tzungsentscheid kÃ¶nnen laut § 140 Abs. 1 StG der Steuerpflichtige und die Gemeinde innert 30 Tagen nach Zustellung beim kantonalen Steueramt schriftlich Einsprache erheben. Die Einhaltung der Frist ist GÃ¼ltigkeitsvoraussetzung des Rechtsmittels. Eine verspÃ¤tete Einsprache ist unwirksam und vermag â Fristwiederherstellung vorbe­halten â keine materielle ÃberprÃ¼fung der EinschÃ¤tzung herbeizufÃ¼hren (RB 1973 Nr. 34 und 1981 Nr. 76). Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts setzt die Feststellung der Nichtigkeit ebenfalls die Einhaltung der Rechtsmittelfrist voraus (RB 1986 Nr. 11).</span></p> <p class="Urteilstext">Der Beurteilung der geltend gemachten Nichtigkeit der EinschÃ¤tzungsentscheide durch das Verwaltungsgericht stehen nach dem Gesagten die verspÃ¤teten Einsprachen entgegen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Anzumerken bleibt immerhin, dass inhaltliche MÃ¤ngel, wie sie der Pflichtige geltend macht, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus GrÃ¼nden der Rechtssicherheit nur in seltenen AusnahmefÃ¤llen eine Nichtigkeit bewirken (BGE 104 Ia 172 E. 2c; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, Rz. 981), nÃ¤mlich nur dann, wenn die Fehler ausserordentlich schwer wiegen und den Verwaltungs­akt praktisch wirkungslos, unsinnig oder unsittlich machen; so beispielsweise, wenn eine VerfÃ¼gung gegen ein unverzichtbares verfassungsmÃ¤ssiges Recht verstÃ¶sst oder wenn eine Steuer einer Person auferlegt wird, die nicht Steuersubjekt ist (vgl. RenÃ© A. Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frank­furt a.M. 1990, Nr. 40 B V e). Ein solcher ausserordentlich schwerer, ohne weiteres erkenn­barer, zur Nichtigkeit fÃ¼hrender Fehler liegt bei einer Ã¼bersetzten Ermessensein­schÃ¤t­zung, wie sie hier vom Pflichtigen fÃ¼r Steuerperiode 1.1. - 31.12.1999 bzw. <br/> 1.1. - 31.12.2000 be­hauptet wird, nicht vor.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 127 Abs. 2 StG sind VerfÃ¼gungen und Entscheide dem (vertraglichen) Vertreter zuzustellen. Die direkte Zustellung an den Steuerpflichtigen ist zwar ebenfalls gÃ¼ltig, steht aber unter dem Vorbehalt der Fristwiederherstellung (§ 10 der Verordnung zum Steuergesetz vom 1. April 1998 [VO StG]). Die SteuerbehÃ¶rde ist zur Zustellung an den Vertreter verpflichtet, sofern und solange das VertretungsverhÃ¤ltnis der BehÃ¶rde bekannt ist (BGE 113 Ib 296 E. 2b). </p> <p class="Urteilstext"><span>Ein VertretungsverhÃ¤ltnis bestand allein fÃ¼r das Einspracheverfahren im Steuerjahr 1995. In den SteuererklÃ¤rungen 1997 und 1998 wurde der aktuelle Vertreter nur als Ansprech­partner fÃ¼r RÃ¼ckfragen aufgefÃ¼hrt, das Feld fÃ¼r den zur Entgegennahme von Auflagen und Entscheiden bevollmÃ¤chtigten Vertreter blieb jeweils leer. Damit durfte der Steu­erkom­missÃ¤r die EinschÃ¤tzungsverfÃ¼gung vom 16. Mai 2001 und 21. MÃ¤rz 2002 der Pflichtigen direkt zustellen. Auch wenn man aufgrund der SteuererklÃ¤rungen 1997 und 1998 von einem VertretungsverhÃ¤ltnis ausginge, wÃ¤re aufgrund der fehlenden SteuererklÃ¤­rungen 1999 A, 1999 B und 2000 unklar gewesen, ob zu diesen Zeitpunkten noch ein VertretungsverhÃ¤ltnis bestanden hat.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die Wiederherstellung einer versÃ¤umten Frist ist laut § 15 Abs. 1 VO StG zu gewÃ¤h­ren, wenn die steuerpflichtige Person nachweist, dass sie oder ihre Vertretung ohne Verschulden entweder von der Fristansetzung nicht rechtzeitig Kenntnis erhielt oder durch schwer wiegende GrÃ¼nde an der Einhaltung der Frist verhindert wurde. Die Voraussetzungen fÃ¼r die Wiederherstellung sind namentlich gegeben, wenn ein unvorhergesehener Verhinderungsgrund eintritt, der bis zum Ende der Frist andauert oder zumindest so lange bestehen bleibt, dass die insgesamt zur VerfÃ¼gung stehende bzw. die verbleibende Zeit zur Einhaltung der Frist objektiv nicht mehr ausreicht (Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kauf­mann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 129 N. 22). Die WiederherstellungsgrÃ¼nde sind von der pflichtigen Person zu substanziieren (RB 1988 Nr. 11); fehlt eine derartige Sachverhaltsdarstellung, so ist weder eine amtliche Untersuchung Ã¼ber die massgebenden Tatsachen zu fÃ¼hren noch der pflichtigen Person Frist zur Verbesserung des Gesuchs anzusetzen (RB 1979 Nr. 51).</span></p> <p class="Urteilstext">Nach einhelliger Lehre und Rechtsprechung verfÃ¼gen die BehÃ¶rden, die einen Wiederherstellungsgrund beurteilen mÃ¼ssen, Ã¼ber einen weiten Spielraum. Im Interesse der Rechtssicherheit und eines geordneten Rechtsgangs darf dabei ein Hinderungsgrund nicht leichthin angenommen werden. Ein solcher ist nach dem praxisgemÃ¤ss strengen Massstab nur zu be­jahen, wenn dem Gesuchsteller auch bei Aufwendung der Ã¼blichen Sorgfalt die Wahrung seiner Interessen verunmÃ¶glicht oder unzumutbar erschwert wird. So ist insbesondere aner­kannt, dass nur eine Krankheit von erheblicher Schwere einen Hinderungsgrund darstellen kann (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 12 N. 15).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Es ist unbestritten, dass die Pflichtige die Frist zur Einsprache gegen die EinschÃ¤t­zungsverfÃ¼gungen vom 16. Mai 2001 und vom 21. MÃ¤rz 2002 versÃ¤umt hat. Indessen besteht Streit darÃ¼ber, ob ihr dieses VersÃ¤umnis angelastet werden kann. </span></p> <p class="Urteilstext">Die Pflichtige macht geltend, dass ihr VerwaltungsratsprÃ¤sident B, der sich um alle finanziellen und steuerlichen Angelegenheiten der Pflichtigen kÃ¼mmere, aus gesundheitlichen GrÃ¼nden wÃ¤hrend 22 Monaten â vom 27. Juli 2000 bis Ende Mai 2002 â vollstÃ¤ndig ausgefallen sei. Wegen der starken BeeintrÃ¤chtigung seiner Leistungs- und KonzentrationsfÃ¤higkeit sei er nicht mehr in der Lage gewesen, seine Aufgaben zu delegieren; er hÃ¤tte seine geschÃ¤ftlich wenig erfahrene Ehefrau und MitverwaltungsrÃ¤tin nicht mehr darauf hinweisen kÃ¶nnen, dass sie sein Ausfallen kompensieren mÃ¼sse. Das der Pflichtigen von den Vorinstanzen vorgeworfene Organisationsverschulden treffe in diesem Fall nicht zu, da es sich bei der Pflichtigen um eine kleinere Unternehmung â mit einfachen Strukturen und relativ wenig Personal â handle, bei welcher ein weniger strenger Massstab angelegt werden mÃ¼sse. Selbst, wenn seiner Ehefrau die Post vorgelegt worden wÃ¤re, hÃ¤tte sie als Laie in Finanz- und Steuerfragen die Bedeutung der EinschÃ¤tzungsmitteilung fÃ¼r das Jahr 1999 niemals erkennen kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. </span><span>718 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) wird eine Aktiengesellschaft durch den Verwaltungsrat vertreten, der sie durch Abschluss von RechtsgeschÃ¤ften und sein sonstiges Verhalten verpflichtet (Art. 55 Abs. 2 des Zivilgesetzbuches). Der Verwaltungsrat ist auch zustÃ¤ndig fÃ¼r die GeschÃ¤ftsfÃ¼hrung, soweit er sie nicht Ã¼bertragen hat (Art. 716 Abs. 2 OR); auf jeden Fall obliegt ihm unter anderem die Oberleitung der Gesellschaft, die Festlegung der Organisation und die Oberaufsicht Ã¼ber die GeschÃ¤ftsfÃ¼hrung (Art. 716a Abs. 1 OR). Die Mitglieder des Verwaltungsrats haben ihre Aufgaben laut Art. 717 Abs. 1 OR "mit aller Sorgfalt" zu erfÃ¼llen. </span></p> <p class="Urteilstext">FÃ¤llt der geschÃ¤ftsfÃ¼hrende PrÃ¤sident des Verwaltungsrats aus, ist es Aufgabe des verbleibenden Verwaltungsratsmitglieds dafÃ¼r zu sorgen, dass die Gesellschaft ihren gesetzlichen Pflichten weiter nachkommt und die ihr in diesem Zusammenhang zustehenden Rechte wahrnimmt, falls dies in ihrem Interesse ist (vgl. RB 1975 Nr. 60). C wusste als Ehefrau von B von dessen gesundheitlichen Problemen und hÃ¤tte als Verwaltungsratsmitglied der Pflichtigen die nÃ¶tigen Vorkehrungen treffen mÃ¼ssen, damit diese wÃ¤hrend der lang dauernden GeschÃ¤ftsunfÃ¤higkeit des VerwaltungsratsprÃ¤sidenten ihre steuerlichen Pflichten erfÃ¼llt. Dass sie dies nicht getan hat, ist ihr und damit der pflichtigen Gesellschaft anzulasten, weshalb auch die VersÃ¤umnis der Einsprachefristen nicht als unverschuldet gelten kann. Nichts an den gesetzlichen Pflichten des Verwaltungsrats Ã¤ndern die GrÃ¶sse einer Aktiengesellschaft oder die geschÃ¤ftliche Unerfahrenheit eines Verwaltungsratsmitglieds; vielmehr besteht bei fehlendem SachverstÃ¤ndnis die Pflicht, einen Experten beizuziehen (vgl. BGE 114 V 219 E. 4a). </p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanzen haben der Pflichtigen die Wiederherstellung der Einsprachefristen zu Recht verweigert. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>Die Kostenverlegung in den Einsprache- und im Rekursverfahren ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. Da die Pflichtige ein Verschulden bei der NichterfÃ¼llung der De­klarationspflicht trifft, durfte ihr der SteuerkommissÃ¤r die Kosten der Einspracheverfahren auferlegen (§ 142 Abs. 2 StG). Ebenso hat die Rekurskommission rechtmÃ¤ssig gehandelt, indem sie die Kosten gemÃ¤ss § 151 Abs. 1 StG der unterliegenden Pflichtigen auferlegt hat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemÃ¤ss der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG). Ebenfalls bleibt ihr bei diesem Verfahrensausgang eine ParteientschÃ¤digung versagt (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG).</span></p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet <span>die Kammer</span>:</p> <p class="Dispo"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Dispo"><span>2.<span> </span></span><span>Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Dispo"><span>3.<span> </span></span><span> Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Dispo"><span>4.<span> </span></span><span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Dispo"><span>5.<span> </span></span><span>â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>