<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: DR.2000.00002</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105839&amp;W10_KEY=13013580&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>DR.2000.00002</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.12.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Entzug der Führungsfunktion</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Unterscheidung zwischen disziplinarischen und administrativen Anordnungen muss infolge uneinheitlichen Rechtsschutzes noch immer getroffen werden. Dabei kommt es nicht auf die Bezeichnung sondern auf die 'wahre Natur' der Entlassung an. Eine administrative Entlassung ist trotz Disziplinarfehlern dann zulässig, wenn neben den disziplinarischen Vorwürfen auch ausreichende, verschuldensunabhängige Gründe für eine solche bestehen (E. 1b). Die Rekursinstanz ist zur Aufhebung personalrechtlicher Anordnungen befugt; eine solche ist jedoch nicht zwingend. Die Rekursinstanz kann im Fall eines solchen Verzichts eine Entschädigung festsetzen (E. 2a). I.c. war die Festsetzung einer Entschädigung zulässig. § 52 Abs. 1 AngestelltenV verweist auf das OR: Der Rückgriff auf Art. 336a OR zur Festsetzung der Entschädigung ist zulässig. Es handelt sich jedoch bei der Entschädigung nicht um einen Schadenersatz im klassischen Sinn, sondern um eine der Konventionalstrafe nahekommende Entschädigung mit pönalem Charakter und Genugtuungsfunktion, weshalb die Entschädigung nicht auf die Differenz zwischen der bisherigen und der neuen Besoldung, sondern auf maximal 6 Monatslöhne beschränkt ist (E. 3). I.c. scheint unter Berücksichtigung aller massgeblichen Faktoren 2 volle Monatslöhne als angemessen.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ADMINISTRATIV">ADMINISTRATIV</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISZIPLINARISCH">DISZIPLINARISCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: DISZIPLINARRECHT">DISZIPLINARRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISZIPLINARREKURS">DISZIPLINARREKURS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTSCHÃDIGUNG">ENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIANTRAG">PARTEIANTRAG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 52 lit. I AngestelltenV</span><br/><span class="gerade">§ 61 OGRR</span><br/><span class="ungerade">§ 62 OGRR</span><br/><span class="gerade">Art. 336a OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 1 lit. II OrdnungsstrafG</span><br/><span class="gerade">§ 63 lit. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 76 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A arbeitete seit dem 9. Mai 1977 als Hausangestellter und seit dem 1. Januar 1991 als Equipenleiter im Haus-/Reinigungsdienst des Spital C. Mit VerfÃ¼gung vom 17. Dezember 1998 entzog ihm das Spital per 1. April 1999 diese FÃ¼h­rungsfunktion und setzte ihn wieder als normalen Hausangestellten ein, weil er einer ihm unterstellten Mitar­beiterin die geforderte Hilfe gegenÃ¼ber sexuellen Ãbergriffen nicht ge­wÃ¤hrt, sondern ihre Situation ausgenÃ¼tzt und seinerseits unerwÃ¼nschte AnnÃ¤herungsversu­che unternommen habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Hiergegen erhob A am 20. Dezember 1998 Rekurs mit der Folge, dass er weiter­hin in seiner bisherigen Funktion tÃ¤tig blieb. Am 19. Juli 2000 entschied die Ge­sundheits­direktion Ã¼ber den Rekurs wie folgt:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> "I. Der Rekurs von A gegen die VerfÃ¼gung des Spital C vom 17. Dezem­ber 1998 betreffend Entzug der FÃ¼hrungsfunktion wird gutgeheissen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> II. Die dreimonatige KÃ¼ndigungsfrist beginnt ab Mitteilung der VerfÃ¼­gung zu laufen. Das ArbeitsverhÃ¤ltnis als Equipenleiter wird auf Ende eines Monats aufgelÃ¶st.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> III. Es wird davon Vormerk genommen, dass das Spital C A als Haus­­angestellten beschÃ¤ftigt. Das Spital wird angewiesen, den Lohn festzu­legen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> IV. Das Spital wird angewiesen, dem Rekurrenten eine EntschÃ¤digung in der HÃ¶he der dreimaligen Differenz (Monatslohn Equipenleiter minus Monatslohn Hausangestellter) zu entrichten, zahlbar innert 30 Tagen ab Zustellung dieses Entscheids.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> ....."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Als zulÃ¤ssiges Rechtsmittel wurde die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ge­nannt und festgehalten, dass dieser keine aufschiebende Wirkung zukomme. Aus der Be­grÃ¼ndung ist festzuhalten: Auf das beim Inkrafttreten des Personalgesetzes (vom 27. Sep­tember 1998; PG) am 1. Juli 1999 bereits gekÃ¼ndigte, aber noch nicht aufgelÃ¶ste Arbeits­verhÃ¤ltnis sei noch die Verordnung Ã¼ber das DienstverhÃ¤ltnis der Angestellten der Verwal­tung vom 26.</span> <span>Juni 1991 (AngestelltenV) anwendbar. Die Vorinstanz habe nicht eine KÃ¼n­di­gung, sondern die mildere Sanktion der RÃ¼ckversetzung als geeignete Massnahme ange­sehen. Aufgrund der vorliegenden Akten und nachdem D, die A be­schuldigt habe, zu wei­teren Aussagen nicht mehr bereit sei, lasse sich der Sachverhalt nicht mehr hinreichend klÃ¤ren und der zur GehÃ¶rswahrung gebotene Einbezug von A in das Untersuchungsverfah­ren nicht mehr bewerkstelligen, weshalb der Rekurs gutzu­heis­sen sei. Der Entzug der FÃ¼h­rungsfunktion stelle eine ÃnderungskÃ¼ndigung dar; die KÃ¼ndi­gungsfrist (6 Monate; vgl. act. 8/42) laufe ab ErÃ¶ffnung des Rekursentscheids. Wie bei ei­ner KÃ¼ndigung fÃ¼hre die Gut­heissung des Rekurses nicht zur WeiterbeschÃ¤fti­gung in der bis­herigen Funktion, son­dern lediglich zu einer EntschÃ¤digung, welche auf­grund der Ver­weisung von § 52 Ange­stelltenV nach den GrundsÃ¤tzen von Art. 336a des Obliga­tionen­rechts (OR) zu bemessen sei, wobei sich â was nÃ¤her begrÃ¼ndet wird â die Festsetzung der EntschÃ¤digung auf das Dreifache der Differenz zwischen dem bisherigen und dem Lohn in der tieferen Funktion als angemessen erweise.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen den Rekursentscheid liess A am 19. September 2000 Diszipli­narrekurs an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, die RÃ¼ckstufung aufzuheben und den Rekurrenten wie bisher zu besolden; eventuell sei die PÃ¶nalentschÃ¤digung auf zwei volle MonatslÃ¶hne festzusetzen. Die Kosten seien der Gegenpartei aufzuerlegen und diese zur Bezahlung der (im Detail belegten) Vertretungskosten des Rekurrenten zu ver­pflichten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zur BegrÃ¼ndung wurde vorgebracht, die RÃ¼ckstufung stelle eine Disziplinarmass­nah­me dar, welche das Verwaltungsgericht uneingeschrÃ¤nkt Ã¼berprÃ¼fen und insbesondere auch aufheben kÃ¶nne, da keiner der TatbestÃ¤nde von § 80 Abs. 2 VRG gegeben sei. Falls das Gericht gleichwohl nur eine EntschÃ¤digung zusprechen kÃ¶nne, sei sie auf drei (sic!) volle MonatslÃ¶hne festzusetzen, da die EntschÃ¤digung von insgesamt Fr. 900.-, welche die Vorinstanz zugesprochen habe, den UmstÃ¤nden in keiner Weise Rechnung trage.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorinstanz liess am 24. Oktober 2000 Abweisung der "Beschwerde" beantra­gen. Das Spital C als Rekursgegner liess sich nicht vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat entgegen der Rechtsmittelbelehrung im angefochtenen Entscheid keine (personalrechtliche) Beschwerde, sondern ausdrÃ¼cklich Rekurs erhoben mit der BegrÃ¼ndung, bei der RÃ¼ckversetzung des Rekurrenten handle es sich um eine Dis­zi­plinarmassnahme. Hingegen lÃ¤sst die Vorinstanz vorbringen, dass "es sich bei der von der Rekursinstanz getroffenen Massnahme nicht um eine disziplinarische RÃ¼ckstufung" handle, sondern um eine TeilkÃ¼ndigung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach § 76 Abs. 1 (Randtitel: II. Disziplinarrekurs/1. Anfechtbare Anordnungen) des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (in der am 1. Januar 1998 in Kraft getretenen Fassung vom 8. Juni 1997; VRG) kÃ¶nnen mit dem Rekurs an das Verwaltungs­gericht Disziplinarmassnahmen des Regierungsrats, der obersten kantonalen Gerichte, des Erziehungsrats, des Kirchenrats und der rÃ¶misch-katholischen Zentralkomission, des Om­budsmanns sowie erstinstanzliche Rekursentscheide Ã¼ber Disziplinarmassnahmen anderer Organe angefochten werden. Ausgeschlossen ist der Rekurs gegen Verweise (Abs. 2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die angefochtene VerfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion stellt einen erstinstanzlichen Rekursentscheid dar, doch stellt sich die Frage, ob er eine Disziplinarmassnahme betrifft. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Bei Erlass der angefochtenen Anordnung am 17. Dezember 1998 stand das kan­tonale Personalgesetz noch nicht in Kraft und unterlagen die kantonalen Angestellten dem kantonalen Disziplinarrecht, welches in den per 1. Juli 1999 aufgehobenen §§ 61 f. des Ge­setzes betreffend die Organisation und GeschÃ¤ftsordnung des Regierungsrates und sei­ner Direktionen vom 26. Februar 1899 sowie im Gesetz betreffend die Ordnungsstrafen (Ord­nungsstrafengesetz) vom 30. Oktober 1866 geregelt war. Dass es sich bei der ange­foch­te­nen Anordnung um eine disziplinarische Massnahme handelt, kann deshalb nicht von vorn­herein ausgeschlossen werden. Dass ab dem 1. Juli 1999 die kantonalen Ange­stellten nicht mehr dem Disziplinarrecht des Ordnungsstrafengesetzes unterstellt sind (vgl. § 1 Abs. 2 in der Fassung vom 27. September 1998) und § 30 PG als einzige Disziplinar­massnahme fÃ¼r kantonale Angestellte noch den Verweis vorsieht, vermag daran nichts zu Ã¤ndern.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Unterscheidung zwischen disziplinarischen und anderen (administrativen) Ein­griffen in Ã¶ffentlichrechtliche DienstverhÃ¤ltnisse hat Lehre und Rechtsprechung insbe­son­dere im Zusammenhang mit Entlassungen beschÃ¤ftigt, und zwar vor allem deshalb, weil disziplinarische Massnahmen seit jeher nur aufgrund eines formstrengen Verfahrens ange­ordnet werden konnten und sie schon frÃ¼h der Verwaltungsgerichtskontrolle unterworfen waren (vgl. Tomas Poledna, Disziplinarische und administrative Entlassung von Beam­ten â vom Sinn und Unsinn einer Unterscheidung, ZBl 96/1995, S. 59). Mit dem Ausbau des Rechtsschutzes auch gegenÃ¼ber administrativen Anordnungen (vgl. Andreas Keiser, Rechtsschutz im Ã¶ffentlichen Personalrecht nach dem revidierten Verwaltungsrechtspfle­gegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZBl 99/1998, S. 194 ff.) hat die Unterscheidung an prakti­scher Bedeutung zwar verloren, muss aber wegen des nicht einheitlichen Rechtsschutzes gleichwohl noch getroffen werden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. Aufl., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 74-78d N. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In der Pra­xis wird zwischen disziplinari­schen und administrativen Anordnungen nicht immer klar unterschieden. Es kommt daher vor, dass ein Beamter trotz einer schuld­haften Dienst­pflichtverletzung nicht dis­ziplinarisch, sondern administra­tiv entlassen wird (vgl. Elmar Mario Jud, Besonderheiten Ã¶ffentlichrechtlicher DienstverhÃ¤ltnisse nach schwei­­zerischen Recht, insbesondere deren Beendigung aus nichtdisziplinarischen GrÃ¼n­den, St. Gallen 1975, S. 191). Die Frage, ob eine solche administra­tive Entlassung zulÃ¤ssig sei, wird von Literatur und Recht­sprechung unterschiedlich beurteilt. Einigkeit besteht zu­nÃ¤chst darin, dass es bei einer soforti­gen Entlassung nicht auf deren Bezeichnung, sondern auf die "wahre Natur" ankommt (Walter Hinterberger, Disziplinarfehler und Disziplinar­mass­­nahmen im Recht des Ã¶ffentlichen Dienstes, St. Gallen 1986, S. 341). Der Betroffene darf durch eine vorgeschobene Bezeichnung oder BegrÃ¼ndung der Entlas­sung nicht um den im Disziplinarrecht verankerten Rechts­schutz gebracht werden (Hinterberger, a.a.O., mit Hinweisen auf die Praxis des Bundesgerichts, insbesondere auf BGE 100 Ib 21 ff. und 81 I 239 ff.; RB 1976 Nrn. 20 und 21). WÃ¤hrend sich einzelne Autoren dafÃ¼r aussprechen, dass eine Dienst­pflichtverletzung ‑ zumindest wenn sie fahrlÃ¤ssig begangen worden ist und der Beamte da­durch fÃ¼r seine Arbeit objektiv als ungeeignet erscheint ‑ die Entlassung aus wich­tigen GrÃ¼nden nicht ausschliesst, er­achtet die herrschende Lehre eine administrative Entlassung grundsÃ¤tzlich als unzulÃ¤ssig, wenn die wichtigen GrÃ¼nde in einem disziplin­widrigen Verhal­ten liegen (Hinterberger, a.a.O., S. 340 ff.). Nach der neueren Praxis des Verwaltungsgerichts ist trotz Disziplinarfehlern eine administrative Entlassung zulÃ¤ssig, wenn neben den disziplinarischen VorwÃ¼rfen auch ausreichende, verschuldensunabhÃ¤ngige GrÃ¼nde fÃ¼r eine administrative Entlassung bestehen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 76 N. 8, mit Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die angefochtene VerfÃ¼gung vom 17. Dezember 1998 lÃ¤sst nicht erkennen, auf welche Rechtsgrundlage sie sich stÃ¼tzt. Immerhin ist von "Sanktionen" die Rede, was fÃ¼r eine disziplinarische Massnahme spricht. Und auch im Bericht von RechtsanwÃ¤ltin E vom 9. November 1998, auf den die VerfÃ¼gung ausdrÃ¼cklich Bezug nimmt, wird die "Dis­zipli­nierung" der Beschuldigten empfohlen (act. 8/13/5 S. 4). In der Stellungnahme zum Re­kurs vom 1. Juni 1999 spricht das Spital wiederum von "Sanktionen". Entscheidender ist je­doch, dass der Vorwurf, der Rekurrent habe seinerseits unerwÃ¼nschte AnnÃ¤herungsversu­che unternommen, eindeutig einen Disziplinarfehler betrifft und anders als das Unterlassen der von der Untergebenen benÃ¶tigten Hilfe, was auch auf blosse UnfÃ¤higkeit als Vorge­­setzter zurÃ¼ckgefÃ¼hrt werden kann, einen Verschuldensvorwurf notwendigerweise mitein­schliesst. Die RÃ¼ckversetzung des Rekurrenten ist deshalb als Disziplinarmassnahme zu wÃ¼r­digen. Dass die Gesundheitsdirektion als RekursbehÃ¶rde sie anders aufgefasst haben will, vermag daran nichts zu Ã¤ndern. Auf den Rekurs ist deshalb einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die Gesundheitsdirektion als Rekursinstanz ist zum Schluss gekommen, dass sich aufgrund des unzureichend geklÃ¤rten und klÃ¤rbaren Sachverhalts der Entzug der FÃ¼h­rungsfunktion des Rekurrenten als nicht gerechtfertigt erweise. Gleichwohl hat sie diese An­ordnung nicht aufgehoben, sondern dem Rekurrenten nur eine EntschÃ¤digung zugespro­chen. Der Rekurrent hÃ¤lt dies fÃ¼r unzulÃ¤ssig; wenn die Rekursinstanz die RÃ¼ckstufung als ungerechtfertigt beurteilt habe, hÃ¤tte dies zwingend zur Aufhebung der angefochtenen An­ordnung und damit zur Wiedereinsetzung des Rekurrenten in seine FÃ¼hrungsfunktion fÃ¼h­ren mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Wie das Verwaltungsgericht schon verschiedentlich erkannt hat, ist die Rekursin­stanz gemÃ¤ss § 27 VRG zur Aufhebung einer personalrechtlichen Anordnung befugt und kann deshalb die Gutheissung eines Rekurses gegen die AuflÃ¶sung eines ArbeitsverhÃ¤ltnis­ses dessen WeiterfÃ¼hrung zur Folge haben. Wie das Verwaltungsgericht jedoch stets betont hat, ist diese Folge nicht zwingend, sondern kann </span>in vielen FÃ¤llen die Aufhebung der KÃ¼n­digung oder fristlosen Entlassung und die Anordnung der Wiedereinstellung auf Grund des Zeitablaufs, der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse der Beteiligten oder anderer UmstÃ¤nde un­zweck­­­mÃ¤ssig sein (VGr, 8. Juli 1998, PB.98.00002; VGr, 3. November 1999; DR.99.00003); zu­dem kÃ¶nne im Fall eines solchen Verzichts die EntschÃ¤digung bereits im Rekursverfahren festgesetzt werden (Bea Rotach Tomschin, Die Revision des ZÃ¼rcher Verwaltungsrechts­pflegegesetzes, ZBl 98/1997, S. 452 Fn 82; Keiser, S. 215). Dies muss auch hier gelten, wo es nicht um eine Entlassung, sondern um den Entzug einer FÃ¼hrungs­funktion geht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Gesundheitsdirektion hat die RÃ¼ckstufung des Rekurrenten als ungerechtfer­tigt gewÃ¼rdigt, weil sich der Sachverhalt nicht mehr hinreichend klÃ¤ren lasse, und nicht weil sich die gegen den Rekurrenten erhobenen VorwÃ¼rfe als haltlos erwiesen. So wenig wie sich diese VorwÃ¼rfe rechtsgenÃ¼gend erhÃ¤rten liessen, so wenig liess sich der Verdacht vollstÃ¤ndig ausrÃ¤umen, dass sich der Rekurrent so verhalten haben kÃ¶nnte, wie dies die be­troffene Mitarbeiterin angezeigt hatte. Unter diesen UmstÃ¤nden durfte die Vorinstanz auf die Wiedereinsetzung des Rekurrenten in seine frÃ¼here Funktion verzichten und ihm statt dessen eine EntschÃ¤digung zusprechen; es wÃ¤re offenkundig unzweckmÃ¤ssig, die Rekurs­gegnerschaft gegen ihren Willen zu verpflichten, einen Mitarbeiter, zu dem sie das Ver­trauen verloren hat, weiterhin in einer FÃ¼hrungsfunktion zu beschÃ¤ftigen. Bei diesem Er­geb­nis braucht nicht entschieden zu werden, ob die BeschrÃ¤nkung der Entscheidungsbe­fug­nis gemÃ¤ss § 80 Abs. 2 VRG es dem Verwaltungsgericht verwehren wÃ¼rde, eine als Diszi­plinarmassnahme verfÃ¼gte RÃ¼ckversetzung aus einer FÃ¼hrungsfunktion wieder rÃ¼ck­gÃ¤ngig zu machen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Laut § 52 Abs. 1 AngestelltenV gelten beim Fehlen entsprechender Regelungen im kantonalen Personalrecht sinngemÃ¤ss das Schweizerische Obligationenrecht und das Ã¶ffentliche Arbeitsrecht des Bundes. Die Vorinstanz hat deshalb zulÃ¤ssigerweise fÃ¼r die Festsetzung der dem Rekurrenten zu leistenden EntschÃ¤digung auf Art. 336a OR zurÃ¼ck­gegriffen. Dabei ist sie zunÃ¤chst richtigerweise davon ausgegangen, dass der Sache nach der Rekurrent in seiner bisherigen Funktion entlassen und in einer tiefer eingestuften neu eingestellt wird. Entgegen ihrer Auffassung kann dies aber nicht dazu fÃ¼hren, dass der Re­kurrent gemÃ¤ss Art. 336a Abs. 2 OR von vornherein nur maximal das sechsfache der mo­natlichen Besoldungsdifferenz soll beanspruchen kÃ¶nnen. Die Vorinstanz Ã¼bersieht damit, dass es sich bei dieser EntschÃ¤digung nicht um Schadenersatz im klassischen Sinne han­delt, sondern die EntschÃ¤digung einer Konventionalstrafe nahekommt, die einerseits die Ahndung der ungerechtfertigten AuflÃ¶sung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses bezweckt und anderer­seits dem betroffenen Arbeitnehmer Genugtuung verschaffen will (BGE 123 III 391 E. 3 = Pra 87/1998 Nr. 24; Bundesgericht, 8. Januar 1999, Pra 88/1999 Nr. 112). So wenig es des­halb zulÃ¤ssig sein kann, die bei einem neuen Arbeitgeber erzielte Besoldung anzurech­nen, so wenig kann auch das beim nÃ¤mlichen Arbeitgeber fÃ¼r die tiefere Funktion ausge­richtete SalÃ¤r berÃ¼cksichtigt werden. Dieses ist nur insofern von Bedeutung, als bei der Bemessung der EntschÃ¤digung neben den Ã¼brigen UmstÃ¤nden, wie Dauer des Arbeitsver­hÃ¤ltnisses, Schwe­re der Verletzung der PersÃ¶nlichkeit der entlassenen Person, Verhalten der Parteien bei der KÃ¼ndigung, Mitverschulden des Entlassenen und dergleichen, auch die wirtschaft­lichen Folgen der KÃ¼ndigung zu beachten sind (BGE 123 III 391 E. 3 = Pra 87/1998 Nr. 24; Bundesgericht, 8. Januar 1999, Pra 88/1999 Nr. 112). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Hier sind zu Gunsten des Rekurrenten insbesondere die langjÃ¤hrige Dauer des An­stellungsverhÃ¤ltnisses und die mit dem unbewiesen gebliebenen Vorwurf der sexuellen BelÃ¤stigung erhebliche PersÃ¶nlichkeitsverletzung zu berÃ¼cksichtigen. Andererseits ist in Rechnung zu stellen, dass die Rekursgegnerschaft aufgrund der Anzeige einer Mitarbeite­rin zum Handeln gezwungen war und aufgrund der spÃ¤teren Weigerung dieser Mitarbeite­rin zu weiteren Aussagen in einen Beweisnotstand geriet. Sodann kann der Re­kurrent wei­terhin als Hausangestellter tÃ¤tig sein, sodass sich die wirtschaftlichen Folgen auf die Lohn­einbusse von ca. Fr. 300.- monatlich beschrÃ¤nken. Die Zusprechung einer Ent­schÃ¤digung von zwei vollen Monatsbesoldungen (2 mal 1/12 der Jahresbesoldung, ohne Abzug von SozialversicherungsbeitrÃ¤gen; vgl. BGE 123 V 5) erweist sich damit als ange­messen; an­ders als die von der Vorinstanz festgesetzte EntschÃ¤digung von rund neunhun­dert Franken, ist eine solche EntschÃ¤digung betragsmÃ¤ssig geeignet, auch bei einem Ar­beitgeber wie dem Spital C einen gewissen Eindruck zu hinterlassen und trÃ¤gt insofern auch der ihr zugedach­ten Straffunktion Rechnung, wÃ¤hrend sie andererseits vom Rekurrenten als Genugtuung fÃ¼r die ungerechtfertigte RÃ¼ckversetzung verstanden werden kann. Mit der Zusprechung von zwei MonatslÃ¶hnen kann offen bleiben, ob hinsichtlich der Bindung des Gerichts an die Partei­antrÃ¤ge (§ 63 Abs. 2 VRG) die in der RekursantrÃ¤gen eventualiter geforderten 2 Mo­nate oder die in der BegrÃ¼ndung erwÃ¤hnten 3 Monate massgeblich sind.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. ...</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Rekursgegnerschaft wird verpflichtet, dem Rekurrenten eine EntschÃ¤digung von 2/12 einer Jahresbesoldung des von ihm als Equipenleiters zuletzt erzielten SalÃ¤rs zu bezahlen, ohne Abzug von Sozialversiche­rungsbeitrÃ¤gen. Im Ã¼brigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>