<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">122</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>19</b></span> <span class="ft2"><b>Zonenkonformität und immissionsrechtliche Beurteilung einer hobby-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>mässigen Hühnerhaltung und -zucht in einer Wohnzone.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 18. Juni 2012 in Sachen A.</span><br/> <span class="ft3">gegen B., C., D. und E. sowie Departement BVU und Gemeinderat F.</span><br/> <span class="ft3">(WBE.2011.114).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">123</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">2.1.</span><br/> <span class="ft1">Streitig ist die hobbymässige Haltung und Zucht von Zwerg-</span><br/> <span class="ft1">hähnen im Wohngebiet. Ein Verbot oder eine Beschränkung der</span><br/> <span class="ft1">Hähnehaltung und -zucht lässt sich - rein dogmatisch betrachtet -</span><br/> <span class="ft1">entweder mit immissionsrechtlichen Gesichtspunkten oder aber mit</span><br/> <span class="ft1">fehlender Zonenkonformität begründen.</span><br/> <span class="ft1">2.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Lärmimmissionen, die von den Hähnen der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">gegner ausgehen, beurteilen sich grundsätzlich nach der Umwelt-</span><br/> <span class="ft1">schutzgesetzgebung des Bundes, namentlich nach dem Bundesgesetz</span><br/> <span class="ft1">über den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (USG; SR 814.01) und</span><br/> <span class="ft1">der Lärmschutz-Verordnung vom 15.</span> <span class="ft1">Dezember 1986 (LSV;</span><br/> <span class="ft1">SR 814.41). Das kantonale und das kommunale Recht verliert</span><br/> <span class="ft1">diesbezüglich seine selbständige Bedeutung, soweit sich dessen</span><br/> <span class="ft1">materieller Gehalt mit dem Bundesrecht deckt oder weniger weit</span><br/> <span class="ft1">geht als dieses; es behält sie nur dort, wo es die bundesrechtlichen</span><br/> <span class="ft1">Bedingungen ergänzt oder - soweit erlaubt - verschärft (vgl. Art. 65</span><br/> <span class="ft1">USG). In diesem Sinne kommt beispielsweise Bestimmungen des</span><br/> <span class="ft1">kantonalen und kommunalen Rechts, die einzig zum Zweck haben,</span><br/> <span class="ft1">schädigende Einwirkungen quantitativ zu begrenzen, also etwa kom-</span><br/> <span class="ft1">munalen immissionsbeschränkenden Nutzungsvorschriften, keine</span><br/> <span class="ft1">selbständige Bedeutung mehr zu, sofern im Bundesrecht nicht</span><br/> <span class="ft1">ausdrücklich eine kantonale Kompetenz vorbehalten wird</span><br/> <span class="ft1">(AGVE 1998, S. 317 f.).</span><br/> <span class="ft1">Die städtebaulichen und raumplanerischen Vorschriften des</span><br/> <span class="ft1">kantonalen und kommunalen Rechts besitzen demgegenüber nach</span><br/> <span class="ft1">wie vor selbständigen Gehalt, soweit sie die Frage regeln, ob eine</span><br/> <span class="ft1">Baute an einem bestimmten Ort erstellt und der vorgesehenen</span><br/> <span class="ft1">Zweckbestimmung übergeben werden darf. Weiterhin bleibt es somit</span><br/> <span class="ft1">dem kantonalen und kommunalen Recht überlassen, die für den</span><br/> <span class="ft1">Charakter eines Quartiers wesentlichen Vorschriften bezüglich Nut-</span><br/> <span class="ft1">zungsart und -intensität zu erlassen, wobei diese Vorschriften</span><br/> <span class="ft1">mittelbar ebenfalls dem Schutz der Nachbarn vor Übelständen ver-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">124</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">schiedenster Art dienen können. Sie behalten ihren selbständigen</span><br/> <span class="ft1">Gehalt, wenn sie zwar auch, jedoch nicht ausschliesslich auf Zwecke</span><br/> <span class="ft1">abzielen, die vom formellen Bundesumweltschutzrecht abgedeckt</span><br/> <span class="ft1">werden. So können etwa Bauten und Betriebe, die mit dem Charakter</span><br/> <span class="ft1">einer bestimmten Zone unvereinbar sind, untersagt werden, auch</span><br/> <span class="ft1">wenn beispielsweise die Lärmimmissionen, zu denen sie führen,</span><br/> <span class="ft1">bundesrechtliche Schranken nicht überschreiten, sofern die Unzu-</span><br/> <span class="ft1">lässigkeit nicht einzig mit der konkreten Lärmbelästigung begründet</span><br/> <span class="ft1">wird (vgl. AGVE 1998, S. 318).</span><br/> <span class="ft1">2.3.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss § 13 Abs. 1 und § 15 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a BauG er-</span><br/> <span class="ft1">lassen die Gemeinden allgemeine Nutzungspläne (Zonenpläne) und</span><br/> <span class="ft1">allgemeine Nutzungsvorschriften (Bau- und Zonenordnungen), die</span><br/> <span class="ft1">das Gemeindegebiet in verschiedene Nutzungszonen einteilen sowie</span><br/> <span class="ft1">Art und Mass der Nutzung regeln; sie können dabei insbesondere</span><br/> <span class="ft1">Bauzonen, namentlich Wohn-, Kern-, Gewerbe-, Industriezonen und</span><br/> <span class="ft1">Zonen für öffentliche Bauten ausscheiden. Bei Ausscheidung und</span><br/> <span class="ft1">Definition der verschiedenen Zonen geniessen die Gemeinden auf-</span><br/> <span class="ft1">grund von § 106 KV verfassungsrechtlich geschützte Autonomie;</span><br/> <span class="ft1">hierin eingeschlossen ist die Anwendung des autonomen Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">rechts. Daraus folgt, dass sich das Verwaltungsgericht bei der Über-</span><br/> <span class="ft1">prüfung einschlägiger gemeinderätlicher Entscheide zurückzuhalten</span><br/> <span class="ft1">hat. Dies gilt auch bei Immissionsfragen - obwohl dem Verwal-</span><br/> <span class="ft1">tungsgericht dort die Ermessensüberprüfung obliegt - insoweit, als</span><br/> <span class="ft1">es bei den zu entscheidenden Fragen um rein lokale Anliegen geht</span><br/> <span class="ft1">und weder überörtliche Interessen noch überwiegende Rechts-</span><br/> <span class="ft1">schutzanliegen berührt werden. Die Gemeinde kann sich in solchen</span><br/> <span class="ft1">Fällen bei der Auslegung kommunalen Rechts insbesondere dort auf</span><br/> <span class="ft1">ihre Autonomie berufen, wo eine Regelung unbestimmt ist und ver-</span><br/> <span class="ft1">schiedene Auslegungsergebnisse rechtlich vertretbar erscheinen. Die</span><br/> <span class="ft1">kantonalen Rechtsmittelinstanzen sind hier gehalten, das Ergebnis</span><br/> <span class="ft1">der gemeinderätlichen Rechtsauslegung zu respektieren und nicht</span><br/> <span class="ft1">ohne Not ihre eigene Rechtsauffassung an die Stelle der gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">rätlichen zu setzen. Die Autonomie der Gemeindebehörden hat je-</span><br/> <span class="ft1">doch auch in diesen Fällen dort ihre Grenzen, wo sich eine Ausle-</span><br/> <span class="ft1">gung mit dem Wortlaut sowie mit Sinn und Zweck des Gesetzes</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">125</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">nicht mehr vereinbaren lässt (AGVE 2011, S. 128 f.; AGVE 1998,</span><br/> <span class="ft1">S. 319 f. mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">Der Gemeinderat betrachtet die hobbymässige Haltung von Ge-</span><br/> <span class="ft1">flügel in der Zone W2 grundsätzlich als zonenkonform. Die hobby-</span><br/> <span class="ft1">mässige Haltung von Kleintieren gehöre zum Charakter einer in die-</span><br/> <span class="ft1">sem Dorfteil doch noch recht ländlich geprägten Gemeinde. In der</span><br/> <span class="ft1">Nähe befänden sich analoge Tierhaltungen und auch in anderen Tei-</span><br/> <span class="ft1">len des Dorfes würden Kleintiere gehalten. Mit Ausnahme des Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführers sei es noch nie zu Reklamationen oder Klagen</span><br/> <span class="ft1">wegen der Kleintierhaltungen gekommen.</span><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">3.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss einem die hobbymässige Hühnerhaltung (inkl. einem</span><br/> <span class="ft1">Hahn) in einer Wohnzone betreffenden Entscheid der Baure-</span><br/> <span class="ft1">kurskommission des Kantons Zürich vom 25. Mai 2007 (Nrn. 0108</span><br/> <span class="ft1">und 109/2007), Erw. 7 (in: Baurechtsentscheide des Kantons Zürich</span><br/> <span class="ft1">[BEZ] 2007 Nr. 36), sind Wohnzonen in erster Linie für die Wohn-</span><br/> <span class="ft1">nutzung und damit für Wohnbauten bestimmt. Die Zulässigkeit</span><br/> <span class="ft1">anderer Nutzweisen stehe in Wohnzonen unter dem grundsätzlichen</span><br/> <span class="ft1">Vorbehalt, dass der Zonenzweck, nämlich ein gesundes und ange-</span><br/> <span class="ft1">nehmes Wohnen zu gewährleisten, nicht in Frage gestellt werde.</span><br/> <span class="ft1">Dabei seien insbesondere die zu erwartenden Immissionen, aber auch</span><br/> <span class="ft1">der funktionelle Zusammenhang mit dem Hauptzweck der Zone zu</span><br/> <span class="ft1">prüfen. Zonenkonform seien somit ohne Weiteres Bauten, die Wohn-</span><br/> <span class="ft1">raum enthalten, aber auch diejenigen, die zum Wohnen zusätzlich</span><br/> <span class="ft1">nötig seien, wie Garagen oder Gartenhäuser. Ebenso falle die Hobby-</span><br/> <span class="ft1">nutzung unter den Begriff der Wohnnutzung. Hobbynutzung sei</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich als Teil der Wohnnutzung anzusehen. Das Wohnen in</span><br/> <span class="ft1">einer dafür bestimmten Zone werde unter anderem gerade dadurch</span><br/> <span class="ft1">charakterisiert, dass deren Bewohner im allgemeinen die Möglichkeit</span><br/> <span class="ft1">hätten, in ihren Gärten verschiedenen Freizeitbeschäftigungen nach-</span><br/> <span class="ft1">gehen zu können. Dies verhalte sich auch dann nicht anders, wenn</span><br/> <span class="ft1">Nutztiere Gegenstand der hobbymässigen Beschäftigung bildeten.</span><br/> <span class="ft1">Die hobbymässige Hühnerhaltung falle daher - nicht anders als das</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">126</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Halten von Hunden oder das Basteln in einer Hobbywerkstatt - unter</span><br/> <span class="ft1">den Begriff der Wohnnutzung und erweise sich daher als zonen-</span><br/> <span class="ft1">konform. Wann eine Tierhaltung noch als hobbymässig bezeichnet</span><br/> <span class="ft1">werden könne, hange von der Zweckbestimmung der Tiere ab. Nur</span><br/> <span class="ft1">diejenige Tierhaltung sei zonenkonform, die rein privaten Zwecken,</span><br/> <span class="ft1">also der eigenen Freizeitbetätigung diene.</span><br/> <span class="ft1">In ähnlicher Weise anerkennt das Verwaltungsgericht das hob-</span><br/> <span class="ft1">bymässige Halten von Haustieren wie Hunden, Katzen oder Kanin-</span><br/> <span class="ft1">chen, aber auch von einzelnen Pferden, als Bestandteil der reinen</span><br/> <span class="ft1">Wohnnutzung, jedoch immer unter der Voraussetzung, dass die Tier-</span><br/> <span class="ft1">haltung auch nach Art und Umfang mit dem Wohnzweck noch ver-</span><br/> <span class="ft1">einbart werden kann (AGVE 2011, S. 129; 1998, S. 320; je mit</span><br/> <span class="ft1">Hinweisen).</span><br/> <span class="ft1">3.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Die von den Beschwerdegegnern betriebene Geflügelhaltung</span><br/> <span class="ft1">und -zucht mit rund 30 Zwerghühnern dient offensichtlich aus-</span><br/> <span class="ft1">schliesslich der privaten Freizeitbeschäftigung und verfolgt keine</span><br/> <span class="ft1">gewerblichen oder wirtschaftlichen Ziele. Die Tiere dienen nicht dem</span><br/> <span class="ft1">Verzehr und werden auch nicht verkauft. Mit den selbstgezüchteten</span><br/> <span class="ft1">Hähnen werden auch Ausstellungen und Wettbewerbe besucht. Diese</span><br/> <span class="ft1">hobbymässige Haltung und Zucht von Ziergeflügel und die dafür</span><br/> <span class="ft1">notwendigen Bauten und Anlagen sind somit Teil der Wohnnutzung</span><br/> <span class="ft1">und damit in der Wohnzone W2 und der Kernzone K grundsätzlich</span><br/> <span class="ft1">zonenkonform, wovon auch der Gemeinderat in seinem Beschluss</span><br/> <span class="ft1">ausgeht. Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Frage,</span><br/> <span class="ft1">ob für die Hühnerställe je eine Baubewilligung erteilt worden ist.</span><br/> <span class="ft1">3.3.</span><br/> <span class="ft1">Auch wenn die Zonenkonformität der Geflügelhaltung in der</span><br/> <span class="ft1">Wohnzone im Grundsatz zu bejahen ist, darf diese im Interesse der</span><br/> <span class="ft1">Nachbarschaft nicht ein beliebiges Ausmass annehmen. Die Haltung</span><br/> <span class="ft1">von Hühnern und insbesondere von Hähnen führt naturgemäss zu</span><br/> <span class="ft1">Immissionen. Die Tiere erzeugen durch Gackern und Krähen Lärm</span><br/> <span class="ft1">und produzieren Mist. Die Frage, ob eine konkrete Hobbytierhaltung</span><br/> <span class="ft1">aufgrund der durch sie verursachten Immissionen durch Lärm und</span><br/> <span class="ft1">Geruch nicht oder nur unter Nebenbestimmungen zulässig ist, betrifft</span><br/> <span class="ft1">nicht die Zonenkonformität, sondern ist für sich anhand der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">127</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">einschlägigen Vorschriften der Umweltschutzgesetzgebung zu über-</span><br/> <span class="ft1">prüfen und führt gegebenenfalls zu (erheblichen) Einschränkungen</span><br/> <span class="ft1">der Tierhaltung. Neben quantitativen Einschränkungen durch Be-</span><br/> <span class="ft1">stimmung der maximal zulässigen Anzahl Tiere können die zustän-</span><br/> <span class="ft1">digen Behörden im Rahmen des Umweltrechts auch weitere konkrete</span><br/> <span class="ft1">Massnahmen anordnen, um die Immissionen in Grenzen zu halten</span><br/> <span class="ft1">(vgl. erwähnter Entscheid der Baurekurskommission des Kantons</span><br/> <span class="ft1">Zürich vom 25. Mai 2007 [Nrn. 0108 und 109/2007], Erw. 7 [in:</span><br/> <span class="ft1">BEZ 2007 Nr. 36]).</span><br/> <span class="ft1">4.</span><br/> <span class="ft1">Wie schon ausgeführt, wehrt sich der Beschwerdeführer aus-</span><br/> <span class="ft1">schliesslich gegen die durch Krähen der Hähne verursachten Lär-</span><br/> <span class="ft1">mimmissionen.</span><br/> <span class="ft1">4.1.</span><br/> <span class="ft1">Diese Lärmimmissionen sind nach der Umweltschutzgesetzge-</span><br/> <span class="ft1">bung des Bundes (USG, LSV) zu beurteilen. Die Vorinstanz hat zu-</span><br/> <span class="ft1">treffend festgehalten, bei den Ställen und Ausläufen, in denen die</span><br/> <span class="ft1">Hähne gehalten und gezüchtet würden, handle es sich um (im Sinne</span><br/> <span class="ft1">des USG neurechtliche) ortsfeste Anlagen. Die durch diese Anlagen</span><br/> <span class="ft1">allein erzeugten Immissionen dürfen die Planungswerte in der Umge-</span><br/> <span class="ft1">bung nicht überschreiten (Art. 25 Abs. 1 USG und Art. 7 Abs. 1 lit. b</span><br/> <span class="ft1">LSV). Zudem müssen die Lärmemissionen unabhängig von der Ein-</span><br/> <span class="ft1">haltung der Planungswerte soweit begrenzt werden, als dies tech-</span><br/> <span class="ft1">nisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist</span><br/> <span class="ft1">(Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV).</span><br/> <span class="ft1">Bei den vorliegend zu beurteilenden Emissionen handelt es sich</span><br/> <span class="ft1">um Lärm, der durch Tiere verursacht wird. Für die Beurteilung von</span><br/> <span class="ft1">solchem "untechnischen" Alltagslärm bestehen keine Belastungs-</span><br/> <span class="ft1">grenzwerte. Fehlen Belastungsgrenzwerte sind die Immissionen</span><br/> <span class="ft1">daher im einzelnen Anwendungsfall gestützt auf das Gesetz, in</span><br/> <span class="ft1">Anwendung der in Art. 15, Art. 13 Abs. 2 und Art. 23 USG genann-</span><br/> <span class="ft1">ten Kriterien, zu beurteilen (Art. 40 Abs. 3 LSV). Steht wie hier die</span><br/> <span class="ft1">Anwendung von Planungswerten infrage, muss die Anlage ein</span><br/> <span class="ft1">Immissionsniveau einhalten, bei welchem nach richterlicher Be-</span><br/> <span class="ft1">urteilung höchstens geringfügige Störungen auftreten. Dabei sind der</span><br/> <span class="ft1">Charakter des Lärms, Zeitpunkt und Häufigkeit des Auftretens sowie</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">128</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">die Lärmempfindlichkeit bzw. die Lärmvorbelastung der Zone zu</span><br/> <span class="ft1">berücksichtigen. Es ist nicht auf das subjektive Lärmempfinden</span><br/> <span class="ft1">einzelner Personen abzustellen, sondern eine objektivierte Betrach-</span><br/> <span class="ft1">tung unter Berücksichtigung von Personen mit erhöhter Empfind-</span><br/> <span class="ft1">lichkeit vorzunehmen (BGE 133 II 296 f.; 123 II 334; VGE III/23</span><br/> <span class="ft1">vom 27. April 2012 [WBE.2011.95], S. 11).</span><br/> <span class="ft1">4.2.</span><br/> <span class="ft1">4.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer verlangt, es sei den Beschwerdegegnern</span><br/> <span class="ft1">aus lärmschutzrechtlicher Sicht gemäss Art. 11 Abs. 3 USG die</span><br/> <span class="ft1">Haltung und Zucht von Hähnen vollständig zu verbieten; eventualiter</span><br/> <span class="ft1">sei festzuhalten, dass die Beschwerdegegner maximal je einen Hahn</span><br/> <span class="ft1">halten dürften. Das Krähen der Hähne wird von ihm als stark störend</span><br/> <span class="ft1">empfunden. Es finde von frühmorgens bis spät abends, manchmal</span><br/> <span class="ft1">aber auch nachts statt. Der Lärm der Hähne sei völlig unvorherseh-</span><br/> <span class="ft1">bar, durchdringend und stereotyp. Das Krähen sei sehr laut. Es seien</span><br/> <span class="ft1">Lautstärken von deutlich über 60 db(A) gemessen worden. Das Krä-</span><br/> <span class="ft1">hen sei sehr störend, auch weil es in unregelmässigen Abständen er-</span><br/> <span class="ft1">folge und von der Art her durchdringend und alarmierend sei. Die</span><br/> <span class="ft1">Hähne animierten sich z. T. gegenseitig zum Krähen. Störend sei</span><br/> <span class="ft1">weniger der einzelne Schrei, sondern die Unvorhersehbarkeit und die</span><br/> <span class="ft1">Häufigkeit des Krähens. Manchmal schrien die Hähne in Abständen</span><br/> <span class="ft1">von 30 Minuten.</span><br/> <span class="ft1">4.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdegegner hingegen bestreiten, dass die Hähne</span><br/> <span class="ft1">übermässige und störende Immissionen verursachten. Sie würden</span><br/> <span class="ft1">lediglich gelegentlich krähen. Man habe aus Rücksicht auf den</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer vor einiger Zeit auf Zwerghähne umgestellt, die</span><br/> <span class="ft1">weniger laut krähen würden und weniger krähfreudig seien. Auch</span><br/> <span class="ft1">habe man die Anzahl der Hähne auf das Minimum beschränkt. Die</span><br/> <span class="ft1">Ställe seien so ausgerichtet, dass die Nachbarn möglichst geringen</span><br/> <span class="ft1">Lärmeinwirkungen ausgesetzt seien. Die Behauptung des Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführers, die Hähne würden von früh morgens bis spät abends und</span><br/> <span class="ft1">manchmal auch nachts krähen, entspreche nicht den Tatsachen. Der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer sei der einzige Nachbar, der sich an den gelegent-</span><br/> <span class="ft1">lichen Lautäusserungen der Hähne störe.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">129</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">4.2.3.</span><br/> <span class="ft1">Nach Darstellung des Lärmsachverständigen des BVU am</span><br/> <span class="ft1">vorinstanzlichen Augenschein verursacht das Hahngekrähe gewisse</span><br/> <span class="ft1">"Peaks", welche (nachts) ein Aufwachen mit sich bringen könnten.</span><br/> <span class="ft1">Es gebe mit Sicherheit gewisse Lärmimmissionen durch die Hähne.</span><br/> <span class="ft1">In der Regel werde das Krähverhalten am Morgen am intensivsten</span><br/> <span class="ft1">sein; auch finde das Krähen sehr willkürlich statt. Die Anzahl der</span><br/> <span class="ft1">Hähne solle in Wohnzonen nicht uneingeschränkt sein; vorstellbar</span><br/> <span class="ft1">seien bauliche Massnahmen zur Lärmverminderung oder zeitliche</span><br/> <span class="ft1">Beschränkungen des Freilaufs.</span><br/> <span class="ft1">4.2.4.</span><br/> <span class="ft1">Das Krähen eines Hahnes wird vom menschlichen Ohr als rela-</span><br/> <span class="ft1">tiv intensiv empfunden. Es kann sich durch die Lautstärke und durch</span><br/> <span class="ft1">das jederzeitige unvermittelte Auftreten der Lautäusserungen durch-</span><br/> <span class="ft1">aus störend auswirken. Insbesondere, wenn es spätabends, nachts</span><br/> <span class="ft1">oder - vor allem - frühmorgens (mit beginnender Dämmerung)</span><br/> <span class="ft1">auftritt, kann die Nachtruhe der Nachbarschaft erheblich gestört sein.</span><br/> <span class="ft1">Dies gilt erst recht, wenn auf relativ engem Raum mehrere Hähne</span><br/> <span class="ft1">gehalten werden, die sich als Konkurrenten gegenseitig zum Krähen</span><br/> <span class="ft1">animieren können (Balzverhalten). Aus diesen Gründen wird in der</span><br/> <span class="ft1">Wohnnutzung dienenden Zonen in aller Regel, wie die Vorinstanz</span><br/> <span class="ft1">zutreffend feststellt, lediglich die Haltung eines einzelnen Hahnes,</span><br/> <span class="ft1">gegebenenfalls mit Auflagen, als zulässig angesehen (vgl. erwähnter</span><br/> <span class="ft1">Entscheid der Baurekurskommission des Kantons Zürich vom</span><br/> <span class="ft1">25. Mai 2007 [Nrn. 0108 und 109/2007], Erw. 7 [in: BEZ 2007</span><br/> <span class="ft1">Nr. 36]; Bernhard Waldmann / Peter Hänni, Raumplanungsgesetz,</span><br/> <span class="ft1">Bern 2006, N 29 zu Art. 22 RPG mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft1">4.2.5.</span><br/> <span class="ft1">Die Vorinstanz hat festgestellt, dass von den Hähnen punktuell</span><br/> <span class="ft1">auftretender Lärm ausgehe, der zu einer gewissen Beeinträchtigung</span><br/> <span class="ft1">des Beschwerdeführers führen könne. Hingegen träten diese Lärm-</span><br/> <span class="ft1">immissionen nicht dauernd auf, sondern es gebe Zeiten mit höheren</span><br/> <span class="ft1">und Zeiten mit geringeren oder gar keinen Aktivitäten. Die mit dem</span><br/> <span class="ft1">Krähen verbundenen Immissionen seien nicht derart schädlich oder</span><br/> <span class="ft1">lästig im Sinne von Art. 11 Abs. 3 USG, dass sich daraus ein gene-</span><br/> <span class="ft1">relles Verbot der Haltung von Hähnen ableiten lasse. Jedoch sei die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">130</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Anzahl der auf den Parzellen der Beschwerdegegner gehaltenen</span><br/> <span class="ft1">Hähne zu beschränken. Um den berechtigten Interessen des Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführers an einer verträglichen Beeinträchtigung durch das</span><br/> <span class="ft1">Krähen der Hähne und der Möglichkeit der Beschwerdegegner, ihr</span><br/> <span class="ft1">Hobby auszuüben und Hähne nicht nur zu halten, sondern auch zu</span><br/> <span class="ft1">züchten, Rechnung zu tragen, sei die zulässige Haltung von Zucht-</span><br/> <span class="ft1">hähnen auf zwei pro Parzelle (bzw. Familie) zu beschränken. Damit</span><br/> <span class="ft1">erfolge ein angemessener Interessenausgleich, und die Störung für</span><br/> <span class="ft1">die Liegenschaft des Beschwerdeführers und ähnlich nahe gelegene</span><br/> <span class="ft1">Nachbarliegenschaften sei nach objektiven Kriterien höchstens ge-</span><br/> <span class="ft1">ringfügig.</span><br/> <span class="ft1">4.2.6.</span><br/> <span class="ft1">Das Verwaltungsgericht teilt die Auffassung der Vorinstanzen,</span><br/> <span class="ft1">dass im konkreten Fall ein vollständiges Verbot der hobbymässigen</span><br/> <span class="ft1">Haltung von Hähnen in Wohnzonen wie der vorliegenden Zone W2</span><br/> <span class="ft1">bzw. der Kernzone K aus Lärmschutzgründen (als verschärfte Emis-</span><br/> <span class="ft1">sionsbegrenzung gemäss Art. 11 Abs. 3 USG) nicht gerechtfertigt ist.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss dem Gemeinderat gehört die hobbymässige Haltung von</span><br/> <span class="ft1">Kleintieren, einschliesslich der Geflügelhaltung, zum Charakter einer</span><br/> <span class="ft1">in diesem Dorfteil (...) trotz dichter Besiedelung doch noch recht</span><br/> <span class="ft1">ländlich geprägten Gemeinde. Im Gegensatz etwa zu einer Kanin-</span><br/> <span class="ft1">chen- oder Meerschweinchenzucht oder der Hühnerhaltung ohne</span><br/> <span class="ft1">Hahn handelt es sich bei der Hähnehaltung jedoch um eine Haustier-</span><br/> <span class="ft1">haltung, bei der naturgemäss ein erhöhtes Lärmpotential vorhanden</span><br/> <span class="ft1">ist. Hähne krähen, je nach Individuum mehr oder weniger laut und</span><br/> <span class="ft1">mehr oder weniger häufig. Klar erscheint aus immissionsrechtlicher</span><br/> <span class="ft1">Sicht deshalb, dass in Wohngebieten nicht eine unbeschränkte An-</span><br/> <span class="ft1">zahl Hähne gehalten werden darf und dass sie ihre Lautäusserungen</span><br/> <span class="ft1">nicht uneingeschränkt verbreiten können.</span><br/> <span class="ft1">Die Vorinstanz hat im Rahmen einer Abwägung der gegenläufi-</span><br/> <span class="ft1">gen Interessen des Beschwerdeführers und der Beschwerdegegner</span><br/> <span class="ft1">die Anzahl der maximal zulässigen (krähfähigen) Hähne auf vier</span><br/> <span class="ft1">beschränkt. In Bezug auf die Interessenabwägung ist vorab klar</span><br/> <span class="ft1">festzuhalten, dass dem Interesse des Nachbarn, nicht übermässigen</span><br/> <span class="ft1">Lärmimmissionen ausgesetzt zu sein und insbesondere seinem An-</span><br/> <span class="ft1">spruch auf eine ungestörte Nachtruhe und Erholung gegenüber den</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">131</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Interessen der Beschwerdegegner an einer uneingeschränkten</span><br/> <span class="ft1">Ausübung ihrer hobbymässigen Geflügelhaltung und -zucht ein-</span><br/> <span class="ft1">schliesslich der Teilnahme an Ausstellungen und Wettbewerben kla-</span><br/> <span class="ft1">rer Vorrang einzuräumen ist. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass für</span><br/> <span class="ft1">den Beschwerdeführer die Störung der Nachtruhe zwar eher nicht im</span><br/> <span class="ft1">Vordergrund steht, da er nachts die Fenster geschlossen hält, wozu er</span><br/> <span class="ft1">allerdings nicht verpflichtet ist, und nächtliche Lautäusserungen</span><br/> <span class="ft1">offenbar nicht die Regel sind, sondern vor allem das tagsüber er-</span><br/> <span class="ft1">folgende Krähen der Hähne, welche sich gegenseitig dazu animieren</span><br/> <span class="ft1">(...). So macht er geltend, es sei ihm nicht mehr möglich, sich im</span><br/> <span class="ft1">Aussenbereich seiner Liegenschaft zu erholen. Die Interessen des</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführers sprechen dafür, lediglich die Haltung eines kräh-</span><br/> <span class="ft1">fähigen Hahnes zu gestatten. Auf der anderen Seite ist zu berück-</span><br/> <span class="ft1">sichtigen, dass die Beschwerdegegner nach glaubhafter Darstellung</span><br/> <span class="ft1">von März bis August ohnehin nur je einen krähfähigen Hahn pro</span><br/> <span class="ft1">Haushalt halten; lediglich in der Zeit von August bis Dezember war</span><br/> <span class="ft1">bis anhin die Maximalzahl von vier krähfähigen Hähnen pro Haus-</span><br/> <span class="ft1">halt vorhanden; im Dezember reduzierten die Beschwerdeführer die</span><br/> <span class="ft1">Anzahl auf je zwei krähfähige Hähne pro Haushalt und im März auf</span><br/> <span class="ft1">je einen. Die saisonalen Schwankungen werden auch vom Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführer eingeräumt. Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führer sich vornehmlich im Frühling, während des Sommers sowie</span><br/> <span class="ft1">im Frühherbst im Aussenbereich seiner Liegenschaft aufhält und dort</span><br/> <span class="ft1">Erholung sucht. Während eines grossen Teils dieser Zeit wird von</span><br/> <span class="ft1">den Beschwerdegegnern nur je ein krähfähiger Hahn pro Haushalt</span><br/> <span class="ft1">gehalten. Erst ab August (bis März) wird gemäss dem von den</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdegegnern akzeptierten Entscheid des BVU noch je ein</span><br/> <span class="ft1">zweiter krähfähiger Hahn vorhanden sein. Würde den Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">gegnern nur noch je ein zuchtfähiger (und krähfähiger) Hahn zuge-</span><br/> <span class="ft1">standen, wären sie in ihrer Ziergeflügelzucht erheblich eingeschränkt</span><br/> <span class="ft1">und die Teilnahme mit den Hähnen an Ausstellungen wäre wohl</span><br/> <span class="ft1">gänzlich verunmöglicht. Vor diesem Hintergrund erscheint der Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheid des BVU, die Anzahl der zulässigen (krähfähigen) Zucht-</span><br/> <span class="ft1">hähne nicht auf einen einzigen Hahn, sondern auf maximal zwei pro</span><br/> <span class="ft1">Parzelle (bzw. Familie) zu begrenzen, grundsätzlich unter ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechenden Auflagen (vgl. insbesondere auch Erw. 4.4. hienach)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">132</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">vertretbar. Jedoch ist es im Interesse des Beschwerdeführers ange-</span><br/> <span class="ft1">zeigt, die Haltung von je zwei Zuchthähnen pro Familie auf die Zeit</span><br/> <span class="ft1">von Anfang August bis Ende Februar zu beschränken. Während der</span><br/> <span class="ft1">restlichen Monate, d. h. von Anfang März bis Ende Juli, dürfen die</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdegegner nur je einen zuchtfähigen (und krähfähigen)</span><br/> <span class="ft1">Hahn pro Familie halten. Dies stellt keine zusätzliche Einschränkung</span><br/> <span class="ft1">für die Beschwerdegegner dar, sondern widerspiegelt lediglich deren</span><br/> <span class="ft1">bisherige Zuchtgepflogenheiten.</span><br/> <span class="ft1">4.2.7. (...)</span><br/> <span class="ft1">4.3.</span><br/> <span class="ft1">Die Vorinstanz hat im Sinne des Vorsorgeprinzips und unter Be-</span><br/> <span class="ft1">zugnahme auf die Ruhezeiten des kommunalen Polizeireglements die</span><br/> <span class="ft1">Einstallung der Hähne in der Zeit von 20.00 Uhr bis 07.00 Uhr (an</span><br/> <span class="ft1">Sonn- und Feiertagen bis 08.00 Uhr) angeordnet. Der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führer beantragt vor Verwaltungsgericht, dass die Hähne auch wäh-</span><br/> <span class="ft1">rend der Ruhezeit über Mittag, d. h. von 12.00 Uhr bis 13.30 Uhr, in</span><br/> <span class="ft1">den Ställen unterzubringen seien. Bei diesem zusätzlichen, erstmals</span><br/> <span class="ft1">vor Verwaltungsgericht beantragten Einsperren der Hähne handelt es</span><br/> <span class="ft1">sich um eine unzulässige Erweiterung der Rechtsbegehren bzw. eine</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeänderung, auf welche nicht einzutreten ist. Dem</span><br/> <span class="ft1">Begehren könnte ohnehin nicht entsprochen werden. Es besteht keine</span><br/> <span class="ft1">Veranlassung zu einem zusätzlichen Einsperren der Hähne über die</span><br/> <span class="ft1">Mittagszeit. Das Krähen der Hähne erfolgt - wie schon ausgeführt -</span><br/> <span class="ft1">gehäuft frühmorgens und wirkt sich vor allem dann und wenn es in</span><br/> <span class="ft1">der Nacht auftritt, störend aus (vgl. oben Erw. 4.2.4.). Hingegen ist in</span><br/> <span class="ft1">der Mittagszeit, insbesondere auch in den Sommermonaten, wenn</span><br/> <span class="ft1">sich der Beschwerdeführer im Aussenbereich seiner Liegenschaft</span><br/> <span class="ft1">aufhält, höchstens mit vereinzeltem, nicht aber mit regelmässigem</span><br/> <span class="ft1">oder länger anhaltendem Krähen zu rechnen. Von einer wesentlichen</span><br/> <span class="ft1">Beeinträchtigung der Umgebung über die Mittagszeit durch die</span><br/> <span class="ft1">Hähne ist daher nicht auszugehen.</span><br/> <span class="ft1">4.4.</span><br/> <span class="ft1">4.4.1.</span><br/> <span class="ft1">Abgewiesen hat die Vorinstanz das Begehren des Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führers, die Ställe seien so umzubauen respektive es seien Ersatz-</span><br/> <span class="ft1">bauten so auszuführen, dass sie vollständig geschlossen werden</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">133</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">könnten und im geschlossenen Zustand das Krähen der Hähne derart</span><br/> <span class="ft1">dämmten, dass Drittpersonen nicht durch Lärm belästigt würden. Die</span><br/> <span class="ft1">beantragten Massnahmen seien aus betrieblichen, technischen und</span><br/> <span class="ft1">tierschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Die Beschwerdegegner</span><br/> <span class="ft1">machen geltend, dass keine genügende Lüftung mehr gewährleistet</span><br/> <span class="ft1">wäre, wenn die Hühnerställe mit einer Schallisolation und Schall-</span><br/> <span class="ft1">dämmlüftung nachgerüstet würden. Zudem störe sich der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführer vorab an den Krährufen der Hähne während des Tages,</span><br/> <span class="ft1">wenn die Tiere ohnehin im Freien seien, weshalb die von ihm</span><br/> <span class="ft1">beantragten baulichen und betrieblichen Massnahmen wirkungslos</span><br/> <span class="ft1">wären.</span><br/> <span class="ft1">4.4.2.</span><br/> <span class="ft1">Der Argumentation, die Haltung der Hühner in schallisolierten</span><br/> <span class="ft1">Hühnerhäusern sei aus tierschutzrechtlichen Gründen nicht möglich,</span><br/> <span class="ft1">kann nicht gefolgt werden. Schallisolierte Modelle, z. B. mit doppel-</span><br/> <span class="ft1">ten Holzwänden, Isolationsschicht und Doppelverglasung, sind im</span><br/> <span class="ft1">Handel erhältlich und im geschlossenen Zustand durchaus geeignet,</span><br/> <span class="ft1">die Lärmimmissionen deutlich zu verringern (vgl. erwähnter Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheid der Baurekurskommission des Kantons Zürich vom 25. Mai</span><br/> <span class="ft1">2007 [Nrn. 0108 und 109/2007], Erw. 7 [in: BEZ 2007 Nr. 36]).</span><br/> <span class="ft1">Auch in dem von den Beschwerdegegnern vor Vorinstanz zu den</span><br/> <span class="ft1">Akten gegebenen Urteil des Bundesgericht vom 17.</span> <span class="ft1">Juli 2003</span><br/> <span class="ft1">(1A.134/2002), Erw. 6.4, wird davon ausgegangen, dass das Hühner-</span><br/> <span class="ft1">haus, eine relativ kleine einfache Baute, entsprechend schallisoliert</span><br/> <span class="ft1">und belüftet werden könne. Es handelt sich um eine wirksame Mass-</span><br/> <span class="ft1">nahme, welche die Lärmimmissionen der Hähne zu Zeiten, zu denen</span><br/> <span class="ft1">sie eingestallt sind, massgeblich reduzieren. Aus welchen Gründen</span><br/> <span class="ft1">eine Schallisolierung bei den Hühnerställen der Beschwerdegegner</span><br/> <span class="ft1">nicht möglich sein soll, ist nicht nachzuvollziehen. Ihnen wird die</span><br/> <span class="ft1">hobbymässige Haltung von vier krähfähigen Hähnen während eines</span><br/> <span class="ft1">grossen Teiles des Jahres zugestanden und der Beschwerdeführer hat</span><br/> <span class="ft1">die davon ausgehenden Lärmimmissionen zu dulden. Dem Einwand</span><br/> <span class="ft1">der Beschwerdegegner, eine Schalldämmung der Hühnerhäuser sei</span><br/> <span class="ft1">letztlich wirkungslos, da sich der Beschwerdeführer hauptsächlich</span><br/> <span class="ft1">am Lärm der tagsüber freilaufenden Hähne störe, kann nicht gefolgt</span><br/> <span class="ft1">werden. Zum einen beklagt sich der Beschwerdeführer auch über</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">134</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">nächtliches Krähen, dass deshalb nicht zum Aufwachen führe, weil</span><br/> <span class="ft1">er die Fenster nachts geschlossen halte, zum andern monierte er im</span><br/> <span class="ft1">vorinstanzlichen Verfahren, dass das Gästezimmer trotz geschlosse-</span><br/> <span class="ft1">ner Fenster nicht mehr benutzt werden könne. Diese Ausführungen</span><br/> <span class="ft1">erscheinen durchaus glaubhaft. Den Beschwerdegegnern ist es des-</span><br/> <span class="ft1">halb ohne Weiteres zumutbar, die notwendigen baulichen Vorkehren</span><br/> <span class="ft1">bei den Ställen zu treffen (durch das Anbringen einer nachträglichen</span><br/> <span class="ft1">Isolation), um die von den Hähnen ausgehenden Lärmimmissionen</span><br/> <span class="ft1">während der Ruhezeiten im geschlossenen Stall auf ein Minimum zu</span><br/> <span class="ft1">reduzieren. Sollte das tierschutzkonforme Nachrüsten der vorhande-</span><br/> <span class="ft1">nen Ställe nicht möglich sein, sind sie durch geeignete schallisolierte</span><br/> <span class="ft1">Modelle zu ersetzen, was angesichts der eher geringen Grösse der</span><br/> <span class="ft1">Ställe finanziell zumutbar ist. In diesem Sinne ist das Eventualbegeh-</span><br/> <span class="ft1">ren 2.2 des Beschwerdeführers gutzuheissen. Nicht einzutreten ist</span><br/> <span class="ft1">hingegen auf das erstmals vor Verwaltungsgericht gestellte Begeh-</span><br/> <span class="ft1">ren, die Ställe seien auf die Nordseite der Liegenschaften der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdegegner zu versetzen. Dabei handelt es sich um eine unzu-</span><br/> <span class="ft1">lässige Beschwerdeänderung.</span><br/> <span class="ft1">5.</span><br/> <span class="ft1">Schliesslich beantragt der Beschwerdeführer, die Reduktion der</span><br/> <span class="ft1">Hähne sei innert Monatsfrist seit Rechtskraft des Entscheids umzu-</span><br/> <span class="ft1">setzen. Die Vorinstanz hat demgegenüber festgehalten, die Reduktion</span><br/> <span class="ft1">der Hähne auf maximal zwei sei aus Gründen der Verhältnismässig-</span><br/> <span class="ft1">keit in der Weise zu vollziehen, dass keine neuen (krähfähigen) Häh-</span><br/> <span class="ft1">ne mehr aufgenommen werden dürften; so müssten überzählige Tiere</span><br/> <span class="ft1">nicht weggeben oder getötet werden. Aufgrund der Tatsache, dass die</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdegegner die Anzahl der Hähne im Verlauf des Jahres</span><br/> <span class="ft1">sowieso reduzieren, und in der Zeit von März bis August jeweils nur</span><br/> <span class="ft1">noch je ein Hahn vorhanden ist, und somit mit einer relativ raschen</span><br/> <span class="ft1">Reduktion des Tierbestands durch Aussortieren zu rechnen ist,</span><br/> <span class="ft1">erweist sich die Anordnung der Vorinstanz im Grundsatz als</span><br/> <span class="ft1">durchaus sachgerecht. Den Befürchtungen des Beschwerdeführers,</span><br/> <span class="ft1">die Beschwerdegegner würden den heute bestehenden Hahnbestand</span><br/> <span class="ft1">(in Abweichung von ihrer bisherigen Handhabung der Zuchthähne)</span><br/> <span class="ft1">noch während Jahren aufrecht erhalten, ist dahingehend Rechnung zu</span><br/> <span class="ft1">tragen, dass die Beschwerdegegner zu verpflichten sind, spätestens</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">135</span></div> <div class="page" id="S14"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Ende Februar des auf die Rechtskraft des Entscheides folgenden</span><br/> <span class="ft1">Jahres nur noch je einen zuchtfähigen (und krähfähigen) Hahn zu</span><br/> <span class="ft1">halten.</span><br/> <br/> <br/></div> </div> </body> </html>