Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. September 2016 ( 720 16 175 / 250) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Nach durchgeführtem Revisionsverfahren wurde der Anspruch auf Rente zu Recht ver- neint; Aufhebung der bisher ausgerichteten Rente ist nicht zu beanstanden Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Alex Hediger, Advo- kat, Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 A.____ arbeitete zuletzt vom 7. März 1990 bis 4 . Juni 1990 als Hilfsarbeiter beim Bau- geschäft B.____. Am 19. April 1990 stürzte er aus 1 Meter Höhe auf sein Becken und seinen Rücken. In der Folge klagte er über Schmerzen im Bereich der rechten Hüfte. Am 26. Juni 1991 meldete er sich bei der Eidgenössischen Alters-, Hi nterlassenen- und Invalidenversicherung (heute: Eidgenössische Invalidenversicherung) zum L eistungsbezug an. Die IV-Kommission (heute: IV-Stelle Basel-Landschaft [IV-Stelle]) spr ach dem Versicherten mit Verfügung vom 29. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht November 1993 bei einem Invaliditätsgrad von 77% rückwi rkend ab 1. Juni 1991 eine ganze Rente zu. A.2 Nachdem verschiedene Rentenrevisionsverfahren durchge führt und jeweils unveränder- te Verhältnisse festgestellt worden waren (vgl. Mitteilungen vom 5. September 1994, 17. Januar 1997, 19. Juli 2002, 6. März 2008), leitete die IV-St elle im März 2013 von Amtes wegen eine weitere Überprüfung des laufenden Rentenanspruchs des Ve rsicherten ein. Aufgrund ihrer Ab- klärungen ermittelte sie neu einen Invaliditätsgrad von 10%. Sie hob deshalb - nach durchge- führtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 27. April 2016 die dem Versicherten bisher ausgerichtete ganze Rente auf das Ende des der Zustellu ng der Verfügung folgenden Monats auf. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat D r. Alex Hediger, am 1. Juni 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversiche rungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei die Verfügung vom 27. April 2016 a ufzuheben und die ihm bislang gewährte ganze Rente weiterhin auszurichten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltliche n Verbeiständung beantragt. Weiter er- suchte der Beschwerdeführer um eine persönliche Anhörung im Rahmen einer Parteiverhand- lung. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht , dass die IV-Stelle ihren Entscheid auf ungenügende medizinische Unterlagen stütze. Entgege n ihrer Ansicht habe sich sein Ge- sundheitszustand seit der erstmaligen Zusprache der Rente nicht verändert. C. Am 7. Juli 2016 bewilligte das Kantonsgericht dem B eschwerdeführer für das vorliegen- de Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Ad- vokat Dr. Hediger als Rechtsvertreter. D. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Juli 2016 schloss di e Beschwerdegegnerin auf Abwei- sung der Beschwerde. E. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 5. September 2016 wurde der Verfahrensantrag des Beschwerdeführers auf Durchführung einer Parteiver handlung mit der Begründung abge- wiesen, dass der Antrag ein eigentlicher Beweisantrag a uf Anhörung des Beschwerdeführers und nicht ein Antrag auf Durchführung einer öffentli chen Verhandlung im Sinne der Europäi- schen Menschenrechtskonvention (EMRK) sei. Nach summarischer Durchsicht der Akten er- scheine die Durchführung einer Beweisabnahme aber weder angezeigt noch erforderlich, wes- halb die (Beweis-)Anträge des Beschwerdeführers auf Dur chführung einer Parteiverhandlung vorerst abgewiesen würden. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim örtlich wie sa chlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. In formeller Hinsicht lehnte das Kantonsgericht mit Verfügung vom 5. September 2016 den Antrag des Beschwerdeführers auf persönliche Befragu ng ab. Das Kantonsgericht sieht auch an der heutigen Urteilsberatung keinen Anlass, von diesen Feststellungen abzuweichen. 3. Materiell ist streitig, ob der Beschwerdeführer auc h über den 31. Mai 2016 hinaus An- spruch auf eine ganze Rente hat. 4.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, d ie ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% ar beitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 4.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abt eilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 4.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 4.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternati- ve Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 5.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 5.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 6.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentlichen unveränder- ten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer ma teriellen Revision. Bloss auf einer ande- ren Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche D ifferenzen sind daher von revisions- begründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verän- dert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung d es medizinischen Ermessens zurückzu- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht führen (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3; Urteil d es Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 6.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E . 3.2.3). Vorliegend wurde dem Versicher- ten mit Verfügung vom 29. November 1993 rückwirkend ab 1. Juni 1991 eine ganze Rente zu- gesprochen. Nachdem in den vorangegangenen Rentenrevi sionsverfahren keine materielle Prüfung durchgeführt wurde und unveränderte Verhältni sse festgestellt worden waren, leitete die IV-Stelle im März 2013 von Amtes wegen eine weite re Überprüfung des Rentenanspruchs des Versicherten ein. Gestützt auf die Ergebnisse der von i hr in der Folge vorgenommenen Ab- klärungen hob sie die laufende ganze Rente des Versicherten mit Verfügung vom 27. April 2016 auf Ende Mai 2016 auf. Im Lichte der vorstehend erwähn ten bundesgerichtlichen Rechtspre- chung beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Rente rechtfertigt, demnach durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt de r ursprünglichen Rentenverfügung vom 29. November 1993 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefoch- tenen Verfügung vom 27. April 2016. 7. Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob sich der Gesund heitszustand und - damit ein- hergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versiche rten tatsächlich, wie von der IV-Stelle geltend gemacht, seit der Rentenzusprache in einer a nspruchserheblichen Weise verbessert hat. 8.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 8.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 8.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 8.4 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhaltes in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu bea chten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den - den medizinische n Gutachten zu entnehmenden - Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstel lten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisth ema - erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrach tet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren- tenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 2 32 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teile des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/201 0, E. 4.2, und vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 9.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 29. November 19 93 stützte sich die IV- Kommission auf die Ausführungen im Bericht von Prof. Dr . med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 29. November 1993. Dieser diag- nostizierte ein chronisches Lumbovertebralsyndrom bei Statu s nach Sacroiliitis rechts bei Mor- bus Bang, Status nach Osteolysehöhle-Entfernung und Spon giosaauffüllung im Bereich des Ileum rechts am 6. März 1991 und kleiner medialer Diskusprotrusion L5/S1. Der Versicherte sei aufgrund dieser Beschwerden in seiner angestammten Tätig keit als Hilfsarbeiter auf dem Bau nicht mehr arbeitsfähig. Berufliche Massnahmen seien dah er dringend indiziert. Möglich seien Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihm lediglich leichtere teils stehende teils sitzende körp erliche Arbeiten, welche einen gelegent- lichen Stellungswechsel zulassen würden. Neben dem orthop ädischen Gutachten holte die IV- Kommission auch eine psychiatrische Beurteilung bei Dr. m ed. D.____, FMH Psychiater und Psychiatrie, ein. Dieser diagnostizierte am 30. Mai 1993 eine posttraumatische Belastungsstö- rung (depressive Entwicklung) bei Status nach Sacroiliiti s rechts bei Morbus Bang und leicht unterintelligent wirkendem Mann. Der Versicherte sei nu r zu einfachen Routinearbeiten und auch hier nur zu 50% arbeitsfähig. Die derzeitige Ar beitsunfähigkeit ausserhalb einer geschütz- ten Arbeitsstätte sei aufgrund der somatischen und psychia trischen Beschwerden sowie der Charakterstruktur mit mehr als 75% zu veranschlagen. Der Versicherte sei wegen seiner psy- chiatrischen Erkrankung und seiner aggressionsgehemmten, wen ig durchsetzungsfähigen Per- sönlichkeit zu wenig belastbar und damit den Anforderungen der freien Wirtschaft, zum jetzigen Zeitpunkt zumindest, in keiner Art gewachsen. Diese Anga ben bestätigte Dr. D.____ in seinem Bericht vom 11. April 1997. 9.2 Im Rahmen des im März 2013 von Amtes wegen eingelei teten Revisionsverfahrens gab die IV-Stelle zur Abklärung des aktuellen medizin ischen Sachverhaltes bei Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med . F.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, ein psychiatrisches/rheumatologisches Gutachten in Auftrag. 9.2.1 Dr. E.____ stellt am 5. Dezember 2013 keine D iagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit. Der Beschwerdeführer leide an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), welche die Arbeits fähigkeit jedoch nicht einschränke. Der Beschwerdeführer sei 1990 aus 1 Meter Höhe von eine m Gerüst gestürzt und leide seither unter Beinschmerzen. Er habe deswegen keine berufliche T ätigkeit in der freien Wirtschaft mehr aufgenommen. Das Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, könnten aber durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden, so dass ei ne subjektive Überlagerung ange- nommen werden müsse. Der Versicherte sei in der Schweiz nicht integriert und verfüge kaum über Deutschkenntnisse. Aufgrund der finanziellen Situat ion habe er seine Familie nicht in die Schweiz nachziehen können. Er verbringe aber beinahe d ie Hälfte der Zeit in Mazedonien. Er reise alle zwei bis drei Monate in seine Heimat und bleibe dort für jeweils circa drei Wochen. Mit Hilfe seiner Beschwerden habe er vor sich und der Umgeb ung die Rechtfertigung dafür, keiner Arbeit nachgehen zu müssen. Er könne so aber auch den Kon takt zu seiner Familie aufrecht- erhalten. Wesentliche psychosoziale Belastungsfaktoren l ägen nicht vor. Es handle sich um eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Eine weitere psy- chiatrische Diagnose könne nicht gestellt werden. Der Versicherte sei verheiratet und habe zwei Kinder. Die Beziehung zu seiner Frau und den Kindern se i nach wie vor gut. Er sei ohne weite- res in der Lage, die Reise nach Mazedonien mit dem Flu gzeug und dem Bus zu bewältigen. In der Schweiz lebe er mit seinem Bruder und dessen Ehefrau in einer 3-Zimmer Wohnung. In der Regel könne er gut schlafen, gelegentlich leide er unt er einem angstbesetzten Traum. Er habe keine Mühe aufzustehen. Vormittags und nachmittags unter nehme er je zwei- bis dreistündige Spaziergänge. Das Essen bereite er für sich alleine zu. In der Schweiz sei er relativ isoliert und habe wenig soziale Kontakte. In der Heimat habe er reg elmässige Kontakte mit Bekannten und Verwandten. Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung h abe der Beschwerdeführer vor Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht allem über die Schmerzen geklagt. Er habe auch eine gro sse Freudlosigkeit erwähnt. Die Stimmung sei herabgesetzt, aber nicht depressiv gewesen. Er habe aber keine Mühe gehabt, die gestellten Fragen zu beantworten und habe detaill iert über seine finanziellen Verhältnisse Auskunft gegeben. Er sei in der Lage, einfache Rechena ufgaben im Zahlenrahmen bis 100 zu lösen. Er drücke sich genau, präzise und differenziert aus. Hinweise auf wesentliche Einschrän- kungen der intellektuellen Leistungsfähigkeit lägen ni cht vor und es könne auch keine eigentli- che depressive Verstimmung festgestellt werden. Es seien ke ine Anzeichen für eine weitere psychiatrische Störung neben der chronischen Schmerzstörung f eststellbar. Die Prognose be- schrieb Dr. E.____ als günstig, da keine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestehe. 9.2.2 Dr. F.____ diagnostizierte (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) in seinem Teilgutach- ten vom 9. Dezember 2013 ein chronisches Lumbovertebralsynd rom mit spondylogener Aus- strahlung rechts mit/bei Status nach Osteolysehöhle-Entfe rnung und Spongiosaauffüllung im Bereich des Ileum rechts bei Status nach Sacroiliitis rechts bei Morbus Bang und kleiner media- ler Diskusprotrusion L5/S1. Der Versicherte habe angegebe n, dass die Beschwerden seit Jah- ren immer gleichbleibend seien. Sie würden sich lumbal paravertebral rechtsseitig mit Ausstrah- lung ins rechte Bein bis in den Fuss äussern. Er könne zw ei Stunden sitzen, drei Stunden mit Pausen gehen und circa 15 Minuten am Ort stehen. Therap eutische Massnahmen seien schon vor Jahren eingestellt worden. Die klinische Untersuchung zeige einen Versicherten, der mit einem leichten Schonhinken ins Untersuchungszimmer komme. Er sitze dann während der län- ger dauernden Anamnese, welche mit Hilfe eines professio nellen Dolmetschers durchgeführt worden sei, ohne Beeinträchtigung im Stuhl. Er habe extrem nervös gewirkt und den Blickkon- takt vermieden. Er habe aber - soweit dies beurteilt werden könne - adäquat Auskunft gegeben. Beim Ausziehen habe er keine Behinderung gezeigt. Die Hosen habe er im Einbeinstand aus- gezogen. Das Achsenorgan zeige einen Rundrücken und bei m Gehen sei ein leichtes Schon- hinken auf der rechten Seite erkennbar. Die Wirbelsäule habe nicht aktiv geprüft werden kön- nen, weil der Versicherte "verblockt" gewesen sei. Bei de r indirekten Testung hätten sich nor- male schmerzfreie Bewegungswerte ergeben. Die Waddell- Zeichen seien negativ gewesen. Es fänden sich keinerlei radikuläre Zeichen an den oberen o der unteren Extremitäten. Kraft und Reflexe seien normal. Am rechten Bein fände sich ein e diffuse, nicht Dermatom bezogene Hy- posensibilität. Die Untersuchung der Hüfte und des rech ten Knies hätten sich schwierig gestal- tet, weil der Versicherte wiederum sofort "verblockt" gewesen sei. So habe die Hüfte nur gering- fügig flektiert werden können, dies in Diskrepanz zum Sit zen, wo er die Hüfte problemlos über 100° gebeugt habe. Dieselbe Situation habe sich beim Knie ergeben, was aber der Tatsache widerspreche, dass der Beschwerdeführer keine Atrophien (Muskelschwund) habe. Wenn er das Knie so schlecht wie auf der Untersuchungsliege beweg en könnte, müssten solche vorlie- gen. Dabei sei aber zu erwähnen, dass sowohl die Obersc henkel- wie auch die Unterschenkel- muskulatur seitengleich sei. Symmetrisch sei auch die Fussbe schwielung, was mit einem leich- ten Hinken vereinbar sei. Dies dokumentiere aber klar , dass das Bein nicht geschont werde. Er gehe auch regelmässig morgens und nachmittags 2 bis 3 Stunden spazieren, was mit der guten und kräftigen Muskulatur vereinbar sei. Des Weiteren könne auch keine so ausgeprägte Knie- pathologie vorliegen, wie der Versicherte dies demonstr iere. Der M. vastus medialis sei beim Versicherten seitengleich ausgebildet, was auf einen n ormalen Einsatz des rechten Knies hin- weise. Dr. F.____ führte weiter aus, dass er nicht den Eindruck einer Aggravation oder Simula- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht tion habe. Der Versicherte sei einfach strukturiert und habe dadurch sein Leiden manifestieren wollen. Er beurteilte aus somatischer Sicht die Arbeit sfähigkeit dahingehend, dass dem Be- schwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Schwerarbei ter in der Landwirtschaft oder auf dem Bau nicht mehr zumutbar sei. Das Profil einer Verw eistätigkeit umfasse eine körperlich leichte Tätigkeit ohne Heben, Stossen oder Ziehen von Gewichten über 10 kg und ohne dau- ernd in Zwangsstellungen wie nur sitzend, nur stehend, n ur vorübergebeugt oder repetitiv ge- bückt arbeiten zu müssen. Für eine Tätigkeit, die diese Restriktionen berücksichtige, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%. 9.2.3 In der Konsensbesprechung vom 6. Dezember 2013 kamen die Dres. E.____ und F.____ zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aus bidiszipl inärer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei. 9.3 Die IV-Stelle holte auch eine Stellungnahme bei m regionalen ärztlichen Dienst (RAD) ein. Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherap ie, unterzog am 2. Februar 2016 das bidisiziplinäre Gutachten der Dres. E.____ und F.____ einer Indikatorenprüfung gemäss BGE 141 V 281. Sie kam dabei zum Schluss, dass im Lichte der neuen Rechtsprechung aus medizi- nischer Sicht abschliessend davon ausgegangen werden könne , dass beim Versicherten genü- gend Ressourcen vorhanden seien, welche die Zumutbarkeit für eine 100%ige Arbeitsfähigkeit begründen würden. 10.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung vom 27. April 2016 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfänglic h auf die Gutachten der Dres. E.____ und F.____ vom 5./9. Dezember 2013. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten eine angepasste Tätigkeiten im Umfang von 100% zumutbar sei. Wie oben ausge- führt (vgl. E. 8.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverl ässigkeit der Expertise sprechen. Sol- che Indizien liegen vorliegend nicht vor. Die Gutachten der Dres. E.____ und F.____ beruhen auf eingehenden Untersuchungen des Versicherten und ber ücksichtigen auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte. Zudem gehe n sie einlässlich auf dessen Be- schwerden ein und vermitteln ein hinreichendes Bild über seinen Gesundheitszustand. Es wird deutlich, dass er nebst einem chronischen Lumbovertebralsyn drom mit spondylogener Aus- strahlung rechts keine weiteren Beschwerden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufweist. Vor diesem Hintergrund ist auch die fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet. Demnach ist davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer adaptierte, leichte Tä- tigkeiten, welche das von Dr. F.____ vorgegebene Anforderungsprofil berücksichtigen, zu 100% ausüben kann. Insgesamt ist die Beurteilung im bidiszi plinären Gutachten sowohl in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schluss- folgerungen überzeugend und lässt eine zuverlässige Beur teilung der Arbeitsfähigkeit des Ver- sicherten zu, weshalb die IV-Stelle bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage darauf ab- stellen durfte. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2.1 In der Beschwerde macht der Beschwerdeführer gel tend, dass die Gutachter lediglich eine andere Beurteilung eines gleichen Gesundheitszustandes vorgenommen hätten und damit die Voraussetzungen für eine Revision der Rente nicht g egeben seien. Dieser Auffassung ist in Bezug auf die Ausführungen von Dr. F.____ zu folgen. Wie Prof. C.____ im November 1993 attestierte auch Dr. F.____ bei gleichlautenden Diagn osen eine volle Arbeitsunfähigkeit im an- gestammten Beruf als Landwirtschaftsmitarbeiter oder Ba uarbeiter und keine Einschränkung in einer adaptierten Verweistätigkeit. Aus dieser Schlussf olgerung von Dr. F.____ kann jedoch nicht gesamthaft geschlossen werden, dass kein Revisionsgrun d im Sinne von Art. 17 ATSG vorliegt. Denn sowohl im Jahr 1993 als auch im Rahmen der vorliegenden Revision führen nicht die somatischen, sondern vielmehr die psychiatrischen Einsch ränkungen zur Berentung bzw. zur Aufhebung des Rentenanspruchs. Gestützt auf das Gutac hten von Dr. E.____ steht - ent- gegen den Ausführungen des Beschwerdeführers - fest, da ss sich der psychische Gesund- heitszustand verbessert hat. Soweit Dr. E.____ die von Dr. D.____ diagnostizierte posttraumati- sche Belastungsstörung in Frage stellte, ist darauf hinz uweisen, dass der Beurteilung von Dr. D.____ keine konkreten Hinweise für das Vorliegen d ieser Diagnose zu entnehmen sind (vgl. Bericht vom 30. Mai 1993). Vielmehr führte er au s, dass aufgrund der Anamnese, der vor- liegenden Berichte und der psychiatrischen Befunde die D iagnose einer depressiven Entwick- lung zu stellen sei. Diese Einschätzung leuchtet ein, denn eine posttraumatische Belastungsstö- rung, welche die gemäss Rechtsprechung erforderlichen adäq uaten Ursachen hätte (traumati- sierendes Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2009, 9C_842/2009, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen) kann in dem am 19. April 1990 erlittenen Unfall, bei welchem der Beschwerdeführ er aus 1 Meter Höhe auf das Becken und den Rücken gestürzt ist, nicht gesehen werden. Letztl ich kann aber die Frage, ob je eine posttraumatische Belastungsstörung vorlag, offenbleiben, denn aufgrund der Ausführungen von Dr. E.____ wird deutlich, dass sich auch die depressive Ep isode zurückgebildet und sich der Gesundheitszustand deshalb wesentlich verbessert hat. So h abe der Beschwerdeführer keine Schwierigkeiten mit dem Schlaf und stehe problemlos au f. Er gehe am Morgen und am Nach- mittag auf 2-3 stündige Spaziergänge. Er sei in der S chweiz zwar relativ isoliert und habe weni- ge soziale Kontakte. Hingegen habe er in seiner Heimat, wo er sich alle zwei bis drei Monate für jeweils drei Wochen aufhalte, regelmässige Kontakte zu B ekannten und Verwandten. Der Be- schwerdeführer übt damit Alltagsaktivitäten aus und verfü gt über eine Funktionalität, die das Vorliegen einer depressiven Entwicklung nicht wahrscheinl ich erscheinen lassen. Die gelegent- lich auftretenden depressiven Verstimmungen, die vor al lem damit zusammenhingen, dass der Beschwerdeführer von seiner Familie getrennt lebe, wu rden von Dr. E.____ zu Recht der chro- nischen Schmerzstörung zugeordnet. 10.2.2 Daran ändern auch die Angaben von Dr. med. H._ ___, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, vom 7. Dezember 2014 und Dr. med. I.____, F MH Physikalische Medizin und Rehabi- litation und Rheumatologie, nichts. Letzterer führte am 15. Dezember 2014 aus, dass der Be- schwerdeführer seit dem 12. August 2014 in seiner Behand lung stehe und seines Erachtens eine schwere emotionale Störung aufweise. Der Beschwer deführer sei deshalb zu 100% ar- beitsunfähig. Diese Beurteilung ist im Zusammenhang m it der angekündigten Aufhebung der IV-Rente zu sehen und stellt keine eigentliche psychiatrisc he Diagnose dar. Zudem bedarf es Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht für die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens einer fachärztlich-psychiatrischen Beurteilung (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50; Urteil des B undesgerichts vom 3. April 2009, 9C_45/2009, E. 2.2). Da Dr. I.____ über keine entspr echende fachärztliche Qualifikation ver- fügt, können seine Ausführungen die Ergebnisse von Dr. E.____ daher nicht in Frage stellen. Dies trifft auch auf die Beurteilung von Dr. H.____ zu. Dieser diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, eine kombinierte Persönlichkeitsstö- rung mit vorrangig asthenischen und emotional instabilen Anteilen und eine anhaltende somato- forme Schmerzstörung. Gegenwärtig lägen depressive Stimmu ng, Interessensverlust, Freudlo- sigkeit und Antriebsmangel mit erhöhter Ermüdbarkeit be gleitet von Schuldgefühlen und ande- ren Persönlichkeitsstörungsanteilen vor. Nach wie vor bestehe die Neigung zum sozialen Rück- zug. Die klinische Konsequenz daraus sei, dass der Beschwerd eführer im dekompensierten Zustand nicht in der Lage sei, ein Belastbarkeitstraini ng zu absolvieren. Diesbezüglich ist zu beachten, dass auch in Bezug auf Aussagen von behandelnd en Spezialärzten die Erfahrungs- tatsache, wonach diese aufgrund ihres Vertrauensverhältnisses wohl eher zugunsten ihrer Pati- enten aussagen, zum Tragen kommt (vgl. BGE 125 V 351 ff.). Dr. H.____ macht seine Angaben insbesondere im Hinblick auf das Fernbleiben des Beschwerd eführers vom Belastungstraining aus. Seinem Bericht ist denn auch keine nachvollziehbare Begründung für die diagnostizierte kombinierte Persönlichkeitsstörung zu entnehmen, fehlen do ch Hinweise auf dysfuntkionales Verhalten in der Kindheit. Zudem wird die mittelgra dige depressive Störung nicht plausibel be- gründet. Da er zudem auf eine Zumutbarkeitsbeurteilu ng in einer Verweistätigkeit verzichtet, kann auf seinen Bericht nicht abgestellt werden. 10.2.3 Schliesslich lässt der Beschwerdeführer sinngemäss vor bringen, dass das Resultat der gutachterlichen Abklärung der Dres. E.____ und F.____ auch den Ergebnissen im Schlussbe- richt des Belastbarkeits- und Aufbautrainings vom 19. Dez ember 2014 widerspreche. Diesem sei zu entnehmen, dass die Psyche des Beschwerdeführers und s ein Gesundheitszustand eine Wiedereingliederung verunmöglichen würden. Damit beste he eine widersprüchliche Einschät- zung der Arbeitsfähigkeit. Dem Beschwerdeführer ist zwar insofern beizupflichten, als er sinn- gemäss ausführt, dass einer konkret leistungsorientiert en beruflichen Abklärung nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigke it abzusprechen ist. Allerdings obliegt die abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesun dheitsschaden ergebenden funktio- nellen Leistungsfähigkeit (z.B. nur sitzende oder stehen de Arbeiten, nur beschränktes He- ben/Tragen von Lasten etc.) in der Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin, nicht den Fachleuten der Berufsberatung/beruflichen Eingliederung (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2). Dies ist auch vorliegend zu bestä tigen, sind im Bericht der Stiftung J.____ vom 19. Dezember 2014 doch nur die subjektiven An gaben des Beschwerdeführers erwähnt und keine objektive Feststellung der medizinisch-t heoretischen Arbeitsfähigkeit vorge- nommen worden. So wird festgehalten, dass sich der Beschw erdeführer grosse Mühe gegeben habe, nach Pratteln zu kommen. Schon allein der Arbe itsweg sei für ihn anstrengend gewesen. Im persönlichen Gespräch sei immer wieder der Eindru ck entstanden, dass der Beschwerde- führer Angst habe. Diese Angaben bewirken aber keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und keine verwertbaren Aussagen zur effektiven Leistungsfähigke it des Beschwerdeführers. Die Einschätzung im Abklärungsbericht ist daher nicht geeignet , die Beweiskraft des Gutachtens der Dres. E.____ und F.____ in Bezug auf die Arbeitsf ähigkeit und die von der Vorinstanz dar- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht aus gezogenen Schlüsse betreffend deren Verwertbarkeit a uf dem ausgeglichenen Arbeits- markt (Art. 16 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1) ernsthaft in Frage zu stellen. 10.3 Die geschilderten Vorbringen des Beschwerdeführer s vermögen somit die Ergebnisse, zu denen die Gutachter Dres. E.____ und F.____ bei der Beurteilung des Gesundheitszustan- des und der Arbeitsfähigkeit gelangten, nicht in Fra ge zu stellen. Ihrem bidisziplinären Gutach- ten vom 5./13. Dezember 2013 kommt auch unter Berücksicht igung der Rechtsprechung ge- mäss Art. 141 V 281 - wie nachfolgend aufgeführt - ausschlaggebender Beweiswert zu. 10.4.1 In Bezug auf die im Zusammenhang mit BGE 141 V 281 geänderte Praxis bei der Be- urteilung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden ist festzustellen, dass das Gutachten von Dr. E.____ am 5. Dezember 2013 und damit noch vor dem am 3. Juni 2015 gefällten Leitentscheid des Bundesgerichts erging. Eine Indikatorenprüfung konnte in zeitlicher Hinsicht daher nicht vorge- nommen werden. Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 ha t das Bundesgericht von der Recht- sprechung, wonach die somatoforme Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurtei- lung somatoformer Schmerzstörungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfähigkeit begründet (E. 6): An der Rechtspr echung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – aus- schliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitliche n Beeinträchtigung und objekti- vierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An d ie Stelle des bisherigen Kriterienkata- logs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und v ergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindi katoren (E. 4). Diese lassen sich in zwei Bereiche einteilen. In einem Teil wird unter dem St ichwort "funktioneller Schweregrad" der Indi- katorenkomplex "Gesundheitsschädigung" (Ausprägung der di agnoserelevanten Befunde, Be- handlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz, K omorbiditäten), "Persönlichkeit" (Per- sönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen) und "sozialer Kontext" geklärt. Im zweiten Teil wird sodann eine Konsistenzprüfung unter Berücksichtigung der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereic hen und dem behandlungs- und ein- gliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck vorgenommen. 10.4.2 Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 I ngress). Recht und Medizin wirken so- wohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebo- tenen - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). D ie Anerkennung eines rentenbegründen- den Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktion ellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikato- ren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überw iegender Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweisl osigkeit nach wie vor die materiell be- weisbelastete versicherte Person zu tragen. 10.4.3 Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss altem Verfah rensstandard eingeholte Gutach- ten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prü- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht fung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ent- scheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorh andenen Beweisgrundlagen vor Bun- desrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die n unmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administ- rativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit wei- teren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurte ilung im Lichte der massgeblichen Indi- katoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8). 10.4.4 Vorliegend ist eine schlüssige Prüfung der massgeb enden Standardindikatoren ge- stützt auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. E.____ und F.____ möglich und eine weitere medizinische Abklärung dementsprechend - wie nachfolgend aufgezeigt wird - nicht angezeigt. 10.4.4.1 Vorab kann unter der Kategorie "funktionelle r Schweregrad" betreffend den (ersten) Indikatorenkomplex "Gesundheitsschädigung" festgestellt werden, dass diese nicht als beson- ders schwer einzustufen ist. Aus dem Gutachten von Dr. E._ ___ geht hervor, dass dieser keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erheben konnte. Er stellte einzig eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren fes t. Die Ausprägung der diagno- serelevanten Befunde und Symptome ist denn auch bescheid en. So lebt der Beschwerdeführer zusammen mit seinem Bruder und dessen Ehefrau. Seinen An teil am Haushalt erledigt er selb- ständig. Er steht jeden Morgen mühelos auf und geht sowohl am Morgen wie auch am Nachmit- tag auf mehrstündige Spaziergänge. Zwar lebt er in d er Schweiz verhältnismässig isoliert. In seinem Heimatland, wo er sich alle zwei bis drei Monate während mehreren Wochen aufhält, pflegt er aber regelmässigen Kontakt zu seiner Familie u nd den Verwandten und Bekannten. Der Alltag des Beschwerdeführers erscheint aufgrund dieser Schilderungen nicht beeinträchtigt. Hinweise auf Simulation und Aggravation sind weder dem Gutachten von Dr. E.____ noch je- nem von Dr. F.____ zu entnehmen. Dr. F.____ hielt diesbezüglich jedoch fest, dass er deutliche Diskrepanzen zwischen den subjektiven Angaben und den objekt iv erhobenen Befunden ge- funden habe. Er sehe dies jedoch nicht auf der Basis ein er Aggravation oder gar Simulation, sondern in Bezug auf einer einfachst strukturierten Pe rsönlichkeit, welche möglicherweise Res- pekt vor der Untersuchung und befürchtet habe, dass man ihm dabei Schmerzen zufügen wür- de. Wahrscheinlich habe der Beschwerdeführer dadurch se ine Schmerzen zum Ausdruck brin- gen wollen. Beim Indikator "Behandlungs- und Eingliederungserfolg und Resistenz" müssen der Verlauf und der Ausgang der bisher durchgeführten Therapien und Ei ngliederungsversuche gewürdigt und geprüft werden, ob die therapeutischen Möglichkeiten a usgeschöpft wurden. Der Beschwerde- führer ist in psychiatrischer Behandlung und steht auch unt er psychiatrischer Medikation. Eine stationäre Behandlung fand jedoch nicht statt. In Bezu g auf die somatischen Beschwerden feh- len Unterlagen und Hinweise auf eine regelmässige the rapeutische Massnahme. Berufliche Massnahmen scheiterten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an einem Mangel an Motivation und an invaliditätsfremden Faktoren wie subjektiver Kran kheitsüberzeugung und mangelnden Deutschkenntnissen. Insgesamt erscheinen die therapeutischen Massnahmen ausgeschöpft zu sein. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Betreffend den Indikator der "Komorbidität" ist dara uf hinzuweisen, dass gestützt auf die neue Rechtsprechung des Bundesgericht der psychischen Komorbid ität kein Vorrang mehr zukommt (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Neu sind auch körperliche Erkrankungen bei der Beurteilung zu berücksichtigen. Vorliegend liegen aus psychiatrischer Sicht keine eigentlichen Diagnosen vor. In somatischer Hinsicht ist das chronische Lumbovertebralsynd rom mit spondylogener Aus- strahlung rechts zu erwähnen. Insgesamt ist die Komorbidität aber als gering einzuschätzen. 10.4.4.2 Im zweiten Indikatorenkomplex wird nach der Pe rsönlichkeit und der Persönlich- keitsentwicklung und der -struktur gefragt. Gestützt darauf sind die persönlichen Ressourcen zu prüfen. Aus dem Gutachten von Dr. E.____ geht hervor, dass der Beschwerdeführer in seiner Urteilsbildung nicht gestört sei. Er pflege regelmässige Kontakte und die Beziehungsfähigkeit sei damit erhalten. Ebenso sei das Denken ist nicht eing eengt. Insgesamt scheinen die persön- lichen Ressourcen damit nicht eingeschränkt zu sein. 10.4.4.3 Neben den Komplexen "Gesundheitsschädigung" u nd "Persönlichkeit" bestimmt auch der soziale Kontext mit darüber, wie sich die (kausal allein massgeblichen) Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung konkret manifestieren. Hierbei ist eine Abgrenzung der psychoso- zialen und der soziokulturellen Kriterien vorzunehmen, welche als invaliditätsfremd auch weiter- hin unbeachtlich bleiben. In diesem Zusammenhang sind vo rliegend allenfalls die fehlenden Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers und die Trennung von der Familie zu erwähnen. Dabei ist aber zu beachten, dass der Beschwerdeführer i n der von ihm gewählten Lebensform insgesamt gut im sozialen Umfeld verankert ist. So lebt er insbesondere während seinen regel- mässigen und mehrwöchigen Aufenthalten in seiner Heima t in einer intakten Familiengemein- schaft mit der Ehefrau und den Kindern. Er hat dann a uch regelmässigen Kontakt zu Verwand- ten und Bekannten. 10.4.4.4 Nachdem der "funktionelle Schweregrad" anhand der Indikatoren geprüft worden ist, ist als nächster Schritt eine Konsistenzprüfung unter Berücksic htigung der gleichmässigen Ein- schränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Le bensbereichen und dem behand- lungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leide nsdruck vorzunehmen. Vorlie- gend steht fest, dass der Beschwerdeführer regelmässig in B ehandlung bei Dr. H.____ steht, den er alle zwei Wochen aufsucht. Andere therapeutische Massnahmen nimmt er nicht in An- spruch. Dr. F.____ hielt denn auch fest, dass zwischen den geltend gemachten Schmerzen und den erhobenen Befunden eine erhebliche Diskrepanz bestü nde. Aufgrund der Indikatoren ist daher insgesamt eine wesentliche Einschränkung der Leist ungsfähigkeit nicht plausibel. Viel- mehr ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer übe r erhebliche Ressourcen verfügt, welche auch im Erwerbsbereich verwertbar erscheinen. D amit ist aber auch die Zumutbarkeits- beurteilung im Gutachten von Dr. E.____ nachvollziehba r, der den Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit als 100% arbeitsfähig erachtete. Das Teilgutachten von Dr. E.____ gibt damit genügend Aufschluss über die massgeblichen Indikat oren, die gemäss neuer Rechtspre- chung zu berücksichtigen sind. Ebenso erscheint die vorgenomm ene Zumutbarkeitsbeurteilung überzeugend, so dass entgegen den Ausführungen des Beschw erdeführers vollumfänglich auf die Ausführungen von Dr. E.____ abgestellt werden kann. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde gegnerin ihren Entscheid zu Recht auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. E.____ u nd F.____ abstellte und davon aus- ging, dass dem Beschwerdeführer eine Verweistätigkeit zu 100% zumutbar ist. Lässt die vor- handene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung des massgebenden me- dizinischen Sachverhalts zu, so ist dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin, wonach weite- re medizinische Abklärungen vorzunehmen seien, nicht stattzugeben. Der Anspruch auf rechtli- ches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen , und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen An- spruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsa- che erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemä sser Beweiswürdigung zur Überzeu- gung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, ka nn auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Bew eiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 64 E. 3.3, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 11. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen steht fest, dass sich der Gesundheitszu- stand des Beschwerdeführers im Vergleich zur ursprünglichen Berentung im Jahr 1993 wesent- lich verbessert hat. Entgegen der damaligen medizinischen Beurteilung ist beim Beschwerde- führer keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfäh igkeit mehr feststellbar. Unter diesen Umständen ist die IV-Stelle zu Recht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer ein ren- tenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag. Es ist dahe r nicht zu beanstanden, dass sie mit der Revisionsverfügung vom 27. April 2016 die ur sprüngliche Rente per Ende Mai 2016 aufgehoben hat. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 12.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegen- de Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferleg en sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 7. Juli 2016 die un entgeltliche Prozessführung bewilligt wor- den. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorlä ufig auf die Gerichtskasse genom- men. 12.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 7. Juli 2016 die unentgeltliche Verbei- ständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Jan uar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 2 00.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 1. Se ptember 2016 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von 10.5 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbe- tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr . 221.--. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘506.70 (10 .5 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 221.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 12.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'506.70 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht