B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-988/2012 E-959/2012 U r t e i l v om 2 2 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Yanick Felley; Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien 1. A._______, geboren am (…) und ihre Kinder 2. B._______, geboren am (…), 3. C._______, geboren am (…), Türkei, alle vertreten durch Edith Hofmann, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügungen des BFM vom 18. Januar 2012 / N (…) und N (…). E-959/2012 und E-988/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden verliessen ihren Heimatstaat am 10. März 2011 und gelangten am 14. März 2011 auf dem Landweg in die Schweiz, wo sie gleichentags im Empfangs - und Verfahrenszentrum ( EVZ) D._______ um Asyl nachsuchten. B. B.a Anlässlich der Befragung im EVZ D._______ vom 24. März 2011 s o- wie der Anhörung vom 28. Juni 2011 machte die Beschwerdeführerin 1 (Mutter) zur Begründung ihres Asylgesuches im Wesentlichen geltend, sie sei kurdischer He rkunft und habe zusammen mit ihren Kindern zuletzt in E._______ gewohnt. Ihr Ehemann respektive der Vater ihrer Kinder sei unbekannten Aufenthalts, weil er für die "Partei" tätig gewesen sei. Ihr Va- ter respektive der Grossvater ihrer Kinder habe für die "P artei" Geld g e- sammelt. Als sie im Juli 2002 bei Familienangehörigen in F._______ ge- wesen sei, habe das Militär zusammen mit Zivilpersonen das Haus im Dorf gestürmt, wobei sie von einem Hund gebissen worden sei. Auch die anderen Familienmitglieder seien ang egriffen und misshandelt worden. Seither leide ihre Tochter an (…). Nach diesem Vorfall sei sie zusammen mit ihren Kindern nach E._______ zurück, wo sie ihren Wohnort öfters gewechselt hätten. Dennoch seien sie wegen ihrer Ethnie immer wieder belästigt worden. Sie selber sei seit dem Jahr 2007 zusammen mit ihrem Sohn C._______ (Beschwerdeführer 3) für die "Partei" aktiv gewesen, i n- dem sie Kleider nach F._______ transportiert sowie an Versammlungen, Meetings und Demonstrationen teilgenommen hätten. Am 5. Mär z 2011 seien mehrere Personen der Hisbollah bei ihr zu Hause in E._______ er- schienen und hätten nach ihrem Vater gesucht. Dabei sei sie mit dem Tod bedroht worden. Nachdem sie diesen Vorfall der "Partei" gemeldet habe, habe diese sie in einer anderen Wohnu ng untergebracht und ihre Ausrei- se organisiert. Am 10. März 2011 habe sie zusammen mit ihren Kindern die Türkei verlassen. Nach ihrer Ausreise habe sie erfahren, dass sie (die Beschwerdeführerin 1) von der Polizei gesucht werde, weil eine Person, mit welcher sie Kleider gesammelt habe, anlässlich deren Verhaftung i h- ren Namen der Polizei angegeben habe. B.b Die Beschwerdeführerin 2 (Tochter) machte ihrerseits dieselben Asylgründe geltend wie ihre Mutter. Darüber hinaus führte sie aus, ihr Grossvater sei vor län gerer Zeit von der Armee festgenommen worden. E-959/2012 und E-988/2012 Seite 3 Sie könne sich aber nur schlecht an diesen Vorfall erinnern. Zudem leide sie nebst ihrer (…) an (…). Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 einen Bericht der Sozialversicherung sanstalt des Spitals in E._______ in Kopie mit deutscher Übersetzung betreffend die (…) der Beschwerde- führerin 2 sowie ein medizinisches Merkblatt für Eltern von (…) zu den Akten. B.c Der Beschwerdeführer 3 machte seinerseits geltend, sein Vater sei bei der Partiya Karkerên Kurdistan (Arbeiterpartei Kurdistans, PKK) g e- wesen und seit einiger Zeit verschwunden. Beim Überfall im Jahre 2002 sei er nicht anwesend gewesen. Er habe die Lokale der Barış ve Demokrasi Partisi (Patei des Friedens und der Demokratie, BDP) besucht und zusammen mit seiner Mutter Kleider für die PKK in Dörfer in F._______ geliefert. Darüber hinaus habe er an Demonstrationen teilg e- nommen. Dabei sei er im Jahre 2009 und 2010 je ein Mal festgenommen und einen Tag festgehalten worden. Im Übrigen w erde er wegen seiner kurdischen Ethnie diskriminiert, so beispielsweise anlässlich von Ident i- tätskontrollen, in der Schule und am Arbeitsplatz. Für weitere Angaben kann auf die Protokolle bei den Akten verwiesen werden. C. Mit zwei getrennten Verfügungen vo m 18. Januar 2012 – beide eröffnet am folgenden Tag – wies das BFM die Asylgesuche der Beschwerdefü h- renden ab, verfügte ihre Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. D. Mit zwei getrennten Eingaben vom 20. Februar 2012 liessen die B e- schwerdeführenden gegen die angefochtene Verfügung durch ihre Rechtsvertreterin Beschwerde erheben. D.a Dabei beantragten die Beschwerdeführerinnen 1 und 2, die Verf ü- gung des BFM vom 18. Januar 2012 sei nochmals zu prüfen und ihnen sei Asyl zu gewähren, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und der Vollzug der Wegweisung sei zu sistieren. Im Falle e i- nes negativen Entscheides sei die Unzumutbarkeit respektive die Unz u- lässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und als Folge davon seien sie in de r Schweiz vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher E-959/2012 und E-988/2012 Seite 4 Hinsicht wurde um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Behandlung der Beschwerde mit derjenigen des Sohnes ersucht. Zur Stützung ihrer Vorbringen legten sie ihrer Beschwerde ein en fremd- sprachigen Bericht ("bdp pkk ili şkisi"), eine Kopie eines fremdsprachigen Zeitungsartikels ("Bir ayada 148 tutuklama) vom 19. September 2011 mit deutscher Übersetzung, eine Skizze ihres Hauses sowie zwei Interne t- ausdrucke aus www.firatnews.org, Kopien der Schweizer Reisepässe verschiedener sich in der Schweiz aufhaltender Verwandter, einen Fam i- lienregisterauszug der Familie G._______ sowie einen ärztlichen Bericht von Dr. K., in H._______, vom 15. Februar 2012 und einen "ärztlichen Be- fund" des Spitals in H._______, vom 22. Februar 2012, beide die Tochter betreffend, bei. D.b In seiner Beschwerde liess der Beschwerdeführer 3 beantragen, die Verfügung des BFM sei aufzuheben und ihm sei in der Schwe iz Asyl zu gewähren, andernfalls sei die Verfügung des BFM im Wegweisungspunkt zu überprüfen und es sei festzustellen, dass eine Wegweisung jetzt und in naher Zukunft weder zulässig noch zumutbar sei, weshalb die Wegwei- sung (recte: Wegweisungsvollzug) zu s istieren sei, ferner sei im Falle e i- ner neuerlichen Abweisung des Asylgesuchs die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskosten sowie eines Kostenvorschusses ersucht. Seiner Beschwerde legte er verschiedene Dokumente (Internetausdrucke mit Bilder über gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Demons t- ranten und der Polizei anlässlich des Newrozfestes im März 2008, Dok u- ment seines ehemaligen Arbeitgebers im Original, Internetausdru ck aus www.firatnews.org in fremder Sprache sowie einen aus der Zeitschrift "Radikal" in fremder Sprache mit deutscher Übersetzung, einen ärztlichen Bericht vom 19. Februar 2012 von Dr. med. K., in H._______, im Original und eine Mitgliederbestätigung der BDP im Original) bei. E. Mit Zwischenverfügung vom 8. März 2012 teilte die Instruktionsrichterin den Beschwerdeführenden mit, sie könnten den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten und hiess den Antrag auf Verei nigung der be i- den Verfahren gut. Ferner wies sie die Gesuche um Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab und setzte den Beschwerdeführenden Frist zur E-959/2012 und E-988/2012 Seite 5 Bezahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 800.-, welcher fristgerecht geleistet wurde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd eführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwal- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerden sind frist - und formgerecht eingereicht. Die B e- schwerdeführenden haben an den Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, sind durch die angefochtenen Verfügungen besonders ber ührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerden legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerden ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um solche, weshalb der B e-E-959/2012 und E-988/2012 Seite 6 schwerdeentscheid nur summa risch zu begründen sind (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfü h- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind ode r begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirk en. Den frauenspezifi- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4.3 4.3.1 Das BFM lehnte die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab, da ihre Vorbringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG respektive denjenigen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht zu genügen vermöchten. 4.3.2 In Bezug auf die Beschwerdeführerin 1 führte die Vorinstanz aus, sie würde ihre Verfolgung, namentlich die Razzia im Dorf, im Wesentl i- chen aus demselben Ereignis vom Juli 2002 ableiten, welches auch ihre Eltern respektive Grosseltern geltend gemacht hätten (N […]). Deren Vorbringen seien als krass unglaubhaft qualifiziert worden und es habe insbesondere auch nicht geglaubt werden können, dass der Vater respek- tive der Grossvater wegen Aktivitäten für die PKK von den Behörden oder der Hisbollah verfolgt worden sein soll. Es fehle demzufolge auch am Wahrheitsgehalt ihrer daraus abgeleiteten Anschlussverfolgung. Sie habe E-959/2012 und E-988/2012 Seite 7 sich in Bezug auf die "Partei", welche sie unterstützt und an deren Ve r- sammlungen sowie Demonstrationen sie teilgenommen habe, kontradi k- torisch geäussert, indem sie anlässlich der Befragung mehrfach angeg e- ben habe, bei der "Partei" habe es sich um die PKK gehandelt, um bei der Anhörung zu deponieren, sie habe – wie ihr Vater – die BDP unte r- stützt, was hingegen wiederum im Widerspruch zu dessen Aussagen st e- he. Darauf angesprochen, habe sie die beiden Parteien faktisch gleichge- stellt, womit der Widerspruch keinesfalls aufgelöst w orden sei. Ferner sei unlogisch, dass die Beschwerdeführerin 1 für die "Partei" Kleider von E._______ in das sich mehrere hundert Kilometer entfernte F._______ geliefert haben soll, weil solche Aufgaben von jemandem übernommen würde, der sich in der Region aufhalte. Was ihr Vorbringen anbelange, Angehörige der Hisbollah hätten bei ihr zu Hause nach ihrem Vater g e- sucht und ihr dabei mit dem Tod gedroht, sei festzuhalten, dass sie unter- schiedliche Angaben in Bezug auf die Anzahl der Personen gemacht h a- be. Auch auf Vorhalt hin habe sie diesen Widerspruch nicht auflösen kö n- nen, weshalb nicht geglaubt werden könne, sie sei im März 2011 von der Hisbollah nach ihrem Vater gefragt und von ihnen bedroht worden. Z u- dem sei aufgrund des geringen politischen Profils der Beschwerdeführe- rin als Sympathisantin und der beschränkten Ressourcen der "Partei" nicht davon auszugehen, dass ihr Letztere eine andere Wohnung und die Ausreise organisiert habe. Auch wenn die Beschwerdeführerin 1 von der Hisbollah bedroht worden wäre, hä tte sie sich durch Wohnsitznahme in einem anderen Landesteil den Behelligungen entziehen können. Schliesslich seien die geltend gemachten Belästigungen wegen ihrer ku r- dischen Herkunft nicht asylrelevant. Bei Benachteiligungen, welchen A n- gehörige der kurdis chen und alevitischen Bevölkerung ausgesetzt sein könnten, handle es sich nicht um ernsthafte asylrelevante Nachteile, die einen weiteren Verbleib im Heimatland verunmöglichen oder unzumutbar erschweren würden. 4.3.3 Zu der Beschwerdeführerin 2 stellte das BFM f est, sie berufe sich im Wesentlichen auf dieselben, als unglaubhaft zu erachtenden, Asy l- gründe wie ihre Mutter und könne somit daraus auch keine asylrelevante Verfolgung für sich ableiten. 4.3.4 In Bezug auf den Beschwerdeführer 3 führte das BFM aus, au f- grund der krass unglaubhaften Vorbringen seines Grossvaters zu dessen Aktivitäten für die PKK sei die vom Beschwerdeführer 3 daraus abgeleite- te Anschlussverfolgung durch die Behörden oder Hisbollah unglaubhaft. Sodann habe der Beschwerdeführer 3 widersprüchliche Aussagen zum E-959/2012 und E-988/2012 Seite 8 Vorfall vom 5. März 2011 gemacht. So habe er im Rahmen der Befragung angegeben, Angehörige der Hisbollah seien in die Wohnung eingedru n- gen und hätten seine Mutter mit einer Waffe bedroht, um bei der Anh ö- rung zu deponieren, die Angehörigen der Hisbollah seien nur bis zur Gar- tentür gekommen und er wisse nicht, ob diese bewaffnet gewesen seien oder nicht. Indem er sich auf Vorhalt hin auf sein mangelndes Erinn e- rungsvermögen berufen und die Antworten anlässlich der Befragung in Abrede gestellt hab e, habe er die Widersprüche nicht aufzulösen ve r- mocht, so dass der Vorfall vom 5. März 2011 nicht geglaubt werden kö n- ne. Zudem seien die Festnahmen im Jahre 2009 und 2010, nachdem er anlässlich einer Newrozfeier ein Poster von Abdullah Öcalan getragen habe, tatsachenwidrig, da die Verhaftungen von kurzer Dauer gewesen seien und kein Gerichtsverfahren gegen ihn eingeleitet worden sei. Wäre er aber tatsächlich an einer Demonstration zur Unterstützung von Abdu l- lah Öcalan mit einem Poster desselben erwischt worden, sei mit höchster Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet worden wäre. Überdies sei es ihm unbenommen, sich den l o- kal beschränkten Repressalien durch Wohnsitznahme in einem anderen Landesteil zu entziehen. Auf grund seiner untergeordneten Tätigkeit für die "Partei" und deren beschränkter Ressourcen sei nicht davon ausz u- gehen, dass Letztere ihm, seiner Mutter und seiner Schwester eine ande- re Wohnung und ihre Ausreise organisiert habe. Auch wenn der B e- schwerdeführer 3 und seine Mutter von der Hisbollah bedroht worden wä- ren, hätten sie sich den Behelligungen durch Wohnsitznahme in einem anderen Landesteil entziehen können. Schliesslich seien die geltend gemachten Benachteiligungen wegen se i- ner kurdischen Herkunft n icht asylrelevant. Bei Benachteiligungen, we l- chen Angehörige der kurdischen und alevitischen Bevölkerung ausg e- setzt sein könnten, handle es sich nicht um ernsthafte asylrelevante Nachteile, die einen weiteren Verbleib im Heimatland verunmöglichen oder unzumutbar erschweren würden. 5. 5.1 Aus der Rechtsmitteleingabe ergibt sich als Rüge die Verletzung von Bundesrecht, indem zu Unrecht auf Unglaubhaftigkeit respektive fehlende Asylrelevanz der Vorbringen der Beschwerdeführenden geschlossen worden sei. Die Erwägungen der Vorinstanz, wonach den Beschwerdeführenden nicht geglaubt werden könne, dass sie von der Hisbollah am 5. März 2011 au f-E-959/2012 und E-988/2012 Seite 9 gesucht und bedroht worden seien, sowie die Ausführungen über die P o- sition der Beschwerdeführenden 1 und 3 für die "Partei" und das Tätig- keitsfeld der "Partei", sind aufgrund der Prüfung der Akten als zutreffend zu erachten und es kann darauf verwiesen werden. Der Einwand in der Beschwerde, die Beschwerdeführerin 1 habe die beiden Parteien (BDP und PKK) gleichgesetzt, weil ihr Vater re spektive Grossvater seinen Ei n- satz für die PKK absolut geheim gehalten habe und weder seiner Tochter noch seinen Enkeln etwas von seinen Einsätzen erzählt habe, vermag nicht zu überzeugen. Dafür dass der Vater respektive Grossvater die a n- geblichen Einsätze für die PKK nicht geheim gehalten hat, spricht auch, dass der Beschwerdeführer 3 angegeben hat, sein Grossvater habe die PKK unterstützt (vgl. Protokoll N […] Akten BFM A8/13 S. 4 A: 27). Die Ausführung in der Rechtsmitteleingabe, wonach die PKK und die jeweilige kurdische Partei für das normale kurdische Volk dasselbe sei, sind nicht überzeugend. Personen, die sich für eine Partei einsetzen, wissen erfahrungsgemäss genau, für welche Partei sie dies tun. Dass die Beschwerdeführerin keine gebildete Frau sei, ändert nichts an dieser Ein- schätzung. Mit dem BFM ist damit davon auszugehen, die Beschwerd e- führerin 1 sei nicht politisch aktiv gewesen und sei deswegen nach ihrer Ausreise nicht behördlich gesucht worden. Ihre Behauptung, sie werde wegen einer Person, mit welcher sie Kleider gesammelt habe und welche ihren Namen der Polizei preisgegeben habe, von der Polizei gesucht, ist als unglaubhaft zu qualifizieren, da diese Angabe mit der Aussage des Beschwerdeführers 3, die Behörden hätten von diesen Kleiderlief erungen an die PKK nichts gewusst (vgl. Protokoll N […] A3/10 S. 6), nicht übe r- einstimmt. In Bezug auf den Beschwerdeführer 3 kann zwar nicht gän z- lich ausgeschlossen werden, dass er wegen seiner Teilnahmen an Ne w- rozfeierlichkeiten in den Jahren 2009 und 2010, wo er je ein Mal für einen Tag wegen Tragens von Postern von Abdullah Öcalan festgenommen worden sei, seinerzeit in den Fokus der türkischen Behörden geraten ist. Eine objektive begründete Furcht vor drohender asylrelevanter Verfo l- gung vermag dieser Um stand für sich jedoch nicht zu begründen. Damit besteht denn auch kein Anlass für die PKK, ausgerechnet zu den politisch niedrigprofilierten Beschwerdeführerenden Kontakte zu pflegen und ihnen in E._______ eine andere Wohnung sowie die Ausreise zu organisi eren. Aufgrund der gesamten Aktenlage ist davon auszugehen, dass die B e- schwerdeführenden ihren Heimatstaat nicht aus den geltend gemachten Gründen verlassen haben, weshalb sie keine Behelligungen seitens der türkischen Behörden respektive der Hisbollah zu befürchten haben. Schliesslich sind den Akten keine Hinweise auf sprachliche Missve r- ständnisse (falsche Übersetzung/Interpretation des Wortes Ikametgah) zu E-959/2012 und E-988/2012 Seite 10 entnehmen. So wurden den Beschwerdeführenden die Protokolle nach Abschluss der Befragungen rücküber setzt, woraufhin sie deren Richti g- keit und Vollständigkeit bestätigten und ihren Äusserungen entsprechen würden. Mithin müssen sie sich bei ihren protokollierten Aussagen beha f- ten lassen. Sodann leiten die Beschwerdeführenden ihre Asylbegründung aus dem politischen Profil ihres Vaters respektive Grossvaters I.D. (vgl. N […]) ab, indem sie eine gegen sie gerichtete Anschlussverfolgung geltend m a- chen. Mit Verfügung vom 18. Januar 2012 wies das BFM die Beschwerde des Vaters respektive des Grossvaters ab. Dabei wurde festgestellt, dass dessen Vorbringen zur angeblichen Verfolgung durch die Hisbollah w e- gen Aktivitäten für die PKK unglaubhaft seien. Dass das BFM zu Recht von dieser Annahme ausging, zeigt sich darin, dass der Vater respektive Grossvater am 18. März 2013 seine gegen die vor instanzliche Verfügung erhobene Beschwerde vom 18. Februar 2012 zurückzog und am 2. April 2013 freiwillig in die Türkei zurückkehrte. Somit ist – entgegen der Auffas- sung in der Beschwerde (vgl. Rechtsmitteleingabe S. 4) – davon auszu- gehen, der Vater respektive Grossvater der Beschwerdeführenden habe in der Türkei keine asylrelevanten Nachteile zu befürchten. N ach dem Gesagten ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden ihre Verfolgungsg eschichte auf einen Sachverhalt abstützen, welcher bereits in anderem Zusammenhang rechtskräftig als unglaubhaft beurteilt worden ist. Mithin ergibt sich, dass keine hinreichenden Gründe für eine drohende Anschlussverfolgung e r- sichtlich sind. Daran vermag auch das Zitieren eines Urteils aus dem Jah- re 1994 nichts zu ändern, zumal sich aufgrund des Gesagten die Sachl a- ge vorliegend anders präsentiert. 5.2 Soweit die Beschwerdeführenden weiter geltend machen, sie würden in der Türkei aufgrund ihrer Zugehörigkei t zur kurdischen Volksgruppe in vielen Bereichen des Lebens diskriminiert, ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhalten, dass diese allfälligen Nachteile schon aufgrund deren mangelnder Intensität nicht als asylrelevant angesehen werden können; verneinen die schweizerischen Asylbehörden denn auch in ko n- stanter Praxis das Vorliegen einer sogenannten Kollektivverfolgung von Kurden aus der Türkei (vgl. bereits EMARK 1993 Nr. 20 E. 3.a ; bestätigt etwa im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -8360/2007 vom 26. März 2010 E. 4.7). E-959/2012 und E-988/2012 Seite 11 5.3 Auf Beschwerdeebene bringt der Beschwerdeführer 3 erstmals vor, er befürchte bei einer allfälligen Rückkehr in die Türkei in den Wehrdienst aufgeboten zu werden. Als Mitglied der berüchtigten Familie seines Grossvaters I.D._______ befürchte er eine asylrelevante Verfolgung im Militärdienst. Wie oben ausgeführt, sind die Vorbringen zur angeblichen Verfolgung der Hisbollah wegen den Aktivitäten des Grossvaters für die PKK nicht glaub- haft. Damit zielt das Vorbringen, wegen des Fa miliennamens seines Grossvaters habe er eine asylrelevante Verfolgung im Militärdienst zu gewärtigen, ins Leere. Zudem kann den Akten weder entnommen we r- den, dass der Beschwerdeführer in den Militärdienst einberufen noch dass er zu einer sanitarischen Ausm usterung aufgeboten worden ist. Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass die Rekrutierung und eine allfällige Strafe wegen Refraktion oder Desertion gemäss konstanter Rechtspr e- chung grundsätzlich keine Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes oder der Flüchtlingskonvention darstellen würde, sondern es gehört zu den l e- gitimen Rechten eines Staates, seine Bürger zum Militärdienst einzuberu- fen und zur Durchsetzung der Wehrpflicht strafrechtliche oder disziplinari- sche Sanktionen zu verhängen (vgl. EMARK 2004 Nr. 2 E. 6b.aa S. 16). Als flüchtlingsrechtlich relevant gilt eine Bestrafung dann, wenn der Wehrpflichtige aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG mit einer h ö- heren Strafe zu rechnen hat (sog. Politmalus; vgl. auch den die ständige einschlägige Praxis des Bundes verwaltungsgerichts bestätigende neue Bestimmung gemäss Art. 3 Abs. 3 AsylG), was vorliegend zu verneinen ist. Es liegt somit auch in dieser Hinsicht keine objektiv begründete Furcht vor Verfolgung vor. 5.4 Zusammenfassend folgt, dass das BFM die Asylgesuche der B e- schwerdeführerenden zur Recht abgelehnt hat. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). E-959/2012 und E-988/2012 Seite 12 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundes gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Bew eisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 S. 502). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in d em ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere graus ame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder er niedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da r- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. D a es den B e- schwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rüc kkehr der Beschwerdefü h-E-959/2012 und E-988/2012 Seite 13 rerenden in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG und Art. 33 FK rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführe n- den noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei ner Ausschaffung in die Türkei dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschi e- bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italie n, Urteil vom 28. Februar 2008, B e- schwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei lässt den Wegwe i- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Entgegen ihren Au sführungen in der Beschwerdeschrift gehören die B e- schwerdeführerenden aufgrund des oben Ausgeführten nicht einer Ris i- kogruppe an. Der Vollzug der Wegweisung ist sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.5 In der Türkei herrscht zur Zeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch liegt eine landesweite Situation allgemeiner Gewalt vor. Gemäss Rechtspr e- chung d es Bundesverwaltungsgerichts ist die Grenze für die Annahme einer Situation allgemeiner Gewalt in den Regionen Ost - und Südostana- toliens, die in letzter Zeit nur von punktuellen Gewaltausbrüchen betroffen waren, nicht erreicht (vgl. Entscheid E -2560/2011 vom 15. März 2013); auch für die Grenzprovinzen zu Syrien, in denen nach der Aufnahme e i- ner grossen Zahl syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge in letzter Zeit teilweise Spannungen und vereinzelte gewaltsame Zwischenfälle zu registrieren waren, ist nach Einschätzung des Gerichts aktuell nicht eine Situation der konkreten Gefährdung für abgewiesene Asylsuchende im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG festzustellen. Daran vermögen die auf Beschwerd e- ebene zu den Akten gelegten Kopien (Zeitungsbericht über Verhaftungen E-959/2012 und E-988/2012 Seite 14 und Festnahmen in Mersin sowie die Internetberichte auf Firatnews.com vom 27. September 2011, vom 23. Dezember 2011 und vom 6. Januar 2012) nichts zu ändern. Auch sind die Vorbringen des Beschwerdeführers 3 in der Rechtsmitteleingabe hinsichtlich der angeblich en Verschärfung der politischen Situation und der harten Vorgehensweise der Polizei in der Türkei nicht geeignet, um vorliegend die Unzumutbarkeit des We g- weisungsvollzuges zu begründen. Aus den Akten ergibt sich ferner, dass die Beschwerdeführenden in ihrem Heimatland über zahlreiche Familienangehörige verfügen (vgl. A3 S. 3 f., A10 S. 6 A: 44 [Beschwerdeführerin 1] und A3 S. 3 f., A8 S. 2 A: 4, S. 7 A: 57 [Beschwerdeführer 3]). Nachdem der Vater der Beschwerdeführerin 1 anfangs April 2013 freiwillig in die Türkei zurückgekehrt ist, nachdem über sein Asylgesuch mit Urteil vom 18. Januar 2012 rechtskräftig entschieden worden war, werden sie mit ihm auf ein weiteres Familienmitglied zählen können. Auch lassen die weiteren Angaben der Beschwerdeführenden 1 und 3 darauf schliessen, dass sie in ihrem Heimatland auch ein Bezi e- hungsnetz haben. Obschon die Beschwerdeführerin 1 die Schule (…) Jahre besucht und keinen Beruf erlernt hat (vgl. Protokoll N […] A3 S. 3) und der Beschwerdeführer 3 nach (…) Jahren Schulunterricht keinen Be- ruf erlernt hat und zuletzt ein Jahr als (…) tätig gewesen ist (vgl. Protokoll N […] A3 S. 2), kann insgesamt davon ausgegangen werden, dass sie sich in ihrem Heimatland reintegrieren werden. Dies nicht zuletzt, weil sie zeitlebens in der T ürkei gelebt haben und sich erst seit zweieinhalb Ja h- ren in der Schweiz aufhalten. Nebst der Unterstützung ihrer Familiena n- gehörigen in der Türkei, können sie zudem auch auf finanzielle Unterstü t- zung ihrer Familienangehörigen im Ausland zählen (vgl. Protokoll N […] A3 S. 4; Protokoll N […] A3 S. 3). Der Vollzug der Wegweisung erweist sich demnach auch als zumutbar. 7.6 Bezüglich der beim BFM eingegangenen Berichte betreffend die B e- schwerdeführerin 2 wegen der vorbestandenen (gesundheitlichen Pro b- lemen) kann vollumfänglich auf die nicht zu beanstandenden vorinstanzli- chen Ausführungen in ihrer Verfügung verwiesen werden, wonach sich die Beschwerdeführerin 2 – falls notwendig – in der Türkei weiter beha n- deln lassen kann. Was die mit dem ärztlichen Bericht von Dr. W. des Spi- tals in H. , vom 22. Februar 2012 belegten psychischen Probleme ( Be- zeichnung der psychischen Probleme ) anbelangt (vgl. "ärztlicher Befund" vom 22. Februar 2012 S. 1), ist festzustellen, dass diese ebenfalls bereits in der Türkei vorbestanden haben . In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass aufgrund gesundheitlicher Probleme eines abgewi e-E-959/2012 und E-988/2012 Seite 15 senen Asylsuchenden nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisung s- vollzugs geschlossen werden kann, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatlan d nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des G e- sundheitszustandes der betroffenen Person führt. Dabei wird als wesen t- lich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls dann nicht vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht an schweizerischen Standard en t- sprechende medizinische Behandlung möglich ist. Wenn die no twendige Behandlung im Heimat - oder Herkunftsstaat sichergestellt ist, so ist der Vollzug der Wegweisung als zumutbar zu beurteilen (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). Auch wenn in der Türkei der Standard der Behandlung von phy- sisch und psychisch Erkrankten nicht dem schweizerischen Standard entsprechen sollte, ist dennoch grundsätzlich davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin 2 (wieder) möglich sein wird, die notwendigen ärztlichen Behandlungen in der Türkei zu erhalten. Der auf Beschwerd e- ebene eingereich te ärztliche Bericht von Dr. K. in H._______, vom 15. Februar 2012, wo bestätigt wird, dass bei der Beschwerdeführerin 2 gegenwärtig keine körperlichen Schwierigkeiten bestehen sowie der "ärzt- liche Befund" des Spitals H._______ vom 22. Februar 2012, worin von einer grundsätzlichen Reisefähigkeit der Beschwerdeführerin 2 ausg e- gangen wird, lassen aufgrund des Gesagten keinen anderen Schluss zu. Der Vollzug der Wegweisung ist auch unter diesem Aspekt zumutbar. 7.7 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, s ich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwend i- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE E. 12 S. 513 - 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme nicht in Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG). 8. Aus diesen Erwäg ungen ergibt sich, dass die angefochtenen Verfügu n- gen Bundesrecht nicht verletzen, die rechtserheblichen Sachverhalte rich- tig und vollständig feststellen und angemessen sind (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerden sind nach dem Gesagten abzuweisen. E-959/2012 und E-988/2012 Seite 16 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von insgesamt Fr. 800.- den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 22. März 2012 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvo r- schuss zu verrechnen (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-959/2012 und E-988/2012 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag wird mit dem in gleicher Höhe geleisteten Ko s- tenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand: