B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4220/2013 U r t e i l v o m 3 1 . M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richter Markus König, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren (…), und ihre Kinder B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), Iran, vertreten durch Dr. Reza Shahrdar, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. Juni 2013 / N (…). D-4220/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin – eine Staatsangehörige des Iran – ersuchte am 15. Januar 2012 für sich und ihre zwei Kinder um die Gewährung von Asyl in der Schweiz . Gemäss Aktenlage reichten am gleichen Tag auch ihre Mutter und ihr jüngster Bruder Asylgesuche ein; die sie betreffenden Asylverfahren sind nach wie vor beim BFM hängig. B. Am 27. Februar 2012 wurde die Beschwerdeführerin zu ihrer Person, zu ihrem Reiseweg und summarisch zu ihren Gesuchsgründen befragt. Die einlässliche Anhörung fand am 11. Juni 2013 statt. Dabei führte die B e- schwerdeführerin zu ihrem persönlichen Hintergrund aus, sie stamme aus X._______, wo weiterhin sowohl ihr Ehemann als auch ihr Vater wohnhaft seien. Ihre Mutter und ihr jüngster Bruder befänden sich mit ihr in der Schweiz, wogegen ihr jüngerer Bruder in England lebe . Dieser verfüge dort über einen Aufenthaltsstatus und Ende September 2011 habe er sie in der Heimat besucht . Sie habe … studiert und sei ausgebildete … [Fachkraft], auf ihrem Beruf habe sie aber nie gearbeitet, sondern sie sei nach ihrer Heirat und bis zu ihrer Ausreise aus dem Iran stets als Hau s- frau und Mutter tätig gewesen. Zu den Gründen für ihr Asylgesuch mach- te sie im Wesentlichen geltend, ihr Ehemann habe Probleme mit der ir a- nischen Regierung und vor diesem Hintergrund hätten sie sich namen t- lich um die Sicherheit ihres älteren Kindes gesorgt, weshalb sie auf Ve r- langen ihres Ehemannes mit ihren Kindern aus dem Iran geflüchtet sei. In diesem Zusammenhang führte sie das Folgende aus: Ihr Ehemann – welcher bis letzten Herbst als Geschäftsmann im Handel zwischen Y ._______, Z._______ und Teheran unterwegs gewesen sei – besitze nahe ihrer Wohnung im alten Judenvi ertel von X._______, wo heute n e- ben Muslimen noch immer viele respektive überwiegend iranische Juden lebten, ein Geschäft für alle Arten von … [Waren]. Eines Abends ungefähr in der dritten Augustwoche 2011, an das genaue Datum könne sie sich nicht mehr eri nnern, sei er von seiner Arbeit nicht mehr nach Hause z u- rückgekehrt, worauf sie trotz intensiver Nachfrage sowohl bei den and e- ren Geschäftsinhabern als auch bei den Behörden für zwei bis drei W o- chen ohne jede Nachricht von ihm geblieben sei. Während dieser Zeit, vielleicht im Verlauf der ersten Woche, seien an ihrem Wohnort drei Män- ner mit einem Durchsuchungsbefehl erschienen, welche in der Folge ihre ganze Wohnung auf den Kopf gestellt hätten. Sie wisse nicht, um was für Männer es sich dabei gehandelt habe respektive von wel cher Behörde D-4220/2013 Seite 3 sie gekommen seien. Die Männer hätten jedoch alle ihre privaten elektr o- nischen Geräte und Computer mitgenommen, sogar den Laptop ihres ä l- teren Kindes. Auch ihr persönlicher Aktenkoffer sei mitgenommen wo r- den, worin sich beis pielsweise ihre Studienzeugnisse befunden hätten. Dabei seien die Männer zufällig auch auf zwei im Iran verbotene Bücher gestossen, einerseits Satanische Verse von Salman Rushdie und and e- rerseits Sonaje Zafaranije von Alireza Nourizadeh, welche sie während der Zeit ihres Studiums von einer Freundin als Geschenk erhalten jedoch nie gelesen habe. Auch diese Bücher hätten die Männer mitgenommen. Erst einige Tage nach der Hausdurchsuchung habe sie endlich einen ers- ten Anruf ihres Ehemannes erhalten, und ein paar Tage später dann auch noch einen zweiten, bis er schliesslich wiederum einige Tage später nach Hause zurückgekehrt sei, respektive er sei erst nach einer Haftzeit von ungefähr zweieinhalb bis drei Monaten zurückgekehrt, wobei er sie auch nur einmal angerufen habe. Am Telefon habe er damals gesagt, sie solle nicht nach ihm suchen und sich um ihn auch keine Sorgen machen res - pektive es gehe ihm gut. Bei seiner Rückkehr sei jedoch sein ganzer Kö r- per von schweren Misshandlungen gezeichnet gewesen. Ihr Mann ha be ihr von den erlittenen Misshandlungen berichtet (vgl. dazu im Einzelnen die Akten) und von ihm habe sie erfahren, dass er wegen eines iran i- schen Juden festgenommen worden sei, welcher in seinem Geschäft eine Tasche mit möglichst vielen Fächern und vor a llem auch mit Geheimf ä- chern habe kaufen wollen. Bei diesem Juden habe es sich in Tat und Wahrheit um einen Spion gehandelt, um den Direktor einer grossen Spio- nagebande, welcher geheime Dokumente aus dem Iran nach Israel g e- schmuggelt habe. Dieser Jude sei n ach dem Besuch des Geschäftes i h- res Ehemannes vom iranischen Geheimdienst verhaftet worden, wo rauf er unter Folter ihren Mann als den Verkäufer seiner Ta sche genannt re- spektive ihn vielmehr als Leiter des Spionagerings bezeichnet habe. Aus diesem Grund sei ihr Ehemann unter Verdacht geraten, was zu seiner Verhaftung und der Folter geführt habe. Da ihr Ehemann auch unter Fo l- ter alle Vorwürfe bestritten habe und ihm nichts habe nachgewiesen we r- den können, sei er schliesslich ohne Kaution und ohne Auflagen wie der freigelassen worden. Ihre Familie sei jedoch von da an ständig und z u- dem im Verlauf der Wochen immer stärker überwacht worden, und zwar gerade auch ihr älteres Kind auf seinem Schulweg. Darüber hinaus sei ihr Kind in der Schule sowohl von den Lehrkräften als auch von den Mitschü- lern schikaniert worden, da alle von seinem Vater gewusst hätten. In di e- sem Zusammenhang vermute sie, dass dahinter die Verbindungen zw i- schen dem Geheimdienst und den Bildungsbehörden gestanden hätten. Ihr Leben habe von da an nu r noch aus Angst bestanden, da ihr Kind j e-D-4220/2013 Seite 4 derzeit hätte entführt werden können, um ihren Ehemann ein Geständnis abzupressen. Aufgrund der massiven Observierung habe sich ihr Mann vor geschäftlichen Auslandsreisen beispielsweise nach X._______ ge- fürchtet, und aus Furcht habe er auch sein Geschäft nicht mehr geöffnet, respektive er habe den Iran gar nicht mehr auf dem Luftweg verlassen können, da sein Pass anlässlich seiner Verhaftung konfisziert worden sei. Vor dem Hintergrund der ständigen Bedrohung habe er schliesslich be- schlossen, dass sie und die Kinder zu ihrer Sicherheit aus dem Iran au s- reisen sollten. Durch einen Freund habe er ihre Reisepässe erneuern lassen, welche glücklicherweise anlässlich der Razzia in ihrer Wohnung nicht gefunden worden seien. Etwa drei Wochen später seien sie mit Hilfe eines Schleppers über den Flughafen von Teheran aus dem Iran ausg e- reist, worauf sie über … [einen Drittstaat] die Schweiz erreicht hätten. Sie seien … [im] Januar 2012 über den Flughafen Zürich -Kloten eingereist. Ihr Mann sei i m Iran geblieben, da er verfolgt sei, weshalb er sich davor gefürchtet habe, unterwegs festgenommen zu werden. Zudem habe er sein Geschäft nicht zurücklassen wollen. Das Geschäft habe er aber nicht wieder geöffnet, sondern seit ihrer Ausreise lebe er bei seiner Mutter. In der Zwischenzeit habe sie über telefonische Kontakte von ihm erfahren, dass er nochmals für vier Monate in Haft gekommen und nur gegen Hi n- terlegung einer Besitzesurkunde wieder freigelassen worden sei. Ihm sei neu vorgeworfen worden, ihre Flucht ermöglicht zu haben. Wegen der bei ihnen zufällig gefundenen Bücher laufe gegen ihn auch noch ein Verfa h- ren wegen Verbreitung verbotener Büchern, worauf die Todesstrafe stehe. Da eines der Bücher eine auf sie lautende Widmung ihrer Fre undin ge- tragen habe, laufe nun auch gegen sie ein solches Verfahren. In dieser Hinsicht legte die Beschwerdeführerin im Rahmen der Anhörung als B e- weismittel die Kopie einer angeblich Vorladung der Revolutionsstaatsa n- waltschaft vom 29. Februar 2012 vor. Die sbezüglich führte sie an, die Vorladung sei ein oder zwei Monate nach ihrer Einreise in die Schweiz bei ihr zuhause eingetroffen und aufgrund ihrer Abwesenhe it von ihrer Nachbarin entgegengenommen worden. Im Weiteren legte sie Kopien der Geschäftszulassung ihres Ehemannes und ihres Universitätsabschlusses vor. Anlässlich der Gesuchseinreichung hatte die Beschwerdeführerin ledi g- lich eine Kopie ihrer nationalen Identitätskarte vorgelegt und zum Verbleib ihrer Papiere ausgeführt, ihr Pass, welcher ungefähr drei Monate vor ihrer Ausreise ausgestellt worden sei, sei von ihrem Schlepper einbehalten worden. Gemäss Aktenlage liess die Beschwerdeführerin kurz nach der summarischen Befragung – am 1. März 201 2 durch ihren Ehemann per-D-4220/2013 Seite 5 sönlich – im Original sowohl ihre Identitätspapiere (nationale Identität s- karte und Shenasnameh) als auch die Papiere ihrer Kinder (je eine She- nasnameh) per internationalen Kurierdienst ( …) von ihrem Heimatort im Iran direkt an das BFM zustellen. C. Mit Verfügung vom 24. Juni 2013 – eröffnet am folgenden Tag – lehnte das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab und ordnete d e- ren Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Dabei erkannte das Bundesamt in seinem Entscheid die Vorbringen der Beschwerdeführerin als insgesamt unglaubhaft, wobei es namentlich ihre Ausführungen über das angebliche Vorgehen der iranischen Behörden gegen ihren Mann und ihre Familie als in wesentlichen Punkten unlogisch und zudem ihre Sachverhaltsschilderungen als mit vielen Widersprüchen behaftet erklärte. Der von der Beschwerdeführerin vorgelegten angebli- chen Vorladung sprach das Bundesamt jegliche Beweiskraft ab, da en t- sprechende Dokumente in Iran gegen Bezahlung leicht erhältlich g e- macht werden könnten und zude m im vorgelegten Formular die ausstel- lende Behörde "Allgemeines Gericht" handschriftlich mit "Revolution s- staatsanwaltschaft" überschrieben worden sei. Den Wegweisungsvollzug erklärte das Bundesamt sodann als zulässig, zumutbar und möglich. D. Gegen diesen Entscheid erhob en die Beschwerdeführenden – handelnd durch ihren Rechtsvertreter – am 24. Juli 2013 Beschwerde, wobei sie in ihrer Eingabe die Aufhebung der angefochten en Verfügung und die G e- währung von Asyl beantragten. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Wiederherstellung der aufschi ebenden Wirkung der Beschwerde , die Ausrichtung einer Parteientschädigung sowie um Befreiung von der Ko s- tenvorschusspflicht und um Erlass der Verfahrenskosten. Im Rahmen ihrer Beschwerdebegründung hielt die Beschwerdeführerin einleitend an ihren Gesuchsvorbringen fest, welche weder widersprüc h- lich noch unlogisch seien. So sei der Widerspruch betreffend die Anzahl der von ihrem Ehemann aus seiner Haft erhaltenen Anrufe nur durch U n- terbrechungen während der summarischen Befragung entstanden , und soweit ihr vom Bundesamt ein angeblich unlogischen Handeln der iran i- schen Behörden vorgehalten werde, könne sich das BFM auch bloss auf eine "allgemeine Lebenserfahrung" berufen, welche weder mit der Reali- tät im Iran noch mit jener in der Schweiz etwas gemein habe. Richtig sei, dass ihre Schilderungen über ihre Verfolgungssituation nicht Fakten, son-D-4220/2013 Seite 6 dern ihre diesbezüglichen subjektiven Empfindungen und Mutmassungen wiedergegeben habe. Ihre Erlebnisse würden dadurch aber nicht u n- glaubhaft. Tatsache bleibe immerhin die Verhaftung ihres Ehemannes, wobei abgewartet werden dürfe, ob die Verfolgung nun eine derartige dauerhafte Intensität habe oder sich die Angelegenheit in der Heimat l ö- sen lasse. Ihr Ehemann sei jedenfalls noch immer im Iran und versuche sein Vermögen zu retten. Zudem könne auch nur gemutmasst werden, ob er ihr über die Geschehnisse immer die Wahrheit gesagt habe. Ihr eigent- liches Problem sei denn auch die Vorladung wegen der bei ihr anlässlich der Hausdurchsuchung per Zufall gefundenen verbotenen Bücher. In die- sem Zusammenhang sei zu berücksichtigen, dass die iranischen Behö r- den wegen des Embargos auch an Papier sparen müssten, weshalb der Handeintrag auf der Vorladung das Dokument nicht zur Fälschung m a- che. Das Dokument könne zudem in Teheran oder X._______ überprüft werden. Schliesslich leide sie an psychischen Problemen, mithin an e i- nem starken Angst- und Verfolgungszustand, weshalb ihre Aussagen bis zu einem gewissen Grad zu relativieren seien, zumal wegen des Besitzes der Satanischen Verse wohl niemand z um Tode verurteilt werde. Es sei aber verständlich, dass sie als Iranerin vom Schlimmsten ausgehe. E. Mit Zwischenverfügung vom 6. August 2013 wurde der Beschwerdeführe- rin mitgeteilt, sie und ihre Kinder könnten den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abw arten. Für den Entscheid über das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, verbunden mit der Aufforderung, innert Frist eine Fürsorgebestätigung nachzureichen. Auf das Erheben eines Kostenvorschusses wurde gleich- zeitig verzichtet. Sodann wurde das BFM unter Zustellung der Akten zum Schriftenwechsel eingeladen. F. Mit Eingabe vom 11. August 2013 liess die Beschwerdeführerin durch i h- ren Rechtsvertreter als Telefaxkopien verschiedene fremdsprachige D o- kumente aus der He imat nachreichen. In diesem Zusammenhang führte sie an, damit werde belegt, dass das Grundbuchamt von X._______ … [im Sommer 2012] von der zweiten Kammer des Revolutionsgerichtes X._______ angewiesen worden sei, die Eigentumsurkunde über das Grundstück von D._______ wegen … [eines hohen] Betrages … zu be- schlagnahmen. Dabei handle es sich um eine Tatsache, welche sich durch die schweizerischen Vertretung in Teheran sehr leicht überprüfen lasse, weshalb um Abklärungen vor Ort ersucht werde. D-4220/2013 Seite 7 Zufolge noch laufender Vernehmlassungsfrist wurde diese Eingabe nach deren Eingang vom Bundesverwaltungsgericht ans BFM weitergeleitet. G. In seiner Vernehmlassung vom 13. August 2013 hielt das BFM unter Ver- weis auf seine bisherigen Erwägungen an der angefochtenen Verfü gung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Diese (erste) Ver- nehmlassung wurde der Beschwerdeführerin am 14. August 2013 zur Kenntnisnahme zugestellt. Nachdem das BFM von der Eingabe vom 11 . August 2013 respektive der damit vorgelegten Beweismi ttel Kenntnis erhalten hatte, hielt es i m Rah- men seiner ergänzenden Vernehmlassung vom 20. August 2013 an der angefochtenen Verfügung weiterhin fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Dabei äusserte sich das Bundesamt zu den nachg e- reichten Beweis mitteln, deren Beweiswert es als gering taxierte, unter Verweis auf die leichte Erhältlichkeit gefälschter Dokumente im Iran und die mindere Qualität der Kopien. So könne es sich beim Auszug aus der Eigentumsurkunde durchaus um ein echtes Dokument handeln, auf wel- chem eine Arrestierung angefügt worden sei. Auf der anderen Seite über- rasche es, dass diese seit 2012 erhältlichen Dokumente erst jetzt nac h- gereicht worden seien. Schliesslich würden auch mit den nachgereichten Beweismitteln die unzähligen Widersp rüche und Ungereimtheiten in den Aussagen der Beschwerdeführerin nicht entkräftet. H. Mit Eingabe vom 22. August 2013 liess die Beschwerdeführerin durch i h- ren Rechtsvertreter einerseits eine Fürsorgebestätigung und andererseits nochmals ein Beweismittel aus der Heimat nachreichen, wiederum in der Form einer Telefaxkopie. Diesbezüglich führte sie aus, es handle sich d a- bei um eine richterliche Verfügung betreffend Annahme der Kaution mit Beschreibung des Objekts. Gleichzeitig merkte sie an, auch dabei handle es sich um ein vor Ort leicht überprüfbares Dokument. I. Mit Zwischenverfügung vom 28. August 2013 wurde der Beschwerdefü h- rerin die ergänzende Vernehmlassung des BFM vom 20. August 2013 zugestellt, worauf sie am 12. September 2013 eine diesbezügliche Ste l- lungnahme (Replik) zu den Akten reichte. In dieser Eingabe machte sie im Wesentlichen geltend, im Iran seien weder alle Dokumente gefälscht noch alle Beamten korrupt, noch die Gerichte per se käuflich. Vorliegend D-4220/2013 Seite 8 beständen effektiv klare Anhaltspunkte für Abklärungen des Sachverhalts vor Ort, weshalb um eine Überprüfung der Echtheit der nachgereichten Beweismittel im Iran ersucht werde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen des BFM; dabei en t- scheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was vorliegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (vgl. dazu Art. 105 Asylgesetz [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 und 33 Verwaltungsgerichtsgesetz [VGG, SR 173.32] sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 Bundesgerichtsgesetz [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem Verwaltungsverf ahrensgesetz (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 ff. AsylG). 1.3 Die Beschwerdeführenden sind legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und ihre Beschwerdeeingabe erfolgte frist- und formgerecht (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Beschwerde einzutreten ist. 1.4 Im Rahmen des Instruktionsverfahrens wurde wiederholt die Durc h- führung von Abklärungen über die schweizerische Vertretung in Teheran beantragt. V or dem Hintergrund der nach folgenden Erwägungen ist j e- doch – im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung (Art. 32 Abs. 1 VwVG) – nichts ersichtlich, was zusätzlicher Abklärungen vor Ort bedür- fen würde . Da der entscheidrelevante Sachverhalt bereits aufgrund der vorliegenden Aktenlag e als hinreichend erstellt zu erkennen ist, fallen weitere Abklärungen oder eine Rückweisung der vorliegenden Sache an die Vorinstanz ausser Betracht, womit das Bundesverwaltungsgericht ei- nen Entscheid in der Sache zu treffen hat (Art. 61 Abs. 1 VwVG). 2. 2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozial en Gruppe oder wegen ihrer D-4220/2013 Seite 9 politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Frei heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3. 3.1 In der angefochtenen Verfügung hält das BFM dafür, die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien unglaubhaft, da diese in wesentlichen Punkten der allgemeinen Erfahrung und Logik des Handel ns widerspre- chen würden. Dem entgegnet die Beschwerdeführerin im Wesentlichen, es bestehe gar keine allgemeine Lebenserfahrung, wie sich die iran i- schen (Verfolgungs -)Behörden im Einzelfall verhalten wür den, weshalb die Argumentation des Bundesamtes von vo rnherein nicht überzeugen könne. Dieser Ansatz ist kaum geeignet, die grundsätzlich schlüssigen Feststellungen des BFM betreffend das Vorliegen erheblicher logischer Brüche und Ungereimtheiten im Sachverhaltsvortrag der Beschwerdefüh- rerin zu entkräften. Vor dem Hintergrund der nachfolgenden Erwägungen erweisen sich die verschiedenen Feststellungen des Bundesamtes zur Mangelhaftigkeit der Gesuchsvorbringen als insgesamt zutreffend. 3.2 Das BFM hält in der ang efochtenen Verfügung ausdrücklich fest, die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien widersprüchlich, da sie im Ve r- lauf des Verfahrens respektive anlässlich der summarischen Befragung und der einlässlichen Anhörung zu wesentlichen Punkten unterschiedl i- che Angaben gemacht habe. Dabei verweist das Bundesamt zum einen auf ihre unterschiedlichen Angaben zu den angeblich vom Ehemann wäh- rend dessen Haftzeit erhaltenen Anrufen (ein oder doch vielmehr zwei An- rufe) sowie auf Unterschiede in ihren Angaben über die ang eblich ihrem Mann nachstellende Behörde (Polizei oder vielmehr Geheimdienst). Die Beschwerdeführerin versucht die diesbezüglichen Feststellungen des Bundesamtes einerseits mit einer angeblich für sie ungünstigen Befr a-D-4220/2013 Seite 10 gungsführung zu entkräften. Andererseit s relativiert sie in klar erkennb a- rer Weise vom Bundesamt noch unerwähnte, aufgrund der Aktenlage j e- doch insgesamt offenkundige Widersprüche in ihrem Sachverhaltsvortrag. Die insgesamt massiven Ungereimtheiten versucht sie mit der Berufung auf eine angebli ch subjektive Richtigkeit ihrer Darlegungen zu relativie- ren, und in dieses Argumentationsmuster fügt sich auch, dass sie die a n- geblich von ihrem Ehemann erhaltenen Angaben als unter Umständen gar unzutreffend und ihre eigenen Angaben als unter Umständen le icht überzeichnet erklärt, was ihr aber nicht entge genzuhalten sei. Dieser An- satz ist nicht geeignet, die – wie nachfolgend aufgezeigt – eklatanten Mängel in ihrem Sachverhaltsvortrag aufzuwiegen. 3.3 Die Beschwerdeführerin führt die geltend gemachte Verfolgungssitua- tion im Iran auf eine Ereigniskette zurück, welche ihren Anfang angeblich im Lederwarengeschäft ihres Mannes genommen hat . Dort soll – zu ei- nem nicht näher bezeichneten Zeitpunkt – ein iranischer Jude nach einer Tasche mit Geheimfächern verlangt haben, wobei sich später gezeigt ha- be, dass es sich bei diesem Juden um einen Spion in Dienste Israels ge- handelt habe . Nachdem der Spion dem iranischen Geheimdienst in die Hände gefallen sei, habe er unter Folter ihren Mann als Mitglied res- pektive sogar als den Führer seiner Geheimorganisation bezeichnet, worauf ihr Ehemann von den iranischen Behörden verhaftet und im A n- schluss schwer gefoltert worden sei, um ein Geständnis von ihm zu e r- langen. Dieses Grundvorbringen besteht bei objektiver Betrachtu ng im Wesentlichen aus einer Verknüpfung von plakativen Elementen (jüdischer Spion im Iran, Transport von Geheimdokumenten in Taschen mit Geheim- fächern, Verhaftung und Folter nach falschen Anschuldigungen von Se i- ten eines Juden, schuldlos erlittene Haft un d Folter), was von vornherein Zweifel an der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Ereignisse weckt. Die grundsätzlichen Zweifel werden in der Folge durch die Detailschilde- rungen der Beschwerdeführerin nicht zerstreut, sondern vielmehr klar bestätigt. So i st aufgrund der Protokolle der summarischen Befragung und der einlässlichen Anhörung festzustellen, dass die Beschwerdeführe- rin zwar durchaus zu umfangreichen respektive geradezu weitschweifigen Schilderungen in der Lage war (bspw. in ihren Ausführungen über die an- gebliche Folterung ihres Ehemannes durch verkleben seiner Harnröhre), jedoch auch nicht ansatzweise zu nachvollziehbaren Angaben über die zeitliche Abfolge der behaupteten Ereignisse. So kann die Beschwerd e- führerin ausführlich über die angeblichen Gründe für die Verhaftung ihres Mannes berichten, jedoch weder den Tag seiner Verhaftung noch den Tag seiner Freilassung benennen. Überhaupt bleibt die Dauer der angebl i-D-4220/2013 Seite 11 chen Haft ihres Ehemannes aufgrund der Akten völlig offen, führte sie doch anlässlich der summarischen Befragung auf entsprechende Frage hin aus, die Haft habe zweieinhalb bis drei Monate gedauert, wogegen ih- re Angaben im Rahmen der einlässlichen Anhörung für eine Haftzeit von lediglich rund drei Wochen sprechen . In gleicher Weise unsubstan ziiert sind die Schilderungen der Beschwerdeführerin zur behaupteten Hau s- durchsuchung. In dieser Hinsicht ist sie zwar in der Lage, über eine Viel- zahl von angeblich konfiszierten Gegenständen zu berichten, gleichzeitig will sie jedoch ausser Stande sein, die Behörde zu benennen, welche die Hausdurchsuchung mittels entsprechende r schriftlicher Vollmacht durc h- geführt hat . Bei einer Gesamtbetrachtung der mannigfachen weiteren Mängel im Sachverhaltsvortrag – beispielsweise das faktische Fehlen von Realkennzeichen als Ausdruck einer tatsächlichen persönlichen Betro f- fenheit – ist im Resultat von insgesamt konstruierten Vorbringen auszu- gehen. 3.4 Die Feststellung der Unglaubhaftigkeit der Grundvorbringen wird nicht nur durch den Verbleib des angeblich massiv verfolgte n Ehemannes im Iran bestätigt, sondern auch durch den Umstand, dass dieser offenkundig problemlos in der Lage war, nur drei Tage nach dem Termin der summari- schen Befragung der Beschwerdeführerin (am 27. Februar 2012 ) eigen- händig die Originalpapiere seiner Ehefrau und Kinder per internationalen Kurier aus dem Iran in die Schweiz zu senden (am 1. März 2012). Ein solches Vorgehen lässt ausschliessen , dass er als angeblicher Spion überwacht worden oder – wie von der Beschwerdeführerin behauptet – wegen der Ausr eise seiner Ehefrau in ein weiteres Verfahren verwickelt worden wäre. Das Beschwerdevorbringen, er sei im Iran verblieben um sein Vermögen zu retten, ist vor diesem Hintergrund als blosse Schut z- behauptung zu erkennen. 3.5 Nachdem den Grundvorbringen die Grund lage entzogen ist, fallen auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffend die Verwicklung in ein angebliches Strafverfahrens wegen des Besitzes verbotener B ü- cher in sich zusammen. Dem in diesem Zusammenhang vorgelegten B e- weismittel – die angebliche Vorladung der Revolutionsstaatsanwaltschaft vom 29. Februar 2012 – ist im Sinne der vorinstanzlichen Erwägungen jegliche Beweiskraft abzusprechen. In diesem Zusammenhang fällt gleichzeitig auf, dass auch dieses Beweismittel just zwei Tage nach der summarischen Befragung der Beschwerdeführerin ausgestellt worden sein soll. Aufgrund der Aktenlage ist das Beschwerdevorbringen, die Re- volutionsstaatsanwaltschaft habe vermutlich aus Papiermangel das For-D-4220/2013 Seite 12 mular einer andere Behörde benutz t, ebenfalls als blosse Schutzbehaup- tung zu erkennen. 3.6 Die übrigen Gerichtsdokumente aus dem Iran liegen zwar ebenfalls nur in Kopie vor, aber immerhin weisen sie keine offenkundigen Fä l- schungsmerkmale auf. Einen Beleg für die geltend gemachte Verfo l- gungssituation aus politischen Gründen stellen sie jedoch nicht dar, da sich diesen nicht mehr als die Verwicklung des Ehemannes der B e- schwerdeführerin in eine vermögensrechtliche Streitigkeiten entnehmen lässt. Um was es sich dabei handelt kann letztlich offen bleiben. 3.7 Entgegen den anders lautenden Beschwerdevorbringen kann die Be- schwerdeführerin schliesslich auch nichts aus der blossen Berufung auf angebliche subjektive Verfolgungsgefühle und Ängste ableiten. 3.8 Nach vorstehenden Erwägungen vermag die Beschwerde führerin keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdungslage glaubhaft zu m a- chen. Bei dieser Sachlage ist die Ablehnung des Asylgesuches durch das BFM zu bestätigen. 4. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Nachdem die Beschwerdeführenden weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen A nspruch auf Erteilung einer so l- chen verfügen, ist die Anordnung der Wegweisung zu bestätigen (BVGE 2009/50 E.9.2 S. 733). 5. 5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 Ausländergesetz [AuG, SR 142.20]). Anzumerken bleibt in diesem Zusammenhang, dass bezüglich der Ge l- tendmachung von Wegweisungshindernissen gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, allfälli ge Wegweisungshindernisse D-4220/2013 Seite 13 sind zu bewiesen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (BVGE 2011/24 E. 10.2). 5.2 5.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [ FK, SR 0.142.30]). Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive Art. 1A FK erfüllen. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenosse nschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) darf sodann niemand in einen Staat ausgeschafft werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder e r- niedrigender Strafe oder Behandlung droht. 5.2.2 Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asyl- respek- tive flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glau b- haft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüch t- lingsrechtlichen Rückschiebungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung gelangen. Der Vollzug der Wegweisung in den Iran ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhalts- punkte dafür, dass sie für den Fall einer Rückführung in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Pr a- xis des EGMR sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefährdung ( "real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Falle einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Zwar stammt die Be-D-4220/2013 Seite 14 schwerdeführerin aus dem Iran, welcher bis heute wegen Mensche n- rechtsverletzungen in der Kritik steht. Alleine von daher ergibt sich jedoch kein völkerrechtliches Vollzugshindernis. Nachdem die Beschwerdeführe- rin mit ihren Kindern im Besitz gültiger Reisepapiere über den Flughafen von Teheran ausgereist ist, besteht kein Anlass zur Annahme, von Seiten der heimatlichen Sicherheitsbehörden habe jemals ein Interesse an ihrer Person bestanden oder könnte ein solches im Zeitpunkt ihrer Rückkehr entstehen, womit im Resultat auch nicht ansatzweise die Gefahr einer menschenrechtswidrigen Behandlung zu erkennen ist. Nach dem Gesag- ten ist der Vo llzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 5.3 5.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748; BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesgesetz über die Auslände- rinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 5.3.2 Im Falle der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder sprechen jedoch weder die im Iran herrschenden allgemeinen Lebensumstände noch ihre persönlichen Verhältnisse gegen eine Rückkehr in die Heimat. Die B e- schwerdeführenden stammen aus der Millionenstadt X._______, wo wei- terhin ihr Ehemann und Vater wohnhaft ist. Aufgrund der Aktenlage darf davon ausgegangen werden, dass sie dort auch weiterhin über ein funkti- onierendes Beziehungsnetz verfügen, womit ihre wirtschaftliche Existenz im Iran ohne weiteres gewährleistet sein dürfte. Der Wegweisungsvollzug ist bei dieser Ausgangslage als zumutbar zu erkennen. 5.4 Schliesslich ist auch von der Mögl ichkeit des Wegweisungsvollzuges auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), zumal die Beschwerdeführenden über heimatliche Identitätspapiere verfügen und an der Beschaffung vollzugs- tauglicher Reisepapiere mitzuwirken haben (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 f.). 5.5 Der Wegweisungsvollzug in den Iran ist damit als zulässig, zumutbar und möglich zu erkennen, womit die Anordnung einer vorläufigen Au f- nahme in der Schweiz ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). D-4220/2013 Seite 15 6. Nach vorstehenden Erwägungen ist festzustel len, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sac h- verhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die B e- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten desselben den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem j e- doch aufforderungsgemäss eine Fürsorgebestätigung nachgereicht wurde und die vorliegende Sache nicht als aussichtslos zu bezeichnen war, ist in Gutheissung des Gesuches um Erlass der Verfahrenskosten (Art. 65 Abs. 1 VwVG) von einer Kostenauflage abzusehen. (Dispositiv nächste Seite) D-4220/2013 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Dem Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird entsprochen. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer Versand: