PVG 7/19 1 Verfahren Procedura Procedura 19Parteientschädigung. Keine solidarische Haftung gestützt auf das kantonale Verfahrensrecht. Aus Art. 78 Abs. 1 VRG ergibt sich betreffend die Parteientschädigung im Verfahren vor Verwaltungsgericht keine mit Art. 72 Abs. 2 VRG vergleichbare Regelung betreffend solidarische Haftung. Eine Solidarhaft für die Parteientschädigung hat sich auf einen anderen (zivilrechtlichen) Rechtsgrund bzw. Rechtfertigung abzustützen. Die Beantwortung der entsprechenden zivilrechtlichen Vorfrage hinsichtlich einer Solidarhaftung zwischen den Prozessparteien ist in casu aber weder im Rahmen einer Sachurteilsvoraussetzung noch für den Entscheid in der Hauptsache erforderlich, womit das Verwaltungsgericht nicht gehalten war in Bezug auf diesen Nebenpunkt der Beurteilung der zuständigen Instanzen vorzugreifen (E.6.3). Ripetibili. Nessuna responsabilità solidale in base al diritto processuale cantonale. Per quanto riguarda le ripetibili nel procedimento dinanzi al Tribunale amministrativo, l'art. 78 cpv. 1 LGA non prevede alcuna disposizione comparabile all'art. 72 cpv. 2 LGA in materia di responsabilità solidale. Una responsabilità solidale per le ripetibili deve fondarsi su un altro titolo giuridico (di diritto civile) o su un altro motivo. La risposta alla questione pregiudiziale di diritto civile relativa alla responsabilità solidale tra le parti in causa, in questo caso, non è tuttavia necessaria né nel quadro di un presupposto per un giudizio di merito né per la decisione di merito, per cui il Tribunale amministrativo non era tenuto ad anticipare la valutazione delle istanze competenti in relazione a questo punto secondario (consid. 6.3). Aus den Erwägungen: 6.3.Soweit die Beschwerdegegnerin 3 die Zusprache einer Parteientschädigung unter solidarischer Haftung seitens der vier Beschwerdeführer beantragt, ist Folgendes festzuhalten: Art. 72 Abs. 2 VRG findet sich im Kapitel 6.1. "Kosten" und hat die Überschrift "Kostenpflicht im Allgemeinen". Diese Bestimmung statuiert die solidarische Haftung für Kosten, wenn mehrere Beteiligte ein Verfahren verlangt oder veranlasst haben. Diese Bestimmung soll das Inkassorisiko des Staates senken (Botschaft der Regierung an den Grossen Rat zur Optimierung der kantonalen PVG 7/19 2 Gerichtsorganisation [Justizreform] vom 30. Mai 2006, Heft Nr. 6/2006-2007 S. 457 ff. 557). In Art. 78 VRG, welcher im Kapitel 6.2. "Parteientschädigung" den Anspruch und die Belastung mit Parteientschädigungen im Anwendungsbereich des VRG regelt, findet sich keine mit Art. 72 Abs. 2 VRG vergleichbare Regelung. Es wird im Gesetzestext auch nicht – wie etwa in Art. 68 Abs. 4 i.V.m. Art. 66 Abs. 5 BGG oder in Art. 7 Abs. 5 i.V.m. Art. 6a des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE; SR 173.320.2) – sinngemäss auf die Solidarhaft für die Gerichtskosten (Art. 72 Abs. 2 VRG) verwiesen. In den Materialien zu Art. 78 VRG findet sich kein Hinweis, dass eine zum BGG analoge Handhabung auch der Solidarhaft gemäss Art. 68 Abs. 4 i.V.m. Art. 66 Abs. 5 BGG beabsichtigt gewesen wäre. Es wurde lediglich der Antrag Kunz betreffend die Übernahme einer mit Art. 68 Abs. 3 BGG vergleichbaren Regelung beschlossen, wonach Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen wird, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Anders ist auch die Regelung im Kanton Bern, wo Art. 106 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) gemäss HERZOG grundsätzlich sowohl auf die Verfahrenskosten nach Art. 103 VRPG als auch die Parteikosten nach Art. 104 VRPG anwendbar ist (HERZOG, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz vom 25. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern, 2. Aufl., Bern 2020, Art. 102 Rz. 3 und Art. 106 Rz. 2). Im Kanton Zürich wird – unter Vorbehalt einer ohnehin bestehenden Solidarhaftung aus einem bestehenden zivilrechtlichen Rechtsverhältnis – bei gleichgerichteten Begehren gemäss § 14 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes für den Kanton Zürich (VRG-ZH; ZH-Lex 175.2) eine subsidiäre Haftung der Mitbeteiligten als allgemeiner Grundsatz für den Randtitel "Kosten und Parteientschädigungen" statuiert, der vor Verwaltungsgericht und im Rekursfahren auch für die Parteientschädigung gilt (BINDER, Verwaltungsrechtspflege des Kantons Zürich, Zürich/St. Gallen 2021, Rz. 352 und 692; PLÜSS, in: Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 14 Rz. 6 ff. und § 17 Rz. 22). Zwar kennen aktuell auch noch andere Prozessgesetze wie etwa die ZPO eine Solidarhaft zwischen mehreren an einem Prozess als Haupt- oder Nebenpartei beteiligten Personen (Art. 106 Abs. 3 ZPO, vgl. aber auch die am 17. März 2023 revidierte Fassung gemäss BBl 2023 786). Die Solidarhaftung von mehreren, gemeinsam vertretenen und unterliegenden Verfahrensbeteiligten, welche gestützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG der obsiegenden Partei die notwendigen Kosten zu ersetzen haben, kann somit nicht unmittelbar aus Art. 78 Abs. 1 VRG abgeleitet werden, sondern müsste sich auf einen anderen Rechtsgrund bzw. Rechtfertigung abstützen (vgl. Art. 143 OR; Urteil des Bundesgerichts 4C.228/2002 vom 18. Oktober 2002 E.2.2). Dies könnte dann der Fall sein, wenn das zwischen den gemeinsam PVG 7/19 3 auftretenden Parteien zugrundeliegende zivilrechtliche Verhältnis – wie etwa bei der Erbengemeinschaft (vgl. Art. 603 und 639 ZGB), einem anderen Gesamthandsverhältnis (vgl. Art. 652 ff. ZGB) oder der einfachen Gesellschaft (vgl. Art. 543 f. OR) – gesetzlich eine Solidarhaft zwischen diesen vorsähe und/oder eine notwendige Streitgenossenschaft (vgl. dazu Art. 70 ZPO) vorläge (vgl. zum Ganzen: Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2015.00127 vom 17. Dezember 2015 E.5.2 und VB.2011.00192 vom 7. September 2011 E.10.3.1; BINDER, a.a.O., Rz. 352 und 692; HERZOG, in Herzog/Daum [Hrsg.], a.a.O., Art. 13 Rz. 3 ff. und Art. 106 Rz. 3 ff.; RUGGLE, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung [BSK ZPO], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 70 Rz. 5 ff.; VIKTOR RÜEGG/MICHAEL RÜEGG, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], BSK ZPO, Art. 106 Rz. 9 f.; PLÜSS, in: Griffel [Hrsg.], a.a.O., § 14 Rz. 1 ff. und § 17 Rz. 22; HEIERLI/SCHNYDER, in: Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Aufl., Basel 2011, Art. 143 Rz. 4 f.). Die Beantwortung der entsprechenden zivilrechtlichen Vorfrage hinsichtlich einer Solidaritätshaftung zwischen den Beschwerdeführern ist vorliegend aber weder im Rahmen einer Sachurteilsvoraussetzung noch für den Entscheid in der Hauptsache erforderlich, womit das Verwaltungsgericht sich nicht gehalten sieht, in Bezug auf diesen Nebenpunkt der Beurteilung der zuständigen Instanzen vorzugreifen (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 1C_455/2022 vom 5. Juni 2023 E.5.3, 1C_432/2021 vom 27. Juli 2022 E.3.1.3, 1C_246/2015 vom 4. März 2016 E.2.4 ff. sowie 1C_355/2008 vom 28. Januar 2009 E.1.3.4 hinsichtlich des Überprüfungsumfangs von zivilrechtlichen Vorfragen im Baubewilligungsverfahren). R 21 117 Urteil vom 14. Mai 2024 Gegen diesen Entscheid wurde Beschwerde erhoben. Der Fall ist am Bundesgericht hängig (1C_371/2024).