B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1675/2013 U r t e i l v o m 2 4 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz), Richter Martin Zoller, Richter Walter Lang, Gerichtsschreiber Alfred Weber. Parteien A._______, geboren (…), Eritrea, c/o Schweizerische Botschaft in Khartum, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 17. September 2012 / N (…). D-1675/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte mit Schreiben vom 1 4. Dezember 2010 an die Schweizerische Botschaft in Khartum (Eingangsstempel ) sinngemäss um Asyl nach. B. Mit Schreiben vom 7. Februar 2011 inf ormierte das BFM den Beschwe r- deführer unter Hinweis auf das Urteil D -2047/2010 des Bundesverwa l- tungsgerichts vom 29. April 2010 über die restriktive Ausstellung von Ei n- reisebewilligungen für im Sudan wohnhafte Personen. Es räumte ihm Ge- legenheit zur Stellungnahme bis zum 7. März 2011 ein, ob er am Asylg e- such festhalte n wolle. In seinem Antwortschreiben vom 6. März 2011 (Eingang Botschaft) erklärte er unter anderem sein Interesse an der Fort- führung des Verfahrens. C. Mit Schreiben vom 20. Juni 2011 teilte das Bundesamt dem Beschwerde- führer unter Hinweis auf das in BVGE 2007/30 veröffentlichte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts und das Schreiben der Botschaft vom 23. März 2010 mit, letztere sei aufgrund der Zunahme der eingereichten Asylgesuche, des begrenzten Personalbestands sowie wegen fehlender Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht mehr in der Lage, eine persönliche Befragung durchzuführen, und e r- suchte ihn in diesem Zu sammenhang unter Hinweis auf seine Mitwir- kungspflicht zu r Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwortung konkreter Fragen betreffend die folgenden Themenb e- reiche: Personalien; Familienangehörige in Drittstaaten; Gründe, die zur Ausreise aus dem Heimatstaat geführt haben und deren Umständen ; Aufenthalt im Sudan; Dokumente und Beweismittel. Schliesslich wurde dem Beschwerdeführer für den Fall, dass den Rechtsbegehren nicht stattgegeben werden könnte, Gelegenheit zu abschliessenden Beme r- kungen beziehungsweise Einwänden bis zum 20. Juli 2011 eingeräumt. Das undatierte Antwortschreiben de s Beschwerdeführers ging bei der schweizerischen Botschaft am 1 4. Juli 2011 ein. Der Eingabe lag eine Kopie des Flüchtlingsausweises des Sudan's Commissioner for Refugees (COR), ausgestellt am 25. Juni 2008, bei. D. In seinen schriftlichen Eingaben machte der Beschwerdeführer zur B e- gründung de s Asylgesuches im Wesentlichen geltend, er sei in D-1675/2013 Seite 3 B._______ (Eritrea) aufgewachsen und in der ersten Runde zum Nati o- naldienst nach C._______ einberufen worden. Von 1994 bi s ins Jahr 2005 habe er ohne regulären Verdienst gedient. Im Jahr 2005 habe er den Dienst während sechs Monaten verlassen, um die Familie ( […]) zu unterstützen. Man habe ihn in der Folge während drei er Jahre im G e- fängnis D._______ inhaftiert, ehe er habe f lüchten können. Am 23. April 2008 habe er das Heimatland verlassen und sei am 26. April 2008 in den Sudan gelangt. Seine Familie habe er in Eritrea zurückgelassen. Im Su- dan habe er sich im Flüchtlingslager E._______ vom UNHCR als Flüch t- ling registrieren lassen. Er sei dann aber nach Khartum gezogen. Der Z u- gang zum Arbeitsmarkt sei eingeschränkt. Muslims würden bevorzugt. Er sei meistens von der Unterstützung von Freunden abhängig. Er fürchte sich im Sudan vor einer Verschleppung durch die eritreischen Behörden und vor einer Deportation durch die sudanesischen Behörden nach Eri t- rea. E. Mit Eingabe vom 22. Mai 2012 (Eingang Botschaft) erkundigte sich der Beschwerdeführer unter knapper aber grundsätzlicher Wiederholung se i- ner bereits geltend gemachten Vorbringen nach dem Stand des Ve rfah- rens. F. Mit am 17. September 2012 über die Schweizerische Botschaft versan d- ter Verfügung vom selben Tag – eröffnet am 12. Februar 2013 – verwei- gerte das Bundesamt dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte d as Asylgesuch ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Abklärung des rechtserhe blichen Sachverhalts erfordere die Anwesenheit de s Beschwerdeführers in der Schweiz nicht. Gestützt auf den vollständig erstellten Sachverhalt sei davon auszugehen, dass keine unmittelbare Gefährdung vorliege, die eine sofortige Einreise de s Beschwerdeführers als notwendig erscheinen lasse. Aufgrund der Au s- führungen im Asy lgesuch vom 14. Dezember 2010 sowie den Stellung- nahmen vom 6. März 2011, 14. Juli 2011 und 22. Mai 2012 sei darauf zu schliessen, dass d er Beschwerdeführer vor seiner Ausreise aus Eritrea ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden gehabt habe. In diesem Zusammenhang sei zu prüfen, ob einer Asylgewährung durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 des Asyl- gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) entgegenstehe, wonach einer Person das Asyl verweigert werden könne, wenn ihr zugemutet werden könne, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. D-1675/2013 Seite 4 Gemäss den Berichten des UNHCR würden sich in Eritrea zahlreiche erit- reische Flüchtlinge befinden, deren schwierige Lage nicht zu verkennen sei. Dennoch bestünden keine konkr eten Anhaltspunkte zur Annahme, dass ein weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar oder nicht möglich sei. Vom UNHCR registrierte Flüchtlinge würden einem Flüchtlingslager zugeteilt, wo sie sich aufzuhalten hätten und die notwendige Versorgung erhielten. Es sei ihm deshalb zuzumuten, beim UNHCR um Schutz zu e r- suchen, sollte seine Situation tatsächlich kritisch sein. Die Befürchtung des Beschwerdeführers, nach Eritrea zurückgeschafft zu werden, sei als unbegründet zu erachten, da gemäss gesicherten Erkenntni ssen das R i- siko einer Deportation oder Verschleppung für Eritreer, die im Sudan vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt seien, gering sei. Das UNHCR regis t- riere vor Ort sämtliche Eritreer, die sich in einem Flüchtlingslager melden, unabhängig davon, weshalb si e Eritrea verlassen hätten. Vorliegend b e- stünden keine konkreten Anhaltspunkte, wonach dem Beschwerdeführer eine Rückführung nach Eritrea drohen könnte. Weder verfüge er gemäss Akten über ein geeignetes Risikoprofil noch habe er glaubhaft darlegen können, persönlich faktisch und unmittelbar bedroht zu sein, unter Verle t- zung des Non -Refoulement-Prinzips nach Eritrea zurückgeschafft zu werden. Da er den Flüchtlingsstatu s durch das UNHCR erhalten habe , habe er jederzeit die Möglichkeit sich bei der Vertretung des UNHCR im Sudan zu melden. Khartum sei für eritreische Flüchtlinge gewiss nicht einfach. Angesichts des langjährigen Aufenthalts des Beschwerdeführers im Sudan sei allerdings davon auszugehen, dass die Hürden für den Au f- bau einer zumutbaren Existenz in Khartum in seinem Fall nicht unüber- windbar seien. Zudem würden eine schwierige Lebenssituation und ins o- fern humanitäre Überlegungen keinen Grund für eine Einreisebewilligung darstellen. Überdies lebe im Sudan eine grosse eritreische Diaspora, die gegebenenfalls Unterstützung bieten könne. Schliesslich verfüge der B e- schwerdeführer über keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz, da er keine nahen Verwandten oder Bezugspersonen in der Schweiz habe. G. Mit englischsprachiger Eingabe vom 12. März 2013 (Eingang Botschaft; Eingang Bundesverwaltungsgericht: 2. April 2013) beantragte d er Be- schwerdeführer sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung auf zu- heben und ihm die Einreise in die Schweiz zu bewilligen beziehungswe i- se Asyl zu gewähren. Auf die Begründung der Be schwerde wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D-1675/2013 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, v or welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann inde s- sen verzichtet werden, da der in Englisch verfassten Beschwerdeeingabe genügend klare, sinngemäss Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden werden kann. 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Ein reichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.5 Gestützt auf Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ergeht der vo r- liegende Entscheid in deutscher Sprache. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige D-1675/2013 Seite 6 oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. Se ptember 2012 (AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden u n- ter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch fest, dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel (Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. 4. 4.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 un d Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes La nd auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz - und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass e i- ne unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 4.2 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfah- rens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der Asyl- verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt (Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich e rübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als en t- scheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu ei -D-1675/2013 Seite 7 nem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 4.2.1 Der Beschwerdeführer wurde nicht zu seinem Asylgesuch befragt. Er hat seine Vorbringen jedoch bereits im Asylgesuch vom 14. Dezember 2010 schriftlich dargelegt (vgl. Sachverhalt Bst. A). Zudem wurde ih m in der Folge mit Zwischenverfügung des BFM vom 20. Juni 2011 ein Katalog von für die vollständige Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts noch zu beantwortenden offenen Fragen zugestel lt, wozu er am 14. Juli 2011 schriftlich Stellung genommen ha t (vgl. Sachverhalt Bst. C). Der entscheidwesentliche Sachverhalt (vgl. Sachverhalt Bst. D) erscheint an- gesichts der diversen schriftlichen Darlegung der Asylgründe (vgl. auch Sachverhalt Bst. B und E) soweit erstellt, dass die entscheidrelevanten Elemente vorliegen. 4.2.2 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, d en Beschwer- deführer vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische Vertr e- tung zusätzlich persönlich anhören zu lassen. Das BFM hat den verfa h- rensrechtlichen Anforderungen damit Genüge getan (vgl. BVGE 2007/30). 4.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum z u- kommt. Neben der erforderlichen Gefä hrdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen S chutzsuche sowie die voraussichtlichen Einglied e- rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für die Er teilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzb e- dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Frage n, ob ei- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann. Die Einreise ist aber selbst im Falle einer allfälli- gen Schutzbedürftigkeit zu verwe igern, wenn Asylausschlussgründe vo r- liegen (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, vgl. auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D -2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 5. 5.1 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungsgericht mit der Vorinstanz einig geht, dass der Beschwerdeführer aufgrund der D-1675/2013 Seite 8 von ih m dargelegten Vergangenheit in seinem Heimatstaat vor seiner Ausreise aus Eritrea ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritre i- schen Behörden hatte , die insgesamt geeignet erscheinen, eine begrün- dete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG glaub- haft zu machen. 5.2 Hält sich die asylsuchende Person – wie im vorliegenden Fall – in ei- nem Drittstaat auf, bedeutet dies noch nicht zwingend, dass es ihr auch zuzumuten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. In einem solchen Fall ist aber im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffe n- de Person habe in diesem Drittstaat bereits den erforderlichen Schutz ge- funden, was in der Regel zur Ablehnung des Asy lgesuchs und der Ve r- weigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Falle sind die Kriterien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar erscheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz abzuwägen (vgl. BVGE 2011/10). Vorab ist festzuhalten, dass sich d ie Beschwerde sinngemäss auf eine grundsätzliche Wiederholung der bisherigen Vorbringen beschränkt. Die Überprüfung der Akten ergibt sodann, dass sich die diesbezüglichen E r- wägungen in der angefoch tenen Verfügung als zutreffend erweisen (vgl. Sachverhalt Bst. F). Das BFM hat in seiner Verfügung vom 17. Septem- ber 2012 zutreffend ausgeführt , dass infolge der hohen Anzahl eritre i- scher Flüchtlinge im Sudan deren Lage nicht einfach ist. Dennoch best e- hen im vorliegenden Verfahren keine konkreten Anhaltspunkte für die An- nahme, dass ein weiterer Verbleib im Sudan, wo d er Beschwerdeführer seit April 2008 lebt und vom UNHCR als Flüchtling registriert ist , nicht zumutbar oder nicht möglich ist. Zwar werden durch die sudanesischen Behörden – wie in der Beschwerde hinsichtlich von Zwischenfällen im Rahmen von roundups mit der Polizei oder dem Militär geltend gemacht – tatsächlich teilweise eritreische Asylsuchende und Flüchtlinge nach Eri t- rea deportiert. Diese Rüc kführungen erfolgen indessen nicht flächend e- ckend. Er ist im Sudan einem Flüchtli ngscamp zugewiesen worden, hat es jedoch den Akten zufolge vorgezogen, sich in Khartum aufzuhalten, wo er die Sicherheit für eritreische Flüchtlinge für besser aber gleichwohl nicht sicher genug erachtet. Sollte er eine Deportation ernsthaft befürc h- ten, wäre es ih m zuzumuten, in das ih m zugewiesene Flüchtlingscamp zurückzukehren. Im Übrigen hat d as BFM in seiner Verfügung vom 17. September 2012 übereinstimmend mit der Praxis des Bundesverwa l- tungsgerichts erwogen, gemäss gesicherten Erkenntnissen sei das Risiko einer Deportation oder Verschleppung für Eritreer, die im Sudan vom D-1675/2013 Seite 9 UNHCR als Flüchtlinge anerkannt sind, gering (vgl. statt vieler Urtei l E- 4417/2011 vom 9. Februar 2012 E. 6.5.3). Dem Bericht der Schweizer i- schen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 5. Juli 2012 zufolge, der die Gefahr von Deportationen, Entführungen und Lösegelderpressungen von eritreischen Flüchtlingen im Sudan thematisiert und au f die schwierige Situation hi n- weist, kann ausserdem entnommen werden, dass insbesondere das UNHCR, die International Organisation for Migration (IOM) und die sud a- nesischen Behörden bestrebt sind, die Situation zu verbessern . Seine erstmals in dieser Form a uf Beschwerdestufe mit Hinweisen auf Interne t- seiten in diesem Zusammenhang geäusserten Befürchtungen sind nicht geeignet, daran etwas zu ändern. Schliesslich lebt er – wie bereits e r- wähnt – seit fast fünf Jahren im Sudan und vermochte eine gewisse Selbständigkeit zu entfalten. Gemäss seinen Angaben in der Beschwerde geht er Gelegenheitsarbeiten nach. In diesem Zusammenhang ist auch auf die grosse eritreische Gemeinschaft in Khartum zu verweisen, die e i- ne weitere Eingliederung ebenfalls erleichtert. Zu den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Diskriminierungen, die er als Christ im Sudan erlebt, ist festzuhalten, dass gemäss gesicherten Kenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts im Sudan die Religi - onsfreiheit in der Verfassung verankert ist und keine Grupp enverfolgung von Christen betrieben wird. Etwa 5 - 10% der Gesamtbevölke rung im Sudan sind Christen. Die christlichen Gemeinschaften sind grundsätzlich anerkannt und die christlichen Kirchen dürfen sich nach dem Gesetz bei Seelsorge, Ausbildung, Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen frei betätigen. Zwar können vereinzelte Diskri minierungen von Christen im Sudan – vor allem in den mehrheitlich von Muslimen bewohnten Reg i- onen – nicht ausgeschlossen werden, diesen kann sich der Beschwerd e- führer durch eine Zuweisung zu einem Flüchtlingscamp jedoch weitg e- hend entziehen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegen d keine konkreten Hinweise dafür bestehen, d er Beschwerdeführer sei gegenwärtig einer konkreten Gefährdung ausgesetzt oder habe eine unmittelbar drohende Deportation nach Eritrea oder eine Entführung durch terroristische Gru p- pen zu befürchten. Schliesslich ist festzustellen , dass keine nahen Verwandten oder Bezugspersonen des Beschwerdeführers in der Schweiz leben, und den Akten auch sonst keine Hinweise auf Anknüpfungspunkte zur Schweiz zu entnehmen sind. D-1675/2013 Seite 10 5.3 Der Beschwerdeführer vermochte insgesamt nicht aufzuzeigen, dass er auf die Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen ist bezie- hungsweise ihm gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz gewähren muss. Der weitere Verbleib im Sudan ist ihm nach dem Gesagten zuz u- muten und die Vorinstanz hat ihm zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Ver fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und a ngemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das BFM hat das Asylgesuch und Gesuch um Einreise in die Schweiz zu Recht abgelehnt. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal - tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes - verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-1675/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und das BFM. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Contessina Theis Alfred Weber Versand: