<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">IV.2008.00474</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">I. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichterin Heine</font> </p><p><font size="4">Sozialversicherungsrichterin Bürker-Pagani</font> </p><p><font size="4">Gerichtssekretärin von Streng</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 16. Dezember 2009</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch Winterthur-ARAG Rechtsschutzversicherungs-Gesellschaft</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Rechtsdienst Zürich, lic. iur. Ivo Baumann</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Birmensdorferstrasse 108, Postfach 9829, 8036 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">Unter Hinweis darauf, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass sich die 1962 geborene X.___ am 21. Dezember 2006 unter Hinweis auf eine Spondylitis ankylans bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 8/2), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter anderem den Bericht von Dr. med. U.___, Oberarzt der Rheumaklinik und des Instituts für Physikalische Medizin, Universitätsspital R.___, vom 2. Mai 2007 einholte (Urk. 8/9/3-4), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die IV-Stelle die Versicherte durch Dr. med. T.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom regionalen Ärztlichen Dienst am 5. November 2007 untersuchen liess (Bericht vom 5. November 2007, Urk. 8/20-21), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Versicherte, nunmehr vertreten durch die Winterthur-ARAG Rechtsschutz, darauf den Bericht von Dr. U.___ vom 18. Februar 2008 einreichte (Urk. 8/33), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die IV-Stelle gestützt auf den Bericht von Dr. T.___ von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausging und mit Verfügung vom 12. März 2008 das Leistungsbegehren abwies, da ein invalidisierender Gesundheitsschaden nicht vorliege (Urk. 2), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Versicherte dagegen am 29. April 2008 Beschwerde erhob mit dem Antrag, es seien ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten, und sich dabei auf die obgenannten Berichte von Dr. U.___ berief (Urk. 1), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die IV-Stelle in der Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2008 auf Abweisung der Beschwerde schloss (Urk. 7), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">in Erwägung,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die IV-Stelle die massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen korrekt wiedergegeben hat und darauf verwiesen werden kann (Urk. 2),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass Dr. U.___ in seinen Berichten vom 2. Mai 2007 und vom 18. Februar 2008 darauf hinwies, dass seine Beurteilung auf den in der Zeit von Mai 2006 bis Mai 2007 - im Rahmen der Spezialsprechstunde für Spondylarthriden - durchgeführten ärztlichen Untersuchungen beruhe (Urk. 8/9/3-8, Urk. 8/9/8, Urk. 8/33), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass er festhielt, die Beschwerdeführerin klage über Lumbalgien, Gesässschmerzen, Schmerzen im Bereich der vorderen Thoraxwand sowie über Schmerzen im Bereich des Ansatzes beider Achillessehnen und der Fusssohlen (vgl. Urk. 8/9/4), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass er als Befunde bzw. als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine (seit 1997 bestehende) Spondylitis ankylans mit axialem Befall bei radiologisch nachgewiesenen Syndesmophyten und partieller Ankylosierung beider Iliosakralgelenke, mit peripherem Gelenksbefall (sternocostal) sowie mit ausgeprägten Enthesitiden, insbesondere plantar, anführte (vgl. Urk. 8/9/3-4, Urk. 8/9/8),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass Dr. U.___ hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit angab, seit November 2004 sei die Beschwerdeführerin in der bisher ausgeübten Tätigkeit als Kassiererin zu 100 % arbeitsunfähig, aufgrund der entzündlichen Grundkrankheit sei weiter eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten ausgewiesen, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass Dr. U.___ in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit zunächst feststellte, aufgrund des persistierenden entzündlichen Befalls des Achsenskeletts sei zum einen eine vorwiegend sitzende Tätigkeit nicht möglich, aufgrund der ausgeprägten Enthesitiden am Calcaneus beidseits sei anderseits eine verminderte Belastbarkeit auch beim Stehen und Gehen im normalen Rahmen ausgewiesen, im Weiteren bestünden Beschwerden im Bereich der kleinen Fingergelenke, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass er sodann zusammenfassend feststellte, aufgrund der Leistungsminderung, der nötigen Einlage von vermehrten Pausen und der schubweise verlaufenden Krankheit sei von einer 30%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit auszugehen (Urk. 8/33), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass Dr. T.___ in seinem Bericht vom 5. November 2007 die von Dr. U.___ erhobenen Befunde sowie dessen Diagnose im Wesentlichen bestätigte bzw. anerkannte (Urk. 8/20, Urk. 8/21, vgl. Urk. 8/35), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass Dr. T.___ - bei der bekannten medizinischen Sachlage - in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit feststellte, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten mit erhöhter Geh- und Stehbelastung sei ausgewiesen, für die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Kassiererin in einem Möbelgeschäft, welche als körperlich mittelschwere Tätigkeit mit erhöhter Stehbelastung einzustufen sei, bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, für eine angepasste körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit hingegen sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen (Urk. 8/21/4),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass sich Dr. T.___ mit der dazu in Widerspruch stehenden Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit durch Dr. U.___, laut welcher die Beschwerdeführerin nur noch eine 30%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit aufweist, nicht auseinandersetzte, sondern hierzu bloss feststellte, bei der bekannten medizinischen Sachlage ergäben sich keine Hinweise auf Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (Urk. 8/35/2), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 12. März 2008 allein auf die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit von Dr. T.___ abstellte, und der widersprechenden Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit von Dr. U.___ keine Relevanz beimass (Urk. 2), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass dieses Vorgehen vor den Grundsätzen der Beweiswürdigung nicht stand hält (BGE 125 V 352 Erw. 3a), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass - im Gegensatz zur Auffassung der IV-Stelle - der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit durch Dr. U.___ mindestens die gleich hohe Beweiskraft zuzuerkennen ist wie derjenigen von Dr. T.___, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass sich demnach zwei einander widersprechende, in beweisrechtlicher Hinsicht als gleichwertig einzustufende fachärztliche Beurteilungen der Restarbeitsfähigkeit gegenüberstehen, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass aufgrund dessen eine Beurteilung der streitigen Restarbeitsfähigkeit bzw. des streitigen Leistungsanspruchs nicht möglich ist, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass sich - mangels Schlüssigkeit der Akten - ergänzende medizinische Abklärungen durch die IV-Stelle aufdrängen, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die angefochtene Verfügung vom 12. März 2008 daher aufzuheben und die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen ist, damit sie die Restarbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit fachärztlich abklären lasse und hiernach über den Leistungsanspruch neu befinde, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerde in diesem Sinne gutzuheissen ist, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten (Art. 69 Abs. 1</font><sup><font face="RotisSerif" size="4">bis</font></sup><font face="RotisSerif" size="4"> des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung) von Fr. 500.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdeführerin zudem Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzen ist (Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung dieser Kriterien eine Prozessentschädigung von Fr. 1'900.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen ist,</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">erkennt das Gericht:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 12. März 2008 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit sie nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu befinde.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 1'900.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Winterthur-ARAG Rechtsschutzversicherungs-Gesellschaft</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherungen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">sowie an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">5. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font> </p></div></body></html>