Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 8. Mai 2019 (810 18 282) Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung / Schuldenwirtschaft Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Hans Furer, Markus Clau- sen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin i.V. Nathalie Huber Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Oliver Borer , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und We gweisung (RRB Nr. 1546 vom 16. Oktober 2018) A. A.____, geb. 1956, Staatsbürger der Republik Serb ien, erhielt im Jahr 1994 eine Auf- enthaltsbewilligung für die Schweiz. Im Jahr 1997 wur de ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt. A.____ hat zwei erwachsene Kinder, B.____, geb. 1989, und C.____, geb. 1998. B. Am 27. Juli 1987 wurde A.____ wegen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt. Die Fremdenpolizei Basel-Landschaft (bis 31. Dezember 2018 Amt für Migra- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tion Basel-Landschaft [AfM], seit 1. Januar 2019 Amt fü r Migration und Bürgerrechte Basel- Landschaft [AfMB]), verwarnte A.____ am 11. Januar 19 88. Es wurde ihm mitgeteilt, dass bei einer erneuten Straffälligkeit die Niederlassungsbewilligung entzogen werden könne. C. Zwischen 1996 und 2016 wurde A.____ siebenmal verurt eilt. D. A.____ liess am 3. Januar 2000 als Einzelunternehmer die Firma “D.___“ im Handels- register Basel-Landschaft eintragen und am 31. Dezember 2004 wieder löschen. E. Das AfM verwarnte A.____ am 22. Oktober 2004 aufgru nd seiner Schulden in der Hö- he von Fr. 113‘016.90 (34 Verlustscheine). F. Am 24. September 2008 liess A.____ als Einzeluntern ehmer die Firma “E.____“ im Handelsregister eintragen. Das Bezirksgericht Arlesheim ( heute: Zivilkreisgericht Basel- Landschaft West) eröffnete am 10. April 2013 den Konku rs über das Einzelunternehmen, wel- cher mangels Aktiven am 30. April 2013 eingestellt wurd e. A.____ liess am 12. März 2013 die Firma “F.____ (GmbH)“ und sich als Gesellschafter und G eschäftsführer mit Einzelunterschrift und 200 Stammanteilen zu je Fr. 100.-- im Handelsreg ister Basel-Stadt eintragen. Die Mutter von A.____, G.____, geb. 1932, wurde ebenfalls als Ges ellschafterin und Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift und 200 Stammanteilen zu je Fr. 100.-- eingetragen. G. Mit Verfügung vom 12. Januar 2016 widerrief das AfM die Niederlassungsbewilligung von A.____ hauptsächlich unter Verweis auf dessen fortge setzte Schuldenwirtschaft (Verlust- scheine in der Gesamtsumme von Fr. 442‘695.40). H. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Eingabe vo m 25. Januar 2016 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierun gsrat). Der Regierungsrat trat auf die Beschwerde mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 1596 vom 15. November 2016 zufolge Verletzung der Mitwirkungspflicht nicht ein. Die dageg en erhobene Beschwerde vom 28. No- vember 2016 hiess das Kantonsgericht mit Urteil vom 30. August 2017 (810 18 338) gut und wies die Sache zur materiellen Beurteilung an den Re gierungsrat zurück. Am 9. Juni 2017 wur- de die F.____ (GmbH) von Amtes wegen aus dem Handelsr egister gelöscht, da sie weder Ge- schäftstätigkeiten noch Aktive aufgewiesen habe. I. Mit Schreiben vom 22. Januar 2018 teilte A.____, na chfolgend vertreten durch Oliver Borer, Advokat, dem Regierungsrat mit, dass er seit dem 18. Juli 2017 mit der Schweizerin H.____, geb. 1968, verheiratet sei, bei der Firma I._ ___ GmbH arbeite und einen monatlichen Nettolohn von Fr. 4‘220.65 verdiene. Seine Frau arbeite als Verkäuferin und habe einen Brutto- lohn von ca. Fr. 4‘500.--. J. Am 22. Februar 2018 wurde die “J.____ GmbH“ im Han delsregister Basel-Stadt einge- tragen. Als Gesellschafter mit Einzelunterschrift und 2 00 Stammanteilen zu je Fr. 100.-- wurde K.____ eingetragen. A.____ wurde als Geschäftsführer mit Einzelunterschrift eingetragen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. Mit Entscheid vom 16. Oktober 2018 (RBB Nr. 1546) wi es der Regierungsrat die Be- schwerde gegen die Verfügung des AfM vom 12. Januar 2016 ab und verfügte, dass A.____ die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des Entschei des zu verlassen habe. In sei- ner Begründung führte der Regierungsrat im Wesentlichen an, dass A.____ in erheblichem Um- fang seiner Zahlungspflicht nicht nachgekommen sei und dass nach der Verwarnung des AfM weitere Schulden entstanden seien. Aufgrund dessen, da ss seine Kinder bereits erwachsen seien, sei eine Anrufung von Art. 8 EMRK ausgeschlossen . Auch hätte seine Ehefrau H.____ damit rechnen müssen, die Ehe nicht in der Schweiz leb en zu können, zumal die Eheschlies- sung während des laufenden Verfahrens geschlossen worden sei. Zu bemerken sei auch, dass A.____ und seine Ehefrau nicht an derselben Adresse wohnen würden. A.____ sei die Ausreise nach Serbien zuzumuten, da er erst im Alter von 29 Ja hren in die Schweiz eingereist sei und seine Kindheit und prägenden Jugendjahre in Serbien verbracht habe. L. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Eingabe vo m 29. Oktober 2018 sowie mit Beschwerdebegründung vom 18. Dezember 2018 Beschwerde v or dem Kantonsgericht. Er be- antragt, es sei in Aufhebung des Entscheids des Regieru ngsrats vom 16. Oktober 2018 die Niederlassungsbewilligung zu belassen. Zudem sei ihm ei ne angemessene Parteientschädi- gung zu entrichten. In seiner Begründung führt er im Wesentlichen an, dass die Schulden nicht mutwillig entstanden seien. Bei den Verurteilungen (nach Erhalt der Niederlassungsbewilligung) handle es sich um SVG-Verstösse, welchen ein geringes V erschulden zugrunde liege. Ferner würde der Strafrahmen selbst bei einer Addition aller Tagessätze nicht ausreichen, um die Nie- derlassungsbewilligung zu widerrufen. Auch hätten sein e Söhne sowie seine Ehefrau einen Anspruch darauf, die Beziehung zu ihrem Vater/Ehemann weiter leben zu können. Die Vo- rinstanz blende zudem aus, dass es sich um die Niederlassun gsbewilligung eines seit über 33 Jahren in der Schweiz lebenden Ausländers handle. M. Der Regierungsrat liess sich mit Schreiben vom 7. Janua r 2019 vernehmen und bean- tragt die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfo lge. Mit Verfügung vom 18. Janu- ar 2019 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung üb erwiesen und dem Beschwerdeführer Gelegenheit zur Stellungnahme zu den aktuellen Verhäl tnissen gegeben. Mit Schreiben vom 18. März 2019 teilte der Beschwerdeführer dem Kantonsg ericht mit, dass er auf eine Stellung- nahme verzichte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgeset zlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- genheit gegeben. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Be- schwerde eingetreten werden kann. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochte nen Rechtsaktes ist dem Kantonsge- richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Strittig ist vorliegend, ob der Widerruf der Nied erlassungsbewilligung des Beschwerde- führers und die damit verbundene Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinn en und Ausländer und über die In- tegration [AlG] vom 16. Dezember 2005 [bis 31. Dezembe r 2018 und soweit im Folgenden die altrechtliche Fassung massgeblich ist: AuG]; vgl. auch Art . 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG im Rahmen der gesetzlichen Vorschrif- ten und Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufent- halt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspr uch auf die Erteilung einer Niederlas- sungsbewilligung hat die ausländische Person somit grund sätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BG E 133 I 185 E. 2.3; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 4.2 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zw ischen der Schweiz und Serbi- en keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welc he dem Beschwerdeführer einen An- spruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde. 4.3.1 Gemäss Art. 34 Abs. 1 AuG verleiht die Niederlassu ngsbewilligung ihrer Inhaberin resp. ihrem Inhaber grundsätzlich einen zeitlich unbefr isteten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. Es ist somit von einem gese tzlichen Anspruch des Beschwerde- führers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. 4.3.2 Des Weiteren macht der Beschwerdeführer sinngemäss einen Anwesenheitsanspruch aus dem Grundrecht auf Achtung des Privat- und Familienlebens geltend. 4.3.3 Aus dem in Art. 8 Ziffer 1 EMRK (sowie dem in haltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999) geschütz- ten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens kö nnen ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen ebenfalls einen Anspruch auf Aufen thalt oder Verbleib in einem andern Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitglie- dern führt (A NDREAS ZÜND /T HOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schwei- zerischen Ausländerrecht, Europäische Grundrechte-Zeitschri ft [EuGRZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien können dann v erletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das gemeinsame Familienleben vereitelt wird. Gemäss stä ndiger bundesgerichtlicher Recht- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hierzulande aufhal tenden Angehörigen über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist insbeson dere dann der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligun g besitzen oder über eine Aufent- haltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht. Zudem müssen diese Personen zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minder- jährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsäc hliche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Ein staatli- cher Eingriff in das Recht auf Achtung des Familienl ebens liegt indessen regelmässig nicht vor, wenn den Angehörigen zugemutet werden kann, ihre Bezi ehung im Ausland zu leben. Ist es den in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Familienmi tgliedern folglich möglich, mit dem Ausländer, dem eine fremdenpolizeiliche Bewilligung ve rweigert worden ist, auszureisen, wird der Schutzbereich von Art. 8 EMRK normalerweise nicht berührt (BGE 135 I 153 E. 2.1; BGE 122 II 289 E. 3b). 4.3.4 Der Beschwerdeführer ist seit dem 18. Juli 2017 mit seiner Ehefrau verheiratet, welche das Schweizer Bürgerrecht besitzt. Der Beschwerdeführe r gab an, dass er mit seiner Ehefrau seit gut 22 Jahren in einer Beziehung sei und der jüng ere Sohn aus dieser Beziehung stamme. Die Ehefrau des Beschwerdeführers war zum Zeitpunkt der Eheschliessung am 18. Juli 2017 über das laufende Verfahren betreffend den Widerruf der Niederlassungsbewilligung informiert. Zudem wurde der Beschwerdeführer vom Regierungsrat mit Schreiben vom 15. Mai 2018 sowie mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 18. Januar 2019 darum gebeten, Stellung zu den aktu- ellen Familienverhältnissen zu nehmen, da aus den Einwo hnerregistern ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau an unterschiedliche n Adressen Wohnsitz haben und bei- de mit dem Zivilstand ledig geführt werden, obwohl sie seit eineinhalb Jahren verheiratet sind. Der Beschwerdeführer hat sich weder im regierungsrätliche n Verfahren noch im vorliegenden Verfahren dazu geäussert, obschon er vom Regierungsrat darauf aufmerksam gemacht worden war, dass im Säumnisfall von unbelegbaren Behauptunge n des Beschwerdeführers ausgegan- gen werden müsse. Ob eine enge, tatsächliche und intakt e Beziehung besteht, ist somit frag- lich. Dies kann jedoch offengelassen werden, zumal es de r Ehefrau des Beschwerdeführers zumutbar wäre, dem Beschwerdeführer zu folgen und in S erbien zu leben. Sie ist in Serbien geboren und hat dort ihre Kinder- und Jugendjahre verbracht und ist erst im Alter von 30 Jahren in die Schweiz gekommen. Die Verhältnisse und Gegebenh eiten in Serbien sind ihr somit ver- traut. Zudem musste sie im Zeitpunkt der Eheschliessung da mit rechnen, dass der Beschwer- deführer die Schweiz eventuell zu verlassen hat. 4.3.5 Andere familiäre Beziehungen stehen nur in bes onderen Fällen unter dem Schutz die- ser Bestimmung. Ausnahmsweise kann auch die Beziehung zw ischen Eltern und ihren volljäh- rigen Kindern ein Anwesenheitsrecht verschaffen. Dies i st jedoch nur dann der Fall, wenn ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis vorliegt (BGE 129 I I 11 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 2C_57/2017 vom 23. Juni 2017 E. 2). Ein solches kann sic h aus Betreuungs- und Pflegebe- dürfnissen bei körperlichen oder geistigen Behinderungen und schwerwiegenden Krankheiten ergeben. Denkbar ist dies etwa bei einem Kind, welches a ufgrund einer schweren Behinderung über das Erreichen der Volljährigkeit hinaus auf Betr euung durch seine in der Schweiz anwe- senheitsberechtigten Eltern angewiesen ist (vgl. etwa BG E 120 Ib 257 E. 1e; Urteil des Bun- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht desgerichts 2C_546/2013 vom 5. Dezember 2013 E. 4). Liegt kein solches besonderes Verhält- nis vor, ist Art. 8 EMRK durch die Verweigerung einer Niederlassungsbewilligung von vornhe- rein nicht betroffen (BGE 115 Ib 1 E. 2c). Die Kinder des Beschwerdeführers sind 21 und 30 Jahre alt und somit grundsätzlich nicht vom Schutzbereich von Art. 8 EMRK betroffen. Inwiefern zu seinen Söhnen ein Abhängigkeitsverhältnis besteht und d iese auf die Unterstützung und Anwesenheit des Beschwerdeführers angewiesen sind, macht der Beschwerdeführer nicht gel- tend und ist aus den Akten nicht ersichtlich. Mit Verfügu ng vom 18. Januar 2019 wurde der an- waltlich vertretene Beschwerdeführer gebeten, zu seiner Beziehung mit seinem jüngsten Sohn Stellung zu nehmen, was er jedoch unterlassen hat. Sein Sohn spielt seit dem Sommer 2016 als Fussballspieler im Ausland; in der Saison 2017/18 f ür den serbischen Club L.____ und ak- tuell für den serbischen Club M.____. Es ist davon auszu gehen, dass der Beschwerdeführer und sein jüngerer Sohn den Kontakt somit in Serbien du rchaus aufrechterhalten können. Aus den Akten ergeben sich somit keine Hinweise darauf, dass zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Söhnen ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne von Art. 8 EMRK besteht. Der Be- schwerdeführer kann somit keinen Aufenthaltsanspruch aus Art. 8 EMRK ableiten. 5.1 Weder der gesetzliche Anspruch auf Aufenthalt nach Ar t. 34 Abs. 1 AuG noch der grundrechtliche Anspruch auf Privat- und Familienleben gilt absolut. Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werd en, wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährdet hat. 5.2 Die “öffentliche Sicherheit und Ordnung“ bildet d en Oberbegriff der polizeilichen Schutzgüter: Die öffentliche Ordnung umfasst die Gesamthe it der ungeschriebenen Ordnungs- vorstellungen, deren Befolgung nach der herrschenden sozialen und ethischen Anschauung als unerlässliche Voraussetzung eines geordneten menschlichen Zusammenlebens anzusehen ist. Die öffentliche Sicherheit bedeutet die Unverletzlichkei t der objektiven Rechtsordnung, der Rechtsgüter der Einzelnen (Leben, Gesundheit, Freihei t, Eigentum, usw.) sowie der Einrichtun- gen des Staates. Eine Verletzung der öffentlichen Si cherheit und Ordnung ist somit namentlich gegeben bei erheblichen oder wiederholten Verstössen g egen gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen sowie bei Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen oder privatrechtli- chen Verpflichtungen (vgl. Art. 80 der Verordnung übe r Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstä- tigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007). 5.3 Anders als der Widerruf einer Aufenthaltsbewillig ung (Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG), welcher voraussetzt, dass der Ausländer "erheblich oder wiederho lt" gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat, bedingt ein Widerruf der N iederlassungsbewilligung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG, dass ein solcher Verstoss "in schwerwiegender Weise" erfolgt ist. Dass damit vergleichsweise erhöhte Anforderungen an diese n Bewilligungswiderruf gestellt werden, ergibt sich eindeutig aus dem französischen Wortlaut de r genannten Bestimmungen: Während Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG von einem Verstoss "de manière grave ou répétée" spricht, wird in Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG die qualifizierte Formulierung "de manière très grave" verwendet. Diese Unterscheidung überzeugt, vermittelt die Niederlassung sbewilligung doch das gefestigtere An- wesenheitsrecht als eine blosse Aufenthaltsbewilligung u nd besteht bei niedergelassenen Aus- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ländern oftmals eine vergleichsweise engere Verbindun g zur Schweiz (vgl. die Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8 . März 2002, Bundesblatt [BBl] 2002 3709, S. 3810). 5.4 Rechtsprechungsgemäss genügt Schuldenwirtschaft für sich allein nicht für den Wider- ruf der Niederlassungsbewilligung. Vorausgesetzt ist M utwilligkeit der Verschuldung, d.h. diese muss selbst verschuldet und qualifiziert vorwerfbar sein (BGE 137 II 297 E. 3.3). Davon ist nicht leichthin auszugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_9 97/2013 vom 21. Juli 2014 E. 2.2). Wurde bereits eine ausländerrechtliche Verwarnung (Art . 96 Abs. 2 AuG) ausgesprochen, ist entscheidend, ob die ausländische Person danach weiterhi n mutwillig Schulden angehäuft hat. Von entscheidender Bedeutung ist, welche Anstrengungen zur Sanierung unternommen wor- den sind. Positiv ist etwa zu würdigen, wenn vorbestande ne Schulden abgebaut worden sind. Ein Widerruf ist dagegen zulässig, wenn in vorwerfbare r Weise weitere Schulden angehäuft worden sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_164/2017 vom 12. September 2017 E. 3.1 und 2C_997/2013 vom 21. Juli 2014 E. 2.2 mit Hinweisen). 6.1 Der Beschwerdeführer bringt bezüglich des Widerrufsg runds vor, er habe die Schulden nicht mutwillig generiert und er sei stets einer Arbe it nachgegangen. Die Schulden hätten sich aus einem Teufelskreis ergeben, der nach dem Schritt in die Selbständigkeit angefangen habe, als er einen Kredit nicht habe zurückzahlen können. Er habe Fr. 60‘000.-- als Kredit aufgenom- men und bis auf den Restbetrag von Fr. 12‘000.-- zurü ckbezahlt. Diese Fr. 12‘000.-- wurden ihm dann in Betreibung gesetzt. Gleichzeitig sei seine Firma mehrfach durch die Steuerverwal- tung für Mehrwertsteuerabgaben eingeschätzt worden, we lche ihm dann in Rechnung gestellt wurden. Dieser Umstand sei aber nicht als mutwillig od er als selbstverschuldet zu betrachten. Dass er nicht genügend verdienen würde, um neben seine m Grundbedarf sowie dem seiner Familie, seine Schulden abzubezahlen, könne ihm nicht angelastet werden. Er habe es nicht unterlassen, für die Forderungen aufzukommen, er habe schlicht nicht die finanzielle Möglich- keit dazu gehabt. Es sei vielmehr zu bemerken, dass er ni e auf die Hilfe der öffentlichen Hand angewiesen gewesen sei und seine Familie finanziell im mer unterstützt habe. Weiter würden die familienrechtlichen Verpflichtung den übrigen fina nziellen Verpflichtungen vorgehen. Auch seien seit über einem Jahr keine neuen Schulden mehr hin zugekommen, was als positive Wendung zu sehen sei. Er habe seine selbständige Geschäf tstätigkeit aufgegeben und es sei damit zu rechnen, dass sich die Situation nun verbessern würde. 6.2 Der Regierungsrat erwog, dass das Nichtbezahlen der Schulden ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung sei. Der Beschwerdeführer sei seinen Zahlungsverpflichtungen in er- heblichem Umfang nicht nachgekommen, zudem hätten sic h immer mehr Schulden seit der Verwarnung des AfM vom 22. Oktober 2004 angehäuft. So seien seit der Verwarnung 83 weite- re Verlustscheine für Fr. 378‘561.05 entstanden. Weite r würden die familienrechtlichen Ver- pflichtungen nicht den übrigen finanziellen Verpflichtu ngen vorgehen. Bezüglich der Mutwillig- keit der Schuldenwirtschaft führte der Regierungsrat au s, der Beschwerdeführer habe es trotz mehrmaliger Aufforderung versäumt, die erforderlichen Beweismittel einzureichen. So sei er angewiesen worden, Belege und Beweismittel einzureich en, die belegen würden, wie es zum massiven Anstieg der Schulden gekommen sei und weshalb e r sämtliche Stammanteile der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Firma “F.____(GmbH)“ seiner Mutter überschrieben habe. Der Beschwerdeführer habe sich mit der Aussage begnügt, es sei zu lange her und es gebe keinerlei Belege mehr. Weiter habe der Beschwerdeführer in den letzten 15 Jahren weder Einko mmens- noch Mehrwertsteuern, Arzt- oder Spitalrechnungen, Sozialversicherungs- oder Krankenkassenbeiträge oder sonstige privat- rechtliche Rechnungen bezahlt. So hat auch das Bundesgeri cht aus dem Umstand einer konti- nuierlichen Anhäufung von Schulden ohne plausible Erklä rung geschlossen, dass der Be- schwerdeführer seinen finanziellen Verpflichtungen mutwi llig nicht nachkomme. Weiter sei das jahrelange Festhalten an einer selbständigen Tätigkei t, welche nicht genügend Einkommen generiert, als vorsätzliche Misswirtschaft zu werten. All die s lasse darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer seinen Zahlungsverpflichtungen mutwillig nicht nachkomme. 6.3 Wie aus den aktenkundigen Auszügen aus dem Betreibu ngsregister hervorgeht, sind die Schulden des Beschwerdeführers kontinuierlich angestie gen. So hatte er 2004 Eintragun- gen in der Höhe von Fr. 113‘016.90. Im Jahr 2016 ware n es Eintragungen in der Höhe von Fr. 496‘154.85. Auch aus den weiteren Betreibungsregi sterauszügen ist herauszulesen, dass sich die Schuldensituation des Beschwerdeführers nicht verbessert hat. 6.4 Wie dargelegt genügt die blosse Anhäufung von we iteren Schulden rechtsprechungs- gemäss jedoch für sich genommen noch nicht. Wurde eine a usländerrechtliche Verwarnung nach Art. 92 Abs. 2 AuG ausgesprochen, kann bei Weiter bestehen oder Verschlimmerung des Fehlverhaltens die angedrohte Massnahme definitiv werden . Massgebend ist das Verhalten nach der Verwarnung. Das frühere Verhalten vermag ni cht für sich alleine den Vollzug der defi- nitiven Massnahme zu begründen. Das Fehlverhalten muss vie lmehr angedauert haben oder wiederholt worden sein. Für einen Widerruf müssen nach einer allfälligen Verwarnung neue Verfehlungen dazugekommen sein, welche die Wirkungslosigkeit der Androhung des Widerrufs belegen. Entscheidend ist hierbei, welche Anstrengunge n zur Sanierung unternommen wurden (Urteil des Bundesgerichts 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010, E. 3.4). 6.5 Zwischen 2000 und 2018 liess der Beschwerdeführer vi er Unternehmen im Handelsre- gister eintragen. Als Einzelunternehmen liess der Beschwe rdeführer am 3. Januar 2000 die Firma “D.____“ eintragen, diese wurde am 31. Dezembe r 2004 wieder gelöscht. Am 24. Sep- tember 2008 liess der Beschwerdeführer das Einzelunterne hmen “E.____“ im Handelsregister eintragen. Über dieses Einzelunternehmen wurde am 10 . April 2013 der Konkurs eröffnet. Das Konkursverfahren wurde mangels Aktiven am 30. April 2013 eingestellt. Bereits vor der Kon- kurseröffnung über die “E.____“ liess der Beschwerdeführ er am 12. März 2013 die Firma “F.____(GmbH)“ im Handelsregister eintragen. In dieser Firma war der Beschwerdeführer Ge- sellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift. Am 10. April 2013 schied der Be- schwerdeführer als Gesellschafter aus und sämtliche Stammanteile wurden an seine 84-jährige Mutter überschrieben. Die “F.____(GmbH)“ wurde mange ls Geschäftstätigkeit und Aktiven am 9. Juni 2017 aus dem Handelsregister gelöscht. Gemäss Betr eibungsregister waren am 12. Dezember 2017 auf die Firma “F.____(GmbH)“ 16 B etreibungen in der Höhe von Fr. 63‘555.70 sowie 13 offene Verlustscheine in der H öhe von Fr. 55‘747.10 verzeichnet. Am 8. Mai 2018 wurde über den Beschwerdeführer, als Inha ber der “E.____“ der Konkurs eröffnet. Weiter ist aus den Akten ersichtlich, dass der Beschwerdef ührer für die Firma “E.____“ nie Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mehrwertsteuern bezahlt hat. So hat er es in der Zeit vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2014 stets versäumt, seine Abrechnungen einzureichen, wor aufhin die Steuerbehörde die Mehrwertsteuer einschätzte. Die Forderungen beliefen si ch für die gesamte Zeit auf Fr. 204‘000.-- und mussten mittels Verlustscheinen abgesc hrieben werden. Wie der Regie- rungsrat zu Recht festhält, geht aus den Beitreibungsr egisterauszügen weiter hervor, dass es sich bei den Schulden des Beschwerdeführers hauptsächlich um Schulden bezüglich der Ein- kommens- oder Mehrwertsteuern, Arzt- oder Spitalrechnung en und Sozialversicherungs- oder Krankenkassenbeiträge handelt. Wie es zu den massiven Schu lden kommen konnte, hat der Beschwerdeführer auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht dargetan. Er begnügt sich mit der Aussage, sie seien aus einem Teufelskreis entstanden und er habe dazu keine Belege mehr. Zudem sei ihm eine Schuldensanierung mit seinem Verdi enst und der Führung der Unterneh- mung nicht möglich gewesen. Um diesem Teufelskreis zu en tkommen, hätte der Beschwerde- führer sich zumindest nach dem zweiten erfolglosen Versuch , Fuss in der selbständigen Er- werbstätigkeit zu fassen, Gedanken darüber machen müsse n, einer unselbständigen Tätigkeit nachzugehen. Mit einer unselbständigen Erwerbstätigkei t, hätte der Beschwerdeführer ein ge- regeltes Einkommen erzielen und seine Ausgaben daran anpassen können. So hätte es ihm möglich sein können, seine Schulden abzubauen und nicht noch mehr Schulden, wegen der Gründung von neuen Firmen, anzuhäufen. Der Regierun gsrat führte zu Recht aus, dass nach jahrelangem Festhalten an einer selbständigen Erwerbstä tigkeit, welche nicht genügend Ein- kommen generiert, um den Verbindlichkeiten nachzukommen , auf eine vorsätzliche Misswirt- schaft geschlossen werden kann. Es ist nicht ersichtlich, inw iefern der Beschwerdeführer ver- sucht hat seine Schuldensituation zu verbessern. Der Be schwerdeführer zeigte sich bis anhin auch anlässlich des Betreibungsverfahrens nicht kooperativ. So geht aus den Akten hervor, dass ihm Betreibungen und Pfändungen durch die Polizei haben zugestellt werden müssen und er Termine nicht wahrgenommen habe. Weiter hat der B eschwerdeführer am 7. Januar 2015 eine Erklärung zuhanden des Betreibungsamtes abgegeben, wonach er Fr. 3‘500.-- in den letz- ten Monaten verdient habe. Die Einkommensnachweise, we lche dem AfM im Rahmen des rechtlichen Gehörs zugestellt wurden, haben hingegen ein Einkommen zwischen Fr. 4‘732.45 bis Fr. 5‘718.40 aufgewiesen. Gemäss Aussagen des jüngsten Sohnes, habe es ihm nie an irgendetwas gefehlt, er habe alles über das Notwendig e hinaus vom Beschwerdeführer erhal- ten. Dieses Verhalten zeigt, dass der Beschwerdeführer bisher keine Anstrengungen unter- nommen hat, eine nachhaltige Schuldensanierung anzugeh en. Im Gegenteil hat er versucht, sich einer Sanierung und seiner finanziellen Verantwortung zu entziehen. Auch nicht erstellt ist, ob der Beschwerdeführer nach wie vor bei der I.____ Gm bH einer Erwerbstätigkeit nachgeht, da der in den Akten beiliegende Arbeitsvertrag von Sei ten des Beschwerdeführers nicht unter- schrieben ist und es der Beschwerdeführer trotz mehrmali gem Nachfragen unterlassen hat, eine aktuelle Arbeitsbestätigung seines Arbeitgebers einzureichen. Es kann nicht abschliessend festgestellt werden, ob der Beschwerdeführer ein rege lmässiges Erwerbseinkommen erzielt, weshalb auch nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Beschwer deführer weitere Schul- den anhäuft. Zumindest sind Anstrengungen zur Änderung der Lebensführung in finanzieller Hinsicht in keiner Weise belegt. Angesichts der langen D auer seiner Schuldenwirtschaft, der hohen Zahl offener Verlustscheine, der wiederholten e rfolglosen Führung von Unternehmen und des hohen Gesamtbetrags liegt offenkundig nicht nu r Liederlichkeit, sondern eine mutwilli- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ge Nichtbezahlung finanzieller Verpflichtungen vor. Dam it erfüllt der Beschwerdeführer den ge- nannten Widerrufsgrund. 7.1 Liegt ein Widerrufsgrund nach Art. 63 AuG vor, mu ss die Massnahme im konkreten Fall auch verhältnismässig sein (Art. 96 Abs. 1 AuG). Di e Verhältnismässigkeitsprüfung erfor- dert eine Interessenabwägung, welche die wesentlichen Umstände des Einzelfalls berücksich- tigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_39/2016 vom 31 . August 2016 E. 3.1). Verlangt ist inso- fern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden private n Interessen an der Erteilung der Be- willigung und der öffentlichen Interessen an deren Ver weigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig e rweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Versc huldens, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die de m Betroffenen und seiner Familie dro- henden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 139 I 31 E. 2. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 11. November 2016 E. 3.2). 7.2 Im Zusammenhang mit dem Widerrufsgrund der mutwil ligen Nichterfüllung öffentlich- rechtlicher und privatrechtrechtlicher Verpflichtungen ist zu berücksichtigen, dass die öffentli- chen Interessen am Widerruf bzw. an der Nichtverlängeru ng der Bewilligung umso gewichtiger sind, je mehr sich eine ausländische Person verschuldet un d sich trotz Verwarnung nicht um Schuldentilgung bemüht hat. Indessen ist das öffentlich e Interesse an der Fernhaltung auslän- discher Person, welches einzig zum Schutz potentieller Gläu biger dient, grundsätzlich von ge- ringerem Gewicht als dasjenige, straffällige oder daue rnd sozialhilfeabhängige Ausländerinnen und Ausländer aus der Schweiz fernzuhalten (vgl. S ILVIA HUNZIKER , in: Caro- ni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Au sländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 36 zu Art. 62 AuG). 8.1 Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerde führer konstant, in erheblichem Umfang und in qualifiziert vorwerfbarer Weise über Jahr e hinweg Schulden angehäuft hat. Die finanzielle Situation des Beschwerdeführers hat sich trotz der ausländerrechtlichen Verwarnung im Jahr 2004 verschlimmert. Auch ist aus den Akten nicht e rsichtlich, welche Anstrengungen der Beschwerdeführer unternommen hat, um seine Schulde n zu verringern. Vielmehr hat er sich unkooperativ gezeigt und auch unter dem Druck des Verfahrens keine Anstrengungen zum Schuldenabbau unternommen. Die vom Beschwerdeführer an gehäuften Schulden betreffen hauptsächlich öffentlich-rechtliche Forderungen wie (o bligatorische) Versicherungsbeiträge und Ausstände gegenüber der Steuerverwaltung. Der Beschwerde führer hat somit wiederkehrende öffentlich-rechtliche Verpflichtungen vernachlässigt. Die Situation des Beschwerdeführers zeigt, dass er wirtschaftlich nicht integriert ist. Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung sind auch die zahlreichen Delikte des Beschwerdeführers zu erwäh nen, welche zeigen, dass er sich nicht an die in der Schweiz geltende Ordnung halten kann. 1987 wurde der Beschwerdeführer erst- mals wegen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt. Weiter wurde der Beschwerdeführer zwischen 1996 und 2016 siebenmal wegen diverser Delikte verurteilt. So wurde der Beschwerdeführer 1996 wegen mehrfachen betr ügerischen Missbrauchs einer Da- tenverarbeitungsanlage und geringfügiger Hehlerei zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Am 11. Juni 2008 erfolgte eine Verurteilung wegen Übers chreitens der Höchstgeschwindigkeit um Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 30 km/h zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 70 .-- und einer Busse von Fr. 1‘200.--. Wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit wurde de r Beschwerdeführer am 9. Dezem- ber 2009 zu einer Busse von Fr. 400.-- verurteilt. Am 1 2. Februar 2010 wurde der Beschwerde- führer zu einer Busse von Fr. 350.-- wegen mangelnder Aufmerksamkeit im Strassenverkehr mit Unfallfolge sowie Nichtbeherrschens des Fahrzeugs. Eine Ve rurteilung erfolgte am 27. April 2015 wegen missbräuchlicher Verwendung von Kontrollschild ern, Fahrens ohne Haftpflichtver- sicherung sowie Fahrens ohne Fahrzeugausweis zu einer Gel dstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 100.-- sowie einer Busse von Fr. 1‘800.--. Der Be schwerdeführer wurde am 14. März 2016 zu einer Busse von Fr. 100.-- wegen Telefonierens ohne F reisprechanlage während der Fahrt verurteilt sowie am 9. August 2016 wegen Nichtbezahlen s von Strassenverkehrssteuern und Mahngebühren zu einer unbedingt vollziehbaren Geldstr afe von sieben Tagessätzen zu Fr. 60.-- und einer Busse von Fr. 300.--. Entgegen de r Annahme des Beschwerdeführers han- delt es sich bei den Delikten nicht um solche, welchen nur ein geringes Verschulden zugrunde liegt. Zwar handelt es sich bei den Delikten um solche m it einem geringen Strafmass, es darf jedoch nicht verkannt werden, dass der Beschwerdeführer trotz allem die Gefährdung anderer in Kauf nahm und ein Verstoss gegen die Verkehrsregeln in einem Unfall endete. Der Be- schwerdeführer scheint nicht gewillt, sich in die schweize rische Rechtsordnung einzufügen. Zugutezuhalten ist dem Beschwerdeführer hingegen, dass er seit 2017 keine Schulden mehr generiert hat. Der Beschwerdeführer wertet dies in Anb etracht der früheren Frequenz der Aus- stellung von Verlustscheinen als eine Trendwende. Jedoch ist nicht ersichtlich, inwiefern er sei- ne bestehenden Schulden saniert hat oder gewillt ist, diese zu sanieren. Auch nicht erstellt ist, ob der Beschwerdeführer noch eine Anstellung bei der I .____ GmbH hat, da der auf den 23. November 2017 datierte Arbeitsvertrag von ihm nicht unterzeichnet wurde und eine aktuelle Arbeitsbestätigung fehlt. Aus diesen Gründen kann di e Fortsetzung der Schuldenwirtschaft nicht ausgeschlossen werden. Unter Berücksichtigung der Sch uldenwirtschaft und der zahlrei- chen Delikte ist von einem gewichtigen öffentlichen Inter esse am Widerruf der Niederlassungs- bewilligung auszugehen. 8.2 Dem öffentlichen Interesse am Widerruf der Niede rlassungsbewilligung sind die priva- ten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. 8.3 Der Beschwerdeführer reiste im Alter von 29 Jahren in die Schweiz ein. Er befindet sich folglich seit rund 34 Jahren in der Schweiz und ha t einen grossen Teil seines Lebens hier verbracht. Die prägenden Kinder- und Jugendjahre verb rachte der Beschwerdeführer jedoch in Serbien. So hat er acht Jahre lang die Schule und vie r Jahre lang die Bautechnikerschule in Belgrad besucht. Anschliessend hat er drei Jahre lang an der Fakultät für Organisationswissen- schaften in Serbien studiert. In der Schweiz hat der Besc hwerdeführer mit der Gründung diver- ser Firmen versucht, sich wirtschaftlich zu integrieren, j edoch ohne Erfolg. Demzufolge muss die wirtschaftliche Integration des Beschwerdeführers als gescheitert bezeichnet werden. Ange- sichts seiner langjährigen Ausbildung sollte es ihm möglich sein, sich in Serbien wieder wirt- schaftlich zu integrieren und einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Zudem wohnen eine Schwes- ter und einige Cousins in Serbien (vgl. rechtliches Gehö r vom 16. Juli 2015), welche ihn bei einer Wiedereingliederung unterstützen können. Auch in den Ferien weilte der Beschwerdefüh- rer mehrmals in Serbien. Die Hochzeit des Beschwerdefü hrers fand am 17. Juli 2017 ebenfalls Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht in Serbien statt. Demzufolge besteht noch eine gewisse Verbundenheit mit seinem Herkunfts- land und er ist mit den Bräuchen und Sitten sowie der Sprache des Landes vertraut. Ferner sind beide Söhne des Beschwerdeführers volljährig. Über seine Beziehung zum 30-jährigen Sohn ist nicht viel bekannt. Es kann davon ausgegangen werden, dass e ine Beziehung zwischen Vater und Sohn auch durch die modernen Kommunikationsmitte l aufrechterhalten werden kann. Dar- über hinaus ist der jüngere Sohn des Beschwerdeführers i n Serbien als Fussballspieler enga- giert. Die Ehefrau trifft die Wegweisung des Beschwerdeführers schwer. Jedoch hatte sie davon Kenntnis, die Ehe eventuell nicht in der Schweiz leben zu können. Der Ehefrau ist es zumutbar mit dem Beschwerdeführer in Serbien zu leben, da sie selbst in Serbien geboren ist und erst mit 30 Jahren in die Schweiz einreiste. Auch ist sie mit den Bräuchen und Sitten sowie der Sprache des Landes vertraut. 8.4 Nach dem Gesagten überwiegt das öffentliche Intere sse an der Wegweisung des Be- schwerdeführers dessen privates Interesse an einem Verb leib in der Schweiz. Der angefochte- ne Entscheid erweist sich damit als verhältnismässig. 8.5.1 Im Zusammenhang mit der langen Aufenthaltsdauer , seinem Alter und der Beziehung zu seiner Familie macht der Beschwerdeführer einen schw erwiegenden persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG geltend. Die H ärtefallregelung als Abweichung von den Grundvoraussetzungen stellt eine Ausnahmeregelung dar. Sie ist restriktiv zu handhaben. Sie setzt voraus, dass sich die betreffende Person in einer per sönlichen Notlage befindet, d.h. ihre Lebens- und Daseinsbedingungen gemessen am durchschnitt lichen Schicksal von ausländi- schen Personen in gesteigertem Masse in Frage gestellt sin d. Die Verweigerung der Bewilli- gung muss für die betroffene Person schwere Nachteile z ur Folge haben (BGE 119 Ib 43). Bei der Beurteilung des Härtefalls sind alle Gesichtspunkte u nd Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts F ‒7543/2015 vom 27. November 2017 E. 6; BGE 119 lb 33 E. 4). Bei dieser Norm geht es um eine Ermessensbewilligung (BGE 137 II 345 E. 3.2.1), weshalb das Kantonsgericht die diesbezüg liche vorinstanzliche Ermessensaus- übung auf Rechtsfehlerhaftigkeit, nicht aber auf Unangemessenheit überprüfen kann (vgl. vorne E. 2). 8.5.2 Die für die Beurteilung eines allgemeinen Härt efalls speziell zu beachtenden Kriterien (vgl. Art. 31 Abs. 1 VZAE) sprechen allesamt gegen die Bewilligungserteilung. Der Beschwerde- führer ist augenscheinlich wirtschaftlich nicht erfolgrei ch integriert, er hat hohe Schulden und seine beiden Söhne sind volljährig. Weiter ist auch die im Ausland geschlossene Ehe in der Schweiz bis heute nicht registriert und einer seiner S öhne spielt als Fussballspieler in Serbien. Bezüglich des Alters des Beschwerdeführers kann gesagt werden, dass es für ihn auch in der Schweiz schwer sein würde, wieder eine Anstellung zu find en. Ebenso wenig macht er eine sonstige enge Beziehung zur Schweiz geltend. Inwiefern e ine persönliche Notlage vorliegen soll, ist nicht ersichtlich. 8.5.3 Der Regierungsrat hat in seinem Entscheid die Vo raussetzungen für die Erteilung einer Härtefallbewilligung im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG geprüft. Es finden sich vorliegend keine Hinweise darauf, dass er sein Ermessen in qualifizie rter Form unangemessen ausgeübt Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht hätte und sich dabei insbesondere von sachfremden Motiven hätte leiten lassen. Er durfte einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall ohne Rechtsverletzung verneinen. 8.6 Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss den Eventual antrag auf Erteilung einer Auf- enthaltsbewilligung stellt, ist darauf nicht einzugehen. Sind die Voraussetzungen für den Wider- ruf einer Niederlassungsbewilligung erfüllt, ist die E rteilung einer Aufenthaltsbewilligung als mil- dere Massnahme zum vollständigen Widerruf ausgeschlossen ( Art. 63 Abs. 2 AIG; vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_787/2018 vom 11. März 2019 E. 6.1, Urteil des Bundesgerichts 2C_789/2018 vom 30. Januar 2019 E. 2.3, Urteil des Bun desgerichts 2C_327/2015 vom 22. April 2016 E. 5.7 mit Hinweisen). Die Beschwerde ist demnach vollumfänglich abzuweisen. 9. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahr ens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgerich t kostenpflichtig. Die Verfahrenskos- ten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten un d werden in der Regel der unter- liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1‘800.- - dem unterlegenen Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in d er Höhe von Fr. 1‘800.-- zu ver- rechnen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 und 2 VPO). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘800.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem bereits geleiste ten Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 13. September 2019 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 2C_774/2019) erhoben.