Mit Urteil vom 03.07.2018 (1B_226/2018) wies das Bundesgericht eine gegen vorliegenden Entscheid gerichtete Beschwerde in Strafsachen ab. P3 18 99 VERFÜGUNG VOM 25. APRIL 2018 Kantonsgericht Wallis Strafkammer Jacques Berthouzoz, Richter; Flurina Luginbühl, Gerichtschreiberin in Sachen X _________, Gesuchsteller, vertreten durch Rechtsanwalt M_________, gegen Y_________, Straf- und Massnahmenvollzugsrichter bzw. Zwangsmassnahmenrichter, Gesuchsgegner (Ausstand Art. 56 lit. b StPO) - 2 - Verfahren A. Das Kantonsgerichts Wallis fällte am 20. September 2012, folgendes Urteil (P1 11 64), welches nach Abweisung der Beschwerde durch das Bundesgericht in Rechtskraft erwuchs (Bundesgerichtsurteil 6B_678/2012 vom 30. April 2013): 1. Das Verfahren wegen versuchter sexueller Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 22 Abs. 1 und Art. 187 Ziff. 1 StGB und versuchter sexueller Nötigung im Sinne von Art. 22 Abs. 1 und Art. 189 Abs. 1 StGB in Bez ug auf A _________, B _________ (Fall 3 der Anschuldigungsverfügung), C _________ und D _________ (Fall 4), sowie wegen sexueller Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB und sexueller Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB in Bezug au f E _________ , F _________ (Fall 4) und G _________ (Fall 9) wird infolge eingetretener Verjährung eingestellt. 2. Das Verfahren wegen sexueller Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB von H _________ (Fall 31 lit. c) wird mangels Strafantrags eingestellt. 3. X _________ wird vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB und der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB in Bezug auf I _________ und J _________ (Fall 8) und K _________ (Fall 9) freigesprochen. 4. X _________ wird vom Vorwurf der versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 22 Abs. 1 und Art. 187 Ziff. 1 StGB und der versuchten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 22 Abs. 1 und Art. 189 Abs. 1 StGB in Bezug auf L _________ , N _________, O ________ , P ________ , Q _________, R __________, S _________, T _________, U _________ und V ________ (Fall 9), W _________ (Fälle 11, 19 und 23), Z _________ (Fälle 17 und 22), nicht näher bestimmten Kindern im Kinderdorf „ AA _________ “ in BB __________ (Fall 26), CC _________ (Fall 27) sowie DD _________ und EE _________ (Fall 29) freigesprochen. 5. X _________ wird der mehrfachen versuchten und der mehrfachen vollendeten sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 187 Ziff. 1 StGB und Art. 187 Ziff. 1 StGB, der mehr- fachen versuchten und der mehrfachen vollendeten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 189 Abs. 1 StGB und Art. 189 Abs. 1 StGB, der mehrfachen versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 190 Abs. 1 StGB, der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, der qualifizierten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 3 StGB, der einfachen Körperve r- letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB und der Drohung im Sinne von Art. 1 80 StGB schuldig e r- kannt. 6. X _________ wird zu einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren und 8 Monaten verurteilt. Die Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft bis zum vorzeitigen Strafvollzug am 5. August 2011 wird angerechnet. 7. Für X _________ wird im Sinne von Art. 59 Abs. 3 StGB eine stationäre therapeutische Massnahme in einer geschlossenen Einrichtung oder in einer Strafanstalt nach Art. 76 Abs. 2 StGB, sofern die nötige therapeutische Behandlung durch Fachpersonal gewährleistet ist, angeor dnet (Art. 59 Abs. 2 StGB). - 3 - Deren Vollzug geht dem Vollzug der Freiheitsstrafe vor, wobei X _________ bis zum Übertritt in eine geeignete Einrichtung im Strafvollzug verbleibt. 8. X _________ bezahlt: - FF _________ eine Genugtuung von Fr. 7'500.--, - GG _________ eine Genugtuung von Fr. 7'500.-- sowie Schadenersatz von Fr. 5'280.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 30. Juni 2006, - H _________ eine Genugtuung von Fr. 50'000.--. Alle übrigen Zivilbegehren werden auf den Zivilweg verwiesen. (…) B. Die Dienststelle für Stra f- und Massnahmenvollzug, Amt für Sanktionen und B e- gleitmassnahmen stellte am 4. November 2016 beim Straf - und Massnahmenvollzugs- gericht ein Gesuch hinsichtlich der Fortsetzung der stationären therapeutischen Mas s- nahme (S. 2 ff., P2 16 929). Der Straf- und Massnahmenvollzugsrichter Y_________ teilte X _________ am 8. No- vember 2016 mit, dass er für den Entscheid im Sinne von Art. 62d i.V.m. Art. 59 Abs. 3 StPO über die Fortsetzung der s tationären therapeutischen Massnahme ein neues fo- rensisches psychiatrisches Gutachten als dringend indiziert erachte (S. 112 ff., P2 16 929). Dr. HH _________ erstellte daraufhin ein Gutachten, datiert vom 27. Juli 2017 (S. 170 ff., P2 16 929) und beantwortete die Ergänzungsfragen des Amts für Sanktionen und Begleitmassnahmen v om 24. August 2017 und von X _________ vom 14. September 2017 (S. 253 ff., P2 16 929). C. Das Bundesgericht erkannte mit Urteil 6B_1432/2017 vom 15. Januar 2018, dass die Inhaftierung von X _________ seit dem 20. September 2017 (mangels gültigen Hafttitels infolge Ablauf der Fünfjahresfrist nach Art. 59 Abs. 4 StGB per 19. September 2017) formell unrechtmässig sei und die Sache zur Neuregelung der Kosten - und Ent- schädigungsfolgen an die Vorinstanz sowie zur Prüfung der Anord nung von Sicher- heitshaft an das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Wallis zurückgewiesen wer- de (vgl. S. 355 ff., P2 16 9 29). Zwangsmassnahmenrichter Y_________ ordnete mit Verfügung 18. Januar 2018 Sicherheits haft an , welche unangefochten in Rechtskraft erwuchs (P2 18 40). D. Das Amt für Sanktionen und Begleitmassnahmen beantragte im Hinblick auf den Abschluss des Verfahrens P2 16 929 mit Schreiben vom 15. Dezember 2017 die Aufhebung der stationären therapeutischen Massnahme gemäss Art. 62c Abs. 1 StGB und die Anordnung einer Verwahrung im Sinne von Art. 62c Abs. 4 StGB (S. 320 f., P2 - 4 - 16 929). Die Kommission zur Beurteilung der Geme ingefährlichkeit stellte am 21. Februar 2018 gleichlautende Anträge (S. 399 f., P2 16 929). E. Das Straf- und Massnahmenvollzugsgericht setzte mit Verfügung vom 22. Februar 2018 für Dienstag, den 20. März 2018 um 13.30 Uhr eine Verhandlung an, anlässlich welcher über die „s tationäre therapeutische Massnahme (Art. 59 bis 62d StGB )“ ver- handelt werde (S. 402, P2 16 929). Der Gesuchstel ler rügte mit Schreiben vom 25. Februar 2018, dass der Straf - und Massnahmenvollzugsrichter beabsichtige als Einzelrichter zu amten; es müsse zwingend ein Kollegialgericht tagen (S. 404, P2 16 929). Das von X _________ am 2. März 2018 daraufhin gestellte Ausstandsgesuch gegen den Straf - und Massnahmenvollzugsrichter Y_________, wies das Kantonsge- richt Wallis mit Verfügung vom 22. März 2018 ab (P3 18 44; S. 428, ff. P2 16 929). F. Das Straf- und Massnahmenvollzugsgericht verschob mit Verfügung vom 7. März 2018 die Verhandlung auf Dienstag, den 10. April 2018 um 13.30 Uhr (S. 420, P2 16 929). Mit Verfügung vom 23. März 2018 teilte es zudem mit, dass es am Dienstag, den 10. April 2018 in der Zusammensetzung mit Richter Y_________ als Präsident, Richter II _________ und Richter JJ _________ als Kollegialbehörde tagen werde (S. 443, P2 16 929). Besagte Verhandlung fand am 10. April 2018 statt (S. 447 f., P2 16 929). G. Richter Y_________ verfügte am 12. April 2018 in seiner Funktion als Zwang s- massnahmenrichter die Verlängerung der Sicherheitshaft (P2 18 326), welcher En t- scheid X _________ mit Beschwerde vom 14. April 2018 beim Kantonsgeri cht Wallis anfocht (P3 18 101). X _________ (hiernach Gesuchsteller) stellte zudem gleichentags am 14. April 2018 ein weiteres Ausstandsgesuch gegen Richter Y_________ und beantragte die Wieder- holung der Hauptverhandlung vom 10 . April 2018 im Hauptverfahren P2 16 929 . Rich- ter Y_________ übermittelte das Ausstandsgesuch mit einer Stellungnahme dem Ka n- tonsgericht Wallis und beantragte die vollumfängliche sowie kostenpflichtige Abwe i- sung des Ausstandsgesuchs, insoweit überhaupt darauf einzutreten sei. Mit Schreiben vom 17. April 2018 replizierte der Gesuchsteller (S. 6, P3 18 99). - 5 - Erwägungen 1. 1.1 Die Beschwerdeinstanz entscheidet gemäss Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO über ein Ausstandsgesuch betreffend die Staatsanwaltschaft, die Übertretungsstrafbehörde oder die erstinstanzlichen Gerichte, wenn ein Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. a bzw. f StPO geltend gemacht wird oder sich die betreffende Person einem Ausstandsgesuch, das sich auf Art. 56 lit. b - e StPO abstützt, widersetzt. Beschwerdeinstanz ist ein Rich- ter des Kantonsgerichts (Art. 13 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung vom 11. Februar 2009 [EGStPO; SGS/VS 312.0] und Art. 35 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die Rechtspflege vom 11. Februar 2009 [RPflG; SGS/VS 173.1]). Der Gesuchsteller stützt das Ausstandsgesuch gegen Richter Y_________ auf Art. 58 Abs. 1 i.V.m. Art. 56 lit. b StPO, womit die Beschwerdeinstanz zuständig ist. Ausge- hend von den Ausführungen im Ausstandsgesuch vom 14. April 2018 und der B e- schwerde vom 14. April 2018 gegen den Entscheid über die Verlä ngerung der Sicher- heitshaft bezieht sich das Ausstandsbegehren auf beide Verfahren (Hauptverfahren P2 16 929 und Verlängerung Sicherheitshaft P2 18 326). 1.2 Das Ausstandsgesuch muss unmittelbar, sprich ohne Verzug, nach Kenntnisna h- me eines Ausstandgrunde s eingereicht werden, da ansonsten der Anspruch verwirkt und ein Verstoss gegen Treu und Glauben vorliegt (Art. 58 Abs. 1 StPO ; BGE 140 I 271 E. 8.4.3, 138 I 1 E. 2.2, 136 I 207 E. 3.4, 134 I 20 E. 4.3.1; Bundesgerichtsurteile 1B_27/2018 vom 29. März 2018 E. 1.6, 1B_512/2017 vom 30. Januar 2018 E. 3 ; Kel- ler, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafpr o- zessordnung [StPO], 2. A., Zürich/Basel/Genf 2014, N. 3 zu Art. 58 StPO; Boog, Basler Kommentar, 2. A., N. 7 zu Art. 58 StPO) . Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben und dem Verbot des Rechtsmissbrauchs ist es namentlich nicht zulässig, formelle R ü- gen, die in einem früheren Prozessstadium hätten geltend gemacht werden können, bei ungünstigem Ausgang erst später vorzubringen (BGE 135 III 334 E. 2.2; Bundesge- richtsurteile 1B_473/2016 vom 13. März 2017 E. 3 , 6B_358/2016 vom 23. Februar 2017 E. 2.1). 1.2.1 Der Gesuchsteller stellte im Zusammenhang mit der Verlängerung der Siche r- heitshaft ein Ausstandsgesuch gegen Richter Y_________ gestützt auf Art. 58 Abs. 1 i.V.m. Art. 56 lit. b StPO und begründet dieses damit , dass nicht dieselbe Person als - 6 - Zwangsmassnahmenrichter sowie Straf - und Massnahmenvollzugsrichter in der Hauptsache amten könne. Diese Personalu nion verletze Art. 229 Abs. 1 StPO analog i.V.m. Art. 6 EMRK und Art. 30 BV. Vor dem Entscheid in der Hauptsache könne ein Mitglied des Sachgerichts nicht als Haftrichter amten, sondern nur ein unabhängiges Zwangsmassnahmengericht. Anders sei dies, wenn de r Sachrichter bereits ein Urteil gefällt habe, dann amte er auch als Haftrichter, weil keine Vorbefassung in der Haup t- sache mehr drohe (Art. 231 StPO analog). 1.2.2 Der mit einer stationären Behandlung verbundene Freiheitsentzug beträgt in der Regel höchstens fünf Jahre (Art. 59 Abs. 4 StGB). Bei gegebenen Voraussetzungen kann die stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 Abs. 4 StGB verlängert werden. Liegen die Voraussetzungen nicht mehr vor, so ist die Massnahme vorab zu beenden und danach zu ent scheiden, ob die Reststrafe zu vollziehen (Art. 62c Abs. 2 StGB), eine andere Massnahme (Art. 62c Abs. 3 StGB) oder gegebenenfalls gar die nachträgliche Verwahrung (Art. 62c Abs. 4 i.V.m. Art. 64 Abs. 1 StGB) anzuordnen ist (BGE 141 IV 49 E. 2.5 f.). Die F rage, ob eine stationäre therapeutische Behandlung aussichtslos ist, keinen Erfolg mehr verspricht und daher einzustellen ist, fällt mit dem Erreichen der fünfjährigen Höchstfrist der Massnahme nicht als gegenstandslos dahin; der Betroffene hat an der Bean twortung dieser Frage nach wie vor ein rechtlich g e- schütztes Interesse (BGE 141 IV 49 E. 3.2). Das zuständige Gericht kann erst dann über die Anordnung einer neuen Massnahme befinden, wenn die Aufhebung der stat i- onären therapeutischen Massnahme entschieden worden ist (BGE 141 IV 49 E. 2.5). Der Entscheid ergeht in einem selbständigen Nachverfahren gemäss Art. 363 ff. StPO. Der Betroffene kann zwischenzeitlich, sofern die Voraussetzungen gegeben sind, in analoger Anwendung von Art. 221 und 229 StPO in Sicherheitshaft genommen werden (BGE 142 IV 105 E. 5.5, 141 IV 49 E. 2.6, 139 IV 175 E. 1.1 f., 137 IV 333 E. 2). Vorliegend ist Richter Y_________ als Straf - und Massnahmenvollzugsrichter im Hauptverfahren P2 16 929 seit November 2016 dafür zuständig über den Fortgang bzw. die Aufhebung der stationären therapeutischen Massnahmen zu befinden (Art. 59 Abs. 4 bzw. Art. 62d i.V.m. Art. 62c Abs. 1 StGB) sowie über eine allfällige Verwahrung oder den Vollzug der Reststrafe zu entscheiden (Art. 62c Abs. 2 bzw. Abs. 4 i.V.m. Art. 64 StGB). In seiner Funktion als Zwangsmassnahmenrichter ordnete Y_________ bereits am 18. Januar 2018 Sicherheitshaft bis zum Entscheid im Hauptverfahren bzw. für längstens vier Monate bis zum 18. April 2018 an , welche Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs (P2 18 40). Der Gesuchsteller rügte weder in der vorgängigen Stellungnahme vom 17. Januar 2018, noch zu einem späteren Zeitpunkt die Personal-- 7 - union zwischen dem Straf- und Massnahmenvollzugsrichter und dem Zwangsm ass- nahmenrichter. Insofern der Gesuchsteller nun hinsichtlich der Verlängerung der S i- cherheitshaft die Personalunion kritisiert, während er dies bei der Anord nung der Si- cherheitshaft nicht mo nierte, wird diese Rüge als verspätet erachtet und widerspricht dem Grundsatz von Treu und Glauben. Der diesbezügliche Einwand des Gesuchstellers in der Replik vom 17. April 2018, das Zwangsmassnahmengericht habe aufgrund der bundesrechtlichen Vorgaben inhaltlich beim Entscheid vom 18. Januar 2018 keinen Spielraum gehabt , weshalb er nicht o p- poniert habe, aber heute bestehe ein Ermessen des Zwangsmassnahmengericht , ist nicht stichha ltig. Vorab erkannte das Bundesgericht im Urteil 6B_1432/2017 vom 15. Januar 2018 lediglich , die Sache werde „zur Prüfung der Anordnung von Siche r- heitshaft an das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Wallis zu rückgewiesen“. Damit stand dem Zwangsmassnahmengericht sehr wohl ein Ermessen zu und es hatte die Voraussetzungen für die Anordnung der Sicher heitshaft frei zu prüfen . Zweitens wäre der Vorwurf der Personalunion selbst dann, wenn das Zwangsmassnahmen - gericht keinen Spielraum gehabt hätte, bereits zu diesem früheren Zeitpunkt vorzubrin- gen gewesen. Denn sofern der Vorwurf der Personalunion zwischen Straf- und Mass- nahmenvollzugsrichter und Zwangsmassnah menrichter konsequent vertreten werden will, kann es keine Ro lle spielen, ob das Gericht nun mit Ermessen entscheidet oder nicht. Das Zwangsmassnahmengericht räumte dem Gesuchsteller zudem mit Verfügung vom 11. April 2018 die Möglichkeit ein, zum Gesuch um Verlängerung der Sicherheitshaft Stellung zu nehmen (P2 18 326). Da der Richter, welcher die Instruktion führt in der Regel auch den später Entscheid trifft (vgl. Art. 61 StPO; 20 Abs. 2 des Organisations- reglements der Walliser Gerichte vom 21. Dezember 2 010 [ORG; SGS/VS 173.100]), musste dem Gesuchsteller bewusst sein , dass Richter Y_________ auch den En t- scheid über die Verlängerung der Sicherheitshaft fällen wird. In seiner Stellungnahme vom 11. April 2018 brachte der Gesuchsteller jedoch nicht vor, der Zwangsmassnah- menrichter dürfe nicht gleichzeitig auch noch als Straf- und Massnahmenvollzugsrich- ter amten. 1.3 Nach dem Dargelegten hatte der Gesuchsteller bereits früher die Möglichkeit, die Personalunion des Zwangsmassnahmenrichters und Straf - und Massnahmenvollzugs- richters zu rügen. Es ist daher unzulässig, diesen formellen Einwand, den er bereits in einem früheren Prozessstadium hätten geltend machen können, bei ungünstigem Au s- gang des Entscheids über die Verlängerung der Sicherheitshaft zu rügen. Weitere - 8 - Gründe, welche den Ausstand von Richter Y_________ zu rechtfertigen vermöchten, bringt der Gesuchsteller nicht vor. Demnach ist auf das Aus standsgesuch nicht einzu- treten. 2. Selbst wenn auf das Ausstandsgesuch einzutreten wäre, müsste d ieses entspre- chend den nachfolgenden Erwägungen abgewiesen werden. 2.1 Art. 56 StPO zählt verschiedene Gründe auf, die zum Ausstand von in einer Stra f- behörde tätigen Personen führen. Diese Bestimmung konkretisiert die Verfassungsb e- stimmung von Art. 30 Abs. 1 BV (SR 101) sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK (SR 0.101). Da- nach hat jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem unparteiischen, un- voreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Einwirken sachfremder Umstä n- de entschieden wird. Die Garantie des verfassungsmässigen R ichters soll zu der für einen korrekten und regelkonformen Prozess erforderlichen Offenheit des Verfahrens im Einzelfall beitragen und damit ein gerechtes Urteil ermöglichen. Da die Ausstand s- regelung in einem Spannungsverhältnis zum Anspruch auf den gesetz lichen Richter (Art. 30 Abs. 1 BV) steht, muss sie eine Ausnahme bleiben, soll die Zuständigkeitsor d- nung nicht ausgehöhlt werden. Die Garantie des verfassungsmässigen Richters wird verletzt, wenn bei objektiver Betrachtung Gegebenheiten vorliegen, die den Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Solche Umstände können entweder in einem bestimmten Verhalten der betreffenden Gerichtsperson oder in gewissen äusseren Gegebenheiten funktioneller und organis a- torischer Natur begründet sein (vgl. BGE 142 I 172 E. 3, 141 IV 178 E. 3.2.1, 137 I 227 E. 2.1; Bundesgerichtsurteil 1B_79/2017 vom 21. September 2017 E. 4 mit Hinweisen). Nach Art. 56 StPO tritt eine in einer Strafbehörde tätige Person insbesondere dann in den Ausstand, wenn sie in einer anderen Stellung, insbesondere als Mitglied einer B e- hörde, in der gleichen Sache tätig war (lit. b) oder aus anderen Gründen, insbesondere wegen Freundschaft oder Feindschaft mit einer Partei oder deren Rechtsbeistand, b e- fangen sein könnte (lit. f). Voraussetzung nach Art. 56 lit. b StPO ist, dass die gleiche Person in der gleichen Sache (gleiche Parteien , Sachverhalt und Rechtsfragen) in einem früheren Verfahren eine funktionell andere Stellung einnahm. Massgeblich für die An nahme einer ausstandsbegründenden Vorbefassung ist, ob die beiden Behö r- den, in denen jemand in der gleichen Sache tätig war, in aufeinanderfolgenden und organisatorisch getrennten Funktionen gehandelt haben (Bundesgerichtsurteil 1B_93/2017 vom 18. Mai 201 7 E. 2.3.1, 1B_348/2015 vom 17. Februar 2016 E. 3, 1B_291/2015 vom 20. Oktober 2015 E. 3.3 ). Ist eine Gerichtsperson in derselben Stel- lung mit der gleichen Sache mehrfach befasst, liegt kein Fall der Vorbefassung gemäss - 9 - Art. 56 lit. b StPO vor. Eine Mehrf achbefassung in diesem Sinn kann aber im Rahmen des Auffangtatbestands von Art. 56 lit. f StPO relevant werden (Bundesgerichtsurteil 1B_27/2016, 1B_45/2016 vom 4. Juli 2016 E. 4.3). 2.2 Das Straf- und Massnahmenvollzugsgericht ist im Kanton Wallis zuständig, über die Aufhebung von Massnamen im Sinne von Art. 62c Abs. 1 i.V.m. Art. 62d StGB in einem selbständigen nachträglichen Entscheid gemäss Art. 363 Abs. 3 StPO zu befi n- den (Art. 363 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 9 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 1 lit. a des kantonalen Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Strafgesetzbuch vom 12. Mai 2017 [EGStGB; SGS/VS 311.1]; vgl. die Übergansbestimmungen zum neuen EGStGB: Das Gesetz findet auf die bei seinem Inkrafttreten hängigen Strafsachen und Verfahren Anwendung; Art. 5 Abs. 1 lit. d aEGStGB; vgl. Botschaft vom 2. Dezember 2015 zum Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch, S. 12). Zudem hat es auch darüber zu ent- scheiden, ob die Reststrafe zu vollziehen (Art. 62 Abs. 2 StGB), eine andere Mas s- nahme (Art. 62c Abs. 3 StGB) oder geg ebenenfalls gar die nachträgliche Verwahrung (Art. 62c Abs. 4 i.V.m. Art. 64 Abs. 1 StGB) anzuordnen ist (vgl. Art. 363 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 9 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 1 lit. a EGStGB; vgl. BGE 141 IV 49 E. 2.5 f.). Das Straf- und Massnahmenvollzugsgeric ht fällt demnach alle „administrativen“ (Art. 363 Abs. 3 StPO) und „richterlichen“ (Art. 363 Abs. 1 StPO) nachträglichen Entscheide gemäss Art. 363 ff. StPO, mit Ausnahme derer, die das kantonale Recht oder das Bundesrecht einem anderen Gericht zuweisen. Der na chträgliche Entscheid nach Art. 363 ff. OR ergeht in der Form eines Beschlusses oder einer Verfügung, denn es besteht bereits ein rechtskräftiges Strafurteil, das durch die nachträgliche richt erliche Entscheidung lediglich modifiziert wird (BGE 141 IV 396 E. 3 f., 4.2). Das Zwangsmassnahmengericht ordnet die Sicherheitshaft bis zum selbständigen nachträglichen Entscheid gemäss Art. 363 StPO an (Art. 10 Abs. 1 EGStPO ; vgl. BGE 142 IV 105 E. 5.5, 141 IV 49 E. 2.6, 137 IV 333 E. 2 ). Die kantonale Gerichtsorganisa- tion sieht vor, dass das Zwangsmassnahmengericht und das Straf - und Massnahmen- vollzugsgericht in einer einzigen Verwaltungs struktur vereint sind und dass der gleiche Magistrat beide Funktionen ausüben kann (Art. 12 Abs. 4 RPflG). Im Kanton Wallis sind das Straf - und Massnahmenvollzugsgericht sowie das Zwangsmassnahmeng e- richt demnach personell und organisato risch identisch (vgl . Bundesgeri chtsurteil 6B_1432/2017 Vom 15. Januar 2018 E. 1.6) . Die gesetzliche Ausgestaltung als eine einzige Verwaltungsstruktur und die Möglichkeit, dass der gleiche Magistrat als Zwangsmassnahmenrichter und Straf - und Massnahmenvollzugsrichter amtet , spre- chen dafür, dass er dies auch in Personalunion in der gleichen Sache tun kann. - 10 - 2.2.1 Auf Ebene des Bundesrechts existieren keine Gesetzesbestimmungen, welche die Personalunion zwischen Zwangsmassnahmengericht und Straf- und Massnahmen- vollzugsgericht in einem entsprechenden Fall verbieten. Art. 18 Abs. 2 StPO hält ledig- lich fest, dass Mitglieder des Zwangsmassnahmengerichts im gleichen Fall nicht als Sachrichter tätig sein können. Die ratio legis von Art. 18 Abs. 2 StPO ergibt sich auch aus der Konzeption der Art. 129 ff. StPO: So lange kein materielles Urteil in der Sache (Schuld- oder Freispruch) getroffen wurde, soll derjenige Richter, welcher das Sachu r- teil zu treffen hat, nicht gleichzeitig über die Anordnung bzw. Verlängerung der Unter- suchungs- oder Sicherheitshaft befinden. Nachher „bedarf es des Zwangsmassna h- mengerichts nicht, denn in diesem Zeitpunkt besteht die Gefahr nicht mehr, der En t- scheid über die Sicherheitshaft könnte den Anschein von Befangenheit erwecken“ (vgl. Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, BBl 1085 1234 f.). Bei Entscheiden im selbständigen Nachverfahren gemäss Art. 363 ff. StPO befasst sich nicht der „Sachrichter“ im Sinne von Art. 18 Abs. 2 StPO mit der erstmaligen mate- riell-rechtlichen Beurteilung der Tatvorwürfe, sondern ein Gericht hat sich im Nachgang an ein in Rechtskraft erwachsenes Strafurteil hauptsächlich in Bezug auf die Mas s- nahme oder den Vollzug der Strafe nochmals mit der Sache zu befassen. In den Ver- fahren gemäss Art. 363 ff. StPO geht es mithin um die nachträgliche Abänderung oder Ergänzung der Sanktionsfolgen von rechtskräftigen Strafurteilen. Das ursprüngliche Verfahren wird fortgesetzt und es soll einer späteren Entwicklung Rechnung getragen werden ( BGE 1 41 IV 396 E. 3.1). Damit ist die Situation auch nicht mit der vom Gesuchsteller dargelegten vergleichbar, in welcher ein Sachrichter , bevor er das erst- instanzlichen Urteil fällt, als Haftrichter amtet. Der nachträgliche selbständige En t- scheid gemäss Art. 363 ff. StPO über die Aufhebung einer stationären therapeuti schen Massnahme bzw. über den Vollzug der Reststrafe oder die Anordnung einer Verwah- rung (Art. 62c Abs. 1, 2 und Abs. 4 StGB) entspricht vielmehr dem Entscheid des Sachrichters, welcher nach dem erstinstanzlichen Urteil Sicherheitshaft anordnet oder jenem der Verfahrensleitung im Berufungsverfahren (Art. 231 Abs. 1 und Art. 232 Abs. 1 StPO; vgl. vergleichbarer Fall unter dem alten Prozessrecht BGE 128 I 184). Zustän- dig ist für den selbständigen nachträglichen Entscheid das Gericht, welches das erstin- stanzliche Urteil gefällt hat oder eine andere durch Bundesrecht oder kantonales Recht hierfür zuständig erklärte Instanz (Art. 363 Abs. 1 und Abs. 3 StPO; BGE 139 IV 175 E. 1.1; Bundesgerichtsurteil 1B_270/2017 vom 28. Juli 2017 E. 1.2; Schwarzenegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozes s- ordnung [StPO], 2. A., Zürich/Basel/Genf 2014, N. 5 zu Art. 363 StPO). Letztlich dient - 11 - die Sicherheitshaft bis zum selbständigen nachträglichen Entscheid über die Aufh e- bung einer stationären therapeutischen Massnahme (Art. 62c Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 363 Abs. 3 StPO) mit anschliessender Beurteilung, ob die Reststrafe zu vollziehen (Art. 62c Abs. 2 StGB), eine andere Massna hme (Art. 62c Abs. 3 StGB) oder gegebene n- falls gar die nachträgliche Verwahrung (Art. 62c Abs. 4 i.V.m. Art. 64 Abs. 1 StGB und Art. 363 Abs. 1 StPO ) anzuordnen ist , ebenfalls der Sicherung des Straf - oder Mass- nahmenvollzugs (vgl. Art. 231 Abs. 1 lit. a StPO). 2.2.2 Art. 56 lit. b StPO verbietet die Gerichtstätigkeit derselben Person „in einer ande- ren Stellung“ und „in der gleichen Sache“. Wenn ein Straf- und Massnahmenvollzugs- richter gleichzeitig als Zwangsmassnahmenrichter tätig wird, amtet er in der gleichen organisatorischen Einheit (Art. 12 Abs. 4 RPflG ; Bundesgerichtsurteil 6B_1432/2017 vom 15. Januar 2018 E. 1.6 ) und nicht in aufeinanderfolgenden Funktionen. Das Ver- fahren vor dem Zwangsmassnahmenrichter verläuft in der Regel parallel zum Haup t- verfahren, weshalb es sich hierbei nicht um eine unter - oder übergeordnete Funktion zum Straf- und Massnahmenvollzugsrichter handelt. Damit liegt keine „anderen Stel- lung“ im Sinn e von Art. 56 lit. b StPO vor, wenn der Straf - und Massnahmenvollzugs- richter g leichzeitig als Zwangsmassnahmenrichter amtet (vgl. Bundesgerichtsurteil 1B_93/2017 vom 18. Mai 2017 E. 2.3.1, 1B_348/2015 vom 17. Februar 2016 E. 3, 1B_291/2015 vom 20. Oktober 2015 E. 3.3). 2.2.3 Fraglich ist zudem, ob das Zwangsmassnahmengericht „ in der gleichen Sache“ tätig wird, wenn es parallel zum selbständigen Nachverfahren gemäss Art. 363 ff. StPO zwecks Überprüfung von stationären therapeutischen Massnahmen (Art. 59 Abs. 4 oder Art. 62d i.V.m. Art. 62c Abs. 1 StGB) in analoger Anwendung von Art. 229 -233 i.V.m. Art. 221 und Art. 220 Abs. 2 StPO Sicherheitshaft anordnet (vgl. 142 IV 105 E. 5.5, 141 IV 49 E. 2.6, 139 IV 175 E. 1.1 f., 137 IV 333 E. 2 ). Massgebendes Kriteri- um für die Beurteilung dieser Frage ist, ob das Verfahren in Bezug auf den konkreten Sachverhalt und die konkret zu entscheidenden Rechtsfragen trotz der Vorbefassung offen erscheint und nicht der Anschein der Vorbestimmtheit erweckt wird (BGE 117 Ia 182 E. 3, 116 Ia 34 E. 3a). Ob dies zutrifft, hä ngt auch davon ab, welche Fragen der Zwangsmassnahmenrichter zu entscheiden hat und welche Aspekte später beim Ent- scheid im Hauptverfahren vor dem Straf - und Massnahmenvollzugsgericht zu beurte i- len sind. Der Zwangsmassnahmenrichter hat bei der Anordnung von S icherheitshaft während dem selbständigen nachträglichen Verfahren zwecks Überprüfung einer stationären therapeutischen Massnahme abzuklären, ob die Voraussetzungen für die Anordnung - 12 - bzw. Verlängerung der Haft erfüllt sind. Die Prüfung des dringenden Tatver dachts ent- fällt, da bereits eine rechtskräftige Verurteilung vorliegt. Hingegen be darf es einer hin- reichender Wahrscheinlichkeit, dass das Verf ahren zu einer Massnahme führt und es wird ein besonderer Haftgrund vorausgesetzt (BGE 137 IV 333 E. 2.3.1). Demgegen- über geht es beim selbständigen Nachverfahren darum zu prüfen, ob die Massnahme im Hinblick auf die psychische Störung wirksam ist und der Gefahr weiterer damit zu- sammenhängender Verbrechen und Vergehen begegnet werden kann (Art. 59 Abs. 4 StGB) oder ob die Massnahme wegen Erfolgs- und Aussichtslosigkeit aufzuheben ist (Art. 62d i.V.m. Art. 62c Abs. 1 lit. a StGB). Obwohl beide Entscheide teils auf ähnl i- chen Sachverhaltselementen beruhen, steht bei der Beurteilung der Sicherheitshaft die Frage des Haftgrundes im Zentrum und bei der Überprüfung der Massnahme die Wir k- samkeit und Erforderlichkeit ebendieser. Das Zwangsmassnahmengericht setzte sich vorliegend im Zusammenhang mit der Anordnung und der Verlängerung der Sicherheitshaft eingehend mit dem Haftgrund der Wiederholungs- oder Fortsetzungsgefahr , namentlich mit der Rückfallgefahr, ausei- nander und bejahte diese. Die Wahrscheinlichkeit, dass „das Verfahren zu einer Mass- nahme führt“ nahm es mit Hinweis auf Erwägung 1.7 des Bundesgerichtsurteils 6B_1432/2017 vom 15. Januar 2018 ohne nähere Begründung an . Insoweit der Zwangsmassnahmenrichter sich nicht näher mit der Beurteilung der Massnahme aus- einandergesetzt und diesbezüglich nicht bereits Stellung bezogen hat, kann im Hinblick auf das Hauptverfahre n P2 16 929 vor de m Straf- und Massnahmenvollzugsgericht auch keine diskutable Vorbefassung ausgemacht wer den. Es kann nicht gesagt we r- den, das Verfahren, in dem der selbständige nachträgliche Entscheid getroffen wird, sei wegen des Umstandes, dass der Straf- und Massnahmenvollzugsrichter in der be- treffenden Angelegenheit bereits als Zwangsmassnahmenrichter tätig war, nicht mehr offen und es werde der Anschein der Vorbestimmtheit erweckt. Daraus ergibt sich, dass die Personalunion von Straf- und Massnahmenvollzugsrichter und Zwangsmass- nahmenrichter im selbständigen Nachverfahren gemäss Art. 363 ff. StPO grundsätzlich mit Bundes- und Verfassungsrecht vereinbar ist. 2.3 Zusammengefasst wird das Ausstandsbegehren als verspätet erachtet, weil der gleiche Richter bereits in der Vergangenheit bei der Anordnung der Sicherheitshaft als Zwangsmassnahmenrichter (P2 18 40) amtete, während er gleichzeitig als Straf - und Massnahmenvollzugsrichter im selbständigen Nachverfah ren (Art. 363 ff. StPO) die Instruktion führte (P2 16 929). Überdies wäre selbst bei rechtzeitigem Gesuch kein Ausstandsgrund auszumachen, da der Straf- und Massnahmenvollzugrichter und der - 13 - Zwangsmassnahmenrichter nicht in aufeinanderfolgenden Funktionen (nicht „in einer anderen Stellung“) und nicht „in der gleichen Sache“ im Sinne von Art. 56 lit. b StPO tätig sind. Weitere Gründe für die Annahme des Auffangtatbestands gemäss Art. 56 lit. f StPO macht der Gesuchsteller nicht geltend. Der Straf - und Massnahmenvollzugs- richter kann demzufolge in Personalunion als Zwangsmassnahmenrichter über die S i- cherheitshaft bis zum selbständigen nachträglichen Entscheid über die Fortführung bzw. Aufhebung einer stationären therapeutischen Massnahme (Art. 59 Abs. 4 bzw. Art. 62c Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 363 Abs. 3 StPO) – mit anschliessender Beurteilung, ob die Reststrafe zu vollziehen (Art. 62c Abs. 2 StGB), eine andere Massnahme (Art. 62c Abs. 3 StGB) oder gegebenenfalls gar die nachträgliche Verwahrung (Art. 62c Abs. 4 i.V.m. Art. 64 Abs. 1 StGB und Art. 363 Abs. 1 StPO) anzuordnen ist – entscheiden (analog Art. 231 Abs. 1 lit. a StPO). Damit ist das Ausstandsgesuch abzuweisen, s o- weit darauf einzutreten ist. 3. 3.1 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Gesuchsteller unterliegt mit seinen Rechtsbegehren. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des vorlie- genden Verfahrens dem Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 59 Abs. 4 StPO). 3.2 Gemäss Art. 13 Abs. 1 des Gesetzes betreffend den Tarif der Kosten und En t- schädigungen vor Gerichts - oder Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 (GTar; SGS/VS 173.8) wird die Gerichtsgebühr au fgrund des Umfangs und der Schwierigkeit des Falls, der Art der Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanziellen Situation festgesetzt. Für das Beschwerdeverfahren vor einem Richter des Kantonsgerichts b e- trägt die Gebühr Fr. 90. -- bis Fr. 2‘400.-- (Art. 22 lit. g GTar analog). Im konkreten Fall rechtfertigt es sich, die Gerichtsgebühr in Berücksichtigung der vorgenannten Kriterien und im Hinblick darauf, dass das Ausstandsgesuch im Zusammenhang mit weiteren Rechtsfragen zu beurteilen war, auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 424 Abs. 2 StPO und Art. 11 GTar). Die Gerichtsgebühr ist dem Gesuchsteller aufzuerlegen. 3.3 Der amtliche Verteidiger wird vom Staat Wallis entschädigt (Art. 135 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO; Art. 11 Abs. 1 des Gesetzes über die unentg eltliche Rechtspflege vom 11. Februar 2009 [GUR; SGS/VS 177.7]) entsprechend dem Anwaltstarif des Kantons, in dem das Strafverfahren geführt wurde (Art. 135 Abs. 1 StPO). Bei der Festlegung der Parteientschädigung werden die Natur und Bedeutung des Falls, die Schwierigkeit, der Umfang, die vom Rechtsbeistand nützlich aufgewandte Zeit und die finanzielle - 14 - Situation der Partei berücksichtigt (Art. 27 Abs. 1 GTar), wobei sich die Entschädigung im Rahmen von Fr. 300.-- und Fr. 2'200.-- bewegt (Art. 36 GTar). Aufgrund des erforderlichen Zeitaufwands – das Ausstandsgesuch umfasst lediglich zwei Seiten – und unter Berücksichtigung der zulässigen Reduktion des Honorars des amtlichen Verteidigers gemäss Art. 30 Abs. 1 GTar von 30 % rechtfertigt es sich, die reduzierte Parteientschädigung auf Fr. 300.-- (inkl. Auslagen und MwSt.) festzusetzen und dem Staat Wallis aufzuerlegen, dies mit der Rückerstattungspflicht durch den Gesuchsteller an den Kanton Wallis, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO; Lieber, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. A., Zürich/Basel/Genf 2014, N. 19 ff. zu Art. 135 StPO; vgl. ferner Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO sowie Domeisen, Basler Kommentar, 2. A., N. 14 zu Art. 426 StPO). - 15 - Das Kantonsgericht erkennt 1. Die Ausstandsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden X _________ auferlegt. 3. Der Kanton Wallis bezahlt dem amtlichen Verteidiger für das Ausstandsgesuch ei- ne reduzierte Parteientschädigung von Fr. 3 00.-- (inkl. Auslagen und MwSt.). X _________ ist zur Rückerstattung dieser Entschädigung an d en Kanton Wallis verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. Sitten, 25. April 2018