Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 22. Februar 2017 (810 16 304 / 810 16 305) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Regelung des Besuchsrechts / Einholung eines kinderpsychiatrischen Gutachtens Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl , Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Irmgard Mostert Meier Beteiligte A.____ , Beschwer deführer und Beschwerdegegner, vertreten durch Dieter Gysin, Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdeführerin und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Kathrin Bichsel, Advokatin Betreff Anordnung begleitetes Besuchsrecht, Erricht ung einer Erziehungsbei- standschaft, Ernennung einer Mandatsperson (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 19. September 2016) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die belgischen Staatsangehörigen A.____ und C.___ _ sind die nicht verheirateten El- tern des gemeinsamen Sohns D.____, der 2010 in der Sc hweiz geboren wurde. Die Eltern von D.____ waren vor seiner Geburt von Belgien nach E.____ (BL) umgezogen, wobei der Kindsva- ter nicht in der Schweiz, sondern in Italien angemeldet war. B. Am 29. April 2016 erstattete C.____ eine Strafanz eige gegen A.____ wegen häuslicher Gewalt und begab sich zusammen mit D.____ an einen sicheren, dem Kindsvater nicht bekann- ten Ort. Mit Wegweisungsverfügung der Polizei Basel-Lan dschaft vom 30. April 2016 wurde dem Kindsvater untersagt, die Kindsmutter und D.____ zu kontaktieren oder die gemeinsame Wohnung zu betreten. Mit vorsorglicher Verfügung des Z ivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 4. Mai 2016 sowie vom 7. Juli 2016 wurde das Annäherungs- und Kontaktverbot bestätigt. C. Am 3. Mai 2016 ging bei der Kindes- und Erwachsenen schutzbehörde B.____ (KESB) eine Meldung der Polizei Basel-Landschaft ein, wonach die Kindsmutter Strafanzeige gegen den Kindsvater erstattet habe. In der Folge beauftrag te die KESB die Sozialen Dienste der Ge- meinde E.____ mit der Abklärung, ob eine Gefährdung des Kindeswohls vorliege und Kindes- schutzmassnahmen notwendig seien. Im Bericht der Sozialen Dienste E.____ vom 21. Juni 2016 wurde festgehalten, dass die Kindsmutter berichtet habe, der Kindsvater habe innerhalb der Familie Gewalt ausgeübt und sie in verschiedenen B ereichen stark kontrolliert. Da sie den Kindsvater am 29. April 2016 verlassen habe, fürchte si e um ihr Leben. Der Kindsvater habe sich gemäss seinen Aussagen stets bemüht, die Familiensituati on zu verbessern, doch sei die Kindsmutter bereits mit der Erziehung ihrer mittlerwe ile volljährigen Tochter F.____ überfordert gewesen. Er erachte deshalb seinen Sohn D.____ als gefäh rdet in der Obhut der Kindsmutter. D.____ habe angegeben, seinen Vater gerne wiedersehe n zu wollen. Er befinde sich in einer sehr problematischen Familiensituation, weshalb zur Aufd eckung innerpsychischer Defizite und zur Betrachtung der familiären Beziehungsmuster eine ki nderpsychologische Abklärung emp- fohlen werde. Es sei der Kinder- und Jugendpsychiatrische n Klinik G.____ ein Gutachtensauf- trag mit Fragen betreffend Unterstützungsmassnahmen fü r D.____, den persönlichen Verkehr zwischen dem Kindsvater und seinem Sohn sowie der zukünftig en Sorgeberechtigung zu ertei- len. Bis zum Vorliegen dieses Gutachtens sei vorläufig a uf die Regelung eines Besuchsrechts des Kindsvaters sowie auf die Errichtung einer Beistandschaft für D.____ zu verzichten. D. Nachdem am 20. Juli 2016 die Kindsmutter und ihre R echtsvertreterin Kathrin Bichsel, Advokatin, sowie D.____ und am 26. Juli 2016 der Kind svater und sein Rechtsvertreter Dieter Gysin, Advokat, angehört worden waren, wies die KESB mi t Entscheid vom 19. September 2016 die Anträge der Kindseltern betreffend Gutachten sauftrag an die Kinder- und Jugendpsy- chiatrische Klinik G.____ ab (Dispositivziff. 1). A.____ un d seinem Sohn D.____ wurde ein be- gleitetes Besuchsrecht von je drei Stunden unter Auflage n eingeräumt und es wurden die Be- suchsmodalitäten festgelegt (Dispositivziff. 2 und 3). Für D.____ wurde eine Beistandschaft errichtet (Dispositivziff. 4) sowie die Beiständin ernannt und Aufträge an diese formuliert (Dispo- sitivziff. 5). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Gegen den Entscheid der Vorinstanz vom 19. September 2016 erhob A.____, vertreten durch Dieter Gysin, Advokat, mit Eingabe vom 20. Oktobe r 2016 Beschwerde beim Kantonsge- richt Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er stellt das Rechtsbegehren, es sei in teilweiser Aufhebung des E ntscheides der KESB vom 19. September 2016 festzustellen, dass D.____ unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Kindseltern stehe; die Zuteilung der Obhut und die Betreuung von D.____ sei nach erneuter Anhörung der Kindseltern neu zu regeln und es sei ein ki nderpsychologisches Gutachten be- züglich Fragen zu allfälligen Betreuungs- und Unterstütz ungsmassnahmen, des persönlichen Kontakts zu den Eltern und der zukünftigen Sorgerechtsver teilung bei einer geeigneten Stelle (etwa der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik G.____) einzuholen. Eventualiter sei unter teilweiser Aufhebung des Entscheides der KESB vom 19. S eptember 2016 dem Beschwerde- führer ein uneingeschränktes und unbegleitetes Besuchsr echt einzuräumen. Subeventualiter sei unter teilweiser Aufhebung des Entscheides der KESB vom 19. September 2016 die Sache zur neuerlichen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ; alles unter o/e-Kostenfolge. Für den Fall des Unterliegens sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsi cht wurde beantragt, es sei unter teilweiser Aufhebung der aufschiebenden Wirkung der Be schwerde das in Ziffer 2 des ange- fochtenen Entscheides angeordnete begleitete Besuchsrecht ohne weiteren Verzug und bereits während der Dauer des Beschwerdeverfahrens durchzuführen. F. Mit Verfügung vom 24. Oktober 2016 wurde das Gesu ch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege abgewiesen. Die Verfahren santräge des Beschwerdeführers auf Entzug der aufschiebenden Wirkung und Erlass einer vor sorglichen Massnahme ebenso wie dessen Wiedererwägungsgesuch betreffend die unentgeltl iche Rechtspflege wurden mit Verfü- gung vom 30. November 2016 abgewiesen. G. Mit Eingabe vom 20. Oktober 2016 erhob auch C.____ , vertreten durch Kathrin Bich- sel, Advokatin, gegen den Entscheid der Vorinstanz vom 19 . September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht. Sie stellt das Rechtsbegehren, der Entscheid der KESB vom 19. September 2016 sei aufzuheben und es sei ein kinderp sychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben zur Abklärung der Familiensituation, der familiären Beziehungsmuster, der Beziehung von D.____ zu seinen Eltern sowie einer allfälligen Fest legung eines Besuchsrechts des Kinds- vaters. Bis zum Vorliegen des kinderpsychiatrischen Gutachten s sei von der Festlegung eines Besuchsrechts des Kindsvaters abzusehen. Im Weiteren sei d ie unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu gewähren, alles unter o/e-Kosten folge. Zur Begründung führt die Be- schwerdeführerin im Wesentlichen aus, eine kinderpsychologi sche Abklärung sei unerlässlich, um bezüglich des Besuchsrechts und allenfalls der elterli chen Sorge darauf abstellen zu kön- nen. Schon kurz nach der Geburt von D.____ habe der Ki ndsvater regelmässig Gewalt gegen- über der Beschwerdeführerin, dem gemeinsamen Sohn D._ ___ und dessen Halbschwester F.____ ausgeübt. Aufgrund des beim Kindsvater vorhandenen Gefahrenpotentials habe sich die Beschwerdeführerin mit ihren Kindern an einen geheim en und sicheren Ort begeben müssen. Es brauche ein kinderpsychiatrisches Gutachten zur Abklärun g der Familiensituation, der fami- liären Beziehungsmuster und zur Frage, ob durch die Ausübung des persönlichen Verkehrs des Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vaters eine Gefährdung des Kindeswohls vorliege. Mit Ver fügung vom 30. November 2016 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung gewährt. H. Mit Vernehmlassung vom 14. November 2016 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerden unter o/e-Kostenfolge. Die Beschwerdeg egnerin beantragt in ihrer Vernehm- lassung vom 28. November 2016 die Abweisung der Beschwe rde des Kindsvaters unter o/e- Kostenfolge. Mit Vernehmlassung vom 28. November 2016 beantragt der Beschwerdegegner, die Beschwerde der Kindsmutter sei teilweise gutzuheiss en und es sei unter Aufhebung des Entscheids der KESB vom 19. September 2016 ein kinderp sychiatrisches Gutachten zu allfälli- gen Betreuungs- und Unterstützungsmassnahmen, zum persönl ichen Kontakt der Eltern sowie zur zukünftigen Sorgerechtsverteilung bei einer geeignet en Stelle einzuholen. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen, dies unter o/e-Kostenfolge. I. Am 5. Dezember 2016 reichte A.____ bei der KESB einen Antrag auf Erteilung der alleinigen elterlichen Sorge ein. Die KESB sistierte m it Entscheid vom 15. Dezember 2016 das Verfahren betreffend Umteilung der alleinigen elterlichen Sorge an den Kindsvater bis zum Ent- scheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft im vorliegenden Verfahren. J. Mit Verfügung vom 19. Dezember 2016 wurden die Ve rfahren 810 16 304 und 810 16 305 vereinigt und der Fall wurde der Kammer zur Beurt eilung überwiesen. Es wurden bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft die Akten des Verfahr ens XXX und beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost die Akten des Verfahrens YYY eingeholt und zum Verfahren beigezogen. Von weiteren Beweismassnahmen wurde abgesehen und die entsprechenden Beweisanträge der Parteien wurden abgewiesen. K. Mit Verfügung vom 19. Januar 2017 wurden bei der Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft zusätzlich die Strafakten ZZZ etc. eingeholt und beigezogen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 Z GB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht e rhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzb uches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach A rt. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsge- richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Ver- waltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). N ach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Per- sonen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteili gt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Per- son nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschüt ztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführenden sind als direkte Verfahrensbeteiligte und Kindseltern von D.___ _ zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht und §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt sind, ist auf die Beschwerden grundsätzlich einzutreten. 1.2.1 Der Beschwerdeführer beantragt, es sei festzustell en, dass D.____ unter der gemein- samen elterlichen Sorge der Kindseltern stehe und es se i die Zuteilung der Obhut und Betreu- ung von D.____ neu zu regeln. 1.2.2 Eine Beschwerde ist nur im Rahmen des Streitgeg enstands zulässig. Dieser wird durch den Gegenstand des angefochtenen Entscheids und durch die Parteibegehren bestimmt, wobei der angefochtene Entscheid den möglichen Streitgegenst and begrenzt (Urteil des Bundesge- richts 1B_197/2015 vom 21. Juli 2015 E. 1.1; BGE 133 II 181 E. 3.3). Beschwerdebegehren, die neue, in der angefochtenen Verfügung nicht geregelt e Fragen aufwerfen, gehen über den Streitgegenstand hinaus und sind deshalb unzulässig. Auch wenn zum Verständnis der Anträge auf die Begründung zurückgegriffen werden muss, ergibt sich der Streitgegenstand stets aus der beantragten Rechtsfolge und nicht aus deren Begrün dung, die sich regelmässig aus ver- schiedenen rechtlichen und tatsächlichen Aspekten zusammense tzt (vgl. BGE 131 II 200 E. 3.3). 1.2.3 Der Streitgegenstand des vorliegenden Verfahren s ist beschränkt auf die Regelung des Besuchsrechts und die Frage der Einholung eines Guta chtens. Im Laufe des Rechtsmittel- verfahrens kann sich der Streitgegenstand zwar verengen, nicht jedoch erweitern oder inhaltlich verändern (vgl. § 6 Abs. 1 VPO; BGE 136 II 457 E. 4.2; BGE 131 II 200 E. 3.2). Auf das Fest- stellungsbegehren des Beschwerdeführers bezüglich der elt erlichen Sorge sowie auf sein Be- gehren um Neuregelung der Obhutszuteilung kann demnach nicht eingetreten werden, da diese Begehren ausserhalb des Streitgegenstands des vorliegenden Verfahrens liegen. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerden somit volle Kognition zu. 3. Im angefochtenen Entscheid räumte die Vorinstanz A._ ___ und seinem Sohn D.____ ein Besuchsrecht von je drei Stunden in Begleitung vo n H.____ ein. Das begleitete Besuchs- recht wurde vorerst befristet auf acht Monate festgelegt. In den ersten vier Monaten sollten die Besuche einmal pro Monat jeweils unter der Woche und n ach vier stattgefundenen Besuchs- terminen für weitere vier Monate zwei Mal pro Monat s tattfinden. Dem Kindsvater wurde zudem die Auflage erteilt, während den begleiteten Besuchen nur Deutsch zu sprechen und mit D.____ keinerlei Kommunikation betreffend den Aufenthalt der Kindsmutter und laufende Verfahren zu führen. Sollte sich der Kindsvater nicht an diese Aufl agen halten, sei der Besuchskontakt um- gehend durch H.____ abzubrechen. Des Weiteren wurde fü r D.____ eine Erziehungsbeistand- schaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet und I.____, Soziale Dienste E.____, zur Bei- ständin ernannt mit den Aufgaben, die Eltern in ihre r Sorge um D.____ zu unterstützen und zu beraten, bei Kommunikationsproblemen den Eltern vermittelnd beizustehen, die Besuchsrechts- regelung zu begleiten und nach Rücksprache mit der Besuchsb egleitung spätestens nach neun Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Monaten seit Beginn der begleiteten Besuche bei der KESB B.____ schriftlich Antrag zu stellen, wie das zukünftige Besuchsrecht zum Wohle des Kindes festzulegen sei. Die Anträge der Kind- seltern betreffend den Gutachtensauftrag an die Kind er- und Jugendpsychiatrische Klinik G.____ wurden abgewiesen. 4.1.1 Beide Beschwerdeführenden beantragen die Anord nung eines kinderpsychologischen Gutachtens, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der Beschwerdeführer verlangt eine Abklärung bezüglich Fragen zu allfälligen Betreuungs- und Unterstützungsmassnahmen, des persönlichen Kontakts zu den Eltern und der zukünftigen S orgerechtsverteilung. Die Beschwer- deführerin verlangt ein Gutachten zur Abklärung der Fam iliensituation, der familiären Bezie- hungsmuster, der Beziehung von D.____ zu seinen Eltern sowie einer allfälligen Festlegung eines Besuchsrechts des Kindsvaters. Bis zum Vorliegen eines ki nderpsychiatrischen Gutach- tens sei von der Festlegung eines Besuchsrechts des Kindsvaters abzusehen. 4.1.2 Die Kindesschutzbehörde erforscht den Sachverhalt v on Amtes wegen. Sie zieht die erforderlichen Erkundigungen ein und erhebt die notwendigen Beweise. Sie kann eine geeigne- te Person oder Stelle mit Abklärungen beauftragen. Nötigenfalls ordnet sie das Gutachten einer sachverständigen Person an. Sie wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 446 Abs. 1, 2 und 4 ZGB; Urteil des Bund esgerichts 5A_775/2016 vom 17. Januar 2017 E. 2.2). Kinderpsychiatrische oder kinderpsychologische Gutachten können unter ande- rem in schwierigen Verfahren zur Regelung des persönliche n Verkehrs unerlässlich sein sowie im Kindesschutzrecht, wenn das Kindeswohl ernsthaft gefähr det scheint (vgl. DANIEL STECK , in: Peter Breitschmid/Alexandra Jungo [Hrsg.], Handkommenta r zum schweizerischen Privatrecht, Personen- und Familienrecht, 3. Aufl., Zürich 2016, N 5 zu Art. 446 ZGB; DANIEL STECK , in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm Erwach senenschutz, Bern 2013, N 13 zu Art. 446 ZGB). Sind Fragen rund um den persönlichen Verkehr zwischen einem Elternteil und sei- nem Kind zu beantworten, so liegt es im pflichtgemässen Ermessen der Behörde, ob ein kin- derpsychiatrisches oder kinderpsychologisches Gutachten einzuh olen ist. Kann der massgebli- che Sachverhalt auf andere Weise abgeklärt werden, so e rweist sich der Verzicht auf die An- ordnung eines Gutachtens nicht als bundesrechtswidrig (Urt eile des Bundesgerichts 5A_505/2013 vom 20. August 2013 E. 5.2.2; 5A_92/2009 vom 22. April 2009 E. 4.2.2). 4.1.3 Im Bericht vom 21. Juni 2016 empfahl die abklär ende Sozialarbeiterin die Einholung eines kinderpsychologischen Gutachtens, um innerpsychische D efizite von D.____ aufzude- cken und die familiären Beziehungsmuster genauer betracht en zu können. Die kinderpsycholo- gische Abklärung sei aus ihrer Sicht unerlässlich, da sich d ie KESB bezüglich des Besuchs- rechts und allenfalls der elterlichen Sorge rechtlich dar auf abstützen können müsse (Abklä- rungsbericht vom 21. Juni 2016 S. 4 f.). Die Vorinstan z erwog im angefochtenen Entscheid, da kein Antrag des Kindsvaters bezüglich einer Umteilung der alleinigen elterlichen Sorge oder der Zuteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge vorliege und auch keine Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung bestünden, welche eine Prüfung de r Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge oder der gemeinsamen elterlichen Sorge von Amtes wegen notwendig erscheinen lies- sen, sei eine Obhutszuteilung an den Kindsvater kein zu be handelnder Punkt im vorliegenden Verfahren. Gutachterliche Abklärungen zur Frage der zukü nftigen Sorgeberechtigung müssten Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht somit zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgen. Sodann könne d ie KESB durch die Einsetzung einer Fachperson für die Begleitung der Besuchskontakte sowie d ie Errichtung einer Beistandschaft bei zwei Fachpersonen jeweils einen Bericht einholen, w ie der persönliche Verkehr zwischen D.____ und dem Kindsvater zukünftig geregelt werden sol le. Die Abklärung der Frage, welche Unterstützungsmassnahme D.____ benötige, könne auch im freiwilligen Rahmen erfolgen. Demzufolge sei die Erteilung eines Gutachtensauftrags zur Regelung des Besuchsrechts im jetzigen Zeitpunkt unverhältnismässig, weshalb die diesbe züglichen Anträge der Kindseltern abzuweisen seien. 4.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die abklären de Sozialarbeiterin habe im Abklä- rungsbericht vom 21. Juni 2016 eindeutige Hinweise au f Defizite sowohl in der psychischen Entwicklung als auch der Erziehung von D.____ erkannt und für eine vertiefte Abklärung auf entsprechende Fachpersonen (namentlich Kinderpsychiater/ -psychologin) verwiesen. Die Er- nennung einer Erziehungsbeiständin, welche die Kindselt ern mit Rat und Tat unterstützen und beraten solle, sei vorliegend nicht ausreichend. Aufgrun d seiner Feststellungen, welche zumin- dest teilweise im Abklärungsbericht vom 21. Juni 2016 be stätigt worden seien, bestünden ernsthafte Bedenken an der Erziehungsfähigkeit der Ki ndsmutter und damit an einem weiteren unbeaufsichtigten Verbleib von D.____ bei seiner Mutt er. Diesbezüglich sei der vorliegend we- sentliche Sachverhalt zu wenig abgeklärt worden. Mehrer e Vorfälle und das Verhalten der Kindsmutter allgemein seien Ausdruck ihrer generellen Überforderung mit der für D.____ not- wendigen Fürsorge. Grundsätzlich seien eine Lethargie und insbesondere ein Desinteresse der Kindsmutter im Zusammenhang mit den Interessen von D.____ festzustellen. Sowohl die abklä- rende Sozialarbeiterin wie auch die KESB selbst hätte n unter Berücksichtigung des Kindes- wohls Handlungsbedarf erkannt. Die konkreten Gefährdung selemente und die zu deren Behe- bung notwendigen Massnahmen bedürften eindeutig einer fachärztlichen Begutachtung. 4.2.2 Soweit der Beschwerdeführer im Rahmen der beant ragten Einholung des kinderpsy- chologischen Gutachtens eine fachärztliche Begutachtung der Erziehungsfähigkeit der Kinds- mutter verlangt, kann ihm nicht gefolgt werden. Eine solche wäre allenfalls im Hinblick auf die (zukünftige) Sorgerechtszuteilung anzuordnen. Diese bildet aber, wie bereits erwähnt, nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, weshalb auf di e entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers an dieser Stelle nicht weiter einzugehen ist. 4.3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstan z unterschätze und verkenne die Ge- fahr, welche vom Kindsvater ausgehe. Sie habe sich aufgr und von häuslicher Gewalt mit den Kindern an einen geheimen und sicheren Ort begeben m üssen. Der Kindsvater habe nach der Trennung und nach Erlass des Kontakt- und Annäherungsve rbotes durch das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost vom Mai 2016 bzw. vom Juli 2016 me hrmals E-Mails mit teilweise dro- hendem Inhalt an die Kindsmutter geschrieben und er habe unbedingt gewollt, dass sie sich bei ihm melde. Es liege eine aktenbasierte Erst-Risikoeinschätz ung der Stabsstelle Bedrohungs- Management Basel-Landschaft vor, die von einem hohen Gefahrenpotential des Kindsvaters ausgehe. Einmal mehr habe sich auch beim Zusammentreff en in J.____ im November 2016 gezeigt, dass vom Beschwerdeführer eine grosse Gefahr au sgehe und ihn behördliche Aufla- gen nicht interessierten bzw. er sich ohne weiteres darübe r hinwegsetze und sich trotz beste- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht hendem Kontakt- und Annäherungsverbot der Kindsmutter und dem Sohn angenähert habe. Bei Einräumung eines Besuchsrechts an den Kindsvater sei zu befürchten, dass D.____ die- sem (unbeabsichtigt) verraten könnte, wo sie sich derzeit aufhielten bzw. der Kindsvater könnte versuchen, dies dem Sohn zu entlocken. Dieser Gefahr könn e auch mit den Auflagen, die im Rahmen der Einräumung des begleiteten Besuchsrechts ang eordnet worden seien, nicht wirk- sam begegnet werden. Es müsse deshalb abgeklärt werden, inwieweit das seit Geburt bis zur Trennung der Eltern bestehende schwierige Umfeld, in welchem D.____ aufgewachsen sei, aufgrund der durch den Beschwerdeführer ausgeübten Ge walt und Kontrolle, die sich auf den Sohn nachhaltig negativ ausgewirkt habe, innerpsychische Defizite verursacht habe. Durch das kinderpsychologische Gutachten könnten Erkenntnisse gewonnen werden, ob für D.____ ein Besuchsrecht durch den Vater derzeit zumutbar und unter w elchen Bedingungen dieses durch- zuführen wäre. 4.3.2 Die Vorinstanz erwog, dass die von der Kindsmutt er vorgebrachten Befürchtungen, der Kindsvater könne D.____ während den Besuchskontakten neg ativ beeinflussen oder über ihn den Aufenthaltsort der Kindsmutter herauszufinden versuchen, aufgrund des verfügten Kontakt- und Annäherungsverbots sowie des laufenden Strafverfahr ens wegen häuslicher Gewalt, ernst zu nehmen seien. Es sei aber auch das Interesse von D.____ und dem Kindsvater an Besuchs- kontakten und der Vermeidung einer weiteren Entfremdung zu berücksichtigen. Sowohl D.____ als auch der Kindsvater hätten anlässlich der Anhörung ge äussert, dass sie sich wieder sehen möchten. Durch die Begleitung der Besuche durch eine F achperson sowie die Auflagen, wäh- rend den begleiteten Besuchen Deutsch zu sprechen und mit D.____ keinerlei Kommunikation betreffend den Aufenthalt der Kindsmutter und laufende Verfahren zu führen, könne einer allfäl- lig bestehenden Gefahr wirksam entgegengewirkt werden. 4.4.1 Das Recht auf angemessenen persönlichen Verkehr zwi schen Eltern und Kindern so- wie dessen Schranken richten sich nach Art. 273 ff. ZG B. Nach Art. 273 Abs. 1 ZGB besteht das gegenseitige Recht von Eltern und unmündigen Kinde rn, Kontakte untereinander zu pfle- gen, wenn den Eltern beziehungsweise dem betroffenen Elternteil die elterliche Sorge oder die Betreuung der Kinder nicht zusteht. Das Recht auf persönl ichen Verkehr ist Teil des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens und steht den Betroffene n um ihrer Persönlichkeit willen zu (BGE 136 III 353 E. 3.4 mit Hinweisen; CORNELIA ACHERMANN -WEBER , in: Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 2 . Aufl., Zürich 2011, Art. 273 ZGB N 3). Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des persön lichen Verkehrs ist immer das Kin- deswohl, das anhand der Umstände des konkreten Einzelfalls zu beurteilen ist (BGE 131 III 209 E. 5). Bei der Festsetzung des persönlichen Verkehrs geh t es nicht darum, einen gerechten Interessenausgleich zwischen den Eltern zu finden, sonder n den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln; allfällige Interesse n der Eltern haben zurückzustehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_474/2016 und 5A_487/2016 vom 27. Oktober 2016 E. 5.3; 5A_79/2014 vom 5. März 2015 E. 4.1; 5A_574/2014 vom 15 . Januar 2015 E. 6.3 mit Hinweis auf BGE 120 II 229 E. 3b/aa). Der persönliche Verkehr dient dazu, die positive Entwicklung des Kindes zu gewährleisten und zu fördern, da für die Ide ntitätsfindung des Kindes – gemäss kin- derpsychologischen Erkenntnissen – seine Beziehungen zu beid en Elternteilen wichtig sind. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4.2 Gemäss Art. 274 Abs. 2 ZGB kann einem Elternteil das Recht auf persönlichen Ver- kehr teilweise oder ganz entzogen werden, wenn das Wohl des Kindes durch den persönlichen Verkehr gefährdet wird, wenn ihn die Eltern pflichtwi drig ausüben, wenn sie sich nicht ernsthaft um das Kind gekümmert haben oder andere wichtige Grün de vorliegen. Eine Kindeswohlge- fährdung setzt triftige, das Kindeswohl nachhaltig berüh rende Gründe voraus, sie kann nur in jedem einzelnen Fall unter Berücksichtigung der Gesamthei t aller Umstände bestimmt werden. Es geht um eine objektiv fassbare Gefahr einer Beeinträ chtigung, welche einigermassen konk- ret sein muss. Überdies muss die Gefährdung von bestimmte r Erheblichkeit sein, es geht also um mehr als blosse Ungünstigkeit. Aus diesem Grund muss ein e Situation vorliegen, die zur (weiteren) Schädigung des Kindes führt, wenn sie bela ssen wird (Y VO BIDERBOST , in: Breit- schmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatre cht, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 307 ZGB N 8 f.). Wird das Kindeswohl nicht oder nicht nachhaltig beeinträchtigt, rechtferti- gen sich Einschränkungen des Besuchsrechts nicht (vgl. P ETER BREITSCHMID , in: Breitschmid/ Jungo [Hrsg.], a.a.O., Art. 274 ZGB N 5). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist das Kindeswohl gefährdet, wenn die ungestörte körperlich e, seelische oder sittliche Entfaltung durch ein auch nur begrenztes Zusammensein mit dem nich t obhutsberechtigten Elternteil be- droht ist (BGE 122 III 404 E. 3.b). Als wichtige Gründ e fallen Vernachlässigung, physische und psychische Misshandlung, insbesondere sexueller Missbrauch de s Kindes, in Betracht. Bei der Beschränkung des persönlichen Verkehrs ist das Gebot der Verhältnismässigkeit zu beachten. So darf er in der Regel nicht allein wegen elterlich er Konflikte dauerhaft eingeschränkt werden, jedenfalls soweit das Verhältnis zwischen dem besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind gut ist (BGE 130 III 585 E. 2.2.1; Urteile des Bundesgeri chts 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 4.3; 5C.221/2006 vom 16. Januar 2007 E. 2.2). Der gänzliche Ausschluss eines Elternteils vom persönlichen Verkehr kommt nur als ultima ratio in Frage; er ist einzig dann statthaft, wenn sich die nachteiligen Auswirkungen eines Besuchsrechts nic ht anderweitig in für das Kind ver- tretbaren Grenzen halten lassen (BGE 120 II 229 E. 3b/ aa; 122 III 404 E. 3b; Urteile des Bun- desgerichts 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 4.3; 5A _505/2013 vom 20. August 2013 E. 2.3; 5A_716/2010 vom 23. Februar 2011 E. 4; I NGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar ZGB I, 5. Aufl., Basel 2014, Art. 274 N 5). Ge- gebenenfalls ist zu prüfen, ob allfällig befürchteten nachteiligen Auswirkungen des persönlichen Verkehrs für das Kind eventuell durch die persönliche Anwe senheit einer Drittperson (sog. be- gleitetes Besuchsrecht) begegnet werden kann (BGE 122 III 404 E. 3c mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 24. Juni 2015 [810 15 31] E. 3.4 f.). Ein begleitetes Besuchsrecht kann – selbst bei momentaner Überforderung des Kindes – eine taugliche Alternative zur gänzlichen Unterbindung des Be- suchsrechts sein (BGE 130 III 585 E. 2.2.2). Unter einem begleiteten Besuchsrecht wird die Ausübung von Besuchskontakten in Anwesenheit einer oder mehrerer Drittpersonen verstan- den. Soweit sich die Eltern nicht einvernehmlich auf die Ausübung des Besuchsrechts an einem bestimmten Ort in Anwesenheit Dritter einigen, ist mit der Anordnung eines begleiteten Be- suchsrechts die Ernennung eines Beistandes gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB verbunden. Das begleitete Besuchsrecht stellt somit eine Kindesschutzmassna hme im Sinne der Art. 307 ff. ZGB dar. Kindesschutzmassnahmen bezwecken im Allgemeinen die Abwendung einer Gefähr- dung des Kindeswohls (B IDERBOST , a.a.O., Art. 307 ZGB N 8 f.; KGE VV vom 24. Juni 20 15 [810 15 31] E. 3.5). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5.1 Die Vorinstanz hat die Angelegenheit geprüft un d eine umfassende Befragung der Be- troffenen zum vorliegend in Frage stehenden Besuchsrech t und der Frage des Gutachtensauf- trags vorgenommen. Aus den Akten geht hervor, dass D.____ , auf entsprechende Frage hin, seinen Vater gerne wiedersehen möchte (Anhörungsprotoko ll vom 20. Juli 2016 S. 2). Die Vor- instanz hat nach Abklärung des Sachverhalts aufgrund der potenziellen Gefährdung durch den Kindsvater ein stark eingeschränktes begleitetes Besuchsrecht mit Auflagen verfügt. Dem Kindsvater wurden die Auflagen erteilt, während den begleiteten Besuchen Deutsch zu spre- chen und mit D.____ keinerlei Kommunikation betreffend den Aufenthalt der Kindsmutter und laufende Verfahren zu führen. Falls sich der Kindsvater nicht an diese Auflagen halten sollte, sei der Besuchskontakt umgehend durch den Besuchsbegleiter abzubrechen. Inwiefern das Kindeswohl von D.____ im Rahmen der begleiteten und ku rzen Besuche bei seinem Vater im Hinblick auf diese Regelung gefährdet sein soll, ist ent gegen der Argumentation der Beschwer- deführerin nicht ersichtlich. Mit der Vorinstanz ist davo n auszugehen, dass die verfügten Aufla- gen im Rahmen eines begleiteten dreistündigen Besuchsre chts einen genügenden Schutz von D.____ gewährleisten. Die in Frage stehende Regelung mit Auflagen bietet namentlich Gewähr, dass im Bedarfsfall sofort eingegriffen werden bzw. de n genannten Auflagen Nachachtung ver- schafft werden könnte. Zudem besteht eine Erziehungsbeist andschaft, mit der die Beiständin insbesondere beauftragt wurde, die Entwicklung des Besuch srechts zu begleiten und zu über- wachen. Gegebenenfalls hat auch sie zu intervenieren res pektive die nötigen Vorkehrungen zu treffen, um eine Gefährdungslage auszuschliessen. 4.5.2 Zusammenfassend folgt, dass die Vorinstanz zu Recht aufgrund der vorgenommenen Abklärungen nicht von einer Kindeswohlgefährdung von D. ____ durch die begleiteten Besuche ausgegangen ist und in diesem Zusammenhang zulässigerwe ise von weiteren gutachterlichen Abklärungen abgesehen hat. Die Rechtsbegehren der Besch werdeführenden auf Einholung eines kinderpsychologischen Gutachtens sind demzufolge abzuw eisen. Ebenfalls abzuweisen ist das Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin, es sei bis zum Vorliegen eines kinderpsychiat- rischen Gutachtens von der Festlegung eines Besuchsrechts d es Kindsvaters abzusehen. Von Beweismassnahmen durch das Kantonsgericht ist im vorliegende n Fall abzusehen und die ent- sprechenden Beweisanträge der Parteien werden abgewiesen. Es bleibt anzumerken, dass der Beschwerdeführer mittlerweile bei der Vorinstanz eine n Antrag auf Zuteilung der alleinigen el- terlichen Sorge eingereicht hat. Die Vorinstanz wird n eu zu prüfen haben, ob im Rahmen jenes Verfahrens die Einholung eines Sachverständigengutachtens angezeigt ist. 4.6.1 In seinem Eventualantrag verlangt der Beschwerde führer die Einräumung eines unein- geschränkten und unbegleiteten Besuchsrechts. 4.6.2 Sinn und Zweck des persönlichen Verkehrs ist die Auf rechterhaltung regelmässiger Kontakte des Kindes zu seinen Eltern (B REITSCHMID , in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], a.a.O., Art. 273 ZGB N 3; S CHWEIZER /C OTTIER , a.a.O., Art. 273 ZGB N 6). Häufigkeit und Dauer de r Besuchskontakte richten sich primär nach dem Alter des Kin des, seiner bisherigen Bindung an den anderen Elternteil sowie der Lebensgestaltung un d Erreichbarkeit von Kind und Eltern. Wird ein begleitetes Besuchsrecht angeordnet, ergibt sic h daraus nicht automatisch eine zeitli- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht che Beschränkung (vgl. SCHWEIZER /C OTTIER , a.a.O., Art. 273 ZGB N 13). Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid vorerst befristet auf acht Monat e in den ersten vier Monaten ein drei- stündiges Besuchsrecht einmal pro Monat und für weitere vi er Monate zweimal pro Monat fest- gelegt. Aufgrund des kindlichen Zeitgefühls wird für K leinkinder empfohlen, dass einerseits kei- ne allzu lange Trennung von der Hauptbezugsperson erf olgen und andererseits der Abstand zwischen den Besuchen zwei Wochen nicht überschreiten sollt e (SCHWEIZER /C OTTIER , a.a.O., Art. 273 ZGB N 14). Demnach ist zwar die zeitliche Dau er der einzelnen Besuchskontakte bei drei Stunden zu belassen, aber die Häufigkeit der begleiteten Besuche zu verdoppeln. Somit ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde des Beschwerdef ührers Dispositivziff. 2 Abs. 2 des Entscheids der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.___ _ vom 19. September 2016 auf- zuheben und durch eine entsprechende Fassung zu ersetzen. H ingegen kann mit Blick auf das verfügte Kontakt- und Annäherungsverbot sowie das laufend e Strafverfahren wegen häuslicher Gewalt gegen den Beschwerdeführer und der damit beste henden Gefahrenlage keine weiter- gehende Ausdehnung oder Lockerung des Besuchsrechts oder gar die Einräumung eines un- eingeschränkten und unbegleiteten Besuchsrechts, wie es d er Beschwerdeführer eventualiter beantragt, erfolgen. 4.7.1 Im Subeventualantrag verlangt der Beschwerdefüh rer die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur teilweisen neuerlichen Beurteilung. 4.7.2 Die Vorinstanz hat die Angelegenheit wie dargel egt genügend abgeklärt. Einen Grund für die beantragte Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz nennt der Beschwerdefüh- rer nicht. Folglich ist auch der Subeventualantrag abzuweisen. 4.8 Im angefochtenen Entscheid der Vorinstanz wurde für D.____ eine Beistandschaft ge- mäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet und eine Beist ändin ernannt (Dispositivziff. 4 ff.). Im Verfahren vor dem Kantonsgericht beantragte die Besch werdeführerin die Aufhebung des an- gefochtenen Entscheids, allerdings nahm sie in der Beschw erde keinerlei Bezug auf die Bei- standschaft und begründete insbesondere nicht, ob und weshalb die Beistandschaft aufzuhe- ben bzw. nicht zu errichten wäre. Insofern fehlt es bereits an einer genügenden Begründung der Beschwerde. Im Übrigen ist festzustellen, dass sich die Be schwerdeführerin anlässlich der An- hörung durch die Vorinstanz mit der Errichtung der Bei standschaft einverstanden erklärt hat (Anhörungsprotokoll vom 20. Juli 2016 S. 4). 5. Mit Eingabe vom 18. Januar 2017 stellt der Beschwer deführer ein erneutes Wiederer- wägungsgesuch betreffend die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung. Er macht al- lerdings keine neuen Sachumstände geltend, welche eine W iedererwägung rechtfertigen könn- ten. Dass das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost ihm die unentgeltliche Rechtspflege be- willigt hat, genügt in diesem Zusammenhang nicht. So mit sind die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung nicht erfüllt. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werd en gemäss § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der ganz oder teilweise unterliegenden Partei a uferlegt, wobei den Vorinstanzen im Falle Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Unterliegens keine Kosten auferlegt werden. Dem Au sgang des Verfahrens entsprechend wird dem Beschwerdeführer ein Anteil der Verfahrensko sten in der Höhe von Fr. 600.-- aufer- legt. Der Beschwerdeführerin ist ein Verfahrenskostenant eil in der Höhe von Fr. 1'000.-- aufzu- erlegen, welcher zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung zulasten der Gerichts- kasse geht. 6.2.1 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Da der anwaltlich ver tretene Beschwerdeführer lediglich zum Teil obsiegt, hat die Vorinstanz dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine reduzier- te Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'400.-- ( inkl. Auslagen und 8 % MWST) auszurich- ten. Im Übrigen sind die Parteikosten wettzuschlagen. 6.2.2 Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbei ständung ist der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. In der Honorarnote vom 16. Januar 2017 macht die Rechtsvertreterin der B eschwerdeführerin einen Aufwand von 21.667 Stunden geltend, woraus sich ein Honorar von Fr. 4'333.33 ergibt. Hinzu kommen die Auslagen in Höhe von Fr. 373.30. Demgemäss ist ihr ein H onorar in der Höhe von insgesamt Fr. 5'083.80 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) aus der Gerichtskasse auszurichten. 6.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in d er Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Ge- setzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde von A. ____ wird Dispositiv- ziff. 2 Abs. 2 des Entscheids der Kindes- und Erwachsenensc hutzbehör- de B.____ vom 19. September 2016 aufgehoben und dur ch folgende Fassung ersetzt: "Das begleitete Besuchsrecht wird vorerst ab dem ersten möglichen Be- suchskontakt befristet auf acht Monate und für die ersten vier Monate auf zweimal pro Monat jeweils unter der Woche und ab acht stattgefundenen Besuchsterminen für weitere vier Monate auf viermal pro Monat festge- legt." Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit dar auf eingetreten wird. 2. Die Beschwerde von C.____ wird abgewiesen. 3. Dem Beschwerdeführer wird ein Verfahrenskostenante il in der Höhe von Fr. 600.-- auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvor schuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. Der zu viel bezahlte K ostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. Der Beschwerdeführerin wird ein Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 1'000.-- auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Prozess- führung gehen die Verfahrenskosten der Beschwerdeführer in zulasten der Gerichtskasse. 4. Die Vorinstanz hat dem Rechtsvertreter des Beschwerdefü hrers eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'4 00.-- (inkl. Ausla- gen und 8 % MWST) auszurichten. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird der Rechts- vertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 5'083.80 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) aus der Ger ichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiberin