<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Migrationsrecht</span> <span class="page_no">115</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>IV. Migrationsrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>21 Ausschaffungshaft;</b></span> <span class="ft2"><b>Haftgrund;</b></span> <span class="ft2"><b>Papierbeschaffung i.S. von Art. 77 Abs. 1</b></span><br/> <span class="ft2"><b>lit. c AuG</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Für die Anordnung einer Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 77 AuG</b></span><br/> <span class="ft2"><b>muss nicht in jeden Fall ein Ersatzreisepapier vorliegen. Wurde die Aus-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>stellung eines Ersatzreisepapiers aufgrund behördlicher Bemühungen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>zugesichert und kann dieses jederzeit zwecks Ausschaffung des Betroffe-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nen abgerufen werden, ist die Voraussetzung von Art. 77 Abs. 1 lit. c AuG</b></span><br/> <span class="ft2"><b>erfüllt.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Einzelrichters des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer,</span><br/> <span class="ft3">vom 24. Januar 2013 in Sachen Amt für Migration und Integration gegen A.</span><br/> <span class="ft3">(WPR.2013.15).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">3.2.</span><br/> <span class="ft5">(...)</span><br/> <span class="ft5">Hinsichtlich der Voraussetzung, dass die Behörde die Reisepa-</span><br/> <span class="ft5">piere beschaffen musste (Art. 77 Abs. 1 lit. c AuG), ist Folgendes</span><br/> <span class="ft5">festzuhalten: Das MIKA ersuchte das BFM am 5. März 2012 um</span><br/> <span class="ft5">Vollzugsunterstützung, worauf im Auftrag des BFM am 30. Juli 2012</span><br/> <span class="ft5">ein Gespräch mit einem Experten zur Herkunftsabklärung des Ge-</span><br/> <span class="ft5">suchsgegners stattfand. Das BFM bat die tunesische Botschaft in der</span><br/> <span class="ft5">Folge am 18. September 2012 ein Ersatzreisepapier für den Gesuchs-</span><br/> <span class="ft5">gegner auszustellen. Am 26. November 2012 wurde der Gesuchsgeg-</span><br/> <span class="ft5">ner als tunesischer Staatsangehöriger anerkannt und die tunesische</span><br/> <span class="ft5">Botschaft sicherte die Ausstellung eines Ersatzreisepapiers für den</span><br/> <span class="ft5">Gesuchsgegner zu. Gemäss Mitteilung des BFM vom 4. Dezember</span><br/> <span class="ft5">2012 werde das Reisepapier nach Erhalt der Flugbuchung direkt an</span><br/> <span class="ft5">swissREPAT weitergeleitet. Zwar liegt nach dem Gesagten noch kein</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">116</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Reisepapier vor. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Voraussetzung</span><br/> <span class="ft5">der behördlichen Papierbeschaffung nicht erfüllt wäre. Wie bereits</span><br/> <span class="ft5">mit Entscheid des RGAR vom 31. Oktober 2008 (1-HA.2008.112),</span><br/> <span class="ft5">Erw. 3.2, festgehalten, muss ein Ersatzreisepapier für die Anordnung</span><br/> <span class="ft5">einer Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 77 AuG nicht in jeden Fall</span><br/> <span class="ft5">vorliegen. Wurde die Ausstellung eines Ersatzreisepapiers aufgrund</span><br/> <span class="ft5">behördlicher Bemühungen zugesichert und kann dieses jederzeit</span><br/> <span class="ft5">zwecks Ausschaffung des Betroffenen abgerufen werden, ist die Vor-</span><br/> <span class="ft5">aussetzung von Art. 77 Abs. 1 lit. c AuG erfüllt. Dies ist vorliegend</span><br/> <span class="ft5">der Fall. Daran ändert auch nichts, dass die Ausstellung des</span><br/> <span class="ft5">Ersatzreisepapiers offenbar von der Flugbuchung bis zum 4. März</span><br/> <span class="ft5">2013 abhängig ist und die entsprechenden Flugdaten dem BFM min-</span><br/> <span class="ft5">destens drei Wochen vor Abflug übermittelt werden müssen, da</span><br/> <span class="ft5">nichts darauf hindeutet, dass es bezüglich Flugbuchung zu Proble-</span><br/> <span class="ft5">men kommen könnte.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>