Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. November 2013 (735 13 204) ____________________________________________________________________ Berufliche Vorsorge Beitragspflicht des Arbeitgebers; Mitwirkungs- und Substantiierungspflicht bei strittigen Beiträgen; Kostenpflicht und Parteientschädigung zu Gunsten anwaltlich vertretenen Vorsorgeeinrichtungen bei mutwilliger Prozessführung; Berücksichtigung der reglemen- tarischen Umtriebsentschädigung bei der Bemessung der Parteientschädigung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Klägerin , vertreten durch Thomas Käslin , Advokat , Le i- menstrasse 4, Postfach 466, 4003 Basel gegen B.____ GmbH , Beklagte Betreff Forderung A. Mit Anschlussvertrag vom 22. bzw. 29. Februar 2012 schl oss sich die B.____ GmbH (nachfolgend GmbH) rückwirkend per 1. November 2011 zur Durchführung der beruflichen Vor- sorge der A.____ (nachfolgend PK) an. Auf Kündigung der PK hin wurde das Anschlussverhält- nis per 30. Juni 2012 aufgehoben. In der Folge mahnte die PK die GmbH wiederholt, den Bei- tragsausstand im Umfang von zuletzt Fr. 6'654.90 zu be zahlen. Da diese auf die Mahnungen nicht reagierte, leitete die PK die Betreibung ein. Am 9. Oktober 2012 wurde der GmbH der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zahlungsbefehl Nr. 21203414 des Betreibungsamtes C._ ___ vom 8. Oktober 2012 über Fr. 6'954.90 nebst Zins zu 6 % seit 30. Juni 2012 auf d iesen Betrag zugestellt. Gegen den Zah- lungsbefehl erhob die GmbH am 9. Oktober 2012 Rechtsvorschlag. B. Mit Eingabe vom 12. Juli 2013 reichte die PK beim Kantonsgericht, Abteilung Sozial- versicherungsrecht (Kantonsgericht), Klage gegen die Gmb H ein. Darin beantragte sie, die Be- klagte sei zur Zahlung von Fr. 6'954.90 nebst 6% Zins seit 30. Juni 2012 sowie von Fr. 1'250.-- nebst 6% Zins seit Klageinreichung sowie von Fr. 73.-- Betreibungskosten zu verurteilen. Zu- dem sei im Betreibungsverfahren (Zahlungsbefehl-Nr. 21 203414) des Betreibungsamtes C.____ im Umfang von Fr. 6'954.90 nebst 6% Zins seit 30. Juni 2012 der Rechtsvorschlag zu beseitigen. Dies unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beklagten. C. Nachdem die Beklagte innert Frist keine Klageantwort eingereicht hatte, wurde er mit Schreiben vom 5. September 2013 darauf hingewiesen, d ass auf Grundlage der vorliegenden Akten entschieden werde, falls innert der Nachfrist bis zum 7. Oktober 2013 keine Eingabe er- folge. Dieses Schreiben des Kantonsgerichts wurde als nicht abgeholt retourniert. Nachdem sich die Beklagte auch innert der angesetzten Nachfrist ni cht vernehmen liess, wurde der Fall dem Präsidium zur Beurteilung überwiesen. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die be rufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vom 25. Juni 1982 bezeichnet jeder Kanton ein Gericht, das als letzte kantonale Instanz über die Streitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten entscheidet. Zu diesen Stre itigkeiten gehören insbesondere auch die Beitragsstreitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen und Arbeitgebern aus Anschlussver- trägen. Gerichtsstand ist in diesen Fällen der schweizerisch e Sitz oder Wohnsitz der beklagten Partei (Art. 73 Abs. 3 BVG). Im Kanton Basel-Landschaf t liegt die sachliche Zuständigkeit zur Beurteilung dieser Streitigkeiten gemäss § 54 Abs. 1 li t. c des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beim Kantonsgericht. Die Beklagte hat ihren Sitz vorliegend in C.____. Das Kant onsgericht ist somit sachlich und örtlich zur Beurteilung der Klage vom 6. Mai 2010 zuständig. Auf die Klage ist einzutreten. 1.2 Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10' 000.-- entscheidet gemäss § 55 Abs. 1 VPO die präsidierende Person der Abteilung Sozialversich erungsrecht des Kantonsgerichts durch Präsidialentscheid. Im vorliegenden Fall überschrei tet die klageweise geltend gemachte Forderung die Streitwertgrenze nicht. Die Beurteilung der vorliegenden Klage vom 12. Juli 2013 fällt demnach in die Kompetenz der präsidierenden Per son der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts. 2.1 Gemäss Art. 11 Abs. 1 BVG muss der Arbeitgeber, we lcher obligatorisch zu versichernde Arbeitnehmer im Sinne von Art. 2 BVG beschäftigt, ein e in das Register für die berufliche Vor- sorge eingetragene Vorsorgeeinrichtung errichten oder si ch einer solchen anschliessen. Vorlie- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gend ist unbestritten, dass sich die Beklagte der Klägerin mit Anschlussvertrag vom 22. bzw. 29. Februar 2012 rückwirkend per 1. November 2011 angeschlossen hat. 2.2 Nach Art. 66 Abs. 2 BVG schuldet der Arbeitgeber d er Vorsorgeeinrichtung die gesamten Beiträge ─ sowohl die eigenen als auch diejenigen des Arbeitnehme rs. Er zieht den in den reg- lementarischen Bestimmungen der Vorsorgeeinrichtung festg elegten Beitragsanteil des Arbeit- nehmers vom Lohn ab (Art. 66 Abs. 3 BVG). Für nicht rec htzeitig bezahlte Beiträge kann die Vorsorgeeinrichtung gestützt auf Art. 66 Abs. 2 Satz 2 BVG Verzugszinsen verlangen. 3. Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG stellt das Gericht den Sachve rhalt von Amtes wegen fest. Es gilt somit der Untersuchungsgrundsatz (vgl. Bundesgerichtse ntscheid [BGE] 115 V 113 E. 3d/bb; SZS 2001 S. 561 E. 1a/aa), der besagt, da ss das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserhebli chen Sachverhalts zu sorgen hat. Der Untersuchungsgrundsatz wird allerdings durch die Mitwirkungspflichten der Parteien beschränkt (vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a; SZS 2001 S. 561/562 E. 1a/bb). Zu diesen gehört die Substanziierungspflicht, welche beinhaltet, dass di e wesentlichen Tatsachenbehauptungen und -bestreitungen in den Rechtsschriften enthalten se in müssen. Dementsprechend ist es ei- nerseits Sache der klagenden Vorsorgeeinrichtung, die Beitragsforderung soweit zu substanzi- ieren, dass sie überprüft werden kann; andererseits oblie gt es dem Beklagten, substanziiert darzulegen, weshalb und gegebenenfalls in welchen Punkten die eingeklagte Beitragsforderung unbegründet bzw. unzutreffend ist. Soweit die eingekl agte Forderung hinreichend substanziiert ist, bleiben unsubstanziierte Bestreitungen unberücksichtig t; demgegenüber darf das Gericht eine Klage, soweit sie nicht hinreichend substanziiert und nachvollziehbar ist, trotz ungenügend substanziierter oder gänzlich fehlender Bestreitung nicht gutheissen (vgl. Urteil K. des Eidge- nössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit dem 1. Januar 2 007: Bundesgericht, Sozialversi- cherungsrechtliche Abteilungen] vom 28. Juni 2002, B 37/ 01, E. 1a/bb; SZS 2001 S. 562 E. 1a/bb). Ferner hat das Gericht auf den festgestellt en Sachverhalt jenen Rechtssatz anzu- wenden, den es als den zutreffenden ansieht (vgl. BGE 11 0 V 52 E. 4a; SZS 2001 S. 562 E. 1b). 4.1 Gemäss den von der Klägerin ins Recht gelegten Unt erlagen (Anschlussvertrag, Vorsor- gereglement für die BVG-Basisvorsorge, Geschäftsbedingun gen, Kostenreglement, Kontoaus- zug vom 6. November 2012 sowie Schlussabrechnung vom 24. August 2012) belief sich die Gesamtforderung ─ ohne Zinsen ─ im Zeitpunkt der Betreibung am 8. Oktober 2012 auf Fr. 6'954.90 (Kapitalforderung in der Höhe von Fr. 6'634.90, Mahngebühren von Fr. 20.-- für die Mahnung vom 5. Oktober 2012 sowie Verwaltungskosten für die Betreibung im Umfang von Fr. 300.--). 4.2.1 Wie detailliert die in einem Prämieninkasso-Kon toauszug enthaltenen Positionen zu bele- gen sind, hängt wesentlich davon ab, ob und inwieweit d er beklagte Arbeitgebende die Bei- tragsforderung substantiiert bestreitet (vgl. Urteil de s EVG vom 20. August 2002, H 295/01, E. 4.3). Die Beklagte hat die Forderung der Klägerin vorstehend indessen weder in ihrem Be- stand noch in ihrer Höhe bestritten. Einzig im Rahmen d es durch den Zahlungsbefehl vom 8. Oktober 2012 eingeleiteten Betreibungsverfahrens ha t die Beklagte durch ihren Rechts- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorschlag vom 9. Oktober 2012 den Forderungsbestand zumindest implizit bestritten. Die Erklä- rung des Rechtsvorschlages erfolgte jedoch ohne jegliche B egründung. Im vorliegenden Ver- fahren hat sich die Beklagte ebenfalls in keiner Art un d Weise darüber vernehmen lassen, in welchem Umfang und weshalb sie die Forderung der Kläg erin bestreitet. Vielmehr hat sie auch die ihr angesetzte Nachfrist zur Einreichung der Klaga ntwort unbenutzt verstreichen lassen und das betreffende Schreiben des Gerichts vom 5. September 2013 gar nicht erst abgeholt. Der er- wähnten Rechtsprechung zufolge (vgl. E. 3 hiervor) wäre es jedoch an ihr gewesen, die Tatsa- chen darzulegen, welche die eingeklagte Gesamtforderung allenfalls als unbegründet erschei- nen lassen könnten. Diesbezüglich gingen jedoch keine Vorbringen seitens der Beklagten ein. 4.2.2 Die Rechtsanwendung von Amtes wegen gehört zwar zur Pflicht des Gerichts (vgl. E. 3 hiervor). Aufgrund des Rügeprinzips müsste die Beklag te jedoch auch bezüglich der recht- lichen Grundlagen Einwendungen erheben, soweit die entsprechenden Mängel nicht augenfällig sind und sich nicht unmittelbar aus den Sachverhaltsfestst ellungen ergeben (vgl. F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 214 f.). Rechtsprechungsgemäss hat das Gericht von den Prozessparteien nicht aufgeworfen e Rechtsfragen nur dann zu prüfen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder ander er sich aus den Akten ergebenden An- haltspunkte hinreichend Anlass besteht (vgl. BGE 110 V 53 E. 4). Vorliegend ist dem Gericht völlig unbekannt, aus welchen Gründen die Beklagte die B eiträge nicht bezahlt hat. Aus den Akten ergeben sich jedenfalls keinerlei Hinweise auf rech tliche Gründe, welche die Durchset- zung der von der Klägerin in Rechnung gestellten Gesa mtforderung hindern könnten. Für das Gericht besteht somit kein Anlass, die Beitragsrechnunge n auf weitere, möglicherweise an- wendbare Rechtssätze zu überprüfen. 4.2.3 Da für das Gericht kein Anlass besteht, die Beitra gsrechnungen auf weitere, möglicher- weise anwendbare Rechtssätze zu überprüfen (vgl. E. 4. 2.2 hiervor) und die Klägerin ihre For- derung mit ihrem Prämienkontokorrent-Auszug vom 6. Nove mber 2012 rechtsgenügend darge- legt und substantiiert hat (vgl. E. 4.2.1 hiervor), ist die Beklagte zu verpflichten, ihr die klagewei- se geltend gemachte Gesamtforderung in der Höhe von Fr. 6'954.90 zu bezahlen. Dies gilt um- so mehr, als Ziffer 2.3 lit. k der Geschäftsbedingungen der PK festhält, dass der Saldo des auf Ende eines Kalenderjahres erstellten Kontoauszugs als an erkannt gilt, sofern der Arbeitgeber nicht innert vier Wochen nach Erhalt desselben schriftlich Widerspruch erhebt. Ein solcher Wi- derspruch seitens des Beklagten blieb nach Lage der Akten indessen aus. 4.3 Die Klägerin macht zudem Zinsen von 6 % seit dem 30 . Juni 2012 auf die Kapitalforde- rung in der Höhe von Fr. 6'954.90 geltend. Art. 66 Abs. 2 Satz 2 BVG ermächtigt die Vorsor- geeinrichtungen für nicht rechtzeitig bezahlte Beiträg e, Verzugszinsen zu verlangen. Überdies hält Ziffer 2.3 lit. f der Geschäftsbedingungen der Klägerin fest, dass auf fällige Prämien und Verwaltungskosten ein Verzugszins von 6% erhoben wird. Inso fern ist nicht zu beanstanden, dass die Klägerin Zinsen zu 6 % seit 30. Juni 2012 gel tend macht. Soweit ihre Zinsforderung allerdings die Mahngebühr für die Mahnung vom 14. Sep tember 2012 im Umfang von Fr. 20.-- sowie die Umtriebsentschädigung für das eingeleitete Be treibungsbegehren im Umfang von Fr. 300.-- umfasst, übersieht sie, dass die Zinsen auf die se beiden Beträge nicht ab 30. Juni 2012, sondern erst ab deren Fälligkeit im Zeitpunkt ihres Entstehens geschuldet sind. Die Klage Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist daher insofern gutzuheissen, als sich die Zinsforderun g von 6% ab 30. Juni 2012 auf den Betrag von lediglich Fr. 6'634.90, auf den Betrag von Fr. 20.-- ab 14. September 2012 und schliesslich auf den Betrag von 300.-- ab 5. Oktober 2012 als rechtmässig erweist. 4.4 Die Klägerin macht sodann eine zusätzliche Umtriebsen tschädigung in der Höhe von Fr. 1'250.-- geltend. Im Kostenreglement, das integri erender Bestandteil des eingegangenen Anschlussvertrags bildet, hält ebenfalls Ziffer 2.2 unte r dem Titel "Inkassoverfahren" ausdrück- lich fest, dass die Klägerin für die Einleitung einer Klage eine pauschale Umtriebsentschädigung in der Höhe von Fr. 750.-- und für das Rechtsöffnun gsbegehren eine solche von Fr. 500.-- er- heben kann. Einer Vorsorgeeinrichtung können bei Bei tragsstreitigkeiten jedoch nur dann pau- schalisierte Umtriebskosten zugesprochen werden, wenn es si ch im Einzelfall um einen ange- messenen, nicht offensichtlich übermässigen Betrag handelt. Dabei sind vor allem die Höhe der Gesamtforderung und der Aufwand der Gläubigerin zu berücksichtigen (vgl. zum Ganzen: Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht [KGE SV] i.S. H. AG vom 23. Oktober 2002 [2002/106, Nr. 302] E. 6 sowie KGE SV i.S. N. vom 25. Mai 2004 [735 04 18/91] E. 4c). Bei der im vorliegenden Kostenreglement vorgesehenen S umme von Fr. 1'250.-- kann jedoch nicht von einer übermässig hohen Umtriebsentschädigung ge sprochen werden. Die Klage ist deshalb auch in diesem Punkt nicht zu beanstanden. Nichts anderes gilt hinsichtlich der darauf geltend gemachten Zinsen seit Klageinreichung (vgl. obe n, Erwägung 4.3; Geschäftsbedingun- gen Ziffer 2.3 lit. f). 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Klage teilw eise gutzuheissen und die Be- klagte demnach zu verpflichten ist, die von der Klägerin geltend gemachte Kapitalforderung von Fr. 6'954.90 nebst Zins zu 6 % seit 30. Juni 2012 auf Fr. 6'634.90, 6% Zins auf Fr. 20.-- ab 14. September 2012 und 6% Zins auf Fr. 300.-- ab 5. Oktober 2012 sowie eine Umtriebsent- schädigung in der Höhe von Fr. 1'250.-- nebst 6% Zins seit 12. Juli 2013 zu bezahlen. 6.1 Die Klägerin verlangt schliesslich, es sei der von der Beklagten in der Betreibung Nr. 21203414 des Betreibungsamtes C.____ am 8. Oktober 2012 erhobene Rechtsvorschlag zu beseitigen. 6.2 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist es zulässig, dass die nach Art. 79 des Bun- desgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) v om 11. April 1889 angerufenen Behörden zugleich mit dem Sachentscheid die Rechtsöffnun g erteilen (vgl. BGE 107 III 65). Dies gilt im Rahmen von Beitragsstreitigkeiten insbeson dere auch für die sozialversicherungs- rechtliche Abteilung des Kantonsgerichts. Das Dispositiv de s Urteils hat jedoch genau auf die hängige Betreibung Bezug zu nehmen und den Rechtsvorschla g ausdrücklich als aufgehoben zu erklären, sei es vollumfänglich oder in einer bestimm ten Höhe (vgl. BGE 107 III 65; H ANS FRITZSCHE /H ANS ULRICH WALDER , Schuldbetreibung und Konkurs nach schweizerischem Recht, Zürich 1984, Band 1, S. 225). Vorliegend ist die Beklagte zu verpflichten, die gelten d gemachte Kapitalforderung im Umfang von Fr. 6'954.90 nebst Zins zu 6 % seit 30. Juni 2012 au f Fr. 6'634.90, 6% Zins auf Fr. 20.-- ab 14. September 2012 und 6% Zins auf Fr. 300.-- ab 5. Oktober 2012 zu bezahlen. (vgl. E. 5 hier- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht vor). Demzufolge ist der Rechtsvorschlag der Beklagten in d er Betreibung Nr. 21203414 des Betreibungsamtes C.____ vom 8. Oktober 2009 in diesem Umfang zu beseitigen. Da die im vorliegenden Gerichtsverfahren zugesprochene Umtriebsen tschädigung in der Höhe von Fr. 1'250.-- (vgl. E. 4.4 hiervor) indes nicht Gegenstand dieser Betreibung war, kann diesbezüg- lich keine Rechtsöffnung erfolgen. 6.3 Was die Betreibungskosten betrifft, so bilden die se selber nicht Gegenstand der Betrei- bung bzw. des Rechtsöffnungsentscheides. Das Rechtsöffnung sgericht verfügt jedoch im Ur- teilsdispositiv über deren Zusprechung (vgl. A NDRÉ PANCHAUD /M ARCEL CAPREZ , Die Rechtsöff- nung, Zürich 1980, § 164; Urteil des Kantonsgerichts, A bteilung Sozialversicherungsrecht, vom 9. April 2003 [Verfahren 2002/504], E. 6). Die Bekla gte ist demzufolge zu verpflichten, der Klä- gerin auch die Kosten des Zahlungsbefehls Nr. 21203414 des Betreibungsamtes C.____ vom 8. Oktober 2012 in der Höhe von Fr. 73.-- zu bezahlen. 7.1 Gestützt auf Art. 73 Abs. 2 BVG sind grundsätzlich kei ne Verfahrenskosten zu erheben. Vorbehalten bleiben allerdings Fälle mutwilliger ode r leichtsinniger Prozessführung. Beim Grundsatz der Einschränkung der Kostenfreiheit im Fall mutwilliger oder leichtsinniger Prozess- führung handelt es sich um einen allgemeinen prozessual en Grundsatz des Bundessozialversi- cherungsrechts (vgl. BGE 118 V 318). Entsprechend sieht § 20 Abs. 2 Satz 2 des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 vor, dass einer Partei, die sich mutwillig oder lei chtsinnig verhält, Verfahrenskosten aufer- legt werden können. Von einer mutwilligen oder leich tsinnigen Prozessführung ist dann auszu- gehen, wenn die Ergreifung eines Rechtsmittels aussichtsl os ist und die klagende oder Be- schwerde führende Partei diese Aussichtslosigkeit bei der ihr zumutbaren vernunftgemässen Überlegung ohne weiteres erkennen konnte, den Prozess abe r dennoch führt (vgl. dazu insbe- sondere BGE 128 V 324 E. 1b; SVR 2007 IV Nr. 19 E. 2 .2, je mit Hinweisen). Bei Prämienstrei- tigkeiten ist dabei zu beachten, dass bereits das vorprozessuale Verhalten des zahlungspflichti- gen Arbeitgebers mit zu berücksichtigen ist, da die Vorsor geeinrichtung hinsichtlich der ihr ge- schuldeten Beiträge nicht verfügen kann, sondern auf de n Betreibungsweg verwiesen ist (vgl. BGE 126 V 149 f.). Im vorliegenden Fall, in welchem die Beklagte jegliche Reaktion auf die mehrfachen Mahnungen der Klägerin unterlassen und oh ne jegliche Begründung Rechtsvor- schlag erhoben hatte (vgl. oben, Erwägung 4.2.1 hievor) , ging es der Beklagten nicht darum, einen richterlichen Entscheid zur Klärung der Sach- und Rechtslage zu erhalten. Vielmehr zielte sie offenbar darauf ab, ihre Zahlungspflicht durch Passi vität möglichst lange hinauszuschieben (vgl. BGE 124 V 288 Erw. 4b). Deren Verhalten ist desh alb als mutwillig bzw. mindestens als leichtsinnig zu bezeichnen. Es sind ihr für das vorliegen de Verfahren demnach reduzierte Ver- fahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.-- aufzuerlegen. 7.2 Die Bejahung einer mutwilligen oder leichtsinnige n Prozessführung begründet die Pflicht, die obsiegende Vorsorgeeinrichtung, soweit anwaltlich ve rtreten, zu entschädigen (vgl. BGE 128 V 323). Das prozessuale Verhalten der Beklagten ist auch in dieser Hinsicht nicht für sich allein, sondern in Verbindung mit ihrem vorpr ozessualen Verhalten zu würdigen. Es kann diesbezüglich auf das soeben Gesagte verwiesen wer den, wonach die Beklagte offen- sichtlich einzig darauf abzielte, ihre Zahlungspflicht hinauszuschieben (vgl. BGE 124 V 288 Erw. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4b). Der obsiegenden Klägerin ist für ihre Rechtsvertre tung deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beklagten zuzusprechen. Der eingereichten Honorarnote vom (recte) 27. Sep- tember 2013 zufolge ist der geltend gemachte Aufwand von insgesamt fünf Stunden als ange- messen zu bezeichnen. Gleiches gilt hinsichtlich der gelten d gemachten Auslagen im Umfang von insgesamt Fr. 281.--. Der anwaltliche Zeitaufwand ist zum Ansatz von Fr. 250.-- pro Stunde zu entgelten (vgl. § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. Novem- ber 2003). Dabei aber ist zu berücksichtigen, dass der Kläg erin für das vorliegende Verfahren bereits eine pauschale Umtriebsentschädigung in der Hö he von Fr. 1'250.-- zugesprochen wor- den ist (vgl. Erwägung 4.4 hievor). Diese Entschädigung deckt die anwaltlichen Bemühungen ihres Rechtsvertreters zumindest teilweise ab. In Anwendun g richterlichen Ermessens rechtfer- tigt sich daher aus Gründen der Billigkeit, die seitens d es Parteivertreters geltend gemachten Bemühungen um die Hälfte der der Beklagten für diese lbe prozessuale Angelegenheit bereits zugesprochenen Inkassoentschädigung - mithin um Fr. 625.-- (hälftiger Anteil von Fr. 500.-- für Klageinleitung sowie Fr. 750.-- für Rechtsöffnungsbege hren) - zu reduzieren. Die Beklagte hat der Klägerin somit eine Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 1'028.50 (5 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 281.-- sowie 8% M ehrwertsteuer abzüglich die hälftigen Inkassospesen von Fr. 625.--) zu bezahlen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Klage wird gutgeheissen und die Beklagte ve rpflichtet, der Klägerin Fr. 6'954.90 nebst 6% Zins % seit 30. Juni 2012 auf Fr . 6'634.90, 6% Zins auf Fr. 20.-- ab 14. September 2012 und 6% Zins auf Fr. 300.-- ab 5. Oktober 2012 sowie Fr. 1'250.-- nebst 6% Zins seit 1 2. Juli 2013 zu bezahlen. 2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 21203414d es Betrei- bungsamtes C.____ (Zahlungsbefehl vom 8. Oktober 2009) wird auf- gehoben und der Klägerin definitive Rechtsöffnung fü r den Betrag Fr. 6'954.90 nebst 6% Zins % seit 30. Juni 2012 auf Fr . 6'634.90, 6% Zins auf Fr. 20.-- ab 14. September 2012 und 6% Zins auf Fr. 300.-- ab 5. Oktober 2012 erteilt. 3. Die Beklagte hat der Klägerin die Kosten des Zahl ungsbefehls Nr. 21203414 des Betreibungsamtes C.____ vom 8. Oktober 2012 in der Höhe von Fr. 73.-- zu bezahlen. 4. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.-- w erden der Beklagten auferlegt. 5. Die Beklagte hat der Klägerin eine reduzierte Par teientschädigung im Umfang von Fr. 1'028.50 zu bezahlen.