B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5429/2014/mel U r t e i l v o m 3 1 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), Äthiopien, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. August 2014 / N (…). D-5429/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin und ihr Sohn stammen ihren eigenen Angaben zu Folge aus dem Dorf C._______ in Äthiopien, von wo sie am 25. No- vember 2010 aus gereist und anschliessend durch ihnen unbekannte Länder gereist seien. Am 7. Februar 2011 sind sie in die Schweiz eing e- reist. Am 9. November 2011 stellten sie im Empfangs- und Verfahrens- zentrum ( EVZ) D._______ Asylgesuche. Die Beschwerdeführerin wurde am 25. Februar 2011 im Transitzentrum Altstätten zu ihrer Person befragt (BzP; vgl. BFM -Akten A4/13) und am 8. Oktober 2013 ausführlich zu i h- rem Asylgesuch angehört (A12/21). B. Das Asylgesuch begründete die Beschwerdeführerin mit dem Verschwin- den ihres Ehemannes. Wegen ihm sei sie ausgereist. Ihr Ehemann sei eines Tages in die Stadt gegangen und nicht mehr zurückgekommen. Sie habe in der Folge angefangen nachzufragen , bis eines Tages die Polizei gekommen sei, sie verhaftet und fü r dreieinhalb Monate inhaftiert habe . Ihr Bruder habe ihren Ehemann zuletzt in der Stadt E._______ gesehen. Die Verwaltung vom Dorf habe danach wissen wollen, wo sich der Eh e- mann bef inde. Der Ortsverwalter habe ihr Schwierigkeiten bereitet und gesagt, dass ihr Ehemann zu den Widerstand skämpfern gegangen sei . Zwei Wochen nach de ssen Verschwinden sei die Polizei gekommen. Ein Mann, den die Beschwerdeführerin kenne , habe eine Bürgschaft geleis- tet, woraufhin sie aus dem Gefängnis entlassen w orden sei. Unmittelbar nach der Freilassung sei sie mit ihrem Sohn ausgereist. C. Mit Asylentscheid vom 22. August 2014 – zugestellt am 25. August 2014 – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin und ihr Sohn erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht , und lehnte die Asylgesuche ab. Die Vorin- stanz wies die Beschwerdeführerin und ihren Sohn weg und ordnete den Wegweisungsvollzug an. D. Mit (undatierter) Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (einge- gangen am 24. September 2014) beantragt die Beschwerdeführerin die Verfügung des BFM sei aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft sei anz u- erkennen und es sei Asyl zu gewähren. Ferner sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und die vorläufige Aufnahme sei anzuordnen. Es sei die unentgeltliche Pr o-D-5429/2014 Seite 3 zessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses zu verzichten. E. Mit Zwischenverfügung vom 29. September 2014 hiess der Instruktion s- richter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge- mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und es wurde auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses verzichtet. F. Mit Vernehmlassung vom 1. Oktober 2014 hielt das BFM an dessen Ver- fügung vollumfänglich fest. Die Vernehmlassung wurde den Beschwerde- führenden vom Bundesverwaltungsgericht am 2. Oktober 2014 zur Kenntnis gebracht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welch em die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 D-5429/2014 Seite 4 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. 2.1 Gemäss Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylgesetzes gilt für die im Zeitpunkt des Inkraf t- tretens der Änderung vom 14. Dezember 2012 dieses Gesetzes hängigen Verfahren mit Ausnahme der Absätze 2–4 das neue Recht. 2.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nac hteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 3.2.1 Wer um Asyl nachsuch t, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw ei- sen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlic h- keit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bun- desverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glau bhaftmachen der Vorbringen in einem jüngeren Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier vorab verwiesen werden (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 3.2.2 Die Realkennzeichen sollen es den entscheidenden Behörden e r- lauben, die Aussagen der asylsuchenden Person möglichst objektiv und D-5429/2014 Seite 5 rechtsgleich zu beurteilen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit ist a l- lerdings ein objektivierter, nicht ein objektiver Massstab anzuwenden: In die Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Vorbringen müssen auch relevan- te individuelle Aspekte der asylsuchenden Person einbezogen werden (vgl. Urteil des BVGer E –1917/2014 vom 21. Mai 2014 , E. 7.1.2 mit Ver- weis auf EMARK 2005 Nr. 21, E. 6.1). Entsprechend sind bei der Anwen- dung des Beweismasses gewisse persönliche Umstände der asyls u- chenden Person zu berücksichtigen. Hat diese zum Beispiel überdurc h- schnittliche Schwierigkeiten, sich klar und strukturiert auszudrücken, und liegen dafür objektive Gründe vor, muss das BFM dies im Rahmen der Beweiswürdigung und der Prüfung der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen be- rücksichtigen. Solche objektiven Gründe können zum Beispiel in einem tiefen Bildungsniveau, geringen intellektuellen Fähigkeiten, dem Alter oder psychischen Problemen liegen. Dies folgt im Übrigen auch aus dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung, der für das gesamte Verwa l- tungs- und Beschwerdeverfahren g ilt und die Bundesbehörden und -gerichte verpflichtet, die Beweise frei, umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (Art. 19 VwVG in Verbindung mit Art. 40 des Bundesg esetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP , SR 273]). 4. 4.1 Das BFM begründet seine Verfügung damit, die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum Verschwinden des Ehemannes und der Suche nach ihm seien oberflächlich und realitätsfremd aus gefallen. Es sei ihr nicht gelungen, detaillierte Aussagen über die zweiwöchig e Suche nach ihm zu machen. Die diesbezüglichen Angaben seien wenig substantiiert geblieben und d ie Ausführungen dazu würden teilweise auch der Logik des Handelns widersprechen. Ferne r habe sich die Beschwerdeführerin widersprüchlich zu ihrer Inhaftierung geäussert. Ebenso wäre zu erwarten gewesen, dass sie den Gefängnisalltag stichhaltiger hätte beschreiben können. Die Schilderungen zur Flucht seien schliesslich ebenfalls un- glaubhaft ausgefallen. Der von den Behörden gegenüber der Beschwer- deführerin erhobene Vorwurf, ihr Ehemann habe sich der Kinijit ange- schlossen, erstaune, handle es sich dabei doch um eine legale Oppositi- onspartei Äthiopiens, welche auch bei der nationalen Wahlkommis sion (NEBE) registriert sei. Es treffe zu , dass es nach den Wahlen 2005 zu massiven Einschüchterungskampagnen gegen die legale Opposition ge- kommen sei. Die Aussagen der Beschwerdeführerin seien insoweit nicht nachvollziehbar, als sie nicht habe sagen könne n, was die politischen Überzeugungen ihres Ehemannes und ihres Schwiegervaters seien, und warum die Behörden gerade ihren Ehemann als eine für sie gefährdende D-5429/2014 Seite 6 Komponente gesehen haben sollten. Schliesslich weist das BFM auf den Umstand hin, dass die Beschw erdeführerin bis heute keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern und den restlichen Familienangehörigen habe, was es als weiteres Unglaubhaftigkeitselement wertet . Die Erklärungen der Beschwerdeführerin dazu vermöchten nicht zu überzeugen und w i- dersprächen jeglicher Lebenserfahrung. Hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung gelangt das BFM zum Schluss, dass weder die herrschende politischen Situation noch andere Gründe einen Wegweisungsvollzug nach Äthiopien als unzumutbar erscheinen lassen. 4.2 In der Be schwerde wird geltend gemacht, die Beschwerdeführerin brauche "unbedingt" den Schutz der Schweiz. Sie führt aus, ihre Vorbrin- gen seien sehr wohl glaubhaft; offensichtlich verstehe das Bundesamt nicht, was ihre Situation als Frau in Äthiopien sei. Sie sei w irklich in G e- fahr, sie wolle nur ihr Leben retten und mit ihrem Sohn "auf keinen Fall" zurückkehren. Sie habe versucht, alles so genau zu schildern, wie es ihr möglich gewesen sei. Sie sei eine einfache Frau und nicht gewohnt, au s- führlich zu antworten. Sie verstünde nicht, was genau und wie viel man "hier in der Schweiz" von ihr wissen wolle. Sie habe alles gesagt, was sie wisse. Sie habe nicht gewusst, was ihr Ehemann gemacht habe, weil er es ihr nie erzählt habe. Der Kultur entsprechend erzähle der Mann s einer Frau nicht viel. Man spreche nur über den Alltag. Es stimme nicht, wenn das BFM im Entscheid sage, sie habe zu wenig erzählt. Da sie keine Schwierigkeiten gewollt habe, habe sie nicht die Polizei, sondern alle ihre Bekannten und Verwandten nach ihrem Ehemann gefragt. Die Stelle, wo man nachfrage, sei die Verwaltung und sie habe den Namen der Person, an die sie sich gewandt habe, angegeben. Bezüglich der Verhaftung habe sie "so gut wie es geht erzählt" und hinsichtlich des Gefängnisaufentha l- tes sei man wie "nicht existent ". Den Bürgen betreffend habe sie den Namen gesagt, dass er ein Freund ihres Vaters gewesen sei, Handel trei- be und Häuser vermiete. Mehr könne sie da zu nicht sagen. Die B e- schwerdeführerin unterstreicht sodann, dass sie "wirklich in Gefa hr" sei. Betreffend die vom BFM festge stellte Zumutbarkeit des Wegweisung s- vollzugs bringt die B eschwerdeführerin in ihrer Eingabe vor, ihr Sohn ha- be sich in der Schule gut eingelebt, sie seien schon eine längere Zeit in der Schweiz und in Äthiopien hätten sie und ihr Sohn keine Zukunft. 5. 5.1 Dem BFM muss die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder z u- mindest glaubhaft gemacht werden (vgl. E. 3.2). D-5429/2014 Seite 7 5.2 Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die geltend gemachte Verfolgungssituation nicht geglaubt werden kann, ist nicht zu beansta n- den. Die Glaubhaftigkeit der Vorbringen wird vom BFM nicht zu Unrecht verneint. 5.2.1 Das BFM führt in seinem Entscheid eingehend aus, in welchen Punkten und inwiefern die Schilderungen der Beschwerdeführerin ober- flächlich und realitätsfremd ausgefallen sind und teilweise der Logik des Handelns, teilweise auch der Lebenserfahrung widersprechen. Der Vorin- stanz ist beizupflichten, inwiefern reale und tatsächliche Kennzeichen des Geschehensablaufs vermisst werden. Sie hat auch zutreffend ausgeführt, wo minimale Detailkenntnis se oder ein persönlicher Realitätsbezug e r- kennbar sein müsste n. Mit ihren Ausführungen zum Verschwinden des Ehemannes, zur dreimonatigen Haft und der Freilassung vermag die Be- schwerdeführerin nicht stichhaltig zu überzeugen, dass sie sich in der von ihr beschriebenen Lage befunden habe. Gerade e inschneidende Erle b- nisse wie hier das Verschwinden des Ehepartner s, die Suche nach ihm und eine Haftzeit unter Umständen, wie sie in Äthiopien herrschen, müss- ten glaubhaft dargestellt und in der erwarteten Tiefe wiedergegeben wer- den können. Es erstaunt, dass sich die Beschwerdeführerin mit der An t- wort ihres Bruders begnügt habe, er habe ihren Ehemann in der Stadt gesehen (A12/21, F101 f.). Es wäre zu erwarten, dass sich eine Ehefrau genau nach dem Verbleib ihres Ehemannes erkundigen und sich nicht mit pauschalen Antworten begnügen würde. Es kann auch nicht nachvollz o- gen werden, dass sie sich nicht mit ihrem Schwiegervater in Verbindung gesetzt habe, der als (…) im Dorf eine Respektsperson gewesen sei und möglicherweise über den Verbleib seines Sohnes etwas hätte wissen können. Ferner überzeugen die Schilderungen zur vorgebrachten Haft und insbesondere zur Freilassung nicht (A12/21, F149 ff.). Die B e- schwerdeführerin hätte in der Lage sein müssen, diese ausserordentliche freiheitseinschneidende Erfahrung detailliert beschreiben zu können, was ihr nicht gelungen ist. Gerade das Vorbringen in der Beschwerde, man sei im Gefängnis "wie nicht existent" , hätte eine ausführliche entsprechende Schilderung erwarten lassen. 5.2.2 Der Beschwerdeführerin gelingt es damit nicht, mit der Rechtsschrift die erheblichen Zweifel und Vorbehalte der Vorinstanz an der Glaubha f- tigkeit ihrer Vorbringen umzustossen. Diesbezüglich begnügt sie sich mit Ausführungen wie, sie sei es nicht gewohnt, ausführlich zu antworten und sie verstehe nicht, weshalb das Bundesamt finde, sie habe nicht gut e r- klärt. Mit diesen Argumenten und den in der Beschwerde schrift vorg e-D-5429/2014 Seite 8 brachten Wiederholungen gelingt es ihr indessen nicht, die von der Vorin- stanz dargelegte einlässliche Argumentation, inwiefern die Vorbringen der Beschwerdeführerin überwiegend unglaubhaft seien, umzustossen. 5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen kö n- nen, weshalb die Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtling s- eigenschaft nicht erfüllt sind. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführun- gen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, da sie an der Würd i- gung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Die Vor- instanz hat die Asylgesuche der Beschwerdeführenden zu Recht abg e- lehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Sch weiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigste ns glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegensteh en (Art. 83 Abs. 3 AuG). D-5429/2014 Seite 9 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gege n Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Be- schwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nic htrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdefüh- renden nach Äthiopien ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführen- den noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr (« real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschi e- bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008 , Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies ist der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Erwägungen zum Asylpunkt nicht gelungen (vgl. Ziff. 4.1 f.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Äthiopien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulä s- sig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung s o- wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zu- lässig. D-5429/2014 Seite 10 7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.4.1 Im Grundsatzentscheid des Bundesverwaltungsgericht s BVGE 2011/25, E. 8 wird die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs alleinst e- hender Frauen nach Äthiopien bejaht. Das Gericht ging trotz der darg e- stellten schwierigen Lebensumstände für alleinstehende Frauen in Äthi o- pien davon aus, dass es gelingen dürfe, sich wirtschaftlich und sozial in ihrem Heimatland wieder zu integrieren. Ferner erachtete das Gericht den Wegweisungsvollzug der relativ jungen und laut Akten gesunden Frau in Übereinstimmung mit dem BFM als zumutbar (a.a.O., E. 8.6 in fine). 7.4.2 Die Beschwerdeführerin nimmt in Bezug auf den Wegweisungsvol l- zug zu ihrer Person keine Stellung und führt nicht aus , weshalb es für sie nicht zumutbar sei, in ihr Heimatland zurückzukehren. Für ihren Sohn führt sie indessen aus, er sei hier sehr gut integriert, er sei gut in der Schule, er sei auch in einem Leichtathletik-Sportverein und in drei Diszip- linen der Fünftbeste seines Jahrgangs in der Schweiz. Die Ausführungen der Vorinstanz überzeugen und den Vorbringen der Beschwerdeführerin ist nichts zu entnehmen, was die Einschätzung des BFM als unzutreffend erscheinen liesse. Obwohl ihr Sohn inzwischen die Sekundarschule be- sucht, ist doch festzuhalten, dass er noch in ei nem anpassungsfähigen Alter ist. Eine Rückkehr nach Äthiopien stellt zweifellos eine Veränderung dar, sowohl für die Beschwerdeführerin als auch für ihren Sohn . Sie wer- den aller Voraussicht nach dazu in de r Lage sein, sich im Heimatland wieder zu integriere n und dort Anschluss zu finden. Gerade auch, weil beinahe die komplette Familie, die sie bei der Reintegration unterstützen kann, in C._______ lebt. 7.4.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.5 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden , sich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwend i- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). D-5429/2014 Seite 11 7.6 Zusammenfassend hat die Vo rinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde i st abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerde- führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihnen mit Zwische n- verfügung vom 29. September 2014 die unentgeltliche Rechtspflege g e- währt w urde und sich an den entsprechenden Voraussetzungen nichts geändert hat, sind indessen keine Verfahrenskosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) D-5429/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand: