Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Januar 2019 ( 715 18 259 / 1) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung bejaht. Eine ärztliche Bescheinigung, welche eine Weiterführung der bisherigen Stelle für die Beschwerdeführerin in objektiver Hin- sicht unzumutbar erscheinen liesse, liegt nicht vor. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtss chreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Die 1990 geborene A.____ war seit dem 2. April 2 013 bei der B.____ AG angestellt. Am 26. Februar 2018 kündigte sie das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der gesetzlichen Kündi- gungsfrist per 28. März 2018. Am 22. März 2018 meldete sie sich zur Arbeitsvermittlung an und erhob am 25. März 2018 bei der Öffentlichen Arbeits losenkasse Baselland (Kasse) Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab 2. April 2018. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Verfügung vom 15. Mai 2018 stellte die Kasse d ie Versicherte mit Wirkung ab 29. März 2018 wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 34 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein. Daran hielt sie mit Einsprach eentscheid vom 13. Juni 2018 fest. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass die Versicherte die Anstellung aus ge- sundheitlichen Gründen beendet habe. Die ihr ausgestell ten Arztzeugnisse würden die recht- sprechungsgemässen Vorgaben jedoch nicht erfüllen, wonach insbesondere ersichtlich sein müsse, aus welchen konkreten Gründen die Verrichtung der bisherigen Arbeit gesundheitsge- fährdend und deshalb unzumutbar gewesen sei. Zumal sich d ie Versicherte erst am 12. März 2018 in ärztliche Behandlung begeben habe, ihren Arbeitsvertrag indessen bereits Ende Febru- ar 2018 gekündet habe, sei eine medizinisch begründete U nzumutbarkeit des Verbleibens am bisherigen Arbeitsplatz nicht erbracht. C. Hiergegen erhob A.____ am 20. August 2018 Beschwerd e beim Kantonsgericht, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und bean tragte die Aufhebung des Ein- spracheentscheids vom 13. Juni 2018. Zur Begründung macht e sie im Wesentlichen geltend, dass die Kündigung zu ihrem eigenen Schutz notwendig gewesen sei. Aus Verzweiflung habe sie noch vor der ärztlichen Bescheinigung gekündet. Ein längeres Zuwarten hätte die Inkauf- nahme gravierender gesundheitlicher Probleme zur Folge gehabt. Diese Tatsache sei von ihrer Ärztin nachträglich bestätigt worden. D. Die Kasse schloss mit Vernehmlassung vom 12. November 2018 auf Abweisung der Beschwerde. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist soweit n otwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Geri cht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Nach § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungs- recht des Kantonsgerichts bei Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10‘000.—. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Beschwe rdeführerin zu Recht wegen selbst- verschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 34 Tagen in der Anspruchsberechtigung einge- stellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 156.05 beläuft sich der Streitwert auf Fr. 5‘305.70. Die An- gelegenheit ist deshalb präsidial zu entscheiden. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in d er Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwal- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits - und Verschuldensprinzip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , in: Schindler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Schweizeri - sches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslo senversicherung, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 828). 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicher te Person in der Anspruchsberechti- gung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arb eitslos geworden ist. Ein Selbstver- schulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt dan n vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven F aktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versi- cherten Person liegt, für das die Versicherung die Haftu ng nicht übernimmt (ARV 1998 N 9 S. 44 E. 2b). Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn die versicherte Person das Arbeitsver- hältnis von sich aus kündigt, ohne dass ihr eine andere Ste lle zugesichert war (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). 2.3 Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die Schadenminderungspflicht (Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihre Gr enze grundsätzlich im Zumutbarkeits- gedanken. So gilt nach Art. 16 Abs. 1 AVIG eine Arbeit noch als zumutbar, die den berufs- und ortsüblichen, insbesondere den gesamt- und normalarbe itsvertraglichen Bedingungen ent- spricht, den Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand der arbeitslosen Person angemessen ist und die Wiederbeschäftigung in ihrem Beruf nicht wese ntlich erschwert. Das Bundesgericht hat in konstanter Praxis entschieden, dass bei der Frage der Zu mutbarkeit bzw. Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab anzule gen ist (BGE 124 V 238 E. 4; bestätigt im Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2017, 8C_66/2017, E. 2; N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 838). Wenn nicht besondere Umstände vorli egen, darf einer versicherten Person zugemutet werden, wenigstens so lange am Arbeitsplatz zu ve rbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat (GERHARD GERHARDS , Kommentar zum AVIG, Bd. I, N. 27 zu Art. 16; J ACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zür ich 1998, S. 116). Die Zu- mutbarkeit zum Verbleiben an der bisherigen Arbeitsstel le wird dabei strenger beurteilt als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b/bb mit Hinweisen). 2.4 Der Begriff der Unzumutbarkeit ist im Lichte von Art. 20 lit. c des Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 21. J uni 1988 über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit (IAO-Übereinkommen ; für die Schweiz in Kraft seit dem 17. Oktober 1991) auszulegen. Staatsvertraglich wird nur das freiwillige ( „ volontairement“) Auf- geben einer Stelle ohne triftigen Grund („sans motif légitime“ ) sanktioniert. Damit dürfen bei einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten Anfor- derungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeit splatz gestellt werden; insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggr ünde der versicherten Person zu berücksichtigen. Vermag die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen, kann nicht von einer freiwilligen Preisgabe de r Beschäftigung im Sinne des Überein- kommens gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.5 Als legitimer Grund im vorgenannten Sinne gilt d ie Kündigung einer Arbeitsstelle, die die Gesundheit der versicherten Person gefährdet. Gesundhei tsgefährdende Arbeitsstellen sind nicht (mehr) zumutbar im Sinne von Art. 16 AVIG. Eine Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) belegt sein. Aus Gründen der Rechtssicherh eit darf sich die Arbeitslosenkasse nicht mit blossen Behauptungen der versicherten Person be gnügen, sondern benötigt vielmehr zweckdienliche Beweismittel, welche primär die versicherte P erson im Rahmen der ihr oblie- genden Mitwirkungspflicht bei der Abklärung des Sachver halts beizubringen hat (BGE 124 V 234 E. 4b/bb). Ärztliche Zeugnisse müssen einerseits eine Diagnose und anderseits eine aus- sagekräftige Erklärung für die Arbeitsunfähigkeit (Kausalität) enthalten. 2.6 Dagegen vermögen ein schlechtes Arbeitsklima und Mei nungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen grundsätzlich keine Unzu mutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses zu begründen (SVR 1997 ALV Nr. 105 S. 323, C128/96). Bei Schwierigkei- ten wie Auseinandersetzungen, Stresssituationen und derg leichen ist es der versicherten Per- son grundsätzlich zuzumuten, ihre Stelle nicht ohne Zusic herung einer neuen Anschlussstelle aufzugeben. Das Bundesgericht hat festgehalten, dass belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz eine vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht r echtfertigen. Sie können aber allen- falls beim Verschulden berücksichtigt werden (Urteil des E idgenössischen Versicherungsge- richts [EVG, seit 2007 Schweizerisches Bundesgericht] vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 3.2 mit Hinweisen). Auch ein den Vorstellungen der versicher ten Person nicht entsprechendes Be- triebsklima genügt hierzu keineswegs (ARV 1986 Nr. 24 S. 95). 3.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass das sozialver- sicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe schwerdeverfahren vom Unter- suchungsgrundsatz beherrscht wird. Danach haben Versicherung sträger und Gerichte von Am- tes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies be deutet, dass in Bezug auf den rechtser- heblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivor- bringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anha ltspunkte hinreichender Anlass be- steht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106 /2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwir- kungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). 3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen d ie vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfüge nde Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bew iesen annehmen, wenn sie von ih- rem Bestehen überzeugt sind (M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarst ellung zu folgen, die es von allen mögli- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b; 125 V 195; 121 V 47 E. 2a; 208 E. 6b mit Hinweis). 4.1 Es steht fest, dass die Beschwerdeführerin ihr Arbeit sverhältnis am 26. Februar 2018 per Ende März 2018 aufgelöst hat, ohne dass ihr im Künd igungszeitpunkt von anderer Seite verbindlich bereits eine neue Arbeitsstelle zugesichert gewesen wäre. Die Frage der Einstellung in der Anspruchsberechtigung beurteilt sich demgemäss d anach, ob ihr ein Verbleiben an der bisherigen Arbeitsstelle bis zum Auffinden einer neuen Anstellung zumutbar gewesen wäre (oben, Erwägung 2.3). Damit ist zu prüfen, ob die vo n der Beschwerdeführerin vorgebrachte Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz aus gesundh eitlichen Gründen durch ein ein- deutiges ärztliches Zeugnis oder durch andere geeignete B eweismittel belegt ist (oben, Erwä- gung 2.5). 4.2 Der Bestätigung von Dr. med. C.____, FMH Allgeme ine und Innere Medizin, vom 2. März 2018 kann entnommen werden, dass die Versicherte gekündigt habe, um keinen nach- haltigen Schaden an ihrer Gesundheit zu nehmen. Am je tzigen Arbeitsplatz sei keine Arbeitsfä- higkeit gegeben. Voraussichtlich werde sie wieder ab 20. März 2018 vollständig arbeitsfähig sein. Ein Besuch der Schule sei möglich (Akten der Kasse, Dok 80). Diese Angaben decken sich mit der Krankschreibung im ärztlichen Zeugnis von Dr. C.____ vom 2. März 2018, wonach die Versicherte seit 2. März 2018 in ärztlicher Behandl ung stehe und seit dem 2. März 2018 voraussichtlich für die Dauer von zwei Wochen vollständig a rbeitsunfähig sei. Aus dem ärztli- chen Zeugnis von Dr. C.____ vom 16. März 2018 geht soda nn hervor, dass die Versicherte wegen Krankheit vom 2. März 2018 bis zum 31. März 2018 zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei (Beilagen zur Beschwerdebegründung). Dem Arztzeugnis von Dr. C.____ zu Handen der Kasse vom 10. April 2018 (Akten der Kasse, Dok 55) kann e ntnommen werden, dass die Versi- cherte vom 2. März 2018 bis 31. März 2018 wegen Krankhei t vollständig arbeitsunfähig gewe- sen sei. Ab 1. April 2018 sei sie ohne Einschränkung wied er voll arbeitsfähig. Aus dem Arzt- zeugnis betreffend die Auflösung des Arbeitsverhältnisse s aus gesundheitlichen Gründen (Ak- ten der Kasse, Dok 54) geht hervor, dass die Versicherte b ei Dr. C.____ seit dem 12. März 2018 in Behandlung gestanden sei. Die Frage, ob die P atientin gesundheitliche Probleme ge- schildert habe, die aufgrund der Tätigkeit beim Arbeit geber entstanden seien oder die sie bei der Arbeit beeinträchtigt hätten, wurde bejaht. Es h ätten Schlafstörungen, eine Ängstlichkeit sowie grippale Beschwerden vorgelegen. Auch die Frage, ob aufgrund eigener ärztlicher Unter- suchungen und eigener, medizinischer Einschätzung der Schlu ss gezogen werde, dass es der Patientin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumut bar gewesen sei, am bisherigen Ar- beitsplatz zu verbleiben, bejahte die Ärztin. Wegen ge sundheitlicher Unzumutbarkeit sei die Patientin vom 2. März 2018 bis Ende März 2018 vollständig arbeitsunfähig gewesen. Ab 1. April 2018 sei sie an einem anderen Arbeitsplatz jedoch wieder voll arbeitsfähig. Aus dem Kurzbe- richt von Dr. C.____ vom 14. August 2018 (Beilage zur B eschwerdebegründung) geht schliess- lich hervor, dass sich die Versicherte am 2. März 2018 bei ihr in ärztliche Behandlung begeben habe einerseits wegen eines grippalen Infekts, aber a uch, weil sie sich völlig erschöpft gefühlt habe, schlecht geschlafen habe, und weil sich Ängste entw ickelt hätten. Auf Nachfrage hin ha- be sie von deutlichen Stress- und Trauersymptomen bericht et, so dass sie aufgrund der anhal- tend sehr schwierigen Arbeitsplatzsituation keinen andere n Ausweg gesehen habe, als auf En- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht de März 2018 ihre Arbeitsstelle zu kündigen. Daraufhin habe sie sie wegen des Infektes krank- geschrieben, habe aber wegen der psychischen Situation e inen Kontrolltermin vereinbart. Am 12. März 2018 habe die Versicherte sodann berichtet, dass sie wieder aus dem Haus gehe und der Schlaf etwas besser sei. Sie habe aber noch immer sehr angespannt und ängstlich gewirkt. Sie habe sich psychisch nicht in der Lage gesehen, nochmal s an ihren Arbeitsplatz zurückzu- kehren. So habe sie die Patientin für den Rest des Monats krankgeschrieben. 5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass ihre Kün digung zum Selbstschutz zwin- gend notwendig gewesen sei. Ein längeres Zuwarten hätt e die Inkaufnahme gravierender ge- sundheitlicher Probleme mit ungewissem Ausgang zur Folge gehabt. Die Kasse stellt sich dem- gegenüber auf den Standpunkt, dass trotz den eingereich ten ärztlichen Berichten aus arbeitslo- senversicherungsrechtlicher Sicht nicht hinreichend erstel lt sei, dass ein Verbleib im zugewie- senen Einsatzbetrieb für die Beschwerdeführerin gesundheitsgefährdend gewesen sei. Die ein- gereichten ärztlichen Unterlagen würden den Anforderu ngen an ein rechtsgenügliches Arzt- zeugnis nicht genügen. 5.2 Wie bereits erwähnt (oben, Erwägung 2.5) ist die Unzumutbarkeit des Verbleibens an einer Arbeitsstelle nur dann zu bejahen, wenn die ver sicherte Person die Umstände für die Kündigung durch ein echtzeitliches und eindeutiges ärztl iches Zeugnis belegen kann. Diese Voraussetzungen sind hier nicht erfüllt. Der Beschwerdefü hrerin ist zwar beizupflichten, dass sie sich nicht erst am 12. März 2018, sondern offenbar b ereits am 2. März 2018 erstmals in ärztliche Behandlung begeben hat (Kurzbericht von Dr. C. ____ vom 14. August 2018). Dies ändert jedoch nichts daran, dass sie ihre Stelle gekündi gt hat, noch bevor sie ihre Hausärztin überhaupt zu Rate gezogen hat (Kündigung vom 26. Febr uar 2018, Akten der Kasse, Dok 52). Diese Tatsache ist zwischen den Parteien zu Recht grundsät zlich unbestritten geblieben (vgl. Beschwerdebegründung vom 17. August 2018, a.E.). Die Echtzeitlichkeit eines ärztlichen Zeugnisses aber ist zu verneinen, wenn die Konsultation beim Arzt sowie die Ausstellung des entsprechenden Arztzeugnisses erst nach der Kündigungserkl ärung erfolgen (Urteil des Kan- tonsgerichts Basel-Landschaft vom 10. Juli 2014, Abteil ung Sozialversicherungsrecht, 715 13 366 E. 5.5). Nicht anders verhält es sich im vorliegenden Fall. Auch hier liegt kein echtzeitliches Zeugnis vor, wie es aber vorausgesetzt wäre, um die Unzumutbarkeit des Verbleibs am bisheri- gen Arbeitsplatz zu belegen. Daran kann auch die erst nachträglich ergangene Bestätigung von Dr. C.____ vom 14. August 2018 nichts ändern. 5.3 Die Unterlagen der behandelnden Ärztin überzeuge n auch inhaltlich nicht. Es liegt keine ärztliche Bescheinigung vor, welche eine Weiterführung de r bisherigen Stelle für die Beschwer- deführerin in objektiver Hinsicht unzumutbar erscheine n liesse. Bei der Bescheinigung von Dr. C.____ vom 2. März 2018 handelt es sich lediglich um di e Wiedergabe der von der Versicher- ten selbst empfundenen Sichtweise, noch bevor sie sich üb erhaupt in ärztliche Behandlung be- geben hatte. Eine objektive Bescheinigung im Sinne de r rechtsprechungsgemäss strengen Vo- raussetzungen liegt damit nicht vor. Ebenso wenig vermag der Kurzbericht von Dr. C.____ vom 14. August 2018 zu überzeugen. Daraus geht vielmehr herv or, dass die Erstkonsultation am 2. März 2018 offenbar primär infolge eines grippalen Infekts erfolgt ist. Dass die ebenfalls ge- klagte Erschöpfung, die Schlafstörungen und Ängste auf d as Arbeitsverhältnis zurückzuführen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewesen wären, ergibt sich daraus nicht. Dr. C.____ gib t darin wiederum lediglich die subjekti- ven Beweggründe wieder, welche die Versicherte bewogen hatten, per Ende März 2018 zu kündigen. Ebenso wenig lässt sich im Zusammenhang mit der von der Versicherten gegenüber ihrer Ärztin geklagten Stress- und Trauersymptomatik able iten, dass der Arbeitsplatz aus ge- sundheitlichen Gründen hätte aufgelöst werden müssen. D as Gegenteil ist der Fall: Wie bereits erwähnt hält die behandelnde Ärztin in ihrem Kurzberi cht vom 14. August 2018 vielmehr fest, dass die Versicherte zunächst wegen eines Infekts krankgesc hrieben worden sei. Nachdem sich die psychische Situation anlässlich des Kontrolltermins vom 12. März 2018 offenbar gar etwas verbessert hatte, wurde die Versicherte von ihrer Ärztin für den Rest des Monats sodann erneut krankgeschrieben. Diese erst nachträglich bescheini gte Arbeitsunfähigkeit scheint aber in Nachachtung der Anliegen der Beschwerdeführerin erfolgt zu sein. Jedenfalls gibt Dr. C.____ keine eigenständige Diagnose oder Prognose aus eigener Sicht wieder. Die Tatsache, dass die Versicherte bei ihrer Ärztin einen weiterhin angespannt en und ängstlichen Eindruck hinterlas- sen hatte, vermag lediglich eine allfällige Arbeitsunf ähigkeit, nicht aber eine Unzumutbarkeit in Bezug auf den Verbleib beim bisherigen Arbeitsplatz zu begründen. Solches geht aus dem Kurzbericht von Dr. C.____ vom 14. August 2018 jedenfal ls nicht hervor. Letztlich kann auch den übrigen Bescheinigungen von Dr. C.____ nicht entnommen werden, ob und allenfalls inwie- fern zwischen der von ihr festgestellten Anspannung un d Ängstlichkeit einerseits sowie der Ar- beitssituation der Versicherten andererseits ein Zusammenh ang bestanden hatte. Daran ver- mag auch die erst nachträgliche Bescheinigung im Arztzeu gnis betreffend die Auflösung des Arbeitsverhältnisses (Akten der Kasse, Dok 54) nichts zu ändern. 5.4 In objektiver Hinsicht liegt mit den ärztlichen Unte rlagen von Dr. C.____ weder eine ärzt- liche Empfehlung noch eine widerspruchsfreie und schlüssig e Bestätigung vor, dass eine Kün- digung objektiv angezeigt gewesen wäre. Gegen eine Ge sundheitsschädigung, welche eine sofortige Kündigung notwendig gemacht hätte, spricht a usserdem der Umstand, dass sich in den Akten keinerlei Anhaltspunkte finden lassen, wonach in der weiter zurückliegenden Ver- gangenheit bereits einmal eine Arbeitsunfähigkeit best anden hätte. Die Beschwerdeführerin macht ausserdem auch nicht geltend, dass sie vor ihrer Kü ndigung um eine Reduktion der Ar- beitsbelastung bemüht gewesen wäre oder dass sie bereits vorgängig eine ärztliche Beratung und Behandlung in Anspruch genommen hätte. Bei dieser Aktenlage wäre es ihr in arbeitslo- senversicherungsrechtlicher Hinsicht deshalb zumutbar gewesen, ihre Anstellung – gegebenen- falls unter einer vorübergehenden Krankschreibung oder einer allfälligen ärztlichen Therapie – vorerst beizubehalten. Der Beschwerdegegnerin ist daher beizupflichten, dass die Beschwerde- führerin für ihr entsprechendes Fehlverhalten in arbe itslosversicherungsrechtlicher Hinsicht – nämlich die Auflösung des Arbeitsverhältnisses ohne Zusic herung einer anderen Anstellung – trotz allfälliger gesundheitlicher Probleme einzustehen hat. Die Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ist im Grundsatz somit nicht zu bean- standen. 6.1 Es verbleibt zu überprüfen, ob die verfügte Einstel lungsdauer von 34 Tagen angemes- sen ist. Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsber echtigung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchste ns 60 Tage (vgl. Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 45 Abs. 2 AVIV wird die Einste llung in der Anspruchsberechtigung ab- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gestuft; sie dauert 1-15 Tage bei leichtem (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31- 60 Tage bei schwerem (lit. c) Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens fällt die Arbeitslosenkas- se ihren Entscheid nach pflichtgemässem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialversi- cherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts die angef ochtene Verfügung auch auf deren Angemessenheit zu überprüfen. Sie greift jedoch bei d er Beurteilung der von der Arbeitslosen- kasse angeordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Z urückhaltung in deren Ermes- sensspielraum ein. 6.2 Vorliegend hat die Kasse das Verhalten der Versiche rten als schweres Verschulden qualifiziert und die Dauer der Einstellung auf 34 Ta ge festgesetzt. Dabei unterschritt sie die bei selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit übliche Einstelldauer von 36 Tagen. Bei der Festlegung der Dauer der Einstellung zu Gunsten der Beschwerdeführeri n hat sie berücksichtigt, dass die Ver- sicherte offenbar gesundheitlich angeschlagen war. Wie vorstehend dargelegt wurde, ist jedoch nicht ausreichend belegt, dass die Weiterführung der bi sherigen Stelle für die Beschwerdefüh- rerin aus gesundheitlicher Sicht nicht zumutbar gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin hat ihre Arbeitsstelle vor der Zusicherung einer neuen Anstellung aufgegeben und musste deshalb auch damit rechnen, nach Ablauf der Kündigungsfrist arbeitslos zu werden. Gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt ein schweres Verschulden vor, wenn die versich erte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung ei ner neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat. Wie oben dargelegt besteht kein Grund, – insbesond ere auch keine Unzumutbarkeit aus gesundheitlicher Sicht – der die Kündigung der Beschwer deführerin entschuldigen würde, wes- halb ein schweres Verschulden vorliegt. Mit einer Einstel ldauer von 34 Tagen bewegt sich die Beschwerdegegnerin an der unteren Grenze der gesetzlich vorgesehenen Dauer für ein schwe- res Verschulden. Die von ihr verfügte Einstellungsdauer i st deshalb ebenfalls nicht zu bean- standen. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu erheben. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.