Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. Oktober 2015 (710 14 61) ____________________________________________________________________ Alters- und Hinterlassenenversicherung Steuerrechtliche Umqualifizierung einer Liegenschaf t vom Privat- ins Geschäftsvermö- gen als auslösender Tatbestand für die nachträgliche Beitragserhebung. Einkommen aus selbständiger Tätigkeit, welches der Ausgleichskasse von der Steuer- behörde gemeldet wird, ist grundsätzlich als Nettoe inkommen zu betrachten und zur Bemessung der AHV-Beiträge auf 100% aufzurechnen. V on diesem Grundsatz ist dann abzuweichen, wenn der Ausgleichskasse durch die Ste uermeldung klar, ausdrücklich und vorbehaltlos bestätigt wird, dass aufgrund der Umqualifizierung einer Liegenschaft als Geschäftsvermögen kein Abzug vorgenommen worden ist. Dabei handelt es sich um eine Nachforderung und nicht etwa um eine Ausgleichszahlung von persönlichen Beiträgen. Diese unterliegt versch uldensunabhängig der Verzugszins- pflicht gemäss Art. 41 bis Abs. 1 lit. b AHVV. Besetzung Vorsitzender Kantonsrichter Daniel Noll, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Ste- phan Paukner Parteien A.____, Beschwerdeführer , vertreten durch Pascal Riedo , Advokat , Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz gegen Ausgleichskasse Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Verzugszins / Beiträge Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Verfügung vom 18. Dezember 2013 setzte die Au sgleichskasse Basel-Landschaft (Kasse) für die Beitragsperiode 2008 einen persönliche n Beitrag für A.____ in der Höhe von CHF 9‘545.40 fest. Im Weiteren führte sie eine Differenzabrechnung mit den von ihr bereits fak- turierten Beiträgen durch und forderte gegenüber dem Versicherten seit dem 1. Januar 2010 laufende Verzugszinsen auf Beiträge von CHF 9‘545.40 im Umfang von CHF 1‘744.70 ein. Da- ran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 23. Januar 2014 fest. B. Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte, vertret en durch Advokat Pascal Riedo, am 24. Februar 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht de s Kantons Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beant ragte, dass bei der angefochtenen Berechnung der AHV-Beiträge auf die Erhebung von Verzugszinsen sowie auf die Aufrechnung eines persönlichen AHV-Beitrags zu verzichten sei. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neu- beurteilung an die Kasse zurückzuweisen. Zur Begründung l iess er zusammenfassend vorbrin- gen, dass die Kasse von einer falschen Verzugszinsregelung au sgegangen sei. Die rückwir- kende Erfassung von selbständigem Erwerbseinkommen werde vo n der korrekterweise anzu- wendenden Verzugszinsregelung nicht erfasst. Nebst der fe hlenden gesetzlichen Grundlage bestehe auch inhaltlich kein Anlass, den Beschwerdeführer mit einer Verzugszinspflicht zu be- legen. Seine Liegenschaft in B.____ sei während Jahren zuvor als Privatbesitz qualifiziert wor- den. Erst mit der Steuerveranlagung vom 24. Oktober 20 13 sowie nach einer abgewiesenen Beschwerde sei sie definitiv als Geschäftsvermögen qualifi ziert worden. Es seien deshalb auch erst in diesem Zeitpunkt neue AHV-rechtliche Verhältnisse entstanden. C. Die Kasse schloss mit Vernehmlassung vom 10. April 20 14 auf teilweise Gutheissung der Beschwerde, wonach eine Neuberechnung ohne Aufrech nung der persönlichen Beiträge durchzuführen sei. Betreffend die Verzugszinsen sei die B eschwerde hingegen abzuweisen. Zur Begründung machte sie geltend, dass der rückwirkende Entscheid des Steuergerichts auch Einfluss auf den Beginn des Zinsenlaufes habe. Die von d er zuständigen Steuerbehörde ge- stützt darauf erlassene Meldung betreffend das Erwerbsei nkommen und Betriebskapital für Selbständigerwerbende sei für die Kasse verbindlich. Was die Aufrechnung der persönlichen Beiträge betreffe, seien aufgrund der erst nachträglich 2013 von der Steuerverwaltung umquali- fizierten Liegenschaft keine Akontobeiträge an das daraus resultierende, selbständige Erwerbs- einkommen geleistet und bei den Steuern in Abzug gebr acht worden. Weil kein Abzug vorge- nommen worden sei, sei nunmehr auch auf die entsprechende Aufrechnung zu verzichten. D. Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 12. Juni 2014 fest, dass die Kasse bei ihrer Zusage zu behaften sei, eine neue Beitragsverfügung oh ne Aufrechnung der persönlichen Bei- träge zu erlassen. Die strittigen Verzugszinsen seien bei ve rspäteter Zahlung hingegen erst ab Rechnungsdatum geschuldet. An den Rechtsbegehren der Beschwerde werde deshalb festge- halten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Mit Duplik vom 29. Juli 2014 schloss die Kasse auf Ab weisung des Antrags auf Aufhe- bung der Verzugszinsen. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 25. September 20 14 beschloss das Kantonsgericht, den Fall auszustellen. Es zog in der Folge die Steuerakten des Beschwerdeführers für die Jahre 2008 bis 2013 zum Verfahren bei. Diese ergingen im M ärz 2015, nachdem die Steuerverwal- tung die vom Gericht einverlangten Akten zwecks einer Ste uerrevision zunächst noch selbst benötigt hatte. G. Nachdem den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt worden war, hielt die Kasse in ihrer Eingabe vom 21. Mai 2015 am Abweisungsa ntrag der Beschwerde fest. Zur Be- gründung verwies sie auf ihr Verfügungsrektifikat vom 9. Mai 2014 und machte im Wesentlichen geltend, dass die rückwirkende Umqualifizierung der fragl ichen Liegenschaft eine Nachsteuer- veranlagung per 2008 darstelle. Die Verzugszinsen wären demnach richtigerweise bereits ab 1. Januar 2009 geschuldet. Der Beschwerdeführer hielt in seinen Stellungnahmen vom 27. Mai 2015 und vom 13. Juli 2015 seinerseits an seinen Rechtsbegehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- un d Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG ) vom 6. Oktober 2000 entscheidet über Beschwerden gegen Einspracheentscheide kantonaler Au sgleichskassen das Versiche- rungsgericht am Ort der Ausgleichskasse. Anfechtungsobj ekt des vorliegenden Verfahrens bil- det ein Einspracheentscheid der Ausgleichskasse Basel-Lan dschaft, sodass die örtliche Zu- ständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übri- gen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Ve rsicherten vom 24. Februar 2014 ist demnach einzutreten. 2.1 Gemäss Art. 4 Abs. 1 AHVG schulden die erwerbstätige n Versicherten Beiträge auf dem aus einer unselbständigen oder selbständigen Erwerb stätigkeit fliessenden Einkommen. Nach Art. 9 Abs. 1 AHVG ist Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit jedes Erwerbsein- kommen, das nicht Entgelt für in unselbständiger Stell ung geleistete Arbeit darstellt. Als selb- ständiges Einkommen gelten laut Art. 17 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenen- versicherung (AHVV) vom 31. Oktober 1947 alle in selbständ iger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf, sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstät igkeit, einschliesslich der Kapital- und Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 des Bundesges etzes über die direkte Bundessteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 und der Gewinne aus der Ve räusserung von land- und forst- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht wirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18 Abs. 4 DBG, m it Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen nach Art. 18 A bs. 2 DBG. Art. 17 AHVV gleicht die AHV-beitragsrechtliche Umschreibung des Einkommens aus sel bstständiger Erwerbstätigkeit mithin derjenigen des Steuerrechts an. Soweit das AHVG und die AHVV keine abweichende Regelung enthalten, unterliegen grundsätzlich alle steu erbaren Einkünfte aus selbstständiger Erwerbstätigkeit deshalb auch der Beitragspflicht (BG E 134 V 250 E. 3.2 mit Hinweisen). So gelten nach Art. 17 AHVV insbesondere auch Kapital- und Überführungsgewinne im Sinne des Bundessteuerrechts als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstä tigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVG (vgl. Art. 18 Abs. 2 Satz 2 DBG; ebenso Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemein- den). Nicht unter den Begriff der selbstständigen Erwe rbstätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVG und Art. 17 AHVV fällt hingegen die blosse Verw altung des persönlichen Vermögens. Der daraus resultierende reine Kapitalertrag unterli egt daher nicht der Beitragspflicht. Ander- seits stellen Kapitalgewinne aus der Veräusserung oder Ve rwertung von Gegenständen des Privatvermögens, wie Wertschriften oder Liegenschaften, au ch bei nicht buchführungspflichti- gen (Einzel-) Betrieben, Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit immer dann dar, wenn und soweit sie auf gewerbsmässigem Handel beruhen ( BGE 134 V 250 E. 3.1 ; 125 V 383 E. 2a ). 2.2 Für die Abgrenzung des Privatvermögens vom Geschäftsve rmögen sind die Grundsätze der direkten Bundessteuer massgebend (vgl. ZAK 1979 S. 4 29; ZAK 1897 S. 296). Ausgangs- punkt für die Beurteilung der Frage, ob Vermögenszuwäch se (Erträge, Gewinne) aus einer selbstständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 4 Ab s. 1 und Art. 9 Abs. 1 AHVG herrühren, bildet die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Abgrenzung zwischen Privat- und Geschäfts- vermögen bei der Besteuerung von Kapitalgewinnen nach Art. 21 Abs. 1 lit. d des Bundesbe- schlusses vom 9. Dezember 1940 über die Erhebung einer d irekten Bundessteuer (aBdBSt, in Kraft gewesen bis Ende 1994). Danach besteht das entsche idende Kriterium für die Zuteilung eines Vermögenswertes zum Geschäftsvermögen darin, dass er entweder für Geschäftszwecke erworben worden ist (Erwerbsmotiv) oder dem Geschäft tat sächlich dient (Zweckbestimmung; BGE 109 V 162 f. E. 4b, in BGE 124 V 150 E. 4c sowie ZAK 1987 S. 297 E. 2c mit Hinweisen; MARKUS REICH , Die Abgrenzung von Geschäfts- und Privatvermögen im Einko mmenssteuer- recht, in: SJZ 80/1984 S. 226). Bei dieser Prüfung ist auf objektive Kriterien abzustellen (vgl. AHI 1999 S. 203). Wo sich die Zugehörigkeit nicht ohne weiteres aus der äusseren Beschaffen- heit des Vermögenswertes ergibt, wie dies häufig bei Alternativgütern der Fall ist, die sowohl mit dem Geschäft im Zusammenhang stehen als auch ausschliessli ch für eine private Verwendung geeignet sein können, ist darüber auf Grund einer Wü rdigung aller für die Bestimmung der technisch-wirtschaftlichen Funktion des betreffenden Gegen standes bedeutsamen Umstände zu entscheiden (BGE 120 Ia 354 f. E. 4c/aa, BGE 112 Ib 82 f. E. 3a, je mit Hinweisen). Ge- mischt genutzte Liegenschaften werden diesen Kriterien zufolge in ihrer Gesamtheit entweder dem Geschäfts- oder dem Privatvermögen zugeordnet. Sie g elten dann als vorwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienend, wenn ihre geschäf tliche Nutzung die private Nutzung überwiegt (sogenannte Präponderanzmethode; vgl. AHI 1 999 S. 203, BGE 125 V 218). Dem- nach werden ab dem 1. Januar 1995 diejenigen gemischt – d.h. teils geschäftlich, teils privat – Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht genutzten Objekte, die ganz oder vorwiegend der selbstä ndigen Erwerbstätigkeit dienen, in ih- rer Gesamtheit dem Geschäftsvermögen zugewiesen. 3.1 Die AHV-Beiträge werden gemäss Art. 22 Abs. 1 Sat z AHVV für jedes Beitragsjahr fest- gesetzt. Nach Satz 2 der genannten Bestimmung gilt als B eitragsjahr das Kalenderjahr. Für die Bemessung der Beiträge massgebend sind das Einkommen na ch dem Ergebnis des im Bei- tragsjahr abgeschlossenen Geschäftsjahres und das am Ende de s Geschäftsjahres im Betrieb investierte Eigenkapital (Art. 22 Abs. 2 AHVV). 3.2 Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit u nd das im Betrieb eingesetzte Eigenkapital werden gemäss Art. 9 Abs. 3 AHVG von den ka ntonalen Steuerbehörden ermittelt und den Ausgleichskassen gemeldet. Die Angaben der kant onalen Steuerbehörden über das für die Berechnung der Beiträge massgebende Erwerbseinkommen - bei dessen Ermittlung sich die Ausgleichskassen grundsätzlich auf die rechtskräftige V eranlagung für die direkte Bundes- steuer abzustützen haben (vgl. Art. 17 und Art. 18 Abs. 1 AHVV) - sowie über das im Betrieb eingesetzte Eigenkapital sind für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV). 3.3 Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Ste uerbehörden für die Ausgleichskas- sen und die daraus abgeleitete relative Bindung des So zialversicherungsgerichts an die rechts- kräftigen Steuertaxationen sind auf die Bemessung des mass gebenden Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals beschränkt. Diese Bindung be trifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation und beschlägt daher die Frage nicht, o b überhaupt Erwerbseinkommen vorliegt und ob die Person, die das Einkommen bezogen hat, bei tragspflichtig ist. Somit haben die Aus- gleichskassen ohne Bindung an die Steuermeldung auf Gr und des AHV-Rechts zu beurteilen, ob für ein von der Steuerbehörde gemeldetes Einkommen eine Beitragspflicht besteht und wer allenfalls beitragspflichtig ist. Das gilt namentlich auch für die Qualifikation eines Vermögensbe- standteils als Privat- oder Geschäftsvermögen, zumal diese Unterscheidung steuerrechtlich häufig ohne Belang ist, da steuerrechtlich der Ertrag sowohl aus Privat- als auch aus Ge- schäftsvermögen steuerbar ist. Die Steuermeldung ist dahe r mit Bezug auf den Vermögenser- trag keine zuverlässige Grundlage für die AHV-Beitrags festsetzung, weshalb die Qualifikation als beitragsfreier Kapitalertrag auf Privatvermögen oder beitragspflichtiges Einkommen aus Ge- schäftsvermögen im Beitragsfestsetzungsverfahren erfolgen muss (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Januar 2009, 9C_551/2008, E. 2.3 mit Hinweisen). Demgegenüber ist in Bezug auf den Vermögensgewinn die Unterscheidung von Geschäfts- und P rivatvermögen auch steuerrecht- lich von Bedeutung, weshalb sich die AHV-Behörden in de r Regel auf die Steuermeldungen verlassen können und eigene nähere Abklärungen nur dann vornehmen müssen, wenn sich ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuermeld ung ergeben (134 V 250 E. 3.3; 110 V 369 E. 2a und 83 E. 4 S. 86, 102 V 27 E. 3b mit Hinweise n, Urteile H 49/02 E. 5 und H 239/85 E. 2b). 4.1 Hintergrund der vorliegenden Streitigkeit bildet die steuerrechtliche Umqualifizierung der Liegenschaft C.____ in B.____ vom Privat- ins Geschäftsvermögen durch die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft. Nach Lage der beigezogenen Steuerakten ist diese Liegen- schaft im Jahr 2001 von der Ehefrau des Beschwerdeführe rs käuflich erworben worden. Der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kaufantritt erfolgt im März 2002 (vgl. a.a.O., Kopie Kaufvertrag vom 22. November 2001, Beila- ge G zur Rekursbegründung an das Steuergericht des Kanto ns Basel-Landschaft vom 26. Oktober 2011). Seit dem Steuerjahr 2002 wurde di ese Liegenschaft bis 2009 als Privatver- mögen deklariert. Mit Schreiben vom 14. August 2009 tei lte die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft dem Beschwerdeführer jedoch mit, dass d ie fragliche Liegenschaft aufgrund der steuerlichen Qualifikation des Beschwerdeführers als Liegenschaftshändler grundsätzlich dem Geschäftsvermögen zuzuordnen sei. 4.2 Ausgehend von der Steuererklärung per 2008 ist der Beschwerdeführer als Liegen- schaftshändler zu qualifizieren. Seine Ehefrau ist im S ekretariat der D.____ AG angestellt. Die- se erbringt Dienstleistungen auf dem Immobiliensektor un d steht seit Dezember 2007 vollum- fänglich in der Verfügungsmacht des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau (vgl. Handelsregis- terauszug des Kantons Basel-Landschaft vom 16. Juni 2011). Aus der entsprechenden Tätig- keit als Liegenschaftshändler hat der Beschwerdeführer f ür das Jahr 2008 einen Verlust aus selbständiger Erwerbstätigkeit in Umfang von CHF 53‘16 1.— (vgl. Steuererklärung 2008 vom 22. Mai 2009, Beiblatt Selbständige Erwerbtätigkeit) und seine Ehefrau ein entsprechendes Jahreseinkommen im Umfang von netto CHF 9‘019.— deklar iert (vgl. Lohnausweis D.____ AG vom 18. Mai 2009). Aus den Liegenschaften des Privatvermö gens sind demgegenüber Mietzin- sen in der Höhe von CHF 495‘028.— sowie Liegenschaftsko sten im Umfang von CHF 152‘023.— (Kanton) bzw. CHF 114‘219.— (Bund) deklar iert worden (vgl. Steuererklärung 2008 vom 22. Mai 2009, Seite 2, ad Ziffern 405 und 415). 4.3 Gestützt auf einen Revisionsbericht erliess die Steuerve rwaltung am 24. Juni 2010 eine Veranlagungsverfügung für das Jahr 2008, mit welcher si e private Liegenschaftskosten für die Liegenschaft C.____ in B.____ lediglich in der pauschalen Höhe von CHF 113‘414.— als Abzug akzeptierte. Hiergegen hat das Ehepaar A.____ den Rec htsweg beschritten. Im Zuge der Be- handlung der entsprechenden Einsprache stellte die Steue rverwaltung fest, dass in Bezug auf die fragliche Liegenschaft zu Unrecht eine Liegenschaftspa uschale gewährt worden sei, da es sich dabei um Geschäftsvermögen handle. Mit Einspracheent scheid vom 28. September 2011 nahm sie daher eine Umqualifizierung dieser Liegenscha ft vom Privat- in das Geschäftsvermö- gen vor. Dabei hielt sie fest, dass sich das steuerbare Ein kommen auf CHF 496‘800.— erhöhe und stufte die Ehefrau des Beschwerdeführers ebenfalls a ls Liegenschaftshändlerin ein (vgl. Einspracheentscheid der Steuerverwaltung des Kanton s Basel-Landschaft vom 26. Sep- tember 2011, S. 8). Einen dagegen erhobenen Rekurs wi es das Steuergericht mit Entscheid vom 11. Mai 2012 ab. Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, mit Urteil vom 16. Janu ar 2013 ab und bestätigte die Um- qualifizierung der fraglichen Liegenschaft in B.____ ab dem Steuerjahr 2008 als rechtmässig. Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft, wor aufhin die Steuerverwaltung in ihrer Steuermeldung vom 16. Dezember 2013 der Kasse per 2008 für den Beschwerdeführer ein steuerbares Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkei t in der Höhe von CHF 91‘407.— und ein solches für dessen Ehefrau im Umfang von CHF 289‘755.— meldete (vgl. Beilage 2 zur Vernehmlassung der Kasse vom 10. April 2014). Gestützt d arauf erhob die Kasse in der Folge mit Verfügung vom 18. Dezember 2013 die entsprechend en persönlichen und vorliegend nun- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht mehr angefochtenen Beiträge im Umfang von CHF 9‘545.4 0 (vgl. Beilage 1 zur Vernehmlas- sung der Kasse vom 10. April 2014). 5.1 Aufgrund der Änderung des AHVG vom 17. Juni 2011 trat am 1. Januar 2012 Art. 9 Abs. 4 AHVG in Kraft, wonach die steuerrechtlich zulässige n Abzüge der Beiträge von den Ausgleichskassen zum von den Steuerbehörden gemeldeten Einkommen hinzuzurechnen sind. Das gemeldete Einkommen ist dabei nach Massgabe der gel tenden Beitragssätze auf 100 % aufzurechnen. Unter dem Titel "Aufrechnung steuerrech tlich zulässiger Abzüge" sieht die dies- bezügliche Übergangsbestimmung des AHVG vor, dass Art. 9 Abs. 4 AHVG für alle Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit gilt, die nach dem Inkrafttreten dieser Änderung von den Steuerbehörden gemeldet werden. Das Bundesamt für So zialversicherungen (BSV) hat die Ausgleichskassen in Rz. 1095 ihrer Wegleitung über die Beiträge der Selbstständigerwerben- den und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO (WSN, in der vorliegend für 2013 anwend- baren Fassung) daher entsprechend angewiesen, die für d ie Bestimmung des steuerbaren Ein- kommens in Abzug gebrachten persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge jeweils wieder aufzurechnen. Demnach sind gemäss Rz. 1169 WSN die von den Steuerbehö rden gemeldeten Einkommen grundsätzlich als Nettoeinkommen der selbständig Erwerbstätigen zu betrachten. Entsprechend dem Gesagten statuiert Rz. 1170 WSN somit zu Recht, dass die Kassen die AHV/IV/EO- Beiträge zum gemeldeten Einkommen hinzuzurechnen haben. 5.2 Wie das Bundesgericht allerdings bereits in BGE 11 1 V 289 festgehalten hat, besteht der Zweck der Beitragsaufrechnung darin, die unterschie dliche Behandlung der persönlichen Beiträge in Bundessteuer- und AHV-Recht dadurch auszugleichen, dass das von der Steuerbe- hörde gemeldete Nach-Abzugseinkommen um den steuerli ch anerkannten Beitragsabzug er- höht und damit eine steuerlich zulässige Operation rückgä ngig gemacht wird. Aufgerechnet werden darf deshalb von der Ausgleichskasse nur, was zuvor auch bereits abgezogen worden ist (BGE 111 V 289 E. 4e). Vermerkt die Steuerbehörde in ihrer Meldung, dass in der Steuerer- klärung keine Beiträge abgezogen wurden, hat eine Auf rechnung deshalb zu unterbleiben (vgl. a.a.O., E. 4g). Diesen Grundsatz hat das Bundesger icht in seinem Entscheid BGE 139 V 537 bestätigt und entschieden, dass Einkommen aus selbständiger Tätigkeit, wel- ches der Ausgleichskasse von der Steuerbehörde gemeldet wird, als Nettoeinkommen zu be- trachten und zur Bemessung der AHV-Beiträge von den Au sgleichskassen auf 100% aufzu- rechnen ist. Von diesem Grundsatz ist allerdings dann abzuweichen, wenn der Ausgleichskasse durch die Steuermeldung klar, ausdrücklich und vorbehalt los bestätigt wird, dass aufgrund der Umqualifizierung einer Liegenschaft als Geschäftsvermögen kein Abzug vorgenommen worden ist (BGE 139 V 546 E. 6). 5.3 Auf die vorliegenden Verhältnisse übertragen ergib t sich, dass infolge der erst nachträg- lichen Umqualifizierung der Liegenschaft C.____ in B._ ___ allfällige Akontobeiträge für das da- raus resultierende Erwerbseinkommen aus selbständiger E rwerbstätigkeit offensichtlich weder geleistet werden konnten noch vorgängig bei den Steu ern abgezogen worden sind. Wie die Kasse in ihrer Vernehmlassung vom 10. April 2014 zu Rech t eingestanden hat, ändert daran auch nichts, dass aus der verbindlichen (vgl. Art. 23 Abs. 4 AHVV; oben, Erwägung 3.2 f. hier- vor) und damit massgebenden Meldung der Steuerverwaltu ng vom 16. Dezember 2013 nicht Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht hervorgeht, dass ein Abzug für allfällige Akontobeiträge bisher unterblieben wäre. Soweit auf dem von der Steuerbehörde gemeldeten Einkommen bishe r sachlogisch keine Abzüge vorge- nommen worden sind, stellt das der Kasse gemeldete Einko mmen jedenfalls ein Bruttoeinkom- men dar. Den mittlerweile übereinstimmenden Standpun kten beider Parteien zufolge hat eine prozentuale Aufrechnung im Sinne von Art. 9 Abs. 4 AH VG daher zu unterbleiben. Das von der Kasse im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 21. Mai 2015 eingereichte Rektifikat der ursprüng- lich angefochtenen Verfügung vom 9. Mai 2015 sieht im Ergebnis deshalb zu Recht vor, von der Aufrechnung persönlicher Beiträge im Umfang von CHF 7‘8 31.— abzusehen. Damit ergibt sich ein auf die nächsten CHF 100.— abgerundetes, beitragspf lichtiges Einkommen von CHF 74‘600.—. Als Zwischenergebnis resultiert für das Ja hr 2008 ein Beitragstotal von CHF 8‘642.40 und mithin eine Differenz zu Gunsten des Beschwerdeführers von CHF 903.— (CHF 9‘545.40 abzüglich CHF 8‘642.40). Gemäss Art. 53 Abs. 3 ATSG hätte die Kasse wäh- rend des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ihren angef ochtenen Einspracheentscheid vom 23. Januar 2014 nur solange wiedererwägen können, bis sie gegenüber dem Kantonsgericht erstmals Stellung genommen hat (vgl. U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Art. 53, Rz. 46 ff.). Nachdem das Rektifikat der Beitragsverfügung vom 9. Mai 2014 dem Gericht jedoch nach Eingang ihrer Vernehmlassung vom 10. April 2014 einge reicht wurde, ist ihr für die Folgezeit eine Wiedererwägung lite pendente untersagt (BGE 109 V 236 f.; SVR 2005 EL Nr. 3). 6.1 Strittig und zu prüfen bleibt die Verzugszinspflich t auf die für das Beitragsjahr 2008 ge- schuldeten Beiträge. Die gesetzliche Grundlage zur Erheb ung von Verzugszinsen im AHV- Beitragsbereich ergibt sich aus Art. 26 Abs. 1 ATSG. Di ese an Stelle des per 31. Dezember 2002 aufgehobenen Art. 14 Abs. 4 lit. e AHVG getret ene neue gesetzliche Grundlage hat kei- nen Einfluss auf die am 1. Januar 2001 in Kraft getret ene Verzugszinsregelung gemäss Art. 41 bis ff. AHVV (Urteil des EVG vom 19. August 2004, H 20/04 , E. 1). Die Verzugszinsen sind nach der deutschen Zinsusanz zu berechnen. Demnach werden dem Jahr 360 Tage und jedem Monat 30 Tage zu Grunde gelegt, ungeachtet dav on, wie viele Tage der Monat tatsäch- lich umfasst (Urteil des EVG vom 10. November 2003, H 1 48/03; vgl. Art. 42 Abs. 3 AHVV). Verzugszinsen haben den Zweck, einen Ausgleich dafür zu schaffen, dass der Schuldner bei verspäteter Bezahlung einen Zinsvorteil geniessen kann, w ährend der Gläubiger einen Zins- nachteil erleidet. Sie stellen – jedenfalls im Rahmen der ausdrücklich geregelten Verzugszinsen im AHV-Beitragsbereich – analog den obligationenrecht lichen Verzugszinsen auf Geldschul- den – einen vereinfachten Schadens- und Vorteilsausgleich dar, der weder einen Schadens- und Bereicherungsnachweis noch ein Verschulden am Verzug voraussetzt. Im Gegensatz zum Leistungsbereich, wo die Verzugszinspflicht neben der Re chtswidrigkeit auch ein schuldhaftes Verhalten der Verwaltung voraussetzt (BGE 113 V 50 E. 2a, 108 V 19 E. 4b), kommt es daher weder für die Verzugszinspflicht als solche noch für dere n Dauer darauf an, ob den Beitrags- pflichtigen oder die Ausgleichskasse ein Verschulden an d er Verzögerung der Beitragsfestset- zung oder deren Bezahlung trifft (ZAK 1992 S. 167 E. 4b; Urteil des EVG vom 29. Oktober 2003, H127/03, E. 4). Mit den Verzugszinsen soll vielmeh r unbekümmert um den tatsächlichen Nutzen und Schaden der Zinsverlust des Gläubigers einerse its und der Zinsgewinn des Schuldners anderseits in pauschalierter Form ausgeglichen werden. Die Pflicht zur Bezahlung von Verzugszinsen beruht mithin auf der Fiktion eines Zinsgewinns des Beitragsschuldners und Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Zinsverlustes der Ausgleichskasse in der Höhe des ges etzlichen Verzugszinses, der sich gemäss Art. 42 Abs. 2 AHVV auf 5% pro Jahr beläuft. 6.2 Nach Art. 41 bis Abs. 1 lit. b AHVV haben Beitragspflichtige auf für vergangene Kalender- jahre nachgeforderte Beiträge ab dem 1. Januar nach Ablauf des Kalenderjahres, für welches die Beiträge geschuldet sind, Verzugszinsen zu entrichten . Der Zinsenlauf beginnt in diesen Fällen am 1. Januar nach Ablauf des dem Beitragsjahr folgenden Kalenderjahres und endet mit der Rechnungsstellung, sofern die Beiträge innert Fri st bezahlt werden (vgl. Art. 41 bis Abs. 2 AHVV). Demgegenüber haben gemäss Art. 41 bis Abs. 1 lit. e AHVV Selbständigerwerbende auf auszugleichenden persönlichen Beiträgen, die sie nicht in nert 30 Tagen ab Rechnungsstellung leisten, ab Rechnungsstellung durch die Ausgleichskasse ei nen Verzugszins zu entrichten. Gleiches gilt nach 41 bis Abs. 1 lit. f AHVV für Selbständigerwerbende auf auszugleichenden Bei- trägen ab dem 1. Januar nach Ablauf des dem Beitragsja hr folgenden Kalenderjahres, falls die Akontobeiträge mindestens 25% unter den tatsächlich geschu ldeten Beiträgen liegen und nicht bis zum 1. Januar nach Ablauf des dem Beitragsjahr folge nden Kalenderjahres entrichtet wor- den sind. 6.3 Der vorliegende Streit zwischen den Parteien konzentr iert sich auf die Frage, ob es sich bei den ursprünglich am 18. Dezember 2013 verfügten Be iträgen für das Jahr 2008 um eine Beitragsnachforderung oder um auszugleichende persönl iche Beiträge des Versicherten han- delt. Der Beschwerdeführer vertritt diesbezüglich die Auffassung, dass sich die Verzugszinsre- gelung nach Art. 41 bis Abs. 1 lit. e AHVV richte, wonach ein Verzugszins ab Rech nungsstellung zu entrichten sei. Die massgebende Rechnungsstellung sei vorliegend aber erst mit der Verfü- gung der Kasse vom 18. Dezember 2013 erfolgt. Ausserdem seien auch erst mit der Steuerver- anlagung vom 24. Oktober 2013 sowie nach einer abgewi esenen Beschwerde neue AHV- rechtliche Verhältnisse entstanden. Während sich die Ka sse in ihrer Vernehmlassung demge- genüber noch auf den Standpunkt gestellt hat, dass die Verzugszinsregel von Art. 41 bis Abs. 1 lit. f AHVV zu Anwendung komme, geht sie in ihrer Stel lungnahme vom 21. Mai 2015 davon aus, dass vielmehr lit. b der genannten Bestimmung massgebend sei. 6.4 Die Bestimmungen des ATSG gehen von der Massgeblichke it des Prinzips der Rechts- anwendung von Amtes wegen aus, ohne dieses allerdings ausdrücklich zu nennen. Die Geltung dieses Prinzips wird jedoch etwa dort vorausgesetzt, wo fe stgehalten wird, dass das kantonale Versicherungsgericht nicht an die Parteibegehren gebun den ist (vgl. Art. 61 lit. d ATSG; UELI KIESER , a.a.O., Art. 43, Rz. 8). Das Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen ver- pflichtet Verwaltung und Gericht deshalb auf den festg estellten Sachverhalt jeden Rechtssatz anzuwenden, den sie als zutreffend erachten, um ihm j ene Auslegung zu geben, von der sie überzeugt sind (BGE 117 V 263 E. 3b; 117 V 282 E. 4a) . Soweit der Beschwerdeführer in sei- ner Stellungnahme vom 17. Juni 2015 vorbringen lässt, d ass die neuerlichen Ausführungen der Kasse vom 21. Mai 2015 als unzulässige Noven offenkundig verspätet sind und deshalb nicht mehr berücksichtigt werden können, ist ihm vorab entgegen zu halten, dass das Kantonsgericht die massgebenden Rechtsbestimmungen unabhängig von de n tatsächlichen Vorbringen der Parteien stets von Amtes wegen anzuwenden hat. Dem Bes chwerdeführer ist in diesem Zu- sammenhang allerdings beizupflichten, dass Art. 41 bis Abs. 1 lit. f AHVV vorliegend nicht zur Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anwendung gelangen kann. Wie er zutreffend festhält, fand vorliegend eine nachträgliche Um- qualifizierung der fraglichen Liegenschaft vom Privat- ins Geschäftsvermögen statt (vgl. oben, Erwägung 4.3 hiervor). Wie insbesondere in seiner Repl ik zu Recht vorgebracht, unterscheidet sich der massgebende Sachverhalt deshalb wesentlich von jenen Fällen, in welchen die selb- ständig erwerbstätige Person aufgrund einer ihr bereit s bekannten Leistungspflicht bisher keine oder zu tiefe Akontobeiträge geleistet hat und deshal b nachträglich zur Verzugszinszahlung verpflichtet wird. Dass der Beschwerdeführer dabei allerd ings mangels Kenntnis der ins Ge- schäftsvermögen überführten Liegenschaft nicht in der Lage war, vorab entsprechende Akonto- beiträge für das ihm soweit anzurechnende Einkommen in der Höhe von CHF 91‘407.— zu leis- ten (vgl. Beilage 2 zur Vernehmlassung der Kasse vom 1 0. April 2014; ebenso Erwägung 4.3 hiervor), vermag nichts daran zu ändern, dass er nicht in d en von ihm postulierten Genuss der Anwendung von Art. 41 bis Abs. 1 lit. e AHVV kommen kann. Wie Art. 41 bis Abs. 1 lit. f AHVV be- zieht sich auch lit. e dieser Bestimmung stets auf auszugl eichende persönliche Beiträge. Diese bestehen in der Differenz zwischen den tatsächlich geschul deten Beiträgen und den bereits entrichteten Akontobeiträgen. Als auszugleichende Beiträ ge im Sinne von Art. 41 bis Abs. 1 lit. e AHVV gelten daher gemäss Wegleitung über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV und EO (WBB, in der ab 1. Januar 2013 gültigen Fassung) auch diejenigen Beiträge, die aufgrund einer rektifizierten Steuermeldung in Rechnung zu stellen sind, nicht aber diejenigen, die infolge nachträglicher Erfassung oder aufgrund einer Nachsteuerveranlagung na chgefordert werden (vgl. Rz. 4021 f. WBB). Nachdem die Steuerverwaltung er st im Rahmen des steuerrechtlichen Einspracheverfahrens im Jahre 2011 eine Umqualifizierung der fraglichen Liegenschaft vom Privat- in das Geschäftsvermögen vorgenommen hatte (vgl. Ei nspracheentscheid der Steuer- verwaltung des Kantons Basel-Landschaft vom 26. September 2011), schuf sie rückwirkend per 2008 – mithin für vergangene Jahre (vgl. Art. 41 bis Abs. 1 lit. b AHVV) – eine grundlegend neue Ausgangslage auch für die Erhebung der daraus resultier enden AHV-Beiträge, welche letztlich erst mit Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassung - und Verwaltungsrecht, vom 16. Januar 2013 rechtskräftig bestätigt wurde (vgl. oben, E. 4.3 hiervor). Unabhängig davon, ob und wann sich der Beschwerdeführer bewusst sein musste, dass die Kasse aufgrund dieser rückwirkenden Erfassung durch die Steuerverwaltung Beitr äge von seinem selbständigen Ein- kommen als Liegenschaftshändler nachfordern würde, konnt en zuvor im Zusammenhang mit der fraglichen Liegenschaft mangels rechtskräftigen Abschlusses des Steuerverfahrens deshalb weder Akontobeiträge noch überhaupt Beiträge erhoben werden. Damit aber handelt es sich bei den von der Kasse verfügten Beiträgen um eine Nachfo rderung und nicht etwa um eine Aus- gleichszahlung. Eine solche würde – wie auch die Ausgle ichung von Beiträgen gemäss der übereinstimmend nicht zur Anwendung gelangenden Bestimm ung von Art. 41 bis Abs. 1 lit. f AHVV – vielmehr voraussetzen, dass die beitragspflichtige Person es unterlassen hat, der Verwaltung rechtzeitig einen höheren Verdienst zu melden (BGE 134 V 206 E. 3.4). Dabei wäre wiederum vorausgesetzt, dass wesentliche Abweichungen vom vor aussichtlichen Einkommen des Beschwerdeführers überhaupt gemeldet werden können. Diese Voraussetzung liegt bei der vorliegend erst nachträglichen Umqualifizierung der Lieg enschaft durch die Steuerverwaltung ins Geschäftsvermögen des Beschwerdeführers offensichtlich ab er gerade nicht vor. Damit un- terliegt er verschuldensunabhängig und unabhängig vom D atum einer möglichen Kenntnis von seiner (höheren) Beitragspflicht der Verzugszinspflicht gemäss Art. 41 bis Abs. 1 lit. b AHVV. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.5 Gemäss der demnach anwendbaren Bestimmung von Art. 41 bis Abs. 1 lit. b AHVV sind die Verzugszinsen ab dem 1. Januar nach Ablauf des Kalend erjahres, für welches die Beiträge geschuldet sind, zu entrichten. Sowohl in der dem ange fochtenen Einspracheentscheid voran- gehenden Nachforderungsverfügung vom 18. Dezember 2013 als auch in ihrem nach Erstat- tung der Vernehmlassung erlassenen Verfügungsrektifikat – welchem lediglich der Charakter eines Antrags an das Gericht zukommt (BGE 109 V 236 f.; vgl. ebenso Erwägung 5.3 a.E. hier- vor) – hat die Kasse eine Verzugszinspflicht erst ab 1. J anuar 2010 festgesetzt. Nachdem die Steuerverwaltung im Rahmen des steuerrechtlichen Einsp racheverfahrens eine Umqualifizie- rung der fraglichen Liegenschaft vom Privat- in das Geschä ftsvermögen per 2008 vorgenom- men hat (vgl. auch Urteil des Kantonsgerichts, Abteilun g Verfassungs- und Verwaltungsrecht, vom 16. Januar 2013, E. 6), sind die Verzugszinsen im Um fang von 5% pro Jahr indessen be- reits mit Wirkung ab 1. Januar 2009 geschuldet (vgl. E. 6.1 a.E. hiervor). Dies führt bei einer Beitragsschuld von CHF 8‘642.40 für das Jahr 2009 zu ei ner zusätzlichen Zinsschuld von CHF 432.10 (5% x CHF 8‘642.40). Nachdem im Zusammenha ng mit den geschuldeten Beiträ- gen für das Jahr 2008 zu Gunsten des Beschwerdeführers ein e Differenz von CHF 903.— re- sultiert (vgl. oben, E. 5.3 hiervor), ergibt sich im Ve rgleich zum angefochtenen Einspracheent- scheid insgesamt jedoch keine Schlechterstellung (BGE 12 2 V 167 f.), sondern es resultiert nach korrigierter Berechnung ein reduzierter Gesamtbetrag von CHF 10‘788.60. Die Beschwer- de ist bei diesem Ergebnis teilweise gutzuheissen und di e Angelegenheit ist an die Kasse zu- rückzuweisen, damit diese über den Umfang der Beitragspf licht und die Verzugszinsen im Sin- ne der Erwägungen eine neue Verfügung erlässt. 7. Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Für das vor liegende Verfahren ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten (Art. 61 lit. a ATSG). Betreffend die ausseror- dentlichen Kosten regeln Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG u nd § 21 Abs. 4 VPO übereinstimmend, dass die obsiegende Beschwerde führende Person im kant onalen Verfahren Anspruch auf Er- satz der Parteikosten hat, wobei diese ohne Rücksicht auf den Streitwert nach Bedeutung der Streitsache und nach Schwierigkeit des Prozesses zu bemesse n ist. Vorliegend hat der Be- schwerdeführer insofern teilweise obsiegt, als er der K asse anstelle der ursprünglich insgesamt geforderten CHF 11‘290.10 noch CHF 10‘788.60 zu entr ichten hat. Dabei ist allerdings zu be- rücksichtigen, dass die Kasse im Zusammenhang mit der von ih r ursprünglich zu Unrecht vor- genommenen Beitragsaufrechnung inhaltlich vollumfängl ich unterlegen ist. Es erweist sich da- mit als angemessen, die Parteikosten des Beschwerdeführer s in hälftigem Umfang zu Lasten der Kasse zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdefü hrers hat für die vorliegende Angelegenheit in seiner Honorarnote vom 13. Juli 2015 insgesamt einen Aufwand von CHF 2‘759.65 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) ge ltend gemacht, der angesichts der sich stellenden Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. D ie Kasse hat dem Beschwerdeführer somit eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe v on Fr. 1‘379.85 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gu tgeheissen, als der Einspracheentscheid der Ausgleichskasse Basel-Landschaft vom 23. Januar 2013 aufgehoben und die Angelegenheit an die Aus- gleichskasse Basel-Landschaft zurückgewiesen wird, damit diese über den Umfang der Beitragspflicht und die Verzugszinsen im Sinne der Erwägungen neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Ausgleichskasse Basel-Landschaft hat dem Beschwerde führer eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr . 1‘379.85 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.