B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2168/2016 U r t e i l v o m 1 3 . J u n i 2 0 1 6 Besetzung Einzelrichter Daniel Willisegger, mit Zustimmung von Richter David R. Wenger; Gerichtsschreiber Pascal Waldvogel. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Emil Robert Meier, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 7. März 2016 / N (…). E-2168/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess Sri Lanka gemäss eigenen Angaben ent- weder am 10. Juni 2008, am 20. Juni 2008 oder am 15. Januar 2009. Er reiste am 10. Februar 2009 in die Schweiz ein, wo er am Tag darauf um Asyl nachsuchte. Am 13. Februar 2009 wurde er im Em pfangs- und Ver- fahrenszentrum Kreuzlingen zur Person befragt (BzP). B. B.a Mit Verfügung vom 16. September 2009 trat die Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und wies in aus der Schweiz nach Griechenland weg. B.b Mit Eingabe vom 28. Oktober 2009 focht der Beschwerdeführer den Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht an, woraufhin dieses den Voll- zugsstopp anordnete. Trotzdem wurde der Beschwerdeführer nach Grie- chenland ausgeschafft. B.c Mit Zwischenverfügung vom 3. November 2009 veranlasste das Bun- desverwaltungsgericht die Wiedereinreise des Beschwerdeführers. B.d Mit Verfügung vom 24. Februar 2011 entschied die Vorinstanz, dass sie das nationale Asylverfahren aufnehme, woraufhin das Bundesverwal- tungsgericht das Verfahren mit Entscheid vom 25. Februar 2011 abschrieb. C. Die Vorinstanz hörte den Beschwerdeführer am 19. Oktober 2011 und er- gänzend am 20. November 2014 zu den Asylgründen an . Er machte im Wesentlichen geltend, er habe einem alten Schulkameraden eine Stelle bei seinem Cousin vermittelt. Sein Schulkamerad sei im März oder April 2008 verhaftet worden, weil er der LTTE ( Liberation Tigers of Tamil Eelam) an- gehört habe. In der Folge seien er und sein Cousin von den sri-lankischen Behörden und der Kiruna-Gruppe gesucht worden. Sein Cousin sei im Juni 2008 erschossen worden. Kurz davor respektive kurz danach sei er aus Sri Lanka ausgereist. Darüber hinaus habe er weitere Probleme gehabt. Er habe seinem Vater und seinem Bruder jeweils bei Arbeiten für die TULF (Tamil United Libera- tion Front) geholfen. Von 1983 bis 1986 habe er der PLOTE (People's Libe-E-2168/2016 Seite 3 ration Organisation of Tamil Eelam) angehört und habe auch ein Waffen- training in Indien absolviert. Nach seinem Ausscheiden aus der Gruppe habe er sich mehrere Monate vor der LTTE verstecken müssen. Im Jahr 1990 sei er für eine Woche inhaftiert worden. Im Jahr 1998 sei er wegen Verdachts der LTTE-Zugehörigkeit ebenfalls für mehrere Monate in Haft gewesen. Seit seiner Ausreise erhalte seine Frau telefonische Drohungen. Ebenfalls sei seine Tochter sexuell belästigt worden. D. Mit Verfügung vom 7. März 2016 – eröffnet am 9. März 2016 – stellte die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Den zuständigen Kan ton beauftragte sie mit dem Vollzug der Wegweisung. E. Mit Eingabe vom 8. April 2016 reichte der Beschwerdeführer beim Bundes- verwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, die Verfügung der Vorinstanz vom 7. März 2016 sei vollumfänglich aufzuheben und ihm sei in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei ihm die vorläufige Auf- nahme in der Schweiz zu erteilen. F. Mit Verfügung vom 2. Mai 2016 teilte der Instruktionsrichter dem Beschwer- deführer mit, dass das Dossier seiner Ehefrau beigezogen worden sei, stellte ihm die Befragung seiner Ehefrau zu und setzte ihm Frist zur Stel- lungnahme an. G. Mit Eingabe vom 3. Juni 2016 reichte der Beschwerdeführer seine Stel- lungnahme ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesv erwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der E-2168/2016 Seite 4 Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le- gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Be- schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige und unvollständige Fest- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Zusammenhang mit dem Wegweisungsvollzug kann zudem die Unan- gemessenheit gerügt werden (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 VwVG; vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 3. Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gel- tend, weil die Vorinstanz auf die Aussagen seiner Ehefrau abstütze un d ihm das Protokoll nicht offen gelegt worden sei. Eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs wurde im Beschwerde- verfahren geheilt, indem dem Beschwerdeführer eine Kopie des Anhö- rungsprotokolls seiner Ehefrau zugestellt wurde und ihm Gelegenheit ge- geben wurde, zu diesem Stellung zu nehmen. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu we rden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le- bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy- chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). E-2168/2016 Seite 5 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingsei- genschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Abs. 1). Glaub- haft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhan- densein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismit- tel abgestützt werden (Abs. 3). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft- machen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 5. 5.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen sowohl an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG sowie an die Flüchtlingsei- genschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. Einleitend sei anzufüh- ren, dass aufgrund des Aussageverhaltens während des Asylver fahrens die persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers grundsätzlich in Frage zu stellen sei. Zudem würden seine Angaben zum geltend gemach- ten Ausreisegrund gewichtige Unglaubhaftigkeitselemente aufweisen. Gleiches gelte für die vorgebrachten behördlichen Massnahmen und seine politischen Tätigkeiten. So sei es ihm nicht gelungen, sein politisches En- gagement glaubhaft zu machen, weshalb daraus resultierende Verfol- gungsmassnahmen auch nicht geglaubt werden könnten. Weiter gebe es keinen hinreichend beg ründeten Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Massnahmen zu befürchten habe, welche über einen sogenannten „background check“ hinausgehen würde. 5.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, entgegen der Angaben der Vorinstanz gebe es keinen Grund, seine generelle Glaubwürdigkeit in Zweifel zu ziehen. Bezüglich seiner Fluchtmotivation mache er im Kern- gehalt deckungsgleiche Angaben. Es treffe zwar zu, dass er bei Einzelhei- ten nicht kongruente Angaben gemacht habe, aufgrund des turbulenten damaligen Ablaufs und der seither verstrichenen Zeit schmälere dies seine Glaubwürdigkeit jedoch nicht. Vielfach würden nur scheinbar Ungereimt- heiten vorliegen, materiell jedoch nicht. Insgesamt seien seine Ausführun- gen zum Jahr 2008 als glaubhaft einzusc hätzen, zumal diese mit einem E-2168/2016 Seite 6 Zeitungsartikel belegt werden könnten. Das Kerngeschehen schildere er kongruent und plausibel. Die rund dreimonatige Gefangenschaft im Jahr 1998 sei glaubhaft und als asylrelevant zu berücksichtigen. Seine politi- schen Tätigkeiten habe er kongruent angegeben. Sie seien als glaubhaft einzuschätzen. Zur Anhörung seiner Ehefrau im Rahmen eine s Auslandverfahrens bringt er F olgendes vor: Es sei mit ihr lediglich eine oberflächliche Befragung durchgeführt worden, bei welcher seine Frau keine präzisen oder exakten Antworten gegeben habe und selbst angegeben habe, sie sei verwirrt. Die Angaben seiner Ehefrau würden nicht überzeugen und seien fehlerhaft. Darauf könne nicht abgestützt werden. 5.3 Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz sind weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstanden. In der angefochtenen Verfü- gung wird einlässlich begründet, weshalb ein Grossteil der Aussagen des Beschwerdeführers unglaubhaft ausgefallen ist. 5.3.1 So führt die Vorinstanz zutreffend aus, dass aufgrund des Aussage- verhaltens des Beschwerdeführers seine persönliche Glaubwürdigkeit stark in Frage gestellt ist. Er hat mehrfach seine Mitwirkungs - und Wahr- heitspflicht grob verletzt, indem er den Schweizerischen Behörden nach- weislich falsche Angaben gemacht hat. So sind die anfänglichen Ausfüh- rungen des Beschwerdeführers zu seinem Reiseweg falsch (SEM -Akten, A1/10 S. 7). Erst als er darauf aufmerksam gemacht wird, dass man ihn in Griechenland daktyloskopiert habe, g ibt er den Behörden einen anderen Reiseweg bekannt (SEM-Akten, A9/3). Ebenfalls lügt der Beschwerdefüh- rer bezüglich seines Passes. In der BzP gibt er an, keinen Pass zu besitzen und führt aus, nie ein Visum beantragt zu habe (SEM-Akten, A1/10 S. 4). Nachforschungen der Vorinstanz ergaben sch liesslich, dass sich der Be- schwerdeführer am 22. Juni 2006 einen Reisepass hat ausstellen lassen, mit welchem er ein Scheng en-Visum für Norwegen beantragt hat (SEM- Akten, A58/2). In seiner Stellungnahme zu diesen Abklärungen gibt der Be- schwerdeführer an, es handle sich nicht um einen echten Reisepass (SEM- Akten, A59/4). Erst in der Zweitanhörung gibt er zu, dass es sich um seinen echten Reisepass handle und dass er in der norwegischen Botschaft einen Antrag für ein Visum gestellt habe (SEM-Akten, A65/29 F44 ff.). Ebenfalls widersprüchlich sind seine Aussagen zu seiner Identitätskarte. In der BzP gibt er zu Protokoll, seine Identitätskarte befinde sich zu Hause und seine Frau werde sie ihm zukommen lassen (SEM -Akten, A1/10 S. 4 f.). In der ersten Anhörung sagt er hingegen, dass ihm seine Identitätskarte durch die E-2168/2016 Seite 7 Polizei abgenommen worden sei (SEM -Akten, A55/13 F3 und F33). Schliesslich gibt er in der zweiten Anhörung an, er habe die Identitätskarte in türkischen Gewässern verloren, korrigiert sich sodann und bringt vor, die Karte seinem Schlepper gegeben zu haben (SEM-Akten, A65/29 F196 ff.). Insgesamt bringt er somit vier verschiedene Versionen zum Verbleib seiner Identitätskarte vor, was nicht für ein glaubhaftes Aussageverhalten spricht. 5.3.2 Die Aussagen des Be schwerdeführers zu seinen Ausreisegründen sind ebenfalls widersprüchlich und weisen zahlreiche Ungereimtheiten auf. So bringt er in der BzP vor, am 16. Juni 2008 sei er zu einem Kollegen nach B._______ gegangen. Dort habe die Frau seines Cousins angerufen und ihm mitgeteilt, dass das Militär ihren Mann mitgenommen habe. Wenig spä- ter habe seine Frau angerufen und ihm gesagt, dass er von der Polizei zu Hause gesucht worden sei. Am 17. und am 20. Juni 2008 sei er nochmals gesucht worden. Am 15. Januar 2009 sei er ausgereist (SEM-Akten, A1/10 S. 5 f.). In der ersten Anhörung gibt er zu Protokoll, er habe sein Haus am 16. Juni 2008 verlassen und sei zu einem Freund nach B._______ gegangen. Dort hätten ihn seine Frau und sein älterer Bruder angerufen und gesagt, dass er gesucht werde. Dann habe ihn auch noch sein Cousin angerufen und ihm mitgeteilt, dass die Lage prekär sei. In der Nacht auf den 19. Juni 2008 habe er erfahren, dass sein Cousin getötet worden se i. Am 20. Juni 2008 habe er Sri Lanka verlassen (SEM-Akten, A55/13 F45 ff.). In der zweiten Anhörung gibt er an, am 3. oder 4. Juni 2008 hätten unbe- kannte Personen bei seiner Frau nach ihm gefragt. Er sei nicht zu Hause gewesen, da er bei einem Freund in B._______ gewesen sei. Seine Frau habe ihn über diesen Vorfall informiert. Kurz darauf habe ihn sein Bruder informiert, dass er auch bei ihm gesucht worden sei. Am 10. Juni 2008 habe er schliesslich Sri Lanka verlassen. In Syrien habe er erfahren, dass sein Cousin getötet worden sei (SEM-Akten, A65/29 F22 ff. und F232). Diese drei verschiedenen Versionen des gleichen Sachverhaltes sind nicht miteinander vereinbar. 5.3.3 Weiter macht der Beschwerdeführer in der ersten Anhörung geltend, dass sein Schulkamerad, dem e r den Job bei seinem Cousin vermi ttelt habe, im März 2008 verhaftet worden sei. Im April 2008 sei er auf den Po- lizeiposten gegangen, weil er von seinem Dorfvorsteher dazu aufgefordert E-2168/2016 Seite 8 worden sei, und man habe ihn zu seinem Schulkamerad befragt (SEM - Akten, A55/13 F39 und F79 f.). In der zweiten Anhörung gibt er hingegen zu Protokoll, kurz nach der Ver- haftung seines Cousins sei auch er gesucht worden. Ansonsten habe er seit der Verhaftung des Cousins bis zu seiner Ausreise keinen Behörden- kontakt mehr gehabt. Erst auf Nachfrage hin gibt er an, einmal von der Polizei vorgeladen worden zu sein. Dies sei zwischen Juni und August 2008 gewesen (SEM-Akten, A65/29 F182 ff.). Auch hier finden sich gravierende Widersprüche in zentralen Elementen der Ausreisegründe des Beschwerdeführers, welche er auch auf Be- schwerdeebene nicht erklären kann. 5.3.4 Bezüglich zahlreicher weiterer Ungereimtheiten, insbesondere zu den behördlichen Massnahmen gegen ihn und seinen politischen Tätigkei- ten sowie den Abweichungen in seinen Ausführungen zu denjenigen seiner Frau, ist auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen. Dass der Beschwerdeführer, wie auf Beschwerdeebene be- hauptet, zu den wesentlichen Umständen kongruente Angaben mache, muss klar verneint werden. Auch aus dem eingereichte n Zeitungsartikel, der die angebliche Ermordung seines Cousins bestätigen soll, kann der Beschwerdeführer angesichts seiner krass unglaubhaften Aussagen im vo- rinstanzlichen Verfahren, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Bezüglich der geltend gemachten Gedächtnisblockade und der zutreffend langen Verfah- rensdauer ist ebenfalls auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen, wonach diese Vorbringen solch grosse Unstimmigkeiten nicht erklären können. Die Vorbringen des Beschwerdeführers müssen deshalb insge- samt als unglaubhaft qualifiziert werden. 5.3.5 Die Vorinstanz erwägt in rechtlicher Hinsicht, dass der Beschwerde- führer bei der Rückkehr – trotz Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie, Lan- desabwesenheit und Herkunft – keine begründete Furcht habe, staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein. Deshalb habe er keine Massnahmen zu befürchten, die über einen sogenannten "background check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In - und Ausland) hinausgingen. Der Beschwerdeführer zeigt nicht auf, inwiefern ihm persönlich im Falle einer Rückkehr ein ernsthafter Nachteil im Sinne von Art. 3 AsylG drohen E-2168/2016 Seite 9 könnte. Solches lässt sich auch nicht annehmen, nachdem seine Vorbrin- gen insgesamt unglaubhaft ausgefallen sind. 5.3.6 Der Beschwerdeführer macht sodann subjektive Nachfluchtgründe geltend, indem er vorbringt, im Jahr 2014 und 2015 an Demonstrationen in C._______ teilgenommen zu habe. Er substantiiert jedoch nicht, an wel- chen Veranstaltungen er teilgenommen habe und wie er sich politisch be- tätige. Ein exilpolitisches Engagement des Beschwerdeführers ist deshalb nicht glaubhaft. Er erfüllt die Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG unter dem Aspekt subjektiver Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG nicht. 5.4 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer we- der Fluchtgründe noch subjektive Nachfluchtgründe glaubhaft machen oder nachweisen konnte. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht ab- gelehnt. 6. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg- weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge- such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt we- der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die Weg- weisung ist nicht zu beanstanden. 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, regelt das Staatssekretariat das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 7.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste- hen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Ab- kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Voll- zuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völ- kerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; A rt. 3 des Übereinkom-E-2168/2016 Seite 10 mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un- menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegwei- sungsvollzug nicht a ls unzulässig erschei nen (BVGE 2011/24 E. 10.4). Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wie- derholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkeh- renden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder FoK ver- botenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Der Vollzug der Weg- weisung ist zulässig. 7.3 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AuG unzumut- bar sein, wenn der Ausländer oder die Ausländerin im Heimat - oder Her- kunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet ist. In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Auf eine Beurteilung der Situation und der Zumutbarkeit in Bezug auf das Vanni -Gebiet kann hier verzichtet werden, stammt der Bes chwerdeführer doch aus D._______ im Distrikt Batticaloa (zur Problematik Vanni-Gebiet und Zumutbarkeit der Wegwei- sung: BVGE 2011/24 E. 12-13). Er kann sich dort wieder niederlassen. Im Übrigen handelt es sich in der Person des Beschwerdeführers um einen gesunden Mann, der in Sri Lanka als (…) gearbeitet hat, sowie über ein Beziehungsnetz und eine Familie vor Ort (Ehefrau, Töchter, Geschwister) verfügt. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich als zumutbar. 7.4 Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich nach Art. 83 Abs. 2 AuG als möglich zu bezeichnen, weil es dem Beschwerdeführer obliegt, sich bei der zuständigen Vertretung die für eine Rückkehr notwendigen Reisedoku- mente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12). E-2168/2016 Seite 11 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung zu- treffend als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet, womit die Anord- nung einer vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1 AuG). 8. Aus diesen Erwägunge n ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 AsylG; Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten des vorl iegenden Verfahrens zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), die auf Fr. 600.– festzusetzen sind (Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs- gericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-2168/2016 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Willisegger Pascal Waldvogel Versand: