<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Lawsearch Cache - AGVE 2011 2 S. 205</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Jagdrecht</span> <span class="page_no">205</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>VIII. Jagdrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>51</b></span> <span class="ft2"><b>Jagdrecht; Privilegierung der bisherigen Jagdgesellschaft bei der Pacht-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>vergabe (§ 4 Abs. 3 AJSG)</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Bei Jagdgesellschaften, welche sich bisher als einfache Gesellschaften</b></span><br/> <span class="ft2"><b>konstituierten und deren Mitglieder neu verschiedenen (Jagd-) Vereinen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>beigetreten sind, kann die Bevorzugungsklausel auch nicht indirekt in</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Bezug auf die Anzahl der Mitglieder in einem Verein angewendet werden.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Mit der Auflösung der einfachen Gesellschaft besteht keine bisherige</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Jagdgesellschaft im Sinne von § 4 Abs. 3 AJSG mehr.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Urteil des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 20. Mai 2011 in Sachen A.</span><br/> <span class="ft3">gegen B., Gemeinderat C. und Regierungsrat (WBE.2011.34).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">3.</span><br/> <span class="ft5">3.1.</span><br/> <span class="ft5">In materieller Hinsicht beanstandet die Beschwerdeführerin eine</span><br/> <span class="ft5">unrichtige Anwendung von § 4 Abs. 3 AJSG. Ihr ehemaliger Mit-</span><br/> <span class="ft5">pächter und Mitglied der Beschwerdegegnerin D. sei zwischenzeit-</span><br/> <span class="ft5">lich verstorben, weshalb sie zwei, die Beschwerdegegnerin nur einen</span><br/> <span class="ft5">bisherigen Pächter ausweisen könne. Zu relativieren sei die bean-</span><br/> <span class="ft5">standete Nichterfüllung der Abschusszahlen.</span><br/> <span class="ft5">3.2.</span><br/> <span class="ft5">Die Vorinstanz und die Abteilung Wald begründeten den Zu-</span><br/> <span class="ft5">schlag an die Beschwerdegegnerin mit deren jüngerer Altersstruktur,</span><br/> <span class="ft5">der höheren Revierverbundenheit und der beabsichtigten Zusam-</span><br/> <span class="ft5">menarbeit mit der Jagdgesellschaft E.. Weiter werden die Führung</span><br/> <span class="ft5">von diversen Jagdhunden, die Erfahrung in der Schwarzwildbeja-</span><br/> <span class="ft5">gung und bisherige Aktivitäten in der Naturschutz- und Öffentlich-</span><br/> <span class="ft5">keitsarbeit angeführt. Besonders hervorgehoben werden die Wohn-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">206</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">orte der Jagdaufseher und das gute Einvernehmen mit den Ge-</span><br/> <span class="ft5">meinde- und Forstbehörden.</span><br/> <span class="ft5">3.3.</span><br/> <span class="ft5">Die Bevorzugung der bisherigen Jagdgesellschaft gemäss § 4</span><br/> <span class="ft5">Abs. 3 Satz 1 AJSG kann beim Übergang zur Verpachtung an Jagd-</span><br/> <span class="ft5">gesellschaften, die sich neu als Verein konstituieren (vgl. § 5 Abs. 1</span><br/> <span class="ft5">AJSG), kein absolutes Kriterium sein. Mit der Auflösung der ein-</span><br/> <span class="ft5">fachen Gesellschaft besteht rechtlich gesehen keine "bisherige Jagd-</span><br/> <span class="ft5">gesellschaft" mehr. Bei Jagdgesellschaften, welche sich bisher als</span><br/> <span class="ft5">einfache Gesellschaften konstituierten und deren Mitglieder neu</span><br/> <span class="ft5">verschiedenen (Jagd-) Vereinen beigetreten sind, kann die Bevorzu-</span><br/> <span class="ft5">gungsklausel auch nicht indirekt in Bezug auf die Anzahl der Mit-</span><br/> <span class="ft5">glieder in einem Verein angewendet werden. § 4 Abs. 3 Satz 2 AJSG</span><br/> <span class="ft5">schreibt vielmehr vor, dass im Falle von Mehrfachbewerbungen die</span><br/> <span class="ft5">jagdlichen Kriterien, insbesondere bisherige Jagdausübung, die</span><br/> <span class="ft5">Revierverbundenheit und Altersstruktur massgebend sind. Der Krite-</span><br/> <span class="ft5">rienkatalog erhellt, dass die bisherige Jagdtätigkeit im betreffenden</span><br/> <span class="ft5">Revier auch bei Mehrfachbewerbungen von entscheidender Bedeu-</span><br/> <span class="ft5">tung ist. Sie ist aber nicht allein ausschlaggebend.</span><br/> <span class="ft5">(...)</span><br/> <span class="ft5">Es ist daher im Ergebnis nicht zu beanstanden und entspricht</span><br/> <span class="ft5">den gesetzlichen Kriterien, wenn bei der Gesamtwürdigung die Aus-</span><br/> <span class="ft5">wahl auf die Beschwerdegegnerin fiel. Insbesondere auch die Frage</span><br/> <span class="ft5">der Zusammenarbeit mit dem benachbarten Revier sprach für die</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdegegnerin. Die Gemeinde- und Forstbehörden hatten</span><br/> <span class="ft5">schon im Oktober 2008 und dann erneut im Januar 2009 diese Pro-</span><br/> <span class="ft5">bleme mit den betroffenen Jagdgesellschaften andiskutiert bzw. Lö-</span><br/> <span class="ft5">sungsvorschläge erwartet. Unbestritten ist, dass die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führerin sich mit einer Zusammenarbeit mit andern Jagdgesellschaf-</span><br/> <span class="ft5">ten schwer tat.</span><br/></div> </div> </body> </html>