<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00014</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107396&amp;W10_KEY=13013572&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00014</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 05.09.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Parteientschädigung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zuständigkeit (E. 1). Die Behörde muss den Entscheid über Kosten und Entschädigungen begründen, wenn sie die Nebenfolgen nicht dem Verfahrensausgang entsprechend anordnet (E. 2a); eine Begründung, die einzig die Tatbestandsvoraussetzungen aufführt, die bereits im Gesetz enthalten sind, genügt den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV nicht (E. 2b). Ist vor Verwaltungsgericht nur noch die Parteientschädigung für das Rekursverfahren streitig, entscheidet das Verwaltungsgericht zweckmässigerweise gleich in der Sache selbst (E. 3). Voraussetzungen für die Zusprechung einer Parteientschädigung im vorliegenden Fall erfüllt (E. 4). Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSPFLICHT">BEGRÃNDUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTSCHÃDIGUNGSFOLGE">ENTSCHÃDIGUNGSFOLGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN">KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEBENFOLGEN">NEBENFOLGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSAUSGANG">VERFAHRENSAUSGANG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 lit. II BV</span><br/><span class="gerade">§ 10 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 17 Abs. II VRG</span><br/><span class="gerade">§ 64 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 6. Februar 2002 erteilte der Bauausschuss Maur E die Be­willigung fÃ¼r den Bau eines Mehrfamilienhauses (M-Strasse Nr 1, GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 05).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. A, die StockwerkeigentÃ¼mergemeinschaft B und C erhoben dagegen am 28. MÃ¤rz 2002 Rekurs an die Baurekurskommittion III. Neben der Aufhebung der Baubewilligung verlangten sie auch die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. Am 6. Septem­ber 2002 teilte E der Baurekurskommission mit, dass er nun auf die AusfÃ¼hrung des umstrittenen Bauvorhabens definitiv verzichte. Daraufhin schrieb der KommissionsprÃ¤sident das Verfahren wegen Gegenstandslosigkeit ab; eine ParteientschÃ¤digung wurde nicht zugesprochen. Auf Begehren der Rekurrentinnen fÃ¤llte die Baurekurskommittion III am 27. No­vember 2002 einen begrÃ¼ndeten Entscheid. Auch darin sprach die Kommission den Rekurrentinnen keine ParteientschÃ¤digung zu.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 20. Januar 2003 erhoben A, die StockwerkeigentÃ¼mergemeinschaft B und C gegen den Entscheid der Baurekurskommittion III Beschwerde ans Verwaltungsgericht. Der Entscheid sei insoweit aufzuheben, als er den BeschwerdefÃ¼hrerinnen eine ParteientschÃ¤digung verweigere (Ziff. III des angefochtenen Entscheids). Es sei den BeschwerdefÃ¼hrerinnen fÃ¼r das Rekursverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen, ebenso fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>E und die Gemeinde Maur verzichteten am 6. bzw. 13. Februar 2003 auf eine Stellungnahme.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Folglich behandelt es auch Beschwerden gegen die Verweigerung einer ParteientschÃ¤digung (Umkehrschluss aus § 43 Abs. 3 VRG). Da der Streitwert unter Fr. 20'000.- liegt, ist der Einzelrichter zustÃ¤ndig (§ 38 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Nach Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerinnen hat die Baurekurskommission ihren Entscheid unzureichend begrÃ¼ndet. Die BegrÃ¼ndungspflicht bildet Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999; BV). Sie ist somit formeller Natur, das heisst eine Verletzung der BegrÃ¼ndungspflicht fÃ¼hrt unbesehen von den Erfolgsaussichten in der Sache selbst zu einer Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Damit ist die RÃ¼ge vorweg zu prÃ¼fen (BGE 117 Ia 5 E. 1a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Die BegrÃ¼ndung einer Anordnung genÃ¼gt den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV bzw. § 10 Abs. 2 VRG, wenn der Betroffene dadurch in die Lage versetzt wird, deren Tragweite zu beurteilen. Damit kann er entscheiden, ob er die VerfÃ¼gung anfechten will; macht er von dieser MÃ¶glichkeit Gebrauch, weiss die Rechtsmittelinstanz wiederum, von welchen rechtlichen ErwÃ¤gungen sich die Vorinstanz leiten liess (BGE 126 I 97 E. 2b). Der Umfang der BegrÃ¼ndungspflicht hÃ¤ngt von der KomplexitÃ¤t des Falles und dem Entscheidungsspielraum der BehÃ¶rde ab (BGE 112 Ia 107, 110 E. 2b). Der Entscheid Ã¼ber Kosten und EntschÃ¤digungen bedarf dann keiner weiteren BegrÃ¼ndung, wenn die Nebenfolgen dem Verfahrensausgang entsprechend angeordnet werden (BGE 111 Ia 1 E. 2a). Der Betroffene kann in so einem Fall in der Regel ohne weiteres erkennen, dass er zum Beispiel die Kosten deshalb tragen muss, weil er verlor, oder eine ParteientschÃ¤digung eben deshalb erhÃ¤lt, weil er gewann. Weicht die BehÃ¶rde jedoch von der Ã¼blichen Kostenverteilung oder EntschÃ¤digungsregelung ab, bedarf dies besonderer BegrÃ¼ndung (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 10 Rz. 41): Die BehÃ¶rde hat diesfalls darzulegen, von welchen Ãberlegungen (zum Beispiel BilligkeitserwÃ¤gungen) sie sich leiten liess (Lorenz KneubÃ¼hler, Die BegrÃ¼ndungspflicht, Bern/Stuttgart/Wien 1998, S. 199; Thomas Merkli/Ar­thur Aeschlimann/Ruth Herzog, Kommentar zum Gesetz Ã¼ber die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern, Bern 1997, Art. 107 Rz. 3; VGr, 30. August 1993, BEZ 1993 Nr. 28 E. 3). Dies ist Folge des allgemeinen Grundsatzes, dass die BehÃ¶rde ihren Entscheid immer dann begrÃ¼nden muss, wenn sie vom Antrag des Betroffenen abweicht (BGE 126 I 97 E. 2b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Vorinstanz auferlegte die Verfahrenskosten dem privaten Beschwerdegegner. Damit war sie offensichtlich der Auffassung, dass der private Beschwerdegegner als unterlegen zu gelten hatte im Sinne von § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG. â Zu Recht: Als unterliegend gilt, wer angesichts des Verfahrensausgangs mit seinen AntrÃ¤gen nicht durchdringt (RB 1985 Nr. 2); ob das Verfahren dabei durch einen Entscheid in der Sache, einen Verfahrensentscheid oder ohne AnspruchsprÃ¼fung (durch Abschreibung) erledigt wird, spielt dabei keine Rolle (RB 1985 Nr. 5 E. 1). So gilt insbesondere auch als unterliegend, wer die Gegenstandslosigkeit eines Verfahrens bewirkt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 13 Rz. 15). Letzteres trifft vorliegend fÃ¼r den privaten Beschwerdegegner zu, da er die Gegenstandslosigkeit verursachte, indem er wÃ¤hrend des Rekursverfahrens auf die AusfÃ¼hrung seines Bauvorhabens definitiv verzichtete. Die Vorinstanz verpflichtete den privaten Beschwerdegegner indessen nicht zu einer ParteientschÃ¤digung. Damit ordnete sie nur die Kosten-, nicht aber die EntschÃ¤digungsfolgen dem Verfahrensausgang entsprechend. Weil keine EntschÃ¤digungspflicht der Gemeinde bestand (im Verfahren standen sich private Parteien gegenÃ¼ber; vgl. § 17 Abs. 3 VRG sowie KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl § 17 Rz. 50), musste die Vorinstanz somit begrÃ¼nden, weshalb sie den privaten Beschwerdegegner nicht zu einer Parteient­schÃ¤digung verpflichtete.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission begrÃ¼ndete ihren Entscheid wie folgt (E. 4b des angefochtenen Entscheids):</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"Da vorliegend weder ein komplizierter Sachverhalt noch schwierige Rechtsfragen darzulegen waren, die den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigten, noch die angefochtene Anordnung offensichtlich unbegrÃ¼ndet war, sind die Voraussetzungen fÃ¼r die Zusprechung einer UmtriebsentschÃ¤digung an die Rekurrentinnen [die heutigen BeschwerdefÃ¼hrerinnen] nicht gegeben."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Damit wiederholt die Baurekurskommission indessen einzig die Tatbestandsvoraussetzungen, die bereits im Gesetz (§ 17 Abs. 2 VRG) enthalten sind. <i>Dass </i>die Vorinstanz diese Voraussetzungen fÃ¼r nicht erfÃ¼llt hielt, konnten die BeschwerdefÃ¼hrerinnen bereits ohne weiteres dem Dispositiv des Entscheids entnehmen (Ziffer III des vorinstanzlichen Beschlusses). In den ErwÃ¤gungen hÃ¤tte die Vorinstanz dagegen begrÃ¼nden mÃ¼ssen, <i>weshalb </i>sie im vorliegenden Fall einen Anspruch auf ParteientschÃ¤digung verneinte. Aufgrund ihrer BegrÃ¼ndungspflicht hÃ¤tte sie insbesondere darlegen mÃ¼ssen, weshalb sie â abweichend vom Antrag der BeschwerdefÃ¼hrerinnen â die Voraussetzung von § 17 Abs. 2 lit. a VRG als nicht erfÃ¼llt sah (lit. b, den die Vorinstanz ebenfalls erwÃ¤hnt, kommt im vorliegenden Fall nicht zur Anwendung). Denn sind die Tatbestandsvoraussetzungen von § 17 Abs. 2 VRG erst einmal erfÃ¼llt, steht der obsiegenden Partei entgegen der "Kann-For­mulierung" in der genannten Vorschrift ein Anspruch zu; eine Verweigerung dieses Anspruchs rechtfertigt sich nur "bei Vorliegen besondere UmstÃ¤nde" (VGr, 11. Juni 1991, BEZ 1991 Nr. 25, E. 1 d, S. 26). Solche UmstÃ¤nde hat die BehÃ¶rde in ihrem Entscheid darzulegen; beschrÃ¤nkt sie sich dagegen, wie hier, auf die Wiedergabe inhaltsleerer, formelhafter ErwÃ¤gungen, wird ihr Entscheid fÃ¼r den Betroffenen unverstÃ¤ndlich und verstÃ¶sst somit gegen Art. 29 Abs. 2 BV.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Anschluss an die zitierten ErwÃ¤gungen weist die Vorinstanz die BeschwerdefÃ¼hrerinnen sodann darauf hin, "dass in einem Begehren um einen begrÃ¼ndeten Kommissions­entscheid eine ErgÃ¤nzung der Rekursschrift und damit eine nachtrÃ¤gliche BegrÃ¼ndung des Antrags auf Zusprechung einer UmtriebsentschÃ¤digung nicht mÃ¶glich ist". Auch dieser Hinweis stellt fÃ¼r die Verweigerung einer ParteientschÃ¤digung keine einleuchtende BegrÃ¼n­dung dar. Die Vorinstanz geht in ihrer ErwÃ¤gung offenbar davon aus, dass der Betroffene seinen Antrag auf Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung (rechtzeitig) begrÃ¼nden muss. Dies ist nicht der Fall. Die Rekursschrift muss zwar einen Antrag und eine BegrÃ¼ndung enthalten (§ 23 Abs. 1 VRG). Es ist jedoch Ã¼berspitzt formalistisch und verstÃ¶sst mithin gegen Art. 29 Abs. 1 BV, wenn man von einer Partei verlangt, dass sie auch ihren Antrag bezÃ¼glich der Nebenfolgen nÃ¤her begrÃ¼ndet, soweit sich die Nebenfolgen ohne weiteres aus ihren AntrÃ¤gen in der Sache ergeben. In solchem Fall reicht es ohne weiteres aus, wenn sich die Partei auf die in Zivil- und Verwaltungsverfahren Ã¼bliche Formel ("alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen") beschrÃ¤nkt (BGr, 2. MÃ¤rz 1984, P. gegen Stadt ZÃ¼rich und Verwaltungsgericht ZÃ¼rich, unverÃ¶ffentlicht; wiedergegeben bei Martin Bernet, Die ParteientschÃ¤digung in der schweizerischen Verwaltungsrechtspflege, ZÃ¼rich 1986, Rz. 286).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid als unzureichend begrÃ¼ndet, womit er aufzuheben ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Hebt das Verwaltungsgericht die angefochtene Anordnung auf, entscheidet es in der Regel reformatorisch, das heisst in der Sache selbst (§ 63 Abs. 1 VRG). Ein kassatorischer Entscheid, also RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz (§ 64 Abs. 1 VRG), kann sich dagegen dann rechtfertigen, wenn fÃ¼r den zu treffenden Neuentscheid Ermessen auszuÃ¼ben ist (RB 1982 Nr. 42). Bei der Festsetzung der HÃ¶he der ParteientschÃ¤digung ("angemessene EntschÃ¤digung"; vgl. § 17 Abs. 2 VRG) verfÃ¼gt die Rekursinstanz Ã¼ber ein solches Ermessen. Schwierige Ermessensfragen sind indessen nicht zu beurteilen. Aufgrund des Grundsatzes der Verfahrensbeschleunigung (§ 4a VRG; Art. 29 Abs. 1 BV) ist Ã¼ber die ParteientschÃ¤digung deshalb gleich in diesem Verfahren zu befinden (VGr, Einzelrichter, 14. De­zember 2001, VB.2001.00341, E. 3a, unpubliziert; vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl § 64 Rz. 5).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird zugesprochen, wenn die Partei (1.) obsiegt hat, (2.) einen Antrag auf EntschÃ¤digung stellte und (3.) einer der in § 17 Abs. 2 VRG beispielhaft genannten TatbestÃ¤nde vorliegt. Die ersten beiden Voraussetzungen sind vorliegend erfÃ¼llt (vorn E. 2b). Damit ist im Folgenden zu prÃ¼fen, ob der Tatbestand von § 17 Abs. 2 lit. a VRG erfÃ¼llt ist (lit. b der Bestimmung spielt im hier zu beurteilenden Fall, wie bereits erwÃ¤hnt, keine Rolle). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss § 17 Abs. 2 lit. a VRG hatte die obsiegende Partei einen zureichenden Grund, einen Rechtsbeistand beizuziehen, wenn ein komplizierter Sachverhalt oder schwie­rige Rechtsfragen darzulegen waren. â Der Anwalt der BeschwerdefÃ¼hrerinnen begrÃ¼ndete den Rekurs gegen die Baubewilligung mit einer Verletzung des Grenzabstandes, der GebÃ¤udehÃ¶he sowie der Einordnung. Dazu musste er die Verletzung verschiedener Vorschrif­ten nachweisen, so unter anderem des Abstandsprivilegs der kommunalen Bau- und Zonen­ordnung sowie der Ãsthetikvorschrift des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (§ 238). Die Normen mussten ausgelegt und die Auslegung mit Rechtsprechung und Lehre begrÃ¼ndet werden. Dazu wÃ¤re ein juristischer Laie nicht im Stande gewesen. Damit hatten die BeschwerdefÃ¼hrerinnen allen Grund, fÃ¼r die Anfechtung der Baubewilligung einem Rechtsanwalt zu beauftragen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 17 Rz. 11 und 27 sowie Bernet, Rz. 259). Ohne Anwalt hÃ¤tten sie weder den Sachverhalt noch die darauf anwendbaren Rechtsnormen mit der gebotenen Sorgfalt darlegen kÃ¶nnen (vgl. VGr, 11. Juni 1991, BEZ 1991 Nr. 25, E. 2a sowie Alfred KÃ¶lz, Prozessmaximen im schweizerischen Verwaltungsprozess, 2. A., ZÃ¼rich 1974, S. 11). Diese Sorgfalt war hier umso mehr erforderlich, als neue tatsÃ¤chliche Behauptungen vor Verwaltungsgericht grundsÃ¤tzlich nicht mehr mÃ¶glich gewesen wÃ¤ren, wenn die Vorinstanz in der Sache hÃ¤tte entscheiden mÃ¼ssen (§ 52 Abs. 2 VRG). Damit sind alle Voraussetzungen fÃ¼r die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung erfÃ¼llt. Aufgrund der vom Anwalt der BeschwerdefÃ¼hrerinnen gemachten Angaben rechtfertigt sich eine EntschÃ¤digung in der HÃ¶he von je Fr. 350.- (insgesamt Fr. 1'050.-).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Die Verfahrenskosten sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, da der Mangel des angefochtenen Entscheids von keiner der beteiligten Parteien zu vertreten war (vgl. § 66 Abs. 2 der Zivilprozessordnung vom 13. Juni 1976 sowie KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 13 Rz. 26 f.). Dem Ausgang des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens entsprechend ist der private Beschwerdegegner zur Leistung einer ParteientschÃ¤digung von je Fr. 100.- (insgesamt Fr. 300.-) an die BeschwerdefÃ¼hrerinnen zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und Dispositiv Ziffer III des Entscheids der Baurekurskommission vom 27. November 2002 aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Der Beschwerdegegner E wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrerinnen fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 350.- (insgesamt Fr. 1'050.-; Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innerhalb von 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 590.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner E wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrerinnen fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 100.- (ingesamt Fr. 300.-; Mehrwertsteuer inbegriffen) zu entrichten, zahlbar innerhalb von 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>6. ...</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>