Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. August 2019 (702 18 343 / 203) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schä- fer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Deborah Büttel, Rechtsanwältin, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1986 geborene, zuletzt als lmmobilienbewirtsch afterin bei der B.____ AG tätig ge- wesene A.____ meldete sich am 15. Juli 2016 unter Hinweis auf ein chronisches Panvertrebral- syndrom sowie auf tägliche Kopf- und Rückenschmerzen bei d er Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nachdem sie d ie gesundheitlichen und er- werblichen Verhältnisse der Versicherten abgeklärt hatte , wies die IV-Stelle Basel-Landschaft das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 13. September 2 018 mit der Begründung ab, ihre Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abklärungen hätten ergeben, dass aus versicherungsmedizinische r Sicht kein IV-relevantes Leiden objektiviert werden könne. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Rechtsanwältin Deborah Büttel, am 19. Oktober 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Ab teilung Sozialversicherungsgericht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angef ochtene Verfügung aufzuheben und es sie die Beschwerdegegnerin anzuweisen, ihr basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindes- tens 70 % eine ganze Rente ab 1. Januar 2017 auszuspre chen und auszurichten. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei zur Beurteilung ihres Leistungsan- spruchs ein gerichtliches polydisziplinäres medizinisches Gutachten einzuholen, subeventualiter sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuw eisen und es sei diese zu verpflich- ten, ein zufallbasiertes polydisziplinäres medizinisches Gutac hten einzuholen und nach Vorlie- gen des Gutachtens neu über den Leistungsanspruch zu en tscheiden. Zudem seien ihr die un- entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Ve rbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Verfügung vom 22. Oktober 2018 bewilligte das Kantonsgericht der Beschwerde- führerin gestützt auf die eingereichten Unterlagen di e unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwältin Deborah Büttel als Rechtsvertreterin. D. Am 4. Dezember 2018 ersuchte die IV-Stelle das Ka ntonsgericht, ihr die Frist zur Ver- nehmlassung einstweilen abzunehmen, bis geklärt sei, ob d ie Beschwerdefrist eingehalten sei. Nachdem sich die Versicherte am 12. Dezember 2018 zu diese r Frage geäussert hatte, wies die instruierende Präsidentin des Kantonsgerichts die IV -Stelle mit Schreiben vom 21. Dezem- ber 2018 darauf hin, dass das Dreiergericht die Frage der Rechtzeitigkeit der Beschwerdeerhe- bung beurteilen werde. Es setzte der Beschwerdegegneri n deshalb eine neue Frist an, um (auch) materiell zur Beschwerde Stellung zu nehmen. E. In ihrer Vernehmlassung vom 30. Januar 2019 beantra gte die IV-Stelle, auf die Be- schwerde sei nicht einzutreten; eventualiter sei diese abzu weisen. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung von Dr. med. C.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabili- tative Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 4. Januar 2019 bei. F. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin in ihrer Rep- lik vom 9. April 2019 an den in der Beschwerde gestellt en Rechtsbegehren und den wesentli- chen bisherigen Vorbringen fest. Zudem reichte sie Beri chte von Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 9. April 2019 und von Dr. m ed. E.____, Fachärztin für Allgemei- ne Innere Medizin, vom 25. Februar 2019 ein. Die IV- Stelle wiederum hielt mit Duplik vom 23. Mai 2019 unter Beilage einer Beurteilung des RAD-Arzt es Dr. med. F.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 8. Mai 2019 an ihrem Nichteintretens- bzw. Abweisungsantrag fest. G. Am 29. Juli 2019 reichte die Beschwerdeführerin ein en neuen Bericht des behandeln- den Psychiaters Dr. D.____ vom 25. Juli 2019 ein. Die IV-Stelle teilte am 13. August 2019 mit, dass sie auf eine Stellungnahme zu dieser Eingabe verzichte. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Dies wi rd von keiner der am Verfahren be- teiligten Parteien in Frage gestellt. In formeller H insicht strittig und im Folgenden zu prüfen ist hingegen, ob die Versicherte ihre Beschwerde vom 19. O ktober 2018 gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 13. September 2018 rechtzeitig erhoben hat. 2.1 Gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 hat das Kantonsger icht von Amtes wegen, d.h. unab- hängig von allfälligen Parteianträgen, zu prüfen, ob auf das Rechtsmittel eingetreten werden kann. Zu den Prozessvoraussetzungen, die allesamt erfüllt sein müssen, damit das Gericht zur Begründetheit oder Unbegründetheit der Rechtsbegehre n Stellung nehmen kann, gehört nebst der Zuständigkeit der Rechtsmittelinstanz, einem tauglich en Anfechtungsobjekt sowie der Legi- timation und der Beschwer insbesondere eine frist- un d formgerechte Rechtsmittelvorkehr (vgl. zum Ganzen: FRITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 71 ff.). 2.2 Nach Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All gemeinen Teil des Sozialversi- cherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmung en gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 im Bereich der Invalidenversicherung anwen dbar sind, ist eine Beschwerde ge- gen eine Verfügung der IV-Stelle innert 30 Tagen seit dessen Eröffnung einzureichen. In Bezug auf die Fragen der Berechnung und des Stillstandes, de r Einhaltung sowie der Wiederherstel- lung der 30-tägigen Beschwerdefrist sind gemäss Art. 60 Abs. 2 ATSG die Art. 38 - 41 ATSG sinngemäss anwendbar. Nach Art. 38 Abs. 1 ATSG beginnt die 30-tägige Beschwerdefrist am Tag nach der Mitteilung der Verfügung zu laufen und sie gilt gemäss Art. 39 Abs. 1 ATSG als eingehalten, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist dem Gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder ein er schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist. Ha ndelt es sich beim letzten Tag der Frist um einen Samstag, einen Sonntag oder einen vom B undesrecht anerkannten Feiertag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 38 Abs. 3 A TSG). Als gesetzliche Frist kann die Beschwerdefrist nicht erstreckt werden (Art. 40 Abs. 1 AT SG). Läuft die Beschwerdefrist unbe- nutzt ab, so erwächst die Verfügung in formelle Recht skraft mit der Wirkung, dass das Gericht auf die verspätet eingereichte Beschwerde nicht eintreten kann. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Laut Art. 38 Abs. 2 bis ATSG gilt eine Mitteilung, die nur gegen Unterschrift des Adressa- ten beziehungsweise der Adressatin oder einer anderen b erechtigten Person überbracht wird, spätestens am siebenten Tag nach dem ersten erfolglosen Z ustellungsversuch als erfolgt. Mit dieser Bestimmung wurde mit Wirkung ab 1. Januar 2007 die von der Gerichtspraxis für einge- schriebene Sendungen entwickelte Zustellungsfiktion (BGE 127 I 31, 123 III 492, 119 II 149 E. 2, 119 V 94 E. 4b/aa, je mit Hinweisen) in Gesetzesr echt überführt, nach dem Wortlaut der Norm allerdings nur hinsichtlich der Fälle eines tatsäch lich unternommenen erfolglosen (Brief- kasten- oder Postfach-) Zustellungsversuchs (mit entsprechender Abholungseinladung). 2.4 Die IV-Stelle begründet ihren Antrag, auf das vo rliegende Rechtsmittel sei wegen ver- späteter Beschwerdeerhebung nicht einzutreten, dahinge hend, dass die Verfügung vom 13. September 2018 zunächst als eingeschriebene Postsen dung verschickt worden sei. Ge- mäss Sendungsnachweis der Post sei die Verfügung der Ad ressatin am 14. September 2018 zur Abholung gemeldet worden, wobei eine Abholungsein ladung mit Frist bis 21. September 2018 hinterlegt worden sei. Am 24. September 2018 s ei die Verfügung von der Post mit dem Vermerk "nicht abgeholt" an die IV-Stelle retourniert worden. In der Folge habe man der Versi- cherten die Verfügung am 1. Oktober 2018 (nochmals) a uf normalem Postweg zugestellt. Den vorhandenen Akten sei nun allerdings zu entnehmen, das s die Versicherte am 26. September 2018 die Anwaltsvollmacht unterzeichnet habe, mit der sie ihre Rechtsvertreterin mit der Wah- rung ihrer Interessen im Zusammenhang mit der Verfügu ng vom 13. September 2018 beauf- tragt habe. Somit liege es auf der Hand, dass die Ver sicherte vor der Zustellung der Sendung vom 1. Oktober 2018 Kenntnis von der angefochtenen Ve rfügung erhalten habe. Da laut den Angaben in der Verfügung vom 13. September 2018 den Sozialen Diensten G.____ eine Orien- tierungskopie zugestellt worden sei, müsse davon ausgegan gen werden, dass die Versicherte die erwähnte Verfügung über die Sozialen Dienste G.__ __ in Empfang genommen habe. Man habe deshalb bei den Sozialen Diensten G.____ die Akten ab dem 13. September 2018 ange- fordert, um den Zeitpunkt zu eruieren, in welchem die Versicherte Kenntnis von der Verfügung erhalten habe. Mit Schreiben vom 7. November 2018 hät ten die Sozialen Dienste G.____ je- doch mitgeteilt, dass die Gesprächsnotizen vertrauliche Daten enthielten, die nicht sachdienlich seien, da sie mit der IV-Anmeldung der Versicherten nich t im Zusammenhang stünden. Vor diesem Hintergrund beantragte die IV-Stelle in ihrer Eingabe vom 4. Dezember 2018 beim Kan- tonsgericht, es seien bei den Sozialen Diensten G.___ _ die Akten anzufordern, damit geprüft werden könne, ob vorliegend die Beschwerdefrist eingehalten worden sei. Falls sich aus diesen Akten ergeben würde, dass die Versicherte spätestens am 18. September 2018 über die Sozia- len Dienste G.____ Kenntnis von der angefochtenen Verf ügung erhalten habe, sei die vorlie- gende Beschwerde als verspätet eingereicht zu betrachten mit der Folge, dass darauf nicht ein- zutreten sei. 2.5 Wie die IV-Stelle zutreffend aufzeigt, trägt ihre vorliegend strittige Verfügung das Da- tum vom 13. September 2018. Die IV-Stelle verschickte diese gleichentags als eingeschriebene Sendung an die Versicherte. Am folgenden Tag wurde di e eingeschriebene Sendung von der Poststelle am Wohnort der Versicherten zur Abholung b is 21. September 2018 avisiert. Die Sendung wurde jedoch innert dieser Frist nicht abgeholt, weshalb sie die Poststelle in der Folge mit dem Vermerk “nicht abgeholt“ an die IV-Stelle re tournierte. Im Lichte der obigen Ausführun- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen (vgl. E. 2.3 hiervor) ergibt sich somit, dass die Ver fügung der IV-Stelle vom 13. September 2018 in Anwendung von Art. 38 Abs. 2 bis ATSG am 21. September 2018 - dem siebenten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch - als zugestellt zu gelten hat. Somit begann die 30- tägige Beschwerdefrist am 22. September 2018 - dem Ta g nach der Zustellung - zu laufen und sie dauerte grundsätzlich bis zum 21. Oktober 2018. Da es sich bei diesem Tag um einen Sonntag handelte, lief sie gemäss Art. 38 Abs. 3 ATSG erst am nächstfolgenden Werktag, also am 22. Oktober 2018, ab. Hält man sich diesen Ablauf v or Augen, so erweist sich die unbestrit- tenermassen am 19.Oktober 2019 erfolgte Beschwerdeerhebung als rechtzeitig. 2.6 Soweit die Beschwerdegegnerin in den Raum stellt, die Versicherte könnte bereits bis spätestens am 18. September 2018 über die Sozialen Dien ste G.____ Kenntnis vom Inhalt der Verfügung vom 13. September 2018 erhalten haben, wo mit die Beschwerde vom 19. Oktober 2018 verspätet erhoben wäre, muss ihr Folgendes entgege nhalten werden: Geht es um die Prüfung der Frage, ob die versicherte Person eine sie betreffende Verfügung rechtzeitig be- schwerdeweise angefochten hat, kann für den Beginn des Fristenlaufs einzig die die versicherte Person betreffende (effektive) Zustellung bzw. die allenfalls zur Anwendung gelangende Zustell- fiktion massgebend sein. Allfällige weitere Zustellunge n derselben Verfügung an mitbetroffene Dritte (wie etwa Pensionskassen) oder vorleistende Drit te (andere Sozialversicherer, Sozialhil- febehörden) haben diesbezüglich ausser Acht zu bleib en. Eine anderweitige Auffassung, wie sie hier von der IV-Stelle vertreten wird, wäre kaum pr aktikabel, insbesondere dürfte sie in Be- zug auf den Zeitpunkt der tatsächlichen Kenntnisnahme du rch die versicherte Person - wie auch im vorliegenden Fall - regelmässig beträchtliche b eweisrechtliche Unklarheiten und Schwierigkeiten nach sich ziehen. Vor diesem Hintergru nd braucht deshalb dem Verfahrensan- trag der IV-Stelle, wonach das Kantonsgericht mittels amtlicher Erkundigung bei den Sozialen Diensten G.____ zu klären habe, wann die Beschwerdeführ erin über die Sozialen Dienste G.____ vom Inhalt der leistungsablehnenden Verfügung Kenntnis erhalten habe, nicht stattge- geben zu werden. 2.7 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die Besch werde der Versicherten vom 19. Oktober 2019 rechtzeitig erhoben wurde, sodass darauf einzutreten ist. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die vo raussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der g esundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c). 4.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispiel sweise Berichten und Gutachten versi- cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärunge n vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 6.1 Bei den medizinischen Akten des vorliegenden Falle s befinden sich zahlreiche (fach-) ärztliche Berichte und Stellungnahmen, die sich mit dem Gesundheitszustand und - teilweise auch - mit dem Ausmass der Arbeitsfähigkeit der Versicherten befassen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1.1 So diagnostizierte der Hausarzt Dr. med. H.____, Allgemeine Medizin FMH, in seinem Bericht vom 6. Januar 2017 bei seiner Patientin ein chronisches, zervikal-betontes Panverteb- ralsyndrom. Im Weiteren hielt er fest, dass eine depressi ve Symptomatik nicht ausgeschlossen werden könne, er habe deshalb eine psychiatrische Betreu ung nahegelegt. Zudem könne er keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abgeben, eine entsprechende Einschätzung habe durch einen Spezialarzt zu erfolgen. Mit Bericht vom 7. April 2017 erhob Dr. med. I._____, Neurologie FMH, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig keit chronische Spannungstyp- Kopfschmerzen und ein chronisches, zervikal-betontes Panvert ebralsyndrom. Aufgrund der Kopfschmerzen und der Schmerzen im Bereich der ganzen Wir belsäule bestehe eine vermin- derte Konzentrationsfähigkeit mit verminderter Leistun gsfähigkeit. Wegen des chronischen Rü- ckenleidens seien rückenbelastende Tätigkeiten und auch ein langes Sitzen und Stehen derzeit nicht möglich. Seit Oktober 2015 sei von einer vollen Arbeitsunfähigkeit als lmmobilienbewirt- schafterin auszugehen. 6.1.2 In einem ausführlicheren Bericht vom 13. Juli 2 017 hielten Dr. med. J.____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Leitende Ärztin der K. ____ Spital AG, und der Diplom- Psychologe L.____ bei der Versicherten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronifizierte Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41) fest. Bei der Versicherten sei 2016 aus medizinischen Gr ünden eine Brustverkleinerung vorge- nommen worden, ohne dass sich diese aber positiv auf die Schmerzsymptomatik ausgewirkt habe. Eine relevante depressive Symptomatik wird von den b eiden Berichterstattern nicht fest- gehalten, anderseits führen die beiden aber aus, dass b ei der Beschwerdeführerin ein chronifi- zierter, hoher psychophysiologischer Anspannungslevel mit Au swirkung auf der somatischen Ebene bestehe. Die Versicherte verfüge nur über wenig R essourcen zur Entspannung. Eine deutliche Überlagerung der Schmerzsymptomatik im Sinne einer Schmerzverarbeitung (Gefühle von Ärger, Traurigkeit, Härte gegen sich selber) aber a uch auf der somatischen Ebene (chro- nisch erhöhter Muskeltonus) würden bei der Symptomatik ei ne Rolle spielen. Aus psychiatri- scher Sicht lasse sich aktuell keine grundlegende Arbeit sunfähigkeit begründen. Die Versicher- te neige dazu, sich zu überfordern und Belastungsgrenze n nicht ausreichend wahrzunehmen, was dann zu einer Verstärkung der körperlichen Beschwerde n führe. In Bezug auf die Arbeits- fähigkeit gelangten die beiden Berichterstatter zur Ei nschätzung, dass der Versicherten die Ausübung der bisherigen Tätigkeit aus psychiatrischer Sich t zumutbar sei. Man könne davon ausgehen, dass es in absehbarer Zeit zu einer vollständi gen Wiederherstellung der psychi- schen Leistungsfähigkeit komme. Abschliessend erfolgte no ch der Hinweis, dass über die so- matischen Einschränkungen keine Aussage gemacht werden könne. 6.1.3 Mit Bericht vom 13. November 2017 nahm die RAD- Ärztin Dr. C.____ zum medizini- schen Sachverhalt Stellung. Dabei gelangte sie gestützt auf die ihr unterbreiteten Akten zur Auffassung, dass sich keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben lies- sen. Als Leiden ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkei t diagnostizierte sie eine chronifizier- te Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren m it/bei (1) rezidivierenden Spannungstyp-Kopfschmerzen mit craniomandibulären muskul ären Verspannungen, (2) rezidi- vierenden muskulären Beschwerden im Nacken-/Schultergürt el-/BWS-Bereich, (3) einer Mammahypertrophie bei Status nach Mammareduktionsplastik i m Dezember 2015 und (4) psy- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht chosozialen Belastungsfaktoren. Die Versicherte sei aus me dizinischer Sicht in der Lage, eine ähnliche Tätigkeit wie die zuletzt ausgeübte Bürotäti gkeit wiederaufzunehmen. Es bestehe eine Selbstlimitierung, die Versicherte halte sich für nicht mehr arbeitsfähig und es würden auch IV- fremde Integrationshindernisse vorliegen, wie eine l nvaliditätsüberzeugung und eine fehlende abgeschlossene Berufsausbildung mit Diplom. Versicherung smedizinisch lasse sich kein IV- relevantes Leiden objektivieren, es bestünden einzig musk uläre Verspannungen im Nacken-/ Schulter-/BWS-Bereich. Diese würden sich jedoch durch g eeignete therapeutische Massnah- men sehr gut behandeln lassen, sie seien grundsätzlich reve rsibel und daher nicht von dauer- hafter bzw. invalidisierender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. 6.1.4 Am 3. Juli 2018 berichteten die behandelnden Ä rzte der Rehaklinik M.____ über den stationären Aufenthalt, den die Versicherte vom 28. Ma i 2018 bis 23. Juni 2018 in der genann- ten Klinik absolviert hatte. In diesem Austrittsbericht wurden folgende Diagnosen festgehalten: ein chronifiziertes myofasziales Schmerzsyndrom, ein Status na ch Mammareduktionsplastik im Dezember 2015 (ohne Beeinflussung der Schmerzproblematik der vorgenannten Diagnose), ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren sowie ein Eisen- und Zinkmangel, substituiert. Empfohlen wurde die Weiterfü hrung einer interdisziplinären ambulan- ten Behandlung mit anfänglich engmaschigem psychologische m Setting resp. weiterführender kognitiver Verhaltenstherapie sowie die Fortsetzung der Physiotherapie. Für den Zeitraum vom 28. Mai 2018 bis 1. Juli 2018 wurde der Versicherten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attes- tiert. 6.1.5 Die RAD-Ärztin Dr. C.____ äusserte sich am 22. Aug ust 2018 zu diesem Bericht der Rehaklinik M.____. Sie hielt fest, dass die Versicherte dort sehr gut hinsichtlich ihrer beklagten myofaszialen Beschwerden habe profitieren können. Ihre B eschwerden seien somit sehr gut behandelbar und nicht invalidisierend. Ihre frühere Be urteilung vom 13. November 2017 habe deshalb nach wie vor Gültigkeit. 6.2 Am 13. September 2018 erliess die IV-Stelle die vorliegend angefochtene Verfügung. Darin wies sie - im Wesentlichen gestützt auf die Beurtei lung ihrer RAD-Ärztin Dr. C.____ - das Leistungsbegehren der Versicherten mit der Begründung ab, dass aus versicherungsmedizini- scher Sicht kein IV-relevantes Leiden objektiviert werden könne. 6.3 Nach Erhalt dieser leistungsablehnenden Verfügung u nd im daran anschliessenden Beschwerdeverfahren gab die Versicherte verschiedene weit ere Arztberichte zu den Akten, zu denen die Beschwerdegegnerin ihrerseits jeweils durch den RAD Stellung nehmen liess. 6.3.1 In seinem Bericht vom 27. September 2018 führte der Chiropraktor Dr. N.____ aus, der Versicherten seien Arbeiten über dem Kopf, Tätigkeiten, bei denen Konzentration gefragt sei, und Computerarbeiten derzeit immer noch unmöglich, wa s eine momentane 100 %-ige Arbeits- unfähigkeit zur Folge habe. Der Hausarzt Dr. H.____ hi elt am 3. Oktober 2018 fest, dass auf- grund der ausgeprägten schweren und mehrjährigen chro nifizierten Schmerzstörung seit 1. Ja- nuar 2017 keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Dr. me d. O.____, Innere Medizin FMH, vertrat in seinem Schreiben vom 7. Oktober 2018 die Auffassung , der Leidensdruck sei bei der Versi- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherten, die er seit einem Jahr kenne, derart gross, d ass daraus eine vollständige Arbeitsunfä- higkeit resultiere. Die zehnjährige Krankengeschichte d er Versicherten zeige zudem, dass sich die Schmerzen nicht einfach durch eine Therapie elim inieren liessen, wie das die IV-Stelle an- nehme. 6.3.2 Am 12. Oktober 2018 erstattete Dr. I.____ einen Verlaufsbericht. Darin hielt sie fest, aus neurologischer Sicht bestünden Kopfschmerzen vom Spa nnungstyp, daneben würden ein chronifiziertes myofasziales Schmerzsyndrom sowie ein Zervikal- und ein Lumbovertebralsyn- drom vorliegen. Alle bisherigen Therapieversuche hät ten zu keiner anhaltenden Besserung ge- führt, auch eine stationäre Therapie in der Rehaklin ik M.____ nicht. Die Versicherte sei weiter- hin durch die Schmerzsymptomatik stark behindert und in i hrer Leistungsfähigkeit einge- schränkt. Aufgrund der chronischen Kopfschmerzen bestehe e ine verminderte Konzentrations- fähigkeit mit entsprechender Leistungseinbusse. Zudem se ien aufgrund der chronischen Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule rückenbelastende T ätigkeiten aber auch ein längeres Sitzen zurzeit nicht möglich. Die Versicherte sei deshalb aus medizinischer Sicht weiterhin we- sentlich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. 6.3.3 Am 4. Januar 2019 nahm die RAD-Ärztin Dr. C.__ __ ausführlich zu den Vorbringen in der Beschwerde Stellung. Dabei gelangte sie wiederum zum Ergebnis, dass aus den ärztlichen und nichtärztlichen Berichten keine IV-relevante Einschränk ung der Arbeitsfähigkeit begründet werden könne. 6.3.4 Mit ausführlichem Bericht vom 9. April 2019 äusse rte sich Dr. D.____ aus psychiatri- scher Sicht zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten. Diese stehe seit Ende Oktober 2018 bei ihm in Behandlung. Als Dia gnosen erhob er eine (komplexe) post- traumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), eine mitt elschwere depressive Episode (ICD- 10 F32.2), ein chronisches Schmerzsyndrom mit psychischen und physischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine nichtorganische Insomnie in Form von Einsch lafstörungen (ICD-10 F51.0), eine soziale Phobie (ICD-10 F40.1) und ein Derealisationssynd rom (ICD-10 F48.1). Darüber hinaus hielt er verschiedene Belastungsfaktoren (Zustand der totalen Erschöpfung, alleine lebend, ne- gative, stark traumatisierende Kindheitserlebnisse) fest . Die Versicherte sei mindestens seit Januar 2016 - nach der nicht begründeten Kündigung un d der erfolglosen Brustverkleinerung - und bis auf Weiteres in der angestammten und in eine r leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. 6.3.5 Am 8. Mai 2019 nahm der RAD-Arzt Dr. F.____ zu m vorgenannten Bericht von Dr. D.____ Stellung. Er wies darauf hin, dass dieser di e für eine posttraumatische Belastungs- störung erforderlichen Kardinalkriterien nicht benenne. Da Dr. D.____ die Versicherte erst seit Ende Oktober 2018 behandle, könne auch dessen Einschätz ung, wonach seit mindestens An- fangs 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorlieg e, nicht nachvollzogen werden. Hinzu komme, dass die Einschätzungen von Dr. D.____ im Widersp ruch zum seinerzeitigen Bericht von Dr. J.____ und des Psychologen L.____ vom 13. Juli 20 17 stehe, in welchem eine chroni- sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ohne relevante depressive Symptomatik diagnostiziert worden sei. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3.6 Mit Schrieben vom 25. Juli 2019 reagierte Dr. D. ____ auf den vorerwähnten RAD- Bericht. Er begründete, weshalb aus seiner Sicht be i der Versicherten die Kardinalkriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung durchau s vorliegen würden. Zudem wies er darauf hin, dass sich die psychiatrische Beurteilun g als bisher sehr schwierig dargestellt habe , weil die Versicherte eine psychische Genese ih rer Beschwerden b is vor kurzem ab- gelehnt habe . In diesem Zusammenhang sei auch auf den Arztbericht von Dr. H.____ vom Januar 2017 zu verweisen, der damals festgehalten h abe, dass eine depressive Sympto- matik nicht ausgeschlossen erscheine. 7.1 Wie bereits oben festgehalten (vgl. E. 6.2 hiervor ), stützte sich die IV-Stelle in der an- gefochtenen Verfügung vom 13. September 2018 bei der Beurteilung des medizinischen Sach- verhalts im Wesentlichen auf die Einschätzungen ihrer RAD-Ärztin Dr. C.____. Sie ging demzu- folge davon aus, dass bei der Beschwerdeführerin aus versich erungsmedizinischer Sicht kein IV-relevantes Leiden objektiviert werden könne. In diesem Zusammenhang gilt es nun aber da- rauf hinzuweisen, dass nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.3 hiervor) den Berichten versiche- rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zuko mmt wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachperso nen oder gar wie einem Gerichtsgut- achten, solche Berichte sind lediglich - aber immerhin - soweit zu berücksichtigen, als sich kei- ne auch nur geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer S chlussfolgerungen ergeben (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Vorliegend bestehen jedoch solche Zweifel, denn wie im Folgenden zu zei- gen sein wird, erweist sich der medizinische Sachverhalt - entgegen der Auffassung der IV- Stelle - als (noch) nicht ausreichend abgeklärt. 7.2.1 Was den psychischen Gesundheitszustand betrifft, so verweist die Beschwerdeführerin primär auf die Einschätzung ihres behandelnden Arztes D r. D.____, der in seinem Bericht vom 9. April 2019 als Hauptdiagnosen eine komplexe posttra umatische Belastungsstörung, eine mittelschwere depressive Episode und ein chronisches Schmerzsyn drom mit psychischen und physischen Faktoren stellte und daraus eine 100 %-ige Ar beitsunfähigkeit seit Januar 2016 ab- leitete (vgl. E. 6.3.4 hiervor). Hinsichtlich dieser E inschätzung ist nun allerdings zu beachten, dass die Behandlung der Versicherten durch Dr. D.____ erst am 29.Oktober 2018 und somit nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 13. Septemb er 2018 begann. In ihrer Duplik wies die IV-Stelle explizit auf diesen Umstand hin und sie schloss daraus, dass der Bericht von Dr. D.____ vom 9. April 2019 vorliegend nicht zur Entscheidfindung herangezogen werden kön- ne. Es sei der Beschwerdeführerin jedoch unbenommen, e in neues Gesuch nach Abschluss des vorliegenden Beschwerdeverfahrens einzureichen. 7.2.2 Der IV-Stelle ist insofern beizupflichten, als d as Sozialversicherungsgericht nach stän- diger Rechtsprechung die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsver fügungen in der Regel nach dem Sachverhalt zu beurteilen hat, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorgelegen hat (BGE 130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b mit Hinweisen ). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstan d einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b mit Hinw eis). Daraus folgt, dass für die Beurtei- lung der vorliegenden Beschwerde grundsätzlich der (medi zinische) Sachverhalt massgebend Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist, der am 13. September 2018, dem Zeitpunkt des Erla sses der leistungsablehnenden Verfü- gung der IV-Stelle, vorgelegen hat. Hält man sich die se Rechtsprechung vor Augen, so ist im Hinblick auf die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde von Bedeutung, ob aus der per Ende Oktober 2018 erfolgten Aufnahme einer fachärztlichen ps ychiatrischen Behandlung geschlos- sen werden darf, dass bei der Versicherten allfällige psyc hische Gesundheitsbeeinträchtigun- gen auch erst in diesem Zeitraum - und somit nach Erla ss der leistungsablehnenden Verfügung - aufgetreten sind. Wäre dies der Fall, so müsste die Versicherte in der Tat auf ein neues Leis- tungsbegehren verwiesen werden. Ein solcher Schluss lässt die vorhandene Aktenlage jedoch nicht zu. Es verhält sich vielmehr so, dass verschiedene Arztb erichte, die vor Erlass der ange- fochtenen Verfügung verfasst wurden, psychiatrische Diagnos en (mit-)enthalten oder aber das Vorhandensein psychischer Gesundheitsbeeinträchtigungen zu mindest in Betracht ziehen. So hielt bereits der Hausarzt Dr. H.____ am 6. Januar 2017 fest, dass eine "depressive Symptoma- tik" nicht ausgeschlossen werden könne. Als Nächste diag nostizierten Dr. J.____ und der Dip- lom-Psychologe L.____ in ihrem Bericht vom 13. Juli 2017 bei der Versicherten eine chronifi- zierte Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41), wobei sie dieses Leiden explizit unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufführten. Zudem lassen auch die von ihnen beschriebenen Befunde zumindest auf eine gewisse Beein- trächtigung der Arbeitsfähigkeit schliessen. Es ist daher eher überraschend und kaum nachvoll- ziehbar, wenn sie im gleichen Bericht bei der Frage nach dem Vorliegen einer medizinisch be- gründeten Arbeitsunfähigkeit festhalten, "aus psychiatrischer Sicht ist aktuell keine grundlegen- de Arbeitsunfähigkeit begründbar." Soweit die IV-Ste lle deshalb diesen Bericht als Beleg dafür anruft, dass bei der Versicherten keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit vorliege, kann ihrer Argumentation nicht gefolgt werden, zumindest jedenfalls nicht im dem Sinne, dass daraus abschliessend ein solches Fazit gezogen werden könnte. Zu beachten ist sodann, dass auch im Austrittsbericht der Rehaklinik M.____ vom 3. Juli 2018 - also kurz vor Erlass der angefochte- nen Verfügung - unter anderem ebenfalls die Diagnose eines chronischen Schmerzsyndroms mit somatischen und psychischen Faktoren gestellt wurde. Soweit die IV Stelle bestreitet, dass Dr. D.____ in A nbetracht des erst Ende Oktober 2018 er- folgten Behandlungsbeginns in der Lage sei, der Versiche rten bereits seit mindestens anfangs 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu attestier en, können ihre Bedenken ein Stück weit geteilt werden. Darauf ist allerdings an dieser Stell e nicht weiter einzugehen. Im jetzigen Zeit- punkt ist (noch) nicht das Ausmass und der Beginn einer al lfälligen psychisch bedingten Ar- beitsunfähigkeit von Interesse, entscheidend ist vielmehr , ob die IV-Stelle gestützt auf die vor- handene medizinische Aktenlage eine psychisch bedingte Arbe itsunfähigkeit gänzlich aus- schliessen durfte. Dies ist aufgrund des vorstehend Gesagt en zu verneinen. Der medizinische Sachverhalt erweist sich diesbezüglich noch nicht als spruchreif und er bedarf deshalb entspre- chender Ergänzung. Zu beachten ist schliesslich noch Folge ndes: Laut Dr. D.____ hat sich die Abklärung der psychischen Situation bis anhin als sehr schwierig gestaltet und zu entsprechend unklaren Ergebnissen geführt, weil die Versicherte eine psychische Genese ihrer Beschwerden bis vor kurzem abgelehnt habe. Dass diese Darstellung zutr effen könnte, lässt sich jedenfalls nicht zum Vornherein von der Hand weisen. Auch dieser Aspekt spricht deshalb für zusätzliche fachärztliche Abklärungen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2.3 Vor diesem Hintergrund ist es im Übrigen nicht zielführend, wenn sich die Beschwer- degegnerin in ihrer Stellungnahme zum Bericht von Dr. D.____ primär auf die von ihm diagnos- tizierte posttraumatische Belastungsstörung fokussiert und e twa moniert, dass die hierfür erfor- derlichen Kardinalkriterien nicht benannt würden. Zu b eachten ist nämlich, dass Dr. D.____ als weitere Diagnosen auch eine mittelgradige depressive Episode und - wie vor ihm bereits andere Ärzte - ein chronisches Schmerzsyndrom mit psychischen und physisch en Faktoren erhob. Dass diese Diagnosen als gänzlich ohne Auswirkung auf die A rbeitsfähigkeit angesehen wer- den können, steht - wie gesagt - entgegen der Auffassung der IV-Stelle nicht fest. 7.2.4 Aus den geschilderten Gründen erweist sich der psychisc he Gesundheitszustand der Versicherten und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähi gkeit als nicht rechtsgenüglich abge- klärt. 7.3 Was den physischen Gesundheitszustand betrifft, so zeigt sich, dass gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage der rein somatische Ante il am gesamten Beschwerdebild derzeit nicht abgrenzbar ist. Eine solche Abgrenzung ist l etztlich aber auch nicht nötig, da im Hinblick auf eine abschliessende Einschätzung der Arbeits fähigkeit ohnehin eine - die psychi- schen und somatischen Beeinträchtigungen umfassende - Ges amtbeurteilung erforderlich ist. Immerhin kann an dieser Stelle festgehalten werden, da ss sich in den aktuell vorhandenen me- dizinischen Akten durchaus Atteste finden, die der Versicher ten aus fachärztlicher somatischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen. Zu verweisen ist etwa auf die Berichte der Neurolo- gin Dr. I.____: In einem ersten Bericht vom 7. April 2017 erhob diese als Diagnosen mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Spannungstyp-Kop fschmerzen und ein chronisches, zervikal-betontes Panvertebralsyndrom. Aufgrund der Kopfsch merzen und der Schmerzen im Bereich der ganzen Wirbelsäule bestehe eine verminderte Konzentrationsfähigkeit mit vermin- derter Leistungsfähigkeit. Wegen des chronischen Rückenle idens seien rückenbelastende Tä- tigkeiten und auch ein langes Sitzen und Stehen derze it nicht möglich (vgl. E. 6.1.1 hiervor). Sodann wiederholte die genannte Ärztin in einem Verl aufsbericht vom 12. Oktober 2018, dass aus neurologischer Sicht Kopfschmerzen vom Spannungstyp bestünden, daneben würden ein chronifiziertes myofasziales Schmerzsyndrom sowie ein Zervikal- und ein Lumbovertebralsyn- drom vorliegen. Alle bisherigen Therapieversuche hät ten zu keiner anhaltenden Besserung ge- führt, auch eine stationäre Therapie in der Rehaklin ik M.____ nicht. Die Versicherte sei weiter- hin durch die Schmerzsymptomatik stark behindert und in i hrer Leistungsfähigkeit einge- schränkt (vgl. E. 6.3.2 hiervor). Die IV-Stelle hält diesen Berichten ohne hinreichende und somit auch schlüssige Begründung entgegen, dass kein invalidisi erendes Leiden vorliege. Insbeson- dere der Einwand der IV-Stelle, dass die genannten L eiden durch entsprechende Therapie be- hoben werden könnten, erscheint in Anbetracht der sei t Jahren erfolgten Therapien und dem Verweis verschiedener Ärzte auf eine bereits eingetret ene Chronifizierung zu kurz gegriffen. Somit ist als weiteres Zwischenergebnis festzuhalten, dass die IV-Stelle auch den somatischen Teil des medizinischen Sachverhalts nicht hinreichend abgeklärt hat. 7.4 Aus dem Gesagten folgt, dass die vorhandene medizinis che Aktenlage keine ab- schliessende Beurteilung des Rentenanspruchs der Versichert en zulässt. Die Abklärungser- gebnisse aus dem Verwaltungsverfahren sind mit andern Worten nicht ausreichend beweiskräf- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht tig, der relevante medizinische Sachverhalt bedarf vielm ehr weiterer Abklärung. Die IV-Stelle, an welche die Angelegenheit zurückzuweisen ist, hat den Gesundheitszustand und die Arbeits- fähigkeit der Versicherten durch ein polydisziplinäres Gut achten, welches - mindestens - die Fachbereiche Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie umfasst, abklären zu lassen. Über die Frage, ob aus medizinischer Sicht allenfalls noch weit ere Abklärungen in anderen Fachrich- tungen erforderlich sind, werden die beauftragten Gutachter zu befinden haben. 8. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die B eschwerde in dem Sinne gutzuheissen ist, als die angefochtene Verfügung vom 13. September 2018 aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Er wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen ist. 9. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdever fahrens zu befinden. 9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 9.2 Nach Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitw ert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah- rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer- legt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Pa rtei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auf- erlegen sind. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde- führerin hat in ihrer Honorarnote vom 19. Juni 2019 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 26 Stunden und 40 Minuten sowie Auslagen von Fr. 124.-- geltend gemacht. Wäh- rend die ausgewiesenen Auslagen zu keinen Beanstandungen Anlass geben, muss der geltend gemachte Zeitaufwand als zu hoch bezeichnet werden. De r vorliegende Prozess gab weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu überdurch schnittlich aufwändigen Erörterungen Anlass. Zudem ging es inhaltlich ausschliesslich um die Frage, ob der medizinische Sachverhalt durch die IV-Stelle genügend abgeklärt worden war, un d nicht auch um weitere invalidenversi- cherungsrechtliche Aspekte wie etwa den Einkommensvergleich o der die Methodenwahl. Vor diesem Hintergrund erweist sich insbesondere der für di e Redaktion der Beschwerde und der Replik ausgewiesene Zeitaufwand von insgesamt 16 Stund en als übermässig. Diese beiden Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Positionen der Honorarrechnung sind daher zu kürzen, wo bei es sich rechtfertigt, den für die Redaktion der Beschwerde und der Replik entschädigungsber echtigten Zeitaufwand auf 9 Stunden festzusetzen. Hinzu kommt der übrige ausgewie sene Aufwand - wie etwa die Bemü- hungen im Zusammenhang mit der von der IV-Stelle auf geworfenen Frage der Rechtzeitigkeit der Beschwerdeerhebung - von total 10 Stunden und 40 Minuten. Das Honorar der Rechtsver- treterin der Versicherten ist somit auf der Basis eines in sgesamt als angemessen erachteten Zeitaufwands von 19 Stunden und 40 Minuten festzusetzen . Der Rechtsvertreterin der Versi- cherten ist demnach ein Honorar in der Höhe von Fr. 5‘ 428.80 (19 Stunden und 40 Minuten à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 124.-- + 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid a n den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 13. Septe mber 2018 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abkläru ng im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV- Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 5‘428.80 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht