Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 19. August 2020 (810 20 87) ___________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Grundstückgewinnsteuer Besetzung Vorsitzender Stefan Schulthess, Kantonsri chter Markus Clausen, Hans Furer, Jgnaz Jermann, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Yaël Heymann Beteiligte A.____ und B.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Roland Müller, Rechtsanwalt gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Kreuzbodenweg 1, 4410 Liestal, Be- schwerdegegner Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Rechtsdienst, Rheinstrasse 33, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin Betreff Grundstückgewinnsteuer (Urteil des Steuer- und Enteignungsgerichts des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Steuergericht vom 7. Februar 2020) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Im Jahr 2008 verkauften die Brüder A.____ und C._ ___ die Stockwerkeinheiten Parzelle Nr. S7352 mit Quote von 52/1000 und Parzelle Nr. S73 53 mit Quote von 93/1000 der Liegen- schaft Parzelle Nr. 2219 in D.____. B. Mit Veranlagungsverfügung vom 18. Oktober 2012 se tzte die Steuerverwaltung Basel- Landschaft (Steuerverwaltung) den aus dem Verkauf der S tockwerkeinheit Parzelle Nr. S7353 resultierenden steuerbaren Grundstückgewinn auf Fr. 30 9'999.-- fest und veranlagte A.____ anteilsmässig zu einer Grundstückgewinnsteuer von Fr. 38' 749.--. Dabei berücksichtigte die Steuerverwaltung für die Ausscheidung der Anlagekosten die gesamte Wertquote von 145/1000 bzw. hiervon 93/145. Für die Veräusserung der Stockwerke inheit Parzelle Nr. S7352 wurde die Grundstückgewinnsteuer aufgeschoben. C. Mit Eingabe vom 19. November 2012 erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Müller, gegen die Veranlagungsverfügung Ei nsprache und begehrte, es sei die an- gefochtene Verfügung aufzuheben und die Grundstückgewi nnsteuer auf einem maximalen steuerbaren Grundstückgewinn von Fr. 254'417.40 zu erheben, womit die Gewinnsteuer für den Einsprecher auf maximal Fr. 31'802.20 herabzusetzen sei. Zudem sei dem Einsprecher eine angemessene Frist zur Begründung der Einsprache zu gew ähren. Mit nachgereichter Eingabe vom 31. Januar 2013 führte A.____ zur Begründung im W esentlichen aus, dass die Berech- nung der Wertquoten der einzelnen Stockwerkeinheiten kla rerweise nicht fachgerecht erfolgt sei. Der als «Schulungsraum» bezeichneter Kellerraum weis e eine Wertquote von 166/1000 auf, welche deutlich zu hoch sei. Die Überprüfung der Wertquoten durch das Architekturbüro E.____ habe ergeben, dass dieser Raum mit maximal 106/ 1000 einzusetzen sei, woraus unter anderem für die beiden verkauften Einheiten neu eine Wertquote von mindestens 66/1000 bzw. 106/1000, d.h. total mindestens 172/1000 resultiere. Unter Mitberücksichtigung der vier mitver- kauften Autoeinstellplätze, welche mit 12/1000 zu bew erten seien, ergebe sich daraus eine ge- samte Quote von 184/1000. Ausgehend von den Baukosten i n der Höhe von Fr. 2'998'978.-- betrage somit der auf die gesamte Wertquote entfallen e Anteil Fr. 551'812.--. Es werde eine Änderung der Wertquote angestrebt, wobei das Verfahre n aufwändig sei und längere Zeit in Anspruch nehmen dürfte, weshalb in verfahrensrechtlicher Hinsicht im Hinblick auf die Wertquo- tenberichtigung die Sistierung des Einspracheverfahren s bis vorerst 31. Dezember 2013 bean- tragt werde. Entgegen der im früheren Verfahren vert retenen Ansicht der Steuerverwaltung könne aber in einem derart klaren Fall unbesehen der grundbuchlichen Situation aufgrund der Neuberechnung der Quoten eine Neuverteilung der Anlagekosten stattfinden. D. Nachdem antragsgemäss diverse Fristerstreckungen gewähr t wurden und die Steuer- verwaltung mit Schreiben vom 4. Juli 2018 eine letzte nachperemptorische Frist bis spätestens 10. September 2018 gesetzt hat, wies die Steuerverwaltu ng mit Entscheid vom 20. Dezember 2018 die Einsprache ab. Sie erwog, dass weder die in Au ssicht gestellte Neuberechnung der Wertquoten noch die entsprechenden Grundbuchauszüge eing ereicht worden seien, weshalb sich die Einsprache als unbegründet erweise. E. Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben die Ehega tten A.____ und B.____, nun beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Müller, am 21. Januar 2019 Rekurs beim Steu- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht er- und Enteignungsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht (Steuergericht), und be- antragten, es sei der angefochtene Entscheid der Steu erverwaltung aufzuheben und die Grundstückgewinnsteuer auf einem maximalen steuerbaren G rundstückgewinn von Fr. 152'072.75 zu erheben und folglich die Gewinnste uer für die Rekurrenten auf maximal Fr. 19'009.10 herabzusetzen, unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führten sie aus, dass sich die Verhandlungen zwischen den Stockwerkeigentümern sehr l ange hingezogen hätten und schliesslich noch weitere Stockwerkeinheiten verkauft worden seien, weshalb die Verhandlun- gen immer wieder neu hätten aufgenommen werden müsse n. Es sei ihnen leider nicht gelun- gen, innert der letzten angesetzten Frist eine Änderung der Wertquoten beurkunden zu lassen, weshalb die Einsprache abgewiesen worden sei. Im Übrigen habe eine nochmalige Überprü- fung ergeben, dass die verkauften Stockwerkeinheiten no ch höhere Quotenanteile aufweisen würden als bisher angenommen. Die Wertquote der Stockwe rkeinheit Parzelle Nr. S7353 be- trage gemäss Neuberechnung 130/1000, weshalb der darauf entfallene Anteil der Anlagekosten Fr. 551'812.--. betrage. Unter Mitberücksichtigung der Handänderungssteuern und der Ferti- gungskosten seien insgesamt Fr. 570'120.25 an Anlagekoste n anzurechnen, woraus ein redu- zierter Gewinn von Fr. 152'072.75 resultiere. Als Bew eismittel wurde eine als Entwurf ausgear- beitete Urkunde betreffend die Änderung der Wertquoten eingereicht. F. Mit Eingabe vom 3. September 2019 reichten die Re kurrenten beim Steuergericht die von allen Stockwerkeigentümern unterzeichnete öffentlich e Urkunde bezüglich der Änderung der Wertquoten betreffend die Liegenschaft Parzelle N r. 2219, Grundbuch D.____, sowie das entsprechend abgeänderte Stockwerkeigentumsreglement na ch. Zudem beantragten sie mit Schreiben vom 14. Oktober 2019 die Verschiebung der am 1 . November 2019 angesetzten Verhandlung bis zum erfolgten Grundbucheintrag der Wertquotenänderung. G. Anlässlich der Verhandlung des Steuergerichts vom 1. November 2019 wurde das Ver- fahren mit Einverständnis der Parteien ausgestellt und den Rekurrenten Frist bis 31. Dezember 2019 gesetzt, um den Grundbucheintrag der in der öffe ntlichen Urkunde geänderten und neu festgelegten Wertquoten mittels eines aktuellen Grundbuchauszugs nachzuweisen. H. Nachdem die Rekurrenten keinen aktualisierten Grun dbuchauszug eingereicht hatten, wies das Steuergericht mit Urteil vom 7. Februar 2020 d en Rekurs von A.____ und B.____ ab und auferlegte ihnen ausgangsgemäss die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- auf. I. Dagegen erhoben A.____ und B.____, immer noch ve rtreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Müller, mit Eingabe vom 16. März 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), und beantragten die Aufhebung des an- gefochtenen Rekursentscheids vom 7. Februar 2020, des Ein spracheentscheids vom 20. Dezember 2018 und der Veranlagungsverfügung der Steuerverwaltung und erneuerten ihre im vorinstanzlichen Rekursverfahren gestellten Begehren, unter o/e-Kostenfolge. Als ergänzen- de Unterlagen reichten die Beschwerdeführer die Tageb ucheintragungsbestätigung vom 24. Februar 2020, den Grundbuchauszug der Parzelle Nr. 221 9 vom 12. März 2020 sowie den Grundbuchauszug der Parzelle Nr. S7353 vom 16. März 202 0 ein. Die Beschwerdeführer führ- ten im Wesentlichen aus, dass der Einspracheentscheid bei m Steuergericht angefochten wor- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht den sei, da Aussicht auf eine Einigung zwischen den Grund eigentümern bezüglich der Wert- quoten bestanden habe und ohnehin fraglich erscheine, o b bei einem derart offensichtlichen Fehler in der Wertquotenberechnung tatsächlich eine gr undbuchliche Änderung als Nachweis erforderlich gewesen wäre. Im Rekursverfahren konnte schli esslich eine Einigung erzielt wer- den, wobei die Grundbuchanmeldung erst habe erfolgen können, nachdem die verschiedenen Pfandentlassungserklärungen der Banken eingeholt worde n seien. Nachdem zunächst die Ei- gentümer der Liegenschaft für die Beschaffung der Zusti mmungen zuständig gewesen seien, was üblich sei, habe das Notariat diese Aufgabe übernom men. Trotz intensiver Bemühungen sei es aber nicht möglich gewesen, innert der vom Steuer gericht angesetzten Frist alle Zustim- mungen erhältlich zu machen. Die Änderung der Wertq uoten sei nun grundbuchlich vollzogen worden, weshalb die neuen Wertquoten der Steuerberech nung zugrunde gelegt werden könn- ten. J. Mit Eingabe vom 7. April 2020 liess sich die Steue rverwaltung vernehmen und beantrag- te sinngemäss die teilweise Gutheissung der Beschwerde. Da die nötigen Beweismittel einge- reicht worden seien bzw. die Wertquoten im Grundbuch a ngepasst und das Stockwerkeigen- tumsreglement korrigiert worden seien, könnten die Anl agekosten anhand der nun neu beur- kundeten und geltenden Wertquoten berechnet werden. E s sei aber auf die Ausrichtung einer Parteientschädigung zu verzichten, da das vorliegende Verf ahren bei rechtzeitiger Einreichung der Beweismittel gänzlich hätte vermieden werden können. Dass sich das Verfahren so lange hingezogen habe, sei den Beschwerdeführern zuzurechnen, weshalb es nicht sachgerecht er- scheine, die Kosten der unterliegenden Partei aufzuerlegen. K. Mit Vernehmlassung vom 8. April 2020 verzichtete d as Steuergericht auf einen Antrag betreffend die Grundstückgewinnsteuer. Hingegen beantra gte es hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen, es seien die Verfahrenskosten für das Beschwerdeverfahren sowie das vorinstanzliche Rekursverfahren, ungeachtet des Verfahren sausgangs, von den Beschwerde- führern zu tragen und es sei auf eine Parteientschädigung zu verzichten. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, nach Erlass des Einspracheentscheid s sei innert weniger als sechs Monaten eine Einigung über die Berichtigung der Wert quoten sowie die öffentliche Beurkun- dung derselben möglich gewesen, während davor die Beschwerdeführer das Einspracheverfah- ren während sechs Jahren pendent gehalten hätten. Ähnl ich habe es sich bezüglich des Grundbucheintrags verhalten. Erst nachdem der angefoch tene Entscheid vom 7. Februar 2020 fristauslösend zugestellt worden sei, habe sich der Prozess erneut in bemerkenswerter Weise beschleunigt. Der prozessuale Stillstand während Monat en bzw. Jahren habe jeweils nur durchbrochen werden können, wenn die Pflichtigen mit e iner Rechtsmittelfrist belastet worden seien. Vor diesem Hintergrund bestehe der Eindruck einer trölerischen Prozessführung. L. Mit Eingabe vom 1. Juli 2020 replizierten die Besch werdeführer und führten aus, die Vorinstanz hätte mit Gutheissung des Sistierungsantra gs den Grundbucheintrag abwarten kön- nen, was zur Gutheissung des Rekurses geführt hätte. Die Vorinstanz verkenne die Komplexität des einvernehmlichen Verfahrens betreffend die Änderun g der Wertquoten sowie die Schwie- rigkeiten, welche das Einholen von sieben Pfandentlassun gserklärungen mit sich bringe. Der Vorwurf einer trölerischen Prozessführung sei vollkommen unangebracht. Angesichts all dessen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht werde aber auf eine Parteientschädigung verzichtet, wobe i die Übernahme der Verfahrenskos- ten für das Beschwerdeverfahren sowie das vorinstanzlich e Verfahren durch den Staat bean- tragt werde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Nach § 131 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (StG) vom 7. Februar 1974 können Entscheide des Steuergerichts mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, angefochten werden. 1.2.1 Gemäss § 131 Abs. 2 lit. a StG ist die steuerpfl ichtige Person zur Beschwerde befugt. Steuersubjekt der Grundstückgewinnsteuer ist die natürli che oder juristische Person, die das Eigentum an einem Grundstück oder wesentliche Teile der Verfügungsgewalt darüber auf einen anderen Rechtsträger überträgt oder deren Grundstück mit einer privatrechtlichen Dienstbarkeit oder einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkun g belastet wird. Bei der zivilrechtlichen Handänderung, d.h. bei der Eigentumsübertragung an einem Grundstück, ist der im Grundbuch eingetragene Eigentümer steuerpflichtig (T HOMAS P. WENK , in: PETER B. NEFZGER /M ADELEINE SIMONEK /T HOMAS P. WENK [Hrsg], Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel- Landschaft, Basel 2004, § 74 N 2). Gemäss Art. 3 Abs. 3 Satz 3 StHG und der Praxis der Steu- erverwaltung des Kantons Basel-Landschaft kommt die Famil ienbesteuerung auf Grundstück- gewinne nicht zur Anwendung. Für die Grundstückgewinnsteu er ist somit jeder Ehegatte selb- ständig steuerpflichtig (vgl. WENK , a.a.O., § 74 N 3). 1.2.2 A.____ war gemeinsam mit seinem Bruder C.____ Miteigentümer der veräusserten Stockwerkeinheit Parzelle Nr. S7353. Folglich ist er als steuerpflichtige Person zur Beschwerde legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen n ach § 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Ob die Legitimation der Ehefrau des Beschwerdeführers eben- falls erfüllt ist, kann angesichts des Umstands, dass im vorli egenden Fall eine gemeinsame Be- schwerdeeingabe eingereicht wurde und die Legitimatio n des Beschwerdeführers gegeben ist, offen gelassen werden. 2. Mit der Beschwerde in Steuersachen können gemäss § 45 Abs. 2 VPO alle Mängel des angefochtenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahre ns gerügt werden. Dem Kan- tonsgericht kommt im vorliegenden Fall somit volle Kognition zu. 3. Gemäss § 6 Abs. 3 VPO können die Parteien bei Besc hwerden in Steuersachen auch neue Anträge, Behauptungen und Beweismittel vorbringen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Ab- teilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 10. August 2016 [810 16 9] E. 7.2). Das Kantonsgericht ist weiter nicht an die Begehren der Parteien gebunden, sondern es stehen ihm die gleichen Befugnisse zu wie den Einschätzungsbehörden (§ 18 Abs. 3 VPO). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Im vorliegenden Verfahren ist zu prüfen, ob die g eänderte und neu festgelegte Wertquo- te der Liegenschaft Parzelle Nr. S7353 bei der Berec hnung der Grundstückgewinnsteuer zu berücksichtigen ist. 4.2.1 Der Grundstückgewinnsteuer unterliegen gemäss § 7 1 StG die Gewinne aus der Ver- äusserung von Grundstücken oder Anteilen an solchen. Der Grundstückgewinn ist nach § 75 Abs. 1 StG der Betrag, um den der Veräusserungserlös die Gestehungskosten oder Anlagekos- ten, d.h. den Erwerbspreis und die anrechenbaren Auf wendungen, übersteigt. Zu den abzugs- fähigen Aufwendungen zählen gemäss § 78 Abs. 1 StG wer tvermehrende Baukosten (lit. a); Grundeigentümerbeiträge (lit. b); sowie Kosten, die mit dem Erwerb und der Veräusserung des Grundstückes verbunden sind, mit Einschluss der üblichen Mä klerprovision (lit. c). Bei einer Teilveräusserung, wozu die Veräusserung von Stockwerkeigentu m zählt, sind die Gestehungs- kosten anteilsmässig abzuziehen (§ 78 Abs. 3 StG; Baselbiet er Steuerbuch, Band 3, Grund- stückgewinn- und Handänderungssteuer, 71 Nr. 1 Ziff. 1. 3; vgl. F ELIX RICHNER /WALTER FREI / STEFAN KAUFMANN /ULRICH MEUTER , Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl., Zürich 2013, N 7 zu § 224). Für die Ermittlung des Anlagewer tes ist der Gesamterwerbspreis nach objektiven Grundsätzen auf das veräusserte bzw. zurückbehal tene Grundstück zu verlegen. Dabei ist der Verkehrswert des veräusserten und des zurück behaltenen Grundstückteiles ge- sondert zu schätzen und der Erwerbspreis nach dem so erm ittelten Verhältnis aufzuteilen. Un- ausscheidbare anrechenbare Aufwendungen sind ebenfalls anteilsmässig nach objektiven Kri- terien aufzuteilen (RICHNER /FREI /KAUFMANN /MEUTER , a.a.O., N 5 f. zu § 224). Grundlage für die Verlegung der unausscheidbaren Aufwendungen ist das Wert verhältnis der als Stockwerkein- heiten ausgestalteten Miteigentumsanteile im Zeitpunkt der Veräusserung, da diese den steu- erbegründenden Tatbestand für die Erhebung der Grund stückgewinnsteuer bildet (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 12. Mai 2010 [SB.2009.00113] E. 2.1; Markus Reich, Steuerrecht, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, N 3 ff. zu § 25). 4.2.2 Bei der Veräusserung von Stockwerkeigentum kann nac h bundesgerichtlicher Recht- sprechung zur Ermittlung des Wertverhältnisses und folglich für die Zerlegung des Erwerbsprei- ses und der unausscheidbaren Aufwendungen grundsätzlich vo n den Wertquoten gemäss Art. 712e des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 190 7 (ZGB) ausgegangen werden (Urteil des Bundesgerichts 2P.274/2002 vom 7. Ma i 2003, E. 3.3 f.; vgl. auch R ICHNER / FREI /KAUFMANN /MEUTER , a.a.O., N 7 zu § 224). Die gemäss Art. 712e Abs. 1 Z GB im Begrün- dungsakt anzugebende Wertquote ist die abstrakte Verhältniszahl, welche die Höhe der Beteili- gung des entsprechenden Stockwerkeigentümers am gesamten Rechtsinhalt des Miteigentums, der sowohl Rechte als auch Pflichten umfasst, zahlenmässi g fixiert. Die Bedeutung der Wert- quote liegt v.a. darin, dass sie den Verteilungsschlüssel für die finanziellen Leistungen Dritter sowie für die Verteilung der gemeinschaftlichen Kosten und Lasten unter den Stockwerkeigen- tümern bildet (vgl. C HRISTOPH THURNHERR , in: Andrea Büchler/Dominique Jakob (Hrsg.), Kurz- kommentar zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch, 2. Aufl., Basel 2018, N 1 zu Art. 712e; R ENÉ BÖSCH , in: Thomas Geiser/Stephan Wolf [Hrsg.], Basler Kommen tar zum Zivilgesetzbuch II, 6. Aufl., Basel 2019, N 2 zu Art. 712e). Hinsichtlich d er Berechnung der Wertquoten enthält das Gesetz jedoch keine Regelung. Demzufolge ist die Fixierung des Wertverhältnisses der einzel- nen Stockwerkeigentumsanteile und die Methode zur Ermit tlung der Wertquoten in die alleinige Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kompetenz der Stockwerkeigentümer gelegt (vgl. BÖSCH , a.a.O., N 4 zu Art. 712e; THURNHERR , a.a.O., N 2 zu Art. 712e). 4.2.3 Die rechtsgeschäftliche Änderung der ursprüngli ch im Begründungsakt bestimmten Wertquoten bedarf gemäss Abs. 2 des Art. 712e ZGB der Zustimmung aller unmittelbar Betei- ligten und der Genehmigung der Versammlung der Stockwerkeigentümer. Der Kreis der "unmit- telbar Beteiligten" setzt sich zusammen aus allen von eine r Quotenkorrektur unmittelbar, recht- lich oder tatsächlich betroffenen Stockwerkeigentümern sowie Inhabern beschränkter dinglicher Rechte, deren Rechtsposition verändert werden soll. Die Z ustimmungsvereinbarung ist öffent- lich zu beurkunden, da die Änderung der Wertquoten rec htsübertragender Natur und im Grund- buch einzutragen ist (BÖSCH , a.a.O., N 5 zu Art. 712e; THURNHERR , a.a.O., N 7 zu Art. 712e). 4.3 Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer und die übrigen beteiligten Grundeigentümer mit öffentlicher Urkunde vom 5. Juni 20 19 bzw. 31. Juli 2019 bezüglich der Änderung der Wertquoten betreffend die Liegenschaft P arzelle Nr. 2219, Grundbuch D.____, übereingekommen sind, die Wertquoten der verschiedenen Stockwerkeinheiten zu berichtigen und die Wertquote der verkauften Liegenschaft Parzelle Nr. S7353 von 93/1000 auf 130/1000 zu erhöhen. Mit Schreiben vom 3. September 2019 reich ten die Beschwerdeführer alsdann die vorgenannte unterzeichnete öffentliche Urkunde zusammen mit dem entsprechend der Urkunde abgeänderten Stockwerkeigentumsreglement beim Steuerger icht nach. Sie führten aus, dass durch die Unterschrift aller Eigentümer nun bestätigt werde, dass die ursprüngliche Berechnung der Wertquoten falsch gewesen sei, wobei die Anmeldun g an das Grundbuchamt erst erfolgen könne, sobald alle Pfandentlassungen bzw. Zustimmungen der Grundpfandgläubiger vorliegen würden, was noch einige Zeit in Anspruch nehmen werd e. An der Verhandlung vom 1. Novem- ber 2019 hielt das Steuergericht fest, dass der Grundbu cheintrag immer noch ausstehend sei, was dazu führe, dass die Grundstückgewinnsteuerveranlagung nicht antragsgemäss abgeän- dert werden könne, wobei das Verfahren im Einverständnis der Parteien bis zum 31. Dezember 2019 ausgestellt werde. Die Rekurrenten wurden darauf hingewiesen, dass ein Fristversäumnis die Abweisung des Rekurses zur Folge haben wird (vgl. V erfügung des Steuergerichts vom 1. November 2019). Mit Entscheid vom 7. Februar 2020 wurde sodann festgehalten, dass innert der angesetzten Frist kein aktualisierter Grundbuchauszug eingegangen sei und der Rechtsver- treter der Rekurrenten auf Anfrage hin bestätigt habe , dass noch keine Eintragung der verän- derten Wertquoten in das Grundbuch erfolgt sei, wesh alb sich der Rekurs nach wie vor als un- begründet erweise und abzuweisen sei. 4.4.1 Zunächst ist folgendes festzuhalten: Soweit die Beschwerdeführer geltend machen, die Vorinstanzen hätten zu Unrecht die in der öffentlichen Urkunde neu festgelegten Wertquoten nicht berücksichtigt und den Nachweis der grundbuchlichen Änderung der Wertquoten verlangt, obwohl es sich um einen offensichtlichen Fehler in der Wertquotenberechnung handle, kann ihnen nicht gefolgt werden. Zum einen gilt, dass der Nachweis für steueraufhebende oder steu- ermindernde Tatsachen grundsätzlich der steuerpflichtig en Person obliegt. Diese hat steuer- mindernde Tatsachen, zu denen unter anderem die Höhe d es anrechenbaren Anteils der un- ausscheidbaren Aufwendungen und des Erwerbspreises gehör t, nicht nur zu behaupten, son- dern auch zu belegen (vgl. MARTIN ZWEIFEL /SILVIA HUNZIKER , in: Martin Zweifel/Michael Beusch Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht [Hrsg], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bunde sgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG), 3. Aufl., Basel 2017, N 25 zu Art. 46; BGE 140 II 248 E. 3.5). Zum anderen ist zu berücksichtigen, dass die Änderung der Wertquoten aufgrund ihrer rechtsübertragenden Natur nach Art. 656 Abs. 1 ZGB im Grundbuch einzutragen ist (BÖSCH , a.a.O., N 5 zu Art. 712e). Im Rahmen von Art. 656 Abs. 1 ZGB gilt das absolute Eintragungsprinzip, wonach der Grundbucheintrag eine unerlässliche Voraussetzung ist und konstitutive, das heisst rechtsbegründende oder rechtserlösc hende Wirkung aufweist (vgl. LORENZ STREBEL , in: Thomas Geiser/Stephan Wolf [Hrsg.], Basler Komme ntar zum Zivilgesetz- buch II, 6. Aufl., Basel 2019, N 2 zu Art. 656). Ist e in dingliches Recht, für dessen Entstehung die Eintragung erforderlich ist, nicht im Grundbuch eingetragen, gilt es nach der sog. negativen Rechtskraft des Grundbuchs als nicht bestehend (J ÜRG SCHMID , in: Thomas Geiser/Stephan Wolf [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch II, 6. Aufl., Basel 2019, N 2 zu Art. 971). Dem Grundbucheintrag kommt zudem öffentlicher Glaube b zw. positive Wirkung zu. Dies be- deutet, dass sich der gutgläubige Dritte auf den tatsächlichen Bestand der im Grundbuch einge- tragenen dinglichen Rechte verlassen darf. So gilt der im Grundbuch eingetragene Eigentümer gegenüber dem Dritten als über das Grundstück verfügungs berechtigt. Sind im Grundbuch mehrere Eigentümer eingetragen, erstreckt sich der öffentliche Glaube des Grundbuchs auf das im Grundbuch angegebene Rechtsverhältnis, bei Miteigen tum oder Stockwerkeigentum auch auf die Wertquote und bei Gesamteigentum auf das al s Grundlage der Gesamthandschaft an- gegebene Rechtsverhältnis (SCHMID , a.a.O., N 13 ff. zu Art. 973). 4.4.2 Demzufolge ist sowohl die Steuerverwaltung als a uch das Steuergericht zu Recht von den im Grundbuch eingetragenen Wertquoten ausgegange n, da für die steuerliche Beurteilung nur massgebend sein kann, was aus dem Grundbuch ersicht lich ist. Die Beschwerdeführer wurden auch von der Vorinstanz darauf hingewiesen, dass die Berücksichtigung der neu festge- legten Wertquoten und entsprechende Änderung der Gr undstückgewinnsteuerveranlagung nur erfolgen könne, wenn der Nachweis erbracht werde, da ss die mit öffentlicher Urkunde neu fest- gelegten Wertquoten im Grundbuch eingetragen sind. Von diesem Eintragungserfordernis kann selbst dann nicht abgewichen werden, wenn die ursprüngl iche Wertquotenberechnung offen- sichtlich unrichtig erscheint. Da die Beschwerdeführer kei ne aktuellen Grundbuchauszüge ein- gereicht haben, ist das Vorgehen der Vorinstanz nicht zu beanstanden. 4.5.1 Die Beschwerdeführer bringen indessen im vorlie genden Beschwerdeverfahren die von der Vorinstanz angeforderten Grundbuchauszüge bei. Ei ngereicht wird die Tagebucheintra- gungsbestätigung vom 24. Februar 2020, der Grundbuch auszug der Stammparzelle Nr. 2219 vom 12. März 2020, sowie der Grundbuchauszug der verkauft en Parzelle Nr. S7353 vom 16. März 2020. Damit bringen sie betreffend die Wertquotenberichtigung neue Beweismittel vor, welche im Beschwerdeverfahren gemäss § 6 Abs. 3 VPO zul ässig und zu berücksichtigen sind (vgl. Erwägung 3). 4.5.2 Gemäss den aktuellen Grundbuchauszügen beträgt di e Wertquote der verkauften Stockwerkeinheit 130/1000, womit die Beschwerdeführer den Nachweis erbringen, dass die mit öffentlicher Urkunde vom 5. Juni 2019 bzw. 31. Juli 201 9 abgeänderte und neu festgelegte Wertquote im Grundbuch eingetragen wurde. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht die von den Beschwerdeführern geltend gemachte Unrich tigkeit der ursprünglich im Grundbuch eingetragenen Wertquote von 93/1000 unbestritten ist, weshalb ohne Weiteres davon ausge- gangen werden kann, dass die erhöhte Wertquote von 13 0/1000 mit den tatsächlichen Wert- verhältnissen im Zeitpunkt der Veräusserung übereinstimmt. Da der grundbuchliche Vollzug der rechtsgeschäftlich abgeänderten Wertquote inzwischen auch nachgewiesen ist, ist antragsge- mäss die neu im Grundbuch festgelegte Wertquote von 13 0/1000 bei der Berechnung der Grundstückgewinnsteuer zu berücksichtigen. Damit drängt sich e ine Neuverteilung der Anlage- kosten auf. Ausgehend von der unbestrittenen Höhe der Anlagekosten (exkl. Verkaufsunkosten) von Fr. 619'656.00, welche in der Veranlagung für die Wertquote von insgesamt 145/1000 be- rechnet wurde, ergibt sich für die Stockwerkeinheit Nr. S5753 mit einer neuen Wertquote von 130/1000 Fr. 555'553.65 anzurechnende Anlagekosten. Hin zu kommen die Handänderungs- steuer in der Höhe von Fr. 14'075.00 und die Fertigu ngskosten in der Höhe von Fr. 491.60, womit sich die anzurechnenden Anlagekosten insgesamt auf Fr. 570'120.25 belaufen. Ausge- hend von einem Verkaufserlös von Fr. 722'193.00 und Gest ehungskosten von Fr. 570'120.25 ergibt sich ein Grundstückgewinn von Fr. 152'072.75. Daraus resultiert eine Grundstückgewinn- steuer von Fr. 38'018.20 bzw. aufgrund anteilsmässiger Veranlagung Fr. 19'009.10 für den Be- schwerdeführer. Folglich ist die Beschwerde in diesem Pu nkt gutzuheissen und die Angelegen- heit zur Neufestsetzung der Grundstückgewinnsteuer an die Steuerverwaltung zurückzuweisen. 5.1 Aufgrund der Berücksichtigung der erhöhten Wertquo te von 130/1000 und der dadurch bedingten Rückweisung an die Steuerverwaltung zur Neuf estsetzung der Grundstückgewinn- steuer drängt sich die Frage auf, ob der vorinstanzliche Kostenentscheid korrigiert werden muss. 5.2.1 Im Rekursverfahren vor dem Steuergericht bestimmt sich die Kostenregelung nach § 130 Abs. 1 StG i.V.m. § 20 Abs. 3 VPO. Danach werden die Verfahrenskosten und die Partei- entschädigung üblicherweise der unterliegenden Partei auferlegt. Wird im Rechtsmittelverfahren das von der unterliegenden Partei erhobene Rechtsmitte l – unter Verzicht auf eine Rückwei- sung – ganz oder teilweise gutgeheissen, so sind die vor instanzlichen Verfahrenskosten in der Regel entsprechend dem Ausgang des Verfahrens neu zu ver legen. Liegen der Gutheissung allerdings neu eingetretene Tatsachen zugrunde, ohne dass sich der vorinstanzliche Entscheid als im damaligen Zeitpunkt unzutreffend erweist, so ist die vorinstanzliche Kostenverteilung zu belassen (KASPAR PLÜSS , in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltung srechtspflegege- setz des Kantons Zürich (VRG), 3. Auflage, Zürich 2014, § 13 N 66). 5.2.2 Wie bereits festgehalten, ist das Steuergericht b ei der Verteilung der Anlagekosten und der Berechnung der Grundstückgewinnsteuer zu Recht von d en im Grundbuch eingetragenen Wertquoten ausgegangen, weshalb sich der Entscheid der Vorinstanz angesichts des Sachver- halts im massgebenden Zeitpunkt als zutreffend erweist (vgl. Erwägung 4.4.2). Dass die Be- schwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren obsiegen, ist alleine darauf zurückzufüh- ren, dass sie erst im vorliegenden Verfahren den Nachweis erbringen, dass die mit öffentlicher Urkunde abgeänderte und neu festgelegte Wertquote de r verkauften Liegenschaft Parzelle Nr. S5753 im Grundbuch eingetragen wurde und sie sich mith in auf neu eingetretene Tatsachen stützen. Unter diesen Umständen rechtfertigt sich keine Neuverteilung der Kosten- und Ent- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schädigungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens. Inwief ern eine Verlegung der vorinstanzli- chen Verfahrenskosten und Parteikosten nach dem Verursa cherprinzip gerechtfertigt wäre, kann in diesem Zusammenhang folglich offengelassen werden. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der ganz oder teilweise unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Allerd ings besteht bei der Auferlegung der Verfahrenskosten aufgrund der offenen Formulierun g "in der Regel" ein gewisser Ermes- sensspielraum. Liegen besondere Umstände vor, kann das Ka ntonsgericht durchaus einen an- deren Kostenentscheid fällen. Dies kann dazu führen, dass die Kosten nach dem Verursacher- prinzip verteilt werden (Entscheid des Verwaltungsgerich ts vom 1. Februar 1995 i.S. S.E.; MARTIN BERNET , Die Parteientschädigung in der schweizerischen Verwalt ungsrechtspflege, Zü- rich 1986, S. 132 f.). 6.2 Die Beschwerdeführer haben die am 5. Juni 2019 b zw. 31. Juli 2019 unterzeichnete öf- fentliche Urkunde mit Schreiben vom 3. September 2019 beim Steuergericht eingereicht. Da der entsprechende, in Aussicht gestellte Grundbucheintrag nicht innert der anlässlich der Ver- handlung vom 1. November 2019 angesetzten, zweimonati gen Frist erfolgt ist, wurde der Re- kurs mit Entscheid vom 7. Februar 2020 abgewiesen. Die Grundbuchanmeldung wurde schliesslich am 24. Februar 2020 vorgenommen, somit rund sieben Monate nach Unterzeich- nung der öffentlichen Urkunde. Die Beschwerdeführer ge ben diesbezüglich zwar an, dass es ihnen trotz intensiver Bemühungen des Notariats und der Verwaltungsfirma nicht innert der vom Steuergericht angesetzten letzten Frist gelungen sei, al le Zustimmungen der Banken zur Quo- tenänderung erhältlich zu machen, weshalb der Grundb ucheintrag der in der öffentlichen Ur- kunde abgeänderten und neu festgelegten Wertquoten ni cht habe erfolgen können. Während ihnen insofern darin beizupflichten ist, als dass unter g ewissen Umständen die Einholung der Zustimmungen von Drittparteien zeitaufwendig und besch werlich sein kann, kann ihnen im Üb- rigen nicht gefolgt werden. Es ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführer bloss pauschal vor- bringen, sich um die erforderlichen Zustimmungen bemüht zu haben, ohne substantiiert darzu- legen, welche Bemühungen dafür aufgebracht wurden. D ass sie sich bei der Einholung ange- strengt hätten, wird in keiner Weise belegt. Auch wir d nicht substantiiert dargelegt, weshalb es ihnen seit der Beurkundung bis zum Ablauf der zweimona tigen Nachfrist am 31. Dezember 2019 bzw. innert der anschliessend stillschweigend gewährte n Nachfrist von einem Monat, mit- hin während insgesamt sechs Monaten, nicht möglich gewese n sein soll, die erforderlichen Zu- stimmungen erhältlich zu machen und den Grundbucheintra g zu erwirken. Bei objektiver Be- trachtung scheint eine Zeitspanne von sechs Monaten als durchaus realistisch und zumutbar. Im Übrigen ist festzuhalten, dass es den Beschwerdeführern alleine zuzurechnen ist, dass sich das Verfahren nun so lange hingezogen hat und der Rekurs schliesslich wegen nicht rechtzeitig eingereichter Beweismittel abgewiesen wurde. Folglich ist davon auszugehen, dass bei recht- zeitiger Einreichung der Beweismittel die Abweisung des Rekurses hätte verhindert werden können, wodurch ein Weiterzug ans Kantonsgericht und di e dadurch entstandenen Kosten vermieden worden wären. Gestützt darauf rechtfertigt es sich, nach dem Verursacherprinzip die Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- den Besch werdeführern aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. 6.3 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemessene Part eientschädigung zulasten der Ge- genpartei zugesprochen werden. Von diesem Grundsatz kann das Gericht aufgrund des mittels Kann-Formulierung in § 21 Abs. 1 VPO eingeräumten Ermessensspielraums abweichen und die Parteikosten nach dem Verursacherprinzip verlegen (vgl. MARTIN BERNET , Die Parteientschädi- gung in der schweizerischen Verwaltungsrechtspflege, Züri ch 1986, S. 132 ff.). Dem Kanton wird nach § 21 Abs. 2 VPO keine Parteientschädigung zu gesprochen. Die Beschwerdeführer haben in ihrer Replik vom 1. Juli 2020 auf eine Parteientschädigung verzichtet, was im Rahmen des gerichtlichen Ermessens berücksichtigt wird. Ungeachtet dessen wären die Parteikosten entsprechend der Verteilung der Verfahrenskosten zu verlegen. Demzufolge sind die Parteikos- ten wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Zi ffer 1 des Entscheids des Steuer- und Enteignungsgerichts des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Steuergericht, vom 7. Februar 2020 aufgehoben und die Ange- legenheit wird zur Neufestsetzung der Grundstückgewinn steuer 2008 im Sinne der Erwägungen an die Steuerverwaltung des Kan tons Basel- Landschaft zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerd e abgewie- sen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden den Be- schwerdeführern auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Kantonsrichter Gerichtsschreiberin