Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 17. April 2018 (400 18 1) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Kindesunterhalt; Neufestsetzung gestützt auf die re vidierten Bestimmungen zum Kin- desunterhaltsrecht (Art. 13c SchlT ZGB); Grundbedar f eines verheirateten Unterhalts- pflichtigen; Gebot der Gleichbehandlung mehrerer unmündiger Kinder (Art. 285 ZGB) Besetzung Präsident Roland Hofmann, Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.), Richter Dieter Freiburghaus; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____, vertreten durch F. ____, wiederum vertreten durch Advokat Dr. Michael Kull, Marktplatz 18, 4001 Basel, Kläger und Anschlussberufungskläger gegen B. ____, vertreten durch Advokat Dr. Peter Studer, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach, Beklagter und Berufungskläger Gegenstand Unterhalt Kind Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. B.____, wohnhaft in X. ____, ist Vater von drei Kinde rn, A. ____, geboren am TT.MM. 2008, C. ___, geboren am TT.MM. 2011, und D. ____, geboren am TT.MM. 2017. Mit der Kindsmutter von D.____, E. ____, ist B. ____ seit MM.TT . 2015 verheiratet, während er mit der Kindsmutter der beiden älteren Kinder, F. ____, nie verheiratet war. Mit seitens der Vormund- schaftsbehörde Y. ___ genehmigten Unterhaltsverträgen, beide vom 26. Mai 2011, zwischen B.____ und F. ____ verpflichtete sich der Vater, an de n Unterhalt von A. ___ und C. ___ abge- stufte und indexierte Beiträge (jeweils zuzüglich Kinder zulagen) von CHF 430.00 ab Geburt bis zum vollendeten 6. Altersjahr, von CHF 480.00 vom 7. bi s zum vollendeten 12. Altersjahr sowie von CHF 530.00 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbild ung, mindestens aber bis zur Mündigkeit, zu bezahlen. Über die Höhe des damaligen Ei nkommens des Unterhaltspflichtigen ist den Unterhaltsverträgen nichts zu entnehmen. B. Am 14. August 2017 gelangten die unterhaltsberechtigten b eiden älteren Kinder, A. ____ und C. ____, beide gesetzlich vertreten durch die Kindsmu tter, F. ____, diese wiederum vertre- ten durch Advokat Dr. Michael Kull, nach erfolglosem Schlichtungsverfahren an das Zivilkreis- gericht Basel-Landschaft Ost und erhoben separat Klage auf Abänderung der vereinbarten Un- terhaltsbeiträge. Das Verfahren, welches im Namen von C. ____ eingeleitet wurde, führte das Zivilkreisgericht unter der Verfahrens-Nr. 120 17 1564 I II. Mit der Dossier-Nr. 120 2017 1565 III wurde die Abänderungsklage von A. ____ erfasst. Beantr agt wurde in beiden Verfahren iden- tisch, es sei der unterhaltspflichtige Vater zu verpflich ten, rückwirkend per 1. April 2016 an den Unterhalt der beiden Kinder einen monatlichen, indexi erten und im Voraus zu entrichtenden Unterhaltsbeitrag von je CHF 1‘190.00 (zuzüglich Kinde rzulagen) zu bezahlen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten. C. Das Zivilkreisgericht hiess die beiden Klagen teilweise gu t und verpflichtete den Vater, der Kindsmutter für die beiden Kinder mit Wirkung ab 1. J anuar 2017 bis zum Abschluss einer an- gemessenen Ausbildung, mindestens aber bis zur Mündigkei t, einen Unterhaltsbeitrag von je CHF 904.00 (zuzüglich Kinderzulagen) zu bezahlen (Urte ile des Zivilkreisgerichtspräsidenten Ost vom 19. Oktober 2017). Der Barbedarf von C. ____ bezifferte die Vorinstanz mit CHF 1‘890.00, derjenige von A. ____ mit CHF 2‘090.00 . Im Weiteren wurde festgehalten, dass keines der Kinder Anspruch auf Betreuungsunterhalt hab e. Als Manko wurde vom Zivilkreisge- richt bei C. ____ ein Fehlbetrag CHF 786.00 und bei A. ____ ein solcher von CHF 986.00 aus- gewiesen. Als Grundlagen für die Unterhaltsberechnun g wurde im Dispositiv beider Urteile je- weils ein Nettoeinkommen des Vaters (inkl. 13. Monatsloh n, ohne Zulagen) von CHF 4‘308.00 pro Monat und ein solches der Ehefrau (recte: Kindsmutt er von A. ____ und C. ____) von CHF 2‘834.00 angeführt. Ebenso wurden die Unterhalts beiträge nach der gerichtsüblichen Formel indexiert. Beiden Parteien wurde die unentgel tliche Rechtspflege gewährt. Die Gebühr für das Schlichtungsverfahren von CHF 300.00 und die Ge richtsgebühr für das erstinstanzliche Verfahren von CHF 800.00 wurden den Parteien je zur H älfte auferlegt bzw. gingen zufolge bewilligtem Kostenerlass zu Lasten des Staates. Jede Parte i wurde angehalten, ihre Parteikos- ten selbst zu tragen, wobei auch hier wegen der unent geltlichen Rechtspflege die Honorare der Parteivertreter aus der Gerichtskasse zur Bezahlung angewiesen wurden. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Beide Urteile enthalten identische Begründungen, in welchen das Zivilkreisgericht im We- sentlichen folgendes erwog: Grundlage für die Unterha ltsabänderung würden die seit 1. Januar 2017 geltenden Bestimmung des Kindesunterhaltsrechtes g emäss Art. 276 ff. ZGB bilden, was sich aus dem Übergangsrecht zu besagter Gesetzesrevision ergeb en würde (Art. 13 SchlT ZGB). Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB werde der Unterhalt durch Pflege und Erziehung (Natural- unterhalt) sowie durch Geldzahlung geleistet. Gemäss Art . 276 Abs. 2 ZGB hätten die Eltern gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, f ür den gebührenden Unterhalt zu sorgen. Neben der Pflege und Erziehung (Naturalunterhalt) wü rden die Eltern dem Kind auch Unterhalt durch Geldleistung schulden. Der geldwerte Unterhalt kö nne in zwei Arten, in Bar- und Betreu- ungsunterhalt, unterteilt werden. Die Barkosten würde n sich aus den Konsumkosten eines Haushaltes für darin lebende Kinder ergeben. Nebst ei nem Grundbetrag der Kinder für Nah- rung, Kleidung und Wäsche (von CHF 400.00 bis 10 Jahre und von CHF 600.00 über 10 Jahre) sei jedem Kind ein Bruchteil der effektiv anfallenden Wohnkosten anzurechnen. Hinzu kämen Aufwendungen im Interesse des Kindes, wie Krankenkassenprämien, allfällige Schulkosten und Fremdbetreuungskosten. Die Kinderzulagen, welche ein u nselbständig Erwerbstätiger für seine Kinder ausgerichtet erhalte, seien für die Finanzierung des Barbedarfs bestimmt, weshalb diese vom Bedarf des Kindes in Abzug zu bringen seien. Mit de m neurechtlich vorgesehenen Betreu- ungsunterhalt sollten jene finanziellen Auswirkungen aus geglichen werden, die mit der unmit- telbaren Betreuung des Kindes durch einen Elternteil verbunden seien. Bei der Berechnung des Betreuungsunterhalts könne als Anhaltspunkt vom betreib ungsrechtlichen Existenzminimum des betreuenden Elternteils ausgegangen werden, wobei dieses abhängig von den konkreten Verhältnissen im zu beurteilenden Einzelfall zu erweit ern sei. Der Betreuungsunterhalt entspre- che mit anderen Worten dem familienrechtlichen Grundb edarf des betreuenden Elternteils, so- weit die Eigenversorgungskapazität zu dessen Deckung fehle. Das Gesetz schreibe sodann keine bestimmte Methode für die Berechnung des Bar- un d Betreuungsunterhalts vor. Vielmehr stehe es im Ermessen des Gerichts, unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des Einzelfalles eine ausgewogene Regelung zu treffen. Das Zivilkreisgericht befürwortet die An- wendung der zweistufigen Berechnungsmethode. Die Leistun gsfähigkeit des Unterhaltspflichti- gen könne wie bis anhin, so die Vorinstanz, anhand ein er Gegenüberstellung von Eigenbedarf und Nettoeinkommen bestimmt werden. Auf den vorliegenden Fall bezogen sei in Anlehnung an die bundesgerichtliche Rechtsprechung dabei nur auf d as betreibungsrechtliche Existenzmini- mum des Unterhaltsschuldners allein abzustellen. Bei de r Ermittlung des Existenzminimums des Rentenschuldners seien demnach weder kinderbezogene P ositionen eines im gleichen Haushalt wohnenden Kindes zu berücksichtigen, noch solche, die ausschliesslich den Ehegat- ten des Unterhaltspflichtigen betreffen würden und fü r die der Rentenschuldner allenfalls nach den in Art. 163 ff. ZGB enthaltenen Vorschriften aufz ukommen hätte, soweit dessen Ehegatte den eigenen Unterhalt nicht aus eigenen Kräften bes treiten könne. In einem nächsten Schritt sei der Grundbedarf je Kind zu ermitteln. Aus der Gege nüberstellung des Bedarfs des unter- haltspflichtigen Beklagten mit dessen Einkommen errechne te die Vorinstanz einen Betrag von CHF 2‘370.00, welcher zur teilweisen Deckung der insge samt höheren Barunterhaltsbeträge (Barbedarf abzüglich Kinderzulagen) der drei Kinder ( A. ____: CHF 1‘890.00; C. ____: CHF 1‘690.00; D. ____: CHF 562.00) verwendet werden dürfe. Eine proportionale Aufteilung unter den unterhaltsberechtigten Kindern nach Deckungsg rad am Gesamtbarbedarf erachtete die Vorinstanz allerdings als nicht gerechtfertigt mit d er sinngemässen Begründung, die Barbe- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht darfskosten der beiden Kläger seien gegenüber denjenig en des dritten Kindes ungleich höher, weil bei den erstgenannten hohe Betreuungskosten anfal len würden. Es sei deshalb angezeigt, vorab den gesamten Barbedarf von D. ____ abzudecken un d den verbleibenden Überrest gleichmässig auf die beiden Kläger zu verteilen. Einen Anspruch von A. ____ und C. ____ auf Betreuungsunterhalt verneinte der Vorderrichter schlie sslich, da deren Mutter mit einem Pen- sum von 70 % arbeite und dabei ein monatliches Nettoei nkommen von CHF 2‘834.00 erziele, mit welchem sie ihren eigenen familienrechtlichen Grun dbedarf von CHF 2‘451.00 zu decken vermöge. E. Mit zwei separaten Eingaben, beide vom 29. Dezember 20 17, erhob B. ____ (Beklagter in den erstinstanzlichen Verfahren; nachstehend Berufungskläger), vertreten durch Dr. Peter Studer, gegen die beiden Urteile des Zivilkr eisgerichtspräsidenten vom 19. Oktober 2017 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zi vilrecht, Berufung. Das rubrizierte Rechtsmittelverfahren gegen A. ____ betrifft das vorinsta nzliche Urteil aus dem Verfahren 120 17 1565 III, während im unter der Nr. 400 18 2 geführten Berufungsverfahren gegen C. ____ das Urteil aus dem zivilkreisgerichtlichen Verfahren Nr. 120 17 1564 III zu prüfen ist. In beiden Berufungen beantragt der Berufungskläger die A ufhebung der vorinstanzlichen Urteile und die Abweisung der Klagen vom 14. August 2017 unte r Auferlegung der ordentlichen und ausserordentlichen Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens an den jeweiligen Beru- fungsbeklagten. Zudem ersucht der Berufungskläger um Bewi lligung der integralen unentgeltli- chen Rechtspflege. Im Wesentlichen wird zur Begründung vorgebracht, dass d ie Vorinstanz zwar richtigerweise vorab die Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen beurteilt habe, sich im Einzelnen jedoch auf unzutreffende Grundlagen abgestützt habe. Währen d der Vorderrichter das relevante Ein- kommen des Berufungsklägers korrekt wiedergegeben habe, ha be er dessen Grundbedarf falsch ermittelt. So sei sein Zivilstand nicht beachtet wor den. Als Verheirateter müsse er unter- haltsrechtlich indessen auch als solcher behandelt werden, indem nebst dem eigenen Bedarf auch derjenige seiner Ehefrau einzubeziehen sei (mit dem vollen Grundbetrag für ein Ehepaar, den effektiven Mietkosten und den Krankenkassenprämien be ider Ehegatten). Demgegenüber billige ihm die Vorinstanz lediglich den Grundbedarf einer alleinerziehenden Person von CHF 1‘000.00, 2/5 der Mietkosten und seine eigene Krankenkassenprämie zu. Der Zivilkreisge- richtspräsident habe seine Berechnungsweise mit der bund esgerichtlichen Rechtsprechung begründet, wonach einem verheirateten Unterhaltsschuld ner nur die Hälfte des Grundbetrags nach Betreibungsrecht anzurechnen sei, da der (neue) Eh egatte gegenüber dessen Kindern jedenfalls nicht privilegiert werden sollte. Das Bundes gericht habe den Grundsatz, dass dem Rentenschuldner mit Bezug auf alle familienrechtlichen Unterhaltskategorien zumindest das betreibungsrechtliche Existenzminimum stets voll zu belassen sei, nur deshalb relativiert, weil der Unterhaltsschuldner sich bei bestehender Unterhaltsve rpflichtung gegenüber Kindern aus erster Ehe neu verheiratet habe und er es gewesen sei, der die sich daraus ergebende Mehrbe- lastung im Rahmen einer Abänderung gemäss Art. 286 Abs. 2 ZGB berücksichtigt haben wollte. Die angerufene Rechtsprechung trage somit dem Umstand R echnung, dass der Unterhalts- pflichtige und die neue Ehefrau bei der Heirat um di e Unterhaltsverpflichtung gegenüber Kin- dern (ehelichen oder ausserehelichen) gewusst hätten. I m vorliegenden Fall sei die Erhöhung der Unterhaltsbeiträge jedoch ausschliesslich gestützt auf die am 1. Januar 2017 in Kraft getre- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht tene Gesetzesnovelle im Kindesunterhaltsrecht verlangt worden. Als der Beklagte am TT.MM. 2015 geheiratet habe, sei diese Gesetzesänderung jedoch weder ihm noch seiner Ehefrau be- kannt gewesen. Nach dem Vertrauensgrundsatz habe der Be rufungskläger sich darauf verlas- sen dürfen, dass nach der Heirat nur dann mit einer Er höhung zu rechnen sei, wenn das Ein- kommen des Pflichtigen steigen sollte. Der Berufungskläge r, der bei Inkrafttreten des neuen Unterhaltsrechts bereits verheiratet gewesen sei, sei som it gleich zu behandeln wie ein verhei- rateter Unterhaltspflichtiger, der ein aussereheliche s Kind zeuge. Der errechnete Bar- und Be- treuungsunterhaltsbeitrag dürfe nur zugesprochen werd en, soweit das betreibungsrechtliche Existenzminimum des Unterhaltspflichtigen (und zwar basier end auf seinen familienrechtlichen Verpflichtungen) respektiert werde. Bei einem Bedarf des Berufungsklägers zusammen mit der Ehefrau von CHF 3‘744.00 und unter Berücksichtigung d er Unterhaltspflicht gemäss den ur- sprünglichen Unterhaltsverträgen gegenüber den beiden Kindern A. ____ und C. ____ in der Höhe von monatlich CHF 960.00 bestehe bei ihm nach Abzu g des Einkommens von CHF 4‘308.00 eine Unterdeckung von CHF 396.00, wobei d er Bedarf des jüngsten Kindes, D. ____, nicht berücksichtigt worden sei. Allein aus di esen Überlegungen hätte die Vorinstanz die Klagen vom 14. August 2017 abweisen müssen. Eine Ne uberechnung des Unterhalts aller drei Kinder des Berufungsklägers (unter Angabe des nicht gedeckten Bar- und Betreuungsun- terhalts) erübrige sich demnach. F. Mit Berufungsantwort von A. ____ (Kläger im erstinsta nzlichen Verfahren; nachstehend Berufungsbeklagter), vertreten durch Dr. Michael Kull, vom 18. Januar 2018 wird einerseits die Abweisung der Berufung beantragt und zugleich Anschlu ssberufung erhoben verbunden mit dem Rechtsbegehren, es sei Ziffer 1 des zivilkreisgerichtli chen Entscheides vom 19. Oktober 2017 aufzuheben und es sei der Berufungskläger in Guthe issung der Anschlussberufung zu verurteilen, der gesetzlichen Vertreterin des Berufungsbeklagten bzw. dem Berufungsbeklagten einen monatlichen und vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 1'233.55 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung, mindestens aber bis zur M ündigkeit zu bezahlen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten (recte: Berufungsklägers). Zudem ersucht der Berufungsbeklagte ebenfalls um unentgeltlich e Rechtspflege. Er begründet seine Anträge im Wesentlichen sodann wie folgt: Entgegen d er Annahme des Berufungsklägers sei aufgrund der Übergangsbestimmungen zum neuen Recht f ür eine Anpassung der Unterhalts- beiträge nicht von Belang, inwiefern veränderte Verhäl tnisse vorliegen würden. Vielmehr sei im vorliegenden Fall das neue Recht unabhängig davon anzuw enden, dass bereits eine altrechtli- che Unterhaltsregelung bestanden habe. Zudem stelle sich die Frage gar nicht, ob der Beru- fungskläger zum Zeitpunkt seiner Heirat um die bevorstehende Gesetzesrevision gewusst habe oder nicht. Mit Gesetzesänderungen sei immer zu rechnen, weshalb die Berufung von vornhe- rein scheitern müsse, weil der Gesetzgeber explizit eine Rückwirkung des neuen Rechts vorge- sehen habe. Beim Bedarf des Berufungsklägers sei die Heir at des Berufungsklägers insofern beachtlich, als bei ihm ein reduzierter Grundbetrag von CHF 850.00 und auch tiefere Wohnkos- ten einzusetzen seien, da die Ehefrau rechnerisch ihre n Anteil beizutragen habe. Dies rechtfer- tige sich aufgrund des Umstandes, dass die Unterhaltspflich t des Berufungsklägers gegenüber seinen Kindern derjenigen gegenüber der Ehefrau vorge he. In der Begründung seiner An- schlussberufung rügt er die erstinstanzliche Unterhaltsbe rechnung in drei Punkten. Der Grund- betrag beim Berufungskläger sei mit CHF 1‘000.00 zu ho ch angesetzt. Gerechtfertigt seien le- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht diglich CHF 850.00. Sodann müsse der Barunterhalt für den Sohn D. ____ rechnerisch gleich- mässig auf beide Eltern aufgeteilt werden, weshalb auf den Berufungskläger nicht der volle Be- trag von CHF 562.00, sondern lediglich die Hälfte (CH F 281.00) entfalle. Und als letzten Punkt moniert der Berufungsbeklagte die ungleichmässige Auft eilung der beim Berufungskläger für Barunterhalt verfügbaren Mittel. G. Mit Verfügung vom 19. Januar 2018 schloss der Kantonsge richtspräsident den Schriften- wechsel. Zugleich stellte er den Parteien eine Vorladu ng zur Hauptverhandlung vor der Dreier- kammer zusammen mit dem Parallelfall (400 18 2 gegen C. ____) in Aussicht, an welcher ihnen auch das rechtliche Gehör gewährt werde (insbesondere f ür den Berufungskläger zur mündli- chen Stellungnahme zur Anschlussberufung sowie für beid e Parteien zur mündlichen Replik und Duplik). Die Hauptverhandlung fand am 17. April 2018 statt. Die Parteivertreter hielten in ihren mündlichen Vorträgen an ihren bereits schriftlic h begründeten Standpunkten fest. In sei- ner Anschlussberufungsantwort liess der Berufungskläger vo rtragen, dass die Vorinstanz bei ihm den Grundbetrag um CHF 150.00 auf CHF 1’000.00 mit dem Hinweis auf seine bestehende Erziehungspflicht erhöht habe, was nachvollziehbar sei. Die Belastung des vollen Barunterhalts für D. ____ beim Berufungskläger sei keineswegs willkürli ch. Ebenso wenig sei eine volle De- ckung des Barunterhalts von D. ____ vorab und eine Auft eilung des verbleibenden Überschus- ses auf A. ____ und C. ____ zu beanstanden. Der vom Ber ufungsbeklagten erwähnte, von dessen Mutter aus ihrer Arbeitstätigkeit erzielte Gege nwert entspreche nach Abzug der hohen Betreuungskosten einem Betrag von gerade noch CHF 786. 00 monatlich. Die Vorinstanz habe dies offensichtlich erkannt und deshalb zurecht bei der Überschussteilung einen Ausgleich vor- genommen. Erwägungen 1. Gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid in einer v ermögensrechtlichen Angelegen- heit kann Berufung erhoben werden, sofern der Streit wert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Für die Bemessung des Streitwerts ist gemäss Art. 91 ZPO das R echtsbegehren massgeblich, wo- bei bei wiederkehrenden Leistungen gemäss Art. 92 ZPO d er Kapitalwert zu veranschlagen ist. Vorliegend ist die Streitwertgrenze von CHF 10'000.00 angesichts der Höhe des strittigen Un- terhaltsbeitrages von monatlich CHF 904.00 und des Alter s des berufungsbeklagten und mün- digen Kindes mit Jahrgang 2008 bei Weitem erreicht. Di e Berufung ist innert 30 Tagen seit Zu- stellung des begründeten Entscheids bzw. seit der nachtr äglichen Zustellung der Entscheidbe- gründung schriftlich und begründet bei der Rechtsmitte linstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die nachträgliche Entscheidbegründung wurde dem Rechtsvertreter des Berufungsklä- gers gemäss Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post am 16. November 2017 zugestellt. Mit Übergabe der Berufungsschrift an die Schweizerische Post am 29. Dezember 2017 wurde die Rechtsmittelfrist gewahrt, zumal diese Frist vom 18. Dezember 2017 bis 2. Januar 2018 stillstand (Art. 142 Abs. 1 und Abs 3 ZPO i.V.m. Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO). Auch die in der Be- rufungsantwort vom 18. Januar 2018 erklärte Anschlussberu fung wurde fristgerecht erhoben (Art. 313 Abs. 1 ZPO; Verfügung des Kantonsgerichtspräsidenten vom 4. Januar 2018). Sowohl Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Berufungskläger als auch der Berufungsbeklagte beanst anden am erstinstanzlichen Ent- scheid die Ermittlung der Leistungsfähigkeit des Unter haltspflichtigen (Positionen seiner Be- darfsberechnung) sowie die Aufteilung der verfügbare n Mittel unter den Unterhaltsberechtigten an deren Barunterhalt, mithin allesamt im Berufungsver fahren zulässige Rügen fehlerhafter Rechtsanwendung (Art. 310 ZPO). Da auch die weiteren Formalien eingehalten sind, ist auf die vorliegende Berufung einzutreten. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO ist die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteil ung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgerichte, die nicht im summar ischen Verfahren ergangen sind, sach- lich zuständig. 2.1 Vorab gilt es über den Einwand des Berufungsklägers zu b efinden, die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, dass er bei Inkrafttreten des neuen Rechts bereits verheiratet gewesen sei. Zudem habe er zum Zeitpunkt der Heirat im Jahre 2015 m angels Kenntnis über die später er- folgte Neukonzeption des Unterhaltsrechts nicht davon ausge hen müssen, dass sich seine Un- terhaltspflicht aufgrund des neuen Rechts verändern könnte, weshalb er in diesem Vertrauen zu schützen sei. Im Ergebnis sei der Berufungskläger bei der Berechnung seines Bedarfs deshalb gleich zu behandeln wie ein verheirateter Unterhalts pflichtiger, der ein aussereheliches Kind zeuge. Ein errechneter Bar- und Betreuungsunterhalt d ürfe nur zugesprochen werden, soweit das betreibungsrechtliche Existenzminimum (basierend auf seinen familienrechtlichen Verpflich- tungen auch gegenüber seiner mit ihm zusammenlebenden Ehefrau) respektiert werde. Entge- gen den vorinstanzlichen Erwägungen sei dies gleichbedeut end mit der Einsetzung des vollen Ehegattengrundbetrags von CHF 1‘700.00 und den Wohnko sten sowie den Krankenkassen- prämien beider Ehegatten (ohne den Wohnkostenanteil u nd den KVG-Prämien für deren ge- meinsamen Sohn D. ____). 2.2 Das Kantonsgericht teilt die Ansicht des Berufungskläger s nicht, zumal diese mit den seit 1. Januar 2017 im Kindesunterhaltsrecht geltenden und a uch für den vorliegenden Fall ein- schlägigen Bestimmungen nicht vereinbar ist. So scheint e r zu verkennen, dass der Gesetzge- ber in Art. 13c SchlT ZGB in übergangsrechtlicher Hinsich t für Fälle wie dem vorliegenden aus- drücklich eine Rückwirkung des neuen Rechts statuiert hat. An angegebener Stelle wurde legiferiert, dass Unterhaltsbeiträge an das Kind, die vor Inkrafttreten der Änderung vom 20. März 2015 in einem genehmigten Unterhaltsvertrag o der in einem Entscheid festgelegt worden sind, auf Gesuch des Kindes hin neu (d.h. gestützt auf das neue Recht originär und unabhängig von weiteren Voraussetzungen) festzulegen sin d. Die Argumentation des Beru- fungsklägers, bei der Heirat vom neuen Recht keine Kenntn isse gehabt zu haben, geht an der Sache vorbei und ist für die Frage der Anwendbarkeit der neurechtlichen Kindesunterhaltsbe- stimmungen demnach unbeachtlich. Im weiteren ist festzuhalten, dass im vorliegend zu beurtei- lenden Fall auch die in Art. 13c Satz 2 SchlT ZGB vorg esehene Einschränkung für die Anwen- dung des neuen Rechts nicht Platz greift. Danach dürft en vor Inkrafttreten zusammen mit Un- terhaltsbeiträgen an einen Elternteil festgesetzte Kindesunterhaltsbeiträge nur bei einer erhebli- chen Veränderung in den Verhältnissen angepasst werden. Die Kindseltern des Berufungsbe- klagten waren indessen nie verheiratet, so dass sich die Frage nach dem Vorliegen veränderter Verhältnisse seit Abschluss des erwähnten Unterhaltsvertrag es nicht stellt. Es entspricht dem Willen des Gesetzgebers, dass in Fällen mit unverheiratet en Eltern auf Gesuch des unterhalts- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht berechtigten Kindes hin eine Überprüfung der bestehenden, unter bisherigem Recht getroffenen Unterhalsregelungen auf die Vereinbarkeit mit dem neuen Kindesunterhaltsrecht vorgenommen werden soll. 2.3 Zur Frage, ob und falls ja, auf welche Weise die Tatsa che, dass der Berufungskläger ver- heiratet ist und mit seiner Ehefrau im selben Haushalt zusammen lebt, den Grundbedarf des Berufungsklägers und letztlich auch seine Leistungsfähigkeit hinsichtlich seiner Unterhaltspflicht gegenüber dem Berufungsbeklagten beeinflusst, ist zunäch st auf die Grundzüge des neuen Rechts einzugehen. Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB ist der Unte rhalt durch Pflege und Erziehung (Naturalunterhalt) sowie durch Geldzahlung zu leisten. Gemäss Art. 276 Abs. 2 ZGB sorgen die Eltern gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen K räften, für den gebührenden Unterhalt und tragen die entsprechenden Kosten für Betreuung, Erzie hung, Ausbildung und Kindesschutz- massnahmen. Eine bestimmte Berechnungsmethode schreibt d as neue Recht nicht vor, son- dern statuiert lediglich, dass der Unterhaltsbeitrag de n Bedürfnissen des Kindes sowie der Le- bensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entspreche n soll und auch der Gewährleistung der Betreuung des Kindes durch die Eltern oder Dritt e dient (Art. 285 Abs. 1 und 2 ZGB). Im Gegensatz zum früheren Recht ist nach den geltenden Best immungen im Unterhaltsanspruch des Kindes in Form von Geldleistung demnach nicht nur der Barunterhalt, sondern neu auch ein Betreuungsunterhalt enthalten. Mit Betreuungsunterha lt sind jedoch nicht effektiv anfallende Kosten für die Betreuung der Kinder gemeint, welche b ei deren Bedarf zu berücksichtigen sind, sondern mit diesem Unterhaltsbestandteil sollen, wie von der Vorinstanz zutreffend erwogen, jene finanziellen Auswirkungen ausgeglichen werden, welche durch die unmittelbare Betreuung des Kindes beim betreffenden Elternteil entstehen. Die vom Zivilkreisgericht gewählte Vorge- hensweise bei der Unterhaltsberechnung wurde von den Pa rteien im vorliegenden Berufungs- verfahren nicht zum Prozessthema erhoben. Das Kantonsgeri cht hat zudem bereits in einem früheren Entscheid festgehalten, dass diese Berechnungsm ethode, nach welcher Einkommen und Bedarf der beiden Elternteile wie auch der Kind er je gesondert berechnet werden und bei einem Überschuss des Einkommens über den Bedarf auf Seiten des betreuenden Elternteils kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist, im Grundsatz be fürwortet wird (KGEBL 400 17 240 E. 2). Im Weiteren hat sich auch an der Garantie des erweiterten familienrechtlichen Existenz- minimums zu Gunsten des Unterhaltspflichtigen im Sinne d er konstanten bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit Inkrafttreten des neuen Unterhaltsr echts nichts geändert (zum bisherigen Recht: BGE 137 III 59 mit Hinweis auf BGE 127 III 68 sowie 123 III 1 und dortige weitere Refe- renzierungen). Die Parteien sind sich im vorliegenden Fa ll nun aber über die Ermittlung des Grundbedarfs des Berufungsklägers uneins. Letzterer kritisie rt am vorinstanzlichen Urteil, dass der Bedarf seiner Ehefrau unberücksichtigt geblieben i st. Nach Ansicht des Kantonsgericht ist diese Kritik indessen unangebracht, da in diesem Zusamme nhang im neuen Recht nun durch Art. 276a ZGB eine Klarstellung erfolgt ist, wonach d ie Unterhaltspflicht gegenüber minderjäh- rigen Kindern den anderen familienrechtlichen Unterh altspflichten ausdrücklich vorgeht. Würde beim Bedarf des Berufungsklägers unter Vorschiebung der ehelichen Unterstützungspflicht ge- mäss Art. 163 ZGB der volle Grundbetrag für Verheiratete von CHF 1‘700.00 berücksichtigt und nebst dem eigenen Wohnkostenanteil und den eigenen Kr ankenkassenprämien auch die ent- sprechenden Positionen aus dem Bedarf der Ehefrau anger echnet, würde die Privilegierung unterhaltsberechtigter unmündiger Kinder gegenüber anderen Unterhaltansprechern umgangen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht und somit Art. 276a ZGB missachtet. Die Berufungsbegründung setzt sich einzig mit der hiermit negativ beantworteten Frage nach der Berücksichtigung de s Bedarfs der Ehefrau des Beru- fungsklägers in dessen Existenzminimumsberechnung auseinande r. Da der erstinstanzliche Entscheid, wie sich gezeigt hat, im Grundsatz zu bestäti gen ist, ist die Berufung vollumfänglich abzuweisen. Dass der Berufungskläger aus der nach famili enrechtlichen Grundsätzen vorzu- nehmenden Bedarfsberechnung zur Bezahlung von Unterha ltsbeiträgen verpflichtet wird, wel- che bei einer Gesamtbetrachtung auf eine Anhäufung vo n Schulden hinausläuft, solange des- sen Ehefrau aufgrund des Alters von D. ____ keiner eige nen Erwerbstätigkeit nachgehen kann, muss de lege lata aufgrund des fehlenden Spielraums aus Art. 276a ZGB hingenommen wer- den. Dieses auch nach Ansicht des Kantonsgerichts stossende Ergebnis ist den unterschiedli- chen Berechnungsweisen im Unterhalts- und Sozialhilferecht geschuldet, lässt sich indessen auf dem Weg der Rechtsprechung nicht korrigieren. Während bei der Frage der Leistungsfähig- keit des Unterhaltsschuldners im Kindesunterhaltsrecht eine individuelle Beurteilung Platz greift, wird über den Unterstützungsanspruch nach kantonalem So zialhilfegesetz und entsprechender Sozialhilfeverordnung (SHG, SGS BL 850 und SHGV, SGS BL 850.11) bei Familien nach dem Prinzip der Unterstützungseinheit der im selben Haushal t wohnenden Angehörigen entschie- den, wobei zu leistende Unterhaltsbeiträge einer ans prechenden Partei nach SHG bei deren Bedarf unberücksichtigt bleiben (§§ 5, 6, 7 und 9 SHG und §§ 9 Abs. 1 lit. b-f und 11 Abs. 1, 5 und 13 SHV; vgl. auch Handbuch Sozialhilferecht, Version 5.0, Stand: 10. April 2018, unter https://www.baselland.ch/politik-und-behorden/direktionen/finanz-und-kirchendirektion/sozial- amt/sozialhilfe/handbuch , S. 15). 3.1 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid für die Unterhaltsberechnung die nach- stehenden Parameter ermittelt (alle in CHF), wobei f ür die Details auf die der Begründung des zivilkreisgerichtlichen Urteils angeheftete Tabelle verwiesen wird: Netto-Einkommen des Berufungsklägers pro Monat 4‘308 Netto Einkommen der Mutter des Berufungsbeklagten pro Monat 2‘834 Bedarf des Berufungsklägers 1‘938 Bedarf des Berufungsbeklagten (nach Abzug der Kinderzulage von 200) 1‘890 Bedarf der Mutter des Berufungsbeklagten 2‘451 Nicht umstritten und somit nicht weiter zu überprüfen im Rechtsmittelverfahren sind die Ein- kommen des Berufungsklägers und der Mutter des Berufungs beklagten sowie die Auslagen für monatlich wiederkehrende Kosten des persönlichen Grund bedarfs beim Berufungsbeklagten und dessen Mutter. Ebenso wenig Prozessthema im zweitinsta nzlichen Verfahren ist die zivil- kreisgerichtliche Feststellung, dass kein Betreuungsunterhalt geschuldet sei, weil die Kindsmut- ter ihren gesamten Grundbedarf mit Eigenerwerb fina nzieren könne. Bei der Bedarfsberech- nung des Berufungsklägers setzte der Vorderrichter unter anderem für den Grundbetrag CHF 1‘000.00 ein, was er stichwortartig damit begründete, dass dies dem Grundbetrag für eine alleinerziehende Person mit Unterstützungspflichten gemä ss den Richtlinien der Konferenz der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz entspreche , welche mit einem Partner zusam- menlebe (CHF 850.00 zuzüglich CHF 150.00). 3.2 Der Berufungsbeklagte moniert in seiner Anschlussberufu ng, die Vorinstanz habe beim Berufungskläger einen falschen Grundbetrag eingesetzt. Der für Ehegatten zu gewährende Be- trag belaufe sich auf CHF 1‘700.00, weshalb beim Bedar f des Berufungsklägers die Hälfte (CHF 850.00) einzusetzen sei. Der Berufungskläger entgeg nete an der Parteiverhandlung, die Vorinstanz habe den mit CHF 1‘000.00 veranschlagten höh eren Grundbetrag damit begründet, dass bei einer alleinerziehenden Person mit Unterstützun gspflichten ein um CHF 150.00 höhe- rer Betrag eingesetzt werde, weshalb die Anwendung die ser Regel auch bei verheirateten Un- terstützungspflichtigen sachgerecht sei. 3.3 Das Kantonsgericht orientiert sich seit jeher bei der Er mittlung des erweiterten familien- rechtlichen Grundbedarfs für die Bemessung des Grundbetr ags eines Unterhaltsschuldners an den Grundsätzen, wie sie zur Ermittlung des betreibungsre chtlichen Existenzminimums nach Art. 93 SchKG gelten. Nach den Richtlinien der Konfer enz der Betreibungs- und Konkursbeam- ten zur Berechnung des Existenzminimums in der Fassung vom 1. Juli 2009 wird unterschieden zwischen alleinstehenden Schuldnern mit oder ohne Erziehungsaufgaben und (Ehe-)paaren mit Kindern. Die Grundbeträge, mit welchen die durchschnittlichen Auslagen für Nahrung, Kleidung, Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnung seinrichtung, Privatversicherungen, Kulturelles einschliesslich Radio/TV- und Telefongebühr en sowie für Kochenergie abgedeckt werden sollen, beträgt für Alleinstehende ohne Kinder CHF 1‘200.00, für all einerziehende Schuldner mit Kindern im selben Haushalt CHF 1‘350.00 und für Paare im selben Haushalt mit Kindern lebend CHF 1‘700.00 . Für Alleinerziehende wird ein erhöhter Betrag vera nschlagt, weil die Haushaltungskosten ohne zwei Erwachsene deutlich höh er sind als bei Paarhaushalten (zum Ganzen: VONDER MÜHLL , Basler Kommentar SchKG I, 2. Aufl. 2010, Art. 93 N 23 f.). Eine alleinerziehende Person mit Unterstützungspflichten, welche mit einem Partner zusammenlebt, wie sie das Zivilkreisgericht mit Hinweis auf die erwähnte n Richtlinien als Grundlage bei der Grundbetragsermittlung angenommen hat, ist nicht mit den geltenden Richtlinien, wie sie oben wiedergegeben sind, in Einklang zu bringen. Die Vorinst anz hat aus der Sicht des Kantonsge- richts verkannt, dass gemäss den einschlägigen Richtlinien nu r ein Zuschlag von CHF 150.00 gewährt wird, wenn der Schuldner einerseits alleinsteh end ist und andererseits Erziehungs- pflichten gegenüber unmündigen Kindern hat. Entgegen der Vorinstanz kommt es indessen auf allfällige bestehende Unterstützungspflichten nicht an. Im Weiteren leben der Berufungskläger und seine Ehefrau zusammen mit dem gemeinsamen Kind D. ____ in einem Haushalt als Ehe- paar, so dass nach dem Gesagten kein Grund zur Annahme besteht, dieser habe erhöhte Kos- ten. Der Grundbetrag gemäss Richtlinien liegt in einem solchen Fall bei CHF 1‘700.00. Da der Anteil der Ehefrau beim Bedarf des Berufungsklägers im Rahmen der Berechnung des Kindes- unterhalts zugunsten des Berufungsbeklagten nicht zu berücksi chtigen ist (vgl. E. 2.3 hievor), ist dem berufungsklägerischen Unterhaltspflichtigen ein Grundbetrag von lediglich CHF 850.00 zuzugestehen. Die Anschlussberufung erweist sich somit in diesem Punkt als begründet. 4.1 Die Vorinstanz errechnete nach Abzug der Kinderzulage n für die Kinder des Berufungs- klägers Barunterhaltsbeträge von CHF 1‘890.00 für den Berufungsbeklagten, von CHF 1‘690.00 für C. ____ und von CHF 562.00 für D. ____. Die beim Berufungskläger verfügbaren Mittel Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Einkommen von CHF 4‘308.00 nach Abzug von dessen Bedarf von CHF 1‘938.00) wurden vom Vorderrichter nicht nach Deckungsgrad proportional unt er den Kindern aufgeteilt, sondern es wurde vorab der Barbedarf von D. ____ vollständig ged eckt und lediglich der verbleibende Überrest unter dem Berufungsbeklagten und dessen Bruder je hälftig aufgeteilt. 4.2 Der Berufungsbeklagte rügt, die Vorgehensweise des Zivi lkreisgerichts verletze die mass- geblichen rechtlichen Grundlagen nach Art. 285 – 287 Z GB in zweierlei Hinsicht. Zum einen sei nicht nur der Berufungskläger, sondern auch dessen Ehefra u verpflichtet, zum Unterhalt von D. ____ nach ihren Kräften beizutragen. Für die Bere chnung des Unterhalts des Berufungsbe- klagten sei der Unterhaltsbeitrag an D. ____ dementspr echend lediglich zur Hälfte zu berück- sichtigen. Zum anderen habe das Zivilkreisgerichtspräsidium bei der Begründung für die voll- ständige Vorabdeckung des Barunterhalts zugunsten von D. ____ in Verletzung des Gleichbe- handlungsgebots unter Unterhaltsansprechern nicht berücksichtigt, dass für die gegenüber von D. ____ beim Berufungsbeklagten und dessen Bruder zugeg ebenermassen deutlich höheren Bedarfsbeträge zufolge bestehender Fremdbetreuungskost en in der Form von Eigeneinkom- men der Kindsmutter von A. ____ und C. ____ ein Gegen wert erwirtschaftet werde. Es sei des- halb angezeigt, dass die verfügbaren Mittel uneingeschränkt unter den drei Unterhaltsberechtig- ten nach Massgabe des Deckungsgrades aufgeteilt werden. Der Berufungskläger verteidigte den vorinstanzlichen Entsche id zur Frage der Aufteilung der verfügbaren Mittel in seiner Stellungnahme zur Anschlu ssberufung an der Parteiverhandlung vor dem Kantonsgericht. Die vollständige Deckung des Barb edarfs von D. ____ trage der Tat- sache Rechnung, dass die Eltern von D. ____ die Kindsbe treuung im Gegensatz zur Kindsmut- ter des Berufungsbeklagten selbst übernehmen würden, was sachgerecht bzw. zumindest nicht willkürlich sei. Dass nach Abzug der Fremdbetreuungskosten vom Einkommen der Kindsmutter ein Gegenwert erzielt werde, welcher ins Gewicht falle, treffe bei einem monatlichen Betreffnis von CHF 786.00 nicht zu. 4.3 Für die Beurteilung der Frage, ob sich auch die Ehefra u des Berufungsklägers am Barun- terhalt von D. ____ zu beteiligen habe, so dass sich die verfügbaren Mittel des Berufungsklä- gers für die Unterhaltsberechnung nach Ansicht des Berufu ngsbeklagten um die Hälfte des Barbedarfs von D. ____ (CHF 281.00) erhöhen würden, i st auch in diesem Zusammenhang an Art. 276 Abs. 2 ZGB zu erinnern. Nach dieser Bestimmun g haben die Eltern gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den gebühr enden Unterhalt zu sorgen und die entspre- chenden Kosten für Betreuung, Erziehung, Ausbildung un d Kindesschutzmassnahmen zu tra- gen. Die Ehefrau des Berufungsklägers erzielt nach Angabe n der Parteien an der Hauptver- handlung derzeit kein Erwerbseinkommen, weshalb eine konkrete Anrechnung ausscheidet. D. ____ kam am MM.TT. 2017 zur Welt. Dass es der Ehefra u, wie vom Berufungsbeklagten angenommen, möglich sein soll, nebst der Betreuung eine s unterjährigen Kleinkindes einer Er- werbstätigkeit nachzugehen und dabei ein Einkommen zu erzielen, mit welchem sie einen nen- nenswerten Anteil zur Deckung des Barunterhalts ihres Ki ndes beisteuern könnte, ist nicht nachvollziehbar. Würden die Eltern von D. ____ nicht zus ammenleben, könnte von der Ehefrau des Berufungsklägers nach der gemäss konstanter bundesgeri chtlicher Rechtsprechung gel- tenden sogenannten 10/16-Regel nicht erwartet werde n, dass sie einer eigenen Erwerbstätig- keit nachgeht. Nach den mit dieser Rechtsprechung entw ickelten Grundsätzen ist es für den Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht betreuenden Elternteil regelmässig erst dann zumutbar, eine 50 %-Erwerbstätigkeit auszuüben, wenn das jüngste Kind 10 Jahre alt ist und eine 100 %- Erwerbstätigkeit, wenn das jüngste Kind 16 Jahre alt ist (BGer vom 7. Oktober 2016, 5A_308/2016 , E. 4). Es besteht somit insofern ein Vorrang der Eigenbetreuung, als der betreuende Elternteil nicht zur Aufnahme einer Erwerbstä- tigkeit verpflichtet werden kann, bevor das jüngste Ki nd das zehnte Altersjahr erreicht hat. Ob diese Regel auch nach Inkrafttreten des neuen Rechts weit er gilt, musste das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, bisher nicht be urteilen und wurde, soweit ersichtlich, auch höchstrichterlich noch nicht entschieden. Unabhängi g davon, ob die Altersgrenzen der 10/16-Regel unter Umständen aufgrund des neuen Rechts zur Diskussion stehen könnten, dürf- te sich am Grundsatz nichts geändert haben, dass es den E rziehenden frei steht, ihr Kind sel- ber zu betreuen oder fremd betreuen zu lassen. Dass ei n noch nicht jähriges Kind ununterbro- chener Pflege und Beaufsichtigung bedarf, steht zudem a usser Frage. Entscheiden sich zu- sammenlebende Eltern für die persönliche Betreuung, mu ss ihnen auch offen stehen, uneinge- schränkt darüber befinden zu dürfen, welcher Elternteil die Hauptbetreuung des Kindes wahr- nimmt. Nach dem gesetzgeberischen Willen bei der Revision des Unterhaltsrechts steht die (finanzielle) Sicherstellung der Betreuung des Kindes durch die Eltern oder Dritte im Vorder- grund. An der Möglichkeit der freien Wahl des Betreuun gsmodells, solange diese mit dem Kin- deswohl vereinbar ist, hat sich also nichts geändert. Aus d em Gesagten ergibt sich für den vor- liegenden Fall somit, dass die Ehefrau nicht angehalten werden kann, an den Barunterhalt von D. ____ einen Beitrag zu leisten, weil ihr aufgrund d es vollzeitlichen Betreuungsbedarfs des Kleinkindes die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann. Eine je hälftige Aufteilung des Barunterhalts von D. ____ auf den Beru fungskläger und dessen Ehefrau lässt sich nicht rechtfertigen, weshalb die Anschlussberufung i n Bestätigung des erstinstanzlichen Entscheids in diesem Punkt abzuweisen ist. 4.4 Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 285 aZGB leitete aus der genannten Vor- schrift zur Unterhaltsbemessung ab, dass alle unterhaltsberechtigten Kinder eines Elternteils im Verhältnis zu ihren objektiven Bedürfnissen finanziell gl eich zu behandeln sind. Ungleiche Un- terhaltsbeiträge waren gemäss Bundesgericht nicht von vorneherein ausgeschlossen, bedurften aber einer besonderen Rechtfertigung (BGE 137 III 59 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 126 III 353 E. 2b et al.). An diesem grundsätzlichen Gleichbehandlungsgebot hat sich auch unter der Ägide des neuen Art. 285 ZGB nichts geändert. Die Begründun g der Vorinstanz für die Ungleichbe- handlung ist demnach nur eine scheinbare und vermag nicht zu überzeugen. Die Höhe des Un- terhaltsbeitrages orientiert sich am gebührenden Unter halt bzw. Bedarf des ansprechenden Kindes. Aus der Tatsache, dass bei einem Kind Fremdbetreuungskosten anfallen und bei einem anderen nicht, ist einzig abzuleiten, dass der gebühren de Unterhalt beim einen Kind höher ist als beim anderen. Daraus abzuleiten, dass der Unterhal tsbeitrag bei einer Mankosituation nicht in Relation zu den objektiven Bedürfnissen der einzelne n Kinder zuzugestehen ist, ist mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum bisherigen Recht, welche weiterhin Gültigkeit bean- sprucht, nicht zu vereinbaren, weil für das Vorliegen ein er besonderen Rechtfertigung eine Be- gründung fehlt. Für eine Ungleichbehandlung des Beru fungsbeklagten und seines Bruders ge- genüber D. ____ sind nach Ansicht des Kantonsgerichts au ch keine besonderen Gründe er- sichtlich. Das Zivilkreisgericht hat mit seiner Unterhaltsbemessung zu Gunsten von D. ____ und zum Nachteil des Berufungsbeklagten und seines Bruders das in Art. 285 ZGB enthaltene Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gleichbehandlungsgebot verletzt. Dass die Mutter des Beru fungsbeklagten mit ihrem Arbeits- pensum von 70% ein Einkommen als Gegenwert zu den Betre uungskosten erzielt, hat die Vor- instanz im Sinne einer unvollständigen Sachverhaltsfestst ellung bei ihren Entscheidfindungs- gründen nicht berücksichtigt. Die Höhe des dabei erzielten effektiven Einkommens nach Abzug der Betreuungskosten von CHF 786.00 schätzt der Berufun gskläger zwar als gering ein. Dem ist jedoch entgegenzuhalten, dass die Mutter der beiden Kinder mit Jahrgängen 2008 und 2011 mit einem Arbeitspensum von 70% einen bemerkenswerten Einsatz leistet, welcher unter ande- rem im Ergebnis rechnerisch dazu führt, dass sie ihren ei genen Bedarf selbst zu decken ver- mag und den Berufungskläger dadurch theoretisch von der Pflicht zur Bezahlung eines Betreu- ungsunterhaltes an die gemeinsamen Kinder befreit. Da ss die Tatsache bestehender Betreu- ungskosten im vorliegenden Fall als Rechtfertigung für e ine Ungleichbehandlung unter den un- mündigen unterhaltsansprechenden Kindern des Berufun gsklägers angeführt werden könnte, ist auch aus diesem Grund somit nicht zu vertreten. Die Anschlussberufung erweist sich hier somit als begründet, weshalb der Berechnungsweise nach Deckungsgrad, wie sie der Beru- fungsbeklagte in seiner Rechtschrift vorgenommen hat im G rundsatz zu folgen ist, wobei die dortige Berechnung aufgrund eines anderen Bedarfs beim leistungspflichtigen Berufungskläger eine Korrektur erfährt. 5. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen berechnet sich der Unterhaltsbeitrag zu Gunsten des Berufungsbeklagten und seines Bruders wie fo lgt: Der Bedarf des Berufungsklä- gers liegt wegen der Differenz beim Grundbetrag gegen über dem vorinstanzlichen entscheid um CHF 150.00 tiefer, d.h. bei CHF 1‘788.00. Aus der Gegenüberstellung mit dem Einkommen des Pflichtigen von CHF 4‘308.00 resultieren für den Barunterhalt der Kinder verfügbare Mittel von CHF 2‘520.00. Das Total der Barunterhaltsansprüche der Kinder nach Abzug der Kinderzu- lagen beträgt nach der unbestritten gebliebenen zivil kreisgerichtlichen Berechnung CHF 4‘142.00 (für A. ____: CHF 1‘890.00; für C. ___ _ CHF 1‘690.00 und für D. ____ CHF 562.00). Mit Hilfe der verfügbaren CHF 2‘520.00 wird demnach ein Deckungsgrad für den Barunterhalt der Kinder von 60,84% erreicht. Umgelegt auf die einzelnen Beiträge ergeben sich somit gerundet folgende Unterhaltsbeiträge: für den Berufungsbeklagten: CHF 1‘150.00 für C. ____ CHF 1‘028.00 sowie für D. ____ pro memoria CHF 342.00 6. Obwohl keine der Parteien einen entsprechenden Antra g gestellt hat, ist das vor- instanzliche Urteil aufgrund der geltenden Offizialmaxime (vgl. Art. 296 Abs. 3 ZPO) und in An- wendung von Art. 286a Abs. 1 ZGB auch hinsichtlich der Feststellung der Mankobeträge abzu- ändern. Aus den leicht höheren Unterhaltsbeiträgen erg eben sich leicht geringere Fehlbeträge. Somit sind beim Berufungsbeklagten mit einem Barbedarf von CHF 2‘090.00 und bei C. ____ mit einem solchen von CHF 1‘890.00 nach Abzug der Kinde rzulagen von jeweils CHF 200.00 und den oben ermittelten Unterhaltsbeiträgen Mankobeträge von CHF 740.00 bzw. CHF 662.00 festzustellen. 7. Gemäss Art. 318 Abs. 3 ZPO ist bei teilweiser Gutheissun g der Berufung (bzw. in casu der Anschlussberufung) in Form eines reformatorischen En tscheids durch die Rechtsmitte- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht linstanz auch über die Verteilung der Prozesskosten aus de m erstinstanzlichen Verfahren zu befinden. Das Zivilkreisgericht hat unter Ziffer 9 seiner Erwägungen für den Kostenentscheid zwar auf Art. 106 ZPO und das dort verankerte Unterli egerprinzip verwiesen, ohne jedoch für den vorliegenden Fall eine begründete Subsumption vo rzunehmen. Im Urteilsdispositiv erkann- te die Vorinstanz sodann auf Halbierung der Gerichtskoste n unter den Parteien und stellte zu- dem fest, dass diese ihre Parteikosten selbst zu tragen hä tten. Der Vorderrichter scheint dem- nach die Verlegung der Prozesskosten nicht nach Massgabe des Obsiegens bzw. Unterliegens der Parteien im Prozess, sondern in Anwendung von Art. 1 07 Abs. 1 lit. c ZPO vorgenommen zu haben. Dieser Kostenentscheid für das erstinstanzliche Ve rfahren verdient auch gestützt auf das Ergebnis des Rechtsmittelverfahrens Zustimmung, nach w elchem die erstinstanzlich fest- gesetzten Unterhaltsbeiträge betragsmässig ohnehin nur g eringfügig erhöht wurden. Nach Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO sind die Gerichte ermächtigt, in familienrechtlichen Verfahren vom Grundsatz des Unterliegens bei der Kostenverteilung abzuw eichen, was in Familienrechtspro- zessen, in welchen erstmalig über die Unterhaltsfrage en tschieden wird, unter dem Aspekt der Billigkeit in der Regel angezeigt erscheint. Wenn auch die Unterhaltsgläubiger im vorliegenden Fall auf Abänderung der nach Vertrag geltenden Unter haltsregelung geklagt haben, ging es im vorliegenden Prozess um die erstmalige Unterhaltsberechn ung nach Inkrafttreten des neuen Rechts (Art. 13c SchlT ZGB). Zusammenfassend ist der erstinstanzliche Kostenentscheid somit unverändert zu belassen. 8. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten des Rechtsmittelverfahrens zu befinden. Auch hierbei ist Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO einschlägig und führt zum selben Entscheid wie im zivilkreisgerichtlichen Verfahren, d.h. zur Halbier ung der Gerichtskosten und dazu, dass jede Partei ihre Parteikosten selbst trägt. Zudem fäll t ins Gewicht, dass dem an sich gross- mehrheitlich unterlegenen Berufungskläger beim Kostenen tscheid für die Führung des Rechts- mittelverfahrens ein gewisses Verständnis entgegenzubrin gen ist. Aufgrund der fehlenden Kompatibilität der Systeme der zivilrechtlichen Bedarfsber echnung mit den Anspruchsgrundla- gen nach den SKOS-Richtlinien fühlte er sich wohl gezwu ngen, mit der Einlegung des Rechts- mittels zu versuchen, seine künftige Schuldenanhäufung zu minimieren (vgl. in diesem Zusam- menhang auch E. 2.3 hievor, am Ende). Die Entscheidge bühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V. mit § 8 Abs. 1 lit. f d es Gebührentarifs (SGS 170.31) auf pau- schal CHF 2‘500.00 festzusetzen. Weil beiden Parteien f ür das Berufungsverfahren mit Verfü- gung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 19. Januar 2018 d ie unentgeltliche Prozessführung bewilligt wurde, geht deren jeweiliger hälftiger Kostenteil zu Lasten des Staates und es sind die Parteivertreter für ihre Bemühungen aus der Gerichtskas se zu entschädigen. Beide Parteiver- treter haben an der kantonsgerichtlichen Hauptverhandl ung ihre Honorarnoten eingereicht. Der Vertreter des Berufungsklägers, Advokat Dr. Peter Studer, hat für seine Bemühungen in beiden Berufungsverfahren 400 18 1 und 400 18 2 zusammen insg esamt einen Aufwand von 13,5 Stunden à CHF 200.00 zuzüglich Auslagen und MWSt von 8% in Rechnung gestellt. In dieser Honorarrechnung wurde der Zeitaufwand für die Hauptverhandlung allerdings noch nicht berücksichtigt. Zudem hat Advokat Dr. Studer darauf ver zichtet, im Hinblick auf die Änderung des Mehrwertsteuersatzes per 1. Januar 2018 eine zeitliche Abgrenzung seiner Bemühungen per Ende 2017 vorzunehmen, was hiermit gestützt auf Art . 25 Abs. 1 Mehrwertsteuergesetz [MWSTG, SR 641.20] noch zu nachzuholen ist. Demnach sin d ihm für beide Verfahren zusam- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht men gestützt auf die Details zur Honorarnote für das Kal enderjahr 2017 9,5 Stunden zuzüglich CHF 75.00 für Auslagen und 8% MWSt sowie für das Kale nderjahr 2018 CHF 6,5 Stunden (inkl. 2,5 Stunden für die Hauptverhandlung) zuzüglich CHF 28.00 für Auslagen und 7,7% MWSt jeweils zu einem Ansatz von CHF 200.00 pro Stunde (§ 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte [TO]; SGS BL 178.112) zu verg üten. Insgesamt ergibt dies ein Hono- rar von CHF 3‘563.25, so dass zu Gunsten von Advokat Dr. Peter Studer zwei Honorarzahlun- gen zu gleichen Teilen von CHF 1‘781.65 (jeweils inkl. A uslagen und MWSt) für die beiden Rechtsmittelverfahren anzuweisen sind. Der Parteivertret er des Berufungsbeklagten, Advokat Dr. Michael Kull, hat für das vorliegende sowie das unt er der Nr. 400 18 2 geführte Rechtsmit- telverfahren separate und tarifkonforme Honorarnoten in identischer Höhe (unter Berücksichti- gung der korrekten Mehrwertsteuersätze von 8% bzw. 7,7%) eingereicht. Demnach sind für die beiden Berufungsverfahren zu seinen Gunsten Zahlungen von je CHF 1‘997.30 zu leisten. Die Parteien sind abschliessend darauf hinzuweisen, dass sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigungen an die unentgeltlichen Rechtsbe istände verpflichtet sind, sobald sie dazu in der Lage sind (Art. 123 ZPO Abs. 1 ZPO). Der Anspruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO Abs. 2 ZPO). Es wird erkannt: ://: 1. In Abweisung der Berufung und teilweiser Guth eissung der Anschluss- berufung wird Ziffer 1 des Urteils des Zivilkreisgerichtsp räsidenten Basel-Landschaft Ost vom 19. Oktober 2017 (Verfahren Nr. 120 2017 1565 III) aufgehoben und der Berufungskläger wird veru rteilt, der ge- setzlichen Vertreterin des Berufungsbeklagten bzw. dem Be rufungsbe- klagten mit Wirkung ab 1. Januar 2017 bis zum Abschluss einer ange- messenen Ausbildung, mindestens aber bis zur Mündigkeit, e inen mo- natlichen und monatlich vorauszahlbaren Unterhaltsbeit rag von CHF 1‘150.00 (zuzüglich allfällig bezogene Kinderzulagen) zu bezahlen. Der Barbedarf des Berufungsbeklagten beträgt bis Ende Oktober 2018 CHF 2‘090.00. Es ist kein Betreuungsunterhalt geschu ldet. Demgemäss beträgt der gesamte gebührende Bedarf des Berufungsbe klagten CHF 2‘090.00. Es resultiert ein Fehlbetrag von CHF 740.00. Im Übrigen bleibt das Urteil des Zivilkreisgerichtspräside nten Basel- Landschaft Ost vom 19. Oktober 2017 (Verfahren Nr. 120 2017 1565 III) unverändert. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens von CHF 2‘500. 00 werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt bzw. gehen zufolg e bewilligter un- entgeltlicher Rechtspflege zu Lasten des Staates. 3. Jede Partei trägt ihre Parteikosten selbst. An die unentgeltlichen Rechtsbeistände der Parteien werden folgende Entschädigungen inkl. Auslagen und MWSt aus der Gerichtsk asse aus- bezahlt: - an Advokat Dr. Peter Studer CHF 1‘781.65 - an Advokat Dr. Michael Kull CHF 1‘997.30 4. Die Parteien sind zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschä- digungen an die unentgeltlichen Rechtsbeistände verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage sind. Der Anspruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Weiterzug Gegen diesen Entscheid wurde beim Schweizerischen Bundesgericht eine zivilrechtliche Be- schwerde erhoben (Verfahren Nr. 5A_553/2018).