Interpellation Stamm Judith 996 N 20 juin 1986 II y a tout lieu de penser qu'un tunnel ferroviaire reliant la France et la Grande-Bretagne développera non seulement le trafic entre les deux pays directement concernés, mais encore entre eux et les autres pays européens, la Suisse et l'Italie par exemple. Il en résultera un renforcement des courants de trafic existant aujourd'hui, mais vraisemblable- ment aussi l'apparition de nouveaux courants et de nouvel- les liaisons. Aussi, nous demandons au Conseil fédéral de préciser quel- les incidences le tunnel ferroviaire sous la Manche aura sur notre politique ferroviaire suisse. Quels seront les effets que l'on peut en attendre sur les grands axes du trafic Nord-Sud à travers la Suisse, ainsi que pour les points de pénétration de ce trafic dans notre pays? Mitunterzeichner - Cosignataires: Aubry, Bonnard, Borei, Candaux, de Chastonay, Christinat, Clivaz, Cotti Flavio, Cou- chepin, Eggly-Genève, Frey-Neuchâtel, Giudici, Gloor, Hou- mard, Jeanneret, Kohler Raoul, Maître-Genève, Perey, Petit- pierre, Pini, Revaclier, Rime, Ruffy, Salvioni, Thévoz (25) Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 21. Mai 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 21 mai 1986 L'accord franco-britannique sur la construction d'un tunnel sous la Manche doit être ratifié par les deux Parlements. Cette ratification n'a pas encore eu lieu et aucune décision n'a encore été prise au sujet de l'extension des lignes d'accès. La construction du tunnel sous la Manche permettra de conduire des trains directs de l'Angleterre vers le continent, d'où la possibilité de réduire le temps de parcours d'au moins 30 minutes. Des gains de temps plus importants, soit de plusieurs heures, pourraient être réalisés à l'aide de nouvelles lignes à grande vitesse entre la Manche et l'arc alpin. La planification de ce réseau est en cours. Les améliorations prévues de l'offre entraîneront une aug- mentation du trafic ferroviaire par les points-frontière de l'ouest et du nord-ouest de la Suisse, ainsi qu'à travers les Alpes. C'est pourquoi le Conseil fédéral tient à intégrer les lignes de transit suisses dans le futur réseau ferroviaire européen à grande vitesse. Ces questions sont traitées tant dans le cadre de la Conférence des ministres européens des transports que sur le plan bilatéral. Le Conseil fédéral conti- nuera d'oeuvrer dans cette direction. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt. #ST# 86.370 Interpellation Stamm Judith Organisierte Debatten Débats organisés Wortlaut der Interpellation vom 18. März 1986 Die Beratungen über im Parlament traktandierte Geschäfte werden grundsätzlich in freier Diskussion durchgeführt. Jedem Parlamentarier steht dabei das Recht zu, seine Mei- nung zu äussern, bevor er von seinem Stimm- und Wahl- recht Gebrauch macht. Den äusseren Rahmen der Beratun- gen kann der Nationalrat, soweit er nicht gegen Verfas- sungs- oder Gesetzesrechte verstösst, selber festlegen. Ins- besondere kann er in Ausnahmefällen die Gesamtredezeit beschränken. Gemäss Artikel 64a des Geschäftsreglements wird die beschränkte Gesamtredezeit angemessen auf die angemeldeten Redner verteilt. In diesem Zusammenhang bitte ich um Auskunft auf fol- gende Fragen: -Ist das Büro nicht auch der Meinung, dass die häufigen organisierten Debatten, die nicht nur die Gesamtredezeit, sondern faktisch auch die Zahl der Wortmeldungen zum vornherein beschränken, im Hinblick auf Verfassungs- und Gesetzesrecht problematisch sind? - Ist das Büro nicht auch der Meinung, dass organisierte Debatten nur in Ausnahmesituationen zu rechtfertigen sind? Texte de l'interpellation du 18 mars 1986 Les débats sur des objets à l'ordre du jour du Parlement se déroulent en principe sous forme de libre discussion. Cha- que parlementaire dispose en effet du droit d'exprimer son opinion avant de faire usage de son droit de vote. Le Conseil national peut fixer lui-même les limites des débats à la condition de ne violer ni la constitution ni la loi. Il peut notamment, dans des cas particuliers, limiter le temps de parole total. Selon l'article 64a du Règlement du Conseil national, ce temps de parole total est alors réparti équitable- ment entre les orateurs inscrits. A ce sujet, je prie le Bureau du conseil de répondre aux questions suivantes: - N'estime-t-il pas lui aussi que les fréquents débats orga- nisés pour lesquels on limite non seulement le temps de parole total mais aussi, en fait, le nombre des orateurs, sont discutables du point de vue de la constitution et de la loi? - N'estime-t-il pas lui aussi que les débats organisés ne se justifient que dans des cas exceptionnels? Schriftliche Begründung - Développement par écrit Gemäss Artikel 31 Absatz 3 des Geschäftsreglementes des Nationalrates haben sich Anfragen zu Angelegenheiten des Rats ans Büro zu richten und nicht an den Bundesrat. Jedem Parlamentarier steht das Recht zu, sich zu einem zur Beratung kommenden Geschäft im Plenum mündlich zu äussern. Dazu hat er sich, wenn er das Wort verlangen will, schriftlich beim Präsidenten zu melden (Art. 58 Abs. 2 Geschäftsreglement). Im Sinne der Rationalisierung des par- lamentarischen Betriebs gilt dieses Rederecht allerdings nicht unbeschränkt. So kann ein Parlamentarier gemäss Artikel 61 des Geschäftsreglementes zum selben Punkt nur zweimal sprechen. Zudem ist seine Redezeit auf zehn Minu- ten und bei der zweiten Wortmeldung auf fünf Minuten beschränkt. Auf Vorschlag der Fraktionspräsidentenkonfe- renz kann der Rat darüber hinaus die Gesamtredezeit beschränken (Art. 64a Geschäftsreglement). Dabei wird so vorgegangen, dass die beschränkte Gesamtredezeit ange- messen auf die angemeldeten Redner verteilt wird. In letzter Zeit werden öfters wichtige Geschäfte in Form der «organisierten Debatte» durchberaten. Dabei wird nicht nur die Gesamtredezeit, sondern faktisch auch die Anzahl der Wortmeldungen beschränkt. Organisierte Debatten lassen sich allerdings nur in absoluten Ausnahmesituationen recht- fertigen, wird doch damit das bu.ndesrechtlich garantierte Rederecht stark tangiert. Zudem sind zuerst die im Geschäftsreglement vorgesehenen Rationalisierungsmass- nahmen anzuwenden, bevor als ultimo ratio die organisierte Debatte zum Zug kommen kann. Schriftliche Stellungnahme des Büros Rapport écrit du Bureau Die Urheberin weist in der Begründung ihrer Interpellation selbst darauf hin, dass das Geschäftsreglement verschie- dene Rationalisierungsmöglichkeiten anbietet. Von diesen Massnahmen wird am häufigsten die generelle Beschrän- kung der Redezeit auf fünf Minuten (Art. 61 Abs. 2) ange- wendet. Für kleinere, unbestrittene Vorlagen oder für Vorlagen, bei denen das Eintreten nicht bestritten ist, hat die Fraktions- präsidentenkonferenz in den letzten Jahren auch oft eine Beschränkung der Eintretensdebatte auf die Kommissions- und Fraktionssprecher (Art. 64 Abs. 2) vorgeschlagen. Das20. Juni 1986 N 997 Interpellation Braunschweig Mittel der sogenanten organisierten Debatte (Art. 64a) wurde in der Regel zurückhaltend und nur für bestimmte, speziell dafür geeignete Debatten eingesetzt. Es sind dies vor allem Eintretensdebatten zu grossen Vorlagen, bei denen die Hauptdiskussion in der Detailberatung stattfindet und auch auf diese zu konzentrieren ist, oder Diskussionen über einen Bericht. Wir verweisen auf die Eintretensdebat- ten zur Koordinierten Verkehrspolitik und zur Asylgesetzre- vision in der vergangenen Frühjahrssessio'n. Wie wir dies bereits bei früherer Gelegenheit getan haben (84.919 Mo Bréplaz, 85.716 EA Ott), möchten wir erneut in Erinnerung rufen, dass es nur dank den verschiedenen Rationalisierungsmassnahmen möglich ist, die hängigen Geschäfte im Rahmen der ordentlichen Sessionen zu behandeln. So ist denn für dieses Jahr auch keine Sonder- session notwendig. Das Büro teilt die Ansicht der Interpellantin, dass die organi- sierte Debatte im Rahmen der verschiedenen Rationalisie- rungsmassnahmen wie erwähnt nur in Ausnahmesituatio- nen verwendet werden soll. Was die erste Frage der Interpellation betrifft, verweisen wir auf die Antwort des Büros und der Fraktionspräsidenten- konferenz auf die Einfache Anfrage Ott (Amtl. Bulletin 1985, S. 2291 f.), insbesondere auf die Punkte 2 und 3. Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Büros teilweise befriedigt. Präsident: Wir kommen zum nächsten Abschnitt. Die fol- genden Interpellanten verlangen Diskussion. Sie haben bei den jeweiligen Interpellationen zu entscheiden, ob Sie Dis- kussion gestatten wollen oder nicht. #ST# 85.996 Interpellation Braunschweig Atomsperrvertrag. 3. Ueberprüfungskonferenz Accord de non-prolifération nucléaire, lile conférence de réexamen Wortlaut der Interpellation vom 19. Dezember 1985 Ist der Bundesrat bereit, über Verlauf, Ergebnisse und Ein- schätzung der 3. Ueberprüfungskonferenz vom 27. August bis zum 20. September 1985 und über die Zukunft des Atomsperrvertrages - nicht zuletzt im Hinblick auf das Jahr 1995-entweder im Rahmen dieser Interpellationsbeantwor- tung oder unabhängig von ihr zuhanden des Parlaments und der Oeffentlichkeit einen Bericht zu erstatten? Dieser Bericht soll insbesondere auch die Beiträge der Schweiz, ihre Möglichkeiten und Grenzen zur Darstellung bringen und auf die folgenden Fragen eine Antwort geben: 1. Welche Folgen hatten während der Ueberprüfungskonfe- renz, in der Schlusserklärung - und seither - die drei Arbeitspapiere der Schweiz: Erleichterungen im Bereich der internationalen Zusammenarbeit (zu Art. IV), Vorschlag für eine Streitschlichtungsklausel aus dem Jahre 1980, kon- krete Massnahmen im Bereich der Rüstungskontrolle und der Abrüstung (zu Art. VI)? Welche Vorstellungen hat der Bundesrat über diese konkre- ten Massnahmen, die er fordert? 2. Warum setzte sich die Schweizer Delegation nicht für die beiden Resolutionen Mexikos ein (die inhaltlich von Japan, Neuseeland, Australien, Schweden, Dänemark, Irland, Rumänien usw. unterstützt worden waren), die sofortige einseitige Erklärungen für ein Moratorium sämtlicher Atom- tests und das Einfrieren der Atomwaffenarsenale auf dem gegenwärtigen Stand verlangten? (Heute können Atomtests bis hinunter auf eine Kilotonne Sprengkraft durch Seismolo- gie und Fernfeststellung - Satellitentechnologie - wahrge- nommen und lokalisiert werden). Waren die neutralitätspolitischen Bedenken nicht eher Aus- druck von Ueberängstlichkeit und Mangel an Wagnisbereit- schaft? Liess sich unser Land von derselben Aengstlichkeit leiten, als sich die Schweizer Delegation an den Vorberei- tungsgesprächen mit blockunabhängigen Staaten nicht ver- treten liess? 3. Teilt der Bundesrat die Meinung, dass die Aufforderung an die Atomstaaten in der Schlusserklärung (immerhin wenigstens eine solche!) sehr unverbindlich und beschei- den herausgekommen ist? 4. Warum widersetzte sich die Schweiz der Allgemeinver- bindlichkeitserklärung von «ful-scope-safeguards» (umfas- sende Kontrollmassnahmen auf sämtlichen Atomanlagen eines Landes) als Voraussetzung für Atomexporte nach Län- dern, die dem Atomsperrvertrag nicht beigetreten sind (z.B. Argentinien, Brasilien, Indien, Israel, Pakistan, Sädafrika)? Teilt der Bundesrat die Befürchtung über das Entstehen neuer Schwellenmächte resp. neuer Kernwaffenmächte (horizontale Prolifération) und über das Wegfallen des Anreizes, dem Atomsperrvertrag beizutreten? 5. In welcher konkreten Weise wird sich der Bundesrat in Zusammenarbeit mit den neutralen Staaten Europas und mit den Blockfreien Staaten für die CTBT-Verhandlungen (Com- prehensive Test Ban Treaty) einsetzen, nachdem das einsei- tige Atomteststopp-Moratorium der UdSSR voraussichtlich nur noch für kurze Zeit laufen wird? 6. Sieht der Bundesrat die Gefahr, dass der Atomsperrver- trag durch neue Technologien unterlaufen wird (insbeson- dere der Laser-lsotopen-Trennung, der Plutoniumwirtschaft durch den Bau von Wiederaufbereitungsanlagen und schnelle Brutreaktoren, der Fusionsforschung usw.)? Texte de l'interpellation du 19 décembre 1985 Le Conseil fédéral est-il prêt à fournir aux Chambres et au public, en réponse à la présente interpellation ou indépen- damment d'elle, un rapport sur le déroulement, les résultats et l'évaluation de la 3e conférence de réexamen tenue du 27 août au 20 septembre 1985, ainsi que sur l'avenir du traité de non-prolifération nucléaire, en pensant en particulier à l'horizon 1995? Ce rapport devra en particulier présenter les contributions de la Suisse, ses possibilités et ses limites, et répondre aux questions suivantes: 1. Quelles suites ont eues pendant la conférence, dans la déclaration finale et les trois documents de travail subsé- quents de la Suisse: facilitation de la coopération internatio- nale (à propos de l'article IV), projet de clause d'arbitrage (de 1980), mesures spécifiques tendant au contrôle des armements et au désarmement (en rapport avec l'article VI)? En particulier comment le Conseil fédéral se représente-t-il ces mesures? 2. Pourquoi la délégation suisse n'a-t-elle pas appuyé les deux résolutions du Mexique (secondées par le Japon, la Nouvelle-Zélande, l'Australie, la Suède, le Danemark, l'Ir- lande, la Roumanie entre autres) proposant la déclaration unilatérale et immédiate d'un moratoire sur tous les essais nucléaires, ainsi que le «gel» des arsenaux nucléaires. (Aujourd'hui, il est possible de détecter et de localiser les essais atomiques jusqu'à une limite inférieure d'une kilo- tonne, grâce à la séismologie, à la télédétection, ainsi qu'à la technologie des satellites). Les réserves formulées au nom de la neutralité n'étaient-elles pas plutôt la manifestation d'une crainte et d'une pusillanimité excessive? Notre pays s'est-il laissé influencer par de semblables craintes lorsqu'il a refusé de participer aux pourparlers des pays non alignés? 3. Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis que l'exhortation faite aux pays nucléarisés dans l'acte final était bien modeste et fort peu contraignante? (Il est vrai que c'était mieux que rien!). 4. Pourquoi la Suisse s'est-elle opposée à une déclaration de portée générale instituant des contrôles exhaustifs de toutes les installations nucléaires d'un pays (en anglais: «füll scope safeguards») comme condition préalable à touteSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Stamm Judith Organisierte Debatten Interpellation Stamm Judith Débats organisés In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1986 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.370 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.06.1986 - 08:00 Date Data Seite 996-997 Page Pagina Ref. No 20 014 464 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.