<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">«AZA 7» </div> <div class="para">U 442/00 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV. Kammer </div> <div class="para">Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger; Gerichtsschreiber Fessler </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 6. Februar 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para">S.________, 1965, Jugoslawien, Beschwerdeführer, vertreten durch B.________, Jugoslawien, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Luzern, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para">Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, St. Gallen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Mit Einspracheentscheid vom 5. März 1997 verneinte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) in Bestätigung ihrer Verfügung vom 11. September 1995 eine Leistungspflicht in Bezug auf die bei S.________ nach dem Verkehrsunfall vom 13. Juli 1981 (Kollision auf dem Motorrad mit einem Lieferwagen) eingetretene, schliesslich als «hebephrene Psychose» diagnostizierte Persönlichkeitsveränderung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Die von S.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 14. September 2000 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- Als Vormund seines Bruders S.________ führt B.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde und beantragt sinngemäss die Neubeurteilung der Sache auf der Grundlage weiterer medizinischer Abklärungen. </div> <div class="para">Während die SUVA auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, lässt sich das Bundesamt für Sozialversicherung nicht vernehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Im Rahmen des durch den kantonalen Entscheid bestimmten Anfechtungsgegenstandes (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.02.2001&amp;to_date=24.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-413%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page414">BGE 125 V 414</a> Erw. 1a) ist vorliegend einzig zu prüfen, ob das seelische Leiden («hebephrene Psychose») im Sinne natürlicher und adäquater Kausalität auf den Unfall vom 13. Juli 1981 zurückzuführen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Im angefochtenen Entscheid werden der Begriff des natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen Unfall, Gesundheitsschaden und gesundheitlich bedingten Einschränkungen der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit als einer Voraussetzung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, ferner die von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien zur Adäquanzbeurteilung bei psychischen Beeinträchtigungen, wenn der betreffende Unfall dem mittleren Bereich zuzuordnen ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.02.2001&amp;to_date=24.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-V-133%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page140">BGE 115 V 140</a> Erw. 6c/aa; vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.02.2001&amp;to_date=24.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-352%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page355">BGE 120 V 355</a> f. Erw. 5b/aa, 117 V 383 Erw. 4b) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Das kantonale Gericht ist nach eingehender Würdigung aller ärztlichen Berichte in den Akten zum Ergebnis gelangt, aus medizinischer Sicht sei ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der geistigen Störung kaum herzustellen. Dies sei indessen nicht ausschlaggebend, da es am Erfordernis der Adäquanz allfälliger natürlich kausaler psychischer Unfallfolgen fehle. Vielmehr stelle das seelische Leiden eine eigene vom Unfall vom 13. Juli 1981 losgelöste Erkrankung dar, die rein zufällig nach jenem Vorfall zu Tage getreten sei. </div> <div class="para">Der Vorinstanz, auf deren Argumentation im Einzelnen verwiesen wird, ist beizupflichten. Dabei kann offen bleiben, ob die Rechtsprechung zur Adäquanz natürlich kausaler psychischer Unfallfolgen auch bei (endogenen) Psychosen, wie der hebephrenen Schizophrenie (Pschyrembel, 258. Aufl., S. 639, 1315 f. und 1419 sowie Rolf Baer, Psychiatrie für Juristen, München/Stuttgart 1988, S. 11 ff. und 23 ff.) anwendbar ist, und bejahendenfalls, ob Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer solchen Krankheit als physisch bedingt im Sinne von <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=05.02.2001&amp;to_date=24.02.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-V-133%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page140">BGE 115 V 140</a> Erw. 6c/aa am Ende zu gelten hat, wie die Vorinstanz anzunehmen scheint. Entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde trifft nicht zu, dass das kantonale Gericht einseitig auf das Gutachten des Dr. med. W.________, Leitender Arzt Klinik für Neurologie Spital X.________, vom 11. August 1995 abgestellt hat. Im Gegenteil hat es insbesondere auch die ärztlichen Berichte über die neuro-psychiatrische Behandlung des Beschwerdeführers in seinem Heimatland in die Würdigung miteinbezogen, ihnen aber zumal mit Blick auf die übereinstimmende Diagnose zu Recht keine entscheidende Bedeutung beigemessen. </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist der angefochtene Entscheid rechtens. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para">III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Beschwerdeführer </div> <div class="para">auf dem Ediktalweg, dem Versicherungsgericht des Kan- </div> <div class="para">tons St. Gallen und dem Bundesamt für Sozialversiche- </div> <div class="para">rung zugestellt. Das für den Beschwerdeführer bestimm- </div> <div class="para">te Exemplar wird einstweilen zu den Akten gelegt. </div> <div class="para">Luzern, 6. Februar 2001 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der IV. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>