<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00306</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204633&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00306</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.12.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 28.04.2005 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausweisung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufgehobene Ausweisung eines straffällig gewordenen Italieners<br/>Anwendbarkeit des FZA (2.1). Voraussetzungen für eine Ausweisung gemäss Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA (3.1): Unzulässigkeit von Ausweisungen aus wirtschaftlichen (3.2) oder generalpräventiven Gründen (3.3). Früheren strafrechtlichen Verurteilungen muss ein persönliches Verhalten zugrunde liegen, das die öffentliche Ordnung gegenwärtig schwer gefährdet. Im vorliegenden Fall muss mehr als nur ein geringes Rückfallrisiko bestehen, da eine Verurteilung wegen Drogenhandel über 12 Jahre zurückliegt und der Beschwerdeführer (Bf.) vor 4 Jahren ausschliesslich wegen Vermögensdelikten bestraft wurde (3.4). Risikoprognose: Die persönlichen Verhältnissse des Bf. erscheinen einigermassen stabil; wahrscheinlich ist er nicht mehr drogensüchtig, weshalb das Risiko einer erneuten Beschaffungskriminalität eher gering erscheint (3.5). Für eine Ausweisumg besteht demzufolge kein zureichender Grund, weshalb die Sache an die Direktion für Soziales und Sicherheit zur Androhung der Ausweisung zu weisen ist (3.6). Weitgehendes Obsiegen des Bf. (4). Gegenstandslosigkeit des Begehrens um ein unentgeltliches Verfahren (5.1); Gutheissung des Begehrens um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes (5.2).<br/>Teilweise Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUSWEISUNG">AUSWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENHANDEL">DROGENHANDEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENSUCHT">DROGENSUCHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFÃHRDUNG DER ÃFFENTLICHEN SICHERHEIT">GEFÃHRDUNG DER ÃFFENTLICHEN SICHERHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFÃHRDUNGSPOTENTIAL">GEFÃHRDUNGSPOTENTIAL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOKAINHANDEL">KOKAINHANDEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE ORDNUNG">ÃFFENTLICHE ORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLPROGNOSE">RÃCKFALLPROGNOSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLRISIKO">RÃCKFALLRISIKO</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 5 Abs. 1 FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 5Anhang I Abs. 1 FZA</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">A, italienischer StaatsangehÃ¶riger, wuchs nach seiner Geburt (1961) in der Schweiz bei seinen Grosseltern in Italien auf. Im Alter von 18 Jahren kehrte er zu seinen Eltern in die Schweiz zurÃ¼ck; in der Folge wurde ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt. A wurde wiederholt straffÃ¤llig. Nachdem zunÃ¤chst bedingte Strafen ausgesprochen worden waren, wurde er 1993 wegen Kokainhandels zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Jahr 2000 wurde er wegen mehrerer EinbruchsdiebstÃ¤hlen mit zwei Jahren GefÃ¤ngnis bestraft.</p> <p class="Urteilstext">Am 9. Juni 2004 beschloss der Regierungsrat, A aus der Schweiz auszuweisen. Die Ausweisung wurde auf zehn Jahre befristet.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Am 30. Juli 2004 erhob A gegen den Regierungsratsentscheid Beschwerde ans Verwaltungsgericht mit den AntrÃ¤gen: Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und auf eine Ausweisung zu verzichten. Das Migrationsamt sei einzuladen, ihm die Niederlassungsbewilligung zu erteilen. Es sei A die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und ihm in der Person von Frau RechtsanwÃ¤ltin B ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Zudem sei ihm fÃ¼r das bisherige und das Beschwerdeverfahren eine angemessene EntschÃ¤digung auszurichten; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen "zu Lasten des Staates". Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit beantragte am 26./27. August 2004 namens des Regierungsrates die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Im AuslÃ¤nderrecht ist die Beschwerde ans Verwaltungsgericht dann gegeben, wenn die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 2 in Verbindung mit § 43 Abs. 1 lit. h des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG). GemÃ¤ss Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (OG, SR 173.110) ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nur bei Wegweisungen und bei so genannt "politischen" Ausweisungen ausgeschlossen (vgl. Art. 121 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, BV). Wenn eine Ausweisung, wie hier, auf Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG, SR 142.20) gestÃ¼tzt wird, ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht gegeben (BGE 114 Ib 1 E. 1a). Soweit sich die Beschwerde gegen die Ausweisung wendet, ist nach dem Gesagten darauf einzutreten (vgl. VGr, 20. Oktober 2004, VB.2004.00280, E. 1, mit Hinweisen, www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt weiter, das Migrationsamt sei einzuladen, ihm die Niederlassungsbewilligung zu erteilen. Diese Frage bildete indessen nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids; der Beschwerdegegner verfÃ¼gte damit lediglich die Ausweisung des BeschwerdefÃ¼hrers. Die Frage gehÃ¶rt folglich auch nicht zum Streitgegenstand (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 19-28, N. 86 und 88). WÃ¼rde der angefochtene Entscheid vom Verwaltungsgericht aufgehoben, fiele die verfÃ¼gte Ausweisung dahin, womit der BeschwerdefÃ¼hrer in der Schweiz bleiben kÃ¶nnte; am Bestand seiner Niederlassungsbewilligung Ã¤nderte dies nichts. WÃ¼rde die Beschwerde dagegen (auch vom Bundesgericht) abgewiesen, erwÃ¼chse der Ausweisungsentscheid in Rechtskraft. Aufgrund von Art. 9 Abs. 3 lit. b ANAG fiele die Niederlassungsbewilligung mit der Ausweisung dahin. Soweit mit der Beschwerde beantragt wird, das Migrationsamt zur Erteilung der Niederlassungsbewilligung einzuladen, ist nach dem Gesagten nicht darauf einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist der Auffassung, der angefochtene Entscheid verletze das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FZA, SR 0.142.112.681).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¤llt als Italiener in den persÃ¶nlichen Geltungsbereich des FreizÃ¼gigkeitsabkommens (Art. 1 FZA). GemÃ¤ss Art. 4, 6 und 7 lit. c FZA haben AngehÃ¶rige der Vertragsstaaten das Recht auf Aufenthalt nach Massgabe des Anhangs I. Die Vorbehalte in Art. 10 Abs. 1-4 FZA, auf die Art. 4 FZA verweist, kommen vorliegend aufgrund von Art. 10 Abs. 5 FZA nicht zur Anwendung, da der BeschwerdefÃ¼hrer zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des FreizÃ¼gigkeitsabkommens (1. Juni 2002) Ã¼ber eine Niederlassungsbewilligung verfÃ¼gte.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA sieht die MÃ¶glichkeit der EinschrÃ¤nkung des Rechts auf PersonenfreizÃ¼gigkeit vor. Diese Bestimmung kann nicht zu Massnahmen ermÃ¤chtigen, die Ã¼ber diejenigen hinausgehen, welche vom schweizerischen Recht vorgesehen sind. Daher ist zunÃ¤chst zu untersuchen, ob es ausserhalb des FreizÃ¼gigkeitsabkommens eine Rechtsgrundlage gibt, auf welche die Verweigerung eines weiteren Verbleibs des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz gestÃ¼tzt werden kann (nachfolgend 2.2). Erst bei Bejahung dieser Frage ist in einem nÃ¤chsten Schritt (hinten 3) zu prÃ¼fen, inwiefern das FreizÃ¼gigkeitsabkommen den BehÃ¶rden zusÃ¤tzliche Schranken auferlegt (BGE 130 II 176 E. 3.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Ein Grund fÃ¼r eine Ausweisung ist dann gegeben, wenn ein AuslÃ¤nder wegen eines Verbrechens oder eines Vergehens gerichtlich bestraft wurde (Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG). Das Bezirksgericht ZÃ¼rich verurteilte den BeschwerdefÃ¼hrer am 25. Oktober 2000 sowohl wegen Verbrechen (gewerbsmÃ¤ssiger Diebstahl, Hehlerei) als auch wegen Vergehen (mehrfache SachbeschÃ¤digung, mehrfacher Hausfriedensbruch, Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz). Der Ausweisungstatbestand von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG ist damit erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem Gesagten (2.1) ist im Folgenden zu prÃ¼fen, ob die Anforderungen fÃ¼r eine zulÃ¤ssige EinschrÃ¤nkung des Rechts auf FreizÃ¼gigkeit erfÃ¼llt sind.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA dÃ¼rfen die durch das FreizÃ¼gigkeitsabkommen eingerÃ¤umten Rechte nur im Interesse der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit eingeschrÃ¤nkt werden. Die InteressenabwÃ¤gung im Rahmen des FreizÃ¼gigkeitsabkommens ist mit jener gemÃ¤ss innerstaatlichem Recht nicht vollumfÃ¤nglich vergleichbar. Aufgrund von Art. 11 Abs. 3 ANAG muss eine Ausweisung verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein. In die von dieser Bestimmung geforderte InteressenabwÃ¤gung (zu den Kriterien Art. 16 Abs. 3 Satz 1 der Vollziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder, ANAV, SR 142.01) ist zwar unter anderem auch die RÃ¼ckfallgefahr mit einzubeziehen. Die RÃ¼ckfall- bzw. GefÃ¤hrlichkeitsprognose ist in dieser AbwÃ¤gung jedoch nicht ausschlaggebend (BGE 125 II 105 E. 2c am Ende). In der InteressenabwÃ¤gung im Rahmen von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA bildet die EinschÃ¤tzung des vom Betroffenen ausgehenden Gefahrenpotentials dagegen den zentralen Ausgangspunkt (EuGH, 27. Oktober 1977, Bouchereau, Rs. 30/77, Slg. 1977, 1999, Rz. 35, www.europa.eu.int; BGE 130 II 176 E. 4.2). Wirtschaftliche Gesichtspunkte spielen dabei keine Rolle (nachfolgend 3.2). Bei der InteressenabwÃ¤gung muss sodann geprÃ¼ft werden, ob die GefÃ¤hrdung aufgrund eines persÃ¶nlichen Verhaltens besteht (hinten 3.3) und sich als konkret erweist (hinten 3.4 f.).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA verweist auf die Richtlinie 64/221/EWG des Rates der EuropÃ¤ischen Wirtschaftsgemeinschaft vom 25. Februar 1964 zur Koordinierung der Sondervorschriften Ã¼ber die Einreise und den Aufenthalt von AuslÃ¤ndern, soweit sie aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerechtfertigt sind (ABl. 1964 L 56/850, www.admin.ch/ch/d/eur; im Folgenden RL 64/221/EWG). GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 RL 64/221/EWG dÃ¼rfen GrÃ¼nde der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit nicht fÃ¼r wirtschaftliche Zwecke geltend gemacht werden. â Wenn ein AuslÃ¤nder, wie hier, als Arbeitnehmer tÃ¤tig war, rechtfertigt eine mÃ¶gliche spÃ¤tere Arbeitslosigkeit keine Fernhaltemassnahmen (Marcel Dietrich, Die FreizÃ¼gigkeit der Arbeitnehmer in der EuropÃ¤ischen Union, ZÃ¼rich 1995, S. 502 f.; vgl. EuGH, 3. Juni 1986, Kempf, Rs. 139/85, Slg. 1986, 1741, Rz. 14). Soweit der Beschwerdegegner die Ausweisung mit einer mÃ¶glichen AbhÃ¤ngigkeit von Sozialhilfe begrÃ¼ndet, erweist sich die BegrÃ¼ndung als unzulÃ¤ssig.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 3 Abs. 1 RL 64/221/EWG darf bei Massnahmen im Interesse der Ã¶ffentlichen Ordnung oder Sicherheit ausschliesslich das persÃ¶nliche Verhalten des Betroffenen ausschlaggebend sein. GemÃ¤ss der Rechtsprechung des EuGH verbietet die Bestimmung Massnahmen aus generalprÃ¤ventiven GrÃ¼nden (EuGH, 26. Februar 1975, Bonsignore, Rs. 67/74, Slg. 1975, 297, Rz. 7, www.europa.eu.int; BGE 130 II 176 E. 3.4.1 S. 183). Diese Rechtsprechung wurde inzwischen kodifiziert in Art. 27 Abs. 2 Satz 4 der Richtlinie 2004/38/EG des EuropÃ¤ischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 Ã¼ber das Recht der UnionsbÃ¼rger und ihrer FamilienangehÃ¶rigen, sich im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten frei zu bewegen und aufzuhalten (ABl. 2004 L 158/77, www.europa.eu.int; im Folgenden RL 2004/38/EG, wobei mit dieser Richtlinie RL 64/221/EWG aufgehoben wurde).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer brach in mehrere GeschÃ¤fte ein und stahl dabei Bargeld und Waren. Er wurde deswegen und wegen weiterer Delikte mit zwei Jahren GefÃ¤ngnis bestraft. Es liegt somit ein persÃ¶nliches Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers vor, das zu einer Strafe gefÃ¼hrt hat. Aufgrund der genannten GesetzesverstÃ¶sse hat der Beschwerdegegner die Ausweisung verfÃ¼gt und dazu ausgefÃ¼hrt, dass beim BeschwerdefÃ¼hrer von einem weiterbestehenden, nicht unerheblichen GefÃ¤hrdungspotential ausgegangen werden mÃ¼sse. Damit hat der Beschwerdegegner die Massnahme auf spezialprÃ¤ventive ErwÃ¤gungen gestÃ¼tzt, womit sie sich insoweit als zulÃ¤ssig erweist (vgl. BGE 129 II 215 E. 7.1 am Ende).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Strafrechtliche Verurteilungen allein kÃ¶nnen auslÃ¤nderrechtliche Massnahmen nicht begrÃ¼nden (Art. 3 Abs. 2 RL 64/221/EWG). FrÃ¼here strafrechtliche Verurteilungen dÃ¼rfen nur insoweit berÃ¼cksichtig werden, als die ihr zugrunde liegenden UmstÃ¤nde ein persÃ¶nliches Verhalten erkennen liessen, das eine gegenwÃ¤rtige GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung darstellt (EuGH, Bouchereau, Rz. 28; BGE 130 II 176 E. 3.4.1 S. 184; so nun ausdrÃ¼cklich Art. 27 Abs. 2 Satz 3 RL 2004/38/EG). Entfernungsmassnahmen setzen eine tatsÃ¤chliche und hinreichend schwere GefÃ¤hrdung voraus, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hrt (EuGH, Bouchereau, Rz. 35; BGE 130 II 176 E. 3.4.1 S. 182). GemÃ¤ss der Rechtsprechung des EuGH ist es an den nationalen Verwaltungs- und GerichtsbehÃ¶rden, den GefÃ¤hrdungsgrad abzuschÃ¤tzen, wobei den BehÃ¶rden dabei ein gewisser Beurteilungsspielraum zusteht (EuGH, Bouchereau, Rz. 30 und 34). EinschrÃ¤nkungen der FreizÃ¼gigkeit sind dabei stets eng auszulegen (EuGH, Bouchereau, Rz. 33; BGE 130 II 176 E. 3.4.1 S. 182). Das Bundesgericht hat in Bezug auf das Gefahrenpotential festgehalten, dass eine hinreichende Wahrscheinlichkeit bestehen mÃ¼sse, dass der AuslÃ¤nder kÃ¼nftig die Ã¶ffentliche Sicherheit oder Ordnung stÃ¶ren werde. An die Wahrscheinlichkeit dÃ¼rfen im Hinblick auf den Grundsatz der FreizÃ¼gigkeit keine zu geringen Anforderungen gestellt werden. Diese hÃ¤ngen von der Schwere der mÃ¶glichen RechtsgÃ¼terverletzung ab; je schwerer diese ist, desto niedriger sind die Anforderungen an die in Kauf zu nehmende RÃ¼ckfallgefahr (BGE 130 II 176 E. 4.3.1).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beging im Jahr 1999 zahlreiche EinbruchsdiebstÃ¤hle, um damit seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Er war in dieser Zeit arbeitslos, weshalb das Bezirksgericht in seinem Urteil vom 25. Oktober 2000 befand, dass das deliktische Handeln den zentralen Lebensinhalt darstellte, dem er einen erheblichen Teil seiner Zeit und Energie widmete. Das Bezirksgericht wÃ¼rdigte bei der Beurteilung des Verschuldensgrads weiter die grosse Anzahl an Verfehlungen und die HÃ¶he des finanziellen Schadens. Aus diesen GrÃ¼nden qualifizierte das Bezirksgericht das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers als erheblich. â Hinsichtlich der verletzten RechtsgÃ¼ter bleibt festzuhalten, dass sich die strafbaren Handlungen gegen das VermÃ¶gen richteten. Falls der BeschwerdefÃ¼hrer wieder Ã¤hnliche Delikte begehen wÃ¼rde, wÃ¼rde die RechtsgÃ¼terverletzung nicht derart schwer wiegen wie bei Delikten gegen Leib und Leben, gegen die Freiheit oder die sexuelle IntegritÃ¤t. Auf der anderen Seite muss dabei berÃ¼cksichtigt werden, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bei den verÃ¼bten EinbruchsdiebstÃ¤hlen in Kauf nahm, erhebliche SachschÃ¤den zu verursachen. BerÃ¼cksichtigt man die UmstÃ¤nde der Tatbegehung und die verletzten RechtsgÃ¼ter, muss eine gewisse Wahrscheinlichkeit kÃ¼nftiger RechtsgÃ¼terverletzungen verlangt werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Mai 1992 war der BeschwerdefÃ¼hrer am Verkauf von 3,5 kg Kokain beteiligt. Er betrieb dabei einen erheblichen Aufwand, um den Handel einzuleiten und abzuwickeln. Mit seinem Anteil am DrogengeschÃ¤ft wollte er vorab seinen eigenen Konsum finanzieren. Das Bezirksgericht qualifizierte in seinem Urteil vom 18. Juni 1993 das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers als mittelschwer und bestrafte ihn mit drei Jahren Zuchthaus. â Der BeschwerdefÃ¼hrer nahm mit seiner Beteiligung am Handel mit einer derart grossen Menge an Drogen in Kauf, das Leben und die Gesundheit zahlreicher Menschen zu gefÃ¤hrden. Er gefÃ¤hrdete damit das hÃ¶chste Rechtsgut. Zudem hat der BeschwerdefÃ¼hrer bereits 1987/88 Ã¼ber 30 Gramm Kokain verkauft und im Jahr 1989 10 Gramm Kokain vermittelt. Betrachtet man allein diese UmstÃ¤nde, wÃ¤re bereits bei einer geringen RÃ¼ckfallwahrscheinlichkeit eine Ausweisung gerechtfertigt. Auf der anderen Seite muss berÃ¼cksichtigt werden, dass der letzte Handel mit Drogen bereits Ã¼ber 12 Jahre zurÃ¼ckliegt. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat deswegen Ã¼ber zwei Jahre im Zuchthaus verbracht. Seither ist er nicht mehr wegen Drogenhandels verurteilt worden. Diese UmstÃ¤nde mÃ¼ssen bei der RÃ¼ckfallprognose in Betracht gezogen werden. Insgesamt muss fÃ¼r einen RÃ¼ckfall mehr als nur ein geringes Risiko bestehen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>Ausgangspunkt bei der AbschÃ¤tzung der Gefahr einer erneuten RechtsgÃ¼terverletzung bildet vorliegend das Motiv fÃ¼r die frÃ¼heren Taten. Der BeschwerdefÃ¼hrer handelte zum ersten Mal mit Drogen, als er selbst noch nicht sÃ¼chtig war. Bei der zweiten Verurteilung ging das Gericht bereits von einer "gewissen" DrogenabhÃ¤ngigkeit aus. Bei der dritten Verurteilung wegen Handels mit Ã¼ber drei Kilo Kokain ging das Gericht von einer langjÃ¤hrigen DrogenabhÃ¤ngigkeit aus, ebenso bei der Verurteilung wegen der EinbruchdiebstÃ¤hle. Nach dem Gesagten geriet der BeschwerdefÃ¼hrer in eine eigentliche Spirale von Sucht und Delinquenz. Dies unterscheidet den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt von FÃ¤llen, in denen die Betroffenen selbst nicht sÃ¼chtig waren (vgl. zur Unterscheidung BGr, 18. August 2004, 2A.196/2004, E. 6.3.5, www.bger.ch; BGE 129 II 215 E. 7.5). FÃ¼r die Bemessung des RÃ¼ckfallrisikos ist nach dem Gesagten entscheidend, ob es dem BeschwerdefÃ¼hrer gelungen ist, aus der Spirale von AbhÃ¤ngigkeit und StraffÃ¤lligkeit herauszukommen.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.5.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist zurzeit gemÃ¤ss eigenen Angaben nicht mehr drogensÃ¼chtig. Im vergangenen Jahr konsumierte er immer wieder kleinere Menge harter Drogen. Deshalb ist bei der WÃ¼rdigung seiner Angaben eine gewisse Skepsis angebracht, zumal Kokain Ã¼ber ein ausserordentlich hohes AbhÃ¤ngigkeitspotential verfÃ¼gt (VGr, 7. Juli 2004, VB.2004.00061, E. 4.3, www.vgrzh.ch; VGr, 27. November 2002, VB.2002.00169, E. 3b, www.vgrzh.ch). Skeptisch stimmt auch die Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht in der Lage war, sich wÃ¤hrend eineinhalb Jahren im Rahmen einer ambulanten Massnahme auf eine Therapie einzulassen. Der Therapiebericht wird in der VerfÃ¼gung Ã¼ber die Einstellung der ambulanten Massnahme wie folgt zitiert: Die Therapie sei hÃ¶chstens ansatzweise erfolgreich verlaufen und habe "eventuell wÃ¤hrend des Strafvollzuges einen gewissen protektiven Effekt gehabt betreffend Drogenkonsums". Dass die ambulante Massnahme langfristig etwas bewirkt habe, sei indessen unwahrscheinlich. In der Halbfreiheit sei dem BeschwerdefÃ¼hrer die Pflicht auferlegt worden, einen Therapeuten zu suchen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer der Verpflichtung zur selbststÃ¤ndigen Suche eines Therapeuten zunÃ¤chst nicht nachgekommen war, begab er sich in diesem Jahr in eine ambulante psychotherapeutische Behandlung. Diese ist analytisch ausgerichtet und setzt deshalb gemÃ¤ss dem Bericht des Therapeuten eine gewisse StabilitÃ¤t in psycho-sozialer Hinsicht voraus. Der Grund fÃ¼r die Behandlung liegt laut dem Bericht nicht einer aktuellen psychischen Problematik. Es gehe vielmehr darum, durch das Bewusstmachen von verdrÃ¤ngten Konflikten fÃ¼r die heute auftretenden Fragen bessere LÃ¶sungsmÃ¶glichkeiten zu finden. Auch wenn vorliegend nicht ein Therapieplatz im Rahmen eines Ã¤rztlich kontrollierten Drogenprogramms zu beurteilen ist (dazu BGr, 16. MÃ¤rz 2001, 2A.468/2000, E. 4c, www.bger.ch), muss die begonnene Therapie dennoch als Indiz fÃ¼r eine gewisse Stabilisierung der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse berÃ¼cksichtigt werden. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer heute im Stande ist, sich auf eine analytisch orientierte Therapie einzulassen, spricht dafÃ¼r, dass er seine DrogenabhÃ¤ngigkeit bis zu einem gewissen Grad Ã¼berwunden hat. DafÃ¼r spricht auch, dass er seit seiner Entlassung aus dem Strafvollzug (Oktober 2003) nicht mehr straffÃ¤llig wurde. WÃ¤re er heute noch drogensÃ¼chtig, mÃ¼sste er seine Sucht angesichts seines geringen Lohns mit Beschaffungsdelikten finanzieren. Solche Delikte sind indessen nicht aktenkundig (bei einer Hausdurchsuchung im Juli dieses Jahres wurden keine Drogen gefunden). Insofern sind an der Feststellung des Bezirksgerichtes ZÃ¼rich vom 7. April 2004, dass die DrogenabhÃ¤ngigkeit weiterhin bestehe, erhebliche Zweifel angebracht. Zu berÃ¼cksichtigen ist schliesslich, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in den frÃ¼heren Strafverfahren stets gestÃ¤ndig war. Der vorliegende Fall lÃ¤sst sich damit nicht mit jenem vergleichen, in dem der Betroffene durch wahrheitswidrige Aussagen Vorteile erlangen wollte und sich dem Strafvollzug durch Flucht entzog (vgl. VGr, 20. Oktober 2004, VB.2004.00280, E. 3.2.3 und 3.3.1, www.vgrzh.ch). </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.5.2 </span></b><span>Die BerufstÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers lÃ¤sst ebenfalls auf eine gewisse Stabilisierung seiner persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse schliessen. Seit der Halbfreiheit, das heisst seit anfangs Juni 2003, arbeitet der BeschwerdefÃ¼hrer bei der C AG in X. Laut dem in der EntlassungsverfÃ¼gung zitierten FÃ¼hrungsbericht hat sich der direkte Vorgesetzte mehrmals lobend Ã¼ber die positive Arbeitsmoral und Ã¼ber das grosse Engagement des BeschwerdefÃ¼hrers geÃ¤ussert. Diese Ãusserungen dÃ¼rfen gewiss nicht Ã¼berbewertet werden, zumal der BeschwerdefÃ¼hrer in dieser Zeit zumindest noch kleine Mengen harter Drogen konsumierte. Auf der anderen Seite kann der BeschwerdefÃ¼hrer nicht mit einem Menschen verglichen werden, der sich arbeitslos in der Drogenszene bewegt und deshalb mit Sicherheit wieder Beschaffungsdelikte begehen wird. Auf eine gewisse StabilitÃ¤t der VerhÃ¤ltnisse lÃ¤sst auch die Beziehung des BeschwerdefÃ¼hrers zu seinem 14-jÃ¤hrigen Sohn schliessen. Die beiden treffen sich zwei bis drei Mal im Monat.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.5.3 </span></b><span>Zusammenfassend lÃ¤sst sich eine weiterhin bestehende DrogenabhÃ¤ngigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers nicht mit Sicherheit ausschliessen. Ebenso wenig kann ausgeschlossen werden, dass der BeschwerdefÃ¼hrer erneut in die Spirale von Sucht und Delinquenz gerÃ¤t. Eine Gewissheit, dass der BeschwerdefÃ¼hrer keine RechtsgÃ¼ter mehr verletzen wird, darf indessen nach dem vorn Gesagten (3.4) auch nicht verlangt werden. HÃ¤lt man sich die (relative) StabilitÃ¤t der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse des BeschwerdefÃ¼hrers (Arbeitsplatz, Beziehung zum Sohn, analytisch orientierte Therapie) vor Augen, ist die Gefahr einer erneuten BeschaffungskriminalitÃ¤t nicht derart gross, dass von einer tatsÃ¤chlichen und hinreichend schweren GefÃ¤hrdung von Interessen der Gesellschaft ausgegangen werden kÃ¶nnte. Das Recht des BeschwerdefÃ¼hrers auf FreizÃ¼gigkeit kann deshalb nicht aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit eingeschrÃ¤nkt werden. â An dieser Stelle ist allerdings zu betonen, dass die Anforderungen, die Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA an Fernhaltemassnahmen stellt, Ã¼ber jene von Art. 11 Abs. 3 ANAG hinaus gehen. KÃ¶nnte sich der BeschwerdefÃ¼hrer nicht auf das sektorielle Abkommen und damit nicht auf das Recht auf FreizÃ¼gigkeit berufen, wÃ¤re seine Ausweisung aus der Schweiz gerechtfertigt (vgl. VGr, 7. Juli 2004, VB.2004.00061, E. 4, www.vgrzh.ch). Dass er zum heutigen Zeitpunkt nicht aus der Schweiz ausgewiesen werden kann, ergibt sich letztlich aus dem besonderen Ã¶ffentlichen Interesse an der GewÃ¤hrleistung der PersonenfreizÃ¼gigkeit (vgl. Andreas ZÃ¼nd in: Peter Uebersax et. al. [Hrsg.], AuslÃ¤nderrecht, Basel etc. 2002, Rz. 6.40) und ist insofern hinzunehmen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.6 </span></b><span>Da ein Ausweisungstatbestand (Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG) vorliegt, die Ausweisung sich jedoch als unangemessen erweist, ist die Ausweisung dem BeschwerdefÃ¼hrer anzudrohen (Art. 16 Abs. 3 Satz 2 ANAV). Falls der BeschwerdefÃ¼hrer die Chancen der begonnenen Therapie nicht nutzt, wieder Drogen nimmt und erneut Beschaffungsdelikte begeht, kann die erwogene Ausweisung dannzumal immer noch verfÃ¼gt werden (vgl. BGr, 16. MÃ¤rz 2001, 2A.468/2000, E. 4c, www.bger.ch).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Der angefochtene Entscheid ist folglich aufzuheben. Die Akten sind an die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) zu weisen, damit diese dem BeschwerdefÃ¼hrer die Ausweisung schriftlich androht (vgl. Art. 16 Abs. 3 Satz 3 ANAV).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei der Kostenverteilung ist zu berÃ¼cksichtigen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mit seinem Hauptantrag obsiegt und auf seine Beschwerde in einem nebensÃ¤chlichen Punkt nicht einzutreten ist. Dass die Sache zur Androhung der Ausweisung zurÃ¼ckzuweisen ist, betrifft ebenfalls einen untergeordneten Punkt. Die Kosten sind deshalb vollumfÃ¤nglich dem in der Hauptsache unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit 13 Abs. 2 Satz 1 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer verlangt bereits fÃ¼r das erstinstanzliche Verwaltungsverfahren eine ParteientschÃ¤digung. Eine solche steht ihm jedoch aufgrund von § 17 Abs. 1 VRG nicht zu, womit sein EntschÃ¤digungsbegehren insoweit abzuweisen ist. Der unterliegende Beschwerdegegner ist jedoch zu verpflichten, den BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgerichts zu entschÃ¤digen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Als angemessen erweist sich eine EntschÃ¤digung von Fr. 1'000.-.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>Das Begehren um ein unentgeltliches Verfahren ist angesichts der Kostenverteilung (vorn 4) als gegenstandslos geworden abzuschreiben (vgl. § 16 Abs. 1 VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer lÃ¤sst weiter die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes beantragen. Die dafÃ¼r notwendigen Voraussetzungen (§ 16 Abs. 2 VRG; Art. 29 Abs. 3 BV) sind vorliegend erfÃ¼llt: Der BeschwerdefÃ¼hrer ist mittellos, seine Beschwerde war in der Hauptsache erfolgreich, und er selbst wÃ¤re nicht in der Lage gewesen, seine Rechte im Verfahren ausreichend zu wahren. Damit ist ihm antragsgemÃ¤ss in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben. Der EntschÃ¤digungsanspruch, welcher der Rechtsvertreterin des BeschwerdefÃ¼hrers zufolge Obsiegens gegen den Beschwerdegegner zusteht (vorn 4), ist zur Deckung der Aufwendungen voraussichtlich nicht genÃ¼gend, da § 17 Abs. 2 VRG nur eine "angemessene" EntschÃ¤digung vorsieht. Die Differenz ist demzufolge durch die Gerichtskasse zu vergÃ¼ten (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 50; vgl. BGE 122 I 322 E. 3c).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die HÃ¶he der EntschÃ¤digung wird neu durch den Kammervorsitzenden festgesetzt (§ 13 Abs. 3 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997, GebV VGr; LS 175.252). In § 13 Abs. 2 Satz 2 GebV VGr wurde der Satzteil eingefÃ¼gt, dass zuvor eine "Aufforderung des Gerichts" zu ergehen hat. Diese Ãnderung trat am 1. August 2004 und damit nach der Beschwerdeerhebung in Kraft. Obschon die Vertreterin des BeschwerdefÃ¼hrers ihrer Beschwerdeschrift eine Kostennote beigefÃ¼gt hat, ist sie nach dem Gesagten dazu aufzufordern, dem Gericht eine detaillierte Zusammenstellung Ã¼ber den Zeitaufwand und die Barauslagen einzureichen, ansonsten die EntschÃ¤digung von Amtes wegen und nach Ermessen festgesetzt wÃ¼rde (§ 13 Abs. 2 GebV VGr).</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung wird als gegen­standslos geworden abgeschrieben.</p> <p class="Einzug2">2. Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Dieser wird aufgefordert, dem Verwaltungsgericht binnen einer nicht erstreckbaren Frist von 30 Tagen nach Zustellung dieses Beschlusses eine detaillierte Zusammenstellung Ã¼ber den Zeitaufwand und die Barauslagen einzureichen, ansonsten die EntschÃ¤digung nach Ermessen festgesetzt wÃ¼rde;</p> <p class="Zwischentitel"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten wird, teilweise gutgeheissen. DemgemÃ¤ss wird der Beschluss des Regierungsrates vom 9. Juni 2004 aufgehoben. Die Sache wird zur Androhung der Ausweisung an die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich gewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der Vertreterin des BeschwerdefÃ¼hrers eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) auszurichten. Diese wird auf die EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes angerechnet.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>