<h2>SubmittedText<h2><p>Das Erlernen und Erleben der Sprache in der Schule und im Alltag im entsprechenden Sprachraum ist für den Lernerfolg zentral. Durch die direkte Begegnung mit Menschen, Sprache und Kultur wird die Sprache intensiver gelernt und der Nutzen der Sprache für die Jugendlichen klar ersichtlich. Die Motivation, eine Fremdsprache zu lernen, wird um ein Vielfaches erhöht, der Erfolg des Spracherwerbs nachhaltiger. Das Kennenlernen von Menschen und deren Alltag in einem anderen Kulturraum bewirkt zusätzlich eine wichtige Horizonterweiterung und gegenseitiges Verständnis.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Seit dreissig Jahren fördert die CH-Stiftung binnenstaatliche Sprachaustauschprogramme. Davon ist in der öffentlichen Wahrnehmung wenig spürbar. Wie beurteilt dies der Bundesrat? </p><p>2. Wie sieht die konkrete binnenschweizerische Bilanz/Entwicklung der letzten zehn Jahre aus in Bezug auf Anzahl Austauschschüler, Dauer des Aufenthalts, Kostenentwicklung pro Schüler? Wie ist die Entwicklung kosten- und zahlenmässig in Zusammenarbeit mit Schulen im Ausland ("zwischenstaatlich")?</p><p>3. Wie erklärt er sich, dass trotz hohem Mitteleinsatz (Sprachförderung 2013 5,6 Millionen Franken davon 1,05 Millionen Franken für schulischen Austausch) in den letzten Jahren durchschnittlich nur 1 Prozent bis 1,5 Prozent der Schulpopulation (rund 15 000 Kinder und Jugendliche) von diesen Programmen profitierten?</p><p>4. Wie gedenkt er die Gelder zielorientierter einzusetzen?</p><p>5. Wie schätzt er den Nutzen von Austauschprojekten in der Volksschule ein für Schüler auf der Primarschulstufe? (Die CH-Stiftung betreut Programme bereits ab dem 3. Schuljahr.)</p><p>6. Wie schätzt er den Nutzen individueller Sprachaufenthalte für Schüler ab dem 8. Schuljahr (Oberstufe) ein?</p><p>7. Gedenkt er, individuelle Sprachaufenthalte und Klassenaustauschprojekte, finanziert und organisiert von der CH-Stiftung, auf die Schweiz zu konzentrieren (auch aus Gründen des nationalen Zusammenhaltes)?</p><p>8. Kann er sich bei der Lehrer(weiter)bildung ein Austauschobligatorium für Sprachlehrer in der entsprechenden Landesregion vorstellen, z. B. indem pädagogische Hochschulen praxisnahe Ausbildungsmodule bereitstellen? (Voraussetzung für optimale Sprachvermittlung sind das gute Beherrschen und die Begeisterung der Lehrperson für die entsprechende Fremdsprache.)</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Leistungen der CH-Stiftung im Bereich des nationalen Austauschs richten sich an Kantone, Schulen und Organisationen (Verbände von Lehrpersonen, Eltern usw.), jedoch weniger direkt an Schülerinnen und Schüler. Dies ist einer der Gründe für ihre geringe Sichtbarkeit in der breiten Öffentlichkeit.</p><p>2. Die verfügbaren Daten wurden von der CH-Stiftung aufgrund der Daten der kantonalen Erziehungsdirektionen erhoben. Sie sind allerdings nicht vollständig. So fehlen statistische Angaben zu Dauer und Kosten pro Austausch. Im Schuljahr 2012-2013 haben 14 960 Personen (aller Bildungsstufen) an einem Austausch teilgenommen. In der Periode 2015-2020 soll an einer Verbesserung der Datenlage gearbeitet werden.</p><p>Im Rahmen der Beteiligung der Schweiz am EU-Bildungsprogramm Lebenslanges Lernen 2011-2013 hat die CH-Stiftung pro Jahr etwa 0,3 bis 0,5 Millionen Franken oder rund 60 bis 70 Austausch- und Partnerschaftsprojekte im europäischen Rahmen verpflichtet. Zusätzlich fördert der Bund die CH-Stiftung jährlich mit etwa 0,1 Millionen Franken für die Durchführung eines Sprachassistenzprogramms für angehende Lehrpersonen, welches pro Jahr rund 80 bis 100 schweizerischen und europäischen Assistenz-Lehrpersonen zugutekommt.</p><p>3./4. Der Umsetzung von Austauschprojekten stehen oftmals logistische und organisatorische Hindernisse im Weg. Die Finanzmittel des Bundes sind für die Grunddienstleistungen der CH-Stiftung bestimmt, die zurzeit extern evaluiert werden. Der Bund wird aufgrund der Ergebnisse ihre Wirksamkeit prüfen und eine Bilanz zur Zusammenarbeit mit der Stiftung ziehen. In der Kulturbotschaft 2016-2020 sieht der Bundesrat zusätzliche Mittel zur verstärkten Förderung des schulischen Austauschs im Inland vor (direkte Finanzierung von Austauschprojekten, Austausch von Lehrpersonen, Austausch während der Berufsbildung). In diesem Zusammenhang wird die Aufteilung der finanziellen Beiträge an die Austauschprojekte evaluiert und gegebenenfalls angepasst.</p><p>5./6. Die Austauschprogramme sind für Schülerinnen und Schüler der Primarstufe nützlich. Sie verstärken ihre Motivation und die Freude am Erlernen einer Sprache. Bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe tragen sie zur Entwicklung von sozialen und interkulturellen Kompetenzen bei und fördern ihre Sprachkenntnisse und das gegenseitige Verständnis.</p><p>7. Nationale und internationale Angebote sollen sich ergänzen, eine Konzentration nur auf die Schweiz ist nicht im Sinne des Bundesrates.</p><p>8. Für den Entscheid über ein Austauschobligatorium in der Ausbildung von Lehrpersonen sind die Kantone zuständig, namentlich im Bereich der Studiengänge der pädagogischen Hochschulen. Viele von ihnen sehen in ihren Ausbildungsprogrammen bereits heute einen solchen Austausch vor.</p>  Antwort des Bundesrates.