Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Juni 2014 (720 2013 362 / 154) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Heraufsetzung einer Viertelsrente auf eine ganze Re nte im Rahmen eines Revisionsver- fahrens; Prüfung der Änderung des Status (von 50/50 auf 80/20); Prüfung der Möglichkeit der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeits fähigkeit: aufgrund multipler krank- heitsbedingten sachlichen und zeitlichen Limitierun gen der Leistungsfähigkeit der Be- schwerdeführerin, ihres fortgeschrittenen Alters so wie der vier- bis fünfjährigen Absenz vom Arbeitsmarkt ist davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin nicht mehr zuzumuten ist, sich im Rahmen der Schadenminderungs pflicht auf dem Arbeitsmarkt selbst wieder einzugliedern und ein Erwerbseinkommen zu erzielen Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____, geboren 1957, bezieht seit dem 1. August 20 03 eine Viertelsrente der Invali- denversicherung (IV). Mit Eingabe vom 5. November 2012 e rsuchte sie die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) um Überprüfung der Rente. Nac h Abklärung der gesundheitlichen, er- werblichen und hauswirtschaftlichen Verhältnisse und nach Durchführung des Vorbescheidver- fahrens sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügung vom 21. November 2013 ab dem 1. November 2012 eine Dreiviertelsrente zu, da sie im G esundheitsfall neu einer Erwerbstätig- keit im Pensum von 80 % nachgehen würde. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Eingabe vo m 9. Dezember 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialve rsicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte sinngemäss, es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass sie im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig wäre. Zudem seien die Einschränkungen im Haushalt falsch festgelegt worden und ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Ausserdem stellte sie die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in Frage. C. Mit Verfügung vom 24. Februar 2014 wies der instru ierende Präsident das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung aufgrund eines monat- lichen Einnahmenüberschusses ab. D. Mit Vernehmlassung vom 26. Februar 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. E. Sowohl die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 6. April 2014 als auch die Beschwer- degegnerin mit Eingabe vom 15. April 2014 hielten im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels an ihren Anträgen fest. Auf die Ausführungen der Parteien in den Schriften und Akten wird – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 9. Dezember 2013 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführe rin ab November 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensv ergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.5 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ei nem Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigke it nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel- chem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenb ereich zu betätigen (Betätigungs- vergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.6 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch in einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätig- keit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fa lle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Eh egatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der In validitätsgrad entsprechend der Behin- derung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Method e der Invaliditätsbemessung; Art. 28a IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, d ass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbst ätig wären, so ist die Invalidi- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht tätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerb stätige zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 3.7.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Rent en für die Zukunft zu erhöhen, her- abzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgra d in einer für den Anspruch erhebli- chen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wese ntliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsg rad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Rechtsprechung anerkennt als Revisionsgrun d namentlich die erhebliche Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes; eine Rente kann ferner auch revidiert werden, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitsschadens erheblich verändert haben (BGE 109 V 116 E. 3b mit Hinweisen, vgl. zum Ganzen: UELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, S. 228 ff.). 3.7.2 Ob eine anspruchserhebliche Tatsachenänderung e ingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der urs prünglichen Rentenverfügung bestan- den hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisio nsverfügung (BGE 125 V 369 E. 2 mit Hinweis). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung ei ner anspruchserheblichen Änderung bildet nach der Rechtsprechung die letzte (der versicherten Per son eröffnete) rechtskräftige Verfü- gung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rente nanspruchs mit rechtskonformer Sach- verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eine s Einkommensvergleichs (bei An- haltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen A uswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4, S. 114). 4.1 Bei der erstmaligen Rentenzusprechung im August 20 04 wurde der Rentenanspruch der Beschwerdeführer von der IV-Stelle des Kantons X.____ anhand der gemischten Methode mit den Anteilen Erwerb 50 % und Haushalt 50 % berechnet . Anlässlich einer Revision im Jahr 2010 wurde an dieser Aufteilung zwischen Erwerb und Hau shalt nichts geändert. Auch in der vorliegend angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdege gnerin die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall als teilerwerbstätig eingestuft und den Invaliditätsgrad anhand der gemischten Methode bemessen. Bei der Festlegung der Anteile der Erwerbs- und der Haushaltstätigkeit ist sie davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ohne g esundheitliche Beeinträchtigung einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 80 % nachgegangen wäre und den Haushalt im Umfang der restlichen 20 % besorgt hätte. In der Vernehmlassung führt sie dazu aus, dass die Status- frage anlässlich der Haushaltsabklärung einlässlich besproch en worden sei. Die Beschwerde- führerin habe dabei angegeben, dass sie spätestens nach dem Schulende des jüngsten Kindes (im Jahr 2001) eine Verkaufstätigkeit im Rahmen von 60- 80% angenommen und dieses Pen- sum je nach Situation erhöht hätte. Dies sei schriftlich festgehalten worden und die Beschwer- deführerin habe den Fragebogen zur Ermittlung der Er werbstätigkeit ohne Korrektur unter- schrieben und so ihre Aussagen bestätigt. Die Pensumserhöh ung erscheine nachvollziehbar, da die Beschwerdeführerin seit Juni 2012 von ihrem Eh emann getrennt lebe. Von einer 100 %- igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall könne aufgrund der Aussagen der ersten Stunde nicht ausgegangen werden. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Beschwerdegegn erin den IV-Grad zu Unrecht nach der gemischten Methode berechnet habe. Richtigerweise müsse dieser gestützt auf einen allgemeinen Einkommensvergleich bestimmt werden; sie wür de 100 % arbeiten, wenn der Rü- cken dies zulassen würde. In der Replik führt die Beschwerd eführerin ergänzend aus, dass sie im Zeitpunkt der Haushaltsabklärung frisch von ihrem Eh emann getrennt gelebt habe und ihr die vielen neuen administrativen Aufgaben über den K opf gewachsen seien. Sie habe daher den Bericht unterschrieben, obwohl sie ihn gar nicht rich tig verstanden habe. Ebenso habe sie darauf vertraut, dass die Beschwerdegegnerin die Angele genheit schon richtig beurteilen wer- de. Sie habe immer gerne gearbeitet und würde auch heute noch gerne arbeiten. 4.3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt –, ergibt sich nach konstanter Rechtsprechun g des Bundesgerichts aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen die persönlichen, familiären, sozia- len und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfälli ge Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön- lichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person zu berücksichtigen. Die Statusfra- ge beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfü- gung (hier: 21. November 2013) entwickelt haben, wob ei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten Teilerwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforde rlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des Eidgen össischen Versicherungsgerichts [EVG, heute Schweizerisches Bundesgericht, Sozialrechtliche Abte ilungen] vom 13. November 2002, I 58/02, E. 1.2). Die blosse Möglichkeit eines bestimm ten Sachverhalts genügt den Beweisan- forderungen nicht. Das Gericht hat jener Sachverhaltsd arstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste wür digt (BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hinweisen; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 451 f.). 4.3.2 In der Regel ist zur Beurteilung der Statusfra ge auf die Angaben, die anlässlich des Ab- klärungsgesprächs von den versicherten Personen gemacht werd en, abzustellen. Vorliegend stellt sich aber die Frage, ob gewichtige Gründe gegeb en sind, die für ein Abweichen von den Angaben der Beschwerdeführerin und damit für eine höhere Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall sprechen. Den Akten kann entnommen werden, dass die Beschw erdeführerin anlässlich des Abklärungsgesprächs vom 14. Juni 2013 angab, sie würde bei guter Gesundheit in einem Teil- zeitpensum von 80 % arbeiten (IV-Akte 17). Diese Angab en bestätigte sie nach einer Bedenk- zeit am 2. Juli 2013 unterschriftlich. Indizien, die für einen Irrtum der Beschwerdeführerin betref- fend das hypothetische Arbeitspensum im Gesundheitsfal l sprechen würden, liegen nicht vor. Die Beschwerdeführerin spricht Schweizerdeutsch, wesha lb sprachliche Missverständnisse während der Abklärung ausgeschlossen werden können. Zud em ist die Tatsache zu berück- sichtigen, dass es für die Beschwerdeführerin nicht die e rste Haushaltsabklärung war. Hinzu kommt, dass bei einem hypothetischen Arbeitspensum von 80 % und dem nachehelichen Un- terhalt von Fr. 2‘000.-- die finanziellen Verhältnisse für einen Einpersonenhaushalt ausreichend Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht wären. Ein 100 % Pensum wäre daher nicht unbedingt e rforderlich. Somit sind keine Umstände gegeben, die – entgegen der Aussage der Beschwerdeführ erin anlässlich der Haushaltsabklä- rung – für einen Statuswechsel und damit für eine Ein stufung als voll Erwerbstätige sprechen würden. 4.3.3 Anlässlich der erstmaligen Rentenzusprechung im Au gust 2004 wurde von einer Auftei- lung Erwerb 50 % und Haushalt 50 % ausgegangen. Dies e Aufteilung wurde bei der Renten- überprüfung im Jahr 2010 bestätigt. Im hier zu beurtei lenden Revisionsbegehren ist von einer Aufteilung 80 % Erwerb und 20 % Haushalt auszugehen. Diese veränderte Aufteilung ist geeig- net, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspru ch zu beeinflussen, weshalb die Be- schwerdegegnerin zu Recht die Voraussetzungen für eine Rentenrevision bejaht hat. 5.1 Weiter ist zu klären, in welchem Ausmass die Beschwerde führerin aufgrund ihrer ge- sundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 5.2 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arb eitsunfähigkeit die durch eine Beein- trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit b edingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutba re Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem and eren Beruf oder Aufgabenbereich be- rücksichtigt (Satz 2). Die ärztlichen Stellungnahmen bilde n in diesem Zusammenhang eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbark eit, also der Frage, welche anderen Er- werbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbei t von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden könne n (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Str eitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verf ügung zu stellen sind. Im Weiteren ist es Aufgabe der Ärztin bzw. des Arztes, dazu Stellung zu ne hmen, in welchem Umfang und be- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbe itsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). 5.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, au ch die geklagten Beschwerden be- rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeb en worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung de r medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des E xperten begründet sind. Ausschlagge- bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.1.1 Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit liegen d ie folgenden wesentlichen ärztlichen Berich- te vor: 6.1.2 Dr. med. B.____, orthopädische Chirurgie FMH, hält in seinem Arztbericht zuhanden der IV-Stelle des Kantons X.____ vom 6. Dezember 2004 (IV-A kten 2.3, S. 3/46) fest, dass bei sei- ner Patientin eine schwere Skoliose mit Instabilitätssynd rom und entsprechend erheblicher Be- schwerdesymptomatik bestehe. Die Belastbarkeit der Wirbelsäule sei stark eingeschränkt, wes- halb die Patientin keine Lasten über 5 kg heben und tragen, nur beschränkt Arbeiten in gebück- ter Stellung ausführen und nicht längere Zeit in gle icher Stellung sitzen und stehen könne. Die Arbeit als Verkäuferin sei nicht mehr möglich. Es sei nicht anzunehmen, dass in einem anderen Bereich eine höhere Arbeitsfähigkeit bestehe. Die Ar beit als Zeitungsverkäuferin, im Mahlzei- tenservice für die Spitex und auch die Arbeit als Putz frau habe die Patientin aufgeben müssen. Medizinisch theoretisch möglich sei höchstens eine Beschäfti gung, bei der die Patientin ihre Arbeit frei einteilen könne, mit der Möglichkeit, si e immer wieder zu unterbrechen, um Ruhe- pausen einzuschalten. Arbeiten in gebückter bzw. vorgenei gter Stellung, tragen und heben von Gewichten über 5 kg wären ausgeschlossen. Entsprechend möglich sei nur noch ein Arbeits- pensum von max. 2 Stunden pro Tag oder 10 Stunden pr o Woche bei um 50 % reduzierter Leistungsfähigkeit. 6.1.3 Mit Stellungnahme vom 9. August 2010 zuhanden der IV-Stelle des Kantons X.____ hält Dr. B.____ an seiner Beurteilung aus dem Jahr 2004 fes t (IV-Akten 2.3, S. 22/46). Zudem teilt er mit, dass anlässlich der Untersuchung radiologisch eine Zunahme der Skoliose festgestellt worden sei. Erfahrungsgemäss würden dadurch das Instab ilitätssyndrom bzw. die Beschwer- den zunehmen und daher sei nicht mit einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit gegenüber dem Jahr 2004 zu rechnen. 6.1.4 Mit Arztbericht vom 29. Januar 2013 diagnostiziert Dr. med. C.____, Arzt für Allgemein- medizin FMH, mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Idiopathische Doppel-S-Skoliose mit chronischen Lumbalschmerzen. Eine Einschätzung der Ei nschränkungen in der Arbeitsfä- higkeit gibt Dr. C.____ nicht ab, sondern verweist die sbezüglich auf die Prüfung eines Facharz- tes. 6.1.5 Dr. med. D.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, Regionaler ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), hält mit Stellungnahme vom 18. März 2013 fest, dass von einem unveränderten Gesundheitszustand seit August 2010 ausgegangen werden könne (IV-Akten 12). Die Anga- ben, die die Versicherte gegenüber Dr. C.____ gemacht habe, würden mit der damaligen Ein- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht schätzung von Dr. B.____ übereinstimmen. Somit bestehe aus seiner Sicht nach wie vor eine Arbeitsfähigkeit von 12 % für behinderungsangepasste T ätigkeiten. Eine Erhöhung des IV- Grades resultiere allenfalls durch eine Änderung der Aufteilung Erwerb/Haushalt. 6.2 Die Beschwerdegegnerin ist in der angefochtenen Ve rfügung gestützt auf die Einschät- zung von Dr. D.____ davon ausgegangen, dass die Restarbeitsfähigkeit 12 % betrage (max. 10 Stunden pro Woche mit einer um 50 % reduzierten Leistungsfähigkeit). Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass sich ihr Gesundheitszust and in den letzten 13 Jahren ver- schlechtert habe. Dazu hat sie Röntgenbilder ihrer Wirbelsäule vom 21. Juni 2013 eingereicht. 6.3 Dr. D.____ verweist in seiner Stellungnahme auf di e Schilderungen von Dr. C.____ in seinem Bericht vom 29. Januar 2013. Ihrem Hausarzt gege nüber habe die Versicherte angege- ben, dass sie morgens nach 20 Minuten turnen ca. eine St unde gehen könne. Danach würden vermehrt Schmerzen lumbal auftreten. Auch im Sitzen seie n Schmerzen vorhanden. Diese könnten nur durch Abstützen der Ellenbogen etwas gemild ert werden. Gegen Abend würden zunehmende Schmerzen auftreten, worauf sie sich hinlegen müsse. Danach könne sie sich nur sehr steif erheben. Gestützt auf den Bericht von Dr. C.____ kommt Dr. D.___ _ nachvollziehbar zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin nur eine Stunde mobil sei, wesha lb sich der Gesundheitszustand ge- genüber der erstmaligen Rentenzusprechung nicht verschlechtert habe. Die Beschwerdegegne- rin hat bei der Beurteilung des vorliegenden Rentengesuchs daher zu Recht auf die Beurteilung von Dr. D.____ abgestellt. Eine Verschlechterung ist ni cht ausgewiesen. Auf weitere medizini- sche Abklärungen kann daher verzichtet werden. Gestützt a uf die Beurteilung von Dr. D.____ ist von einer Restarbeitsfähigkeit von 12 % auszugehen. 7.1 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, dass sie bei e iner Arbeitsfähigkeit von 12 % keine Arbeitsstelle mehr finde. Zu klären bleibt daher, ob die Beschwerdeführerin die Restarbeitsfä- higkeit überhaupt noch wirtschaftlich zu verwerten vermag. 7.2.1 Im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei der Best immung des trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbaren Einkommen s darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann dort nicht von einer Arbeitsge- legenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form mög- lich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch ni cht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbei tgebers möglich und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum vorneherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 2 .1; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) hält von sei ner Struktur her einen Fächer verschie- denartiger Stellen offen, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intel- lektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körpe rlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der der versicherten Person auf einem au sgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten der Verwertung ihrer Restarbeit sfähigkeit dürfen von ihr Vorkehren Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamte n objektiven und subjektiven Gege- benheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (BGE 11 3 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Es geht bei dieser Beurteilung somit um die Einschätzung der Chancen der versicherten Person, trotz der im Einzelfall einzuhaltenden Restriktionen bezüglich Arbeitsplatz, Arbeitshaltung, Arbeitszeit und Art der Tätigkeit von einem durchschnittlichen Ar beitgeber noch angestellt zu werden, das heisst um die für die versicherte Person realistischerweis e noch vorhandenen oder nicht mehr vorhandenen Arbeitsmarktchancen (Urteil des Bundesgericht s vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 3.2). Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen An spruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (Urteil der EVG vom 21. August 2006, I 831/05, E. 4.1.1 mit Hinweisen). 7.2.2 Die höchstrichterliche Rechtsprechung hat das for tgeschrittene Alter, obgleich an sich ein "invaliditätsfremder" Gesichtspunkt (Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/2000, E. 1.4), als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit den weiteren persönlichen und beruflichen Ge- gebenheiten Rahmenbedingungen für die Beurteilung b ildet, ob die grundsätzlich denkbaren Erwerbsmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise noch nachge- fragt werden und ihre Verwertung auch gestützt auf di e Selbsteingliederungspflicht unter allen massgebenden Aspekten noch zumutbar ist (BGE 138 V 457 , Urteile des EVG vom 21. August 2006, I 831/2005, E. 4, vom 5. August 2005, I 376/05 , E. 4, vom 27. Mai 2005, I 819/2004, E. 2.2, vom 4. April 2002, I 401/2001, E. 4b). Der E influss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich indessen nicht nach einer allgemeinen Regel bemesse n. Die Bedeutung des fortgeschrit- tenen Alters für die Besetzung entsprechender Stellen ergibt sich vielmehr aus den Umständen des Einzelfalls, die mit Blick auf die Anforderungen de r Verweisungstätigkeiten massgebend sind. Zu denken ist zunächst an die Art und Beschaffenh eit des Gesundheitsschadens und sei- ner Folgen. Angesichts der beschränkten Dauer verbleibend er beruflicher Aktivität ist sodann namentlich auch der absehbare Umstellungs- und Einarbeit ungsaufwand, dessen Ausmass wiederum anhand von Kriterien wie der Persönlichkeitsst ruktur, vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung und beruflichem Werdegang so wie der Anwendbarkeit von Berufser- fahrung aus dem angestammten Bereich abzuschätzen ist, zu bedenken (Urteil des Bundesge- richts vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.2.2 mit Hi nweisen auf weitere Entscheide; Urteile des EVG vom 5. August 2005, I 376/2005, E. 4.1 und vom 23. Oktober 2003, I 392/2002, E. 2.3). 7.2.3 Zur Frage, ob ältere Menschen ihre Restarbeitsf ähigkeit wirtschaftlich noch verwerten können, hat das Bundesgericht eine reiche Rechtsprechun g entwickelt, die relativ hohe Hürden setzt. Von einem vorgerückten Alter ist – unter Berücksicht igung allfälliger Besonderheiten des Einzelfalles – in der Regel ab rund 60 Jahren auszugehe n (vgl. den Überblick im Urteil des Bundesgerichts vom 10. September 2013, 8C_345/2013, E. 4; U LRICH MEYER , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, in: Rechtsprechung des B undesgerichts zum Sozialversiche- rungsrecht, Hrsg. Murer/Stauffer, 2. Aufl., Zürich 2010, S. 273). 7.3 Das der Beschwerdeführerin im erwerblichen Bereich theoretisch noch zumutbare Pensum beträgt lediglich 12 %, das heisst eine Stunde p ro Tag. Hinzu kommen diverse ge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sundheitliche Einschränkungen, auf die ein Arbeitgeber ebenfalls Rücksicht nehmen müsste. Die Beschwerdeführerin darf aufgrund der beschränkten Belastbarkeit der Wirbelsäule keine Lasten über 5 kg heben und tragen, darf nur beschränk t Arbeiten in gebückter Stellung ausfüh- ren und darf nicht längere Zeit in gleicher Stellung sitzen und stehen. Gemäss Dr. B.____ ist ausserdem eine Beschäftigung erforderlich, bei der die Beschwerdeführerin ihre Arbeit frei ein- teilen kann mit der Möglichkeit, sie immer wieder zu unterbrechen, um Ruhepausen einzuschal- ten. Aufgrund dieser multiplen krankheitsbedingten sac hlichen und zeitlichen Limitierungen der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin kann somit nich t damit gerechnet werden, dass ein durchschnittlicher Arbeitgeber sowohl auf alle bereits v orhandenen Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit Rücksicht nimmt als auch zusätzlich das R isiko einer weiteren Verschlimme- rung der Krankheit (vgl. Prognose von Dr. C.____ im Be richt vom 29. Januar 2013) in Kauf nehmen würde. Das muss umso mehr gelten in Anbetracht d es fortgeschrittenen Alters der im Zeitpunkt der Prüfung des Gesundheitszustands im Jahr 20 13 rund 56-jährigen Beschwerde- führerin. Hinzu kommt, dass ein beruflicher Wiedereinst ieg im Nachgang zu einer rund vier- bis fünfjährigen Phase der Erwerbsunfähigkeit zusätzlich erschwert wird. Es ist deshalb davon aus- zugehen, dass es der Beschwerdeführerin ab Einreichung des Rentengesuchs nicht mehr zu- mutbar war, sich im Rahmen der Schadenminderungspflicht auf dem Arbeitsmarkt selbst wieder einzugliedern und ein Erwerbseinkommen zu erzielen. D aher ist im erwerblichen Bereich von einer Invalidität von 80 % (ungewichtet 100 %) auszugehen. 7.4 In Anbetracht des Umstands, dass der IV-Grad auch ohne die Einschränkungen im Haushaltsbereich bereits 80 % beträgt, erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob das Ergebnis der Haushaltsabklärung vom 14. Juni 2013 in Bezug auf die Höhe der festgestell- ten Einschränkungen korrekt ist. Die Beschwerdeführerin ha t somit ab 1. November 2012 An- spruch auf eine ganze IV-Rente. Die Beschwerde erweist sich als begründet, weshalb sie gut- zuheissen und die angefochtene Verfügung vom 21. November 2013 aufzuheben ist. 8. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilli gung oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht koste npflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezem- ber 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemesse- nem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unt erliegende Partei, weshalb sie grund- sätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanz en – vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten au ferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unter liegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Es werden deshalb keine Verfahrenskosten e rhoben und der von der Be- schwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss ist zurückzuerstatte n. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung vom 21. November 2013 aufgehoben, und es wird festgestellt , dass die Beschwerdeführerin ab dem 1. November 2012 Anspruch au f eine ganze Invalidenrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht