Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Januar 2016 (720 15 140) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf eine Rente wurde von der IV-Stelle zu Recht abgelehnt; die vorliegenden medizinischen Gutachten geben genügend Aufschluss über die massgebenden Indikato- ren (BGE 141 V 281 ff.). Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 A.____ arbeitete zuletzt bis Ende November 2004 als Fabrikarbeiter bei der B.____ AG. Am 29. Oktober 2004 meldete er sich unter Hinwe is auf Rücken- und Knieprobleme zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle Basel-Landschaft ( IV-Stelle) an. Diese klärte die gesundheitli- chen und die erwerblichen Verhältnisse ab. Mit Verf ügung vom 2. Februar 2007 lehnte sie ge- stützt auf einen Invaliditätsgrad von 21% einen Rentenanspruch des Versicherten ab. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.2 Am 4. März 2008 meldete sich A.____ erneut zum Leist ungsbezug an, wobei er nun- mehr geltend machte, er leide an Rücken- und Gelenkkran kheiten, Depressionen und einer Nierenkrankheit. Wiederum wurde der rechtserhebliche Sach verhalt abgeklärt. Im Anschluss daran lehnte die IV-Stelle - nach durchgeführtem Vor bescheidverfahren - den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 20. Mai 2010 bei einem rentenaus- schliessenden Invaliditätsgrad von 23% ab. A.3 A.____ reichte am 15. Mai 2013 ein weiteres Lei stungsgesuch bei der IV-Stelle ein. Unter Hinweis auf Rücken- und Kniebeschwerden, eine Depression und einen Diabetes mellitus ersuchte er um Ausrichtung einer Rente. Die IV-Stelle u ntersuchte den gesundheitlichen und den beruflichen Sachverhalt und verfügte am 4. März 2 015 - nach durchgeführtem Vorbe- scheidverfahren - die Ablehnung des Anspruchs bei einem Invaliditätsgrad von 20%. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch R echtsanwalt Daniel Altermatt, am 19. April 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht). Er beantragte, es sei die angefochtene Verfü gung vom 4. März 2015 aufzuheben und es sei eine gerichtliche multidisziplinäre medizinische Beg utachtung durchzuführen. Zudem sei ihm auf den frühestmöglichen Zeitpunkt eine ganze Rent e der Invalidenversicherung zuzuspre- chen; unter o/e-Kosten- und Entschädigungsfolge. In verfahrensmässiger Hinsicht beantragte er die Durchführung einer Parteiverhandlung. Zudem sei i hm für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Zur Begründ ung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Beschwerdegegnerin stütze sich in ihrem Entscheid nu r auf die Beurteilung von Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom 17. Dezember 2013 und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. Dezemb er 2013. Die Ergebnisse der beruflichen Abklärung im Abschlussbericht des E.____ vom 1 3. Juni 2012 habe sie nicht be- rücksichtigt. Weiter wurde geltend gemacht, dass nicht sämt liche körperlichen Beschwerden untersucht worden seien. Schliesslich könne auf die Erg ebnisse der psychiatrischen Abklärung nicht abgestellt werden, weil kein Dolmetscher beigezog en worden sei und die Untersuchung lediglich 60 Minuten gedauert habe. C. Die IV-Stelle liess sich am 19. Mai 2015 zur Beschwe rde vernehmen und beantragte deren Abweisung. D. Mit Verfügung vom 3. Juni 2015 bewilligte das Kant onsgericht dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozess führung und die unentgeltliche Verbei- ständung mit Rechtsanwalt Altermatt als Rechtsvertreter. E. Nachdem das Bundesgericht seine Rechtsprechung zur inva lidenversicherungs- rechtli- chen Relevanz unklarer Beschwerdebilder (BGE 130 V 352 u nd seitherige Rechtsprechung), namentlich zu den Voraussetzungen, unter welchen anhalt ende somatoforme Schmerzstörun- gen und vergleichbare psychosomatische Leiden eine rent enbegründende Invalidität zu bewir- ken vermögen, mit dem in BGE 141 V 281 publizierten Ur teil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 grundlegend überdacht und teilweise geändert hat, w urde den Parteien am 8. Juli 2015 Gele- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht genheit geboten, sich hierzu vernehmen zu lassen. Die IV -Stelle führte in ihrer Stellungnahme vom 13. August 2015 aus, dass gestützt auf die Ausführunge n des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 12. August 2015 auch unter Berücksichti gung der neuen Rechtsprechung von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit gemäss dem bidiszipli nären Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 17. und 19. Dezember 2013 auszugehen sei. Demgegenüber hielt der Be- schwerdeführer am 7. Oktober 2015 in Wesentlichen fest , dass gestützt auf das Gutachten von Dr. D.____ vom 19. Dezember 2013 die im Urteil des B undesgerichts genannten Indikatoren nicht beurteilt werden können. F. Anlässlich der Parteiverhandlung, an welcher der Besc hwerdeführer und Rechtsanwalt Altermatt sowie eine Vertreterin der IV-Stelle teil nahmen, wiederholten die Parteien im Wesent- lichen ihre bereits schriftlich geäusserten Argumente. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Vorliegend ist strittig und zu prüfen, ob die IV-S telle den Anspruch des Beschwerdefüh- rers auf eine Rente zu Recht verneinte. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4.3 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invalidi tätsgrades verweigert und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invali- denversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961), so ist im Besch werdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch r elevante Änderung des Invaliditätsgra- des eingetreten ist. Nach der Rechtsprechung sind die b ei einem Revisionsfall geltenden Re- geln bei einer Neuanmeldung dabei analog anzuwenden (vgl. die in BGE 130 V 343 nicht publi- zierte E. 4 des Urteils des EVG vom 30. April 2004, I 626/03, mit Hinweisen). Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabge setzt oder aufgehoben (Art. 17 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wese ntliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung e iner anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Ver fügung oder der letzte rechtskräftige Ein- spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 122 V 108, 130 V 71 E. 3.2.3). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 323 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI- Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesg erichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, wel che aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weitere n Hinweisen). Diese im Bereich der Un- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht fallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das I V-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 5.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweis- würdigung dürfen allerdings auch die potentiellen St ärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Medi- ziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornher ein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite l ässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Ar ztes einerseits und Begutachtungsauf- trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten a nderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärung en zu nehmen, wenn die behan- delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpreta- tion entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un- gewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV Nr. 15 S 43 E. 2.2.1 mit Hinweisen). 6.1 Die IV-Stelle trat ohne weiteres auf die Neuanm eldung des Beschwerdeführers vom 15. Mai 2013 ein, nahm in der Folge Abklärungen vor u nd verneinte seinen Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 4. März 2015. Gemäss de n vorstehenden rechtlichen Erwä- gungen ist bei der Beurteilung des Rentenanspruchs anal og zur Rentenrevision zu prüfen, ob seit Erlass der Verfügung vom 20. Mai 2010 eine wesent liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, einen Rentenanspruch zu begründen. Dabei sind im Wesentlichen nachfolgende Berichte zu beachten: 6.2 Im Zusammenhang mit dem Erlass der Verfügung vom 2 0. Mai 2010 stützte sich die IV-Stelle im Wesentlichen auf die Ausführungen im polydisziplinären Gutachten der F.____ vom 25. Mai 2009. Die untersuchende Ärzteschaft aus den Fachgebieten Innere Medizin, Psychiatrie und Orthopädie diagnostizierte mit Auswirkung auf die A rbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode, ein chronisches pantvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle und eine beginnende Varusgonarthrose links. Ohne Einfluss auf di e Arbeitsfähigkeit bestünden eine Schmerzverarbeitungsstörung, ein Diabetes mellitus Typ II , eine Adipositas, eine Hepathopa- thie, ein Status nach Nierenteilresektion links am 25. Februar 2008 bei Nierenzell-Ca (momen- tan Rezidiv frei) und nach Crossektomie und Stripping d er Vena saphena magna am 21. Sep- tember 2009. In der Zumutbarkeitsbeurteilung wurde f estgestellt, dass der Beschwerdeführer keine schweren Arbeiten mehr ausführen könne. Hingegen seien ihm aus polydisziplinärer Sicht leichte bis mittelschwere Tätigkeit, die er wechselbelastend ausüben könne, zu 80% zumutbar. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3.1 Im Rahmen der Neuanmeldung im Mai 2013 holte die IV-Stelle ein bidisziplinäres Gut- achten bei den Dres. C.____ und D.____ ein. Dr. C.___ _ nannte in seinem Teilgutachten vom 17. Dezember 2013 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein Ganzkörper- schmerzsyndrom mit linksseitiger Betonung ohne organische Ur sache mit in diesem Rahmen einem chronischen panvertebralen Schmerzsyndrom ohne ra dikuläre Ausfälle und (2) eine be- ginnende Gonarthrose links. Zusammenfassend hielt Dr. C .____ fest, dass beim Beschwerde- führer ein Ganzkörperschmerzsydnrom ohne organische Ursache mit linksseitiger Betonung mit Einschluss des Kopfs, des Rumpfs, des linken Arms und des lin ken Beins bestehe. Dieses sei als funktionell zu betrachten, da hier die verschiedenen Regionen von verschiedenen Nerven sensibel innerviert würden. Diese Sensibilitätsstörung ent spreche aber nicht einem Nervenaus- fall, sondern sei auf dem Hintergrund einer einfach strukturierten Persönlichkeit, welche ein sol- ches Schmerzbild habe, zu sehen. Es würden denn auch Atrophien im Bereich des linken Knie- gelenks und des Musculus vastus medialis, welcher in der Rege l als erster Muskel atrophiere bei einer relevanten Knieschonung, fehlen. Auch seien die gemessenen Ober- und Unterschen- kel- sowie die Ober- und Unterarmdurchmesser seitenglei ch. Die arthrotischen Veränderungen des Kniegelenks seien sehr diskret. Die Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in einer Fabrik betrage 100%. Das Profil einer Verweist ätigkeit umfasse eine körperlich leichte bis mittelschwere Arbeit, bei welcher der Versicherte nicht über 15 kg heben, stossen oder ziehen müsse, nicht dauernd in Zwangsstellungen, wie nur sitzend , nur stehend oder nur repetitiv bü- ckend oder vornüber gebeugt arbeiten müsse. Die Befunde am Knie seien diskret, weshalb kei- ne weitere Einschränkung bestehe. Er sei aber auch in B ezug auf die Knie in einer schweren Arbeit zu 100% arbeitsunfähig. Für eine derartige Ver weistätigkeit, welche die oben genannten Restriktionen berücksichtige, bestehe eine Arbeitsfähigke it von 100%. Dr. D.____ nannte in seinem Gutachten vom 19. Dezember 2013 eine rezidivieren de depressive Störung, gegenwär- tig leichte Episode (ICD-10 F33.0). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine chroni- sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Er hielt wei- ter fest, dass der Beschwerdeführer Schmerzen im ganzen K örper angegeben habe. Zudem habe er auch über den schlechten Gesundheitszustand sein er Frau geklagt. Die Stimmung sei herabgesetzt und bedrückt gewesen. Aus psychiatrischer Sicht se i die Arbeitsfähigkeit zu 20% eingeschränkt. In der Konsensbeurteilung kamen die Dr es. C.____ und D.____ zum Schluss, dass die psychiatrische Beurteilung für die Fächer Rheuma tologie und Psychiatrie gelten wür- de. 6.3.2 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens na hm RAD-Ärztin Dr. med. G.____, Fachärztin Neurologie und Psychiatrie, am 12. August 2015 zur Frage Stellung, ob das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ a uch den Vorgaben in BGE 141 V 281 entspreche. Dabei prüfte Dr. G.____ die Indikatoren anhand des Gutachtens von Dr. D.____ und kam zusammenfassend zum Schluss, dass im Lichte der neu en Rechtsprechung nach Analyse der Standardindikatoren aus medizinischer Sicht abschliessend davon ausgegangen werden könne, dass die Ressourcen nicht ausreichen würden, um aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit zu begründen. Die Einschr änkung der Arbeitsfähigkeit sei aber auf der Basis des bidisziplinären Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ nachvollziehbar be- gründet worden. Es sei auch weiterhin von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3.3 In den Akten findet sich auch der Abschlussbericht über die beruflichen Massnahmen des E.____ vom 13. Juni 2012. Demnach habe der Beschw erdeführer vom 1. Dezember 2011 bis 31. Mai 2012 ein Arbeitstraining im Restaurant I._ ___ absolviert. Dabei habe er bei der Es- senszubereitung geholfen und die allgemeinen Reinigun gsarbeiten (Abwasch etc.) erledigt. Es habe sich um eine wechselbelastende, aber vorwiegend ( 80%) stehende Tätigkeit gehandelt. Der Beschwerdeführer habe am Schluss des Trainings in eine m 50%igen Pensum gearbeitet. Aufgrund der reduzierten Belastbarkeit habe das Pensu m nicht gesteigert werden können. Er sei motiviert gewesen, habe sich leistungsbereit gezeigt und sauber sowie gewissenhaft gear- beitet. Auch nach Abschluss des Arbeitstrainings sei der B eschwerdeführer weiterhin an zwei Tagen pro Woche freiwillig im Restaurant I.____ tätig gewesen. 7.1 Die IV-Stelle gelangte in der angefochtenen Verf ügung vom 4. März 2015 in Anwen- dung der bisherigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung z u den Schmerzstörungen (BGE 130 V 352 ff.) gestützt die Ausführungen der Dr es. C.____ und D.____ vom 17. und 19. Dezember 2013 zur Auffassung, dass dem Beschwerdefüh rer aus gesamtmedizinischer Sicht die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit zu 80% zumutbar sei. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfa hrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und b ei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indi- zien liegen hier keine vor. Die Berichte der Dres. C.__ __ und D.____ beruhen auf eingehenden Untersuchungen des Beschwerdeführers und berücksichtigen die übrigen bei den Akten liegen- den medizinischen Unterlagen. Zudem wird einlässlich sowohl auf die psychischen wie auch auf die somatischen Beschwerden eingegangen und es wird insgesamt ein hinreichendes Bild über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vermittelt. Auch die fachärztlichen Einschät- zungen der Arbeitsfähigkeit sind ausreichend begründet und nachvollziehbar. Es wird deutlich, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der gestellten Diagn osen eine körperlich adaptierte Ar- beit zu 80% zumutbar ist. Insgesamt erweisen sich die Aus führungen der Dres. C.____ und D.____ sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusamm enhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen als einleuchtend. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass sich die IV-Stelle in Bezug auf die Beurteilung de s Gesundheitszustandes des Beschwer- deführers und dessen Arbeitsfähigkeit darauf stützte. 7.2 Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdeführe rs nichts. 7.2.1 Er macht sinngemäss geltend, dass das Resultat der gu tachterlichen Abklärung der Dres. C.____ und D.____ den Ergebnissen im Abschlussberich t des E.____ vom 13. Juni 2012 widerspreche. Diesem sei zu entnehmen, dass der Beschwerde führer während seiner berufli- chen Abklärung im Restaurant I.____ vom 1. Dezember 2011 bis 31. Mai 2012 nicht in der Lage gewesen sei, einer angepassten Tätigkeit im Rahmen von m ehr als 50% nachzugehen. Damit bestehe eine widersprüchliche Einschätzung der Arbeitsfäh igkeit, welche die IV-Stelle nicht be- achtet habe. Dem Beschwerdeführer ist zwar insofern beizu pflichten, als er sinngemäss aus- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht führt, dass einer konkret leistungsorientierten beruflich en Abklärung nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abzuspre chen ist. Allerdings obliegt die abschlies- sende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden er gebenden funktionellen Leis- tungsfähigkeit (z.B. nur sitzende oder stehende Arbeite n, nur beschränktes Heben/Tragen von Lasten etc.) in der Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin, nicht den Fachleuten der Berufsbera- tung/beruflichen Eingliederung (vgl. Urteil des Bunde sgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2). Die IV-Stelle wendet diesbezüglich auch zu R echt ein, dass der Bericht des E.____ vom 13. Juni 2012 nur die subjektiven Angaben des Beschwer deführers erwähne und keine objektive Feststellung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit vornehme. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer über Schmerzen i n den Knien, Beinen, im Rücken und auch über Kopfschmerzen klagte. Diese Beschwerden bewirkten aber keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Diese wurde durch die reduziert e Belastbarkeit verursacht, die man dem Beschwerdeführer gemäss Angaben des Betriebsleiters des E. ____ nach 3 bis 4 Arbeitsstun- den angesehen habe. Daraus kann aber keine verwertbare Aussage zur effektiven Leistungsfä- higkeit des Beschwerdeführers entnommen werden. Die Ein schätzung im Abklärungsbericht ist daher nicht geeignet, die Beweiskraft des Gutachtens der Dres. C.____ und D.____ in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit und die von der Vorinstanz da raus gezogenen Schlüsse betreffend de- ren Verwertbarkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1) ernsthaft in Frage zu stellen. 7.2.2 Weiter wendet der Beschwerdeführer ein, er lei de auch an neurologischen Beschwer- den und bei ihm bestehe ein Zustand nach Teilresektion der linken Niere. Die somatische Beur- teilung von Dr. C.____ beschränke sich jedoch auf eine r heumatologische Untersuchung und sei deshalb nicht umfassend. Mit der Beschwerdegegnerin i st hierzu festzustellen, dass aus medizinischer Sicht kein Anlass bestand, den Beschwerdeführer auch neurologisch abklären zu lassen. Die von ihm geklagten Beschwerden haben ihre Ursac he in einer generalisierten Schmerzverarbeitungsstörung, welche aber keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat. In den Akten findet sich der neurologische Bericht von Dr. med. J.____, FMH Neurologie, vom 22. März 2013, in welchem ein Lumbovertebralsyndrom, eine I lioinguinalis-Neuralgie links und chronische Kopfschmerzen diagnostiziert wurden. Diese Be schwerden wurden durch Dr. C.____ bei seiner rheumatologischen Begutachtung berücksichtigt. In Bezug auf die Ilioin- guinalis-Neuralgie hielt er fest, dass der Beschwerdeführer nicht mehr über diese Beschwerden klage. In der Folge führte er diese Diagnose unter jen en ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf. Weiter ist auch nicht ersichtlich, aus welchen Grün den das Lumbovertebralsyndrom eine neurologische Untersuchung erfordert hätte. In Bezug au f die chronischen Kopfschmerzen ist festzustellen, dass diese im Zeitpunkt der Untersuchung b ei Dr. C.____ nicht mehr spezifisch im Vordergrund standen, weshalb sich unter diesen Umstä nden keine neurologische Untersu- chung aufdrängte. Die Teilresektion der linken Niere fand im Februar 2008 statt. Bereits im Be- richt der Urologischen Klinik des Spitals K.____ vom 29. September 2008 wurde diese Diagno- se als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnet. Es ist daher nicht nachvollziehbar und wird vom Beschwerdeführer im Übrigen auch nicht näher substantiiert, weshalb dieser Status nunmehr hätte untersucht werden müssen. Den Beanstandu ngen an der somatischen Abklä- rung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers durch die Beschwerdegegnerin kann daher nicht gefolgt werden. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2.3 Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, dass auf das Teilgutachten von Dr. D.____ nicht abgestellt werden könne. So habe die Untersuchung nur 60 Minuten gedauert und sei ohne einen Dolmetscher durchgeführt worden. Er könne sich aber in der deutschen Sprache nur rudimentär ausdrücken und verstehe zu wenig gut Deutsch, um die Fragen eines psychiatrischen Gutachters wirklich begreifen zu können. Der Einwand, wonach die psychiatri- sche Begutachtung nur 60 Minuten gedauert habe, änder t nichts an der grundsätzlichen Schlüssigkeit der Ausführungen von Dr. D.____. So ist w eder ersichtlich noch näher substanti- iert, dass die Explorationsdauer, welche grundsätzlich i m Ermessen des Gutachters liegt, zu kurz bemessen gewesen wäre (vgl. Urteil des Bundesgericht vo m 15. November 2012, 9C_671/2012, E. 4.5 mit Hinweisen). Eine Dauer von 60 Minuten, wie sie vom Beschwerdefüh- rer geltend gemacht wird, verunmöglicht eine fachge rechte Begutachtung nicht zum vornherein (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2015, 9C_556/2015, E. 2.2.1). Auch aus dem Verzicht auf den Beizug eines Dolmetschers durch Dr. D.____ kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, denn für ein verlässlich es Resultat ist einzig relevant, dass die sprachliche Verständigung zwischen dem medizinischen Experten und dem Beschwerde- führer gegeben ist, sodass das Gutachten in beweismässiger Hinsicht verwertbar ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. April 2011, 8C_913/2013, E. 3.3). Dies ist vorliegend der Fall, sind doch keine konkreten sachrelevanten Missverständnisse zwischen dem Beschwerdeführer und Dr. D.____, die auf eine Unverwertbarkeit der psychiatr ischen Exploration hindeuten würden, erkennbar und werden vom Beschwerdeführer auch nicht ko nkretisiert. Seine diesbezüglichen Einwände gegen das Teilgutachten von Dr. D.____ gehen daher fehl. 7.3 Die geschilderten Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen somit die Ergebnisse, zu denen die Gutachter Dres. C.____ und D.____ bei de r Beurteilung des Gesundheitszustan- des und der Arbeitsfähigkeit gelangten, nicht in Fra ge zu stellen. Ihrem bidisziplinären Gutach- ten vom 17. und 19. Dezember 2013 kommt demnach ausschlaggebender Beweiswert zu. 7.4.1 Zu keiner anderen Beurteilung der Arbeitsfähig keit des Beschwerdeführers führt im Übrigen die mit BGE 141 V 281 ff. begründete neue S chmerzrechtsprechung des Bundesge- richts. In diesem Entscheid hat das Bundesgericht seine bisherige Praxis zu den Voraussetzun- gen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzstörun gen und vergleichbare psychosoma- tische Leiden eine rentenbegründende Invalidität zu bew irken vermögen, grundlegend über- dacht und teilweise geändert. Diese neue Rechtsprechung findet auf laufende Verfahren wie das vorliegende Anwendung (vgl. BGE 141 V 309 E. 8 und 137 V 266 E. 6). Danach kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit weiterhin nur ans pruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundh eitsbeeinträchtigung ist. Auch künftig wird der Rentenanspruch - in Nachachtung der verfassung s- und gesetzmässigen Vorgaben von Art. 8 und 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rechtsgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 A TSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeurtei- lung) - anhand eines normativen Prüfrasters beurteilt, und es braucht medizinische Evidenz, dass die Erwerbsunfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschrä nkt ist. Indes hält das Bundesge- richt - der seit längerem namentlich aus medizinischer, ab er auch aus juristischer Sicht an der bisherigen Schmerzrechtsprechung geäusserten Kritik Rechnun g tragend - an der Überwind- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht barkeitsvermutung nicht weiter fest (BGE 141 V 294 E. 3. 5). Anstelle des bisherigen Re- gel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturiertes, normatives Prüfraster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregr ad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen u nd symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird. (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit Hinwei- sen; BGE 141 V 307 f. E. 6). 7.4.2 Geht es darum, den medizinischen Sachverhalt im Li chte dieser neuen höchstrichterli- chen Schmerzrechtsprechung zu würdigen, so bleibt in i ntertemporalrechtlicher Hinsicht auf Folgendes hinzuweisen: Laut Bundesgericht verlieren die gemäss altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten - wie das hier vorliegende Gut achten der Dres. C.____ und D.____ - nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen e iner gesamthaften Prüfung des Einzel- falls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhob enen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrun dlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 309 E. 8 mit Hinweis; vgl. auch Urteil d es Kantonsgerichts vom 3. Dezember 2015, Verf. Nr. 720 13 252, E. 8.5.1 ff.). 7.4.3 Der Beschwerdeführer vertritt in seiner Stellu ngnahme vom 7. Oktober 2015 im We- sentlichen die Auffassung, dass das psychiatrische Teilguta chten von Dr. D.____ zur Klärung der gemäss neuester Rechtsprechung relevanten Indikatoren nicht genüge und eine neue psy- chiatrische Begutachtung anzuordnen sei. Von einer solche n zusätzlichen Beweiserhebung kann jedoch abgesehen werden. Vorliegend hat der psychi atrische Gutachter Dr. D.____ die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen un d psychischen Faktoren als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt . Ihr kommt daher bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten praktisch keine Bed eutung zu. Für die beim Beschwerde- führer festgestellte 20%ige Beeinträchtigung ist im W esentlichen die Diagnosen einer rezidivie- renden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episod e, verantwortlich, welche von Dr. D.____ als Hauptdiagnose aufgeführt wird (vgl. S. 17 des Gutachtens). Somit darf aber da- von ausgegangen werden, dass die Arbeitsfähigkeit des Be schwerdeführers weitestgehend durch dieses Leiden und eben nur marginal durch die chr onische Schmerzstörung mit somati- schen und psychischen Faktoren eingeschränkt wird. Dazu kom mt, dass aus dem Gutachten hervorgeht, dass die dem Beschwerdeführer verbleibenden Ressourcen nicht so gering sind, wie er verlauten lässt (vgl. auch Ausführungen im RAD- Bericht von Dr. G.____ vom 12. August 2015). Insgesamt erweisen sich die Ergebnisse des Gutach tens von Dr. D.____ auch im Lichte der neuen bundesgerichtlichen Schmerzrechtsprechung als umfassend und schlüssig. 7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die IV-Stelle i m Zusammenhang mit der Neuanmeldung des Beschwerdeführers zum Leistungsbezug vom 15. Mai 2013 bei der Beurtei- lung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch der Arb eitsfähigkeit zu Recht auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ v om 17. und 19. Dezember 2013 abge- stellt hat. Unter diesen Umständen kann auf zusätzliche m edizinische Abklärungen verzichtet werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar da s Recht, Beweisanträge zu stel- len, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene T atsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gel angt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Un terlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach h inreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die dami t verbundene antizipierte Beweiswür- digung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechu ng zulässig (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweise n). Werden sodann die beiden Sachver- halte, welche sowohl im Jahr 2010 als auch im Jahr 201 5 zur Ablehnung des Rentenanspruch geführt haben, verglichen, so steht fest, dass sich weder der Gesundheitszustand des Be- schwerdeführers noch die Arbeitsfähigkeit seit der Rentenablehnung im Jahr 2010 massgeblich verändert hat. Damit steht fest, dass keine wesentliche Än derung in den tatsächlichen Verhält- nissen eingetreten ist und damit die Voraussetzungen de r Revision von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Die Ablehnung des Rentengesuchs ist un ter diesen Umständen rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 3. Juni 2015 die unentgel tliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 3. Juni 2015 die unentgeltliche Verbei- ständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Jan uar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 2 00.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 14. O ktober 2015 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von 6 Stunden geltend gema cht, was sich umfangmässig in Anbe- tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Unter Be- rücksichtigung der Dauer der Hauptverhandlung ergibt sich ein Zeitaufwand von 9 Stunden. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslage n von Fr. 55.--. Dem Rechtsver- treter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘ 003.40 (9 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 55.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘003.40 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht