Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. Mai 2019 (725 18 340 / 120) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Würdigung der Arztberichte; Berechnung des Valideneinkommens in Anwendung des Landesmantelvertrages des Baugewerbes Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin i.V. Evelyne Frey Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Ozan Polatli , Advokat , Advokatur Gysin & Roth, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, Postfach 109, 4018 Basel Betreff Leistungen A. Der 1963 geborene A.____ arbeitete seit dem 15. April 2015 in einem Vollzeitpensum bei der Firma B.____ AG, C.____, und war im Rahmen dieser Tätigkeit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufs- unfällen versichert. Am 25. Januar 2016 erlitt A.____ b ei der Arbeit einen Unfall. Als er in einer Mulde stand, wurde er von einem Böschungsabbruch überschü ttet. Danach fielen mehrere Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwere Eisenstangen auf ihn. Er zog sich dabei insbesonder e im Bereich der Schultern, der Hüfte und der Füsse Verletzungen zu. Nachdem die Suva nach Eingang der Unfallmeldung am 3. Februar 2016 für die Heilungskosten aufgekommen war und Taggeldzahlungen entsprechend de r ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet hatte, stellte sie diese Leistungen mit Verfügung vom 14. August 2017 per 30. Sep- tember 2017 ein. Ärztliche Behandlungen seien nicht m ehr notwendig und eine leichte, leidens- adaptierte Tätigkeit sei dem Versicherten ganztätig zumutbar. Mit Verfügung vom 3. Oktober 2017 lehnte die Suva eine n Anspruch auf Invalidenrente unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 8.06 % ab und sprach dem Versicherten eine Integritäts- entschädigung in der Höhe von 5 % zu. An dieser Entsc heidung hielt die Suva auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 14. September 2018 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vert reten durch Advokat Ozan Polatli, am 15. Oktober 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Ab teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der ange fochtene Einspracheentscheid vom 14. September 2018 aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetz- lichen Leistungen zu erbringen. Eventuell sei die Stre itsache zur vollständigen und korrekten Feststellung des Sachverhalts und zum Neuentscheid zurückzuwe isen; unter o/e-Kostenfolge. Im Weiteren beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit seinem Rechts- vertreter als unentgeltlichem Rechtsbeistand. Zur Begründung seiner Anträge brachte er im We- sentlichen vor, dass der medizinische Endzustand noch nich t erreicht sei. Zudem würden die durchgeführten kreisärztlichen Untersuchungen den Anford erungen an ein medizinisches Gut- achten nicht entsprechen. Auch die Berechnung des Validen einkommens sei falsch und die In- tegritätsentschädigung müsse höher ausfallen. C. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 21. November 2 018 wurde dem Beschwerde- führer die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsan walt Ozan Polatli als Rechtsvertreter be- willigt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Dezember 2018 schloss di e Suva auf Abweisung der Beschwerde. E. Die Parteien hielten mit Replik vom 6. Februar 201 9 und Duplik vom 5. März 2019 an ihren jeweiligen Anträgen und Begründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in D.____ (BL), weshalb die örtlich e Zuständigkeit des Kantonsgerichts Ba- sel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Ka ntons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 15. Oktober 2018 ist demnach einzutreten. 1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Laut Abs. 1 de r Übergangsbestimmungen zur Ände- rung des UVG vom 25. September 2015 werden jedoch Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmung en zugetragen haben, und für Berufs- krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig- keit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilwe iser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre- chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Gemäss BGE 134 V 109 ff. E. 3 und 4 sind Heilbehandlung und Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integri tätsentschädigung abzuschliessen. Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich nach Mass- gabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherste llung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3). Wenn eine entsprechende Verbesserung nicht erwartet werden kann, ist der Fall abzuschliessen. 2.2 Anspruch auf eine Invalidenrente hat die versicherte Person, wenn sie infolge des Un- falls zu mindestens 10 Prozent invalid ist (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder lä ngere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit. Diese wiederum entspricht dem durch Beeinträchtigung der körperli- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen oder geistigen Gesundheit verursachten und nach zumu tbarer Behandlung und Eingliede- rung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 2.3 Erleidet die versicherte Person durch den Unfall e ine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, s o hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG An- spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Di ese wird mit der Invalidenrente fest- gesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt. Die Höhe wird nach Ar t. 25 UVG entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft; der Bundesrat erhält die Kompetenz zur Regelung der Bemessung der Entschädigung. Dementsprechend wurden Richtlinien in Anhang 3 der UVV erlassen. Die SUVA hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skal a weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese sind, soweit sie Richtwerte enthalten, mit denen die Gleich- behandlung aller Versicherten gewährleistet werden sol l, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 ff.). 2.4 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer g rundsätzlich nur unter der Voraus- setzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Scha- den (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und adäqua- ter Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinwe isen). Ein adäquater Kausalzusammen- hang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ist nach der Rechtsprechung dann zu bejahen, wenn das Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge- meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbei- zuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ere ignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Im Bereich organi sch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammen- hang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 13 4 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). Stehen hingegen psychische Unfallfolgeschäden zur Beurteil ung, so hat eine besondere Adä- quanzprüfung zu erfolgen. Danach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft da nn zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 E. 7). 3.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grun dsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei- lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesonder e darf es bei einander widerspre- chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate- rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es a uf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hin sichtlich des Beweiswertes eines Arzt- berichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die str eitigen Belange umfassend ist, auf all- seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweis e Berichten und Gutachten versiche- rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver sicherungsinternen ärztlichen Feststel- lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). In Bezug auf Be- richte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tra- gen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl- len eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). 4. Zur Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts liege n zahlreiche ärztliche Unterlagen vor, welche vom Gericht umfassend geprüft wurden. Nachfolgend werden die für den vorliegen- den Fall entscheidwesentlichen Berichte aufgeführt. 4.1 Dr. E.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitat ion, stellt im Austrittsbericht aus der Rehaklinik F.____ vom 31. Oktober 2016 die folgend en Diagnosen: ein Polytrauma bei Ein- klemmung nach Erdrutsch aus sechs Meter Höhe, im Reanimations-CT keine intrakranielle Blu- tung, keine Fraktur der Schädelkalotte. HWS und BWS k eine frische Fraktur, Thoraxtrauma mit mehrfragmentärer Scapulafraktur rechts, leichte bilate rale Lungenkontusion, Beckentrauma mit Beckenringverletzung Typ C; 25.1.16 Fixateur externe Becken supraacetabulär; 2.2.16 Symphy- siodese mit 6-Loch Platte und Fixateur-Entfernung, Scap ulafraktur rechts, nicht dislozierte Ace- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tabulum Fraktur rechts, nicht dislozierte Metatarsale V-Basisfraktur links, Processus anterior cal- canei-Fraktur, Avulsion Talushals und OS naviculare-Frakture linker Fuss; Posttraumatische Be- lastungsstörung (ICD-10: F43.1), leichte depressive Episo de (ICD-10: F32.0). Die festgestellte psychische Störung begründe aktuell eine mittelschwere ar beitsrelevante Leistungsminderung. Aus unfallkausaler Sicht sei dem Patienten die angepasste Tätigkeit als Bauarbeiter nicht zumut- bar und die Zumutbarkeit für andere Tätigkeiten werde derzeit noch nicht festgelegt. 4.2 Am 24. Februar 2017 verfasst Dr. G.____, FMH Ortho pädie und Traumatologie, einen Bericht, worin er in Bezug auf die angestammte Tätig keit als Bauarbeiter eine 100%ige Arbeits- unfähigkeit ab dem 25. Januar 2016 bis auf weiteres attestiert. Zurzeit bestünden bei Aktivitäten Schmerzen im Beckenbereich. Er empfiehlt eine Umschulung in eine wechselnde sitzende/ste- hende Arbeit. Die Zumutbarkeit bejaht er für rein si tzende, rein stehende, wechselbelastende sowie vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten. Das K onzentrations- und Auffassungsver- mögen sowie die Anpassungsfähigkeit, Belastbarkeit und Fahrtauglichkeit seien uneingeschränkt vorhanden. 4.3 Am 10. März 2017 nimmt der Suva-Kreisarzt Dr. H.___ _, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, eine psychiatrische Untersuchung vor. In seinem Bericht vom 6. Juni 2017 beschreibt er als Diagnose einen Status nach posttraumatischer Bel astungsstörung / Anpassungsstörung. Die posttraumatische Komponente sei weitgehend abgeklungen und die Restsymptome seien in Bezug auf die Leistungsfähigkeit zu vernachlässigen. Weiter diagnostiziert er eine leichte depres- sive Symptomatik (ICD-10: F32.0) und verneint das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstö- rung. Er weist auf die psychosozialen Belastungen des Ver sicherten hin und folgert, dass der Unfall vom 25. Januar 2016 in der jetzigen Situation nur noch eine untergeordnete Rolle spiele, denn aus der Exploration werde deutlich, dass „alte Geschi chten“ im Vordergrund stünden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe wegen der leichten depressiven Episode keine wesentliche Leis- tungseinschränkung. Aufgrund der Schlafstörungen und M edikamenteneinnahme zur Nacht seien Arbeiten im Schichtbetrieb (Nachtschicht) nicht zumutbar. 4.4 Dr. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, welch er den Beschwerdeführer wäh- rend sechs Monaten bis am 15. Dezember 2016 behandelte , diagnostiziert am 14. März 2017 eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) seit 2016, eine Panikstörung (ICD-10: F41.0) seit 2016, eine mittelgradige depressive Störun g (ICD-10: F32.1) seit 2006 sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.5) seit 2016. In seiner angestammten Tätigkeit wie auch in einer leidensangepassten Tätigkeit sei der Patient zu 100 % arbeitsunfähig. 4.5 Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 17. März 2017 beschreibt Dr. J.____, FMH Orthopädie und Traumatologie, dass der Versicherte objektiv eine freie Beweglichkeit im Bereich der Schultergelenke und der Lendenwirbelsäule zeige. Eine Bewegungseinschränkung bestehe objektiv noch im Bereich der rechten Hüfte sowie im linken oberen und im linken unteren Sprunggelenk. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei noch kein e definitive Prognose bezüglich der angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter und keine Einschä tzung der Zumutbarkeit auf dem all- gemeinen Arbeitsmarkt möglich. Dies könne er erst nach der Operation zur Metallentfernung an- fangs Mai 2017 vornehmen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.6 Nach der erwähnten Operation hält Dr. G.____ im Austrittsbericht des K.____ vom 9. Mai 2017 fest, dass postoperativ keine Komplikationen bestün den und die radiologische Stellungs- kontrolle unauffällig sei. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 5. Mai 2017 bis 19. Mai 2017. Der Patient habe in gutem Allgemeinzustand und subjektiv beschwerdefrei entlassen wer- den können. 4.7 Dr. L.____, FMH Orthopädie und Traumatologie, K .____, berichtet am 19. Juni 2017 über die Verlaufskontrolle vom 15. Juni 2017. Der Pati ent habe sich noch über verschiedene belastungsabhängige Schmerzen beklagt und könne lediglich eine Gehstrecke von zwei Kilome- tern zurücklegen. Die Röntgenaufnahme zeige eine symmet rische Artikulation und Stellung der Symphyse. Die Gelenkspaltweite beider Hüftgelenke sei erhalten und die Hüftgelenke seien zentriert. Er ordnete eine weitere intensive Physiotherapie an. 4.8 Anlässlich der zweiten kreisärztlichen Untersuchung am 11. August 2017 hält Dr. J.____ fest, der Versicherte zeige objektiv freie Beweglichkeit i m Bereich der Schultern und oberen Sprunggelenke beidseits. Es seien persistierende Restbesch werden im Bereich der Symphyse mit Ausstrahlung in die linke Leiste vorhanden. Der Versi cherte sei in erster Linie durch diese Restbeschwerden klinisch eingeschränkt. Aufgrund der bestehenden Unfallverletzung vor allem im Bereich des Beckens sei dem Versicherten die Ausübun g der angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr zumutbar. Die Zumutbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sehe eine ganztätige, mittelschwere und wechselbelastende Tätigkeit ohne Besteigen von Leitern und Ge- rüsten, ohne Gehen auf unebenem Gelände und ohne absturzgefährdete Positionen vor. Arbeits- fähigkeit bestehe im Rahmen des Zumutbaren. Der medizinische Endzustand sei erreicht. 4.9 Am 19. September 2017 berichtet Dr. L.____ über eine weitere Verlaufskontrolle. Nach einer Gehzeit von ca. einer Stunde verspüre der Patie nt ein Muskelkater-ähnliches Gefühl bzw. Verspannungen in der distalen Wade links sowie in der F usssohle links. Sensibilitätsstörungen oder Rückenschmerzen sowie eine Schwellneigung werden verneint. Schmerzen im Bereich des Beckens habe er keine mehr. Es finde sich ein nahezu ko mplett flüssiges Gangbild. Der Patient habe eine kräftige Muskulatur in den Ober- und Unterschenkeln beidseits und keine Schwellung in beiden Knöchelregionen. Als weiteres Vorgehen beauftragt Dr. L.____ die Ärzte in der Angio- logie zum Ausschluss einer PAVK (arterielle Verschlusskrankheit). Es würden sich klinisch keine Thrombosezeichen zeigen und eine radikuläre Symptomatik liege nicht vor bei negativem Lasègue. Ferner bestünden keinerlei Rückenschmerzen. 4.10 Mit Schreiben vom 21. Oktober 2017 berichtet Dr. M .____, FMH Orthopädie und Trau- matologie, K.____, über die Verlaufskontrolle vom 12. Oktober 2017. Er diagnostiziert ein Belas- tungsdefizit nach Polytrauma mit u.a. Symphysensprengung, osteosynthetischer Versorgung und Plattenentfernung bei rückläufigen Schrauben. Die Ope ration sei problemlos abgeheilt und die Beschwerden über dem Becken bestünden nicht mehr. Zwecks Ausschlusses einer Claudicatio spinalis überwies er den Patienten zu einer weiteren A bklärung an die Spinale Chirurgie des K.____. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.11 Nachdem Dr. N.____, FMH Orthopädie und Traumato logie, Abteilung Spinale Chirurgie des K.____, ein MRI vorgenommen hat, diagnostiziert er mit Bericht vom 22. Dezember 2017 ein chronisches Lumboischialgiesyndrom unklarer Genese bei unauffälligem MRI der LWS sowie ein St. n. Polytrauma mit u.a. Symphysensprengung und osteosynthetischer Versorgung und mittler- weile Plattenentfernung bei rückläufigen Schrauben. D as MRI zeige einen altersbedingten Nor- malbefund. Die Indikation für spinalchirurgische Mass-nahmen bestehe nicht. 5. Die Suva stellte die Taggeldleistungen und die Über nahme der Heilkosten auf Ende September 2017 ein, weil gemäss der kreisärztlichen Untersuchung vom 11. August 2017 keine ärztliche Behandlung mehr notwendig und der medizinische Endzustand daher erreicht sei. Dem- gegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Stan dpunkt, dass er noch weitere Behand- lungen brauche und die Einstellung der Versicherungsleistungen zu Unrecht erfolgt sei. 5.1 Die medizinischen Berichte zeigen insgesamt einen po sitiven Heilungsprozess auf. Zur Verlaufskontrolle vom 12. Oktober 2017 beschrieb Dr. M.____ im folgenden Bericht sodann aus- drücklich eine gute Heilung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers. Er beauftragte einzig noch die Spinale Chirurgie zur Abklärung der Claudicatio. Die daraufhin durch- geführte Untersuchung ergab gemäss Dr. N.____ keine In dikation für spinalchirurgische Mass- nahmen. Aus den Akten ist ersichtlich, dass sämtliche Behan dlungen sowohl in der Abteilung Spinale Chirurgie als auch in der Abteilung Orthopäd ie und Traumatologie des K.____ im Jahr 2017 eingestellt wurden. Auch Physiotherapien wurden keine mehr verordnet. Zudem finden sich keine ärztlichen Berichte, wonach eine ins Gewicht fallend e gesundheitliche Besserung durch bestimmte Heilbehandlungen zu erwarten wäre (vgl. E. 2 .1 hiervor). Eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers war in der zw eiten Hälfte des Jahres 2017 demzufolge nicht mehr zu erwarten. Dem entspricht der Bericht über die kreisärztliche Untersu- chung vom 11. August 2017, wonach der medizinische Endzustand erreicht sei. 5.2 Die Suva ging deshalb zu Recht davon aus, dass keine namhafte Besserung des Ge- sundheitszustands des Beschwerdeführers mehr zu erwarten war und sie hat die vorübergehen- den Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zu Recht per Ende September 2017 eingestellt. 6. Folglich bleibt nun zu prüfen, ob der Beschwerdefüh rer Anspruch auf eine Invalidenrente hat. In diesem Zusammenhang ist als erstes zu prüfen, ob und allenfalls in welchem Ausmass der Beschwerdeführer unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Während sich die Suva auch in dieser Frage insbesondere auf den Bericht über die kreisärztliche Untersuchung vom 11. August 2017 stützt und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit annimmt, macht der Beschwer- deführer geltend, dieser kreisärztliche Untersuchungsber icht entspreche nicht den Anforderun- gen an ein medizinisches Gutachten und auch die psychiatri sche Einschätzung sei nicht nach- vollziehbar. Zur Feststellung seiner (verminderten) Arbeitsfähigkeit sei ein polydisziplinäres Gut- achten erforderlich. 6.1 Es liegen zwei Berichte des Kreisarztes Dr. J.____ vor , welche beide nicht nur auf den Vorakten, sondern auch auf einer persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers basieren. Zur Zumutbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt äusse rte sich Dr. J.____ erst im Rahmen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der zweiten Untersuchung, das heisst nach der Operation zur Metallentfernung, als der medizini- sche Endzustand zu Recht als erreicht galt (vgl. hierzu E. 5.1). Er berücksichtigte in dem von ihm erstellten Verweisprofil die Restbeschwerden des Beschwerdeführers im Bereich der Symphyse. Dieses Verweisprofil entspricht den ärztlichen Berichten des K.____, wonach dem Beschwerde- führer nur eine bestimmte Gehzeit möglich ist, die Beschwerden im Becken nicht mehr bestehen, die Beweglichkeit im Bereich der Schultern und der oberen Sprunggelenke frei ist sowie ein flüs- siges Gangbild und eine kräftige Muskulatur in den Ober- und Unterschenkeln vorliegen. Damit wird die Zumutbarkeit einer ganztätigen mittelschweren und wechselbelastenden Verweistätigkeit ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Gehen au f unebenem Gelände und ohne ab- sturzgefährdete Positionen von Dr. J.____ nachvollziehbar begründet. Die Darlegung der medi- zinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizin ischen Situation leuchten ein und sind schlüssig. Dem steht auch kein medizinischer Bericht des K.____ entgegen. Damit liegen keine Anhaltspunkte vor, welche Zweifel am kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 11. Au- gust 2017 erwecken würden. 6.2 Gemäss dem psychiatrischen Bericht vom Kreisarzt Dr. H.__ __ ist die posttraumatische Belastungsstörung abgeklungen und es liegt eine leichte depressive Störung vor. Die depressive Störung führe vorliegend nicht zu einer wesentlichen Leistungseinschränkung, womit aus psychi- atrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Ausse rdem sei sie durch die psychosozialen Belastungen des Beschwerdeführers bedingt worden, nicht jedoch durch das Unfallereignis vom 25. Januar 2016. Demgegenüber erachtet Dr. I.____ den Beschwerdeführer gestützt auf die von ihm erhobenen Diagnosen als zu 100 % arbeitsunfähig. Doch ist diesbezüglich zu berücksichti- gen, dass diese Beurteilung mangels Begründung nicht nachvollziehbar ist und dass er als be- handelnder Arzt eher zugunsten seines Patienten aussagt (vgl. E. 3.2 hiervor). Insbesondere be- wirkt diese Divergenz kein Erfordernis weiterer Abkläru ngen, zumal der Bericht von Dr. H.____ nachvollziehbar ist und die Schlussfolgerungen begründet sind. Es sind keine Indizien ersichtlich, die auch nur geringe Zweifel an der Beurteilung von Dr. H.____ aufkommen lassen würden. Seine Ausführungen zeigen auf, dass die leichte Depression keine Arbeitsunfähigkeit begründet sowie dass dem Unfall keine massgebende Bedeutung für die psyc hische Einschränkung zukommt, weshalb die entsprechende Kausalität zu Recht verneint wird. 6.3 Zusammengefasst lassen die vorliegenden medizinischen Unterlagen eine umfassende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu, weshalb kein externes Gutachten für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einzuholen ist. Die Suva stellte deshalb zu Recht auf die er- wähnten medizinischen Unterlagen ab und geht zu Recht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit gemäss der kreisärztlichen Beurteilungen aus. 7. Sodann stellt sich die Frage nach dem Invaliditäts grad des Beschwerdeführers. Im Rah- men der Berechnung des Invaliditätsgrades legte die Su va das Valideneinkommen auf Fr. 61‘438.-- und das Invalideneinkommen auf Fr. 56‘ 482.-- fest und gelangte im Ergebnis auf einen Invaliditätsgrad von 8.06 %. Der Beschwerdeführer stellt sich dagegen auf den Standpunkt, die Bemessung des Valideneinkommens sei falsch, weshalb auch der berechnete Invaliditätsgrad zu tief sei. Er verweist in diesem Zusammenhang zunächst a uf die ausbezahlten Taggelder in der Höhe von Fr. 66‘124.95. Sein Bruttolohn habe im Jahr vor dem Unfall zudem Fr. 33.-- pro Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stunde betragen. Hierzu seien noch die Überstunden zu rechnen, so dass der Validenlohn min- destens Fr. 69‘696.-- betrage. 7.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheide nd, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E. 4.1). Die S uva stützte sich für die Bestimmung des Valideneinkommens auf die Aussage des damaligen Arbe itgebers des Beschwerdeführers, der Firma B.____ AG, und ging von einem Stundenlohn von Fr. 26.85 zuzüglich des Anteils des 13. Monatslohnes in der Höhe von Fr. 2.24, insgesamt Fr. 2 9.09, aus. Diesen Betrag multiplizierte sie mit der Jahres-Bruttoarbeitszeit des Landesmantelvert rages des Baugewerbes von 2112 Stunden, womit ein Jahreslohn in der Höhe von Fr. 61‘4 38.-- resultierte. Diese Berechnung ist entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden. In den 2112 Stunden ist die Ferien- und Feiertagsentschädigung bereits enthalten (Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2012, 8C_61/2012 E. 2.6), weshalb diese nicht zusätzlich zum erwähnten Stundenlohn von Fr. 29.09 hinzuzurechnen ist. Auch sind im vorliegenden Fall keine Überstunden zu berücksich- tigen. Denn diese werden gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur berücksichtigt, wenn sie vor dem Unfall regelmässig geleistet wurden und wen n sie auch für die Zukunft zu erwarten gewesen wären (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Dezem ber 2012, 8C_744/2012 E. 2). Dies trifft auf ein lediglich neun monatiges Anstellungsverhältnis, bei welchem zudem erhebliche, sai- sonbedingte Schwankungen der Arbeitszeit bestehen, nicht zu. 7.2 Das Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 56‘482.- - wird zu Recht nicht bestritten. Demzufolge ergibt die Gegenüberstellung des Validen- u nd des Invalideneinkommens entspre- chend der Berechnung der Suva einen Invaliditätsgrad von 8.06 %, weshalb die Suva einen Ren- tenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. 8. Zuletzt rügt der Beschwerdeführer, die Suva habe ih m eine zu tiefe Integritätsentschä- digung zugesprochen. Unter Berücksichtigung der diversen körperlichen Verletzungen, welche eine lange Behandlungsdauer nach sich gezogen hätten, sowie der erlittenen psychischen Schä- den sei von einem Integritätsschaden von mindestens 20 % auszugehen. 8.1 Dr. J.____ nahm am 18. August 2017 eine medizinisch e Beurteilung vor, worauf sich die Suva bei der Festlegung der Integritätsentschädigung von 5 % stützte. Er stellte als unfallbe- dingte, dauernde und erhebliche Beschwerden deutliche arthrotische Veränderungen im Bereich der Symphyse fest. Als Schätzungsgrundlage zog er die Tabelle 5.2 bei, welche für eine mässige Coxarthrose ein Integritätsschaden von 10 bis 30 % vorsieht. Da die Hüftgelenke beidseits keine wesentlichen arthrotischen Veränderungen zeigen würden, resultiere diesbezüglich keine Integ- ritätsentschädigung. Aufgrund der radiologischen Befun de und der klinischen Situation im Be- reich der Symphyse schätzte er den Integritätsschaden gesamthaft auf 5 %. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundh eitlichen Beeinträchtigung han- delt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglic h, die Beurteilung aufgrund der akten- kundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelas- senen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse vora ussetzt und von einem me- dizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beurteilung der Integritätseinbusse obliegt somit den ärztlichen Sachverst ändigen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hi nweisen). Mit seiner Beurteilung folgt Dr. J.____ dem allgemein anerkannten Vorgehen für die Bem essung der Integritätsentschädigung (vgl. E. 2.3 hiervor). Die psychischen Beeinträchtigungen wurden mangels genügenden Zusam- menhangs mit dem Unfall (vgl. E. 6.2 hiervor) bei der Bemessung der Integritätsentschädigung zu Recht nicht berücksichtigt. 8.3 Die Begründung von Dr. J.____ ist nachvollziehbar u nd es liegen keine Gründe und keine Arztberichte vor, die Zweifel an seiner Beurteilung wecken würden. Demzufolge sprach die Suva dem Beschwerdeführer zu Recht eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 5 % zu. 9. Zusammengefasst wurden die Taggeldleistungen und die Übernahme der Heilkosten aufgrund des vorliegenden medizinischen Endzustandes zu R echt per Ende September einge- stellt. Der Invaliditätsgrad wurde aufgrund eines korrekt erhobenen Valideneinkommens berech- net und der Anspruch auf eine Invalidenrente damit zu Recht verneint. Auch die Höhe der Integ- ritätsentschädigung von 5 % ist nicht zu beanstanden. Aus diesen Gründen ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 10.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. 10.2 Dem Prozessausgang entsprechend wird dem Beschwerdef ührer keine Parteientschä- digung zugesprochen. Da dem Beschwerdeführer jedoch mi t Verfügung vom 26. Juni 2018 die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 b eträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Für die Bemühungen von Substituten oder Substitutinnen sind gemäss Abs. 3 desselben Paragraphen 1/3 bis 2/3 des für den konkreten Fall massgeben- den Stundenansatzes eines Anwalts oder einer Anwältin zu berechnen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 16. April 2019 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 5 Stunden 20 Minuten (davon 15 Minuten für die Arbeit seiner Substitutin) geltend gemacht. Dieser Aufwand erweist sich angesicht s der sich stellenden Rechtsfragen als angemessen. Nicht zu beanstanden sind auch die geltend g emachten Auslagen von Fr. 83.90. Dem Rechtsvertreter ist somit ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘221.15 (5 Stunden 5 Minuten à Fr. 200.-- plus 15 Minuten à Fr. 133.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 83.90 + 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufm erksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständ ung wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘221.15 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichts- kasse ausgerichtet.