<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">6S.87/2004 /pai </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 12. Mai 2004 </div> <div class="para">Kassationshof </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Schneider, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Wiprächtiger, Karlen, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Arquint Hill. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Postfach, 8023 Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Bussenumwandlung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Nichtigkeitsbeschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 9. Februar 2004. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para">A. </div> <div class="para">Das Obergericht des Kantons Zürich verurteilte X.________ am 30. August 2002 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand etc. zu einer Gefängnisstrafe von 12 Monaten sowie zu einer Busse von Fr. 2'000.--. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Da X.________ die Geldstrafe weder bezahlte noch abverdiente, ordnete das Obergericht am 9. Februar 2004 die Umwandlung der Busse in eine Haftstrafe von 66 Tagen an. </div> <div class="para">B. </div> <div class="para">X.________ erhebt eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde und beantragt sinngemäss, den Entscheid des Obergerichts aufzuheben. </div> <div class="para">C. </div> <div class="para">Das Obergericht verzichtet auf Gegenbemerkungen. Eine Vernehmlassung der Staatsanwaltschaft wurde nicht eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Der Bussenumwandlungsentscheid ist kein Vollzugs-, sondern ein materieller Entscheid, der mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde angefochten werden kann (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=30.04.2004&amp;to_date=19.05.2004&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-IV-212%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page212">BGE 129 IV 212</a> E. 1 mit Hinweis). Die Beschwerde ist daher zulässig. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von <span class="artref">Art. 49 Ziff. 3 StGB</span>. Er macht geltend, als Sozialhilfeempfänger könne er die Busse von Fr. 2'000.-- nicht bezahlen. Sowohl die Vorinstanz als auch die Vollzugsbehörde wüssten um seine finanziellen Verhältnisse. Es sei daher stossend, die Umwandlung damit zu begründen, er habe den Beweis der schuldlosen Zahlungsunfähigkeit nicht erbracht. </div> <div class="para">2.1 Bezahlt der Verurteilte die Busse nicht und verdient er sie auch nicht ab, so wird sie durch den Richter in Haft umgewandelt (<span class="artref">Art. 49 Ziff. 3 Abs. 1 StGB</span>). Der Richter kann im Urteil selbst oder durch nachträglichen Beschluss die Umwandlung ausschliessen, wenn ihm der Verurteilte nachweist, dass er schuldlos ausserstande ist, die Busse zu bezahlen (<span class="artref">Art. 49 Ziff. 3 Abs. 2 StGB</span>). </div> <div class="para">2.2 Der Beschwerdeführer bezieht nach eigenen Angaben Sozialhilfeleistungen. Seine Zahlungsunfähigkeit ist ausgewiesen (vgl. definitiver Verlustschein vom 7. Oktober 2003). Dies genügt für sich alleine nicht, um eine Umwandlung gemäss <span class="artref">Art. 49 Ziff. 3 StGB</span> auszuschliessen. Denn deren Ausschluss knüpft an das schuldlose Ausbleiben der (Bussen)-Zahlung an. Schuldlosigkeit ist nur anzunehmen, wenn der Verurteilte auch bei gutem Willen keine Möglichkeit hat, sich die erforderlichen Mittel zu verschaffen oder die Busse durch Arbeitsleistung zu tilgen (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=30.04.2004&amp;to_date=19.05.2004&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-IV-231%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page231">BGE 125 IV 231</a> E. 3a). Der Beschwerdeführer hat in seiner Korrespondenz an die Vollzugsbehörde mehrfach auf seine Mittellosigkeit hingewiesen. Auf deren Vorschläge, die Busse durch Ratenzahlungen bzw. Abverdienen zu tilgen, ist er mit keinem Wort eingegangen. Ebenso wenig hat er im Rahmen des gerichtlichen Umwandlungsverfahrens aufzuzeigen versucht, weshalb er schuldlos ausserstande sein sollte, die fragliche Busse zu bezahlen. Der Beschwerdeführer hat es mithin versäumt, seine Schuldlosigkeit bzw. unverschuldete Notlage nachzuweisen. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz die Busse zu Recht in eine Haftstrafe umgewandelt. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer ist ferner der Ansicht, dass er durch die Umwandlung der Busse in Haft doppelt bestraft würde, da er bereits zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Obergericht des Kantons Zürich hat den Beschwerdeführer - wie bereits bemerkt - wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand etc. zu einer zwölfmonatigen Gefängnisstrafe und einer Busse von Fr. 2000.-- verurteilt. Da der Beschwerdeführer die ausgesprochene Busse schuldhaft nicht bezahlt hat, ist die Vorinstanz in Anwendung der gesetzlichen Regelung zur Umwandlung der Busse geschritten. Von einer Doppelbestrafung kann hier nicht gesprochen werden. Denn die Umwandlungsstrafe ist eine blosse Ergänzung des Bussenentscheids und bezweckt lediglich, den auf Geldleistung gerichteten Strafanspruch des Staates in anderer Form vollziehbar zu machen (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=30.04.2004&amp;to_date=19.05.2004&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-IV-212%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page212">BGE 129 IV 212</a> E. 2.3, 124 IV 205 E. 8b). </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist die Nichtigkeitsbeschwerde abzuweisen. Aufgrund der besonderen Umstände des vorliegenden Falles ist auf die Erhebung von Kosten zu verzichten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 12. Mai 2004 </div> <div class="para">Im Namen des Kassationshofes </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html></html>