<h2>SubmittedText<h2><p>Am 26. Dezember 1999 fegte der Orkan Lothar über Mitteleuropa hinweg und warf allein in der Schweiz 12 Millionen Kubikmeter Holz zu Boden. Im Sommer 2000 bewilligte das Parlament einen Kredit von 45 Millionen Franken für die Holzenergieförderung bis Ende 2003. Die Mittel waren innert kürzester Zeit vollumfänglich ausgeschöpft und die Bilanz ist eindrücklich: 3650 neue Kleinholzfeuerungen wurden mit durchschnittlich je 6200 Franken unterstützt. Mit ingesamt 800 000 Franken wurde der Bau von 17 Energieholzlagerhallen unterstützt. 2,4 Millionen Franken flossen in die Verdichtung bestehender Holznahwärmverbünde. Und schliesslich ermöglichten etwa 20 Millionen Lothar-Franken die Realisierung von 125 grossen Holzfeuerungen (mehr als 100 kW), welche nach den Richtlinien der neuen Qualitätssicherung "QS Holzheizung" geplant und gebaut werden.</p><p>In diesem Zusammenhang frage ich den Bundesrat an:</p><p>1. Hat das Holzenergieförderungsprogramm des Bundes nachhaltige Impulse ausgelöst?</p><p>2. Konnte die regionale Energieversorgungssicherheit damit verbessert werden?</p><p>3. Ist die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen erhöht worden?</p><p>4. Sind seither neue (Holz-)Wärmebezüger gewonnen worden?</p><p>5. Wie viele zusätzliche Kubikmeter Holz konnten und können dadurch sinnvoll genutzt werden?</p><p>6. Gibt es dank dieses Programms eine nachhaltige Einsparung von fossilen Brennstoffen? Wenn ja, kann der Umfang beziffert werden?</p><p>7. Was sind die Auswirkungen des Förderprogramms auf den CO2-Ausstoss bzw. welche Bedeutung haben sie im Rahmen des Programms Energie Schweiz?</p><p>8. In welchem Verhältnis steht der administrative Aufwand des Programms im Vergleich zum Nutzen?</p><p>9. Wurden mit diesem Programm neue Arbeitsplätze geschaffen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Dank dem Holzenergieförderprogramm "Lothar" konnten innert kürzester Zeit über 3600 kleine und 125 grosse Holzfeuerungen mit Fernwärmeverteilungen realisiert werden. Sie nutzen jedes Jahr rund 100 000 Kubikmeter Energieholz. Und dies mindestens während der nächsten zwanzig Jahre. Erste Evaluationen deuten darauf hin, dass der Finanzbeitrag in den meisten Fällen den Realisierungsentscheid auslöste. Zudem hat das Programm generell das Interesse an der Holzenergie verstärkt. Der Beratungs- und Informationsdienst von Holzenergie Schweiz stellt eine anhaltend höhere Nachfrage nach seinen Dienstleistungen fest.</p><p>2. Im Rahmen des Förderprogramms wurde der Bau von insgesamt zehn grossen Holzenergielagerhallen mit insgesamt 750 000 Franken unterstützt. Diese Lagerhallen erhöhen regional das Angebot an Energieholz, die Versorgungssicherheit, und sie tragen so zur Realisierung weiterer Holzfeuerungen bei. Es ist aber festzuhalten, dass der Energieholzmarkt nach wie vor ein ausgeprägter Angebotsmarkt ist. Das heisst, dass das Angebot an Energieholz die Nachfrage durch die vorhandenen Feuerungen noch immer bei weitem übersteigt. Dank dem Förderprogramm "Lothar" kann dieser Angebotsüberhang auf Jahre hinaus verkleinert werden. Dadurch wird der Energieholzmarkt interessanter.</p><p>3. Grundsätzlich ist zu sagen, dass in der Regel Holzheizungen gegenüber den nach wie vor billigen Ölheizungen nicht konkurrenzfähig sind. Mit den substanziellen Finanzbeiträgen sind sie aber nicht mehr allzu weit von der eigentlichen Wirtschaftlichkeitsschwelle weg. Kleinholzfeuerungen wurden im Rahmen des Förderprogramms "Lothar" nur dann unterstützt, wenn sie das Qualitätssiegel von Holzenergie Schweiz aufweisen und nach den Richtlinien der Leistungsgarantie des Bundesamtes für Energie geplant und dimensioniert wurden. Dadurch liessen sich überdimensionierte, zu teure Lösungen vermeiden und die Wirtschaftlichkeit verbessern.</p><p>Grosse Feuerungen (&gt; 100 kW Leistung) mussten nach den Richtlinien der Qualitätssicherung Holzheizung des Bundesamtes für Energie geplant und realisiert werden, um in den Genuss von Finanzhilfen zu kommen. Auch in dieser Kategorie wurden dadurch wirtschaftlich optimierte Anlagen "erzwungen".</p><p>4. Da der Finanzbeitrag in den allermeisten Fällen den entscheidenden Anreiz zur Realisierung einer Holzheizung bewirkte, wurden entsprechend viele neue Holzbezüger gewonnen. Im Übrigen wurden im Rahmen des Förderprogramms "Lothar" auch rund 2,3 Millionen Franken für die Verdichtung bestehender Holznahwärmeverbünde eingesetzt. Dies allein bewog 233 neue Wärmebezüger zum Anschluss an solche Netze, verbesserte gleichzeitig die Auslastung und damit die Wirtschaftlichkeit bestehender Anlagen.</p><p>5. Die unterstützten Anlagen nutzen während ihrer voraussichtlichen Lebensdauer (20 bis 30 Jahre) insgesamt 2 bis 3 Millionen Kubikmeter Energieholz. Es handelt sich dabei in erster Linie um qualitativ minderwertige Sortimente, wie sie insbesondere bei der notwendigen Pflege unseres Schweizer Waldes und aus Verarbeitungsbetrieben anfallen.</p><p>6. Die dank dem Programm jährlich zusätzlich genutzten 100 000 Kubikmeter Energieholz verhindern, dass jedes Jahr 20 000 Tonnen Heizöl verbrannt werden - eine Menge, die mehr als 250 vierachsige SBB-Kesselwagen füllen würde.</p><p>7. Der Ersatz oder die Vermeidung von jährlich 20 000 Tonnen Heizöl durch CO2-neutrales einheimisches Holz vermindert den CO2-Ausstoss jedes Jahr um fast 65 000 Tonnen. Energie Schweiz hat zum Ziel, die jährlichen CO2-Emissionen innert zehn Jahren um 10 Prozent, d. h. um 4,5 Millionen Tonnen, zu senken. Das Förderprogramm "Lothar" hat somit innert weniger Monate fast 1,5 Prozent dieses Globalzieles erreicht. Noch viel eindrücklicher ist die Bilanz bezüglich des Beitrages an das Ziel von Energie Schweiz, bis ins Jahr 2010 zusätzlich 3000 Gigawattstunden Wärme aus erneuerbaren Energien zu gewinnen: Die im Rahmen des Förderprogramms "Lothar" unterstützten Holzfeuerungen erzeugen jedes Jahr 240 Gigawattstunden Wärme und erfüllen damit 8 Prozent dieses Ziels.</p><p>8. Dank der langjährigen Erfahrung von Holzenergie Schweiz mit der Abwicklung von Subventionsprogrammen konnte der administrative Aufwand sehr gering gehalten werden. Er entsprach rund 2,5 Prozent des Programmbudgets. Zusätzliche ebenfalls etwa 2,5 Prozent wurden für die Begleitung und Kontrolle der Qualitätssicherungsmassnahmen der grossen Anlagen aufgewendet.</p><p>9. Die vermehrte Nutzung unseres einheimischen Energieholzes schafft und erhält Arbeitsplätze. Es ist eines der Merkmale von Holzheizungen, dass rund 70 Prozent der Wertschöpfung in der Schweiz entstehen. Die 45 Lothar-Millionen lösten Gesamtinvestitionen von rund 250 Millionen Franken aus. Dies entspricht allein für den Bau der Anlagen 1500 bis 2000 Personenjahren. Betrieb und Unterhalt der unterstützten Anlagen sowie deren Versorgung mit Energieholz schaffen nachhaltig noch einmal mindestens 100 bis 150 langfristig gesicherte Arbeitsplätze.</p>  Antwort des Bundesrates.