Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 22. April 2020 (810 19 339) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Familiennachzugsgesuch zum Verbleib beim Ehemann bzw. Vater Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Nikla us Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin i.V. Anne-Catherine Sturzenegger Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Burim Imeri, Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Gesuch um Erteilung der Einreisebewilligung i m Rahmen des Famili- ennachzugs (RRB Nr. 1593 vom 26. November 2019) A. Der kosovarische Staatsbürger A.____ (geb. 1979) he iratete am 4. April 2002 eine hierzulande niedergelassene kosovarische Staatsangehörige. In der Folge erhielt er am 30. August 2002 eine Aufenthaltsbewilligung zum Verble ib bei seiner ersten Ehefrau und lebt seither in der Schweiz. Die Ehe wurde am 21. Mai 2008 geschieden. Die Aufenthaltsbewilligung wurde A.____ dennoch verlängert. Am 22. August 2008 h eiratete er eine kosovarische Staats- angehörige (geb. 1981), welche nach wie vor in der R epublik Kosovo lebt. Im November 2008 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht kam der erste gemeinsame Sohn auf die Welt, woraufhin A.____ ein Gesuch um Familiennach- zug für seine Frau und seinen Sohn stellte, welches das Am t für Migration (AfM, seit 1. Januar 2019: Amt für Migration und Bürgerrechte [AfMB]) mit Verfügung vom 12. Januar 2009 mit der Begründung der drohenden Sozialhilfeabhängigkeit abwies. Diese Ver- fügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. B. A.____ wurde von der Sozialversicherungsanstalt Base l-Landschaft mit Verfügung vom 18. April 2012 ab November 2010 rückwirkend eine ganze IV-Rente bei einem Invaliditätsgrad von 71% zugesprochen. Zusätzlich erhielt er ab Januar 2014 Ergänzungsleistungen. C. A.____ und seine Ehefrau wurden im Laufe der Zei t Eltern von drei weiteren Kindern, von denen ein Kind im Jahr 2010 und Zwillinge im Jah r 2016 geboren wurden. Am 29. Januar 2015 ersuchte A.____ um Erteilung seiner N iederlassungsbewilligung, eventualiter um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung in de r Schweiz. Da er häufig zu seiner Familie in den Kosovo reiste und das AfM deshalb vermutete, sein Lebensmittelpunkt befinde sich nicht mehr in der Schweiz, wurde ihm am 5. August 2016 das re chtliche Gehör betreffend Wegwei- sung aus der Schweiz infolge Erlöschens der Aufenthaltsbe willigung gewährt, welches dieser mit Schreiben vom 5. September 2016 wahrnahm. D. Das Gesuch vom 29. Januar 2015 wies das AfM mit Verfü gung vom 17. August 2016 ab. Ein hiergegen angestrengtes Beschwerdeverfahren sch rieb der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) nach Beschwerderückzug m it Verfügung vom 25. Oktober 2016 ab. E. Am 29. November 2016 ersuchte A.____ um Verlänger ung seiner Aufenthaltsbewilli- gung. Das AfM verfügte am 2. Februar 2017 die Nichtverl ängerung der Aufenthaltsbewilligung verbunden mit der Wegweisung aus der Schweiz und der Aufforderung, die Schweiz bis spätes- tens 2. März 2017 zu verlassen. Gegen diese Verfügung erhob A.____ Beschwerde beim Re- gierungsrat und anschliessend beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Mit Urteil vom 7. Februar 2018 (Verfahrensnummer 810 17 221) hob das Kantonsgericht einen diese Verfügun g bestätigenden Regierungsratsbe- schluss (RRB) auf. In der Folge wurde die Aufenthaltsbe willigung von A.____ am 11. Oktober 2018 durch das AfM verlängert. F. Am 20. Dezember 2018 reichte A.____, nachfolgend ve rtreten durch Burim Imeri, Rechtsanwalt, erneut ein Gesuch um Familiennachzug beim AfM ein, in welchem er Gründe für den nachträglichen Familiennachzug geltend machte. Zud em reichte er einen Arbeitsvertrag seiner Ehefrau in der Firma A.____ GmbH in Basel ein, welcher ein Arbeitspensum von 80% und einen monatlichen Bruttolohn in der Höhe von Fr. 3'200.-- auswies. G. Das AfMB stellte A.____ am 30. Januar 2019 die Abw eisung des Gesuchs in Aussicht und gewährte ihm das rechtliche Gehör, welches dieser mi t Schreiben vom 4. April 2019 wahr- nahm. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Das Gesuch um Nachzug der Ehefrau und der vier gemein samen Kinder wurde mit Verfügung des AfMB vom 27. Juni 2019 abgewiesen. Als Beg ründung wurde im Wesentlichen angeführt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für di e Durchsetzung des Anspruchs auf Familiennachzug nicht erfüllt seien. Das Gesuch sei für die Ehefrau und die ersten beiden Kin- der verspätet eingereicht worden, und wichtige Gründe für einen nachträglichen Familiennach- zug seien nicht ersichtlich. Auch verfüge der Antragste ller zum Zeitpunkt der Gesucheingabe nur über eine 1-Zimmerwohnung, was keine bedarfsgerech te Wohnung für eine sechsköpfige Familie darstelle. Die finanziellen Mittel würden zud em nicht ausreichen, um für den Fall eines Familiennachzugs die Gefahr eines Bezugs von Sozialhilfe o der von Ergänzungsleistungen zu bannen. Die Verweigerung der Bewilligungserteilung erweise sich deshalb als angemessen und verhältnismässig und ein Härtefall sei in seinem Fall nicht ersichtlich. I. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Schreiben vo m 10. Juli 2019 Beschwerde beim Regierungsrat, welche dieser mit RRB Nr. 1593 vo m 26. November 2019 abwies. Als Be- gründung wurde im Wesentlichen aufgeführt, dass die N achzugsfristen in Bezug auf die Ehe- frau und die beiden älteren Kinder abgelaufen seien und keine wichtigen Gründe für ein nach- trägliches Gesuch vorlägen. J. Gegen diesen Beschluss erhob A.____ mit Schreiben v om 9. Dezember 2019 Be- schwerde beim Kantonsgericht mit dem Begehren, es sei d er RRB vom 26. November 2019 aufzuheben und das AfMB anzuweisen, das Familiennachzug sgesuch für seine Ehefrau und die vier gemeinsamen Kinder gutzuheissen und ihnen die Einreisebewilligungen zu erteilen so- wie dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspfleg e zu gewähren, alles unter o/e- Kostenfolge. Die Beschwerdebegründung wurde am 3. Janu ar 2020 nachgereicht. Zur Begrün- dung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass das ursprüngl iche Gesuch aus dem Jahr 2009 hätte gutgeheissen werden müssen. Die finanzielle Situa tion des Beschwerdeführers sei auf- grund seiner gesundheitlichen Verfassung entstanden. Auf grund des Verfahrens betreffend seine eigene Niederlassungsbewilligung sei er zudem so a bsorbiert gewesen, dass er keine Gelegenheit gehabt habe, früher ein Gesuch um Familiennachzug einzureichen. Die Abweisung des Gesuchs um nachträglichen Familiennachzug durch das AfM sei unverhältnismässig. K. Am 21. Januar 2020 reichte der Regierungsrat seine Stellungnahme ein. Er beantragt die kostenfällige Abweisung der Beschwerde und hält a n seinen Ausführungen im angefochte- nen RRB fest. L. Mit Verfügung vom 29. Januar 2020 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung über- wiesen und A.____ die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. 1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfüg ungen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Da weder ein Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzl icher Ausschlusstatbestand vor- liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Be urteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben. 1.2 Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde bef ugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt is t und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Der Beschwerdefüh rer ist Adressat des angefochtenen Entscheids und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Au fhebung. Die weiteren Eintre- tensvoraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nac h § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Über schreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollst ändige Feststellung des Sachver- halts gerügt werden. Die Rüge der Unangemessenheit i st dem Kantonsgericht dagegen – ab- gesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitig ist vorliegend die Frage, ob das Gesuch des Beschwerdeführers um nachträgli- chen Familiennachzug für seine Ehefrau und Kinder zu Recht abgewiesen wurde. 4.1 Per 1. Januar 2019 wurden das Bundesgesetz über d ie Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integration sgesetz, AIG) vom 16. Dezember 2005 so- wie die darauf gestützten Verordnungen revidiert (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 1. Apri l 2020 [810 19 156] E. 3). Der Be- schwerdeführer ersuchte am 20. Dezember 2018 um Erteilu ng der Einreisebewilligung im Rah- men des Familiennachzugs. Das AfMB wies das Gesuch mit Verfügung vom 27. Juni 2019 ab. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Rech tmässigkeit von Verwaltungsakten mangels einer anderslautenden übergangsrechtlichen Regelung grundsätzlich nach der Rechts- lage im Zeitpunkt ihres Ergehens zu beurteilen (BGE 13 9 II 243 E. 11.1; BGE 127 II 306 E. 7c; BGE 126 III 431 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 2C_1134/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2.1). Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, ist im Grundsatz folgli ch das zum Zeitpunkt der erstmaligen verwaltungsrechtlichen Beurteilung in Kraft stehende Rec ht massgebend. Davon abweichend bestimmt Art. 126 Abs. 1 AIG, dass auf Gesuche, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes eingereicht worden sind, das bisherige Recht anwendbar bleibt (Urteil des Bundesgerichts 2C_496/2019 vom 13. November 2019 E. 4). Damit kommen vorliegend das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. D ezember 2005 und die Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE ) vom 24. Oktober 2007 in der jeweils bis Ende 2018 geltenden Fassung zur Anwendung (KGE VV [810 19 156] E. 3). Im Übrigen sind die vorinstanzlichen Ausführungen zutreffend, wonach die vorliegend anwendbaren aus- länderrechtlichen Bestimmungen mit der Teilrevision des AIG (Änderungen vom 16. Dezember 2016 [Amtliche Sammlung, AS 2017 6521]) nicht verände rt wurden (Urteil des Bundesgerichts 2C_870/2019 vom 3. März 2020 E. 1.2). Die Frage nach der Anwendbarkeit des AIG bzw. des AuG hat somit keinen Einfluss auf die inhaltliche Beurteilung des vorliegenden Falles. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 AuG vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Ar t. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschrif- ten und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermesse n über die Zulassung zu einem Auf- enthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsa nspruch auf die Erteilung einer Auf- enthaltsbewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 189 E. 2.3; M ARC SPESCHA , in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], Kommentar Migr ationsrecht, 3. Auflage, Zürich 2012, N 1 ff. zu Art. 3 AuG; PETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Aus- länderrecht, Eine umfassende Darstellung der Rechtsstellun g von Ausländerinnen und Auslän- dern in der Schweiz, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). 4.3 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und der Republik Kosovo keine staatsvertragliche Vereinbarung beste ht, welche der Ehefrau und den Kindern einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumt. 4.4 Der ausländerrechtliche Familiennachzug ist in den Art. 42 ff. AuG geregelt. Gemäss Art. 44 AuG kann ausländischen Ehegatten und ledigen K indern unter 18 Jahren von Personen mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn (lit. a) sie mit diesen zusammenwohnen, (lit. b) eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist und (lit. c) sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind. Art. 44 AuG ist eine Kann -Bestimmung und gibt dem Ehegatten einer Person mit Aufenthaltsbewilligung keinen Rechtsanspruch auf Bewilligung (vgl. BGE 137 I 284 E. 1.2 mit Hinweisen). Die Nachzugsfristen gemäss Ar t. 47 Abs. 1 AuG beginnen bei Fami- lienangehörigen von Ausländern mit der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilli- gung oder der Entstehung des Familienverhältnisses zu laufen (Art. 47 Abs. 3 lit. b AuG). Innert dieser Frist muss das Gesuch eingereicht werden (Art. 73 Abs. 1 der Verordnung über Zulas- sung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007). Ein nachträglicher Fami- liennachzug wird nur bewilligt, wenn wichtige familiä re Gründe geltend gemacht werden (vgl. Art. 47 Abs. 4 AuG i.V.m. Art. 75 VZAE). Massgeb licher Zeitpunkt für die Bestimmung des Nachzugsalters ist der Zeitpunkt der Gesucheinreichung (Ur teil des Bundesgerichts 2C_1014/2014 vom 21. Januar 201 E. 2). Die Nachzugsfr ist ist somit für die Ehefrau und das erste gemeinsame Kind im Jahr 2013 und diejenige für d as zweite Kind im Jahr 2015 abgelau- fen. Die Frist für die Zwillinge, welche im Jahr 2016 geboren wurden, läuft noch bis ins Jahr 2021. Der Gesuchsteller machte mit seinem zweiten Gesuch an das AfM vom 20. Dezember 2018 ausdrücklich für seine Ehefrau und die vier Kinder einen nachträglichen Familiennachzug geltend. Für die Zwillinge, bei denen ein Nachzugsgesu ch noch fristgerecht wäre, wurde kein separates Gesuch gestellt. 4.5 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung im Sinne eines nachträglichen Familien- nachzugs ist es entscheidend, ob einerseits die Voraussetzung en von Art. 44 AuG erfüllt sind und ob andererseits wichtige Gründe für einen nachträ glichen Familiennachzug im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG bzw. Art. 75 VZAE vorliegen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.6 Der Gesetzgeber wollte mit dem Ausländergesetz keinen jederzeitigen Nachzug der Familienangehörigen zulassen, weshalb er Nachzugsfristen einführte. Die Fristenregelung hat dabei durchaus auch die Funktion der Einwanderungsbegre nzung: Wie aus der parla- mentarischen Debatte zum AuG hervorgeht, ist die ganze R egelung des Familiennachzugs ein Kompromiss zwischen den konträren Anliegen, das Familienl eben zu ermöglichen und die Ein- wanderung zu begrenzen (Amtliches Bulletin [AB] 2004 N 739 ff., 2005 S. 305 ff.). Ein nachträg- licher Nachzug kommt somit nicht in Betracht, wenn der Nachzugswillige die Einhaltung von Fristen, die ihm die Zusammenführung der Familie ermöglicht hätte, versäumt hat und keine ge- wichtigen Gründe geltend macht, um erst später einen d erartigen Nachzug zu beantragen (Ur- teil des Bundesgerichts 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.1). Die Bewilligung des nach- träglichen Nachzugs hat dementsprechend nach dem Will en des Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG bzw. A rt. 75 VZAE jeweils dennoch so zu hand- haben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens na ch Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 bzw. Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 nicht verletzt wird (Urteile des Bundesgerichts 2C_ 73/2016 vom 26. September 2016 E. 2.2.2; 2C_147/2015 vom 22. März 2016 E. 2.4.3; 2C _97/2013 vom 26. August 2013 E. 2.3). Indes stellt eine restriktive Einwanderungspolitik ein le gitimes Interesse dar, um im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK das Recht auf Familienleben einzuschränken (BGE 137 I 247 E. 4.1.2; 137 I 284 E. 2.1; Urteile des Bundesgerichts 2C_147/2015 vom 22. März 2016, E. 2.4.1; 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 4.1). 5.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bedarf d ie Prüfung der Frage, ob wich- tige familiäre Gründe für einen nachträglichen Famil iennachzug vorliegen, einer Gesamtschau unter Berücksichtigung aller relevanten Elemente im Ei nzelfall (Urteile des Bundesgerichts 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 6.1; 2C_888/2011 vom 20. Juni 2012 E. 3.1; 2C_174/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 4.1). Gemäss bundesg erichtlicher Rechtsprechung ob- liegt es aufgrund der in Art. 90 AuG statuierten Mitw irkungspflicht sodann den Nachzugswilli- gen, das Vorliegen gewichtiger Gründe nachzuweisen (Urteil des Bundesgerichts 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 6.1). Wichtige familiäre Grün de können im Übrigen nicht leichthin an- genommen werden; insoweit gelten hohe Darlegungs- und Beweisanforderungen. Für die Beur- teilung der wichtigen familiären Gründe ist auf den Zeitpunkt der Gesucheinreichung abzustel- len (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 2C_114/2007 vom 21. September 2007 E. 4.1, mit Hinweisen). 5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass sein erstes Familiennachzugsgesuch aus dem Jahr 2008 hätte gutgeheissen werden müssen. Die a bweisende Verfügung des AfM vom 12. Januar 2009 erwuchs damals jedoch unangefochten in Re chtskraft, was dazu führt, dass der Beschwerdeführer mit diesem Argument nichts zu seine n Gunsten für sich ableiten kann. Sobald eine Verfügung in Rechtskraft erwachsen ist, ist si e verbindlich und kann nur noch bei Vorliegen bestimmter, hier nicht einschlägiger Voraussetzungen überprüft werden. 5.3 Des Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, dass ihm seine Verschuldung, die im Jahr 2008 bis 2012 stark zugenommen habe, nicht zur Las t gelegt werden könne, da seine fi- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht nanzielle Situation auf seine gesundheitliche Verfassung zurückzuführen sei. Er macht geltend, im April 2012 rückwirkend eine volle IV-Rente erhalten zu haben und seit Januar 2014 in den Genuss von Ergänzungsleistungen zu kommen. Das Argument, d ass der Beschwerdeführer nach der Abweisung des ersten Familiennachzugsgesuchs im Jahr 2009 zunächst versucht habe, seine Schulden abzubauen und für sich selbst eine N iederlassungsbewilligung zu bean- tragen, vermag ebenfalls nicht zu erklären, weshalb er erst Jahre später erneut ein Gesuch um Familiennachzug eingereicht hat. Die finanzielle Stabi lisierung im Jahr 2014 durch die Zuspre- chung der IV-Rente und Ergänzungsleistungen nahm der B eschwerdeführer nicht zum Anlass, ein erneutes Gesuch um Familiennachzug einzureichen, obwohl die Fristen für die Ehefrau und das älteste Kind bereits abgelaufen waren und sich die Frist für das zweite Kind auch schon dem Ende näherte. Auch die Einreichung seines Gesuchs um Niederlassungsbewilligung im Jahr 2016 nutzte der Beschwerdeführer nicht, um gleich zeitig ein Gesuch für den Nachzug sei- ner Familie zu stellen. 5.4 Mit diesen Vorbringen vermag der Beschwerdeführer keine wichtigen Gründe darzule- gen. Ein wichtiger familiärer Grund gemäss Art. 47 Abs . 4 AuG und Art. 75 VZAE für den nach- träglichen Familiennachzug liegt beispielsweise vor, wen n das Kindswohl schwergewichtig nur durch einen Nachzug in die Schweiz sachgerecht gewahrt werden kann. Dies kann etwa der Fall sein, wenn bei Kindern die weiterhin erforderli che Betreuung im Herkunftsland zufolge Tod oder Erkrankung der betreuenden Person nicht mehr gewä hrleistet ist (Botschaft zum Bundes- gesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. M ärz 2002 [Botschaft zum AuG], Bun- desblatt [BBl] 2002, S. 3794). Dabei ist nach der bun desgerichtlichen Rechtsprechung nicht ausschliesslich auf das Kindeswohl abzustellen; es bedarf vie lmehr einer Gesamtschau unter Berücksichtigung aller relevanten Momente im Einzelfall (Urteil des Bundesgerichts 2C_174/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 4.1; Weisungen und Erläuterungen im Ausländerbe- reich [Weisungen AIG], Ziff. 6.10.2). Dabei ist dem Sinn und Zweck der Fristenregelung, welche die Integration der Kinder erleichtern will, Rechnung zu tragen, indem diese durch einen frühzei- tigen Nachzug eine möglichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen sollen. Es soll auch verhindert werden, dass Gesuche um Familiennachzug rechtsmissbräuchlich erst kurz vor Erreichen des erwerbsfähigen Alters eingereicht wer den (Botschaft zum AuG, S. 3754 f.). Massgebend ist das Kindesinteresse, wobei wirtschaftliche Gründe nicht ausschlaggebend sein können (Botschaft zum AuG, S. 3794). 5.5 Auch in Bezug auf das Kindeswohl gelingt es dem Besch werdeführer nicht, aufzuzei- gen, dass im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung wichtige fa miliäre Gründe im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG und Art. 75 VZAE vorgelegen haben. Durch d as lange Getrenntleben der Familie haben sich die Eltern bewusst dafür entschieden, ihre Ki nder in ihrem Heimatland aufwachsen zu lassen und die Beziehung zu ihrem Vater nur besuchsweise zu ermöglichen. Die beiden älte- ren Kinder gehen im Kosovo zur Schule und sind dort sowohl sozial als auch kulturell verankert. Je älter die Kinder bei einem Nachzug sind, desto schwier iger gestaltet sich die Integration und Verwurzelung in der Schweiz. Die Zwillinge sind erst vier Jahre alt und ihre Nachzugsfrist läuft noch. Jedoch kann eine Trennung von der Mutter und von den Geschwistern nicht in ihrem Kin- deswohl stehen. Eine solche Trennung wird vom Beschwerde führer denn auch nicht geltend gemacht bzw. verlangt. Die beiden älteren Kinder sind in einem Alter, in welchem eine Integra- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tion in der Schweiz schon deutlich schwieriger ist – mit ihren Kenntnissen der dortigen Sprache und Gepflogenheiten bringen sie deshalb wesentlich besser e Voraussetzungen für eine Ausbil- dung und einen Einstieg ins Berufsleben in der Republi k Kosovo mit, auch wenn die wirtschaft- lichen Bedingungen in der Schweiz besser sein mögen. Ins ofern entspricht ein Verbleib der Kinder bei ihrer Mutter in der Republik Kosovo objekti v betrachtet eher dem Kindswohl als ein Übersiedeln in die Schweiz. Aufgrund des Kindeswohls läss t sich somit kein nachträglicher Fa- miliennachzug rechtfertigen. Auch in Bezug auf die Eh efrau macht der Beschwerdeführer keine Gründe geltend, weshalb ein nachträglicher Familienn achzug gerechtfertigt sein soll. Das Ein- leben der Ehefrau in der hiesigen Arbeitswelt dürfte angesichts der fehlenden Berufserfahrung während den letzten Jahren und ihrer mangelnden Deut schkenntnisse nicht ohne Weiteres ge- lingen. Selbst wenn die Ehefrau für einen Wechsel von d er Republik Kosovo in die Schweiz motiviert ist, ändert dies nichts an den absehbaren Integrationsschwierigkeiten. 5.6 Es gilt weiter zu beachten, dass Art. 8 EMRK dem Besch werdeführer keinen Anspruch auf ein Familienleben in der Schweiz gewährt. Diese Bestimmung garantiert nur das familien- rechtliche Zusammenleben, bestimmt aber nicht, wo diese s stattzufinden hat (Entscheid des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR], Ber isha v. Switzerland, Nr. 948/12 vom 30. Juli 2013 E. 61). Entsprechend besteht gemäss d ieser Norm kein Wahlrecht des Be- schwerdeführers, wo er das Familienleben leben möchte. Ein Anspruch auf Familienleben in einem bestimmten Staat besteht nur, wenn das Familie nleben in einem anderen in Frage kom- menden Staat nicht möglich oder nicht zumutbar ist. De r Beschwerdeführer führt dazu keine Gründe an, weshalb ihm ein Leben im Kosovo nicht zumu tbar sein soll. Der Beschwerdeführer ist im Kosovo aufgewachsen und mit der dortigen Sprach e und den dortigen Gepflogenheiten bestens vertraut. Auch verbrachte er seit seinem Aufenthalt in der Schweiz regelmässig längere Zeit im Kosovo, weshalb anzunehmen ist, dass er dort noc h immer gut vernetzt ist. Der Be- schwerdeführer heiratete dort seine Ehefrau und seine vier Kinder kamen in der Republik Koso- vo zur Welt. Ein Familienleben in der Republik Kosovo erscheint unter diesen Umständen durchaus als zumutbar. Zudem hielt der Beschwerdeführe r die Trennung der Familie während mehreren Jahren aufrecht, obwohl sich seine finanziel le Situation verbessert hatte. Ausserdem ist am 1. September 2019 das Abkommen zwischen der Schwe izerischen Eidgenossenschaft und der Republik Kosovo über soziale Sicherheit vom 8. Juni 2018 in Kraft getreten, welches dem Beschwerdeführer auch eine Auszahlung seiner IV-Rente in die Republik Kosovo gewährt, sollte er zu seiner Familie zurückkehren. Gleichzeitig würde eine Rückkehr des Beschwerdefüh- rers dem Kindeswohl eher entsprechen. Eine Verletzung von Art. 8 EMRK ist deshalb nicht er- sichtlich. 6.1 Schliesslich stellt sich die Frage, ob die Verweiger ung der Erteilung der Einreisebewil- ligung im Rahmen des Familiennachzugs verhältnismässig wa r. Verwaltungsmassnahmen müssen geeignet und erforderlich sein, um ein öffentliches Interesse durchzusetzen, und dieses öffentliche Interesse muss gegenüber dem Eingriff in die betroffenen Privatinteressen überwie- gen. 6.2 Als öffentliches Interesse ist die Durchsetzung der Ei nwanderungspolitik zu erblicken, welche in der Schweiz gegenüber Ausländern ausserhalb d es EU-/EFTA-Raums sehr restriktiv Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gehandhabt wird. Im Hinblick auf ein ausgewogenes Verhä ltnis zwischen der schweizerischen und ausländischen Wohnbevölkerung, der Schaffung günsti ger Rahmenbedingungen für die Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausl änder und die Verbesserung der Ar- beitsmarkstruktur sowie eine möglichst ausgeglichene Beschäf tigung ist eine solch restriktive Politik im Lichte von Art. 8 Abs. 2 EMRK zulässig (vgl. BGE 135 I 153 E. 2.2.1). 6.3 Die Nichterteilung einer Einreise- und Aufenthal tsbewilligung an die Ehefrau und die Kinder des Beschwerdeführers scheint geeignet, das vorge nannte öffentliche Interesse zu schützen. Auch ist kein anderes, milderes Mittel ersichtli ch, um diese Zwecke zu erreichen, so- dass sich die Verwaltungsmassnahme auch als erforderlich er weist. Die Geeignetheit und Er- forderlichkeit wird vom Beschwerdeführer richtigerweise auch nicht bestritten. Er macht zwar geltend, dass die Verhältnismässigkeit im engeren Sinn nicht vorliege, bringt aber keine Gründe vor, um die Verhältnismässigkeitsprüfung anders ausfallen zu lassen. Vielmehr bezieht er sich auf das erstmalige Gesuch, welches rechtskräftig abgewies en wurde, und wiederholt, dass es ihm nicht möglich gewesen sei, ein zweites Gesuch früher e inzureichen. Auch bringt er nicht vor, inwiefern es ihm unzumutbar ist, das Familienleben in der Republik Kosovo weiterzuführen. Entsprechend ist den Ausführungen der Vorinstanz zu fo lgen, wonach der Beschwerdeführer zwar ein gewichtiges Interesse an einem gemeinsamen Fami lienleben habe, andererseits je- doch gewichtige Interessen an einem restriktiven Nachzug von Familienangehörigen aus Dritt- staaten bestünden. Die Familie des Beschwerdeführers lebt e jahrelang voneinander getrennt und der Beschwerdeführer kann nicht schlüssig darlegen, weshalb ein zweites Gesuch um Fa- miliennachzug erst zehn Jahre nach Einreichung des ersten Gesuchs eingereicht wurde. Insbe- sondere im Hinblick auf das Kindeswohl scheint ein Umzug i n die Schweiz nicht verhältnismäs- sig, sind doch zumindest die beiden älteren Kinder bere its im Heimatland verwurzelt. Die Ehe- frau und die Kinder haben ihr bisheriges Leben ausschli esslich in der Republik Kosovo ver- bracht, sprechen nur ihre Landessprache und sind mit den hiesigen Verhältnissen in keiner Weise vertraut. Auch die berufliche Integration der Eh efrau gestaltet sich als äussert schwierig, fehlt ihr doch nebst den erforderlichen Deutschkenntnissen die Berufserfahrung. Noch immer ist der Beschwerdeführer stark mit seinem Heimatland verbun den und eine Auszahlung seiner IV- Rente wäre auch möglich, wenn er bei seiner Familie le ben würde. Zu berücksichtigen ist fer- ner, dass der Beschwerdeführer nicht sonderlich gut in d er Schweiz integriert ist. Auf seinen Namen sind (Stand per 18. November 2019) 81 Betreibungen im Umfang von über Fr. 95'000.-- und 9 Verlustscheine im Umfang von knapp Fr. 12'000.-- verzeichnet, trotz seiner IV-Rente und Ergänzungsleistungen. Zudem ist der Beschwerdeführer wäh rend seines Aufenthalts in der Schweiz wiederholt straffällig geworden (RRB 1593 vom 26. November 2019, E. 7.4) und er geht seit Jahren aufgrund einer Erkrankung keiner Beru fstätigkeit nach. Ferner wurde der Be- schwerdeführer bereits im Jahre 2009 wegen seiner Schuld ensituation vom AfM ermahnt und aufgefordert, einen Schuldensanierungsplan vorzulegen . Im Jahr 2013 ist der Beschwerdefüh- rer erneut vom AfM förmlich aufgrund diverser Verstösse gegen die Rechtsordnung und seiner hohen Verschuldung verwarnt worden. Der Beschwerdefüh rer gibt zwar an, er fühle sich in der Schweiz zu Hause, legt aber seine Sozialintegration in keiner Weise dar. Somit überwiegen die öffentlichen Interessen an der Abweisung des Gesuchs, An gehörige von Drittstaaten nicht prio- ritär in die Schweiz zuwandern zu lassen und die Kinder nicht aus ihrer Heimat zu entwurzeln, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht die privaten Interessen des Beschwerdeführers und dessen Familie, ihr Leben in der Schweiz zu verbringen. 6.4 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass das AfMB das Gesu ch um Einreisebewilligung für die Familienangehörige vom 20. Dezember 2018 zu Recht nicht bewilligt hat. Die Beschwer- de ist demzufolge vollumfänglich abzuweisen. 7.1 Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrensko sten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unter liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Angesichts des Ausgang s des Verfahrens sind die Ver- fahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem Beschwe rdeführer aufzuerlegen. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Prozessführung gehen die Ve rfahrenskosten zulasten der Gerichts- kasse. 7.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann ge mäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Parteikosten sind somit wettzu schlagen. Zufolge Bewilligung der unent- geltlichen Verbeiständung ist dem Rechtsvertreter des B eschwerdeführers gestützt auf seine angemessene Honorarnote vom 27. Februar 2020 ein Hon orar in Höhe von Fr. 3'190.55 (inkl. Auslagen und 7.7% MwSt.) aus der Gerichtskasse zu entrichten. 7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingew iesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der G erichts- kasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertrete r des Be- schwerdeführers ein Honorar in Höhe von Fr. 3'190.55 (i nkl. Auslagen und 7.7% MWST) aus der Gerichtskasse entrichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 12. August 2020 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_641/2020) erhoben.