<h2>SubmittedText<h2><p>Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) empfiehlt, auf die Eröffnung eines Master-Studiengangs Pflegewissenschaften zu verzichten, und schlägt vor, die gesamte schweizerische Bildungslandschaft im Bereich der Pflege (HES in der Welschschweiz und FH in der Deutschschweiz) neu zu diskutieren. Damit stellt es sich gegen alle Erwartungen in Gesundheitskreisen und gegen zahlreiche Studien von Experten oder der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW), die allesamt zum Schluss kommen, dass so schnell wie möglich hochqualifizierte und fachgebietspezifisch ausgebildete Pflegefachpersonen zur Verfügung stehen sollten - und dies zu einem Zeitpunkt, in dem an der HES-S2 in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsinstitut für Pflegewissenschaften die Vorbereitungen so weit gediehen sind, dass ein Master-Studiengang sofort angeboten werden könnte, und sich zudem in der Schweiz im internationalen Vergleich ein deutlicher Rückstand abzeichnet. </p><p>Ist sich der Bundesrat bewusst, wie dringend die Schaffung eines solchen Studiengangs ist, damit wir auf die Zukunft vorbereitet sind und nicht plötzlich mit einem noch dramatischeren Personalmangel konfrontiert sind? Wann gedenkt er grünes Licht für den Master in Pflegewissenschaften zu geben?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund ist in der Berufsbildung seit dem 1. Januar 2004 und bei den Fachhochschulen seit dem 5. Oktober 2005 für die Regelung der Ausbildung der Gesundheitsberufe zuständig. Er erachtet es als seine Aufgabe, namentlich auch in der Pflege, auf der Stufe höhere Fachschule und Fachhochschule gemeinsam mit den Fachhochschulen, der Nationalen Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit (OdASanté) und der GDK (Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren) für gesamtschweizerisch einheitliche Rahmenbedingungen zu sorgen. Im Fachbereich Gesundheit fehlen verbindliche gesamtschweizerisch gültige Anforderungen auf Fachhochschulstufe.</p><p>Der Bundesrat weiss um den Personalmangel in der Pflege und die hohe Bedeutung, die einer qualitativ guten Pflege für die Sicherung der Gesundheitsversorgung in unserem Land zukommt, und ist überzeugt, dass eine gesamtschweizerisch abgestimmte und ausdifferenzierte Angebotsgestaltung einen entscheidenden Erfolgsfaktor dafür darstellt.</p><p>Bund und Kantone haben sich zum Ziel gesetzt, aufgrund der Bedeutung des Bachelor-Abschlusses im Fachhochschulbereich gesamtschweizerisch nur eine beschränkte Anzahl von qualitativ hochstehenden, praxisorientierten und von den Studierenden nachgefragten Master-Studiengängen anzubieten. Bund und Kantone haben zu diesem Zweck auch die Vereinbarung über den Aufbau von Master-Studiengängen an Fachhochschulen vom 24. August 2007 abgeschlossen. Dabei sind den Bedürfnissen der Arbeitswelt und einer weiter gehenden Berufsqualifizierung in Abgrenzung zu andern Ausbildungsangeboten und der Weiterbildung besondere Beachtung zu schenken.</p><p>Das Verfahren um die Bewilligung des Masters en Santé der HES-SO ist hängig. Die Bewilligung des Master-Studiengangs in der Gesundheit setzt eine gesamtschweizerisch schlüssige Differenzierung der Abschlusskompetenzen auf Stufe höhere Fachschule und Fachhochschule (Bachelor/Master) voraus. Diese Klärungen sind zentral für die Abstimmung der Ausbildungsangebote in der Gesundheit mit den Bedürfnissen der Arbeitswelt, die berufliche Mobilität der Pflegefachleute, die Sicherstellung der europäischen Anerkennung der Abschlüsse sowie auch die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen in der Schweiz. Diese Beurteilung wird auch vom Fachhochschulrat der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren geteilt.</p><p>Das EVD hat zwischenzeitlich alle Vorkehren getroffen, dass die Arbeiten für diese Klärung in enger Zusammenarbeit mit der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz (KFH), der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) und der Nationalen Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit (OdASanté) sofort aufgenommen werden. Dabei ist auch die HES-SO adäquat eingebunden. Ziel muss es sein, dass Ende 2008 das Projektergebnis eine Weichenstellung für den obgenannten Master-Studiengang ermöglicht.</p>  Antwort des Bundesrates.