<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Normal Heading1"><span id="_GoBack"></span><span class="Normal Heading1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Normal Heading1"></p></td></tr></table><p><span>IV.2015.01211</span></p><p><span> </span></p><p><br/></p><p>II. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender<br/>Sozialversicherungsrichterin Käch<br/>Ersatzrichterin Lienhard<br/>Gerichtsschreiberin Tiefenbacher</p><p class="Normal Heading2"><span class="Normal Heading2">Urteil vom 13. Juni 2017</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><span class="Normal StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">1.</span><span> </span><span class="Normal StandardFett RubrumFett">BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Rechtsdienst</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Obstgartenstrasse 21, Postfach, 8090 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">2.</span><span> </span><span class="Normal StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerinnen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerin 2 vertreten durch Rechtsanwältin Barbara Laur</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">advokatur rechtsanker</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Ankerstrasse 24, Postfach 9822, 8036 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">X.___</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, geboren 1960, Mutter einer 1989 geborenen Toch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ter, war bei der </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Y.___</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> im Um</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">fang von 60 % als Sachbearbeiterin tätig (Urk. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2/</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">6/12 Ziff. 2.7 und 2.9)</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> und meldete sich </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">am 20. Dezember 2011 mit Hinweis auf ein Burnout durch Mob</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">bing bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2/</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">6/4 Ziff. 6.5).</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">verneinte nach getätigten Abklärungen mit Verfügung vom 22. August 2013 einen Leistungsanspruch </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">(Urk. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2/</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">6/42 = Urk. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2/</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2).</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> Die dagegen von der Vorsorgeeinrichtung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">BVK Personalvorsorge Kanton Zü</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rich </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">(nachstehend: BVK) und der Versicherten erhobenen Beschwerden wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 23. Januar 2015 im Verfahren Nr. IV.2013.00792 ab (Urk. 2/11). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Bundesgericht hiess die von der Versicherten gegen das kantonale Urteil erhobene Beschwerde mit Urteil vom 6. November 2015 (Urk. 1) teilweise gut und wies die Sache zu ergänzender Abklärung an das hiesige Gericht zurück (S. 9 Ziff. 1). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht veranlasste in der Folge ein psychiatrisches Gutachten, das von Dr. med. Z.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Leitender Arzt, Fachstelle für Gutachten, A.___ am 22. Juli 2016 erstattet wurde (Urk. 15). Zum Gutachten nahmen die Beschwerdeführerin 2 am 25. August 2016 (Urk. 19) und die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 12. Oktober 2016 (Urk. 24) am 17. Oktober 2016 (Urk. 23) Stellung. Die Beschwerdeführerin 1 verzichtete auf Stellungnahme (Urk. 18).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Am 14. Februar 2017 beantwortete der Gutachter Ergänzungsfragen des Gerichts (Urk. 32), wozu die Beschwerdeführerin 2 am 14. März 2017 (Urk. 36) und die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf eine RAD-Stellungnahme vom 5. Mai 2017 (Urk. 42) am 8. Mai 2017 (Urk. 41) Stellung nahmen, was den jeweiligen Gegenparteien am 9. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 43). Die Beschwerdeführerin 1 verzichtete auf Stellungnahme (Urk. 40).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdeführerin 1 sprach mit Verfügung vom 14. Januar 2013 der Beschwerdeführerin 2 mit Wirkung ab 1. Januar 2013 eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 2/2/3/6).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht zieht in Erwägung:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Massgebende rechtliche Grundlagen wurden - so das Bundesgericht (Urk. 1 S. 3 E. 2.1) - im Urteil des hiesigen Gerichts von 2015 zutreffend dargelegt, worauf verwiesen wird. Hinsichtlich der Bedeutung des Leiturteils BGE 141 V 281 und dessen allfällige Auswirkungen auf den vorliegenden Fall ist auf die Ausführungen des Bundesgerichts (Urk. 1 S. 3 f. E. 2.1.1-2 und E. 2.2) zu verweisen, dies mit nachstehender Ergänzung.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die invalidisierenden Folgen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">einer </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gesundheitlichen Beeinträchtigung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hat die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">versicherte Person mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirkt: Vermutet wird Validität, nicht Invalidität (BGE 139 V 547 E. 8.1).</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Im Urteil vom 23. Januar 2015 (Urk. 2/11) hatte das hiesige Gericht unter anderem ausgeführt, auf die 2012 vom behandelnden Psychiater und der behandelnden Psychologin - die eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">10 F61.0), eine permanente Persönlichkeitsänderung nach anhaltender Belastung (F62), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) und eine mittelgradige depressive Episode (F32.1) diagnostiziert hatten (S. 5 E. 3.1) -attestierte volle Arbeitsunfähigkeit könne aus näher dargelegten Gründen nicht abgestellt werden, wobei immerhin festzuhalten sei, dass aus behandelnder Sicht mittel- und langfristig eine Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit angenommen werde (S. 8 E. 4.1). Auch auf das 2012 im Auftrag der BVK erstattete psychiatrische Gutachten und die darin attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit könne aus näher dargelegten Gründen nicht abgestellt werden (S. 9 E. 4.3). Das Gericht kam zusammenfassend zum Schluss, dass in Anwendung der dafür massgebenden Rechtsprechung keine versicherungsrelevante Einschränkung der Erwerbsfähigkeit der Versicherten festzustellen sei (S. 10 E. 4.7). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Bundesgericht führte in seinem Urteil vom 6. November 2015 (Urk. 1) unter anderem aus, das kantonale Gericht habe zutreffend erkannt, dass das psychiatrische Gutachten von 2012 hinsichtlich des Anspruchs an eine fachärztlich einwandfreie Diagnosestellung nicht genüge (S. 6 f. E. 3.3.1). Auch ein neuerer, 2013 erstatteter Bericht von behandelnder Seite vermöge die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung in Bezug auf die Würdigung der medizinischen Akten nicht als offensichtlich unrichtig erscheinen zu lassen (S. 7 E. 3.3.2).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Schliesslich führte das Bundesgericht aus, was folgt (S. 7 f. E. 3.4):</span></p><p class="Normal Dispotext DispoEinzug"><span class="Normal Dispotext DispoEinzug">Angesichts dieser letztlich nicht schlüssigen Angaben zur zumutbaren Restarbeitsfähigkeit lässt sich der Grad der Arbeitsunfähigkeit auf Grund der vorhandenen medizinischen Unterlagen nicht zuverlässig bestimmen, da weder das psychiatrische Gutachten noch die weiteren medizinischen Unterlagen - wie dargelegt - überzeugend und widerspruchsfrei die attestierte volle Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermögen. Bei dieser Aktenlage stellt der vorinstanzliche Verzicht auf zusätzliche Abklärungen eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c </span><span class="Normal Dispotext DispoEinzug">des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG</span><span class="Normal Dispotext DispoEinzug">) dar, da damit der rechtserhebliche Sachverhalt in wesentlichen Punkten unvollständig abgeklärt wurde. Im vorinstanzlichen Entscheid fehlt es an verbindli</span><span class="Normal Dispotext DispoEinzug">chen Feststellungen zur Arbeits(un)fähigkeit </span><span class="Normal Dispotext DispoEinzug">der Versicherten. Die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie die offenen Fragen zu Diagnosen, Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit der Versicherten mittels Einholung eines psychiatrischen Obergutachtens veranlasse und gestützt darauf neu entscheide. Dabei wird allenfalls - je nach Diagnosestellung - die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden gemäss BGE 141 V 281 E. 5.2 </span><span class="Normal Dispotext DispoEinzug">(…)</span><span class="Normal Dispotext DispoEinzug"> zu berücksichtigen sein. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dr. Z.___ erstattete am 22. Juli 2016 sein im Auftrag des Gerichts erstelltes Gutachten (Urk. 15) gestützt auf die ihm überlassenen Akten (S. 2 ff.) und die Angaben der Versicherten (S. 11 ff.) anlässlich einer je 2 Stunden dauernden Exploration am 30. März und am 3. Mai 2016 (S. 1 Ziff. 1.1). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Zur Krankheitsentwicklung (S. 11 f. Ziff. 3.2.2) berichtete die Versicherte, sie habe an ihrer zuletzt innegehabten Stelle zwölf Jahre extrem gern gearbeitet. Nach einem Vorgesetztenwechsel sei es zu - näher beschriebenen - Schwierigkeiten gekommen und sie sei krankgeschrieben worden. Sie habe sich dann in Therapie begeben, die sie jedoch zunehmend eher belastet habe. Am besten für sie sei gewesen, wenn sie sich abgelenkt habe. So habe sie im Rahmen eines Dienstaltersgeschenks vier Wochen Ferien in Thailand gemacht. Die Wärme, das Nichtstun und die Sonne hätten ihr sehr gut getan. Sobald sie zuhause gewesen sei, sei es aber wieder gewesen wie früher. Es habe trotz Therapie keine Verbesserung gegeben. Eher habe sie das Gefühl gehabt, dass die Therapie ihr nicht gut tue und sie habe diese deshalb im Einverständnis mit dem Behandler im Jahre 2013 abgebrochen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">In biografischer Hinsicht (S. 13 f. Ziff. 3.2.3) berichtete der Gutachter, die Versicherte könne sich an einen Vorfall erinnern, als sie im Alter von drei Jahren in einem Ferienort plötzlich ihre Eltern nicht mehr gefunden habe und etwa eine Viertelstunde allein gewesen sei. Auch berichte sie von einem Vorfall im Alter von 10 oder 12 Jahren (S. 13 unten, vgl. S. 3 oben und S. 14 oben zum Beginn der Erkrankung ihres Vaters), als sie in der Seebadi von drei Burschen unter Wasser gedrückt worden sei, bis sie fast ertrunken sei. Den Eltern habe sie nichts erzählt, weil ihr dann wohl das Schwimmbad verboten worden wäre. Übrigens könne sie sich auch erinnern, dass sie einmal in Italien und einmal in Zypern am Strand zweimal fast vergewaltigt worden sei. Auch davon habe sie, aus dem gleichen Grund, nichts erzählt (S. 13 unten). Weiter wurde von der Alzheimer-Erkrankung zuerst des Vaters und sodann der Mutter berichtet (S. 14). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der Abschnitt „detaillierter Tagesablauf, Freizeitgestaltung, Hobbies, benötigte Hilfen im Haushalt und Alltag, Benutzung von Verkehrsmitteln, Art der Anreise, Ferienreisen etc.“ lautet in voller Länge wie folgt (S. 16 Ziff. 3.2.6):</span></p><p class="Normal Dispotext DispoEinzug"><span class="Normal Dispotext DispoEinzug">Sie habe eigentlich keine Hobbies mehr, den Haushalt könne sie erledigen, teilweise aber verlangsamt. Die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln sei schwierig für sie, sie habe keine Ruhe dabei, alles sei ihr zu nahe. Auf die Frage des Untersuchers, ob sie dabei Angst empfinde, antwortet sie: „Ich weiss nicht, was Angst ist." Erst auf Nachfragen beginnt sie von ihren Ängsten und Befürchtungen zu erzählen, welche in der Krankheitsgeschichte erwähnt sind. Häufig komme es auch zu Phasen, in welchen alles in ihr „flattere", sie fühle sich blockiert, paralysiert, könne nicht mehr richtig atmen. Sie würde dies als Panikattacken bezeichnen. Manchmal komme es auch nur zum Vorgefühl einer solchen Attacke, wobei sie keine Ahnung habe, was der Auslöser sei. Sie habe schon früher solche Attacken gehabt, sie könne sich erinnern, dass diese aufgetreten seien, wenn sie allein zu Hause habe sein müssen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Betreffend bisherige und aktuelle Behandlungen berichtete die Versicherte, die Behandlung habe ihr initial gut getan. Nach der anfänglichen Besserung habe sie (jedoch) das Gefühl gehabt, dass die Therapie nichts mehr bringe, schliesslich habe sie im Einverständnis mit dem Therapeuten die Behandlung abgebrochen. Am besten gehe es ihr, wenn sie alle diese Ereignisse vergessen könne und keinen Druck spüre (S. 17 Ziff. 3.2.9). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">In seiner Beurteilung führte der Gutachter aus, im Zentrum der Erkrankung der Versicherten stehe eine schwerstgradige Angststörung. Diese Störung und ihr Ausmass seien nicht zu verstehen ohne eine eingehende Betrachtung der Lebensgeschichte der Klientin (S. 19 oben). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Als sie zum ersten Mal nach Angst gefragt werde und darauf antworte, sie wisse eigentlich nicht, wie sich Angst anfühle, beginne sich das extreme Ausmass der Vermeidung zu zeigen; erst auf „erstauntes Nachfragen“ des Untersuchers beginne sie von ihren Panikattacken zu erzählen, welche sie seit ihrer Kindheit begleiteten (S. 19 unten). Die Mobbing-Erfahrung sei so schlimm gewesen und habe derartige Ängste ausgelöst, dass sie mit einem klassischen Vermeidungsverhalten reagiert habe, das sich schon zu Beginn mit den Reisen nach Thailand und Indien gezeigt habe (S. 20 Mitte). In der Entwicklung sei es zu zunehmenden funktionellen Einschränkungen gekommen (S. 21 oben). Neben dieser - pathologischen - Angst bestehe ein depressives Zustandsbild zumindest mittelgradiger Ausprägung (S. 21 Mitte). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die pathologische, extreme, existentielle Angst sei nur zu verstehen unter Berücksichtigung der Lebensgeschichte, beginnend damit, dass die Klientin für die Mutter ein ungewolltes Kind gewesen und von dieser abgelehnt worden sei (S. 22). Das einschneidende Erlebnis, als dreijähriges Kind verloren zu gehen, habe wiederum existentielle Ängste ausgelöst, und das Erlebnis, mit zehn Jahren bis fast zum Ertrinken untergetaucht zu werden, erneut Todesangst (S. 23 oben). Das nächste einschneidende Erlebnis sei die Erkrankung des Vaters gewesen, der zwar liebevoll, aber überbehütend gewesen sei (S. 23). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Versicherte habe die Angstproblematik lange Zeit kompensieren können, ihre Ressourcen seien sehr hoch gewesen (S. 24 unten). Sie habe eine Scheinwelt aufrechterhalten (S. 25 oben), bis die Mobbing-Situation ihre Ressourcen überfordert habe (S. 25 Mitte). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.6</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Als Diagnosen nannte der Gutachter (S. 27 Ziff. 4):</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">nicht näher bezeichnete Angststörung (ICD-10 F41.9) mit phobischen Anteilen und Panikattacken</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Seit der letzten Begutachtung habe sich die „initiale Angst vor allem, was mit Arbeit zu tun hat“, ausgeweitet auf viele Bereiche des Lebens. Die Versicherte habe Angst vor jeglicher Anforderung, vermeide diese wo immer möglich, habe ausgeprägte Angst davor, an Krebs oder Demenz zu erkranken (S. 27 unten). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">3.7</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Anamnese zeige, dass die Versicherte über gute Ressourcen verfügt habe. Im jetzigen Zustand seien diese Ressourcen nicht mobilisierbar. Auch das soziale Umfeld sei sehr stark zusammengeschrumpft und vermöge keine positive Wirkung auszuüben (S. 29 Ziff. 6). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Das Aktivitätsniveau sei nicht in allen Lebensbereichen gleichmässig eingeschränkt. Die „konstanteste schwerstgradige Einschränkung“ sei bezüglich einer Arbeitstätigkeit festzustellen (S. 30 Ziff. 7). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Behandlung habe sie im Einverständnis mit dem Therapeuten, nicht aus mangelnder Motivation, abgebrochen (S. 30). Eine Therapie erscheine unumgänglich, dies nicht hinsichtlich der raschen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit, welche sowieso wenn überhaupt erst nach mindestens zwei bis drei Jahren erfolgen werde, sondern primär um des Wohles der Klientin willen (S. 31 Mitte). Allerdings wäre bei Auferlegen einer Schadenminderungspflicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einer zusätzlichen Dekompensation zu rechnen (S. 31 oben). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Bezogen auf die Fähigkeiten gemäss Mini-ICF-APP hielt der Gutachter folgende Einschränkungen fest: 2 x leicht, 4 x mittel, 2 x mittel bis schwer, 3 x schwer, 1 x vollständig (S. 32 f.).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zum jetzigen Zeitpunkt und bis auf weiteres (unter günstigem Therapieverlauf geschätzt für mindestens zwei Jahre) bestehe aufgrund der Angststörung, welche „nur schon beim Gedanken an jegliche Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt aktiviert“ werde, keine Arbeitsfähigkeit. Die Störung erreiche „den Schweregrad einer Geisteskrankheit im juristischen Sinne“. (S. 33 unten). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Retrospektiv bestehe plausibel und nachvollziehbar spätestens seit der Zeit der Behandlungsaufnahme im April 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt (S. 34 Ziff. 10).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Bezüglich des 2012 von behandelnder Seite erstatteten Berichts und des 2012 erstatteten Gutachtens sei bemerkenswert, dass „Angst“ nicht thematisiert worden sei, was kaum nachvollziehbar sei. Aus heutiger Sicht seien die dort beschriebenen Zustände praktisch vollständig deckungsgleich mit den aktuell erhobenen Befunden während der Panikattacken (S. 34 Ziff. 11). Bezüglich Depression folge der Gutachter der von behandelnder Seite gestellten Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (S. 35 Mitte). Eine somatoforme Schmerzstörung sei aus näher dargelegten Gründen nicht zu diagnostizieren (S. 35 unten). Eine Persönlichkeitsstörung liege nicht vor (S. 36). Die im Gutachten von 2012 differentialdiagnostisch erwähnte perinatale hypoxische Hirnschädigung sei nicht plausibel zu begründen, hätte eine solche doch nicht 50 Jahre lang auf hohem kognitivem Niveau ohne jedwelche Auffälligkeit kompensiert werden können (S. 36 f.).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Am 26. August 2016 nahm med. pract. B.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, zum Gutachten Stellung (Urk. 24). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Er führte unter anderem aus, der Gutachter trage zur Begründung seiner Diagnose eine emotionsgeladene Schilderung vor, welche die zuvor berichteten Fakten auffallend selektiv, unter Betonung vieler ängstigender Ereignisse, verwende. Die Umstände der Begebenheit als dreijähriges Kind erschienen objektiv sehr unwahrscheinlich. Der Umgang mit den Situationen im Schulalter belege nicht eine besondere Ängstlichkeit, sondern einen ungebrochenen Mut und Durchhaltewillen. Gut nachvollziehbar sei die Belastung durch die Demenzerkrankung des Vaters, dem die Beschwerdeführerin allerdings keineswegs ängstlich begegnet sei. Die ausgiebigen und monatelangen Reisen durch Asien und Südamerika sowie die Sprachaufenthalte in England und auf den Kanarischen Inseln sprächen für viel mutige Unternehmungslust und seien mit einer angstbetonten Persönlichkeit überhaupt nicht in Einklang zu bringen. Es würden keine Ängste im Zusammenhang mit der Erziehung der 1989 geborenen Tochter berichtet. Die Demenzerkrankung der Mutter, deren Tod 2009 in einer Klinik und die zunehmend heftigen Arbeitsplatzkonflikte stellten eine nachvollziehbare Belastung dar (S. 2). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Im Rückblick könne man bei Berücksichtigung aller Ereignisse keine seit der Kindheit von Angst geprägte Biographie feststellen. Der emotionalen gutachterlichen Darstellung könne man daher nicht folgen. Zudem differenziere der Gutachter wenig von den psychosozialen Belastungen, sei doch anzunehmen, dass das nahende Ende einer 20-jährigen Beziehung und Ehe und die finanzielle Ungewissheit erhebliche psychosoziale Belastungen darstellten (S. 2 unten). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Reisen nach Thailand und Indien seien nicht unbedingt als „Flucht“ zu interpretieren, sondern als verstehbarer Erholungswunsch, und es zeige sich hier ein beachtliches positives Funktionsniveau. Es erscheine problematisch, wenn der Gutachter hier nur von einem pathologischen Vermeidungsverhalten spreche (S. 3 oben). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Behauptung des Gutachters, die „mangelnde Steuerungs- und Regulations</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">fähigkeit“ gehöre zur Persönlichkeitsentwicklung der Versicherten, sei mit Blick auf ihre jahrelange ungestörte Berufstätigkeit, die vielen langen Reisen und die Kindererziehung offensichtlich unzutreffend. Der behauptete „sehr tiefe Selbstwert in der Grundpersönlichkeit“ kontrastiere eklatant zum tatsächlichen Funktionsbild (S. 3 Mitte). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Es fehlten detailliertere Angaben zum Tagesablauf sowie eine detaillierte Darstellung des positiven Funktionsbildes (S. 3). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Auf Ersuchen des Gerichts nahm der Gutachter am 14. Februar 2017 ergänzend Stellung (Urk. 32). Er führte unter anderem aus, die Anmerkungen und Kommentare des RAD-Arztes med. pract. B.___ zeigten unterschiedliche Denkansätze in der Herangehensweise. Er selber sei einem dynamischen Persönlichkeitsmodell verpflichtet, med. pract. B.___ orientiere sich an einem statischen, deskriptiven Ansatz. In seinem (psychodynamischen) Denkmodell entwickle sich eine Persönlichkeit auf dem Boden genetischer Begebenheiten und von in der Kleinkindheit, Kindheit und Jugend erfahrenen Unterstützung, Förderungen und Belastungen (S. 1 unten). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gerade weil die Versicherte ein hohes Funktionsniveau gehabt habe, sei es schwierig nachvollziehbar, warum das Mobbing sie derart aus der Bahn werfen sollte. Es gebe keine einfache plausible Erklärung für dieses Ausmass der Dekompensation. Wolle man versuchen, zumindest im Ansatz zu verstehen, wie es zu dieser schweren Erkrankung habe kommen können, führe kein Weg an psychodynamischen Überlegungen vorbei. Med. pract. B.___ beschränke sich auf das hohe Funktionsniveau der Klientin vor der Erkrankung. Dabei bagatellisiere er sämtliche Umstände und Ereignisse, welche begründete Zweifel daran weckten, dass die Persönlichkeitsentwicklung so unproblematisch abgelaufen sei, wie er sie darstelle (S. 2 Mitte). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Sodann präsentierte der Gutachter einen theoretischen Exkurs zu Psychodynamik, Struktur und Vulnerabilität (S. 2 f. lit. b), dies mit der Bemerkung, in dessen gesamter Kritik finde er keinerlei Hinweis, dass sich med. pract. B.___ damit auseinandergesetzt habe (S. 3 unten). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Dann nahm er zu den einzelnen von med. pract. B.___ angeführten Kritikpunkten Stellung (S. 4 ff.). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zu den ihm vom Gericht unterbreiteten, hier leicht verkürzt angeführten Fragen äussert sich der Gutachter folgendermassen:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zur Frage</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, nach welchen Kriterien er den Aktenauszug verfass</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">t habe (</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">in welchem er auch nicht medizinische Akten aufführte, namentlich - nebst einem Brief sowie einem Mail der Versicherten an ihn - den Einwand der Beschwerdeführerin 1 gegen den Vorbescheid der Beschwerdegegnerin, die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 beim hiesigen Gericht gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin und das Urteil des Bundesgerichts, aber weder die Verfügung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">von 2013</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> noch das Urteil des hiesigen Gerichts vom 23. Januar 2015</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">), führte er unter anderem aus, d</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">en Einwand gegen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">den </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Vorbescheid sowie die Beschwerde habe </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">er </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">zitiert, weil daraus hervorgeh</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">e</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, dass die Ärzte des RAD offensichtlich der Beurteilung der Vorbehandler und der Vorgutachterin </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">folg</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">t seien. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">V</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">erfügung habe </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">er </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nicht aufgeführt, weil sie </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">s</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">eines Erachtens nichts zur geforderten Aufklärung des Gesundheitszustandes, der Diagnose und der</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Arbeitsfähigkeit beitr</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">age</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">. Das Urteil des Sozialversicherungsgerichtes </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">von 2015 habe er </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nicht zitiert, weil für </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ihn</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> als juristischen Laien das Urteil des Bundesgerichts die wesentlichen Begründungen für den Gutachtensauftrag beinhaltet</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> hätten, nämlich dass</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> aufgrund der vorhandenen medizinischen Unterlagen der Grad der</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Arbeitsunfähigkeit nicht zuverlässig zu bestimmen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> und somit eine unvollständige Abklärung vorlieg</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">e. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Den Brief und die Mail der Klientin habe </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> zitiert</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, weil </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">diese Schreiben </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">seines Erachtens </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">deutlich die Verwirrung, in welcher sich die Klientin befinde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, zeigten</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">. Die Ausweitung der Ängste auf tödliche Erkrankungen, die Angst, dass durch Therapie alles nur noch schlimmer </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">werde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> sowie die Vermischung mit Geschichten von Bekannten zeig</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">e</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> deutlich eine weitgehende Hilflosigkeit, mit der Situation umzugehen. Dies stütz</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">e seines Erachtens</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> das Vorhandensein einer strukturellen Dekompensation. Zweitens beleg</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">t</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">en diese Schreiben die dysfunktionalen Strategien, welche der Klientin aktuell noch zur Verfügung st</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ünde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">n. Sie </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> nicht in der Lage, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen. Ihre einzige Strategie </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Vermeidung</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, wobei </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">diese Dysfunktionalität nicht willentlich überwindbar </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sei (S. 9 Ziff. 3).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Beurteilung durch das Gericht im Urteil von 2015, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">die im damals vorliegenden Gutachten gestellten Diagnose „Verdacht auf kombi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nierte Persönlichkeitsstörung“ und „atypische Depression“ würden aus näher dargelegten Gründen nicht überzeugen</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, sei zutreffend</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> (S. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">10 Ziff. 4</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zur Feststellung im U</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">rteil </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">von 2015, der damaligen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit könne nicht gefolgt werden, weil nicht nachvollziehbar sei, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">„dass etwa die Funktionen Planung und Struk</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">turierung von Aufgaben, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Kontakt zu Drit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">ten und Gruppenfähigkeit mittelgradig (und die Durchhaltefähigkeit sogar schwer) beeinträchtigt sein sollen. Der vielseitige, ereignisreiche und auch mit sozialer Interaktion stattfindende Alltag der Versicherten ebenso wie die Pla</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nung, Vorbereitung und Pflege erholsamer Ferienzeiten lassen allesamt nicht erkennen, worin die genannten Beeinträchtigungen bestehen sollten. Die einzige Limitation, die sichtbar wird, ist, dass sich die Versicherte der Zumutung einer Erwerbs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">arbeitsstruktur und den dort zu gewärtigenden Anforderungen nicht gewachsen fühlt.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">“, äusserte sich der Gutachter folgendermassen (S. 10 f. Ziff. 5):</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">Der zuvor funktionierende Bewältigungsmechanismus war weit überwiegend darauf ausgerichtet, durch exzellente Leistung am Arbeitsplatz die notwendige Anerkennung zu bekommen. Die Schwierigkeiten am Arbeitsplatz bedeuteten für die Klientin, dass der Ort, bzw. die Arbeit, welche zuvor die grösste Stabilität gebracht hatten, nun das grösste Desaster verursachten. In diesem Moment brach der Bewältigungsmechanismus zusammen und wurde ersetzt durch einen alternativen, jedoch dysfunktionalen Bewältigungsversuch, der darin besteht, möglichst nur schon jeden Gedanken an Arbeit zu vermeiden. Es ist enorm wichtig zu sehen, dass die einzige Limitation, wie sie benannt wird, sich eben genau da zeigt, wo die zuvor kompensierende Stabilität zusammengebrochen ist. Nur schon die Vorste</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">l</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">lung, sich dieser Gefahr (nämlich der erneuten Ent</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">wertung) aussetzen zu müssen, lä</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">hmt sie buchstäblich und bringt sie in einen affektiven Ausnahmezustand. Dabei ist ebenso wichtig zu sehen, dass dies nicht willentlich überwindbar ist. </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">[…]</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"> </span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">Sowohl Anamnese wie die Dokumentation der Behandler zeigen, dass sich schon damals bereits beim Thematisieren von Arbeit das Vollbild des Kontrollverlusts bezüglich Denken und Affektregulation, welches bis heute fortbesteht und jede Arbeitstätigkeit aktuell verunmöglicht</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">[, zeigte]</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">. Es ist somit überwiegend wahrscheinlich, dass diese einzige Limitation, die aber entscheidend ist für die Arbeitsfähigkeit, bereits im August 2013 bestanden hat. Retrospektiv ist es ebenso überwiegend wahrscheinlich, dass die im Gutachten von 2012 erwähnten Funktionseinschränkungen zu jenem Zeitpunkt (noch) nicht das gesamte Leben der Klientin bestimmten. Die Klientin war damals noch in der Lage, ihre dysfunktionalen Ersatz-Bewältigungsmuster (Ablenkung, Aufenthalte in der Natur, Treffen mit Freundinnen und auch Reisen an Orte, die möglichst weit weg sind von all dem Druck und der Angst) auszuüben. Es ist plausibel, dass sich die funktionellen Einschränkungen vor allem zu Beginn nicht in allen Bereichen des Lebens gleich stark gezeigt haben. Dazu ist aus heutiger Sicht aber anzufügen, dass die dysfunktionale Bewältigungsstrategie (burschikos ausgedrückt: „Bloss weg von allem, was irgendwie belastet.") zu einer zunehmenden Vermeidung von Drucksituationen in nun fast allen Lebensbereichen geführt hat. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.6</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zur Frage, inwiefern bei </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">seiner Beurteilung </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">einer vollständigen Arbeits</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">unfähigkeit </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">die mehrwöchigen Aufenthalte bezie</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">hungsweise Reisen der Ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sicherten (Thailand, Südfrankreich, Indien) berück</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">sichtigt </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">seien </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">beziehungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">weise wie es möglich</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> sei</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, dass eine Person seit April 2011 an einer schwerst</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gradigen Angststörung leide und gleichzeitig Reisen in fremde Kulturkreise, die auch von nicht beeinträchtigten Personen mitunter als durch</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">aus herausfordernd </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">geschil</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">dert würden, unternehmen könne, äusserte er sich folgendermassen (S. 11 f.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> Ziff. 6a). </span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">Zuerst ist hier festzuhalten, dass strukturelle Störungen in der ICD-10 kaum direkt abgebildet werden können. Sich in Kindheit und Jugend manifestierende Störungen der Persönlichkeitsentwicklung werden unter dem Kapitel F6, Persönlichkeitsstörungen codiert. Weil das Funktionsniveau der Klientin bis zur Dekompensation hoch bis sehr </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">hoch war, kann hier keine Persönlichk</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">eits</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">störung diagnostiziert werden. Dennoch handelt es sich de facto um eine Störung aus dem Persönlichkeitsbereich. Durch die funktionierenden Bewäl</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">tigungs</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">mechanismen wurde die Störung aber erst beim aktuellen Ereignis manifest. Dies kann in der ICD-10 nicht direkt codiert werden. Deshalb ist gleichsam eine Übersetzung der Diagnose notwendig. Wie ich schon im Gut</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">achten geschrieben habe, ist das Leitsymptom Angst. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen betone ich erneut, dass sich diese Angst nicht in allen Lebensbereichen gleich zeigt. Die Angst und ihre Begleiterscheinungen, welche ebenfalls schwierig zu codieren sind, nämlich kognitive Blockaden, affektive Überschwemmung, Orientierungs- und Ratlosigkeit, müssten deshalb als nicht näher bezeichnete Angststörung ICD-10 F41.9 codiert werden. Ich habe aus</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">drücklich keine generalisierte</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">Angststörung diagnostiziert, weil die Kriterien dafür nicht erfüllt sind. Dies bedeutet, dass die Angst eben nicht in allen Situationen gleich stark auftritt. </span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">Die aktuellen dysfunktionalen Bewältigungsversuche der Klientin bestehen eben darin, sich möglichst weit (psychisch wie physisch) von der Bedrohung, welche diese Angstattacken auslöst, zu entfernen. Im inneren Erleben der Klientin verkörpert nur schon der Gedanke an Arbeit mit der Möglichkeit erneuter Entwertung ein angsteinflössendes, unüberwindbares Hindernis. Die Klientin fühlt sich nicht in der Lage, sich diesem Umstand in einem therapeutischen Setting zu stellen. Wie oben erwähnt, ist dies dysfunktional, ebenso ist der Versuch, sich Erleichterung zu verschaffen durch weite Reisen, letztlich dysfunktional. Dies ist aber dennoch möglich, weil sich die Klientin -wenn auch vergeblich - sich davon „Heilung" erhofft. Wie oben ausführlich erläutert, handelt es sich nicht um eine generalisierte</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">Angststörung. Die Krankheit wurde ausgelöst dadurch, dass das Mobbing am Arbeitsplatz den zentralen Bewältigungsmechanismus, nämlich die Regulierung des Selbstwertes durch sehr gute bis hervorragende Leistungen am Arbeitsplatz mit der entsprechenden Anerkennung, zerstört hat. Im inneren Erleben der Klientin ist das die grösste Niederlage und die grösste Bedrohung. Wie schon die Therapeuten berichten, findet nur schon beim Sprechen über Arbeit eine psychische Dekompensation statt. Daraus kann nicht abgeleitet werden, dass sich die Klientin nicht an Orte zurückziehen kann, wo sie sich von diesem Druck und diesen Gedanken befreit fühlt, auch wenn diese Orte in fernen Ländern liegen. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.7</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zur Frage, warum </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">aus dem Verlust der Handlungsfähigkeit in Momenten der un</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">kontrollierbaren Überschwemmung mit negativen Gefühlen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jede denkbare Tätigkeit</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> folge, äusserte er sich fol</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">gendermassen (S. 12 Ziff. 6b): </span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">Weil aktuell regelhaft und unüberwindbar</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">jede Konfrontation mit der Anforderung, sich in einem beruflichen Umfeld beweisen zu müssen, zur Dekompensation führt. Die Klientin ist in diesen Momenten nicht mehr in Kontrolle. Ihre Regulationsfähigkeit ist</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"> weg. Sie kann ihr inneres Erle</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">ben nicht mehr</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">abgleichen mit der existierenden Realität. Sie ist überschwemmt und nicht mehr handlungsfähig. Es besteht kein begründeter Zweifel daran, dass sie in diesem Zustand nicht arbeiten kann. Das ist nicht eine Interpretation oder emotionsgeladene Schilderung, das ist ein Befund. Dieser Befund ist mehrfach beobachtet worden, der Auslöser</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell"> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell">- nämlich Ansprechen des Themas Arbeit - ist bekannt. Dieser Befund ist reproduzierbar und deshalb valide. Es gibt keine Hinweise dafür, dass dieser Zustand sich in der jetzigen Situation ändern würde. Denkbar wäre bei dieser Klientin eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit. Dies ist jedoch m.E. wegen Gefahr der Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus medizinischer Sicht unzumutbar. Umso notwendiger ist eine therapeutische Behandlung. Ohne eine solche besteht die grosse Gefahr bleibender Invalidität. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">4.8</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Am 7. April 2017 nahm Dr. med. C.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, zu den Ausführungen des Gutachters noch einmal Stellung (Urk. 42). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Sie führte unter anderem aus, es fehlten folgende, in einem Gutachten unent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">behrliche Angaben, wie (S. 4 Mitte):</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">Familienanamnese</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">Wohnverhältnisse</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">finanzielle Verhältnisse</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">Beziehungsnetz / -gestaltung</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">Freizeit / Hobbies</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">Tagesablauf</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">Ressourcen / Stärken</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">krankheitsspezifische Faktoren (Aggravation, Selbstlimitierung)</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">Belastungsprofil</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">- </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungAufzhlung Diagnose1">medizinische Massnahmen</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Der Gutachter interpretiere Aussagen der Versicherten, die offenbar während der Begutachtung nicht diskutiert worden seien, aus seiner Sicht der Dinge, was zum Teil sehr spekulativ sei. Die Diagnosen seien so auch nicht klar nachzuvollziehen (S. 4 unten).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Beschwerdegegnerin beantragte, auf das eingeholte Gutachten sei aus näher dargelegten Gründen nicht abzustellen (Urk. 23 S. 3 oben). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Dies ist nicht ganz unverständlich. So wurden namentlich in der Stellungnahme seitens des RAD (vorstehend E. 4.1) einige Kritikpunkte benannt, die nachvollzogen werden können. Dies betrifft die Feststellung, der Gutachter scheine die Fakten aus der Lebensgeschichte eher selektiv - mit Blick auf deren Eignung, die gestellte Diagnose zu belegen - anzuführen; auch seitens des Gerichts musste der Gutachter gebeten werden, die Kriterien seines offensichtlich selektiv gehaltenen Aktenauszug zu erläutern. In der Tat erscheint im Vergleich zur Deutung des Gutachters, biografisch liessen sich zahlreiche (und - so der erweckte Eindruck - ausschliesslich) angstbesetzte Erlebnisse und damit belastende Elemente benennen, die vom RAD-Arzt vorgenommene, entgegengesetzte Würdigung von mindestens ebenbürtiger Plausibilität. Gleiches gilt für die Frage, ob die nach dem Arbeitskonflikt unternommenen Reisen als Flucht-Reaktion und pathologisches Vermeidungsverhalten die Beurteilung durch den Gutachter bestätigten, oder ob sie nicht eher auf ein ausserhalb der Erwerbssphäre unter Beweis gestelltes beachtliches positives Funktionsniveaus schliessen lassen. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Zutreffend ist die Kritik, im Gutachten fehlten detaillierte Angaben zum Tagesablauf, wie der integral zitierte Abschnitt (vorstehend E. 3.4) belegt. Diesbezüglich erscheint insbesondere bemerkenswert, dass der Gutachter an dieser Stelle anstelle von substantiellen Angaben zu den im Titel des Abschnitts genannten Bereichen davon berichtete, er habe die Versicherte auf das - später diagnostisch dominierende - Thema der Angst angesprochen, sie selber habe entsprechende Empfindungen im ersten Anlauf verneint. Dies ist um den Hinweis des Gutachters selber zu ergänzen, dass in den vorangegangen Beurteilungen Angst kein Thema gewesen sei, was er allerdings als kaum nachvollziehbar erachtete (vorstehend E. 3.7). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Nur teilweise zutreffend ist die Auflistung der von der RAD-Ärztin als fehlend monierten Angaben (vorstehend E. 4.8). Zu einzelnen der von ihr erwähnten Elemente finden sich im Gutachten durchaus Angaben, wenn auch zumeist nicht entsprechend rubriziert, sondern unter anderen Titeln oder gleichsam en passant bemerkt und in diesem Sinne nur indirekt abgehandelt. Dies gilt für die Familienanamnese, die Beziehungsfrage, Freizeit/Hobbies sowie medizinische Massnahmen. Zu den anderen genannten Aspekten allerdings ist das Gutachten tatsächlich unergiebig.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Kritik, die Diagnosen seien nicht klar nachvollziehbar (vorstehend E. 4.8), knüpft an die Ausführungen des Gutachters an, angesichts des bis zur Dekompensation hohen bis sehr hohen Funktionsniveaus könne keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden, und dennoch handle es sich „de facto um eine Störung aus dem Persönlichkeitsbereich“, die aber in der ICD-10 „nicht direkt“ codiert werden könne, weshalb „gleichsam eine Übersetzung“ der Diagnose notwendig sei (vorstehend E. 4.6). Eine solche Betrachtungsweise ist in der Tat zumindest unkonventionell. Festzuhalten bleibt immerhin die klare Aussage im Gutachten selber, es seien keine somatoforme Schmerzstörung, keine Persönlichkeitsstörung und keine perinatale hypoxische Hirnschädigung zu diagnostizieren (vorstehend E. 3.7), sowie die Bestätigung, das Verwerfen der früheren Diagnosen eines Verdachts auf kombinierte Persönlichkeitsstörung und einer atypischen Depression sei zutreffend (vorstehend E. 4.4). Übereinstimmung auch im Zeitverlauf besteht sodann bezüglich der schon 2012 von behandelnder Seite (vorstehend E. 2.1) diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode (vorstehend E. 3.6). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Seitens des RAD nicht angesprochen, aber als zumindest befremdlich bleibt zu erwähnen, dass der Gutachter unter anderem ausführte, denkbar wäre eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (vorstehend E. 4.7), geht es dabei doch um die Abklärung von </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">auf Erkrankungen des Bewegungsapparates zurückzuführende</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">n </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Leistungseinschränkungen </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2017 vom 27. März 2017 E. 3.2), was vorliegend angesichts einer ausschliesslich psychiatrischen Problematik mit Sicherheit nicht indiziert ist. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Wenn also durchaus gewisse Zweifel an der Verwendbarkeit des eingeholten Gutachtens zwar nachvollziehbar sind, so bedeutet dies jedoch, anderes als von der Beschwerdegegnerin beantragt (Urk. 23 S. 3 oben), nicht ohne weiteres, dass ein weiteres Gutachten einzuholen sei. Auch der die Beschwerdegegnerin und das Gericht verpflichtende Untersuchungsgrundsatz (vorstehend E. 2.2) gilt nicht schrankenlos. Sollten die pflichtgemäss getätigten zusätzlichen Abklärungen zur Erkenntnis führen, dass sich auch aus ihnen keine hinreichenden rechtsgenüglichen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer versicherungsrelevanten Beeinträchtigung ergäben, so hätte es - so jedenfalls die einschlägige Rechtsprechung (vorstehend E. 1.2) - damit sein Bewenden zu haben.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Vor diesem Hintergrund ist somit zu prüfen, wie es sich mit dem im Verfügungszeitpunkt (August 2013) geklagten Gesundheitsschaden im Lichte aller verfügbaren Beurteilungselemente verhält.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Versicherte geriet im Alter von rund 51 Jahren in einen Konflikt am Arbeitsplatz, an dem sie seit 12 Jahren tätig gewesen war. In der Folge war sie krankgeschrieben und begab sich im April 2011 in psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung, die sie 2013 wieder beendete (vorstehend E. 3.2). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Bis zum Arbeitsplatzkonflikt waren - so der Gutachter - die Ressourcen der Versicherten sehr hoch (vorstehend E. 3.5), sie bewegte sich über Jahrzehnte auf hohem kognitivem Niveau ohne jedwelche Auffälligkeit (vorstehend E. 3.7 am Ende), hatte ein hohes Funktionsniveau (vorstehend E. 4.2), ihr Funktionsniveau war bis zum Arbeitsplatzkonflikt hoch bis sehr hoch (vorstehend E. 4.6).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Auf den Arbeitskonflikt habe sie - so der Gutachter - mit einem klassischen Vermeidungsverhalten reagiert, wozu auch die Reisen nach Thailand und Indien zählten, und in der Entwicklung sei es zu zunehmenden funktionellen Einschränkungen gekommen (vorstehend E. 3.5). Es handle sich um einen dysfunktionalen Bewältigungsversuch; dieser habe 2012 noch nicht das ganze Leben der Klientin bestimmt, sie sei noch in der Lage gewesen, ihre dysfunktionalen Ersatz-Bewältigungsmuster - </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Ablenkung, Aufenthalte in der Natur, Treffen mit Freundinnen und auch Reisen an Orte, die möglichst weit weg sind von all dem Druck und der Angst</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> - auszuüben. Die funktionellen Einschränkungen hätten sich vor allem zu Beginn nicht in allen Bereichen des Lebens gleich stark gezeigt (vorstehend E. 4.5). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Der dysfunktionale Bewältigungsversuch des Zusammenbruchs nach dem Arbeitsplatzkonflikt bestehe darin, „möglichst </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">nur schon jeden Gedanken an Arbeit zu vermeiden</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">“. Schon im Rahmen der Behandlung (2011/2012) habe sich „bereits beim Thematisieren von Arbeit“ das Vollbild der Beeinträchtigung gezeigt (vorstehend E. 4.5). Es handle sich um eine schwerstgradige Angststörung, eine pathologische, extreme, existentielle Angst (vorstehend E. 3.5). Zwischenzeitlich habe sich eine „initiale Angst vor allem, was mit Arbeit zu tun hat“, auf viele Bereiche des Lebens ausgeweitet (vorstehend E. 3.6). Die Angststörung werde </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">„nur schon beim Gedanken an jegliche Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt aktiviert“ </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">(vorstehend E. 3.7). Im inneren Erleben der Klientin verkörpere nur schon der Gedanke an Arbeit ein angsteinflössendes, unüberwindbares Hindernis (vorstehend E. 4.6). </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.4</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die relevante Störung ist gemäss der wiederholten und übereinstimmenden Charakterisierung durch den Gutachter eine Aversion ausschliesslich gegen Erwerbsarbeit. Dies führt zur folgenden, zentralen Frage:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Kann die dysfunktionale Bewältigung - Fehlverarbeitung - eines Arbeitsplatzkonflikts, die sich als eine Aversion ausschliesslich gegen Erwerbsarbeit bei in den anderen Lebensbereichen intaktem Funktionsniveau manifestiert, eine versicherungsrelevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit begründen?</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Frage darf und muss hier so gestellt werden, weil belegt ist, dass sich die Einschränkung im massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (August 2013) genau und ausschliesslich auf diesen Ausschnitt aus dem gesamten Tätigkeitsspektrum bezogen hat. Die vom Gutachter konstatierte spätere Ausweitung auf andere Lebensbereiche ist, als blosse Folgeerscheinung und Reflexwirkung, für den strittigen Anspruch im massgebenden Zeitpunkt nicht von Belang.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Frage ist im gegebenen Kontext klar zu verneinen. Dies insbesondere, weil zwei qualifizierende Elemente - die auch in der Beurteilung der Anspruchsrelevanz depressiver Störungen Beachtung finden (vgl. </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">140 V 193 E. 3.3</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">, 137 V 64 E. 5.2) - dies bestätigen, nämlich die prinzipielle Behandelbarkeit der Beeinträchtigung und deren effektiv unternommene (oder eben eingestellte) Behandlung: Die nach dem Arbeitsplatzkonflikt aufgetretenen Beeinträchtigungen wurden als behandelbar eingestuft, dies sowohl 2012 von behandelnder Seite, indem ein mittel- oder langfristiges Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit angenommen wurde (vorstehend E. 2.1), als auch vom Gutachter, der gar die Notwendigkeit einer Behandlung unterstrich (vorstehend E. 3.7). Die entsprechenden Behandlungsoptionen wurden sodann nicht ausgeschöpft. Die Versicherte hat die ursprünglich aufgenommene Therapie 2013 aufgegeben, weil sie den Eindruck gewonnen hatte, dass diese sie mehr belaste als ihr gut tue. Dass der Therapeut mit dem Abbruch einverstanden gewesen sei, ändert nichts daran, dass damit die therapeutischen Anstrengungen beendet waren. Spätere ambulante oder gar stationäre Behandlungsversuche sind weder aus den Akten ersichtlich noch von irgendeiner Seite erwähnt worden.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">5.5</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Somit steht fest: Vorliegend vermag die als Fehlverarbeitung eines Arbeits</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">konflikts aufgetretene Aversion ausschliesslich gegen Erwerbsarbeit - die als behandlungswürdig und behandelbar eingestuft, in der Folge jedoch nicht adäquat beziehungsweise nicht genügend nachhaltig behandelt wurde - keine versicherungsrelevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Damit ist die Frage der anspruchsrelevanten Arbeitsfähigkeit beantwortet und von weiteren Abklärungen sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten (vgl. BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Mithin erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerden führt. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">6.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">6.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">bis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"> des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf Fr. 1‘000.-- festzusetzen und ausgangsgemäss je hälftig den Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">6.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Gemäss verbindlicher Feststellung war der Sachverhalt ungenügend abgeklärt (vorstehend E. 2.2). Das hiesige Gericht stützte sich den Sachverhalt betreffend auf die Akten der Beschwerdegegnerin. Demnach waren deren Abklärungen ungenügend und dafür ausschlaggebend, dass ein Gerichtsgutachten einzuholen war. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend">Somit sind die Kosten für das Gutachten vom 22. Juli 2016 von Fr. 7‘660.-- (Urk. 20) und für die ergänzende Stellungnahme vom 14. Februar 2017 von Fr. 791.40 (Urk. 38), resultierend in einem Total von Fr. 8‘451.30, von der Beschwerdegegnerin dem Gericht zurückzuerstatten. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Das Gericht erkennt:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Beschwerde</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend"> wird abgewiesen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die Gerichtskosten von Fr. </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">1‘000</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">.-- werden </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">den Beschwerdeführerinnen je zur Hälfte</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend"> auferlegt.</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend"> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Rechnung und Einzahlungsschein werden </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">den </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die Beschwerdegegnerin wird</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend"> verpflichtet, </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">der Gerichtskasse die Gutachtenskosten von total </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Fr. </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">8'541.40</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend"> zurückzuerstatten</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">4.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Rechtsanwältin Barbara Laur</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Sozialversicherungen</span></p><p class="Normal Dispotext DispoEinzug"><span class="Normal Dispotext DispoEinzug">sowie an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Gerichtskasse</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">5.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><br/></p><p></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>MosimannTiefenbacher</p></div> </div></body></html>