B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6253/2017 U r t e i l v o m 3 . M a i 2 0 1 9 Besetzung Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), Richterin Daniela Brüschweiler, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. Parteien A._______, geboren am (…), Somalia, vertreten durch MLaw Angela John, Brack & Partner AG, (…) Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Erlöschen vorläufige Aufnahme (Asyl); Verfügung des SEM vom 4. Oktober 2017 / N (…). D-6253/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Verfügung vom 25. Mai 2011 lehnte das damalige Bundesamt für Mig- ration (BFM, heute: SEM) das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und wies ihn aus der Schweiz weg. Gleichzeitig wurde der Vollzug der Wegwei- sung wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben. Diese Verfügung erwuchs unange- fochten in Rechtskraft. B. Am 11. Mai 2015 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um Ausstellung eines schweizerischen Reisedokuments mit der Begründung, er wolle nach B._______ reisen, um dort zu heiraten . Das SEM hiess d as Gesuch am 17. Juli 2015 gut. Anlässlich d er Grenzkontrolle bei der Einreise des Be- schwerdeführers am Flughafen C._______ vom 25. September 2015 wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer mit dem erhaltenen Reise- dokument am 29. August 2015 von C._______ aus via D._______ nach Mogadischu gereist war, von wo er am 25. September 2015 zurückkehrte. C. Am 11. Juli 2016 stellte der Beschwerdeführer erneut ein Gesuch um Aus- stellung eines schweizerischen Reisedokuments, wobei er als Grund an- gab, nach E._______ reisen zu wollen, um seine Freundin zu besuch en. Das SEM hiess das Gesuch am 12. August 2016 gut. D. Am 20. November 2016 wurde der Beschwerdeführer bei der Einreise von F._______ herkommend kontrolliert. Aufgrund der mitgeführten Unterlagen zeigte sich, dass er am 23. Oktober 2016 von G._______ aus üb er D._______ erneut nach Mogadischu und am 19. November 2016 zurück nach G._______ geflogen war. Das anlässlich der Kontrolle erstellte Pro- tokoll enthielt den Vermerk, der Beschwerdeführer habe angegeben, in So- malia Urlaub gemacht zu haben. Dem Protokoll lagen zwei Fotos bei, die auf dem Mobiltelefon des Beschwerdeführers gefunden worden waren, wo- bei er auf einem der Fotos mit einem anderen Mann am Strand und auf dem anderen mit drei Kindern in einem Zimmer zu sehen war. E. Mit Schreiben vom 10. März 2017 gewährte das SEM dem Beschwerde- führer das rechtliche Gehör zur geplanten Feststellung des Erlöschens der D-6253/2017 Seite 3 vorläufigen Aufnahme nach Art. 84 Abs. 4 AIG ( Ausländer- und Integrati- onsgesetz, damals: AuG), weil er zwei Mal ohne eine entsprechende Be- willigung in seinen Heimatstaat zurückgereist sei. F. In seiner Stellungnahme vom 22. Mai 2017 machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, wegen familiärer Zwischenfälle nach Moga- dischu gereist zu sein. Die Aussagen im Protokoll der Grenzpolizei würden nicht stimmen. Er habe am 22. August 2015 von seiner Schwester erfah- ren, dass sich seine (…) seit mehreren Tagen in ärztlicher Behandlung be- funden und sich ihr Gesundheitszustand nicht gebessert habe. Er sei von der Schwester aufgefordert worden, so schnell wie möglich nach Somalia zu reisen. Die Familie sei auf seine Hilfe sowie auf das nötige Geld für den Spitalaufenthalt angewiesen gewesen. Noch am selben Tag habe er sein ursprüngliches Flugticket umgebucht. Während seines Aufenthalts in Mog- adischu habe er sich um seine (…) sowie um seine ganze Familie geküm- mert, indem er das Krankenhaus bezahlt und das Essen finanziert habe. Seine (…) sei am 16. September 2015 an den Folgen ihrer Krankheit ge- storben. In den darauffolgenden Tagen habe er die Beerdigung und die ze- remonielle Trauerfeier organisiert und bezahlt. Unmittelbar danach sei er am 25. September 2015 in die Schweiz zurückgekehrt. Ein Jahr später habe er dann erfahren, dass seine (…) schwer erkrankt sei. Er sei wiede- rum kurzfristig gezwungen gewesen, den Besuch bei seiner Freundin in E._______ abzusagen, um am 23. Oktober 2016 wieder nach Mogadischu zu reisen. Seine (…) habe am 26. Oktober 2016 ins Krankenhaus einge- liefert werden müssen. Er sei deshalb wiederum für die Kosten des Kran- kenhausaufenthalts aufgekommen, habe das Essen finanziert sowie sich um das Haus und die Schwester gekümmert. Seine (…) habe schliesslich am 14. November 2016 aus dem Krankenhaus entlassen werden können. Da sowohl er wie auch die italienischsprachigen Beamten der Grenzpolizei nur mit Mühe Deutsch hätten sprechen können, seien die Aussagen im Protokoll der Grenzpolizei zu relativieren. Hätte er die Beamten richtig ver- standen, hätte er selbstverständlich erläutert, aufgrund der gesundheitli- chen Probleme der (…) in Mogadischu gewesen zu sein. Auch die dem Bericht der Grenzpolizei beiliegenden Fotos würden nicht für eine Urlaubs- reise sprechen. Er habe einen Krankenpfleger, der in einem Haus in der Nähe des Strandes wohne, besucht, wobei das Foto entstanden sei. An- sonsten habe er die Zeit im Spital oder zu Hause verbracht. Das andere Foto sei im Hause der Familie mit den Nachbarskindern entstanden. Zu keinem Zeitpunkt habe er die Schweiz definitiv verlassen wollen. Seine Fa- milie sei auf sich alleine gestellt gewesen und er habe als einzige Person D-6253/2017 Seite 4 helfen können. Er habe es als seine Pflicht angesehen, seine Familie zu unterstützen und er sei sofort wieder in die Schweiz gereist, als seine Hilfe nicht mehr benötigt worden sei. Auch die prekäre Sicherheitslage in Soma- lia spreche für sein Schutzbedürfnis. Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass er seit fast zehn Jahren in der Schweiz lebe und bestens integriert sei. Eine Wiedereingliederung in Somalia könne ihm nicht zugemutet wer- den. G. Mit Verfügung vom 4. Oktob er 2017 (eröffnet am 5. Oktober 2017) stellte das SEM fest, dass die mit Verfügung vom 25. Mai 2015 (recte: 25. Mai 2011) angeordnete vorläufige Aufnahme erloschen sei. H. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 6. Novem- ber 2017 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, festzustellen, dass der Weg- weisungsvollzug nach wie vor unzumutbar sei , und die Vorinstanz anzu- weisen, den Aufenthalt weiterhin nach den Bestimmungen über die vorläu- fige Aufnahme zu regeln. Eventualiter sei die Sache zur erneuten Beurtei- lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Beschwerdeführer reichte folgende Beweismittel ein: ein Schreiben des Krankenhauses H._______ in Mogadischu vom 16. September 2015, ein Schreiben des Krankenhauses I._______ in Mogadischu vom 14. No- vember 2016, einen Ausdruck der Webseite des Krankenhauses I._______ vom 6. November 2017, Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vom 4. Novem- ber 2017, einen Artikel der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 16. Okto- ber 2017, einen Artikel der Zeit Online vom 15. Oktober 2017, ein Arbeits- zeugnis der (…) vom 21. September 2016, einen Arbeitsvertrag mit der (…) vom 10. Mai 2016, ein Zwischenzeugnis der (…) vom 20. Februar 2017 so- wie ein Referenzschreiben der (…) vom 20. Februar 2017. I. Mit Schreiben vom 8. November 2017 bestätigte das Bundesverwaltungs- gericht den Eingang der Beschwerde. D-6253/2017 Seite 5 J. Mit Zwischenverfügung vom 14. November 2017 erhob der Instruktions- richter einen Kostenvorschuss, welcher 17. November 2017 fristgerecht geleistet wurde. K. Mit Zwischenverfügung vom 21. Dezember 2017 lud der Instruktionsrichter die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. L. Mit Vernehmlassung vom 3. Januar 2018 äusserte sich das SEM zur Be- schwerde. Der Beschwerdeführer verzichtete darauf, eine Replik einzu- reichen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer- den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Be- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwal- tungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme i m Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich des Ausländerrechts betreffend Erlöschen der vorläufigen Auf- nahme endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 3 BGG). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist – vor- behältlich der E. 8.3 – einzutreten (Art. 50 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Am 1. Januar 2019 wurde zudem das Ausländergesetz vom 16. Dezem- ber 2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Gesetzesartikel (Art. 84 Abs. 1–5) ist unverändert vom AuG ins AIG über- nommen worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue Gesetzesbe- zeichnung verwenden wird. D-6253/2017 Seite 6 3. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 4. Bei Beschwerden gegen Verfügungen des SEM betreffend Feststellung des Erlöschens der vorläufigen Aufnahme ist lediglich zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht das Bestehen eines Erlöschenstatbestandes im Sinne von Art. 84 Abs. 4 AIG festgestellt hat. Sofern das Gericht den vorinstanz- lichen Feststellungsentscheid als unrechtmässig erachtet, hebt es die an- gefochtene Verfügung auf, womit die vorläufige Aufnahme weiterhin Be- stand hat. 5. Insoweit der Beschwerdeführer rügt, dass sich die angefochte ne Verfü- gung der Vorinstanz auf eine Verfügung vom 25. Mai 2015 beziehe, die gar nicht existiere, ist festzuhalten, dass es sich dabei offensichtlich um einen Kanzleifehler handelt, wie auch die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung eingestanden hat. Trotz dieses Fehlers ist aber unzweifelhaft, dass vorlie- gend die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers gemeint ist. Ohne- hin hat das Datum der Anordnung der vorläufigen Aufnahme, wie die Vor- instanz zu Recht bemerkt, auf den Sachverhalt, der zu deren Erlöschen geführt hat, keinen Einfluss. 6. Gemäss Art. 84 Abs. 4 AIG erlischt die vorläufige Aufnahme mit der defini- tiven Ausreise, bei einem nicht bewilligten Auslandaufenthalt von mehr als zwei Monaten oder bei Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung. Art. 26a VVWA (Verordnung über den Vollzug der Weg - und Ausweisung sowie der Lan- desverweisung von ausländischen Personen, SR 142.281) präzisiert, wann eine Ausreise als definitiv zu qualifizieren ist. Gemäss Bst. d dieser Bestimmung gilt eine Ausreise insbesondere dann als definitiv, wenn sich die vorläufig aufgenommene Person ohne ein Rückreisevisum – gemäss Art. 7 der Verordnung vom 27. Oktober 2004 über die Ausstellung von Rei- sedokumenten für ausländische Personen (RDV) – ohne Pass für eine aus- ländische Person nach Art. 4 Abs. 4 RDV in ihren Heimat- oder Herkunfts- staat zurückgekehrt ist (Art. 26a Bst. d VVWA). D-6253/2017 Seite 7 7. 7.1 Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte das SEM an, dass der Beschwerdeführer gemäss dem Bericht der Grenzpolizei bei der Kontrolle anlässlich seiner Rüc kkehr in die Schweiz angegeben habe, er sei nach Somalia gereist, um dort seine Ferien zu verbringen. Es gebe kei- nen Grund, um am Inhalt des Protokolls zu zweifeln. Selbst wenn es zwi- schen ihm und den Beamten der Grenzpolizei Verständigungsprobleme gegeben haben sollte und seine Aussagen nicht wortwörtlich wiedergege- ben worden seien, bleibe festzuhalten, dass er weder seine (…) noch an- dere Familienangehörige erwähnt habe. Diese seien auch nicht in den bei- gelegten Fotos zu sehen. Beides erstaune angesichts der im Rahmen des rechtlichen Gehörs geltend gemachten Gründe für seine Heimatreisen, na- mentlich die Erkrankung der (…). Die eingereichten ärztlichen Berichte ver- möchten seine Aussagen nicht zu belegen, zumal ihnen kein Beweiswert zugesprochen werden könne. Andere Dokumente, denen ein erhöhter Be- weiswert zukäme, wie etwa Nachweis seiner ursprünglich gebuchten Flüge, habe er nicht eingereicht. An den Angaben betreffend die Reise- gründe sei zudem nicht nur aufgrund seiner im Protokoll der Grenzpolizei vermerkten Aussagen zu zweifeln, sondern auch aufgrund seiner Aussa- gen im Rahmen seines Gesuches um Ausstellung eines Passe für auslän- dische Personen im Jahr 2014. Er habe anlässlich dieses Gesuches ange- geben, seine Familie in I._______ besuchen zu wollen. Im Rahmen seines Asylverfahrens habe er aber bei der Befragung zur Person (BzP) vom 13. Januar 2009 angegeben, sein (…) sei 2011 gestorben und seine (…) lebe in Somalia. Zudem habe er im vorliegenden Verfahren geltend gemacht, er sei der Einzige, der seine Familie habe unterstützen können, wohingegen er in der BzP angegeben habe, über zwei Brüder und vier Schwestern zu verfügen. Aufgrund der Akten sei folglich anzunehmen, dass der Be- schwerdeführer – wenn nicht mehrmals – zumindest bei seinem letzten Aufenthalt Urlaub in Somalia gemacht habe. Er sei zudem mindestens zwei Jahre hintereinander dorthin gereist ohne glaubhaft darlegen zu k önnen, aus einem äusseren Zwang beziehungsweise aufgrund einer familiären Notsituation gehandelt zu haben. Daraus ergebe sich, dass er freiwillig dorthin gereist und sich freiwillig dort aufgehalten habe und somit den Schutz der Schweiz nicht mehr benötige. Vor diesem Hintergrund seit der Tatbestand von Art. 84 Abs. 4 AIG i.V.m. Art. 26a VVWA als erfüllt zu be- trachten und die in Art. 84 Abs. 4 AIG vorgesehene gesetzliche Rechtsfolge eintreten zu lassen. D-6253/2017 Seite 8 7.2 Der Beschwerdeführer rügt im seiner Beschwerde zunächst, dass der Begründung der Vorinstanz, wonach er zumindest bei seinem letzten Auf- enthalt in Somalia Ferien gemacht habe und bei beiden Reisen ohne äus- sern Zwang gehandelt habe, mithin freiwillig nach Mogadischu gereist sei, und somit den Schutz der Schweiz nicht mehr benötige, nicht gefolgt wer- den könne. Er habe in keiner Weise zu erkennen gegeben, dass er auf den Schutz der Schweiz verzichtet habe. Beide Reise n seien aufgrund eines unerwarteten familiären Zwischenfalls erforderlich gewesen. Die Aussage im Protokoll der Grenzpolizei vom 20. November 2016, wonach er in So- malia Urlaub gemacht habe, sei nicht korrekt. Da die italienischsprachigen Beamten der Grenzpolizei nur mit Mühe Deutsch gesprochen hätten und auch er Verständigungsprobleme in der deutschen Sprache gehabt habe, sei es anlässlich der Befragung zu schweren Verständigungsproblemen gekommen. Und auch als die Beamten der Grenzpolizei sein Mobiltelefon durchsucht und die dem Protokoll beigelegten Fotos gesehen hätten, seien sie sofort von der Annahme ausgegangen, er habe in Somalia Ferien ge- macht, worauf sie dies entsprechend im Protokoll vermerkt hätten. Diese Umstände widersprächen einer genauen und sorgfältigen Befragung, da er die entsprechenden Fragestellungen nicht verstanden h abe. Andernfalls hätte er sofort richtig gestellt, dass er aufgrund der gesundheitlichen Prob- leme seiner (…) in Somalia gewesen sei. Mit dem Ausdruck „Urlaub“ habe der Beschwerdeführer vielmehr ganz allgemein die Reise ins Ausland, un- abhängig vom Grund, verstanden. Auch die dem Protokoll beigelegten Fo- tos sprächen nicht für einen Ferienaufenthalt seinerseits. So sei das eine Foto zusammen mit den Nachbarskindern entstanden, da sich seine (…) und Schwester das Haus mit einer Nachbarsfamilie teilen würden. Auf dem anderen Foto sei er mit einem Pfleger des Krankenhauses I._______ zu sehen, der ihn zur Ablenkung an d en Strand mitgenommen habe. Wenn die Vorinstanz ihm vorwerfe, dass auf seinem Mobiltelefon keine Fotos sei- ner (…) oder von anderen Familienangehörigen gefunden worden seien, verkenne sie, dass es nicht nur selbstverständlich, sondern schon fast an- standshalber geboten sei, bei schweren Erkrankungen engster Familien- mitglieder keine Fotos der Leidtragenden zu machen. Was die Arztberichte angehe, denen die Vorinstanz jeglichen Beweiswert abspreche, so sei zu beachten, dass es sich um offizielle Arztberichte vo n den zuständigen Chefärzten handle. Das Krankenhaus I._______ werde ausserdem von der Regierung Somalias als einziges nationales Krankenhaus empfohlen. Ein Dokument mit höherem Beweiswert lasse sich in Somalia sicher nicht be- schaffen. Zu den Zweifel an de n Reisegründen aufgrund von sich angeb- lich widersprechenden Aussagen zu Familienverhältnissen in der Vergan- genheit sei Folgendes festzuhalten: Es sei korrekt das sein (…) verstorben D-6253/2017 Seite 9 sei. Währen er in der BzP irrtümlicherweise angegeben habe, sein (…) sei 2001 gestorben, habe er dies in der Anhörung sofort richtig gestellt und stattdessen angegeben sein (…) sei 2005 bei einem Granatenanschlag ums Leben gekommen. Von 2011 sei aber nie die Rede gewesen und er habe seit der Anhörung auch nie etwas anderes behau ptet, womit die vo- rinstanzlichen Feststellungen seinen wahrheitsgetreuen, protokollierten Aussagen widersprechen würden. Zudem sei der Ausdruck „Familie/Eltern“ unglücklich gewählt gewesen. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass damit auch der (…) hätte gemei nt sein können. Mit dem Ausdruck habe er schlicht seine (…), seine (…) und die übrigen Verwandten bezeichnet. Auch hier wiederum seien die sprachlichen Barrieren offensichtlich. Wenn die Vorinstanz anzweifle, dass er der einzige gewesen sei, der seine Fami- lie habe unterstützen können, könne auch ihrer diesbezüglichen Argumen- tation nicht gefolgt werden. Bereits im Vorverfahren habe er dargelegt, dass nur noch seine Schwester J._______ bei der (…) lebe und alle ande- ren Geschwister eine eigene Familie hätten und nicht mehr in Mogadischu und Umgebung wohnen würden. Durch die Gründung einer eigenen Fami- lie hätten die Geschwister, wie in Somalia üblich, den Kontakt zur ursprüng- lichen Familie eingeschränkt beziehungsweise abgebrochen. Auch der (…), welcher die Familie früher unterstützt habe, lebe nicht mehr in Moga- dischu. Seine Familie sei somit auf sich allein gestellt gewesen, als die gesundheitsbedingten Notsituationen eingetreten seien, und er sei der Ein- zige gewesen, der die nötigen finanziellen Mittel gehabt habe, um zu hel- fen. Zuletzt spreche auch die zurzeit prekäre Sicherheitslage in Somalia für sein Schutzbedürfnis und es müsse berücksichtig t werden, dass er seit fast zehn Jahren in der Schweiz lebe und sich immer mehr integriert habe. 7.3 In der Vernehmlass ung führte das SEM aus, dass die Beschwerde- schrift keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, wel- che eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen würde. Insofern der Beschwerdeführer geltend mache, es sei nie die Rede von einem Tod sei- nes (…) im Jahr 2011 gewesen, sei festzuhalten, dass das entsprechende Datum in der angefochtenen Verfügung falsch übernommen worden sei. Das ändere jedoch nichts daran, dass er im Jahr 2014 im Rahmen des Verfahrens um Ausstellung eines Passes für ausländische Personen ange- geben habe, seine Eltern würden in I._______ leben, wohingegen er im Rahmen des Asylverfahrens vorgetragen habe, der (…) sei bereits gestor- ben. Betreffend die eingereichten Arztberichte sei Folgendes festzuhalten: D-6253/2017 Seite 10 Mit seinen zwei Reisen nach Somalia habe der Beschwerdeführer den Tat- bestand von Art. 26a Bst. d VVWA erfüllt, womit die Regelvermutung be- stehe, dass eine definitive Ausreise im Sinne von Art. 84 Abs. 4 AIG vor- liege. Es sei nicht Sache des SEM, die definitive Ausreise zu beweise n. Vielmehr obliege es der betroffenen ausländischen Person, mit geeigneten Beweismitteln den Beweis des Gegenteils zu erbringen und die Vermu- tungsbasis der Regelvermutung umzustossen. Indessen habe der Be- schwerdeführer auch auf Beschwerdeebene keine geeigneten Beweismit- tel eingereicht. 8. 8.1 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer, der über gültige Rückrei- sevisa für B._______ beziehungsweise E._______ verfügte, seine Reisen dorthin nicht antrat und stattdessen nach Mogadischu reiste. Damit ver- fügte er betreffend seiner Reisen nach Somalia nicht über gültige Rückrei- sevisa nach Art. 7 RDV. Auch verfügte der Beschwerdeführer nicht über einen für eine Heimatreise gültigen Pass für ausländische Personen ge- mäss Art. 4 RDV. Dies obschon er vom SEM im Rahmen der gru ndsätzli- chen Bewilligung seiner Gesuche um Ausstellung eines schweizerischen Reisedokumentes sowohl mit Schreiben vom 17. Juli 2015 als auch mit Schreiben vom 12. August 2016 darauf hingewiesen worden war, das Rei- sedokument dürfe nur für diejenige Reise ve rwendet werden, die im Ge- such angegeben worden sei. Gleichzeitig war er in beiden Schreiben da- rauf aufmerksam gemacht worden, dass die vorläufige Aufnahme erlösche, wenn eine vorläufig aufgenommene Person ohne ausdrückliche Bewilli- gung des SEM in ihren Heimat- oder Herkunftsstaat reise. 8.2 Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass es sich beim Erlöschen der vorläufigen Aufnahme um eine vom Gesetz vorgeschriebene Rechts- folge handelt (vgl. SPESCHA/THÜR/ZÜND/BOLZLI/HRUSCHKA, Migrations- recht [Kommentar], 2015, Rz 7 zu Art. 84 AuG). Die Rechtsfolge kann je- doch nur eintreten, wenn eine „definitive Ausreise“ im Sinne von Art. 84 Abs. 4 AIG vorliegt, was zuerst zu klären ist. Nach Sinn und Zweck der Norm müssen vorläufig Aufgenommene (und damit Schutzbedürftige) mi t der freiwilligen, definitiven Ausreise ins Ausland zu verstehen geben, dass sie den Schutz der Schweiz nicht mehr benötigen beziehungsweise ihn nicht mehr beanspruchen (vgl. SPESCHA/THÜR/ZÜND/BOLZLI/HRUSCHKA, a.a.O., Rz 8 zu Art. 84 AuG). Selbst eine (freiwillige) kurzzeitige Rückkehr ins Heimatland ohne Rückreisevisum bedeutet – wenngleich eine Verlet- zung der Reisevorschriften – nicht ausnahmslos den Wegfall des Schutz- bedürfnisses (vgl. SPESCHA/THÜR/ZÜND/BOLZLI/HRUSCHKA, a.a.O., Rz 8 zu D-6253/2017 Seite 11 Art. 84 AuG; RUEDI ILLES, in: Caroni/Gächter/Thurnherr, Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Art. 84 N 19 f.). Das Bundesverwaltungsgericht geht in seiner Praxis zur Anordnung der Verordnungsbestimmung von Art. 26a Bst. d VVWA ebenfalls davon aus, dass eine kurzzeitige Rückkehr ins Heimatland zwar eine Verletzung der Reisevorschriften darstellt, nicht aber zwingend als Wegfall des Schutzbe- dürfnisses zu qualifizieren ist; ob hiervon auszugehen ist, wird unter Be- rücksichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalls beurteilt (vgl. etwa Urteile E -1458/2015 vom 1. Oktober 2015 E. 5.2 f., E -4193/2015 vom 1. September 2015 E. 4.4 oder D-1433/2013 vom 26. April 2013 E. 3.2). 8.3 Im Protokoll der Grenzpolizei ist folgender Satz vermerkt: „Die Person gab an, nach Somalia gereist zu sein, um die Ferien zu verbringen. “ (…). Wie auch die Vorinstanz sieht das Gericht vorliegend keinen Anlass, den wesentlichen Inhalt des Protokolls anzuzweifeln. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer gegenüber der Grenzpolizei wie soeben dargelegt, angegeben hat, er habe in Somalia Ferien verbracht, erstaunt es auch nicht, dass die Beamten die auf dem Mobiltelefon aufgefundenen Fotos unter „2x foto vacanze“ (2x Ferienfoto) protokollierten. Die im vorinstanzli- chen Verfahren und auf Beschwerdeebene vorgebrachten Erklärungen vermögen in dieser Hinsicht nicht zu überzeugen. Es bestehen vorderhand keine Anhaltspunkte, die auf schwere Kommunikationsprobleme während der Befragung durch die Grenzpolizei schliessen liessen. Selbst wenn es indessen Verständigungsprobleme gegeben haben sollte und es sich beim Protokoll der Grenzpolizei nicht um ein Wortprotokoll handelt, ist dennoch in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen, dass der Beschwer- deführer weder seine (…) noch andere Familienangehörige erwähnt hat. Was die Fotos angeht, so mutet es in Übereinstimmung mit der Vorinstanz angesichts der Vorbringen seltsam an, dass weder die (…) noch andere Familienmitglieder darauf zu sehen sind. Der Einwand des Beschwerde- führers, er habe aus Pietätsgründen darauf verzichtet, Fotos von Leidtra- genden zu machen, ist angesichts des Umstandes, dass er vorbrachte, die (…) habe schliesslich aus dem Krankenhaus entlassen werden können, unbehelflich, zumal damit auch nicht die fehlenden Fotos d er übrigen An- gehörigen, wie etwa der Schwester erklärt werden. Sodann hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass die einge- reichten Schreiben der Krankenhäuser nicht geeignet sind, die Vorbringen des Beschwerdeführers zu belegen, da diese lediglich als Farbkopien zu den Akten gereicht wurden. Fotokopien kann jedoch grundsätzlich keine genügende Beweiskraft zugemessen werden, da sie leicht Manipulationen D-6253/2017 Seite 12 ermöglichen. Für den Beschwerdeführer, der geltend gemacht hat, er habe zwei Jahre nacheinander seine ursprünglichen Reisepläne aufgrund eines familiären Zwischenfalls jeweils kurzfristig ändern beziehungsweise absa- gen sowie seine gebuchten Flüge umbuchen müssen (…), wäre es in die- ser Hinsicht jedoch ein leichtes gewesen, aussagekräftigere Beweismittel, wie Belege der ursprünglich gebuchten Reisen beziehungsweise Nach- weise der erfolgten Umbuchungen einzureichen. Dies hat er jedoch auch auf Beschwerdeebene nicht getan. In Bezug auf die erfolgten Reisen nach Somalia fällt sodann Folgendes auf: Betreffend die Reise im Jahr 2015 ist ersichtlich, dass der Beschwerdefüh- rer bereits bei der Buchung der Flüge, am 22. August 2015, den Rückflug für den 25. September 2015 organisierte ( …), und somit zu einem Zeit- punkt an welchem er noch gar nicht wissen konnte, wie sich die angebliche Krankheit seiner (…) entwickeln würde. Dies lässt weitere Zweifel an sei- nen Vorbringen aufkommen. Betreffend die Reise im Jahr 2016 hat der Be- schwerdeführer, als er das Gesuch für das Reisedokument einreichte, ur- sprünglich angegeben, er wolle vom 28. August 2016 bis zum 29. Septem- ber 2016 seine Freundin besuchen ( …). Das entsprechende Dokument wurde jedoch erst am 6. September 2016, nachdem der Beschwerdeführer mutmasslich Ende August 2016 die Rechnung für die Ausstellung b egli- chen hatte, ausgestellt ( ...). Der Beschwerdeführer brachte in der Folge nichts vor, was sein Zuwarten mit dem Antritt der Reise im Falle des ange- gebenen Reisegrundes bis zum 23. Oktober 2016 nachvollziehbar erschei- nen liesse. Wiederum fällt auf, dass der Beschwerdeführer offenbar bereits bei der Buchung der Reise wusste, wann er zurückkehren würde (…). Darüber hinaus erscheint die persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwer- deführers angesichts früherer Angaben im Asylverfahren einerseits sowie solcher im Zusammenhang mit Gesuchen um Ausstellung von Reisedoku- menten andererseits beeinträchtigt. So hat der Beschwerdeführer im Ge- such von 2011 angegeben, er möchte seine Familie in K._______ besu- chen, und im Gesuch von 2014 ausgeführt, der (…) lebe in K._______ und die Eltern lebten in I._______ (…). Gemäss Aussagen des Beschwerde- führers im Asylverfahren sowie auch auf Beschwerdeebene leben jedoch alle anderen Geschwister nach wie vor in Somalia ( …), womit sich die Frage stellt, zu welchem Zweck der Beschwerdeführer dieses Reisedoku- ment schliesslich verwendet hat. Ebenso hat er im Asylverfahren angege- ben, sein (…) sei 2001 (gemäss der Befragung zur Person) beziehungs- weise 2005 (gemäss der Anhörung zu den Asylgründen ) gestorben (…). D-6253/2017 Seite 13 Dass seine (…) in I._______ lebe respektive gelebt habe , hat der Be- schwerdeführer weder im Asylverfahren noch im vorliegenden Verfahren geltend gemacht. Insofern der Beschwerdeführer geltend macht, er befinde sich schon lange in der Schweiz und eine Rückkehr nach Somalia sei ihm nicht zuzumuten, ist Folgendes festzuhalten: Der Beschwerdeführer gelangte im Alter von 19 Jahren in die Schweiz und hat somit den weitaus grössten und prä- gendsten Teil seines Lebens in seinem Heimatland verbracht. Angesichts dessen ist auch die Aufenthaltsdauer von zwischenzeitlich etwas mehr als zehn Jahren nicht als sehr lang anzusehen. Dem Umstand, dass der Be- schwerdeführer an seinem A rbeitsplatz sowie von seinem Vermieter ge- schätzt wird ( …) ist kein besonderes Gewicht zuzumessen, zumal nach zehn Jahren in der Schweiz lediglich ein Sprachniveau A2 ( …) effektiv nachgewiesen ist und auch auf Beschwerdeebene nach wie vor Verständi- gungsschwierigkeiten in der deutschen Sprache geltend gemacht werden, was nicht von einem übermässigen Integrationsinteresse zeugt. Eine aus- sergewöhnliche soziale Vernetzung in der Schweiz, die zu einer hiesigen Verwurzelung hätte führen können, ist weder nachgewiesen noch ersicht- lich. Vorliegend kann insgesamt somit eher von einer normalen zeitlichen Entwicklung als einer besonderen Integrationsleistung, die eine Rückkehr in das Heimatland vorliegend als unverhältnismässig erscheinen lassen würde, gesprochen werden. Insofern der Beschwerdeführer geltend macht, die Sicherheitslage in sei- nem Heimatstaat sei prekär, ist festzustellen, dass nach Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts in Bezug auf Mogadischu nicht von einer Situation extremer allgemeiner und verbreiteter Gewalt gesprochen wer- den kann (vgl. BVGE 2013/27 E. 8.5.6). Zudem hat die angeblich schlechte Sicherheitslage den Beschwerdeführer auch nicht davon abgehalten wie- derholt und auch nur für Ferien in seinen Heimatstaat zurückzukehren. Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer wiederholt die Reiservorschriften verletzt hat. Er ist mindestens zweimal, einmal nach- weislich zu Urlaubszwecken, in seinen Heimatstaat zurückgereist. Auf- grund der zahlreichen Ungereimtheiten in seinen Aussagen und weiterer klarer Indizien ist davon auszugehen, dass er dies freiwillig und ohne äusseren Zwang getan hat. Der Beschwerdeführer konnte auch nicht glaubhaft machen, dass die Reisen nach Somalia aus einem in Art. 9 RDV genannten Grund erfolgt sind . In einer Gesamtwürdigung a ller Umstände D-6253/2017 Seite 14 ist mithin davon auszugehen, dass der Beschwerdefü hrer mit seinen wie- derholten Reisen nach Somalia signalisiert hat, er benötige den Schutz der Schweiz nicht mehr, weshalb die Vorinstanz das Verhalten des Beschwer- deführers zu Recht als definitive Ausreise qualifiziert hat. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist einzig das Erlöschen der vor- läufigen Aufnahme. Auf die Beschwerdevorbringen betreffend Undurch- führbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Somalia ist daher nicht einzu- gehen und auf den Beschwerdeantrag auf Feststellung der Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegwei sungsvollzugs nicht einzu- treten. Die Zuständigkeit zur Regelung des weiteren Aufenthalts des Be- schwerdeführers in der Schweiz und damit auch zur Prüfung allfälliger Voll- zugshindernisse liegt nunmehr bei den kantonalen Behörden. Diese kön- nen gegebenenfalls die (erneute) vorläufige Aufnahme beantragen (Art. 83 Abs. 6 AIG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezah- lung der Verfahrenskosten zu verwenden. (Dispositiv nächste Seite) D-6253/2017 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens- kosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Andrea Beeler Versand: