B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-6608/2010 U r t e i l v o m 2 8 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Richter Ronald Flury (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richterin Eva Schneeberger, Gerichtsschreiberin Bianca Spescha. Parteien A._______, vertreten durch Advokat Christof Enderle, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenversicherung, Abweisung des Leistungsbegehrens, Verfügung vom 26. Juli 2010. B-6608/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1957 geborene, verheiratete A._______ (nachfolgend: Beschwerde- führerin) ist französische Staatsangehörige und wohnt in Frankreich. Über 23 Jahre war sie als Grenzgängerin in der Schweiz erwerbstätig und ent- richtete dementsprechend die Beiträge an die schweizerische Alters -, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (vgl. IV act. 15). Von 1993 bis 2009 arbeitete die Beschwerdeführerin als Pflegefachfrau im Alters - und Pflegeheim X._______ in Y ._______. Diese Tätigkeit hat sie anfangs zu 100 % und zuletzt aus gesundheitlichen Gründen zu 35 % ausgeübt (vgl. IV act. 31 S. 2). B. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2008 meldete die Arbeitgeberin X._______ die Beschwerdeführerin bei der IV -Stelle Y ._______ Stadt (nachfolgend: IV -Stelle Y ._______) zur Früherfassung im Sinne von Art. 3a ff. IVG an. Mit Formular vom 4. März 2009 erfolgte dann unter Hinweis auf Rückenprobleme, Schilddrüsenkrebs und Asthma bei der IV - Stelle Y ._______ die Anmeldung zum IV-Leistungsbezug (vgl. IV act. 6). Nach einem Frühinterventionsgespräch und der Einholung weiterer med i- zinischer Unterlagen beauftragte die IV-Stelle Y ._______ die Medizinische Poliklinik des Universitätsspitals Y ._______ mit der Begutachtung der Be- schwerdeführerin. Der für diese Gutachten zuständige Hauptgutachter Prof. Dr. H._______, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, holte dabei zu- sätzlich noch ein rheumatologisches sowie ein psychiatrisches Untergu t- achten ein. Ausserdem wurde eine Haushaltsabklärung durchgeführt (vgl. IV act. 20 ff.). C. Gestützt auf die Erkenntnisse der medizinischen Begutachtung und der Haushaltsabklärung stellte die IV -Stelle Y ._______ mit Vorbescheid vom 12. März 2010 der Beschwerdeführerin die Abweisung ihres Leistungsbe- gehrens in Aussicht (vgl. IV act. 32). Die Beschwerdeführerin nahm dazu mit Eingabe vom 3. Mai 2010 Ste l- lung (vgl. IV act. 36). In der Folge holte die IV -Stelle Y ._______ beim RAD-Arzt Dr. med. V._______, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, eine Beurteilung ein (vgl. IV act. 39). B-6608/2010 Seite 3 Mit Verfügung vom 26. Juli 2010 bestätigte die IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) den Vorbescheid vom 12. März 2010 und wies das Leistungsbegehren ab (vgl. IV act. 41). D. Gegen diese Verfügung erhob di e Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 14. September 2010 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr sei mit Wirkung ab 1. August 2008 eine ganze Rente auszurichten; eventualiter sei die Angeleg enheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Vori n- stanz zurückzuweisen. E. In ihrer Vernehmlassung vom 16. November 2010 verwies die Vorinstanz auf die Stellungnahme der IV -Stelle Y ._______ vom 15. November 2010 und beantragt die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Verfügung. F. Mit Replik vom 12. Januar 2011 hielt die Beschwerdeführerin an ihren An- trägen fest und machte ergänzende Ausführungen. G. Mit Duplik vom 31. Januar 2011 verwies die Vorinstanz auf die Stellun g- nahme der IV-Stelle Y ._______ vom 25. Januar 2011 und beantragte e r- neut die Abweisung der Beschwerde. H. Mit Schreiben vom 11. Juni 2013 nahm die Beschwerdeführerin Stellung zu dem mit der Vernehmlassung eingereichten Bericht der Medizinischen Poliklinik des Universitätsspitals Y ._______ vom 11. November 2010. I. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterl a- gen wird – sofern erforderlich und rechtserheblich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. B-6608/2010 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172 .021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört auch die Vorinstanz, die mit Verfügungen über Rentengesuche von Grenzgängerinnen und Grenzgängern befindet (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. Art. 69 Abs. 1 IVG sowie Art. 40 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali- denversicherung [IVV, SR 831.201]). 1.2 Die Beschwerdeführerin war Grenzgängerin. Wie in der Zuständi g- keitsregelung des Art. 40 Abs. 2 IVV hierfür vor gesehen, hat die IV-Stelle Y ._______, in deren Tätigkeitsgebiet die Versicherte in ihrer Eigenschaft als Grenzgängerin eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, in korrekter Weise die Anmeldung für Leistungen der IV entgegengenommen und geprüft, während die Vori nstanz die angefochtene Verfügung vom 26. Juli 2010 erlassen hat. 1.3 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG au f die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26bis und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrüc k- lich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.4 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verf ü- gung der Vorinstanz vom 26. Juli 2010. Die Beschwerde w urde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 60 ATSG). Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerdeführerin besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Damit ist auf die Beschwerde einzutreten. B-6608/2010 Seite 5 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemes senheit, wenn nicht eine kantonale B e- hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). 2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der B e- gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die B e- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gu t- heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer B e- gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. HÄBERLI, in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Art. 62 N 40). 2.3 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, s o- fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei s- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mö g- lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlich s- te würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 3. Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangen. 3.1 Die Beschwerdeführerin besitzt die französische Staatsbürgerschaft und wohnt in Frankreich, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft andererseits über die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkommen, nachfolgend: FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG). Das Freizügi g- keitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin geltenden bilateralen Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union insoweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Gemä ss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert, um insb e- sondere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der Vertragsstaaten zu gewährleisten. Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408/71 des Rates B-6608/2010 Seite 6 vom 14. Juni 1971 (EWG, SR 0.83 1. 109.268.1) haben die Personen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohnen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mi t- gliedstaates wie die Staatsangehörigen dieses Staates selbst, soweit be - sondere Bestimmungen dieser Verordnung nichts anderes vorsehen. D a- bei ist im Rahmen des FZA und der Verordnung auch die Schweiz als „Mitgliedstaat“ zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 von Anhang II des FZA). Dem- nach richten sich die Bestimmung der Invalidität, di e Berechnung des I n- validitätsgrades und der Rentenhöhe auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4), insbesondere dem IVG, der IVV, dem ATSG sowie der entsprechenden Verordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). Noch keine Anwendung finden vorliegend die am 1. April 2012 in Kraft gesetzten Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parl a- ments und Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit sowie (EG) Nr. 977/2009 des Eur opäischen Parl a- ments und Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalit ä- ten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Sys- teme der sozialen Sicherheit. Für die Beurteilung des Rentenanspruchs sind Feststellungen ausländ i- scher Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezü g- lich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz nicht verbindlich (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4, AHI 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E.2). Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürd i- gung des Gerichts (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgericht [EVG] vom 11. Dezember 1981 i.S. D). 3.2 Nach den allgemeinen intertemporalen Regeln sind in verfahren s- rechtlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, welche im Zei t- punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). In materiellrechtlicher Hinsicht sind diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führend en Sachverhalts Ge l- tung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab die- sem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Damit finden im vorliegenden Verfahren grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der B-6608/2010 Seite 7 angefochtenen Verfügung vom 26. Juli 2010 in Kraft standen (Besti m- mungen der 5. IV-Revision). Noch keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Massnahmenpaket der 6. IV - Revision (AS 2011 5659). 3.3 Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG zu berücksichtigenden ATSG -Normen zur Ar - beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsu nfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) und zur Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16) hat das Schweize - rische Bundesgericht (vormals Eidgenössisches Versicherungsgericht [EVG]) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3 -13 ATSG enthaltenen L e- galdefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor In-Kraft-Treten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit keine Änd e- rung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte Rechtsprechung übernommen und weitergeführt werden kann (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). 4. 4.1 Streitig ist vorliegend, ob die Vorinstanz das IV -Leistungsgesuch zu Recht abgewiesen hat. Es gilt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 26. Juli 2010 in einem re n- tenerheblichen Mass invalid geworden ist. Nachfolgend sind die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden g e- setzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzulegen. 4.2 Anspruch auf e ine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge an die Alters -, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet hat (Art. 36 Abs. 1 IVG). Diese Bedingungen müssen kumulativ gegeben sein. Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen während mehr als drei Jahren Beiträge an die schweizerische Alters -, Hinterlassenen- und Inva- lidenversicherung geleistet, so dass die Mindestbeitragsdauer für den An- spruch auf eine ordentliche Invalidenrente erfüllt ist (vgl. IV act. 15). 4.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invali- dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kö r-B-6608/2010 Seite 8 perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver bleibende ganze oder tei l- weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenb e- reich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 4.4 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf ei- ne Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabe n- bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a) und die z u- sätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durc h- schnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). 4.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG beste ht bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invalidität s- grad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertel s- rente. Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, werden jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schw eiz haben, was laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine besondere Anspruchsvorau s- setzung darstellt (BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsang e- hörige der EU, denen bereits ab ein em Invaliditätsgrad von 40 % eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben – was vorliegend der Fall ist (Art. 29 Abs. 4 IVG). 4.6 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss jeweils beurteilt werden, ob die versicherte Person als (teil -)erwerbstätig oder nicht - erwerbstätig einzustufen ist, was Einfluss auf die anzuwendende Meth o- de der Invaliditätsbemessung hat (allgemeine Methode des Einko m- mensvergleichs, spezifische Methode des Betätigungsvergleichs, g e-B-6608/2010 Seite 9 mischte Methode) . Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zei t- weilig erwerbstätig oder als nicht erwerbstätig einzustufen ist (sog. St a- tusfrage), ergibt sich aus der Prüfung, was diese Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Be einträch- tigung bestünde. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Diese Beurteilung ist mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiär en, sozialen und erwerblichen Verhältnisse vorzunehmen, wozu insbesondere allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen F ä- higkeiten, die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Beg a- bungen zählen (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3, 133 V 477 E. 6.3, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit weiteren Hinweisen). 4.7 Soweit ohne gesundheitliche Beeinträchtigung von einer ganztägigen Erwerbstätigkeit ausgegangen wird, wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs - massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener A r- beitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; Art. 16 ATSG; allgeme i- ne Methode des Einkommensvergleichs). 4.8 Bei im virtuellen Gesundheitsfall nicht erwerbstätigen Versicherten, welche im Aufgabenbereich (meistens im Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann (Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfä hig sind, sich in diesem Aufgabenbereich zu betätigen (vgl. Art. 28a Abs. 2 IVG; sog. spezifische Methode zur Invaliditätsbemessung). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Täti g- keit im Haushalt, die Erzieh ung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Invalidität wird aufgrund eines Betätigungsvergleichs ermittelt, bei welchem die prozentuale Einschrä n- kung in den einzelnen Teilen des in Frage kommenden Aufgabenbereichs bestimmt wird, wobei die Summe der Einschränkungen den massgebe n- den Gesamtinvaliditätsgrad ergibt (vgl. ULRICH KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 30 zu Art. 16 m.w.H.). B-6608/2010 Seite 10 Sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Auf ga- benbereich (z.B. im Haushalt) bestimmt, wird die Invalidität im Bereich der Erwerbstätigkeit aufgrund des Einkommensvergleichs bestimmt und im Bereich der üblichen Tätigkeit im Haushalt anhand des Betätigung s- vergleichs bemessen. Der Invaliditätsgrad ergi bt sich schliesslich aus e i- ner Addition der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinva- liditäten (sog. gemischte Methode, vgl. BGE 130 V 393 E. 3.3). 4.9 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Geri cht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und b e- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). Eine zumutbare Arbeitsmöglichkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu lassen (leidensangepasste Verwei- sungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.). 4.10 Die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht haben die medi- zinischen Unterlagen nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B e- weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies b e- deutet für das Gericht, dass es alle Bewei smittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide r- sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These a b- stellt. 4.11 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unters u- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darl e- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurt eilung der me- dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begrü n- det sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit B-6608/2010 Seite 11 weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eing e- reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gu t- achten, sondern dessen Inhalt (BGE 125 V 351 E. 3a; AHI 2001 S. 113 f. E. 3a; RKUV 2003 U 487 S. 345 E. 5.1). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als ve r- einbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Bezug auf bestimmte Fo r- men medizinischer Berichte und Gutachten aufzustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; U rteil des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverf ah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund ei n- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdig ung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, m.w.H.). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (U rteil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). Auch die Stellungnahmen des regionalärztlichen Dienstes der Vorinstanz (nachfolgend: RAD) müssen den allgemeinen beweisrechtlichen Anforde- rungen an einen ärztlichen Bericht genügen. Die RAD -Ärzte müssen s o- dann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifi- kationen verfügen, spielt doch die fachliche Qualifikation des Experten für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezü g- lich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutacht ens müssen sich Ver- waltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Nimmt der RAD selber keine Untersuchung vor, hat er zunächst zu überprüfen, ob die medizinischen Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärt igen Status ergeben (vgl. zu den A n- forderungen an einen Aktenbericht Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_653/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 5.2, Urteil BGer I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1) bzw. ob ein von ihm angefordertes Gutac h- ten den Anforderungen der Rechtsprechung entspricht und die im konkre- ten Fall erforderlichen Untersuchungen vorgenommen und dokumentiert wurden. B-6608/2010 Seite 12 5. 5.1 Nachfolgend ist anhand der medizinischen Akten und unter Berüc k- sichtigung der massgebenden Kriterien (vgl. E. 4.11) zu prüfen, ob die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig sowie richtig erhoben und das Leistungsbegehren zu Recht mangels anspruchsb e- gründeter Invalidität abgewiesen hat. 5.2 Für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähi g- keit der Beschwerdeführerin stützte sich die Vorinstanz insbesondere auf das Gutachten der Medizinischen Poliklinik des Universitätsspitals Y ._______ (nachfolgend: MUP-Gutachten) vom 5. Februar 2010 (vgl. IV act. 29) und die Stellungnahme des Regionalärztlichen Dienst es (nac h- folgend: RAD) der Vorinstanz vom 30. Juni 2010 (vgl. IV act. 39). Die Gutachter Prof. Dr. H._______, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. M._______, Facharzt Nephrologie und Allgemeine Innere Med i- zin, und Dr. med. F._______ stützen sich be i ihrer Beurteilung auf die Vorakten, die eigenen internistischen Untersuchungen vom 23. Juli 2009, das rheumatologische Untergutachten vom 2. September 2009 und das psychiatrische Untergutachten vom 18. Januar 2009. Sie stellten in ihrem MUP-Gutachten bei der Beschwerdeführerin folgende Diagnosen: Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: 1. Chronisches Panvertebralsyndrom – Osteochondrose LWK 5/SWK 1 2. Leichte depressive Episode Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: 1. Papilläres Schilddrüsenkarzinom ED 08/08 – St. n. totaler Thyreoidektomie 08/08 – St. n. Radiotherapie 04/09 2. Asthma bronchiale 3. St. n. Mamma-Reduktionsplastik bds. vor vielen Jahren 4. Rezidivierende Angstattacken. Die Beschwerdeführerin leide seit vielen Jahren an Rückenschmerze n vor allem im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule, wobei sie hierfür nie eine längerdauernde Schmerz - oder Physiotherapie gehabt habe. Au f- grund der Rückenschmerzen habe die Beschwerdeführerin ihr Arbeit s- pensum von 100 % auf 70 % reduziert. In rheumatol ogischer Hinsicht sei B-6608/2010 Seite 13 die Beschwerdeführerin für schwere körperliche Tätigkeiten 50 % arbeit s- unfähig. Diese Arbeitsunfähigkeit ergebe sich aufgrund der degenerativen Veränderung der Wirbelsäule und der notwendigen Pausenzeiten. Für mittelschwere und leicht e körperliche Tätigkeiten hingegen sei die B e- schwerdeführerin 100 % arbeitsfähig. Es sollten jedoch Zwangshaltungen sowie Heben schwerer Lasten (˃12 kg) vermieden werden und es sollte eine Wechselbelastung mit Möglichkeiten zu Pausen angestrebt werden. 2008 sei bei der Beschwerdeführerin im Rahmen einer Thyreoidektomie die Diagnose eines papillären Schilddrüsenkarzinoms gestellt worden, so dass im Verlauf die totale Thyreoidektomie und im Anschluss eine Radi o- therapie erfolgt sei. Hinweise auf ein Rezidiv gebe es in den vorliegenden Untersuchungen beim behandelnden Endokrinologen Dr. K._______ nicht. Die Beschwerdeführerin erhalte eine Hormonersatztherapie mit Eltroxin und sei hierunter aktuell leicht hyperthyreot. Der Kalzium - und Phosphathaushalt scheine a nhand der vorliegenden Laborparameter nicht gestört zu sein. Es ergebe sich somit kein Anhalt für einen sympt o- matischen Hypoparathyreoidismus. Durch die Diagnose des papillären Schilddrüsenkarzinoms ergebe sich derzeit keine Einschränkung der A r- beitsfähigkeit. Seit Diagnosestellung des Schilddrüsenkarzinoms leide die Beschwerdeführerin unter Müdigkeit und Leis tungsintoleranz sowie der Angst vor einem Rezidiv der Tumorerkrankung. Aktuell bestehe aus ps y- chiatrischer Sicht eine leichte depressive Episode mit l eichten kognitiven Beeinträchtigungen, einer leichten Antriebsminderung und einer leichten Beeinträchtigung des Affektes. Aufgrund der leichten depressiven Epis o- de ergebe sich eine Einschränkung der Ar beitsfähigkeit von höchstens 20 %. Der Beruf als Pfleg efachfrau in einem Alters- und Pflegeheim sei als mi t- telschwere-schwere körperliche Tätigkeit einzustufen, weshalb die B e- schwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit 50 % arbeitsunfähig sei. Für leichte bis mittelschwere körperliche wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben schwerer Lasten (˃12 kg) und Meidung von Zwangshaltu n- gen sei die Beschwerdeführerin 80 % arbeitsfähig. Die Reduktion gege n- über der vollen Arbeitsfähigkeit ergebe sich durch die leichte depressive Episode mit vorwiegend kognitiven Bee inträchtigungen, einer leichten Verminderung des Antriebs und einer leichten Beeinträchtigung des Affek- tes. Denkbar wäre beispielsweise, dass die Beschwerdeführerin in ihrem B-6608/2010 Seite 14 Beruf als Pflegefachfrau in einem ambulanten Setting arbei ten würde, in der sie keine bzw. kaum noch pflegerische Tätigkeiten ausüben müsste. 6. 6.1 Die Vorinstanz und der RAD -Arzt Dr. med. V._______, Facharzt Psy- chiatrie und Psychotherapie und Zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, stützten sich auf das MUP -Gutachten vom 5. Februar 2010 und k a- men zum Schluss, dass dieses für die Beurteilung des Gesundheitsz u- standes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach vollziehbar sei, weshalb darauf abgestellt werden könne. Die Beschwerdeführerin dagegen erachtet das MUP -Gutachten als fe h- lerhaft und nicht nachvollziehbar. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass dieses Gutachten nicht als taugliche Grundlage für die Ei nschätzung der verwertbaren Restarbeitsfähigkeit dient. Im Einzelnen rügt sie Folgendes: 6.2 Das Gutachten stelle keine gesamtheitliche Einschätzung der Arbeits- fähigkeit dar, da zwischen den begutachtenden Ärzten keine Bespr e- chung und abschliessende Einschätz ung der Arbeitsfähigkeit stattgefu n- den habe. Eine solche Einschätzung sei einzig von Prof. Dr. H._______ vorgenommen worden. Damit fehle es an einer schlüssigen Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit, welche allfällige Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Krankheitsbildern berücksichtigen würde. Dem Gutachtensauftrag zufolge wurde der Medizinischen Pol iklinik des Universitätsspitals Y ._______ die Verantwortung des Hauptgutachtens übertragen und sie wurde angewiesen, ein rheumatologisches Untergu t- achten erstellen zu lassen (vgl. IV act. 24). Da mit dem rheumatolog i- schen Untergutachten der medizinische Sa chverhalt nicht vollständig e r- stellt werden konnte, entschied sich der Fallverantwortliche de s MUP - Gutachtens Prof. Dr. H._______ zu Gunsten der Beschwerdeführerin z u- sätzlich noch ein psychiatrisches Untergutachten erstellen zu lassen. Prof. Dr. H._______ dehnte somit seinen eigentlichen Gutachtensauftrag aus. Ob ein Kontakt zwischen Prof. Dr. H._______ und den Verfassern des rheumatologischen und psychiatrischen Gutachtens und somit eine Konsens-Konferenz stattgefunden hat, ist nicht ersichtlich. Dies wird auch von der Vorinstanz so bestätigt. Die Vorinstanz stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass eine solche Konsens -Konferenz vorliegend nicht no t- wendig gewesen sei, da es sich beim MUP-Gutachten nicht um ein poly- disziplinäres Gutachten gehandelt habe, o bwohl verschiedene Fachdi s-B-6608/2010 Seite 15 ziplinen einbezogen und aufeinander abgestimmt worden seien. Dem Hauptgutachter sei aufgetragen worden, weitere selbständige Untergu t- achten einzuholen. Diese Untergutachten bildeten nun nicht einfach Teil des MUP-Gutachtens, sondern seien dazu bestimmt, dem Hauptgutac h- ten "zuzudienen". Eine interdisziplinäre Konsens -Konferenz, wie sie im Fall eigentlicher polydisziplinärer Gutachten zum Standard gehöre, sei demzufolge nicht erforderlich. Unter der Federführung des Hauptgutachters Prof. Dr. H._______ wurde die Beschwerdeführerin umfassend begutachtet. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, enthalten das Hauptgutachten und die Untergutachten keine Widersprüche. Prof. Dr. H._______ hat sowohl die Diagnosen als auch die Beurteilungen de r Arbeitsfähigkeit der beiden Untergutachten unverändert in das Hauptgutachten einfliessen lassen und bei seiner g e- samtmedizinischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Da die Gesamtbeurteilung von Prof. Dr. H._______ schlüssig ist und die Erg eb- nisse der Untergutachten entsprechend berücksichtigt worden sind, erü b- rigt sich ein formeller Einbezug der Untergutachter. 6.3 Die Beschwerdeführerin kritisiert, dass Prof. Dr. H._______ ohnehin aufgrund seiner Fachausrichtung nicht in der Lage sei, die Aus wirkungen der Schilddrüsenerkrankung verlässlich zu beurteilen. Die Vorinstanz geht zu Recht davon aus, dass Prof. Dr. H._______ als In- ternist sehr wohl die Kompetenz habe, das Schilddrüsenkarzinom und die Folgen der Entfernung der Schilddrüse fachgerecht zu beurteilen. Die I n- nere Medizin befasse sich mit den inneren Organen, zu welchen zweife l- los auch die Schilddrüse gehöre. Für einen Internisten seien Schilddr ü- senerkrankungen keine Rarität, sondern ein recht häufiges Problem. Di e- se Ansicht teilt auch der RAD-Arzt Dr. med. V._______. Er erachtete die in das Hauptgutachten involvierten Ärzte Prof. Dr. H._______, Dr. M._______ und Dr. med. F._______ als klinisch genug erfahren, um die Auswirkungen einer Schilddrüsenoperation und eines Zustands nach in toto exzidierten Karzinoms beurteilen zu können (vgl. IV act. 39 S. 3). Der Ansicht der Vorinstanz kann gefolgt werden. Da Prof. Dr. H._______ als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin genügend Kenntnisse und E r- fahrungen hat, um die Auswirkungen der Schilddrüs enerkrankung exakt und zuverlässig zu beurteilen, war es vorliegend nicht notwendig, einen Schilddrüsenspezialisten beizuziehen. Seine Beurteilung, dass die Schilddrüsenerkrankung keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der B-6608/2010 Seite 16 Beschwerdeführerin hat, ist – wie noch aufzuzeigen ist – schlüssig und auch nachvollziehbar. 6.4 Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, dass Prof. Dr. H._______ die zumutbare Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführer in nicht schlüs- sig dargelegt habe. Seit der Entfernung der Schilddr üse leide die B e- schwerdeführerin unter starker Müdigkeit und Leistungsintoleranz. Die Schlussfolgerung von Prof. Dr. H._______, dass das Schilddrüsenkarz i- nom keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge habe, sei de s- halb nicht nachvollziehbar. Es werde nicht diskutiert, inwieweit die Müdig- keit und Leistungsintoleranz mit der Schilddrüsenerkrankung zusamme n- hänge. Der behandelnde Arzt Dr. N._______ habe festgehalten, dass die Schilddrüsenerkrankung und die damit zusammenhängende Hormonth e- rapie eine wich tige Quelle der bestehenden Müdigkeit der Beschwerd e- führerin sei. Hierzu gilt festzuhalten, dass Prof. Dr. H._______ die seit der Diagnos e- stellung des Schilddrüsenkarzinoms bestehende Müdigkeit und Lei s- tungsintoleranz sowie die Angst vor einem Rezidiv aus drücklich festhielt. Er beurteilte das Schilddrüsenkarzinom jedoch ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und begründete dies damit, dass es einerseits keine Hinweise auf ein Rezidiv gebe und andererseits keinen Anhalt für einen symptomatischen Hypoparathyreodismus gebe. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der Hormonersatzther apie mit Eltroxin zwar leicht hyperth y- reot, doch scheine der Kalzium - und Phosphathaushalt aufgrund der L a- borparameter nicht gestört. Die diesbezügliche Einschätzung von Prof. Dr. H._______ erscheint nachvollziehbar und eine Einschränkung der A r- beitsfähigkeit aufgrund des Schilddrüsenkarzinoms kann nicht als geg e- ben erachtet werden. Prof. Dr. H._______ ging davon aus, dass die seit Diagnosestellung des Schilddrüsenkarzinoms bestehe nde Müdigkeit und Leistungsintoleranz sowie die Angst vor einem Rezidiv psychische Ursachen haben und holte daher noch ein psychiatrisches Untergutachten ein. Der psychiatrische Untergutachter Dr. med. F._______, Facharzt Psychiatrie und Psychothe- rapie kam nach der Untersuchung der Beschwerdeführerin und der Au s- wertung der psychiatrischen Testergebnisse zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin ein leichtgradig ausgeprägtes depressives Syndrom mit vorwiegend kognitiven Beeinträchtigungen, einer leichten Verminde- rung des Antriebs und einer leichten Beeinträchtigung des Affekts best e-B-6608/2010 Seite 17 he. Aus psychiatrischer Sicht bestehe bei der leichten depressiven Sy m- ptomatik eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von höchstens 20 %. Prof. Dr. H._______ hat die geklagte Müdigkeit und die Leistungsintol e- ranz der Beschwerdeführerin nachvollziehbar nicht als Folgen des Schilddrüsenkarzinoms, sondern als psychische Ursache beurteilt. Dies wurde vom psychiatrischen Untergutachter Dr. med. F._______ entspre- chend bestätigt. 6.5 Die Beschwerdeführerin führt aus, dass d as Gutachten keine Ause i- nandersetzung mit der abweichenden Einschätzung der Arbeitsunfähi g- keit durch den behandelnden Arzt Dr. N._______ beinhalte. Dieser sei als langjährig behandelnder Arzt besser in der Lage, die Lei densgeschichte der Beschwerdeführerin nachzuvollziehen und deren Zustand einz u- schätzen. Dr. med. M._______ der Medizinischen Poliklinik des Universitätsspitals Y ._______ hat in seiner Stellungnahme vom 11. November 2010 fes t- gehalten, dass der medizinische Rapport von Dr. N._______ mit Ei n- gangsdatum 27. Mai 2009 (vgl. IV act. 21 S. 1 -5) im MUP-Gutachten ent- sprechend berücksichtigt worden sei. In Übereinstimmung mit Dr. N._______ seien sie davon ausgegangen, dass das Heben schwerer Lasten im Rahmen einer kör perlichen Tätigkeit zu vermeiden sei. Im G e- gensatz zu Dr. N._______ seien sie aber der Ansicht, dass die B e- schwerdeführerin bei Vermeiden von Zwangshaltungen und einer Wec h- selbelastung mit Möglichkeiten zu Pausen und dem Vermeiden von rez i- diviertem Heben von Gewichten mehr als 12 kg über der Brusthöhe zu 50 % in ihrem angestammten Beruf arbeitsfähig sei. Ideal wäre, wenn die Beschwerdeführerin ihre Arbeit in einem erweiterten Stundenpensum a b- leisten könnte, so dass genügend Erholungszeiten zur Verfü gung stehen würden. Aufgrund der differenzierten Festlegung der Tätigkeit, resp. der zu unterlassenden Tätigkeiten und der Festlegung des Stundenpensums mit Erholungszeiten, sei ein höheres Arbeitspensum zumutbar als von Dr. N._______ angegeben. Des Weiter en gehe Dr. N._______ von einem Prozess aus, welcher sich über die Zeit verschlechtern werde. Sie seien jedoch der Ansicht, dass durch eine entsprechende Therapie sogar eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit denkbar wäre. Insbesondere sei hie r- bei die Bedeutung einer regelmässigen und länger dauernden Physioth e- rapie zur Rumpfstabilisierung mit Schwerpunkt einer aktiven Therapie, welche zum Aufbau der Rücken - und Bauchmuskulatur führe, mit dem weiteren Ziel einer generellen und segmentalen Stabilisierung, um einer B-6608/2010 Seite 18 allfälligen bestehenden Dekonditionierung entgegenwirken zu können (vgl. IV act. 44). Aus den Ausführungen von Dr. med. M._______ geht somit hervor, dass die von Dr. N._______ gestellten Diagnosen und Angaben im Rahmen der MUP-Begutachtung berücksichtigt wurden. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin vermögen die Angaben von Dr. N._______, der se i- nerseits Allgemeinmediziner ist, keine erhebliche Zweifel an der Bewei s- wertigkeit des MUP -Gutachtens zu begründen. Wie auch die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, hat Dr. N._______ die attestierte Arbeitsunfähig- keit der Beschwerdeführerin nicht hinreichend begründet. Es fehlt eine plausible Begründung, weshalb ein kurativ behandelter Schilddrüsent u- mor eine 70 % -ige Arbeitsunfähigkeit u nd eine Lumboischi algie eine 70 %-ige Arbeitsunfähigkeit sogar für wechselbelastende leichte ang e- passte Arbeiten bewirken sollte. Hinzu kommt, dass Dr. N._______ der behandelnde Hausarzt der Beschwerdeführerin ist und bei seiner Ei n- schätzung der Arbeitsfähigkeit der Erfahru ngstatsache Rechnung zu tr a- gen ist, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre au f- tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc). 6.6 Das MUP -Gutachten vom 5. Februar 2010 ist als schlüssig zu b e- trachten. Es stellt auf ausführliche eigene Untersuchungen wie auch auf die vorhandenen medizinischen Akten ab und berücksichtigt die gekla g- ten Beschwerden. Es ist in der Darlegung der medizinischen Zusamme n- hänge und der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend. Damit wird das MUP -Gutachten den von der Rechtsprechung entwicke l- ten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Stellungnahme gerecht (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Dem MUP -Gutachten ist daher volle Beweiskraft zuzuerkennen. Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, dass die Beschwe r- deführerin seit dem Zeitpunkt der MUP -Begutachtung in ihrer ang e- stammten Tätigkeit noch zu 50 % arbeitsfähig ist, ihr Gesundheitszustand jedoch eine adapti erte Verweisungstätigkeit mit den im Gutachten g e- nannten Einschränkungen zu 80 % zulässt. 7. 7.1 In der Folge ist zu prüfen, ob der Abk lärungsbericht Haushalt vom 24. Februar 2010 beweiskräftig ist. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf B-6608/2010 Seite 19 den Standpunkt, dass di eser nicht schlüssig sei, da bereits die medizin i- sche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar sei. Dem Abklärungsbericht Haushalt vom 24. Februar 2010, welcher sich auf die anlässlich eines Besuchs bei der Beschwerdeführerin durchgeführten Abklärungen stützt, kann entnommen werden, dass die Beschwerdefü h- rerin vor Eintritt ihres Gesundheitsschadens ein Pensum von 100 % als Pflegefachfrau ausgeübt und dieses Pensum mit der Zeit aus gesundheit- lichen Gründen bis auf 70 % reduziert hat. Die Abkl ärungsperson ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Ei n- schränkung zu 80 -90 % erwerbstätig wäre. Da sich diese Einschätzung auf die Angaben der Beschwerdeführerin stützt und auch aufgrund der f i- nanziellen Situation, der gesundheitl ichen Entwicklung und dem berufl i- chen Lebenslauf nachvollziehbar ist, vermag die genannte Einstufung der Beschwerdeführerin zu überzeugen. Es ist demnach davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit zu 85 % (Durc h- schnittswert von 80-90 %) einem Erwerb nachgehen würde und zu 15 % im Haushalt tätig wäre. Der Abklärungsbericht vermag – wie nachfolgend aufzuzeigen ist – den praxisgemässen Anforderungen vollumfänglich zu genügen. Die Bea n- standung der Beschwerdeführerin, der Haushaltsberic ht sei nicht schlü s- sig, da die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvol l- ziehbar sei, zielt ins Leere. Die Abklärungsperson klärte bezüglich der Beeinträchtigungen im Haushalt die Wohnverhältnisse sowie die im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten ab. In Überei n- stimmung mit der Verwaltungspraxis wurden die Haushaltstätigkeiten in sieben Aufgaben eingeteilt und anschliessend nach deren prozentualen Gewichtung im Vergleich zu sämtlichen anfallenden Tätigkeiten bewertet. Der Abklärungsbericht ist somit in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnissen erstellt worden und der Abklärungsperson waren auch die ärztlicherseits genannten Diagnosen bekannt gewesen. Sie berücksic h- tigte zudem bei sämtlichen Angaben die Aussagen der Beschwerdeführe- rin. Dabei kam sie zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin im Hau s- haltsbereich keine Einschränkungen erfahre . Die Berichtstexte, gestützt auf welche die Abklärungsperson zu diesem Schluss kommt, sind nac h- vollziehbar begründet und angemessen detailliert. Nach der Rechtsprechung haben die im Haushalt Tätigen aufgrund der ihnen obliegenden Schadenminderungspflicht Verhaltensweisen zu en t- wickeln, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftl i-B-6608/2010 Seite 20 chen Bereich reduzieren und ihnen ei ne möglichst vollständige und u n- abhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die vers i- cherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden kön nen, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithil- fe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheit s- schädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versiche- rungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 V 504 E. 4.2). Die Feststellung der Abklärungsperson, wonach die Beschwerdeführerin bei Arbeiten im Haushalt, welche sie nicht mehr verrichten könne, Hilfe von ihrem seit 2005 pensionierten Ehemann in Anspruch nehmen müsse, steht demnach in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung zur Sch a- denminderungspflicht von im Haushalt tätigen Versicherten und ist nicht zu kritisieren. Die Mithilfe der Tochter, die derzeit teilweise auch bestehe, wäre grundsätzlich nicht notwendig. 7.2 Die Beschwerdeführerin rügt des Weiteren, dass die psychischen B e- einträchtigungen sie in der Haushaltstätigkeit erheb lich einschränke, was vorliegend unberücksichtigt geblieben sei. Auch dieser Rüge kann nicht gefolgt werden. So geht aus der Schade n- minderungspflicht hervor, dass die Haushaltsaufgaben unter der B e- schwerdeführerin und ihrem Ehepartner entsprechend aufzuteilen sei en, so dass die Beschwerdeführerin lediglich noch leichtere Haushaltsaufg a- ben erledigen müsse. Dass die von den MUP -Gutachtern diagnostizierte leichte depressive Episode die Beschwerdeführerin bei der Ausübung solch leichter Haushaltsarbeiten einschränke, vermag nicht zu überze u- gen. 7.3 Zusammenfassend gilt festzuhalten, dass die Vorbring en der B e- schwerdeführerin die sorgfältig ermittelten Abklärungsergebnisse nicht in B-6608/2010 Seite 21 Zweifel zu ziehen vermögen. Der Ab klärungsbericht vom 24. Febr u- ar 2010 ist voll beweiskräftig, so dass für die Entscheidfindung darauf a b- gestellt werden kann. Die Beschwerde führerin ist als zu 85 % erwerbst ä- tig und zu 15 % im Haushalt tätig zu qualifizieren. Da im Haushaltsbereich keine Einschränkung ermittelt werden konnte, besteht in diesen Bereich auch keine Invalidität , weshalb der Teilinvalidi- tätsgrad im Haushaltsbereich 0 % beträgt. 8. Anschliessend bleibt der Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich und schliesslich der Gesamtinvaliditätsgrad zu bestimmen. 8.1 Für den zur Bestimmung des Invaliditätsgrades im erwerblichen B e- reich durchzuführenden Einkommensvergleich sind vor liegend die Ve r- hältnisse im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (26. Juli 2010) massg e- bend. Das hypothetische Einkommen ohne Gesundheitsschaden (Vali - deneinkommen) und das trotz Gesundheitsbeeinträchtigung zumutbare r- weise erzielbare Einkommen (Invalideneinkom men) sind auf zeitident i- scher Grundlage zu ermitteln (BGE 129 V 223 E. 4.1 und 4.2). 8.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesun- de tatsächlich verdient hätte (BGE 131 V 53 E. 5.1.2; BGer 9C_488/2008 vom 5. September 2008 E. 6.4) bzw. was sie aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände zu erwarten gehabt hätte (ZAK 1985 S. 635 E. 3a). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötige n- falls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 135 V 59 E. 3 .1, 134 V 325 f. E. 4.1 mit Hinweisen). Zu Recht rügte die Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz von einem falschen Valideneinkommen ausgegangen sei. Gemäss Arbeitgeberfr a- gebogen hatte die Beschwerdeführerin im Jahr 2009 bezogen auf ein 70 %-Pensum einen jährlichen Bruttolohn von Fr. 54'623.40 inkl. 13. M o- natslohn (vgl. IV act. 12 S. 5). Unter Berücksichtigung der Anpassung an die Nominallohnentwicklung von 2009 bis 2010 – welche von der Vori n- stanz ebenfalls fälschlicherweise nicht vorgenommen wurde – ergibt dies für ein 70 % -Pensum einen jährlichen Br uttolohn von Fr. 55'201.30 B-6608/2010 Seite 22 (Fr. 54'623.40 x 1.01057993 [Aufrechnung Lohnentwicklung 2010]). Für das Jahr 2010 wäre somit das jährlich e Valideneinkommen bei einem 85 %-Pensum auf Fr. 67'030.15 festzusetzen. 8.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 110 E. 4.1). Ist kein solches tatsächlich erzie ltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des G e- sundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtspr e- chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausge- gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1). Die Vorinstanz hat das Invalideneinkommen gemäss der LSE -Tabelle für das Jahr 2008 gemäss dem A nforderungsniveau 3, welche Beruf - und Fachkenntnisse voraussetzt, festgesetzt und an die durchschnittliche Wo- chenarbeitszeit angepasst. Aufgrund des Berufsabschlusses der B e- schwerdeführerin und ihrer bisherigen beruflichen Stellung als Pfleg e- fachfrau hat die Vorinstanz korrekterweise auf das Anforderungsniveau 3 abgestellt. Jedoch ist nebst der Aufrec hnung auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2010 auch zusätzlich die Nominallohnentwick- lung von 2008 bis 2010 zu berücksichtigen. Somit resultie rt – in Abwei- chung der vorinstanzlichen Berechnung – unter Berücksichtigung der be- triebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit aller Branchen im 2010 von wöchentlich 41. 6 Stunden und der Anpassung an die Nominallohnen t- wicklung von 2008 bis 2010 ein jährli ches hypothetisches Invalidenei n- kommen vo n Fr. 71'338.80 bei einem 100 % -Pensum (Fr. 5'539. – x 12 [Jahreslohn] : 40 x 41. 6 [Umrechnung Wochenstunden] x 1.032 [Aufrech- nung Lohnentwicklung 2010]). Bei einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 80 % ergibt sie ein jährliches hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 57'071.– Im Weiteren ist nicht zu beanstanden und wurde auch nicht geltend gemacht, dass die Vorinstanz keinen Leidensabzug berüc k- sichtigt hat. 8.1.3 Der Einkommensvergleich im Erwerbsbereich stellt sich somit wie folgt dar: Dem Valideneinkommen von Fr. 67'030.15 steht ein Invalide n- einkommen von Fr. 57'071.– gegenüber. Daraus resultiert im Erwerbsb e- reich ein Invaliditätsgrad v on 14. 86 % [Fr. 67'030.15 – Fr. 57'071.–) x 100 : Fr. 67'030.15]. Dieser Invalid itätsgrad ist zu 85 % anzurechnen, B-6608/2010 Seite 23 woraus sich ein Teilinvaliditätsgrad für den Erwerbsbereich von 12. 63 % ergibt. 8.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Gesamtinvaliditätsgrad von Erwerbstätigkeit und Haushalt 12.63 % (Teileinvaliditätsgrad im E r- werbsbereich von 12.63 % + Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich von 0 %) beträgt, was keinen Anspruch auf eine Invalidenrente begründet. In- soweit war die Berechnung der Vorinstanz – obwohl grundsätzlich falsch – im Ergebnis dennoch zutreffend. Die Vorinstanz hat das Leistungsb e- gehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 26. Juli 2010 zu Recht abgewiesen. Die vorliegende Beschwerde gegen diese Verfügung ist somit abzuweisen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ergibt sich, dass die Beschwe r- deführerin als vollumfänglich unterlegene Partei die Kosten des Verfa h- rens trägt (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Diese werden unter B e- rücksichtigung des Umfanges und der Schwierigkeit der Streitsache im vorliegenden Verfahren auf Fr. 400.– festgelegt und mit dem bereits g e- leisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 9.2 Der unterliegenden, vertretenen Beschwerdeführerin wird keine Pa r- teientschädigung zugesprochen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). Die obsiegende Vorinstanz hat nach Art. 7 Abs. 1 e contrario und Abs. 3 VGKE auch keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 400. – werden der Beschwerdeführerin au f- erlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ve r- rechnet. B-6608/2010 Seite 24 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Ronald Flury Bianca Spescha Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 3. Juli 2013