B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2624/2011 U r t e i l v o m 4 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richter Bruno Huber, Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, Sri Lanka, vertreten durch Freiplatzaktion Basel, Asyl und Integration, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Wegweisung; Verfügung des BFM vom 6. April 2011 / N (…). E-2624/2011 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat am 4. September 2010 verliess und am 6. September 2010 in die Schweiz gelangte, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte und hierzu die rubrizierte Rechtsvertretung mandatierte, dass er anlässlich der Kurzbefragung vom 10. September 2010 im Em p- fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ sowie der Anhörung vom 31. März 2011 zu den Asylgründen im Wesentlichen Folgendes ge l- tend machte, dass er ethnischer Tamile sei, aus C._______ (Jaffna-Distrikt) stamme, seit dem Jahre 2005 mit der Familie in D._______ (Vanni-Gebiet), im Jah- re 2009 in einem Flüchtlingscamp in E._______ und seit Dezember 2009 wieder in Jaffna ( zunächst bei den Grosseltern in F._______ und in der Folge bei Verwandten in G._______) gelebt habe, dass sein Vater früher (…) Mitglied der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) gewesen sei – im Übrigen ebenso seine ältere Schwester seit de- ren Zwangsrekrutierung vor einigen Jahren im Vanni-Gebiet – und die Familie deshalb Probleme mit Unbekannten, vermutlich Angehörigen der mit der Regierung zusammenarbeitenden EPRLF (Eelam People's Revo- lutionary Liberation Front) und EPDP (Eelam People's Democratic Party), bekommen habe, welche den Vater im Juli 2010 einmal gesucht hätten, dass er selber angesichts der LTTE-Zugehörigkeit seiner Schwester se i- tens dieser Organisation nie zu rekrut ieren versucht worden sei und ihm persönlich auch sonst nie etwas von irgendwelcher Seite widerfahren sei, dass die Familie aber aus Angst vor möglichen Übergriffen dennoch ent- schieden habe, ihn als (…) Sohn ins Ausland zu schicken, und er deshalb Jaffna am 18. August 2010 in Richtung Colombo verlassen habe und von dort am 4. September 2010 auf dem Luftweg (…) nach Italien und zwei Tage später auf dem Landweg illegal in die Schweiz gelangt sei, wo seit (…) Jahren eine Tante wohne, dass er keine näheren Angaben zu den Reiseumständen zu machen i m- stande sei, er aber von einem Schlepper begleitet und die Reise von ei- nem in Deutschland leben den Onkel organisiert und finanziert worden sei, der die Familie zuvor schon unterstützt habe, E-2624/2011 Seite 3 dass er im Übrigen nie po litisch tätig gewesen sei und nie irgendwelche Probleme mit Behörden oder Organisationen gehabt habe, jedoch eine Bestrafung wegen seiner heimlichen Ausreise und seiner Auslandabw e- senheit befürchte, dass sein Vater – seit dessen aus Sicherheitsgründen erfo lgtem Wegzug aus dem gemeinsam bewohnten Flüchtlingscamp – unbekannten Aufent- haltes sei und er (Beschwerdeführer) seit seiner Ausreise keinen Kontakt mehr mit seiner Familie habe, weil sich diese an verschiedenen Orten aufhalte und er in der Eile der Ausre ise keine Telefonnummer n mitge- nommen habe, dass er auch zu anderen Verwandten keinen Kontakt mehr habe und nicht wisse, wo in Deutschland der Onkel wohne, dass d er Beschwerdeführer als Beweismittel seine Identitätskarte, eine "Temporary ID Card" und mehrere Zeitungsberichte zu den Akten gab und erklärte, nie einen Reisepass besessen zu haben, dass das BFM das Asylgesuch de s Beschwerdeführers mit Verfügung vom "6. April 2011" – versehen mit einem Ausgangsstempel vom 5. April 2011 und postalisch eröffnet am 6 . April 2011 – ablehnte und de ssen Wegweisung aus der Schweiz (Ziff. 3 des Dispositivs) verfügte sowie den Vollzug der Wegweisung anordnete (Ziff. 4 und 5 des Dispositivs), dass das Bundesamt seinen ablehnenden Asylentscheid damit begründe- te, die Schilder ungen des Beschwerdeführers würden – unbesehen der Frage nach ihrer Glaubhaftigkeit – mangels Asylrelevanz den Anford e- rungen von Art. 3 des Asylgesetz es vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügen, wobei für die diesbezügliche detaillierte Begründung auf die Akten zu verweisen ist, dass die Wegweisung die Regelfolge eines ablehnenden Asylentscheides darstelle und keine zureichenden Gründe ersichtlich seien, die auf Unzu - lässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit eines Wegweisungsvoll- zugs schliessen lassen würden, dass mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anwendung finde und keine Anhaltspunkte für eine dem Beschwerdeführer mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit drohende, durch Art. 3 der Konvention vom 4. Novem-E-2624/2011 Seite 4 ber 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Bestrafung oder Behandlung ersichtlich seien, dass sich ferner die allgemeine Sicherheitslage und die Lebensbedingun- gen in Sri Lanka seit Beendigung des bewaffneten Konflikts im Mai 2009 deutlich verbessert hätten, sodass eine Rückkehr – abgesehen vom ehemals unter LTTE -Kontrolle gestandenen Vanni -Gebiet – auch in den Norden des Landes (darunter der Jaffn a-Distrikt) grundsätzlich zumutbar sei, dass vorliegend auch keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges sprächen, da d er aus dem Jaffna -Distrikt stammende und keine gesundheitlichen Beschwerden aufweisende Be- schwerdeführer dort über Familienangehörige mit Haus und Land in F a- milienbesitz sowie über weitere Verwandte verfüg e, somit im Heimatland auf ein bestehendes und tragfähiges familiäres Beziehungsnetz sowie ei- ne gesicherte Wohnsituation zurückgreifen und zudem mit finanzieller Un- terstützung durch die in Europa lebenden Verwandten rechnen könne, dass der Vollzug ausserdem technisch möglich und praktisch durchfüh r- bar sei, dass d er Beschwerdeführer mit Eingabe an das Bundesverwaltungsg e- richt vom 5. Mai 2011 Beschwerde gegen diese Verfügung erhob und dar- in nebst prozessualen Gesuchen um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 des Bun desgesetzes vom 20. De- zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), Ver- zicht auf die Er hebung eines Kostenvorschusses, Feststellung der au f- schiebenden Wirkung und Einräumung eines allfälligen Replikrechts die Aufhebung der Dispositivziffern 3 bis 5 und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme beantragt, dass er in der Begründung geltend macht, die Vorinstanz habe bei der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges den Sachverhalt u n- genügend festgestellt und daraus unsubstanziierte und unzutreffende Folgerungen gezogen, dass insbesondere die vom BFM vorgenommene, von der geltenden Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts abweichende Lagebeur- teilung seit der Beendigung des Bürgerkrieges einseitig und unvollständig sei, zumal sich die Sicherheits - und Menschenrechtslage sowie die Le- bensbedingungen für die de r Willkür und Diskriminierung ausgesetzten E-2624/2011 Seite 5 Tamilen insbesondere in den von hoher Militärpräsenz geprägten Nord- und Ostprovinzen nach wie vor prekär bis katastrophal präsentierten , wie auch zahlreichen aktuellen Berichten von Menschenrechts -, Flüchtlings- und anderen Organisationen sowie der Nachrichtenagentur "TamilNet" zu entnehmen sei, dass aus dem Ausland Rückkehrende zudem generell der Verbindung zu den LTTE verdächtigt würden und dieser Verdacht für ihn aufgrund der LTTE-Kontakte des Vaters und der äl teren Schwester besonders bela s- tend sei, dass er im Weiteren bei seiner Rückkehr entgegen der Ansicht des BFM weder ein ausreichendes Beziehungsnetz noch eine gesicherte Wohns i- tuation vorfinden werde, da sein Vater unbekannten Aufenthaltes sei, die ältere Schwester sich in einem Camp befinde und er seit der Ausreise auch keinen Kontakt mehr zu den anderen Familienmitgliedern oder zu weiteren Verwandten habe, dass er jedoch aufgrund seines Alters und seiner fehlenden Ausbildung auf die finanzielle und psych ische Unterstützung seiner Familie dringend angewiesen sei und daher die Situation der Familie zuerst abgeklärt we r- den müsse, andernfalls nicht auf ein tragfähiges Beziehungsnetz und e i- ne gesicherte Wohnsituation geschlossen werden dürfe, dass im Übrigen auch Zweifel an der weiteren Unterstützungsbereitschaft des Onkels in Deutschland bestünden, dass der Wegweisungsvollzug jedoch nur als zumutbar (und zulässig) qualifiziert werden dürfe, wenn das Bestehen von Wegweisungsvollzugs- hindernissen eindeutig ausgeschlossen werden könne, was vorliegend nicht der Fall sei , und er daher Anspruch auf Gewährung der vorläufigen Aufnahme habe, dass mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. Mai 2013 der legale Aufenthalt de s Beschwerdeführers während des Beschwerdeverfahrens festgestellt, ferner die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie Ver- zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gutgeheissen und der Entscheid über die weiteren Anträge auf einen späteren Zeitpunkt in Aus- sicht gestellt wurden, E-2624/2011 Seite 6 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts an deres bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene, vom BFM versehentlich auf den 6. April 2011 datierte Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Int e- resse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens gemäss den klaren Beschwerdeanträgen die Prüfung der Rechtmässigkeit der verfüg- ten Wegweisung und des angeordneten Wegweisungsvollzuges bildet, wogegen die Dispositivziffern 1 und 2 der vorinstanzlichen Verfügung (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und Ablehnung des Asylgesuchs) unangefochten geblieben und damit bereits in Rechtskraft erwachsen sind, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 Asy lG vorliegend auf einen Schriften - wechsel verzichtet wurde und damit der prozessuale Antrag betreffend E-2624/2011 Seite 7 Einräumung des Replikrechts zu einer allfälligen Vernehmlassung der Vorinstanz hinfällig wird, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf E r- teilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Ent- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, was in der Beschwerde denn auch substa n- ziell nicht bestritten wird, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegw eisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis m öglich ist, und andernfalls w e- nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2), dass somit die vom Beschwerdeführer vertretene Auffassung einer fakti- schen Umkehr der Beweislast und des Beweismasses dergestalt , dass der Wegweisungsvollzug nur als zumutbar (und zulässig) qualifiziert we r- den dürfe, wenn die Behörde nach umfassender Abklärung das Gege n- teil – das Bestehen von Vollzugshindernissen – eindeutig auszuschlies- sen imstande sei, im Grundsatz nicht zutreffend ist, dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werde n (Art. 5 Abs. 1 E-2624/2011 Seite 8 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verank erte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoule- ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine A n- haltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmensc h- liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die im Heimat - oder He r- kunftsstaat droht, dass diese Erkenntnis angesichts de s Umstandes, dass die Ziffern 1 und 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung bereits unangefochte n in Rechtskraft erwachsen sind und sich die vorliegende Beschwerdeb e- gründung nur mit der Frage der Zumutbarkeit und nicht auch mit jener der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges befasst, ebenfalls als unbestri t- ten zu bezeichnen ist, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass vorliegend weder die allgemeine Lage in Sri Lanka noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, dass diesbezüglich auf die überzeugenden Erwägungen im angefocht e- nen Entscheid (dort E. II/2) und deren zusammenfassende Wiedergabe oben (vgl. S. 4) verwiesen werden kann, darin nach Prüfung der Akten kein Beanstandungspotenzial zu er kennen ist und der Inhalt der B e- schwerde die vorinstanzlichen Erkenntnisse offensichtlich nicht umz u- stossen vermag, dass zwar der in der Beschwerde vom 6. Mai 2011 erhobene Einwand ei- ner nicht praxiskonformen Lage einschätzung durch das BFM insofern E-2624/2011 Seite 9 seine Berechtigung hat te, als zum Verfügungszeitpunkt im Wesentlichen noch die Lageeinschätzung gemäss dem publizierten Grundsatzurteil BVGE 2008/2 massgebend gewesen wäre, und das BFM als Vorinstanz sich grundsätzlich an die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsg e- richts als letzte Instanz zu hal ten hat, was insbesondere auch hinsichtlich der Frage der generellen Zumutbarkeit des Vollzugs von Wegweisungen in Herkunftsländer abgewiesener Asylsuchender gilt (vgl. BVGE 2010/54), dass jedoch die in der angefochtenen Verfügung unter Berücksichtigung des beendeten Bürgerkriegs in Sri Lanka vorgenommene allgemeine L a- geeinschätzung und die angewandten Kriterien der individuellen Zumut- barkeitsbeurteilung retrospektiv betrachtet in ihren wesentlichen Punkten mit jener gemäss dem wenige Monate später publizierten Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts vom 27. Oktober 2011 (aktualisierte Lagebeurte i- lung zu Sri Lanka mit einer insb es. betreffend den Norden des Landes geänderten Zumutbarkei tseinschätzung, publiziert in BVGE 2011/24) übereinstimmt (vgl. nachfolgende Erwägungen), dass nach E. 13.2.1 und E. 13.2.2 dieses nach wie vor Gültigkeit bea n- spruchenden E ntscheides des Bundesverwaltungsgerichts der Wegwe i- sungsvollzug in die Nordprovinz – mit Ausnahme des Vanni -Gebiets – nunmehr grundsätzlich zumutbar ist, wobei bei Beurteilung der individue l- len Zumutbarkeitskriterien Zurückhaltung zu üben und insbesondere das zeitliche Element dergestalt zu berücksichtigen ist, dass für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, der Wegweisungsvol l- zug zurück in dieses Gebiet grundsätzlich zumutbar erscheint, wogegen für solche mit früherer Ausreise die aktuellen Lebens - und Wohnverhält- nisse sorgfältig abzuklären und das Vorhandensein begünstigender Fa k- toren (Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes, Sicherung des Exis- tenzminimums und der Wohnsituation) zu prüfen ist, dass d er aus dem Jaffna -Distrikt und damit aus der Nor dprovinz stam- mende Beschwerdeführer nach Beendigung des Bürgerkrieges ausg e- reist ist und darüber hinaus verschiedene (nachfolgend zu erörternde) begünstigende individuelle Faktoren im Hinblick auf die Zumutbarkeit s- frage auf sich vereint, dass er (…) die Kindheit und die persönlichkeitsprägenden Jahre in se i- ner Heimat verbracht hat und erst seit gut zweieinhalb Jahren landesab-E-2624/2011 Seite 10 wesend ist, weshalb nicht von einer eigentlichen Entwurzelung gespr o- chen werden kann, dass er zwar (noch) keinen Beruf erlernt hat, aber über eine hinreichende Schulbildung und eine inzwischen zweijährige Arbeitserfahrung in einem schweizerischen (…)betrieb verfügt und auch aufgrund seines aktuellen Alters von (…) Jahren intakte Chancen für eine zumindest mittelfristig e i- genständige Bestreitung seines Lebensunterhaltes bestehen, zumal er bis heute nie irgendwelche gesundheitlichen Beeinträchtigungen geltend gemacht hat, dass die vorinstanzliche Feststellung zu bestätigen ist, wonach der B e- schwerdeführer im Heimatland auf ein beste hendes und tragfähiges sozi- ales Beziehungsnetz zurückgreifen könne – dieses besteht vorab aus (…) und weiteren Verwandten – und er zudem Unterstützung durch in Europa wohnhafte Verwandte mit einer besonderen Beziehungs nähe (Onkel in Deutschland und Tante i n der Schweiz) beanspruchen könne (vgl. dazu die protokollierten Angaben de s Beschwerdeführers in den v or- instanzlichen Akten A1 Ziff. 12, 15 und 16 sowie A15 F23-35, F40 f., F83- 86, F99, F105 und F113), dass die Glaubhaftigkeit des angeblich unbekannten Aufenthaltes des Va- ters und die angeblich nicht realisierbare Beziehungsnähe zur älteren Schwester nicht gänzlich von der Hand zu weisen sind, dass demgegenüber die in der Anhörung und in der Beschwerde ge- machten Behauptungen, die Mutter und die weiteren Geschwister seien für ihn seit seiner Ausreise ebenfalls unbekannten Aufenthaltes, da sie manchmal den Wohnort wechselten und er die Telefonnummer in der Eile der Ausreise nicht mitgenommen habe, und auch sämtliche weiteren Verwandten und nunmehr sogar der Onkel in Deutschland nicht mehr kontaktierbar seien, offensichtlich realitätsfern sind, dementsprechend nicht geglaubt werden können und nicht nur Schutzbehauptungen da r- stellen, sondern gar auf eine Verschleierung und Vertuschung der ta t- sächlichen Verhältnisse hindeuten, dass selbst für den hypothetischen Fall, dass die diesbezüglichen Anga- ben der Wahrheit entsprächen , nicht nach zuvollziehen wäre, weshalb sich der Beschwerdeführer nicht um Informationen und zumindest Ko n- taktierungsmöglichkeiten hinsichtlich der Aufenthaltsorte dieser Angehöri- gen und Verwandten bemühen sollte, zumal der Wohnortradius der Fami-E-2624/2011 Seite 11 lie auf drei Dörfer begrenzt zu sein scheint (vgl. A15 F106), die Verwan d- ten in Deutschland und der Schweiz mit Sicherheit ebenfalls der Kontak t- vermittlung dienen könnten (z.B. durch Kenntnisgabe von Telefonnu m- mern) und die Familie zudem in der Heimatregion über eine enge Bezie- hung zu einem Priester verfügt (vgl. A1 Ziff. 15 und A15 F46 und F73 ff.), der somit ebenfalls für Auskünfte kontaktierbar sein müsste, dass entsprechende Schritte auch Bestandteil der dem Beschwerdeführer obliegenden und umfassenden Mitwirkungspflicht nach Art. 8 AsylG und Art. 13 VwVG sind und es nicht alleinige Sache der Behörde im Rahmen ihrer Untersuchungspflicht sein kann, so lchermassen Abklärungen zu t ä- tigen, besonders bei volljährigen und mithin nicht von kinderrechtlichen Schutzbestimmungen begünstigten Asylsuchenden, dass die Familie des Beschwerdeführers ferner in F._______ unbestritte- nermassen über ein Haus und Land verfügt (vgl. A15 F43 f. und F82 ff.), dass schliesslich die geltend gemachte Befürchtung de s Beschwerdefüh- rers, er sei als heimlich a usgereister und aus dem Ausland zurückke h- render Tamile bei der Rückkehr gefährdet, da ihm Unterstützung der LTTE unterstellt würde, in dieser pauschalen Form nicht haltbar ist, da er noch im Heimatland und bis zur nach Kriegsende erfolgten Ausreise of- fensichtlich keinerlei Verdachtsmomente auch nur niederschwelliger U n- terstützungsleistungen für die LTTE generierte, andernfalls di e sri - lankischen Behörden – in Kenntnis seiner Wohnsitze und seiner famili ä- ren Be ziehung zu (angeblich) zwei LTTE -Angehörigen – bereits damals ein Verfolgungsinteresse an ihm manifestiert hätten (vgl. dazu A15 F108 f. und F119), dass er denn auch keinerlei politisches Profil aufweist oder anderweitig einer besonderen Risikogruppe (vgl. BVGE 2011/24 E. 8.5) angehört und der blosse Umstand einer heimlichen Ausreise und eines Auslandaufen t- haltes in der Schweiz noch kein Gefährdungspotenzial begründet, dass abgesehen davon die angeblich illegale Ausreise angesichts der un- substanziierten und wiederum auf Verschleierung ausgerichteten Schilde- rung der Reiseumstände (vgl. A1 Ziff. 16) ohnehin erheblich zweifelhaft erscheint, dass somit aufgrund der gesamten Akten und Umstände die Annahme, der Beschwerdeführer würde im Falle der Rückkehr nach Sri Lanka einer E-2624/2011 Seite 12 existenzbedrohenden und mithin die Unzumutbarkeit des Wegweisung s- vollzuges bewirkenden Situation ausgesetzt, unbegründet ist, dass der Vollzug der Wegw eisung des Beschwerdeführers in den He i- matstaat schliesslich möglich ist, da unbestrittenermassen keine Vol l- zugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerde- führer obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuwe i- sen ist und es sich erübrigt , auf den Beschwerdeinhalt und die dort e r- wähnten Berichte näher einzugehen, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG ), auf deren Erhebung aber angesichts der mit Zwischenverfügung vom 16. Mai 2011 gewährten unentgeltlichen Prozessführung zu verzichten ist. (Dispositiv nächste Seite) E-2624/2011 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Dem Beschwerdeführer werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: