<h2>SubmittedText<h2><p>Mit dem Fahrplanwechsel vom 14. Dezember 2020 wurde der IC1 auf der Strecke von St.Gallen nach Zürich um 5 zusätzliche Zwischenhalte ausgebaut. Diese zusätzlichen Halte, welche bis anhin durch den IC5 bedient wurden, führen bei der Direktverbindung zwischen St.Gallen und Bern zu einer Fahrtzeitverschlechterung von 17 Minuten. </p><p>Schnellere Alternativen zwischen St.Gallen nach Zürich mit dem EC oder dem IC5 können diesen Umstand nur teilweise ausgleichen: Zwar wird so die Strecke St.Gallen-Zürich neu unter einer Stunde gefahren, doch die Weiterreise Richtung Bern und Genfersee ist nur mit Umsteigen in Zürich möglich. </p><p>Ob man sich nun für einen zusätzlichen Zugwechsel oder für eine zusätzliche Viertelstunde Fahrtzeit entscheidet - von St.Gallen den Zug Richtung Bern zu nehmen hat mit dem Fahrplanwechsel massiv an Attraktivität eingebüsst. Das gilt selbstredend auch für die Gegenrichtung, etwa für Messe- und Kongressgäste oder für Feriengäste aus der Westschweiz, welche die Ostschweiz derzeit als beliebtes Ziel für sich entdecken.</p><p>Darum ersuche ich den Bundesrat um Stellungnahme zu folgenden Fragen:</p><p>1. Wie rechtfertigt der Bundesrat die Verschlechterung des öV-Angebotes ausgerechnet auf der Hauptstrecke St.Gallen-Zürich-Bern vor dem Hintergrund der Klimaziele, für deren Erreichung attraktive Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine zentrale Rolle spielen?</p><p>2. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass auf der Hauptachse Ost-West (St.Gallen-Zürich-Bern-Lausanne-Genf) mindestens einmal pro Stunde eine direkte und schnelle Verbindung angeboten werden sollte?</p><p>3. Ab wann darf die Metropolitanregion St.Gallen-Bodensee wieder auf attraktive und direkte Verbindungen Richtung Bundeshauptstadt/Arc lémanique zählen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das seit Dezember 2020 geltende Fernverkehrsangebot zwischen Zürich und St. Gallen entspricht dem 2014 durch das Parlament beschlossenen STEP- Ausbauschritt 2025. Wie vorgesehen gewährleisten die Neigezüge schnelle Verbindungen zwischen Zürich und St. Gallen und der IC1 nach Bern die Anbindung von Wil, Uzwil, Flawil und Gossau. Der Fernverkehr wurde in der Ostschweiz mit dem Fahrplanwechsel vom letzten Dezember wesentlich ausgebaut: Der EC Zürich - München fährt nun in 4 Stunden, ab Dezember 2021 in 31/2 Stunden, zwischen den beiden Städten. Ebenso wird der IC5 ab Dezember 2021 in der Regel einmal stündlich über St. Gallen hinaus bis Rorschach verlängert. Neu verkehren ab St. Gallen in den Hauptverkehrszeiten zwei statt nur ein schneller Intercity ohne Zwischenhalte. Beide schnellen Züge haben in Zürich perrongleiche Anschlüsse auf den IC1 oder IC8, damit Bern ohne Zeitverlust ab St. Gallen erreichbar ist.</p><p>2./ 3. Das Angebotskonzept 2025 sieht die schnellen Verbindungen ohne Zwischenhalte ab St. Gallen nach Bern mit dem IC5 und perrongleichem Umsteigen in Zürich vor. Dank den Zwischenhalten können wesentlich mehr Fahrgäste von der Direktverbindung profitieren, insbesondere die für die Ostschweiz wichtigen Verkehrsknoten Gossau und Wil. Dank der unveränderten Weiterfahrt des IC5 über Olten - Biel nach Lausanne und Genf, bleibt der Arc lémanique weiterhin umsteigefrei und schnell mit St. Gallen verbunden. Mit diesem Ausbau profitieren mehr Städte und Regionen in der Ostschweiz und ein Grossteil der Fahrgäste von den Verbesserungen.</p>  Antwort des Bundesrates.