2002 Prozessrecht 111 I. Prozessrecht 35 § 31 Abs. 4 EG KVG, § 33 Abs. 2 und § 35 Abs. 1 VRPG Im Beschwerdeverfahren betreffend Prämienverbilligung hat die Sozial- versicherungsanstalt als unterliegende Partei keine Verfahrenskosten zu tragen (Erw. 3). Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 4. Kammer, vom 15. Okto- ber 2002 in Sachen M.V . gegen Sozialversicherungsanstalt. Aus den Erwägungen 3. Bei Gutheissung der Beschwerde wird der beschwerdefüh- renden Partei der geleistete Kostenvorschuss zurückerstattet. Der So- zialversicherungsanstalt (SV A) als unterliegenden Partei sind jedoch keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Bezüglich der Kostenfrage ver- weist § 31 Abs. 4 des aargauischen Einführungsgesetzes zum Kran- kenversicherungsgesetz [EG KVG] auf das Gesetz über die Verwal- tungsrechtspflege [VRPG]. Danach haben im Beschwerdeverfahren die beteiligten Amtsstellen in der Regel keine Verfahrenskosten zu tragen (§ 35 Abs. 1 VRPG). Die Sozialversicherungsanstalt ist zwar keine Amtsstelle im engeren Sinne, sondern eine selbständige öffent- lichrechtliche Anstalt, doch wurde ihr vom Regierungsrat der V ollzug der im Krankenversicherungsgesetz vorgeschriebenen Prämienver- billigung übertragen (Art. 65 KVG i.V .m. § 24 Abs. 1 EG KVG). Im Bereich der Prämienverbilligung vertritt die SV A somit die Rechtsan- wendungsinteressen des Gemeinwesens. In Erfüllung dieser öffentli- chen Aufgabe handelt sie demzufolge als "Amtsstelle" im Sinne von § 35 Abs. 1 VRPG (dazu auch AGVE 1977 S. 120 f.), weshalb ihr keine Kosten aufzuerlegen sind. Dies entspricht auch der Praxis auf Bundesebene, wonach die Kostenbefreiung generell für alle Träger112 Versicherungsgericht 2002 öffentlicher Aufgaben angewandt wird (vgl. Fritz Gygi, Bundesver- waltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 329). 36 Art. 85 lit. d i.V .m. 30 Abs. 2 A VIG , § 2 V EG A VIG , § 2 RA V-Verordnung Die kantonalen Arbeitsvermittlungszentren (RA V) sind nicht befugt, Ein- stellungsverfügungen nach Art. 30 Abs. 1 lit. d A VIG zu erlassen. Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 4. Kammer, vom 5. März 2 0 0 2i nS a c h e nH . A . S .g e g e nA W A . Aus den Erwägungen 2. a) Nach Art. 85 Abs. 1 A VIG gehört es zu den Aufgaben der kantonalen Amtsstellen, unter anderem Arbeitslose zu beraten (lit. a), ihnen Weisungen nach Art. 17 Abs. 3 A VIG , d.h. zum Besuch von Umschulungs- und Weiterbildungskursen, zu erteilen (lit. c) und sie im Falle der Nichtbefolgung solcher Weisungen in der Anspruchsbe- rechtigung einzustellen (lit. g i.V .m. Art. 30 Abs. 2 A VIG). Kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 A VIG ist im Kanton Aargau das KIGA bzw. AWA (vgl. § 2 des Einführungsgesetzes zum A VIG vom 20. August 1985 [EG A VIG] i.V .m. § 2 der Verordnung zum EG A VIG vom 24. März 1986). b) Im Rahmen der A VIG-Revision vom 23. Juni 1995 wurden die Kantone beauftragt, regionale Arbeitsvermittlungszentren (RA V) einzurichten und diesen Aufgaben der kantonalen Amtsstellen und der Gemeindearbeitsämter zu übertragen (Art. 85b Abs. 1 und 113 Abs. 2 lit. c A VIG). Diese Bestimmung wurde auf den 1. Januar 1996 in Kraft gesetzt (Art. 121 Abs. 2 A VIG i.V .m. Bundesratsbeschluss vom 11. Dezember 1995, AS 1996 S. 293). Der Regierungsrat des Kantons Aargau erliess in der Folge am 17. April 1996 die kantonale Verordnung über die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RA V- Verordnung) und setzte diese auf den 28. Juni 1996 mit Geltungsdau- er bis zum Inkrafttreten des revidierten EG A VIG, längstens aber bis zum 31. Dezember 1997, in Kraft (§ 10 Abs. 1 RA V-Verordnung). Mit Verordnungsänderung vom 19. November 1997 wurde § 10