Abteilung V E-8244/2008 {T 0/2} U r t e i l v o m 8 . J a n u a r 2 0 0 9 Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli-Busi; Gerichtsschreiber Urs David. A._______, Kongo (Kinshasa), alias A._______, Angola, alias A._______, unbekannter Staatsangehörigkeit, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 27. November 2008 / N (...). B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandE-8244/2008 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge im Sommer 2006 aus Cabinda (Angola) ausreiste, am 6. November 2006 in die Schweiz einreiste und hier gleichentags um Asyl nachsuchte, dass sie anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens- zentrum Vallorbe vom 15. November 2006 sowie der Anhörung vom 28. April 2007 zu den Asylgründen im Wesentlichen Folgendes geltend machte, dass sie Staatsangehörige von „Cabinda“, einem von Angola unabhän- gig gewordenen Land, und ethnische „Cabindaise“ sei, aus dem Ort Tchowa beziehungsweise Malembo beziehungsweise Tchimor stam- me, Lingala und Kikongo spreche, Katholikin beziehungsweise Protes- tantin sei und im Übrigen weder lesen noch schreiben könne, dass sie nach Brauch verheiratet sei und drei Kinder habe, deren Ge- burtsdaten aber nicht genauer kenne, dass sie Mitglied der FLEC, der Befreiungsbewegung Cabindas, sei, deren Zweck und Ziele sie zwar nicht kenne, für die sie aber „Papiere“ verteilt habe, dass ihr Mann ebenfalls Mitglied der FLEC und im Übrigen evangeli- scher Prediger sei, ohne dass sie über dessen Tätigkeiten genauer Bescheid wisse, dass ihr Mann in den Predigten manchmal Propaganda für die FLEC gemacht und ferner an Versammlungen teilgenommen habe, dass nach einer Versammlung ungefähr im Jahre 2006 einmal Solda- ten der MPLA zu ihnen nach Hause gekommen seien, dabei das Haus durchsucht, die Beschwerdeführerin geschlagen, mit einem Feuerzeug angesengt, bedroht und sexuell belästigt sowie den Ehemann ver- schleppt hätten, dass die Beschwerdeführerin und ihre damals zwei beziehungsweise drei Kinder am nächsten Tag von einem Pastor Hilfe erhalten hätten und von diesem aus Sicherheitsgründen zu einem Pastor nach Kinsha- sa gebracht worden seien, wo sie seither gewohnt hätten, Seite 2E-8244/2008 dass sie in Kinshasa manchmal auf der Strasse von Soldaten beläs- tigt, einmal in eine Schule geschleppt und dort von einem beziehungs- weise fünf Soldaten vergewaltigt sowie einmal für zwei Tage zur Prosti- tution in einem Hotel gezwungen worden sei, dass sie vom Pastor in Kinshasa beziehungsweise durch jenen in Ca- binda eines Tages über die wahrscheinliche Tötung ihres Mannes ori- entiert worden sei, dass der Pastor nun aus Eigeninitiative beziehungsweise auf Bitte der Beschwerdeführerin die Ausreise organisiert habe, dass die Beschwerdeführerin nach etwa vier Monaten beziehungswei- se höchsten zwei Jahren Aufenthalt in Kinshasa auf dem Luftweg via ein unbekanntes Land mit einem beziehungsweise zwei verschiedenen Flugzeugen nach einer unbekannten Stadt in Italien gelangt sei, wo sie von ihrem Schlepper zum Beischlaf gezwungen und nachfolgend in die Schweiz transportiert worden sei, dass sie ihre drei Kinder beim Pastor in Kinshasa zurückgelassen habe, weil das für die Reise zur Verfügung gestandene Geld nur für sie selber gereicht habe, dass die Beschwerdeführerin eine Identitätskarte und einen Geburts- schein, je ausgestellt von der „República de Cabinda“, zu den Akten gab und hierzu bemerkte, es handle sich um von ihrem Mann erhältlich gemachte, offizielle Dokumente des Staates Cabinda, welche sie ins- besondere auch zur Reise von Cabinda nach Kinshasa, sowie als Aus- weis in Cabinda und in Kinshasa benützt habe, dass sie nie einen Reisepass besessen und ihre ebenfalls durch ihren Mann erhältlich gemachte angolanische Identitätskarte vor langer Zeit verloren habe, dass sie mangels Kontaktmöglichkeiten auch keine weiteren Doku- mente beschaffen könne, zumal die Telefonnummer des Pastors in Kinshasa nicht mehr auffindbar beziehungsweise nicht mehr gültig sei, dass sie im Übrigen Einzelkind sei und – abgesehen von einer Tante, deren Vornamen und Wohnort sie jedoch nicht kenne – keine Familien- angehörigen oder weiteren Verwandten mehr in irgend einem Land habe, Seite 3E-8244/2008 dass das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 27. November 2008 – eröffnet am 28. November 2008 – ablehnte und ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die behaup- tete Staatsangehörigkeit und die Asylvorbringen der Beschwerdeführe- rin würden den Anforderungen von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die Glaubhaftmachung eines asylbegründenden Sachverhalts nicht genügen, weshalb sie die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, dass die abgegebenen cabindischen Dokumente (Identitätskarte und Geburtsurkunde) keinen Beweiswert hätten, da solche weder von offi- zieller Seite der Provinz Cabinda noch von der FLEC ausgestellt wür- den, zumal deren Besitz automatisch eine Gefahr für den Besitzer dar- stellen würde und es auch widersinnig wäre, wenn – wie vorliegend – in einem solchen Dokument unter der Rubrik Beruf „Militante da FLEC“ aufgeführt sei, dass ferner die Behauptungen, wonach sie die Dokumente zu Aus- weis- und Reisezwecken immer mit sich geführt und ihr Ehemann für sie die (verlorene) angolanische Identitätskarte beschafft habe, nicht den Tatsachen entsprechen könne, dass im Weiteren ihr linguistisches Profil (Muttersprache Lingala, da- neben Kikongo sowie offenbar Französisch [spontane Antwortgebung in dieser Sprache bei der Frage nach dem Geburtsdatum anlässlich der kantonalen Anhörung]) gegen eine Herkunft und Sozialisation in Cabinda, sondern vielmehr für eine kongolesische Staatsangehörigkeit spreche, dass diese Feststellung durch die mehrfach widersprüchlichen und tat- sachenwidrigen Angaben zu ihrem cabindischen Herkunftsort, zum Zeitpunkt der Ausreise aus Angola sowie zur Dauer ihres Aufenthaltes in Kinshasa bestätigt werde, dass auch die geltend gemachte Verfolgungssituation in Angola bezie- hungsweise in der Demokratischen Republik Kongo mit grössten Zwei- feln behaftet sei, dass die zeitliche Positionierung des unerbetenen Besuches der MPLA-Soldaten und die von diesen verübten Bedrohungen und Beläs- Seite 4E-8244/2008 tigungen in den beiden Anhörungen erheblich different und subs- tanzarm geschildert worden seien, dass sie sich ebenso betreffend die Anzahl der Vergewaltiger in Kin- shasa (ein bzw. fünf Soldaten) widersprochen und die Umstände ihrer Kenntnisnahme vom Tod ihres Ehemannes mit einem Konkretisie- rungsdefizit geschildert habe, dass gleichsam die Antworten auf Fragen zur Kontaktmöglichkeit mit dem Pastor in Kinshasa und zum Wohlergehen ihrer dort verbliebenen Kinder widersprüchlich und anpassend ausgefallen seien, dass schliesslich die Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin zusätzlich dadurch erschüttert werde, dass sie sich zunächst als Analphabetin ausgegeben und das erste Befragungsprotokoll mittels Fingerabdruck unterzeichnet habe, wogegen aber das kantonale Anhörungsprotokoll mit einem schwungvollen Schriftzug und die abgegebene Identitätskarte mit einer Unterschrift in Blockschrift versehen seien, dass aufgrund der bisherigen Angaben der Beschwerdeführerin mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Staatszugehörigkeit zur Demokrati- schen Republik Kongo statt einer solchen zu Angola auszugehen sei, dass die Wegweisung die Regelfolge eines abgelehnten Asylgesuchs darstelle und keine Gründe ersichtlich seien, die auf Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit eines Wegweisungsvollzuges schliessen lassen könnten, zumal die behördliche Untersuchungs- pflicht hinsichtlich des Wegweisungsvollzuges ihre vernünftigen Gren- zen in der Mitwirkungspflicht und Substanziierungslast der Gesuch stellenden Person finde, dass einem Wegweisungsvollzug in den wahrscheinlichen Heimatstaat Kongo (Kinshasa) keine Gründe entgegenstünden, da mangels Erfül- lung der Flüchtlingseigenschaft insbesondere der Grundsatz der Nicht- rückschiebung nicht zur Anwendung gelange, der Beschwerdeführerin dort keine durch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung drohe, dass weder politische noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges sprächen, da in Kongo (Kinshasa) und ins- Seite 5E-8244/2008 besondere in der Hauptstadt Kinshasa kein Bürgerkrieg und keine das ganze Staatsgebiet überziehende Situation allgemeiner Gewalt herrschten und – in individueller Hinsicht – die angeblich mangelnde Bildung und das fehlende soziale und verwandtschaftliche Beziehungsnetz der sich höchst unglaubwürdig präsentierenden Beschwerdeführerin nicht geglaubt werden könnten, dass der Vollzug der Wegweisung im Übrigen auch technisch möglich und praktisch durchführbar sei, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe an das Bundesverwaltungs- gericht vom 22. Dezember 2008 gegen diesen Entscheid Beschwerde erhob und darin die Gewährung von Asyl, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme sowie in prozessualer Hinsicht die Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragt, dass sie in der Begründung in komprimierter Form an ihrer Herkunft aus Cabinda, ihrer Eigenschaft als Analphabetin sowie an den geltend gemachten Benachteiligungen und Befürchtungen festhält, dass sie zum Beweis ihrer Herkunft versuchen werde, Adressen und Telefonnummern ihrer Tanten und Bekannten in Cabinda erhältlich zu machen, dass sie sich hinsichtlich des Widerspruchs betreffend die Anzahl der sie in Kinshasa vergewaltigenden Soldaten auf fünf festlegt, dass sie die Übermittlung eines Fax des Pastors in Kinshasa erwarte, um damit ihre Vorbringen zu bestätigen, dass ein Vollzug der Wegweisung nach Cabinda oder nach Kongo (Kinshasa) aufgrund der geschilderten Vorkommnisse weder zulässig noch zumutbar sei, dass sie zum Beweis ihrer Vergewaltigung in Kinshasa, ihrer dadurch eingetretenen psychischen Angeschlagenheit und der sich somit erge- benden Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges nunmehr einen Arztbericht vom 11. Dezember 2008 vorzulegen vermöge, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 29. Dezember 2008 den Eingang der Beschwerde bestätigte und die Seite 6E-8244/2008 Rechtmässigkeit des einstweiligen weiteren Aufenthaltes der Be- schwerdeführerin in der Schweiz feststellte, dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge- gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM ent- scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass die Beschwerdeführerin durch die angefochtene Verfügung be- rührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie- hungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein- zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters bezie- hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif- tenwechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei als Flüchtling eine ausländische Person aner- kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörig- keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), Seite 7E-8244/2008 dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub- haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Be- hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält, dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we- sentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch- te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass das BFM zutreffend auf die Unglaubhaftigkeit der angolanischen (bzw. cabindischen) Staatsangehörigkeit und der Asylvorbringen ge- schlossen hat und in den diesbezüglichen Erwägungen gemäss ange- fochtener Verfügung kein Beanstandungspotenzial zu erkennen ist, dass zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf vorstehende zu- sammenfassende Darlegung dieser umfassenden Erwägungen sowie im Detail auf den aktenkundigen Inhalt der angefochtenen Verfügung (vgl. dort E. I) verwiesen werden kann (Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG und Art. 4 VwVG), dass die betreffenden Erwägungen in der Beschwerde bloss partiell und ohne Substanzgebung bestritten werden und die Beschwerdefüh- rerin sich darauf beschränkt, den geltend gemachten Sachverhalt zu bekräftigen, nicht näher konkretisierte Beweismittel in Aussicht zu stel- len, reine Gegenbehauptungen aufzustellen oder aufgetretenen Wider- sprüchen den untauglichen Entkräftungsversuch einer Festlegung auf eine Variante entgegenzusetzen, dass sie damit die zutreffenden Erktenntnisse der Vorinstanz jedoch offensichtlich auch nicht ansatzweise zu entkräften vermag und nicht ersichtlich ist, welchen Zweck sie mit der dereinstigen Vorlegung von Adressen und Telefonnummern von (nun offenbar doch existenten) Tanten und Bekannten in Cabinda oder mit dem Fax des (nun offenbar doch kontaktierbaren) Pastors in Kinshasa konkret verfolgen will, dass die Unglaubhaftigkeit der sachverhaltlichen Vorbringen und die persönliche Unglaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin aus den ge- samten Akten und Umständen in aller Deutlichkeit hervor geht und sich zahlreiche weitere Begründungselemente hierfür anführen lies- Seite 8E-8244/2008 sen, wogegen keine Anhaltspunkte ernsthaft für die von der Beschwer- deführerin vorgelegte Sachverhaltsversion sprechen, dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der gesamten Aktenlage und Umstände davon ausgeht, die Beschwerdeführerin sei seit ihrer Ausreise aus ihrem Heimatstaat Kongo (Kinshasa) im Besitze eigener, authentischer und rechtsgenüglicher Identitäts- und Reisepapiere, wel- che sie jedoch in gezielter Missachtung der ihr obliegenden gesetzli- chen Mitwirkungspflicht (vgl. insb. Art. 8 Abs. 1 AsylG) und zwecks Ver- schleierung ihrer Identität den schweizerischen Behörden vorenthält, dass diese Erkenntnisse und insbesondere die geschilderten Reise- umstände (vgl. acta A1 S. 8 f. und A11 S. 6 ff. und S. 10) das Bild einer erheblich beeinträchtigten persönlichen Glaubwürdigkeit der Be- schwerdeführerin hinterlassen, dass sich die Beschwerdeführerin zwar (sowohl im Asyl- als auch im Wegweisungspunkt) zur Stützung ihrer sachverhaltlichen Vorbringen und ihrer Gefährdungslage auf einen aktuellen Arztbericht als zentra- les Beweismittel abstützt, welcher insbesondere die erlebte Vergewalti- gung belege, dass der Beweiswert des Dokumentes jedoch äusserst gering ist, da er sich auf anamnetische Angaben der Beschwerdeführerin (Herkunft Angola, Ehemann auf der Flucht, mehrere im Kongo erlebte Vergewal- tigungen, Aufenthalt in der Schweiz seit August 2006, etc.) stützt, die gemäss obigen Erwägungen offensichtlich nicht der Wahrheit entspre- chen oder gar den bisherigen eigenen Vorbringen abermals augenfäl- lig widersprechen, dass die wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit des diagnostizierten posttraumatischen Stresssyndroms auch per se erheblich einge- schränkt ist, weil die Diagnose auf medizinische Feststellungen eines allgemeinmedizinischen Arztes abgestützt wird, die überwiegend gera- de für einen guten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin spre- chen und einzig „troubles du sommeil“ als negative Gemütswahrneh- mung der Beschwerdeführerin nennen, ohne dass darin jedoch ein Krankheitswert erkannt werden könnte, zumal eine Behandlung weder aktuell noch künftig vorgesehen sei, dass in sachverhaltlicher Hinsicht mit der Vorinstanz übereinstimmend festzustellen ist, dass es sich bei der Beschwerdeführerin mit überwie- Seite 9E-8244/2008 gender Wahrscheinlichkeit nicht um eine Angolanerin aus Cabinda, stattdessen um eine aus Kinshasa stammende, nie einer flüchtlings- rechtlich bedeutsamen Verfolgungssituation ausgesetzt gewesenen Kongolesin handelt, die dort über ein familiäres, verwandtschaftliches und soziales Beziehungsnetz verfügt und im Übrigen weder in ernst zu nehmender Weise psychisch angeschlagen noch Analphabetin ist, dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei- genschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, wes- halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe- willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol- chen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri- schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver- fügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re- gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun- desgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge- zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig Seite 10E-8244/2008 ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes- halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut- bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini- scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat der Beschwerdeführerin – mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Kongo (Kinshasa) – noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass in diesem Zusammenhang insbesondere auf die oben gewonne- nen Erkenntnisse zu verweisen ist, wonach die Beschwerdeführerin in Kinshasa über ein familiäres, verwandtschaftliches und soziales Bezie- hungsnetz verfügt und weder psychisch angeschlagen noch Analpha- betin ist, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Hei- matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste- hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab- zuweisen ist und kein Anlass besteht, die in Aussicht gestellten weite- ren Beweismittel abzuwarten, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Seite 11E-8244/2008 Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 VwVG unbesehen der ausgewiesenen Be- dürftigkeit abzuweisen ist, da sich die Rekursbegehren gemäss vorste- henden Erwägungen als aussichtslos präsentierten, welcher Umstand die Gewährung unentgeltlicher Prozessführung nach Gesetz aus- schliesst. (Dispositiv nächste Seite) Seite 12E-8244/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an: - die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein) - das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak- ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie) - B._______ (in Kopie) Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: Seite 13