A bteilung III C -2093/2007 {T 0 /2 } U rteil vom 6. Septem ber 2007 M itw irkung: M ichael Peterli, R ichter G erichtsschreiberin G ross B ._______, Kroatien, Beschw erdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im A usland, Postfach 3100, 1211 G enf 2, Vorinstanz, betreffend Invalidenrente B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Verfügung vom 15. Januar 2007 hat die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle) das G esuch von B._______ um G ew äh- rung einer Invalidenrente abgew iesen. B. G egen diese Verfügung hat B._______ (nachfolgend: Beschw erdeführerin) per Faxeingabe vom 15. M ärz 2007 sinngem äss Beschw erde erhoben. D ie Beschw erdeführerin m acht nam entlich geltend, die R echtsm ittelbeleh- rung der IV-Stelle habe sich als falsch erw iesen, da ihre frist- und form ge- recht erhobene ursprüngliche Beschw erde zu H anden des Bundesverw al- tungsgerichtes als unzustellbar zurückgekom m en sei. Als ihre Adresse bezeichnet sie S._______. C . M it Verfügung vom 27. M ärz 2007 hat das Bundesverw altungsgericht der Beschw erdeführerin eine N achfrist von 7 Tagen seit Zustellung angesetzt zur N achreichung einer Beschw erdeergänzung m it Anträgen und Begrün- dung in der Sache sow ie eigenhändiger und originaler U nterschrift, sow ie zur Begründung der Verspätung ihrer Beschw erde, unter Beilage entspre- chender Bew eism ittel. D . M it Faxeingabe vom 9. April 2007 (Poststem pel der nachgereichten O rigi- naleingabe vom 10. April 2007) stellte die Beschw erdeführerin dem Bun- desverw altungsgericht eine Beschw erdeergänzung zu. Betreffend die Verspätung ihrer per Fax eingereichten Beschw erde vom 15. M ärz 2007 trägt die Beschw erdeführerin vor, sie w ohne seit ihrer Scheidung nicht m ehr in S._______, sondern im H ause ihrer Eltern in K._______. O bw ohl sie Änderungsanzeige erstattet und ihre neue An- schrift m ehrm als bekannt gegeben habe, seien die Schreiben der IV-Stelle und nam entlich die angefochtene Verfügung an die alte Adresse gesandt w orden. Ihr geschiedener Ehem ann, der Alkoholiker sei, habe ihr die ange- fochtene Verfügung m it Verspätung w eitergeleitet. Im Ü brigen sei, w ie sie bereits in der Faxeingabe vom 15. M ärz 2007 geltend gem acht habe, ihre ursprüngliche, frist- und form gerecht zu H anden des Bundesverw altungs- gerichtes eingereichte Beschw erde als unzustellbar zurückgekom m en. E. M it Vernehm lassung vom 25. Juni 2007, ergänzt am 9. August 2007, legte die IV-Stelle m it Verw eis auf die Ergebnisse ihrer postalischen N achfor- schungen dar, dass die angefochtene Verfügung am 23. Januar 2007 in S._______ zugestellt w orden sei. 3 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverw altungsgericht vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) in Verbindung m it Art. 33 Bst. d VG G und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche- rung vom 19. Juni 1959 (IVG , SR 831.20) beurteilt das Bundesverw al- tungsgericht Beschw erden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahm e im Sinne von Art. 32 VVG liegt nicht vor. 1.2 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) findet das Vw VG kei- ne Anw endung in Sozialversicherungssachen, sow eit das Bundesgesetz vom 6. O ktober 2000 über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG , SR 830.1) anw endbar ist. G em äss Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestim m ungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a-26bis und 28-70) anw endbar, sow eit das IVG nicht ausdrücklich eine Abw ei- chung vom ATSG vorsieht. 2. G em äss Art. 60 Abs. 1 ATSG ist eine Beschw erde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der angefochtenen Verfügung einzureichen. Eine Frist beginnt nach Art. 38 Abs. 1 ATSG in Verbindung m it Art. 60 Abs. 2 ATSG am Tag nach ihrer M itteilung an die Parteien zu laufen. D ie Eröffnung stellt einen R echtsakt dar, der im Zeitpunkt der Zustellung in Kraft tritt. N ach der R echtsprechung m uss jedoch die Verfügung den be- troffenen Personen nicht persönlich ausgehändigt w erden. M assgebend für den Beginn von Fristen, die durch die Zustellung einer G erichtsurkunde ausgelöst w erden, ist daher der Zeitpunkt des Eintreffens im M achtbereich des Adressaten, unbeküm m ert um den späteren Zeitpunkt, in dem der Be- troffene persönlich davon Kenntnis nim m t (BG E 122 III 320 E. 4b, 109 Ia 18 E. 4). D er Beschw erdeführer hat den N achw eis für die rechtzeitige Einreichung der R echtsm itteleingabe zu leisten. Für den N achw eis von Tatsachen über die rechtzeitige Ausübung des fristgebundenen R echts m uss der volle Be- w eis erbracht w erden (vgl. BG E 119 V 10 E. 3c/bb). D agegen obliegt der Bew eis der Tatsache sow ie des Zeitpunktes der Zustellung eines Ent- scheids grundsätzlich der Verw altung (BG E 124 V 402 E. 2a, 103 V 65 E. 2a). Bezüglich Tatsachen, w elche für die Zustellung von Entscheiden erheblich sind, gilt der Bew eisgrad der überw iegenden W ahrscheinlichkeit. W eil der Sozialversicherungsprozess von der U ntersuchungsm axim e be- herrscht w ird, handelt es dabei in der R egel um eine sogenannte objektive Bew eislast in dem Sinne, dass im Fall der Bew eislosigkeit der Entscheid zu U ngunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbew iesen gebliebenen Sachverhalt R echte ableiten w ollte (BG E 117 V 264 E. 3b, m it H inw eis). 4 G em äss Art. 40 Abs. 1 in Verbindung m it Art. 60 Abs. 2 ATSG kann eine gesetzliche Frist nicht erstreckt w erden. D ie W iederherstellung der Frist ist nach Art. 41 ATSG in Verbindung m it Art. 60 Abs. 2 ATSG nur dann m ög- lich, w enn die gesuchsstellende Person unverschuldeterw eise abgehalten w orden ist, binnen Frist zu handeln, innerhalb von 30 Tagen nach W egfall des H indernisses darum ersucht und die versäum te R echtshandlung nach- geholt w ird. 2.1 D ie angefochtene Verfügung w urde, w ie sich aus den postalischen N ach- forschungen schlüssig ergibt, am 23. Januar 2007 in S._______ in Em p- fang genom m en. D ie Beschw erdeführerin führte hierzu in ihrer Beschw er- deergänzung aus, dass die Verfügung som it falsch adressiert gew esen sei und ihr erst m it Verspätung durch ihren (geschiedenen) Ehem ann ausge- händigt w orden sei. Zw ar ist richtig, dass die Beschw erdeführerin die IV-Stelle darauf aufm erk- sam gem acht hatte, dass sie nicht m ehr m it ihrem (ehem aligen) Ehem ann in S._______ w ohne, sondern im elterlichen H aus in K._______. Im Ergän- zungsblatt der Invalidenversicherung hatte die Beschw erdeführerin am 28. April 2006 angegeben, dass sie bereits seit dem 1. Juni 2001 von ih- rem Ehegatten getrennt lebe. Allerdings hat die Beschw erdeführerin in m ehreren (nach diesem D atum verfassten) Eingaben an die IV-Stelle S._______ als ihre Adresse bezeichnet, so nam entlich in ihrer Anm eldung zum Bezug von Invalidenleistungen vom 10. April 2002, in den Faxeinga- ben vom 28. Juli, vom 28. O ktober sow ie vom 29. N ovem ber 2005 sow ie in der Eingabe vom 14. D ezem ber 2005. D ie IV-Stelle hat ihre gesam te Kor- respondenz über die Adresse S._______ abgew ickelt, w obei die Be- schw erdeführerin nie gerügt hat, dass ihr die D okum ente nicht beziehungs- w eise nicht rechtzeitig zugestellt w orden seien. Auch in ihrer per Fax überm ittelten Beschw erde vom 15. M ärz 2007 an das Bundesverw altungsgericht bezeichnete die Beschw erdeführerin ausdrück- lich und ausschliesslich S._______ als ihre Adresse. Aufgrund dieser An- gaben hat das Bundesverw altungsgericht auch die Verfügung vom 27. M ärz 2007 an diese Adresse gesendet. G em äss den Angaben auf dem R ückschein w urde die Verfügung am 30. M ärz 2007 in Em pfang genom - m en, und zw ar von der Beschw erdeführerin persönlich. D as Bundesverw altungsgericht geht deshalb m it an Sicherheit grenzender W ahrscheinlichkeit davon aus, dass die angefochtene Verfügung am 23. Januar 2007 in den M achtbereich der Beschw erdeführerin gelangt ist und dass diese davon hätte Kenntnis nehm en können. D ie 30-tägige R echtsm ittelfrist begann som it am 24. Januar 2007 zu lau- fen. D ie Beschw erde w urde dem Bundesverw altungsgericht am 15. M ärz 2007 (per Fax) überm ittelt und erw eist sich som it als verspätet. 2.2 D ie Beschw erdeführerin bringt in ihrer (insow eit sinngem äss als G esuch um W iederherstellung der Frist zu qualifizierenden) Beschw erde vor, dass die von ihr fristgerecht an die in der angefochtenen Verfügung enthaltenen R echtsm ittelbelehrung verzeichnete Adresse versandte ursprüngliche 5 Beschw erde als unzustellbar zurückgekom m en sei. Entsprechende Bew ei- se erbringt die insow eit bew eispflichtige Beschw erdeführerin nicht. N a- m entlich legt sie die fragliche, entsprechend gestem pelte Postsendung nicht bei. D ie Voraussetzungen zur W iederherstellung der Beschw erdefrist im Sinne von Art. 41 ATSG in Verbindung m it Art. 60 Abs. 2 ATSG sind deshalb nicht erfüllt, so dass das entsprechende G esuch der Beschw erdeführerin abzuw eisen ist. 2.3 D ie Beschw erde erw eist sich som it im Ergebnis als verspätet. Es ist des- halb im einzelrichterlichen Verfahren auf die Beschw erde nicht einzutreten (vgl. Art. 23 Abs. 1 Bst. b VG G ). D as G esuch auf W iederherstellung der Frist ist abzuw eisen. 3. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten w ird verzichtet (Art. 63 Abs. 1 Satz 3 Vw VG ). (D ispositiv auf der nächsten Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. Auf die Beschw erde w ird nicht eingetreten. 2. D as G esuch um W iederherstellung der Beschw erdefrist w ird abgew iesen. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it R ückschein) - der Vorinstanz (G erichtsurkunde) - dem Bundesam t für Sozialversicherungen (G erichtsurkunde) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innerhalb von 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesge- richt, Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Be- schw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echts- schrift hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nter- schrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Schriftliche Einga- ben m üssen spätestens am letzten Tage der Frist der Behörde eingereicht oder zu deren H anden der schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder kon- sularischen Vertretung übergeben w erden (Art. 21 Vw VG ). Versand am :