<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2004.00017</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204292&amp;W10_KEY=4467141&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2004.00017</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.06.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung 2002</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Weiterbildungskosten<br/><br/>Ob die Kosten eines Lehrgangs als abzugsfähige Weiterbildungskosten zu würdigen sind, kann nicht allgemein gesagt werden, sondern beurteilt sich aufgrund der konkreten Umstände, indem es namentlich auf den im Lehrgang vermittelten Stoff einerseits und die berufliche Tätigkeit oder die Grundausbildung des Absolventen anderseits ankommt. Der berufsbegleitende Executive MBA-Lehrgang war offenkundig geeignet, das zur Ausübung der beruflichen Tätigkeit des Pflichtigen als Projektleiter und Berater im Bereich Informationstechnologie und Telekommunikation erforderliche Fachwissen zu vertiefen und zu erweitern. Indem die Rekurskommission bezüglich der Kosten des Lehrgangs lediglich einen Weiterbildungsanteil von 25 % ermittelt hat, ohne darzulegen, worin im Einzelnen qualitativ und quantitativ der als Ausbildung zu betrachtende Teil der erworbenen Kenntnisse bestanden haben soll, ist sie in Willkür verfallen. Teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung an die Rekurskommission zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABZUGSFÃHIGKEIT">ABZUGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSBILDUNG">AUSBILDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSBILDUNGSKOSTEN">AUSBILDUNGSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUF">BERUF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLAST">BEWEISLAST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINKOMMENSSTEUER">EINKOMMENSSTEUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSCHÃTZUNG">EINSCHÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELEKTROINGENIEUR">ELEKTROINGENIEUR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INFORMATIONSTECHNOLOGIE">INFORMATIONSTECHNOLOGIE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEHRGANG">LEHRGANG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MBA">MBA</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROJEKTMANAGEMENT">PROJEKTMANAGEMENT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: QUOTELUNG">QUOTELUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNG">RÃCKWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHÃTZUNG">SCHÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TELEKOMMUNIKATION">TELEKOMMUNIKATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSUCHUNGSMAXIME">UNTERSUCHUNGSMAXIME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEITERBILDUNG">WEITERBILDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEITERBILDUNGSKOSTEN">WEITERBILDUNGSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WILLKÃR">WILLKÃR</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 30 BBG</span><br/><span class="gerade">§ 26 Abs. I lit. d StG</span><br/><span class="ungerade">§ 33 lit. b StG</span><br/><span class="gerade">§ 132 StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>A schloss im Jahr 1993 sein Studium am Technikum in X als Elektroingenieur mit einer Vertiefung in Nachrichtentechnik und Software-Engineering ab. Er begann seine berufliche TÃ¤tigkeit als Netzwerk-Spezialist bei der D AG. Auf Beginn des Jahrs 2000 wechselte er innerhalb dieser Gesellschaft von der Engineering Abteilung zur Telecom Business Consulting Abteilung als Berater und Pro­jektleiter. Aufgrund der verÃ¤nderten Kundennachfragen verlagerten sich die Problem­stellungen in seinem TÃ¤tigkeitsgebiet von der technischen zur betriebswirtschaftlichen Seite. So oblagen A Beratungen im Bereich nationaler und internationaler Telecom-Outsourcing-Projekte, Review von IT Betriebs-Pro­zes­sen, Analyse von Anforderungen globaler Business-Prozesse an die Telekommunikation und die UnterstÃ¼tzung von Telecom-Anbietern bei der Lancierung neuer Dienstleistungen. Im Januar 2002 begann A berufsbegleitend ein vom Institut fÃ¼r Finanzmanagement der UniversitÃ¤t Bern und der University of Rochester, New York (USA), gemeinsam durchgefÃ¼hrtes Executive MBA-Programm. Die Arbeitgeberin beteiligte sich an den Schul­geldern von insgesamt Fr. 80'000.- mit Fr. 40'000.-, welche fÃ¼r das Jahr 2002 in HÃ¶he von Fr. 10'000.- ausbezahlt wurden.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Das kantonale Steueramt veranlagte die Eheleute A und B fÃ¼r die Steuerperiode 2002 mit EinschÃ¤tzungs- und Einspracheentscheid vom 2. Juli 2003 bzw. 7. Oktober 2003 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. -.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. -. Dabei liess es die als Weiterbildungs­kosten geltend gemachten Kosten des MBA-Lehrgangs von Fr. 19'795.- nur im Umfang der Pauschale von Fr. 400.- zum Abzug zu und wÃ¼rdigte ausserdem die von der Arbeitgeberin Ã¼bernommenen Schulgelder von Fr. 10'000.- als zusÃ¤tzliche steuerbare ErwerbseinkÃ¼nfte.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Die Steuerrekurskommission hiess den Rekurs der Pflichtigen am 29. Januar 2004 teilweise gut und schÃ¤tzte diese fÃ¼r die Steuerperiode 2002 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. -.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. -.- ein. Sie betrachtete einen Anteil von 25 % der Bildungskosten des Ehemanns von insgesamt (Fr. 19'795.- + Fr. 10'000.- =) Fr. 29'795.-, d.h. Fr. 7'448.75, als Weiterbildungskosten.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Mit Beschwerde vom 2. MÃ¤rz 2004 beantragte das kantonale Steueramt dem Verwaltungsgericht, es seien die Pflichtigen mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. -.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. -.- einzuschÃ¤tzen. Ausserdem verlangte es eine ParteientschÃ¤digung. Das Steueramt machte geltend, bei den Studienkosten handle es sich vollumfÃ¤nglich um Ausbildungskosten, die nicht abzugsfÃ¤hig seien.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>WÃ¤hrend die Steuerrekurskommission auf Vernehmlassung verzichtete, liessen sich die Pflichtigen nicht vernehmen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Der Einzelrichter Ã¼berwies die Akten der 2. Kammer zur Entscheidung.</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Das Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Re­kurs­kom­mission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessen­heit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekursinstanz zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Ihr Ermessen Ã¼berschreitet die BehÃ¶rde, wenn sie den Rahmen des ihr gesetzlich zustehenden Ermessens verlÃ¤sst, indem sie nach Ermessen entscheidet, obwohl ihr das Gesetz kein solches einrÃ¤umt. Ein Ermessensmissbrauch liegt vor, wenn die BehÃ¶rde das Ermessen zwar im gesetzlich vorgegebenen Rahmen ausÃ¼bt, dieses aber unter sachfremden Gesichtspunkten oder in Missachtung allgemeiner Rechtsprinzipien betÃ¤tigt; das ist insbesondere der Fall, wenn die ErmessensbetÃ¤tigung als unhaltbar, als willkÃ¼rlich und rechtsungleich erscheint (RB 1999 Nr. 147).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht ist â wie die Rekurskommission â gemÃ¤ss § 149 Abs. 2 StG in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG in seinem Entscheid nicht an die AntrÃ¤ge der Parteien gebunden. Es kann nach AnhÃ¶ren des Steuerpflichtigen die EinschÃ¤tzung auch zu dessen Ungunsten oder zu dessen Gunsten Ã¤ndern (RB 2002 Nr. 116).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Bei unselbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit werden als Berufskosten laut § 26 Abs. 1 lit. d StG abgezogen die mit dem Beruf zusammenhÃ¤ngenden Weiterbildungs- und Umschulungs­kos­ten. Nicht abzugsfÃ¤hig sind demgegenÃ¼ber gemÃ¤ss § 33 lit. b StG die Ausbildungs­kosten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Unter den Ausbildungskosten sind Aufwendungen zu verstehen, welche die AusÃ¼bung eines bestimmten Berufs Ã¼berhaupt ermÃ¶glichen oder hierzu befÃ¤higen. Sie bilden mangels qua­lifiziert engen wesentlichen Zusammenhangs mit einer vorbeste­henden so genannten an­gestammten beruflichen TÃ¤tigkeit keine Berufskosten im Sinn des Gesetzes (vgl. RB 1995 Nr. 36, auszugsweise verÃ¶ffentlicht in StE 1995 B 22.3 Nr. 57), sondern nicht ab­zugs­fÃ¤hige private Lebenshaltungskosten (vgl. Philip Funk, Der Begriff der Gewinnungs­kos­ten nach schweizerischem Einkommens­steuerrecht, GrÃ¼sch 1989, S. 95; August Rei­mann/Ferdinand Zuppinger/Erwin SchÃ¤rrer, Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 2. Bd., Bern 1963, § 25 N. 18).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>DemgegenÃ¼ber gelten Aufwendungen, mit welchen die Erhaltung und/oder Sicherung der vom Steuerpflichtigen erreichten beruflichen Stellung oder der Aufstieg in eine gehobenere Stellung im angestammten Beruf bezweckt wird, als Weiterbildungskosten und sind damit abzugsfÃ¤hige Berufskosten (VGr, 3. Juli 1996, StE 1997 B 27.6 Nr. 12 E. 1b mit weiteren Hinweisen). Solche Kosten sind also Auslagen, die getÃ¤tigt werden, um im angestammten Be­ruf auf dem Laufenden zu bleiben oder dessen steigenden oder neuen Anforderungen zu genÃ¼gen (Ziff. 3.2 Abs. 1 des Kreisschreibens Nr. 26 der EidgenÃ¶ssischen Steuerver­wal­tung vom 22. September 1995 betreffend Abzug von Berufskosten der unselbstÃ¤ndigen Er­werbs­tÃ¤tigkeit, ASA 64 [1995/96] S. 692 ff., 693 f.), aber auch solche Aufwendungen, die den Erwerb besonderer Fachkenntnisse mit Blick auf eine Spezialisierung oder den Auf­stieg im angestammten Beruf bezwecken (vgl. Peter Locher, Kommentar zum DBG, Ther­wil/Basel 2001, Art. 26 N. 62 f.).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Zielen die Aufwendungen aber auf einen Aufstieg in eine von der bisherigen Berufs­tÃ¤­tig­keit zu unterscheidende hÃ¶here Stellung oder gar in einen anderen Beruf, so sind die be­tref­fenden Aufwendungen als solche fÃ¼r die Ausbildung zu einem neu­en Beruf zu wÃ¼rdi­gen und demzufolge zu den grundsÃ¤tzlich nicht abzugsfÃ¤higen privaten Lebenshal­tungs­kos­ten zu rechnen (BGE 113 Ib 114 E. 3 = StE 1988 B 27.6 Nr. 5; Locher, Art. 26 N. 64; Markus Reich in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2. A., Basel etc. 2002, Art. 9 StHG N. 11 f.).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Im 4. Kapitel "Berufsorientierte Weiterbildung" vermittelt die Vorschrift von Art. 30 lit. a des </span>Be­rufsbildungsgesetzes<span> vom </span>13. Dezember 2002 (BBG) <span>jedenfalls insofern ein taugliches Kriterium fÃ¼r den Weiterbil­dungsbegriff von § 26 Abs. 1 lit. d StG, als die </span>berufsorientierte Weiterbildung dazu dient, "durch organisiertes Lernen bestehende berufliche Quali­fikationen zu erneuern, zu vertiefen und zu erweitern [â¦]". Die in Art. 30 lit. a und lit. b BBG erwÃ¤hnten weiteren Zwecksetzungen, "neue berufliche Qualifikationen zu erwerben" bzw. "die berufliche FlexibilitÃ¤t zu unterstÃ¼tzen", erweisen sich indessen als Elemente der Umschulung oder Ausbildung.</p> <p class="Erwgung2"><span>Eine Weiterbildung liegt stets vor, wenn das Lernen darauf ausgerichtet ist, das zur AusÃ¼bung der betreffenden beruflichen TÃ¤tigkeit erforderliche Fachwissen zu aktualisieren, zu vertiefen und zu erweitern. Das in Frage stehende berufliche Fachwissen kann in der Praxis erlernt worden sein. Einer diesbezÃ¼glichen eigentlichen Grundausbildung â die es im Ãbrigen fÃ¼r verschiedene berufliche TÃ¤tigkeiten gar nicht gibt â bedarf es nicht. Soweit die Allgemeinbildung verbessert werden soll, handelt es sich in der Regel steuerrechtlich um zusÃ¤tzliche Ausbildung. Werden derartige Kenntnisse im Rahmen der beruflichen Weiterbildung vermittelt, so vermÃ¶gen sie an der Qualifikation der hierfÃ¼r getÃ¤tigten Aufwendung als Weiterbildungskosten nichts zu Ã¤ndern, sofern ihnen nur untergeordneter Charakter zukommt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Ob die Kosten eines Lehrgangs als abzugsfÃ¤hige Weiterbildungskosten zu wÃ¼rdigen sind, kann nicht allgemein gesagt werden, sondern beurteilt sich aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde, indem es namentlich auf den im Lehrgang vermittelten Stoff einerseits und die berufliche TÃ¤tigkeit oder die Grundausbildung des Absolventen anderseits ankommt.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>So hat das Verwaltungsgericht in einem Entscheid vom 23. Oktober 2002 (StE 2003 B 22.3 Nr. 74 = RB 2002 Nr. 100, dessen Leitsatz allerdings zu eng formuliert ist) erkannt, dass der von einem Rechtsanwalt an einer amerikanischen UniversitÃ¤t absolvierte General Master of Laws (LL.M.)-Lehrgang fÃ¼r auslÃ¤ndische Juristen und Juristinnen offenkundig keine Vertiefung oder Aktualisierung derjenigen FÃ¤cher bewirkte, die ein in der Schweiz abgeschlossenes Rechtsstudium bietet bzw. die zÃ¼rcherische Rechtsan­waltsprÃ¼fung im Sinn einer juristischen Grundausbildung verlangt. Vielmehr bildete das Nachdiplomstudium eine ErgÃ¤nzung dieser Grundausbildung, indem es zur Hauptsache Kenntnisse in ausgewÃ¤hlten Bereichen des amerikanischen Rechts sowie juristischer Methodik, Arbeitsweise und Rechtssprache amerikanischer Juristen vermittelte. Ob der Betroffene dadurch sein Fachwissen im Rahmen seiner frÃ¼heren TÃ¤tigkeit in einer international ausgerichteten Anwaltskanzlei hatte vertiefen kÃ¶nnen, blieb im Dunkeln, da er keine nÃ¤here Darstellung seiner anwaltlichen Arbeit gegeben hatte. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.1 </span></b><span>Das Steuerrekursverfahren wird von der Untersuchungsmaxime beherrscht. Nach diesem Verfahrensgrundsatz ist die Rekurskommission verpflichtet, die rechtserheblichen Tatsachen von Amtes wegen abzuklÃ¤ren und ihrem Entscheid nur solche Tatsachen zugrunde zu legen, von deren Vorhandensein sie sich Ã¼berzeugt hat. Denn Ziel der Sachverhaltsermittlung ist nach dem Grundsatz von § 132 StG stets, die fÃ¼r eine vollstÃ¤ndige und richtige Besteuerung massgebenden tatsÃ¤chlichen und rechtlichen VerhÃ¤ltnisse festzustellen. Der nach dem Gesetz umfassenden Untersuchungspflicht mÃ¼ssen indessen aus prak­tischen GrÃ¼nden Schranken gesetzt sein. So ist die Rekurskommission nur insoweit zur Untersuchung verpflichtet, als der Steuerpflichtige an der Sachverhaltsermittlung gehÃ¶rig mitwirkt. Weil fÃ¼r steueraufhebende und ‑mindernde Tatsachen, fÃ¼r die der Steuerpflichtige die Beweislast trÃ¤gt, regelmÃ¤ssig die natÃ¼rliche Vermutung streitet, dass er alle ihn entlastenden UmstÃ¤nde von sich aus vorbringt, besteht seine Obliegenheit zur Mitwirkung hinsichtlich solcher Tatsachen auch darin, sie geltend zu machen, darzutun und nachzuweisen. Diesen Nachweis hat der Steuerpflichtige durch eine substanziierte Sachdarstellung in der Rekursschrift anzutreten, wobei er die erforderlichen Beweismittel beizulegen oder wenigstens genau zu bezeichnen hat. Fehlt es daran, trifft die Rekurskommission keine weitere Untersuchungspflicht; namentlich hat sie nichts vorzukehren, um sich die fehlenden Grundlagen zu beschaffen (RB 1987 Nr. 35, mit Hinweisen, auch zum Folgenden).</span></p> <p class="Erwgung3">Die Substanziierungslast des Steuerpflichtigen wird indessen dadurch gemildert, dass die Anforderungen an die VollstÃ¤ndigkeit der Sachdarstellung nicht Ã¼berspannt werden dÃ¼rfen: Hat der Steuerpflichtige eine nicht vÃ¶llig lÃ¼ckenlose Sachdarstellung gegeben, muss die Rekurskommis­sion danach trachten, diesen Mangel durch eine ergÃ¤nzende Untersuchung zu beheben. </p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.2 </span></b><span>Die Beweislosigkeit, die sich einstellt, wenn der Steuerpflichtige seine Mitwirkungspflicht hinsichtlich steueraufhebender oder -mindernder Tatsachen â z.B. bei einem von ihm geltend gemachten Abzug â nicht erfÃ¼llt, fÃ¼hrt grundsÃ¤tzlich nicht zu einer ErmessenseinschÃ¤tzung im Sinn von § 139 Abs. 2 StG. Vielmehr ist diesfalls aufgrund der allgemeinen Beweislastregel (vgl. BGr, 22. Februar 1993, ASA 62 [1993/94], S. 720 E. 5b; BGE 121 II 257 E. 4c/aa) zu Ungunsten des fÃ¼r derartige Tatsachen beweisbelasteten Steuerpflichtigen anzunehmen, die behaupteten Tatsachen hÃ¤tten sich nicht verwirklicht, und gestÃ¼tzt darauf der in Frage stehende Abzug nicht zu berÃ¼cksichtigen (vgl. etwa BGE 92 I 393 = ASA 36 [1967/68], S. 192 und BGr, 10. Juli 1977, ASA 46 [1977/78], S. 512).</span></p> <p class="Erwgung3"><span>Unter bestimmten Voraussetzungen ist allerdings ausnahmsweise eine SchÃ¤tzung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen auch bezÃ¼glich steueraufhebender und -mindernder Tatsachen zu treffen, dann nÃ¤mlich, wenn dem Steuerpflichtigen die gehÃ¶rige Mitwirkung an der Ermittlung dieser Tatsachen aus GrÃ¼nden, die er nicht zu vertreten hat, unmÃ¶glich oder unzumutbar ist (vgl. RB 1975 Nr. 54). Gleich verhÃ¤lt es sich, wenn das Bestehen eines Abzugs erwiesen ist, z.B. feststeht, dass dem Steuerpflichtigen Gewinnungskosten erwachsen sind, aber deren HÃ¶he ungewiss ist. In einem solchen Fall wÃ¤re es sachwidrig und damit willkÃ¼rlich, den Abzug nicht zu berÃ¼cksichtigen; vielmehr muss dessen HÃ¶he nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen geschÃ¤tzt werden (vgl. Martin Zweifel in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2. A., Basel etc. 2002, Art. 46 StHG N. 30).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Der vom pflichtigen Ehemann im Jahr 2002 besuchte berufsbegleitende Bern-Rochester Lehrgang zum Executive Master of Business Administration (MBA) umfasste die FÃ¤cher "Managerial Economics", <a id="BRN416">"Economic Environment</a>", <a id="BRN420">"Managerial Decision Ana­lysis</a>", <a id="BRN422">"Forecasting Techniques for Business</a>", "Operations Management", "Information Systems for Management", <a id="BRN444">"Organization Theory and Control</a>", "Financial Accounting", "Managerial Accounting", "Manufacturing and Service Strategy", <a id="BRN475">"Marketing Mana­gement</a>", <a id="BRN476">"Marketing Analysis and Decision-Making</a>", "Capital Budgeting", <a id="BRN481">"Capital Mar­kets</a>", <a id="BRN500">"Legal Aspects in Management</a>", "Human Resource Management", <a id="BRN482">"Corporate Financial Policy</a>", <a id="BRN483">"International Finance</a>", <a id="BRN484">"Economics of International Business</a>" und <a id="BRN498">"Cor­porate Strategy</a>". Diese FÃ¤cher wurden nicht im Sinn der Erarbeitung theoretischer Grundlagen, sondern mit Blick auf die Anwendung des Erlernten in der Praxis vermittelt. Dementsprechend wandte sich der Lehrgang an Personen mit mehrjÃ¤hriger FÃ¼hrungserfahrung. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Es ist offenkundig, dass der Besuch solcher Kurse geeignet war, das zur AusÃ¼bung der beruflichen TÃ¤tigkeit erforderliche Fachwissen zu vertiefen und zu erweitern, und zwar in dem Sinn, dass der Pflichtige fÃ¼r seinen mit branchenbezogener Unternehmensberatung zu vergleichenden Beruf als Projektleiter und Berater fÃ¼r betriebliche AblÃ¤ufe, Strukturen und Marketing im Bereich von Informationstechnolo­gie sowie nationaler und internationaler Telekommunikation, den er zur Hauptsache in der praktischen Arbeit erlernt hatte, die dem besseren VerstÃ¤ndnis dieser Arbeit dienenden praxisorientierten Kenntnisse der Grundlagen und ZusammenhÃ¤nge erlangt hat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.5 </span></b><span>Die Rekurskommission hat indessen lediglich einen "Weiterbildungsanteil" an dem vom Pflichtigen besuchten Executive MBA-Lehrgang von 25 % ermittelt. Allerdings hat sie keine quantitativ nachvollziehbare BegrÃ¼ndung fÃ¼r diese SchÃ¤tzung gegeben. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>So hat sie bloss ausgefÃ¼hrt, das Studium sei "nicht ausschliesslich auf die sich in der beruflichen Funktion des Pflichtigen als Projektmanager stellenden Fragen ausgerichtet". Zweifellos sei davon auszugehen, dass der Pflichtige "einen Teil der wÃ¤hrend des Studiums erworbenen Kenntnisse" bei seiner beruflichen TÃ¤tigkeit umsetzen kÃ¶nne und ihm diese "bei der BewÃ¤ltigung der sich stellenden komplexen Fragen im internationalen Umfeld hilfreich" sein kÃ¶nnten. Doch liege "die Vorbildung des Pflichtigen im technischen Bereich" und habe dieser Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Management und Projektleitung "on the job" erworben. Der besuchte Lehrgang erscheine "in Ã¼berwiegendem Masse als Verbreiterung der Grundausbildung und auch Erwerb neuer Kenntnisse", jedoch "in einem nicht zu unterschÃ¤tzenden Teil" auch als Weiterbildung, so insbesondere "in der Vermittlung von FÃ¼hrungswissen, Marketing-Management und International Business". Dieser Anteil "dÃ¼rfte jedoch deutlich unter 50 % liegen", weshalb ein Weiterbildungsanteil von 25 % als angemessen erscheine. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Indem die Rekurskommission es unterlassen hat, darzulegen, worin im Einzelnen qualitativ und quantitativ der als Ausbildung zu betrachtende Teil der im MBA-Lehrgang erworbenen Kenntnisse bestanden haben soll, und das Studium nur zu 25 % als Weiterbildung gewÃ¼rdigt sowie die ausgewiesenen Studienkosten bloss in diesem Umfang zum Abzug zugelassen hat, ist sie in WillkÃ¼r verfallen. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Sie wird im zweiten Rechtsgang im Licht der vorstehenden ErwÃ¤gungen nach AnhÃ¶ren der Parteien und allfÃ¤lliger DurchfÃ¼hrung einer weiteren Untersuchung diesen Mangel zu beheben sowie den Neuentscheid zu fÃ¤llen haben, wobei sie an die Begehren der Parteien nicht gebunden ist (vgl. vorn E. 1.2). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Das fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Bei diesem letztlich unentschiedenen Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer zur HÃ¤lfte und den Beschwerdegegnern je zu einem Viertel aufzuerlegen, unter solidarischer Haftung fÃ¼r die HÃ¤lfte der Kosten (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG), und steht dem BeschwerdefÃ¼hrer keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur weiteren Unter­suchung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Steuerrekurskom­mission zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Ãber die Rekurskosten hat die Steuerrekurskommission im Neuentscheid zu befinden.</p> <p class="Einzug2">3. <span>Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2">4. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer zur HÃ¤lfte und den Beschwerde­gegnern je zu einem Viertel auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼r die HÃ¤lfte der Kosten.</p> <p class="Einzug2">5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>7. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>