Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Januar 2017 (720 15 382 / 05) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bestätigung der rentenverneinenden Verfügung; Prüfung der medizinischen Grundlagen; Parallelisierung der Vergleichseinkommen Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Daniel Altermatt , Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1971 geborene A.____ meldete sich am 5. Mai 2008 bei der Schweizerischen Inva- lidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV- Stelle) wies mit Verfügung vom 31. August 2011 das Leistungsbegehren aufgrund eines IV- Grades von 6 % ab Dezember 2008 und von 16 % ab Okt ober 2009 ab. Dagegen erhob die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Alterm att, beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde. Das Kantonsge- richt hiess die Beschwerde mit Urteil vom 21. Juni 2012 (720 11 350 / 169) gut und wies die Angelegenheit an die IV-Stelle zurück, damit diese nach weiteren Abklärung neu verfüge. In Erwägung 7.2 hielt das Kantonsgericht fest, dass die vor handenen medizinischen Unterlagen keine abschliessende Beurteilung des Gesundheitszustands u nd der Arbeitsfähigkeit der Be- schwerdeführerin zulassen würden. In der Folge teilte die IV-Stelle Rechtsanwalt Daniel Altermatt mit Schreiben vom 20. März 2013 mit, dass sie beabsichtige, Dr. med. B.____, Facharzt F MH für Innere Medizin und Rheumato- logie, und Dr. med. C.____, Facharzt FMH für Psychiatri e und Psychotherapie, mit der bidiszi- plinären Begutachtung zu beauftragen. Dagegen wehrte sich die Versicherte mit Schreiben vom 16. April 2013 unter Hinweis auf das Urteil des Kanton sgerichts vom 21. Juni 2012. Mit Zwi- schenverfügung vom 19. April 2013 hielt die IV-Stelle an ihrer Auffassung fest und ordnete eine bidisziplinäre Begutachtung bei Dr. B.____ und Dr. C. ____ an. Hiergegen erhob A.____, wei- terhin vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, a m 23. Mai 2013 Beschwerde beim Kan- tonsgericht. Das Kantonsgericht hiess in der Folge die Beschwerde in dem Sinne gut, als es die Zwischenverfügung vom 19. April 2013 aufhob und die IV- Stelle anwies, für die bidisziplinäre Begutachtung einen bisher nicht involvierten Facharzt bzw . eine Fachärztin der Psychiatrie mit der Begutachtung der Beschwerdeführerin zu beauftragen (720 13 163 / 13). In der Folge liess die IV-Stelle die Versicherte durch Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch und von Dr. B.____ rheumatol ogisch begutachten. Am 8. De- zember 2014 wurde ein neuer Vorbescheid erlassen. Mit V erfügung vom 10. November 2015 entschied die IV-Stelle, dass A.____ bei einem IV-Grad von 34 % kein Anspruch auf eine IV- Rente habe. Es würden gestützt auf die gutachterlichen Ausführungen somatische wie auch psychische Erkrankungen vorliegen, jedoch seien diese nich t schwerwiegend genug, um eine volle Arbeitsunfähigkeit zu begründen. B. Dagegen erhob A.____, erneut vertreten durch Rechts anwalt Daniel Altermatt, mit Ein- gabe vom 14. Dezember 2015 Beschwerde beim Kantonsgeri cht. Sie beantragte unter o/e- Kostenfolge die Aufhebung der Verfügung vom 10. Novemb er 2015 und die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, neue medizinische Abklärungen vorzun ehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter. In der Begründung führte si e aus, dass die angefochtene Verfügung die vor kurzem eingetretene gesundheitliche Verschlechte rung nicht berücksichtige. Sie habe sich im September 2015 aufgrund einer massiven Beschwerde nzunahme in ärztliche Behand- lung begeben müssen. Es seien mehrere Diskushernien fest gestellt worden. Weiter habe die Beschwerdegegnerin beim Einkommensvergleich keine Parall elisierung der Vergleichseinkom- men vorgenommen, obwohl das Valideneinkommen mehr al s 5 % unter der Höhe des Invali- deneinkommens liege. Sodann sei der leidensbedingte Ab zug in Anbetracht der gesamten Um- stände, insbesondere in Anbetracht des sehr eingeschränkte n Zumutbarkeitsprofils, von 5 % auf 25 % zu erhöhen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Mit Vernehmlassung vom 29. Februar 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. D. Mit Verfügung vom 22. März 2016 lehnte der Instrukt ionsrichter das Gesuch der Be- schwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen P rozessführung und Verbeiständung auf- grund fehlender prozessualer Bedürftigkeit ab. E. Mit Replik vom 9. Mai 2016 hielt die Beschwerdeführ erin an ihren Rechtsbegehren fest. Mit Eingabe vom 27. Juli 2016 reichte sie weitere medizinische Berichte zu den Akten. F. Mit Duplik vom 30. September 2016 hielt die Beschwe rdegegnerin an den bereits ge- stellten Rechtsbegehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 14. Dezember 2015 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (BGE 129 V 53 E. 1.1). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundes- gericht, sozialrechtliche Abteilungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a). Zur Annahme einer durch eine psychisch e Gesundheitsbeeinträchtigung ver- ursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass di e versicherte Person nicht hinrei- chend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob an zunehmen ist, die Verwertung der Ar- beitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutb ar oder – als alternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c). 2.5 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.6 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 128 V 30 E. 1). 3.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungna hmen eine wichtige Grundlage für die Be- urteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche an deren Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invalidi- tätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversi- cherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Dennoch erachtet es die bundesge- richtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Bew eiswürdigung als vereinbar, in Be- zug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutac hten Richtlinien für die Beweis- würdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammens tellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1.1 Die Beschwerdegegnerin beauftragte Dr. D.____ und Dr. B.____ mit der bidisziplinären Begutachtung der Beschwerdeführerin. Dr. B.____ diagn ostiziert in seinem rheumatologischen Teilgutachten vom 31. März 2014 mit Auswirkungen auf di e Arbeitsfähigkeit ein panvertebrales myotendinotisches Schmerzsyndrom und ein Fibromyalgiesynd rom ohne eindeutige entzündli- che Komponente. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig keit bestünden ein myotendinoti- sches Impingementsyndrom der rechten Schulter, symptomati sche Senk- und Spreizfüsse so- wie ein beginnendes Karpaltunnelsyndrom rechts. In seine r Beurteilung hält Dr. B.____ fest, dass myotendinotische Verspannungen der paravertebralen Muskulatur, welche sich vom Be- cken- bis in den Nackenbereich ausdehnen würden, vorlägen. Dazu bestehe eine Verspannung der ischiocruralen Muskulatur beidseits im Bereich der Bei ne. Im Zeitpunkt der Untersuchung lasse sich eine eindeutig entzündliche Komponente bzw. e in entzündlicher Charakter in der Schilderung der Schmerzsymptomatik nicht feststellen. Es best ehe heute eine generalisierte Schmerzsymptomatik, die bei körperlicher Beschäftigung massiv e xazerbiere und nicht, wie bei einer entzündlichen Problematik zu erwarten wäre, durch die Bewegung gelindert werden kön- ne. Die nächtlichen Schmerzen, welche zu einer unruhigen Nacht führen würden, seien auch bei Schmerzverarbeitungsstörungen vorhanden. Eine psychisc h anmutende morgendliche Kraftlosigkeit mit dem Gefühl nicht in der Lage zu se in, den Tag bewältigen zu können, dürfe nicht mit einer entzündlichen Morgensteifigkeit gleichgesetzt werden. Weiter stellt er fest, dass sich aufgrund sämtlicher anam nestischen, klinischen und radiomor- phologischen Befunde die Diagnose einer Spondylarthtr itis nicht bestätigen lasse, da keine kli- nischen oder radiomorphologischen harten Fakten sie unter mauern würden. Die Explorandin befinde sich seit Februar 2008 in einer ausdosierten im munsuppressiven Behandlung, die kei- nen Einfluss auf die ganze Schmerzsymptomatik ausgeübt habe ; im Gegenteil, die Schmerzsymptomatik sei noch angestiegen. Es habe sich eine ausgeprägte Schmerzverarbei- tungsstörung in Form einer Fibromyalgie entwickelt. Heut e stehe das klinische Bild einer Schmerzverarbeitungsstörung deutlich im Vordergrund und diese beschränke, zusammen mit den myotendinotischen Verspannungen, die Lebensqualität der Explorandin. Dr. B.____ erachtet eine 60 %-ige Arbeitsfähigkeit i n einer körperlich leichten, wechselbelas- tenden Tätigkeit ohne die Notwendigkeit, repetitiv Lasten über 10 kg zu heben, zu tragen oder zu stossen, ohne monotone Körperhaltungen und ohne Überkopfarbeiten, als zumutbar. Bei der Entstehung dieser verminderten Leistungsfähigkeit hät ten sich die Entwicklung eines diffusen myotendinotischen Schmerzsyndroms der paravertebralen Muskula tur, die Annahme einer me- dikamentösen Nebenwirkung aufgrund des Muskelabbaus und zum Teil auch die Infektionsan- fälligkeit unter intermittierend hochdosierter Therapie mit Prednison gegenseitig beeinflusst und verstärkt. Diese somatischen pathogenetischen Faktoren würden zu einer plausiblen Verminde- rung der Leistungsfähigkeit führen, die sich im Laufe d er Zeit allmählich entwickelt habe. Dr. B.____ weist darauf hin, dass hoch dosierte Steroidein nahmen über längere Zeit zu massiven Nebenwirkungen und zu einem Cortisolmangel führen wü rden, der sich in allgemeiner Schwä- che, rascher Ermüdbarkeit, Unwohlsein, undifferenziertem Schwindelgefühl äussere, der von der Explorandin mit Krankheitsschüben verwechselt werde (rheumatologisches Teilgutachten, S. 47 ff.). Er gehe davon aus, dass sich bei der Explora ndin eine Prednisonabhängigkeit entwi- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ckelt habe, die auch zu einer Retinopathia centralis serosa geführt habe. 4.1.2 Dr. D.____ hält in seinem psychiatrischen Teilguta chten vom 21. November 2014 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein e anhaltende somatoforme Schmerz- störung (F 45.4) mit Selbstlimitierung, Behindertenüb erzeugung und ungünstigem Copingver- halten sowie eine leichte depressive Episode (F 32.0) f est. Psychiatrisch könne aufgrund des klinischen Funktionierens der Explorandin, der Affektivitä t, des nicht mehr bestehenden Thera- piebedarfs, der Mimik, der Gestik, des Verhaltens, der La utstärke der Stimme und der weiter bestehenden Funktionsfähigkeit keine mittelgradige bis schwere Depressivität ausgemacht werden. Eine leichte Depressivität könne bestätigt werde , wie sie bereits von Dr. C.____ im Jahr 2011 festgestellt worden sei. Aus psychiatrischer Sicht könne eine 20 %-ige Arbeitsunfä- higkeit angenommen werden. Die Explorandin sei wegen der Schmerzen episodisch vermindert belastbar, episodisch vermindert stressbelastungsfähig, könne nicht unter dauernder Hektik eingesetzt werden. Sie sei vermindert flexibel und umstellfähig. Sie dürfte auch im Arbeitsablauf episodisch gering verlangsamt sein. 4.1.3 In der bidisziplinären Konsensbesprechung vom 17. November 2014, festgehalten im psychiatrischen Teilgutachten, sind Dr. D.____ und Dr. B. ____ übereingekommen, dass die 20 %-ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen nicht additiv zur rheumatologischerseits attestierten Arbeitsunfähigkeit von 40 % dazuzurechnen, sondern darin mitberücksichtigt sei (vgl. psychiatrisches Teilgutachten, S. 30). 4.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet den Beweiswert de s bidisziplinären Gutachtens von Dr. B.____ und Dr. D.____ nicht. Dr. med. E.____, Fa charzt für Psychiatrie und Psychothera- pie, RAD, legt in seiner Stellungnahme vom 25. Novembe r 2014 ausführlich dar, weshalb das Gutachten den rechtsprechungsgemässen Anforderungen (vgl . dazu Erwägung 3.3 hiervor) entspreche. Auf diese zutreffenden Ausführungen kann verwiesen werden. Weiter nimmt Dr. E.____ in seiner Stellungnahme vom 28. Oktober 201 5 die seit BGE 141 V 281 vom Bun- desgericht vorgeschriebene Prüfung der Standardindikatoren vor und hält fest, dass die Arbeits- fähigkeit zwar eingeschränkt sei, wohl aber genügend Resso urcen bestehen würden für eine den Beschwerden angepasste Teilarbeitsfähigkeit. Damit ist mit der Beschwerdegegnerin da- von auszugehen, dass gestützt auf das Gutachten von Dr. B.__ __ und Dr. D.____ eine Arbeits- unfähigkeit von 40 % in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit besteht. Betreffend den Beginn der Arbeitsunfähigkeit legt Dr . B.____ in nachvollziehbarer Weise auf S. 53 f. seines Teilgutachtens dar, dass es sich um eine schlei chende Entwicklung gehandelt ha- be, zu der auch die medikamentöse Behandlung mit den starken Nebenwirkungen beigetragen habe. Da es unmöglich sei, den genauen Beginn dieser R estarbeitsfähigkeit zu überprüfen, werde der Beginn auf Juni 2013 (Zeitpunkt der gutach terlichen Untersuchung) festgelegt. Ge- stützt auf die überzeugenden Ausführungen von Dr. B.__ __ ist davon auszugehen, dass vor Juni 2013 keine dauerhaft höhere Einschränkung bestand. 4.3.1 Zu prüfen ist der Einwand der Beschwerdeführerin , dass sich ihr Gesundheitszustand im September 2015 und damit vor Verfügungserlass verschl echtert habe. Die Beschwerdefüh- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht rerin reichte in diesem Zusammenhang mit ihrer Eingab e vom 27. Juli 2016 unter anderem ei- nen Bericht des Spitals F.____ vom 6. Oktober 2015, ein en Bericht des Spitals G.____ vom 8. Oktober 2015 sowie zwei Berichte des Instituts H.____ vom 13. November 2015 und vom 17. Februar 2016 zu den Akten. 4.3.2 Dr. med. I.____, Facharzt für Orthopädische Chir urgie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates FMH, RAD, hält am 5. August 2016 nach Studium dieser ärztlichen Berichte fest, dass keine neuen Beschwerdebilder mit Diagnosen und mit nachvollziehbaren, objektiven Funktionseinschränkungen vorliegen würden. Die Beschwerden seien bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung im Jahr 2014 geschildert worden. So sei a uch gegenüber Dr. B.____ von einem undifferenzierten Schwindelgefühl berichtet worden. A uch sei eine vom Nacken ausstrahlende Schmerzsymptomatik in beide Arme bis zu den Fingern gutach terlich gewürdigt worden. Die bildgebenden Veränderungen der HWS wie auch des Neur okraniums könnten die unspezifi- schen, verdächtig migräneartigen Beschwerden der Versicher ten nicht hinlänglich begründen. Konkrete radikuläre sensomotorische Ausfallerscheinungen, die eine massgebliche Erweiterung der bisherigen Arbeitsunfähigkeit von 40 % in einer angepassten Tätigkeit begründen könnten, seien auch nach Prüfung der aktualisierten Datenlage nicht ausgewiesen. Gestützt auf die schlüssigen Ausführungen von Dr. I.____ i st zum Schluss zu kommen, dass keine erhebliche Verschlechterung der Beschwerden vor Er lass der vorliegend angefochtenen Verfügung eingetreten ist, die eine nochmalige Abklär ung notwendig machen würde. Aus die- sem Grund ist von einem – im Vergleich zum bidisziplinären Gutachten von Dr. B.____ und Dr. D.____ – unveränderten Gesundheitszustand im Zeitpunkt des Verfügungserlasses auszuge- hen. 5.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 2.4 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstä- tigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpun kt des frühestmöglichen Rentenbe- ginns abzustellen (BGE 129 V 222, 128 V 174). Die Besc hwerdeführerin meldete sich mit Ge- such vom 4. Mai 2008 bei der Beschwerdegegnerin zum Lei stungsbezug an. Dr. J.____ attes- tierte ihrer Patientin ab August 2007 eine Arbeitsun fähigkeit von 100 % in der angestammten Tätigkeit (Arztbericht vom 1. Dezember 2008, IV act. 15 ). In Berücksichtigung des Wartejahres und der sechsmonatigen Wartefrist könnte eine Rente so mit frühestens im Dezember 2008 be- ginnen (vgl. Art. 29 Abs. 1 lit . b und Abs. 2 IVG). A nders als die Beschwerdegegnerin im ange- fochtenen Entscheid darlegt, ist somit auf die Einkommen sverhältnisse im Jahr 2008 abzustel- len. 5.2.1 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielba ren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgeben den Zeitpunkt nach dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkre t wie möglich zu erfolgen. Massge- bend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer ber uflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weite rentwicklung, soweit hierfür hinrei- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht chend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt hätte (BGE 96 V 29; ZAK 1985 S. 635 E. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3b ). Da im Gesundheitsfall erfahrungsge- mäss die bisherige Tätigkeit in der Regel weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 E. 3c). 5.2.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Validenei nkommen aufgrund der Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin im „Fragebogen Arbeitgeber “ vom 15. Mai 2008 (IV act. 6). Da auf- grund der Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit d avon auszugehen ist, dass die Versi- cherte im Gesundheitsfall die bisherige Tätigkeit weit ergeführt hätte und bei der Bemessung des Valideneinkommens entscheidend ist, was eine versichert e Person als Gesunde überwie- gend wahrscheinlich tatsächlich verdienen würde, ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Valideneinkommen aufgrund der Lohnangaben der ehe maligen Arbeitgeberin bemessen hat. Demnach resultiert im Jahr 2008, ausgehend von ei nem Jahresverdienst von Fr. 42‘000.-- (Pensum 100 %) im Jahr 2007 und unter Berücksichtigung einer Nominallohnentwicklung von 1,6 % im Jahr 2008 (vgl. BFS T1.2.05 Nominallohnindex , Frauen, 2006-2008, Sektor persönli- che Dienstleistungen) ab 1. Dezember 2008 ein massgeben des Valideneinkommen von Fr. 42‘672.--. 5.2.3 Hat eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen ein deutlich unterdurch- schnittliches Einkommen bezogen, so ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, es sei denn, es bestünd en Anhaltspunkte dafür, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommen sniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditä tsfremde Gesichtspunkte zurückzu- führenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkom- men gleichmässig zu berücksichtigen sind. Diese Paralleli sierung der Einkommen kann praxis- gemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen au f die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 134 V 325 f. E. 4.1). Wie das Bundesgericht mit BGE 135 V 297 ff. präzi- siert hat, ist der tatsächlich erzielte Verdienst allerd ings erst dann im Sinne von BGE 134 V 325 f. E. 4.1 deutlich unterdurchschnittlich, wenn er mindestens 5 % vom bran- chenüblichen Tabellenlohn abweicht. Ebenso hat das Bun desgericht in diesem Entscheid fest- gehalten, dass eine Parallelisierung der Vergleichseinkom men bei Erfüllung der übrigen Vo- raussetzungen nur in dem Umfang erfolgen darf, in welch em die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % übersteigt (BGE 135 V 303 f. E. 6.1.2 und 6.1.3). 5.2.4 Wie oben ausgeführt, würde die Beschwerdeführeri n in der angestammten Tätigkeit bei der ehemaligen Arbeitgeberin bei einem Pensum von 10 0 % einen Jahresverdienst von Fr. 42‘672.-- erzielen. Zu Recht weist die Beschwerdeg egnerin darauf hin, dass der Vergleich hier nicht mit dem Total der Tabellenlöhne der Schwei zerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) stattfinden kann, wie dies in der Beschwerde geltend ge macht wird, sondern mit dem bran- chenüblichen Lohn erfolgen muss. Gemäss LSE 2008, Tabelle TA1, hätte der branchenübliche Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Lohn bei den persönlichen Dienstleistungen, Anforderun gsniveau 4, monatlich Fr. 3‘465.-- be- tragen. In Berücksichtigung der wöchentlichen Arbeitszei t von 41.6 Stunden ist damit ein Jah- reseinkommen als Vergleichswert von Fr. 43‘243.-- her anzuziehen. Vergleicht man diese bei- den Jahreseinkommen, so zeigt sich, dass die Beschwerdeführeri n bei der ehemaligen Arbeit- geberin einen Lohn erzielte, der rund 1.4 % unter de m branchenüblichen Lohn gemäss LSE Tabelle 2008 lag. Die Voraussetzungen für eine Parallelisierung sind somit nicht gegeben. 5.3.1 Zu prüfen bleibt das Invalideneinkommen. Laut LS E 2008 Tabelle TA1, Total, belief sich der Zentralwert für die im Anforderungsniveau 4 b eschäftigten Frauen im Jahr 2008 auf Fr. 4‘116.--. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden im Jahr 2008 (vgl. BFS T1.2.05 Nominallohnindex, Frauen, 2006-2008, Total) resultiert damit ab dem 1. Dezember 2008 bei einem Pensum von 60 % ein I nvalideneinkommen von Fr. 30‘820.-- (Fr. 51‘367.-- x 0.6). 5.3.2 Von diesem anhand der Tabellenlöhne der LSE er hobenen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl D ienstjahre, Nationalität/Aufenthalts- kategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtg emässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn un ter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insge samt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 5.3.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin einen Abzu g vom Tabellenlohn in der Höhe von 5 % vorgenommen, was anhand eines Quervergleichs mi t ähnlich gelagerten Fällen nicht zu beanstanden ist. In Würdigung sämtlicher hier massgebenden Kriterien ist zu beachten, dass den Behinderungen der Beschwerdeführerin bereits durch die Annahme eines reduzierten Ar- beitspensums im Umfang von 40 % Rechnung getragen wurde . Die Kriterien Lebensalter, Dienstjahre und Nationalität/Aufenthaltskategorie rechtfertigen vorliegend keinen Abzug. Zudem wirkt sich den statistischen Angaben zufolge der Teilzeiterw erb bei Frauen nicht lohnmindernd aus. Weitere sachbezogene Gründe für einen Abzug vom Ta bellenlohn sind nicht ersichtlich. Demnach beträgt das massgebende Invalideneinkommen ab 1 . Dezember 2008 Fr. 29‘279.-- (Fr. 30‘820.-- x 0.95). 5.4 Stellt man das Valideneinkommen von Fr. 42‘672.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 29‘279.-- gegenüber, resultiert ein IV-Grad von 31 %. Daraus folgt, dass die Beschwerde- gegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom 10. Novem ber 2015 zur Recht einen Renten- anspruch der Beschwerdeführerin verneint hat. Die dage gen erhobene Beschwerde ist somit abzuweisen. 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen und mit dem geleisteten Kostenvor- schuss zu verrechnen sind. 6.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht