<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VK.2001.00005</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106788&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VK.2001.00005</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.08.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Fremdplatzierungskosten</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Fremdplatzierung einer Jugendlichen in einem sozialtherapeutischen Wohnheim: Trägt nach dem Ende der Schulpflicht die politische oder die Schulgemeinde die Kosten?<br/>Rechtsgrundlagen der Fremdplatzierung aus schulischen und sozialen Gründen (E. 2). Bei gegenseitiger Beeinflussung schulischer und sozialer Gründe gilt die Einweisung als schulisch bedingt (E. 4).<br/>Rechtsgrundlagen der Kostentragung für die Massnahme nach Ende der Schulpflicht (E. 5). Die Schulgemeinde hat die Kosten des Unterrichts nur insoweit zu tragen, als die Massnahme dem Abschluss der Volksschulbildung behinderter Jugendlicher dient (E. 6+7). Wer den Anforderungen der Oberschule gewachsen ist, gilt grundsätzlich als normal begabt. Eine Verhaltensstörung, die sich in der Behinderung des Unterrichts äussert, ist als Behinderung zu betrachten (E. 6c). Im konkreten Fall stellt die Anlehre in einem geschützten Rahmen noch eine Vorbereitung auf eine geeignete Anschlussmöglichkeit und damit den Abschluss der Volksschulbildung dar (E. 7). Die Unterbringungskosten sind nicht von der Schulgemeinde zu tragen (E. 8). Verzugszins ist grundsätzlich ab der Mahnung (hier: der Klage) geschuldet (E. 9b).<br/>Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANLEHRE">ANLEHRE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEHINDERUNG">BEHINDERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT">ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREMDPLATZIERUNG">FREMDPLATZIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVALIDITÃT">INVALIDITÃT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENTRAGUNG">KOSTENTRAGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MAHNUNG">MAHNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: OBERSCHULE">OBERSCHULE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULISCH">SCHULISCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHWERERZIEHBARKEIT">SCHWERERZIEHBARKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SONDERSCHULUNG">SONDERSCHULUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIAL BEDINGT">SOZIAL BEDINGT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHALTENSSTÃRUNG">VERHALTENSSTÃRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERZUGSZINS">VERZUGSZINS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORLEHRE">VORLEHRE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 19 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 62 lit. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 19 IVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 IVV</span><br/><span class="gerade">Art. 102 lit. I OR</span><br/><span class="ungerade">§ 15 SchulleistungsG</span><br/><span class="gerade">§ 15 lit. e SchulleistungsG</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 32 SonderklassenR</span><br/><span class="gerade">Art./§ 35 SonderklassenR</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 39 SonderklassenR</span><br/><span class="gerade">§ 81 lit. a VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 11 lit. I VolksschulG</span><br/><span class="gerade">§ 11 lit. III VolksschulG</span><br/><span class="ungerade">§ 12 VolksschulG</span><br/><span class="gerade">§ 13 VolksschulG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2002 Nr. 36 S. 103</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. C, geboren im Mai 1984, wohnhaft bei den Eltern in W, wurde beim Ãbertritt in die Oberstufe zunÃ¤chst der Realschule zu­­geteilt, bestand die Probezeit jedoch nicht und wurde Ende November 1997 in die Oberschule zurÃ¼ckgestuft</span>. Im dritten Oberstufenschuljahr bzw. neunten Schuljahr (1999/2000) traten ernsthafte Probleme sowohl an der Schule als auch im Elternhaus auf: C, die in der rechtsextremen Szene Anschluss gefunden hatte, schwÃ¤nz­te Schulstunden, machte die Hausaufgaben nicht mehr, wurde gewalttÃ¤tig und blieb dem Elternhaus tagelang unerlaubterweise fern. C wurde vom Klassenlehrer zur schul­psychologischen AbklÃ¤rung angemeldet; der Schulpsychologische Dienst Y-X (SPD) stellte in seinem Bericht vom 17. Februar 2000 fest, sie sei "eine normal begabte SchÃ¼lerin mit Lese-Rechtschreib­schwÃ¤che, sozialen Problemen und psychischen Belastungen, denen in der Vergangenheit nicht ausreichend Rechnung getragen wurde", und beantragte der Ober­stufenschulpflege X, "die Kosten fÃ¼r eine Heimplatzierung im laufenden Schuljahr zu Ã¼bernehmen und einen angemessenen Beitrag an ein weiteres Schuljahr zu leisten". Wegen "[b]etrÃ¤chtliche[r] VerhaltensauffÃ¤lligkeiten im Schulbereich" und "[m]assive[r] Erziehungs­schwierigkeiten zu Hause" wurde C von der Oberstufenschulpflege X und dem Jugend­sekretariat des Bezirks V in das sozialtherapeutische Wohnheim "Haus M" in Z eingewiesen, wo sie am 3. April 2000 eintrat. GemÃ¤ss den Berichten des Hauses M vom 8. Juli 2000 und vom 22. Juli (recte) 2001 begann sie dort eine Vorlehre, ergÃ¤nzt durch eine ausgeprÃ¤gte Berufsberatung, als individuell angepasstes Ãquivalent zum zehnten Schuljahr (4/7 S. 4, 4/20 S. 1). Ab August 2001 schloss sie ein zweites Ausbildungsjahr (Anlehrjahr) an.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zur Deckung der Kosten der Fremdplatzierung wandte sich das Jugendsekretariat an die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde W. In der Folge ergaben sich Differenzen zwischen der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde W (namens der Gemeinde W) und der Oberstufenschulpflege X (namens der Ober­stufenschulgemeinde X) bezÃ¼glich der Finanzierung der Massnahme. Umstritten war, ob die Massnahme (vorwiegend) fÃ¼rsorgerisch oder (vorwiegend) schulisch begrÃ¼ndet sei. Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde W beschloss am 27. MÃ¤rz 2000 "ausnahmsweise und ohne PrÃ¤judiz" eine Beteiligung von maximal Fr. 12'200.- an den Kosten der Fremdplatzierung Câs im Haus M bis zum August 2000. Ebenfalls am 27. MÃ¤rz 2000 beschloss die Oberstufenschulpflege X eine Kostengutsprache im Betrag von Fr. 25'000.- "ab sofort bis Ende Schuljahr 99/2000 als Abschluss der obligatorischen Schulpflicht" sowie einen "[f]rei­willige[n] Kostenbeitrag fÃ¼r das Schuljahr 2000/2001 von hÃ¶chstens Fr. 15'000.-". WÃ¤hrend die Oberstufenschulgemeinde X die Rechnungen fÃ¼r April bis Juni 2000 beglich, bezahlte die Gemeinde W die Kosten fÃ¼r Juli und August 2000. Streitig blieben die von der Gemeinde W beglichenen Kosten der Fremdplatzierung Câs ab 1. September 2000. Die FÃ¼r­sorgebehÃ¶rde W beschloss am 22. Januar 2001, diese Kosten ohne Anerkennung einer Rechtspflicht bis auf weiteres zu bevorschussen, und am 30. Juli 2001 "aufgrund der subsidiÃ¤ren ZustÃ¤ndigkeit" die Bevorschussung der Kosten fÃ¼r das zweite Ausbildungsjahr Câs von August 2001 bis Juli 2002.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 10. Oktober 2001 liess die Gemeinde W beim Verwaltungsgericht Klage gegen die Oberstufenschulgemeinde X mit folgenden AntrÃ¤gen erheben:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><i><span> "I. Materielle AntrÃ¤ge</span></i></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 1. Die Beklagte sei zu verpflichten,</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> a) der KlÃ¤gerin die vom 1. September 2000 bis am 31. August 2001 aufgelaufenen und von ihr bereits beglichenen Kosten fÃ¼r die Sonderschulung von C im 'Haus M' in der HÃ¶he von CHF 123'129.-- zurÃ¼ckzuerstatten;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> b) der KlÃ¤gerin die bis zum Abschluss dieses Verfahrens von der KlÃ¤gerin zur Aufrechterhaltung der Sonderschulung von C im 'Haus M' noch zu bezahlenden Kosten zurÃ¼ckzuerstatten.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> AllfÃ¤llige, an die KlÃ¤gerin ausgerichtete RÃ¼ckzahlungen auf den fÃ¼r die Sonderschulung geleisteten Zahlungen, die wegen der Aufnahme des 'Hauses M' in die Interkantonale Heimvereinbarung aus­gerichtet werden, sind von der RÃ¼ckerstattung der Beklagten in Abzug zu bringen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2. Die Beklagte sei zu verpflichten, die von der KlÃ¤gerin an die Sonderschulung von C im 'Haus M' seit 1. Septem­ber 2000 geleisteten Zahlungen mit 5 % Verzugszins zu verzinsen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3. Die Beklagte sei zu verpflichten, die noch bis zur definitiven Entlassung von C aus der Sonderschulung im 'Haus M' auflaufenden Kosten zu tragen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> <i>II. Prozessualer Antrag</i></span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 4. Die KlÃ¤gerin sei vor dem Entscheid Ã¼ber die Sache aufzufordern, eine Auf­stellung der von ihr an die Sonderschulung von C geleisteten Zah­lungen einzureichen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beklagten."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf Gesuch der Oberstufenschulgemeinde X wurde das Verfahren mit PrÃ¤­si­dial­verfÃ¼gung vom 6. November 2001 wegen Vergleichsverhandlungen zwischen den Parteien einstweilen bis spÃ¤testens 31. Dezember 2001 sistiert. Nach dem Scheitern der Verhandlun­gen wurde das Verfahren auf Gesuch der Oberstufenschulgemeinde X mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 18. Dezember 2001 wie­der aufgenommen. In der Klageantwort vom 28. Ja­nuar 2002 beantragte die Oberstufenschulgemeinde X, die Klage sei vollumfÃ¤nglich ab­zu­weisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der KlÃ¤gerin. In der jeweils in­nert erstreckter Frist erstatteten Replik vom 5. April 2002 und Duplik vom 10. Juni 2002 hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest. Das von der Oberstufenschulgemeinde X als Beilage zur Duplik eingereichte verschlossene Couvert mit den Ergebnissen der schulÃ¤rztlichen Reihen­untersuchung wurde vom Verwaltungsgericht geÃ¶ffnet. Auf die Vorbringen der Parteien ist, soweit erforderlich, in den ErwÃ¤gungen einzugehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 81 lit. a des Verwaltungsrechtspflegege­set­zes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zur Beurteilung der Klage zustÃ¤ndig (RB 1999 Nr. 37; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflege­gesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 81 N. 2; vgl. auch e contrario § 31 Abs. 3 der Schulleistungsverordnung vom 10. September 1986 [LS 412.321] und § 9 lit. e des So­zi­alhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 [SHG, LS 851.1]).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. FÃ¼r die Einweisung schulpflichtiger Jugendlicher in ein Schulheim kÃ¶nnen schuli­sche oder fÃ¼rsorgerische (soziale) GrÃ¼nde, insbesondere auch solche des zivilrechtlichen Kindes­schutzes, in Frage kommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Die Grundlage fÃ¼r eine Fremdplatzierung aus schulischen GrÃ¼nden findet sich in § 12 des Volksschulgesetzes vom 11. Juni 1899 (VolksschulG, LS 412.11). Danach sind bil­dungsfÃ¤hige, aber kÃ¶rperlich oder geistig gebrechliche sowie schwer erziehbare oder sitt­lich gefÃ¤hrdete Kinder, die dem Unterricht in Normalklassen nicht zu folgen vermÃ¶gen oder ihn wesentlich behindern, durch die SchulbehÃ¶rden auf Grund eines Zeugnisses des Schularztes und nach AnhÃ¶rung der Eltern einer Sonderklasse zuzuweisen (Abs. 1) bzw. sind sie, wenn dies nicht in Frage kommt, einer Sonderschulung zuzufÃ¼hren, welche mit der Unterbringung des Kindes ausserhalb der Familie einhergehen kann (Abs. 2). Die Kos­ten des Unterrichts und der Unter­bringung bildungsfÃ¤­higer, jedoch kÃ¶rperlich oder geistig behinderter, schwer er­ziehbarer, sittlich gefÃ¤hrdeter oder sonstwie einer besondern Erziehung bedÃ¼rfender Kinder im Volks­schulalter in Son­derschulen und Jugendheimen tragen gemÃ¤ss § 15 lit. a des Schulleistungsgesetzes vom 2. Februar 1919 (Schulleis­tungsG, LS 412.32) die Schulgemeinden. Laut § 35 des Sonderklassen­reglements vom 3. Mai 1984 (SonderklassenR, LS 412.13) ordnet die Schulpflege, in der Regel nach Kon­takt­nahme mit den Organen der JugendfÃ¼rsorge, die Fremdplatzierung aus schulischen GrÃ¼nden an. Zu be­­achten sind weiter die Richtlinien vom 27. Dezember 1985 zum Sonderklassenreglement (Richtlinien, LS 412.131), die zwar keine allgemeinverbindlichen RechtssÃ¤tze sind, aber doch die Ge­set­zesauslegung erleichtern und unterstÃ¼tzen kÃ¶nnen. Sie ma­chen wiederum die Zuweisung zur Son­derschulung sowie die Fremdplatzierung durch die SchulbehÃ¶rden von schulischen GrÃ¼nden abhÃ¤ngig (Ziff. 4.1.2, 4.2.5 Abs. 1 Richtlinien). Liegen zugleich schulische und fÃ¼rsorgerische GrÃ¼nde vor, die sich womÃ¶glich gegenseitig bedingen, ist ent­scheidend, ob die Sonderschulung vom Schulbetrieb her angezeigt ist. In diesen FÃ¤llen gelten die erforderlichen Massnahmen als aus schulischen GrÃ¼nden getroffen, auch wenn die StÃ¶rungen im schulischen Bereich aus VerhaltensstÃ¶rungen infolge ungÃ¼nstiger hÃ¤uslicher VerhÃ¤ltnisse entstanden sind (Ziff. 4.1.3 Abs. 1 Richtlinien).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Sozialhilfegesetz regelt die persÃ¶nliche und wirtschaftliche Hilfe an Perso­nen, die sich in Not befinden (vgl. §§ 1, 11 ff., 14 ff. SHG). DemgegenÃ¼ber normiert das Jugendhilfegesetz vom 14. Juni 1981 (JugendhilfeG, LS 852.1) die generelle und individuelle Hilfe an Kinder und Jugendliche unter Einbezug der Familie, insbeson­dere durch Beratung und Betreuung (§ 1 Abs. 1 JugendhilfeG). Vorbehalten bleiben die besonderen Bestimmungen, namentlich im Bereich der Schule, der Berufsbildung, der ausserfamiliÃ¤ren Unterbringung von Kindern und Jugendlichen, der Jugendstrafrechtspflege und des Vor­mundschaftswesens (§ 1 Abs. 2 JugendhilfeG). Ist das Wohl des Kindes gefÃ¤hrdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus fÃ¼r Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Vormund­schafts­behÃ¶rde die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes (vgl. Art. 307 Abs. 1 und Art. 310 des Zivilgesetzbuchs).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Betreffend die "Fremdplazierungen von schulpflichtigen Kindern, Kostentragung bei Aufenthalten in Heimen oder in Pflegefamilien" wird im Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhand­buch (herausgegeben von der Abteilung Ãffentliche FÃ¼rsorge des Sozialamts des Kantons ZÃ¼rich) die Kostentragung von den GrÃ¼nden der Fremdplatzierung abhÃ¤ngig gemacht. Die Ã¶ffentliche FÃ¼rsorge soll nicht anders erhÃ¤ltliche Unterbringungskosten nur Ã¼bernehmen, wenn das Kind sich nicht aus schulischen GrÃ¼nden oder aufgrund einer jugendstrafrechtlichen Massnahme, sondern aus sozialen GrÃ¼nden in einem Heim oder in einer Pflegefamilie aufhÃ¤lt. Liegen schulische GrÃ¼nde vor, so sind fÃ¼r die Kostenfrage nur diese massgeblich; unwesentlich ist in diesem Fall, ob eine Heimeinweisung auch unter sozialen Gesichtspunk­­ten sinnvoll gewesen wÃ¤re. Die SchulbehÃ¶rde ist nicht kostenpflichtig, wenn die Mass­­nahmen aus sozialen GrÃ¼nden, vor allem wegen schwerer innerfamiliÃ¤rer Probleme, erfolgt. Soziale GrÃ¼nde kÃ¶nnen vor allem bei Einweisungen durch VormundschaftsbehÃ¶rden und bei Platzierungen durch FÃ¼rsorgebehÃ¶rden sowie bei privat erfolgten Massnahmen vorliegen. Einweisungen aus sozialen GrÃ¼nden sollen meistens in so genannte Normalheime mit (externem) Besuch der Ã¶ffentlichen Schule oder in Pflegefamilien erfolgen (Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, Ziff. 2.5.1/§ 15/3 SHG, Januar 1998, lit. A, B/e, C/a+b). Beim So­­zialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch handelt es sich um ein behÃ¶rdeninternes Hilfsmittel, das aber ebenfalls zur Erleichterung und UnterstÃ¼tzung der Gesetzesausle­gung beigezogen wer­den kann.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die KlÃ¤gerin begrÃ¼ndet ihren Standpunkt, die Einweisung in das Haus M sei vorwiegend schulisch bedingt gewesen, im Wesentlichen wie folgt: Der Bericht des SPD vom 17. Februar 2000 belege, dass C seit der Unterstufe schulische Schwierigkeiten gehabt habe, weshalb sie bereits damals schulpsychologisch abgeklÃ¤rt wor­den sei. Ursache sei ein kÃ¶rperliches Gebrechen (SchwerhÃ¶rigkeit) gewesen. Es wÃ¤re die Pflicht der SchulbehÃ¶rden gewesen, StÃ¼tz- oder FÃ¶rdermassnahmen anzuordnen. C sei mit dem Unterricht in Normal­klassen latent Ã¼berfordert gewesen, was schliesslich dazu gefÃ¼hrt habe, dass sie mit ihrem aus der Ãberforderungssituation resultierenden Verhalten den Unterricht behindert habe. Erst der Misserfolg in der Realschule habe zur Folge gehabt, dass ihr Verhalten auch von der Familie nicht mehr habe abgefedert werden kÃ¶nnen. Zu ihrem provozierenden Verhalten und den Konflikten im Elternhaus sei es erst gekommen, als sich die schulischen Schwie­rigkeiten an der Oberstufe mangels geeigneter Sonder­schulungsmassnahmen akzen­tuiert hÃ¤tten. Auf das Ãberwiegen schulischer GrÃ¼nde fÃ¼r die Fremdplatzierung weise auch das behÃ¶rdliche Vorgehen hin, weil die Massnahme von der Beklagten (in Absprache mit dem Jugendsekretariat) und nach einer von dieser veranlassten AbklÃ¤rung ergriffen worden sei. Vor dem Hintergrund von § 15 lit. e Schulleis­tungG kÃ¶nne auch dann eine Sonderschu­lung vorliegen, wenn fÃ¼r Jugendliche im nachschulpflich­tigen Alter Massnahmen ergriffen wÃ¼rden, um den Anschluss an eine berufliche Aus­bildungsmÃ¶glichkeit sicherzustellen; um einen derartigen Fall handle es sich bei der Unterbringung Câs im hierfÃ¼r geeigneten Haus M.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Beklagte bestreitet die AusfÃ¼hrungen der KlÃ¤gerin. Sie weist darauf hin, dass der Bericht des SPD vom 17. Februar 2000 C als "normal begabte SchÃ¼lerin mit Lese-Recht­­schreibschwÃ¤che, sozialen Problemen und psychischen Belastungen" bezeichnet. Eine HÃ¶rbehinderung liege nicht vor. Auch aus dem Bericht des Oberschullehrers ergebe sich, dass die sozialen Probleme und psychischen Be­las­tungen, die im Zusammenhang mit der kÃ¶rperlichen Konstitution stÃ¼nden, und nicht die schulischen Schwierigkeiten Anlass fÃ¼r die gravierenden Schwierigkeiten in der PersÃ¶nlichkeitsentwicklung Câs seien. Die schul­ischen Schwierigkeiten hÃ¤tten im Gegenteil mit verschiedenen, individuell angepassten StÃ¼tzmassnahmen auf ein Normalmass reduziert werden kÃ¶nnen, sodass es ihretwegen nie zur Eskalation gekommen wÃ¤re. Die Fremdplatzierung sei erfolgt, weil C wegen ihrer persÃ¶nlichen Schwierigkeiten weder in der Schule noch in der Familie mehr tragbar gewesen sei und ihr der Weg zurÃ¼ck in ein geregeltes Le­ben habe ermÃ¶glicht werden mÃ¼ssen. Die ungenÃ¼genden Leistungen in der Schule seien auf ihren mangelnden Einsatz, ihr fehlendes Interesse und spÃ¤ter auf ihre unentschuldigten Ab­sen­zen zurÃ¼ckzufÃ¼hren. Bei der Heimeinweisung habe es sich daher nicht um eine Sonderschulung gehandelt; die Massnah­me sei vielmehr auf die Resozialisierung ausgerichtet ge­wesen. Dies zeige sich auch am Konzept des Hauses M, das ein Wohnheim fÃ¼r dissoziale Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren sei und das keine eigene Schule fÃ¼hre. Die Voraussetzungen fÃ¼r eine Sonderschulung nach Absolvieren der Schulpflicht seien nicht erfÃ¼llt gewesen. Schliesslich sei fÃ¼r die Kostentragung unerheblich, wer die Massnahme angeordnet habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ZunÃ¤chst ist die unter den Parteien umstrittene Frage zu prÃ¼fen, ob die Einweisung vorab aus schulischen oder aus fÃ¼rsorgerischen GrÃ¼nden erfolgte. Zwar steht fest, dass das Verhalten und nicht die FÃ¤higkeiten Câs unmittelbarer Anlass der Fremdplatzierung waren. Die KlÃ¤gerin macht jedoch geltend, dieses Verhalten sei Folge der lange an­dauernden schulischen Ãberforderung Câs, wÃ¤hrend die Beklagte es auf Câs soziale und psychische Probleme insbesondere wegen ihres Ãbergewichts zurÃ¼ckfÃ¼hrt. Letzteres schlÃ¶s­se allerdings nicht aus, dass tatsÃ¤chlich die schulische Ãberforderung am Anfang der Entwicklung stand, wird doch die "Ã¼bermÃ¤ssige Esslust" vom SPD als Ãberforderungssymp­­tom bezeichnet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Frage nach den Ursachen kann aber insofern offen bleiben, als sich aus den Ak­ten klar ergibt, dass das Verhalten Câs sowohl in der Schule als auch im Elternhaus die Fremd­platzierung notwendig machten. Davon gingen auch die Berichte des SPD vom 17. Fe­­bruar 2000 und des Hauses M vom 8. Juli 2000 aus. Nach Ziff. 4.1.3 Abs. 1 Richtlinien ist in einem Fall, wo sich schulische und fÃ¼rsorgerische GrÃ¼nde gegenseitig bedingen, von einer Einweisung aus schulischen GrÃ¼nden auszugehen, womit die Schulgemeinde die Kosten zu tragen hÃ¤tte. Nach dieser Bestimmung liegen schu­lische GrÃ¼nde bereits dann vor, wenn Massnahmen von den SchulverhÃ¤ltnissen her an­gezeigt sind, sei es, dass das Kind dem Unterricht nicht zu folgen vermag, sei es, dass es ihn wesentlich stÃ¶rt; die Ursachen hierfÃ¼r werden fÃ¼r grundsÃ¤tzlich unbeachtlich erklÃ¤rt (vgl. auch Sozialhilfe-BehÃ¶r­den­handbuch, Ziff. 2.5.1/§ 15/3 SHG, lit. B/e). Dem in Ziff. 4.1.3 Abs. 1 Richtlinien genannten Beispiel der fÃ¼rsorgerischen GrÃ¼nde "infolge ungÃ¼nstiger hÃ¤uslicher VerhÃ¤ltnisse" kÃ¶n­nen die hier gegebenen persÃ¶nlichen Schwierigkeiten gleichgestellt werden, auch wenn das Elternhaus im vorliegenden Fall intakt ist. Entscheidend ist deshalb im gegenwÃ¤rtigen Zusammenhang, dass die Einweisung unter anderm deshalb notwendig geworden war, weil Câs Verhalten in der Normalklasse nicht mehr tragbar war. Somit gilt die Einweisung als aus schulischen GrÃ¼nden erfolgt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die weiteren aufgeworfenen Fragen zum Gesundheitszustand Câs sind an anderer Stelle zu behandeln (vgl. hinten 6c).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Im vorliegenden Fall erfolgte die Einweisung wenige Monate vor Beendigung der Schulpflicht wegen Behinderung des Unterrichts. WÃ¤hrend des verbleibenden Rests des neunten (und damit letzten obligatorischen) Schuljahres wurde C nicht mehr geschult; die Massnahmen, deren Kostentragung hier strittig ist, erfolgten nach dem Ende der Schulpflicht. Unter diesen UmstÃ¤nden ist zu prÃ¼fen, ob und inwieweit hier Ã¼berhaupt relevant ist, dass die Fremd­platzierung aus schulischen GrÃ¼nden erfolgte. In diese Richtung zielt auch die EventualbegrÃ¼ndung der Beklagten, laut der sie selbst im Fall einer Fremdplatzierung aus schulischen GrÃ¼nden nicht kostenpflichtig wÃ¤re, weil es sich beim Aufenthalt Câs im Haus M nach dem Ende der Schulpflicht nicht um eine Sonderschulung handle.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Die Schulpflicht dauert laut § 11 Abs. 1 VolksschulG neun Jahre. Auch die Beklagte geht zwar davon aus, dass bei der Verteilung der Ausbildungskosten von Jugendlichen im nachschulpflichtigen Alter aufgrund der Rechtsgleichheit die Regelung des zehnten Schuljahres zu beachten ist. Da sie kein fakultatives zehntes Schuljahr anbietet, das nach § 68 VolksschulG durch Beschluss der Schulgemeinde und mit Bewilligung des Bildungsrates eingefÃ¼hrt werden kann, und grundsÃ¤tzlich fÃ¼r das zehnte Schuljahr Câs einen Betrag zugesprochen hat, der unwidersprochenermassen die Ã¼blichen freiwilligen BeitrÃ¤ge an ein zehntes Schuljahr Ã¼bersteigt, braucht diese Frage hier jedoch nicht nÃ¤her geprÃ¼ft zu werden. Demnach ist vorliegend einzig die gesetzliche Kostenregelung fÃ¼r Massnahmen zugunsten von Jugendlichen im nachschulpflichtigen Alter von Belang.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) aa) WÃ¤hrend § 12 Abs. 2 Satz 2 VolksschulG Kindern, die der Sonderschule zuzuweisen sind, (nur) fÃ¼r die Dauer der Schulpflicht einen Anspruch auf eine ihren Gebrechen und ihrer BildungsfÃ¤higkeit besonders angepasste Schulung und Erziehung gewÃ¤hrt, kann laut § 32 Abs. 3 SonderklassenR auch Kindern im vor- und Jugendlichen im nachschulpflichtigen Alter Sonderschulung zuteil werden, wenn Art und Grad der Behinderung dies erfordern. Nach § 39 SonderklassenR tragen die Schulgemeinden die Kosten der Sonderschulung (wobei sich dem Sonderklassenreglement nicht direkt entnehmen lÃ¤sst, ob da­mit auch die Kosten der Fremdplatzierung aus schulischen GrÃ¼nden gemÃ¤ss § 35 SonderklassenR geregelt werden), wÃ¤hrend § 15 lit. e SchulleistungsG vorschreibt, dass die Schul­­gemeinden die Kosten des Unterrichtsbesuchs im spÃ¤teren Jugendalter zu tragen haben, wenn er dem Abschluss der Volksschulbildung behinderter Kinder dient. Nach Ziff. 4.2.2 Abs. 4 Richtlinien gilt dies, wenn die WeiterfÃ¼hrung der Sonderschulung Ã¼ber die Dauer der Volksschulpflicht hinaus als Vorbereitung auf eine geeignete AnschlussmÃ¶g­lichkeit (zum Beispiel Berufslehre, Anlehre, WerkstÃ¤tte fÃ¼r Invalide) erforderlich ist; eine Sonderschulung, die nicht lehrplangebunden erfolgt, ist nach dieser Bestimmung in aller Re­gel erst dann als abgeschlossen zu betrachten, wenn der oder die betreffende Jugendliche danach in der Lage ist, eine ihm bzw. ihr gemÃ¤sse BeschÃ¤ftigungs- oder berufliche AusbildungsmÃ¶glichkeit zu ergreifen. Die Leis­tungen der Schulgemeinden fÃ¼r die Dauer der von der EidgenÃ¶ssischen Invalidenversicherung verfÃ¼gten Sonderschulung sind in der Regel bis zum vollendeten 18. Altersjahr zu gewÃ¤hren. Unter Verweis auf diese Bestimmung wieder­holt Ziff. 4.2.7 Abs. 2 Nr. 3 lit. a Richtlinien (in Bezug auf den Ãbergang der Kostenpflicht), dass die Beitragsleistungen der Oberstufenschulgemeinde sich nÃ¶tigenfalls bis zum vollendeten 18. Altersjahr erstrecken.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Die Kostentragung fÃ¼r Sonderschulmassnahmen wird also in § 15 Schulleis­tungsG und § 39 SonderklassenR geregelt. Obwohl § 39 in Verbindung mit §§ 32</span> f. <span>SonderklassenR einerseits und § 15 Schulleis­tungsG sich im Wortlaut nicht entsprechen, ist anzunehmen, dass der Verordnungsgeber von der unverÃ¤nderten Anwendung von § 15 SchulleistungsG ausging, weil in einer Fussnote zu § 39 SonderklassenR auf § 15 Schul­leis­tungsG verwiesen wird (vgl. OS 49, 89). Somit bestÃ¼nde von vornherein </span>kein Widerspruch <span>zwischen § 39 </span>SonderklassenR einerseits und § 15 Schulleis­tungsG. Andernfalls hÃ¤tte <span>§ 15 Schulleis­tungsG den Vorrang, da es sich sowohl um die hÃ¶herrangige als auch um die detailliertere, speziellere Regelung handelt. Zudem ist sie insofern auch jÃ¼nger, als sie durch das Gesetz Ã¼ber Verwaltungs­verein­fachungen vom 16. MÃ¤rz 1986 (OS 49, 600) geÃ¤ndert wurde; sie wurde dabei in den GrundzÃ¼gen bewusst beibehalten und im Einzelnen angepasst (vgl. GS 4, 160; Antrag und Weisung des Regierungsrats vom 18. Mai 1983 Ã¼ber die Ãnderung der Aufgabenteilung zwischen dem Kanton und den Gemeinden ..., ABl 1983 II 785, 795, 812, 816 f., 833 ff.). Dies schliesst allerdings nicht aus, bei der Auslegung von § 15 SchulleistungsG wiederum das Sonderklassenreglement und die Richtlinien zu diesem heranzuziehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) § 15 SchulleistungsG, der die Kosten bestimmter schulischer Massnahmen den Schulgemeinden auferlegt, unterscheidet danach, ob es sich um Massnahmen zuguns­ten von Kindern im Volksschulalter handelt oder nicht. So spricht § 15 lit. a Schulleis­tungsG von den Kosten "des Unterrichts und der Unterbringung bildungsfÃ¤higer, jedoch kÃ¶rperlich oder geistig behinderter, schwererziehbarer, sittlich gefÃ¤hrdeter oder sonstwie einer besonde­ren Erziehung bedÃ¼rfender Kinder im Volksschulalter in Sonderschulen und Jugendheimen" (damit die Formulierung von § 12 Abs. 1 VolksschulG aufnehmend). Was den Unterricht im "spÃ¤teren Jugendalter" betrifft, haben die Schulgemeinden nach § 15 lit. e Schulleis­tungsG jedoch nur die Kosten des Besuchs zu tragen, und dies nur soweit, als der Unterricht "dem Abschluss der Volksschulbildung behinderter Kinder dient". Schliesslich tra­gen nach § 15 lit. f</span><span> </span><span>SchulleistungsG die Schulgemeinden die Kosten "der sonderschulischen Massnahmen, die begleitend zum Unterricht der Volksschule und zum Kindergarten­besuch erforderlich sind". Die frÃ¼here Fassung von § 15 SchulleistungsG ging auf das Gesetz Ã¼ber die Jugendheime und die PflegekinderfÃ¼rsorge vom 1. April 1962 (JugendheimG, LS 852.2) zurÃ¼ck (OS 41, 186). Sie erwÃ¤hnte auch in lit. a und b nur den Unterricht und nicht die Unterbringung, sah in lit. d die Kos­tentragung des Besuchs von KindergÃ¤rten nur fÃ¼r "kÃ¶rperlich behinderte... Kinder" vor und sprach in lit. e von "kÃ¶rperlich oder geis­tig be­­hinderte[n] Kinder[n]". Die GesetzesÃ¤nderung vom 16. MÃ¤rz 1986 verankerte die bereits bestehende Praxis, dass die Schulgemeinden unter den Voraus­setzungen von § 15 lit. </span>a und b SchulleistungsG <span>auch fÃ¼r die Unterbringung aufzukom­men hatten, ausdrÃ¼cklich in den er­­wÃ¤hnten LiterÃ¤, vereinheitlichte § 15 lit. d und e Schulleis­tungsG "im Sinn einer Klarstel­lung" und fÃ¼gte lit. f in § 15 Schulleis­tungsG ein (vgl. Weisung vom 18. Mai 1983, ABl 1983 II 835). Was aus § 15 Schulleis­tungsG fÃ¼r den vorliegenden Fall abzuleiten ist, im im Folgenden zu prÃ¼fen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. a) Als erste Voraussetzung dafÃ¼r, dass die Schulungskosten Jugendlicher im nach­­schulpflichtigen Alter von den Schulgemeinden zu tragen sind, sieht § 15 lit. e SchulleistungsG die Behinderung des oder der betreffenden Jugendlichen vor. Zu beachten ist die AufzÃ¤hlung von Behinderungen in § 32 Abs. 1 und §§ 41-45 SonderklassenR, die aus­ser kÃ¶rperlicher und geistiger Behinderung weitere Arten nennen: Seh-, HÃ¶r-, Sprachbehin­derung, VerhaltensstÃ¶rung und Mehrfachbehinderung (vgl. auch Art. 8 Abs. 4 der Verordnung Ã¼ber die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV, SR 831.201]; Botschaft des Bundesrats zur Volksinitiative "Gleiche Rechte fÃ¼r Behinderte" und zum Entwurf eines Bundesgesetzes Ã¼ber die Beseitigung von Benachteiligungen behinderter Menschen vom 11. Dezember 2000, BBl 2001, 1715, 1731, gestÃ¼tzt auf Angaben der Schweizerischen Zentralstelle fÃ¼r HeilpÃ¤dagogik; EDK/Bundesamt fÃ¼r Bildung und Wissenschaft, Schweizer Beitrag fÃ¼r die Datenbank "Eurybase â the Information Database on Education in Europe", Bern 2001, Ziff. 10.5.1, 10.10, http://www.edk.ch/d/BildungswesenCH). Die Kategorienbildung kann jedoch nicht als abschliessend betrachtet werden (vgl. § 32 Abs. 2 Son­derklassenR). "Neuere DefinitionsbemÃ¼hungen gehen dahin, die ZusammenhÃ¤nge zwischen der spezifischen SchÃ¤digung und den mÃ¶glichen AktivitÃ¤ten sowie die individuellen PartizipationsmÃ¶glichkeiten jedes einzelnen Kindes zu berÃ¼cksichtigen" (Botschaft des Bun­­desrats vom 11. Dezember 2000, BBl 2001, 1731; vgl. auch das Konzept der "leis­tungs­spezifischen InvaliditÃ¤t" in Art. 4 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG, SR 831.20] und dazu Ulrich Meyer-Blaser, Bundesgesetz Ã¼ber die Invalidenversicherung, ZÃ¼rich 1997, S. 22 f., 139 f.). Ein Ã¤hnliches Konzept klingt in Ziff. 4.1.1 und 4.2.2 Abs. 4 Richtlinien an (vgl. auch bereits Antrag und Weisung zum Gesetz Ã¼ber die Jugendheime vom 1. Juni 1961, ABl 1961, 601, 611). Was insbesondere die "VerhaltensstÃ¶rung" betrifft, die in § 32 Abs. 1 lit. f und § 44 SonderklassenR als Behinderung anerkannt wird, so kann sie als moderneres Synonym fÃ¼r den in § 15 lit. a SchulleistungsG verwendeten Begriff der Schwererziehbarkeit gelten (EDK/Bundesamt fÃ¼r Bildung und Wissenschaft, Ziff. 10.5.1.8).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bereits der Wortlaut von § 15 lit. e SchulleistungsG erfasst alle Behinderungen (was ausserdem auch fÃ¼r § 15 lit. a SchulleistungsG aufgrund der in jener Bestimmung ent­haltenen Generalklausel gilt). Dies verlangt im Ãbrigen auch die Rechtsgleichheit. Es ist dem­­nach nicht von Belang, dass die frÃ¼here Fassung von § 15 lit. e SchulleistungsG nur die kÃ¶rperliche und die geis­tige Behinderung erwÃ¤hnte und mit der Gesetzesrevision vom 16. MÃ¤rz 1986 nur "redaktionelle Ãnderungen" vorgenommen werden sollten (Weisung vom 18. Mai 1983, ABl 1983 II 835).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Fraglich ist das VerhÃ¤ltnis von SonderschulungsbedÃ¼rftigkeit und Behinderung (im Sinn der Sonderschulgesetzgebung). §§ 12 f. VolksschulG schreiben fÃ¼r Kinder, die in der Normalklasse â aus welchen GrÃ¼nden auch immer â nicht geschult werden kÃ¶nnen, im Sinn der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit abgestufte SchulungsmÃ¶glichkeiten vor, indem subsidiÃ¤r zur Normalklasse die Sonderklasse, subsidiÃ¤r zur Sonderklasse die Sonderschule und erst fÃ¼r den Fall der BildungsunfÃ¤higkeit die Befreiung von der Schulpflicht vorgesehen wird. § 32 Abs. 1 und 2 SonderklassenR nennen als Anspruchsberechtigte fÃ¼r Sonderschulungsmassnah­men (direkt oder indirekt) verschiedene Gruppen von "Behinderten". Weil alle bildungs­fÃ¤higen Kinder Anspruch auf eine ihnen angemessene Schulung haben, umfasst die SonderschulungsbedÃ¼rftigkeit gemÃ¤ss § 32 Abs. 1 und 2 SonderklassenR mehr FÃ¤lle als die dort ge­nannten Kategorien von Behinderten. Aus der Systematik von § 12 VolksschulG und dem Zweck der Sonderschule gemÃ¤ss § 29 SonderklassenR ergibt sich somit, dass der Anspruch auf Sonderschulung im Volksschulalter jedenfalls nicht an einen der bundesrecht­lichen In­validitÃ¤tsbegriffe anknÃ¼pft (vgl. Art. 4 IVG; Art. 88 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber den Ver­sicherungsvertrag vom 2. April 1908 [SR 221.229.1]; Meyer-Blaser, S. 140). In diesem Sinn wendet das Verwaltungsgerichts auch auf die Hochbegabung § 12 VolksschulG analog an (VGr, 19. Dezember 2001, VB.2001.00334, E. 2, http://www.vgrzh.ch/rechtsprechung, mit Hinweis). Die Nennung bzw. ErwÃ¤hnung spezifischer Formen der Behinderung in § 32 Abs. 1 und 2 SonderklassenR dient nicht dem Ausschluss nicht oder anders behinderter Kin­der von der Sonderschulung, sondern vielmehr der Abgrenzung der dort genannten Behinderungen von der BildungsunfÃ¤higkeit gemÃ¤ss § 13 VolksschulG. Der Wortlaut von § 32 Abs. 1 und 2 SonderklassenR erweist sich insofern als zu eng. Dies legt grundsÃ¤tzlich nahe, auch § 32 Abs. 3 SonderklassenR entsprechend weit auszulegen: Wann ein Jugendlicher im nachschulpflichtigen Alter als behindert im Sinn dieser Bestimmung zu gelten hat und demnach Anspruch auf Sonderschulung hat, hinge somit ebenfalls nur von der MassnahmebedÃ¼rftigkeit ab. Insbesondere ist dem Wort "kann" in § 32 Abs. 3 SonderklassenR nicht zu ent­nehmen, dass die GewÃ¤hrung der Sonderschulung den Schulgemeinden frei stÃ¼nde. Einer solchen Interpretation widerspricht bereits der zweite Halbsatz der Bestimmung, laut dem eine Sonderschulung vorzusehen ist, wenn diese von Art und Grad der Behinderung <i>erfordert</i> wird. Diese Fragen brauchen hier jedoch nicht abschlies­send geklÃ¤rt zu werden, weil nicht Ã¼ber die Massnahme als solche und damit den entsprechenden Anspruch, sondern nur Ã¼ber die Kostentragung zu befinden ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) aa) Im Fall Câs liegt keine relevante geistige oder kÃ¶rperliche Behinderung vor. C war zwar zumindest seit der zweiten Primarschulklasse eine schwache SchÃ¼lerin (wobei immerhin anscheinend niemals die Repetition einer Klasse notwendig geworden war), hat­te den prÃ¼fungsfreien Ãbertritt in die Realschule nur mit dem Minimum der hierfÃ¼r notwen­digen Noten geschafft, war in der Realschule gescheitert und hatte auch in der Oberschu­le StÃ¼tzmassnahmen nÃ¶tig gehabt. Nach der gesetzlichen Definition der Oberschule (bzw. der Abteilung C der Dreiteiligen Sekundarschule; vgl. §§ 61 ff. VolksschulG in der Fassung vom 28. September 1997; §§ 9 ff. der Volksschulverordnung vom 31. MÃ¤rz 1900 [LS 412.111] in der Fassung vom 10. Dezember 1997 mit spÃ¤terer Ãnderung) haben allerdings auch Kinder bzw. Jugendliche, welche nur diese an­spruchsloseste Form der Oberstufe erfolgreich absolvieren, grundsÃ¤tzlich als normal be­gabt zu gelten. Entgegen den (materiell teilweise auf unzutreffenden Grundlagen beruhenden) Behauptungen der KlÃ¤gerin (die etwa die Noten der Realschule mit jenen der Oberschule verwechselt) wies C das hierfÃ¼r notwendige intellektuelle Niveau auf (die Kritik der KlÃ¤gerin am Bericht des Oberschullehrers zielt ins Leere, weil dieser C erst ab dem zweiten Ober­stufenschuljahr selber unterrichtete und daher fÃ¼r ein allfÃ¤lliges Versagen der Schule hÃ¶chs­tens eine geringe Verantwortung trÃ¼ge, weshalb nicht davon auszugehen ist, dass der Bericht vom Wunsch, ein derartiges Versagen zu kaschieren, gefÃ¤rbt wurde). Insbesondere trifft nicht zu, dass C den Anschluss auch in der Oberschule nicht fand. Wenn sie den Schulstoff im letzten Oberstufenschuljahr nicht mehr aufgenommen hat, so ist dies auf ihre unentschuldigten Ab­senzen zurÃ¼ckzufÃ¼hren. Die Schulung Câs in einer Normalklasse wurde denn auch nicht durch das UnvermÃ¶gen, dem Unterricht zu folgen, verhindert. Der unmittelbare Anlass der Fremd­platzierung war vielmehr ihr provozierendes und gewalttÃ¤tiges Verhalten in der Schu­le wÃ¤hrend des dritten Oberstufenjahrs, somit die wesentliche Behinderung des Unterrichts im Sinn von § 12 Abs. 1 VolksschulG. Sodann ist unbestritten, dass die Einweisung in das Haus M die richtige Massnah­me war. Ziel dieses sozialtherapeutischen Wohnheims ist aber laut dessen Feinkonzept die Hilfe an Jugendliche in Krisensituationen, "deren adoles­zenzspezifische StÃ¶rungsbilder sich vorwiegend in dissozialem Verhalten Ã¤us­sern", wÃ¤h­rend geistige und schwere kÃ¶rperliche Behinderung die Aufnahme in das Heim ausschlies­sen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Zu prÃ¼fen ist jedoch weiter, ob Câs Verhalten als VerhaltensstÃ¶rung zu den Behinderungen im Sinn von § 15 lit. e SchulleistungsG zu rechnen ist. Werden Kinder und Ju­gendliche, die zwar intellektuell dem Schulstoff zu folgen vermÃ¶gen, sich jedoch nicht in die Ordnung des Schulbetriebs einfÃ¼gen kÃ¶nnen und deswegen den Unterricht in untragbarer Weise stÃ¶ren, als verhaltensgestÃ¶rt definiert, so muss C in ihrer damaligen Verfassung zu ihnen gezÃ¤hlt werden (vgl. RRB SZ Nr. 98, 22. Januar 2002, E. 3.2.3, http://www.sz.ch/entscheide/Regierungsrat; 3. Dezember 1991, EGV-SZ 1991 Nr. 45 E. 4). So gelten auch nach dem Feinkonzept des Hauses M die dissozialen Jugendlichen unter heil­pÃ¤dagogischen Gesichtspunkten als "behindert (verhaltensauffÃ¤llig)", und der Aufenthalt im Wohnheim bezweckt "die Wiedererlangung der geistig-seelischen und kÃ¶rperlichen Gesundheit der Jugendlichen". </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wenn die Beklagte ausfÃ¼hrt, dass eine SonderschulbedÃ¼rftigkeit nicht gegeben sei, weil C dem Unterricht intellektuell hÃ¤tte folgen kÃ¶nnen, Ã¼bersieht sie somit, dass eine Sonderschulung eben auch wegen VerhaltensstÃ¶rungen notwendig wer­den kann. Aus demselben Grund ist auch ihr Einwand unerheblich, eine Befreiung vom Lehr­plan bzw. von den Lehrzielen sei nicht notwendig gewesen und nicht erfolgt. Als verhaltensauffÃ¤llige SchÃ¼lerin hatte C zumindest bis zum Ende der Schulpflicht Anspruch auf eine entsprechende Son­derschulung, sofern ihr die Volksschulbildung anders nicht zu vermitteln war. Die ihr ange­drohte Entlassung aus der Schulpflicht nach § 11 Abs. 3 VolksschulG konnte hÃ¶chstens subsidiÃ¤r, als ultima ratio, in Frage kommen (vgl. RRB SZ Nr. 98, 22. Januar 2002, E. 1.2 mit Hinweisen, http://www.sz.ch/entscheide/Regierungsrat; Marco Borghi in: Kommentar zur Bundes­verfassung, 1988, Art. 27 Rz. 48). Die Beklagte scheint davon auszugehen, dass eine SonderschulungsbedÃ¼rftigkeit im nachschulpflichtigen Alter nur bei Jugendlichen vor­liegen kann, die dem Unterricht nicht zu folgen vermochten, nicht aber bei solchen, die den Unterricht wesentlich stÃ¶rten. Beide Symptome kÃ¶nnen aber auf Behinderungen im Sinn von § 32 SonderklassenR zurÃ¼ckgehen; diese Ã¤usseren Erscheinungsbilder der Behin­derun­gen rechtfertigen keine Differenzierungen des Anspruchs auf Sonderschulung bil­dungsfÃ¤hi­ger Kinder und Jugendlicher. (Die Ausgestaltung der Sonderschulung richtet sich hingegen selbstverstÃ¤ndlich nach der jeweiligen Behinderung.) Es besteht demnach kein Raum, um den Begriff der "Behinderung" in Bezug auf Jugendliche im nachschul­pflichtigen Alter en­ger zu definieren als in Bezug auf schulpflichtige Kinder und zum Beispiel die Verhaltens­stÃ¶rung auszuschliessen. Allerdings schrÃ¤nkt § 32 Abs. 3 SonderklassenR den Anspruch auf Sonderschulung fÃ¼r nachschulpflichtige Jugendliche insofern ein, als es ihn von "Art und Grad der Behinderung" abhÃ¤ngig macht. Doch dÃ¼rfte der Begriff "Art und Grad der Behinderung" ohnehin im Sinn der MassnahmebedÃ¼rftigkeit auszulegen sein (vorne b). Vor allem aber liefert § 32 Abs. 3 SonderklassenR zwar allenfalls die Hand­habe, um eine Sonderschulung mit dem Ablauf der Schulpflicht zu beenden. Er enthÃ¤lt jedoch keinen An­satzpunkt, um einer aus schulischen GrÃ¼nden angeordneten Massnahme, deren WeiterfÃ¼hrung Ã¼ber das schulpflichtige Alter hinaus als notwendig anerkannt wurde, ab diesem Zeitpunkt die schulischen Ursachen oder den Sonderschulungscharakter abzusprechen. Wenn wie hier eine Sonderschulung in massgeblicher Weise aus schulischen GrÃ¼nden angeordnet wurde und die WeiterfÃ¼hrung der Massnahme Ã¼ber das Ende der Schulpflicht hinaus notwendig ist, so ist auch nach Ablauf der Schulpflicht weiterhin von einer Sonderschulung â nun gemÃ¤ss § 32 Abs. 3 SonderklassenR â auszugehen. Entscheidend ist daher im vorliegenden Zusammenhang einzig, dass die Massnahme unbestrittenermassen Ã¼ber das Ende der Schulpflicht hinaus notwendig war.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Der kantonale und der eidgenÃ¶ssische Begriff der SonderschulungsbedÃ¼rftigkeit decken sich nicht (vgl. besonders Art. 8 Abs. 4 IVV), woran auch der Verweis auf die EidgenÃ¶ssische Invalidenversicherung in Ziff. 4.2.2 Abs. 4 Richtlinien nichts Ã¤ndert. Es ist da­her unerheblich, dass die der EidgenÃ¶ssischen Invalidenversicherung gestellten Beitragsgesuche abgelehnt wurden und C somit anscheinend keine Sonderschulunterrichts-BedÃ¼rftig­keit im Sinn von Art. 19 IVG und Art. 8 IVV zuerkannt wurde. Nicht relevant ist weiter, ob eine HÃ¶rbehinderung eine der Ursachen dafÃ¼r war, dass Câs schulische Leis­tungen derart bescheiden blieben. (Im Ãbrigen stÃ¼tzt die SchÃ¼lerinnenkarte des schulÃ¤rztlichen Diens­tes die These von der SchwerhÃ¶rigkeit C's nicht.)</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. a) Ist demnach das Vorliegen einer Behinderung im Sinn von § 15 lit. e Schul­leis­­tungsG zu bejahen, stellt sich die Frage, ob das zweite Kriterium dieser Bestimmung er­fÃ¼llt ist und die WeiterfÃ¼hrung der Massnahme nach dem Ende der Schulpflicht dem Abschluss von Câs Volksschulbildung diente. Hierzu sagt Ziff. 4.2.2 Abs. 4 Richtlinien:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> "Eine Sonderschulung ... ist in aller Regel erst dann als abgeschlossen zu betrachten, wenn der SonderschulabgÃ¤nger danach in der Lage ist, eine ihm gemÃ¤sse BeschÃ¤ftigungs- oder berufliche AusbildungsmÃ¶glichkeit zu ergreifen. Sofern also die Weiterbildung der Sonderschulung Ã¼ber die Dauer der Volksschulpflicht hinaus als Vorbereitung auf eine geeignete AnschlussmÃ¶glichkeit (z.B. Berufslehre, Anlehre, Werk­­stÃ¤tte fÃ¼r Invalide) erforderlich ist, folgt daraus, dass die Fort­setzung der Sonderschulung dem Abschluss der Volksschulbildung des behinderten Jugendlichen dient und demzufolge im Sinne von § </span>15 des Schulleistungsgesetzes ... zu ermÃ¶glichen und zu finanzieren ist. ..."</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Frage ist fÃ¼r die Zeit der Vorlehre und jene der Anlehre je gesondert zu betrach­ten. Nicht entscheidend ist, ob die Schulung intern oder extern stattfand. Ohne Bedeutung ist auch, dass das Jugendsekretariat in seinem Antrag an die KlÃ¤gerin auf Kostengutsprache vom 23. Juli 2001 beide Ausbildungsjahre unterschiedslos als Anlehrjahre bezeichnet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Was die erste Ausbildungszeit betrifft, so wird das mit C und ihren Eltern ver­ein­barte Programm â eine Vorlehre mit ausgeprÃ¤gter Berufsberatung â mit dem zehnten Schul­­jahr verglichen, das keine Massnahme zum Abschluss der Volksschulbildung darstellt (EDK, Sekundarstufe I: Aktuelle Situation, Bern 1994, S. 17, http://www.edk.ch). Doch wurde im Bericht des Hauses M vom 8. Juli 2000 auch festgehalten, dass "eine sinnvolle Beschulung und die Vorbereitung fÃ¼r eine Berufsbildung ... zur Zeit nicht mÃ¶glich" seien. Erst die Vorlehre ermÃ¶glichte C somit den Anschluss an eine berufliche Ausbildungs­mÃ¶glichkeit. Damit ist nach Ziff. 4.2.2 Abs. 4 Richtlinien davon auszugehen, dass diese Massnahme im Sinn von § 15 lit. e SchulleistungsG dem Abschluss der Volksschulbildung diente. Wenn die Beklagte ausfÃ¼hrt, dass sich Câs mangelnder Einsatz, ihr fehlendes Interesse und "spÃ¤ter ... ihre zunehmenden unentschuldigten Absenzen" in ungenÃ¼genden Leistungen Ã¤usserten und dass C "seit dem dritten Oberstufenschuljahr zunehmend ... jede Form von schulischem Unterricht" verweigerte, so rÃ¤umt sie im Ãbrigen selber ein, dass C aufgrund ihrer VerhaltensstÃ¶rung der Schulstoff zumindest des dritten Ober­stufen­schuljahres nicht mehr vermittelt werden konnte und entsprechende WissenslÃ¼cken bestehen blieben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Am 1. Januar 2001 begann C mit einer Anlehre. Als deren Ziel nennt der zweite Zwischenbericht des Hauses M vom 22. Juli (recte) 2001 die Realisierung eines vom "BIGA" (heute: Staatssekretariat fÃ¼r Wirtschaft [seco]) anerkannten Abschlusses. Somit handelt es sich bei dieser Ausbildung nicht nur gemÃ¤ss der Bezeichnung, sondern auch ma­teriell um eine Anlehre im Sinn von Art. 49 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Berufsbildung vom 19. April 1978 (SR 412.10). Nun gilt eine Anlehre nach der Regelung von Ziff. 4.2.2 Abs. 4 Richtlinien grundsÃ¤tzlich nicht mehr als Vorbereitung auf eine berufliche Ausbildung; sie stellt vielmehr eine solche Ausbildung dar. Im vorliegenden Fall ist jedoch zu berÃ¼cksichtigen, dass die Anlehre in der zum Haus M gehÃ¶renden Firma P stattfand bzw. stattfindet, "in einem geschÃ¼tzten Rah­men, der Schwankungen in der LeistungsfÃ¤higkeit auffÃ¤ngt, wenn nÃ¶tig Kriseninterven­tion wÃ¤hrend der Arbeitszeit und mit regelmÃ¤ssigen Arbeitsbesprechungen FÃ¶rdermass­nahmen Ã¼ber das fÃ¼r einen normalen Betrieb mÃ¶gliche Mass hinaus leistet". Daraus ergibt sich, dass C nach wie vor nicht in der Lage ist, selbstverantwortlich einer ihr gemÃ¤ssen BeschÃ¤ftigung oder beruflichen Ausbildung nachzugehen. Erst wenn dieses Ziel erreicht ist, kann jedoch nach Ziff. 4.2.2 Abs. 4 Richtlinien die Sonderschulung als abgeschlossen gelten; die hier vorgenommene Anlehre in einem ge­schÃ¼tzten Rahmen ist demnach nach wie vor als Sonderschulung zu betrachten, obwohl die Anlehre grundsÃ¤tzlich als Beispiel einer an die Sonderschulung anschliessenden Ausbildung genannt wird. Deshalb hat die Beklagte auch an das 11. Schuljahr Câs einen Bei­trag nach § 15 lit. e SchulleistungsG zu leisten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>8. BezÃ¼glich der Kostentragung ist zu berÃ¼cksichtigen, dass § 15 lit. e Schulleis­tungsG (im Gegensatz zu § 15 lit. a und b derselben Bestimmung) die Schulgemeinden nur zur Bezahlung des Unterrichtsbesuchs (nicht aber der Unterbringung) verpflichtet. Weder § 39 SonderklassenR noch Ziff. 4.2.2 Abs. 4 Richtlinien, die zu diesem Punkt keine eindeu­tigen Aussagen enthalten und auf § 15 SchulleistungsG verweisen, geben Anlass, hier vom klaren Wortlaut von § 15 lit. e SchulleistungsG abzuweichen. Es bestehen keine Hinweise dafÃ¼r, dass die NichterwÃ¤hnung der Unterbringungskosten in § 15 lit. e Schulleis­tungsG auf einem gesetzgeberischen Versehen beruht (vgl. Weisung vom 18. Mai 1983, ABl 1983 II 835). Wenn aber diese Differenzierung zwischen § 15 lit. a und e Schulleis­tungsG bei der Gesetzesrevision â aufgrund der Entwicklungen in der Praxis â gewollt war, so ist nicht bedeutsam, ob und inwieweit der historische Gesetzgeber bei der Schaffung von § 15 SchulleistungsG in Bezug auf Massnahmen fÃ¼r Jugendliche im nachschulpflichtigen Alter eine Sonderregelung aufstellen wollte: GemÃ¤ss der Weisung des Regierungsrats vom 1. Juni 1961 sollte der "Geltungsbereich der Verpflichtung" gemÃ¤ss dem nachmaligen § 15 SchulleistungsG demjenigen der in § 5 JugendheimG unterstÃ¼tzten Massnahmen und Institutionen entsprechen, von denen es wiederum nur heisst, sie kÃ¶nnten im Gesetz nicht im Detail geregelt werden, "da die BedÃ¼rfnisse der aus den verschiedenen GrÃ¼nden in Jugendheime eingewiesenen Kinder stark voneinander abweichen" (ABl 1961, 611, 616). Nach § 1 Abs. 1 JugendheimG sind Jugendheime bestimmt, "Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum vollendeten 22. Altersjahr zur Erziehung und Betreuung aufzuneh­men", sodass sich aus dem Verweis auf das Jugendheimgesetz jedenfalls kein Wille zur un­terschiedlichen Behandlung Schulpflichtiger und Nachschulpflichtiger ergibt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Zweck und das System der Schulpflicht sowie insbesondere der Geltungsbereich der Gesetzgebung Ã¼ber die Volksschule (vgl. §§ 1, 1<sup>bis</sup> und 11 Abs. 1 VolksschulG) rechtfertigen es jedenfalls, einen Unterschied zwischen den Massnahmen zuguns­ten von Kindern im Volksschulalter und jenen zuguns­ten von Jugendlichen im nachschulpflichtigen Alter zu machen und die Schulgemeinden mit den Kosten fÃ¼r Letztere weniger zu belasten. Dies gilt auch unter BerÃ¼cksichtigung des bundesverfassungsrechtlichen Anspruchs auf ausreichenden Grundschulunterricht (Art. 19 und 62 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999). Selbst wenn die in der Lehre aufgeworfene Frage bejaht wÃ¼rde, ob (insbesondere unter Beachtung des VÃ¶lkerrechts) allgemein eine "extensivere Auslegung" des An­­spruchs auf ausreichenden Grundschulunterricht angezeigt sei (Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2001, N. 928 f.), wÃ¤ren Differenzierungen zwischen schulpflichtigen Kindern und schulungsbedÃ¼rftigen Jugendlichen im nachschulpflichtigen Alter ohne weiteres haltbar. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>9. a) Den Rechnungen des Hauses M lÃ¤sst sich der Anteil der eigentlichen Unterrichtskosten nicht entnehmen. Es wird nicht nÃ¤her aufgeschlÃ¼sselt, aus welchen Kosten sich das Taggeld zusam­mensetzt, bzw. es werden Pauschalen verrechnet. Als Pauschale ist insbesondere auch der Beitrag fÃ¼r die Ausbildungskosten zu werten, der zudem eine Arbeits­entschÃ¤digung bzw. ein Taschengeld mit umfasst. Ebenso wenig ergibt sich aus den Ak­ten, ob und wann die Ausbildung Câs im Haus M abgeschlossen wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In analoger Anwendung von Ziff. 4.2.7 Abs. 2 Nr. 5 Richtlinien ist von einem Beitrag von Fr. 6'000.- pro Jahr, somit von Fr. 500.- pro Monat auszugehen. (Bloss ein geringfÃ¼gig hÃ¶herer Betrag ergÃ¤be sich Ã¼brigens, wenn der vom Haus M eingesetzte Pauschalbetrag fÃ¼r die Ausbildungskosten abzÃ¼glich die ArbeitsentschÃ¤digung der Rechnung zugrunde gelegt wÃ¼rde.) Nach Ziff. 4.2.2 Abs. 4 Richtlinien dauert die Beitragspflicht der Schulge­meinde "in der Regel" bis zum vollendeten 18. Altersjahr. Obwohl diese Regel keine aus­drÃ¼ckliche StÃ¼tze im Gesetz findet und nach dem Wortlaut der Bestimmung nur "fÃ¼r die Dauer der von der EidgenÃ¶ssischen Invalidenversicherung verfÃ¼gten Sonderschulung" gilt, besteht fÃ¼r das Verwaltungsgericht vorliegend kein Grund, von ihr abzuweichen. C hat im Mai 2002 das 18. Altersjahr vollendet. Die Beklagte ist daher ab September 2000 pro Mo­nat, den C bis und mit Mai 2002 im Haus M verbracht hat, zur Bezahlung von Fr. 500.- zu verpflichten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>FÃ¼r das Schuljahr 2000/2001 hat die Beklagte mit Beschluss vom 27. MÃ¤rz 2000 zwar bereits einen Beitrag von hÃ¶chstens Fr. 15'000.- beschlossen, anscheinend jedoch keine entsprechenden Zahlungen vorgenommen. </span>Sollte die Beklagte die beschlossenen Fr. 15'000.- ganz oder teilweise ausbezahlt haben, hÃ¤tte sie damit die im vorliegenden Urteil festgehaltene Verpflichtung im entsprechenden Umfang erfÃ¼llt.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">b) Die KlÃ¤gerin verlangt 5 % Verzugszins ab 1. September 2000. Ãffentlichrechtliche Geldforderungen sind im Verzugsfall grundsÃ¤tzlich zu ver­zin­sen, und zwar zu einem Satz von 5 % (vgl. RenÃ© A. Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schwei­zerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt a.M. 1990, Nr. 31 B I+V; vgl. auch Hans-Ulrich ZÃ¼rcher, Verzugszinsen im Bundesverwaltungsrecht, Bern/Stuttgart/Wien 1998, S. 96). In analoger Anwendung der Regeln des Obligationenrechts ist davon auszugehen, dass der Verzug â bei einer fÃ¤lligen Forderung â grundsÃ¤tzlich mit der Mahnung (oder bei entsprechender Vereinbarung an einem bestimmten Verfalltag) eintritt. Eine Mahnung ist allerdings ausnahmsweise etwa dann nicht erforderlich, wenn der Schuldner bzw. die Schuld­­­nerin unmissverstÃ¤ndlich und definitiv die Leistung verweigert hat und sie sich dem­zufolge als Ã¼berflÃ¼ssig erweisen wÃ¼rde (BGE 110 II 141 E. 1b S. 143 f.; BGE 97 II 58 E. 5; Rolf H. Weber, Berner Kommentar, 2000, Art. 102 N. 148 OR; Wolfgang Wiegand, in: Hein­rich Honsell/Nedim Peter Vogt/Wolfgang Wiegand [Hrsg.], Kommentar zum schwei­zerischen Pri­vat­recht, Ob­li­ga­tionenrecht I, Basel/Frankfurt a.M. 1996, Art. 102 N. 11).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Beklagte hat zwar verschiedentlich zum Ausdruck gebracht, dass sie die strittigen Fremdplatzierungs- und Sonderschulkosten nicht begleichen wolle (so im Beschluss vom 27. MÃ¤rz 2000 und im Schreiben an C's Eltern vom 22. August 2000). Sie hat im genannten Beschluss vom 27. MÃ¤rz 2000 jedoch einen "[f]rei­will­lige[n] Kostenbeitrag fÃ¼r das Schuljahr 2000/2001 von hÃ¶chstens Fr. 15'000.-" zugesprochen; dieser Betrag Ã¼ber­steigt denjenigen, zu dem sie vorliegend zu verpflichten ist. Eine unmissverstÃ¤ndliche Leistungsverweigerung, die eine Mahnung Ã¼berflÃ¼ssig machen wÃ¼rde, liegt demnach nicht vor. Entscheidend ist daher das Vorliegen einer Mahnung; als solche gilt etwa die Erhe­bung ei­ner Leistungsklage (vgl. Wiegand, Art. 102 N. 9). Vor der am 10. Oktober 2001 erhobenen Kla­ge ist hier keine Mahnung nachgewiesen, weshalb diese als massgebliche Mahnung zu gelten hat. Die Wirksamkeit der Mahnung tritt nach der herrschenden obliga­tionenrechtlichen Lehre am Tag nach dem Zugang bei der Schuldnerin ein, somit im vorliegenden Fall am 16. Oktober 2001 (vgl. Weber, Art. 102 N. 103 ff. [abweichend]). Der Verzugszins ist ab dem mittleren Verfalltag zwischen dem 16. Ok­tober 2001 und dem FÃ¤lligkeitstermin des letzten geschuldeten Monatsbeitrags zu entrichten.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Im erwÃ¤hnten Umfang ist die Klage gutzuheissen; im Ãbrigen ist sie abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da der Sachverhalt hinreichend erstellt ist, erweisen sich die von den Parteien angebotenen weiteren Beweismittel als Ã¼berflÃ¼ssig, weshalb auf ihre Abnahme verzichtet wer­den kann (vgl. Michele Albertini, Der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches Ge­hÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 372 f.; KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 60 N. 5+11). Aus diesem Grund sind auch die VerfahrensantrÃ¤ge der Parteien abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>10. In Anwendung von § 86 in Verbindung mit §§ 70 und 13 Abs. 2 Satz 1 VRG sind die Kosten der Verfahrens vor Verwaltungsgericht nach Massgabe des Obsiegens bzw. Unterliegens der Parteien der Beklagten zu 1/25 und im Ãbrigen der KlÃ¤gerin aufzuerlegen. ParteientschÃ¤digungen sind keine zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/ RÃ¶hl, § 17 N. 19).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen. Die Beklagte wird verpflichtet, der KlÃ¤gerin fÃ¼r jeden Monat ab September 2000 bis und mit Mai 2002, in dem C im Haus M untergebracht war, eine Unterrichtskostenpauschale von Fr. 500.- zu entrichten, zuzÃ¼glich 5 % Verzugszins ab dem mittleren Verfalltag zwischen dem 16. Oktober 2001 und dem FÃ¤lligkeitstermin des letzten geschuldeten Monatsbeitrags. Im Ãbrigen wird die Klage abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>