<h2>SubmittedText<h2><p>Die Gestaltung und Umsetzung der neuen Fachhochschulen nach einem einheitlichen Konzept ist weitgehend abgeschlossen. In der Praxis sind verschiedentlich noch Kritiken hinsichtlich regionaler Probleme und ungenügender Koordination und Konzentration zu hören. Viele sind an der Frage interessiert, ob das erklärte Ziel "gleichwertig, aber nicht gleichartig" erreicht ist und die Strukturen heute den gewünschten Anforderungen entsprechen.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten: </p><p>1. Hat er Massnahmen vorgesehen, die komplizierten und undurchsichtigen Entscheidungswege im Hochschulsektor zu vereinfachen? Einerseits wird der Anspruch an die Hoch- und Fachhochschulen gestellt, dass sie "Bildungsunternehmen" sein sollen, andererseits gibt es diverse Räte, interkantonale Konferenzen und verschiedene Bundesämter und Departemente, denen irgendwelche Entscheidkompetenzen zukommen, welche die einzelnen Schulen in ein enges Korsett zwängen.</p><p>2. Inwiefern wird im Bereich des Qualitätsmanagements, das effizient zu gestalten ist, von der grossen Erfahrung der Wirtschaft der letzten Jahre profitiert?</p><p>3. Wie weit sind im Rahmen der Fachhochschulen die weiterführenden Ausbildungsgänge (z. B. Masters) heute und zukünftig möglich?</p><p>4. Sind die heutige Anzahl der Teilschulen (mehr als 50) und die Anzahl der Studiengänge (mehr als 60) im Hinblick auf die geforderten Strukturen, Qualität und Effizienz richtig (wurden die gesetzten Ziele erreicht), oder sind Anpassungen erforderlich bzw. erwünscht?</p><p>5. Ist die Durchlässigkeit in der Anstellung von Unterrichtenden zwischen Wirtschaft und Schule im erforderlichen Ausmass erreicht und für die Betroffenen attraktiv, bzw. wird dieser Punkt bei der Anstellung berücksichtigt?</p><p>6. Wie sind die Erfahrungen der einzelnen Fachhochschulen in der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft im Bereich Forschung und Entwicklung?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Den Stand im Aufbauprozess der Fachhochschullandschaft Schweiz hat die Eidgenössische Fachhochschulkommission im Auftrag des Bundesrates evaluiert und in einem Zwischenbericht dargestellt. Dieser Zwischenbericht wurde vom Bundesrat am 11. Dezember 2000 zur Kenntnis genommen und mit einer insgesamt positiven Beurteilung des Prozesses an die eidgenössischen Räte weitergeleitet. Deshalb kann sich der Bundesrat hier auf die Beantwortung der in der Interpellation aufgeworfenen Fragen beschränken.</p><p>1. Der Bundesrat ist sich der geschilderten Situation bewusst und hat deshalb bereits in der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2000-2003 in Aussicht gestellt, dass eine Vereinfachung der Organe angestrebt werde. Allerdings gilt es im gesamten Hochschulbereich zwischen Trägerfunktion und Steuerungsfunktion zu unterscheiden, was im Einzelfall jedoch nicht immer ganz einfach ist. Bei der künftigen Ausgestaltung des Hochschulnetzes Schweiz gilt es, einerseits die Autonomie der einzelnen Hochschule zu stärken, andererseits mittels Steuerung anerkannte Schwachstellen und insbesondere Doppelspurigkeiten zu reduzieren. Das Anliegen des Interpellanten wird auch durch den neuen Hochschulartikel, welcher zurzeit gestützt auf die Motion WBK-S 99.3153 in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen ausgearbeitet wird, unterstützt. Ziel der Motion ist es namentlich, eine Verfassungsgrundlage zu schaffen, welche dem Bund gestattet, eine umfassende schweizerische Hochschulpolitik zu führen und gestützt darauf Regeln aufzustellen, die für alle Hochschulen verbindlich sind.</p><p>2. Die Ausgestaltung des Qualitätsmanagements ist grundsätzlich Sache der Fachhochschule. Die Analyse der von den Fachhochschulen gewählten Systeme zeigt, dass von der grossen Erfahrung der Wirtschaft in den letzten Jahren durchaus profitiert wird. Dies äussert sich darin, dass in der Regel in der Wirtschaft erprobte Instrumente (ISO, EFQM, TQM) - auf die Besonderheiten von Ausbildungs- und Forschungsinstitutionen angepasst - zur Anwendung kommen.</p><p>3. Die Anpassung der Studiengangsstrukturen an schweizerischen Hochschulen (universitäre Hochschulen und Fachhochschulen) im Anschluss an die Erklärung von Bologna ist Gegenstand von ausgiebigen Diskussionen. Zusätzlich wird in Abstimmung mit diesem Harmonisierungsprozess auf europäischer und schweizerischer Ebene geprüft, bei der laufenden Revision des Fachhochschulgesetzes rechtliche Grundlagen für die Einführung von Masterstudiengängen an Fachhochschulen zu schaffen.</p><p>4. Im eingangs genannten Zwischenbericht über die Schaffung von Fachhochschulen wird deutlich aufgezeigt, dass hier noch erheblicher Handlungsbedarf besteht. Die vom Bundesrat verfügten Auflagen, die die Fachhochschulen bis Ende 2003 zu erfüllen haben, sollten Gewähr bieten, dass die übergeordneten Ziele erreicht werden.</p><p>5. Das Fachhochschulgesetz schreibt für Lehrkräfte in den richtungsspezifischen Fächern neben dem Hochschulabschluss eine mehrjährige Berufserfahrung vor. Eine gewisse Durchlässigkeit zwischen Wirtschaft und Schule im Sinne des Interpellanten erachtet der Bundesrat aufgrund der Aufgaben der Fachhochschulen als zweckmässig. Die Anstellung von Mitarbeitenden und somit auch die Regelung der Anstellungsbedingungen sind jedoch Sache der Fachhochschulen.</p><p>6. Im eingangs genannten Zwischenbericht über die Schaffung von Fachhochschulen ist die insgesamt sehr erfreuliche Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Fachhochschulen und Privatwirtschaft im Bereich Forschung und Entwicklung ausführlich dokumentiert. Dieser ist auf Internet http://www.bbt.admin.ch/fachhoch/publi/d/rapinter.pdf abrufbar.</p>  Antwort des Bundesrates.