<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00277</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106514&amp;W10_KEY=13013576&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00277</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 31.01.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 19.03.2003 teilweise gutgeheissen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung für Nutzungsänderung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Lärmimmissionen durch das Betreiben eines religiösen Zentrums: Die Uebereinstimmung mit dem Zonenzweck ist bei Betrieben neben den zonenbedingten Immissionsvorschriften auch aufgrund einer funktionalen Betrachtungsweise zu prüfen. Ein Kultuszwecken dienendes Gebäude ist kein Betrieb und in einer Wohnzone grundsätzlich zulässig (E. 4). Eine Ausnahme vom Wohnanteil (220 PBG) ist aufgrund der besonderen Verhältnisse und aus Rechtsgleichheitsaspekten zulässig (E. 5). Die Beschränkung der Maximalbelegung im Regelfall auf 150 und in Ausnahmefällen auf 250 Personen ist im Rahmen der vorsorglichen Emissionsbegrenzung zulässig. Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BELASTUNGSGRENZWERT">BELASTUNGSGRENZWERT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FUNKTIONALE BETRACHTUNG">FUNKTIONALE BETRACHTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IMMISSIONSBESTIMMUNG">IMMISSIONSBESTIMMUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLANUNGSWERT">PLANUNGSWERT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORSORGLICHE MASSNAHME">VORSORGLICHE MASSNAHME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNANTEIL">WOHNANTEIL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ZONENKONFORMITÃT">ZONENKONFORMITÃT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZONENZWECK">ZONENZWECK</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 8 lit. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 15 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 LSV</span><br/><span class="gerade">§ 52 Abs. III PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 220 PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 25 USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 lit. II BZO ZÃ¼rich</span><br/><span class="gerade">Art. 41 BZO ZÃ¼rich</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. A. Am 24. August 1999 erteilte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich der Stiftung <br/> Islamische Gemeinschaft ZÃ¼rich (im Folgenden SIGZ) die nachtrÃ¤gliche baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Umbau und die Umnutzung des Einfamilienhauses P-strasse in ZÃ¼rich zu einem Islamischen Kulturzentrum.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Gegen diesen Beschluss erhoben B und C am 29. Septem­ber und die Mieterbaugenossenschaft "E" am 4. Oktober 1999 Rekurs an die Bau­rekurskommission I mit den Haupt­antrÃ¤gen, die Baubewilligung aufzuheben und den rechtmÃ¤ssigen Zustand wieder herzustellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. Aufgrund eines Gesuchs der SIGZ vom 31. Mai 2000 bewilligte die Bausektion am 21. November 2000 auch die DurchfÃ¼hrung des allwÃ¶chentlichen Freitagsgebets (Gum­ma'a) mit hÃ¶chstens 200 Teilnehmenden im Kulturzentrum. Diese Veranstaltungen waren bereits vor der ersten Bewilligung dort durchgefÃ¼hrt worden, wobei es wegen der grossen Zahl von bis zu 500 Besuchern zu BeeintrÃ¤chtigungen der Nachbarschaft gekommen war. In der Folge wurde in Aussicht genommen, das Freitagsgebet im Kirchgemeindehaus W durchzufÃ¼hren, was jedoch scheiterte, sodass die Veranstaltung weiterhin unbewilligt, jedoch in reduziertem Umfang im Kulturzentrum statt fand.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auch gegen diesen Beschluss wurde von B und C sowie der Mieterbaugenossenschaft "E" bei der Baurekurskommission I Rekurs erhoben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Die Baurekurskommission I vereinigte am 13. Juli 2001 die vier Rekursverfahren. Die Rekurse gegen die Bewilligung vom 24. August 1999 hiess sie teilweise gut und wies sie die Sache insofern zur ErgÃ¤nzung des angefochtenen Beschlusses im Sinne von Zif­fer 7 ihrer ErwÃ¤gungen an die Bausektion zurÃ¼ck; es sei durch zusÃ¤tzliche Auflagen dafÃ¼r zu sorgen, dass im Regelfall nur solche Veranstaltungen durchgefÃ¼hrt wÃ¼rden, bei denen mit klar weniger als 200 Teilnehmenden zu rechnen sei; eine hÃ¶here Belegung kÃ¤me nur fÃ¼r ganz gelegentliche EinzelanlÃ¤sse in Betracht. Zur Hauptsache seien jedoch die Rekur­se gegen die Stammbewilligung abzuweisen, da das streitige Zentrum zonenkonform und der erteilte Dispens von der Einhaltung der Wohnanteilvorschriften vertretbar sei. Die Rekurse gegen den Beschluss vom 21. November 2000 hiess die Baurekurskommission I hingegen vollstÃ¤ndig gut und hob sie die Bewilligung zur DurchfÃ¼hrung des Freitagsgebets auf. FÃ¼r die DurchfÃ¼hrung dieser Veranstaltung sowie anderer mit einem unbestimmten, die Zahl von 200 Personen mutmasslich erreichenden oder Ã¼berschreitenden Teilnehmerkreis sei die Liegenschaft, da sie dadurch vÃ¶llig Ã¼bernutzt werde, ungeeignet. Da sich die BeschrÃ¤nkung der Teilnehmerzahl als einziges sachadÃ¤quates Mittel zur Behebung des Miss­­stands nicht durchsetzen lasse, sei diese Bewilligung zur DurchfÃ¼hrung des Freitagsgebets im Kulturzentrum ersatzlos aufzuheben. Die Verfahrenskosten verlegte die Baurekurskommission auf die privaten Parteien; UmtriebsentschÃ¤digungen sprach sie nicht zu.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. A. Gegen den Rekursentscheid liess die SIGZ am 12. September 2001 Beschwer­de an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, die Bewilligungen vom 24. Au­gust 1999 und 21. November 2000 vollstÃ¤ndig wieder herzustellen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen auch fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren zulasten der Beschwerdegegner (VB.2001.00277).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission beantragte am 18. Oktober 2001 Abweisung der Beschwer­de und die Bausektion verzichtete am 22. Oktober 2001 auf Beschwerdeantwort. Die Mieterbaugenossenschaft "E" am 19. sowie B und C am 21. November 2001 liessen Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin beantragen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. Mit Beschwerde vom 19. September 2001 liess die Mieterbaugenossenschaft "E" dem Verwaltungsgericht beantragen, den Rekursentscheid, unter Kosten- und EntschÃ¤digungs­folgen vor allen Instanzen zulasten der Bauherrschaft aufzuheben, soweit ihr Rekurs in der Hauptsache, das heisst bezÃ¼glich der ZonenkonformitÃ¤t und der Befreiung von den Wohnanteilvorschriften abgewiesen worden sei (VB.2001.00285).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission beantragte am 18. Oktober 2001 Abweisung der Beschwer­­de und die Bausektion verzichtete am 23. Oktober 2001 auf Beschwerdeantwort. Die SIGZ liess am 23. November 2001 Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin beantragen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>C. Schliesslich liessen gegen den Rekursentscheid am 19. September 2001 auch B und C Beschwerde erheben und beantragen Dispositiv Ziffer II Absatz 1 des angefochtenen Beschlusses sowie den Beschluss der Bausektion vom 24. August 1999 vollstÃ¤ndig aufzuheben, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen auch fÃ¼r das vor­instanzliche Verfahren (VB.2001.00286).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission beantragte am 18. Oktober 2001 Abweisung der Beschwerde und die Bausektion verzichtete am 23. Oktober 2001 auf Beschwerdeantwort. Die SIGZ liess am 23. November 2001 Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrer beantragen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BegrÃ¼ndung des angefochtenen Entscheids und die Parteivorbringen werden â soweit erforderlich â im Rahmen der nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die drei Beschwerden betreffen den nÃ¤mlichen Sachverhalt und sind zweckmÃ¤s­sigerweise zu vereinigen. Die Prozessvoraussetzungen sind bei allen Beschwerden erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die beschwerdefÃ¼hrenden Nachbarn beantragten bereits im Rekursverfahren die vollstÃ¤ndige Aufhebung der (Stamm-)Bewilligung vom 24. August 1999 und erneuern diesen Antrag im Beschwerdeverfahren. Sie machen geltend das bewilligte Kulturzentrum sei nicht zonenkonform, verursache unzulÃ¤ssige Immissionen und die Dispensierung von der Einhaltung des gebotenen Wohnanteils sei unrechtmÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. GemÃ¤ss den BaueingabeplÃ¤nen wird das frÃ¼here Einfamilienhaus wie folgt genutzt: Im Kellergeschoss befinden sich neben einigen NebenrÃ¤umen und WC-Anlagen der Haupteingang und das Entree, zwei VorrÃ¤ume sowie ein Raum fÃ¼r (rituelle) Waschungen. Den grÃ¶sseren Teil des Erdgeschosses nimmt der Hauptgebetsraum fÃ¼r MÃ¤nner mit einer FlÃ¤che von 98,6 m<sup>2</sup> ein, der an einzelnen Abenden bis zu 200 Personen Platz bieten soll. Sodann sind im Erdgeschoss Bibliothek/Videothek und ein Klassenzimmer untergebracht. Im Obergeschoss finden sich ausser NebenrÃ¤umen der Gebetsraum fÃ¼r Frauen fÃ¼r maximal 40 Personen, Bibliothek und Aufenthaltsraum fÃ¼r Frauen sowie der fÃ¼r eine Betreuungsper­son und 5 â 6 Kinder bestimmte Hort. Das Dachgeschoss dient dem Imam als Wohnung und BÃ¼ro.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Ãber die IntensitÃ¤t der Nutzung dieser RÃ¤umlichkeiten gehen die Darstellungen der Parteien auseinander: Die beschwerdefÃ¼hrenden Nachbarn machen geltend, an regelmÃ¤s­sig durchgefÃ¼hrten GrossanlÃ¤ssen sowie an den wÃ¶chentlich stattfindenden Freitagsgebeten nÃ¤hmen in aller Regel 400 â 500 Personen teil, vereinzelt sogar mehr. An den fÃ¼nf tÃ¤glich zwischen 04.30 und 22.00 Uhr stattfindenden, je 30 Minuten dauernden Gebeten nÃ¤hmen regelmÃ¤ssig 40 bis 300 Menschen teil. Zufolge Platzmangels wichen die Besucher auch auf die Terrasse und in den Garten aus. Gebet und Gesang der GlÃ¤ubigen drÃ¤ngen auch durch geschlossene Fenster in die Umgebung, ebenso die GerÃ¤usche der rituellen Rei­nigung der Atemwege. Vor und nach den AnlÃ¤ssen sowie wÃ¤hrend der Pausen unterhielten sich die Besucher lautstark im Freien. Von 04.30 und 22.00 Uhr herrsche ein dauerndes Kom­­men und Gehen. Die Kinder der Besucher hielten sich nicht bloss im Hort, sondern auch im Freien auf; der davon ausgehende LÃ¤rm falle vor allem in den Abendstunden an. Am Samstag sowie gelegentlich am Sonntag Vormittag herrsche Hochbetrieb in der Schule, in welcher der Unterricht hÃ¤ufig in Form von SprechchÃ¶ren abgehalten werde. Sodann entstehe vor und nach der Schule ein erhebliches Verkehrsaufkommen durch die Eltern, wel­che ihre Kinder zur Schule brÃ¤chten oder abholten. Besonders intensiv sei die Nutzung wÃ¤hrend des Fastenmonats, wenn jeden Abend nach dem Einnachten lÃ¤rmig gefeiert und die Besucher reichlich mit Speis und Trank verkÃ¶stigt wÃ¼rden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Diese Darstellung wird von der Betreiberin des Kulturzentrums unter Verweis auf ihre Vorbringen im Rekursverfahren und die Feststellungen der Baurekurskommission anlÃ¤sslich des angekÃ¼ndigten Augenscheins vom 10. MÃ¤rz und des unangekÃ¼ndigten vom 14. April 2000 bestritten. Beim Freitagsgebet und auch an speziellen Feiertagen werde die maximal zulÃ¤ssige Belegung des grossen Gebetsraums mit 200 Personen nicht Ã¼berschritten. Seit das Freitagsgebet auch andernorts angeboten werde, habe sich die Zahl der Besucher stark reduziert. Bei den Ã¼brigen Gebeten werde mit 30 Besuchern gerechnet. Das LÃ¤rm aus dem GebÃ¤ude gegen aussen dringe, sei unwahrscheinlich; zudem herrsche ohnehin eine erhebliche LÃ¤rmbelastung von der P-strasse her. Dank der im Untergeschoss vorgesehenen VorrÃ¤ume sei inskÃ¼nftig nicht mehr durch StÃ¶rungen durch sich im Freien aufhaltende Besuchergruppen zu rechnen. Die in der Baubewilligung statuierten Auflagen, ins­besondere diejenige, Veranstaltungen nur in den mit SchalldÃ¤mmlÃ¼ftern versehenen RÃ¤umen und bei geschlossenen Fenstern durchzufÃ¼hren reichten aus, um Ã¼bermÃ¤ssige Immissionen zu verhindern.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Nach den Feststellungen der Baurekurskommission anlÃ¤sslich ihres ersten angekÃ¼ndigten Augenscheins vom 10. MÃ¤rz 2000, der an einem Freitag um 13.30 Uhr stattfand, das heisst zu einer Zeit, zu welcher der Betrieb im Kulturzentrum nach Angaben der Nachbarn am grÃ¶ssten sei, konnten kurz vor dem Augenschein rund 50 Personen beobachtet wer­­den, die das GebÃ¤ude verliessen; im Zentrum selber waren nur noch wenige Personen anwesend und war es auf dem GrundstÃ¼ck abgesehen vom VerkehrslÃ¤rm der P-strasse ausgesprochen ruhig. Die Beobachtungen wÃ¤hrend des unangekÃ¼ndigten Augenscheins der Kommission vom Freitag, 14. April 2000, 13.30 â 14.25 Uhr, schildert das Protokoll wie folgt:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> "Bis kurz vor Ende des Gebetes (ca. 14.10 â 14.15 Uhr) treffen permanent immer neue Gebetsteilnehmer ein. Es handelt sich sicher um mehr als 220 Personen (fast alles MÃ¤nner, einige wenige Frauen und Kinder). Fast alle Ankommenden begeben sich sofort ins GebÃ¤udeinnere; nur ganz vereinzelte halten sich zeitweilig auf dem strassenseitigen Vorplatz des GebÃ¤udes vor dem Eingang auf.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> WÃ¤hrend des Gebetes sind einige Fenster (teils ganz, teils gekippt) und die EingangstÃ¼re geÃ¶ffnet. Die Lautsprecherstimme ist in der Umgebung des GebÃ¤udes â so z.B. im Garten des Rekurrenten B und auf der gegenÃ¼berliegenden Strassenseite (hier jedoch zeitweilig durch den VerkehrslÃ¤rm Ã¼bertÃ¶nt) â gut hÃ¶rbar, wenn auch nicht laut. Einige Besucher verrichten ihr Gebet (stumm) im Freien auf der Gartenterrasse.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> Nach dem Ende des Gebetes strÃ¶men fast alle Teilnehmer gleichzeitig aus dem GebÃ¤ude. Teils entfernen sie sich, teils stehen sie in grossen und kleinen Gruppierungen auf dem Vorplatz und auf dem Trottoir. Angeregtes Stimmengewirr und Geplauder, vereinzelte Ausrufe. Nach wenigen Mitnuten sind alle grÃ¶sseren Gruppen aufgelÃ¶st und es verblei­ben nur vereinzelte Kleingruppen, deren LautÃ¤usserungen im normalen UmgebungslÃ¤rm aufgehen."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Die streitbetroffene Liegenschaft P-strasse liegt in der Wohnzone W3 mit Wohnanteil 90 % und LÃ¤rmempfindlichkeitsstufe II (Art. 3 Abs. 2 Bau- und Zonenordnung der Stadt ZÃ¼rich in der Fassung vom 24. November 1999 bzw. 7. Juni 2000 [Zuordnung der Empfindlichkeitsstufen im Sinn von Art. 43 und 44 LSV]; BZO). In dieser Zone sind gemÃ¤ss Art. 41 BZO nur nicht stÃ¶rende Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe zugelassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">a) Wohnzonen sind keine einheitliche Erscheinung: Zwar steht in ihnen die Wohnnut­zung im Vordergrund, doch kÃ¶nnen die Gemeinden im Rahmen von § 52 Abs. 3 PBG des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG, in der Fassung vom 1. Sep­tember 1991) auch ge­werbliche Nutzweisen zulassen (Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umwelt­recht, Band I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, N. 284). Der Vorrang kommt eindeutig dem Wohnen zu, was sich nicht nur im eigentlichen Zonenzweck, sondern auch in der Ausgestaltung und der La­ge der Zonen, ferner in der Bauweise und der Be­nutzung der Bauten sowie im weitge­hen­den Immissionsschutz Ã¤ussert. Zum Schutz des Wohnens rechtfertigt sich eine strenge Ord­nung, und zwar immissionsmÃ¤ssig wie funktional (Erich Zimmerlin, Baugesetz des Kan­tons Aargau, 2.A., Aarau 1985, §§ 130-133 N. 4 und N. 7, auch zum Folgenden).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In stÃ¤ndiger Rechtsprechung stellt sich das Verwaltungsgericht auf den Standpunkt, dass die zonenbedingten Immissionsvorschriften nur einen Teil der Nutzungsordnung dar­stel­len und sich der Zonenzweck nicht allein an ihnen misst. Vielmehr muss die Ver­ein­bar­keit mit dem Zonenzweck auch aufgrund einer funktionalen Betrachtungsweise geprÃ¼ft wer­­den (VGr, 24. Januar 1997, BEZ 1997 Nr. 1; RB 1994 Nr. 73 mit weiteren Hin­wei­sen). Eine Baute oder Anlage muss daher nicht nur hinsichtlich der von ihr ausgehenden Ein­wir­kungen auf die Umgebung, sondern auch von ihrer raumplanerischen Zweck­be­stim­mung her in eine bestimmte Zone passen. Letztgenanntes Erfordernis hat das Ver­wal­tungsgericht etwa mit Bezug auf eine grÃ¶ssere Poststelle in der Wohnzone (RB 1994 Nr. 73) oder ein Akutspital in der Industriezone (RB 1987 Nr. 57 = BEZ 1987 Nr. 1) verneint, wÃ¤h­rend es bei sexge­werblichen Betrieben zu einer differenzierten Beurteilung gelangt ist (RB 1997 Nr. 65 [Leitsatz] = BEZ 1997 Nr. 1).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Eine solche funktionale Betrachtungsweise ist freilich nur dort erforderlich, wo es sich bei der streitbetroffenen Nutzung um einen "Betrieb" bzw. um ein "Gewerbe" han­delt. Unter den Begriff des Betriebs fÃ¤llt die Zusammenfassung personeller und sachlicher Mit­tel zu einem wirtschaftlichen Zweck (Zimmerlin, §§ 130-133 N. 10). In ZweifelsfÃ¤llen ge­ben technisch-rÃ¤umliche Merkmale den Ausschlag (RB 1979 Nr. 86). Im Entscheid VB 92/0127 + 0128 vom 16. Dezember 1992 hat das Verwaltungsgericht Archiv‑ und Lager­rÃ¤u­me im Keller eines Einfamilienhauses nicht als Betrieb gewÃ¼rdigt. Dieselbe Auf­fas­sung liegt auch dem Urteil VB.96.00086 vom 27. September 1996 zugrunde; Ã¼berdies hat das Gericht eine Gelegenheitswerkstatt mit Lager in einem Untergeschossanbau als "eine zum Wohnen Bezug aufweisende und damit in einer Wohnzone zulÃ¤ssige FreizeitbeschÃ¤f­ti­gung" betrachtet. Schliesslich ist das Probe‑ und Vereinslokal einer Dorfmusik nicht als Be­trieb qualifiziert worden (RB 1997 Nr. 101). Das Bundesgericht befasste sich in BGE 117 Ib 147 [Opfikon] mit der ZulÃ¤ssigkeit eines Verkaufsplatzes fÃ¼r Occasionsautos in ei­ner Wohnzone unter dem Gesichtswinkel von § 52 PBG. Die UrteilsgrÃ¼nde enthalten keine De­finition des Betriebsbegriffs, doch geht aus den ErwÃ¤gungen hervor, dass darunter ein kauf­mÃ¤nnischer, Gewerbe‑ oder Industriebetrieb zu verstehen ist (insbesondere E. 5).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Das Islamische Kulturzentrum, das gemeinnÃ¼tzigen und religiÃ¶sen Zwecken dient, ist nach dieser Rechtsprechung, an der ohne weiteres festzuhalten ist, kein Betrieb im Sinn von § 52 PBG bzw. <span>Art. 41 BZO</span>. Es ist deshalb in diesem Zusammenhang auch nicht von Bedeutung, ob das Zentrum einen unverhÃ¤ltnismÃ¤ssigen Verkehr auslÃ¶st; § 52 Abs. 3 PBG gilt nur fÃ¼r Betriebe im Sinn der Zonenvorschriften. Hingegen wird der durch das Zen­trum ausgelÃ¶ste Verkehr, das eine neue ortsfeste Anlage im Sinn von Art. 25 USG in Verbindung mit Art. 7 LSV darstellt, unter lÃ¤rmschutzrechtlichen Aspekten zu berÃ¼cksichtigen sein. Das umstrittene Kulturzentrum ist deshalb in der Wohnzone W3 der Stadt ZÃ¼rich grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig. Auch die Kultuszwecken dienenden Liegenschaften der so genannten Landeskirchen sind nicht Zonen fÃ¼r Ã¶ffentliche Bauten und Anlagen, sondern in der Regel Wohnzonen zugewiesen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. a) Nicht eingehalten ist dagegen der in dieser Zone vorgeschriebene Wohnanteil von 90 %. Die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich hat fÃ¼r dessen Unterschreitung gestÃ¼tzt auf § 220 PBG eine Ausnahmebewilligung erteilt mit der BegrÃ¼ndung, es liege im Ã¶ffentlichen Interesse, dass fÃ¼r die AusÃ¼bung von Religionen geeignete RÃ¤umlichkeiten zur VerfÃ¼gung stÃ¼nden. Die Baurekurskommission hat diese Ausnahmebewilligung geschÃ¼tzt. Das Ã¶ffent­liche Interesse an RÃ¤umlichkeiten fÃ¼r religiÃ¶se Zwecke mÃ¶ge zwar fÃ¼r sich allein die AusnahmewÃ¼rdigkeit nicht zu begrÃ¼nden. Hingegen komme hinzu, dass die Vereinigten Arabischen Emirate als EigentÃ¼mer der Liegenschaft am 24. Februar 1983 die Bewilligung fÃ¼r deren Erwerb gemÃ¤ss Art. 6 Abs. 2 lit. e des Bundesbeschlusses Ã¼ber den Erwerb von Grund­stÃ¼cken durch Personen im Ausland nur unter der auflageweisen Verpflichtung erhalten hÃ¤tten, das GrundstÃ¼ck ausschliesslich fÃ¼r die geltend gemachten gemeinnÃ¼tzigen Zwecke zu verwenden bzw. durch die Islamische Gemeinschaft verwenden zu lassen. Insofern lÃ¤gen ausserordentliche VerhÃ¤ltnisse vor. Sodann sei zwar die Bauherrschaft vor dem Erwerb der Liegenschaft durch die Vereinigten Arabischen Emirate auf die BewilligungsbedÃ¼rftigkeit der vorgesehenen NutzungsÃ¤nderung hingewiesen worden, doch habe sie trotz des Fehlens einer solchen Bewilligung den ihr bekannten Betrieb des Kulturzentrums jahrelang toleriert, ja sogar 1991 im Anzeigeverfahren eine Baubewilligung fÃ¼r die WC-Anlagen im Untergeschoss erteilt. Unter WÃ¼rdigung all dieser UmstÃ¤nde erweise sich die Dispenserteilung als gerechtfertigt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Nachbarn machen dagegen geltend, die seinerzeit in Aussicht genommene gemeinnÃ¼tzige Verwendung der Liegenschaft als Begegnungszentrum lasse sich nicht mit der heutigen Verwendung als Schule und fÃ¼r Gebetsveranstaltungen im Sinn einer Moschee gleich­stellen. Diese sei erst ab dem Jahr 1990 erfolgt und eine Erteilung der Ausnahmebewilligung fÃ¼r diese Nutzung aus GrÃ¼nden des Vertrauensschutzes deshalb nicht gerechtfertigt. Die Bereitstellung von RÃ¤umen fÃ¼r religiÃ¶se Minderheiten sei keine Ã¶ffentliche Aufgabe; die Religionsfreiheit verlange nur, dass solche RÃ¤ume entstehen kÃ¶nnten, welche MÃ¶g­­lichkeit in der Stadt ZÃ¼rich andernorts ohne weiteres bestehe. Besondere GrÃ¼nde als Voraussetzung einer Ausnahmebewilligung lÃ¤gen nicht vor. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Wie der geltende Zonenplan der Stadt ZÃ¼rich zeigt, wurden kirchliche GrundstÃ¼cke in der Regel den Wohnzonen zugewiesen und wurde der Wohnanteil fÃ¼r die betreffenden Parzellen mit 0 % festgesetzt. Diese Behandlung wurde den seit jeher kirchlich genutzten Liegenschaften der in ZÃ¼rich seit langem verankerten und weit verbreiteten Religionsgemeinschaften, das heisst insbesondere den KultusstÃ¤tten der Landeskirchen zuteil. StÃ¤t­­ten kleinerer Religionsgemeinschaften oder von solchen, welche erst durch die Migrationsbewegungen der neueren Zeit hierzulande zu grÃ¶sserer Bedeutung gelangten, sind planerisch nicht in der gleichen Weise erfasst. Insofern liegen, wie die Vorinstanzen im Er­geb­nis zu Recht angenommen haben, besondere VerhÃ¤ltnisse vor und ist die Erteilung von Ausnahmebewilligungen aus GrÃ¼nden der Rechtsgleichheit (Art. 8 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999; BV) und der Glaubens- und Gewissensfreiheit (Art. 15 BV) geboten. Dass die heutige Nutzung mÃ¶glicherweise Ã¼ber die ursprÃ¼nglich beabsichtig­te hinaus geht und sich die Bauherrschaft nicht auf GrÃ¼nde des Vertrauensschutzes berufen kann, ist deshalb nicht von Bedeutung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Schliesslich machen die beschwerdefÃ¼hrenden Nachbarn geltend, die Bewilligung des Kulturzentrums sei aufgrund der von ihm ausgehenden LÃ¤rmemissionen unzulÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) ZunÃ¤chst ist festzuhalten, dass es bei der Bewilligung der umstrittenen Nutzungs­Ã¤nderung lÃ¤rmschutzrechtlich nicht um eine wesentliche Ãnderung einer (sanierungsbedÃ¼rf­­tigen) Altanlage, sondern um die Errichtung einer neuen Anlage im Sinn von Art. 25 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG) in Verbindung mit Art. 7 der LÃ¤rm­­schutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV) geht (BGE 123 II 325 E. 4c/aa).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss Art. 25 Abs. 1 USG und Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV dÃ¼rfen ortsfeste Anlagen nur errichtet werden, wenn die durch diese Anlagen allein erzeugten LÃ¤rmimmissionen die Planungswerte in der Umgebung nicht Ã¼berschreiten; zudem mÃ¼ssen die LÃ¤rmimmissionen so weit begrenzt werden als dies technisch und betrieblich mÃ¶glich sowie wirtschaftlich trag­­bar ist (Art. 11 Abs. 2 USG; Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV). FÃ¼r die LÃ¤rmimmissionen von An­lagen wie GaststÃ¤tten, KinderspielplÃ¤tzen und dergleichen, die Ã¼berwiegend durch mensch­liches Verhalten verursacht werden, fehlen Belastungsgrenzwerte â und damit auch Planungswerte (vgl. BGE 123 II 325 E. 4d). Die VollzugsbehÃ¶rde bzw. das Gericht mÃ¼ssen daher im Einzelfall beurteilen, ob der Betrieb der geplanten Anlage mehr als nur geringfÃ¼gige StÃ¶rungen verursachen wird, unter BerÃ¼cksichtigung des Charakters des LÃ¤rms, des Zeitpunkts und der HÃ¤ufigkeit seines Auftretens sowie der LÃ¤rmempfindlichkeit bzw. der LÃ¤rmvorbelastung der Zone (Art. 40 Abs. 3 LSV in Verbindung mit Art. 15, 13 Abs. 2 und 25 USG; vgl. BGE 123 II 325 E. 4d/bb S. 335 a.E.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Dabei sind alle der Anlage zurechenbaren LÃ¤rmimmissionen miteinzubeziehen, das heisst im Fall des Islamischen Kulturzentrums die nach aussen dringenden GerÃ¤usche aus dem Haus, die Immissionen allfÃ¤lliger AktivitÃ¤ten im Freien sowie der LÃ¤rm der ankom­menden und sich besammelnden bzw. der sich zerstreuenden, weggehenden oder wegfahrenden Besucher. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die Baurekurskommission hat bei ihrem zweiten, unangekÃ¼ndigten Augenschein am 14. April 2000 bezÃ¼glich der aus dem GebÃ¤ude nach aussen dringenden GerÃ¤usche festgestellt, dass bei geÃ¶ffneten Fenstern und offener EingangstÃ¼re wÃ¤hrend des Gebets die Lautsprecherstimme auch noch auf der gegenÃ¼berliegenden Strassenseite gut, wenn auch nicht laut hÃ¶rbar gewesen sei. BezÃ¼glich der durch das Kommen und Gehen <br/> der Ã¼ber 220 Teilnehmenden verursachten Immissionen hat sie lediglich wÃ¤hrend weniger Minuten unmittelbar nach Schluss des Gebets einen hÃ¶heren StimmenlÃ¤rm wahrgenommen. Den Akten lÃ¤sst sich jedoch entnehmen, dass es bei verschiedenen Gelegenheiten zu AnlÃ¤ssen mit Ã¼ber 400 Teilnehmenden gekommen ist; so ergab eine amtliche Kontrolle vom 4. Mai 2001 eine Teilnehmerzahl am Freitagsgebet von 470 Personen; sÃ¤mtliche RÃ¤u­me des Hauses inklusive Korridore und Treppenhaus bis hin zur offenen HaustÃ¼re waren lÃ¼c­ken­los mit GlÃ¤ubigen gefÃ¼llt und die Ansprache des Imam drang Ã¼ber mehrere geÃ¶ffnete Fenster ins Freie (Brief des Amts fÃ¼r Baubewilligungen an die Bauherrschaft vom 11. Mai 2001; VB.2001.00277). Die bei den Akten liegenden Aufzeichnungen der beschwer­defÃ¼hrenden Nachbarn Ã¼ber die Belegung des Kulturzentrums, welche Ã¼ber regel­mÃ¤ssige AnlÃ¤sse mit weit mehr als 200 Besuchern und die damit einhergehenden Immissio­nen berichten, erscheinen als glaubwÃ¼rdig. Dass die durch GrossanlÃ¤sse veranlassten StÃ¶rungen der Vergangenheit angehÃ¶ren sollen, wie die SIGZ im Rekursverfahren geltend machte, ist durch die amtliche Kontrolle vom 4. Mai 2001 widerlegt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>BezÃ¼glich der von der Baurekurskommission festgestellten Immissionen hat bereits die BaubewilligungsbehÃ¶rde verschiedene technische und betriebliche Massnahmen angeordnet, indem sie in Dispositiv Ziffer I.B.19 festgehalten hat, dass die in den BaueingabeplÃ¤nen bezeichnete Belegung der RÃ¤ume nicht Ã¼berschritten werden darf, dass die fÃ¼r die GebetsrÃ¤ume im Erdgeschoss und im Obergeschoss vorgesehenen SchalldÃ¤mmlÃ¼fter zwingend einzubauen seien und dass Gebete und andere Veranstaltungen nur in diesen RÃ¤umen und bei geschlossenen Fenstern stattfinden dÃ¼rften; sodann dÃ¼rften der Aufenthalt von <br/> grÃ¶s­­­seren Personengruppen vor und nach Gebeten sowie Veranstaltungen und Unterricht nicht im Aussenbereich der Liegenschaft erfolgen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese von der Bauherrschaft nicht in Frage gestellten Massnahmen sind grundsÃ¤tzlich geeignet, die vom Kulturzentrum ausgehenden Immissionen zu begrenzen. Wie die Bau­­rekurskommission indessen zutreffend erwogen hat, ist damit der Immissionsproblematik, wie sie mit der erwiesenermassen anhaltenden Ãberbelegung des Zentrums einhergeht, nicht ausreichend beizukommen. Das ursprÃ¼nglich als Doppeleinfamilienhaus konzipierte GebÃ¤ude ist auch dann, wenn es in der vorgesehenen Weise umgebaut ist, fÃ¼r eine Belegung mit insgesamt mehreren hundert Personen ungeeignet. Halten sich im GebÃ¤ude mehr als 200 Personen auf, kann angesichts der zahlreichen RÃ¤ume sowie TÃ¼r- und Fens­ter­Ã¶ffnungen selbst bei Einsatz eines Ordnungsdienstes nicht damit gerechnet werden, dass sich Auflagen wie die von der Bausektion verfÃ¼gten tatsÃ¤chlich durchsetzen lassen, sondern wird regelmÃ¤ssig mit lÃ¤rmintensiven AktivitÃ¤ten bei geÃ¶ffneten TÃ¼ren und Fenstern oder im Freien zu rechnen sein. Mit ihrer teilweisen RÃ¼ckweisung der Sache an die Baube­willigungsbehÃ¶rde hat deshalb die Baurekurskommission verlangt, dass mit geeigneten Auf­lagen dafÃ¼r gesorgt wird, dass im Regelfall nur Veranstaltungen mit klar weniger als 200 Teilnehmern stattfinden, welche Zahl nur bei ganz gelegentlichen EinzelanlÃ¤ssen, die mit Vorteil bezeichnet werden sollten, gegebenenfalls massvoll Ã¼berschritten werden kÃ¶nn­te. Mit dieser EinschrÃ¤nkung, welche sich als vorsorgliche Emissionsbegrenzung ohne wei­teres auf Art. 11 Abs. 2 USG bzw. Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV stÃ¼tzen lÃ¤sst, kann erwartet wer­den, dass sich die von der Ãberbelegung herrÃ¼hrenden Immissionen auf ein zulÃ¤ssiges Mass reduzieren lassen. Allerdings ist, um die offenkundig erforderliche Klarheit zu schaffen, die Maximalbelegung fÃ¼r die ganze Liegenschaft fÃ¼r den Regelfall auf 150 Personen zu begrenzen und die Maximalzahl der Ausnahmen mit einer Belegung von Ã¼ber 150 aber hÃ¶chstens 250 Personen auf zehn im Voraus zu benennende AnlÃ¤sse jÃ¤hrlich festzusetzen. Die SIGZ wird nÃ¶tigenfalls durch den Einsatz eines Ordnungsdienstes fÃ¼r die Einhaltung der bereits von der BaubewilligungsbehÃ¶rde verfÃ¼gten Auflagen sowie dieser Belegungsmaxima zu sorgen haben. Auch unter diesen verschÃ¤rften Auflagen, wird das Islamische Kulturzentrum seine Funktion als religiÃ¶ses, kulturelles und gesellschaftliches Zentrum der Islamischen Gemeinschaft erfÃ¼llen kÃ¶nnen. Wie die SIGZ bereits im Rekursverfahren hat ausfÃ¼hren lassen, werden Veranstaltungen wie das Freitagsgebet mittlerweile auch anderswo angeboten und ist deshalb ohnehin mit einem geringeren Andrang zu rechnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Weitergehende Massnahmen zur vorsorglichen EmissionsbeschrÃ¤nkung sind hingegen zur Zeit nicht gerechtfertigt. Insbesondere kann davon ausgegangen werden, dass die deutliche BeschrÃ¤nkung der Belegungszahl auch die durch den Besucherverkehr verursach­ten Immissionen deutlich reduziert. Sodann gilt es die Wirksamkeit des geplanten Umbaus und der vorgeschriebenen SchalldÃ¤mmlÃ¼fter abzuwarten. Falls die angeordneten und verschÃ¤rften Massnahmen gleichwohl nicht ausreichen, kÃ¶nnen gestÃ¼tzt auf Art. 11 Abs. 2, 15 und 25 Abs. 1 USG bzw. Art. 7 Abs. 1 LSV weitere einschrÃ¤nkende Massnahmen auch spÃ¤­­ter noch angeordnet werden, wie dies in Ziffer I.B.19 der Baubewilligung vom 24. August 1999 ausdrÃ¼cklich vorbehalten worden ist. Wenn weiterhin â insbesondere wÃ¤hrend des Fastenmonats â die Nacht- und Sonntagsruhe gestÃ¶rt wÃ¼rde, wÃ¤ren in erster Linie EinschrÃ¤nkungen der Ãffnungszeiten anzuordnen. Sollte sich hingegen zeigen, dass die SIGZ nicht in der Lage ist, die zur Begrenzung der LÃ¤rmemissionen nunmehr angeordneten Mass­­nahmen durchzusetzen, wird die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde die Schliessung des Kulturzentrums anzuordnen haben. Im Sinne dieser ErwÃ¤gungen sind die von den Nachbarn erhobenen Beschwerden teilweise gutzuheissen und ist der mit der RÃ¼ckweisung verbundene Auf­trag entsprechend zu ergÃ¤nzen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. Die SIGZ wendet sich in ihrer Beschwerde einerseits gegen die von der Baurekurskommission angeordnete VerschÃ¤rfung der vorsorglichen EmissionsbeschrÃ¤nkungen in der Stammbewilligung vom 24. August 1999 und anderseits gegen die Aufhebung der Bewilligung vom 21. November 2000 zur DurchfÃ¼hrung des grossen Freitagsgebets im Haupt­gebetsraum MÃ¤nner des Kulturzentrums. Die UnbegrÃ¼ndetheit der Beschwerde bezÃ¼glich der VerschÃ¤rfung der vorsorglichen EmissionsbeschrÃ¤nkungen ergibt sich ohne weiteres aus den vorstehenden ErwÃ¤gungen. Es trifft zwar zu, dass die Baurekurskommission die von ihr angeordneten Belegungsbegrenzungen nicht explizit auf Art. 11 Abs. 2 USG bzw. Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV gestÃ¼tzt hat. Das Ã¤ndert aber nichts daran, dass sich diese Anordnungen<br/> als vorsorgliche EmissionsbeschrÃ¤nkungen auf diese Bestimmungen stÃ¼tzen lassen und auf­grund der tatsÃ¤chlichen Feststellungen der Baurekurskommission auch geboten sind.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Was die von der Baurekurskommission aufgehobene Bewilligung vom 21. November 2000 zur DurchfÃ¼hrung des grossen Freitagsgebets im Hauptgebetsraum MÃ¤nner des Kul­turzentrums betrifft, so lÃ¤sst sich auch diese Massnahme als vorsorgliche Emissionsbegrenzung verstehen. Wenn, wie vorstehend dargelegt wurde, gestÃ¼tzt auf Art. 11 Abs. 2 USG bzw. Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV die Belegungszahl des Zentrums im Regelfall auf maxi­mal 150 Besucher zu beschrÃ¤nken ist, so ist die Bewilligung des Gesuchs zur regelmÃ¤ssigen DurchfÃ¼hrung des grossen Freitagsgebets mit bis zu 200 Teilnehmenden von vornherein ausgeschlossen. Die Beschwerde ist deshalb auch insofern abzuweisen. Immerhin ist zu prÃ¤zisieren, dass auch das grosse Freitagsgebet â wie jede Veranstaltung dieser Art â keiner besonderen Bewilligung bedarf, soweit die Auflagen, wie sie mit der Baubewilligung vom 24. August 1999 sowie den zusÃ¤tzlichen BeschrÃ¤nkungen bezÃ¼glich Teilnehmerzahl gemÃ¤ss Rekursentscheid und vorliegendem Urteil festgesetzt wurden, beachtet werden. An­zufÃ¼gen bleibt, dass die Bauherrschaft die immissionsrechtliche Verantwortung auf fÃ¼r die­jenigen Besucher trÃ¤gt, die aufgrund der BeschrÃ¤nkung auf 150 Personen, keinen Einlass finden. Mit anderen Worten ist sie nicht nur fÃ¼r die Immissionen der zulÃ¤ssigen Anzahl Besucher verantwortlich, sondern auch fÃ¼r diejenigen, der Ã¼berzÃ¤hligen Besucher.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zusammenfassend sind somit die Nachbarbeschwerden im Sinne der ErwÃ¤gungen teilweise gutzuheissen und im Ãbrigen abzuweisen. Die Beschwerde der SIGZ ist vollstÃ¤ndig abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Die Verfahren VB.2001.00277, VB.2001.00285 und VB.2001.00286 werden vereinigt;</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. a) Die Beschwerde VB.2001.00277 wird abgewiesen.<br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug2"><span> b) Die Nachbarbeschwerden VB.2001.00285 und VB.2001.00286 werden im Sinne der ErwÃ¤gungen teilweise gutgeheissen und im Ãbrigen abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>