Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 12. Dezember 2012 (810 12 140) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Markus Clau- sen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Beat Walther , Gerichts- schreiber i.V. Simon Kaufmann Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft , 4410 Liestal, Be- schwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung / Wegweisung (RRB 712 vom 8. Mai 2012) A. Der marokkanische Staatsangehörige A.____, geboren 1982, reiste am 30. April 2006 unter falscher Identität (damalige Angaben: B.____, irakischer Staatsbürger, geboren 1989) erstmals in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Auf letzteres trat das Bundesamt für Migration (BFM) infolge Täuschung über die Identität durch die ausländische Person mit Ent- scheid vom 1. Juni 2006 nicht ein und A.____ wurde aus de r Schweiz weggewiesen, da eine Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rückkehr in die − entsprechend amtlicher Abklärung − wahrsch einliche Heimat Marokko zu- mutbar sei. Die gegen den Entscheid vom 1. Juni 2006 er hobene Beschwerde wurde am 21. Juni 2006 durch die Schweizerische Asylrekurskommission abgewiesen. Am 2. August 2006 verfügte das Amt für Migration Base l-Landschaft (AfM) zum Vollzug des Wegweisungsentscheids vom 1. Juni 2006 die Ausschaffungshaft , die durch den Einzelrichter für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht des Kantons Basel -Landschaft am 3. August 2006 bestätigt wurde. Im Rahmen einer Daktyloskopie wurde f estgestellt, dass A.____ am 2. Ju- li 2002 unter falschem Namen (damalige Angaben: C.__ __, algerischer Staatsbürger, geboren 1986) bereits nach Deutschland eingereist war und dort − nach Abweisung seines Asylantrags − über eine sogenannte "Duldung" verfügte. Da sich die Papierbeschaffung zur Ausschaffung nach Marokko schwierig gestaltete und Deutschland der Rücküb ernahme von A.____ zustimm- te, wurde letzterer am 26. Oktober 2006 den deutschen Behörden überstellt. B. Am 19. Dezember 2007 reichte A.____ (unter richtig em Namen) auf der schweizeri- schen Botschaft in Marokko ein Gesuch um Bewilligung der E inreise zur Vorbereitung der Hei- rat mit der Schweizerin D.____, geboren 1980, ein. D em Gesuch wurde stattgegeben und A.____ reiste am 29. März 2008 in die Schweiz ein, wo e r am 19. Mai 2008 heiratete. Infolge der Heirat stellte ihm das AfM eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Verbleib bei seiner Ehegattin aus. Am 5. Juni 2010 kam der gemeinsame Sohn (E.____) zur Welt. Am 19. Mai 2011 teilte D.____ dem AfM telefonisch mit , dass sie und A.____ bereits getrennt seien und das Gericht die Trennung lediglich noch bestä tigen müsse. Am 26. Mai 2011 unter- zeichneten D.____ und A.____ eine Ehescheidungskonventi on. Am 1. Juli 2011 zogen D.____ und ihr Sohn E.____ aus der gemeinsamen Wohnung aus. Mit Urteil vom 16. August 2011 wur- de die Ehe vom Bezirksgericht F.____ geschieden, wobei d ie am 26. Mai 2011 unterzeichnete Ehescheidungskonvention genehmigt wurde. Die elterliche S orge über E.____ wurde D.____ zugeteilt, A.____ erhielt ein Besuchsrecht in Begleitung von D.____. Am 7. August 2011 erfuhr das AfM von D.____, dass A.____ mehrere Jahre unter falschem Namen (C.____) in Deutschland gelebt habe und dort mehrfach verurteilt worden sei. Eine Aus- kunft der deutschen Behörden vom 23. August 2011 ergab, dass A.____ in den Jahren 2004 bis 2006 in Deutschland mehrere Diebstähle und in einem F all eine Beleidigung beging. Er wurde am 21. Juli 2004 zu einer Jugendstrafe von 6 Monaten, a m 3. November 2004 (unter Einbezug der Strafe vom 21. Juli 2004) zu einer Jugendstrafe von 10 Monaten, am 13. April 2005 (unter Einbezug der Strafen vom 21. Juli 2004 und 3. November 2004) zu einer Jugendstrafe von 13 Monaten und am 6. Dezember 2006 (unter Einbezug de r Strafen vom 21. Juli 2004 und 3. November 2004 und 13. April 2005) zu einer Jugendstrafe von 18 Monaten verurteilt. Am 26. September 2011 gewährte das AfM A.____ das rec htliche Gehör im Hinblick auf die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegwe isung. Am 25. Oktober 2011 verfügte das AfM die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g und Wegweisung aus der Schweiz bis spätestens 30. November 2011. Das AfM führte im Wesent lichen aus, dass im vorliegenden Fall Widerrufsgründe im Sinne des Ausländergesetzes vorli egen würden. So könne eine Auf- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht enthaltsbewilligung widerrufen werden, wenn eine Pe rson falsche Angaben mache oder we- sentliche Tatsachen verschweige. Da A.____ die Behörden nicht über seine Vorstrafen in Deutschland informiert habe, sei von einer bewussten Täuschung und damit von einer Erschlei- chung der Bewilligung auszugehen. Da Widerrufsgründe vorliegen würden, könne offen bleiben, ob A.____ nach Auflösung der Ehe über ein selbständig es Aufenthaltsrecht verfüge. Betreffend einen möglichen Anspruch aus der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grund- freiheiten führte das AfM aus, dass es A.____ möglich sei, sein Recht auf Besuch seines Soh- nes vom Ausland her auszuüben. Dies gelte umso mehr, als ke ine besonders enge emotionale und wirtschaftliche Bindung zwischen A.____ und seinem Soh n bestehe. Ferner habe sich die- ser in der Schweiz nicht klaglos verhalten und seine Auf enthaltsbewilligung durch falsche An- gaben erschlichen. Schliesslich liege kein Härtefall vor un d die Wegweisung sei angemessen und verhältnismässig. Gegen die Verfügung des AfM vom 25. Oktober 2011 erhob A.____ am 3. November 2011 Be- schwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) und beantragte, es sei die Verfügung des AfM aufzuheben, die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern und auf die Wegweisung zu verzichten; unter o/e-Kostenfolge. Mit Sch reiben vom 22. Dezember 2011 reichte A.____, nunmehr vertreten durch Dr. Nicolas Ro ulet, Advokat, die Beschwerdebegrün- dung ein. Im Wesentlichen wurde ausgeführt, die Ehege meinschaft zwischen A.____ und D.____ habe mehr als drei Jahre gedauert und A.____ sei gut integriert. Ein dem selbständigen Aufenthaltsanspruch entgegenstehender Widerrufsgrund li ege nicht vor, da die in Deutschland ausgesprochene Strafe nicht berücksichtigt werden dürfe . Ferner könne die Aufenthaltsbewilli- gung nicht aufgrund des Verschweigens wesentlicher Tatsac hen widerrufen respektive nicht verlängert werden, da ein Anspruch auf eine Bewilligu ng auch bei richtigen und vollständigen Angaben bestanden hätte. Betreffend das Verhältnis zwi schen E.____ und A.____ wurde aus- geführt, dass dieses sehr gut sei. Entsprechend der Vereinbarung in der Scheidungskonvention sei er zur Zahlung von Kindesunterhalt bereit, könne dieser Verpflichtung jedoch erst nach der in Aussicht gestellten Stundenzahlerhöhung seines Arbeitsp ensums nachkommen. Schliesslich sei die Wegweisung aus der Schweiz insbesondere aufgrund d er guten Integration und der Be- ziehung zu seinem Sohn unverhältnismässig. Mit Schreiben vom 23. Februar 2012 beantragte A.____ beim Bezirksgericht F.____ die Abän- derung des Scheidungsurteils vom 16. August 2011 dahinge hend, dass die Unterhaltszahlun- gen infolge Zahlungsunfähigkeit zu sistieren seien und das Besuchsrecht unbegleitet auszuges- talten sei. Mit Entscheid vom 8. Mai 2012 wies der Regierungsrat die Beschwerde vom 3. November 2011 ab und führte im Wesentlichen folgendes aus: Die Ehe h abe nicht drei Jahre gedauert, da D.____ exakt am dritten Jahrestag dem AfM mitgeteilt h abe, man sei bereits getrennt. Zudem sei die Scheidungskonvention bereits am 26. Mai 2011 u nterzeichnet worden. Selbst wenn ein selbständiger Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz beja ht werden könne, lägen Widerrufs- gründe vor. So habe A.____ die Behörde durch verschweig en der in Deutschland ausgespro- chenen Jugendstrafen von insgesamt 18 Monaten wissentlich und willentlich getäuscht. Ferner handle es sich bei der Verurteilung zu 18 Monaten um ei ne längerfristige Freiheitsstrafe, die Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung berücksichtigt werden könne. Der Regierungsrat führte zudem aus, dass sich A.____ nicht auf die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten berufen könne, da der Schutz des Fa milienlebens bereits gewahrt sei, wenn er das Besuchsrecht vom Ausland her wahrnehmen könne. Ein weitergehender Schutz komme vorliegend nicht in Betracht, trage A.____ doch aus wirtschaftlicher Sicht nichts zum Wohlergehen seines Sohnes bei und führe zudem keine beso nders innige emotionale Bezie- hung zu diesem. Ferner fehle es aufgrund der bewussten T äuschung der Behörden, Sozialhil- febezug und den Verurteilungen in Deutschland, an dem verlangten klaglosen Verhalten. Der Regierungsrat erachtete die Wegweisung als angemessen und verhältnismässig. C. Mit Schreiben vom 11. Mai 2012 erhob A.____, weit erhin vertreten durch Dr. Roulet, Beschwerde beim Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- un d Verwaltungsrecht (Kantonsge- richt) und ersuchte um teilweise Aufhebung des Entscheids des Regierungsrats vom 8. Mai 2012 dahingehend, dass dem Beschwerdeführer weit erhin der Aufenthalt im Kanton Ba- sel-Landschaft zu bewilligen sei, eventualiter die Ang elegenheit zur erneuten Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen s ei; unter o/e-Kostenfolge. Zudem wurde die unentgeltliche Prozessführung beantragt. Hi nsichtlich des Anspruchs auf Verlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung führte der Beschwerde führer aus, die Ehegemeinschaft habe drei Jahre gedauert. Zwar sei es zu verschiedenen Ausei nandersetzungen gekommen, doch habe man sich immer wieder versöhnt und darauf gehofft, dass eine Weiterführung der Ehe möglich sei. Der Beschwerdeführer verwies darauf, dass bei einer unklaren Sachlage betreffend die Ehedauer auf die Haushaltsgemeinschaft abgestellt werden müsse, welche vorliegend län- ger als drei Jahre gedauert habe. Neben einer dreijä hrigen Ehe sei im vorliegenden Fall auch von einer erfolgreichen Integration auszugehen. Zum ei nen habe er seit dem 1. Mai 2012 eine Vollzeitstelle, zum anderen beherrsche er die deutsche Sprache gut und seine soziale Integrati- on sei fortgeschritten. Widerrufsgründe lägen nicht vor, da die verschwiegene Tatsache nicht massgebend für die Erteilung der Bewilligung gewesen se i und die in Deutschland ausgespro- chene Strafe nicht berücksichtigt werden könne. Der Beschwe rdeführer berief sich zudem auf die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundf reiheiten und führte aus, er habe eine innige Beziehung zu seinem Sohn, was nicht zuletzt d as Bestreben zeige, das Besuchs- recht auszudehnen. Auch wirtschaftlich sei er eng mit seine m Sohn verbunden, wobei ihm das beschränkte Arbeitspensum bei seinem letzten Arbeitgeber nicht erlaubt habe, für den Kindes- unterhalt aufzukommen. Die strafrechtlich relevanten Handlungen lägen schon lange zurück und seien zum Teil im Ausland geschehen. Schliesslich sei d ie Wegweisung nicht verhältnis- mässig. Dies insbesondere aufgrund der guten wirtschaftlich en und sozialen Integration (Spra- che, Erwerbstätigkeit, Freunde), der günstigen Legalpro gnose für die Zukunft, der Vater-Kind- Beziehung und der Tatsache, dass Marokko für ihn fremd geworden sei. Mit Verfügung vom 5. Juni 2012 änderte das Bezirksgerich t F.____ das Besuchsrecht des Be- schwerdeführers dahingehend ab, dass dieser die Besuche b is Ende August 2012 bei den be- gleiteten Besuchstagen G.____ ausüben könne. In seiner Vernehmlassung vom 16. August 2012 zielte der Beschwerdegegner auf Abweisung der Beschwerde; unter o/e-Kostenfolge. Von einer erfo lgreichen wirtschaftlichen Integration sei Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht auszugehen, da die durch den Beschwerdeführer anget retene Vollzeitstelle auf den 31. Oktober 2012 befristet sei. Ebenfalls sei von einer Ehedauer von weniger als drei Jahren auszugehen. Ferner würde mit der in Deutschland ausge sprochene Strafe ein Widerrufsgrund vorliegen. Voraussetzung für die Berücksichtigung einer a usländischen Strafe sei nicht, dass sie in gleicher Weise auch in der Schweiz ausgesprochen w erden könne. Vielmehr reiche es aus, wenn das begangene Delikt in der Schweiz als Vergeh en oder Verbrechen im Sinne des schweizerischen Strafgesetzbuches qualifiziert werden könn e und die Strafe in einem Land ausgesprochen worden sei, in dem die Beachtung der g rundlegenden rechtsstaatlichen Verfah- rensgrundsätze und Verteidigungsrechte als garantiert erscheinen würden. Da die Strafe vorlie- gend berücksichtigt werden könne, liege mit dem Verschwei gen einer wesentlichen Tatsache ein weiterer Widerrufsgrund vor. Schliesslich könne sich der Beschwerdeführer nicht auf die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten berufen, da keine enge wirt- schaftliche Beziehung zum Kind bestehe und er kein klaglose s Verhalten an den Tag gelegt habe. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 22. August 2012 wurde dem Beschwerdeführer die un- entgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt und der Fall der Kammer zur Beurtei- lung überwiesen. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen der Beschwe rdeführer mit seiner durch Dr. Roulet bevollmächtigten Rechtsvertreterin und ein Vertreter des Regierungsrats teil. Die mit verfah- rensleitender Verfügung vom 3. Dezember 2012 als Auskun ftsperson vorgeladene D.____ hat die postalisch zugestellte Einladung nicht abgeholt und nimmt folglich nicht an der Verhandlung teil. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reicht d em Gericht einen am 28. Oktober 2012 unterschriebenen Arbeitsvertrag, lautend auf ein ab dem 1. November 2013 (recte: 1. No- vember 2012) beginnendes und bis zum 31. März 2013 befr istetes Arbeitsverhältnis in einem 80 % Pensum beim angestammten Arbeitgeber, ein. Zudem wird ein Arbeitsvertrag eingereicht, der ab dem 3. Dezember 2012 eine wöchentliche Beschäftigung im Umfang von elf Stunden als Reinigungsmitarbeiter vorsieht. Schliesslich wird ein Deb itoren Kontoauszug des Kantonalen Sozialamtes des Kantons Basel-Landschaft eingereicht, de r die Zahlung der Kinderalmente durch den Beschwerdeführer zwischen dem 10. April 2012 un d dem 1. Dezember 2012 auf- zeigt. Die Parteien halten an ihren Rechtsbegehren f est. Auf die Vorbringen der Parteien wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- genheit gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom angefocht enen Entscheid berührt und hat ein Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gem äss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen - abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen - untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. § 16 Abs. 2 VPO statuiert den Grundsatz der richterl ichen Rechtsanwendung von Am- tes wegen. Das Gericht ist somit verpflichtet, auf den f estgestellten Sachverhalt den richtigen Rechtssatz anzuwenden. Dies bedeutet, dass es einerseits üb erprüfen muss, ob es zu Verfah- rensfehlern gekommen ist und andererseits, ob das rich tige Recht inhaltlich richtig angewendet worden ist, d.h. die an sich gültigen, zutreffenden Re chtssätze richtig ausgelegt, konkretisiert und auf den Sachverhalt bezogen worden sind. Gemäss § 1 2 Abs. 1 VPO hat das Gericht so- dann von Amtes wegen die für den Entscheid wesentlichen Tatsachen festzustellen. Es ist je- doch nicht verpflichtet, von sich aus über die tatsächli chen Vorbringen der Parteien hinaus den Sachverhalt vollständig neu zu erforschen. Es kann sich somit in der Regel damit begnügen, die Stichhaltigkeit der Vorbringen zu überprüfen. Der Unte rsuchungsgrundsatz bringt es daher mit sich, dass das Gericht den ihm vorgelegten Sachverhalt beri chtigen oder ergänzen kann. Es muss ihn aber nicht weiter erforschen, wenn keine beson deren Umstände dies nahe legen (ALFRED KÖLZ /I SABELLE HÄNER , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege de s Bun- des, 2. Auflage, Zürich 1998, Rz. 268 ff.). 4. Strittig und zu prüfen ist nachfolgend, ob sich die durch das AfM gegenüber dem Be- schwerdeführer verfügte und durch die Vorinstanz bestätigt e Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und Wegweisung als rechtmässig erweist. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländeri nnen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlich en Vorschriften und Verträge mit dem Aus- land – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstä- tigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung eine r Aufenthaltsbewilligung hat die ausländi- sche Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflich- tungen sehen dies vor (Bundesgerichtsentscheid [BGE] 133 I 189 E. 2.3; P ETER UEBERSAX in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Eine umfassende Darstellung der Rechtsstellung von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). 4.2 Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Me nschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 und der insoweit gleichbed eutende Art. 13 Abs. 1 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 gewährleisten das Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Hat e in Ausländer nahe Verwandte mit ei- nem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz und wir d die zu ihnen bestehende intakte Beziehung tatsächlich gelebt, so kann Art. 8 Ziff. 1 E MRK verletzt sein, wenn ihm die Anwesen- heit in der Schweiz untersagt und damit sein Familienl eben vereitelt wird (BGE 135 I 143 E. 1.3.1, mit Hinweis). Der entsprechende Schutz gilt jedoch nicht absolut; vielmehr gestattet Art. 8 Ziff. 2 EMRK einen Eingriff in das von Ziff. 1 geschü tzte Rechtsgut, wenn er gesetzlich vorge- sehen und unter den dort aufgeführten Voraussetzungen - insbesondere sicherheits- und ord- nungspolitischer Art - notwendig ist. Insofern erforde rt der Eingriff eine Abwägung der sich ge- genüberstehenden privaten Interessen an der Bewilligung serteilung und den öffentlichen Inte- ressen an deren Verweigerung; diese müssen jene in dem Sinne überwiegen, dass sich der Eingriff in das Privat- und Familienleben als notwendi g erweist (Urteile des Bundesgerichts [BGer] vom 19. Mai 2011, 2C_327/2010, 2C_328/2010 E. 4.1.1, mit Hinweisen). 4.3 Bei dieser Interessenabwägung fällt es zugunsten de r um Aufenthalt ersuchenden Per- son ins Gewicht, wenn diese mit der in der Schweiz anwe senheitsberechtigten Person zusam- menlebt. Im Verhältnis zwischen getrennt lebenden Eltern und ihren minderjährigen Kindern gilt dies jedenfalls für den Elternteil, dem die elterliche Sorge zusteht (BGE 137 I 247 E. 4.2). Der nicht sorgeberechtigte Elternteil kann die familiäre Beziehung von Vornherein nur in einem be- schränkten Rahmen − innerhalb des ihm eingeräumten Besu chsrechts − ausüben. Hierfür ist regelmässig nicht erforderlich, dass er sich dauernd im gle ichen Land wie das Kind aufhält; vielmehr genügt es den Anforderungen von Art. 8 EMRK, wenn er das Besuchsrecht − unter den geeigneten Modalitäten − vom Ausland her ausüben ka nn. Ein weitergehender Anspruch − der auch dem nichtsorgeberechtigten Elternteil ein Auf enthaltsrecht vermitteln würde − kann aber dann bestehen, wenn in wirtschaftlicher und affek tiver Hinsicht eine besonders enge Be- ziehung zum Kind besteht, diese wegen der Distanz zum Heim atland des Ausländers praktisch nicht mehr aufrecht erhalten werden könnte und das bi sherige Verhalten des Betroffenen in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat (BGE 120 Ib 1 E. 3c ff.; Urteil des BGer vom 3. August 2009 2C_171/2009 E. 2.2, mit Hinweisen). Di e geforderte besondere Intensität der affektiven Beziehung kann in der Regel nur dann bejaht werden, wenn ein grosszügig ausges- taltetes Besuchsrecht eingeräumt ist und dieses kontinuie rlich, spontan und reibungslos ausge- übt wird (Urteil des BGer vom 20. Februar 2011, 2C_799/2010 E. 3.3.1, mit Hinweisen). 4.4 Im vorliegenden Fall kann der Beschwerdeführer kei nen soeben beschriebenen wei- tergehenden Anspruch aus Art. 8 EMRK ableiten, da es a n einer besonders engen affektiven Beziehung zu seinem Sohn fehlt. Zwar lässt sich durchaus erkennen, dass der Beschwerdefüh- rer um eine Beziehung zu seinem Sohn E.____ bemüht ist . So hat er eine Ausdehnung des Besuchsrechts angestrengt und schliesslich erwirkt. Alleine diese Tatsache und die Aussage anlässlich der heutigen Verhandlung, er wolle seinen Sohn gerne einmal pro Woche sehen, lässt jedoch nicht auf eine besonders enge affektive Bezie hung schliessen. Ähnlich verhält es sich mit der verlangten wirtschaftlichen Beziehung zum Kind . Dem eingereichten Debitoren Kontoauszug des Kantonalen Sozialamtes des Kantons Basel- Landschaft lässt sich zwar ent- nehmen, dass der Beschwerdeführer ab Juni 2012 − mit A usnahme von zwei Monaten (Sep- tember und Oktober 2012) − regelmässig die Kinderalime nte bezahlt hat. Zudem zahlt er die seit April 2012 ausstehenden Unterhaltsbeiträge ab. Au fgrund der generellen wirtschaftlichen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Situation des Beschwerdeführers, welche auch bereits zu Problemen im Hinblick auf die Zah- lung der Unterhaltsbeiträge geführt hat, kann jedoch n icht von einer engen wirtschaftlichen Be- ziehung ausgegangen werden. Schliesslich fehlt es dem Beschwerdeführer − aufgrund nachfol- gender Ausführungen (vgl. Ziffer 6.5 ff.) − auch an dem verlangten klaglosen Verhalten. 5. Es stellt sich ferner die Frage, ob der Beschwerdefüh rer einen Anspruch auf Verlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung aus dem AuG ableiten kann. 5.1 In Bezug auf die Regelung des Aufenthalts bestimmt Art. 33 Abs. 1 AuG, dass die Auf- enthaltsbewilligung für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem Jahr erteilt wird. Sie wird für einen bestimmten Aufenthaltszweck erteilt und kann mit weiteren Bedingungen verbun- den werden (Art. 33 Abs. 2 AuG). Nach Art. 33 Abs. 3 AuG ist die Aufenthaltsbewilligung zudem befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. 5.2 Ein gesetzlicher Anspruch einer ausländischen Person au f Anwesenheit in der Schweiz liegt gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG insbesondere dann vor, wenn diese mit einer Schweizerin oder einem Schweizer verheiratet ist und mit dieser Person zu sammenwohnt. Das Erfordernis des Zusammenwohnens besteht nicht, wenn für getrennte Woh norte wichtige Gründe geltend ge- macht werden und die Familiengemeinschaft weiter beste ht (vgl. Art. 49 AuG). Als wichtige Gründe gelten gemäss Art. 76 der Verordnung über Zula ssung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 berufliche Verpflichtunge n oder eine vorübergehende Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme. Bei anhalten dem Getrenntleben, das heisst über eine Dauer von sechs bis zwölf Monaten hinaus, ist aufgrund d er Aussagen der Ehegatten, der ehe- lichen Kontakte und der weiteren Umstände zu eruieren, ob die Trennung definitiv und die Fa- miliengemeinschaft als aufgelöst zu betrachten ist (vgl. M ARC SPESCHA in: Spe- scha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 3. Auflage, Zürich 2012, Art. 49 AuG N 1). 5.3 Nach Auflösung der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligun g nach Art. 50 Abs. 1 AuG allerdings wei- ter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre besta nden hat und eine erfolgreiche In- tegration vorliegt (lit. a) oder wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). Art. 50 AuG kommt erst zur Anwendung, wenn mindestens faktisch von einer definitiven Auflösung der Familienge meinschaft auszugehen ist. Diese ist im Regelfall dann gegeben, wenn sich die Eheleute defin itiv getrennt haben und keine ernsthafte Aussicht mehr besteht, dass sie sich wieder vereinigen könn ten, wobei zusätzlich der Ehewille erloschen erscheinen muss. Für die Annahme einer Auflösung der Ehegemeinschaft ist somit weder eine eheschutzrichterliche oder gerichtliche Trennu ng noch eine Scheidung der Ehegat- ten erforderlich (vgl. SPESCHA , a.a.O., Art. 50 AuG, N 1). 5.4 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Eh e zwischen dem Beschwerdeführer und D.____ aufgelöst ist. Ein selbständiger Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilli- gung kommt folglich nur gestützt auf Art. 50 AuG in Betracht. Eine staatsvertragliche Vereinba- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung zwischen der Schweiz und Marokko, welche dem Beschwer deführer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde, besteht nicht. 5.5 Der Beschwerdeführer heiratete am 19. Mai 2008 d ie Schweizerin D.____. Gemäss einem Aktenbericht des AfM gab D.____ am 19. Mai 2011 und damit exakt nach drei Ehejahren telefonisch bekannt, dass sie auf Wohnungssuche für den Beschwerdeführer seien. Dies sei der einzige Grund, weshalb man noch unter einem Dach lebe. Eigentlich sei man bereits ge- trennt und werde der Gemeinde dann melden, wenn die neue Adresse feststehe. Die Trennung müsse dann noch vom Gericht bestätigt werden. Am 26. Mai 2011 wurde in H.____ durch beide Ehegatten eine Scheidungskonvention unterzeichnet, welch e am 16. August 2011 durch das Bezirksgericht F.____ − als Teil des Scheidungsurteils − ge nehmigt wurde. Der Beschwerde- führer beruft sich darauf, die Ehegatten hätten sich a uch schon zu einem früheren Zeitpunkt getrennt und seien anschliessend wieder zusammen gekom men. Es habe während der Ehe verschiedene Auseinandersetzungen gegeben, nach denen ma n sich jeweils wieder versöhnt habe. Er sei dann auch vom plötzlichen Scheidungswillen seiner Ehefrau überrascht worden, habe aber dennoch eingewilligt. Der Beschwerdeführer v erweist in diesem Zusammenhang auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach für di e Ermittlung der Ehegemeinschaft im Regelfall auf die Haushaltsgemeinschaft abgestellt we rden müsse. Dies gelte im vorliegenden Fall umso mehr, als es sich um eine unklare Sachlage handle. 5.6 Aufgrund der unterschiedlichen Aussagen des Beschwe rdeführers und von D.____ kann nicht genau ermittelt werden, wann der gegenseit ige Ehewille tatsächlich erloschen ist. Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung ist bezüglich de s Kriteriums der Ehedauer auf die Dauer des tatsächlichen, faktischen Zusammenlebens in einer Haushaltsgemeinschaft ab- zustellen (BGE 136 II 113 E. 3.2; Urteil des BGer vom 9 . Dezember 2009, 2C_ 304/2009 E. 3.3). Von Rechtsmissbrauch wäre indessen erst dann auszugehen, wenn sich der Beschwerde- führer auf eine inhaltsleere, nur noch formell besteh ende Ehe berufen würde. Die Tatsache, dass die Ehescheidungskonvention bereits sieben Tage nach d reijähriger Ehedauer, am 26. Mai 2011, sowohl von D.____ als auch vom Beschwerdef ührer unterzeichnet worden ist, lässt keine verlässliche Aussage darüber zu, ob die Ehe be reits vor den nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG vorausgesetzten drei Jahren nicht mehr gelebt wu rde. Es ist möglich, dass eine Ehe- scheidungskonvention in sehr kurzer Zeit ausgearbeitet u nd unterzeichnet wird. So ist die vor- liegende Ehescheidungskonvention zwar ein Indiz für ein e nicht drei Jahre bestehende Ehe, doch reicht sie alleine nicht aus, um das Scheitern der Ehe respektive die endgültige Aufgabe des Ehewillens rechtsgenüglich nachzuweisen, wenngleich der Ehewille eine innere Tatsache darstellt, die nicht direkt bewiesen werden kann. Es ist somit − entgegen der Ansicht des Be- schwerdegegners − für die Ermittlung der Ehedauer auf die Dauer der Haushaltsgemeinschaft abzustellen. Folglich ist davon auszugehen, dass die Eheg emeinschaft zwischen dem Be- schwerdeführer und D.____ mindestens drei Jahre gedauert hat. 5.7 Als Nächstes gilt es zu prüfen, ob von einer erfolgr eichen Integration des Beschwerde- führers ausgegangen werden kann. Zu bejahen ist eine e rfolgreiche Integration, wenn die aus- ländische Person die rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfassung respektiert Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sowie den Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb der am Wohnort gespro- chenen Landessprache bekundet (Art. 77 Abs. 4 VZAE; vgl. auch SPESCHA , a.a.O., Art. 50 AuG N 5). Der Begriff der Integration wird zudem in Art. 4 AuG sowie in Art. 4 der Verordnung über die Integration von Ausländerinnen und Ausländern (VIntA) vom 24. Oktober 2007 umschrieben (weiterführend AuG-Weisungen zur Integration, provisori sche Version Stand 28. Januar 2009; MARTIN PHILIPP WYSS in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, a.a.O., N 26.1 ff.). 5.8 Unter den Parteien ist unbestritten, dass der Beschw erdeführer die deutsche Sprache gut beherrscht. Ebenfalls kann von einer erfolgreichen sozialen Integration ausgegangen wer- den. Der Beschwerdeführer hat nach eigenen Angaben ver schiedene soziale Kontakte am Ar- beitsort geknüpft und pflegt Freundschaften in seiner Wohngenossenschaft, was durch den Be- schwerdegegner nicht bestritten wird. Der Beschwerdegeg ner vertritt jedoch die Ansicht, dass sich der Beschwerdeführer wirtschaftlich nicht erfolgreich integrieren konnte. Die Vollzeitstelle des Beschwerdeführers sei zwar ein Fortschritt in der Int egration, doch handle es sich nur um eine befristete Arbeitsstelle, weshalb die wirtschaftlich e Zukunft des Beschwerdeführers nicht gesichert sei. Entgegen der Ansicht des Beschwerdegegne rs ist darauf hinzuweisen, dass eine erfolgreiche wirtschaftliche Integration einer ausländisch en Person keine ununterbrochene Er- werbstätigkeit voraussetzt. Der in Art. 77 Abs. 4 VZAE beschriebene Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben kann beim Beschwerdeführer zweifellos fe stgestellt werden und wird durch den Beschwerdegegner grundsätzlich auch nicht bestritten. Vielmehr geht auch dieser in sei- nem Entscheid vom 8. Mai 2012 davon aus, das Bemühen um die wirtschaftliche Integration sei erkennbar. Unter den gegebenen Umständen kann von einer erfolgreichen Integration im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG ausgegangen und demzufol ge festgehalten werden, dass der Be- schwerdeführer einen selbständigen Anspruch auf Verlänge rung der ursprünglich nach Art. 42 AuG erteilten Aufenthaltsbewilligung hat. 6.1 Der vorgehend festgestellte Anspruch auf Verlänger ung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG (vgl. Ziffer 5 ff. hiervor) besteht nur, soweit keine Widerrufsgründe im Sinne von Artikel 62 AuG vorliegen (vgl. Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG). In diesem Zusammenhang ist einerseits umstritten, ob mit der in Deutschland am 6. Dezember 2006 ausgesprochenen und sich auf 18 Monate belaufenden Jugendstrafe ein Widerru fsgrund nach Art. 62 lit. b AuG vor- liegt. Andererseits stellt sich die Frage, ob das Verschwei gen dieser Vorstrafe durch den Be- schwerdeführer im Rahmen des Bewilligungsverfahrens ein W iderrufsgrund im Sinne von Art. 62 lit. a AuG darstellt. 6.2 Gemäss Art. 62 lit. b AuG kann die Aufenthaltsbewi lligung unter anderem dann wider- rufen bzw. nichtverlängert werden, wenn ein Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Von einer längerfristigen Freiheitsst rafe ist bei einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr auszugehen, und zwar unabhängig davon, ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt zu vollziehen ist (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2; Urteil des BGer vom 27. Januar 2010, 2C_515/2009 E. 2.1). Der Beschwerdeführer ist i n Deutschland zu einer Jugendstrafe von 18 Monaten verurteilt worden. Bei einer Jugendstra fe handelt es sich gemäss § 17 Abs. 1 des deutschen Jugendgerichtsgesetzes (JGG) vom 4. August 195 3 um Freiheitsentzug in einer für ihren Vollzug vorgesehenen Einrichtung. Die Strafe vom 6. Dezember 2006 ist unter Be- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht rücksichtigung mehrerer bereits vorgängig ausgesprochener St rafen − in Anwendung von ge- mäss § 31 Abs. 2 JGG − ergangen. Jede einzelne Strafe be läuft sich auf weniger als ein Jahr, wobei es vorliegend zu beachten gilt, dass der Beschwerde führer nur aufgrund einer Täu- schung über seine Identität nach dem Jugendstrafrecht verurteilt worden ist. Dass eine einzelne Strafe unter Anwendung des Erwachsenenstrafrechts höher als ein Jahr ausgefallen wäre ist durchaus denkbar, kann jedoch vorliegend nicht überprüf t werden und daher auch nicht aus- schlaggebend sein. 6.3 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt , die Strafe vom 6. Dezem- ber 2006 dürfe nach Art. 62 lit. b AuG nicht berücksich tigt werden, widerspreche sie doch der zur Frage der längerfristigen Freiheitsstrafe vom Bunde sgericht entwickelten Rechtsprechung, wonach es nicht zulässig sei, einzelne Strafen − die für sich alleine weniger als ein Jahr betra- gen würden − zu kumulieren. Nach Ansicht des Beschwerde gegners stellt die Strafe vom 6. Dezember 2006 im vorliegenden Fall ein Widerrufsgr und im Sinne von Art. 62 lit. b AuG dar. So genüge es, dass die ausländische Strafe in einem Land ergangen sei, in dem die Beachtung der grundlegenden rechtsstaatlichen Verfahrensgrundsätze und Verteidigungsrechte im Straf- prozess als garantiert erscheinen würden. Ferner müsse es si ch um ein Delikt handeln, das in der Schweiz als Verbrechen oder Vergehen qualifiziert werde. 6.4 Mit dem Beschwerdegegner kann festgehalten werden, dass die am 6. Dezember 2006 in Deutschland gegenüber dem Beschwerdeführer ausgesp rochene Jugendstrafe in Höhe von 18 Monaten einen Widerrufsgrund im Sinne von Art. 62 lit. b AuG darstellt. Obwohl es sich in dem vom Beschwerdegegner angeführten Urteil des Bundesg erichts 2C_427/2008 vom 23. Januar 2009 nicht um den Fall von mehreren in ein er (Gesamt-)strafe zusammengefassten Strafen − sondern um eine einzige Strafe − handelte ( vgl. dazu auch Urteil des BGer vom 15. November 2011, 2C_264/2011 E. 3 ff.), kann diese Rechtsprechung herangezogen werden. So reicht es aus, dass es sich bei den in Frage stehenden Delikten um Verbrechen oder Verge- hen im Sinne der schweizerischen Rechtsordnung handelt und der Schuldspruch in einem Staat erfolgt ist, in welchem die Einhaltung der rechtsstaatli chen Verfahrensgrundsätze und Verteidi- gungsrechte als garantiert erscheint. Beide Voraussetzung en sind im vorliegenden Fall erfüllt, weshalb mit der längerfristigen Freiheitsstrafe im Sinn e von Art. 62 lit. b AuG ein Widerrufs- grund vorliegt. 6.5 Laut Art. 62 lit. a AuG kann eine Aufenthaltsbewi lligung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer resp. ihr oder sein Ver treter im Bewilligungsverfahren falsche Angaben macht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen ha t. Ausländer und Ausländerinnen sind somit gemäss Art. 90 lit. a AuG verpflichtet, zutreffende und vollständige Angaben über die für die Regelung des Aufenthalts wesentlichen Tatsachen zu machen. Über eine wesentliche Tatsache gemäss Art. 62 lit. a AuG schweigt die ausländi sche Person dann, wenn sie wider besseres Wissen verschweigt, dass sie im Ausland zu einer lä ngeren Freiheitsstrafe verurteilt wurde (vgl. etwa Urteile des BGer vom 14. Januar 2009 , 2C_381/2008 E. 2.2; vom 17. April 2000, 2A.57/2000 E. 3; vom 17. Oktober 1995, 2A.127/ 1994 E. 3a; vom 18. Oktober 2005, 2A.315/2005 E. 3.2.1; ferner: BGE 134 II 29 E. 4.3. 1). Wie sich aus den Akten und den vorigen Erwägungen (vgl. Ziffer 7.1 ff. hiervor) ergibt, wurd e der Beschwerdeführer in Deutschland ge- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht samthaft zu einer Jugendstrafe von 18 Monaten verurteilt . Es steht unbestrittenermassen fest, dass der Beschwerdeführer gegenüber den hiesigen Behörd en diese Tatsache verschwiegen hat. Im Rahmen des Verfahrens zur Erteilung der Aufent haltsbewilligung wurde der Beschwer- deführer schriftlich danach gefragt, ob gegen ihn Vorstrafen bestehen würden, was er verneinte (vgl. Formular "Fremdenpolizeiliche Anmeldung" vom 20. Mai 2008). Der Beschwerdeführer begründet anlässlich der heutigen Verhandlung sein dam aliges Verhalten damit, er habe ge- dacht, diese Information sei nicht wichtig, da er aus M arokko komme. Im Rahmen einer Befra- gung am 6. Oktober 2011 gab er jedoch gegenüber dem AfM an, er habe die Vorstrafen aus Angst, nicht in die Schweiz einreisen zu dürfen, nicht angegeben (vgl. Antworten zum Frageka- talog des AfM vom 26. September 2011, Antwort 4). Hie rzu muss klar gesagt werden, dass der Beschwerdeführer hätte erkennen müssen, dass auch seine V erurteilungen im Ausland für das betreffende Bewilligungsverfahren von erheblichem Interesse sein müssten. Die Tatsache, dass die hiesigen Behören unter Umständen selbst auf die Vo rstrafen aufmerksam geworden wären, ist nicht beachtlich, da das Verschweigen der wesentlich en Tatsache respektive das Erschlei- chen der Bewilligung an sich geahndet wird (vgl. Urteil des BGer vom 4. Januar 2007, 2A.585/2006 E. 2). 6.6 Es bleibt zu erwähnen, dass der Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. a AuG selbst dann vorliegen würde, wenn die in Deutschland am 6. Dezember 2006 ausgesprochene Jugendstrafe von 18 Monaten nicht nach Art. 62 lit. b AuG berücksicht igt werden könnte. Bereits die ver- schiedenen einzelnen Verurteilungen in Deutschland waren − auch wenn sie für sich alleine die Einjahresgrenze nicht erreichen − in der Lage, die Be willigungserteilung ernsthaft in Frage zu stellen (vgl. Urteil des BGer vom 20. Februar 2004, 2A.485/2003 E. 2.3). 7.1 Besteht nach dem Gesagten kein Rechtsanspruch des Besch werdeführers auf Verlän- gerung der Aufenthaltsbewilligung, so liegt die Verl ängerung oder Nichtverlängerung der Auf- enthaltsbewilligung im Ermessen der Behörde (Art. 33 Abs. 3 AuG). Dazu bedarf es eines Er- messensentscheids, welcher nach den allgemeinen Grundsätz en pflichtgemäss und unter Be- rücksichtigung der Umstände des Einzelfalls zu treffen ist (vgl. ANDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., N 8.44; BENJAMIN SCHINDLER , in: Ca- roni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., Art. 96 AuG N 7; S PESCHA , a.a.O., Art. 33 AuG N 7; AuG-Weisungen zum Ausländerbereich [AuG-Weisungen], Version 30. September 2011, Stand vom 30. September 2011, Ziffer 3.3.6). Im Rahmen ihr er Ermessensausübung haben die Be- hörden gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Inter essen und die persönlichen Verhältnis- se sowie den Grad der Integration zu berücksichtigen. Bez üglich der öffentlichen Interessen ist insbesondere auf die in Art. 3 und 4 AuG formulierten Grundsätze zu verweisen. 7.2 Gemäss § 45 Abs. 1 lit. a VPO beurteilt das Kanton sgericht Rechtsverletzungen ein- schliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens, nicht aber die Unangemessenheit eines Entscheids (vgl. Ziffer 2 hiervor) . Der Regierungsrat hat sein Ermes- sen weder unter- noch überschritten. Eine Verletzung der rechtlichen Grenzen des Ermessens liegt nicht vor und wird vom Beschwerdeführer auch zu Recht nicht geltend gemacht. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, ob die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung verhältnismässig ist. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlich en Interesse liegenden Ziels ge- eignet und notwendig sein. Ausserdem muss der angestrebt e Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, Zürich 2010, N 581 ff.). Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung sind die bekannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, be rufliche Situation, Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, persönliches Verhalten sowie Integrati onsgrad zu berücksichtigen (vgl. AuG- Weisungen, a.a.O., Ziffer 8.3). Der Regierungsrat na hm unter diesem Blickwinkel eine umfas- sende Interessenabwägung vor und entschied zu Recht, dass d ie Nichtverlängerung der Auf- enthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und die damit verbundene Wegweisung aus der Schweiz vor dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz standhalten. 8.2 Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili- chen Ziele eine geeignete Massnahme ist. Ausländer, dere n Aufenthaltszweck weggefallen ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen . Dieses fremdenpolizeiliche Ziel kann auch nicht durch eine weniger einschneidende Massnah me erreicht werden. Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qualifizieren ist, ob also der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwerdeführer auferlegt werden. Im Hinblick auf die Aufenthaltsdauer des Beschwerdefüh- rers in der Schweiz kann nur diejenige Zeit ab der Bewi lligungserteilung respektive ab Einreise vom 29. März 2008 berücksichtigt werden. Die Anwesenheitsd auer während des Asylverfah- rens im Jahre 2006 kann vorliegend aufgrund des rechtskräf tigen negativen Asylentscheids nicht als ordnungsgemäss im Sinne von Art. 63 Abs. 2 Au G angesehen und darum nicht ange- rechnet werden (vgl. BGE 137 II 10 E. 4.6). Folglich h ielt sich der Beschwerdeführer bis zur verfügten Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung am 25. Oktober 2011 in etwa drei Jahre und sieben Monate in der Schweiz auf. Zu seinen Gunsten spricht, dass er sich während dieser Zeit nichts zu Schulden hat kommen lassen. In wirtschaftlicher Hinsicht ist der Wille zur Integra- tion erkennbar, doch stellt der Beschwerdeführer keine unentbehrliche Arbeitskraft in der Schweiz dar, da er einerseits als Reinigungskraft, ander erseits als Allrounder (Office, Küche, Buffet) in einem Restaurant arbeitet. In Bezug auf di e persönliche Beziehung des Beschwerde- führers zur Schweiz ist die Beziehung zu seinem Sohn E.__ __ zu berücksichtigen. Auch wenn er zu diesem eine intakte Vater-Sohn-Beziehung pflegt, lässt dies eine Wegweisung aus der Schweiz nicht als unverhältnismässig erscheinen, zumal er d as Besuchsrecht vom Ausland her ausüben kann. Ferner fallen − im Rahmen der Verhältn ismässigkeitsprüfung − die in Deutsch- land ausgesprochene längerfristige Freiheitsstrafe und das Verschweigen wesentlicher Tatsa- chen gegenüber den hiesigen Behörden zu Ungunsten des B eschwerdeführers aus. Hinsicht- lich der Zumutbarkeit einer Heimkehr nach Marokko bring t der Beschwerdeführer keine schlüs- sigen Argumente vor, welche gegen eine solche sprechen w ürden. Dahingehend vermag auch der Hinweis seines Rechtsvertreters, Marokko sei dem Beschwe rdeführer fremd geworden, nicht zu überzeugen, da wenig substantiiert. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3 Nach dem Gesagten erscheinen die Nichtverlängerung d er Aufenthaltsbewilligung so- wie die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz als verhältnismässig. Gewichtige private Interessen, welche den genannten ausländerrechtlichen Massnahmen entgegen stehen, sind vorliegend nicht ersichtlich. Insgesamt überwiegt demnach das öffentliche Interesse an der Gleichbehandlung der Ausländerinnen und Ausländer im Rahmen des AuG sowie an der Durchsetzung der Rechtsordnung das private Interesse des Be schwerdeführers an einem wei- teren Verbleib in der Schweiz. 9. Als Nächstes ist zu prüfen, ob allenfalls ein Härtefall nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG vor- liegt. Für die Auslegung dieser Bestimmung kann auf die bisherige Härtefallpraxis im Rahmen von Art. 13 lit. f der Verordnung über die Begrenzun g der Zahl der Ausländer (aBVO) vom 6. Oktober 1986 abgestellt werden. Für di e Anwendung der Härtefallregelung ist erforderlich, dass sich die betreffende ausländische Person in einer persönlichen Notlage befin- det. Das bedeutet, dass ihre Lebens- und Daseinsbeding ungen gemessen am durchschnittli- chen Schicksal von ausländischen Personen in gesteigertem Masse in Frage gestellt sein müs- sen, bzw. die Verweigerung von der Ausnahme der zahlenmä ssigen Begrenzung für die betrof- fene Person schwere Nachteile zur Folge hätte (vgl. BGE 119 Ib 42 ff. E. 4, 123 II 126 ff. E. 2 und 3, 128 II 202 ff. E. 2). Bei der Beurteilung de s Härtefalles sind alle Gesichtspunkte und Be- sonderheiten des Einzelfalles einzubeziehen (BGE 124 II 112 E. 2, mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang sind die in Art. 31 VZAE betreffend schwer wiegender persönlicher Härtefälle aufgezählten Kriterien zu berücksichtigen: die Integrati on, die Respektierung der Rechtsord- nung, die Familienverhältnisse – insbesondere der Zeitp unkt der Einschulung und die Dauer des Schulbesuchs der Kinder –, die finanziellen Verhält nisse sowie der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung, die Dauer d er Anwesenheit in der Schweiz, der Gesundheitszustand sowie die Möglichkeiten für eine Wiede reingliederung im Herkunftsstaat. Vorliegend sind – entsprechend den vorherigen Ausführ ungen zur Verhältnismässigkeit – keine Gründe ersichtlich, die für die Annahme eines Härtefalls sprechen würden. 10. Zusammenfassend steht gestützt auf die Erwägungen fes t, dass die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu Recht erfolgt ist. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. 11. Im Folgenden ist noch über die Kosten zu entscheiden . 11.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kanto nsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel und in angemessenem Ausmass ganz oder teilweise der unterliegenden Partei auferlegt. Da vorliegend der Beschwerdeführer unterlegen ist, gehe n die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1'800.-- zu seinen Lasten. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Kosten jedoch zu Lasten der Gerichtskasse. 11.2 Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist ändung wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'028.50 (18 Stunden [Volontär] à Fr. 120.-Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht -, 1.25 Stunden [Anwalt] à Fr. 180.--, inkl. Auslagen sowie 8% MWSt) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz spätestens 30 Tage nach schrift- licher Eröffnung des begründeten Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Ver- fahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'028.50 (inkl. Auslagen sowie 8.0% MWSt) aus der G erichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 4. Februar 2013 beim Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhoben.