Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 25. September 2020 (735 20 136 / 231) ____________________________________________________________________ Berufliche Vorsorge Die geltend gemachten Beitrags- und Zinsforderungen bestehen zu Recht; Die Vorausset- zungen für die Aufhebung des Rechtsvorschlags und die Erteilung der Rechtsöffnung sind erfüllt. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber in Katja Wagner Parteien Stiftung A.____ , vertreten durch Thomas Käslin , Advokat , Lei- menstrasse 4, 4051 Basel gegen B.____ GmbH , Beklagte Betreff Forderung A. Mit Anschlussvereinbarung vom 22. April/12. Juni 2018 schloss sich die B.____ GmbH rückwirkend per 1. Januar 2018 zur Durchführung der ber uflichen Vorsorge der Stiftung A.____ an. Mit Schreiben vom 14. Juni 2018 stellte die A.____ der B.____ GmbH die offenen Prämien- forderungen (Beitragsabrechnung 2018) sowie die Vorsorgeausweise zu. Nachdem ausschliess- lich die Risikoprämien und die Verwaltungskosten begliche n worden waren, mahnte die A.____ die B.____ GmbH mit Schreiben vom 6. November 2018, 6. Februar und 6. März 2019 unter Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kündigungsandrohung für die ausstehenden Sparprämien zuzüglich Mahngebühren. Auf Kündi- gung der A.____ hin wurde das Anschlussverhältnis schliesslich per 31. März 2019 aufgehoben. In der Folge belief sich der Prämienausstand in der definitiven Prämienrechnung vom 6. Mai 2019 für die Jahre 2018 und 2019 auf einen Betrag von insgesamt Fr. 9'339.80. Nachdem die B.____ GmbH die ausstehenden Beträge nach erfolgloser Mahnun g weiterhin nicht beglichen hatte, stellte das Betreibungsamt Basel-Landschaft auf Begehren der A.____ den Zahlungsbefehl in der Betreibung Nr. XXXXXXXX über einen Betrag von 9'659. 80 zuzüglich Zins zu 6% seit 31. Mai 2019 aus. Gegen diesen Zahlungsbefehl erhob d ie B.____ GmbH am 30. September 2019 Rechtsvorschlag. Mit Schreiben vom 28. Oktober 2019 teilte die A.____ der B.____ GmbH mit, dass eine bereits am 7. Juni 2018 geleistete Akonto zahlung für die erste Prämienrechnung in der Höhe von Fr. 5'348.50 auf einem falschen Konto verbucht worden sei. Durch die korrekte Verbuchung habe sich der Ausstand reduziert. Falls die R estzahlung nicht bis Ende November 2019 beglichen werde, werde sie die Betreibung fortsetzen. B. Mit Eingabe vom 25. März 2020 reichte die A.____, vertreten durch Thomas Käslin, Ad- vokat, beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge- richt), Klage gegen die B.____ GmbH ein. Darin beantragte sie, die Beklagte sei zur Zahlung von Fr. 4'311.30 nebst Zins zu 6% seit 1. Juni 2019 sowie von Fr. 1'250.-- nebst Zins zu 6% seit Klageeinreichung sowie Betreibungskosten von Fr. 123.70 zu verurteilen. Im Weiteren sei in der Höhe des Betrags von Fr. 4'311.30 nebst Zins zu 6% seit 1. Juni 2019 in der Betreibung Nr. XXXXXXXX des Betreibungsamts Basel-Landschaft der Rechtsvorschlag zu beseitigen; unter o/e-Kostenfolge. C. Die Beklagte reichte innert der eingeräumten Frist keine Klagantwort ein. Mit Schreiben vom 28. Mai 2020 setzte ihr das Kantonsgericht deshalb ei ne unerstreckbare Nachfrist bis zum 29. Juni 2020 zur Einreichung der Klagantwort an und wies darauf hin, dass gestützt auf die vorhandenen Unterlagen entschieden werde, falls innert dieser Nachfrist keine Eingabe erfolge. Nachdem die Beklagte auch innerhalb dieser Nachfrist kein e Klagantwort eingereicht hatte, wurde die Angelegenheit mit prozessleitender Verfügung vom 17. Juli 2020 dem Gericht zur Be- urteilung überwiesen. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vom 25. Juni 1982 bezeichne t jeder Kanton ein Gericht, das als letzte kantonale Instanz über die Streitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten entscheidet. Zu diesen Streitigkeiten gehören insbesondere auch die Beitragsstreitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen und Arbeitgebern aus Anschlussverträ- gen. Gerichtsstand ist in diesen Fällen der schweizerische Sitz oder Wohnsitz der beklagten Par- tei (Art. 73 Abs. 3 BVG). Im Kanton Basel-Landschaft liegt die sachliche Zuständigkeit zur Beur- teilung dieser Streitigkeiten gemäss § 54 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verfassungs- und Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beim Kantonsgericht. Da die Be- klagte ihren Geschäftssitz in X.____ hat, ist das Kantonsgericht sachlich und örtlich zur Beurtei- lung der Klage vom 25. März 2020 zuständig. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsid ierende Person der Abteilung Sozi- alversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Der Streitwert beläuft sich vo rliegend auf insgesamt Fr. 5'685.-- (Fr. 4'311.-- + Fr. 1'250.-- + Fr. 123.30) und liegt damit unter der erwähnten Grenze von Fr. 20'000.-- , weshalb die Angelegenheit in die Kompetenz der pr äsidierenden Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht fällt. 2.1 Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG stellt das Gericht in Str eitigkeiten wie der vorliegenden den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Es gilt somit der Unte rsuchungsgrundsatz (BGE 115 V 113 E. 3d/bb; Schweizerische Zeitschrift für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge [SZS] 2001 S. 561 E. 1a/aa), der besagt, dass das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a; SZS 2001 S. 561 E. 1a/aa). Der Untersuchungsgrundsatz wird allerdings beschränkt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a; SZS 2001 S. 562 E. 1a/bb). Zu diesen gehört im Klageverfahren über B eiträge der beruflichen Vorsorge die Sub- stanziierungspflicht, welche beinhaltet, dass die wesentlichen Tatsachenbehauptungen und -be- streitungen in den Rechtsschriften enthalten sein müssen. Dementsprechend ist es einerseits Sache der klagenden Vorsorgeeinrichtung, die Beitragsforderung soweit zu substanziieren, dass sie überprüft werden kann; andererseits obliegt es dem beklagten Arbeitgeber, substanziiert dar- zulegen, weshalb und gegebenenfalls in welchen Punkten die eingeklagte Beitragsforderung un- begründet bzw. unzutreffend ist. Soweit die eingeklagte Forderung hinreichend substanziiert ist, bleiben unsubstanziierte Bestreitungen unberücksichtigt ; demgegenüber darf das Gericht eine Klage, soweit sie nicht hinreichend substanziiert und nachvollziehbar ist, trotz ungenügend sub- stanziierter oder gänzlich fehlender Bestreitung nicht gutheissen (Urteil des damaligen Eidgenös- sischen Versicherungsgerichts [EVG]; heute: Bundesgericht, so zialrechtliche Abteilungen vom 28. Juni 2002, B 37/01, E. 1a/bb; SZS 2001 S. 562 E. 1a/bb). 2.2 Ferner gilt das Prinzip der Rechtsanwendung von Amte s wegen, wonach das Gericht verpflichtet ist, auf den festgestellten Sachverhalt jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als den zutreffenden ansieht, und ihm auch die Auslegung zu gebe n, von der es überzeugt ist (BGE 110 V 52 E. 4a; SZS 2001 S. 562 E. 1b). 3.1 Gemäss Art. 11 Abs. 1 BVG muss die Arbeitgeberin, d ie obligatorisch zu versichernde Arbeitnehmer im Sinne von Art. 2 BVG beschäftigt, ein e in das Register für die berufliche Vor- sorge eingetragene Vorsorgeeinrichtung errichten oder si ch einer solchen anschliessen. Vorlie- gend ist aktenkundig und unbestritten, dass sich die Beklag te mit Vertrag vom 22. Ap- ril/12. Juni 2018 der Klägerin angeschlossen hat. Nach Art. 66 Abs. 2 BVG schuldet die Arbeit- geberin der Vorsorgeeinrichtung die gesamten Beiträge. Sie zieht den in den reglementarischen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bestimmungen der Vorsorgeeinrichtung festgelegten Beitragsanteil des Arbeitnehmers vom Lohn ab (Art. 66 Abs. 3 BVG). 3.2 Den von der Klägerin ins Recht gelegten Unterlagen kann Folgendes entnommen wer- den: Nachdem eine Reaktion der Beklagten auf die am 14. Juni 2018 zugestellte Beitragsabrech- nung ausgeblieben war, versandte die Klägerin für die per 30. September 2018 fällig gewordenen Risikoprämien (Fr. 2'300.--) und die Verwaltungskosten (Fr. 552.--) am 6. November 2018 ein Erinnerungsschreiben, wobei zugleich auch die reglementarisch festgelegte Mahngebühr von Fr. 20.-- belastet wurde (vgl. Ziff. 2.3 des durch den Stiftungsrat am 5. Juli 2018 erlassenen Kosten- reglements, Klagebeilage 6). Diese Forderung samt Ma hngebühr wurde durch die Beklagte am 5. Dezember 2018 beglichen (vgl. Kontoauszug vom 9. Januar 2020, Klagebeilage 8). Die noch offene Sparprämie in der Höhe von Fr. 6'365.25 forde rte die Klägerin mit einem ersten Erinne- rungsschreiben vom 6. Februar 2019 zuzüglich einer Mahn gebühr von Fr. 20.-- sowie einem zweiten Erinnerungsschreiben vom 6. März 2019 zuzüglich einer Mahngebühr von Fr. 50.-- ein. Nachdem die Beklagte ihren reglementarischen Pflichten auch in der Folge nicht nachgekommen und auch keine Lohndeklaration für das Jahr 2019 erfo lgt war, wurde eine Einschätzung der Lohnsummen basierend auf den vorjährlichen Angaben im Umfang von je Fr. 120‘000.-- vorge- nommen und gestützt darauf am 7. März 2019 eine Beitragsabrechnung für das Jahr 2019 in der Höhe von insgesamt Fr. 9'295.15 an die Beklagte versandt (vgl. Klagebeilage 13). Für die in der Folge veranlasste Vertragsauflösung per 31. März 2019 wurde ebenfalls in Übereinstimmung mit dem Kostenreglement eine Verwaltungsgebühr von Fr. 300.-- veranschlagt (vgl. Ziff. 2.3 Kosten- reglement). Gleichzeitig wurde der Anteil für die a usstehenden Prämien ab April 2019 gutge- schrieben. In der Folge belief sich der Prämienausstand zuzüglich der aufgelaufenen Sollzinsen von 6% in der Schlussrechnung für die Jahre 2018 und 20 19 auf einen Betrag von Fr. 9'339.80 (vgl. Klagebeilage 15) bzw. nach erneuter erfolgloser Mahnung zuzüglich einer Mahngebühr von Fr. 20.-- sowie den Verwaltungskosten für die eingeleitete Betreibung in der Höhe von Fr. 300.-- am 29. Juli 2019 auf insgesamt Fr. 9'659.80. 3.3 Gestützt auf die vorstehend erwähnten Unterlagen b eläuft sich die Kapitalforderung ge- mäss detailliertem Kontoauszug vom 9. Januar 2020 aufgr und der ausstehenden Beiträge (Fr. 6’365.25 für das Jahr 2018 und Fr. 2'323.80 für das Jahr 2019) inkl. Sollzinsen von 6%, abzüglich der auf ein falsches Konto geleisteten Akontozahlung in der Höhe von Fr. 5'348.50, auf insgesamt Fr. 3'621.30. Zuzüglich Mahn- und Betreibungsspesen im Umfang von insgesamt Fr. 690.-- (Mahnspesen vom 6. Februar zu Fr. 20.--, vom 6. März zu F r. 50.-- sowie vom 17. Juni 2019 zu Fr. 20.-- und Verwaltungskosten für die Vertragsauflös ung und das Betreibungsbegehren zu je Fr. 300.--) resultiert ein geschuldeter Gesamtausstand der Beklagten gegenüber der Klägerin von insgesamt Fr. 4’311.30, was der im Klagebegehren geltend gemachten Forderung entspricht. 3.4 Wie detailliert die klägerische Forderung zu bele gen ist, hängt wesentlich davon ab, ob und inwieweit diese seitens des Beklagten substantiiert bestritten wird (Urteil des EVG vom 20. August 2002, H 295/01, E. 4.3). Mit den zitierten Unterlagen, namentlich dem Kontoauszug vom 9. Januar 2020, hat die Klägerin ihre Forderung hinreichend substanziiert und schlüssig be- legt. Die Beklagte hat die klägerische Forderung hingegen weder in ihrem Bestand noch in ihrer Höhe bestritten. Vielmehr hat sie die ihr angesetzte Nachfrist zur Einreichung der Klageantwort Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht unbenutzt verstreichen lassen. Ebenso wenig hat sie sich vo rprozessual zu den der Forderung der Klägerin zugrunde gelegten Prämienabrechnungen geäussert. Einzig im Rahmen des einge- leiteten Betreibungsverfahrens hat die Beklagte durch ihren Rechtsvorschlag vom 30. September 2019 den Forderungsbestand zumindest implizit bestritten. Die Erklärung des Rechtsvorschlags erfolgte jedoch ohne jegliche Begründung. Auch im vorl iegenden Verfahren hat sie zu den Vor- bringen der Klägerin in keiner Art und Weise Stellu ng bezogen. Der hiervor zitierten Rechtspre- chung zufolge wäre es jedoch an ihr gelegen, jene Tatsachen darzulegen, welche die eingeklagte Gesamtforderung allenfalls als unbegründet erscheinen lassen könnten. Es ist dem Gericht des- halb letztlich auch unbekannt, aus welchen Gründen di e Beklagte ihrer reglementarischen Bei- tragspflicht nicht nachgekommen ist. Aus den Akten erge ben sich jedenfalls keinerlei Hinweise auf rechtliche Gründe, welche der Durchsetzung der von der Klägerin in Rechnung gestellten Gesamtforderung im oben erwähnten Umfang entgegensteh en würden. Mangels anderweitiger Vorbringen sowie aufgrund der Tatsache, dass die Klägerin die Forderung mit den eingereichten Unterlagen rechtsgenügend dargelegt hat, ist die Beklagte demnach zu verpflichten, der Klägerin die geltend gemachten Beiträge sowie Mahngebühren un d Verwaltungskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 4'311.30 zu bezahlen. Dies gilt umso mehr, als Ziff. 2.3 lit. k der vom Stiftungsrat der Klägerin am 5. Juli 2018 erlassenen und Bestandt eil des Anschlussvertrags bildenden Ge- schäftsbedingungen festhält, dass der Saldo des auf Ende eines Kalenderjahres erstellten Kon- toauszugs als anerkannt gilt, sofern der Arbeitgeber nicht innert vier Wochen nach Erhalt dessel- ben schriftlich Widerspruch erhebt. Die in der geltend gemachten Forderung enthaltenen Verwal- tungskosten (Mahngebühren sowie die Gebühren für das Betreibungsbegehren und die Vertrags- auflösung) stützen sich auf Ziff. 2.3 des Kostenreglements, welches ebenfalls integrierenden Be- standteil des Anschlussvertrags vom 22. April/12. Juni 20 18 bildet. Mit der Unterzeichnung des besagten Vertrags hat die Beklagte auch die darin aufgeführten kostenpflichtigen Aufwendungen anerkannt. Nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichts können einer Vorsorgeeinrichtung bei Beitragsstreitigkeiten pauschalisierte Mahn- und Inkassosp esen zugesprochen werden, sofern es sich im Einzelfall um einen angemessenen, nicht offensichtlich übermässigen Betrag handelt. Dabei sind vor allem die Höhe der Gesamtforderung und der Aufwand der Gläubigerin zu berück- sichtigen. Bei den vorstehenden Gebühren, welche von der Beklagten weder in ihrem Bestand noch in ihrer Höhe bestritten werden, kann indessen nicht von übermässig hohen Inkassospesen gesprochen werden (vgl. statt vieler Urteil des Kantonsgerichts vom 22. Dezember 2010, 735 10 226 / 294, E. 3.4 mit Hinweisen). 3.5 Gleichermassen verhält es sich für die über die vorstehe nd dargelegten Ausstände hin- aus mit der vorliegenden Klage zusätzlich geltend gemach ten Verwaltungskosten in der Höhe von Fr. 1'250.-- für das Inkassoverfahren (Rechtsöffnung inklusive materielle Klagebegehren), zumal dieser Betrag ebenfalls in Ziff. 2.3 des Kostenre glements eine genügende Stütze findet. Nachdem die Klägerin vorliegend sowohl die Rechtsöffnung als auch die richterliche Beurteilung der Klagforderung verlangt (vgl. E. 5 hiernach), kann dem Klagebegehren deshalb auch in diesem Punkt entsprochen werden. 4.1 Die Klägerin beantragt im Weiteren die Verzinsung der geltend gemachten Ausstände im Umfang von Fr. 4'311.30 mit 6% seit dem 1. Juni 20 19 und in der Höhe von Fr. 1'250.-- mit 6% seit Klageinreichung. Art. 66 Abs. 2 Satz 2 BVG e rmächtigt die Vorsorgeeinrichtungen für Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht rechtzeitig bezahlte Beiträge, Verzugszinsen zu ve rlangen. Darüber hinaus kann sich die Klägerin insbesondere auf Ziff. 2.3 lit. f der Geschäf tsbedingungen stützen, wonach auf Aus- stände (Prämien, Verwaltungskosten usw.), unabhängig vom Zeitpunkt der Rechnungsstellung und ohne Mahnung, ab dem Fälligkeitsdatum ein Verzugszins von 6% geschuldet ist. Somit kön- nen Zinsen im Umfang von 6% auch auf erhobene Verwaltungskosten und bereits belastete Soll- zinsen erhoben werden. 4.2 Zu prüfen bleibt, ab wann die Verzugszinsen auf de n geltend gemachten Beträgen von Fr. 4'311.30 bzw. Fr. 1'250.-- geschuldet sind. Der Schuldner einer fälligen Verbindlichkeit gerät grundsätzlich durch Mahnung in Verzug (vgl. Art. 102 des S chweizerischen Obligationenrechts [OR] vom 30. März 1911). Im Bereich der beruflichen Vorsorge richtet sich die Fälligkeit der Bei- tragsforderungen jedoch meist nach Reglement oder ei ner separaten Vereinbarung. Vorliegend ergibt sich aus Ziff. 2.3 lit. b der Geschäftsbedingungen der Klägerin, dass die Beiträge für die Risikoprämien sowie die Verwaltungskosten innert 30 Tag en nach Mutationsdatum, jene der Sparprämien jährlich erst am 31. Dezember des jeweiligen Jahres fällig werden. In Übereinstim- mung mit dieser Bestimmung wurde ab dem Zeitpunkt der Fälligkeit ein Sollzins auf die ausste- henden Forderungen berücksichtigt (vgl. Kontoauszug vom 9. Januar 2020). Nach Ziff. 2.3 lit. h der Geschäftsbedingungen wird ein am Ende des Kalenderjahres zugunsten der Stiftung beste- hender Saldo inklusive allfälliger aufgelaufener Zinsb elastungen als Kapitalforderung auf das nächste Kalenderjahr vorgetragen. Die Stiftung erstellt auf Ende jedes Quartals einen Kontoaus- zug des Beitragskontos und stellt dem Arbeitgeber den fälligen Saldo zugunsten der Stiftung in Rechnung (vgl. Ziff. 2.3 lit. i). Mit Schlussrechnung vom 6. Mai 2019 hat die Klägerin der Beklag- ten einen ausstehenden Saldo in der Höhe von Fr. 9'339.80 in Rechnung gestellt und sie gleich- zeitig aufgefordert, den entsprechenden Ausstand bis zum 31. Mai 2019 zu begleichen. Die auf den Ausstand (abzüglich der geleisteten Akontozahlung von Fr. 5'348.50) geltend gemachte Zins- pflicht ab 1. Juni 2019 ist in Berücksichtigung der Geschäftsbedingungen in grundsätzlicher Hin- sicht nicht zu beanstanden. Indessen gilt es zu berücksichtigen, dass die am 17. Juni 2019 ver- anschlagte Mahngebühr von Fr. 20.-- wie auch die Verwaltungsgebühr von Fr. 300.-- für die am 29. Juli 2019 eingeleitete Betreibung noch nicht Ge genstand dieser Schlussrechnung bildeten. Für diesen Betrag ergibt sich folglich eine Zinspflicht ab dem 29. Juli 2019. Nicht zu beanstanden ist die ab Klageinreichung geltend gemachte Zinspflicht für die Verwaltungskosten im Umfang von Fr. 1'250.--. 5. Aus dem vorstehend Dargelegten resultiert, dass die B eklagte der Klägerin die ausste- hende Beitrags- und Verwaltungskostenforderung in der Höhe von Fr. 4'311.30 nebst Zins zu 6% auf den Betrag von Fr. 3'991.30 seit 1. Juni 2019 sowie auf den Betrag von Fr. 320.-- seit 29. Juli 2019 und den Betrag von 1'250.-- nebst Zins zu 6% seit Klageeinreichung zu bezahlen hat. 6.1 Schliesslich stellt die Klägerin den Antrag, es sei der von der Beklagten in der Betreibung Nr. XXXXXXXX des Betreibungsamtes Basel-Landschaft am 3 0. September 2019 erhobene Rechtsvorschlag im Umfang von Fr. 4‘311.30 zuzüglich Zins zu 6% seit 1. Juni 2019 zu beseitigen und die Rechtsöffnung zu gewähren. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist es zulässig , dass die nach Art. 79 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) vom 11. April 1889 angerufenen Behörden zugleich mit dem Sachentscheid die Rechtsöffnun g erteilen (BGE 119 V 329 E. 2b, 107 III 65). Dies gilt im Rahmen von Beitragsstreitigkeiten insbesondere auch für die sozialversi- cherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts. Das Dispo sitiv des Urteils hat jedoch genau auf die hängige Betreibung Bezug zu nehmen und den Rechtsvorschlag ausdrücklich als aufge- hoben zu erklären, sei es vollumfänglich oder in einer bestimmten Höhe (BGE 134 III 115 E. 3.2, BGE 119 V 329 E. 2b, BGE 107 III 65; DOMINIK VOCK /M ARTINA AEPLI -WIRZ , in : Kren Kostkiewicz Jolanta / Vock Dominik [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Kon- kurs [SchKG], 4. Aufl., Zürich 2017, N 7 zu Art. 79 SchKG). 6.3 Wie aus den vorstehenden Erwägungen erhellt, besteh en die geltend gemachten Bei- trags- und Zinsforderungen zu Recht, weshalb die Vor aussetzungen für die Aufhebung des Rechtsvorschlags und die Erteilung der Rechtsöffnung erfü llt sind. Demnach ist der Rechtsvor- schlag der Beklagten vom 30. September 2019 in der Betr eibung Nr. XXXXXXXX des Betrei- bungsamtes Basel-Landschaft für die geltend gemachte Fo rderung von Fr. 4‘311.30 nebst Zins zu 6% auf Fr. 3'991.30 seit 1. Juni 2019 sowie auf Fr. 320.-- seit 29. Juli 2019 zu beseitigen und der Klägerin in diesem Umfang die definitive Rechtsöffnung zu erteilen. 6.4 Was die Betreibungskosten betrifft, so bilden diese selber nicht Gegenstand des Rechts- öffnungsentscheides. Der Rechtsöffnungsrichter verfügt j edoch im Urteilsdispositiv über deren Zusprechung (ANDRÉ PANCHAUD /M ARCEL CAPREZ , Die Rechtsöffnung, Zürich 1980, § 164). Ge- mäss Art. 68 SchKG hat grundsätzlich der Schuldner die Be treibungskosten zu tragen. Dazu gehören in jedem Falle die Kosten für den Zahlungsbefehl (Urteil des EVG vom 2. Februar 2006, K 112/05, E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Vorliegend sind der Klägerin durch die Ausstellung des Zahlungsbefehls Nr. XXXXXXXX Betreibungskosten in der Höhe von Fr. 73.30 sowie Inkassoge- bühren von Fr. 50.-- angefallen. Die Beklagte ist demz ufolge zu verpflichten, der Klägerin die Kosten des Zahlungsbefehls in der Höhe von Fr. 73.30 sowie die Inkassogebühren von Fr. 50.-- zu bezahlen. 7.1 Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG ist das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in der Regel kostenlos. Im Gegensatz zu der in den üb rigen bundesrechtlichen Sozialversiche- rungszweigen anwendbaren Bestimmung von Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allge- meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktob er 2000 fehlt in Art. 73 Abs. 2 BVG ein ausdrücklicher Hinweis, wonach den Parteien im kantonalen Verfahren im Falle mutwil- ligen oder leichtsinnigen Prozessverhaltens eine Spruchgebühr und Verfahrenskosten auferlegt werden können. Das damalige EVG hat jedoch erkannt, d ass es sich bei der Möglichkeit zur Kostenauflage im Verfahren vor dem kantonalen Versicher ungsgericht wegen mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung um einen allgemeinen prozessualen Grundsatz des Bundessozial- versicherungsrechts handelt, der auch im Rahmen von Art. 7 3 Abs. 2 BVG zur Anwendung ge- langt (BGE 118 V 316 und seitherige ständige Rechtspr echung [vgl. BGE 126 V 149 E. 4a, 124 V 287 E. 3a]). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann l eichtsinnige oder mutwillige Pro- zessführung vorliegen, wenn die Partei ihre Stellungna hme auf einen Sachverhalt abstützt, von dem sie weiss oder bei der ihr zumutbaren Sorgfalt hätt e wissen müssen, dass er unrichtig ist. Mutwillige Prozessführung kann aber unter anderem auch darin begründet liegen, dass eine Par- tei eine ihr in dieser Eigenschaft obliegende Mitwirku ngs- oder Unterlassungspflicht verletzt (BGE 124 V 287 E. 3b, 122 V 335). 7.3 Vorliegend hat sich die Beklagte darauf beschränkt, gegen den Zahlungsbefehl der Klä- gerin ohne Angabe von Gründen Rechtsvorschlag zu erheben. In der Folge hat sie trotz zweima- liger Aufforderung durch das Kantonsgericht innert de r ihr eingeräumten Fristen keine Stellung- nahme zu den Vorbringen in der Klageschrift eingereicht. Das Verhalten der Beklagten legt des- halb den Schluss nahe, dass diese lediglich darauf abgezi elt hat, ihre Zahlungspflicht möglichst lange hinauszuschieben. Dies wurde ihr insofern erleichtert, als die Klägerin Beitragsstreitigkeiten nicht verfügungsweise regeln darf, sondern für die Durchsetzung ihrer Forderung den in der Re- gel mit einer längeren Verfahrensdauer verknüpften Kla geweg nach Art. 73 BVG beschreiten muss. Das Verhalten der Beklagten muss deshalb als mutwillig bezeichnet werden. Aus diesem Grund rechtfertigt es sich, ihr vorliegend Verfahrenskosten aufzuerlegen. Gemäss § 19 lit. b der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT) vom 15. November 2010 kann bei leichtsin- niger oder mutwilliger Prozessführung eine Gebühr von Fr. 100.-- bis Fr. 3'000.-- erhoben wer- den. Praxisgemäss wird die Gebühr in Fällen wie dem vorliegenden auf Fr. 400.-- festgesetzt. Die Beklagte wird deshalb verpflichtet, die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- zu tragen. 7.4 Die Bejahung einer mutwilligen oder leichtsinnige n Prozessführung begründet die Pflicht, die obsiegende Vorsorgeeinrichtung, soweit anwa ltlich vertreten, zu entschädigen (vgl. BGE 128 V 323). Das prozessuale Verhalten der Beklagten ist auch in dieser Hinsicht nicht für sich allein, sondern in Verbindung mit ihrem vorprozessua len Verhalten zu würdigen. Es kann diesbezüglich auf das soeben Gesagte verwiesen werden, wonach die Beklagte offensichtlich einzig darauf abzielte, ihre Zahlungspflicht hinauszuschie ben (vgl. BGE 124 V 288 E. 4b). Der obsiegenden Klägerin ist für ihre Rechtsvertretung desh alb eine Parteientschädigung zulasten der Beklagten zuzusprechen. Der eingereichten Honorarn ote vom 28. Juli 2020 zufolge ist der ausgewiesene Aufwand von insgesamt 4 Stunden und 45 Minuten als angemessen zu bezeich- nen. Hinsichtlich der in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 588.30 gilt es indessen zu beachten, dass der Auslagenersatz f ür Doppel der Rechtsschriften, Eingaben und Korrespon- denzen, für Abschriften, Fotokopien und mehrfache Ausfertigungen gemäss § 15 Abs. 1 der Ta- rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 lediglich Fr. 1.50 pro Seite beträgt, weshalb die Auslagenentschädigung entsprechend zu kürzen ist. Die Beklagte hat der Klägerin somit eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘759.10 (4,75 Stunden à Fr. 250.- - zuzüglich Auslagen von Fr. 445.80 sowie 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und di e Beklagte verurteilt, der Klägerin den Betrag von Fr. 4'311.30 nebst Zins zu 6% auf den Betrag von Fr. 3'991.30 seit 1. Juni 2019 und auf den Betrag von Fr. 320.-- seit 29. Juli 2019 sowie den Betrag von Fr. 1'250.-- nebst Zins zu 6% seit Klageinreichung zu bezahlen. 2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. XXXXXXXX des Betreibungs- amtes Basel-Landschaft vom 30. September 2019 wird im Umfang von Fr. 4'311.30 nebst Zins zu 6% seit 1. Juni 2019 auf de n Betrag von Fr. 3'991.30 sowie nebst Zins zu 6% auf den Betrag vo n Fr. 320.-- seit 29. Juli 2019 aufgehoben und in diesem Umfang definitive Rechtsöffnung erteilt. 3. Die Beklagte hat der Klägerin die Kosten des Zahl ungsbefehls Nr. XXXXXXXX des Betreibungsamtes Basel-Landschaft in d er Höhe von Fr. 123.70 zu bezahlen. 4. Der Beklagten werden Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- auf- erlegt. 5. Die Beklagte hat der Klägerin eine Parteientschädi gung in der Höhe von Fr. 1'759.10 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.