<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00302</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107081&amp;W10_KEY=13013573&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00302</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.02.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Waldfeststellung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Keine Neubeurteilung einer Waldfeststellungsverfügung, weil das spätere Inkrafttreten des Bundesgesetzes über den Wald sowie der eidgenössischen und kantonalen Ausführungsbestimmungen keine hierzu erforderliche Änderung der massgeblichen Rechtslage darstellt. Anspruch auf Behandlung eines Begehrens um Anpassung einer Dauerverfügung bei massgeblicher Änderung des materiell anwendbaren Rechts (E. 2). Übersicht über die Rechtsentwicklung seit 1992 (E. 3a). Trotz Änderungen bei den quantitativen Waldkriterien ist die massgebliche Rechtslage hier die gleiche geblieben, weil die qualitativen Waldkriterien sowie das Verhältnis zwischen qualitativen und quantitativen Kriterien unverändert geblieben sind (E. 3c-e). Die Bedeutung der quantitativen Waldkriterien nach kantonalem Recht bleibt offen (E. 3e). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANPASSUNG">ANPASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DAUERVERFÃGUNG">DAUERVERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: FORSTRECHT">FORSTRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEUBEURTEILUNG">NEUBEURTEILUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WALD">WALD</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WALDBEGRIFF">WALDBEGRIFF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WALDFESTSTELLUNG">WALDFESTSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WALDKRITERIEN">WALDKRITERIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 2 lit. I WaG</span><br/><span class="gerade">Art. 2 lit. IV WaG</span><br/><span class="ungerade">§ 2 WaldG</span><br/><span class="gerade">Art. 1 WaV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 9 S. 52</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A. A, B und C, welche die einfache Gesellschaft Q bilden, sind EigentÃ¼mer des GrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 01 in der Gemeinde X. Auf diesem GrundstÃ¼ck sowie den angrenzen­den Parzellen Kat.-Nrn. 02 und 03 besteht eine Bestockung, die mit VerfÃ¼gung der Volks­wirtschaftsdirektion vom 20. Fe­bruar 1989 als Wald bezeichnet wurde, was das Bundesgericht letzt­instanzlich mit Entscheid vom 19. August 1992 fÃ¼r eine WaldflÃ¤che von 508 m<sup>2</sup> bestÃ¤tigte (auszugsweise verÃ¶ffentlicht in BGE 118 Ib 433). Nachdem das Bundesge­setz vom 4. Oktober 1991 Ã¼ber den Wald (WaG) und die Verordnung vom 30. Novem­ber 1992 Ã¼ber den Wald (WaV) in Kraft getreten waren und die Volkswirtschaftsdirektion die Richtlinien fÃ¼r die Waldfeststellung geÃ¤ndert hatte, verlangten A, B und C eine Neubeurteilung. Am 15. Oktober 1993 verfÃ¼gte die Volks­­wirtschaftsdirektion, bei der fraglichen Bestockung handle es sich um Nichtwald, was der von zwei Nachbarn mit Rekurs angerufene Regierungsrat am 14. Dezember 1994 bestÃ¤tigte. Mit Urteil vom 12. April 1996 hiess das Bundesgericht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der beiden Nachbarn gut und wies das Gesuch von A, B und C um Neubeurteilung ab. Mit VerfÃ¼gung vom 21. November 1996 grenzte die vom Regierungsrat hierzu ermÃ¤chtigte Volkswirtschaftsdirektion auf den Parzellen Kat.-Nrn. 01, 02 und 03 Wald und Bauzone ab; diese VerfÃ¼gung ist in Rechtskraft erwachsen. Am 1. April 1999 trat das Kantonale Wald­gesetz vom 7. Juni 1998 (KWaG) in Kraft.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. Mit Eingabe vom 13. Dezember 2001 ersuchten A, B und C wiederum um Neubeurteilung der Waldfeststellung auf den GrundstÃ¼cken Kat.‑Nrn. 01, 02 und 03 und um die Feststellung, dass es sich bei der fraglichen Besto­ckung nicht um Wald handle. Das Amt fÃ¼r Landschaft und Natur trat mit VerfÃ¼gung vom 21. Februar 2002 auf das Gesuch nicht ein, was es im Wesentlichen damit begrÃ¼ndete, dass sich die materielle Rechtslage nicht massgeblich geÃ¤ndert habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 25. MÃ¤rz 2002 erhoben A, B und C hiergegen Rekurs an die Volkswirtschafts­direktion. Die HauptantrÃ¤ge lauteten, es sei auf das Gesuch um Neubeurteilung der Waldfeststellung einzutreten und es sei festzustellen, dass es sich bei der streitigen Besto­ckung nicht um Wald handle. Mit VerfÃ¼gung vom 30. Juli 2002 wies die Volkswirtschaftsdirektion den Rekurs ab. Die BegrÃ¼ndung lautete wiederum, es sei keine massgebliche Ãnderung der VerfÃ¼gungsgrundlagen eingetreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen diese VerfÃ¼gung liessen A, B und C am 19. September 2002 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben. Sie liessen beantragen, es sei in Aufhebung der VerfÃ¼gungen der Volkswirtschaftsdirektion vom 30. Juli 2002 und des Amtes fÃ¼r Landschaft und Natur vom 21. Februar 2002 auf das Gesuch um Neube­ur­tei­lung der Waldfeststellung einzu­treten und festzustellen, dass es sich bei der Besto­ckung auf den Parzellen Kat.-Nrn. 01, 02 und 03 nicht um Wald handle. Eventualiter sei die Sache zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Die Kos­ten und eine ParteientschÃ¤digung seien der Vorinstanz aufzuerlegen. Das Amt fÃ¼r Landschaft und Natur be­an­tragte in der Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2002 Abweisung der Beschwerde. Die Volkswirtschaftsdirektion verzichtete still­schweigend auf Ver­nehmlassung. Auf die Vorbringen der Parteien und die Motive der angefochtenen VerfÃ¼gung wird, soweit er­for­derlich, in den nachstehenden ErwÃ¤gungen ein­gegangen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht ist nach §§ 19b Abs. 1, 41 und 43 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zu­stÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Ob die Vorinstanzen zu Recht oder zu Unrecht das Begehren um PrÃ¼fung der Wald­qualitÃ¤t in der Sache nicht behandelt haben, ist im Rahmen der materiellen PrÃ¼fung zu beurteilen. GemÃ¤ss § 38 Abs. 1 und 2 VRG ist der Fall in Dreierbesetzung zu erledigen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Bei der WaldfeststellungsverfÃ¼gung vom 20. Februar 1989, die durch das Urteil des Bundesgerichts vom 19. August 1992 modifiziert wurde, handelt es sich um eine DauerverfÃ¼gung, also um eine VerfÃ¼gung, die ein RechtsverhÃ¤ltnis an­gesichts eines im frag­lichen Zeitpunkt gegebenen Sachverhalts regelt, wobei jedoch die Rechtsfolge in die Zu­kunft wirkt (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechts­pflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 86a-86d N. 13). Die Betroffenen haben einen Anspruch auf Behandlung eines Begehrens um Anpassung einer DauerverfÃ¼gung wegen nachtrÃ¤glicher Fehlerhaftigkeit, wenn geltend gemacht wird, die sachlichen oder rechtlichen Grundlagen hÃ¤tten sich seit dem Erlass der ursprÃ¼nglichen VerfÃ¼gung massgeblich geÃ¤ndert (vgl. etwa VGr, 5. Dezember 2002, VB.2002.00233, E. 2a, www.vgrzh.ch/rechtsprechung; Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 438, mit weitern Hinweisen). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrer machen eine massgebende Ãnderung der anwendbaren Rechts­normen geltend. Sie behaupten, sie hÃ¤tten Anspruch auf eine Beurteilung der WaldqualitÃ¤t nach dem eidgenÃ¶ssischen und dem kantonalen Waldgesetz. Sie scheinen demnach davon auszugehen, dass ihnen allein das Inkrafttreten der neuen Rechtsgrundlagen den An­spruch auf eine neuerliche materielle PrÃ¼fung erÃ¶ffnet, ohne dass eine massgebliche materiel­le Ãnderung der Rechtslage dargetan werden mÃ¼sste.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Anspruch auf Anpassung zielt auf die Ãnderung nachtrÃ¤glich fehlerhafter VerfÃ¼gungen (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich/Ba­sel/Genf 2002, Rz. 1833; Max Imboden/RenÃ© Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, 6. A., Basel/Frankfurt a.M. 1986, Nr. 45 B II a 2; KÃ¶lz/HÃ¤ner, Rz. 438; vgl. auch Peter Saladin, WiedererwÃ¤gung und Widerruf formell rechtskrÃ¤ftiger VerfÃ¼gungen, in: Sozialversicherungsrecht im Wandel, Festschrift 75 Jahre EidgenÃ¶ssisches Versiche­rungsgericht, Bern 1992, S. 113 ff., 126 f.). Um einen Anspruch auf ein Anpassungsverfahren entstehen zu lassen, genÃ¼gt demnach eine blosse Ãnderung des anwendbaren Rechts nicht; es ist zusÃ¤tzlich vorauszusetzen, dass diese Ãnderung materiell geeignet scheint, in der Sache einen andern Entscheid herbeizufÃ¼hren (vgl. auch Ursina Beerli-Bo­no­rand, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kantone, ZÃ¼rich 1985, S. 184; BGE 120 Ib 42 E. 2c S. 48). Auch die von den BeschwerdefÃ¼hrern angerufene Eigentumsgarantie verschafft ihnen keinen Anspruch auf eine neuerliche materielle PrÃ¼fung unabhÃ¤ngig vom Vorliegen der hierfÃ¼r notwendigen Voraussetzungen. Ob die erforderliche massgebliche Ãnderung der materiellen VerfÃ¼gungsgrund­lagen hier gegeben ist, ist im Folgenden zu prÃ¼fen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Laut den BeschwerdefÃ¼hrern beurteilt sich die Frage, ob eine derartige massgeben­de Ãnderung der Rechtsgrundlage vorliegt, anhand eines Vergleichs mit der Rechtslage, auf welcher das Bundesgerichtsurteil vom 19. August 1992 fusst; der Bundesgerichtsent­scheid vom 12. April 1996 sei diesbezÃ¼glich nicht beachtlich. Die Vorinstanzen haben grundsÃ¤tzlich den 12. April 1996 als Stichtag betrachtet, wobei auf die frÃ¼he­re Rechtslage hingewiesen wurde und der Beschwerdegegner seine Position in der Beschwerdeantwort zu­sÃ¤tzlich differenziert hat. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Zur Bestimmung des Stichtags und zur Feststellung einer allfÃ¤lligen massgeblichen Ãnderung der Rechtslage ist im Folgenden zunÃ¤chst ein Ãberblick Ã¼ber die Rechtsent­­wicklung vorzunehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Das Bundesgericht stÃ¼tzte die Feststellung der WaldqualitÃ¤t in seinem Urteil vom 19. August 1992 auf Art. 1 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung vom 1. Oktober 1965 zum Bundesgesetz betreffend die eidgenÃ¶ssische Oberaufsicht Ã¼ber die Forstpolizei (Forst­po­lizeiverordnung, FPolV [AS 1965, 861]). Entscheidrelevant waren QualitÃ¤t, Wuchs, Alter, FlÃ¤che und Breite der Bestockung sowie das ErfÃ¼llen einer Waldfunktion, konkret: der Hangsicherung. GeprÃ¼ft und verneint wurde das Vorliegen einer Garten- oder Parkanlage im Sinn von Art. 1 Abs. 3 FPolV, was die WaldqualitÃ¤t ausgeschlossen hÃ¤tte. Der Regierungs­rat als Vorinstanz des Bundesgerichts hatte zudem auf die damals geltenden Richtlinien fÃ¼r die Waldfeststellungen im Kanton ZÃ¼rich vom 29. August 1985 (Richtlinien 1985) hingewiesen, wonach bei ErfÃ¼llung der Ã¼brigen quantitativen Kriterien grundsÃ¤tzlich bei FlÃ¤chen Ã¼ber 300 m<sup>2</sup> von Wald auszugehen war.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Die Forstpolizeiverordnung wurde auf den 1. Januar 1993 aus­ser Kraft gesetzt, als das Waldgesetz und die Waldverordnung (weitestgehend) in Kraft traten (vgl. Art. 67 lit. a und 69 WaV; AS 1992, 2536). Der auf qualitativen Kriterien beruhende Waldbegriff gemÃ¤ss Art. 1 Abs. 1 FPolV wurde in Art. 2 Abs. 1 WaG sinngemÃ¤ss Ã¼bernommen (vgl. Bot­schaft vom 29. Juni 1988 zum Waldgesetz, BBl 1988 III 173 ff., 188 f.). In Art. 2 Abs. 4 WaG wurde neu vorgesehen, dass die Kantone innerhalb eines vom Bundesrat zu be­stim­men­­den Rahmens quantitative Hilfskriterien (bezÃ¼glich Alter, Breite und FlÃ¤che der Besto­ckung) einfÃ¼hren kÃ¶nnten, bei deren (kumulativem) Vorliegen angenommen werden dÃ¼rfe, dass die Waldfunktionen gegeben seien. (Diese Hilfskriterien werden im Folgenden als "Schwel­lenwerte" oder mit dem eingebÃ¼rgerten, wenn auch missverstÃ¤ndlichen Begriff "Min­­destkriterien" bezeichnet.) In der Botschaft wurde darauf hingewiesen, dass die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung fÃ¼r die Festlegung der Mindestkriterien massgebend sein solle. Insbesondere wurde erwÃ¤hnt, dass das Bundesgericht folgende Mindestkri­terien entwickelt habe: 500 m<sup>2</sup> FlÃ¤che der Bestockung, 12 m Breite und (bei einwachsenden FlÃ¤chen) ein Alter von 15 Jahren (BBl 1988 III 189). Der Bundesrat regelte hierauf die quantita­tiven Hilfskriterien in Art. 1 Abs. 1 WaV. Diese Bestimmung gibt den Kantonen in Bezug auf die drei Kriterien FlÃ¤che, Breite und Alter der Bestockung jeweils Bandbreiten an. Die Kantone kÃ¶nnen innerhalb dieser Bereiche Werte festlegen, ab welchen eine bestock­te FlÃ¤che als Wald gilt. Art. 1 Abs. 1 WaV legt den kantonalen Spielraum bezÃ¼glich der FlÃ¤che auf 200 bis 800 m<sup>2</sup>, bezÃ¼glich der Breite auf 10 bis 12 m (jeweils unter Einbezug eines zweck­­mÃ¤ssigen Waldsaums) und bezÃ¼glich des Alters auf 10 bis 20 Jahre bei Ein­wuchs­flÃ¤­chen fest. Vorbehalten bleibt die Walddefinition nach qualitativen Kriterien, und die kantona­len quantitativen Kriterien sind von vornherein nicht anwendbar, wenn die Bestockung in besonderm Mass Wohlfahrts- oder Schutzfunktionen erfÃ¼llt (Art. 2 Abs. 4 Satz 2 WaG; Art. 1 Abs. 2 WaV). Das Bundesgericht erwog in der Folge, in Bezug auf das FlÃ¤chenkriterium habe die Botschaft die Bundesgerichtspraxis etwas grosszÃ¼gig interpretiert, insgesamt kÃ¶nne den AusfÃ¼hrungen zu den Mindestkriterien aber gefolgt werden. Dass Art. 1 Abs. 1 WaV von den in der Botschaft ausdrÃ¼cklich genannten Mindestkriterien abweiche, sei "etwas Ã¼berraschend...", lasse die Bestimmung aber noch nicht als gesetzwid­­rig erscheinen. Wenn jedoch ein Kanton undifferenziert die HÃ¶chstwerte von Art. 1 Abs. 1 WaV als in allen FÃ¤llen massgeblich erklÃ¤re, widerspreche dies Sinn und Zweck der quanti­tativen Waldkriterien. In diesen FÃ¤llen seien die in der bundesgerichtlichen Praxis ent­wickelten Min­destkrite­rien anzuwenden (BGE 122 II 72 E. 3b; bestÃ¤tigt in BGE 124 II 165 E. 2c).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Am 12. April 1996 hatte das Bundesgericht erneut einen Entscheid betreffend die hier streitige Bestockung zu fÃ¤llen. Es fÃ¼hrte aus, kantonale ErgÃ¤nzungen der Walddefi­ni­tion im Sinn von Art. 1 Abs. 1 WaV hÃ¤tten in Erlassform zu ergehen, weshalb eine Richt­­linie nicht genÃ¼ge. Die von den Vorinstanzen gestÃ¼tzt auf die geÃ¤nderte Fassung der Richtlinie vom 1. Juni 1993 vorgenommene negative Waldfeststellung wurde deshalb aufge­hoben und festgestellt, der Fall sei mangels einer kantonalgesetzlichen Regelung nach den aufgrund der alten Forstpolizeigesetzgebung erlassenen Richtlinien zu entscheiden, so­weit sich diese an die Vorgaben von Art. 1 WaV und Art. 2 WaG hielten. Nach deren Mass­­gabe sei schon die frÃ¼here Waldfeststellung erfolgt. Es bestehe deshalb kein Grund, die mit Urteil des Bundesgerichts vom 19. August 1992 modifizierte WaldfeststellungsverfÃ¼gung vom 20. Februar 1989 anzupassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Am 1. April 1999 trat das Kantonale Waldgesetz in Kraft, dessen § 2 die "Mini­mal­erfordernisse" fÃ¼r die Walddefinition in Bezug auf FlÃ¤che, Breite und Alter der Besto­ckung nennt, wobei jeweils die nach Art. 1 Abs. 1 WaV zulÃ¤ssigen HÃ¶chstwerte angegeben werden. Im Verfahren der abstrakten Normenkontrolle stellte das Bundesgericht fest, dass sich § 2 KWaG im Einklang mit den bundesrechtlichen Bestimmungen auslegen lasse (BGE 125 II 440 E. 3 = URP 1999, S. 625; kritisiert von Alain Griffel, Nichts Neues bei den quantitativen Waldkriterien?, URP 1999, S. 839 ff.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Ob sich die Rechtslage massgebend geÃ¤ndert hat, ist im Vergleich mit den rechtlichen Grundlagen des Bundesgerichtsurteils vom 19. August 1992 festzustellen: Am 12. Ap­ril 1996 hat das Bundesgericht im Ergebnis lediglich festgehalten, die neue Fassung der kantonalen Richtlinie vom 1. Juni 1993 sei unbeachtlich, woraus sich ergab, dass in je­nem Zeitpunkt im Ergebnis nach wie vor das alte Recht anzuwenden war. DemgemÃ¤ss ist zu prÃ¼fen, ob das eidgenÃ¶ssische Waldgesetz und seine bundesrechtlichen und kantonalen AusfÃ¼hrungsbestimmungen eine massgebende Ãnderung der Rechtslage bewirkt haben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) ZunÃ¤chst ist zu untersuchen, inwieweit sich die Rechtslage in Bezug auf die quan­titativen Waldkriterien geÃ¤ndert hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) In der bundesgerichtlichen Praxis zur frÃ¼heren Forstpolizeigesetzgebung hatten sich quantitative Kriterien insofern entwickelt, als entsprechende kantonale Regelungen zu Ã¼berprÃ¼fen waren (vgl. zur Praxis unter der alten Forstpolizeigesetzgebung Heinz Aemiseg­ger/Thomas Wetzel, Wald und Raumplanung, VLP-Schriftenfolge Nr. 38, Bern 1985, S. 7 ff.; Stefan Jaissle, Der dynamische Waldbegriff und die Raumplanung, ZÃ¼rich 1994, S. 58 ff.). Die quantitativen Waldkriterien der Praxis wurden in der Botschaft und der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welche die zusammenfassenden Festlegungen der Botschaft Ã¼bernahm, konkretisiert (BBl 1988 III 189, BGE 122 II 72 E. 3b S. 79).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Es steht fest, dass die im Zeitpunkt der fraglichen Waldfeststellung geltenden Richtlinien 1985 den Schwellenwert fÃ¼r die FlÃ¤che bei 300 m<sup>2</sup> festlegten. Unklar ist dagegen die heutige Rechtslage. Der vom Bundesgericht bezeichnete Schwellenwert von 500 m<sup>2</sup> greift subsidiÃ¤r Platz, wenn eine kantonale Regelung fehlt oder nicht anwendbar ist (BGE 124 II 165 E. 2c, 122 II 72 E. 3b/bb; vgl. auch BGE 125 II 440 E. 2c). Zwar ist laut der zitierten Bundesgerichtspraxis eine kantonale Regelung bundesrechtswidrig, wenn sie undifferenziert die HÃ¶chstwerte von Art. 1 Abs. 1 WaV Ã¼bernimmt. Obwohl § 2 KWaG genau dies tut, hat das Bundesgericht im Verfahren der abstrakten Normenkontrolle jedoch festgehalten, die Bestimmung kÃ¶nne grundsÃ¤tzlich bundesrechtskonform ausgelegt werden, und auf eine Aufhebung verzichtet (BGE 125 II 440 E. 3; vgl. auch BGr, 10. Oktober 2002, 1A.100/2002, E. 3.2.2, www.bger.ch).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In der Lehre wird bestritten, dass § 2 KWaG eine zugleich selbstÃ¤ndige und bundesrechtskonforme Bedeutung zukommen kÃ¶nne, und angenommen, dass im Kanton ZÃ¼rich nun die in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entwickelten Mindestkriterien Geltung beanspruchten (Griffel, besonders S. 839+841; Peter Keller, Anmerkung der Redaktion [zu BGE 125 II 440 = URP 1999, S. 625], URP 1999, S. 630). DemgegenÃ¼ber hat das Bundesgericht zwar daran festgehalten, dass bei Erreichen oder Ãberschreiten der bundesgerichtlichen Minimalkriterien regelmÃ¤ssig von der ErfÃ¼llung von Waldfunktionen auszugehen ist; es nimmt jedoch an, dass im Bereich zwischen den bundesgerichtlichen Schwellenwerten und den kantonalen Minimalkriterien, die undifferenziert die hÃ¶chsten nach Art. 1 Abs. 1 WaV zulÃ¤ssigen Werte Ã¼bernehmen, "in WÃ¼rdigung aller massgeblichen Aspekte des Einzelfalls zu prÃ¼fen [sei], ob Wald vorliegt" (BGr, 10. Oktober 2002, 1A.100/2002, E. 3.2.3, www.bger.ch). Im vorliegenden Fall â wo es wie im abstrakten Normenkontrollverfahren letztlich nur um die hypothetischen Anwendungen der kantonalen Bestimmung geht â besteht kein Anlass, die Bedeutung von § 2 KWaG eingehend zu prÃ¼fen (vgl. hinten e).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) In Bezug auf die quantitativen Waldkriterien hat sich die Rechtslage gegenÃ¼ber derjenigen, auf welcher der Bundesgerichtsentscheid vom 19. August 1992 beruht, demnach insofern geÃ¤ndert, als der Schwellenwert fÃ¼r die FlÃ¤che der Bestockung nicht mehr 300 m<sup>2</sup>, sondern 500 m<sup>2</sup> betrÃ¤gt; ebenso ist nach der jÃ¼ngsten bundesgerichtlichen Praxis ein Einfluss von § 2 KWaG nicht auszuschliessen. Inwieweit dies fÃ¼r den vorliegenden Fall relevant ist, ist im Folgenden zu prÃ¼fen (hinten d+e). Allein darin, dass sich die Kantone nun beim Erlass quantitativer Waldkriterien auf eine ausdrÃ¼ckliche ErmÃ¤chtigung des Bun­des­­gesetzgebers stÃ¼tzen kÃ¶nnen (Art. 2 Abs. 4 WaG), ist jedenfalls noch keine massgebende Ãnderung der Rechtsgrundlage zu sehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) aa) GrundsÃ¤tzlich entscheidend fÃ¼r die Waldfeststellung sind nicht die quantitativen, sondern die qualitativen Waldkriterien. Nach Art. 2 Abs. 1 WaG gilt jede FlÃ¤che, die mit WaldbÃ¤umen oder ‑strÃ¤uchern bestockt ist und Waldfunktionen erfÃ¼llen kann, als Wald. Die quantitativen Waldkriterien dÃ¼rfen nicht schematisch und nicht ohne WÃ¼rdigung der Qua­­litÃ¤t der Besto­ckung angewandt werden. Sie haben in erster Linie die Bedeutung, dass dort, wo sie erreicht werden â aussergewÃ¶hnliche VerhÃ¤ltnisse vorbehalten â, die Wald­qua­li­tÃ¤t zu beja­hen ist. Der Umkehrschluss â es liege kein Wald vor, wenn sie nicht erreicht wer­den â kann dagegen nicht ohne weiteres gezogen werden (BGr, 10. Oktober 2002, 1A.100/2002, E. 3.2.1+3.2.2, www.bger.ch; BGE 125 II 440 E. 2c+3b, 122 II 72 E. 3b S. 79 f.; Klaus Vallender/Reto Morell, Umweltrecht, Bern 1997, § 14 N. 4). In Bezug auf das VerhÃ¤ltnis zwischen quantitativen und qualitativen Kriterien hat sich die Rechts­la­ge im hier interessierenden Zeitraum nicht wesentlich geÃ¤ndert (vgl. BGE 114 Ib 224 E. 9a/ab, 110 Ib 382, 107 Ib 50).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrer verkennen demnach den Gehalt des neuen Bundesrechts und der bundesgerichtlichen Praxis, wenn sie behaupten, dass nun bei FlÃ¤chen unter â und sogar, wie hier, knapp Ã¼ber â dem Schwellenwert eher das Fehlen der WaldqualitÃ¤t zu vermu­­ten sei und dass bei einer nur wenig Ã¼ber dem Schwellenwert liegenden FlÃ¤che die ErfÃ¼l­­lung nur einzelner Waldfunktionen nicht genÃ¼ge, um die WaldqualitÃ¤t zu begrÃ¼nden. Nicht einmal die Bemerkung, dass die Waldfunktionen umso mehr bzw. umso weniger ins Gewicht fielen, je mehr die streitige FlÃ¤che vom Schwellenwert abweiche, kann sich auf die Praxis stÃ¼tzen. Die zentrale Behauptung der Beschwerdeschrift, die Bedeutung der quan­titativen Waldkriterien habe sich gegenÃ¼ber dem Zeitpunkt des Erlasses der VerfÃ¼gung vom 20. Februar 1989 sowie des Bundesgerichtsurteils vom 19. August 1992 massgeb­lich geÃ¤ndert, ist unzutreffend.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Hinsichtlich des qualitativen Waldbegriffs ist die Rechtslage durch das Inkrafttreten des Waldgesetzes und seiner AusfÃ¼hrungserlasse nicht verÃ¤ndert worden. Wie nach Art. 1 Abs. 1 FPolV liegt Wald auch nach Art. 2 Abs. 1 WaG grundsÃ¤tzlich bereits dann vor, wenn eine mit WaldbÃ¤umen oder ‑strÃ¤uchern bestockte FlÃ¤che Waldfunktionen erfÃ¼llen <i>kann</i> â wenn sie also hierfÃ¼r geeignet ist (so bereits der Wortlaut von Art. 2 Abs. 1 WaG; vgl. weiter Botschaft, BBl 1988 III 188 f.; Markus Bossard, Der Begriff des Waldes und das kantonale Waldfeststellungsverfahren, PBG aktuell 1997/4, S. 5 ff., 7; Jaissle, S. 68 f.). Weiterhin genÃ¼gt auch, dass die Bestockung geeignet ist, eine einzige Waldfunktion zu erfÃ¼llen; es wird nicht kumulativ vorausgesetzt, dass sie sÃ¤mtliche Waldfunktionen zu erfÃ¼llen vermag (BGr, 10. Oktober 2002, 1A.100/2002, E. 3.2.1+3.3, www.bger.ch; Bossard, S. 7; Jaissle, S. 68). In Bezug auf die vorliegend strittige Bestockung hat das Bun­desgericht in seinem Entscheid vom 19. August 1992 bejaht, dass diese Waldeigenschaften aufweise und der Hangsicherung diene, mithin eine Waldfunktion ausÃ¼be.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Im vorliegenden Fall hat demnach die massgebliche Rechtslage weder bezÃ¼glich der qualitativen Waldkriterien noch bezÃ¼glich des VerhÃ¤ltnisses zwischen qualitativen und quantitativen Kriterien geÃ¤ndert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Was die quantitativen Kriterien betrifft, so betrÃ¤gt zwar das Mindestmass, bei dessen Ãberschreiten eine bestockte FlÃ¤che grundsÃ¤tzlich als Wald anzusehen ist, nicht mehr nur 300 m<sup>2</sup>, sondern neu 500 m<sup>2</sup> (aber nicht 800 m<sup>2</sup>, da grundsÃ¤tzlich nicht § 2 lit. a KWaG, sondern der Schwellenwert, der in der bundesgerichtlichen Praxis entwickelt wurde, massgebend ist). Weil die streitige FlÃ¤che 508 m<sup>2</sup> umfasst und damit auch den neu geltenden Schwel­lenwert â obwohl nur knapp â Ã¼bertrifft, wirkt sich dies auf die streitige Waldfeststel­lung jedoch von vornherein nicht aus.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die jÃ¼ngste Bundesgerichtspraxis scheint allerdings nicht auszuschliessen, dass die quantitativen Kriterien von § 2 KWaG insofern eine Bedeutung erlangen kÃ¶nnten, als im Be­reich zwischen den bundesgerichtlichen und den kantonalen Minimalkriterien eine eingehendere PrÃ¼fung des Einzelfalls vorzunehmen wÃ¤re (BGr, 10. Oktober 2002, 1A.100/2002, E. 3.2.3, www.bger.ch). Selbst wenn § 2 KWaG in diesem Sinn zu berÃ¼cksichtigen wÃ¤re, wÃ¼rde sich dies auf die hier streitige Waldfeststellung jedoch nicht auswirken. Das Bundesgericht hat nÃ¤mlich klar festgehalten, dass es bei einer EinzelfallprÃ¼fung von Bestockungen Ã¼ber 500 m<sup>2</sup> jedenfalls nicht darum gehen kÃ¶nne, ob die Bestockung in besonderm Mass Wohlfahrts- oder Schutzfunktionen erfÃ¼lle (vgl. Art. 2 Abs. 4 Satz 2 WaG; Art. 1 Abs. 2 WaV), sondern einzig darum, ob die verschiedenen qualitativen Voraussetzungen des bundesrechtlichen Waldbegriffs erfÃ¼llt seien (BGr, 10. Oktober 2002, 1A.100/2002, E. 3.2.3, www.bger.ch). Eben die ErfÃ¼llung des qualitativen Waldbegriffs hat das Bundesgericht jedoch im Urteil vom 19. August 1992 nach umfassender PrÃ¼fung â nÃ¤mlich nach AbwÃ¤gung verschiedener Gutachten und nach Vornahme eines Augenscheins â bejaht. Sogar wenn aus § 2 KWaG abzuleiten wÃ¤re, dass hier das Vorliegen der qualitativen Waldkriterien eingehend zu prÃ¼fen wÃ¤re, kÃ¶nnen demnach die BeschwerdefÃ¼hrer hieraus nichts zu ihren Gunsten ableiten, weil diese PrÃ¼fung bereits nach frÃ¼herem Recht vorgenommen wurde. Ohnehin erscheint fraglich, ob ein Anspruch auf materielle PrÃ¼­fung eines Anpassungsbegehrens bereits dann besteht, wenn eine RechtsÃ¤nderung eine gewisse Relativierung der bisher anwendbaren und im Wesentlichen weiterhin massgebenden Kriterien zulÃ¤sst. Dies braucht hier jedoch nicht abschliessend beantwortet zu werden, weil das neue Recht keine Gesichts­punkte eingefÃ¼hrt hat, die im konkreten Fall nicht bereits geprÃ¼ft worden wÃ¤ren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Die BeschwerdefÃ¼hrer behaupten zu Recht nicht, dass die unbestrittenermassen neue Regelung der Abgrenzung von Wald und Bauzonen im vorliegenden Fall relevant sei (Art. 13 WaG; vgl. dazu etwa Botschaft, BBl 1988 III 189, 196; Bossard, S. 14 f.). Dass die BeschwerdefÃ¼hrer die Hangsicherungsfunktion des fraglichen Waldes nach wie vor be­streiten, ist irrelevant, da sie sich nicht auf eine Ãnderung der Sachlage berufen, welche die vom Bundesgericht am 19. August 1992 geschÃ¼tzte Waldfeststellung nach­trÃ¤glich fehlerhaft erscheinen liesse.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) Da keine massgebliche Ãnderung der UmstÃ¤nde vorliegt, haben die BeschwerdefÃ¼hrer keinen Anspruch auf Neubeurteilung der streitigen Waldfeststellung. Im Ergebnis ist den VerfÃ¼gungen der Vorinstanzen demnach zuzustimmen, und die Beschwerde ist voll­um­­fÃ¤nglich abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Der Beschwerdegegner wies in der Rekursantwort zu Recht darauf hin, dass die weiteren allfÃ¤llig Betroffenen in das Verfahren einzubeziehen wÃ¤ren, wenn sie durch den Entscheid beschwert werden kÃ¶nnten. Da die Beschwerde abzuweisen ist, kann indessen darauf verzichtet werden (vgl. auch § 56 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>... </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>