B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4947/2011 U r t e i l v o m 1 7 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richter Bruno Huber, Richterin Emilia Antonioni, Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. Parteien A._______, (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. Juli 2011 / N (…). E-4947/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein sri -lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus B._______ (Jaffna, Nordprovinz), verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge erstmals im Juli 2008 und hielt sich vom 1. Au- gust bis September 2008 in Griechenland auf. Danach sei er nach Sri Lanka zurückgekehrt. Am 27. Februar 2009 sei er erneut aus gereist und über Griechenland und Italien am 11. Mai 2009 in die Schweiz gelangt, wo er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte. Am 14. Mai 2009 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ befragt. Mit Verfügung vom 27. November 2009 trat das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgeset- zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht ein und wies ihn nach Griechenland weg. Mit Verfügung vom 2. März 2011 hob es seinen Ent- scheid vom 27. November 2009 wiedererwägungsweise auf und nahm das nationale Asylverfahren wieder auf. Am 26. Juli 2011 folgte die Anhörung des Beschwerdeführe rs durch das Bundesamt. Er begründete sein Asylgesuch im Wesentlichen damit, sein Vater, der ein (…)geschäft geführt habe, sei am 23. Juli 2006 von Ange- hörigen der Eelam People's Democratic Party (EPDP), we lche mit der Regierung zusammenarbeite, erschossen worden, da man ihn der Zuge- hörigkeit zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) verdächtigt ha- be. In den Zeitungen sei darüber berichtet worden. Die Behörden hätten in dieser Angelegenheit jedoch nichts unternommen. Seither sei er, der das Geschäft weitergeführt habe, mehrmals telefonisch von der EPDP mit dem Tod bedroht worden. Zweimal seien deren Anhänger zu ihm nach Hause gekommen, hätten Geld von ihm verlangt und ihm vorgeworfen, die UNP (United National Party) zu unterstützen. Z udem hätten sie auch sein Tuk-Tuk entwendet. Ferner sei er einmal zusammen mit seinem On- kel D._______, der seit 1998 Parlamentsabgeordneter für die Partei UNP gewesen sei, unterwegs – er habe ihm bei den Wahlen geholfen – von der EPDP verfolgt worden. Er habe D._______ im Dezember 2007, als dieser nach B._______ gekommen sei, von der Ermordung seines Vaters erzählt, worauf dieser anlässlich der (Medien-)Sendung "(…)" in Aussicht gestellt habe, von diesem Vorfall am (…) 2008 im Parlament zu berichten. Daraufhin sei er am (…) 2008 erschossen worden. Der Beschwerdeführer habe das Geschäft bis Mai 2008 weitergeführt und an verschiedenen O r-E-4947/2011 Seite 3 ten gelebt. Schliesslich habe er sich aus Angst, das gleiche Schicksal wie sein Vater und sein Onkel zu erleiden, zur Ausreise entschlossen. Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen. Zur Untermauerung seiner Anliegen reichte der Beschwerdeführer mehre- re Beweismittel (Zeitungsausschnitte, Bestätigung der Human Rights Commission of Sri Lanka, richterliche Beerdigungsurkunde, Todesregis- terauszug mit englischer Übersetzung und Familien -Stammbaum) zu den Akten. B. Das Bundesamt stellte mit Verfügung vom 28. Juli 2011, eröffnet am 9. August 2011, fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseige n- schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung aus der Schweiz an. Die Vorinstanz begründete ihre Verf ü- gung im Wesentlichen damit, dass die Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht standhalten würden, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Den Vollzug der Wegweisung nach Sri Lan- ka befand sie für zulässig, zumutbar, technisch möglich und praktisch durchführbar. C. Mit Eingabe vom 8. September 2011 an das Bundesverwaltungsgericht erhob der Beschwerdeführe r durch seinen Rechtsvertreter dagegen Be- schwerde und beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei wegen Ve r- letzung formellen Rechts aufzuheben und an die Vorinstanz zur Neubeur- teilung zurückzuweisen, eventualiter sei sie aufzuheben und zur Feststel- lung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen mit der Anweisung, dass sämtliche Herkunftsländerinformationen, auf welche sich der Entscheid stütze, in geeigneter Weise offenzulegen seien, subeventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm Asyl zu gewähren, subeventualiter sei en die Dispositivziffern 4 und 5 der an- gefochtenen Verfügung unter Feststellung der Unzumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs aufzuheben. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um vollständige Akteneinsicht, insbesondere in die von ihm allfällig vor der Mandatsübernahme eingereichten Beweismittel und um Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung. Dem u nter- zeichnenden Anwalt sei vor der Gutheissung der Verwaltungsbeschwerde (recte: Verwaltungsgerichtsbeschwerde) eine angemessene Frist zur Ein-E-4947/2011 Seite 4 reichung einer detaillierten Kostennote zur Bestimmung der Parteien t- schädigung anzusetzen. Schliesslich wurde um M itteilung der Zusa m- mensetzung des Spruchkörpers ersucht. Zum Beweis seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer 32 Beilagen (Berichte von Menschenrechtsorganisationen, Internet - und Zeitschriften- artikel sowie Familienbüchlein, Familienfoto, sri -lankischer Führerau s- weis, Lernfahrausweis und Internetangaben zu D._______) zu den Akten (vgl. Beilagenverzeichnis in der Beschwerde S. 26 und 27). D. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 21. September 2011 verzichtete die zuständige Instruktionsrichterin auf die E rhebung eines Kostenvo r- schusses. Gleichzeitig wurde dem Beschwerdeführer Einsicht in die bei der Vorinstanz eingereichten Beweismittel A6 Nrn. 1 und 2 in Kopie zuge- stellt. Ein darüber hinausgehendes Akteneinsichtsgesuch und der Antrag um Ergänzung der Besc hwerdebegründung sowie um Bekanntgabe der Zusammensetzung des Spruchgremiums wurden abgewiesen. E. Das Bundesamt beantragte in seiner Vernehmlassung vom 27. Septe m- ber 2011 die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerd e- führer am 29. September 2011 zur Kenntnis gebracht. F. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2011 wies der Rechtsvertreter darauf hin, die Kopie der Vernehmlassung sei anstatt ihm dem Beschwerdeführer direkt zugestellt worden. Gleichzeit ig wurde beantragt, es sei eine dem B e- schwerdeführer bekannte Parlamentsabgeordnete – die Witwe seines Onkels D._______ – durch die Schweizerische Botschaft in Colombo als Zeugin zu befragen. G. Am 21. Januar 2013 wurden unter Hinweis auf die veränderte Situation in Sri Lanka und die Zugehörigkeit des Beschwerdeführers zur Gruppe der abgewiesenen tamilischen Asylgesuchstellern zahlreiche weitere B e- weismittel (Berichte von Menschenrechtsorganisationen, Internet - und Zeitschriftenartikel) als Beilagen Nrn. 33 bis 91 eingereicht (vgl. Beilagen- verzeichnis S. 34 – 36). E-4947/2011 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist dah er zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem Vw VG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Der Beschwerdeführer macht vorab die Verletzung formellen Rechts gel- tend. So habe die Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör ve r- letzt, indem sie ihm keine vollständige Akteneinsicht gewährt habe und ih- rer Begründungspflicht nicht in hinreichendem Masse nachgekommen sei. Zu dem habe sie den Sachverhalt unricht ig und unvollständig erh o- ben. Die in diesem Zusammenhang erhobenen Rü gen sind vorab zu b e-E-4947/2011 Seite 6 handeln, da sie geeignet sein können, eine Kassation der vorinstanzl i- chen Verfügung zu bewirken (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der ehemaligen Schweizerischen As ylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 und 1994 Nr. 1; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfah- ren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 4. 4.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rec htliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ande r- seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ei n- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor E r- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Bewe i- se beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen B e- weisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher B e- wiese entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfah- ren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vg l. BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293, BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbri n- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ih rer Entscheidfi n- dung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form - und fristge- rechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkre- ten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass de r oder die Betroffene den Entscheid g e- gebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlich - en Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, eine Verletzung desselben führt deshalb grundsätzlich – das heisst ungeachtet der mat e- riellen Auswirkungen – zur Aufhebung des daraufhin ergangenen En t- scheides (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f., BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371, BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332). Die E-4947/2011 Seite 7 Heilung von Gehörsverletzungen aus prozessökonomischen Gründen ist auf Beschwerdeebene möglich, sofern das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerd e- instanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tat- bestand und Rechtsanwendung zukommt sowie die festgestellte Verle t- zung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt we r- den kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f.). 4.2 4.2.1 Was die in der Rechtsmitteleingabe angeführte Rüge der unvol l- ständigen Akteneinsicht betrifft, wurde dem Beschwerdeführer mit verfah- rensleitender Verfügung vom 21. September 2011 mitgeteilt, dass das Bundesverwaltungsgericht davon aus gehe, es sei ih m vom BFM am 15. August 2011 Einsicht in die editionspflichtigen Akten gewährt worden. Gleichzeitig wurden ihm die Akten A6 Nrn. 1 und 2 – die von ihm vor der Mandatsübernahme eingereichten Beweismittel – in Kopie zugestellt; im Übrigen wurde das Akteneinsichtsgesuch abgewiesen. 4.2.2 Des Weiteren ist bezüglich der beantragten Offenlegung sämtlicher Herkunftsländerinformationen, auf die das BFM seinen Entscheid gestützt habe, festzustellen, dass sich nach Sinn und Zweck des verfassung s- mässigen Gehörsanspruchs die entsprechenden Informationsrechte auf jene Erkenntnisquellen der entscheidenden Behörde richten, die tatsäc h- lich argumentativ herbeigezogen beziehungsweise als Grundlage für den Entscheid genannt werden . Unter Berufung auf das Akteneinsichtsrecht kann es somit nicht darum gehen, Zugang zu irgendwelchen , nicht kon- kret benannten Dokumenten zu erlangen. In Bezug auf die UNHCR - Richtlinien vom 5. Juli 2010 ist im Übrigen festzustellen, dass diese ö f- fentlich zugänglich sind – so auch im Internet –, weshalb diesbezüglich keine Verletzung des Akteneinsichtsrechts beziehungsweise der Begrü n- dungspflicht vorliegt. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass in der angefochtenen Verfügung darauf verzichtet wurde, bezü glich dieses D o- kumentes die relevanten Passagen anzugeben. 4.2.3 Insgesamt liegt somit keine Verletzung des Akteneinsichtsrechts vor, und der Antrag des Beschwerde führers, das BFM sei anzuweisen, sämtliche Herkunftsländerinformationen, auf welche es seinen Ents cheid stütze, in geeigneter Weise offenzulegen und eine Frist zur Beschwerde- ergänzung zu gewähren, ist ebenso abzuweisen wie der Antrag, die S a-E-4947/2011 Seite 8 che sei aus diesem Grund zu kassieren und an die Vorinstanz zurückz u- weisen. 4.3 Sodann wird in der Beschwerde vorgebracht, es sei das rechtliche Gehör verletzt worden, da der Beschwerdeführer aufgrund der kurzen Dauer der Erstbefragung nicht alle Asylgründe habe vorbringen können und ihm dies bei der späteren Bundesanhörung vorgeworfen worden sei. Der Befrager sei zudem voreingenommen gewesen und habe dazu be i- getragen, dass sich der Beschwerd eführer in Widersprüche verwick elt habe, um ihm diese vorzuhalten. Dadurch sei auch der rechtserhebliche Sachverhalt weder vollständig noch richtig abgeklärt worden. Entgegen diesen Ausführungen vermag der Beschwerdeführer aus dem summarischen Charakter der Erstbefragung und deren angeblich kurzen Dauer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten respektive keine Unrech t- mässigkeit der ihm bei der späteren Bundesanhörung vorgehaltenen W i- dersprüche und nachgeschobenen Aussagen zu begründen. So hat er während der dreieinhalb Stunden dauernden Befragung in der Em p- fangsstelle mehrfach Gelegenheit gehabt, die Gründe, welche ihn zur Ausreise bewogen haben, vorz utragen (vgl. insbesondere Seite 7 des Protokolls, wo er erklärte, alle Gründe genannt zu haben respektive die Frage nach anderen Gründen verneint e). Im Weiteren können e ntgegen der in der Beschwerdeschrift vorgetragenen pauschalen Kritik am Befr a- ger der Bundesanhörung – dessen angebliche Unprofessionalität, man- gelnde Sensibilität und (fehlendes) Fingerspitzengefühl – jenem Protokoll keine derartigen Hinweise en tnommen werden (vgl. Akte A53). Vielmehr wurde der Beschwerdeführer dort gefragt, weshalb er die Umstände betreffend die Ermordung von D._______ nicht bereits bei der Kurzbefra- gung erwähnt habe, worauf dieser antwortete, er sei gestresst gewesen und habe nicht mehr darüber sprechen können. Anschliessend wurde ihm Gelegenheit gegeben, diesbezüglich zusätzliche Angaben zu machen. Ferner wurden zahlreiche weitere Fragen gestellt, wobei er auf Ung e- reimtheiten hingewiesen wurde, zu denen er sich äussern konnte. Schliesslich hat im Anschluss an die Befragung auch der bei der Anh ö- rung anwesende Rechtsvertreter respektive die mit einer Substitutions- vollmacht ausgestattete Rechtsvertreterin von der Gelegenheit, Fragen zu stellen oder Bemerkungen zu machen, keinen Gebrauch gemacht. Der anwesende Hilfswerksvertreter regte im Anschluss an die Befragung ke i- ne weiteren Abklärungen an und ver zichtete auf Bemerkungen. Der Be- schwerdeführer konnte somit seine Gründe sehr wohl darlegen, weshalb der rechtserhebliche Sachverhalt als richtig oder vollständig erstellt gilt. E-4947/2011 Seite 9 Somit wurde die Bundesanhörung ordnungsgemäss durchgeführt, und es ist diesbezüglich keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör festzustellen. Der entsprechende Antrag um Aufhebung des angefocht e- nen Entscheids und auf Rückweisung des Verfahrens ist daher abzuwei- sen. 4.4 Im Weiteren wirft der Beschwerdeführer dem Bundesamt vor, es ver- letze den Anspruch auf rechtliches Gehör auch deshalb, weil es die von ihm zum Teil im Original eingereichten Beweismittel, die seine Identität belegen würden, einfach ignoriere. Er verkennt dabei indessen, dass die Vorinstanz diese Beweismittel nicht übersehen, sondern zum Nachweis seiner Identität als ungeeignet erachtet hat. Schliesslich tangiert die Fr a- ge, ob sich Beweismittel als erheblich erweisen oder nicht, nicht den A n- spruch auf rechtliches Gehör, sondern stellt eine Frage der zutreffenden Beweiswürdigung dar. Der Vorinstanz ist jedenfalls nicht vorzuwerfen, dass sie sich mit diesen Beweismitteln nicht auseinandergesetzt habe. 4.5 Im Weiteren wird in der Rechtsmittelschrift gerügt, die Vorinstanz h a- be ihre Begründungspflicht verletzt, da sie sich ei nzig auf die UNHCR - Richtlinien aus dem Jahre 2010 beziehe. Indem in der angefochtenen Verfügung nicht alle Quellen genannt würden, werde dem Beschwerd e- führer verunmöglicht, zu den dort verwendeten Informationen sachg e- recht Stellung zu nehmen. Nachdem der früher noch erwähnte Dienstrei- sebericht vom Herbst 2010 darin nicht mehr erwähnt worden sei, sei die Basis für die vorinstanzliche Einschätzung der Sicherheitslage in Sri La n- ka noch dünner geworden. 4.5.1 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt unmittelbar die be- hördliche Begründungspflicht (Art. 35 Abs. 1 VwVG), wonach die verf ü- gende Behörde ihre Überlegungen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt, substanziiert nennen muss. Eine hinre i- chende Begründung bildet die Grundlage für eine sachgerechte Anfec h- tung der Verfügung und stellt daher eine unabdingbare Voraussetzung für die Beurteilung ihrer Rechtmässigkeit durch die Beschwerdeinstanz dar. 4.5.2 Aus der angefochtenen Verfügung ergibt sich, dass das BFM nac h- vollziehbar und im Einz elnen hinreichend differenziert aufgezeigt hat, weshalb es zum Schluss gelangt ist, dass sich die allgemeine Siche r- heitslage in Sri Lanka nach Ende des bewaffneten Konfliktes zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE im Mai 2009 deutlich en t- spannt habe und sich die Lebensbedingungen insoweit verbessert hätten, E-4947/2011 Seite 10 dass eine Rückkehr auch in den Norden und Osten Sri Lankas grundsätz- lich wieder zumutbar sei, während im ehemals von den LTTE kontrollie r- ten Vanni-Gebiet die Lebensbedingungen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen seien. Das Bundesamt muss sich als Vorinstanz zwar auch hinsichtlich der Frage der generellen Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in Herkunftsländer abgewiesener Asylsuchender an die Pra- xis des Bundesverwaltungsgerichts halten, es ist aber befugt, mit einläss- licher Begründung von einer bestehenden Praxis abzuweichen, wenn es diese als anpassungsbedürftig erachtet (vgl. BVGE 2010/54 E. 9.2.1 S. 801 f.). Dass das BFM den Vollzug der Wegweisung in die Nord - und Ostprovinz Sri Lankas aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Sri Lanka aus den in der Verfügung dargelegten Gründen als zumutbar einschätzt, ist daher nicht zu beanstanden. Allein aus der Tatsache, dass in der a n- gefochtenen Verfügung keine Länderberichte erwähnt wurden u nd sich keine solchen in den Akten finden, kann nicht der Schluss gezogen we r- den, von der Vorinstanz seien keine Länderberichte oder sonstige länder- spezifische Informationen berücksichtigt worden. Das Bundesverwa l- tungsgericht hat sich im Übrigen kurz nach Erlass der angefochtenen Ver- fügung in seinem Urteil E -6220/2011 vom 27. Oktober 2011 (vgl. BVGE 2011/24) zur aktuellen Situation in Sri Lanka geäussert und eine Anpa s- sung seiner in BVGE 2008/2 publizierten Praxis vorgenommen, welche mit derjenigen des BFM im Ergebnis weitgehend übereinstimmt. Inwiefern die Vorinstanz mit ihrem Vorgehen die Begründungspflicht verletzt haben soll, ist in Anbetracht der insgesamt ausgewogenen und differenzierten Erwägungen in der angefochtenen Verfügung nicht ersichtlich. Nach dem Gesagten geht auch die in der Beschwerdeschrift erhobene Rüge, w o- nach das BFM den rechtserheblichen Sachverhalt vor dem Hintergrund aktueller und relevanter Länderinformationen nicht vollständig und richtig abklärt hat, fehl. 4.6 Ausserdem ist entgegen d en Einwendungen in der Rechtsmittelei n- gabe, wonach das BFM die eingereichte Kopie der Identitätspapiere, die Geburtsurkunde und den sri -lankischen Führerausweis ignoriert und d a- mit die Begründungspflicht verletzt habe, festzuhalten, dass sich die Vo r- instanz sehr wohl mit den eingereichten Beweismitteln betreffend die Identität des Beschwerdeführers auseinandergesetzt hat. Dabei ist es i n- dessen zum Schluss gelangt, dass diese nicht rechtsgenüglich seien, womit seine Identität nicht feststehe. Der Vorwurf der fehlenden Begrün- dung ist daher nicht stichhaltig. E-4947/2011 Seite 11 4.7 Nach dem Gesagten ist nicht ersichtlich, inwiefern der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt worden wäre. 5. Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unvollständig und unrichtig festgestellt. 5.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Bstn. a-e). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mi t- wirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG, Art. 13 VwVG). Dazu gehört, die Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzu- geben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der A n- hörung die Asylgründe darzulegen, allfällig e Beweismittel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung d er behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwi d- riger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber unvollstä n- dig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 630). Das Bundesverwaltungsgericht kann den rechtserheblichen Sac hverhalt, wie ihn die Vorinstanz festgestellt hat, uneingeschränkt überprüfen (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Es ist dazu in dem Masse verpflichtet, als die Be- schwerdepartei die Sachverhaltsfeststellungen oder die ihr zugrunde li e- gende Beweiswürdigung als fehlerh aft rügt und sich mit der angefocht e- nen Verfügung sachbezogen auseinandersetzt (vgl. CHRISTOPH AUER, Streitgegenstand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwaltung s- rechtlichen Prozessmaximen, Diss. Bern 1997, S. 79 f.; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-2404/2008 vom 1. Mai 2013, E. 5.1). 5.2 5.2.1 Der Beschwerdeführer beanstandet einerseits, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unvollständig und unrichtig festgestellt, indem ihm zur Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft relevante Fragen nicht gestellt worden seien. So bestehe zwischen der früheren Wohnsituation der F a-E-4947/2011 Seite 12 milie im Vanni -Gebiet und der Verdächtigung seines Vaters auf LTTE - Unterstützung ein klarer Zusammenhang. Zudem hätten Informationen zu seinem Onkel und den möglichen Ursachen dessen Ermord ung eingeholt und der Beschwerdeführer dazu gezielt befragt werden müssen. Diesbezüglich kann auf die Ausführungen in den vorstehenden Erwägu n- gen 4.2.2 verwiesen werden. Es bestand kein Anlass, weitergehende Fragen zu stellen. Aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers konnte der Befrager davon ausgehen, dass er seine Asylgründe vollständig da r- gelegt hatte. Die Rüge, wonach die Vorinstanz den Sachverhalt unvol l- ständig festgestellt habe, ist nach dem Gesagten unbegründet. 5.2.2 In der Rechtsmittelschrift wird ferner (sinngemäss) vorgebracht, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig und un- richtig abgeklärt, da sie sich bei der Entscheidfindung einzig auf die UNHCR-Richtlinien vom 5. Juli 2010, welche bereits über ein Jahr alt sei- en, gestützt und dabei den früher zitierten Dienstreisebericht weggela s- sen habe. Entgegen dieser Rüge kann der angefochtenen Verfügung – insbesonde- re auch in Berücksichtigung der aktuellen Praxis des Bundesverwa l- tungsgerichts (BVGE 2011/24) – nicht entnommen werden, inwiefern das BFM die zum Entscheidzeitpunkt aktuellen Länderinformationen über Sri Lanka unberücksichtigt gelassen hätte. Allein aus der Tatsache, dass in der angefochtenen Verfügung nur die Richtlini e des UNHCR erwähnt wurde, kann nicht der Schluss gezogen werden, sie sei die einzige Info r- mationsquelle für den Entscheid gewesen. Davon wird im Übrigen auch in der Beschwerdeschrift – trotz der entsprechenden Rüge – nicht ernsthaft ausgegangen, weil glei chzeitig auch geltend gemacht wurde, das Bu n- desamt habe bei der Entscheidfindung wohl nicht nur auf die UNHCR - Richtlinie abgestellt, sondern weitere Länderinformationen zugezogen, welche jedoch nicht offengelegt worden seien, weshalb das rechtliche Gehör a uch aus diesem Grund verletzt worden sei. Abgesehen davon, dass sich die vorgebrachten Rügen somit gegenseitig ausschliessen und damit an einem inneren Widerspruch leiden, ist hinsichtlich der Rüge, die Länderinformationen seien nicht offengelegt worden, a uf die vorstehende Erwägung 4.4.2 f. zu verweisen. Da sich ferner das BFM mit ausreiche n- der Begründung und unter Hinweis auf die Entwicklung der Sicherheitsl a- ge und der Lebensumstände zum Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka geäussert hat, sind der angefochte nen Verfügung keine hinreichenden Anhaltspunkte zu entnehmen, welche den Schluss zuliessen, es habe E-4947/2011 Seite 13 seine Begründungspflicht verletzt. Insgesamt ist deshalb auch die in di e- sem Zusammenhang geltend gemachte Verletzung des rechtlichen G e- hörs unbegründet. Der Beschwerdeführer konnte sich in seiner Recht s- mitteleingabe zu den in der angefochtenen Verfügung angeführten Arg u- menten ausführlich äussern. 5.2.3 Hinsichtlich der weiteren Rüge de s Beschwerdeführers, die Vori n- stanz habe den Sachverhalt weder vollständig noch r ichtig abgeklärt, da es seine Vorbringen weder vor dem Hintergrund aktueller und relevanter Länderinformationen über Sri Lanka geprüft noch die in den UNHCR - Richtlinien vom 5. Juli 2010 geforderten aktuellen und relevanten He r- kunftsländerinformationen zu R ate gezogen habe, ist festzuhalten, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zum Schluss gekommen ist, dass es sich bei den Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich se i- ner persönlichen Verfolgungssituation insgesamt um ein Sachverhalt s- konstrukt handle, weshalb es darauf habe verzichten können, die Flücht- lingseigenschaft unter Berücksichtigung der in den genannten UNHCR - Richtlinien aufgeführten Risikoprofile zu prüfen. 5.2.4 Insgesamt wurde somit der relevante Sachverhalt entgegen der An- sicht des Beschwerd eführers hinreichend abgeklärt. Es sind auch keine Fragen ersichtlich, die einer näheren Prüfung bedürfen. Damit ist auch der Antrag, ihn allenfalls zu den Asylvorbringen erneut bzw. die Witwe seines Onkels durch die Schweizerische Vertretung in Colombo neu als Zeugin zu befragen, abzuweisen . Die Rüge, der Sachverhalt sei unvol l- ständig erhoben worden, erweist sich daher nicht als stichhaltig. 5.3 Bei dieser Sachlage besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufz uheben, weshalb das Begehren des Beschwerdeführers, die Verfügung des BFM vom 9 . Mai 2011 sei wegen Verletzung formellen Rechts aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, abzuweisen ist. 6. Der Beschwerdeführer führt in materieller Hinsicht aus, die Vorinstanz habe Bundesrecht, insbesondere Art. 3 und 7 AsylG, verletzt. 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer E-4947/2011 Seite 14 politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich si nd, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6.3 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesen t- lichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbe h- ren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung wide r- sprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbri n- gen der um Asyl ersuchenden Person. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachve r- haltsdarstellung des Asylsuche nden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; vgl. BVGE 2010/57 E. 2.3; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.). 7. 7.1 Das BFM führt e zur Begründung des ablehnenden Entscheides z u- nächst aus , der Beschwerdeführer habe sich hinsichtlich wesentlicher Elemente seiner Asylvorbringen in Widersprüche verstrickt. So habe er bezüglich der Geldforderung seiner Verfolger – Mitglieder der EPDP – einmal von 3 Lakhs Rupien, bei der Kurzbefragung jedoch vo n 5 Lakhs Rupien gesprochen. Zudem habe er den Zeitpunkt der Schliessung se i-E-4947/2011 Seite 15 nes (…)geschäfts in B._______ unterschiedlich angegeben. Weiter kam das BFM aufgrund der Schilderungen des Beschwerdeführers betref fend seine zwei Begegnungen mit seinen Verfolgern zum Schluss, diesen mangle es an Differenziertheit, an Detailreichtum und an Realkennze i- chen. Schliesslich stellte es fest, der Beschwerdeführer habe wesentliche Vorbringen – die Begegnung mit dem Cousin seiner Mutter , bei dem es sich um den Politiker D._______ handle, die Unterstützung desselben bei den Wahlen sowie dessen Ankündigung bei einer Mediensendung, den Fall des Vaters des Beschwerdeführers am (…) 2008 im Parlament als Traktandum vorzubringen, wozu es nicht mehr gekommen sei, da er am (…) 2008 erschossen worden sei – bei der Befragung im EVZ nicht e r- wähnt und damit nachgeschoben, weshalb erhebliche Zweifel an deren Wahrheitsgehalt bestünden. Ferner bezeichnete die Vorinstanz die einge- reichten Beweismittel bezüglich der geltend gemachten Ermord ung se i- nes Vaters als ungeeignet, die vorgebrachten persönlichen Verfolgung s- vorbringen glaubhaft erscheinen zu lassen, zumal er keine rechtsgenügl i- chen Identitäts - bzw. Reisepapiere abgegeben habe und seine Identität damit nicht feststehe. Insgesamt handle es sich bei den Vorbringen hi n- sichtlich seiner persönlichen Verfolgungssituation um ein Sachverhalt s- konstrukt. Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. 7.2 In der Beschwerde wird dem entgegengehalten, die Vorinstanz habe die Glaubhaftigkeit des Beschwerdeführers zu Unrecht bezweifelt, habe dieser doch die entstandenen Unterschiede in seinen Angaben zur L a- denschliessung anlässlich der Bundesanhörung auflösen können. Weiter habe die Vorinstanz die Schilderungen zur Verfolgung durch die EPDP nur deshalb in Frage gestellt, weil es die von ihm eingereichten Bewei s- mittel zur Fests tellung der Identität nicht mit einbezogen und auch keine Hintergrundinformationen über seinen Onkel eingeholt habe. Er könne mit weiteren Beweismitteln – Kopien aus dem Jahresgedenkbuch zum Tod seines Vaters sowie ein Familienfoto – die letzten Zweifel an seiner Identi- tät ausräumen. Im Übrigen sei die Vorinstanz zu Unrecht nicht auf die von ihm geltend gemachte Verfolgung, welche im Zusammenhang mit seiner Verbindung zum ermordeten Politiker D._______ stehe, eingegangen. Er habe diesen in dessen Wahlkampf unterstützt und sei dabei von der EPDP beobachtet wo rden. Wie eine kurze Internetrecherche aufzeige, existierten zahlreiche Medienberichte über dessen politisches Engag e-E-4947/2011 Seite 16 ment als Parlamentsabgeordneter und seine Ermordung. Diesen könne entnommen werden, dass D._______, Abgeordneter der UNP , im (…) 2007 angekündigt habe, dem Parlament einen Bericht über die Involvi e- rung von Personen, die für die Ermordung von Tamilen in Jaffna veran t- wortlich seien, vorzulegen. Die obersten Regierungskreise hätten die E r- mordung von D._______ toleriert oder sogar ange ordnet. D._______ sei für die tamilische Bevölkerung in Jaffna ein Hoffnungsträger gew esen. Schliesslich stehe fest, dass Familienangehörige, die in der Vergange n- heit Verwandte durch Erschiessung durch die EPDP verloren und sich zur Wehr gesetzt hätten, selber ins Visier der Paramilitärs geraten seien, dies insbesondere dann, wenn sie sich mit D._______ verbündet hätten. Der Beschwerdeführer sei von der EPDP ebenfalls mit dem Tod bedroht wo r- den, einerseits weil man ihn der Unterstützung der LTTE verdächtigt ha- be, andererseits weil er sich für die Aufarbeitung des Todes seines Vaters eingesetzt habe. Vorliegend komme die gestützt auf die aktuelle Lage in Sri Lanka nach wie vor wichtige Rolle der Paramili tärs hinzu. Der B e- schwerdeführer weise ferner ein spezifisches Risikoprofil auf und wäre damit bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt. Gleichzeitig machte er unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrecht e (EGMR) geltend, Personen, die bereits früher der Unterstützung der LTTE verdächtigt wo r- den seien und deshalb Sri Lanka verlassen hätten, würden bei der Einrei- se ins Land genauer überprüft. Schliesslich wurde im Verlaufe des weite- ren Beschwerdeverfahrens festgehalten, die Witwe von D._______ und heutige Parlamentsabgeordnete E._______, welche in die Untersuchu n- gen ihres später getöteten Ehemannes im Zusammenhang mit der E r- mordung des Vaters des Beschwerdeführers miteinbezogen gewesen sei, wäre bereit, als Zeugin Aussagen aus erster Hand zu ma chen, zumal sie selber an der Aufklärung des Todes ihres Ehemannes interessiert sei. Ausserdem wird in einer weiteren Eingabe des Beschwerdeführers unter Hinweis auf eine umfangreiche Länderdokumentation (Berichte von Men- schenrechtsorganisationen und Medien) geltend gemacht, das Urteil des Bundesverwaltungsgericht BVGE 2011/24, in welchem verschiedene (nicht abschliessende) Risikogruppen bezüglich der Flüchtlingseige n- schaft von tamilischen Personen in Sri Lanka definiert würden, stütze sich auf Berichte aus dem Jahr 2010. Zwei Jahre später präsentiere sich der rechtserhebliche Sachverhalt , wie sie den eingereichten Beweismittel n entnommen werden könne , deutlich anders . So werde beispielsweise i m aktuellsten Länderupdate der SFH (SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE [SFH], Sri Lanka: Aktuelle Situation, Update vom 15. November 2012) E-4947/2011 Seite 17 dargelegt, dass die aktuelle Einschätzung des Bundesverwaltungsg e- richts bezüglich Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs für Tamilen aus dem Norden Sri Lankas aus sozioökonomischen Gründe n und aufgrund des Risikos von Entführungen, Verhaftungen und Folter nicht korrekt sei. Auch aus den neuen UNHCR -Richtlinien betreffend i nternationalen Schutzbedarf sri -lankischer Asylgesuchsteller vom 21. Dezember 2012 ergebe sich, dass das Grundsatzurtei l des Bundesverwaltungsgerichts betreffend die Einschätzung der Sicherheitslage und die asylrelevante Gefährdung von rückkehrenden Tamilen nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten entspreche und dringend überarbeitet werden müsse. 8. 8.1 Vorliegend ist festzustellen, dass die gesuchsbegründenden Vorbri n- gen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen verm ö- gen. Vorab kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen hi n- gewiesen werden, wonach der Beschwerdeführer widersprüch liche und unsubstanziierte Aussagen gemacht hat. So hat er bezüglich der Zahlung an seine Verfolger bzw. Erpresser anlässlich der summarischen Befr a- gung angegeben, diese hätten von ihm 3 Lakh Rupien gefordert (vgl. Akte A1 S. 7), währenddem er bei der Bund esanhörung von 5 Lakh Rupien gesprochen hat. Dabei handelt es sich – 1 Lakh sind 100 000 – um einen wesentlichen Unterschied. Ein weiterer Widerspruch ist bei der Angabe des Beschwerdeführers hinsichtlich des Zeitpunkts der Aufgabe seines Geschäfts entstanden, wobei er diesen entgegen seinem Einwand bei der Bundesanhörung nicht zu erklären vermochte. Angesichts der hienach erwähnten Unstimmigkeiten kann indessen darauf verzichtet werden, nä- her darauf einzugehen. Er vermochte zu den zwei persönlichen Bege g- nungen mit seinen Verfolgern keine detaillierten Aussagen zu machen , wie dies von ihm hätte erwartet werden dürfen, zumal diese immerhin fünf respektive fünfzehn Minuten gedauert haben sollen. Schliesslich fällt die folgende Diskrepanz in den Vorbringen des Beschwerdeführers beson- ders ins Gewicht: So hat er erstmals anlässlich der Bundesanhörung e r- wähnt, D._______, einen mit ihm verwand ten Politiker – ein Cousin se i- ner Mutter – auf dessen Wahlveranstaltungen begleitet zu haben und deswegen zusammen mit diesem von Mitgliedern der EPDP verfolgt wor- den zu sein. Bei D._______ handelt es sich tatsächlich um einen bekann- ten Politiker, der sich insbesondere für die Anliegen der Tamilen eing e- setzt hatte und der im (…) 2007 im Rahmen einer Mediensendung ang e- kündigt hatte, anlässlich der Parlamentssitzung vom (…) 2008 einen Be- richt über die Involvierung von Personen, die für die Ermordung von Tami- len in Jaffna verantwortlich seien, vorzulegen. D._______ kam nicht mehr E-4947/2011 Seite 18 dazu, dieses Vorhaben umzusetzen, da er am (…) 2008 von unbekann- ten Tätern ermordet wurde. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer seine Verbindungen zu D._______ und dessen Ermordung respektive die Begleitung an dessen Wahlveranstaltungen nicht bereits bei der summ a- rischen Befragung im EVZ vorgebracht hat, lässt darauf schliessen, dass er versucht, mit dieser Angelegenheit seinen eigenen Vorbringen mehr Gewicht zu verleihen. Die im Zusammenhang mit D._______ vorgebrach- ten persönlichen Schwierigkeiten müssen daher als nachgeschoben und damit unglaubhaft bezeichnet werden. Daran vermögen auch die diesb e- züglichen Beweismittel nichts zu ändern, zumal ihnen nicht entnommen werden kann, dass der Beschwerdeführer in einer verwandtschaftlichen Beziehung zu D._______ gestanden und diesen an Wahlveranstaltungen begleitet hat. Aus diesen Gründen kann auf eine Zeugenbefragung der Witwe von D._______ verzichtet werden, zumal aus deren Aussagen "aus erster Hand" zu den Untersuchungen betreffend die Ermordung i h- res Ehemannes keine Rückschlüsse auf die Glaubwürdig keit des Be- schwerdeführers gezogen werden könnten. Selbst wenn eine verwand t- schaftliche Beziehung bestehen sollte, wird damit noch keine Gefährdung des Beschwerdeführers glaubhaft gemacht. 8.2 Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, er sei der Unterstützung der LTTE verdächtigt und deswegen von der EPDP mit dem Tod bedroht worden. Zudem habe er sich für die Aufarbeitung des Todes seines Vaters eingesetzt. Aus diesen Gründen weise er ein spezi fisches Risikoprofil auf und wäre bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt. Dazu sind vorab folgende Feststellungen zu machen: 8.2.1 Seit Mai 2009 ist gemäss weitgehend übereinstimmenden Berichten insgesamt von einer seit Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der sri-lankischen Armee und den LTTE erheblich verbesserten Lage in Sri Lanka auszugehen. Militärisch gelten die LTTE als vernichtet; es gibt keine Anzeichen, dass sie heute noch in der Lage wären, Angriffe auf die Sicherheitskräfte oder sonstige Attentate auszuführen. Die Sicherheitsl a- ge hat sich in bedeutsamer Weise stabilisiert, auch wenn sich das Land immer noch in einem Entwicklungsprozess befindet. Die Mensche n- rechtslage hat sich jedoch gleichzeitig nam entlich hinsichtlich der Me i- nungsäusserungs- und der Pressefreiheit weiter verschlechtert. Opposit i- onelle jeglicher Couleur werden seitens der Regierung als Staatsfeinde betrachtet und müssen mit entsprechenden Verfolgungsmassnahmen rechnen (vgl. BVGE 2011 /24 E. 7.6). Aus diesem Grunde definierte das Bundesverwaltungsgericht im Grundsatzurteil BVGE 2011/24 – im Sinne E-4947/2011 Seite 19 von Risikogruppen – Personenkreise, deren Zugehörige einer erhöhten Verfolgungsgefahr unterliegen. Zu diesen Risikogruppen gehören n a- mentlich (1) Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs ve r- dächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehungsweise gestanden zu sein, (2) kritisch auftretende Journalisten und Medienschaf- fende, (3) Menschenrechtsaktivisten und regimekritische Nichtregie- rungsorganisationen-Vertreter, ferner (4) Personen, die Opfer oder Zeuge schwerer Menschenrechtsverstösse wurden oder diesbezüglich jurist i- sche Schritte einleiten, sowie (5) Rückkehrer aus der Schweiz, denen n a- he Kon takte zu den LTTE unterstell t werden beziehungs weise die über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen (BVGE 2011/24 E. 8). Innerhalb der Risikogruppen muss im Einzelfall untersucht werden, ob die individ u- ellen Begebenheiten eine asylrelevante Verfolgungsgefahr zu begründen vermögen. Namentlich bildet nach Auffassung des Bundesverwaltungsge- richts der Umstand allein, dass ein Angehöriger der tamilischen Ethnie im Zeitraum vor dem Ende des Bürgerkriegs mit den LTTE in Kontakt kam, kein ausreichendes Kriterium für eine asylrechtlich relevante Gefährdung. Diese Einschätzung trifft auch zum heutigen Zeitpunkt zu, ist doch au f- grund der in den ehemals von den LTTE kontrollierten Gebieten von di e- ser Organisation aufgebauten Strukturen davon auszugehen, dass pra k- tisch die gesamte dortige Bevö lkerung entsprechende Kontakte aufwies. Die Wahrscheinlichkeit eines konkreten Verfolgungsrisikos setzt indessen ein entsprechendes besonderes Profil der betreffenden Person voraus (vgl. beispielsweise Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -1858/2012 vom 2 4. Januar 2013 E. 6.2). Die Lageeinschätzung wie sie im Grundsatzurteil BVGE 2011/24 zur Darstellung gelangt, ist weiterhin z u- treffend und wird in der jüngsten Einschätzung des UNHCR und in den weiteren vom Beschwerdeführer eingereichten Berichten betreffe nd die politische und menschenrechtliche Lage in Sri Lanka bestätigt (vgl. UNHCR: Eligibility Guidelines for Assessing the International Protection Needs of Asylum Seekers from Sri Lanka , 21. Dezember 2012; AMNESTY INTERNATIONAL [AI], Report 2012, London 2012, S. 314 ff. [AI-Index: POL 10/001/2012]; DIES., Sri Lanka: Locked away: Sri Lanka's security deta i- nees, London 2012 [AI -Index: ASA 37/003/2012]; HUMAN RIGHTS WATCH, World Report 2012, New York 2012, S. 388 ff.; INTERNATIONAL CRISIS GROUP, Sri Lanka's North I: The Denial of Minority Rights, Crisis Group Asia Report N°219, Colombo/Brüssel 2012; SCHWEIZERISCHE FLÜCHT- LINGSHILFE (SFH), Sri Lanka: Aktuelle Situation Situation für aus dem Norden oder Osten stammende TamilInnen in Colombo und für Rückke h- rerInnen nach Sri Lanka, Bern 2011 sowie Urteil des Bundesverwaltungs- gerichts E-2625/2011 vom 22. Januar 2013 E.5.5.3). Auch im neusten Be-E-4947/2011 Seite 20 richt der SFH wird zum Ausdruck gebracht, es gebe keine Hinweise, dass sämtliche Rückkehrenden systematisch entführt, verha ftet oder gefoltert werden würden (vgl. SFH, Aktuelle Situation, Bern, 15. November 2012, S. 20 ff.). Somit kann davon ausgegangen werden, dass auch nach Ko n- sultation insbesondere der vom Beschwerdeführer eingereichten Quellen bezüglich der Einschätzung der Lage in Sri Lanka rückkehrenden Tamilen gemäss der nach wie vor geltenden Rechtsprechung nicht in genereller Weise unmenschliche Behandlung droht (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). 8.2.2 Mit der Gefährdungssituation, jedoch im Hinblick auf eine EMRK - widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren, hat sich auch der EGMR wiederholt befasst (vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008; P .K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, En t- scheid vom 20. Januar 2011; E.G. v. United Kingdom, Ap plication no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Auch der EGMR hält fest, dass nicht in genereller Weise davon auszug ehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe unmenschliche Behandlung; eine entsprechende Risik o- einschätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betre f- fende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Interesse. Als derartige risikob e- gründende Faktoren nennt der EGMR namentlich Aspekte wie eine frühe- re Registrierung als verdächtigtes oder tatsächliches LTTE -Mitglied, das Bestehen einer Vorstrafe oder eines offenen Haftbefehls, die Flucht aus der Haft oder aus Kautionsauflagen, die Unterzeichnung eines Gestän d- nisses oder ähnlicher Dokumente, die Anwerbung als Informant der S i- cherheitskräfte, die Existenz von Körpernarben, die Rückkehr nach Sri Lanka von London oder von einem anderen Ort, welcher als LTTE - Finanzmittelbeschaffungszentrum gilt, das Fehlen von Identitätspapieren oder anderen Dokumenten, die Asylgesuchstellung im Ausland oder die Verwandtschaft mit einem LTTE-Mitglied (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). 8.3 8.3.1 Was die geltend gemachte Ermordung seines Vaters im Jahre 2006 wegen vermeintlicher Unterstützung der LTTE betrifft, liegen einerseits keine zum Nachweis seiner Identität rechtsgenüglichen Identitätspapiere vor. Abgesehen davon vermag der Beschwerdeführer aus diesem U m- stand keine Gefährdung im Sinne der im oben erwähnten Urteil BVGE 2011/24 E. 8 aufgeführten Risikogruppen abzuleiten. E-4947/2011 Seite 21 8.3.2 Zudem konnte er eine gegen ihn selber gerichtete Verfolgung durch Mitglieder der EPDP – ebenfalls wegen Verdachts der LTTE-Unter- stützung – wie hievor aufgezeigt worden ist, nicht glaubhaft machen. Selbst bei einem allfälligen Verdacht der LTTE-Unterstützung hat er we- der geltend gemacht, mit hochrangigen Personen der LTTE in Kontakt gestanden zu sein, noch an Kriegshandlungen teilgenommen zu haben. Abgesehen davon ist festzustellen, dass wohl alle Personen, welche wie der Beschwerdeführer im von den LTTE kontrollierten Gebiet gelebt h a- ben, Kontakt mit den LTTE hatten und nicht alleine deshalb Schutz g e- mäss des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) benötigen (vgl. UNHCR, a.a.O. 2012, S. 26). Somit kann eine wegen Verbindungen zur LTTE bestehende asyl- rechtlich relevante Gefährdung ausgeschlossen werden. 8.3.3 Schliesslich vermag auch der Umstand, dass sich der Beschwerd e- führer seit vier Jahren in der Schweiz aufhält und hier um Asyl ersucht hat, nicht zur Annahme einer begründeten Furcht vor zukünftiger Verfo l- gung zu führen, da aufgrund seiner Vorbringen keine Anhaltspunkte dafür bestehen, er habe sich im nahen Umfeld der LTTE bewegt. Er machte auch nicht geltend, dass er s eit seiner Ausreise von der sri -lankischen Armee gesucht worden wäre respektive diese sich bei seinen in Sri Lanka verbliebenen Verwandten nach ihm erkundigt hätten. An dieser Einschät- zung vermögen auch die von ihm vorgelegten Dokumente nichts zu ä n- dern. Dies gilt insbesondere für die Vielzahl an eingereichten Berichten, die sich entweder zur allgemei nen Situation in Sri Lanka oder zu einze l- nen Fällen von Menschenrechtsverletzungen äussern, indessen ohne konkreten Bezug zur Person des Beschwerdeführers und dessen indiv i- duellen Asylvorbringen sind. Den Berichten kann zwar entnommen wer- den, dass die allg emeine Menschenrechtslage in Sri Lanka auch nach dem Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 noch in verschiedener Hinsicht als problematisch zu bezeichnen ist und ehemalige Angehörige und A n- hänger der LTTE unter bestimmten Umständen mit erheblichen Probl e- men konfrontiert sind. Diese Beobachtungen werden auch vom Bunde s- verwaltungsgericht geteilt. Aller dings ist gestützt auf diese und weitere Berichte unabhängiger Institutionen und Organisationen ebenfalls festz u- stellen, dass die Wahrscheinlichkeit einer konkreten asylrechtlich relevan- ten Gefährdung zum heutigen Zeitpunkt ein entsprechendes Profil der betreffenden Person voraussetzt. Wie in den vorangehenden Erwägu n- gen festgestellt worden ist, können den Vorbringen des Beschwerdefü h- rers keine konkreten und stichhaltigen Hinweise entnommen werden, wo- nach er ein Risikoprofil aufweist, das ihn im heutigen Zeitpunkt und unter E-4947/2011 Seite 22 den derzeit in Sri Lanka herrschenden Bedingungen in seinem Heima t- staat als in asylrelevanter Weise gefährdet erscheinen liesse. 8.3.4 Was die unter Hinweis auf aktuelle Berichte von Menschenrechtsor- ganisationen gemachten Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Eingabe vom 21. Januar 2013 (S. 22 ff.) , wonach tamilische Rückkehre- rInnen dem Generalverdacht der LTTE-Verbindung ausgesetzt und damit gefährdet seien, bei ihrer Einreise verfolgt zu werden, betrifft, kann auch diesen nicht gefolgt werden. Nach Kenntnis des Gerichts handelt es sich bei den bislang registrierten Übergriffen der sri -lankischen Sicherheitsor- gane gegen über tamilischen RückkehrerInnen (vgl. die zusammenfa s- sende und auf eine Viel zahl von Quellen hinweisende Antwort der Info r- mationsstelle [Direction de recherche] der kanadischen Immigrations- und Flüchtlingsbehörde [Commission de l'immigration et du statut de réfugié du Canada] vom 12. Februar 2013; http://www.ecoi.net : "Sri Lanka: Treatment of Tamil returnees to Sri Lanka …", letztmals besucht am 30. Mai 2013) nicht um ein allgemeines Phänomen, sondern um Einze l- fälle, bei welchen über d ie Motive der verfolgenden Sicherheitsorgane kaum etwas bekannt ist und die nicht eine Verfolgung aller Rückkehrer In- nen wahrscheinlich erscheinen lassen. Angesichts des fehlenden Risik o- profils des Beschwerdeführers ist in Weiterführung der Praxis gemäss BVGE 2011/24 E. 10.4.2 (und der dort zitierten Praxis des EGMR) die Wahrscheinlichkeit einer menschenrechtswidrigen Behandlung des B e- schwerdeführers aus einem in Art. 3 AsylG genannten Verfolgungsgrund zu verneinen. 8.3.5 Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdefüh rer nicht gelungen, eine bestehende oder unmittelbar drohende asylrelevante Verfolgungsge- fahr glaubhaft zu machen oder nachzuweisen. Das BFM hat sein Asylge- such zu Recht abgewiesen. 9. 9.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 9.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). E-4947/2011 Seite 23 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen B estimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E.10.2 S. 502). 10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person i n irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 10.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vor liegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde -E-4947/2011 Seite 24 führers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 10.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde - führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie je ner des UN - Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete G e- fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall ei- ner Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vo m 28. Februar 2008, B eschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). 10.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht nahm, wie bereits vorstehend au s- geführt, in BVGE 2011/24 zur Frage der Gefährdung von Personen aus Sri Lanka eine Lageana lyse vor. Es gebe Pe rsonenkreise, die immer noch einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt sein könnten. Indes ist entgegen den Ausführungen in der Beschwerde nicht in genereller Weise davon auszugehen, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka u n- menschliche Behandlung (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2; SFH-Bericht vom 15. November 2012, a.a.O, S. 20 ff.; UNHCR, a.a.O, S. 26 ff.). Auch der EGMR hält fest , dass nicht in genereller Weise davon auszu gehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe unmenschliche Behand lung; eine en t- sprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr ver schiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Ein zelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Interesse. 10.4.2 Eine entsprechende konkrete Gefahr, die dem Beschwerdeführer drohen könnte, ist jedoch nicht ersichtlich. So wurde bereits festgestellt, dass die Asylvorbrin gen des Beschwerdeführers nicht auf begründete Furcht vor ernst haften Nachteilen im Falle der Rückkehr ins Heimatland schliessen lassen. Gegenteiliges vermag er auch nicht mit den eing e- reichten Beweismitteln, aus denen kein "real risk" abgeleitet werden kann, zu belegen. 10.5 Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka und die neue- ren Berichte über abgewiesene Asylsuchende, die aus einem europä i- schen Land nach Sri Lanka zurückgeführt worden sind und bei ihrer A n-E-4947/2011 Seite 25 kunft verhaftet und gefoltert worden seien (vgl. hievor E. 8.3.4 ), lassen den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er- scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 10.6 10.6.1 L emäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet s ind, Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 10.6.2 Das Bundesverwaltungsgericht hielt in BVGE 2011/24 zur Situation in Sri Lanka fest, dass der Vollzug der Wegweisung in alle Landesteile Sri Lankas, insbesondere in den Grossraum Colombo, grundsätzlich zumu t- bar. Ausnahme bildet die Nordprovinz. Dort ist der Vollzug ins Vanni - Gebiet unzumutbar. Bezüglich der übrigen Gebiete der Nordprovinz ist der Vollzug nicht generell unzumutbar, sondern es muss im Einzelfall eine zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbark eitskriterien vo r- genommen werden. Im Distrikt Jaffna, von wo der Beschwerdeführer stammt, hat sich die Sicherheits - und Versorgungslage seit dem Krieg s- ende deutlich verbessert. Die Militärpräsenz hat abgenommen, ist aber nach wie vor überall sichtbar. Gleichzeitig haben die Polizei - und Zivilbe- hörden ihre Funktionen und Tätigkeiten wieder aufgenommen, so dass keine Situation allgemeiner Gewalt mehr herrscht. Die politische Lage ist ebenfalls nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr in dieses Gebiet als generell unzumutbar eingestuft werden muss. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet eine sorgfä l- tige, zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zum utbarkeitskriterien auf, bei der auch das zeitliche Element (Ausreise vor oder nach dem E n- de des Bürgerkrieges im Mai 2009) gebührend zu berücksichtigen ist (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). 10.6.3 Der Beschwerdeführer stammt eigenen Angaben zufolge aus dem Distrikt Jaffna, wo er bis zu seiner Ausreise lebte. Gemäss seinen Auss a- gen leben dort nach wie vor seine Mutter und Geschwister (vgl. Akte A1 E-4947/2011 Seite 26 S. 4). Somit ist anzunehmen, dass er über ein familiäres Beziehungsnetz sowie über eine gesicherte Wohnsituation verfügt, und er sich trotz der längeren Abwesenheit wieder integrieren kann. Vor der Ausreise aus Sri Lanka führte er das (…)geschäft seines Vaters weiter. Zudem arbeitete er in der Schweiz als Chauffeur und Verkäufer und verfügt damit über B e- rufserfahrungen, die ihm beim Wiederaufbau einer Existenzgrundlage von Nutzen sein können. Beim Beschwerdeführer handelt es sich zudem um einen jungen, ledigen und – den Akten kann nichts anderes entnommen werden – gesunden Mann. 10.6.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 10.7 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zustä n- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserhe blichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG ; Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-4947/2011 Seite 27 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener Versand: