B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II Postfach CH-9023 St. Gallen Telefon +41 (0)58 705 25 60 Fax +41 (0)58 705 29 80 www.bundesverwaltungsgericht.ch Geschäfts-Nr. B-4958/2013 stm/deb Z w i s c h e n e n t s c h e i d v o m 2 3 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richter Pascal Richard, Richterin Eva Schneeberger, Gerichtsschreiberin Barbara Deli. Parteien ARGE X._______ , bestehend aus: 1. A._______AG, 2. B._______AG, 3. C._______AG, alle vertreten durch Rechtsanwältinnen lic. iur. LL.M. Claudia Schneider Heusi und/oder lic. iur. Katharina Bossert, Schneider Rechtsanwälte AG, Seefeldstrasse 60, Postfach 1016, 8034 Zürich, Beschwerdeführerinnen, gegen AlpTransit Gotthard AG, Zentralstrasse 5, 6003 Luzern, Vergabestelle, Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen – Zuschlagsentscheid vom 15. August 2013 betreffend Projektcontrollingsystem (PCS) – SIMAP Meldungsnummer 786689 (Projekt-ID 102814), B-4958/2013 Seite 2 stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: A. A.a Die ARGE X._______ , bestehend aus der A._______AG, der B._______AG, sowie der C._______AG (im Folgenden: Beschwerdefüh- rerinnen), erhebt mit Eingabe vom 3. September 2013 (Posteingang 5. September 2013) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die auf der Internetplattform simap.ch am 15. August 2013 publizierte Ver- fügung der AlpTransit Gotthard AG (im Folgenden: Vergabestelle) betref- fend den Zuschlag im Beschaffungsverfahren unter dem Projekttitel "Pro- jektcontrollingsystem (PCS) " (Meldungsnummer 78668 9, Projekt - ID 102814). A.b Die Beschwerdeführerinnen beantragen in der Hauptsache die Auf- hebung der Verfügung; der Zuschlag sei den Beschwe rdeführerinnen an Stelle der "Mitbeteiligten" (bzw. recte Zuschlagsempfängerin) zu erteilen. Eventualiter sei die Vergabestelle anzuweisen, die Leistung aufgrund e i- ner erneuten korrekten Bewertung der Angebote, unter Einbezug des An- gebots der Beschwerdefüh rerinnen und unter Ausschluss der unzuläss i- gen Offerten, sowie unter Einhaltung der Ausstandsvorschriften zu verge- ben. Subeventualiter sei das Vergabeverfahren unter Verzicht auf unz u- lässige und übermässig wettbewerbseinschränkende Spezifikationen s o- wie unter Einhaltung der Ausstandsvorschriften neu durchzuführen. Wei- ter wird zur Verfahrensleitung beantragt, dass der Beschwerde zunächst superprovisorisch und danach definitiv die aufschiebende Wirkung zu e r- teilen sei; gleichzeitig seien der Vergabestelle sämtliche Vollzugsvorkeh- rungen, namentlich der Vertragsschluss mit der Zuschlagsempfängerin, zu untersagen. Zudem sei den Beschwerdeführerinnen Einsicht in die vollständigen Akten zu gewähren und hernach und noch vor Ergehen des Zwischenentscheids betreffend aufschiebende Wirkung Gelegenheit zur Beschwerdeergänzung zu geben sowie ein zweiter Schriftenwechsel a n- zuordnen. Die Beilagen der Beschwerdeführerinnen seien vertraulich zu behandeln. Gegebenenfalls sei für die Beurteilung technischer Fragen ein Sachverständiger beizuziehen. Im Rahmen der Begründung der B e- schwerde wird namentlich eine Ermessensüberschreitung und die massi- ve Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes, des Transparenzg e- bots und der Pflicht zur Stärkung des Wettbewerbs geltend gemacht. Ins- besondere habe die Vergabestelle den Zeitpunkt, zu welchem die techni- schen Spezifikationen erfüllt sein müssen, anders definiert als aufgrund der Ausschreibung habe erwartet werden dürfen. Konkret gehe es darum, dass das Basissystem der Beschwerdeführerinnen auf Oracle beruhe und die gesamthafte Migration zum Microsoft SQL Server noch ausstehe. Die Beschwerdeführerinnen hätten belegt, dass das angebotene System mehr als ein Jahr vor der Abnahme des Gesamtsystems – wie im Ra h-B-4958/2013 Seite 3 men der technischen Spezifikatio nen gefordert – auf einer Datenbank Microsoft SQL Server anstatt der aktuellen Oracle-Datenbank betrieben werden könne (vgl. Beschwerde, S. 8 ). Ausserdem seien sämtliche Ei g- nungsanforderungen erfüllt. Der Erteilung der aufschiebenden Wirkung würden keine e rheblichen öffentlichen oder privaten Interessen entg e- genstehen; es sei keine Dringlichkeit gegeben. Demgegenüber würden die Interessen der Beschwerdeführerinnen an der Gewährung der au f- schiebenden Wirkung überwiegen, denn der Vertrag mit der Zuschla g- sempfängerin könne andernfalls nicht mehr aufgehoben werden. Die Ver- gabestelle habe viel Zeit für die Ausschreibung und die Evaluation der Angebote in Anspruch genommen und könne sich alleine aus diesem Grunde schon nicht auf eine zeitliche Dringlichkeit berufe n (vgl. Be- schwerde, S. 10). B. B.a Mit Zwischenverfügung vom 5. September 2013 wurde die aufschi e- bende Wirkung einstweilen superprovisorisch erteilt . Mit gleicher Verf ü- gung wurde die Vergabestelle aufgefordert, zu den prozessualen Antr ä- gen der Beschwerdeführerin nen, namentlich, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, Stellung zu nehmen. Zudem wurde die Vergabestelle ersucht, die vollständigen Akten betreffend das in Frage stehende Vergabeverfahren einzureichen und dabei die ihrer Auffassung nach von der Akteneinsicht auszunehmenden Aktenstücke und die abz u- deckenden Passagen genau zu bezeichnen. Der Zuschlagsempfängerin wurde ebenfalls bis zum 17. September 2013 Frist angesetzt zur Ste l- lungnahme unter Hinweis auf das mit der Parteistellung verb undene Kos- tenrisiko. B.b Die Vergabestelle beantragt in ihrer "Vernehmlassung zum Gesuch um aufschiebende Wirkung" vom 17. September 2013 (im Folgenden: Vernehmlassung) die Aufhebung der superprovisorisch angeordneten aufschiebenden Wirkung und die Abweisung des Gesuchs um aufschi e- bende Wirkung. Sie begründet dies einerseits mit der Aussichtslosigkeit der Beschwerde; die von den Beschwerdeführerinnen angebotene Oracle Datenbank halte die technischen Spezifikationen nicht ein (vgl. Vernehm- lassung, S. 17 ff.). Da die Vergabestelle seit 2007 mit einem Projektcon t- rollingsystem arbeite, welches nicht mehr entwicklungsfähig sei, bestehe andererseits ein wachsendes Risiko des Systemversagens. Demnach überwiegt nach Ansicht der Vergabestelle das öffentliche Interesse an der Nichtgewährung der aufschiebenden Wirkung die privaten Interessen der Beschwerdeführerinnen (vgl. Vernehmlassung, S. 11 f.). Gleichzeitig wur- den ein Order mit Beilagen zur Vernehmlassung ("Beweismittel") sowie die Vorakten, bestehend aus zwei Ordnern "Ausschreibungsunterlagen" und zwei Ordnern "Evaluation", eingereicht. B-4958/2013 Seite 4 B.c Die Zuschlagsempfängerin teilte zwar mit Eingabe vom 9. September 2013 ihr Zustelldomizil in der Schweiz mit und ersuchte mit Eingabe vom 18. September 2013 um Zustellung der Beschwerdeschrift , verzichtete aber auf eine Stellungnahme zu den prozessualen Anträgen der B e- schwerdeführerinnen. B.d Die Vernehmlassung wurde den Beschwerdeführerinnen mit Verf ü- gung vom 18. September 2013 zugestellt, wobei ihnen teilweise Akten- einsicht im Umfang der nicht strittigen Akten im Ordner "Beweismittel" gewährt wurde. Gleichzeitig wurde die Vergabestelle aufgefordert, in B e- zug auf die Vernehmlassungsbeilagen wie auch die Vorakten geeignete Abdeckungsvorschläge einzureichen. Den Beschwerdeführerinnen wurde sodann freigestellt, sich bis zum 27. September 2013 zu den prozessua- len Anträgen der Vergabestelle zu äussern. C. C.a Am 19. September 2013 reichte die Vergabestelle Abdeckungsvo r- schläge in Bezug auf die strittigen Akten stücke im Ordner "Beweismittel" in elektronischer Form ein. Diese wurden gleichentags den Beschwerd e- führerinnen in der von der Vergabestelle abgedeckten Form zugestellt. C.b Mit Stellungnahme vom 20. September 2013 reichte die Vergabestel- le die restlichen Abdeckungsvorschläge für das Aktenverzeichnis und die vier Voraktenordner ein. Diese teilweise abgedeckten Akten wurden den Beschwerdeführerinnen mit Verfügung vom 24. September 2013 zug e- stellt, wobei das Gericht einstweilen flächendeckend die nur teilweise be- antragte Abdeckung von Drittanbieter namen vor nahm (vgl. Aktennotiz vom gleichen Tag). D. Am 27. September 2013 reichten die Beschwerdeführerinnen eine Ste l- lungnahme zu den prozessualen Anträgen der Vergabestelle ein. Sie hiel- ten an ihren Anträgen gemäss der Beschwerde vom 3. September 2013 fest, insbesondere am Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wi r- kung. Sie führen namentlich aus, dass sie in ihrer Beschwerde substanzi- iert dargelegt hätten, dass sich die Ansicht der Ver gabestelle angesichts der geltenden Sach- und Rechtslage als unhaltbar und willkürlich erweist. Es gehe namentlich nicht an, die seitens der Beschwerdeführerin nen an- gebotene Software als den technischen Spezifikationen nicht genügend zu beschreiben, obwohl die in Frage stehenden Anforderungen erst im Rahmen der Erbringung der nachgefragten Leistung als Meilensteine d e- finiert seien. Damit erweise sich die Beschwerde jedenfalls nicht als o f- fensichtlich unbegründet. Zudem sei eine allfällige Dringlichkeit von der Vergabestelle selbst verschuldet, da sie die ungeeigneten Anbieter nicht B-4958/2013 Seite 5 vor Erteilung des Zuschlags aus dem Vergabeverfahren ausgeschlossen habe. Ausserdem werde die Dringlichkeit bestritten, zumal kein Nachweis vorliege, wonach das heutige System nicht übergangsweise etwas länger weiterlaufen könne. Weil von der Vergabestelle auch kein übermässiges Schadenpotenzial durch die Gewährung der aufschiebenden Wirkung dargelegt w orden sei , überwiege das öffentliche Interesse an der G e- währleistung eines wirksamen Rechtsschutzes sowie die Interessen der Beschwerdeführerinnen am Zuschlag des Auftrags den Interessen der Vergabestelle. Aus diesen Gründen sei die aufschiebende Wirkung zu e r- teilen (vgl. S. 5 ff. der Stellungnahme vom 27. September 2013). Ausser- dem stellten die Beschwerdeführerinnen ergänzende Anträge zur Akte n- einsicht. E. E.a Der Vergabestelle wurde diese Stellungnahme mit Verfügung vom 30. September 2013 zugestellt, wobei sie ersucht wurde, zu den Akte n- einsichtsanträgen der Beschwer deführerinnen vom 27. September 2013 Stellung zu nehmen. Ausserdem wurde es der Vergabestelle freigestellt, zu den Vorbringen der Beschwerdeführerinnen materiell Stellung zu nehmen. E.b Mit ihrer "Vernehmlassung zur Stellungnahme vom 27. September 2013" vom 4. Oktober 2013 äussert sich die Vergabestelle zum Antrag der Beschwerdeführerinnen auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung ausführlich, bestreitet deren Vorbringen und hält weiterhin an ihrem A n- trag auf Nichtgewährung der aufschiebenden Wirkung fest. Ausserdem reichte sie in teilweise abgedeckter Form die Protokolle betreffend die formelle Prüfung der Drittanbieter ein, welche den Zuschlag nicht erhalten haben. E.c Die Abdeckungsvorschläge der Vergabestelle wurden durch gerichtli- che Abdeckungen betreffend die I dentität der Drittanbieter ergänzt. Mit Verfügung vom 7. Oktober 2013 wurde die Vernehmlassung vom 4. Oktober 2013 inkl. teilweise geschwärzter Beilagen den Beschwerd e- führerinnen zugestellt. B-4958/2013 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gegen Verfügun gen über den Zuschlag in Vergabeverfahren steht die Beschwerde an das Bundesverwaltungsg ericht offen (Art. 27 Abs. 1 i. V. m. Art. 29 lit. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen, BöB, SR 172.056.1). Das Bunde s- verwaltungsgericht entscheidet auch über Gesuche um Erteilung der au f- schiebenden Wirkung (Art. 28 Abs. 2 BöB). 1.2. Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind die Vo r- schriften des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwa l- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) massgebend, soweit das BöB und das Bundesgesetz über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann die Unangemessenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 1.3. Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO - Übereinkommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffung s- wesen (Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unterstellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1 mit Hinweisen). Es ist anwendbar, wenn die Auftraggeberin dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der Beschaffungsgegenstand sachlich erfasst wird (Art. 5 BöB), der ge- schätzte Wert des zu vergebenden öffentlichen Auftrages den entspr e- chenden Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und keiner der Ausnahmetatbestände von Art. 3 BöB gegeben ist. 1.4. 1.4.1. Mit dem Inkrafttreten des bilateralen Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europä- ischen Gemeinschaft über bestimmte Aspekte des öffentlichen Bescha f- fungswesens (Bilaterales Abkommen Schweiz-EG, SR 0.172.052.68) am 1. Juni 2002 wurden die Anbieter von Dienstleistungen des Schienenve r- kehrs den Regeln über das öffentliche Beschaffungswesen unterstellt (Art. 3 Abs. 2 Bst. d und Abs. 3 Bilaterales Abkommen Schweiz-EG sowie Anhang II B). Im Sektorenbereich Eisenbahnen (Bau und Betrieb von E i- senbahnanlagen) sind die Schweizerischen Bundesbahnen ( SBB AG), die Unternehmen, bei denen diese die Aktienmehrheit besitzen, und die anderen Betreiber von Eisenbahnanlagen, die unter dem beherrschenden Einfluss des Bundes stehen, dem BöB direkt unterstellt. B-4958/2013 Seite 7 1.4.2. Die am 12. Mai 1998 gegründete AlpTransit Gotthard AG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der SBB und somit gestützt auf Art. 2 Abs. 2 BöB in Verbindung mit Art. 2a Bst. b der Verordnung vom 11. Dezember 1995 über das öffentliche Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) direkt dem Beschaffungsrecht u nterstellt (vgl. Peter Gal- li/André Moser/Elisabeth Lang/Marc Steiner , Praxis des öffentlichen B e- schaffungsrechts, 3. Auflage, Zürich 2013, Rz. 29 f. und Rz. 158). In Arti- kel 13 des Bundesgesetzes über den Bau der schweizerischen Eise n- bahn-Alpentransversale vom 4. Oktober 1991 (Alpentransit -Gesetz, AtraG, SR 742.104, ursprünglich Alpentransit-Beschluss) wird hierzu festgehalten, dass der Bund im Rahmen seines Submissionsrechts für Planung, Projektierung und Bau den freien Wettbewerb für die einzelnen Teilstücke sicherstellt (Abs. 1) und für in - und ausländische Bewerber die gleichen Wettbewerbsbedingungen zu verlangen sind (Abs. 2). Art. 13 Abs. 1 AtraG wird durch die Verordnung über den Bau der schweizer i- schen Eisenbahn-Alpentransversale vom 28. Februar 2001 (Alpentransit- Verordnung, AtraV, SR 742.104.1) konkretisiert. Gemäss Art. 4 AtraV un- terstehen die Vergaben der Ersteller von Liefer -, Dienst leistungs- und Bauaufträgen im Rahmen des Alpentransit -Beschlusses wie die entspr e- chenden Beschaffungen der SBB dem BöB. Damit ist die AlpTransit Gott- hard AG eine Auftraggeberin im Sinne desselben. 1.5. 1.5.1. Nachgefragt wird vorliegend eine Dienstleistung, mittels welche r die "Konzeptionierung, Entwicklung und Erstellung der IT -Lösung für ein Projektcontrollingsystem PCS als Gesamtsystem für das Kosten - und Fi- nanzcontrolling sowie den Landerwerb des Infrastruktur -Grossprojektes AlpTransit Gotthard" beschafft werden soll (vgl. Ziffer 2.5 der Ausschre i- bung vom 2. April 2013, SIMAP Meldungsnummer 770221, Projekt - ID 96949, wobei die Projekt-ID nicht mit derjenigen des Zuschlags übe r- einstimmt). Das Projektcontrollingsystem (PCS) bezieht sich auf das Bauherrencontrolling von Infrastrukturprojekten (vgl. Ziffer 3 des Laste n- hefts, Seite 12). 1.5.2. Die Bezeichnung als Dienstleistungsauftrag ist nicht zu bemängeln. Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB bedeutet der Begriff "Dienstleistungsau f- trag" einen Vertrag zwischen der Auftraggeberin und einem Anbieter über die Erbringung einer Dienstleistung nach Anhang 1 Annex 4 GPA (BVGE 2008/48 E. 2.3). Hierf ür wiederum massgeblich ist die Zentrale Produ k- teklassifikation der Vereinten Nationen (CPC prov; Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts [BVGer] B -1773/2006 vom 25. September 2008, au s- zugsweise publiziert in BVGE 2008/48, E. 3). Die Ausschreibung ordnet die B eschaffung der CPV -Nummer 72212331 "Entwicklung von Projek t- managementsoftware" zu. Dies entspricht der Referenznummer 84240 B-4958/2013 Seite 8 gemäss CPCprov. Damit ist die Beschaffung der Kategorie "Informatik und verbundene Tätigkeiten" mit der Referenznummer 84 zuzuordnen, welche von Anhang 1 Annex 4 GPA erfasst wird (vgl. BVGE 2011/17 E. 5.4.3). Die Auftragsart fällt demnach vorbehältlich des Zusammenhangs mit dem Verkehr (vgl. dazu E. 1.6 hiernach) in den sachlichen Anwe n- dungsbereich des BöB. 1.5.3. Gemäss Art. 1 Bst. d Ziff. 1 der Verordnung des EVD über die A n- passung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen für die Jahre 2012 und 2013 vom 23. November 2011 (SR 172.056.12) bzw . Art. 6 Abs. 1 Bst. d Ziff. 1 BöB beträgt der Schwellenwert für Lieferungen und Dienstlei stungen der Vergabestelle im Sektorenbereich CHF 700'000.–. Dieser wird im vorliegenden Fall ohne Weiteres erreicht. 1.6. Zusammenfassend ergibt sich, dass vorliegend eine dem BöB unte r- stehende Auftraggeberin eine grundsätzlich dem BöB unterstehende Dienstleistung vergeben hat. Ausnahmen im Sinne von Art. 3 BöB sind nicht gegeben. Im Rahmen der prima facie -Würdigung der Erfolgsau s- sichten der Beschwerde wird indessen zu prüfen sein, ob die in Frage stehende Dienstleistung unmittelbar etwas mit dem Verkehr zu tun hat, wie dies Art. 2a Abs. 2 Bst. b VöB verlangt (vgl. dazu E. 3 hiernach). 1.7. Als nicht berücksichtigte Anbieterinnen sind die Beschwerdeführerin- nen nach Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwerde legitimiert (vgl. Zwischen- entscheid des Bundesverwaltungsgerichts B -4717/2010 vom 23. Se p- tember 2010 E. 1.4). Die Anfechtung der am 15. August 2013 publizierten Zuschlagsverfügung ist fristgerecht erfolgt (Art. 50 Abs. 1 VwVG). Die Form der Beschwerde ist gewahrt (Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Kostenvo r- schuss wurde fristgerec ht bezahlt (A rt. 63 Abs. 4 VwVG). Die Recht s- vertreterinnen der Beschwerdeführerin nen haben sich rechts genüglich durch Vollmacht ausgewiesen (Art. 11 Abs. 2 VwVG). 1.8. Über das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Rahmen der Anfechtung eines Zuschlags entscheidet das Bundesverwal- tungsgericht gemäss ständiger Praxis in Dreierbesetzung (Zwischenent- scheid des BVGer B -3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publ i- ziert in BVGE 2009/19, E. 1.2 mit Hinweisen). 2. Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheides bildet allein der A n- trag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Im Unterschied zu Art. 55 Abs. 1 VwVG sieht Art. 28 Abs. 1 BöB vor, dass der Beschwerde von Ge- setzes wegen keine aufschiebende Wirkung zukommt. D iese kann vom Bundesverwaltungsgericht – entgegen den Ausführungen der Beschwe r-B-4958/2013 Seite 9 deführerinnen – nicht von Amtes wegen, sondern nur auf Gesuch hin e r- teilt werden (Art. 28 Abs. 2 BöB; PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Auf- lage, Zürich 2013, Rz. 1339 i.V.m. Rz. 1331). Vorliegend enthält die B e- schwerde ein entsprechendes Begehren. 2.1. Das BöB nennt keine Kriterien, welche für die Frage der Gewährung oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind. Es könn en indes die Grundsätze übernommen werden, die Rechtspr e- chung und Lehre zur Anwendung von Art. 55 VwVG entwickelt haben. Danach ist anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob die Gründe, die für eine sofortige Vollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sin d als j e- ne, die für die gegenteilige Lösung angeführt werden können (BGE 129 II 286 E. 3; Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts.B - 6837/2010 vom 16. November 2010 E. 2.1 mit Hinweisen). Dass der G e- setzgeber im BöB den Suspensiveffekt in Abweichung zum VwVG nicht von Gesetzes wegen gewährte, zeigt, dass er sich der Bedeutung dieser Anordnung im Submissionsrecht bewusst war und eine individuelle Pr ü- fung dieser Frage als notwendig erachtete, nicht aber, dass er diesen nur ausnahmsweise gewährt haben w ollte (vgl. zum Ganzen den Zwische n- entscheid des Bundesverwaltungsgerichts B3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19, E. 2.1 mit Hinweisen). 2.2. Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor, so ist im Sinne einer prim a facie-Würdigung der materiellen Rechtslage in einem ersten Schritt zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden Akten d a- von auszugehen ist, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist. Ist dies der Fall, ist die aufschiebende Wirkung von vornherein nic ht zu gewähren. Dasselbe gilt für den Fall, dass die Zuständigkeit des Bunde s- verwaltungsgerichts prima facie aller Voraussicht nach nicht gegeben ist (Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts B -6177/2008 vom 20. Oktober 2008 E. 3.1). Werden der Besc hwerde hingegen Erfolg s- chancen zuerkannt oder bestehen darüber Zweifel, so ist über das B e- gehren um aufschiebende Wirkung aufgrund der erwähnten Interesse n- abwägung zu befinden. In die Abwägung einzubeziehen sind, nach der ständigen Praxis der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentli- che Beschaffungswesen (BRK), die sich das Bundesverwaltungsgericht mit dem Entscheid BVGE 2007/13 (E. 2.2) im Grundsatz zu eigen g e- macht hat, einerseits die Interessen der Beschwerdeführerin nen an der Aufrechterhaltung d er Möglichkeit, den Zuschlag zu erhalten, wobei zugleich ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Gewährung effekt i- ven Rechtsschutzes besteht (Zwischenentscheid des Bundesverwa l- tungsgerichts B-6177/2008 vom 20. Oktober 2008 E. 2). Diesen gege n- über ste hen die öffentlichen Interessen, die die Auftraggeberin wahrz u-B-4958/2013 Seite 10 nehmen hat. So wird in der GATT -Botschaft 2 vom 19. September 1994 namentlich festgehalten, gegen den automatischen Suspensiveffekt spre- che die Gefahr von Verzögerungen und erheblichen Mehrkoste n (BBl 1994 IV 950 ff., insbes. S. 1197; vgl. auch S. 1199; vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B -3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19, E. 2.1). Entspr e- chend hält das Bundesgericht im Rahmen de r Auslegung von Art. 17 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Bescha f- fungswesen vom 15. März 2001 (IVöB; SR 172.056.4) fest, dass dem ö f- fentlichen Interesse an einer möglichst raschen Umsetzung des Vergabe- entscheides von vornherein ein erhebliches Gewicht zukommt (Urteil des Bundesgerichts 2P .103/2006 vom 29. Mai 2006 E. 4.2.1 mit Hinweisen; in diesem Sinne auch BVGE 2008/7 E. 3.3). Auch allfällige Interessen Dri t- ter, namentlich der übrigen an einem Beschaffungsgeschäft Beteiligten, sind nach der ständigen Praxis zu berücksichtigen. Ausgangspunkt muss dabei – insbesondere auch in Anbetracht der Zielsetzung von Art. XX Ziff. 2 und 7 Bst. a GPA – die Gewährung eines effektiven Rechtsschu t- zes und die Verhinderung von Zuständen sein, welch e das Rechtsmittel illusorisch werden lassen (BVGE 2007/13 E. 2.2 mit Hinweisen). 3. 3.1. Vom Anwendungsbereich des BöB ausgenommen, sind alle Tätigkei- ten der nach Art. 2a Abs. 1 Bst. a VöB unterstellten Unternehmen, die nicht unmittelbar etwas mit dem Bereich V erkehr zu tun haben (Art. 2 Abs. 2 BöB i.V.m. Art. 2a Abs. 2 Bst. b VöB ). So hat das Bundesverwa l- tungsgericht etwa festgestellt, dass die Sanierung eines Areals in Bezug auf Altlasten, welche nicht vom Bahnbetrieb herrühren, nicht unter das Gesetz fällt, wenn das in Frage stehende Grundstück für den Eisenbah n- betrieb nicht (mehr) benötigt wird (Zwischenentscheid des Bundesverwal- tungsgerichts B-93/2007 vom 8. Juni 2007 E. 4.1). 3.2. Für den vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass die nachge- fragte IT-Lösung für ein Projektcontrollingsystem als Gesamtsystem für das Kosten - und Finanzcontrolling (vgl. dazu E. 1.5 hiervor) im Unte r- schied etwa zur Entwicklung einer IT-Lösung im Sinne eines Bahnleitsys- tems ihrer Art nach gemäss allgemeinem Verständnis nicht "u nmittelbar" etwas mit dem Verkehr zu tun hat. Indessen kommt es darauf etwa nach BEYELER wohl nicht entscheidend an. Dieser Autor stellt fest, dass es bei der AlpTransit Gotthard AG mit Blick auf deren Zwecksetzung ausg e- schlossen sein müsste, dass Beschaff ungen getätigt werden, die nicht unmittelbar etwas mit dem Bereich Verkehr zu tun haben ( MARTIN BEYE- LER, Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, Zürich 2012, Rz. 535). Im Umkehrschluss gilt nach diesem Autor, dass die Division "Immobilien" der SBB dem BöB nicht unterworfen ist ( BEYELER, a.a.O., Rz. 536). Damit B-4958/2013 Seite 11 wird zwischen subjektiven und objektiven Anwendungsbereich des G e- setzes im Ergebnis kaum unterschieden. Vergleichbar in der Zielrichtung ist auch die Auffassung, wonach es für den unmittelbaren Bezug genügt, wenn die Leistungen dem Bahnbetrieb funktionell dienen. Daher unte r- steht nach dieser Lehrmeinung beispielsweise auch die Beschaffung von Büromöbeln für ein Verwaltungsgebäude der SBB AG grundsätzlich dem Beschaffungsrecht (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 158 mit Hi n- weisen). Mehr auf den Charakter der ausgeschriebenen Leistung stellt demgegenüber wohl TRÜEB ab ( HANS RUDOLF TRÜEB, BöB -Kommentar, in: Oesch/Weber/Zäch [Hrsg.], Wettbewerbsrecht II, Zürich 2011, Rz. 13 und Rz. 16 zu Art. 2 BöB). Indessen kann nicht gesagt werden, dass auf die Beschwerde aller Voraussicht nach nicht eingetreten werden kann . Demnach darf der Antrag auf aufschiebende Wirkung nicht bereits wegen offensichtlichen Fehlens des nach Art. 2a Abs. 2 Bst. b VöB geforderten Verkehrsbezugs der nachgefragten Leistung abgewiesen werden. Im Üb- rigen stellt die Vergabestelle den unmittelbaren Zusammenhang mit dem Verkehr mit Vernehmlassung vom 17. September 2013 nicht in Frage. 4. 4.1. Materiell wer fen die Beschwerdeführerinnen der Vergabeste lle n a- mentlich vor, diese habe ihr Ermessen überschritten. Der Gleichbehan d- lungsgrundsatz, das Transparenzgebot und der Grundsatz der Stärkung des Wettbewerbs seien massiv verletzt. Als Begründung für den impliziten Ausschluss gebe die Vergabestelle an, da ss das Basissystem der B e- schwerdeführerinnen die technische Spezifikation TS 1 nicht erfülle. Di e- se Beurteilung der Offerte der Beschwerdeführerinnen sei rechtswidrig, da die Vergabestelle entgegen der Ausschreibung bzw. den Ausschre i- bungsunterlagen verlange, dass das Endsystem bzw. Gesamtsystem und damit die Leistung des aufgrund des Zuschlags zu schliessenden Wer k- vertrags bereits zu Beginn vorliege, obwohl für das Anfangsstadium w e- niger weit gehende Anforderungen im Sinne eines Basissystems definiert worden seien (Beschwerde, S. 15 ff.). Durch die Abweichung von den be- kannt gegebenen Anforderungen im Rahmen der Evaluation der Angeb o- te habe die Auftraggeberin vergaberechtliche Vorgabe verletzt. 4.2. Zum besseren Verständnis erfolgt noch vor der detaillier ten Darstel- lung der Parteivorbringen die Wiedergabe einschlägiger Auszüge aus der Ausschreibung und dem Lastenheft. 4.2.1. Ziffer 2.5 der Ausschreibung mit dem Titel "Detaillierter Projek t- beschrieb" lautet unter dem Abschnitt "Technische Spezifikationen" wie folgt: B-4958/2013 Seite 12 "Das Gesamtsystem PCS [Projektcontrollingsystem] muss die technischen Sp e- zifikationen zwingend vollständig erfüllen, damit auf das Angebot eingegangen wird. TS 1: Das angebotene Gesamtsystem kann auf einer VMWare virtualisierten Microsoft Plattform (Window s Server 2008 R2, SQL Server 2008 R2, VMWare vSphere) betrieben werden. TS 2: Das angebotene Gesamtsystem ist kompatibel zu Microsoft Windows 7 - basierten Arbeitsplätzen und Microsoft Internet Explorer 9. TS 3: Die Authentifizierung per Single Sign-on und Active Directory Integration ist gewährleistet." Dies nachdem im Rahmen des Projektbeschriebs festgehalten worden ist, dass das PCS ein Basissystem umfasst, "dessen Funktionalitäten auf das Bauherrencontrolling von Infrastrukturprojekten ausgerichtet sind, das von ATG evaluiert und implementiert wird, sowie mehrere ATG - spezifische Module, die zu konzipieren und neu zu entwickeln sind" . Das "Gesamtsystem PCS" werde "als Individualsoftware betrachtet". Dement - sprechend werde "ein Werkvertrag mit dem Unternehmer abgeschlossen, welcher auch die Pflege - und Supportleistungen des Unternehmers" b e- schreibe (Ziff. 2.5 der Ausschreibung). 4.2.2. Unter Ziffer 1 des Lastenhefts vom 2. April 2013 (Beschwerdebeila- ge 5) werden unter Ziffer 1 "Management Summary" (S. 10) folgende Aussagen zum Basissystem und zum Gesamtsystem gemacht: "Das PCS umfasst ein Basissystem, dessen Funktionalitäten auf das Bauherre n- controlling von Infrastrukturprojekten ausgerichtet sind, das von ATG evaluiert und implementiert wird sowie mehre re ATG-spezifische Module, die zu konzipi e- ren und neu zu entwickeln sind. Das zu adaptierende Basissystem und die zu entwickelnden Fachmodule bilden das Gesamtsystem PCS, das als Werk erstellt und als Gesamtsystem betrieben wird." Diese Passage wird in Ziffer 3 des Lastenhefts unter dem Titel "Gegen - stand" im Rahmen der Beschreibung der nachgefragten Leistung wiede r- holt. In Ziffer 6.3 des Lastenhefts (S. 15) wird dazu festgehalten was folgt: "Das Gesamtsystem PCS baut auf einem Basissystem auf, dessen Funktionalitä- ten auf das Bauherrencontrolling von Infrastrukturprojekten ausgerichtet sind (siehe Kapitel 8). Der Unternehmer verfügt über ein markt erprobtes Produkt und kann entsprechende Referenzen für die angebotene Version des Produkts vo r- weisen (siehe Eignungskriterien)." B-4958/2013 Seite 13 Unter dem Zwischentitel "Systemdesign" wird in derselben Ziffer von ei- nem branchentypischen Basissystem ("Kern") gesprochen, welches nicht kundenspezifisch sei. Demgegenüber sei das Gesamtsystem PCS eine Kombination aus der Beschaffung von Standardsoftware und der Entwick- lung von Individualsoftware (Lastenheft, S. 16). 4.3. Es ist unbestritten, dass das von den Beschwerdeführerinnen ange- botene Basissystem eine Oracle Datenbank nutzt. Gemäss TS 1 soll das angebotene Gesamtsystem auf einer VMWare virtualisierten Microsoft Plattform (Windows Server 2008 R2, SQL Server 2008 R2, VMWare vSphere) betrieben werden können (vgl. E. 4.2.1 hiervor). Die Beschwer- deführerinnen folgern indessen aus den dargestellten Textpassagen und dem Werk vertragsentwurf, dass die Ausschreibung das ursprüng liche System der Anbietenden als Basissystem und erst das nach 22 Monaten erstellte Endprodukt als Gesamtsyst em definiert wird. Es sei nirgends im Lastenheft festgehalten, dass bereits das Basissystem auf einer Date n- bank Typ Microsoft SQL Server basieren müsse. Angesichts des klaren Wortlauts des Publikationstextes, wonach das Gesamtsystem PCS die technischen Spe zifikationen TS 1 bis TS 3 erfüllen muss, sei es nicht nachvollziehbar, dass die Vergabestelle diese Anforderung nun auf das Basissystem bezieht. Zum gleichen Schluss führe die Bezugnahme in den technischen Spezifikationen und den definierten Meilensteinen im Terminplan auf den Angebotszeitpunkt. Ebenso verhalte es sich mit den Mitteilungen am Debriefing, woraus auch nicht hervorgehe, dass mit "G e- samtsystem" eigentlich Basissystem gemeint sei. Die Beschwerdeführ e- rinnen haben nach ihrer Darstellung auch die Eignungskriterien erfüllt; sie hätten für das EK 1 ihre "Erfahrung mit vergleichbaren Projekten oder Aufgabenstellungen" mit 3 Referenzen belegt. Die von der Vergabestelle definierten Ausschreibungsunterlagen seien für diese bindend und es b e- stehe kein Er messensspielraum, der es der Auftraggeberin erlaube, d a- von abzuweichen. Die mit klarem Wortlaut in der Ausschreibung definie r- ten technischen Spezifikationen gelten nach der Auffassung der B e- schwerde unmissverständlich für das Gesamtsystem, weshalb eine ande- re Behandlung durch die Vergabestelle willkürlich sei. Das Angebot der Beschwerdeführerinnen erfülle sämtliche Eignungskriterien sowie techn i- sche Spezifikationen, sei preislich das günstigste und beinhalte ein markterprobtes Basissystem, weshalb ihnen der Zuschlag zu erteilen sei. Würden sich die technischen Spezifikationen auf das Basissystem bezi e- hen, wäre dieser Umstand im Übrigen als übermässig wettbewerbsei n- schränkend und daher als unzulässig zu qualifizieren. B-4958/2013 Seite 14 4.4. 4.4.1. Die Vergabestelle teilte den Beschwerdeführerinnen mit Schreiben vom 13. August 2013 (Ordner Evaluation 2, Griff 3 = Beschwerdebei - lage 19) mit, dass ihr Angebot nicht in die Zuschlagsbewertung habe ei n- bezogen werden können. Gemäss der Ziffer 2.5 des Publikationstexts müssten die tech nischen Spezifikationen (TS) 1 bis 3 nämlich zwingend vollständig erfüllt sein, damit auf das Angebot eingegangen werde. Ihr angebotenes Basissystem, als Bestandteil des Gesamtsystems, halte TS 1 im Angebotszeitpunkt nicht ein, da es nicht auf dem Datenban ksys- tem von Microsoft aufgebaut sei. Der Angebotszeitpunkt sei deshalb massgebend, weil sonst eine transparente, nachvoll ziehbare Abwicklung des Submis sionsverfahrens, namentlich ein aussagekräftiger Vergleich der Angebote nicht möglich wäre. Insofern wä re auch die Gleichbehan d- lung der Anbieter nicht gewährleistet. Folglich könne die Markterprobung für die angebo tene Version, wie sie im Lastenheft unter Kapitel 6.3 Ra h- menbedingungen/Systemdesign verlangt werde, nicht nachgewiesen werden. Ihr Angebot erfülle demnach auch das Eignungskriterium 1 nicht, da sie im Angebotszeitpunkt keine gültige Referenz für ein System vo r- weisen könnten, welches die TS 1 einhalte. 4.4.2. Die Vergabestelle bestreitet auch in ihrer Vernehmlassung die Aus- führungen der Beschwerdeführerinnen zu den Anforderungen an den B e- schaffungsgegenstand vollumfänglich. Der Schwerpunkt der Vergabe li e- ge ihrer Ansicht nach darauf, ein bereits funktionierendes und erprobtes Basissystem zu bekommen, welches die technischen Spezifikationen in Ziffer 2.5 des Publikationstextes erfüllt (vgl. E. 4.2.1). Die Formulierung "damit auf das Angebot eingegangen werden kann" zeige deutlich und unmissverständlich, dass bereits mit dem Angebot die technischen Spezi- fikationen erfüllt sein müssen. Die Interpretation de r Beschwerdeführerin- nen, wonach die technischen Spezifikationen erst eingehalten werden müssen, wenn da s Gesamtsystem läuft, sei unhaltbar. Das System Q._______ der Beschwerdeführerinnen, welches eine Oracle Datenbank nutze, halte die technischen Spezifika tionen der Vergabestelle nicht ein (Vernehmlassung, S. 6). Für die Erfüllung der Kriterien müsse die Oracle Datenbank nach dem Zuschlag zu einer Microsoft SQL Server Datenbank migriert werden. Die Vergabestelle wolle ein Basissystem, das erprobt und kompatibel sei mit der IT -Umgebung der Vergabestelle und nicht e i- nes, das zuerst noch angepasst bzw. entwickelt und wie dasjenige der Beschwerdeführerinnen noch migriert werden müsse (Vernehmlassung, S. 14). Die Vergabestelle wirft den Beschwerdeführerinnen auss erdem vor, dass diese in ihrem Angebot nicht dargelegt haben, ob und in we l- chem Zeitrahmen dies geschehen könne. So sieht die Vergabestelle das Angebot der Beschwerdeführerinnen als Variante ohne Amtslösung und deshalb als ungültig an. Die Vergabestelle bestreitet schliesslich, dass die B-4958/2013 Seite 15 Beschwerdeführerinnen mit Referenzen belegen können, dass sie bis 31. März 2013 (Meilenstein 3) das angebotene System auf einer Date n- bank Microsoft SQL betreiben können. Keine Referenz belege eine e r- folgreiche Migration im v erlangten Sinne. Aufgrund der Nichteinhaltung der technischen Spezifikationen sei das Angebot auszuschliessen und die Beschwerde offensichtlich unbegründet. 4.5. 4.5.1. Gemäss Art. 12 Abs. 1 Bö B bezeichnet die Auftrag geberin die e r- forderlichen technischen Spezifikationen in den Ausschreibungs -, den Vergabe- und den Vertragsunterlagen. Produktanforderungen sind abs o- lute Kriterien; ihre Nichterfüllung führt unabhängig vom Vergleich mit den anderen Angeboten zur Nichtberücksichtigung des Angebots ( vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 8. Juni 2005, in: Aa r- gauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2005, S. 236 ff., E. 2d S. 23 9). Um eine übermässige Beschränkung des Wettbewerbs zu verhindern, soll das gewünschte Produkt nicht unter Bezugnahme auf be- sondere Handelsmarken oder Handelsnamen oder einen bestimmten U r- sprung umschrieben werden (Art. VI Ziff. 3 GPA; vgl. zum Hinweis "oder gleichwertig" Art. 16a Abs. 4 VöB und zum Ganzen den Entsch eid der BRK vom 2001 -011 vom 16. November 2001, publiziert in VPB 66.38 E. 5b/bb). Vergabebehörden dürfen technische Spezifikationen im Rege l- fall nicht derart eng umschreiben, dass nur ein ganz bestimmtes Produkt oder nur ein einzelner Anbieter bzw. nur we nige Anbieter für die Z u- schlagserteilung in Frage kommen ( Zwischenentscheide des Bundesver- waltungsgerichts B -822/2010 vom 10. März 2010 E. 5.1 mit Hinweisen und B -2675/2012 vom 23. Juli 2012 E. 4.1 mit Hinweisen; GALLI/MO- SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 405 ff.). Demgegenüber ist die eher lei s- tungsorientierte Umschreibung (anstelle der Definition der Konzeption oder beschreibender Produkteigenschaften), wie sie Art. VI Ziff. 2 Bst. a GPA favorisiert, zwar erwünscht, aber nicht zwingend (Urteil des Verwa l- tungsgerichts des Kantons Zürich VB2008.00347 vom 10. Dezember 2008, E. 7.2 mit Hinweisen). 4.5.2. Gemäss Art. 1 Abs. 1 lit. a BöB will der Bund mit diesem Gesetz das Verfahren zur Vergabe von öffentlichen Liefer -, Dienstleistungs- und Bauaufträgen transparent gesta lten. Publikationstran sparenz besteht, wenn die Vergabestelle in der Ausschreibung und in den Ausschreibungs- unterlagen in klarer und verständlicherweise die Parameter von Leistung und Verfahren bekanntgibt ( MARTIN BEYELER, Ziele und Instrumente des Vergaberechts, Zürich 2008, Rz. 44). Die Auftraggeberin beschreibt die Anforderungen an die geforderte Leistung (insbesondere deren techn i- sche Spezifikation) in hinreichender Klarheit und Ausführlichkeit (Art. 16a B-4958/2013 Seite 16 VöB) und teilt in jedem Fall mit, welche Anforderungen zwingend zu erfül- len sind (Art. 16a Abs. 3 VöB). 4.5.3. Die Vergabebehörde ist grundsätzlich an die Ausschreibung und die Ausschreibungsunterlagen gebunden. Diese Bindung ergibt sich in s- besondere aus dem Transparenzgebot und aus dem Gleichbehandlung s- grundsatz (Art. 1 Abs. 2 BöB). So ist es der Vergabebehörde untersagt, die den Anbietenden bekanntgegebenen Vergabekriterien nachträglich zu verändern (Entscheid der BRK vom 6. Juni 2006, BRK 2005 -024, E. 3b). Wenn sie bekanntgegebene Kriterien ausser Acht lässt, ihre Bedeutungs- folge umstellt, andere Gewichtungen vornimmt oder Kriterien heranzieht, die sie nicht bekanntgegeben hat, handelt sie vergaberechtswidrig (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -6837/2010 vom 15. März 2011 E. 3.2 mit weiteren Hinweise n). Wird im Rahmen der Erteilung des Zuschlags nur ein bestimmtes Fabrikat zugelassen, obwohl dieses nicht als techn i- sche Spezifikation definiert worden ist, liegt demnach ein Verstoss gegen das Transparenzprinzip vor. 4.5.4. Bei der Auswahl und Gewichtung der e inzelnen Vergabekriterien verfügt die Vergabebehörde über einen breiten Ermessensspielraum, in welchen das Bundes verwaltungsgericht nur unter qualifizierten Voraus - setzungen eingreift. Dies gilt namentlich für die Festlegung der techni - schen Spezifikatio nen (Zwischenentscheid des Bundesver waltungsge- richts B-822/2010 vom 10. März 2010 E. 4.2 f. mit Hinweisen) und en t- spricht dem spezialgesetzlichen Ausschluss der Ermessenskontrolle g e- mäss Art. 31 BöB (vgl. dazu Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 1286 i.V.m. Rz. 1388). 4.6. Es wird nachfolgend geprüft, ob die Vergabestelle die gestellten A n- forderungen in der Ausschreibung und den Ausschreibungsunterlagen in klarer und verständlicher Weise bekannt gegeben hat. Strittig ist, ob die Beschwerdeführerinnen die te chnischen Spezifikationen so verstehen durfte, dass erst das Gesamtsystem, nicht aber bereits das Basissystem zum Zeitpunkt der Evaluation , den Anforderungen gemäss der techn i- schen Spezifikation TS 1 zu genügen hat. 4.6.1. Die Anbietenden dürfen grundsätzlich dar auf ver trauen, dass die Vergabestelle die ausgewählten Beurteilungskriterien im herkömmlichen Sinn versteht. Tut sie dies nicht, muss das betreffende Kriterium in den Ausschreibungsunterlagen entsprechend (möglichst detailliert) umschrie- ben werden, dam it die Anbieter erkennen können, welchen Anforderun- gen sie bzw. ihre Offerten genügen müssen . Dies hat die BRK zunächst mit Bezug auf Zuschlagskriterien festgehalten (Entscheid BRK 2001 -003 vom 5. Juli 2001, publiziert in VPB 65.94, E. 3d mit Hinweis auf d as Urteil B-4958/2013 Seite 17 BE.98.00173 des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 16. Juli 1998, publiziert in AGVE 1998 S. 394, E. 3b/bb). Dasselbe muss auch in Bezug auf Eignungskriterien und technische Spezifikationen gelten (vgl. bezüglich der Eignungskriterien etw a das Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts B-4366/2009 vom 24. Februar 2010 E. 3.3 mit weiteren Hinwe i- sen und Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 566). Diese Regel gara n- tiert nicht nur das Verhalten der Vergabestelle nach Treu und Glauben, sondern ist zugleich mit Blick auf die sich aus dem Transparenzgebot gemäss Art. Art. 1 Abs. 1 Bst. a BöB ergebende Bindung der Auftraggebe- rin an die bekannt gegebenen Kriterien zwingend (vgl. dazu etwa das U r- teil des Bundesverwaltungsgerichts B -6837/2010 vom 15. März 2011 E. 3.2 mit Hinweisen und E. 4.5.2 f. hiervor). 4.6.2. Im vorliegenden Fall wird in der Ausschreibung und in den Au s- schreibungsunterlagen an mehreren Stellen festgehalten, dass von einem Basissystem auszugehen ist, welches ausgebaut und weiterentwickelt wird (vgl. unter anderem Ziffer 2.5 der Ausschreibung). Dementsprechend lautet auch das Zuschlagskriterium 1 gemäss Punkt 3.9 der Ausschre i- bung "Konzept und Prototyping (Entwicklung Gesamtsystem) Gewicht 35%". Das Wort "entwickeln" beinhaltet eine zeit liche Komponente und ein Ziel, welches verfolgt wird. So spricht der Duden dem Wort folgende Bedeutungen zu: "allmählich entstehen, sich stufenweise herausbilden" oder "in einem Arbeitsprozess etwas Neues, Fortschrittlicheres erfinden, konstruieren" (Duden onlin e abrufbar unter < http://www. d u- den.de/rechtschreibung/entwickeln>, zuletzt besucht am 10. Oktober 2013). Auch aus der Logik dieser Umschreibung des Beschaffungsvo r- gangs ergibt sich, dass nicht jeder Anbieter bereits zum Zeitpunkt der O f- ferteinreichung übe r ein vollständiges Gesamtsystem verfügen muss, welches allen Anforderungen gemäss der Ausschreibung entspricht. Selbstverständlich muss aber das Gesamtsystem bei Ablieferung alle Kri- terien erfüllen, damit die sich aus dem Werkvertrag ergebenden Pflichten erfüllt sind. Die Beschwerde führerinnen durften somit nach Treu und Glauben davon ausgehen, dass aufgrund der Kombination der Begriffe "technische Spezifikation" und "Gesamtsystem" Anforderungen an den Beschaffungsgegenstand denkbar sind, welche entgegen dem üblichen Verständnis von technischen Spezifikationen nicht bereits zum Zeitpunkt der Offerteinreichung zu erfüllen sind. Im Folgenden ist zu prüfen, wie es sich diesbezüglich mit Blick auf die genutzte Datenbank verhält. 4.6.3. Soweit die Beschwerdeführerinnen behaupten, schon aufgrund der Formulierung der TS 1, wonach (meint nach Auffassung der Beschwerde- führerinnen: erst) das angebotene Gesamtsystem auf einer VMWare vi r- tualisierten Microsoft Plattform (Windows Server 2008 RS, SQL Server 2008 R2, VMWare vSphe re) betrieben werden können müsse, sei "u n-B-4958/2013 Seite 18 missverständlich" klar, dass dies e contrario auf das Basissystem nicht zutreffen könne, ist ihnen jedenfalls nicht uneingeschränkt beizupflichten. Vielmehr umschreiben technische Spezifikationen gemeinhin Anforderun- gen, welchen nicht erst mit Erfüllung des Werkvertrages zu entsprechen ist. Dafür spricht wohl auch der Umstand, dass im Zuschlagskriterium 4.1 gemäss Punkt 3.9 der Ausschreibung die Lizenzkosten des Basissystems beurteilt werden sollen. Richtig ist demgegenüber, dass durch die Ve r- wendung des Begriffs "Gesamtsystem" im Rahmen der technischen Sp e- zifikationen eine gewisse Zweideutigkeit entsteht. Den Beschwerdeführe - rinnen ist ausserdem dahingehend zuzustimmen, dass im Lastenheft pr i- ma facie keine über die Ausschreibung hinausgehende Klarheit in diesem Punkt geschaffen wird, sondern vielmehr funktionale Anforderungen def i- niert werden (vgl. dazu die Beschwerdebeilage Register 7, "Fragen der Anbieter und Antworten ATG" Nr. 17). Die Beschwerdeführerinnen führen ausserdem aus, dass die sich aus den Bedürfnissen der Vergabestelle ergebenden Anforderungen derart speziell sind, dass davon auszugehen sei, dass keine entsprechende IT -Lösung auf dem Markt vorhanden sei und auch nicht durch Anpassung oder Konfig uration von Standardpr o- grammen hergestellt werden könne (Beschwerde, S. 18). Ausserdem wä- re eine Anforderung, wonach Microsoft als Basis dienen müsse, nach Auf- fassung der Beschwerdeführerinnen diskriminierend bzw. würde den Wettbewerb in rechtswidriger Wei se einschränken (Beschwerde, S. 22). Unabhängig von der Frage, ob die strittige Anforderung mit Blick auf Art. 12 BöB rechtlicher Prüfung standhält (vgl. dazu E. 4.5.1), lässt sich jedenfalls argumentieren, dass die – im Regelfall nicht zulässige – Vorga- be eines Produkts im Rahmen einer technischen Spezifikation mit hinre i- chender Klarheit formuliert werden muss, was vorliegend möglicherweise nicht der Fall ist. Demnach kann den Beschwerdeführerinnen prima facie auch nicht offensichtlich der Vorwurf gemacht werden, sie habe versucht, ihr Angebot unter Missachtung des Gleich behandlungsgebots in unzuläs- siger Weise nachzubessern, indem sie auf ihr Verständnis der techn i- schen Spezifikationen hingewiesen hat. Die von der Vergabestelle ang e- rufenen Beweism ittel zur Behauptung, wonach das Angebot der Be- schwerdeführerinnen auch dann offensichtlich ungeeignet wäre, wenn die TS 1 im Sinne der Beschwerdeführerinnen zu verstehen wären (Ve r- nehmlassung, S. 20 mit Hinweisen auf die Beilagen 11-14; vgl. auch Stel- lungnahme vom 4. Oktober 2013, S. 9 f.), sind insoweit nicht hinreichend substanziiert. Vielmehr lässt sich die mit Schreiben an die Beschwerd e- führerinnen vom 7. Juni 2013 (Vernehmlassungsbeilage 11) gestellte Fra- ge, wonach z u erläutern war, wie die "vollst ändige Migration der Date n- bankstruktur und Prozeduren" von Oracle zu Microsoft SQL Server durchgeführt wird, im Sinne der von den Beschwerdeführerinnen vorg e- schlagenen Auslegung der TS 1 verstehen. B-4958/2013 Seite 19 4.6.4. Nach dem Gesagten ergibt sich aufgrund einer prima facie - Würdigung, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Anbieter die Ausschreibung dahingehend verstehen durften, dass auch ein Ang e- bot, welches in Bezug auf das Basissystem eine Oracle-Datenbank nutzt, wobei im Verlaufe der Ausarbeitung des Gesamtsystems eine Migrat ion auf Microsoft-Umgebung stattfindet, den technischen Spezifikationen ent- spricht. Damit kann auch offen bleiben, inwieweit ein Basissystem eines anderen Anbieters in die Beurteilung einbezogen worden ist, welches die Anforderungen in der von der Vergabestelle behaupteten Definition eben- falls nicht erfüllt (vgl. die Beilage 4 zur E ingabe der Vergabestelle vom 4. Oktober 2013 verurkundete Offerte, S. 6). 4.6.5. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde bei erster, vorlä u- figer Beurteilung der Rechtslage gestützt auf die vorhandenen Akten j e- denfalls in Bezug auf die Einhal tung der technischen Spezifikation TS 1 nicht als offensichtlich unbegründet. Demnach erübrigen sich Ausführu n- gen zu den weiteren Rügen der Beschwerde führerinnen namentlich betreffend die Verletzung von Ausstandspflichten bzw. unzulässige Vorbe- fassung (Beschwerde, S. 24 f.). Angesichts dessen ist mittels einer Int e- ressenabwägung über die Gewäh rung der aufschie benden Wirkung zu befinden. 5. 5.1. Die Vergabestelle führt eventualiter aus, dass das Interesse an e i- nem sofortigen Vertragsschluss die Interessen der Beschwerdeführeri n- nen an der Gewährung der aufschiebenden Wirkung überwiege. Zur B e- gründung ihrer Auffassung erläutert die Vergabestelle zunächst den mit dem Projektcontrollingsystem verfolgt en Zweck; sie benötige dieses zur Erfüllung einer gesetzlichen Aufgabe. Nach Art. 17 des Alpentransit - Gesetzes sei für den Bau und Betrieb der NEAT eine Sonderrechnung zu führen. Nach Art. 3 der Alpentransit-Verordnung habe der jeweilige Erstel- ler eine eigene Rechnung zu führen. Dementsprechend habe das Eidge- nössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) gestützt auf Art. 9 AtraV eine NEAT-Controllingweisung erlassen. Das UVEK wiederum erstatte der Finanzdele gation der beiden Räte und der NEAT-Aufsichtsdelegation halbjährlich Bericht über den Fortschritt der Bauarbeiten und über die Entwicklung der Kosten. Das UVEK könne o h- ne die Angaben der Vergabestelle dieser Verpflichtung nicht nachko m- men (Vernehmlassung, S. 11). Zur gelten d gemachten Dringlich keit führt die Vergabestelle aus, zurzeit laufe ihr Projektcontrollingsystem auf einem im Jahr 2000 eingeführten System. In der Folge sei dieses System von der weiteren Produktentwicklungen abgeschnitten worden; in der Folge - version des 2000 eingeführten Basissystems seien seitens der Herstell e- rin nicht mehr alle zur Erfüllung der Anfor derungen gemäss NEAT -B-4958/2013 Seite 20 Controllingweisung nötigen Funk tionen (wie etwa die Teuerungsberec h- nung) berücksichtigt worden. 2007 habe die Herstellerin die Vergabestelle informiert, dass das im Jahr 2000 eingeführte Basissystem ein Auslau f- modell und nicht mehr entwick lungsfähig sei. Die Vergabestelle arbeite seit 2007 mit einem eingefrorenen System. Die Vergabestelle habe zwar auf der Basis periodisch durchge führter Risikoanalysen immer alle tec h- nischen Massnahmen getroffen, um die Anforderungen der NEAT - Controllingweisung jederzeit und bis zum Projektende erfüllen zu können. 2009 sei sie indessen zur Erkenntnis gekommen, dass eine Migration des Basissystems unumgänglich sein werde. Dement sprechend sei das Pr o- jektcontrollingsystem am 1. September 2010 auf SIMAP öffentlich ausg e- schrieben worden. In der Folge habe sich leider herausgestellt, dass die Z._______, welche den Zuschlag erhalten habe, nicht in der La ge gewe- sen sei, das ausgeschriebene Projektcontrollingsystem zu realisieren. Die Vergabestelle habe daher am 7. September 2012 den Rücktritt vom Ve r- trag erklärt. Die Erfahrungen mit dem gescheiterten Anbieter seien in die neue Ausschreibung eingeflossen, w elche am 2. April 2013 erfolgt sei. Konkret bedeute dies, dass ein wachsendes Risiko bestehe, dass ein Systemversagen eintrete. Bereits bis 2015 bestünden mittlere Projektris i- ken mit einem Schadenpotential von mehr als 10 Millionen Franken. Ne- ben dem rein en Kostenrisiko komme hinzu, dass die Vergabestelle und dadurch auch der Bund allenfalls nicht mehr in der Lage wären, eine ko r- rekte Buchhaltung zu führen (Vernehmlassung, S. 11 f.). Weitere Verz ö- gerungen seien demnach mit einem nicht akzeptierbaren Risiko behaftet (Stellungnahme vom 4. Oktober 2013, S. 6). 5.2. Die Beschwerdeführerinnen vertreten den Standpunkt, dass ihr Int e- resse an der Gewährung des wirksamen Rechts schutzes sowie das Inte- resse am Zuschlag eines Auftrages dieser Grössenordnung die Intere s- sen der Vergabestelle überwiegen. Es sei namentlich nicht nachgewi e- sen, dass das heutige System nicht noch etwas länger laufe n könne; die Vergabestelle könne entsprechende Massnahmen treffen. Ausserdem sei der geltend gemachte Schaden nicht schlüssig dargel egt worden (Ste l- lungnahme vom 27. September 2013, S. 7). Die Vergabestelle habe allfäl- lige, bisher eingetretenen Verzögerungen selbst verschuldet. Diese m a- che auch nicht geltend, dass aufgrund der behaupteten Dringlichkeit kein offenes Verfahren habe durc hgeführt werden können. Unterlasse es die Vergabestelle schliesslich wie vorliegend, einen Ausschluss möglichst frühzeitig zu verfügen – erhalten hätten die Beschwerdeführerinnen am 9. Juli 2013 ein sogenanntes "Parkierungsschreiben" –, mache dieser Umstand deutlich, dass sich die AlpTransit Gotthard AG nun erst im B e- schwerdeverfahren auf eine erhöhte Dringlichkeit berufe, von welcher sie bis anhin jedoch selbst nicht ausgegangen sei (Stellung nahme vom 27. September 2013, S. 6 f.). B-4958/2013 Seite 21 5.3. Vorab ist festzuhalten, dass die Vergabestelle den Umstand, dass gegen den Zuschlag ein Rechtsmittel ergrif fen werden kann, welchem gegebenenfalls die aufschie bende Wirkung erteilt wird, bei sorgfältiger Disponierung bereits in ihre Planung einzubeziehen und die Termine, die eingehalten werden müssen, entsprechend anzusetzen hat ( GAL- LI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1328 und Rz. 1346 f.). Dement spre- chend hat etwa auch des Bundes gericht mit Urteil 2C_339/2010 vom 11. Juni 2010 (E. 3.2) erkannt, dass der Dring lichkeit im zu beurteilenden Fall nur ein beschränktes Gewicht zukomme, da die Kantons regierung den Zuschlag erst spät erteilt habe. Auch das Bundesverwaltungsgericht hat einer Vergabestelle mit Zwischenentscheid B-891/2009 vom 23. März 2009 (E. 4.1) vorgehalten, sie h abe einen allfälligen zeitlichen Engpass selbst zu vertreten. Die Tatsache, dass die Dringlichkeit als ganz oder teilweise selbstverschuldet beurteilt wird, soll den Richter aber andere r- seits nicht daran hindern, einer Beschwerde zur Vermeidung substanziiert dargelegter gravierender Folgen einer Verzö gerung im Einzelfall nicht gleichwohl die aufschie bende Wirkung zu versagen (vgl. zum Ganzen GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1328 mit Hinweisen). 5.4. Im vorliegenden Fall bemängel n die Beschwerdeführerin nen zu Recht, dass die Vergabestelle den Ausschluss nicht vor Ergehen des Z u- schlags separat verfügt hat. Sie führt zutreffend aus, dass es die Verg a- bestelle bei einem Parkierungsschreiben vom 9. Juli 2013 ohne Verf ü- gungsqualität hat bewenden lassen. Es ist zwar richtig, dass der Au s- schluss nach ständiger Recht sprechung entweder vorab durch geson - derte Verfügung oder erst implizit im Rahmen der Zuschlagserteilung e r- folgen kann (so etwa bereits der Entscheid der Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen BRK 2004 -015 vom 17. Dezember 2004, publiziert in VPB 69.55, E. 2b/bb). Indessen hat das Bundesver wal- tungsgericht mit Zwischenent scheid B-504/2009 vom 3. März 2009 nicht nur die dargestellte Rechtsprechung bestätigt, sondern auch obite r di c- tum die Frage aufge worfen, ob das Unterlassen des separaten Au s- schlusses nicht ein Fall selbstverschuldeter Dringlichkeit darstellt (E. 3.2). Davon hat die Lehre zustimmend Kenntnis genommen ( MARTIN BEYELER, Anmerkungen zu S78, in: Baurecht 2009, S . 184; GALLI/MO- SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 449). Die Vergabestelle begründet denn auch nicht weiter, warum auf den separaten Ausschluss der Beschwerde- führerinnen verzich tet worden ist, sondern führt lediglich aus, mit einer vorgängigen Ausschlussverfügung hätte – wenn überhaupt – nur wenig Zeit gewonnen werden können (Stellungnahme vom 4. Oktober 2013, S. 7). In Bezug auf die drohenden Risiken verweist sie auf eine Präsent a- tion eines mit Aufgaben im Bereich des IT Consulting & Engineering betrauten Un ternehmens vom 12. September 2013 ( Vernehmlassungs- beilage 10). Dort werden indessen, worauf die Vergabestelle weder im B-4958/2013 Seite 22 Rahmen der Vernehmlassung noch im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 4. Oktober 2013 eingeht, lediglich mittlere Risiken im Risikozeitraum A (bis 2015) und erst im Risikozeitraum B (bis 2022) zusätzlich hohe Ris i- ken unter schieden (S. 8). De n Beschwerdeführerinnen ist auch zuzu - stimmen, wenn sie festh alten, die drohende Schadenssumme sei nicht hinreichend substanziiert. In der Präsentation vo m 12. September 2013 (S. 9) wird lediglich gesagt, das Schadenspotential hinter mittleren Ris i- ken sei potentiell beträchtlich, und nachher die Summe genannt, ohne dass über die Art des finanziellen Schadens nähere Angaben gemacht würden. Damit steht fest, dass die angeführte Dringlichkeit zumindest teilweise selbstverschuldet ist, und der drohende Schaden nicht hinre i- chend substanziiert ist. Ausserdem wird in der angeführten Präsentation ausgeführt, projektinterne Anforderungen könnten notfalls mit einer B e- helfslösung abgedeckt werden (S. 10). Angesichts dieser Ausgangslage kann offen bleiben, inwieweit mit den Beschwerdeführerinnen darüber hinaus gesagt werden kann, es lägen keinerlei Nachweise vor, dass das heutige System übergangsweise nicht noch etwas l änger laufe; die Ve r- gabestelle bringe selbst vor, dass sie "auf der Basis der periodisch durch- geführten Risikoanalysen immer alle technischen Massnahmen getroffen" habe, um die Anfor derungen erfüllen zu können (Stellungnahme der B e- schwerdeführerinnen vom 27. September 2013, S. 7 unter Hinweis auf die Vernehmlassung, S. 11 f.). Jedenfalls überwiegen nach dem Gesa g- ten die Interessen der Beschwerde führerinnen an der Gewährung der aufschiebenden Wirkung und das öffentliche Interesse am effektiven Rechtsschutz das (ebenfalls öffentliche) Interesse der Vergabestelle an der raschen Umsetzung des Vergabeentscheides. 5.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass d ie Interessenabwägung zu Gunsten der Beschwerdeführerinnen ausfällt, so dass ihrer Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen ist , da sich die Beschwerde auch nicht als offensichtlich unbegründet erweist (vgl. E. 4.6.4 f. hiervor). 6. Über das Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerinnen kann a n- gesichts des Verfahrensausgangs zu einem späteren Zeitpunkt ents chie- den werden. Demnach ist dieses einstweilen abzuweisen, soweit es durch die bis anhin gewährte Akteneinsicht nicht erledigt ist. Anordnungen betreffend den Schriftenwechsel im Hauptverfahren erfolgen mit separ a- ter Verfügung. 7. Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen dieses Zwischenentscheides ist mit dem Entscheid in der Hauptsache zu befinden. B-4958/2013 Seite 23 Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Der Beschwerde vom 3. September 2013 wird antragsgemäss die au f- schiebende Wirkung erteilt. 2. 2.1. Die Akteneinsichtsanträge der Beschwerdeführerinnen werden einstweilen abgewiesen, soweit ihnen nicht bereits im Rahmen der I n- struktion entsprochen worden ist. 2.2. Weitere Anordnungen betreffend die Akteneinsicht im Hauptverfahren bleiben vorbehalten. 3. Die Instruktion des Schriftenwechsels im Hauptverfahren erfolgt mit sepa- rater Verfügung. 4. Über die Kostenfolgen des vorliegenden Zwischenentscheides wird mit dem Entscheid in der Hauptsache befunden. 5. Diese Verfügung geht an: – die Beschwerdeführerinnen (Rechtsvertreterinnen; Gerichtsurkunde; vorab per Fax) – die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 102814; Gerichtsurkun- de; vorab per Fax) – die Zuschlagsempfängerin (A-Post an Zustelldomizil; vorab per Fax) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der Instruktionsrichter: Die Gerichtsschreiberin: Marc Steiner Barbara Deli B-4958/2013 Seite 24 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefoch- tene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie d ie Beschwerdefüh- rerinnen in Händen haben, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand Original: 23. Oktober 2013 Versand berichtigte Version: 24. Oktober 2013