<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2000 7 S.42</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Obergericht</span> <span class="page_no">42</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>7</b></span> <span class="ft1"><b>Art. 82 und 283 SchKG. Art. 85 VZG.</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Der Mietvertrag muss auch als Rechtsöffnungstitel für das Retentions-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>recht anerkannt werden, da die Pfandanerkennung des Retentionsrechts</b></span><br/> <span class="ft1"><b>als im schriftlichen Mietvertrag konkludent enthalten anzusehen ist.</b></span><br/> <br/> <span class="ft2">Aus dem Entscheid des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 9. März 2000 in</span><br/> <span class="ft2">Sachen G. H. gegen R. G.</span><br/> <br/> <span class="ft3"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft4">3. Gemäss Art. 85 Abs. 1 VZG bezieht sich der Rechtsvorschlag</span><br/> <span class="ft4">auf die Forderung und auf das Pfandrecht, falls nichts anderes be-</span><br/> <span class="ft4">merkt ist. Wie die Vorinstanz anführte, war umstritten, ob der Miet-</span><br/> <span class="ft4">vertrag auch ein Rechtsöffnungstitel für das Retentionsrecht ist. Im</span><br/> <span class="ft4">Kommentar Schnyder/Wiede wird dazu ausgeführt, es sei geradezu</span><br/> <span class="ft4">notwendig, die Pfandanerkennung des Retentionsrechts als im</span><br/> <span class="ft4">schriftlichen Mietvertrag konkludent enthalten anzusehen. Der</span><br/> <span class="ft4">Schutz der betriebenen Partei werde dadurch nicht geschmälert, blei-</span><br/> <span class="ft4">be doch immer noch die Aberkennungsklage zur Bestreitung des Re-</span><br/> <span class="ft4">tentionsrechts offen. Die gegenteilige Auffassung führte zum Ergeb-</span><br/> <span class="ft4">nis, dass der Vermieter den Rechtsvorschlag gegen das Retentions-</span><br/> <span class="ft4">recht nur durch Klage im ordentlichen Verfahren beseitigen könnte.</span><br/> <span class="ft4">Der vorteilhafte Weg der Beseitigung des Rechtsvorschlags mittels</span><br/> <span class="ft4">Rechtsöffnung stünde nicht zur Verfügung. Es ist daher die Pfandan-</span><br/> <span class="ft4">erkennung des Retentionsrechts als im schriftlichen Mietvertrag kon-</span><br/> <span class="ft4">kludent enthalten anzusehen (vgl. Schnyder/Wiede, Kommentar zum</span><br/> <span class="ft4">Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Basel/Genf/Mün-</span><br/> <span class="ft4">chen 1998, N. 83 und 84 zu Art. 283 SchKG mit Hinweisen). Der</span><br/> <span class="ft4">Beklagte hat keine Einwendungen erhoben, weshalb auch für das Re-</span><br/> <span class="ft4">tentionsrecht provisorische Rechtsöffnung zu erteilen ist.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>