B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-1253/2013 U r t e i l v o m 12 . S e p t e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Francesco Brentani (Vorsitz), Jean-Luc Baechler und Stephan Breitenmoser, Gerichtsschreiber Corrado Bergomi. Parteien X._______, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI, Effingerstrasse 27, 3003 Bern, Vorinstanz, Schweizerische Fachprüfungskommission der Immobilienwirtschaft, c/o SVIT Schweiz, Puls 5, Giessereistrasse 18, 8005 Zürich, Erstinstanz. Gegenstand Zulassung zur Berufsprüfung für Immobilienbewirtschafterin 2014. B-1253/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. X._______ (Beschwerdeführerin) ersuchte am 8. August 2012 die Schweizerische Fachprüfungskommission der Immobilienwirtschaft (Ers t- instanz) um Zulassung zur eidgenössisc hen Berufsprüfung für Immob i- lienbewirtschafter 2013. Mit Verfügung vom 15. August 2012 eröffnete die Erstinstanz der Beschwerdeführerin, dass sie nicht zur Prüfungssession 2014 zugelassen werden könne, da sie zum Zeitpunkt der Prüfung im Februar 2014 die g eforderte Immobilienpraxis (3 Jahre in einem 100% - Pensum) nicht erfüllen werde. Unter der Voraussetzung, dass sie weite r- hin als Immobilienbewirtschafterin in einem 100% -Pensum arbeiten we r- de, würden ihr ca. 2 Monate zur Erfüllung der geforderten Praxis feh len. Die von ihr ausgewiesene Tätigkeit als Personalberaterin könne nicht als Immobilienpraxis angerechnet werden. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 24. August 2012 Beschwerde beim damaligen Bundesamt für Berufsbi l- dung und Technologie, heute Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI, Vorinstanz), und beantragte, sie sei zur Prüfung im Februar 2014 zuzulassen. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, sie verfüge über genügend Praxis im Immobilie nwesen. Es gehe l e- diglich darum, ihr eineinhalb bis zwei Monate der zwölfeinhalb Jahre, die sie als Fachspezialistin Immobilien in der Personalberatung gearbeitet habe, anzurechnen. Sie gehe im Übrigen davon aus, dass sie die restl i- che gewünschte Berufserf ahrung von beinahe 3 Jahren in der Immob i- lienbewirtschaftung bis zum Februar 2014 gesammelt haben werde. Die Vorinstanz wies die Beschwerde mit Entscheid vom 12. Februar 2013 ab. Diesen begründete sie damit, dass sich die Zulassungsvoraussetzu n- gen für die Prüfungssession 2013 aus Ziffer 3.31 der Prüfungsordnung über die Berufsprüfung Immobilienbewirtschafter / Immobilienbewirtschaf- terin vom 25. April 2012 sowie der darauf basierenden Wegleitung erg ä- ben. Aus der Liste der in der Wegleitung genannten und ane rkannten Tä- tigkeiten für den Beruf der Immobilienwirtschaft gehe in erkennbarer We i- se hervor, dass nur Tätigkeiten in der Immobilienwirtschaft, nicht aber Tä- tigkeiten, die sich auf die Immobilienwirtschaft bezögen, anerkannt wü r- den. Demnach könne die Tätigkeit der Beschwerdeführerin in der Bera- tung bzw. Vermittlung von Personen der Immobilienwirtschaft nicht als Berufspraxis im Sinne von Ziff. 3.31 der Prüfungsordnung und der daz u- gehörigen Wegleitung angerechnet werden. Damit fehlten der Beschwe r-B-1253/2013 Seite 3 deführerin im Zeitpunkt der Prüfung 1, 5 bis 2 Monate der verlangten B e- rufspraxis. B. Gegen diesen Entscheid führt die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 7. März 2013 (Eingangsdatum 11. März 2013) Beschwerde an das Bu n- desverwaltungsgericht. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, in der Annahme, dass die nächste Prüfungssession im Februar 2014 stat t- finden würde, würde ihr nur noch ein Monat der geforderten 3 -jährigen Berufserfahrung in der Immobilienbewirtschaftung fehlen. Ei n Zuwarten bis zur Prüfungssession 2015 würde sie in beruflicher, finanzieller und privater Hinsicht ausserordentlich schwer treffen. Das könne ihr aus zwei Gründen nicht zugemutet werden: Einerseits habe sie ihre aktuelle Stelle als Immobilienbewirtschafterin nur unter der Voraussetzung bekomm en, dass sie so rasch wie möglich den eidgenössischen Fachausweis absol- viere, weshalb sie im Januar 2013 die Fachausbildung auch ohne Pr ü- fungszulassung habe beginnen müssen; andererseits gehe sie auf die 50 zu und das verschlechtere erheblich ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. C. Mit Schreiben vom 8. April 2013 h ielt die Erstinstanz am negativen En t- scheid vom 12. Oktober 2013 fest. Darin wird ausgeführt, die Tätigkeiten im Bereich Beratung / Vermittlung von Personen in der Immobilienwir t- schaft w ürden nicht a ls Berufspraxis im Sinne von Ziff. 3.31 der Pr ü- fungsordnung anerkannt. In ihrer Eingabe habe die Beschwerdeführerin keine weiteren Tätigkeiten im Bereich der Immobilienwirtschaft nachwe i- sen können. Demnach erfülle sie bis zum Prüfungstermin 2014 den Nachweis von mindestens drei Jahren hauptberuflicher Praxis in einem Beruf der Immobilienwirtschaft nicht. Eine Prüfungszulassung wäre erst auf 2015 möglich. D. Am 11. April 2013 liess sich die Vorinstanz vernehmen und reichte die Vorakten ein. Sie beantragt Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf die angefochtene Verfügung. Es könne der Beschwerdeführerin keine Ausnahme gewährt werden . Eine solche wäre nur statthaft, wenn "ein wirklicher Sonderfall" vorliegen würde. Die Voraussetzungen dazu seien vorliegend indessen nicht erfüllt, da es sich bei Zulassungsgesuchen oft um die Frage der Erfüllung der anrechenbaren Praxis handle. B-1253/2013 Seite 4 E. Mit Verfügung vom 18. April 2013 wurden der Beschwerdeführerin die Stellungnahme der Erst - und Vorinstanz zur Kenntnis zugestellt und der Schriftenwechsel abgeschlossen. F. Mit Eingabe vom 16. Mai 2013 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, innerhalb welchem Zeitrahmen mit der Urteilseröffnung in der vorliege n- den Beschwerdesache voraussichtlich gerechnet werden könne. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, S R 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden, zu denen auch das SBFI zählt (Art. 33 Bst. d VGG). Der Beschwerdeentscheid der Vorinstanz vom 12. Februar 2013 stellt e i- ne Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 VwVG dar. Diese Verfügung kann im Rahmen der allgemeinen Bestimmungen über die Bundesverwal- tungsrechtspflege (Art. 61 Abs. 2 des Berufsbildungsgeset zes vom 13. Dezember 2002 [BBG, SR 412.10] i.V.m. Art. 44 ff. VwVG i.V.m. Art. 31 und 37 ff. VGG) mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. Gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde an das Bundesverwal - tungsgericht legitimiert, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenom - men hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die an- gefochtene Verfügung berührt ist und an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges Interesse hat. Die Beschwerdeführerin war Partei des vorinstanzlichen Verfahrens. Als Adressat in der Verfügung ist sie durch diese berührt und hat an ihrer Aufhebung oder Änderung ein schutzwü r- diges Interesse. Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der Be - schwerdeschrift sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kosten -B-1253/2013 Seite 5 vorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übri - gen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. 2.1 Gemäss dem Berufsbildungsgesetz kann die höhere Berufsbildung durch eine eidgenössische Berufsprüfung od er eine eidgenössische h ö- here Fachprüfung erworben werden (Art. 27 Bst. a BBG). Die zuständ i- gen Organisationen der Arbeitswelt regeln die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel. Sie berücksichti- gen dabei die anschliessenden Bildungsgänge. Die Vorschriften unterlie- gen der Genehmigung durch die Vorinstanz (Art. 28 Abs. 2 BBG). 2.2 Gestützt auf Art. 28 Abs. 2 BBG hat die Trägerschaft, bestehend aus dem Schweizerischen Verban d der Immobilienwirtschaft SVIT und der Union suisse des professionnels de l'immobilier USPI , die "Prüfungsord- nung über die Berufsprüfungen Immobilienbewirtschafterin / Immobilien- bewirtschafter" erlassen, welche mit der Genehmigung der Vorinstanz am 25. April 2012 in Kraft trat. Sie wurde erstmals für di e Prüfung 2013 a n- gewendet. Für die Prüfung 2007 bis 2012 galt noch die Prüfungsordnung vom 9. Februar 2007 über die Berufsprüfungen Immobilienbewirtschaft e- rin / Immobilienbewirtschafter, Immobilienbewerterin / Immobilienbewer- ter, Immobilienvermarkterin / Immobilienvermarkter, Immobilienentwickle- rin / Immobilienentwickler. Sie wurde durch die Prüfungsordnung vom 25. April 2012 aufgehoben bzw. ersetzt (Ziff. 9.1 der Prüfungsordnung). Die Schweizerische Fachprüfungskommission der Immobilienwirtschaft beaufsichtigt im Auftrag der Trägerschaft die Durchführung der Prüfu n- gen. Zusätzlich ist sie für die Koordination und Kommunikation zwischen den ihr untergeordneten Prüfungskommissionen zuständig (Ziff. 2.11 Bst. a Prüfungsordnung), welchen die Durchführung der Prü fung obliegt (Ziff. 2.31 Bst. b Prüfungsordnung). Die Wegleitung über die Berufspr ü- fung für Immobilienbewirtschafterinnen / Immobilienbewirtschafter, welche ebenfalls am 25. April 2012 in Kraft trat, de finiert die Prüfungsinhalte und -anforderungen. Die Voraussetzungen für die Prüfungszulassung sind in Ziff. 3.31 der Prü- fungsordnung sowie in Ziff. IV der Wegleitung geregelt. B-1253/2013 Seite 6 2.3 Gemäss Ziff. 3.31 der Prüfungsordnung wird zur Prüfung zugelassen, wer: "a) ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis einer mindestens dreijähr i- gen beruflichen Grundbildung, ein Maturitätszeugnis [alle Typen], ein vom Bund anerkanntes Handelsdiplom, einen Abschluss einer höh e- ren Fachschule, einen eidgenössischen Fachausweis, ein eidgenö s- sisches Diplom, einen Abschluss einer Hoc hschule (Bachelor oder Master) oder einen gleichwertigen Ausweis besitzt und seit dessen Erwerb mindestens drei Jahre hauptberuflicher Praxis in einem Beruf der Immobilienwirtschaft nachweisen kann; oder b) über fünf Jahre hauptberuflicher Praxis in einem Beruf der Immob i- lienwirtschaft verfügt; und c) mindestens zwei Jahre der g eforderten Praxis gemäss Bst. a resp. b in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein erworben hat." 2.4 Die Zulassungsbedingungen im Sinne von Ziff. 3.31 der Prüfungsor d- nung werden in Ziff. IV der Wegleitung wie folgt erläutert: "a) Die geforderten Praxisjahre müssen im Zeitpunkt der Prüfung e r- reicht sein. b) Unter hauptberuflicher Praxis wird eine Tätigkeit zu 100 % verstan- den. Teilzeitpensen werden pro rata angerechnet, d. h. die erforderli- che Praxisdauer verlängert sich entsprechend. c) Als Beruf der Immobilienwirtschaft werden folgende Tätigkeiten a n- erkannt: – Verwaltung, Kauf, Verkauf von Liegenschaften; – Nachweis oder Vermittlung von Liegenschafts - und Liege n- schafts-Finanzierungsgeschäften (Mäklertätigkeit); – Treuhänderische Funktionen in der Baubegleitung und Bauhe r- renbetreuung, bei der Ausführung von Bauträgerschaften sowie bei der Betätigung in der Generalunternehmung; – Ausübung von Expertenfunktionen im Immobilienwesen, im Schätzungs- und Wertberechnungswesen; – Tätigkeiten im Immobilien-Beratungswesen; B-1253/2013 Seite 7 – Kaufmännische Tätigkeiten aus dem Bereich des Facility Man a- gement. Die Anerkennung der Berufspraxis obliegt der Prüfungskommission." 3. Nach Art. 49 VwVG (i.V.m. Art. 37 VGG) kann mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, einschlies s- lich die Überschreitung oder der Missbrauch des Ermessens, die unricht i- ge oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie die Unangemesse nheit der angefochtenen Verfügung gerügt we r- den. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft Rügen betreffend Verfahren s- mängel im Prüfungsablauf sowie die Auslegung und Anwendung von Rechtsnormen mit umfassender Kognition (Art. 49 VwVG; vgl. BVGE 2008/14 E. 3.3 m.H.; hinsichtlich der eingeschränkten Kognition bei der Bewertung von Prüfungsleistungen vgl. BVGE 2010/11 E. 4.1, BVGE 2010/10 E. 4.1, BVGE 2008/14 E. 3, BVGE 2007/6 E. 3). 4. Der Beschwerdeführerin wurde die Zulassung zur Berufsprüfung Immob i- lienbewirtschafterin / Immobilienbewirtschafter, die voraussichtlich im Februar 2014 stattfindet, verweigert, da sie im Zeitpunkt der Prüfung die Voraussetzung der hauptberuflichen Praxis von mindestens drei Jahren in einem Beruf der Immobilienwirtschaft nicht erfüllt. Die Vor- und Erstinstanz sowie die Beschwerdeführerin sind sich darin ei- nig, dass Letztere seit 1. April 2011 als Immobilienbewirtschafterin mit e i- nem vollen Beschäftigungsgrad arbeitet. Die Prüfungssession, zu welcher die Beschwerdeführerin zugelassen werden möchte, findet - wie e r- wähnt - im Februar 2014 statt. Bis Ende März 2014 würde sie 36 Monate (3 Jahre) Berufspraxis aufweisen, aber bis Ende Januar 2014 beliefe sich diese Praxis auf 34 Monate (2 Jahre und 10 Monate) . Entgegen der Mei- nung der Beschwerdeführerin, die in ihrer Beschwerdeschrift nur noch von einem Monat ausgeht, würden ihr im Zeitpunkt der Prüfung demnach mindestens ein Monat und maximal ca. zwei Monate fehlen , um dem Er- fordernis der minimalen Berufspraxis von drei Jahren zu genügen. Zudem ist streitig, ob der Beschwerdeführerin ihre 12 -einhalbjährige Tä- tigkeit im Bereich der Beratung und Vermittlung von Personen in der I m- mobilienwirtschaft angerechnet werden kann, um die ihr noch fehlende B-1253/2013 Seite 8 Berufserfahrung zu kompensieren. Diese Frage ist in den nachfolgenden Erwägungen zu prüfen. 5. 5.1 In Ziff. 1.12 der Prüfungsordnung wird die Bewirtschaftung von Objek- ten in technischer, nachhaltiger und kaufmännischer Hinsicht umschri e- ben. Unter Bewirtschaftung in technischer Hinsicht fallen Unterhaltsstra- tegie, Zustandsanalysen, Begleitung von Sanierungen und Mieterausbau- ten, Mängelbeseitigungen, Abnahme und Übergabe von Mietobjekten, Er- teilung von Handwerkeraufträgen, Aufnahme und Erledigung von Sch a- den- und Versicherungsfällen sowie Umgang mit der Hauswartung. Eine Bewirtschaftung in nachhaltiger Hinsicht beinhaltet energieeffiziente Haushaltgeräte (Backöfen, Gefriertruhen, Waschmaschinen, Geschirrspü- ler etc.), Boiler, Licht im öffentlichen Raum, Wasser sparende Sanitärpr o- dukte, ökologische Baumaterialien (Farben), naturnahe Siedlungspflege und Veloabstellanlagen. In der Bewirtschaftung in kaufmännischer Hi n- sicht sind folgende Bereiche eingeschlossen: Festlegen von Mietzinsen, Erstellen von Vermarktungskonzepten bei Erst - und Wiedervermietung , Leerstandsminimierung, Mieterselektion, Mietverträge, Korrespondenz mit den Anspruchsgruppen, Durchsetzung von Forderungen. Gemäss Ziffer IV der Wegleitung zur Prüfungsordnung (vgl. E. 2.4 hie r- vor) kommen bei einem "Beruf der Immobilienwirtschaft" im Si nne von Ziff. 3.31 der Prüfungsordnung nur folgende anerkannte Tätigkeiten in Frage: – Verwaltung, Kauf, Verkauf von Liegenschaften; – Nachweis oder Vermittlung von Liegenschafts - und Liege n- schafts-Finanzierungsgeschäften (Mäklertätigkeit); – Treuhänderische Fu nktionen in der Baubegleitung und Bauhe r- renbetreuung, bei der Ausführung von Bauträgerschaften sowie bei der Betätigung in der Generalunternehmung; – Ausübung von Expertenfunktionen im Immobilienwesen, im Schätzungs- und Wertberechnungswesen; – Tätigkeiten im Immobilien-Beratungswesen; – Kaufmännische Tätigkeiten aus dem Bereich des Facility Man a- gement. B-1253/2013 Seite 9 Aufgrund der Definition der Bewirtschaftung von Objekten in technischer, nachhaltiger und kaufmännischer Hinsicht gemäss Ziff. 1.12 der Pr ü- fungsordnung sowie der Erläuterungen zur Berufspraxis gemäss Zi ff. IV der Wegleitung ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nicht jede Tätigkeit, die sich auf die Immobilienwirtschaft bezieht, sondern nur Tätig- keiten in der eigentlichen Immobilienwirtschaft, anerkennt, bei welchen die Immobilien im Zentrum stehen. Denn nur bei einem solchen Wir t- schaftszweig ist davon auszugehen, dass das Kerngeschäft aus der Er- richtung, Finanzierung, Verwaltung und Vermietung von Immobilien be- steht (vgl. hierzu die Definition des Begri ffs Immobilienwirtschaft im D u- den, http://www.duden.de/rechtschreibung/Immobilienwirtschaft, letztmals besucht am 31. Juli 2013). Nach dem Gesagten kann der Vorinstanz nicht vorgehalten werden, sie hätte die einschlägigen Bestimmung en der Prü- fungsordnung und Wegleitung nicht korrekt ausgelegt. 5.2 Den Akten kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin am 25. Oktober 2007 den eidgenössischen Fachausweis als Personalb e- raterin erhalten hat. Ebenfalls aktenkundig ist, dass die Beschwerdeführe- rin zwischen 1998 und 2011 als Personalberaterin für den Fachbereich "Immobilien-Treuhand" und teilweise auch "Finanz -Treuhand" bei der Personalberatungsfirma A._______, tätig war. Aus den Beschwerdebeila- gen geht zudem hervor, dass die Beschwerdeführerin 2012 die Kurse "Liegenschaftsunterhalt", "Immobilien -Bewirtschaftung" und "Liege n- schaftsbuchhaltung KS/HEV" ordnungsgemäss absolviert und die jeweil i- ge Zertifikatsprüfung erfolgreich bestanden hat. Auch hat die Beschwe r- deführerin in den Jahren 1999 und 2000 den Grundkurs "Immobilien - Verwaltung" bzw. "Immobilien-Verkauf" besucht. Gemäss dem vom B._______ ausgestellten Arbeitszeugnis vom 28. Februar 2011 umfasste das Aufgabengebiet der Beschwerdeführerin bei ihrer Tätigkeit als Personalberaterin im Wesentlichen folgende Bere i- che: – Stellvertretung des Geschäftsführers; – Mandatsleitung / Beratung und Betreuung von Immobilienfirmen und Firmen mit Immobilienabteilungen in der ganzen Schweiz während der Rekrutierun g von Immobilienfachspezialisten (…) vom Assistenten bis zum obersten Kader; – Mandatsleitung / Beratung und Coachen von Immobilien - Fachspezialisten in der ganzen Schweiz während des Rekruti e- rungsprozesses (…); B-1253/2013 Seite 10 – Führen von Kandidateninterviews; Durchführen vo n Standortana- lysen und Laufbahnberatungen; – Erweiterung des Kundenstammes; Systematischer Neuaufbau im überregionalen Bereich (…); – Gezielte Akquisition, Selektion und Rekrutierung von Bewe r- bern/Kandidaten; – Organisation und Durchführung von Kundenbesuchen; – Analysieren der Marktsituation, Konzeption von Marketingakti o- nen, Budgetierungen; – Ausarbeiten und Durchführen von Personalmarketingmassna h- men (…); – Entwerfen von Inseraten und deren Disposition: In Zeitungen und Fachzeitschriften sowie im Internet auf verschiedenen Stellenpor- talen und auf der firmeneigenen Webseite, etc.; – Erstellen von Offerten für Direct -Search-Mandate sowie das Betreuen der Kunden von A-Z; – Akquisition und Betreuung von potentiellen Auftraggebern; – Erstellen und Ausarbeiten von Bewerberdossiers; – Führen von Kunden- und Kandidatenkarteien, diverse Korrespo n- denz; – Rechnungsstellung an Kunden, Betreuung des Mahnwesens, – Projektarbeiten: Kostenoptimierung der Telefonie, Erneuerung der EDV-Systeme, inkl. Drucker/Scanner sowie der Formula re resp. des Briefpapiers, Überarbeiten der Firmenbroschüre und Übe r- denken des Internetauftrittes. Aus der Liste der im Arbeitszeugnis der Beschwerdeführerin wiedergege- benen Tätigkeiten wird ersichtlich, dass diese hauptsächlich auf die Bera- tung und Vermittlung von Personen der Immobilienwirtschaft zugeschni t- ten sind. Die Annahme ist deshalb naheliegend, dass Personen und nicht Immobilien im Mittelpunkt dieser Tätigkeiten stehen . In der Berufserfah- rung der Beschwerdeführerin bei der Personalberatungsfirma A._______ könnte allenfalls nur ein entfernter Bezug auf Tätigkeiten im Bereich der Immobilienwirtschaft erblickt werden . Demnach konnten die Vorinstanz und die Erstinstanz zu Recht davon ausgehen, dass die Tätigkeiten der Beschwerdeführerin in der Beratung und Vermittlung von Personen der Immobilienwirtschaft nicht als Berufspraxis im Sinne von Ziff. 3.31 der B-1253/2013 Seite 11 Prüfungsordnung und Ziff. IV der Wegleitung anerkannt und angerechnet werden k onnten. Durch die besuchten Kurse und bestandenen Zertif i- katsprüfungen, die immerhin wichtige Schritte in der Weiterbildung der Beschwerdeführerin darstellen, konnte Letztere zwar neue Kenntnisse erwerben. Allein dieser Umstand kann jedoch nicht ausreichen, um die ihr fehlende Berufspraxis zu kompensieren. Es bleibt dabei, das s der B e- schwerdeführerin im Zeitp unkt der Prüfung immer noch ein bis ca. zwei Monate Berufspraxis in einem Beruf der Immobilienwirtschaft fehlen. Aus diesem Grund kann sie gemäss Ziff. 3.31 der Prüfungsordnung nicht zur Prüfungssession 2014 zugelassen werden. 6. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass ihre 12einhalbjährige Erfah- rung in der Beratung und Vermittlung von Personen keine als Beruf der Immobilienwirtschaft anerkannte Tätigkeit darstellt. Sie möchte aber er- reichen, dass ihr diese Erfahrung mit mindestens 1-2 Monaten Praxis in der Immobilienwirtschaft angerechnet wird, weil sie sonst die Berufspr ü- fung erst im Jahre 2015 ablegen könnte . Die ihr fehlenden 1 -2 Monate und das damit einhergehende Zuwarten auf die Prüfung ssession 2015 hätten für sie eine ausserordentliche Härte zur Folge , in beruflicher, f i- nanzieller und privater Hinsicht , die ihr nicht zugemutet werden könnte. Denn sie habe ihre aktuelle Stelle als Immobilienbewirtschafterin nur u n- ter der Voraussetzung be kommen, dass sie so rasch wie möglich den eidgenössischen Fachausweis absolviere, weshalb sie im Januar 2013 die Fachausbildung auch ohne Prüfungszulassung habe beginnen mü s- sen. Zudem gehe sie auf die 50 zu, was ihre Chancen auf dem Arbeit s- markt erheblich verschlechtere. Bei allem Verständnis für die Konsequenzen, die ein Zuwarten auf die Prüfungssession 2015 für die Beschwerdeführerin mit sich bring en kann, vermag die Beschwerdeführerin mit diesen Argumenten jedoch nicht durchzudringen. Mit der Formulierung "mindestens drei Jahre hauptberuf- liche Praxis in einem Beruf der Immobilienwirtschaft" gemäss Ziff. 3.31 der Prüfungsordnung hat die Trägerschaft eine unterteste Grenze für die geforderten Praxisjahre festgelegt, welche, in Ermangelung einer weiter- gehenden ausdrücklichen Bestimmung in der Prüfungsordnung und Weg- leitung, keinen Spielraum für Ausnahmen bei Vorliegen aussergewöhnl i- cher und persönlicher Umstände zulässt. Auch in dieser Hinsicht hat die Vorinstanz Ziff. 3.31 der Prüfungsordnung korrekt angewendet. B-1253/2013 Seite 12 7. In der Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, eine Abweichung von der geforderten Berufspraxis für die Zulassung zur Prüfungssession 2014 komme nicht in Frage. Die Voraussetzungen für das Vorliegen "eines wirklichen Sonderfalls" seien insofern nicht erfüllt, als es sich bei Zula s- sungsgesuchen oft um die Frage der Erfüllung der anrechenbaren Praxis handle. Für dieses Argument beruft sich die Beschwerdeführerin auf die Voraussetzungen zur Erteilung von Ausnahmebewilligungen gemäss Dar- legung in: PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allge- meines Verwaltungsrecht, Bern 2009, § 44 Rz. 49. Wie bereits dargelegt, verhält es sich im vorliegenden Fall so, dass weder die Prüfungsordnung noch die dazugehörige Wegleitung ausdrücklich ei- ne Ausnahmeregelung vorsehen, welche eine Abweichung von der Min i- malgrenze für die Berufspraxis erlauben würde. Deshalb braucht man auf die von der Vorinstanz aufgeworfene Frage nicht näher einzugehen. 8. Wie sich aus den vorstehende n Erwägungen ergibt, erfüllt die Beschwe r- deführerin die Zulassungsvoraussetzungen im Hinblick auf die Prüfung s- session 2014 nicht, da sie im Zeitpunkt der Prüfung den Nachweis von mindestens drei Jahren hauptberuflicher Praxis in einem Beruf der Imm o- bilienwirtschaft nicht erbringen kann. Eine nicht korrekte Anwendung der Prüfungsordnung und der dazugehörigen Wegleitung kann der Vorinstanz nicht vorgeworfen werden. Die Beschwerde erweist sich daher als unbe- gründet und ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Ver- fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320 .2]). Diese werden auf Fr. 800.– festgesetzt und mit dem am 16. März 2013 geleisteten Kosten- vorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 10. Als unterliegender Partei ist der Beschwerdeführerin auch keine Parte i- entschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). Der Vorinstanz s teht kein Anspruch auf Parteientschädigung zu (Art. 7 Abs. 3 VGKE). B-1253/2013 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800. – werden der Beschwerdeführerin au f- erlegt. Sie werden nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.– verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde); – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde); – die Erstinstanz (Gerichtsurkunde). Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Francesco Brentani Corrado Bergomi Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlichrechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be- schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). Versand: 17. September 2013