<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-08-10-1C_430-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1C_430/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 10. August 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Chaix, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Forster. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">1. A.________, </div> <div class="para">2. B.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, beide vertreten durch Rechtsanwalt </div> <div class="para">Giampiero Berra, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesamt für Justiz, Zentralstelle USA. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die USA; </div> <div class="para">Herausgabe von Beweismitteln, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid </div> <div class="para">des Bundesstrafgerichts, Beschwerdekammer, </div> <div class="para">vom 22. Juli 2020 (RR.2020.151, RR.2020.152). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">Am 22. Juli 2020 trat das Bundesstrafgericht, Beschwerdekammer, auf die am 25. Juni 2020 von Rechtsanwalt Giampiero Berra im Namen von A.________ und B.________ erhobene Beschwerde gegen die (Teil-) Schlussverfügung vom 22. Mai 2020 des Bundesamtes für Justiz (betreffend akzessorische Rechtshilfe) nicht ein. </div> <div class="para">Den Nichteintretensentscheid des Bundesstrafgerichtes fochten A.________ und B.________ mit Beschwerde vom 3. August 2020 beim Bundesgericht an. Sie beantragen die Aufhebung dieses Entscheides. </div> <div class="para">Ein Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das vorliegende Urteil ist auf Deutsch auszufertigen (<span class="artref">Art. 54 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para">Erachtet das Bundesgericht eine Beschwerde in Rechtshilfesachen als unzulässig, weil kein besonders bedeutender Fall im Sinne von <span class="artref">Art. 84 BGG</span> gegeben ist, so fällt es innert 15 Tagen seit Abschluss eines allfälligen Schriftenwechsels einen Nichteintretensentscheid (<span class="artref">Art. 107 Abs. 3 BGG</span>). Dieser Entscheid wird - unter Vorbehalt der allgemeinen Unzulässigkeitsgründe nach <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 BGG</span> - im vereinfachten Verfahren gemäss <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> in Dreierbesetzung auf dem Zirkulationsweg getroffen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=04.08.2020&amp;to_date=23.08.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-125%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page125">BGE 133 IV 125</a> E. 1.2 S. 127). </div> <div class="para">Soweit <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> das Erfordernis des " besonders bedeutenden Falles" betrifft, handelt es sich (im Verhältnis zu <span class="artref">Art. 20 und <artref id="CH/173.110/108" type="start"></artref>Art. 108 BGG</span><artref id="CH/173.110/20" type="end"></artref>) um eine "lex specialis" für Verfahren betreffend die internationale Rechtshilfe in Strafsachen. Daher ist <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> (Dreierbesetzung) grundsätzlich auch bei <i>offensichtlich</i> <i>fehlendem</i> besonders bedeutendem Fall anwendbar. Davon zu unterscheiden sind die <i>allgemeinen</i> Unzulässigkeitsgründe, welche bei Offensichtlichkeit im Verfahren nach <span class="artref"><artref id="CH/173.110/108/c" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/108/1/c" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/108/1/a" type="start"></artref>Art. 108 Abs. 1 lit. a-c BGG</span><artref id="CH/173.110/108/1/c" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/108/c" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/c" type="end"></artref> zu beurteilen sind. Dazu gehören etwa das eindeutige Versäumen der Beschwerdefrist (<span class="artref">Art. 100 Abs. 2 lit. b BGG</span>) oder die offensichtlich ungenügende Beschwerdebegründung im Sinne von Art. 108 Abs. 1 lit. b i.V.m. <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=04.08.2020&amp;to_date=23.08.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-125%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page125">BGE 133 IV 125</a> E. 1.2 S. 127 f.). Nicht ausreichend begründet ist die Beschwerde in Rechtshilfesachen insbesondere dann, wenn nicht ausgeführt wird, warum ein besonders bedeutender Fall nach <span class="artref">Art. 84 BGG</span> vorliege (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 Satz 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=04.08.2020&amp;to_date=23.08.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-125%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page125">BGE 133 IV 125</a> E. 1.2 S. 128). Offensichtlich nicht substanziiert (im Sinne von <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG</span>) sind zudem auch Beschwerden, die sich mit dem Gegenstand und den Erwägungen des angefochtenen Entscheides nicht auseinandersetzen (Bundesgerichtsurteile 1C_347/ 2019 vom 5. Juli 2019 E. 1; 1C_223/2018 vom 17. Mai 2018; je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Liegt offensichtlich ein solcher allgemeiner Unzulässigkeitsgrund vor, ist im <i>einzelrichterlichen</i> Verfahren ein Nichteintretensentscheid zu fällen (<span class="artref">Art. 108 Abs. 1 BGG</span>). In diesen Fällen erübrigt sich die zusätzliche Prüfung des besonderen Eintretenserfordernisses von <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> (besonders bedeutender Fall), selbst wenn sein Vorliegen geltend gemacht wird. <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> kommt somit nur - aber immer dann - zum Zug, wenn die dort genannte Eintretensvoraussetzung für das Nichteintreten entscheidend ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=04.08.2020&amp;to_date=23.08.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-125%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page125">BGE 133 IV 125</a> E. 1.2 S. 128). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeschrift setzt sich mit den massgeblichen Erwägungen des angefochtenen Entscheides nicht nachvollziehbar auseinander. Zudem erweisen sich die Ausführungen der Beschwerdeführer zum Sachurteilserfordernis des besonders bedeutenden Rechtshilfefalles (<span class="artref">Art. 84 BGG</span>) als offensichtlich ungenügend: </div> <div class="para">Die Vorinstanz ist auf das Rechtsmittel nicht eingetreten, da der Rechtsvertreter innert der ihm angesetzten Frist keine (das Rechtshilfeverfahren betreffende) Vollmacht eingereicht hatte. Die Beschwerdeführer machen in diesem Zusammenhang (beiläufig) geltend, im erstinstanzlichen Verfahren, das zur Schlussverfügung 22. Mai 2020 führte, habe das Bundesamt für Justiz eine von ihnen unterzeichnete Vollmacht vom 16. September 2016 akzeptiert. </div> <div class="para">Im angefochtenen Entscheid wurde dazu Folgendes erwogen: Das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesstrafgericht habe eine Rechtshilfesache betroffen. In der Vollmacht vom 16. September 2016 hätten die Beschwerdeführer den Anwalt mit der Wahrung ihrer Interessen in einem von der Bundesanwaltschaft geführten (schweizerischen) <i>Strafverfahren</i> (mit der Verfahrensnummer SV.16.1109) beauftragt. Die Verfahrensleitung des Bundesstrafgerichtes habe daher (gestützt auf die anwendbaren Verfahrensvorschriften) von Amtes wegen abklären müssen, ob eine gültige Bevollmächtigung für das anhängig gemachte Rechtsmittelverfahren in Rechtshilfesachen vorgelegen habe. Zu diesem Zweck habe die Vorinstanz den Rechtsvertreter mit Schreiben vom 30. Juni 2020 peremptorisch eingeladen, bis zum 13. Juli 2020 eine schriftliche Vollmacht betreffend dieses Beschwerdeverfahren einzureichen, verbunden mit der Androhung (hervorgehoben in Fettschrift), andernfalls werde auf das Rechtsmittel nicht eingetreten. Der Rechtsvertreter habe diese Frist unbenutzt verstreichen lassen. </div> <div class="para">Die anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer bestreiten diese Feststellungen der Vorinstanz nicht und setzen sich mit der Begründung des Nichteintretensentscheides auch sonst nicht nachvollziehbar auseinander. Schon deshalb ist auf die Beschwerde im einzelrichterlichen Verfahren nicht einzutreten (Art. 108 Abs. 1 lit. b i.V.m. <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG</span>). Darüber hinaus ist in diesem Zusammenhang auch keine Verletzung elementarer Verfahrensrechte (oder ein anderer Grund für die Annahme eines besonders bedeutenden Rechtshilfefalles) ausreichend dargetan (Art. 84 Abs. 2 i.V.m. <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 Satz 2 BGG</span>). Nach unbenutztem Ablauf der peremptorisch angesetzten Frist ist die Vorinstanz offensichtlich zu Recht auf das Rechtsmittel nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist im vereinfachten einzelrichterlichen Verfahren nicht einzutreten (<span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span>). </div> <div class="para">Auf die Erhebung von Gerichtskosten kann hier ausnahmsweise verzichtet werden (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Bundesstrafgericht, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 10. August 2020 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Chaix </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Forster </div> </div></body></html>