B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-7369/2018 U r t e i l v o m 2 7 . M ä r z 2 0 1 9 Besetzung Einzelrichter David R. Wenger, mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer, Gerichtsschreiberin Eliane Hochreutener. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügung des SEM vom 23. November 2018 / N (…). E-7369/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer ersuchte am 21. Dezember 2015 in der Schweiz um Asyl. Anlässlich der Befragung vom 23. Dezember 2015 machte der Be- schwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei kurdischer Ethnie und habe von der Geburt bis zur Ausreise in B._______, Syrien, gelebt. Er habe auf der Baustelle an einer Giessmaschine gearbeitet. Aus Angst vor einer Zwangsrekrutierung durch die C._______ (gemeint sind die […] und deren militärischer Arm, […]) sei er in die Türkei ausgereist. Kurze Zeit später sei er nach Syrien zurückgekehrt, weil sein Vater krank gewesen sei. 15 Tage nach seiner Rückkehr sei er von den C._______ verhaftet und zwangsre- krutiert worden. Eine Woche sei er inhaftiert gewesen, da er bei seinem kranken Vater habe bleiben wollen und sich geweigert habe , die militäri- sche Grundausbildung zu absolvieren. Daraufhin habe er die 45 tägige Grundausbildung absolviert. Insgesamt habe er dreieinhalb Monate Militär- dienst für die C._______ in D._______ geleistet. Zuvor sei er ein weiteres Mal inhaftiert gewesen, als er mit einem Verkehrspolizisten der kurdischen Verwaltung einen Streit gehabt habe. Am 5. Dezember 2015 sei er illegal aus Syrien ausgereist. An der Anhörung vom 15. Januar 2018 gab der Beschwerdeführer ergän- zend an, er habe die Schule von der ersten bis zur siebten Klasse besucht. Er und sein Kollege seien von der Schule suspendiert worden, weil sie ein Kleidungsstück der Uniform zu Hause vergessen hätten und weil er Kurde sei. Am 15. Juli 2014 habe er sein Militärdienstbuch in E._______ abgeholt. Im April 2015 sei er für ungefähr einen Monat in der Türkei gewesen , um zu arbeiten. Er sei nach Syrien zurückgekehrt und habe sich ungefähr vier respektive fünf respektive sieben Monate zu Hause versteckt. Danach sei er von den C._______ zwangsrekrutiert worden. Sie seien ohne Ausbil- dung an die Front geschickt worden. Während des Militärdienstes sei er für drei oder vier Tage respektive für dreieinhalb Tage oder drei Nächte inhaf- tiert gewesen, weil er Urlaub gefordert habe. Nach drei Monaten respektive im Dezember 2015 habe er für zwei, drei respektive drei, vier Tage Urlaub erhalten. Er habe zwei Tage zu Hause verbracht und sei dann in die Türkei ausgereist. Drei Tage später sei er nach Sy rien zurückgekehrt, weil sein Vater krank gewesen sei. Aus Angst erwischt zu werden und in den Militär- dienst gehen zu müssen, habe er sich im Haus der Nachbarn aufgehalten. Zwei Tage später sei er wieder in die Türkei ausgereist. Aufgrund eines Streites mit einem Verkehrspolizisten sei er zuvor, als er noch minderjährig gewesen sei, eine Woche inhaftiert gewesen. Nach seiner Ausreise sei er E-7369/2018 Seite 3 im Januar 2016 zu Hause bei seinem Vater von den C._______ gesucht worden. Zudem würden die C._______ beobachten, ob j emand zurück- kehre. Er habe Syrien aus Angst vor dem Militärdienst bei den C._______ und bei der Regierung verlassen. Im September 2017 sei seinem Vater ein Aufgebot für den Militärdienst für ihn ausgehändigt worden. Der Beschwerdeführer reichte sein syrisches Militärbuch im Original inklu- sive Übersetzung, vier Fotos, ein Militäraufgebot im Original inklusive Über- setzung, seinen syrischen Führerschein in Kopie und seine syrische Iden- titätskarte im Original ein. B. Mit Verfügung vom 7. Juni 2017 stellte die Vorinstanz fest, der Beschwer- deführer habe am 4. Mai 2017 den ihm zugewiesenen Wohnort verlassen und sei seither unbekannten Aufenthaltes. Das Asylgesuch des Beschwer- deführers werde deshalb als gegenstandslos geworden abgeschrieben. C. Mit Eingabe vom 15. Juni 2017 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes- verwaltungsgericht dagegen Beschwerde. Mit Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts E-3391/2017 vom 16. Juni 2017 wurde die Beschwerde als gegenstandslos geworden abgewiesen. Es sei aktenkundig, dass die Vo- rinstanz einen Tag vor der Beschwerdeeinreichung (Telefax SEM vom 14. Juni 2017) den Dienst Datenmanagement Asyl und Rückkehr (DDAR) über die Wiederaufnahme des Asylverfahrens des Beschwerdeführers in- formiert habe, weshalb die Beschwerdebegehren gegenstandslos gewor- den seien. D. Mit Verfügung vom 23. November 2018 (eröffnet am 28. November 2018) stellte die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingsei- genschaft nicht, wies sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Den Wegweisungsvollzug schob sie wegen Unzumutbar- keit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. E. Mit Eingabe vom 27. Dezember 2018 erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Verfü gung der Vorinstanz sei aufzuheben. Ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei E-7369/2018 Seite 4 seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und er sei als Flüchtling vor- läufig aufzunehmen. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung sei zu gewähren. Der B eschwerdeführer reichte ein Schreiben des vormals befassten Rechtsvertreters RA lic. iur. Michael Steiner vom 28. November 2018 in Kopie, einen Ausdruck eines Artikels der Neuen Zürcher Zeitung vom 21. Februar 2017 mit der Überschrift „Die grosse Macht der Asyl -Dolmet- scher“, ein en Ausdruck eines Artikels des Tages Anzeigers vom 16. Mai 2016 mit der Überschrift „Du bist dumm“ und eine Kopie eines Artikels der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 23. März 2017 mit der Überschr ift „Syrien: Zwangsrekrutierung, Wehrdienstentzug, Desertion; Auskunft der SFH-Länderanalyse“ ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 2. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Be- schwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legiti- miert (Art. 48 V wVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Be- schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 aAsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 3. 3.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung e ines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AslyG). E-7369/2018 Seite 5 4. 4.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel- che vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa- tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Willkürverbots, eine V erletzung des rechtlichen Gehörs, sowie eine Verletzung der Begründungspflicht. 4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in ei nem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be- hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei- nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 4.3 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Befragung sei zu kurz gewesen und es sei zu Übersetzungsfehlern und Missverständnissen gekommen. Diese Rüge ist unbegründet, hat er doch in der Befragung zweimal erklärt, er verstehe den Dolmetscher gut (act. A6/12 S. 2 [h] und 9.02). In den Be- fragungsprotokollen lassen sich auch keine Hinweise finden, wonach ent- sprechende Verständigungsprobleme bestanden hätten. Schliesslich wurde dem Beschwerdeführer das Protokoll rückübersetzt und er bestä- tigte dessen Inhalt unterschriftlich als richtig und vollständig (act. A6/12 S. 9). Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er sei an der Befragung ge- halten worden, sich kurz zu fassen und er habe das Gefühl gehabt, unter Zeitdruck zu stehen, kann dem entgegnet werden, dass er relativ ausführ- lich zu seiner Person, dem Reiseweg und den Fluchtgründen Stellung neh- men konnte. Auch ist aus dem Protokoll nicht ersichtlich, dass auf den Be- schwerdeführer in irgendeiner Weise Druck ausgeübt worden wäre. Im Ge- genteil wurde er ausdrücklich gefragt, ob dies alle Gründe seien, weshalb er seinen Heimatstaat verlassen habe (act. A6/12 7.01), ob er weitere Probleme oder Konflikte mit Behörden, der Polizei, dem Militär oder ande- ren Organisationen ge habt habe (act. A6/12 7.02) und ob es sonst noch Gründe gebe, die gegen eine allfällige Rückkehr in sein Heimatland spre- chen könnten (act. A6/12 7.03). Was seine Furcht vor Behörden betrifft, so wurde er e ingangs der Befragung darauf aufmerksam gemacht, da ss er E-7369/2018 Seite 6 ohne Furcht reden könne. Entsprechend kann das Protokoll dem vorlie- genden Entscheid zugrunde gelegt werden. Das rechtliche Gehör ist somit nicht verletzt. Eine in diesem Zusammenhang gerügte Verletzung des Will- kürverbots liegt ebenfalls nicht vor. 4.4 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung der Begründungspflicht. Die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht umfassend und sorgfältig ge- prüft. Die Eintragungen im Militärdienstbuch seien echt und er sei tatsäch- lich einberufen worden. Die Vorinstanz habe die Ü berprüfung zu Unrecht unterlassen und ihre Begründung sei nicht ausreichend, da diese sehr all- gemein sei. Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, der Beschwer- deführer habe die militärische Aushebung bei der Befragung nicht erwähnt und das Militärdienstbuch erst zu einem späteren Zeitpunkt zu den Akten gereicht, weshalb ihm dieses nachgeschobene Vorbringen nicht geglaubt werden könne. Aus diesem Grund könne auf eine eingehende Würdigung der eingereichten Beweismittel – Militärdienstbuch und Aufgebot – verzich- tet werden. Zudem sei festzustellen, dass diese Beweismittel erfahrungs- gemäss käuflich leicht erhältlich seien und deshalb geringen Beweiswert hätten. Die Vorinstanz hat sich mit allen Vorbringen in der Begründung ein- lässlich auseinandergesetzt. Es liegt somit keine Verletzung der Begrün- dungspflicht vor. 4.5 Die formellen Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage als un- begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückz uweisen. Die diesbe- züglichen Rechtsbegehren sind somit abzuweisen. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Ra sse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). E-7369/2018 Seite 7 5.2 Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung oder Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhal- tung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtstellung der Flücht- linge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG). 5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6. 6.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid damit, die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Zwangsrekrutierung durch die C._______, zu sei- nem Militärdienst und zu seiner Haft während des Militärdienstes seien auf- grund zahlreicher Widersprüche nicht glaubhaft. Zudem habe er die militä- rische Aushebung und die Furcht vor einem Aufgebot durch die syrische Armee erstmals an der Anhörung erwähnt, weshalb diese als nachgescho- ben zu qualifizieren sei. Die Suspendierung von der Schule, weil er ethni- scher Kurde sei, sei mangels Intensität nicht asylrelevant gemäss Art. 3 AsylG. Der Streit mit dem Verkehrsp olizisten sei mangels zeitlichen Kau- salzusammenhangs nicht asylrelevant. 6.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe seine Probleme mit den syrischen Behörden un d der Partei der (…) falsch beurteilt. Die ent- standenen Abweichungen und Missverständnisse seien nicht als erhebli- che Widersprüche zu erachten. Er sei aus politischer Überzeugung vom kurdischen Militär der (…) desertiert und habe aus politischer Überzeugung in der syrischen Armee nicht dienen wollen. Es gebe einen engen Kausal- zusammenhang zwischen Verfolgung und Flucht. Er gelte als Deserteur und Militärdienstverweigerer, weshalb seine Beweggründe zur Flucht asyl- relevant seien und ihm demnach unverhältnismässig hohe Strafen in Sy- rien drohen würden. Zudem sei auf Asylentscheide der Vorinstanz zu ver- weisen, welche zu vorläufigen Aufnahm en als Flüchtlinge geführt hätten . Der Grundsatz der Rechtsgleichheit gebiete, dass im vorliegenden Fall der Beschwerdeführer auch als Flüchtling aufgenommen werde. E-7369/2018 Seite 8 7. 7.1 Die Vorinstanz ist in ihren Erwägungen zur zutreffenden Erkenntnis ge- langt, die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers seien einerseits nicht glaubhaft und würden andererseits den Anforderungen an die Asylre- levanz nicht genügen. So verstrickt sich der Beschwerdeführer in Bezug auf den Zeitpunkt der Zwangsrekrutierung (act. A6/12 7.01, act. A38/26 F47), den Erhalt einer militärischen Grundausbildung und den Dienst an der Waffe (act. A6/12 7.01, act. A38/26 F16, F36, F87), den verschiedenen Orten, wo er bei den C._______ stationiert war, die Dauer der Stationie- rungen (act. A6/12 7.01, act. A38/26 F38, F96 f., F103) und die Dauer des Urlaubs (act. A38/26 F44, F104) in Widersprüche. Weiter widerspricht sich der Besc hwerdeführer in Bezug auf die Haftdauer bei den C._______ (act. A6/12 7.02, act. A38/26 F114). Es bestehen zudem erhebliche Un- stimmigkeiten betreffend die Frage, wann sein Vater krank wurde (act. A6/12 7.01, act. A38/26 F47, F184 ff.) und die daraus result ierende Anzahl seiner Ausreisen in die Türkei und seiner Einreisen nach Syrien (act. A6/12 7.01, act. A38/26). Seine Erklärungsversuche am Schluss der Anhörung, als er mit seinen Widersprüchen konfrontiert wurde, gehen alle- samt ins Leere (act. A38/26 F179 ff.). Aufgrund der zahlreichen Widersprü- che vermögen auch die eingereichten Fotos, welche seine Tätigkeit bei den C._______ bestätigen sollen, nichts daran zu ändern (act. A14/1 Beilage 2). Seine beschwerdeweise gemachten Ausführungen und eingebrachten Verweise auf andere Asylentscheide der Vorinstanz vermögen die bishe- rige Einschätzung nicht umzustossen. Selbst wenn die Rekrutierung durch die C._______ glaubhaft wäre, wäre diese nicht asylrelevant. Es fehlt an einem in Art. 3 AsylG umschriebe nen Motiv einer Verfolgungshandlung, das nötig wäre, so dass eine Wehrdienstverweigerung oder Desertion die Flüchtlingseigenschaft zu begründen vermöchte (vgl. u.a. Urteil des BVGer D-1344/2018 vom 18. Mai 2018 E. 7.3.1 mit Verweis auf das Referenzurteil des BVGer D-5329/2014 vom 23. Juni 2015). Zwar ist festzuhalten, dass in den kurdischen Gebieten Syriens ein Gesetz betreffend die obligatori- sche Dienstpflicht für Männer zwischen 18 und 30 Jahren eingeführt wurde. Der Beschwerdeführer wäre als 23-jähriger kurdischer Bürger mutmasslich davon betroffen und bei einer allfälligen Rückkehr in die Heimatregion der Gefahr einer Zwangsrekrutierung durch die (…) ausgesetzt. Allerdings knüpft diese Militärdienstpflicht nicht an eine der in Art. 3 AsylG aufgeführ- ten E igenschaften, sondern an den Wohnort, das Alter und das Ge- schlecht, an. Die Wehrpflicht respektive eine im Falle einer Rückkehr nach Syrien zu befürchtende Zwangsrekrutierung durch die (…) sind deshalb nicht als asylrelevant zu qualifizieren (vgl. ausführlich dazu die Urteile des BVGer D-7292/2014 vom 22. Mai 2015 E. 4.4.2 und E-1063/2018 vom 14. E-7369/2018 Seite 9 März 2018 E. 7.1 sowie E-1251/2017 vom 4. Dezember 2018 E. 5.4). Auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers in diesem Zusammen- hang ist daher nicht weiter einzugehen. Entsprechend vermögen die vor- liegend geltend gemachte Dienstverweigerung respektive die deswegen befürchteten Verfolgungsmassnahmen durch die C._______ keine asyl- rechtliche Relevanz zu entfalten (vgl. Urteil D-313/2018 E. 7.2). 7.2 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, ihm drohe vom syrischen Staat eine asylrelevante Verfolgung. Die Vorinstanz hat zurecht festge- stellt, dass der Beschwerdeführer an der Befragung weder die militärische Aushebung noch seine Furcht vor der Einziehung erwähnt hat. Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer diese für seine Flucht haupt- sächlichen Gründe anlässlich der Befragung nicht einmal ansatzweise er- wähnte. Wie bereits in E 4.3 ausgeführt, ist seine Begründung auf Be- schwerdeebene, er habe diese nicht erwähnen können, da ihm anlässlich der Befragung keine Gelegenheit gegeben worden sei sich zu äussern, un- behelflich. Seine Aussagen hinsichtlich der verspäteten Einreichung des Militärdienstbuches tragen nicht zu seiner Glaubwürdigkeit bei (act. A38/26 F190 ff.). Von einer Wehrdienstverweigerung kann deshalb nicht ohne Wei- teres ausgegangen werden. Selbst wenn der Tatbestand der Wehrdienst- verweigerung erfüllt wäre, ist auf den Grundsatzentscheid des Bundesver- waltungsgerichts BVGE 2015/3 zu ve rweisen. Darin wird festgehalten, dass eine Wehrdienstverweigerung oder Desertion die Flüchtlingseigen- schaften nicht per se zu begründen vermöge, sondern nur dann, wenn da- mit eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG verbunden ist. Im vorliegenden Fall entstammt der Beschwerdeführer keiner oppositionellen Familie und aufgrund der obigen Ausführungen kann davon ausgegangen werden, dass er keine persönlichen Probleme mit den syrischen Behörden hatte. Zudem war er nach eigenen Angaben nicht politisch tä tig. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Inhaftierung als Minderjähriger wäh- rend einer Woche aufgrund eines Streits mit einem Verkehrspolizisten war gemäss seiner eigenen Aussagen nicht ausschlaggebend für seine Aus- reise aus Syrien und ist auch wegen des fehlenden zeitlichen Kausalzu- sammenhangs zwischen der Haft und seiner Ausreise im Jahr 2015 nicht als asylrelevant einzustufen (act. A6/12 7.02, act. A38/26 F121). Es beste- hen somit keinerlei Indizien dafür, dass die syrischen Sicherheitsbehörden den Beschwerdeführer als Regimegegner identifiziert hätten und er als sol- cher bei einer Rückkehr nach Syrien eine über die Bestrafung der Wehr- dienstverweigerung hinausgehende Behandlung zu gewärtigen hätte. Vor diesem Hintergrund kann vorliegend offen bleiben, ob der Beschwerdefüh- rer tatsächlich ein Militärdienstbuch und eine Vorladung zum Militärdienst E-7369/2018 Seite 10 erhalten hat und ob es sich bei den eingereichten Dokumenten um Origi- nale handelt (act. A14/1 Beilagen 1 und 3). Der Beschwerdeführer vermag auch mit seinen Ausführungen zur allgemeinen Lage in Syrien sowie mit den hierzu zitierten Berichten und Asylentscheiden der Vorinstanz, die sich nicht auf ihn persönlich beziehen, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. 7.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer weder asyl- relevante Vorfluchtgründe noch einen subjektiven oder objektiven Nach- fluchtgrund glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch folglich zu Recht abgelehnt. 8. 8.1 Lehnt die Vorinstanz das Asylgesuch ab oder tritt sie nicht darauf ein, so verfügt sie in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegwei- sung wurde zu Recht angeordnet. 8.2 Die Vorinstanz hat mit Verfügung vom 23. November 2018 die vorläu- fige Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz angeordnet. Dem- nach erübrigen sich praxisgemäss Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumut- barkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs. 9. 9.1 Die gestellten Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ungeachtet ei- ner allfälligen prozessualen Bedürftigkeit abzuw eisen ist (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750. – (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um Erlass des Kostenvorschusses ist mit vorliegendem Urteil gegen- standslos geworden. E-7369/2018 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: David R. Wenger Eliane Hochreutener