B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-803/2014/was U r t e i l v o m 1 0 . A p r i l 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Daniel Willisegger, Richter Gérald Bovier, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren (…), Afghanistan, vertreten durch Géraldine Walker, Rechtsanwältin, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 15. Januar 2014 / N (…). D-803/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger und et h- nischer Tadschike mit letztem Wohnsitz in B._______, C._______, ver- liess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge ungefähr im April/Mai 2011 und hielt sich in der Folge zunächst einige Tage im Iran auf. Danach sei er via die Türkei und Griechenland nach Italien gelangt und schlies s- lich am 20. Oktober 2011 illegal in die Schweiz eingereist. Gleichentags suchte er im Empfangs - und Verfahrenszentrum D._______ um Asyl nach, wurde dort am 8. November 2011 summarisch befragt und in der Folge für die Dauer des Verfahrens dem Kanton E._______ zugewiesen. Am 31. Oktober 2013 hörte das BFM den Beschwerdeführer gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausführlich zu seinen Asylgründen an. A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er stamme ursprünglich aus Namazdjay, Provinz Kapisa. Als der Krieg ausgebroche n sei, sei er mit seiner Familie nach C._______ gezogen. Im Jahr 2008 sei sein Vater bei einem Selbstmord- attentat ums Leben gekommen. Danach seien seine Mutter, seine G e- schwister und er zu einem Onkel mütterlicherseits in ein anderes Quartier gezogen und er habe nicht mehr zur Schule gehen können, sondern habe Geld verdienen müssen. In der Folge habe er zwei Jahre lang in der Au- towerkstatt seines Onkels als Hilfsmechaniker gearbeitet. Die Arbeit habe ihn aber sehr angestrengt, was er seiner Mutter geklagt habe. Sie habe daraufhin ihr Haus in der Provinz Kapisa verpfändet und ihm das Geld gegeben. Sein Onkel habe ihm geraten, ins Ausland zu gehen, und habe für ihn einen Schlepper organisiert. Mit dem Geld seiner Mutter habe er die Reise finanzieren können. Er sei in die Schweiz gekommen in der Hoffnung, hier in die Schule gehen , etwas lernen und ein gutes Leben führen zu können. Er habe gedacht, sein Bruder, welcher hier lebe, könne ihm helfen. Zuhause habe er niemanden mehr, der ihn unterstützen kö n- ne. Ausserdem sei die Lage in Afghanistan prekär. A.c Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah- rens lediglich ein afghanisches Identitätsdokument im Original (Tazkira) zu den Akten. B. Das BFM stellte mit Verfügung vom 15. Januar 2014 – eröffnet am 16. Januar 2014 – fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien D-803/2014 Seite 3 nicht asylrelevant . Demzufolge verneinte es die Flüchtlingseigenschaft und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. C. Mit Beschwerde vom 14. Februar 2014 an das Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführer beantragen, es seien die Ziffern 3, 4 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung vom 15. Januar 2014 aufzuheben, es sei festzustellen, dass der Wegweisungsvollzug un zulässig und unzumutbar sei und er sei in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. Eventuell sei die Sache zur Feststellung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewä h- rung der vollumfänglichen unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Ve r- zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Der Beschwerde lagen eine Vollmacht vom 4. Februar 2014, die ang e- fochtene Verfügung, eine Wohnsitzbestätigung betreffend die Familie n- angehörigen des Beschwerdeführers in Afghanistan (inkl. Übersetzung), ein Schreiben der Islamischen Partei Afghanistans (inkl. Übersetzung), ein Foto des verstorbenen Bruders Z. sowie eine Fürsorgebestätigung vom 14. Februar 2014 (alles in Kopie) bei. D. Mit Zwischenverfügung vom 21. Februar 2014 stellte der Instruktionsrich- ter fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Ausserdem hiess er die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 des V erwaltungsverfahrens- gesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) und unentgeltli- che Verbeiständung (Art. 110a Abs. 1 AsylG) gut, verzichtete demzufolge auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und ordnete dem Beschwe r- deführer antragsgemäss seine Rechtsvertreterin als Rechtsbeiständin zu. E. Das BFM hielt in der Vernehmlassung vom 4. März 2014 vollumfänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nahm dazu mit Eingabe vom 25. März 2014 Stellung. Dieser lagen das Original der Wohnsitzbe s- tätigung sowie das Original des Schreibens der Islamischen Partei A f- ghanistans bei. D-803/2014 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 des Ver- waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vo r- instanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des BFM, welche in Anwendung des AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich endgültig, au s- ser bei Vorliegen eines Auslieferungsers uchens des Staates, vor we l- chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme ist vorliegend nicht gegeben. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 verabschiedet (AS 2013 4375), w elche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Abs. 1 der diesbezüglichen Übergangsbestimmungen gilt für die im Zei t- punkt des Inkrafttretens hängigen Asylverfahren das neue Recht. 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des E r- messens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Aus der Beschwerdebegründung geht hervor, dass sich die Beschwerde D-803/2014 Seite 5 lediglich gegen den von der Vorinstanz verfügten Wegweisungsvollzug richtet (vgl. dazu bereits die Ausführungen in der Verfügung vom 21. Februar 2014). Die vorinstanzliche Verfügung vom 15. Januar 2014 ist demzufolge in Rechtskraft erwachsen, soweit sie die Frage des Asyls und der Flüchtlingseigenschaft betrifft (Ziffern 1 und 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung). Damit ist grundsätzlich auch die Wegweisung als solche (Dispositivziffer 3) nicht mehr zu überprüfen. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist damit lediglich zu prüfen, ob die Wegweisung zu vollziehen oder ob an Stelle des Vollzugs eine vorläufige Aufnahme a n- zuordnen beziehungsweise eventualiter die Sache zur korrekten Feststel- lung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. Ziffer 4 der Rechtsbegehren). 4. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshinderni s- sen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und ander n- falls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 5. 5.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids im Wegweisungsvollzugspunkt im Wesentlichen aus, der Beschwerdefüh- rer erfülle die Flüchtlingseigensch aft nicht, weshalb auch der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht angewendet werden könne. Ferner ergäben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass ihm im Falle einer Rückkehr nach Afghanistan mit beachtl i- cher Wahrschei nlichkeit eine durch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Das Bundesverwaltungsgericht habe in seinem Grundsatzurteil vom 16. Juni 2011 (BVGE 2011/7) festgestellt, dass sich die Sicherheitslage und die humanitäre Situation in Afghanistan derart verschlechtert hätten, dass – ausser allenfalls in den Grossstädten – von einer existenzbedrohenden D-803/2014 Seite 6 Situation im Sinne von Art. 83 Abs. 4 des Bundesgeset zes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) auszugehen sei. Eine Rückkehr (…) C._______ sei nicht ge- nerell unzumutbar, sondern könne unter begünstigenden Umständen – auch im Sinne einer Aufenthaltsalternative – als zumutbar erachtet we r- den. Der Beschwerdeführer sei in C._______ aufgewachsen und habe dort bis zur seiner Ausreise gelebt. Er sei ein alleinstehender, gesunder junger Mann. Er verfüge über eine siebenjährige Schulbildung und eine zweijährige Berufserfahrung al s Mitarbeiter in der Autowerkstatt seines Onkels. Seinen Angaben zufolge lebten seine Mutter mit zwei seiner G e- schwister, sein Onkel sowie weitere (entfernte) Verwandte in C._______. Insgesamt lägen damit begünstigende Umstände vor, weshalb der We g- weisungsvollzug nach Afghanistan als zumutbar zu bezeichnen sei. Der Vollzug der Wegweisung sei zudem technisch möglich und praktisch durchführbar. 5.2 In der Beschwerde wird ausgeführt, der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Afghanistan sei aufgrund d er aktuellen S i- cherheits- und humanitären Lage sowie der persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers unzumutbar. Der Beschwerdeführer verfüge über eine beschränkte Schulbildung von bloss sieben Jahren. Danach habe er arbeiten gehen müssen. Nach dem Tod des Vaters sei die Familie zum Onkel gezogen, welcher gemäss afghanischer Tradition bereit gewesen sei, für die Familie des Beschwerdeführers zu sorgen. Der Beschwerd e- führer habe in der Autowerkstatt des Onkels mitgearbeitet. Er sei Han d- langer gewesen, ha be Reinigungsarbeiten erledigt und Essen serviert. Dies qualifiziere ihn keineswegs als Fachkraft, zumal er keine Autom e- chaniker-Tätigkeiten ausgeführt habe und nichts habe lernen können. Von Berufsbildung könne keine Rede sei, und Berufserfahrung habe er allenfalls als Raumpfleger sammeln können. Dies biete bei einer Rüc k- kehr nach Afghanistan keine Grundlage für eine sichere Existenz. Sodann habe der Beschwerdeführer Anfang Februar 2014 von seiner Mutter e r- fahren, dass sein jüngerer Bruder ermordet worden sei. Die Mutter habe ihm gleichzeitig mitgeteilt, dass sie vor ungefähr sieben Monaten nach Kapisa habe zurückkehren müssen. Der Onkel habe die Autowerkstatt verkaufen müssen und habe nicht mehr für sie aufkommen können. Sie habe sich dann mit dem Onkel ze rstritten und sei gezwungen gewesen, zurück nach Kapisa zu gehen. Nach Kapisa könne der Beschwerdeführer nicht zurückkehren, da die Gegend hochriskant sei. Sein Bruder Z . sei dort am 1. Februar 2004 erstochen auf der Strasse aufgefunden worden. In seinem Zimmer habe man ein Schreiben der Islamischen Partei Afgha-D-803/2014 Seite 7 nistans gefunden. Er sei offenbar aufgefordert worden, die Front der W i- derstandskämpfer zu unterstützen. Es sei denkbar, dass er ein Opfer der Islamischen Partei Afghanistans geworden sei, weil er au f das Schreiben nicht reagiert habe. Falls der Beschwerdeführer nach Kapisa zurückke h- re, sei nicht auszuschliessen, dass ihm das gleiche Schicksal widerfahren würde. Mit dem Wegzug seiner Familie aus C._______ entfalle für den Beschwerdeführer die Möglichk eit, in C._______ zu wohnen. Aufgrund des Zerwürfnisses zwischen Mutter und Onkel habe der Beschwerdefü h- rer keinen Kontakt mehr zu seinem Onkel. Er könne daher nicht mehr beim Onkel unterkommen und könne von diesem auch keine finanzielle Unterstützung mehr erwarten. Sollte dies als unglaubhaft erachtet we r- den, so sei das Verfahren zur Abklärung des Sachverhalts an die Vori n- stanz zurückzuweisen und der Beschwerdeführer erneut zu befragen. Zu den von der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung erwähnten "we i- teren Verwandten" habe der Beschwerdeführer keinen Kontakt. Wären diese bereit, der Familie des Beschwerdeführers zu helfen, hätten die Mutter und Geschwister des Beschwerdeführers nicht in das gefährliche Kapisa zurückkehren müssen, sondern hätten in C._______ bleiben kön- nen. Es existierten keine Anhaltspunkte dafür, dass diese "entfernten Verwandten" ein hinreichendes Beziehungsnetz darstellten und dem B e- schwerdeführer eine Wohnmöglichkeit und/oder finanzielle Unterstützung bieten würden. Wie dem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 30. September 2013 zur aktuellen Sicherheitslage in Afgh a- nistan zu entnehmen sei, hätten sowohl Kampfhandlungen als auch A n- schläge und damit einhergehend die Opferzahlen von Zivilisten im Jahr 2013 erneut zug enommen. Die Situation in Afghanistan sei extrem uns i- cher. Von allen Seiten, auch seitens des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), werde von einem Aufenthalt in Af- ghanistan abgeraten. Der Beschwerdeführer könne unter diesen U m- ständen nicht nach C._______ zurückkehren. Er habe dort kein soziales Netz und keine Wohn - und Arbeitsmöglichkeiten mehr. Die blosse Anwe- senheit des Onkel in C._______ stelle kein tragfähiges soziales Netz dar, zumal die Familien inzwischen zerstritten seien und der Onkel die Wer k- statt nicht mehr betreibe. Der Beschwerdeführer verfüge somit in C._______ weder über eine Existenzsicherung noch über eine gesicherte Wohnsituation. Eine Rückkehr nach Kapisa sei angesichts der dortigen Sicherheitslage offensichtlich unzumutbar. Der Beschwerdeführer sei d a- her in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. 5.3 Das BFM weist in seiner Vernehmlassung darauf hin, dass die in der Beschwerde neu aufgeführten Sachverhaltselemente und Beweismittel D-803/2014 Seite 8 (soweit datiert) auf den Zeitpunkt nach dem Entscheid des BFM vom 15. Januar 2014 zu verorten seien. Der Beschwerdeführer habe erst A n- fang Februar 2014 durch seine Mutter vom Tod seines Bruders, dem Ver- kauf der Werkstatt des Onkels in C._______ und dem Umzug der Mutter und Brüder nach Kapisa erfahren. Eine nähere Erklärung für den Verkauf der Autowerkstatt fehle. Auch hinsichtlich des geltend gemachten Ze r- würfnisses zwischen der Mutter und ihrem Bruder (de m Onkel des B e- schwerdeführers) fehle eine ausreichende Begründung. Es sei zudem nicht plausibel, dass die Mutter des Beschwerdeführers diesen erst im Februar 2014, sieben Monate nach dem angeblichen Umzug nach Kap i- sa, vom Umzug sowie dem Streit mit dem Onk el informiert habe. Aus Sicht des BFM handle es sich daher um eine nachträgliche Anpassung des Sachverhalts. Soweit die eingereichten Beweismittel bloss in Form von Kopien vorlägen, hätten sie keine Beweiskraft. Das Beweismittel B5 (Foto) habe ebenfalls ke ine Beweiskraft. B3 (Wohnsitzbestätigung) sei zudem nicht vollständig übersetzt. Es falle ausserdem auf, dass sich mit der angeblichen Wohnsitzbestätigung innert nur einem Tag (8. Februar 2014) vier verschiedene Amtsstellen beschäftigt hätten. In Bezug auf Z. werde schliesslich am 8. Februar 2014 sowohl dessen Wohnsitz als auch dessen Ermordung am 1. Februar 2014 bestätigt, was nicht schlüssig sei. 5.4 In der Replik wird entgegnet, der Beschwerdeführer habe die Gründe für die Geschäftsaufgabe des Onkels und da s Zerwürfnis mit der Mutter offen gelegt (Verweis auf Ziffern 5 und 6 der Beschwerdebegründung). Der Onkel sei aufgrund des schlechten Geschäftsganges zum Verkauf der Autowerkstatt gezwungen gewesen. In der Folge habe er nicht mehr für die Familie des Besc hwerdeführers aufkommen können, was zum Zerwürfnis und schliesslich zum Wegzug geführt habe. Ob noch andere Gründe für das Zerwürfnis verantwortlich gewesen seien, entziehe sich der Kenntnis des Beschwerdeführers. Tatsache sei, dass der Beschwe r- deführer aktuell weder eine Wohn - noch eine Arbeitsmöglichkeit in C._______ habe. Der Umstand, dass die Familie des Beschwerdeführers nach Kapisa zurückgekehrt sei, beweise, dass sie keine Möglichkeit g e- habt habe, weiterhin in C._______ zu wohnen, da aufgrund der pre kären Sicherheitslage niemand freiwillig dorthin zurückkehre. Die eingereichte Wohnsitzbestätigung beweise den Umzug nach Kapisa. Warum die Mut- ter den Beschwerdeführer nicht eher über den Umzug informiert habe, darüber könne nur spekuliert werden. Wahrsche inlich hätte der B e- schwerdeführer davon noch länger nichts erfahren, wäre nicht sein Br u- der verstorben. Die Beweismittel B3 und B4 würden nun im Original nachgereicht. Nach dem Tod des Bruders Z . sei der in der Schweiz D-803/2014 Seite 9 wohnhafte älteste Bruder des Beschwerdeführers, K. M., nach Kapisa ge- reist, um der Mutter beizustehen. K. M. habe dort auch die Bestätigungen der Wohnsitznahme der Familie des Beschwerdeführers in Kapisa und die Bestätigung betreffend den Tod des Bruders Z. zuhanden des Asylver- fahrens des Beschwerdeführers organisiert. Dies erkläre, weshalb die vier verschiedenen Amtsstellen alle am selben Tag konsultiert worden seien. Die Wohnsitznahme in Kapisa und die Ermordung von Z. seien am selben Tag bestätigt worden, weil der Wohnsitz von Z . in Kapisa vorher wahr- scheinlich noch gar nicht registriert worden sei. Insgesamt handle es sich nicht um eine nachträgliche Anpassung des Sachverhalts, sondern um eine Verkettung von Ereignissen, von welchen der Beschwerdeführer nur aufgrund des Todes seines Bruders erfahren habe. Es sei Zufall, dass dies mit dem Fristenlauf der Beschwerde zusammengefallen sei. 6. im Folgenden ist zu prüfen, ob das BFM den Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers nach Afghanistan zu Recht als durchführbar erachtet hat. 6.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste- hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeine r Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schwei- zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder e r- niedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Der Grundsatz der Nichtrückschiebung schützt nur Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da rechtskräftig festgestellt wurde, dass dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht zukommt (vgl. dazu die in diesem Punkt unangefochtene vorinstanzliche Verfügung vom D-803/2014 Seite 10 15. Januar 2014), kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüch t- lingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegend en Verfahren keine A n- wendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Afghani s- tan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, da ss er für den Fall einer Ausschaffung nach Afghanistan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge - setzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Me n- schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder u n- menschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien , Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Aufgrund der Akten sowie der vorstehenden Erwägungen zur Frage der Flüchtlingseige n- schaft ist indessen nicht da von auszugehen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung nach Afghanistan eine derartige Gefahr droht. Die allg e- meine Menschenrechtssituation in Afghanistan lässt den Wegweisung s- vollzug im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung des Beschwerd e- führers sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Besti m- mungen zulässig. 6.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 6.2.1 Vorab ist mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen festzustellen, dass die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs gestützt auf die bestehende Aktenlage ohne weiteres entschieden werden kann; der diesbezügliche rechtserhebliche Sachverhalt ist als ausreichend erstellt zu erachten, und weitergehende Abklärungen erweisen sich vorliegend nicht als nötig. Damit besteht keine Veranl assung, die Sache im Sinne des in der Beschwerde gestellten Eventualantrags zur Feststellung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. D-803/2014 Seite 11 6.2.2 Betreffend die allgemeine Lage in Afghanistan ist auf die vom Bu n- desverwaltungsgericht v orgenommene Einschätzung im Grundsatzurteil BVGE 2011/7 E. 9.9 S. 104 ff. zu verweisen, welche nach wie vor als z u- treffend zu erachten ist. Nach eingehender Lageanalyse stellte das Bu n- desverwaltungsgericht darin fest, dass die Sicherheitslage sowie die h u- manitären Bedingungen in weiten Teilen Afghanistans – ausser allenfalls in den Grossstädten – äusserst schlecht seien. Es kam deshalb zum Schluss, dass die Situation in Afghanistan praktisch flächendeckend als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 Abs. 4 A uG zu qualifizieren sei. Von dieser allgemeinen Feststellung sei die Situation in der Hauptstadt Kabul zu unterscheiden. Angesichts dessen, dass sich dort die Siche r- heitslage im Verlauf des vergangenen Jahres nicht weiter verschlechtert habe und die humani täre Situation im Vergleich zu den übrigen Gebieten etwas weniger dramatisch sei, könne der Vollzug der Wegweisung nach Kabul unter bestimmten, im Einzelfall sorgfältig zu prüfenden Umständen als zumutbar qualifiziert werden. Solche Umstände könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, wenn es sich beim Rückkehrer um einen jungen, gesunden Mann handle. Sodann sei in erster Linie ein soziales Netz unabdingbar, welches sich im Hinblick auf die Aufnahme und Wi e- dereingliederung des Rückkehrers als tragfä hig erweise; denn ohne U n- terstützung durch Familie oder Bekannte würden die schwierigen L e- bensverhältnisse auch in Kabul unweigerlich in eine existenzielle bezi e- hungsweise lebensbedrohende Situation führen. Für einen Rückkehrer aus Europa bestehe nach der Ankunft in Kabul ein erhöhtes Risiko, en t- führt oder überfallen zu werden, da vermutet werde, er trage Devisen auf sich. Verfüge er über keine genügenden finanziellen Mittel, hätte er ohne soziale Vernetzung kaum Aussicht auf eine zumutbare – das heisst wi n- terfeste und mit minimaler sanitärer Einrichtung ausgestattete – Unter- kunft. Auch für die Arbeitssuche seien persönliche Beziehungen unerläss- lich, da eine Einstellung (sogar von unqualifizierten Arbeitskräften) rege l- mässig nur aufgrund persönlicher Empfehl ungen erfolge. Eine auch nur einigermassen gesunde Ernährung wäre ohne die Hilfe von nahestehe n- den Personen ebenfalls kaum möglich, der Zugang zu sauberem Trin k- wasser schwierig; Unterstützungsmassnahmen der Regierung oder inte r- nationaler Organisationen kön nten laut zuverlässigen Quellen daran nichts ändern. Ohne eine soziale Vernetzung würde daher auch ein ju n- ger und grundsätzlich gesunder Mann unweigerlich innert absehbarer Zeit in eine existen zbedrohende Situation geraten (vgl. E. 9.3 ff.). Das Bu n- desverwaltungsgericht kam in der Folge in zwei weiteren Grundsatzen t- scheiden zum Schluss, dass unter Voraussetzung der genannten begüns- tigenden Umstände ein Vollzug der Wegweisung auch in die Städte Herat D-803/2014 Seite 12 (vgl. BVGE 2011/38) und Mazar -i-Sharif (vgl. BVGE 2011/49) zumutbar sein könne. 6.2.3 Beim Beschwerdeführer handelt es sich den Akten zufolge um e i- nen heute 21-jährigen alleinstehenden Mann ohne aktenkundige gesund- heitliche Probleme mit letztem Wohnsitz in C._______. Er stammt zwar ursprünglich aus der Provinz Kapisa, zog jedoch eigenen Angaben zufo l- ge bereits im Vorschulalter nach C._______ und wuchs in der Folge dort auf (vgl. A7 S. 6 und A17 S. 3). Er verfügt über eine siebenjährige Schu l- bildung und hat anschliessend zwei Jahre lang in der Autowerkstatt se i- nes Onkels als Handlanger gearbeitet. Zwar entspricht diese Tätigkeit o f- fensichtlich nicht einer Lehre als Automechaniker, jedoch ist es im afgh a- nischen Kontext durchaus üblich, dass Jugendliche auf diese Art und Weise in die Erwerbstätigkeit einsteigen. Die beim On kel erworbene A r- beitserfahrung ist daher im Hinblick auf eine Wiedereingliederung in den afghanischen Arbeitsmarkt als nützlich zu erachten. Der Beschwerdefü h- rer wohnte vor seiner Ausreise aus Afghanistan zusammen mit seiner Mutter und zwei Brüdern bei der Familie des Onkels mütterlicherseits in C._______. Auf Beschwerdeebene wird nun geltend gemacht, die Mutter und Geschwister seien ungefähr im Juli 2013 aus C._______ weg- und wieder in die Herkunftsprovinz Kapisa gezogen, weil der Onkel seine Werkstatt ha be verkaufen müssen, daraufhin die Angehörigen des B e- schwerdeführers nicht mehr habe unterstützen können und sich zudem mit der Mutter des Beschwerdeführers zerstritten habe. Damit verfüge der Beschwerdeführer in C._______ über kein Beziehungsnetz und kein e Wohnmöglichkeit mehr, weshalb der Wegweisungsvollzug unzumutbar sei. Dieser Auffassung kann indessen aus nachfolgenden Gründen nicht gefolgt werden: Den Akten zufolge erhielt die Mutter des Beschwerdefü h- rers für ihr Haus in der Provinz Kapisa umgerechnet $6000.–. Dieses Geld gab sie dem Beschwerdeführer, welcher damit seine Ausreise finan- zierte. Es ist daher davon auszugehen, dass dieses Haus den Angehör i- gen des Beschwerdeführers nicht mehr zur Verfügung steht, was ein Um- zug nach Kapisa als unwahrscheinlich erscheinen lässt. Sodann geht aus den Akten hervor, dass der Onkel des Beschwerdeführers seine Aut o- werkstatt bereits vor der Ausreise des Beschwerdeführers verkauft hatte und dennoch in der Lage und bereit war, die Angehörigen des Beschwe r- deführers weiter zu unterstützen (vgl. A17 S. 5). Das Vorbringen, wonach der Onkel die Angehörigen des Beschwerdeführers aufgrund des Ve r- kaufs der Werkstatt nicht mehr habe unterstützen können, was zum Streit und zum Wegzug geführt habe, ist daher als unglaubhaft zu era chten. Ausserdem ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht erst D-803/2014 Seite 13 sieben Monate danach von einem allfälligen Umzug seiner Angehörigen erfahren hätte, sondern umgehend, da er eigenen Angaben zufolge mit seiner Mutter in engem Kontakt stand (vgl. A 17 S. 4). Im Übrigen erhielt die Mutter des Beschwerdeführers ab und zu finanzielle Unterstützung von dem in der Schweiz lebenden Bruder des Beschwerdeführers (vgl. A17 S. 5), weshalb sie mit Sicherheit dafür gesorgt hätte, dass dieser (und damit auch der Beschwerdeführer) schnellstmöglich über ihren U m- zug und die aktuelle Adresse informiert worden wäre. Der angebliche Wegzug der Familienangehörigen des Beschwerdeführers aus C._______ ist aus diesen Gründen nicht glaubhaft und muss als nachg e- schobene Sachverhaltsanpassung qualifiziert werden. Die eingereichten Beweismittel vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Bezü g- lich des Fotos eines Toten ist festzustellen, dass die Identität der abgebi l- deten Person in keiner Weise feststeht. In Bezug auf die Wohnsitzbestä- tigung ist in Übereinstimmung mit dem BFM zu bemerken, dass die Ta t- sache, wonach sich angeblich an ein und demselben Tag gleich vier ve r- schiedene Amtsstellen abschliessend mit der Wohnsitzbestätigung b e- schäftigt haben, gegen die Authentizität dieses Dokuments spricht, zumal noch ein Leumundszeugnis von bisher nicht registrierten Personen hätte eingeholt und der Tod einer angeblich zugezogenen, nicht registrierten Person hätte abgeklärt werden müssen, was innert so kurzer Zeit kaum in seriöser Weise hätte gemacht werden können. Im Übrigen handelt es sich sowohl bei der Wohnsitzbestätigung als auch dem Schreiben der Islam i- schen Partei Afghanistans um Unterlagen, die in Afghanistan ohne weit e- res käuflich erworben werden können. Es ist durchaus denk bar, dass der Bruder des Beschwerdeführers diese Unterlagen anlässlich seiner angeb- lichen Reise nach Afghanistan im Februar 2014 (vgl. dazu die Ausführu n- gen in der Replik) auf diese Weise beschafft hat. Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die Fami lienangehörigen des Beschwerdefü h- rers, namentlich seine Mutter, seine Brüder sowie sein Onkel mit Familie, nach wie vor in C._______ wohnhaft sind, womit der Beschwerdeführer in C._______ sowohl über eine gesicherte Wohnmöglichkeit als auch über ein tragfä higes familiäres Beziehungsnetz verfügt. Da er in C._______ aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, erscheint es überdies als wahrscheinlich, dass er dort abgesehen von seinen Familienangehörigen auch noch über Freunde und Bekannte verfügt, welche ihm insbesondere bei der Arbeitssuche behilflich sein könnten. Es steht dem Beschwerd e- führer im Übrigen auch frei, beim BFM einen Antrag auf individuelle Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 73 ff. der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2; SR 142.312]). D-803/2014 Seite 14 6.2.4 Damit liegen im vorliegenden Fall begünstigende Umstände im Sin- ne der vorerwähnten Rechtsprechung vor, und es ist nach dem Gesagten nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr n ach C._______ in eine existenzielle Notlage geraten wird. Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Kabul ist daher als zumutbar zu erachten. 6.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 -515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.4 Zusammenfassend ist festzuste llen, dass die Vorinstanz den We g- weisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten dem B e- schwerdeführer aufzuerleg en (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG ) mit Zwischenverfügung vom 21. Februar 2014 gutgeheis- sen worden ist, sind vorliegend keine Verfahrenskosten zu erheben. 8.2 Mit Zwischenverfügung vom 21. Februar 2014 wurde ausserdem das Gesuch um amtliche Verbeiständung gutgeheissen (Art. 110 a Abs. 1 VwVG) und dem Beschwerdeführer seine Rechtsvertreterin als Recht s- beiständin zugeordnet. Demnach ist dieser ein amtliches Honorar für ihre notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. Wird – wie vorliegend – keine Kostennote eingereicht, so setzt das Gericht die Entschädigung auf Grund der Akten fest (Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigu ngen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wird demnach in Anwendung von Art. 12 i.V.m. D-803/2014 Seite 15 Art. 8 -11 VGKE vom Bundesverwaltungsgericht ein amtliches H onorar von pauschal Fr. 1'400. – (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) zug e- sprochen. Gelangt der Beschwerdeführer später zu hinreichenden Mi t- teln, so ist er verpflichtet, Honorar und Kosten der Rechtsvertreterin an das Bundesverwaltungsgericht zurückzuerstatten (vgl. Art. 65 Abs. 4 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-803/2014 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Der unentgeltlichen Rechtsbeiständin wird zu Lasten der Gerichtskasse eine Entschädigung von Fr. 1'400.– zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand: