A bteilung I A -1699/2006 {T 0/2} U rteil vom 13. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter D aniel R iedo (Vorsitz); R ichterin Florence Aubry G irardin; R ichter M ichael Beusch; G erichtsschreiberin Iris W idm er. A ._______ A G und B ._______ A G , vertreten durch _______ Beschw erdeführerinnen, gegen O berzolldirektion (O ZD ), H auptabteilung R echt und Abgaben, M onbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Zollnachlass. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Firm a A._______ AG bezw eckt gem äss Auszug aus dem H andelsregister den H andel m it Früchten und G em üse aus in- und ausländischen Provenienzen sow ie m it anderen Lebensm itteln. D ie Firm a B._______ AG verfolgt denselben Zw eck im Bereich der biologischen Produktion. D ie beiden Firm en treten als Schw estergesellschaften auf. B. D as Bundesam t für Landw irtschaft (BLW ) stellte nach einer Ü berprüfung fest, dass die A._______ AG in den Jahren 1998 bis 2001 und die B._______ AG in den Jahren 1999 bis 2001 die ihnen jew eils zugeteilten Kontingentsanteile für Früchte und G em üse überschritten hatten. Auf diese W eise w ar der Kontingentszollansatz (KZA) anstelle des Ausserkontingentszollansatzes (AKZA) beansprucht w orden. M it Verfügung der Zollkreisdirektion G enf vom 22. O ktober 2002 w urde deshalb bei der A._______ AG Fr. 111'315.15 (Fr. 108'838.55 Zoll und Fr. 2'476.60 M ehrw ertsteuer) bzw . m it Verfügung vom 18. D ezem ber 2002 bei der B._______ AG Fr. 105'583.75 (Fr. 103'163.40 Zoll und Fr. 2'420.35 M ehrw ertsteuer) nachgefordert. D ie jew eils bei der O ZD dagegen eingelegten R echtsm ittel w urden m it Beschw erdeentscheiden vom 15. M ai 2003 (A._______ AG ) bzw . 8. Juli 2003 (Bio M arkt R ied AG ) abgew iesen. D ie beiden daraufhin bei der Zollrekurskom m ission (ZR K) erhobenen Beschw erden zogen die Beschw erdeführenden aufgrund eines bundesgerichtlichen U rteils in einem parallelen Verfahren gegen die B._______ AG vom 31. M ärz 2004 (2A.1/2004) zurück. M it Verfügungen der ZR K vom 19. M ai 2004 erfolgte deshalb die Abschreibung der Verfahren. C . Am 16. Juli 2004 liessen die A._______ AG und die B._______ AG bei der O ZD ein G esuch um Erlass der aus den Kontingentsüberschreitungen entstandenen Einfuhrabgaben stellen. Zur Stützung dieses Begehrens brachten sie hauptsächlich vor, die Zollnachbelastungen w ürden beide Firm en in ihrer Existenz bedrohen. In diese m issliche Situation seien sie ohne eigenes Verschulden geraten. M it Entscheid vom 31. M ai 2005 w urde das G esuch um Zollnachlass (Ziffer 1 des D ispositivs) sow ie jenes um Erlass der M ehrw ertsteuer (Ziffer 2 des D ispositivs) abgew iesen. D ie O ZD begründete ihren Entscheid zur Frage des Zollerlasses dam it, das G esuch sei gleichsam ein Antrag auf Änderung des Zolltarifes, solle doch auf dem W eg des Erlasses die Zollbem essung w iederum nach den ursprünglich deklarierten Tarif-num m ern verfügt w erden. Es gehe aber nicht an, die ordentliche Zollbem essung m it Billigkeitsm assnahm en zu unterlaufen. D ie O ZD sei allerdings zur Vereinbarung von R atenzahlungen bereit. D . M it Eingabe vom 20. Juni 2005 liessen die A._______ AG und die B._______ AG (Beschw erdeführerinnen) gegen diesen Entscheid Beschw erde bei der ZR K m it den Begehren erheben, Ziffer 1 der Verfügung der O ZD sei aufzuheben, und es sei dem Antrag auf ganzen oder zum indest teilw eisen Zollerlass stattzugeben. Eventualiter sei die 3 Beschw erdesache zur N eubeurteilung und zur G utheissung des Zollerlassgesuches an die Vorinstanz (unter Kosten- und Ent- schädigungsfolge) zurückzuw eisen. Zur Begründung w urde im W esentlichen vorgebracht, die Bezahlung der Abgabe w ürde m it grosser W ahrscheinlichkeit zum U ntergang der beiden Firm en führen, w om it die Voraussetzung der finanziellen H ärte erfüllt sei. M it Bezug auf das Zollverfahren lägen aussergew öhnliche Verhältnisse vor. So habe das dam alige Einfuhrregim e system im m anent zu Kontingentsüberschreitungen führen m üssen, zudem seien die Beschw erdeführerinnen in all diesen Jahren durch die Bundesbehörden im G lauben gelassen w orden, die getätigten Einfuhren und Verzollungen w ürden letzten Endes ohne Konsequenzen bleiben. In ihrer Vernehm lassung vom 26. August 2005 hielt die O ZD an ihrem Antrag auf Abw eisung der Beschw erde fest. Erneut w urde auf die M öglichkeit der R atenzahlungen hingew iesen. E. M it Instruktionsm assnahm e vom 17. Januar 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht den Verfahrensbeteiligten m it, es habe das vorliegende Verfahren übernom m en. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Bis zum 31. D ezem ber 2006 unterlagen erstinstanzliche Verfügungen oder Beschw erdeentscheide der O ZD der Beschw erde an die ZR K (Art. 109 Abs. 1 Bst. c des Zollgesetzes vom 1. O ktober 1925 [aZG , AS 42 287 und BS 6 465]). D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die zu diesem Zeitpunkt bei der ZR K hängigen R echtsm ittel. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]). Sow eit das VG G nichts anderes bestim m t, richtet sich gem äss Art. 37 VG G das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021). Beschw erden an das Bundesver- w altungsgericht sind zulässig gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 Vw VG (Art. 31 VG G ). Entscheide der O ZD betreffend den Zollnachlass gem äss Art. 127 aZG unterliegen der Beschw erde an das Bundes- verw altungsgericht (Art. 109 Abs. 1 Bst. c aZG in Verbindung m it Art. 33 Bst. d VG G ). D as Bundesverw altungsgericht ist som it sachlich und funktionell zuständig. 1.2 Am 1. M ai 2007 sind das Zollgesetz vom 18. M ärz 2005 (ZG , SR 631.0) sow ie die dazugehörige Verordnung vom 1. N ovem ber 2006 (ZV, SR 631.01) in Kraft getreten. Zollveranlagungsverfahren, die zu diesem Zeitpunkt hängig w aren, w erden gem äss Art. 132 Abs. 1 ZG nach dem bisherigen R echt und innerhalb der nach diesem gew ährten Frist abgeschlossen.4 1.3 D ie Befugnis des Bundesverw altungsgerichts den vorliegenden Fall auch m ateriell zu beurteilen, ist im Folgenden zuerst zu prüfen. 1.3.1 D ie Vorinstanz ist auf das G esuch um Erlass der Zollabgaben vom 16. Juli 2004 eingetreten, obw ohl gem äss ihrer Auffassung die Frist für die G esuchseinreichung abgelaufen w ar. Sie führte aus, gem äss Art. 127 Abs. 2 aZG m üsse ein solches schriftliches G esuch ein Jahr seit Abgabefestsetzung eingereicht w erden. In der vorliegenden Angelegenheit seien die Abgaben m it den Beschw erdeentscheiden der O ZD vom 13. M ai 2003 (A._______ AG ) und vom 8. Juli 2003 (B._______ AG ) rechtskräftig festgesetzt w orden, w eil die ZR K aufgrund der R ückzüge in der Sache m ateriell nicht entschieden habe. Insofern sei das Erlassgesuch vom 16. Juli 2004 als verspätet anzusehen. D ie O ZD sei jedoch bereit, nachdem die Beschw erdeverfahren durch Abschreibungsverfügungen der ZR K am 19. M ai 2004 abgeschlossen w orden seien, zur Berechnung der Jahresfrist auf diese Verfügungen abzustellen. R echtsstaatliche Bedenken w erden gew eckt, w enn das Eintreten auf ein G esuch um Zollnachlass von der Bereitschaft der Behörden abhängt. D ie Frage, w ann die Frist zur Einreichung eines Zollnachlassgesuches zu laufen beginnt, ist deshalb vorab zu klären. 1.3.2 Bedarf eine Frist nicht der M itteilung an die Parteien, so beginnt sie an dem auf ihre Auslösung folgenden Tag zu laufen (Art. 20 Vw VG ). Eine gesetzliche Frist kann nicht erstreckt w erden (Art. 22 Vw VG ). Allenfalls kann sie auf G esuch hin w iederhergestellt w erden, w enn die gesuchstellende Person oder ihr Vertreter unverschuldet davon abgehalten w orden ist (Art. 24 Abs. 1 Vw VG ; vgl. Entscheid der ZR K 2002-115 vom 10. Juni 2003 E. 2b und c; ALFR E D KÖ LZ/ISAB ELLE H ÄN ER , Verw altungs- verfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, R z. 339 ff.). D ie gesetzliche Frist für die Einreichung eines Zollnachlassgesuches beträgt ein Jahr seit der Abgabefestsetzung (Art. 127 Abs. 2 aZG ). D er Zollnachlass bildet den Verzicht auf einen bestehenden Zollanspruch, w eshalb begriffsnotw endig vorausgesetzt ist, dass eine Zollabfertigung in R echtskraft erw achsen ist (statt vieler: U rteil des Bundesverw altungs- gerichts A-1694/2006 vom 7. Februar 2007 E. 3.1; Entscheide der ZR K 2004-034 vom 27. Juni 2005 E. 4a, 2001-044 vom 18. Septem ber 2002 E. 4a). D ie in Art. 127 Abs. 2 aZG statuierte Jahresfrist w ird folglich m it der form ell rechtskräftigen Abgabefestsetzung ausgelöst und beginnt am folgenden Tag zu laufen. D avon geht im Ü brigen auch die O ZD aus. 1.3.3 Ein Beschw erdeentscheid (bzw . eine Verfügung) w ird form ell rechtskräftig, w enn er endgültig ist; w enn die Frist für die Einlegung eines ordentlichen R echtsm ittels unbenutzt abgelaufen ist; w enn die Parteien rechtsgültig darauf verzichtet haben, ein solches einzulegen; oder w enn sie das R echtsm ittel zurückgezogen haben. M it der form ellen R echtskraft w ird der Entscheid vollstreckbar (Art. 39 Vw VG ; KÖ LZ/H ÄN E R , a.a.O ., R z. 387, 714 ff., PIERRE MOOR, D roit adm inistratif, Bd. II, 2. Aufl., Bern 2002, S. 160). 5 W ird ein Verw altungsakt – w ie vorliegend die N achbezugsverfügung der Zollkreisdirektion – m it ordentlichem R echtsm ittel angefochten, erfolgt die Abgabefestsetzung erst m it rechtskräftigem Entscheid der nachgeordneten Instanzen. D er einjährige Fristenlauf für die Einreichung des N achlassgesuches beginnt diesfalls am darauf folgenden Tag. Falls im Verlauf des Verfahrens das gegen eine Verfügung (bzw . einen Beschw erdeentscheid) eingelegte R echtsm ittel zurückgezogen w ird, und das Verfahren dem zufolge von der Beschw erdeinstanz abzuschreiben ist, "lebt" der angefochtene Verw altungsakt "w ieder auf", bzw . w ird dieser rechtskräftig (vgl. KÖ LZ/H ÄN E R , a.a.O ., R z. 683). D essen form elle R echtskraft tritt m it Ablauf der R echtsm ittelfrist nach Abschreibung des R echtsm ittelverfahrens ein (vgl. ebenso betreffend das kantonal-bernische Verw altungsverfahren TH O M A S M ER K LI/AR TH U R AESC H LIM A N N /R U TH H ER ZO G , Kom m entar zum G esetz über die Verw altungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, zu Art. 114, N . 5, S. 800 f). Entgegen der Auffassung der O ZD w ird bei R ückzug der Beschw erde die R echtskraft folglich nicht auf das D atum des vorinstanzlichen Entscheides zurückdatiert. Infolgedessen w urden die beanstandeten Beschw erdeentscheide der O ZD vom 13. M ai 2003 bzw . vom 8. Juli 2003 nach Ablauf der R echtsm ittelfristen für die entsprechenden Abschreibungsverfügungen der ZR K vom 19. M ai 2004 form ell rechtskräftig. D ie einjährige Frist für die Einreichung eines Erlassgesuches begann am darauf folgenden Tag zu laufen, so dass das G esuch der Beschw erdeführerinnen vom 16. Juli 2004 bei der O ZD zw eifellos fristgerecht gestellt w orden ist. D ie Vorinstanz ist som it zu R echt auf das Erlassgesuch eingetreten und das Bundesverw altungsgericht folglich befugt, den Entscheid in m aterieller H insicht zu beurteilen. 1.4 Vorliegend zu überprüfen bleibt die R echtm ässigkeit der Abw eisung des G esuches um Zollnachlass durch die Vorinstanz. N icht m ehr zur D iskussion steht hingegen der Erlass der M ehrw ertsteuer. 2. 2.1 D ie im Zusam m enhang m it dem Beitritt der Schw eiz zur W elthandelsorganisation (W TO ) per 1. Juli 1995 und der R atifizierung der entsprechenden G ATT/W TO -Ü bereinkom m en (Abkom m en vom 15. April 1994 zur Errichtung der W elthandelsorganisation, SR 0.632.20; Ü bereinkom m en über die Landw irtschaft, Anhang 1A.3 zum Abkom m en) eingeführte R egelung betreffend die Einfuhr von Agrarprodukten erlaubt den Im port sow ohl inner- als auch ausserhalb eines Zollkontingents. D ie Einfuhr innerhalb eines Kontingents unterliegt gew öhnlich einem geringeren Zollansatz (Kontingentszollansatz, KZA) als jene ausserhalb (Ausserkontingentszollansatz, AKZA). Kom m t der AKZA zur Anw endung, w irkt dieser regelm ässig prohibitiv (vgl. BG E 129 II 160 E. 2.1, 128 II 34 E. 2b, U rteil des Bundesgerichts 2A.1/2004 vom 31. M ärz 2004 E. 2.1). D as Bundesgesetz vom 29. April 1998 über die Landw irtschaft (Landw irt- schaftsgesetz, Lw G SR 910.10) legt innerhalb der w elthandelsrechtlichen Verpflichtungen die R ahm enbedingungen für die Produktion und den 6 Absatz der landw irtschaftlichen Erzeugnisse fest (Art. 7 ff., vgl. insbesondere Art. 21 Lw G betreffend Zollkontingente). D ie Verordnung vom 7. D ezem ber 1998 über die Ein- und Ausfuhr von G em üse, O bst und G artenbauerzeugnissen (VEAG O G , SR 916.121.10) konkretisiert diesbezüglich die Landw irtschaftsgesetzgebung. G leiches trifft für die im Jahr 1998 geltende Verordnung über die Einfuhr von G em üse, frischem O bst und Schnittblum en (VEG O S, AS 1995 2017, erlassen gestützt auf das alte Landw irtschaftsgesetz vom 3. O ktober 1951 [AS 1953 2017], vgl. insbesondere Änderungen betreffend Zollkontingente [Art. 23b] vom 16. D ezem ber 1994 [AS 1995 1837]) zu. G em äss bestätigter R echtsprechung erw eisen sich das Landw irtschaftsgesetz und die entsprechenden Ausführungsverordnungen sow ohl im Einklang m it der Verfassung als auch m it den staatsvertraglichen Verpflichtungen der Schw eiz (vgl. BG E 128 II 34 E. 4b, U rteil des Bundesgerichts 2A.53/2004 vom 2. August 2004 E. 3.4.2; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A- 1678/2006 vom 5. M ärz 2007 E. 2.2; Entscheid der ZR K 2004-033 vom 14. Juli 2005 E. 2a m it w eiteren H inw eisen). 2.2 D ie Zollm eldepflichtigen unterliegen im Zollverfahren besonderen gesetzlichen M itw irkungspflichten (Art. 29 ff. aZG ). H insichtlich ihrer Sorgfaltspflichten w erden hohe Anforderungen gestellt. Sie m üssen die Zolldeklaration abgeben und haben für deren R ichtigkeit einzustehen (Art. 31 aZG in Verbindung m it Art. 47 Abs. 2 der Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz [aZV, AS 42 339 und BS 6 514]; zum Selbstdeklarati- onsprinzip vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2001, veröffentlicht in Archiv für Schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 70 S. 334 E. 2c, U rteil des Bundesgerichts 2A.1/2004 vom 31. M ärz 2004 E. 2.1; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1692/2006 vom 7. Februar 2007 E. 2.4; Entscheid der ZR K vom 28. O ktober 2003, veröffentlicht in ASA 73 576 E. 3c). Bei Einfuhren innerhalb bzw . ausserhalb der zugeteilten Kontingente gilt ausnahm slos das Prinzip der Eigenverantw ortung. Sind im Zeitpunkt der Einfuhr nicht säm tliche Voraussetzungen für eine Verzollung nach dem KZA erfüllt, gelangt zw ingend der AKZA zur Anw endung, es sei denn, ein allgem einer Zollbefreiungs- oder ein Zollbegünstigungs- tatbestand (beispielsw eise Art. 14 f. bzw . Art. 16 ff. aZG ) liege vor (U rteile des Bundesverw altungsgerichts A-1688/2007 vom 22. M ärz 2007 E. 2.3, A-1678/2006 vom 5. M ärz 2007 E. 2.3; Entscheide der ZR K 2004-033 vom 14. Juli 2005 E. 2b, m it w eiteren H inw eisen, 2003-027 vom 18. N ovem ber 2003 E. 2b). 2.3 2.3.1 Steht nach Abschluss des Veranlagungsverfahrens die Zollschuld rechtskräftig fest, kann diese aus den in Art. 127 aZG festgelegten G ründen erlassen w erden. M it anderen W orten bildet der Zollerlass eine M assnahm e der Vollstreckung an sich rechtskräftiger Zollentscheide und nicht der Veranlagung. Eine allfällige U nbegründetheit der Zollerhebung bzw . die Fehlerhaftigkeit des Veranlagungsverfahrens sind im entsprechenden R echtsm ittelverfahren geltend zu m achen (U rteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2004, veröffentlicht in ASA 74 246 ff., E. 3.3; 7 U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1694/2006 vom 7. Februar 2007 E. 3.1). 2.3.2 Ein ganzer oder teilw eiser Zollnachlass ist, abgesehen von den hier nicht zutreffenden besonderen Fällen von Art. 127 Abs. 1 Ziffern 1 bis 3 aZG , in Ziffer 4 dieses Absatzes vorgesehen. D iese H ärteklausel ist als allgem einer Auffangtatbestand konzipiert, die subsidiär zur Anw endung kom m t, d.h. nur dann, w enn der Sachverhalt nicht bereits von den Ziffern 1 bis 3 erfasst w ird. G em äss Ziffer 4 m uss ein Zollnachlass gew ährt w erden, w enn aussergew öhnliche, nicht die Bem essung der Abgaben betreffende Verhältnisse den Bezug der Abgabe als besondere H ärte erscheinen lassen. D ie drei Voraussetzungen m üssen kum ulativ erfüllt sein, dam it einem Zollerlassgesuch stattgegeben w erden kann. Liegen sie vor, greift kein behördliches Erm essen, sondern es besteht ein Anspruch auf N achlass (vgl. U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1698/2006 vom 7. Februar 2007 E. 3). Zu den Voraussetzungen im Einzelnen: 2.3.3 D ie aussergew öhnlichen Verhältnisse m üssen erstens m it Bezug auf das Zollverfahren vorliegen (U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1698/2006 vom 7. Februar 2007 E. 3.2.1; Entscheid der ZR K 2004-028 vom 18. Februar 2005 E. 2b). W ann eine solche Verfahrenssituation gegeben ist, bedarf der Auslegung. M it Blick auf Sinn und Zw eck dieser H ärteklausel ist festzuhalten, dass solche Verhältnisse nicht leichthin anzunehm en sind. Eine grosszügige Zulassung des Zollerlasses w ürde zu einer vom G esetzgeber nicht bezw eckten Abschw ächung der R echtskraft von Zollentscheidungen führen (U rteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2004, veröffentlicht in ASA 74 246 ff. E. 3.5). D ie Bestim m ung soll nicht dazu dienen, die unter U m ständen erheblichen finanziellen Folgen früherer Fristversäum nisse bzw . von Pflichtverletzungen im Veranlagungsverfahren w ieder gut zu m achen. Ein Versäum nis, w elches m it entsprechender Vorbereitung und Instruktion hätte verm ieden w erden können, ist nicht als aussergew öhnlich im Sinne dieser Bestim m ung zu qualifizieren (vgl. dazu etw a auch U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1883/2006 vom 4. Septem ber 2007 E. 3.2). So stellt beispielsw eise die versehentlich m angelhafte Anw eisung und Anleitung der für die Einfuhr beigezogenen Personen in der R egel keine ausserordentliche Situation dar, die einen Zollnachlass rechtfertigen w ürde (vgl. U rteil des Bundes- verw altungsgerichts A-1698/2006 vom 7. Februar 2007 E. 3.4). Im R ahm en einer allgem einen H ärteklausel konkrete D efinitionen für das Vorliegen aussergew öhnlicher U m stände anzuführen, bereitet Schw ierig- keiten; eine fallw eise Aufzählung kann höchstens einen ungefähren Eindruck verm itteln (vgl. zum G anzen H AN S BEAT N O SE R , D er Zollnachlass nach Art. 127 ZG – w ozu, w ie, w ann?, in: Zollrundschau 3/90, S. 48). 2.3.4 D iese aussergew öhnlichen Verhältnisse dürfen zw eitens nicht die Bem essung der Abgaben betreffen; ein Zollnachlass darf nicht zur Korrektur des Zolltarifs führen (Entscheid der ZR K 2002-099 vom 28. O ktober 2003 E. 2c.bbb). D as Zollgesetz regelt die Bem essung der Abgaben in den Art. 21 bis 24, w obei Art. 21 Abs. 1 für die Ein- und Ausfuhrzölle auf den Zolltarif verw eist. Ergibt sich beispielsw eise der 8 geschuldete Zollbetrag aus der Anw endung zw eier unterschiedlicher Tarifnum m ern, näm lich aus der D ifferenz des zu U nrecht deklarierten Zollansatzes zum KZA und des korrekterw eise anzuw endenden Zollansatzes zum AKZA, w ürde ein Zollnachlass im Ergebnis dazu führen, dass die zollpflichtige Person ungerechtfertigterw eise in den G enuss des KZA gelangen w ürde und fälschlicherw eise eine Korrektur der Abgabebem essung unterlassen bliebe (vgl. dazu auch U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1732/2006 vom 8. M ai 2007 E. 3.1; Entscheid der ZR K 2004-034 vom 27. Juni 2005 E. 4b.bb). W er ein G esuch um Zollnachlass stellt, hat nachzuw eisen, dass die G ründe, das heisst die aussergew öhnlichen Verhältnisse, ausserhalb der Bem essung der Abgaben liegen (U rteile des Bundesverw altungsgerichts A-1698/2006 und A-1694/2006, beide vom 7. Februar 2007, jew eils E. 3.2.2). 2.3.5 D er Bezug der Abgabe m uss drittens eine besondere H ärte darstellen. D ieses Kriterium betrifft die persönliche Lage der zahlungspflichtigen Person. D er Zollnachlass hat nicht die Aufgabe, finanzielle Schw ierigkeiten zu lösen, w elche die G eschäftstätigkeit m it sich bringen kann und insow eit das unternehm erische R isiko zu decken (U rteile des Bundesver- w altungsgerichts A-1698/2006 und A-1694/2006, beide vom 7. Februar 2007, jew eils E. 3.2.3; Entscheid der ZR K 2002-020 vom 18. Septem ber 2002 E. 2b.cc). 3. 3.1 Im vorliegenden Fall begründet die Beschw erdeführerin das Vorliegen der aussergew öhnlicher Verhältnisse m it Bezug auf das Zollverfahren m it dem äusserst feinm aschigen Einfuhrregim e für O bst und G em üse im fraglichen Zeitraum (1998 bis 2001). D ie Freigabe der Zollkontingentsm engen sei w öchentlich und bei sensiblen Produkten sogar halbw öchentlich erfolgt. Bei diesem raschen W echsel seien Kontingentsüberschreitungen durch verspätete Lieferungen oder im Einzelfall auch durch Ü berschreitungen der Lieferm engen für die Inhaber einer G eneraleinfuhrbew illigung (G EB) kaum verm eidbar gew esen. Ein gew isser Prozentsatz von Ü ber- schreitungen sei dabei, ohne dass ein Verschulden der verantw ortlichen Personen vorliegen m üsse, system inhärent. M angels Korrektur- m öglichkeiten aufgrund nachträglicher Kontrollen im schw eizerischen Zollrecht sei der G EB-Inhaber voll und ganz abhängig von der korrekten Ausführung der Bestellungen durch seinen Lieferanten und den Spediteur. H inzu käm e das Verhalten des BLW . D ie Beschw erdeführerinnen hätten dieses nach Erhalt der Kontingentskontrollen jew eils kontaktiert, um den Sachverhalt darzulegen, jedoch keine R ückm eldung erhalten. D ie Beschw erdeführerinnen seien im guten G lauben davon ausgegangen, dass die Sache erledigt sei. Sie seien bis kurz vor der Verjährung im R echtsirrtum belassen bzw . bestärkt w orden, die getätigten Einfuhren und Verzollungen w ürden ohne Konsequenzen bleiben. D ies sei m öglicherw eise ein Verstoss gegen Treu und G lauben. D ie Beschw erdeführerinnen bestreiten im vorliegenden Erlassverfahren zu R echt nicht m ehr, die N achbezugsverfügungen beruhten auf einer 9 Verletzung der Zollvorschriften. D ie ordnungsgem ässe Anw endung der zollrechtlichen Bestim m ungen verm ag aber keine aussergew öhnlichen U m stände zu begründen, w eshalb schon aus diesem G rund auch ohne W eiteres auf die (sinngem äss) beantragte Abnahm e der angebotenen Bew eism ittel verzichtet w erden kann. D ie von der Beschw erdeführerin kritisierte U m setzung der Im portregelung w urde überdies – w ie ausgeführt (E. 2.1) – als verfassungskonform beurteilt, und dem Vorw urf der system im m anenten Fehlerhaftigkeit kann deshalb nicht gefolgt w erden. D aran ändert nichts, dass einzelne Einfuhrregelungen zw ischenzeitlich eine Änderung erfahren haben und teilw eise vereinfacht w orden sind. D ie Beschw erdeführerinnen, beides professionelle H ändlerinnen der Lebensm ittelbranche, hätten ihre G eschäftstätigkeit auf die rechtliche R egelung einstellen und ihre Lieferanten bzw . Spediteure entsprechend instruieren m üssen. Andere Anhaltspunkte für das Vorliegen aussergew öhnlicher U m stände w ährend des Zollverfahrens sind nicht ersichtlich. Insofern die Beschw erdeführerinnen das angeblich treuw idrige Verhalten des BLW beanstanden, zielt dieser Vorw urf schliesslich auf die Begründetheit der Zollforderungen. Solches kann im Veranlagungs- verfahren, nicht aber im Zollnachlassverfahren geltend gem acht w erden (E. 2.3.1). D em Vorbringen w äre überdies kaum Erfolg beschieden gew esen. D a die Beschw erdeführerinnen für die Verzollungen selber verantw ortlich w aren (E. 2.2), können sie nichts zu ihren G unsten ableiten, w enn das BLW nicht auf ihre – zudem unbelegt gebliebenen und beim BLW nicht aktenkundigen – M itteilungen reagiert haben soll. D er von den Beschw erdeführerinnen aus diesem angeblichen Verhalten gezogene Schluss, dass die entsprechenden Ü berschreitungen ohne Konsequenzen bleiben w ürden, kann in einem System , in dem an die D eklaration und die dam it verbundenen Sorgfaltspflichten hohe Anforderungen gestellt w erden, kein schutzw ürdiges Vertrauen im Sinne von Art. 9 BV begründen (U rteil des Bundesgerichts 2A.1/2004 vom 31. M ärz 2004 E. 2.2). U nter diesen U m ständen das Erlassgesuch gutzuheissen, käm e einer W ieder- gutm achung von Säum nissen und Pflichtverletzungen der Beschw erde- führerinnen im Veranlagungsverfahren gleich, w as nicht Sinn und Zw eck des Erlassverfahrens ist (E. 2.3.3). Bereits aus diesem G rund ist die Beschw erde abzuw eisen, m üssen die für einen Zollnachlass genannten Voraussetzungen doch kum ulativ erfüllt sein (E. 2.3.2). 3.2 Beizupflichten ist im Ü brigen den Ausführungen der Vorinstanz, w onach ein Zollnachlass ausgeschlossen ist, w enn w ie hier der Vorgang, w elcher zur Erhebung der Zollabgabe geführt hatte, innerhalb der Bem essung der Abgaben liegt. D iese Vorgabe entspricht dem W illen des G esetzgebers und ist im G esetzesartikel ausdrücklich enthalten. N ach Ausschöpfung der Zollkontingentsanteile der Beschw erdeführerinnen für die Tarifnum m ern m it KZA, hätten die restlichen Einfuhren zw ingend nach den Tarifnum m ern m it AKZA deklariert w erden m üssen (E. 2.2). D er Zollnachbezug beruht auf der Berichtigung der falschen D eklaration und berechnet sich aus der Abgabedifferenz zw ischen dem privilegierten, tieferen KZA und dem 10 höheren AKZA. Ein Erlass der Zollabgaben w ürde vorliegend zu U nrecht zu einer Korrektur der Tarifeinreihung führen (vgl. E. 2.3.4). D ie Beschw erde ist auch aus diesem G rund abzuw eisen. 3.3 D er Zollnachlass entfällt, ohne dass zu prüfen ist, ob die Zollnach- belastungen bei den Beschw erdeführerinnen zu einer besondere H ärte führen. D ie Voraussetzung der H ärte allein schafft keinen Anspruch auf einen Zollerlass (E. 2.3.2). 4. D ie Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 4'000.-- sind den Beschw erdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG in Verbindung m it Art. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) und m it dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe zu verrechnen. Eine Parteientschädigung an die Beschw erdeführerinnen ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG e contrario, vgl. auch Art. 7 Abs. 1 VG KE e contrario). 5. D ieser Entscheid kann nicht m it Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht w eitergezogen w erden (Art. 83 Bst. m des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G , SR 173.110]; vgl. auch U rteil des Bundesgerichts 2C _49/2007 vom 3. M ärz 2007 E. 2.1). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten in H öhe von Fr. 4'000.-- w erden den Beschw erdeführerinnen unter solidarischer H aftbarkeit auferlegt und m it dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe verrechnet. 3. D en Beschw erdeführerinnen w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - den Beschw erdeführerinnen (eingeschrieben) - der Vorinstanz (R ef-N r. _______ und _______) (eingeschrieben) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: D aniel R iedo Iris W idm er Versand am :