B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5758/2015 U r t e i l v o m 8 . J a n u a r 2 0 1 8 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Hans Schürch, Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner, Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien, vertreten durch MLaw Katarina Socha, Caritas Schweiz, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flüchtlingseigenschaft und Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügung des SEM vom 13. August 2015 / N (…). E-5758/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein aus dem Nordosten Syriens stammender Kurde mit letztem Wohnsitz in Derik / Al-Malikiya (Provinz Al-Hasaka) – verliess seinen Heimatstaat eigenen Angabe n zufolge am 12. Februar 2014 und gelangte über die Türkei, G riechenland und Italien in die Schweiz, wo er sich auf dem Polizeipo sten des Flughafens (…) meldete und am 10. September 2014 ein Asylgesuch stellte. Das SEM verweigerte ihm vorerst die Einreise in die Schweiz und wies ihn dem Transitbereich des Flughafens zu; am 13. September 2014 fand im EVZ des Flughafens- (…) eine summarische Befragung zur Person (BzP) statt. Am 17. Septem- ber 2014 bewilligte das SEM dem Beschwerdeführer, der für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton (…) zugewiesen wurde, die Einreise in die Schweiz. Am 8. Mai 2015 wurde der Beschwerdeführer einlässlich zu den Gründen seines Asylgesuchs angehört. In den Befragungen machte er im Wesentlichen folgende Vorbringen geltend: Er sei in Syrien militärdienstpflichtig. Sein Vater sei parteipolitisch aktiv ge- wesen und habe die kurdische PDK (Demokratische Partei Kurdistans) von Masud Barzani unterstützt; dafür sei seine Familie von den syrischen Be- hörden behelligt worden, wobei sein Vater wiederholt verhaftet und gefol- tert worden sei; im Jahr 2007 sei sein Vater verstorben. Der Beschwerde- führer sei ungefähr im Jahr 2012 der Partei seines Vaters beigetreten und habe als einfaches Mitglied verschiedene Tätigkeiten für die PDK ausge- führt wie etwa humanitäre Hilfsarbeiten oder die Überwachung des Partei- büros. Seine Partei habe zudem öfters Probleme mit der regierungsnahen PKK (Partiya Karkerên Kurdis tanê; kurdische Arbeiterpartei) gehabt. Der Beschwerdeführer habe sowohl vor als auch nach seinem Parteibeitritt an zahlreichen Demonstrationen gegen die Regierung teilgenommen, wobei die syrischen Behörden ihn als Demonstrationsteilnehmer identifiziert und registriert hätten; gemäss Angaben eines Bekannten würde der Beschwer- deführer deshalb früher oder später verhaftet. Die Behörden hätten sich in den Jahren 2013 und 2014 drei- bis viermal nach ihm und seinem Bruder erkundigt. Seine Angehörigen hätten ihm dringend geraten, das Land zu verlassen, damit er nicht dasselbe Schicksal wie sein Vater erleide. Des Weiteren brachte der Beschwerdeführer an der Erstbefragung vor, im Januar 2014 habe das Aushebungsbüro in Al-Hasaka den Beschwerdefüh- rer telefonisch kontaktiert und ihm mitgeteilt, dass er als Militärdienstver-E-5758/2015 Seite 3 weigerer gelte und sich umgehend das Militärdienstbüchlein ausstellen las- sen müsse. Demgegenüber trug er anlässlich der Zweitbefragung vor, ein Beamter des Aushebungsbüros habe den Onkel des Beschwerdeführers kontaktiert und ihm von einem ebensolchen Antrag auf Ausstellung eines Militärdienstbüchleins sowie vom Gesuch um Befreiung vom Militärdienst des Beschwerdeführers abgeraten. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer einen Parteiausweis und ein Bestätigungsschreiben des Parteibüros aus Syrien sowie ein ärztliches Zeugnis aus der Schweiz als Beweismittel zu den Ak- ten. B. Mit Verfügung vom 13 . August 2015, eröffnet am 17. August 2015, ver- neinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Den Vollzug der Wegweisung schob es dagegen infolge Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. Zur Begründung seiner Verfü- gung führte d as SEM im Wesentlichen aus, die Vorbringen würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhal- ten, weshalb sich die Prüfung ihrer Asylrelevanz erübrige. C. Mit Beschwerdeeingabe vom 15. September 2015 focht der Beschwerde- führer diesen Entscheid an und beantragte, die Verfügung des SEM sei in den Dispositiv-Ziffern 1 bis 3 aufzuheben, die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei seine Flüchtlingseigen- schaft festzustellen und ihm Asyl zu gewä hren. In prozessualer Hinsicht wurde um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um die Beiordnung ei- nes unentgeltlichen Rechtsbeistands ersucht. Als weiteres Beweismittel wurde das Original eines an den Beschwerde- führer adressierten Militärdienstaufgebots zu den Akten gereicht. D. Mit Zwischenverfügung vom 22. September 2015 wurden die Gesuche um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um unentgeltli- che Recht sverbeiständung gutgeheissen. Der Beschwerdeführer wurde aufgefordert, zur Beiordnung als amtlicher Rechtsbeistand einen Rechts- vertreter zu bezeichnen. E-5758/2015 Seite 4 E. Mit Instruktionsverfügung vom 16. Oktober 2015 wurde dem Beschwerde- führer von Amtes wegen Frau MLaw Ka tarina Socha als unentgeltliche Rechtsbeiständin beigeordnet. Letztere wurde aufgefordert, bis zum 2. No- vember 2015 eine entsprechende Vollmacht einzureichen , sowie sich mit den Bedingungen der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung einverstan- den zu erklären. F. Mit Eingabe vom 30. Oktober 2015 bestätigte die Rechtsvertreterin ihre Mandatierung und reichte die verlangte Vollmacht zu den Akten. G. Mit Vernehmlassung vom 17. November 2015 nahm die Vorinstanz zu den Beschwerdevorbringen Stellung und hielt an ihren bisherigen Erwägungen vollumfänglich fest. H. Am 4. Dezember 2015 (Poststempel) reichte die Rechtsvertreterin eine Replik zur Vernehmlassung ein. I. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2015 wurde dem Gericht ein aktueller Be- richt des UNHCR (Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen) „International Protection Considerations with Regard to People Fleeing the Syrian Arab Republic, Update IV, November 2015“ zugestellt sowie auf die verschlechterte Lage in Syrien hingewiesen. J. Mit Eingabe vom 23. August 2016 ersuchte (…), ein juristischer Mitarbeiter der Caritas Schweiz (…) sowie Arbeitskollege der amtlichen Rechtsbei- ständin, um Mitteilung des Verfahrensstands. Die Instruktionsrichterin beantwortete die Anfrage mit Schreibe n vom 24. August 2016. E-5758/2015 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtli ngen grundsätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). E-5758/2015 Seite 6 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Die Vorinstanz wies in ihrer ablehnenden Verfügung zunächst darauf hin, dass aufgrund der oberflächlichen und unkonkreten Ausführungen es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, die angebliche behördliche Identifikation im Zusammenhang mit seinen Demonstrationsteilnahmen konkret darzulegen. Es sei unter anderem nicht nachvollziehbar, weshalb die Behörden drei- oder viermal bei einem Bekannten des Beschwerdefüh- rers nach ihm gefragt hätten, wenn s ie doch über seine Personendaten verfügt haben sollen. Weiter weise der Beschwerdeführer kein heikles po- litisches Profil auf und gemäss eigenen Angaben habe er nach den De- monstrationen keine konkreten Probleme mit den Behörden gehabt. Das Vorbringen sei somit zu wenig begründet, um daraus eine reale Gefahr ab- leiten zu können. Weiter seien seine Schilderungen zu seiner Aushebung widersprüchlich ausgefallen, wenn er anlässlich der BzP von der Aufforde- rung des Aushebungsbüros, ein Militärdienstbüchlein auszust ellen, ge- sprochen habe und an der Anhörung demgegenüber vorgetragen habe, ein Beamter des Aushebungsbüros habe dem Onkel des Beschwerdeführers geraten, der Beschwerdeführer solle sich unter keinen Umständen bei der Rekrutierungsstelle melden. Er habe somit zum angeblichen Aushebungs- prozedere ganz unterschiedliche Ausführungen gemacht. Damit seien wei- tere Zweifel an seinem Aussageverhalten und an seiner persönlichen Glaubwürdigkeit gegeben. Ferner sei die Diensttauglichkeit des Beschwer- deführers offenbar bis zum heutigen Zeitpunkt nicht geprüft und ihm auch noch kein Militärdienstbüchlein ausgestellt worden. Somit sei er aus Sicht des syrischen Staates zum heutigen Zeitpunkt auch kein rekrutierter, diensttauglicher Soldat und könne demzufolge auch nicht als D ienstver- weigerer betrachtet werden. Vor diesem Hintergrund gebe es keinen Grund zur Annahme, dass der Beschwerdeführer künftig staatlichen Verfolgungs- massnahmen wegen Dienstverweigerung ausgesetzt wäre. Nach dem Ge- sagten würden die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten, weshalb de- ren Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. E-5758/2015 Seite 7 4.2 Mit der Beschwerde gegen die ablehnende Verfügung wurde insbeson- dere ein neues Beweismittel – ein vom (…) 2014 datierendes Militärdienst- aufgebot durch die syrischen Behörden – zu den Akten gereicht. In seiner Beschwerdebegründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, aufgrund seiner Dienstverweigerung, seiner illegalen Flucht aus Syrien und seiner Asylgesuchstellung in der Schweiz gelte er in seiner Hei- mat nun als Regimegegner, weshalb ihm bei seiner Rückkehr im Sinne des publizierten Urteils des Bundesverwaltungsgerichts D-5553/2013 vom 18. Februar 2015 (BVGE 2015/3) eine Bestrafung und Behandlung drohe, die einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkomme. Dieses Beweisdokument sei ihm er st im August 2015 und damit nach dem vorinstanzlichen Entscheid durch einen Freund seines Bruders, der von Syrien in die Schweiz gekommen sei, übergeben worden; es sei ungefähr zwei bis drei Monate unterwegs gewesen. Ferner wurde auf einen Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) verwiesen („Syrien: Mobilisierung in die syrische Armee vom 28. März 2015“), wonach das syrische Regime seine Rekrutierungsmassnahmen intensiviert habe. 4.3 Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung an seinen bisherigen Erwä- gungen fest und stellte hinsichtlich des neu eingereichten Beweismittels fest, dieses sei nicht geeignet, an seiner bisherigen Einschätzung etwas zu ändern. Es handle sich hier um ein Schriftstück, das selbst hergestellt oder käuflich erworben werden könne. Entsprechend verfüge das Dokument über einen äusserst geringen Beweiswert und sei nicht geeignet, eine Än- derung der bisherigen vorinstanzlichen Einschätzung zu rechtfertigen. Im Übrigen entspreche das vom Beschwerdeführer in der Beschwerde be- schriebene Vorgehen nicht dem üblichen Rekrutierungsverfahren der syri- schen Behörden. 4.4 In der Replik wurde weiterhin der Standpunkt vertreten, dass dem Be- schwerdeführer aufgrund seines Verhaltens sowie angesichts des Vorlie- gens eines Militärdienstaufgebots bei seiner Rückkehr flüchtlings - bezie- hungsweise asylrelevante Verfolgungsmassnahmen drohen würden. Auch wenn die Vorinstanz den Beweiswert der eingereichten Vorladung als ge- ring einschätze, könne ohne Prüfung des Dokuments nicht von vornherein davon ausgegangen werden, dass dieses falsch sei. Das Aufgebot zum Militärdienst sei nicht gewürdigt worden und der rechtserhebliche Sachver- halt habe damit nicht festgestellt werden können, weshalb die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei; das Dokument sei durch einen Experten der Vorinstanz zu überprüfen . Weiter wurde unter Zitierung von einschlägigen Auszügen aus internationalen Berichten der E-5758/2015 Seite 8 konkrete Rekrutierungsablauf der syrischen Militärbehörden dargelegt und die Ausführungen des SEM in seiner Vernehmlassung , worin es das vom Beschwerdeführer geschilderte Rekrutierungsprozedere als unüblich be- zeichnete, als ungenügend bezeichnet. In diesem Zusammenhang wurde das Gericht ersucht, die Vorinstanz anzuweisen, dem Beschwerdeführer die Einsicht in die vom SEM allfällig beigezogenen Abklärungsberichte zu gewähren (vgl. Replik, S. 6 oben). 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihre r politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freihei t sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft sind die Vorbringen einer asylsuchenden Person grundsätzlich dann, wenn sie genügend substanzi- iert, in sich schlüssig und plausibel sind, sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sind oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemei- nen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Be- weismittel abstützt, aber auch dann, w enn sie wichtige Tatsachen unter- drückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Inte- resse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaft- machung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein redu- ziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die für die Richtig keit der Sachverhaltsdarstellung der asylsuchenden Person sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 S. 142, BVGE 2010/57 E. 2.3 S. 826 f). E-5758/2015 Seite 9 6. 6.1 Mit Verweis auf die zutreffenden Erwägungen des SEM in der ange- fochtenen Verfügung ist festzuhalten, dass die Vorbringen des Beschwer- deführers, er sei wegen seines politischen Engagements und der Teil- nahme an Demonstrationen in Syrien von Verfolgung bedroht gewesen, in wesentlichen Punkte n unsubstanziiert, realitätsfern und widersprüchlich ausgefallen sind (vgl. Verfügung des SEM vom 13. August 2015 S. 3 f.). In der Tat erweist es sich als unplausibel, wenn der Beschwerdeführer einer- seits behauptet, die Behörden hätten ihn als Demonstratio nsteilnehmer identifizieren können, andererseits aber vortrug, die Behörden hätten ihn nie direkt kontaktiert, sondern sich jeweils bei einem Freund seines Bru- ders beziehungsweise Nachbarn nach dem Beschwerdeführer erkundigt (vgl. A21/18 S. 12 F82 -F89). Im Beschwerdeverfahren erklärt der Be- schwerdeführer, er sei behördlich in (…)-Damaskus gesucht worden, als er schon nicht mehr dort gelebt habe, und deshalb hätten die Behörden bei seinem Nachbarn nach ihm gefragt; in Derik / al-Malikiya sei er demgegen- über „nicht so oft“ gesucht worden (vgl. Beschwerde S. 5). Diese Erklärung bleibt ihrerseits ebenfalls ungereimt, hat der Beschwerdeführer doch sei- nen Angaben gemäss (…)-Damaskus im Jahr 2010/2011, (…), verlassen und die politischen Aktivitäten (Parteibeitritt, Teilnahme an Demonstratio- nen) erst später, ab 2012, entfaltet (vgl. A9/20 S. 3 f., 8 f.; A21/18 S. 5 F28, S. 8 F48, 51, 53, 67). In Anbetracht der Tatsache, dass sich die parteipolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers über einen längeren Zeitraum von ca. zwei Jahren er- streckten, ist kaum nachvollziehbar, weshalb es den Behörden nie gelun- gen sein soll, ihn persönlich zu konfrontieren, wenn er tatsächlich identifi- ziert und gesucht worden wäre (vgl. A9/20 S. 8.; A21/18 S. 8 F51, S. 10 f. F66-76). Ferner gab der Beschwerdeführer ausdrücklich zu Protokoll, er habe im Nachgang zu den zahlreichen Demonstrationen jeweils keine Schwierigkeiten mit den Behörden gehabt, ausser, dass man ihn im Zu- sammenhang mit seinem Militärdienstbüchlein angerufen habe (vgl. A21/18 S. 11 f. F77-79). Zudem vermochte er auf eine diesbezüglich zur Klärung einer Ungereimtheit gestellten Zusatzfrage bloss vage und allge- mein zu antworten (vgl. A21/18 S. 15 F103). Das parteipolitische Engagement des Beschwerdeführers seit ca. Herbst 2012 ist nach Einschätzung des Gerichts somit nicht geeignet, um daraus auf eine asylrelevante Verfolgung schliessen zu können. Der Beschwerde- führer hat nicht glaubhaft aufgezeigt, dass er wegen seiner Aktivitäten für E-5758/2015 Seite 10 die PDK und wegen seiner Teilnahme an Kun dgebungen vor seiner Aus- reise ernsthaft en, gezielt gegen ihn gerichtete n erheblichen Nachteilen ausgesetzt gewesen wäre; dass er deswegen angeblich gesucht worden sei, ist nicht glaubhaft geworden. 6.2 Ferner machte der Beschwerdeführer geltend, er müsse eine Verfol- gung befürchten, weil er im militärpflichtigen Alter sei und sich einer Einbe- rufung ins Militär entzogen habe. Auf Beschwerdeebene bringt er ein Do- kument bei, wonach er zur Rekrutierung aufgeboten worden sei, und führt aus, er gelte nunmehr in der Heimat als Dienstverweigerer. 6.2.1 Zunächst sind die Erwägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zu bestätigen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der vor- instanzlichen Befragungen das angebliche Aushebungsprozedere, das ihn betroffen habe, in auffa llend widersprüchlicher Weise geschildert hat. In der BzP gab er zu Protokoll, er sei im Januar 2014 telefonisch vom staatli- chen Aushebungsbüro aus al -Hasaka kontaktiert worden; man habe ihn telefonisch informiert, beim aktuellen Stand der Dinge gelte er a ls Militär- dienstverweigerer; er müsse sich umgehend das Militärbüchlein ausstellen lassen; hierfür hätte er nach al -Hasaka gehen müssen; er habe gewusst, dass er dann sofort rekrutiert worden wäre und nicht mehr hätte nach Hause zurückkehren können (A9/20 S. 8). In der Anhörung führte er dem- gegenüber aus, er hätte sich eigentlich das Militärbüchlein au sstellen las- sen wollen und sich dergestalt vom Militärdienst befreien wollen ( A21/18 F23, F41); eine Person namens B._______ sei bekannt dafür, dass er ge- gen Geld Männer vom Militärdienst befreien könne; die Aussage an der BzP , dass er telefonisch kontaktiert worden sei, habe sich eben auf jenen B._______ bezogen, der dem Beschwerdeführer mitgeteilt habe, er gelte als Dienstverwe igerer und solle sich das Milit ärbüchlein besorgen; er, B._______, könne ihm dann gegen Geld bei der Befreiung vom Dienst hel- fen (A21/18 F41 f.). An anderer Stelle des Anhörungsprotokolls war nicht von einem Telefongespräch, sondern von einem Besuch des Beschwerde- führers bei B._______ die Rede (A21/18 F 44); dies soll sich ungefähr im Januar 2014 ereignet haben (A21/18 F45). Der Beschwerdeführer habe sich im besprochenen Sinne an B._______ wenden wollen; sein Onkel habe das dann aber nicht zugelassen und ihn gewarnt, er würde sofort in den Militärdienst geschickt, wenn er sich melde (A21/18 F23; F 40, 42). Diese Darstellungen hat die Vorinstanz zu Recht als gänzlich widersprüch- lich und unglaubhaft gewürdigt; es handelt sich denn auch nicht lediglich um spätere Präzisierungen eines in der BzP-Befragung bereits genannten E-5758/2015 Seite 11 Vorbringens, sondern vielmehr um divergierende Versionen, die sich nicht miteinander in Einklang bringen lassen. Die Darstellungen entbehren im Übrigen auch jeglicher Plausibilität. 6.2.2 Wenn mit der Beschwerde nun eine militäris che Vorladung einge- reicht wird, ergeben sich weitere Ungereimtheiten. Beim auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel handelt es sich gemäss Angaben des Beschwerdeführers um einen Marschbefehl vom (…) 2014; er wird vom Rekrutierungszentrum al-Mailikya für den (…) 2014 aufgeboten. Der Marschbefehl sei dem Bruder des Beschwerdeführers ausgehändigt worden (vgl. Beschwerde S. 3). Der Marschbefehl wäre demnach zwar über ein halbes Jahr nach der Aus- reise des Beschwerdeführers (am 14. Februar 2014) in Syrien ausgestellt worden; angesichts der Tragweite einer militärischen Einberufung – sein militärpflichtiges Alter soll ja einer der Gründe für die Flucht gewesen sein – wäre allerdings zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer, falls tatsächlich ein Marsch befehl angeordnet worden wäre , über seine Ange- hörigen in Syrien Kenntnis über die Existenz dieses Dokuments erhalten hätte und anlässlich der einlässlichen Anhörung in der Schweiz im Mai 2015 darüber berichtet hätte. Indes hat der Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung ausdrücklich zu Protokoll gegeben, nie durch das Militär auf- geboten worden zu sein oder ein behördliches Schreiben erhalten zu ha- ben (vgl. A21/18 S. 6 F36, S. 13 F91). Zudem führt er auch keinerlei Gründe an, weshalb er erst viel später vom Aufgebot erfahren haben sollte . Die Erklärung, er habe angesichts der schlechten Verbindungen mit Syrien mit seiner Familie nur wenige Kon- takte gehabt und bei solchen Kontakten nach dem Befinden der Angehöri- gen, nicht nach allfälligen Dokumenten gefragt (Beschwerde S. 3), vermag kaum zu überzeugen, zumal der Bruder des Beschwerdeführers ja – wenn auch erst Monate später – das Dokument angeblich über einen Freund in die Schweiz hat schicken lassen. 6.2.3 Die Vorinstanz hält in der Vernehmlassung fest, das in der Be- schwerde geschilderte Vorgehen entspreche „nicht dem üblichen Rekrutie- rungsprozedere der syrischen Behörden“. Dieser – nicht weiter begründe- ten und daher nur schwer nachvollziehbaren – Argumentation vermag sich das Gericht nicht anzuschliessen; gemäss ve rschiedenen vorliegenden Quellen (vgl. namentlich auch die in der Replikeingabe zitierten Quellen; E-5758/2015 Seite 12 Replik S. 2 ff.) ist eine Aushändigung von militärischen Aufgebots-Unterla- gen an Familienangehörige nicht ungewöhnlich. Zu Recht weist die Vorinstanz allerdings darauf hin, dass das eingereichte Dokument keine fälschungssicheren Merkmale aufweist; in der Tat ist ein militärisches Aufgebot, wie der Beschwerdeführer es einreicht, leicht zu fäl- schen und kann auch unrechtmässig gekauft werden. Der in der Replik hierzu erhobene Vorwurf, die Vorinstanz äussere sich zum Dokument, ohne dass sie „einen Augenschein“ davon gehabt hätte (Replik S. 1), geht fehl; selbstverständlich sind der Vorinstanz die Beschwerdeakten samt dem eingereichten Beweismittel zur Vernehmlassung überwiesen worden. Der Antrag, das Dokument sei unter Heranziehung eines Experten einer Echtheitsprüfung zu unterziehen, ist bei dieser Sachlage, da zur Klärung des Sachverhalts nicht weiter tauglich, abzuweisen. Zwar erachtet es das Gericht als unzulässig, einem Dokument aus dem Grund, dass es theore- tisch leicht gefälscht oder unrechtmässig beschafft werden kann, von vor- neherein den Beweiswert abzusprechen. Vielmehr kommt zur Beurteilung des Beweiswertes eines solchen Dokuments daher den weiteren Umstän- den der Einreichung – die vorliegend als sehr ungereimt bezeichnet wer- den müssen – umso mehr Bedeutung zu. 6.2.4 Schliesslich bleibt festzuhalten, dass im (…) 2014, als das angebli- che Aufgebot des Beschwerdeführers für die syrische Armee in al-Malikya ausgestellt worden sein soll, die dortige Region der Provinz al -Hasaka schon seit längerer Zeit nicht mehr unter Kontrolle der syrischen Sicher- heitskräfte stand, sondern von den kurdischen Kräften kontrolliert wurde und auch heute weiterhin wird. Dem Gericht liegen zur Rekrutierungs- und Mobilisierungspraxis in der Provinz Al -Hasaka verschiedene Quellen vor, nach welchen die syrische Regierung in den kurdisch-kontrollierten Gebie- ten keine Wehrpflichtigen mehr in den Militärdienst einberufe. So gebe es zwar verschiedene Hinweise auf eine gewisse Zusammenarbeit der syri- schen Regierung und der kurdischen Behörden Nordsyriens; diese Zusam- menarbeit betreffe aber nie den Bereich der Rekrutierung von Männern für die syrische Armee (vgl. FABRICE BALANCHE / Staatssekretariat für Migra- tion (SEM), Note Syrie: La situation dans la province d’al -Hassake – Ent- retien avec le Dr Fabrice Balanche [Hoover Institution, Washington D.C.], 13.09.2017). Beobachter der Lage in Syrien des Carnegie Middle East Center und Militärberater der Commission of Inquiry erklärten, dass die Re- gierung im Zusammenhang mit der Übernahme der Kontrolle durch die YPG Mitte 2012 prinzipiell aufgehört habe, Personen zum Militärdienst ein- zuberufen (vgl. Lifos [Migrationsverket], Förhållanden i syriska områden E-5758/2015 Seite 13 under PYD-kontroll, 20.05.2015 ). Der Danish Immigration Service (DIS) zeichnet hierzu folgendes Lagebild: "The Syrian government has made some attempts in the Kurdish areas in recent year s to recruit Kurds, but it has failed in doing so as it faced severe resistance from the Kurdish forces present In the area." Es wird in diesem Zusammenhang ein Vorfall von Ok- tober/November 2014 erwähnt, als die syrischen Militärbehörden in Qamishli 40 Kurden inhaftiert hätten im Versuch, sie zu rekrutieren; dies habe die sofort ige Reaktion der kurdischen Sicherheitskräfte (Assayish) nach sich gezogen, die ihrerseits im Gegenzug mehrere syrische Offiziere gekidnappt hätten; der Vorfall habe in der gegenseitigen Freilassung der gefangen genommenen Männer geendet, was auch das Ende der Rekru- tierungsbemühungen seitens der syrischen Regierung im betroffenen Ge- biet bedeutet habe (vgl. Danish Immigration Service [ DIS], Syria: Military Service, Mandatory Self -Defence Duty and Rec ruitment to the YPG, 26.02.2015). Im aufdatierten Bericht, den der DIS in Zusammenarbeit mit dem Danish Refugee Council (DRC) im September 2015 publizierte, heisst es: „All the sources agreed that the Syrian authorities do not recruit people to the Syrian army in the area controlled by the Kurdish Self -administra- tion.“ Weiter schreiben DIS und DRC: “The government only recruits peo- ple in the areas under its control.” (Danish Immigration Service [DIS]) / Danish Refugee Council [DRC], Syria: Update on Military Service, Manda- tory Self-Defence Duty and Recruitment to t he YPG, 09.2015 ). Bestätigt wird das vorstehende Bild durch die Ausführungen des Politgeografen Dr. Fabrice Balanche: „(…) Par conséquent, l’armée syrienne ne peut plus re- cruter à al-Malikiyya/Derik, Tall Gamal ou d’autres endroits qu’elle ne con- trôle plus. Pour une personne qui reste exclusivement dans la zone kurde, le risque d’y être enrôlé par l’armée syrienne est nul.” (vgl. BALANCHE / SEM, a.a.O., 13.09.2017). 6.2.5 Das vorstehende Lagebild der Rekrutierungssituation im Kurdenge- biet Syriens steht somit im Einklang mit der Einschätzung, dass der Be- schwerdeführer in seiner Heimatregion keinen Marschbefehl von den syri- schen Militärbehörden erhalten hat . Im vorliegenden Fall bleibt nach den vorstehenden Erwägungen festzuhalten, dass die Ungereimtheiten und Zweifel an der Darstellung des Beschwerdeführers überwiegen; das Ge- richt hält die angebliche Einberufung mittels militärischem Aufgebot für nicht glaubhaft gemacht. 6.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, er habe im Heimatland eine asylrelevante Verfol- gung erlebt oder müsse eine solche in begründeter Weise befürchten. Die E-5758/2015 Seite 14 Vorinstanz hat im Ergebnis zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Be- schwerdeführers verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. Die Vorinstanz erachtete den Wegweisungsvollzug des Beschwerdefüh- rers als unzumutbar, weshalb sie in de r angefochtenen Verfügung seine vorläufige Aufnahme in der Schweiz verfügte. Unter diesen Umständen er- übrigen sich weitere Ausführungen zum Vollzug der Wegweisung. Nament- lich besteht praxisgemäss angesichts der alternativen Natur der Wegwei- sungsvollzugshindernisse (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4, BVGE 2011/7 E. 8) kein aktuelles Rechtsschutzinteresse an einer Prüfung einer allfälligen Un- zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig festste llt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be- schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenverfü- gung vom 22. September 2015 wurden die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung sowie um amtliche Rechtsverbeiständung gutgeheissen. Dem Beschwerdeführer sind dementsprechend keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 10.2 Der Rechtsvertreterin ist als amtlich beigeordnete r Rechtsbeiständin ein Honorar auszurichten. Es wurde keine Kostennote eingereicht; hinge- gen wurde im Rahmen der Replik der zeitliche Aufwand auf dreieinhalb E-5758/2015 Seite 15 Stunden bemessen, einschliesslich des Aktenstudiums und des Verfas- sens der Replik (Replik S. 7). Dieser zeitliche Aufwand erscheint angemes- sen. Unter Berücksichtigung der in Betracht zu ziehenden Bemessungs- faktoren (Art. 9–13 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und der durch die Abteilungen IV und V des Bundesverwal- tungsgerichts am 1. Juli 2015 beschlossenen Stundenansätze für nichtan- waltliche Rechtsvertretungen in der Höhe von Fr. 100.– bis Fr. 150.– (vgl. Zwischenverfügung vom 16. Oktober 2015) ist das Honorar der amtlichen Rechtsbeiständin zu Lasten des Gerichts auf insgesamt Fr. 625.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteueranteil) zu bestimmen. (Dispositiv nächste Seite) E-5758/2015 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Der amtlichen Rechtsbeiständin wird ein Honorar von Fr. 625.– ausgerich- tet. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Lhazom Pünkang Versand: