BRKE IV Nr. 201/1995 vom 14. Dezember 1995 in BEZ 1996 Nr. 8 2. Die zulässige Geschossz ahl wird (im Rahmen der kantonalrechtlichen Max i- malwerte, vgl. § 49a Abs. 2 PBG) grundsätzlich durch die Bau - und Zonenordnung festgelegt (§ 49 Abs. 2 lit. c PBG). Eine subsidiäre kantonale Regelung für die ve r- schiedenen Baugebiete, wie sie der mit der Gesetzesrevision vom 1. September 1991 aufgehob ene § 277 PBG enthielt, besteht nicht mehr. Mit der Revision des Planungs- und Baugesetzes wurde den Gemeinden hinsichtlich aller Bauzonen die freie W ahl eingeräumt, die Ausnützung mittels Ausnützungs -, Baumassen -, Über- bauungs- oder Freiflächenziffern zu regeln oder (ohne die Statuierung von Nu t- zungsziffern) nur mittels der primären Baub eschränkungsnormen, d.h. den Besti m- mungen über die Abstände, die Geschosszahl, den Grenzbau, das Zusammenba u- en, die Gebäudelänge und die Gebäudebreite festz ulegen (§ 49 PBG). Nach § 49a Abs. 2 PBG können die Gemeinden je nach den örtl ichen Verhältnissen und den Vorgaben der Richtplanung bis zu sieben Vollgeschosse, zwei Dachgeschosse unter Schrägdächern oder ein Dachgeschoss über Fl achdächern sowie ein anrechenbares Untergeschoss zulassen. Das sind Obergrenzen, und es ist daher auch zulässig, nur eine bestimmte Anzahl Vollgeschosse, aber keine zusätzlichen anrechenbaren Dach- bzw. Untergeschosse zu gestatten. Die Gemeinde W inkel hat ihre kommunale Nutzungsplanung am 1. Februar 1993 dem revidierten Planungs - und Baugesetz angepasst. Ziffer 7.1 BauO regelt die Grundmasse in der W ohnzone mit Gewerbeerleichterung. Das zulässige Nu t- zungsmass wird durch die primären Baubeschränkungsnormen k ombiniert mit der Baumassenziffer bestimmt. In der fraglichen Zone sind bei einer Gebäudehöhe von max. 8.10 m ein a nrechenbares Untergeschoss und zwei Dachgeschosse erlaubt; eine Regelung über die Vollgeschosszahl fehlt hingegen wie in allen W ohnzonen. Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat im Rahmen der Genehmigung der revidierten kommunalen Nu tzungsplanung (RRB Nr. 2974/1993) ausgeführt, mit den Ziffern 6.1 und 7.1 BauO würden für die W ohnzonen keine Geschosszahlen, so n- dern lediglich Gebäudehöhen festge setzt, was an sich in § 58 PBG nur für Industrie - und Gewerbezonen vorgesehen sei. Diese Regelung könne jedoch im vorliegenden Fall toleriert we rden, da nach den örtlichen Verhältnissen die Vorschriften über die ' Gebäudehöhen au s reichten und zusammen mit d en Überbauungs- bzw. Baumas- senziffern die minimale Ausnützung im Sinne von § 49a Abs. 1 PBG gewährleist e- ten. Da nach dem Gesagten eine subsidiäre Regelung durch das kantonale Recht nicht greift und der Regierungsrat die sich nur über die Dach - und Untergeschosse - 2 - nicht aber über die Vollgeschosse aussprechenden Geschosszahlvorschriften g e- nehmigt hat, führt dies dazu, dass mangels ausdrücklicher positiver Normierung die Anzahl der Vollgeschosse innerhalb der zulässigen Gebäudehöhe frei wählbar ist. Aus § 279 Abs. 1 PBG, wonach für die Ermittlung der Gebäudehöhe aufgrund der erlaubten Vollgeschosszahl mit einer Bruttogeschosshöhe von 3.30 m und z u- sätzlich mit 1.50 m für die Erhebung des Erdgeschosses zu rechnen ist, lässt sich entgegen der Ansicht der Vorinstan z nicht ableiten, in der Wohnzone mit Gewerbe- erleichterung seien bei einer Gebäudehöhe von 8.10 m nur zwei dieses Mass au s- schöpfende Vollgeschosse zulässig. Der Verzicht auf eine Regelung der Vollg e- schosszahl ermöglicht es bei entsprechenden Terrainverhält nissen vielmehr, inne r- halb der zulässigen Gebäudehöhe - und selbstverständlich unter W ahrung der e r- forderlichen Raumhöhe von 2.40 m (§ 304 Abs. 1 PBG) - ein zusätzliches drittes Vollgeschoss zu realisieren. Mangels entsprechender Einschränkungen durch die Bauordnung ist die Anzahl der Vollgeschosse nicht limitiert. Ob der Gemeindesouverän vorliegend bei der Festlegung der zulässigen Gebäudehöhe von einer zweigescho ssigen Überbauungsform ausgegangen ist und deshalb auf eine diesbezügliche R egelung verzichtet hat, kann dahingestellt bleiben. Eine Interpretation der Bauor dnung im Sinne der Vorinstanz verbietet sich schon aus Gründen der Rechtssiche rheit. W enn eine Überbauung in der W ohnzone mit Gewerbeerleichterung nur zwe igeschossig in Erscheinung treten soll, würde dies in jedem Fall eine Festsetzung von entsprechenden Geschosszahlbestimmungen in der Bauordnung bedingen. U nvermeidlich ist, dass das Überbauungsbild unter dem Regime der Baumassenziffer bei Festsetzung nur der Gebäudehöhe und (teilweisem) Verzich t auf Geschosszah lregelungen uneinheitlich ausfallen kann. Dieser E ffekt kann sich noch verstärken, wenn die Bauord nung keine Abgrabungsvorschriften enthält, da diesfalls § 293 PBG die Freilegung von anrechenbaren Untergeschossen nicht zu verhindern vermag (vgl. BEZ 1995 Nr. 30).