B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-184/2012/wif U r t e i l v o m 1 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiberin Yarimar-Eva Zeleznik. Parteien A._______, geboren B._______, Sri Lanka, C._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 14. November 2011 / N_______. D-184/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus D._______ mit Wohnort in E._______ (Distrikt F._______) – ersuchte mit Eingabe vom 24. Juli 2009 (Eingang bei der s chweizeri- schen Botschaft in G._______ [nachstehend kurz: die Botschaft] am 30. Juli 2009) um Asyl in der Schweiz. Mit Schreiben vom 10. August 2009 forderte die Botschaft den Beschwerdeführer auf, sein Gesuch mit detai l- lierten Angaben zu den geltend gemachten Asylgründen zu ergänzen s o- wie Beweismittel und Identitätspapiere einzureichen. Mit am 14. Septem- ber 2009 von der Botschaft empfangener Eingabe bestätigte der B e- schwerdeführer den Erhalt des Schreibens der s chweizerischen Vertre- tung in G._______ vom 10. August 2009 und bat um Ansetzung einer persönlichen Befragung zu seinen Asylgründen. Die Botschaft teilte dem BFM mit Schrei ben vom 25. September 2009 mit, aus kapazitätsmässi- gen Gründen werde in Gesamtwürdigung des vorliegenden Falles keine Befragung durchgeführt. Aus dem Asylbegehren des Beschwerdeführers gehe ausserdem keine begründete Furcht vor Verfolgung innerhalb des letzten Jahres hervor und er sei zudem nicht bereit, seine Asylvorbringen schriftlich abzufassen. Der Beschwerdeführer gelangte mit Schreiben vom 15. Februar 2010 erneut an die Botschaft mit der Bitte, s ein Asylge- such in Berücksichtigung seiner unerträglichen Situation aus humanitären Gründen vordringlich zu behandeln. Mit Schreiben vom 26. Juli 2011 wur- de ihm durch das BFM eröffnet, dass es im vorliegenden Fall die Aktenla- ge erlaube, ohne Durchführung ei ner Befragung über sein Gesuch zu entscheiden, und die bestehende Aktenlage keine Gutheissung des Asy l- gesuches gestatte. Gleichzeitig räumte ihm die Vorinstanz Gelegenheit zur diesbezüglichen Stellungnahme ein. Der Beschwerdeführer kam die- ser Aufforderung mit Schreiben vom 7. August 2011 (Eingang bei der Bot- schaft am 17. August 2011) nach. Für die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel wird auf die Akten verwiesen. B. Mit den oben erwähnten Eingaben machte der Beschwerdeführer zur B e- gründung seines Gesuches im Wesentlichen geltend, er sei am 3. Juni 2009 durch das Criminal Investigation Department (CID) in Sri Lanka in- folge Verdachts auf terroristische Aktivitäten verhaftet worden und sei nach seiner Freilassung am 17. Juli 2009 von i hnen, indem sie ihn bei D-184/2012 Seite 3 sich zuhause aufgesucht und befragt hätten, belästigt worden. Aufgrund der genannten Vorkommnisse habe er einen Anwalt zu Rate gezogen , der ihm empfohlen habe, unverzüglich das Land zu verlassen. Aus die- sem Grund habe er eine auf zw ei Jahre befristete Arbeitsstelle in H._______ angenommen. Das Leben dort – fern von seiner Familie – gestalte sich indessen schwer und sei auch nur eine vorübergehende L ö- sung, zumal er wegen des befristeten Arbeitsvertrages wieder nach Sri Lanka zurückkehren müsse. Darüber hinaus sei H._______ nicht in der Lage, ihm Schutz zu bieten. C. Mit Verfügung vom 14. November 201 1 – in G._______ an den B e- schwerdeführer versandt am 23. November 201 1 und eröffnet am 1. D e- zember 2011 – verweigerte das BFM die Bewilligung zur Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. Zur Begründung ihres Entsche i- des führte die Vorinstanz aus, bezüglich des Verfahrens bei Asylges u- chen aus dem Ausland sehe die Praxis vor, dass Gesuchsteller von der jeweiligen schweizerischen Vertretung in der Regel zu ihren Asylgründen angehört würden. Von dieser allgemeinen Regel könne abgewichen we r- den, wenn dies aus organisatorischen und kapazitätsmässigen Gründen faktisch nicht möglich sei. Eine Anhörung könne sich ebenfalls erübrig en, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund der schriftlichen Eingaben en t- scheidreif erstellt sei. Bei einem Anhörungsverzicht sei jedoch das rechtli- che Gehör zu gewähren (vgl. BVGE 2007/30), was vorliegend erfolgt sei. Unter Einbezug des Antwortschreibens d es Beschwerdeführers vom 7. August 2011 erachte das Bundesamt die Aktenlage als rechtsgenüglich erstellt. Befürchtungen, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, seien nur dann für die Erteilung der Einreisebewilligung relevant, wenn begründeter Anlass zur Annahme bestehe, die Verfolgung verwirkli- che sich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft. Der Beschwerdeführer mache diesbezüg lich eine Verhaftung, Inhafti e- rung und Freilassung durch Mitglieder des CID und die damit verbundene Befürchtung, weitere Übergriffe könnten folgen, geltend. Er sei aus seiner Inhaftierung zwischen Juni und Juli 2009 auf gerichtliche Anordnung b e- dingungslos freigelassen worden, da sich die gegen ihn erhobenen Terro- rismusvorwürfe nicht hätten erhärten lassen. Es seien keine Anhaltspunk- te erkennbar, die aufgrund der erfolgten Inhaftierung auf weitere staatl i- che Massnahmen schliessen lassen würden. Dennoch sei nicht ausz u- schliessen, dass er auch nach der Frei lassung weiterhin unter der B eo-D-184/2012 Seite 4 bachtung der sri-lankischen Behörden gestanden und von Mitgliedern des CID befragt worden sei. Derartige Massnahmen, die im Zusammenhang mit der allgemeinen Bekämpfung des Terrorismus der Liberation Tigers of Tamil Eelam ( LTTE) durch die sri -lankischen Behörd en zu beobachten seien, komme mangels Intensität kein Verfolgungscharakter im Sinne von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu. Wären die sri -lankischen Behörden nach wie vor überzeugt gewesen, der B e- schwerdeführer stelle in irgend einer Weise eine Gefahr für die Sicherheit des sri-lankischen Staates dar, wäre er zweifellos auch nach der erfolgten Freilassung oder anlässlich der Ausreise nach H._______ erneut verhaf- tet worden, was in casu nicht der Fall gewesen sei. Im Sinne dieser E r- wägungen komme die Vorinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers aus objektiver Sicht keine Einreisebewilligung b e- gründen könnten. An diesen Erwägungen vermöchten auch die vom Beschwerdeführer ei n- gereichten Dokumente nichts zu ändern, würden diese doch lediglich sei- ne Vorbringen stützen. B ei offensichtlich fehlender Schutzbedürftigkeit , könne zudem auf allfällig vorhandene Unglaubhaftigkeitselemente ve r- zichtet werden . In Anbetracht dieser Ausführungen sowie aufgrund des Umstandes, dass er kein Gefährdungsprofil aufweise, das im heutigen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit auf eine Verfolgung seitens des sri-lankischen Staates schliessen lasse, seien die geltend gemachten Vorbringen nicht einreiserelevant. Zusammenfassend sei fes tzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht schutzbedürftig im Sinne des Asylgesetzes (Art. 3 AsylG) sei. Daher sei das Asylgesuch abzulehnen und die Einreise in die Schweiz nicht zu b e- willigen. D. Mit vom 24. Dezember 2011 datierter, am 30. Dezember 2011 bei der Botschaft beziehungsweise am 12. Januar 2012 beim Bundesverwa l- tungsgericht eingegangener Eingabe focht der Beschwerdeführer die Ver- fügung des BFM an. In seiner Beschwerde wiederholte er im Wesentl i- chen seine bereits bei der Vorinstanz gemachten Vor bringen. Ausserdem würden Unbekannte regelmässig seine Frau und andere Personen bedro- hen. Zudem sei ihm zugetragen worden, seine Strafakte sei noch nicht geschlossen worden, was bedeute, er könnte zu jeder Zeit verhaftet we r- den. Aus all diesen Gründe führ e er Beschwerde und hoffe, dass ihm – D-184/2012 Seite 5 mithin unter Berücksichtigung humanitärer Gründe – die Einreise erlaubt und der Asylstatus erteilt werde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebie t des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Frage des Auslieferungsersuchens stellt sich vorli e- gend nicht, weil sich der Beschwerdeführer nicht in der Schweiz aufhält, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abg e- fasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur entsprechenden Beschwerdeve r- besserung im Sinne von Art. 52 VwVG kann jedoch aus prozessökonomi- schen Gründen verzichtet werden, da - mit Ausnahme der angefochtenen Verfügung - die Zwischenverfügungen und Eingaben des vorinstanzlichen Verfahrens ebenfalls in englischer Sprache gehalten und die Rechtsmi t- teleingabe verständlich ist, so dass ohne weiteres darüber befunden wer- den kann. Der vorliegende Entscheid ergeht indessen in deutscher Spr a- che (Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). 1.4. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 D-184/2012 Seite 6 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der B e- schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 3.2. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durc h- führung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1. Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). 4.2. Die schweizerische Vertretung führt mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asy l- gründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV1). Die schweizerische Vertretung überweist dem Bundesamt das Befragungsproto koll oder das schriftliche Asylgesuchs sowie weitere zweckdienliche Unterlagen und e i- nen ergänzenden Bericht, der ihre Beurteilung des Asylgesuchs enthält (Art. 10 Abs. 3 AsylV1). 4.3. Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist die asylsuchende Person im A uslandverfahren in der Regel zu befragen. Davon kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus organisat o- rischen oder kapazitätsmässigen Gründen nicht möglich ist. Falls die B e- fragung nicht durchgeführt werden kann, muss die ein Gesuch s tellende Person – soweit möglich und notwendig – mittels eines individualisierten und konkretisierten Schreibens aufgefordert werden, ihre Gründe für das Asylgesuch schriftlich einzureichen. Dabei ist sie auf die allfällige Kons e- quenz eines negativen Entsc heids infolge Verletzung der Mitwirkung s-D-184/2012 Seite 7 pflicht aufmerksam zu machen. Ist der Sachverhalt schon aufgrund des eingereichten Asylgesuchs entscheidreif erstellt, kann sich eine persönl i- che Befragung ebenfalls erübrigen; zeichnet sich ein negativer Entscheid ab, ist der asylsuchenden Person diesbezüglich das rechtliche Gehör zu gewähren. Das Bundesamt ist gehalten, den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der Verfügung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5 S. 362). 4.4. Vorliegend ging das BFM davon aus, der Sac hverhalt sei aufgrund der schriftlichen Eingaben entscheidreif erstellt. Diese Sichtweise ist ve r- tretbar, sind doch die Eingaben vom 24. Januar 2009 (schriftliches Asy l- gesuch, bei der Botschaft eingegangen am 30. Januar 2009), vom 14. September 2009 (undatierte Ergänzung zum schriftlichen Asylgesuch, bei der Botschaft eingegangen am 14. September 2009) und vom 7. A u- gust 2011 (Stellungnahme anlässlich der Gewährung des rechtlichen G e- hörs, bei der Botschaft eingegangen am 17. August 2011) insgesamt g e- nügend k lar formuliert. Unter diesen Umständen erübrigte sich für die Vorinstanz die Aufbietung des Beschwerdeführers zu einer Befragung. Da den vom Bundesverwaltungsgericht ferner aufgeführten Erfordernissen (Gewährung des rechtlichen Gehörs, Begründung des Verzi chts auf die Befragung) ebenfalls Rechnung getragen wurde, ist die Vorgehensweise des BFM nicht zu beanstanden. 5. 5.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen au sgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 5.2. Das Bundesamt kann ein im Aus land gestelltes Asylgesuch able h- nen, wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft m a- chen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann. Glaubhaft gemacht ist die Verfolgung, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit üb erwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen D-184/2012 Seite 8 nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte B e- weismittel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). 5.3. Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz - und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.4. Bei diesem Entscheid gelten restriktive Voraussetzungen für die E r- teilung der Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Erme s- sensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Bezi e- hungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekur s- kommission [EMARK] 2004 Nr. 21 E. 2b, EMARK 1997 Nr. 15 E. 2.e -g). Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist die Schut z- bedürftigkeit der betroffenen Person (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c), mit- hin die Frage, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht w ird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann. 6. 6.1. Einleitend ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde nicht explizit mit den substanziierten und überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz auseinandersetzt. Vielmehr wiederholt er in verkürzter Version seine bereits im Verfahren vor dem Bundesamt g e- machten Sachverhaltsvorbringen und verweist pauschal auf seine schwierigen Lebensbedingungen in Sri Lanka. Er werde von Angehörigen des CID verfolgt und fürchte um sein Leben. Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsge richt zum Schluss, dass das BFM den rechtserheblichen Sachverhalt in ausreichen- der Weise abgeklärt hat, um einen Entscheid über die Frage einer G e- fährdung des Beschwerdeführers fällen zu können. D-184/2012 Seite 9 6.2. Die Einschätzung des BFM, wonach sich aus den wesentlichen Vo r- bringen des Beschwerdeführers, er und seine Familie seien vom CID be- helligt worden, keine asylrele vante Gefährdungssituation des Beschwer- deführers ergebe, ist – wie nachfolgend aufgezeigt – zu bestätigen. 6.3. Vorab ist auf die ausführliche Lageanalyse des Bundesverwaltung s- gerichts im kürzlich ergangenen, zur Publikation vorgesehenen Urteil BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 zur Situation in Sri Lanka hi n- zuweisen. Darin stellte das Gericht im Wesentlichen fest, dass sich die Lage in Sri Lanka seit Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der sri-lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 erheblich verbessert hat. Militärisch würden die LTTE als vernichtet gelten und auch die S i- cherheitslage habe sich in bedeutsamer Weise stabilisiert. Gleichzeitig habe sich die Menschenrechtslage vor allem hinsichtlich der M einung- säusserungs- und Pressefreiheit weiter verschlechtert. Politisch Opposit i- onelle würden seitens der Regierung als Staatsfeinde betrachtet und müssten mit entsprechenden Verfolgungsmassnahmen rechnen. Ang e- sichts der allgemein verbesserten Lage definier te das Gericht Persone n- kreise, welche einer erhöhten Verfolgungsgefahr unterliegen. Dar unter würden Personen fallen, welche auch nach Beendigung des Krie ges ver- dächtigt würden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehungsweise gestanden zu haben. Au ch unabhängige Journalisten beziehungs weise regierungskritische Medienschaffende verfügten über ein erhöhtes Ris i- koprofil. Im Weiteren sei bei Opfern und Zeugen von Menschenrechts - verletzungen und Personen, die entsprechende Über griffe behördlich an- gezeigt hätten, mit erhöhter Verfolgungsgefahr zu rech nen. Ausserdem liefen abgewiesene tamilische Asylsuchende aus der Schweiz unter U m- ständen Gefahr, bei der Rückkehr behördlich be langt zu werden, weil i h- nen Kontakte zu führenden LTTE -Kadern in der Schweiz unterstellt wür- den. Wegen drohender Erpressung, Kidnapping und anderen Verfo l- gungshandlungen bildeten schliesslich Personen, welche über be trächt- liche finanzielle Mittel verfügten, eine weitere Risikogruppe. 6.4. Vorliegend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Beschwerde- führer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft keine ernsthaften Nachteile durch Verfolgungsmassnahmen der sri -lankischen Sicherheitskräfte zu befürchten hat. Insgesamt weist der Beschwerdefüh- rer trotz des geltend gemachten Freiheitsentzuges, der anschliessenden Behelligungen und der Suche nach ihm kein besonderes Risikoprofil auf, das ihn und seine Familie aktuell aus objektiver Sicht als gefährdet e r- scheinen liesse. Seine Festnahme erfolgte allem Anschein nach im Rah-D-184/2012 Seite 10 men eines routinemässigen Round -Ups. Solche Massnahmen durch die Polizei sind – vor allem mit Blick auf die damalige Bürgerkriegssituation – vor dem Hintergrund der allgemeinen Bekämpfung der LTTE zu sehen. Seit dem Ende des Bürgerkriegs hat sich die Lage in Sri Lanka allerdings erheblich verbessert. Zwar gehören Personen, die einer Verbindung zu den LTTE verdächtigt werden, gemäss oben zusammengefasster Praxis des Bundesverwaltungsgerichts auch heute potentiel l noch zu einer Ris i- kogruppe (vgl. a.a.O. E. 8.1). Indes sind den Akten keinerlei Beziehungen des Beschwerdeführers zu den LTTE zu entnehmen. Da der Beschwerde- führer zudem am 17. Juli 2009 ohne Auflagen aus der Haft entlassen wurde, ist davon auszugehen, d ass seitens der sri -lankischen Siche r- heitskräfte nichts mehr gegen ihn vorliegt. Er verfügt folglich über kein besonderes Profil, welches eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG als wahrscheinlich erscheinen lässt. Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, im Nachgang an die Festnahme durch die Polizei beziehung s- weise durch Mitarbeiter des CID gesucht worden zu sein. Dass die Fes t- nahme indes zum heutigen Zeitpunkt über zwei Jahre zurückliegt und der Beschwerdeführer seither offenbar nie weitergehenden Mass nahmen als Überwachung und Befragungen unterzogen wurde, weist jedoch auf ein mangelndes Verfolgungsinteresse der sri -lankischen Sicherheitskräfte hin. Läge seitens der sri -lankischen Sicherheitskräfte tatsächlich ein Int e- resse an seiner Verfolgung vor, is t davon auszugehen, sie hätten ihn bei der bestandenen Gelegenheit verhaftet. Die blosse Überwachung jede n- falls vermag den Anforderungen an die Asylrelevanz mangels ausre i- chender Intensität nicht zu genügen. Das fehlende Risikoprofil und die Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit der Haftentlassung keinen asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen unterzo gen wurde , lassen eine zukünftige Verfolgung durch die sri-lankischen Sicherheitskräfte als über- wiegend unwahrscheinlich erscheinen. Zusammengefasst sind die vorgebrachten Schwierigkeiten mit der einma- ligen Inhaftierung durch Angehörige des CID in ihrer Intensität und Au s- prägung nicht asylbeachtlich. Sodann ist festzuhalten, dass die Vorbri n- gen des Beschwerdeführers bezüglich der Verfolgung durch das CID und die Drohungen gegenüber seiner Familie sehr vage ausgefallen sind. Die geltend gemachten Vorbringen vermitteln insgesamt nicht den Eindruck zielgerichtet und intensiv verfolgter Personen vor Ort. Bei einem ernsthaf- ten Verdacht der staatlichen Behörden, das s sich der Beschwerdeführer an terroristischen Aktivitäten beteiligt hätte oder sonst eine Gefahr für die Sicherheit des sri-lankischen Staates darstellen würde, wäre er nicht b e- reits nach kurzer Zeit von der Polizei wieder gehen gelassen worden. D-184/2012 Seite 11 Gemäss Er kenntnissen der schweizerischen Asylbehörden geht der sri - lankische Staat nämlich rigoros gegen Terrorverdächtige vor. Die Furcht des Beschwerdeführers vor einer Verfolgung im Heimatland ist daher – in Übereinstimmung mit den Ausführungen des BFM – als objektiv nicht be- gründet im Sinne des Asylgesetzes einzustufen. 6.5. Somit ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht schutzb e- dürftig im Sinne von Art. 3 AsylG ist. Aufgrund der vorstehenden Erw ä- gungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen und di e im v o- rinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel einzugehen, da sie am festgestellten Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Das BFM hat demnach zu Recht die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt. 7. Aus diesen Erwägunge n ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Ve rfahrens wären die Kosten von Fr. 600. – an sich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG); aus verwaltungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf das Erheben von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-184/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die Schweize- rische Botschaft in G._______. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Yarimar-Eva Zeleznik