B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3777/2018 U r t e i l v o m 1 3 . S e p t e m b e r 2 0 1 8 Besetzung Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn; Gerichtsschreiberin Anne Kneer. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch; Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des SEM vom 13. Juni 2018 / N (…). D-3777/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili- scher Ethnie – ersuchte am 27. Januar 2015 in der Schweiz um Asyl. Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen geltend, er habe als Vertriebsmitarbeiter für die Tageszeitung „B._______“ gearbeitet. Die Redaktion sei am (…) von unbekannten Personen gestürmt und zwei Arbeitskollegen seien dabei getötet worden. Nach der Beisetzung seines Freundes „ C._______“ sei er von den sri -lankischen Behörden gesucht worden. Als er auch an seiner neuen Arbeitsstelle bedroht worden sei, habe er Sri Lanka im Jahr 2008 ein erstes Mal verlassen, sei aber im Jahr 2014 zurückgekehrt. Kurz nach seiner Rückkehr seien Agenten des Crimi- nal Investigation Department (CID) bei seinen Eltern erschienen, hätten seine Identitätspapiere eingezogen und verlauten lassen, dass er sich zu melden habe. Er sei deshalb wieder au sgereist. Im Übrigen wird auf die vorinstanzlichen Akten verwiesen. A.b Mit Verfügung vom 19. Juli 2017 stellte das SEM fest, dass der Be- schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, und lehnte sein Asylgesuch ab. Er wurde aus der Schweiz weggewiesen, und es wurde der Vollzug der Wegweisung angeordnet. A.c Die am 17. August 2017 dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4610/2017 vom 2. Oktober 2017 abgewiesen. B. Mit Eingabe vom 14. Januar 2018 (zunächst per Fax) reich te der Be- schwerdeführer – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – beim SEM eine als „neues Asylgesuch“ betitelte Eingabe ein und ersuchte in formeller Hin- sicht um eine erneute Anhörung, um Ansetzung einer Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel, um Aktenbeizug aus anderen Verfahren sowie um Anordnung eines Vollzugsstopps. Zudem ersuchte er um vollständige Ein- sicht in die Vollzugsakten sowie um Offenlegung sämtlicher Akten, welche im Zusammenhang mit der Papierbeschaffung beim sri-lankischen Konsu- lat vorhanden seien, andernfalls um eine Stellungnahme zum Vorgehen und der Aktenführung im Zusammenhang mit der Papierbeschaffung und um Erläuterungen betreffend die Rekonstruktion, welche Informationen in jedem Einzelfall dem Konsulat übergeben werden. Ferner s ei offenzule- gen, welche Unterlagen und Informationen an das respektive vom Konsulat übermittelt worden seien. Im Weiteren hätten die Schweizer Behörden sich D-3777/2018 Seite 3 bei den sri-lankischen Behörden zu erkundigen, in welcher Weise die ihn (Beschwerdeführer) betreffenden und übermittelten Daten verwendet wür- den und diese Informationen seien ihm anschliessend offenzulegen. Schliesslich sei das Vorgehen und die Konsequenzen zu erläutern, wenn er sich bei den sri -lankischen Behörden nach der Verwendung der über- mittelten Daten erkundigen wolle. In der Eingabe machte er im Wesentlichen geltend, mit einem Urteil des High Court in Vavuniya vom 25. Juli 2017 sei ein früher für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) tätiger Tamile ungeachtet dessen, dass er ein Rehabilitationsprogramm durchlaufen habe, wegen Unterstützung des Ter- rorismus zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die- ses Urteil widerlege die bisherigen Einschätzungen der Schweizer Asylbe- hörden bezüglich der Verfolgung früherer LTTE-Aktivisten, da LTTE-Unter- stützer trotz Rehabilitation unabhängig der vergangenen Zeitspanne in po- litisch motivierter Weise verurteilt werden könnten. Ferner werde auch aus Gerichtsfällen im Zusammenhang mit der Tamils Rehabilitation Organisa- tion (TRO) ersichtlich, dass mutmassliche LTTE -Unterstützer stets mit ei- ner politisch motivierten Verfolgung zu rechnen hätten, selbst wenn sie über Jahre hinweg unbehelligt in Sri Lanka gelebt hätten. Jegliche frühere Hilfeleistung für die LTTE, sei es in Sri Lanka oder im Exil, könne ein Ver- folgungsinteresse wecken. Aufgrund seiner Tätigkeit bei der Tageszeitung und der Tatsache, dass er nach der Ermordung seiner Mitarbeiter Zeuge in einem Prozess wegen schweren Menschenr echtsverletzungen werden könnte, müsse er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit einer asylrelevan- ten Verfolgung rechnen. Dies ergebe sich auch aus seinem exilpolitischen Engagement in der Schweiz. Weiter seien fünf weitere Personen, welche bei der Stürmung der Redaktion anwesend gewesen seien, auch ins Aus- land geflüchtet. Diese Personen könnten sowohl seine Tätigkeit bei der Zeitung als auch den Mord an den Arbeitskollegen bezeugen. Die Zeitung habe zudem eine geheime Redak tion im Vanni-Gebiet gehabt und sei für die LTTE von grosser Bedeutung gewesen. Der Beschwerdeführer habe auch immer wieder für die Redaktion gearbeitet und befürchte nun, dass er in der Zwischenzeit als LTTE -Unterstützer bekannt geworden sei. Dar- über hinaus habe das SEM durch die Beantragung von Ersatzreisepapie- ren einen umfassenden Background Check ausgelöst, weshalb er gefähr- det sei. In der Vernehmlassung im Verfahren D-4794/2017 habe das SEM eingestanden, dass jeder zurückgeschaffte Tamile am Flughafen einer mehrstufigen intensiven Über prüfung und Befragung unterzogen werde und die von der Schweiz im Rahmen der Papierbeschaffung übermittelten D-3777/2018 Seite 4 Daten zur Vorbereitung der Verfolgung verwendet würden, was eine mas- sive Verletzung des Migrationsabkommens bedeute. Ohnehin stehe das Migrationsabkommen zwischen der Schweiz und Sri Lanka im Wider- spruch zum Asylgesetz, weshalb die einschlägigen Bestimmungen zur Da- tenweitergabe ungültig seien und nicht angewendet werden könnten. Wei- ter sei das Lagebild der Schweizer Asylbehörden zur Situation in Sri Lanka unzutreffend, indem es davon ausgehe, dass sich die Menschenrechtslage verbessert habe. Es werde deshalb ein eigener, aktueller Lagebericht ein- gereicht, aus welchem die tatsächliche, verschlechterte Situation in Sri Lanka hervorgehe. Die Lage in Sri Lanka habe sich verschlechtert und es komme regelmässig zu Folterungen. Eines der Opfer sei anscheinend ein abgewiesener Asylsuchender aus der Schweiz gewesen. Es würden nicht nur Personen mit einem hohen LTTE-Profil verfolgt. Auch bereits rehabili- tierte Personen seien gefährdet. Er sei gefährdet, da er (1) ein Zeuge der Ermordung von Redaktionsmitarbeitern und somit einer schweren Men- schenrechtsverletzung sei, (2) er spätestens nach der Flucht auf die Watch- oder Stop-List aufgenommen worden sei, (3) er si ch exilpolitisch betätigt habe, (4) er sich längere Zeit im Ausland aufgehalten habe und (5) über keine gültigen Reisepapiere verfüge. Zumindest aus der Kumulation ergebe sich eine Bejahung der Flüchtlingseigenschaft. Da er zudem auf- grund seiner Vorgeschichte als zurückgeschaffter tamilischer Asylgesuchs- steller in systematischer Weise Gefahr laufe, bei einer Rückkehr Opfer ei- ner Verhaftung und von Verhören unter Anwendung von Folter zu werden, müsse auch im Sinne der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) die Unzulässigkeit oder aber Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festgestellt werden. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er vier Zeugenschreiben und drei entsprechende Ausweiskopien zu den Akten. Zudem waren der Eingab e verschiedene Dokumente ohne unmittelbaren Bezug zum Beschwerdefüh- rer beigelegt. C. Mit Zwischenverfügung vom 17. Januar 2018 teilte das SEM dem Be- schwerdeführer mit, die Eingabe werde als Mehrfachgesuch behandelt , und sistierte den Vollzug der Wegweisung einstweilen. D. Mit Zwischenverfügung vom 13. Februar 2018 gewährte das SEM dem Be- schwerdeführer Einsicht in die Vollzugsakten und eine Frist zur Einreichung D-3777/2018 Seite 5 einer Gesuchsergänzung. Diese Frist liess der Beschwerdef ührer unge- nutzt verstreichen. E. Mit Verfügung vom 13. Juni 2018 – eröffnet am 22. Juni 2018 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sowohl das Mehrfachgesuch als auch das qualifizierte Wiedererwä- gungsgesuch ab, soweit darauf eingetreten wurde, und ordnete die Weg- weisung sowie den Vollzug an. Ferner wies es die Anträge auf Durchfüh- rung einer Anhörung, auf Fristansetzung zur Einreichung weiterer Beweis- mittel und auf Beizug fremder Verfahrensakten ab. Auch die Anträge, die sri-lankischen Behörden seien um Akteneinsicht respektive um Löschung der Personendaten zu ersuchen und es seien Handlungsanweisungen für die Stellung eines Akteneinsichtsgesuchs zu geben, wurden abgelehnt und es wurde eine Gebühr erhoben. In der Rechtsmittelbelehrung wurde darauf hingewiesen, dass bezüglich des Mehrfachgesuchs innert 30 Tagen, gegen den Nichteintretensent- scheid innert fünf Arbeitstagen Beschwerde beim Bundesverwaltungsge- richt erhoben werden könne. F. Mit der – im Vergleich zur Eingabe vom 14. Januar 2018 in wesentlichen Teilen identischen – Eingabe vom 29. Juni 2018 erhob der Beschwerde- führer gegen den Nichteintretensentscheid Beschwerde beim Bundesver- waltungsgericht und beantragte zur Hauptsache die Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung und die Anweisung des SEM, das Gesuch vollum- fänglich als neues Asylgesuch zu behandeln respektive vollständig auf das Gesuch einzutreten, eventualiter die Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft und die Gewährung von Asyl, subeventualiter die Aufhebung der Zif- fern 8 und 9 (recte wohl: 11 und 12) der angefochtenen Verfügung und die Feststellung der Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungs- vollzugs. Schliesslich beantragte er eventualiter, es sei das Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts D-4610/2017 vom 2. Oktober 2017 in Revision zu ziehen und das Asylverfahren weiterzuführen. In formeller Hinsicht ersuchte er um Bekanntgabe des Spruchkörpers und um Mitteilung, ob dieser zufällig ausgewählt worden sei. Andernfalls seien die objektiven Kriterien anzugeben, nach welchen die Gerichtspersonen ausgewählt worden seien. Ferner beantragte er die Einsicht in sämtliche nicht öffentlich zugänglichen Quellen des Lagebildes vom 16. August 2016. D-3777/2018 Seite 6 Der Beschwerde beigelegt waren neben der angefochtenen Verfügung ver- schiedene Dokumente ohne unmittelbaren Bezug zum Beschwerdeführer. G. Mit der – im Vergleich zu den Eingaben vom 14. Januar 2018 und 29. Juni 2018 in wesentlichen Teilen identischen – Eingabe vom 23. Juli 2018 erhob der Beschwerdeführer gegen d ie Ablehnung des Mehrfachgesuchs Be- schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte zur Hauptsache die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sa- che an die Vorinstanz, eventualiter die Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft und die Gewährung von Asyl, subeventualiter die Aufhebung der Zif- fern 11 und 12 der angefochtenen Verfügung und die Feststellung der Un- zulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. In formeller Hinsicht ersuchte er um Sistierung des vorliegenden Ve rfah- rens bis zur Vorabentscheidung über sich stellende datenschutzrechtliche Fragen, um Bekanntgabe des Spruchkörpers und um Mitteilung, ob dieser zufällig ausgewählt worden sei. Andernfalls seien die objektiven Kriterien anzugeben, nach welchen die Gerich tspersonen ausgewählt worden seien. Ferner ersuchte er um Einsicht in die gesamten Akten des SEM, insbesondere in die gesamten Akten der sri -lankischen Behörden im Zu- sammenhang mit der Ersatzreisepapierbeschaffung, um Übersetzung die- ser Akten in eine Landessprache und um Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung. Schliesslich sei ge- stützt auf Art. 6, Art. 8 und Art. 25 Abs. 1 Bst. c. DSG (SR 235.1) die Wider- rechtlichkeit der Übermittlung seiner Personendaten an die sri -lankischen Behörden festzustellen. Der Beschwerde beigelegt waren neben der angefochtenen Verfügung weitestgehend dieselben Dokumente ohne unmittelbaren Bezug zum Be- schwerdeführer, welche bereits in de n beiden vorangehenden Eingaben eingereicht wurden. Daneben reichte er Fotos zu den Akten, welche ihn bei Demonstrationen in der Schweiz zeigen, Fotos und Berichte von ver- schwundenen, getöteten oder untergetauchten Mitarbeiter der Zeitun g „B._______“ sowie ein Schreiben des Beschwerdeführers zu seiner Tätig- keit bei der Zeitung (inkl. deutscher Übersetzung). D-3777/2018 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be- handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM. Dabei entschei- det das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor wel- chem die beschwerdeführende Person Sc hutz sucht (vgl. Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 und 105 ff. AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1; Art. 52 Abs. 1 VwVG; Art. 108 Abs. 1 und 2 AsylG). Auf die Beschwerde ist – unter Vor- behalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten. 1.4 Auf den Antrag um Mitteilung betreffend die Bildung des Spruchkörpers ist nicht einzutret en (vgl. Teilurteil des BVGer D -1549/2017 vom 2. Mai 2018 E. 4.3 [zur Publikation vorgesehen]). 1.5 Der Beschwerdeführer beantragte eventualiter, das Urteil D-4610/2017 sei in Revision zu ziehen und es sei das Asylverfahren weiterzuführen. Da im vorliegenden Beschwerdeverfahren die Verfügung des SEM vom 13. Juni 2018 den Verfahrensgegenstand bildet und der Gegenstand des eventualiter gestellten Revisionsgesuchs das Urteil des Bundeverwal- tungsgerichts D-4610/2017 vom 2. Oktober 2017 ist, mit welchem die Be- schwerde gegen die Verfügung vom 19. Juli 2017 abgewiesen wurde, sind die Anfechtungsobjekte nicht identisch. Demnach kann das Revisionsge- such nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein. Auf den entsprechenden Antrag ist daher nicht einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). D-3777/2018 Seite 8 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachs te- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Auf einen Schriftenwechsel wurde gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG verzichtet. 4. Der Antrag auf Mitteilung des Spruchgremiums wird mit Erlass des vorlie- genden Urteils gegenstandslos. 5. 5.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Sistierung des Verfahrens in Be- zug auf die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft, des Asylpunkts sowie der Wegweisung. Das vorliegende Verfahren betreffe nicht nur asylrechtli- che, sondern auch datenschutzrechtliche Fragen. Diese seien vorab zu be- urteilen. 5.2 Die Abteilung I des Bundesverwaltungsgerichts ist zuständig für die Be- handlung von Verfügungen über Einsichtsgesuche, welche die Akten eines abgeschlossenen Asyl- beziehungsweise Vollzugsverfahrens betreffen und die in Anwendung des DSG ergangen sind. Demgegenüber sind die asyl- rechtlichen Abteilungen IV und V für Akteneinsichtsgesuche im Rahmen der bei diesen Abteilungen hängigen Beschwerdeverfahren zuständig so- wie in Fällen, in denen die angefochtene Verfügung sich nicht auf das Da- tenschutzgesetz stützt (vgl. Urteile des BVGer A-5275/2015, A-5278/2015 vom 4. November 2016 E. 6). Dem Beschwerdeführer wurde am 13. Feb- ruar 2018 antragsgemäss i m Zusammenhang mit seinem neuen Asylge- such Einsicht in die Vollzugsakten gewährt. Folglich sind die Asylabteilun- gen zuständig für die Behandlung der Fragen im Zusammenhang mit der Weitergabe von Personendaten (Art. 97 AsylG) und es gelangt das VwVG zur Anwendung (vgl. Urteil A-5275/2015 E. 8.4.1 f.). Der Antrag auf Sistie- rung des Verfahrens zur Vorabklärung datenschutzrechtlicher Fragen ist daher abzuweisen. 5.3 5.3.1 Der Beschwerdeführer rügt ferner die Verletzung fundamentaler Da- tenschutzbestimmungen durch die Vorinstanz. In Art. 97 Abs. 3 AsylG und Art. 16 Bst. c Abkommen zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und D-3777/2018 Seite 9 der Regierung der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka über die Zusammenarbeit im Bereich der Migration vom 4. Oktober 2016 (SR 0.142.117.121, nachfolgend: Migrationsabkommen) sei abschliessend aufgelistet, welche Daten über ihn an Sri Lanka übermittelt werden dürften. Es sei davon auszugehen, dass das SEM darüber hinausgehende Da- ten übermittelt habe. Abgesehen davon sei eine grenzüberschreitende Da- tenübermittlung nach Art. 6 DSG nur dann zulässig, wenn sichergestellt sei, dass im Ausland eine Datenschutzgesetzgebung existiere, welche mit dem Schutzniveau in der Schweiz vergleichbar sei. Dies sei für den Fall von Sri Lanka offensichtlich nicht gegeben, so dass jede Datenübermittlung rechtswidrig sei. 5.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht bezog in BVGE 2017 VI/6 zu entspre- chenden Rügen im Zusammenhang mit dem Migrationsabkommen Schweiz-Sri Lanka betreffend die Datenweitergabe und damit möglicher- weise verbundene Verpflichtungen der Schweizer Migrationsbehörden Stellung. Es stellte fest, dass – entgegen der Ansicht des Beschwerdefüh- rers – weder Art. 97 Abs. 3 AsylG noch Art. 16 Bst. c Migrationsabkommen abschliessend die Daten aufzählten, die einer aus ländischen Behörde für die Organisation der Ausreise der betroffenen Person übermit telt werden dürften. So steht in Art. 97 Abs. 3 Bst. d AsylG, dass weitere Daten – nebst den in Bst. a–c und e –g genannten Daten – übermittelt werden können, soweit sie zur Identifikation einer Person dienlich sind. In Übereinstimmung mit dieser Bestimmung sieht Art. 16 Bst. c Migrationsabkommen vor, dass übermittelte Personendaten sonstige Informationen, die zur Identifizierung der rückzuführenden Person oder zur Prüfung der Rückübernahmevoraus- setzungen nach diesem Abkommen benötigt werden, betreffen dürfen. Zu- dem erlaubt diese Bestimmung ausdrücklich die Angabe besuchter Schu- len der betroffenen Person. 5.3.3 Bei den Vollzugsakten und übermittelten Daten handelt es sich um standardisierte, im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen stehende Papierbeschaffungsmassnahmen nach einem rechtskräftig abgewiesenen Asylgesuch. Die routine mässige Weitergabe der N -Nummer des Be- schwerdeführers ist ebenfalls nicht zu bean standen. Es li egt demnach keine Verletzung von Art. 97 Abs. 3 AsylG und Art. 16 Bst. c Migrationsab- kommen vor (vgl. BVGE 2017 VI/6 E. 2.5). Auch eine Verletzung von Art. 6 DSG ist zu verneinen, da das Asylgesetz die Bekanntgabe von Personen- daten an den Heimat- oder Herkunftsstaat in Art. 97 AsylG spezialgesetz- lich regelt und dem Art. 6 DSG damit vorgeht (vgl. Urteil des BVGer D -D-3777/2018 Seite 10 5100/2017 vom 12. April 2018 E. 5.2). Der Antrag auf Feststellung der Wi- derrechtlichkeit der Übermittlung der Personendaten des Beschwerdefüh- rers ist nach dem Gesagten abzuweisen. 5.3.4 Hieraus ergibt sich auch, dass die Frage, inwiefern die sri -lankische Gesetzgebung dem schweizerischen Datenschutzniveau entspricht, für vorliegendes Verfahren offen bleiben kann (vgl. auch Urteil des BVGer D-1042/2018 vom 23. April 2018 E. 4.2). Der Antrag des Beschwerdefüh- rers, das SEM sei anzuweisen, entsprechende Darlegungen zu machen und aufzuweisen, ob die an die sri -lankischen Behörden überwiesenen Personendaten gemäss einem dem Schweizer Datenschutzrecht entspre- chenden Schutzniveau behandelt würden, ist abzuweisen. 5.4 Das Erläuterungsbegehren ist ebenfalls abzuweisen. Eine Einzelper- son kann sich weder direkt auf Art. 16 Bst. g Migrationsabkommen berufen noch die schweizerischen Behörden zur Einreichung eines entsprec hen- den Gesuchs um Information über den Gebrauch der übermittelten Daten bei den sri-lankischen Behörden auffordern. Ein allfälliges Gesuch ist direkt an den betroffenen Staat zu stellen, wobei das Auskunftsrecht der betroffe- nen Person in Art. 16 Bst. j Migrationsabkommen ausdrücklich geregelt ist (vgl. Urteil des BVGer E-4703/2017, E-4705/2017 vom 25. Oktober 2017, E. 2.4.3). Im Übrigen ist es nicht Sache des Gerichts, die Vorinstanz zur Erläuterung des genauen Verfahrens bezüglich eines allfälligen Aus- kunftsersuchens anzuhalten. Es obliegt dem Beschwerdeführer, die hierzu benötigten Informationen einzuholen und sich über die Vorgehensweise zu erkundigen. 6. In den Beschwerdeeingaben werden der Vorinstanz Verletzungen des rechtlichen Gehörs sowie des Untersuchungsgrundsatzes vorgeworfen. Diese formellen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet sein könnten, eine Kassation der erstinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes; 3. Aufl. 2013, Rz. 1043 ff. m.w.H.). 6.1 Der Beschwerdeführer verlangt in seiner Eingabe die Einsicht in die nicht öffentlichen Quellen des Lagebildes vom 16. August 2016. Der dies- bezügliche Antrag wurde bereits mehrfach vom Bundesverwaltungsgericht beurteilt und ist abzuweisen (vgl. neben vielen Urteil des BVGer D - 109/2018 vom 16. Mai 2018 E. 6.2). Die Frage, inwiefern sich ein Bericht auf verlässliche und überzeugende Quellen abstützt, beschlägt nicht das D-3777/2018 Seite 11 rechtliche Gehör de s Beschwerdeführers, sondern spielt eine Rolle im Rahmen der materiellen Würdigung der Parteivorbringen durch das Ge- richt (vgl. Urteil des BVGer D-1042/2018 vom 23. April 2018 E. 6.9). 6.2 Zu verneinen ist schliesslich auch eine Verletzung der Begründungs- pflicht (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1; 2008/47 E. 3.2). In der angefochtenen Verfügung hat das SEM nachvollziehbar und im Einzelnen hinreichend dif- ferenziert aufgezeigt, von welchen Überlegungen es sich leiten liess. Es hat sich auch mit sämtlichen wesentlichen Vorbringen des Beschwerdefüh- rers auseinandergesetzt. Der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer die Auffassung des SEM nicht teilt, ist keine Verletzung der Begründungs- pflicht, sondern eine materielle Frage. Dies gilt ebenso für die Ausführun- gen in der Beschwerde unter dem Titel der unvollständigen Sachverhalts- feststellung. Diese richten sich nicht gegen die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz, sondern gegen die entsprechende Beweiswürdigung und die rechtliche Würdigung der Vorbringen. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 111b Abs. 1 AsylG und Art. 66 Abs. 2 B st. a VwVG, von Art . 45 VGG in Verbindung mit Art. 121 ff. BGG respektive eine Verletzung des Willkürverbots aufgrund einer unterlassenen Gesamtwürdigung des asylrelevanten Risikoprofils. Die Beweismittel im Zusammenhang mit dem Urteil des High Cour Va- vuniya seien ihm erst am 21. Dezember 2017 bekannt gewesen. Diese Tat- sachen hätten demnach nie Gegenstand eines Verfahrens vor dem Bun- desverwaltungsgericht oder vor dem SEM sein können, weshalb dies fälschlicherweise als Wiedererwägungsgesuch (sic) behandelt worden sei. Auch die Behandlung der weiteren, vorbestandenen Beweismittel und Tat- sachen als Revisionsgründe sei falsch, da neue Tatsachen und Beweismit- tel den Prozessgegenstand des früheren Urteils betreffen müssten und nicht bisher nicht einmal bekannte Sachverhalte. Zudem nehme das SEM keine Gesamtwürdigung der verschiedenen Risikofaktoren vor und reisse Sachverhaltselemente aufgrund formeller Überlegungen auseinander. Auch der gesplittete Rechtsweg sei widerrechtlich und unsinnig. Aus dem Dispositiv ergebe sich überdies nicht, welche Ziffern respektive welche Vor- bringen welche Beschwerdefrist hätten. 7.2 Die Vorinstanz qualifizierte die Vorbringen des Beschwerdeführers und seine neu eingereichten Beweismittel in Anwendung der massgebenden Gesetzesbestimmungen über ausserordentliche Rechtsmittel und Mehr- fachgesuche (vgl. Art. 111b und 111c AsylG, Art. 66 VwVG, Art. 45 VGG D-3777/2018 Seite 12 i.V.m. Art. 121 ff. BGG) zu Recht differenziert als Mehrfachgesuch respek- tive zweites Asylgesuch, qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch und Revi- sionsgesuch. Erhöhte Formerfordernisse sind im Rahmen von ausseror- dentlichen Rechtmitteln zulässig respektive vom Gesetzgeber ausdrücklich so gewollt (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5). Bei einer in jeder Hinsicht korrekten Rechtsanwendung ist eine Verletzung des Willkürverbots ausgeschlossen. Auch der Einwand hinsichtlich der fehlenden Gesamtwürdigung geht fehl; so ist spätestens bei einer drohenden Verletzung der völkerrechtlichen Ver- pflichtungen der Schweiz insbesondere nach Art. 3 EMRK, des Überein- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe ( FoK, SR 0.105) und/oder des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) eine Würdigung des gesamten Sachverhalts vorzunehmen. Das SEM hat dies in der angefocht enen Ver- fügung in impliziter sowie auch expliziter Weise getan, was insbesondere im Hinblick auf die in casu geringe Erheblichkeit der neu eingereichten Be- weismittel und Sachverhaltsvorbringen genügt. 8. 8.1 Das SEM begründete seine Verfügung in materieller Hi nsicht im We- sentlichen damit, die eingereichten Beweismittel in Bezug auf das Urteil des High Court Vavuniya datierten vor der Rechtskraft des Urteils des Bun- desverwaltungsgerichts D-4610/2017 vom 2. Oktober 2017 und seien so- mit vorbestehend. Dies gelte auch für die Beweismittel 17 sowie 23 bis 40 zur Lage in Sri Lanka sowie zu den Fällen von schwerwiegenden Verfol- gungssituationen zurückgeschaffter Personen. Für die Beurteilung dieser Beweismittel und Tatsachen sei das Bundesverwaltungsgericht und nicht das SEM zuständig, weshalb nicht darauf eingetreten werde. Es werde weiter nicht ausgeführt, an welchen exilpolitischen Aktivitäten der Be- schwerdeführer teilgenommen habe, weshalb nicht darauf geschlossen werden könne, dass er sich in relevanter und exponiert er Weise betätigt habe. Das Vorbringen im Zusammenhang mit dem Background Check sei als Mehrfachgesuch entgegenzunehmen. Dem sri-lankischen Generalkon- sulat würden gemäss dem Migrationsabkommen Personendaten bekannt gegeben, die dem Zweck der Ersatzreisepap ierbeschaffung dienen wür- den. Neue Gefährdungselemente würden damit nicht geschaffen. Die Ver- nehmlassung aus dem Verfahren D -4749/2017 (recte: D -4794/2017) werde unzutreffend zitiert und es könne keine Gefährdung abgeleitet wer- den. Diese Vorbringen würden den Anforderungen an die Flüchtlingseigen- schaft nicht standhalten. In Bezug auf die Vorbringen, welche der Be- schwerdeführer mit Beweismitteln zur Lage in Sri Lanka belege, welche D-3777/2018 Seite 13 nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4610/2017 vom 2. Ok- tober 2017 entstanden seien, sei festzustellen, dass diese verspätet ein- gereicht worden seien. Mangels konkreten Bezugs könne aus den Beweis- mitteln nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine Verfolgung ge- schlossen werden. Auch für die Schreiben der anderen Zeugen, welche vom Dezember und November 2017 datierten, sei die Frist zur Einreichung nicht eingehalten und es sei nicht ersichtlich, weshalb er die Beweismittel nicht habe früher einreichen können. Weiter sei weder der Überfall noch seine Arbeit für die Zeitung im ersten Asylverfahren bezweifelt worden. Die Schreiben vermöchten denn nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das Bestehen eines völkerrechtlichen Wegweisungshindernisses begrün- den. Sie seien zudem als Gefälligkeitsschreiben zu qualifizieren, da seine Tätigkeit als (…) respektive (…) aufgeführt werde, er im Asylverfahren je- doch angegeben habe, als (…) gearbeitet zu haben. Auch aus dem recht- zeitig eingereichten Zeugenschreiben vom 18. Dezember 2017 lasse sich aus den eben genannten Gründen keine Gefährdung ableiten. Auf das qualifizierte Wiedererwägungsgesuch sei nicht einzutreten respektive es sei abzuweisen. Die befürchtete Verfolgung aufgrund der Tätigkeit für die Redaktion im Vanni-Gebiet sei als unbehelflicher Nachschub zu werten. Er habe in den Befragungen jeweils auch angegeben, nie mit den LTTE in Verbindung gestanden zu haben. Die Gefährdung würde unabhängig von den Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Herkunftsland beurteilt. Bezüglich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs seien keine indivi- duellen Wegweisungshindernisse ersichtlich. Er verfügte in Sri Lanka über ein gut funktionierendes Familiennetz und es sei angesichts seines Alters sowie seiner Arbeitserfahrung zu erwarten, dass er sich eine wirtschaftliche Existenz werde aufbauen könne n. Seine Wohnsituation könne als gesi- chert angesehen werden. Zudem erweise sich der Wegweisungsvollzug auch – unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR – als zu- lässig und möglich. 8.2 Der Beschwerdeführer begründet seine Beschwerde gegen den Nicht- eintretensentscheid – neben den bereits beurteilten formellen Rügen und dem beim SEM dargelegten Sachverhalt – in materieller Hinsicht im We- sentlichen dahingehend, die Beurteilung der Schweizer Asylbehörden be- züglich des Urteils des High Court Vavuniya sei eine Fehleinschätzung, ohne dass der Fall und dessen Hintergrund genau erfasst worden sei. Die- ses Verfahren weise starke Parallelen zu ihm auf, da das Verfahren in Va- vuniya auch von einem Privaten eingel eitet worden sei, was bei ihm als D-3777/2018 Seite 14 Zeuge des Überfalls auf die Redaktion auch der Fall wäre. Die Menschen- rechtslage in Sri Lanka habe sich in Bezug auf die allgemeine Situation für Tamilen sowie die Existenz von Folter und Korruption auch unter dem Prä- sidenten Sirisena nicht verbessert. Es werde diesbezüglich wiederum ein aktueller Länderbericht eingereicht, in welchem die tatsächliche Lage in Sri Lanka dargestellt werde. Er habe die Erwartung gehabt, dass sein Asylge- such gutgeheissen werde, ohne dass er die verbotenen Tätigkeiten im Vanni-Gebiet offenlegen müsste, da er sich auch in der Schweiz vor Re- pressalien fürchte. Es sei ihm deshalb nicht zumutbar gewesen, diese Vor- bringen bereits im ersten Verfahren offenzulegen. Einfluss auf die Gefähr- dungslage habe schliesslich auch das Ergebnis der Kommunalwahlen vom 10. Februar 2018. Da er zudem aufgrund seiner Vorgeschichte als zurück- geschaffter tamilischer Asylgesuchsteller in systematischer Weise Gefahr laufe, bei einer Rückkehr Opfer einer Verhaftung und Verhör en unter An- wendung von Folter zu werden, müsse auch im Sinne der Rechtsprechung des EGMR die Unzulässigkeit oder aber Unzumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs festgestellt werden. 8.3 In seiner Eingabe gegen die Ablehnung des Mehrfachgesuchs macht der Beschwerdeführer neben dem bereits Dargelegten ergänzend geltend, das SEM verfüge über gesicherte Informationen, wonach die sri-lankischen Behörden übermittelte Daten gezielt zur Terrorbekämpfung einsetzen wür- den, weshalb die Darstell ung des SEM in der Verfügung ei ne schriftliche Lüge sei. Dass die von der Schweiz im Rahmen der Papierbeschaffung übermittelten Daten zur Vorbereitung der Verfolgung verwendet würden, bedeute eine massive Verletzung des Migrationsabkommens. Durch die Angabe der N-Nummer seien die sri-lankischen Behörden informiert, dass es sich um einen abgewiesenen Asylsuchenden aus der Schweiz handle. Er habe am (…) in D._______ an einer Gedenkveranstaltung u nd am E._______ in F._______ an einer Kundgebung teilgenommen. Aus den eingereichten Fotos gehe klar hervor, dass er sich exilpolitisch aktiv enga- giere. Er sei mit einer Pappfigu r des LTTE -Führers Prabakaran, einer LTTE-Flagge und Pappschildern zu erkennen. Es sei davon auszugehen, dass er aufgrund seines exponierten Engagements von der sri-lankischen Regierung registriert worden sei. Zudem sei seine Teilnahme an der De- monstration Ende (…) in F._______ auf den sozialen Medien ersichtlich. Das SEM verkenne weiter seine Gefährdung durch eine mögliche Zeugen- aussage. Dabei zähle nur, dass er bei dieser Zeitung gearbeitet habe und an diesem Tag in der Redaktion gewesen sei. Die Argumentation, wonach das SEM die Schreiben als Gefälligkeitsschreiben werte, da er ke in Jour- nalist sei, sei nicht nachvollziehbar. Da er bei der Zeitung gearbeitet habe, D-3777/2018 Seite 15 sei er nach Aussen als Journalist wahrgenommen worden. Die problem- lose Wiedereinreise im Jahr 2014 sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass es bekannt sei, dass unliebsame Personen erst nach der Einreise entführt und getötet würden. Das SEM sei nicht darauf eingegangen, dass die Mit- arbeitenden dieser Zeitung gefährdet sein könnten. Bezüglich der gehei- men Redaktion im Vanni -Gebiet sei festzustellen, dass er selber mit den LTTE nicht konkret in Verbindung gestanden sei, sondern für die Zeitung gearbeitet habe, welche Aufträge für die LTTE durchgeführt habe. Eine Ver- bindung sei so aber vorhanden. Es werde wiederum ein aktueller Länder- bericht eingereicht, in welchem die tatsächlic he Lage in Sri Lanka darge- stellt werde. Das Urteil des High Court Vavuniya weise viele Parallelen auf, indem die unterschwellige, nicht öffentliche Aktivität des Beschwerdefüh- rers für die LTTE bereits lange vergangen sei. Aus den eingereichten Be- weismitteln werde ersichtlich, dass die Mitarbeitenden – nicht nur (…) – nacheinander aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Zeitung eliminiert worden seien. Auch durch das Untertauchen vieler Mitarbeitenden sei eine objek- tive und allgemeine Gefahr bewiesen. Während des Waffenstillstands sei er zusammen mit seinem Chef, welcher beim Attentat getötet worden sei, regelmässig ins Vanni -Gebiet gegangen, um dort ein Büro zu eröffnen, weshalb sie immer stärker von der Armee kontrolliert, später auch befragt und bedroht worden se ien. Dies lasse ihn als engen Verbündeten seines Chefs und damit als Gefahr und potentielles nächstes Opfer erscheinen. 9. In einem ersten Schritt werden die neu vorgebrachten Tatsachen und Be- weismittel geprüft, mit welchen eine Änderung des zum Zeitpunkt d es Ur- teils des Bundesverwaltungsgerichts D -4610/2017 vom 2. Oktober 2017 bestehenden Sachverhalts geltend gemacht werden soll und entsprechend im Rahmen eines zweiten Asylgesuchs zu prüfen sind. 9.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). D-3777/2018 Seite 16 9.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 9.3 Der Beschwerdeführer begründet sein neues Asylgesuch unter ande- rem mit der Teilnahme an Demonstrationen was sein regelmässiges exil- politisches Engagement belegen würde. Zur Untermauerung dieser Tätig- keit reichte er mehrere Fotografien, w elche ihn bei der Teilnahme an den Demonstrationen zeigen, ein. Aus Sicht des Gerichts kann aufgrund des eingereichten Beweismaterials zwar geschlossen werden, dass der Be- schwerdeführer an Demonstrationen teilgenommen hat, wie unzählige an- dere Demon stranten und Demonstrantinnen . Zwei von drei geltend ge- machten Veranstaltungen fanden zudem bereits im Jahr (…) statt. Der Be- schwerdeführer wäre im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht gehalten gewe- sen, dieses Engagement bereits im ersten Asylverfahren geltend zu ma- chen. Aus den wenigen Demonstrationsteilnahmen ist indessen ohnehin nicht auf eine exponierte Rolle des Beschwerdeführers zu schliessen. Das Bundesverwaltungsgericht geht angesichts des gut aufgestellten Nachrich- tendienstes Sri Lankas auch davon aus, dass die sri-lankischen Behörden blosse „Mitläufer“ von Massenveranstaltungen als solche identifizieren können und diese in Sri Lanka mithin nicht als Gefahr wahrgenommen wer- den (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 E. 8.5.4). Die vorinstanz- liche Schlussfolgerung, es liege kein relevantes exilpolitisches Engage- ment vor, ist nicht zu beanstanden. 9.4 In Bezug auf das geltend gemachte Vorbringen, der Beschwerdeführer sei aufgrund der Datenweitergabe im Zusammenhang mit dem Migrations- abkommen bei einer Rückkehr einer asylrelevanten Gefährdung ausge- setzt, ist festzustellen, dass d as Bundesverwaltungsgericht sich in B VGE 2017 VI/6 zur Frage geäussert hat, ob (allein) aufgrund einer Datenweiter- gabe im Zusammenhang mit dem Migrationsabkommen von einer Gefähr- dung auszugehen sei. Es hielt fest, dass es sich bei Art. 97 Abs. 3 AsylG und Art. 16 Bst. c Migrationsabkommen um eine nicht abschliessende Auf- zählung der Daten handle, die einer ausländischen Behörde für die Orga- nisation der Ausreise der betroffenen Person übermittelt werden dürften. Bei der Ersatzreisepapierbeschaffung handle es sich um ein standardisier- tes, lang erprobtes und gesetzlich geregeltes Verfahren. Nur aufgrund der D-3777/2018 Seite 17 Datenübermittlung der schweizerischen Behörden an die sri -lankischen Behörden sei bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht mit einer asylrele- vanten Verfolgung zu rechnen. An dieser Einschätzung ist vorliegend fest- zuhalten, zumal sich den diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerde- führers keine konkreten Anhaltspunkte dafür entnehmen lassen, dass er aufgrund der Datenübermittlung bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit Nachteilen asylrelevanten Ausmasses zu rechnen hat. 9.5 Auch unter Berücksichtigung der nach Abschluss des ersten Asylver- fahrens entstandenen, vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel, welche sich im Wesentlichen auf die allgemeine Situation in Sri Lanka be- ziehen ohne einen konkreten Bezug zum Beschwerdeführer zu haben, be- stehen nach Auffassung des Gerichts keine stichhaltigen Gründe zur An- nahme, dass er einer der im Referenzurteil E -1866/2015 genannten Risi- kogruppen zuzurechnen ist. Es sind aufgrund der derzeitigen Aktenlage keine massgeblichen Hinweise dafür ersichtlich, dass er ins Visier der sri- lankischen Behörden geraten könnte und diese ein potenzielles Verfol- gungsinteresse an ihm haben könnten. Nach Einschätzung des Bundes- verwaltungsgerichts ändert der Ausgang der Kommunalwahle n vom 10. Februar 2018 an der Einschätzung der Verfolgungssituation nach Sri Lanka zurückkehrender Tamilen nichts. Es wird in der Beschwerde nicht schlüssig dargetan, dass die Regierung Sirisena ihre Politik im Umgang mit Rückkehrern aus der tamilischen Diaspora deshalb geändert hätte. Inso- fern ist an der Lageeinschätzung im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 festzuhalten. 9.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und das SEM auch sein zweites Asylge- such zu Recht abgelehnt hat. 10. Insofern der Beschwerdeführer mit den angerufenen Beweismittel n und Tatsachen eine bereits bestehende Gefährdung zum Zeitpunkt des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts geltend machen will, sind – je nach Zeit- punkt der entsprechenden Beweismittel – die Bestimmungen zum Wieder- erwägungs- respektive Revisionsverfahren einschlägig. 10.1 10.1.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM D-3777/2018 Seite 18 innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift- lich und begründet einzureichen; im Übrigen richtet s ich das Verfahren nach den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG (Art. 111b Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). 10.1.2 Indessen können verspätete Vorbringen in einem qualifizierten Wie- dererwägungsverfahren ungeachtet zur Revision eine s rechtskräftigen Entscheids führen, wenn aufgrund dieser Vorbringen offensichtlich wird, dass dem Beschwerdeführer Verfolgung oder menschenrechtswidrige Be- handlung droht und damit ein völkerrechtliches Wegweisungshindernis be- steht (vgl. EMARK 1995 Nr. 9 E . 7). Dabei muss die beachtliche Wahr- scheinlichkeit einer aktuellen, ernsthaften Gefahr schlüssig nachgewiesen werden, selbst wenn dabei ein herabgesetzter Beweismassstab des Glaubhaftmachens genügt. 10.1.3 In Übereinstimmung mit den Erwägungen des SEM in der angefoch- tenen Verfügung ist festzustellen, dass die Beweismittel bezüglich des Überfalls auf die Redaktion (Zeugenschreiben und Fotos), des aktuellen Lageberichts sowie eine Vielzahl der eingereichten Berichte, welche alle nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4610/2017 vom 2. Ok- tober 2017 entstanden sind, aber eine Gefährdung des Beschwerdeführers bereits zum Urteilszeitpunkt aufzeigen s ollen, als qualifiziertes Wiederer- wägungsgesuch nach Art. 111b Abs. 1 AsylG zu behandeln sind. Mit der Eingabe vom 14. Januar 2018 ist die Frist von 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes jedoch mehrheitlich abgelaufen, weshalb eine Vielzahl der Beweismittel verspätet eingereicht wurde. Das SEM ist zurecht auf die entsprechenden Vorbringen nicht eingetreten. 10.1.4 Die entsprechenden Tatsachen und Beweismittel sind darüber hin- aus auch nicht als erheblich zu qualifizieren. Der Überfall auf die Redaktion selber sowie die Tätigkeit des Beschwerdeführers für die Zeitung wurden im ersten Asylverfahren nicht bezweifelt und somit – auch in Würdigung der Eigenschaft des Beschwerdeführers als potentieller Zeuge von Men- schenrechtsverletzungen – bereits beurteilt. Zu einer Änderung der Ein- schätzung mögen sie – unabhängig von der Rechtzeitigkeit der Einrei- chung – nicht zu führen. Auch durch die übrigen eingereichten, vorbestan- denen Beweismittel, welche rechtzeitig eingereicht wurden, wird keine dro- hende Verfolgung oder menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich, zumal ein individueller Bezug, welcher eine Gefährdung des Beschwerde- führers aufzeigen würde, zu verneinen ist. D-3777/2018 Seite 19 10.1.5 In Bezug auf die in Abänderung der im ersten Asylverfahren geltend gemachten Vorbringen, wonach er bei der Zeitung (…) und auch bei der geheimen Redaktion im Vanni-Gebiet tätig gewesen sei, ist festzustellen, dass diese Vorbringen in den Eingaben des Beschwerdeführers nicht wei- ter detailliert und substanziiert oder sogar durch Beweismittel glaubhaft ge- macht werden. Die entsprechenden Vorbringen sind demnach als Nach- schub zu werten und als unglaubhaft zu qualifizieren. 10.2 Das SEM trat aufgrund der mangelnden funktionalen Zuständigkeit auf die Vorbringen, welche sich auf Beweismittel stützten, welche vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4610/2017 vom 2. Oktober 2017 entstanden sind – namentlich die Vorbringen im Zusammenhang mit dem High Court Vavuniya sowie der Verfolgungssituation von zurückgeschafften Personen –, nicht ein, da diese im Rahmen einer Revision beim Bundes- verwaltungsgericht geltend gemacht werden müssten. Diesbezüglich ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene aus- drücklich geltend machte, dass die Eingabe vom 14. Januar 2018 vollum- fänglich als Zweitgesuch und vom SEM zu prüfen sei. Der Kern des Ge- suchs – die Zeugenaussagen der Mitarbeitenden der Zeitu ng – ist indes- sen als Wiedererwägung zu qualifizieren, was in der Zuständigkeit des SEM liegt. Der Beschwerdeführer macht auf Beschwerdeebene zwar gel- tend, die Beweismittel zum Urteil des High Court Vavuniya seien ihm erst am 21. Dezember 2017 vorgelegen. Diese Argumentation vermag insofern nicht zu überzeugen, als die Frist zur Einreichung nicht erst beginnt, wenn alle für den Beschwerdeführer als wesentlich erachteten Akten vorhanden sind. Daraus ergibt sich, dass das SEM die Eingabe richtigerweise anhan d ge- nommen hat und auf die Vorbringen, die sich auf Beweismittel stützen, wel- che vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -4610/2017 vom 2. Oktober 2017 entstanden sind, nicht eintrat. Es bleibt dem Beschwerde- führer unbenommen, mit den entsprechenden Beweismitteln ein form- und fristgerechtes Revisionsgesuch beim Bundesverwaltungsgericht zu stellen, wobei die Erheblichkeit aufgrund des mangelnden persönlichen Bezugs zum Beschwerdeführer den Beweismittel abgesprochen werden dürfte. 11. 11.1 Lehnt das Staatssek retariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). D-3777/2018 Seite 20 11.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf E rteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 12. 12.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 12.2 12.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 FoK und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 12.2.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. D-3777/2018 Seite 21 12.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti-Fol- terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine ernsthafte Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Nr. 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechts- situation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil BVGer E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2). Auch der EGMR hat sich mit der Gefährdungs- situation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Ta- milen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. neben vielen EGMR, R.J. gegen Frank- reich, Urteil vom 19. September 2013, Nr. 10466/11; Rechtsprechung be- stätigt in J.G. gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, Beschwerde Nr. 44114/14). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine un- menschliche Behandlung. Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätig- keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. 12.2.4 Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch individuelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdeführers lassen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als un- zulässig erscheinen. 12.3 12.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläu- fige Aufnahme zu gewähren. D-3777/2018 Seite 22 12.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 ist das Gericht nach einer eingehenden Analyse der Sicherheitslage in Sri Lanka zum Schluss ge- kommen, dass der Wegwei sungsvollzug in die Nordprovinz, aus welcher der Beschwerdeführer stammt , grundsätzlich zumutb ar ist (vgl. a.a.O., E. 13.2). Auch in individueller Hinsicht sind keine Hinweise zu erkennen, welche den Wegweisungsvollzug als unzumutbar erscheinen liessen. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen – soweit aus den Akten er- sichtlich – gesunden Mann, welcher über einen Schulabschluss und Be- rufserfahrung verfügt. Zudem kann er bei der Reintegration auf sein breites familiäres sowie soziales Netz zählen. 12.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 12.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 12.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 13. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit da- rauf einzutreten ist. 14. 14.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be - schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und zufolge seiner sehr umfangreichen und in weiten Teilen redundanten Eingaben auf Be- schwerdeebene mit teilweise unnötigen Begehren und Anliegen, deren Er- gebnis dem Rechtsvertreter teilweise schon hätten bekannt sein sollen, auf insgesamt Fr. 1‘500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom D-3777/2018 Seite 23 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 14.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist darauf hinzuweisen, dass sich das Bundesverwaltungsgericht vorbehält, sollten erneut die glei- chen allgemeinen und im Wesentlichen fortwährend gleich begründeten Rechtsbegehren gestellt werden, über welche bereits mehrfach befunden worden ist (insbesondere Offenlegung der Que llen des Lageberichts des SEM vom 16. August 2016 zu Sri Lanka und Bestätigung der Zufälligkeit beziehungsweise der Offenlegung der objektiven Kriterien des Spruchkör- pers), dem Rechtsvertreter diese damit zusammenhängenden unnötig ver- ursachten Kosten persönlich aufzuerlegen (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 66 Abs. 3 BGG). (Dispositiv nächste Seite) D-3777/2018 Seite 24 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1500.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Daniela Brüschweiler Anne Kneer Versand: