<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2000 128 S.545</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Fremdenpolizeirecht</span> <span class="page_no">545</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Fremdenpolizeirecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>128 Grenzgängerbewilligung.</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Darf einem in der Schweiz domizilierten Personalverleiher eine</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Grenzgängerbewilligung für einen französischen Arbeitnehmer aus-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>gestellt werden?</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Frage gestützt auf Art. 21 des Bundesgesetzes über die Arbeitsver-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>mittlung und den Personalverleih (AVG) verneint</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Auszug aus dem Entscheid des Rechtsdienstes der Fremdenpolizei vom</span><br/> <span class="ft4">24. November 2000 in Sachen P.C. AG. Ein gegen diesen Entscheid erhobene</span><br/> <span class="ft4">Beschwerde wies das Rekursgericht im Ausländerrecht am 1. Juni 2001 ab.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">1. Am 1. September 2000 beantragte die P.C. AG die Zusiche-</span><br/> <span class="ft6">rung einer Grenzgängerbewilligung für den in Mulhouse wohnhaften</span><br/> <span class="ft6">französischen Staatsangehörigen F.V. Nach dem beigelegten Einsatz-</span><br/> <span class="ft6">vertrag zwischen der P.C. AG und F.V. soll dieser für eine befristete</span><br/> <span class="ft6">Einsatzdauer als Maschinenmechaniker bei der Firma R. AG in X</span><br/> <span class="ft6">eingesetzt werden.</span><br/> <span class="ft6">2. Die Sektion Arbeitsbewilligungen erliess betreffend</span><br/> <span class="ft6">"Erstmalige Grenzgängerbewilligung als Mechaniker für V.F.,</span><br/> <span class="ft6">26.05.19..., FRA" am 19. September 2000 folgende Verfügung:</span><br/> <span class="ft7">"Das Gesuch um Bewilligung zum Stellenantritt als Mechaniker wird</span><br/> <span class="ft7">abgelehnt."</span><br/> <span class="ft6">Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die Frem-</span><br/> <span class="ft6">denpolizeibehörde des Kantons Aargau halte an der bisherigen Praxis</span><br/> <span class="ft6">fest, keine erstmaligen Bewilligungen an Temporär- und Personal-</span><br/> <span class="ft6">verleihfirmen zu erteilen. Dabei stützte sie sich auf Art. 21 des Bun-</span><br/> <span class="ft6">desgesetzes über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">546</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">(AVG) vom 6. Oktober 1986, Art. 4 des Bundesgesetzes über Auf-</span><br/> <span class="ft6">enthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) vom 26. März</span><br/> <span class="ft6">1931, die Weisungen und Erläuterungen des BFA zur Verordnung des</span><br/> <span class="ft6">Bundesrates über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (Weisun-</span><br/> <span class="ft6">gen zu Art. 6 und 23 BVO) sowie einen Entscheid der Amtsleitung</span><br/> <span class="ft6">der Fremdenpolizei anlässlich einer Amtssitzung vom 24. Juli 1997.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">1. Art. 21 AVG mit dem Titel "Ausländische Arbeitnehmer in</span><br/> <span class="ft6">der Schweiz", auf welche sich die Sektion Arbeitsbewilligung in</span><br/> <span class="ft6">Ablehnung des Gesuches stützte, lautet wie folgt:</span><br/> <span class="ft7">"Der Verleiher darf in der Schweiz nur Ausländer anstellen, die zur</span><br/> <span class="ft7">Erwerbstätigkeit und zum Stellen- und Berufswechsel berechtigt</span><br/> <span class="ft7">sind."</span><br/> <span class="ft6">2. Nach dem Wortlaut von Art. 21 AVG fällt die beantragte</span><br/> <span class="ft6">Anstellung von F.V. ausser Betracht. Immerhin handelt es sich bei</span><br/> <span class="ft6">der Einsprecherin unbestritten um eine Verleihfirma im Sinne des</span><br/> <span class="ft6">AVG. Ausserdem ist F.V. in der Schweiz weder zur Erwerbstätigkeit</span><br/> <span class="ft6">noch zum Stellen- und Berufswechsel berechtigt. Hiefür - und damit</span><br/> <span class="ft6">sich ein Arbeitgeber auf den Grundsatz der Handelsgewerbefreiheit</span><br/> <span class="ft6">berufen kann (die Einsprecherin rügt eine Schlechterstellung der</span><br/> <span class="ft6">Branche der Personalverleiher) - müsste er, was klar nicht der Fall</span><br/> <span class="ft6">ist, zur Erwerbstätigkeit in der Schweiz zugelassen sein (zum ent-</span><br/> <span class="ft6">scheidenden Kriterium der Zulassung auf dem schweizerischen Ar-</span><br/> <span class="ft6">beitsmarkt vgl. BGE 122 I 47 und 114 Ia 312).</span><br/> <span class="ft6">3. Allein Art. 21 AVG verbietet vorliegendenfalls die Ertei-</span><br/> <span class="ft6">lung der beantragten Stellenantrittsbewilligung. Im Übrigen sei ver-</span><br/> <span class="ft6">merkt, dass die Bundesweisungen keinen andern Schluss rechtferti-</span><br/> <span class="ft6">gen.</span><br/> <span class="ft6">Im Zusammenhang mit Art. 6 und Art. 23 BVO vermerkt das</span><br/> <span class="ft6">BFA zwar, dass Ausländer, die nicht zum Stellenwechsel berechtigt</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Fremdenpolizeirecht</span> <span class="page_no">547</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">sind (Kurzaufenthalter, Stagiaires, Saisonniers sowie Grenzgänger),</span><br/> <span class="ft6">lediglich dem Grundsatz nach nicht verliehen werden dürfen und</span><br/> <span class="ft6">zum Zweck ihres Verleihs auch keine Grenzgängerbewilligung er-</span><br/> <span class="ft6">halten können. Massgebend seien die Weisungen des BIGA vom</span><br/> <span class="ft6">4. August 1997 und das Merkblatt des BFA vom Januar 1999</span><br/> <span class="ft6">(Anhang 21). Diese Weisungen und die in Anhang 21 aufgeführten</span><br/> <span class="ft6">Ausnahmemöglichkeiten widersprechen aber klarem Recht und sind</span><br/> <span class="ft6">deshalb nicht beachtlich. Gerade weil das der Fremdenpolizei mit</span><br/> <span class="ft6">Art. 4 ANAG für den Bewilligungsentscheid eingeräumte Ermessen</span><br/> <span class="ft6">nur im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften frei ist, kann Art. 4</span><br/> <span class="ft6">ANAG dem Gehalt von Art. 21 AVG keinen Abbruch tun. (...)</span><br/> <span class="ft6">4. Abschliessend ist festzustellen, dass die Sektion Arbeits-</span><br/> <span class="ft6">bewilligungen dem Gesuch um Erteilung einer Grenzgängerbewilli-</span><br/> <span class="ft6">gung für F.V. zu Recht nicht stattgegeben hat. Die Einsprache ist</span><br/> <span class="ft6">deswegen abzuweisen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>