<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-04-08-5A_1069-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_1069/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 8. April 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter von Werdt, </div> <div class="para">Bundesrichter Schöbi, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Sieber. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Advokat Markus Trottmann, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwältin Daniela Bifl, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Vorsorgliche Massnahmen (Volljährigenunterhalt), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht, 3. Kammer, vom 15. November 2021 (ZSU.2021.130). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.a.</b> B.A.________ (geb. 2001) ist die Tochter von A.A.________. Mit Klage vom 25. Oktober 2019 verlangte sie von ihrem Vater Volljährigenunterhalt. Mit Entscheid vom 27. Mai 2021 sprach ihr das Bezirksgerichtspräsidium Rheinfelden ab November 2019 bis zum Abschluss des Hauptverfahrens Unterhalt von Fr. 1'633.-- zuzüglich an den Vater ausbezahlte Ausbildungs- und Unterhaltszulagen zu. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.b.</b> Das vom Vater angerufene Obergericht des Kantons Aargau setzte mit Entscheid vom 15. November 2021 (eröffnet am 26. November 2021) das Ende der Unterhaltspflicht auf August 2021 fest und wies im Übrigen die Anträge der Parteien ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">A.A.________ (Beschwerdeführer) wendet sich mit Beschwerde in Zivilsachen vom 27. Dezember 2021 an das Bundesgericht. Er beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, den von ihm geschuldeten Unterhalt auf monatlich Fr. 738.15, eventualiter Fr. 919.45 und subeventualiter Fr. 1'217.45 festzusetzen und die Sache anschliessend zur Neuverlegung der vorinstanzlichen und erstinstanzlichen Kosten an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subsubeventualiter beantragt er die Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz. </div> <div class="para">Das Bundesgericht hat der Beschwerde antragsgemäss die aufschiebende Wirkung erteilt, soweit die Unterhaltsbetreffnisse den Betrag von Fr. 738.15 übersteigen (Verfügung vom 1. Februar 2022). Im Übrigen wurden die Akten, aber keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para">Die Beschwerdegegnerin stellt für das bundesgerichtliche Beschwerdeverfahren ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist der Entscheid einer letzten kantonalen Instanz, die als oberes Gericht auf Rechtsmittel hin in einer Zivilsache entschieden hat (<span class="artref">Art. 72 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/75" type="start"></artref>Art. 75 BGG</span><artref id="CH/173.110/72/1" type="end"></artref>). Der Streit dreht sich um Unterhaltsleistungen an ein volljähriges Kind. Die Angelegenheit ist vermögensrechtlicher Natur. Die gesetzliche Streitwertgrenze von Fr. 30'000.-- ist unbestritten erreicht (Art. 74 Abs. 1 Bst. b und <span class="artref">Art. 51 Abs. 4 BGG</span>). Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde berechtigt (<span class="artref">Art. 76 Abs. 1 BGG</span>). Die Beschwerdefrist ist gewahrt (Art. 100 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 Abs. 2 Bst. a und <span class="artref">Art. 45 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Der Entscheid, der dem minderjährigen Kind vorsorglich Unterhalt zuspricht, ist losgelöst vom Zivilstand der Eltern ein Endentscheid (<span class="artref">Art. 90 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=27.03.2022&amp;to_date=15.04.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-III-586%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page586">BGE 137 III 586</a> E. 1.2; Urteil 5A_1053/2017 vom 25. September 2019 E. 1.1). Demgegenüber handelt es sich beim Entscheid über den vorsorglich zugesprochenen Volljährigenunterhalt um einen Zwischenentscheid nach <span class="artref">Art. 93 BGG</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=27.03.2022&amp;to_date=15.04.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-III-238%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page238">BGE 135 III 238</a> E. 2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.1.</b> Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, die weder die Zuständigkeit noch den Ausstand betreffen (<span class="artref">Art. 92 BGG</span>), ist die Beschwerde an das Bundesgericht nur zulässig, wenn der Entscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 Bst. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 Bst. b BGG). Der drohende nicht wieder gutzumachende Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 Bst. a BGG muss rechtlicher Natur sein; dagegen reichen rein tatsächliche Nachteile wie die Verfahrensverlängerung oder -verteuerung nicht aus (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=27.03.2022&amp;to_date=15.04.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-475%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page475">BGE 144 III 475</a> E. 1.2 mit Hinweisen). Ein zur Beschwerde berechtigender Nachteil liegt nur dann vor, wenn er sich auch mit einem späteren günstigen Endentscheid nicht oder nicht gänzlich beseitigen lässt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=27.03.2022&amp;to_date=15.04.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-III-416%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page416">BGE 143 III 416</a> E. 1.3 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung obliegt es der beschwerdeführenden Partei darzutun, dass eine der beiden Voraussetzungen erfüllt ist, es sei denn, deren Vorliegen springe geradezu in die Augen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=27.03.2022&amp;to_date=15.04.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-475%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page475">BGE 144 III 475</a> E. 1.2 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.2.</b> Der Beschwerdeführer legt nicht dar, weshalb im vorliegenden Fall die Voraussetzungen erfüllt sind, damit sich das Bundesgericht mit dem angefochtenen Zwischenentscheid befassen kann. Namentlich zeigt er nicht auf, welchen nicht wieder gutzumachenden Nachteil er erleidet, wenn er bis Ende August 2021 vorsorglich Unterhalt leisten muss. So legt er nicht dar, dass er wegen seiner vorläufigen Unterhaltsverpflichtung ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt wäre oder im Falle des Obsiegens in der Hauptsache die Rückerstattung der geleisteten Geldbeträge nicht werde erhalten können (Urteil 5A_598/2017 vom 5. Dezember 2017 E. 1.2). Die blosse im Zusammenhang mit dem Gesuch um aufschiebende Wirkung aufgestellte Behauptung, die Rückforderung der Unterhaltsbeiträge sei aussichtslos, genügt als Begründung nicht. Aus diesem Grund kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Bei diesem Ausgang des Verfahrens muss der Beschwerdeführer für die Gerichtskosten aufkommen inklusive der Kosten für das Verfahren um aufschiebende Wirkung (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Er schuldet der Beschwerdegegnerin aber keine Parteientschädigung (<span class="artref">Art. 68 Abs. 1 BGG</span>), nachdem diese erfolglos die Abweisung des Gesuchs um aufschiebende Wirkung beantragte. Das Gesuch der Beschwerdegegnerin um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren (<span class="artref">Art. 64 BGG</span>) ist abzuweisen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist, da ihr Antrag, der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zu erteilen, als von vornherein aussichtslos gelten musste. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eintreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch der Beschwerdegegnerin um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren wird abgewiesen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Zivilgericht, 3. Kammer, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 8. April 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Sieber </div> </div></body></html>