B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2851/2018 U r t e i l v o m 1 8 . S e p t e m b e r 2 0 1 8 Besetzung Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richterin Claudia Cotting-Schalch, Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Staat unbekannt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 18. April 2018 / N (…). D-2851/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 3. Februar 2016 in der Schweiz um Asyl nach. Auf dem gleichentags ausgefüllten Personalienblatt gab er an, er sei afghanischer Staatsangehöriger und am (…) in B._______ geboren (vgl. vorinstanzliche Akten A1). A.a Am 9. Februar 2016 wurde er im Empfangs - und Verfahrenszentrum C._______ zur Person, dem Reiseweg und summarisch zu den Asylgrün- den befragt (BzP [vgl. A4]). Er brachte dabei im Wesentlichen vor, er sei ethnischer (…) (…) Glaubens und in D._______ im Distrikt E._______ in der Provinz Nangarhar geboren. Sein Geburtsdatum sei der (…) 1995 be- ziehungsweise er sei 19, vielleicht aber auch 21 Jahre alt; jedenfalls sei er mit der Erfassung des Geburtsjahrs 1995 einverstanden. Im Alter von etwa acht Jahren sei er mit seinen Eltern und seinen sechs Geschwistern ([…] Brüder, […] Schwestern) nach Pakistan gezogen und dort in einem Flücht- lingslager namens (…) aufgewachsen. Sein Vater habe es versäumt, einen Flüchtlingsausweis für die Familie zu beantragen. Er selbst habe sich zwar mehrmals bei den pakistanischen Behörden in Lahore um einen entspre- chenden Ausweis bemüht, letztmals etwa vor neun Monaten, aber er sei immer wieder vertröstet worden. Er habe daher illegal in Pakistan gelebt. Eine Schule habe er nie besucht. Er habe viele Jahre in einer (…) gearbei- tet. Vor etwa drei Jahren sei sein ältester Bruder nach Afghanistan zurück- gekehrt und arbeite dort als Polizist. Vor etwa acht Monaten seien auch er und die restliche Familie in das Heimatdorf in Afghanistan zurückgekehrt, nachdem die afghanische Regierung mit den pakistanischen Behörden eine Vereinbarung über die Rückschaffung von Flüchtlingen abgeschlos- sen habe. Die Lage in Afghanistan sei aber allgemein sehr schlecht gewe- sen. Während seine Mutter dort geblieben sei, habe sich sein Vater nach etwa vier Monaten entschlossen, wieder in Pakistan Arbeit zu suchen. Er sei mit dem Vater und drei Geschwistern, die in Pakistan die Schule be- sucht hätten, nach G._______ zurückgekehrt und habe dort die Arbeit in der Kaugummi -Fabrik wieder aufgenommen . Ein weiterer Grund für die Rückkehr nach G._______ sei die medizinische Behandlung eines Bruders gewesen, der in Afghanistan wegen einer Mine eine Hand verloren habe . Da seine Familie Schulden gehabt habe, habe er sich entschlossen, in Eu- ropa Arbeit zu suchen, um so die Schulden abbezahlen z u können. Am 3. Januar 2016 habe er Pakistan deshalb verlassen und sei via den Iran und die Türkei nach Europa gelangt. Seine Tazkera, die er sich im Jahr D-2851/2018 Seite 3 2013 im Distrikt E._______ habe ausstellen lassen, habe er bei seiner Mut- ter in Afghanistan zurückgelassen. A.b Am 21. März 2018 hörte das SEM den Beschwerdeführer einlässlich zu seinen Asylgründen an (vgl. A21). Er reichte seine Tazkera ein (vgl. A20) und führte aus, sein Vater, der gegenwärtig in Afghanistan lebe, habe ihm das Dokument zukommen lassen. E r habe sich dieses ausstellen lassen, nachdem er von Pakistan nach Afghanistan ausgeschafft worden sei, be- ziehungsweise bereits früher anlässlich einer freiwi lligen Reise nach Af- ghanistan im Jahr 2013. Er sei damals (…) gewesen, aber da man für die Ausstellung einer Tazkera volljährig sein müsse, habe der Beamte von sich aus beim Alter (…) hingeschrieben. Er wisse nicht, weshalb das Dokument kein Ausstellungsdatum trage und die Rubrik „Nationalität“ leer sei, viel- leicht sei die Schrift verblasst. Er wisse auch nicht, warum sein Name F._______ darauf nicht vermerkt sei, er habe diesen dem afghanischen Beamten gegenüber genannt. Er sei in D._______ im Distrikt E._______ geboren. Im Alter von vier oder sechs Jahren sei er mit seinen Eltern und den (…) ältesten Geschwistern – die (…) jüngeren seien erst später in Pa- kistan zur Welt gekommen – von Afghanistan nach Pakistan gezogen, wo- bei er den Grund für den U mzug nicht nennen könne . Sie hätten sich in G._______, dem Wohnort eines Onkels väterlicherseits, der schon lange im (…) ansässig gewesen sei, niedergelassen; zunächst hätten sie im Haus des Onkels gewohnt und später ein eigenes Haus gemietet. Er habe nie in einem Flüchtlingslager gelebt. In G._______ habe auch kein solches existiert. Sein Vater habe sich zwar um die Ausstellung eines Aufenthalts- dokuments bemüht, aber vergebens. Er sei nie selbst einer Behörde in Pa- kistan vorstellig geworden. Er sei zwar öfters von der pakistanischen Poli- zei kontrolliert worden, habe sich aber immer freikaufen können, so dass er wegen der Papierlosigkeit keine weiteren Probleme gehabt habe. Seine jüngeren Geschwister hätten in Pakistan eine private S chule besucht. Er sei hingegen Analphabet. Er habe seit seiner Kindheit gearbeitet; in einem Hotel und manchmal auf dem Bau, aber hauptsächlich in der (…), in der er ein geregeltes Einkommen samt Überzeitentschädigung erhalten habe. Auch sei die Arbeitgeberin nach einem Arbeitsunfall für die medizinische Versorgung aufgekommen. Im Jahr 2015 sei seine Familie nach Afghanis- tan ausgeschafft worden , wobei sie k einen Ausschaffungsbescheid von den pakistanischen Behörden erhalten hätten und auch nicht an die Grenze gebracht worden seien; sie seien lediglich aus dem Haus gej agt worden. Nach der Ausschaffung habe seine Familie zunächst in B._______ gelebt und sei dann ins Heimatdorf D._______ zurückgekehrt. Etwa vier bis sechs oder etwa acht Monate nach der Ausschaffung seien sein Vater D-2851/2018 Seite 4 und ein Bruder bei einem Anschlag auf einen Bazar verletzt worden und hätten sich zur medizinischen Behandlung wieder nach G._______ bege- ben. Er selbst habe in Afghanistan Probleme bekommen, nachdem er ein- mal mit einem Mädchen allein in einem Zimmer gewesen und dabei von dessen Mutter erwischt worden sei. Er habe seiner Mutter davon berichtet und sie habe ihn angehalten, sofort zu seinem Vater nach Pakistan zu ge- hen. Der Vater sei dann zu der Familie des Mädchens gegangen , um mit dieser zu verhandeln. Diese habe aber eine grosse Geldsumme verlangt, die sein Vater nicht gehabt habe. Die Familie des Mädchens habe dann die Taliban geholt und diese hätte n seinen Vater Ende 2015 mitgenommen, während zehn bis fünfzehn Tagen festgehalten und misshandelt. Erst auf Druck der Weissbärtigen sei er freigekommen. Sein Vater habe ihn in der Folge davor gewarnt, wieder nach Afghanistan zu gehen. Bei einer Rück- kehr würden ihn die Taliban töten. Aber auch in Pakistan bestehe die Ge- fahr, dass ihn die Familie des Mädchens finden und ihm etwas antun könnte. Am 3. Januar 2016 habe er Pakistan daher verlassen und sei via den Iran und die Türkei nach Europa gelangt. Im Jahr 2017 sei seine Fa- milie wieder von Pakistan nach Afghanistan ausgeschafft worden. Auch der Onkel aus G._______ sei dorthin zurückgekehrt. Der älteste Bruder, der in Afghanistan als Polizist gearbeitet habe, sei zwischenzeitlich als Märtyrer gestorben. Im Rahmen der Anhörung teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, dass es die eingereichte Tazkera als mutmassliche Fälschung gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG (SR 142.31) einziehe. Aufgrund der Aktenlage zweifle es die geltend gemachte afghanische Staatsangehör igkeit an und beab- sichtige, die Staatsangehörigkeit auf „Staat unbekannt“ zu ändern. Es räumte dem Beschwerdeführer die Gelegenheit ein, sich dazu zu äussern. Der Beschwerdeführer entgegnete, er sei Afghane, verfüge aber nebst der Tazkera über keine Dokumente. Auf seinem Mobiltelefon könne er Bilder seines Vaters und seines Bruders in Milit ärkleidung sowie ein Video über die Ausschaffung von Menschen nach Afghanistan, auf dem er nicht zu se- hen sei, zeigen. Seinen Aufenthalt in Pakistan könne er nicht belegen. B. B.a Mit Verfügung vom 18. April 2018 – eröffnet am 20. April 2018 – stellte das SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den V ollzug an, wobei es den Vollzug der Wegweisung nach Afghanistan ausschloss. D-2851/2018 Seite 5 B.b Zur Begründung führte das SEM im Wesentlichen aus, Asylsuchende seien verpflichtet, ihre Identität offenzulegen. Der Beschwerdeführer habe weder gültige Ausweispapiere noch andere Beweismitt el eingereicht, die geeignet wären, etwas zur Klärung seiner Identität und des Herkunftslands beizutragen. Die ins Recht gelegte Tazkera sei als mutmassliche Fäl- schung eingezogen worden. Das Dokument nenne als Ausstellungsort den Distrikt H._______, bezeichne das Alter des Bes chwerdeführers 2014/2015 mit 18 Jahren und führe als Zeugen einen Cousin väterlicher- seits auf. Die Angaben des Beschwerdeführers seien damit nicht in Ein- klang zu bringen (Ausstellung 2013 im Distrikt E._______; Altersangabe (…); Anwesenheit eines nicht mit dem Beschwerdeführer verwandten Dorf- bewohners) und es sei somit offensichtlich, dass die Tazkera nicht echt sei. Darüber hinaus trage sie kein Ausstelldatum und nenne weder den Nach- namen des Beschwerdeführers noch die Staatsangehörigkeit. Die Einrei- chung einer unechten Tazkera wecke Zweifel an der vorgebrachten afgha- nischen Staatsangehörigkeit. Die vom Beschwerdeführer auf dem Telefon gespeicherten Fotos des Vaters und eines Bruders in Militäruniform und ein Video über die Ausschaffung von Afghanen aus Pakistan seien keine tauglichen Beweismittel für die Klärung der Frage der Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers, weshalb diese auch nicht als Ausdrucke zu den Akten genommen worden seien. Überdies erwecke die geschilderte Le- bensgeschichte angesichts erheblicher Widersprüche (Umzug von Afgha- nistan nach Pakistan im Alter von acht beziehungsweise vier bis sechs Jah- ren, zusammen mit allen (…) respektive nur (…) Geschwistern; Aufwach- sen in einem F lüchtlingslager beziehungsweise kein Aufenthalt in einem Flüchtlingslager) weitere Zweifel an der geltend gemachten Herkunft. Ei- nen Grund für das Verlassen des Heimatlands habe der Beschwerdeführer nicht nennen können und sein diesbezügliches Desinteresse sei als Indiz dafür zu werten, dass er die ersten Jahre seines Lebens nicht in Afghanis- tan, sondern in Pakistan verbracht habe. Seine Vertrautheit mit dem gre- gorianischen Kalender und die Unfähigkeit, die Jahreszahl 2013 im afgha- nischen Kalender zu nennen , seien für einen angeblichen Af ghanen be- fremdend. Auch lasse die Angabe, die jüngeren Geschwister hätten in Pa- kistan eine Privatschule besucht, Zweifel an der eigenen fehlenden Schul- bildung aufkommen. Es sei denn auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer Analphabet sei, zumal seine Angaben zu dem, was auf der Tazkera stehe und was er auf dem Personalienblatt geschrieben habe, auf seine Lese- und Schreibfähigkeit hindeuten würden. Die Angaben des Beschwerdeführers zur Illegalität des Aufenthalts in Pakistan seien wider- sprüchlich (Versäumnis des Vaters, Flüchtlingsausweis zu beantragen, respektive vergebliche diesbezügliche Bemühungen des Vaters; keinerlei D-2851/2018 Seite 6 eigene Bemühungen respektive mehrere eigene, vergebliche Versuche) und nicht nachvollziehbar (keine Kenntnisse über internationale Hilfs- oder andere Organisationen in Pakistan) . Die vorgebrachte Abschiebung nach Afghanistan, nachdem er bei vorgängigen Polizeikontrollen immer wieder freigelassen und nie ausgeschafft worden sei, erscheine unglaubhaft, ent- behre das geschilderte Prozedere (kein Ausschaffungsbefehl, keine Be- gleitung zur Grenze, lediglich Vertreibung aus dem Wohnhaus) doch jegli- cher Logik. Die genannten Arbeitsbedingungen in der (…), in welcher der Beschwerdeführer jahrelang habe arbeiten können (geregeltes Einkom- men, Überzeitentschädigung, kostenlose medizinische Behandlung nach Arbeitsunfall), würden nicht auf einen illegal anwesenden Arbeitnehmer hindeuten, lehre doch die Erfahrung, dass illegal Beschäftigte nicht von solchen Leistungen profitieren könnten. Es werde zwar nicht in Frage ge- stellt, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen ethnischen (…) handle, der im pakistanischen (…) gelebt habe. Seine Identität stehe aber nicht fest und es bestünden massive Zweifel an der geltend gem achten afghanischen Staatsangehörigkeit. Bei der BzP habe der Beschwerdefüh- rer angegeben, wegen finanzieller Schulden nach Europa g ekommen zu sein, und bestätigt, alle Asylgründe genannt zu haben. Die erst bei der An- hörung vorgebrachten Probleme in Afghani stan wegen des Zusammens- eins mit einem Mädchen seien als nachgeschoben und unglaubhaft zu er- achten. Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermöchten den Anforde- rungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht zu genügen. Er erfülle die Fl üchtlingseigenschaft nicht. D as Asylgesuch sei abzulehnen und die Wegweisung anzuordnen. Die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs sei zwar grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen, aber diese Untersuchungspflicht finde ihre Gren- zen an der Mitwirkungspf licht des Asylsuchenden , d er die Substanziie- rungslast trage. Es sei nicht Sache der Asylbehörden, bei fehlenden Hin- weisen seitens des Asylsuchenden nach allfälligen Wegweisungshinder- nissen zu forschen. Der Beschwerdeführer habe die Folgen seiner un- glaubhaften Angaben zu tragen, indem vermutungsweise davon auszuge- hen sei, es stünden einer Wegweisung an den bisherigen Aufenthaltsort keine Vollzugshindernisse entgegen. Es sei ihm nicht gelungen, die afgha- nische Staatsangehörigkeit glaubhaft darzulegen. Vielmehr bestünden In- dizien auf eine Herkunft ausserhalb Afghanistans, insbesondere Pakistan. Es könne mutmasslich davon ausgegangen werden, dass er eine Aufent- haltsbewilligung oder Duldung in einem Drittsta at oder gar eine andere Staatsangehörigkeit besitze. Da eine Herkunft aus Afghanistan dennoch nicht gänzlich auszuschliessen sei, sei der Vollzug dorthin unter Verweis D-2851/2018 Seite 7 auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5800/2016 vom 13. Okto- ber 2017 (als Referenzurteil publiziert) auszuschliessen. Ein Vollzug nach Pakistan wäre zulässig, da keine konkreten Anhaltspunkte vorliegen wür- den, dass der Beschwerdeführer dort einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105]) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre . Angesichts der unglaubhaften Vorbringen könne ferner nicht angenommen werden, dass er über kein familiäres Beziehungsnetz mehr verfüge. Im Üb- rigen sei er jung, gesund und arbeitsfähig und es wäre ihm zuzumuten, auch ohne Unterstützung eines fam iliären Netzwerks wieder Fuss am früheren Wohnort zu fassen. Blosse soziale und wirtschaftliche Schwierig- keiten würden zudem keine existenzbedrohende, gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechende Situation darstellen. C. C.a Mit Eingabe vom 16. Mai 2018 erhob der Beschwerdeführer beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde, worin um Aufhebung der vorinstanzli- chen Verfügung und um Gewährung des Asyls, eventualiter um Gewäh- rung der vorläufigen Aufnahme ersucht wurde. In verfahrensr echtlicher Hinsicht wurde – unter Verweis auf eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung vom 16. Mai 2018 – um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. C.b Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen gel- tend, er sei afghanischer Staatsangehöriger und ethnischer (…). Er sei in Afghanistan geboren, aber in jungen Jahren mit seiner Familie nach Pakis- tan gezogen. Sie seien noch mehrmals von Pakistan nach Afghanistan und wieder zurück nach Pakistan gezogen, bis er sich aufgrund der schwierigen Sicherheitslage in Afghanistan und familiärer Schwierigkeiten sowie der Il- legalität des Aufenthalts in Pakistan schliesslich im Jahr 2016 zur Reise nach Europa entschlossen habe. Er habe weder in Pakistan noch in Afgha- nistan eine Schule besucht. Erst in der Schweiz habe er sich einige Lese- und Schreibkenntnisse angeeignet. Bei der BzP habe er sich noch nicht getraut, den Vorfall mit dem Mädchen zu erzählen. Das SEM zweifle zu Unrecht an seiner afghanischen Staatsbürgerschaft. Er habe seine Taz- kera eingereicht, aber das SEM habe diese n icht gewürdigt beziehungs- weise zu Unrecht als Fälschung deklariert. Zum weiteren Beweis der af- ghanischen Staatsangehörigkeit reiche er seinen Bruder I._______ betref- fende Dokumente ein (Foto, Polizeiausweis, Tazkera -Kopie, Flugtickets). Der Bruder habe für die afghanische Polizei gearbeitet und sei letztes Jahr D-2851/2018 Seite 8 als Märtyrer gestorben. Die besagten Dokumente, die sein Cousin an die Adresse eines in der Schweiz wohnhaften Freundes geschickt habe (vgl. Zustellkuvert), würden belegen, dass sein Bruder afghanischer Staatsbür- ger sei. Damit sei auch seine afghanische Staatsangehörigkeit belegt. Der Eingabe lag eine weitere Tazkera bei. D. Am 18. Mai 2018 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. E. Mit Zwischenverfügung vom 31. Mai 2018 stell te die Instruktionsrichterin fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe. Gleichzeitig verzichtete sie auf die Erhebung ei- nes Kostenvorschusses und verschob den Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentge ltlichen Prozessführung auf einen späteren Zeit- punkt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die D-2851/2018 Seite 9 angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist zur Einrei- chung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen g rund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat bezie- hungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten muss (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht, vielmehr müssen konkrete Indizien die Furcht vor erwarteten Benachteiligungen realistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine D-2851/2018 Seite 10 Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Rich- tigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwie- gen oder nicht (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1). 5. Der in Art. 12 VwVG statuierte Unte rsuchungsgrundsatz, wonach die Be- hörde den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt, findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person (Art. 8 AsylG). Dazu ge- hört die Pflicht zur Offenlegung der Identität und Beibringung eines Identi- tätsnachweises. Die Staatsangehörigkeit fällt als Begriffselement der Iden- tität im Sinne von Art. 1a Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) unter diese Offenlegungspflicht. Sie muss in jedem Asylverfahren erstellt werden. Dies ergibt sich einerseits aus der systema- tischen Stellung von Art. 8 AsylG und andererseits aus dem Zweck des Asylverfahrens, das der Ermittlung von Verfolgung beziehungswe ise von Wegweisungshindernissen mit Bezug auf einen konkreten Heimatstaat dient. Ein Asylverfahren kann nicht sinnvoll geführt werden, wenn die asyl- suchende Person ihre Staat sangehörigkeit nicht offen legt; beziehungs- weise durch die Verheimlichung und Vers chleierung der wahren Herkunft wird auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der betreffenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht (vgl. BVGE 2014/12 E. 5.9 und 6; Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweize- rischen Asylrekurskommission [E MARK] 2005 Nr. 8 E. 3.1). Dabei trägt nach der Bestimmung von Art. 8 ZGB, die als allgemeiner Rechtsgrundsatz auch im öffentlichen Recht Anwendung findet, die asylsuchende Person die Beweislast und damit die Folgen der Beweislosigkeit . Mit Bezug auf das Beweismass ist von der allgemeinen Regel von Art. 7 AsylG auszuge- hen, das heisst, die behauptete Staatsangehörigkeit muss zumindest glaubhaft erscheinen (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 5; ferner auch das Urteil des BVGer D-6884/2015 vom 22. März 2017 E. 8.1). 6. 6.1 Wie in E. 5 dargelegt, kommt der Frage der Verlässlichkeit der Her- kunftsangaben der asylsuchenden Person wesentliche Bedeutung zu. Vor- liegend erachtete das SEM die geltend gemachte afghanische Staatsan- gehörigkeit des Beschwerdeführers als den Anforderungen an die Glaub- haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht genügend. Dieser Einschätzung ist beizupflichten. Den zutreffenden Ausführungen des SEM in der angefoch- tenen Verfügung vermag der Beschwerdeführer nichts Substanzielles ent- gegenzusetzen. Das SEM zieht nicht in Zweifel, dass der Beschwerdefüh- rer ein ethnischer (…) ist, der im pakistanischen (…) gelebt hat, folgerte D-2851/2018 Seite 11 aber zu Recht, dass Grund zur Annahme besteht, dass er seine wahre Identität zu verschleiern versucht. Seine Identität steht nicht fest und seine Staatsangehörigkeit ist unbekannt. Die Schilderungen des Beschwerde- führers zu seiner Herkunft vermögen nicht zu überzeugen. Allein die Tatsa- che, dass er Paschtu spricht, stellt keinen hinreichenden Beweis für eine afghanische Staatsbürgerschaft dar. Auch mit der ins Recht gelegten Taz- kera, die weder den Nachnamen des Beschwerdeführers noch die Staats- angehörigkeit oder ein Ausstellungsdatum nennt, vermag der Beschwerde- führer seine Identität nicht zu belegen. Die Rüge, das SEM habe dieses Dokument zu Unrecht als mutmassliche Fälschung deklariert, geht fehl , stehen die Angaben auf der Tazkera zum Alter des Beschwerdeführers im Ausstellungszeitpunkt ([…]), zum Ausstellungsjahr (2014/2015), dem Zeu- gen (Cousin) und dem Distrikt ( H._______) doc h in gänzlichem Wider- spruch zu den Aussagen des Beschwerdeführers (vermerktes Alter im Aus- stellungszeitpunkt: (…); Ausstellungsjahr: 2013; Zeuge: Dorfbewohner; Distrikt: E._______). Die Einreichung eines unechten Beweismittels trägt nicht zur persönlichen Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers bei und die fehlende Beibringung eines rechtsgenüglichen Identitätsnachweises stellt eine Verletzung der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG dar. Die mit der Rechtsmitteleingabe vom 16. Mai 2018 eingereichte weitere (Original-)Tazkera vermag die Identität des Beschwerdeführers nicht zu klären, trägt sie doch die gleiche Nummer ([…]), dasselbe Foto des Beschwerdeführers und den gleichen Stempel wie das vom SEM ein- gezogene Dokument, weist jedoch teils andere Einträge auf, was auf eine nachträgliche Veränderung hindeuten lässt. Hinsichtlich der ebenfalls auf Beschwerdeebene eingereichten Kopie einer Tazkera, welche einem Bru- der des Beschwerdeführers gehöre, ist darauf hinzuweisen, dass Ausweis- papiere vermeintlicher Verwandter die Identität des Beschwerdeführers nicht zu beweisen vermögen. Auch die weiteren , auf Beschwerdeebene eingereichten Dokumente, welche dem Bruder des Beschwerdeführers zu- zuordnen seien (Polizeiausweis, Foto, Flugtickets), vermögen die angebli- che Verwandtschaft nicht zu belegen und sind somit nicht geeignet, zur Klärung der Identität und Herkunft des Beschwerdeführers beizutragen. Aufgrund der Aktenlage stehen weder die Personalien des Be schwerde- führers noch seine Staatsangehörigkeit und sein Lebenslauf fest. 6.2 Durch die Verheimlichung respektive Verschleierung der wahren Her- kunft verunmöglicht der Beschwerdeführer den Behörden nähere Abklä- rungen hinsichtlich einer allfälligen Verfolgungssituation in seinem tatsäch- lichen Heimatstaat und dem effektiven Status in einem etwaigen andern Staat. Er hat die Folgen seines Verhaltens insofern zu verantworten, als D-2851/2018 Seite 12 vermutungsweise davon auszugehen ist, dass keine flüchtlings- oder weg- weisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort bestehen. Nur der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Nachteile im Aufent- haltsstaat Pakistan, wonach er sich dort illegal aufgehalten und seine Fa- milie Schulden gehabt habe, die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht zu begründen vermögen. 6.3 Aufgrund des Gesagten hat das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers gemäss Art. 3 AsylG zu Recht verneint und das Asyl- gesuch zutreffend abgelehnt. 7. Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine aus- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord- net (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 Die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvoll- zugs sind zwar grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen, aber die Unter- suchungspflicht findet, wie bereits ausgeführt (vgl. E. 5), ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden, der auch die Substanziierungs- pflicht trägt (Art. 7 AsylG). Es ist nicht Sache der Behörden, bei fehlenden, womöglich gezielt vorenthaltenen Hinweisen nach allfälligen Wegwei- sungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu for- schen (vgl. BVGE 2014/ 12 E. 5.9 und 6). Entzieht der Asylsuchende mit D-2851/2018 Seite 13 seinem Verhalten dem Gericht die für genauere Abklärungen erforderliche Grundlage, ist es nicht Sache der Beschwerdeinstanz, sich in Mutmassun- gen und Spekulationen zu ergehen. 8.3 Der Beschwerdeführer hat keine rechtsgenüglichen Identitätspapiere eingereicht und seine Angaben zur Herkunft sind – wie vorstehend ausge- führt – unglaubhaft ausgefallen. Seine Identität und Staatsangehörigkeit sowie seine persönlichen Verhältnisse stehe n bis heute nicht fest. Durch die Verletzung seiner Mitwirkungspflicht respektive die Verheimlichung sei- ner wahren Identität und Herkunft verunmöglicht er die Prüfung, welche Staatsangehörigkeit er besitzt, und welchen Status er an seinem bisheri- gen Aufenthaltsort hatte. Er hat die Folgen seiner fehlenden Mitwirkung in- sofern zu tragen, als vermutungsweise davon auszugehen ist, dass keine flüchtlingsrechtlich- oder wegweisungsrechtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort sprechen. Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement steht dem Vollzug der Wegwei- sung nicht entgegen, da dieses nur Personen schützt, welche die Flücht- lingseigenschaft erfülle, was beim Beschwerdeführer nicht der Fall ist. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung vorliegend keine An- wendung finden. Der Vollzug der Wegweisung ist daher als zulässig, zu- mutbar und möglich zu erachten. Eine A nordnung der vorläufigen Auf- nahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). Präzisierend bleibt anzuführen, dass das SEM in der angefochtenen Ver- fügung einen Vollzug der Wegweisung nach Afghanistan unter Verweis auf das als Referenzurteil publiz ierte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5800/2016 vom 13. Oktober 2017 (grundsätzliche Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Afghanistan) ausgeschlossen hat (vgl. Dispo- sitivziffer 5 der angefochtenen Verfügung). Der Beschwerdeführer ver- mochte die afghanische Staatsangehörigkeit zwar nicht glaubhaft zu ma- chen, indes ist eine Herkunft aus Afghanistan nicht gänzlich auszuschlies- sen. Insoweit hat das SEM den Vollzug nach Afghanistan zu Recht ausge- schlossen. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt s ich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. D-2851/2018 Seite 14 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem die Be- schwerde aber nicht als von vornherein aussichtslos zu bezeichnen war und die prozessuale Bedürftigkeit des Beschwerdeführers belegt ist, ist in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh- rung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG von der Kostenerhebung abzusehen. (Dispositiv nächste Seite) D-2851/2018 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut- geheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr Versand: