Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. November 2017 (720 17 253 / 318) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Bemessung des hypothetischen Valideneinkommens Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Markus Mattle, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advoka- tin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1987 geborene A.____ hatte ab 2007 an der Ju ristischen Fakultät der Universität Basel ein Studium in Rechtswissenschaften absolvier t und dieses 2012 mit der Erlangung des Grades eines Master of Law (M Law) abgeschlossen. I n der Folge war er vom 1. Februar 2013 bis 31. März 2014 als Substitut bei der Anwaltskanz lei B.____ in Zürich und vom 1. Dezember 2015 bis 31. Dezember 2015 als juristischer Mitarbe iter bei C.____ tätig. Seit 15. März 2016 ist er im Rahmen eines 60 %-Pensums als Steuersachbearb eiter bei der D.____ GmbH (seit 8. Juni 2016: D.____ AG) angestellt. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Am 23. Juli 2015 hatte sich A.____ unter Hinweis auf ei ne Depression und eine Angststörung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bez ug von Leistungen angemeldet. Nach Vornahme medizinischer und erwerblicher Abklärungen ermittelte die IV-Stelle Basel- Landschaft beim Versicherten ab 9. Oktober 2013 (Ablau f des Wartejahres) einen Invaliditäts- grad von 56 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach sie A._ ___ mit Verfügung vom 2. August 2017 rückwirkend ab 1. Januar 2016 eine halbe Rente zu. In Bezug auf den Rentenbeginn wies die IV-Stelle den Versicherten darauf hin, dass der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs e ntstehe. Vorliegend sei seine Anmeldung am 24. Juli 2015 eingegangen, weshalb die halbe Rente erst ab 1. Januar 2016 ausgerichtet werden könne. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokatin Raffaella Biaggi, am 28. August 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteil ung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verurteilen, ihm eine ganze Rente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Oktober 2017 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Am 7. November 2017 reichte der Beschwerdeführer ein Arbeitszeugnis der Anwalts- kanzlei B.____, Zürich, vom 29. August 2014 samt einer ku rzen Stellungnahme hierzu ein. Die IV-Stelle äusserte sich mit Eingabe vom 24. November 2 017 zu diesem neuen Dokument und zu den betreffenden Ausführungen des Beschwerdeführers vom 7. November 2017. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 28. August 2017 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c). 2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.1 Die IV-Stelle gab zur Klärung des Gesundheitszusta ndes und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten bei Dr. med. E.____, Psychiatrie und Psychot herapie FMH, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches dieser am 13. April 201 7 erstattete. Darin hielt der Experte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Asperger-Syndrom (ICD-10 F84.5) und eine rezidivierende depressive Störung, zurzeit leichte E pisode (ICD-10 F.33.0), fest. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. E.____ aus, es mü sse davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsfähigkeit des Exploranden durch beide der genan nten Leiden beeinträchtigt werde. Im Vordergrund stehe aktuell jedoch die Asperger-Symptom atik, da lediglich eine leichte depressi- ve Episode vorliege. Unter diesen Gesichtspunkten könne es als Erfolg gewertet werden, dass der Explorand zum jetzigen Zeitpunkt einer 60 %-igen A rbeitstätigkeit nachgehen könne. Dabei müsse jedoch festgehalten werden, dass es sich dabei um ein e äusserst angepasste Tätigkeit handle, da der Explorand drei Tage am Stück die gesamt e Arbeit erledigen könne und danach vier Tage “frei habe“. Zudem entspreche die Tätigkeit einer absoluten Routinetätigkeit, da der Explorand nur Steuererklärungen für Privatpersonen erste lle. Des Weiteren müsse darauf hin- gewiesen werden, dass diese Tätigkeit weit weg vom Au sbildungs- und Intelligenzniveau des Exploranden (Master of Law, IQ von 138) entfernt sei. I nsgesamt könne somit von einer 40 %- igen Reduktion der Arbeitsfähigkeit als Sachbearbeit er (Erstellen von Steuererklärungen) seit mindestens März 2016 ausgegangen werden, was auch im he ute durchgeführten Mini-ICF- APP-Rating-Bogen bestätigt werde, seien darin doch d eutliche Beeinträchtigungen bei Flexibili- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht tät und Umstellungsfähigkeit, Anwendung fachlicher Ko mpetenzen, Durchhaltefähigkeit, Selbst- behauptungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten, Gru ppenfähigkeit und Spontanaktivitäten gefunden worden. Für die Arbeitsfähigkeit als Jurist müsse eine tiefere Arbeitsfähigkeit ange- nommen werden, da der Explorand auf stereotype Arbeitsabläufe angewiesen sei. 4.2 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des G esundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. E.____ in sei- nem psychiatrischen Gutachten vom 13. April 2017 gelangt ist. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten die Ausübung einer angepassten Tät igkeit (juristischer Mitarbeiter, Steuersachbearbeiter) im Umfang von 60 % zumutbar sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdi- gung ist nicht zu beanstanden. Das Gutachten von Dr. E .____ weist weder formale noch inhalt- liche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verl angt wird (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c) - für die streitige n Belange umfassend, es beruht auf allseiti- gen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschw erden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, e s setzt sich mit den vorhandenen ärztli- chen Einschätzungen auseinander und es ist in den Schlu ssfolgerungen überzeugend. Insbe- sondere nimmt der Gutachter auch eine schlüssige Beurtei lung der Arbeitsfähigkeit des Versi- cherten vor. Zu ergänzen bleibt, dass dieser medizinische Sachverhalt und die vorinstanzliche Würdigung desselben vom Versicherten in seiner Beschwerde denn auch - zu Recht - nicht in Frage gestellt werden. Somit kann von zusätzlichen Ausführungen hierzu abgesehen werden. 5.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 5.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Ermittlung des im Gesundheitsfall von der versicherten Person erzielbaren E inkommens hat so konkret wie mög- lich zu geschehen (U LRICH MEYER / MARCO REICHMUTH , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalide nversicherung, 3. Auflage, Zü- rich/Basel/Genf 2014, Art. 28a N. 48 ff.). In der Re gel wird am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste n Verdienst angeknüpft, da er- fahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitssch aden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1). Eine berufliche Weiterentwicklung, die eine versicherte Person norma- lerweise vollzogen hätte, ist mitzuberücksichtigen (M EYER /R EICHMUTH , a.a.O., Art. 28a N. 63). Ist ein entsprechendes Einkommen nicht konkret zu ermitteln , können nach der Rechtspre- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statisti k periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3.). Auf Erfah- rungs- und Durchschnittswerte darf nur unter Mitberücksicht igung der für die Entlöhnung im Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Fak toren abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2). 5.3.1 In der angefochtenen Verfügung ermittelte die IV-Stelle das Valideneinkommen des Versicherten unter Heranziehung von Tabellenlöhnen der LSE. Dabei ging sie davon aus, dass der Versicherte im Gesundheitsfall als Jurist in einem Vollpensum tätig wäre. Gestützt auf die Lohnangaben der LSE 2014, Tabelle 11, Sektor 1 (Uni versitäre Hochschule, Kompetenzniveau der Tätigkeit: ohne Kaderfunktion, Spalte Männer, Fr. 8‘279.-- monatlich) und nach Anpassung dieses Betrages an die Nominallohnentwicklung und Umrechn ung auf die betriebsübliche wö- chentliche Arbeitszeit gelangte sie zum Ergebnis, dass de r Versicherte im Jahr 2015 in einer solchen Tätigkeit ein Jahreseinkommen von Fr. 103’881.-- hätte erzielen können. 5.3.2 Der Beschwerdeführer erachtet den genannten Bet rag als deutlich zu tief. Er weist da- rauf hin, dass er das Studium problemlos absolviert und sich auf die Anwaltsprüfung vorbereitet habe. Bereits als Praktikant habe er in seinem vierzehnmonatigen Einsatz in der Anwaltskanzlei B.____ ein Einkommen von Fr. 98‘584.-- erzielt, was einem Jahresgehalt von rund Fr. 84‘500.-- entspreche. Es sei anzunehmen, dass er im Gesundheitsf all längst die Anwaltsprüfung absol- viert und eine Stelle in Zürich mit einem deutlich höheren Jahreseinkommen als das von der IV- Stelle angenommenen Gehalt von Fr. 103‘881.-- angetreten hätte. Ohne die psychische Beein- trächtigung wäre ihm eine sehr anspruchsvolle und lukrat ive Tätigkeit möglich und er würde ein Einkommen von mindestens Fr. 150’000.-- erzielen, was dem Mindestlohn bei der Anwaltskanz- lei B.____ im ersten Jahr als Mitarbeiter mit Anwaltspatent entspreche. 5.3.3 In ihrer Vernehmlassung hält die IV-Stelle den Vorbringen des Beschwerdeführers ent- gegen, dass dieser bei der genannten Anwaltskanzlei led iglich ein Volontariat absolviert habe. Dass er im Anschluss daran eine Festanstellung erhalten un d in einer solchen - wie in der Be- schwerde geltend gemacht - ein Valideneinkommen von Fr. 150‘000.-- erzielt hätte, sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Aus diesem Grund rechtfertige sich ein Abstellen auf die LSE-Tabellenlöhne. 5.4 Bei dem im Gesundheitsfall erzielten Einkommen h andelt es sich um eine hypotheti- sche Tatsache, für welche der im Sozialversicherungsrecht üb liche Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit gilt (MEYER /R EICHMUTH , a.a.O., Art. 28a N. 62). Auch wenn es sich nachträglich kaum je exakt sagen lässt, wie der Berufsweg e iner versicherten Person ohne Er- krankung verlaufen wäre, sprechen vorliegend doch verschi edenste Aspekte dafür, dass der Versicherte im Gesundheitsfall das Anwaltspatent erlang t und seine berufliche Laufbahn auf eine Tätigkeit als Wirtschaftsanwalt im Raum Zürich fixie rt gewesen wäre. So kann der Be- schwerdeführer vorab einen überdurchschnittlichen Univer sitätsabschluss (magna cum laude) vorweisen. Im Weiteren kann dem Arbeitszeugnis der Rechtsa nwälte B.____ vom 29. August 2014 entnommen werden, dass der Versicherte im Hinblick a uf die Erlangung des Anwaltspa- tentes während eines im Vergleich zu sonstigen Volontar iaten eher längeren Zeitraums von Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht vierzehn Monaten als Substitut in deren „international ausgerichteter, wirtschaftsrechtlich orien- tierter Kanzlei“ tätig gewesen ist, wobei ihm die Arbe itgeber „sowohl in qualitativer wie auch in quantitativer Hinsicht eine hervorragende Arbeitsleistun g“ attestieren. Zudem bringen sie der Hoffnung Ausdruck, den Versicherten „nach bestandener Anw altsprüfung wieder einstellen zu dürfen.“ Die geschilderten Punkte sind nun aber erhebl iche Indizien dafür, dass sich die berufli- che Laufbahn des Beschwerdeführers in dem von ihm geschi lderten Sinne entwickelt hätte. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle ist deshalb mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Besch werdeführer im Gesundheitsfall das Anwaltspatent erlangt und eine Tätigkeit als Wirtschaft sanwalt im Raum Zürich aufgenommen hätte. 5.5 Bei diesem Zwischenergebnis stellt sich die Frage, w as der Beschwerdeführer in einer Tätigkeit als junger Wirtschaftsanwalt im Raum Zürich verdienen könnte. In der Beschwerde macht der Versicherte diesbezüglich geltend, dass er ein Einkommen von mindestens Fr. 150’000.-- erzielen würde, was dem Mindestlohn bei der Anwaltskanzlei B.____ im ersten Jahr als Mitarbeiter mit Anwaltspatent entspreche. Be i dieser Schilderung des Beschwerdefüh- rers handelt es sich um eine reine Parteibehauptung, d ie durch keinerlei Belege - beispielswei- se durch eine schriftliche Bestätigung der genannten Kanzlei - belegt ist. Auf diese Lohnangabe kann selbstverständlich nicht abgestellt werden. Die IV-S telle hat ihrerseits keine konkreten Abklärungen über den Lohn eines jungen Wirtschaftsanwal ts im Raum Zürich getroffen, ist sie bei der Bemessung des Valideneinkommens doch davon ausg egangen, dass der Versicherte als Jurist ohne Anwaltspatent tätig wäre, was dazu geführt hat, dass sie auf die Lohnzahlen der LSE 2014, Tabelle 11, Sektor 1 (Universitäre Hochschule, Kompetenzniveau der Tätigkeit: ohne Kaderfunktion) abgestellt hat. Bei dieser Ausgangslage ist die Angelegenheit zur Neubemes- sung des Valideneinkommens des Beschwerdeführers an die IV -Stelle zurückzuweisen. Diese wird abzuklären haben, was der Versicherte in einer Tät igkeit als junger Wirtschaftsanwalt im Raum Zürich verdienen könnte. Wie das Bundesgericht in einem jüngst ergangenen, dieselbe Fragestellung betreffenden Fall festgehalten hat, kön nen als Indiz dafür, welche Löhne jungen Anwälten bezahlt werden, allenfalls Erkundigungen bei m Zürcher - oder beim Schweizerischen - Anwaltsverband dienen (Urteil A. des Bundesgerichts vom 8. September 2017, 8C_ 379/2017, E. 5.2 am Ende). 5.6 Nicht zu beanstanden ist die vorinstanzliche Bemessung des Invalideneinkommens. Nach der Rechtsprechung ist bei dessen Festsetzung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person ko nkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumu lativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verblei bende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen au s der Arbeitsleistung als ange- messen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der t atsächlich erzielte Verdienst als Invali- denlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2). Eine solche Konstellation ist hier - und darin besteht zwischen den Parteien Einigkeit - gegeben. Laut gutachterlich er Beurteilung von Dr. E.____ ist der Versi- cherte in seiner in einem Pensum von 60 % ausgeübten T ätigkeit als Steuersachbearbeiter bei der D.____ AG aus medizinischer Sicht optimal eingeglie dert, d.h. er schöpft seine Arbeitsfä- higkeit in zumutbarer Weise voll aus, es handelt sich be i dieser Anstellung zweifellos um ein Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht stabiles Arbeitsverhältnis und es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach es sich beim Jahresgehalt von Fr. 45‘240.--, welches der Versicherte i m Rahmen dieser Tätigkeit erzielt, um einen Soziallohn handeln könnte. Somit hat die IV-Ste lle in der angefochtenen Verfügung dem Einkommensvergleich in zutreffender Weise den genannten Jahreslohn als Invalideneinkom- men zu Grunde gelegt. Dies wird den auch vom Beschwer deführer zu Recht nicht in Frage ge- stellt. 5.7 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass das von der IV-Stelle ermittelte Inva- lideneinkommen des Versicherten von Fr. 45‘240.-- nicht zu beanstanden ist. Demgegenüber bedarf das Valideneinkommen des Beschwerdeführers weite rer Abklärungen durch die IV- Stelle. Diese wird zu prüfen haben, was der Versicherte in einer Tätigkeit als junger Wirt- schaftsanwalt im Raum Zürich verdienen könnte. Die Angelegenheit ist zu diesem Zweck an die IV-Stelle zurückzuweisen. 6.1 Zwischen den Parteien ebenfalls strittig ist schliessli ch die Frage, wann das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG zu laufen begonnen h at. Während die IV-Stelle der Auffassung ist, dass dies nach Abschluss des Studiums im Herbst 2012 der Fall gewesen sei, vertritt der Beschwerdeführer den Standpunkt, dass der Beginn des War tejahres auf den 1. April 2014 fal- le. Zur Begründung dieser Auffassung macht er geltend , er sei in der Lage gewesen, vom 1. Februar 2013 bis 31. März 2014 ein Praktikum in ein er Zürcher Anwaltskanzlei zu absolvie- ren. Danach sei ihm krankheitsbedingt keine Arbeitstätig keit mehr möglich gewesen. Die eine Arbeitsstelle, die er am 1. Dezember 2015 angetreten habe, habe er noch in der Probezeit so- gleich per Ende Dezember 2015 wieder verloren. Richtigerweise hätte die IV-Stelle deshalb den Beginn des Wartejahres auf anfangs April 2014 ansetze n und den Rentenanspruch ab April 2015 bejahen müssen. Zufolge verspäteter Anmeldung ergäbe sich der Rentenbeginn weiterhin ab Januar 2016, das von ihm in den Jahren 2013 und 2014 erzielte Einkommen sei jedoch bei der Berechnung des konkreten Rentenbetreffnisses noch zu berücksichtigen. Seine Invaliden- rente würde damit selbst bei gleichbleibendem Invalidi tätsgrad - wenn auch geringfügig - höher ausfallen. 6.2 Diesen Ausführungen des Beschwerdeführers ist beizupf lichten. Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG setzt der Rentenanspruch unter anderem vorau s, dass die versicherte Person wäh- rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschni ttlich mindestens 40 % arbeitsun- fähig gewesen ist (lit. b). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung liegt gemäss Art. 29 ter der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 vor, wenn die versicherte Person an min destens 30 aufeinanderfolgenden Ta- gen voll arbeitsfähig war. Vorliegend war der Versiche rte ab Herbst 2012 vorübergehend voll arbeitsunfähig. Das Wartejahr, welches in diesem Zeitpu nkt - ein erstes Mal - zu laufen begon- nen hat, wurde jedoch mit der per 1. Februar 2013 e rfolgten Aufnahme der Tätigkeit des Versi- cherten bei der Anwaltskanzlei B.____ unterbrochen, war der Versicherte doch ab diesem Zeit- punkt während 14 Monaten wieder voll arbeitsfähig. Etwas anderes lässt sich dem Arbeitszeug- nis der genannten Anwaltskanzlei jedenfalls nicht entnehmen. Somit liegt aber gemäss Art. 29 ter IVV ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkei t im Sinne der Bestimmung von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG vor. Ab April 2014 war dem Versicher ten dann krankheitsbedingt keine Arbeits- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht tätigkeit mehr möglich, d.h. das Wartejahr hat im April 2014 (erneut) zu laufen begonnen und es ist, da es während der nächsten zwölf Monate zu keiner w esentlichen Unterbrechung der Ar- beitsunfähigkeit mehr gekommen ist, im April 2015 abg elaufen. Dies hat, wie der Beschwerde- führer zutreffend geltend macht, zur Folge, dass das von ihm in den Jahren 2013 und im ersten Quartal 2014 erzielte Einkommen bei der Berechnung d es konkreten Rentenbetreffnisses mit zu berücksichtigen ist. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet. 7. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die B eschwerde teilweise gut- zuheissen, die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Ba sel-Landschaft vom 2. August 2017 aufzuheben und festzustellen ist, dass das Wartejahr gem äss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG im April 2014 zu laufen begonnen hat. Im Weiteren ist die Ang elegenheit zur Neubemessung des Vali- deneinkommens im Sinne der Erwägungen und zum anschlie ssenden Erlass einer neuen Ver- fügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen. 8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdever fahrens zu befinden. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit z um weiteren Vorgehen im Sinne der Er- wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessua- ler Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständ ig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstan zen - vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten auf erlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Dem Beschwerde- führer ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Re chtsvertreterin des Beschwerdefüh- rers hat in ihrer Honorarnote vom 31. Oktober 2017 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 7 Stunden und 40 Minuten ausgewiesen, was sich in Anbetracht der sich stellen- den Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelan- genden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Ni cht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 163.3 0. Dem Beschwerdeführer ist des- halb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘24 6.35 (7 Stunden und 40 Minuten Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht à Fr. 250.- + Auslagen von Fr. 163.30 zuzüglich 8 % M ehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und d ie angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 2. August 2017 wird aufgehoben. Es wird festgestellt, dass das Wartejahr gem äss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG im April 2014 zu laufen begonnen h at. Im Weiteren wird die Angelegenheit zur Neubemessung des Validene inkommens im Sinne der Erwägungen und zum anschliessenden Erlass e iner neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2‘246.35 (inkl. Ausla gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht