Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 17. Juni 2015 (810 14 335) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung Besetzung Vorsitzender Niklaus Ruckstuhl, Kantonsri chter Markus Clausen, Christian Haidlauf , Edgar Schürmann, Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschreiber Sandro Jaisli Parteien A. ____ , Beschwerdeführe r, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g und Wegweisung (RRB Nr. 1615 vom 28. Oktober 2014) A. Nachdem der serbische Staatsangehörige A.____, g eboren 1995, bereits im Jahr 1995 mit seinen Eltern B.____ und C.____ in der Schweiz erfolglos Asyl beantragt hatte, tauchte die Familie am Ende des Jahres 1999 unter, nachdem sie seitens des damaligen Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF) aufgefordert worden war, die Schw eiz zu verlassen. Anfangs Mai 2000 reiste die Familie erneut als Asylbewerber in die Schweiz ein. Nachdem das BFF mit Verfügung vom 11. Mai 2000 auf die Asylgesuche nicht eintrat und gleichzeitig die Wegweisung der Familie sowie den Vollzug der Wegweisung anordnete und diese Anordnung mit diversen Rechtsmitteln angefochten wurde, hiess die Schweizerische Asylrekurskommission mit Urteil vom 19. Oktober 2006 die gegen eine Wiedererwägungsverfügung des Bu ndesamtes für Migration (BfM) betref- fend Wegweisungsvollzug erhobenen Beschwerde der Fa milie D.____ gut und wies das BfM Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht an, die Familie vorläufig aufzunehmen. Die Unzumutba rkeit der Wegweisung wurde mit dem schlechten gesundheitlichen Zustand der Mutter und der Geburt des Bruders von A.____, E.____, vom 30. April 1998 begründet. Mit Schreiben vom 25. Juni 2008 stimmte das BfM der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an A.____ inf olge Vorliegen eines Härtefalles zu, stellte damit das Erlöschen der vorläufigen Aufnahme fest und teilte dies dem Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) mit. In der Folge wurde die Aufenthaltsbewilligung von A.____ jährlich und zuletzt im Juni 2012 bis am 23. Juni 2013 verlängert. B. Seit dem Jahr 2006 ist A.____ wiederholt sowohl str afrechtlich als auch anderweitig negativ in Erscheinung getreten. Mit Strafbefehl vom 9. Februar 2011 wurde er wegen versuch- ter Nötigung, mehrfacher Tätlichkeiten, geringfügige n Diebstahls und mehrfacher Wiederhand- lung gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel un d die psychotropen Stoffe (BetmG) vom 3. Oktober 1951 mit jugendstrafrechtlichen Massnahmen sanktioniert. In der Folge beteilig- te sich A.____ im Juni 2011 an einer Serie von mehrfa chen massiven tätlichen Übergriffen und Raubtaten, für welche er vorübergehend in Haft genomm en wurde. Aufgrund der erheblichen Störung des Sozialverhaltens, der Notwendigkeit der För derung der beruflichen und persönli- chen Entwicklung und zur Verhinderung einer deliktischen R ückfallgefahr, verfügte die Jugend- anwaltschaft Basel-Landschaft (Jugendanwaltschaft) am 8. Februar 2012 die umgehende Un- terbringung von A.____ im Jugendheim F.____ im Sinne einer vorsorglichen stationären Schutzmassnahme. Die dagegen erhobene Beschwerde wies da s Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, mit Beschluss vom 20. März 2012 ab. Mit Urt eil des Jugendgerichts Basel- Landschaft vom 10. Juli 2012 wurde A.____ aufgrund versuchten Raubes, mehrfachen Angriffs, versuchter einfacher Körperverletzung und mehrfacher te ilweise versuchter Nötigung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten verurteilt. C. In der Folge sprach das AfM am 31. Oktober 2012 ge gen A.____ eine förmliche Ver- warnung aus und teilte diesem mit, dass er mit der Wegw eisung aus der Schweiz zu rechnen habe, falls er erneut straffällig werden sollte oder f alls weitere bereits begangene Straftaten be- kannt würden. In ihrer Vollzugsverfügung vom 17. Septe mber 2013 ordnete die Jugendanwalt- schaft an, dass die Unterbringung von A.____ im Jugendhei m F.____ weiterzuführen sei. Am 26. September 2013 erliess die Jugendanwaltschaft wegen Diebstahls und Wiederhandlungen gegen das BetmG einen erneuten Strafbefehl gegen A._ ___. Zudem verfügte sie am 24. Oktober 2013 die kurzfristige Umplatzierung von A.____ in ein Untersuchungsgefängnis, da dieser wiederholt aus der Erziehungseinrichtung F.____ entwichen war. Mit Vollzugsverfügung vom 24. März 2014 beendete die Jugendanwaltschaft schlie sslich die stationäre Schutzmass- nahme im Jugendheim F.____, da diese keine erzieherische oder therapeutische Wirkung mehr entfalten könne. D. Da A.____ trotz förmlicher Verwarnung seitens des AfM vom 31. Oktober 2012 zwi- schenzeitlich erneut rund 20 mal aus dem Jugendheim F.__ __ geflohen und erneut straffällig geworden sei, eröffnete das AfM A.____ am 13. November 2013, dass es erwäge, seine Auf- enthaltsbewilligung zu widerrufen beziehungsweise nicht zu verlängern und gewährte ihm gleichzeitig das rechtliche Gehör. Mit Schreiben vom 10 . Dezember 2013 liess sich A.____ da- hingehend vernehmen, dass ihm nun bewusst geworden sei, dass sich bei ihm fundamental Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht etwas ändern müsse und er sich daher für die Zukunft vorn ehme, ein deliktfreies Leben zu füh- ren und vom Cannabiskonsum wegzukommen. Mit Verfügung vom 20. Januar 2014 verfügte das AfM die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung von A.____ und ordnete die Ausreise aus der Schweiz auf den Zeitpunkt der (bedingten) Entl assung aus dem Strafvollzug respektive der Massnahme an. E. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Dr. Nicolas Roulet, Advokat, mit Eingabe vom 28. Januar 2014 Beschwerde beim Regierungsr at des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat), welcher diese mit Regierungsratsbeschlus s Nr. 1615 vom 28. Oktober 2014 abwies. Er erwog im Wesentlichen, dass A.____ gestützt a uf die nationale Ausländergesetzge- bung (Art. 8 Ziffer 1 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 und Art. 13 der Bundesverf assung der Schweizerischen Eid- genossenschaft (BV) vom 18. April 1999) keinen Anspru ch auf Aufenthalt in der Schweiz abzu- leiten vermöge. Das Bejahen des Widerrufstatbestandes von Art. 62 lit. c des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. De zember 2005 durch das AfM sei in keiner Art und Weise zu beanstanden, habe sich A.____ d och während seiner gesamten Ado- leszenz weder von schulischen noch erzieherischen noch strafre chtlichen Sanktionierungen davon abhalten lassen, unter Verletzung von teils hochw ertigen Rechtsgütern (wie Leib und Leben, psychische Integrität etc.) und mit einer gewissen Regelmässigkeit gegen diverse Re- gelwerke zu verstossen. Zudem sei A.____ auch während lau fendem Ausweisungsverfahren erneut straffällig geworden, indem er am 25. Mai 2014 zusammen mit seinem Bruder und einem anderen Mittäter einen Diebstahl eines Personenwagens begangen habe. Gemäss dem Verhaf- tungsrapport der Stadtpolizei G.____ vom 25. Mai 2014 sei A.____ geständig gewesen. Unter diesen Umständen könne hinsichtlich des Legalverhaltens von A.____ keine gute Prognose gestellt werden. F. Gegen diesen Entscheid des Regierungsrats hat A.____, weiterhin vertreten durch Nicolas Roulet, mit Eingabe vom 6. November 2014 Beschw erde beim Kantonsgericht, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht) erhoben, welche er mit Eingabe vom 7. Januar 2015 begründete. Darin beantragt er, es sei die Verfügung des Regierungsrats vom 28. Oktober 2014 vollumfänglich abzuweisen. Dementsprechen d sei dem Beschwerdeführer weiterhin der Aufenthalt im Kanton Basel-Landschaft zu bewilligen und von einer Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz abzusehen, eventua liter sei die Angelegenheit zur neuen Entscheidung an das AfM zurückzuweisen. Diese Rechtsbegehren stellte der Beschwer- deführer unter o/e-Kostenfolge. Eventualiter sei dem B eschwerdeführer die unentgeltliche Pro- zessführung und Verbeiständung mit dem Unterzeichnenden Advokaten für das vorliegende sowie für das vorinstanzliche Beschwerdeverfahren zu bewill igen. Seine umfangreiche Be- schwerde begründet der Beschwerdeführer im Wesentlichen folgendermassen: Bis zur eigentlichen Regelung des Aufenthalts der Familie D.____ im Jahr 2008 seien 13 Jahre vergangen, was für den Beschwerdeführer keine zu unterschät zende psychische Belastung dargestellt habe. In Bezug auf die Delinquenz im Jahr 2 011 führt der Beschwerdeführer weiter aus, dass diese keine derartige war, die von ihm allein ausgegangen wäre, sondern eine, die aus der Dynamik der damaligen Peergroup hervorgegange n sei. Sowohl in der Beobachtungs- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht station H.____ als auch im Jugendheim F.____ sei es nicht gelungen, ein nachhaltiges Vertrau- en zum Beschwerdeführer aufzubauen. Ein solches Vertrauen habe nur gegenüber dem ambu- lanten Therapeuten des Instituts für Gewaltberatung, I .____, bestanden. Der Beschwerdeführer lebe zurzeit bei seiner Mutter und könne dank persönlich er Beziehung seiner (mittlerweile ge- trennten) Eltern zur Familie J.____ bei dieser einer ze itlich auf ca. 6 Stunden pro Woche be- grenzten Erwerbsarbeit nachgehen. Dort könne er bis au f weiteres im Privathaushalt Garten-, Reparatur- (insbesondere Maler-), Räumungs- und Reinigungsarbeiten durchführen. Zudem sei es dem Beschwerdeführer dank externer Unterstützung gelun gen, eine über die Anstellung der Familie J.____ hinausgehende bezahlte Beschäftigung be i der K.____ zu bekommen. Der Be- schwerdeführer macht weiter geltend, dass seine Entwicklu ng seitens der Vorinstanz weitest- gehend auf der Grundlage seines Aufenthalts in der Be obachtungsstation und im F.____ skiz- ziert worden sei. Positive Ansätze, wie die Teilnahme an der ambulanten Gewaltprävention, seien kaum berücksichtigt worden. Zudem sei kaum thematisie rt worden, dass sich die im Juli 2012 zu beurteilenden Straftaten des Beschwerdeführers allesamt in einer äusserst kurzen Zeitspanne ereignet hätten, in welcher der Beschwerdeführer noch in der Pubertät gewesen sei. In rechtlicher Hinsicht führt der Beschwerdeführer aus, dass weder Art. 62 lit. b noch lit. c AuG eine genügende gesetzliche Grundlage darstellen würden, um einer vollständig in der Schweiz aufgewachsen Person eine Bewilligung zu widerrufen und diese aus der Schweiz wegzuweisen. Als Erwachsener habe sich der Beschwerdeführer – ausser Ver stössen gegen die Anstaltsord- nung des Jugendheims F.____ – bisher nichts zu Schulden kommen lassen. Seine persönliche Entwicklung seit den gravierendsten Vorfällen im Jahr 20 11 müsse als vielversprechend be- zeichnet werden, weshalb ein allfälliges Rückfallrisiko u nter Berücksichtigung der gesamten Umstände als rein theoretischer Natur bezeichnet werden müsse. Die angefochtene Verfügung verletze zudem das Recht des Beschwerdeführers auf Fam ilien- und Privatleben nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK. Schliesslich verfüge der Beschwerdeführer in Serbien über keinerlei soziales Netzwerk, weshalb die angefochtene Verfügung der Nichtve rlängerung der Aufenthaltsbewilli- gung und Wegweisung nicht verhältnismässig sei und Bundesrecht verletze. G. In seiner Vernehmlassung vom 6. Februar 2015 beantr agt der Regierungsrat, die Be- schwerde sei unter o/e-Kostenfolge abzuweisen. H. Mit Verfügung vom 11. März 2015 wurde die Beschwerd e der Kammer zur Beurteilung überwiesen. I. Mit Eingabe vom 12. März 2015 beantragt der Beschwer deführer die Feststellung, dass seitens des Beschwerdegegners keine fristgerechte Beschwerdeantwort eingegangen sei. Deshalb sei die Vernehmlassung für den Beschwerdegegner vom 6. Februar 2015 aus dem Recht zu weisen und aus den Verfahrensakten zu entnehmen. J. In seiner Eingabe vom 8. April 2015 beantragt der Regierungsrat die vollumfängliche Abweisung des Verfahrensantrages des Beschwerdeführers vom 12. März 2015. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. Am 27. Mai 2015 reicht der Beschwerdeführer dem Ka ntonsgericht den Bericht von I.____, Gewaltpädagoge des Instituts für Gewaltberatu ng, vom 18. Mai 2015 ein. Mit Eingabe vom 3. Juni 2015 reicht der Beschwerdegegner aktuelle Unterlagen der Polizei Basel- Landschaft, welche den Bechwerdeführer betreffen, ein. L. Auf die weiteren Vorbringen und Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Ka ntonsgericht zulässig. Der Be- schwerdeführer ist als Adressat vom angefochtenen Beschluss be rührt und hat ein schutzwür- diges Interesse an dessen Aufhebung. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind und sowohl die örtliche als auch die sachliche Zustän digkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gem äss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Untersch reitung oder Missbrauch so- wie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des S achverhalts gerügt werden. Die Beur- teilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dage gen – abgesehen von hier nicht vor- liegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob d ie Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegwe isung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 AuG, vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustä ndige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzl ichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Die ausländische Person hat somit grun dsätzlich keinen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflich- tungen sehen einen solchen vor (BGE 133 I 189 E. 2.3; PETER UEBERSAX in: Peter Uebersax/ Beat/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, N 7.84 ff.). 4.2 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zw ischen der Schweiz und Serbi- en keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welche dem Beschwerdeführer mit seinem Aufenthaltsstatus einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumt. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Auch die innerstaatliche Ausländerrechtsgesetzgebung gewährt dem Beschwerdefüh- rer kein Anrecht auf Aufenthalt. 4.4 Des Weiteren macht der Beschwerdeführer einen Anwe senheitsanspruch aus dem Grundrecht auf Achtung des Privat- und Familienlebens geltend. Der Beschwerdegegner ver- neinte im angefochtenen Beschluss einen entsprechenden gr undrechtlichen Anspruch, da we- der der Beschwerdeführer noch seine ebenfalls in der S chweiz lebenden Eltern und Geschwis- ter hier über gefestigte Anwesenheitsrechte verfügen w ürden und keine Hinweise auf ein be- sonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem erwachsenen Be schwerdeführer und seinen Eltern vorhanden seien. Damit sei der Schutzbereich dieses Grundrechts nicht eröffnet. 4.4.1 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie dem inhalt lich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 BV geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienle bens können ausländische Staatsan- gehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Au fenthalt oder Verbleib in einem anderen Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitglie- dern führt (ANDREAS ZÜND / THOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schwei- zerischen Ausländerrecht, EuGRZ 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Wie der Beschwerde- gegner grundsätzlich zutreffend festhält, ist der Anspru ch auf Familienleben auf die Kernfamilie beschränkt, welche bei erwachsenen Personen deren Ehepar tner und die eigenen Kinder um- fasst (BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1) . Der nicht verheiratete und kinderlose Beschwerdeführer ist volljährig, weshalb er sich im Verhä ltnis zu seinen Eltern und zu seinem Bruder – mangels Abhängigkeitsverhältnis (vgl. hierzu BG E 137 I 154 E. 3.4.2; Urteil des EGMR Ezzouhdi gegen Frankreich [47160/99] vom 13. Febr uar 2011 § 34) – nicht auf den Schutzbereich des Anspruchs auf Familienrecht berufen kan n. Indessen gehen der Europäi- sche Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) und das Bundesge richt in ihrer Rechtsprechung in Fällen von aufenthaltsbeendenden Massnahmen erwachse ner Ausländer der zweiten Gene- ration von einem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben aus (BGE 130 II 281 E. 3.2.2; BGE 129 II 193 E. 5.4; Urteil des Bund esgerichts 2C_480/2013 vom 24. Oktober 2013 E. 4.4.1; Urteil des EGMR M.P.E.V. et al. gegen die Schweiz [3910/2013] vom 8. Juli 2014 § 32; Urteil des EGMR Maslov gegen Österreich [1638/03] vom 23. Juni 2008 § 63). Dabei wird nicht verlangt, dass notwendigerweise die Bedingungen f ür einen allein aus dem Schutz des Privatlebens abgeleiteten Bewilligungsanspruch (überdurc hschnittliche, besondere Integration) vorliegen müssten (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_451/2009 E. 2.2). Nach der Rechtsprechung fallen die sozialen Bin dungen eines Ausländers im Aufent- haltsstaat und zur Gemeinschaft, in der er lebt – insb esondere wenn er im Aufenthaltsstaat ge- boren wurde –, in den Schutzbereich des Privatlebens. Un abhängig vom Bestehen eines Fami- lienlebens wird deshalb bei im Aufenthaltsstaat gebor enen und aufgewachsenen (erwachse- nen) Ausländerinnen und Ausländern der zweiten Generat ion insbesondere dann ein Anspruch aus der kombinierten Garantie des Privat- und Familienl ebens angenommen, wenn eine auf- enthaltsbeendende Massnahme die Trennung von den hier lebenden Eltern und Geschwistern bedeutet (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts 2C_445/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 2.3; Urteil 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 E. 2.2; Urteil des Bun desgerichts 2C_551/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4; Urteil des EGMR Emre gegen die Schweiz [42034/04] vom 23. Juni 2008 § 60; Urteil des EGMR Üner gegen die Niederland e [46410/99] vom 18. Oktober 2006 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht § 59; MARTIN BERTSCHI /T HOMAS GÄCHTER , Der Anwesenheitsanspruch aufgrund der Garantie des Privat- und Familienlebens, ZBl 2003, S. 231). Die Delinquenz einer ausländischen Person lässt – bei ansonsten gegebenen Voraussetzungen – den g rundrechtlichen Schutz ihrer sozia- len Bindungen nicht dahinfallen. Dem deliktischen Ver halten und den übrigen Umständen ist vielmehr im Rahmen der vorzunehmenden Interessenabwägun g (Art. 96 AuG, Art. 8 Ziff. 2 EMRK) angemessen Rechnung zu tragen. 4.4.2 Da sich der im Alter von drei Monaten in die Sch weiz eingereiste und heute 20 jährige Beschwerdeführer unabhängig von seinem jeweiligen Auf enthaltsstatus faktisch zeitlebens in der Schweiz befand, befindet sich seine soziale Bindung in der Schweiz, welche heute unstrittig seine Heimat darstellt. Entsprechend dem Gesagten kommt vorliegend der kombinierte Schutz- bereich von Privat- und Familienleben gemäss Art. 8 Zi ff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV – ent- gegen der Ansicht der Vorinstanz – zur Anwendung (Urt eil des Kantonsgerichts, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 4. März 2015 [810 14 305], E. 3.6). 5.1 Selbst wenn sich der Betroffene grundsätzlich auf e inen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung berufen kann, besteht der Anspruch nach Art. 33 Abs. 3 AuG nur, wenn kein Widerrufsgrund nach Art. 62 AuG vorliegt. Auch der grundrechtliche Anspruch nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK gilt nicht absolut. Gemäss Art. 8 Z iff. 2 EMRK darf in das durch Ziff. 1 ge- schützte Rechtsgut eingegriffen werden, soweit der Eingri ff gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellscha ft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ord- nung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist (BGE 135 I 143 E. 2.1). 5.2 Nach Art. 62 lit. c AuG kann die Aufenthaltsbewill igung widerrufen respektive nichtver- längert werden, wenn der Betroffene erheblich oder w iederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen ha t oder diese gefährdet oder die in- nere oder die äussere Sicherheit gefährdet. Die öffe ntliche Sicherheit und Ordnung bildet dabei den Oberbegriff der polizeilichen Schutzgüter: Die öff entliche Ordnung umfasst die Gesamtheit der umschriebenen Ordnungsvorstellungen, deren Befolgu ng nach der herrschenden sozialen und ethischen Anschauung als unerlässliche Voraussetzung eine s geordneten menschlichen Zusammenlebens anzusehen ist. Die öffentliche Sicherhei t bedeutet die Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung, der Rechtsgüter der Einzelnen ( Leben, Gesundheit, Freiheit, Eigen- tum etc.) sowie der Einrichtungen des Staates. Gemäss A rt. 80 der Verordnung über Zulas- sung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. O ktober 2007 liegt ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung unter anderem vor bei einer Missachtung von gesetzli- chen Vorschriften und behördlichen Verfügungen (Abs. 1 l it. a) sowie bei mutwilliger Nichterfül- lung der öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen V erpflichtungen (Abs. 1 lit. b; vgl. S ILVIA HUNZIKER , in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Thurnher r [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, Ar t. 62 N 36 f. mit Hinweisen). Selbst wenn einzelne Verstösse für sich allein noch keinen Wide rruf rechtfertigen, kann deren wieder- holte Begehung jedoch darauf hinweisen, dass die betre ffende Person nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich an die geltende Ordnung zu halten (SILVIA HUNZIKER , a.a.O., Art. 62 N 33). Ob ein Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausländer willens und in der Lage ist, sich in die hi er geltende Ordnung einzufügen, ist anhand einer Gesamtbetrachtung seines Verhaltens zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 2.1; BGE 137 II 297 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_160/2013 vom 15. November 2013 E. 2.1.1; H UNZIKER , a.a.O., Art. 63 N 19; M ARC SPESCHA , in: Marc Spescha/Hanspeter Thür/Andreas Zünd/Peter Bo lzli [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, Zürich 2012, Art. 63 AuG N 10). Die Aufzählung durch Art. 80 Abs. 1 VZAE ist nicht abschliessend. Steht das fragliche Verhalten mit den hiesigen gesellschaftlichen Werten und Geboten in einem klaren Widerspruch, kann eine Verletzung der in der Schweiz geltenden „Ordnung “ im Sinne von Art. 62 lit. c AuG vorlie- gen. Der Widerruf muss aber im Hinblick auf das künftige Verhalten der betroffenen Person auf die gesamten Umstände im überwiegenden öffentlichen I nteresse erforderlich und verhältnis- mässig sein (BGE 139 I 145 E. 2.2). Während der Wider ruf einer Niederlassungsbewilligung nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ein „in schwerwiegender Weise“ erfolgter Verstoss gegen die öf- fentliche Sicherheit und Ordnung verlangt, setzt Art. 6 2 lit. c AuG lediglich einen „erheblichen oder widerholten“ Verstoss voraus. Damit setzt Art. 62 li t. c AuG vergleichsweise weniger hohe Anforderungen an einen Bewilligungswiderruf als Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG (BGE 137 II 297 E. 3.2). Zudem setzt Art. 62 lit. c AuG – im Unterschied zu Art. 62 lit. b AuG – nicht zwingend eine strafrechtliche Verurteilung voraus. Somit kann ei n strafbares Verhalten im Rahmen von Art. 62 lit. c AuG unabhängig von einer Verurteilung durch ein Gericht zum Widerruf einer Bewil- ligung führen, sofern es unbestritten ist oder aufgrund der Akten keine Zweifel bestehen, dass es der betroffenen Person zur Last zu legen ist. Im Übri gen können sowohl der Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. b AuG als auch derjenige nach Art. 62 lit. c AuG durch Jugendliche erfüllt wer- den, da für die Widerrufsgründe keine Altersgrenze gilt (HUNZIKER , a.a.O., Art. 62 N 28). 5.3 Aus den Verfahrensakten wird ersichtlich, dass der B eschwerdeführer seit seinem 11. Lebensjahr (2006) wiederholt zu Klagen Anlass gege ben und seit dem Jahr 2009 auch mehrmals delinquiert hat, was zweifelsohne eine erhebl iche Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung offenbart. Aus der durch da s AfM für den Zeitraum von 2006 bis 14. Januar 2014 erstellten detaillierten Auflistun g der relevanten Vorkommnisse (vgl. Verfü- gung AfM vom 20. Januar 2014) sind insbesondere der S trafbefehl der Jugendanwaltschaft vom 9. Februar 2011, mit welchem der Beschwerdeführer wegen versuchter Nötigung, mehrfa- cher Tätlichkeiten, geringfügigen Diebstahls sowie mehr facher Wiederhandlung gegen das BetmG verurteilt wurde, sowie das Urteil des Jugendger ichts Basel-Landschaft vom 10. Juli 2012, mit welchem der Beschwerdeführer wegen versuchte n Raubes, mehrfachen Angriffs, versuchter einfacher Körperverletzung und mehrfacher, te ilweiser versuchter Nötigung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten verurteilt w urde, hervorzuheben. Trotz förmlicher Verwarnung durch das AfM am 31. Oktober 2012 wurde de r Beschwerdeführer mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft vom 26. September 2013 erneut wegen Diebstahls sowie Widerhand- lungen gegen das BetmG verurteilt und floh zudem regel mässig aus dem Jugendheim F.____. Gemäss Verhaftungsrapport der Stadtpolizei G.____ vom 2 5. Mai 2014 habe der Beschwerde- führer zudem den Diebstahl eines Personenwagens zugegebe n. Indem der Beschwerdeführer über einen längeren Zeitraum und trotz Verwarnung wi ederholt und zum Teil in schwerwiegen- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Weise gegen die hiesige Rechtsordnung und damit g egen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen hat, ist der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 lit. c AuG erfüllt. 6.1 In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, ob die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) gestützt auf eine umfassende Güterabwägung verhältnismässig ersc heinen. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein . Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastunge n stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2010, Rz. 581 ff.). Im Rahmen der Ve rhältnismässigkeitsprüfung sind die be- kannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Situation, Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, persönlich es Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 ff.; Urteil des BGer 2C_705/2013 vom 11. Novem- ber 2013 E. 3.2). Verlangt ist insofern eine Abwägun g der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am weiteren Aufenthalt und der öffentliche n Interessen an dessen Beendigung, wo- bei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich d er Eingriff als notwendig erweist. Analoge Voraussetzungen ergeben sich aus Art. 36 BV im Hinblick auf einen Eingriff in Art. 13 BV und aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK im Hinblick auf einen E ingriff in Art. 8 Ziff. 1 EMRK (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des EGMR zu Art. 8 EMRK sind zur Beurteilung der Zulässigkeit aufenthaltsbeendender Massnahmen bei ausländischen Person en der zweiten Generation die- selben Kriterien heranzuziehen, die das Bundesgericht l andesrechtlich anwendet (Z ÜND /H UGI YAR , a.a.O., S. 13; BGE 139 I 31 E. 2.3.3). Daraus folg t, dass eine Massnahme, die sich im Sinne von Art. 96 Abs. 1 AuG als verhältnismässig erweist, grundsätzlich auch der Prüfung nach Art. 8 EMRK standhält (vgl. Urteil des Bundesgerich ts 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 4). Die anzuwendenden Kriterien bestehen nach der Rechtsprechung zunächst aus der Art und Schwere der vom Betroffenen begangenen Straftate n, wobei besonders ins Gewicht fällt, ob er diese als Jugendlicher oder als Erwachsener begang en und es sich dabei um Gewaltde- likte gehandelt hat oder nicht. Weiter sind die Dauer des Aufenthalts im Land, die seit der Tat- begehung verstrichene Zeit und das seitherige Verhalten des Betroffenen zu berücksichtigen. Zu beachten sind sodann die sozialen, kulturellen und fa miliären Bindungen zum Aufenthalts- staat und zum Herkunftsland, der gesundheitliche Zustan d sowie die mit der aufenthaltsbeen- denden Massnahme verbundene Dauer der Fernhaltung (Ur teil des Bundesgerichts 2C_846/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 2.3; BGE 139 I 145 E. 2.4; BGE 139 I 31 E. 2.3.3; Urteil des EGMR Gablishvili gegen Russland [39428/12] v om 26. Juni 2014 § 47; Urteil des EGMR Kissiwa Koffi gegen die Schweiz [38005/07] vom 15 . November 2012 § 63; Urteil des EGMR Emre gegen die Schweiz [42034/04] vom 23. Juni 2008 § 65 ff.). 6.2 Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili- chen Ziele eine geeignete Massnahme ist. Ausländer, dere n Aufenthaltszweck weggefallen ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen . Dieses fremdenpolizeiliche Ziel kann auch nicht durch eine weniger einschneidende Massnahme erreicht werden. Die Nichtver- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht längerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung erweisen sich somit – insbesondere nach einem über eine längere Zeitspanne erfolglosen D urchlaufen von weniger einschneiden- den Massnahmen wie Verwarnung, ambulante und stationär e therapeutische Massnahmen, diverse schulische und erzieherische Massnahmen sowie gerichtliche Verurteilungen – auch als erforderlich. Dabei ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass d er Beschwerdeführer von einem auf- wendigen, speziell auf ihn ausgerichteten Setting prof itieren konnte. Dass die stationäre Mass- nahme im F.____ mit Verfügung vom 24. März 2014 mang els Aussicht auf Erfolg aufgehoben werden musste, ist einzig darauf zurückzuführen, dass der B eschwerdeführer, wie sein reniten- tes Verhalten zeigt, nicht gewillt und einsichtig ist, die ihm angebotene Hilfeleistung anzuneh- men respektive zu kooperieren und zu lernen, sich den hiesigen Gepflogenheiten anzupassen. Selbst nach Aufhebung der stationären Massnahme im F._ ___ erhielt der Beschwerdeführer weiterhin eine individuelle, auf ihn zugeschnittene am bulante Betreuung (vgl. Verlaufsbericht von I.____, Gewaltberater/Gewaltpädagoge vom 18. Mai 2015). Damit bleibt noch zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qual ifizieren ist, ob also der ange- strebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwer- deführer mit der Wegweisung auferlegt werden. Diesbez üglich muss eine Interessenabwägung vorgenommen werden. 6.3 Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei grun dsätzlich das Durchsetzen der Einwanderungspolitik in Betracht. Die Schweiz verfolgt gegenüber Ausländern ausserhalb des EU- und EFTA-Raums in Fragen der Aufenthaltsberechti gung eine restriktive Politik. Eine sol- che rechtfertigt sich im Hinblick auf ein ausgewogenes Ve rhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung gü nstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausl änder und die Verbesserung der Ar- beitsmarktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 E. 2.2.1; BGE 135 I 143 E. 2.2). Bei Ausländern, wel che sich wie der Beschwerdeführer nicht auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizer ischen Eidgenossenschaft ei- nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mit gliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA) berufen können, darf im Rahmen der Interessenabwägung abgesehen von der aktuellen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, welche von der betroffenen Einzelperson ausgeht, namentlich auch generalpräventive n Gesichtspunkten Rechnung getra- gen werden (Urteil des Bundesgerichts 2C_940/2014 vom 30. Mai 2015 E. 5.3; BGE 136 II 5 E. 4.2; BGE 130 II 176 E. 4.2 ff.). Auch das sicherhe itspolitische Interesse am Garantieren und Aufrechterhalten der öffentlichen Sicherheit und Ordn ung bildet ein wichtiges öffentliches Inte- resse, weshalb das Bundesgericht bereits vor Inkrafttreten von Art. 121 Abs. 3-6 BV eine stren- ge ausländerrechtliche Praxis verfolgte, wenn hohe Recht sgüter wie Leib und Leben oder die körperliche Integrität betroffen waren (Urteil des Bu ndesgerichts 2C_940/2014 vom 30. Mai 2015 E. 5.3). 6.4 Das private Interesse an einer Verlängerung der Auf enthaltsbewilligung, auf das sich der Beschwerdeführer beruft, gründet im Wesentlichen auf dem Argument, dass er aufgrund seiner Deutschkenntnisse, seines Beziehungsnetzes sowie seiner Arbeitsstelle gut integriert sei und die Schweiz somit seine Heimat bilde. Der heute 20-jährige Beschwerdeführer hält sich seit Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem Jahr 2006 ordnungsgemäss in der Schweiz auf. Faktisch v erbrachte er dagegen seine gesamte Kindheit hier in der Schweiz, wo sich dadurch a uch seine sozialen Bindungen befin- den. Damit steht unbestrittenermassen fest, dass sich der Beschwerdeführer auf eine lange faktische Aufenthaltsdauer berufen kann, die zu einem gewichtigen privaten Interesse des Be- schwerdeführers an einem weiteren Verbleib in der Schwe iz führt. Auf der anderen Seite ist zu berücksichtigen, dass nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG sog ar der Widerruf einer Niederlassungs- bewilligung selbst dann möglich ist, wenn eine ausländisch e Person in der Schweiz geboren wurde und ihr ganzes bisheriges Leben hier zugebracht h at (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGE 139 I 16 E. 2.2.1). 6.5 Was das Verschulden des Beschwerdeführers bei den ihm vorgeworfenen Taten be- trifft, ist festzuhalten, dass es sich insbesondere bei Ta tbeständen wie Tätlichkeiten, versuch- tem Raub, Körperverletzung, Nötigung, Angriff, Verstösse n gegen das BetmG und Diebstahl einerseits um schwere Straftaten handelt, mit denen h ochwertige Rechtsgüter wie Leib und Le- ben, Gesundheit, körperliche und psychische Integrität und Eigentum wiederholt verletzt und gefährdet wurden. Andererseits stellen die wiederholt e Straffälligkeit und die zahlreichen übri- gen Verstösse gegen die öffentliche Ordnung und Sicherh eit (selbst nach erfolgter förmlicher Verwarnung durch das AfM) in ihrer Gesamtheit einen er heblichen Verstoss gegen die hiesige Rechtsordnung dar und führen aufgrund ihrer fortgesetzten Begehung über einen längeren Zeit- raum hinweg zudem zu einer sehr schlechten Legalprognose des Beschwerdeführers. Diese – in der Legal-Biographie des Beschwerdeführers an verschiedenen Stellen geäusserte (vgl. Gut- achten der H.____-Jugendstätte vom 29. Februar 2012) – schlechte Legalprognose wird durch den vom volljährigen Beschwerdeführer eingestandenen Au todiebstahl vom 25. Mai 2014, den er sogar während dem hängigem Ausweisungsverfahren und trotz der mehrmaligen Beteue- rung, ein deliktfreies Leben führen zu wollen, begin g, in jüngster Vergangenheit erneut bestä- tigt. Somit muss auch die seit der letzten Tatbegehun g verstrichene Zeit als kurz bezeichnet werden. Unter Berücksichtigung dieser Vorkommnisse muss das latente Rückfallrisiko, dass der Beschwerdeführer erneut gegen die öffentliche Sicherhe it und Ordnung verstösst, als beträcht- lich bezeichnet werden, wobei festzuhalten ist, dass bei intensiver und/oder erheblicher Delin- quenz gegen hochwertige Rechtsgüter selbst ein gering es Restrisiko weiterer Straffälligkeit nicht in Kauf genommen werden muss. 6.6 Im Hinblick auf das Verhalten seit der letzten Ta tbegehung ist festzuhalten, dass bis zum Urteilszeitpunkt – soweit ersichtlich – keine weiteren Strafurteile gegen den Beschwerde- führer vorlagen. Mit Eingabe vom 3. Juni 2015 reichte der Beschwerdegegner Unterlagen der Polizei Basel-Landschaft ein. Darunter befinden sich unter anderem eine Anzeige vom 16. April 2014 und 3. Juni 2015 jeweils gegen den Beschwerdeführ er als Beschuldigter wegen Wider- handlung gegen das BetmG. Dabei werden dem Beschwerdef ührer zusammengefasst neben dem Betäubungsmittelkonsum auch der unbefugte Besitz von Betäubungsmittel sowie der Han- del von Betäubungsmittel vorgeworfen. Es wird ihm unter anderem auch vorgeworfen, Betäu- bungsmittel ohne medizinische Indikation an Personen un ter 18 Jahren angeboten, abgegeben und zugänglich gemacht zu haben. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufgrund der geltenden Unschuldsvermutung werden diese vom Beschwerdeführer bestrittenen Vorwürfe lediglich als Hinweis auf das Verhalten des Be schwerdeführers seit der letzten Tatbe- gehung zur Kenntnis genommen, dagegen bei der Beurtei lung der Schwere der dem Be- schwerdeführer vorgeworfenen Taten und dessen Verschulden nicht berücksichtigt. 6.7 Die persönliche Bindung des Beschwerdeführers zur Sc hweiz besteht darin, dass die- ser hier aufgewachsen ist und gute Deutschkenntnisse hat und seine Eltern und Geschwister hier leben. Darüber hinaus ist der Beschwerdeführer ab er weder sozial, kulturell noch beruflich in der hiesigen Gesellschaft integriert. Trotz zahlreich er Versuche ist es nicht gelungen, den Beschwerdeführer gesellschaftlich zu integrieren. Hinsicht lich der beruflichen Integration ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer über keine abges chlossene Ausbildung verfügt. Auf- grund seiner vielen Fehlzeiten in Lehre und Schule sowi e seinen oft sehr schwachen Leistun- gen wird – gemäss Verfügung der Jugendanwaltschaft vom 24. März 2014 – auch eine Fortfüh- rung der Anlehre als Maler nicht mehr möglich sein. D er Beschwerdeführer könne aber einen Kompetenznachweis erreichen, wenn er sich Mühe gebe. Na ch anfänglichem Einverständnis habe der Beschwerdeführer aber nach kurzer Zeit zu erkenn en gegeben, dass er auch die ge- planten Schritte zur Erreichung des Kompetenznachweises n icht wird umsetzen können bezie- hungsweise wollen. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer in keiner Art und Weise in den hiesigen Arbeitsmarkt integriert ist und es aufgrund d er Aktenlage und der angespannten und unsicheren Arbeitsmarktlage mehr als fraglich erscheint, ob eine Anstellung im ersten Arbeits- markt jemals möglich sein wird. Im Übrigen ist festzuhal ten, dass die Arbeitskraft des Be- schwerdeführers nicht als unentbehrlich im Sinne von Art. 18 ff. AuG qualifiziert werden kann. Von einer erfolgreichen beruflichen Integration kann folglich nicht die Rede sein. Nichts anderes ergibt sich aus dem vom Gewaltberater/Gewaltpädagogen im Rahmen der ambulanten Behand- lung verfassten aktuellsten Verlaufsbericht vom 18. Mai 2015. 6.8 Unter Berücksichtigung der drohenden Nachteile für den Beschwerdeführer ist unbe- stritten, dass ein Neuanfang in seinem Heimatland Serbi en mit gewissen Schwierigkeiten ver- bunden sein wird. Relativierend ist dagegen festzuhalten , dass er sein Heimatland aus regel- mässigen Urlaubsreisen kennt und auch der serbischen Sprache mächtig ist. Zudem wohnen die Grosseltern des Beschwerdeführers in Serbien. Gegen teilige Behauptungen hat dieser bis heute – trotz Aufforderung und geltender Mitwirkungsp flicht – nicht substantiiert, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist. Er verfügt damit über ein e Familie in seinem Heimatland, auf deren Unterstützung er bei seinem beruflichen und gesellschaftl ichen Neuanfang zählen kann. Ferner zu berücksichtigen ist, dass der Beschwerdeführer ledig, jung und kinderlos ist. Er befindet sich zudem bei bester Gesundheit. Diese Eigenschaften bieten ihm beste Voraussetzungen für ei- nen erfolgreichen Neustart in seinem Heimatland. Im Hi nblick auf seine fehlgeschlagene In- tegration in der Schweiz zwingt ihn die Wegweisung zudem nicht dazu, eine stabile Lebenssitu- ation in der Schweiz oder eine hier aufgebaute Existen z aufzugeben. Vielmehr stellt ein Neuan- fang in Serbien für den Beschwerdeführer eine grosse C hance dar, unter Aufgabe der hier be- stehenden Unsicherheit über seine Zukunft neu anzufange n und sich in seiner Heimat eine ei- gene Existenz aufzubauen. Dabei wird er von den hier e rworbenen Sprach- und beruflichen Kenntnissen und Erfahrungen profitieren können. Weitere gewichtige private Interessen, welche Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht den genannten ausländerrechtlichen Massnahmen entgegenst ehen, sind vorliegend nicht er- sichtlich. 7. Besteht nach dem Gesagten kein Rechtsanspruch des Beschwe rdeführers auf Er- teilung der Aufenthaltsbewilligung, stellt sich die Frage nach deren ermessensweisen Verlänge- rung durch die Behörde (vgl. Art. 33 Abs. 3 AuG). Die Bewilligung kann selbst bei Vorliegen von Widerrufsgründen ermessensweise verlängert werden, zumal ein Widerrufsgrund lediglich Aus- druck dafür ist, dass an der Wegweisung der ausländischen Person ein gewichtiges öffentliches Interesse besteht (T AMARA NÜSSLE in: Caroni/Gächter/ Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handk om- mentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausl änder, Bern 2010, Art. 33 AuG N 33). Dazu bedarf es eines Ermessensentscheids, welcher nach den allgemeinen Grundsät- zen pflichtgemäss und unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls zu treffen ist (vgl. ANDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländer- recht, Basel 2009, Rz. 8.44; B ENJAMIN SCHINDLER , in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 96 Rz. 7). Im angefochtenen Entscheid vom 28. Oktober 2014 h at der Regierungsrat, welchem volle Kognition im Bereich der Ermessensprüfung zukommt, die relevanten Kriterien in einer ausführlichen Interessenabwägung geprüft. Dabei hat er seinen Entscheid unter Berücksichti- gung sämtlicher Umstände des Einzelfalles nachvollziehbar begründet. Somit hat sich der Be- schwerdegegner mit den in Frage stehenden Interessen aus einandergesetzt und sein Ermes- sen pflichtgemäss ausgeübt. Eine Überschreitung, Unterschr eitung oder ein Missbrauch des Ermessens sind nicht erkennbar. Es liegt zudem auch kein Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG vor. Eine weitergehende inhaltliche Angemessenheitskontrolle ist dem Kantonsgericht nicht gestattet (vgl. E. 2). Es ist demzufolge nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung nicht ermessensweise verlängert hat. 8. In einer Gesamtbetrachtung und Abwägung sämtlicher sich gegenüberstehenden Inte- ressen überwiegen die ordnungs- und sicherheitspolizeili chen Interessen an der Wegweisung die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbun dene Wegweisung des Beschwerdefüh- rers erfolgten nach dem Gesagten zu Recht. Die Beschwe rde erweist sich somit als unbegrün- det und ist abzuweisen. 9.1 Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrensko sten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unter liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Nach § 21 Abs. 1 V PO kann der ganz oder teilweise ob- siegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Partei- entschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Partei- entschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). 9.2 Mit Schreiben vom 10. Dezember 2014 ersuchte Nicola s Roulet das Kantonsgericht um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für sei nen Mandanten und legt zwei separate Gesuche um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g – eines lautend auf den Be- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer und eines lautend auf seine Eltern – ein . Mit verfahrensleitender Verfügung vom 11. März 2015 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers u m unentgeltliche Prozessfüh- rung und Verbeiständung zur Beurteilung der Kammer überwiesen. 9.3 Voraussetzung für den Anspruch auf unentgeltliche Re chtspflege ist erstens das Vor- liegen von Bedürftigkeit des Betroffenen, zweitens die Nicht-Aussichtslosigkeit der Rechtssache und drittens die Notwendigkeit der Verbeiständung (vgl . § 22 Abs. 1 und 2 VPO). Die beiden ersten Bedingungen gelten für jegliche Form der unent geltlichen Prozessführung, die dritte na- turgemäss für die unentgeltliche Vertretung. Diese Vor aussetzungen müssen kumulativ gege- ben sein. Während vorliegend die Voraussetzungen der Nicht-Aussichtslosigkeit der Rechtssa- che und der Notwendigkeit der Vertretung ohne weiter es bejaht werden können, ist die Mittello- sigkeit des Beschwerdeführers zu verneinen. Mittellos bezie hungsweise bedürftig ist, wer nicht über die erforderlichen Mittel für ein Verfahren ver fügt, dafür also Werte beanspruchen müsste, die zur Deckung des Grundbedarfs für sich und seine Fami lie notwendig sind (BGE 135 I 221 E. 5.1, GEROLD STEINMANN , in: Bernhard Ehrenzeller et. al [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur Schweizerischen Bundesverfassung, 3. Aufl., Zürich/Basel/ Genf 2014, Art. 29 N 68). Die Be- hörde hat aufgrund einer Differenzberechnung zu unter suchen, ob die jeweilige Person mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln ein bestimmtes Verfahren führen kann. Von den vorhande- nen Mitteln ist der voraussichtliche Aufwand für den not wendigen Lebensunterhalt in Abzug zu bringen. Erst bei einem ausgeglichenen beziehungsweise ne gativen Saldo liegt Mittellosigkeit vor. Ergibt sich dagegen ein Überschuss, ist dieser mit d en Verfahrenskosten in Verbindung zu setzen. Lassen sich diese innerhalb eines Jahres, bei aufwän digen Verfahren innerhalb von zwei Jahren bewältigen, ist unentgeltliche Rechtspflege zu verneinen, andernfalls Mittellosigkeit zu bejahen (Urteil des Bundesgerichts 4A_87/2007 vom 11. September 2007 E. 2.1; M ARTIN KAYSER , in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bun- desgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gall en 2008, Art. 65 N 15). Die finanziel- len Verhältnisse des bei seiner Mutter zu Hause lebenden Beschwerdeführers und seiner Eltern sind aufgrund der nur rudimentär ausgefüllten und nich t unterzeichneten Gesuche um unent- geltliche Prozessführung und Verbeiständung nicht restl os klar. Da die unentgeltliche Rechts- pflege nicht von Amtes wegen sondern nur auf Antrag ge währt wird und der Gesuchsteller zu- sätzlich einer Mitwirkungspflicht unterliegt, besteht für das Kantonsgericht eine eingeschränkte Untersuchungspflicht. 9.4 Vorliegend ergibt die Differenzrechnung – basieren d auf den Angaben des Beschwer- deführers in seinem Gesuch – einen monatlichen Überschuss von Fr. 546.90. Auf zwölf Monate aufgerechnet ergibt dies ein Gesamtbetrag von Fr. 6'562 .80. Die Kosten des vorliegenden Ver- fahrens belaufen sich auf insgesamt Fr. 4'051.70 (bestehend aus Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- und Parteikosten von total Fr. 2'651. 70) und lassen sich damit problemlos in- nerhalb eines Jahres bewältigen. Gestützt auf diese Unterlagen ist der Beschwerdeführer daher für das vorliegende Verfahren nicht mittellos und seine Bedürftigkeit daher nicht ausreichend glaubhaft gemacht. Unter Berücksichtigung, dass der Beschw erdeführer die Schweiz nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils innerhalb von 30 Ta gen zu verlassen hat, wird dem Be- schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege im Umfang der Prozesskosten trotzdem ge- währt. Damit soll einerseits verhindert werden, dass der Beschwerdeführer die Schweiz zu ver- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht lassen hat, bevor er die Verfahrenskosten bezahlen kann und andererseits sichergestellt wer- den, dass er sich nun in der verbleibenden Zeit auf die Organisation seiner Ausreise konzentrie- ren kann und dabei nicht durch zusätzliche Formalitäten behindert wird. 9.5 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind folglich die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'400.-- dem unterlegenen Beschwerdeführer aufzuerlegen beziehungsweise zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse zu überbinden, wäh- rend die Parteikosten wettzuschlagen sind. Der Beschwerd eführer wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Ver fahren infolge Bewilligung der unent- geltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kost en verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organi sation der Gerichte [Gerichtsorganisa- tionsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführu ng gehen die Ver- fahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vorsitzender Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 17. September 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (2C_833/2015) erhoben