A. Verwaltungsentscheide 1485 25 die Aufnahme in das Personenstandsregister bis zur definitiven Klä- rung durch die Verwaltung oder (Art. 42 ZGB: subsidiär) durch das Gericht zu verweigern […]. Aufgrund der vorliegenden Akten war es sowohl der Vorinstanz als auch im vorliegenden Verfahren nicht mög- lich, Klarheit über die Identität von E. zu schaffen. Für solche Fälle sieht das Schweizerische Recht die gerichtliche Eintragung nach Art. 42 ZGB vor […]. Departement Inneres und Kultur, 26.02.2009 1485 Genehmigung der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörd e zum freihändigen Verkauf eines Grundstückes. Ist die verbeiständete Person in Bezug auf den Grundstückverkauf fähig, die Tragweite der in Frage stehenden Handlung zu beurteilen, ist die Genehmigung der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörde nach Art. 404 Abs. 3 ZGB nicht erforderlich. Aus den Erwägungen: Für H., Jahrgang 1928, besteht eine kombinierte Beistandschaft nach Art. 392 Ziff. 1 und 393 Ziff. 2 ZGB. H. ist Eigentümerin des Grundstückes U. und beabsichtigt dieses an S. zu verkaufen. Die Vormundschaftskommission X. stimmte dem Kaufvertrag zu und be- antragte dem Regierungsrat – in dessen Funktion als vormundschaft- liche Aufsichtsbehörde – den Freihandverkauf zu genehmigen. Eine Veräusserung von Mündelgrundstücken darf nur erfolgen, wenn es die Interessen des Bevormundeten erfordern. Der Freihand- verkauf bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörde (Art. 404 ZGB). Im Kanton Appenzell Ausserrhoden ist dies der Regierungsrat (Art. 55 Abs. 2 und 63 Abs. 3 EG zum ZGB). Art. 404 ZGB ist auch anwendbar, wenn – wie im vorliegenden Fall – eine Beistandschaft nach Art. 392 Ziff. 1 und 393 Ziff. 2 ZGB besteht (Bernhard Schnyder/Erwin Murer, Berner Kommentar zum ZGB, 3. A., Bern 1984, N 35 zu Art. 392 und N 27 zu Art. 393). Eine solche Bei- standschaft schränkt die Handlungsfähigkeit der verbeiständeten Per- son nicht ein und hat nicht zwingend die Mitwirkung der vormund- schaftlichen Behörden zur Folge. Eine solche ist nach der Lehre und A. Verwaltungsentscheide 1485 26 Praxis nur dann notwendig, wenn die verbeiständete Person selber nicht fähig ist, der Veräusserung ihres Grundstücks im Sinne von Art. 419 Abs. 2 ZGB zuzustimmen oder diese selber zu tätigen (vgl. Entscheid des Regierungsrates vom 19. Mai 2009, RRB-2009-332). Fähig im Sinne von Art. 419 Abs. 2 ZGB ist eine verbeiständete Per- son, wenn sie in Kenntnis der konkreten Umstände Inhalt und Trag- weite der in Frage stehenden Handlung genügend beurteilen kann […]. H. hat selber ein Schreiben verfasst, in dem sie fe sthält, dass sie den Verkauf des Grundstückes an S. wünsche und dies schon lange abgemacht habe. Aus dem eingereichten Arztzeugnis zeigt sich, dass bei H. aus ärztlicher Sicht keine Einschränkung der Urteilsfähigkeit besteht und sie die Umstände und Folgen des Grundstückverkaufes klar abschätzen kann […]. Die zwei erwähnten Schriftstücke lassen den Schluss zu, dass H. selber fähig ist, der Veräusserung ihres Grundstückes im Sinne von Art. 419 Abs. 2 ZGB zuzustimmen. Der freihändige Verkauf des Grundstückes U. bedarf folglich nicht der Ge- nehmigung der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörde nach Art. 404 Abs. 3 ZGB. Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden, 16.06.2009