<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">2P.57/2006 /leb </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 9. März 2006 </div> <div class="para">II. Öffentlichrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Betschart, Hungerbühler, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Feller. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kanton Obwalden, handelnd durch den Regierungsrat, 6060 Sarnen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Nachtrag zum Steuergesetz des Kantons Obwalden, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Nachtrag des Kantons Obwalden vom 14. Oktober 2005. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">An der Volksabstimmung vom 11. Dezember 2005 nahmen die Stimmbürger des Kantons Obwalden einen Nachtrag zum kantonalen Steuergesetz an. Um den Standort Obwalden für vermögende natürliche Personen attraktiver zu machen, sieht das Gesetz für Einkommen von über Fr. 300'000.-- sowie für Vermögen über 5 Mio Franken neu je einen degressiven Tarif vor. Das Ergebnis der Volksabstimmung wurde im Amtsblatt der Kantons Obwalden vom 15. Dezember 2005 publiziert; im Amtsblatt vom 22. Dezember 2005 wurde festgestellt, dass der Nachtrag zum Steuergesetz rechtsgültig geworden sei und auf den 1. Januar 2006 in Kraft trete. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 30. Januar 2006 hat X.________ beim Bundesgericht gegen diese Gesetzesänderung staatsrechtliche Beschwerde erhoben. Am 15. Februar 2006 hat er eine Kopie des Obwaldner Steuergesetzes eingereicht und im Begleitschreiben ergänzende Bemerkungen zur Beschwerde gemacht. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">2.1 Zur staatsrechtlichen Beschwerde gegen einen kantonalen Erlass ist legitimiert (<span class="artref">Art. 88 OG</span>), wer durch die angefochtenen Bestimmungen unmittelbar oder zumindest virtuell (d.h. mit einer minimalen Wahrscheinlichkeit früher oder später einmal) in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=19.02.2006&amp;to_date=10.03.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-I-198%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page198">BGE 131 I 198</a> E. 2.1 S. 200<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=19.02.2006&amp;to_date=10.03.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-I-26%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page26">130 I 26</a></span> E. 1.2.1 S. 29 f., 82 E. 1.3 S. 85, 306 E. 1 S. 309). Das Anrufen bloss tatsächlicher oder allgemeiner öffentlicher Interessen genügt zur Legitimation nicht; auch zur Anfechtung von Erlassen ist ein drohender Eingriff in rechtlich geschützte eigene Interessen erforderlich (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=19.02.2006&amp;to_date=10.03.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-I-198%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page198">BGE 131 I 198</a> E. 2.1 S. 200). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Zur Anfechtung eines kantonalen Steuererlasses grundsätzlich legitimiert sind die im betroffenen Kanton Steuerpflichtigen. Dies gilt vorab für diejenigen Personen, die dort ihren Wohnsitz haben (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=19.02.2006&amp;to_date=10.03.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-I-174%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page174">BGE 130 I 174</a> E. 1.2 S. 176 f.<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=19.02.2006&amp;to_date=10.03.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-145%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page145">124 I 145</a></span> E. 1c S. 148 f.). Anders verhält es sich bei einer nicht im Kanton niedergelassenen Person, welche dort auch nicht einer beschränkten Steuerpflicht unterliegt. Es fehlt in diesem Fall an der erforderlichen virtuellen Betroffenheit, welche, von hier nicht in Betracht fallenden Ausnahmen abgesehen, voraussetzt, dass der Beschwerdeführer der Territorialhoheit des betreffenden Kantons untersteht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=19.02.2006&amp;to_date=10.03.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F102-IA-201%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page201">BGE 102 Ia 201</a> E. 3 S. 205 ff., mit Hinweisen<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=19.02.2006&amp;to_date=10.03.2006&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-I-221%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page221">123 I 221</a></span> E. 2a S. 225). </div> <div class="para">2.2 Der Beschwerdeführer hat Wohnsitz im Kanton Zürich, wo er als Bio-Bauer tätig ist. Er tut nicht dar, dass das Obwaldner Steuergesetz einmal auf ihn zur Anwendung kommen könnte. Er macht denn auch nicht geltend, die Gesetzesänderung habe unmittelbare oder virtuelle Auswirkungen auf seine eigene Rechtsstellung. Vielmehr weist er auf nachteilige Auswirkungen des Steuerwettbewerbs unter Kantonen hin, der durch Regelungen, wie sie der Kanton Obwalden nun getroffen habe, angeheizt werde. Er ruft mithin ausschliesslich allgemeine öffentliche Interessen an, was ihn zur staatsrechtlichen Beschwerde nicht legitimiert. </div> <div class="para">2.3 Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer erst in der ergänzenden Eingabe vom 15. Februar 2006 dargelegt hat, welche Normen des angefochtenen Steuergesetzes seiner Auffassung nach welche verfassungsmässigen Rechte verletzen, wie dies <span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span> verlangt. Die Beschwerdefrist von 30 Tagen (<span class="artref">Art. 89 Abs. 1 OG</span>) war damals abgelaufen. Nur die erste Eingabe vom 30. Januar 2006 erfolgte innert der Beschwerdefrist; sie genügte allerdings den Begründungsanforderungen von <span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span> nicht. </div> <div class="para">2.4 Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist im vereinfachten Verfahren (<span class="artref">Art. 36a OG</span>), ohne Schriftenwechsel oder andere Instruktionsmassnahmen, nicht einzutreten. </div> <div class="para">2.5 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 156 in Verbindung mit <span class="artref"><artref id="CH/173.110/153" type="start"></artref>Art. 153 und 153a OG</span><artref id="CH/173.110/153^a" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Regierungsrat des Kantons Obwalden schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 9. März 2006 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>