Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 31. März 2016 (735 15 257 / 76) ____________________________________________________________________ Berufliche Vorsorge Zeitlicher und sachlicher Zusammenhang zwischen der während des Vorsorgeverhält- nisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der spä teren Invalidität bejaht. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine befristete Ren te aus beruflicher Vorsorge zu bezah- len. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Klägerin , vertreten durch Stephan Müller , Advokat , c/o Pr o- cap Schweiz, Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten gegen Vorsorgeeinrichtung B.____ , Beklagte Betreff Invalidenrente A.1 Die 1957 geborene A.____ war vom 1. Mai 2004 zu nächst in einem Pensum von 60%, im Verlauf des Jahres 2005 während drei Monaten im Umfang von 80%, hernach zu 70% und ab 1. Februar 2010 zu 100% als Leiterin Qualitätssi cherung beim Verein C.____ tätig und dadurch bei der Vorsorgeeinrichtung B.____ für die obligatorische berufliche Vorsorge versi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht chert. Ab dem 13. August 2010 war die Versicherte aus psychischen Gründen vollständig ar- beitsunfähig. In der Folge löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 31. Mai 2011 auf und die Versicherte wurde arbeitslos. Vom 1. Oktober 2011 b is 31. August 2012 arbeitete A.____ bei der D____AG in einem Pensum von 50%. A.2 Am 27. Oktober 2010 meldete sich A.____ unter Hin weis auf eine Erschöpfungsdepres- sion bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV- Stelle des Solothurn (IV-Stelle) klärte die gesundhei tlichen und erwerblichen Verhältnisse ab und ermittelte bei der Versicherten ab 13. September 2011 einen IV-Grad von 60%, ab 10. Mai 2012 einen solchen von 36% und ab 18. Februar 2014 ei nen solchen von 44%. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach sie A.____ mit Verfügungen vom 1 ., 2. und 10. Oktober 2014, ab 1. September 2011 befristet bis 31. August 2012 eine Dreiviertelsrente und mit Wirkung ab 1. Mai 2014 eine unbefristete Viertelsrente zu. B. Nachdem die Vorsorgeeinrichtung ihre Leistungspflicht verneint hatte, erhob A.____, vertreten durch Advokat Stephan Müller, Procap Schweiz, am 10. August 2015 beim Kantons- gericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), Klage gegen die Vorsorgeeinrich- tung. Sie beantragte, die Beklagte sei zu verpflichten , ihr aus beruflicher Vorsorge gemäss den gesetzlichen und reglementarischen Bestimmungen ab 1. A ugust 2011 aufgrund eines IV- Grads von 60%, ab 1. September 2012 aufgrund eines IV -Grads von 36% und ab 1. Mai 2014 aufgrund eines IV-Grads von 44% eine Rente auszurichten. Die Leistungen seien ab dem Zeit- punkt der Klageeinreichung zu 5% zu verzinsen. Die Bekl agte sei weiter zu verpflichten, sie auf den frühestmöglichen Zeitpunkt von der Beitragspflicht zu befreien; unter o/e-Kostenfolge. C. Am 21. Oktober 2015 schloss die Beklagte auf Abweisung der Klage, soweit darauf ein- getreten werden könne. Eventualiter sei die Klage abzu weisen soweit eine Rente bei einem IV- Grad von 44% mit Wirkung ab 1. Mai 2014 geltend gemacht werde. D. Am 11. November 2015 zog das Kantonsgericht bei de r IV-Stelle die Akten der Klägerin bei. E. Am 23. November 2015 liess die Klägerin dem Kanton sgericht ihre Stellungnahme zur Vernehmlassung vom 21. Oktober 2015 zukommen. Hierzu na hm die Beklagte am 14. Januar 2016 Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 73 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Beruf liche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vom 25. Juni 1982 ist zur B eurteilung von Streitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen und Versicherten über Versicherung sleistungen das Gericht des Kan- tons zuständig, in welchem der schweizerische Sitz oder Woh nsitz der Beklagten oder der Ort des Betriebes liegt, in welchem die versicherte Person an gestellt wurde. Der Sitz der Beklagten liegt im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtlich e Zuständigkeit des hiesigen Gerichts ge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht stützt auf Art. 73 Abs. 3 BVG zu bejahen ist. Im Kanton Basel-Landschaft liegt die sachliche Zuständigkeit zur Beurteilung derartiger Streitigkeite n gemäss § 54 Abs. 1 lit. h des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VP O) vom 16. Dezember 1993 beim Kantonsgericht. Dieses ist demnach sachlich und örtlich zu r Beurteilung der Klage vom 28. Dezember 2011 zuständig. Auf die den weiteren fo rmellen Erfordernissen entsprechende Klage vom 10. August 2015 ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Klägeri n auf Leistungen aus dem Vorsorge- verhältnis mit der Beklagten. 3.1 Gemäss Art. 23 lit. a BVG haben Personen Anspruch auf Invalidenleistungen der beruf- lichen Vorsorge, die im Sinne der IV zu mindestens 40% i nvalid sind und bei Eintritt der Ar- beitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführ t hat, versichert waren. Das hier anwend- bare Vorsorgereglement der Beklagten (Ausgabe 2009) g eht vom gleichen Invaliditätsbegriff aus wie die Invalidenversicherung; d.h. ein Anspruch au f Invaliditätsleistungen bei einer Er- werbsunfähigkeit unter 40% besteht nicht (vgl. Art. 20 des Vorsorgereglements). 3.2 Die obligatorische Versicherung beginnt mit dem Ant ritt des Arbeitsverhältnisses (Art. 10 Abs. 1 BVG). Die Versicherungspflicht endet, wenn der A nspruch auf eine Altersleistung ent- steht, das Arbeitsverhältnis aufgelöst oder der Mindestlohn unterschritten wird (Abs. 2). Für das Risiko der Invalidität bleibt der Arbeitnehmer währen d eines Monats nach Auflösung des Vor- sorgeverhältnisses bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtu ng versichert, ausser wenn während dieser Zeit ein neues Vorsorgeverhältnis begründet wir d (Abs. 3). Der massgebende Zeitraum für das Vorsorgeverhältnis der Klägerin erstreckt sich somit vom 1. Mai 2004 bis 30. Juni 2011 (inklusive Nachdeckungsfrist). 3.3 Invalidenleistungen der obligatorischen beruflichen Vorsorge werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, durch welche die ansprec hende Person bei Eintritt der Ar- beitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert war (Art. 23 lit. a BVG; BGE 135 V 13 E. 2.6). Dieser Grundsatz findet auch in der weitergehenden Vorsorge Anwen- dung, wenn Reglement oder Statuten nichts anderes vorse hen (BGE 136 V 65 E. 3.2). Für die Bestimmung der Leistungszuständigkeit ist eine erhebliche und dauerhafte Einbusse an funkti- onellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Auf gabenbereich massgebend. Diese muss mindestens 20% betragen (BGE 134 V 20 E. 3.2.2). Es wird zwar in der Regel, aber nicht in jedem Fall zwingend eine echtzeitlich ärztlich attestie rte Arbeitsunfähigkeit zum rechtsgenüg- lichen Nachweis einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Einbusse an funktionellem Leistungs- vermögen verlangt (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008, 9C_96/2008, E. 3.2.2 und vom 11. Februar 2008, B 152/06, E. 6.3). Immerhi n reichen nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen, wie etwa eine erst nach Jahr en rückwirkend festgelegte medizi- nisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit nicht aus (Urteil d es Bundesgerichts vom 11. September 2008, 9C_368/2008, E. 2 mit Hinweisen). Die gesundhei tliche Beeinträchtigung muss sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirken oder ausgewirkt haben; die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen muss mit anderen Worten arbeitsrechtli ch in Erscheinung getreten sein, etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprech ender Feststellung oder gar Ermahnung Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Arbeitgebers oder durch gehäufte aus dem Rahmen fal lende gesundheitlich bedingte Ar- beitsausfälle (SVR 2008 BVG Nr. 34 S. 143, 9C_127/2 008 E. 2.3; SVR 2008 IV Nr. 11 S. 32, I 687/06 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 20 12, 9C_362/2012, E. 5.2.1 mit Hin- weis). 3.4.1 Des Weiteren setzt der Anspruch auf Invalidenleist ungen einen engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zwischen der während des Vorsorge verhältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität voraus. Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, welcher zur Arbeitsunfähigkeit ge führt hat, im Wesentlichen derselbe ist, wie er der Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt (BG E 134 V 20 E. 3.2). Ein enger zeitlicher Zusammenhang liegt vor, wenn die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit, d.h. in der Regel während mi ndestens dreier Monate (vgl. Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung [ IVV] vom 17. Januar 1961), wieder (an- nähernd) vollständig arbeitsfähig war (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2013, 9C_98/2013, E. 4.1). Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamt en Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschad ens, dessen prognostische Beur- teilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche di e versicherte Person zur Wiederauf- nahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 134 V 20 E. 3.2.1). 3.4.2 Diese Grundsätze gelten ebenfalls, wenn eine Vorso rgeeinrichtung ihre Leistungspflicht mit der Begründung verneinen will, eine berufsvorsorge rechtlich bedeutsame Arbeitsunfähigkeit habe bereits vor Beginn des Vorsorgeverhältnisses bestan den (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juli 2012, 9C_394/2012, E. 3.1.2). Zudem fin den sie auch in der weitergehenden Vor- sorge Anwendung, wenn Reglement oder Statuten nichts anderes vorsehen (BGE 136 V 65 E. 3.2). 4. Gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden U ntersuchungsgrundsatz ha- ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von A mtes wegen und ohne Bindung an die Parteibegehren für die richtige und vollständi ge Feststellung des Sachverhaltes zu sor- gen (vgl. Art. 73 Abs. 2 BVG; BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a). Dabei schliesst der Unter- suchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne einer Beweisführungspflicht begriffsnotwendig aus. Im Prozess nach Art. 73 BVG tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur inso- fern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu U ngunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will. Nach der Praxis des Bundesge- richts liegt die Beweislast bei anspruchsbegründenden Tatfragen demzufolge bei der Partei, die den Anspruch geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden Ta tfragen liegt sie bei der Partei, die sich auf das Dahinfallen des Anspruches beruft (vgl. Krank en- und Unfallversicherung – Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Diese Beweis- regeln kommen allerdings erst dann zur Anwendung, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Be weiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinl ichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf ein e Rente der Invalidenversiche- rung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BV G ergibt sich, dass der Invaliditätsbe- griff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsor ge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 271 E. 2a, 120 V 108 E. 3c, je mit Hinweisen). Recht- sprechungsgemäss sind die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsor- ge deshalb an die Feststellungen der Organe der Invalidenversicherung (Rentenanspruch, Ren- tenbeginn, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die invalidenversicherungs- rechtliche Betrachtungsweise aufgrund einer gesamthafte n Prüfung der Akten nicht als offen- sichtlich unhaltbar erscheint. Dies gilt selbst dann, wenn es die Vorsorgeeinrichtung versäumte, gegen die ihr eröffnete IV-Verfügung Beschwerde einzureichen. Dem BVG-Versicherer steht ein selbstständiges Beschwerderecht im Verfahren nach dem Bun desgesetz vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG) zu. Mit der Bindu ngswirkung soll einerseits eine gewisse (nicht uneingeschränkte) materiell-rechtliche Koordinat ion zwischen erster und zweiter Säule angestrebt, andererseits sollen die Organe der beruflich en Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freigestellt werden (BGE 133 V 69 E. 4.3.2, 132 V 4 E. 3.2). Eine Bindungswirkung entfällt hingegen, wenn die Vorsorgeeinrichtung nicht spätestens im Vorbescheidverfahren in das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen und ihr die Verfügung nicht form- gültig eröffnet wurde (BGE 130 V 273 f. E. 3.1; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2012, 9C_702/2011, E. 3.1; je mit weiteren Hinweisen). 5.2 Die IV-Stelle sprach der Klägerin mit Verfügunge n vom 1., 2. und 10. Oktober 2014 ab 1. September 2011 befristet bis 31. August 2012 eine Dreiviertelsrente und mit Wirkung ab 1. Mai 2014 eine Viertelsrente zu. Diesen Verfügungen ist auch zu entnehmen, dass die Pensi- onskasse im Verteiler aufgeführt ist. Es ist deshalb anzu nehmen, dass der Beklagten der Vor- bescheid und die Verfügungen formgültig eröffnet worden sind. Dass sie weder gegen den Vor- bescheid Einwand noch gegen die Verfügungen Beschwerd e erhoben hat, ist nach dem unter Erwägung 5.1 hiervor Ausgeführten unerheblich. Damit besteht eine grundsätzliche Bindung der Beklagten an den IV-Entscheid. 6.1 Die von der IV-Stelle festgestellten Invaliditätsgra de von 60% ab 13. September 2011, 36% ab 10. Mai 2012 und 44% ab 18. Februar 2014 auf grund der psychischen Beeinträchti- gung ist für eine allfällige Leistungspflicht der Vorso rgeeinrichtung indessen nicht ohne Weite- res massgeblich. Wie in Erwägung 3.4.1 f. hiervor aufg eführt, muss zwischen der während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität ein enger zeitlicher und sachlicher Zusammenhang bestehen. 6.2 Für die Beurteilung dieser Frage ist von folgend em medizinischen Sachverhalt auszuge- hen: 6.2.1 Am 9. Dezember 1999 erlitt die Klägerin bei ei nem Auffahrunfall eine HWS-Distorsion. Gemäss dem aktenkundigen vom Landessozialgericht Baden-W ürttemberg beim Klinikum E.____ in Auftrag gegebenen neurochirurgischen Gutacht en vom 8. April 2005 bestünden eine Einschränkung der HWS-Beweglichkeit, ein Cervikalsyndrom m it Cervicocephalgie und cer- vikocephale Symptome bei Instabilität von C0-C2, eine rot atorische Subluxation C1 gegenüber Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht C2, eine Traumatisierung des cranio-cervikalen Übergangs mit tanzendem Dens und Zerrung des Ligamentum alare rechts vom Typ II b und linksseitig vom Typ III, eine Schwindelsympto- matik, Kopf- und Nackenbeschwerden, Fühlen der Fingerku ppen und plötzliche Schwächen im Bein sowie Konzentrationsstörungen. Die Versicherte sei vom 9. Dezember 1999 bis 10. Januar 2000, vom 8. bis 25. September 2000 und vom Januar 20 03 bis April 2004 arbeitsunfähig ge- wesen. Seit 1. Mai 2005 arbeite in einem Pensum von 60 %. Den Rest des Tages brauche sie für die Regeneration. Insgesamt bestünde für die Zeit der Arbeitsunfähigkeitsphasen – bezogen auf die Gesamtheit des Erwerbslebens – eine Minderung d er Erwerbsfähigkeit von 80%, her- nach eine solche von 30%. 6.2.2 Im Bericht der Universitätsklinik F.____, Akutgeriat rie/Memory Clinic, vom 20. Juli 2007 wurden ein kognitiver Normalbefund und eine schmerzbed ingte Minderbelastbarkeit diagnosti- ziert. Anamnestisch wurde festgehalten, dass das Arbeitspe nsum im Jahr 2004 60% betragen habe. Im Jahr 2005 habe die Versicherte dieses auf 80% erhöht. Nach zunehmenden Proble- men im Nackenbereich aufgrund der Arbeit am PC habe si e nach drei Monaten auf 70% redu- zieren müssen, wobei sie an fünf Tagen gearbeitet und lange Mittagspausen zur Erholung ein- geschaltet habe. Dieses Pensum habe sie einigermassen be wältigen können. Aktuell arbeite sie wieder zu 80%, da die Arbeitsmenge anders nicht zu bewältigen sei. 6.2.3 Der behandelnde Arzt Dr. med. Kurt G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, di- agnostiziert am 30. Juni 2011 eine mittelgradige depre ssive Episode bei rezidivierender de- pressiver Störung (ICD-10 F33.2) mit Erstmanifestation 1982. Komplizierend und zum Teil wohl auch depressionsauslösend bzw. -unterhaltend bestünde ein Status nach zwei Auffahrunfällen in den Jahren 1999 und 2006 mit Schleudertrauma und entsprechenden Residuen. Anamnes- tisch würden die Folgen des Unfalls vom Jahr 1999 die Lei stungsfähigkeit der Versicherten bis heute einschränken. Diese hätten sie auch in ihrer letz ten Arbeit beim Verein C.____, welche sie im Mai 2004 angetreten habe, erheblich behindert. Wegen der Beschwerden habe sie zu- nächst nur 60% gearbeitet, das Pensum ab 2005 vorüberg ehend und auf Wunsch des Arbeit- gebers auf 80% erhöht. Wegen zunehmenden Beschwerden ha be sie aber auf 70% reduzieren müssen. Unglücklicherweise habe sie im Juli 2006 erneut ein en Auffahrunfall erlitten, wodurch sie die Beschwerden vorübergehend erheblich verstärkt hät ten. Nachdem sich die Beschwer- den verbessert hätten, habe sie das Pensum wieder auf 80% und – um das anfallende Pensum bewältigen zu können – ab Februar 2010 sogar auf 100% erhöht. Dadurch seien die Erholungs- zeiten noch geringer geworden und sie habe praktisch kei n Privatleben mehr gehabt. Kurz da- nach habe sich ein Erschöpfungszustand eingestellt, weshalb sie vom 13. September 2010 bis 30. November 2010 in der Privatklinik H.____ hospitalisie rt worden sei. Das von der Versicher- ten geschilderte Beschwerdebild entspreche demjenigen, w elches sie nach dem ersten Auf- fahrunfall geschildert habe. Sie leide, insbesondere in Stesssituationen, unter Spannungen und Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich. Sie habe deswegen auch ihre Freizeitaktivitäten stark einschränken müssen und benötige bei ihrer Arbeit reich liche Erholungszeiten. Wenn sie ihre Ermüdung ignoriere, führe dies zu Benommenheit und E inschränkungen in der Konzentrations- fähigkeit. Ausserdem werde sie psychisch labil, gereizt und ungehalten. Dies habe wohl auch teilweise zu Spannungen am Arbeitsplatz geführt. Schlie ssich sei sie depressiv dekompensiert. Dr. G.____ hielt weiter fest, dass sich die depressive Symptomatik mittlerweile wieder gebessert Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe und die Versicherte ab dem 4. Juli 2011 noch zu 50 % in der Arbeitsfähigkeit einge- schränkt sei. In Anbetracht der Beschwerden und Beeinträchtigungen nach der HWS-Distorsion und der depressiven Symptomatik scheine ein Pensum von 80% bis 100% eine klare Überfor- derung zu sein, wie sich der stufenweise Anstieg von 60% auf 100% klar gezeigt habe. 6.2.4 Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. Bruno I.__ __, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einem Gutachten. Am 7. Juni 2012 diagnostizierte er eine gegenwärtig höchstens leichtgra- dig ausgeprägte rezidivierende depressive Störung (ICD- 10 F33.0). Die Versicherte habe im Alter von 25 Jahren eine bedeutende depressive Episode mit stationärem Aufenthalt durchge- macht. Auch später sei es zu depressiven Episoden gekommen, so habe sie auch im Sommer 2010 stationär behandelt werden müssen. Die Versicherte werde ambulant psychiatrisch be- treut und nehme antidepressive Medikamente ein. Aus psychi atrischer Sicht sei die depressive Störung seit der Arbeitsaufnahme bei der D____AG am 1. Oktober 2011 knapp leichtgradig ausgeprägt. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit betrage 15% bis 20%. 6.2.5 In der Folge holte die IV-Stelle beim Begutac htungsinstitut J.____ ein bidisziplinäres Gutachten ein. Am 25. März 2015 wurde mit Auswirkung a uf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivie- rende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mitt elgradige Episode (ICD-10 F33/F33.1) festgestellt. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden akzentuierte narzisstische, selbstunsichere und abhängige Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), ein Zustand nach zweima- ligen HWS-Distorsionen (ICD-10 S13.4) im Rahmen von Ve rkehrsunfällen 1999 und 2006 mit persistierendem leichtgradigem HWS-Syndrom (ICD-10 M53.1) ohne radikuläre oder medulläre Beteiligung, anamnestisch ein Verdacht auf beginnenden paroxsymalen Lagerungsschwindel (ICD-10 H81.1) und ein Adie-Syndrom. Aus psychiatrischer Sicht hätten sich auf dem Boden von akzentuierten narzisstischen, selbstunsicheren und abhäng igen Persönlichkeitszügen eine rezidivierende, gegenwärtig leichte bis mittelgradige d epressive Störung entwickelt. Eine Komorbidität liege nicht vor, insbesondere könne keine Pe rsönlichkeitsstörung festgestellt wer- den. Die Belastbarkeit der Versicherten sei aufgrund de r affektiven Störung vermindert. In der angestammten, anspruchsvollen Tätigkeit als Fachingenieuri n sei die Versicherte – bezogen auf ein Vollzeitpensum – im Umfang von 30% eingeschrän kt. In angepassten Tätigkeiten betra- ge die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 20%. Aus neurologischer Sicht bestünde ein Zustand nach zweimaliger HWS-Distorsion. Es sei von einem persistie renden leichtgradigen HWS- Syndrom ohne radikulare oder medulläre Beteiligung a uszugehen. Ein anamnestisch wahr- scheinlich vorhandener paroxysmaler beninger Lagerungsschwi ndel sei klinisch nicht zuorden- bar. Dem Adie-Syndrom komme keine funktionelle Bedeu tung zu. Aus neurologischer Sicht hätten die geringen Befunde keinen Einfluss auf die Ar beitsfähigkeit. Gesamthaft betrachtet seien der Versicherten ab Februar 2014 angepasste Tätigkeiten im Umfang von 80% zumutbar. Wegen des wechselhaften Verlaufs der rezidivierenden dep ressiven Störung sei es schwierig, retrospektiv eine länger andauernde, etwa gleich bleibende Arbeitsunfähigkeit festzulegen. 7.1 Aufgrund der Aktenlage ist erstellt, dass die Invalid ität der Klägerin – gemäss der mass- gebenden Beurteilung im Gutachten des Begutachtungsinsti tuts J.____ vom 25. März 2014 – ausschliesslich auf psychische Beeinträchtigungen, namentlich die depressive Störung, zurück- zuführen ist. Der Gesundheitsschaden, der ab 13. August 2 010 zur Arbeitsunfähigkeit geführt Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat, ist im Wesentlichen derselbe, wie er der Erwerbsu nfähigkeit zugrunde liegt, weshalb der sachliche Konnex zu bejahen ist. Er wird denn auch von der Beklagten nicht bestritten. Streitig und zu prüfen ist aber der zeitliche Zusammenhang. Die B eklagte verneint ihre Leistungspflicht mit der Begründung, dass die Klägerin bereits bei ihre m Stellenantritt aus gesundheitlichen Gründen im Umfang von mehr als 20% in der Arbeitsfäh igkeit eingeschränkt gewesen sei. Die- se Einschränkung habe ohne wesentliche Unterbrechung bis z ur Dekompensation am 13. August 2010 bestanden. Demgegenüber stellt sich die Klägerin auf den Standpunkt, selbst wenn ab 1. Mai 2004 eine Beeinträchtigung der Arbei tsfähigkeit bejaht würde, wäre diese nicht psychischer Natur, sondern vielmehr auf die erlittenen HW S-Distorsionen zurückzuführen ge- wesen. Ein möglicher zeitlicher Zusammenhang wäre aber durch das vom 1. Februar 2010 bis 13. August 2010 geleistete Vollzeitpensum unterbrochen worden. 7.2.1 Der Auffassung der Beklagten, wonach erstellt sei, dass die Klägerin bereits bei ihren Stellenantritt eine erhebliche und dauerhafte Einbuss e an funktionellem Leistungsvermögen aufgewiesen habe, kann nicht beigepflichtet werden. Zunächst liegen keine echtzeitlichen ärztli- chen Atteste vor, die im Zeitraum vom 1. Mai 2004 bis zum 12. August 2010 eine Beeinträchti- gung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 20% aufgrun d einer affektiven Störung bescheinigen würden. Dafür, dass während der Zeit vom 1. Mai 2004 bis zum 12. August 2010 eine Arbeits- unfähigkeit von mindestens 20% bestanden haben könnte, spricht einzig die Tatsache, dass die Klägerin im Zeitraum vom 1. Mai 2004 bis Ende Januar 2 010 in einem Pensum von maximal 80% gearbeitet hatte, da sie sich – ihren eigenen Anga ben zufolge – einem höheren Pensum kräftemässig nicht gewachsen fühlte. Die im Gutachten des Klinikums E.____ vom 8. April 2005 beschriebenen gesundheitlichen Einschränkungen sind auf d ie erlittene HWS-Distorsion zu- rückzuführen; Hinweise auf eine relevante Einschränkung de r Arbeitsfähigkeit infolge einer (un- fallfremden) affektiven Störung bestehen nicht. Aufgru nd der vorliegenden Akten liegen dem- nach keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür vor, dass si ch das psychische Leiden seit Ar- beitsbeginn im Jahr 2004 auf die Arbeitsfähigkeit au sgewirkt hätte. Selbst wenn der Beklagten gefolgt und angenommen würde, dass die Klägerin berei ts bei ihren Stellenantritt eine berufs- vorsorgerechtlich relevante Einbusse an funktionellem L eistungsvermögen aufgewiesen hat, ist zu beachten, dass ein enger zeitlicher Zusammenhang nur d ann gegeben ist, wenn die versi- cherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit, d.h. in der Regel während mindestens dreier Monate, wieder (annähernd) vollständig arbeitsfähig war (vgl. E. 3.4.1 hiervor). Vorliegend steht unbestritten fest, dass die Klägerin im massgebenden Zeit- raum für das Vorsorgeverhältnis vom 1. Februar 2010 bis zum 12. August 2010, insgesamt also fast 6,5 Monate, in einem Vollzeitpensum gearbeitet ha tte. Damit war die Klägerin deutlich län- ger als drei Monate (wieder) vollständig arbeitsfähig. Von Bedeutung ist in diesem Zusammen- hang, dass die Pensenerhöhung auf 100% nicht vom Arbeit geber verlangt wurde. Sie erfolgte vielmehr freiwillig auf Wunsch der Klägerin und sie ist weder als Eingliederungsversuch zu wer- ten noch beruht sie auf sozialen Erwägungen des ehemal igen Arbeitgebers. Dazu kommt, dass – gemäss den Angaben des Arbeitgebers – in diesem Zeitra um der Lohn für das Vollzeitpen- sum der Arbeitsleistung entsprach (vgl. Ziff. 2.10 des Ar beitgeberberichts vom 8. November 2010) und die Klägerin keine Krankheitsabsenzen aufwie s. Demnach gab es für den Arbeitge- ber offenbar keine objektiven Anzeichen dafür, dass die A rbeitsfähigkeit der Klägerin beein- trächtigt gewesen wäre. Diese Umstände sprechen klar für eine Unterbrechung des zeitlichen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zusammenhangs in Bezug auf eine mögliche Beeinträchtigu ng der Arbeitsfähigkeit. Selbst wenn angenommen würde, dass die Klägerin bereits bei i hren Stellenantritt aufgrund der de- pressiven Erkrankung im Umfang von mehr als 20% in der Ar beitsfähigkeit eingeschränkt war, wäre diese spätestens durch die Aufnahme der Vollzeitarb eit vom 1. Februar 2010 bis 12. Au- gust 2010 unterbrochen worden. 7.2.2 Nach dem Gesagten ist die relevante Arbeitsunfäh igkeit, welche zur Invalidität führte, in einem Mindestumfang von über 20% erst ab dem 13. Augu st 2010 rechtsgenüglich erstellt, so dass die Beklagte grundsätzlich leistungspflichtig ist. Nac hdem sie sich am IV-Verfahren betei- ligt hatte, ist für sie der Entscheid der IV in zeitlicher und masslicher Hinsicht bindend. Aufgrund der gesundheitlichen Verbesserung besteht gemäss dem Gutachten von Dr. I.____ vom 7. Juni 2012, welches der IV-Verfügung zugrunde gelegt wurd e, ab Mai 2012 bis zur Begutachtung durch das Begutachtungsinstitut J.____ am 18. Februar 2 014 in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% bis 85%. Dementsprechend hat die IV-Stelle – unter Berücksich- tigung der dreimonatigen Übergangsfrist gemäss Art. 88 a Abs. 1 IVV – für die Zeit vom 1. Sep- tember 2012 bis zum 30. April 2014 bei einem rentena usschliessenden IV-Grad von 36% keine Rente zugesprochen. Obwohl die Klägerin in diesem Besser ungszeitpunkt bei der D____AG nur 50% arbeitete und damit ihre Arbeitsfähigkeit n icht ausschöpfte, reicht es gemäss der bun- desgerichtlichen Praxis für eine Unterbrechung des zeitli chen Zusammenhangs aus, wenn die Arbeitsfähigkeit die Erheblichkeitsgrenze von mindesten s 80% erreicht (Urteil des Bundesge- richt vom 28. Dezember 2012, 9C_536/2012 E. 3.2.2). Na chdem die Besserung auf 80% wäh- rend mehr als 20 Monaten angehalten hat, fällt – wie die Beklagte zu Recht einwendet – ihre Leistungspflicht ab 1. September 2012 dahin. 7.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass für die zwischen d er am 13. August 2010 ein- getretenen Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität, di e ab 1. September 2011 befristet bis 31. August 2012 bei einem IV-Grad von 60% zur Zusprache eine Dreiviertelsrente der IV führte, ein genügender zeitlicher und sachlicher Zusammenhang b esteht. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass gemäss den medizinischen Akten die releva nte Arbeitsunfähigkeit und damit der Beginn der einjährigen Wartezeit ab 13. A ugust 2010 – und nicht, wie in der IV- Verfügung festgehalten – ab dem 13. September 2010 eingetreten ist. Demnach ist eine Bin- dungswirkung der diesbezüglichen Festlegung durch die IV- Stelle für die Belange der berufli- chen Vorsorge zu verneinen und es ist festzustellen, dass d er Rentenanspruch richtigerweise bereits ab dem 1. August 2011 bestanden hätte. In Bezu g auf die Bemessung des Invaliditäts- grades kann aber auf die entsprechenden Abklärungen und Ausführungen der IV-Stelle verwie- sen werden. Infolge des verbesserten Gesundheitszustandes u nd einer Arbeitsfähigkeit von 80% bis 85% ab Mai 2012 wird der zeitliche Zusammenhan g unterbrochen, mit der Folge, dass die Leistungspflicht der Beklagte – unter Berücksichtigu ng der dreimonatigen Übergangsfrist (vgl. E. 3.4.1 hiervor) – ab 1. September 2012 dahin fällt. Folglich ist sie zu verpflichten, der Klägerin in teilweiser Gutheissung der Klage vom 1. August 2011 bis zum 31. August 2012 eine befristete Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge entsprechend einem Invaliditätsgrad von 60% auszurichten. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Rechtsprechungsgemäss ist auf die geschuldeten Renten betreffnisse ab Zeitpunkt der Klageeinreichung ein Verzugszins von 5% zu bezahlen (vgl. BG E 119 V 133; Urteil des EVG vom 18. Juli 2002, B 10/99, E. 6c). Entsprechend ihrem Antrag hat die Klägerin demnach An- spruch auf Verzugszinsen von 5% auf nachzuzahlende Rentenb etreffnisse ab dem 10. August 2015. 9. Soweit die Klägerin beantragt, sie sei auf den fr ühestmöglichen Zeitpunkt von der Bei- tragspflicht zu befreien, ist ihr entgegenzuhalten, dass eine solche Leistung weder zu den BVG- Mindestleistungen gehört noch im anwendbaren Reglemen t vorgesehen ist, weshalb die Klage in diesem Punkt abzuweisen ist. 10. Nach dem Gesagten ist die Beklagte in teilweiser Gutheissung der Klage verpflichtet, der Klägerin mit Wirkung ab 1. August 2011 bis 31. Aug ust 2012 aufgrund eines Invaliditätsgra- des von 60% eine Rente aus beruflicher Vorsorge zuzüglich Zins zu 5% ab 10. August 2015 zu bezahlen. Im Übrigen ist die Klage abzuweisen. 11.1 Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG ist das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsge- richt in der Regel kostenlos. Es sind deshalb keine Verfahrenskosten zu erheben. 11.2 Die Klägerin ist mit ihrem Rechtsbegehren teilw eise durchgedrungen und hat die Aus- richtung einer befristeten Invalidenrente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 60% erwirkt. Als teilweise obsiegende Partei ist ihr eine Parteientsc hädigung zu Lasten der Beklagten zuzu- sprechen. Der Rechtsvertreter der Klägerin hat in seiner Honorarnote vom 23. November 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 1 0,85 Stunden geltend gemacht, was in Anbetracht der sich stellen Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Da die Klage nur teilweise gutgeheissen wird, ist dem Beschwerd eführer eine reduzierte Parteient- schädigung auszurichten (vgl. § 21 Abs. 1 VPO, wonach der ganz oder teilweise obsiegenden Partei eine angemessene Parteientschädigung zugesprochen werden kann). Insgesamt er- scheint es angemessen, den geltend gemachten Aufwand um die Hälfte zu kürzen. Der nun- mehr verbleibende Aufwand von 5,425 Stunden ist mit d em im Sozialversicherungsrecht übli- chen Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten. Ausserdem ist die Hälfte der ausgewiesenen Auslagen von Fr. 87.10, also den Betrag von Fr. 43.55 , im Rahmen der Parteientschädigung der Beklagten zu auferlegen. Demnach ist der Klägerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'511.80 (5,425 Stunden à Fr. 250.-- inkl. Au slagen von Fr. 43.55 und 8% Mehrwert- steuer) zu Lasten der Beklagten zuzusprechen. Im Übrigen w erden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, der Klägerin mit Wirkung ab 1. August 2011 bis 31. August 2 012 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 60% eine Rente aus beruf licher Vorsorge Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuzüglich Zins zu 5% ab 10. August 2015 zu bezahlen. Im Ü brigen wird die Klage abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beklagte hat der Klägerin eine Parteientschäd igung von Fr. 1‘511.80 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde von A.____ am 17. August 2016 Beschwerde beim Bundesge- richt (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_518/2016 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht