A bteilung IV D -6848/2006 {T 0/2} U rte il v o m 2 7 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter Fulvio H aefeli (Vorsitz), R ichter G érard Scherrer, R ichter R obert G alliker, G erichtsschreiberin U lrike R aem y. A ._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Asyl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandD -6848/2006 Sachverhalt: A . D er Beschw erdeführer, ein Paschtune aus B._______/Kabul, verliess sein H eim atland gem äss eigenen Angaben am 15.11.1381 (4. Februar 2003) und gelangte über Pakistan, den Iran, die Türkei und ihm unbekannte Länder am 2. Juni 2003 in die Schw eiz, w o er gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 6. Juni 2003 fand die sum m arische Befragung in der Em pfangsstelle (..) (seit 1. Januar 2005: Em pfangs- und Verfahrenszentrum [EVZ]) statt. Am 8. Juli 2003 erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch die zuständige kantonale Behörde. B . Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs geltend, nach der Eroberung seines H eim atdorfes durch die Taliban sei es zum Krieg zw ischen der N ordallianz und den Taliban gekom m en. G em äss ihrem G esetz habe aus jeder Fam ilie ein M ann m it ihnen an der Front käm pfen oder eine M illion Afghani bezahlen m üssen. So habe auch der Beschw erdeführer in den Jahren 1997 bis 2001 vierm al in deren R eihen an der Front käm pfen m üssen, w eshalb er sich vor einer Verfolgung durch die N ordallianz fürchte. Vor diesem H intergrund habe er Afghanistan erstm als am 16. O ktober 2001 verlassen und sich in die iranische H auptstadt Teheran begeben, w o er illegal gelebt habe. Am 7. Januar 2003 hätten ihn die iranischen Behörden nach C ._______ zurückgeschafft. Im Anschluss daran habe er sich 28 Tage lang bei seinem O nkel aufgehalten, w o er erfahren habe, dass die N ordallianz nach ihm suche. Aus Angst um sein Leben habe er Afghanistan am 4. Februar 2003 verlassen. C . M it Verfügung vom 22. O ktober 2003 – eröffnet am 27. O ktober 2003 – lehnte das BFF das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz und den Vollzug an. Zur Begründung w urde ausgeführt, die Vorbringen des Beschw erdeführers verm öchten w eder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gem äss A rt. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) noch denjenigen an die G laubhaftigkeit gem äss A rt. 7 AsylG zu genügen. S eite 2D -6848/2006 D . M it Beschw erde vom 26. N ovem ber 2003 an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragte der Beschw erdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die G ew ährung von Asyl in der Schw eiz. Es sei die U nzulässigkeit und die U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen und es sei der Beschw erdeführer dem zufolge vorläufig aufzunehm en. Es sei ihm die unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. E. M it Zw ischenverfügung vom 2. D ezem ber 2003 verzichtete der dam als zuständige Instruktionsrichter der AR K antragsgem äss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Ü ber das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von A rt. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) w erde im Endentscheid befunden. F. M it Vernehm lassung vom 12. D ezem ber 2003 beantragte das BFF die Abw eisung der Beschw erde. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 Vw VG . D as Bundesam t für M igration (BFM ) gehört zu den Behörden nach A rt. 33 VG G und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverw altungsgerichts. Eine Ausnahm e, w as das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (A rt. 32 VG G ). D as Bundesverw altungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschw erde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (A rt. 105 AsylG ; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. A rt. 53 Abs. 2 VG G ). S eite 3D -6848/2006 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t bei gegebener Zuständigkeit am 1. Januar 2007 die bei der vorm aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as Bundesverw altungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschw erde. 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss A rt. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (A rt. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (A rt. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as Bundesam t lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab, da dessen Vorbringen w eder den Anforderungen an die S eite 4D -6848/2006 Flüchtlingseigenschaft gem äss A rt. 3 AsylG noch denjenigen an die G laubhaftigkeit gem äss A rt. 7 AsylG standhielten. D er Beschw erdeführer habe geltend gem acht, er befürchte Behelligung durch die neuen M achthaber der N ordallianz, da er als Paschtune einige M ale von den Taliban zum Einsatz an der Front gezw ungen w orden sei. Bei den vom Beschw erdeführer in diesem Zusam m enhang geltend gem achten Behelligungen handle es sich aber um N achteile, die sich aus lokal oder regional beschränkten Verfolgungsm assnahm en ableiten liessen und denen sich der Beschw erdeführer durch einen W egzug in einen anderen Teil seines H eim atlandes hätte entziehen können. D eshalb sei er nicht auf den Schutz der Schw eiz angew iesen. D ie Ü bergangsregierung, die seit D ezem ber 2001 an der M acht sei, sei gew illt, Personen, die von Trägern staatlicher M acht, lokalen M achthabern oder D ritten verfolgt w ürden, zu schützen. D arin w erde sie von der Internationalen Schutztruppe ISAF unterstützt, die seit dem 11. August 2003 von der NATO kom m andiert w erde. Im Zusam m enhang m it der geltend gem achten Suche nach dem Beschw erdeführer durch die N ordallianz w egen seines Einsatzes für die Taliban hält das Bundesam t fest, dies sei als im späteren Verlauf des Asylverfahrens nachgeschobenes Vorbringen einzustufen. D er Beschw erdeführer habe näm lich ohne G rund eine solche Suche bei der Em pfangsstelle m it keinem W ort erw ähnt, w eshalb diese Aussage nicht als glaubhaft erachtet w erde. D as Bundesverw altungsgericht schliesst sich, w ie sich aus den nachfolgenden Erw ägungen ergibt, dieser Beurteilung an. 4.2 W as die angeblich fluchtauslösenden Ereignisse vor der Ausreise aus Afghanistan betrifft, so lässt es der Beschw erdeführer in seinen Beschw erdeeingaben im W esentlichen bei einer W iederholung der im erstinstanzlichen Verfahren geltend gem achten Vorbringen bew enden. G leichzeitig beharrt er auf deren Asylrelevanz und G laubhaftigkeit, und erklärt, er habe bei der Befragung in der Em pfangsstelle nur das W ichtigste erzählen können. Ausserdem sei er angehalten w orden, sich kurz zu fassen. So habe er von seiner Flucht vor der N ordallianz erzählt, die ihn für einen Taliban gehalten habe sow ie von dem U m stand, w onach er nicht m ehr in sein D orf habe zurückkehren können. Er habe nicht erw ähnt, dass er in C ._______ gesucht w orden sei, w eil er gedacht habe, er habe dies bereits dam it ausgedrückt, als er gesagt habe, sein Leben sei durch Exponenten der N ordallianz gefährdet. S eite 5D -6848/2006 4.3 D ieser Einw and stösst jedoch ins Leere. D er Beschw erdeführer w urde bei der Befragung in der Em pfangsstelle ausdrücklich gefragt, ob es noch andere (G esuchs-)G ründe gebe (vgl. A1/S. 6). Ausserdem w urde ihm das Protokoll vorgelesen, rückübersetzt und von ihm m it dem H inw eis unterschrieben, dass es seinen Aussagen und der W ahrheit entspreche. Auch bejahte er zu Beginn der kantonalen Anhörung die Fragen, ob ihm das Em pfangsstellenprotokoll vor dem U nterschreiben vorgelesen w orden sei und ob er den anw esenden D olm etscher verstanden habe. Ebenso erklärte er, er habe an der Em pfangsstelle die W ahrheit gesagt und seine Aussagen stim m ten 100 Prozent (vgl. A8/S.4). Folglich ist er auf seinen unterschriftlich bestätigen Aussagen zu behaften. 4.4 D er R echtsm itteleingabe sind auch sonst keine stichhaltigen Entgegnungen zu entnehm en, w elche die diesbezügliche Argum entation der Vorinstanz in Zw eifel zu ziehen verm öchten. Sow eit sich der Beschw erdeführer auf den Bericht der Schw eizerischen Flüchtlingshilfe vom M ärz 2003 bezieht, ist festzuhalten, dass diesem lediglich allgem eine Inform ationen über die Lage in Afghanistan zu entnehm en sind. D arüber hinausgehende Inform ationen, die sich konkret auf den vorliegenden Fall beziehen w ürden, oder aus denen der Beschw erdeführer etw as zu seinen G unsten ableiten könnte, lassen sich diesem jedoch nicht entnehm en. Auch nach Ansicht des Bundesverw altungsgerichts erw eisen sich die Aussagen des Beschw erdeführers zu den Ausreisegründen in w esentlichen Punkten als asylirrelevant und nachgeschoben. 4.5 Som it ist zusam m enfassend festzustellen, dass der Beschw erdeführer keine Verfolgung im Sinne von A rt. 3 AsylG glaubhaft m achen und nicht als Flüchtling anerkannt w erden kann. M angels erfüllter Flüchtlingseigenschaft ist ihm zu R echt das nachgesuchte Asyl nicht gew ährt w orden. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von S eite 6D -6848/2006 Ausländern (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ; A rt. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG ; SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (A rt. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach A rt. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (A rt. 5 Abs. 1 AsylG ). 5.4 G em äss A rt. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), A rt. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu A rt. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.5 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf E rteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ; Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 2001 N r. 21). 5.6 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M . G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in A rt. 5 AsylG verankerte P rinzip des flüchtlingsrechtlichen N on- refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine S eite 7D -6848/2006 R ückkehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von A rt. 5 AsylG rechtm ässig. 5.7 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach A rt. 3 EM R K oder A rt. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16, S. 122, m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in seinem H eim atstaat lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.8 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch K rieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.8.1 D ie AR K hat sich in EM AR K 2003 N r. 10 und 30 eingehend zur Lage in Kabul geäussert und die U nterschiede zw ischen der Stadt Kabul und anderen R egionen Afghanistans dargestellt. Infolge der vergleichsw eise günstigeren Situation hat sie den W egw eisungsvollzug nach Kabul unter bestim m ten strengen Voraussetzungen, insbesondere einem tragfähigen Beziehungsnetz und einer gesicherten W ohnsituation, als zum utbar erachtet. In ihrem U rteil vom 24. Januar 2006 (EM AR K 2006 N r. 9) bestätigte und ergänzte die AR K ihre R echtsprechung aus dem Jahr 2003. Zusätzlich zu Kabul erachtete sie den W egw eisungsvollzug in jene R egionen Afghanistans S eite 8D -6848/2006 als grundsätzlich zum utbar, in w elchen seit dem Jahre 2004 keine signifikanten m ilitärischen Aktivitäten stattgefunden haben oder die keiner dauernden U nsicherheit ausgesetzt sind. D iese Voraussetzungen sind im Fall einer W egw eisung nach Kabul und - seit EM AR K 2006 N r. 9 - auch in die Provinzen Parw an, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul, H erat und in die G egend von Sam angan, die nicht zum H azarajat zu zählen ist, gegeben, w obei im Sinne einer Einschränkung die in EM AR K 2003 N r. 10 erw ogenen strengen Bedingungen beachtet w erden m üssen. 5.8.2 W ie vorstehend erw ähnt, ist der Beschw erdeführer Angehöriger der Ethnie der Paschtunen und stam m t aus B._______/Kabul, w o er bis zu der von ihm geltend gem achten Ausreise im Jahre 2003 m it seinen Verw andten gelebt hat. G em äss seinen eigenen Aussagen leben in C ._______ ausser seiner M utter und seinen Schw estern noch sein O nkel, bei w elchem er sich vor seiner Ausreise in die Schw eiz einige Zeit lang aufgehalten haben w ill. D em nach verfügt der Beschw erdeführer bei einer R ückkehr über ein fam iliäres Beziehungsnetz, das ihm bei der R eintegration in die afghanische G esellschaft behilflich sein w ird. D er Beschw erdeführer ist jung und sow eit aktenkundig gesund. Auch ohne eine Berufsausbildung absolviert zu haben, gelang es ihm , w ährend seines Aufenthalts im Iran m it G elegenheitsarbeiten in einer Pneufabrik seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ebenso fand er in der Schw eiz ein Auskom m en im G astgew erbe. D urch seine R ührigkeit hat der Beschw erdeführer bew iesen, dass er auch schw ierige Situationen m eistern kann. Som it liegen auch keine individuellen G ründe vor, die einer W egw eisung nach Afghanistan entgegenstehen w ürden. 5.9 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 5.10 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (A rt. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.11 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine S eite 9D -6848/2006 Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (A rt. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (A rt. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 7. G em äss A rt. 65 Abs. 1 Vw VG befreit die Beschw erdeinstanz, ihr Vorsitzender oder der Instruktionsrichter nach Einreichung der Beschw erde eine Partei, die nicht über die erforderlichen M ittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Zur G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege sind die Prozessaussichten im M om ent der G esuchseinreichung m assgebend, selbst w enn erst in einem späteren Zeitpunkt darüber befunden w ird (EM AR K 2000 N r. 6 E. 9 S. 51 f.). Im vorliegenden Fall erübrigt sich jedoch eine solche Einschätzung der Erfolgsaussichten der Beschw erdebegehren, w eil es am zusätzlichen Erfordernis der prozessualen Bedürftigkeit fehlt. D er Beschw erdeführer ist gem äss Aktenlage seit 1. Juli 2005 erw erbstätig. U nter diesen U m ständen ist das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von A rt. 65 Abs. 1 Vw VG abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (A rt. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . A rt. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite) S eite 10D -6848/2006 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von A rt. 65 Abs. 1 Vw VG w ird abgew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 4. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer, (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungschein;) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - (kantonale Behörde) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Fulvio H aefeli U lrike R aem y Versand: S eite 11