Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. September 2013 (715 13 120 / 233) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Offensichtliche Vermittlungsunfähigkeit infolge subjektiver und objektiver Gründe; Be- weismittel im Rahmen der Tätigkeit einer Massenverwaltung Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Markus Mattle, Gerichtsschreiber i.V. Daniel Rüdin Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Markus Schmid , Rechtsanwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Vermittlungsfähigkeit A. Die 1956 geborene A.____ war zuletzt bis Ende Januar 2010 als Service-Mitarbeiterin bei der Stiftung B.____ in C.____ angestellt. Die Kündigung durch die Arbeitgeberin erfolgte am 10. November 2009 aufgrund der gesundheitlichen Probl eme der Versicherten. Am 12. Oktober 2009 stellte sie ein Rentengesuch bei der IV-Stelle Basel-Landschaft. Dieses Ver- fahren ist derzeit noch hängig. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Schreiben vom 12. November 2009 meldete sich A. ____ beim Regionalen Arbeits- vermittlungszentrum Münchenstein (RAV) zur Arbeitsvermitt lung an und beantragte Arbeitslo- senentschädigung ab 1. Februar 2010. Später wurde das Bezugsdatum mehrfach mutiert, bis das RAV mit Verfügung vom 6. September 2010 die Verm ittlungsfähigkeit der Versicherten ab 1. Juli 2010 ablehnte, woraufhin sich diese von der Ar beitsvermittlung per Anmeldedatum ab- meldete. Da die Krankentaggeldversicherung mit Schreib en vom 23. Dezember 2010 ankünde- te, ihre Zahlungen per 31. Januar 2011 einzustellen, meldete sich A.____ am 6. Januar 2011 erneut zur Arbeitsvermittlung und zum Bezug von Leistung en der Arbeitslosenversicherung ab 1. Februar 2011 an. Mit Verfügung vom 24. Februar 2011 stellte das RAV sodann fest, dass die Vermittlungsfähigkeit ab 1. Februar 2011 im Umfang von 60 % als gegeben zu betrachten sei. C. In seinen Verfügungen vom 5. Januar 2012 und 5. Mär z 2012 lehnte das RAV die Vermittlungsfähigkeit der Versicherten für die Zeit vo m 20. Juni 2011 bis 1. Januar 2012 bzw. ab 2. Januar 2012 indessen ab. Gegen diese Verfügungen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Schmid, am 30. Januar 2012 und 27. März 2012 jeweils Einsprache beim Kantonalen Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Ba selland, Abteilung Arbeitsvermittlung (KIGA). Diese Einsprachen wurden mit Entscheid vom 8. Mä rz 2013 zwar teilweise gutgeheis- sen, gleichzeitig wurde jedoch bestätigt, dass die Versich erte ab 20. Juni 2011 nicht vermitt- lungsfähig sei. D. Hiergegen erhob A.____, wiederum vertreten durch R echtsanwalt Markus Schmid, am 25. April 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Lan dschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es se i der angefochtene Einspracheent- scheid aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung a n die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. E. Mit Schreiben vom 12. Juli 2013 nahm das KIGA zur B eschwerde Stellung und bean- tragte dabei deren Abweisung. Auf die einzelnen Vorbr ingen der Parteien wird – soweit not- wendig – in den nachfolgenden Ausführungen eingegan gen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes ü ber die obligatorische Arbeitslo- senversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 2 5. Juni 1982 auf die obligatori- sche Arbeitslosenversicherung anwendbar sind, kann gegen E inspracheentscheide der Versi- cherungsträger Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 58 Abs. 1 ATSG grundsätzlich das V ersicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Besch werdeerhebung Wohnsitz hat. Diese Regelung entspricht nun allerdings für den Bereich der Arbeitslosenversicherung nicht der vor dem Inkrafttreten des ATSG geltenden Zuständigkeitsordnu ng, weshalb der Bundesrat in Art. 100 Abs. 3 AVIG ausdrücklich ermächtigt worden ist, die örtliche Zuständigkeit des kanto- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht nalen Versicherungsgerichts in Abweichung von Art. 58 AT SG zu regeln. Laut Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversi cherung und die Insolvenzentschädi- gung (AVIV) vom 31. August 1983 ist für die Beurteilun g von Beschwerden gegen Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das Ver sicherungsgericht desselben Kan- tons zuständig. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet ein Einspracheentscheid, den das KIGA Baselland als kantonale Amtsstelle im Sinn e von Art. 85 AVIG erlassen hat, so- dass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-L andschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi cherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentsche ide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Beha ndlung der vorliegenden Beschwer- de zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formger echt erhobene – Beschwerde der Versi- cherten vom 25. April 2013 ist demnach einzutreten. 2.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, dass der ange fochtene Einspracheentscheid vom 8. März 2013 an einem unauflöslichen Widerspruch (im Dispositiv) leide. Dieser Auffas- sung kann nicht gefolgt werden. Es trifft zwar zu, dass im Dispositiv des genannten Entscheids die von der Beschwerdeführerin erhobenen Einsprachen vo m 30. Januar 2012 und 27. März 2012 teilweise gutgeheissen, gleichzeitig aber die dam it angefochtenen Verfügungen vom 5. Januar 2012 und 5. März 2012 bestätigt worden sind. Aus der Begründung sowie Ziffer 3 des Dispositivs des Einspracheentscheids geht indessen deutlich h ervor, dass sich die teilweise Gutheissung ausschliesslich auf den Taggeldanspruch gemäss Ar t. 28 Abs. 1 AVIG bezieht, dessen Bestand zwischen den Parteien im Übrigen zu Rec ht unbestritten ist. Einzig aus dem Umstand, dass eine zutreffendere Formulierung des Dispo sitivs möglich gewesen wäre, lässt sich also nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin ableiten. 2.2 Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahr ens bildet demnach lediglich die Frage, ob der Versicherten für den Zeitraum vom 20. Juni 2011 bis 1. Januar 2012 bzw. ab 2. Januar 2012 zu Recht die Vermittlungsfähigkeit abgesprochen worden ist mit der Folge, dass während den genannten Perioden keine Arbeitslosenentsch ädigung beansprucht werden kann, mithin eine Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung zu verneinen ist. 3.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nac h Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schwei z wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreich t hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erf üllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 3.2 Die arbeitslose versicherte Person ist nach Art. 15 Abs. 1 AVIG vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Ein- gliederungsmassnahmen teilzunehmen. Die allgemeine Ver mittlungsfähigkeit setzt sich somit aus drei Elementen zusammen. Davon sind die Arbeitsfä higkeit sowie die Arbeitsberechtigung objektiver und die Vermittlungsbereitschaft subjektiver N atur. Damit die Anspruchsvorausset- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zung erfüllt ist, müssen die drei Elemente kumulativ er füllt sein (vgl. T HOMAS NUSSBAUMER , Ar- beitslosenversicherung, in: Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Basel/Genf/München 200 7, S. 2258 Rz 261). Als Anspruchsvo- raussetzung schliesst der Begriff der Vermittlungs(un)fähi gkeit graduelle Abstufungen aus. Kann die versicherte Person nur im Umfang von weniger a ls 20 % einer Vollzeitbeschäftigung eine Arbeit annehmen, liegt Vermittlungsunfähigkeit vor (vgl. BGE 136 V 97 E. 5.1 mit Hinwei- sen; AVIG-Praxis ALE, Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversicherung, Rz B218 mit Hinweis). 3.3 Unter Arbeitsfähigkeit im objektiven Sinn ("in der Lage sein") ist die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, die soziale Eignung und d ie Verfügbarkeit in räumlicher sowie in zeitlicher Hinsicht zu verstehen. Was die zeitliche Verfügba rkeit betrifft, so liegt Vermittlungsun- fähigkeit unter anderem vor, wenn eine versicherte Per son aus persönlichen oder familiären Gründen ihre Arbeitskraft nicht so einsetzen kann ode r will, wie es ein Arbeitgeber normaler- weise verlangt (vgl. NUSSBAUMER , a.a.O., S. 2259 Rz 266 mit Hinweisen). Versicherte, d ie im Hinblick auf anderweitige Verpflichtungen oder besondere persönliche Umstände lediglich wäh- rend gewisser Tages- oder Wochenstunden sich erwerblich bet ätigen wollen, können nur sehr bedingt als vermittlungsfähig anerkannt werden. Denn sind einer versicherten Person bei der Auswahl des Arbeitsplatzes so enge Grenzen gesetzt, dass das Fi nden einer Stelle sehr unge- wiss ist, muss Vermittlungsunfähigkeit angenommen werden ( vgl. BGE 112 V 327 E. 1a mit Hinweisen). Der Grund für die Einschränkung in den Arb eitsmöglichkeiten spielt dabei keine Rolle (vgl. N USSBAUMER , a.a.O., S. 2259 f. Rz 266 mit Hinweisen). Zu beachte n ist in diesem Zusammenhang auch die Rechtsprechung, wonach eine versiche rte Person, die auf einen be- stimmten Termin anderweitig disponiert hat und deshalb für eine neue Beschäftigung nur noch während relativ kurzer Zeit zur Verfügung stünde, in der Regel nicht vermittlungsfähig ist. In einem solchen Fall sind nämlich die Aussichten, zwischen de r Aufgabe der alten und dem An- tritt der neuen Stelle von einem dritten Arbeitgebe r angestellt zu werden, verhältnismässig ge- ring (vgl. BGE 110 V 208 E. 1 mit Hinweisen). 3.4 Das subjektive Element der Vermittlungsfähigkeit besteht in der Ber eitschaft der versi- cherten Person, die Arbeitskraft entsprechend den persönli chen Verhältnissen während der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (vgl. BGE 123 V 216 E. 3 mit Hinweisen). Wesentliches Merk- mal ist dabei die Bereitschaft zur Annahme einer Daue rstelle als Arbeitnehmer. Hiezu genügt die Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte Verm ittlungsbereitschaft nicht. Vielmehr ist die versicherte Person gehalten, sich der öffentlichen Arbeitsve rmittlung zur Verfügung zu stellen, angebotene zumutbare Arbeit anzunehmen und sich intensiv nach einer zumutbaren Stelle um- zusehen (vgl. NUSSBAUMER , a.a.O., S. 2261 Rz 270 mit Hinweisen). 3.5 Die Frage der Vermittlungsfähigkeit ist prospekti v und aufgrund einer gesamthaften Würdigung der für die Anstellungschancen im Einzelfal l wesentlichen, objektiven und subjekti- ven Faktoren zu beurteilen. Ausser dem Umfang des für di e versicherte Person in Betracht fal- lenden Arbeitsmarktes ist auch die Art der gesuchten zumu tbaren Arbeit von Bedeutung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juli 2010, 8C_382/2010, E. 3.2; BGE 120 V 387 E. 2 mit Hin- weisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.6 Im Falle eingeschränkter Leistungsfähigkeit ist sod ann zu unterscheiden zwischen vo- rübergehend fehlender oder verminderter Arbeitsfähi gkeit im Sinne von Art. 28 AVIG und den behinderten Versicherten im Sinne von Art. 15 Abs. 2 A VIG. Beide Tatbestände sind Ausnah- men vom Grundprinzip der Arbeitslosenversicherung, wonach Leistungen nur bei Vermittlungs- fähigkeit der Versicherten in Betracht kommen. Über das Merkmal der vorübergehenden Ein- schränkung in der Arbeitsfähigkeit erfolgt die Abgrenzu ng zu den Behinderten im Sinne von Art. 15 Abs. 2 AVIG. Bei länger andauernder gesundhe itlicher Beeinträchtigung ist die Vermitt- lungsfähigkeit (Art. 15 AVIG) massgebendes Abgrenzungskriterium. Nach Art. 15 Abs. 2 Satz 1 AVIG gilt der körperlich oder geistig Behinderte als ver mittlungsfähig, wenn ihm bei ausgegli- chener Arbeitsmarktlage, unter Berücksichtigung seiner Behi nderung, auf dem Arbeitsmarkt eine zumutbare Arbeit vermittelt werden könnte. Best ehen erhebliche Zweifel an der Arbeitsfä- higkeit eines Arbeitslosen, so kann die kantonale Amtsstel le eine vertrauensärztliche Untersu- chung auf Kosten der Versicherung anordnen (Art. 15 A bs. 3 AVIG). Die Kompetenz zur Rege- lung der Koordination mit der Invalidenversicherung ist in Art. 15 Abs. 2 Satz 2 AVIG dem Bun- desrat übertragen worden. Dieser hat in Art. 15 Abs. 3 AVIV festgelegt, dass ein Behinderter, der unter der Annahme einer ausgeglichenen Arbeitsmar ktlage nicht offensichtlich vermitt- lungsunfähig ist, und der sich bei der Invalidenversicheru ng (oder einer anderen Versicherung nach Art. 15 Abs. 2 AVIV) angemeldet hat, bis zum Ent scheid der anderen Versicherung als vermittlungsfähig gilt (vgl. zum Ganzen: BGE 136 V 97 f. E. 5.2 mit Hinweisen). 3.7 Art. 70 Abs. 1 ATSG sieht schliesslich vor, dass die berechtigte Person Vorleistung verlangen kann, wenn ein Versicherungsfall einen Anspr uch auf Sozialversicherungsleistungen begründet, aber Zweifel darüber bestehen, welche Sozi alversicherung die Leistungen zu er- bringen hat. Gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG ist die Arbeitslosenversicherung für Leistungen, deren Übernahme durch die Arbeitslosenversicherung, di e Krankenversicherung, die Unfallver- sicherung oder die Invalidenversicherung umstritten ist, vorleistungspflichtig (vgl. BGE 136 V 98 E. 5.3). 4.1 Die Beschwerdegegnerin bestreitet nicht, dass vorlieg end dem Grunde nach eine Konstellation gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG in Verb indung mit Art. 15 Abs. 3 AVIV gegeben ist. Sie ist jedoch der Ansicht, dass die Beschwerdeführe rin seit 20. Juni 2011 offensichtlich vermittlungsunfähig sei. Zu dieser Annahme gelangt die Beschwerdegegnerin unter anderem aufgrund diverser Arztzeugnisse bzw. eines in diesem Zusammenhang geführten Telefonats mit dem Hausarzt der Versicherten, worin zu deren Arbeitsf ähigkeit Stellung genommen wurde. Dagegen wendet die Beschwerdeführerin nun ein, die B eschwerdegegnerin wäre verpflichtet gewesen, die Arbeitsfähigkeit bzw. die in einer adapt ierten Tätigkeit verwertbare, für die Beur- teilung der Vermittlungsfähigkeit massgebende Restarbe itsfähigkeit im Rahmen einer gut- achterlichen Untersuchung abklären zu lassen. Denn auf di e dem angefochtenen Einsprache- entscheid zu Grunde gelegten Arztzeugnisse, welche grösst enteils ohne jegliche Diagnose vor- lägen und auch ansonsten äusserst rudimentär gehalten se ien, könne nicht abgestellt werden. Sodann habe sich die Beschwerdegegnerin teilweise damit begnügt, telefonische Auskünfte der Ärzte einzuholen, welche sie dann angeblich den Akten ein verleibt habe. Auf die entsprechen- den Aufzeichnungen könne allerdings ebenso wenig abge stellt werden, da gemäss höchstrich- terlicher Rechtsprechung telefonisch eingeholte Auskünfte kein (taugliches) Beweismittel dar- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellen würden. Aus diesem Grund sei die Sache zur Vornah me der notwendigen Sachverhalts- abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 4.2 Folglich ist zunächst zu prüfen, ob bei der Beurtei lung der Vermittlungsfähigkeit über- haupt auf (einfache) Arztzeugnisse bzw. telefonisch eing eholte ärztliche Auskünfte abgestellt werden darf. 4.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrun dsatz beherrscht. Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. BGE 115 V 142 E. 8a). Umgekehrt ist die leistungsansprechende Person na ch Art. 28 ATSG verpflichtet, dabei mitzuwirken. In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der im So zialversicherungsrecht übliche Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. Arbeitsr echt und Arbeitslosenversicherung [ARV] 1993/1994 Nr. 41 S. 225 E. 3a; Urteil des Eidg enössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vo m 10. Dezember 2002, C 138/02, E. 2; NUSSBAUMER , a.a.O., S. 2447 Rz 882; vgl. zum Ganzen: Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juni 2011, AVI 2010/98, E. 1.4). 4.4 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleu- te zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes od er der Ärztin ist es, den Gesundheits- zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich wel- cher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig i st. Im Weiteren sind die ärztlichen Aus- künfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Per- son noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 99 f. E. 4 mit Hinweisen). 4.5 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas- send und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverf ahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objek- tiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verf ügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. In sbesondere darf das Gericht bei ei- nander widersprechenden medizinischen Berichten den Proz ess nicht erledigen, ohne das ge- samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeb en, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (vgl. B GE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 ff. E. 1c mit Hinweisen). 4.6.1 Gemäss Art. 28 Abs. 5 AVIG muss der Arbeitslose se ine Arbeitsunfähigkeit bzw. seine Arbeitsfähigkeit mit einem ärztlichen Zeugnis nachwei sen. Im Rahmen der Tätigkeit einer Mas- senverwaltung kann also nicht erwartet werden, dass zur Bestimmung der Arbeits(un)fähigkeit – mithin zur Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit – re gelmässig eine gutachterliche Untersu- chung vorgenommen wird. Ein solches Vorgehen würde zu ei nem unverhältnismässigen Mehr- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufwand führen. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass di e Beschwerdegegnerin vorliegend bei der Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit der V ersicherten im Wesentlichen auf Arztzeug- nisse abgestellt hat, welche in der Tat grösstenteils oh ne Diagnose und auch ansonsten mit wenigen Worten verfasst worden sind. 4.6.2 Im Zusammenhang mit der Beweistauglichkeit der von der Beschwerdegegnerin tele- fonisch eingeholten ärztlichen Auskunft vom 14. Dezember 2011 (vgl. RAV-Protokoll vom 15. Dezember 2011) ist festzuhalten, dass sich die von d er Beschwerdeführerin zitierte Recht- sprechung und die von der Beschwerdegegnerin vorgebracht en gesetzlichen Bestimmungen – zumindest vordergründig – widersprechen. So führt das Bundesgericht in seinem Urteil vom 6. Dezember 1991 (BGE 117 V 285 E. 4c mit Hinweis) be ispielsweise aus, dass eine formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündl iche bzw. telefonische Auskunft nur in- soweit ein zulässiges und taugliches Beweismittel darstellt , als damit blosse Nebenpunkte, na- mentlich Indizien oder Hilfstatsachen, festgestellt werden. Sind aber Auskünfte zu wesentlichen Punkten des rechtserheblichen Sachverhaltes einzuholen, kom mt grundsätzlich nur die Form einer schriftlichen Anfrage und Auskunft in Betracht. W ie die Beschwerdegegnerin jedoch zu- treffend ausführt, hält Art. 43 Abs. 1 ATSG lediglich fest, dass der Versicherungsträger die Be- gehren prüft, die notwendigen Abklärungen von Amtes we gen vornimmt und die erforderlichen Auskünfte einholt. Mündlich erteilte Auskünfte sind dab ei schriftlich festzuhalten. Ob eine tele- fonisch eingeholte ärztliche Auskunft, welche darüber h inaus schriftlich protokolliert worden ist, ein taugliches Beweismittel darstellt, kann hier aber letztlich offen gelassen werden. Denn wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird (vgl. E. 5.2 ff. hi ernach), ist es vorliegend nicht nötig auf die fragliche Auskunft abzustellen, damit für den streitigen Zeitraum eine Vermittlungsunfähigkeit der Beschwerdeführerin angenommen werden kann. Somit erübrigt sich auch eine Rückwei- sung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme w eiterer Sachverhaltsabklärungen betreffend die (Rest-) Arbeitsfähigkeit der Versicherten. 5.1 Nachdem nun feststeht, dass bei der Beurteilung de r Vermittlungsfähigkeit grundsätz- lich auf (einfache) Arztzeugnisse abgestellt werden darf, muss im Folgenden geprüft werden, ob tatsächlich eine offensichtliche Vermittlungsunfähigkeit d er Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 20. Juni 2011 bis 1. Januar 2012 bzw. ab 2. Januar 2 012 vorliegt. "Offensichtlich vermitt- lungsunfähig" bedeutet, dass die Vermittlungsunfähigkeit auf Grund der Akten der Arbeitslosen- versicherung, allenfalls gestützt auf Ermittlungen ander er Sozialversicherungsträger oder auf Grund anderer Umstände ohne weitere Abklärungen ersicht lich ist. Die Vermittlungsunfähigkeit ist ebenfalls offensichtlich, wenn sich die behinderte Per son bis zum Entscheid des entspre- chenden Sozialversicherungsträgers als nicht arbeitsfähig e rachtet und weder eine zumutbare Arbeit sucht noch eine solche annimmt (vgl. Urteil des V erwaltungsgerichts des Kantons Grau- bünden vom 16. November 2011, S 11 56, E. 2b mit Hinweisen). 5.2 Demnach sind für die Beurteilung der Vermittlung sfähigkeit im fraglichen Zeitraum zu- nächst die folgenden medizinischen Unterlagen betreffend die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu berücksichtigen: Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht  Arztzeugnis vom 2. April 2011, ausgestellt von Dr. med. D.____, FMH für Orthopädi- sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates : 50 %ige Arbeitsfähigkeit für sitzende Tätigkeiten vom 1. Februar 2011 bis 30. Juni 2011 infolge Krankheit.  Arztzeugnis vom 12. Juni 2011, ausgestellt von Prof. Dr . med. E.____, FMH Orthopä- dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara tes: 100 %ige Arbeitsunfä- higkeit vom 20. Juni 2011 bis 16. Juli 2011 infolge Krankheit/Unfall.  Arztzeugnis vom 21. Juni 2011, ausgestellt von Prof. E._ ___: 100 %ige Arbeitsunfähig- keit vom 26. Juni 2011 bis 16. Juli 2011 bzw. 17. Juli 2 011 bis 31. Juli 2011 infolge Krankheit.  Arztzeugnis vom 29. Juli 2011, ausgestellt von Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Inne- re Medizin: 100 %ige Arbeitsunfähigkeit vom 24. August 2 009 bis 15. September 2011 aus medizinischen Gründen.  Arztzeugnis vom 16. September 2011, ausgestellt von Dr . F.____: 100 %ige Arbeitsun- fähigkeit vom 24. August 2009 bis 31. Dezember 2011 aus medizinischen Gründen.  Arztzeugnis vom 20. Oktober 2011, ausgestellt von Dr. med. G.____, Assistenzarzt Chirurgie: 100 %ige Arbeitsunfähigkeit vom 20. Oktober 2011 bis 1. Januar 2012.  Gutachten vom 21. Oktober 2011, welches von Dr. med. H. ____, FMH Allgemeine In- nere Medizin und FMH Rheumatologie, zuhanden der Sozia lversicherungsanstalt Ba- sel-Landschaft (SVA) erstellt worden ist. Bezüglich der A rbeitsfähigkeit der Beschwer- deführerin hält Dr. H.____ (aus rheumatologischer Sich t) darin zusammengefasst fest, dass diese seit April 2009 als Serviceangestellte 100 % arbeitsunfähig sei. Eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bestehe sicherlich auch für di e kommenden drei Monate nach der gefässchirurgischen Intervention vom 7. Oktober 2011.  Arztzeugnis vom 16. Dezember 2011, ausgestellt von Dr. F. ____: 100 %ige Arbeitsun- fähigkeit als Serviceangestellte vom 24. August 2009 bis 3 1. Januar 2012 sowie 70 %ige Arbeitsunfähigkeit für leichte sitzende Arbei t vom 2. Januar 2012 bis 31. Januar 2012, jeweils aus medizinischen Gründen.  Arztzeugnis vom 9. Januar 2012, ausgestellt von Dr. med. I.____, FMH Chirurgie: 100 %ige Arbeitsunfähigkeit vom 7. Oktober 2011 bis Ende Januar 2012.  Schreiben vom 8. Februar 2012, verfasst von Dr. F.____: weiterhin bestehende 100 %ige Arbeitsunfähigkeit als Serviceangestellte sowi e 30 %ige Arbeitsfähigkeit für leichte, vor allem im Sitzen auszuübende Tätigkeiten vom 1. Februar 2012 bis vorläufig 31. März 2012. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht  Arztzeugnis vom 20. Februar 2012, ausgestellt von Dr. med. J.____, FMH Chirurgie: 100 %ige Arbeitsunfähigkeit vom 7. Oktober 2011 bis 19. März 2012.  Versicherungsbericht vom 20. April 2012, welcher von Dr . I.____ zuhanden der SVA erstellt worden ist. Zusammengefasst führt Dr. I.____ darin aus, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder eine Arbeitsfähigkeit erreich t werde. Ab welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang sei jedoch noch unklar.  Schreiben vom 24. April 2012, verfasst von Dr. F.____: 100 %ige Arbeitsunfähigkeit als Serviceangestellte vom 24. August 2009 bis vorläufig 31. Mai 2012; 50 %ige Arbeitsun- fähigkeit vom 1. Februar 2011 bis 20. Juni 2011, 100 %i ge Arbeitsunfähigkeit vom 21. Juni 2011 bis 4. Juli 2011, 50 %ige Arbeitsunfähig keit vom 5. Juli 2011 bis 5. Oktober 2011, 100 %ige Arbeitsunfähigkeit vom 6. Oktober 2011 bis 1. Januar 2012, 70 %ige Arbeitsunfähigkeit vom 2. Januar 2012 bis 31. März 2012 sowie 100 %ige Ar- beitsunfähigkeit vom 1. April 2012 bis vorläufig 31. Mai 2012 (die attestierten Arbeitsfä- higkeiten würden jeweils für eine leichte vorwiegend im Sitzen auszuführende Arbeit gelten). Dr. F.____ fügt seiner zusammenfassenden Einschätzung zudem an, dass die Arbeitsunfähigkeit vom 24. August 2009 bis 5. Oktober 2 011 auf Beschwerden und Operationsfolgen bezüglich des rechten Fusses zurückzufüh ren sei. Seit dem 6. Oktober 2011 sei die Arbeitsunfähigkeit hingegen we itgehend auf Beschwerden bzw. Folgen der am 7. Oktober 2011 erfolgten Gefässoperation zurückzuführen.  Gutachten vom 24. September 2012, welches von Dr. H._ ___ zuhanden der SVA er- stellt worden ist. Zusammengefasst könne danach spätestens a b April 2012 – unter Berücksichtigung der ausschliesslich rheumatologischen Diagnos en – bezüglich einer leichten körperlich belastenden Tätigkeit, durchgeführt in Wechselbelastung, abwechs- lungsweise sitzend, stehend wie auch gehend eine Restarbe itsfähigkeit von 70 % an- genommen werden. Gleichzeitig weist Dr. H.____ jedoch darauf hin, dass separat auch noch aus neurologischer Sicht zur Arbeitsfähigkeit St ellung genommen werden müss- te.  Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 7. November 2012 zum Gutachten vom 24. September 2012. Darin kommt Dr. med. K.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, zum Schluss, dass zum einen ab August 200 9 eine 100 %ige Arbeits- unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestehe. And ererseits müsse ab April 2012 eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte T ätigkeiten, bei welchen das rechte Bein entlastet werden könne (vorwiegend sitzend mit der Möglichkeit, den rechten Fuss gelegentlich hochzulagern), angenommen werden. 5.3 Es ist vorab darauf hinzuweisen, dass das Arztzeugnis vo n Dr. D.____, datiert vom 2. April 2011, nicht in Kenntnis einer bei der Versiche rten am 21. Juni 2011 erfolgten Operation bzw. der Beschwerden, welche zu diesem Eingriff geführt h aben, erstellt worden ist. Die Not- wendigkeit dieser chirurgischen Intervention ergab sich n ämlich erst zu einem späteren Zeit- punkt. Demnach darf diesem Arztzeugnis – hinsichtlich der Z eitspanne vom 20. Juni 2011 bis Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 30. Juni 2011 – keine entscheidende Aussagekraft zukommen . Gemäss den übrigen medizini- schen Unterlagen besteht sodann Einigkeit darüber, dass die Beschwerdeführerin – gesund- heitlich bedingt – vom 20. Juni 2011 bis 4. Juli 2011 bzw. 6. Oktober 2011 bis 1. Januar 2012 nicht in der Lage war, eine Arbeit im Umfang eines Pe nsums von mindestens 20 % zu verrich- ten. Während diesen Phasen muss die Beschwerdeführerin also bereits aus objektiver Sicht als offensichtlich vermittlungsunfähig gelten. 5.4 Bezüglich der Zeiträume vom 5. Juli 2011 bis 5. Okto ber 2011 sowie ab 2. Januar 2012 bestehen allerdings zwischen einigen der angeführten ärzt lichen Einschätzungen der Arbeitsfä- higkeit der Versicherten gewisse Differenzen. Für diese Pe rioden lässt sich eine offensichtliche Vermittlungsunfähigkeit jedoch aufgrund der ins Recht gelegten Beratungsgesprächsprotokolle des RAV erstellen. Aus diesen geht hervor, dass sich die Be schwerdeführerin in den fraglichen Zeiträumen selbst als nicht arbeitsfähig erachtet und z udem keine Arbeitsbemühungen vorge- nommen hat (vgl. RAV-Protokolle vom 14. Juli 2011, 25 . August 2011, 18. Oktober 2011, 14. Dezember 2011, 9. Februar 2012, 23. Februar 2012, 22. Mai 2012, 7. Juni 2012 und 27. Juli 2012). Da sich die genannten Protokolle als schlüssig, n achvollziehbar und angemessen detail- liert erweisen, muss deren Einbezug bei der Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit – insbeson- dere im Rahmen der Tätigkeit einer Massenverwaltung – als zulässig erachtet werden. Die Be- schwerdegegnerin hat demnach zu Recht auf gewisse RAV-Pro tokolle abgestellt, was von der Versicherten im Grunde denn auch nicht beanstandet wird. Sie macht hingegen geltend, dass das RAV sie vom Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühun gen befreit habe. Aus diesem Grund dürften sich ihre fehlenden Arbeitsbemühungen nu n nicht zu ihrem Nachteil auswirken. Dieser Argumentation kann indessen nicht gefolgt werde n. Vielmehr spricht eine solche Befrei- ung dafür, dass die versicherte Person gerade nicht arbe itsfähig ist. Im konkreten Fall hat das RAV die Beschwerdeführerin überdies darauf hingewiese n, dass die Befreiung vom Nachweis der Arbeitsbemühungen nur solange gelte, als dass eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorlie- ge (vgl. RAV-Protokolle vom 14. Juli 2011, 14. Dezember 2011 und 22. Mai 2012). Falls sich die Versicherte im fraglichen Zeitraum also selbst als a rbeitsfähig eingeschätzt haben sollte, hätte sie (sofort) wieder entsprechende Arbeitsbemühung en vornehmen müssen. Die Vornah- me solcher Bemühungen ergibt sich aber weder aus den Akten noch macht die Beschwerdefüh- rerin dahingehende Äusserungen. In Anbetracht der gesamten Umstände erscheint es schliess- lich als nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Versicher te im Rahmen des Beratungsge- sprächs vom 7. Juni 2012 ausgesagt haben soll, sie könnte nur in ihrem ursprünglichen Beruf nicht mehr arbeiten; in einer adaptierten Tätigkeit w äre sie jedoch im Umfang von mindestens 20 % arbeitsfähig. Infolge fehlender Vermittlungsber eitschaft (subjektives Kriterium) der Be- schwerdeführerin muss somit ebenfalls für die Zeiträume v om 5. Juli 2011 bis 5. Oktober 2011 sowie ab 2. Januar 2012 von einer offensichtlichen Verm ittlungsunfähigkeit ausgegangen wer- den. Daran vermag auch ein anderslautendendes Arztzeugn is nichts zu ändern (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2007, C 73/06, E. 4.1). 5.5 Nach dem Gesagten hat die Versicherte einerseits aus objektiven und andererseits aus subjektiven Gründen in der Zeitspanne vom 20. Juni 2011 bis 1. Januar 2012 bzw. ab 2. Januar 2012 als offensichtlich vermittlungsunfähig zu gelten. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Zusammenfassend folgt als Ergebnis, dass das KIGA die Vermittlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin für den vorliegend streitigen Zeitr aum vom 20. Juni 2011 bis 1. Januar 2012 bzw. ab 2. Januar 2012 zu Recht verneint hat. Di e gegen den betreffenden Einsprache- entscheid vom 8. März 2013 erhobene Beschwerde erweist si ch als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.