Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. Juni 2015 (725 15 20 / 147) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Zeitpunkt des Fallabschlusses / Würdigung des mediz inischen Sachverhaltes / Berech- nung des Invalideneinkommens anhand von DAP-Profilen Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Claude Schnüriger, Advokat, Lange Gasse 90, Postfach 538, 4010 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer-Münch, Advokat, Gü- terstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Der 1969 geborene A.____ war seit dem 23. April 2007 als Lastwagenchauffeur bei der B.____ AG, tätig und durch die Arbeitgeberin bei de r Schweizerischen Unfallversicherungsan- stalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf ällen und Berufskrankheiten versichert. Am 6. Juni 2011 erlitt A.____ einen Unfall, indem er b eim Laden eines Containers bei starkem Re- genfall ausrutschte und sich das rechte Bein verdre hte. Dabei zog er sich, wie eine am 16. Juni 2011 erfolgte MRT-Untersuchung des rechten Kniegele nkes ergab, eine Ruptur des vorderen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kreuzbandes, eine Korbhenkelläsion des lateralen Meni skus sowie einen Riss des medialen Meniskus zu. Nach Eingang der durch die Arbeitgeberin er statteten Unfallmeldung erbrachte die SUVA für diesen Unfall die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder). Gestützt auf ihre medizinischen und erwerblichen Abklärungen spr ach die SUVA A.____ mit Verfügung vom 8. August 2014 für die im Bereich des rechten Kniegelenkes verbleibenden Unfallfolgen mit Wirkung ab 1. August 2014 eine Invalidenrente basiere nd auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 16 % zu. Gleichzeitig lehnte sie einen Anspruch von A.____ auf eine Integritätsentschädi- gung mit der Begründung ab, dass die Restfolgen des Unf alls die Integrität nicht erheblich be- einträchtigen würden. Daran hielt die SUVA auf Eins prache des Versicherten hin mit Ein- spracheentscheid vom 3. Dezember 2014 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Rechtsanwalt Dr. Claude Schnüriger, am 19. Januar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es seien die Verfügung der SUVA vom 8. August 2014 sowie deren Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2014 aufzuheben. Die SUVA sei zu verurteilen, ihm auch nach dem 31. Juli 2014 das Taggeld zu entrichten. Sodann sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm mit Wi rkung ab 1. August 2014 auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 50 % die entspr echende Rente sowie auf der Basis einer Integritätseinbusse von mindestens 20 % die ents prechende Integritätsentschädigung auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Schliesslich seien ih m die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter zu bewilligen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Februar 2015 beantr agte die SUVA, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-Münch, die Abweisung der Beschwerde. D. Das Kantonsgericht zog in der Folge zur Vervollständig ung der Akten bei der IV-Stelle Basel-Stadt das IV-Dossier des Versicherten bei. Mit Ein gaben vom 31. März/9. April 2015 machten der Beschwerdeführer und mit Schreiben vom 8. A pril 2015 die SUVA von der Mög- lichkeit Gebrauch, zu den beigezogenen IV-Akten Stellung zu nehmen. Mit einer weiteren Ein- gabe vom 13. April 2015 äusserte sich der Beschwerdeführ er schliesslich nochmals kurz zur Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 8. April 2015. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Besch werdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Be- findet sich dieser im Ausland, so ist das Versicherungsgerich t desjenigen Kantons zuständig, in welchem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in welchem ihr letzter schweize- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht rischer Arbeitgeber Wohnsitz hat. Vorliegend hat der Be schwerdeführer Wohnsitz in Deutsch- land. Der Sitz seines (letzten) schweizerischen Arbeitge bers befindet sich jedoch in C.____, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-L andschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige ge- richtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache entscheide der Versicherungs- träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be- schwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und fo rmgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 19. Januar 2015 ist demnach einzutreten. 2. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod de r versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Inva lidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rente nanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Be sserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und a llfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem R entenbeginn fallen die Heilbe- handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung d er körperlichen, geistigen oder psychi- schen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Ans pruch auf eine angemessene Integri- tätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente f estgesetzt oder, falls kein Rentenan- spruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt vorau s, dass zwischen dem versicher- ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit , Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integri- tätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteh t (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursa- chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind al le Umstände, ohne deren Vor- handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr eten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer den kann. Entsprechend dieser Umschrei- bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenh angs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingung en die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetrete ne gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen eine m schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusamme nhang besteht, ist eine Tatfrage, wo- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht rüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rah- men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu b efinden hat. Die blosse Möglichkeit ei- nes Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leis tungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.2.1 Um die Leistungspflicht des Unfallversicherers bejah en zu können, muss zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nich t nur ein natürlicher, sondern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtspr echung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es n ach dem gewöhnlichen Lauf der Din- ge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich g eeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinw eis). Der Voraussetzung des adäqua- ten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzu- sammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eing etretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechts erhebliche Kausalzusammenhang be- steht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Ge- richt zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 3.2.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallf olgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kaus alzusammenhang ergebenden Haf- tung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hi er die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Liegen hingegen keine organisch (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolge schäden vor, so hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Danach ist für die Bejah ung des adäquaten Kausalzusammen- hangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Ent- stehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewis- se Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft i ns Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobe i - ausgehend vom augenfälligen Ge- schehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen ei nerseits, schweren Unfällen an- derseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird (BGE 134 V 126 E. 10.1 mit Hinweisen). 3.2.3 Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügige m Anschlagen des Kopfes oder Übertre- ten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. eine m gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstö- rungen in der Regel ohne weiteres verneint werden. O hne aufwändige Abklärungen im psychi- schen Bereich darf aufgrund der allgemeinen Lebenserfah rung, aber auch unter Einbezug un- fallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden, da ss ein banaler bzw. leichter Un- fall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychische n Gesundheitsschaden zu verursa- chen. Hier mangelt es dem Unfallereignis offensichtlich a n der erforderlichen Schwere, welche allgemein geeignet wäre, zu einer psychischen Fehlentw icklung zu führen (BGE 115 V 139 E. 6a). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der B eurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin - ist die recht sanwendende Behörde regelmäs- sig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismi ttel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.1 Mit Verfügung vom 8. August 2014, welche sie in de r Folge mit Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2014 bestätigte, sprach die SUVA dem Ve rsicherten mit Wirkung ab 1. Au- gust 2014 für die verbleibenden Unfallfolgen im Berei ch des rechten Kniegelenks eine auf ei- nem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 16 % basierende Invalid enrente zu. In seiner Beschwerde macht der Versicherte vorab geltend, dass die Prüfung se ines Rentenanspruchs zu früh erfolgt sei. Der medizinische Endzustand sei anfangs August 2014 n och nicht erreicht gewesen, so dass die SUVA ihm über den 31. Juli 2014 hinaus weiterh in Taggeldleistungen zu entrichten habe. 4.2 Im Entscheid 134 V 109 ff. hat sich das Bundesgericht einlässlich mit der Thematik befasst, in welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen und - g egebe- nenfalls - den Anspruch auf eine Invalidenrente und ein e Integritätsentschädigung zu prüfen habe (BGE 134 V 113 E. 3.2). Dies habe, so das Bundesge richt, gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG in dem Zeitpunkt zu geschehen, in welchem von der F ortsetzung der ärztlichen Behand- lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr er- wartet werden könne und allfällige Eingliederungsmassna hmen der Invalidenversicherung ab- geschlossen seien (BGE 134 V 113 ff. E. 4). Was unter e iner namhaften Besserung des Ge- sundheitszustandes zu verstehen sei, umschreibe das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet sei (vgl. etwa Art. 1a und Art. 4 UVG), werde sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbe- dingt beeinträchtigt, bestimmen. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzge- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ber verdeutliche dabei, dass die durch weitere Heilbeh andlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen müsse. Unbedeutende Verbesserungen genüg ten nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3 mit Hinweisen). 4.3 In seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 26 . März 2014 gelangte der Kreisarzt Dr. med. D.____, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, gestützt auf seine frühere Untersuchung vom 19. November 2013, auf den Aust rittsbericht der Klinik E.____ über den vom Versicherten vom 11. Dezember 2013 bis 22. Janua r 2014 absolvierten stationären Aufenthalt und auf einen aktuellen Bericht der behand elnden Ärzte des Spitals F.____, Ortho- pädie/Traumatologie, vom 19. März 2014 zur Auffassung, dass mangels neuer Aspekte und bei fehlenden weiteren Therapievorschlägen der behandelnd en Ärzte ein stabiler Zustand entspre- chend dem versicherungstechnischen Begriff “Endzustand“ erre icht sei. Weitere Behandlungs- massnahmen seien nicht sinnvoll, angesichts der maladaptive n Überzeugungsmuster des Ver- sicherten bezüglich Physiotherapie bringe auch deren Weiterführung nichts. Sodann bestätigten die behandelnden Ärzte des Spitals F.____, Orthopädie/ Traumatologie, in ihrem Bericht vom 27. Mai 2014, dass beim Versicherten eine Befundstabilisierung eingetreten sei. In der aktuellen Untersuchung hätten sich keine neuen Befunde oder Befun dveränderungen ergeben. In Über- einstimmung mit den Ärzten der Klinik E.____ erachte m an die Ausübung der bisherigen Tätig- keit als Lastwagenchauffeur nicht mehr als zumutbar; zude m gehe man ebenfalls davon aus, dass der Versicherte in der Lage sei, eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Arbeit ohne wiederholte oder längerdauernde Zwangshaltung für das rechte Knie ganztags zu verrich- ten. Diese Zumutbarkeitsbeurteilung bestätigten die b ehandelnden Ärzte des Spitals F.____, Orthopädie/Traumatologie, in einem weiteren Bericht vom 11. Juni 2014. Schliesslich teilten sie mit Schreiben vom 20. Oktober 2014 mit, dass beim Versicherten zwischenzeitlich durchgeführ- te Infiltrationen nur zu einer kurzen Verbesserung der Schmerzsituation geführt hätten. 4.4 Gestützt auf die geschilderten medizinischen Unterlag en ging die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid bzw. in der ihm zu Grunde l iegenden Verfügung davon aus, dass beim Versicherten der medizinische Endzustand hinsichtlich d er Unfallfolgen im Bereich des rechten Kniegelenks am 1. August 2014 erreicht war. Die se Einschätzung ist nicht zu bean- standen. Sowohl der SUVA-Kreisarzt und die Ärzte der K linik E.____ als auch die behandeln- den Ärzte des Spitals F.____, Orthopädie/Traumatologie , gingen in ihren Beurteilungen über- einstimmend davon aus, dass dem Versicherten im genannten Zeitpunkt die Ausübung einer leichten bis mittelschweren Arbeit ohne wiederholte od er längerdauernde Zwangshaltung für das rechte Knie (wieder) ganztags zumutbar war. Ist aber von einer vollständigen Arbeitsfähig- keit in einer adaptierten Verweistätigkeit auszugehen, hätte mit einer allfälligen Weiterführung der Heilbehandlung gar keine (namhafte) Steigerung der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeits- fähigkeit mehr erreicht werden können. Dazu kommt, dass die behandelnden Ärzte seit Ende Mai 2014 auch keine Behandlungsoptionen mehr anbiete n konnten, die eine erhebliche Ver- besserung des Gesundheitszustandes hätten erwarten lassen. Der per 1. August 2014 erfolgte Fallabschluss erweist sich demnach als rechtens. 4.5 Was der Beschwerdeführer hiergegen vorbringt, verm ag nicht zu überzeugen. Soweit er geltend macht, der Endzustand sei schon deshalb nich t erreicht, weil er an intermittierenden, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht belastungsabhängigen Schmerzen im linken Knie bei Überlastung des linken Kniegelenkes und an Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule leid e, kann ihm nicht beigepflichtet werden. In Bezug auf die zeitweise geklagten Schmerzen im linken Knie erscheint es fraglich, ob diese effektiv unfallkausal sind. Dies muss jedoch nich t weiter geprüft werden, enthalten die Akten doch keinerlei Hinweise, wonach die zeitweilig g eklagten Knieschmerzen links die Ar- beitsfähigkeit des Versicherten (zusätzlich) beeinträchtige n würden. Was die geltend gemach- ten Rückenschmerzen betrifft, so haben die zwischenzeitlich im Rahmen des IV-Verfahrens erfolgten Abklärungen (vgl. den in den IV-Akten enthal tenen Bericht des Spitals F.____, Ortho- pädie, vom 7. Januar 2015) ergeben, dass diese degenerativer Natur und somit nicht unfallkau- sal sind. Sie sind deshalb im Rahmen des vorliegenden V erfahrens nicht weiter zu berücksich- tigen. 4.6 Der Beschwerdeführer beruft sich schliesslich auf Bericht e des Hausarztes Dr. med. G.____, Allgemeine Medizin FMH, und des Psychiaters Dr. med. H.____, Psychiatrie und Psy- chotherapie FMH. Darin werden beim Versicherten als psych ische Gesundheitsbeeinträchti- gungen eine posttraumatische Belastungsstörung (Schreiben Dr. G.____ vom 25. August 2014) bzw. eine mittelgradige depressive Episode ohne somatische s Syndrom (Bericht Dr. H.____ vom 25. November 2014) erhoben. Der Versicherte rügt, d ass es die Beschwerdegegnerin un- terlassen habe, die Unfallkausalität dieser Leiden abzuklären. Dieser Einwand mag zwar zutref- fen, der Versicherte übersieht jedoch, dass die Beschwerde gegnerin für entsprechende Abklä- rungen keine Veranlassung hatte - und zwar weder im Blick auf die Beantwortung der Frage, ob der medizinische Endzustand erreicht sei, noch im Hinb lick auf die Prüfung eines allfälligen un- fallversicherungsrechtlichen Rentenanspruchs. Wie es sich mit den von den Dres. G.____ und H.____ gestellten Diagnosen und mit der weiteren Frage verhält, ob diese psychischen Leiden - oder eines davon - in einem natürlichen Kausalzusammenh ang zum Unfallereignis vom 6. Juni 2011 stehen, kann vorliegend nämlich offen bleiben. Die Beschwerdegegnerin weist im ange- fochtenen Einspracheentscheid zu Recht darauf hin, dass e s vorliegend jedenfalls an dem für die Bejahung einer Leistungspflicht - zusätzlich zur nat ürlichen Unfallkausalität - erforderlichen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen allfälligen psychisch en Gesundheitsbeeinträchti- gungen des Versicherten und dem am 6. Juni 2011 erlitt enen Unfall fehlen würde. Beim betref- fenden Ereignis (ein Ausrutschen auf nassem Untergrund) handelte es sich, wie die Beschwer- degegnerin zutreffend geltend macht, um einen leichten Unfall, welcher nach der bundesge- richtlichen Rechtsprechung (BGE 115 V 139 E. 6a; vgl. auch E. 3.2.3 hiervor) nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu veru rsachen. An dieser Stelle kann deshalb von weiteren Erörterungen zu den vom Versi cherten angerufenen Berichten der Dres. G.____ und H.____ abgesehen werden. Diese bzw. d ie darin diagnostizierten psychi- schen Leiden sind für das vorliegende unfallversicherungsrech tliche Verfahren nicht von Rele- vanz. 4.7 Zusammenfassend ist demnach als Zwischenergebnis festzuh alten, dass die Be- schwerdegegnerin vorliegend berechtigt war, den Fall un ter Einstellung der vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder) per 1. August 2014 abzuschliessen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Nimmt der Unfallversicherer den Fallabschluss unter E instellung der vorübergehenden Leistungen vor, so hat er gleichzeitig einen Anspruch der versicherten Person auf eine Invali- denrente und - gegebenenfalls - auf eine Integritätsentschädigung zu prüfen. 5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet jeweils die Frage, in wel- chem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der Legaldefini- tion von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch e ine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teil weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutba- re Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 5.2 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 un d 4.4 hiervor), gelangten die Ärzte der Klinik E.___, in welcher der Versicherte vom 11. De zember 2013 bis 22. Januar 2014 stati- onär behandelt worden war, gestützt auf ihre Abklärungen zur Auffassung, dass dem Versicher- ten unfallbedingt die Ausübung der bisherigen Tätigkei t als Lastwagenchauffeur nicht mehr zu- mutbar sei. Hingegen könne er eine leichte bis mittelschw ere, wechselbelastende Arbeit ohne wiederholte oder längerdauernde Zwangshaltung für da s rechte Knie ganztags ausüben (Aus- trittsbericht der Klinik E.____ vom 21. Januar 2014). Dieser Zumutbarkeitsbeurteilung schlossen sich in der Folge nicht nur der Kreisarzt Dr. D.____ in seinem Bericht vom 26. März 2014, son- dern auch die behandelnden Ärzte des Spitals F.____, O rthopädie/Traumatologie, in ihren Be- richten vom 27. Mai 2014 und 11. Juni 2014 ausdrücklich an . Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die behandelnden Ärzte würden ihm ledi glich für eine leichte Tätigkeit eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit attestieren, gibt er die vorstehend genannten beiden Berichte unzu- treffend wieder. Eine entsprechende Aussage lässt sich zwar den Schreiben des Spitals F.____, Orthopädie/Traumatologie, vom 9. September 2 014 und 20. Oktober 2014 entnehmen, wird dort doch festgehalten, dass dem Versicherten eine leichte Arbeit zu 100 % möglich sei. Allerdings wird nicht näher begründet, weshalb ihm di e Ausübung der in den Vorberichten ex- plizit erwähnten mittelschweren Tätigkeiten nicht (mehr ) zumutbar sein soll. Dazu kommt, dass die behandelnden Ärzte des Spitals F.____, Orthopädie/ Traumatologie, in ihrem neuesten Be- richt vom 22. Februar 2015 nunmehr wiederum explizit fe sthalten, dass dem Versicherten die Ausübung leichter bis mittelschwerer Tätigkeiten mögli ch sei. Da im Übrigen keine abweichen- den fachärztlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit vorliegen, bedarf es keiner weiteren Erörterungen, dass die Beschwerdegegnerin bei der Beur teilung der Frage, in welchem Aus- mass der Versicherte unfallbedingt arbeitsunfähig ist, zu Recht auf diese letztlich übereinstim- menden Zumutbarkeitsbeurteilungen der SUVA-Ärzte und der behandelnden Ärzte abgestellt hat. Die Beschwerdegegnerin ging demnach bei der Prüf ung des Rentenanspruchs des Versi- cherten zutreffend davon aus, dass dieser aufgrund der verbleibenden Unfallfolgen im Bereich des rechten Kniegelenks zwar seine bisherige Tätigkeit al s Lastwagenchauffeur nicht mehr ausüben kann, dass er jedoch in der Lage ist, ganztags e ine leichte bis mittelschwere, wech- selbelastende Arbeit ohne wiederholte oder längerdauernde Zwangshaltung für das rechte Knie zu verrichten. 6.1 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Inva liditätsgrades das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In validität und nach Durchführung der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat i n der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffe rnmässig möglichst genau ermit- telt und einander gegenübergestellt werden. Aus der E inkommensdifferenz lässt sich der Invali- ditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 6.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad d er überwiegenden Wahrschein- lichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. D ie Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend war der Be- schwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls als Lastwagenchau ffeur für die B.____ AG tätig. Ge- stützt auf die Lohnangaben der genannten Firma ermitt elte die SUVA für das vorliegend mass- gebende Jahr 2014 ein Jahresgehalt des Versicherten von Fr. 73‘270.--. Die SUVA hat dem Einkommensvergleich zu Recht diesen Betrag als Validenei nkommen zu Grunde gelegt, was vom Beschwerdeführer denn auch nicht in Frage gestellt wird. 6.3.1 Hat die versicherte Person wie im vorliegenden F all nach Eintritt des Gesundheits- schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare n eue Erwerbstätigkeit aufgenom- men, so können für die Festsetzung des (hypothetischen) Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung entweder die Tabellenlöhne gemäss der S chweizerischen Lohnstrukturerhe- bung (LSE) des Bundesamtes für Statistik oder die Lohna ngaben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA herangezogen werden (BG E 126 V 76 E. 3b mit Hinweisen, 129 V 475 E. 4.2.1). 6.3.2 Im Entscheid BGE 129 V 472 ff. befasste sich das B undesgericht ausführlich mit der Invaliditätsbemessung aufgrund von Arbeitsplatzbeschrei bungen aus der von der SUVA ge- schaffenen DAP und stellte fest, dass die für die Invalid itätsbemessung herangezogenen DAP- Profile im konkreten Einzelfall repräsentativ sein müssen. Es genügt daher nicht, wenn lediglich ein einziger oder einige wenige zumutbare Arbeitsplätze angegeben werden, weil es sich dabei sowohl hinsichtlich der Tätigkeit als auch des bezahlten Lohnes um Sonder- oder Ausnahmefäl- le handeln kann. Vielmehr muss der Unfallversicherer m indestens fünf DAP-Blätter auflegen, damit die Repräsentativität der DAP-Profile als gegebe n betrachtet werden kann. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrun d der gegebenen Behinderung der versicherten Person in Frage kommenden dokumentierten Ar beitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs- profil entsprechenden Gruppe. Dadurch wird eine hin reichende Überprüfung des dem Unfall- versicherer bei der Auswahl der DAP-Blätter zustehenden E rmessens ermöglicht. Sind die er- wähnten verfahrensmässigen Anforderungen nicht erfüllt, kann nicht auf den DAP- Lohnvergleich abgestellt werden (vgl. zitiertes Urteil , E. 4.2.2; vgl. auch BGE 139 V 595 f. E. 6.3). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3.3 Vorliegend stützte sich die SUVA bei der Berechn ung des Invalideneinkommens auf Lohnangaben aus ihrer DAP, wobei sie insgesamt fünf DA P-Blätter für das Jahr 2014 auflegte. Darüber hinaus machte sie Angaben über die Gesamtzahl d er aufgrund der gegebenen Behin- derung des Versicherten in Frage kommenden dokumentiert en Arbeitsplätze (insgesamt 107 DAP), über den dabei erzielbaren Maximallohn (Fr. 78‘500.--), über den Minimallohn (Fr. 46‘885.--) sowie über den Durchschnittslohn der de m verwendeten Behinderungsprofil ent- sprechenden Gruppe (Fr. 60‘539.--). Die von der Rechtsp rechung geforderten, für die Invalidi- tätsbemessung herangezogenen konkreten fünf DAP-Blätter, die dem ärztlicherseits attestierten Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 5.2 hiervor) entsprechen, e rgeben einen Durchschnittslohn von Fr. 61‘600.--. Diesen Betrag hat die SUVA in der Fol ge ihrem Einkommensvergleich als hypo- thetisches Invalideneinkommen zu Grunde gelegt. 6.3.4 Dieses von der SUVA ermittelte Invalideneinkommen ist nicht zu beanstanden. Insbe- sondere erfüllt das von der SUVA gewählte Vorgehen di e vorstehend wiedergegebenen (vgl. E. 6.3.2 hiervor) formellen und inhaltlichen Anforde rungen, welche die Rechtsprechung an die Berechnung des Invalideneinkommens anhand von DAP-Prof ilen stellt. Dies wird letztlich auch vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt. Er bestreitet das konkrete Ergebnis einzig dahin- gehend, dass auf die von der SUVA herangezogenen fünf DAP-Blätter nicht abgestellt werden dürfe, da es sich bei den darin erfassten Arbeiten nich t nur um leichte Tätigkeiten handle. Die- ser Einwand erweist sich jedoch als unbegründet. Wie obe n aufgezeigt worden ist (vgl. E. 5.2 hiervor), kann der Versicherte laut den letztlich übereinstimmenden Zumutbarkeitsbeurteilungen der SUVA-Ärzte und der behandelnden Ärzte - und entge gen seiner Auffassung - eben nicht nur ausschliesslich leichte, sondern leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Arbeiten ohne wiederholte oder längerdauernde Zwangshaltung für d as rechte Knie ausüben. Die von der SUVA herangezogenen konkreten DAP-Blätter beinhalten A rbeitsstellen, an denen solche, der massgebenden ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung entsprech ende Tätigkeiten zu verrichten sind. Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die zutreffen den beschwerdegegnerischen Ausfüh- rungen zu den einzelnen Arbeitsplätzen und den jeweilig en Tätigkeiten in der Vernehmlassung vom 24. Februar 2015 verwiesen werden. Auf die betre ffenden fünf DAP-Blätter kann deshalb abgestellt werden. 6.4 Anhand der Gegenüberstellung des Valideneinkommen s von Fr. 73‘720.-- und des zumutbaren Invalideneinkommens von Fr. 61‘600.-- ermit telte die SUVA einen Invaliditätsgrad von 16 %. Dieses Ergebnis erweist sich als zutreffend. Die B eschwerdegegnerin hat deshalb dem Versicherten für die im Bereich des rechten Kniege lenks verbleibenden Unfallfolgen zu Recht eine auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 16 % basierende Invalidenrente zugespro- chen. 7. Streitig und zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdefüh rer Anspruch auf eine Integritäts- entschädigung hat. 7.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes- sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfal l eine dauernde erhebliche Schädi- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrit ät erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsscha- den als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganze n Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körp erliche, geistige oder psychische Integ- rität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). 7.2 Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentsch ädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integ ritätsschadens abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jah resverdienstes nicht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gel- ten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 219 E. 2a; Kranken- und Unfallversicherung - Re chtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häu fig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. 7.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integrität sschäden entspricht die Entschädi- gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höch stbetrages des versicherten Ver- dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für speziel le oder nicht aufgeführte Integritätsschä- den wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert ab geleitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In die- sem Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizi- nischen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis 59 herausgegebene n Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewä hrleistet werden soll, mit dem An- hang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hinweis). 7.4 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesund heitlichen Beeinträchtigung handelt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortu ng Verwaltung und Gerichte auf fach- ärztliche Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es n icht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenn tnisse voraussetzt und von einem medizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beur- teilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt som it den ärztlichen Sachverständigen (Ur- teil A. des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 7.5 Die SUVA lehnte im angefochtenen Entscheid einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung ab. Sie stützte sich da bei auf die entsprechende Beurteilung des Kreisarztes Dr. D.____ im Bericht vom 26. März 2014 so wie auf dessen ergänzende Stel- lungnahme vom 11. Juni 2014. Im erstgenannten Schreiben hielt Dr. D.____ fest, dass aktuell anhand der strukturellen Befunde kein erheblicher Integritätsschaden bestehe. Ein Streckausfall von 10° im Seitenvergleich bei im Übrigen günstigen Verhältnissen mit Ergussfreiheit und guter Bandstabilität erfülle die Voraussetzungen nicht. Im B ericht vom 11. Juni 2014 wies er ergän- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht zend darauf hin, dass eine MRI-Untersuchung des rechten Kn ies mittelgradige Knorpelschäden hinten an der Kniescheibe, im Übrigen aber unauffällige Verhältnisse gezeigt habe. Eine Arthro- se habe nicht vorgelegen. 7.6 Der Versicherte rügt in seiner Beschwerde einzig, da ss die Ablehnung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung „den Feststellungen d er behandelnden Ärzte“ widerspreche. Er unterlässt es jedoch gänzlich, fachärztliche Berichte vor zulegen oder näher zu bezeichnen, in denen eine dauernde erhebliche Integritätsschädigu ng ausdrücklich bejaht wird oder denen zumindest ausreichende Hinweise auf das Vorliegen einer solchen Schädigung entnommen werden könnten. Der derart pauschal gehaltene und nicht weiter belegte Einwand des Be- schwerdeführers stellt jedenfalls keinen Grund dar, um von der schlüssigen und nachvollziehba- ren kreisärztlichen Beurteilung abzuweichen, wonach de r Versicherte durch das Unfallereignis vom 6. Juni 2011 keine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität erlitten hat. Die vorinstanzlich Verneinung eines Anspruchs auf eine In tegritätsentschädigung erweist sich somit als rechtens. 8. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass der angefochtene Einsprache- entscheid vom 3. Dezember 2014 nicht zu beanstanden ist. Die vom Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde muss deshalb abgewiesen werden. 9.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu erheben. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen; di e obsiegende Beschwerdegeg- nerin ist zwar anwaltlich vertreten, Art. 61 lit. g AT SG schränkt den Anspruch auf eine Partei- entschädigung jedoch ausdrücklich auf die Beschwerde führende Person ein. 9.3 Abschliessend bleibt über den Antrag des Beschwerdefü hrers zu befinden, es sei ihm die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertr eter zu bewilligen. Gemäss Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG wird der Beschwerde führenden Person, wo die Verhältnisse es rechtfertigen, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Mit Inkraftsetzung des ATSG ist der im Wortlaut mit Art. 61 lit. f ATSG übereinstimmende Art. 108 Abs. 1 lit. f UVG aufgehoben worden. Damit hat sich inhaltlich nichts geändert und die bisherige Rechtspr echung des damaligen EVG zu Art. 108 Abs. 1 lit. f UVG hat weiterhin Geltung (Ur teil X. des EVG vom 3. Juli 2003, U 114/03, E. 2.1). Gemäss dieser Rechtsprechung ist die unentgelt liche Verbeiständung im kantonalen Beschwerdeverfahren zu bewilligen, wenn der Prozess nich t offensichtlich aussichtslos er- scheint, die Partei bedürftig und die anwaltliche Ver beiständung notwendig oder doch geboten ist (Urteil U. des EVG vom 7. Juli 2003, U 356/02, E. 3.1; ALEXANDRA RUMO -JUNGO , Rechtspre- chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bu ndesgesetz über die Unfallversi- cherung, 3. Auflage, Zürich/Basel/ Genf 2003, S. 451 mit Hinweisen auf BGE 100 V 62 E. 3 und 98 V 117 E. 2; vgl. auch U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009 , Art. 61 Rz. 104). Diese Voraussetzungen sind vorliegend gegeben: Die Bedürftigkeit des Versi- cherten kann gestützt auf die eingereichten Unterlagen bejaht werden, die Beschwerde kann Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht als offensichtlich aussichtslos bezeichnet werden und d ie anwaltliche Vertretung ist gebo- ten gewesen. Der Rechtsvertreter des Versicherten hat in seiner Honorarnote vom 18. März 2015 einen Zeitaufwand von 6 Stunden und 20 Minuten und für die nachträgliche Stellungnah- me vom 31. März 2015 zusätzlich einen solchen von 1,5 Stu nden ausgewiesen. Berücksichtigt man zusätzlich, dass der Rechtsvertreter am 9. bzw. am 13. April 2015 noch weitere Unterlagen zu den Akten gab, so erscheint es angemessen, der Honorar berechnung einen Zeitaufwand von insgesamt 8 Stunden zu Grunde zu legen. Dazu kommen ausgewiesene Auslagen von Fr. 245.--, welche nicht zu beanstanden sind. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die An- wältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständun g 200 Franken pro Stunde. Dem Rechts- vertreter des Beschwerdeführers ist deshalb für seine Bemü hungen ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘992.60 (8 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen vo n Fr. 245.-- zuzüglich 8 % Mehrwert- steuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.4 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘992.60 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht