Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 6. November 2018 (400 18 197) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Massgeblichkeit des Kindeswohls im Abänderungsverfahren gemäss Art. 13c SchlT ZGB (neues Kindesunterhaltsrecht); Unverbindlichkeit ei nes mit Unterhaltsvertrag vereinbar- ten Erwerbspensums des betreuenden Elternteils für den neufestzusetzenden Betreu- ungsunterhalt; Anwendbarkeit des sogenannten Schulstufenmodells Besetzung Präsident Roland Hofmann; Gerichtsschreiber i.V. Michael Schmassmann Parteien A.____ , vertreten durch Advokatin Susanne Ackermann, Spittelerhof, Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal, Kläger und Berufungskläger gegen B.____ , vertreten durch Rechtsanwältin Claudia Rohrer, Baslerstrasse 15, Postfach 44, 4310 Rheinfelden, Beklagte und Berufungsbeklagte Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen / Abänderung Ehescheidung Berufung gegen die Verfügung des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 15. März 2018 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die in U.____, Bundesrepublik Deutschland, geschlossene Ehe zwischen A.____ und B.____, beide deutsche Staatsangehörige, wurde mit Ur teil des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost vom 19. Februar 2015 rechtskräftig geschied en. A.____ wurde unter anderem verpflichtet, der geschiedenen Ehefrau für den Unterha lt des gemeinsamen Sohns C.____, ge- boren am TT.MM.JJJJ, mit Wirkung ab Rechtskraft der Ehesche idung bis zum 31. März 2022 einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren Unterh altsbeitrag von CHF 1‘000.00 und für die Zeit vom 1. April 2022 bis zu dessen Volljährigkeit einen monatlichen und monatlich voraus- zahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 1‘100.00, jeweils zuzüglich der ihm ausbezahlten Kinder- zulagendifferenz von CHF 30.00, zu bezahlen (vgl. Scheidu ngsurteil vom 19. Februar 2015, Dispositiv-Ziffer 5). A.____ wurde ferner verpflichtet, seiner geschiedenen Ehefrau für ihren ei- genen Unterhalt mit Wirkung ab Rechtskraft der Eheschei dung bis zum 31. März 2020 einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren nachehelichen U nterhaltsbeitrag von CHF 1‘340.00 und für die Zeit vom 1. April 2020 bis zu m 31. März 2026 einen solchen im Be- trag von CHF 940.00 zu bezahlen (vgl. Scheidungsurteil vom 19. Februar 2015, Dispositiv-Ziffer 7). B. A.____ und B.____ erhoben gegen das genannte Scheidun gsurteil Berufung bzw. An- schlussberufung an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab teilung Zivilrecht (Verfahren 400 15 301). Anlässlich der Berufungsverhandlung einigten sich die Parteien über die noch strittigen Punkte. Gemäss dem mit Entscheid des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivil- recht, schliesslich genehmigten Vergleich vom 19. Januar 2016 wurde A.____ in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 7 des genannten Scheidungsurteils ve rpflichtet, der geschiedenen Ehefrau für ihren persönlichen Unterhalt für die Zeit vom 1. Februar 2016 bis zum 31. März 2020 einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren Unterhaltsbe itrag von CHF 1‘080.00 und für die Zeit vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2026 einen solchen von CHF 680.00 zu bezahlen. C. A.____ erhob mit Eingabe vom 23. Oktober 2017 beim Zivilkreisgericht Basel- Landschaft Ost sodann Klage auf Abänderung des Scheidu ngsurteils vom 19. Februar 2015. Der Kläger beantragte, den für B.____ persönlich best immten Unterhaltsbeitrag mit Wirkung ab dem 1. Juli 2017 aufzuheben und den für den gemeinsa men Sohn bestimmten monatlichen Unterhaltsbeitrag auf CHF 940.00 zuzüglich der ihm ausb ezahlten Kinderzulagendifferenz von CHF 30.00 herabzusetzen. Der Kläger ersuchte das angerufene Gericht im Sinne eines Verfah- rensantrags, den geschuldeten Unterhaltsbeitrag mit Wi rkung ab dem 1. Juli 2017 bereits für die Dauer des Abänderungsverfahrens vorsorglich herabzuset zen. Zur Begründung seiner Be- gehren führte der Kläger im Wesentlichen aus, dass er am 25. März 2017 erneut geheiratet habe und aus dieser Ehe seine Tochter D.____ hervorgega ngen sei. Darüber hinaus sei bei ihm im Mai 2017 eine Asthmaerkrankung diagnostiziert w orden, welche zusätzliche monatliche Gesundheitskosten mit sich bringe. Sein Umzug zu seiner zwei ten Ehefrau nach V.____ sei auch mit zusätzlichen Kosten für den Arbeitsweg und für d ie auswärtige Verpflegung verbun- den. D. Anlässlich der Einigungsverhandlung vor dem Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost vom 15. März 2018 gab der Kläger bekann t, dass ihn seine zweite Ehefrau zu- sammen mit seiner Tochter verlassen habe und er somit se it dem 1. April 2018 ihr und seiner Tochter gegenüber unterhaltspflichtig sei. Mit Verfüg ung des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Basel-Landschaft Ost vom 15. März 2018 wurde das Verfah ren aufgrund des parallel geführten Verfahrens in Deutschland betreffend den Unterhaltsbei trag für seine Tochter bis zum 16. August 2018 sistiert (vgl. genannte Verfügung, Disp ositiv-Ziffer 1). Der Kläger wurde für die Dauer des Abänderungsverfahrens und in Abänderung der Dispositiv-Ziffer 5 des Scheidungs- urteils vom 19. Februar 2015 sodann verpflichtet, der Be klagten rückwirkend vom 1. November 2017 bis zum 31. März 2018 einen monatlichen und monat lich im Voraus zu bezahlenden Un- terhaltsbeitrag von CHF 2‘062.00, bestehend aus einem B arunterhalt von CHF 1‘184.00 und einem Betreuungsunterhalt von CHF 878.00 bei einem Fehlbetrag von CHF 281.00, und für die Zeit ab dem 1. April 2018 einen solchen von CHF 1‘799 .00, bestehend aus einem Barunterhalt von CHF 1‘184.00 und einem Betreuungsunterhalt von CHF 615.00 bei einem Fehlbetrag von CHF 481.00, jeweils zuzüglich der an ihn für den gemeinsamen Sohn ausbezahlten Kinderzula- gendifferenz von CHF 30.00, zu bezahlen (vgl. genannte Verfügung, Dispositiv-Ziffer 2). Für die Dauer des Abänderungsverfahrens wurde ferner verfügt, d ass der Kläger gegenüber der Be- klagten in Abänderung der Dispositiv-Ziffer 1 der vom Ka ntonsgericht Basel-Landschaft gericht- lich genehmigten Vereinbarung vom 19. Januar 2016 kei nen persönlichen Unterhalt zu bezah- len habe (vgl. genannte Verfügung, Dispositiv-Ziffer 3). E. A.____ (nachstehend Berufungskläger), vertreten durch A dvokatin Susanne Acker- mann, erhob mit Eingabe vom 25. Juni 2018 Berufung g egen die genannte Verfügung an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, und beantragte, er sei in Abänderung der Dispositiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung zu verpf lichten, der geschiedenen Ehefrau für die Zeit vom 1. November 2017 bis zum 31. März 2018 ei nen monatlichen und monatlich im Voraus zu bezahlenden Unterhalt von CHF 1‘562.00, beste hend aus einem Barunterhalt von CHF 1‘164.00 und einem Betreuungsunterhalt von CHF 398.00 bei einem Fehlbetrag beim Be- treuungsunterhalt von CHF 585.00, zu bezahlen. Für die Zeit vom 1. April 2018 bis zum 30. Juni 2018 sei er zu verpflichten, der geschiedenen Ehefrau e inen Barunterhalt von CHF 479.00 bei einem Fehlbetrag beim Barunterhalt von CHF 685.00 u nd einem Fehlbetrag beim Betreuungs- unterhalt von CHF 983.00 zu bezahlen. Für die Zeit ab dem 1. Juli 2018 sei er schliesslich zu verpflichten, der geschiedenen Ehefrau einen Barunterha lt von CHF 479.00 bei einem Fehlbe- trag beim Barunterhalt von CHF 685.00 und einem Feh lbetrag beim Betreuungsunterhalt von CHF 239.00 zu bezahlen. Alle zu bezahlenden Beträge se ien jeweils zuzüglich der an ihn für den gemeinsamen Sohn ausbezahlten Kinderzulagendiffe renz von CHF 30.00 zu entrichten, wobei festzustellen sei, dass die regulären Kinderzulag en für den gemeinsamen Sohn bereits von seiner geschiedenen Ehefrau direkt bezogen würden. Eventualiter sei die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen – alles un ter o/e Kostenfolge zu Lasten seiner geschiedenen Ehefrau. F. B.____ (nachfolgend Berufungsbeklagte), vertreten dur ch Advokatin Claudia Rohrer, erstattete mit Eingabe vom 17. Juli 2018 ihre Berufu ngsantwort und beantragte die Abweisung der Berufung im Hauptantrag (Ziffer 1), unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsklägers. G. Der Präsident des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abte ilung Zivilrecht, verzichtete mit Verfügung vom 27. Juni 2018 auf die Erhebung ein es Kostenvorschusses, schloss mit wei- terer Verfügung vom 18. Juli 2018 den Schriftenwechse l und forderte die Parteien auf, sämtli- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht che jeweils zur Edition beantragten bzw. offerierten Ur kunden sowie ihre Steuererklärung 2017 einzureichen. Mit Eingabe vom 2. August 2018 reichte de r Berufungskläger und mit Eingabe vom 10. August 2018 die Berufungsbeklagte die entsprec henden Dokumente ein, welche unter den Parteien zwecks Kenntnisnahme ausgetauscht wurden. H. Mit Eingabe vom 15. August 2018 nahm die Berufungsbekl agte Stellung zu den einge- reichten Lohnausweisen des Berufungsklägers, ohne weitere Anträge zu formulieren. Erwägungen 1. Erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen si nd gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO mit Berufung anfechtbar, wobei in vermögensrechtlichen Angelegenheiten die Berufung nur zulässig ist, wenn der Streitwert der zule tzt aufrecht erhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZP O). Anfechtungsobjekt im vorliegenden Berufungsverfahren bildet die Verfügung des Präsident en des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost vom 15. März 2018, mit welcher die Unterh altspflicht des Berufungsklägers für die Dauer des Abänderungsverfahrens des Scheidungsurteil s vom 19. Februar 2015 abgeän- dert worden ist. Der Berufungskläger beantragt, den f ür die Zeit vom 1. November 2017 bis 31. März 2018 festgelegten Unterhaltsbeitrag von CHF 2‘062.00 auf CHF 1‘562.00 sowie den für die Zeit ab dem 1. April 2018 festgelegten Unter haltsbeitrag von CHF 1‘799.00 auf CHF 479.00 herabzusetzen. Der erforderliche Streitwert gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO ist somit ohne Weiteres erreicht. 2. Für vorsorgliche Massnahmen ist das summarische Verfahren a nwendbar (Art. 248 lit. d ZPO). Die Berufung ist somit gemäss Art. 311 Ab s. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO innert 10 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids bzw . seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzur eichen. Die gestützt auf Art. 239 Abs. 2 ZPO nachgelieferte Begründung der angefochtenen Verfügung wurde dem Berufungs- kläger gemäss Sendungsnachverfolgung am 14. Juni 2018 zugestellt. Die Berufung ist am Mon- tag, den 25. Juni 2018 der Schweizerischen Post übergeb en worden und demnach rechtzeitig erfolgt (Art. 142 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 143 Abs. 1 ZPO). Sachlich zuständig für die Beurteilung der Berufung ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO das Prä sidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts. 3. Mit der Berufung kann gemäss Art. 310 ZPO die unrichtig e Rechtsanwendung (lit. a) und die unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b ) geltend gemacht werden. Dem Kan- tonsgericht kommt für die Überprüfung des Entscheids somit volle Kognition zu. Der Berufungs- kläger reklamiert eine ungenügende und somit unrichtig e Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz im Rahmen der Ermittlung seines Grundbedar fs sowie bei der Berechnung des Grundbedarfs und Einkommens der Berufungsbeklagten. Sämtliche Beanstandungen stellen im Berufungsverfahren zulässige Rügen dar. Nachdem auch di e weiteren Voraussetzungen des Rechtsmittelverfahrens erfüllt sind (vgl. Art. 59 ZPO), ist auf die Berufung einzutreten. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass die vorliegende Ab änderungsklage sowohl den Kindes- als auch den Ehegattenunterhalt betrifft. Für die Abänderung rechtskräftig entschiede- ner Scheidungsfolgen gelten sinngemäss die Vorschriften ü ber die Scheidungsklage (Art. 284 Abs. 3 ZPO) und für diejenige des Kindesunterhalts die Grundsätze der Unterhaltsklage ge- mäss Art. 279 f. ZGB (CHRISTIANA FOUNTOULAKIS /P ETER BREITSCHMID , Basler Kommentar ZGB, 6. Aufl. 2018, Art. 286 N 7a; S TEPHAN WULLSCHLEGER , FamKomm Scheidung, 3. Aufl. 2017, Art. 286 N 11). Vorsorgliche Massnahmen bzw. Abänderunge n sind (im summarischen Verfah- ren) sowohl über die Scheidungsfolgen (Art. 284 Abs. 3 i.V.m. Art. 276 Abs. 3 ZPO) als auch betreffend den Kindesunterhalt (Art. 303 Abs. 1 ZPO ) möglich. Was die anwendbaren Pro- zessmaximen anbelangt, gilt für eherechtliche Summarverfa hren der Untersuchungsgrundsatz, womit das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen feststel lt (Art. 272 ZPO). Zugleich darf das Gericht einer Partei – unter allgemeiner Fortgelt ung der Dispositionsmaxime – nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als sie verlangt, und nich t weniger, als die Gegenpartei aner- kannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO). 5.1 Zur Begründung seiner Berufung bringt der Berufung skläger im Wesentlichen vor, dass die Vorinstanz im Rahmen der vorsorglichen Neufestlegung seiner Unterhaltspflicht mehrere Kostenpositionen bei der Feststellung seines Grundbedarfs unberücksichtigt gelassen habe. Als erstes nicht berücksichtigt worden seien seine krankheitsbe dingten Selbstbehaltskosten von CHF 40.00 pro Monat. Es müsse als erstellt erachtet wer den, dass der Berufungskläger neu einen Selbstbehalt in der genannten Höhe zu tragen ha be, nachdem eine Asthmaerkrankung sowie Kontaktallergie diagnostiziert worden seien. Wei ter habe sich sein Arbeitsweg aufgrund seines Umzugs nach V.____ verlängert und betrage zur E. ____AG in W.____ neu 110 Kilome- ter pro Arbeitstag, was bei einer Kilometerentschädigung von CHF 0.70 und 20 Arbeitstagen im Monat Mobilitätskosten von effektiv CHF 1‘540.00 verursache. Da der Berufungskläger nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendeln könne und sein Aut o Kompetenzcharakter aufweise, sei auch die Parkplatzmiete von CHF 120.00 pro Monat in seiner Bedarfsrechnung zu berücksichti- gen. Entsprechend seinem Vollzeitpensum, seiner Arbe it nunmehr auch in der Nachtschicht und der fehlenden Möglichkeit der Kantinenverpflegun g müsse dem Berufungskläger schliess- lich auch CHF 220.00 pro Monat für die auswärtige Ver pflegung in den Grundbedarf einberech- net werden. Im Hinblick auf die Bedarfsberechnung der Berufungsbeklagten führt der Beru- fungskläger aus, dass die Miete von CHF 60.00 pro Monat für ihren Autoabstellplatz zu Unrecht bei den Wohnkosten einberechnet worden sei, die Kosten für ihre auswärtige Verpflegung von CHF 132.00 pro Monat aufgrund ihres deutlich weniger zeitintensiven Arbeitswegs und ihrer Möglichkeit der Kantinenverpflegung zu streichen und eine allfällige Prämienverbilligung an ihre Krankenkassenkosten anzurechnen sei. Hinsichtlich der Unter haltspflicht für die Zeit ab dem 1. Juli 2018 moniert der Berufungskläger, dass der Ber ufungsbeklagten ein Arbeitspensum von 80% zumutbar und ihr daher ein Einkommen von insgesa mt CHF 2‘977.33 anzurechnen sei. Nachdem inzwischen feststehe, dass der gemeinsame Sohn nic ht an ADHS leide, rechtfertige sich die auf diesen Verdacht hin erfolgte Reduktion des A rbeitspensums der Berufungsbeklag- ten von 80% auf 60% nicht. Dementsprechend sei die Un terhaltspflicht des Berufungsklägers antragsgemäss anzupassen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 In ihrer Berufungsantwort vom 17. Juli 2018 führt die Berufungsbeklagte zusammenge- fasst aus, dass vom Scheidungsurteil vom 19. Februar 2015 sow ie der mit Entscheid des Kan- tonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, genehmigten Vereinbarung vom 19. Januar 2016 auszugehen sei. Es sei nicht zulässig, frei von jegli cher vorherigen Situation auszugehen und die aktuelle Situation des Berufungsklägers so darzust ellen, als ob sie nie von einem Ge- richt beurteilt worden wäre. Es bestehe kein Anlass für A bänderungen der Unterhaltspflicht des Berufungsklägers, zumal dessen Arbeitsort der gleiche wi e zum Zeitpunkt des Scheidungsver- fahrens und der Umzug nach V.____ freiwillig erfolgt sei, der Berufungskläger die Mittagsver- pflegung bislang jeweils von zu Hause mitgenommen hab e, der Selbstbehalt für seine Krank- heitskosten nicht belegt sei und der Berufungskläger ber eits vor der Trennung Schicht gearbei- tet habe. Im Hinblick auf ihren eigenen Bedarf weist d ie Berufungsbeklagte darauf hin, dass die Reduktion des Arbeitspensums aufgrund der fortbestehende n Probleme des gemeinsamen Sohns gerechtfertigt und ihr ferner keine Prämienverb illigung zugesprochen worden sei. Die Vorinstanz gehe ferner zu Unrecht von einer Unterhalt spflicht des Berufungsklägers gegenüber seiner zweiten Ehefrau aus, zumal das deutsche Recht keine n Betreuungsunterhalt kenne, der Teil des Kindesunterhalts sei, Belege für die Zahlung von Unterhaltsbeiträgen fehlten und die Lebensumstände der zweiten Ehefrau (Lebensbedarf, Wohnsi tuation, Erwerbstätigkeit) völlig unbekannt seien. Schliesslich müsse dem Berufungskläger ein höheres Einkommen gestützt auf seinen im Schriftenwechsel eingereichten Lohnausweis 2017 angerechnet werden. 6.1 Für die Voraussetzungen zum Erlass vorsorglicher Massnahm en im Verfahren betref- fend die Abänderung des ursprünglichen Urteils bzw. Unt erhaltsvertrags ist zunächst auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (vg l. angefochtene Verfügung E. 4 und E. 5). Es ist nochmals zu betonen, dass eine festgelegte Unterhaltsrente bereits vorsorglich herabgesetzt, aufgehoben oder für eine bestimmte Zeit eingestellt werden kann, wenn sich die Verhältnisse des Unterhaltspflichtigen erheblich und d auernd verschlechtert haben. Materiell- rechtlich ergibt sich dies für die Abänderung des nacheh elichen Unterhalts aus Art. 129 Abs. 1 ZGB und für die Abänderung des Kindesunterhalts aus Ar t. 134 Abs. 2 i.V.m. Art. 286 Abs. 2 ZGB. Über den Gesetzestext von Art. 129 Abs. 1 ZGB hinau s verlangen Rechtsprechung und Lehre als dritte Voraussetzung, dass die Veränderung unv orhersehbar gewesen sein muss (URS GLOOR /A NNETTE SPYCHER , Basler Kommentar ZGB, 5. Aufl. 2014, Art. 129 N 9 m.w.H.). Sind die Kriterien der Erheblichkeit, der Dauerhafti gkeit und gegebenenfalls der Unvorherseh- barkeit erfüllt, führt dies nicht zu einer vollständi gen Neufestsetzung der Unterhaltsrente, son- dern zu einer Anpassung an die veränderten Verhältnisse . Die Abänderungsklage bezweckt mithin keine Revision des Urteils bzw. Unterhaltsvertrags ( BGE 131 III 189 E. 2.7.4 zu Art. 129 Abs. 1 ZGB; BGE 137 III 604 E. 4.1.2; BGer 5A_643/20 15 vom 15. März 2016 E. 4; 5A_477/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 4.1; 5A_292/20 09 vom 2. Juli 2009 E. 2.1, jeweils zu Art. 286 Abs. 2 ZGB). Es ist somit nicht zu prüfen, wel cher Unterhaltsbeitrag auf Grund der ak- tuellen wirtschaftlichen Verhältnisse als angemessen ersche int. Ausgangspunkt bildet vielmehr die Lebenshaltung, welche dem Urteil bzw. Unterhaltsve rtrag für die Bemessung des Unter- haltsbeitrags zugrunde gelegen hat. Daran ist der Abä nderungsrichter gebunden, selbst wenn sich die Annahmen des Richters im Nachhinein als unrichtig erweisen sollten. Dieser im Urteils- zeitpunkt gegebenen Lebensstellung hat der Abänderungsr ichter die aktuelle gegenüberzustel- len und zu prüfen, ob und in welchem Umfang sich die wirtschaftlichen Verhältnisse erheblich, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht dauernd und gegebenenfalls unvorhersehbar verändert ha ben (BGer 5A_9/2009 vom 4. Februar 2009 E. 3; 5C.197/2003 vom 30. April 2004 E. 2.1; 5C.112/2005 vom 4. August 2005 E. 3.1.4, jeweils zu Art. 129 Abs. 1 ZGB; BGer 5A_292 /2009 vom 2. Juli 2009 E. 2.1 a.E. zu Art. 286 Abs. 2 ZGB). Bei der Abänderung von Scheidun gsfolgen nach Art. 129 Abs. 1 ZGB sind aufgrund des Erfordernisses der Unvorhersehbarkeit g rundsätzlich nur echte Noven zu berücksichtigen (BGE 143 III 42 E. 5.2 ; URS GLOOR / ANNETTE SPYCHER , a.a.O., Art. 129 N 24a m.H.). Allerdings vermögen unbedeutende oder bloss vorüb ergehende Noven betreffend die Leistungsfähigkeit, eine Abänderung nicht zu rechtfertig en (I NGEBORG SCHWENZER /A NDREA BÜCHLER , FamKomm Scheidung, 3. Aufl. 2017, Art. 129 N 9). S ind die Voraussetzungen für eine Abänderung indessen erfüllt, sind sämtliche Elemen te, die das Scheidungsgericht in Be- tracht gezogen hat, zu aktualisieren, unabhängig davon, ob sie ihrerseits Grund für die Abände- rung des ursprünglichen Urteils setzen könnten (BGE 138 I II 289 E. 11.1.1 und E. 11.1.2; BGer 5A_18/2016 vom 24. November 2016 E 2.4, jeweils zu Art . 129 Abs. 1 ZGB; S TEPHAN WULLSCHLEGER , a.a.O., Art. 286 N 10b a.E. zu Art. 286 Abs. 2 ZGB). 6.2 An die vorsorgliche Abänderung eines rechtskräftigen Ur teils bzw. Unterhaltsvertrags ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein sehr str enger Massstab anzulegen. Grundvo- raussetzung bilden liquide tatsächliche Verhältnisse, die den voraussichtlichen Verfahrensaus- gang einigermassen zuverlässig abschätzen lassen. Es muss eine für die Abänderung erforder- liche erhebliche Veränderung der Verhältnisse, mithin e ine positive Prognose für das Hauptsa- chenanliegen der um Abänderung ersuchenden Partei ange nommen werden können. Darüber hinaus bedarf es eines zeitlich dringenden Bedürfnisses u nd einer Berechtigung aufgrund be- sonderer Umstände, denn der Grundsatz ist und bleibt, da ss das rechtskräftige Urteil solange vollstreckt werden muss und Auswirkungen zeitigt, als das Abä nderungsurteil selbst nicht in Rechtskraft erwachsen ist. Eine vorsorgliche Abänderung ka nn sich allenfalls dann rechtferti- gen, wenn der Unterhaltspflichtige angesichts seiner klar en veränderten wirtschaftlichen Situa- tion ausserstande ist, ohne schwerwiegende Nachteile die Zahlung während des Abänderungs- verfahrens auszurichten und die Abänderung der anderen Partei im Sinne einer Nachteilsprog- nose schon während des Verfahrens zugemutet werden kann ( vgl. dazu etwa BGer 5P.101/2005 vom 12. August 2005 E. 3; ferner aus der ka nt. Rechtsprechung OGer BE ZK 12 377 HOH in: FamPra 2013 S. 211 ff. E. 2; OGer ZH LY 150052 vom 21. Januar 2016 E. B.1; KGEBL 400 17 238 vom 24. Oktober 2017 E. 4.3). 6.3 Die Vorinstanz erachtet es unter anderem als liquid, d ass der Berufungskläger nach der Scheidung erneut geheiratet hat und Vater einer Tochter geworden ist. Bei der Frage der erfolgreichen Prognose für die Unterhaltspflicht des B erufungsklägers gegenüber seiner zwei- ten Ehefrau stellt die Vorinstanz darauf ab, dass der Kl äger grundsätzlich auch gegenüber sei- ner zweiten Ehefrau sowie der gemeinsamen Tochter unterhaltspflichtig sei, veranschlagt einen Unterhaltsbeitrag von CHF 1‘080.00, erinnert aber daran, dass die genaue Höhe des zu bezah- lenden Beitrags durch das zuständige Gericht in Deutschla nd festzusetzen sei, weswegen es sich rechtfertige, das Verfahren in diesem Punkt zu sistier en. Die Berufungsbeklagte moniert demgegenüber, dass die Vorinstanz mitunter mangels ents prechender Zahlungsnachweise zu Unrecht von einer Unterhaltspflicht des Berufungsklägers g egenüber seiner zweiten Ehefrau bzw. einer günstigen Hauptsachenprognose ausgehe. Gemäss Verfahrensprotokoll der Eini- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gungsverhandlung vom 15. März 2018 hat der Kläger im erstinstanzlichen Verfahren auf Befra- gung hin allerdings glaubhaft zu Protokoll gegeben, da ss er seiner zweiten Ehefrau für ihren persönlichen Unterhalt und den Unterhalt der gemeinsam en Tochter – bislang noch ohne rich- terliche Festlegung – einen Beitrag von insgesamt EUR 900.00 bezahle (genanntes Verfah- rensprotokoll, S. 3). In Anbetracht der auf Editionsb egehren im Berufungsverfahren eingereich- ten Unterhaltsvereinbarung zwischen dem Berufungskläger un d seiner neuen Ehefrau vom 24. Februar 2018 und den ebenfalls zu den Akten gege benen Zahlungsbestätigungen für die Monate Februar bis Juli 2018 sind diese Unterhaltszahlun gen nunmehr auch dokumentiert und gestützt auf die Untersuchungsmaxime zu berücksichtigen. D ie Vorinstanz ist somit zu Recht von einer günstigen Prognose für die Unterhaltspflicht des Berufungsklägers gegenüber seiner zweiten Ehefrau ausgegangen. Hinsichtlich der monierte n Höhe des Unterhaltsbeitrags scheint die Berufungsbeklagte zu übersehen, dass die Vorinstanz von einem bloss vorläufigen Unter- haltsbeitrag ausgeht, dessen genaue Höhe gerade noch nicht feststeht und erst noch durch das zuständige Gericht in Deutschland festzusetzen ist. Der Ein wand der Berufungsbeklagten ist jedenfalls unbegründet. 7. Die Vorinstanz verweist für das anwendbare Recht betref fend den neufestzulegenden Betreuungsunterhalt auf die am 1. Januar 2017 in Kraf t getretenen neuen Bestimmungen des ZGB über das Kindesunterhaltsrecht und auf die Übergang sbestimmung von Art. 13c SchlT ZGB (vgl. angefochtene Verfügung E. 5). Dies wird zu R echt von keiner der Parteien kritisiert; für die nachfolgenden Ausführungen ist also auf das ne ue Unterhaltsrecht abzustellen. Für die vorgenommene Bedarfsermittlung hat sich die Vorinstanz a n den Richtlinien zur Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums orientiert und weitere (familienrechtliche) Zu- schläge berücksichtigt. Die angewendete Methode („Lebensh altungskosten-Methode“) stellt der Berufungskläger nicht in Frage (vgl. BGer 5A_454/2017 vo m 17. Mai 2018 E. 7.1.2.2 zum oh- nehin aufgegebenen Methodenpluralismus). Nachfolgend ist daher nur auf die einzelnen Positi- onen der Bedarfsrechnung einzugehen, die zu Unrecht nicht berücksichtigt worden seien. 7.1 Was die im vorinstanzlichen Entscheid nicht berücksichtigten Selbstbehaltskosten für eine angeblich neu diagnostizierte Kontaktallergie un d Asthmaerkrankung des Berufungsklä- gers anbelangt, ist zunächst festzustellen, dass der anlä sslich einer Verlaufsdiagnose eines Handekzems erstellte Bericht des Universitätsspitals Basel v om TT.MM.JJJJ darauf hinweist, dass die fragliche Kontaktallergie, wie mit Kontaktall ergiepass vom 15. Mai 2017 dokumentiert, bereits im Scheidungszeitpunkt bestanden hat. Dem gen annten Bericht ist Folgendes zu ent- nehmen: „Bei Herrn A.____ bestehen seit 4–5 Jahren re zidivierende dyshidrotische Handekze- me mit gelegentlicher Streuung auf Unterarme und Gesi cht. In der Vorgeschichte ist bereits eine Kontaktallergie auf Nickel bekannt. (…) Eine Reihe von Hauttestungen hat Sensibilisierun- gen auf Nickelsulfat und Formaldehyd ergeben, des Weite ren eine Typ-IV Sensibilisierung auf Palladium, welche als Kreuzallergie mit Nickel interpretiert wurde“ (S. 1). Nachdem das Abände- rungsverfahren keine Revision des ursprünglichen Urteils oder Unterhaltsvertrags in umstritte- nen, ungewissen oder zweifelhaften Punkten bezweckt (vgl. vorne E. 5.1), können die Kosten für die Kontaktallergie nicht neuerdings berücksichtigt we rden. Im Weiteren beziffert die zum Beweis offerierte Steuerveranlagung des Kantons Basel-Landschaft 2015 die effektiv angefalle- nen Krankheits- und Unfallkosten des Berufungsklägers zwa r auf CHF 481.00, was einem Be- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht trag von ungefähr CHF 40.00 pro Monat entspricht, doc h ist damit nicht dokumentiert bzw. glaubhaft gemacht, dass die fraglichen Kosten wegen des A sthmas oder der Kontaktallergie anfallen. Es erscheint ohnehin fraglich, ob die Therapi e der Kontaktallergie überhaupt nen- nenswerte Kosten verursacht, nachdem die Behandlung im Folgenden besteht: „Eine topische Steroidtherapie mit Elocom Salbe kann bedarfsweise 2 x wöchentlich bei Ekzemschüben an- gewendet werden. Weitere Kontrollen (…) sind nicht vorg esehen“ (genannter Bericht des Uni- versitätsspitals Basel, S. 2). Damit ist festzustellen, da ss die genannten Erkrankungen des Be- rufungsklägers (Asthma und Kontaktallergie) weder neudi agnostiziert bzw. glaubhaft belegt noch in den damit geltend gemachten Kosten ausgewiesen sind. Die Berufung ist in diesem Punkt abzuweisen. 7.2 Was die geltend gemachte auswärtige Verpflegung des B erufungsklägers aufgrund seiner Arbeit im Dreischichtbetrieb betrifft, kann zunäch st auf das Scheidungsurteil vom 19. Februar 2015 E. 7 verwiesen werden, wonach die da mals schon für die Arbeit im Zwei- schichtbetrieb „geltend gemachten Kosten für die auswärti ge Verpflegung gar nicht anfallen, nachdem der Ehemann anlässlich der Hauptverhandlung vom 19. Februar 2015 ausdrücklich zu Protokoll gegeben hat, dass er seine Mittagsessen jew eils von zu Hause aus mitnimmt.“ Nachdem das Abänderungsverfahren kein Korrektiv für im u rsprünglichen Urteil bzw. Unter- haltsvertrag unberücksichtigt gebliebene Verhältnisse ist, kann auf die erneut geltend gemachte auswärtige Verpflegung nicht eingegangen werden. Der Wechsel vom Zweischicht- in den Drei- schichtbetrieb verkörpert im Übrigen keine erheblich veränderte Lebensstellung des Berufungs- klägers, zumal sich am Charakter der Schichtarbeit nichts geändert hat. Ungeachtet dessen ist festzuhalten, dass mit dem Nachweis von Schicht- bzw. Nacht arbeit nicht auch die Erforderlich- keit der auswärtigen Verpflegung glaubhaft dargetan i st. Gemäss eingereichter Bestätigung der E.____AG vom 31. Januar 2017 arbeitet der Berufungsklä ger seit dem 1. Januar 2016 zwar aktenkundig im Dreischichtbetrieb und damit neu auch vo n 21:05 – 05:15 Uhr, doch ist damit weder glaubhaft gemacht noch substantiiert begründet, inwiefern der Dreischichtbetrieb eine auswärtige Verpflegung neuerdings notwendig machen wür de, zumal die meisten Gastbetriebe in der Nacht geschlossen sein dürften. Eine Dokumentation effektiv angefallener Verpflegungs- kosten wurde auch nicht eingereicht. Die Berufung ist diesbezüglich abzuweisen. 7.3 Im Hinblick auf den Umzug des Berufungsklägers nach V.___ _ und die deswegen in seinem Grundbedarf neu zu veranschlagenden Mobilitätskoste n von monatlich CHF 1‘540.00 samt Kosten für die Parkplatzmiete von CHF 120.00 ist fe stzustellen, dass der Berufungskläger schon zum Zeitpunkt des Scheidungsverfahrens einen langen A rbeitsweg von X.____ bzw. Y.___ an seinen Arbeitsort in W.____ hatte. Im Schei dungsurteil vom 19. Februar 2015 wurde dem Berufungskläger daher eine Mobilitätskostenpauschale von CHF 500.00 pro Monat zuge- standen, die eine Leasingrate für sein Fahrzeug von mona tlich CHF 333.00 und eine Parkge- bühren von CHF 40.00 beinhaltet (Scheidungsurteil vo m 19. Februar 2015 E. 7). Mit der Vor- instanz ist davon auszugehen, dass der inzwischen erfolgte U mzug des Berufungsklägers nach V.____ zu seiner zweiten Ehefrau eine erhebliche, da uernd und unvorhersehbare Veränderung seiner Lebensstellung darstellt, was es rechtfertigt, de n mit dem Umzug des Berufungsklägers einhergehende (noch) längere Arbeitsweg in der Mobil itätskostenpauschale angemessen zu berücksichtigen. Eine Abänderung auf die mit der Beruf ung geltend gemachten Fahrkosten in Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Höhe von CHF 1‘540.00 samt Parkplatzmiete von nunmeh r CHF 120.00 pro Monat erweist sich allerdings als unangemessen hoch. Zum einen käme ei ne derart markante Anpassung ei- ner unzulässigen Neubeurteilung eines umstrittenen Pun kts gleich. Zum anderen ist die den Fahrkosten zugrundeliegende Kilometerentschädigung von CHF 0.70 kein tauglicher Ansatz für die effektiven Auslagen, da diese gemäss den Richtlinien der schweizerischen Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten vom 1. Juli 2009 (in: BlSchK 2009 193 ff.) ohne Amortisation zu berechnen sind (vgl. BGE 140 III 337 E. 5.2; KGEBL 400 15 317 vom 27. Oktober 2015 E. 4.2; ferner BGer 7B.234/2000 vom 3. November 2000 E. 6c; 5P.6/2004 vom 12. März 2004 E. 4.2). Eine Kilometerpauschale von CHF 0.70 berücksich tigt die durchschnittlichen Kosten (inkl. Amortisation) und ist daher tendenziell zu hoch kalkuliert. Unter Berücksichtigung dessen, dass sich einerseits der Arbeitsweg des Berufungsklägers verl ängert und die Parkplatzmiete verteuert hat und andererseits die Leasingkosten von CHF 333.00 weggefallen sind (vgl. Ver- fahrensprotokoll der Einigungsverhandlung vom 15. März 2018, S. 4), erweist sich die durch die Vorinstanz vorgenommene Anpassung der Mobilitätspauschale auf CHF 600.00 als durchaus angemessen. 7.4.1 Was die Leistungsfähigkeit der Berufungsbeklagten anb elangt, ist zuerst festzustellen, dass das Kindesunterhaltsrecht seit dem 1. Januar 2017 eine wesentliche Erweiterung erfahren hat. Kern der Kindesunterhaltsrevision ist die Einführu ng eines zivilstandsunabhängigen Be- treuungsunterhalts, mit welchem die bestmögliche Betreu ung des Kindes gewährleistet werden soll (Botschaft, BBl 2014 530, 552 und 554 f.). Der Un terhaltsbeitrag soll nicht nur den Bedürf- nissen des Kindes und der Lebensstellung sowie Leistungsf ähigkeit der Eltern entsprechen (Art. 285 Abs. 1 ZGB; Barunterhalt), sondern neu auch die Betreuung des Kindes durch ein ob- hutsberechtigtes Elternteil oder durch Dritte gewährleisten (Art. 285 Abs. 2 ZGB; Betreuungsun- terhalt). Weiter betont die Botschaft die Bedeutung des Kindeswohls (BBl 2014 530, 534 und 554 f.) sowie der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fr emdbetreuung (BBl 2014 552 und 575), wobei davon auszugehen sei, dass die Eltern am besten wüss ten, welche Lösung für ihr Kind die optimale sei (BBl 2014 565 und 575). In Zusammen hang mit der von den Eltern vereinbar- ten Rollen- bzw. Lastenverteilung bzw. dem von ihnen ge wählten Betreuungskonzept spricht die Botschaft sodann das Kontinuitätsprinzip an, welches e s rechtfertige, die konkret gelebte Aufgabenteilung nach der Trennung für eine gewisse Zei t weiterzuführen (BBl 2014 552, 555 oben und 575 unten). Schliesslich hält die Botschaft fest , dass die Einführung des Betreuungs- unterhalts Anlass sein könnte, die sogenannte 10/16-Regel zu überdenken (BBl 2014 578). 7.4.2 Im Zeitpunkt der Scheidung hat die Berufungsbeklagte bei einem Arbeitspensum von 50% ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 1‘945.00 er zielt (vgl. Scheidungsurteil vom 19. Februar 2015 E. 9). Am 1. März 2015 hat sie ihr A rbeitspensum auf 80% aufgestockt und seither ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 2‘817.00 erzielt, das auch dem mit Entscheid des Kantonsgerichts Basel Landschaft, Abteilung Zivilrecht , vom 19. Januar 2016 genehmigten Vergleich betreffend den persönlichen Unterhalt der Berufungsbeklagten und dem entspre- chenden Unterhaltsberechnungsblatt zugrunde liegt (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts Basel Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vom 19. Januar 2016 E . 4; Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 19. Januar 2016, S. 2 f.). Die Vorinstanz geht de mgegenüber ohne nähere Begründung von einem massgeblichen Nettoeinkommen der Berufungsbekl agten von nunmehr nur noch Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 2‘233.00 bei einem Arbeitspensum von 60% aus (vgl. Verfügung des Präsidenten des Zi- vilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 15. März 2018 E. 8 ; ferner Protokoll der Gerichtsver- handlung vom 15. März 2018, S. 3). Unter der Prämisse, dass das vereinbarte Arbeitspensum von 80% auch für den neu festzusetzenden Betreuungsunter halt verbindlich sei, macht der Be- rufungskläger sinngemäss geltend, dass keine dauerhafte Ve ränderung der Verhältnisse der Berufungsbeklagten vorliege, welche die Vorinstanz bere chtigt hätte, ein tieferes Arbeitspen- sum anzunehmen. Insbesondere habe beim gemeinsamen Sohn keine ADHS-Erkrankung fest- gestellt werden können, weswegen er weniger Betreuung bedürfe als die Berufungsbeklagte anfänglich vermutet habe. Die Berufungsbeklagte macht f ür die Reduktion ihres Arbeitspen- sums auf 60% demgegenüber einen nach wie vor erhöhten Betreuungsbedarf des gemeinsa- men Sohns geltend und legt mit Eingabe vom 24. Juli 20 18 unter anderem die Empfehlung des schulpsychologischen Diensts Basel-Landschaft vom TT.MM.JJJJ und das Schreiben der F.____ vom 8. Mai 2018 ins Recht. Mit weiterer Einga be vom 10. August 2018 gibt die Beru- fungsbeklagte unter anderem ihren neuen Arbeitsvertrag zu den Akten, woraus ersichtlich wird, dass sie seit dem 1. Juni 2017 ihr Arbeitspensum auf 60% reduziert hat und einen Bruttolohn von CHF 2‘420.00 pro Monat erwirtschaftet. 7.4.3 Das Kantonsgericht Basel-Landschaft hat zu entscheiden, ob und in welchem Aus- mass der Berufungsbeklagten ein hypothetisches Nettoeinko mmen anzurechnen ist. Welches Arbeitspensum der Berufungsbeklagten nach dem neuen K indesunterhaltsrecht zugemutet werden kann, ist gerichtlich bislang nicht beurteilt wor den. Auszugehen ist somit grundsätzlich vom Willen des Gesetzgebers, dass der Betreuungsunterhalt einzig die aus dem Blickwinkel des Kindeswohls beste Betreuung ermöglichen soll (Botscha ft, BBl 2014 554). Das Gericht ist somit auch im Abänderungsverfahren nach Massgabe von Art . 13c SchlT ZGB zunächst dem Kindeswohl verpflichtet, das sich aufgrund der objektivier baren allgemeinen und spezifischen Bedürfnisse des Kindes bestimmt. Weiter muss bei gelebten Verhältnissen für eine erste Phase das Kontinuitätsprinzip greifen. Schliesslich setzt der Gleichwertigkeitsgrundsatz gedanklich die Existenz adäquater Drittbetreuungsstrukturen voraus; fehle n solche in sinnvoller geographi- scher Distanz oder sind sie aufgrund langer Wartelisten nicht innert nützlicher Frist nutzbar, bleibt bei kleineren Kindern zwangsläufig nur die persö nliche Betreuung übrig (umgebungsbe- zogene Gründe). Würde die Berufungsinstanz vorliegend einzig auf das für den persönlichen Unterhalt der Berufungsbeklagten bei der Scheidung verbindlich vereinbarte Arbeitspensum von 80% abstellen, wie es der Berufungskläger fordert, würd e dies dem Kindeswohl aufgrund der konkreten Umstände nicht gerecht, denn dadurch würde dem Kontinuitätsprinzip unter Umstän- den nicht angemessen Rechnung getragen. Auf der andere n Seite kann nicht unbesehen der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichts auf das Scheid ungsurteil vom 19. Februar 2015 abgestellt werden, wonach „es der Ehefrau (…) nach der (…) ständigen Rechtsprechung des schweizerischen Bundesgerichtes [zur 10/16-Regel und] aufgrund der mit diesen Altersgrenzen einhergehenden Verminderungen des notwendigen Betreu ungsaufwandes ohne Weiteres zu- gemutet werden kann, ihr Erwerbspensum per 1. April 2 020 auf 50% und per 1. April 2026 auf 100% zu erhöhen und damit ihren gebührenden Unterhal t zunächst vermehrt und anschlies- send vollumfänglich selbst abzudecken“ (E. 10). Das Bunde sgericht übt an der sogenannten 10/16-Regel anhand des inzwischen favorisierten Schulstuf enmodells nunmehr deutlich Kritik Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht (vgl. BGer 5A_454/2017 vom 17. Mai 2018 E. 6.1; 5A_3 84/2018 vom 21. September 2018 E. 4.7.1 ff.; jeweils zur Publikation vorgesehen). 7.4.4 Zieht das Gericht für die Berechnung von Unterhaltsbei trägen in Betracht, einer Person ein hypothetisches Einkommen anzurechnen, muss das Gericht na cheinander zwei Vorausset- zungen prüfen: Es muss zunächst entscheiden, ob von der bet roffenen Person angesichts ihrer Ausbildung, ihres Alters und ihres Gesundheitszustands verlangt werden kann, eine Erwerbstä- tigkeit auszuüben oder den Beschäftigungsgrad zu erhöhen. Hierbei handelt es sich um eine Rechtsfrage. Sodann muss es überprüfen, ob die betreffende Person tatsächlich die Möglichkeit hat, die so definierte Tätigkeit auszuüben und welches Einkommen sie unter Berücksichtigung der oben erwähnten subjektiven Bedingungen sowie des Arbeitsmarkts erzielen kann. Dies ist eine Tatfrage (BGE 143 lll 233 E. 3; 137 III 102 E. 4.2.2.2 = Pra 20 12 Nr. 27; 137 III 118 E. 2.3; 128 III 4 E. 4a; BGer 5A_554/2017 vom 20. September 2017 E. 3.2; 5A-806/2016 vom 22. Februar 2017 E. 4.1 mit Hinweisen = FamPra.ch 20 17 S. 588). Gemäss Schulstufenmodell könne vom obhutsberechtigten Elternteil grundsätzlich verlangt werden, beim Eintritt des jüngs- ten unter seiner Obhut stehenden Kindes in die Primarschule (6.–7. Altersjahr) ein Erwerbspen- sum von 40–50% aufzunehmen. Unter Umständen könne berei ts mit dessen Eintritt in den Kin- dergarten (4.–5. Altersjahr) ein gewisses Erwerbspensum (20–30%) in Betracht gezogen wer- den. Beim Eintritt in die Oberstufe (11.–12. Altersj ahr) könne das Erwerbspensum in der Regel auf 70–80% ausgedehnt werden. Ist das jüngste Kind 16 Jahre alt, könne sodann ein Vollpen- sum zugemutet werden (vgl. BGer 5A_454/2017 vom 17. Mai 2018 E. 6.1 m.w.H.). Das Bun- desgericht gibt in seinem aktuellsten Entscheid allerdi ngs zu bedenken, dass die Anknüpfung an die obligatorische Beschulung des Kindes an der reale n Situation auf dem Arbeitsmarkt vor- beigeht und in der Praxis (auch rechnerisch) nur schwer zu handhaben ist. Es erscheint mit Blick auf die Praxistauglichkeit daher sachgerechter, die Stufen zu vergröbern und für den Nor- malfall dem hauptbetreuenden Elternteil ab der (je nach Kanton mit dem Kindergarten- oder mit dem eigentlichen Schuleintritt erfolgenden) obligato rischen Beschulung des jüngsten Kindes eine Erwerbsarbeit von 50%, ab dessen Eintritt in die Sekundarstufe I eine solche von 80% und ab dessen Vollendung des 16. Lebensalters einen Vollzei terwerb zuzumuten (BGer 5A_384/2018 vom 21. September 2018 E. 4.7.6 a.E.). Von diesen Grundsätzen kann aufgrund spezifischer Besonderheiten nach pflichtgemässer richterli cher Ermessensausübung im Einzel- fall aber abgewichen werden (BGer 5A_384/2018 vom 21. September 2018 E. 4.7.9 m.w.H.) 7.4.5 Die der Berufungsbeklagten konkret zuzumutende Erwerbst ätigkeit ist anhand ihrer aktuellen Beschäftigung von 60% bei der G.____ (vgl. Ar beitsvertrag vom 30. Mai 2017) sowie ihrer Angabe zu beurteilen, dass der gemeinsame Sohn erhebliche Unterstützung und klare Strukturen durch die Kindsmutter brauche. Was die erhö hte Betreuungsbedürftigkeit betrifft, geht aus den Akten hervor, dass der gemeinsame Sohn „Sta bilität und Kontinuität durch mög- lichst häufige Betreuung der Mutter und Pflegefamilie “ bedarf, weswegen „von einer Verände- rung der Wohn- und Arbeitssituation [der Berufungsbekl agten] (…) momentan zu Gunsten der Entwicklung des Kindes, welches sich seit einem halben Jahr in einer psychologischen Krise befindet“ abzusehen ist. Weiter hat der gemeinsame So hn „im letzten Jahr sowohl leistungs- mässig (Konzentration/Motivation/Fachbereiche) als auch so zial grosse Schwierigkeiten entwi- ckelt“ und ist für seine emotionale Entwicklung weiterhin auf psychologische Unterstützung an- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewiesen (Empfehlung des schulpsychologischen Diensts Base l-Landschaft vom TT.MM.JJJJ; ebenso Schreiben F.____ vom 8. Mai 2018). Weiter zu be rücksichtigen ist, dass der gemein- same Sohn 8 Jahre alt ist, nunmehr die 3. Primarklasse be sucht, auf das Schuljahr 2018/2019 in die „Integrative Schulungsform“ mit spezieller Förd erung gewechselt hat (Schreiben des Rek- torats des Kindergartens und der Primarschule Z.____ vom 12. Juni 2018) und durchschnittlich 12.5 Stunden pro Woche durch eine Tagesmutter betreut wird (vgl. Rechnungen der H.____ für die Monate Februar bis Juli 2018). Damit ist die erh öhte Betreuungsbedürftigkeit des gemein- samen Sohns durchaus dargetan, zum Teil indes durch die B etreuung durch die Pflegefamilie und in der „Integrativen Schulungsform“ kompensiert. W as die konkrete Leistungsfähigkeit der Berufungsbeklagten anbelangt ist festzustellen, dass sie mit einem Arbeitspensum von derzeit 60% bereits einen respektablen Einsatz leistet. Der ge meinsame Sohn ist erst 8 Jahre alt und besucht die 3. Primarklasse, womit der Berufungsbeklagt en im Einklang mit der bundesgericht- lichen Rechtsprechung und unter Berücksichtigung der konkr eten Umstände eine Erwerbstätig- keit von nicht mehr als 50% zugemutet werden kann. Ein h ypothetisches Einkommen ist der Berufungsbeklagten folglich nicht anzurechnen. Entsprechend ist die Berufung in diesem Punkt abzuweisen. 7.5 Dass die Vorinstanz die Mietkosten von CHF 60.00 für ei nen Autoabstellplatz − im Sin- ne einer freiwilligen Erweiterung des Bedarfs der Ber ufungsbeklagten − bei ihren Mietkosten und nicht separat in ihrem Grundbedarf berücksichtigt hat , ist nicht zu beanstanden. Nachdem die Berufungsbeklagte das Manko der Familie zu tragen ha t, macht es für die Berechnung des Betreuungsunterhalts keinen Unterschied, ob die Kosten des Abstellplatzes gesondert oder in den Mietkosten der Berufungsbeklagten berücksichtigt werd en. Die Berufung ist in diesem Punkt daher abzuweisen. 7.6 Die Berücksichtigung der auswärtigen Verpflegung der Be rufungsbeklagten im Betrag von CHF 132.00 pro Monat (bei einem nicht zu beanstande nden Arbeitspensum von 60%) ist nicht zu kritisieren. Die monierten Kosten wurden berei ts im Scheidungsurteil pauschal berück- sichtigt (vgl. Scheidungsurteil vom 19. Februar 2015 E. 9) und fanden im Entscheid des Kan- tonsgerichts Basel-Landschaft vom 19. Januar 2016 E. 4 als unumgängliche Berufsauslagen Eingang. Seither haben sich die Verhältnisse der Berufungsbeklagten nicht verändert. Die Beru- fung ist daher auch in diesem Punkt abzuweisen. 7.7 Gemäss Aktenlage erhält die Berufungsbeklagte keine Prä mienverbilligung, welche bei ihren Krankenkassenprämien zu berücksichtigen wäre. Dies bezüglich ist die Berufung somit abzuweisen. 7.8 Zusammenfassend ist der Berufungskläger mit keiner sein er Rügen durchgedrungen. Der angefochtene Kindesunterhaltsbeitrag ist daher nich t abzuändern. Die Berufung ist folglich vollumfänglich abzuweisen. Angesichts dieses Verfahrensa usgangs braucht auf die weiteren Argumente der Berufungsbeklagten nicht weiter eingegangen zu werden. 8. Beide Parteien ersuchen um Bewilligung der unentgelt lichen Rechtspflege. Gemäss Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltli che Rechtspflege, wenn sie einerseits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a; sog. Mittellosigkeit oder Bedürftigkeit) und an- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht dererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Wer diese Bedingungen er- füllt, hat ausserdem Anspruch auf einen unentgeltliche n Rechtsbeistand, soweit dies zur Wah- rung der Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Aus der vorinstanzlichen Unterhalts- berechnung geht hervor, dass eine Mangellage besteht. V ermögen ist bei keiner Partei vorhan- den und die Berufungsbeklagte wird von der Sozialhilfe unterstützt. Beide Parteien gelten somit als bedürftig. Folglich ist jeder Partei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. 9. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten für das Berufungsverfahren, bestehend aus den Gerichtskosten sowie der Parteientschä digung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), zu entscheiden. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. 9.1 Die vorstehenden Erwägungen haben gezeigt, dass die Ber ufung abzuweisen ist, wes- halb sowohl die Gerichts- als auch die Anwaltskosten dem Berufungskläger als unterliegende Partei aufzuerlegen sind. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 2‘000.00 festgelegt (§ 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Geb ühren der Gerichte [Gebührentarif, GebT], SGS 170.31). Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege an den Berufungskläger sind die ihm auferlegten Gerichtskosten in der Höhe von CHF 2‘000.00 indes auf die Staatskas- se zu nehmen. 9.2 Der obsiegenden Berufungsbeklagten ist für das Rechtsmit telverfahren zulasten des Berufungsklägers eine Parteientschädigung zuzusprechen. Da ss dem Berufungskläger die un- entgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde, befreit ih n nicht von der Bezahlung einer Parteient- schädigung an die Gegenpartei (Art. 118 Abs. 3 ZPO und Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO). Die Rechtsvertreterin der Berufungsbeklagten, Rechtsanwältin Claudia Rohrer, hat keine Honorar- note eingereicht, weswegen die Parteientschädigung vom Gericht nach Ermessen festgesetzt wird (§ 18 Abs. 1 TO). Das Honorar kann CHF 200.00 bis CHF 350.00 pro Stunde betragen (§ 3 TO). Das Kantonsgericht erachtet vorliegend einen Stun denansatz von CHF 250.00 als ange- messen. Der obsiegenden Berufungsbeklagten ist aufgrund d es ihrer Vertretung entstandenen Aufwands von geschätzt 15 Stunden eine (volle) Parteien tschädigung in der Höhe von CHF 3‘750.00 sowie Auslagen von CHF 50.00, jeweils zzgl . Mehrwertsteuer von 7.7%, zuzu- sprechen. Da dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist und die Parteient- schädigung voraussichtlich nicht einbringlich ist, ist in Anw endung von Art. 122 Abs. 2 ZPO die unentgeltliche Rechtsbeiständin der obsiegenden Beruf ungsbeklagten, Rechtsanwältin Claudia Rohrer, vom Kanton angemessen zu entschädigen. Das Hono rar beträgt bei unentgeltlicher Verbeiständung CHF 200.00 pro Stunde (§ 3 Abs. 2 TO). Die Entschädigung an Rechtsanwältin Claudia Rohrer ist somit auf CHF 3‘000.00 sowie Auslag en von CHF 50.00, jeweils zzgl. Mehr- wertsteuer von 7.7%, festzusetzen und aus der Staatskasse zu entrichten. Mit den Zahlungen geht der Anspruch auf den Kanton über. 9.3 Da dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde, ist in Anwen- dung von Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO dessen unentgeltl iche Rechtsbeiständin, Rechtsanwältin Susanne Ackermann, vom Kanton angemessen zu entschädigen . Nachdem Rechtsanwältin Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Susanne Ackermann, keine Honorarnote eingereicht hat, kann das Gericht die Parteientschädi- gung gestützt auf § 18 Abs. 1 TO von Amtes wegen nach Ermessen festsetzen und gemäss § 2 Abs. 1 TO nach dem Zeitaufwand bemessen. Das Honorar bet rägt bei unentgeltlicher Verbei- ständung CHF 200.00 pro Stunde (§ 3 Abs. 2 TO). Rechtsanwältin Susanne Ackermann ist auf- grund des sichtbar getätigten Aufwands von rund 15 Stund en eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 3‘000.00 sowie Auslagen von CHF 50.00, j eweils zzgl. Mehrwertsteuer von 7.7%, zuzusprechen und aus der Staatskasse zu entrichten. Der Berufungskläger ist zur Nach- zahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an Recht sanwältin Susanne Ackermann verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung vom 25. Juni 2018 wird abgewie sen und die Verfügung des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost vom 15. März 2018 bestätigt. 2. Beiden Parteien wird die unentgeltliche Rechtspfleg e bewilligt, je mit ihren rubrizierten Vertreterinnen als unentgeltliche Rechtsbeiständinnen. 3. Die Entscheidgebühr von CHF 2‘000.00 wird dem Ber ufungskläger auf- erlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rech tspflege an den Be- rufungskläger sind die ihm auferlegten Gerichtskosten vorl äufig auf die Staatskasse zu nehmen. 4. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten eine Parteientschädi- gung in der Höhe von CHF 3‘750.00 sowie Auslagen von CH F 50.00 und Mehrwertsteuer von 7.7% im Betrag von CHF 292.60, insgesamt somit CHF 4‘092.60, zu bezahlen. 5. Gestützt auf Art. 122 Abs. 2 ZPO wird Recht sanwältin Claudia Rohrer eine Entschädigung in der Höhe von CHF 3‘000.00 sowie Auslagen von CHF 50.00 und Mehrwertsteuer von 7.7% im Betrag von CH F 234.85, insgesamt somit CHF 3‘284.85, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Mit der Zahlung geht der Anspruch auf den Kanton über. 6. Der unentgeltlichen Rechtsbeiständin des Berufungskl ägers, Rechtsan- wältin Susanne Ackermann, wird eine Entschädigung in der Höhe von CHF 3‘000.00 sowie Auslagen von CHF 50.00 und Mehrwertsteuer von 7.7% im Betrag von CHF 234.85, insgesamt somit CHF 3‘ 284.85, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 7. Der Berufungskläger ist zur Nachzahlung der Entscheidge bühr und der Entschädigung an seine unentgeltliche Rechtsbeiständin d es Beru- fungsverfahrens verpflichtet, sobald er dazu in der La ge ist. Der An- spruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO). Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber i.V. Michael Schmassmann