A. Verwaltungsentscheide 1490 14 Baustopp verfügt, noch hat sie eine Verhältnismässigkeitsprüfung b e- züglich der Wiederherstellung vorgenommen, noch hat sie den Gu t- glaubensschutz berücksichtigt. Damit hat sie auch in diesem Bereich ihre Begründungspflicht verletzt. Da der Rekurs jedoch gut zu heissen ist, ist nicht weiter darauf einzugehen. Department Bau und Umwelt, 15.11.2010 1490 Bauen ausserhalb der Bauzone: Art. 24 dbis RPG, hobbymässige Tierhaltung. Voraussetzungen für die Bewilligung eines Reit - und Aus- laufplatzes. Nach dem Grundsatz der Trennung von Bau - und Nicht- baugebiet können nur jene Anlagen bewilligt werden, die den in Art. 61 Abs. 2 TschV vorgesehenen Mindestmassen entsprechen. 3 a) Gemäss Art. 24d Abs. 1bis RPG können bei hobbymässiger Tierhaltung neue Aussenanlagen, wie Ausläufe, zugelassen werden, soweit sie für eine tiergerechte Haltung notwendig sind und der Tie r- schutzgesetzgebung entsprechen. Unter Aussenanlagen sind offene, nicht überdachte Anlagen zu verstehen. Die Tierschutzverordnung (TSchV; SR 455.1) definiert die Auslauffläche als Weide oder als für den täglichen Auslauf wettertauglich eingerichtetes Gehege (Art. 2 Abs. 3 Bst. f TSchV). Gemäss Art. 61 Abs. 1 TSchV muss Pferden ausreichend Bewegung und täglicher Auslauf gewährt werden ( Dupré, Kommentar zum Bundesg esetz über die Raumplanung, 2. A., Zürich 2010, Art. 24d N 31). Es geht darum, den Pferden einen Aufenthalt im Freien und ein gewisses Mass an freier Bewegung zu erlauben, nicht aber um Plätze, die pr imär der menschlichen Beschäftigung m it dem Pferd dienen. Der ideale Auslauf ist die Weide. Um die Grasnarbe zu schonen, muss aber zeitweise auf den Weidegang verzichtet werden (Botschaft zu einer Teilrevision des Raumplanungsgesetzes vom 2. Dezember 2005, BBl 2005 7097, S. 7115). Gemäss Art. 61 Abs. 2 TSchV muss die Auslauffläche die Mindestabmessungen nach A n- hang 1 Tabelle 7 Ziff. 3 aufweisen, d.h. 36 m2 pro Pferd für eine nicht an den Stall angrenzende Auslauffläche. Wenn möglich sind die Fl ä- chen nach Anhang 1 Tabelle 7 Ziff. 4 TSchV von 150 m2 pro Pferd zur Verfügung zu stellen (Botschaft, a.a.O., S. 7115; Dupré, a.a.O., A. Verwaltungsentscheide 1490 15 Art. 24d N 31). Die Auslauffläche soll ganzjährig den täglichen Auslauf ermöglichen und muss deshalb mit trittsicherem Boden wette rtauglich eingerichtet werden ( Bundesamt f ür Veterinärwesen, Erläuterungen der einzelnen Bestimmungen der neuen Tierschutzverordnung vom 6. Oktober 2008, Bern 2008 , S. 81). Nach dem Grundsatz der Tre n- nung von Bau - und Nichtbaugebiet können nur jene Anlagen b ewilligt werden, die den in Art. 61 Abs. 2 TSchV vorgesehenen Mindestma s- sen entsprechen (Botschaft, a.a.O., S. 7115; Dupré, a.a.O., Art. 24d N 31). b) Der vorgesehene Reit - und Auslaufplatz soll in der Landwir t- schaftszone zu liegen kommen und dient unbestrittenermassen der hobbymässigen Tierhalt ung. Der Rekurrent besitzt einen Pferdestall mit Platz für maximal drei Pferde (zurzeit werden zwei Pferde darin gehalten). Vorliegend wäre ausserhalb der Bauzone nur ein befesti g- ter Auslaufplatz für drei Pferde von dreimal der Mindestfläche von 36 m2, d.h. 108 m2 in Übereinstimmung mit dem Raumplanungsgesetz zulässig, da nur diese Auslauf fläche mit trittsicherem Boden gemäss Tierschutzverordnung vorgeschrieben ist. Die empfohlene Fläche kann auch mit Weide, welche genügend vorhanden ist, eingehalten und sogar übertroffen werden. Denn es ist nicht im Sinne des Rau m- planungsgesetzes, Plätze zu bewilligen, die der Arbeit mit dem Pferd dienen, wie sich dies der Rekurrent wünscht. Mit der bewilligten Fl ä- che sind die Mindestvorschriften der Tierschutzvorschriften eingehal- ten und mit Weiden ist der empfohlenen Fläche genüge getan. Vor diesem Hintergrund ist die Praxis des Planungsamtes, we lches für ein Pferd ausserhalb der Bauzone eine befestigte Auslauf fläche von 10 Meter mal 10 Meter und für zwei bis drei Pferde e ine Fläche von 12 Meter mal 15 Meter bewilligt, nicht zu beanstanden. Sie kann als grosszügig bezeichnet werden. Die vorliegend bewilligte Fläche von 250 m2 geht über die Praxis des Planungsamtes und über die Mi n- destvorschriften der Tierschutzverordnung hi naus. Eine darüber hi n- aus gehende Fläche ist nicht bewilligungsfähig. Die angeführten Reitplätze auf der Parz. Nr. Y, und auf der Parz. Nr. Z wurden zu therapeutischen Zwecken bewilligt und der Reitplatz auf Parz. Nr. A wurde als Zuchtbetrieb bewilligt. De r Rei t- platz auf Parz. Nr. B wurde in den Jahren 1975 – 1980 erstellt, aber soweit bekannt nie bewilligt. Der Rekurrent kann für sich daraus Nichts ableiten, da es vorliegend um einen Reit - und Auslaufplatz im Rahmen der hobbymässigen Tierhaltung geht. A. Verwaltungsentscheide 1491 16 Der Einwand, der geplante Platz sei wenig einsehbar, ist grun d- sätzlich unbehelflich, da Art. 24d Abs. 1bis RPG unabhängig von der im Einzelfall mehr oder weniger geg ebenen Einsehbarkeit einer Baute oder Anlage zu beachten ist. Zudem führt ein Wanderweg über de n geplanten Reitplatz, welcher jedoch seit längerem auf der Parzelle n- grenze des Rekurrenten verläuft und verlegt werden muss. Zudem ist ein Erlebnisweg Honigbienen bewilligt worden, der über den best e- henden Wanderweg führt. Was den Einwand der ebenen Fläch e be- trifft, so ist dies kein Arg ument für einen grösseren als den bewilligten Platz, sondern ein Argument, dass dieser mit einer Fläche von 250 m2 bewilligt werden kann, da für die Realisation keine Stützmauern oder Ähnliches nötig sind. Der Rekurs ist abzuweisen. Departement Bau und Umwelt, 14.07.2010 1491 Bauen ausserhalb der Bauzone: Art. 37a RPG i.V.m. Art. 43 RPV. Zweckänderung und Erweiterung von zonenwidrig gewordenen g e- werblichen Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone. Für die Umstellung einer Gelegenheitswirtschaft in ein Freizeithaus mit Gan z- jahresbetrieb wurde im konkreten Fall zu Recht eine Ausnahmebewi l- ligung erteilt. 4a) Nach Art . 37a RPG i.V.m. Art. 43 der Raumplanungsver ord- nung (RPV; SR 700.1) können Zweckänderungen und Erweiterungen von zonenwidrig gewordenen gewerblichen Bauten und Anlagen b e- willigt werden, wenn: a) die Baute oder Anlage rechtmässig erstellt oder geändert worden ist; b) keine wesentlichen neuen Auswirkungen auf Raum und Umwelt entstehen; c) die neue Nutzung nach keinem anderen Bundeserlass unzulässig ist; d) höchstens eine geringfügige Erweiterung der bestehenden Erschliessung notwendig ist; e) sämtl i- che Infrastrukturkosten, die im Zusammenhang mit der Zweckänd e- rung der Bauten und Anlagen anfallen, auf den Eigentümer üb erwälzt werden; f) keine wichtigen Anliegen der Raumplanung entgegenst e- hen. b) Es ist unbestritten, dass das Skihaus X lange vor dem Jahre 1980 ( Inkrafttreten des Raumplanungsgesetzes ) erstellt worden war