S 11 52 2. Kammer als Versicherungsgericht URTEIL vom 17. April 2012 in der verwaltungsrechtlichen Streitsache betreffend Versicherungsleistungen nach UVG 1. a) Der Beschwerdeführer …, geboren 1958, war als angelernter Chemiearbeiter bei der … AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversichert. Am 17. September 1997 erlitt der Beschwerdeführer einen ersten Verkehrsunfall, als ein Anhängerzug im … in … auf den von ihm gelenkten Lastwagen auffuhr, so dass dieser mit einem weiteren Personenwagen kollidierte. Dabei zog er sich eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS), eine Schulterkontusion rechts und eine basale rechtsseitige Rippenfraktur zu. In der Folge war der Beschwerdeführer bis zum 17. Oktober 1997 zu 100 % und anschliessend noch während etwa zwei Wochen zu 50 % arbeitsunfähig, bevor er ab dem 3. November 1997 seine Arbeitstätigkeit wieder vollständig aufnahm. b) Am 22. März 2009 erlitt der Beschwerdeführer als Beifahrer beim Grenzübergang … - im Tunnel vor dem … in … - erneut einen Verkehrsunfall in Form einer Auffahrtskollision. Infolge einer stehenden Kolonne im besagten Tunnel musste die Ehefrau des Beschwerdeführers als Lenkerin abbremsen, woraufhin der nachfolgende Personenwagen auf ihren Personenwagen auffuhr und diesen durch den Heckaufprall in das nächstvordere Fahrzeug schob. Nach dem Unfall wurden der Beschwerdeführer und seine Ehefrau noch gleichentags zur Erstversorgung ins Spital … gebracht. Die Röntgenbilder vom 22. März 2009 zeigten eine Streckhaltung der HWS sowie eine Osteochondrose im Bewegungssegment C5/C6 mit leichter Retrolisthesis von HWK 5. Am nächsten Morgen konsultierte der Beschwerdeführer seinen Hausarzt, Dr. med. …, welcher unmittelbar nach dem Unfallereignis starke okzipitale Kopfschmerzen mit Ausstrahlung in den Nacken sowie beide Schultern, einen Schwankschwindel mit Brechreiz und Erbrechen und fragliche Doppelbilder feststellte und die Verletzungen gemäss Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 22. April 2009 mit der Klassifikation QTF III (Quebec Task Force) bewertete. Später traten auch noch Kraftlosigkeit beim Faustschluss und Sensibilitätsstörungen in den Fingern II bis V auf. Bis auf weiteres war der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig. c) Nach einem MRI der HWS vom 2. April 2009 und einer Untersuchung des Beschwerdeführers am 15. April 2009 (inkl. EEG und EMG) stellte Dr. med. … einen Zustand nach HWS-Distorsionstrauma mit zerviko-zephalem Schmerzsyndrom, Schwindelbeschwerden, Insomnie und Konzentrationsstörungen durch Auffahrkollision und ein leichtes Reiz- und Ausfallsyndrom der Nervenwurzel C7 links durch HWS-Distorsionstrauma bei vermutlich krankhaften, degenerativen Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule fest. Klinisch-neurologisch seien keine Hinweise auf fokale neurologische Ausfälle zu finden; auch das EEG sei im Normbereich. d) Am 12. Juni 2009 meldete sich der Beschwerdeführer bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden (IV-Stelle) zum Bezug von IV-Leistungen an. Mit Verfügung vom 5. März 2011 gewährte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer eine befristete Rente vom 1. März 2010 bis zum 31. Juli 2010 und lehnte mit Verfügung vom 9. März 2011 den Antrag auf berufliche Massnahmen ab. Dagegen erhob der Beschwerdeführer jeweils Beschwerde ans Verwaltungsgericht Graubünden (Verfahren S 11 51). 2. a) Trotz verschiedener medikamentöser, physio- und manualtherapeutischer Behandlungen litt der Beschwerdeführer weiter an Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Insomnie und Konzentrationsstörungen, weshalb weitere medizinische Abklärungen erfolgten. Auszugsweise hervorzuheben sind: Kantonsspital Graubünden, Dr. med. …, Leitender Arzt Radiologie (MRI Head und KHBW vom 11.05.2009): Es finde sich kein Hinweis auf einen intercerebralen Prozess. Insbesondere die Felsenbeinregion stelle sich regelrecht dar ohne Hinweis auf eine Raumforderung (keine traumatischen Läsionen). Dr. med. …, Spezialarzt FMH Ohren-, Nasen-, Halskrankheiten, Bericht vom 18. Mai 2009: Es seien ein Tympanogramm, ein Reintonaudiogramm und eine Vestibularisprüfung durchgeführt worden. Festzustellen seien ein Status nach HWS-Schleudertrauma vom 22. März 2009 mit persistierenden Schwindelbeschwerden bei cervico-cephalem Schmerzsyndrom sowie eine mittelschwere Hochtonstörung mit Tinnitus (rechts). Dagegen seien keine Hinweise für eine periphere Vestibulopathie oder eine wesentliche vestibuläre zentrale Komponente zu finden. Vorhanden seien Linksnystagmen, welche als Reiznystagmus interpretiert würden. PD Dr. med. …, Facharzt für Ophthalmologie FMH/FEBO, Bericht vom 3. Juni 2009: Es sei eine Amotio (Netzhautablösung) älteren Datums festzustellen, welche auf ein Trauma und eine Operation vor 30 Jahren zurückzuführen sei. Ein Zusammenhang mit der Auffahrkollision vom 22. März 2009 sei nicht zu erkennen. Alle Augenbeschwerden seien nicht mit der Auffahrkollision in Verbindung zu setzen. Dr. Med. …, Spezialarzt FMH für Neurologie, Bericht vom 23. Juli 2009: Kein Nachweis von zentralen oder peripheren neurologischen Ausfällen an der linken oberen Extremität, speziell die Motorik und die Koordination der linken Hand seien normal. Die Beschwerden des Patienten liessen sich aus neurologischer Sicht nicht objektivieren; auch nicht die subjektiv erwähnten koordinativen Beeinträchtigungen der linken Hand. Rehaklinik …, Ambulantes Assessment mit Bericht vom 10. Juni 2009 und stationärer Aufenthalt (01.07.2009-12.08.2009) mit Bericht vom 24. August 2009: Wegen mässiger Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. In einer adaptierten Tätigkeit (Schonarbeitsplatz mit leichten Tätigkeiten) bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit ab dem 13. August 2009. b) Im Anschluss an den stationären Aufenthalt in … wurde ab dem 13. August 2009 ein Arbeitsversuch beim Arbeitgeber des Beschwerdeführers in einer leichten adaptierten Tätigkeit durchgeführt. Der Arbeitsversuch scheiterte, weil der Beschwerdeführer am 19. August 2009 infolge von Schwindel einen Treppensturz erlitt. Seither war er aufgrund des Schwindels wiederum zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Am 1. September 2009 teilte der Beschwerdeführer der SUVA dann mit, dass er eine Behandlung bei Dr. phil. … ……er (Psychotherapeut) aufgenommen habe. Mit Schreiben vom 4. September 2009 ersuchte der Rechtsanwalt des Beschwerdeführers den Psychotherapeuten um Prüfung einer Notfallintervention, da der Beschwerdeführer Suizidgedanken geäussert hatte. c) Da sich die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers weiterhin nicht verbesserten, wurden weitere medizinische Untersuchungen und Behandlungen veranlasst, welche zu den folgenden Ergebnissen führten: Aufenthalt im Rehazentrum … vom 10.10.2009-30.10.2009, Bericht vom 30.10.2009: Es sei eine Subluxation des Wirbels C5 mit Kompression auf die Wirbelmark als Traumafolge festzustellen (gemäss MRI vom 2. April 2009). Sodann werde eine reaktive depressive Störung schweren Grades diagnostiziert. Dr. med. …, Kantonsspital Graubünden, Nachtrag vom 13. November 2009: Eine erneute Prüfung des MRI vom 2. April 2009 habe keine Subluxation HWK 5/6 erkennen lassen. Es liege vielmehr eine Uncovertebralarthrose vor. Diese stelle eine chronisch degenerative Veränderung dar und basiere nicht auf einem traumatischen Mechanismus. Dr. med. …, Facharzt für Radiologie, Bericht vom 21. Dezember 2009 nach einem Upright MRI der HWS vom 10.12.2009: Festzustellen seien degenerative Veränderungen an der HWS. Es fänden sich keine Hinweise auf eine Instabilität oder eine Subluxation. Dr. med. … Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten (SUVA), Bericht vom 7. Januar 2010 über die neurootologische Untersuchung vom 06.01.2010: Es beständen Hinweise auf eine zentrale vestibuläre Funktionsstörung im weiteren Sinn mit einem etwas unklaren Spontannystagmus nach links und einer gestörten Blickfolge. Dabei handle es sich am ehesten um Nebenwirkungen der aktuellen Medikation. Dr. med. …, Antwortschreiben vom 25. Januar 2010: Anhand Medikamentenspiegel glaube er nicht, dass der Schwindel medikamentös bedingt sei, dies umso mehr, weil Schwindel rasch nach dem Unfall aufgetreten sei und auch vor Verordnung der erwähnten Medikamente bestanden habe. Dr. med. …, Antwortschreiben vom 2. Februar 2010: Die Schwindelbeschwerden könnten durch Tramadol ihre Erklärung finden. Neuropsychologische Untersuchung an der Klinik … vom 12. Januar 2010, Bericht vom 9. Februar 2010: Zusammenfassend sei festzustellen, dass die Resultate aus neuropsychologischer Sicht schwierig einzuordnen seien. Wenn aus medizinischer Sicht die Ergebnisse nicht zu erklären seien, könnten die kognitiven Defizite von anderen als primär hirnorganischen Faktoren beeinflusst werden (emotionale Verfassung, Motivation, Stimmung, Schmerzen). …, Bewegungstherapeutin, Bericht vom 8. Februar 2010: Objektiv seien im Bereich der Hals- und oberen Rückenmuskulatur starke Myogelosen festzustellen. Aus biomechanischer und bewegungswissenschaftlicher Sicht könnten die bestehenden Myogelosen die vorhandene Schmerz- und Schwindelproblematik teilweise erklären. Dr. phil. …, Psychotherapeut SPV, Bericht vom 8. Februar 2010: Zu diagnostizieren seien eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) nach Unfall mit Schleudertrauma vom 22. März 2009 und eine mittelgradige depressive Episode (F32.1) mit schwerer Schlaflosigkeit, latenter Suizidalität und neuerdings Arbeitslosigkeit (Z59.0). d) Am 24. Februar 2010 wurde der Beschwerdeführer von Dr. med. … kreisärztlich untersucht. Mit Bericht vom gleichen Tag führt der Kreisarzt der SUVA aus, aus unfallmedizinischer Sicht stehe fest, dass keine somatischen Unfallfolgen mehr vorlägen. Die Nackenproblematik sei durch die fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen vollumfänglich zu erklären. Es sei eine Fortführung der medizinischen Trainingstherapie 3x pro Woche angezeigt, um die leichten muskulären Defizite noch zu korrigieren. Aus somatischer unfallmedizinischer Sicht bestehe ab dem 15. März 2010 eine 50%ige und ab dem 6. April 2010 eine volle Arbeitsfähigkeit. e) Es folgten weitere medizinische Untersuchungen und Behandlungen des Beschwerdeführers: Dr. med. …, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals und Gesichtschirurgie, Bericht vom 22. Februar 2010 über die Untersuchung vom 11.01.2010: Als Diagnose zu stellen seien verschiedene unfallkausale Funktionsstörungen bei einem posttraumatischen cervico-encephalen Syndrom, einem cervico-brachialen Reiz- und Ausfallsyndrom (C7/8) mit carnio-mandibulärer Dysfunktion und einem beidseitigen posttraumatischen Tinnitus. Es sei die Durchführung eines Testverfahrens nach N. Bogduk durch Kollege Dr. … an der …-Klinik in … zu empfehlen. Dr. med. …, Antwortschreiben vom 15. April 2010: Gesamthaft gesehen habe auch Dr. … den Nachweis einer relevanten organisch-strukturellen Läsion als Folge des erlittenen HWS-Traumas nicht erbringen können. Schlussendlich stelle Dr. … etwa die gleichen Befunde wie Dr. … und er selbst fest. Med. Pract. …, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrische Beurteilung vom 28. April 2010: Es sei vorerst von einer Anpassungsstörung mit depressiven und ängstlichen Reaktionen (ICD-10 F43.2) auszugehen. Es beständen keine Anhaltspunkte für die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung. Differentialdiagnostisch sei eine Angst- und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2) und gegebenenfalls eine mittelschwere depressive Störung (ICD-10 F32.1) mit einer zusätzlichen Angststörung (ICD-10 F41) zu erwägen. Die jetzige psychische Entwicklung stehe in natürlicher Teilkausalität mit dem Unfallereignis vom 22. März 2009. Dr. med. …, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, Ärztliche Beurteilung vom 30. April 2010: Weder in den von Dr. … wiedergegebenen Daten zur Anamnese noch in seinem Untersuchungsbefund ergäben sich irgendwelche Hinweise auf von Fazettengelenken an der HWS ausgehende Symptome; vielmehr sei anzunehmen, dass die degenerierten Bandscheiben an der unteren HWS Ursache der Schmerzen sein könnten. Dass Radiofrequenzverfahren nach Bogduk sei ausdrücklich für die palliative Behandlung von Schmerzen der Fazettengelenke entwickelt worden. Somit lasse sich hier keine Indikation für ein solches Verfahren stellen. Schmerzzentrum Klinik …, Dr. .... …: Im März, April und Mai 2010 wurden an der Klinik … mehrere Interventionen der diagnostischen Blockaden an C2/3 und C5/6 sowie eine Infiltration des Musculus levator scapulae links durch Schmerztherapeut Dr. … vorgenommen. Am 17. Mai 2010 folgte eine funktionelle percutane Rhizotomie C3 beidseits, C5 beidseits und C6 beidseits (Radiofrequenz-Neurotomie). Dr. med. …, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals und Gesichtschirurgie, Schreiben an Dr. … vom 18. Mai 2010: Der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Einer adaptierten Tätigkeit könne er zu 50 % nachgehen. Dr. med. …, Facharzt FMH für Neurochirurgie, Schreiben vom 20. Juli 2010 und vom 8. Oktober 2010: Festzustellen sei ein Status nach zervikocephalem Akzelerations-/Dezelerationstrauma im Rahmen einer Heck- und Frontalkollision vom 22. März 2009 bei vorbestehenden, degenerativen Veränderungen der HWS sowie ein posttraumatisches, zervikozephales Syndrom mit Funktionsstörung des posturalen Kontrollsystems. …, Bewegungstherapeutin, Berichte vom 14. August 2010 und vom 18. September 2010: Die vorhandene Schmerz- und Schwindelproblematik könne durch die bestehenden starken Myogelosen und die muskuläre Dysbalance teilweise erklärt werden. Zusammenfassend lasse sich festhalten, dass die Entwicklung der Therapie sowie die Einstellung des Patienten erfreuliche Fortschritte machten. Die Fortsetzung des Trainingsprogramms sei aus bewegungswissenschaftlicher Sicht sehr zu empfehlen. f) Letztlich hielt der Kreisarzt, Dr. med…, Ende August 2010 fest, dass er vom Erreichen des medizinischen Endzustands ausgehe. Die jetzigen Beschwerden seien durch krankhafte Veränderungen erklärbar. 3. a) Mit Verfügung vom 8. September 2010 teilte die SUVA dem Beschwerdeführer schliesslich mit, dass die Adäquanz der heute noch geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden zum Unfallereignis vom 22. März 2009 zu verneinen sei, weshalb die Versicherungsleistungen auf den 30. September 2010 eingestellt würden. Hiergegen erhob der Beschwerdeführer am 7. Oktober 2010 Einsprache, unter anderem mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Erbringung der Leistungen gemäss UVG. Kritisiert werde die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den Kreisarzt am 24. Februar 2010, welche ohne nachvollziehbare Begründung erfolgt sei. Die Mediziner der SUVA hätten auf der ganzen Linie versagt (fehlende Würdigung psychischer Gesundheitszustand, Tinnitus und Schlafstörung, verfehlte Annahme der Medikamentennebenwirkung, etc.). Noch immer lägen bei ihm erhebliche myofasziale Folgeschäden vor, deren weitere Behandlung durch Bewegungstherapie (…) und Radiofrequenzneurotomie (Dr. …) eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustands zur Folge hätte. Der ausgeprägte Tinnitus und die Verletzung der Fazettengelenke C2/3 und C5/6 seien objektivierbare Unfallfolgen, weshalb die SUVA - auch ohne spezielle adäquate Rechtsprechung - die entsprechenden Leistungen zu erbringen habe. Entgegen der SUVA seien hier aber auch die Adäquanzkriterien erfüllt, da von einem mittelschweren Unfall, im Grenzbereich zu den schweren Unfällen, auszugehen sei. b) Im Rahmen des Einspracheverfahrens erfolgte eine weitere ärztliche Beurteilung durch Dr. med. …, welcher sich mit Bericht vom 11. März 2011 zur fehlenden Unfallkausalität des Tinnitus äusserte. Der SUVA Mediziner kam dabei zum Schluss, dass der Tinnitus durch das vorbestehende Hörleiden verursacht worden sei und nicht auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückgeführt werden könne. Mit Entscheid vom 17. März 2011 wies die Vorinstanz die Einsprache schliesslich ab, soweit darauf eingetreten werden könne. Gegenstand der angefochtenen Verfügung sei einzig die Einstellung der Versicherungsleistungen auf den 30. September 2010, weshalb nur insofern auf die Einsprache einzutreten sei. Die noch geklagten Beschwerden könnten auf kein unfallbedingtes objektivierbares organisches Substrat zurückgeführt werden. Im Weiteren bestehe zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall auch kein adäquater Kausalzusammenhang. 4. Dagegen erhob … am 6. April 2011 Beschwerde ans Verwaltungsgericht Graubünden mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Ihm seien ab dem 1. Oktober 2010 weiterhin Leistungen aus UVG zu gewähren. Die Sache sei zur Berechnung des Rentenanspruchs und einer Integritätsentschädigung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten für weitere Abklärungen in Auftrag zu geben. Das Verfahren sei bis Ende August 2011 zu sistieren, damit er weitere Abklärungen tätigen und die entsprechenden Berichte einreichen könne: Der Beschwerdeführer habe am 22. März 2009 einen zweiten Verkehrsunfall erlitten, als er als Beifahrer in eine Auffahrkollision verwickelt worden sei. Gemäss unfallanalytischem Gutachten der DEKRA, welches von der Zürich Versicherung in Auftrag gegeben worden sei, habe sich zunächst ein seitlicher Heckanstoss mit einem Delta-V von 17-24 km/h ereignet. Anschliessend habe ein Frontanstoss mit einem Delta-V von 8-12 km/h stattgefunden. Wegen der hohen Aufprallgeschwindigkeit und der beschädigten Rückenlehne sei davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Frontaufpralls „out of position“ befunden habe. Die biomechanische Kurzbeurteilung habe ergeben, dass seine Beschwerden und Befunde eher erklärbar seien. Nach dem Unfall seien sofort Übelkeit mit Erbrechen, Schwindel, Doppelbilder/Augenflimmern und starke Hinterkopfschmerzen aufgetreten. Innert Stunden seien danach Nackenbeschwerden, Schulterbeschwerden und Taubheitsgefühle an einigen Fingern hinzugekommen. Insgesamt seien die Verletzungen als QTF III beurteilt worden. Vor einer Thematisierung der Rechtsprechung zur Adäquanz (Schleudertrauma- oder Psychopraxis) seien jene Beschwerden auszuscheiden, welche objektiviert werden könnten. Das gelte hier für die Störungen des Gleichgewichtssystems, die Hochtonstörungen, den Tinnitus und die Hyperakusis, welche auf den Unfall zurückzuführen seien, weshalb die Adäquanz insofern gegeben sei. Die Störungen des Gleichgewichtssystems könnten gemäss SUVA Tabelle 14 objektiviert werden. Grundlage für die Beurteilung seien neuro-otologische Untersuchungen, wozu hier zwei Gutachten vorlägen. Gemäss Dr. … seien die Einschränkungen auf die eingenommenen Medikamente zurückzuführen, was durch den Medikamentenspiegel nicht gestützt werde. Gemäss dem Hausarzt Dr. … und Dr. … müsse eine andere Ursache vorliegen. Dr. … erkenne eine posturale Funktionsstörung mit reproduzierbaren Spontannystagni nach links sowie eine mittelgradige visuelle Suppression des kalorischen Nystagmus, pathologische Befunde in den posturalen Prüfungen etc. Er beurteile die objektivierbaren Einschränkungen gemäss SUVA Tabelle 13/14 mit rund 40 %. Objektivierbar seien ferner auch die beidseitige Hochtonstörung bei 6000 Hz um 70 dB, der beidseitige Tinnitus von 10 dB und die Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit). Ursache dieser Beschwerden sei gemäss Dr. … der starke Crash- und Airbagknall beim Unfall vom 22. März 2009. Was die weiteren Beschwerden betreffe, sei entgegen der Beschwerdegegnerin nicht die Psychopraxis zur Anwendung zu bringen. Es fände sich nämlich ein objektivierbares Korrelat der Beschwerden, indem die MRI der HWS fortgeschrittene degenerative Veränderungen mit Wurzelkompressionen und Diskushernien zeigten. Gemäss dem SUVA Kreisarzt sei die Nackenproblematik durch die Veränderungen vollumfänglich zu erklären. Nach Dr. …habe der Unfall die radikuläre Affektion provoziert. Die psychischen Beschwerden seien erst im August/September 2009 und damit rund ein halbes Jahr nach dem Unfallereignis aufgetreten. Ursache der Probleme seien nach dem Psychiater der SUVA die Schmerzen, die Lärmempfindlichkeit und der Schwindel. Da nach kreisärztlicher Auffassung der status quo sine der HWS-Beschwerden erst anfangs April 2010 erreicht worden sei, seien diese Beeinträchtigungen bis zu jenem Zeitpunkt als unfallkausal zu betrachten. Somit ständen die psychischen Beschwerden offensichtlich im Hintergrund und seien lediglich Sekundärfolge der unfallkausalen Beschwerden, weswegen die Adäquanz nach der Schleudertrauma-Rechtsprechung zu beurteilen sei. Hier sei von einem Unfall im mittelschweren Bereich, allenfalls an der Grenze zum schweren Bereich auszugehen. Die relevanten Kriterien gemäss Rechtsprechung seien - mit Ausnahme des Kriteriums der besonders dramatischen Begleitumstände - allesamt erfüllt. Die Sistierung des Verfahrens werde beantragt, damit ein präzisierender neuro-otologischer Bericht und ein ausführliches psychiatrisches Gutachten eingelegt werden könnten. Die Berichte seien notwendig, um einerseits eine Objektivierung der Störung des posturalen Kontrollsystems nachzuweisen und andererseits zu belegen, dass die psychischen Beschwerden gegenüber den physischen Beschwerden nicht in den Vordergrund getreten seien. 5. Mit Beschwerdeantwort vom 5. Mai 2011 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung ihres Einspracheentscheids vom 17. März 2011: Sie halte nach wie vor an ihrem Einspracheentscheid fest, welcher zu einem integrierenden Bestandteil der Rechtsschrift erklärt werde. In formeller Hinsicht sei der beschwerdeführerische Sistierungsantrag abzuweisen, da der Beschwerdeführer oft und gründlich untersucht und abgeklärt worden sei, da Stellungnahmen aller entscheidenden Fachrichtungen vorlägen. Diese Beurteilungen genügten für einen Entscheid, weswegen in antizipierter Beweiswürdigung auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten sei. Der Beschwerdeführer vertrete die Auffassung, dass die Störungen des Gleichgewichtssystems und die Hörstörung objektivierbar und unfallkausal seien. In Bezug auf die übrigen Befunde wie Druckdolenzen, Verspannungen, Beweglichkeitseinschränkungen usw. sei der Beschwerdeführer entsprechend mit der beschwerdegegnerischen Einschätzung - keine Objektivierung - einverstanden. Es sei zutreffend, dass Störungen des Gleichgewichtssystems teilweise objektiviert werden könnten. Beim Beschwerdeführer sei indessen keine periphere vestibuläre Funktionsstörung diagnostiziert worden. Es bestehe ein unsystematisch auftretender horizontaler Nystagmus nach links. Was die von Dr. … gestellte Diagnose einer posturalen Funktionsstörung betreffe, habe Dr. … diesbezüglich eine starke funktionelle Überlagerung festgestellt. Schlussendlich hätten die beteiligten Neurootologen aber in etwa dieselben Befunde erhoben. Frage sei schlussendlich, ob die etwas unspezifischen Befunde unfallkausal seien. Die Einschätzung der Unfallkausalität gemäss Dr. … beruhe auf einer reinen post hoc, ergo propter hoc-Relation, welche es nicht erlaube, einen natürlichen Kausalzusammenhang mit der im Unfallversicherungsrecht geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Dr. … führe den Schwindel auf das eingenommene Tramadol zurück. Jedenfalls sei aber nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der Schwindel auf den erlittenen Unfall zurückzuführen sei. Zu Unrecht gehe der Beschwerdeführer davon aus, dass vor dem Unfall nur eine Hochtonstörung rechts bestanden habe. Gemäss den Untersuchungen im Rahmen der Gehörschadenprophylaxe habe beim Beschwerdeführer seit dem Jahr 2003 eine dokumentierte, rechtsbetonte und demnach beidseitige Hochton-Innenohrschwerhörigkeit bestanden. Der Tinnitus des Beschwerdeführers stimme mit dem Bereich der Hochtonsenke überein, was belege, dass die Hochtonstörung die Ursache des Tinnitus sei und nicht etwa der Unfall. Die Hochtonstörung sei bereits zwei Jahre vor dem Unfall im Jahr 2007 deutlich progredient gewesen. Damit sei ebenfalls klar, dass die Hörstörungen des Beschwerdeführers nicht kausal auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückzuführen seien. Entsprechend leide der Beschwerdeführer an keinen objektivierbaren Unfallfolgen im Sinne der Rechtsprechung. Zu Recht sei die Prüfung der Adäquanz anhand der Psycho-Praxis erfolgt. Diesbezüglich und bezüglich der Adäquanzkriterien sei auf den angefochtenen Einspracheentscheid zu verweisen. 6. Nachdem die Instruktionsrichterin das beschwerdeführerische Sistierungsgesuch mit Schreiben vom 10. Mai 2011 zunächst bis Ende August 2011 gutgeheissen und anschliessend mit Schreiben vom 26. August 2011 bis Ende September 2011 verlängert hatte, reichte der Beschwerdeführer mit Stellungnahme vom 28. September 2011 die angekündeten medizinischen Unterlagen (Arztbericht Dr. med. … vom 10. Juni 2011, Arztbericht Dr. med. D. … vom 27. Juni 2011 sowie psychiatrisches Gutachten Dr. med. … vom 8. September 2011 von der unabhängigen medizinischen Gutachtenstelle Zürich [UMEG]) ein und führte dazu aus: Bezüglich Schwindel lägen nach Dr. … und Dr. … objektivierbare pathodiagnostische Systembefunde vor; die beiden Ärzte beurteilten nur die Schwere der Befunde unterschiedlich, wobei Dr. … die posturalen Prüfungen nicht durchgeführt habe. Tatsache sei aber, dass nach dem Unfallereignis eine objektivierbare Störung des Gleichgewichtsystems aufgetreten sei. Die Erklärungen von Dr. … als SUVA Arzt, hierbei handle es sich um eine Folge der Medikation, könnten durch die objektivierten Befunde und den Medikamentenspiegel widerlegt werden. Auch aufgrund des Sturzes am Arbeitsplatz sei die Gleichgewichtsstörung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zumindest teilkausal. Der Ärger von Dr. … im Bericht vom 27. Juni 2011 über die Beurteilungen anderer Ärzte in seinem Fachgebiet sei verständlich. Seine eingehende und umfassende Prüfung am 11. Januar 2010 gemäss anerkannten Richtlinien habe objektivierbare Befunde ergeben, weshalb eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ausgewiesen sei. Nach dem Gutachten von Dr. … vom 8. September 2011 seien die psychischen Beschwerden Sekundärfolge der physischen Beschwerden, woraus sich später eine wechselseitige Beeinflussung entwickelt habe. Nichtsdestotrotz sei der vorliegende Fall nach der Schleudertrauma-Praxis zu beurteilen. Sowohl Dr. … von der SUVA als auch Dr. … kämen zum Schluss, dass das Unfallereignis für die bestehenden psychischen Beschwerden teilkausal gewesen sei. Nach Dr. … sei die Arbeitsfähigkeit zu 40 % aus psychiatrischer Sicht eingeschränkt. Aufgrund der Diagnose der somatoformen Schmerzstörung habe Dr. … die …-Kriterien geprüft und sei zum Schluss gekommen, dass eine psychiatrische Komorbidität gegeben sei. Ausserdem seien auch die weiteren Kriterien erfüllt, um ausnahmsweise von der Unzumutbarkeit der willentlichen Überwindung des Leidens auszugehen. 7. Hierzu nahm die Vorinstanz mit Schreiben vom 27. Oktober 2011 wie folgt Stellung: Die Beurteilung von Dr. … bestätigte die Feststellungen der Beschwerdegegnerin, dass beim Beschwerdeführer keine objektivierbaren unfallkausalen Befunde vorlägen. Denn Dr. … komme zum Schluss, dass sich keine Hinweise für eine peripher-vestibuläre Funktionsstörung finden liessen und eine vestibuläre Pathologie unwahrscheinlich erscheine. Ein zervikaler Nystagmus liege nicht vor. Der Tinnitus sei gemäss SUVA- Kriterien plausibel, die Veränderungen im Tonaudiogramm jedoch nicht auf den Unfall zurückzuführen. Der Hörschwellenverlauf suggeriere keinerlei Hinweise für ein Knalltrauma oder eine commotio labyrinthi. Entgegen dem Beschwerdeführer gehe Dr. … entsprechend nicht von unfallkausalen objektivierbaren pathodiagnostischen Systembefunden aus. Zur Stellungnahme von Dr. … sei anzumerken, dass der angesprochene Screening-Bericht der UMEG in Zürich vom 4. Februar 2011 nicht bekannt sei. Offenbar scheine dieser die Position des Beschwerdeführers nicht zu stützen bzw. den Diagnosen von Dr. … zu widersprechen. Der Gutachter Dr. … habe die Frage 9, auf die sich der Beschwerdeführer zur Geltendmachung der Schleudertraumpraxis berufe, missverstanden. Er gebe an, dass - was die anhaltend somatoforme Schmerzstörung betreffe - starke physische Beschwerden die psychische Symptomatik aufrechterhalten würden. Dass aber gerade diese Schmerzen nicht auf objektivierbare, somatische Befunde zurück zu führen seien, berücksichtige er nicht. Damit seien die physischen Befunde gegenüber den psychischen Beschwerden in den Hintergrund getreten. 8. a) Mit Schreiben vom 1. November 2011 verzichtete der Beschwerdeführer auf eine Replik. In der Folge veranlasste die Instruktionsrichterin gemäss dem beschwerdeführerischen Editionsbegehren den Beizug sämtlicher Akten zum Unfall vom 17. September 1997 (Nr. 13.31031.97.2). Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Stellungnahme zu den edierten SUVA-Akten, hielt aber fest, da keine Röntgenbilder mehr auffindbar seien, werde ihm der Nachweis verwehrt, dass jener Unfall zu den heute festgestellten Beschwerden beigetragen habe. b) Am 9. Dezember 2011 ersuchte die Instruktionsrichterin den beschwerdeführerischen Rechtsvertreter um Einreichung des Screening- Berichts von Dr. …(UMEG Zürich) vom 4. Februar 2011, welcher im Bericht von Dr. … vom 27. Juni 2011 thematisiert worden sei, bis zum 6. Januar 2012. Der Beschwerdeführer antwortete mit Schreiben vom 21. Dezember 2011, dass Dr. … Neurologe sei und den Auftrag gehabt habe, die medizinischen Akten aus neurologischer Sicht zu prüfen. Er habe sich in seinem Bericht auch zur fachfremden audio-neurootologischen Prüfung von Dr. … geäussert, was jenen zu dessen Stellungnahme im Bericht vom 27. Juni 2011 veranlasst habe. Da der Screening-Bericht für das Verfahren unbeachtlich sei, werde auf eine Einreichung verzichtet. Die Vorinstanz hielt mit Schreiben vom 13. Januar 2012 dagegen, sie habe mit Erstaunen vernommen, dass der beschwerdeführerische Rechtsvertreter die klare Aufforderung des Gerichts zur Einreichung des Berichts missachtet habe. Aus ihrer Sicht genügten aber schon die vorhandenen Akten für eine Abweisung der Beschwerde. c) Hierauf forderte die Instruktionsrichterin den beschwerdeführerischen Rechtsvertreter mit Schreiben vom 16. Januar 2012 erneut auf, den Screening- Bericht von Dr. … vom 4. Februar 2011 bis zum 24. Januar 2012 einzureichen. Über die Relevanz des Berichts im Beschwerdeverfahren werde das Gericht entscheiden. Der beschwerdeführerische Rechtsvertreter reagierte darauf jedoch nicht, so dass die Instruktionsrichterin den betreffenden Bericht direkt bei Dr. … verlangte. Jener berief sich daraufhin indessen auf das Arztgeheimnis, von welchem ihn der Beschwerdeführer ausdrücklich nicht entbinden wolle. d) Die Vorinstanz nahm zum Geschehen schliesslich mit Schreiben vom 7. Februar 2012 Stellung und führte aus, das beschwerdeführerische Verhalten sei unhaltbar und verstosse gegen die dem Beschwerdeführer gemäss Art. 28, 43 und 61 lit. c ATSG auferlegten Mitwirkungspflichten. Es könne nicht angehen, dass der Beschwerdeführer nur die ihm genehmen ärztlichen Beurteilungen auflege, wenn er gleichzeitig offensichtlich nachteilige Beurteilungen unterdrücke. Besonders widersprüchlich sei das beschwerdeführerische Verhalten in Bezug auf die Beurteilungen von Dr. …. Diesem habe er den Screening-Bericht offensichtlich vorgelegt, um dazu Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme lege er nun auf und benutze sie, um seinen Standpunkt zu stärken. Ohne die Grundlage der Stellungnahme von Dr. … zu kennen, sei diese aber nicht nachvollziehbar und es mangle bereits aus diesem Grund an Beweiskraft im Sinne der Rechtsprechung. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. Das Gericht zieht in Erwägung: 1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist der Einspracheentscheid der SUVA vom 17. März 2011, mit welchem die Vorinstanz die beschwerdeführerische Einsprache abgewiesen und die eigene Verfügung bestätigt hat. Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die Versicherungsleistungen zu Recht auf den 30. September 2010 eingestellt hat.2. a) Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt nach dem Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und der gesundheitlichen Schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches noch nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181). b) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 456 E. 5c S. 462, 123 V 98 E. 3b S. 102). Sie hat bei allen Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr. 12 E. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 E. 2b S. 31). Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt. Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366 ff.). Nach der für psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarbeiteten sog. Psycho- Praxis (BGE 115 V 133) werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft, während nach der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen anwendbaren sog. Schleudertrauma-Praxis (BGE 117 V 359, präzisiert in 134 V 109) auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 23. August 2010 E. 3; BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112 mit mehreren Hinweisen). c) Für die Fortsetzung der beantragten Versicherungsleistungen über das angefochtene Einstelldatum vom 30. September 2010 hinaus müssen die beiden Erfordernisse des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs kumulativ erfüllt sein. Scheitert der geltend gemachte Anspruch an einer dieser zwei Voraussetzungen, entfällt die Leistungspflicht aus UVG ohne die Prüfung des anderen Kriteriums. Die zentrale Frage in Bezug auf die geklagten Beschwerden ist folglich vorerst nicht, ob diese oder jene medizinische Beurteilung korrekt oder mangelhaft ist, sondern ob hier unfallkausale, relevante strukturelle organische Befunde objektivierbar sind. Ist sie zu verneinen, bleibt zu prüfen, ob ein Leistungsanspruch - trotz organisch nicht ausgewiesener Gesundheitsbeschwerden - dennoch anhand der Adäquanzkriterien über das Einstelldatum per 30. September 2010 zu bejahen gewesen wäre. 3. a) Gemäss beschwerdeführerischer Auffassung sind die Störungen des Gleichgewichtssystems, die Hochtonstörung, der Tinnitus und die Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) als unfallkausale, objektivierte Befunde zu qualifizieren. Dabei stützt sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf die ärztlichen Beurteilungen von Dr. …, Dr. … und Dr. …. Die Beschwerdegegnerin hingegen verneint das Vorliegen eines solchen unfallkausalen, objektivierbaren Substrats für die geklagten Beschwerden. Damit ist zunächst zu prüfen, ob die noch geklagten Beschwerden (Nacken-, Kopfschmerzen, Schulterschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Schlaflosigkeit etc.) auf einem objektivierbaren organischen Substrat beruhen, welches auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückzuführen ist. b) In Bezug auf die Ergebnisse der durchgeführten apparativ-bildgebenden Verfahren (Röntgen, MRI), die neurologischen und ophthalmologischen Abklärungen sowie in Bezug auf die geklagten Druckdolenzen, Verspannungen, Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit und Myogelosen ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im Einspracheentscheid zu verweisen: Ergebnisse der apparativ-bildgebenden Verfahren: Weder die am Unfalltag erstellten Röntgenbilder (gemäss Dokumentationsbogen Dr. … vom 22. April 2009 und Bericht der Rehaklinik …. vom 10. Juni 2009) noch die am Kantonspital Graubünden am 2. April 2009 durchführte MRI-Untersuchung der HWS zeigen traumatische ossäre Läsionen; festgestellt werden vielmehr degenerative Veränderungen der HWS. Dasselbe gilt auch für das am 11. Mai 2009 ebenfalls am Kantonsspital Graubünden durchgeführte MRI des Schädels („Insbesondere die Felsenbeinregion stellt sich regelrecht dar ohne Hinweis auf eine Raumforderung“). Apparativ-bildgebend sind damit keine unfallbedingten, objektivierbaren Befunde nachgewiesen. Neurologisch wurde der Beschwerdeführer von Dr. … (Untersuchung vom 15. April 2009, Bericht vom 17. April 2009) und von Dr. … (Untersuchung vom 22. Juli 2009, Bericht vom 23. Juli 2009) untersucht. Dr. … stellte einen Zustand nach HWS-Distorsionstrauma mit zerviko-zephalem Schmerzsyndrom, Schwindelbeschwerden, Insomnie und Konzentrationsstörungen durch Auffahrkollision und ein leichtes Reiz- und Ausfallsyndrom der Nervenwurzel C7 links durch HWS-Distorsionstrauma bei vermutlich krankhaften, degenerativen Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule fest. Klinisch-neurologisch seien keine Hinweise auf fokale neurologische Ausfälle zu finden; auch das EEG sei im Normbereich. Dr. … fand keinen Nachweis von zentralen oder peripheren neurologischen Ausfällen an der linken oberen Extremität; speziell die Motorik und die Koordination der linken Hand seien normal. Die Beschwerden des Patienten liessen sich aus neurologischer Sicht nicht objektivieren, auch nicht die subjektiv erwähnten koordinativen Beeinträchtigungen der linken Hand. Entsprechend sind neurologisch keine objektivierbaren Befunde für die geklagten Beschwerden festzustellen. Diese Schlussfolgerung wird schliesslich auch durch den Austrittsbericht des Rehazentrums …bestätigt, wonach keine fokalen Ausfälle und keine neuromuskulären Defizite feststellbar gewesen seien. In ophthalmologischer Hinsicht ist auf die medizinische Beurteilung von Dr. … abzustellen, welcher mit Bericht vom 3. Juni 2009 eine Amotio (Netzhautablösung) älteren Datums feststellte, die auf ein Trauma und eine Operation vor 30 Jahren zurückzuführen sei. Ein Zusammenhang mit der Auffahrkollision vom 22. März 2009 sei nicht zu erkennen. Die Augenbeschwerden seien nicht mit der Auffahrkollision in Verbindung zu setzen. Den vorinstanzlichen Erwägungen im Einspracheentscheid (S. 12) ist im Weiteren auch hinsichtlich Druckdolenzen, Verspannungen, Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit und Myogelosen zu folgen. Die Vorinstanz führt diesbezüglich unter Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Recht aus, dass alle diese Beschwerden - so sie denn nicht ohnehin krankhafter Natur seien - zwar organisch imponierten, da sie klinisch fassbar seien, es aber einem organischen Substrat im Sinne einer strukturellen Läsion fehle (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_889/2008 vom 9. April 2009 E. 3.3.2.2, 8C_33/2008 vom 20. August 2008 E. 5.1, 8C_806/2007 vom 7. August 2008 E. 8.3). Diese Ausführungen werden vom Beschwerdeführer - soweit ersichtlich - auch nicht in Zweifel gezogen. c) Im Weiteren führt der Beschwerdeführer den geklagten Schwindel bzw. die Störungen des Gleichgewichtssystems auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurück: Der Beschwerdeführer hält vorab zu Recht fest, dass Gleichgewichtsstörungen teilweise objektiviert werden könnten (vgl. SUVA Tabelle 14). Dazu führt er aus, Grundlage für die Beurteilung der Objektivierung bildeten neuro-otologische Untersuchungen, wozu hier zwei Gutachten vorlägen. Gemäss Dr. … seien die Einschränkungen auf die eingenommenen Medikamente zurückzuführen, was durch den Medikamentenspiegel nicht gestützt werde. Gemäss dem Hausarzt Dr. … und Dr. … müsse eine andere Ursache vorliegen. Dr. … erkenne eine posturale Funktionsstörung mit reproduzierbaren Spontannystagni nach links sowie eine mittelgradige visuelle Suppression des kalorischen Nystag- mus, pathologische Befunde in den posturalen Prüfungen etc. Er beurteile die objektivierbaren Einschränkungen gemäss SUVA Tabelle 13/14 mit rund 40 %. Sowohl Dr. … als auch Dr. … kämen zum Schluss, dass objektivierte pathodiagnostische Systembefunde vorlägen. Die beiden Ärzte beurteilten die Schwere der Befunde unterschiedlich, wobei Dr. … die posturalen Prüfungen nicht durchgeführt habe. Die Beschwerdegegnerin hält dagegen, dass der Beschwerdeführer wegen des geklagten Schwankschwindels auch auf der HNO-Ebene verschiedene Male medizinisch untersucht worden sei (Dr. …, Bericht vom 18. Mai 2009; Dr. …, Bericht vom 7. Januar 2010; Dr. …, Bericht vom 22. Februar 2010; Dr. …, Antwort vom 15. April 2010). Insgesamt seien nach Dr. … und Dr. … frische traumatische Läsionen bei degenerativen Veränderungen auszuschliessen. Pathologisch festzustellen seien ein Spontannystagmus nach links sowie eine gestörte Blickfolge; diese könnten durch die Medikation verursacht werden. Eine periphere vestibuläre Funktionsstörung habe hingegen nicht diagnostiziert werden können. Demgegenüber führe Dr. … die beschwerdeführerischen Beschwerden klar auf das Unfallereignis zurück. Dr. … repliziere aber später zu diesem Bericht, dass die erhobenen Befunde und die lange Diagnoseliste aus neurootologischer Sicht keine grundlegenden neuen Erkenntnisse ergäben. Nach wie vor sei klar, dass keine periphere vestibuläre Funktionsstörung bestehe. Die Interpretation des Nystagmus nach links sei nach wie vor schwierig; auch Dr. … finde dafür keine schlüssige Erklärung. Gesamthaft seien somit relevante organisch-strukturelle Läsionen hinsichtlich des Gleichgewichtssystems als Folge des erlittenen HWS-Traumas auch aufgrund des Berichts von Dr. … nicht nachgewiesen. Unabhängig von der Frage der Objektivierbarkeit der geklagten Beschwerden müssten die unspezifischen Befunde sodann auch auf den Unfall zurück zu führen sein. Dr. … begründe die Kausalität mit einer reinen post hoc, ergo propter hoc-Relation, welche es nicht erlaube, den natürlichen Kausalzusammenhang mit dem im Unfallversicherungsrecht geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 340). In der hier zu beurteilenden Konstellation liegen keine Hinweise auf ein objektivierbares organisches Substrat als Grundlage des geklagten Schwindels bzw. der geklagten Störungen des Gleichgewichtssystems vor. Im Weiteren ist auch der Nachweis, dass die geklagten Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückzuführen ist, nicht erbracht: Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhält konnte beim Beschwerdeführer keine periphere vestibuläre Funktionsstörung diagnostiziert werden (vgl. Berichte Dr. … und Dr. …). Auch die von Dr. … erhobenen Befunde und die Diagnoseliste ergeben gemäss Dr. … keine grundlegenden neuen Erkenntnisse. Gesamthaft sind somit relevante organisch-strukturelle Läsionen hinsichtlich des Gleichgewichtssystems als Folge des erlittenen HWS-Traumas auch aufgrund des Berichts von Dr. … nicht nachgewiesen. Diese nachvollziehbare Schlussfolgerung von Dr. … wird im Übrigen auch von dem beschwerdeführerisch nachgereichten medizinischen Bericht von Dr. … vom 10. Juni 2011 gestützt, welcher einen zervikalen Nystagmus als sicheres Zeichen für eine objektive Feststellung der beklagten Schwindelbeschwerden verneinte. Soweit der Beschwerdeführer auf den von ihm nachgereichten Bericht von Dr. … vom 27. Juni 2011 verweist, ist ihm seine verweigernde Haltung entgegenzuhalten. Der genannte Bericht von Dr. … kann im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nicht berücksichtigt werden, da darin auf einen Screening-Bericht von Dr. … (UMEG) vom 4. Februar 2011 verwiesen wird, welcher sich gemäss Dr. … offenbar nachteilig für den Beschwerdeführer auswirkt und den Beurteilungen sowie Diagnosen von Dr. … widerspricht. Trotz mehrfacher Aufforderung hat der Beschwerdeführer diesen Bericht nicht eingereicht und auch den direkt kontaktierten Dr. … ausdrücklich nicht von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden. Dieses Verhalten muss sich der Beschwerdeführer hier entgegen halten lassen. Da die Grundlage des Berichts von Dr. … vom 27. Juni 2011 nicht bekannt ist, ist der genannte Bericht nicht nachvollziehbar, weshalb er nicht weiter zu berücksichtigen ist. Unter Berücksichtigung aller im Recht liegenden medizinischen Unterlagen sind die geklagten Beschwerden sodann - entgegen den beschwerdeführerischen Behauptungen - auch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal. Die von Dr. … festgestellte Kausalität beruht ausschliesslich auf einer „post hoc, ergo propter hoc“-Relation, welche gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zum Nachweis des Kausalzusammenhangs unzureichend ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_309/2010 vom 22. Juni 2010). Die von Dr. … geäusserte Einschätzung, die geklagten Beschwerden könnten medikamentös bedingt sein, wird vom Hausarzt Dr. … bezweifelt, weshalb die Ursache der Schwindelbeschwerden bzw. der Störungen des Gleichgewichtssystems nach wie vor nicht vollständig geklärt sind. Nachdem aber mehrere Mediziner zur Frage der Unfallkausalität der geklagten Beschwerden Stellung genommen und keine überzeugende Begründung für eine traumatische Natur der Beschwerden geliefert (Dr. …) bzw. eine solche abgelehnt haben (Dr. …, Dr. …), sind die Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückzuführen. Auch in Bezug auf die geklagten Schindel bzw. die Störungen des Gleichgewichtssystems ist entsprechend den ausführlichen beschwerdegegnerischen Darlegungen im Einspracheentscheid (S. 9 ff.) und in der Beschwerdeantwort zu folgen. Den betreffenden Beschwerden liegt gemäss den im Recht liegenden Akten kein objektivierbares organisches Substrat zugrunde; die abweichende Auffassung von Dr. … ist weder nachvollziehbar noch findet sie eine Stütze in den übrigen medizinischen Berichten. Selbst wenn man aber zu Gunsten des Beschwerdeführers von objektivierbaren Befunden ausgehen wollte, könnten die Befunde nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückgeführt werden. d) Auch den Tinnitus, die beidseitige Hochtonstörung sowie die Hyperakusis führt der Beschwerdeführer auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurück: Objektivierbar sind gemäss beschwerdeführerischer Auffassung ferner auch die beidseitige Hochtonstörung bei 6000 Hz um 70 dB, der beidseitige Tinnitus von 10 dB und die Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit). Ursache dieser Beschwerden sei gemäss Dr. … der starke Crash- und Airbagknall beim Unfall vom 22. März 2009. Die Beschwerdegegnerin hält entgegen, Dr. … habe den Tinnitus gemäss Bericht vom 22. Februar 2010 auf das Unfallereignis zurückgeführt, wobei er die Hochtonsenke rechtsbetont als vorbestehend anerkannt habe. Der Tinnitus sei praktisch sofort am Unfallort durch den starken Crash- und Airbagknall ausgelöst worden und sei seit dem Unfall persistierend. Im Zuge des Einspracheverfahrens sei Dr. … zur Frage der Unfallkausalität des Tinnitus beigezogen worden, welcher sich mit ärztlicher Beurteilung vom 11. März 2011 zur fehlenden Unfallkausalität des Tinnitus geäussert habe. Dr. … habe festgestellt, dass die bereits bekannte Hochtonsenke rechts (bekannt seit 2003, progredient im Jahr 2007) den Tinnitus im Senkenbereich praktisch schwellenidentisch wieder abgebildet habe. Daraus ergebe sich, dass der Tinnitus auf ein vorbestehendes Leiden des Beschwerdeführers und nicht auf den Unfall zurückzuführen sei. Nach noch geltender höchstrichterlicher Rechtsprechung sind die geklagten Beschwerden bzw. ist der geklagte Tinnitus als körperliches Leiden zu qualifizieren. Dennoch liegt kein traumatischer organischer Befund vor, bei welchem sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität mit der natürlichen Kausalität deckt (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 116/03 vom 6. Oktober 2003 E. 2.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_1048/2009 vom 16. April 2010 E. 5, 8C_451/2009 vom 18. August 2010 E. 5.3; vgl. aber die neue bundesgerichtliche Rechtsprechung in den Entscheiden 8C_498/2011 vom 3. Mai 2012 [zur Publikation vorgesehen] und 8C_849/2011 vom 29. Mai 2012). Denn in der hier zu beurteilenden Konstellation sind die Hörleiden des Beschwerdeführers in Form einer Hochtonstörung, eines Tinnitus und einer Hyperakusis nicht auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückzuführen: Zwar qualifiziert Dr. … den Tinnitus als unfallkausal, wobei er ausführt, als Ursache sei der starke Crash- und Airbagknall infolge der Kollisionen zu qualifizieren; doch widerspricht diese ärztliche Einschätzung den nachvollziehbaren und begründeten Berichten von Dr. …, Dr. … und Dr. …. Dr. … stellte fest, dass die bereits bekannte rechtsbetonte, beidseitige Hochtonsenke (Hochton-lnnenohrschwerhörigkeit) - bekannt seit 2003 im Rahmen der Gehörschadenprophylaxe, deutlich progredient im Jahr 2007 - den Tinnitus im Senkenbereich praktisch schwellenidentisch wieder abgebildet habe. Daraus ergebe sich, dass der Tinnitus auf ein vorbestehendes Leiden des Beschwerdeführers und nicht auf den Unfall zurückzuführen sei. Dr. … hatte bereits mit Bericht vom 18. Mai 2009 eine Hörschwelle in den Frequenzen von 125-3000 Hz zwischen 15 und 35 dB beidseitig mit einem Abfall auf 50-60 dB links und 70-75 dB rechts bei 6000-8000 Hz diagnostiziert, welche wahrscheinlich durch eine frühere akustische Belastung verursacht worden sei. Diese Schlussfolgerung ist insofern nachvollziehbar, als der Beschwerdeführer in der Beschwerde selbst ausführt, er sei bei seiner Tätigkeit in der … jeweils starken Lärmbelastungen ausgesetzt gewesen (vgl. Beschwerde, S. 2). Die ärztliche Einschätzung von Dr. … wird schliesslich von Dr. … bestätigt. Dieser erachtete die Plausibilitätskriterien der SUVA als erfüllt, stellte aber fest, dass der Hörschwellenverlauf keinerlei Hinweise für ein stattgehabtes Knalltrauma (z.B. Airbag beim Autounfall) oder einer Commotio labyrinthi suggeriere. Allenfalls könne die chronisch lärminduzierte Minderhörigkeit zu einem derartigen Hörschwellenverlauf führen. Vor dem Hintergrund der seit geraumer Zeit bestehenden beidseitigen, aber rechtsbetonten Hörproblemen des Beschwerdeführers (Feststellung durch Gehörschadenprophylaxe) überzeugen die im Wesentlichen übereinstimmenden Berichte von Dr. …, Dr. … und Dr. …, welche eine Unfallkausalität ausschliessen. Daher sind der Tinnitus, die Hochtonstörung und die Hyperakusis - unter Berücksichtigung aller im Recht liegenden Unterlagen - nicht auf das Unfallereignis vom 22. März 2009, sondern auf ein Hörleiden, welches bereits vor dem Unfall bestanden hat, zurückzuführen. Unter diesen Umständen erübrigen sich auch weitere medizinische Abklärungen, da hiervon kein anderes Ergebnis zu erwarten wäre. Nach dem Grundsatz der antizipierten Beweiswürdigung (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494, 124 V 90 E. 4b S. 94) ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten, weshalb dem beschwerdeführerischen Antrag auf Veranlassung eines gerichtlichen Gutachtens nicht zu entsprechen ist. e) Gemäss den dargelegten übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen beruhen die vom Beschwerdeführer noch geklagten Beschwerden jeweils nicht auf einem objektivierbaren organischen Substrat. Entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung verneint auch Dr. … ein solches Substrat in Bezug auf die geklagten Schwindelbeschwerden bzw. die Störungen des Gleichgewichtssystems. Die jeweils anders lautenden Beurteilungen von Dr. … sind nicht nachvollziehbar und werden durch alle anderen Arztberichte nicht bestätigt. Der vom Beschwerdeführer nachgereichte Bericht von Dr. … vom 27. Juni 2011 kann im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt werden, da dessen Grundlage - Screening-Bericht von Dr. … (UMEG) vom 4. Februar 2011 vom Beschwerdeführer in Verletzung seiner gesetzlichen Mitwirkungspflichten trotz mehrerer Aufforderungen nicht eingereicht wurde. Das hat zur Folge, dass der betreffende Bericht von Dr. … nicht nachvollziehbar ist und nicht zu berücksichtigen ist. 4. a) Nachdem nach Lage der Akten keine objektiven organischen Unfallfolgen ausgewiesen sind, bleibt zu prüfen, ob ein Leistungsanspruch anhand der Adäquanzkriterien bei Schleudertraumata oder äquivalenten HWS- Verletzungen (inkl. Schädel-Hirntraumata) bzw. anhand den zu psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelten Grundsätzen (Psycho- Praxis) über das Einstelldatum per 30. September 2010 zu bejahen gewesen wäre. Nach der Rechtsprechung ist wie folgt zu differenzieren: Zunächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein HWS-Schleudertrauma, eine diesem äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen (BGE 119 V 335 E. 1.7 S. 337, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar (teilweise) vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz nach der Schleudertrauma-Praxis gemäss den in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien bzw. in BGE 117 V 359 festgelegten Kriterien (T. Ackermann, Kausalität, in: Schaffhauser René/Kieser Ueli (Hrsg.), Unfall und Unfallversicherung, Referate der Tagung vom 27. November 2008 in Luzern, St. Gallen 2009, S. 58 f.). b) Vorliegend war beim Beschwerdeführer gemäss übereinstimmenden Auffassungen der Parteien das typische Beschwerdebild eines HWS-Schleu- dertraumas mit den dazu gehörenden Beeinträchtigungen weitgehend vorhanden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_181/2007 vom 17. April 2008 E. 2.4; BGE 117 V 359 E. 4b S. 360; angefochtener Entscheid S. 13). Damit bleibt zu prüfen, ob die physischen Beschwerden im Vergleich zur psychischen Problematik nach dem Unfall ganz in den Hintergrund getreten sind, oder die physischen Beschwerden im Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben (Urteil des Bundesgerichts 8C_957/2008 vom 1. Mai 2009 E. 4.2): In psychischer Hinsicht hatte der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis vom 22. März 2009 bis zum August desselben Jahres keine aktenmässig belegten Beschwerden. So sind im Austrittsbericht der Rehaklinik …, wo sich der Beschwerdeführer vom 1. Juli 2009 bis zum 12. August 2009 in der Rehabilitation befunden hat, noch keine ausdrücklichen Anzeichen für psychische Beschwerden aufgeführt. Ein ambulantes Assessment vom 10. Juni 2009 hatte aber immerhin noch eine schmerzbedingte Stimmungsverschlechterung ohne weitere Gedanken an den Unfall sowie eine erhebliche Symptomausweitung ergeben. Ein erstes Mal wird eine psychotherapeutische Behandlung des Beschwerdeführers durch ein Schreiben von Dr. … an den Kreisarzt Dr. … vom 2. September 2009 (psychotherapeutische Behandlung bei Dr. …) bzw. in einer telefonischen Benachrichtigung der SUVA über die Therapie am 1. September 2009 erwähnt. Auffällig und damit aktenkundig wurden psychische Beschwerden durch das Schreiben des beschwerdeführerischen Rechtsvertreters an Dr. … (Psychotherapeut) vom 4. September 2009, in welchem um sofortige Intervention infolge von Suizid-Gedanken ersucht wurde. Während dem anschliessenden Aufenthalt in der Klinik in … vom 10. Oktober bis zum 30. Oktober 2009 wurde dann eine reaktive depressive Störung schweren Grades mit wahnsinniger Hypochondriase und suizidalen Gedanken diagnostiziert. Insgesamt wurde der Beschwerdeführer somit rund 5 Monate nach dem Unfallereignis erstmals psychisch auffällig (vgl. dazu auch die Zusammenstellungen in der ärztlichen Beurteilungen von pract. med. … vom 28. April 2010). In der Folge diagnostizierte Dr. … beim Beschwerdeführer mit Bericht vom 8. Februar 2010 eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) nach Unfall mit Schleudertrauma vom 22. März 2009 und eine mittelgradige depressive Episode (F32.1) mit schwerer Schlaflosigkeit, latenter Suizidalität und neuerdings Arbeitslosigkeit (Z59.0). Pract. med. … diagnostizierte mit Bericht vom 28. April 2010 eine Anpassungsstörung mit depressiven und ängstlichen Reaktionen (ICD-10 F43.2). Es bestünden keine Anhaltspunkte für die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung. Differentialdiagnostisch sei eine Angst- und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2) und gegebenenfalls eine mittelschwere depressive Störung (ICD-10 F32.1) mit einer zusätzlichen Angststörung (ICD-10 F41) zu erwägen. Die jetzige psychische Entwicklung stehe in natürlicher Teilkausalität mit dem Unfallereignis vom 22. März 2009. Dr. … diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 8. September 2011 eine prolongierte Anpassungsstörung mit Depression (ICD-10 F43.21 bzw. DSM-IV 309.28) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD- 10 F45.4) bei akzentuierter Persönlichkeit mit ängstlich angepassten Zügen (ICD-10 Z73.2). Unter Berücksichtigung der Aktenlage sind die psychischen Beschwerden somit nicht unmittelbar nach dem Unfallereignis aufgetreten. Die psychischen Beschwerden sind aber bereits wenige Monate nach dem Unfallereignis erkennbar geworden und sind gegenüber den physischen Beschwerden im Verlaufe der Zeit immer mehr in den Vordergrund getreten, wobei dieser Prozess Ende August bzw. anfangs September 2009 seinen Anfang genommen hat. Das zeigt sich nicht auch zuletzt am Umstand, dass der Beschwerdeführer seit dem Aufenthalt in … mit Antidepressiva bzw. Psychopharmaka behandelt worden ist. Die vom Beschwerdeführer noch geklagten physischen Beschwerden (Gleichgewichtsstörungen, Tinnitus, Druckdolenzen, Verspannungen etc.) gerieten dadurch zusehends in den Hintergrund bzw. wurden insofern in eine sekundäre Rolle gedrängt, als ihr Verlauf vom psychischen Stimmungsbild abhängig war. Unter diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass die psychischen Befunde lediglich Teil des (grundsätzlich gleichwertigen) Gemenges physischer und psychischer Symptome bilden, wie es die auf Unfallmechanismen zurückzuführenden Verletzungsbilder von Schleudertraumata teilweise kennzeichnet. Vielmehr liegt ein eigenständiges psychisches Geschehen vor, das die übrigen Gesundheitsstörungen im gesamten Verlauf dominierte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_957/2008 vom 1. Mai 2009 E. 4.2). c) Die Beschwerdegegnerin hält auch zu Recht fest, dass die Ausführungen von Dr. … im psychiatrischen Gutachten vom 8. September 2011 zu Frage Nr. 9, woraus der Beschwerdeführer eine Anwendung der Schleudertrauma-Praxis herleitet, nicht in diesem Sinne verstanden werden können: Frage Nr. 9: „Spielten die physischen Beschwerden im Gegensatz zu den psychischen im Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis heute nur eine sehr untergeordnete Rolle und standen ganz im Hintergrund?“ Antwort: „Nein. In den aufgeführten Diagnosen sind es v.a., was die anhaltend somatoforme Schmerzstörung betrifft, starke physische Beschwerden, welche die psychische Symptomatik aufrechterhalten. Es handelt sich hier um wechselseitige Beeinflussungen.“ Dr. … bezieht seine Äusserungen zu den starken physischen Beschwerden somit auf die von ihm diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Die Diagnose der somatoformen Schmerzstörung begründet der Mediziner mit dem Umstand, dass die vom Beschwerdeführer geäusserten Schmerzen nicht mehr durch einen physiologischen körperlichen Prozess erklärbar sind. Die von Dr. … angesprochenen physischen Beschwerden beruhen damit nicht auf einer unfallbedingten (objektivierbaren) Grundlage, weshalb diese im Rahmen der Beurteilung, ob die durch das Unfallereignis hervorgerufenen physischen Beschwerden gegenüber den psychischen Beschwerden ganz in den Hintergrund getreten sind, nicht hätten berücksichtigt werden dürfen. Aus diesem Grund ist der psychiatrischen Einschätzung von Dr. … nicht zu folgen und es ist nach wie vor von der Anwendung der Psycho-Praxis auszugehen. d) Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Adäquanz gemäss den zu psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelten Grundsätzen (Psycho-Praxis) und folglich unter Ausschluss psychischer Aspekte zu beurteilen ist. Ob zwischen den über den 30. September 2010 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, kann vorliegend weitgehend offenbleiben, da - wie nachfolgende Prüfung aufzeigen wird - ein solcher Kausalzusammenhang jedenfalls nicht adäquat wäre. Aus demselben Grund kann auch auf eine weitere medizinische Begutachtung verzichtet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_326/2007 E. 5.1, 8C_42/2007 E. 2, 8C_34/2010 vom 22. Februar 2010). 5. a) Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt bei psychischen Unfallfolgen die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff.) an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. Bei leichten Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint, bei schweren Unfällen bejaht werden. Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage nicht auf Grund des Unfalls allein beantworten. Weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, sind in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 23. August 2010 E. 7.2): besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; (körperliche) Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der (physisch) bedingten Arbeitsunfähigkeit. Die Einordnung des Unfalls in die verschiedenen Kategorien hat allein nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu erfolgen, nicht aber nach den Unfallfolgen oder Begleitumständen, die nicht Teil des Geschehensablaufs sind (SVR 2010 UV Nr. 3 E. 9.1 und 2008 UV Nr. 8 E. 5.3.1; vgl. mittlerweile auch Urteil des Bundesgerichts 8C_498/2011 vom 3. Mai 2012 E. 6.2.1). b) In der vorliegend zu beurteilenden Konstellation ist mit der Beschwerdegegnerin und entgegen dem Beschwerdeführer nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften von einem mittelschweren Unfall i.e.S., d.h. weder an der Grenze zu den leichten noch zu den schweren Unfällen auszugehen (vgl. angefochtener Entscheid S. 16 f.). Gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung des AGU Zürich und Gutachten der DEKRA Automobil GmbH bewegten sich die kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderungen [delta-v] für den Heckanstoss innerhalb oder oberhalb eines Bereichs von 10-15 km/h (AGU) bzw. bei 17-24 km/h (DEKRA) und für den Frontanstoss unterhalb oder knapp innerhalb eines Bereichs von 20-30 km/h (AGU) bzw. bei 8-12 km/h (DEKRA). Damit wurde beim Frontanstoss die im Normalfall angenommene Harmlosigkeitsgrenze von 20-30 km/h unterschritten bzw. zumindest nicht überschritten. Betreffend Heckkollision dürfte die Harmlosigkeitsgrenze leicht überschritten worden sein (Urteile des Bundesgerichts 8C_730/2011 vom 9. Dezember 2011 E. 6.1, 8C_51/2007 vom 20. November 2007; vgl. zur Kasuistik der Unfallschwere Urteile des Bundesgerichts 8C_996/2010 vom 14. März 2011 E. 7.2, 8C_617/2010 vom 15. Februar 2011 E. 3.2.2 und 8C_609/2007 vom 22. August 2008 E. 4.1.3). Unter diesen Umständen müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten nicht objektivierbaren Beschwerden und dem Unfallereignis vom 22. März 2009 mindestens drei der hiervor erwähnten Kriterien in nicht ausgeprägter Weise erfüllt sein, sofern nicht (mindestens) eines der relevanten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter bzw. auffallender Weise gegeben ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_769/2011 vom 31. Januar 2012 E. 6.1, mit Hinweisen). Dabei sind die genannten Kriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte zu prüfen (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140; Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 23. August 2010 E. 3 und E. 7.2). c) Wie sogleich aufzuzeigen ist, ist keines der genannten Adäquanzkriterien erfüllt, weshalb zwischen den noch geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis kein adäquater Kausalzusammenhang besteht: (1) Beschwerdeführer und Beschwerdegegnerin sind sich unbestritten einig, dass das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls nicht erfüllt ist. Daran ist festzuhalten, da die Akten keine Anzeichen für ein gegenteiliges Ergebnis erkennen lassen. (2) Das Kriterium der Schwere oder der besonderen Art der erlittenen (somatischen) Verletzungen ist ebenfalls nicht erfüllt. Diesbezüglich hat das Bundesgericht in konstanter Rechtsprechung festgehalten, dass die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) für sich allein zu dessen Bejahung nicht genügt. Es bedarf vielmehr einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Indes gilt es zu beachten, dass eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, speziell geeignet ist, die "typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_154/2009 vom 5. Juni 2009 E. 5.3, 8C_785/2007 vom 11. Juni 2008 E. 4.4, 8C_759/2007 vom 14. August 2008 E. 5.3). Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die Beschwerdeführer Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 128). Solche Umstände liegen hier nicht vor. Als Unfallfolge ist eine HWS- Distorsion ausgewiesen, indessen wurden aber keine zusätzlichen erheblichen Verletzungen diagnostiziert. Weder der vom Beschwerdeführer erwähnte Tinnitus noch die geltend gemachte Störung des Gleichgewichtssystems sind mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen. Die leichte Kopfdrehung nach links im Unfallzeitpunkt (vgl. Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma) ist nicht als unübliche Körperhaltung zu qualifizieren und dürfte mangels Ausmasses des dafür erforderlichen Rotationswinkels des Kopfes doch kaum zu einer zusätzlichen Gefährdung geführt haben (Urteil des Bundesgerichts 8C_470/2007 vom 15. Mai 2008 E. 5.2.2). Zudem konnte die Kopfdrehung mangels genügender Angaben nicht in die Beurteilung der AGU Zürich einbezogen werden (vgl. biomechanische Kurzbeurteilung vom 27. Oktober 2009 „keine belegte Abweichung vom Normalfall“). Im Weiteren kann auch nicht von einer durch einen früheren Unfall (17. September 1997) erheblich vorbeschädigten Wirbelsäule ausgegangen werden, nachdem der Beschwerdeführer bereits rund eineinhalb Monate nach jenem Unfall im Jahr 1997 wieder seine volle Arbeitsfähigkeit erreicht hatte, und bereits damals degenerative Veränderungen, aber keine Läsion, keine Luxation und ein intaktes Alignement festgehalten wurden (vgl. Suva-Dossier Nr. 13.31031.97.2). Dass die entsprechende Röntgenaufnahme des Beschwerdeführers nicht mehr auffindbar ist, ändert daran nichts. Diagnose und Ergebnis der radiologischen Untersuchung ergeben sich hinreichend aus dem Bericht des Kantonsspitals Luzern über die Notfallkonsultation vom 17. September 1997 (Suva-Dossier Nr. 13.31031.97.2). Letztlich sind die Verletzungen, die der Beschwerdeführer durch das Unfallereignis vom 22. März 2009 erlitten hat, auch nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, weswegen das Kriterium insgesamt nicht erfüllt ist. (3) Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung setzt praxisgemäss eine länger dauernde, kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung somatisch begründbarer Beschwerden voraus (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_605/2010 vom 9. November 2010 E. 6.2), wobei Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_855/2009 vom 21. April 2010 E. 8.3.1). Zudem ist eine Behandlungsbedürftigkeit (im Sinne medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach einem HWS- Schleudertrauma respektive äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich (Urteile des Bundesgerichts 8C_769/2011 Urteil vom 31. Januar 2012 E. 6.2.2, 8C_806/2007 vom 7. August 2008 E. 11.3.2). Nach Lage der Akten absolvierte der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis eine Physiotherapie und seit November 2009 auch eine Therapie bei … (Bewegungstherapeutin). Daneben erfolgten eine medikamentöse Behandlung und regelmässige Kontrollen beim Hausarzt. Im Weiteren hat der Beschwerdeführer zwei Rehabilitations-Aufenthalte absolviert (Rehaklinik … vom 1. Juli 2009 bis 12. August 2009 mit dem Ziel der Arbeits-Reintegration und Klinik … vom 10. Oktober 2009 bis 30. Oktober 2009). Schliesslich wurde der Beschwerdeführer auf Indikation von Dr. … im Schmerzzentrum Klinik … behandelt. Die psychotherapeutische Behandlung bei Dr. … ist auf psychische Gründe zurückzuführen, weshalb diese im Rahmen der vorliegenden Prüfung der Adäquanzkriterien nicht zu berücksichtigen ist. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände dauerte die ärztliche Behandlung nicht ungewöhnlich lange, weshalb das Kriterium insgesamt nicht erfüllt ist. (4) Was das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen betrifft, so sind gewisse Schmerzen nach einem Unfall mit HWS-Distorsion nicht aussergewöhnlich. Entscheidend ist, wie lange die entsprechenden Unfallfolgen durch den erlittenen körperlichen Gesundheitsschaden in erheblichem Ausmass mitverursacht wurden (Urteile des Bundesgerichts 8C_769/2011 Urteil vom 31. Januar 2012 E. 6.2.2, 8C_1026/ 2010 vom 7. Oktober 2011 E. 5.2). Die vom Beschwerdeführer gerügten Störungen des Gleichgewichtssystems und der Tinnitus bzw. die Hochtonstörung sind nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückzuführen und daher ausser Acht zu lassen. Zudem sind die aktuell noch geklagten Beschwerden, wie der Beurteilung von Dr. … zu entnehmen ist, infolge der somatoformen Schmerzstörung zu einem wesentlichen Teil psychisch bedingt und fallen daher hier ausser Betracht (Druckdolenzen, Verspannungen, Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit und Myogelosen). Somit ist auch das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen nicht erfüllt. (5) Ärztliche Fehlbehandlung: Die falsche Diagnose der Ärzte anlässlich des Rehabilitationsaufenthalts in … im Oktober des Jahres 2009 ist nicht als ärztliche Fehlbehandlung zu werten. Zwar haben die Ärzte tatsächlich fälschlicherweise eine Subluxation des Wirbels C5 mit Kompression auf die Wirbelmark als Traumafolge festgestellt. Doch hat sich daraus keine ärztliche Fehlbehandlung ergeben, denn sowohl Dr. … am 13. November 2009 nach Prüfung des vorhandenen MRI als auch Dr. … am 21. Dezember nach einem erneuten MRI haben kurz darauf eine Subluxation ausgeschlossen. Inwiefern die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Rehaklinik … und der gescheitere Arbeitsversuch (Treppensturz) als ärztliche Fehlbehandlung mit der Konsequenz der Verschlimmerung der Unfallfolgen zu qualifizieren ist, ist nicht ersichtlich. Das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung ist daher nicht erfüllt. (6) Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und/oder der erheblichen Komplikationen ist ebenfalls nicht erfüllt. Aus der ärztlichen Behandlung, anhaltenden Beschwerden sowie der Arbeitsunfähigkeit - Umstände, die im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind - darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (Urteile des Bundesgerichts 8C_806/2007 vom 7. August 2008, 8C_415/2007 vom 1. Juli 2008 E. 7.6). Solche besondere Gründe oder Umstände sind hier, entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung, nicht ersichtlich. Aus der Tatsache, dass die somatischen Beschwerden weitgehend therapieresistent waren, lässt sich noch nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen schliessen. (7) Bleibt als letztes Kriterium der Grad und die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu prüfen. Gemäss Bericht der Rehaklinik vom 24. Augst 2009 war der Beschwerdeführer ab dem 13. August 2009 in einer adaptierten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig. Infolge seines Treppensturzes war der Beschwerdeführer daraufhin wieder arbeitsunfähig, bevor er ab dem 16. März 2010 zu 50 % und ab dem 6. April 2010 zu 100 % arbeitsfähig war (Kreisarzt Dr. …). Was den beschwerdeführerischen Hinweis auf Dr. med. , Facharzt FHM für Neurochirurgie, betrifft, so erwähnte dieser mit Bericht vom 20. Juli 2010 tatsächlich eine Arbeitsfähigkeit von 50 % im angestammten Beruf; jedoch ohne nähere Angaben und ohne Begründung. Im folgenden Bericht vom 8. Oktober 2010 erwähnt der Mediziner dann, er sei nicht kompetent, die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zu beurteilen. Unklar ist in Bezug auf die beiden Berichte insbesondere, auf welcher Grundlage diese erfolgt sind bzw. auf welche Frage Dr. … die Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf abgegeben hat. Daher kann auf die betreffende Beurteilung auch nicht abgestellt werden. Die von Dr. … im psychiatrischen Gutachten vom 8. September 2009 diagnostizierte Arbeitsfähigkeit von 50 % in der angestammten und 60 % in adaptierter Tätigkeit ist nicht zu berücksichtigen, da diese psychisch bedingt ist und deshalb im Rahmen der Prüfung der Adäquanzkriterien praxisgemäss ausser Acht zu bleiben hat. Damit ist das Kriterium der längeren Arbeitsunfähigkeit infolge somatischer Beschwerden ebenfalls nicht erfüllt. d) Somit ist festzuhalten, dass keines der praxisgemäss zu prüfenden Adäquanzkriterien gemäss Psycho-Praxis erfüllt ist, weshalb die adäquate Kausalität der geklagten Beschwerden verneint werden muss. Die Beschwerdegegnerin ist daher nicht verpflichtet, dem Beschwerdeführer über den 30. September 2010 hinaus weitere Versicherungsleistungen zu erbringen. Ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung entfällt, da nach Lage der Akten keine objektiven organischen Unfallfolgen ausgewiesen sind. 6. a) An diesem Ergebnis - fehlende Adäquanz der geklagten Beschwerden - wäre selbst dann festzuhalten, wenn man mit dem Beschwerdeführer hypothetisch von der Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis anstelle der Psycho-Praxis ausgehen wollte. Denn dann wäre höchstens eines der zu prüfenden Adäquanzkriterien erfüllt: Unbestritten nicht erfüllt wäre das Kriterium (1) der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls. Nach den vorstehenden Ausführungen ebenfalls nicht erfüllt wären im Weiteren das Kriterium der (2) Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen und das Kriterium der (3) der ärztlichen Behandlung. Bei Letzterem ist entscheidend, ob nach dem Unfall fortgesetzt eine spezifische, die beschwerdeführerische Person belastende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Dabei müssen Behandlungen mit einer erheblichen zusätzlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden sein (Urteile des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 23. April 2008 E. 5.2.3, 8C_178/2007 vom 15. Mai 2008 E. 4.4.3). Nachdem der Beschwerdeführer vorliegend aber vorwiegend physio-, bewegungs- und psychotherapeutische Behandlungen absolviert hat, ist das Kriterium nicht erfüllt. Daran vermögen auch die beiden stationären Aufenthalte in … und in … nichts zu ändern. Auch das (4) Kriterium der anhaltenden erheblichen Beschwerden, welche - in der Zeitspanne zwischen dem Unfall sowie dem definitiven Fallabschluss für den Beschwerdeführer eine massgebliche Beeinträchtigung im Lebensalltag bedeutet hätten, ist angesichts der vorstehenden Ausführungen zu verneinen. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128). Dasselbe gilt mutatis mutandis ebenfalls für das (5) Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, und für das (6) Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und/oder der erheblichen Komplikationen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E. 9.6.1). Beim (7) Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die Beschwerdeführer Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für sie, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Dies gebietet schon der allgemeine sozialversicherungsrechtliche Grundsatz der Schadenminderungspflicht. Danach hat die Beschwerdeführer Person nach Eintritt des Schadens alle ihr möglichen und zumutbaren Massnahmen zu treffen, um diesen zu mindern oder zu beheben. Solche Anstrengungen der Beschwerdeführern Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (Urteile des Bundesgerichts 8C_806/2007 vom 7. August 2008; BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 129 f.). Nachdem gemäss Schleudertrauma-Praxis alle geklagten gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers zu berücksichtigen sind - unter anderem auch die psychischen Beschwerden - könnte das Kriterium in der hier zu beurteilenden Konstellation zumindest ansatzweise erfüllt sein: Ein einziger Arbeitsversuch im September 2009 ist zwar per se noch nicht ausreichend für die Bejahung des Kriteriums. Der Beschwerdeführer hat aber zusätzlich noch diverse Nachweise für seine Arbeitsbemühungen ins Recht gelegt (Absageschreiben), auch wenn keine Nachweise für weitere tatsächliche Arbeitsversuche ins Recht gelegt wurden. Zudem hat der Beschwerdeführer Therapiemassnahmen und eine Rehabilitation zur Arbeitsintegration in der Rehaklinik … absolviert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_364/2010 vom 27. September 2010 E. 4.2.1; Urteil des Verwaltungsgerichts S 09 94 vom 15. März 2010). Letztlich kann aber offenbleiben, ob das Kriterium erfüllt ist oder nicht, da auch eine Bejahung des Kriteriums nichts an der fehlenden Adäquanz zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 22. März 2009 ändern könnte.b) Im Ergebnis wäre die Adäquanz gemäss Schleudertrauma-Praxis ebenfalls zu verneinen. Die geklagten Beschwerden können also auch bei einer Anwendung der betreffenden Adäquanzkriterien nicht adäquat kausal auf das Unfallereignis vom 22. März 2009 zurückgeführt werden, weshalb die Einstellung der Versicherungsleistungen in jedem Fall zu Recht erfolgt ist. 7. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen zu Recht auf den 30. September 2010 eingestellt hat. Eine darüber hinausgehende Pflicht zur Ausrichtung von Versicherungsleistungen entfällt, weil die noch geklagten Beschwerden einerseits nicht auf einem unfallbedingten, organischen und objektiven Substrat beruhen, und andererseits zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 22. März 2009 kein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung ist nicht ausgewiesen, da nach Lage der Akten keine objektiven organischen Unfallfolgen ausgewiesen sind. Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtmässig, und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der Beschwerdegegnerin nicht zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). Demnach erkennt das Gericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben.