Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Juni 2015 (720 14 239 / 141) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhaltes: Entgegen der Auffassung des Versicher- ten kann vollumfänglich auf die Ergebnisse des Admi nistrativgutachtens abgestellt wer- den Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Stefan Galligani, Rechts- anwalt, Ruederstrasse 8, Postfach 423, 5040 Schöftland gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1983 geborene, zuletzt von Mai 2002 bis Juni 2004 als Verkäufer bei der B.____ AG tätig gewesene A.____ hatte sich am 20. A pril 2005 unter Hinweis auf verschiede- ne, seit einer Schlägerei im Dezember 2003 bestehen de gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Nach Abklärung der gesundheitlichen und der erwerbl ichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Basel-Landschaft beim Versicherten ab 17. Dezember 20 04 (Ablauf des Wartejahres) einen Invaliditätsgrad von 54 % und ab 4. Juli 2007 einen solchen von 27 %. Gestützt auf diese Er- gebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfü- gung vom 26. Januar 2010 für den Zeitraum vom 1. Deze mber 2004 bis 31. Oktober 2007 eine befristete halbe Rente zu. Gleichzeitig hielt sie fest, dass ab 1. November 2007 kein Rentenan- spruch mehr bestehe. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 30. Oktober 2012 meldete sich A.____ unter Hinweis auf Rücken-, Glieder- und Kopf- schmerzen wiederum bei der IV zum Leistungsbezug an. Nac h Vornahme neuer medizinischer Abklärungen ermittelte die IV-Stelle beim Versicherten wiederum einen Invaliditätsgrad von 27 %. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte sie - nach durc hgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 16. Juni 2014 einen Anspruch von A.____ auf eine Rente ab. B. Hiergegen erhob Rechtsanwalt Stefan Galligani na mens und im Auftrag von A.____ am 21. August 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die Verf ügung vom 16. Juni 2014 aufzuheben und es sei der Beschwerdeführer weiterhin zu berenten. Eventu aliter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Zudem seien dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozess- führung und die unentgeltliche Verbeiständung mit sein em Rechtsvertreter zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 26. September 2014 bea ntragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. D. Mit Verfügung vom 24. Oktober 2014 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwerde- führer gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwalt Stefan Galligani als Rechtsvertreter. E. Da die IV-Stelle ihrer Vernehmlassung einen nachtr äglich eingeholten Bericht von Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regi onaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 23. September 2014 beigelegt hatte , räumte das Kantonsgericht dem Be- schwerdeführer Gelegenheit zur Einreichung einer Stell ungnahme ein. Mit Eingabe vom 24. Dezember 2014 machte er hiervon Gebrauch, wobei e r an den bisherigen Rechtsbegehren festhielt. Zudem gab der Beschwerdeführer am 5. Januar 2015 einen aktuellen Bericht des Psychiaters Dr. med. D.____, Klinik E.____, vom 16. Dezem ber 2014 zu den Akten. Mit Duplik vom 16. Januar 2015 nahm die Beschwerdegegnerin hierzu Stellung, wobei sie weiterhin um Abweisung der Beschwerde ersuchte. Gleichzeitig legte si e ihrer Eingabe eine weitere Beurtei- lung des RAD-Arztes Dr. C.____ vom 13. Januar 2015 bei. F. Am 19. März 2015 reichte der Beschwerdeführer einen Austrittsbericht der Klinik F.____ vom 10. März 2015 ein. Diesem ist zu entnehmen, dass der Versicherte im Zeitraum vom 21. Januar 2015 bis 17. Februar 2015 in der genannten Klinik stationär behandelt worden war. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 21. August 2014 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Nach Eingang der Neuanmeldung des Versicherten gab die IV-Stelle zur Abklärung des aktuellen medizinischen Sachverhaltes bei den Dres. med . G.____, Neurologie FMH, und H.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine bidiszipli näre (neurologische/ psychiatri- sche) Begutachtung des Versicherten in Auftrag. 5.1 Im neurologischen (Teil-) Gutachten vom 16. Novembe r 2013 hielt Dr. G.____ die fol- genden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: (1) ein leicht bis mässig ausge- prägtes, linksbetontes, vorwiegend unteres Cervicalsyndrom mit (1.1) leichter, schmerzhafter Funktionseinschränkung, (1.2) linksbetonten Verspannunge n im Bereich des Schultergürtels, (1.3) ohne neurologische Ausfälle, (1.4) Status nach möglicher HWS-Distorsion am 17.12.03 und (1.5) radiologisch leichten degenerativen Veränderungen vorwiegend im Bereich der mittle- ren HWS sowie (2) unspezifische lumbale Rückenschmerzen. Auffallend sei eine vorwiegend das Achsenskelett betreffende muskuläre Dekonditionieru ng. Die ebenfalls beklagten Kopf- schmerzen würden eher Spannungskopfschmerzen als cervico-cepha len Schmerzen entspre- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen. Aufgrund des hohen Analgetika-Konsums bestehe die zusätzliche Komponente eines Analgetika-induzierten Kopfschmerzes. Was die geklagten K onzentrationsprobleme angehe, so sei ein Zusammenhang mit der anlässlich einer Schlägerei im Dezember 2003 erlittenen Com- motio cerebri unwahrscheinlich. Mögliche Ursachen seien de r seit längerer Zeit bestehende Schmerzmittelkonsum, mögliche Nebenwirkungen der morphin haltigen Medikation oder aber psychogene Ursachen. Bei der Untersuchung selbst seien kei ne fassbaren Hinweise auf kogni- tive Defizite gefunden worden. In Bezug auf die lumbosa kralen Schmerzen seien keine ent- sprechenden radiologischen Befunde vorhanden, so dass von unspezifischen lumbalen Schmerzen auszugehen sei. Möglicherweise würden narbige Veränderungen nach diversen Operationen wegen Pilonidalsinussen zu gewissen Schmerzen führen. Auf jeden Fall lägen auch in diesem Zusammenhang keine neurologischen Aus fälle vor. Aufgrund des Cervicalsyn- droms seien dem Exploranden keine körperlich schweren A rbeiten oder Tätigkeiten mit repetiti- ven Überkopfarbeiten mehr zumutbar. Ferner bestehe auf grund des Cervicalsyndroms und in geringerem Ausmass auch aufgrund der lumbalen Rückenschme rzen ein etwas vermehrter Pausenbedarf zum Entspannen und sich Bewegen im Umfang von 10 % bezogen auf ein Voll- pensum. Für leichte bis mitteschwere Tätigkeiten ohne re petitive Überkopfarbeiten sei der Ex- plorand demnach aus neurologischer Sicht zu 90 % arbeitsfähig. 5.2 Dr. H.____ erhob in seinem (Teil-) Gutachten vom 15. Dezember 2013 als psychiatri- sche Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit e ine leichtgradige depressive Episode oh- ne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.00), eine teilweise bis weitestgehend remittierte post- traumatische Belastungsstörung nach Schlägerei am 17.12 .2003 (ICD-10: F43.1) sowie ein Abhängigkeitssyndrom von ärztlich verordneten Morphinderi vaten (ICD-10 F11.25). Bezüglich Ressourcen, Fähigkeiten und Coping-Strategien des Explor anden würden sich aufgrund der zum Teil inkonsistenten Angaben, aber auch aufgrund der festzustellenden Aggravationsnei- gung keine verlässlichen Aussagen machen lassen. Es könne h ingegen festgehalten werden, dass sich auf struktureller Ebene, soweit beurteilbar, keine relevanten Beeinträchtigungen er- kennen liessen. Aufgrund der Beschwerden, insbesondere von Seiten der länger dauernden leichtgradigen depressiven Episode, in geringerem Ausmass auch von Seiten des Morphinab- hängigkeitssyndroms und in noch geringerem Ausmass von Seiten der weitestgehend remittier- ten Beschwerden der posttraumatischen Belastungsstörung se i die psychophysische Belast- barkeit insgesamt als leichtgradig eingeschränkt zu betra chten. Im Gegensatz zu den im Jahr 2007 erhobenen Befunden lasse sich heute kein somatisches S yndrom mehr im Rahmen der Depression diagnostizieren bei sonst weitgehend unveränd erten Befunden. Andererseits lasse sich heute neu ein Abhängigkeitssyndrom von ärztlich verordnetem Morphin nachweisen. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren könne aus rein psychi atrischer Sicht keine wesentliche Veränderung der Arbeitsfähigkeit im Vergleich zum Jahr 2007 festgestellt werden. Nach wie vor und unverändert sei von einer 20 %-igen Einschränkung de r Arbeitsfähigkeit ohne Verminde- rung der Leistungsfähigkeit auszugehen. 5.3 In ihrer gemeinsam vorgenommenen interdisziplinäre n Beurteilung gelangten die bei- den Fachärzte zum Ergebnis, dass dem Exploranden aus n eurologischer und psychiatrischer Sicht körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne repetitive Arbeiten über Kopf ganztags im Rahmen von 80 % zumutbar seien, dabei bestehe kein e zusätzliche Verminderung der Leis- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungsfähigkeit. Es lasse sich kein additiver Effekt der Ein schränkungen aus neurologischer und aus psychiatrischer Sicht begründen. 5.4 Während die IV-Stelle die Auffassung vertritt, dass bei der Würdigung des medizini- schen Sachverhaltes vollumfänglich auf die Ergebnisse de s bidisziplinären Gutachtens der Dres. G.____ und H.____ vom 16. November/15. Dezember 2013 abgestellt werden könne, erhebt der Beschwerdeführer verschiedene Einwände gegen die Schlüssigkeit und Zuverlässig- keit dieses Gutachtens. Er stützt sich dabei insbesondere au f diverse Berichte behandelnder Ärzte, die seines Erachtens den Beweiswert dieses Gutach tens erheblich in Frage stellen wür- den. 5.4.1 Soweit sich der Beschwerdeführer auf den Austrit tbericht des Spitals I.____, Klinik für Chirurgie, vom 8. März 2012 und das Schreiben von Dr. m ed. J.____, Neurologie FMH, vom 27. März 2013 beruft, kann er daraus nichts zu seinen Gun sten ableiten. Die beiden Berichte, die aus der Zeit vor Erstellung des bidisziplinären Gutachtens stammen, sind im Aktenverzeich- nis des neurologischen (Teil-) Gutachtens von Dr. G.____ aufgeführt, inhaltlich zusammenge- fasst und anschliessend entsprechend gewürdigt worden. Sodann divergieren sie - jedenfalls in neurologischer Hinsicht - nicht von den Einschätzungen de s Dr. G.____. Abweichend äussert sich Dr. J.____ einzig zu dem von Dr. von H.____ im psychiatr ischen (Teil-) Gutachten erhobe- nen Schweregrad der depressiven Episode des Versicherten, bezeichnet er diesen doch als mittelgradig. In diesem Punkt kann die Einschätzung von Dr. J.____ aber nicht als massgeblich betrachtet werden, handelt es sich doch bei ihm - im Ge gensatz zum Gutachter Dr. H.____ - nicht um einen Facharzt für Psychiatrie. 5.4.2 Drei weitere Arztberichte, auf die sich der Beschw erdeführer stützt, stammen aus dem Zeitraum zwischen der Erstellung des bidisziplinären Gutachtens und dem Erlass der angefoch- tenen Verfügung, sodass sich die beiden Fachärzte in ihr en Gutachten nicht damit befassen konnten. Zwei dieser Berichte, nämlich der Operationsbe richt vom 8. April 2014 und der Aus- trittsbericht vom 11. April 2014 des Spitals I.____, Kl inik für Chirurgie, betreffen die operative Exzision eines Pilonidalsinus. In diesem Zusammenhang gil t es allerdings zu beachten, Dr. G.____ in seinem (Teil-) Gutachten bereits berücksich tige, dass der Versicherte rezidivie- rend unter Pilonidalsinussen leidet, welche regelmässig operativ entfernt werden müssen. Dr. G.____ hielt diesbezüglich jedoch klar fest, dass di ese Entzündungen und Abszesse be- handelbar seien und jeweils zu keiner längerdauernden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führen würden. Insofern sind die beiden neueren Berich te des Spitals I.____, Klinik für Chirur- gie, vom 8. und 11. April 2014 nicht geeignet, die Au ssagekraft und den Beweiswert des bidis- ziplinären Gutachtens der Dres. G.____ und H.____ in Fr age zu stellen. Dasselbe gilt sodann für den vom Beschwerdeführer nachgereichten Bericht der Klinik F.____ über ein Vorgespräch mit dem Versicherten vom 31. März 2014. In diesem eher ku rz gehaltenen Bericht wird als Hauptdiagnose eine anhaltende somatoforme Schmerzstöru ng (ICD-10 F45.40) genannt, ohne dass diese Diagnose allerdings begründet würde. Demge genüber legt Dr. H.____ in seinem psychiatrischen Gutachten einleuchtend dar, weshalb die be treffende Diagnose einer anhalten- den somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt werden kö nne. Schon aus diesem Grund er- scheint die Aussagekraft des Berichts der Klinik F.____ fraglich. Im Weiteren wird aber auch die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht darin als Nebendiagnose genannte rezidivierende depressi ve Störung, gegenwärtig mittelgradi- ge Episode (ICD-10 F33.1), nur scheinbar begründet, i ndem einfach sämtliche Symptome der Depression aufgezählt werden und diese ohne nähere Ang aben als mittelgradig ausgeprägt bezeichnet werden. Ob die depressive Störung anlässlich dieses Vorgesprächs tatsächlich stärker ausgeprägt war als im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. H.____ erscheint in Anbe- tracht der Ausführungen im Bericht aber auch deshalb als fraglich, weil eine stationäre Behand- lung aufgrund der Schwere der Symptomatik zwar als notwe ndig bezeichnet wird, ein Eintritt in die Klinik aber erst für „voraussichtlich in 10-12 Wochen“ geplant wird und der tatsächliche Ein- tritt dann erst am 21. Januar 2015, also 40 Wochen spä ter, erfolgt ist. Hätte im Zeitpunkt des Vorgesprächs mit dem Versicherten tatsächlich eine mitte lgradig ausgeprägte Episode der re- zidivierenden depressiven Störung vorgelegen, dürfte der entsprechende Leidensdruck wohl zu einem früheren Klinikaufenthalt geführt haben. Insge samt vermag deshalb auch der kurze Be- richt der Klinik F.____ über das Vorgespräch mit dem Ver sicherten vom 31. März 2014 den Beweiswert des bidisziplinären Gutachtens der Dres. G.___ _ und H.____ nicht zu beeinträchti- gen. 5.4.3 Im Laufe des Beschwerdeverfahrens hat der Versichert e sodann einen Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. D.____ vom 16. Dezember 2014 eingereicht, in welchem dieser Fragen beantwortet, die ihm der Rechtsvertreter des B eschwerdeführers unterbreitet hatte. In Bezug auf diese Antworten fällt zunächst auf, dass Dr. D. ____ beim Versicherten als erste Di- agnose eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.80) stellt, eine singuläre Diagno- se, welche keine Arzt zuvor und - soweit ersichtlich - auc h danach je erhoben hat, sodass be- reits aus diesem Grund ein Fragezeichen hinter die Ausführungen von Dr. D.____ zu setzen ist. Unabhängig von der Frage, welche Diagnosen beim Versich erten zu stellen sind, wendet der Beschwerdeführer unter Verweis auf den Bericht von Dr. D.____ hauptsächlich ein, dass der Einfluss seiner Opiatabhängigkeit auf die Arbeitsfähi gkeit im psychiatrischen (Teil-) Gutachten von Dr. H.____ nicht gewürdigt worden sei, weshalb dieses Gutachten nicht beweistauglich sei. Dr. D.____ führt in seinem Antwortschreiben vom 16. Dezember aus, dass eine Arbeitsfähigkeit unter stabiler Opioiddosierung grundsätzlich nicht in F rage gestellt sei. Da der Versicherte die Dosierung aber immer wieder erhöht habe, könne nicht von einer stabilen Opioiddosierung ausgegangen werden. Aufgrund der Insomnie, Somnolenz und Antriebsdämpfung sei die Ar- beitsfähigkeit beeinträchtigt. Um diese zu steigern, m üsste ein Arbeitstraining erfolgen. Vorher müsste allerdings entweder eine stabile Opioiddosierung erreicht werden oder ein Entzug erfol- gen. Solange dies nicht der Fall sei, müsse man von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus- gehen. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet wer den Die IV-Stelle bzw. der RAD-Arzt Dr. C.____ halten ihr in ihren Stellungnahmen vom 13 . bzw. 16. Januar 2015 zu Recht entge- gen, dass die Abgabe opiathaltiger Medikamente an den Versicherten für eine wirksame Schmerzbekämpfung medizinisch gar nicht indiziert ist. We nn aber durch die nicht indizierten und in überhöhter Dosis abgegebenen bzw. eingenommenen Morphine erwartungsgemäss Ne- benwirkungen auftreten, so resultiert aus diesen noch k ein dauerhafter und erheblicher Ge- sundheitsschaden im Sinne des IVG, denn dem Versicherten ist es - auch darin ist Dr. C.____ und der IV-Stelle beizupflichten - durchaus zumutbar , die Dosis mittels ärztlicher Hilfe zu redu- zieren. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang aber auch darauf hinzuweisen, dass Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. H.____ in seiner Zumutbarkeitsbeurteilung den Neb enwirkungen der Morphinderivate durchaus Rechnung getragen hat. 5.4.4 Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerd eführer schliesslich aus dem von ihm zuletzt eingereichten Austrittsbericht der Kli nik F.____ vom 10. März 2015, welcher sich zu der im Zeitraum vom 21. Januar 2015 bis 17. Febru ar 2015 erfolgten stationären Be- handlung des Versicherten äussert. Nach ständiger Rechtsp rechung hat das Sozialversiche- rungsgericht die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügun gen in der Regel nach dem Sach- verhalt zu beurteilen, wie er im Zeitpunkt des Verfüg ungserlasses vorgelegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Ta tsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand ein er neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweis). Daraus folgt, dass für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde grundsätzlich der (medizinische) S achverhalt massgebend ist, der am 16. Juni 2014, dem Zeitpunkt des Erlasses der rentena blehnenden Verfügung der IV-Stelle, vorgelegen hat. Die im Zeitraum vom 21. Januar 2015 bi s 17. Februar 2015 erfolgte stationäre Behandlung des Versicherten ist daher im Rahmen des vor liegenden Verfahrens nicht zu be- rücksichtigen, sodass auf den betreffenden Austrittsberich t der Klinik F.____ vom 10. März 2015 nicht weiter einzugehen ist. 5.5 Nach dem Gesagten ist deshalb nicht zu beanstanden, d ass die IV-Stelle in der ange- fochtenen Verfügung vom 16. Juni 2014 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse abgestellt hat, zu denen die Dres. G.____ und H.____ in ihrem bidisziplinären Gutach ten vom 16. November/15. Dezember 2013 gelangt sind. Sie ging demzufolge zu Recht davon aus, dass dem Versicherten die Aus- übung körperlich leichter bis mittelschwerer Arbeiten ohn e repetitive Arbeiten über Kopf ganz- tags im Rahmen von 80 % zumutbar sei. Wie oben ausgefüh rt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unt ersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spreche n. Wie vorstehend aufgezeigt (vgl. E. 5.4 hiervor), liegen hier keine solchen Indizien vor. Mit der IV-Stelle ist vielmehr festzuhalten, dass das Gutachten der Dres. G.____ und H.____ vom 16. No vember/ 15. Dezember 2013 weder formale noch inhaltliche Mängel aufweist und da ss es - wie dies vom Bundesgericht ver- langt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, i n Kenntnis der Vorakten abgege- ben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusa mmenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation einleuchtet, sich mit den vorhandenen abweichenden ärztli- chen Einschätzungen auseinander setzt und in den Schlussf olgerungen überzeugend ist. Zu- dem nimmt es auch eine schlüssige Beurteilung der aktue llen Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. 5.6 Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten e ine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch der Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu, so Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann auf die vom Beschwerdeführer eventualiter beantra gte Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen verzichtet werden. Der Anspruch auf rechtli ches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pfl icht der Behörde zur Beweisabnahme. Be- weise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs in dessen nur über jene Tatsa- chen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, da ss die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend ab- geklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzich tet werden. Die damit verbundene an- tizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgeri chtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 5.7 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist somit festzuhalt en, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 16. Juni 2014 zu Recht davo n ausgegangen ist, dass dem Ver- sicherten die Ausübung einer leidensangepassten Verweistä tigkeit im Umfang von 80 % zu- mutbar ist. 6. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hie rvor), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung vom 16. Juni 2014 den erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie sowohl da s Validen- als auch das Invali- deneinkommen des Versicherten unter Beizug der Tabellen löhne der Schweizerischen Lohn- strukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik ermi ttelt (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa) und für den Versicherten ein Valideneinkom- men von Fr. 57'346.-- sowie ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 42'109.-- errechnet. In der Folge hat sie diese Zahlen im Einkommensvergleich einander gegenübergestellt, was zu einem Invaliditätsgrad von 27 % geführt hat. Diese vori nstanzliche Berechnung ist nicht zu be- anstanden, sie wird denn letztlich auch vom Versicherten i n seiner Beschwerde nicht substanti- iert in Frage gestellt, sodass an dieser Stelle von weiteren Ausführungen hierzu abgesehen und stattdessen auf die entsprechenden Ausführungen der IV -Stelle in der Verfügung vom 16. Juni 2014 verwiesen werden kann. 7. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die IV-Stelle einen Rentenan- spruch des Versicherten zu Recht abgelehnt hat. Die gege n die betreffende Verfügung vom 16. Juni 2014 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegr ündet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun aller- dings mit Verfügung vom 24. Oktober 2014 die unentg eltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 24. Oktober 2014 die unentgeltliche Ver- beiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1 . Januar 2014 geltenden Fassung) be- trägt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 18. Februar 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 19 Stunden und 25 Mi nuten sowie Auslagen von Fr. 94.50 geltend gemacht. Während die ausgewiesenen Auslagen zu keinerlei Beanstand ungen Anlass geben, muss der geltend gemachte Zeitaufwand als zu hoch bezeichnet werden. Der vorliegen- de Prozess gab weder in tatsächlicher noch in rechtlicher H insicht zu überdurchschnittlich auf- wändigen Erörterungen Anlass. Es handelt sich vielmehr um ein durchschnittliches IV- rechtliches Beschwerdeverfahren. Ein Quervergleich zeigt, dass in solchen Fällen bei Obsiegen oder im Rahmen der Honorarbemessung des unentgeltlich en Rechtsbeistandes erfahrungsge- mäss ein Zeitaufwand zwischen zehn und 14 Stunden entschädi gt wird. Der vorliegend geltend gemachte Zeitaufwand muss daher aus Gründen der Rechts gleichheit gekürzt werden. Zu Gunsten des Beschwerdeführers ist dabei allerdings zu berü cksichtigen, dass ihm das Kan- tonsgericht nach Eingang der Vernehmlassung der IV-Ste lle Gelegenheit zur Einreichung einer zusätzlichen Stellungnahme eingeräumt und er von dieser M öglichkeit Gebrauch gemacht hat. Diese zusätzliche Eingabe führte auf Seiten des Beschwerd eführers im Vergleich zu einem Durchschnittsfall mit einfachem Schriftenwechsel zu einem grundsätzlich entschädigungsbe- rechtigten Mehraufwand. Er rechtfertigt sich deshalb, d as Honorar vorliegend auf der Basis ei- nes insgesamt als angemessen erachteten Zeitaufwandes vo n 15 Stunden festzusetzen. Dem Rechtsvertreter des Versicherten ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'342.05 (15 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 94 .50 + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse auszurichten. 8.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘342.05 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 19. Oktober 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_769/2015 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht