<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2019.00419</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=219680&amp;W10_KEY=13013489&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2019.00419</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 30.10.2019</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Versetzung ins geschlossene Strafregime</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Der Beschwerdeführer wurde vom offenen in den geschlossenen Vollzug versetzt, nachdem er wegen Raufhandels während eines Hafturlaubs angeklagt worden war.] Besteht keine Gefahr, dass ein Gefangener flieht oder weitere Straftaten begeht, ist er in den offenen Vollzug zu versetzen (E. 2). Die Fluchtgefahr ist unter Berücksichtigung der gesamten konkreten Verhältnisse zu prüfen. Die Länge der (drohenden) Strafe darf als Indiz gewertet werden, in Betracht zu ziehen sind aber auch die familiären und sozialen Bindungen des Gefangenen, seine berufliche und finanzielle Situation sowie allfällige Kontakte zum Ausland (E. 3.1). Die Vorinstanz befürchtete, der Beschwerdeführer könnte der ihm nach Verbüssen der Freiheitsstrafe womöglich bevorstehenden Ausweisung durch eine Flucht ins Ausland zuvorkommen wollen. Der Beschwerdeführer hat jedoch Ehefrau und Kinder, die in der Schweiz leben, bemüht sich aktiv um ein Aufenthaltsrecht und liess nach Kenntnisnahme der neuen strafrechtlichen Anklage und der drohenden Verlängerung seiner Haftdauer Gelegenheiten zur Flucht verstreichen. Er hat ein erhebliches Interesse am ordnungsgemässen Abschluss des Strafvollzugs in der Schweiz, eröffnet ihm dieser doch die Möglichkeit, ohne ausländerrechtliche Bewilligung in der Nähe seiner Ehefrau und Kinder zu bleiben (E. 4). Antragsgemäss ist der Beschwerdeführer zurück in den offenen Vollzug zu versetzen (E. 4.5). Infolge Zusprechung einer Parteientschädigung erübrigt sich die Behandlung des von seinem Anwalt ausdrücklich bloss eventualiter gestellten Gesuchs um URB (E. 5). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSWEISUNG">AUSWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENBEGLEITUNG">FAMILIENBEGLEITUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FLUCHTGEFAHR">FLUCHTGEFAHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESCHLOSSENER STRAFVOLLZUG">GESCHLOSSENER STRAFVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: OFFENER VOLLZUG">OFFENER VOLLZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSETZUNG">VERSETZUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 43 Abs. I lit. b JVV</span><br/><span class="ungerade">§ 59 JVV</span><br/><span class="gerade">§ 60 JVV</span><br/><span class="ungerade">Art. 76 Abs. II StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 70 Abs. I VZAE</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=44682" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2019.00419</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">30. Oktober 2019</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Yannick Weber. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<b> </b>Justizvollzug Kanton ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<b> </b>Oberstaatsanwaltschaft des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerschaft, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Versetzung ins geschlossene Strafregime,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b>A wurde mit Urteil des Bezirksgerichts X vom 20. Januar 2016 unter anderem wegen Verbrechens gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz mit einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten bestraft. Mit Urteil vom 2. Juni 2017 bestrafte ihn das Bezirksgericht X zudem mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten wegen Vergehens gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz und weiterer Delikte. Am 5. MÃ¤rz 2019 wurde er vom Bezirksgericht X des Raufhandels schuldig gesprochen und mit 14 Monaten Freiheitsstrafe bestraft, weil er sich wÃ¤hrend eines Hafturlaubs am 4. Februar 2018 an einem gewalttÃ¤tigen Vorfall beteiligt habe. Dieses Urteil ist noch nicht in Rechtskraft erwachsen. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 13. Februar 2018 (recte: 2019) ordnete das Amt fÃ¼r Justizvollzug an, A sei aus dem offenen Vollzug im Vollzugszentrum D in den geschlossenen Vollzug zurÃ¼ckzuversetzen, nachdem diese RÃ¼ckversetzung am 30. Januar 2019 bereits erfolgt war. Einen dagegen erhobenen Rekurs wies die Direktion der Justiz und des Innern mit VerfÃ¼gung vom 24. Mai 2019 ab und entzog der Beschwerde gegen ihren Entscheid die aufschiebende Wirkung. Die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wurde A verweigert, da seine Mittellosigkeit nicht nachgewiesen sei. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese VerfÃ¼gung gelangte A, vertreten durch RA B, am 24. Juni 2019 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Er beantragte, die angefochtene VerfÃ¼gung sei aufzuheben und er sei zurÃ¼ck in den offenen Vollzug zu versetzen. Die Kosten des Rekursverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen und ihm sei eine ParteientschÃ¤digung auszurichten, eventualiter sei ihm fÃ¼r das Rekursverfahren die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung zu gewÃ¤hren. FÃ¼r das Beschwerdeverfahren beantragte er ebenfalls eine ParteientschÃ¤digung und stellte eventualiter ein Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG; LS 175.2) fÃ¼r die Behandlung der Beschwerde zustÃ¤ndig. Da dem vorliegenden Fall keine grundsÃ¤tzliche Bedeutung zukommt, ist er vom Einzelrichter zu beurteilen (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 und Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss Art. 76 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0) wird ein Gefangener in eine geschlossene Strafanstalt oder in eine geschlossene Abteilung einer offenen Strafanstalt eingewiesen, wenn die Gefahr besteht, dass er flieht, oder zu erwarten ist, dass er weitere Straftaten begeht. <span>Aus dem Gesetzeswortlaut geht <i>e contrario</i> hervor, dass Gefangene grundsÃ¤tzlich in offene Anstalten einzuweisen sind, wenn keines dieser beiden Kriterien erfÃ¼llt ist (VGr, </span>31. Oktober 2016, <span>VB.2016.00467, E. 2.2).</span> GemÃ¤ss § 43 Abs. 1 lit. b der <span>Justizvollzugsverordnung vom 6. Dezember 2006 (JVV) ist die ganze oder teilweise VerbÃ¼ssung einer Freiheitsstrafe in einer offenen Anstalt nur zulÃ¤ssig</span>, wenn die dortigen beschrÃ¤nkten Aufsichts- und KontrollmÃ¶glichkeiten zur Vermeidung einer Flucht, zur Verhinderung neuer Straftaten und insbesondere zum Schutz der Ãffentlichkeit als ausreichend erscheinen. Entsprechend ist eine Versetzung vom offenen in den geschlossenen Vollzug gemÃ¤ss § 59 JVV nur zulÃ¤ssig im Zusammenhang mit einem Disziplinarvergehen (lit. a), bei Fluchtgefahr (lit. b), zum Schutz der Ãffentlichkeit (lit. c) oder zur Verhinderung der GefÃ¤hrdung Dritter (lit. d). V<span>om geschlossenen in den offenen Strafvollzug wird eine verurteilte Person versetzt, wenn keine besonderen UmstÃ¤nde nach Art. 76 Abs. 2 StGB mehr vorliegen und die Versetzung unter BerÃ¼cksichtigung des verbleibenden Strafrests fÃ¼r die Wiedereingliederung sinnvoll ist (§ 60 </span>JVV<span>).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Eine Fluchtgefahr im Sinn von Art. 76 Abs. 2 StGB darf nicht bereits angenommen werden, wenn die MÃ¶glichkeit der Flucht in abstrakter Weise besteht. Hingegen genÃ¼gt es, wenn aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde eine Flucht als wahrscheinlich erscheint. Bei der Bewertung, ob Fluchtgefahr besteht, sind die gesamten konkreten VerhÃ¤ltnisse zu berÃ¼cksichtigen. Es mÃ¼ssen GrÃ¼nde bestehen, die eine Flucht nicht nur als mÃ¶glich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Schwere bzw. LÃ¤nge der Strafe darf als Indiz fÃ¼r Fluchtgefahr gewertet werden, genÃ¼gt jedoch fÃ¼r sich allein nicht. In Betracht zu ziehen sind auch die familiÃ¤ren und sozialen Bindungen des Gefangenen, seine berufliche und finanzielle Situation sowie allfÃ¤llige Kontakte zum Ausland (VGr, </span><span>31. Oktober 2016</span><span>, </span><span>VB.2016.00467</span><span>, E. 2.3; vgl. auch BGr, 12. Januar 2012, 6B_577/2011, E. 2.2). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Eine akute Fluchtgefahr wird insbesondere dann angenommen, wenn die betroffene Person Ã¼ber kein Beziehungsnetz in der Schweiz verfÃ¼gt, d.</span><span> </span><span>h. wenn sie mit der Schweiz nicht verbunden ist, was grundsÃ¤tzlich bei sogenannten Kriminaltouristen und bei Verurteilten mit einer gerichtlichen Landesverweisung oder ohne gÃ¼ltige Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung sowie bei rechtskrÃ¤ftig abgewiesenen Asylbewerbern zu vermuten ist (Benjamin F. BrÃ¤gger in: Marcel Alexander Niggli/Hans WiprÃ¤chtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. A., Basel 2019, Art. 76 N. 7). </span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der Beschwerdegegner begrÃ¼ndete die Versetzung des BeschwerdefÃ¼hrers in den geschlossenen Vollzug mit akuter Fluchtgefahr. Die Niederlassungsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers sei mit rechtskrÃ¤ftigem Rekursentscheid der Sicherheitsdirektion vom 20. September 2016 widerrufen worden. Obwohl er im Februar 2019 als spanischer StaatsangehÃ¶riger eine Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf das FreizÃ¼gigkeitsabkommen beantragt habe, sei davon auszugehen, dass er die Schweiz nach VerbÃ¼ssen seiner Freiheitsstrafe werde verlassen mÃ¼ssen. Zwar habe der BeschwerdefÃ¼hrer in der Schweiz eine Ehefrau und zwei Kinder, doch bestehe die Gefahr, dass er der ohnehin drohenden Ausweisung zeitlich zuvorkommen und sich durch eine Flucht ins Ausland dem â zum damaligen Zeitpunkt noch 26 Monate weiter andauernden â Strafvollzug entziehen wolle. Schliesslich seien die zahlreichen Verbindungen des BeschwerdefÃ¼hrers zum Ausland zu berÃ¼cksichtigen. Die Vorinstanz schloss sich dieser Argumentation im Wesentlichen an und betonte zudem, dass seine in der Schweiz lebende Familie den BeschwerdefÃ¼hrer in der Vergangenheit nicht daran habe hindern kÃ¶nnen, wiederholt straffÃ¤llig zu werden und dadurch zu riskieren, durch den Strafvollzug bzw. den Verlust des Aufenthaltsrechts von seiner Familie getrennt zu werden. Weiter stÃ¼tzte sich die Vorinstanz darauf, dass die noch zu verbÃ¼ssende Freiheitsstrafe nach der erstinstanzlichen Verurteilung des BeschwerdefÃ¼hrers vom 5. MÃ¤rz 2019 erheblich angestiegen sei, weshalb ohne Weiteres von Fluchtgefahr ausgegangen werden mÃ¼sse. Das Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers, sich dem weiteren Strafvollzug durch Flucht zu entziehen, Ã¼berwiege in WÃ¼rdigung der gesamten UmstÃ¤nde sein Interesse am ordnungsgemÃ¤ssen Abschluss des Strafvollzugs in der Schweiz. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, er habe nach einer vergleichbaren Ausgangslage, als ihm eine Freiheitsstrafe von maximal 38<span> </span>½ Monaten und eine anschliessende Ausweisung bevorgestanden habe, nach bewilligter Verschiebung des Strafantritts seine Freiheitsstrafe angetreten und rund zwei Jahre im offenen Vollzug verbracht. Damit habe er den Tatbeweis erbracht, dass er nicht fluchtgefÃ¤hrdet sei. Offenbar sei die der erstinstanzlichen Verurteilung vom 5. MÃ¤rz 2019 zugrunde liegende Anklageschrift der Anlass gewesen, weshalb der Beschwerdegegner 1 den BeschwerdefÃ¼hrer in den geschlossenen Vollzug zurÃ¼ckversetzt habe. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe aber schon rund einen Monat vor dem Vollzug der RÃ¼ckversetzung erfahren, dass die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten beantrage. Dass er nicht geflÃ¼chtet sei, zeige, dass dieser Umstand keine Fluchtgefahr begrÃ¼ndet habe. Schliesslich kritisiert der BeschwerdefÃ¼hrer die WÃ¼rdigung der Auswirkung seiner familiÃ¤ren Situation auf die Fluchtgefahr.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>An der AnhÃ¶rung betreffend RÃ¼ckversetzung in den geschlossenen Vollzug vom 4. Februar 2019 fÃ¼hrte der BeschwerdefÃ¼hrer in Abwesenheit seines Rechtsvertreters aus, seine in der Schweiz lebenden Kinder seien fÃ¼r ihn das Wichtigste und er wÃ¼rde nie auf die Idee kommen, aus dem Vollzug zu fliehen, weil er in der NÃ¤he seiner Kinder sein wolle. Wenn er das Land verlassen mÃ¼sse, so wolle er eine Bewilligung erwirken, um seine Kinder hier besuchen kommen zu dÃ¼rfen. Der BeschwerdefÃ¼hrer bemÃ¼ht sich aktiv um ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz und hat dafÃ¼r einen Rechtsvertreter mandatiert, der am 1. Februar 2019 beim Migrationsamt namens des BeschwerdefÃ¼hrers ein Gesuch um Erteilung einer freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Aufenthaltsbewilligung stellte. In den Akten ist zudem dokumentiert, dass der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend des offenen Vollzugs regelmÃ¤ssig an Terminen einer sozialpÃ¤dagogischen Familienbegleitung teilgenommen hat und sich nach EinschÃ¤tzung der Familientherapeutin engagiert, motiviert und konstruktiv zeigte. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Die Argumentation der Vorinstanz, wonach der BeschwerdefÃ¼hrer fluchtgefÃ¤hrdet sei, obwohl er in der Schweiz eine Ehefrau und Kinder habe, weil ihn diese in der Vergangenheit nicht daran hÃ¤tten hindern kÃ¶nnen, wiederholt straffÃ¤llig zu werden, zielt insofern an der Sache vorbei, als die Versetzung in den geschlossenen Vollzug wegen Flucht- und nicht wegen RÃ¼ckfallgefahr angeordnet wurde. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Wunsch des BeschwerdefÃ¼hrers, zusammen mit seiner Familie in der Schweiz bleiben zu kÃ¶nnen, ihn in den vergangenen Jahren von Fluchtversuchen abgehalten hat und weiterhin ein erhebliches Interesse am ordnungsgemÃ¤ssen Abschluss des Strafvollzugs in der Schweiz begrÃ¼ndet. Das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers in den vergangenen Jahren veranlasste den Beschwerdegegner 1 zu Recht bislang nie zur Annahme einer Fluchtgefahr. Eine solche lÃ¤sst sich angesichts der familiÃ¤ren Situation des BeschwerdefÃ¼hrers auch nicht mit einer neuen strafrechtlichen Anklage und einer VerlÃ¤ngerung der zu absolvierenden Freiheitsstrafe im Umfang von 14 Monaten begrÃ¼nden, zumal der BeschwerdefÃ¼hrer nach Kenntnisnahme der geforderten Strafe Gelegenheit zur Flucht gehabt hÃ¤tte, bevor er in den geschlossenen Strafvollzug verlegt worden ist. Es ergeben sich keinerlei Anhaltspunkte, die gegen die Aufrichtigkeit der BemÃ¼hungen des BeschwerdefÃ¼hrers sprechen, bei seiner Ehefrau und seinen Kindern in der Schweiz bleiben zu wollen. Selbst falls der BeschwerdefÃ¼hrer damit rechnen mÃ¼sste, keine freizÃ¼gigkeitsrechtliche Aufenthaltsbewilligung zu erhalten, bestÃ¼nde ein erhebliches Interesse seinerseits am ordnungsgemÃ¤ssen Abschluss des Strafvollzugs in der Schweiz, erÃ¶ffnet ihm dieser doch die MÃ¶glichkeit, ohne auslÃ¤nderrechtliche Bewilligung in der NÃ¤he seiner Kinder und Ehefrau zu bleiben (vgl. Art. 70 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 <span>Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit</span><span> </span>[VZAE, SR 142.201]). Dass einer (RÃ¼ck-)Versetzung in den offenen Vollzug die Gefahr einer Begehung weiterer Straftaten entgegenstÃ¼nde, macht die Beschwerdegegnerschaft nicht geltend. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Die Versetzung des BeschwerdefÃ¼hrers in den geschlossenen Vollzug erweist sich demzufolge als rechtsfehlerhaft im Sinn von § 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a VRG. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen und der BeschwerdefÃ¼hrer in den offenen Vollzug zurÃ¼ckzuversetzen. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">AusgangsgemÃ¤ss sind die Verfahrenskosten dem Beschwerdegegner 1 aufzuerlegen <span>(§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Er ist darÃ¼ber hinaus zu verpflichten, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 VRG). Damit erÃ¼brigt sich eine Behandlung der ausdrÃ¼cklich bloss eventualiter gestellten Gesuche um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren. </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung der Direktion der Justiz und des Innern vom 24. Mai 2019 sowie jene des Amts fÃ¼r Justizvollzug vom 13. Februar 2018 (recte: 2019) werden aufgehoben und A wird in den offenen Vollzug versetzt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 205.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 1'205.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner 1 auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner 1 hat dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'000.- (inkl. MWST) auszurichten. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>