Motion Lieberherr 174 18 mars 1982 des animaux. La médecine vétérinaire les utilise en effet aussi bien dans des buts nutritifs que prophylactiques et thérapeutiques et il n'est pratiquement pas possible de dis- socier ces usages les uns des autres. En effet, lorsque, dans un troupeau, un animal tombe malade, ce n'est pas lui seulement qui sera traité mais bien également, à titre pré- ventif, tous les autres animaux qui sont en contact avec lui. Il est donc évident que la promiscuité et les conditions arti- ficielles imposées aux animaux dans les élevages indus- triels entraînent un usage excessif des antibiotiques et cet argument justifie à lui seul, nous semble-t-il, que ce genre d'élevage soit limité et strictement réglementé. Parce qu'il est de la plus grande importance que ces médi- caments conservent leur efficacité pour traiter chez l'être humain des maladies infectieuses graves, l'OMS formule plusieurs exigences, au sujet desquelles je souhaiterais que le Conseil fédéral donne son avis: 1. Comme c'est le cas pour la médecine humaine, les anti- biotiques à usage vétérinaire ne devraient être délivrés désormais que sur prescription de spécialistes autorisés. 2. Les vétérinaires devraient être dûment informés par les autorités des dangers que présente pour l'être humain l'abus des antibiotiques dans le traitement animal. Il doit leur être recommandé notamment d'en limiter strictement l'emploi. 3. Les autorités devraient interdire, pour le traitement clini- que des animaux, l'usage des antibiotiques les plus récents tels que la gentamycine, la spectinomycine et la rifontimy- cine. Indispensables pour sauver des vies humaines dans des cas de maladies très graves, ces médicaments devien- draient inefficaces si la médecine vétérinaire commençait à les utiliser. 4. En 1974 déjà, des médecins de l'OMS demandaient que le chloramphenicol soit strictement réservé à la médecine humaine. Or, il apparaît qu'il est encore couramment employé par les éleveurs pour le traitement oral de la sal- monellose des animaux. Afin d'en limiter l'usage aux seuls médecins vétérinaires, il est conseillé de n'autoriser que les préparations parentérales, c'est-à-dire par injections. Le Conseil fédéral est-il disposé à faire rapport et à publier une étude sur ce problème urgent? Je voudrais qu'il nous dise d'abord ce qu'il pense des mises en garde précitées de l'OMS. En a-t-il eu connaissance, les a-t-il déjà étu- diées? La législation en vigueur dans notre pays et les ordonnances suffisent-elles, à son avis, ou est-il nécessaire de les modifier? Pourrait-il ensuite dresser la liste des pro- duits alimentaires traités aux antibiotiques? On a mentionné la viande, le poisson et même certains produits agricoles, lesquels? Y a-t-il encore d'autres aliments traités aux anti- biotiques? Troisièmement, je souhaiterais qu'il nous parle des contrô- les effectués car une loi ne peut exercer ses effets que si l'on s'assure de son application. L'affaire des hormones dans le veau, le poulet et autre bétail de boucherie l'a prouvé éloquemment. D'abord minimisée - il semble tou- jours, au premier abord, que de tels abus ne sauraient se produire chez nous - elle a suscité récemment encore les vives critiques de la commission de gestion. Quatrième et dernière question: Comment le Conseil fédé- ral envisage-t-il de freiner et de contrôler la vente, l'auto- médication, la prescription médicale et l'utilisation dans les produits alimentaires des antibiotiques classiques et des médicaments de substitution, qui deviennent de plus en plus coûteux et de plus en plus inefficaces? Je remercie Monsieur Hurlimann, conseiller fédéral, de bien vouloir répondre à ces questions et d'une manière plus générale de préciser la position du Conseil fédéral face à cette mise en garde de l'OMS. Bundesrat Hürllmann: Der Bundesrat ist bereit, das Postu- lat anzunehmen. Ich bin aber nicht in der Lage, heute schon zu diesen Fragen Stellung zu nehmen. Diese hätten mir dann in der Form einer Interpellation unterbreitet werden müssen. Wir sind aber daran interessiert, diesen Bericht, den Sie mit Ihrem Postulat verlangen, zu erstatten, und wir haben schon demnächst Gelegenheit, dies zu tun aufgrund einer sehr eingehenden Überprüfung dieses ganzen Bereiches durch eine Gruppe der Geschäftsprüfungskommission, in der meines Wissens auch der Ständerat vertreten war. Der Bundesrat hat einen Bericht zu erstatten bis zur nächsten Session oder bis zur Herbstsession. Wir sind jetzt daran, diesen Bericht auszuarbeiten, der - wie Sie es selber aus- geführt haben - zwischen Herrn Bundespräsident Honeg- ger und meinem Departement koordiniert werden muss, da die Probleme der Antibiotika vor allem im Bereiche der Veterinärmedizin und der Volkswirtschaft, der Landwirt- schaft und der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel behandelt werden. Das ist der Bereich der Fleisch- und der Lebensmittelkontrolle, der durch das Veterinäramt des EVD und durch das Gesundheitsamt in meinem Departement abgedeckt wird. Wir haben deshalb schon bei diesem Bericht eine erste Gelegenheit, auf gewisse Fragen - nicht auf alle - von Frau Bauer einzugehen. Wenn es dann not- wendig ist, einen weiteren Bericht zu erstatten, werden wir das tun. Wir haben nämlich ein Interesse daran, dass man in diesem Bereich die Spreu vom Weizen scheidet und mög- lichst sachlich darüber Auskunft gibt, wie es sich mit diesen Problemen in Tat und Wahrheit verhält. Wir sind bereit, das Postulat anzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 81.565 Motion Lieberherr Forschungsprogramm «Familie im sozialen Wandel» Programme de recherche «La famille face au changement social» Wortlaut der Motion vom 2. Dezember 1981 Der Bundesrat ist eingeladen, dem Schweizerischen Natio- nalfonds zur Förderung der wissenschafltichen Forschung ein nationales Forschungsprogramm unter dem Titel «Fami- lie im sozialen Wandel» zur Durchführung zu überantwor- ten. Texte de la motion du 2 décembre 1981 Le Conseil fédéral est chargé de confier au Fonds national suisse de la recherche scientifique le soin de mettre à exé- cution un programme national de recherche intitulé «La famille face au changement social». Mitunterzeichner - Cosignataires: Belser, Bührer, Donzé, Gassmann, Meylan, Miville, Piller, Weber (8) Frau Lieberherr: Zweifellos besteht in der Schweiz über die grundlegende Bedeutung der Familie für die Sozialisation des Menschen und damit auch über den gesellschafts- und staatspolitischen Stellenwert der Familie ein allgemeiner Konsens. Im Rahmen des vor dem Abschluss stehenden nationalen Forschungsprogramms «Probleme der sozialen Integration in der Schweiz» zeichnen sich bereits Resultate ab, welche die nach wie vor zentrale Stellung der Familie im Leben des einzelnen wie auch ihre Bedeutung für das Ver- halten des Menschen in Gesellschaft und Staat bestätigen. Es wird nun aber mehr und mehr vermutet, dass die Familie in der modernen Industrie- und Konsumgesellschaft gefähr- det sei, ihre Aufgaben nurmehr unvollständig oder nicht mehr wahrnehmen könne, ja, als Institution zu versagen im Begriffe sei und somit wegen ihrer hoch veranschlagten Funktion gerettet werden müsse. Wissenschaftlich zuver- lässige und dem jeweiligen Stand der Entwicklung entspre-18. März 1982 175 Postulat Miville chende Kenntnisse über Wirklichkeit, Möglichkeiten und Bedrohungen der Familie in der Schweiz fehlen jedoch weit- gehend. Gerade sie sind aber für den Erfolg familienpoliti- scher Bestrebungen, wie sie weitherum verlangt und auch bereits geplant werden, ausschlaggebend. Weder der «Bericht über die Lage der Familie in der Schweiz» des Eid- genössischen Departementes des Innern von 1978 noch der erwartete Schlussbericht der Arbeitsgruppe «Familien- bericht» können diese Grundlagen liefern, beschränkt sich doch der erstere auf die Zusammenstellung statistischen Materials ohne systematische Auswertung und dürfte der letztere eine pragmatische Präsentation von Meinungen und Erfahrungen der Kommissionsmitglieder bieten, nicht aber wissenschaftliche Grundlagen für die Familienpolitik von morgen. Dabei sehe ich folgende mögliche Schwerpunkte des For- schungsprogramms: Bedingte Aspekte des Familienlebens und der Erziehung in familiärem Rahmen sollen mit dem Ziel untersucht werden, Einblick in die Wirkungszusammen- hänge der Familiendynamik zu erhalten, Bedrohungen der Familie zu identifizieren und daraus Grundlagen für wirk- same familienpolitische Massnahmen abzuleiten. Die Neubestimmungen der Aufgabe der Frau in Ehe und Familie im Zusammenhang mit der verfassungsmässigen Verankerung der Gleichberechtigung sowie die Revision der familienrechtlichen Teile des ZGB werden nicht ohne Einfluss auf die Familie bleiben. Die Berufstätigkeit von Vätern und Müttern sowie ihre sich wandelnden Eigeninter- essen und Aussenbeziehungen bilden Gegenstand vielfälti- ger Rollenkonflikte. Die Arbeitsteilung gestaltet sich in der «Normalfamilie» anders als in der Einelternfamilie oder in alternativen Formen familiären Zusammenlebens. Die Bedeutung familienexterner Erziehungsangebote (Schule, Medien, Erziehungsliteratur, Freizeitbereich) nimmt zu und kann in Konflikt zu den innerfamiliären Erziehungsangebo- ten treten. Diese und ähnliche Fragen harren der Untersu- chung in einem Rahmen, der ein für die vier Landesteile der Schweiz repräsentatives Bild über die laufenden Entwick- lungen und ihre möglichen Auswirkungen abgibt. An der Familienkonferenz der Pro Familia Schweiz und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft vom 22. November 1981 in Bern wiesen Vertreter von Politik, Landesregierung und Wissenschaft auf die Bedeutung der Arbeits- und Wohnverhältnisse für das Familienleben hin. Dazu kommen die stabilisierenden oder destabilisierenden Auswirkungen der finanziellen Verhältnisse auf die Familie. Auch die Folgen der unterschiedlichen Möglichkeiten «privi- legierter» Mütter gegenüber Müttern aus der Grundschicht, die Rolle als Mutter wahrzunehmen, verdienen eine genaue Untersuchung. Die Familie von heute hat in einer vom ausgeprägten Wert- pluralismus gekennzeichneten Welt Werthaltungen zu leben und zu vermitteln. Wird Wertorientierung von der Familie noch angeboten und wie? Welche Folgen kann eine unbe- wältigte Wertorientierung der Erzieher haben (Gewalt in der Familie usw.)? Ziel des Forschungsprogrammes ist es, eine für unser Land repräsentative Bestandesaufnahme der Familien im weiteren Sinne des Wortes und der darin ablau- fenden Prozesse zu liefern. Ein ausgewählter Teil dieser Familie ist in häufig auftretenden kritischen Situationen intensiver zu untersuchen, wobei sich das Interesse vor allem auf die Verarbeitungs- und Bewältigungsstrategien, die in solchen Situationen verwendet werden, und ihre lang- fristigen Auswirkungen richten soll. Als kritische Situati- onen werden hierbei verstanden: Schuleintritt der Kinder, Pupertät, Ablösung der Jugendlichen von der Familie, Wie- dereintritt der Mütter ins Berufsleben, Wohnungswechsel, Karrierekrisen von Eltern und Kindern usw. Die Untersu- chungen sind so anzulegen, dass ihre Ergebnisse praxisre- levant, d. h. für die Konzeption familienpolitischer Massnah- men nützlich sind. Nachdem der Bundesrat gemäss Verordnung vom März 1975 für die Nationalen Forschungsprogramme zuständig ist und diese auch beschliesst, bitte ich Sie, der Motion zuzustimmen und diese zu überweisen. Bundesrat Hürlimann: Zurzeit laufen die Vorarbeiten für die Wahl der Themen für eine vierte Serie Nationaler For- schungsprogramme. Wir haben bis heute durch den Bun- desrat 17 solche Programme festgelegt, die zum Teil abge- schlossen sind, zum Teil noch immer untersucht werden. Ich werde demnächst ein Programm über Gesundheitsfra- gen, vor allem Herzkrankheiten, vorstellen können. Wir sind mit Frau Ständerat Lieberherr der Meinung, dass die Familie im sozialen Wandel heute wichtig ist und als Urzelle unseres Staates auch eine entsprechende wissen- schaftliche Untersuchung verdient, gerade mit Rücksicht auf die Probleme, die im Bereiche der Familie heute allge- mein angetroffen werden. Jene, die das bereits laufende Forschungsprogramm über die Probleme der sozialen Inte- gration in der Schweiz betreuen, haben bereits vorgeschla- gen, dieses Thema unter dem Titel: «Familie im sozialen Wandel» zu erweitern. Diese Arbeitsgruppe unter dem Vor- sitz von Frau Dr. Bögli-Rufinen wird demnächst ihren Bericht abschliessen und uns voraussichtlich auch die For- schungsbedürfnisse als Folgerungen dieser Arbeit unter- breiten. Wir sind deshalb der Meinung, dass die Thematik durchaus in die Liste der möglichen Nationalen For- schungsprogramme aufgenommen werden kann. Aber ich muss aus prinzipiellen Gründen darauf bestehen - ich habe das schon einmal im Zusammenhang mit einem Postulat von Herrn Piller gesagt -, dass wir diesen Vorschlag nicht als Motion entgegennehmen können, denn die Auswahl der Nationalen Forschungsprogramme liegt in der Kompetenz des Bundesrates, zu Recht übrigens. Denn wenn wir uns mit Motionen durch die eidgenössischen Räte, die Nationa- len Forschungsprogramme festlegen Messen, dann wären die Koordination mit den übrigen Departementen und die optimale Selektion nicht gewährleistet. Rund 200 Vor- schläge werden über ein strenges Selektionsverfahren auf etwa vier oder fünf Programme reduziert. Ich habe gesagt, wir haben jetzt 17 Programme und bereiten die vierte Serie vor. Das Parlament ist hier soweit einbezogen, als diese Nationalen Forschungsprogramme Entscheidungsgrundla- gen für Vorlagen sind, die Sie mit Ihren Vorschlägen und Motionen uns zur Pflicht machen. Aber die Kompetenz muss letztlich schon aus Gründen dieses komplizierten Selektionsverfahrens und zur Berücksichtigung der Gesamtzusammenhänge notwendigerweise beim Bundes- rat bleiben. Es ist auch für ihn nicht einfach abzuwägen, was in diesem oder jenem Fall dringend und notwendig ist. Berücksichtigt werden muss dabei alles, von den For- schungsbedürfnissen der Wirtschaft an - denken Sie an Neustrukturierungen, Umstrukturierungen, Erhaltung von Arbeitsplätzen - bis hin zu Anliegen, wie Sie sie jetzt mit Ihrer Motion dargelegt haben. Deshalb ist der Bundesrat bereit, die Motion in Form des Postulates entgegenzuneh- men. Ich stelle Ihnen in diesem Sinne Antrag. Frau Lieberherr: Ich habe für die Bedenken des Herrn Bun- desrates Verständnis und bin mit der Umwandlung in ein Postulat einverstanden. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 81.919 Postulat Miville Nationalstrassenfinanzierung Financement des routes nationales Wortlaut des Postulates vom 17. Dezember 1981 Seit den Anfängen des Nationalstrassenprogramms zeigt es sich, dass die Aufnahme eines Bauvorhabens in das Nationalstrassennetz dazu geeignet ist, auch Projekte vonSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Lieberherr Forschungsprogramm "Familie im sozialen Wandel" Motion Lieberherr Programme de recherche "La famille face au changement social" In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1982 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 10 Séance Seduta Geschäftsnummer 81.565 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.03.1982 - 08:00 Date Data Seite 174-175 Page Pagina Ref. No 20 010 463 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.