B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2098/2011 U r t e i l v o m 2 6 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Francesco Parrino, Richterin Franziska Schneider, Richter Stefan Mesmer, Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien 1. Fondation AMB, Place de la Curala 5, 1934 Le Châble VS, 2. Aquilana Versicherungen, Bruggerstrasse 46, 5401 Baden, 3. Arcosana AG, Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern, 4. Atupri Krankenkasse, Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65, 5. Auxilia Assurance-maladie SA, Case postale 7, 1941 Vollèges, 6. Avenir Assurance Maladie SA, rue du Nord 5, 1920 Martigny, 7. Caisse-maladie de la Vallée d'Entremont société coopérative, Place centrale, Case postale 13, 1937 Orsières, 8. Cassa da malsauns LUMNEZIANA, Postfach 41, 7144 Vella, 9. CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfall- versicherung AG, Bundesplatz 15, Postfach, 6002 Luzern, 10. CSS Versicherung AG, Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern, 11. Krankenversicherung Easy Sana, Rue du Nord 5, 1920 Martigny, 12. EGK Grundversicherungen, Brislachstrasse 2, Post- fach, 4242 Laufen, 13. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung, Mili- tärstrasse 36, Postfach, 8021 Zürich, 14. Genossenschaft Glarner Krankenversicherung, Sä- ge, 8767 Elm, 15. Innova Versicherungen, Bahnhofstrasse 4, Postfach 184, 3073 Gümligen, 16. innova Wallis AG, Postfach 111, 3910 Saas Grund, 17. INTRAS Assurances SA, rue Blavignac 10, case pos- tale 1256, 1227 Carouge GE, 18. KLuG Krankenversicherung, Gubelstrasse 22, 6300 Zug, 19. kmu-Krankenversicherung, Bachtelstrasse 5, 8400 Winterthur, 20. Kranken- und Unfallkasse (Bezirkskrankenkasse) Einsiedeln, Hauptstrasse 61, Postfach, 8840 Einsiedeln, 21. Agrisano Krankenkasse AG, Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG, 22. Krankenkasse Birchmeier, Hauptstrasse 22, 5444 Künten, 23. Krankenkasse Institut Ingenbohl, 6440 Brunnen, 24. Krankenkasse Luzerner Hinterland, Luzernstras- se 19, 6144 Zell LU, 25. Krankenkasse Simplon, 3907 Simplon Dorf, 26. Krankenkasse SLKK, Hofwiesenstrasse 370, Postfach 5652, 8050 Zürich, 27. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg, Unter- dorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg, 28. Krankenkasse Stoffel Mels, Bahnhofstrasse 63, 8887 Mels, 29. Krankenkasse Visperterminen, 3932 Visperterminen, 30. Stiftung Krankenkasse Wädenswil, Schönen- bergstrasse 28, 8820 Wädenswil, 31. Krankenkasse Zeneggen, 3934 Zeneggen, 32. Krankenversicherung Flaachtal AG, Bahnhofstras- se 22, Postfach 454, 8180 Bülach, 33. Moove Sympany AG, Jupiterstrasse 15, Postfach 234, 3000 Bern 15, 34. Mutuel Assurance Maladie SA, Rue du Nord 5, 1920 Martigny, 35. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahn- hofstrasse 9, Postfach, 7302 Landquart, 36. PHILOS Assurance Maladie SA, rue du Nord 5, 1920 Martigny, 37. PROVITA Gesundheitsversicherung AG, Brunngas- se 4, Postfach, 8401 Winterthur, 38. rhenusana Die Rheintaler Krankenkasse, Heinrich- Wild-Strasse 210, Postfach, 9435 Heerbrugg, 39. sana24 AG, Weltpoststrasse 19, 3015 Bern, 40. Sanagate AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, 41. sanavals Gesundheitskasse, Haus ISIS, Postfach 18, 7132 Vals, 42. sodalis gesundheitsgruppe, Balfrinstrasse 15, 3930 Visp, 43. Sumiswalder Krankenkasse, Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald, 44. Visana Versicherungen AG, Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15, 45. vita surselva, Glennerstrasse 10, Postfach 217, 7130 Ilanz, 46. vivacare AG, Weltpoststrasse 19, 3015 Bern, 47. Vivao Sympany AG, Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel, alle vertreten durch tarifsuisse ag, p.A. Waisenhausplatz 25, Postfach, 3000 Bern 7, diese wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Kurt Gemperli, Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen, Beschwerdeführerinnen, gegen Regierungsrat des Kantons Zug, Staatskanzlei, Seestrasse 2, 6300 Zug, handelnd durch die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug, Direktionssekretariat, Neugasse 2, Postfach 455, 6301 Zug, Vorinstanz. Gegenstand Krankenversicherung (Festsetzung des Kostenteilers für die Vergütung von Leistungen der Akut- und Übergangspflege im Jahr 2012). C-2098/2011 Seite 4 Sachverhalt: A. Mit Beschluss vom 1. März 2011 setzte der Regierungsr at des Kantons Zug (nachfolgend: Vorinstanz oder Regierungsrat) den kantonalen Anteil an der Finanzierung der stationären Leistungen (Ziffer 1 Abs. 1) sowie der Leistungen der Akut - und Übergangspflege (Ziffer 1 Abs. 2) für das Jahr 2012 auf 47% fest. Zur Begründung führte der Regierungsrat im Wesentlichen aus, dass Kantone, deren Durchschnittsprämie der obligatorischen Krankenvers i- cherung (OKP) für Erwachsene im Einführungszeitpunkt die schweizer i- sche Durchschnittsprämie für Erwachsene unterschreit e, g emäss Übe r- gangsbestimmungen zur Spitalfinanzierung ihren Vergütungsanteil wä h- rend fünf Jahren nach Einführung zwischen 45% und 55% festlegen könnten. Ferner führte er aus, dass der Kanton Zug, ausgehend von den im Jahr 2011 geltenden Durchschnittsprämien, den kantonalen Anteil für das Jahr 2012 auf bis zu 45% herabsetzen dürfe. Um die Auswirkungen auf den Staatshaushalt in Grenzen zu halten und um auch die Versiche r- ten vor einem zusätzlichen Prämienschub zu bewahren, werde der ka n- tonale Anteil für das Jahr 2012 auf 47% festgelegt. B. Gegen den Beschluss vom 1. März 2011 erhoben diverse im Kanton Zug tätige Krankenversicherer (nachfolgend: Beschwerdeführerinnen), vert re- ten durch tarifsuisse ag und diese wiederum vertreten durch Rechtsa n- walt Kurt Gemperli, mit Eingabe vom 7. April 2011 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und gleichzeitig auch beim Verwaltungsg e- richts des Kantons Zug. Die Beschwerdeführerinnen beantragten die Auf- hebung von Ziffer 1 Abs. 2 des Regierungsratsbeschlusses vom 1. März 2011 und die Festsetzung des kantonalen Anteils an den Kosten der Leis- tungen der Akut- und Übergangspflege für das Jahr 2012 auf 55%; eve n- tualiter beantragten sie, die Vorinstanz sei zu verpflichten, den Kostentei- ler entsprechend festzusetzen ; alles unter Kosten - und Entschädigungs- folge. Die Beschwerdeführerinnen machten geltend, gemäss Art. 7b der Ve r- ordnung des EDI vom 29. September 1995 über Leistungen in der obliga- torischen Krankenpflegeversicherung (Krankenpflege -Leistungsverord- nung, KLV, SR 832.112.31) müsse der kantonale Anteil mindestens 55% betragen; eine Übergangsbestimmung , wie sie für die Spitalfinanzierung erlassen worden sei, gebe es bei den Normen über die Pflegefinanzie-C-2098/2011 Seite 5 rung nicht, weshalb in diesem Bereich eine Festsetzung des Kostena n- teils des Kantons auf weniger als 55% nicht zulässig sei. C. Mit Schreiben vom 11. April 2011 eröffnete der Präsident des Verwa l- tungsgerichts des Kantons Zug mit dem Bundesverwaltungsgericht einen Meinungsaustausch betreffend die Zuständigkeit zur Beurteilung der B e- schwerde gegen den Beschluss des Regierungsrates vom 1. März 2011. Mit Schreiben vom 17. Juni 2011 äusserte sich der zuständige Instrukt i- onsrichter des Bundesverwaltungsgerichts gegenüber dem Präsident en des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug dahingehend, dass ge wichtige Gründe für die Auffassung vorlägen, dass Art. 53 Abs. 1 des Bundesge- setzes vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) – entgegen dem Wortlaut – im Lichte der systematischen und t e- leologischen Auslegung dahingehend zu verstehen sei, dass auch B e- schlüsse der Kantone gestützt auf Abs. 5 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 21. Dezember 2007 (Spitalfinanzierung ; nachfolgend: Übergangsbestimmungen zur Spitalfinanzierung; AS 2008 2049, BBl 2004 5551) in Verbindung mit Art. 49a Abs. 2 KVG beim Bundesve r- waltungsgericht angefochten werden können. Mit Urteil vom 28. Juni 2011 trat das Verwaltungsgericht des Kantons Zug auf die Beschwerde gegen den Beschluss betreffend Festsetzung des Kostenteilers für die Vergütung von Leistungen der Akut- und Übergangs- pflege nicht ein. D. Am 22. August 2011 ist der mit Zwischenverfügung vom 10. August 2011 einverlangte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 4'000.-- beim Bundes- verwaltungsgericht eingegangen. E. Mit Vernehmlassung vom 12. Oktober 2011 beantragte der Regierungsrat die Abweisung der Beschwerde vom 7. April 2011. Zur Begründung führte er aus, gestützt auf Art. 25a Abs. 2 KVG in Verbindung mit Art. 49a Abs. 2 KVG und Abs. 5 der Übergangsbestimmungen zur Spitalfinanzierung sei die Festsetzung des Kostenanteils des Kantons auf 47% zulässig; weder dem Gesetz noch den Materialien seien gegenteilige Hinweise zu en t- nehmen. C-2098/2011 Seite 6 F. Mit Replik vom 18. November 2011 hielten die Beschwerdeführerinnen an ihren Anträgen fest. Sie wiesen darauf hin, dass die Vorinst anz sich nicht zu Art. 7b KLV geäussert habe und keineswegs davon auszugehen sei, dass eine Verordnungsbestimmung bereits deshalb rechtswidrig sei, weil es unter den Rechtsanwendern verschiedene Auffassungen zur Ausl e- gung gebe. G. Der Regierungsrat hielt in seiner Duplik vom 21. Dezember 2011 am bis- herigen Antrag fest und führte aus, Art. 7b KLV sei nicht gesetzeskonform, da dieser Artikel der gesetzlichen Regelung, gemäss welcher der Anteil des Kantons zwischen 45% und 55% zu betragen habe, widerspreche. H. H.a Mit Zwischenverfügung vom 20. September 2012 forderte der Instruk- tionsrichter das Bundesamt für Gesundheit (nachfolgend: BAG) auf, sich zur Frage der auf die Finanzierung der Akut - und Übergangspflege a n- wendbaren Bestimmungen vernehmen zu lassen. H.b Mit Eingabe vom 18. Oktober 2012 führte das BAG aus, auf die Akut- und Übergangspflege seien im Wesentlichen die Bestimmungen von Art. 25a KVG und Art. 7b KLV anzuwenden; weder die Übergangsb e- stimmungen zur Spitalfinanzierung noch diejenigen zur Pflegefinanzi e- rung seien anwendbar. H.c Mit Stellungnahme vom 6. November 2012 führten die Beschwerd e- führerinnen erneut aus, dass auf die Akut - und Übergangspflege keine Übergangsbestimmungen anwendbar seien; die Beschwerde sei – wie beantragt – gutzuheissen. H.d Mit Stellungnahme vo m 29. November 2012 hielt die Vorinstanz an ihrem Abweisungsantrag fest und verzichtete auf weitere Ausführungen. I. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Bewei s- mittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachf ol- genden Erwägungen einzugehen. C-2098/2011 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln sind in verfah- rensrechtlicher Hinsicht in der Regel diejenigen Rechtssätze massge - bend, welche im Zeit punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2), unter Vorbehalt der spezialgesetzlichen Übe r- gangsbestimmungen. Ent sprechend beurteilt sich die Zuständig keit des Bundesverwaltungsgerichts vorliegend nach den Bestimmun gen des KVG in der durch Ziff. I des Bundesgesetzes über die Kran kenver- sicherung vom 21. Dezember 2007 (Spitalfinanzie rung; AS 2008 2049 2057; BBl 2004 5551; in Kraft seit 1. Januar 2009) geltenden Fassung. 1.2 Gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG in Verbindung mit Art. 90a Abs. 2 KVG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be schwerden gegen Be schlüsse der Kantonsregierungen nach den Art. 39, 45, 46 Abs. 4, 47, 48 Abs. 1 bis 3, 51, 54, 55 und 55a KVG. Der Regierungsrat hat mit Beschluss vom 1. März 2011 den kantonalen Anteil der Vergütung von Leistungen der Akut- und Übergangspflege fest- gelegt. Er stützte sich dabei auf Art. 25a Abs. 2 KVG in Verbindung mit Art. 49a Abs. 2 KVG und Abs. 5 der Übergangsbestimmungen zur Spita l- finanzierung. 1.2.1 Dem Wortlaut des Art. 53 Abs. 1 KVG ist – wie die Beschwerdefüh- rerinnen zu Recht festgestellt haben – nicht zu entnehmen, wie die En t- scheide gemäss obgenannten Bestimmungen angefochten werden kö n- nen. Insbesondere mit Blick darauf, dass gegen Tariffestsetzungsb e- schlüsse der Kantonsregierungen im Sinne von Art. 47 Abs. 1 KVG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG beim Bundesverwaltungsgericht B e- schwerde erhoben werden kann, stellt sich die Frage, ob in Bezug auf die vorliegende Problemstellung, die im Gesetz zwar nicht geregelt ist, der vorgenannten Konstellat ion jedoch sehr nahe kommt, ein qualifiziertes Schweigen des Gesetzgebers oder eine planwidrige Unvollständigkeit des Gesetzes und somit eine (vom Richter auszufüllende) Gesetzeslücke zu sehen ist. 1.2.2 Ein qualifiziertes Schweigen liegt vor, wenn die Auslegun g des G e- setzes ergibt, dass der Gesetzgeber eine Rechtsfrage nicht bewusst oder unbewusst offengelassen hat, sondern sie durch bewusstes Schweigen im negativen Sinn entscheiden wollte (vgl. BGE 115 II 97 E. 2b). Bereits C-2098/2011 Seite 8 aufgrund des aus dem Gesetzmässigkei tsprinzip fliessenden Erfordernis- ses des Rechtssatzes, wonach die Staatstätigkeit nur aufgrund und nach Massgabe von generell-abstrakten Rechtsnormen ausgeübt werden darf, die genügend bestimmt sind ( ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHL- MANN, Allgemeines V erwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 381 ff.), darf im Verwaltungsrecht nur zurückhaltend von einem qual i- fizierten Schweigen ausgegangen werden. Solange keine Anhaltspunkte für ein solches Schweigen vorliegen, ist beim Fehlen einer ausdrü ckli- chen Regelung grundsätzlich davon auszugehen, dass der Gesetzgeber keine negative Entscheidung getroffen hat ( RENÉ A. RHINOW/BEAT KRÄ- HENMANN, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 1990, Nr. 23 S. 74 mit Hinweisen; siehe auch ROGER PETER, Das [Verwaltungs-]Verfahren bei Zuständigkeitsstreitigkeiten im Leistung s- recht der obligatorischen Unfallversicherung, SZS 2000, S. 128, wonach ein qualifiziertes Schweigen nur anzunehmen sei, wenn konkrete Hinwe i- se diesbezüglich vorliegen). So kann grundsätzlich insbesondere dann nicht von einem qualifizierten Schweigen des Gesetzes ausgegangen werden, wenn die Gesetzesmaterialien zu einer Frage nichts aussagen (RENÉ A. RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, a.a.O., Nr. 23 S. 74). In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Beschwerdeführerinnen ist festzustellen, dass sich in den Materialien keine Hinweise zur Anfech t- barkeit der Festsetzung des Kostenteilers entnehmen lassen. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass über eine Anpassung des Art. 53 Abs. 1 KVG trotz der Gesetzesrevision (BG vom 13. Juni 2008 über die Neuordnung der Pflegefinanzierung, in Kraft seit 1. Januar 2011, AS 2009 3517 6847 Ziff. I, BBl 2005 2033]) nie diskutiert worden ist. Der Artikel hat sich de m- zufolge nicht verändert und entspricht somi t immer noch der seit 1. Januar 2009 geltenden Fassung. Anhaltspunkte für ein qualifiziertes Schweigen des Gesetzgebers liegen folglich keine vor, zumal es auch noch andere Bestimmungen gibt, deren Verletzung gemäss Botschaft und Praxis des Bundesrats nach Art. 53 Abs. 1 KVG gerügt werden kann (vgl. Art. 43 KVG Grundsatz [in der Botschaft noch Art. 39]), ohne dass dies in der gesetzlichen Grundlage explizit erwähnt wäre (vgl. Botschaft vom 6. November 1991 über die Revision der Krankenversicherung [BBl 1992 93, hier: 181]). 1.2.3 Dem Begriff nach besteht eine Lücke, wenn eine Rechtsfrage, die der Einzelfall aufgibt, gesetzlich nicht geregelt, das Gesetz also unvol l- ständig ist (BGE 134 V 182 E. 4.1 und 125 V 8 E. 3). Gemäss heutiger Auffassung der Methodenlehre ha ndelt es sich bei einer Lücke um eine C-2098/2011 Seite 9 planwidrige Unvollständigkeit des Gesetzes, die von den rechtsanwe n- denden Organen behoben werden darf ( ULRICH HÄFELIN/WALTER HAL- LER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 7. Aufl., Z ü- rich/Basel/ Genf 2008, Rz . 139 ff.). Einigkeit besteht in der Literatur und Rechtsprechung darüber, dass die rechtsanwendende Behörde eine L ü- cke, die nicht bereits durch Gewohnheitsrecht geschlossen wurde, in fre i- er Rechtsfindung schliessen kann. Sie hat dabei von den dem Erlass zugrunde liegenden Wertungen und Zielsetzungen auszugehen und nach der Regel zu entscheiden, die sie als Gesetzgeberin aufstellen würde (vgl. Art. 1 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]. Dieses Verfahren steht dami t der te- leologischen Auslegung, die der Ermittlung des Sinnes und des Zwecks einer Gesetzesbestimmung dient, sehr nahe. Um Sinn und Zweck zu e r- mitteln, muss nach den Interessen gefragt werden, die der Gesetzgeber zu berücksichtigen hatte. Oft wird bei der Lückenfüllung auch auf gesetz- liche Regelungen ähnlicher Fragen zurückgegriffen ( ULRICH HÄFE- LIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, a.a.O., Rz. 147). 1.2.4 Nach Art. 49 Abs. 1 KVG (in der bis zum 31. Dezember 2008 ge l- tenden Fassung) vereinbaren die Vertragsparteien für die Vergütung der stationären Behandlung einschliesslich Aufenthalt in einem Spital Pa u- schalen. Diese decken für Kantonseinwohner und -einwohnerinnen bei öf- fentlichen oder öffentlich subventionierten Spitälern höchstens 50% der anrechenbaren Kosten je Pati ent oder Patientin oder je Versicherte n- gruppe in der allgemeinen Abteilung (Deckungsquote). Die anrechenb a- ren Kosten werden bei Vertragsschluss ermittelt. Betriebskostenanteile aus Überkapazität, Investitionskosten sowie Kosten für Lehre und Fo r- schung werden nicht angerechnet. Gemäss Praxis des Bundesrates, wel- che vom Bundesverwaltungsgericht fortgeführt w urde, gelten diese Tari f- regeln auch dann, wenn eine Kantonsregierung im vertragslosen Zustand die Tarife festsetzt (vgl. den [unpublizierten] BRE vom 23. Juni 2004 betreffend Festsetzung de r Tarife Psychiatrie [2002-11-23] E. 4). Daher konnten Rügen in diesem Zusammenhang bei Tariffestsetzungen gemäss Art. 47 Abs. 1 KVG vorgebracht werden. Es ist kein Grund ersichtlich, wa- rum es sich seit der Revision der S pitalfinanzierung und der Neuregelung der Tarifstruktur anders verhalten sollte , so zum Beispiel hinsichtlich de r autoritativen Festlegung von l eistungsbezogenen Pauschalen nach Art. 49 KVG und der Finanzierungsregelung nach Art. 49a KVG, auch wenn diese Fälle in Art. 53 Abs. 1 KVG nicht explizit erwähnt sind. C-2098/2011 Seite 10 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass entgegen dem (unvol l- ständigen) Wortlaut von Art. 53 Abs. 1 KVG im Sinne der Füllung einer Lücke unter Rückgriff auf die ratio legis auch Beschlüsse der Kantone ge- stützt auf Abs. 5 der Übergangsbestimmungen zur Spitalfinanzierung in Verbindung mit Art. 49a Abs. 2 KVG beim Bundesverwaltungsgericht a n- gefochten werden können. 1.3 Zur Beschwerde berechtigt ist nach Art. 48 Abs. 1 des Bundesge - setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenom men hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a); durch die ange- fochtene Verfügung besonders berührt ist (lit. b); und ein schutzwürdige s Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (lit. c). Bei den Be - schwerdeführerinnen handelt es sich um Krankenversicherer, welche im Kanton Zug tätig sind. Sie sind durch den angefochtenen Beschluss ohne Zweifel besonders berührt und ha ben ein schut zwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung. Sie sind daher zur Beschwerde leg i- timiert. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der einverlangte Kostenvo r- schuss innert Frist geleistet wurde, ist darauf einzutreten. 2. 2.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich ge - mäss Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem VwVG, soweit das VGG oder das KVG keine abweichende Rege lung enthält. 2.2 Die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) sind auf die Krankenversicherung anwendbar, soweit das KVG nicht au s- drücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht (vgl. Art. 1 Abs. 1 KVG). Sie finden keine Anwendung im Bereich Tarife, Preise und Globalbudget (Art. 43 bis 55; vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. b KVG). 2.3 In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts - sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen füh renden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Massgebend sind somit namentlich die im Zeitpunkt des Regierungsrats beschlusses vom C-2098/2011 Seite 11 1. März 2011 geltenden materiellen Be stimmungen des KVG und der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenver sicherung (KVV, SR 832.102). 3. Vorliegend ist strittig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob der Regierungsrat den Anteil des Kantons an den Kosten der Leistungen der Akut- und Übergangspflege für das Jahr 2012 zu Recht auf 47% fest- gesetzt hat. 3.1 Gemäss Art. 25a Abs. 2 KVG (eingefügt durch Ziff. I 3 des Bundesge- setzes vom 13. Juni 2008 über die Neuordnung der Pflegefinanzierung, in Kraft seit 1. Januar 2011; AS 2009 3517 6847 Ziff. I; BBl 2005 2033) wer- den die Leistungen der Akut - und Übergangspflege, welche sich im A n- schluss an einen Spitalaufenthalt als notwendig erweisen und die im Sp i- tal ärztlich angeordnet werden, von der obligatorischen Krankenpfleg e- versicherung und vom Wohnkanton des Versicherten während längstens zwei Wochen nach den Regeln der Spitalfinanzierung (Art. 49a [KVG] Abgeltung der stationären Leistungen) vergütet. Versicherer und Lei s- tungserbringer vereinbaren Pauschalen. 3.2 3.2.1 Gemäss Art. 49a Abs. 1 KVG werden die Vergütunge n nach Art. 49 Abs. 1 KVG , mit welchem die Vergütung der stationären Behandlungen (Tarifverträge mit Spitälern) geregelt wird, vom Kanton und den Versiche- rern anteilmässig übernom men. Der Kanton setzt jeweils für das Kale n- derjahr spätestens neun Monate vor dessen Beginn den für alle Kantons- einwohner geltenden kantonalen Anteil fest. Der kantonale Anteil beträgt mindestens 55% (Art. 49a Abs. 2 KVG). Diese Bestimmung wurde durch Ziff. I des Bundesgesetzes vom 21. Dezember 2007 (Spitalfinanzierung) eingefügt u nd ist seit dem 1. Januar 2009 in Kraft (AS 2008 2049; BBl 2004 5551); zudem wurde n Übergangsbestimmungen zu dieser Ä n- derung erlassen. 3.2.2 Die Kantone setzen ihren Finanzierungsanteil nach Art. 49a Abs. 2 KVG spätestens per 1. Januar 2012 fest. Kantone, deren Durchschnitts- prämie für Erwachsene im Einführungszeitpunkt nach Abs. 1 die schwe i- zerische Durchschnittsprämie für Erwachsene unterschreitet, können i h- ren Vergütungsanteil zwischen 45% und 55% festlegen. Bis zum 1. Januar 2017 darf die jährliche Anpassung d es Finanzierungsanteils ab C-2098/2011 Seite 12 erstmaliger Festsetzung höchstens zwei Prozentpunkte betragen (Abs. 5 der Übergangsbestimmungen zur Spitalfinanzierung). 3.3 Gemäss Art. 7b KLV übernehmen der Wohnkanton und die Versich e- rer die Kosten der Leistungen der Akut - und Übergangspflege anteil s- mässig. Der Wohnkanton setzt jeweils für das Kalenderjahr spätestens neun Monate vor dessen Beginn den für alle Kantonseinwohner und -ein- wohnerinnen geltenden kantonalen Anteil fest. Der kantonale Anteil b e- trägt mindestens 55%. Diese Bestimmung ist seit dem 1. Januar 2011 in Kraft (AS 2009 3527 6849 Ziff. I). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerinnen beantragten die Aufhebung der ang e- fochtenen Verfügung und die Festsetzung des Kostenanteils des Kantons auf 55%. Sie machten geltend, bei der Akut- und Übergangspflege handle es sich um eine neue Leistungsart, weshalb nicht vom Übergang von e i- ner alten zu einer neuen Ordnung die Rede sein könne. Abs. 5 der Über- gangsbestimmungen zur Spitalfinanzierung sei vorliegend demzufolge nicht anwendbar. Sie führten zudem aus, dass in den Übergangsbesti m- mungen zur Spitalfinanzierung mit der schrittweisen Anpassung des Ka n- tonsanteils eine Ausnahmeregelung statuiert worden sei, die jedoch nicht auch für die Finanzierung der Akut- und Übergangspflege gelte. 4.2 Die Vorinstanz beantragte die Abweisung der Beschwerde und mac h- te geltend, dass Art. 25a Abs. 2 KVG auf Art. 49a KVG verweise und die- ser die Anwendbarkeit der Regeln der Spitalfinanzierung vorsehe. Zu den Normen der Spitalfinanzierung sei eine Übergangsbestimmung e rlassen worden, weshalb diese Bestandteil des Art. 49a KVG und somit anz u- wenden sei; nicht zur Anwendung kämen etwa die Übergangsbesti m- mungen zur Pflegefinanzie rung. Ferner führte die Vorinstanz aus, aus dem Umstand, dass im Parlament die Anwendbarkeit der Übergangsbe- stimmung nicht thematisiert worden sei, könne nicht geschlossen werden, dass die Übergangsbestimmung en zur Spitalfinanzierung in Bezug auf die Vergütung der Leistungen der Akut - und Übergangspflege nicht a n- zuwenden sei en; vielmehr sei davon aus zugehen, dass deren Anwen- dung als selbstverständlich betrachtet worden sei. Schliesslich sei auch das Argument der Beschwerdeführerinnen, dass die meisten Kantone i h- ren Anteil auf 55% festgelegt hätten, kein stichhaltiges Argument dafür, dass eine Festsetz ung auf 47% gestützt auf die genannten Bestimmu n-C-2098/2011 Seite 13 gen im KVG nicht zulässig sein sollte, da ohnehin davon auszugehen sei, dass Art. 7b KLV nicht gesetzeskonform erlassen worden sei. 4.3 Aus den gesetzlichen Bestimmungen geht klar hervor, dass die Akut- und Übergangspflege nach den Regeln der Spitalfinanzierung zu finan- zieren ist. Somit ist in Bezug auf die Finanzierung grundsätzlich Art. 49a Abs. 2 KVG an zuwenden. Abs. 5 der Übergangsbestimmung en zur Sp i- talfinanzierung äussert sic h zudem zur Frage, welche Regeln während der Einführungsphase gelten. Aus den parlamentarischen Debatten geht hervor, dass mit der Bandbreite von 45% bis 55% für den Kantonsanteil sowie mit der vorgegebenen maximalen jährlichen Erhöhung von 2% eine schrittweise, auf die Situation im Kanton zugeschnittene Einführung e r- möglicht und sowohl für die Kantone als auch für die Versicherten ein plötzlicher Kostenschub vermieden werden sollte. Da sich die Ausgangs- lage in den Kantonen sehr unterschiedlich präsentierte , erachtete der Gesetzgeber es als sachgerecht, die gesetzlichen Voraussetzungen für individuelle Lösungen bei der Einführung der neuen Bestimmungen zu schaffen. Aus den parlamen tarischen Debatten in Bezug auf da s Bundesgesetz über die Neuordnung der Pflegefinanzierung ist ferner ersichtlich, dass eine klare Trennung zwischen dem Spitalaufenthalt sowie der Akut - und Übergangspflege einerseits und der Langzeitpflege andererseits bea b- sichtigt war. Zur Begründung wur de angeführt, dass die Akut - und Über- gangspflege, welche bisher im Rahmen eines Spitalaufenthaltes von den Spitälern erbracht wurde, durch die Einführung von Fallpauschalen ve r- mehrt ausserhalb der Spitäler erbracht wer den wü rde (vgl. GEBHARD EUGSTER, Recht sprechung des Bundesgerichts zum KVG, Z ü- rich/Basel/Genf 2010, Art. 25a N 4). Da sich die beiden Bereiche aber klar von der Langzeit pflege untersch eiden würden, rechtfertige sich auch in Zukunft, die Finanzierung dieser beiden Bereiche gemeinsam nach den Regeln der Spitalfinanzierung und die Langzeitpflege separat über die Pflegefinanzierung zu regeln. Deshalb ist davon auszugehen, dass eine Unterscheidung zwischen der Finanzierung der Akut - und Übergang s- pflege und der Langzeitpflege vom Gesetzgeber gewollt war. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen handelt es sich bei der Akut - und Übergangspflege nicht um eine neue Leistungsart, sondern lediglich um eine neue Art der Finanzierung (vgl. GEBHARD EUGSTER, a.a.O., Art. 25a N 6). Selbst wenn es sich dabei um eine neue Leistungsart ha n- deln würde, könnten die Beschwerdeführerinnen daraus nichts ableiten, denn – entgegen ihrer Ansicht – können Übergangsbestimmungen grund-C-2098/2011 Seite 14 sätzlich nicht nur beim Übergang von einer bestehenden zu einer neuen Regelung, sond ern auch bei der Einführung von neuen Regeln zur A n- wendung kommen. Es bleibt indes zu prüfen, o b die Übergangsbesti m- mungen zur Spitalfinanzierung vorliegend anzuwenden sind. 4.4 Das BAG äusserte sich sowohl in seinem Dokument zur KLV "Vorge- sehene Änderungen per 1. August 2009 (andere Änderungen) und 1. Juli 2010 (Pflegefinanzierung) – Änderungen und Kommentar im Wortlaut" vom 10. Juni 2009 als auch in der Stellungnahme vom 18. Oktober 2012 dahingehend, dass die Übergangsbestimmungen zur Gesetzesänderung vom 21. Dezember 2007 (Spitalfinanzierung) auf das neue Finanzi e- rungsregime der Akut- und Übergangspflege nicht anwendbar seien. Zur Begründung führte das BAG im Wesentlichen aus, Art. 25a Abs. 2 KVG, der die Finanzierung der Akut - und Übergangspflege reg le, sei per 1. Januar 2011 in Kraft getreten, weshalb seit diesem Zeitpunkt eine R e- gelung für den Kostenteiler vorhanden sein m usste. Abs. 5 der Über- gangsbestimmungen zur Spitalfinanzierung , auf welche sich der Regi e- rungsrat stütze, sehe jedoch eine Festleg ung des Kostenteilers spätes- tens per 1. Januar 2012 vor. Bereits daraus ergebe sich, dass der Ve r- weis in Art. 25a KVG lediglich die Anwendung des Art. 49a KVG und nicht auch der dazugehörigen Übergangsbestimmungen vorsehe, weil bei Aus- schöpfung des darin statuierten zeitlichen Spielraums eine Regelungslü- cke für das Jahr 2011 entstehen würde. Ferner führte das BAG aus, dass Art. 7b KLV mit Blick auf diese Überlegungen gesetzeskonform erlassen worden und daher anzuwenden sei. 4.5 Aus den obgenannten Ausführungen geht h ervor, dass die Antwort auf die vorliege nd strittige Frage nicht oh ne weitere Interpretation dem Gesetzeswortlaut entnommen werden kann. Es wird nachfolgend durch eine vertieftere Gesetzesauslegung zu ermitteln sein, welches die vom Gesetzgeber beabsichtigte Lösung war. 4.5.1 Für die Argumentation der Vorinstanz spricht, dass eine systemati- sche Auslegung von Art. 25a Abs. 2 KVG, welcher auf die Anwendbarkeit von Art. 49a KVG verweist, den Schluss nahe l egt, dass damit autom a- tisch auch die zu diesem Artikel erlass ene Übergangsbestimmung a n- wendbar sein muss. Bei dieser Auslegung wäre ferner die Frage bean t- wortet, wieso zu Art. 25a Abs. 2 KVG keine eigene Übergangsbestim- mung erlassen worden ist. C-2098/2011 Seite 15 4.5.2 Für die Auffassung der Beschwerdeführerin sprechen dagegen die folgenden Argumente. Bei einer entstehungszeitlichen Betrachtung der auslegungsbedürftigen Bestimmungen wird deutlich, dass Art. 49a Abs. 1 KVG und Abs. 5 der Übergangsbestimmungen am 21. Dezember 2007 erlassen worden und per 1. Januar 2009 in Kraft gesetzt worden sind. Die Umsetzung hatte bis spätestens zum 1. Januar 2012 zu erfolgen. Art. 25a Abs. 2 KVG datiert vom 13. Juni 2008 und Art. 7b KLV vom 24. Juni 2009; beide wurden per 1. Januar 2011 in Kraft gesetzt. Die Bestimmungen zur Akut - und Über- gangspflege wurden somit zeitlich später erlassen als die Bestimmungen zur Spitalfinanzierung, die Inkraftsetzung erfolgte allerdings ein Jahr vor dem letztmöglichen Termin für die Umsetzung der Spita lfinanzierung. Dennoch wurde die Anwendbarkeit der Übergangsbestimmungen ni r- gendwo erwähnt; dies spricht gegen die Anwendbarkeit der einschlägigen Übergangsbestimmung zu Art. 49a KVG, was die Finanzierung der Akut - und Übergangspflege angeht. Ferner ist zu beachten, dass bei Anwendung von Abs. 5 der Übergangs- bestimmungen auf Art. 25a Abs. 2 KVG und Art. 7b KLV für das Jahr 2011 eine Regelungslücke bestünde, was nicht gewollt sein kann. Auch dies spricht vorliegend somit gegen die Anwendung von Abs. 5 der Üb er- gangsbestimmungen. 4.5.3 Aus dem Gesagten folgt, dass die Finanzierung der Akut - und Übergangspflege gemäss Art. 25a Abs. 2 KVG in Verbindung mit Art. 49a Abs. 2 KVG zwar grundsätzlich den Regeln der Spitalfinan zierung folgt. Der Passus "nach den Regeln der Sp italfinanzierung" bedeutet indes nicht, dass auch die Übergangsbestim mungen zur Spitalfinanzierung ge- meint sind, weil – wie das BAG richtig darlegte – bei der Anwendung die- ser Übergangsbestimmungen für das Jahr 2011 eine Regelungslücke, was die Höhe der Ko stenanteile betrifft, bestünde. Im Unterschied zur Spitalfinanzierung findet sich für die Finanzierung der Akut - und Übe r- gangspflege demnach weder eine eigene Übergangsregelung im Gesetz noch wurden die Übergangsbestimmungen zur Spitalfinanzierung en t- sprechend ergänzt. Schliesslich muss auch mangels konkreter Hinweise in den Gesetzesmaterialien davon ausgegangen werden, dass der G e- setzgeber für die Finanzierung der Akut - und Übergangspflege keine Übergangsregelung zur Anwendung kommen lassen wollte. C-2098/2011 Seite 16 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass in Übereinstimmung mit den Ausführungen der Beschwerdeführerin nen davon auszugehen ist, dass die Gründe gegen die Anwendbarkeit der Übergangsbestimmungen überwiegen und diese somit nicht anwendbar sind. Daher ist gestützt auf Art. 25a Abs. 2 KVG in Verbindung mit Art. 49a Abs. 2 KVG und Art. 7b Abs. 1 KLV der Kostenanteil des Kantons für die Vergütung der Akut- und Übergangspflege auf mindestens 55% festzule gen. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und der angefo chtene Entscheid aufzuheben ; der Kostenanteil des Kantons ist für das Jahr 2012 auf 55% festzulegen. 5. Es bleibt noch über die Verfahrens- und Parteikosten zu befinden. 5.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Keine Verfahrenskosten werden Vori n- stanzen oder beschwerdeführenden und unterliegenden Bundesbehörden auferlegt; anderen als Bundesbehörden, die Beschwerde führen und u n- terliegen, werden Verfahrenskosten auferlegt, soweit sich der Streit um vermögensrechtliche Interessen von Körperschaften oder autonomen An- stalten dreht (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der unterliegenden Vorinstanz sind gemäss Art. 63 Abs. 2 VwVG keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der von den Beschwerdeführerinnen g e- leistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 4'000.-- ist diesen auf ein von ihnen bekannt zu gebendes Konto zurückzuerstatten. 5.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) . Die Parteientschädigung umfasst die Kost en der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 Abs. 1 VGKE). Die Beschwerdeführerinnen waren im vorliegenden Verfahren anwaltlich vertreten. Ihnen ist daher unter Berücksichtigung des Prozessausgangs zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung für die ihnen entsta n- denen notwendigen Kosten zuzusprechen. Da keine Kostennote eing e- reicht wurde, ist die Parteientschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des angefallenen und g e-C-2098/2011 Seite 17 botenen Aufwandes erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. 6. Die Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Bu n- desgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die das Bundesverwaltungsgericht gest ützt auf Art. 33 lit. i VGG in Ve r- bindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist gemäss Art. 83 lit. r des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) unzulä s- sig. Das vorliegende Urteil ist somit endgültig. C-2098/2011 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, und der angefochtene Regierung s- ratsbeschluss vom 2. März 2011 wird aufgehoben . Der Kostenanteil des Kantons wird für das Jahr 2012 auf 55% festgelegt. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Den Beschwerdeführerinnen wird zulasten der Vorinstanz eine Parteien t- schädigung von Fr. 3'500.-- zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde; Beilage : Formular Zahladresse) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Gesundheit Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis Versand: