<h2>SubmittedText<h2><p>Die Berner Fachhochschule BFH hat einen CAS "Wiederaufbau Ukraine" gestartet. 30 Ukrainerinnen werden in Biel, Luzern, Zürich und Rapperswil lernen, wie sie ihre zerbombten Dörfer und Städte wiederaufbauen können. Das CAS Wiederaufbau Ukraine ist eine praxisnahe Weiterbildung. Sie richtet sich an geflüchtete Frauen aus der Ukraine, die einen beruflichen Bezug zum Bausektor haben, an Ukrainer*innen, die schon länger in der Schweiz leben und an Mitglieder von Hilfsorganisationen, die sich am Wiederaufbau beteiligen werden. Sie bekommen das Rüstzeug, den Wiederaufbau von Gebäuden und Infrastrukturbauten in der Ukraine zu beurteilen, mitzugestalten und zu leiten. Die Kursteilnehmenden werden bewusst befähigt, wieder in Ihr Heimatland zurückkehren zu können.</p><p>Das Angebot hat eine grosse Nachfrage. Der erste Kurs ist bereits ausgebucht. Der Kurs ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Schweiz einen Beitrag an den Wiederaufbau der Ukraine leisten kann.</p><p>Ich bitte den Bundesrat in diesem Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat dieses Kursangebot?</p><p>2. Was kann der Bund beitragen, damit die Kurse weitere Verbreitung finden?</p><p>3. Unterstützt der Bunde die Kurse finanziell?</p><p>4. Wie kann die Koordination und Zusammenarbeit zwischen den Schweizerischen Bildungsorganen, den Hilfsorganisationen wie DEZA, Helvetas etc. aber auch die Schweizerisch-Ukrainische Zusammenarbeit verbessert werden?</p><p>5. Könnte dieses CAS ein Modell sein für den zukünftigen Umgang mit geflüchteten Personen, z.B. auch Klimaflüchtlinge oder Katastrophenflüchtlinge?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1) Der Bundesrat begrüsst Initiativen der Schweizer Fachhochschulen und Universitäten für Schutzsuchende. Der CAS Wiederaufbau Ukraine ermöglicht Schutzsuchenden, ihre Kompetenzen im Bereich des Wiederaufbaus für ihre Rückkehr in die Ukraine zu stärken. Gleichzeitig fördert er auch die arbeitsmarktorientierte Integration in der Schweiz, sollte ihr Aufenthalt in unserem Land aufgrund des Krieges länger dauern. Zudem ermöglicht er die Weitergabe von Fachwissen in der Ukraine. Der CAS ermöglicht es insbesondere auch Frauen, sich beim Wiederaufbau der Ukraine aktiv einzubringen.</p><p>2) Bei der Vorbereitung des CAS waren das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO und das Staatssekretariat für Migration SEM beteiligt. Auf Initiative des SECO wurden auch ukrainische Universitäten und Hochschulen miteinbezogen. Das SEM trug dazu bei, das Angebot bekannt zu machen, zum einen innerhalb seines Netzwerks mit den Kantonen und Sozialpartnern und zum anderen durch den Einbezug der ukrainischen Diaspora. So konnte ein akademisches Netzwerk zwischen der Schweiz und der Ukraine entstehen. Die Kurse werden soweit möglich auch online angeboten und können damit von Personen, die aktuell noch in der Ukraine sind, besucht werden. Damit wird auch eine Verbreitung des Wissens im Bereich des Wiederaufbaus vor Ort möglich. Der CAS wird von einem Zusammenschluss von Schweizer Fachhochschulen und Universitäten angeboten. Dadurch ist auch die Verbreitung der Information über dieses Angebot gesamtschweizerisch genügend sicherstellt.</p><p>3) Die wirtschaftliche Zusammenarbeit des SECO unterstützt den CAS mit einer einmaligen Zahlung von CHF 98'000. Mit dem Beitrag des SECO wird die administrative Organisation des CAS unterstützt. Damit können insbesondere Anfragen von Studierenden, Sponsoren und Wirtschaftspartnern zentral beantwortet werden. Ausserdem wird die Koordination zwischen den Bildungsinstituten und Wirtschaftspartnern unterstützt, sowie alle Übersetzungsarbeiten, die bei der Durchführung des CAS anfallen. Die Schweizer Bildungsinstitutionen, allen voran die BFH, tragen die Kosten der konzeptionellen Vorbereitung des CAS, sowie der Dozierenden, der Logistik und des Unterrichts.</p><p>4) Der CAS ist eine Zusammenarbeit zwischen den Bildungsinstituten, der Schweizer Privatwirtschaft und dem Bund. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA ist über das Projekt informiert. Der CAS ergänzt die Arbeit der internationalen Zusammenarbeit in der Ukraine im Bereich Berufsbildung. Generell werden alle Aktivitäten des Bundes, die mit der Ukraine in Verbindung stehen, eng zwischen SECO und DEZA koordiniert. Der Einbezug der ukrainischen Universitäten stellt zudem einen wichtigen Pfeiler für die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der Ukraine dar.</p><p>5) Mit dem CAS Wiederaufbau Ukraine werden Erfahrungen im Bereich der Weiterbildung von Kriegsvertriebenen gemacht und ausgewertet. Es bestehen bereits Überlegungen dazu, wie man den CAS ausgestalten könnte, um einen grösseren Personenkreis von Flüchtenden zu adressieren. Ein wichtiges Element bei der Auswahl der Studierenden für den CAS ist, dass diese ausdrücklich das Ziel verfolgen, in die Ukraine zurückzukehren und das erworbene Wissen in ihrem Land für den Wiederaufbau anzuwenden.</p>  Antwort des Bundesrates.