A bteilung II B -7460/2006 {T 0/2} U rteil vom 6. Juli 2007 M itw irkung: R ichter D avid Aschm ann (Vorsitz), R ichter H ans U rech, R ichter Francesco Brentani; G erichtsschreiber Philipp J. D annacher. 1. X.______, 2. Y.______, beide vertreten durch R echtsanw ältin G abriele Sturm , Bahnhofstrasse 29, Postfach 323, 9471 Buchs SG 1, Beschw erdeführer gegen Z._______, vertreten durch W ild Schnyder AG , Forchstrasse 30, Postfach 1077, 8032 Zürich, Beschw erdegegnerin Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Einsteinstrasse 2, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügungen vom 9. N ovem ber 2006 in den W iderspruchsverfahren N r. 8316 und 8329 A D IA / A ID A JO B S, A ID A PER SO N A L. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 28. M ärz 2006 w urde die Eintragung von zw ei Schw eizer M arken der Beschw erdeführer im Schw eizerischen H andelsam tsblatt publiziert. Es handelte sich um die W ortm arken AID A JO BS (N r. 543'702) und AID A PER SO N AL (N r. 543'698). Beide M arken w aren hinterlegt w orden für die D ienstleistungen Personalberatung; Personalm anagem ent; Personalan- w erbung; Personalausw ahl m it H ilfe von psychologischen Eignungstests; Personalm anagem entberatung; Personal-, Stellenverm ittlung; um fassen- des Personalm arketing, Personalberatung, Personalm arktforschung, Ver- m ittlung von D auerstellen und Verleih von Tem porär Personal, Erstellung von Konzeptionen im Personalm arketing Bereich (Klasse 35). B. D ie Beschw erdegegnerin erhob m it D atum vom 28. Juni 2006 zw ei W ider- sprüche gegen die genannten M arken der Beschw erdeführer. Sie stützte sich dabei auf die W iderspruchsm arke N r. C H 496'595 AD IA, die am 15. N ovem ber 2001 für W aren und D ienstleistungen der Klassen 9, 16, 35, 41 und 42 hinterlegt w orden w ar. In der Klasse 35 um fasste das W aren- und D ienstleistungsverzeichnis folgende D ienstleistungen: Personal- und Stel- lenverm ittlung, H erausgabe von Statistiken, M arktforschung. C . Am 28. Juli 2006 nahm en die Beschw erdeführer in beiden Verfahren Stel- lung. Sie m achten geltend, die W iderspruchsm arke sei nicht rechtserhal- tend gebraucht w orden, und bestritten, dass eine Verw echslungsgefahr bestehe. D ie W idersprüche seien abzuw eisen. D . In zw ei Schreiben vom 11. August 2006 stellte die Vorinstanz m it Bezug auf die identische W iderspruchsm arke in beiden Verfahren fest, dass die fünfjährige Karenzfrist zur G ebrauchsaufnahm e nach Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 28. August 1992 über den Schutz von M arken und H erkunftsangaben (M arkenschutzgesetz, M SchG ; SR 232.11) noch nicht abgelaufen und es deshalb unbeachtlich sei, w enn der N ichtgebrauch der W iderspruchsm arke geltend gem acht w erde. E. D ie Vorinstanz erliess am 9. N ovem ber 2006 zw ei Verfügungen, in denen sie beide W idersprüche guthiess. F. G egen die Entscheide der Vorinstanz legten die Beschw erdeführer am 11. D ezem ber 2006 Beschw erden bei der eidg. R ekurskom m ission für geistiges Eigentum (im Folgenden: R KG E) ein. Sie beantragten darin, die Entscheide der Vorinstanz seien vollum fänglich aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschw erdegegnerin. D ie W ider-3 sprüche gegen die Schw eizer R egistrierung 543'702 AID A JO BS (bzw . ge- gen die Schw eizer R egistrierung 543'698 AID A PER SO N AL) seien abzu- w eisen. Zur Begründung verw iesen die Beschw erdeführer auf ihre in den vorinstanzlichen Verfahren dargelegten Positionen zur Frage der Ver- w echslungsgefahr. Eine Verw echslungsgefahr bestehe in beiden Fällen nicht. Es läge zw ar "Q uasi-D ienstleistungsgleichheit" vor, aber in beiden Fällen keine Zeichenähnlichkeit, da der Sinngehalt der Zeichen m arkant abw eichend sei. Aufgrund der am M arkt gem achten Erfahrungen könne die Verw echslungsgefahr bei den M arken ausgeschlossen w erden. G . M it Verfügung vom 12. D ezem ber 2006 vereinigte die R KG E die beiden Beschw erden und überw ies das Verfahren per 1. Januar 2007 an das Bun- desverw altungsgericht. H . Am 23. M ärz 2007 beantragte die Vorinstanz unter Verw eis auf die Be- gründung der angefochtenen Verfügungen die kostenfällige Abw eisung der Beschw erde. I. M it D atum vom 9. Juni 2007 (recte: 9. M ai 2007) reichte die Beschw erde- gegnerin ihre Stellungnahm e ein und beantragte ebenfalls die kostenfällige Abw eisung der Beschw erde. Es bestehe eine Verw echslungsgefahr zw i- schen den im W iderspruch stehenden M arken. D ies ergebe sich aus der D ienstleistungsgleichheit einerseits und der vorhandenen Zeichenähnlich- keit andererseits, die insbesondere im Erinnerungseindruck zu Verw echs- lungen führe. J. Eine Parteiverhandlung w urde nicht durchgeführt (Art. 40 des Bundesge- setzes über das Bundesverw altungsgericht vom 17. Juni 2005 [Verw al- tungsgerichtsgesetz, VG G ; SR 173.32]). D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht ist zur Beurteilung von Beschw erden ge- gen Verfügungen der Vorinstanz in W iderspruchsverfahren zuständig (Art. 31, 32 und 33 lit. d VG G ). D as vorliegende Verfahren w urde am 1. Januar 2007 von der R KG E übernom m en (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D ie Beschw erden w urden in der gesetzlichen Frist von Art. 50 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Verw altungsverfahrensge- setz, Vw VG ; SR 172.021) am 11. D ezem ber 2006 eingereicht, und der ver- langte Kostenvorschuss w urde rechtzeitig geleistet. D ie Beschw erdeführer sind durch die angefochtenen Verfügungen besonders berührt und durch die Entscheide beschw ert (Art. 48 Vw VG ). Auf die Beschw erde ist deshalb einzutreten.4 2. Zeichen, die einer älteren M arke ähnlich und für gleiche oder gleichartige W aren oder D ienstleistungen registriert sind, so dass sich daraus eine Ver- w echslungsgefahr ergibt, sind vom M arkenschutz ausgeschlossen (Art. 3 Abs. 1 lit. c M SchG ). D ie Beurteilung der Verw echslungsgefahr richtet sich nach dem Ähnlichkeitsgrad der Zeichen im Erinnerungsbild des Letztab- nehm ers (BG E 121 III 378 E. 2a Boss, 119 II 473 E. 2d R adion) und nach dem M ass an G leichartigkeit zw ischen den geschützten W aren und D ienst- leistungen. Zw ischen diesen Elem enten besteht eine W echselw irkung: An die Verschiedenheit der Zeichen sind um so höhere Anforderungen zu stel- len, je ähnlicher die Produkte sind, und um gekehrt (LU C A S D AVID in: Kom - m entar zum Schw eizerischen Privatrecht, M arkenschutzgesetz M uster- und M odellgesetz, Basel 1999, M SchG , Art. 3, N . 8). Entsprechend führt die Identität von W aren oder D ienstleistungen der zu vergleichenden M ar- ken dazu, dass an ihre U nterscheidbarkeit strenge Anforderungen gestellt w erden m üssen (BG E 117 II 321 E. 4 Valser; R KG E in sic! 2002 S. 524 E. 5 Joker). D am it eine Verw echslungsgefahr anzunehm en ist, m üssen aber noch w eitere Faktoren hinzutreten. D enn m assgeblich ist, ob aufgrund der Ähnlichkeit Fehlzurechnungen zu befürchten sind, w elche das besser be- rechtigte Zeichen in seiner Individualisierungsfunktion gefährden (BG E 127 III 160 E. 2a S. 166 Securitas). Zu berücksichtigen sind im Einzelfall der Aufm erksam keitsgrad, m it dem die Abnehm er bestim m te W aren oder D ienstleistungen nachfragen, sow ie die Kennzeichnungskraft, die den Schutzum fang einer M arke in entscheidender W eise prägt (C H R ISTO PH W ILLI, in: M arkenschutzgesetz, Kom m entar zum schw eizerischen M arkenrecht unter Berücksichtigung des europäischen und internationalen M arken- rechts, Zürich 2002, Art. 3 N . 17 ff.; BG E 122 III 382 E. 2a S. 385 Kam illo- san). N icht erforderlich ist hingegen der N achw eis konkreter Verw echslun- gen (EU G EN M AR B AC H , in: R oland von Büren / Lucas D avid [H rsg.], Schw ei- zerisches Im m aterialgüter- und W ettbew erbsrecht, Bd. III, Kennzeichen- recht, Basel 1996, M arkenrecht, S. 118; BG E 126 III 315 E. 4b S. 317 R ivella / Apiella). 3. Eine ältere M arke w ird nur geschützt, sow eit sie im Zusam m enhang m it den W aren und D ienstleistungen, für die sie beansprucht w ird, hinreichend gebraucht w orden ist (Art. 11 Abs. 1 M SchG ). D er rechtserhaltende G e- brauch m uss im W iderspruchsverfahren in den letzten fünf Jahren stattge- funden haben, bevor er durch die G egenpartei einredew eise bestritten w orden ist (Art. 32 M SchG , R KG E in sic! 2002 S. 106 E. 6.1 G enesys). Art. 12 Abs. 1 M SchG gew ährt dem M arkeninhaber allerdings eine fünfjährige Karenzfrist, um den G ebrauch aufzunehm en. Ist die Karenzfrist im Zeit- punkt der ersten Stellungnahm e zum W iderspruch noch nicht abgelaufen (vgl. Art. 22 Abs. 3 der M arkenschutzverordnung vom 23. D ezem ber 1992 [M SchV, SR 232.111]), soll der N ichtgebrauch durch die W iderspruchsgeg- nerin nicht eingew endet w erden können (D AVID , a.a.O ., Art. 32, N . 6; vgl. W ILLI, a.a.O ., Art. 32 N . 5). Jedenfalls ist die Einrede unbeachtlich, w enn sie m it der ersten Stellungnahm e vor Ablauf der Karenzfrist erfolgt (R KG E in sic! 1999 S. 281 E. 5 G enesis). D ie Benutzungsschonfrist für die am 10. 5 April 2002 am tlich publizierte W iderspruchsm arke ist erst am 11. Juli 2007 abgelaufen, die Einrede der Beschw erdeführerin also nicht zu beachten. D as D atum , an dem das vorliegende U rteil gefällt w ird, hat diesbezüglich keinen Einfluss, da eine N ichtgebrauchseinrede im W iderspruchsbe- schw erdeverfahren ohnehin zu spät erfolgt (W ILLI, a.a.O ., Art. 32, N . 5). 4. D ie Abnehm erkreise der von den drei M arken beanspruchten D ienstleis- tungen bestehen aus in der Schw eiz (potentiell) erw erbstätigen Personen und den Arbeitgebern, w elche diese aussuchen und anstellen. Auf deren Sichtw eise ist abzustellen, w enn die Verw echslungsgefahr beurteilt w ird (EU G EN M AR B AC H , D ie Verkehrskreise im M arkenrecht, sic! 2007, S. 3 ff., Ziff. I. 3.). 5. G leichartigkeit liegt vor, w enn die Abnehm erkreise auf den G edanken kom m en können, die unter Verw endung ähnlicher M arken angebotenen W aren oder D ienstleistungen w ürden angesichts ihrer üblichen H erstel- lungs- und Vertriebsstätten aus dem selben U nternehm en stam m en oder doch w enigstens unter der Kontrolle des gem einsam en M arkeninhabers "hergestellt" (D AVID , a.a.O ., Art. 3, N . 35). W ährend der Benutzungsschon- frist von Art. 12 Abs. 1 M SchG sind für die Beurteilung der G leichartigkeit die im W aren- und D ienstleistungsverzeichnis der älteren M arke enthalte- nen W aren und D ienstleistungen m assgebend (D AVID , a.a.O ., Art. 3 N . 36). D ie Vorinstanz hat festgestellt, dass die in beiden Fällen zu vergleichen- den M arken identische D ienstleistungen beanspruchen (jew eilige Erw ä- gungen III. C . 3. der beiden angefochtenen Entscheide). D ies ist nicht zu beanstanden. Auch die Beschw erdeführer gehen in ihren R echtsschriften davon aus, dass dies zutrifft. D ie Beschw erdeinstanz m uss eine von der Vorinstanz ausführlich begründete Auffassung zur W arengleichartigkeit nicht in Zw eifel ziehen, falls die Beschw erdeführer in ihren Eingaben die- ser nicht w idersprechen (R KG E in sic! 2007 S. 35 E. 4 seven [fig.]; vgl. Art. 13 Abs. 2 Vw VG ). D ies gilt hier um so m ehr, als die Beschw erdeführer die von der Vorinstanz vorgenom m ene, ausführliche W ürdigung explizit gutge- heissen haben. 6. D er Beurteilung der Zeichenähnlichkeit sind die Einträge im M arkenregis- ter zu G runde zu legen (BG E 119 II 473 E. 2b R adion). D abei m uss die Zeichenähnlichkeit aufgrund des G esam teindrucks beurteilt w erden, den die Zeichen in der Erinnerung der angesprochenen Verkehrskreise hinter- lassen (R KG E in sic! 2006 S. 478 E. 4 H ero / H ELLO ). Auf den Erinne- rungseindruck ist deshalb abzustellen, w eil das angesprochene Publikum die Zeichen in der R egel nicht gleichzeitig vor sich hat (R KG E in sic! 2006 S. 673 E. 6 O / O ). D er Erinnerungseindruck w ird einerseits w esentlich durch das Erscheinungsbild der kennzeichnungskräftigen M arkenelem ente geprägt (BG E 122 III 382 E. 2a S. 386 Kam illosan). Andererseits dürfen bei der Beurteilung der M arkenähnlichkeit schw ache oder gem einfreie 6 M arkenbestandteile nicht einfach w eggestrichen w erden (W ILLI, a.a.O ., Art. 3, N . 65; vgl. R KG E in sic! 2006 S. 90 E. 6 f. M ictonorm ). M assgebend für die Zeichenähnlichkeit sind bei W ortm arken der W ort- klang (Silbenm ass, Sprechm elodie und Folge der Vokale), das Schriftbild und gegebenenfalls der Sinngehalt der M arken (R KG E in sic! 2006 S. 763 E. 4 C LS / C .I.S.). D as Schriftbild w ird aufgrund der W ortlänge und der G leichartigkeit oder Verschiedenheit der verw endeten Buchstaben (BG E 119 II 473 E. 2c S. 476 R adion) beurteilt. D er Sinngehalt kann für den G e- sam teindruck deshalb entscheidend sein, w eil M arkenadressaten unw ei- gerlich auch gedanklich verarbeiten, w as sie hören und lesen. N eben der W ortbedeutung fallen hier auch G edankenverbindungen, w elche ein Zei- chen hervorruft, ins G ew icht (BG E 121 III 377 E. 2b Boss / Boks). O bw ohl M arken schon dann ähnlich sind, w enn sie nur in einem der Aspekte über- einstim m en (W ortklang, Schriftbild oder Sinngehalt), kann eine visuelle oder akustische Ähnlichkeit durch einen deutlich abw eichenden Sinngehalt w ettgem acht w erden (D AVID , a. a. O ., Art. 3, N . 17). Voraussetzung dafür ist, dass die Bedeutung einer M arke sofort und unw illkürlich erkannt w ird (R KG E in sic! 2006 S. 267 E. 6 Snow life). Verw echslungen infolge Verhö- rens oder Verlesens kom m en bei kurzen M arken seltener vor (BG E 121 III 377 E. 2b Boss / Boks). 6.1 Es ist die Ähnlichkeit zw ischen den Zeichen AD IA und AID A JO BS zu be- urteilen. D as Teilelem ent JO BS beschreibt (auch nach der von den Be- schw erdeführern vertretenen Auffassung) die von der angegriffenen M arke beanspruchten D ienstleistungen direkt und steht daher beim Zeichenver- gleich nicht im Vordergrund. D as andere Teilelem ent AID A, w elches am Anfang der M arke steht, w eist eine grosse visuelle Ähnlichkeit m it der W i- derspruchsm arke auf, da einzig die R eihenfolge der Buchstaben "D " und "I" vertauscht w ird. Ebenso sinnfällig ist die Ähnlichkeit in akustischer H in- sicht, da das Vertauschen der beiden Buchstaben "D " und "I" w eder zu ei- nem unterschiedlichen Silbenm ass noch zu einer anderen Sprechm elodie führt und im übrigen auch die Vokalfolge der W iderspruchsm arke A - I - A nicht verändert oder erw eitert w ird. D ie Beifügung des nicht kennzeich- nungskräftigen Elem ents JO BS verm ag diese visuelle und akustische Ähn- lichkeit zw ischen AD IA und dem Elem ent AID A nicht w ettzum achen. O b der Zusatz JO BS von den Beschw erdeführern gem äss ihrer D arlegung "bew usst" als Bestandteil ihrer M arke gew ählt w orden ist, ist für die Beur- teilung der Verw echslungsgefahr nicht von Bedeutung. Auch aus dem w ei- teren Vorbringen der Beschw erdeführer, w onach das zusätzlich enthaltene Elem ent einen "notw endigen H inw eis auf das Tätigkeitsgebiet der M arken- inhaber" darstellt, kann nichts zu ihren G unsten abgeleitet w erden. D as Vorbringen bestätigt im G egenteil die R ichtigkeit der vorgenom m enen W ürdigung des Elem ents JO BS im G esam teindruck (schw ache Kennzeich- nungskraft). Ein Sinngehalt der M arke AD IA ist nicht erkennbar. Auf Seiten der angegriffenen M arke verhält es sich diesbezüglich w ie folgt: Zw ar gibt es eine berühm te O per des italienischen Kom ponisten G iuseppe Verdi m it dem Titel AID A, im Zusam m enhang m it dem Elem ent JO BS ergibt sich aber kein erkennbarer Sinngehalt, der von den m assgeblichen Verkehrs-7 kreisen sofort und unw illkürlich erkannt w ird. Im Ü brigen ist AID A als Be- griff w ie auch als Abkürzung vieldeutig, w as die Annahm e nicht stützt (vgl. http://de.w ikipedia.org/w iki/AID A ). AID A ist beispielsw eise auch ein in der Schw eiz verw endeter w eiblicher Vornam e. Eine Zeichenähnlichkeit ist dar- um insgesam t zu bejahen, zum al es beidseits an einem sofort und unw ill- kürlich erkennbarem Sinngehalt fehlt, w elcher die anderw eitig bestehende Ähnlichkeit aufheben w ürde. 6.2 Im zw eiten Fall, w o es um den Vergleich von AD IA und AID A PER SO N AL geht, gilt w eitgehend das bereits G esagte: D ie zw eite angegriffene M arke enthält m it dem Elem ent PER SO N AL ebenfalls ein W ortelem ent, w elches die beanspruchten D ienstleistungen direkt beschreibt. D ie Frage der aku- stischen und visuellen Ü bereinstim m ung zw ischen AD IA und dem auf Sei- ten der angegriffenen M arke im Vordergrund stehenden, kennzeichnungs- kräftigen Bestandteil AID A beurteilt sich gleich w ie im ersten Fall. D iesel- ben G ründe w ie in jenem Fall sprechen auch hier gegen die Annahm e ei- nes abw eichenden Sinngehalts. 7. Schliesslich ist zu prüfen, ob auch die w eiteren Elem ente der Verw echs- lungsgefahr vorliegen. O bw ohl die von den betreffenden Zeichen bean- spruchten D ienstleistungen nur von bestim m ten Kreisen nachgefragt w er- den, handelt es sich dabei um kein Fachpublikum , w elches bei der N ach- frage der D ienstleistungen m it erhöhter Aufm erksam keit vorgehen w ürde. D ie W iderspruchsm arke AD IA ist als nicht beschreibende M arke kenn- zeichnungskräftig für die beanspruchten D ienstleistungen, w eshalb ihr ein durchschnittlicher Schutzum fang eignet. Es besteht dam it eine reale G e- fahr, dass der geringfügige U nterschied zw ischen "AD IA" und dem in bei- den angegriffenen M arken figurierenden Elem ent "AID A" von den Abneh- m erkreisen überhört bzw . überlesen w ird oder in der Erinnerung verw ischt. Insofern besteht eine direkte Verw echslungsgefahr zw ischen den M arken, w enn auch die Verkehrskreise kaum von einer orthographisch m issglück- ten W iedergabe der W iderspruchsm arke ausgehen m ögen, w ie die Be- schw erdegegnerin geltend m acht. D ie in den angegriffenen M arken enthal- tenen zusätzlichen Elem ente JO BS beziehungsw eise PER SO N AL verm ö- gen die Verw echslungsgefahr angesichts ihres direkt beschreibenden C ha- rakters für identische D ienstleistungen nicht zu bannen. D ie (unbelegte) Behauptung der Beschw erdeführer, w onach es am M arkt zu keinerlei tat- sächlichen Verw echslungen der kollidierenden M arken gekom m en ist, fällt nicht ins G ew icht (BG E 126 III 315 E. 4b S. 317 R ivella / Apiella). Im Er- gebnis besteht eine Verw echslungsgefahr zw ischen der M arke AD IA und den M arken AID A JO BS sow ie AID A PER SO N AL. D ie angefochtenen Ent- scheide sind som it zu bestätigen. D ie angegriffenen M arken sind aus dem R egister zu löschen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w erden die Beschw erdeführer für das Beschw erdeverfahren kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 8 und 64 Abs. 1 Vw VG ). D er Kostenanspruch ist m it dem geleisteten Kosten- vorschuss zu verrechnen. 9. D ie Spruchgebühr des Beschw erdeverfahrens (G erichtsgebühr) ist nach U m fang und Schw ierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und fi- nanzieller Lage der Parteien zu bestim m en (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). Im W iderspruchsbeschw erdeverfahren ist dafür das Interesse der W ider- sprechenden an der Löschung, beziehungsw eise der W iderspruchsgegne- rin am Bestand der angefochtenen M arke zu veranschlagen. Es w ürde al- lerdings zu w eit führen und könnte im Verhältnis zu den geringen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens abschreckend w irken, w enn dafür im Ein- zelfall stets konkrete Aufw andsnachw eise verlangt w ürden. M angels ande- rer streitw ertrelevanter Angaben ist der U m fang der Streitsache deshalb nach Erfahrungsw erten auf Fr. 55'000.-- festzulegen (JO H AN N ZÜ R C H ER , D er Streitw ert im Im m aterialgüter- und W ettbew erbsprozess, sic! 2002, S. 505; LEO N Z M EYE R , D er Streitw ert in Prozessen um Im m aterialgüterrechte und Firm en, sic! 2001, S. 559 ff., LU C A S D AVID , in: R oland von Büren/Lucas D a- vid [H rsg.], Schw eizerisches Im m aterialgüter- und W ettbew erbsrecht, Bd. I/2, D er R echtsschutz im Im m aterialgüterrecht, Basel 1998, S. 29 f.). 10. D ie Parteientschädigung ist nach Art. 14 Abs. 2 VG KE aufgrund der einge- reichten Kostennote festzusetzen. Ist w ie im vorliegenden Fall keine Kos- tennote eingereicht w orden, setzt das G ericht die Entschädigung für die notw endigen erw achsenen Kosten aufgrund der Akten fest (Art. 7 VG KE). In W ürdigung der m assgeblichen Faktoren erscheint eine Parteientschädi- gung für die Beschw erdegegnerin von Fr. 1'600.-- (inkl. allfällige M W ST) angem essen. D ieser Betrag ist ihr als Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D ie Beschw erdeführer haften für diesen Betrag so- lidarisch. 11. D ieses U rteil unterliegt keiner Beschw erde ans Bundesgericht und ist da- her rechtskräftig (Art. 73 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsgesetz, BG G ; SR 173.110]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, und die Verfügungen des Eidgenössi- schen Instituts für G eistiges Eigentum vom 29. N ovem ber 2006 (W ider- spruchsverfahren N r. 8316 und 8329) w erden bestätigt. 2. D ie G erichtsgebühr von Fr. 5'500.-- w ird den Beschw erdeführern auferlegt und m it dem erhobenen Kostenvorschuss von Fr. 5'500.-- verrechnet.9 3. D ie Beschw erdeführer haben die Beschw erdegegnerin unter solidarischer H aftbarkeit für das Beschw erdeverfahren m it Fr. 1'600.-- (inkl. M W ST) zu entschädigen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Beschw erdegegnerin (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Vorinstanz (R ef-N r. W spr. N r. 8316 und 8329, eingeschrieben, m it Beilagen) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: D avid Aschm ann Philipp J. D annacher Versand am : 11. Juli 2007