Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 14. Dezember 2022 (810 22 113) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung / Sozialhilfeabhängigkeit und Nichteinhaltung von Bedingungen Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Niklaus Ruckstuhl, Daniel Ivanov, Stefan Schulthess, Kantonsrichterin Ana Dettwiler , Gerichtsschreiber i.V. Marco Belser Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Georg Ranert, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft Vorinstanz Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sowie Wegweisung (RRB Nr. 724 vom 10. Mai 2022) A. Der nordmazedonische Staatsangehörige A.____ (geb . 1962) erhielt im Jahr 1994 eine Aufenthaltsbewilligung, nachdem er zuvor bereits seit de m Jahr 1989 als Saisonnier in der Schweiz gearbeitet hatte. Im Rahmen des Familiennach zugs erhielt im gleichen Jahr auch sei- ne Ehefrau (geb. 1967) eine Aufenthaltsbewilligung. Im Jahr 2000 wurde A.____ und vier Jahre Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht später seiner Ehefrau eine Niederlassungsbewilligung e rteilt. Aus der Ehe gingen eine Tochter (geb. 1996) und zwei Söhne (geb. 1997 und 2002) hervor. B. A.____ arbeitete bis zum Jahr 2003 als Gartenarbe iter und ist seitdem nicht mehr er- werbstätig. Nachdem er bereits zwischen Februar und Mai 1998 Sozialhilfeleistungen bezog, ist er seit dem Jahr 2004 und bis zur Gegenwart erneut auf Unterstützungsleistungen angewiesen. Mit Schreiben vom 2. Mai 2006 ermahnte ihn das Amt fü r Migration des Kantons Basel- Landschaft (AfM: heute: Amt für Migration und Bürger recht [AFMB]) und forderte ihn auf, sich ernsthaft zu bemühen, seinen Lebensunterhalt selbstständig zu bestreiten. C. Am 19. August 2004 stellte A.____ ein Gesuch um Ausri chtung einer Invalidenrente (IV-Rente), welches die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Basel-Landschaft (SVA BL) mit Verfügung vom 13. März 2006 ablehnte. Mit Gesuch vom 3 . Mai 2010 ersuchte A.____ erneut um eine IV-Rente. Dieses wies die SVA BL mit Verfügun g vom 12. September 2014 ab. Sein drittes IV-Gesuch vom 24. Juli 2017 lehnte die SVA BL mit Verfügung vom 22. Mai 2019 ab. D. Mit Verfügung vom 22. Juli 2019 widerrief das AFM B die Niederlassungsbewilligungen von A.____ und seiner Ehefrau und ersetzte diese durch Aufenthaltsbewilligungen. Es begrün- dete seinen Entscheid mit der fehlenden Teilnahme am Wirtschaftsleben der Eheleute in Folge ihrer jahrelangen Sozialhilfeabhängigkeit. E. Gegen die vorgenannte Verfügung erhoben die Ehele ute, beide vertreten durch Georg Ranert, Advokat, am 2. August 2019 Beschwerde beim Regi erungsrat des Kantons Basel- Landschaft (Regierungsrat) und verlangten deren Aufhe bung und Zurückweisung zur Neubeur- teilung an das AFMB, da die darin enthaltenen Bedingungen zu unbestimmt verfasst seien. F. Am 12. November 2019 hiess der Regierungsrat die Be schwerde mit Beschluss (RRB) Nr. 2019-1519 gut und wies die Angelegenheit zur Neubeurteilung an das AFMB zurück. G. Auf Grundlage des RRB vom 12. November 2019 erliess das AFMB am 6. April 2020 erneut eine Verfügung, mit welcher es die Niederlassungsbewilligungen der Ehegatten widerrief und durch Aufenthaltsbewilligungen ersetzte. Das AFMB ve rband die Aufenthaltsbewilligungen mit den Bedingungen, dass sich die Eheleute um eine ihnen aus medizinischer Sicht zumutbare Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von mindestens 80% zu bemühen, sich auf ausgeschriebe- ne Stellen zu bewerben und keine Blindbewerbungen zu versenden sowie monatlich acht detail- lierte Nachweise über Arbeitsbemühungen (inklusive Stel leninserat, Bewerbungsschreiben so- wie gegebenenfalls Antwortschreiben) zu belegen und die se dem AFMB jeweils Ende Juni, September, Dezember sowie März unaufgefordert zuzustell en hätten. Sodann hätten sie sich weiterhin an die Rechtsordnung zu halten und ihren fi nanziellen Verpflichtungen nachzukom- men. H. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das AF MB am 5. November 2021 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung von A .____ und wies diesen aus der Schweiz aus. Zur Begründung führte das AFMB zusammenfassend aus, bei A.____ liege eine langjähri- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ge Sozialhilfeabhängigkeit vor und er habe zudem die mit der Verfügung vom 6. April 2020 auf- erlegten Bedingungen nicht eingehalten. I. Gegen diese Verfügung erhob A.____, wiederum und nachfolgend immer vertreten durch Advokat Georg Ranert, mit Eingabe vom 18. Novem ber 2021 beim Regierungsrat Be- schwerde und begehrte unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der angefochte- nen Verfügung und Verlängerung seiner Aufenthaltsbew illigung. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und an das AFMB zurückzuweisen. Zudem stellte A .____ ein Gesuch um unent- geltliche Prozessführung und Verbeiständung. J. Mit RRB Nr. 2022-724 vom 10. Mai 2022 wies der Regi erungsrat die Beschwerde ab. K. Mit Eingabe vom 19. Mai 2022 erhob A.____ (nachfo lgend Beschwerdeführer genannt) beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassun gs- und Verwaltungsrecht (Kan- tonsgericht), Beschwerde und verlangt die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und die Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung, unter o/e-Kostenfolge. Mit Eventualbegehren bean- tragt der Beschwerdeführer, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und das AFMB sei anzuweisen, ihm die Aufenthaltsbewilligung zu verlän gern. Subeventualiter sei der angefochte- ne Beschluss aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubeu rteilung an das AFMB zurückzu- weisen. Sodann stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung. Am 20. Juli 2022 reichte der Beschwerdeführer seine Beschwerdebegründung ein. L. Der Regierungsrat beantragt in seiner Vernehmlassung vom 3. August 2022 die kos- tenfällige Abweisung der Beschwerde. M. Mit Präsidialverfügung vom 24. August 2022 wurde das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt und der F all der Kammer zur Beurteilung über- wiesen. N. Am 22. September 2022 reichte der Rechtsvertreter d es Beschwerdeführers seine Ho- norarnote ein. O. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten d ie Parteien an den gestellten Be- gehren und wesentlichen Begründungen fest. Der Beschwerdeführer reicht zudem neun weitere Unterlagen ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht, zulässig. Da weder ein Aussch lusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vorliegt, ist die Zuständigkeit des Kantons-Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenhei t gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwür diges Interesse an dessen Aufhe- bung, womit er gestützt auf § 47 Abs. 1 lit. a VPO zur Beschwerde legitimiert ist. Auch die wei- teren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob das AFMB die Aufenthaltsbewilligung des Be- schwerdeführers zu Recht nicht verlängert und diesen aus der Schweiz weggewiesen hat. 3.1 Nach Art. 33 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Ausl änderinnen und Ausländer und über die Integration (AIG) vom 16. Dezember 2005 ist d ie Aufenthaltsbewilligung befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nac h Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen. Ge- mäss Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG kann die zuständige Behö rde die Aufenthaltsbewilligung widerru- fen, wenn die Ausländerin oder der Ausländer oder ein e Person, für die sie oder er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Entgegen dem Wor tlaut ist der Widerruf nicht bei jedem So- zialhilfebezug erfüllt. Zum einen muss die Sozialhilfeabhängigkeit erheblich sein und zum ande- ren muss die Gefahr einer fortgesetzten Sozialhilfeabhän gigkeit bestehen (vgl. MARC SPESCHA , in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl., Zü- rich 2019, Rz. 14 zu Art. 62 AIG). Für die Beurteilun g der Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit ist von den aktuellen Verhältnissen auszugehen, während die zu erwartende finanzielle Entwick- lung auf längere Sicht abgewogen wird. Ausschlaggebend ist eine Prognose zur voraussichtli- chen Entwicklung der finanziellen Situation in Berücksichtigung der realisierbaren Einkommens- aussichten. Beim Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit geht es in erster Linie darum, eine zusätzliche und damit künftige Belastung der öffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden. Der auf die- se Bestimmung gestützte Widerruf der Bewilligung (bzw. d eren Nichtverlängerung) fällt grund- sätzlich dann in Betracht, wenn eine Person hohe finanzie lle Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Z ukunft für ihren Lebensunterhalt sor- gen wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_13/2018 vom 16. November 2018 E. 3.2 mit Hin- weisen). Ob der Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängi gkeit nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG vor- liegt, wird jeweils objektiv – ohne Rücksicht auf das Versch ulden – beurteilt. Massgeblich ist die Höhe der ausgerichteten Beträge sowie die prognostisch e Beurteilung, ob mit einer Ablösung von der Sozialhilfe (noch) gerechnet werden kann. Ob und inwieweit die betroffene Person ein Verschulden an der Sozialhilfeabhängigkeit trifft, besc hlägt nicht die Frage des Widerrufsgrun- des, sondern bildet Teil der Prüfung der Verhältnismässigkeit der aufenthaltsbeendenden Mass- nahme (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfa ssungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 4. Mai 2022 [810 21 273] E. 3.1 mit Verweisen). 3.2 Der Regierungsrat erwog, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2004 auf Unter- stützung durch die Sozialhilfe angewiesen sei und der bislang bezogene Gesamtbetrag sich per Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Juli 2021 auf Fr. 637'564.35 belaufen habe. Der Sozia lhilfebezug könne als dauerhaft und er- heblich bezeichnet werden. Angesichts der langen Abwesen heit des Beschwerdeführers vom Arbeitsmarkt von 18 Jahren sei mit überwiegender Wahrsch einlichkeit auch von einem zukünf- tigen Unterstützungsbedarf durch die Sozialhilfe auszugehen. Selbst wenn er eine neue Anstel- lung finden würde, sei aufgrund seiner langjährigen fehlenden Erwerbstätigkeit und der daraus resultierenden fehlenden Beiträge an die Sozialversiche rungen und in die berufliche Vorsorge anzunehmen, dass er für seinen Lebensunterhalt in erhe blichem Mass auf Ergänzungsleis- tungen angewiesen wäre. Der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG sei somit erfüllt. 3.3 Der Beschwerdeführer bestreitet seine Sozialhilfea bhängigkeit nicht und führt aus, er sei in der Vergangenheit auf die Unterstützung durch d ie Sozialhilfe angewiesen gewesen, was auch gegenwärtig noch der Fall sei. 3.4 Für die Beurteilung der Erheblichkeit des Sozialhil febezugs ist die Gesamtsumme der bisher entstandenen Sozialhilfeleistungen massgebend. Ei n Sozialhilfebezug kann bereits ab einem Betrag von Fr. 50'000.-- als erheblich gelten (v gl. Urteile des Bundesgerichts 2C_813/2019 vom 5. Februar 2020 E. 2.3 und 2C_263/2 016 vom 10. November 2016 E. 3.1.3 je mit Hinweisen). Gemäss Auskunft des Sozialdienstes B .____ (vgl. E-Mail vom 25. Oktober 2021) beliefen sich die seit dem Jahr 2004 bezogenen Sozialhilfeleistungen per 25. Oktober 2021 auf Fr. 687'713.50. Damit ist festzustellen, dass der bisher erfolgte Sozialhilfebezug des Beschwerdeführers zweifellos als erheblich zu bezeichnen ist. 3.5 Den Akten kann sodann entnommen werden, dass der Be schwerdeführer seit dem Jahr 2004 nicht mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig ist. Bis zum heutigen Zeitpunkt stellte er zudem drei IV-Gesuche, welche alle abgelehnt wurden und in welchen ihm jeweils eine Arbeits- fähigkeit von 100% bzw. 85% attestiert wurde. Vor diese m Hintergrund und der seit Jahren an- dauernden Unterstützung durch die Sozialhilfe ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszuge- hen, dass beim Beschwerdeführer auch zukünftig eine Unt erstützungsbedürftigkeit vorliegen wird. Eine andere Auffassung vertritt auch der Beschwe rdeführer nicht. Insofern bejahte der Regierungsrat zu Recht das Bestehen einer konkreten Gefa hr einer fortgesetzten und erhebli- chen Sozialhilfeabhängigkeit, womit der Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG erfüllt ist. 4.1 Nach Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG kann die zuständig e Behörde die Aufenthaltsbewilligung sodann widerrufen, wenn die Ausländerin oder der Auslä nder eine mit der Verfügung verbun- dene Bedingung nicht einhält. Konkret bedeutet dies, dass nach einer Rückstufung ein Widerruf bzw. eine Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung möglich ist, wenn die mit der Bewilli- gung verbundenen Bedingungen ohne entschuldbaren Grund nicht eingehalten werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_536/2021 vom 19. Oktober 2021 E. 4.5). 4.2 Der Regierungsrat erachtete die mit der Rückstufung verbundenen Bedingungen als nicht erfüllt. Entgegen den vom Beschwerdeführer einger eichten Arztzeugnissen von Dr. med. C.____, seinem behandelnden Psychiater, sei es ihm aus m edizinischer Sicht zumutbar, in sei- nem angestammten Berufsfeld auf dem Bau, in der Land schaftspflege bzw. im Gartenbau oder in einer anderen Tätigkeit in einem Pensum von 85% zu arbeiten, solange er dabei keine kör- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht perlich schwere Arbeit oder repetitive Arbeiten über d er Schultergürtelhöhe verrichten müsse. Er habe jedoch darauf verzichtet, einer ihm zumutbaren Erwerbstätigkeit in einem Pensum von mindestens 80% nachzugehen, obwohl ihm dies aus medizin ischer Sicht möglich wäre. Damit habe er die mit seiner Aufenthaltsbewilligung verbunde ne Bedingung, sich um eine zumutbare Erwerbstätigkeit im Umfang von mindestens 80% zu bemüh en, nicht erfüllt. Aus diesen Grün- den sei auch der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erfüllt. 4.3 Der Beschwerdeführer führt in seiner Beschwerdebegr ündung einerseits zwar aus, er habe die Bedingung, sich um eine zumutbare Arbeit zu bemühen, vermutlich nicht erfüllt. Ande- rerseits wirft er trotz diesem eigentlichen Zugeständni s die Frage auf, ob seine von Dr. med. C.____ mehrmals attestierte Arbeitsunfähigkeit objektiv dafür ausreichend gewesen sei, dass er mittels Abgabe der Arbeitsunfähigkeitszeugnisse an das AF MB in entschuldbarer Weise von der Einhaltung der gesetzten Bedingungen habe ausgeh en können. Es möge zwar zutreffen, dass er die aufgestellte Bedingung objektiv nicht erfül lt habe. Er habe jedoch angenommen, durch sein Verhalten alles korrekt zu erfüllen. Im Weit eren entgegnet der Beschwerdeführer anlässlich der Parteiverhandlung, seine ab Mai 2022 getätigten Arbeitssuchbemühungen hätten gezeigt, dass er praktisch über keine konkreten Arbeitschan cen verfüge. Er habe keine einzige positive Rückmeldung bekommen, sei zu keinem Vorstellungsgespräch eingeladen worden und habe sehr oft überhaupt keine Rückmeldung erhalten. Ei n Verstoss gegen die mit der Rückstu- fung ihm auferlegten Bedingungen liege deshalb nicht vor. 4.4 Gemäss den in der Verfügung des AFMB vom 6. Apri l 2020 aufgestellten Bedingungen wurde der Beschwerdeführer dazu verpflichtet, sich um eine aus medizinischer Sicht ihm zu- mutbare Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von mindestens 80% zu bemühen. Hierzu habe er sich auf ausgeschriebene Stellen zu bewerben und keine Bl indbewerbungen zu versenden so- wie monatlich acht detaillierte Nachweise über Arbeits bemühungen (inklusive Stelleninserat, Bewerbungsschreiben sowie gegebenenfalls Antwortschreibe n) zu belegen und diese dem AFMB jeweils Ende Juni, September, Dezember sowie März u naufgefordert zuzustellen. Den Akten kann entnommen werden, dass bis zur Verfügung des AFMB vom 5. November 2021 keine Arbeitssuchbemühungen des Beschwerdeführers vorlieg en. Dieser beschränkte sich seit der Rückstufungsverfügung des AFMB vom 6. April 2020 viel mehr darauf, regelmässig Arzt- zeugnisse von seinem Psychiater einzureichen, welche ihm je weils eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bescheinigten (vgl. Arztzeugnisse von Dr. med. C.____ vom 15. Oktober 2020, 30. De- zember 2020, 3. März 2021 und 5. Mai 2021). Zusätzlich stützt er sich auf einen von diesem dem AFMB eingereichten ärztlichen Bericht vom 21. Juni 2021. Diesem kann entnommen wer- den, dass sich der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2007 in ambulanter psychiatrischer Be- handlung befinde und seit dem 22. Juni 2015 bei Dr. med. C.____ wöchentliche Termine wahr- nehme. Sodann leide der Beschwerdeführer an einer chro nifizierten schizoaffektiven Störung, gegenwärtig depressiv (ICD-10 F25.1), einer immer wied erkommenden mittel- bis schwergradi- gen depressiven Störung (ICD-10 F32.1), einer anhalte nden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und einer kombinierten Persönlichkeitss törung mit narzisstischen, paranoiden und massiv aggressiven Zügen (ICD-10 F61.0). Er sei in ein em schlechten Ernährungszustand und führe sehr oft grundlos Selbstgespräche. Aus psychiatri scher Sicht sei er seit langem zu 100% arbeitsunfähig und werde dies voraussichtlich noch längere Zeit bleiben, da keine Besse- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung in Aussicht sei. Auch aus kognitiver Sicht sei er ni cht in der Lage, irgendwelcher Arbeit nachzugehen. Es lägen immer wieder Inkontinenzmerkmale v or und er sei auf die Hilfe seiner Ehefrau angewiesen. Eine Arbeitstätigkeit sei weder in der freien Wirtschaft noch im geschütz- ten Rahmen möglich. Im Übrigen sei er nicht in der L age, selber Bewerbungen zu schreiben bzw. sich für irgendwelche Arbeitsstellen zu bewerben. 4.5.1 Soweit der Beschwerdeführer die Auffassung vertrit t, er habe aufgrund der eingereich- ten Arztzeugnisse sowie des Arztberichts von Dr. med. C.____ und der darin ihm bescheinigten Arbeitsunfähigkeit von 100% die ihm auferlegten Bed ingungen in entschuldbarer Weise nicht erfüllt, gilt es nachfolgend, die besagten Arztzeugnisse b zw. den erwähnten Arztbericht zwecks Überprüfung von deren Konsistenz und Plausibilität einem Vergleich mit anderen aktenkundi- gen medizinischen Unterlagen zu unterziehen. In diesem Z usammenhang finden sich in den Akten insbesondere drei relevante Unterlagen, welche si ch mit dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers näher auseinandersetzen: Das Urteil der sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 19. März 2015 (vgl. Urteil des Kantonsge- richts, Abteilung Sozialversicherungsrecht [KGE SV], vom 1 9. März 2015 [720 14 319/60]), das neurologische Gutachten von Dr. med. D.____ vom 1. Jun i 2018 sowie das psychiatrische Gut- achten von Dr. med. E.____ vom 17. Oktober 2018. 4.5.2 Das Urteil des Kantonsgerichts vom 19. März 2015 (vg l. KGE SV vom 19. März 2015 [720 14 319/60]) erging im Hinblick auf das zweite IV-G esuch des Beschwerdeführers vom 3. Mai 2010 und des damaligen Beschwerdeverfahrens. Da rin stützte sich das Kantonsgericht zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf ein interdisziplinäres Gutachten des Zentrums für Medizinische Begutachtung (ZMB) vom 31. März 2011. Dieses attestierte dem Beschwerdeführer sowohl im rheumatologischen als auch neurologischen und psychologischen Bereich keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. A us rheumatologischer Sicht seien Tätig- keiten mit einem Belastungsprofil für leichte bis mit telschwere körperliche Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule, insbesondere der Halswi rbelsäule, vollschichtig zumutbar (vgl. KGE SV, a.a.O., E. 6.1 Absatz 2). In neurologisch er Hinsicht würden sich lediglich unter Würdigung der degenerativen Veränderungen der Halswir belsäule Einschränkungen ergeben, indem Tätigkeiten mit Kopfzwangshaltungen, Arbeiten über dem Kopf sowie regelmässiges He- ben und Tragen von Lasten über 10 kg nicht geeignet s eien (vgl. KGE SV, a.a.O., E. 6.1 Ab- satz 2). Sodann bestehe aus psychologischer Sicht eine hi strionisch akzentuierte Persönlich- keit, die jedoch die erhebliche Schwere nicht erfülle ( vgl. KGE SV, a.a.O., E. 6.1 Absatz 3). Ge- samthaft zeige sich, dass der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des aus neurologischer Sicht formulierten Zumutbarkeitsprofils voll arbeitsfähig sei, da ihm eine Willensanstrengung zur Überwindung seines psychosomatischen Leidens zugemutet wer den könne (vgl. KGE SV, a.a.O., E. 6.1 in fine). Das Kantonsgericht sah keinen Grund, vom Gutachten des ZMB vom 31. März 2011 abzuweichen und schützte die darin enthal tenen Feststellungen sowie den Ent- scheid der SVA BL vom 12. September 2014, wonach dem B eschwerdeführer aus medizini- scher Sicht die Ausübung einer Tätigkeit, in welcher er nicht regelmässig über Schulter- und Kopfhöhe arbeiten müsse, im vollen Umfang zumutbar sei und ein Invaliditätsgrad von 0% vor- liege. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5.3 Das neurologische Gutachten von Dr. med. D.____ vom 1. Juni 2018 wurde im Zu- sammenhang mit dem dritten IV-Gesuch des Beschwerdeführe rs vom 24. Juli 2017 erstellt. Gemäss den darin enthaltenen Ausführungen hätten sich die gesundheitlichen Verhältnisse seit dem Jahr 2011 im Hinblick auf die verbleibende Arbeit sfähigkeit aus neurologischer Sicht nicht relevant verändert. Dem Beschwerdeführer könnten aufgru nd eines leichten, rechtsseitigen Cervicalsyndroms keine körperlich schweren Arbeiten und bzw. oder keine repetitiven Arbeitstä- tigkeiten über Schultergürtelhöhe mehr zugemutet werden. Sofern solche Arbeiten bzw. Arbeits- tätigkeiten unterblieben, seien dem Beschwerdeführer Tätigkeiten in seinen angestammten Be- rufen (Spengler, Bau, Landwirtschaftspflege sowie Garte nbau) jedoch weiterhin in vollem Pen- sum zumutbar. Aus neurologischer Sicht seien körperlich leichte bis mittelschwere Arbeitstätig- keiten mit Ausnahme von repetitiven Arbeitstätigkeiten über Schultergürtelhöhe in vollem Pen- sum zumutbar. Die diesbezügliche Selbsteinschätzung des Be schwerdeführers, nur noch für eine leichte Arbeit arbeitsfähig zu sein, sei gemäss de m Gutachter nicht begründet. Im Übrigen bemerkt der Gutachter, dass diverse vom Beschwerdeführer ge nannte Beschwerden neurolo- gisch nicht erklärbar seien und zudem Diskrepanzen zwischen obj ektivierbaren Befunden und der Beschwerdeschilderung vorlägen. 4.5.4 Auch das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E._ ___ vom 17. Oktober 2018 er- ging – wie das vorgenannte neurologische Gutachten vom 1. Juni 2018 – anlässlich des dritten IV-Gesuchs des Beschwerdeführers vom 24. Juli 2017. Darin w erden diesem eine rezidivieren- de depressive Störung mit chronischem Verlauf und gegenwä rtig leichtgradiger Episode (ICD- 10 F33.0) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit s owie akzentuierte (narzisstische und his- trionische) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) ohne Auswir kungen auf die Arbeitsfähigkeit dia- gnostiziert. Gemäss dem Gutachter liessen sich während der Untersuchung Inkonsistenzen, Diskrepanzen und zum Teil Widersprüchlichkeiten in den An gaben des Beschwerdeführers er- kennen. So bestehe unter anderem eine unübersehbare D iskrepanz zwischen der subjektiv als erheblich bezeichneten Schmerzintensität und der Tatsache , dass während der Untersuchung keinerlei Anzeichen von Schmerzerleben festgestellt wo rden seien. Auch habe der Beschwer- deführer gegenüber seinem behandelnden Psychiater Besc hwerden geäussert, welche er je- doch ihm gegenüber nicht mehr nenne. Im Vergleich mit den Befunden eines früheren Gutach- tens vom Juni 2011 sei es zu einer gewissen Verschlechteru ng der psychischen Beschwerden, hinsichtlich der damals diagnostizierten somatoformen Schm erzstörung aber zu einer Verbes- serung gekommen. Im Zusammenhang mit seinen akzentuier ten narzisstischen sowie teilwei- sen histrionischen Persönlichkeitszügen lasse sich beim Besch werdeführer zeitweise eine Dramatisierungstendenz erkennen. Eine schwere Depression liege nicht vor. Das Gutachten kommt zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht ohne Leistungsein- schränkung eine Arbeitstätigkeit als Gärtner von sieben S tunden pro Tag bzw. eine Arbeitsfä- higkeit im freien Arbeitsmarkt von 85% zumutbar sei. Sod ann seien im Hinblick auf eine ange- passte Tätigkeit keine besonderen Merkmale zu beachten. 4.6 In Berücksichtigung des Urteils des Kantonsgerichts v om 19. März 2015 (KGE SV vom 19. März 2015 [720 14 319/60]) und den Erkenntnissen aus dem neurologischen Gutachten von Dr. med. D.____ vom 1. Juni 2018 sowie dem psychiatrisc hen Gutachten von Dr. med. E.____ vom 17. Oktober 2018 ist mit dem Regierungsrat festzuste llen, dass diese in einem Wider- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht spruch zu den vorgenannten Arztzeugnissen sowie dem Arzt bericht vom 21. Juni 2021 von Dr. med. C.____ stehen. Das Kantonsgericht und die bei den Gutachter attestieren dem Be- schwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 85% , wenn keine körperlich schwere Ar- beit und bzw. oder keine repetitive Arbeitstätigkeit ü ber der Schultergürtelhöhe erfolgten. Mit Verweis auf die bestehende bzw. verbleibende Arbeitsfä higkeit des Beschwerdeführers lehnte auch die SVA BL dessen drei bisherigen IV-Gesuche ab. In Anbetracht dessen vermögen die Arztzeugnisse sowie die Ausführungen im Arztbericht von Dr . med. C.____ vom 21. Juni 2021, wonach der Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig sei, nicht zu überzeugen, zumal diese auch keine Auseinandersetzung mit den widersprüchlichen Erkenntnissen aus den IV-Verfahren enthalten. Vielmehr ist anzunehmen und durften das A FMB sowie der Regierungsrat davon ausgehen, dass es dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht zumutbar gewesen war bzw. ist, in seinen angestammten Berufstätigkeiten oder in einer Verweistätigkeit mit einem Pensum von 85% zu arbeiten, wobei er jedoch keine körpe rlich schwere Arbeit und bzw. oder repetitive Arbeiten über der Schultergürtelhöhe verr ichten kann. Demzufolge kann sich der Be- schwerdeführer nicht auf die besagten Arztzeugnisse sowi e den Arztbericht von Dr. med. C.____ und die ihm darin bescheinigte Arbeitsunfähigke it von 100% stützen und die fehlenden Arbeitssuchbemühungen damit nicht entschuldigen. 4.7 Soweit der Beschwerdeführer darüber hinaus geltend macht, seine ab Mai 2022 getä- tigten Arbeitssuchbemühungen hätten gezeigt, dass er pra ktisch über keine konkreten Arbeits- chancen verfüge, weshalb der Verstoss gegen die ihm auferl egten Bedingungen unverschuldet sei, kann er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Einerseits ist vorliegend nicht zu beurtei- len, inwiefern die Einhaltung der in der Verfügung des AFMB vom 6. April 2020 enthaltenen Bedingungen realistisch erscheint, da diese in Rechtskra ft erwuchs. Andererseits war bzw. ist es dem Beschwerdeführer – wie vorstehend aufgezeigt – sei t Jahren möglich, einer Arbeitstä- tigkeit im Umfang von 85% nachzugehen. Trotzdem unterl iess er etwaige Arbeitssuchbemü- hungen, wie dies von ihm eigentlich erwartet wurde. S eine ab Mai 2022 getätigten Arbeitssuch- bemühungen erfolgten offensichtlich zu spät sowie erst u nter dem Druck der drohenden Nicht- verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung und der dam it verbundenen Wegweisung und ver- mögen die bis zur Verfügung des AFMB vom 5. November 2021 unterlassenen Bemühungen um eine Arbeitstätigkeit nicht zu heilen. 4.8 Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdefüh rer den in der Verfügung des AFMB vom 6. April 2020 mit seiner Aufenthaltsbewillig ung verbundenen Bedingungen nicht bzw. erst im Laufe des Beschwerdeverfahrens und damit ve rspätet sowie nur teilweise nachge- kommen ist und ihn daran ein Verschulden trifft. Demna ch ist auch der Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erfüllt. 5. Der Regierungsrat ist zutreffend davon ausgegangen, d ass sich der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 8 der Konvention zum Schutze der Men schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 und angesichts seiner Aufen thaltsdauer in der Schweiz grund- sätzlich auf das Recht auf Achtung des Privatlebens berufen kann und es für die Nichtverlänge- rung seiner Aufenthaltsbewilligung besonderer Gründe bedarf. Vorliegend erfüllt der Beschwer- deführer die Widerrufsgründe gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. d und e AIG und darin liegen besondere Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Umstände, die einen Eingriff in den Schutzbereich des Anspruchs auf Achtung des Privatlebens rechtfertigen. Demnach kann es nur darauf ankommen, ob der entsprechende Eingriff als ver- hältnismässig zu qualifizieren ist. Da sich die Interessenab wägung gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK mit der allgemeinen Verhältnismässigkeitsprüfung eines B ewilligungswiderrufs (vgl. Art. 96 Abs. 1 AIG; Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schwe izerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999) deckt, fallen die gebotenen Prüfsch ritte in der nachfolgenden Gesamtab- wägung zusammen (vgl. KGE VV vom 4. Mai 2022 [810 21 273] E. 4.1 und KGE VV vom 9. Dezember 2020 [810 20 150] E. 10.4 je mit Verweisen). 6.1 Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit ist eine so rgfältige Prüfung des Einzelfalls vorzunehmen, wobei die öffentlichen Interessen und die p ersönlichen Verhältnisse sowie die Integration der ausländischen Person zu berücksichtigen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_1048/2017 vom 13. August 2018 E. 4.5.3; Art. 96 A bs. 1 AIG). Beim Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit sind insbesondere die Hintergr ünde, warum eine Person sozialhilfeab- hängig wurde, und somit das Verschulden der ausländischen Person in den Entscheid mitein- zubeziehen und zu würdigen, aber auch der Grad ihrer In tegration bzw. die Dauer der bisheri- gen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile zu beachten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_709/2019 vom 17. Januar 2020 E. 4). 6.2 Als erstes ist das Vorhandensein eines öffentlichen Interessens zu prüfen. Wenn Aus- länderinnen und Ausländer dauerhaft und in erhebliche m Masse auf Sozialhilfe angewiesen sind und dadurch die öffentliche Hand stark beanspruch en bzw. belasten, ist regelmässig von einem Interesse der Öffentlichkeit an deren Wegweisung auszugehen (vgl. KGE VV vom 8. Dezember 2021 [810 21 171] E. 8.4). Vorliegend be läuft sich der Sozialhilfebezug des Be- schwerdeführers per 25. Oktober 2021 auf Fr. 687'713.5 0, wobei dieser Betrag aufgrund des anhaltenden Sozialhilfebezugs mittlerweile noch höher ausfällt. Angesichts dessen und der Tat- sache, dass die Sozialhilfeabhängigkeit seit dem Jahr 200 4 andauert, besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdefüh- rers und dessen Wegweisung aus der Schweiz, wodurch die künftige Belastung der öffentlichen Wohlfahrt verhindert wird (vgl. Urteil des Bundesgericht s 2C_311/2021 vom 7. Oktober 2021 E. 3.1). 6.3.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Sozialhilfeabh ängigkeit des Beschwerdeführers als selbstverschuldet zu qualifizieren ist (vgl. E. 3.1 hiervor). 6.3.2 Der Regierungsrat führt im angefochtenen Entsche id aus, die vom Beschwerdeführer eingebrachten Arztzeugnisse und der Arztbericht von Dr. m ed. C.____ vom 21. Juni 2021, wo- nach dieser vollständig arbeitsunfähig sei, stünden in einem Widerspruch zu den Erkenntnissen aus den bisherigen IV-Verfahren und den dabei erstell ten Gutachten von Dr. med. D.____ vom 1. Juni 2018 sowie Dr. med. E.____ vom 17. Oktober 2018 bzw. dem in diesem Zusammen- hang ergangenen Urteil des Kantonsgerichts vom 19. Mä rz 2015 (vgl. KGE SV vom 19. März 2015 [720 14 319/60]). Den in den IV-Verfahren erste llten Dokumenten komme im Vergleich zu den Arztzeugnissen und dem Arztbericht vom 21. Juni 2021, die als Privaturkunden gälten, zu- dem die Vermutung der Richtigkeit und eine grössere A ussagekraft zu. Vom Beschwerdeführer Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht dürfe erwartet werden, dass er sich im Rahmen seiner A rbeitsfähigkeit um eine Anstellung be- mühe. Was seine Behauptung angehe, allfälligen Arbeitsbemühungen wäre ohnehin kein Erfolg beschieden, hätte sich bald gezeigt, ob er tatsächlich keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt ge- habt hätte. Aus den genannten Gründen müsse der Sozialh ilfebezug des Beschwerdeführers als selbstverschuldet bezeichnet werden. 6.3.3 Demgegenüber macht der Beschwerdeführer in der Beschwerdebegründung geltend, der Regierungsrat habe nicht beachtet, dass für ihn ei n bestimmtes Tätigkeitsprofil erstellt wor- den sei, in welchem er zu einem hohen Prozentsatz ar beitsfähig sein solle. Er könne keine kör- perlich schwere Arbeit mit repetitiven Arbeiten über S chulterhöhe erledigen. Stattdessen seien körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne Zwangs haltung der Wirbelsäule, Kopf- zwangshaltungen, Arbeiten über dem Kopf sowie regelmässiges Heben und Tragen von Lasten über 10 kg möglich. Sodann verfüge er über keine Fachausbildung, weshalb lediglich Hilfsarbei- ten in Betracht kämen. Während beispielsweise Sortier- und Verpackungstätigkeiten in der Pro- duktion vorstellbar seien, fielen hingegen Reinigungs - und Putzarbeiten ausser Betracht, da dies als körperlich schwere Tätigkeit einzustufen sei. Für ihn gebe es auf dem ersten Arbeits- markt keine konkret realisierbaren Chancen, solche Arten v on einfachen bis mittelschweren Hilfstätigkeiten zu finden. Bereits sein fortgeschritt enes Alter wirke auf die meisten Arbeitgeber abschreckend. Dass seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt als sehr gering bis nicht vorhanden einzustufen seien, hätten seine verschiedenen Bewerbung en ab Mai 2022 gezeigt. So sei es bei keiner Bewerbung zu einem Bewerbungsgespräch gekom men und habe er teilweise nicht einmal Rückmeldungen erhalten. In der Parteiverhandlun g wendet der Beschwerdeführer zu- dem ein, die nicht erfolgten Arbeitsbemühungen seien bereits mit der Rückstufung im Jahr 2019 berücksichtigt worden, weshalb für die Beurteilung der Sozialhilfeabhängigkeit nur der Zeitraum seit der Rückstufung relevant sei. 6.3.4 Der Auffassung des Beschwerdeführers, er verfüg e über keine Fachausbildung und könne deshalb nur Hilfsarbeiten nachgehen, kann nicht gefolgt werden. Aus den Akten wird ersichtlich, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz meh rere Jahre in einer Baumschule so- wie als Gärtner arbeitete und davor in seiner Heimat nach der Grundschule eine dreijährige Lehre als Spengler absolviert hat. Er verfügt somit sehr wohl über spezifische Berufskenntnisse und -erfahrungen und ist nicht nur zur Hilfsarbeit b efähigt. Sodann ist es ihm trotz der vorge- brachten gesundheitlichen Einschränkungen möglich, einer angepassten Arbeitstätigkeit nach- zugehen. Diesbezüglich kann auf die umfassenden vorstehende n Ausführungen im Zusam- menhang mit der Erfüllung der ihm auferlegten Bedin gungen verwiesen werden, wonach es dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht – entgegen seiner Auffassung und den diver- sen eingereichten Arztzeugnissen sowie dem Arztbericht vom 21. Juni 2021 von Dr. med. C.____ – zumutbar gewesen war bzw. ist, in seinen ang estammten Berufstätigkeiten oder in einer Verweistätigkeit mit einem Pensum von 85% zu arbeiten, wobei er jedoch keine körperlich schwere Arbeit und bzw. oder repetitive Arbeiten über d er Schultergürtelhöhe verrichten kann (vgl. E. 4.5.1 ff.). Nicht einmal der Beschwerdeführer selbst geht davon aus, dass er infolge sei- nes limitierten Tätigkeitsprofils überhaupt keiner Arb eitstätigkeit mehr nachgehen könne. So nennt er Sortier- und Verpackungstätigkeiten in der Produktion als Beispiel für mögliche Arbeits- tätigkeiten. Aus diesen Gründen kann eine unverschuldete Sozialhilfeabhängigkeit aufgrund der Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesundheitlich eingeschränkten Leistungsfähigkeit des Besch werdeführers nicht angenommen werden. Wie aufgezeigt, ist der Beschwerdeführer in de r Lage, einer angepassten Erwerbs- tätigkeit nachzugehen. 6.3.5 Im Übrigen vermag auch das Vorbringen des Beschwer deführers, er fände aufgrund seines fortgeschrittenen Alters keine Arbeitsstelle, nicht zu überzeugen. Er lässt dabei ausser Acht, dass er diesen Umstand selbst zu verantworten hat, i ndem er sich jahrelang trotz aller ärztlichen Gutachten und der seine IV-Gesuche ablehnende n Entscheide der SVA BL, die ihm alle eine Arbeitsfähigkeit attestierten, nicht um eine Arbeitstätigkeit bemühte und sich auf den Standpunkt stellte, er sei nicht arbeitsfähig. Dass d adurch die Arbeitssuche immer schwieriger wird, ist zwar naheliegend, liegt jedoch im Verschulde n des Beschwerdeführers. Auch die Er- mahnung vom 2. Mai 2006 sowie die Rückstufung vom 6. Ap ril 2020 konnten ihn nicht zur Auf- nahme von Arbeitssuchbemühungen bzw. einer Erwerbstätig keit bewegen. Vielmehr bezog er weiterhin Sozialhilfeleistungen und unternahm keine B estrebungen, sich von der Sozialhilfe zu lösen, obwohl bei ihm eine Arbeitsfähigkeit von 85% vo rlag bzw. noch immer vorliegt (vgl. E. 4.5.1 ff. hiervor). Die nach dem angefochtene n Entscheid und mithin offensichtlich zu spät aufgenommenen Arbeitssuchbemühungen vermögen daran nichts zu ändern. 6.3.6 Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführung en ist dem Beschwerdeführer vor- zuwerfen, dass er es ungeachtet der bisherigen drei ab gelehnten IV-Gesuchen und den in die- sem Zusammenhang ergangen ärztlichen Gutachten (vgl. dazu E. 4.5.1 ff. hiervor) unterlassen hat, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, die es ihm erlaubt hätte, sich von der Sozialhilfeab- hängigkeit zu lösen oder diese zumindest zu verringern. Mit Verweis auf die Erkenntnisse aus den IV-Verfahren ist davon auszugehen, dass der Beschwerd eführer durch seine geltend ge- machten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht gehin dert ist, einer (angepassten) Arbeits- tätigkeit nachzugehen. Trotz der ihm dabei bescheini gten Arbeitsfähigkeit von 100% bzw. 85% hat er nichts unternommen, um der Sozialhilfeabhängigkeit effektiv entgegenzuwirken. Auch die Rückstufung vom 6. April 2020 und die darin enthaltene n Bedingungen konnten ihn nicht zur Ausschöpfung seiner Arbeitsfähigkeit bewegen. Nach dem Gesagten trifft den Beschwerdefüh- rer ein Verschulden an seiner Sozialhilfeabhängigkeit. 6.4.1 Zu prüfen bleibt schliesslich, ob unter Berücksicht igung der konkreten Umstände des vorliegenden Falls die öffentlichen Interessen an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilli- gung und der Wegweisung des Beschwerdeführers dessen priva te Interessen am Verbleib in der Schweiz überwiegen. 6.4.2 Der Beschwerdeführer lebt nunmehr – die Arbeit sjahre als Saisonnier nicht eingerech- net – seit 28 Jahren dauernd in der Schweiz. Im Hinbli ck auf diese lange Aufenthaltsdauer ist von einem gewichtigen privaten Interesse am Verbleib in der Schweiz auszugehen. Der Be- schwerdeführer ist 60 Jahre alt und hat drei volljährige Kinder sowie eine Enkelin, welche eben- falls hierzulande leben. Eine Wegweisung aus der Schweiz würde ihn und seine Familienange- hörigen zweifellos hart treffen. Demgegenüber ist all erdings festzuhalten, dass die Länge der Aufenthaltsdauer in der Schweiz nicht mit den Integr ationskriterien gemäss Art. 58a Abs. 1 lit. c und d AIG (Sprachkompetenzen und Teilnahme am Wirtscha ftsleben oder am Erwerb von Bil- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung) korreliert. Aufgrund der langen Sozialhilfeabh ängigkeit, des fortgeschrittenen Alters, der fehlenden Anhaltspunkte für eine Aus- resp. Weiterbil dung und der Tatsache, dass der Be- schwerdeführer seit dem Jahr 2004 nicht mehr auf dem Arb eitsmarkt erwerbstätig war, muss von einem definitiven Scheitern der Teilnahme am Wirt schaftsleben bzw. am Erwerb von Bil- dung ausgegangen werden. Sodann erscheinen die Sprac hkompetenzen des Beschwerdefüh- rers fragwürdig. Die ihm anlässlich der Parteiverhandlung vom Gericht gestellten Fragen konnte er nur mit grösster Mühe und in nahezu unverständlicher Art und Weise beantworten. Er schien die jeweiligen Fragen nicht ausreichend zu verstehen, wo bei das Kantonsgericht feststellen musste, dass eine Kommunikation mit ihm auf Deutsch praktisch unmöglich ist. Dieser Eindruck verfestigt sich angesichts von Angaben in den im Rahmen der IV-Verfahren erstellten ärztlichen Gutachten, wonach der Beschwerdeführer sich nur knapp g enügend in der deutschen Sprache habe ausdrücken können (vgl. polydisziplinäres Gutachten des ZMB vom 31. Januar 2006, S. 10) oder sogar eine Dolmetscherin bzw. ein Dolmetsch er beigezogen worden sei (vgl. Gutachten von Dr. med. D.____ vom 1. Juni 2018, S . 3; Gutachten von Dr. med. E.____ vom 17. Oktober 2018, S. 13). Dass der Beschwerdeführer während seiner Zeit in der Schweiz – abgesehen eines vernachlässigbaren und ohnehin weit zurückliegenden Strafbefehls aus dem Jahr 2002 – nie strafrechtlich in Erscheinung t rat und die öffentliche Sicherheit und Ordnung beachtete (vgl. Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG), i st zwar grundsätzlich als positiv zu werten. Allerdings kann dieser Umstand von Personen mit einem Auf enthaltstitel durchaus erwartet werden und vermag dies die mangelhafte Integration i n den vorgenannten anderen Bereichen nicht aufzuwiegen. 6.4.3 Der Beschwerdeführer verneint die Zumutbarkeit einer Wegweisung und Rückkehr in sein Heimatland. Er führt aus, der Aufbau einer neuen Existenz in Nordmazedonien sei unmög- lich. Er sei weder mit dem dortigen Alltagsleben noch dem Gesundheitssystem oder der Gel- tendmachung von Sozialleistungen vertraut und verfüge in seiner Heimat über keine ihm nahe- stehende Person, die ihn unterstützen könnte. Eine Ve rbundenheit mit Nordmazedonien beste- he nicht. Sodann würde seine Familie durch eine Weg weisung auseinandergerissen und sei eine finanzielle Unterstützung durch seine Kinder unrea listisch, da diese hierfür nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügen würden. Im Übrigen sei seine medizinische Behandlung in Nordmazedonien fraglich. 6.4.4 Zu beachten ist, dass der Beschwerdeführer den K ontakt zu Nordmazedonien nie ganz verloren hat. Gemäss den Akten spricht er die heimische L andessprache und reiste in naher Vergangenheit zweimal für mehrere Wochen in seine Hei mat. Zudem verbrachte er die prägen- de Kinder- und Jugendzeit in seinem Heimatland (das zum damaligen Zeitpunkt noch Teil der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien war) und hielt sich bis zu seinem 26. Lebens- jahr dort auf, wobei davon auszugehen ist, dass er währe nd seiner Tätigkeit als Saisonnier in der Schweiz jeweils für einige Monate wieder in seine Heimat zurückkehrte. Ausserdem verfügt er in Nordmazedonien über zwei Cousins, zu denen eine W iederaufnahme des – wie von ihm behauptet – abgebrochenen Kontakts vorstellbar ist und die ihm bei der Wiedereingliederung behilflich sein könnten. Darüber hinaus ist es ihm auch zumutbar, sich zwecks Unterstützung an eine geeignete Behörde, Einrichtung oder Nichtregieru ngsorganisation in seiner Heimat zu wenden (vgl. dazu die Auflistung im Länderinformationsblatt der Internationalen Organisation für Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Migration [IOM] zu Nordmazedonien [Länderinformations blatt Nordmazedonien], 2021, S. 9). Aus den genannten Gründen ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit den ge- sellschaftlichen Umständen in seinem Heimatland nach wie vo r in einem gewissen Masse ver- traut ist bzw. bei Bedarf die notwendige Hilfe beizie hen könnte und sich somit mit den dortigen Gegebenheiten innert überschaubarer Zeit zurechtfinden wird. Hinsichtlich der vom Regierungs- rat angenommenen finanziellen Unterstützung durch sein e Kinder ist dem Beschwerdeführer insofern zuzustimmen, als diese im aktuellen Zeitpunkt hi erfür nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügen. Was dies betrifft, ist jedoch darauf hinzuweisen, dass unter anderem alle Bürgerinnen und Bürger von Nordmazedonien – einschlie sslich Rückkehrende – Anspruch auf Sozialschutz inkl. Sozialhilfe haben (vgl. Länderinforma tionsblatt Nordmazedonien, S. 6). Dem Beschwerdeführer kann weiter nicht gefolgt werden, we nn er die medizinische Versorgung im Hinblick auf seine psychischen Beschwerden in Frage stellt und darin einen Unzumutbarkeits- grund für seine Rückkehr erblickt. Einerseits kann der blo sse Umstand, dass das Gesundheits- oder Sozialversicherungswesen in einem anderen Staat mit demjenigen in der Schweiz nicht vergleichbar ist und die hiesige medizinische Betreuung einem höheren Standard entspricht, nicht die Unzumutbarkeit der Rückreise zur Folge haben (v gl. Urteil des Bundesgerichts 2C_589/2021 vom 20. September 2021 E. 5.4; BGE 139 II 393 E. 6). Andererseits ist die medi- zinische Grundversorgung in Nordmazedonien sichergestellt ( vgl. Länderinformationsblatt Nordmazedonien, S. 3) und vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun, inwiefern seine vor- gebrachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen dort nich t adäquat behandelbar seien. Was die dem Beschwerdeführer und seiner Familie drohenden Nachteile angeht, gilt es festzustel- len, dass die Beziehung zu seiner Ehefrau, seinen drei Kindern sowie seiner Enkelin auch mit- tels den heutigen technischen Möglichkeiten sowie rege lmässigen Besuchen aufrechterhalten und gepflegt werden kann. Zudem steht es seiner Ehefra u offen, ihn zu begleiten. Unter den vorgenannten Gesichtspunkten erscheint eine Rückkehr nach Nordmazedonien als zumutbar. 6.4.5 Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung ist damit fest zustellen, dass die gewichtigen öf- fentlichen Interessen an der Beendigung des Aufenthal ts des Beschwerdeführers in der Schweiz dessen private Interessen an einem Verbleib in de r Schweiz überwiegen. Unter Be- rücksichtigung des Gesagten erweisen sich die Nichtverlänge rung der Aufenthaltsbewilligung sowie die damit verbundene Wegweisung als verhältnismässig. 6.4.6 Im Übrigen ist anzumerken, dass sich die Situation d es Beschwerdeführers dem Kan- tonsgericht nicht als persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG präsentiert. Der Beschwerdeführer ist durch die Nichtverlängerung seiner A ufenthaltsbewilligung nicht ungleich härter betroffen als andere Ausländerinnen und Ausländ er in derselben Lage. Der Regierungs- rat durfte einen schwerwiegenden persönlichen Härtefal l demnach ohne Rechtsverletzung ver- neinen. 7. Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, d ass der Beschwerdeführer sowohl den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. e A IG als auch von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erfüllt. Da sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbe willigung sowie die Wegweisung zudem als verhältnismässig erweisen, erfolgten diese zu Recht und ist der regierungsrätliche Entscheid Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nr. 2022-724 vom 10. Mai 2022 nicht zu beanstanden. De mnach ist die Beschwerde abzuwei- sen. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umf assen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegend en Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Ver fahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da dem Beschwerdefü hrer die unentgeltliche Prozess- führung bewilligt wurde, gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse (§ 22 Abs. 1 VPO). 8.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der obsiegenden Partei für den Beizug einer Anwältin bzw. eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zu gesprochen werden. Ausgangs- gemäss hat der unterliegende Beschwerdeführer keinen An spruch auf eine Parteientschädi- gung. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbei ständung ist dem Rechtsvertreter des Be- schwerdeführers ein Honorar aus der Gerichtskasse auszuricht en. In dessen Honorarnote vom 22. September 2022 macht dieser einen Aufwand von 11 Stunden für seine Arbeit geltend, was angemessen erscheint. Zudem weist er in der anlässlich der Parteiverhandlung eingereichten Honorarnote vom 14. Dezember 2022 einen bis dahin z usätzlich entstandenen Aufwand von 3 Stunden aus, was ebenfalls nicht zu beanstanden ist. Hinsichtlich der Parteiverhandlung ist von einem Aufwand von 2.50 Stunden auszugehen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträ gt der Stundenansatz bei unentgeltli- cher Verbeiständung Fr. 200.--. Dementsprechend ist der veranschlagte Stundenansatz von Fr. 250.-- auf Fr. 200.-- zu reduzieren. Zudem sind d ie geltend gemachten Auslagen für Kopien in der Höhe von Fr. 350.-- auf Fr. 0.50 pro Kopie u nd somit auf insgesamt Fr. 175.-- zu halbie- ren (vgl. § 15 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwält innen und Anwälte). Im Übrigen sind die Auslagen für Porti in der Höhe von Fr. 25.20 nicht zu beanstanden, womit dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar von Fr. 3'500.20 aus der Gerichtskasse auszurichten ist. 8.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingew iesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in de r Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Pro- zessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der unent- geltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdefüh- rers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'500.20 (inkl. A uslagen) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 23. März 2023 Beschwerde beim Bundesgericht Verfah- rensnummer (2C_184/2023) erhoben.