Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 28. August 2018 (400 18 110) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Rechtsschutz in klären Fällen (Art. 257 ZPO); keine klare Rechtslage bei divergierenden Lehrmeinungen und Fehlen einschlägiger Rechtsprechung (vorliegend zum Verhältnis zwischen Art. 615 und Art. 610 Abs. 3 ZGB; Anspruch auf Sicherstellung von pfandgesi- cherten Erbschaftsschulden) Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____ , vertreten durch Rechtsanwalt PD Dr. Peter Reetz, Reetz Sohm Rechts- anwälte, Obere Wiltisgasse 52, Postfach 441, 8700 Küsnacht ZH, Kläger und Berufungskläger gegen B. ____ , vertreten durch Advokat Dr. Stefan Schmiedlin, Augustinergasse 5, Postfach 1112, 4001 Basel, Beklagte C. ____, vertreten durch Advokat Dr. Stefan Schmiedlin, Augustinergasse 5, Postfach 1112, 4001 Basel, Beklagter Gegenstand Rechtsschutz in klaren Fällen / Sicherstellung von Nachlassschu l- den A. Am TT.MM.JJJJ ist X. ____ an ihrem letzten Wohnort in Y. ____ verstorben. Ihre gesetzlichen Erben sind ihre dre i Kinder: A. ____, B. ____ und C. ____. Über den Nachlass der genannten Erblasserin wurde am 19. März 2015 ein verein- fachtes Inventar aufgenommen, mit welchem per Todestag A ktiven in Höhe von CHF 80‘131‘002.55 (bestehend aus Liegenschaften sowie Gu thaben/Wertschriften) und Passiven in Höhe von CHF 32‘287‘537.05 (Hypothekarschulden, Vermächtnisse sowie ande- re Verbindlichkeiten) ausgewiesen wurden. Im Zuge der bestehenden erbrechtlichen Streitigkeiten klagten die Erben B. ____ und C. ____ gegen ihren Miterben A. ____ beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West auf partielle Tei lung des Nachlasses. Das angerufe- ne Zivilkreisgericht hiess die Klage mit Entscheid vom 22 . Juni 2017 gut und wies die D. ____ AG sowie die E. ____ Bank an, je ⅓ der im Depot Nr. XXXX bei der D. ____ AG resp. im Depot Nr. XXXX bei der E. ____ Bank gehalten en Wertpapiere auf die Klägerin und den Kläger auf Anrechnung an ihre Erbteile zu übert ragen. Die dagegen erhobene Berufung des beklagten A. ____ wies das Kantonsgericht Basel-La ndschaft, Abteilung Zivilrecht, mit Entscheid vom 13. März 2018 (Verfahren Nr. 400 17 334) rechtskräftig ab. B. Nebst der Berufung gegen den zivilkreisgerichtlichen Erbte ilungsentscheid reichte A. ____ beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West am 20. Oktober 2017 ein Gesuch um Sicherstellung von zum Nachlass gehörenden Hypothekarschuld en bei der E. ____ Bank, der D. ____ AG und der F. ____ Bank gem äss Art. 610 Abs. 3 ZGB im Ver- fahren auf Rechtsschutz in klaren Fällen ein. Für die bea ntragte Sicherstellung sollten die- selben Wertschriftendepots bei der E. ____ Bank und de r D. ____ AG gesperrt werden, de- ren Teilung durch die anderen Miterben bereits beant ragt, indessen zum Zeitpunkt der Ge- suchstellung noch nicht vollzogen worden war. Im Weiteren beantragte A. ____ die Sperrung weiterer Nachlass-Konti bei der E. ____ Bank, D. ____ AG sowie bei der F. ____ Bank AG. C. Im kantonsgerichtlichen Berufungsverfahren gegen die par tielle Erbteilung ersuchte der Rechtsmittelkläger um Sistierung des Teilungsprozesses bis zum Abschluss des Verfahrens auf Rechtsschutz in klaren Fällen. Das Kantonsgerichtspräsidium wies den Sistierungsantrag mit Verfügung vom 16. November 2017 ab, worauf A. __ __ am 24. November 2017 erneut an das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West gelangte, um im Rahmen eines vorsorglichen Massnahmengesuchs gestützt auf Art. 261 ZPO die Sperrung der beiden Depots bei der D. ____ AG sowie bei der E. ____ Bank zu erwirken. Der Zivilkreisgerichtspräsident West wies das betreffende Gesuch um vorsorgliche Sperrung der Depots mit Massnahmenent- scheid vom 14. Dezember 2017 ab, was durch das Kantonsgeri chtspräsidium im dagegen wiederum durch A. ____ angestrengten Berufungsverfahre n in Abweisung der Berufung, soweit auf dieselbe eingetreten werden konnte, mit Entscheid vom 13. März 2018 (Verfahren Nr. 400 18 12) geschützt wurde. D. In seinem Entscheid vom 1. Februar 2018 trat der Zivilkre isgerichtspräsident Basel- Landschaft West sodann im Verfahren auf Rechtsschutz in klaren Fällen auf das Gesuch um Sicherstellung der Erbschaftsverbindlichkeiten nicht ein, auferlegte dem Gesuchskläger die Gerichtsgebühr von CHF 10‘000.00 und verpflichtete die sen zur Leistung einer Parteient- schädigung an die Gesuchsbeklagten von CHF 7‘646.70 (inkl. Auslagen und MWSt). Zur Begründung führte der Vorderrichter unter Hinweis auf die gesetzlichen Voraussetzungen für Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Rechtsschutz in klaren Fällen (unbestrittener oder sofo rt beweisbarer Sachverhalt und klare Rechtslage) und auf die bundesgerichtliche Rechtspre chung im Wesentlichen aus, dass an das Vorliegen einer klaren Rechtslage strenge Anforderungen zu stellen seien. Dies rechtfertige sich aufgrund des Umstandes, dass aus der Gew ährung des Rechtsschutzes nach Art. 257 ZPO ein definitives, der materiellen R echtskraft fähiges Urteil ergehe. Auf den vorliegenden Fall bezogen verneinte das Zivilkreisgericht das Vorliegen einer klaren Rechts- lage. Es sei fraglich, ob der Gesuchskläger an der Sicherst ellung der Wertschriften noch ein Rechtsschutzinteresse habe, nachdem er es versäumt habe, im Erbteilungsprozess einen entsprechenden Antrag zu stellen. Im Weiteren sei n icht ausgeschlossen, dass das Vorge- hen des Gesuchsklägers rechtsmissbräuchlich sei, weil den Wil lensvollstreckern bzw. Erben durch die Blockierung sämtlicher Nachlassaktiven verunmögli cht würde, die laufenden Ver- pflichtungen aus dem Nachlass zu erfüllen. Sodann verneint e die Vorinstanz eine klare Rechtslage auch hinsichtlich der Frage, ob ein Erbe die S icherstellung der Schulden voraus- setzungslos verlangen könne oder ob die Tatsache, dass die sicherzustellenden Hypothe- karschulden bereits durch Pfandgegenstände (Liegenschafte n) gesichert seien, einem Sicherstellungsanspruch unter bestimmten Umständen entg egenstehen könnte. Ohne klare Rechtslage sei dem Gesuchskläger der Rechtsschutz gestützt au f Art. 257 ZPO zu verweh- ren, was das Zivilkreisgerichtspräsidium zum Nichteintreten a uf das betreffende Gesuch be- wog. E. Gegen diesen erstinstanzlichen Entscheid vom 1. Februar 2018 erhebt A. ____ (nach- stehend Berufungskläger), vertreten durch Rechtsanwalt PD Dr. Peter Reetz, am 25. März 2018 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Z ivilrecht, Berufung und stellt dabei die folgenden Rechtsbegehren: „ 1. Es sei der Entscheid des Gerichtspräsidenten des Zivi lkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 1. Februar 2018 (Dossier-Nr. der Vorinstanz: 170 17 2992 II) aufzuheben und es sei das Gesuch um Sicherstellung der Nachlassschulden des Berufungsklägers vom 20. Oktober 2017 vollumfänglich gutzuheissen. 2. Eventualiter sei der Entscheid des Gerichtspräsident en des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West vom 1. Februar 2018 (Dossier-Nr. der Vo rinstanz: 170 17 2992 II) auf- zuheben und das Verfahren betreffend die Sicherstellu ng der Nachlassschulden sei zwecks Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3. Es seien die Akten der Vorinstanz beizuziehen. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. MWST auf der Prozessentschädigung, zu Lasten der Berufungsbeklagten.“ Zur Begründung führte der Berufungskläger zusammengefasst an, die Vorinstanz verkenne im angefochtenen Entscheid, dass ein Sicherstellungsbegeh ren bis zum Abschluss der Tei- lung sowohl in einem selbständigen Verfahren als auch i m Rahmen eines Erbteilungspro- zesses jederzeit gestellt werden könne, weshalb der Beru fungskläger sein Gesuch um Sicherstellung rechtzeitig gestellt habe. Das Vorliegen eines Rechtsschutzinteresses sei auf- grund der klaren Rechtslage zu bejahen. Im Weiteren geh e es ihm tatsächlich um die Sicherstellung der Nachlassschulden, so dass ihm kein rechtsmissb räuchliches Verhalten Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht unterstellt werden könne. Auch liege die Vorinstanz fal sch, wenn sie die Sicherstellung ge- stützt auf Art. 610 Abs. 3 ZGB bei pfandgesicherten For derungen an weitere Voraussetzun- gen knüpfe. F. In ihrer Stellungnahme vom 20. April 2018 beantragen die Geschwister des Berufungs- klägers und Miterben, B. ____ und C. ____ (nachstehend Berufungsbeklagte), vertreten durch Advokat Dr. Stefan Schmiedlin, es sei die Berufung abzuweisen und der erstinstanzli- che Nichteintretensentscheid zu bestätigen, unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Berufungs- klägers zuzüglich 7,7% MWSt auf der Prozessentschädigung. Z ur Begründung lassen sie im Wesentlichen vorbringen, der Berufungskläger setze sich in seiner Berufung nicht mit den gesetzlichen Voraussetzungen nach Art. 257 ZPO, wie sie im erstinstanzlichen Entscheid dargelegt worden seien, auseinander. Zudem sei eine S icherstellung gestützt auf Art. 610 Abs. 3 ZGB im Verfahren auf Rechtsschutz in klaren Fällen in der Form einer vollständigen Sperrung sämtlicher liquider Mittel, wie vorliegend b eantragt, stets mit einem Ermessensent- scheid verbunden, bei welchem die negativen Konsequenzen einer solchen Blockierung zu berücksichtigen seien. Ermessensentscheide seien jedoch dem Summarverfahren nach Art. 257 ZPO nicht zugänglich. Es bestünde zudem eine Le hrmeinung, welche dem Beru- fungskläger im vorliegenden Fall einen Sicherstellungsan spruch generell abspreche, da die Gesamtpfandbelastung der bestehenden Hypotheken den Ge samtverkehrswert der belaste- ten Liegenschaften nicht übersteige. Hinzu komme, dass der Berufungskläger sein Sicher- stellungsbegehren im Erbteilungsprozess so frühzeitig hätte stellen müssen, dass es vor der Entscheidung über die Erbteilung hätte behandelt wer den können. Aufgrund des hängigen Erbteilungsprozesses sei die separate Einleitung eines Sicherstellungsverfahrens ohnehin ausgeschlossen. Der Berufungskläger verkenne mit seinem Vorwurf an die Vorinstanz, diese setze sich nicht mit den bestehenden unterschiedlichen Leh rmeinungen auseinander, dass es im Verfahren auf Rechtsschutz in klaren Fällen nicht d arum gehe, materiellrechtliche Ent- scheidungen unter Würdigung verschiedener Lehrmeinungen zu treffen. G. Am 11. Juni 2018 schloss die Kantonsgerichtspräsidentin de n Schriftenwechsel und stellte den Parteien ihren Entscheid gestützt auf die Akten in Aussicht. Erwägungen 1. Die vorliegende Berufung richtet sich gegen den Entschei d des Zivilkreisgerichtspräsi- denten Basel-Landschaft West vom 1. Februar 2018 im V erfahren Nr. 170 17 2992 II, mit welchem die Vorinstanz auf das Begehren des Berufungs klägers um Sicherstellung der Nachlassschulden gemäss Art. 610 Abs. 3 ZGB im Verfahren auf Rechtschutz in klaren Fäl- len gestützt auf Art. 257 ZPO nicht eingetreten ist. Ge mäss Art. 308 Abs. 1 lit. a der Schwei- zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide mittels des ordentlichen Recht smittels der Berufung anfecht- bar. Dies gilt auch für die Anfechtung von Entscheiden, die im Verfahren des Rechtsschutzes in klaren Fällen gemäss Art. 257 ZPO ergangen sind (vgl . S UTTER -SOMM /L ÖTSCHER , in: ZPO-Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg .], 3. Aufl., Zürich Basel Genf Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2016, Art. 257 ZPO N 36). In vermögensrechtlichen Angel egenheiten ist die Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterha ltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt. Diese Streitwertgrenze ist im vorliegenden Fall fraglos erreicht. Mit Berufung kann gemäss Art. 310 ZPO unrichtige Rechtsanwendung oder/und unrichtige Fest- stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden. Zumal für den Rechtsschutz in klaren Fällen das summarische Verfahren anwendbar ist (Art. 24 8 lit. b ZPO), ist die Berufung schriftlich und begründet innert 10 Tagen seit Zustellun g des begründeten Entscheides ein- zureichen (Art. 314 Abs. 1 ZPO). Die schriftliche Begründung des angefochtenen Entscheids vom 11. Februar 2018 wurde dem Berufungskläger laut Ei ntrag auf dem Rückschein am 19. März 2018 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist ist durch die Postaufgabe der Berufung am 29. März 2018, eingehalten. Der Berufungskläger kritisiert in seiner Rechtsmitteleingabe den erstinstanzlichen Entscheid zusammengefasst dahingehend, dass der Vorderrichter das Vor- liegen einer klaren Rechtslage zu Unrecht verneint habe. Mithin wird eine mehrfache Verlet- zung von Art. 257 ZPO geltend gemacht, was eine zulässig e Rüge im Sinne von Art. 310 ZPO darstellt. Sachlich zuständig für die Beur teilung der vorliegenden Berufung ist laut § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO (SGS 221) das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantons- gerichts. Der Kostenvorschuss für das Rechtsmittelverfahren i n der Höhe von CHF 5‘000.00 wurde valuta 9. April 2018 fristgerecht geleistet. Zuma l auch die übrigen Prozessvorausset- zungen erfüllt sind (Art. 59 ZPO), ist auf die Berufun g einzutreten. Der kantonsgerichtliche Entscheid ergeht in Anwendung von Art. 316 Abs. 1 ZPO aufgrund der Akten. 2.1 Die Vorinstanz führte zutreffend aus, dass Art. 257 ZPO als Voraussetzungen des Rechtsschutzes in klaren Fällen kumulativ das Vorliegen ein es liquiden Sachverhalts, d.h. die anspruchsbegründenden Tatsachen müssen unbestritten oder sofort beweisbar sein, sowie den Bestand einer klaren Rechtslage verlangt. Im W eiteren verweist das Zivilkreisge- richtspräsidium auf die einschlägige bundesgerichtliche Rechtsprechung für die vorliegend interessierende Umschreibung, was unter einer klaren Re chtslage zu verstehen sei. Nach dieser sei eine klare Rechtslage gegeben, wenn sich die R echtsfolge bei der Anwendung des Gesetzes unter Berücksichtigung der Lehre und Rechtsprechung ohne weiteres ergeben würde und somit die Rechtsanwendung zu einem eindeutigen Ergebnis führe. An das Vorlie- gen einer klaren Rechtslage seien strenge Anforderungen zu stellen. Bezogen auf den zu beurteilenden Fall verneinte der Vorderrichter eine kl are Rechtslage in mehrfacher Hinsicht. Zunächst einmal zweifelte er den Bestand eines Rechtsschu tzinteresses des Berufungsklä- gers an einer Sicherstellung der Wertschriften an, nachd em es dieser versäumt habe, im partiellen Erbteilungsprozess einen entsprechenden Ant rag zu stellen. Über die Teilung die- ser Wertschriften sei bereits entschieden worden. Zur Fr age, ob ein Rechtsschutzinteresse hinsichtlich der Sicherstellung durch eben diese Mittel zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids nach Art. 257 ZPO noch vorgelegen habe und o b ein solches, nicht gestelltes Begehren in einem weiteren Prozess noch nachgeholt werd en könne, finde sich, soweit er- sichtlich, weder Lehre noch Rechtsprechung. Das Zivilkreisgeri cht trat auf das Begehren hinsichtlich der Sicherstellung der Wertschriftendepots ma ngels Vorliegen einer klaren Rechtslage in der Folge nicht ein. 2.2 Der Berufungskläger widerspricht der zivilkreisgerichtlichen Beurteilung mit der Be- gründung, in der Literatur bestehe einhellig die Ansi cht, dass ein Sicherstellungsbegehren Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bis zum Abschluss der Teilung jederzeit gestellt werden kön ne. Der Umstand, dass auch im Rahmen eines Erbteilungsprozesses um Sicherstellung von Nac hlassschulden ersucht wer- den könne, bedeute indessen nicht, dass ein solches Begehre n im Teilungsprozess gestellt werden müsse. Vielmehr könne der Anspruch nach Art. 610 Abs. 3 ZGB auch in einem ei- genständigen Verfahren, üblicherweise in einem solchen auf Rechtschutz in klaren Fällen nach Art. 257 ZPO, geltend gemacht werden. 2.3 Die Berufungsbeklagten vertreten sinngemäss die Ansicht, ein später in einem separa- ten Verfahren gestelltes Sicherstellungsbegehren sei au sgeschlossen, wenn sich die Partei- en bereits in einem rechtshängigen Erbteilungsprozess b efinden würden, in welchem auf eine Sicherstellung verzichtet bzw. die Beantragung einer solchen versäumt worden sei. Sie teilen zudem die Meinung der Vorinstanz, dass es zu diese r Frage weder in der Lehre noch in der Praxis eine konkrete Äusserung oder richterliche E ntscheidung hierzu geben würde. Fehlt es an einer Lehrmeinung und Rechtsprechung zu ei ner Rechtsfrage könne auch keine klare Rechtslage im Sinne von Art. 257 ZPO bejaht werden, weshalb das Zivilkreisgericht mit seinem Nichteintretensentscheid, jedenfalls soweit sich dieser auf die Wertschriften beziehe, richtig gelegen sei. 2.4 Die allgemeinen rechtlichen Ausführungen zu Art. 25 7 ZPO im angefochtenen Erst- instanzentscheid wurden seitens der Parteien zu Recht ni cht beanstandet und seien nach- stehend – weil auch für den vorliegenden Berufungsentsc heid massgebend – zusammenge- fasst in Erinnerung gerufen. Der im Summarverfahren na ch Art. 248 lit. b ZPO erteilte Rechtsschutz in klaren Fällen gemäss Art. 257 ZPO setzt vora us, dass der Sachverhalt un- bestritten oder sofort beweisbar (Abs. 1 lit. a) und d ie Rechtslage klar ist (Abs. 1 lit. b). Fehlt eine dieser beiden Voraussetzungen, ist auf das Gesuch um Gewährung des Rechtsschut- zes in klaren Fällen nicht einzutreten (Art. 257 Abs. 3 ZPO). Ein unbestrittener Sachverhalt liegt vor, wenn die beklagte Partei die anspruchsbegrün denden Behauptungen der klagen- den Partei nicht bestreitet, sich gar nicht äussert, säumig ist oder diese ausdrücklich aner- kennt. Ein bestrittener Sachverhalt muss sofort, d.h. oh ne zeitliche Verzögerung und ohne besonderen Aufwand, beweisbar sein, so dass klare Ver hältnisse herrschen (BGE 141 II 23 E. 3.2 und 138 III 620 E. 5.1; stattt vieler: H OFMANN , in: BSK-ZPO, Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 257 ZPO N 10 und 10a-g). Die zweite Voraussetzung nach Art. 257 ZPO ist erfüllt und eine klare Rechtslage liegt vor, wenn sich die Rechtsfolge bei der Anwendung des Gesetzes unter Berücksichtigung der Lehre u nd Rechtsprechung ohne wei- teres ergibt und damit die Rechtsanwendung zu einem ein deutigen Ergebnis führt (BGer 4A_329/2013 E. 4 und 4A_184/2015 E. 4.2.1; B OTSCHAFT ZPO, BBl 2006 7352 Ziff. 5.18). Von „Klarheit“ ist dann auszugehen, wenn vernünftigerweise nur ein Schluss ge- zogen werden kann, mithin der Richter, würde er anders entscheiden, in Willkür verfallen würde (GÜNGERICH , in: BE-Komm. ZPO, Bd. I, Bern 2012, Art. 257 ZPO N 10). An anderer Stelle wird die klare Rechtlage dahingehend umschrieb en, dass über die Bedeutung der an- zuwendenden Rechtsvorschrift keinerlei Zweifel – oder j edenfalls keine begründeten – be- stehen dürften (S UTTER -SOMM /L ÖTSCHER , in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess- ordnung, 3. Aufl. 2016, Art. 257 ZPO N 9; G ÖKSU , in: DIKE-Komm. ZPO, Bd. II, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Art. 257 N 11;). Klares Recht ist dabei nicht zwingend auf Fälle be- schränkt, wo der Wortlaut die genaue Bedeutung einer N orm wiedergibt. Auch ausgelegte Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bestimmungen können klaren Rechts sein, solange die Geset zesinterpretation bewährter Lehre und Rechtsprechung entspricht (G ÖKSU a.a.O.; H OFMANN , in: BSK-ZPO, Spühler/ Tenchio/Infanger [Hrsg.], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 257 ZPO N 11). Hingegen ist die Rechts- lage in der Regel nicht klar, wenn die Anwendung eine r Norm einen Ermessens- oder Billig- keitsentscheid des Gerichts mit wertender Berücksichtigung d er gesamten Umstände erfor- dert, wie dies namentlich bei der Beurteilung von Treu und Glauben zutrifft (HOFMANN a.a.O.; SUTTER -SOMM /L ÖTSCHER , in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3 . Aufl., Basel 2016, Art. 257 ZPO N 11). Ist der Sachverhalt n icht unbestritten oder illiquid oder stel- len sich heikle Rechtsfragen, zu welchen keine einschlägige Gerichtspraxis besteht und/oder welche in der Lehre kontrovers diskutiert werden, liegt kein klarer Fall im Sinne von Art. 257 ZPO vor mit der Konsequenz, dass die ansprechen de Partei auf den ordentlichen Prozessweg zu verweisen ist (G ÖKSU a.a.O.; SUTTER -SOMM /L ÖTSCHER a.a.O.). Das Anwen- dungsfeld des Rechtsschutzes in klaren Fällen ist somit beschränkt. In der Praxis kommt das Verfahren des Rechtsschutzes in klaren Fällen insbesondere b ei der Herausgabe bewegli- cher Sachen (Miet- und Leasinggegenstände, Arbeitsger äte nach Auflösung eines Arbeits- verhältnisses), der Ausweisung von Mietern nach ausserordentlicher Kündigung, bei welcher eine Erstreckung ausgeschlossen ist (insb. bei Zahlungsve rzug gemäss Art. 257d OR) oder bei Besitzesschutzklagen gegen Entzug (Art. 927 ZGB) oder gegen Störung des Besitzes durch verbotene Eigenmacht (Art. 928 ZGB) zur Anwendu ng. Auch die Sicherstellung von Nachlassschulden nach Art. 610 Abs. 3 ZGB ist unter den ge gebenen Voraussetzungen in einem Verfahren nach Art. 257 ZPO denkbar (W EIBEL , in: Praxiskommentar Erbrecht, Abt/Weibel [Hrsg.] 3. Aufl., Basel 2015, Art. 610 ZGB N 11; WOLF , in: BE-Komm., Wolf/Eggel [Hrsg.], Bern 2014, Art. 610 ZGB N 42). 2.5 Art. 610 Abs. 3 ZGB räumt jedem Miterben einen klagb aren Anspruch ein, dass die Schulden des Erblassers vor der Teilung der Erbschaft geti lgt oder sichergestellt werden. Der einer Anwendung der besagten Bestimmung zugrunde zu legende Sachverhalt gestaltet sich im vorliegenden Fall einfach, ist unter den Partei en unumstritten und somit liquid. Dem- entsprechend als erwiesen gelten die Erbenstellung d er Prozessparteien, der Bestand von Nachlassschulden in Form von Hypothekarschulden sowie das Vo rliegen von Sicherstel- lungssubstrat gemäss den Rechtsbegehren des Berufungskläge rs (Wertschriftendepots bei der E. ____ Bank und D. ____ AG sowie diverse Konti be i der E. Bank ____, D. ____ AG und F. ___ Bank; vgl. S. 2 des erstinstanzlichen Entscheid s vom 1. Februar 2018; E. I Ziff. 3). Im Weiteren relevant und unbestritten in sachverh altlicher Hinsicht ist der Umstand, dass vor der Einleitung des Verfahrens auf Rechtsschutz in klar en Fällen durch den Berufungs- kläger vor erster Instanz am 20. Oktober 2017 das nämliche Gericht bereits mit Entscheid vom 22. Juni 2017 eine partielle Erbteilungsklage der B erufungsbeklagten gutgeheissen und die D. ____ AG sowie die E. ____ Bank angewiesen hatt e, je ⅓ der in den beiden Wert- schriftendepots bei den genannten Banken gehaltenen Wertpapiere auf die klagenden Erben auf Anrechnung an ihre Erbteile zu übertragen. Bei den gemäss Teilungsentscheid aufgeteil- ten Wertschriften handelte es sich um dieselben beiden W ertschriftendepots, welche im Ver- fahren auf klaren Rechtsschutz nach Art. 257 ZPO just als S icherstellungssubstrat dienen sollten. Der betreffende Teilungsentscheid war zum Zeit punkt des vorliegend angefochtenen erstinstanzlichen Entscheids vom 1. Februar 2018 noch nicht rechtskräftig, geschweige denn Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht vollstreckt worden, zumal das kantonsgerichtliche Berufungsverfahren zur Erbteilung damals noch nicht entschieden war. Der kantonsgerichtliche Berufu ngsentscheid, mit welchem die zivilkreisgerichtlich angeordnete partielle Erbteilung b estätigt wurde, datiert erst vom 13. März 2018. 2.6 Die Vorinstanz hat das Rechtsschutzinteresse des Berufungskläg ers an einer Sicher- stellung mittels Wertschriftendepots angezweifelt und ei ne klare Rechtslage verneint mit der Begründung, der Berufungskläger habe es versäumt, im Te ilungsprozess ein entsprechen- des Begehren zu stellen. Zur Frage, ob ein solches Säum nis nach Rechtshängigkeit eines Erbteilungsprozesses in einem separaten Verfahren überh aupt noch nachgeholt werden könne, finde sich weder Lehre noch Rechtsprechung. De r Zivilkreisgerichtspräsident stufte die Möglichkeit einer Sicherstellung zu einem späteren Ze itpunkt zumindest als fraglich ein, weshalb nicht von einer klaren Rechtslage im Sinne von Ar t. 257 ZPO ausgegangen werden könne. Der Berufungskläger moniert den erstinstanzlichen Entscheid punkto in Frage gestell- tem Rechtsschutzinteresse nach Ansicht des Kantonsgerichts zu Recht. Dem Zivilkreisge- richt ist entgegenzuhalten, dass bei unmissverständlichem Ge setzeswortlaut genauso klares Recht gegeben sein kann, wie wenn für eine interpreta tionsbedürftige Bestimmung auf gängige Lehrmeinungen und konstante Gerichtspraxis abge stellt werden kann. Art. 610 Abs. 3 ZGB besagt, dass jeder Miterbe vor der Teilung die Tilgung oder die Sicherstellung der Schulden des Erblassers verlangen kann. Die Bestimmung schreibt nach ihrem eindeuti- gen Wortlaut nicht vor, dass die Sicherstellung bei Rec htshängigkeit eines Teilungsprozes- ses im selben Verfahren verlangt werden müsste. Demnach kann der Anspruch auf Sicher- stellung nicht nur im Erbteilungsprozess (diesfalls als s og. actio duplex bzw. einredeweise) geltend gemacht, sondern auch selbständig in einem sep araten Verfahren eingeklagt wer- den. Dies deckt sich mit der herrschenden Lehre (W EIBEL , in: Praxiskommentar Erbrecht, Abt/Weibel [Hrsg.], Basel 2015, 3. Aufl. Art. 610 ZGB N 11; WOLF , in: BE-Komm., Wolf/Eggel [Hrsg.], Bern 2014, Art. 610 ZGB N 45). Daraus folgt, dass es einem Erben grundsätzlich frei steht, seinen Anspruch – wie vorliegend erfolgt – in ei nem separaten Verfahren und jederzeit geltend zu machen unabhängig davon, ob ein Teilungspr ozess bereits rechtshängig ist oder nicht (WOLF a.a.O.). In zeitlicher Hinsicht besteht indessen insofern eine Beschränkung, als dass die Sicherstellung nach dem Gesetzeswortlaut „vor der Teilung“ zu verlangen ist. Dar- aus folgt, dass der Anspruch nach Art. 610 abs. 3 ZGB n icht bereits bei Einreichung einer Teilungsklage untergeht, sondern solange geltend gemacht werden kann, als die Teilung nicht vollzogen ist. Erst der Abschluss der effektiven Erbt eilung lässt den Sicherstellungsan- spruch untergehen (W EIBEL , in: Praxiskommentar Erbrecht, Abt/Weibel [Hrsg.], Ba sel 2015, 3. Aufl. Art. 610 ZGB N 11; W EIBEL /B RÜCKNER , Die erbrechtlichen Klagen, Basel 2012, 3. Aufl., S. 110 N192; W OLF , in: BE-Komm., Wolf/Eggel [Hrsg.], Bern 2014, Art. 610 ZG B N 45; S CHAUFELBERGER / KELLER LÜSCHER , in: BSK-ZGB II, Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basel 2015, 5. Aufl., Art. 610 ZGB N 22). Besteht n ach dem Gesagten keine Pflicht, um Sicherstellung im Erbteilungsprozess zu ersuchen, ist mit de m Verzicht oder Säumnis auf Antragstellung des Berufungsklägers im partiellen Erbtei lungsprozess die Möglichkeit nicht unmittelbar verloren gegangen, den Anspruch nach Art. 610 Abs. 3 ZGB zu einem späteren Zeitpunkt geltend zu machen. Aufgrund der Prozessgeschich te lässt sich herleiten, dass die Erbteilung zum Zeitpunkt des vorliegend angefochtenen Entscheids des Zivilkreisgerichts am Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Februar 2018 noch nicht vollstreckt gewesen sein konn te, da der Berufungsentscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, zu r partiellen Erbteilung erst am 13. März 2018 und somit später ergangen ist (vgl. Lit. C hievor a. E.). Zumal auch im Rechtsmittelverfahren keine Noven über eine allfällige zwischenzeitliche Aufteilung der Wertschriften bekannt wurden, ist das Rechtsschutzinteresse des Berufungsklägers an einer Sicherstellung nicht nur mittels den beantragten Konti, sondern auch durch Blockierung der Wertschriftendepots unverändert vorhanden. Entgegen der Beurteilung durch die Vorinstanz war die Rechtslage diesbezüglich klar. 3.1 Das Zivilkreisgericht verneinte eine klare Rechtslage im Weiteren mit der Begründung, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass dem Berufungskläg er mit seinem Sicherstel- lungsbegehren der Rechtsschutz verweigert werden müsste, weil sich dasselbe allenfalls als rechtmissbräuchlich herausstellen könnte. Es stimmte diesbe züglich den Berufungsbeklag- ten zu, dass die Schutzwürdigkeit einer Sperrung sämtlich er liquider Vermögenswerte zwei- felhaft erscheine, weil eine solche insbesondere zur Fol ge hätte, dass die Erbengemein- schaft keine Zahlungen mehr leisten könne. Es stelle sich d ie Frage, ob der Anspruch eines Erben auf Sicherstellung der Nachlassschulden dazu führen dürfe, dass sämtliche (liquiden) Nachlassaktiven blockiert würden und die Erben/Willensvol lstrecker in der Folge die laufen- den Verpflichtungen der Erbengemeinschaft nicht mehr er füllen könnten. Je nach der Dauer des Erbteilungsverfahrens könne sich eine solche Sperrun g der Vermögenswerte über meh- rere Jahre erstrecken, was zu einer persönlichen und solida rischen Haftpflicht der Erben führen könne. Ob es dem Gesuchskläger tatsächlich um di e Sicherstellung der Nachlass- schulden gehe – was aufgrund der sich im Nachlass befindlich en, nur teilweise belasteten Liegenschaften zumindest fraglich erscheine – oder er viel mehr beabsichtige, den Beru- fungsbeklagten die ihnen erstinstanzlich zugesprochenen We rtschriften vorzuenthalten so- wie die Willensvollstrecker auszuschalten, brauche an di eser Stelle nicht abschliessend be- antwortet zu werden. 3.2 Der Berufungskläger bringt in seiner Berufung vor, der Rechtsmissbrauchsvorwurf der Vorinstanz sei haltlos. Zunächst sei zu bedenken, dass im E inverständnis sämtlicher Erben wichtige bzw. notwendige Zahlungen auch nach erfolgter Sicherstellung weiterhin vorge- nommen werden könnten. Es gehe dem Berufungskläger mit seinem Sicherstellungsbegeh- ren darum, zu vermeiden, dass er infolge allfälliger Insolvenz der Miterben sämtliche Hypo- thekarschulden selbst zurückzahlen müsse. Zudem wolle er verhi ndern, dass die Liegen- schaft zu ungünstigen Konditionen verkauft werden müssten. 3.3 In ihrer Berufungsantwort halten die Berufungsbeklagt en betreffend der Möglichkeit, Zahlungen im Einverständnis aller Erben vornehmen zu kö nnen, dagegen, dass die Verfü- gungsmöglichkeit in der Kompetenz der Willensvollstrecker liegen müsste, die allein über die Konten und Wertschriften verfügungsberechtigt seien; ge nau dies beabsichtige der Beru- fungskläger zu verhindern. Die Vorinstanz sei zu Recht ni cht auf das Gesuch des Beru- fungsklägers eingetreten, weil die Rechtsfrage eines R echtsmissbrauchs sich vorliegend stelle, indessen nicht im Verfahren auf Rechtsschutz in klären Fällen zu entscheiden sei. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Das Kantonsgericht erachtet die Sichtweise der Vorinst anz, wonach eine klare Rechts- lage verneint werden müsse, weil beim Vorgehen des B erufungsklägers die Frage des Rechtsmissbrauchs im Raum stehe, als mit Art. 257 ZPO vere inbar. Das Zivilkreisgericht nennt in den Erwägungen des angefochtenen Entscheids die möglichen Gründe, welche das Handeln des Berufungsklägers allenfalls als rechtsmissbräuch lich erscheinen lassen könn- ten, wobei es einen Entscheid über diese Frage ausdrü cklich offengelassen hat. Der Beru- fungskläger bezeichnet den Vorwurf als haltlos und erklärt , welche Befürchtungen er ohne Sicherstellungen hegt. Die Berufung ist indessen in di esem Zusammenhang in verschiede- ner Hinsicht unbegründet. Prozessthema im Verfahren nach Art. 257 ZPO ist nebst der Prü- fung, ob ein liquider Sachverhalt gegeben ist, die Be urteilung, ob der geltend gemachte An- spruch einer klaren Rechtslage entspringt. Dementsprechen d wäre vom Berufungskläger nicht nur darzulegen gewesen, weshalb der Vorwurf eine r rechtsmissbräuchlichen Sicher- stellung nicht gerechtfertigt sei, sondern vielmehr hät te er auch begründet rügen müssen, dass dieser Einwand eines Rechtsmissbrauchs nichts an der klaren Rechtslage ändern wür- de. Zu berücksichtigen wäre dabei, dass eine klare Rechtsla ge nicht schon verneint werden muss, sobald eine rechtmissbräuchliche Rechtsanwendung nur schon behauptet wird (BGer 4_A350/2015 E. 4.2; H OFMANN , in: BSK-ZPO, Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], 3. Au fl., Basel 2017, Art. 257 ZPO N 11). Allerdings geht der Verdacht gegenüber dem Berufungs- kläger, dass er mit seinem Sicherstellungsbegehren zweckwid rige Interessen und Ziele ver- folgen könnte, deutlich über eine blosse Behauptung h inaus. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Gründe, welche er für ein Sicherstellungsinteress e nennt, lediglich vorgeschoben wurden (vgl. E. 3.5 hiernach). Die Frage des Rechtsmissbrauchs müsste mit anderen Worten einer eingehenden Prüfung unterzogen werden, was eine r klaren Rechtslage entgegensteht und auch nicht Thema eines Befehlsverfahrens nach Art. 257 ZPO sein kann. 3.5 Im Weiteren sind die Gründe, welche der Berufungskläge r zur Rechtfertigung seines Sicherstellungsbegehrens angibt, nicht nachvollziehbar. So befürchtet er, ohne Sicherstel- lung einen Verlust zu erleiden, weil er als Erbe für allfällige Rückgriffsansprüche gegenüber den Miterben, anders als die Hypothekargläubiger, keine dingliche Sicherheit beanspruchen könne. Dies werde vom Vorderrichter verkannt. Es sei de nkbar, dass er zufolge Solidarhaf- tung gemäss Art. 639 Abs. 1 ZGB von einem Hypothekargläubiger belangt und zur Rückzah- lung von Hypotheken aufgefordert werde und er aus der en Begleichung Rückforderungen gegenüber seinen Miterben habe. Ohne vorgängige Sicherstellung sämtlicher Schulden, also auch grundpfandrechtlich gesicherter, laufe er deshalb Gefahr, bei Insolvenz der Miterben Verluste einzufahren. Im weiteren sei zu befürchten, da ss einzelne Liegenschaften zu schlechten Konditionen verkauft werden müssten, wenn die Schulden bei der Übernahme auf die Miterben auf diese überbunden werden müssten, zumal davon auszugehen sei, dass die Hypotheken aufgrund ihrer Höhe nicht aus dem Privatv ermögen der Übernehmenden zurückbezahlt werden könnten. Auf den Wert der Liegens chaften und die Gesamthöhe der Pfandsumme komme es im Übrigen nicht an, da die Miter ben nicht von der Pfandsicherheit profitieren könnten. Der Berufungskläger verkennt bei seinen Ausführungen zu nächst einmal, dass sich ein Soli- darschuldner nicht gefallen zu lassen braucht, von eine r Hypothekargläubigerin ins Recht gefasst zu werden, bevor sich diese aus der Verwertung der Pfandsache zu befriedigen ver- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht sucht hat. Auf dieses Vorausverwertungsrecht (sog. beneficium excussionis realis) kann sich zudem auch ein Pfandschuldner in Fällen von Drittpfand rechten, d.h. bei Dritteigentum an der Pfandsache, berufen. Der Behauptung, ohne Sicherst ellung Liegenschaftsverkäufe zu schlechten Konditionen tätigen müssen, ist zudem zu entgegnen, dass gemäss Art. 615 ZGB einem Erben, der bei der Teilung einen Nachlassgegen stand übernimmt, auch die pfandge- sicherten Schulden überbunden werden, für welche das b etreffende Aktivum verpfändet ist. In der praktischen Umsetzung wird bei einer beabsichtigte n Übernahme einer oder mehrerer Liegenschaften durch einen Erben im Rahmen der Erbtei lung üblicherweise vorab bei der hypothezierenden Bank abgeklärt, ob diese den Übernehme r künftig als Alleinschuldner ak- zeptiert und somit bereit ist, die anderen Erben aus ih rer Solidarschuldpflicht gegenüber der Bank zu entlassen. Stimmt die Bank zu, hat sich die Frage d er Mithaftung der Miterben oh- nehin erledigt. Lehnt es die Bank jedoch ab, die Miter ben aus der Solidarschuldpflicht zu entlassen, und hält der Erbe an seinen Übernahmeabsichte n fest, hat er der Bank die Hypo- thek zurückzubezahlen, was jedoch sinnvollerweise durch Umschu ldung erfolgt, d.h. durch Aufnahme einer neuen Hypothek bei einer anderen Bank. Dass ein Erbe, wie vom Beru- fungskläger behauptet, gehalten wäre, die Hypothek bei Übernahme stets aus eigenen Bar- mitteln abzulösen, trifft somit nicht zu. Ebenso wenig ist demnach die Befürchtung des Rechtsmittelklägers begründet, die Liegenschaft müsse bei Zahlungsschwierigkeiten eines übernehmenden Erben sofort und zu unvorteilhaften K onditionen veräussert werden. Inwie- fern demnach ein Bedürfnis auf Sicherstellung bestehen könnte, ohne welche für den Beru- fungskläger Verlust drohen würde, ist somit nicht ersicht lich. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Frage rechsmissbräuchlichen Vorgehe ns des Berufungsklägers nicht ohne weiteres verneint werden kann, weshalb sich eine Gutheissung seines Anspruchs nach Art. 610 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 257 ZPO mangels klaren Rechts verbietet. In Abweisung der Berufung ist der erstinstanzliche Entscheid in diesem Punkt demnach zu schützen. 4.1 Die Vorinstanz verneinte eine klare Rechtslage aus einem weiteren Grund und erkann- te dementsprechend auf Nichteintreten, weil die Frage, ob ein Erbe die Sicherstellung der Schulden des Erblassers in jedem Fall voraussetzungslos verla ngen könne oder ob die Tat- sache, dass die sicherzustellenden Hypothekarschulden bereits durch Pfandgegenstände (Liegenschaften) gesichert seien, daran etwas ändern wü rde, in der Lehre kontrovers disku- tiert werde und keine Rechtsprechung hierzu auszumache n sei. Unter dem Aspekt von Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO, so die Vorinstanz weiter, se i zumindest fraglich, ob der Berufungs- kläger an der Sicherstellung ein schutzwürdiges Interesse h aben könne, wenn – wie vorlie- gend – die sicherzustellenden Schulden bereits durch Lie genschaften/Pfandgegenstände gesichert seien, zumal fragwürdig sei, ob die Sicherste llung in einem solchen Fall überhaupt noch vom Sinn und Zweck von Art. 610 Abs. 3 ZGB getrage n werde. Von einer klaren Rechtslage könne bei diesen Gegebenheiten jedenfalls nicht gesprochen werden. 4.2 Der Berufungskläger rügt, die Vorinstanz habe es unterlassen, sich mit den zitierten Lehrmeinungen auseinander zu setzen. Die Begründung, d ass es verschiedene Lehrmei- nungen gebe und daher ohnehin keine klare Rechtslage bestehe, verfange nicht. Zu beinahe jeder Rechtsfrage lasse sich eine Mindermeinung finden , weshalb das Vorliegen von ver- schiedenen Meinungen offensichtlich nicht alleine dazu f ühren könne, dass von einer unkla- ren Rechtslage ausgegangen werde. Vorliegend sei auch kein Ermessens- bzw. Billigkeits- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht entscheid der Vorinstanz notwendig, was gegen die Annah me einer klaren Rechtslage spre- chen würde. Eine gesetzliche Einschränkung der Zulässigkei t des Begehrens um Sicherstel- lung der Nachlassschulden nur auf den Fall, in dem die Pfandbelastung höher sei als der Wert des belasteten Erbschaftsgegenstands, sei schlicht nicht vorgesehen. Sodann verweist der Berufungskläger wiederum auf sein angebliches Schutzbedürfnis an einer Sicherstellung zur Reduktion seines Haftungsrisikos sowie zur Verhinderun g von Liegenschaftsverkäufen zu ungünstigen Konditionen. 4.3 Die Berufungsbeklagten halten dem Berufungskläger vor, er lasse die prozessualen Vorgaben des Verfahrens auf Rechtsschutz in klaren Fällen ausser Acht, wenn er eine mate- rielle Beurteilung einer bisher nicht verbindlich entschiedenen Rechtsfrage verlange. Es wür- den zwei gegensätzliche Lehrmeinungen zum Sicherstellung sanspruch bei Hypothekar- schulden bestehen, womit auch keine klare Rechtslage gegeben sei. Es gehöre gerade nicht zum Verfahren nach Art. 257 ZPO, sich materiell mit vom Bundesgericht noch nicht ent- schiedenen Lehrmeinungen auseinanderzusetzen und sich da nn für die eine oder andere Ansicht zu entscheiden; vielmehr muss in einem solchen Fall auf Nichteintreten erkannt wer- den. 4.4 Das Kantonsgericht teilt die Ansicht der Vorinstanz sowi e der Berufungsbeklagten, wonach eine richterliche Gewichtung verschiedener Lehrmei nungen nie auf dem Weg des Rechtsschutzes in klaren Fällen vorzunehmen ist. Es kann im Ve rfahren nach Art. 257 ZPO nie darum gehen, Präjudizien über umstrittene materie lle Rechtsfragen zu schaffen. Dies stünde dem Sinn und Zweck dieses Verfahrens diametral e ntgegen. Bei gegebenen Voraus- setzungen steht es einer klagenden Partei frei, den Recht sschutz in klaren Fällen zu bean- spruchen und damit einen Entscheid im summarischen Verfah ren zu verlangen, anstatt ein ordentliches oder ggf. ein vereinfachtes Verfahren ein zuleiten oder ggf. um provisorische Rechtsöffnung zu ersuchen. Dadurch besteht für eine ans prechende Partei die gesetzliche Möglichkeit, rascher einen rechtskräftigen und vollstreckbar en Entscheid zu erwirken. Der Grundgedanke von Art. 257 ZPO besteht darin, dass ein Urteil im „kurzen Prozess“ ergehen kann, wenn der Fall des Klägers wirklich klar ist (H OFMANN , in: BSK-ZPO, Spühler/ Tenchio/Infanger [Hrsg.], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 257 ZPO N 2). Der Berufungskläger stimmt den vorinstanzlichen Erwägungen zu, wonach im Zusa mmenhang mit der Anwend- barkeit von Art. 610 Abs. 3 ZGB bei pfandgesicherten Na chlassschulden zwei unterschiedli- che Lehrmeinungen bestehen. Dabei geht es um die Frage , ob Art. 615 ZGB allenfalls ein- schränkend auf den Sicherstellungsanspruch eines Erben nach Art. 610 Abs. 3 ZGB einwirkt. Art. 615 ZGB besagt, dass einem Erben bei der Zuweisu ng einer Erbschaftssache, welche für Schulden des Erblassers verpfändet ist, im Rahmen de r Teilung auch die Pfandschuld überbunden wird. Der Autor W OLF verneint jedwelche einschränkende Wirkung und erkennt einem Erben einen voraussetzungslosen Anspruch auf Sicherstellung von Nachlassschulden zu unabhängig vom Bestand einer Pfandhaft überhaupt u nd, auch bei bestehenden pfand- gesicherten Schulden, unabhängig von der Höhe der Be lehnung des Pfandgegenstands und dessen Wertes. Bei pfandgesicherten Schulden bestehe de r Anspruch nach Art. 610 Abs. 3 ZGB weiter auch für den Fall, so der genannte A utor, dass die Pfandsumme den An- rechnungswert – d.h. grundsätzlich den Verkehrswert im Ze itpunkt der Teilung (Art. 617 ZGB) – nicht übersteige, denn der massgebend e Anrechnungswert stehe nicht von Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht vornherein fest. Zudem unterliege dieser Wert allenfa lls Veränderungen, womit auch bis zur oder erst nach der Erbteilung eine Unterdeckung eintreten und sich die Haftung aktualisieren könne. Im Weiteren sei eine Anwendung von Art. 610 Abs . 3 ZGB zur Sicherstellung von pfandgesicherten Nachlassschulden nur auf Fälle, in wel chen die Pfandbelastung höher als der Wert der belasteten Erbschaftssache sei, nicht vorgese hen (W OLF , in: BE-Komm., Wolf/Eggel [Hrsg.], Bern 2014, Art. 610 ZGB N 42). D emgegenüber vertritt WEIBEL die Mei- nung, dass das Recht auf Sicherstellung im Kontext mit pf andgesicherten Schulden nur be- stehen dürfte, wenn die Pfandbelastung den Anrechnungsw ert (Verkehrswert) der pfandbe- lasteten Erbschaftssache übersteige. Begründet wird dies er Standpunkt damit, dass nur in solchen Fällen überhaupt das Risiko einer Haftung der N ichtübernehmer zu bejahen sein dürfte (W EIBEL , in: Praxiskommentar Erbrecht, Abt/Weibel [Hrsg.] 3. Aufl ., Basel 2015, Art 615 ZGB N 10). Im vorliegenden Fall wird die Sich erstellung von Hypothekarschulden verlangt, deren Gesamtpfandsumme deutlich unter dem G esamtwert der sich in der Erb- schaft befindlichen Liegenschaften liegt (vgl. vorstehen d Lit. A). Zumal der Rechtsschutz in klaren Fällen, wie bereits ausgeführt, auf Fälle klar en Rechts beschränkt ist, durfte es die Vorinstanz bei der Wiedergabe der unterschiedlichen Le hrmeinungen belassen verbunden mit der Feststellung, dass zwei divergierende Meinungen für die Beurteilung der vorliegend relevanten Rechtsfrage bestehen. Die zivilkreisgerichtliche Erkenntnis, dass hierzu auch kei- ne publizierte Rechtsprechung besteht, wurde vom Beruf ungskläger nicht angezweifelt und deckt sich im Übrigen auch mit derjenigen des Kantonsgeri chts. Aufgrund des Wortlautes von Art. 610 Abs. 3 ZGB, welcher keine Unterscheidung zwi schen pfandgesicherten Schul- den einerseits und anderen Verbindlichkeiten aus dem N achlass andererseits macht, für de- ren Sicherstellung ersucht werden kann, ist die vom Beruf ungskläger im Einklang mit W OLF vertretene Meinung nicht abwegig. Unter Berücksichtigung des Normzwecks von Art. 610 Abs. 3 ZGB, der Ausschaltung des Risikos einer die Teilung überdauernden Erbenhaftung, kann jedoch der zweitgenannte Autor genauso gute Gründe für seinen Standpunkt anfügen. Entgegen dem Berufungskläger ist im vorliegenden Verfa hren nach Art. 257 ZPO nun aber keine Würdigung der unterschiedlichen Meinungen angezei gt, so dass die Vorinstanz auch nicht darüber zu befinden hatte, welcher Sichtweise der Vorzug zu geben ist. Die Berufung ist demnach mit derselben Begründung abzuweisen. Besteh t keine gängige Lehrmeinung, fehlt es an einer klaren Rechtslage i.S.v. Art. 257 ZPO und der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz ist zu schützen, ohne dass materiell eine Beurt eilung vorzunehmen wäre. Aus- schlaggebend für diesen Verfahrensausgang ist allein der Befund einer unklaren Rechtslage. Der Berufungskläger suggeriert zwar, dass nur bei Ermessen s- oder Billigkeitsentscheiden eine klare Rechtslage ausgeschlossen sei, was indessen nicht zutrifft. Richtigerweise ist zwar in solchen Fällen regelmässig keine klare Rechtslage ge geben (statt vieler: G ÖKSU a.a.O.). Dies schliesst andere Fallkonstellationen hingegen nicht eo ipso aus, in welchen, wie in vorliegender Berufungssache, die Anwendung des Gesetz es zu keinem eindeutigen Er- gebnis führt, weil verschiedene Lehrmeinungen bestehen und/oder keine Rechtsprechung einschlägig ist. Der Vollständigkeit halber sei schliesslich angefügt, dass die Erklärungen des Berufungsklägers in seiner Berufungsbegründung über sein angeblich schutzwürdiges Inte- resse an einer Sicherstellung (Befürchtung seiner Inansp ruchnahme oder Veräusserungen von Liegenschaften aus dem Nachlass zu unvorteilhaften K onditionen wegen ungenügender Solvenz der Miterben) im Zusammenhang mit der Anwendung von Art. 610 Abs. 3 ZGB nicht Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht nachvollziehbar sind, wenn seiner Meinung zu folgen wär e, dass der Sicherstellungsan- spruch voraussetzungslos bestehen soll. Nicht dargetan wurde zudem, wie sich die Frage schutzwürdigen Interesses mit dem Prozessthema des klaren Rec hts in einen Zusammen- hang bringen liesse. Abgesehen davon sind diese Befürcht ungen, wie unter Ziffer 3.5 der vorstehenden Erwägungen bereits dargelegt, auch in tatsächlicher Hinsicht unbegründet. 5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass ein Nichtei ntreten auf das Gesuch des Berufungsklägers im Sinne von Art. 257 ZPO geboten w ar. Die Begründung des erstin- stanzlichen Entscheids ist zwar nach Ansicht des Kantonsgerich ts insofern unzutreffend, als das Zivilkreisgericht mit seiner Beurteilung falsch gelegen hat, wonach ein Rechtsschutzinte- resse an einem Sicherstellungsanspruch nach Art. 610 Abs. 3 ZGB im Verfahren auf Rechtsschutz in klären Fällen gemäss Art. 257 ZPO fraglich erscheine, wenn ein entspre- chendes Begehren im bereits hängigen Erbteilungsprozess u nterblieben sei. Hingegen lag die Vorinstanz richtig mit ihrer Ansicht, dass die Frage des rechtsmissbräuchlichen Vorge- hens durch den Berufungskläger im Raum stehe. Ebenso steh e klaren Rechts i.S.v. Art. 257 ZPO entgegen, dass zu den Voraussetzungen einer Sicherstellung pfandgesicherter Nachlassschulden gestützt auf Art. 610 Abs. 3 ZGB keine Rec htsprechung, jedoch divergie- rende Lehrmeinungen bestehen, so dass die Berufung in Bestätigung des Nichteintretens durch das Zivilkreisgericht vollumfänglich abzuweisen ist. Be i diesem Ausgang kann eine Auseinandersetzung mit den weiteren Ausführungen des B erufungsklägers in seiner Beru- fung zu den seitens der Berufungsbeklagten vorgetragenen Argumenten, zu welchen die Vorinstanz nicht Stellung genommen habe, unterbleiben. 6. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten des B erufungsverfahrens zu befinden. Massgebend für die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sind die Bestimmungen der Art. 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Der Berufungsklä ger unterliegt im Rechtsmittelverfahren vollumfänglich, weshalb ihm sämtliche Gerichtskosten aufz uerlegen sind. Zudem hat er der Gegenpartei eine Parteientschädigung zu entrichten. D ie Entscheidgebühr für das Beru- fungsverfahren wird auf CHF 5'000.00 festgelegt (§ 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. a und § 3 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte [Gebührentarif, GebT, SGS 170.31]). Der Rechtsbeistand der Berufungsbeklagten hat darauf ve rzichtet, für das Berufungsverfah- ren eine Honorarnote einzureichen, weshalb die Partei entschädigung durch das Kantonsge- richt von Amtes wegen nach Ermessen festzusetzen ist (18 Ab s. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte [TO, SGS 178.112]). Gemäss § 2 Abs. 1 und 2 TO hat die Berech- nung des Honorars grundsätzlich nach Streitwert zu erfolg en. Der Streitwert, würde er nach dem Vermögen, das der Sicherstellung dienen sollte (W ertschriftendepots und Bank-Konti), berechnet, oder würde er der Gesamtsumme der sicherzustellenden Schulden gleichgesetzt, liegt im vorliegenden Fall so oder anders bei mindesten s CHF 20 Mio. Gemäss § 7 Abs. 1 a. E. i.V.m. § 10 TO würde das Honorar bei Streitwer ten von über CHF 2 Mio. CHF 75‘000.00 zuzüglich einem Zuschlag von 2% betragen. Die Zusprechung einer Partei- entschädigung in dieser Höhe stünde im vorliegenden Be rufungsverfahren jedoch in einem krassen Missverhältnis zur Bedeutung der Summarsache gemäss Art . 257 ZPO und den Bemühungen des Rechtsvertreters der Berufungsbeklagten, weshalb das Honorar ange- messen herabzusetzen ist (§ 9 TO). Dabei greift allerdin gs nicht einfach eine Berechnung Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach Zeitaufwand Platz. Vielmehr hat eine angemessene Reduktion des nach Streitwert er- mittelten Honorars zu erfolgen (Entscheid des Kantonsg erichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vom 13. März 2018 im Verfahren Nr. 400 17 3 34 zwischen den rubrizierten Pro- zessparteien betreffend partielle Erbteilung; E. 8.6). Der geschätzte Zeitaufwand für die Mandatsführung bildet dabei aber immerhin einen der massgeblichen Parameter. Dem Rechtsanwalt der Berufungsbeklagten dürfte für deren Interessenwahrung im zweitinstanzli- chen Verfahren ein deutlich tieferer Zeitaufwand als n och im Verfahren vor dem Zivilkreisge- richt angefallen sein. Die Vorinstanz ging bei der Festse tzung der Parteientschädigung von 20 Stunden aus. Der Kostenentscheid blieb unangefochte n. Für das Berufungsverfahren wird demnach von einem geschätzten Aufwand von 13 Stund en ausgegangen, was für die Instruktion, das Aktenstudium und die Ausarbeitung der B erufungsantwort im vorliegenden Fall realistisch erscheint. Bei einem Honoraransatz von CH F 350.00 pro Stunde zuzüglich geschätzten Auslagen von CHF 50.00 ergäbe dies ein Hono rar von CHF 4‘600.00. In Nach- achtung von § 7 Abs. 1 a.E. und § 9 i.V.m. § 10 TO er achtet das Kantonsgericht zusammen- fassend eine Parteientschädigung zugunsten der Berufung sbeklagten in der Höhe pauschal von CHF 6‘500.00 (inkl. Auslagen und MWSt) als angemessen. Demnach wird erkannt : ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens von CHF 5‘000. 00 werden dem Berufungskläger auferlegt. Der Berufungskläger hat den Berufungsbeklagten eine Par teientschädi- gung von CHF 6‘500.00 (inkl. Auslagen und 7,7% MWSt) zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher