Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. Juli 2014 (725 14 90 / 175 und 725 14 89 / 176) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Unfallähnliche Körperschädigung: Meniskusriss, Bejahung des äusseren Faktors, Kausa- lität Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____, Beschwerdeführer SWICA Krankenversicherung AG , Rechtsdienst, Römerstrasse 34, 8401 Winterthur, Beschwerdeführerin gegen Allianz Suisse Versicherungs -Gesellschaft AG , Postfach, 8010 Zürich, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen (UVG Ref. 2013 7423942) A. Der 1961 geborene A.____ ist seit dem 10. Septem ber 2003 bei der B.____ AG in Ba- sel als Medizin-Informatiker angestellt und in dies er Eigenschaft bei der Allianz Suisse Versi- cherungs-Gesellschaft AG (Allianz) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten ver- sichert. Mit Bagatell-Unfallmeldung UVG vom 2. Juli 2013 teilte die Arbeitgeberin der Allianz Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit, dass der Versicherte am 26. März 2013 beim Tragen e ines Behälters durch eine Tür von der Kante der Türschwelle abgerutscht sei und sich das Kn ie verdreht habe. Am 24. Juli 2013 wurde beim Versicherten eine Arthroskopie des linken K nies mit Débridement und medialer Teilmeniskektomie durchgeführt. Gemäss Austrittsbericht des Spitals C.____ vom 26. Juli 2013 sei ein medialer Meniskusschaden (Radiärriss) und eine beg innende mediale Gonarthrose des linken Knies bei Status nach Kniegelenksdistorsion festzust ellen. Mit Verfügung vom 13. Dezember 2013 verneinte die Allianz ihre Leistung spflicht, da weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne des Gesetzes vorliege und ausserdem der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Vorfall vom 26. März 2013 und dem gemeldeten Menis- kusschaden nicht nachgewiesen sei. Die dagegen vom Versic herten und seiner Krankenversi- cherung, die SWICA Krankenversicherung AG (SWICA), erho benen Einsprachen wies die Alli- anz mit Einspracheentscheid vom 14. Februar 2014 ab. B. Hiergegen erhoben A.____ am 13. März 2014 und die SWICA am 17. März 2014 Be- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherung srecht (Kantonsgericht). Die be- schwerdeführenden Parteien beantragten übereinstimmend , es sei der Einspracheentscheid vom 14. Februar 2014 aufzuheben und es sei die Allianz zu verpflichten, für die Kosten des Unfalls vom 26. März 2013 aufzukommen. Zur Begründung w urde im Wesentlichen ausgeführt, dass die erlittene Knieverletzung als Unfall bzw. als unfa llähnliche Körperschädigung anzuer- kennen sei, da eine Erkrankung oder Degeneration des Me niskus rechtsgenüglich ausge- schlossen werden könne. C. Mit Verfügung vom 21. März 2014 wurden die vorliege nden Beschwerdeverfahren zu- sammengelegt. D. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung v om 17. April 2014 auf Ab- weisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in D.____, weshalb die ör tliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Zur Beschwerde berechtigt ist gemäss Art. 59 ATSG, wer durch die angefochtene Ver- fügung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ei n schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Neben dem Beschwerdefüh rer als versicherte Person und Ver- fügungsadressat erfüllt auch die SWICA diese Vorausset zungen, denn der angefochtene Ein- spracheentscheid tangiert ihre Leistungspflicht als Kran kenversicherung des Beschwerdefüh- rers. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht er hobenen – Beschwerden ist demnach ein- zutreten. 2. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, Leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per- son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die ver- sicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise a rbeitsunfähig, hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). 2.1 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein- wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den me nschlichen Körper, die eine Beein- trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Der äusse- re Faktor ist das zentrale Begriffscharakteristikum eine s jeden Unfallereignisses; er ist Gegen- stück zur – den Krankheitsbegriff konstituierenden – inne ren Ursache (BGE 134 V 76 E. 4.1.1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahme n des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutr ifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fa llen. Definitionsgemäss bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, son- dern nur auf diesen selbst (BGE 134 V 76 E. 4.1, 129 V 404 E. 2.1, 122 V 233 E. 1, je mit Hin- weisen). Gemäss Lehre und Rechtsprechung kann der ungewö hnliche Faktor in einer unkoor- dinierten Bewegung oder in einer ausserordentlichen kö rperlichen Anstrengung bestehen (BG E 130 V 117 E. 2.1, 116 V 136 E. 3b m.w.H..; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG] vom 13. Februar 2006, U 144/06, E. 1, Urt eil des EVG vom 13. Dezember 2002, U 65/02, E. 1.2; vgl. U ELI KIESER /H ARDY LANDOLT , Unfall-Haftung-Versicherung, Zürich/St. Gal- len 2012, N 17 ff.; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, § 7 N 13). Bei unkoordinierten Bewegungen ist die Ungewöhnlichkeit zu bejahen, wenn der normale Bewegungsablauf durch etwas Programmwidriges unterbrochen oder gestört wird, was beispielsweise dann zutrifft, wenn der Versi cherte stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst, oder wenn er, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Ab- wehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (Urtei l des EVG vom 30. August 2001, U 277/99, E. 3c; Kranken- und Unfallversicherung – Rechts prechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1999 Nr. U 345 S. 420 E. 2b m.w.H.). 2.2 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körpersch ädigungen, die den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbezie hen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die U nfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 Gebrauch gemacht und verschiedene Kö rperschädigungen auch ohne un- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgeste llt. In diesen Fällen wird bereits auf- grund des medizinischen Befunds vermutet, dass eine Leist ungspflicht des Unfallversicherers besteht (BGE 134 V 81 E. 4.3.2.2). Die Liste der den Unfällen gleichgestellten Körperschäden ist abschliessend, weshalb Erweiterungen durch Analogie schlüsse unzulässig sind (vgl. BGE 116 V 139 f. E. 4a und 147 E. 2b, 114 V 303 E. 3; ALFRED BÜHLER , Die unfallähnliche Körper- schädigung, in: Schweizerische Zeitschrift für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge [SZS] 1996 S. 81 ff.). Es handelt sich gemäss Art. 9 Abs. 2 UV V um: a) Knochenbrüche, b) Verren- kungen von Gelenken, c) Meniskusrisse, d) Muskelrisse, e) Muskelzer rungen, f) Sehnenrisse, g) Bandläsionen und h) Trommelfellverletzungen. Die u nfallähnlichen Körperschädigungen müssen mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit sämtliche Unfallb egriffsmerkmale (äusserer Fak- tor, Plötzlichkeit, Schädigung und Unfreiwilligkeit) a ufweisen. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung des äusseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben u nfallähnlichen Vorfalles. Wo ein solches Ereignis mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefun den hat, und sei es auch nur als Auslö- ser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählte n Gesundheitsschadens, liegt eine eindeu- tig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor (BGE 129 V 467 E. 2.2). 2.3 Auch die schädigende äussere Einwirkung kann in ein er körpereigenen Bewegung bestehen (BGE 129 V 468 E. 4.1 mit Hinweisen). Das Auf treten von Schmerzen als solches ist jedoch kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinne der Rechtsprechung, weshalb ein solcher nicht gegeben ist, wenn die versicherte Person nur das (e rstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (BGE 129 V 469 E. 4.2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 1. März 2012, 8C_50/2012, E. 5.3). Vielmehr ist ge mäss Rechtsprechung für die Bejahung eines äusseren auf den menschlichen Körper schädigend ein wirkenden Faktors stets ein Ge- schehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdu ngspotenzial innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tä tigkeit im Rahmen einer allge- mein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wi e dies etwa für viele sportliche Betäti- gungen zutreffen kann. Der äussere Faktor mit erhebliche m Schädigungspotenzial ist sodann auch zu bejahen, wenn die in Frage stehende Lebensverri chtung einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Kö rpers, insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt. Deswegen fallen einschiessende Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV ausser Bet racht, wenn sie allein bei der Vornah- me einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass hierzu ein davon unterscheidba- res äusseres Moment hineinspielt. Erfüllt ist demgegenüb er das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, etwa das plötzliche Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die dur ch äussere Einflüsse unkontrollierbare Änderung der Körperlage (BGE 129 V 470 E. 4.2.3). D er (äussere) Auslösungsfaktor kann all- täglich und diskret sein. Es muss sich indessen um ein plötzl iches Ereignis handeln. Dabei kommt es beim Begriffsmerkmal der Plötzlichkeit im Rahmen der unfallähnlichen Körperschädi- gungen nicht in erster Linie auf die Dauer der schädig enden Einwirkung an als vielmehr auf deren Einmaligkeit. Keine unfallähnliche Körperschädi gung liegt demgemäss vor, wenn eine Verletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UV V ausschliesslich auf wiederholte, im tägli- chen Leben laufend auftretende Mikrotraumata zurückzuführen ist, welche eine allmähliche Ab- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nützung bewirken und schliesslich zu einem behandlungsbe dürftigen Gesundheitsschaden füh- ren (Urteil des Bundesgerichts vom 27. September 2006, U 184/06, E. 2 m.w.H.). Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist insgesamt ein gesteigertes Schädigungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenla ge, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Leb ensverrichtung führenden Faktors (BGE 129 V 471 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2009, 8C_656/2008, E. 3.2). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren wird vom Un tersuchungsgrundsatz be- herrscht. Das Gericht hat den rechtserheblichen Sachverha lt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien abzuklären und festzustellen (vgl. BGE 117 V 263 E. 3b). Aus der Untersuchungsmaxime folgt auch das Prinzip der freien Beweiswürdigung, wonach das Gericht an kei ne förmlichen Beweisregeln gebunden ist (Art. 61 lit. c ATSG). Das gesamte Beweismaterial ist unvoreingenommen und sorgfältig auf dessen Stichhaltigkeit zu prüfen (vgl. LOCHER , a.a.O., § 68 N 3). 3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Be schwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofe rn das Gesetz nichts Abweichen- des vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wah rscheinlichkeit zu fällen. Die blos- se Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den B eweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu fol gen, die es von allen möglichen Ge- schehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 121 V 47 E. 2a; Zeitschrift für die Ausgleichskassen [ZAK] 1986 S. 189 f. E. 2c, jeweils m.w.H.). 3.3 Nach der Rechtsprechung hat die versicherte Person di e Umstände des als Unfall ge- meldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Zur Glaubhaft machung müssen über das konkrete Geschehen genaue und möglichst detaillierte Angaben n amhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich übe r die Tatumstände ein klares Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuschätzen (vgl. BGE 114 V 305 E. 5b; Urteil des EVG vom 25. November 2004, U 209/04, E. 1.2, Urteil des EV G vom 15. September 2004, U 234/04). Unvollständige, ungenaue oder widersprüchlic he Angaben zum Geschehensablauf können die Verneinung der Leistungspflicht der Unfallve rsicherung zur Folge haben. Im Streit- fall hat das Sozialversicherungsgericht zu beurteilen, ob die einzelnen Merkmale des Unfallbe- griffs bzw. der unfallähnlichen Körperschädigung gegeben sind. Dabei kommt ihm ein nicht un- erheblicher Beurteilungsspielraum zu (vgl. BGE 112 V 20 2 E. 1; RKUV 2003 U 485 S. 259; ALFRED MAURER , Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 168). 3.4 Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten P erson ist gemäss Rechtspre- chung den Angaben, die von der versicherten Person kurz n ach dem Unfall gemacht wurden, meist grösseres Gewicht beizumessen als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers. Der Grundsatz, wonach die spontanen "Aussa gen der ersten Stunde" in der Re- gel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Schil derungen, die bewusst oder unbe- wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlich er oder anderer Art beeinflusst sein können, stellt eine im Rahmen freier Beweiswürdig ung zu berücksichtigende Entschei- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dungshilfe dar. Sie kann jedoch nur zur Anwendung gel angen, wenn von zusätzlichen Abklä- rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urtei l des EVG vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1 m.w.H.; vgl. auch: Urteil des Bund esgerichts vom 22. September 2008, 8C_827/2007, E. 5.2). 4.1.1 Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG der Arbeitgeb erin vom 2. Juli 2013 sei der Be- schwerdeführer am 26. März 2013 beim Tragen eines Behälters durch die Büro-Türe bei sich zu Hause von der ca. 14 cm hohen Kante der Türschwelle abg erutscht, wobei er sich das Knie verdreht habe. 4.1.2 Der behandelnde Arzt PD Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Trau- matologie des Bewegungsapparates, hielt mit Arztberich t vom 5. Juli 2013 bezüglich des um- strittenen Ereignisses fest, dass der Beschwerdeführer am 2 6. März 2013 mit Kisten in den Händen über eine Balkenschwelle in seinem Ferienhaus gestolpert sei und eine belastete Dis- torsion des Kniegelenks mit plötzlich einschiessendem Schmerz und Schwellung erlitten habe. 4.1.3 Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 22. August 2013 mitteilte, dass sie die Leistungspflicht ablehne, wandte sich der Beschwerd eführer mit Schreiben vom 10. September 2013 an die Versicherung und führte au s, dass es zum Ereignis gekommen sei, als er mit einem ca. 15 kg schweren Kunststoffbehälter mit den Massen 60 cm x 40 cm x 30 cm durch einen Türrahmen habe gehen wollen. Aus Platzgründen habe er sich quer drehen wollen. Bei Seitwärtstreten habe er nicht realisiert, dass er b ereits über der Schwelle gewesen sei und der linke Fuss sei über die Schwelle von 11 cm Höhe ger utscht. Beim Sturz, den er teilweise habe abfangen können, habe er sich das linke Knie verdreh t. Die Beschwerden seien unmittel- bar nach dem Ereignis aufgetreten. Diese Schilderung wiederholte der Beschwerdeführer in seiner Einsprache vom 12. Januar 2014 und in der vorliege nden Beschwerde vom 13. März 2014. 4.2 Zunächst ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten , dass die Schilderungen zum Hergang des Ereignisses vom 26. März 2013 nicht in jeder Hinsicht übereinstimmen. Sie unter- scheiden sich namentlich hinsichtlich der schädigenden Beweg ung selbst (Abrutschen oder Stolpern) und bezüglich des vom Beschwerdeführer geschil derten, teilweise aufgefangenen Sturzes. Die Beschwerdegegnerin macht deswegen geltend, dass entsprechend der Recht- sprechung auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde abzustellen sei. Dabei übersieht sie jedoch, dass die ersten Aussagen des Beschwerdeführers (gegenüber seiner Arbeitgeberin) erst knapp dreieinhalb Monate nach dem umstrittenen Er eignis stattfanden, weshalb der ange- rufenen Beweisregel nur untergeordnete Bedeutung zukommen kann (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 1. März 2012, 8C_50/2012, E. 5.5). Zwar könnt e die ab 10. September 2013 vorge- brachte Schilderung des Beschwerdeführers von versicherungsr echtlichen Überlegungen be- einflusst sein. Indessen ist kein relevanter Widerspruch zwischen der Schilderung ab 10. September 2013 und derjenigen in der Bagatellun fall-Meldung vom 2. Juli 2013, zu erken- nen. Vielmehr beschrieb der Beschwerdeführer anfänglic h, dass er beim Tragen eines Behäl- ters von einer Türschwelle abgerutscht sei und sich das Knie verdreht habe. An dieser Aussage hielt der Beschwerdeführer anschliessend fest, wobei er in Bezug auf den getragenen Behälter Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht und seine körperliche Position Präzisierungen machte. Im neu angegebenen „Sturz“ ist entge- gen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ebenfalls kei n massgeblicher Widerspruch zu sehen, zumal die Formulierung des Beschwerdeführers auch dahingehend verstanden werden kann, dass bloss der „Sturz“ des Fusses beim Abrutschen von d er Türschwelle und das an- schliessende Auffangen des Körpers gemeint sind. Die Unte rschiede in der Unfallschilderung sind für die Beurteilung des vorliegenden Falles ohnehi n nicht von Bedeutung, beinhalten doch beide Varianten des Ereignisses einen sinnfälligen, äusseren Faktor. Durch das Abrutschen von einer Türschwelle mit einem schweren, die Sicht behind ernden Behälter, begleitet von einem Verdrehen des Knies beim Auffangen des Körpers hat – au ch ohne Sturz – aufgrund eines äusseren Einflusses eine unfreiwillige, plötzliche, unkontrollierte Änderung der Körperlage statt- gefunden, der jedenfalls ein gegenüber dem normalen Gebrauch der Körperteile gesteigertes Gefahrenpotential innewohnte. Damit ist auch die Schä dlichkeit des Ereignisses zu bejahen, zumal das erlittene unfallähnliche Ereignis (Abrutschen v on einer Türschwelle mit anschlies- sendem Auffangen des Körpers und Verdrehen des Knies) – wie der Vertrauensarzt der Be- schwerdeführerin in seiner Stellungnahme vom 17. März 2 014 ausführt – geeignet ist, einen Meniskusriss hervorzurufen. Obwohl sie vorbringt, dass der Beschwerdeführer keinen äusseren Faktor geltend mache, scheint dessen Vorliegen denn au ch von der Beschwerdegegnerin letzt- lich nicht bestritten zu werden. Auch in der von der Besc hwerdegegnerin zitierten Rechtspre- chung wird ein – mit dem vorliegenden Abrutschen vergl eichbares – Stolpern ohne Sturz als äusserer, wenn auch nicht ungewöhnlicher, Faktor anerkannt. 4.3 Ob darüber hinaus auch die Ungewöhnlichkeit des Ere ignisses zu bejahen ist, kann vorliegend offen gelassen werden, handelt es sich beim erlittenen Meniskusriss doch unbestrit- tenermassen um eine Listenverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. c UVV. Da eine Listenver- letzung sowie – nach dem Ausgeführten – die übrigen Me rkmale des Unfallbegriffs (äusserer Faktor, Plötzlichkeit, Schädigung und Unfreiwilligkeit) gegeben sind, ist vorliegend eine unfall- ähnliche Körperschädigung zu bejahen. 5.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt je doch in jedem Fall voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und den Gesundheitsbeei nträchtigungen ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan densein der eingetretene Er- folg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit einge- treten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür- lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unf all die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass d as schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl . BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahme n der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zus ammenhangs genügt für die Begrün- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3 .1). Es ist vielmehr jener Sachver- haltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Ge schehensabläufen als die Wahrschein- lichste gewürdigt wird (BGE 126 V 360 E. 5b). 5.2 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge i m Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicher ungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies be- deutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismitte l, unabhängig, von wem sie stam- men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den P rozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streit igen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge- reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 6.1.1 Der behandelnde Arzt Dr. E.____ diagnostizierte mit Bericht vom 5. Juli 2013 einen Verdacht auf Ruptur des medialen Meniskus (Korbhenkellä sion) bei Status nach Distorsion des linken Kniegelenks am 26. März 2013. Der Patient habe b isher an keinerlei Kniebeschwerden gelitten. Anlässlich des Ereignisses vom 26. März 2013 habe er einen plötzlich einschiessenden Schmerz verspürt, mit anschliessender Schwellung des Gele nks. Seither empfinde er immer wieder bei voller Extension sowie bei Rotation des Knies einschiessende Schmerzen, wobei es zwischendurch beschwerdefreie Stunden und Tage gäbe. Gemä ss dem anschliessend am 11. Juli 2013 von Dr. med. F.____, FMH Radiologie, du rchgeführten MRI seien fortgeschrittene degenerative Veränderungen des medialen Meniskus, jedoch kein Korbhenkelriss sichtbar ge- worden. 6.1.2 Im Austrittsbericht vom 26. Juli 2013 hielten Dr. E.____ und Dr. med. G.____, Assis- tenzarzt, fest, dass der Versicherte vom 24. Juli 2013 bis z um 25. Juli 2013 zur Durchführung einer Arthroskopie mit Débridement und medialer Teilmeniskektomie im Spital H.____ hospitali- siert gewesen sei. Es seien ein medialer Meniskusschaden (R adiärriss) und eine beginnende mediale Gonarthrose des linken Knies bei Status nach Kniegelenksdistorsion am 26. März 2013 zu diagnostizieren. Dem Patienten sei erklärt worden, d ass die Meniskusläsion eventuell im Rahmen einer beginnenden medialen Gonarthrose zu sehe n sei. Weitere chirurgische Schritte seien möglich. Postoperativ sei ein komplikationsloser Verlauf festzustellen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1.3 Der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. m ed. I.____, FMH Chirurgie, hielt in seinem Konsiliarbericht vom 21. August 2013 fest, dass der erlittene Meniskusriss nur mit einer Wahrscheinlichkeit von unter 50% auf das Unfallereignis v om 26. März 2013 zurückzuführen sei. Die geltend gemachte Gesundheitsschädigung sei blo ss möglicherweise auf den Unfall zurückzuführen. Als unfallfremder Faktor lägen relevante degenerative Veränderungen vor. 6.1.4 Auf Anfrage von Dr. I.____ beurteilte Dr. J.__ __, FMH Radiologie, das eingeholte MRI vom 11. Juli 2013. Dr. J.____ führte in seinem Bericht vom 4. November 2013 aus, dass bild- gebend eine mediale Femorotibialarthrose sowie eine Läsion des lateralen Meniskus im Vor- derhorn festzustellen seien. Die Läsion sei zeitlich nicht terminierbar, so dass eine Unfallfolge möglich, jedoch aufgrund des Bildmaterials nicht beweisbar sei. 6.1.5 In seinem Aktengutachten vom 3. Dezember 2013 stell te Dr. I.____ fest, dass der Ver- sicherte am 26. März 2013 eine belastende Torsionsbewegu ng des linken Knies erlitten habe. Wegen persistierender Schmerzen bei vorher vollständiger Beschwerdefreiheit sei drei Monate nach dem Unfallereignis die klinische und radiologische Abklärung erfolgt, wobei die Befunde kontrovers beurteilt worden seien. Unbestritten sei, dass im Bereich des medialen Tibiaplateaus kein Knochenmarksödem als Ausdruck einer erfolgten Traumati sierung sichtbar sei. Ebenso unbestritten seien degenerative Veränderungen im Berei ch des medialen Femorotibialkompar- timents sowohl im Knorpel wie auch im Meniskusbereich. Radiologisch und klinisch sei folglich eine (unfallfremde) beginnende mediale Gonarthrose l inks zu diagnostizieren. Sowohl die Ra- diologen des Spitals H.____ wie auch Dr. J.____ hätten die Veränderungen im Bereich des medialen Meniskus als degenerativ angesehen. Aufgrund d erer Hinweise könne das Postulat einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit des natürlichen medizinischen Kausalzusammen- hangs nicht aufrechterhalten werden. 6.1.6 Der Vertrauensarzt der beschwerdeführenden Kranke nkasse, Dr. med. K.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, hielt in seiner Stellungnahme vom 17. März 2014 fest, dass vor dem Ereignis keine Beschwerden bestanden hätten. Die Beschwer den, die den Versicherten zur ärztlichen Abklärung und Behandlung veranlasst hätten, l iessen sich als Brückensymptome glaubhaft und nachvollziehbar auf das Ereignis vom 26. März 2013 zurückführen. Das be- schriebene Ereignis sei pathophysiologisch auf stimmige Weise geeignet für das Entstehen des vorliegenden Gesundheitsschadens. Altersentsprechend bestü nden im Grossen und Ganzen keine wesentlichen pathologischen Befunde bis auf den Me niskusriss des linken Knies. Der Meniskus zeige sodann auch bis auf den Riss einen entsprech end unauffälligen Befund. Der Riss sei zudem radiär, was auf ein Trauma hinweise. 6.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurtei lung der natürlichen Kausalität vollumfänglich auf das Aktengutachten ihres Vertrauensarztes vom 3. Dezember 2013. Sie ging demzufolge davon aus, dass sämtliche behandelnden und b eratenden Ärzte den medialen Me- niskusschaden auf die mediale Gonarthrose im linken Knie zurückführten. Der natürliche Kau- salzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 26. März 2014 u nd den geklagten Beschwer- den sei somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Die Beschwerdeführerin hält Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht dieser Einschätzung die Stellungnahme ihres Vertrauensa rztes Dr. K.____ vom 17. März 2014 entgegen, wonach unter anderem die Art des Meniskusrisses (radiär) sowie die pathophysiolo- gische Eignung des Unfalls für das Vorliegen eines nat ürlichen Kausalzusammenhangs spre- chen würden. 6.3 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin und ihres Vertrauensarztes Dr. I.____ gehen gerade nicht sämtliche Ärzte überein stimmend von einer degenerativen Ge- nese des Gesundheitsschadens aus. Vielmehr erachtet der b ehandelnde Arzt Dr. E.____ eine solche lediglich für möglich. Der von Dr. I.____ hinzugez ogene Dr. J.____ schliesst einen trau- matischen Auslöser des Meniskusrisses ebenfalls in keiner Weise aus, sondern hält lediglich fest, dass dieser nicht bildgebend bewiesen werden könne . In den ärztlichen Unterlagen finden sich – abgesehen vom kaum begründeten Postulat des Versiche rungsarztes Dr. I.____ – keine konkreten Hinweise darauf, dass der Meniskusschaden auf die Gonarthrose zurückzuführen ist. Zur divergierenden Einschätzung von Dr. K.____ hat die Beschwerdegegnerin keine Stellung genommen. Unter diesen Umständen erscheint es fraglich, ob die vorliegende Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage beurte ilt werden kann, oder ob allenfalls ergänzende medizinische Abklärungen vorgenommen werden müssen. Wie sich aus den nach- folgenden Ausführungen ergibt, kann jedoch von solchen Weiterungen des medizinischen Sachverhalts abgesehen werden. 7.1 Wie das Bundesgericht in BGE 123 V 43 erkannt und mit BGE 129 V 466 und BGE 139 V 327 bestätigt hat, besteht der Zweck des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung nicht darin, krankhafte oder degenerative Körperschäden von der obligatorischen Unfallversi- cherung auszuschliessen, sondern darin, die oft schwierige Abgrenzung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der Versicherten zu vermeiden. Ein degenerativer oder pathologischer Vorzustand schliesst daher eine unfallähnliche Körpersc hädigung nicht aus, sofern ein unfall- ähnliches Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest wer- den lässt. Wie bereits unter Erwägung 2.2 hiervor erw ähnt, genügt bei den in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV abschliessend aufgezählten Verletzungen das Hi nzutreten einer schädigenden, äusseren Einwirkung wenigstens im Sinne eines Auslösungsf aktors zu den (vor- oder überwie- gend) krankhaften oder degenerativen Ursachen, damit ei ne unfallähnliche Körperschädigung vorliegt (Urteile des Bundesgerichts vom 21. August 2013, 8C_403/2013, E. 5 und vom 26. Juli 2011, 8C_186/2011, E. 9.6; BGE 139 V 327 E. 3.1, 12 9 V 467 E. 2.2, 123 V 44 f. E. 2b). Dabei wird verlangt, dass die für die Beeinträchtigung gemäss A rt. 9 Abs. 2 UVV typischen Schmer- zen unmittelbar im Anschluss an den als äusseren Faktor bezeichneten Lebenssachverhalt auf- treten (vgl. Urteil des EVG vom 8. Oktober 2003, U 126/ 02, E. 3 m.w.H.; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar 2013, 8C_909/2012, E. 5. 2, Urteil des EVG vom 21. Oktober 2002, U 5/02, E. 2.3). Indessen ist nicht abzuklären, ob eine "eindeutige" krankheits- oder de- generativ bedingte Verursachung vorliegt (Urteile des Bundesgerichts vom 21. August 2013, 8C_403/2013, E. 5, und vom 26. Juli 2011, 8C_186/201 1, E. 9.6; BGE 129 V 466 f. E. 2.1, 123 V 44 f. E. 2b). 7.2 Die “Ad-hoc-Kommission Schaden UVG“ hält in ihren “Empfehlungen zur Anwendung von UVG und UVV“ Nr. 2/86 (Unfallähnliche Körperschädig ungen [UKS], in der Fassung ge- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht mäss Revision vom 20. März 2012) zum Erfordernis der natür lichen Kausalität bei unfallähnli- chen Körperschädigungen fest, dass mit dem Nachweis des unfa llähnlichen Ereignisses grund- sätzlich auch die natürliche (Teil-)Kausalität als erstell t gilt (vgl. auch: C HRISTOPH KIESER / UELI KIESER , Die unfallähnliche Körperschädigung – Bemerkungen zu einem neuen EVG-Entscheid, in: SZS 2001, S. 582). 7.3 Wie in Erwägung 4.2 hiervor ausgeführt, ist das E rfordernis des unfreiwilligen, plötzli- chen, schädigenden, äusseren Faktors vorliegend erfüllt. Die symptomatischen und für die Di- agnosestellung relevanten Beschwerden (einschiessende Schm erzen, Schwellung) sind nach unbestrittenen und glaubhaften Angaben des Beschwerdefü hrers unmittelbar nach dem Abrut- schen von der Türschwelle und dem Auffangen des Körpers au fgetreten. Dies wird vom erstbe- handelnden Arzt Dr. E.____ im Bericht vom 5. Juli 2013 bestätigt, der aufgrund der geklagten Beschwerden den Verdacht eines Meniskusrisses diagnostiziert e. Der Vertrauensarzt der Be- schwerdegegnerin Dr. I.____ beschreibt ausserdem in der Anamnese seines Aktengutachtens vom 3. Dezember 2013, dass der Versicherte seit der Knied istorsion am 26. März 2013 unter persistierenden Kniebeschwerden gelitten habe, die ihn schliesslich veranlassten, sich in ärztli- che Behandlung zu begeben. Im Lichte der vorstehend ge schilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (E. 7.1 hiervor) ist nach dem Ausgeführt en davon auszugehen, dass das Er- eignis vom 26. März 2013 den Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest manifest hat werden lassen. Selbst bei den von der Beschwerde- gegnerin angenommenen starken degenerativen Veränderu ngen wäre folglich davon auszuge- hen, dass das äussere Ereignis den erlittenen Meniskusriss au slöste bzw. eine (Teil-)Ursache für die Verletzung bildete. Auch nach den Empfehlunge n der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG Nr. 2/86 ist die natürliche Kausalität als gegeb en zu betrachten, ist das unfallähnliche Er- eignis doch erstellt. Daran ändern auch die (bestrittenen) Ausführungen der Beschwerdegegne- rin, wonach der Meniskusschaden auf die Gonarthrose zurückzuf ühren ist, nichts, hat sie nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung doch nicht abzuklären, o b eine eindeutig degenerative Ursache gegeben ist (vgl. E. 7.1 in fine hiervor). Liegt mit dem Vorfall vom 26. März 2013 ein unfallähnliches Ereignis als Auslösungsfaktor für den erli ttenen Meniskusriss vor, so ist eine leistungspflichtbegründende unfallähnliche Körperschädig ung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. c UVV zu bejahen. Nach dem Ausgeführten ist in Gutheissun g der Beschwerden der angefochte- ne Einspracheentscheid vom 14. Februar 2014 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 26. März 2013 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für den vo rliegenden Prozess keine Verfah- renskosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind bei den nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführern wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerden wird der angefoch tene Einsprache- entscheid vom 14. Februar 2014 aufgehoben und die Besch werdegeg- nerin wird verpflichtet, für die Folgen des Ereignisse s vom 26. März 2013 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht