06/07 41 Aufsicht. Art. 75, Art. 76 Abs. 1 KV. Art. 4 Abs. 3, Art. 38, Art. 55 Abs. 1 und Art. 57 Abs. 4 GOG. Die Aufsichtskomission übt für das Obergericht die Fachaufsicht über die richterlichen Behörden und di e Gerichtsschreiber aus. Zur Fachaufsicht zählt auch die Sicherstellung, das s sich die Tätigkeit richter- licher Amtsträger mit anderen Funktionen dieser Per sonen vereinbaren lässt, soweit dafür nicht wie bei der Prüfung der Ausstand spflicht spezielle Rechts- mittel vorgesehen sind. Im Rahmen seiner Aufsichtsb efugnisse kann das Obergericht Weisungen erteilen. Mit der Gewaltentei lung soll sichergestellt werden, dass dieselbe Person nicht mehrere Staatsfunktionen ausübt. Angehö- rige des Gerichts i.S.v. Art. 76 Abs. 1 KV sind die jenigen Personen, die an der den Gerichten zugeordneten Rechtsprechung beteiligt sind. Die Gerichts- schreiber, die bei der Entscheidfindung beratende S timme haben, sind Ange- hörige des Gerichts i.S.v. Art. 76 Abs. 1 KV. Die T ätigkeit eines Rechtsprakti- kanten bei den Gerichten (Obergericht des Kantons U ri, Landgericht Uri) ist in der Praxis derjenigen eines Gerichtsschreibers ange nähert. Unverhältnismäs- sigkeit eines völligen Ausschlusses vom Rechtsprakt ikum nach der Vereidi- gung als Mitglied des Landrates. Art. 76 Abs. 1 KV kann dadurch Genüge getan werden, dass der Rechtspraktikant von den Entscheid beratungen ausge- schlossen wird. Dadurch entfällt für ihn die Möglic hkeit der direkten Einfluss- nahme. Zudem erhält der Rechtspraktikant bei den ri chterlichen Behörden kei- nen Einblick in Verfahrensdossiers, bei denen aufgr und des Sachverhaltes oder der beteiligten Personen von einem öffentliche n Interesse auszugehen ist und die deshalb (im konkreten Fall) zu politischen Diskussionen Anlass geben oder geben könnten. Auch der Staatsanwalt (in casu der nebenamtliche Staatsanwalt II) untersteht wie alle richterlichen Behörden der Aufsicht des Obergerichts. Wählt das Landratsplenum einen einzel nen Landrat als Staats- anwalt oder vereidigt es einen Staatsanwalt als Lan drat, kann die Aufsichts- kommission diesen Entscheid nicht vereiteln, indem sie den Staatsanwalt an- weist, seine Tätigkeit zu unterlassen. Ein solches Vorgehen würde auf eine obergerichtliche Überprüfung der Wahl durch den Lan drat hinaus laufen, wel- che das Gesetz nicht vorsieht. Obergericht, 15. Dezember 2006, OG AK 06 17