<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00354</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107055&amp;W10_KEY=4467145&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00354</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.01.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Gestaltungsplan</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Änderung eines privaten Gestaltungsplans<br/><br/>Auf die Beschwerde ist einzutreten (E. 1).<br/>Der ursprüngliche Plan wurde einstimmig beschlossen, die strittige Änderung hingegen nur mit qualifizierter Mehrheit (E. 2a).<br/>Dies wirft die Frage auf, ob der privatrechtliche Grundsatz der Einheit der Form (Art. 12 OR) analog anwendbar ist und der Revision entgegensteht. Das kann aber offen bleiben (E. 2b).<br/>Das "schutzwürdige Interesse" in § 85 Abs. 2 PBG ist nicht einfach jenem in § 338a Abs. 1 gleichzusetzen (E. 3a).<br/>Es sprechen gute Gründe dafür, dass nur öffentliche Interessen einen Eingriff in private Eigentumsrechte rechtfertigen. Wie es sich damit verhält, kann jedoch offen bleiben (E. 3b).<br/>Die strittige Änderung ist nicht mehr "untergeordnet" im Sinn von § 87 PBG (E. 4a).<br/>Im betroffenen Gebiet hat eine "wesentliche Bautätigkeit" im Sinn von § 82 PBG eingesetzt. Dies allein steht einer Planrevision entgegen (E. 4b).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINHEIT DER FORM">EINHEIT DER FORM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESTALTUNGSPLAN">GESTALTUNGSPLAN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZWÃRDIGES INTERESSE">SCHUTZWÃRDIGES INTERESSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: SONDERNUTZUNGSPLÃNE">SONDERNUTZUNGSPLÃNE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERGEORDNETE ÃNDERUNG/ABWEICHUNG">UNTERGEORDNETE ÃNDERUNG/ABWEICHUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 12 OR</span><br/><span class="ungerade">§ 82 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 85 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 86 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 87 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 338a Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2003 Nr. 3 S. 15</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die GrundeigentÃ¼mergemeinschaft "Q" in X vereinbarte am 15. April 1986 einstimmig einen privaten Gestaltungsplan, dem der Gemeinderat am 8. Juli 1986 zustimmte und der Regierungsrat am 22. MÃ¤rz 1989 die Genehmigung erteilte. 1995 arbeitete die Grund­eigentÃ¼mergemeinschaft zwei Ãnderungen des Plans aus, datiert vom 23. November und vom 20. Dezember, und legte sie ihren Mitgliedern zur Unterschrift vor. 17 von 20 Grund­eigentÃ¼mern, darunter auch D und E, erklÃ¤rten ihr EinverstÃ¤nd­nis. Die Ãnderungen beinhalteten zusÃ¤tzliche NutzungsmÃ¶glichkeiten auf der Parzelle Kat.-Nr. 01. Nachdem die GrundeigentÃ¼mergemeinschaft die Ãnderungen als Baugesuch ein­gereicht hatte, erteilte der Gemeinderat X am 19. November 1996 eine Baubewilligung fÃ¼r den Neubau von 17 ter­rassierten EinfamilienhÃ¤usern samt Autoeinstell­halle. Er hielt fest, dass die Ãberbauung gemÃ¤ss Eingabe einer Ãnderung des Gestaltungsplans bedÃ¼rfe, die sich aber innerhalb der Vorschriften des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) und der kommunalen Bau- und Zonenordnung bewege. Dieser Beschluss wurde auf Begehren hin auch D und E mitgeteilt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 23. Dezember 1996 beschloss die GrundeigentÃ¼mergemeinschaft "Q" ein weiteres Ãnderungsprojekt fÃ¼r den genannten Gestaltungsplan, das von 20 der 27 betei­ligten GrundeigentÃ¼mer, nicht aber vom Ehepaar D und E, unterschrieben wurde. Die Unterzeich­ner bezweckten unter anderem die Erstellung von Einfamilien- und DoppelhÃ¤usern bis 18 m FassadenlÃ¤nge auf den Parzellen Kat.-Nrn. 02-04 sowie 06. Der Ge­meinderat X genehmigte die beantragte Ãnderung des Gestaltungsplans mit Beschluss vom 8. April 1997, welcher der GrundeigentÃ¼mergemeinschaft "Q", jedoch nicht dem Ehepaar D und E, zugestellt und zusÃ¤tzlich in amtlichen Publikationsorganen verÃ¶ffent­licht wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>D und E ersuchten mit Schreiben vom 16. und vom 22. Dezember 1997 den Gemein­­derat X um Zustellung sÃ¤mtlicher Zustim­mungsbeschlÃ¼sse und von Kopien der publizierten Ausschreibungen seit Inkrafttreten des ursprÃ¼nglichen Gestaltungs­plans vom 15. Ap­ril 1986. Der Gemeinderat kam dieser Auf­forderung nach und beschloss am 27. Janu­ar 1998, dem Ehepaar D und E die verlangten BeschlÃ¼sse zuzustellen, unter EinrÃ¤umung einer 30tÃ¤gigen Einsprachefrist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Eingabe vom 17. Februar 1998 erhoben D und E gegen die ZustimmungsbeschlÃ¼sse des Gemeinderats X vom 19. Novem­ber 1996 und vom 8. April 1997 Rekurs bei der Baurekurskommission II. Sie beantragten die vollstÃ¤ndige Aufhebung des erstgenannten Beschlusses, die Aufhebung des zwei­ten in Bezug auf die abgeÃ¤nderten Baubereiche und zulÃ¤ssigen GebÃ¤udearten fÃ¼r das Gebiet zwischen Qweg und Bern­haustrasse sowie die DurchfÃ¼hrung eines planungsrechtlich korrekten Gestaltungsplan-Le­ga­lisierungsver­fah­rens, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten des Rekurs­gegners. Die Baure­kurskommission trat auf den Re­kurs mit Entscheid vom 16. Februar 1999 nicht ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf Beschwerde des Ehepaars D und E hin hob das Verwaltungsgericht den Nichteintretensentscheid der Baurekurskommission am 15. Juli 1999 teilweise auf und wies die Streitsache zur materiellen Entscheidung Ã¼ber den Rekurs gegen den Zustimmungs­be­schluss des Gemeinderats X vom 8. April 1997 an diese zurÃ¼ck (VB.1999.00097). Das Ge­richt erwog im Wesentlichen, die Rekursfrist bezÃ¼glich dieses Beschlusses habe erst mit der individuellen ErÃ¶ffnung an die Rekurrierenden vom 27. Januar 1998 zu laufen begonnen, weshalb das Rechtsmittel insoweit fristgemÃ¤ss erhoben worden sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission lud die Baudirektion ein, den Genehmigungsentscheid zu treffen; die Direktion genehmigte die PlanÃ¤nderung mit VerfÃ¼gung Nr. 326 vom 3. Ap­ril 2000. Eine Delegation der BRK fÃ¼hrte am 30. November 2000 einen Augenschein durch, wobei die Beteiligten Ã¼bereinkamen, Verhandlungen zu fÃ¼hren, die jedoch nicht zu einer Einigung fÃ¼hrten. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschluss vom 10. September 2002 hiess die Baurekurskommission II den Rekurs gut (soweit er materiell zu behandeln war). Sie fÃ¼hrte zusammengefasst aus, die durch die strittige GestaltungsplanÃ¤nderung beabsichtigten Erweiterungen der Baubereiche E ver­letzten schutzwÃ¼rdige Interessen der Rekurrierenden im Sinn von § 85 Abs. 2 PBG. Die BRK ging dabei von der Auffassung aus, der Begriff des "schutzwÃ¼rdigen Interesses" sei gleich auszulegen wie der gleich­lautende von § 338a Abs. 1 PBG, der die Rechtsmittellegi­timation in Bau- und Planungsangelegenheiten umschreibt. Bei einem privaten Gestaltungs­plan seien nicht die fÃ¼r bzw. gegen die PlanÃ¤nderung sprechenden privaten Interessen gegeneinander abzuwÃ¤gen, vielmehr berechtigten bloss private Interessen nicht zu einem Ein­griff in die geschÃ¼tzte SphÃ¤re eines anderen beteiligten GrundeigentÃ¼mers. Hingegen kÃ¶nn­ten gewichtige Ã¶ffentliche Interessen das zustÃ¤ndige Gemeindeorgan berechtigen, selbst eine PlanÃ¤nderung festzusetzen, da in einem solchen Fall nach § 84 Abs. 1 PBG die MÃ¶glichkeit bestehe, einen Ã¶ffentlichen Gestaltungsplan festzusetzen. Solche Interessen lÃ¤gen aber nicht vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen den Beschluss der Baurekurskommission II wandten sich am 17. Oktober 2002 die Gemeinde X sowie A und B, EigentÃ¼mer eines GrundstÃ¼cks im Gestaltungsplanperimeter, mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit den AntrÃ¤gen, der angefoch­tene Entscheid sei aufzuheben und der Be­schluss des Gemeinderats X vom 8. April 1997 sowie die VerfÃ¼gung der Baudirekti­on vom 3. April 2000 seien wieder herzustellen; eventuell sei das Verfahren zum Neuentscheid an die Baurekurskommission zurÃ¼ckzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission beantragte am 22. November 2002 Abweisung der Beschwerde, ebenso am 17. Dezember die private Beschwerdegegnerschaft.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Gegen Entscheide der Baurekurskommissionen ist nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) die Beschwerde an das Verwal­tungsgericht zulÃ¤ssig; eine entgegenstehende Bestimmung besteht nicht. Die privaten BeschwerdefÃ¼hrenden sind als EigentÃ¼mer der von der strittigen PlanÃ¤nderung betroffenen GrundstÃ¼cke Kat.-Nr. 02 und 03 ohne Weiteres zur Beschwerde legitimiert im Sinn von § 21 lit. a in Verbindung mit § 70 VRG. Die Legitimation des Gemeinderats X ergibt sich aus dem Umstand, dass die Baurekurskommission den Zustimmungs- und AllgemeinverbindlicherklÃ¤rungsbeschluss vom 8. April 1997 als Akt kommunaler Nutzungsplanung aufgehoben hat, in welchem Bereich die Gemeinden Autonomie geniessen (§ 21 lit. b VRG; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegege­setz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 66; RB 1998 Nr. 13; VGr, 24. Oktober 2002, VB.2002.00030 und 221, E. 1a; 14. No­vem­ber 2002, VB.2001.00371, E. 1). Weil kein Beschluss der Gemeinde im Sinn von § 155 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926, sondern ein solcher des Gemeinderats angefochten ist, bedarf die Beschwerdeerhebung keines Beschlusses der Gemeindeversam­m­lung. Auch die Ã¼brigen Voraussetzungen sind gegeben, namentlich wurde die Frist von 30 Tagen gemÃ¤ss § 53 VRG gewahrt; auf die Beschwerde ist somit einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Der ursprÃ¼ngliche Gestaltungsplan vom 15. April 1986 wurde durch die beteiligten GrundeigentÃ¼mer einstimmig beschlossen. Er legte fÃ¼r einen ca. 300 m langen und Ã¼ber 100 m breiten Bereich zwischen der Bernhaustrasse und der Zone fÃ¼r Ã¶ffentliche Bau­ten und Anlagen im Q eine besondere Bebauungsordnung fest, die das Gebiet insbesondere durch die Ausscheidung von Bau- und Freihaltebereichen sowie von Heckenlinien nutzungs­mÃ¤ssig strukturierte. Die beiden Ãnderungen von 1995 wurden bereits nur mit qua­li­fizierter Mehrheit im Sinn von § 85 Abs. 2 PBG beschlossen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 23. Dezember 1996 beschloss die GrundeigentÃ¼mer-Gemeinschaft Q die streitbetroffene Ãnderung des Quartierplans, welche die Baubereiche auf den GrundstÃ¼­cken Kat.-Nrn. 02-04, 06, 07 und 08 neu definierte und die Heckenlinien in den Grenzbereichen leicht verÃ¤nderte. Dieser Revision stimmten 20 von 27 GrundeigentÃ¼mern (nach Angabe des Gemeinderats) zu. Damit die Ãnderung in Kraft treten konnte, musste sie durch den Gemeinderat nach § 85 Abs. 2 PBG fÃ¼r allgemeinverbind­lich erklÃ¤rt werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Dieser Ablauf wirft die Frage auf, ob ein einstimmig beschlossener privater Gestaltungsplan Ã¼berhaupt durch Mehrheitsbeschluss und AllgemeinverbindlicherklÃ¤rung ge­Ã¤ndert werden kann oder ob der im Privatrecht geltende Grundsatz der Einheit der Form (vgl. Art. 12 des Obligationenrechts; Peter Gauch/Walter R. Schluep/JÃ¶rg Schmid/Heinz Rey, Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner Teil, 7. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 577 ff.) im Ã¶ffentlichen Recht analog anwendbar ist und es ausschliesst, einen in einem bestimmten Verfahren erlassenen Rechtsakt in einem anderen Verfahren abzuÃ¤ndern. Dies dÃ¼rfte am ehes­­ten fÃ¼r das VerhÃ¤ltnis zwischen Ã¶ffentlichem Gestaltungsplan einerseits und den verschie­denen Arten privater GestaltungsplÃ¤ne anderseits gelten. Zweifelhaft ist, ob auch zwischen den letzteren untereinander von der selben Betrachtungsweise auszugehen ist. Zu be­achten ist in diesem Zusammenhang, dass §§ 83ff. PBG jedenfalls nicht ausdrÃ¼cklich bestimmte Erlassverfahren fÃ¼r qualifizierte Arten von planerischen Anordnungen vorschreiben; insofern liegt nicht analog die in Art. 12 OR vorausgesetzte Situation vor, dass von Anfang die Beachtung einer bestimmten Form GÃ¼ltigkeitserfordernis ist. Die Frage braucht allerdings nicht abschliessend beantwortet zu werden, da vorliegend andere GrÃ¼nde der strit­­­tigen Gestaltungsplanrevision entgegenstehen (E. 4).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Falls man davon ausgeht, dass vorliegend eine Gestaltungsplanrevision durch Mehrheitsbeschluss und AllgemeinverbindlicherklÃ¤rung Ã¼berhaupt in Betracht kommt, so setzt dies nach § 85 Abs. 2 PBG voraus, dass keine schutzwÃ¼rdigen Interessen der anderen (d.h. nicht zustimmenden) GrundeigentÃ¼mer verletzt werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Die Baurekurskommission erwog einerseits, es stelle keinen Zufall dar, dass § 85 Abs. 2 PBG denselben Begriff verwende wie § 338a Abs. 1, der die Rechtsmittellegitimati­on in Planungs- und Bausachen umschreibt, und leitete daraus ab, dass der Anspruch der dem Gestaltungsplan zustimmenden GrundeigentÃ¼mer entfalle, falls ein nicht zustimmender von der Planung in relevanter (d.h. § 338a Abs. 1 PBG entsprechender) Weise betroffen werde. Dieser Auffassung kann nicht vollumfÃ¤nglich zugestimmt werden. Wie die BeschwerdefÃ¼hrenden zu Recht vorbringen, regeln die beiden Bestimmungen vÃ¶llig unterschiedliche GegenstÃ¤nde. Der identische Wortlaut ist daher kein genÃ¼gender Grund dafÃ¼r, dass die beiden Normen zwingend gleich ausgelegt werden mÃ¼ssten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Anderseits fÃ¼hrte die Baurekurskommission aus, dass bloss private Interessen der einen GrundeigentÃ¼mer nicht dazu berechtigten, in die Rechte der anderen einzugreifen. Vor­aussetzung dafÃ¼r sei vielmehr ein gewichtiges Ã¶ffentliches Interesse, das aber vorliegend nicht bestehe. Die BeschwerdefÃ¼hrenden erblicken dieses Interesse in den mit der PBG-Revision von 1991 geschaffenen MÃ¶glichkeiten der baulichen Verdichtung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DafÃ¼r, dass nur Ã¶ffentliche Interessen Eingriffe in privates Eigentum rechtfertigen, sprechen gute GrÃ¼nde. Wie es sich damit im Einzelnen verhÃ¤lt und welches Gewicht vorliegend insbesondere der baulichen Verdichtung, an der grundsÃ¤tzlich durchaus ein Ã¶ffentliches Interesse besteht (vgl. Roman Sieber, Die bauliche Verdichtung aus rechtlicher Sicht, Freiburg 1996, S. 21 ff.), zukommt, kann allerdings wiederum offen bleiben. Wie bereits erwÃ¤hnt worden und nachfolgend aufzuzeigen ist, sind die besonderen Voraussetzun­gen von § 87 PBG fÃ¼r eine GestaltungsplanÃ¤nderung nicht erfÃ¼llt und hat das Interesse an Verdichtung jedenfalls keine derartige Bedeutung, dass es eine Revision geradezu zwin­gend gebÃ¶te.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) GemÃ¤ss § 87 PBG kÃ¶nnen GestaltungsplÃ¤ne in gleicher Weise wie Sonderbauvorschriften aufgehoben werden (Satz 1). Die entsprechenden Bestimmungen gelten nicht fÃ¼r untergeordnete Ãnderungen (Satz 2). Solche sind, hierin ist den BeschwerdefÃ¼hrenden zuzustimmen, ohne besondere EinschrÃ¤nkungen zulÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zu prÃ¼fen ist vorab, ob eine untergeordnete Ãnderung vorliegt. Die Revision betrifft zwar nur den westlichen Teil des Planperimeters. Die Baubereiche in diesem Abschnitt werden allerdings erheblich ausgedehnt. Auch wenn die zulÃ¤ssigen GebÃ¤udeabmessungen unverÃ¤ndert bleiben und weiterhin eine LÃ¤nge von 18 m gestattet wird, so werden im Ergebnis mit der Revision auf den noch unÃ¼berbauten GrundstÃ¼cken Kat.­Nrn. 03 und 04 nunmehr GebÃ¤ude mit um 5 m oder beinahe 40 % grÃ¶sserer LÃ¤nge ermÃ¶glicht. Auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 der privaten BeschwerdefÃ¼hrenden werden hauptsÃ¤chlich Anbauten ermÃ¶glicht. Von einer erheblichen VerlÃ¤ngerung des Baubereichs in Richtung der Parzelle der Beschwerdegegnerschaft profitiert das noch unÃ¼berbaute Grund­stÃ¼ck Kat.-Nr. 08. Diese Ãnderung dient offenbar auch der Anpassung an eine Par­zellierungsÃ¤nderung (vgl. erst­instanzlichen Beschluss des Gemeinderats), Ã¼ber die nichts weiter aktenkundig ist. Hin­gegen ergibt sich fÃ¼r die Beschwerdegegnerschaft keine Erweiterung der NutzungsmÃ¶glich­­keiten, bzw. im Zusammenhang mit der Neuparzellierung eine EinschrÃ¤nkung, indem der auf ihrem GrundstÃ¼ck liegende Baubereich verkÃ¼rzt wird. Insgesamt kann diese Ãnderung, auch wenn sie sich nur auf einen Teil des Gestaltungsplanperimeters erstreckt, nicht mehr als untergeordnet im Sinn von § 87 PBG bezeichnet werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die streitbetroffene Ãnderung des Gestaltungsplans âQâ ist demnach gemÃ¤ss dieser Bestimmung in Verbindung mit § 82 PBG nur zulÃ¤ssig, wenn weder eine wesentliche BautÃ¤tigkeit eingesetzt hat, die von den (ursprÃ¼nglich) eingerÃ¤umten MÃ¶glichkei­ten Gebrauch macht, noch entsprechende ernsthafte Bestrebungen nachgewiesen werden. Mit der fraglichen Revision sollen die ursprÃ¼nglichen Gestaltungsplanvorschriften lediglich fÃ¼r einen Teilbereich des Perimeters ersetzt werden. Es fragt sich daher, ob die Ãnderungsvoraussetzung, dass keine wesentliche BautÃ¤tigkeit eingesetzt haben dÃ¼rfe, bezÃ¼glich des gesamten Gestaltungsplanperimeters oder nur hinsichtlich der von der Revision erfass­ten Teilbereiche erfÃ¼llt sein muss (unklar diesbezÃ¼gl. BEZ 1985 Nr. 10). Dies kann allerdings offen bleiben, da zwei der fÃ¼nf GrundstÃ¼cke im von der Ãnderung betroffenen Bereich bereits Ã¼berbaut sind, was zweifellos "wesentlich" ist. Dies gilt um so mehr, wenn man auch die GrundstÃ¼cke Kat.-Nrn. 05-06 in die Betrachtung einbezieht, von denen letzteres als einziges noch nicht Ã¼berbaut und von der Revision direkt betroffen ist. Dieser Um­stand steht fÃ¼r sich allein der strittigen Gestaltungsplanrevision entgegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Allerdings lÃ¤sst sich fragen, ob nicht auch trotz wesentlicher BautÃ¤tigkeit im Sin­ne von § 82 PBG eine Aufhebung oder Ãnderung eines Gestaltungsplanes direkt gestÃ¼tzt auf Art. 21 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 mÃ¶glich sein muss. Nach dieser Bestimmung werden NutzungsplÃ¤ne Ã¼berprÃ¼ft und nÃ¶tigenfalls angepasst, wenn sich die VerhÃ¤ltnisse erheblich geÃ¤ndert haben. Die Frage kann jedoch offen bleiben, da eine sol­­che erhebliche VerÃ¤nderung der VerhÃ¤ltnisse im vorliegenden Fall nicht ersichtlich ist. Der Umstand, dass die zwischenzeitliche Revision der Bau- und Zonenordnung durch Heraufsetzen der zulÃ¤ssigen GebÃ¤udehÃ¶he und Privilegierung von Dach- und Untergeschossen die baulichen NutzungmÃ¶glichkeiten im allgemeinen erweitert hat, lÃ¤sst die bestehenden Bau­beschrÃ¤nkungen des Gestaltungsplans jedenfalls nicht als unzweckmÃ¤ssig erscheinen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>