<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2021-05-04-5A_337-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_337/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 4. Mai 2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">verbeiständet durch B.________, </div> <div class="para">vertreten durch C.________, </div> <div class="para">sowie angeblich vertreten durch D.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Basel-Stadt, Rheinsprung 16/18, 4051 Basel. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Handlungen des Beistandes, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt als Verwaltungsgericht vom 4. April 2021 (VD.2021.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">A.________ (geb. 2004) und E.________ (geb. 2003), beide aus Kongo, reisten im Mai 2020 über Griechenland in die Schweiz ein und verlangten politisches Aysl. Der Aufenthaltsort der Eltern ist unbekannt. </div> <div class="para">Weil das erste Kontaktgespräch mit den Mädchen in Anwesenheit ihres Onkels D.________ als deren mandatierter Vertreter wegen dessen Verhaltens hatte abgebrochen werden müssen, wandte sie die HEKS mit einer Gefährdungsmeldung an die KESB Basel-Stadt; es scheine, dass die Mädchen von ihm stark unter Druck gesetzt und in ihrer Willensbildung beeinflusst würden. Weil sodann auch die Erstbefragung von A.________ aufgrund des Verhaltens von D.________ hatten abgebrochen werden müssen, wandte sich das SEM ebenfalls mit einer Gefährdungsmeldung an die KESB Basel-Stadt. Beide Institutionen bzw. Behörden verlangten die Errichtung einer Beistandschaft, welche die KESB mit Entscheid vom 7. Juli 2020 gestützt auf <span class="artref">Art. 306 Abs. 2 ZGB</span> anordnete. </div> <div class="para">Der eingesetzte Beistand beauftragte lic. iur. C.________ mit der Vertretung der Kinder in den hängigen Verfahren. Die hiergegen von D.________ im Namen von A.________ erhobene Beschwerde wies die KESB mit Entscheid vom 17. Dezember 2020 ab, desgleichen das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt mit Urteil vom 4. April 2021 die hiergegen erhobene Beschwerde. </div> <div class="para">Im Namen von A.________ hat D.________ am 30. April 2021 beim Bundesgericht eine Beschwerde eingereicht. Ferner verlangt er die unentgeltliche Rechtspflege und die aufschiebende Wirkung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Eingabe in französischer Sprache ist zulässig (<span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span>), das vorliegende Urteil ist jedoch in der Sprache des angefochtenen Entscheides abzufassen (<span class="artref">Art. 54 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist der kantonal letztinstanzliche Entscheid in einer Kindesschutzsache; die Beschwerde in Zivilsachen steht offen (Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 6, <span class="artref">Art. 75 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90 BGG</span><artref id="CH/173.110/75/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Allerdings können Parteien in Zivilsachen vor Bundesgericht nur von Anwälten vertreten werden, die nach dem Anwaltsgesetz vom 23. Juni 2000 (BGFA, SR 935.61) hierzu berechtigt sind (<span class="artref">Art. 40 Abs. 1 BGG</span>). Die Eingabe an das Bundesgericht erfolgt durch den Onkel, der nach eigenen Angaben Theologe und Jurist ist, von dem aber nicht ersichtlich wäre, dass er im Anwaltsregister aufgeführt und damit zur Parteivertretung vor Bundesgericht befugt ist. </div> <div class="para">Eine Rückweisung zur Verbesserung des Mangels (namentlich durch eigenhändige Unterzeichnung seitens der angeblich vertretenen Beschwerdeführerin) erübrigt sich, weil auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung ohnehin nicht einzutreten ist (vgl. E. 4). Zudem ist höchst zweifelhaft, ob A.________ überhaupt einen Beschwerdewillen hätte und ob sie nicht von ihrem Onkel unter Druck gesetzt würde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Kernerwägung des angefochtenen Entscheides ist, dass D.________ als Vertreter von A.________ ungeeignet ist, zum einen weil er als Onkel in einem Interessenkonflikt steht, zum anderen, weil die Befragung von A.________ abgebrochen werden musste, da er nicht zuliess, dass A.________ auf die Fragen selbständig und direkt antwortete, sondern er dies aktiv und mit konstanten Einwänden zu sachfremden Themen verhinderte und ausserdem für ein unruhiges und bedrohliches Klima sorgte. </div> <div class="para">In der Beschwerde erfolgen unbekümmert um die Begründungspflicht (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=21.04.2021&amp;to_date=10.05.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">BGE 142 III 364</a> E. 2.4 S. 368) keinerlei Ausführungen hierzu, geschweige denn werden die Sachverhaltsfeststellungen mit Willkürrügen angefochten (dazu Art. 97 Abs. 1 i.V.m. <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=21.04.2021&amp;to_date=10.05.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page264">BGE 140 III 264</a> E. 2.3 S. 266). Vielmehr beschränken sich die Ausführungen auf weitläufige allgemeine Ausführungen, namentlich zur Notwendigkeit einer Vertretung im Asylverfahren, und das Vorbringen, seine Organisation mit Juristen und Theologen werde benachteiligt. All dies geht an der Kernerwägung des angefochtenen Entscheides vorbei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren gemäss <span class="artref"><artref id="CH/173.110/108/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/108/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/108/1/a" type="start"></artref>Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG</span><artref id="CH/173.110/108/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/108/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/b" type="end"></artref> nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Damit ist das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.</b> </div> <div class="para">Mit dem sofortigen Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>8.</b> </div> <div class="para">Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, konnte der Beschwerde von Anfang an kein Erfolg beschieden sein, weshalb es an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>) und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind D.________ aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden D.________ auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, B.________, C.________, D.________, der KESB Basel-Stadt und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 4. Mai 2021 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>