<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 46/00 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>IV. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Widmer </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 8. Mai 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.________, 1956, Beschwerdeführerin, vertreten durch </div> <div class="para">Advokatin M.________, </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, Binningen, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Liestal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Mit Verfügung vom 21. Juni 1996 sprach die IV- </div> <div class="para">Stelle Basel-Landschaft C.________ rückwirkend ab 1. Januar </div> <div class="para">1995 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zu. Nach- </div> <div class="para">dem die Versicherte Beschwerde erhoben hatte, zog die IV- </div> <div class="para">Stelle diese Verfügung in Wiedererwägung und sprach </div> <div class="para">C.________ ab 1. Januar 1995 bei einem Invaliditätsgrad von </div> <div class="para">50 % eine halbe Invalidenrente zu (Verfügung vom 18. Novem- </div> <div class="para">ber 1996). Mit Schreiben vom 28. November 1996 hielt </div> <div class="para">C.________ an ihrer Beschwerde fest. Am 29. Juni 1998 ver- </div> <div class="para">fügte die IV-Stelle die Aufhebung der halben Rente auf Ende </div> <div class="para">des der Zustellung des Verwaltungsaktes folgenden Monats. </div> <div class="para">Mit Schreiben vom 6. Juli 1998 teilte C.________ der IV- </div> <div class="para">Stelle mit, dass sie am 2. Juli 1998 im Kantonsspital Basel </div> <div class="para">gewesen sei; es würden neue Röntgenbilder angefertigt, </div> <div class="para">deren Resultate abgewartet werden müssten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Mit Entscheid vom 10. November 1999 wies das Ver- </div> <div class="para">sicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft die Be- </div> <div class="para">schwerde gegen die Verfügung vom 21. Juni 1996 ab, nachdem </div> <div class="para">es zunächst festgestellt hatte, dass gegen die Aufhebungs- </div> <div class="para">verfügung der IV-Stelle vom 29. Juni 1998 kein Rechtsmittel </div> <div class="para">ergriffen worden sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt C.________ </div> <div class="para">beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und </div> <div class="para">die Vorinstanz sei zu verpflichten, auch auf die Beschwerde </div> <div class="para">gegen die Rentenaufhebungsverfügung vom 29. Juni 1998 ein- </div> <div class="para">zutreten. Ferner ersucht sie um die Bewilligung der unent- </div> <div class="para">geltlichen Verbeiständung. </div> <div class="para"> Während die IV-Stelle auf eine Vernehmlassung verzich- </div> <div class="para">tet, beantragt das Verwaltungsgericht des Kantons Basel- </div> <div class="para">Landschaft, auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei nicht </div> <div class="para">einzutreten, eventuell sei diese abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- a) Gegenstand des vorinstanzlichen Beschwerdever- </div> <div class="para">fahrens bildete die Verfügung vom 21. Juni 1996, mit wel- </div> <div class="para">cher die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. Ja- </div> <div class="para">nuar 1995 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zu- </div> <div class="para">gesprochen hatte. Nachdem die Versicherte diese Verfügung </div> <div class="para">beschwerdeweise angefochten und sinngemäss die Zusprechung </div> <div class="para">einer ganzen Rente sowie die Durchführung einer weiteren </div> <div class="para">ärztlichen Abklärung beantragt hatte, zog die IV-Stelle </div> <div class="para">diese Verfügung nach Eingang weiterer Arztberichte in Wie- </div> <div class="para">dererwägung und gewährte der Beschwerdeführerin mit Ver- </div> <div class="para">fügung vom 18. November 1996 rückwirkend ab 1. Januar 1995 </div> <div class="para">anstelle der Viertelsrente eine halbe Invalidenrente. Das </div> <div class="para">Beschwerdeverfahren wurde durch diese neue Verfügung nur </div> <div class="para">insoweit gegenstandslos, als den Rechtsbegehren der Ver- </div> <div class="para">sicherten entsprochen worden war (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F113-V-237%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page237">BGE 113 V 237</a>). Da dies </div> <div class="para">zumindest mit Bezug auf den sinngemässen Antrag auf Zu- </div> <div class="para">sprechung einer ganzen Rente nicht zutraf, hatte die Vor- </div> <div class="para">instanz das Verfahren insoweit fortzusetzen, ohne dass es </div> <div class="para">einer Anfechtung der Wiedererwägungsverfügung seitens der </div> <div class="para">Beschwerdeführerin bedurft hätte (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F113-V-237%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page237">BGE 113 V 237</a>, 107 V </div> <div class="para">250). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Anders verhält es sich hinsichtlich der Rentenauf- </div> <div class="para">hebungsverfügung vom 29. Juni 1998. Bei dieser handelt es </div> <div class="para">sich nicht um ein erneutes Zurückkommen auf die frühere </div> <div class="para">Verfügung vom 18. November 1996 im Rahmen einer Wieder- </div> <div class="para">erwägung, sondern um die revisionsweise Aufhebung der </div> <div class="para">laufenden (halben) Invalidenrente zufolge anspruchserheb- </div> <div class="para">licher Änderung des Invaliditätsgrades gemäss <span class="artref">Art. 41 IVG</span>, </div> <div class="para">wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zutreffend aus- </div> <div class="para">führt: Die IV-Stelle nahm die Rentenrevision auf der Grund- </div> <div class="para">lage einer Expertise des Zentrums für Medizinische Begut- </div> <div class="para">achtung vom 24. März 1998 vor, aus welcher ersichtlich ist, </div> <div class="para">dass der Gesundheitszustand der Versicherten eine wesent- </div> <div class="para">liche Verbesserung erfahren hat. In der Revisionsverfügung </div> <div class="para">wurde denn auch einleitend vermerkt, dass die Anspruchs- </div> <div class="para">voraussetzungen für die Invalidenrente neu geprüft worden </div> <div class="para">seien, und der Zeitpunkt der Rentenaufhebung wurde nicht ex </div> <div class="para">tunc, sondern nach Massgabe der revisionsrechtlichen Be- </div> <div class="para">stimmung des <span class="artref">Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV</span> festgelegt. Die </div> <div class="para">Verfügung vom 29. Juni 1998 unterlag daher einer gesonder- </div> <div class="para">ten Anfechtung und war jedenfalls entgegen der Auffassung </div> <div class="para">der Versicherten von der Vorinstanz nicht im Zusammenhang </div> <div class="para">mit dem Beschwerdeverfahren betreffend die Verfügung vom </div> <div class="para">21. Juni 1996 zu überprüfen, ungeachtet der Frage, ob das </div> <div class="para">Schreiben der Versicherten vom 6. Juli 1998, worin sie der </div> <div class="para">IV-Stelle mitteilte, dass sie am 2. Juli 1998 im Kantons- </div> <div class="para">spital Basel gewesen sei, wo neue Röntgenaufnahmen ange- </div> <div class="para">fertigt würden, auf welche nun gewartet werden müsse, als </div> <div class="para">Beschwerde zu qualifizieren ist. Selbst wenn dieses </div> <div class="para">Schreiben entsprechend den Vorbringen in der Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichtsbeschwerde als Beschwerde gegen die Verfügung vom </div> <div class="para">29. Juni 1998 aufgefasst werden müsste, hätte das kantonale </div> <div class="para">Gericht darüber in einem separaten Verfahren zu entschei- </div> <div class="para">den. Denn Anfechtungs- und Streitgegenstand des vorliegen- </div> <div class="para">den Verfahrens bildete allein die ursprüngliche Renten- </div> <div class="para">zusprechungsverfügung vom 21. Juni 1996. Nach dem Gesagten </div> <div class="para">erweist sich der vorinstanzliche Entscheid, soweit ange- </div> <div class="para">fochten, als rechtens, woran die übrigen Einwendungen der </div> <div class="para">Beschwerdeführerin nichts zu ändern vermögen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Nach Gesetz (<span class="artref">Art. 152 OG</span>) und Praxis sind in der </div> <div class="para">Regel die Voraussetzungen für die Bewilligung der unent- </div> <div class="para">geltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn </div> <div class="para">der Prozess nicht aussichtslos erscheint, die Partei be- </div> <div class="para">dürftig und die anwaltliche Verbeiständung notwendig oder </div> <div class="para">doch geboten ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-201%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page202">BGE 125 V 202</a> Erw. 4a mit Hinweisen). </div> <div class="para"> Bedürftig im Sinne von <span class="artref">Art. 152 Abs. 1 OG</span> ist eine </div> <div class="para">Person, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre </div> <div class="para">Familie nötigen Lebensunterhaltes nicht in der Lage ist, </div> <div class="para">die Prozesskosten zu bestreiten. Massgebend sind die wirt- </div> <div class="para">schaftlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der Entscheidung </div> <div class="para">über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (BGE 108 V </div> <div class="para">269 Erw. 4). Bei der Beurteilung der Bedürftigkeit ist das </div> <div class="para">Einkommen beider Ehegatten zu berücksichtigen (BGE 115 Ia </div> <div class="para">195 Erw. 3a, 108 Ia 10 Erw. 3, 103 Ia 101 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> Laut dem letztinstanzlich aufgelegten Zeugnis zur </div> <div class="para">Erlangung der unentgeltlichen Prozessführung vom 14. Januar </div> <div class="para">2000 erzielt der Ehemann der Beschwerdeführerin ein monat- </div> <div class="para">liches Einkommen von Fr. 5560.-. Die monatlichen Belastun- </div> <div class="para">gen (Mietzins, Steuern und Versicherungen) belaufen sich </div> <div class="para">auf rund Fr. 2500.-. Eines der im gemeinsamen Haushalt </div> <div class="para">lebenden Kinder ist erwerbstätig, die beiden anderen absol- </div> <div class="para">vieren eine Berufslehre. Die Beschwerdeführerin und ihr </div> <div class="para">Ehegatte verfügen ferner über ein Reinvermögen von </div> <div class="para">Fr. 17'000.-. Angesichts dieser wirtschaftlichen Verhält- </div> <div class="para">nisse ist keine Bedürftigkeit im Sinne von <span class="artref">Art. 152 Abs. 1 </span></div> <div class="para">OG und der hiezu ergangenen Rechtsprechung gegeben, weshalb </div> <div class="para">das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung abzuweisen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird abge- </div> <div class="para"> wiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungs- </div> <div class="para"> gericht des Kantons Basel-Landschaft, der Ausgleichs- </div> <div class="para"> kasse Basel-Landschaft und dem Bundesamt für Sozial- </div> <div class="para"> versicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 8. Mai 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der IV. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>