<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat und die Verbände der Krankenversicherer kritisieren die Brutto-Kostenentwicklung der Physiotherapie. Der Bundesrat schlägt vor, die Tarifstruktur anzupassen, um Kosten zu sparen.</p><p>Ist sich der Bundesrat bewusst, dass</p><ul><li>die Saläre der PhysiotherapeutInnen seit Jahren sinken?</li><li>ein höheres Salär nur mit einer Mengenausweitung zu erzielen ist, die im Anordnungsmodell nicht möglich ist?</li><li>die Berufsausstiege ähnlich hoch ausfallen wie in der Pflege?</li></ul><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:18pt"><span style="font-family:Arial; font-size:12pt">Zielsetzung des bundesrätlichen Vorschlages zur Anpassung der Tarifstruktur für physiotherapeutische Leistungen ist in erster Linie die Verbesserung der Transparenz gegenüber den Versicherten und allen Akteuren sowie die Gewährleistung der Qualität der Behandlungen. Die aktuell gültige Tarifstruktur ist rund um Sitzungspauschalen ohne Angaben der Sitzungsdauer aufgebaut. Aus diesem Grund hat der Bundesrat am 16. August 2023 zwei Varianten zur Einführung einer Zeitkomponente in der Tarifstruktur in die Vernehmlassung gegeben. An der Abgeltung ändert der Bundesrat nichts. </span><a name="_Hlk145593626"><span style="font-family:Arial; font-size:12pt">Vielmehr soll verhindert werden, dass die Mengenausweitung durch eine Verkürzung der Sitzungsdauer ausgelöst wird. Mit einer weiteren Anpassung soll zudem sichergestellt werden, dass nur diejenigen Leistungen als «aufwändige Physiotherapie» abgerechnet werden, welche diese Voraussetzungen auch tatsächlich erfüllen.</span></a><span style="font-family:Arial; font-size:12pt"> </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:18pt"><span style="font-family:Arial; font-size:12pt; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:18pt"><span style="font-family:Arial; font-size:12pt">Die regelmässige Pflege der Tarife in der Krankenversicherung obliegt aber den Tarifpartnern. Somit liegt es in deren Verantwortung, eine Gesamtrevision der Tarifstruktur und deren Anpassung an aktuelle Gegebenheiten vorzunehmen. Der Bundesrat und mit ihm das BAG fordern die Tarifpartner der Physiotherapie seit Jahren mit Nachdruck dazu auf. Bislang konnten diese keine genehmigungsfähige Lösung vorlegen.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:18pt"><span style="font-family:Arial; font-size:12pt; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:18pt"><span style="font-family:Arial; font-size:12pt">Bei den Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen ist die Zahl der Berufsausstiege nicht so hoch wie in der Pflege. Ein Bericht des Obsan von 2021 zeigt, dass zwischen 2016 und 2018 die Berufsaustrittsquote bei den Pflegefachpersonen auf Sekundarstufe II bei 41.7% und auf Tertiärstufe bei 42.5% lag, während die Berufsaustrittsquote bei den Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen bei 27.1% lag. Der Bundesrat wird die entsprechende Entwicklung genau beobachten. Zu berücksichtigen ist demgegenüber auch, dass gemäss santésuisse die Anzahl der für die Krankenversicherung tätigen Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen in den letzten 10 Jahren zudem im Vergleich zu allen Leistungserbringern überdurchschnittlich anstieg. </span></p></div>