B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4/2011 U r t e i l v o m 2 6 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Hans Schürch, Richter François Badoud, Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel. Parteien A._______, Türkei, vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar, Rechtsberatung, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 1. Dezember 2010 / N (…). E-4/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerdeführer, ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie, seinen Heimatstaat im Oktober 2010 und reiste am 1. November 2010 in die Schweiz ein, wo er gleichen- tags um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Kurzbefragung vom 11. Nove m- ber 2010 im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ und der Anhörung vom 22. November 2010 zu den Asylgründen machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: Er gehöre der religiösen Minderhei t der Yeziden an und könne seinen Glauben in seiner Heimat nicht ausleben. U ngefähr eineinhalb Jahre vor seiner Ausreise habe er in einem Kaffeehaus in C._______ drei oder vier Christen kennengelernt. Er habe sich daraufhin in seiner Freizeit oft mit diesen getroffen und auch über Religion diskutiert. Bei einem dieser Tre f- fen in einem Kaffeehaus Ende 2008 seien sie von Leuten am Nebentisch belauscht worden, welche sehr aufgebracht worden seien und sie aufg e- fordert hätten, das Kaffeehaus zu verlassen. Sie seien beleidigt und als Ungläubige beschimpft worden. Einige dieser Leute hätten den B e- schwerdeführer gekannt und ihn nach diesem Vorfall nicht mehr in Ruhe gelassen. Sie hätten ihm vorgeworfen, er würde zusammen mit den Christen der islamischen Religion schaden und hätten verkündet, man käme ins Paradies, wenn man Christen oder Yeziden töte. Die Leute aus C._______ hätten sich bei einer radikalen Gruppe über ihn be schwert, und er sei nicht mehr in Ruhe gelassen worden. Als in seinem Dorf eine neue Moschee gebaut worden sei, habe man von ihm verlangt, dass er beim Bau mithelfe . Da er dies abge lehnt und seine Familie auch kein Geld gegeben habe, seien die Beziehungen zwischen seiner Familie und den Dorfbewohnern sehr angespannt gewesen und niemand hätte mehr Kontakt zu ihnen haben wollen. Im April des Jahres 2010 sei er von einer radikalen Gruppe, welche sich als Angehörige der Allah Askerleri (Gottes- soldaten) bezeichnet hätten, geschlagen worden. Sie hätten ihm gedroht, ihn umzubringen, da er die Christen nach C._______ gebracht habe. Die- se Leute seien auch mehrmals zu ihm ins Dorf gekommen und hätten gewusst, wo er wohne und in seiner Abwesenheit nach ihm gesucht. Als er dies von seinen Eltern erfahren habe, habe er Angst um sein Leben bekommen und sei deshalb ausgereist. B. Mit Verfügung vom 1. Dezember 2010 (eröffnet gleichentags) lehnte das E-4/2011 Seite 3 BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Die Vorinstanz b e- gründete den ablehnenden Asylentscheid damit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhielten. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. C. Mit Beschwerde vom 31. Dezember 2010 an das Bundesverwaltungsge- richt beantragte der Beschwerdeführer die Aufhebung der vorinstanzli- chen Verfügung, die Gutheissung des Asylgesuchs, eventualiter die A n- ordnung der vorläufigen Aufnahme sowie in prozessualer Hinsicht den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses . Als Beweismittel reichte er eine Fürsorgebestätigung vom 21. Dezember 2010, ein Schrei- ben des Dorfvorstehers von D._______ vom 27. Dezember 2010 mit Übersetzung sowie eine Stellungnahme des Yezidischen Forums e. V. zur Situation der Yeziden in der Türkei vom 5. Februar 2006 zu den Akten. D. Mit Instruktionsverfügung vom 6. Januar 2011 stellte die Instruktionsrich- terin den legalen Aufenthalt des Beschwerdeführers während des Verfah- rens fest. Am 12. Januar 2011 wies sie das Gesuch um Verzicht auf E r- hebung eines Kostenvorschusses ab und setzte ihm Frist zur Bezahlung eines Kostenvorschusses an. Der Kostenvorschuss wurde am 25. Januar 2011 fristgerecht beglichen. E. Am 16. Juli 2012 setzte die Instruktionsrichterin dem BFM Frist zur Ei n- reichung einer Vernehmlassung an. In seiner Stellungnahme vom 29. Au- gust 2012 hielt das Bundesamt an seiner Verfügung vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. F. Am 18. September 2012 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehmla s- sung der Vorinstanz Stellung. E-4/2011 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Be- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bs t. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG , dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verlet zung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausg esetzt sind oder E-4/2011 Seite 5 begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art . 3 AsylG). Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erli t- ten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in a b- sehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund b e- stimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Aufgrund der Subs i- diarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f., BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.). 3.2 Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Rahmen der Prüfung der Aktualität der Ver- folgungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situ a- tion im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind des halb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu b e- rücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.; Entscheidungen und Mit- teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 2 E. 8a S. 20; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sin d insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Grundsätzlich sind die Vorbringen eines Gesuchstellers dann glaubhaft, wenn sie genü - gend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik e ntbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber E-4/2011 Seite 6 hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erschei- nen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ve rfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegen - satz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durch - aus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Ge - suchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Asy l- suchenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objekt i- vierte Sichtweise abzustellen (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.). 4. 4.1 Die Vorinstanz begründete die negative Verfügung damit, die Vorbrin- gen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die Glaubhaf- tigkeit gemäss Art. 7 AsylG offensichtlich nicht standhalten. So sei er mit den Gegebenheiten des yezidischen Glaubens absolut nicht vertraut. Er sei weder in der Lage gewesen, die wichtigsten Feiertage, noch den Pi l- gerort der Yeziden korrekt zu nennen. Auch habe er das typische Alltags- leben der Yeziden nicht schildern oder Unterschiede zum islamischen Glauben anführen können. Auffällig sei ferner, dass er nur unsubstanziier- te Angaben zum Aufbau der yezidischen Gemeinschaft machen konnte und nichts über das Oberhaupt der Yeziden oder den yezidischen Volk s- helden zu berichten gewusst habe. Dem Rechtfertigungsversuch, wonach er nicht viel über seinen Glauben wisse, weil er diesen in der Heimat nicht habe ausleben können, sei entgegenzuhalte n, dass es die Pflicht eines jeden Yeziden sei, seine Kinder religiös zu erziehen und ihnen die yezid i- sche Kultur und die Bräuche beizubringen. Es würden deshalb erhebliche Zweifel an der geltend gemachten Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Yeziden bestehen. Folglich sei seinem Vorbringen, aufgrund seiner Rel i- gionszugehörigkeit von den Allah Askerleri verfolgt zu werden, jegliche Grundlage entzogen. Diese Schlussfol gerung werde durch die wide r- sprüchlichen Aussagen des Beschwerdeführers erhärtet. So habe er a n- lässlich der B efragung zur Person vom 11. November 2010 geltend g e- macht, der Vorfall im Kaffeehaus habe sich Ende 2008 zugetragen, wä h- rend er anlässlich der Anhö rung vom 22. November 2010 plötzlich b e- hauptet habe, es sei Mitte 2009 gewesen. Ferner habe er bei der BzP angeführt, er sei im April 2010 von Angehörigen der Allah Askerleri g e- schlagen worden, wohingegen er dies anlässlich der Anhörung ausdrüc k-E-4/2011 Seite 7 lich verneint und zu Protokoll gegeben habe, er sei den Angehörigen der Allah Askerleri niemals persönlich begegnet. Im Übrigen würden die Au s- sagen des Beschwerdeführers, von dieser Gruppierung verfolgt zu we r- den, letztlich nur auf rapportierten Aussagen seiner Elter n beruhen, we l- che durch keine konkreten Indizien untermauert würden. 4.2 In seiner Rechtsmitteleingabe hielt der Beschwerdeführer dem im Wesentlichen entgegen, es sei leicht zu belegen, dass er aus einer yez i- dischen Familie stamme und somit Yezide sei. So sei beispielsweise sein Onkel E._______ in der Schweiz als Flüchtling anerkannt worden, da er die Türkei aufgrund seiner Religionszugehörigkeit verlassen habe. Indem die Vorinstanz dies ignoriert habe und davon ausgegangen sei, der B e- schwerdeführer sei kein Y ezide, habe sie den Sachverhalt nicht richtig ermittelt. Da die Yeziden ihre Religion in der Türkei nicht offen ausüben könnten, hätten viele yezidischen Familien die wichtigen Eigenschaften ihrer Rel igion verlernt beziehungsweise vergessen, was die mangel nde Kenntnis des Beschwerdeführers zu seinem Glauben erkläre. Es sei eine Tatsache, dass die Islamisierung in der Türkei auf dem Vormarsch sei, weshalb Angehörige anderer Religionen gefährdet seien. Die Yeziden, die als Teufelsanbeter angesehen würden, seien am meisten gefährdet. Betreffend der vom BFM geltend gemachten Widersprüche macht e der Beschwerdeführer geltend, der Vorfall im Kaffeehaus habe sich Mitte 2009 ereignet, was auch durch den Dorfvorsteher in dessen Schreiben bestätigt werde. Warum die Rede von Ende 2008 sei, könne er sich nicht erklären. Aufgrund seiner Aussagen werde deutlich, dass der Beschwe r- deführer in seinem Heimatland in Gefahr sei. Seine Vorbringen würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG und an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG genügen. Da der Beschwe r- deführer aufgrund seiner ethnischen Abstammung und religiöser Welta n- schauung im Visier radikaler islamischer Organisationen sei, drohe ihm bei einer Rückkehr der Mord durch unbekannte Täter, welchem bis heute bereits Tausende von Kurden zum Opfer gefallen seien. 4.3 In der Zwischenverfügung vom 12. Januar 2011 stellte die Instrukt i- onsrichterin fest, die Beschwerde werde als aussichtslos beurteilt. Eine summarische Prüfung der Akten habe ergeben, da ss das BFM in seinen Erwägungen mit umfassender und überzeugender Begründung zur E r- kenntnis gelangt sei, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftmachung eines asylb e- gründenden Sachverhalts nicht genüge n, weshalb er die Flüchtlingse i- genschaft nicht erfülle. Die Ausführungen in der Beschwerde würde n E-4/2011 Seite 8 nicht als geeignet erscheinen, die vorinstanzlichen Schlussfolgerungen substanziell zu relativieren und auch die eingereichten Beweismittel seien nicht geeignet, die Erkenntnisse der angefochtenen Verfügung aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten. 4.4 Das BFM führte in seiner Vernehmlassung aus, die Anerkennung des Onkels des Beschwerdeführers als Flüchtling sei nicht binden d für die Beurteilung der Flüchtlings eigenschaft seines Neffen. Es sei darauf hi n- zuweisen, dass bereits beim Onkel gewisse Zweifel bezüglich seiner Z u- gehörigkeit zum yezidischen Glauben bestanden hätten. Abklärungen in seinem Verfahren hätten nicht zu einem schlüssigen Resultat geführt, da offenbar im Dorf nicht mehr völlig klar sei, wer zu welchem Glauben gehö- re. Einige Leute mit dem Familiennamen des Onkels und des Beschwer- deführers würden zudem nach islamischem Brauch leben. Schliesslich sei der Onkel nicht allein aufgrund seines yezidische n Glaubens als Flüchtling anerkannt worden, sondern es seien noch Dorfschützer - und HADEP-Vorbringen dazugekommen, die f ür die Anerkennung der Flüch t- lingseigenschaft ausschlaggebend gewesen seien. In einem Urteil vom 20. Oktober 2005 habe die vormals zustä ndige Schweizerische Asylre- kurskommission (ARK) festgehalten, dass nur noch tatsächlich praktizi e- rende Yeziden zu einer Risikogruppe gehören würden. Der Verweis auf den Onkel vermöge die Zweifel an der Glaubenszugehörigkeit des B e- schwerdeführers nicht auszuräumen. Aufgrund seiner dürftigen Kenntni s- se könne es sich be i ihm jedenfalls nicht um einen praktizierenden Yez i- den handeln. Ausserdem stamme er – wie aus den Abklärungen bez üg- lich seines Onkel ersichtlich – nicht aus einem rein yezidischen Dorf. Die geltend gemachte Verfolgung des Beschwerdeführers sei zudem nicht glaubhaft. 4.5 In seiner Replik machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen gel- tend, die Ansicht der Vorinstanz, Yeziden aus der Türkei seien nur dann als Flüchtlinge an zuerkennen, wenn sie ihren Glauben praktizieren und aus einem "reinen" yezidischen Dorf stammen würden, treffe nicht zu. Die Yeziden würden von den Moslems als "Teufelsanbeter" an gesehen, die den Tod beziehungsweise jederzeit eine unmenschliche Behandlung ve r- dient hätten. Die Unterd rückung dieser kurdischen Minderheit sei so br u- tal, dass sie sich in der Öffentlichkeit immer als Moslems ausgeben müss- ten. Wegen der Unterdrückung habe sich die Anzahl der Yeziden in der Türkei in den letzten zehn Jahren auf ein Minimum reduziert. Die Sch utz- willigkeit der Sicherheitskräfte sei oft nicht vorhanden. Für die yezidische Minderheit gebe es keine Religionsfreiheit. Rein yezidische Dörfer gebe E-4/2011 Seite 9 es kaum noch, da sie dort leicht als Yeziden erkannt würden und deshalb gefährdet seien. 5. 5.1 Das BFM zwei felt in seiner Verfügung grundsätzlich an der yezid i- schen Glaubenszugehörigkeit des Beschwerdeführers und schliesst da r- aus, dass den Vorbringen, au s religiösen Gründen verfolgt zu werden, jegliche Grundlage entzogen sei. Der Beschwerdeführer verweist in se i- ner Rechtsmitteleingabe auf seinen in der Schweiz als Flüchtling ane r- kannten Onkel, um seine yezidische Abstammung zu belegen. In seiner Vernehmlassung relativiert das BFM die Aussage betreffend Glaubenszu- gehörigkeit etwas, indem es darauf hinweist, dass von einer Kollektivver- folgung gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nur ta t- sächlich praktizierende Yeziden betroffen seien. Beim Beschwerdeführer handle es sich nicht um einen praktizierenden Yeziden, da dieser mit den Gegebenheiten des Glaub ens nicht vertraut sei. Jedoch stammt der B e- schwerdeführer aus einer yezidischen Familie. Nachdem das Bunde s- verwaltungsgericht aktuell nicht mehr von deren Kollektivverfolgung in der Türkei ausgeht (vgl. unten E. 5.1.1 f.), ist die Frage, ob er praktizierender Yezide ist, nicht mehr alleine ausschlaggebend. Aufgrund nachfolgender Erwägungen kann auf eine abschliessende Beantwortung derselben ver- zichtet werden. 5.1.1 Die ARK, deren Rechtsprechung vormals vom Bundesverwaltungs- gericht übernommen wurde, hielt in EMARK (Entscheidungen und Mittei- lungen der ARK) 1995 Nr. 1 fest, dass Yeziden in der Türkei als Kollektiv verfolgt werden. Im zur Publikation vorgesehenen Urteil E-6028/2011 vom 15. April 2013 hat das Bundesverwaltungsgericht nun eine neue Beurtei- lung ihrer Situation vorgenommen und festgestellt, dass sich die Lage der religiösen Minderheiten in der Türkei seit dem genannten Grundsatzurteil verbessert hat. Die türkische Verfassung garantiert die Religionsfreiheit im Sinne einer individuellen Bekenntnisfreih eit. Seit dem Jahrtausen d- wechsel werden nur noch vereinzelt asylrelevante Übergriffe der muslim i- schen Bevölkerung auf Yeziden in der Türkei publik. In ihrer Gesamtheit sind die in den letzten Jahren bekannt gewordenen Fälle weder gen ü- gend intensiv noch gen ügend zahlreich und stellen keine Kollektivverfol- gung mehr dar. Zwar hängt die tiefe Zahl der Vorfälle auch damit zusam- men, dass die Anzahl der Yeziden stark abgenommen hat. Allerdings sind die türkischen Behörden aktuell zunehmend bereit und in der Lage, die yezidische Bevölkerung vor Übergriffen durch Muslime zu schützen. Es zeigt sich aber auch, dass diese nach wie vor staatlichen Benachteiligun-E-4/2011 Seite 10 gen ausgesetzt ist und der türkische Staat teilweise weiterhin system a- tisch gegen die Religionsfreiheit verstösst. 5.1.2 Unter diesen Umständen kann aktuell – im Sinne einer Praxisände- rung – nicht mehr von einer Kollektivverfolgung der Yeziden in der Türkei gesprochen werden: Es muss nicht mehr davon ausgegangen werden, dass alle in der Türkei wohnhaften Yeziden allein aufgrund ihrer Relig i- onszugehörigkeit einem unerträglichen psychischen Druck im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sind und für sie deshalb menschenwürdiges L e- ben unmöglich erscheint. Nichtsdestotrotz ist auch unter der verbesserten Lage der Yeziden in der Türkei eine asylrelevante Verfolgung im Einzelfall nicht ausgeschlossen. 5.2 Im Folgenden ist deshalb zu prüfen, ob der Beschwerdeführer bei e i- ner Rückkehr in die Türkei einer asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt ist. 5.2.1 Vom BFM wurden die Vorbringen des Beschwerdeführers als wider- sprüchlich und unglaubhaft beurteilt. So sei er sich offenbar bezüglich den Daten der geltend gemachten Vorfälle nicht sicher und sage ausserdem bei der Befragung zur Person aus, er sei von Angehörigen der Allah Askerleri geschlagen wor den, was er wiederum bei der Anhörung au s- drücklich verneine und darlege, er sei diesen niemals persönlich bege g- net. Diesen Vorbehalten des BFM vermag der Beschwerdeführer in se i- ner Rechtsmitteleingabe nichts Substanziiertes entgegenzu halten. Im Weiteren befasst er sich vor allem mit der allgemeinen Situation der Yezi- den in der Türkei und führt aus, dass er zufolge Abstammung Yezide sei. Wie bereits i n der Zwischenverfügung vom 12. Januar 2011 festgestellt, teilt das Bundesverwaltungsgericht die Erwägungen der Vorinstanz b e- züglich Unglaubhaftigkeit der konkreten Vorbringen. Die individuellen Ver- folgungsvorbringen des Beschwerdeführers fallen ausgesprochen kurz und unsubstanziiert aus. Die Geschichte, ein paar Christen kennengelernt und mit die sen in einem Kaffee über Religion diskutiert zu haben, wobei sie belauscht worden seien, erscheint konstruiert und nicht tatsächlich er- lebt. Der Vorfall, bei dem der Beschwerdeführer und seine Freunde in e i- nem Kaffeehaus angegriffen worden seien, habe gemä ss dessen Aussa- gen geendet, indem sie davongerannt seien. Körperlich angegriffen seien sie nicht worden, ansonsten keiner von ihnen überlebt hätte. Diese pa u- schalen Aussagen sind nicht logisch nachvollziehbar und somit nicht glaubhaft. Dazu kommen die vom BFM aufgezählten Widersprüche. Die weiteren Vorbringen, es werde nach ihm gesucht, beruhen auf Erzählu n- gen seine r Eltern und erschöpfen sich in nicht hinreichend konkreten E-4/2011 Seite 11 Schilderungen. Gesamthaft erscheinen die individuellen Verfolgungsvo r- bringen des Bes chwerdeführers als nicht glaubhaft , wobei auch die ein- gereichten Beweismittel an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermö- gen. 5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrelevante Verfolgung glaubhaft zu machen. Der Beschwerdeführer erfüllt die Flüchtlingseigenschaft somit nicht. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dab ei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer ve rfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das h eisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2 Der Vollzug ist nich t zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). E-4/2011 Seite 12 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in de n Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgeme i- ne Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvol l- zug zum heutigen Zeitpu nkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. E-4/2011 Seite 13 7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.1 Die Vorinstanz stellt betreffend Zumutbarkeit des Wegweisungsvol l- zuges fest, weder die im Heimatstaat des Beschwerdeführers herrsche n- de politische Situation noch andere Gründe würden gegen die Zumutba r- keit der Rückführung sprechen. Zudem würden auch keine individuellen Gründe dagegen vorliegen. Es handle sich beim Beschwerdeführer um einen gesunden jungen Mann mit guter Schulbildung und Arbeitserfa h- rung, welcher ausserdem mit seinen Eltern und Geschwistern i m Heimat- staat über ein tragfähiges Familiennetz verfüge. Diesen Aussagen kann gänzlich zugestimmt werden. Der Beschwerdeführer entgegnet dem s o- dann auch nichts in seiner Rechtsmitteleingabe. Dass in der Zwischenzeit ein Bruder des Beschwerdeführers ebenfal ls in der Schweiz ein Asylg e- such gestellt hat, ist – was auch nicht geltend gemacht worden ist – nicht von Relevanz. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufig en Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. E-4/2011 Seite 14 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). Die Kosten sind durch den am 12. Juli 2010 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt u nd sind mit di e- sem zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) E-4/2011 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Aglaja Schinzel Versand: