Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 21. Oktober 2021 ZK2 2020 18 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin lic. iur. Daniela Pérez-Steiner, Kantonsrichter Bettina Krienbühl und Josef Reichlin, Gerichtsschreiberin MLaw Julia Lüönd. In Sachen A.________, Gesuchstellerin und Berufungsführerin, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, gegen C.________, Gesuchsgegner und Berufungsgegner, betreffend Eheschutz (Berufung gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom 22. April 2020, ZES 2019 564);- hat die 2. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. a) A.________ (nachfolgend: Gesuchstellerin) gelangte am 3. Oktober 2019 an den Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe und ersuchte um Ehe- schutzmassnahmen gegen C.________ (nachfolgend: Gesuchsgegner; Vi-act. A/I). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 15. November 2019 bean- tragte die Gesuchstellerin resp. ihr neu mandatierter Rechtsvertreter Folgen- des (Vi-act. D14, S. 2): 1. Den Eheleuten sei das Getrenntleben zu bewilligen. 2. Es sei die Gütertrennung anzuordnen. 3. Die Obhut über die beiden Kinder der Parteien sei der Kindsmutter zuzuteilen. 4. Der Klägerin sei für die Dauer des Getrenntlebens die eheliche Wohnung nebst Hausrat und Mobiliar zur Nutzung mit den ge- meinsamen Kindern zuzuteilen. 5. Für den persönlichen Verkehr des Beklagten mit den Kindern sei eine angemessene Regelung zu finden. 6. Der Beklagte sei zur Bezahlung eines angemessenen Kindes- unterhalts für die gemeinsamen Kinder zuzüglich Kinderzulagen zu verpflichten. 7. Der Beklagte sei zur Bezahlung eines Bar- und Betreuungsunter- halts an die Ehefrau zu verpflichten. 8. Der Klägerin sei das Kraftfahrzeug – ich glaube, es handelt sich um einen Honda – zur alleinigen Nutzung zuzuteilen. 9. Der Beklagte sei zur Bezahlung eines Prozesskostenvorschusses respektive Beitrags in Höhe von Fr. 5'000.00 an die Klägerin zu verpflichten. 10. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer zulasten des Beklagten. 11. Falls der Beklagte nicht in der Lage sein sollte, einen Prozesskos- tenvorschuss zu bezahlen, sei der Klägerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ich selbst als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.Kantonsgericht Schwyz 3 Mit Verfügung vom 22. April 2020 ordnete der Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe was folgt an: 1. Den Parteien wird die Aufnahme des Getrenntlebens bewilligt. 2. L.________ und M.________ werden unter die Obhut der Gesuch- stellerin gestellt. 3.1. Der Gesuchsgegner ist berechtigt, L.________ und M.________ an jedem zweiten Wochenende jeweils von Freitag, 18 Uhr bis Sonntag, 18 Uhr sowie am Ostermontag und am 26. Dezember mit sich bzw. zu sich zu Besuch zu nehmen. 3.2. Der Gesuchsgegner ist zudem berechtigt, L.________ und M.________ für drei Wochen pro Kalenderjahr mit sich bzw. zu sich in die Ferien zu nehmen. Der Ferienbezug hat während den Schulferien von L.________ und M.________ zu erfolgen und ist der Gesuchstellerin jeweils mindestens drei Monate im Voraus anzukündigen. Es sollen ma- ximal zwei Wochen am Stück bezogen werden. 4. Die eheliche Wohnung an der D.________strasse zz in 8807 Frei- enbach wird der Gesuchstellerin samt Hausrat und Mobiliar zur al- leinigen Benützung zugewiesen. Der Gesuchsgegner hat die eheliche Wohnung unter Mitnahme seiner persönlichen Effekten spätestens am 1. Juni 2020 zu ver- lassen. 5. Das Fahrzeug Honda CR-Z 1.5i Hybrid Sport wird der Gesuchstel- lerin zur alleinigen Benützung zugewiesen. Das Fahrzeug Toyota Avensis 2.2D-4D wird dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zugewiesen. 6.1. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt von L.________ und M.________ je Fr. 370.00 pro Mo- nat zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus per 1. eines jeden Monats. Zusätzlich geschuldet sind die Kinder- bzw. Ausbildungszulagen, sofern und soweit diese dem Gesuchsgegner ausbezahlt werden. 6.2. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts von L.________ fehlt monatlich ein Betrag von Fr. 1‘410.00. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts von M.________ fehlt monatlich ein Betrag von Fr. 1‘202.00.Kantonsgericht Schwyz 4 7. Es wird die Gütertrennung per 3. Oktober 2019 angeordnet. 8. Beiden Parteien wird die unentgeltliche Rechtspflege, der Ge- suchsgegner [recte: der Gesuchstellerin] auch die unentgeltliche Rechtsvertretung, gewährt. 9. Die Gerichtskosten von Fr. 800.00 werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt (je Fr. 400.00) und infolge Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege auf die Gerichtskasse genommen. Die Par- teien werden auf die Nachzahlungspflicht hingewiesen. 10. Die ausserrechtlichen Kosten werden wettgeschlagen. Der Vertreter der Gesuchstellerin, Rechtsanwalt B.________, wird als unentgeltlicher Rechtsvertreter aus der Gerichtskasse mit Fr. 3‘000.00 entschädigt. Die Gesuchstellerin wird auf die Nach- zahlungspflicht hingewiesen. 11. [Rechtsmittelbelehrung] 12. [Zufertigung] b) Gegen diese Verfügung erhob die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 4. Mai 2020 Berufung beim Kantonsgericht Schwyz mit den folgenden Rechtsbegehren (KG-act. 1, S. 2): 1. Ziffer 6.1 des Dispositivs der Verfügung des Bezirksgerichts Höfe vom 22. April 2020 (Verfahrens-Nr. ZES 2019 564) sei hinsichtlich der Höhe des Kindesunterhalts aufzuheben. 2. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin während der Dauer des Getrenntlebens zur Deckung des Barbe- darfs von L.________ und M.________ auf den 1. eines jeden Monats je Fr. 974.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen zu zah- len. 3. Der Berufungsbeklagte sei zur Zahlung eines Prozesskostenbei- trags von Fr. 3‘000.00 an die Berufungsklägerin zu verpflichten. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. Auslagen und Mehrwertsteuer zulasten des Berufungsbeklagten. 5. Eventualiter sei der Berufungsklägerin auch für das Berufungsver- fahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und der Un- terzeichner als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.Kantonsgericht Schwyz 5 Nachdem der Gesuchsgegner dagegen am 12. Mai 2020 an das Kantonsge- richt gelangt und ihm eine Frist zur Verbesserung resp. Präzisierung der Beru- fungsantwort eingeräumt worden war, reichte dieser eine weitere Eingabe ins Recht mit dem sinngemässen Antrag auf Abweisung der Berufung der Ge- suchstellerin (KG-act. 7–9). Sodann reichte der Gesuchsgegner am 29. Juni 2020 sowie am 10. September 2020 (Postaufgabe jeweils am darauffolgenden Tag) weitere Eingaben ein (KG-act. 13 und 15), welche der Gesuchstellerin zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (KG-act. 14 und 16). Diese liess sich in der Folge nicht vernehmen. 2. Auf Eheschutzverfahren ist das summarische Verfahren anwendbar (Art. 271 lit. a ZPO; Pfänder Baumann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. A. 2016, N 4 zu Art. 271 ZPO). Es gelangt das Beweismass der Glaubhaftmachung zur Anwendung, d.h. es reicht aus, wenn für das Vorhandensein der infrage kommenden Tat- sachen eine grössere Wahrscheinlichkeit spricht als für das Gegenteil (Sutter- Somm/Hostettler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, N 12 zu Art. 271 ZPO; vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_165/2018 vom 25. September 2018, E. 3.3). Im Verhältnis zwischen den Ehegatten gilt der Dispositionsgrundsatz i.S.v. Art. 58 Abs. 1 ZPO sowie die eingeschränkte Untersuchungsmaxime nach Art. 272 i.V.m. Art. 271 lit. a ZPO (Six, Eheschutz, 2. A. 2014, N 1.03; vgl. Sut- ter-Somm/Hostettler, a.a.O., N 12 zu Art. 272 ZPO). Demgegenüber gelangt bei Kinderbelangen der uneingeschränkte Untersuchungs- und der Offizial- grundsatz zur Anwendung, wonach das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet (Ma- zan/Steck, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweize- rische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, N 3, 7 und 30 zu Art. 296 ZPO; vgl. Kantonsgericht Schwyz 6 Urteile des Bundesgerichts 5A_262/2019 vom 30. September 2019, E. 5.2 und 5A_704/2013 vom 15. Mai 2014, E. 3.4, nicht publiziert in BGE 140 III 231). Unter der Herrschaft der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime ist das Gericht verpflichtet, alle notwendigen und geeigneten Abklärungen vorzu- nehmen, um den rechtlich relevanten Sachverhalt festzustellen. Dennoch bleibt das Sammeln des Prozessstoffes in erster Linie Sache der Parteien. Diese sind nach dem Grundsatz von Treu und Glauben zur Mitwirkung ver- pflichtet und nicht davon entbunden, eigene Beweisanträge zu stellen und Beweismittel einzureichen (Mazan/Steck, a.a.O., N 12 f. zu Art. 296 ZPO, m.w.H; Schweighauser, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kom- mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, N 10–12 zu Art. 296 ZPO). Weil die Ehegatten- und Kindesunterhaltsbeiträge aus Sicht der finanziellen Leistungsfähigkeit des Schuldners ein Ganzes bilden, wirkt sich der (uneingeschränkte) Untersuchungsgrundsatz auch auf die Tatsa- chengrundlage für die Bestimmung des Ehegattenunterhalts aus (Urteil des Bundesgerichts 5A_141/2014 vom 28. April 2014, E. 3.4). In der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime unterstehenden Verfahren können die Parteien Noven vorbringen, selbst wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349, E. 4.2.1 = Pra 108 [2019] Nr. 88). 3. a) Ist die Aufhebung des gemeinsamen Haushalts begründet, so muss das Gericht nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB auf Begehren eines Ehegatten die Unterhaltsbeiträge an die Kinder und den Unterhaltsbeitrag an den Ehe- gatten festlegen. Grundlage des Unterhaltsanspruchs des Ehegatten ist Art. 163 ZGB, und zwar auch dann, wenn mit einer Wiederaufnahme des ge- meinsamen Haushalts nicht mehr zu rechnen ist (Urteil des Bundesgerichts 5A_262/2019 vom 30. September 2019, E. 7.1, m.w.H.). Nach dieser Bestim- mung sorgen die Ehegatten gemeinsam, ein jeder nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt der Familie. Nach der bundesgerichtlichen Recht-Kantonsgericht Schwyz 7 sprechung ist für den Unterhaltsanspruch der in der Ehe zuletzt bis zur Aufhe- bung des gemeinsamen Haushalts gelebte Standard massgebend, auf dessen Fortführung bei genügenden Mitteln beide Ehegatten Anspruch haben (Urteil des Bundesgerichts 5A_344/2019 vom 19. Juli 2019, E. 2.1). Reichen die Mit- tel aufgrund der trennungsbedingten Mehrkosten nicht aus, haben die Ehegat- ten Anspruch auf den gleichen Lebensstandard (BGE 137 III 102, E. 4.2.1.1 = Pra 101 [2012] Nr. 27; Urteil des Bundesgerichts 5A_344/2019 vom 19. Juli 2019, E. 2.1). Die Ansprüche sind in diesem Fall gleichmässig zu senken und an die verfügbaren Mittel anzupassen. Der unterhaltsberechtigte Ehegatte muss sich anrechnen lassen, was er mit eigenen Einkünften selber zu decken vermag. Verbleibt eine Differenz, wird der Unterhaltsbeitrag nach Massgabe der Leistungsfähigkeit des unterhaltsverpflichteten Ehegatten festgesetzt. Der ermittelte Beitrag stellt die Obergrenze des Unterhaltsanspruchs dar (BGE 140 III 485, E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 5A_344/2019 vom 19. Juli 2019, E. 2.1). b) Der Kindesunterhalt wird durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung ge- leistet (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Mit anderen Worten wird der Unterhaltsbeitrag in natura (Naturalunterhalt) sowie in Form von Geldleistungen (Geldunterhalt bzw. Bar- und Betreuungsunterhalt) erbracht. Diese beiden Arten von Beiträ- gen an den Kindesunterhalt sind nach der Konzeption des Gesetzes gleich- wertig (Urteil des Bundesgerichts 5A_727/2018 vom 22. August 2019, E. 4.3.1). Während der Naturalunterhalt in der Betreuung und Erziehung des Kindes besteht, umfasst der Barunterhalt alle direkten Kinderkosten, d.h. sämtliche an Dritte für die notwendige Pflege, Erziehung und Ausbildung des Kindes zu erbringenden Entgelte. Der Betreuungsunterhalt dient demgegenü- ber der Abgeltung der indirekten Kosten, die einem Elternteil dadurch entste- hen, dass er aufgrund der persönlichen Kinderbetreuung davon abgehalten wird, durch Arbeitserwerb für seinen Lebensunterhalt aufzukommen (BGE 144 III 481, E. 4.3). Art. 276 Abs. 2 ZGB sieht vor, dass die Eltern gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kin-Kantonsgericht Schwyz 8 des sorgen. Aus dieser Bestimmung und aus dem Grundsatz der Gleichwer- tigkeit von Natural- und Geldunterhalt folgt, dass die Aufteilung des Geldun- terhalts auf beide Eltern sowohl von den jeweiligen Betreuungsanteilen als auch von ihrer Leistungsfähigkeit abhängt. Nach der Praxis des Bundesge- richts hat grundsätzlich derjenige Elternteil, der das Kind nicht oder nicht we- sentlich betreut, für dessen Barunterhalt aufzukommen, während der (haupt-) betreuende Elternteil seinen Unterhaltsbeitrag gleichwertig in natura, also durch Pflege, Erziehung und Betreuung erbringt (Urteil des Bundesgerichts 5A_1032/2019 vom 9. Juni 2020, E. 5.4.1). c) Die Berechnung sämtlicher Arten von Unterhalt hat grundsätzlich nach der zweistufigen Methode zu erfolgen (zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 5A_104/2018 vom 2. Februar 2021, E. 3; für den Betreu- ungsunterhalt: BGE 144 III 377, Regeste und E. 7; für den Barunterhalt: zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 6.1 und 6.6; für den nachehelichen Unterhalt: zur Pu- blikation vorgesehenes Urteil 5A_891/2018 vom 2. Februar 2021, E. 4.5; Mordasini/Stoll, Die Praxisänderungen im [nach-]ehelichen Unterhaltsrecht auf dem Prüfstand, in: FamPra.ch 3/2021, S. 528 f.). Nach dieser Methode sind zum einen die finanziellen Mittel, d.h. in erster Linie die effektiven oder hypo- thetischen Einkommen, und zum anderen der Bedarf der Beteiligten (der sog. gebührende Unterhalt) festzustellen (zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7). Der geschulde- te Unterhaltsbeitrag ergibt sich aus der Verteilung der vorhandenen Mittel ent- sprechend den ermittelten Bedarfszahlen unter Berücksichtigung der Betreu- ungsverhältnisse und weiterer Umstände des Einzelfalls (ebd. E. 7.3). Ein nach der Deckung des betreibungsrechtlichen bzw. bei genügenden Mitteln des sog. familienrechtlichen Existenzminimums verbleibender Überschuss ist nach der konkreten Situation ermessenweise zu verteilen (ebd. E. 7). Hinge- gen ist bei ungenügenden Mitteln das Verhältnis der zueinander in Konkurrenz tretenden Unterhaltskategorien zu regeln. Es gilt folgende Reihenfolge: Zuerst Kantonsgericht Schwyz 9 ist der Barunterhalt der minderjährigen Kinder, im Anschluss der Betreuungs- unterhalt, sodann allfälliger (nach-)ehelicher Unterhalt und abschliessend der Volljährigenunterhalt zu decken (ebd. E. 7.3). 4. a) Der Erstrichter stellte die beiden gemeinsamen Kinder der Parteien, L.________ und M.________ unter die Obhut der Gesuchstellerin und räumte dem Gesuchsgegner ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende, an gewissen Feiertagen sowie während drei Ferienwochen pro Kalenderjahr ein (vgl. angefochtene Verfügung E. 2; vgl. Vi-act. KB 1). Ausgehend von nachfol- gender Gegenüberstellung von Einkommen und Bedarf aller Familienmitglie- der verpflichtete der Erstrichter den Gesuchsgegner zur Leistung von Barun- terhalt für L.________ und M.________ von je Fr. 370.00 pro Monat zuzüglich Kinder- bzw. Ausbildungszulagen, sofern diese dem Gesuchsgegner ausbe- zahlt würden, was aktuell nicht der Fall sei (angefochtene Verfügung, E. 6.6): Mutter L.________ M.________ Vater Einkommen 2‘900.00 220.00 220.00 4‘075.00 Bedarf 3‘729.00 1‘215.00 1‘007.00 3‘337.00 Überschuss/Manko -829.00 -995.00 -787.00 738.00 Der Erstrichter hielt ferner fest, der Gesuchstellerin würden zur Deckung des Unterhalts von L.________ monatlich Fr. 1‘410.00 (= Fr. 995.00 + Fr. 415.00) und zur Deckung des Unterhalts von M.________ monatlich Fr. 1‘202.00 (= Fr. 787.00 + Fr. 415.00) fehlen (angefochtene Verfügung, E. 6.7). Dabei liess der Erstrichter aber unberücksichtigt, dass er den Gesuchsgegner zur Leis- tung von Barunterhalt für L.________ und M.________ von je Fr. 370.00 ver- pflichtete, weshalb sich ihre Fehlbeträge im Barunterhalt in diesem Umfang reduzieren, d.h. L.________ würde nach der erstrichterlichen Berechnung total Fr. 1‘040.00 (= Fr. 625.00 + Fr. 415.00) pro Monat und M.________ Fr. 832.00 (= Fr. 417.00 + Fr. 415.00) pro Monat fehlen.Kantonsgericht Schwyz 10 b) Der angefochtenen Verfügung lassen sich keine Angaben zum Beginn der Unterhaltspflicht entnehmen. Weil Unterhaltsbeiträge gestützt auf Art. 176 ZGB erst ab dem Zeitpunkt der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts, d.h. ab Auszug eines Ehegatten aus der ehelichen Wohnung, zuzusprechen sind (Six, a.a.O., N 2.59) und der Gesuchsgegner die eheliche Wohnung wie in der angefochtenen Verfügung vorgesehen per 1. Juni 2020 zu verlassen hatte bzw. diese auch verliess (vgl. angefochtene Verfügung, Dispositivziffer 4; vgl. nachstehend E. 5b.bb), ist davon auszugehen, dass er der Gesuchsteller- in seit Anfang Juni 2020 Unterhaltsbeiträge schuldet. Abgesehen davon ha- ben die Parteien den Zeitpunkt der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts resp. den verfügten Auszugstermin nicht moniert. 5. a) Bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge ist grundsätzlich vom tatsächlich erzielten Einkommen der Parteien auszugehen. Ein hypothetisches Einkommen kann angenommen werden, wenn das Einkommen nicht aus- reicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, und der betroffene Ehegatte bei gutem Willen und hinreichender Anstrengung mehr Einkommen erzielen könnte. Das hypothetische Einkommen muss also zumutbar und möglich sein, was sich anhand von Faktoren wie Alter, Gesundheit, Ausbildung, Berufs- erfahrung, Arbeitsmarktlage, Erziehungspflichten usw. bestimmt (vgl. BGE 143 III 233, E. 3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_899/2019 vom 17. Juni 2020, E. 2.2.2 und 5A_806/2016 vom 22. Februar 2017, E. 4.1, m.w.H.). Im Verhältnis zu unmündigen Kindern sind nach der bundesgerichtli- chen Rechtsprechung insbesondere in engen wirtschaftlichen Verhältnissen hohe Anforderungen an die Ausnützung der Erwerbskraft zu stellen. Die Eltern müssen sich in beruflicher und u.U. auch örtlicher Hinsicht so ausrichten, dass sie ihre Arbeitskapazität maximal ausschöpfen können (Urteil des Bundesge- richts 5A_899/2019 vom 17. Juni 2020, E. 2.2.2, m.w.H). Zur Bestimmung des hypothetischen Einkommens kann auf den Lohnrechner „Salarium“ des Bun- desamts für Statistik abgestellt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts Kantonsgericht Schwyz 11 5A_129/2019 vom 10. Mai 2019, E. 3.2.2.1; ZK1 2020 6 vom 1. Juni 2021, E. 5c.dd, m.w.H.). aa) Bezüglich des Einkommens des Gesuchsgegners lässt sich der ange- fochtenen Verfügung entnehmen, dieser arbeite seit Ende 2016 Vollzeit als Taxifahrer in N.________ bei O.________ GmbH. Sein Bruttolohn betrage Fr. 4‘300.00 pro Monat zuzüglich eines 13. Monatslohns. Lohnänderungen habe es bis und mit Oktober 2019 keine gegeben. Gemäss den unbestrittenen Ausführungen des Gesuchsgegners arbeite dieser Schicht, d.h. entweder von 5.00 resp. 6.00 bis 17.00 resp. 18.00 Uhr oder von 17.00 bis 5.00 Uhr. Den Lohnabrechnungen für das Jahr 2019 könne entnommen werden, dass der Gesuchsgegner bis Oktober 2019 den Stundensaldo von 34 auf 73,75 Stun- den erhöht und in den vorangegangenen zehn Monaten keinen einzigen Feri- entag bezogen habe. Hinweise darauf, dass ihm Überstunden ausbezahlt worden wären, bestünden keine. Der Gesuchsgegner erziele weder ein Nebe- neinkommen noch zusätzliche Einkünfte. Weil er einer Vollzeitbeschäftigung nachgehe und nicht freiwillig auf einen Nebenerwerb verzichte, sei ihm bis auf Weiteres ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 4‘075.00 (inkl. Anteil 13. Monatslohn) anzurechnen (angefochtene Verfügung, E. 6.3). bb) Die Gesuchstellerin macht dagegen geltend, nach Angabe des Ge- suchsgegners sei dieser u.a. im Detailhandel bei der P.________ sowie im Bereich Events resp. Verkauf bei der Q.________ AG in Pfäffikon tätig gewe- sen, bis er seine Stelle verloren habe. Diese Aussage sei weder protokolliert noch in der angefochtenen Verfügung berücksichtigt worden. Sein jetziges Einkommen von monatlich Fr. 4‘075.00 netto liege deutlich unter jenem Ein- kommen, welches er im Detailhandel oder Hotelfach erzielen könnte. Nach dem Lohnrechner „Salarium“ könnte er als 40-jähriger Niedergelassener mit einigen Jahren Berufserfahrung und unternehmensinterner Ausbildung im De- tailhandel rund Fr. 5‘400.00 brutto resp. in der Beherbergung rund Fr. 5‘000.00 brutto verdienen (KG-act. 1, N 9). Angesichts der Mankosituation Kantonsgericht Schwyz 12 der Familie hätte sich der Gesuchsgegner um eine Anstellung mit einem höheren Einkommen bemühen müssen, was er jedoch nicht getan habe. Es sei ihm daher ein zusätzliches hypothetisches Einkommen von mindestens Fr. 750.00 anzurechnen (vgl. KG-act. 1, N 10). Des Weiteren bringt die Gesuchstellerin vor, neben dem Haushalt und der Betreuung der beiden Kinder gehe sie nicht weniger als zwölf Nebentätigkei- ten als Reinigungskraft nach, was einem Pensum von ca. 80 Prozent entspre- che. Ihr Vorhalt, der Gesuchsgegner habe angesichts ihrer Belastung eben- falls eine Nebentätigkeit aufzunehmen, sei weder protokolliert worden noch habe sich die Vorinstanz damit auseinandergesetzt. Eine Nebentätigkeit sei dem Gesuchsgegner zumutbar und entspreche einer fairen Lastenverteilung auf die Ehegatten. Ihm sei deshalb ein hypothetisches Einkommen für einen zusätzlichen Arbeitstag à 8.5 Arbeitsstunden zu einem Stundenlohn von Fr. 22.00 in der Unterhaltsreinigung, von insgesamt Fr. 748.00, anzurechnen, sofern er sein Einkommen aus dem Haupterwerb nicht zu erhöhen vermöge (vgl. KG-act. 1, N 11). cc) Die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens kommt bei einer Einkommensverminderung unabhängig von deren Ursache nur infrage, sofern der betroffene Elternteil bei zumutbarer Anstrengung mehr verdienen bzw. bei voller Ausschöpfung der Leistungsfähigkeit die Einkommensverminderung rückgängig machen könnte (Urteil des Bundesgerichts 5A_561/2020 vom 3. März 2021, E. 5.1.3). Ist die Verminderung des Einkommens hingegen tatsächlich unumkehrbar, darf ein hypothetisches Einkommen nur angerech- net werden, wenn der betroffene Elternteil seinen Verdienst in Schädigungs- absicht schmälerte (vgl. BGE 143 III 233, E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts 5A_561/2020 vom 3. März 2021, E. 5.1.3). Die Gesuchstellerin bringt selbst vor, der Gesuchsgegner habe seine Stelle bei der Q.________ AG in Pfäffikon verloren und mithin nicht freiwillig aufge-Kantonsgericht Schwyz 13 geben. Eine Schädigungsabsicht vonseiten des Gesuchsgegners ist somit nicht auszumachen. Abgesehen davon lässt sich weder den Angaben der Gesuchstellerin noch den übrigen Akten entnehmen, dass der Gesuchsgegner sein Einkommen geschmälert hätte, indem er am 1. Dezember 2016 seine Anstellung bei der O.________ GmbH als Taxifahrer antrat (Vi-act. D9.1 und Vi-act. D14, S. 6). Seine zuvor erzielten Einkünfte sind zwar nicht bekannt, es ist aber nicht anzunehmen, dass diese (wesentlich) höher ausfielen, weil der Gesuchsgegner gemäss eigenen Angaben, lediglich eine Anlehre im Verkauf absolvierte (KG-act. 9, S. 2), was unbestritten blieb. Entgegen dem von der Gesuchstellerin ins Recht gelegten Auszug des Lohnrechners „Salarium“ ist der Gesuchsgegner sodann nicht 52-, sondern erst 41-jährig (KG-act. 1/3; Vi-act. KB 1 und Vi-act. D5, S. 3), weshalb auf die Berechnung in diesem Auszug nicht abgestellt werden kann. Aufgrund der Ausbildung, des Alters, des Aufenthaltsstatus sowie der im Bereich des Detailhandels mehrere Jahre zurückliegenden Berufserfahrung wäre im Übrigen selbst bei Annahme einer Einkommensverminderung des Gesuchsgegners nicht davon auszugehen, dass er diese wieder rückgängig machen könnte. Die Anrechnung eines hypo- thetisch höheren Einkommens kommt insofern nicht infrage. Ferner lässt sich dem im Recht liegenden Arbeitsvertrag des Gesuchsgegners mit der O.________ GmbH entnehmen, dass dieser über eine „Festanstellung 100%“ abgeschlossen wurde und dass die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 45 Stunden beträgt (Vi-act. D9.1, S. 1 und 3), weswegen es ihm entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin nicht zumutbar ist, eine über das Arbeitspensum von 100 Prozent hinausgehende Nebenerwerbstätigkeit aufzunehmen. Der Erstrichter stellte somit zu Recht auf das tatsächlich erzielte monatliche Netto- einkommen des Gesuchsgegners von gerundet Fr. 4‘075.00 (inkl. Anteil 13. Monatslohn) ab (angefochtene Verfügung, E. 6.3; Vi-act. D9.2). Der Gesuchsgegner macht sodann geltend, er erhalte seit April 2020 aufgrund der Covid-19-Situation weniger Lohn, und reicht in diesem Zusammenhang seine Lohnabrechnungen der Monate April bis August 2020 ein (KG-act. 13 Kantonsgericht Schwyz 14 und 15). Diesen lässt sich, wie der Gesuchsgegner zutreffend vorbringt, ent- nehmen, dass ihm in den Monaten April bis August 2020 jeweils mit dem Be- treff „Kurzarbeit“ insgesamt Fr. 1‘047.65 (= Fr. 178.60 [April 2020] + Fr. 435.65 [Mai 2020] + Fr. 125.15 [Juni 2020] + Fr. 103.50 [Juli 2020] + Fr. 204.75 [Au- gust 2020]) weniger Lohn ausbezahlt wurde (KG-act. 13/1 f. und 15/1–15/5). Weil der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin wie vorstehend in E. 4b darge- legt aber erst ab Juni 2020 Unterhalt schuldet, ist ab diesem Zeitpunkt von einer durchschnittlichen Lohnkürzung für die drei Monate bis August 2020 von Fr. 144.45 (= Fr. 433.40 / 3) auszugehen. Folglich ist der erstrichterlich ermit- telte Nettomonatslohn des Gesuchsgegners von Fr. 4‘075.00 (inkl. Anteil 13. Monatslohn) für den Zeitraum von Juni bis August 2020 auf monatlich Fr. 3‘930.55 (= Fr. 4‘075.00 - Fr. 144.45) zu reduzieren. Nicht bekannt bzw. vom Gesuchsgegner nicht geltend gemacht ist im Übrigen, dass er ab September 2020 weitere Lohneinbussen hätte in Kauf nehmen müssen, wes- halb ab diesem Zeitpunkt wiederum von einem Nettoeinkommen des Ge- suchsgegners von Fr. 4‘075.00 pro Monat (inkl. Anteil 13. Monatslohn) auszu- gehen ist. dd) In Bezug auf das Einkommen der als Reinigungskraft sowie als Zustel- lerin tätigen Gesuchstellerin erwog der Erstrichter, insgesamt erscheine es angemessen, von einem anrechenbaren Nettoeinkommen in Höhe von gerun- det Fr. 2‘900.00 pro Monat auszugehen (angefochtene Verfügung, E. 6.2). Die Parteien beanstanden dies nicht und es kann auf die zutreffende erstrichterli- che Begründung in E. 6.2 der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (§ 45 Abs. 5 JG). ee) Hinsichtlich des Einkommens der beiden Kinder L.________ und M.________ stellen die Parteien im Berufungsverfahren zu Recht nicht infra- ge, dass der Gesuchstellerin pro Monat je Fr. 220.00 Kinderzulage ausbezahlt werden (vgl. angefochtene Verfügung, E. 6.2 und Vi-act. D9.15, S. 6). Folglich ist im Einkommen von L.________ und M.________ für den Zeitraum von Juni Kantonsgericht Schwyz 15 bis August 2020 je ein Betrag von Fr. 220.00 als Anteil der Gesuchstellerin anzurechnen. Sodann ist zu beachten, dass die Kinderzulage im Kanton Schwyz gemäss § 1 Abs. 2 Kantonsratsbeschluss zum Einführungsgesetz über die Familienzulagen (SRSZ 370.110) i.V.m. § 7 Abs. 1 Einführungsge- setz zum Bundesgesetz über die Familienzulagen (SRSZ 370.100) ab dem 1. Januar 2021 auf Fr. 230.00 pro Monat erhöht wurde. Um die Bildung einer neuerlichen Phase zu vermeiden, rechtfertigt es sich, im Einkommen von L.________ und M.________ für den Zeitraum von September 2020 bis De- zember 2021 den Durchschnittsbetrag von je Fr. 227.50 anzurechnen. Ab Ja- nuar 2022 (vgl. nachstehend E. 5d.bb) ist die Kinderzulage von je Fr. 230.00 als Anteil der Gesuchstellerin zu berücksichtigen. b) Den Bedarf des Gesuchgegners bemass der Erstrichter zusammenge- fasst wie folgt (angefochtene Verfügung, E. 6.5): Grundbetrag Fr. 1‘200.00 Wohnen Fr. 1‘460.00 Krankenversicherung Fr. 89.00 Mobilität Fr. 228.00 Auswärtige Verpflegung Fr. 200.00 Kommunikation/TV Fr. 130.00 Versicherung Fr. 30.00 Total Fr. 3‘337.00 aa) Der in der angefochtenen Verfügung festgesetzte Grundbetrag des Ge- suchsgegners von Fr. 1‘200.00 blieb von den Parteien unbeanstandet. Es wird auf die zutreffende Begründung in E. 6.5 der angefochtenen Verfügung ver- wiesen (§ 45 Abs. 5 JG; vgl. die kantonsgerichtlichen Richtlinien für die Be- rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums nach Art. 93 SchKG [Notbedarf], S. 1).Kantonsgericht Schwyz 16 bb) Der Erstrichter rechnete dem Gesuchsgegner Wohnkosten von Fr. 1‘460.00 an und erwog diesbezüglich, letzterer müsse aus der Familien- wohnung ausziehen und per 1. Juni 2020 eine neue Wohnung suchen. Die Wohnungsmieten seien in der Region Ausserschwyz bekanntermassen über- durchschnittlich hoch. Günstige Wohnungen seien rar. Um die beiden Kinder zu sich auf Besuch nehmen zu können, benötige der Gesuchsgegner mindes- tens eine 2- oder 2.5-Zimmer-Wohnung. Der Mietzins für eine solche Woh- nung liege auch in der Obermarch (z.B. in Buttikon, Schübelbach oder Sieb- nen) nur sehr selten unter Fr. 1‘400.00 pro Monat. Ausserdem seien die Miet- kosten für einen Parkplatz im Bedarf zu berücksichtigen (angefochtene Verfü- gung, E. 6.5 i.V.m. E. 4). Die Gesuchstellerin macht dagegen geltend, es sei dem Gesuchsgegner an- gesichts der Mankosituation genauso wie vielen Tausend Menschen in den Ballungszentren der Schweiz zumutbar, in grösserer Entfernung von seinem Arbeitsplatz eine günstigere Wohnung zu suchen. Dies gelte umso mehr, weil das Gericht dem Gesuchsgegner ein Fahrzeug zugestehe. Bereits im 30 Mi- nuten entfernten Wattwil fänden sich 2.5-Zimmer-Wohnungen zu Mietpreisen unter Fr. 1‘000.00. Im Bedarf des Gesuchsgegners sei also maximal dieser Betrag zu berücksichtigen (KG-act. 1, N 12). Der Gesuchsgegner führt im Berufungsverfahren aus, er habe in Reichenburg im Kanton Schwyz per 1. Juni 2020 eine Wohnung gefunden, von wo aus er zehn Minuten bis zu seinem Arbeitsplatz habe (KG-act. 7). Dem eingereichten Mietvertrag vom 12. resp. 13. Mai 2020 lässt sich entnehmen, dass der ver- einbarte monatliche Mietzins für die 2-Zimmer-Wohnung an der R.________strasse yy in 8864 Reichenburg Fr. 1‘200.00 (inkl. „Nettomietzins Garage/Abstellplatz“ von Fr. 50.00 sowie Nebenkosten) beträgt (KG-act. 9/6). Der Gesuchsgegner bringt ausserdem vor, dass er nicht damit einverstanden sei, in einen anderen Kanton zu wechseln. Es sei zu beachten, dass dort zwar die Mieten günstiger, die Steuern jedoch zehnmal höher seien und dass ihm Kantonsgericht Schwyz 17 für die Fahrt zum Arbeitsplatz von Wattwil aus dreimal höhere Benzinkosten anfallen würden (KG-act. 9, S. 1). Bei der Frage der Angemessenheit der Wohnkosten sind u.a. die Ausgaben für den Arbeitsweg zu berücksichtigen. Leicht überhöhte Wohnkosten können im Einzelfall noch angemessen sein, wenn im Gegenzug die Arbeitsweg- kosten entsprechend tiefer ausfallen. Ausserdem ist zu beachten, dass der nicht obhutsberechtigte Ehegatte Anspruch auf eine Wohnung mit einem Gäs- tezimmer hat, damit er das Besuchs- und Ferienrecht angemessen ausüben kann (Six, a.a.O., N 2.99). Im Hinblick auf die Ausübung des Ferien- und Be- suchsrechts des Gesuchsgegners und seiner beiden Kinder scheint die Miete einer 2-Zimmer-Wohnung demnach ohne Weiteres als gerechtfertigt. Dem Gesuchsgegner ist überdies zuzustimmen, dass ihm für den Arbeitsweg von seinem Wohnort an der R.________strasse yy in 8864 Reichenburg wesent- lich tiefere Benzinkosten anfallen, als wenn er beispielsweise in Wattwil woh- nen würde, zumal die Strecke zwischen seiner Wohnung und seinem Arbeits- ort an der H.________strasse xx in 8852 N.________ (vgl. Vi-act. D9.1) rund 13 Kilometer beträgt, während er von Wattwil nach N.________ eine Strecke von rund 34 Kilometern zu bewältigen hätte (vgl. google maps). Angesichts dieses Umstands sind die Mietkosten für die Wohnung in Reichenburg von Fr. 1‘150.00, die im Übrigen mehr als Fr. 200.00 unter dem erstrichterlich er- mittelten Betrag für die Wohnkosten liegen, angemessen. Dies insbesondere auch im Vergleich zur Höhe der Mietkosten der Gesuchstellerin und der bei- den Kinder für eine 4.5-Zimmer-Wohnung von Fr. 2‘280.00 (vgl. nachstehend E. 5c.bb und 5d.cc). Wie nachstehend in E. 5b.dd dargelegt wird, kommt dem Fahrzeug des Ge- suchsgegners Kompetenzcharakter zu, weshalb auch die Parkplatzkosten von Fr. 50.00 in dessen Bedarf miteinzurechnen sind.Kantonsgericht Schwyz 18 cc) Der Erstrichter berücksichtigte im Bedarf des Gesuchsgegners wie in jenem der Gesuchstellerin des Weiteren Krankenkassenprämien nach KVG von Fr. 89.00 (vgl. angefochtene Verfügung, E. 6.4 f.), was im Berufungsver- fahren unbeanstandet blieb, inwiefern auf die diesbezügliche erstrichterliche Begründung verwiesen werden kann (§ 45 Abs. 5 JG). Im Übrigen vermag der Gesuchsgegner einzig mit der Behauptung, er bezahle Fr. 480.00 für die Krankenkasse (KG-act. 7), die im Recht liegende Prämienrechnung vom 2. März 2019 (Vi-act. KB 14) nicht infrage zu stellen, zumal er trotz der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht (vgl. vorstehend E. 2) keine entsprechenden Beweismittel einreichte resp. Beweisanträge stellte. dd) Zur Bedarfsposition der Mobilitätskosten des Gesuchsgegners lässt sich der angefochtenen Verfügung entnehmen, dieser sei beruflich auf das Fahr- zeug angewiesen, da seine Schicht als Taxifahrer jeweils frühmorgens oder spätabends beginne (angefochtene Verfügung, E. 6.5). Der Erstrichter berücksichtigte in der Berechnung der monatlichen Kosten für das Fahrzeug des Gesuchsgegners nebst einem Betrag von Fr. 70.00 für die Motorfahr- zeugversicherung, Motorfahrzeugsteuern von Fr. 38.00 sowie Fr. 120.00 für Treibstoff und Unterhalt. Die Parteien setzen sich mit diesen Ausführungen des Erstrichters nicht aus- einander. Der Gesuchsgegner gab in der Parteibefragung betreffend seine Arbeitszeiten zu Protokoll, seine Schicht beginne oder ende teilweise um 5 Uhr morgens (Vi-act. D14, S. 9). Weil um diese Uhrzeit für die Strecke vom Arbeits- zum Wohnort des Gesuchsgegners keine öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, kommt dessen Privatfahrzeug Kompetenzcharakter zu (vgl. SBB-Fahrplan als leicht zugängliche und insofern offenkundige Tatsa- chen i.S.v. Art. 151 ZPO enthaltende Quelle offizieller Herkunft [BGE 143 IV 380 E. 1.1.1 und E. 1.2 = Pra 107 [2018] Nr. 61]; vgl. auch Six, a.a.O., N 2.115). Wird die Kompetenzqualität eines Fahrzeugs bejaht, sind nicht nur die veränderlichen, sondern auch die festen Kosten wie die Fahrzeugsteuer, Kantonsgericht Schwyz 19 die Instandhaltungskosten oder die Versicherung sowie die Kosten für einen Abstellplatz im Bedarf zu berücksichtigen (Six, a.a.O., N 2.120 f.). Für die im Bedarf des Gesuchsgegners hinzuzurechnenden Beträge der Motorfahrzeug- versicherung von Fr. 70.00 und der Motorfahrzeugsteuern von Fr. 38.00 kann folglich auf die zutreffenden Ausführungen des Erstrichters verwiesen werden (§ 45 Abs. 5 JG; angefochtene Verfügung, E. 6.5; Vi-act. KB 18). Demge- genüber sind die erstrichterlich angerechneten Kosten für Treibstoff und Un- terhalt von Fr. 120.00 aufgrund des Umzugs des Gesuchsgegners per 1. Juni 2020 nach Reichenburg nicht (mehr) angemessen. Ihm ist für die Strecke zwi- schen seinem Wohnort an der R.________strasse yy in 8864 Reichenburg und seinem Arbeitsort an der H.________strasse xx in 8852 N.________ von rund 13 Kilometern in Anwendung der Offizial- und Untersuchungsmaxime ein Betrag von Fr. 343.20 anzurechnen (= 13 km x 2 Fahrten x 22 Tage x Fr. 0.60). Somit belaufen sich die Mobilitätskosten des Gesuchsgegners auf total Fr. 451.20 (= Fr. 70.00 + Fr. 38.00 + Fr. 343.20). ee) Für die Berücksichtigung von Auslagen für auswärtige Verpflegung von Fr. 200.00 pro Monat kann auf die unbeanstandeten Ausführungen des Er- strichters in E. 6.5 der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (§ 45 Abs. 5 JG). ff) Sodann rechnete der Erstrichter zum Bedarf des Gesuchsgegners Fr. 130.00 als Pauschale für Kommunikation und TV/Internet sowie Fr. 30.00 für die Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung hinzu (angefochtene Verfü- gung, E. 6.5). Nach den kantonsgerichtlichen Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums nach Art. 93 SchKG (Notbe- darf) sind Auslagen für Privatversicherungen oder für Kulturelles indes im mo- natlichen Grundbetrag enthalten. Weil sich die Gerichte nach der bundesge- richtlichen Rechtsprechung für die Ermittlung des Bedarfs umso enger an die Art. 93 SchKG entsprechenden Grundsätze anlehnen müssen, je knapper die finanziellen Verhältnisse sind (BGE 140 III 337, E. 4.2.3), ist in Anwendung Kantonsgericht Schwyz 20 der Offizial- und Untersuchungsmaxime von der zusätzlichen Berücksichti- gung dieser Kosten abzusehen. gg) Zusammenfassend sind im Bedarf des Gesuchgegners folgende Positi- onen zu berücksichtigen: Grundbetrag Fr. 1‘200.00 Wohnkosten (inkl. E.________platz) Fr. 1‘200.00 Krankenversicherung Fr. 89.00 Mobilität Fr. 451.20 Auswärtige Verpflegung Fr. 200.00 Total Fr. 3‘140.20 c) Bezüglich des Bedarfs der Gesuchstellerin lässt sich der angefochtenen Verfügung in E. 6.4 folgende Aufstellung entnehmen: Grundbetrag Fr. 1‘350.00 Wohnen Fr. 1‘460.00 Krankenversicherung Fr. 89.00 Mobilität Fr. 536.00 Auswärtige Verpflegung Fr. 120.00 Kommunikation/TV Fr. 130.00 Versicherung Fr. 44.00 Total Fr. 3‘729.00 aa) Der erstrichterlich festgesetzte Grundbetrag der Gesuchstellerin von Fr. 1‘350.00 blieb von den Parteien zu Recht unbeanstandet und es wird auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung in E. 6.4 ver- wiesen (§ 45 Abs. 5 JG; vgl. die kantonsgerichtlichen Richtlinien für die Be- rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums nach Art. 93 SchKG [Notbedarf], S. 1).Kantonsgericht Schwyz 21 bb) Die im Bedarf der Gesuchstellerin erstrichterlich angerechneten Mietzin- se für die 4.5-Zimmer-Wohnung an der D.________strasse zz in 8807 Freien- bach von Fr. 2‘280.00 sowie für den Aussenparkplatz von Fr. 60.00 sind durch die im Recht liegenden Mietverträge vom 13. resp. 15. Oktober 2014 (Vi- act. D3.2 und D3.3 oder D3.4 resp. Vi-act. KB 20) ausgewiesen. Soweit der Gesuchsgegner geltend macht, er sei nicht damit einverstanden, dass die Ge- suchstellerin in ihrer teuren Wohnung bleiben könne (KG-act. 9, S. 2), wäre es auch ihm freigestanden, gegen den vorinstanzlichen Entscheid Berufung ein- zureichen. Im Übrigen trifft zwar zu, dass die Wohnkosten der Gesuchstellerin im Verhältnis zum Einkommen sowie den übrigen Bedarfspositionen der Par- teien teuer scheinen (vgl. auch angefochtene Verfügung, E. 4). Dennoch kön- nen auch (allzu) hohe Mietzinse weiterhin berücksichtigt werden, wenn eine Wohnung aufgrund der Nähe zum Schulhaus für die Kinder besonders gut gelegen ist und sich keine günstigere Alternative finden lässt (Haus- heer/Spycher, in Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. A. 2010, N 02.33). Die geringe Entfernung der Wohnung der Gesuchstellerin zur F.________ (Schule) an der J.________strasse ww in 8807 Freienbach (vgl. Vi-act. D15, S. 2; vgl. google maps) spricht demnach für die Berücksichtigung der ausgewiesenen Wohnkosten. Ferner besteht in der Nähe der Wohnung der Gesuchstellerin entgegen den Vorbringen des Gesuchsgegners kein gros- ses Angebot an günstigeren Wohnungen zur Verfügung (KG-act. 9, S. 2), zu- mal sich die von ihm herausgesuchten 4.5-Zimmer-Wohnungen allesamt nicht in 8807 Freienbach, sondern in 8840 Einsiedeln (KG-act. 9/1), 8854 Siebnen (KG-act. 9/2 f.), 8853 Lachen (KG-act. 9/4) oder 8805 Pfäffikon (KG-act. 9/5) befinden. Darüber hinaus hätten diese für M.________ unabhängig des be- haupteten kostenlosen Fahrdienstangebots (vgl. KG-act. 9, S. 2) einen be- schwerlicheren Schulweg zur Folge. Sodann sind die Wohnkosten der Ge- suchstellerin und ihrer beiden Kinder von Fr. 2‘280.00 für eine 4.5-Zimmer- Wohnung auch im Vergleich zu jenen des Gesuchsgegners von Fr. 1‘200.00 für eine 2-Zimmer-Wohnung nicht unverhältnismässig und es liegt insofern keine Ungleichbehandlung der Parteien vor (vgl. vorstehend E. 5b.bb). Somit Kantonsgericht Schwyz 22 ist auch im Berufungsverfahren auf die ausgewiesenen Mietzinse von Fr. 2‘280.00 zuzüglich Fr. 60.00 für den Aussenparkplatz abzustellen. Vor der Berufungsinstanz blieb sodann grundsätzlich zu Recht unbeanstan- det, dass die Wohnkosten von Fr. 2‘280.00 auf die Gesuchstellerin sowie auf die beiden Kinder L.________ und M.________ aufzuteilen sind, während die Parkplatzkosten von Fr. 60.00 einzig im Bedarf der Gesuchstellerin zu berück- sichtigen sind (vgl. angefochtene Verfügung, E. 6.4; vgl. nachstehend E. 5c.dd). Die erstrichterliche Aufteilung der Wohnkosten (Fr. 1‘460.00 [inkl. Fr. 60.00] + je Fr. 440.00) erfolgte indes nicht der kantonsgerichtlichen Praxis entsprechend nach grossen und kleinen Köpfen (EGV-SZ 2019, A 2.2, E. 13), also zu 1/2 auf die Gesuchstellerin und zu je 1/4 auf die beiden Kinder, son- dern nach einem anderen Verteilschlüssel, was wegen der knappen finanziel- len Verhältnisse in Anwendung des Offizial- und Untersuchungsgrundsatzes anzupassen ist, sodass im Bedarf der Gesuchstellerin nebst den Parkplatz- kosten von Fr. 60.00 die Hälfte der Wohnkosten von Fr. 2‘280.00, also Fr. 1‘140.00, hinzuzurechnen sind. cc) Mit der im Recht liegenden Prämienrechnung vom 2. März 2019 ist der in der angefochtenen Verfügung im Bedarf der Gesuchstellerin berücksichtigte Betrag für die Krankenkassenprämien nach KVG von Fr. 89.00 (= Fr. 333.60 [Prämien nach KVG] - Fr. 244.60 [kantonale Prämienverbilligung]) ausgewie- sen und es kann auch im Berufungsverfahren darauf abgestellt werden (Vi-act. KB 14; vgl. vorstehend E. 5b.cc). dd) Der Erstrichter erwog, die Gesuchstellerin sei als Putzfrau in mehreren Privathaushaltungen sowie als Zustellerin auf ein Fahrzeug angewiesen, und berücksichtigte monatliche Kosten für das Leasing des Honda CR-Z 1.5i Hy- brid Sport von Fr. 312.00, für die Motorfahrzeugversicherung von Fr. 74.00, für Motorfahrzeugsteuern von Fr. 30.00 sowie für Treibstoff und Unterhalt von Fr. 120.00, total von Fr. 536.00 (angefochtene Verfügung, E. 6.4). Die Partei-Kantonsgericht Schwyz 23 en beanstanden diese Ausführungen nicht und es kann im Berufungsverfah- ren auf die diesbezügliche erstrichterliche Begründung verwiesen werden (§ 45 Abs. 5 JG; vgl. auch Vi-act. KB 19). ee) Für die auswärtige Verpflegung wird der Gesuchstellerin im Berufungs- verfahren der unbeanstandeten erstrichterlichen Begründung entsprechend ein Betrag von Fr. 120.00 pro Monat angerechnet (§ 45 Abs. 5 JG; angefoch- tene Verfügung, E. 6.4). ff) Wie im Bedarf des Gesuchsgegners rechnete der Erstrichter auch in jenem der Gesuchstellerin Fr. 130.00 als Pauschale für Kommunikation und TV/Internet sowie Fr. 30.00 für die Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung hinzu (angefochtene Verfügung, E. 6.4). Mit Verweis auf die vorstehende Be- gründung in E. 5b.ff ist von einer solchen Anrechnung indes abzusehen, da Auslagen für Privatversicherungen und Kulturelles bereits im monatlichen Grundbetrag enthalten sind. gg) Der Bedarf der Gesuchstellerin setzt sich somit wie folgt zusammen: Grundbetrag Fr. 1‘350.00 Wohnkosten (inkl. Parkplatz) Fr. 1‘200.00 Krankenversicherung Fr. 89.00 Mobilität Fr. 536.00 Auswärtige Verpflegung Fr. 120.00 Total Fr. 3‘295.00Kantonsgericht Schwyz 24 d) Betreffend die Bedarfspositionen von L.________ und M.________ lässt sich der angefochtenen Verfügung folgende Zusammenstellung entnehmen (angefochtene Verfügung, E. 6.4): L.________ M.________ Grundbetrag Fr. 600.00 Fr. 400.00 Wohnen Fr. 440.00 Fr. 440.00 Krankenversicherung Fr. 19.00 Fr. 19.00 Externe Betreuung Fr. 136.00 Fr. 108.00 Kommunikation/TV Fr. 20.00 Fr. 0.00 Total Fr. 1‘215.00 Fr. 1‘007.00 aa) Zunächst gilt es festzuhalten, dass das Bedarfstotal bei M.________ nicht wie in der angefochtenen Verfügung angenommen Fr. 1‘007.00 ergibt, sondern Fr. 967.00. bb) Der Erstrichter berücksichtigte für L.________ einen Grundbetrag von Fr. 600.00 und für M.________ einen Grundbetrag von Fr. 400.00, was von den Parteien zu Recht nicht moniert wird (angefochtene Verfügung, E. 6.4). Weil M.________ am ________ 2021 zehn Jahre alt wird, ist ihm aufgrund seines Alters ab dem 1. Januar 2022 aber ebenfalls der höhere Grundbetrag von Fr. 600.00 anzurechnen (vgl. die kantonsgerichtlichen Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums nach Art. 93 SchKG [Notbedarf], S. 1). cc) Bei den Wohnkosten von L.________ und M.________ rechnete der Erstrichter jeweils einen Anteil der Gesuchstellerin von Fr. 440.00 an (ange- fochtene Verfügung, E. 6.4). Mit Verweis auf die vorstehenden Ausführungen in E. 5c.bb hat die Verteilung der Wohnkosten von total Fr. 2‘280.00 aber nach grossen und kleinen Köpfen zu erfolgen, weshalb für L.________ und M.________ je ein Anteil der Gesuchstellerin von Fr. 570.00 (= 1/4 von Fr. 2‘280.00) zu berücksichtigen ist.Kantonsgericht Schwyz 25 dd) Die vom Erstrichter angerechneten Krankenkassenprämien nach KVG für L.________ und M.________ von gerundet je Fr. 19.00 sind mit der Prä- mienrechnung vom 2. März 2019 ausgewiesen und es kann mithin auch im Berufungsverfahren darauf abgestellt werden (Vi-act. KB 14; vgl. vorstehend E. 5c.cc). ee) Sodann blieb unbestritten, dass im Bedarf von L.________ Kosten für die externe Verpflegung resp. den Mittagstisch von Fr. 136.00 pro Monat und im Bedarf von M.________ der von der Tagesschule erhobene Unkostenbei- trag für die Verpflegung usw. von gerundet Fr. 108.00 pro Monat anzurechnen sind. Es kann diesbezüglich auf die zutreffende Begründung in der angefoch- tenen Verfügung in E. 6.4 verwiesen werden (§ 45 Abs. 5 JG; vgl. auch Vi-act. KB 26). ff) Entsprechend der Begründung in E. 5b.ff und 5c.ff ist schliesslich auch im Bedarf der beiden Kinder von der Anrechnung einer Pauschale für Kom- munikation sowie TV/Internet abzusehen. gg) Zusammenfassend ergeben sich bis Ende Dezember 2021 folgende Bedarfspositionen für L.________ und M.________: L.________ M.________ Grundbetrag Fr. 600.00 Fr. 400.00 Wohnen Fr. 570.00 Fr. 570.00 Krankenversicherung Fr. 19.00 Fr. 19.00 Externe Betreuung Fr. 136.00 Fr. 108.00 Total Fr. 1‘325.00 Fr. 1‘097.00 Ab dem 1. Januar 2022 ist im Bedarf von M.________ wie vorstehend in E. 5d.bb dargelegt der höhere Grundbetrag von Fr. 600.00 hinzuzurechnen, sodass sich ab diesem Zeitpunkt ein Bedarfstotal von Fr. 1‘297.00 ergibt.Kantonsgericht Schwyz 26 6. Bei der Unterhaltsberechnung ist zu beachten, dass dem Gesuchsgeg- ner von Juni bis August 2020 ein tieferes Durchschnittseinkommen und ab September 2020 wiederum das erstrichterlich ermittelte höhere Einkommen zur Verfügung stand resp. steht (vgl. vorstehend E. 5a.cc) und dass sich der Grundbetrag von M.________ ab dem 1. Januar 2022 erhöht (vgl. vorstehend E. 5d.bb), weshalb es sich für die Zeiträume von Juni bis August 2020, von September 2020 bis Dezember 2021 und ab Januar 2022 wegen der sehr knappen finanziellen Verhältnisse aufdrängt, separate Phasen zu berechnen und nicht auf Durchschnittswerte abzustellen . a) Für den Zeitraum von Juni bis August 2020 ist der Unterhaltsberech- nung gemäss den vorstehenden Ausführungen in E. 5a ff. folgende Gegenü- berstellung von Bedarf und Einkommen der Parteien sowie der beiden Kinder zugrunde zu legen: Mutter L.________ M.________ Vater Einkommen 2‘900.00 220.00 220.00 3‘930.55 Bedarf 3‘295.00 1‘325.00 1‘097.00 3‘140.20 Überschuss/Manko -395.00 -1‘105.00 -877.00 790.35 Weil die Gesuchstellerin als hauptbetreuender Elternteil von L.________ und M.________ den Unterhalt in natura leistet und der Gesuchsgegner finanziell ungleich leistungsstärker ist als sie, rechtfertigt es sich, dass er für den Bar- unterhalt von L.________ in Höhe von Fr. 1‘105.00 und von M.________ in Höhe von Fr. 877.00 aufkommen muss (vgl. angefochtene Verfügung, E. 6.6; vgl. vorstehend E. 3b f.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 5A_727/2018 vom 22. August 2019, E. 4.3.2.1). Dem Gesuchsgegner ist als Unterhalts- schuldner aber in jedem Fall das eigene Existenzminimum zu belassen (vgl. zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7.4, m.H.a. BGE 135 III 66, E. 10), weshalb er für den Barbedarf von L.________ und M.________ seiner Leistungsfähigkeit ent-Kantonsgericht Schwyz 27 sprechend je Fr. 395.20 (= Fr. 790.35 / 2) zu bezahlen hat. Im Barunterhalt von L.________ verbleibt damit ein Manko von Fr. 709.80 (= Fr. 1‘105.00 - Fr. 395.20) und in jenem von M.________ ein Manko von Fr. 481.80 (= Fr. 877.00 - Fr. 395.20). Für die Deckung des dem Barunterhalt nachge- henden Betreuungsunterhalts von L.________ und M.________ (vgl. vorste- hend E. 3c) von je Fr. 197.50 (= Fr. 395.00 / 2) bleiben folglich keine finanziel- len Mittel übrig und es sind die entsprechenden Fehlbeträge auszuweisen (vgl. zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 5.6). Der vom Gesuchsgegner der Gesuchsteller- in für L.________ zu bezahlende Kindesunterhalt beläuft sich für den Zeitraum von Juni bis August 2020 demnach pro Monat gerundet auf Fr. 395.00 (Fr. 395.00 Barunterhalt; Manko Barunterhalt: Fr. 710.00; Manko Betreuungs- unterhalt: Fr. 200.00) und der für M.________ zu bezahlende Unterhalt eben- falls auf Fr. 395.00 (Fr. 395.00 Barunterhalt; Manko Barunterhalt: Fr. 480.00; Manko Betreuungsunterhalt: Fr. 200.00), jeweils zuzüglich allfälliger Kinder-, Familien- und Ausbildungszulagen. b) Für den Zeitraum von September 2020 bis Dezember 2021 ergibt sich folgende Gegenüberstellung von Bedarf und Einkommen der Parteien sowie der beiden Kinder: Mutter L.________ M.________ Vater Einkommen 2‘900.00 227.50 227.50 4‘075.00 Bedarf 3‘295.00 1‘325.00 1‘097.00 3‘140.20 Überschuss/Manko -395.00 -1‘097.50 -869.50 934.80 Mit Verweis auf die Begründung in der vorstehenden E. 6a rechtfertigt es sich auch in dieser Phase, den Barunterhalt für L.________ in Höhe von Fr. 1‘097.50 sowie für M.________ in Höhe von Fr. 869.50 ausschliesslich dem Gesuchsgegner aufzuerlegen. Entsprechend seiner Leistungsfähigkeit hat der Gesuchsgegner für den Barbedarf von L.________ und M.________ Kantonsgericht Schwyz 28 je Fr. 467.40 (= Fr. 934.80 / 2) zu bezahlen, womit L.________ ein Manko von Fr. 630.10 (= Fr. 1‘097.50 - Fr. 467.40) und M.________ ein Manko von Fr. 402.10 (= Fr. 869.50 - Fr. 467.40) verbleibt. Im Betreuungsunterhalt von L.________ und M.________ ist wiederum von Fehlbeträgen von je Fr. 197.50 (= Fr. 395.00 / 2) auszugehen. Der vom Gesuchsgegner der Ge- suchstellerin für L.________ zu bezahlende Kindesunterhalt beläuft sich für den Zeitraum von September 2020 bis Dezember 2021 demzufolge monatlich auf gerundet Fr. 465.00 (Fr. 465.00 Barunterhalt; Manko Barunterhalt: Fr. 630.00; Manko Betreuungsunterhalt: Fr. 200.00) und der für M.________ zu bezahlende Unterhalt ebenfalls auf Fr. 465.00 (Fr. 465.00 Barunterhalt; Manko Barunterhalt: Fr. 400.00; Manko Betreuungsunterhalt: Fr. 200.00), je- weils zuzüglich allfälliger Kinder-, Familien- und Ausbildungszulagen. c) Ab Januar 2022 ist der Unterhaltsberechnung folgende Gegenüberstel- lung von Bedarf und Einkommen der Parteien und der beiden Kinder zugrun- de zu legen: Mutter L.________ M.________ Vater Einkommen 2‘900.00 230.00 230.00 4‘075.00 Bedarf 3‘295.00 1‘325.00 1‘297.00 3‘140.20 Überschuss/Manko -395.00 -1‘095.00 -1‘067.00 934.80 Den vorstehenden Ausführungen in E. 6a f. entsprechend ist der Barunterhalt für L.________ von Fr. 1‘095.00 und für M.________ von Fr. 1‘067.00 vollum- fänglich dem Gesuchsgegner aufzuerlegen. Im Rahmen seiner Leistungs- fähigkeit hat dieser für den Barbedarf von L.________ und M.________ mit je Fr. 467.40 (= Fr. 934.80 / 2) aufzukommen. L.________ verbleibt folglich ein Manko von Fr. 627.60 (= Fr. 1‘095.00 - Fr. 467.40) und M.________ ein Man- ko von Fr. 599.60 (= Fr. 1‘067.00 - Fr. 467.40). Im Betreuungsunterhalt von L.________ und M.________ bestehen auch in dieser Phase Fehlbeträge von je Fr. 197.50 (= Fr. 395.00 / 2). Somit beträgt der vom Gesuchsgegner der Kantonsgericht Schwyz 29 Gesuchstellerin ab Januar 2022 für L.________ monatlich zu bezahlende Kin- desunterhalt Fr. 465.00 (Fr. 465.00 Barunterhalt; Manko Barunterhalt: Fr. 630.00; Manko Betreuungsunterhalt: Fr. 200.00) und der für M.________ zu bezahlende Unterhalt ebenfalls Fr. 465.00 (Fr. 465.00 Barunterhalt; Manko Barunterhalt: Fr. 600.00; Manko Betreuungsunterhalt: Fr. 200.00), jeweils zu- züglich allfälliger Kinder-, Familien- und Ausbildungszulagen. 7. Zusammenfassend ist die Berufung der Gesuchstellerin teilweise gutzu- heissen. Die angefochtene Verfügung ist im Sinne der vorstehenden Erwä- gungen betreffend die Höhe der Kindesunterhaltsbeiträge anzupassen. a) Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie gemäss Art. 318 Abs. 3 ZPO auch über die Prozesskosten des erstinstanzli- chen Verfahrens. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Das Gericht kann namentlich in familienrechtlichen Verfahren von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Der Erstrichter gewährte beiden Parteien die unentgeltliche Rechtspflege und der Gesuchstellerin darüber hinaus die unentgeltliche Rechtsvertretung (ange- fochtene Verfügung, E. 8 und Dispositivziffer 10). Die Gerichtskosten von Fr. 800.00 auferlegte er den Parteien je zur Hälfte und nahm diese einstweilen auf die Gerichtskasse (angefochtene Verfügung, E. 9 und Dispositivziffer 9). Die Parteikosten schlug er gegenseitig wett und entschädigte den Vertreter der Gesuchstellerin einstweilen aus der Gerichtskasse mit Fr. 3‘000.00 (ange- fochtene Verfügung, Dispositivziffer 10). Die Parteien setzen sich mit der erstrichterlichen Kosten- und Entschädi- gungsregelung nicht auseinander. Angesichts dessen, dass die Gesuchsteller-Kantonsgericht Schwyz 30 in im erstinstanzlichen Verfahren die Bezahlung eines angemessenen Kin- desunterhalts vom Gesuchsgegner verlangte, ohne den Unterhalt zu beziffern, und letzterer sich dem nicht entgegensetzte, vermag die Anpassung der Höhe der Kindesunterhaltsbeiträge keine Änderung der hälftigen Verteilung der Ge- richtskosten zu rechtfertigen. Das gegenseitige Wettschlagen der Parteikosten ist im Übrigen so zu verstehen, dass jeder Partei ihre eigenen Kosten aufer- legt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_796/2013 vom 17. März 2014, E. 7.2). b) Im Berufungsverfahren dringt die Gesuchstellerin mit ihren Anträgen insofern teilweise durch, als der erstrichterlich festgesetzte Barunterhalt für die beiden Kinder von je Fr. 370.00 pro Monat erhöht wird – wenn auch nicht im beantragten Umfang – und der Gesuchsgegner nunmehr im Zeitraum von Juni bis August 2020 zur monatlichen Bezahlung von je Fr. 395.00 und ab Sep- tember 2020 von je Fr. 465.00 verpflichtet wird. Zu berücksichtigen ist indes, dass die Erhöhung des Kindesunterhalts sowie die Ausweisung der Fehlbe- träge im Bar- und Betreuungsunterhalt resp. die entsprechende Anpassung der Dispositivziffer 6.2 der angefochtenen Verfügung nicht auf Vorbringen der Gesuchstellerin zurückgehen, sondern in Anwendung des Offizial- und Unter- suchungsgrundsatzes erfolgen und dass die Gesuchstellerin im Hinblick auf die beantragte Anrechnung eines hypothetischen Einkommens beim Ge- suchsgegner ebenso wie hinsichtlich der Beanstandung der Höhe seiner Wohnkosten unterliegt. Somit rechtfertigt sich ermessensweise eine hälftige Auferlegung der Kosten des Berufungsverfahren von insgesamt Fr. 2‘000.00 an die beiden Parteien (je Fr. 1‘000.00). Dem Gesuchsgegner ist mangels Antrags resp. begründeten Aufwands keine Umtriebsentschädigung zuzusprechen (Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO). Demge- genüber steht der anwaltlich vertretenen Gesuchstellerin im Umfang ihres Ob- siegens eine Parteientschädigung zu. Gemäss § 10 GebTRA, welche Be- stimmung praxisgemäss auch in Berufungsverfahren gilt (Beschluss ZK2 2020 Kantonsgericht Schwyz 31 16 vom 3. Dezember 2020, E. 6b), beträgt das Honorar in summarischen Ver- fahren Fr. 300.00 bis Fr. 4‘800.00. Innerhalb dieses Tarifrahmens bestimmt sich die Höhe des Honorars nach der Wichtigkeit der Streitsache, ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung sowie dem not- wendigen Zeitaufwand (§ 2 GebTRA). Liegt eine spezifizierte Kostennote, d.h. eine Honorarrechnung mit detaillierten Leistungssätzen, im Recht und er- scheint diese angemessen, ist die Kostennote der Festsetzung der Vergütung zugrunde zu legen. Andernfalls wird die Vergütung nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt (§ 6 Abs. 1 GebTRA). Da die Gesuchstellerin keine spezifizierte Kostennote ins Recht reichte, ist die Vergütung folglich nach pflichtgemässem Ermessen festzusetzen. In Würdigung der Bemessungskrite- rien nach § 2 Abs. 1 GebTRA ist zu berücksichtigen, dass die Höhe des Kin- desunterhalts für die Parteien zwar von grosser Tragweite ist, es sich in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht aber nicht um eine besonders schwierige Streitsache handelt und der Aufwand des Rechtsvertreters der Gesuchsteller- in für die sechsseitige Berufungsschrift (KG-act. 1) eher gering gewesen sein dürfte. Die Parteientschädigung der Gesuchstellerin ist demnach ermessens- weise auf pauschal Fr. 1’000.00 (inkl. Auslagen und MWST) festzusetzen, wovon der Gesuchsgegner nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens die Hälfte (Fr. 500.00) zu tragen hat (vgl. aber nachstehend E. 8b). 8. Die Gesuchstellerin beantragt die Verpflichtung des Gesuchsgegners zur Bezahlung eines Prozesskostenvorschusses von Fr. 3‘000.00, eventualiter die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung (KG-act. 1, N 17–19 sowie Rechtsbegehren-Ziff. 3 und 5). a) Aus der ehelichen Unterhaltspflicht nach Art. 163 ZGB und der eheli- chen Beistandspflicht nach Art. 159 Abs. 3 ZGB folgt, dass ein Ehegatte im Falle von Rechtsstreitigkeiten gehalten ist, dem anderen durch Leistung von Prozesskostenvorschüssen beizustehen (BGE 142 III 36, E. 2.3). Diese sich aus dem Familienrecht ergebende Unterstützungspflicht geht der Verpflich-Kantonsgericht Schwyz 32 tung des Staates auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vor (BGE 138 III 672, E. 4.2.1 = Pra 102 [2013] Nr. 24; Urteil des Bundesgerichts 5A_497/2018 26. September 2018, E. 3.1), und es hat der bedürftige Ehegatte vorerst einen Antrag auf Leistung eines Prozesskostenvorschusses zu stellen oder aber zumindest darzulegen, dass ein solcher beim anderen Ehegatten nicht erhältlich gemacht werden kann. Mit anderen Worten hat der bedürftige Ehegatte keinen Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, soweit der andere Ehegatte leistungsfähig ist (Isenring/Kessler, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch I, 6. A. 2018, N 17 zu Art. 163 ZGB; vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_455/2010 vom 16. August 2010, E. 2.2). Die (weiteren) Voraussetzungen für die Gewährung des Prozesskostenvorschus- ses sind dieselben wie bei der unentgeltlichen Rechtspflege: Die gesuchstel- lende Partei muss mittellos sein und ihr Rechtsbegehren darf nicht aussichts- los erscheinen (Urteil des Bundesgerichts 5D_135/2010 vom 9. Februar 2010, E. 3.1; vgl. Art. 117 ZPO und Art. 29 Abs. 3 BV). Angesichts dessen, dass der Gesuchsgegner bereits für den Barunterhalt der beiden Kinder nicht vollständig aufzukommen vermag (vgl. vorstehend E. 6 ff.), mangelt es ihm offensichtlich an der für die Verpflichtung zur Bevor- schussung der Prozesskosten vorausgesetzten Leistungsfähigkeit und es ist insofern von der Auferlegung eines Prozesskostenvorschusses an ihn abzu- sehen. Es bleiben die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltli- chen Rechtspflege und Verbeiständung zu prüfen. b) Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Nebst der Befreiung von Vorschuss- und Sicherheitsleistungen sowie von Gerichtkosten umfasst die unentgeltliche Rechtspflege auch die gerichtliche Bestellung einer Rechts- vertretung, sofern dies zur Wahrung der Rechte der betroffenen Partei not- wendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO).Kantonsgericht Schwyz 33 Wie sich den vorstehenden Ausführungen in E. 6a ff. entnehmen lässt, weist die Gesuchstellerin bereits vor der Berücksichtigung von Steuern sowie eines Zuschlags zum betreibungsrechtlichen Grundbetrag von 30 % stets ein Manko aus. Zudem ergeben sich aus den Akten keine Hinweise auf ein (wesentli- ches) Vermögen der Gesuchstellerin (vgl. insbesondere Vi-act. D 9.14 f.). Ihre Mittellosigkeit ist damit erstellt. Des Weiteren ist die Voraussetzung der feh- lenden Aussichtslosigkeit der Begehren der Gesuchstellerin ausgangsgemäss bzw. angesichts der teilweisen Gutheissung ihrer Berufung ohne Weiteres erfüllt. Somit ist der Gesuchstellerin die unentgeltliche Rechtspflege zu ge- währen und es sind die ihr auferlegten Kosten für das Berufungsverfahren von Fr. 1‘000.00 unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 Abs. 1 ZPO einstweilen auf die Kantonsgerichtskasse zu nehmen. Sodann ist die Beurteilung der umstrittenen Belange für die Parteien angesichts ihrer sehr knappen finanziellen Verhältnisse von existenzieller Bedeutung, weshalb sich der Beizug eines Rechtsvertreters durch die Gesuchstellerin wie bereits im erstinstanzlichen Verfahren als notwendig i.S.v. Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO er- weist, was der Gesuchsgegner im Übrigen nicht infrage stellt. Folglich ist die von der Gesuchstellerin zu tragende Hälfte ihrer Parteientschädigung (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO) unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 Abs. 1 ZPO wie auch die vom Gesuchsgegner zu tragende Hälfte der Partei- entschädigung (vgl. vorstehend E. 7b) infolge voraussichtlicher Uneinbring- lichkeit (vgl. vorstehend E. 8a; Art. 122 Abs. 2 ZPO) einstweilen auf die Kan- tonsgerichtskasse zu nehmen. c) Schliesslich ist von der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege an den Gesuchsgegner für das Berufungsverfahren mangels eines entsprechen- den, d.h. eines expliziten oder zumindest sinngemässen Antrags abzusehen (Art. 119 Abs. 5 ZPO). Die erstinstanzlich bewilligte unentgeltliche Rechtspfle- ge gilt vor der Rechtsmittelinstanz nicht automatisch weiter, sondern muss neu beantragt werden (vgl. Rüegg/Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger Kantonsgericht Schwyz 34 [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, N 6 zu Art. 119 ZPO);- beschlossen: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufung der Gesuchstellerin werden die Dispositivziffern 6.1 und 6.2 der angefochtenen Verfügung des Einzel- richters am Bezirksgericht Höfe vom 22. April 2020 aufgehoben und wie folgt ersetzt: 6.1 Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt von L.________ und M.________ ab 1. Juni 2020 bis 31. August 2020 je Fr. 395.00 pro Monat, ab 1. September 2020 bis 31. Dezember 2021 je Fr. 465.00 pro Monat und ab 1. Januar 2022 ebenfalls je Fr. 465.00 pro Monat zu bezahlen, zahlbar im Voraus per 1. eines jeden Monats. Zusätzlich geschuldet sind die Kinder-, Ausbildungs- bzw. Familienzulagen, sofern und soweit diese dem Gesuchsgegner ausbezahlt werden. 6.2. Im Zeitraum vom 1. Juni 2020 bis 31. August 2020 fehlen zur De- ckung des gebührenden Unterhalts von L.________ monatlich Fr. 910.00 (Fr. 710.00 im Barunterhalt und Fr. 200.00 im Betreu- ungsunterhalt) und von M.________ monatlich Fr. 680.00 (Fr. 480.00 im Barunterhalt und Fr. 200.00 im Betreuungsunter- halt). Im Zeitraum vom 1. September 2020 bis 31. Dezember 2021 feh- len zur Deckung des gebührenden Unterhalts von L.________ monatlich Fr. 830.00 (Fr. 630.00 im Barunterhalt und Fr. 200.00 im Betreuungsunterhalt) und von M.________ monatlich Fr. 600.00 (Fr. 400.00 im Barunterhalt und Fr. 200.00 im Betreuungsunter- halt). Ab dem 1. Januar 2022 fehlen zur Deckung des gebührenden Un- terhalts von L.________ monatlich Fr. 830.00 (Fr. 630.00 im Bar- unterhalt und Fr. 200.00 im Betreuungsunterhalt) und von M.________ monatlich Fr. 800.00 (Fr. 600.00 im Barunterhalt und Fr. 200.00 im Betreuungsunterhalt).Kantonsgericht Schwyz 35 Im Übrigen wird die Berufung der Gesuchstellerin abgewiesen und die angefochtene Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom 22. April 2020, soweit angefochten, bestätigt. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2‘000.00 werden dem Ge- suchsgegner und der Gesuchstellerin je zur Hälfte auferlegt. 3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für das Beru- fungsverfahren eine reduzierte Parteientschädigung von pauschal Fr. 500.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen. Vorbehalten bleiben die nachfolgenden Dispositivziffern 4b und 4b.bb. 4. Der Gesuchstellerin wird die unentgeltliche Rechtspflege und Verbei- ständung gewährt. a) Die der Gesuchstellerin auferlegten Kosten des Berufungsverfah- rens von Fr. 1‘000.00 werden einstweilen auf die Kantonsgerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 Abs. 1 ZPO. b) Rechtsanwalt B.________ wird vollumfänglich aus der Kantonsge- richtskasse mit Fr. 1‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) entschädigt. aa) Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht (Art. 123 Abs. 1 ZPO) der Gesuchstellerin im Umfang von Fr. 500.00. bb) Mit der Zahlung der Parteientschädigung gemäss Dispositivziffer 3 durch die Kantonsgerichtskasse geht der Anspruch auf den Kanton über. 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsa-Kantonsgericht Schwyz 36 chen wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte (Art. 98 BGG) beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerde- schrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert übersteigt Fr. 30‘000.00. 6. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), den Gesuchsgegner (1/R), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vor- instanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 2. Zivilkammer Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Die Gerichtsschreiberin Versand 25. Oktober 2021 kau