200 16 1179 UV KOJ/LUB/LAB Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 6. Juli 2017 Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Fuhrer Gerichtsschreiber Lüthi A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerdeführerin gegen Suva Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern Beschwerdegegnerin betreffend Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2016 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1975 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) war über ihre Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungs- anstalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie sich gemäss Schadenmeldung am 2. Februar 2015 bei einem Autounfall eine Prellung der Halswirbelsäule (HWS) sowie der linken Schulter zuzog (Akten der Suva, Antwortbeilage [AB] 1). In der Folge gewährte die Suva im Zusammenhang mit diesem Ereignis zunächst die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld (AB 2 f., 18 f.) und tätigte verschiedene Abklärungen zum Gesundheitszustand sowie zum Unfallhergang. Mit Ver- fügung vom 9. März 2016 (AB 140) stellte die Suva die Versicherungsleis- tungen per 31. März 2016 mangels adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den noch geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 2. Febru- ar 2015 ein. Daran hielt sie auf Einsprache hin (AB 145) mit Einspra- cheentscheid vom 28. Oktober 2016 (AB 159) fest. B. Mit Eingabe vom 30. November 2016 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde. Sie beantragte, die Verfü- gung der Beschwerdegegnerin vom 9. März 2016 sowie der Einspra- cheentscheid vom 28. Oktober 2016 seien aufzuheben und die Angelegen- heit sei an die Beschwerdegegnerin zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Des Weiteren ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle- ge unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt; dieses Gesuch zog sie in der Folge mit Eingabe vom 10. Januar 2017 zurück. In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. Januar 2017 schloss die Beschwerde- gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 3 Mit Eingabe vom 16. Februar 2017 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht des Spitals C.________, vom 20. Januar 2017 zu den Akten. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2016 (AB 159), mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einstellung ihrer Versicherungsleistungen per 31. März 2016 bestätigt hat. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Versicherungsleistun- gen für die Folgen des Unfalles vom 2. Februar 2015 nach dem 31. März 2016 und in diesem Zusammenhang die Vollständigkeit der Sachverhalts- abklärung. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 4 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi- cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir- kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör- per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). 2.2Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja- hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 5 der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be- finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Steht aufgrund einer speziellen Adäquanzprüfung fest, dass ein allfällig bestehender natürlicher Kausalzu- sammenhang nicht adäquat und damit nicht rechtsgenüglich wäre, braucht die Frage, ob der natürliche Kausalzusammenhang tatsächlich besteht, nicht geprüft zu werden (BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472; SVR 2014 UV Nr. 25 S. 82 E. 4). 2.3Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa- che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die- ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 122 E. 5.2). 2.3.1Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die re- produzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Anga- ben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiese- nen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erho- benen Befunde mit apparativen, insbesondere bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251). 2.3.2Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge- hen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubezie- hen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleuder- traumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schä-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 6 del-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi- schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder- trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verlet- zung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwen- dung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Be- schwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule (HWS) manifestieren (SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzun- gen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verlet- zungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Be- schwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtniss- törungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Af- fektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber bereits unmittelbar nach dem Unfall ganz in den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind (vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massge- bend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriteri- en, d.h. ohne Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Be- schwerden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103). Die Grundsätze gemäss BGE 115 V 133 sind auch anwendbar, wenn die im Anschluss an den Unfall auftretenden psychischen Störungen nicht zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Traumas gehören. Erforderlichen- falls ist vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen Beeinträchtigungen um Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 7 blosse Symptome des erlittenen Traumas oder aber um eine selbstständi- ge (sekundäre) Gesundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung insbesondere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (SVR 2007 UV Nr. 8 S. 28 E. 2.2). 2.3.3Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass- gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwi- ckelnden Kräften (SVR 2013 UV Nr. 3 S. 8 E. 5.2) – eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183). Die erlittenen Ver- letzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, gestatten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2). Abhängig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. Diese werden unter Ausschluss psychischer Aspekte ge- prüft (BGE 140 V 356 E. 5.1 S. 359). Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem ge- wöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammen- hang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel (vgl. jedoch BGE 140 V 356 E. 5.3 S. 360) ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsscha- den zu verursachen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6a S. 139). Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusam- menhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, inva-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 8 lidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6b S. 140). Bei Unfällen aus dem mittleren Be- reich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter Er- werbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche un- mittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubezie- hen sind. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140): - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich- keit des Unfalles; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verlet- zungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; - ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; - körperliche Dauerschmerzen; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim- mert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; - Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allen- falls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittle- ren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Un- fall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch einem im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt nur dann im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die aktuelle Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfallbezoge- nen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber diese in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 548 S. 232 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 9 E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein (SVR 2012 UV Nr. 2 S. 7 E. 3.5). Handelt es sich um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Bejahung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 102 E. 4.5). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Krite- rien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (BGE 117 V 359 E. 6b S. 367, BGE 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 1997 U 272 S. 174 E. 4b). 2.4Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Recht- sprechung hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnah- men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu- standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 140 V 130 E. 2.2 S. 132, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes der ver- sicherten Person zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei ver- deutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Ge- wicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Die Frage einer zu erwartenden gesundheitlichen Verbesserung ist nur prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Fest- stellungen zu beurteilen (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2). 2.5Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie- sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 10 zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um- fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 3. 3.1Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass das Ereignis vom 2. Februar 2015 die kumulativen Anspruchsvoraussetzungen des Un- fallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.1 hiervor; AB 1, 13 S. 3) erfüllt. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versicherungsleis- tungen (vgl. AB 2 f., 18 f.) erbracht. Umstritten ist hingegen, ob die über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. März 2016 hinaus geklagten Beschwerden in einem anspruchsbegründenden Kausalzusammenhang mit dem besagten Unfall stehen. 3.2In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen: 3.2.1Am 24. Februar 2015 wurde eine MRI-Untersuchung der HWS durchgeführt. In der Beurteilung führte Dr. med. D.________, Facharzt für Radiologie aus, es bestehe weder eine signifikante Bandscheibenprotrusi- on oder ein Prolaps noch eine Neurokompression. Es liege eine reguläre Darstellung des Myelons vor. Der Spinalkanal sei ausreichend weit (AB 29). 3.2.2Der Hausarzt Dr. med. E.________, Facharzt für Innere Medizin, hielt im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 8. März 2015 (AB 30) fest, bei der Patientin seien sofort nach dem Unfall Nackenschmerzen und Schwindel, nicht aber Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Hör-, Seh- und Schlafstörungen auf- getreten (S. 2). Der MRI-Befund sei altersentsprechend. Es lägen ein kra- nio-zervikales Beschleunigungstrauma Grad I und differentialdiagnostisch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 11 eine Prellung der Schulter links vor. Die Patientin sei vom 2. Februar 2015 bis auf Weiteres arbeitsunfähig (S. 3). 3.2.3Im Bericht der Rehaklinik F.________ vom 17. April 2015 (AB 42) über das ambulante Assessment nannten med. prakt. G.________ und Dr. med. H.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitati- on, als Diagnosen einen Unfall vom 2. Februar 2015 (seitlicher PW- Frontalaufprall) mit HWS-Distorsion Quebec Task Force (QTF) II und eine Präadipositas. Aktuell bestünden eine erhebliche Symptomausweitung, Spannungskopfschmerzen, Bewegungs- und belastungsabhängige Na- ckenbeschwerden linksbetont, Schmerzen des Schultergürtels links > rechts, Schwindel (a.e. orthostatisch), eine allgemeine Dekonditionierung mit Müdigkeit, Schwäche und eingeschränkter Leistungsfähigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen mit Alpträumen und Flashbacks, eine eingeschränk- te Konzentration bzw. Gedächtnisleistung, eine Hypästhesie des Unterarms und der Hand links, ein Ohrgeräusch links > rechts und Sehstörungen (S. 1). Die Patientin habe eine reduzierte Leistungsbereitschaft gezeigt. Es werde die Fortführung der begonnenen ambulanten Physiotherapie mit deutlicher Betonung aktiver Therapie mit segmentalen Stabilisationsübun- gen empfohlen (S. 3). Ergänzend zur körperbezogenen Behandlung sei eine psychologisch-psychiatrische Beurteilung und Mitbehandlung sinnvoll. Unter der genannten Therapieempfehlung und im Hinblick auf den bisheri- gen Verlauf sowie die aktuellen Resultate spreche rein unfallkausal nichts gegen eine Initialisierung der Arbeitsfähigkeit (S. 4). 3.2.4Der Suva-Kreisarzt, Dr. med. I.________, Facharzt für Chirurgie, hielt in seiner Beurteilung vom 28. April 2015 (AB 43) fest, es hätten zu keinem Zeitpunkt unfallbedingte strukturelle Veränderungen objektiviert werden können. 3.2.5Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte im Bericht der Neurologie ... vom 1. Juni 2015 (AB 56) einen St. n. Unfaller- eignis vom 2. Februar 2015 mit/bei klinisch Zeichen eines HWS- Distorsionstraumas QTF II, klinisch paravertebralen Druckdolenzen, Mus- kelverspannungen und subjektiv Gefühllosigkeit der linken oberen Extre- mität, MRI vom 24. Februar 2015 (keine Myelopathie, keine relevante struk- turelle Läsion), Medianus SSEP vom 29. Mai 2015 (Normalbefund, kein Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 12 sensibles Afferenzdefizit), unterliegendes Karpaltunnelsyndrom ausge- schlossen (ENMB vom 29. Mai 2015) sowie einen möglichen reaktiven Be- schwerdekomplex mit Spannungskopfschmerzen und Müdigkeit mit/bei Einschlaf- und Durchschlafstörungen sowie möglicher reaktiver depressiver Situation (S. 1). Bezüglich der Hypästhesie der linken Körperseite könne ein morphologisches Korrelat ausgeschlossen werden. Insgesamt zeige sich einerseits das Bild einer klaren Klinik mit muskulären Verspannungen auf Höhe der HWS (S. 2) und andererseits die Konstellation einer Sym- ptomausweitung. In Wiederholung der zuvor genannten Diagnosen berich- tete Dr. med. J.________ am 19. Juni 2015, objektiv sei der Befund klar besser als vor drei Wochen. Die HWS-Beweglichkeit habe sich verbessert, die Muskelverspannungen und Druckdolenzen seien zwar weiterhin vor- handen aber nicht mehr geprägt von einer so deutlichen Abwehrspannung (AB 61 S. 2). Am 12. August 2015 führte er weiter aus, zwar bestünden noch die Residuen des stattgehabten Unfallereignisses mit Muskelver- spannungen auf der zervikalen Ebene, dazu fänden sich auch Zeichen der Symptomausweitung mit klarem Gegenhalten der passiven Beweglichkeit und Verbesserung der Beweglichkeit bei Ablenkung der Patientin. Insge- samt zeige sich rein objektiv entgegen der Wahrnehmung der Patientin eine Verbesserung der Gesamtsituation. Die Problematik des Beschleuni- gungstraumas sei am Ausheilen. Die Arbeitsfähigkeit könne aus Sicht des stattgehabten Schleudertraumas als zumindest teilweise gegeben betrach- tet werden. Ab 17. August 2015 sei die Arbeitsfähigkeit zu 50 % wiederge- geben (AB 66 S. 2). In einem weiteren Bericht der Neurologie ... vom 16. Oktober 2015 (AB 86) erwähnte Dr. med. J.________ zusammen mit Prof. Dr. med. K.________, Facharzt für Neurologie, der Erholungsprozess nach Distorsionstrauma der HWS sei absolut unbefriedigend. Die Patientin sei sehr passiv. Sie benötige eine psychologische Behandlung, eine sehr aktive Physiotherapie inkl. Stabilisierungsübungen und auch noch eine in- tensivere medikamentöse Behandlung (S. 2). 3.2.6Dr. med. L.________, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, dia- gnostizierte im Bericht vom 26. Juni 2015 (AB 62) einen normalen vesti- bulären Status, einen posttraumatischen Tinnitus links und eine leichtgradi- ge Tympanofibrose rechts. Bezüglich Schwindel fänden sich keine Hinwei- se auf eine zentrale oder periphere vestibuläre Funktionsstörung. Bezüglich Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 13 des Tinnitus handle es sich vermutlich um eine Unfallfolge ohne Objekti- vierbarkeit. Eine traumatische Hörschwelleneinschränkung liege nicht vor. Vermutlich bestünden auf der Gegenseite postentzündliche Veränderungen nach frühkindlichen Otitiden. Im Vordergrund stehe die Habituation bzw. die Therapie der Nackenbeschwerden. Am 11. September 2015 bestätigte er die von ihm bereits gestellten Diagnosen und berichtete, die Trommelfelle seien bds. unauffällig. Es dürfte sich nach wie vor um einen cervicogenen Tinnitus links handeln (AB 67). 3.2.7Im zuhanden des Motorfahrzeughaftpflichtversicherers, M.________ AG, erstatteten Aktengutachtens vom 10. November 2015 (AB 106 S. 2 ff.) führte Dr. med. N.________, Facharzt für Chirurgie, aus, initial seien links- seitige Armbeschwerden und eine Kraftlosigkeit der linken oberen Extre- mität beklagt worden, zusätzlich auch Nackenschmerzen. In der Folge sei- en ein Schwindel, Sehstörungen, Konzentrationsstörungen, Schlafstörun- gen, eine allgemeine Dekonditionierung sowie starke Bewegungsein- schränkungen angegeben worden (S. 12). Allen Beschwerden fehle ein organisch-strukturelles unfallbedingtes Korrelat. Die MRI-Abklärung der HWS vom 24. Februar 2015 habe absolut intakte Verhältnisse ergeben. Bei dieser Abklärung drei Wochen nach dem Ereignis seien weder Ergüsse in den Facettengelenken noch Bandrupturen dargestellt worden und es hätten sich auch keine Hinweise für einen paravertebralen Weichteilschaden er- geben. Damit sei bewiesen, dass die HWS selbst nicht strukturell geschä- digt worden sei. Werde davon ausgegangen, dass es eventuell zu mus- kulären Mikrozerrungen gekommen sei mit im MRI nicht mehr darstellbaren Ödemen und Mikrohämatomen, so resorbierten diese sich innerhalb weni- ger Wochen. Klinisch komme es zu einem kurzzeitigen Schmerzmaximum, dann mit der Resorption der eventuell möglichen kleinen Hämatome oder Ödeme zum Decrescendo der Beschwerden. Auszugehen sei bereits zum Zeitpunkt des ambulanten Assessments in der Rehaklinik F.________ und der Diagnose einer erheblichen Symptomausweitung von einer folgenlosen Ausheilung, da die gesamte Palette der Symptome nicht unfallbedingt habe begründet werden können (S. 13). 3.2.8Am 18. Januar 2016 diagnostizierte Dr. med. O.________, Fachärz- tin für Ophthalmologie, eine Anisometropie (> 2 dptr., bds.), eine Hyperopie Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 14 und einen Astigmatismus (linkes Auge), eine Amblyopie ex Anisometropie (linkes Auge) und eine Glaskörperdestruktion bds. Die Amblyopie am linken Auge sei schon vor dem Unfall bekannt gewesen, nur die Tiefe habe sich verändert (AB 114). 3.2.9Im Bericht der Rehaklinik P.________ vom 7. März 2016 (AB 139) über die Hospitalisation vom 11. bis 30. Januar 2016 nannte Dr. med. Q.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, als Diagnosen einen St. n. Autounfall vom 2. Februar 2015 mit/bei HWS- Distorsionstrauma QTF II, Kribbelparästhesien und Gefühllosigkeit der lin- ken oberen Extremität, posttraumatischer Tinnitus links, MRI der HWS vom 24. Februar 2015 (keine Myelopathie, keine relevante strukturelle Läsion), Medianus SSEP vom 29. Mai 2015 (Normalbefund, kein sensibles Affe- renzdefizit), Karpaltunnelsyndrom ausgeschlossen (ENMG vom 29. Mai 2015) sowie Einschlaf- und Durchschlafstörungen und den Verdacht auf eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt (S. 1). Trotz intensiven physiotherapeutischen und physikalischen Massnahmen habe keine Schmerzlinderung erreicht werden können. In allen Alltagsfunktionen und auch beim Gehen sei die Patientin schmerzbedingt verlangsamt gewe- sen (S. 2). Beim Austritt habe weiterhin eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 3). 3.2.10Dr. med. R.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht des Spitals C.________ vom 19. Juli 2016 (AB 155) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40; S. 1). Eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei weiter indi- ziert, um Motivation für eine Psychopharmakatherapie zu erreichen und soweit möglich um auch eine Schmerzbewältigungsstrategie zu bespre- chen. Die Patientin befinde sich seit dem 18. Februar 2016 bei ihnen in ambulanter integriert psychiatrischer Behandlung und sei seit dem Eintritt zu 100 % arbeitsunfähig (S. 2). Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der Ver- langsamung im Denken, dem Grübeln über den Autounfall, Ängste (ge- schlossene Räume), Insuffizienzgefühle, vermindertem Antrieb, sozialem Rückzug sowie Ein- und Durchschlafstörungen noch nicht vorhanden (S. 3). In einem weiteren Bericht des Spitals C.________ vom 30. Januar 2017 (Beschwerdebeilage [BB] 7), welchen die Beschwerdeführerin im Be-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 15 schwerdefahren beigebracht hat, führte Dr. med. R.________ zusammen- fassend aus, aufgrund des Autounfalls im Februar 2015 und der bestehen- den Schmerzproblematik, die auch zur Entwicklung von depressiver Sym- ptomatik geführt habe, sei eine ambulante Therapie mittelfristig nicht für eine Genesung ausreichend. 3.3Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag- gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei- nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.4Im hier angefochtenen Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2016 (AB 159) stützte sich die Beschwerdegegnerin massgeblich auf die Berich- te der MRI-Untersuchung vom 24. Februar 2015 (AB 29), des ambulanten Assessments vom 14. April 2015 in der Rehaklinik F.________ (AB 42), der kreisärztlichen Beurteilung vom 28. April 2015 (AB 43), der verschiede- nen Untersuchungen der Dres. med. J.________ und L.________ (AB 56, 61, 62, 66, 86) sowie auf das Aktengutachten von Dr. med. N.________ vom 10. November 2015 (AB 106 S. 2 ff.).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 16 Diesen Berichten kann übereinstimmend entnommen werden, dass den von der Beschwerdeführerin weiterhin geklagten Beschwerden kein orga- nisch objektiv ausgewiesenes Korrelat zu Grunde liegt. Sowohl das drei Wochen nach dem Unfall vom Hausarzt veranlasste MRI wie auch das am 6. Mai 2015 durchgeführte konventionelle Röntgen ergaben keine Hinweise auf traumatische Veränderungen bzw. ossäre Läsionen der HWS (AB 29, 47). Ebenso schloss der behandelnde Neurologe Dr. med. J.________ bezüglich der Hypästhesie der linken Körperseite ein morphologisches Kor- relat ausdrücklich aus (AB 56) und Dr. med. L.________ hielt hinsichtlich des Schwindels fest, dass keine Hinweise auf eine zentrale oder periphere vestibuläre Funktionsstörung vorlägen und es hinsichtlich des Tinnitus an der Objektivierbarkeit fehle (AB 62). Sodann finden sich auch in den übri- gen Akten keine Anhaltspunkte, wonach die von der Beschwerdeführerin anhaltend geklagten Beschwerden auf einem objektivierbaren organischen Substrat im Sinne einer bildgebenden oder allenfalls anderswie klar nach- weisbaren unfallbedingten strukturellen Veränderung beruhen würden. Somit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht an keinen organisch nachweisbaren (unfallkausalen) Beschwerden leidet. So- weit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass die Beschwerden seit dem Unfall anhalten, ist darauf hinzuweisen, dass gemäss der höchstrichterli- chen Rechtsprechung der Grundsatz „post hoc, ergo propter hoc“, nach dessen Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem aufgetreten ist, nicht massgebend ist (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 36 E. 4.2.3). Ob die weiterhin geklagten Beschwerden in einem natürlichen Kausalzu- sammenhang mit dem Unfall vom 2. Februar 2015 stehen, kann vorliegend offen bleiben, da eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin jedenfalls – wie nachfolgend dargelegt wird (vgl. E. 4 hiernach) – an der fehlenden Adäquanz des Kausalzusammenhangs scheitert (vgl. E. 2.2 und E. 2.3.2 f. hiervor; BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472; SVR 2014 UV Nr. 25 S. 82 E. 4). Im Übrigen enthalten der Austrittsbericht der Rehaklinik P.________ vom 7. März 2016 wie insbesondere auch der nachträglich eingereichte Bericht des Spitals C.________ vom 30. Januar 2017 (BB 7) keine weiterführen-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 17 den Angaben zur natürlichen Kausalität, sondern haben primär einen the- rapeutischen Ansatz. 3.5Da nach dem Gesagten den geltend gemachten Beschwerden ein organisches Substrat fehlt, hat eine besondere Prüfung der Adäquanz zu erfolgen (vgl. E. 2.3.2 hiervor). Dabei ist von Bedeutung, ob die versicherte Person ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleuder- trauma äquivalente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat (vgl. E. 2.3.2 hiervor). Ausgehend von der medizinischen Aktenlage ist mit der Beschwerdegeg- nerin festzustellen, dass bei der Beschwerdeführerin im Nachgang zum Unfall vom 2. Februar 2015 zwar eine HWS-Distorsion diagnostiziert wur- de, in der unmittelbaren Folge indessen keine Häufung der typischen Be- schwerden nach einer solchen Verletzung aufgetreten ist (AB 159 S. 6 und vgl. Beschwerdeantwort S. 4). Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. E.________ vermerkte im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 8. März 2015 (AB 30), dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfall sofort Nackenschmerzen und Schwindel angegeben habe. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Hör-, Seh- und Schlafstörungen verneinte sie dagegen. Zusätzlich hielt er fest, dass am Nacken bereits vor dem Unfall behandlungsbedürftige Beschwer- den bestanden hätten (AB 30 S. 2). Die Beschwerdeführerin stellt die Aus- führungen des Hausarztes nicht Abrede, bringt jedoch vor, die Symptome seien in den Untersuchungen der Rehaklinik P.________ nach dem Unfall festgestellt worden (vgl. Beschwerde S. 3 Art. 2). Letztlich kann sowohl die Frage, ob die Beschwerdeführerin am 2. Februar 2015 ein Schleudertrau- ma der HWS oder einen dem Schleudertrauma äquivalenten Mechanismus (Kopfanprall) erlitten hat, als auch die Frage, ob sich die für solche Vorgän- ge typischen Beschwerden innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden (gehäuft) manifestiert haben, offen bleiben. Denn selbst unter der Annah- me, dass eine entsprechende Verletzung vorliegt, ist die Adäquanz nach der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden zu prüfen, da die physischen Beschwerden im Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Zeitpunkt der Einstellung der Leis- tungen gesamthaft nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben bzw. sich Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 18 eine im Vordergrund stehende eigenständige psychische Problematik ent- wickelte (vgl. E. 2.3.2 hiervor). So wiesen med. prakt. G.________ und Dr. med. H.________ anlässlich des bereits weniger als drei Monate nach dem Ereignis durchgeführten ambulanten Assessments in der Rehaklinik F.________ auf eine erhebliche Symptomausweitung hin und erachteten deshalb eine psychologisch-psychiatrische Beurteilung und Mitbehandlung als sinnvoll (AB 42 S. 2, 4). Sodann wies auch Dr. med. J.________ im Rahmen der neurologischen Untersuchung vom 29. Mai 2015 auf die Kon- stellation einer Symptomaggravation hin und erachtete eine reaktive de- pressive Situation als möglich (AB 56 S. 3). Diese Einschätzungen bestätigte er in den späteren Verlaufsuntersuchungen (AB 61, 66) und am 16. Oktober 2015 hielten er und Prof. Dr. med. K.________ eine psycholo- gische Behandlung für notwendig (AB 86 S. 2). Im Januar 2016 wurde in der Rehaklinik P.________ der Verdacht auf eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt diagnostiziert und mit der Beschwerdefüh- rerin wurden klinisch-psychologische Gespräche geführt (AB 139). Der die Beschwerdeführerin seit Februar 2016 behandelnden Psychiater Dr. med. R.________ diagnostizierte eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und hielt fest, dass die Beschwerdeführerin in jeder Sitzung über Schmer- zen, die sie überall im Körper spüre und welche die ganze Zeit vorhanden seien und sich unerwartet verstärkten, berichte (AB 155 S. 1 f.). Da aus diesen Berichten klar hervorgeht, dass die psychische Problematik schon kurze Zeit nach dem Unfall in den Vordergrund getreten ist, erübrigt sich das Einholen von Stellungnahmen der behandelnden Psychiater. Unter diesen Umständen ist die Adäquanz nach den in BGE 115 V 133 für Unfäl- le mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätzen zu beurteilen (vgl. E. 2.3.2 hiervor). 3.6Zur Beurteilung, ob mit weiterer ärztlicher und therapeutischer Be- handlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwar- ten ist und der Zeitpunkt für einen Fallabschluss damit gegeben war (vgl. E. 2.4 hiervor), sind folglich einzig die somatischen Beschwerden massge- bend (vgl. BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116). Gestützt auf die medizinischen Akten steht fest, dass in somatischer Hin- sicht ein stabiler Zustand vorliegt und ab dem Zeitpunkt des Fallabschlus-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 19 ses per 31. März 2016 (AB 159 S.9) von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung in Bezug auf die somatischen Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte, ins Gewicht fallende Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war. Die bisherigen Behandlun- gen haben nicht zu einer anhaltenden Verbesserung der Symptomatik ge- führt (AB 61 S. 2, 66 S. 2, 86 S. 1, 139 S. 2). Dies bestätigen denn auch die behandelnden Ärzte der Rehaklinik P.________ in ihrem Bericht vom 7. März 2016, indem sie ausführen, dass trotz intensiven physiotherapeuti- schen und physikalischen Massnahmen keine Linderung der Beschwerden erreicht werden konnte (AB 139 S. 3). Da im hier massgebenden Zeitpunkt auch keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung am Lau- fen waren (AB 158), ist der Fallabschluss per Ende März 2016 mit gleich- zeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und Integritätsent- schädigung nicht zu beanstanden. 4. 4.1Bei der Prüfung der adäquaten Kausalität nach der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen Folgeschäden ist die Schwere des Unfalles ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (vgl. E. 2.3.3 hier- vor). Bezüglich der Unfallschwere geht die Beschwerdegegnerin hinsicht- lich des Ereignisses vom 2. Februar 2015, bei welchem ein entgegenkom- mender Personenwagen auf schneebedeckter Fahrbahn ins Rutschen ge- riet und den von der Beschwerdeführerin gelenkten Personenwagen auf der Fahrerseite seitlich-frontal streifte (AB 13 S. 3), höchstens von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen aus (AB 159 S. 8), was nicht zu beanstanden ist. Eine ärztliche Betreuung am Unfallort war nicht erforderlich. Da die Beschwerdeführerin seitlich-frontal und nicht etwa frontal kollidierte, waren die wirkenden Kräfte der Fahrzeuge entsprechend reduziert. Dies geht auch aus dem unfallanalytischen Gut- achten der S.________ vom 24. März 2015 (AB 50 S. 81 ff.) hervor. Darin wurde eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) zwi- schen 4 und 8 km/h errechnet, welche alsdann in der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 18. Mai 2015 bestätigt wurde (AB 54 S. 3).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 20 4.2Die Prüfung der einzelnen Adäquanzkriterien gemäss BGE 115 V 133 (vgl. E. 2.3.3 hiervor) ergibt das folgende Bild: 4.2.1Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person. Jedem mindestens mittelschweren Unfall ist eine gewisse Ein- drücklichkeit eigen, welche somit noch nicht für die Bejahung des Kriteri- ums ausreichen kann (BGE 140 V 356 E. 5.6.1 S. 366, 134 V 109 E. 10.2.1 S. 127; SVR 2016 UV Nr. 21 S. 69 E. 5.3.2). Beim Unfall vom 2. Februar 2015 waren weder besonders dramatische Begleitumstände gegeben noch war dieser besonders eindrücklich. Nach den Angaben im Polizeirapport konnten die Unfallbeteiligten ihre Fahrzeuge selbständig und unverletzt verlassen (AB 13 S. 3). Zudem waren sowohl das Fahrzeug der Beschwer- deführerin als auch das ihr nachfolgende Fahrzeug nach dem Unfall soweit fahrbar, dass diese nach der Unfallaufnahme durch die jeweiligen Lenker wieder behändigt werden konnten (AB 13 S. 11). Das erwähnte Kriterium ist damit nicht erfüllt. 4.2.2Von schweren oder besonders gearteten Verletzungen, welche er- fahrungsgemäss geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung auszulö- sen, kann angesichts der erlittenen Verletzungen (vgl. AB 30 S. 3 Ziff. 7) nicht gesprochen werden, zumal sich die Beschwerdeführerin keine Fraktu- ren zugezogen hat und nach dem Unfall auch nicht hospitalisiert werden musste. Insbesondere ist hier auch auf die bereits vor dem Unfall beste- henden und behandelten Nackenbeschwerden zu verweisen (AB 30 S. 2 Ziff. 5). 4.2.3Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Be- handlung setzt eine länger dauernde, kontinuierliche und zielgerichtete Behandlung somatisch begründbarer Beschwerden voraus (BGE 140 V 356 E. 5.6.2 S. 366). Über längere Zeit lagen hier nach dem Ereignis vom 2. Februar 2015 keine somatisch begründbaren Beschwerden vor, weshalb auch dieses Kriterium zu verneinen ist. 4.2.4Beim Kriterium körperliche Dauerschmerzen sind allein objektiv or- ganisch ausgewiesene Beschwerden relevant. Da die von der Beschwerde-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 21 führerin nach wie vor geltend gemachten Beschwerden diese Vorausset- zung nicht erfüllen, ist auch dieses Kriterium nicht gegeben. 4.2.5Ebenso wenig ist im Lichte der medizinischen Akten eine ärztliche Fehlbehandlung ausgewiesen, welche die Unfallfolgen erheblich ver- schlimmert hätte. 4.2.6Weiter ist auch das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen nicht erfüllt, denn aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikatio- nen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Umstände, welche die Heilung beeinträchtigt haben (BGE 140 V 356 E. 5.6.3 S. 367, 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 85 E. 8.5). Nicht dar- unter fallen etwa die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien wie auch die Tatsache, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeits- fähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (SVR 2010 UV Nr. 10 S. 42 E. 4.3). Damit sind die im Bericht der Rehaklinik P.________ vom 7. März 2016 angegebene Medikation wie auch das darin beschriebene multimodale Therapieprogramm (AB 139) unbeachtlich. 4.2.7Zwar wird im Unfallschein ab dem Unfallzeitpunkt durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (AB 148). Da aber die Arbeitsun- fähigkeit bereits nach kurzer Zeit ausschliesslich durch die organisch nicht objektivierbaren Beschwerden bedingt war, ist auch das Kriterium Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu verneinen. 4.3Zusammenfassend ist festzustellen, dass keines der Kriterien der Adäquanzprüfung erfüllt ist, womit zwischen dem Unfallereignis vom 2. Fe- bruar 2015 und den persistierenden Beschwerden kein adäquater Kausal- zusammenhang vorliegt. Der medizinische Sachverhalt erweist sich als rechtsgenüglich abgeklärt und von weiteren Abklärungen sind keine fallre- levanten Erkenntnisse mehr zu erwarten. Auf weitere Beweismassnahmen kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (antizipierte Be- weiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leis-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 22 tungen per 31. März 2016 eingestellt und den Anspruch der Beschwerde- führerin auf weitergehende Leistungen (Invalidenrente, Integritätsentschä- digung) verneint hat. 5. Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2016 (AB 159) rechtmässig. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 6. 6.1In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61 lit. a ATSG sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 6.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be- schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr- schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä- digung zugesprochen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, UV/16/1179, Seite 23 3. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin - Suva - Bundesamt für Gesundheit Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.