<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00516</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223560&amp;W10_KEY=13045538&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00516</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.10.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>gemeinnützige Arbeit</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gemeinnützige Arbeit. Die verurteilte Person muss gesundheitlich der Belastung der gemeinnützigen Arbeit gewachsen und in der Lage sein, Arbeitseinsätze zu leisten bzw. einer Arbeit oder Ausbildung nachzugehen. Sie muss erreichbar sein und sich als zuverlässig erweisen (E. 2.3). Soweit seine frühere Arbeitsunfähigkeit durch ärztliche Zeugnisse belegt ist, wird von den Vorinstanzen nicht infrage gestellt, dass der Beschwerdeführer in den entsprechenden Zeiträumen krankheitsbedingt nicht in der Lage war, gemeinnützige Arbeit im vereinbarten Umfang zu leisten. Diesen "entschuldigten" Absenzen stehen jedoch zahlreiche unentschuldigte Absenzen gegenüber, mithin solche, für welche der Beschwerdeführer (auch nachträglich) keine ärztliche Dispensation vorweisen konnte. Tatsächlich leistete der Beschwerdeführer damit aber die gemeinnützige Arbeit nicht entsprechend den vom Beschwerdegegner festgelegten Bedingungen und Auflagen. Wenn die Vorinstanzen angesichts des gezeigten Verhaltens zum Schluss kamen, der Beschwerdeführer erfülle die persönlichen Voraussetzungen der gemeinnützigen Arbeit nicht, ist dies nicht zu beanstanden. Einerseits mangelte es dem Beschwerdeführer an der notwendigen Verlässlichkeit, andererseits scheint er aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, die gemeinnützige Arbeit pflichtgemäss â jedenfalls aber im vereinbarten Umfang â zu leisten und insofern der Belastung standzuhalten (E. 3.3). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSFÃHIGKEIT">ARBEITSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINNÃTZIGE ARBEIT">GEMEINNÃTZIGE ARBEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESUNDHEIT">GESUNDHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 38 Abs. II JVV</span><br/><span class="gerade">§ 53 Abs. I JVV</span><br/><span class="ungerade">§ 57a Abs. I lit. b JVV</span><br/><span class="gerade">Art. 79a Abs. I lit. c StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 79a Abs. V StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 79a Abs. VI StGB</span><br/><span class="ungerade">§ 4 V-StGB-MStGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=63655" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00516</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der Einzelrichterin</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">9. Oktober 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">A, </p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrer, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Justizvollzug und Wiedereingliederung, </p> <p class="MsoNormal">Rechtsdienst der Amtsleitung, </p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegner,</b> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend gemeinnÃ¼tzige Arbeit,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A erwirkte in den Jahren 2021 und 2022 mehrere Strafentscheide. Die damit ausgesprochenen Strafen beliefen sich auf insgesamt 276 Tage Freiheitsstrafe bzw. gemeinnÃ¼tzige Arbeit, abzÃ¼glich 56 Tage bereits erstandenen Freiheitsentzugs.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 31. August 2022 bewilligte Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons ZÃ¼rich (nachfolgend: das JuWe) unter Genehmigung der Vollzugsvereinbarung vom 16. Juni 2022 das Gesuch von A, die Strafen in der besonderen Vollzugsform der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit zu verbÃ¼ssen. Zudem erteilte das JuWe A die Auflage, an einer risiko- und ressourcenorientierten Beratung (rrB) teilzunehmen und die Beratungstermine wahrzunehmen. In der Folge wurde mit dem Einsatzbetrieb B, fÃ¼r A zur Leistung von 264 Stunden gemeinnÃ¼tziger Arbeit ein wÃ¶chentliches Arbeitspensum von 14 Stunden vereinbart, zu leisten jeweils mittwochs und donnerstags den ganzen Tag. Der Arbeitsbeginn fiel auf den 5. Oktober 2022, Ende Februar 2023 sollte der Arbeitseinsatz abgeschlossen sein.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Nachdem das JuWe A wiederholt hatte zur vereinbarungsgemÃ¤ssen Arbeitsleistung ermahnen mÃ¼ssen, drohte es ihm am 10. MÃ¤rz 2023 den Abbruch der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit an. A nahm dazu am 24. MÃ¤rz 2023 Stellung. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 17. April 2023 ordnete das JuWe den Abbruch der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit an (Dispositivziffer I). Die bis dahin von A geleistete gemeinnÃ¼tzige Arbeit von 61 Stunden bzw. 15 Tagen rechnete es an die Freiheitsstrafen an (Dispositivziffer II). Sodann ordnete das JuWe an, die VerbÃ¼ssung der weiteren Freiheitsstrafen erfolge im Normalvollzug (Dispositivziffer III). Von den verbÃ¼ssten Tagen wÃ¼rden keine Tage an die Busse(n) bzw. Geldstrafe(n) angerechnet. Die Bussen und Geldstrafen wÃ¼rden vollstreckt und den zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden zum weiteren Inkasso zurÃ¼ckgegeben. Uneinbringliche Bussen/Geldstrafen wÃ¼rden als Ersatzfreiheitsstrafen im Normalvollzug vollzogen (Dispositivziffer IV). Zudem ordnete das JuWe den gleichzeitigen Vollzug hinzugekommener Strafen an (Dispositivziffer V).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Daraufhin ersuchte A die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich (fortan: Justizdirektion) mit Schreiben vom 18. Mai 2023, vom Abbruch der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit abzusehen. Da er dieses Schreiben nicht als Rekurs bezeichnet hatte, forderte ihn die Justizdirektion mit Schreiben vom 23. Mai 2023 zur ErklÃ¤rung auf, dass er keinen Rekurs erheben wolle, andernfalls ein kostenpflichtiges Rekursverfahren erÃ¶ffnet wÃ¼rde. A kam dieser Aufforderung nicht nach, weshalb die Justizdirektion das Schreiben vom 18. Mai 2023 als Rekurs gegen die VerfÃ¼gung des JuWe vom 17. April 2023 entgegennahm. Mit VerfÃ¼gung vom 24. Juli 2023 wies sie den Rekurs ab und auferlegte A die Verfahrenskosten.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A gelangte in der Folge mit Beschwerde vom 7. September 2023 an das Verwaltungsgericht und beantragte sinngemÃ¤ss die Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 24. Juli 2023. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 12. September 2023 zog das Verwaltungsgericht die Akten des JuWe und der Justizdirektion bei.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Einzelrichterin</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Nach § 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 und Abs. 2 VRG fÃ¤llt die Sache in die Kompetenz der Einzelrichterin, zumal kein Fall von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung gegeben ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Da sich die Beschwerde als offensichtlich unbegrÃ¼ndet erweist (hinten E. 3.3), konnte auf das Einholen von Vernehmlassungen verzichtet werden (§ 58 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b>Nach Art. 79a Abs. 1 lit. <span>c des Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) kann die VollzugsbehÃ¶rde auf Gesuch des Verurteilten hin fÃ¼r den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Busse gemeinnÃ¼tzige Arbeit anordnen, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Verurteilte flieht oder weitere Straftaten begeht. Dabei bestimmt die VollzugsbehÃ¶rde dem Verurteilten eine Frist von hÃ¶chstens zwei Jahren, innerhalb der er die gemeinnÃ¼tzige Arbeit zu leisten hat. Beim Vollzug einer Busse betrÃ¤gt die Frist hÃ¶chstens ein Jahr (Art. 79a Abs. 5 StGB).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Leistet der Betroffene die gemeinnÃ¼tzige Arbeit trotz Mahnung nicht entsprechend den von der VollzugsbehÃ¶rde festgelegten Bedingungen und Auflagen oder nicht innert Frist, wird die Freiheitsstrafe im Normalvollzug oder in der Form der Halbgefangenschaft vollzogen oder die Geldstrafe oder die Busse vollstreckt (Art. 79a Abs. 6 StGB).</span> GemÃ¤ss § 53 Abs. 1 der Justizvollzugsverordnung vom 6. Dezember 2006 (JVV, LS. 311.1) <span>wird die gemeinnÃ¼tzige Arbeit abgebrochen, wenn die Mahnung erfolglos bleibt.</span> Das JuWe bricht den Vollzug der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit auch dann ab, wenn die verurteilte Person die Voraussetzungen hierfÃ¼r nicht mehr erfÃ¼llt (§ 57a Abs. 1 lit. b JVV).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b>FÃ¼r Zulassung und Voraussetzungen, VollzugsmodalitÃ¤ten, Abbruch und Beendigung der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit gelten gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 JVV die Richtlinien der Ostschweizerischen Strafvollzugskommission fÃ¼r die besonderen Vollzugsformen (gemeinnÃ¼tzige Arbeit, elektronische Ãberwachung [electronic Monitoring, EM], Halbgefangenschaft). GemÃ¤ss diesen Richtlinien (Fassung vom 31. MÃ¤rz 2017) setzt die StrafverbÃ¼ssung in gemeinnÃ¼tziger Arbeit neben anderem die GewÃ¤hr voraus, dass die Rahmenbedingungen der VollzugsbehÃ¶rde und des Einsatzbetriebes eingehalten werden (Ziff. 1.3. A lit. f). Die verurteilte Person muss beispielsweise gesundheitlich der Belastung in der jeweiligen Vollzugsform gewachsen und insbesondere in der Lage sein, ArbeitseinsÃ¤tze zu leisten bzw. einer Arbeit oder Ausbildung nachzugehen. Sie muss erreichbar sein und sich als zuverlÃ¤ssig erweisen (Fn. 6 zu Ziff. 1.3. A lit. f). Grundvoraussetzung fÃ¼r den Vollzug in Form von gemeinnÃ¼tziger Arbeit ist die ArbeitsfÃ¤higkeit (BGr, 19. Dezember 2002, 1P.619/2002, E. 2.3.2).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b>GemÃ¤ss Art. 372 StGB und Art. 439 der Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO, SR 312.0) hat die VollzugsbehÃ¶rde eine rechtskrÃ¤ftig ausgefÃ¤llte Strafe zu vollziehen. Treffen Freiheitsstrafen im Vollzug zusammen, sind sie gemeinsam entsprechend ihrer Gesamtdauer nach den Art. 76â79 StGB zu vollziehen (Art. 4 der Verordnung zum Strafgesetzbuch und zum MilitÃ¤rstrafgesetz vom 19. September 2006 [V-StGB-MStG, SR. 311.01]).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Vorinstanz verwies in der VerfÃ¼gung vom 24. Juli 2023 zunÃ¤chst auf die aktengestÃ¼tzte Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdegegners in der VerfÃ¼gung vom 17. April 2023. Dies kann auch vorliegend getan werden (vgl. § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG). Zusammenfassend ist zu wiederholen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer zwar immer wieder gemeinnÃ¼tzige Arbeit leistete. Jedoch war er oftmals fÃ¼r den Beschwerdegegner nicht erreichbar und nahm er immer wieder die vereinbarten Termine fÃ¼r die gemeinnÃ¼tzige Arbeit â namentlich auch den Antrittstermin vom 5. Oktober 2022 â und die rrB zu spÃ¤t oder gÃ¤nzlich nicht wahr, wobei er sich hierfÃ¼r regelmÃ¤ssig gar nicht oder erst nachtrÃ¤glich beim Beschwerdegegner entschuldigen liess und was zur Folge hatte, dass Termine oft verschoben werden mussten. Wenn er sich (nachtrÃ¤glich) abmeldete, wobei er vom Beschwerdegegner auch darauf aufmerksam gemacht wurde, dass er dies im Voraus und (ebenso) beim Einsatzbetrieb B tun mÃ¼sse, so begrÃ¼ndete der BeschwerdefÃ¼hrer seine Absenzen mehrheitlich mit gesundheitlichen Problemen. Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer trotz mehrfacher Aufforderung des Beschwerdegegners bis zum 14. November 2022 kein Ã¤rztliches Zeugnis eingereicht hatte, wurde er am 14. November 2022 vom Beschwerdegegner schriftlich ermahnt und angewiesen, die Vereinbarungen und Vollzugsbedingungen einzuhalten und ein Ã¤rztliches Zeugnis einzureichen. Auch nach dieser Mahnung leistete der BeschwerdefÃ¼hrer wiederholt unentschuldigt keine gemeinnÃ¼tzige Arbeit und liess er einen rrB-Termin verstreichen, wobei er auch diese Absenzen, sofern er sich denn nachtrÃ¤glich meldete, im Wesentlichen mit gesundheitlichen Problemen begrÃ¼ndete. Am 21. November 2022 und 25. November 2022 reichte er beim Beschwerdegegner Ã¤rztliche Zeugnisse ein, die ihm ArbeitsunfÃ¤higkeiten vom 8. November 2022 bis 18. November 2022 und vom 19. November 2022 bis 27. November 2022 bescheinigten. In den Akten befindet sich sodann ein Ã¤rztliches Zeugnis vom 15. Dezember 2022, das dem BeschwerdefÃ¼hrer ArbeitsunfÃ¤higkeit vom 12. Dezember 2022 bis und mit 18. Dezember 2022 attestiert. Am 9. Januar 2023 (Eingangsdatum) liess der BeschwerdefÃ¼hrer dem Beschwerdegegner ein Ã¤rztliches Zeugnis fÃ¼r eine ArbeitsunfÃ¤higkeit vom 30. Dezember 2022 bis 4. Januar 2023 sowie eine ArztterminbestÃ¤tigung fÃ¼r den 5. Januar 2023 zukommen. Ab dem 27. Januar 2023 leistete der BeschwerdefÃ¼hrer aus gesundheitlichen GrÃ¼nden keine gemeinnÃ¼tzige Arbeit mehr; neue Ã¤rztliche Zeugnisse reichte er ebenfalls nicht mehr ein. Mit Schreiben vom 10. MÃ¤rz 2023 wies der Beschwerdegegner den BeschwerdefÃ¼hrer darauf hin, dass der Abbruch der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit geprÃ¼ft werde, und gewÃ¤hrte ihm das rechtliche GehÃ¶r. Mit Schreiben vom 24. MÃ¤rz 2023 fÃ¼hrte der BeschwerdefÃ¼hrer aus, sein Einsatz sei leider nicht erfolgreich gewesen. Aufgrund mehrerer Vorkommnisse in seinem privaten Umfeld und gesundheitlicher Beschwerden sei es ihm nicht immer mÃ¶glich gewesen, die vereinbarten ArbeitseinsÃ¤tze zu leisten. An seiner Motivation wÃ¼rde es indes nicht liegen, und zu einer Zusammenarbeit sei er grundsÃ¤tzlich weiterhin bereit. Dem Schreiben beigelegt war neben anderem ein Ã¤rztliches Zeugnis, das dem BeschwerdefÃ¼hrer ArbeitsunfÃ¤higkeit vom 2. Februar 2023 bis zum 17. Februar 2023 bescheinigte. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdegegner habe mit dem BeschwerdefÃ¼hrer am 16. Juni 2022 eine Vollzugsvereinbarung zur Leistung gemeinnÃ¼tziger Arbeit abgeschlossen. Mit VerfÃ¼gung vom 31. August 2022 habe der Beschwerdegegner diese Vereinbarung genehmigt und dem BeschwerdefÃ¼hrer den Strafvollzug in der Form der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit bewilligt. Dabei habe er dem BeschwerdefÃ¼hrer auch aufgetragen, an einer rrB teilzunehmen. Mit dem Einsatzbetrieb B sei fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer ein wÃ¶chentliches Arbeitspensum von 14 Stunden vereinbart worden, jeweils zu leisten am Mittwoch und am Donnerstag den ganzen Tag. Der Arbeitsbeginn sei auf den 5. Oktober 2022 festgesetzt worden. Bereits am ersten Arbeitstag sei der BeschwerdefÃ¼hrer allerdings zu spÃ¤t zum Einsatz erschienen. Auch danach habe er sich immer wieder von der Arbeit abgemeldet. Mehrfach sei er der Arbeit unentschuldigt ferngeblieben und habe er Ã¤rztliche Zeugnisse nicht oder verspÃ¤tet eingereicht. Der Beschwerdegegner habe den BeschwerdefÃ¼hrer zwar wiederholt mÃ¼ndlich und/oder schriftlich ermahnt. Dennoch habe der BeschwerdefÃ¼hrer die gemeinnÃ¼tzige Arbeit weiter unregelmÃ¤ssig geleistet; wiederholt sei er weder telefonisch noch schriftlich erreichbar gewesen. Beim Beschwerdegegner angesetzte GesprÃ¤chstermine betreffend die rrB habe er mehrfach unentschuldigt nicht wahrgenommen, und Ermahnungen des Beschwerdegegners seien erfolglos geblieben.</p> <p class="Erwgung2">Aufgrund dieses Vollzugsverlaufs habe der Beschwerdegegner nicht mehr davon ausgehen mÃ¼ssen und kÃ¶nnen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die gemeinnÃ¼tzige Arbeit innert angemessener Zeit beenden wÃ¼rde. So habe der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend rund sechs Monaten (Oktober 2022 bis MÃ¤rz 2023) lediglich 61 Stunden gemeinnÃ¼tzige Arbeit geleistet. Dies habe bei Weitem nicht dem vereinbarten Arbeitspensum von 56 Stunden monatlich bzw. 14 Stunden wÃ¶chentlich entsprochen. An dieser Beurteilung Ã¤nderten auch die Einwendungen des BeschwerdefÃ¼hrers nichts, mit welchen er einzelne VersÃ¤umnisse zu erklÃ¤ren versuche. Namentlich erscheine seine (nicht belegte) Behauptung, wonach er nun arbeitsfÃ¤hig und gesundheitlich nicht mehr angeschlagen sei, angesichts des bisherigen Vollzugsverlaufs kaum glaubhaft. Der Beschwerdegegner sei zu Recht zum Schluss gekommen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht Ã¼ber die fÃ¼r die Leistung der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit geforderte ZuverlÃ¤ssigkeit verfÃ¼ge, und habe daher den Vollzug abbrechen dÃ¼rfen. Damit seien die fÃ¼r diesen Fall vorgesehenen gesetzlichen Folgen eingetreten (Vollzug der Freiheitsstrafen, Inkasso/Vollstreckung der Bussen/Geldstrafen). Die Anordnung des gleichzeitigen Vollzugs der neu hinzugekommenen Strafen sei ebenfalls nicht zu beanstanden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer vermag diesen ErwÃ¤gungen, auf die in Anwendung von § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG verwiesen werden kann, nichts entgegenzusetzen. Soweit seine frÃ¼here ArbeitsunfÃ¤higkeit durch Ã¤rztliche Zeugnisse belegt ist, wird von den Vorinstanzen nicht infrage gestellt, dass er in den entsprechenden ZeitrÃ¤umen krankheitsbedingt nicht in der Lage war, gemeinnÃ¼tzige Arbeit im vereinbarten Umfang zu leisten. Diesen "entschuldigten" Absenzen stehen jedoch zahlreiche unentschuldigte Absenzen gegenÃ¼ber, mithin solche, fÃ¼r welche der BeschwerdefÃ¼hrer (auch nachtrÃ¤glich) keine Ã¤rztliche Dispensation vorweisen konnte. TatsÃ¤chlich leistete der BeschwerdefÃ¼hrer damit aber die gemeinnÃ¼tzige Arbeit nicht entsprechend den vom Beschwerdegegner festgelegten Bedingungen und Auflagen. </p> <p class="Erwgung2">Wenn die Vorinstanzen angesichts des gezeigten Verhaltens zum Schluss kamen, der BeschwerdefÃ¼hrer erfÃ¼lle die persÃ¶nlichen Voraussetzungen der gemeinnÃ¼tzigen Arbeit nicht, ist dies nicht zu beanstanden. Einerseits mangelte es dem BeschwerdefÃ¼hrer an der notwendigen VerlÃ¤sslichkeit, andererseits scheint er aus gesundheitlichen GrÃ¼nden nicht in der Lage, die gemeinnÃ¼tzige Arbeit pflichtgemÃ¤ss â jedenfalls aber im vereinbarten Umfang â zu leisten und insofern der Belastung standzuhalten. Wie schon erwÃ¤hnt, ist die ArbeitsfÃ¤higkeit jedoch eine der Grundvoraussetzung fÃ¼r die StrafverbÃ¼ssung in Form von gemeinnÃ¼tziger Arbeit (vorn E. 2.3; BGr, 17. MÃ¤rz 2008, 6B_341/2007, E. 6.3.3.3 [zum alten Recht]; Benjamin F. BrÃ¤gger, in: Ders. [Hrsg.], Das schweizerische Vollzugslexikon, 2. A., Basel 2022, S. 284). Am Eindruck, dass der BeschwerdefÃ¼hrer gesundheitlich nicht fÃ¤hig ist, Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit regelmÃ¤ssig bzw. konstant gemeinnÃ¼tzige Arbeit zu leisten, Ã¤ndert auch der Umstand nichts, dass er vom 17. Juli 2023 bis 17. August 2023 zur VerbÃ¼ssung einer Busse 16 Stunden gemeinnÃ¼tzige Arbeit leistete. Die von Oktober 2022 bis MÃ¤rz 2023 geleistete gemeinnÃ¼tzige Arbeit von 61 Stunden weist umgerechnet auf einen Monat einen Ã¤hnlichen Umfang aus. Auch die nun im Juli und August 2023 geleistete gemeinnÃ¼tzige Arbeit kommt aber nicht annÃ¤hernd dem vorliegend vereinbarten Arbeitspensum von 56 Stunden monatlich bzw. 14 Stunden wÃ¶chentlich gleich. Jedenfalls besteht deswegen kein Grund zur Annahme, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in der Lage wÃ¤re, die verbleibenden Stunden innert vernÃ¼nftiger Frist abzuarbeiten. Ebenso wenig vermag die jÃ¼ngst geleistete gemeinnÃ¼tzige Arbeit am Eindruck der mangelnden VerlÃ¤sslichkeit des BeschwerdefÃ¼hrers etwas zu Ã¤ndern, zumal der BestÃ¤tigung des Beschwerdegegners insofern nichts zu entnehmen ist. Ferner steht der Wille des BeschwerdefÃ¼hrers, die gemeinnÃ¼tzige Arbeit weiterzufÃ¼hren, einem Abbruch nicht entgegen, wenn â wie hier â die weiteren Voraussetzungen nicht (mehr) gegeben sind. </p> <p class="Erwgung2">Schliesslich erwog die Vorinstanz zu Recht, dass die weiteren Anordnungen des Beschwerdegegners (Dispositivziffern IIIâV der VerfÃ¼gung vom 17. April 2023) den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¤ussert sich hierzu nicht.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine UmtriebsentschÃ¤digung hat er nicht verlangt und stÃ¼nde ihm mangels Obsiegens auch nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Einzelrichterin</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'200.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'270.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p> <p class="Einzug2">5. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Justizdirektion.</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>