B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-385/2012 U r t e i l v o m 8 . M a i 2 0 1 2 Besetzung Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), Richter David Aschmann, Richter Stephan Breitenmoser, Gerichtsschreiber Michael Müller. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Schweizerischer Trägerverein für Berufs- und höhere Fachprüfungen in Human Resources, c/o KV Schweiz, Erstinstanz, Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT, Vorinstanz. Gegenstand Berufsprüfung für HR-Fachleute 2011, Nichteintretensent- scheid vom 9. Dezember 2011. B-385/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ (Beschwerdeführer) legte im September 2011 die Berufspr ü- fung für HR -Fachleute 2011 ab. Mit Verfügung vom 2. November 2011 teilte ihm der Schweizerische Trägerverein für Berufs - und höhere Fach- prüfungen in Human Resources (Erstinstanz) mit, dass er die Prüfung nicht bestanden habe. Gemäss Notenblatt erhielt er im Fach "Persona l- marketing, Entwicklung und berufliche Grundbildung" (schriftlich) die Note 4.5, im Fach "Personalmarketing und Entwicklung" (mündlich) die Note 4.0, im Fach "Honorierung und Sozialversicherung" (schriftlich) die Note 3.0, im Fach "Arbeitsrecht und Sozialpartnerschaft" (schriftlich) die Note 3.0, im Fach "Kommunikat ion und Führ ung" (mündlich) die Note 4.0 s o- wie im Fach "Personalberatung" (schriftlich) die Note 4.0 und erzielte s o- mit die ungenügende Gesamtnote 3.8. B. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 25. November 2011 Beschwerde beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT, Vorinstanz). Er machte im Wesentlichen geltend, seine Prüfung s- leistung im Fach "Personalmarketing, Entwicklung und berufliche Grun d- bildung" sei in mehrfacher Hinsicht unterbewertet worden. Er beantragte, in diesem Fach seien ihm insgesamt zusätzliche 2½ Punkte zu erteilen, womit er ein Punktetotal von 73 Punkten und die Fachnote 5.0 erreichen würde. C. Mit Entscheid vom 9. Dezember 2011 kam die Vorinstanz zum Ergebnis, dass auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. Sie b egründete diesen Entscheid im Wesentlichen damit, dass der Beschwerdeführer weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht ein schutzwürdiges Interesse an der beantragten Anhebung der Note im Fach Personalmarketing, En t- wicklung und berufliche Grundbildung haben könne. Selbst wenn die N o- te antragsgemäss angehoben würde, würde er die Prüfung als Ganzes nicht bestehen. Neu würde er damit eine Notensumme von 23 und d a- durch eine weiterhin ungenügende Gesamtnote von 3.8 erzielen. Ferner verwies die Vorinstan z darauf, dass sowohl die Rechtsprechung von Bundes- und Bundesverwaltungsgericht als auch die Lehre übereinsti m- mend davon ausgingen, dass grundsätzlich nur das Prüfungsergebnis als Streitgegenstand aufzufassen sei. Einzelne Fachnoten könnten au s- nahmsweise selbständig angefochten werden, wenn die Neubewertung B-385/2012 Seite 3 und Anhebung einer Fachnote dazu führe, dass das betreffende Fach bei einer Wiederholung der Prüfung nicht mehr abgelegt werden müsse. D. Gegen den Beschwerdeentscheid der Vorinstanz vom 9. Dezember 2011 legte der Besc hwerdeführer am 20. Januar 2012 beim Bundesverwa l- tungsgericht Beschwerde ein. Er beantragt, der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und L etztere sei anzuweisen, auf seine Beschwerde ein- zutreten und in der Sache zu entscheiden, unter Kost en- und Entschädi- gungsfolge. Zur Begründung führt er aus, bei Gewährung der beantragten Punkte erhielte er im fraglichen Fach "Personalmarketing, Entwicklung und berufliche Grundbildung" statt einer 4.5 die Note 5, was zwar nicht für das Bestehen der Prüfu ng reichen, für ihn aber im Hinblick auf die Wi e- derholung der ungenügenden Prüfungen einen wesentlichen Unterschied machen würde: So könnte er sich in diesem Falle in den beiden zu wi e- derholenden Fächern "Honorierung und Sozialversicherung" sowie "A r- beitsrecht und Sozialpartnerschaften" zwei ungenügende Noten von 3.5 oder eine genügende Note von 4 und eine ungenügende Note von 3.0 er- lauben, um die Prüfung insgesamt zu bestehen. Würde demgegenüber die Note im fraglichen Fach nicht angepasst, bedeute dies, da ss er in e i- nem der zu wiederholenden Fächer zwingend eine 4.0 erlangen müsse und sich im anderen Fach keine schlechtere Note als 3.5 erlauben dürfe. Damit zeitige die im fraglichen Fach erzielte Note unmittelbare Rechtswir- kungen auf die Beurteilung , ob er die Berufsprüfung nach der Wiederh o- lung bestanden habe oder nicht. Sie diene nämlich für die Berechnung der Gesamtnote und habe im Wiederholungsfall dieselbe Wirkung wie e i- ne Erfahrungsnote. Indem die Vorinstanz diese Rechtsfolgen der Note im Fach "Personalmarketing, Entwicklung und berufliche Grundbildung" ausblende und sich auf die Prüfung beschränke, ob der Beschwerdefü h- rer bei einer Anhebung der Note die Prüfung bestehen würde, handle sie geradezu willkürlich. Mit ihrem Vorgehen, so führt der Beschwerde führer weiter aus, verletze die Vorinstanz überdies das Gleichbehandlungsg e- bot. Hätte er nämlich in der Berufsprüfung vom September 2011 in den Fächern "Honorierung und Sozialversicherung" und "Arbeitsrecht und So- zialpartnerschaften" anstelle der beiden No ten 3.0 jeweils mit 3.5 abge- schlossen, wäre die Vorinstanz auf die Beschwerde eingetreten, denn das Anheben der fraglichen Note auf 5.0 hätte das Bestehen der Prüfung bedeutet. Falls er anlässlich der Wiederholung d ieser beiden Fächer bei- spielsweise jeweils die Note 3.5 erzielen würde, könnte jedoch die Note der im letzten Jahr abgeschlossenen Teilprüfung "Personalmarketing, B-385/2012 Seite 4 Entwicklung und berufliche Grundbildung" nicht mehr angefochten we r- den, weil die Rechtsmittelfrist abgelaufen wäre. E. In ihrer Vernehmlassung vom 20. Februar 2012 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. Zur Begründung führt sie aus, der Beschwerdeführer habe an der beantragten Anhebung der Note im Fach "Personalmarketing, Entwicklung und beruflich e Grundbil- dung" von 4.5 auf 5.0 kein schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 48 Abs. 1 lit. c des Verwaltungsverfahrensgesetzes (zit. in E. 1). Die bea n- tragte Notenanhebung würde, was vom Beschwerdeführer nicht bestritten werde, weder etwas an der ungenügenden Gesamtnote noch am Umfang der zu wiederholenden Fächer ändern, weshalb ein rechtliches Interesse daran ausgeschlossen sei. Der vom Beschwerdeführer dargetane Vorteil, durch eine bessere Note im fraglichen Fach bei einer allfälligen Wiede r- holung der ungenüg enden Fächer jeweils eine weniger hohe Note erre i- chen zu müssen, um insgesamt zu bestehen, stelle auch kein tatsächl i- ches Interesse dar. Weiter führt die Vorinstanz aus, die Rüge des B e- schwerdeführers, wonach sie willkürlich gehandelt habe, indem sie sich bei ihrem Entscheid auf die Prüfung beschränkt habe, ob er bei einer A n- hebung der Note im fraglichen Fach die Prüfung bestanden hätte, sei u n- begründet. Auch eine Verletzung der Begründungspflicht liege nicht vor, habe die getroffene Begründung es doch dem Beschwerdeführer ermög- licht, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Schliesslich sei – entge- gen der entsprechenden Rüge des Beschwerdeführers – auch keine Ver- letzung des verfassungsmässig verankerten Gleichbehandlungsgebotes ersichtlich. Die Rechtsgleichhe it sei nach der höchstrichterlichen Rech t- sprechung verletzt, wenn zwei gleiche tatsächliche Situationen unte r- schiedlich behandelt würden. Das entsprechende Vorbringen des B e- schwerdeführers sei hingegen rein hypothetisch und spekulativ, weshalb nicht näher darauf einzugehen sei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gestützt auf Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen i.S.v. Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Die B eschwerde ist ge mäss Art. 33 Bst. d VGG zulässig gegen Verfügungen der den Departementen unterstellten Dienststellen der Bundesverwaltung. Der angefochtene B-385/2012 Seite 5 Nichteintretensentscheid ist eine Verfügung i.S.v. Art. 5 Abs. 1 VwVG und das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie ( BBT) ist eine Vorin- stanz des Bundesverwaltungsgerichts i.S.v. Art. 33 Bst. d VGG. Das Bun- desverwaltungsgericht ist mithin für die Behandlung der vorliegenden Be- schwerde zuständig. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men und ist durch den angefochtenen Nichteintretensentscheid b e- schwert. Er hat zudem ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufh e- bung oder Änderung, weshalb er zur Beschwerd e legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Eingabefrist und -form sind gewahrt (Art. 50 und 52 VwVG), der Koste n- vorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 VwVG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 46 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneing e- schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung respekt i- ve das angefochtene Urteil auf Rechtsv erletzungen – einschliesslich un- richtiger oder unvollständ iger Feststellung des rechtserheblichen Sac h- verhalts und Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). Hinsichtlich der Bewertung von Prüfungsleistungen auferlegt sich das Bundesverwaltungsgericht ebenso wie das Bundesgericht, der Bundesrat sowie bereits die früheren Rekurs - und Schiedskommissionen des Bu n- des bei der Bewertung von Prüfungsleistungen eine gewisse Zurückha l- tung und weicht bei Fragen, die seitens der Verwaltungsjustizbehörden schwer zu überprüfen sind, nicht ohne Not von der Beurteilung der erstin- stanzlichen Prüfungsorgane und Examinatoren ab (vgl. BVGE 2008/14 E. 3.1; BVGE 2007/6 E. 3; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEU- BÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht , Basel 2008, S. 75 f. Rz. 2.158). Hingegen hat die Rechtsmittelbehörde bei Rügen über Verfahrensmängel im Prüfungsablauf oder über die Auslegung und Anwendung von Recht s- normen die erhobenen Einwendungen mit umfassender Kognition zu pr ü- fen, wobei all jene Einwände auf Verfahrensf ragen Bezug nehmen, die den äusseren Ablauf der Prüfung oder das Vorgehen bei der Bewertung B-385/2012 Seite 6 betreffen ( vgl. BGE 106 Ia 1 E. 3c; BVGE 2008/14 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). 3. Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Besch werde vom 20. Januar 2012, der Nicht eintretensentscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und Letztere sei anzuweisen, auf seine Beschwerde einzutreten und in der Sache zu entscheiden. Nachfolgend streitig und zu prüfen ist daher, ob die Vorinstanz zu Unrecht nicht auf die bei ihr eingereichte B eschwerde gegen die Verfügung des Schweizerischen Trägervereins für Berufs- und höhere Fachprüfungen in Human Resources vom 2. November 2011 ein- getreten ist, indem sie davon ausging, dass es dem Beschwerdeführer an einem schutzwürdigen Interesse an der Änderung bzw. der Aufhebung der angefochtenen Verfügung i.S.v. Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG mangle. 3.1. Im Beschwerdeverfahren vor der Vorin stanz hatte der Beschwerd e- führer die Überprüfung einer einzelnen Fachnote der Berufsprüfung für HR-Fachleute 2011, nämlich derjenigen im Fach "Personalmarketing, Entwicklung und berufliche Grundbildung" (schriftlich) beantragt. Gemäss Verfügung der Erstinstanz vom 2. November 2011 erzielte der Beschwer- deführer in diesem Fach die Note 4.5. I n seiner Beschwerde vom 25. No- vember 2011 rügte er, seine Prüfungsleistung in diesem Fach sei in mehr- facher Hinsicht unterbewertet worden. Er beantragte, es seien ihm insge- samt zusätzliche 2½ Punkte zu erteilen, womit er ein Punktetotal von 73 Punkten und die Fachnote 5.0 erreichen würde. 3.2. Das Bundesgericht geht davon aus, dass im Rahmen der subsidiären Verfassungsbeschwerde ein Rechtsschutzinteresse an der Anfechtung einzelner Noten einer Gesamtprüfung nur aus nahmsweise dann besteht, wenn aufgrund derselben das Ni chtbestehen, eine andere Fol ge - wie insbesondere der Ausschluss von der Weiterbildung - oder ein Prädikat, für welches die Prüfungsordnung vorgibt, wie es zu bestimmen ist, in Frage steht (vgl. BGE 136 I 229 E. 2.6). Für die Anfechtung vor der Vorinstanz und vor dem Bundesverwaltun gs- gericht genügt – anders als bei der subsidiären Verfassungsbeschwerde vor Bundesgericht – bereits ein tatsächliches Interesse (Art. 48 VwVG ; vgl. auch ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 20 10, Rz. 1171 ff). Das heisst, dass die tatsächliche oder rechtliche Situation der Partei durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden können muss. Die Partei B-385/2012 Seite 7 muss durch die zu erlassende Verfügung im Falle eines für sie negativen Entscheides persönl ich und unmittelbar einen Nachteil e rleiden (vgl. BGE 123 II 376 E. 2). Die Geltendmachung bloss mittelbarer bzw. au s- schliesslich allgemeiner Interessen legitimiert hingegen nicht zur B e- schwerdeführung. Vielmehr muss das schutzwürdige Interesse in einem praktischen Nutzen, wie bspw. der Abwendung eines ideellen oder mat e- riellen Nachteils, bestehen (vgl. BGE 125 I 7 E. 3c). Das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass kein schutzwürdiges Inte- resse an der Aufhebung einer Einzelnote bestehe, wenn damit nicht e in- mal ein tatsächliches Interesse, sondern nur die "reine Hoffnung" verbun- den sei, durch eine höhere Benotung dieser Prüfung in den anderen zu wiederholenden Prüfungen eine weniger hohe Note erreichen zu müssen, um insgesamt zu bestehen; die Höhe der Noten müsse vielmehr an Rechtsfolgen geknüpft sein (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A- 100/2011 vom 24. Mai 2011, E. 3.1 sowie B-4878/2008 vom 10. Sep- tember 2008, E. 2.3). 3.3. Die Modalitäten der Berufsprüfung für HR -Fachleute sind in ihren Grundzügen in der "Prüfungsordnung über die Berufsprüfung für HR - Fachmann und HR -Fachfrau" (Prüfungsordnung) festgelegt . Nach deren Ziff 7.1 ist die Prüfung bestanden, wenn die Gesamtnote mindestens 4.0 beträgt (Bst. a) und h öchstens zwei Noten unter 4.0 liegen (Bst. b). Wer die Prüfung nicht bestanden hat, kann sie zweimal wiederholen (Ziff. 7.31), wobei sich die Wiederholungsprüfungen nur auf diejenigen Prüfungsteile beziehen, in denen nicht mindestens die Note 4 erzielt wu r- de (Ziff. 7.3.2). 3.4. Zur Begründung seiner Beschwerde bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, bei Gewährung der im Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz beantragten Punkte erhielte er im fraglichen Fach "Persona l- marketing, Entwicklung und berufliche Grundbildung" statt einer 4.5 die Note 5, was zwar nicht für das Bestehen der Prüfung reichen, für ihn aber im Hinblick auf die Wiederholung der ungenügenden Prüfungen einen wesentlichen Unterschied machen würde, indem er sich zwei ungen ü- gende Noten von 3.5 oder eine genügende Note von 4 und eine ungen ü- gende Note von 3.0 erlauben könnte, um die Prüfung insgesamt zu b e- stehen. Würde demgegenüber die Note im fraglichen Fach nicht ang e- passt, bedeute dies, dass er in einem der zu wiederholenden Fächer zwingend eine 4.0 erlangen müsse und sich im anderen Fach keine schlechtere Note als 3.5 erlauben dürfe. Somit zeitige die im fraglichen B-385/2012 Seite 8 Fach erzielte Note unmittelbare Rechtswirkungen auf die Beurteilung, ob er die Berufsprüfung nach der Wiederholung bestanden hab e oder nicht. Sie diene nämlich der Berechnung der Gesamtnote und habe im Wiede r- holungsfall dieselbe Wirkung wie eine Erfahrungsnote. 3.5. Im Lichte der vorerwähnten Rechtsprechung ist festzustellen, dass der Beschwerde führer an einer allfälligen Anhebung der N ote im Fach "Personalmarketing, Entwicklung und berufliche Grundbildung" von 4.5 auf 5.0 weder ein rechtliches noch ein tatsächliches Interesse haben kann: Auch wenn die fragliche Note antragsgemäss angehoben wür de, würde er die Berufsprüfung für HR -Fachleute als Ganzes unbestrittene r- massen nicht best anden haben . Dadurch ist ein rechtliches Interesse ausgeschlossen. Auch ein tatsächliches Interesse vermag der Beschwer- deführer nicht darzutun: Da er auch im Falle der beantragten Anhebung der Note im Fach "Personalmarketing, Entwicklung und berufliche Grund- bildung" die Prüfung insgesamt nicht bestehen würde und daher die be i- den Prüfungsteile, in denen er ungenügende Noten erzielt hat, wiederh o- len müsste, würde ihm aus der Anhebung kein Vorteil , wie bspw. ein g e- ringerer Lernaufwand, erwachsen. Die vom Beschwerdeführer dargelegte blosse Hoff nung, aufgrund d er beantragten Notenanhebung in den zu wiederholenden Teilprüfungen weniger erfolgreich sein zu müssen, stellt kein tatsächliches Interesse dar, welches zur Bejahung der Beschwerde- legitimation führen kann. Welche Noten er dabei erreichen wird, lässt sich allenfalls durch den von ihm betriebenen Lernaufwand steuern, bleibt letztlich aber spekulativ. 3.6. Der Beschwerdeführer rügt sodann , die Vorinstanz habe geradezu willkürlich gehandelt, indem sie die Rechtsfolgen der Note im Fach "Pe r- sonalmarketing, Entwicklung und berufliche Grundbildung" aus geblendet und sich auf die Prüfung der Frage beschränkt habe, ob er bei einer An- hebung der Note die Prüfung bestehen würde. Zwar hat sich die Vorinstanz in ihrem Beschwerdeentscheid nicht explizit damit auseinandergesetzt , dass die beantragte Notenerhöhung Auswi r- kungen auf die in den beiden zu wiederholenden Teilprüfungen für g e- samthaftes Bestehen der Berufsprüfung zu erzielend en Noten haben könnte. Wie sie indessen in ihrer Vernehmlassung zutreffend ausführt, und wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, ändert dies nichts an der Tatsache, dass kein schützenswertes Interesse des B e- schwerdeführers an einer Aufhebung oder Änderung des Entscheids der Erstinstanz ersichtlich ist. B-385/2012 Seite 9 3.7. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des Gleic h- behandlungsgebotes durch die Vorinstanz. Hätte er nämlich in der B e- rufsprüfung vom September 2011 anstelle der beiden Noten 3.0 mit d en Noten 3.5 abgeschlossen, wäre die Vorinstanz auf die Beschwerde einge- treten, da das Anheben der fraglichen Note auf 5.0 das Bestehen der Prü- fung bedeuten würde. Falls er jedoch anlässlich der Wiederholung der beiden ungenügenden Fächer beispielsweise je weils die Note 3.5 erzi e- len würde, könnte die Note der im letzten Jahr abgeschlossenen Teilpr ü- fung "Personalmarketing, Entwicklung und berufliche Grundbildung" nicht mehr angefochten werden, weil die Rechtsmittelfrist abgelaufen wäre. I n- dem die Vorinstanz unter Hinweis auf das fehlende schutzwürdige Int e- resse auf seine Beschwerde nicht ein getreten sei, werde er somit zu Un- recht gegenüber einem Kandidaten ungleich behandelt, der beispielswe i- se die Noten 4.5/4.0/3.5/3.5/4.0 und 4.0 erlange. Bei der Berechnung des Durchschnitts seien indessen im Lichte der Prüfungsordnung alle Kand i- daten gleich zu behandeln, und es dürfe keinem Kandidaten ein Nachteil daraus entstehen, dass er einen Teil der Prüfungen ein Jahr früher abg e- legt habe. Nach ständig er Rechtsprechun g ist die verfassungsmässig garantierte Rechtsgleichheit dann verletzt, wenn zwei gleiche tatsächliche Situati o- nen ohne sachlichen Grund unterschiedlich behandelt werden ( vgl. BGE 135 II E. 2.4). Der Beschwerdeführer vermag, wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung korrekt darlegt, in seinen Ausführungen keine Ve r- letzung des Rechtsgleichheitsprinzips darzutun . In seinem diesbezügl i- chen Vorbringen stellt er zwei fiktive Situationen gegenüber: Zum Einen, dass er bzw. ein Vergleichskandidat in den Fächern "Honorierung und Sozialversicherung" und "Arbeitsrecht und Sozialpartnerschaft" bei im Üb- rigen gleichem Prüfungsergebnis je weils die Note 3.5 erzielt hätte , zum anderen, dass er in diesen Fächer n anlässlich einer allfälligen Prüfung s- wiederholung je die Note 3.5 erreichen würde. Da sein Vorbringen somit rein hypothetisch ist, ist es hier unbeachtlich. 3.8. Aufgrund des Vorstehenden muss nicht weiter auf die von der Vorin- stanz im Beschwerdeentscheid vom 9. Dezember 2011 und in ihrer Ve r- nehmlassung gemachten Ausführungen zur Frage, ob bzw. unter welchen Bedingungen Einzelnoten ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellen, eingegangen werden. Selbst unter der Annahme, dass einzelne Noten ausnahmsweise dann einen selbständigen Streitgegenstand bilden kö n- nen, wenn an sie aufgrund ihrer Höhe direkte Rechtsfolgen geknüpft sind, B-385/2012 Seite 10 hätte der Beschwerdeführer unter den konkreten Umständen kein schutzwürdiges Interesse an der beantragten Notenanhebung. 3.9. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Vorinstanz mit Entscheid vom 9. Dezember 2011 zu Recht mangels schutzwürdigen In- teresses des Beschwerdeführers nicht auf dessen an sie gerichtete B e- schwerde vom 2. November 2011 eingetreten ist. Die Beschwerde ist da- her abzuweisen. 4. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Verfa h- renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskosten we r- den gemäss Art. 63 Abs. 4 bis VwVG i.V.m. Art. 1 und 3 Bst. a des Regl e- ments vom 21. Februar 2008 über die Kost en und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf Fr. 800.– fest- gesetzt. Sie werden mit dem vom Beschwerdeführer am 27. Januar 2012 geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet. Eine Parte i- entschädigung wird bei diesem Verfahrensausgang nicht ausgerichtet. 5. Gemäss Art. 83 Bst. t des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) kann dieses Urteil nicht mit B e- schwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Schweizer i- sche Bundesgericht weitergezogen werden. Der vorliegende Entscheid ist demnach endgültig. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800. – werden dem Beschwerdeführer au f- erlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800 .– verrechnet. B-385/2012 Seite 11 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beschwerdebeilagen zurück); – die Erstinstanz (Einschreiben); – die Vorinstanz ([…]; Einschreiben; Vorakten zurück). Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Philippe Weissenberger Michael Müller Versand: 15. Mai 2012