B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5112/2013 U r t e i l v o m 4. M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richter Jean-Daniel Dubey, Richterin Ruth Beutler, Gerichtsschreiber Daniel Grimm. Parteien A._______, vertreten durch lic.iur. Maritta Schneider-Mako, Rechtsanwältin, Peyer Partner Rechtsanwälte, Löwenstrasse 17, Postfach 2217, 8021 Zürich, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Einreiseverbot. C-5112/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der aus den Vereinigten Staaten von Amerika stammende Beschwerd e- führer (geb. […]), ein seit Jahren im Investment Banking -Bereich tätiger Geschäftsmann, wurde am 31. Oktober am Flughafen Zür ich-Kloten bei der Ausreise in seine Heimat via London einer Kontrolle unterzogen. D a- bei stellte sich aufgrund der Ein - und Ausreisestempel in seinem Reis e- pass heraus, dass er die zulässige Aufenthaltsdauer im Schengenraum um mehr als 30 Tage überschritten hatte. Gegenüber der Flughafenpolizei erklärte der Beschwerdeführer gleichen- tags, der Meinung gewesen zu sein, in jedem (europäischen bzw. schen- gener) Land jeweils drei Monate verweilen zu dürfen. Dies hätten ihm auch seine Geschäftspartner so gesagt. Er sei in ganz Europa herumg e- reist und am 23. Oktober 2012 in die Schweiz zurückgekehrt. Er bedaure, einen Fehler gemacht zu haben, es handle sich indes um ein Missve r- ständnis. Im Anschluss an die Einvernahme wurde ihm mit Blick auf die Prüfung einer Fernhaltemassnahme das rechtliche Gehör gewährt, wobei er seine vorgängigen Äusserungen sinngemäss wiederholte. Im A n- schluss daran hat er sich in die Vereinigten Staaten zurückbegeben. B. Mit Verfügung vom 8. November 2012 verhängte die Vorinstanz gege n- über dem Beschwerdeführer ein knapp zweijähriges, bis zum 30. Oktober 2014 befristetes Einreiseverbot und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Unter Bezugnahme auf Art. 67 des Auslä n- dergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) begründete sie die Massnahme damit, dass sich der Betroffene mehr als 30 Tage über den bewilligungsfreien Aufenthalt hinaus illegal im Schengenraum au f- gehalten habe. Damit liege gemäss ständiger Praxis ein ernstzunehme n- der Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit u nd Ordnung vor. Die im Rahmen des rechtlichen Gehörs gemachten Angaben vermöchten keinen anderen Entscheid zu rechtfertigen. Ausserdem wurde der Beschwerd e- führer im Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben. Das Einreiseverbot konnte dem Beschwerdeführer bzw. dessen Recht s- vertreterin erst am 2. September 2013 eröffnet werden. In der Zwischenzeit hatte ihn das Statthalteramt Bülach mit Strafbefehl vom 22. November 2012 wegen widerrechtlichen Verweilens im Sche n-C-5112/2013 Seite 3 genland Schweiz nach Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthalts von 90 Tagen zu einer Busse von Fr. 350.- verurteilt. C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 12. September 2013 an das Bundesverwa l- tungsgericht beantragt der Beschwerdeführer die Aufhebung der ang e- fochtenen Verfügung und den Verzicht auf den Erlass eines Einreiseve r- bots. Hierzu lässt er im Wesentlichen vorbringen , wegen Abklärungen im Zusammenhang mit einer Geschäftsgründung am 5. März 2012 in die Schweiz eingereist zu sein und das Land nach 60 Tagen wieder verlassen zu haben. Zusätzliche Abklärungen hätten vom 9. Juli 2012 bis 30. Se p- tember 2012 einen weiteren Aufenthalt hierzulande erforderlich gemacht. Nach einem dreiwöchigen Abstecher nach Ibiza und ein paar Tagen in Zü- rich wegen einer Rückflugverzögerung (Hurrikan "Sandy") habe er bea b- sichtigt, am 31. Oktober 2012 über London nach Miami zurückzukehren. Hierbei sei festgestellt worden, dass er die zulässige Aufenthaltsdauer überschritten habe. Dessen sei er sich zu jenem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen. Betreffend Ei nreise- und Aufenthaltsbestimmungen für US - Bürger in der Schweiz habe er sich bei zahlreichen Kollegen und G e- schäftspartnern erkundigt. Er habe immer wieder verschiedene Antworten bekommen und sei schliesslich zur Überzeugung gelangt, zwar nicht län- ger als 90 Tage am Stück in der Schweiz verweilen zu dürfen, dass aber ein Aufenthalt von einigen Tagen ausser Landes eine neue 90-tägige Frist auslöse. Ausserdem sei er sich nicht bewusst gewesen, das s Ibiza zum Schengenraum gehöre und diese drei Wochen dort mitgezählt würden. Die ihm mit Strafbefehl vom 22. November 2012 auferlegte Busse habe er jedoch sofort bezahlt. Er habe sich in einem Rechtsirrtum befunden und aus seiner Unachtsamkeit die Lehren gezogen. Es bestehe somit keine Gefahr eine r zukünftigen Störu ng der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Das Einreiseverbot erweise sich wegen der Geringfügigkeit des Delikts und der erheblichen Beeinträchtigungen seiner Geschäftstätigkeit (Aufbau eines Lizenzunternehmens in der Schweiz, Verunmöglichung der Geschäftstätigkeit im übrigen Europa) überdies als unverhältnismässig. D. In ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2013 spricht sich die Vori n- stanz für die Abweisung der Beschwerde aus und führt ergänzend aus, dass die Beschwerdeschrift klare Hinweise enthalte, die auf die Ausübung einer bewilligungspflichtigen Erwerbstätigkeit in der Zeit vom 11. August 2012 bis 30. September 2012 hindeuteten. Auf die Prüfung der Verlänge- rung des Einreiseverbots um ein Jahr werde aber verzichtet. Für die al l-C-5112/2013 Seite 4 fällige Geschäftsgründung in der Schweiz könne die Einreise auf entspre- chendes Gesuch hin mittels Suspension bewilligt werden. E. Replikweise hält die Parteivertreterin am 13. Dezember 2013 am eing e- reichten Rechtsmittel fest, wobei sie bestreitet, dass ihr Mandant hierzu- lande einer bewilligungspflichtigen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei. F. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erw ä- gungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. J uni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgeset- zes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Au s- nahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu gehört auch das BFM, das mit der A n- ordnung eines Einreiseverbotes eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts a n- deres bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsbetroffener legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf di e frist - und formgerecht eingereichte B e- schwerde ist somit einzutreten (Art. 49 ff. VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Streit- sache endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des C-5112/2013 Seite 5 Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerd e- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1 sowie 2011/1 E. 2). 3. 3.1 Das BFM verfügt Einreiseverbote gegenüber weggewiesenen Au s- länderinnen und Ausländern, wenn die Wegweisung nach Art. 64d Abs. 2 Bst. a – c AuG sofort vollstreckt wird (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG) oder die betroffene Person der Ausreiseverpflichtung nicht innert Frist nachg e- kommen ist (Art. 67 Abs. 1 Bst. b AuG). Es kann sodann nach Art. 67 Abs. 2 AuG Einreiseverbote gegenüber ausländischen Personen verfü- gen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben o der diese gefährden ( Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG), Sozialhilfekosten verursacht haben ( Art. 67 Abs. 2 Bst. b AuG) oder in Vorbereitungs-, Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft ge- nommen werden mussten (Art. 67 Abs. 2 Bst. c AuG). Das Einreiseverbot wird für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verhängt. Es kann für eine längere Dauer angeordnet werden, wenn die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung da r- stellt ( Art. 67 Abs. 3 AuG). Aus humanitären oder anderen w ichtigen Gründen kann die zuständige Behörde von der Verhängung eines Einre i- severbots absehen oder ein Einreiseverbot vollständ ig oder vorüberg e- hend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AuG). 3.2 Das Einreiseverbot ist eine Massnahme zur Abwendung einer künft i- gen Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [nachfolgend: Botschaft], BBl 2002 3709, hier 3813). Die öffentliche S i- cherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG bildet den Oberbegriff für die Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter; sie umfasst u.a. die Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung und der Recht s- güter Einzelner (vgl. Botschaft, a.a.O., 3809). In diesem Sinne liegt nach Art. 80 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zula s- sung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) ein Verstoss C-5112/2013 Seite 6 gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung u.a. vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen missachte t werden. Wider- handlungen gegen das Ausländerrecht fallen unter diese Begriffsbesti m- mung und können ein Einreiseverbot nach sich ziehen (siehe Botschaft, a.a.O., S. 3813). Die Verhängung eines Einreiseverbots knüpft an das Bestehen eines Risikos einer künftigen Gefährdung a n. Gestützt auf die Umstände des Einzelfalls ist eine Prognose zu stellen. Ausgangspunkt ist dabei naturgemäss in erster Linie das vergangene Verhalten der betroffe- nen Person (vgl. Urteil des BVGer C-820/2009 vom 9. März 2011 E. 5.2 mit Hinweisen). 3.3 Nach Massgabe der Art. 21 und Art. 24 der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten G e- neration (SIS II), Abl. L 381 vom 28. Dezember 2006, S. 4-23 (nachfo l- gend SIS-II-VO) – die per 9. April 2013 die in den hier relevanten Punkten gleichlautenden Art. 94 und Art. 96 des Schengener Durchführungsübe r- einkommens (SDÜ), Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19-62 abge- löst haben (vgl. den Beschluss des Rates 2013/ 158/EU vom 7. März 2013, Abl. L 87 vom 27. März 2013, S. 10-11 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 SIS-II- VO) – wird ein Einreiseverbot gegen Drittstaatsangehörige im Sinne von Art. 3 Bst. d SIS -II-VO nach der Bedeutung des Falles im SIS ausg e- schrieben. Die Ausschreibung bewirkt grundsätzlich, dass der Person die Einreise in das Hoheitsgebiet aller Schengen -Mitgliedstaaten verboten ist (vgl. Art. 5 Abs 1 Bst. d und Art. 13 Abs. 1 Schengener Grenzkodex [SGK], Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1-32). Die Mitgliedstaaten kö n- nen einer solchen Person aus humanitären Gründung oder Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen die Einreise in das eigene Hoheitsgebiet gestatten bzw. ihr ein Schengen - Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit auss tellen (vgl. Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK sowie Art. 25 Abs. 1 Bst. a [ii] Visakodex, Abl. L 243 vom 15. September 2009). 4. 4.1 Die Vorinstanz stützt das Einreiseverbot, wenn auch nicht explizit, auf Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG. Der Beschwerdeführer habe sich mehr als 30 Tage über den bewilligungsfreien Aufenthalt hinaus illegal im Schenge n- raum aufgehalten. Damit liege gemäss ständiger Praxis ein ernstzune h- mender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung vor. C-5112/2013 Seite 7 4.2 Ausländische Personen, die in der Schweiz keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, bedürfen für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen inne r- halb eines Zeitraums von sechs Monaten nach der Einreise keiner Bewi l- ligung und sie sind auch nicht verpflichtet, sich anzumelden (vgl. Art. 10 Aug und Art. 9 Abs. 1 VZAE). Die Einreisevoraussetzungen nach Art. 5 AuG müssen während der gesamten Zeit des bewilligungsfreien Aufen t- halts erfüllt sein (Art. 9 Abs. 2 VZAE). An die Höchstaufenthaltsdauer von 90 Tagen anzurechnen ist hierbei nicht nur der Aufenthalt in der Schweiz sondern auch derjenige in anderen Staaten des Schengenraumes. Dies ergibt sich aus dem Vorrang des Schengenrechts (Art. 2 Abs. 4 AuG) und der Tatsache, dass sich im Anwendungsbereich des Schengenrechts v i- sumspflichtbefreite Drittausländer höchstens 90 Tage innerhalb einer Frist von 180 Tagen – vom Datum der ersten Einreise an gerechnet – im Ho- heitsgebiet der Schengenstaaten frei bewegen dürfen, sofern die Einre i- sevoraussetzungen erfüllt sind. 4.3 Der Beschwerdeführer reiste gemäss den Einträgen in seinem Reis e- pass am 5. März 2012 in die Schweiz ein, am 30. April 2012 verliess er den Schengenraum über Amsterdam wieder in Richtung Heimat. Am 9. Juli 2012 kehrte er in die Schweiz zurück, wo er sich in der Folge bis zum 30. September 2012 ununterbrochen aufhielt. Danach weilte er bis zum 23. Oktober 2012 auf Ibiza, bevor er sich nach einem rund einwöch i- gen Zwischenstopp in Zürich am 31. Oktober 2012 über London in die Vereinigten Staaten zurückbegeben wollte. Die Rückreise war seinen ei- genen Angaben zufolge eigentlich für den 25. Oktober 2012 vorgesehen gewesen, sie soll sich wegen des Hurrikans "Sandy" aber um ein paar Tage verzögert haben. Der Beschwerdeführer hat damit die für einen b e- willigungsfreien Aufenthalt zulässige Dauer von 90 Tagen um rund 80 Ta- ge – nämlich vom 11. August 2012 bis 31. Oktober 2012 – überschritten. Seine Anwesenheit war in der fraglichen Zeitspanne mithin rechtswidrig im Sinne von Art. 115 Abs. 1 Bst. b AuG. Dafür wurde er auch strafrech t- lich be langt. Der Strafbefehl des Statthalteramtes Bü lach vom 22. No- vember 2012 blieb laut Beschwerdeschrift vom 12. September 2013 u n- angefochten. 4.4 Die Rechtsvertreterin bestreitet diesen Sachverhalt nicht, macht j e- doch geltend, ihr Mandant habe sich in einem Irrtum be funden, d.h. die Rechtsordnung nicht bewusst, sondern au s Unachtsamkeit verletzt. D a- bei verkennt sie, dass es für die Verhängung eines Einreiseverbots ke i- nes vorsätzlichen Verstosses gegen ausländerrechtliche Bestimmungen bedarf. Es genügt, wenn der auslän dischen Person eine Sorgfaltspflich t-C-5112/2013 Seite 8 verletzung zugerechnet werden kann, was hier unzweifelhaft zutrifft. Un- kenntnis oder Fehlinterpretation der Einreise - und Aufenthaltsvorschriften stellen normalerweise keinen hinreichenden Grund für ein Absehen von einer Fernhaltemassnahme dar. Jeder Ausländerin und jedem Ausländer obliegt, sich über bestehende Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit ausländerrechtlichen Vorschriften ins Bild zu setzen und sich im Falle von Unklarheiten bei der zuständigen Stelle zu info rmieren (vgl. etwa U r- teile des BVGer C -949/2012 vom 5. Juli 2013 E. 4.3 oder C -5737/2012 vom 21. Mai 2013 E. 4.4, je mit Hinweis). Aufgrund dessen steht ausser Frage, dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat. 4.5 Mit Blick auf die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe vom 12. September 2013 vermutet die Vorinstanz in der Vernehmlassung so- dann, dass der Beschwerdeführer während seiner Anwesenheit hierz u- lande zeitweilig einer bewilligungspflichtigen Erwerbstätigkeit nachgegan- gen sei. Von der Parteivertreterin wird besagte Vermutung in der Replik mit Nachdruck bestritten. Weil der Sachverhalt in dieser Hinsicht nicht in rechtsgenüglicher Weise erstellt ist (die Umschreibungen in obgenannter Beschwerdeschrift sind zu vage; ausserdem pflegte der Betroffene in die- sem Zusammenhang immerhin persönliche Kontakte zum Amt für Wir t- schaft des Kantons Schwyz) und das BFM ausdrücklich davon absah, die Verlängerung des Einreiseverbots um ein J ahr zu prüfen, erübrigen sich hierzu weitere Ausführungen. 4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten , dass der Beschwerdeführer mit der nicht unerheblichen Überschreitung des bewilligungsfreien Aufen t- halts einen hinreichenden Grund für die Verhängung einer Fernhalt e- massnahme gesetzt hat. 5. 5.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme in richtiger Ausübung des E r- messens ergangen und angemessen ist. Der Grundsatz der Verhältni s- mässigkeit steht dabei im Vordergrund. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung vorzune hmen zwischen dem öffentlichen Int e- resse an der Massnahme einerseits und den von der Massnahme beei n- trächtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. Die Stellung der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die persönlichen Verhältnisse des Ve r- fügungsbelasteten bilden dabei den Ausgangspunkt der Überlegungen C-5112/2013 Seite 9 (vgl. statt vieler ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allg e- meines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St.Gallen 2010, Rz. 613 ff.). 5.2 An der Einhaltung der ausländerrechtlichen Ordnung im Allgemeinen und der Vorschriften über Einreise, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit im Besonderen besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse. Das Einreis e- verbot wirkt hier einerseits präventiv, ind em es andere Ausländerinnen und Ausländer angesichts der nachteiligen Folgen dazu anhält, sich an die ausländerrechtliche Rechtsordnung des Gastlandes zu halten (zur Zu- lässigkeit der Berücksichtigung generalpräventiver Aspekte in Ko nstellati- onen, in denen wie hier kein sogenannter Vertragsausländer betroffen ist, vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5 mit Hinweisen). Andererseits ist eine spezialpräventive Zielsetzung der Mass- nahme darin zu sehen, dass sie die Betroffenen ermah nt, inskünftig den für sie geltenden Regeln nachzuleben. Eine konstante und konsequente Praxis der Verwaltungsbehörden ist unabdingbar, wenn es darum geht, der ausländerrechtlichen Ordnung Nachachtung zu verschaf fen (siehe etwa Urteil des BVGer C -2792/2012 vom 21. Januar 2013 E. 7.2 mit Hin- weis). 5.3 Das Fehlverhalten des Beschwerdeführers wiegt objektiv nicht leicht, beinhaltet es doch wie eben erwähnt die Missachtung ausländerrechtl i- cher Normen, denen im Interesse einer funktionierenden Rechtsordnung eine zen trale Bedeutung zukommt. Aber auch was die subjektive Seite anbelangt, ist sein Verhalten keineswegs zu bagatellisieren. So hielt er sich nach Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthalts selbst in Berücksic h- tigung der wegen eines Hurrikans unerwartet um sech s Tage verzögerten Ausreise immer noch während rund 74 Tagen rechtswidrig im Schengen- raum auf. Mit Blick auf die geltend gemachten Rechtfertigungsgründe wä- re zu ergänzen, dass der Beschwerdeführer einräumt, von Kollegen und Geschäftspartnern unterschiedliche Auskünfte zu den Einreise - und Auf- enthaltsbestimmungen für US -Bürger in der Schweiz erhalten zu haben, was für ein wenn nicht bewusstes so doch grobfahrlässiges Vorgehen spricht; dies umso mehr, als er in seiner Eigenschaft als im Finanzsektor tätiger Geschäftsmann des Öfteren in Europa weilt. Die damit verbund e- ne Reise- und Geschäftstätigkeit setzt nicht nur eine Auseinandersetzung mit den Modalitäten zur Gründung einer Gesellschaft voraus (wie dies laut Beschwerdeschrift in concreto geplant ist) , sonde rn ebenso Kenn t- nisse über die Regelungen betreffend Aufenthalt und Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit nach Schengen - bzw. schweizerischem C-5112/2013 Seite 10 Recht. Es besteht somit ein öffentliches Interesse an der befristeten Fernhaltung des Beschwerdeführers. 5.4 Als privates Interesse bringt d ie Parteivertreterin wie angetönt die ge- schäftliche Tätigkeit ihres Mandanten vor. Dieser beabsichtige, hierzulan- de eine Firma zu gründen, um als einziger Lizenznehmer für die "X._______ Inc." deren Bautechnologie vertreiben zu können. Angesichts der als schwerwiegend zu taxierenden Pflichtverletzung (siehe E. 5.3 hiervor) sowie der heutigen Kommunikationsmittel vermögen solche U m- stände die dargelegten öffentlichen Interessen nicht aufzuwiegen. Abge- sehen davon ist die Fernhaltem assnahme nicht als absolutes Einreis e- verbot ausgestaltet. Sie stellt vielmehr ein Einreiseverbot mit Bewill i- gungsvorbehalt dar. Dem Beschwerdeführer steht somit die Möglichkeit offen, aus wichtigen Gründen – beispielsweise für allfällige Vertragsa b- schlüsse oder eine Geschäftsgründung – die zeitweilige Suspension der angeordneten Fernhaltemassnahme zu beantragen (Art. 67 Abs. 5; siehe auch die Hinweise in der Vernehmlassung ). Die Suspension wird aber praxisgemäss nur für eine kurze und klar begrenzte Zeit ge währt (vgl. BVGE 2013/4 E. 7.4.3 mit Hinweis ). Dass es mit der Gewährung der Suspension für ein (anscheinend kurzfristig angesetztes) Meeting in der Schweiz vom 19. September 2013 bis 30. September 2013 in einem ein- zelnen Fall nicht geklappt haben soll (das Gesuch wurde der Replik z u- folge am 12. September 2013, also sieben Tage vor Beginn besagten Treffens eingereicht; Kenntnis vom Termin hatte der Betroffene laut B e- schwerdebeilage aber schon am 5. September 2013), ändert daran nichts. Den zusätzlichen Aufwand, welcher damit verbunden ist, hat der Beschwerdeführer für die verbleibenden Monate hinzunehmen und die Beeinträchtigung s einer beruflichen Aktivitäten hält sich bei umsichtiger Planung in einem zumutbaren und vertretbaren Rahmen. 5.5 Eine wertende Gewich tung der sich entgegenstehenden Interessen führt demnach zum Ergebnis, dass das Einreiseverbot sowohl vom Grundsatz her als auch in Bezug auf seine Dauer eine verhältnismässige und angemessene Massnahme zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt. Das zweijährige Einreiseverbot entspricht im Übr i- gen der ständigen Praxis in vergleichbaren Fällen (vgl. statt vieler die Ur- teile des BVGer C-5737/2012 vom 21. Mai 2013 , C -1279/2012 vom 18. September 2012 und C-1712/2011 vom 12. September 2012). 6. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung ferner die Ausschre i-C-5112/2013 Seite 11 bung des Einreiseverbots im SIS angeordnet. Der Beschwerdeführer ist nicht Bürger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union. Aufgrund der Ausschreibung im SIS ist es ih m untersagt, den Schengen -Raum zu b e- treten. Der darin liegende Eingriff wird durch die Bedeutung des Falles gerechtfertigt (vgl. Art. 21 i.V.m. Art. 24 Abs. 2 SIS -II-VO). Zum Einen ist aufgrund des Verhaltens des Betroffenen von einer nicht unbeachtlichen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit un d Ordnung auszugehen (siehe E. 5.2 und 5.3 weiter oben), zum A ndern hat die Schweiz die Interessen der Gesamtheit aller Schengen -Staaten zu wahren (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.1). Wie erwähnt, bleibt es den Schengen-Staaten unbenommen, der ausgeschriebenen Person bei Vorliegen besonderer Gründe die Einreise ins eigene Hoheitsgebiet zu gestatten (vgl. auch Art. 67 Abs. 5 AuG). Die Voraussetzungen für die Ausschreibung im SIS sind demnach erfüllt. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 8. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem B e- schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320]). Dispositiv Seite 12 C-5112/2013 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie sind durch den am 22. Oktober 2013 in gleicher Höhe geleiste- ten Kostenvorschuss gedeckt. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] ) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Antonio Imoberdorf Daniel Grimm Versand: