A bteilung IV D -243/2007 law /bah {T 0/2} U rteil vom 23. M ai 2007 M itw irkung:R ichter W alter Lang, H ans Schürch, Vito Valenti G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren (...), Sri Lanka, w ohnhaft (...), Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 11. D ezem ber 2006 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein ethnischer Tam ile m it letztem W ohnsitz in A._______ (N ordprovinz), verliess sein H eim atland eigenen Angaben gem äss am 4. N ovem - ber 2006 und gelangte von Italien her kom m end am 6. N ovem ber 2006 in die Schw eiz, w o er am folgenden Tag um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Em pfangs- zentrenbefragung, die am 14. N ovem ber 2006 in Kreuzlingen stattfand, sagte er aus, er habe sich vom 1990 bis im Februar 2003 als Flüchtling in Indien aufgehal- ten. Er sei nach Sri Lanka zurückgekehrt, da er die H offnung gehabt habe, die Lage bleibe aufgrund des Friedensabkom m ens ruhig. Bis im August 2006 habe er zusam m en m it seinem Vater in der Landw irtschaft gearbeitet, danach habe er sich bis zur Ausreise in C olom bo aufgehalten. Auf einem landw irtschaftlichen G elände habe er einen Brunnen gehabt, in dem die LTTE (Liberation Tigers of Tam il Eelam ) früher W affen versteckt habe. D ie srilankische Arm ee habe im Juni 2004 diese W affen entdeckt. Er sei der Zusam m enarbeit m it der LTTE verdächtigt und desw e- gen ins C am p der Arm ee in A._______ m itgenom m en und befragt w orden. Er habe gesagt, er habe nichts von den W affen gew usst, w as m an ihm nicht geglaubt habe. M an habe ihn geschlagen, w obei er einen Zahn verloren habe. N ach 20 Tagen sei er freigelassen w orden. Er sei im m er w ieder m itgenom m en - auf N achfrage erklärte er, sieben M al -, geschlagen und verhört w orden, w eshalb er seine H eim at verlassen habe. Letztm als sei er im April 2006 w ährend einer W oche festgehalten w orden; m an habe ihn aufgefordert, er solle die C am ps der LTTE zeigen. M an habe ihn nach H ause geschickt und ihm gesagt, er m üsse am folgenden Tag w ieder kom m en. Er sei nicht zurückgekehrt und habe sich einen M onat lang bei einem O nkel in A._______ versteckt. D a er in dieser Zeit nicht gesucht w orden sei, sei er nach H ause zurückgekehrt. D as Bundesam t hörte den Beschw erdeführer am 6. D ezem ber 2006 zu den Asyl- gründen an. D abei m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, im Juni 2004 seien in einem Brunnen, der sich auf seinem Land befinde, vier G ew eh- re gefunden w orden. D ie Arm ee habe ihn deshalb m itgenom m en und 20 Tage lang festgehalten. Er sei auch später noch m ehrm als festgenom m en w orden; m an habe jew eils von ihm w issen w ollen, w o die LTTE ihre C am ps habe. Letztm als habe m an ihn am 8. Juni 2006 festgenom m en; m an habe von ihm erfahren w ollen, w o- hin die LTTE-Käm pfer gerannt seien. M an habe zudem von ihm w issen w ollen, w o sich die LTTE-C am ps befänden und w o diese W affen versteckt habe. Schliesslich sei er geschlagen und aufgefordert w orden, zuzugeben, dass er der LTTE angehö- re. Am siebten Tag habe er derart gezittert, dass er nicht m ehr habe sprechen können. M an habe ihm gesagt, er könne gehen. B. M it Verfügung vom 11. D ezem ber 2006 stellte das BFM fest, der Beschw erdefüh- rer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuche ab. G leich- zeitig verfügte es die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnete deren Vollzug an. C . M it Eingabe vom 10. Januar 2007 beantragte der Beschw erdeführer, die Verfü- gung des BFM sei aufzuheben, die aufschiebende W irkung sei w iederherzustellen, es sei festzustellen, dass die vorsorgliche W egw eisung in einen D rittstaat unzuläs-3 sig, unzum utbar und unm öglich sei, die Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gew ähren, es sei festzustellen, dass der Vollzug der W egw ei- sung nicht durchführbar sei und es sei die vollum fängliche unentgeltliche R echts- pflege zu gew ähren sow ie auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzich- ten. Zur Einreichung von Bew eism itteln aus dem Ausland sei ihm Frist anzusetzen. D er Eingabe lagen m ehrere Internet-Berichte und ein Ausschnitt aus der "Virake- sari Illustrated W eekly" bei. Am 7. Februar 2007 (Poststem pel) reichte der Beschw erdeführer eine Bestätigung seiner Fürsorgeabhängigkeit vom 18. D ezem ber 2006 zu den Akten. D . M it Zw ischenverfügung vom 8. Februar 2007 teilte der zuständige Instruktionsrich- ter des Bundesverw altungsgerichts dem Beschw erdeführer m it, er könne das Ver- fahren in der Schw eiz abw arten. Ferner verzichtete er auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses und verfügte, dass über das G esuch um G ew ährung der unent- geltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG ; SR 172.021) zu einem späteren Zeitpunkt befunden w erde. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltli- chen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 2 Vw VG w ies er ab. Schliesslich forderte er den Beschw erdeführer auf, die in Aussicht gestellten Bew eism ittel innert 30 Ta- gen ab Erhalt der Verfügung nachzureichen, verbunden m it dem H inw eis, andern- falls w erde aufgrund der Akten entschieden. E. D er Beschw erdeführer teilte dem Bundesverw altungsgericht am 5. M ärz 2007 m it, es sei ihm nicht gelungen, m it seinen in Sri Lanka lebenden Verw andten in Kontakt zu treten, sodass er keine Bew eism ittel einreichen könne. F. D as BFM beantragte in seiner Vernehm lassung vom 13. April 2007 die Abw eisung der Beschw erde. D ie Vernehm lassung w urde dem Beschw erdeführer m it Verfügung vom 18. April 2007 zur Kenntnisnahm e ohne R eplikrecht zur Kenntnis gebracht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügun- gen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ).4 2. D ie Beschw erde hat aufschiebende W irkung (vgl. Art. 55 Abs. 1 Vw VG ) und in der angefochtenen Verfügung w ird einer allfälligen Beschw erde die aufschiebende W irkung nicht entzogen (vgl. Art. 55 Abs. 2 Vw VG ). D ie angefochtene Verfügung enthält ferner keine Anordnung betreffend vorsorgliche W egw eisung in einen D ritt- staat (vgl. Art. 42 Abs. 2 und 3 AsylG ), w eshalb der Beschw erdeführer - w ie in der Zw ischenverfügung vom 8. Februar 2007 festgestellt - berechtigt ist, den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abzuw arten. U nter diesen U m ständen ist auf die R echtsbegehren, es sei festzustellen, dass die vorsorgliche W egw ei- sung in einen D rittstaat unzulässig, unzum utbar und unm öglich sei, und es sei die aufschiebende W irkung der Beschw erde w iederherzustellen, m angels R echts- schutzinteresses nicht einzutreten (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Bst. c Vw VG ). H insichtlich der w eiteren R echtsbegehren ist der Beschw erdeführer legitim iert, w eshalb auf die im Ü brigen frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzu- treten ist (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). 3. 3.1 D as BFM hielt zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheid fest, die Vor- bringen des Beschw erdeführers w ürden den Anforderungen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 AsylG nicht standhalten, so dass deren Asylrelevanz nicht geprüft zu w erden brauche. Im Einzelnen führte es aus, dass der Beschw erdeführer bei der Anhörung vom 6. D ezem ber 2006 gesagt habe, er seit letztm als am 8. Juni 2006 von Soldaten der srilankischen Arm ee eine W oche lang in A._______ festgehalten w orden. D em gegenüber habe er bei der Em pfangszentrenbefragung zu Protokoll gegeben, er habe seine letzte Festnahm e im April 2006 erlebt; vorerst sei er in A._______ festgehalten und anschliessend ins C am p von B._______ überführt w orden. Auf Vorhalt hin habe er gesagt, er sei nicht anlässlich der letzten Festnahm e, sondern bei der vorletzten Festnahm e von srilankischen Soldaten ins M ilitärcam p von B._______ gebracht w orden. D iese Erklärung sei nicht geeignet, die aufgezeigten W idersprüche aufzulösen. Bei der Bundesanhörung habe er ge- sagt, er habe seine vorletzte Festnahm e im Januar 2006 erlitten, w o er zw ei Tage lang festgehalten und nach B._______ überführt w orden sei. Bei der Erstbe- fragung habe er angegeben, er sei ab dem 7./8. Februar 2006 zw ei Tage lang fest- gehalten w orden. D ie Festnahm e vom Januar 2006 habe er m it keinem W ort er- w ähnt. D er Beschw erdeführer sei beim BFM aufgefordert w orden, die H aft vom Jahre 2006, die eine W oche lang gedauert habe, zu schildern. Es sei festzustellen, dass er sich in seiner Schilderung auf das Anführen von Allgem einplätzen redu- ziert habe. Es erm angle ihr an D etailreichtum und an D ifferenziertheit. Sie verm ö- ge die Ereignisse beziehungsw eise den Verlauf einer m ehrtägigen H aft, die Befra- gungen und die konkreten M assnahm en der Verfolger nicht w ieder zu geben. Zu- dem falle auf, dass der Beschw erdeführer bei der Erstbefragung gesagt habe, er sei bei der Freilassung nach der einw öchigen Inhaftierung von den Soldaten auf- gefordert w orden, sich nach einem Tag w ieder bei ihnen zu m elden, w eshalb er sich anschliessend einen M onat lang bei seinem O nkel versteckt habe. D iese w e- sentlichen Vorbringen habe er bei seiner Schilderung beim BFM nicht m ehr aufge- nom m en, w as als w eiterer U m stand, der auf die U nglaubhaftigkeit seiner Vorbrin-5 gen hinw eise, zu w erten sei. 3.2 D er Beschw erdeführer m acht in seiner Eingabe geltend, er sei von der srilanki- schen Arm ee m ehrm als einvernom m en w orden, w eil m an ihn für ein LTTE-M itglied gehalten habe. D abei sei er geschlagen w orden, w eshalb er sich vor G esprächen fürchte. Er könne sich nicht konzentrieren und habe unter psychischem D ruck ge- standen, w eshalb es sein könne, dass er eine Festnahm e nicht erw ähnt habe. Er könne sich auch in C olom bo nicht sicher fühlen, da er dort von der Polizei festge- nom m en und an die Arm ee überstellt w ürde. Zur Stützung dieser Annahm e lege er einen Zeitungsartikel bei. Er könne sich in Sri Lanka nicht frei bew egen, w ürde er das H aus verlassen, w ürde er festgenom m en. A._______ stehe zurzeit unter der Kontrolle der Arm ee und in seinem H aus w ohnten Soldaten. D ie M isshandlungen durch die Soldaten hätten bei ihm physische und psychische Schäden bew irkt. 3.3 D as BFM führt in seiner Vernehm lassung aus, dass in den Internetberichten über Personenkontrollen und Festnahm en von Tam ilen durch die srilankischen Sicher- heitskräfte berichtet w erde. Im eingereichten Zeitungsartikel w erde berichtet, dass in N ittam buva ein Bom benanschlag auf einen Bus verübt w orden sei, bei dem fünf Personen getötet und 54 schw er verletzt w orden seien. In der Folge hätten die Si- cherheitskräfte 18 Personen verhaftet. D iese Bew eism ittel stünden in einem un- spezifischen Bezug zu den Erw ägungen des BFM im Entscheid vom 11. D ezem ber 2006. Zudem seien sie nicht geeignet, eine Änderung der Einschätzung hinsicht- lich der allgem einen Sicherheitslage in Sri Lanka zu begründen. 4. 4.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 4.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 5. 5.1 D er Beschw erdeführer bestreitet die vom BFM festgestellten W idersprüche und U ngereim theiten in seinen Aussagen nicht, führt diese jedoch teilw eise auf seine N ervosität und seine Furcht vor G esprächen zurück. D iesbezüglich ist festzuhal- ten, dass es nicht ungew öhnlich und auch verständlich ist, dass Asylbew erber an- gesichts der für sie oftm als ungew ohnten Befragungssituation angespannt und 6 nervös sind. D en Akten sind indessen keine H inw eise dafür zu entnehm en, dass der Beschw erdeführer überm ässig unkonzentriert oder gar verängstigt gew irkt hätte. Auch die bei der Anhörung durch das Bundesam t anw esende H ilfsw erkvertreterin hielt diesbezüglich nichts fest, w eshalb davon ausgegangen w erden kann, die Befragung habe in norm alem R ahm en durchgeführt w erden können. D as Bundesverw altungsgericht gelangt in Anbetracht der in der vorinstanzlichen Verfügung angeführten W iedersprüche und U ngereim theiten in den Aussagen des Beschw erdeführers zum Schluss, dass diese nicht m it der von ihm geltend gem achten Furcht vor Befragungssituationen erklärt w erden können. 5.2 D er Beschw erdeführer m achte anlässlich seiner Befragungen geltend, die srilanki- schen Soldaten hätten ihm vorgew orfen, er sei LTTE-M itglied. D iese D arstellung überzeugt aufgrund der vom Beschw erdeführer geschilderten Begleitum stände nicht. W ären die Soldaten tatsächlich davon ausgegangen, dass es sich beim Be- schw erdeführer um ein LTTE-M itglied handelt, w äre er kaum (bloss) m ehrfach festgenom m en und nach verhältnism ässig kurzer Zeit w ieder auf freien Fuss ge- setzt w orden. H ätten die Soldaten auf seinem G rundstück W affen gefunden und diese in Zusam m enhang m it einer potentiellen LTTE-M itgliedschaft des Beschw er- deführers gebracht, hätten sie ihn w ohl rasch der Justiz überstellt, w elche die Ein- leitung eines Verfahrens geprüft hätte. Jedenfalls w äre er aber zum indest für län- gere Zeit inhaftiert w orden. Auch die Aussage des Beschw erdeführers, m an habe ihm bei der Entlassung aus der letzten, einw öchigen H aft gesagt, er m üsse sich am folgenden Tag w ieder m elden, w as er nicht getan habe, die Soldaten hätten ihn in den kom m enden M onaten aber nicht gesucht, ist erstaunlich. H ätten die Sol- daten den Beschw erdeführer tatsächlich aufgefordert, sich zu m elden, ist nicht nachvollziehbar, dass sie sich nicht um seinen Verbleib geküm m ert haben sollen, zum al sie ihn verdächtigt hätten, ein LTTE-M itglied zu sein. Insgesam t erscheint die vom Beschw erdeführers geltend gem achte Version der G eschehnisse w enig realistisch und deshalb unglaubhaft. D iese Beurteilung w ird letztlich auch dadurch nicht entscheidend relativiert, dass der Beschw erdeführer Verletzungen an den Zähnen aufw eist, da er sich diese auch unter anderen als den genannten U m stän- den zugezogen haben kann. D ie vom Beschw erdeführer eingereichten Bew eism it- tel beschlagen sodann die allgem eine Situation in Sri Lanka, w eshalb ihnen hin- sichtlich der geltend gem achten persönlichen Verfolgung keine Bew eiskraft zu- kom m en kann. 5.3 N achdem feststeht, dass die vom Beschw erderführer zur Begründung seines Asyl- gesuches geltend gem achte Verfolgung durch srilankische Soldaten w egen m ut- m asslicher M itgliedschaft bei der LTTE nicht glaubhaft ist, ist die von ihm geltend gem achte Furcht vor einer R ückkehr nach Sri Lanka als nicht begründet im Sinne von Art. 3 AsylG zu w erten. D as Bundesverw altungsgericht verkennt nicht, dass die angespannte Lage in Teilen Sri Lankas für die betroffene Bevölkerung zu ver- schiedenen U nannehm lichkeiten, vor allem einer nicht unerheblichen Beeinträchti- gung des täglichen Lebens führen kann. D en lokal begrenzten Auseinandersetzun- gen zw ischen den srilankischen Behörden und der LTTE hätte der gem äss eige- nen Aussagen recht w ohlhabende Beschw erdeführer aufgrund der N iederlas- sungsfreiheit durch Verlegung des W ohnsitzes entgehen können. D em Beschw er- deführer gelingt es som it auch nicht, einen unerträglichen psychischen D ruck glaubhaft zu m achen, dem er nur durch Verlassen seines H eim atlandes hätte ent-7 gehen können. 5.4 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Eingabe des Beschw erdeführers und die eingereichten Bew eism ittel im Einzelnen w eiter einzugehen, da sie am Ergebnis der vorgenom m enen W ürdi- gung nichts zu ändern verm ögen. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass der Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D as Bundesam t hat sein Asylgesuch dem nach zu R echt abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG ; SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 7. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; Entscheidungen und M ittei- lungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 21). 8. 8.1 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass 8 der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M . G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorlie- genden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdefüh- rers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht- m ässig. 8.2 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den W egw ei- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 8.3 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si- tuation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om en- te, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom - m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 8.4 G em äss Praxis gilt eine W egw eisung in die im N orden Sri Lankas gelegenen G e- biete Killinochchi, M annar, Vavuniya, M allaitivu und Jaffna zw ar als unzum utbar, eine R ückführung in die südlichen Provinzen aber als grundsätzlich zum utbar (vgl. EM AR K 2006 N r. 6). D as Bundesverw altungsgericht sieht zurzeit keine Veranlas- sung, diese Praxis in Frage zu stellen. W ohl ist es in den letzten M onaten im N or- den und O sten Sri Lankas zu zahlreichen bew affneten Auseinandersetzungen und Scharm ützeln gekom m en, denen Soldaten, LTTE-Käm pfer und Zivilisten zum O p- fer fielen (vgl. den Artikel "Le Sri Lanka frise la catastrophe hum anitaire" aus Le Tem ps vom 23. M ärz 2007). Zudem w urden auch im Süden des Landes w ieder Selbstm ordattentate verübt. M it der im Januar 2007 erfolgten Eroberung von Vaka- rai durch R egierungstruppen w urde die strategische Stellung der LTTE im O sten des Landes geschw ächt. Allgem ein w ird davon ausgegangen, dass die srilanki- sche R egierung beziehungsw eise der O berbefehlshaber der srilankischen Arm ee versuchen, die Verhandlungsposition gegenüber der LTTE durch G ebietsgew inne zu stärken. D ie M ehrheit der singhalesischen Bevölkerung begrüsst zw ar gem äss U m fragen diese Strategie, bevorzugt indessen eine Verhandlungslösung. D ie inter- nationale G em einschaft drängt ebenso auf die Aufnahm e neuer Verhandlungen zw ischen den Konfliktparteien. D as Bundesverw altungsgericht geht aufgrund der 9 derzeitigen G egebenheiten nicht davon aus, dass in Sri Lanka eine Situation allgem einer G ew alt vorherrscht, w elche die gesam te Bevölkerung oder die Angehörigen der tam ilischen Ethnie einer konkreten G efährdung aussetzt. D as Bundesverw altungsgericht erachtet die vom Beschw erdeführer geltend ge- m achte G efährdung durch die srilankische Arm ee als unglaubhaft, w eshalb entge- gen der in der Beschw erde vertretenen Auffassung davon auszugehen ist, der Be- schw erdeführer könne von der in Sri Lanka garantierten N iederlassungsfreiheit G ebrauch m achen. D er Beschw erdeführer m acht unter Bezug auf die von ihm ein- gereichten Bew eism ittel zw ar zu R echt geltend, dass es auch im Süden des Lan- des zu Anschlägen auf Behördenm itglieder und Zivilisten kom m t, diese Tatsache verm ag aber nicht zur Annahm e einer generellen U nzum utbarkeit von R ückführun- gen abgew iesener tam ilischer Asylbew erber zu führen. Er verfügt über langjährige Berufserfahrung, die er sich in Indien und Sri Lanka aneignen konnte, w eshalb da- von auszugehen ist, er könne sich im Süden des Landes eine Existenz aufbauen. G em äss Aktenlage spricht der Beschw erdeführer zw ar nicht Singhalesisch, w as in- dessen im G rossraum C olom bo kein unüberw indbares H indernis für eine Integrati- on darstellt, zum al die Tam ilen dort zirka 30 % der Bevölkerung ausm achen. Er w ohnte vor seiner Ausreise in die Schw eiz gem äss eigenen Angaben einige M ona- te in C olom bo, sodass ihm diese G egend nicht gänzlich unbekannt ist. Auch w enn nicht feststeht, dass er im G rossraum C olom bo über ein engeres Beziehungsnetz verfügt, dürfte es ihm nicht schw er fallen, angesichts des O rganisierungsgrades der in C olom bo lebenden Tam ilen rasch soziale Kontakte zu knüpfen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 8.6 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D as G esuch um G ew ährung der unentgeltli- chen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG ist indessen gutzuheissen, da der Beschw erdeführer ausgew iesenerm assen fürsorgeabhängig ist und sich die Be- schw erde nicht als aussichtslos darstellte.10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird gutgeheissen. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben; Beilage: Zeitungsausschnitt) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (Kopie zu den Akten; R ef.-N r. N _______) - das (...) (Kopie) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang C hristoph Basler Versand am :