Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 11. April 2017 (470 17 31) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Verfahrenseinstellung Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Referent), Richter Stephan Gass; Gerichtsschreiberin i.V. Fanni Widmer Parteien A.____ vertreten durch Advokat Dr. Stefan Suter, Clarastrasse 51, 4005 Basel, Beschwerdeführerin gegen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Beschwerdegegnerin B.____ vertreten durch Advokat Dr. Pascal Schmutz, St. Alban-Tal 38, 4052 Basel, Beschuldigter Gegenstand Verfahrenseinstellung Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwalt- schaft Basel-Landschaft vom 3. Februar 2017 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Verfügung vom 3. Februar 2017 stellte die Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft, All- gemeine Hauptabteilung, das gegen B.____ geführte Strafverfahren wegen Betrug zum Nac h- teil von A.____ in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ein (Ziffer 1 der Einstellungsverf ü- gung). Die nicht bezifferte Zivilforderung der Privatklägerin wurde auf den Zivilw eg verwiesen (Ziffer 2 der Einstellungsverfügung) und die Verfahrenskosten wurden dem Staat auferlegt (Zi f- fer 3 der Einstellungsverfügung). Zudem verfügte die Staatsanwaltschaft, über die Ansprüche der beschuldigten Person auf Entschädigung und Genugtuung gemäss Art. 429 StPO werde in einer separaten Verfügung entschieden (Ziffer 4 der Einstellungsverfügung). Auf die Begrü n- dung dieser Verfügung sowie der nachfolgend aufgeführten Parteianträge wird – soweit erfor- derlich – in den Erwägungen eingegangen. B. Mit Eingabe vom 16. Februar 2017 erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Stefan Su- ter, gegen obgenannte Einstellungsverfügung beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, Beschwerde und beantragte, (1.) es sei die Einstellungsverfügung vom 3. Februar 2017 aufzuheben und es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, das Verfahren weiterzuführen bzw. Anklage zu erheben, (2.) unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Stellungnahme vom 21. Februar 2017 beantragte die Staatsanwaltschaft unter Ve r- weis auf die B egründung der angefochtenen Einstellungsverfügung vom 3. Februar 2017 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kostenauflage zu Lasten der Beschwerd e- führerin. D. Mit fakultativer Stellungnahme vom 3. März 2017 beantragte B.____, vertreten durch Ad- vokat Dr. Pascal Schmutz, (1.) es sei die Beschwerde abzuweisen, (2.) unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin, (3.) es sei dem Beschuldigten die unen t- geltliche Rechtspflege zu bewilligen. Erwägungen I. Formelles 1. Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO ist die Beschwerde zulässig gegen die Verfügungen und Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden. Art. 322 Abs. 2 StPO sieht zudem die Anfechtungsmöglichkeit von Einstellungsverfügu ngen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht innert 10 Tagen bei der Beschwerdeinstanz ausdrücklich vor. Mit der Beschwerde können laut Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, falsche Feststellungen des Sachverhalts sowie U n- angemessenheit gerügt werden. Da mit der Beschwerde alle Mängel des ang efochtenen Ent- scheids geltend gemacht werden können, verfügt die Rechtsmittelinstanz über volle Kognition (PATRICK GUIDON, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 393 N 15). Die Beschwerde g e- gen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Den Umfang der Begründung regelt Art. 385 Abs. 1 StPO. Zur Ergreifung der Beschwerde legitimiert ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an d er Aufhebung oder Änderung des Entscheides hat (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Als Parteien bezeichnet Art. 104 Abs. 1 StPO die beschuldigte Per- son, die Privatklägerschaft und die Staatsanwaltschaft. Die Beschwerdeinstanz beurteilt unter anderem Beschwerden gegen Verfahrenshandlungen und gegen nicht der Berufung unterli e- gende Entscheide der Staatsanwaltschaft (vgl. Art. 20 Abs. 1 lit. b StPO). Im Kanton Basel - Landschaft wird die Funktion der Beschwerdeinstanz gemäss § 15 Abs. 2 EG StPO durch die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, ausgeübt. Die Verfahrensleitung der Rechtsmittelinstanz kann die Privatklägerschaft verpflichten, innert einer Frist für allfällige Ko s- ten und Entschädigungen Sicherheit zu leisten, ansonsten auf das Rechtsmittel nicht eingetre- ten wird (vgl. Art. 383 StPO). Aus den Akten geht hervor, dass sich die Beschwerdeführerin im zugrunde liegenden Strafve r- fahren mit ihrer Strafanzeige vom 7. August 2015 (act. 35 ff.) als Privatklägerin im Zivil - und Strafpunkt im Sinne von Art. 118 StPO konstituiert hat. Ihre Beschwerde richtet sich gegen eine Verfügung der Staatsanwaltschaft, mit welcher das Verfahren gegen den Beschuldigten eing e- stellt worden ist. Damit sind die Voraussetzungen der Legitimation der Beschwerdeführerin wie auch des tauglichen Anfechtungsobjekts erfüllt. Die Einstellungsverfügung der Staatsanwal t- schaft vom 3. Februar 2017 ist der Beschwerdeführerin resp. ihrer Rechtsvertretung laut eig e- nen Angaben am 9. Februar 2017 zugestellt worden. Da den Akten der Staatsanwaltschaft nichts Gegenteiliges entnommen werden kann, ist davon auszugehen, dass die B eschwerde vom 16. Februar 2017 (Postaufgabe am 17. Februar 2017) rechtzeitig erhoben worden ist. Die Beschwerdeführerin macht sowohl Rechtsverletzungen als auch unrichtige Feststellungen des Sachverhalts geltend, und die Beschwerde erweist sich als rechtsgenüglich begründet. Die ör t- liche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Beschwerdeinstanz ist ebenfalls gegeben . Schliesslich ist festzustellen, dass die Privatklägerin Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht die mit Verfügung vom 20. Februar 2017 angeordnete Sicherheitsleistung von Fr. 500. -- fristge- recht erbracht hat, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. In Bezug auf den von der Beschwerdeführerin gestellten Beweisantrag auf Befragung des Beschuldigten und seiner Frau (vgl. Ziffer 25 der Beschwerde) ist zunächst in allgemeiner We i- se darauf hinzuweisen, dass Beschwerden in aller Regel in einem schriftlichen Verfahren b e- handelt werden (vgl. Art . 397 Abs. 1 StPO), was zusätzliche Einvernahmen prinzipiell au s- schliesst. Sollte die vorliegend zu beurteilende Beschwerde gutgeheissen werden, was nachfo l- gend zu prüfen ist, kann die Beschwerdeinstanz in Anwendung von Art. 397 Abs. 3 StPO der Staatsanwaltschaft für den weiteren Gang des Verfahrens Weisungen erteilen, wozu auch die Abnahme weiterer Beweise gehören kann. II. Materielles 1. Der angefochtenen Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 3. Februar 2017 liegt folgender, von den Parteien grundsätzlich unbestrittener Sachverhalt zu Grunde: Der B e- schuldigte war während mehrerer Jahre als Vermögensverwalter für A.____ tätig, wobei der am 12. April 2005 abgeschlossene Vermögensverwaltungsvertrag mit Schreiben des Beschuldigten vom 16. Dezember 2013 per 31. Dezember 2013 wieder aufgelöst wurde. Ab dem Jahr 2007 gewährte A.____ dem Beschuldigten in fünf Tranchen ein zinsloses Darlehen von insgesamt Fr. 195‘000.-- (am 14. September 2007 über Fr. 60‘000. --, am 18. August 2008 über Fr. 60‘000.--, am 6. Mai 2009 über Fr. 30‘000. --, am 22. Januar 2010 über Fr. 30‘000.-- sowie am 31. August 2010 über Fr. 15‘000.--). Keinem dieser Darlehen liegt eine schriftliche Vereinba- rung betreffend die Rückzahlungsmodalitäten zu Grunde. Mit Schreiben vom 2. Septe m- ber 2014 verlangte die Beschwerdeführerin erstmals schriftlich die Rückzahlung des Darlehens, wobei bis dato keine Zahlungseingänge des Beschuldigten ausgewiesen sind. Strittig sind im vorliegenden Fall die genauen Umstände der Darlehensgewährung. 2. Die Staatsanwaltschaft begründet ihre Einstellungsverfügung vom 3. Februar 2017 damit, dass dem Beschuldigten für den Zeitpunkt der Entgegennahme der jeweiligen Darlehen weder ein Schädigungsvorsatz noch eine unrechtmässige Bereicherungsabsicht nachgewiesen we r- den könne. Da der Beschuldigte von seiner Tätigkeit als selbständiger Vermögensverwalter der C.____ noch nicht habe leben können, habe er bei A.____ zur Deckung seiner privaten Ausl a- gen um die Gewährung der Darlehen ersucht. Dabei habe er offen deklariert, dass er das Geld Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes (Miete, Kleider etc.) brauche. Aus diesem Umstand alleine könne nicht darauf geschlossen werden, dass der Beschuldigte hinsichtlich der einze l- nen Darlehen keinen Rückzahlungswillen gehabt habe. Gem äss seiner nicht widerlegbaren Aussage habe dieser stets beabsichtigt, die Darlehen aus den Fondserträgen zurückzuzahlen und wäre dazu in der Lage gewesen, wenn er mit dem Fonds die erhoffte Rendite hätte erzielen können. Gemäss ärztlicher Bestätigung des D.____ vom 12. Februar 2016 weise der Beschu l- digte seit 2013 ein Augenleiden auf, weshalb er seine Bildschirmtätigkeit auf ärztlichen Rat hin habe einschränken und in der Folge seine Arbeitstätigkeit als Vermögensverwalter aufgeben müssen. Demnach könne dem Beschuldigten auch nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er nicht in der Lage sei, die erstmals ab Mitte 2014 zurückverlangten Darlehen zurückzuzahlen. Ein hinreichender Beweis des Tatbestandes des Betrugs, insbesondere in subjektiver Hinsicht, könne ni cht erbracht werden, weshalb das Verfahren gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO einzustellen sei. 3. Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 16. Febr u- ar 2017 die Auffassung, der Beschuldigte habe ihre Freundschaft und ihr Vertrauen arglistig ausgenutzt bzw. hinterhältig gepflegt. Gestützt auf den Vermögensverwaltungsauftrag habe der Beschuldigte Kenntnisse von der finanziellen Situation der Beschwerdeführerin erlangt. Entg e- gen der Aussagen des Beschuldigten habe dieser geg enüber der Beschwerdeführerin nie offen gelegt, dass sich das Ehepaar B.____ in einer finanziellen Notlage befinde und er das Geld für den gemeinsamen Lebensunterhalt benötige, zumal die Beschwerdeführerin namentlich für den Mietzins einer Luxuswohnung von monatlich Fr. 4‘120.-- nie ein Darlehen gewährt hätte. Das arglistige Vorgehen des Beschuldigten lasse sich namentlich darin erkennen, dass er der in finanziellen Dingen unerfahrenen Beschwerdeführerin keinen schriftlichen Darlehensvertrag vorgelegt habe mit der Erklärung, dies sei nicht nötig. Offensichtlich habe er damit bezweckt, die Umstände der Darlehensgewährung zu verschleiern und die unbedarfte Darlehensgeberin im Ungewissen zu lassen. Aufgrund der vorbestehenden Freundschaft habe die Beschwerd e- führerin das Ehepaar B.____ für ehrliche und aufrichtige Menschen gehalten und in der fehle n- den Schriftlichkeit des Darlehens zunächst kein Problem gesehen. Wenn des Weiteren ein pr o- fessioneller Vermögensverwalter die fehlende Verzinsung des Darlehens damit b egründe, dass man diese in der Steuererklärung aufführen müsse, deute dies auf ein Ausnützen der B e- schwerdeführerin hin. Dies sei nur aufgrund der vorgespielten Freundschaft möglich gewesen. Es sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte schon im Zeitpunkt der Darlehensannahme Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewusst habe, zur Rückzahlung der Darlehen nicht in der Lage zu sein, da die Ehegatten B.____ im fraglichen Zeitraum über keine angemessenen Einkünfte verfügt hätten. Das arglisti- ge Vorgehen des Beschuldigten erfülle auf jeden Fall den Betrugstatbestand. Nach dem Grund- satz “in dubio pro duriore“ dürfe jedenfalls keine Einstellungsverfügung erlassen werden. 4. Die Staatsanwaltschaft verweist in ihrer Stellungnahme vom 21. Februar 2017 im Wesent- lichen auf ihre Einstellungsverfügung vom 3. Februar 2017 und hält fest, die Einstellung des Verfahrens sei zu Recht erfolgt. 5. Der Beschuldigte s tellt sich in seiner fakultativen Stellungnahme vom 3. März 2017 auf den Standpunkt, er habe der Beschwerdeführerin keine Informationen vorenthalten und sie über seine finanziellen Engpässe orientiert. Weiter bestreite er, das Freundschaftsverhältnis ausg e- nutzt zu haben, um ein Darlehen zu erhalten, das er nie hätte zurückbezahlen können. Vielmehr sei er der begründeten Überzeugung gewesen, seine fina nziellen Engpässe bald überwinden zu können und danach in der Lage zu sein, das Darlehen zurückzuerstatten. Es sei auf äuss e- re, nicht vorhersehbare Umstände zurückzuführen, dass der Beschuldigte das Darlehen nicht habe zurückzahlen können. Diese habe der B eschuldigte weder verursacht noch verschuldet, sondern sei vielmehr selbst Opfer dieser Umstände. Im Juli 2007 habe er mit der Aufbauarbeit des Anlagefonds begonnen. Die ihm von der Bank E.____ genannten Gewinnaussichten seien sehr gut gewesen. Im Juni 2009 habe sich der Fonds-Manager unerwartet aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen und die neue Leitung habe unerfüllbare Bedingungen gesetzt, so dass der Fonds habe liquidiert werden müssen. Danach habe der Beschuldigte bis 2013 seinen B e- ruf als Vermögen sverwalter “reaktiviert“, wobei die Aussichten auf stabile und gute Einkünfte positiv gewesen seien. Im Jahr 2013 seien beim Beschuldigten unerwartete Augenprobleme aufgetreten, worauf ihm der Augenarzt dringend empfohlen habe, seine Bildschirmtätigkeit stark einzuschränken. Für einen Vermögensverwalter laufe dies auf die Unmöglichkeit der Beruf s- ausübung hinaus, weshalb dem Beschuldigten nichts anderes übrig geblieben sei, als seine Tätigkeit aufzugeben. 6.1 Gestützt auf Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die S taatsanwaltschaft die vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn unter anderem kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), oder wenn Rechtfe r- tigungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nach lit. a von Art. 319 Abs. 1 StPO ist einzustellen, wenn im Vorverfahren der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet werden kann, dass sich eine Ankl a- ge rechtfertigt. Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft in Zurückhaltung zu üben bei der Fr a- ge, ob ein solcher Tatverdacht besteht. Widersprechen sich Beweise, so ist es gemäss der Bot- schaft des Bundesrates zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, S. 1273, nicht Sache der Staatsanwaltschaft, eine Beweiswürdigung vorzunehmen. Im Zweifels- falle ist in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" zu überweisen. Bei der Frage der Überweisung des Beschuldigten an das urteilende Gericht spielt der Grundsatz "in dubio pro reo" nicht. Es ist Sache des Gerichts, darüber zu befinden, ob sich jemand im strafrechtlichen Sinne schuldig gemacht hat oder nicht. Die Staatsanwaltschaft hat nur dann einzustellen, wenn eine Hauptverhandlung als eigentliche Ressourcenverschwendung bzw. aufgrund des absehba- ren Freispruchs als Zumutung für den Beschuldigten erscheinen müsste. Von einer Überwe i- sung ist mithin dann abzusehen, wenn nach der gesamten Aktenlage ein Freispruch zu erwa r- ten ist. Besondere Zurückhaltung ist bei schwer fassbaren Gesetzesbegriffen wie der Arglist beim Betrugstatbestand zu üben und in Befolgung des Grundsatzes “in dubio pro duriore“ grundsätzlich zu überweisen. Hier ist in den wenigsten Fällen ein Freispruch mit Sicherheit oder grösster Wahrscheinlichkeit von vorneherein zu erwarten ( ROLF GRÄDEL / MATTHIAS HEINIGER, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 319 N 8 ff., mit Hinweisen). Da die Staatsa n- waltschaft als Untersuchungs - und Anklagebehörde nicht dazu berufen ist, über Recht oder Unrecht zu richten, darf sie nicht allzu rasch und gestützt auf eigene Bedenken (die irrtümlich sein können) zu einer Einstellung schreiten. In Zweifelsfällen sachverhalts - sowie beweismässi- ger und vor allem rechtlicher Art ist Anklage zu erheben (vgl. NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 319 N 5; DERSELBE, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2013, Rz. 1251, mit Hinweisen). Die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit eines Schuldspruchs bzw. der Proz essaussichten ist dem pflichtgemäs- sen Ermessen der Staatsanwaltschaft anheimgestellt. Stehen sich unterschiedliche Zeuge n- aussagen gegenüber und kann die Untersuchung die Zuverlässigkeit der einzelnen Zeugen nicht erschüttern, darf keine Einstellung ergehen. Der Ermessensentscheid, wem unter solchen Verhältnissen zu glauben ist, liegt beim Gericht (NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, in: Zür- cher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 319 N 16 ff., mit Hinweisen). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Im vorliegenden Fall stellt sich die Frage, ob sich der Anfangsverdacht hinsichtlich des Tatbestandes des Betrugs erhärtet hat oder nicht – mithin, ob die Staatsanwaltschaft das en t- sprechende Verfahren zu Recht eingestellt hat. Des Betrugs macht sich schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irr e- führt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt (Art. 146 Abs. 1 StGB). Das Tatbestandsmerkmal der Arglist ist gegeben, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Mache n- schaften oder Kniffe bedient. Ein Lügengebäude liegt vor, wenn mehrere Lügen derart raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeugen, dass sich selbst eine kritische Person täuschen lässt. Als besondere Machenschaften gelten Erfindungen und Vo r- kehren sowie das Ausnützen von Begebenheiten, die allein oder gestützt auf Lügen oder Kniffe geeignet sind, d en Betroffenen irrezuführen. Darüber hinaus wird Arglist auch bei einfachen falschen Angaben bejaht, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, und wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhäl t oder nach den Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde ( vgl. zum Ganzen GUNTHER ARZT, Basler Kommentar St GB, 3. Aufl. 2013, Art. 146 N 31 ff.; BGE 135 IV 76, E. 5.2 mit Hin- weisen). Arglist scheidet hingegen aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindes t- mass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei ist die Lage und Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Auch unter dem Gesichtspun kt der Opfermitverant- wortung erfordert der Tatbestand indes nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehren trifft. Arglist ist lediglich zu verneinen, wenn die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet wurden. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei e i- gentlicher Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters völlig in den Hinte r- grund treten lässt (BGE 135 IV 76, E. 5.2 mit Hinweisen; BGE 126 IV 165, E. 2.e; GUNTHER ARZT, a.a.O., Art. 146 N 68). 6.3 Im vorliegenden Fall geht aus den Akten hervor, dass A.____ am 7. August 2015 bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft eine Strafanzeige gegen B.____ weg en Vermögensdelik- ten eingereicht hat (act. 35 ff.). Hierauf eröffnete die Staatsanwaltschaft gegen besagte Person Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Strafuntersuchung wegen Betrug (Verfahren MU1 15 2674). In ihrer Einstellungsverfügung vom 3. Februar 2017 erachtet jedoch die Staatsanwa ltschaft den Tatverdacht im Hinblick auf den Betrugstatbestand nach Art. 146 StGB insbesondere in subjektiver Hinsicht als nicht e r- stellbar. Zu Recht moniert die Beschwerdeführerin die Feststellung der Staatsanwaltschaft in der ange- fochtenen Einstellungsverfügung, wonach der Beschuldigte bei Aufnahme der Darlehen gege n- über der Beschwerdeführerin jeweils offen deklariert habe, dass er das Geld für seinen Lebens- unterhalt (Miete, Kleider etc.) brauche (vgl. Beschwerde vom 16. Februar 2017, Ziffer 9). Aus den Akten geht hervor, dass der Beschuldigte in der Konfrontationseinvernahme vom 8. September 2015 zu dieser Frage höchst unklare und teilweise widersprüchliche Angaben zu Protokoll gegeben hat. Einerseits habe es sich um ein zinsloses Privatdarlehen gehand elt, da es verboten sei, “Geld von aussen in die Firma zu nehmen“ (act. 443). Andererseits spiele es “in so einem Geschäft“ keine Rolle, ob es ein privates oder ein geschäftliches Darlehen sei, denn „es wäre auch so für das Geschäft genutzt worden“. Es sei “nicht immer der gleiche Grund“ gewesen, es seien auch Kosten für die Fondsaufstellung gewesen, die man privat za h- len müsse (act. 449). Dagegen deponiert die Beschwerdeführerin konsequent und überze u- gend, der Beschuldigte habe zu ihr gesagt, das Darlehen sei “für das Geschäft“ bestimmt (act. 441, act. 443, act. 447). Er habe nie von einem finanziellen Engpass oder von der Bank E.____ gesprochen (act. 445). Auch sei sie von der Ehefrau des Beschuldigten angerufen wo r- den und diese habe sich bei ihr für das D arlehen bedankt und bemerkt, es sei für die Verm ö- gensverwaltung des Geschäfts, welche von beiden geführt werde (act. 445). Dementsprechend habe sie das Darlehen auch erst nach der Auflösung des Geschäfts zurückverlangt (act. 451). Den unklaren und widerspr üchlichen Aussagen des Beschuldigten stehen somit die präzisen und konsistenten Depositionen der Beschwerdeführerin gegenüber. Aufgrund dieses nicht e r- stellten Sachverhalts kann nicht von vorneherein davon ausgegangen werden, dass der B e- schuldigte den Zweck des Darlehens gegenüber der Beschwerdeführerin offen gelegt hat. Folg- lich ist nicht nachvollziehbar, warum die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Einstellung s- verfügung allein auf die Aussagen des Beschuldigten abgestellt hat. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Einstellungsverfügung zudem davon aus, dem Beschuldi g- ten könne weder ein Schädigungsvorsatz noch eine unrechtmässige Bereicherungsabsicht nachgewiesen werden. Es trifft zwar zu, dass der Beschuldigte zu Protokoll gegeben hat, er Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe beabsichtigt, das Darlehen aus den Fondserträgen zurückzuerstatten (act. 453). Hingegen kommen in Anbetracht der ausgewiesenen finanziellen Verhältnisse des Ehepaares B.____ (act. 157 ff.) grosse Zweifel über deren effektive Möglichkeit zur Rückzahlung des Darle hens auf. Aus den sich in den Akten befindenden Veranlagungsverfügungen der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft, die bis ins Jahr 2007 zurückgehen, ist erkennbar, dass sich seit Jahren namentlich hohe Schulden und ein sehr bescheidenes Einkommen gegenüberstehen. Schliesslich muss der vom Beschuldigten geltend gemachte Rückzahlungswille (vgl. fakultative Stellungnahme vom 3. März 2017, Ziffer 2) aufgrund seiner eigenen Aussagen, er sei gar nicht auf die Idee gekommen, guten Willen zu zeigen und wen igstens einen kleinen Teil zurückzue r- statten (vgl. Konfrontationseinvernahme vom 8. September 2015, act. 455), zumindest bezwei- felt werden. Somit kann auch in diesem Punkt dem seitens der Staatsanwaltschaft erfolgten unkritischen Abstellen auf die Aussagen des Beschuldigten nicht gefolgt werden. Gerade die Annahme des Beschuldigten der Erzielung einer Rendite aus dem Fonds ist ausgesprochen spekulativ und daher eine Frage der Beweiswürdigung, welche nicht von der Staatsanwal t- schaft, sondern vom erkennenden Gericht vorzunehmen ist. Das weitere Argument der Staatsanwaltschaft betreffend das geltend gemachte Augenleiden des Beschuldigten steht ebenso im Widerspruch zu den Akten. Die fragliche ärztliche Bestäti- gung des D.____ vom 12. Februar 2016 (act. 143) en thält keinerlei ophthalmologischen Befun- de, die eine Einstellung der Arbeitstätigkeit des Beschuldigten als Vermögensverwalter begrü n- den könnten. Vielmehr wird darin ausdrücklich festgehalten, dass der Beschuldigte über volle zentrale Sehschärfe verfüge. Auf Wunsch des Beschuldigten wird bloss bestätigt, dass im Jahr 2013 einmal über dessen Tätigkeit am Computer gesprochen worden sei. Subjektiv habe der Beschuldigte diese Tätigkeit als sehr anstrengend empfunden und sie sei für ihn nach längerer Tätigkeit mit Beschwerden verbunden. Aus diesem Grund sei man übereingekommen, da ss er seine Computer-Tätigkeit einschränke. Die besagte ärztliche Bestätigung vom 12. Februar 2016 hält somit einzig die damals geschilderten subjektiven Empfindungen des Beschuldigten in zu- rückhaltender Form fest. Dass der Beschuldigte seine Tätigkeit als Vermögensverwalter aufg e- ben musste, lässt sich diesem Dokument indes mitnichten entnehmen. Folglich kann in Bezug auf die Hintergründe der Aufgabe der Arbeitstätigkeit durch den Beschu ldigten weder auf die ärztliche Bestätigung vom 12. Februar 2016 noch dessen Aussagen abgestellt werden. Auch in dieser Hinsicht verkennt die Staatsanwaltschaft, dass sich damit die Depositionen des Beschu l- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht digten in Bezug auf die Aufgabe seiner Arbeitstäti gkeit im Wesentlichen widerlegen lassen, womit sich die Verdachtsmomente ihm gegenüber weiter verdichten. Schliesslich kann auch dem Vorbringen der Staatsanwaltschaft, die Beschwerdeführerin habe bei der Darlehensgewährung explizit auf Schriftlichkeit ve rzichtet, nicht gefolgt werden. Nac h- vollziehbar legt die Beschwerdeführerin dar, der erfahrene Vermögensverwalter habe ihr Ve r- trauen arglistig ausgenützt (vgl. act. 447 sowie Beschwerde vom 16. Februar 2017, Ziffer 4). Ihr könne nicht vorgeworfen werden, s ie sei unvorsichtig vorgegangen. Als alleinstehende Person sei sie auf freundschaftliche Kontakte angewiesen. Die Freundschaft mit dem Ehepaar B.____ sei von deren Seite her hinterhältig gepflegt worden, denn als die Beschwerdeführerin das Da r- lehen zurückverlangt habe, sei ihr die Freundschaft gekündigt worden (vgl. Beschwerde vom 16. Februar 2017, Ziffer 18 und 23). Der Beschuldigte hingegen stellt sich in seiner fakultativen Stellungnahme vom 3. März 2017 auf den Standpunkt, es dürfte der Beschwerdeführer in b e- kannt sein, dass Rechtsverhältnisse in Schriftform geregelt würden. Hätte sie einen schriftlichen Vertrag verlangt, hätte der Beschuldigte einen solchen aufgesetzt (vgl. fakultative Stellungnah- me vom 3. März 2017, Ziffer 1). Für das Kantonsgericht erschliesst sich aufgrund der konkreten Umstände kein expliziter Verzicht der Beschwerdeführerin auf eine schriftliche Vereinbarung betreffend Rückzahlungsmodalitäten des Darlehens. Vielmehr lässt sich den Akten entnehmen, dass sich die Parteien schon seit mehr als 10 Jahren kennen und eine enge Freundschaft pfleg- ten (act. 465). Daneben hat der Beschuldigte als Vermögensverwalter der Beschwerdeführerin geamtet und ihr Vertrauen genossen (act. 445 und act. 455); ebenso konnte er sich in der sp e- zifischen Funktion als Vermögensverwalter einen umfassenden Einblick in die finanziellen Ve r- hältnisse der Beschwerdeführerin verschaffen. Somit liegen eindeutige Anzeichen für ein erheb- liches Wissens-, Kompetenz- und Erfahrungsgefälle zwischen den Parteien vor. Gerade in d ie- sen Konstellationen, in denen der Täter ein ihm entgegen gebrachtes besonderes Vertrauen ausnutzt, bejaht die Lehre arglistiges Handeln des Täters. Der Grund des Vertrauens kann d a- bei etwa in der Unbeholfenheit oder Unerfahrenheit des Opfers oder einer s chon einige Zeit andauernden Geschäftsbeziehung zwischen Täter und Opfer bestehen (vgl. GÜNTER STRATENWERTH/ GUIDO JENNY/ FELIX BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. Aufl. 2010, § 15 N 18, mit weiteren Hinweisen). Bei der vorliegenden A usgangslage kann entgegen der Staatsanwaltschaft nicht ohne Zweifel davon ausgegangen werden, der Beschu l- digte habe nicht arglistig gehandelt. Dies gilt umso mehr, als ein Entfallen der Arglist durch eine allfällige Opfermitverantwortung nur in Ausnahmefäl len – was auf den vorliegenden Fall kaum Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht zutrifft – angenommen wird (vgl. GÜNTER STRATENWERTH/ GUIDO JENNY/ FELIX BOMMER, a.a.O., § 15 N 18 ff.; STEFAN TRECHSEL/ DEAN CRAMERI, in: Stefan Trechsel/ Mark Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxis kommentar, 2. Aufl., Art. 146 N 7, mit weiteren Hi n- weisen; GUNTHER ARZT, a.a.O., Art. 146 N 68; BGE 126 IV 165, E 2a). 6.4 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die Staatsanwaltschaft im vorliegenden Fall mit dem Erlass der Einstellungsverfügung vom 3. Februar 2017 gegen den Grundsatz “in dubio pro duriore“ verstossen hat. Die Begründung der Einstellungsverfügung der Staatsa n- waltschaft vom 3. Februar 2017 vermag nicht zu überzeugen. Neben aktenwidrigen Annahmen finden sich darin auch unzulässige Schlussfolgerungen, indem die Staatsanwaltschaft einzig auf die bestrittenen Aussagen des Beschuldigten abstellt. Dies gilt umso mehr, als die Aussagen des Beschuldigten in der Konfrontationseinvernahme vom 8. September 2015 nicht überze u- gend, teilweise sogar nachweislich falsch sind und in keiner Weise einen gegen ihn vorliege n- den Tatverdacht zu entkräften vermögen. Vielmehr führen sie zu weiteren Unklarheiten. Auch die Frage, inwieweit sich die vorliegend umstrittene Darlehensgewährung mit der gleichzeitig en Tätigkeit des Beschuldigten als Vermögensverwalter der Beschwerdeführerin vereinbaren lässt, hat die Staatsanwaltschaft in der geführten Strafuntersuchung nicht geprüft. Dass der Beschu l- digte durch sein Verhalten den Tatbestand des Betruges nach Art. 146 StGB begangen haben könnte, erscheint keinesfalls ausserhalb jeder Möglichkeit. Somit kann ein strafrechtlich rel e- vantes Verhalten des Beschuldigten keineswegs ausgeschlossen werden, so dass nicht mit Sicherheit mit einem freisprechenden Erkenntnis im Fa lle einer Anklage zu rechnen wäre. Die Staatsanwaltschaft hätte im vorliegenden Fall nach Abschluss der Strafuntersuchung einen Strafbefehl gegen den Beschuldigten erlassen oder Anklage beim zuständigen Gericht erheben müssen. Im Ergebnis erweist sich di e Beschwerde vom 16. Februar 2017 somit als begründet und ist gutzuheissen. Demnach wird die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 3. Februar 2017 aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft wird in Anwendung von Art. 397 Abs. 3 StPO angewiesen, die Stra funtersuchung gegen den Beschuldigten wieder aufzune h- men und einen Strafbefehl gegen den Beschuldigten zu erlassen oder Anklage beim zuständ i- gen Gericht zu erheben. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht III. Kosten 1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vorli e- genden Verfahrens, mithin der erfolgten Gutheissung der Beschwerde, gehen die Verfahre ns- kosten von Fr. 1‘550. --, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 1‘5 00.-- sowie Auslagen von Fr. 50. --, in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 und 4 StPO zu Lasten der Staatskasse. Die von der Beschwerdeführerin erbrachte Sicherheitsleistung in der Höhe von Fr. 500.-- wird die- ser vollumfänglich zurückerstattet. 2. In seiner fakultativen Stellungnahme vom 3. März 2017 begehrt der Beschuldigte die G e- währung der unentgeltlichen Rechtspflege mit dessen Rechtsvertreter Dr. Pascal Schmutz. Be- gründet wird der Antrag einzig mit den finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten und seiner Ehefrau (vgl. fakultative Stellungnahme vom 3. März 2017, Ziffer 5). Der Entscheid über die Bestellung der amtlichen Verteidigung sowie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspf lege ist gemäss Art. 133 Abs. 1 StPO und Art. 136 Abs. 1 StPO durch die Verfahrensleitung zu tre f- fen. In Gerichtsverfahren mit Kollegialgerichten kommt die Verfahrensleitung nach Art. 61 lit. c StPO dem Präsidenten des betreffenden Gerichts zu. Gemäss Art. 136 Abs. 1 StPO steht das Institut der unentgeltlichen Rechtspflege im Strafverfahren einzig der Privatklägerschaft zur Ver- fügung. Im vorliegenden Verfahren ist der Beschuldigte offensichtlich nicht Privatkläger, we s- halb ihm keine unentgeltliche Rechtspfl ege gewährt werden kann. Eine amtliche Verteidigung des Beschuldigten wird von der Verfahrensleitung angeordnet, wenn dieser nicht über die erfor- derlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung sein er Interessen geboten ist (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO). Zu diesen spezifischen Voraussetzungen finden sich in der fakulta- tiven Stellungnahme vom 3. März 2017 indes keine Ausführungen. Das Gesuch des Beschu l- digten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist daher abzuweisen. 3. Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Dr. Stefan Suter, wird sodann für das B e- schwerdeverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'000. -- (inklusive Auslagen) zuzüglich Mehrwertsteuer von 8%, total von Fr. 1'080.--, aus der Staatskasse ausgerichtet. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 3. Februar 2017 aufgeh o- ben. 2. 3. Die Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft wird angewiesen, die Stra f- untersuchung weiterzuführen und einen Strafbefehl gegen den B e- schuldigten zu erlassen oder Anklage beim zuständigen Gericht zu erheben. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘550. --, bestehend aus einer Gerichts- gebühr von Fr. 1‘5 00.-- sowie Auslagen von Fr. 50. --, gehen zu La s- ten des Staates. Die von der Beschwerdeführerin erbrachte Sicherheitsleistung in der Höhe von Fr. 500.-- wird dieser vollumfänglich zurückerstattet. 4. 5. Der Antrag des Beschuldigten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen. Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Dr. Stefan Suter, wird eine Entschädigung von Fr. 1‘000. -- (inkl. Auslagen) zuzüglich Meh r- wertsteuer von 8%, total in der Höhe von Fr. 1'080. --, aus der Staats- kasse ausgerichtet. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiberin i.V. Fanni Widmer Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht