<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00149</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224511&amp;W10_KEY=13045533&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00149</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.11.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug zur Ehefrau</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Abweisung des Gesuchs um Familiennachzug für einen 44-jährigen serbischen Staatsangehörigen aufgrund dessen mutwilliger Verschuldung bei vorherigen Aufenthalten im Rahmen früherer Ehen in der Schweiz.] Die serbische Ehefrau des Beschwerdeführers hat einen gefestigten Aufenthaltsanspruch in der Schweiz, womit ihm grundsätzlich ein Anspruch auf Familiennachzug zukommt (E. 2.3). Der Beschwerdeführer hat sich bei seinen bisherigen Aufenthalten in der Schweiz erheblich verschuldet (E. 3.1). Die Verschuldung ist mutwillig, da er zu lange an einer unrentablen selbständigen Erwerbstätigkeit festhielt (E. 3.4). Entsprechend erlischt der Anspruch des Beschwerdeführers auf Familiennachzug in Anwendung von Art. 51 Abs. 2 lit. b AIG (E. 3.5). Die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung ist zudem verhältnismässig, auch wenn seiner Ehefrau die Ausreise aus der Schweiz aufgrund eines Kinds mit Schweizer Staatsbürgerschaft nicht zumutbar ist. Die Ehegatten mussten aufgrund der Verschuldung und vorherigen Wegweisungen bereits beim Eheschluss damit rechnen, dass sie die Ehe nicht würden in der Schweiz leben können (E. 4.3). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MUTWILLIGE VERSCHULDUNG">MUTWILLIGE VERSCHULDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTÃNDIGE ERWERBSTÃTIGKEIT">SELBSTÃNDIGE ERWERBSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 51 Abs. 2 lit. b AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. 1 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 Abs. 2 EMRK</span><br/><span class="gerade">Art. 77a Abs. 1 lit. b VZAE</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=68594" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00149</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. November 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Dumenig Stiffler. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Familiennachzug zur Ehefrau,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A ist ein 1980 geborener serbischer StaatsangehÃ¶riger. Nach einem ersten illegalen Aufenthalt in der Schweiz im Jahr 2005, der mit einer strafrechtlichen Verurteilung und einer dreijÃ¤hrigen Einreisesperre sanktioniert wurde, heiratete er am 16. September 2011 die Schweizerin C (geboren 1971) und erhielt vom Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei dieser. Vor und wÃ¤hrend dieser Ehe zeugte er in Serbien mit einer anderen Frau drei Kinder (geboren 2008, 2010 und 2013). Nachdem C am 4. September 2013 in Serbien Scheidungsklage gegen A erhoben hatte, widerrief das Migrationsamt am 22. Januar 2014 dessen Aufenthaltsbewilligung und wies ihn aus der Schweiz weg. Diese VerfÃ¼gung blieb unangefochten und A verliess die Schweiz am 20. Mai 2014.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 3. Juli 2014 heiratete A in D die in der Schweiz aufenthaltsberechtigte slowakische StaatsangehÃ¶rige E (geboren 1968), woraufhin ihm das Migrationsamt am 25. August 2014 eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zum Verbleib bei dieser erteilte. Am 2. November 2014 wurde A in Deutschland verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Am 10. Juni 2015 wurde er vom Landgericht F (Deutschland) wegen der unerlaubten Einfuhr von BetÃ¤ubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit BetÃ¤ubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Aufgrund dieser Landesabwesenheit stellte das Migrationsamt am 21. August 2015 das ErlÃ¶schen der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA von A fest. Einen Rekurs gegen diese VerfÃ¼gung zog A zurÃ¼ck, weshalb das Rekursverfahren durch die Sicherheitsdirektion am 22. Dezember 2015 als erledigt abgeschrieben wurde.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Nachdem das Migrationsamt ein Gesuch von A um Erteilung einer Einreisebewilligung vom 26. Juli 2016 abgelehnt hatte und auf sein Gesuch um Neuerteilung der Aufenthaltsbewilligung vom 26. Juli 2017 nicht eingetreten war, da er aufgrund der Verurteilung in Deutschland noch im Schengener Informationssystem (SIS) ausgeschrieben war, stellte dieser am 28. Oktober 2019 erneut ein Gesuch um Familiennachzug zum Verbleib bei seiner Ehefrau E. Hierauf erteilte ihm das Migrationsamt am 4. November 2019 eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, welche letztmals bis am 31. Oktober 2021 verlÃ¤ngert wurde. Nachdem das Migrationsamt Kenntnis davon erhalten hatte, dass sich A und E getrennt hatten, widerrief es am 5. Mai 2021 die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA von A. Einen gegen dies VerfÃ¼gung gerichteten Rekurs von A wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 9. Juli 2021 ab. Auf eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde trat das Verwaltungsgericht mit VerfÃ¼gung vom 13. Oktober 2021 nicht ein, da A den Kostenvorschuss nicht rechtzeitig leistete (Verfahren VB.2021.00571). Diese VerfÃ¼gung erwuchs in Rechtskraft.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Bereits am 17. August 2021 hatte das Bezirksgericht G die Ehe von A und E geschieden. A heiratete daraufhin am 27. September 2021 die in der Schweiz aufenthaltsberechtigte serbische StaatsangehÃ¶rige H (geboren 1990) und stellte am 14. Oktober 2021 ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei dieser. Dieses Gesuch wies das Migrationsamt am 4. Juli 2023 ab, da A mit seiner mutwilligen Schuldenwirtschaft einen Widerrufsgrund gesetzt habe, was der Bewilligungserteilung entgegenstehe, und wies A aus der Schweiz und dem Schengen-Raum weg.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen hiergegen am 7. August 2023 erhobenen Rekurs von A wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 16. Februar 2024 ab und setzte ihm eine neue Ausreisefrist an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 20. MÃ¤rz 2024 erhob A Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Entscheid der Sicherheitsdirektion vom 16. Februar 2024 aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, ihm eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau zu erteilen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 21. MÃ¤rz 2024 wurde A aufgefordert, eine Kaution in der HÃ¶he von Fr. 2'070.- zu leisten. Diese ging fristgerecht beim Verwaltungsgericht ein.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 25. MÃ¤rz 2024 auf Vernehmlassung. Das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. A reichte am 28. MÃ¤rz 2024 einen neuen Arbeitsvertrag zu den Akten. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. Oktober 2024 wurde A aufgefordert, dem Verwaltungsgericht aktuelle Unterlagen betreffend seine ErwerbstÃ¤tigkeit und die ErwerbstÃ¤tigkeit seiner Ehefrau H sowie aktuelle BetreibungsregisterauszÃ¼ge einzureichen. Dieser Aufforderung kam er mit Eingabe vom 4. November 2024 nach.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 44 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) kann auslÃ¤ndischen Ehegatten und Kindern von Personen mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit der nachziehenden Person zusammenwohnen (lit. a), eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist (lit. b), sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind (lit. c), sie sich in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verstÃ¤ndigen kÃ¶nnen (lit. d) und die nachziehende Person keine jÃ¤hrlichen ErgÃ¤nzungsleistungen bezieht oder wegen des Familiennachzugs beziehen kÃ¶nnte (lit. e). FÃ¼r die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung ist anstelle der Voraussetzung gemÃ¤ss lit. d die Anmeldung zu einem SprachfÃ¶rderungsangebot ausreichend (Art. 44 Abs. 2 AIG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Anders als die Nachzugsbestimmungen betreffend Ehegatten und Kinder von Schweizerinnen und Schweizern und Personen mit Niederlassungsbewilligung (Art. 42 bzw. 43 AIG) rÃ¤umt Art. 44 AIG keinen Nachzugsanspruch ein; die BehÃ¶rden entscheiden vielmehr nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen (BGE 137 I 284 E. 1.2 und E. 2.3.2). Hingegen lÃ¤sst sich aus dem in Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) garantierten Schutz des Familienlebens ein Anspruch auf Nachzug des Ehegatten bzw. der Ehegattin und der minderjÃ¤hrigen Kinder ableiten, soweit die familiÃ¤re Beziehung intakt ist und tatsÃ¤chlich gelebt wird und der sich hier aufhaltende FamilienangehÃ¶rige Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfÃ¼gt (BGE 139 I 330 E. 1.2, 137 I 284 E. 1.3, 135 I 143 E. 1.3; VGr, 21. Dezember 2023, VB.2023.00629, E. 3.2, und 17. Februar 2022, VB.2021.00072, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><a id="_Ref181717159"><b>2.3 </b>H, die aktuelle Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers, hÃ¤lt sich seit Mai 2005 und damit seit deutlich mehr als zehn Jahren in der Schweiz auf. PraxisgemÃ¤ss ist bei dieser Ausgangslage davon auszugehen, dass ihr ein gefestigter Aufenthaltsanspruch gestÃ¼tzt auf Art. 8 Abs. 1 EMRK zukommt (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.9). Da zudem aus den Akten keine Anhaltspunkte hervorgehen, dass die Beziehung von H und dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht intakt wÃ¤re oder nicht gelebt wÃ¼rde, kann sich auch der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r den Familiennachzug auf Art. 8 Abs. 1 EMRK berufen. Bei dieser Konstellation haben die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden nicht nur in pflichtgemÃ¤ssem Ermessen nach Art. 44 AIG Ã¼ber das Nachzugsbegehren zu entscheiden, sondern dÃ¼rfen sie den anbegehrten Nachzug nur aus guten GrÃ¼nden verweigern. Solche GrÃ¼nde liegen etwa vor, wenn die Bewilligungsvoraussetzungen nach Art. 44 AIG nicht erfÃ¼llt oder die in Art. 47 AIG bzw. Art. 73 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit (VZAE, SR 142.201) statuierten Nachzugsfristen nicht eingehalten sind, oder wenn ErlÃ¶schensgrÃ¼nde nach Art. 51 Abs. 2 AIG vorliegen beziehungsweise der Anspruch rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht wird (BGE 146 I 185 E. 6.2, 139 I 330 E. 2.4.1, 137 I 284 E. 2.6; VGr, 8. Februar 2024, VB.2023.00364, E. 2.1 â 6. April 2023, VB.2022.00459, E. 3.1 â 17. Februar 2022, VB.2021.00072, E. 5).</a></p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Nach Art. 51 Abs. 2 lit. b AIG erlÃ¶scht der Anspruch auf Familiennachzug, wenn ein Widerrufsgrund nach Art. 62 oder 63 Abs. 2 AIG vorliegt. Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn die nachzuziehende Person erheblich oder wiederholt gegen die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefÃ¤hrdet oder die innere oder die Ã¤ussere Sicherheit gefÃ¤hrdet (Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG). Nach Art. 77a Abs. 1 lit. b der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit (VZAE, SR 142.201) ist ein Verstoss gegen die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung bei mutwilliger NichterfÃ¼llung der Ã¶ffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen anzunehmen. Wie hoch die Verschuldung in quantitativer Hinsicht insgesamt sein muss, um den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG zu erfÃ¼llen, ist gesetzlich nicht festgelegt. Der Rechtsprechung lÃ¤sst sich jedoch entnehmen, dass ein Betrag von rund Fr. 32'000.- oder weniger nicht genÃ¼gt, wohl aber ein Betrag von rund Fr. 80'000.- und mehr (vgl. BGr, 24. Februar 2022, 2C_834/2021, E. 3.3 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><a id="_Ref178668415"><b>3.1 </b>Gegen den BeschwerdefÃ¼hrer sind beim Betreibungsamt I zwÃ¶lf Verlustscheine im Umfang von Fr. 21'171.75 (Stand 30. September 2022), beim Betreibungsamt J zwei Verlustscheine im Umfang von Fr. 2'911.30 (Stand 7. MÃ¤rz 2023) und beim Betreibungsamt K 47 Verlustscheine im Umfang von Fr. 162'637.97 (Stand 25. Oktober 2024) verzeichnet. Hinzu kommen offene Betreibungen bei den zwei erstgenannten BetreibungsÃ¤mtern. Die Verschuldung liegt damit bei rund Fr. 186'000.-, womit die quantitativen Voraussetzungen an einen Widerruf gemÃ¤ss Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG â und damit an ein ErlÃ¶schen des Familiennachzugsanspruchs gemÃ¤ss Art. 51 Abs. 2 lit. b AIG â erfÃ¼llt sind. Dies bleibt in der Beschwerde auch unbestritten.</a></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Strittig ist hingegen die Mutwilligkeit der Verschuldung. Eine Verschuldung ist mutwillig, wenn sie selbst verschuldet und qualifiziert vorwerfbar ist, wovon nicht leichthin auszugehen ist (BGE 137 II 297 E. 3.3; BGr, 19. August 2024, 2C_570/2023, E. 4.2.1, und 5. Juni 2024, 2C_637/2023, E. 4.2 auch zum Folgenden). Ein mutwilliges Verhalten im Sinne von Art. 77a Abs. 1 lit. b VZAE liegt vor, wenn die auslÃ¤ndische Person aus Absicht, BÃ¶swilligkeit oder Liederlichkeit bzw. Leichtfertigkeit ihren Ã¶ffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommt (BGr, 19. August 2024, 2C_570/2023, E. 4.2.1 â 31. Mai 2024, 2C_490/2023, E. 5.2 â 4. November 2021, 2C_410/2021, E. 2.3).</p> <p class="Urteilstext"><a id="_Ref160610333"><span>Der Beweis der Mutwilligkeit obliegt der MigrationsbehÃ¶rde (BGr, 8. Dezember 2023, 2C_213/2023, E. 4.3 mit zahlreichen Hinweisen). Die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder sind allerdings nach Art. 90 AIG verpflichtet, an der Feststellung des massgebenden Sachverhalts mitzuwirken. Die Mitwirkungspflicht erstreckt sich insbesondere auf Tatsachen, die eine Partei besser kennt als die BehÃ¶rden und die diese ohne Mitwirkung der Betroffenen gar nicht oder nicht mit vernÃ¼nftigem Aufwand erheben kÃ¶nnen. Anwendbar ist dieser Grundsatz auch dann, wenn aufgrund der gesamten Sachlage sich die Hinweise fÃ¼r einen auslÃ¤nderrechtlichen Tatbestand so verdichtet haben, dass ohne Not davon ausgegangen werden kann, dass der strittige Tatbestand vorliegt. In solchen Konstellationen obliegt es der auslÃ¤ndischen Person, den Gegenbeweis zu erbringen. Kann sie das nicht, ist der Tatbestand als erfÃ¼llt zu betrachten (zum Ganzen BGr, 6. Mai 2021, 2C_882/2020, E. 3.4.3, und 20. November 2020, 2C_673/2020, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen; </span>VGr, 14. MÃ¤rz 2024, VB.2023.00429, E. 4.1.3<span>).</span></a></p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, er sei lange einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit im Baubereich nachgegangen. Jedoch sei er in den Jahren 2020 und 2021 krankgeschrieben gewesen und habe zudem die Coronapandemie die Auftragslage verschlechtert. Weder die Taggelder von der Krankenversicherung noch die KurzarbeitsentschÃ¤digungen wÃ¤hrend der Pandemie hÃ¤tten die Erwerbseinbussen seiner lÃ¤ngeren krankheitsbedingten Abwesenheit zu decken vermocht, zumal wÃ¤hrend der Krankheit keine neuen AuftrÃ¤ge hÃ¤tten akquiriert werden kÃ¶nnen und damit auch nach der Genesung der GeschÃ¤ftsgang schlecht gewesen sei. Da er eine Einzelfirma betrieben habe, seien alle geschÃ¤ftlichen Schulden direkt ihm zuzurechnen, was nicht der Fall gewesen wÃ¤re, wenn er beispielsweise eine GmbH gegrÃ¼ndet hÃ¤tte. Entsprechend seien ein schlechter GeschÃ¤ftsgang mit entsprechend niedrigem Einkommen sowie die persÃ¶nliche Haftung fÃ¼r sÃ¤mtliche Verpflichtungen der Firma als Unternehmensrisiko zu qualifizieren, was kein im migrationsrechtlichen Verfahren qualifiziert vorwerfbares mutwilliges Verhalten darstelle. Ausserdem habe der BeschwerdefÃ¼hrer eine Liegenschaft in Serbien verkauft, um die finanzielle Situation zu stabilisieren, und habe er, als auch das GeschÃ¤ftsjahr 2022 nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte, folgerichtig beschlossen, eine unselbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit zu suchen. Es kÃ¶nne ihm deshalb auch nicht vorgeworfen werden, sich zu lange an eine unrentable selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit geklammert zu haben. Dass er die so gefundene Stelle bei der L GmbH nicht wie geplant, das heisst am 1. Mai 2023, habe antreten kÃ¶nnen, liege daran, dass er verhaftet und in Untersuchungshaft versetzt worden sei. Dies kÃ¶nne ihm aber, da das Strafverfahren noch nicht abgeschlossen sei, aufgrund der Unschuldsvermutung nicht vorgeworfen werden. In seiner Beschwerde brachte er schliesslich vor, dass er per 1. April 2024 bei der M AG wieder eine Stelle antreten und dort brutto Fr. 4'000.- monatlich verdienen werde, was ausreiche, um den Lebensbedarf fÃ¼r sich und seine Ehefrau sowie seinen Stiefsohn zu decken. Es bestehe gar ein Ãberschuss von Fr. 500.-, welcher zur Schuldensanierung genutzt werden kÃ¶nne. Diese Berechnung des BeschwerdefÃ¼hrers geht jedoch von der PrÃ¤misse aus, dass die von ihm monatlich freiwillig geleisteten Fr. 1'000.- an Unterhaltszahlungen an seine eigenen Kinder in Serbien dem Lebensbedarf nicht zugerechnet werden.</p> <p class="Urteilstext">In der Eingabe vom 4. November 2024 ergÃ¤nzte der BeschwerdefÃ¼hrer, dass er die Stelle bei der M AG doch nicht habe antreten kÃ¶nnen. Er sei indes in der Zwischenzeit wieder erfolgreich selbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tig. Weder bei ihm noch bei der Ehefrau seien sodann neue Betreibungen hinzugekommen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.1 </b>ZunÃ¤chst ist festzuhalten, dass jedes wirtschaftliche Handeln Risiken birgt und berufliche RÃ¼ckschlÃ¤ge einem SelbstÃ¤ndigerwerbenden nicht ohne Weiteres vorgeworfen werden kÃ¶nnen (BGr, 4. November 2021, 2C_410/2021, E. 3.4.3 mit Hinweisen, und 2. MÃ¤rz 2021, 2C_764/2020, E. 3.3.2). Jedoch kann unter bestimmten UmstÃ¤nden das Festhalten an einer unrentablen selbstÃ¤ndigen TÃ¤tigkeit mutwillig sein (BGr, 19. Januar 2024, 2C_1043/2022, E. 4.4, und 4. November 2021, 2C_410/2021, E. 3.4.3 mit Hinweis).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.2 </b>Aus dem Handelsregister ergibt sich, dass Ã¼ber den BeschwerdefÃ¼hrer und sein Einzelunternehmen (A, CHE-â¦, Zweck: Maler, Gipser, Fassade, Boden-Arbeit und Reinigung) bereits am 27. Februar 2013 durch das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich der Konkurs erÃ¶ffnet und das Konkursverfahren am 4. April 2013 mangels Aktiven eingestellt wurde, woraufhin das Einzelunternehmen des BeschwerdefÃ¼hrers aus dem Handelsregister gelÃ¶scht wurde. Bereits damals ging das Obergericht unter Beizug eines Betreibungsregisterauszugs des Betreibungsamts N (im vorliegenden Verfahren nicht in den Akten) und der darin enthaltenen Verlustscheine und Betreibungen von einer ZahlungsunfÃ¤higkeit im Sinn von Art. 174 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber Schuldbetreibung und Konkurs vom 11. April 1889 (SR 281.1) aus. Dass er danach zu einem unbekannten Zeitpunkt trotzdem erneut eine selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit aufnahm, welche zu seiner zuvor festgestellten erheblichen Verschuldung fÃ¼hrte, ist dem BeschwerdefÃ¼hrer grundsÃ¤tzlich qualifiziert vorwerfbar. So sind aus den BetreibungsregisterauszÃ¼gen zahlreiche Forderungen der Sozialversicherungsanstalt des Kantons ZÃ¼rich ersichtlich, welche SozialversicherungsbeitrÃ¤ge fÃ¼r sich selbst und Mitarbeiter zum Gegenstand haben dÃ¼rften. Ausserdem war der BeschwerdefÃ¼hrer auch auf mehrmalige Nachfrage hin nicht in der Lage, eine Buchhaltung zu seinem Einzelunternehmen zu prÃ¤sentieren was ebenfalls Zweifel an seiner FÃ¤higkeit, eine rentable selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben, aufkommen lÃ¤sst.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.3 </b>Dass die Verschuldung des BeschwerdefÃ¼hrers seit seiner RÃ¼ckkehr in die Schweiz im Herbst 2019 allein durch die schlechte Auftragslage wÃ¤hrend der Coronapandemie und gesundheitliche Probleme des BeschwerdefÃ¼hrers bedingt gewesen wÃ¤re, wie dieser vorbringt, ist ebenfalls nicht glaubhaft. Wie bereits ausgefÃ¼hrt, verschuldete er sich schon 2013 so stark, dass dies zum Konkurs seines Einzelunternehmens fÃ¼hrte. Danach war er bis Herbst 2019 landesabwesend, woraufhin die erste Betreibung gegen ihn nach der RÃ¼ckkehr bereits im FrÃ¼hjahr 2020 angehoben wurde. Dass er jemals Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit wirtschaftlich selbsttragend selbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tig gewesen wÃ¤re, ist nicht ersichtlich. Die behaupteten gesundheitlichen Probleme des BeschwerdefÃ¼hrers sind sodann nicht belegt und es bestanden, wie er selbst vorbringt, wÃ¤hrend der Coronapandemie zahlreiche staatliche Angebote, mit denen Unternehmen pandemiebedingte Umsatzeinbussen ganz oder teilweise auffangen konnten. Dennoch erhÃ¶hte sich seine Verschuldung in dieser Zeit signifikant. Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer schliesslich vorbringt, dass er nicht frÃ¼her eine unselbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit habe antreten kÃ¶nnen, respektive er die Stelle bei der L GmbH noch vor Antritt verloren habe, da er wegen eines ihm vorgeworfenen Einbruchdiebstahls verhaftet und in Untersuchungshaft versetzt wurde, ist ihm nicht zu folgen. Zum einen sah der Arbeitsvertrag mit der L GmbH einen Stellenantritt am 1. Mai 2023 vor, wÃ¤hrend er erst am 13. Juni 2023 in Haft genommen wurde. Zum anderen hÃ¤tte er sich aufgrund seiner (wirtschaftlichen) Vorgeschichte ohnehin bereits deutlich frÃ¼her als erst im FrÃ¼hjahr 2023 (dreieinhalb Jahre nach seiner Wiedereinreise in die Schweiz) um eine unselbstÃ¤ndige TÃ¤tigkeit bemÃ¼hen mÃ¼ssen. Dass er aufgrund von saisonalen Schwankungen im Baugewerbe nicht bereits im Herbst/Winter 2022 eine Anstellung gefunden habe, ist insofern nicht von Belang, als dass es sich weder bei der spÃ¤teren Anstellung bei der L GmbH noch bei der Anstellung bei der M AG um Stellen in der Baubranche handelte, womit diese nicht von den geltend gemachten saisonalen Schwankungen betroffen waren. Auf solche Stellen hÃ¤tte sich der BeschwerdefÃ¼hrer somit auch schon im Herbst 2022 oder noch frÃ¼her bewerben kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung3">Das Festhalten an der unrentablen selbstÃ¤ndigen TÃ¤tigkeit als Gipser ist ihm bei dieser Ausgangslage vorzuwerfen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.4 </b>Auch die Ã¼brigen Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers sind nicht geeignet, die Mutwilligkeit seiner Verschuldung zu widerlegen. So ist nicht glaubhaft, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ein GrundstÃ¼ck in Serbien verkauft habe, um seine finanzielle Situation stabilisieren zu kÃ¶nnen. Zwar liegt ein entsprechender "Vorvertrag zum Immobilienkaufvertrag des Objekts - Tankstelle" datierend vom 11. Dezember 2020 in den Akten, dieser ist jedoch nur von einer Partei unterzeichnet und â obwohl zwischen zwei serbischen StaatsbÃ¼rgern Ã¼ber ein GrundstÃ¼ck in Serbien abgeschlossen â auf Deutsch abgefasst. Zudem ist den eingereichten Bankunterlagen nicht zu entnehmen, dass die im "Vertrag" vereinbarten monatlichen Ratenzahlungen von EUR 14'000.- oder gar die Gesamtsumme von EUR 280'000 jemals an den BeschwerdefÃ¼hrer geflossen wÃ¤ren. WÃ¤re dies der Fall gewesen und ist dennoch im gleichen Zeitraum die zuvor in E. 3.1 festgestellte Verschuldung resultiert, sprÃ¤che dies nur umso mehr fÃ¼r einen bedenklichen Umgang des BeschwerdefÃ¼hrers mit seinen Finanzen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Die Verschuldung des BeschwerdefÃ¼hrers war damit mutwillig und es liegt ein Widerrufsgrund im Sinn von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG vor. Entsprechend kann die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an den BeschwerdefÃ¼hrer gestÃ¼tzt auf Art. 51 Abs. 2 lit. b AIG verweigert werden. Damit liegt auch eine gesetzliche Grundlage und ein legitimes Ã¶ffentliches Interesse fÃ¼r den Eingriff in das Recht auf Familienleben im Sinn von Art. 8 Abs. 2 EMRK vor (BGr, 4. September 2024, 2C_76/2024, E. 7.3 â 8. Dezember 2023, 2C_213/2023, E. 4.2 â 2. Mai 2023, 2C_378/2022, E. 4.2 â 7. Juli 2022, 2C_20/2022, E. 6.4 mit Hinweisen; vgl. auch EGMR, 11. Juni 2013, Hasanbasic c. Schweiz, 52166/09, § 59 mit Hinweisen). Die Verweigerung der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ist indessen nur rechtmÃ¤ssig, sofern sie sich als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweist (Art. 96 Abs. 1 AIG und Art. 8 Abs. 2 EMRK).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die EuropÃ¤ische Menschenrechtskonvention verlangt hierbei, dass die individuellen Interessen an der Erteilung bzw. am Fortbestand des Anwesenheitsrechts und die Ã¶ffentlichen Interessen an dessen Verweigerung oder Beendigung sorgfÃ¤ltig gegeneinander abgewogen werden (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.7, 144 I 91 E. 4.2, 143 I 21 E. 5.1). Dabei ist zu prÃ¼fen, ob eine gute, auch wirtschaftliche, Integration vorliegt, und zu berÃ¼cksichtigen, in welchem Alter die auslÃ¤ndische Person eingewandert ist, wie lange sie im Gastland gelebt hat und welche Beziehungen zum Heimatstaat sie unterhalten hat und noch unterhÃ¤lt (BGE 144 I 266 E. 3.7 mit Hinweisen auf die Praxis des EGMR).</p> <p class="Erwgung2">Wird ein Aufenthaltstitel zufolge mutwilliger Verschuldung widerrufen (oder in diesem Fall: nicht erteilt), ist der Umfang der angehÃ¤uften Schulden erstes Kriterium fÃ¼r die Schwere des Verschuldens und die InteressenabwÃ¤gung. Ferner fÃ¤llt ins Gewicht, ob im Sinne einer gÃ¼nstigen Zukunftsprognose davon auszugehen ist, dass die betroffene Person nicht weiter mutwillig Schulden anhÃ¤ufen wird. Bei mutwilliger Verschuldung besteht ein schutzwÃ¼rdiges Ã¶ffentliches Interesse an der Beendigung des Aufenthalts eines AuslÃ¤nders, um die Ã¶ffentliche Ordnung zu wahren und die AnhÃ¤ufung weiterer Schulden zu verhindern (vgl. BGr, 5. Juni 2024, 2C_637/2023, und 2. Mai 2023, 2C_378/2022, E. 4.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist seinen finanziellen Verpflichtungen gegenÃ¼ber Privatpersonen sowie der Ã¶ffentlichen Hand in substanziellem Umfang nicht nachgekommen (vgl. zuvor E. 3.1). Zwar trifft es zu, dass gegen ihn und seine Ehefrau spÃ¤testens seit dem Februar 2024 keine weiteren Betreibungen mehr angehoben wurden und dass er mit einer seiner GlÃ¤ubigerinnen eine Abzahlungsvereinbarung geschlossen hat. Dies allein vermag jedoch noch keine gÃ¼nstige Prognose zu begrÃ¼nden. Vielmehr fÃ¤llt ins Gewicht, dass der BeschwerdefÃ¼hrer, nachdem er noch in der Beschwerde zu seinem Vorteil berÃ¼cksichtigt wissen wollte, dass er seine Ã¼ber mehrere Jahre hinweg erfolglose selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit aufgegeben habe und bald eine Anstellung antreten werde, nun doch wieder selbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tig ist. Aus den eingereichten Unterlagen geht hervor, dass er zwar gewisse EinkÃ¼nfte aus dieser selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit zu erzielen scheint (Fr. 11'280.-, vgl. die Rechnungen in act. â¦ und die entsprechenden ZahlungseingÃ¤nge durch die O GmbH in den KontoauszÃ¼gen der Monate August und September 2024). Jedoch ist aus den eingereichten KontoauszÃ¼gen auch ersichtlich, dass die Ã¼brigen EingÃ¤nge auf dem Bankkonto seit Beschwerdeerhebung â abgesehen von nicht erlÃ¤uterten Zahlungen der Finanzverwaltung der Stadt K in HÃ¶he von Fr. 606.- und der P GmbH in HÃ¶he von Fr. 3'500.- â aus wiederholten Twint-Zahlungen von verschiedenen nicht nÃ¤her bekannten Personen und Bargeldeinzahlungen in erheblicher HÃ¶he aus unbekannter Herkunft herrÃ¼hren (insgesamt Fr. 40'308.40, vgl. die KontoauszÃ¼ge der Monate April bis September 2024). Es ist daher davon auszugehen, dass es dem BeschwerdefÃ¼hrer nur aufgrund von erheblicher finanzieller UnterstÃ¼tzung aus seinem Umfeld gelang, seine Verschuldung wÃ¤hrend des laufenden Verfahrens nicht weiter zu erhÃ¶hen und dass dies nicht auf seine erneut aufgenommene selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist. Dass er sich auch zukÃ¼nftig nachhaltig selbst wird finanzieren kÃ¶nnen, ist daher nicht zu erwarten. Nach dem Gesagten ist in Anbetracht des hohen Betrags der wÃ¤hrend der bisherigen Aufenthalte durch die selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit angehÃ¤uften Schulden von einem erheblichen Ã¶ffentlichen Interesse an der Wegweisung respektive Fernhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers auszugehen. </p> <p class="Erwgung2">Hinzu kommt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mehrfach straffÃ¤llig geworden ist, wobei er unter anderem in Deutschland wegen der versuchten Einfuhr von ca. 2 kg Heroingemisch und damit eines auch nach Schweizer Recht schweren BetÃ¤ubungsmitteldeliktes verurteilt wurde. Auch auslÃ¤ndische Strafurteile sind bei der Beurteilung des Fernhalteinteresses zu berÃ¼cksichtigen und insbesondere DrogenkriminalitÃ¤t begrÃ¼ndet ein hohes Ã¶ffentliches Interesse an einer Ausweisung oder Fernhaltung (vgl. BGr, 5. April 2019, 2C_813/2018, E. 5.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Der 44-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer hielt sich bislang wÃ¤hrend etwa acht Jahren (von Herbst 2011 bis Herbst 2014 und seit Herbst 2019) in der Schweiz auf, wobei er im Oktober 2021 rechtskrÃ¤ftig weggewiesen wurde. Der seitherige Aufenthalt wurde nur im Rahmen des direkt darauf angehobenen erneuten Bewilligungsverfahrens gestattet. Einem Aufenthalt, der sich nur auf die aufschiebende Wirkung von Rechtsmitteln stÃ¼tzt, ist kein besonderes Gewicht beizumessen (BGr, 22. November 2021, 2C_561/2021, E. 4.2.2, und 24. August 2020, 2C_413/2020, E. 1.1 und 3.1), womit insgesamt kein besonders langer Aufenthalt in der Schweiz vorliegt. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat zwar gewisse Deutschkenntnisse und bezog nie Sozialhilfe. Seine Integration ist insgesamt jedoch als mangelhaft zu qualifizieren. Schliesslich ist auch das Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers und seiner Ehefrau H an einem gemeinsamen Eheleben in der Schweiz zu relativieren. Zwar hat H einen gefestigten Aufenthaltsanspruch in der Schweiz (vgl. zuvor E. 2.3) und ist ihr grundsÃ¤tzlich eine Ausreise aus der Schweiz auch aufgrund ihres Sohnes aus einer frÃ¼heren Beziehung, der die Schweizer StaatsbÃ¼rgerschaft hat, nicht zuzumuten. Der BeschwerdefÃ¼hrer war jedoch bereits hoch verschuldet, zwei Mal rechtskrÃ¤ftig aus der Schweiz weggewiesen worden und war eine dritte Wegweisung bereits angeordnet und von der Rekursinstanz bestÃ¤tigt worden, als er die Ehe mit H am 27. September 2021 schloss. Mit anderen Worten mussten die Ehegatten realistischerweise damit rechnen, dass sie die Ehe nicht wÃ¼rden in der Schweiz leben kÃ¶nnen. Das private Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers und seiner Ehefrau an dessen Verbleib in der Schweiz wiegt entsprechend nicht besonders schwer. Zudem kÃ¶nnen sie ihre Beziehung auch durch moderne Kommunikationsmittel und besuchsweise aufrechterhalten, zumal die Ehefrau ebenfalls serbische StaatsangehÃ¶rige ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hielt sich bis zum Alter von 31 Jahren sowie auch zwischen Juli 2016 bis Ende Oktober 2019 in Serbien auf und hat dort FamilienangehÃ¶rige. Eine RÃ¼ckkehr ist ihm zumutbar.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Im Resultat Ã¼berwiegt das erhebliche Ã¶ffentliche Interesse an der Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers dessen privates Interesse am Verbleib in der Schweiz und ist die Verweigerung des Familiennachzugs verhÃ¤ltnismÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Ihm ist sodann keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss <a id="Text31">erkennt</a> <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien (an das Migrationsamt unter Beilage von Kopien von â¦);<br/> b) die Sicherheitsdirektion.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>