B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1104/2016 pjn U r t e i l v o m 1 8 . O k t o b e r 2 0 1 6 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richterin Daniela Brüschweiler, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 18. Januar 2016 / N (…). D-1104/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer Sri Lanka am (…) Juli 2014 auf dem Luftweg und gelangte am 16. Juli 2014 in die Schweiz, wo er am 17. September 2014 um Asyl nachsuchte. Am 23. Sep- tember 2014 führte das damalige BFM (heute SEM) die Befragung zur Per- son (BzP) durch. Die Anhörung fand am 6. Oktober 2015 statt. A.b Der Beschwerdeführer machte geltend, tamilischer Ethnie und B._______ aufgewachsen zu sein. Sein Onkel C._______ habe seinerzeit Uniformen für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) genäht. Er habe die Rebellen auch beherbergt und verpflegt. Aufgrund der ihm daraus er- wachsenden Probleme sei er in die Schweiz geflohen. Wegen C._______ sei sein Vater immer wieder festgenommen und geschlagen worden, wes- halb auch er geflohen sei. Er als sein Sohn habe die LTTE während des Waffenstillstands ebenfalls mit Essen und Kleidern unterstützt. Eine Cou- sine habe im Geheimdienst der LTTE gearbeitet. Wegen C._______ sei schliesslich auch er in den Fokus der Sicherheitskräfte geraten. Er sei wie- derholt mitgenommen, geschlagen und einer Meldepflicht unterstellt wor- den. Die Familie sei beschuldigt worden, Anhänger der LTTE zu sein. In Anbetracht dieser Sachlage sei er 2007 zusammen mit der Mutter und dem jüngeren Bruder nach Indien geflohen und 2012 wieder ins Heimatland zu- rückgekehrt. Zunächst hätten sich keine Probleme ergeben. Erst Ende 2013 und 2014 sei er beim Fussballspiel mit einer Militärmannschaf t als Gegner mit einem Soldaten – D._______ – in Konflikt geraten. Aus Angst vor weiteren Konsequenzen habe er sich vorerst versteckt gehalten. Spä- ter sei er wieder nach Hause zurückgekehrt. D._______ habe ihn aufge- fordert, für ihre Mannschaft zu spielen. Zudem sei er von Personen aus dem Umfeld von D._______ wiederholt befragt und geschlagen worden. Durch Vermittlung eines Friedensrichters und eines Pfarrers sei er jeweils wieder freigekommen. Im Rahmen der letzten Festnahme habe der Pfarrer mit einem höhe ren Offizier gesprochen und vereinbart, dass er (der Be- schwerdeführer) fortan nicht mehr behelligt werde. Diese Vereinbarung sei auch der Polizeidienststelle kommuniziert worden. Anlässlich eines weite- ren Spiels sei er aber wieder in eine Auseinandersetzung mit D._______ verwickelt worden, worauf D._______ sich habe rächen wollen. Er habe die Probleme, welche damals wegen C._______ entstanden seien, zum Anlass genommen, um gegen ihn vorzugehen. Vor kurzem habe er eine Vorladung der Sicherheitskräfte, gemäss welcher er sich beim Armeelager hätte melden sollen , erhalten. Da ein Cousin, welcher die LTTE als Van-D-1104/2016 Seite 3 Fahrer unterstützt habe, einer solchen Vorladung gefolgt und nicht mehr zurückgekehrt sei, habe er sich entschlossen, wegen seines familiären Hin- tergrunds nicht vor Ort zu erscheinen, und sei stattdessen ausgereist. In der Schweiz wohne er bei C._______ Er habe erfahren dass er nach der Ausreise zuhause gesucht worden sei. A.c Der Beschwerdeführer gab seine Identitätskarte, einen Geburtsregis- terauszug, ein Schulzeugnis, eine militärische Vorladung und zwei Bestä- tigungsschreiben zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 18. Januar 2016 – eröffnet am 21. Januar 2016 – stellte das SEM fest, d er Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingsei genschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegwei- sung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug. C. Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 22. Februar 2016 beantragte der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der Ver- fügung des SEM wegen Verletzung des Anspruchs auf das rechtliche Ge- hör und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. Eventualiter sei die Verfügung wegen Verlet- zung der Begründungspflicht aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben, die Flücht- lingseigenschaft festzustellen und Asyl zu gewähren . Eventualiter sei die Verfügung in den Dispositivziffern 4 und 5 aufzuheben und die Unzulässig- keit beziehungsweise zumindest die Unzumutbarkeit des Vollzugs festzu- stellen. Es sei mitzuteilen, welcher Bundesverwaltungsrichter oder welche Bundesverwaltungsrichterin sowie welcher Gerichtsschreiber oder welche Gerichtsschreiberin im vorliegenden Verfahren mit der Instruktion betraut seien und welche Richter oder Richterinnen an einem Entscheid weiter mit- wirkten. Vom Gericht sei eine Bestätigung, wonach diese Gerichtsperso- nen auch in diesem Fall nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden seien und insbesondere keine Programmierung oder Manipulation existiere, wel- che eine Beeinflussung der entsprechenden Zuteilung ermögliche, zu übermitteln. Der Weg von der Registrierung der Beschwerde bis zur Be- stimmung der zuständigen Gerichtspersonen sei über einen Ausdruck des entsprechenden Logbuches des Registrierungssystems des Bundesver-D-1104/2016 Seite 4 waltungsgerichts zu dokumentieren . Dem Rechtsvertreter sei zu versi- chern, dass zwischen den ausgewählten Gerichtspersonen und einer am Entscheid des SEM mitwirkenden Person keine besondere Freundschaft bestehe beziehungsweise bestanden habe, wobei Stillschweigen als Zusi- cherung des Nichtbestehens einer solchen besonderen Freundschaft ver- standen werde. Dem Gericht wurden mit der Eingabe die Beilagen gemäss Auflistung in der Beschwerde übermittelt (vgl. S. 29 der Rechtsschrift : Beweismittel 1 bis 9). Die Nachreichung von weiteren Beweismitteln wurde in Aussicht ge- stellt; diesbezüglich wurde eine Fristansetzung beantragt. Im Rahmen der Verfahrensanträge ersuchte der Beschwerdeführer ferner um Durchfüh- rung einer erneuten Anhörung. Es seien die Asylakten seines Vaters und eines Onkels beizuziehen. D. Mit Zwischenverfügung vom 26. Februar 2016 verzichtete die Instruktions- richterin auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und stellte die auf- schiebende Wirkung der Beschwerde fest. Das Ersuchen um Ansetzung einer Beweismittelfrist und die Anträge im Zusammenhang mit der Verfah- rensabwicklung am Bundesverwaltungsgericht wurden abgelehnt. Gleich- zeitig wurde – unter Vorbe halt nachträglicher Veränderungen – das Spruchgremium mitgeteilt. E. Am 10. März 2016 übermittelte der Beschwerdeführer dem Gericht Unter- lagen im Zusammen mit dem Aufenthalt von C._______ in der Schweiz. Dieser habe sich damit einverstanden erklärt, dass seine Akten im vorlie- genden Verfahren beigezogen würden. F. Mit Eingabe vom 21. März 2016 gab der Beschwerdeführer einen Ausweis im Zusammenhang mit dem Fussballspiel zu den Akten. G. Mit Vernehmlassung vom 24. März 2016 beantragte das SEM die Abwei- sung der Beschwerde. H. In der Replik vom 14. April 2016 hielt der Beschwerdeführer an seine r Ar- gumentation fest. D-1104/2016 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreff ende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des B undesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). D-1104/2016 Seite 6 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen oder den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen und sie dürfen nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig er- scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbrin- gen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (Art. 7 Abs. 3 AsylG), wichtige Tatsachen unte rdrückt oder bewusst falsch dar stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nach- schiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwir- kung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durcha us Raum für ge- wisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen de r Beschwerdeführen- den. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zw eifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamt würdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, über- wiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. 4. 4.1 Zur Begründung seiner abweisenden Verfügung führt das SEM im Asyl- punkt aus, der Beschwerdeführer habe im Verlauf des Verfahrens wider- sprüchliche Angaben gemacht. Bei der BzP habe er ausgesagt, nach der Massenschlägerei auf dem Fussballfeld viermal zu einer Befragung mitge- nommen worden zu sein. D._______ habe Rache nehmen wollen und da- für gesorgt, dass ihm eine Vorladung der Militärbehörden übermittelt wor- den sei. Auf Anraten des Priesters und des Friedensrichters sei er nach Erhalt der Vorladung nach Colombo und weiter ausser Landes geflohen . Im Rahmen der Anhörung habe er hingegen ausgeführt, nach einem Streit auf dem Fussballfeld sich vorerst versteckt gehalten zu haben. Als er den- noch wieder an einem Spiel teilgenommen habe, sei es zu einer Schlägerei gekommen. Bei dieser Gelegenheit habe er D._______ geschlagen. Aus Angst vor den Konsequenzen sei er direkt nach Colombo gereist. Tags da- rauf habe ihm die Mutter telefonisch mitgeteilt, dass eine Vorladung einge-D-1104/2016 Seite 7 troffen sei. Somit habe er die Anzahl Fussballspiele mit Schlägereien – ei- nes beziehungsweise zwei – und den Zeitpunkt respektive Ort, an welchem er von der Vorladung erfahren habe, unterschiedlich zu Protokoll gegeben. Zudem habe er bei der Anhörung die Befragungen im Zusammenhang mit den Streitereien nach dem ersten Spiel auf dem Fussb allfeld nicht mehr erwähnt. Im Weiteren seien seine Vorbringen in wesentlichen Punkten zu wenig kon- kret, detailliert und differenziert dargelegt worden, wodurch der Eindruck entstehe, er habe das Geschilderte gar nicht selber erlebt. Es könne nicht nachvollzogen werden, dass er in den Jahren 2006 und 2007 durch die Sicherheitskräfte wiederholt wegen C._______ behelligt worden sei, zumal dieser Sri Lanka bereits (…) verlassen habe. Ausserdem habe er diese Befragungen nicht substanziiert vorgebracht und ausweichende Antworten gegeben. Unstimmigkeiten und vage Angaben fänden sich auch im Zusam- menhang mit D._______ So leuchte nicht ein, weshalb er ihn in Anbetracht seines militärischen Hintergrunds gleichwohl geschlagen haben solle. Fer- ner habe er nicht verdeutlichen können, wovor er sich genaue fürchte. Die diesbezüglichen Erläuterungen seien wenig konkret ausgefallen und er- weckten nicht den Eindruck einer gezielten Verfolgung . Die eingereichte militärische Vorladung sei als Dokument leicht fälschbar und habe k aum Beweiswert. Die beiden Bestätigungsschreiben seien als Gefälligkeitsdo- kumente zu werten. Allerdings bleibe zu prüfen, ob Elemente vorlägen, welche die Anerken- nung als Flüchtling respektive die Asylgewährung trotz unglaubhafter Vor- fluchtgründe rechtfertigen würden. Er sei tamilischer Ethnie und mittler- weile fünfzehn Monate landesabwesend. Auch wenn solchen Rückkehrern gegenüber seitens der Behörden eine erhöhte Wachsamkeit bestehe, führ- ten die besagten Umstände noch nicht zur Bejahung einer relevanten Ver- folgungsfurcht. Allerdings könnten die Herkunft aus dem Norden des Lan- des (E._______ im Distrikt F._______) und sein Alter die Aufmerksamkeit ihm gegenüber im Rahmen der Wiedereinreise und der Wiedereingliede- rung zusätzlich erhöhen. Es sei aber davon aus zugehen, dass er keine Massnahmen zu befürchten habe, welche über einen sogenannten back- ground check hinausgehen würden. Ferner hätten die geltend gemachten LTTE-Aktivitäten von C._______ in den 80er und 90erjahren stattgefunden. Damals sei der Beschwerdeführer noch ein Kleinkind gewesen. Es sei mit- hin nicht zu befürchten, dass er deswegen Nachteile zu gewärtigen habe. Sein eigenes und das Engagement des Vaters für die LTTE habe er erst D-1104/2016 Seite 8 bei der Anhörung geltend gemacht, was als nachgeschoben und mithin un- glaubhaft zu qualifizieren sei. Die gemäss seinen Angaben für die LTTE aktiven weiteren Verwandten seien bloss entfernte, was sein Gefährdungs- profil nicht akzentuiere. Zusammenfassend sei nicht davon auszugehen, dass er im Falle einer Rückkehr in Sri Lanka Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hätte. Den Vollzug der Wegweisung erachtete das SEM für zulässig, zumutbar und möglich. Der Beschwerdeführer stamme ursprünglich aus F._______ und habe zuletzt in E._______ im Distrikt F._______ (G._______) gelebt. Die dort herrschende Sicherheitslage spreche nicht gegen die Zumutbar- keit des Wegweisungsvollzugs. Es lägen auch keine individuellen Gründe vor, die der Zumutbarkeit entgegenstehen würden. Vielmehr habe er mit seiner Mutter und den Geschwistern ein tragfähiges Beziehungsnetz, und mit den Plantagen verfüge die Familie über eine wirtschaftliche Lebens- grundlage. Zudem sei er jung und offenbar gesund. 4.2 In der Eingabe vom 22. Februar 2016 legte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Zu sammenhang mit den gerügten Gehörsverlet- zungen dar, der vorinstanzliche Entscheid basiere auf einer mangelhaften Befragung und eine r ebenso schlechten Anhörung. Es sei aufgrund der vorliegenden Protokolle, welche sprachlich wiederholt nicht korrekt seien, fast unmöglich, die Vorbringen seines Mandanten in einer (chrono)logi- schen Abfolge zu eruieren. Diese Sachlage sei auf mangelnde Sachkom- petenz sowohl der befragenden beziehungsweise anhörenden als auch der dolmetschenden Person zurückzuführen. Nach Ausführ ungen zum Sachverhalt und namentlich auch den sportlichen Aktivitäten des Be- schwerdeführers sowie dessen Verwurzelung in einer LTTE-verdächtigen Familie brachte der Rechtsvertreter vor, die BzP sei von kurzer Dauer ge- wesen, wobei sein Mandant immer wieder unterbrochen worden sei. Das SEM argumentiere im angefochtenen Entscheid bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit aber immer wieder mit Abweichungen oder Nachschüben anlässlich der Anhörung, was nicht angehe. Diese seien zwar nicht gene- rell zu bestreiten, a ber auf die erwähnten strukturellen Mängel der Befra- gungssituationen zurückzuführen und insoweit nicht tauglich, die angebli- che Unglaubhaftigkeit der Kernvorbringen zu begründen. Nach dem Ge- sagten stelle die mangelhafte Anhörung für den nicht besonders intelligen- ten Beschwerdeführer einen erheblichen Nachteil dar. Eine erneute Anhö- rung sei unabdingbar. D-1104/2016 Seite 9 Aufgrund der geschilderten Situation sei der Sachverhalt mangelhaft abge- klärt worden. Dies treffe insbesondere auf die persönliche Feindschaft von D._______ (in der Beschwerdeschrift H._______) zum Beschwerdeführer zu. Nach Ausführungen zur fussballerischen Situation in dessen Herkunfts- gebiet hielt der Rechtsvertreter fest, das SEM habe im Entscheid verschie- dene aktuelle Länderinformationen zu Sri Lanka nicht berücksichtigt. Ge- mäss neusten Berichten präsentiere sich die Verfolgungsstruktur gleich wie vor der Wahl der neuen Regierung und des neuen Parlaments. Es komme – was vorliegend relevant sei – nach wie vor zur Reflexverfolgung von An- gehörigen vormaliger LTTE-Aktivisten. Das SEM habe die asylrelevante Bedrohung, welche dem Beschwerdeführer aufgrund seines Persönlich- keitsprofils drohe, nicht korrekt abgeklärt. Zudem seien die Asyldossiers seines Vaters und eines Onkels offenbar nicht beigezogen worden. Daraus hätte aber resultiert, dass er als Mitwisser von LTTE -Aktivitäten bei der Wiedereinreise nach wie vor relevant gefährdet sei. Dies umso mehr, als er eigene Aktivitäten geltend gemacht habe, welche vom SEM in Berück- sichtigung der erwähnten Protokollmängel zu Unrecht für unglaubhaft er- achtet worden seien. Im Weiteren habe das SEM die exilpolitischen Aktivi- täten – Teilnahme am Heldentag in der Schweiz und Mitgliedschaft bei ei- ner (…) – und seine auffällige Narbe in keiner Weise thematisiert. Die angefochtene Verfügung verletze aufgrund der obenstehend erwähn- ten Mängel auch die Begründungspflicht. Es seien die gesamten Vorbrin- gen des Beschwerdeführers weder gehört, noch ernsthaft und sorgfältig geprüft noch rechtsgenüglich gewürdigt worden. Die Einschätzung des SEM, aus zeitlichen Gründen sei die geltend gemachte Reflexverfolgung wegen C._______ in den Jahren 2006 sowie 2007 zu vernei nen, wider- spreche bekannten Länderinformationen, wobei zur verneinten Glaubhaf- tigkeit der Schilderungen wiederum auf die Mängel des Protokolls zu ver- weisen sei. Auch die Verneinung der Glaubhaftigkeit seines Angriffs auf D._______ und die Feststellung des SEM, er habe keine drohende zielge- richtete Verfolgung darlegen können, seien in der gewählten Argumentati- onsweise mit einer korrekten Begründung gestützt auf aktuelle Quellen nicht vereinbar. Aus den angeführten Mängeln der Befragung und der Anhörung des Be- schwerdeführers ergebe sich, dass die vorliegende Glaubhaftigkeitsprü- fung auf einer völlig ungenügenden Basis erfolgt sei, was eine Verletzung des Anspruchs auf ein faires Verfahren darstelle. Eine korrekte Prüfung der Glaubhaftigkeit sei erst nach einer erneuten Anhörung möglich. D-1104/2016 Seite 10 Abschliessend sei bereits jetzt festzustellen, dass der Beschwerdeführer als junger, christlicher Tamile aus dem Norden aufgrund seines Persönlich- keitsprofils bei einer Einreise nach Sri Lanka das Interesse der srilanki- schen Behörden im Sinne einer Verfolgung gemäss Art. 3 AsylG wecken würde. Dies andauernde Verfolgungsinteresse gehe auch daraus hervor, dass die Sicherheitskräfte bei seiner Familie vorgesprochen hätten. Nach dem Gesagten würde ein allfälliger Vollzug der Wegwei sung gegen die relevanten gesetzlichen Bestimmungen verstossen. Es sei mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass tamilische Asylsu- chende jederzeit Opfer menschenrechtswidriger Behandlung werden könnten. 4.3 In der Vernehmlassung vom 24. März 2016 hielt das SEM fest, der fa- miliäre Hintergrund des Beschwerdeführers sei in der angefochtenen Ver- fügung hinreichend berücksichtigt worden. Die LTTE-Vergangenheit des Onkels sei nicht in Abrede zu stellen. Aufgrund des Zeitablaufs sei aber nicht davon auszugehen, dass er deswegen reflexverfolgungsmässig ver- folgt werde. Die mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel rechtfer- tigten keine andere Einschätzung. Der Sri Lanka Bericht beschreibe ledig- lich die allgemeine Lage vor Ort. Die Dokumente im Zusamm enhang mit der Fussballkarriere des Beschwerdeführers enthielten keine Hinweise auf die geltend gemachte Verfolgung. Die eingereichten Arztberichte belegten eine Verletzung, nicht aber deren Ursache. Die Narbe (…) führe nicht zu einer entscheidrelevanten Veränderung seines Risikoprofils. 4.4 In der Replik vom 14. April 2016 machte der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz habe sich zwar zu C._______ geäussert, thematisiere aber seine zahlreichen weiteren familiären LTTE -Verbindungen, die er vorge- bracht habe, nicht. Das SEM sei nicht in der Lage, sein Risikoprofil korrekt zu interpretieren. Die drohende Reflexverfolgung sei aber offensichtlich. Die Vorinstanz verkenne ferner die Relevanz der im Zusammenhang mit dem Fussballsport eingereichten Beweismittel. Er habe die geltend ge- machte diesbezügliche Situation verbunden mit der Feindschaft von D._______ mit den erwähnten Konsequenzen zumindest teilweise belegen können. Die Arztberichte stellten ebenfalls einen Teilbeweis dar, und zwar im Zusammenhang mit den 20 07 erfolg ten behördlichen Übergriffen. Schliesslich schätze das SEM auch die Relevanz seiner Narbe falsch ein. D-1104/2016 Seite 11 5. 5.1 Nachfolgend sind die formellen Rügen vorab zu prüfen, da diese gege- benenfalls zur Kassation der vorinstanzlichen Verfügung führen können. Der Beschwerdeführer stellt den Antrag, die angefochtene Verfügung sei wegen unrichtiger und unvollständiger Sachverhaltsfeststellung und wegen der Verletzung des Prinzips des rechtlichen Gehörs durch das SEM aufzu- heben und die Akten zur Vornahme entsprechender Abklärungen an die Vorinstanz zu überweisen. 5.2 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellt die Asylbehörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts kann nach Art. 49 Bst. b VwVG beziehungsweise Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG gerügt werden. "Un- richtig" ist die Sachverhaltsfeststellung beispielsweise dann, wenn der Ver- fügung ein aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zu - grunde gelegt wurde. "Unvollständig" ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz der geltenden Untersuchungsmaxime den Sach- verhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder nicht alle für den Ent- scheid wesentlichen Sachumstände berücksichtigt wurden (vgl. dazu BEN- JAMIN SCHINDLER, in: Christoph Auer/Markus Müller /Benjamin Schindler, VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 28 zu Art. 49, S. 676 f.). Ihre Grenze findet die Untersuchungspflicht allerdings in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchen- den (vgl. Art. 8 AsylG). 5.3 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV [SR 101], Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung der Verfügung soll es dem Betroffenen ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Art. 35 Abs. 1 VwVG umschreibt den Inhalt der Begründungspflicht nicht näher; verlangt wird aber, dass die Begründung eines Entscheides so abgefasst wird, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können (vgl. LORENZ KNEUBÜHLER, in: Auer/Müller/Schindler, N. 6 ff. zu Art. 35; BVGE 2007/30 E. 5.6). D-1104/2016 Seite 12 5.4 Zutreffend ist, dass es im Anhörungsprotokoll einige Stellen gibt, die insbesondere die chronologische Einordung oder das Erkennen der an- zahlmässigen Häufigkeit von Ereignissen erschweren. So kann beispiels- weise nicht schlüssig eruiert werden, von wie vielen Fussballspielen der Beschwerdeführer genau spricht (vgl. A 11/17 Antwort 50). Auch gewisse sprachliche Ungereimtheiten sind nicht in Abrede zu stellen. Da aber eine Rückübersetzung erfolgte und er unterschriftlich die Korrektheit und Voll- ständigkeit des Protokolls bestätigte, liegt eine für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit grundsätzlich verwertbare Akte vor. Dasselbe trifft auf das Protokoll der BzP zu. Dass er dort in unzulässiger Weise zur Kürze der Schilderungen angehalten worden wäre, kann dem Dokument nicht ent- nommen werden. Mangelnde Sachkompetenz sowohl der befragenden be- ziehungsweise anhörenden als auch der dolmetschenden Person ist mithin nicht in relevantem Ausmass ersichtlich. Zudem sind seine fussballeri- schen Aktivitäten grundsätzlich unbestritten. Der Beschwerdeführer wurde ausführlich zu seinen Asylgründen befragt . Die Anhörung dauerte fünf Stunden, und es erfolgte eine Mittagspause . Die Hilfswerkvertretung machte in ihrem Beiblatt keinerlei kritische Anmerkungen. Insbesondere regte sie keine weiteren Abklärungen an. Die Protokolle stellen somit eine genügende Basis für einen Entscheid über die Glaubhaftigkeit einer asyl- relevanten Verfolgung beziehungsweise begründete n Furcht dar, womit der Sachverhalt in grundsätzlich entscheidreifer Weise abgeklärt war. Eine erneute Anhörung erübrigt sich. Der Beschwerdeführer legt zwar konkretisierend dar, insbesondere die per- sönliche Feindschaft von D._______ zu ihm sei nicht genug abgeklärt wor- den. Aufgrund seiner Aussagen entstand im Ergebnis aber ein deutliches Bild vom geltend gemachten Hintergrund dieser Person verbunden mit (an- geblichen) Rachebedürfnissen. Weiterführende Abklärungen erübrigten sich mithin. Unzut reffend ist ferner die Rüge, die Akten namentlich von C._______ seien vorliegend nicht berücksichtigt worden, wird doch im an- gefochtenen Entscheid explizit auf dessen Situation und di e (…) erfolgte Ausreise eingegangen (vgl. A 13/10 S. 4 und 6). Auch das Vorbringen, der Vater sei für die LTTE aktiv gewesen, wird gewürdigt. Aktenwidrig sind die Feststellungen, der sogenannte background check und LTTE-Aktivitäten von weiteren Verwandten seien unerwähnt geblieben (vgl. a.a.O. S. 6). Zu- dem hat das SEM in seiner Verfügung eine Prüfung des Risikoprofils, wel- che detailliert auf allfällige Gefahren wegen seines Persönlichkeitsprofils einging, vorgenommen. Daher kann davon aus gegangen werden, dass sich die Vorinstanz der (damals) aktuellen Lage in Sri Lan ka bewusst ist D-1104/2016 Seite 13 respektive war und entgegen den Beschwerdevorbringen auch über genü- gend Kenntnisse der Situation vor Ort verfügte, weshalb der Entscheid nicht in Verkennung der aktuellen Lage erging. Der Beschwerdeführer las- tet dem SEM respektive der sachbearbeitenden Person diesbezüglich an, die Verfügung berücksichtige die neusten Berichte zur Situation vor Ort nicht, da nur veraltete Quellen aufgeführt würden. In diesem Zusammen- hang gilt es indes festzuhalten, dass eine Offenlegung beziehungsweise eine Auflistung sämtlicher verwendeter Quellen in Verfügungen im Verwal- tungsverfahren weder üblich noch erforderlich ist, zumal es sich bei einer Verfügung nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung handelt. Die Be- gründungspflicht dient nicht der Offenlegung von Amtswissen. Sie verlangt vielmehr, dass das Staatssekretariat die wesentlichen Überlegungen nennt, die es dem konkreten Entscheid zugrunde legt. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung einlässlich begründet, wie sich die Situa- tion in Sri Lanka zum Zeitpunkt der vom Beschwerdeführer geltend ge- machten Vorfälle darstellte und wie sie aktuell zu würdigen ist. Die Be- schwerde selbst zeigt denn auch, dass eine sach gerechte Anfechtung möglich war. Der Begründungspflicht ist damit Genüge getan. Somit geht auch die se Rüge fehl. Insbesondere erweist sich der V orwurf, eine La- geanalyse vom Frühjahr 2014 sei nicht berücksichtigt worden, als blosse Behauptung. Im Zusammenhang mit dem Sachverhalt wird ausserdem geltend ge- macht, das SEM habe die Exilpolitik des Beschwerdeführers nicht berück- sichtigt. Nachdem er aber bei der Anhörung klar zu erkennen gegeben hatte, sich in der Schweiz nicht politisch zu betätigen, sah das SEM in ver- tretbarer Weise davon ab, die erwähnten Aktivitäten (Teilnahme am Hel- dentag und (…) in ihrer – vorliegend zu verneinenden – Relevanz zu wür- digen (vgl. A 11/17 Antworten 111 ff.). Zutreffend ist allerdings, dass seine Narbe im Entscheid nicht erwähnt wurde. Als „auffällig“ wie in der Be- schwerde bezeichnet dürfte sie indes nicht sein, und selbst wenn man da- von ausginge, es hätte einer diesbezüglichen Erwägung bedurft, wäre die- ser Mangel durch den Schriftenwechsel als geheilt zu erachten. 5.5 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass keine Verletzun- gen der Verfahrensgarantien vorliegen beziehungsweise eine allfällige sol- che Verletzung als geheilt zu betrachten wäre. 6. 6.1 Das SEM erachtet die Vorbringen des Beschwerdeführers, was die be- hördliche Verfolgung anbelangt, für unglaubhaft. D-1104/2016 Seite 14 6.2 Der Beschwerdeführer räumt ein, dass Ungereimtheiten in den Aussa- gen bestehen (vgl. S. 5 unten f. der Rechtsschrift) , lastet diese Tatsache aber der Vorinstanz an. Gemäss vorstehenden Erwägungen trifft dies indes nicht zu. Vielmehr ist von rechtsgenüglichen Abklärungen des SEM auch im Rahmen der Anhörung auszugehen. Die Vorinstanz hat in ausführlichen Erwägungen die Unglaubhaftigkeit der Vorfälle vor dem Indien -Aufenthalt und der Ereignisse im Zusammenhang mit D._______ nach der Wieder- einreise verneint und geht auch im aktuellen Zeitpunkt nicht von einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdung im Falle der Rück kehr aus. Diese drei Teilaspekte sind nachfolgend zu prüfen. 6.3 6.3.1 Es trifft zu, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der BzP sein ei- genes und das LTTE -Engagement seines Vaters vor der Ausreise noch nicht erwähnte. Entsprechend entstehen gewisse Zweifel, ob er tatsächlich in der geschilderten Art tätig war. Allerdings ist nicht von der Hand zu wei- sen, dass es im angegebenen Zeitraum im genannten Gebiet wohl immer wieder zu – freiwilligen oder unfreiwilligen – Kontakten der Zivilbevölkerung und den LTTE kam. Ein Beizug der Akten von C._______ ergibt aber, dass dieser – wie vom SEM erwähnt – bereits (…) ausreiste. Entsprechend dürfte der damals noch jugendliche Beschwerdeführer viele Jahre später von den Sicherheitskräften kaum als geeignete Auskunftsperson für die all- fälligen Pläne des Onkels im Ausland angegangen worden sein. Hinzu kommt die Tatsache, dass er die Befragungen wegen C._______ wenig substanziiert darlegte, wobei indes zu berücksichtigen ist, dass diese (an- geblichen) Ereignisse anlässlich der Anhörung schon weit zurücklagen. Letztlich kann aber eine genaue Analyse der Lage des Beschwerdeführers vor dem Indienaufenthalt aus den nachfolgenden Gründen unterbleiben. 6.3.2 So gab er nämlich an, nach der Rückke hr aus Indien 2012 vorerst keine Probleme gehabt zu haben. Erst Ende 2013 habe er Schwierigkeiten bekommen (vgl. A 11/17 Antwort 50 am Anfang). Mithin ist davon auszuge- hen, dass er ungehindert ins Heimatland zurückkehren konnte und weder wegen allfälliger eigener noch allfälliger Aktivitäten von C._______ aus dem Ausland relevant behelligt wurde. Entsprechend können die Ereig- nisse vor dem Indien aufenthalt unbesehen ihrer Glaubhaftigkeit nicht als kausal für die Flucht im Jahre 2014 angesehen werden. 6.4 6.4.1 Die neuen Schwierigkeiten ab Ende 2013 sollen insbesondere beim Fussballspielen gegen die Mannschaft von D._______ entstanden sein. D-1104/2016 Seite 15 Nicht das fussballerische Engagement, aber die angeblichen Schwierigkei- ten mit D._______ verbunden mit behördlichem Eingreifen we rden vom SEM in der geltend gemachten Form für unglaubhaft erachtet. Dies er- scheint aufgrund der in der Tat unkoordinierten Aussagen des Beschwer- deführers als vertretbar, wobei auf die entsprechenden vorinstanzlichen Er- wägungen verwiesen werden kann. Stichhaltige Beschwerdeargumente für eine andere Sichtweise fehlen wiederum , und die eingereichten Beweis- mittel führen – soweit sie sich nicht auf ohnehin nicht Bestrittenes beziehen – nicht zu einer anderen Beurteilung. Der eingereichten Vorladung ist in Anbetracht des Aussageverhaltens des Beschwerdeführers die Authentizi- tät abzusprechen, und die Bestätigungsschreiben weisen keinen hinrei- chenden Beweiswert auf. Die Arztberichte sind nicht geeignet, Ursachen von Verletzungen schlüssig zu belegen. 6.4.2 Und selbst wenn man in teilweiser Annahme der Glaubhaftigkeit da- von ausginge, es sei tatsächlich zu einer Auseinandersetzung mit D._______ gekommen, würde dies nicht bedeuten, dass der Beschwerde- führer im Zeitpunkt der Ausreise asylrelevant verfolgt gewesen wäre oder eine solche Verfolgung gedroht hätte. Folgt man nämlich den Ausführun- gen in der BzP , so sei er anschliessend zu Befragungen mitgenommen worden. Danach sei vermittelt worden, und ein Offizier des Militärs habe eingewilligt, die Verfolgung einzustellen. Dies sei auch der Polizeidienst- stelle gemeldet worden (vgl. A 3/10 S. 7). Dies würde aber bedeuten, dass gegen den Beschwerdeführer offenbar nichts Gravierendes vorlag und die Sache damit beendet gewesen war. Dass es D._______ danach gelungen sein soll, insbesondere wegen C._______ erneut Ermittlungen gegen ihn zu veranlassen, mutet insofern realitätsfremd an, als dieser im damaligen Zeitpunkt bereits (…) Jahre landesabwesend war, was den Behörden be- kannt gewesen sein dürfte , und den Beschwerdeführer als Au skunftsper- son wiederum ungeeignet hätte erscheinen lassen. Mithin ist auch nicht davon auszugehen, dass er im Zeitpunkt der erneuten Ausreise in relevan- tem Ausmass im Fokus der Behörden stand. Die angebliche Suche nach ihm nach der Ausreise ist mangels hin reichender Substanziierung eben- falls nicht glaubhaft. 6.5 Asylrelevante Vorfluchtgründe beziehungsweise eine begründete Furcht vor solchen Nachteilen sind mithin zu verneinen. Somit bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die Voraussetzungen für die Anerken- nung als Flüchtling gemäss Art. 3 AsylG im aktuellen Zeitpunkt zu erfüllen vermag. D-1104/2016 Seite 16 7. 7.1 Entsprechend der Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flücht- lingseigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität im Falle einer Rückkehr in den Heimat- staat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft be- fürchten muss. Die Nachteile müssen der asylsuchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive drohen. 7.2 Gemäss dem Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 vermag eine geltend gemachte Verbindung zu den LTTE dann eine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen im asylrechtlichen Sinn zu begründen, wenn der betroffenen Person aus Sicht der sri-lankischen Behörden infolgedessen ein Interesse am Wiederauf- flammen des tamilischen Separatismus in Sri Lanka zugeschrieben und sie mithin als Gefahr für die nach dem Krieg wiedergewonnene Einheit d es Landes wahrgenommen wird. Es sind keineswegs nur in besonderem Masse exponierte Personen betroffen. So ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass die sri -lankische Regierung auch sieben Jahre nach Ende des Bürgerkrieges im Jahr 2009 noch über ein Wiederaufleben respektive Wiedererstarken der LTTE besorgt ist und jeglichen Verdacht entsprechender Bestrebungen mit grösster Aufmerksamkeit verfolgt. Hin- gegen sind nicht alle Rückkehrenden, die eine irgendwie geartete tatsäch- liche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE aufweisen, einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefahr vor Verfol- gung ausgesetzt, sondern nur jene, die aus Sicht der sri-lankischen Regie- rung bestrebt sind, den ethnischen Konflikt im Land wieder aufflammen zu lassen. Ob dies zu bejahen und einer Person mithin die Flüchtlingseigen- schaft zuzuerkennen ist, ist im Einzelfall zu erörtern, wobei eine asylsu- chende Person die für diese Beurteilung relevanten Umstände glaubhaft machen muss (vgl. E. 8.5.3). 7.3 C._______ wurde in der Schweiz als asylberechtigter Flüchtling aner- kannt, und zwar aufgrund seines Engagements für die LTTE verbunden mit behördlicher Verfolgung. Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kon- takte zu den LTTE unterstellt werden , sind bei der Wiederei nreise einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt (vgl. bereits BVGE 2011/24 E. 8). Dass der Name des Beschwerdeführers in der am Flughafen in Colombo abrufbaren „Stop-List“ vermerkt ist, erscheint aber als sehr fraglich, da er im Zeitraum der Ausreise au s dem Heimatland nach dem Gesagten kein eigentliches politisches Profil aufwies (vgl. E -1866/2015 E. 8.5.2). Eben-D-1104/2016 Seite 17 falls unwahrscheinlich aufgrund des Zeitablaufs ist eine solche aktuell vor- handene Eintragung für C._______, auch wenn dessen Profil für den Zeit- raum seiner Ausreise offensichtlich anders zu beurteilen war. Entscheidend erscheint vielmehr, dass dieser Onkel zwar eine LTTE -Vergangenheit im Heimatland aufweist, sich aber schon bald (…) lang in der Schweiz aufhält und – soweit sich die Beschwerdevor bringen überhaupt dazu äussern – keinerlei exilpolitisch relevante Aktivitäten ausübt e oder ausübt . Auch in Bezug auf den nicht als Flüchtling anerkannten Vater des Beschwerdefüh- rers wird kein exilpolitisches Engagement behauptet. Der Beschwerdefüh- rer konnte nach seiner mehrjährigen Landesabwesenheit während der re- levanten Kriegsjahre im Jahr 2012 wie erwähnt unbehelligt – allerdings aus Indien kommend, aber immerhin – nach Sri Lanka zurückkehren und wurde auch vor den geschilderten Vorkommnissen auf dem Fussballplatz nie tan- giert. Somit stellt der Umstand, dass der Beschwerdeführer nunmehr aus der Schweiz zurückkehren würde, wo sein vor mehr als (…) Jahren aus Sri Lanka ausgereister, nicht exilpolitisch tätiger Onkel lebt, der im Übrigen nicht denselben Namen trägt wie der Beschwerdeführer, bei vorliegender Sachlage kein en derartigen Risikofaktor dar, dass von einer flüchtlings- rechtlich relevanten Gefahr der Reflexverfolgung auszugehen wäre. Daran vermögen die ebenfalls weit zurückliegenden LTTE-Aktivitäten von weite- ren Verwandten nichts zu ändern. 7.4 Schliesslich ist festzuhalten, dass die regimekritischen Aktivitäten des Beschwerdeführers kaum als „überzeugter Aktivismus“ qualifiziert werden können und sein Risikoprofil nicht entscheidend schärfen. Auch das allfäl- lige Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, eine zwangsweise respektive durch die IOM begleitete Rückführung nach Sri Lanka sowie Narben sind schwach risikobegründende Faktoren, wel- che in der Regel für sich alleine geno mmen keine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen vermögen (a.a.O. E. 8.5.4 f.), aber in einer Gesamtsicht zu würdigen sind. Eine solche ergibt in Anbetracht der genannten Fallumstände keine relevante Erhö- hung seines Risikoprofils. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nichts vor- gebracht hat, das geeignet wäre, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. D-1104/2016 Seite 18 9. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg- weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge- such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt we- der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (BVGE 2009/50 E. 9). Die Vorinstanz hat die Anordnung der Wegweisung demnach zu Recht verfügt. 10. 10.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG (SR 142.20) unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Wei- terreise des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. Da der Beschwerdeführer die F lüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zu- lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver- fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung na- mentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri-Lanka zu- rückkehren müssen, wiederholt befasst. Dabei unterstreicht der Gerichts- hof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehren- den Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für eine Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Interesse, verschiede ne Aspekte, welche durch die nachfol- gend zu erläuternden Risikofaktoren abgedeckt sind, in Betracht gezogen werden, wobei dem Umstand gebührend Beachtung zu schenken sei, dass diese einzelnen Aspekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglich- erweise kein "real risk" darstellen, diese Schwelle bei einer kumulativen Würdigung erreichen könnten (vgl. wiederum Referenzurteil des Bundes- verwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 mit weiteren Hinweisen). Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerk-D-1104/2016 Seite 19 samkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevan- ten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde eine menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka drohen. 10.2 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AuG unzumut- bar sein, wenn der Ausländ er oder die Ausländerin im Heimat - oder Her- kunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet ist. Im erwähnten Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bun- desverwaltungsgericht seine bisherige Rechtsprechung und die gegenwär- tige Praxis des SEM bestätigt, wonach der Wegweisungsvollzug sowohl in die Nordprovinz (Distrikte Jaffna [ausgenommen das Vanni -Gebiet], Kilinochchi, Mullaitivu, Mannar und Vavuniya) als auch in die Os tprovinz (Distrikte Trincomalee, Batticaloa und Ampara) zumutbar ist, wenn das Vor- liegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz ei- nes tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussich- ten auf eine gesicherte Einkom mens- und Wohnsituation) bejaht werden kann. Der Beschwerdeführer lebte zuletzt nicht im Vanni-Gebiet, sondern in E._______ im Distrikt F._______ (G._______). Die dort herrschende Si- cherheitslage spricht nicht gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs. Es liegen im Sinne der vorinstanzlichen Erwägungen auch keine in- dividuellen Gründe vor, die der Zumutbarkeit entgegenstehen würden (vgl. vorstehend Ziff. 4.1. am Ende). Überzeugende Beschwerdeargumente für eine andere Sichtweise fehlen. Entsprechend darf davon ausgegangen werden, dass sich der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in seiner Hei- mat schnell wieder integrieren und in der Lage sein wird, sich eine wirt- schaftliche Existenzgrundlage aufzubauen . Der Vollzug der Wegweisung erweist sich als zumutbar. 10.3 Schliesslich ist der Wegweisungsvollzug auch als möglich (Art. 83 Abs. 2 AuG) zu bezeichnen. Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines Heimatlandes die für eine Rückkehr not- wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 A bs. 4 AsylG, BVGE 2008/34 E. 12). 10.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). D-1104/2016 Seite 20 11. Nach dem Gesagten erg ibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun- desrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-1104/2016 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber Versand: