A bteilung IV D -5830/2006 {T 0/2} U rteil vom 28. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Fulvio H aefeli, W alter Stöckli, D aniel Schm id G erichtsschreiberin G abriela Freihofer A._______, R ussland, vertreten durch U rsula M osim ann, R echtsberatungsstelle für Asylsuchende, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 14. M ärz 2006 i.S. Vollzug der W egw eisung / N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. a) D er Beschw erdeführer verliess gem äss Stem pelungen in seinem Pass seinen H eim atstaat am 11. Februar 2006 und gelangte gleichentags auf dem Luftw eg in die Schw eiz, w o er um Asyl ersuchte. Am 12. Februar 2006 w urde der Beschw erdeführer vom BFM im Flughafen Zürich-Kloten zu seinen Asylgründen befragt. Am 20. Februar 2006 erteilte ihm das BFM die Bew illigung zur Einreise in die Schw eiz. Am 6. M ärz 2006 erfolgte die Em pfangszentrum sbefragung in Kreuzlingen und am 9. M ärz 2006 fand durch das BFM eine direkte Anhörung zu den Asylgründen statt. Im W esentlichen führte der Beschw erdeführer anlässlich der Befragungen aus, er sei ethnischer Tschetschene, da sein Vater dieser Ethnie angehöre. Seine M utter sei hingegen russischer Ethnie. Er sei in B._______, G eorgien, geboren w orden. Sein Vater sei Pilot, w eshalb seine Fam ilie gezw ungen gew esen sei, innerhalb der dam aligen Sow jetunion im m er w ieder um zuziehen. Im Jahre 1980 hätten sich seine Eltern getrennt und er sei bei seiner M utter geblieben. Von 1980 bis 1987 habe er in B._______ die Schule besucht, danach habe er bis 1990 an der (...) in C ._______, D ._______, studiert und als diplom ierter Aviatik-Ingenieur im G rad eines O berleutnants der R eserve abgeschlossen. Ab 1997 habe er im E._______, in w elchem Flugzeuge überholt und repariert w orden seien, gearbeitet. N ach dem terroristischen Ü berfall auf die Schule in Beslan vom 1. Septem ber 2004 seien die ethnischen R ussen den Tschetschenen höchst feindlich gesinnt gew esen. Auch hätten ultranationalistische R ussen die G unst der Stunde für ihre M achenschaften zu nutzen versucht. Etw a am habe die Belegschaft von E._______ an einer Anti-Tschetschenien- D em onstration teilnehm en m üssen. Einer der R edner sei der U ltranationalist F._______ gew esen. Er (der Beschw erdeführer) habe sich m it einem der R edner gestritten und ihm vorgew orfen, ein Faschist zu sein. Am gleichen Abend, auf dem H eim w eg, sei er von drei M ännern überfallen w orden. Zw ei von ihnen habe er als Teilnehm er der D em onstration erkannt. Sie hätten ihm den Tod angedroht für den Fall, dass er nicht binnen einer W oche seine Arbeitsstelle bei E._______ kündige. Am habe er bei der Polizei in F._______ Anzeige erstattet. Zudem habe er um Schutz gebeten. Polizeileutnant G ._______ sei indessen nicht bereit gew esen, in der betreffenden Angelegenheit etw as zu unternehm en. Er (der Beschw erdeführer) habe sich von seinem Arbeitgeber beurlauben lassen, zum al er dam als an seinen H ochzeitsvorbereitungen gew esen sei. D es W eiteren habe er am bei der Staatsanw altschaft in F._______ eine Beschw erde hinsichtlich des am tspflichtverletzenden Verhaltens des Polizeileutnants G ._______eingereicht. Am 9. O ktober 2004 habe er die ethnische R ussin H ._______ geheiratet. Am 11. O ktober 2004 habe er seine Arbeit bei E._______ w ieder aufnehm en w ollen, w obei ihm die W erkleitung jedoch eröffnet habe, es sei ihm gekündet w orden. M it Schreiben vom habe die Staatsanw altschaft F._______ ihm m itgeteilt dass das Verhalten des Polizeileutnant korrekt gew esen sei. M itte M ai 2005 habe er w ieder eine Arbeit gefunden als Angestellter bei der I._______, einer Tochtergesellschaft von K._______. N ach dem terroristischen Vorfall in N altschik, Südrussland, vom 3 13./14. O ktober 2005, seien ethnische R ussen den M inderheitsethnien im Kaukasus erneut höchst feindlich gesinnt gew esen. Am 25. O ktober 2005 sei ihm auf seinen Antrag hin von der zuständigen Behörde ein russischer R eisepass ausgestellt w orden. Am 31. O ktober 2005 sei an der W ohnung geklingelt w orden. Ein M ann habe ihm m itgeteilt, dass er in der N ähe eine Autopanne habe. Er habe die W ohnungstür geöffnet, w orauf sich m ehrere Personen unter Skandierung von H assparolen auf ihn gestürzt und ihn verprügelt hätten. Auch die herbei geeilte Ehefrau sei von den Angreifern verletzt w orden. Vom 1. N ovem ber bis 2. D ezem ber 2005 sei er w egen der erlittenen schw eren Kopfverletzungen im R egionalspital von F._______ in stationärer Behandlung gew esen, seine Ehefrau bis zum 16. N ovem ber 2005. Am 8. N ovem ber 2005 seien er und seine Frau im Spital vom U ntersuchungsbeam ten G . besucht w orden, der ihre Aussagen aufgenom m en habe. Beim zw eiten Besuch vom 17. N ovem ber 2005 habe dieser versucht, ihn zu überreden, die Anzeige respektive seine Aussagen zurückzunehm en, w eil es für ihn besser w äre. Schliesslich habe m an sich auf die Version geeinigt, dass beim Parkieren zw ischen ihm und einer unbekannten Person Streit ausgebrochen sei, w obei der U nbekannte ihn verprügelt habe. D ie Aussagen seiner Ehefrau seien im gegenseitigen Einverständnis aus dem Protokoll rausgenom m en w orden. N ach der Entlassung aus dem Spital seien bei ihm w iederholt D rohanrufe eingegangen, w obei er jew eilen aufgefordert w orden sei, F._______ beziehungsw eise R ussland zu verlassen, ansonsten er, seine Ehefrau oder seine M utter um gebracht w ürden. N ach dem ersten D rohanruf vom 4. D ezem ber 2005 habe er am folgenden Tag bei der Staatsanw altschaft der R egion L._______ eine schriftliche Beschw erde eingereicht. Er habe sich über das Verhalten des U ntersuchungsbeam ten im Spital beschw ert und Schutz gefordert. In der Folge habe ihm die betreffende Staatsanw altschaft m it Schreiben vom 21. D ezem ber 2005 m itgeteilt, dass seine bei der Polizei und der Staatsanw altschaft F._______ deponierten Aussagen und Eingaben inhaltlich erlogen seien und dass er daher m it Konsequenzen zu rechnen habe. Am 26. D ezem ber 2005 sei seine Frau auf offener Strasse von drei U nbekannten angehalten w orden. Sie hätten ihr vorgew orfen, einen Tschetschenen geheiratet zu haben und sie aufgefordert, dafür zu sorgen, dass er sich nicht m ehr bei den Behörden beschw ere. G leichentags sei sein Auto von U nbekannten völlig dem oliert w orden. Am nächsten Tag habe er darüber von den Behörden eine schriftliche Bestätigung zuhanden seiner Versicherung erhalten. Am 28. D ezem ber 2005 seien zw ei Beam te der Staatsanw altschaft von F._______ an seinem Arbeitsplatz vorstellig gew orden und hätten ihn zu einer Autofahrt eingeladen. W ährend der Fahrt hätten sie ihm vorgew orfen, sich bei der Staatsanw altschaft beschw ert zu haben. Sie hätten ihm gedroht und gesagt, dass ihnen w irkungsvolle M ittel zur Verfügung stünden, um gegen ihn vorgehen zu können. Anschliessend hätten sie ihn zum Arbeitsplatz zurückgefahren. In der Folge seien bei ihm erneut D rohanrufe eingegangen. Er habe sich durch die Vorfälle in schlechter psychischer Verfassung befunden. Ab dem 4. Januar 2006 sei er nicht m ehr arbeiten gegangen. Am Abend des 12. Januar 2006 habe er erneut einen D rohanruf erhalten. Es w urde ihm dabei ein U ltim atum gestellt, sofort zu verschw inden, ansonsten er um gebracht w erde. Er sei daraufhin in der N acht vom 12. auf den 13. Januar 2006 aus F._______ geflohen und habe in der Folge R ussland verlassen. 4 b) Zum Beleg seiner Identität reichte der Beschw erdeführer seinen russischen R eisepass, seinen russischen Inlandpass, eine Ehebescheinigung und einen russischen M ilitärausw eis zu den Akten. c) Zur U nterm auerung seiner Vorbringen legte der Beschw erdeführer seine bei den russischen Behörden eingereichten Beschw erden, das Schreiben der Staatsanw altschaft F._______ vom 28. O ktober 2004, m edizinische U nterlagen in Bezug auf seine Verletzungen und den Spitalaufenthalt vom 1. N ovem ber bis 2. D ezem ber 2005, das an ihn adressierte Schreiben der Staatsanw altschaft L._______ vom 21. D ezem ber 2005 sow ie das polizeiliche Bestätigungsschreiben vom zuhanden der Versicherung betreffend die D em olierung des Autos ins R echt. B. M it Verfügung vom 14. M ärz 2006 stellte das BFM fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung aus der Schw eiz und den Vollzug. Zur Begründung führte es aus, der Beschw erdeführer erfülle die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG nicht. So m ache der Beschw erdeführer N achteile geltend, die sich aus lokal oder regional beschränkten Verfolgungsm assnahm en und D iskrim inierungen im russischen Kaukasus-G ebiet ableiten w ürden. D a er sich diesen durch W egzug in einen anderen Teil seines H eim atlandes R ussland entziehen könne, sei er nicht auf den Schutz der Schw eiz angew iesen. D er W egw eisungsvollzug sei zudem als zulässig, zum utbar und m öglich zu bezeichnen. C . M it Beschw erde vom 10. April 2006 liess der Beschw erdeführer beantragen, es sei festzustellen, dass er nicht in sein H eim atland ausgew iesen w erden könne. D er Vollzug der W egw eisung sei auszusetzen und es sei ihm die vorläufige Aufnahm e zu erteilen. Von einem Kostenvorschuss sei abzusehen. D . M it Zw ischenverfügung vom 20. April 2006 stellte der dam als zuständige Instruktionsrichter der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) fest, es w erde m it vorliegender Beschw erde nur der W egw eisungsvollzugspunkt angefochten, und verzichtete antragsgem äss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. E. D as BFM beantragte in seiner Vernehm lassung vom 15. Juni 2006 die Abw eisung der Beschw erde. F. M it Eingabe vom 29. Juni 2006 liess der Beschw erdeführer zw ei Berichte des G esundheitszentrum s L._______ sow ie einen Bericht aus dem "The Independent" zu den Akten reichen. G . M it Eingabe vom 23. O ktober 2006 w urde eine G erichtsvorladung m it Zustellcouvert zu den Akten gereicht. 5 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 D ie vorliegende Beschw erde richtet sich allein gegen den Vollzug der W eg- w eisung. D ie Ziffern 1 (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft), 2 (Ablehnung des Asylgesuches) und 3 (Anordnung der W egw eisung) des D ispositivs der an- gefochtenen Verfügung sind dem zufolge m angels Anfechtung in R echtskraft er- w achsen. G egenstand des vorliegenden Beschw erdeverfahrens bildet som it le- diglich die Frage, ob w egen U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit oder U nm öglichkeit des Vollzugs der W egw eisung die vorläufige Aufnahm e anzuordnen ist (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 3.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 3.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ).6 3.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and in einen Staat ausgeschafft w erden, in dem ihm Folter oder unm enschliche oder erniedrigende Strafe oder Behandlung droht. 3.5 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 2001 N r. 21). 3.6 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der flüchtlingsrechtliche G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKE R , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer rechtskräftig nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 3.7 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti- Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16, S. 122, m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in R ussland lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 3.8 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 3.9 D ass M enschen kaukasischer Abstam m ung in Teilen der R ussischen Föderation m it M isstrauen und Ablehnung begegnet w ird, w ird w eder vom BFM noch vom Bundesverw altungsgericht in Abrede gestellt. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass Personen kaukasischer Abstam m ung allein aufgrund ihrer 7 H erkunft einer konkreten G efährdung ausgesetzt w erden. W ohl besteht für die Angehörigen der tschetschenischen Ethnie die G efahr, in erhöhtem M ass von Behördenstellen überprüft zu w erden. Es ist auch davon auszugehen, dass Personen tschetschenischer Ethnie respektive kaukasischer H erkunft im Vergleich zu allfällig anderen intern Vertriebenen in der R ussischen Föderation eher das Augenm erk der Behörden auf sich ziehen und ihnen deshalb m it einer gew issen W ahrscheinlichkeit entsprechende Schw ierigkeiten erw achsen können. Auch auf dem Arbeits- und W ohnungsm arkt w erden Angehörige dieser G ruppe offenbar diskrim iniert. Solche Personenkontrollen, Schikanen und D iskrim inierungen, die zw eifellos auch auf von tschetschenischen G ruppierungen durchgeführte Attentate zurückzuführen sind, m ögen den davon Betroffenen als ernsthafte Benachteili- gungen erscheinen, sind aber nicht als konkrete G efährdung im Sinne der zu beachtenden Bestim m ungen zu w erten, nachdem sie in der R egel ein bestim m tes M ass nicht überschreiten. G em äss den Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts leben viele Kaukasier seit langer Zeit in M oskau und andersw o in der R ussischen Föderation. Viele von ihnen haben zw ar keinen geregelten Aufenthalt, gehen aber gleichw ohl einer Erw erbstätigkeit nach und w erden nicht in einem relevanten Ausm ass behelligt. D as Bundesverw altungsgericht geht deshalb aufgrund der allgem einen Lage in der R ussischen Föderation davon aus, dass sich der Vollzug der W egw eisung abge- w iesener tschetschenischer Asylsuchender an einen innerstaatlichen Zufluchtsort unter U m ständen als zum utbar erw eisen kann. Bei der sorgfältigen individuellen Beurteilung sind angesichts der geschilderten Schw ierigkeiten, denen Angehörige der tschetschenischen Ethnie auch ausserhalb ihrer engeren H eim atregion be- gegnen, indessen hohe Anforderungen an den N achw eis der Zum utbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative zu stellen. Zu prüfen ist m ithin insbeson- dere, ob die betroffene Person über ein tragfähiges, insbesondere fam iliäres Be- ziehungsnetz - so auch im H inblick auf eine zum utbare U nterkunft - am allfälligen Zufluchtsort verfügt. Auf ein Beziehungsnetz darf im Ü brigen unter U m ständen auch dann geschlossen w erden, w enn sich ein Beschw erdeführer vor der Ausreise w ährend langer Zeit an einem innerstaatlichen Zufluchtsort aufhielt und sich aus den Akten keine überzeugenden Argum ente gegen eine R ückkehr dorthin ergeben. Im W eiteren verm ögen hinreichende finanzielle M ittel die Eingliederung am Zufluchtsort zw eifellos zu erleichtern. Zu berücksichtigen sind ferner praxis- gem äss Alter, G esundheit, G eschlecht, Ausbildung und die bisherigen beruflichen Erfahrungen der Person. Eine Situation, w elche tschetschenische Asylsuchende a priori als G ew alt- oder D e-facto-Flüchtlinge (im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG ) im gesam ten G ebiet der russischen Föderation qualifizieren w ürde, lässt sich dem nach nicht generell bejahen (vgl. EM AR K 2005 N r. 17 E. 8.3. ff. S. 156 f.). 3.10 O hne som it die Situation für ethnische Tschetschenen in der russischen Föderation zu verkennen, ist vorliegend nicht von einer G efährdung des Beschw erdeführers, w elcher selbst nie in Tschetschenien gelebt hat und dessen einer Elternteil russischer Ethnie ist, im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG auszugehen. M it der Vorinstanz ist festzustellen, dass der Beschw erdeführer die M öglichkeit hat, sich allfälligen Behelligungen und Schikanen durch Verlegung seines W ohnsitzes in einen anderen Teil der R ussischen Föderation zu entziehen. 8 D ass eine norm ales Ü berleben in der gesam ten R ussischen Föderation für den Beschw erdeführer nicht m öglich sei, w ie in der Beschw erde ausgeführt w ird, stellt eine blosse Behauptung dar, w elche durch die im Verfahren eingereichten D okum ente nicht belegt w ird. D ie Tatsache allein, dass er der tschetschenischen Ethnie angehört, lässt einen W egw eisungsvollzug in die R ussische Föderation - w ie oben dargelegt - noch nicht als unzum utbar erscheinen. D aran verm ögen auch die zitierten Berichte beispielsw eise der SFH und des U N H C R nichts zu ändern. Eine Änderung der oben erw ähnten, von der AR K begründeten Praxis drängt sich für das Bundesverw altungsgericht nicht auf. Zu R echt hat die Vorinstanz in ihrer Verfügung darauf hingew iesen, dass der Beschw erdeführer über eine überdurchschnittliche schulische und berufliche Ausbildung, über Berufserfahrung und über Frem dsprachenkenntnisse verfügt, w elche ihm die R ückkehr und das w irtschaftliche Fortkom m en in seiner H eim at erleichtern sollten. Zudem sind auch keine gesundheitlichen Problem e des Beschw erdeführers, dessen Ehefrau und M utter noch im m er in R ussland leben, aktenkundig. D arüber hinaus m usste er bereits in jungen Jahren durch die berufsbedingten U m züge m it der Fam ilie eine gew isse Flexibilität an den Tag legen, w elche ihm nun zugute kom m en dürften. D ie auf Beschw erdeebene nachgereichte Vorladung des G erichts in F._______, w onach der Beschw erdeführer am w egen einer Busse vor G ericht hätte erscheinen m üssen, verm ag an der gesam ten Einschätzung nichts zu ändern. 3.11 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung m it Verw eis auf die entsprechenden Erw ägungen der Vorinstanz som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 3.12 D er Beschw erdeführer verfügt über einen bis 2010 gültigen R eisepass der russischen Föderation, w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 3.13 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 4. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilagen: Einzahlungsschein, zw ei Berichte des G esundheitszentrum s L._______, Vorladung) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ), über die H erausgabe der beim BFM eingereichten D okum ente entscheidet dieses auf Anfrage - das (Beilagen: sieben heim atliche D okum ente im O riginal, R eisepass N o , Identitätskarte , M ilitärausw eis , Eheschein ) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Fulvio H aefeli G abriela Freihofer Versand am :