A bteilung V E -3301/2006 kom /stk/scb {T 0/2} U rteil vom 21. M ai 2007 M itw irkung: R ichter König, Tellenbach, H uber G erichtsschreiberin Steiner A ._______ , U kraine, vertreten durch B._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 1. O ktober 2000 i.S. A syl und W egw eisung / N ._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er m inderjährige Beschw erdeführer reiste am 30. Juli 2003 in die Schw eiz zu sei- ner M utter, w elche sich im R ahm en eines Asylverfahrens in der Schw eiz aufhält, und reichte am 14. O ktober 2003 beim C ._______ ein selbständiges Asylgesuch ein. Am 16. Juni 2004 w urde er in Anw esenheit seiner M utter und seines R echtsvertreters von der kantonalen Behörde zu seinen Asylgründen befragt. D er Beschw erdeführer m achte zur Begründung seines Asylgesuchs im W esentli- chen geltend, er sei bei seinen G rosseltern aufgew achsen, w eil die M utter gem äss den Angaben der G rossm utter politische Problem e gehabt habe. W egen ihrer poli- tischen Problem e habe die M utter nie Kontakt m it ihm aufnehm en können. D ie Po- lizei sei m ehrere M ale zum W ohnort seiner G rosseltern gekom m en und habe nach dem Aufenthaltsort der M utter gefragt. Einm al sei der Beschw erdeführer auch m it- genom m en, geschlagen und m isshandelt w orden. D ie G rosseltern seien von der Polizei aus der W ohnung vertrieben und der Beschw erdeführer sei gew altsam in ein Internat gebracht w orden, w o er m isshandelt und von der Polizei unter Anw en- dung von G ew alt fast täglich nach dem Aufenthaltsort seiner M utter gefragt w or- den sei. Auch von den Kindern im Internat sei er gequält und erniedrigt w orden. Ein älterer N achtw ächter habe ihm schliesslich zur Flucht verholfen. D er Beschw erdeführer reichte die Kopie seiner G eburtsurkunde zu den Akten. B. M it Verfügung vom 18. Februar 2004 w ies das BFF (Bundesam t für Flüchtlinge, seit dem 1. Januar 2005 Bundesam t für M igration [BFM ]) das G esuch der M utter um W iedererw ägung ab und bezog in diesen Entscheid auch den Beschw erdefüh- rer m it ein. D ie M utter des Beschw erdeführers liess gegen diesen Entscheid m it Eingabe vom 2. M ärz 2004 Beschw erde erheben und m achte unter anderem gel- tend, der Sohn habe am 14. O ktober 2003 ein selbständiges Asylgesuch einge- reicht und könne nicht einfach in den Entscheid der M utter einbezogen w erden. Aufgrund dieser Eingabe - in w elcher auf das selbständige Asylgesuch des Be- schw erdeführers verw iesen w urde - hob das BFF seine nunm ehr vor der Schw ei- zerischen Asylrekurskom m ission (AR K) angefochtene Verfügung vom 18. Februar 2004 m it Verfügung vom 22. M ärz 2004 auf. M it Beschluss vom 21. April 2004 schrieb die AR K die Beschw erde als gegenstandlos gew orden ab. D araufhin stellte das BFF fest, das G esuch um W iedererw ägung vom 11. Februar 2004 - betreffend die M utter des Beschw erdeführers - bleibe zu prüfen. C . M it Schreiben vom 5. August 2004 forderte das BFF einen detaillierten Arztbericht ein. Bezug nehm end auf den Arztbericht vom 2. Septem ber 2004 m achte der R echtsvertreter m it Schreiben vom 3. Septem ber 2004 geltend, die kantonale An- hörung vom 16. Juni 2004 habe den anerkannten G rundlagen des Kindesschutzes nicht entsprochen und beantragte eine erneute, kindsgerechte Anhörung. D . M it Verfügung vom 1. O ktober 2004 lehnte das BFF das Asylgesuch des Be- schw erdeführers ab und ordnete gleichzeitig dessen W egw eisung aus der Schw eiz und den Vollzug derselben an. Zur Begründung führte es einerseits aus, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers den Anforderungen an die Flüchtlingseigen-3 schaft nicht genügen w ürden. Ausserdem sei der Vollzug der W egw eisung zuläs- sig, zum utbar und m öglich. M it separater Verfügung des BFF vom 1. O ktober 2004 w urde auch das W iederer- w ägungsgesuch der M utter abgelehnt. E. D ie Verfügung vom 1. O ktober 2004 liess der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 3. N ovem ber 2004 bei der AR K anfechten. Er beantragte die Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung und die G ew ährung von Asyl, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e in der Schw eiz. Ausserdem w urden die Einholung eines ärztlichen G utachtens zur Frage der kindsgerechten D urchführung der Befragung, die Einholung eines solchen zur U rsache einer Verbrennung am O berarm des Be- schw erdeführers sow ie die Einholung eines kinderpsychologischen G utachtens be- antragt. In verfahrensrechtlicher H insicht ersuchte er um G ew ährung der unent- geltlichen R echtspflege und um G ew ährung der unentgeltliche R echtsverbeistän- dung. Auch die M utter liess m it Eingabe vom 3. N ovem ber 2004 Beschw erde gegen den ablehnenden Entscheid des BFF vom 1. O ktober 2004 erheben. F. M it Zw ischenverfügung vom 17. N ovem ber 2004 teilte der zuständige Instruktions- richter der AR K dem Beschw erdeführer m it, er könne den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und w ies die G esuche um unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG ab. G . D as BFF hielt in seiner Vernehm lassung vom 29. N ovem ber 2004 an seinen Erw ä- gungen fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen-4 heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFF m acht in seiner ablehnenden Verfügung vorab bezüglich des geltend ge- m achten Verstosses gegen die Konvention der Vereinten N ationen über die R ech- te der Kinder vom 11. August 1999 (Kinderrechtskonvention, KR K, SR 0.107) an- lässlich der kantonalen Anhörung folgende Ausführungen: Im Asylverfahren gelte es, besondere Verfahrensaspekte bei m inderjährigen Asylsuchenden zu berück- sichtigen. D as Asylverfahren von M inderjährigen solle den Anforderungen, w elche aus dem Ü bereinkom m en über die R echte des Kindes fliessen w ürden, gerecht w erden - dies insbesondere auch bei Anhörungen. Im vorliegenden Fall käm en Art. 12 KR K, Art. 17 Abs. 2 AsylG sow ie Art. 7 Abs. 7 der Asylverordnung 1 über Ver- fahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1) zur Anw endung. D ie U rteilsfähigkeit vorausgesetzt, w erde eine asylsuchende m inderjährige Person in G egenw art ihrer gesetzlichen Vertretung, der Vertrauensperson oder einer beauftragten R echtsver- tretung gem äss Art. 29 Abs. 2 AsylG befragt. D ie Vorm undschaftsbehörde, die Vertrauensperson oder die R echtsvertretung der m inderjährigen asylsuchenden Person könnten sich nicht gegen die D urchführung einer Anhörung zu den Asyl- gründen stellen, w enn diese gem äss der Auffassung der kantonalen Behörden durchführbar sei oder zw ecks Beurteilung der U rteilsfähigkeit der m inderjährigen asylsuchenden Person durchgeführt w erden m üsse. G em äss Art. 7 Abs. 7 AsylV 1 sei die m it der D urchführung der Anhörung beauftragte Person verpflichtet, für eine den U m ständen angepasste Atm osphäre zu sorgen und darauf zu achten, dass alle spezifischen Aspekte der M inderjährigkeit in adäquater W eise erörtert oder vervollständigt w ürden. Vorliegend ergäben sich keine H inw eise darauf, dass die Anhörung nicht regelkon- form verlaufen sei. So seien bei der Anhörung Vertrauenspersonen zugegen ge-5 w esen, näm lich sow ohl die M utter des Beschw erdeführers w ie auch der R echts- vertreter. D iese - sow ie im Ü brigen auch die H ilfsw erksvertretung - hätten keine Einw ände gegen das Protokoll vorgebracht. Aus dem G esagten w ürden sich som it insgesam t keine Verstösse gegen Art. 12 KR K, Art. 17 Abs. 2 AsylG und Art. 7 Abs. 7 AsylV 1 ergeben. D ie Anhörung sei som it nicht zu beanstanden. Angesichts des U m standes, dass der Beschw erdeführer gem äss Arztbericht durch die Erinnerung an das Erlebte stark belastet und retraum atisiert w orden sei, er- scheine eine neuerliche Anhörung schliesslich auch unter diesem Aspekt nicht op- portun, zum al die rechtsrelevanten G egebenheiten hinreichend abgeklärt w orden seien und nicht ersichtlich sei, inw iefern eine w eitere Anhörung für die Erstellung des Sachverhalts hilfreich w äre. 4.2 4.2.1 Bezüglich G laubhaftigkeit, beziehungsw eise asylrechtlicher R elevanz der Ausfüh- rungen des Beschw erdeführers hält die Vorinstanz im W esentlichen Folgendes fest: 4.2.2 Vorbringen seien dann unglaubhaft, w enn sie in w esentlichen Punkten der allge- m einen Erfahrung oder der Logik des H andelns w iedersprächen. D er Beschw erde- führer stütze seine Vorbringen m assgeblich auf den Vorbringen seiner M utter ab, indem er geltend m ache, die M utter habe sich politisch betätigt. D eshalb sei er von der Polizei m assiv behelligt und gew altsam ins Kinderheim gebracht w orden. D ie M utter habe eine asylrechtlich relevante Verfolgung w egen politischen Tätigkeiten nicht glaubhaft darlegen können. Som it sei den Vorbringen des Beschw erdefüh- rers die G rundlage entzogen, und die geltend gem achte R eflexverfolgung könne nicht geglaubt w erden. N am entlich ergäbe sich kein Kausalzusam m enhang zw i- schen dem angeblichen politischen Engagem ent seiner M utter in den N eunziger- jahren und einer aktuellen Verfolgung des Beschw erdeführers desw egen. Es sei nicht nachvollziehbar, w eshalb der Beschw erdeführer gerade zu diesem Zeitpunkt ins Visier der Polizei geraten sein sollte. Es sei ebenso w enig einzusehen, w es- halb die Polizei den jungen Beschw erdeführer, der offensichtlich keinen Kontakt zur M utter unterhalten habe, derart m assiv verfolgt habe, nicht aber dessen G ross- eltern. 4.2.3 Eine asylrechtlich relevante Verfolgung liege nicht vor, w enn staatliche M assnah- m en rechtsstaatlich legitim en Zw ecken dienen w ürden. W ie dargelegt, könne nicht geglaubt w erden, dass der Beschw erdeführer aus den genannten G ründen ins Kin- derheim gekom m en sei. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass er tatsächlich eine gew isse Zeit in einem Kinderheim , beziehunsw eise einem Internat verbracht habe, zum al er offensichtlich ohne seine Eltern habe aufw achsen m üssen. Allfälli- ge in diesem Zusam m enhang stehende vorm undschaftliche M assnahm en seien je- doch grundsätzlich als legitim zu erachten und verm öchten keine asylrechtliche R elevanz zu begründen. Befürchtungen, künftig staatlichen Verfolgungsm assnahm en ausgesetzt zu sein, seien nur dann asylrechtlich relevant, w enn begründeter Anlass zur Annahm e be- stehe, dass sich die Verfolgung m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit und in abseh- barer Zukunft verw irklichen w erde.6 Angesichts des U m stands, dass der junge Beschw erdeführer m it seiner M utter zu- sam m en in die U kraine zurückkehren und fortan bei ihr leben könne, sei die Be- fürchtung, w ieder ins Kinderheim zurückkehren zu m üssen, unbegründet. 4.2.4 D ie Vorbringen des Beschw erdeführers hielten som it teils den Anforderungen an die G laubw ürdigkeit gem äss Art. 7 AsylG , teils denen an die Flüchtlingseigen- schaft gem äss Art. 3 AsylG nicht stand. D em zufolge erfülle er die Flüchtlingseigen- schaft nicht, so dass das Asylgesuch abzulehnen sei. 4.2.5 D ie Vorinstanz qualifiziert den Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers als zulässig. Betreffend Zum utbarkeit w ird festgestellt, die psychischen Problem e des Beschw erdeführers w ürden den W egw eisungsvollzug nicht unzum utbar er- scheinen lassen. G em äss gesicherten Erkenntnissen des Bundesam tes seien ent- sprechende m edizinische Einrichtungen, auch kinderpsychologischer Art, in der U kraine vorhanden, dies nam entlich auch in D ._______, dem W ohnort des Be- schw erdeführers. D er Beschw erdeführer sei som it nicht auf die m edizinische Infra- struktur der Schw eiz angew iesen. Auch sei er im Falle einer R ückkehr nicht m it ei- ner Situation konfrontiert, die er nicht bew ältigen könne, sei doch auch das W ie- dererw ägungsgesuch der M utter abgew iesen und die Ausreisefrist m it derjenigen des Beschw erdeführers koordiniert w orden. M utter und Sohn könnten som it die Schw eiz gem einsam verlassen und w ürden über die nötigen Voraussetzungen ver- fügen, um in der U kraine eine neue Existenz aufzubauen. Ausserdem sei der Voll- zug technisch m öglich und praktisch durchführbar. 5. In der Beschw erde w ird den Ausführungen der Vorinstanz im W esentlichen entge- gengehalten, die Anhörung sei nicht kindsgerecht durchgeführt w orden. Es sei zu bem ängeln, dass betreffend der Anhörung kein kinderpsychiatrisches G utachten eingeholt w orden und bei der Befragung kein Kinderpsychologe anw esend gew e- sen, beziehungsw eise diese nicht von einem speziell dafür ausgebildeten Kinder- psychologen durchgeführt w orden sei. D er starke psychische Stress, unter dem der Beschw erdeführer w ährend der Anhörung gestanden habe, w irke sich negativ auf die Q ualität der Befragungsresultate und som it auch auf den Entscheid aus. Ausserdem habe das Kind nach der Befragung Sym ptom e einer R etraum atisierung aufgew iesen. Entgegen den Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sei die Polizei nicht nur gegen den Beschw erdeführer sondern auch gegen die G rosseltern vorgegan- gen. Es sei falsch, aus dem U m stand, dass er nichts davon erzählt habe, zu schliessen, Behelligungen der G rosseltern hätten nicht stattgefunden, zum al der Beschw erdeführer gar nicht danach gefragt w orden sei. G egen die M utm assungen der Vorinstanz, w onach der Beschw erdeführer aus vorm undschaftlichen G ründen in ein Kinderheim gekom m en sei, spreche die Tatsache, dass er anders behandelt w orden sei als die übrigen Kinder. N och heute sei der Beschw erdeführer stark traum atisiert w egen den schlim m en Vorkom m nissen im Kinderheim und deshalb auch in psychiatrischer Behandlung. W enn er die Schw eiz verlassen m üsste, w äre die dringend notw endige W eiterführung der Behandlung verunm öglicht. Entgegen der Behauptung der Vorinstanz gebe es in D ._______, dem W ohnort des Beschw erdeführers, keine kinderpsychologische m edizinische H ilfe, ebenso w enig andersw o in der U kraine.7 6. 6.1 Bereits im erstinstanzlichen Verfahren w urde geltend gem acht, die Anhörung des traum atisierten m inderjährigen Beschw erdeführers sei aus kinderpsychiatrischer Sicht unangem essen gew esen und habe anerkannte G rundlagen des Kindesschut- zes m issachtet. Insbesondere die D auer, die Form sow ie die Anzahl der anw esen- den Personen w urden kritisiert. N ach der Anhörung sei eine psychotherapeutische Krisenintervention notw endig gew esen. Auf Beschw erdeebene w ird diesbezüglich ausgeführt, die Befragung hätte durch einen speziell dafür ausgebildeten Kinder- psychologen durchgeführt w erden sollen; es w ird auf Art. 18 Abs. 1 KR K verw ie- sen. D iesbezüglich sei ein ärztliches G utachten einzuholen. Vorab ist darauf hinzuw eisen, dass bei der kantonalen Befragung des Beschw er- deführers sow ohl dessen M utter w ie auch der R echtsvertreter anw esend w aren. D en Protokollen lassen sich keine H inw eise darauf entnehm en, dass es w ährend der Befragung zu Interventionen ihrerseits gekom m en w äre. Auch die H ilfsw erks- vertretung hat keine Beanstandungen form uliert. D ie in der Beschw erde enthalte- nen R ügen erw eisen sich als w enig substanziiert, es bleibt unklar, w as genau be- m ängelt w ird. Sow eit auf Art. 18 Abs. 1 KR K Bezug genom m en w ird, ist festzuhal- ten, dass diese Bestim m ung den G rundsatz enthält, dass beide Elternteile gem ein- sam für die Erziehung und Entw icklung des Kindes verantw ortlich seien; die Be- stim m ung erlangt im konkreten Fall keine w eitergehende Bedeutung. Vielm ehr fin- den vorliegend Art. 12 Abs. 1 KR K i.V.m . Art. 17 Abs. 2 AsylG und Art. 7 Abs. 7 AsylV 1 Anw endung. D em zufolge haben Personen, die m inderjährige asylsuchen- de Personen anhören, den besonderen Aspekten der M inderjährigkeit R echnung zu tragen. Inw iefern diese Vorschriften verletzt w orden sein sollen, lässt sich aus den w enig konkreten Ausführungen in der Beschw erde nicht entnehm en. Jeden- falls ist gesetzlich nicht vorgesehen, dass Befragungen von m inderjährigen Asylsu- chenden in der Schw eiz nur im Beisein von Kinderpsychologen durchgeführt w er- den können. Aufgrund dieser Ausführungen kann darauf verzichtet w erden, ein G utachten zur kindsgerechten D urchführung der Befragung einzuholen. D ieser An- trag ist dem nach abzuw eisen. 6.2 Bezüglich der G laubhaftigkeit beziehungsw eise der asylrechtlichen R elevanz der Vorbringen des Beschw erdeführers hat die Vorinstanz zu R echt und m it zutreffen- der Begründung festgestellt, dass die Vorbringen des Beschw erderführers teils den Anforderungen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 AsylG , teils denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG nicht genügen. Sie hat in der angefochtenen Verfügung die G ründe, die zu diesem Schluss geführt haben, ein- lässlich und nachvollziehbar dargelegt. D arauf braucht an dieser Stelle nicht m ehr im Einzelnen eingegangen zu w erden, zum al für die Begründung vollum fänglich auf die entsprechenden Erw ägungen der Vorinstanz verw iesen w erden kann. Viel- m ehr ist erneut darauf hinzuw eisen, dass die geltend gem achten Behelligungen, die in den politischen Aktivitäten der M utter begründet sein sollen, nicht geglaubt w erden können. D enkbar ist zw ar, dass der Beschw erdeführer - allenfalls in einem H eim - unter unbekannten U m ständen und aus anderen als den vorgebrachten G ründen Schlim m es erlebt hat. Vorliegend ist indessen aufgrund der klaren Akten- lage auszuschliessen, dass diese Behelligungen und M isshandlungen im Zusam -8 m enhang m it den völlig unglaubhaften Vorbringen der M utter stehen könnten. Aus diesem G rund kann darauf verzichtet w erden, ein ärztliches G utachten zu der U r- sache der Verbrennung auf dem O berarm des Beschw erdeführers und ein solches zur G laubw ürdigkeit seiner Aussagen anzufordern. Auch diese Bew eisanträge sind abzuw eisen. 6.3 Zusam m enfassend ist in Ü berinstim m ung m it der Vorinstanz festzustellen, dass der Beschw erdeführer die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht erfüllt. D ie Vorinstanz hat daher das Asylgesuch zu R echt abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). 7.2 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. Entscheidungen und M it- teilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2001 N r. 21). 8. Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Aus- länder vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]). 8.1 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 8.2 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M en- schenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behand- lung unterw orfen w erden. 8.3 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es den Beschw erdeführern nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann 9 das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Be- schw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 8.4 Sodann ist nicht davon auszugehen, dass der Beschw erdeführers für den Fall ei- ner Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus- gesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrech- te sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m it w eiteren H inw eisen). Vorliegend ist davon auszu- gehen, dass der Beschw erdeführer m it seiner M utter ausreisen und künftig bei ihr leben kann. Es ist nicht anzunehm en, dass er w ieder ins Kinderheim , w o er angeb- lich m issbraucht w orden ist, zurückkehren m uss. D ie allgem eine M enschenrechts- situation in seinem H eim atstaat lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeit- punkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. 8.5 D er Beschw erdeführer w urde am E._______ geboren. N ach dem m assgeblichen schw eizerischen R echt (vgl. EM AR K 1994 N r. 11 E. 4d S. 92) ist er zum heutigen Zeitpunkt som it noch m inderjährig, w eil er noch nicht achtzehn Jahre alt ist. Folglich untersteht der Beschw erdeführer grundsätzlich dem Schutz der Kin- derrechtskonvention. Art. 22 Abs. 2 KR K zielt darauf ab, durch M itw irkung der Ver- tragsstaaten bei der Inform ationsbeschaffung die Fam ilienzusam m enführung zu fördern. Art. 22 KR K beschlägt indes nur m inderjährige Asylsuchende und Flücht- linge, nicht aber ausländische Kinder, deren Asylgesuch w ie in casu abgew iesen w orden ist. Som it besteht keine völkerrechtliche Verpflichtung, im Vorfeld des Voll- zugs der W egw eisung eines im Asylverfahren abgew iesenen Kindes Abklärungen über den Aufenthaltsort seiner Angehörigen vorzunehm en (vgl. EM AR K 1998 N r. 13 E. 5d.aa S. 96 f.). D er Vollzug der W egw eisung erw eist sich nach dem G esagten als zulässig. 8.6 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 8.7 Eine Situation, w elche den Beschw erdeführer als "G ew alt- oder de-facto-Flücht- ling" qualifizieren w ürde, lässt sich aufgrund der heutigen Situation in der U kraine nicht in genereller Form bejahen. D em nach ist es dem Beschw erdedeführer auf- grund der vorgehenden Erw ägungen zum utbar, sich zusam m en m it seiner M utter in der U kraine niederzulassen. Auch sprechen keine individuellen U nzum utbar- keitsgründe gegen eine R ückkehr. G em äss Arztbericht vom 28. April 2004 der Kin- der- und Jugendpsychiatrischen D ienste F._______ liegt beim Beschw erdeführer 10 eine posttraum atische Belastungsstörung (PTBS) vor, und er bedarf fachärztlicher psychotherapeutischer Behandlung. D em Arztbericht vom 2. Septem ber 2004 ist neben der D iagnose der posttraum atischen Belastungsstörung ausserdem zu ent- nehm en, dass der Beschw erdeführer an psychosom atischen Beschw erden m it H erzschm erzen und Atem not leidet und die M igrationsproblem atik sich negativ auf seinen G esundheitszustand ausw irke. D iesbezüglich ist anzum erken, dass der Be- schw erdeführer zusam m en m it seiner M utter in die U kraine zurückkehren kann, w elche sich um ihn küm m ern und für ihn sorgen kann. G em äss Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts ist die m edizinische Infrastruktur für eine allenfalls not- w endige W eiterführung der Behandlung des Beschw erdeführers in der U kraine vorhanden. Eine kinderpsychologische Behandlung sollte, w enn nicht in D ._______ - dem W ohnort des Beschw erdeführers - selber, so dann auf jeden Fall in G ._______, dem H auptort der R egion m öglich sein, w o sich neben dem R egionalspital auch eine psychoneurologische Versorgungsstelle befindet und der Beschw erdeführer in ein spezielles Program m für Kinder aufgenom m en w erden könnte. Ausserdem ist darauf hinzuw eisen, dass es dem Beschw erdeführer, beziehungsw eise seiner M utter offen steht, bei der Vorinstanz um m edizinische R ückkehrhilfe nachzusuchen (Art. 93 AsylG , Art. 62 ff. AsylV 2). N ach dem G esagten sind die G esuche um Beizug der Akten des Beschw erdefüh- rers der Kinder- und Jugendpsychiatrischen D iensten F._______ und um Ein- holung eines kinderpsychiatrischen G utachtens abzulehnen, zum al der Sachver- halt genügend erstellt ist. D er Vollzug der W egw eisung ist som it als zum utbar zu bezeichnen. 8.8 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 8.9 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]).11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beila- gen: Einzahlungsschein, angefochtene Verfügung im O riginal) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ._______) - das C ._______ ad H ._______ D er Instruktionsrichter: D ie G erichtsschreiberin: M arkus König Karin Steiner Versand am :