<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp297056"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>111 II 397<br/><br/><br/><div class="paraatf">78. Auszug aus dem Beschluss der I. Zivilabteilung vom 5. August 1985 i.S. Frau P. gegen A. (Berufung)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp298288"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 55 Abs. 1 lit. c OG</span>, Begründung einer Berufung. <div class="paratf">Beruht der kantonale Entscheid auf mehreren selbständigen Begründungen, so muss der Berufungskläger, soll die Berufung zulässig sein, jede einzelne Begründung als bundesrechtswidrig anfechten. </div> </div> </div> <a name="idp302112"></a> <a name="idp304352"></a> <br/><div> <a name="idp306576"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 397</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page397"></a><div class="center pagebreak">BGE 111 II 397 S. 397</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp308688"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>b) Die Rüge der Verletzung von <span class="artref">Art. 8 ZGB</span> - wie übrigens auch von <span class="artref">Art. 28 Abs. 1 OR</span> - betrifft die Frage, ob die Klägerin getäuscht worden sei. Die Vorinstanz äusserte sich dazu ausführlich und gelangte zum Schluss, die Klägerin könne sich nicht auf Täuschung berufen, weil sie sich den Beweis dazu "verbaut" habe. Daran anschliessend erklärte sie, bei diesem Ausgang stelle sich die Frage nach der Genehmigung des Vertrages nicht mehr; trotzdem ging sie darauf ein und bejahte die Genehmigung mit der Begründung, die Klägerin habe, obwohl objektiverweise dazu kein Anlass bestanden habe, das Pferd schlachten lassen und damit über den Kaufgegenstand verfügt. Darin liegt eine auf <span class="artref">Art. 31 OR</span> abgestützte, subsidiäre, aber selbständige Erwägung des Urteils.</div> <div class="paraatf">Beruht ein Entscheid auf mehreren selbständigen Begründungen, so muss der Berufungskläger, will er die in <span class="artref">Art. 55 Abs. 1 lit. c OG</span> umschriebenen Anforderungen an eine Berufung erfüllen, <a name="page398"></a><div class="center pagebreak">BGE 111 II 397 S. 398</div>alle Begründungen anfechten (analog für die staatsrechtliche Beschwerde: <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1985&amp;to_year=1985&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IB-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page268">BGE 107 Ib 268</a> E. b mit Hinweisen). Die Klägerin rügt die Annahme des Obergerichts, der Vertrag sei genehmigt worden, nicht als bundesrechtswidrig. Damit bleibt ein entscheidender Grund für die Abweisung von Appellation und Klage unangefochten. Soweit die Klägerin daher eine Verletzung von <span class="artref">Art. 8 ZGB</span> behauptet, ist auf die Berufung wegen ungenügender Begründung nicht einzutreten (siehe auch hiernach).</div> </div></body></html></html>