<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 47 S.203</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Waffenrecht</span> <span class="page_no">203</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>VII. Waffenrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>47</b></span> <span class="ft3"><b>Erwerb einer Seriefeuerwaffe zu Sammelzwecken.</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>(Erw. 1.2).</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Sammelzweck als Ausnahmesituation (Erw. 2.3-2.4).</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">Urteil des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 18. Oktober 2007 in</span><br/> <span class="ft6">Sachen R.W. gegen den Regierungsrat (WBE.2006.420).</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">1.</span><br/> <span class="ft8">1.1.</span><br/> <span class="ft8">Das Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition</span><br/> <span class="ft8">vom 20. Juni 1997 (Waffengesetz, WG; SR 514.54) unterstellt die</span><br/> <span class="ft8">Handänderung von Waffen im gewerbsmässigen Handel einer ge-</span><br/> <span class="ft8">nerellen Bewilligungspflicht. Für den Erwerb von Waffen, wesentli-</span><br/> <span class="ft8">chen Waffenbestandteilen, Waffenzubehör, Munition sowie Muniti-</span><br/> <span class="ft8">onsbestandteilen bei einem Waffenhändler oder einem Büchsen-</span><br/> <span class="ft8">macher ist daher ein Waffenerwerbsschein erforderlich. Vorausset-</span><br/> <span class="ft8">zung für die Erteilung eines Waffenerwerbsscheins ist insbesondere</span><br/> <span class="ft8">das Fehlen der in Art. 8 Abs. 2 WG genannten Hinderungsgründe.</span><br/> <span class="ft8">Für den Erwerb von Seriefeuerwaffen und zu halbautomati-</span><br/> <span class="ft8">schen Hand- oder Faustfeuerwaffen umgebauten Seriefeuerwaffen</span><br/> <span class="ft8">sowie ihren besonders konstruierten Bestandteilen gelten von den</span><br/> <span class="ft8">allgemeinen, in Art. 8-16 WG definierten Waffenerwerbsbestim-</span><br/> <span class="ft8">mungen abweichende Regelungen. So ist gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. a</span><br/> <span class="ft8">WG der Erwerb dieser Waffen und ihrer Bestandteile, mit Ausnahme</span><br/> <span class="ft8">des Erwerbs durch Erbgang oder falls es sich um zu halbautomati-</span><br/> <span class="ft8">schen Handfeuerwaffen abgeänderte schweizerische Ordonnanz-Se-</span><br/> <span class="ft8">riefeuerwaffen handelt (Art. 5 Abs. 5 und Abs. 6 WG), grundsätzlich</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">204</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">verboten. Allerdings können die Kantone in begründeten Einzelfällen</span><br/> <span class="ft8">Ausnahmen bewilligen (Art. 5 Abs. 3 lit. a WG; Art. 48 Abs. 1 der</span><br/> <span class="ft8">Verordnung über Waffen, Waffenzubehör und Munition vom</span><br/> <span class="ft8">21. September 1998 [Waffenverordnung, WV; SR 514.541]). Gemäss</span><br/> <span class="ft8">der Botschaft zum Waffengesetz vom 24. Januar 1996 sollen die</span><br/> <span class="ft8">Ausnahmen insbesondere für Personen gelten, die Waffen sammeln,</span><br/> <span class="ft8">jagen oder für Sicherheitsdienste arbeiten (BBl 1996 I 1060). Auch</span><br/> <span class="ft8">wenn dies der Botschaft und der bundesrechtlichen Gesetzgebung</span><br/> <span class="ft8">nicht klar zu entnehmen ist, ergibt sich aufgrund des Sicherheitsge-</span><br/> <span class="ft8">dankens klar, dass neben den genannten objektiven Umständen auch</span><br/> <span class="ft8">das Motiv des Waffenerwerbs ausschliesslich im Sammeln von Waf-</span><br/> <span class="ft8">fen, im Gebrauch für die Jagd oder für die Tätigkeit im Sicherheits-</span><br/> <span class="ft8">dienst liegen muss und eine anderweitige Verwendung der verbote-</span><br/> <span class="ft8">nen Waffe ausgeschlossen bleiben soll.</span><br/> <span class="ft8">Von der Möglichkeit zur Erteilung von Ausnahmebewilligungen</span><br/> <span class="ft8">hat der Kanton Aargau Gebrauch gemacht und in § 12 Abs. 1 der</span><br/> <span class="ft8">Vollziehungsverordnung zur Bundesgesetzgebung über Waffen, Waf-</span><br/> <span class="ft8">fenzubehör und Munition vom 25. November 1998 (SAR 560.111;</span><br/> <span class="ft8">nachfolgend: Vollziehungsverordnung) u.a. den Erwerb von Serie-</span><br/> <span class="ft8">feuerwaffen in besonderen Fällen geregelt. Die Bewilligung kann</span><br/> <span class="ft8">unter anderem gemäss § 12 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung er-</span><br/> <span class="ft8">teilt werden, sofern der Erwerb zu Sammelzwecken erfolgt, beim</span><br/> <span class="ft8">Gesuchsteller keine Hinderungsgründe gemäss Art. 8 Abs. 2 WG</span><br/> <span class="ft8">vorliegen und sofern Gewähr für einen sorgsamen Umgang mit der</span><br/> <span class="ft8">Waffe besteht. Zuständig für die Erteilung der Bewilligungen ist das</span><br/> <span class="ft8">Polizeikommando.</span><br/> <span class="ft8">1.2.</span><br/> <span class="ft8">Bei der kantonalen Bewilligung zum Erwerb einer verbotenen</span><br/> <span class="ft8">Waffe gemäss § 12 Abs. 1 Vollziehungsverordnung handelt es sich</span><br/> <span class="ft8">um eine Ausnahmebewilligung. Für die Erteilung einer Ausnahme-</span><br/> <span class="ft8">bewilligung gelten die allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grund-</span><br/> <span class="ft8">sätze (vgl. hiezu und zum Folgenden Ulrich Häfelin / Georg Müller /</span><br/> <span class="ft8">Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage, Zürich</span><br/> <span class="ft8">2006, Rz. 2539 f.). Eine solche Bewilligung bedarf zunächst einer</span><br/> <span class="ft8">ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage, die Erteilung der Ausnah-</span><br/> <span class="ft8">mebewilligung darf sodann dem mit dem Gesetz verfolgten Zweck</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Waffenrecht</span> <span class="page_no">205</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">und den damit zu schützenden öffentlichen Interessen nicht zuwider</span><br/> <span class="ft8">laufen, und schliesslich muss die vom Gesetz verlangte Ausnahme-</span><br/> <span class="ft8">situation vorliegen.</span><br/> <span class="ft8">Die Voraussetzungen der Bewilligung, mitunter der Sam-</span><br/> <span class="ft8">melzweck, das Fehlen von Hinderungsgründen gemäss Art. 8 Abs. 2</span><br/> <span class="ft8">lit. d WG und der sorgsame Umgang sind begrifflich unbestimmte</span><br/> <span class="ft8">Rechtssätze bzw. Tatbestände (vgl. hiezu Häfelin / Müller / Uhl-</span><br/> <span class="ft8">mann, a.a.O., Rz. 445 f.; Fritz Gygi, Verwaltungsrecht, Bern 1986,</span><br/> <span class="ft8">S. 145 f.). Auslegung und richtige Handhabung dieser Begriffe sind</span><br/> <span class="ft8">Rechtsfragen und können von Verwaltungsgericht überprüft werden.</span><br/> <span class="ft8">Hinsichtlich der Beurteilung der konkreten Umstände im Einzelfall</span><br/> <span class="ft8">steht dem Polizeikommando allerdings ein Beurteilungsspielraum zu,</span><br/> <span class="ft8">weil es die persönlichen Verhältnisse eines Gesuchstellers und die</span><br/> <span class="ft8">konkrete Situation insbesondere im Hinblick auf das Sicherheitsri-</span><br/> <span class="ft8">siko besser beurteilen kann. Die Entscheidung darüber, ob einem Ge-</span><br/> <span class="ft8">suchsteller bei Erfüllung der Voraussetzungen eine Bewilligung er-</span><br/> <span class="ft8">teilt wird oder nicht, liegt aber nicht im (freien) Ermessen der Ver-</span><br/> <span class="ft8">waltung. Insofern besteht ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer</span><br/> <span class="ft8">Ausnahmebewilligung für den Erwerb einer verbotenen Waffe für</span><br/> <span class="ft8">einen Gesuchsteller, welcher die Voraussetzungen von § 12 der Voll-</span><br/> <span class="ft8">ziehungsverordnung vollständig erfüllt. Im Ermessen der Verwaltung</span><br/> <span class="ft8">liegt die inhaltliche Ausgestaltung der Ausnahmebewilligung, welche</span><br/> <span class="ft8">wie jede Ermessensbetätigung die allgemeinen Rechtsgrundsätze zu</span><br/> <span class="ft8">befolgen hat. Eine Ausnahmebewilligung darf deshalb nicht will-</span><br/> <span class="ft8">kürlich zugestanden oder verweigert werden, und auch das Gebot der</span><br/> <span class="ft8">Rechtsgleichheit und der Verhältnismässigkeit sind zu beachten (vgl.</span><br/> <span class="ft8">hierzu Häfelin / Müller / Uhlmann, a.a.O., Rz. 441 f.; Hans Wüst,</span><br/> <span class="ft8">Schweizer Waffenrecht, Zürich 1998, S. 61 f.).</span><br/> <span class="ft8">2.1.-2.2. (...)</span><br/> <span class="ft8">2.3.</span><br/> <span class="ft8">2.3.1.</span><br/> <span class="ft8">Eine Ausnahmesituation für den Erwerb einer verbotenen Serie-</span><br/> <span class="ft8">feuerwaffe begründet gemäss § 12 Abs. 1 der Vollziehungsverord-</span><br/> <span class="ft8">nung, wie bereits erwähnt (siehe vorne Erw. 1), der Erwerb zu Sam-</span><br/> <span class="ft8">melzwecken. Weitere Anforderungen an diese Ausnahme sind dem</span><br/> <span class="ft8">kantonalen Recht und dem Bundesrecht nicht zu entnehmen. Art. 48</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">206</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">WV verlangt, dass die Ausnahmebewilligung nach kantonalem Recht</span><br/> <span class="ft8">"nur in begründeten Einzelfällen, für eine bestimmte Person und</span><br/> <span class="ft8">grundsätzlich nur für eine einzige Waffe (...) erteilt werden kann".</span><br/> <span class="ft8">Mit dem Sammelzweck ist der "begründete Einzelfall" und damit</span><br/> <span class="ft8">auch die Ausnahmesituation abschliessend umschrieben, weshalb aus</span><br/> <span class="ft8">der bundesrechtlichen Bestimmung nicht auf zusätzliche Einschrän-</span><br/> <span class="ft8">kungen geschlossen werden kann. Wie sich auch aus den Gesetzes-</span><br/> <span class="ft8">materialien ergibt, ging es dem Gesetzgeber gerade darum, für die</span><br/> <span class="ft8">Sammler von Waffen die durch das generelle Verbot entstandene</span><br/> <span class="ft8">Härte einzelfallgerecht zu mildern (siehe vorne Erw. 1.1).</span><br/> <span class="ft8">Mit dieser Umschreibung der Zweckbestimmung wird das Mo-</span><br/> <span class="ft8">tiv eines Gesuchstellers zur zentralen Frage für das Vorliegen der</span><br/> <span class="ft8">Ausnahmesituation. Dabei ist mit der Vorinstanz davon auszugehen,</span><br/> <span class="ft8">dass für die Begründung eines Sammelzweckes die blosse Absichts-</span><br/> <span class="ft8">erklärung eines Gesuchstellers nicht genügt, sondern dafür sachliche</span><br/> <span class="ft8">Umstände in Zeitpunkt des Gesuches vorliegen müssen, welche auch</span><br/> <span class="ft8">objektiv auf den Sammelzweck des Erwerbs schliessen lassen. Diese</span><br/> <span class="ft8">Umstände können in einer bestehenden Waffensammlung, waffen-</span><br/> <span class="ft8">spezifischen oder besonderen weiteren Umständen (Waffenserie,</span><br/> <span class="ft8">Marke, Militärausrüstung, Umgang mit Waffen, besondere Art der</span><br/> <span class="ft8">Aufbewahrung und Inventarisierung der Waffen etc.) oder in persön-</span><br/> <span class="ft8">lichen Merkmalen eines Gesuchstellers bestehen, welche für einen</span><br/> <span class="ft8">Waffensammler charakteristisch sind. Das Fehlen solcher Umstände</span><br/> <span class="ft8">oder die Erkennbarkeit einer eigentlichen Sammelleidenschaft</span><br/> <span class="ft8">schliessen anderseits den Sammelzweck nicht zum vornherein aus.</span><br/> <span class="ft8">Die Ausnahmesituation kann auch gegeben sein, wenn eine Samm-</span><br/> <span class="ft8">lung erst aufgebaut wird oder eine bestehende Sammlung von Faust-</span><br/> <span class="ft8">und Handfeuerwaffen mit einer Seriefeuerwaffe ergänzt werden soll.</span><br/> <span class="ft8">Da es zur Abgrenzung auf das Motiv des Gesuchstellers ankommt</span><br/> <span class="ft8">und die (subjektiven) Beweggründe für das Sammeln ihrer Natur die</span><br/> <span class="ft8">unterschiedlichsten Sammelarten und -ziele erfassen können, ist eine</span><br/> <span class="ft8">abschliessende positive Umschreibung der Ausnahmesituation, d.h.</span><br/> <span class="ft8">des Sammelzwecks, nicht möglich.</span><br/> <span class="ft8">Die Absicht zur Sammlung ist ein innerer Vorgang, der seiner</span><br/> <span class="ft8">Natur nach einem strikten Nachweis nicht zugänglich ist, weshalb sie</span><br/> <span class="ft8">von den Gesuchstellenden zumindest glaubhaft zu machen ist (vgl.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Waffenrecht</span> <span class="page_no">207</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">die Bestimmungen in Art. 27 Abs. 1 lit. b WG; Art. 26 lit. d und e</span><br/> <span class="ft8">sowie Art. 27 lit. e und d WV für vergleichbare Situationen). Für das</span><br/> <span class="ft8">Glaubhaftmachen genügen äussere Umstände, die für den Erwerb ei-</span><br/> <span class="ft8">ner Seriefeuerwaffe auf einen Sammelzweck schliessen lassen. Sol-</span><br/> <span class="ft8">che können bei der Erweiterung oder Vervollständigung einer be-</span><br/> <span class="ft8">stimmten Waffenserie oder Militärausrüstung vorliegen. Für einen</span><br/> <span class="ft8">erkennbaren Sammelzweck müssen zudem auch objektive Anhalts-</span><br/> <span class="ft8">punkte nach sachlichen Kriterien vorliegen. Es ist jedoch weder § 12</span><br/> <span class="ft8">der Vollziehungsverordnung noch den Bestimmungen der bundes-</span><br/> <span class="ft8">rechtlichen Waffengesetzgebung oder der Botschaft zum Waffenge-</span><br/> <span class="ft8">setz zu entnehmen, dass eine bestehende Waffensammlung von einer</span><br/> <span class="ft8">bestimmten Qualität sein oder sich auf Waffen einer bestimmten</span><br/> <span class="ft8">Marke beschränken muss, um die Ausnahmesituation zu begründen.</span><br/> <span class="ft8">Der Ausnahmecharakter der Bewilligung verlangt keine "restriktive"</span><br/> <span class="ft8">Auslegung, sondern diese Bewilligungsvoraussetzung ist nach dem</span><br/> <span class="ft8">Zweck der gesetzlichen Bestimmung auszulegen. Entgegen der Auf-</span><br/> <span class="ft8">fassung der Vorinstanz kann der Sammelzweck auch dann erfüllt</span><br/> <span class="ft8">sein, wenn eine Waffensammlung besteht, die als "Querbeetsamm-</span><br/> <span class="ft8">lung" zu qualifizieren ist oder ein Sammler von nicht verbotenen</span><br/> <span class="ft8">Handfeuerwaffen aus technischem Interesse mit der Sammlung von</span><br/> <span class="ft8">Seriefeuerwaffen beginnt. Auch solche Umstände können den Sam-</span><br/> <span class="ft8">melzweck und damit eine Ausnahmesituation zureichend begründen.</span><br/> <span class="ft8">Eine beschränkte Auslegung des Sammelzweckes aufgrund von</span><br/> <span class="ft8">Qualitätskriterien der Sammlung ergibt sich aus § 12 Abs. 1 Vollzie-</span><br/> <span class="ft8">hungsverordnung und dem Ausnahmecharakter der Bewilligung je-</span><br/> <span class="ft8">denfalls nicht.</span><br/> <span class="ft8">Der Sicherheitsgedanke der Waffengesetzgebung verlangt aber,</span><br/> <span class="ft8">dass die Ausnahmebewilligungen nur dann erteilt werden, wenn der</span><br/> <span class="ft8">Sammelzweck das alleinige und ausschliessliche Motiv für den Er-</span><br/> <span class="ft8">werb darstellt. Strenge Anforderungen sind daher insoweit gerecht-</span><br/> <span class="ft8">fertigt, als Umstände, die auf einen andern Zweck oder einen uner-</span><br/> <span class="ft8">laubten Gebrauch der verbotenen Waffe schliessen lassen, die Aus-</span><br/> <span class="ft8">nahmesituation zum vornherein ausschliessen, selbst wenn daneben</span><br/> <span class="ft8">auch ein Sammelzweck glaubhaft erscheint.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">208</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">2.3.2.</span><br/> <span class="ft8">Der Beschwerdeführer verfügt bereits über eine Waffensamm-</span><br/> <span class="ft8">lung. Im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung umfasste sie 17 Waffen,</span><br/> <span class="ft8">und die Existenz einer Waffensammlung wird denn auch von der</span><br/> <span class="ft8">Vorinstanz grundsätzlich anerkannt. Insofern bestehen objektive Um-</span><br/> <span class="ft8">stände, welche die Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach er</span><br/> <span class="ft8">seine Sammlung mit einer Seriefeuerwaffe, die als Kriegswaffe in</span><br/> <span class="ft8">verschiedenen Armeen zum Einsatz gekommen sei, ergänzen will,</span><br/> <span class="ft8">als glaubhaft erscheinen lassen. Die sachgerechte Anwendung von</span><br/> <span class="ft8">§ 12 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung erfordert keine besondere</span><br/> <span class="ft8">Systematik der Sammlung nach Hersteller, Waffentyp oder Kaliber,</span><br/> <span class="ft8">und das Sammeln von Waffen aus einem technischen Interesse ver-</span><br/> <span class="ft8">mag den Anforderungen zu genügen. Auch ein erkennbarer "innerer"</span><br/> <span class="ft8">Zusammenhang zwischen einer bestehenden "Querbeetsammlung"</span><br/> <span class="ft8">und der nachgesuchten Seriefeuerwaffe ist bei einem erstmaligen</span><br/> <span class="ft8">Gesuch - wie hier - kein taugliches Kriterium, weil damit zum vorn-</span><br/> <span class="ft8">herein einem Waffensammler die Möglichkeit zum Aufbau einer</span><br/> <span class="ft8">Sammlung von Seriefeuerwaffen verwehrt bliebe.</span><br/> <span class="ft8">Dafür, dass der Beschwerdeführer die zu erwerben beantragte</span><br/> <span class="ft8">Waffe nicht ausschliesslich zu Sammelzwecken, sondern auch an-</span><br/> <span class="ft8">derweitig, wie beispielsweise zur Selbstverteidigung oder für Han-</span><br/> <span class="ft8">delsgeschäfte erwerben will, bestehen in den Akten keine ausrei-</span><br/> <span class="ft8">chenden Hinweise. Insbesondere kann einzig aufgrund der Veräusse-</span><br/> <span class="ft8">rung von Teilen der Waffensammlung nicht geschlossen werden, der</span><br/> <span class="ft8">Beschwerdeführer betreibe einen bewilligungspflichtigen Waffen-</span><br/> <span class="ft8">handel (Art. 17 WG). Zur Sammeltätigkeit gehört, dass einzelne</span><br/> <span class="ft8">Waffen einer Sammlung gegen andere, in der Sammlung fehlende</span><br/> <span class="ft8">ausgetauscht oder Waffen veräussert werden, um andere Waffen er-</span><br/> <span class="ft8">werben zu können.</span><br/> <span class="ft8">Die Spannungen innerhalb der Familie des Beschwerdeführers</span><br/> <span class="ft8">können Anhaltspunkte für eine Dritt- oder Selbstgefährdung begrün-</span><br/> <span class="ft8">den. Die Ausnahmebewilligung ist alsdann gestützt auf § 12 Abs. 1</span><br/> <span class="ft8">Vollziehungsverordnung i.V.m. Art. 8 Abs. 2 lit. c WG oder wegen</span><br/> <span class="ft8">Zweifel am sorgfältigen Umgang zu verweigern. Das Fehlen von</span><br/> <span class="ft8">Hinderungsgründen und die Gewährleistung der notwendigen Sorg-</span><br/> <span class="ft8">falt im Umgang mit der Seriefeuerwaffe sind kumulativ zum Er-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Waffenrecht</span> <span class="page_no">209</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">werbszweck notwendige Voraussetzungen für eine Ausnahmebewil-</span><br/> <span class="ft8">ligung und können deshalb bereits aus systematischen Gründen nicht</span><br/> <span class="ft8">zur Auslegung des Sammelzweckes herangezogen werden.</span><br/> <span class="ft8">Der Beschwerdeführer verfügt sodann über geeignete Behält-</span><br/> <span class="ft8">nisse für das Aufbewahren der Waffen zu Sammelzwecken. Er ist</span><br/> <span class="ft8">aktiver Schütze, Schützenmeister sowie Revisor des Pistolenclubs</span><br/> <span class="ft8">X., und dieses intensiv betriebene Hobby kann sein Interesse an Waf-</span><br/> <span class="ft8">fen und einer Sammlung verschiedener Waffen und einer Serie-</span><br/> <span class="ft8">feuerwaffe erklären.</span><br/> <span class="ft8">2.4.</span><br/> <span class="ft8">Zusammenfassend ist entgegen der Vorinstanz der Sammel-</span><br/> <span class="ft8">zweck als Ausnahmesituation glaubhaft gemacht. Es ist daher davon</span><br/> <span class="ft8">auszugehen, dass der Beschwerdeführer zur Ergänzung seiner be-</span><br/> <span class="ft8">stehenden Waffensammlung eine Seriefeuerwaffe erwerben will.</span><br/> <span class="ft8">Indem die Vorinstanz einen Sammelzweck verneint hat und objektive</span><br/> <span class="ft8">Umstände, die auf eine anderweitige Nutzung der zu erwerbenden</span><br/> <span class="ft8">Waffe hindeuten, fehlen, ist die Verweigerung der Ausnahmebewilli-</span><br/> <span class="ft8">gung in diesem Punkt mit § 12 der Vollziehungsverordnung unver-</span><br/> <span class="ft8">einbar.</span><br/></div> </div> </body> </html>