<h2>SubmittedText<h2><p>Im "Konzept für eine Sportpolitik in der Schweiz" vom 30. November 2000 stellt der Bundesrat fest, dass der Bund nach dem Subsidiaritätsprinzip Aufgaben im Sinne von konkreten Förderungsmassnahmen im Bereich Spitzensport wahrnehmen kann, wobei in erster Linie Marktlösungen zu finden seien. Im Entwurf "Spitzensport-Konzept Schweiz 2016" von Swiss Olympic, welches in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport erarbeitet wurde, werden u. a. "Internationale Anerkennung" und "Ökonomische Bedeutung" als Richtwerte für die Förderung von Spitzensportlern aufgeführt.</p><p>In diesem Zusammenhang ersuche ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist er sich der Tatsache bewusst, dass Vertreter von weniger bekannten Sportarten wie Synchronschwimmen oder Fechten nicht die gleichen Chancen auf das Einbringen von Sponsorengeldern oder auf internationale Anerkennung haben wie Spitzenathleten aus international bekannten Sportarten (beispielsweise Fussball oder Tennis)?</p><p>2. Kann er sich eine gezielte Förderung von Spitzensportlern - durch zusätzliche Fördergelder - von weniger bekannten Sportarten wie beispielsweise Synchronschwimmen oder Fechten vorstellen? Allenfalls analog der Kulturförderung, wo weniger bekannte, aber talentierte Künstler gezielt unterstützt werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Gestützt auf Artikel 10 des Bundesgesetzes über die Förderung von Turnen und Sport (SR 415.0) unterstützt der Bund den Schweizerischen Olympischen Verband (Swiss Olympic) und ihm angeschlossene Sportverbände. Das Konzept des Bundesrates für eine Sportpolitik in der Schweiz vom 30. November 2000 umschreibt Rolle und Aufgaben des Bundes im Bereich der Sportförderung.</p><p>Der Schwerpunkt der staatlichen Sportförderung liegt im Breitensport. Im Spitzensport schafft der Bund nach Massgabe des Subsidiaritätsprinzips gute Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang kann er auch konkrete Förderungsmassnahmen ergreifen. Das Zusammenwirken und die Aufgabenteilung zwischen dem Bundesamt für Sport (Baspo) und Swiss Olympic sind in einer Kooperations- und Leistungsvereinbarung geregelt. So liegt etwa die Hauptverantwortung im Bereich der Nachwuchs- und Spitzensportförderung bei Swiss Olympic, während das Baspo diesbezüglich Unterstützungsleistungen erbringt.</p><p>Der Bundesrat beantwortet die konkreten Fragen wie folgt:</p><p>1. Der Bundesrat ist sich der Tatsache bewusst, dass Randsportarten ohne massgebliche Unterstützung von Swiss Olympic und teilweise auch des Bundes kaum Chancen haben, im internationalen Leistungsvergleich zu bestehen. Heute ist die Höhe der Unterstützung durch Swiss Olympic vor allem abhängig von den internationalen Erfolgen, insbesondere von den Resultaten an den Olympischen Spielen.</p><p>Im Rahmen der Erarbeitung des neuen Spitzensportkonzepts von Swiss Olympic wird zurzeit diskutiert, auch die gesellschaftliche Bedeutung einer Sportart in die strategischen Überlegungen mit einzubeziehen. Die einzelnen Sportarten sollen mit differenzierten Förderinstrumenten bedient werden, weil deren Sponsoringpotenzial sehr unterschiedlich ist. Gemessen am Gesamtbudget des jeweiligen Verbandes erhalten bereits heute Randsportarten mit hohem Leistungspotenzial einen prozentual höheren Beitrag von Swiss Olympic als die grossen Hauptsportarten (z. B. Ski Alpin, Leichtathletik, Schwimmen). Sämtliche Entscheide über die künftigen Strategien der Spitzensportförderung trifft der Exekutivrat von Swiss Olympic.</p><p>2. Der Entwurf des neuen Spitzensportkonzepts von Swiss Olympic sieht vor, die weniger bekannten Athletinnen und Athleten mit Entwicklungspotenzial gezielter zu unterstützen. Aus sportpolitischer Sicht ist diese Entwicklung zu begrüssen, und sie wird auch vom Baspo unterstützt: So stehen die Anlagen des Baspo für das Synchronschwimmen und das Fechten bereits heute zu Trainingszwecken zur Verfügung. Eine gezielte Förderung von talentierten Spitzenathleten aus weniger bekannten Sportarten kann nur über Swiss Olympic (im Rahmen von Olympiaprojekten) erfolgen.</p><p>Im Bereich der Nachwuchsförderung unterstützt der Bund die Verbände im Rahmen des Programms "Jugend und Sport Nachwuchsförderung". Diese Unterstützung erfolgt unabhängig von der Bedeutung der Sportart. Eine Umverteilung dieser Förderungsbeiträge zugunsten von Randsportarten steht im Widerspruch zum Leitbild von "Jugend und Sport". Das Leitbild sieht vor, mit jugendgerechtem Sport die Entwicklung und Entfaltung junger Menschen unter pädagogischen, sozialen und gesundheitlichen Gesichtspunkten zu unterstützen. An dieser Zielsetzung soll auch in Zukunft festgehalten werden.</p>  Antwort des Bundesrates.