B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1479/2016 U r t e i l v o m 6 . A p r i l 2 0 1 7 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richter Daniel Willisegger, Richter David R. Wenger, Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. Parteien A._______, geboren am (…), und ihre Kinder, B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), Eritrea, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl; Verfügung des SEM vom 9. Februar 2016 / N (…). E-1479/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin ( A._______) verliess ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am (…) Juni 2014 in Richtung Äthiopien. Von dort ge- langte sie via den Sudan, Liby en und Italien am (…) September 2014 in die Schweiz, wo sie gleichentags ein Asylgesuch stellte. Im Rahmen der Befragung zur Person (BzP) vom 10. Oktober 2014 sowie der einlässlichen Anhörung vom 13. Mai 2015 machte die Beschwerdeführerin zur Begrün- dung ihres Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, sie habe ihren Heimat- staat verlassen nachdem die eritreischen Behörden sie wegen der Deser- tion ihres Lebenspartners mehrere Male zu Hause aufgesucht und unter Druck gesetzt hätten; aus Furcht vor weiteren Massnahmen sei sie einen Monat respektive drei Monate nach der Ausreise ihres Lebenspartners zu ihm nach Äthiopien gefolgt. Ausserdem seien zwei ihrer Brüder ebenfalls vom Militärdienst desertiert und ins Ausland geflohen ; ihre Eltern seien nach ihrer Ausreise wiederholt durch eritreische Soldaten zu Hause aufge- sucht worden. Sie sei zum Zeitpunkt der Ausreise schwanger gewesen mit ihrem zweiten Kind (B._______), welches sie in Libyen zur Welt gebracht habe. Ihr erstes Kind D._______, geboren am (…), habe sie wegen den Gefahren bei der illegalen Ausreise bei ihren Eltern zurückgelassen. Beide Kinder würden von ihrem Lebenspartner stammen, der sich weiterhin in Äthiopien auf- halte. B. Mit Verfügung vom 9. Februar 2016 – eröffnet am 11. Februar 2016 – lehnte das SEM das Asylgesuch der Beschwerdeführenden ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an, wobei es den Vollzug der Wegweisung wegen Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufschob. C. Am (…) brachte die Beschwerdeführerin in Winterthur ihren Sohn C._______ zur Welt. D. Gegen die ablehnende Verfügung des SEM erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 4. März 2016 beim Bundesverwaltungsgericht Be- schwerde und beantragte die Gewährung von Asyl und eventualiter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung in den Dispos itivziffern 1 bi s 3 und die Zurückweisung des Verfahrens zwecks weiterer Abklärungen und E-1479/2016 Seite 3 erneuter Beurteilung an die Vorinstanz. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Ansetzung einer Frist zur Nachreichung einer Beschwer- deverbesserung, um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Ausrichtung einer angemessenen Parteientschädigung bei Obsiegen im Verfahren. E. Mit Zwischenverfügung vom 16. März 2016 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Verbesserung der Beschwerde gut und bot den Beschwerdeführenden Gelegenheit, ihre Beschwerde bis zum 1. April 2016 zu verbessern. Des Weiteren wurden sie aufgefordert, innert selber Frist einen Nachweis ihrer prozessuale n Bedürftigkeit einzu- reichen. Als Säumnisfolgen wurde das Nichteintreten auf die Beschwerde respektive die Abweisung der Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mangels nachgewiesener Bedürftigkeit angedroht. F. Mit Eingabe vom 17. März 2016 reichte die Beschwerdeführerin eine Be- schwerdeverbesserung zu den Akten. Ein Beleg für die behauptete Bedürf- tigkeit war der Eingabe nicht beigelegt. Danach lud der Instruktionsrichter die Vorinstanz ein, sich zur Beschwerde vernehmen zu lassen. G. Die Vernehmlassung des SEM vom 15. April 2016 wurde der Beschwerde- führerin am 18. April 2016 zur Kenntnis gebracht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. E-1479/2016 Seite 4 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.5 Das nach Erlass der angefochtenen Verfügung in der Schweiz zur Welt gekommene Kind der Beschwerdeführerin (vgl. Sachverhalt Bst. C) ist in ihr Asyl(beschwerde)verfahren einzubeziehen. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-1479/2016 Seite 5 4. 4.1 Das SEM führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus, die Beschwerdeführerin habe anlässlich der beiden Befragungen unter- schiedliche Angaben gemacht. Sie habe diese erheblichen Widersprüche auf entsprechendes Vorhalten hin auch nicht nachvollziehbar erklären kön- nen. So habe sie erst an der einlässlichen Anhörung erstmals Probleme mit den Behörden aufgrund der Desertion ihres Partners geltend gemacht. Ein besonders gravierender Widerspruch liege in ihrer unterschiedlichen Schilderung der Ausreise ihres Lebenspartners vor. So habe sie anlässlich der BzP erklärt, ihr Mann habe gemeinsam mit ihr und (...) aus-reisen wol- len, während sie im Rahmen der Bundesanhörung vor getragen habe, ihr Mann habe ihr nichts von seiner Ausreise erzählt. Weiter habe sie an der BzP gesagt, sie sei ihrem Mann einen Monat nach seiner Ausreise gefolgt, während sie an der Anhörung diesbezüglich von drei Monaten gesprochen habe. Sodann habe sie auch bei der Schilderung ihrer angeblich illegalen Ausreise unterschiedliche Anga ben gemacht, wenn sie an der BzP von zwei Stunden Fussmarsch und an der Anhörung demgegenüber von deren sechs gesprochen habe. Die Aussagen der Beschwerdeführer in bezeich- nete das SEM deshalb insgesamt als teils nachgeschoben, widersprüch- lich und realitätsfremd. Sie habe somit ihre Fluchtgründe und die Umstände ihrer Ausreise nicht glaubhaft schildern können. Zudem habe sie ange- sichts ihrer stereotypen sowie mitunter widersprüchlichen Schilderung das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe wegen illegaler Ausreise nicht glaubhaft machen können, weshalb von einer legalen Ausreise auszuge- hen sei. 4.2 In der fristgerecht nachgereichten Beschwerdebegründung wurde im Wesentlichen dargelegt, aus welchen Gründen die Schilderung der Über- querung des Flusses (...) anlässlich der illegalen Ausreise glaubhaft sei und weshalb die Beschwerdeführerin nicht gemeinsam mit ihren Brüdern geflohen sei, nachdem ihr dies in der angefochtenen Verfügung vorgehal- ten worden sei. Schliesslich wurde an der illegalen Ausreise festgeh alten und auf die äusserst restriktive Visumserteilungspraxis der eritreischen Be- hörden hingewiesen. 4.3 4.3.1 Nach Durchsicht der Befragungsprotokolle schliesst sich das Gericht der vorinstanzlichen Würdigung der Verfolgungsvorbringen an . Das SEM hat bezüglich der von der Beschwerdeführerin dargestellten Situation vor ihrer Ausreise in der angefochtenen Verfügung zutreffend aufgezeigt, aus E-1479/2016 Seite 6 welchen Gründen am Wahrheitsgehalt dieser Vorbringen Zweifel bestün- den und inwieweit sich die Beschwerdeführerin diesbezüglich in den Be- fragungen nicht überzeugend geäussert habe. Nachdem die Beschwerde- führerin selber diese Argumente kaum bestreitet, kann zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die entsprechenden Erwägungen in der vor - instanzlichen Verfügung verwiesen werden. 4.3.2 Weiter ist festzustellen, dass die angeblichen Erlebnisse weitgehend unsubstanziiert vorgetragen und mit keinerlei Beweismitteln untermauert werden. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin zu (…) in Eritrea zurückgelassenen (...) zu Protokoll gab, es gehe (…) bestens (vgl. A5/14 S. 6, „sta benissimo“) und es den weiteren Angehörigen in Eritrea ebenso gut gehe (vgl. A5/14 S. 6, A20/20 S. 3 F13, F15) . In Zusammenhang mit diesen Aussagen mutet es deshalb als wenig plausibel an, wenn von ihr gleichzeitig behauptet wird, ihre Angehörigen (insbesondere ihre Eltern) würden seit der Ausreise der Beschwerdeführerin vermehrt durch Behör- den behelligt (vgl. A20/20 S. 3 F20). Schliesslich erscheint auch die Schil- derung der Beschwerdeführerin, sie sei ganz plötzlich und ohne jegliche Vorbereitungshandlungen geflüchtet, realitätsfremd, zumal aus den Akten nicht hervorgeht, dass sie zum fraglichen Zeitpunkt in einer Situation ge- wesen wäre, die eine sofortige Flucht erfordert hätte (vgl. A20/20 S.3 F12, S. 14 F139 bis F143). 4.3.3 Im Übrigen kann an dieser Stelle auch festgehalten werden, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin bei Annahme der Glaubhaftigkeit in flüchtlingsrechtlicher Hinsicht auch kaum relevant wären. Die Beschwerde- führerin wäre – auch wenn sie angeblich wiederholt zu Hause behördlich aufgesucht und befragt worden sei – nie verhaftet oder einer anderen ille- gitimen Behandlung unterworfen worden. Ihre Schilderungen erwecken nicht den Eindruck, dass die eritreischen Behörden ein ernsthaftes Verfol- gungsinteresse an ihr hätten. Die geschilderten Massnahmen würden nicht eine derartige Intensität erreichen, dass von ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG gesprochen werden müsste. Die angebliche Furcht der Beschwerdeführerin, in Gefän gnishaft genommen zu werden, würde vor diesem Hintergrund als unbegründet erscheinen. 4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Beschwerdeführen- den nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Eritrea beste- hende oder drohende asylrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. E-1479/2016 Seite 7 Es bleibt somit zu prüfen, ob sie wegen ihrer Ausreise aus Eritrea bei einer Rückkehr dorthin – mithin wegen subjektiver Nachfluchtgründe – befürch- ten müssten, ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. 5. 5.1 Subjektive Nachfluchtgründe begründen unter Umständen – wenn die heimatlichen Behörden das Verhalten der asylsuchenden Person als staatsfeindlich einstufen und diese deswegen bei einer Rückkehr eine Ver- folgung im Sinn von Art. 3 AsylG befürchten muss – die Flüchtlingseigen- schaft und führen zur Feststellung der Unzulässigkeit des Wegweisungs- vollzugs und zur vorläufigen Aufnahme in der Schweiz; gemäss Art. 54 AsylG wird jedoch kein Asyl gewährt (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 m. w.H.). Gemäss der am 1. Februar 2014 in Kraft getretenen Bestimmung von Art. 3 Abs. 4 AsylG sind Personen, die Gründe geltend machen, die wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind und weder Ausdruck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat - oder Herkunftsstaat bestehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, nicht (mehr) Flüchtlinge. 5.2 5.2.1 Gemäss langjähriger bisheriger Praxis der schweizerischen Asylbe- hörden begründete bereits eine (glaubhaft gemachte) illegale Ausreise aus Eritrea ohne weiteres di e Flüchtlingseigenschaft. Das SEM verschärfte diese Praxis im Sommer 2016, wovon auch die Beschwerdeführenden be- troffen waren. 5.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Rahmen des (in seinen beiden Asylabteilungen kürzlich koordiniert entschiedenen und zur Publi- kation als Referenzurteil vorgesehenen) Urteils D -7898/2015 vom 30. Ja- nuar 2017 mit der Frage befasst, ob Eritreerinnen und Eritreer, die ihr Land illegal verlassen haben, allein deswegen bei einer Rückkehr Verfolgung zu befürchten haben. 5.2.3 Nach einer umfassenden Analyse aller zur Verfügung stehenden Länderinformationen kam das Gericht zum Schluss, dass sich die bishe- rige Praxis nicht mehr aufrechterhalten liess und vom SEM zu Recht ange- passt worden war. E-1479/2016 Seite 8 5.2.4 Für die Entscheidfindung des Gerichts war auch die Tatsache von Bedeutung, dass seit einiger Zeit Personen aus der eritreischen Diaspora für kurze Aufenthalte in ihren Heimatstaat zurückkehren und sich unter ihnen auch Personen befinden, die Eritrea zuvor illegal verlassen hatten. 5.2.5 Es ist mithin nicht mehr davon auszugehen, dass einer Person einzig aufgrund ihrer unerlaubten Ausreise aus Eritrea eine flüchtlingsrechtlich re- levante Verfolgung droht. Von der begründeten Furcht vor intensiven und asylrechtlich begründeten Nachteilen ist nur dann auszugehe n, wenn zur illegalen Ausreise weitere Faktoren hinzukommen, welche die asylsu- chende Person in den Augen der eritreischen Behörden als missliebige Person erscheinen lassen (vgl. Referenzurteil D-7898/2015 E. 5). 5.3 Nach den vorstehenden Erwägungen sind solche zusätzlichen Gefähr- dungsfaktoren nicht ersichtlich. Angesichts dieser Sachlage ist nicht anzu- nehmen, dass die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr im Visier der Militärbehörden stehen könnten. Weitere Anknüpfungspunkte, welche sie aus Sicht des eritrei schen Regimes als missliebige Personen erscheinen lassen und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsge- fahr führen könnten, gehen aus den Akten nicht hervor. Somit bleibt fest- zuhalten, dass die illegale Ausreise alleine keine Furcht vor einer zukünfti- gen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung zu begründen vermag. Die Frage der Glaubhaftigkeit der illegalen Ausreise kann mangels flüchtlings- rechtlicher Relevanz daher offenbleiben. Auf die entsprechenden Be- schwerdevorbringen – namentlich das Festhalten an der behaupteten ille- galen Ausreise sowie die diesbezüglichen Erläuterungen zum Zustand des Flusses (...), welche die Beschwerdeführerin während ihrer illegalen Aus- reise überquert habe – ist nicht näher einzugehen, weil sie an der Rechts- lage nichts zu ändern vermögen. 5.4 Es ist den Beschwerdeführenden somit nicht gelungen, eine relevante Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 respektive Art. 54 AsylG nachzuwei- sen oder glaubhaft darzutun. Das SEM hat die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden zu Recht verneint und ihnen das Asyl verweigert. 6. 6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). E-1479/2016 Seite 9 6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli- che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 7.2 Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 9. Februar 2016 die vor- läufige Aufnahme der Beschwerdeführenden in der Schweiz angeordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss weitere Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs. Di e vorläufige Aufnahme tritt mit dem vorliegenden Entscheid formell in Kraft. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. 9.1 Nachdem der expliziten Aufforderung des Instruktionsrichters, die be- hauptete prozessuale Bedürftigkeit zu belegen (vgl. Instruktionsverfügung vom 16. März 2016) keine Folge geleistet worden ist, muss das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) androhungsgemäss abgewiesen werden. 9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde- führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 de s Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 9.3 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist gegenstandslos geworden. Die Frage der Ausrichtung einer Parte ient- schädigung stellt sich angesichts des Verfahrensausgangs ebenfalls nicht. E-1479/2016 Seite 10 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerde- führenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Ur- teils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Lhazom Pünkang