Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. September 2015 (720 15 215 / 243) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenaufhebung aufgrund einer erheblichen Verbesserung des Gesundheitszustandes: auf das schlüssige Verwaltungsgutachten kann abgestellt werden / Die erwerbliche Ver- wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist vorliegend zu bejahen Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Dr. Axel Delvoigt, Ad- vokat, St. Johanns-Vorstadt 23, Postfach 1328, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1964 geborene A.____ war seit Mai 1985 im Ra hmen eines Teilzeitpensums von 90 % als Mitarbeiterin im Hausdienst der Klinik B._ ___ erwerbstätig gewesen. Im September 2003 hatte sie sich unter Hinweis auf verschiedene Gesundheitsbeeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezu g von Leistungen angemeldet. Nach Ab- klärung der gesundheitlichen, der erwerblichen und der hauswirtschaftlichen Verhältnisse ermit- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht telte die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten in Anwendung der gemischten Bemes- sungsmethode - mit Anteilen von 90 % an Erwerbs- und v on 10 % an Haushalttätigkeit - einen Invaliditätsgrad von 56 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfü- gung vom 3. August 2007 rückwirkend ab 1. September 2003 eine halbe Rente zu. Nachdem in einem ersten Rentenrevisionsverfahren unveränd erte Verhältnisse festgestellt worden waren (Mitteilung vom 9. Mai 2008), leitete d ie IV-Stelle im Mai 2013 von Amtes wegen eine weitere Überprüfung des laufenden Rentenanspruch s der Versicherten ein. Aufgrund ihrer Abklärungen ermittelte die IV-Stelle - wiederum in Anwendung der gemischten Bemessungsme- thode mit Anteilen von 90 % an Erwerbs- und von 10 % an Haushalttätigkeit - neu einen Invali- ditätsgrad von 29 %. Sie hob deshalb - nach durchgef ührtem Vorbescheidverfahren - mit Verfü- gung vom 22. Mai 2015 die A.____ bisher ausgerichtete h albe Rente auf das Ende des der Zu- stellung der Verfügung folgenden Monats auf. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Axel Delvoigt, am 18. Juni 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversich erungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzu heben und es sei ihr weiterhin eine halbe IV-Rente auszurichten. Eventualiter sei die Angele genheit zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge, wobei i hr die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter zu bewilligen seien. C. Mit Verfügung vom 24. Juni 2015 bewilligte das Kan tonsgericht der Beschwerdeführe- rin gestützt auf die eingereichten Unterlagen für d as vorliegende Beschwerdeverfahren die un- entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Ver beiständung mit Advokat Dr. Axel Del- voigt als Rechtsvertreter. D. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Juli 2015 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 18. Juni 2015 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 3.5 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil H. des Bu ndesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versiche rten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 22. Mai 2015) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesund- heitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentlichen unveränder- ten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer ma teriellen Revision. Bloss auf einer ande- ren Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche D ifferenzen sind daher von revisions- begründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verän- dert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung d es medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urteil J. de s Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 3. August 2007 rückwirkend ab 1. September 2003 eine halbe Rente zugesprochen. Nachdem in einem ersten Rentenrevisio nsverfahren unveränderte Ver- hältnisse festgestellt worden waren (Mitteilung vom 9. Mai 2008), leitete die IV-Stelle im Mai 2013 von Amtes wegen eine weitere Überprüfung des Ren tenanspruchs der Versicherten ein. Gestützt auf die Ergebnisse der von ihr in der Folge vor genommenen Abklärungen hob die IV- Stelle die laufende halbe Rente der Versicherten mit Verfügung vom 22. Mai 2015 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats a uf. Im Lichte der vorstehend erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsäch- lichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerich- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht teten Rente rechtfertigt, demnach durch Vergleich de s Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 3. August 2007 bestand en hat, mit demjenigen im Zeit- punkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 22. Mai 2015. Soweit die Beschwerdefüh- rer einwendet, die aktuelle Situation sei mit dem Sa chverhalt zu vergleichen, wie er bei Ab- schluss des vorausgegangenen Revisionsverfahrens (Mitteilung v om 9. Mai 2008) vorgelegen habe, kann ihr nicht gefolgt werden. ist. Die IV-Stell e weist zu Recht darauf hin, dass im dama- ligen Verfahren keine materielle Prüfung des Rentenan spruchs (mit vertiefter Abklärung des medizinischen Sachverhalts, Haushaltabklärung, entsprechender Beweiswürdigung und Durch- führung eines Einkommensvergleichs) stattgefunden hatte. Nachdem die beiden angefragten behandelnden Ärzte damals explizit auf einen unverändert en Gesundheitszustand hingewiesen hatten, wurde das Verfahren vielmehr mit einer Mittei lung an die Versicherte abgeschlossen, dass man keine rentenbeeinflussende Änderung des Invaliditätsgrades festgestellt habe. 5.1 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten - wie bereits anläss- lich der ursprünglichen Rentenzusprache - nach der gemi schten Methode der Invaliditätsbe- messung mit Anteilen von 90 % an Erwerbs- und von 10 % an Haushalttätigkeit ermittelt, was von der Beschwerdeführerin - zu Recht - nicht in Frage g estellt wird. Anlass zur Einleitung und Durchführung des Rentenrevisionsverfahrens haben denn auc h nicht etwa ein allfälliger Wech- sel der Bemessungsmethode (wie z.B. von der gemischten Met hode zur allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs) oder eine erhebliche Veränderung der jeweiligen Anteile an Er- werbs- und an Haushalttätigkeit gegeben, die strittig e Rentenaufhebung wird von der IV-Stelle ausschliesslich mit dem Umstand begründet, dass es seit der ursprünglichen Rentenzusprache zu einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ge- kommen sei. 5.2 Im Folgenden ist demnach als erstes zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand und - damit einhergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versicherten tatsächlich, wie von der IV- Stelle geltend gemacht, seit der Rentenzusprache in e iner anspruchserheblichen Weise ver- bessert hat. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.4 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhaltes in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu bea chten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den - den medizinische n Gutachten zu entnehmenden - Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstel lten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisth ema - erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrach tet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren- tenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 2 32 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teile J. des Schweizerischen Bundesgerichts vom 29. August 2 011, 9C_418/2010, E. 4.2, und A. vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 7.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 3. August 2007, mit welcher sie der Versicherten ab 1. September 2003 eine halbe Rente zugesprochen ha tte, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf ein rheumatologisches Gutachten von Dr. med. C.____ , Innere Medizin, Rheumatologie FMH, vom 20. März 2006 und auf ein psychiatrisches Gutachte n von Dr. med. D.____, Psychi- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht atrie und Psychotherapie FMH, vom 7. Juli 2006. In seine m rheumatologischen Gutachten hielt Dr. C.____ folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf di e Arbeitsfähigkeit fest: (1) De-facto- invalidisierende Handbeschwerden beidseits mit/bei (1.1) beginnender deformierender symp- tomatischer Rhizarthrose beidseits, radiologisch ohne si gnifikante destruierende Progression gegenüber 2003, (1.2) der Annahme von subklinischen, beg innenden Fingergelenkpolyarthro- sen beidseits, kein entzündlich-rheumatisches Leiden; (1.3 ) Status nach Carpaltunnelspaltung 09/2002 rechts, aktuell klinisch keine Rezidivhinweise festzu stellen; (2) Chronisches Cervical- syndrom bei radiologisch aktuell schwerer Osteochondrose C 5/C6 mit ventralen Spondylophy- tenbildungen und leichter Gefügelockerung C4/C5 (Rönt gen 10/2005); (3) Chronische Kopf- schmerzen mit Migräne-artiger Charakteristik neu seit anfangs 2005; (4) Chronisches lumbover- tebrales Schmerzsyndrom bei radiomorphologisch (2004) una uffälligen Verhältnissen an der LWS; (5) Statische Fussdeformitäten mit dekompensierter F ussstatik links mit Zehensupraposi- tion. In seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelangte Dr. C.____ zum Ergebnis, dass die Ver- sicherte in der bisherigen, teils handbelastenden Täti gkeit als Reinigungskraft vollständig ar- beitsunfähig sei. Für leichte Verweistätigkeiten ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 kg, ohne feinmotorische Anteile , ohne ausgesprochene Handbelas- tung, ohne repetitives Greifen und ohne repetitives B ücken oder Überkopf-Arbeiten, ohne aus- schliessliche PC-Benutzung, ohne ausschliessliches Gehen und Stehen und mit der Möglichkeit zu wechselnden Körperpositionen bestehe eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit. Der psychiatrische Facharzt Dr. D.____ wiederum erhob in seinem Gutachten vom 7. Juli 2006 als Diagnose eine depressive Entwicklung bzw. nach ICD-10-Kriterien eine depressive Störung, gegenwärtig langanhaltende mittelschwere Episode mit S omatisierungstendenz (ICD-10 F32.11) bei einfach strukturierter Persönlichkeit. In W ürdigung der gesundheitlichen Einschrän- kungen von Seiten des Bewegungsapparates und des psychi schen Leidens liege in der ange- stammten Tätigkeit im Reinigungsdienst keine verwertbar e Arbeitsfähigkeit mehr vor. Die im Rahmen der beruflichen Massnahmen erzielte Erkenntnis, w onach die Versicherte in der Lage sei, körperlich leichte, vorwiegend sitzend zu verrichtende Arbeiten entsprechend einem 50 %- igen Arbeitspensum und bei ganztägiger Präsenz auszuüben , könne auch aus medizinisch- psychiatrischer Sicht nachvollzogen werden. 7.2 Im Rahmen des von ihr im Mai 2013 von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfah- rens gab die IV-Stelle zur Abklärung des aktuellen medizi nischen Sachverhaltes bei den Dres. med. E.____, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, und F.____, Psychiatrie und Psychothe- rapie FMH, ein rheumatologisches/psychiatrisches Gutacht en in Auftrag, welches am 22. Juli 2014 erstattet wurde. Darin hielten die beiden Fachär zte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: (1) Chronisches Schmerzsyndrom mit chronischen Handbeschwer- den beidseits (ICD-10 M18.1/M15.1), (1.1) nicht progrediente Rhizarthrose beidseits, links mehr als rechts, möglich beginnende Fingerpolyarthrose ohne re levante radiologische Destruktion, (1.2) Status nach Carpaltunnelspaltung 09/2002 rechts, aktuell weiterhin keine Hinweise auf Rezidiv-Symptomatik; (2) Chronisches cervicothoracovertebral es Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.9), (2.1) fortgeschrittene Osteochondrose C5/C6 s owie rechtsbetonte Uncovertebral- und Spondylarthrosen, (2.2) Wirbelsäulenfehlform und Fehl haltung sowie muskuläre Dysbalance vom Schulter-/Nackengürteltyp; (3) Chronisches lumbover tebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht M54.5), (3.1) anamnestisch degenerative Wirbelsäulenver änderungen, (3.2) Wirbelsäulenfehl- form und Fehlhaltung sowie muskuläre Insuffizienz vom Be ckengürteltyp; (4) Chronische Ce- phalea DD: Migräniform/tendomyotische Überlastungssympto matik; (5) Statische Fussdeformi- tät mit dekompensierter Spreizfuss-Symptomatik sowie Hall ux valgus beidseits. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben die b eiden Gutachter (1) einen Verdacht auf beginnende Femoropatellararthrose beidseits, (2) ein en Status nach traumatischer Endglie- damputation Dig. IV links, (3) eine beginnende Adipositas, allgemeine muskuläre Dekonditionie- rung und (4) einen Status nach depressiver Episode, aktuell remittiert (ICD-10 F32). In ihrer Konsensbeurteilung hielten die Dres. E.___ _ und F.____ fest, aus rheumatologischer Sicht finde sich heute wieder eine praktisch identische Sit uation, wie sie bereits 2006 durch Dr. C.____ beschrieben worden sei. Im Vordergrund stehe die behinderungsrelevante und inva- lidisierende Handschmerzproblematik beidseits, die wahrsch einlich multifaktoriell bedingt sei. Zusätzlich sei die Explorandin beeinträchtigt durch di e chronischen Nackenbeschwerden und durch ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, welche s belastungsabhängig ver- stärkt auftrete. Eine objektivierbare relevante Verschlech terung könne im Verlauf nicht festge- stellt werden. Aus psychiatrischer Sicht wiederum könne fest gestellt werden, dass die Explo- randin zwischenzeitlich bis 2009 in einer ambulanten psychiatrischen Therapie gestanden habe, wobei schon bald eine Besserung der depressiven Symptoma tik beobachtet worden sei. Sub- jektiv fühle sich die Explorandin heute aus psychischer Sicht nicht beeinträchtigt, objektiv wür- den sich ebenfalls keine Hinweise auf eine relevante S törung zeigen, somit könne von einer Remission der affektiven Problematik ausgegangen werden. Grundsätzlich sollte der Versicher- ten daher eine körperlich adaptierte Tätigkeit vollumfänglich möglich sein. Was die Arbeitsfähigkeit betreffe, so sei diese wegen der somatischen Problematik einge- schränkt. Aufgrund der psychischen Situation lasse sich keine weitere Einschränkung mehr annehmen. Der Versicherten sei die Ausübung leichter, körperlich angepasster Verweistätigkei- ten (leichte wirbelsäulen- wie auch gelenkbelastende T ätigkeiten ohne repetitive manuelle Be- lastung, durchgeführt in Wechselbelastung) weiterhin zu 80 % möglich. 7.3 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des a ktuellen medizinischen Sachverhal- tes und beim - damit einhergehenden - Entscheid über d ie Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzusprache eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerde- führerin eingetreten ist, auf das bidisziplinäre (rheum atologische/psychiatrische) Gutachten der Dres. E.____ und F.____ vom 22. Juli 2014. Sie gelangt e demzufolge zum Ergebnis, dass sich aus rheumatologischer Sicht im Vergleich zur Situation im Zeitpunkt der ursprünglichen Ren- tenzusprache vom 3. August 2007 weder der Gesundheitszusta nd noch die Arbeitsfähigkeit verändert hätten, so dass der Versicherten weiterhin diese lben leichten Verweistätigkeiten wie damals im Umfang von 80 % zumutbar seien. Der psychische G esundheitszustand der Be- schwerdeführerin jedoch habe sich seit der ursprünglichen Rentenzusprache erheblich verbes- sert. Während der Versicherten im Jahr 2007 aufgrund i hrer psychischen Gesundheitsbeein- trächtigungen eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, liege heute aus psychiatri- scher Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr vor. Diese vorinstanzliche Beweis- würdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.3 hiervor), ist den im Rah- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht men des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten exte rner Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchu ngen sowie nach Einsicht in die Ak- ten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien ge- gen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien sind hier keine ersichtlich. Das Gutachten der Dres. E.____ und F.____ vom 22. Juli 2014 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlang t wird (vgl. E. 6.2 hiervor) - für die strei- tigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Unt ersuchungen, es berücksichtigt die ge- klagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abge geben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinan- der und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. I nsbesondere legt Dr. F.____ im psy- chiatrischen Fachteil des Gutachtens überzeugend dar, da ss die von Dr. D.____ im Rahmen der früheren Begutachtung erhobene psychiatrische Diag nose einer depressiven Störung (da- mals in einer mittelschweren Episode) im Zeitpunkt seiner Begutachtung remittiert war. Diesbe- züglich kann auf die entsprechenden fachärztlichen Ausführ ungen verwiesen werden. Das Gut- achten der Dres. E.____ und F.____ zeigt mit anderen W orten schlüssig auf, dass seit der ur- sprünglichen Rentenzusprache eine relevante Verbesserung d es psychischen Gesundheitszu- standes und - damit einhergehend - der Arbeitsfähigkeit der Versicherten eingetreten ist. 7.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die IV-Ste lle in der angefochtenen Ver- fügung zutreffend davon ausgegangen ist, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde- führerin seit der am 3. August 2007 erfolgten Rentenzusprache erheblich verbessert hat mit der Folge, dass der Versicherten im Zeitpunkt des Erlasses der Revisionsverfügung die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit (wieder) im Umfang von 8 0 % zumutbar war. Somit hat die IV-Stelle das Vorliegen der Revisionsvoraussetzungen des Art. 17 ATSG zu Recht bejaht. 8.1 Gestützt auf dieses Zwischenergebnis ist in einem nächs ten Schritt zu prüfen, wie sich die geschilderte Entwicklung auf den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin auswirkt. Zur Beantwortung dieser Frage sind die Anspruchsberechtigun g und allenfalls der Umfang des An- spruchs pro futuro zu prüfen. Es gilt mit anderen Worten auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts den Invaliditäts grad bei Erlass der streitigen Revisions- verfügung zu ermitteln, woraus sich die Anspruchsberechti gung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben. 8.2 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 5.1 hi ervor), ist der Invaliditätsgrad der Be- schwerdeführerin vorliegend unbestrittenermassen in Anwe ndung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung zu ermitteln. Bei der Festlegung der Anteile der Erwerbstätigkeit und der Haushalttätigkeit hat die IV-Stelle auf die im “Frag ebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit“ vom 10. November 2014 wiedergegebenen und nachvollziehb aren Angaben der Versicherten abgestellt, wonach diese ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen wie bisher in einem Pensum von 90 % erwerbstätig und zu 10 % für den Haushalt be sorgt wäre. Gestützt auf diese Aussage der Versicherten hat die IV-Stelle den Anteil der Erw erbstätigkeit auf 90 % und jenen der Haus- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht halttätigkeit auf 10 % festgesetzt, was nicht zu beanstand en ist und was denn auch von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt wird. 8.3 Ausgangspunkt der Ermittlung des (heutigen) Invali ditätsgrades im Erwerbsbereich bildet die Frage, in welchem Ausmass die Versicherte au fgrund ihrer gesundheitlichen Beein- trächtigungen arbeitsunfähig ist. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 22. Mai 2015 bei der Beurteilung dieser Frage vollum fänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Dres. E.____ und F.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 22. Juli 2014 gelangt sind. Sie ging demzufolge mit den beiden Fachärzten davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer leichten, körperlich angepassten Verweistätigkeit im Um fang von 80 % arbeitsfähig sei. Diese Beurteilung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Wie bereits weiter oben ausführlich erörtert (vgl. E. 7.3 hiervor), sind vorliegend keine Indizien ersichtlich, die gegen die Zuverlässigkeit des bidisziplinären Gutachtens der Dres. E.____ und F._____ sprechen würden, sodass die IV- Stelle diesem zu Recht (auch) in Bezug auf die Beurtei lung der aktuellen Arbeitsfähigkeit der Versicherten volle Beweiskraft zuerkannt hat. 8.4 Die Versicherte bestreitet in ihrer Beschwerde, dass si e in der Lage sei, diese von den Gutachtern attestierte (theoretische) Restarbeitsfähigk eit wirtschaftlich zu verwerten. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe es keine Stelle, welche sie mit ihren gesundheitlichen Ein- schränkungen noch bekleiden könne. Erst recht würden solch e Stellen nicht in hinreichender Anzahl vorliegen. Dieser Betrachtungsweise kann jedoch n icht beigepflichtet werden. Gemäss der oben (vgl. E. 3.2 hiervor) zitierten Bestimmung von Art. 16 ATSG ist bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades von einer ausgeglichenen Arbeitsm arktlage auszugehen. Ein solcher Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgew icht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften; er weist einen Fächer versc hiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und i ntellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 276 E. 4b; Zeitschrift für die Aus- gleichskassen [ZAK] 1991 S. 318 E. 3b). Dabei darf jed och nicht von realitätsfremden Einsatz- möglichkeiten ausgegangen werden. Es trifft zu, dass von einer versicherten Person nur Vor- kehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigun g der gesamten objektiven und sub- jektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. A nderseits sind an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten rechtspr echungsgemäss keine übermässi- gen Anforderungen zu stellen (Sozialversicherungsrecht – Rechtsprechung [SVR] 2008 IV Nr. 62 S. 203 E. 5.1 mit Hinweis). Für die Invaliditä tsbemessung ist insbesondere nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkret en Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen wür- den. Zu berücksichtigen ist zudem, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) auch sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst, also Stellen- u nd Arbeitsangebote, bei welchen Be- hinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können Von einer Arbeitsgelegenheit kann deshalb erst dann n icht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgegliche- ne Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter n icht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stel- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht le daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil S. des Bundesgerichts vom 8. Mai 2013, 8C_728/2012, E. 4.3.3 mit weiteren Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt. Zwar sind die in den Gutachten von Dr. C.____ vom 20. März 2006 und der Dres. E.____ und F.____ vom 22. Juli 2014 aus rheumatologisc her Sicht umschriebenen Einschrän- kungen der Beschwerdeführerin (vgl. E. 7.1 und 7.2 hie rvor) nicht unerheblich, der IV-Stelle ist jedoch dahingehend beizupflichten, dass es in Industrie u nd Gewerbe einfache Hilfstätigkeiten gibt, die leicht sind, vorwiegend sitzend ausgeübt we rden können und Wechselbelastungen zulassen. Zu denken ist dabei insbesondere an Kontroll- und Überwachungsarbeiten. Inwiefern solche Tätigkeiten der Versicherten nicht zumutbar sein sol len, ist nicht ersichtlich. Zweifelhaft erscheint hingegen mit Blick auf die von den Gutachtern f ür manuelle Tätigkeiten umschriebe- nen Einschränkungen, ob zusätzlich auch die von der IV-St elle erwähnten Sortier- und leichten Verpackungsarbeiten als mögliche Verweisungstätigkeiten in Frage kommen. Dies muss in An- betracht der der Versicherten nach wie vor offen stehend en Tätigkeiten wie Kontroll- und Über- wachungsarbeiten letztlich aber nicht beantwortet werde n. Im Ergebnis ist deshalb mit der IV- Stelle davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der Lage ist, die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten. 8.5 Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 3.2 hiervor) ist gemäss Art. 16 ATSG der Invalidi- tätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dasselbe gilt im Rahmen der gemischten Methode der Inval iditätsbemessung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich. Die IV-Stell e hat in der angefochtenen Verfügung vom 22. Mai 2015 den erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie an- hand der Gegenüberstellung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen einen Invalidi- tätsgrad im Erwerbsbereich von 31,98 % ermittelt. Die konkrete Berechnung, die von der Versi- cherten in der vorliegenden Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt wird, erweist sich als rech- tens, weshalb diesbezüglich vollumfänglich auf die ent sprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 22. Mai 2015 verwiesen werden kann. 9.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltberei ch hat die IV-Stelle eine Haus- haltabklärung in Auftrag gegeben. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellt die in Art. 69 Abs. 2 IVV vorgesehene Abklärung an Ort und St elle eine grundsätzlich geeignete und im Regelfall genügende Basis dafür dar, unter Berücksicht igung der konkreten Verhältnisse die Unmöglichkeit der versicherten Person festzustellen, sich i m bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Im Rahmen der Haushaltabklärung werden di e im Haushalt anfallenden Arbeitspro- zesse von einer qualifizierten Abklärungsperson, deren fach liche Kompetenz vorausgesetzt wird (vgl. dazu BGE 128 V 93 f. E. 4 und 130 V 62 f. E. 6.1 und 6.2), an Ort und Stelle einzeln besprochen und allfällige Einschränkungen werden im jeweiligen Bereich festgehalten. Von den Ergebnissen einer solchen Abklärung ist nur ausnahmsweise abzuweichen, handelt es sich doch bei der Einschätzung der Behinderungen im Rahmen eines Betätigungsvergleichs um einen Ermessensentscheid (vgl. BGE 114 V 316, 98 V 131). 9.2 Vorliegend ergab die Haushaltabklärung vor Ort g emäss Bericht vom 13. November 2014 eine Einschränkung im Haushaltbereich von 7,1 %. D ieses Ergebnis wird von der Versi- cherten in ihrer Beschwerde nicht in Frage gestellt. D a sich aus den Akten ebenfalls keine An- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht haltspunkte für eine Unrichtigkeit der durch den Abklär ungsdienst ermittelten Einschränkung im Haushaltbereich ergeben, kann an dieser Stelle ohne w eitere Ausführungen vollumfänglich auf dessen Bericht verwiesen werden. 10. In Anwendung der gemischten Methode der Invaliditä tsbemessung ergibt sich auf Grund des Gesagten in Berücksichtigung der zeitlichen Beans pruchung von 90 % im Erwerbs- und von 10 % im Haushaltbereich bei einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 28,78 % (0,9 x 31,98 %) und einer solchen im Haushaltbereich von 0,7 1 % (0,1 x 7,1 %) insgesamt ein Inva- liditätsgrad in der Höhe von 29,49 % bzw. gerundet (vg l. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 29 %. Bei einem im Rahmen des Revi sionsverfahrens ermittelten Invalidi- tätsgrad von 29 % hat die Beschwerdeführerin keinen An spruch (mehr) auf eine IV-Rente. Die IV-Stelle hat deshalb die der Versicherten bisher ausge richtete halbe Rente zu Recht aufgeho- ben, wobei die Aufhebung gestützt auf Art. 88 bis Abs. 2 lit. a IVV korrekterweise vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an erfolgte. Die angefochtene Ver- fügung der IV-Stelle vom 22. Mai 2015 ist demnach nic ht zu beanstanden. Die dagegen erho- bene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschw erdeführerin unterliegende Par- tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sin d. Der Beschwerdeführerin ist nun aller- dings mit Verfügung vom 24. Juni 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 24 . Juni 2015 die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden ist , ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Jan uar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200 .-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 8. September 2015 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von 4,25 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbe- tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr . 89.--. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘014.10 (4, 25 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 89.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 1‘014.10 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht