A. Verwaltungsentscheide 1462 17 18 Uhr am Samstag sowie an Sonn - und allgemeinen Feiertagen, auszuschalten sind. 3.2.8 Was das Begehren des Rekurrenten anbelangt, dass di e Benützer der Waschanlage darauf hinzuweisen sind, d ie Motoren während des Waschvorgangs abzustellen, so ist davon auszugehen, dass ein vernünftiger Mensch beim Waschen seines Au tos den Motor abstellt. Das Gleiche trifft auf den Tankvorgang zu . Es wird daher grundsächlich Sache des Rekursgegners sein, derarti ge Störungen mit entsprechenden Hinweistafeln zu unterbinden. Gl eiches gilt auch für Autoradios, da manche Benützer einer Tankstelle erfahrungs - gemäss ihre Autoradios in Betrieb setzen, was beim Waschvorgang hingegen kaum der Fall sein wird. Eine Staubsaugera nlage ist gemäss Baugesuch nicht vorgesehen, so dass sich die sbezüglich entsprechende Vorkehren erübrigen. Departement Bau und Umwelt, 08.08.2008 1462 Baubewilligungsverfahren . Anforderung an die Sanierung einer landwirtschaftlichen Zufahrt, welche einen Wanderwe g tangiert. Bestätigung der Rechtsprechung. Aus den Erwägungen: 3. Die Rekurrenten beabsichtigen, die ca. 650 m lange landwirt- schaftliche Zufahrt von G. nach S. zu sanieren. Als Sanierungs - massnahme ist vorgesehen, die heute bekieste Zufahr t im unteren Bereich auf einer Länge von 194 m vollflächig zu be tonieren und im oberen Bereich auf einer Länge von 118 m Betonfahrs puren einzubauen. Gemäss kantonaler Richtplankarte Wander wegnetz (Teil Mittel-Vorderland) tangiert die Strassensanierung G. -S. einen Wan - derweg. Dieser bildet Anschluss und Weiterführung d es E.S. -T. Die kantonale Fachstelle für Natur - und Landschaftsschutz und die Vereinigung Appenzell A.Rh. Wanderwege (VAW) halten dazu fest, dass der Wanderwegabschnitt S. -F.-S.-G.-Bahnhof L. viel begangen wird und sehr beliebt ist. Gemäss kantonalem Schutz zonenplan liegt das Bauvorhaben in einer Landschaftsschutzzone, wob ei die Strasse an zwei Stellen eine geschützte Hecke quert. Im Wei teren befinden 17A. Verwaltungsentscheide 1462 18 sich in der Nähe der zu sanierenden Strassenstücke insgesamt sieben Kulturobjekte. 4. a) Art. 1, 4 und 6 FWG verpflichten die Kantone, bestehende Wanderwegnetze im Sinne des Bundesgesetzes in Pläne n fest - zuhalten und für ihre Erhaltung zu sorgen. Das Gebo t, Wanderwege in ihrer Zweckbestimmung zu erhalten, ergibt sich a uch aus Art. 1 der kantonalen Verordnung über die Einführung des Bunde sgesetzes über Fuss - und Wanderwege (V FWG; bGS 731.31). Nach Art. 18 Abs. 1 V FWG bedürfen Eingriffe ins Wanderwegnetz einer Be- willigung der Gemeinde, welche die Zustimmung der F achstelle für Fuss- und Wanderwege einholt. Als Eingriffe gelten dabei insbesondere Bauten, Anlagen und Vorkehrungen, welc he für die Fuss- und Wanderwege ungeeignet sind und diese dauernd beeinträchtigen (Art. 18 Abs. 3 V F WG) . A ls u ngeeignete Beläge gelten gemäss Art. 6 der eidg. Verordnung über Fuss - und Wanderwege (FWV; SR 704.1) namentlich alle bitumen - oder zementgebundenen Deckbeläge; solche Hartbeläge wirk en sich für den Wanderer sowohl in physischer als auch in psych ischer Hinsicht unvorteilhaft aus (vgl. BBl 1983 IV, S. 11). b) Ein Eingriff in das Wanderwegnetz bedarf einer umfa ssenden Interessensabwägung, wobei nebst dem genannten Inte resse, Wan - derwege in ihrer Zweckbestimmung zu erhalten, auch die Interessen von Natur, Landschaft, Land - und Forstwirtschaft zu berücksichtigen sind (Art. 9 FWG; Art. 17 Abs. 3 V FWG). Insofern ist es in Einzelfällen zulässig, aus wichtigen Gründen vom Grundsatz der u neinge- schränkten Erhaltung des Wanderwegnetzes abzuweiche n (Bernische Verwaltungsrechtssprechung, BVR 1992, S. 332). Flur strassen mit gemischter Nutzung, d.h. Strassen, die bspw. – wie vorliegend – gleichzeitig der Landwirtschaft, der Zufahrt zu ver schiedenen Grund - stücken sowie Fussgängern, Wanderern und Velofahrer n dienen, können ihre Funktion nur dann einwandfrei erfüllen, wenn sie auf neuralgischen und unterhaltsanfälligen Abschnitten vollflächig mit einem Belag ausgebaut werden können. Nach kantonale r Praxis sind bei Wanderwegen daher ausnahmsweise auch vollflächi ge Hartbe - läge möglich, dies jedoch nur, wenn der Wanderweg e ntweder verlegt werden kann, die Strasse ein Längsgefälle von über 15 % aufweist oder eine Zufahrt zu einem landwirtschaftlichen Hau ptgebäude von ganzjährig bewohnten Vollerwerbsbetrieben betroffen ist. Bei eine m Längsgefälle von 2 %–15 % und Zufahrten zu nichtlandwirtschaft - 18A. Verwaltungsentscheide 1462 19 lichen Gebäuden und landwirtschaftlichen Nebengebäu den können zudem Fahrspuren mit einem bekiesten, allenfalls be grünten Mittel - streifen von mindestens 80 cm Breite zugelassen wer den (vgl. Me rk- blatt B 2.2.7, Fuss - und Wanderwege: Eingriffe ins Wanderwegnetz, Stand: Dezember 2004, in: Handbuch für Bau - und Planungs - behörden des Kantons Appenzell A.Rh., Ziff. 2.1 und 2.2). 5. a) Wie vorstehend erwähnt, tangiert das umstrittene Ba u- vorhaben zwei Wegabschnitte auf der Zufahrt von G. nach S., welche eine Gesamtlänge von ca. 690 m aufweist. Im Gebiet G. (Parzellen Nrn. X und Y) ist geplant, auf einer Länge von 194 m einen vollflächigen Betonbelag mit einer Breite von 2.80 m einzubauen. Wie aus den Bauplänen hervorgeht und wovon sich das Dep artement Bau und Umwelt beim Augenschein überzeugen konnte, ste igt die Zufahrt auf diesem Sanierungsabschnitt grösstenteils mehr a ls 15 % an, wobei die steilste Stelle etwa ein Längsgefälle von 17 % aufweist. Im Gebiet S. (Parzelle Nr. Z) ist vorgesehen, die best ehende Zufahrt ab der Abzweigung zum Gebäude Assek. Nr. H auf einem A bschnitt von 118 m mit zwei Betonfahrspuren von je 0.95 m Breite und einem Mittelstreifen von 0.90 m Breite zu versehen. Die s teilste Stelle dieses Wegabschnitts beträgt ca. 16 %. b) Die Rekurrenten legen im Weiteren glaubhaft dar, da ss der Unterhalt der Zufahrt insbesondere auf den zu sanie renden Ab - schnitten einen erhöhten Aufwand erfordert. Bei grö sseren Nieder - schlägen kann die Strasse ausgeschwemmt werden, was bis zur Behebung der Schäden zu einer massiven Nutzungseins chränkung führen und mit hohen Kosten verbunden sein kann. Im Abschnitts - bereich des vorgesehenen Betonbelags befindet sich zudem eine hohle Gasse, wo es nicht möglich ist, das Wasser ab zuleiten, womit dieses nach Aussage der Rekurrenten zum Teil in die unten liegenden Häuser läuft. Darüber hinaus ist nachvollziehbar, d ass auf der gegenwärtig vollständig bekiesten Strasse die Schne eräumung er - schwert wird und das Kies nach jeder Schneeschmelze wieder aus der Wiese entfernt und von neuem auf der Strasse ve rteilt werden muss. c) Wie sich zudem herausgestellt hat, handelt es sich beim Betrieb des Rekurrenten C. H. auf der Parzelle Nr. X um einen Vollerwerbsbetrieb. Mangels anderer Zufahrt wird di eser Betrieb einzig über die zu sanierende Zufahrtsstrasse ersch lossen, womit diese als betriebsnotwendig zu qualifizieren ist un d sich deren 19A. Verwaltungsentscheide 1463 20 Unterhalt damit im zumutbaren Bereich bewegen muss. Im Übrigen ist im vorliegenden Fall auch zu berücksichtigen, dass die Zufahrts - strasse G. -S. im Bereich des geplanten Betonbelags von den Rekurrenten H.L. und E.B. zur Bewirtschaftung der P arzellen Nr. Y und Z benutzt wird. d) Aus dem Gesagten geht hervor, dass das Bauvorhaben im Sinne der beschriebenen kantonalen Praxis als bewil ligungsfähig einzustufen ist. Daran vermag auch der Umstand nich ts zu ändern, dass der betroffene Wanderweg in einer Landschaftss chutzzone liegt und dass das Gebiet G. in Bezug auf die landschaftl iche und kulturhistorische Bedeutung eine besondere Stellung aufweist. Im unmittelbaren Bereich der Abschnitte, bei welchen d ie Sanierung geplant ist, befinden sich weder Kulturobjekte noch wird eine geschützte Hecke durch die Sanierung unmittelbar be einträchtigt oder bedroht. In Anbetracht der Tatsache, dass die lands chaftliche und kulturelle Umgebung ungeschmälert erhalten bleibt, ist nicht davon auszugehen, dass der Wanderweg an Qualität und Anzi ehungskraft einbüssen wird, zumal sich die Sanierung der Zufahr t auf die steilsten Abschnitte beschränkt. Departement Bau und Umwelt, 21.02.2008 1463 Baubewilligungsverfahren . Verletzung des rechtlichen Gehörs des Nachbarn mangels Einbeziehung als Partei im Baubewi lligungs- verfahren. Rückweisung an die Vorinstanz. Aus den Erwägungen: 4. a) Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist das Recht de s Privaten, in einem Verwaltungsverfahren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten und zu den für die Entsche idung wesentlichen Punkten Stellung zu nehmen. Dieser Anspruch fliesst direkt aus Art. 29 Abs. 2 BV. Der Umfang des Anspruchs auf rechtliches Gehö r hängt von der Intensität der Betroffenheit ab. Je g rösser die Gefahr einer Beeinträchtigung von schutzwürdigen Interesse n und je bedeutsamer diese sind, desto umfassender ist das r echtliche Gehör zu gewähren. Als wesentlicher Inhalt des Anspruchs auf rechtliches 20