B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-5971/2012 U r t e i l v o m 9 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richter Daniel Riedo, Richter Pascal Mollard, Gerichtsschreiberin Iris Widmer. Parteien X._______, vertreten durch Rechtsanwalt …, Beschwerdeführer, gegen Oberzolldirektion (OZD), Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Tabaksteuer (Nachleistungsverfügung gemäss Art. 12 VStrR). A-5971/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. X._______ ist Geschäftsführer der Y ._______ GmbH, welche u.a. Wa s- serpfeifentabak der Marke "…" importiert. B. Am 5. November 2008 meldete die Y ._______ GmbH unter Verwendung des von der Oberzolldirektion (OZD) zur Verfügung gestellten Formulars (Form. 55.44 "Anmeldung von Tabakfabrikaten [Einfuhr]") Wasserpfeife n- tabak der Marke " ..." bei der Sektion Tabak - und Bierbesteuerung zur Festsetzung des Steuersatzes für die Tabaksteuer an. Sie gab für Dosen à 1 kg einen Kleinhandelspreis (nachfolgend et wa auch: KHP) von Fr. 78.– an. Basierend auf dieser Anmeldung wurd e am 6. November 2008 ein S teuersatz von Fr. 4.95 pro Kilogramm (nachfolgend auch: Fr./kg), gültig ab 1. November 2008, verfügt. Am 30. Dezember 2009 meldete die Y ._______ GmbH Wasserpfeifenta- bak derselben Marke in Dosen à 1 kg zum KHP von Fr. 50. – an. Mit Ver- fügung vom 1. Januar 2010 wurde – gemäss der mittlerweile geänderten gesetzlichen Grundlage für die Steuerbemessung – per 1. Januar 2010 ein Steuersatz von Fr. 5.–/kg fes tgesetzt. Eine Nachkontrolle durch die OZD führte am 3. Mai 2010 zu einer erneuten Festsetzung des Steu - ersatzes von Fr. 6.50/kg, gültig ab 1. Mai 2010 , auf der Basis eines KHP von Fr. 65.–. Nach weiteren Untersuchungen durch die OZD verfügte die- se am 11. August 2010 einen KHP von Fr. 78. – und damit einen Steue r- satz von Fr. 7.80/kg. Die Y ._______ GmbH erhob gegen diese Verfügung Einsprache und beantragte, der für die Besteuerung massgebende Klein- handelspreis für den Wasserpfeifentabak " ..." in Dosen à 1 kg sei für die Zeit vom 1. Januar 2010 bis zum 30. April 2010 auf Fr. 50.– festzulegen. Die Einsprache wurde am 24. Januar 2011 abgewiesen. Die dagegen e r- hobene Beschwerde hiess das Bundesverwaltungsgericht am 3. Juli 2012 gut, soweit es darauf eintrat (vgl. Verfahren A-1265/2011). Es hielt z u- sammenfassend fest, die OZD sei nicht befugt gewesen, in der strittigen Periode für die Steuerbemessung von dem von der Y ._______ GmbH an- gemeldeten (und auf den Packungen aufgedruckten) KHP abzuweichen bzw. die OZD habe nicht widerlegt, dass die Produkte zum aufgedruckten Preis verkauft worden seien (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1265/2011 vom 3. Juli 2012 E. 3.2.1). Die OZD habe im strittigen Zei t- raum die Tabaksteuer deshalb zu Recht auf dem KHP von Fr. 50.– pro Ki- logramm berechnet (vgl. ebd. E. 3.3). A-5971/2012 Seite 3 C. Bereits am 9. Dezember 2009 war gegen X._______ eine Verwaltungs- strafuntersuchung eingeleitet worden. Aufgrund dieser Untersuchung kam die Zollkreisdirektion Basel (u.a.) zum Ergebnis, dass die Packungen der Marke "..." mit aufgedrucktem KHP von Fr. 50. – sowie unter Angabe der Reversnummer der Y ._______ GmbH (eine von der Verwaltung der I m- porteurin zur Überwachung des Handels zugewiesene Kontrollnummer) zu höheren Preisen bzw. für Fr. 78.–/kg angeboten worden seien. In der Zeit vom 1. Januar 2010 bis zum 30. April 2010 seien zehn Einfuhren festgestellt worden, bei denen insgesamt 16'986 kg Wasserpfeifentabak der Marke " ..." in Behältnissen von 1 kg zu Unrecht mit einem KHP von Fr. 50.– statt von Fr. 78.– veranlagt worden seien. D. Mit Verfügung vom 25. November 2010 erklärte die Zollkreisdirektion Ba- sel X._______ aufgrund von Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz vom 21. März 1969 über die Tabakbesteuerung (TStG, SR 641.31) sowie gegen das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehrwe rtsteuer (MWSTG, SR 641.20) für Tabaksteuern in der Höhe von Fr. 47'560.80, Mehrwertsteuern in der Höhe von Fr. 3'614.60 und Verzugszinse in der Höhe von Fr. 1'602. – nachleistungspflichtig im Sin ne von Art. 12 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0). Am 22. Dezember 2010 erhob X._______ bei der OZD gegen diese Ver- fügung Beschwerde, welche mit Entscheid vom 18. Oktober 2012 abg e- wiesen wurde. E. Mit Eingabe vom 16. November 2011 (recte: 2012; Posteingang 19. N o- vember 2012) erhob X.______ (Beschwerdeführer) gegen diesen En t- scheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantra gt die Aufhebung der Verfügung der Zollkreisdirektion Basel vom 25. November 2010 sowie des Einspracheentscheids (recte: Beschwerdeentscheids) der OZD vom 18. Oktober 2012, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanzen. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Januar 2013 schliesst die OZD (Vori n- stanz) auf kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. A-5971/2012 Seite 4 Am 18. April 2013 reichte der Beschwerdeführer unaufgefordert ein B e- weismittel ein, von dem die OZD Kenntnis nahm. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal- tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwe r- den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. De- zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), s o- fern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine s olche liegt nicht vor. Die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich gemäss dessen Art. 37 da s Verfahren nach dem VwVG. Der Be- schwerdeführer ist durch den Einspracheentscheid beschwert und zur An- fechtung berechtigt (Art. 48 VwVG). 1.2 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid; dieser ersetzt allfällige voran- gegangene Verfügungen (sog. Devolutiveffekt; vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4; statt vieler: Urteil des Bundesver waltungsgerichts A -1265/2011 vom 3. Juli 2012 E. 1.1; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bu ndesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.7). Soweit der Beschwerdeführer die Aufhebung der Verfügung der Zollkreis- direktion Basel vom 25. November 2010 (vgl. Bst. E ) verlangt, ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten. Im Übrigen ist die Beschwerde form- und fristgerecht eingereicht worden. 1.3 Nach dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen ist das Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz an die rechtliche Begründung der Begehren nicht gebunden. Es kann eine Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestäti- gen, die von jener der Vorinstanz abweicht (Art. 62 Abs. 4 VwVG; BVGE 2007/41 E. 2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 1.54). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-A-5971/2012 Seite 5 richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit e r- heben (Art. 49 Bst. c VwVG; vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N. 2.149). 1.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft auf Beschwerde hin im konkre- ten Anwendungsfall vorfrageweise Verordnungen des Bundesrates auf ih- re Gesetzes- und Verfassungsmässigkeit (konkrete Normenkontrolle). Bei unselbständigen Verordnungen, die sich auf eine gesetzliche Delegation stützen, prüft es, ob sich der Bundesrat an die Grenzen der ihm im G e- setz eingeräumten Befugnisse gehalten hat. Soweit das Gesetz den Bu n- desrat nicht ermächtigt, von der Verfassung abzuweichen, befindet das Gericht auch über die Verfassungsmässigkeit der unselbständigen Ve r- ordnung. 1.4.2 Die vorfrageweise Feststellung einer Gesetz - oder Verfassungswid- rigkeit führt indes nicht zur Aufhebung einer bundesrätlichen Verordnung, sondern zur Nichtanwendung der entsprechenden Bestimmung und zur Aufhebung der darauf gestützten Verfügung (BGE 107 Ib 243 E. 4b in f i- ne, Urteil des Bundesgericht s 2C_735/729/2007 vom 25. Juni 2008 E. 4.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3479/2012 vom 8. Janu- ar 2013 E. 2.4, A-4357/2010 vom 5. Mai 2011 E. 1.3.2). 1.5 1.5.1 Die Beweiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid da rü- ber, ob eine rechtserhebliche T atsache als erwiesen zu gelten hat oder nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtse r- hebliche Sachumstand verwirklicht hat (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2; Urtei- le des Bundesverwaltungsgerichts A -4011/2010 vom 18. Januar 2011 E. 1.5, A-855/2008 vom 20. April 2010 E. 2.6, A -1604/2006 vom 4. März 2010 E. 3.5; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.141). Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung kann das Beweis verfahren ge- schlossen werden, wenn die noch im Raum stehenden Beweis anträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offen sichtlich un tauglich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung abgeht oder umge kehrt die betreffende Tatsache aus den Akten bereits genügend ersichtlich ist (sog. "antizipierte Beweiswürdigung"; BGE 131 I 153 E. 3 mit Hinweisen; vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -1265/2011 vom 3. Juli 2012 A-5971/2012 Seite 6 E. 1.3, A-1107/2008 und A -1108/2008 vom 15. Juni 2010 E. 1.2.2; MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.144 mit Hinweisen). 1.5.2 Der Beschwerdeführer beantragt zur Abklärung der Höhe des Klein- handelspreises die Einvernahme von 54 Kunden der Y ._______ GmbH (Detailhändler gemäss Kundenliste) als Zeugen. Die Verwaltung habe nämlich bei ihr er Untersuchung lediglich "willkürlich" irgendwelche Wi e- derverkäufer "herausgepickt". Das Bundes verwaltungsgericht erachtet aufgrund der ihm vorliegen den Akten den Sachverhalt für genügend erstellt. Auf die Erhebung wei terer Beweise, insbesondere auf d ie Befragung der vom Beschwerdeführer angebotenen Zeugen, wird deshalb verzichtet, unabhängig von der Frage der Anwendbarkeit und Bedeutung von Art. 2 Abs. 1 VwVG auf das vo r- liegende Verfahren. Allerdings ist an dieser Stelle festzuhalten, dass die Vorinstanz zur Frage der Höhe des Kleinhandelspreises diejenigen A b- nehmer befragt hat, die gemäss Buchhaltung im relevanten Zeitraum Wasserpfeifentabak von der Y ._______ GmbH bezogen haben. Von e i- nem willkürlichen Vorgehen der Vorinstanz kann deshalb keine Red e sein. 1.6 Der Beschwerdeführer beanstandet eine Verletzung der verfahrens- rechtlichen Garantien. Es gebe – entgegen der "Erwartungen an ein rechtsstaatliches Verfahren" – keine unterzeichneten Protokolle der Ein- vernahmen der Zuständigen der Firma B._______ GmbH. Ausserdem habe er keine Gelegenheit erhalten, Ergänzungsfragen zu stellen. 1.6.1 Vorliegend stützt sich die zu beurteilende Nachbezugsverfügung auf Art. 12 VStrR. Bei dieser Leistungspflicht handelt es sich nicht um eine Strafe oder um eine Massnahme mit p önalem Charakter, sondern um die Geltendmachung einer öffentlich-rechtlichen Forderung im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens. Dieses Verfahren ist strikt vom gegebenenfalls ebenfalls geführten strafrechtlichen Verfahren zu trennen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_112/2010 vom 30. September 2010 E. 3.2; vgl. AND- REAS EICKER/FRIEDRICH FRANK/JONAS ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrensrecht, Bern 2012, S. 91). Die Untersche i- dung der beiden Verfahren ist u.a. deswegen relevant, weil die strafpro- zessualen Garantien (Art. 32 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) im Strafverfahren gelten. Eine allfällige Verletzung dieser Garantien hat auf die Gültigkeit der Nachbezugsverfügung aber keinen Einfluss. Für das Verwaltungsver-A-5971/2012 Seite 7 fahren gelten die strafprozessualen Garantien nicht (BGE 115 Ib 216 E. 3b, Urteil des Bundesgerichts 2C_112/2010 vom 30. September 2010 E. 3.2). 1.6.2 Die beanstandeten Untersuchungshandlungen wurden im Rah men des (Verwaltungs-)Strafverfahrens durchgeführt. Der beschwerdeführer i- sche Vorwurf, es habe keine Einvernahme stattgefunden bzw. er sei nicht zu dieser eingeladen worden und habe keine Ergänzungsfragen stellen können, wäre deshalb im Strafverfahren zu beurteilen, w eshalb darauf im vorliegenden (Verwaltungsjustiz-)Verfahren nicht einzutreten ist. Abges e- hen davon hätte gemäss der bundesgerichtlichen Recht sprechung eine allfällige Verletzung der strafprozessualen Garantien auf die Gültigkeit der Nachbezugsverfügung keinen Einfluss (vgl. E. 1.6.1). Nur am Rande sei erwähnt, dass zur Abklärung eines Sachverhalts der Verwaltung unte r- schiedliche Mittel zur Verfügung stehen. Unter anderem kann der unter- suchende Beamte mündliche oder schriftliche Auskünfte einholen (vgl. Art. 40 VStrR). Der Vorwurf des Beschwerdeführers ist somit un begrün- det. 2. 2.1 Nach dem in Art. 5 Abs. 1 BV statuierten Grundsatz der Gesetzmä s- sigkeit bedarf jedes staatliche Handeln einer gesetzlichen Grundlage (sog. Legalitätsprinzip). Im Steuerrecht wird das Legalitätsprinzip besonders streng gehandhabt und es kommt ihm in diesem Bereich allgemein eine herausragende B e- deutung zu (vgl. etwa BGE 136 II 337 E. 5.1, 131 II 562 E. 3.1, 3.4 mit Hinweisen auf die Lehre , Urteil des Bundesgerichts 2C_678/2012 vom 17. Mai 2013 E. 2.2). Bereits auf Verfassungsebene ist festgehalten, dass die Ausgestaltung der Steuern, namentlich der Kreis der Steuerpflicht i- gen, der Gegenstand der Steuer und deren Bemessung in den Grundz ü- gen im Gesetz selbst zu regeln ist ( Art. 164 Abs. 1 Bst. d und Art. 127 Abs. 1 BV), wobei unter dem Terminus "Gesetz" ein Gesetz im formellen Sinn zu verstehen ist (vgl. statt vieler: BGE 128 II 112 E. 5; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3479/2012 vom 8. J anuar 2013 E. 2.1.3, A-3974/2008 vom 20. Mai 2009 E. 2.7; zum Legalitätsprinzip im Steue r- recht: ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Ver- waltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, N 2693 ff.). Demzufolge ist insbesondere auch für die Bestimmung der Steuersubjekte und Steuerob- jekte auf deren im jeweiligen massgebenden Gesetz festgehaltene Defini- tion abzustellen (vgl. zum Ganzen: BVGE 2007/41 E. 4.1; MICHAEL A-5971/2012 Seite 8 BEUSCH, Der Untergang der Steuerforderung, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 19 ff.). Delegiert das Gesetz die Kompetenz zur recht ssatzmässigen Festlegung einer Abgabe an den Verordnungsgeber, so muss es zumi n- dest den Kreis der Abgabepflichtigen, den Gegenstand und die Beme s- sungsgrundlagen selbst festlegen (BGE 136 II 337 E. 5.1, 132 II 371 E. 2.1). 2.2 Der Bund erhebt eine Steuer auf Ta bakfabrikaten sowie auf Erzeu g- nissen, die wie Tabak verwendet werden (Art. 1 Abs. 1 TStG). Die Ober- zolldirektion erlässt hinsichtlich der Abgaben auf Tabakfabrikaten (Tabak- steuer, Zoll, Mehrwertsteuer) alle Weisungen, Verfügungen und Entschei- de, die nicht ausdrücklich einer anderen Behörde vorbehalten sind. Sie ist ermächtigt, den im Register der Hersteller, Importeure und Rohmateria l- händler eingetragenen Firmen (vgl. E. 2.5 .1) Weisungen über die für die Abgabenerhebung und -rückerstattung sowie zu Kontroll zwecken erfo r- derlichen Angaben, Nachweise und Vorkehren zu erteilen (Art. 2 TStG). 2.3 Der Steuer unterliegen neben den im Inland gewerbsmässig herg e- stellten, verbrauchsfertigen Tabakfabrikate u.a. auch die eingeführten Ta- bakfabrikate (Art. 4 Abs. 1 Bst. a TStG). Steuerpflichtig für die im Inland hergestellten Tabakfabrikate sind die Hersteller des verbrauchsfertigen Produkts (Art. 6 Bst. a TStG), für die eingeführten Fabrikate die Zol l- schuldner bzw. Zollschuldnerinnen (Art. 6 Bst. b TStG). Zollschuldner bzw. Zollschuldnerin ist (u.a.), wer die Waren über die Zollgrenze bringt oder bringen lässt und wer zur Zollanmeldung verpflichtet oder damit b e- auftragt ist (Art. 70 A bs. 2 Bst. a und b des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0]) sowie die Person, für deren Rechnung die Waren ein- oder ausgeführt werden (Art. 70 Abs. 2 Bst. c ZG). Nach der bundes- gerichtlichen Rechtsprechung gilt auch die natürliche Person, die als Or- gan für die juristische Person handelt, als Zollschuldnerin, da sie die W a- reneinfuhr tatsächlich veranlasst hat (ausführlich etwa Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts A-3644/2012 vom 21. März 2013 E. 2.1.2 mit weite- ren Hinweisen). Die Zollschuldnerinnen und Zollschuldner haften für die Zollschuld solidarisch (Art. 70 Abs. 3 ZG). Die Qualif ikation als Zol l- schuldnerin bzw. Zollschuldner hat überdies Auswirkungen auf die Schuldnerstellung in anderen Abgabeerlassen. So sind die zollzahlung s- pflichtigen Personen überdies bei der Einfuhr für die Mehrwertsteuer steuerpflichtig (Art. 51 MWSTG i.V.m. Art. 52 MWSTG). Die Steuerschuld entsteht für die eingeführten Tabakfabrikate nach den Vorschriften, die für die Entstehung der Zollschuld gelten (Art. 9 Abs. 1 Bst. b TStG), demnach A-5971/2012 Seite 9 im Zeitpunkt, in dem die Zollstelle die Zollanmeldung annimmt (Art. 69 ZG). 2.4 2.4.1 Die Bemessungsgrundlage der Tabaksteuer findet ihre Verankerung in Art. 10 TStG. Für anderen Rauchtabak als Feinschnitttabak und übrige Tabakfabrikate wird er in Prozenten des Kleinhandelspreises bemessen (Art. 10 Abs. 1 Bst. c TStG). Die Steuertarife dazu sind in den Anhängen I-IV des Gesetzes aufgelistet (Art. 11 Abs. 1 TStG). Im strittigen Zeitraum betrug die Steuer 10% des Kleinhandelspreises (Anhang IV, AS 2009 5561). Der vom Hersteller oder Importeur auf den Kleinhandelspacku n- gen aufgedruckte Pre is darf beim Verkauf nicht überschrit ten werden (Art. 10 Abs. 3 i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a TStG). Wer Tabakfabrikate über dem auf der Kleinhandelspackung abgegebenen Preis verkauft, macht sich einer Steuergefährdung strafbar (Art. 36 Abs. 1 Bst. h TStG). 2.4.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat hinsichtlich des Kleinhandel s- preises festgehalten, dass es sich hierbei um den Preis hand le, der im Einzelhandel erzielt werde (was bspw. den sog. "Grosshandel" aus- schliesse). Dies gelte auch dann, wenn der Preis auf den P ackungen aufgedruckt werde. Der Aufdruck erfolge aufgrund gesetzlicher Vorgaben und aus erhebungstechnischen Gründen. Dabei dürfe von Gesetzes w e- gen vermutet werden, dass der auf der Packung aufgedruckte Preis dem gesetzlich massgebenden KHP bzw. dem im Ha ndel tatsächlich bezah l- ten Preis ("Marktpreis") entspreche. Diese Vermutung sei allerdings w i- derlegbar, wobei der entsprechende Nachweis der Verwaltung obliege (vgl. ausführlich zur Frage des Kleinhandelspreises das Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts A-1265/2011 vom 3. Juli 2012 E. 3.1). 2.5 2.5.1 Die OZD führt ein Register (u.a.) der Importeure von Tabakfabrik a- ten zum Weiterverkauf (Art. 13 Abs. 1 TStG). Wer gewerbsmässig Tabak- fabrikate zum Weiterverkauf einführt, hat sich zur Eintragung in das en t- sprechende Register anzumelden (Art. 13 Abs. 2 TStG). Die Eintragung setzt (u.a.) die Hinterlegung eines Revers voraus (Art. 13 Abs. 3 Bst. a TStG). Damit verpflichtet sich der hinterlegende Importeur von Tabakfa - brikaten zum Weiterverkauf, die durch das TStG sowie die Tabaksteuer- verordnung vom 14. Oktober 2009 (TStV, SR 641.311) aufgestellten Han- delsvorschriften zu befolgen. Den durch Revers Verpflichteten wird eine Kontrollnummer (Reversnummer) zugeteilt (Art. 14 Abs. 2 TStG). A-5971/2012 Seite 10 2.5.2 Das Gesetz legt in Art. 16 TStG verschied ene Vorschriften für den Handel fest. Es wird beispielsweise verlangt, dass im Inland hergestellte verbrauchsfertige Tabakfabrikate nur in Kleinhandelspackungen die He r- stellerbetriebe verlassen dürfen. Die Einfuhr von Tabakfabrikaten ist ebenfalls nur in K leinhandelspackungen statthaft. Zudem ist vorgeschri e- ben, mit welchen Angaben die Kleinhandelspackung zu versehen ist (vgl. Art. 16 Abs. 1 TStG). So muss diese den KHP in Schweizerwährung tr a- gen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a TStG) sowie die Reversnummer oder Firm en- bezeichnung des Importeurs (Art. 16 Abs. 1 Bst. b TStG). Die erforderl i- chen Angaben müssen direkt auf den Kleinhandelspackungen in leicht les- und unverwischbarer Schrift angebracht werden (Art. 31 TStV). Au s- serdem bestehen auch Vorschriften betreffend d ie Packungsgrösse von Tabakfabrikaten. Anderer Schnitttabak als Feinschnitt darf in Kleinha n- delspackungen von höchstens 1000 g Inhalt abgefüllt werden (Art. 16 Abs. 2 Bst. c TStG). 2.6 2.6.1 Unter der Marginalie "Veranlagung und Entrichtung der Steuer" r e- gelt Art. 17 Abs. 1 TStG, dass die OZD den anwendbaren Steuersatz für die im Inland hergestellten Zigarren - und Zigarettensorten gestützt auf Anmeldungen, die vom Hersteller einzureichen sind, zum Voraus festlegt. Der Steuersatz für Zigarren - und Zigarettensorten, die von einem Impo r- teur regelmässig eingeführt werden, wird auf Antrag ebenfalls durch die OZD zum Voraus festgesetzt (vgl. Art. 17 Abs. 2 TStG). Die TStV regelt gestützt auf diese gesetzliche Grundlage, dass auch die Hersteller von Tabakfabrikaten der OZD die Kleinhandelspreise aller Erzeugnisse a n- melden müssen (Art. 5 Abs. 1 TStV). Ändert der KHP eines bereits a n- gemeldeten Produkts, so muss der Hersteller vor Entstehung der Steue r- schuld eine neue Anmeldung einreichen (Art. 5 Abs. 4 TStV). Weiter r e- gelt die TStV für den Fall, dass für die gleiche Marke und Aufmachung e i- nes Tabakfabrikates unterschiedliche Kleinhandelspreise vorgesehen sind, dass die OZD die Steuer nach dem höchsten Preis festsetzt (Art. 6 Abs. 2 TStV). 2.6.2 Gemäss der Praxis der Verwaltung muss – in analoger Anwendung von Art. 17 Abs. 2 TStG i.V.m. Art. 5 TStV (vgl. E. 2.6 .1) – diejenige Per- son, die gewerbsmässig Tabakfabrikate (wie etwa Wasserpfeifentabak) einführt, zur Festsetzung des Steuersatzes vor der Einfuhr der Tabakfa b- rikate den KHP (od er auch Detailverkaufspreis ) mittels des Formulars 50.44 "Anmeldung von Tabakfabrikaten" der OZD ebenfalls bekannt g e- ben (vgl. Merkblatt über die gewerbsmässige Einfuhr von Wasserpfeife n-A-5971/2012 Seite 11 tabak, abrufbar unter www.ezv.admin .ch > Zollinformationen Firmen > Steuern und Abgaben > Tabaksteuer). Unter der Rubrik "Verfügung – Ta- xation – Tassazione" des Formulars verfügt die OZD den entsprechenden Steuersatz. Die Verwaltung will gemäss ihren Angaben mit diesem forma- lisierten Verfahren ein Hilfsmittel anbieten, um di e Einfuhr und die Vera n- lagung zu vereinfachen und zu beschleunigen (vgl. Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts A-1265/2011 vom 3. Juli 2012 E. 2.5.2). 2.7 Eine Widerhandlung bzw. eine Hinterziehung der Tabaksteuer begeht, wer dem Bund Steuern auf Tabakfabr ikaten vorenthält (Art. 35 Bst. a TStG). Einer Hinterziehung der Mehrwertsteuer macht sich schuldig, wer vorsätzlich oder fahrlässig bei der Einfuhr Waren nicht oder unrichtig a n- meldet oder verheimlicht (Art. 96 Abs. 4 Bst. a MWSTG). Unter der Marginalie "Hinterziehung; Erschleichen eines Beitrages u. dgl." regelt Art. 12 Abs. 1 VStrR , dass die infolge einer Widerhandlung gegen die Verwaltungsgese tzgebung des Bundes zu Unrecht nicht erhobene Abgabe ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer Person nachzuentr ich- ten oder zurückzuerstatten ist. Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nach- oder Rückleistungspflichtigen gehören insbesondere jene Pers o- nen, welche dem Kreis der Zollschuldner bzw. Zollzahlungspflichtigen nach Art. 70 ZG zuzurechnen sind, und die als solche auch für die Tabak- sowie für die Mehrwertsteue r einzustehen haben (vgl. E. 2.3 ). Diese haf- ten selbst dann, wenn sie nichts von der falschen Deklaration wussten (BGE 107 Ib 198 E. 6c/d), denn sie gelten ipso facto als durch die Nich t- bezahlung der Abgabe bevorteilt (vgl. [anstelle vieler:] Urteil des Bundes- gerichts 2A.82/2005 vom 23. August 2005 E. 3.1). 3. Vor Bundesverwaltungsgericht liegt im Streit, ob die Vorinstanz zu Recht von einem KHP für den Wasserpfeifentabak der Marke " ..." in Dosen à 1 kg für den strittigen Zeitraum (1. Januar 2010 bis 30. April 2010) von Fr. 78.– (statt wie deklariert von Fr. 50.–) pro Kilogramm ausgegangen ist, und ob sie die deswegen allenfalls entstandene Abgabendifferenz zu Recht beim Beschwerdeführer nachfordert. 3.1 Der Beschwerdeführer beanstandet zunächst, das Bundesverwa l- tungsgericht habe über die Frage des Kleinhandelspreises im strittigen Zeitraum in einem "quasi identischen Verfahren" bereits entschieden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1265/2011 vom 3. Juli 2012). Das gegen die Verfügung der Leistungspflicht des Beschwerdeführers A-5971/2012 Seite 12 angehobene Beschwerdeverfahren sei damals denn auch antragsgemäss sistiert worden, bis das Bundesverwaltungsgericht "den KHP festgesetzt" habe. Nach dem Grundsatz "ne bis idem" sei es nicht zulässig, dem Bun- desverwaltungsgericht dieselbe Frage ein zweites Mal zu unterbreiten. Indem zu Unrecht ein Verfahren gegen den Beschwerdeführer ang e- strengt worden sei, werde mit einem "Trick" versucht, den angerufenen Grundsatz zu umgeh en. Der Beschwerdeführer sei aber in keiner Weise in den Genuss eines unrechtmässigen Vorteils gekommen. Vorliegend sei – wenn überhaupt – nur die Y ._______ GmbH leistungs- und steuerpflich- tig, bei der zudem ein Betrag von Euro 75'065. – für eine spätere Le is- tungspflicht beschlagnahmt worden seien. Weshalb er für nachleistung s- pflichtig erklärt werde, sei "unverständlich und nicht nachvollziehbar". Da er ausserdem nicht mehrwertsteuerpflichtig sei, müsse er nicht für die Mehrwertsteuer aufkommen. 3.1.1 Der Beschwerdeführer bestreitet nach dem Ausgeführten in grun d- sätzlicher Hinsicht sinngemäss die subjektive Leistungspflicht: Die in Diskussion stehenden Einfuhren hat der Beschwerdeführer vera n- lasst (vgl. Bst. C) . Er bestellte die Ware im Ausland, entschied über den Transportweg, veranlasste die Zahlung und beauftragte eine Firma mit der Verzollung (vgl. act. 1.19, Einvernahmeprotokoll des Beschwerdefü h- rers vom 12. April 2010, S. 3 ff.). Der Beschwerdeführer, der als Organ für eine juristische Person gehandelt hat, gehört zum Kreis der Zollschuldner. Als solcher ist er für die Tabaksteuer sowie für die Mehrwertsteuer steu- erpflichtig und zwar unabhängig davon, ob der Zollpflichtige der Meh r- wertsteuerpflicht untersteht. Er haftet grundsätzlich solidarisch mit der Y ._______ GmbH für die Zollschuld (vgl. E. 2.3). Wären (was hier zu kl ä- ren ist) im vorliegenden Fall Abgaben zu Unrecht nicht erhoben worden, wäre der Beschwerdeführer als Zollschuldner für diese Abgaben nachleis- tungspflichtig. Durch die Nichtbezahlung der geschuldeten Abgaben wür- de er nämlich ipso facto als bevorteilt gelten (vgl. E. 2.7). Es liegt im E r- messen der Zollverwaltung, ob sie einen oder mehrere Solidarschuldner in Anspruch nehmen und für le istungspflichtig erklären will. Der von der Verwaltung belangte Zahlungspflichtige hat keinen Anspruch darauf, dass an seiner Stelle oder neben ihm auch andere mit ihm solidarisch haftende Schuldner leistungspflichtig zu erklären seien, würde sich doch dad urch an seiner eigenen Haftung nichts ändern (vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A-3638/2012 vom 31. März 2013 E. 7.2 mit Hinweisen). A-5971/2012 Seite 13 Es ist deshalb grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn sich die Verwa l- tung neben der Y ._______ GmbH (auch) an den Beschwerdeführer hält. Die Beschwerde ist diesbezüglich unbegründet. 3.1.2 Das vorliegende Verfahren (Nachleistungspflicht gestützt auf Art. 12 VStrR) ist verwaltungs- und nicht etwa straf rechtlicher Natur (vgl. bereits E. 1.6). Der vom Beschwerdeführer angeru fene Grundsatz "ne bis idem" (vgl. E. 3.1) beansprucht indes im Strafrecht Geltung. Verwaltungsrecht- lich gewendet macht der Beschwerdeführer sinngemäss geltend, der Sachverhalt sei bereits rechtskräftig entschieden worden (sog. "res iud i- cata"). Folglich könne die Verwaltung über den vom Bundesverwaltung s- gericht mit rechtskräftigem Urteil festgelegten KHP nicht erneut verfügen. 3.1.2.1 Allgemein wird zwischen formeller und materieller Rechtskraft u n- terschieden. Eine Verfügung (bzw. ein Beschwerdeentscheid) wird formell rechtskräftig, wenn sie endgültig ist, wenn die Frist für die Einlegung e i- nes ordentlichen Rechtsmittels unbenutzt abgelaufen ist, wenn die Pa r- teien rechtsgültig darauf verzichtet haben, ein solches einzulegen, oder wenn sie das Rechtsmittel zurückge zogen haben. Materielle Rechtskraft bedeutet, dass ein Entscheid nicht erneut zum Gegenstand eines Justi z- verfahrens gemacht werden kann, ausser er werde zuvor durch das au s- serordentliche Rechtsmittel der Revision (Art. 66 VwVG ; Art. 45 VGG i.V.m. Art. 121-128 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [SR 173.110]) umgestossen. Eine Revision von Amtes wegen – und damit un- ter Umständen zum Nachteil der steuerpflichtigen Person – ist nur denk- bar, wenn das Anfechtungsobjekt von einem Verbrechen oder Vergehen beeinflusst war (Art. 66 Abs. 1 VwVG; Art. 45 VGG i.V.m. Art. 123 Abs. 1 BGG). Im Verwaltungsrecht ist die materielle Rechtskraft lediglich auf E r- kenntnisse der Beschwerdebehörden anwendbar. Sie setzt voraus, dass der Entscheid in formelle Rechtskraft erwachsen ist. Zusammengefasst beschlägt die materielle Rechtskraft die Frage der Bindung der Behörden an eine Verfügung, das heisst die Frage der W i- derrufbarkeit einer Verfügung; bei der formellen Rechtskraft hingegen geht es um die Anfechtbarkeit der Verfü gung seitens der Betroffenen (zum Ganzen BVGE 2009/11 E. 2.1.2; eingehend auch: Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts A-6011/2012 vom 13. März 2013 E. 3.1; statt vi e- ler: PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 31 Rz. 6, 9; PIERMARCO ZEN- RUFFINEN, Le réexamen et la révision des décisions administratives, in: A-5971/2012 Seite 14 François Bohnet [Hrsg.], Quelques actions en annulation, Neuchâtel 2007, S. 195 ff., 198 f. Rz. 5 f., S. 201 Rz. 10). 3.1.2.2 Verfügungen bzw. Beschwer deentscheide wirken nur gegenüber den jeweiligen Parteien. Im Verfahren A -1265/2011 war die Y ._______ GmbH Partei. Im vorliegenden Verfahren ist diese nicht Partei. Diesb e- züglich ist der Sachverhalt folglich anders gelagert, auch wenn der B e- schwerdeführer der Geschäftsführer der Y ._______ GmbH ist. In sachlicher Hinsicht war i m Beschwerdeverfahren A-1265/2011 im Rahmen des Anmeldeverfahrens des Kleinhandelspreises (gemäss Art. 17 Abs. 2 TStG; vgl. E. 2.6.2 ) – also im Rahmen des Veranlagung s- verfahrens – die Frage zu entscheiden, "ob die Vorinstanz zu Recht von einem KHP für den Wasserpfeifentabak der Marke '...' in Dosen à 1 kg für den strittigen Zeitraum (1. Januar 2010 bis 30. April 2010) von Fr. 78.– pro Kilogramm ausgegangen ist" (vgl. Urteil des Bundesv erwaltungsge- richts A-1265/2011 vom 3. Juli 201 2 E. 3). Vorliegend stellt sich – wenn auch gegenüber einem anderen Beschwerdeführer und in einem anderen Verfahren (solidarische Nachleistungspflicht gestützt auf Art. 12 VStrR) – tatsächlich erneut die identi sche Streitfrage, nämlich diejenige nach der Höhe des Kleinhandelspreises in der Zeit vom 1. Januar 2010 bis 30. April 2010 (vgl. E. 3 am Anfang). Sowohl im Verfahren A -1265/2011 als auch im vorliegenden Verfahren hatte bzw. hat die Verwaltung die in Art. 10 Abs. 3 i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a TStG verankerte gesetzliche Vermutung, wonach der Verkaufspreis im Detailhandel dem angemeld e- ten und aufgedruckten KHP entspricht, zu widerlegen (vgl. auch E. 2.4.2). Der Nachweis eines höheren Kleinhandelspreises ist eine Voraussetzung für den Nachbezug gemäss Art. 12 VStrR. 3.1.2.3 Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, allfällige administra- tive Abklärungen im Rahmen einer Veranlagung oder Abgabenfestse t- zung gemäss Art. 17 Abs. 2 TStG könne "weder eine Verwaltungsstrafun- tersuchung ersetzen" noch deren "Ergebnis vorweg" nehmen. Dem kann an sich zwar beigepflichtet werden. Allerdings muss auch die Vorinstanz das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Verfahren A -1265/2011 für das vorliegende Verfahren als massgebend erachtet haben , ansonsten sie dieses wohl kaum sistiert hätte (vgl. E. 3.1). Ausserdem fällt auf, dass die Untersuchungsergebnisse, mit denen die Verwaltung im vorliegenden Nachleistungsverfahren den KHP von Fr. 78.– nachweisen will, zum Zeit- punkt der Fällung des Einspracheentscheids gegen die Y ._______ GmbH am 24. Januar 2011 längst vorgelegen hatten, wurde das Verfahren g e-A-5971/2012 Seite 15 gen den Beschwerdeführer doch am 25. November 2010 abgeschlossen (act. 1.48, Schluss -Protokoll; act. 1.49 , Verfügung über die Leistung s- pflicht). Die Untersuchungsresultate den KHP betreffend hätten von der Verwaltung folglich bereits im Veranlagungsverfahren betreffend die Y ._______ GmbH herangezogen werden können, um die genannte g e- setzliche Vermutung (E. 2.4.2) zu widerlegen. Von einer "Vorwegnahme der Ergebnisse" kann deshalb keine Rede sein. Ein solcher Beizug ist je- doch unterblieben. Das Veranlagungsverfahren wurde denn auch mit dem genannten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, gegen welches keine Beschwerde beim Bunde sgericht eingereicht wurde, rechtskräftig abg e- schlossen. 3.2 Es könnte sich aufgrund dieser Sachlage tatsächlich die Frage ste l- len, ob es sich bezüglich des Streitgegenstandes "Höhe des Kleinha n- delspreises in der Zeit vom 1. Januar 2010 bis zum 30. April 2010" (vgl. E. 3) um eine sog. "res iudicata" handelt. Eine abschliessende Klärung kann jedoch unterbleiben. Das Bundesverwaltungsgericht gelangt im vor- liegenden Verfahren betreffend die Nachleistungspflicht nämlich – wie zu zeigen sein wird (E. 4 und E. 5) – hinsichtlich dieser Streitfrage zu keinem anderen Ergebnis als im Verfahren A-1265/2011. 4. Zum Nachweis des Kleinhandelspreises von Fr. 78.– stützt sich die Vorin- stanz auf die Überprüfung der Angebote im Internet (vgl. E. 4.1) sowie auf die Verkäufe in den Detailhandelsgeschäften (E. 4.2). 4.1 4.1.1 Die Vorinstanz hat am 15. April 201 0 diverse Internetanbieter über- prüft (vgl. act. 1.32, Aktennotiz und die entsprechenden Beweismittel in Ordner 1 Beweismittel, pag. B 000194 ff.). Gemäss diesen Abklärungen seien in den "Online -Shops" unter … und www…. die Kilopackungen zu einem Preis von Fr. 78.– angeboten worden; auf … sei das Kilo zu Fr. 89.– (mit Zusatzvermerk "normaler Verkaufspreis 95 -100 Fr. + Versand") erhältlich gewesen und auf … zu Fr. 59.90. Es habe – so die OZD – kein einziger inländischer Internetanbieter gefunden werden können, der den KHP von Fr. 50.– "eingehalten" habe (act. 1.32, Aktennotiz vom 15. April 2010). 4.1.2 Vorab ist festzuhalten, dass d er für die Steuerbemessung massge- bende KHP für die "übrigen Tabakfabrikate" grundsätzlich derjenige ist, der auf der Packung steht und von dem anzunehmen ist, dass er auch A-5971/2012 Seite 16 dem "Marktpreis" entspricht (vgl. E. 2.4.1 und E. 2.4.2 ). Diesbezüglich ist ausserdem festzuhalten, dass es den Marktpreis im Sinne eines einzigen massgebenden Preises nicht gibt. Wo mehrere Handelsakteure dasselbe Produkt anbieten, kann es unterschiedliche Kleinhandels- bzw. Marktprei- sen für dasselbe Produkt geben. Ändert der KHP eines bereits ange mel- deten Produkts, dürften die Händler in der Regel noch Produkte an Lager haben, die noch den bisherigen Preis , im vorliegenden Fall als o denjeni- gen von Fr. 78. –, tragen (sog. "alte Ware"). Ein Verkauf zu dem auf der Kleinhandelspackung aufgedruckten "alt en" Preis ist aber zweifellos z u- lässig, auch wenn gleichzeitig Produkte desselben Importeurs zu einem anderen KHP erhältlich sind. Hinsichtlich der von der Vorinsta nz überprüften Internetangebote ist zu- nächst einmal unklar, ob es sich um Waren handelt, die von der Y ._______ GmbH bezogen worden sind. Anhand der eingereichten Au s- züge aus dem Internet kann zudem nicht nachgeprüft werden, ob es sich allenfalls um sog. "alte Waren" handelte (vgl. oben). Unabhängig davon, von wem die Produkte importiert worden sind, kann des Weiteren anhand der Akten nicht geprüft werden, ob die Produkte in Übereinstimmung mit dem aufgedruckten Preis, oder ob sie – allenfalls zu Unrecht – zu einem Preis über dem aufgedruckten verkauft worden sind. Ausserdem vermö- gen d ie einen einzigen Tag betreffenden Abklärungen von Vornherein nicht den Nachweis zu erbringen, dass der KHP im gesamten Zeitraum (1. Januar 2010 bis zum 30. April 2010 ) nicht Fr. 50.– betragen hat, son- dern höher gelegen haben soll, geben doch die Unterlagen lediglich den aktuellen Verkaufspreis (denjenigen vom 15. April 2010) wieder. Die Un- terlagen sagen überdies nichts darüber aus , seit wann die Produkte zu diesem Preis angeboten wurden, und ob der Preis zwischen 1. Januar 2010 und 15. April 2010 auch konstant geblieben ist. Zu berücksichtigen wäre in diesem Zusammenhang zudem, dass erstmals am 2. Februar 2010 Produkte zu einem KHP von Fr. 50. – importiert worden sind. Schliesslich lassen sich am 15. April 2010 betreffend den Kleinhandels- preis für die Zukunft (Zeitraum vom 16. bis zum 30. April 2010) keine s i- cheren Aussagen machen. Hinsichtlich des "Online -Shops" … fällt aus- serdem auf, dass dieser Shop gemäss den Akten keine Kilopackungen angeboten hat (vgl. Ordner 1 Beweismittel, pag. B 000207-000213), son- dern Packungen à 50 g (zu Fr. 4.80 bis Fr. 4.95) und à 250 g (zu Fr. 19.50 bis Fr. 23.–). Auch wie die Vorinstanz den Kilopreis von Fr. 78.– berech- net hat, ist deshalb unklar . Abgesehen davon ist in diesem Zusammen- hang festzuhalten, dass eine "Umlage" der Preise von 50 g bzw. 250 g zur Berechnung des Kilopreises nicht zulässig wäre, weil – zumindest für A-5971/2012 Seite 17 die hier im Zentrum stehende Frage der Steuerbemessung – in erster Li- nie der Preis massgebend ist, der auf der Packung steht (vgl. E. 2.4.1). 4.1.3 Insgesamt sind die den Internethandel betreffend eingereichten Un- terlagen ungenügend, um den Nachweis zu erbringen, dass der KHP der Produkte der Y ._______ GmbH für den fraglichen Zeitraum bei Fr. 78.– lag. 4.2 Die Vorinstanz hat den Kleinhandelspreis auch vor Ort bei Abnehmern der Y ._______ GmbH überprüft. Dabei handelt es sich um die Detailhänd- ler A._______ (E. 4.2.1), B._______ GmbH (E. 4.2.2) und C._______ GmbH (E. 4.2.3). 4.2.1 Das A.______ hat im fraglichen Zeitr aum bei der Y ._______ GmbH eine einzige 1 kg Packung Wasserpfeifentabak bezogen (act. 6.1.1, Rechnung vom 1. März 2010). Auf der Kleinhandel spackung war der Preis von Fr. 78. – angegeben. Gemäss den Angaben der Geschäftsve r- antwortlichen werden die Produkte jeweils entsprechend dem auf der Pa- ckung angegebenen Preis verkauft (act. 6.1, Fragebogen vom 13. April 2010). Der Verkauf zum KHP von Fr. 78.– gemäss Aufdruck auf der Packung er- folgte rechtmässig . Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts dürfte es si ch bei dieser Packung um sog. "alte Ware" (vgl. E. 4.1.2) g e- handelt haben. Daraus lässt sich aber nicht schliessen, dass der KHP der Produkte der Y ._______ GmbH im strittigen Zeitraum generell bei Fr. 78.– gelegen habe. 4.2.2 Bei der C._______ GmbH stellte die Vorinstanz fest, dass der auf der jeweiligen Kilopackung aufgedruckte KHP von Fr. 50.– mit Rein i- gungsbenzin entfernt und mit einem Preisetikett von Fr. 78. – überklebt worden war. Nach Angaben des Geschäftsführers und der Mitarbeiter ha- be man dies nach Rücksprache mit einer Frau (der Name war den Mita r- beitenden nicht bekannt) der Y ._______ GmbH getan. Von dieser Person sei i hnen mitgeteilt worden, dass der Y ._______ GmbH, indem sie die Produkte mit einem Preis von Fr. 50.– versehen habe, ein Fehler unter- laufen sei . Die Frau habe gesagt, die C._______ GmbH solle den fal- schen Preis mit Fr. 78.– überschreiben (vgl. act. 7.1 und 7.3, Fragebogen und Untersuchungsbericht je vom 13. April 2010). Die bei der B._______ GmbH von der Behörde vorgefundenen Produkte trugen den KHP von Fr. 50. – und hätten nach den Vorschriften des G e-A-5971/2012 Seite 18 setzes vom Detailhändler B._______ GmbH auch zu diesem Preis ve r- kauft werden müssen (vgl. E. 2.4.1). Bei der Aussage, die Waren seien auf Anweisung der Y ._______ GmbH zum Preis von Fr. 78. – verkauft worden, handelt es sich um eine unbelegt gebliebene Behauptung der B._______ GmbH. Diese steht ausserdem im Widerspruch zu einer Au s- sage von Frau X._______, die diese angeblich gegenüber der C._______ GmbH gemacht habe n soll (vgl. E. 4.2.3) . Angesichts des Umstandes, dass sich einer Steuergefährdung schuldig macht, wer die Waren über dem aufgedruckten KHP verkauft (v gl. E. 2.4.1), könnte es sich dabei möglicherweise um eine Schutzbehauptung handeln. Aus den bei der B._______ GmbH vorgefundenen rechtswidrigen Umständen (Überkle- ben des Preisetiketts) kann jedenfalls für das vorliegende Nacherh e- bungsverfahren nicht abgeleitet werden, dass der KHP der Produkte der Y ._______ GmbH in der strittigen Periode generell Fr. 78.– betragen hat. 4.2.3 Der Geschäftsführer der C._______ GmbH erklärte gegenüber der Vorinstanz, er habe den neuen Aufdruck (KHP von Fr. 50. –) auf den P a- ckungen zunächst nicht bemerkt. Bisher seien die Produkte mit Fr. 78. – angeschrieben gewesen. Zu diesem Preis habe er die Waren auch ve r- kauft. Nun aber verkaufe er keine Dosen à 1 kg mehr. Vielmehr verwende er die Kilodosen in seiner Lounge, wo er diese in Portionen ab gefüllt ver- kaufe. So verdiene er viel mehr. Frau X._______ habe ihm zudem erklärt, dass diese Waren nur noch für die Lounge bestimmt seien (act. 8.3, Ak- tennotiz vom 15. April 2010). Gemäss den Angaben des Geschäftsführers der C._______ GmbH wur- den die mit Fr. 50.– angeschriebenen 1 kg Dosen also gar nicht im D e- tailhandel vertrieben, sondern deren Inha lt wurde in der Lounge porti o- nenweise abgegeben. Ob dies auf Anweisung von Frau X._______ erfolgt ist, bleibt auch hier eine ungesicherte Behauptung des Geschäftsführers der C._______ GmbH, spielt aber für die vorliegende Problematik keine Rolle. Jedenfalls lässt sich auch aus diesem Untersuchungsergebnis nicht schliessen, der KHP habe im strittigen Zeitraum Fr. 78.– betragen. 4.3 Abschliessend ist zu diesem Punkt festzuhalten, dass die Vorinstanz mit den beigebrachten Unterlagen nicht widerlegt hat, dass die Produkte zum aufgedruckten Preis bzw. zu Fr. 78.– verkauft worden sind. Festzuhalten ist an dieser Stelle ausserdem Folgendes: Wiederholt wird von der Vorinstanz darauf hingewiesen, der Beschwerdeführer habe se i- ne Abnehmer über den geänderten KHP nicht in formiert. Bei einem Ve r-A-5971/2012 Seite 19 kauf zu einem KHP zu Fr. 50. – sei den Detailhändlern zudem keine g e- nügende Gewinnmarge verblieben. Eine Pflicht des Importeurs, die D e- tailhändler über einen geänderten KHP zu in formieren, ist dem Bunde s- verwaltungsgericht aber nicht ersichtlich. Zu welchen Zwischenhandel s- preisen die Produkte weiterverkauft werden, ist ohnehin den beteiligten Handelsakteuren überlassen . Ob den Detailhändlern eine hinreichende Gewinnmarge verbleibt, ist deshalb grundsätzlich nicht Sache der Verwal- tung. 5. 5.1 Die Vorinstanz stellt sich überdies auf den Standpunkt, dass "gemäss Art. 6 Abs. 2 TStV der höchste Preis massg ebend" sei, so dass "die auf dem Kleinhandelspreis von Fr. 78. – basierende Abgabenberechnung nicht zu beanstanden" sei. Auch eine Berechnung, die "auf Durc h- schnittspreise" gestützt werden müsste, würde zu keinem anderen E r- gebnis führen. Ein Teil der ermittelten Kleinhandelspreise liege nämlich deutlich über Fr. 78.– und nur ein einziges Angebot im Internet habe auf Fr. 59.90 gelautet. 5.2 Gemäss Art. 6 Abs. 2 TStV setzt die OZD für den Fall, dass für die gleiche Marke und Aufmachung eines Tabakfabrikates unterschiedliche Kleinhandelspreise vorgesehen sind, die Steuer nach dem höchsten Preis fest (vgl. E. 2.6.1). Im Urteil A -1265/2011 vom 3. Juli 2012 hat das Bundesverwaltungsgericht die Gesetzmässigkeit dieser Bestimmung nicht näher geprüft, weil es mit der Vorinstanz davon ausging, dass die Y ._______ GmbH im fraglichen Zeitraum "Alleinimporteurin" des strittigen Tabakproduktes gewesen ist (vgl. E. 4. 1.3), und die Vorinstanz weder dargelegt und noch geltend gemacht hat te, dass im massgeblichen Zei t- raum von anderen Importeuren für die gleiche Marke und Aufmachung höhere Kleinhandelspreise angemeldet worden sind (Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts A-1265/2011 vom 3. Juli 2012 E. 3.2.1). Aufgrund der Akten (vgl. Ordner 1 Beweismittel, pag. B 000207, Internetauszug D._______ vom 15. April 2010, wonach der Shop die Ware nicht mehr "di- rekt ab Werk" von ... beziehen könne) und des Dargelegten (vgl. E. 4.1.1) war dies offensichtlich anders . Das Bundesverwaltungsgericht sieht sich deshalb veranlasst, die Gesetzmässigkeit von Art. 6 Abs. 2 TStV vorfra- geweise zu prüfen (vgl. E. 1.4), zumal sich die Verwaltung für die Festl e- gung des Kleinhandelspreises auch auf diese Bestimmung beruft. 5.3 A-5971/2012 Seite 20 5.3.1 Zunächst einmal ist zu untersuchen, auf welcher gesetzlichen Norm die fragliche Bestimmung basiert und welchen Regelungsbereich sie aus- führen soll. Art. 6 Abs. 2 TStV steht unter der Sachüberschrift "Steuerfest- setzung" und stützt sich explizit auf Art. 17 TStG, welcher die Marginalie "Veranlagung und Entrichtung der Steuer" trägt . Diese Bestimmung um- fasst eine Anmeldepflicht: Sie regelt, dass auf Anmeldung hin die Verwal- tung für gewisse Tabakprodukte den Steuersa tz festlegt (vgl. E. 2.6.1). Die Regelung gilt gemä ss Praxis in analoger Anwendung auch für den Import von Wasserpfeifentabak (E. 2.6.2). Mit diesem formalisierten Ve r- fahren soll ein Hilfsmittel angeboten werden, um die Einfuhr und Veranla- gung von Tabakfabrikaten zu vereinfachen und zu be schleunigen (vgl. E. 2.6.2). Die Vorschrift ist folglich "erhebungstechnischer Natur". Dar ü- ber, wie der Steuersatz festgelegt wird, sagt die Regelung nichts aus. Dies ergibt sich aber aus den übrigen Bestimmungen. Den Steuersatz ermittelt die Verwaltung anhand des jeweiligen Steuertarifes und anhand des Kleinhandelspreises gemäss der Anmeldung der steuerpflichtigen Person: Der Steuertarif für Wasserpfeifentabak ist in Art. 10 Abs. 1 i.V.m. Art. 11 Abs. 1 i.V.m. Anhang IV TStG festgelegt. Er wird auf dem KHP bemessen und beträgt 10% davon (vgl. E. 2.4.1). Hinsichtlich der Bemes- sungsgrundlage und der Höhe der Steuer kann hier festgehalten werden, dass diese abschliessend und ohne Delegation an den Verordnungsg e- ber – die aufgrund des im Steuerrecht besonders streng geltenden Leg a- litätsprinzips ohnehin nur in enge n Grenzen zulässig wäre (vgl. E. 2.1) – im Gesetz selbst geregelt sind. 5.3.2 Als Nächstes ist der Frage nachzugehen, ob sich die Verordnung s- bestimmung an den in Art. 17 TStG fe stgelegten Rahmen hält. Art. 6 Abs. 2 TStV lautet wie folgt: "Sind für die gleiche Marke und Aufmachung eines Tabakfabrikats unterschiedliche Kleinhandelspreise vorgesehen, so setzt die Oberzolldirektion die Steuer nach dem höchsten Preis fest." Die Bestimmung sieht also vor, dass die Verwaltung in der beschriebenen Konstellation nicht auf den jeweils konkret angemeldeten KHP abstellen, sondern die Steuer anhand des höchsten KHP's einer anderen Anme l- dung bemessen soll. Art. 6 Abs. 2 TStV regelt folglich für gewisse Produk- te (auch) die Bemessungsgrundlage, da für sie nicht mehr der jeweils konkret angemeldete KHP als Steuerbemessungsgrundlage für die Steu- erfestsetzung heran gezogen werden soll , sondern ein anderer, höherer KHP. Eine derartige Kompetenz zur Festlegung der Bemessungsgrundla- ge abweichend vom angemeldeten KHP räumt Art. 17 TStG, der rein "e r- hebungstechnischer Natur" ist (vgl. E. 5.3.1), aber nicht ein. Die Verord- nungsbestimmung lässt sich auch nicht auf Art. 10 Abs. 1 TStG abstüt-A-5971/2012 Seite 21 zen, regelt dieser die Steuerbemessungsgrundlage doch abschliessend (vgl. E. 5.3.1). Art. 6 Abs. 2 TStV verstösst somit gegen das Gesetz und seine Anwendung hat im vorliegenden Fall zu unterbleiben (vgl. E. 1.4.2). 6. 6.1 Ausgangsgemäss ist die Beschwerde gut zuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die Vorinstanz hat die Tabaksteuer im strittigen Zeitraum zu Recht auf dem KHP von Fr. 50.– pro Kilogramm berechnet. Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob der Beschwerdeführer gestützt auf die an die Y ._______ GmbH gerichtete Verfügung vom 1. Januar 2010 hat gutgläubig annehmen dü r- fen, dass der Steuersatz Fr. 5.– für die Dose à 1 kg beträgt. 6.2 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die unterliegende Vorinstanz trägt als Bundesbehörde keine Verfahrenskosten (Art. 63 Abs.2 VwVG). Der vom obsiegenden Beschwerdeführer geleistete Ko s- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 4'000.– ist ihm nach Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. Unter Würdigung der eingereichten Recht s- schriften ist dem Beschwerdeführer zu Lasten der Vorinstanz für das Be- schwerdeverfahren vor der OZD sowie dasjenige vor dem Bundesverwa l- tungsgericht eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 6'000.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) A-5971/2012 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwer de wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird, und der Entscheid der Vorinstanz vom 18. Okto- ber 2012 wird aufgehoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvo rschuss von Fr. 4'000.– wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Die Vorinstanz wird verpfl ichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteient- schädigung von Fr. 6'000.– zu bezahlen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Beusch Iris Widmer Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat d ie Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: