<h2>SubmittedText<h2><p>In Basel wird bereits gebaut; Bern, Zürich, Genf und St. Gallen stehen in den Startböcken. In den nächsten Jahren bekommt die Schweiz europataugliche Fussballstadien.</p><p>Bei diesen Projekten arbeitet die öffentliche Hand subsidiär mit privaten Investoren zusammen. In seinem Nationalen Sportanlagenkonzept legt der Bundesrat Wert darauf, dass die Stadien in verschiedenen Bereichen einen Vorbildcharakter haben, auch z. B. in der Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr oder der rationellen Nutzung der Energie.</p><p>Greenpeace liess in einer Machbarkeitsstudie abklären, in welcher Form die Dachflächen des neuen Fussballstadions Wankdorf und des angrenzenden Hochbaus für die Erzeugung von Solarstrom nutzbar sind. Nach den Ergebnissen der Studie lässt sich auf den Dachflächen des Wankdorf eine "weltrekordverdächtige" Anlage von einem Megawatt installieren.</p><p>Im "Nationalstadion" Wankdorf finden die Länderspiele der Fussball-Nationalmannschaft und die Cupfinals statt. Die neue Fussballarena wirkt als Schaufenster für die offizielle Schweiz. Mit einer "Mega-Solaranlage" wäre neben sportlichen Spitzenleistungen auch eine energiepolitisch wegweisende Leistung zu bewundern. Die Schweiz würde von der Ausstrahlung der weltmeisterlichen Anlage profitieren.</p><p>Die Vorgaben für die Fotovoltaik aus dem Programm "Energie 2000" wurden nur zu rund 20 Prozent erfüllt. Hier besteht ein Nachholbedarf. Mit Solarkraftwerken auf den neuen Fussballarenen liessen sich in der Schweiz solare Orientierungspunkte setzen. Solare Fussballstadien würden einen wichtigen Beitrag zur Popularisierung der Erzeugung von Strom aus der Sonne leisten.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>- Will er sich bei den verschiedenen Stadionprojekten für die Nutzung der Sonnenenergie einsetzen?</p><p>- Will er sich dafür engagieren, dass das weltweit grösste gebäudeintegrierte Solarkraftwerk auf den Dächern des Wankdorf zu stehen kommt?</p><p>- Will er sich dafür einsetzen, dass ein Teil der für das Bundeshaus benötigten Elektrizität als Energieäquivalent aus der Solaranlage auf dem Wankdorf gewonnen wird?</p><p>- Will er sich dafür einsetzen, dass vermehrt Gebäude im öffentlichen Raum mit "Ausstrahlungscharakter" mit Solarstromanlagen ausgerüstet werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Schweiz bestehen fünf Projekte für Stadien, welche mit Bundesbeiträgen im Rahmen des Nationalen Sportanlagenkonzeptes (Nasak) unterstützt werden: Stadion St. Jakob Basel (im Bau), Stade de Genève (voraussichtlicher Baubeginn 2000), Wankdorfstadion Bern (Baubeginn voraussichtlich 2001), Stade de la Pontaise Lausanne (in Projektierung), Polysportives Stadion Zürich (in Projektierung). Abgesehen von der Anlage in Lausanne befinden sich die geplanten Stadien im Eigentum privatrechtlicher Trägerschaften; beim polysportiven Stadion Zürich ist die Stadt mitbeteiligt.</p><p>Eine umweltfreundliche Bauweise von Sportanlagen gehört zu den formulierten Anliegen des Nasak. Die Erzeugung von Solarstrom auf den Dächern der grossen neuen Stadien, wie mit der Interpellation Teuscher angestrebt, wird grundsätzlich begrüsst. Es sollen moderne Anlagen entstehen, welche in allen Bereichen den heutigen Anforderungen entsprechen und eine gewisse Vorbildfunktion wahrnehmen. Die Trägerschaften dieser Stadien sind sich dessen bewusst und unternehmen zahlreiche Anstrengungen, um in den Bereichen Umweltschutz und rationelle Ressourcennutzung gute Lösungen zu realisieren.</p><p>Ziel der verhältnismässig bescheidenen Bundesbeiträge an die Erstellung der erwähnten fünf Stadien ist jedoch, für die betreffenden nationalen Sportverbände - insbesondere den Schweizerischen Fussball- und den Schweizerischen Leichtathletik-Verband - im Sinne der Sportförderung durch den Bund langfristig gute Benützungsbedingungen zu erwirken. Das Parlament hat die Finanzhilfen und die Voraussetzungen dafür beschlossen. Im Rahmen des Nasak besteht keine Möglichkeit, darüber hinausgehend direkten Einfluss auf die Projekte und Bauweisen zu nehmen.</p><p>Eine 1-Megawatt-Solaranlage auf dem Dach des Wankdorfstadions würde etwa 10 Millionen Franken kosten. Ob der Bund aus Krediten im Rahmen des Energiegesetzes eine solche Anlage unterstützen könnte, müsste im Rahmen eines ordentlichen Verfahrens geprüft werden. Dieses müsste sich aber auf ein konkretes Projekt abstützen. Weit bessere Finanzierungsperspektiven ergäben sich im Fall der Annahme des Verfassungsartikels über eine Förderabgabe für erneuerbare Energien am 24. September dieses Jahres.</p><p>Es liegt an den interessierten Institutionen und Firmen, mit den Trägerschaften der Stadien Kontakt aufzunehmen und plausibel darzulegen, dass die Solarstromerzeugung auf den Stadiendächern mit bedeutenden Vorteilen (PR, Image, Eigenwirtschaftlichkeit usw.) und keinen nennenswerten Nachteilen (Kosten, Statik, Ästhetik/Architektur, Planungs- und Realisierungsverzögerungen, Unterhalt usw.) verbunden ist. Dabei könnte eine anzustrebende Lösung darin bestehen, dass die Trägerschaften die Dächer ihrer Stadien allfällig interessierten Gruppierungen unentgeltlich für die Solarstromerzeugung zur Verfügung stellen. Der produzierte Strom könnte über die Solarstrombörsen verkauft werden, und der Markt würde über den Erfolg des Projektes entscheiden. Dabei ist jedoch auch zu erwähnen, dass der Solarstrom (etwa 1 Franken pro Kilowattstunde) im Verhältnis zu den herkömmlichen Energieformen (etwa 20 Rappen pro Kilowattstunde) teuer ist. Das Bundesamt für Sport ist bereit, bei der Anbahnung der Kontakte mit den Stadienträgerschaften behilflich zu sein.</p><p>Als Beitrag zur Deckung des Elektrizitätsbedarfs des Bundeshauses betreibt der Bund bereits seit Jahren selber eine Photovoltaik-Anlage im Marzili (Bern); sie liefert jährlich rund 19 000 Kilowattstunden und deckt u. a. den Strombedarf des Parlamentsgebäudes, von Bundeshaus Ost und West und verschiedener Verwaltungsgebäude (etwa 5400 Kilowattstunden) ab. Der Bundesrat wird sich im Rahmen der zur Verfügung stehenden Kredite auch weiterhin dafür einsetzen, dass der Anteil der Solarenergie an der Energieversorgung der Bundesverwaltung gehalten oder ausgebaut werden kann.</p><p>Der Bund ist sich seiner Vorbildfunktion bewusst. Seit Beginn des Aktionsprogrammes "Energie 2000" hat er denn auch für rund 8 Millionen Franken Photovoltaik-Anlagen auf eigenen Gebäuden realisiert. Er ist damit (ohne VBS und ETH) Besitzer von rund 114 Kilowatt Spitzenleistung Photovoltaik, was etwa 1 Prozent der gesamten in der Schweiz vorhandenen Photovoltaik ausmacht. In den letzten zwei Jahren allerdings konnten angesichts der zunehmend angespannten Budgetsituation im Baubereich keine weiteren Anlagen mehr verwirklicht werden: Die Kredite genügen gegenwärtig noch gerade für den dringendsten Unterhalt des Gebäudeparks. Der Bundesrat ist aber bereit, die Frage der Erstellung weiterer Solaranlagen zu prüfen, sobald die Kreditsituation dies wieder zulässt. Anstelle eigener Anlagen ist es auch denkbar, dass der Bund die Dächer geeigneter Gebäude privaten Investoren zur solaren Nutzung zur Verfügung stellt.</p>  Antwort des Bundesrates.