<h2>SubmittedText<h2><p>Nachdem das neue Krankenversicherungsgesetz die Wirtschaftlichkeit der Behandlung stipuliert, frage ich den Bundesrat an, ob nicht Anstrengungen zu unternehmen sind, die Anwendung von Generika-Medikamenten im Interesse der Kostensenkung zu fördern. Zwar publiziert die EDMZ jährlich eine Liste der Generika-Medikamente, doch wird diese Liste in der Öffentlichkeit kaum beachtet. Ich frage deshalb den Bundesrat an:</p><p>1. Kann die Anwendung von Generika-Medikamenten gefördert werden - und wie?</p><p>2. Hätte die vermehrte Anwendung von Generika-Medikamenten eine dämpfende Wirkung auf die Gesundheitskosten?</p><p>3. Wie kann sichergestellt werden, dass die Ärzte sowie die Konsumentinnen und Konsumenten besser über die Generika-Liste der EDMZ informiert sind?</p><p>4. Gibt es Vorschriften, welche den Betrieb reiner Generika-Apotheken erschweren oder verhindern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Artikel 52 Absatz 1 Buchstabe b des neuen Krankenversicherungsgesetzes bestimmt, dass die Spezialitätenliste auch die mit den Originalpräparaten austauschbaren preisgünstigeren Generika zu enthalten hat. Das Bestreben des Bundes, durch die Herausgabe der Generika-Liste diese Medikamente zu fördern, ist somit im neuen Gesetz festgehalten. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung bezahlt die in diesen beiden Listen aufgeführten Medikamente. Zu fördern wäre die Anwendung von Generika vor allem durch die Personen, die Medikamente verschreiben und abgeben. Eine vermehrte Anwendung von Generika müsste bei den Ärzten und Ärztinnen und bei den Apotheken propagiert werden. Für den Bund wäre eine Förderung der Generika, die das nachfolgend erwähnte Mass überschreiten würde, ohne besondere gesetzliche Grundlage wohl kaum zulässig.</p><p>2. Die vermehrte Anwendung von Generika hätte mit Sicherheit eine dämpfende Wirkung auf die Gesundheitskosten. Nach der Praxis des Bundesamtes für Sozialversicherung müssen Generika um mindestens 25 Prozent billiger sein als die entsprechenden Originalpräparate der Spezialitätenliste.</p><p>3. Die praktizierenden Ärzte und Ärztinnen und die öffentlichen Apotheken in der Schweiz erhalten zweimal jährlich gratis die Spezialitätenliste mit deren Anhang, der Generika-Liste. Ausserdem kann die Generika-Liste von jedermann zu einem Preis von 5 Franken über die EDMZ bezogen werden.</p><p>4. Der Betrieb von Apotheken ist vor allem kantonalen Vorschriften unterworfen. Erschwerend könnte sich auswirken, dass die Apotheken ein möglichst grosses Sortiment von Arzneimitteln aufweisen müssen, um kantonale Betriebsbewilligungen zu erhalten. Möglicherweise wäre der Betrieb einer reinen Generika-Apotheke nicht rentabel. Das bestehende System der Marktordnung weist zwar eine besondere Margenregelung für Generika auf, d. h., die Margen für die Apotheken und die selbstdispensierenden Ärzte und Ärztinnen sind bei der Abgabe von Generika höher als bei der Abgabe von Originalpräparaten. Tendenziell jedoch profitieren die selbstdispensierenden Ärzte und Ärztinnen sowie die Apotheken eher vom Verkauf teurer Medikamente.</p>