Abkommen vom 20. Juli 1995 über Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Ukraine (mit Anhang) <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1995-07-20" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.946.297.671"/><FRBRname xml:lang="de" value="Abkommen vom 20. Juli 1995 über Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Ukraine (mit Anhang)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Accord de commerce et de coopération économique du 20 juillet 1995 entre la Confédération suisse et l'Ukraine (avec annexe)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Accordo di commercio e di cooperazione economica del 20 luglio 1995 tra la Confederazione Svizzera e l'Ucraina (con All.)" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201/de"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1995-07-20" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201/de/xml"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1995-07-20" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.946.297.671 </docNumber></p><p> AS<b> 1997</b> 1690; BBl <b>1996</b> I 668</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Übersetzung<i><authorialNote><p>Übersetzung des französischen Originaltextes.</p></authorialNote></i></p><p><docTitle>Abkommen<br/>über Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen<br/>der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Ukraine</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 20. Juli 1995</p><p>Von der Bundesversammlung genehmigt am 14. März 1996<authorialNote><p> Art. 1 Abs. 1 Bst. a des BB vom 14. März 1996 (<ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1996/2538_2538_2538" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1996</b> 2538</ref>)</p></authorialNote></p><p>In Kraft getreten durch Notenaustausch am 1. Dezember 1996</p><p> (Stand am 1. Oktober 1997)</p></preface><preamble><p>Die Schweizerische Eidgenossenschaft<br/>und<br/>die Regierung der Ukraine,</p><p>im folgenden «Vertragsparteien» genannt,</p><p>Eingedenk der besonderen Bedeutung des Aussenhandels sowie der verschiedenen Formen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit für die wirtschaftliche Entwicklung der beiden Staaten;</p><p>In der Bereitschaft, bei der Suche nach Mitteln und Wegen zur Ausweitung des Handels und der wirtschaftlichen Beziehungen in Übereinstimmung mit den Grundsätzen und den Bestimmungen der am 1. August 1975 in Helsinki unterzeichneten Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und anderer KSZE-Dokumente, insbesondere der Charta von Paris für ein neues Europa sowie mit den im Schlussdokument der Bonner Konferenz über wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa enthaltenen Grundsätzen, zusammenzuarbeiten;</p><p>Vom Wunsche geleitet, günstige Voraussetzungen für eine vertiefte und harmonische Entwicklung und Diversifizierung ihres gegenseitigen Handels sowie für die Förderung der Zusammenarbeit in Bereichen von gemeinsamem Interesse auf dem Gebiete des Handels und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu schaffen;</p><p>In der Bereitschaft, die sich bietenden Möglichkeiten zu prüfen, um die gegenseitigen Beziehungen zu entwickeln und auf Bereiche auszudehnen, welche nicht unter dieses Abkommen fallen;</p><p>Unter Bekräftigung ihres Bekenntnisses zu Demokratieformen, welche auf Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten beruhen und Rechte von Angehörigen von Minderheiten, Grundfreiheiten sowie Marktwirtschaft einschliessen;</p><p>Entschlossen, ihre Handelsbeziehungen im Einklang mit den Grundsätzen des GATT zu entwickeln;</p><p>Unter Kenntnisnahme, dass die Schweizerische Eidgenossenschaft Vertragspartei des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT)<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1995/2117_2117_2117" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.632.20</b></ref>, <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1959/1745_1807_1812" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>0.632.21</b></ref></p></authorialNote> ist und die Ukraine über den Beobachterstatus verfügt;</p><p>haben zur Erreichung dieser Ziele folgendes Abkommen abgeschlossen:</p></preamble><body><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Zielsetzung</heading><paragraph eId="art_1/para_1"><num>1.</num><content><p>Ziel dieses Abkommens ist es, geeignete Rahmenbedingungen für die Abwicklung von Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Vertragsparteien zu schaffen. Die Vertragsparteien trachten namentlich danach, ihren gegenseitigen Handel sowie verschiedene Formen der Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Handels und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit im Rahmen ihrer Gesetze und Verpflichtungen auf harmonische Weise zu entwickeln.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsparteien anerkennen, dass die von der KSZE aufgestellten Grundsätze ein wesentliches Element für die Erreichung der Zielsetzung dieses Abkommens darstellen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>GATT</heading><paragraph eId="art_2/para"><content><p>Die Vertragsparteien unternehmen alle Anstrengungen, um ihren Handel auf der Grundlage der Gegenseitigkeit und im Einklang mit den Grundsätzen des GATT, wie Nichtdiskriminierung (Meistbegünstigung und Inländerbehandlung) und Verhältnismässigkeit, zu fördern.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Meistbegünstigung</heading><paragraph eId="art_3/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Vertragsparteien gewähren sich gegenseitig bezüglich der Zölle und Abgaben jeder Art auf oder in Verbindung mit der Warenein- oder -ausfuhr sowie der Steuern und anderen Abgaben, welche unmittelbar oder mittelbar auf ein- oder ausgeführte Waren erhoben werden, und bezüglich der Verfahren für die Erhebung dieser Zölle, Steuern und Abgaben sowie aller Vorschriften und Formalitäten in Verbindung mit dem Warenverkehr die Meistbegünstigung.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>2.</num><content><p>Absatz 1 darf nicht dahingehend ausgelegt werden, dass er eine Vertragspartei verpflichtet, die Vergünstigungen und Sonderrechte, welche sie</p><blockList><item eId="art_3/para_2/bull_u1"><num>– </num><p>zur Erleichterung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs;</p></item><item eId="art_3/para_2/bull_u2"><num>– </num><p>mit dem Ziel, eine Zollunion oder eine Freihandelszone zu errichten oder im Gefolge der Errichtung einer derartigen Union oder Zone im Einklang mit Artikel XXIV des GATT<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1959/1745_1807_1812" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.632.21</b></ref></p></authorialNote>;</p></item><item eId="art_3/para_2/bull_u3"><num>– </num><p>Entwicklungsländern im Einklang mit dem GATT oder anderen internationalen Vereinbarungen</p></item></blockList><p>gewährt, auf die andere Vertragspartei auszudehnen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Nichtdiskriminierung</heading><paragraph eId="art_4/para"><content><p>Auf Einfuhren aus oder auf Ausfuhren nach dem Gebiet der anderen Vertragspartei werden keine Verbote oder mengenmässigen Beschränkungen, Lizenzen inbegriffen, angewandt, es sei denn, die Einfuhr des gleichartigen Erzeugnisses aus Drittländern oder die Ausfuhr des gleichartigen Erzeugnisses nach Drittländern sei ebenso verboten oder beschränkt. Die Vertragspartei, welche derartige Massnahmen einführt, wendet diese in einer Weise an, die der anderen Vertragspartei möglichst wenig Schaden zufügt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Inländerbehandlung</heading><paragraph eId="art_5/para"><content><p>Waren aus dem Gebiet einer Vertragspartei, welche in das Gebiet der anderen Vertragspartei eingeführt werden, dürfen bezüglich interner Steuern und anderer interner Abgaben sowie aller Gesetze, Vorschriften und Anforderungen betreffend Verkauf, Verkaufsangebot, Erwerb, Transport, Verteilung oder Benützung im Inland nicht ungünstiger behandelt werden als gleiche Waren inländischen Ursprungs.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Zahlungen</heading><paragraph eId="art_6/para_1"><num>1.</num><content><p>Zahlungen in Zusammenhang mit dem Waren- und Dienstleistungsverkehr und die Überweisung solcher Zahlungen in das Gebiet der Vertragspartei, in dem der Gläubiger ansässig ist, sind keinen Beschränkungen unterworfen, auch nicht hinsichtlich des Zugangs zu ausländischen Währungen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsparteien wenden keine devisen- oder verwaltungsmässigen Beschränkungen betreffend die Gewährung, Rückzahlung oder Annahme von kurz- und mittelfristigen Krediten in Verbindung mit Handelsgeschäften an, an denen ein Gebietsansässiger beteiligt ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Andere Geschäftsbedingungen</heading><paragraph eId="art_7/para_1"><num>1.</num><content><p>Gütertransaktionen zwischen einzelnen Partnern werden zu marktkonformen Preisen abgewickelt. Insbesondere Organe und Unternehmen des Staates tätigen den Ankauf eingeführter oder den Verkauf von zu exportierenden Waren ausschliesslich nach Massgabe kommerzieller Erwägungen, insbesondere auch hinsichtlich des Preises, der Qualität und der Verfügbarkeit der Erzeugnisse; in Übereinstimmung mit üblichen Geschäftspraktiken ermöglichen sie Unternehmern der anderen Vertragspartei, an solchen Transaktionen teilzunehmen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsparteien dürfen die an den einzelnen Transaktionen beteiligten Partner weder auffordern noch ermutigen, Gegengeschäftsverpflichtungen einzugehen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Öffentliches Beschaffungswesen</heading><paragraph eId="art_8/para"><content><p>Die Vertragsparteien bemühen sich, Bedingungen für eine offene und wettbewerbsorientierte Vergabe von Verträgen für Güter und Dienstleistungen zu schaffen, und arbeiten in dieser Absicht im Gemischten Ausschuss zusammen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Transparenz</heading><paragraph eId="art_9/para"><content><p>Die Vertragsparteien machen ihre Gesetze, Verordnungen, Gerichtsurteile und administrativen Vorschriften, welche die Geschäftstätigkeiten im allgemeinen betreffen, öffentlich zugänglich und orientieren sich gegenseitig über alle Änderungen im zolltariflichen und statistischen Bereich.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Marktverzerrungen</heading><paragraph eId="art_10/para_1"><num>1.</num><content><p>Nimmt die Erhöhung der Einfuhr eines Erzeugnisses in das Gebiet einer Vertragspartei ein Ausmass an oder erfolgen diese erhöhten Einfuhren zu Bedingungen, welche die einheimischen Produzenten gleichartiger oder direkt konkurrierender Erzeugnisse schwerwiegend schädigen oder zu schädigen drohen, nehmen die Vertragsparteien gegenseitige Konsultationen auf.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Konsultationen gemäss Absatz 1 dienen dazu, einvernehmliche Lösungen zu finden; sofern die Vertragsparteien nichts anderes vereinbaren, sollen die Konsultationen innerhalb von 30 Tagen nach Notifikation des Gesuchs der betroffenen Vertragspartei abgeschlossen sein.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_3"><num>3.</num><content><p>Kommt gemäss Absatz 1 und 2 keine Einigung zustande, kann die betroffene Vertragspartei die Einfuhr der betreffenden Erzeugnisse in einem Ausmass und für eine Dauer beschränken, welche für die Verhütung oder die Beseitigung des Schadens unbedingt erforderlich ist. In diesem Fall und nach Konsultationen im Gemischten Ausschuss, kann die andere Vertragspartei von ihren Verpflichtungen gemäss diesem Abkommen abweichen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_4"><num>4.</num><content><p>Unter den Massnahmen gemäss Absatz 3 wählen die Vertragsparteien vorrangig solche, die die Durchführung dieses Abkommens am wenigsten beeinträchtigen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Dumping</heading><paragraph eId="art_11/para"><content><p>Stellt eine Vertragspartei fest, dass seitens der anderen Vertragspartei Dumping im Sinne von Artikel VI des GATT<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1959/1745_1807_1812" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.632.21</b></ref></p></authorialNote> oder vom Abkommen über die Umsetzung von Artikel VI des GATT<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1967/1894_1945_1939" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.632.223</b></ref>, <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1979/2340_2344_2344" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>0.632.231.2</b></ref></p></authorialNote> vorliegt, kann sie entsprechend geeignete Massnahmen gegen diese Praktiken treffen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Durchfuhr von Waren</heading><paragraph eId="art_12/para"><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, keine Gebühren, Zölle oder Abgaben gleicher Wirkung zu erheben, noch die Waren bei der Durchfuhr über ihr Gebiet mit administrativen Hindernissen zu belegen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><heading>Schutz des geistigen Eigentums</heading><paragraph eId="art_13/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Vertragsparteien gewährleisten und stellen einen angemessenen, wirksamen und nicht diskriminierenden Schutz der Immaterialgüterrechte sicher. Sie beschliessen und treffen geeignete, wirksame und nicht diskriminierende Massnahmen zur Durchsetzung dieser Rechte gegen deren Verletzung, insbesondere gegen deren Fälschung und Nachahmung. Besondere Verpflichtungen der Vertragsparteien sind im Anhang dieses Abkommens aufgeführt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsparteien beachten die materiellen Bestimmungen der in Artikel 2 des Anhangs angeführten multilateralen Übereinkommen und unternehmen alles in ihren Kräften stehende, um diesen sowie anderen multilateralen Übereinkommen zur Förderung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Schutzes der Rechte des geistigen Eigentums beizutreten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_3"><num>3.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_13/para_3/listintro">Auf dem Gebiet des geistigen Eigentums behandeln die Vertragsparteien die Angehörigen der anderen Partei nicht ungünstiger als jene jedes anderen Staates. Alle Vorteile, Begünstigungen, Privilegien und Immunitäten aus:</listIntroduction><item eId="art_13/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>bilateralen Abkommen, die für eine der Vertragsparteien bei Inkrafttreten dieses Abkommens schon in Kraft sind und der anderen Partei bis spätestens ein Jahr nach Inkrafttreten dieses Abkommens notifiziert worden sind,</p></item><item eId="art_13/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>bestehenden und künftigen multilateralen Abkommen, einschliesslich regionaler Abkommen im Bereich der wirtschaftlichen Integration, denen nicht beide Vertragsparteien angehören,</p></item></blockList><p>können von dieser Verpflichtung insofern ausgenommen werden, als dies nicht eine willkürliche oder ungerechtfertigte Diskriminierung von Angehörigen der anderen Vertragspartei darstellt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_4"><num>4.</num><content><p>Trifft eine Vertragspartei ein Abkommen mit einem Drittstaat, das über die Anforderungen dieses Abkommens hinausgeht, gewährt die betreffende Partei auf Antrag der anderen Vertragspartei den Schutz der Rechte des geistigen Eigentums zu gleichwertigen Bedingungen und nimmt zu diesem Zweck ernsthafte Verhandlungen auf.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_5"><num>5.</num><content><p>Die Vertragsparteien vereinbaren die geeigneten Modalitäten der technischen Hilfe und der Zusammenarbeit zwischen ihren zuständigen Behörden. Zu diesem Zwecke koordinieren sie ihre Bemühungen mit den einschlägigen internationalen Organisationen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><heading>Ausnahmen</heading><paragraph eId="art_14/para_1"><num>1.</num><content><p>Unter der Voraussetzung, dass die nachstehend aufgeführten Massnahmen nicht in einer Weise angewandt werden, welche zu einer willkürlichen oder nicht zu rechtfertigenden Diskriminierung des Handels oder zu einer verschleierten Beschränkung des Handels zwischen den Vertragsparteien führen, hindert dieses Abkommen die Vertragsparteien nicht daran, Massnahmen zu treffen, die</p><blockList><item eId="art_14/para_1/bull_u1"><num>– </num><p>aufgrund der öffentlichen Sittlichkeit;</p></item><item eId="art_14/para_1/bull_u2"><num>– </num><p>zum Schutz des Lebens und der Gesundheit von Menschen, Tieren oder Pflanzen und zum Schutze der Umwelt;</p></item><item eId="art_14/para_1/bull_u3"><num>– </num><p>zum Schutze des geistigen Eigentums</p></item></blockList><p>gerechtfertigt sind, oder solche, auf die sich Artikel XX des GATT bezieht.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_14/para_2"><num>2.</num><content><p>Dieses Abkommen beschränkt das Recht der Vertragsparteien nicht, jedwelche Massnahme aufgrund von Artikel XXI des GATT zu ergreifen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_15"><num><b>Art. 15</b></num><heading>Überprüfung und Erweiterung</heading><paragraph eId="art_15/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Vertragsparteien vereinbaren, die Bestimmungen dieses Abkommens auf Antrag einer Vertragspartei zu überprüfen. Diese Überprüfung kann insbesondere im Bereich der Bestimmungen über die geistigen Eigentumsrechte erfolgen in der Absicht, das Schutzniveau weiter zu erhöhen sowie die durch solche Rechte verursachten Handelsverzerrungen zu vermeiden oder zu beseitigen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsparteien erklären sich zu einer Vertiefung und Weiterentwicklung der durch dieses Abkommen geschaffenen Beziehungen und deren Ausdehnung auf nicht unter dieses Abkommen fallende Bereiche wie Dienstleistungen und Investitionen bereit. Zu diesem Zweck kann jede Vertragspartei dem Gemischten Ausschuss begründete Anträge unterbreiten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>Art. 16</b></num><heading>Wirtschaftliche Zusammenarbeit</heading><paragraph eId="art_16/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Vertragsparteien trachten danach, die wirtschaftliche Zusammenarbeit in Bereichen von gemeinsamem Interesse zu fördern.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_16/para_2"><num>2.</num><content><p>Gegenstand dieser wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist unter anderem</p><blockList><item eId="art_16/para_2/bull_u1"><num>– </num><p>die Festigung und Diversifizierung der Wirtschaftsverbindungen zwischen den beiden Staaten;</p></item><item eId="art_16/para_2/bull_u2"><num>– </num><p>die Entwicklung ihrer Volkswirtschaften;</p></item><item eId="art_16/para_2/bull_u3"><num>– </num><p>die Erschliessung neuer Lieferantenquellen und Märkte;</p></item><item eId="art_16/para_2/bull_u4"><num>– </num><p>die Zusammenarbeit zwischen Unternehmern und Wirtschaftsorganisationen mit dem Ziel, Joint Ventures, Vereinbarungen über Lizenzen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit zu fördern;</p></item><item eId="art_16/para_2/bull_u5"><num>– </num><p>die Förderung von Strukturanpassungsmassnahmen in ihren Volkswirtschaften und die Unterstützung der Ukraine auf dem Gebiete der Handelspolitik;</p></item><item eId="art_16/para_2/bull_u6"><num>– </num><p>die Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen am Güteraustausch und an der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>Art. 17</b></num><heading>Gemischter Ausschuss</heading><paragraph eId="art_17/para_1"><num>1.</num><content><p>Zur Durchführung dieses Abkommens wird ein Gemischter Ausschuss eingesetzt. Er setzt sich aus Vertretern der Vertragsparteien zusammen, handelt in gegenseitigem Einvernehmen und tritt so oft dies erforderlich ist, normalerweise einmal jährlich, abwechslungsweise in der Schweiz und in der Ukraine zusammen. Der Vorsitz obliegt abwechselnd einer der beiden Vertragsparteien. Der Ausschuss wird an seiner ersten Tagung eine Geschäftsordnung erlassen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_2"><num>2.</num><content><p>Der Gemischte Ausschuss soll insbesondere</p><blockList><item eId="art_17/para_2/bull_u1"><num>– </num><p>die Durchführung dieses Abkommens, namentlich auch die Auslegung seiner Bestimmungen sowie die Möglichkeit seines Anwendungsbereichs, überprüfen;</p></item><item eId="art_17/para_2/bull_u2"><num>– </num><p>in förderlichem Sinne Mittel und Wege prüfen, um die Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung direkter Beziehungen zwischen den im Gebiet der beiden Staaten niedergelassenen Unternehmen zu verbessern;</p></item><item eId="art_17/para_2/bull_u3"><num>– </num><p>als Konsultationsforum dienen mit dem Ziel, Probleme zwischen den Vertragsparteien zu lösen;</p></item><item eId="art_17/para_2/bull_u4"><num>– </num><p>Fragen in Verbindung mit dem Warenverkehr zwischen den beiden Staaten behandeln;</p></item><item eId="art_17/para_2/bull_u5"><num>– </num><p>Fortschritte in der Ausweitung des Handels und der Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten evaluieren;</p></item><item eId="art_17/para_2/bull_u6"><num>– </num><p>mit dem Handelsverkehr zusammenhängende Daten und Prognosen sowie Informationen gemäss Artikel 9 (Transparenz) austauschen;</p></item><item eId="art_17/para_2/bull_u7"><num>– </num><p>als Konsultationsforum dienen gemäss Artikel 10 (Marktverzerrungen);</p></item><item eId="art_17/para_2/bull_u8"><num>– </num><p>als Gremium für Konsultationen über bilaterale Fragen und über Entwicklungen auf internationaler Ebene auf dem Gebiet der Rechte des geistigen Eigentums dienen; derartige Konsultationen können auch zwischen Sachverständigen aus den Vertragsparteien stattfinden;</p></item><item eId="art_17/para_2/bull_u9"><num>– </num><p>neuen Entwicklungen Rechnung tragen im Bemühen, Abänderungsvorschläge zu diesem Abkommen sowie Empfehlungen in Zusammenhang mit der Durchführung des Abkommens und der Erweiterung seines Anwendungsbereiches gemäss Artikel 15 (Überprüfung und Erweiterung) zuhanden der Behörden der Vertragsparteien auszuarbeiten;</p></item><item eId="art_17/para_2/bull_u10"><num>– </num><p>die wirtschaftliche Zusammenarbeit gemäss Artikel 16 fördern.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_18"><num><b>Art. 18</b></num><heading>Allgemeines Konsultations- und Beschwerdeverfahren</heading><paragraph eId="art_18/para_1"><num>1.</num><content><p>Jede Vertragspartei berücksichtigt wohlwollend Anträge der anderen Vertragspartei auf Konsultationen, welche mit der Durchführung dieses Abkommens im Zusammenhang stehen und räumt eine angemessene Gelegenheit zu deren Durchführung ein.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_18/para_2"><num>2.</num><content><p>Ist eine Vertragspartei der Ansicht, ein durch dieses Abkommen gewährter Vorteil werde ihr vorenthalten oder könnte ihr vorenthalten werden, kann sie die Angelegenheit dem Gemischten Ausschuss unterbreiten. Der Gemischte Ausschuss ergreift umgehend die zur Untersuchung der Angelegenheit notwendigen Vorkehrungen. Diese Vorkehrungen können einen Hinweis auf die Bildung eines Überprüfungsausschusses enthalten, deren Mitglieder unabhängig sind und nach Massgabe von Fachkenntnis und Integrität ausgewählt und vom Gemischten Ausschuss zu festgelegten Bedingungen eingesetzt werden. Der Gemischte Ausschuss kann den Vertragsparteien angemessene Empfehlungen abgeben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_19"><num><b>Art. 19</b></num><heading>Zugang zu den Gerichten</heading><paragraph eId="art_19/para"><content><p>Im Rahmen dieses Abkommens ist jede Vertragspartei bestrebt, natürlichen und juristischen Personen der anderen Vertragspartei einen im Verhältnis zu den eigenen Staatsangehörigen diskriminationsfreien Zugang zu den zuständigen Gerichten und Verwaltungsorganen der Vertragsparteien zu gewähren, um deren Personen- und Eigentumsrechte, einschliesslich jener des geistigen, industriellen und kommerziellen Eigentums, zu verteidigen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_20"><num><b>Art. 20</b></num><heading>Räumlicher Anwendungsbereich</heading><paragraph eId="art_20/para"><content><p>Dieses Abkommen findet auch auf dem Gebiet des Fürstentums Liechtenstein Anwendung, solange dieser Staat durch einen Zollunionsvertrag<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/39/551_565_576" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.631.112.514</b></ref></p></authorialNote> mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft verbunden ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_21"><num><b>Art. 21</b></num><heading>Inkrafttreten</heading><paragraph eId="art_21/para"><content><p>Dieses Abkommen tritt am ersten Tag des Folgemonats in Kraft, an dem sich die beiden Vertragsparteien auf diplomatischem Weg notifiziert haben, dass ihre verfassungsmässigen oder anderen gesetzlichen Anforderungen für das Inkrafttreten dieses Abkommens erfüllt sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_22"><num><b>Art. 22</b></num><heading>Kündigung</heading><paragraph eId="art_22/para"><content><p>Jede Vertragspartei kann unter Abgabe einer schriftlichen Notifikation an die andere Vertragspartei dieses Abkommen kündigen. Dieses Abkommen erlischt sechs Monate nach Erhalt der Notifikation durch die andere Vertragspartei.</p></content></paragraph></article><signature><p><i>Zu Urkund dessen </i>haben die Unterzeichner, die hiezu gebührend bevollmächtigt sind, das vorliegende Abkommen unterzeichnet.</p><p>Geschehen zu Kiew, am 20. Juli 1995, in zwei Originalexemplaren, in französischer, ukrainischer und englischer Sprache. Im Falle von Meinungsverschiedenheiten gilt der englische Wortlaut.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für den<br/>Schweizerischen Bundesrat:</p><p>Armin Kamer</p></td><td><p>Für die<br/>Regierung der Ukraine:</p><p>Andrij Ivanovitch Gontcharouk</p></td></tr></table></signature></body><components><component><doc name="annex"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1995-07-20" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.946.297.671"/><FRBRname xml:lang="de" value="Abkommen vom 20. Juli 1995 über Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Ukraine (mit Anhang)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Accord de commerce et de coopération économique du 20 juillet 1995 entre la Confédération suisse et l'Ukraine (avec annexe)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Accordo di commercio e di cooperazione economica del 20 luglio 1995 tra la Confederazione Svizzera e l'Ucraina (con All.)" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201/de"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1995-07-20" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1997/1682_1682_1682/19961201/de/xml"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1995-07-20" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1996-12-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml"/></FRBRManifestation></identification></meta><preface><container name="headerOfAnnex"><block name="heading">Anhang zu Artikel 13</block></container></preface><mainBody><level eId="annex_u1/lvl_u1"><heading>Geistiges Eigentum</heading><article eId="annex_u1/lvl_u1/art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Definition und Schutzumfang</heading><paragraph eId="annex_u1/lvl_u1/art_1/para"><content><p>Der Schutz des geistigen Eigentums umfasst insbesondere den Schutz des Urheberrechts und verwandter Schutzrechte, einschliesslich Computerprogramme und Datenbanken, der Marken für Produkte und Dienstleistungen, der geographischen Herkunftsangaben, einschliesslich Ursprungsbezeichnungen und Bescheinigungen besonderer Merkmale, der Erfindungspatente, der gewerblichen Muster und Modelle, der Topographien von Halbleitererzeugnissen sowie von vertraulichen Informationen über Know-how.</p></content></paragraph></article><article eId="annex_u1/lvl_u1/art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Materielle Bestimmungen internationaler Übereinkommen</heading><paragraph eId="annex_u1/lvl_u1/art_2/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="annex_u1/lvl_u1/art_2/para_1/listintro">Gemäss Absatz 2 von Artikel 13 vereinbaren die Vertragsparteien, die materiellen Bestimmungen folgender multilateraler Übereinkünfte zu beachten:</listIntroduction><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_2/para_1/bull_u1"><num>– </num><p>Pariser Verbandsübereinkunft vom 20. März 1883 zum Schutz des gewerblichen Eigentums (Stockholmer Fassung, 1967<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1970/620_620_620" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.232.04</b></ref></p></authorialNote>);</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_2/para_1/bull_u2"><num>– </num><p>Berner Übereinkunft vom 9. September 1886 zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst (Pariser Fassung, 1971<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1993/2659_2659_2659" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.231.15</b></ref></p></authorialNote>);</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_2/para_1/bull_u3"><num>– </num><p>Internationales Abkommen vom 26. Oktober 1961<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1993/2696_2696_2696" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.231.171</b></ref></p></authorialNote> über den Schutz der ausübenden Künstler, Hersteller von Tonträgern und der Sendeunternehmen (Rom-Abkommen);</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="annex_u1/lvl_u1/art_2/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsparteien vereinbaren, auf Antrag einer von ihnen, unverzüglich Expertenkonsultationen aufzunehmen über Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit den genannten internationalen Übereinkommen oder zukünftigen Übereinkommen über die Harmonisierung, die Verwaltung und die Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums stehen und über die Tätigkeiten in den internationalen Organisationen wie das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen und die Weltorganisation für Geistiges Eigentum (WIPO) sowie über die Beziehungen der Vertragsparteien zu Drittländern auf dem Gebiet des geistigen Eigentums.</p></content></paragraph></article><article eId="annex_u1/lvl_u1/art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Zusätzliche materielle Bestimmungen</heading><paragraph eId="annex_u1/lvl_u1/art_3/para"><content><blockList><listIntroduction eId="annex_u1/lvl_u1/art_3/para/listintro">Die Vertragsparteien gewährleisten wenigstens folgende Bereiche:</listIntroduction><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_3/para/bull_u1"><num>– </num><p>einen angemessenen und wirksamen Schutz des Urheberrechts, einschliesslich der Computerprogramme und der Datenbanken, sowie der verwandten Schutzrechte;</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_3/para/bull_u2"><num>– </num><p>einen angemessenen und wirksamen Schutz von Marken für Produkte und Dienstleistungen, insbesondere der international bekannten Marken;</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_3/para/bull_u3"><num>– </num><p>angemessene und wirksame Mittel zum Schutz der geographischen Herkunftsangaben, einschliesslich der Ursprungsbezeichnungen für alle Produkte und Dienstleistungen. Zudem vereinbaren die Vertragsparteien, innert einer Frist von drei Jahren nach Abschluss dieses Abkommens, ein bilaterales Abkommen über den Schutz von geographischen Herkunftsangaben und Ursprungsbezeichnungen abzuschliessen;</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_3/para/bull_u4"><num>– </num><p>einen angemessenen und wirksamen Schutz der gewerblichen Muster und Modelle, insbesondere durch die Gewährleistung einer Gesamtschutzdauer von 15 Jahren ab Anmeldedatum;</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_3/para/bull_u5"><num>– </num><p>einen angemessenen und wirksamen Patentschutz für Erfindungen auf allen Gebieten der Technologie auf einem Niveau, das ähnlich ist mit jenem der Europäischen Freihandelszone, insbesondere eine Schutzdauer von zwanzig Jahren ab Anmeldedatum;</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_3/para/bull_u6"><num>– </num><p>einen angemessenen und wirksamen Schutz der Topographien von Halbleitererzeugnissen;</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_3/para/bull_u7"><num>– </num><p>einen angemessenen und wirksamen Schutz von vertraulichen Informationen über Know-how;</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_3/para/bull_u8"><num>– </num><p>Zwangslizenzen für Patente dürfen nicht ausschliesslich und nicht diskriminierend sein; sie müssen einem dem Marktwert der Lizenz entsprechenden Entgelt unterworfen sowie einer richterlichen Überprüfung zugänglich sein. Umfang und Dauer einer solchen Lizenz müssen auf den Zweck, für welchen sie erteilt worden ist, beschränkt sein. Lizenzen wegen Nichtausübung dürfen nur in dem Ausmass benutzt werden, als es für die Befriedigung des lokalen Markts zu vernünftigen wirtschaftlichen Bedingungen erforderlich ist.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="annex_u1/lvl_u1/art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Erwerb und Aufrechterhaltung von Immaterialgüterrechten</heading><paragraph eId="annex_u1/lvl_u1/art_4/para_1"><num>1.</num><content><p>Unterliegt der Erwerb eines Immaterialgüterrechts der Erteilung oder Eintragung, so stellen die Vertragsparteien sicher, dass die Erteilungs- oder Eintragungsverfahren von guter Qualität, nicht diskriminierend sowie recht und billig sind. Sie dürfen nicht unnötig kompliziert und kostspielig sein oder unangemessene Fristen oder ungerechtfertigte Verzögerungen mit sich bringen.</p></content></paragraph><paragraph eId="annex_u1/lvl_u1/art_4/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="annex_u1/lvl_u1/art_4/para_2/listintro">Die Vertragsparteien treten folgenden Abkommen betreffend die internationale Registrierung bei oder bewahren ihre Mitgliedschaft in diesen:</listIntroduction><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_4/para_2/bull_u1"><num>– </num><p>Madrider Abkommen über die internationale Registrierung von Marken (Stockholmer Fassung, 1967<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1970/1689_1694_1693" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.232.112.3</b></ref></p></authorialNote>);</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_4/para_2/bull_u2"><num>– </num><p>Vertrag über die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens (Washington, 1970<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1978/900_900_900" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.232.141.1</b></ref></p></authorialNote>);</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_4/para_2/bull_u3"><num>– </num><p>Haager Abkommen über die internationale Hinterlegung gewerblicher Muster und Modelle (Stockholmer Fassung, 1967<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1975/1599_1598_1598" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.232.121.12</b></ref></p></authorialNote>);</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_4/para_2/bull_u4"><num>– </num><p>Budapester Vertrag über die internationale Anerkennung der Hinterlegung von Mikroorganismen für die Zwecke von Patentverfahren (1977<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1981/1262_1262_1262" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.232.145.1</b></ref></p></authorialNote>);</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/art_4/para_2/bull_u5"><num>– </num><p>Internationales Übereinkommen zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (UPOV-Übereinkommen, 1961<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1977/1359_1359_1359" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.232.161</b></ref></p></authorialNote>).</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="annex_u1/lvl_u1/art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Durchsetzung von Immaterialgüterrechten</heading><paragraph eId="annex_u1/lvl_u1/art_5/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Vertragsparteien führen in ihren nationalen Gesetzgebungen angemessene, wirksame und nicht diskriminierende Mittel zur Durchsetzung der Immaterialgüterrechte ein, um einen vollständigen Schutz des Immaterialgüterrechts gegen jedwelche Verletzung zu garantieren. Diese Mittel umfassen zivilrechtliche und strafrechtliche Sanktionen gegen Verletzungen eines unter dieses Abkommen fallenden Immaterialgüterrechts sowie insbesondere richterliche Verfügungen auf ein Tun oder Unterlassen, Schadenersatz, bemessen nach dem vom Rechtsinhaber erlittenen Schaden, sowie vorsorgliche Massnahmen, einschliesslich der <i>inaudita altera parte </i>Massnahmen.</p></content></paragraph><paragraph eId="annex_u1/lvl_u1/art_5/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Mittel zur Durchsetzung der Immaterialgüterrechte sollen nicht diskriminierend, recht und billig sein. Sie dürfen nicht unnötig kompliziert und kostspielig sein oder unangemessene Fristen sowie ungerechtfertigte Verzögerungen mit sich bringen.</p></content></paragraph><paragraph eId="annex_u1/lvl_u1/art_5/para_3"><num>3.</num><content><p>Die aufgrund der in diesem Artikel genannten Verfahren getroffenen Verwaltungsentscheide sollen Gegenstand einer Beschwerde bei einer Justizbehörde oder einer justizähnlichen Behörde sein.</p></content></paragraph></article></level></mainBody></doc></component></components></act></akomaNtoso>