B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2922/2010 U r t e i l v o m 7 . M a i 2 0 1 2 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Daniel Stufetti, Richterin Franziska Schneider, Gerichtsschreiber Daniel Golta. Parteien A._______, (wohnhaft in Portugal) vertreten durch Dominique Chopard, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Vorinstanz. Gegenstand Unentgeltliche Verbeiständung; Verfügung der IVSTA vom 8. März 2010. C-2922/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer bzw. Versicherter) wur- de 1958 geboren und ist portugiesischer Staatangehöriger (vgl. Akten der IV-Stelle für Versicherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA bzw. Vori n- stanz] IV/2). Mit Verfügung vom 11. Februar 2000 sprach die IV-Stelle des Kantons Zürich (im Folgenden: IV-ZH) ihm mit Wirkung ab 1. Januar 1999 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 64% eine halbe Rente der schwe i- zerischen Invalidenversicherung zu (IV/57). Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das So zialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 27. Februar 2001 ab (IV/101). Am 3. Dezember 2003 lehnte die IV -ZH ein Rentenerhöhungsbegehren des Beschwerd e- führers ab (IV/107). A.b Am 29. Januar 2004 eröffnete die IV-ZH ein neues Revisionsverfa h- ren. Der Beschwerdeführer siedelte im Februar 2004 nach Portugal über, worauf die IV-ZH sein Dossier am 2. September 2004 an die IVSTA über- wies, welche daraufhin die Fortsetzung des Revisionsverfahrens an die Hand nahm (vgl. IV/109, 115 f., 120 ff.). A.c Mit Ve rfügung vom 13. Dezember 2005 und Einspracheentscheid vom 25. August 2006 hob die IVSTA die Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Februar 2006 auf (IV/151, 165). A.d Das Bundesverwaltungsgericht hiess die vom Beschwerdeführer g e- gen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde mit Urteil C-2937/2006 vom 23. Oktober 2008 in dem Sinne gut, dass der Einspr a- cheentscheid aufgehoben und die Sache an die IVSTA zurückgewiesen wurde, damit diese nach ergänzenden Abkl ärungen im Sinne der Erw ä- gungen über den Leistungsanspruch neu verfüge (IV/166). A.e Am 9. Juli 2009 erstellte das Zentrum für Medizinische Begutachtung Basel (im Folgenden: MEDAS) im Auftrag der IVSTA ein multidisziplinäres Gutachten (IV/190, im Folgenden: MEDAS-Gutachten). A.f Mit Vorbescheid vom 23. November 2009 stellt e die IVSTA dem Be- schwerdeführer erneut die Aufhebung der Invalidenrente ab 1. Februar 2006 in Aussicht (IV/202). C-2922/2010 Seite 3 A.g Mit Stellungnahme vom 18. Januar 2010 beantragte der Beschwer- deführer, vertreten durch den rubrizierten Rechtsanwalt, ihm sei weiterhin eine I nvalidenrente auszurichten und es sei ihm ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen und in der Person des rubrizierten Recht s- anwalts zu ernennen (IV/205). A.h Mit Verfügung vom 8. März 2010 wies die IVSTA den Antrag auf u n- entgeltliche Verbeiständung ab (IV/207). B. B.a Gegen diese Verfügung liess der Beschwerdeführer, weiterhin vertre- ten durch den rubrizierten Rechtsanwalt , am 26. April 2010 Beschwerde führen mit den Anträgen, die Verfügung vom 8. März 2010 sei vollumfäng- lich aufzuheben, die IVSTA sei zu verpflichten, ihm im Vorbescheidverfah- ren die unentgeltliche Rechtsvertretung zu bewilligen, alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zulasten der IVSTA (act. 1 der Akten des B e- schwerdeverfahrens). Ausserdem sei ihm im vorliegenden Beschwerde- verfahren die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen sowie ein u n- entgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen und in der Person des rubrizie r- ten Rechtsanwalts zu ernennen. B.b Mit Vernehmlassung vom 2. Juli 2010 beantragte die IVST A, die Be- schwerde als unbegründet abzuweisen (act. 9). B.c Mit Verfügung vom 22. Juli 2010 (act. 11) hiess das Bundesverwa l- tungsgericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege inkl. unentgeltli- che Verbeiständung für das vorliegende Beschwerdeverfahren gut un d ordnete dem Beschwerdeführer den rubrizierten Rechtsanwalt als amtlich bestellten Anwalt bei. Gleichzeitig übermittelte es dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung der Vorinstanz zur Kenntnis und schloss den Schri f- tenwechsel ab. C. Auf die weiteren Vorbringen und Beweismittel wird – soweit entscheidwe- sentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C-2922/2010 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundes verwaltungsgericht unter Vorb e- halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen Ve r- fügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von Vorinsta n- zen gemäss Art. 33 VGG erlass en wurden. Nach der Lehre und Rech t- sprechung sind Verfügungen betreffend die unentgeltliche Verbeistä n- dung als prozess - und verfahrensleitende Verfügungen zu qualifizieren (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich Basel Genf 2009, Art. 37 Rz. 2 8; BGE 131 V 153 E. 1). B eim angefochtenen Entscheid handelt es sich somit um eine Zwischenverfügung, welche unter den Vo r- aussetzungen von Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG angefochten werden kann. Da die Verweigerung der unentgeltlichen Prozessführung einen nich t wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann, stellt die Verfügung vom 8. März 2010 ein taugliches Anfechtungsobjekt dar, gegen das die B e- schwerde gemäss Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG zulässig ist. 1.2. Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland ist eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. d VGG. Deren Verfügungen sind gemäss Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenvers i- cherung (IVG, SR 831.20) direkt beim Bundesverwaltungsgericht a n- fechtbar. Da der Rechtsmittelweg eine r anfechtbaren Zwischenverfügung demjenigen der Hauptsache folgt, ist das Bundesverwaltungsgericht für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.3. Hinsichtlich der Legitimation ist vorab festzuhalten, dass bei Ause i- nandersetzungen um die unentge ltliche Verbeiständung dem Rechtsve r- treter bezüglich der Höhe des Honorars Parteistellung zukommt, nicht j e- doch der vertretenen Partei. In Beschwerdeverfahren gegen die Ver wei- gerung der unentgeltlichen Prozessführung kommt der vertretenen Partei lediglich Parteistellung zu, sofern mit der angefochtenen Verfügung die unentgeltliche Prozessführung grundsätzlich verweigert wurde (vgl. zum Ganzen UELI KIESER, a.a.O., Art. 59 Rz. 8), was vor liegend der Fall ist. Der Beschwerdeführer, welcher am Verfahren vor der Vorinstanz teilge- nommen hat, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges Interesse im Sinn von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den C-2922/2010 Seite 5 Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1). Er ist daher zur Beschwerdeführung legitimiert. 1.4. Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht eingereicht wurde (Art. 60 in Verbindung mit 38 Abs. 4 Bst. a ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), ist darauf einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz mit Verfügung vom 8. März 2010 das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Verbeistä n- dung im Verwaltungsverfahren zu Recht abgewiesen hat. 2.1. Die Vorinstanz hat die Prozessarmut des Beschwerdeführers bejah t und das Begehren um Weiterausrichtung der Rente als nicht aussichtslos qualifiziert. Ihren negativen Entscheid begründet sie einzig damit, die Notwendigkeit der Rechtsvertretung sei im vorliegenden Fall nicht geg e- ben. Sie führt im Wesentlichen aus, dass gemäss ständiger Rechtspr e- chung diesbezüglich im Verwaltungsverfahren ein strengerer Massstab anzuwenden sei als im Gerichtsverfahren, zumal das Verwaltungsverfah- ren vom Offizial - und Untersuchungsprinzip beherrscht werde. Insofern dränge sich eine anwaltliche Mitwirkung nur in Ausnahmefällen auf, wenn schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als notwendig e r- scheinen liessen und eine Verbeiständung durch Verbandsvertreter, Fü r- sorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht falle. Ein solcher Ausnahmefall sei vorliegend nicht gegeben. Nachdem das Bundesv erwaltungsgericht das Verfahren mit Urteil C-2937/2006 vom 23. Oktober 2008 für zusätzliche medizinische Abkl ä- rungen und zum neuen Entscheid an die IVSTA zurück gewiesen habe, liege (wieder) ein nichtstreitiges Administrativverfahren vor, welches die IVSTA von Amtes wegen zu führen habe und in welchem sich die Aufgabe des Rechtsanwaltes darauf beschränke, Einwendungen und Anträge o r- ganisatorischer Art vorzubringen . Dies könnte allerdings ohne weiteres auch ein Verbandsvertreter, ein Fürsorger oder eine Fachperson einer sozialen Institution tun bzw. hätten vorliegend aktenkundig Familienange- hörige getan. 2.2. Der Beschwerdeführer macht seinerseits im Wesentlichen geltend, dass die Untersuchungsmaxime im Verwaltungsverfahren die unentgeltl i- che Rechtsvertretung keinesfalls ausschliesse. Vorliegend habe die IVSTA eine MEDAS-Begutachtung durchführen lassen und mit Vorb e- scheid vom 23. November 2009 wiederum eine Rentenaufhebu ng per 1. C-2922/2010 Seite 6 Februar 2006 in Aussicht gestellt. In seiner Stellungnahme dazu habe er geltend gemacht, dass eine allfällige Rentenaufhebung nur für die Z u- kunft verfügt werden könne, nachdem das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich die Sache mit Urteil vom 27. Februar 2001 materiell geprüft habe, dass das MEDAS-Gutachten keine taugliche Grundlage für eine Rentenanpassung sei, weil es sich um eine revisionsrechtlich unb e- achtliche Neubeurteilung handle, und dass das MEDAS-Gutachten eine somatoforme Schmer zstörung diagnostiziere , ohne sich über die rech t- sprechungsgemäss in Hinblick auf die Zumutbarkeit einer Erwerbstäti g- keit zu prüfenden Kriterien zu äussern. Er habe somit – durch seinen Rechtsanwalt – mehrere Einwendungen zu Rechts- und Tatfragen, insbe- sondere betreffend elementare Mängel des MEDAS-Gutachtens und des darauf abstellenden Vorbescheids erhoben. Es sei nicht ersichtlich, wie er seine Rechte im Vorbescheidsverfahren ohne anwaltliche Vertretung wahrnehmen solle. 3. 3.1. Der Anspruch auf unentgeltlich e Rechtspflege ist als Grundrecht in Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) verankert. In Bezug auf das So - zialversicherungsverfahren, welches kostenlos ist, wurde diese Garantie in Art. 37 Abs. 4 ATSG umgesetzt. Nach dieser Bestimmung wird der g e- suchstellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern. Art. 37 Abs. 4 ATSG ist Ausfluss der heute gefestigten Lehre und Rechtsprechung, wonach der Ansp ruch auf unent- geltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren grundsätzlich ane r- kannt ist (vgl. zu dieser Entwicklung UELI KIESER, a.a.O., Art. 37 Rz. 17 - 19; ebenso STEFAN MEICHSSNER, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], Basel 2008, S. 61 f.). 3.2. Die unentgeltliche Verbeiständung im Sozialversicherungsverfahren ist grundsätzlich nur ausnahmsweise zu gewähren, und an die Vorausset- zungen der sachlichen Notwendigkeit ist – insbesondere auch mit Blick auf die Offizialmaxime – ein strenger Massstab anzulegen (Urteile des Bundesgerichts I 746/06 vom 8. November 2006 E. 3.1 und I 812/05 vom 24. Januar 2006 E. 4.2 mit Hinweisen). Nach Lehre und Rechtsprechung soll die Formulierung "Wo die Verhältnisse es erfordern" der Absicht des Gesetzgebers Ausdruck verleihen, wonach an die Notwendigkeit der a n- waltlichen Vertretung im Verwaltungsverfahren höhere Anforderungen zu stellen sind als im Beschwerdeverfahren, da ein Beschwerdeverfahren in der Regel komplexer ist als ein Verwaltungsverfahren . Die Komplexität C-2922/2010 Seite 7 des Verfahrens bildet somit ein entscheidendes Ele ment für die Beurte i- lung der Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung. Je nach Stadium des Verfahrens oder nach Verfahrenskonstellation kann die Vertretung auch im erstinstanzlichen Verf ahren geboten sein, insbesondere im Fall einer Rentenrevision oder wenn sich ein Verwaltungsverfahren an eine Rüc k- weisung durch eine Gerichtsbehörde anschliesst (vgl. BGE 132 V 200 E. 4.1, BGE 125 V 32 E. 2; BGE 125 V 32 E. 4b; Urteil des Bundesge- richts I 746/06 vom 8. November 2006 E. 3.1; UELI KIESER, a.a.O. Rz. 22 f.). Die Komplexität der zu lösenden Frage n ist jedoch nicht absolut, so n- dern in Abhängigkeit von den Fähigkeiten der betroffenen Person zu b e- urteilen (vgl. Ur teil des Bundesgerichts 2P .234/2006 vom 14. Dezember 2006 E. 3.3; STEFAN MEICHSSNER, a.a.O., S. 132). Massgeblich ist auch die Frage, ob die Vertretung durch einen Sozialarbeiter oder durch Fach - und Vertrauensleute sozialer Institutionen in Betracht kommt (BGE 132 V 200 E. 4.1; UELI KIESER, a.a.O. Rz. 23). Schliesslich kann eine unentgel t- liche Vertretung im Verwaltungsverfahren auch erforderlich sein, wenn ein besonders starker Eingriff in die Rechtsstellung der betroff enen Partei droht (Urteil des Bundesgerichts 2P .234/2006 vom 14. Dezember 2006 E. 3.2; BGE 125 V 32 E. 4b; UELI KIESER, a.a.O., Rz. 23). 3.3. Soweit die Vorinstanz hauptsächlich geltend macht , die Unters u- chungs- bzw. Offizialmaxime mache einen unentgeltlichen Rechtsbe i- stand entbehrlich, ist darauf hinzuweisen, dass es die Offizialmaxime (wonach die Behörde bestimmt, ob, wann, in welchem Umfang und wie lange ein Verfahren durchgeführt wird; namentlich ist die B ehörde nicht an Parteibegehren gebunden; vgl. RENÉ RHINOW/HEINRICH KOL- LER/CHRISTINA KISS/DANIELA THURNHEER/DENISE BRÜHL-MOSER, Öffentl i- ches Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2010 Rz. 981 f.) nach der Rechtspr e- chung lediglich rechtfertigt, an die Voraussetzunge n, unter denen eine anwaltliche Verbeiständung sachlich geboten ist, einen strengen Mas s- stab anzulegen (vgl. Urteil des EVG I 746/06 vom 8. November 2006 E. 3.1). Jedoch kann aus dem Umstand allein, dass in einem Verfahren die Offizialmaxime gilt, nicht au f fehlende Notwendigkeit der Vertretung geschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P .234/2006 vom 14. Dezember 2006 E. 3.4; BGE 130 I 180 E. 3.1; STEFAN MEICHSSNER, a.a.O., S. 131). Auch wenn die Offizialmaxime für die betroffene Partei im Vergleich zur Dispositionsmaxime komfortabler ist, bedeutet dies nicht, dass ein sozialversicherungsrechtliches Verfahren deswegen leicht zu durchschauen wäre, zumal wenn es sich – wie im vorliegenden Fall – um ein Revisionsverfahren handelt, in dem die Herabsetz ung oder gar die Einstellung der Rente zur Diskussion steht. In der Literatur wird zu Recht C-2922/2010 Seite 8 darauf hingewiesen, dass von der Offizialmaxime beherrschte Verfahren für juristisch ungebildete Personen kaum einfacher zu verstehen seien, zumal Letzteren eine mitunter umfassende Mitwirkungspflicht obliege und sie nicht vor Fehlleistungen der Behörden gefeit seien (vgl. STEFAN MEICHSSNER, a.a.O. S. 131). Auch die Untersuchungsmaxime steht einer unentgeltlichen Verbeiständung nicht grundsätzlich entgegen. 3.4. Zu prüfe n ist somit, ob vorliegend besondere Umstände im um- schriebenen Sinne vorliegen, welche eine anwaltliche Vertretung erfo r- dern. Für die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung spricht, dass die beantragte unentgeltliche Verbeiständung ein Vorbescheidsverfahren betrifft, welches im Anschluss an eine gerichtliche Rückweisung betref- fend einen Rentenrevisionsfall durchgeführt wird (vgl. oben E. 3.2). Aus- serdem ist das Verfahren bereits seit mehreren Jahren hängig, zumal es bereits im Januar 2004 seinen Anfang nahm und die IVSTA mit Verfügung vom 13. Dezember 2005 erstmals zum Ausdruck brachte, ihres Erachtens den Sachverhalt ausreichend abgeklärt zu haben. Auch dies spricht für die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung (vgl. Urteil des Bun des- gerichts 8C_48/2007 E. 2.2). Konkret hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil C -2937/2006 vom 23. Okto ber 2008 das vorgängige Verwa l- tungsverfahren und die Sachverhaltsabklärungen der IVSTA in mehrerer Hinsicht kritisiert bzw. in Frage gestellt. Es hat insbesondere einerseits in Bezug auf die erstmalige Rentenzusprache auf Unklarheiten der ihr zugrunde liegenden medizinischen Abklärungen hingewiesen. Andere r- seits hat es die Beweiskraft medizinischer Unterlagen in Frage gestellt, auf welche sich die IVSTA betreffend die seitherige Entwicklung des G e- sundheitszustandes und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abstütz- te. Angesprochen hat es ausserdem gewisse Mängel in der Aktenführung der IVSTA. Die Prüfung, ob die IVSTA das Urteil des Bundesverwaltungs- gerichts im daran anschliessenden Verwaltungsverfahren korrekt umge- setzt hat, bedarf unter diesen Umständen besonderer (rechtlicher) Fac h- kenntnisse. Ausserdem muss das MEDAS -Gutachten als solches und im Gesamtkontext vom Beschwerdeführer sachverhaltlich und rechtlich ge- würdigt werden können. Besonders bedeutsam und anspruchsvoll sind in diesem Zusammenhang insbesondere die zwei vom Beschwerdeführer im Verwaltungsverfahren und im vorliegenden Beschwerdeverfahren a n- gesprochenen Fragen: Wie ist die diagnostizier te somatoforme Schmerz- störung im Zusammenhang mit der diesbezüglichen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu würdigen? Inwiefern wird im MEDAS-Gutachten (le- diglich) eine nicht revisionsrelevante Neubeurteilung desselben medizini- schen Sachverhalts vorgenommen? Ausserdem steht eine Beeinträcht i-C-2922/2010 Seite 9 gung der psychischen Gesundheit des Beschwerdeführers in Frage, we l- che gegebenenfalls zusätzlich für die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung sprechen würde. Selbst die MEDAS -Gutachter gehen davon aus, dass der Beschwerdeführer (aufgrund der eingenommenen Med i- kamente) eine herabgesetzte kognitive Leistungsfähigkeit und Vigilanz aufweist (IV/190 S. 20) . Schliesslich ist festzuhalten, dass die drohende vollständige Einstellung der Inval idenrente die Rechtsstellung de s Be- schwerdeführers unbestrittenermassen stark berührt. Somit ist auch unter diesem Gesichtspunkt die Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung zu bejahen. Entgegen der von der IVSTA vertretenen Ansicht würde es hi n- gegen nicht ausreichen, wenn der Beschwerdeführer sich durch eine a n- dere Person, namentlich durch ein Familienmitglied, einen Verbandsve r- treter, einen Fürsorger oder eine Fachperson einer sozialen Institution be- raten oder vertreten liesse . Ob eine solche Möglichkeit dem in Portugal lebenden Beschwerdeführer überhaupt zur Verfügung steh t, kann da mit offen bleiben. 3.5. Zusammenfassend sind im vorliegenden Fall die besonderen Vo r- aussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung im Verwaltungsverfahren erfüllt. Die Vorinstanz hat das Gesuch um unen t- geltliche Verbeiständung zu Unrecht abgewiesen, weshalb die vorliege n- de Beschwerde gutzuheissen ist. Die Verfügung vom 8. März 2010 ist aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, im Rentenrevisionsverfahren die unentgeltliche Verbeiständu ng unter Beiordnung von Rechtsanwalt Dominique Chopard zu gewähren. 4. 4.1. Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 und Abs. 3 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Pa r- tei. Den Vorinstanzen werden keine Verfahrenskosten a uferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 4.2. Der obsiegende, vertretene Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Febr u- ar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht (VGKE, SR 173.3 20.2) Anspruch auf eine Parteientschäd i- gung zu Lasten der Verwaltung. Diese ist unter Berücksichtigung des a k- tenkundigen Aufwands und des Umstands, dass vorliegend keine Meh r- wertsteuer geschuldet ist (vgl. beispielsweise Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts C-6983/2009 vom 12. April 2010 E. 3.2) auf Fr. 1'300.- fest- zulegen. C-2922/2010 Seite 10 4.3. Da dem Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten auferlegt werden und ihm eine Parteientschädigung zur Deckung seiner Auslagen ausg e- richtet wird, wird sein (mit Verfügung vom 22. Juli 201 0 gutgeheissenes) Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hinfällig. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der Vorinstanz vom 8. März 2010 wird aufgehoben. 2. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer im Rentenrevisionsverfahren die unentgeltliche Verbeiständung unter Beiordnung von Rechtsanwalt Dominique Chopard zu gewähren. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteient- schädigung von Fr. 1'300.- zu bezahlen. 5. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Beat Weber Daniel Golta C-2922/2010 Seite 11 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händ en hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: