<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-04-28-6B_345-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_345/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 28. April 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, Präsidentin, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Arquint Hill. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Obergericht des Kantons Zürich, I. Strafkammer, </div> <div class="para">Postfach 2401, 8021 Zürich 1, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands der </div> <div class="para">Privatklägerschaft; formelle Rechtsverweigerung, </div> <div class="para">Grundsatz von Treu und Glauben, etc.; Nichteintreten, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Bundesstrafgerichts, Beschwerdekammer, </div> <div class="para">vom 16. Februar 2023 (BB.2022.47). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Die Präsidentin zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer wurde in einem kantonalen Strafverfahren für die Privatklägerschaft als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Obergericht des Kantons Zürich entschied am 17. Dezember 2021 in jenem Strafverfahren, soweit vorliegend relevant, u.a. wie folgt über die Entschädigungsfolgen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"13. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: </div> <div class="para">... </div> <div class="para">... </div> <div class="para">Fr. 0.-- unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft" </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"2.1. Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Privatklägerin B.________, Rechtsanwalt Dr. iur. A.________, wird für das Berufungsverfahren keine zusätzliche Entschädigung zugesprochen." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dagegen wandte sich der Beschwerdeführer am 8. April 2022 mit Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Er beantragte die Aufhebung von Ziffern 13 und 16 des Urteilsdispositivs des Obergerichts des Kantons Zürich vom 17. Dezember 2021, wonach die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft für das Berufungsverfahren nicht zu entschädigen sei, und verlangte die Ausrichtung einer Entschädigung in Höhe von Fr. 5'925.-- (inkl. MwSt) für das Berufungsverfahren vor dem Obergericht; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners resp. des Kantons Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts wies die Beschwerde mit Beschluss vom 16. Februar 2023 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer erhebt mit Eingabe vom 9. März 2023 Beschwerde in Strafsachen, eventualiter Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde in Strafsachen ist unzulässig gegen Entscheide der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, soweit es sich nicht um Entscheide über Zwangsmassnahmen handelt (<span class="artref">Art. 79 BGG</span>). </div> <div class="para">Der Begriff der Zwangsmassnahmen im Sinne von <span class="artref">Art. 79 BGG</span> bezieht sich gemäss Rechtsprechung auf im Verlauf eines Strafverfahrens als Zwischenentscheid getroffene Untersuchungs- und Zwangsmassnahmen, wie die Verhaftung, die Haft, die Beschlagnahme, die Durchsuchung und die Hausdurchsuchung. Der Gesetzgeber wollte verhindern, dass der durch die Übertragung von Zuständigkeiten auf das Bundesstrafgericht gewollte Entlastungseffekt durch die systematische Öffnung des Beschwerdewegs an das Bundesgericht zunichtegemacht wird. Es können nur die Zwangsmassnahmen wie die provisorische Inhaftierung oder die Beschlagnahme von Vermögen Gegenstand einer Beschwerde sein, weil es sich um schwerwiegende Massnahmen handelt, welche die Grundrechte berühren (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=11.04.2023&amp;to_date=30.04.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-85%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page85">BGE 143 IV 85</a> E. 1.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=11.04.2023&amp;to_date=30.04.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-IV-92%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page92">136 IV 92</a> E. 2.1; vgl. auch das gegen den Beschwerdeführer ergangene Urteil 6B_314/2021 vom 29. Oktober 2021 E. 1.1 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.</b> </div> <div class="para">Die Vorinstanz hatte im angefochtenen Entscheid über die vom Obergericht des Kantons Zürich als Berufungsgericht festgesetzte und vom Beschwerdeführer beanstandete Entschädigung für seine Bemühungen als unentgeltlicher Rechtsvertreter im kantonalen Berufungsverfahren zu befinden (<span class="artref">Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO</span> i.V.m. 138 Abs. 1 StPO und <span class="artref">Art. 37 StBOG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=11.04.2023&amp;to_date=30.04.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-IV-213%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page213">BGE 140 IV 213</a> E. 1.7). Ihr abschlägiger Entscheid betreffend die erhobene Entschädigungsrüge stellt offensichtlich keinen Entscheid über Zwangsmassnahmen im Sinne von <span class="artref">Art. 79 BGG</span> dar (vgl. E. 6). Der vorliegenden Beschwerde in Strafsachen fehlt es damit an einem zulässigen Anfechtungsobjekt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=11.04.2023&amp;to_date=30.04.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-IV-213%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page213">BGE 140 IV 213</a> E. 1.6), weshalb darauf nicht eingetreten werden kann. Die Entgegennahme des Rechtsmittels als Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kommt im Übrigen von vornherein nicht in Frage (vgl. <span class="artref">Art. 82 ff. BGG</span>). Eine subsidiäre Verfassungsbeschwerde fällt ebenfalls ausser Betracht, da diese gemäss <span class="artref">Art. 113 BGG</span> einzig gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen gegeben ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>8.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt die Präsidentin:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Bundesstrafgericht, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 28. April 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Jacquemoud-Rossari </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill </div> </div></body></html>