<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00079</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221621&amp;W10_KEY=13013470&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00079</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.09.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>bedingte Entlassung aus der Verwahrung etc.</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bedingte Entlassung aus der Verwahrung etc. Der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung; auf eine solche ist zu verzichten (E. 1.4). Vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des EGMR ist zwar in Angelegenheiten wie der vorliegenden eine zeitliche Dringlichkeit nicht von der Hand zu weisen. Dies allein rechtfertigt es allerdings nicht, die Rechtsmittelfristen abzukürzen. Hierfür bedarf es einer "besonderen" Dringlichkeit; die Verkürzung hat die Ausnahme, die ordentliche Frist die Regel zu bleiben. Namentlich geht es nicht an, bekannte systemimmanente Mängel des derzeitigen strafvollzugsrechtlichen kantonalen Instanzenzugs, der einen gerichtlichen Entscheid in der vom EGMR vorgesehenen Zeit beinahe unmöglich erscheinen lässt, zum Anlass für eine generelle Praxis der Verkürzung der Rechtsmittelfristen zu nehmen, zumal dadurch die Rechtswahrung durch die rechtsuchende Person erheblich erschwert wird, aber nur ein kleiner Teil der Verfahrensüberlänge vermieden werden kann (E. 1.5.2.3). Legalprognostisch relevante Veränderungen können sich bei verwahrten Personen nicht nur aufgrund einer absolvierten Therapie ergeben. Dazu beitragen können namentlich auch körperliche Einschränkungen oder das fortgeschrittene Alter. Gerade zur Frage, ob und wie sich der aktuelle körperliche Gesundheitszustand des Beschwerdeführers auf dessen Legalprognose auswirkt, besteht vorliegend keine gutachterliche Abklärung. Ebenso wenig kann das elf Jahre alte Gutachten die seit seiner Erstattung andauernde Inhaftierung, den bisherigen Vollzugsverlauf und die (aktuellen) Verhaltensweisen des Beschwerdeführers und sein verändertes Lebensumfeld berücksichtigen. Unter den gegebenen Umstände erweisen sich die Grundlagen, um über die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers aus der Verwahrung und auch über die Frage der Umwandlung der Verwahrung in eine stationäre Massnahme befinden zu können, als zu wenig aktuell (E. 3.3). Zu Recht verneinte die Vorinstanz mangels Substanziierung die Mittellosigkeit des Beschwerdeführers und wies seine Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung ab. Sie war nicht gehalten, den anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer auf seine Mitwirkungspflicht aufmerksam zu machen, zumal die von ihm selber und der Vorinstanz angeführten Veränderungen (AHV-Rente, eingetragene Partnerschaft, Entschädigung durch den EGMR) nicht in den Vollzugsakten ausgewiesen sind und erst in der jüngeren Zeit eintraten (E. 4.3). Abweisung des Gesuchs des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren mangels erstellter Mittellosigkeit (E. 5.4). Teilweise Gutheissung. Rückweisung der Sache im Sinn der Erwägungen an den Beschwerdegegner zur Einholung eines aktuellen Gutachtens und zu neuer Entscheidung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTUALITÃT">AKTUALITÃT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDINGTE ENTLASSUNG">BEDINGTE ENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DRINGLICHKEIT">DRINGLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDSÃTZLICHE BEDEUTUNG">GRUNDSÃTZLICHE BEDEUTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGALPROGNOSE">LEGALPROGNOSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITTELLOSIGKEIT">MITTELLOSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSFPLICHT">MITWIRKUNGSFPLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MÃNDLICHE VERHANDLUNG">MÃNDLICHE VERHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE VERHANDLUNG">ÃFFENTLICHE VERHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNGSENTSCHEID">RÃCKWEISUNGSENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBSTANZIIERUNGSPFLICHT">SUBSTANZIIERUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHE PROZESSFÃHRUNG (UP)">UNENTGELTLICHE PROZESSFÃHRUNG (UP)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)">UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)">UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKÃRZUNG DER BESCHWERDEFRIST">VERKÃRZUNG DER BESCHWERDEFRIST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWAHRUNG">VERWAHRUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 6 Abs. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 62b Abs. II lit. d StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 64a Abs. I StGB</span><br/><span class="ungerade">§ 22 Abs. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 22 Abs. III VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 53 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=54131" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00079</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 3. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">16. September 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident AndrÃ© Moser<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Matthias Hauser, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">A,<b> </b>zzt. JVA F, vertreten durch RA B, diese substituiert durch RA C, </p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrer, </b></p> <p class="MsoNormal"><b> </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">1.<b> </b>Justizvollzug und Wiedereingliederung, <br/> Rechtsdienst der Amtsleitung, </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">2.<b> </b>Oberstaatsanwaltschaft des Kantons ZÃ¼rich, </p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegnerschaft, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend bedingte Entlassung aus der Verwahrung etc.,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit Urteil vom 19. Mai 1998 bestrafte das Geschworenengericht des Kantons ZÃ¼rich A, geboren 1954, wegen mehrfachen versuchten Mordes, mehrfacher schwerer KÃ¶rperverletzung, mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern und mehrfacher SchÃ¤ndung mit 17 Jahren Zuchthaus. Die Strafe erfolgte als Zusatzstrafe zur Verurteilung des Gerichtshofs Amsterdam vom 8. Juni 1994 wegen VerstÃ¶ssen gegen das Waffengesetz zu sechs Monaten GefÃ¤ngnis und unter Anrechnung von 1'467 Tagen erstandener Haft. Zugleich ordnete das Geschworenengericht eine Verwahrung nach aArt. 43 Ziff. 1 Abs. 2 des Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, in der bis Ende 2006 geltenden Fassung) an und schob dafÃ¼r den Vollzug der Freiheitsstrafe auf. Die dagegen von A erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom 12. Mai 2000 ab.</p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschluss vom 5. Juni 2012 ordnete das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich die WeiterfÃ¼hrung der Verwahrung nach neuem Recht an und lehnte die Einweisung von A in eine stationÃ¤re Massnahme nach Art. 59 StGB ab. Zuvor hatte das Obergericht Ã¼ber die MassnahmebedÃ¼rftigkeit, MassnahmefÃ¤higkeit und Behandlungsbereitschaft von A ein Gutachten eingeholt, welches am 4. Januar 2010 von Dr. med. E erstellt worden war (nachfolgend: Gutachten E). Die von A gegen den Beschluss vom 5. Juni 2012 erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wies das Obergericht mit Beschluss vom 3. Juli 2013 ab. Mit Urteil vom 3. Februar 2014 wies das Bundesgericht schliesslich die von A gegen die Entscheide vom 5. Juni 2012 und 3. Juli 2013 erhobenen Beschwerden ab.</p> <p class="Sachverhalt2">Mit VerfÃ¼gung vom 3. August 2000 hatte das Amt fÃ¼r Justizvollzug des Kantons ZÃ¼rich (heute und fortan: Justizvollzug und Wiedereingliederung, JuWe) A zum Vollzug der Verwahrung in die Justizvollzugsanstalt (JVA) PÃ¶schwies eingewiesen. Am 12. Mai 2020 wurde A auf eigenen Wunsch in die JVA F versetzt, wo er im August 2020 in die Abteilung fÃ¼r Alter und Gesundheit wechseln konnte.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 29. September 2020 lehnte das JuWe den Antrag Aâs vom 10. August 2020 auf bedingte Entlassung aus der Verwahrung ab und verzichtete darauf, dem zustÃ¤ndigen Gericht die Umwandlung der Verwahrung in eine stationÃ¤re Massnahme zu beantragen. Ebenso wies das JuWe das Gesuch Aâs um Einholung eines neuen Gutachtens ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Daraufhin erhob A, vertreten durch RechtsanwÃ¤ltin B, mit Eingabe vom 13. November 2020 Rekurs bei der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich (fortan: Justizdirektion) und beantragte, die VerfÃ¼gung des JuWe vom 29. September 2020 sei aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an das JuWe zurÃ¼ckzuweisen. Eventualiter sei die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und zu verfÃ¼gen, dass ein neues Gutachten einzuholen sei. Im Anschluss daran sei ihm Gelegenheit zu geben, zum Gutachten Stellung zu nehmen und AntrÃ¤ge zu stellen, und danach sei er bedingt aus der Verwahrung zu entlassen oder es sei eine stationÃ¤re therapeutische Behandlung nach Art. 59 StGB anzuordnen. Subeventualiter sei die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und sei er bedingt aus der Verwahrung zu entlassen. Subsubeventualiter sei die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und eine stationÃ¤re therapeutische Behandlung anzuordnen. Daneben ersuchte A um Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung sowie um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung. Mit VerfÃ¼gung vom 12. Januar 2021 wies die Justizdirektion den Rekurs sowie die Gesuche um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung ab. Die Verfahrenskosten auferlegte sie A, eine ParteientschÃ¤digung sprach sie ihm nicht zu. Die Beschwerdefrist verkÃ¼rzte die Justizdirektion auf zehn Tage.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>In der Folge gelangte A, wiederum vertreten durch RechtsanwÃ¤ltin B, mit Beschwerde vom 25. Januar 2021 an das Verwaltungsgericht und beantragte, die VerfÃ¼gung des JuWe vom 29. September 2020 sei aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Justizdirektion zurÃ¼ckzuweisen. Eventualiter sei die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und zu verfÃ¼gen, dass ein neues Gutachten einzuholen sei. Im Anschluss daran sei ihm Gelegenheit einzurÃ¤umen, zum Gutachten Stellung zu nehmen und AntrÃ¤ge zu stellen, und danach sei er bedingt aus der Verwahrung zu entlassen oder es sei eine stationÃ¤re therapeutische Behandlung nach Art. 59 StGB anzuordnen. Subeventualiter sei die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und sei er bedingt aus der Verwahrung zu entlassen. Subsubeventualiter <span>sei die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und eine stationÃ¤re therapeutische Behandlung </span>anzuordnen<span>. </span>Daneben ersuchte A um Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung sowie um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren. Ferner beantragte er, vom Verwaltungsgericht gemÃ¤ss Art. 5 Abs. 4 und Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) angehÃ¶rt zu werden.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Eingabe vom 4. Februar 2021 beantragte die Justizdirektion die Abweisung der Beschwerde. Denselben Antrag stellten das JuWe und die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons ZÃ¼rich mit Beschwerdeantworten vom 8. Februar 2021 bzw. 19. Februar 2021. A replizierte innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 25. MÃ¤rz 2021. Die Oberstaatsanwaltschaft und A liessen sich â im Gegensatz zum JuWe â daraufhin ein weiteres Mal vernehmen. Mit Eingabe vom 2. Juni 2021 reichte RechtsanwÃ¤ltin C ihre von RechtsanwÃ¤ltin B ausgestellte Substitutionsvollmacht ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Da dem Fall grundsÃ¤tzliche Bedeutung zukommt, ist die Kammer zum Entscheid berufen (§ 38b Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Das Rubrum ist insofern abzuÃ¤ndern, als der BeschwerdefÃ¼hrer nunmehr von RechtsanwÃ¤ltin B, substituiert durch RechtsanwÃ¤ltin C, vertreten wird (vgl. vorn III.B.).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b> </p> <p class="Erwgung3">Der Antrag des anwaltlich vertretenen BeschwerdefÃ¼hrers lautet nur auf Aufhebung der VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners 1 vom 29. September 2020, nicht aber auf Aufhebung der vorinstanzlichen VerfÃ¼gung vom 12. Januar 2021. Folgte man streng diesem Antrag, kÃ¶nnte eine Gutheissung desselben nicht zum Ziel fÃ¼hren, da der Rekursentscheid weiterhin bestehen bliebe. In der BegrÃ¼ndung der Beschwerde geht der BeschwerdefÃ¼hrer hingegen auf die VerfÃ¼gung vom 12. Januar 2021 ein. Sein Antrag kann daher so verstanden werden, dass (auch) diese VerfÃ¼gung aufzuheben sei (vgl. VGr, 31. MÃ¤rz 2021, VB.2020.00696, E. 1.2 und 1.2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>1.4.1 </b>Verfahren, welche in einem weiteren Sinn zwar auch strafrechtlicher Natur sind, nicht jedoch die Merkmale einer strafrechtlichen, auf Feststellung der Schuld oder Nichtschuld einer Person gerichteten Anklage im Sinn von Art. 6 Abs. 1 EMRK erfÃ¼llen, unterstehen dem Geltungsbereich von Art. 6 EMRK nicht. Im Verwaltungsrecht betrifft dies insbesondere sÃ¤mtliche Verfahren im Bereich der Vollstreckung rechtskrÃ¤ftiger Strafurteile. Beim angefochtenen Entscheid geht es nicht mehr um eine gegen den BeschwerdefÃ¼hrer erhobene Anklage im Sinn von Art. 6 Abs. 1 EMRK, sondern einzig um Fragen des Massnahmenvollzugs, namentlich, ob die Verwahrung des BeschwerdefÃ¼hrers weiterhin erforderlich ist. Die Garantie von Art. 6 Abs. 1 EMRK gelangt damit nicht zur Anwendung. Auch aus Art. 5 Abs. 4 ERMK ergÃ¤be sich kein zwingender Anspruch auf eine mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung durch den (Haft-)Richter oder auf eine Ã¶ffentliche Verhandlung, ebenso wenig ein solcher aus der nicht Ã¼ber Art. 6 Abs. 1 EMRK hinausgehenden Bundesverfassung (VGr, 11. Dezember 2020, VB.2020.00166, E. 1.3.1, mit Hinweisen; bestÃ¤tigt mit BGE 147 I 259 E. 1.3.2). § 59 Abs. 1 VRG rÃ¤umt den Verfahrensbeteiligten ebenfalls keinen Anspruch auf DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen Verhandlung ein. Nach stÃ¤ndiger Praxis liegt es im Ermessen des Verwaltungsgerichts, ob es eine mÃ¼ndliche Verhandlung durchfÃ¼hren will. Liefern die Akten nach durchgefÃ¼hrtem Schriftenwechsel eine hinreichende Entscheidungsgrundlage, liegen keine GrÃ¼nde fÃ¼r eine mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung vor (statt vieler VGr, 11. Dezember 2020, VB.2020.00166, E. 1.3.2; Donatsch, § 59 N. 5).</p> <p class="Erwgung3"><b>1.4.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde am 14. September 2020 vom Beschwerdegegner 1 zur beantragten bedingten Entlassung aus der Verwahrung angehÃ¶rt. Damit wurde ihm das rechtliche GehÃ¶r gemÃ¤ss Art. 64b Abs. 2 lit. d StGB gewÃ¤hrt. Neue Tatsachen, welche eine mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung (auch) im Beschwerdeverfahren erfordern wÃ¼rden, bringt der BeschwerdefÃ¼hrer nicht vor und sind auch nicht ersichtlich (dazu BGr, 23. Mai 2017, 6B_1070/2016, E. 3.2). Auf die DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen Verhandlung ist damit zu verzichten. Ohnehin ersuchte der BeschwerdefÃ¼hrer um eine solche auch nur fÃ¼r den Fall, dass ihm "ein neues Gutachten verweigert werden" sollte. Wie gezeigt werden wird, ist die Sache gerade zur Einholung eines neuen Gutachtens an den Beschwerdegegner 1 zurÃ¼ckzuweisen (unten E. 3.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>1.5 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>1.5.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, sein rechtliches GehÃ¶r sei seitens der Vorinstanz und des Beschwerdegegners 1 in verschiedener Hinsicht verletzt worden. Namentlich sei der Rekursentscheid nur unzureichend begrÃ¼ndet und habe er â der BeschwerdefÃ¼hrer â nicht sÃ¤mtliche Akten einsehen kÃ¶nnen. Da die Beschwerde bereits aus anderen GrÃ¼nden gutzuheissen und die Sache an den Beschwerdegegner 1 zurÃ¼ckzuweisen ist (unten E. 3.2), erÃ¼brigt es sich, darauf sowie auf die entsprechenden ErwÃ¤gungen der Vorinstanz einzugehen.</p> <p class="Erwgung3"><b>1.5.2 </b>Im Hinblick auf zukÃ¼nftige gleichgelagerte FÃ¤lle ist es immerhin angezeigt, die RÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers zu behandeln, wonach sein rechtliches GehÃ¶r (auch) dadurch verletzt worden sei, dass die Vorinstanz die Beschwerdefrist verkÃ¼rzte.</p> <p class="Erwgung4"><b>1.5.2.1 </b>GemÃ¤ss § 53 in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 1 VRG hÃ¤tte die regulÃ¤re Beschwerdefrist im vorliegenden Fall 30 Tage betragen. In Anwendung von § 53 in Verbindung mit § 22 Abs. 3 VRG, verkÃ¼rzte die Vorinstanz die Beschwerdefrist indes auf zehn Tage. Sie begrÃ¼ndete dies damit, dass angesichts des Entscheids des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte (EGMR) vom 10. Mai 2016 (Beschwerde Nr. 52089/09, Derungs gegen die Schweiz) eine besondere Dringlichkeit im Sinn dieser Bestimmungen vorliege. Nach diesem Entscheid ist bei Gesuchen um (bedingte) Entlassung aus dem Straf- und Massnahmenvollzug, ohne dass besondere UmstÃ¤nde vorliegen, eine Verfahrensdauer von mehr als vier Monaten bis zum ersten Entscheid eines Gerichts nicht mehr mit Art. 5 Ziff. 4 EMRK vereinbar.</p> <p class="Erwgung4"><b>1.5.2.2 </b>Ob und wann besondere Dringlichkeit vorliegt, welche die AbkÃ¼rzung der Beschwerdefrist rechtfertigt, ist aufgrund der UmstÃ¤nde des Einzelfalls zu bestimmen. Die anordnende BehÃ¶rde besitzt hierbei ein erhebliches Ermessen, ebenso mit Bezug auf die zu bestimmende Dauer der Frist. Da "besondere" Dringlichkeit vorausgesetzt ist, darf die Beschwerdefrist nicht leichthin, sondern nur ausnahmsweise abgekÃ¼rzt werden. Die sich gegenÃ¼berstehenden Interessen â insbesondere an der Verfahrensbeschleunigung einerseits und an der GewÃ¤hrung eines umfassenden Rechtsschutzes andererseits â sind sorgfÃ¤ltig gegeneinander abzuwÃ¤gen (VGr, 26. Mai 2021, AN.2021.00006, E. 2.4.1; 20. MÃ¤rz 2020, VB.2020.00052, E. 2.3; Griffel, § 53 N. 2 in Verbindung mit § 22 N. 27)</p> <p class="Erwgung4"><b>1.5.2.3 </b>Vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des EGMR ist zwar in Angelegenheiten wie der vorliegenden eine zeitliche Dringlichkeit nicht von der Hand zu weisen. Dies allein rechtfertigt es allerdings nicht, die Rechtsmittelfristen abzukÃ¼rzen. D<span>er fÃ¼r Strafvollzugssachen im Kanton ZÃ¼rich â mindestens noch derzeit â geltende verwaltungsrechtliche Instanzenzug (vgl. § 29 Abs. 1 des Straf- und Justizvollzugsgesetzes vom 19. Juni 2006) lÃ¤sst einen gerichtlichen Entscheid in der vom EGMR vorgesehenen Zeit beinahe unmÃ¶glich erscheinen. Zum einen kommt hier schon von Kantonsverfassung wegen ein zweistufiges Rechtsmittelsystem mit einem Rekurs- und einem Beschwerdeverfahren zum Tragen (Art. 77 Abs. 1 der Kantonsverfassung), wobei es in beiden Verfahren jeweils einen Schriftenwechsel durchzufÃ¼hren und mit Blick auf den GehÃ¶rsanspruch das Replikrecht zu gewÃ¤hrleisten gilt. Zum anderen handelt es sich bei der ersten Rechtsmittelinstanz (Justizdirektion) â anders als im strafrechtlichen Instanzenzug â um kein Gericht, welches den diesbezÃ¼glichen Anforderungen der EMRK bereits unterinstanzlich zu genÃ¼gen vermÃ¶chte. Vorliegend verstrichen zwischen dem </span>Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers vom 10. August 2020<span> allein schon bis zum Rekursentscheid fÃ¼nf Monate. Zwar kÃ¶nnte eine VerkÃ¼rzung der </span>Rechtsmittelfristen tatsÃ¤chlich zu einer Beschleunigung des Verfahrens beitragen, zumal dadurch auch die gesetzlichen Vernehmlassungsfristen verkÃ¼rzt wÃ¼rden (§ 26b Abs. 2 Satz 3 bzw. § 58 Satz 2 VRG). Wie erwÃ¤hnt bedarf es hierfÃ¼r aber einer "besonderen" Dringlichkeit und hat die VerkÃ¼rzung die Ausnahme, die ordentliche Frist die Regel zu bleiben. Namentlich geht es nicht an, bekannte systemimmanente MÃ¤ngel des derzeitigen strafvollzugsrechtlichen kantonalen Instanzenzugs zum Anlass fÃ¼r eine generelle Praxis der VerkÃ¼rzung der Rechtsmittelfristen zu nehmen. Dies ist nicht Sinn und Zweck der Regelung von § 22 Abs. 3 VRG. Die VerkÃ¼rzung der Rechtsmittelfrist weckt auch deshalb Bedenken, weil sie insbesondere auch die Rechtswahrung durch die rechtsuchende Person erheblich erschwert, aber nur einen kleinen Teil der VerfahrensÃ¼berlÃ¤nge vermeiden kann, und ist damit ohnehin ungenÃ¼gend, um den zeitlichen Anforderungen des EGMR gerecht zu werden. An den institutionellen UnzulÃ¤nglichkeiten des Rechtsmittelsystems Ã¤ndert dieses Mittel nichts. Es bleibt<span> vielmehr Sache des Gesetzgebers, fÃ¼r eine gesetzliche ZustÃ¤ndigkeits- und Rechtsmittelordnung im Bereich des Straf- und Massnahmenvollzug zu sorgen, die den Vorgaben des EGMR genÃ¼gt (vgl. schon VGr, 11. Dezember 2020, VB.2020.00166,</span> E. 1.1.3)<span>. Im Ãbrigen kann den ErwÃ¤gungen der Vorinstanz nicht entnommen werden, dass sie bei ihrem Entscheid, die Beschwerdefrist zu verkÃ¼rzen, die </span>sich gegenÃ¼berstehenden Interessen gegeneinander abgewogen bzw. auch die Interessen des BeschwerdefÃ¼hrers an der Beibehaltung der gesetzlichen Frist berÃ¼cksichtigt hÃ¤tte. Die RÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers erweist sich damit als berechtigt. Diesem war es in casu dennoch mÃ¶glich, die Rechtsmittelfrist einzuhalten und die Beschwerde ausfÃ¼hrlich zu begrÃ¼nden. Insofern erwuchs ihm durch die VerkÃ¼rzung im Ergebnis kein Nachteil.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 64 Abs. 1 StGB ordnet das Gericht die Verwahrung an, wenn der TÃ¤ter einen Mord, eine vorsÃ¤tzliche TÃ¶tung, eine schwere KÃ¶rperverletzung, eine Vergewaltigung, einen Raub, eine Geiselnahme, eine Brandstiftung, eine GefÃ¤hrdung des Lebens oder eine andere mit einer HÃ¶chststrafe von fÃ¼nf oder mehr Jahren bedrohte Tat begangen hat, durch die er die physische, psychische oder sexuelle IntegritÃ¤t einer andern Person schwer beeintrÃ¤chtigt hat oder beeintrÃ¤chtigen wollte, und wenn a) aufgrund der PersÃ¶nlichkeitsmerkmale des TÃ¤ters, der TatumstÃ¤nde und seiner gesamten LebensumstÃ¤nde ernsthaft zu erwarten ist, dass er weitere Taten dieser Art begeht, oder b) aufgrund einer anhaltenden oder langdauernden psychischen StÃ¶rung von erheblicher Schwere, mit der die Tat in Zusammenhang stand, ernsthaft zu erwarten ist, dass der TÃ¤ter weitere Taten dieser Art begeht und die Anordnung einer Massnahme nach Art. 59 StGB keinen Erfolg verspricht. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>GestÃ¼tzt auf Art. 64a Abs. 1 StGB wird der TÃ¤ter aus der Verwahrung nach Art. 64 Abs. 1 StGB bedingt entlassen, sobald zu erwarten ist, dass er sich in Freiheit bewÃ¤hrt. Die Probezeit betrÃ¤gt zwei bis fÃ¼nf Jahre. "BewÃ¤hrung" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Gefahr von weiteren Delikten gemÃ¤ss Art. 64 Abs. 1 StGB zu verneinen ist (BGE 136 IV 165 E. 2.1.1; BGr, 27. Mai 2021, 6B_280/2021 und 6B_419/2021, E. 3.3.5; VGr, 11. Dezember 2020, VB.2020.00166, E. 2.2). Die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde prÃ¼ft auf Gesuch hin oder von Amtes wegen mindestens einmal jÃ¤hrlich und erstmals nach Ablauf von zwei Jahren, ob und wann der TÃ¤ter aus der Verwahrung bedingt entlassen werden kann (Art. 64b Abs. 1 lit. a StGB). Sie trifft die Entscheide gestÃ¼tzt auf einen Bericht der Anstaltsleitung, eine unabhÃ¤ngige sachverstÃ¤ndige Begutachtung im Sinn von Art. 56 Abs. 4 StGB, die AnhÃ¶rung einer Kommission nach Art. 62d Abs. 2 StGB und die AnhÃ¶rung des TÃ¤ters (Art. 64b Abs. 2 lit. aâd StGB). Die Fachkommission nach Art. 75a Abs. 1 StGB ist (nur) dann beizuziehen, wenn der TÃ¤ter ein Verbrechen nach Art. 64 Abs. 1 StGB begangen hat und (kumulativ) die VollzugsbehÃ¶rde die Frage der GemeingefÃ¤hrlichkeit des Gefangenen nicht eindeutig beantworten kann. Entlassungsentscheide sind dagegen immer auf ein Gutachten zu stÃ¼tzen, denn es stehen gewichtige Interessen des Betroffenen einerseits und der Ãffentlichkeit andererseits auf dem Spiel, die umfassend zu wÃ¼rdigen sind (Marianne Heer in: Marcel Alexander Niggli/Hans WiprÃ¤chtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht I, 4. A., 2019, Art. 64b N. 12). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Zu prÃ¼fen ist, ob die Verwahrung weiterhin erforderlich ist. Der Massstab fÃ¼r die Beurteilung einer Entlassung ist sehr streng. Es muss eine hohe Wahrscheinlichkeit gegeben sein, dass sich der Betroffene in Freiheit bewÃ¤hren wird (BBl 1999, 2098; BGr, 27. Mai 2021, 6B_280/2021 und 6B_419/2021, E. 3.3.5; BGE 135 IV 49 E. 1.1). Eine absolute Sicherheit kann indes nie bestehen (BGE 136 IV 165 E. 2.1.1; Heer, Art. 64a N. 13). GemÃ¤ss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann der Richter oder die Richterin eine Entlassung nur verantworten, wenn er bzw. sie von der Tatsache der Erwartung kÃ¼nftigen Wohlverhaltens Ã¼berzeugt ist. Verbleibende Zweifel wirken nicht zugunsten des TÃ¤ters. Der Grundsatz "in dubio pro reo" kommt bei der Prognoseentscheidung nicht zum Tragen (BGE 127 IV 1 E. 2a; BGr, 16. November 2020, 6B_710/2020, E. 4.2; 12. September 2011, 6B_424/2011, E. 4). Es besteht vielmehr eine Vermutung fÃ¼r ein Fortbestehen der GefÃ¤hrlichkeit. Die Entlassung unmittelbar aus einer Verwahrung in die Freiheit ist praktisch kaum denkbar. Zu berÃ¼cksichtigen sind fÃ¼r den Entscheid darÃ¼ber Erfahrungen aus der Behandlung des Betroffenen und aus gewÃ¤hrten Vollzugslockerungen, AuffÃ¤lligkeiten wÃ¤hrend des Vollzugs, die Verarbeitung der Straftat sowie die zukÃ¼nftige Lebenssituation (BGr, 16. November 2020, 6B_710/2020, E. 4.3; 18. Mai 2017, 6B_147/2017, E. 3.1; Heer, Art. 64a N. 12 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen nur Rechtsverletzungen, worunter Ermessensmissbrauch und ErmessensÃ¼berschreitung fallen, geltend gemacht werden, sofern â wie hier â kein Gesetz die RÃ¼ge der Unangemessenheit fÃ¼r zulÃ¤ssig erklÃ¤rt (§ 50 Abs. 1 und 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Vorinstanz nahm Bezug auf das Gutachten E vom 4. Januar 2010 sowie das ErgÃ¤nzungsgutachten vom 20. Mai 2011, wobei dieses keine neuen relevanten Erkenntnisse zu den wesentlichen Punkten geliefert habe, den Therapiebericht des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes (PPD) des Beschwerdegegners 1 vom 5. Juni 2014, die RisikoabklÃ¤rung im Rahmen der Abteilung forensisch-psychologische AbklÃ¤rungen des JuWe vom 12. Dezember 2018, den Vollzugsbericht der JVA PÃ¶schwies vom 17. September 2019 und den Vollzugsbericht der JVA F vom 3. September 2020 sowie das Protokoll der AnhÃ¶rung des BeschwerdefÃ¼hrers vom 14. September 2020. In Anwendung von § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG kann hinsichtlich des Inhalts dieser Dokumente auf die AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz verwiesen werden.</p> <p class="Erwgung2">Die Vorinstanz erwog, das Gutachten E sei wiederholt durch Gerichte geprÃ¼ft worden, so unter anderem im Rahmen der Urteile des Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich vom 5. Juni 2012 und 3. Juli 2013, vom Bundesgericht mit Urteil vom 3. Februar 2014 sowie vom Verwaltungsgericht mit Urteil vom 29. Mai 2017. Fazit sei jeweils gewesen, dass bezÃ¼glich der schweren psychischen StÃ¶rung und des direkten ursÃ¤chlichen Zusammenhangs mit den Taten dem Gutachten E zweifellos gefolgt werden kÃ¶nne. BezÃ¼glich des Therapieverlaufs hingegen kÃ¶nne nicht darauf abgestellt werden. Das Obergericht habe sich mit Urteil vom 5. Juni 2012 einlÃ¤sslich mit der Frage auseinandergesetzt, ob der BeschwerdefÃ¼hrer in hinreichendem Mass therapiefÃ¤hig sei und inwieweit mit einer therapeutischen Behandlung der Gefahr weiterer mit der psychischen StÃ¶rung im Zusammenhang stehender Taten begegnet werden kÃ¶nne. Es sei zum Schluss gekommen, der BeschwerdefÃ¼hrer habe die Therapie weitestgehend dafÃ¼r eingesetzt, um den Therapeuten zu manipulieren und zu Vorteilen im Hinblick auf Vollzugslockerungen, Urlaube, die Anordnung einer stationÃ¤ren Massnahme etc. zu gelangen. Er sehe offenbar den Sinn und Zweck einer deliktsorientierten Behandlung nicht ein und versuche immer wieder, den Fokus mit intensiven Manipulationsversuchen auf NebenschauplÃ¤tze zu lenken und so die Behandlung zu torpedieren. Der BeschwerdefÃ¼hrer sei von nennenswerten Erfolgen weit entfernt. Es mangle ihm an MassnahmefÃ¤higkeit und -motivation. Die Betrachtungsweise im Gutachten sei durch den realen Therapieverlauf eingeholt worden. Diese EinschÃ¤tzung â so die Vorinstanz weiter â sei durch die oberen Gerichte bestÃ¤tigt worden. Sodann kÃ¶nne auch ohne Weiteres auf den Therapiebericht vom 5. Juni 2014 abgestellt werden, wie dies das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 29. Mai 2017 ausdrÃ¼cklich bestÃ¤tigt habe. Vorliegend bestÃ¼nden keinerlei Anhaltspunkte, dass sich an der MassnahmefÃ¤higkeit und -motivation seither irgendetwas geÃ¤ndert hÃ¤tte. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer auf sein Schreiben vom 10. Januar 2015 verweise, um seinen Therapiewillen zu belegen, sei festzuhalten, dass allein aufgrund des Zeitablaufs nicht von einer relevanten Ãnderung ausgegangen werden kÃ¶nne.</p> <p class="Erwgung2">Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer grosse gesundheitliche Probleme und einen massiven kÃ¶rperlichen Zerfall geltend mache, weshalb nicht mehr auf das Gutachten E abgestellt werden kÃ¶nne, sei zu bemerken, dass sich in den Akten keine Unterlagen befÃ¤nden, welche diese Behauptungen in dieser Form unterstÃ¼tzten. Aus dem Vollzugsbericht der JVA PÃ¶schwies vom 17. September 2019 gehe hervor, dass der BeschwerdefÃ¼hrer wegen eines â¦ zu 50 % krankgeschrieben geschrieben sei, und im Vollzugsbericht der JVA F vom 3. September 2020 sei zu lesen, dass es dem BeschwerdefÃ¼hrer laut seinen Angaben schlechter gehe als vor ein paar Monaten und es ihm seit Eintritt in die Anstalt nicht mÃ¶glich gewesen sei, im Arbeitsbereich tÃ¤tig zu sei. Beides deute nicht darauf hin, dass der gesundheitliche Zustand des 66-jÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrers derart schlecht wÃ¤re, wie er vorbringe. Aus den Akten gehe sodann hervor, dass im Jahre 2018 eine externe AbklÃ¤rung im Spital G durchgefÃ¼hrt worden sei. Dem entsprechenden Arztbericht vom 23. MÃ¤rz 2018 sei zu entnehmen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer an â¦ leide. In der Aktennotiz vom 21. August 2018 sei vermerkt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bzw. seine AnwÃ¤lte erklÃ¤rt hÃ¤tten, es gehe ihm sehr schlecht und er sei zudem schwer verletzt. Eine AbklÃ¤rung beim Sozialdienst habe dann aber ergeben, dass weder akute medizinische Probleme noch schwere Verletzungen vorliegen wÃ¼rden. Zudem gehe aus den Akten hervor, dass der Gesundheitszustand des BeschwerdefÃ¼hrers dem Arztdienst der JVA PÃ¶schwies bekannt sei. Aufgrund des Spitalberichts und den EinschÃ¤tzungen des Arztdienstes sei im Oktober 2018 nicht von gesundheitlichen oder altersbedingten Beschwerden ausgegangen worden, die eine Versetzung in eine spezielle Einrichtung aufgedrÃ¤ngt hÃ¤tten. Einem Schreiben des Beschwerdegegners 1 von Dezember 2018 kÃ¶nne zudem entnommen werden, dass sich die â¦ des BeschwerdefÃ¼hrers mit Schmerzmitteln und Ruhigstellung weitgehend verbessert hÃ¤tten und er keinen Wunsch mehr gehabt habe, bildgebende AbklÃ¤rungen durchzufÃ¼hren. Neuere medizinische Unterlagen zum Gesundheitszustand des BeschwerdefÃ¼hrers befÃ¤nden sich keine bei den Akten. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer eine selber erstellte Aufstellung Ã¼ber die medizinischen Diagnosen und Beurteilungen eingereicht habe, habe dies in Bezug auf die nicht durch die Akten belegten AbklÃ¤rungen wenig Beweiskraft. Selbst wenn man aber davon ausgehe, dass die dort aufgefÃ¼hrten Diagnosen richtig seien, kÃ¶nne daraus keineswegs darauf geschlossen werden, dass der gesundheitliche Zustand tatsÃ¤chlich so dramatisch sei, wie in der Rekursschrift geschildert. Ausserdem hÃ¤tten die erwÃ¤hnten somatischen Beschwerden keinen Einfluss auf die im Gutachten E und vom PPD gestellten psychiatrischen Diagnosen. Weiter sei der gesundheitliche Zustand des BeschwerdefÃ¼hrers vorliegend ohnehin nur relevant, soweit er sich massgeblich auf die RÃ¼ckfallgefahr und GefÃ¤hrlichkeit auswirken kÃ¶nnte. Angesichts der vom BeschwerdefÃ¼hrer begangenen Taten an Kindern und der ihm attestierten Diagnosen sei bei den vom ihm vorgebrachten Beschwerden nicht davon auszugehen, dass diese die RÃ¼ckfallgefahr wesentlich bzw. positiv beeinflussen kÃ¶nnten. </p> <p class="Erwgung2">Zusammengefasst ergebe sich somit, dass sich die Situation des BeschwerdefÃ¼hrers nicht wesentlich verÃ¤ndert habe. An einer deliktrelevanten Therapie fehle es nach wie vor. Eine neue Begutachtung hinsichtlich der tatrelevanten Diagnosen, der Legalprognose und RÃ¼ckfallgefahr aufgrund der somatischen Beschwerden sei vorliegend nicht nÃ¶tig. Der entsprechende Antrag sei daher abzuweisen. Eine bedingte Entlassung aus der Verwahrung komme somit nicht infrage. Abgesehen davon, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bisher keine Erfahrungen mit Vollzugslockerungen gemacht habe, sei die Legalprognose unverÃ¤ndert stark belastet. Was die Umwandlung in eine stationÃ¤re therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB betreffe, so habe der Beschwerdegegner 1 zu Recht auf einen entsprechenden Antrag an das Gericht verzichtet, seien doch die Voraussetzungen fÃ¼r eine erfolgreiche Therapie klarerweise nicht gegeben.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht im Wesentlichen geltend, der Beschwerdegegner 1 und die Vorinstanz hÃ¤tten angesichts des Zeitablaufs und der â aus seiner Sicht â verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnisse nicht mehr auf das veraltete Gutachten E abstellen dÃ¼rfen, sondern ein neues Gutachten einholen mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Diese RÃ¼ge erweist sich als berechtigt. BezÃ¼glich der AktualitÃ¤t eines (frÃ¼heren) Gutachtens ist nicht primÃ¤r auf das formelle Alter des Gutachtens abzustellen. Massgeblich ist vielmehr die materielle Frage, ob GewÃ¤hr dafÃ¼r besteht, dass sich die Ausgangslage seit der Erstellung des Gutachtens nicht gewandelt hat. Soweit ein frÃ¼heres Gutachten mit Ablauf der Zeit und zufolge verÃ¤nderter VerhÃ¤ltnisse an AktualitÃ¤t eingebÃ¼sst hat, sind neue AbklÃ¤rungen unabdingbar. Nach der Rechtsprechung kÃ¶nnen GefÃ¤hrlichkeitsprognosen fÃ¼r einen lÃ¤ngeren Zeitraum nicht zuverlÃ¤ssig gestellt werden (BGE 134 IV 246 E. 4.2 ff.; BGr, 28. Februar 2019, 6B_32/2019, E. 2.6.3; VGr, 11. Dezember 2020, VB.2020.00166, E. 2.6; Heer, Art. 64b N. 13).</p> <p class="Erwgung2">Vorab ist festzuhalten, dass das Gutachten E vom 4. Januar 2010 datiert und somit schon mehr als elf Jahre alt ist. Der seitdem verstrichene Zeitraum ist als sehr lang zu bezeichnen. Nach dem Gesagten macht zwar dieser Umstand allein die Einholung eines neuen Gutachtens noch nicht erforderlich. Sodann wird auch seitens des BeschwerdefÃ¼hrers nicht bestritten, dass sich aus dem Therapieverlauf seit Mitte 2012 keine legalprognostisch relevante VerÃ¤nderungen ergeben, da die Therapie damals abgebrochen wurde. Dabei ist vorliegend nicht nÃ¤her darauf einzugehen, ob der Abbruch zu Recht erfolgte und ob es angezeigt gewesen wÃ¤re, die Therapie in der Zwischenzeit wiederaufzunehmen. Zu berÃ¼cksichtigen ist indes, dass sich legalprognostisch relevante VerÃ¤nderungen bei verwahrten Personen nicht nur aufgrund einer absolvierten Therapie ergeben kÃ¶nnen. Dazu beitragen kÃ¶nnen namentlich (zunehmende) kÃ¶rperliche EinschrÃ¤nkungen oder das fortgeschrittene Alter, sodass auch aufgrund dessen nicht mehr von einer ernsthaften Gefahr weiterer schwerer einschlÃ¤giger Straftaten gesprochen werden kann (BGr, 29. Juni 2017, 6B_1198/2016, E. 1.3.2; 18. Mai 2016, 6B_90/2016, E. 1.3). Gerade zur Frage, ob und wie sich der aktuelle kÃ¶rperliche Gesundheitszustand des BeschwerdefÃ¼hrers, welcher nach seinen Angaben massiv beeintrÃ¤chtigt ist und sich weiter verschlechtert, auf dessen Legalprognose auswirkt, besteht vorliegend selbstredend keine gutachterliche AbklÃ¤rung. Ebenso wenig kann das Gutachten E die seit seiner Erstattung andauernde Inhaftierung, den bisherigen Vollzugsverlauf und die (aktuellen) Verhaltensweisen des BeschwerdefÃ¼hrers und sein verÃ¤ndertes Lebensumfeld berÃ¼cksichtigen (vgl. BGr, 22. Juni 2017, 6B_1312/2016, E. 3.4, mit Hinweis auf <a href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=%226B_1312%2F2016%22&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-IV-241%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page241"><span>BGE</span></a> 128IV 241 E. 3.2).</p> <p class="Erwgung2">Im Lichte der hier gegebenen UmstÃ¤nde erweisen sich die Grundlagen, um Ã¼ber die bedingte Entlassung des BeschwerdefÃ¼hrers aus der Verwahrung und auch Ã¼ber die Frage der Umwandlung der Verwahrung in eine stationÃ¤re Massnahme befinden zu kÃ¶nnen, als zu wenig aktuell. Neue AbklÃ¤rungen sind daher unabdingbar. Nicht ausser Acht zu lassen ist weiter, dass die WÃ¼rdigung der vom BeschwerdefÃ¼hrer bekundeten Behandlungswilligkeit einem SachverstÃ¤ndigen und nicht den Vorinstanzen oder dem Verwaltungsgericht zusteht (BGr, 22. Juni 2017, 6B_1312/2016, E. 3.4, mit Hinweis auf <a href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=%226B_1312%2F2016%22&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-IV-241%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page241"><span>BGE</span></a> 128 IV 241 E. 3.2). Die Sache ist folglich an den Beschwerdegegner 1 zurÃ¼ckzuweisen zur Einholung eines aktuellen, unabhÃ¤ngigen und umfassenden (Prognose-)Gutachtens, welches sich namentlich zum Gesundheitszustand des BeschwerdefÃ¼hrers, zu seinen Verhaltensweisen, zum bisherigen Vollzugsverlauf und gestÃ¼tzt darauf zur RÃ¼ckfallgefahr und zur Legalprognose sowie ferner auch zur Frage der Umwandlung der Verwahrung in eine stationÃ¤ren Massnahme unter BerÃ¼cksichtigung der TherapiefÃ¤hig- und -willigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers Stellung zu nehmen hat. Danach wird der Beschwerdegegner 1 erneut Ã¼ber das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers zu entscheiden haben.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, haben neben der GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung (§ 16 Abs. 1 VRG) Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). Mittellos im Sinn von § 16 VRG ist, wer die erforderlichen Vertretungskosten lediglich bezahlen kann, wenn er jene Mittel heranzieht, die er fÃ¼r die Deckung des Grundbedarfs fÃ¼r sich und seine Familie benÃ¶tigt (Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 16 N. 18). Als aussichtslos sind Begehren anzusehen, bei denen die Aussichten auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen. Halten sich die Aussichten auf Obsiegen bzw. Unterliegen indessen ungefÃ¤hr die Waage, ist das Begehren nicht offensichtlich aussichtslos (PlÃ¼ss, § 16 N. 46). Die sachliche Notwendigkeit der unentgeltlichen RechtsverbeistÃ¤ndung bedingt, dass das Verfahren die Interessen der gesuchstellenden Person in schwerwiegender Weise betrifft. In der Praxis werden an die Bejahung der schwerwiegenden Betroffenheit nur geringe Anforderungen gestellt (PlÃ¼ss, § 16 N. 80). Weiter wird vorausgesetzt, dass das Verfahren in tatsÃ¤chlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, die den Beizug einer RechtsverbeistÃ¤ndung erforderlich machen (BGE 130 I 180 E. 2.2; PlÃ¼ss, § 16 N. 81).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Hinsichtlich der abgewiesenen Gesuche um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung fÃ¼r das Rekursverfahren erwog die Vorinstanz, der rechtskundig vertretene BeschwerdefÃ¼hrer habe seine behauptete Mittellosigkeit nicht substanziiert. Vorliegend sei unklar, ob alleine aufgrund der Verwahrung immer noch von der Mittellosigkeit ausgegangen werden kÃ¶nne. Vielmehr bestÃ¼nden Hinweise, dass sich die finanzielle Situation des BeschwerdefÃ¼hrers seit 2017 geÃ¤ndert haben kÃ¶nnte. So beziehe er unterdessen eine AHV-Rente. Auch lebe er mittlerweile wieder in einer eingetragenen Partnerschaft. Der VollstÃ¤ndigkeit halber sei darauf hinzuweisen, dass er im Jahre 2019 im Vergleich vor dem EGMR eine EntschÃ¤digung von â¬ 3'000.- erhalten habe. Die Gesuche um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen VerfahrensfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands seien deshalb abzuweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Diese ErwÃ¤gungen sind nicht zu beanstanden. Stellt eine Person ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, ist sie in Bezug auf den Nachweis ihrer BedÃ¼rftigkeit mitwirkungspflichtig (§ 7 Abs. 2 lit. a VRG): Es obliegt ihr, sÃ¤mtliche zum Zeitpunkt der Gesucheinreichung bestehenden finanziellen Verpflichtungen sowie die Einkommens- und VermÃ¶gensverhÃ¤ltnisse umfassend darzustellen und soweit mÃ¶glich zu belegen. Verweigert eine gesuchstellende Person die zur Beurteilung ihrer aktuellen Gesamtsituation erforderlichen Angaben oder Belege, so ist ihre BedÃ¼rftigkeit zu verneinen. An die Mitwirkungspflicht sind praxisgemÃ¤ss hohe Anforderungen zu stellen (PlÃ¼ss, § 16 N. 38). Die Entscheidinstanz muss unbeholfene Gesuchstellende auf ihre Mitwirkungspflicht hinweisen. Ist der Gesuchstellende jedoch anwaltlich bzw. rechtskundig vertreten, wie im vorliegenden Fall, so besteht in der Regel keine Hinweispflicht. Die Mittellosigkeit kann sich auch aufgrund der Akten oder UmstÃ¤nde ergeben, ohne dass ein handfester Beleg eingefordert werden muss. In der Regel ohne detaillierte Belege zu bejahen ist etwa die Mittellosigkeit von Personen, die Sozialhilfe oder ErgÃ¤nzungsleistungen beziehen (PlÃ¼ss, § 16 N. 40 f.). Sowohl im Rekurs- als auch im Beschwerdeverfahren trifft die beschwerdefÃ¼hrende Partei eine BegrÃ¼ndungs- bzw. Substanziierungspflicht. Sie hat die ihre RÃ¼gen stÃ¼tzenden Tatsachen darzulegen und allenfalls Beweismittel einzureichen (Marco Donatsch, Kommentar VRG, § 50 N. 62). </p> <p class="Erwgung2">Der anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrer machte mit Rekurs geltend, er verfÃ¼ge nicht Ã¼ber die finanziellen Mittel, sich eine RechtsverbeistÃ¤ndung leisten zu kÃ¶nnen. Er lebe "seit Ã¼ber einem viertel Jahrhundert in einer JVA". Allein aus der Tatsache, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer schon lange im Verwahrungsvollzug befindet, ergibt sich indes noch keine Mittellosigkeit; auch dort besteht die MÃ¶glichkeit, ein Arbeitsentgelt zu erzielen und dieses zu sparen, zu erben oder bereits vorgÃ¤ngig im Besitz eines gewissen VermÃ¶gens zu sein und dieses zu erhalten (statt vieler VGr, 3. MÃ¤rz 2020, VB.2019.00727, E. 4.3.2). GemÃ¤ss eigenen Angaben erhÃ¤lt der BeschwerdefÃ¼hrer denn auch "einen fixen Betrag von CHF 200 auf sein Freikonto". Zudem beziehe er mittlerweile auch eine AHV-Rente. Entsprechende Belege reichte der BeschwerdefÃ¼hrer jedoch nicht ein. Damit kam er seiner Substanziierungspflicht nicht nach. Unter den vorliegenden UmstÃ¤nden war die Vorinstanz entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers aber nicht gehalten, diesen auf seine Mitwirkungspflicht aufmerksam zu machen. Vielmehr wÃ¤re es an ihm gewesen, seine Vorbringen dokumentarisch zu untermauern und seine finanziellen VerhÃ¤ltnisse nachzuweisen, zumal die von ihm selber und der Vorinstanz angefÃ¼hrten VerÃ¤nderungen (AHV-Rente, eingetragene Partnerschaft, EntschÃ¤digung durch den EGMR) nicht in den Vollzugsakten ausgewiesen sind und erst in der jÃ¼ngeren Zeit eintraten. Zu Recht verneinte die Vorinstanz somit die Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers und wies seine Gesuche um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und RechtsverbeistÃ¤ndung ab. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegrÃ¼ndet. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Dispositivziffer I der VerfÃ¼gung der Justizdirektion vom 12. Januar 2021 sowie die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners 1 vom 29. September 2020 sind aufzuheben. Die Sache ist im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Beschwerdegegner 1 zur Einholung eines neuen Gutachtens und zu neuer Entscheidung zurÃ¼ckzuweisen. In AbÃ¤nderung von Dispositivziffer III der VerfÃ¼gung der Justizdirektion vom 12. Januar 2021 sind sodann die Kosten des Rekursverfahrens dem Beschwerdegegner 1 aufzuerlegen. Denn eine RÃ¼ckweisung mit offenem Prozessausgang gilt in Bezug auf die Kosten- und EntschÃ¤digungsregelung nach der Rechtsprechung als Obsiegen der rechtsmittelfÃ¼hrenden Partei â und zwar unabhÃ¤ngig davon, welche AntrÃ¤ge diese gestellt hat (BGr, 28. April 2014, 2C_846/2013, E. 3.2 f.; § 13 Abs. 2 VRG). Im Ãbrigen ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Aufgrund seines Obsiegens ist der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren entschÃ¤digungsberechtigt (§ 17 Abs. 2 VRG). In AbÃ¤nderung von Dispositivziffer IV der VerfÃ¼gung vom 12. Januar 2021 ist der Beschwerdegegner 1 zu verpflichten, ihm dafÃ¼r eine ParteientschÃ¤digung zu bezahlen, wobei Fr. 2'500.- als angemessen erscheinen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind vollumfÃ¤nglich dem Beschwerdegegner 1 aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung § 13 Abs. 2 VRG). Dass die Beschwerde nur teilweise gutzuheissen (bzw. teilweise abzuweisen) ist, rechtfertigt es nicht, auch den BeschwerdefÃ¼hrer zu belasten, zumal die Abweisung nur einen Nebenpunkt betrifft. Sein Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren ist damit als gegenstandslos geworden abzuschreiben. Sodann ist der Beschwerdegegner 1 zu verpflichten, dem BeschwerdefÃ¼hrer auch fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung zu bezahlen, wobei hier Fr. 1'500.- als angemessen erscheinen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen RechtsverbeistÃ¤ndung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren ist abzuweisen. Der BeschwerdefÃ¼hrer substanziierte auch mit Beschwerde weder, aus welchen Akten sich seine Mittellosigkeit ergeben wÃ¼rde, noch reichte er entsprechende Belege ein (vgl. vorn E. 4.3). Seine Mittellosigkeit ist damit nicht erstellt.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">RÃ¼ckweisungsentscheide stellen Zwischenentscheide dar (BGE 133 II 409 E. 1.2). Solche Zwischenentscheide sind nach Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 vor Bundesgericht nur dann anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kÃ¶nnen (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifÃ¼hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten fÃ¼r ein weitlÃ¤ufiges Beweisverfahren ersparen wÃ¼rde (lit. b).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer:</span></span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. </p> <p class="Einzug2">Dispositivziffer I der VerfÃ¼gung der Justizdirektion vom 12. Januar 2021 sowie die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners 1 vom 29. September 2020 werden aufgehoben. Die Sache wird im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Beschwerdegegner 1 zur Einholung eines aktuellen Gutachtens und zu neuer Entscheidung zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> In AbÃ¤nderung von Dispositivziffer III der VerfÃ¼gung der Justizdirektion vom 12. Januar 2021 werden die Kosten des Rekursverfahrens dem Beschwerdegegner 1 auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> In AbÃ¤nderung von Dispositivziffer IV der VerfÃ¼gung der Justizdirektion vom 12. Januar 2021 wird der Beschwerdegegner 1 verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'500.- zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils.</p> <p class="Einzug2"> Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 405.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'905.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner 1 auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Der Beschwerdegegner 1 wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils.</p> <p class="Einzug2">5. Das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</p> <p class="Einzug2">6. Das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen RechtsverbeistÃ¤ndung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">7. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p> <p class="Einzug2">8. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>