B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4429/2012 U r t e i l v o m 5 . S e p t e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Daniel Willisegger; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), dessen Ehefrau B._______, geboren (…), und deren Kinder C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), E._______, geboren (…), F._______, geboren (…), G._______, geboren (…), Bosnien und Herzegowina, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 23. August 2012 / N _______. D-4429/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die Beschwerdeführenden – Staatsangehörige aus Bosnien und Herzegowina – ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 17. Juni 2012 verliessen und am 18. Juni 2012 via H._______ illegal in d ie Schweiz gelangten, wo sie gleichentags im EVZ I._______ um Asyl nach- suchten, dass am 6. Juli 2012 die Befragungen zur Person stattfanden und die Be- schwerdeführenden am 21. August 2012 zu ihren Asylgründen angehört wurden, dass der Beschwerdeführer (Vater) insbesondere geltend machte, die Probleme, welche er jetzt habe, würden sich auf seine früheren Probleme beziehen, dass alle wüssten, dass er dieser Serbe sei, der während des Bürge r- kriegs für die serbischen Truppen im Einsatz gewesen sei, dass er daher in der m uslimisch-geprägten Stadt J._______ trotz seiner muslimischen Frau grosse Probleme gehabt habe, dass er aus diesem Grund mit seiner Familie nach Deutschland gega n- gen sei, wo sie ein Asylgesuch eingereicht hätten, dass sie jedoch im Dezember 2011 nach abgeschlossenem Asylverfahren von den deutschen Behörden zwangsweise in die Heimat zurückgeführt worden seien, dass die Probleme nach ihrer Rückkehr nach J._______ wieder begon- nen hätten, dass es keine Wohnmöglichkeit gegeben habe, dass sie schliesslich in einem baufälligen, von Serben verlassenen Haus Unterschlupf gefunden hätten, dass seiner Familie keine Sozialhilfe gewährt worden sei, weshalb er h a- be Altmetall sammeln müssen, um überhaupt ein Einkommen zu erzielen, dass seine Kinder auch nicht zur Schule hätten gehen können, weil sie keine Dokumente aus Deutschland mitgebracht hätten, D-4429/2012 Seite 3 dass es zudem sowohl in J._______ als auch in K._______ gewalttätige Übergriffe von sogenannten Mujahedins auf seine Kinder gegeben habe, dass er u nd seine Famili e weder in J._______ noch in K._______ leben könnten, dass er medizinische Probleme habe und Medikamente nehmen müsse, dass dasselbe auch für seine Tochter E._______ gelte, dass die Beschwerdef ührerin (Mutter) zusätzlich ausführte, einer ihrer Söhne, welch er jetzt bei ihrem Vater in J._______ lebe, habe von den deutschen Behörden ein Einreiseverbot für den Schengenraum erhalten, dass sie in J._______ , wo sie geboren und aufgewachsen sei, immer Angst um ihre Töchter gehabt habe, dass sie wegen der Probleme in J._______ zeitweise bei ihrer Schwester in einem muslimischen Dorf bei K._______ gewohnt hätten, dass einer ihrer Söhne jedoch nicht nur in J._______, sondern auch in K._______ von Muslimen zusammengeschlagen worden sei, dass ihre Kinder ausserdem nicht in die Schule hätten gehen können, da die deutschen Zeugnisse nicht akzeptiert worden seien, dass die Tochter D._______ insbesondere geltend machte, sie wolle nicht nach Bosnien zurückkehren, weil ihr Bruder dort geschlagen worden sei, dass die Schule sie nicht aufgenommen habe, dass es ihr in Bosnien auch nicht möglich sei, die in Deutschland bego n- nene Ausbildung zur Krankenschwester zu beenden, dass sie und ihre Familie keinen Ort hätten, wo sie wohnen könnten, dass ihr persönlich weder in J._______ noch in K._______, wo sie auch gelebt hätten, etwas passiert sei, dass sie von ihren Eltern jedoch wie in einem Gefängnis überwacht wo r- den sei, D-4429/2012 Seite 4 dass sie nicht einmal allein in einen Laden habe gehen können, dass sie von den Jungs in der Stadt sexuell belästigt worden sei, dass die Tochter E._______ im Wesentlichen ausführte, ihre Familie habe in Bosnien viele Probleme gehabt, dass sie von muslimischen Kindern beleidigt und geschlagen worden sei, dass Muslime auch ihren Bruder angegriffen und verletzt hätten, dass man in Deutschland bei ihr ein sogenanntes "musikalisches Herz" festgestellt habe, und sie ausserdem an Migräne leide, dass den Beschwerdeführenden anlässlich der Anhörungen zu den Asy l- gründen das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Einreiseverbot im Sin- ne von Art. 64 ff . des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) gewährt wurde, dass das BFM mit persönlich ausgehändigter Verfügung vom 23. August 2012 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. f des Asylges etzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anord- nete, dass das BFM insbesondere anführte, aufgrund der Akten stehe fest, dass die Beschwerdeführenden bereits in Deutschland ein Asylgesuch eingereicht hätten, welches abgelehnt worden sei, dass sie zur Begründung ihrer in der Schweiz gestellten Asylgesuche e i- nerseits wirtschaftliche Probleme geltend machen würden, indem sie b e- haupteten, keine Bleibe und keine wir tschaftliche Existenz mehr in Bo s- nien zu haben, dass es sich dabei nicht um Asylgründe gemäss Art. 3 AsylG handle, dass sie a ndererseits erklärten, in J._______ und in einem Dorf bei K._______ Probleme mit der muslimischen Bevölkerung gehabt zu h a- ben, dass sie beschimpft und beleidigt worden seien, D-4429/2012 Seite 5 dass ihr Sohn von Muslimen zweimal in K._______ und in J._______ ge- schlagen worden sei, dass auch diesbezüglich keine Hinweise auf eine asylrelevante Verfo l- gung ersichtlich seien, da den Erkenntnissen des Bundesamts zufolge die heimatlichen Behörden bei Übergriffen durch Dritte grundsätzlich schut z- bereit und schutzfähig seien, dass die Beschwerdeführenden selbst geltend mach ten, die Polizei habe einen Vorfall untersucht und ihr Sohn sei in Spitalpflege gebracht worden, dass der Einwand, die Polizei habe anschliessend nichts gemacht, eine reine Spekulation der Beschwerdeführenden sei, dass sie auch geltend machten, ihre Kinder seien von der lokalen Schule in Bosnien nicht aufgenommen worden, dass dies offensichtlich tatsachenwidrig sei, da in Bosnien eine allgeme i- ne Schulpflicht herrsche, welche auch durchgesetzt werde, dass der Beschwerdeführer, seine Ehefrau und die Töchter ausserdem widersprüchliche Angaben dazu gemacht hätten, dass der Beschwerdeführer behauptet habe, die Kinder seien nicht von der Schule aufgenommen worden, weil sie keine Dokumente aus Deutschland mitgebracht hätten, dass eine der Töchter der Beschwerdeführenden jedoch angegeben h a- be, die bosnische Schule habe die Schuldokumente aus Deutschland nicht akzeptiert, weil sie gefälscht gewesen sein könnten, dass demnach auch diesbezüglich keine Hinweise auf eine asylrelevante Verfolgung ersichtlich seien, dass die Beschwerdeführenden in Deutschland einen ablehnenden Asy l- entscheid erhalten hätten, dass keine Hinweise vorlägen, wonach in der Zwischenzeit Ereignisse eingetreten seien, welche geeignet seien, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes rel e- vant seien, D-4429/2012 Seite 6 dass somit gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. f As ylG auf die Asylgesuche nicht einzutreten sei, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, dass die Beschwerdeführenden mit Faxe ingabe vom 30. August 2012 gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben, dass das Original der Beschwerde am 31 . August 2012 beim Gericht ein- ging, dass die Beschwerde zwar auf dem B riefpapier der (…) verfasst wurde, jedoch die Unterschrift des Beschwerdeführers enthält, dass damit kei n Vertretungsverhältnis gegeben ist, weshalb das vorli e- gende Urteil direkt den Bes chwerdeführenden zugestellt wird, zumal da- von auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer als Vertreter sämtlicher Familienangehörigen fungiert, dass der Beschwerdeführer beantragte, die angefochtene Verfügung sei im Wegweisungspunkt aufzuheben, dass die Vor instanz anzuweisen sei, sein Asylverfahren wieder aufz u- nehmen und eine neue Verfügung zu erlassen, dass festzustellen sei, der Vollzug der Wegweisung sei für ihn und seine Familie unzumutbar, dass das BFM daher anzuweisen sei, ihren weiteren Aufenthalt in der Schweiz mindestens zu bewilligen bis die medizinische Behandlu ng und Genesung von Sohn F._______ abgeschlossen sei, dass ihnen die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und insbesonde- re von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen sei, dass zum Beleg einer beim Sohn F._______ festgestellten Augenverlet- zung verschiedene Unterlagen d er Augenkliniken des (…) und des Un i- versitätsspitals (…) sowie der Universitätsaugenkli nik (…) zu den Akten gereicht wurden, D-4429/2012 Seite 7 dass die vorinstanzlichen Akten am 31. August 2012 beim Bundesverwal- tungsgericht unvollständig eintrafen, dass die fehlenden Akten am 3. September 2012 nachgereicht wurden (Art. 109 Abs. 2 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfüg ungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme in casu nicht vorliegt, weshalb das Bunde s- verwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass es sich um eine sogenannte Laienbeschwerde handelt, an die keine hohen formellen Anforderungen zu stellen sind, dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentschei de, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 – 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), D-4429/2012 Seite 8 dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mat e- riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die S a- che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zwe iten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in e i- nem Staat der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wir t- schaftsraums (EWR) einen ablehnenden Asylentscheid erhalten haben, dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn die Anhörung Hinweise auf zwischenzeitlich eingetretene Ereignisse ergibt, die geei g- net sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die G e- währung vorübergehenden Schutzes re levant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der Akten übereinstimmend mit dem BFM davon ausgeht, seit der Rückkehr der Beschwerdeführe n- den in ihr Heimatland im Dezember 2011 bis zu ihrer Einreise in die Schweiz im Juni 2012 seien keine Ereignisse eingetreten, welche geei g- net wären, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die G e- währung vorübergehenden Schutzes relevant wären, dass in der Beschwerde im Wesentlichen ausgeführt wird, den gesun d- heitlichen Problemen des Kindes sei im angefochtenen Entscheid zu w e- nig Rechnung getragen worden, D-4429/2012 Seite 9 dass die ärztlichen Zeugnisse die Komplexität der medizinischen Betre u- ung beweisen würden, dass der Unfall in der Schweiz passiert sei, dass die behandelnden Ärzte empfoh len hätten, die Behandlung hier bis zum Schluss weiterzuführen, dass sich die Beschwerdeführenden jedoch in keiner Art und Weise mit den ihnen in der angefochtenen Ve rfügung entgegengehaltenen Vorha l- tungen auseinandersetzen, dass der Beschwerde nicht zu en tnehmen ist, weshalb das Bundesve r- waltungsgericht zu einer anderen Einschätzung als das BFM gelangen sollte, dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die als zutreffend zu e r- achtenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist, dass das B FM somit in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG zu Recht auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21), wes- halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Besti m- mungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wu r- de, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungs vollzugshinder- nissen gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und se i- ner Vorgängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu bewe isen, wenn der D-4429/2012 Seite 10 strikte Beweis möglich ist und andernfalls wenigstens glaubhaft zu m a- chen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Handbücher für die An- waltspraxis, Band VIII, 2. Aufl., Basel 2009, S. 568 Rz. 11.148), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegw eisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebl i- che Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass darüber hinaus keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die den Beschwerdeführenden im Heimatland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie i m Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situati o- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lag e in Bosnien und Herzegowina noch indi- viduelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführenden im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, D-4429/2012 Seite 11 dass in Bosnien und Herzegowina im Mai 2003 ein Gesetz erlassen und in Kraft gesetzt wurde, das die Rechte der nationalen Minderheiten und der Angehörigen ethnischer Minderheiten schützt, dass angesichts dessen davon auszugehen ist, der Staat strebe im Be- sonderen auch die Verbesse rung der Lage der Roma an , weshalb die Beschwerdeführerin (Mutter) mit dem Vorbringen, nach dem Krieg hätten ihre Probleme weiterbestanden, weil sie Roma und ihr Ehemann Serbe sei (vgl. Befragungsprotokoll vom 6. Juli 2012, A6 S. 7 Ziff. 7.01), den Wegweisungsvollzug nicht verhindern kann, dass der Beschwerdeführer (Vater) angab, er leide an psychischen Pro b- lemen und habe Lungenbeschwerden, dass er ausserdem Medikamente benötige (vgl. Befragungsprotokoll vom 6. Juli 2012, A5 S. 10 Ziff. 7.02), dass Tochter E._______ eigenen Angaben zufolge an einem sogenan n- ten "musikalischen Herz" leidet, dass ihr Herz ma nchmal ganz schnell schlage, sie Schwindelanfälle b e- komme und auch Migräne habe (vgl. Befragungsprotokoll vom 6. Juli 2012, A8 S. 4 Ziff. 1.17.04, Anhörungsprotokoll vom 21. August 2012, A18 S. 2 F6), dass die Beschwerdeführerin (Mutter) darauf hinwies, ihr Ehemann habe in D eutschland einen Selbstmordv ersuch unternommen (vgl. A6 S. 5 Ziff. 2.04), dass beim Sohn F._______ gemäss den eingereichten Unterlagen eine Bindehautlazeration und eine Lidverletzung mit Abriss des oberen Canali- culus diagnostiziert wurde, dass die Bindehaut und das Oberlid chirurgisch versorgt wurden, dass bei einer medizinischen Notlage der Wegweisungsvollzug nur dann als unzumutbar zu qualifizieren ist, wenn eine notwendige medizinische Versorgung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesun d- heitszustands der betroffenen Person führt, D-4429/2012 Seite 12 dass als wesentlich dabei die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet wird, welche zur Gewährleistung einer mensche n- würdigen Existenz absolut notwendig ist, dass Unzumutbarkeit jedenfalls dann noch nicht vorliegt, wenn im He i- mat- oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard en t- sprechende medizinische Behandlung möglich ist (EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und b), dass gemäss Kenntnis des Bundesverwaltungsgerichts die medizinische Versorgung in Bosnien und Herzegowina durch medizinische Zentren und Apotheken erfolgt, dass im L._______ von J._______, wo die Beschwerdeführenden seit i h- rer Rückkehr aus Deutschland bis zur Einreis e in die Schweiz erneut leb- ten (vgl. A5 S. 6 Ziff. 2.04), alle wichtigen Behandlungen vorgenommen werden können, dass dort auch alle wichtigen Medikamente verfügbar sind, dass nach d em Gesagten die in casu geltend gemachten gesundheitl i- chen Beschwerden auch im Heimatland behandelt werden können, dass allfällige Nachkontrollen des verletzten Auges in der Heimat ebenso möglich sind, weshalb der Antrag, es sei der weitere Aufenthalt in der Schweiz mindestens bis zum Abschluss der medizinischen Behandlu ng und Genesung von Sohn F._______ zu bewilligen, abgewiesen wird, dass einer allfälligen Suizidalität des Beschwerdeführers bei der Rückfüh- rung mit geeigneten medikamentösen oder auch psychotherapeutischen Massnahmen entgegenzuwirken wäre, dass der Beschwerdefüh rer (Vater) über einen Mittelschulabschluss und ein Diplom als gelernter Maschinenm echaniker verfügt (vgl. A5 S. 4 Ziff. 1.17.04), dass die Beschwerdeführerin (Mutter) die Grundschule bis zum A b- schluss besuchte (vgl. A6 S. 4 Ziff. 1.17.04), dass der Vater und zwei Schwestern der Beschwerdeführerin im Heima t- land leben (vgl. A6 S. 5 Ziff. 3.01), weshalb sie und ihre Familie dort ein D-4429/2012 Seite 13 soziales Beziehungsnetz haben , welches ihnen bei der Wiedereinglied e- rung behilflich sein kann, dass angesichts aller Umstände ni cht zu erwarten ist, die Beschwerd e- führenden gerieten bei einer Rückkehr nach Bosnien und Herzegowina in eine existenzbedrohende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung – in Übereinstimmung mit dem BFM – auch als zumutbar zu bezeichnen ist, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden in den Hei- matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirke n (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), dass nach dem Gesagten der vo m Bundesamt verfügte Wegweisungs- vollzug insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG), dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt ode r unan- gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass sich die Beschwerde aufgrund vorstehender Erwägungen als au s- sichtslos erweist, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltl i- chen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG unbe sehen der geltend gemachten Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden abzuweisen ist, dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-4429/2012 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand: