B. Gerichtsentscheide 2275 52 1. Verwaltungsgericht 2275 Bestandesgarantie innerhalb der Bauzonen . Der freiwillige Abbruch und Wiederaufbau einer bestehenden Baute, welche de r Nut - zungsordnung oder den Bauvorschriften nicht entspri cht, bedarf auch dann erneut einer Baubewilligung, wenn der Wiederau fbau im ursprünglichen Umfang erfolgt (Art. 94 Abs. 3 und 4 des kantonalen Baugesetzes). Aus den Erwägungen: 2. Bei den Vorinstanzen drehte sich der Streit vornehm lich darum, ob die spätestens 1977 mit Holzschwellen gegen das benachbarte Grundstück abgestützte und mit Gartenplatten befest igte Terrainauf - schüttung als Abstellfläche formell rechtmässig in einem Melde - verfahren errichtet wurde und dadurch allenfalls de n Schutz durch die Bestandesgarantie geniessen könnte. Dem Gericht drä ngt sich aufgrund des Augenscheines vorab die bei den Vorins tanzen unbe - achtet gebliebene Frage auf, ob die im Jahr 2005 fr eiwillig abge - brochene Stützvorrichtung aus Holzschwellen, welche auch eine Entfernung der darauf abgestützten Hinterfüllung, d er Gartenplatten und damit der Abstellfläche bedingte, nicht schon a llein durch dieses Vorgehen (Abbruch Holzschwellen, Wiederaufbau bzw. Ersatz durch Betonelementwand) den Schutz durch die Bestandesgar antie verloren haben könnte. 2.1 Der Ersatz der Holzschwellen durch die Betonelement wand erfolgte auch nach Darstellung des Beschwerdeführer s im Jahr 2005. Das am 1. Januar 2004 in Kraft getretene kantonale BauG bestimmt in Art. 94 unter dem Titel “Bestandesgarantie innerhalb der Bau - zonen”, dass der Weiterbestand, der Unterhalt und die zei tgemässe Erneuerung bestehender Bauten, die der Nutzungszone oder den Bauvorschriften nicht entsprechen, gewährleistet bl eibt. Nach Abs. 3 52B. Gerichtsentscheide 2275 53 dieser Bestimmung ist der Wiederaufbau im früheren Umfang von Bauten gemäss Abs. 1 nun sowohl bei einer Zerstörun g durch höhere Gewalt als auch bei einem freiwilligen Abbruch gest attet, wenn der Wiederaufbau innert fünf Jahren erfolgt und dadurch nicht wesentliche öffentliche Interessen verletzt werden. Vorkehren n ach Massgabe dieser Bestimmung bedürfen nun jedoch "in jedem Fal l" einer Bau - bewilligung (Art. 94 Abs. 5 BauG). Nachdem die Stüt zvorrichtung aus Holzschwellen im Jahr 2005 freiwillig abgebrochen w urde, konnte deren Wiederaufbau bzw. deren Ersatz durch eine Bet onelementwand auch im Rahmen der Bestandesgarantie (beispielsweis e innerhalb des heute geltenden Grenzabstandes) nicht mehr rech tmässig erfolgen, ohne dass vorgängig ein Baugesuch eingere icht und dieses gestützt auf e ine Interessenabwägung bewilligt worden wäre. Da de r Beschwerdeführer unbestritten weder für die neu auf der Grenze errichtete Betonelementwand noch für deren Hinterfü llung und den darauf erneut mit Gartenplatten errichteten Abstell platz eine Baube - willigung eingeholt hat, steht bereits fest, dass beide zu rzeit formell rechtswidrig bestehen und zwingend nur in einem nac hträglichen Baubewilligungsverfahren legalisiert werden könnten . Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob die abgebrochenen H olzschwellen und der darauf abgestützte frühere Abstellplatz alt rechtlich in einem Meldeverfahren genehmigt werden konnten und auch en tsprechend genehmigt wurden, wie dies der Beschwerdeführer beh auptet und die Vorinstanz sowie die Beschwerdegegner bestreiten la ssen. Denn selbst gegebenenfalls könnte dies nichts mehr daran ändern, dass die im Jahr 2005 freiwillig abgebrochenen und teils mod ifiziert wieder aufgebauten Anlageteile nun zumindest formell recht swidrig bestehen und ohne nachträgliches Baubewilligungsverfahren de m Schutz der Bestandesgarantie entzogen bleiben. Wird das nach A rt. 94 Abs. 5 BauG zwingend erforderliche Baubewilligungsverfahre n nun nicht spätestens vor Ablauf von fünf Jahren nachgeholt, w ürden diese Anlageteile den Schutz durch die Bestandesgarantie von Gesetzes wegen verlieren (Art. 94 Abs. 4 BauG). Weil auch di e Bestandes - garantie nach Art. 26 Abs. 1 BV an bestehenden, mit geltendem Recht in Widerspruch stehenden Bauten nebst der bis herigen Nutzung lediglich werterhaltende Unterhaltsarbeiten (Urte il BGer 1P.418/2002 E. 3.1.1), nicht aber Eingriffe in die Substanz und Grund- struktur einer Baute erlaubt, ergibt sich, dass dur ch den freiwilligen Abbruch der Stützvorrichtung aus Holzschwellen die allenfalls im 53B. Gerichtsentscheide 2276 54 Bestand geschützte Substanz und Grundstruktur entfe rnt wurde, so dass die ersatzweise errichtete Betonelementmauer m it Hinterfüllung und der darauf abgestützte Abstellplatz nun auch de n Schutz durch die bundesrechtliche Bestandesgarantie verloren hab en (vgl. Baltha- sar Heer, St. Gallisches Bau - und Planungsrecht, Bern 2003, N 744). Daher kann der Beschwerdeführer auch aus BGE 113 Ia 119 nichts mehr gegen die ihm nun spätestens 2005 durch das ka ntonale Recht auferlegte Baubewilligungspflicht ableiten (Art. 94 Abs. 5 BauG). Da der bislang auf Holzschwellen abgestützte Abstellpl atz im Jahr 2005 abgebrochen und gestützt auf eine Betonelementmauer neu errichtet wurde, steht dem nachträglichen Baubewilligungsverf ahren auch die auf maximal 30 Jahre begrenzte Frist für eine Wiede rherstellung des rechtsmässigen Zustandes nicht entgegen. VGer, 30.04.2008 2276 Verfahren. Wurde die Baubewilligungspflicht einer ohne Bewil ligung erstellten Anlage in einem rechtskräftigen Rekursen tscheid bejaht und die Sache deshalb zur Neubeurteilung an den Gemeind erat zurück - gewiesen, so stellt in der Folge die gemeinderätlic he Aufforderung an den Grundeigentümer, für das Vorhaben sei nun das e rforderliche Baugesuch einzureichen, keine erneut selbständig an fechtbare Verfügung dar. Aus den Erwägungen: 3. Als Verfügung gelten – a uch wenn das kantonale Recht dafür keine Legaldefinition kennt – Anordnungen der Behörden im Einzelfall, mit denen gestützt auf öffentliches Rec ht in einseitiger, verbindlicher und vollstreckbarer Weise ein Rechtsv erhältnis geregelt wird. Form und Inhalt einer Verfügung richten sich nach Art. 16 Abs. 1 und Art. 18 VRPG. Ob eine behördliche Handlung eine Verfügung darstellt, hängt nach Lehre und Rechtsprechung wede r von der Bezeichnung noch von der äusseren Form ab, sondern einzig davon, ob die vorgenannten Strukturelemente kumulativ erfü llt sind (vgl. Pierre Tschannen/Ulrich Zimmerli , Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. A., Bern 2005, N 1 und 16 ff. zu § 28; Markus Müller in: Kommentar 54