B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6217/2014 U r t e i l v o m 5. N o v e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima; Gerichtsschreiberin Sarah Straub. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Familienzusammenführung (zugunsten von B._______); Verfügung des BFM vom 21. Oktober 2014 / N (…). E-6217/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Das BFM hiess das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 22. Septem- ber 2009 mit Verfügung vom 7. Juli 2014 gut. B. B.a Am 24. Juli 2014 stellte der Beschwerdeführer für seine Ehefrau C._______ und die drei gemeinsamen Kinder B._______, D._______ und E._______ ein Gesuch um Familienzusammenführung. B.b Das BFM erteilte der Ehefrau des Beschwerdeführers und den be i- den minderjährigen Söhnen D._______ und E._______ am 21. Oktober 2014 eine Einreisebewilligung. B.c Mit Verfügung vom 21. Oktober 2014 – eröffnet am 22. Oktober 2014 – verweigerte das Bundesamt der Tochter B._______ die Einreise und lehnte das Gesuch um Familienzusammenführung ab. C. In der Beschwerde vom 24. Oktober 2014 beantragt der Beschwerdefüh- rer sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Übe r- prüfung des Entscheides. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet bet reffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie hungsweise Änd e-E-6217/2014 Seite 3 rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die- se ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG); auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde verzichtet (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 4. Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und de- ren minderjährige Kinder als Flüchtlinge anerkannt und er halten Asyl, so- fern keine beson deren Umstände dagegen sprechen. Beson dere U m- stände sind beispielsweise anzunehmen, wenn das Familienmitglied Bür- ger eines anderen Staates als der Flüchtling und die Familie in diesem Staat nicht gefährdet ist, wenn der F lüchtling seinen Status derivativ e r- worben hat, oder wenn das Familienleben während längerer Zeit nicht ge- lebt wurde und erkennbar ist, dass die Familienmitglieder nicht den Willen haben, als Familie zusammenzuleben. In jedem Fall bedingt die Zuerken- nung der Flüchtlingseigen schaft, dass die anspruchsberechtig te Person ihren Heimat- oder Herkunftsstaat verlas sen hat; im Hinblick hierauf h a- ben Personen, welche nach Art. 51 Abs. 1 AsylG als Flücht linge anzuer- kennen sind, aus Art. 51 Abs. 4 AsylG einen Anspruch auf Erteilung einer Einreisebewilligung, sofern sie sich im Ausland aufhalten und durch die Flucht vom anerkannten Flüchtling getrennt wurden (vgl. dazu Entsche i- dungen und Mitteilungen der Schweizeri schen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 7 E. 5.4. und 6.1.). E-6217/2014 Seite 4 5. 5.1 Das BFM führte zur Begründung des angefochtenen Entscheides aus, die Tochter des Beschwerdeführers habe zum Zeitpunkt der G e- suchseinreichung bereits die Volljährigkeit erreicht und falle deshalb nicht unter Art. 51 Abs. 1 AsylG. Demzufolge sei das Erfordernis der Minderjäh- rigkeit des Kindes nicht erfüllt; das Gesuch um Familienzusammenfü h- rung sei abzuweisen. 5.2 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, er habe erst fast fünf Jahre nach Einreichung seines Asylgesuches den positiven Asylentscheid erhalten und danach sofort das Gesuch um Familienz u- sammenführung mit allen erforderlichen Unterlagen eingereicht. Seine ä l- teste Tochter sei (…) vor dem Asylentscheid 18 Jahre alt geworden. Es sei für ihn sehr schwierig gewesen, so l ange auf den Asylentscheid wa r- ten zu müssen. Er arbeite seit (…), um sein Leben selb er zu finanzieren. Jetzt sei es noch einmal schwierig, da er das Gesuch um Familiennac h- zug rechtzeitig hätte einreichen können, wenn sein Asylentscheid nur we- nig früher gef ällt worden wäre. Seine Tochter könne nicht alleine in Sri Lanka zurückbleiben. Sie studiere und habe, wenn die Mutter ausreise, niemanden mehr, der sie beschütze. Eine Frau könne sich in Sri Lanka nicht alleine bewegen, sie sei häufigen Kontrollen und sexuellen Übergrif- fen ausgesetzt. Er habe seine Familie seit sechs Jahren nicht mehr g e- sehen, habe Schlimmes erlebt in seinem Heimatland und mache sich grosse Sorgen. Er liebe die Schweiz und möchte nichts mehr, als dass seine Frau und Kinder hier in Sicherhe it leben, lernen und arbeiten kön n- ten. Er halte es fast nicht mehr aus, alleine hier zu sein und zu wissen, wie schwierig es dort für seine Familie sei. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass seine Tochter zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung bereits volljährig war. Damit ist eine der gesetzli- chen Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 1 AsylG nicht erfüllt. Die Famil i- enzusammenführung in der Schweiz ist daher nicht möglich , selbst unter Berücksichtigung, dass dieser Ausgang des Verfahrens die Familie, wie in der Beschwerde dargelegt, in eine schwierige Situation bringt. 6. Aus dem vorstehend Ausgeführten ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beansta n- den ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. E-6217/2014 Seite 5 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-6217/2014 Seite 6 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Sarah Straub