Lausanne, 9. März 2022
Medienmitteilung des Bundesgerichts
Urteil vom 9. März 2022 (8C_256/2021)
Bestimmung des Invaliditätsgrades anhand der LSE-Tabellenlöhne – Änderung der Rechtsprechung nicht angezeigt
Das  Bundesgericht  hält  eine  Änderung  seiner  bisherigen  Rechtsprechung  zur
Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand der Tabellenlöhne der LSE nicht für angezeigt. Es liegen keine ernsthaften sachlichen Gründe für eine Änderung der Praxis
vor. Für die korrekte Festlegung des Invaliditätsgrades sind die bisher angewandten
Korrekturinstrumente von zentraler Bedeutung. Eine Änderung der Rechtsprechung
zum heutigen Zeitpunkt wäre mit Blick auf die per 1. Januar 2022 in Kraft getretenen
Anpassungen  des  Bundesgesetzes  und  der  Verordnung  über  die  Invalidenversicherung ohnehin nicht opportun.
Der Invaliditätsgrad einer Person wird in der Regel durch einen Einkommensvergleich
ermittelt: Das Einkommen, das die behinderte Person nach Eintritt der Invalidität durch
eine  ihr  zumutbare  Tätigkeit  tatsächlich  erzielt  oder  erzielen  könnte  (Invalideneinkommen) wird dem Einkommen gegenübergestellt, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Anhand der so ermittelten Einkommenseinbusse bestimmt sich der Invaliditätsgrad. Soweit konkrete Zahlen vorliegen –
die betroffene Person vor oder nach Eintritt der Invalidität also eine Erwerbstätigkeit
ausübt – wird grundsätzlich auf diese Werte abgestellt. Übt die invalide Person dagegen
keine  oder  keine  ihr  zumutbare  Tätigkeit  aus,  können  gemäss  bisheriger  Rechtsprechung  die  Tabellenlöhne  der  LSE  (zweijährliche  Lohnstrukturerhebung  des
Bundesamtes für Statistik) herangezogen werden. Dabei ist in der Regel vom Medianwert  der standardisierten Bruttolöhne auszugehen (Medianwert  = zentraler Wert,  die
Hälfte verdient weniger, die andere Hälfte mehr). Bei der Anwendung der Tabellenlöhne
zur  Bestimmung  des  Invalideneinkommens  wird  von  Gesetzes  wegen  ein  "ausgeglichener Arbeitsmarkt" (Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften) zu Grunde gelegt und nicht die konkrete Arbeitsmarktlage. Unter Berücksichtigung  des  Einzelfalls  kann  sodann  vom  ermittelten  Tabellenlohn  ein  leidensbedingter
Abzug ("Leidensabzug") bis maximal 25 % vorgenommen werden. Eine weitere Korrektur ist möglich, wenn die betroffene Person aus invaliditätsfremden Gründen bereits
vor  Eintritt  der  Invalidität  unfreiwillig  ein  deutlich  unterdurchschnittliches  Einkommen
bezogen hat ("Parallelisierung"). 
Im konkreten Fall führt eine Person Beschwerde gegen die gemäss dieser Praxis unter
dem bis 31. Dezember 2021 geltenden IV-Recht erfolgte Festsetzung ihres Invaliditätsgrades. Sie bringt vor, dass die Rechtsprechung in diesem Bereich diskriminierend sei.
Gemäss  neuesten  wissenschaftlichen  Untersuchungen1 würden  behinderte  Personen
mit  der  Anwendung  des  Medianwerts  der  LSE  systematisch  schlechter  gestellt.  Die
Tabellenlöhne  würden  weitgehend  die  Löhne  von  Gesunden  widerspiegeln.  Um  den
behinderungsbedingten  Folgen  beim  möglichen  Invalideneinkommen  angemessen
Rechnung zu tragen, würden die Experten unter anderem vorschlagen, vom untersten
Quartil der Tabellenlöhne auszugehen (unterstes Quartil = Viertelwert, ein Viertel verdient  weniger,  drei  Viertel  verdienen  mehr)  anstatt  vom  Medianwert.  Weiter  seien
Tabellen  aufgrund  geeigneter  Tätigkeiten  zu  erarbeiten  und  per  sofort  klare  und
realistische Abzüge vom Tabellenlohn festzulegen. 
Das Bundesgericht weist die Beschwerde an seiner öffentlichen Beratung vom Mittwoch
ab. Die vorgebrachten Gründe rechtfertigen keine Änderung der Rechtsprechung. Die
Ermittlung des Invaliditätsgrades ist in den Grundzügen gesetzlich geregelt. Mit dem
Konzept des ausgeglichenen Arbeitsmarktes (gemäss Artikel 16 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) geht der Gesetzgeber
grundsätzlich davon aus, dass auch gesundheitlich eingeschränkten Personen ein ihren
Fähigkeiten entsprechender Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Von diesem gesetzlichen
Konzept  darf  nicht  abgewichen  werden,  indem  stattdessen  konkret  existierende  Erwerbsmöglichkeiten oder konkrete Arbeitsmarktverhältnisse beigezogen werden. Nicht
näher gesetzlich geregelt war bis anhin die Ermittlung des Validen- und des Invalideneinkommens. Primär wird dabei gemäss bisheriger Rechtsprechung auf die konkreten
Verhältnisse abgestellt, also auf den tatsächlich erzielten Lohn vor oder nach Eintritt der
Invalidität. Nur wenn dies nicht möglich ist, wird auf die Lohnstatistik zurückgegriffen, in
der  Regel auf  die LSE-Tabellenlöhne. Die Verwendung der  LSE zur Bemessung der
Invalidität  ist  somit  "ultima ratio".  Die LSE beruht  auf  einer  alle zwei Jahre bei den
Unternehmen  in  der  Schweiz  durchgeführten  Befragung.  Sie  stützt  sich  damit  auf
umfassende und konkrete Daten aus dem effektiven Arbeitsmarkt. Der Medianlohn der
standardisierten Bruttolöhne der LSE, von dem gemäss bisheriger bundesgerichtlicher
Praxis auszugehen ist, eignet sich dabei grundsätzlich als Ausgangswert zur Ermittlung
des  Invalideneinkommens.  Um  der  Tatsache  Rechnung  zu  tragen,  dass  eine  beeinträchtigte  Person  ihre  verbliebene  Arbeitsfähigkeit  auch  auf  einem  ausgeglichenen
Arbeitsmarkt  unter  Umständen  nur  mit  unterdurchschnittlichem  erwerblichen  Erfolg
verwerten kann, gewährt die bisherige Rechtsprechung die Möglichkeit des Leidensabzugs  vom  Tabellenlohn  von  bis  zu  25  %.  Diesem  Abzug  kommt  als  Korrekturinstrument  bei  der  Festsetzung  eines  möglichst  konkreten  Invalideneinkommens  überragende Bedeutung zu. Mit Blick auf die Möglichkeit des Leidensabzugs hat  es das
Bundesgericht bisher denn auch ausdrücklich abgelehnt, auf das unterste Quartil des
Tabellenwerts abzustellen. Ein weiteres Korrekturinstrument bildet die Parallelisierung.
Damit  wird  ebenfalls  der  Zweck  verfolgt,  beim  Einkommensvergleich  dem  Einzelfall
Rechnung zu tragen.  Inwiefern die Ermittlung des Invalideneinkommens anhand des
Medianwerts  der  LSE,  allenfalls  korrigiert  mittels  der  erwähnten  Instrumente,  diskriminierend sein soll, ist nicht ersichtlich.
Aus dem Umstand, dass die Voraussetzungen für eine Praxisänderung heute nicht erfüllt
sind, kann nicht abgeleitet werden, dass sich die Rechtsprechung – insbesondere unter
dem per 1. Januar 2022 revidierten Bundesgesetz und der Verordnung über die Invalidenversicherung – nicht weiterentwickeln kann. Eine Änderung der Rechtsprechung zum
heutigen Zeitpunkt wäre aber auch mit Blick auf die nunmehr in Kraft getretene Revision
nicht opportun. Diese betrifft die Verwendung der Tabellenlöhne für den Einkommensvergleich und die Korrekturinstrumente. Dazu hat sich das Bundesgericht im vorliegenden Fall nicht zu äussern.
1 u.a  statistisches  Gutachten  "Nutzung  Tabellenmedianlöhne  LSE  zur  Bestimmung  der  Vergleichslöhne  bei  der  IV-Rentenbemessung"  des  Büros  für  arbeits-  und  sozialpolitische  Studien
(BASS  AG); Rechtsgutachten  "Grundprobleme  der  Invaliditätsbemessung  in  der  Invalidenversicherung" und die Schlussfolgerungen daraus, von Prof. Dr. iur. Gächter, Dr. iur. Egli, Dr. iur.
Meier und Dr. iur. Filippo; ergänzende Eingabe "Der Weg zu einem invaliditätskonformeren  Tabellenlohn" von Prof. em. Riemer Kafka und Dr. phil. Schwegler Lausanne, le 9 mars 2022
Communiqué de presse du Tribunal fédéral
Arrêt du 9 mars 2022 (8C_256/2021)
Fixation du taux d'invalidité sur la base des salaires statistiques 
résultant de l'ESS – Une modification de la jurisprudence n'est 
pas indiquée
Le Tribunal fédéral ne juge pas opportun de modifier sa jurisprudence en vigueur
jusqu'à présent  relative à la détermination du degré d'invalidité sur la base des
salaires statistiques résultant de l'ESS. Il n'existe pas de raisons factuelles sérieuses
pour  modifier  la  pratique.  Les  instruments  de  correction  appliqués  jusqu'à
aujourd'hui sont d'une importance capitale pour la détermination correcte du degré
d'invalidité. Compte tenu de la modification de la loi fédérale et de l'ordonnance sur
l'assurance-invalidité,  entrée  en  vigueur  le  1er janvier  2022,  un  changement  de
pratique ne serait de toute façon pas opportun à l'heure actuelle.
Le  degré  d'invalidité d'une  personne est  généralement  déterminé en  comparant  ses
revenus :  le revenu que la personne  devenue invalide gagne ou pourrait  gagner  en
exerçant  l'activité  qui  peut  raisonnablement  être  exigée  d'elle  malgré  son  invalidité
(revenu d'invalide) est comparé avec celui qu'elle aurait pu obtenir si elle n'était pas
invalide (revenu sans invalidité). Le degré d'invalidité est déterminé sur la base de la
perte de revenu ainsi calculée. Si des chiffres concrets sont disponibles – c'est-à-dire si
la personne concernée exerce une activité professionnelle avant ou après le début de
l'invalidité – ces chiffres sont généralement utilisés comme base. Si, en revanche, la
personne  invalide  n'exerce  pas  d'activité  ou  n'exerce  aucune  activité  que  l'on  peut
raisonnablement attendre d'elle, on peut, selon la jurisprudence appliquée jusqu'à présent, se référer aux salaires statistiques de l'ESS (Enquête bisannuelle sur la structure
des salaires de l'Office fédéral de la statistique). Il faut généralement prendre la valeur
médiane des salaires bruts standardisés (valeur médiane = valeur centrale, la moitié
gagne moins, l'autre moitié gagne plus). Lors de l'application des salaires statistiques
pour déterminer le revenu d'invalide, on se fonde sur un «  marché du travail équilibré  »
(équilibre entre l'offre et la demande) et non sur la situation concrète du marché du
travail.  A  l'aune  des  circonstances  personnelles,  une  déduction  («  abattement  pour
facteurs personnels et professionnels  ») peut alors être effectuée sur le salaire statistique,  jusqu'à  un  maximum  de  25  %.  Un  correctif  supplémentaire  est  possible  si  la
personne concernée percevait déjà un revenu nettement inférieur à la moyenne pour
des raisons étrangères à son invalidité avant que celle-ci ne survienne («  parallélisation
des revenus »).
Dans le cas d'espèce, une personne recourt contre la fixation de son degré d'invalidité
selon cette pratique appliquée sous le droit de l'assurance-invalidité en vigueur jusqu'au
31  décembre  2021.  Elle  fait  valoir  que  la  jurisprudence  dans  ce  domaine  serait
discriminatoire. Selon les dernières recherches scientifiques1, les personnes invalides
seraient  systématiquement  moins  bien  loties  avec  la  prise  en  compte  de  la  valeur
médiane  de  l'ESS.  Les  salaires  statistiques  refléteraient  largement  les  salaires  des
personnes  en  bonne  santé.  Afin  de  prendre  en  compte  de  manière  adéquate  les
conséquences  de  l'invalidité  lors  de  la  fixation  du  revenu  d'invalide,  les  experts
suggéreraient, entre autres, de se référer au quartile inférieur des salaires statistiques
(quartile inférieur = valeur du quart, un quart gagne moins, trois quarts gagnent plus)
plutôt qu'à la valeur médiane. En outre, il conviendrait d'établir les salaires sur la base
d'activités appropriées et d'établir immédiatement des déductions claires et réalistes sur
le salaire statistique.
Lors  de  sa  séance  publique  de  mercredi,  le  Tribunal  fédéral  rejette  le  recours.  Les
arguments invoqués ne justifient pas un changement de jurisprudence. La détermination
du degré d'invalidité est essentiellement régie par la loi. Avec la notion de marché du
travail équilibré (selon l'article 16 de la loi fédérale sur la partie générale du droit des
assurances  sociales,  LPGA),  le  législateur  part  du  principe  que  des  emplois
correspondant  aux  capacités  des  personnes  atteintes  dans  leur  santé  leur  sont
accessibles.  On  ne  peut  s'écarter  de  ce  concept  juridique  en  se  référant  à  des
possibilités d'emploi concrètes ou des conditions concrètes du marché du travail. La
détermination  des  revenus  avec  et  sans  invalidité  n'était  jusqu'à  présent  pas  réglementée en détail par la loi. Selon la jurisprudence appliquée jusqu'à présent, il s'agit
avant tout de tenir compte des circonstances concrètes, c'est-à-dire du salaire effectivement gagné avant ou après le début de l'invalidité. Ce n'est que lorsque cela n'est pas
possible que les statistiques salariales sont utilisées, généralement les salaires issus de
l'ESS. Le recours à l'ESS pour déterminer le degré d'invalidité est donc l'«  ultima ratio ».
L'ESS se base sur une enquête menée tous les deux ans auprès des entreprises en
Suisse. Elle se fonde donc sur des données complètes et concrètes issues du marché
du travail réel. La valeur médiane des salaires bruts standardisés de l'ESS, qui doit être
prise comme base selon la jurisprudence du Tribunal fédéral appliquée jusqu'à présent,
convient en principe comme valeur de départ pour la détermination du revenu d'invalide.
Afin de tenir compte du fait qu'une personne handicapée ne peut mettre en valeur sa
capacité  de  travail  restante,  même  sur  un  marché  du  travail  équilibré,  qu'avec  la
perspective d'un salaire inférieur à la moyenne, la jurisprudence prévoit la possibilité
d'une déduction allant jusqu'à 25  % du salaire statistique. Cette déduction (« abattement
pour facteurs personnels et professionnels ») constitue un correctif capital pour déterminer le revenu d'invalide de la manière la plus concrète possible. Compte tenu de la
possibilité d'effectuer un abattement, le Tribunal fédéral a jusqu'à présent expressément
refusé  de  prendre  comme  base  le  quartile  inférieur  du  salaire  statistique.  Un  autre
correctif est la parallélisation. Cela permet également de tenir compte du cas particulier
lors de la comparaison des revenus. On ne voit pas dans quelle mesure la détermination
du revenu d'invalide sur la base de la valeur médiane de l'ESS, corrigée le cas échéant
par les deux instruments précités, serait discriminatoire.
Le fait que les conditions d'un changement de jurisprudence ne sont pas réunies à ce
jour ne signifie pas que la jurisprudence – en particulier à l'aune de la révision de la loi
fédérale et de l'ordonnance sur l'assurance-invalidité – ne pourra pas évoluer à l'avenir.
Une modification de la jurisprudence à l'heure actuelle ne serait toutefois pas opportune,
même  ensuite  de  l'entrée  en  vigueur  de  la  révision  en  question,  laquelle  concerne
l'utilisation  des  salaires  statistiques  pour  la  comparaison  des  revenus  ainsi  que  les
instruments de correction. Le Tribunal fédéral n'a pas à se prononcer sur ce point dans
le cas d'espèce.
1 Entre autres, l'expertise statistique  « Nutzung Tabellenmedianlöhne  LSE zur Bestimmung  der
Vergleichslöhne  bei der IV-Rentenbemessung  » de l'Office d'études du travail et de la politique
sociale (BASS SA) ; l'avis juridique « Grundprobleme  der Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung» et les conclusions qui en ont été tirées par le Prof. Dr. iur. Gächter, le Dr. iur. Egli,
le Dr. iur. Meier et le Dr. iur. Filippo; remarques complémentaires « Der Weg zu einem invaliditätskonformeren  Tabellenlohn » du Prof. em. Riemer Kafka et du Dr. phil. Schwegler Losanna, 9 marzo 2022
Comunicato stampa del Tribunale federale
Sentenza del 9 marzo 2022 (8C_256/2021)
Determinazione del grado d'invalidità sulla base dei salari delle 
tabelle RSS – cambiamento di giurisprudenza non opportuno
Il  Tribunale  federale  non  ritiene  opportuno  un  cambiamento  della  sua
giurisprudenza in vigore finora relativa al computo del grado d'invalidità sulla base
dei salari determinati con le tabelle RSS. Non vi sono serie ragioni oggettive per una
modifica della prassi. Gli strumenti di correzione applicati finora sono di importanza
fondamentale per la corretta determinazione del grado d'invalidità. Un cambiamento
di  prassi  in questo  momento,  con  riferimento  alle  modifiche  entrate in vigore il
1° gennaio  2022  della  legge  federale  e  dell'ordinanza  sull'assicurazione  per
l'invalidità, non sarebbe comunque opportuno.
Il grado d'invalidità di una persona è di regola determinato mediante un confronto dei
redditi:  il  reddito  che  la  persona  invalida  effettivamente  guadagna  o  potrebbe
guadagnare  dopo  l'insorgere  dell'invalidità  con  un'attività  ragionevole  (reddito  da
invalido) viene confrontato con il reddito che tale persona avrebbe potuto conseguire se
non fosse divenuta invalida (reddito da valido). Il grado di invalidità è determinato sulla
base  della  perdita  di  guadagno  calcolata  in  questo  modo.  Se  sono  disponibili  cifre
concrete  –  ovvero  se  la  persona  interessata  esercitava  un'attività  lucrativa  prima  o
l'esercita  dopo  l'insorgere  dell'invalidità  –  queste  cifre  sono  generalmente  utilizzate
come base. Se invece la persona invalida non lavora o non ci si può ragionevolmente
attendere che lavori, si può ricorrere, conformemente alla giurisprudenza vigente, alle
tabelle dei salari previsti dalla RSS (Rilevazione della struttura dei salari edita dall'Ufficio
federale di statistica, che ha luogo ogni due anni). Il valore mediano dei salari lordi
standardizzati è di regola da prendere come base (valore mediano = valore centrale, la
metà guadagna meno, l'altra metà guadagna di più). Quando si applicano le tabelle dei
salari per determinare il reddito da invalido, per legge si prende come base un "mercato
del  lavoro  equilibrato"  (equilibrio  tra  domanda  e  offerta  di  forze  lavoro)  e  non  la
situazione concreta del mercato del lavoro. Tenendo conto del caso individuale, una
deduzione sociale ("deduzione per circostanze personali e professionali") può essere
operata dal reddito derivante dalle tabelle fino a un massimo del 25  %. Un'ulteriore
correzione è possibile se la persona interessata, prima che si verificasse l'invalidità,
percepiva già involontariamente un reddito significativamente inferiore alla media per
motivi non legati all'invalidità ("parallelismo").
Nel caso in rassegna, una persona censura la determinazione del suo grado d'invalidità
stabilito secondo questa prassi in applicazione del diritto AI in vigore fino al 31 dicembre
2021. Essa sostiene che la giurisprudenza in questo ambito è discriminatoria. Secondo
gli studi scientifici1 più recenti, le persone disabili si troverebbero sistematicamente in
una situazione peggiore con l'applicazione del valore mediano dei salari RSS. I salari
della tabella rifletterebbero in gran parte i salari delle persone sane. Per tener conto
adeguatamente  delle  conseguenze  della  disabilità  in  termini  di  reddito  da  invalido
ipotetico, gli esperti suggeriscono, tra l'altro, di utilizzare il quartile più basso dei salari
della tabella (quartile più basso = valore del quarto, un quarto guadagna meno, tre
quarti  guadagnano  di  più)  invece  del  valore  mediano.  Inoltre,  le  tabelle  dovrebbero
essere redatte sulla base di attività adeguate e le deduzioni chiare e realistiche dal
salario della tabella dovrebbero essere stabilite immediatamente.
Nella sua deliberazione pubblica di mercoledì, il Tribunale federale respinge il ricorso. Le
ragioni addotte non giustificano un cambiamento di giurisprudenza. La determinazione
del grado d'invalidità è in linea di principio disciplinata dalla legge. Con il concetto di un
mercato del lavoro equilibrato (secondo l'articolo 16 della legge federale sulla parte
generale  del  diritto  delle  assicurazioni  sociali,  LPGA),  il  legislatore  presuppone
fondamentalmente che un lavoro corrispondente alle loro capacità sia disponibile anche
per  le  persone  con  problemi  di  salute.  Questo  concetto  giuridico  non  può  essere
derogato utilizzando invece opportunità di lavoro concretamente esistenti o condizioni
concrete del mercato del lavoro. Il computo del valore del reddito da valido e da invalido
non  era  stato  fino  ad  ora  disciplinato  in  dettaglio  dalla  legge.  Principalmente,  in
conformità della giurisprudenza finora in vigore,  vengono prese in considerazione le
circostanze  concrete,  ovvero  il  salario  effettivamente  ottenuto  prima  o  dopo  l'inizio
dell'invalidità. Solo se questo non è possibile si usano i dati statistici salariali, di solito
quelli risultanti dalle tabelle RSS. L'uso delle RSS per determinare l'invalidità è quindi
"ultima ratio". Le RSS si basano su un sondaggio condotto ogni due anni tra le aziende
in Svizzera. Si fonda quindi su dati completi e concreti del mercato del lavoro reale. Il
salario mediano dei salari lordi standardizzati della RSS, che deve essere preso come
base secondo la prassi finora in vigore del Tribunale federale, è in linea di principio
adatto come valore di partenza per determinare il reddito da invalido. Per tener conto
del fatto che una persona invalida può essere in grado di utilizzare la sua capacità
lavorativa residua solo con un successo inferiore alla media, anche in un mercato del
lavoro equilibrato, la giurisprudenza vigente prevede la possibilità di una decurtazione
("deduzione per circostanze personali e professionali") fino al 25  % dal salario tabellare.
Questa  deduzione  è  di  fondamentale  importanza  come  strumento  di  correzione  per
determinare un reddito da invalido che sia il più concreto possibile. Tenuto conto della
possibilità della deduzione per circostanze personali e professionali, il Tribunale federale
ha finora espressamente rifiutato di prendere come base il quartile più basso del valore
della tabella. Un altro strumento di correzione è il parallelismo dei redditi. Questo serve
anche a prendere in considerazione i casi individuali quando si confrontano i redditi.
Non è chiaro fino a che punto la determinazione del reddito da invalido sulla base del
valore  mediano  della  RSS,  eventualmente  corretto  per  mezzo  degli  strumenti
menzionati, debba essere considerato discriminatorio. 
Dalla  circostanza  che  i  presupposti  per  un  cambiamento  di  prassi  non  siano  oggi
adempiuti non si può dedurre che la giurisprudenza – segnatamente in considerazione
della  modifica  dal  1°  gennaio  2022  della  legge  federale  e  dell'ordinanza
sull'assicurazione per l'invalidità – non possa svilupparsi ulteriormente. Un cambiamento
della  giurisprudenza  in  questo  momento  non  sarebbe  tuttavia  opportuno,  anche  in
considerazione della revisione ormai entrata in vigore. Questo concerne l'uso dei dati
statistici  salariali  per  il  confronto  dei  redditi  e  gli  strumenti  di  correzione.  Su  tale
questione il Tribunale federale non deve esprimersi nel caso in rassegna.
1 Tra le varie perizie statistiche,  cfr.  "Nutzung  Tabellenmedianlöhne  LSE zur  Bestimmung der
Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung" des Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien
(BASS  AG);  il  parere  giuridico  "Grundprobleme  der  Invaliditätsbemessung  in  der  Invalidenversicherung" e le conclusioni che ne sono state tratte dal Prof. Dr.  iur. Gächter, Dr. iur. Egli,
Dr. iur.  Meier,  Dr.  iur.  Filippo;  lo  studio  aggiuntivo  " Der Weg  zu  einem  invaliditätskonformeren
Tabellenlohn" della Prof.ssa em. Riemer Kafka e del Dr.  phil. Schwegler.