B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6595/2014 U r t e i l v o m 2 8 . N o v e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner; Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Wiederherstellung der Beschwerdefrist; Verfügung des BFM vom 30. September 2014 / N (…). E-6595/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer seiner zu den Akten gereichten srilankischen Identitätskarte zufolge am (…) geboren ist, dass er am 26. Mai 2014 – damals mithin [minderjährig] alt – in der Schweiz ein Asylgesuch stellte, dass das BFM den Beschwerdeführer für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton B._______ zuwies und die zuständige kantonale Behörde darauf aufmerksam machte, es handle sich um einen unbegleiteten mi n- derjährigen Asylsuchenden, weshalb die entsprechenden, in Art. 17 Abs. 3 AsylG [SR 142.31] vorgesehenen Schutzmassnahmen einzuleiten se i- en, dass aus den Akten hervorgeht, dass die kantonale Behörde Frau C._______, Sozialarbeiterin, (…) als Vertrauensperson eingesetzt hat (vgl. A12/2 S. 2), dass sich Frau C._______ (nachfolgend: Rechtsvertreterin 1) vom B e- schwerdeführer mit Datum vom 20. Juni 2014 eine Vollmacht "zur Bera- tung und Vertre tung" (unter Einräumung eines Substitutionsrechts an Frau D._______, Abteilungsleiterin Sozialarbe it Asylsuchende, und Frau E._______, Sozialarbeiterin, (…)) ausstellen liess (A12/2 S. 2), dass am 4. September 2014, in Anwesenheit der Vertrauensperson, die Anhörung zu den Asylgründen stattfand (A16/13), dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 30. September 2014 abwies und die Wegweisung sowie de ren Voll- zug anordnete, dass diese Verfügung der Rechtsvertreterin 1 gemäss postalischem Rückschein (A20/1) am 3. Oktober 2014 eröffnet wurde, dass der Beschwerdeführer mit Datum vom 5. November 2014 seinen heutigen Rechtsvertreter (nachfolgend Rechtsvertreter 2) bevollmächtigte (vgl. Beschwerdeakten, Beilage 1 zur Beschwerde), und dass dieser mit Eingabe vom 6. November 2014 gegen die Verfügung des BFM vom 30. September 2014 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob (Beschwerdeverfahren E-6489/2014) und unter anderem beantragte, es sei dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren , beziehungsweise die Ver-E-6595/2014 Seite 3 fügung des BFM vom 30. November 2014 sei aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen; eventua liter wurde sinngemäss die Feststellung der Unzulässigkeit und der Unzumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzuges sowie die Anordnung der vorläufigen Aufnahme bea n- tragt, dass in formeller Hinsicht die Erteilung der aufschiebenden Wirkung des Gesuches (recte: der Beschwerde) beantragt und darum ersucht wurde, die zuständige kantonale Behörde sei anzuweisen, auf Vollzugshandlun- gen zu verzichten; ferner sei von der Erhebung eines Gebührenvorschus- ses abzusehen, dass gleichentags – neben der vorgenannten Beschwerdeeing abe vom 6. November 2014 – in derselben Rechtssache ein Gesuch um Wiede r- herstellung der Beschwerdefrist, datiert ebenfalls vom 6. November 2014 (Datum des Poststempels; die Datierung der Eingabe auf den "6. Se p- tember 2014" ist unrichtig), beim Gericht ein gereicht wurde, welches die Rechtsvertreterin 1 einreichte, wobei sie gleichzeitig ihre Mandatsniede r- legung per 6. November 2014 mitteilte, dass sie zur Begründung des Wiederherstellungsgesuch s ausführte, sie sei zum Zeitpunkt der Eröffnung der Verfügung , am 3. Oktober 2014, krankgeschrieben gewesen, und in diesem Zusammenhang ein ärztliches Zeugnis betreffend Arbeitsunfähigkeit zu 100% für die Zeit vom 1. bis 17. Oktober 2014 und noch zu 50% für die Zeit vom 20. bis 31. Oktober 2014 einreichte, dass sie we iter ausführte, ihre Stelle sei derzeit stark überbelastet, und aufgrund der hohen Arbeitslast und fehlenden Kapazität habe sie en t- schieden, keine Beschwerde zu erheben; der Beschwerdeführer habe sich daraufhin selbständig an einen Anwalt gewandt, wobei ih m die Rechtsvertreterin 1 weder geholfen habe noch anderweitige Unterstü t- zung habe leisten können; ferner sei der Beschwerdeführer minderjährig, unbegleitet und folglich besonders verletzlich, weshalb seine Situation – die er nicht selbst verschuldet habe, sondern die alleine ihr, der Recht s- vertreterin 1, anzulasten sei – besonders schützenswert sei, dass das Bundesverwaltungsgericht nach Eingang der Beschwerde und des Wiederherstellungsgesuches mit Faxmitteilung vom 10. November 2014 an [die kantonale Behörde] die Aussetzung des Wegweisungsvol l- zuges bis zum Ergehen einer ordentlichen Instruktionsverfügung verfügte, E-6595/2014 Seite 4 dass die vorinstanzlichen Akten am 12. November 2014 beim Bunde s- verwaltungsgericht eintrafen, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwa ltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass das Bundesverwaltungsgericht für die Behandlung von Gesuche n um Wiederherstellung von Fristen gemäss Art. 24 Abs. 1 VwVG zuständig ist, bei denen es im Falle der Wiederherstellung über die nachgeholte Parteihandlung beziehungsweise Rechtsvorkehr zu befinden hat (vgl. URSINA BEERLI-BONORAND, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 233), dass über zulässige und hinreichende Gesuche um Wiederherstellung e i- ner Frist nach Art. 24 VwVG ein Spruchgremium aus drei Richtern oder Richterinnen entscheidet (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG), dass die angefochtene Verfügung gemäss Rückschein am 3. Oktober 2014 gegenüber der damaligen Rechtsvertreterin 1 rechtsgültig eröffnet wurde (vgl. Stempel Rückschein, A20/1), und dass die Ausführungen im Wiederherstellungsgesuch, wonach die Verfügung dem Beschwerdefü h- rer erst am 7. Oktober 2014 übergeben worden sei und dieses Datum demnach als "effektive Eröffnung" gelten müsse, unbehelflich bleiben, dass die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen seit Eröffnung der Verf ü- gung einzureichen ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG) und demnach die 30-tägige Beschwerdefrist am 3. November 2014 geendet hat (Art. 20 VwVG), E-6595/2014 Seite 5 dass schriftliche Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist der Behör- de einzureichen oder zu deren Handen der schweizerischen Post zu übergeben sind (Art. 21 Abs. 1 VwVG), dass die am 6. November 2014 (Datum Poststempel) beim Bundesve r- waltungsgericht eingereichte Beschwerde somit verspätet ist, dass in der Beschwerdeeingabe – mit Verweis auf das gleichentags ei n- gereichte Gesuch um Fri stwiederherstellung – beantragt wird, es sei "die Fristerstreckung zu gewähren " (Beschwerde vom 6. November 2014 S. 3), dass eine gesetzliche Frist wie die Beschwerdefrist nicht erstreckt werden kann und der entsprechende Antrag des Rechtsvertreters 2 deshalb sinn- gemäss als Antrag um Gutheissung des gleichzeitig von der Recht s- vertreterin 1 eingereichten Fristwiederherstellungsgesuches zu betrac h- ten ist, welches nachfolgend behandelt wird, dass eine Fristwiederherstellung die Beseitigung von Rechtsnachteilen wegen unverschuldeter Fristversäumnis bezweckt ( STEFAN VOGEl in: Au- er/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Ver - waltungsverfahren, N 1 zu Art. 24 VwVG), dass bei einer Fristwiederherstellung das Ersuchen mit einem Antrag i n- nert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses zu stellen und zu begrü n- den ist, wobei die Gründe nachzuweisen sind und die versäumte Han d- lung nachzuholen ist (a.a.O., N 18 zu Art. 24), dass die vorliegend geltend gemachte Verhinderung sich auf die Zei t- spanne seit Erö ffnung der vorinstanzlichen Verfügung bis kurz nach A b- lauf der Beschwerdefrist (Ablauf Beschwerdefrist: 3. November 2014) b e- zieht und demnach die vorgenannte dreissigtägige Frist mit dem Gesuch um Wiederherstellung am 6. November 2014 vorliegend gewahrt is t und dass auch die versäumte Handlung mit der Einreichung der Beschwerd e- schrift vom 6. November 2014 nachgeholt wurde, dass der Beschwerdeführer legitimiert ist und die Rechtsvertreterin 1 bis zu ihrer Eingabe am 6. November 2014 rechtsgültig zur Vertretu ng im vorliegenden Verfahren bevollmächtigt war, weshalb auf das frist - und formgerecht eingereichte Gesuch um Wiederherstellung einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 24 VwVG), E-6595/2014 Seite 6 dass ein Fristversäumnis als unverschuldet gilt, wenn dafür objektive Gründe vorliegen und der säumigen Partei beziehungsweise ihrer Vertr e- tung keine Nachlässigkeit vorgeworfen werden kann, wie dies etwa im Falle von Naturkatastrophen, bei Militärdienst oder schwerwiegender E r- krankungen angenommen wird, dass daneben auch subjekti ve Gründe eine Fristwiederherstellung rech t- fertigen können, welche dann vorliegen, wenn der (objektiv betrachtet) Handlungsfähige lediglich deshalb untätig bleibt, weil er die Situation z u- folge eines Irrtums oder auf Grund mangelnder Kenntnisse nicht richt ig einzuschätzen vermag, dass gemäss ständiger Praxis ein Beschwerdeführer sich die Handlungen seines Vertreters anrechnen lassen muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2013 2A_393/2013 E. 2.4 mit Verweis auf BGE 119 II 86 E. 2), dass die im Gesuch vorgebrachte Begründung – im Wesentlichen wird geltend gemacht, die Rechtsvertreterin 1 sei aufgrund ihres schwange r- schaftsbedingten Arbeitsausfalles, der hohen Arbeitslast und fehlender Ressourcen nicht in der Lage gewesen, sich um die Beschwerde z u kümmern – für die Annahme, die Rechtsvertreterin 1 habe unverschuldet die Frist versäumt, nach Lehre und Praxis nicht ausreicht, dass gemäss einschlägiger Rechtsprechung eine Krankheit zwar ein u n- verschuldetes Hindernis darstellen kann, allerdings für ei ne Fristwieder- herstellung kein Raum bleibt, hätte der durch Krankheit am eigenen fris t- gemässen Handeln gehinderte Rechtssuchende in nach den Umständen zumutbarer Weise einen Dritten mit der Interessenwahrung beauftragen können (vgl. Entscheidungen und Mitt eilungen der [vormaligen] Schwe i- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 12 E. 4.2 und statt vieler Urteile E -4314/2013 + E -4818/2013 beide vom 16. September 2013, D -3768/2013 vom 27. August 2013, E -3911/2013 vom 22. Juli 2013), dass dies ebenfalls für die vorliegend geltend gemachte schwange r- schaftsbedingte Arbeitsreduktion zutrifft, dass ferner gemäss bundesgerichtlicher Praxis ein Versäumnis wegen subjektiver Unmöglichkeit nur entschuldigt wird, wenn seitens des Han d- lungspflichtigen kein Verschul den – auch keine bloss leichte Fahrlässi g- keit – vorliegt bzw. die Umstände, welche von der Fristwahrung abhielten, E-6595/2014 Seite 7 nicht von der handlungspflichtigen Person zu verantworten sind; es gilt somit ein strenger Massstab; nur klare Schuldlosigkeit des Gesuchstellers und seines Vertreters können zur Fristwiederherstellung führen; insb e- sondere stellt ein auf Unachtsamkeit zurückzuführendes Versehen kein unverschuldetes Hindernis dar, auch dann nicht, wenn grosse Geschäft s- last geltend gemacht wird (vgl. Urteil des B undesgerichts 2C_703/2009 vom 21. September 2010 E. 3.3), dass solche Umstände für die Rechtsvertreterin 1 vorliegend offenkundig nicht bejaht werden können, dass die zum Eröffnungszeitpunkt bevollmächtigte Rechtsvertreterin 1 die Verfügung am 3. Oktober 2 014 persönlich und gegen unterschriftliche Bestätigung entge gennahm und somit von Anfang an über den Beginn und die Dauer des Fristenlaufs Bescheid wusste, dass sie ferner trotz ihrer zeitweisen schwangerschaftsbedingten Arbeits- unfähigkeit (gemäss eingerei chtem Arztzeugnis: 100% vom 1. Oktober 2014 bis zum 17. Oktober 2014; 50% vom 20. Oktober 2014 bis zum 31. Oktober 2014) jedenfalls zumindest entsprechende Vorkehren betreffend Organisation einer Stellvertretung hätte treffen können und ihre Kollegi n- nen des Hilfswerks, für die ja in der Vertretungsvollmacht ausdrücklich ei- ne Substitutionsmöglichkeit vorgesehen war, oder andere fachlich geei g- nete Drittpersonen mit der Stellvertretung hätte beauftragen können, dass sie in ihrem Gesuch um Wiederherstellung sod ann auch eingesteht, den Beschwerdeführer nicht sogleich veranlasst zu haben, selbst zu ha n- deln und einen anderen Rechtsvertreter aufzusuchen, sondern den u n- begleiteten Minderjährigen "in seinem Tun alleine gelassen" zu haben, dass die Rechtsvertreterin 1 mangels gegenteiliger Angaben in den Akten schliesslich offenbar ab dem 1. November 2014 wieder voll arbeitsfähig gewesen ist und ihr damit immerhin – nebst der ärztlich attestierten A r- beitsfähigkeit von bereits 50% während der elf vorangegangenen Tage – drei volle Arbeitstage zum Erstellen und Einreichen der Beschwerde vor Ablauf der Beschwerdefrist am 3. November 2014 zur Verfügung gesta n- den hätten, dass sie in ihrer Eingabe um Fristwiederherstellung darüber hinaus a n- führt, sie habe sich im Wissen um die laufende Beschwerdefrist gegen eine Rechtsmitteleingabe entschieden, weshalb der Beschwerdeführer demnach kein Verschulden trage, sondern der Fehler bei ihr liege, E-6595/2014 Seite 8 dass nach dieser Erklärung offenkundig nicht von einer unverschuldeten Hinderung der Rechts vertreterin 1, binnen Frist zu handeln, gesprochen werden kann, dass das Gericht indessen im vorliegenden Fall – wo die als Vertrauens- person für einen unbegleiteten Minderjährigen eingesetzte Vertreterin es pflichtwidrig unterlassen hat, fristgerecht zu ha ndeln – es nicht als g e- rechtfertigt betrachtet, dass der Beschwerdeführer als Vertretener sich dieses Versäumnis anrechnen lassen muss, dass es zwar, wie bereits erwähnt, ständiger Praxis entspricht, dass im Rahmen der Prüfung von Fristwiederherstellungsgesuchen die vertretene Person sich Handlungen und Unterlassungen ihres Rechtsvertreters a n- rechnen lassen muss, dass diese Überlegung sich aber darauf gründet, dass es dem Vertret e- nen freisteht, einen Rechtsvertreter auszuwählen und mit der Wahrung seiner In teressen zu betrauen, und da ss er demzufolge für die (freie) Wahl seines Rechtsvertreters verantwortlich erscheint, dass demgegenüber vorliegend der Beschwerdeführer die Rechtsvertr e- terin 1 nicht frei gewählt hat, sondern diese ihm von den kantonalen Be- hörden als Vertrauensperson gemäss Art. 17 Abs. 3 AsylG ernannt wo r- den ist, dass sich an dieser Einschätzung nach Auffassung des Gerichts auch nicht aus dem Grund etwas ändert, dass sich die Rechtsvertreterin 1 vom Beschwerdeführer zusätzlich zur Mandatierung durch die kantonale B e- hörde hat eine Vollmacht ausstellen lassen, dass nämlich auch diese Bevollmächtigung nicht eine freie und selbstän- dige Wahl einer Rechtsvertretung im Sinne einer sogenannt gewillkürten Vertretung im Sinne von Art. 11 VwVG darstellt, und dass es für den Be- schwerdeführer nach Auffassung des Gerichts nicht Nachteil e nach sich ziehen darf, dass er dem Vorschlag seiner Vertrauensperson folgte, zu- mal nach der Intention des Gesetzgebers das Handeln der Vertrauen s- person einem rechtsunkundigen unbegleiteten minderjährigen Asylg e- suchsteller zum Schutz und nicht zum Nachteil gereichen soll, dass hinzu kommt, dass die bevollmächtigte Rechtsvertreterin 1 gemäss Aktenlage ausgebildete Sozialarbeiterin ist, nicht aber über einen jurist i- schen Abschluss verfügt, und dass insofern nicht nachvollziehbar wird, E-6595/2014 Seite 9 weshalb sie sich "für die Vertretung" hat bevollmächtigen lassen, anstatt vielmehr pflichtgemäss im Falle, dass juristische Schritte wie beispiel s- weise eine Beschwerdeerhebung erforderli ch würden, ihrerseits als Ve r- trauensperson des Beschwerdeführers eine juristisch kompetente Rechtsvertretung auszuwählen und zu beauftragen, dass angesichts der aufgezeigten Umstände der Verbeiständung durch die Rechtsvertreterin 1 nicht dieselbe Bedeutung beizumessen ist wie bei einer gewöhnlichen, auf freiwilliger Wahl des Vertreters basierenden Rechtsverbeiständung, wenn es um die Frage geht, ob Versäumnisse der Vertrauensperson im Zusammenhang mit der Wiederherstellung einer verpassten Frist dem unbegleiteten Minderjährigen anzurechnen seien, dass an dieser Stelle auf die weiterhin gültige Rechtsprechung der vo r- mals zuständigen Asylrekurskommission zu verweisen ist, wonach es – anders als im Falle der gewillkürten Vertretung – nicht angemessen sei, wenn ein unbegleiteter Minderjähriger sich die Fehlleistung der Vertra u- ensperson anrechnen lassen müsste, nachdem er auf die Auswahl der Vertrauensperson keinen Einfluss habe (vgl. EMARK 2006 Nr. 14 E. 6.1 S. 152), dass die Asylrekurskommission im zitierten Ent scheid auch namentlich festhielt, eine mangelhafte Amtsführung durch die Vertrauensperson, in s- besondere wenn im Interesse des Minderjährigen liegende, offensichtlich gebotene Handlungen (wie beispielsweise die gebührende Beratung im Zusammenhang mit der Frage einer allfälligen Beschwerdeerhebung) un- terlassen würden, stelle eine Verletzung des Anspruchs auf r echtliches Gehör dar (EMARK 2006 Nr. 14 E. 6.1 – 6.4), dass nach Auffassung des Gerichts im vorliegenden Verfahren von Mä n- geln in der Amtsführung der Ve rtrauensperson ausgegangen werden muss, wie diese in ihrer Eingabe denn auch selber einräumt, wenn sie etwa festhält, dem Beschwerdeführer sei die a ngefochtene Verfügung ohne Erkl ärung und ohne Dolmetscher ausgehändigt worden, und man habe ihn in der Folge bei der Prüfung von Beschwerdemöglichkeiten "in diesem Tun ... alleine gelassen, ihn also nicht unterstützt" (Eingabe vom 6. November 2014, S. 2), dass nach dem Gesagten zwar weder objektive noch subjektive Gründe für das Versäumnis ersichtlich sind, und die Nichteinhaltung der B e-E-6595/2014 Seite 10 schwerdefrist auf die Nachlässigkeit der Rechtsvertreterin 1 zurückzufüh- ren ist, dass indessen wie vorstehend dargelegt nicht gerechtfertigt werden kann, dieses Verschulden dem Beschwerdeführer anzurechnen , weshalb das vorliegende Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist gutzu- heissen ist, dass folglich die am 6. November 2014 (Poststempel) eingereichte B e- schwerde nicht als verspätet zu bezeichnen ist , weshalb auf diese einz u- treten ist, dass schliesslich festzuhalten bleibt, dass die Rechtsvertreterin 1 des Be- schwerdeführers durch ihr Verhalten – insbesondere durch das Fristver- säumnis – ihre Funktion als Vertrauensperson mangelhaft wahrgeno m- men hat, indem sie eine im Interesse des Beschwerdeführers liegende, offensichtlich gebotene Handlung unterlassen hat (vgl. EMARK 2006 Nr. 14 E. 6.3), dass sie damit ferner die ihr obliegende entsprechende Sorgfaltspflicht verletzt hat und der Beschwerdeführer – hätte er ihr Verschulden entg e- gen den obigen Erwägungen sich anrechnen lassen müssen – dadurch einen erheblichen Rechtsnachteil erlitten hätte , da das vorliegende o r- dentliche Asylverfahren mit Ergehen dieses Urteils abgeschlossen wor- den wäre und dem Beschwerdeführer keine weiteren ordentlichen Rechtsmittel offen gestanden hätten, dass es mangels entsprechender Rechtsgrundlage nicht dem Bunde s- verwaltungsgericht obliegt, von Amtes wegen eine Meldung wegen pflichtwidriger Mandatsführung durch eine Vertrauensperson für einen unbegleiteten Minderjährigen bei der zuständigen Behörde – [zuständige Behörde im Kanton B._______] – zu erstatten, dass entsprechende Mög- lichkeiten jedoch dem Beschwerdeführer bzw. seinem heutigen Rechts- vertreter offen stehen würden, dass die Rechtsvertreterin 1 im vorliegenden Verfahren dem Gericht g e- genüber ihre M andatsniederlegung mitgeteilt hat, dass indessen das Bundesverwaltungsgericht mangels entsprechender Kompetenz nicht b e- fugt ist, über die Weiterführung oder Beendigung des Mandats als Ve r- trauensperson für den nach wie vor unbegleiteten minderjährigen B e- schwerdeführer zu befinden, und dass entsprechende Schritte vielmehr gegenüber der zuständigen kantonalen Behörde vorzukehren wären, E-6595/2014 Seite 11 dass na ch dem Gesagten das Gesuch um Wiederherstellung der B e- schwerdefrist gutzuheissen und die Beschwerde vom 6. November 2014 als fristgerecht entgegenzunehmen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), dass für die Einreichung des Fristwiederherstellungsgesuches - für das der B eschwerdeführer noch durch seine Vertrauensperson, die Rechtsvertreterin 1, vertreten worden ist - vorliegend keine Entschädi- gung der Parteikosten zuzusprechen ist, da dem Beschwerdeführer an- gesichts der behördlich zugewiesenen Vertrauensperson ohnehin keine Kosten anfallen und die Rechtsvertreterin 1 die ihr erwachsenen Kosten wegen unsorgfältiger Mandatsführung selbst verschuldet hat und diese folglich selbst zu tragen hat. (Dispositiv nächste Seite) E-6595/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist wird gutgehei s- sen. 2. Die Beschwerde vom 6. November 2014 (E -6489/2014) wird als fristge- recht eingereicht entgegengenommen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Lhazom Pünkang Versand: