Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 9. Dezember 2015 (810 15 169) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Parteien A.____ , Beschwerdefü hrer , vertreten durch Sven Gretler , Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung (RRB Nr. 0884 vom 2. Juni 2015) A. Der kosovarische Staatsbürger A.____, geboren 19 81, reiste am 30. Januar 2004 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein. In der Folge erhielt er im Kanton Basel- Landschaft eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau B.____, geboren 1984. Seit 2009 verfügte er – wie seine Ehefrau – über ei ne Niederlassungsbewilligung. Am 3. Oktober 2007 kam die gemeinsame Tochter C.____ zur Welt. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wegen Verdachts auf Drogenhandel in grosser Menge wurde A.____ am 10. Juni 2011 festge- nommen und in Untersuchungshaft versetzt. Am 9. April 2013 trat er den vorzeitigen Strafvoll- zug in der Strafanstalt D.___ in E.____ an. Die Straf abteilung des Gerichts F.____ verurteilte ihn am 21. August 2014 zu einer unbedingten Freiheit sstrafe von sechseinhalb Jahren wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stof- fe (Betäubungsmittelgesetz, BetmG) vom 3. Oktober 1951, teilweise mengen-, banden- und gewerbsmässig qualifiziert, Gehilfenschaft zu mengenmässig qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen Tätlichkeiten. B. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs widerrief das A mt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) mit Verfügung vom 23. Januar 2015 die Niederlassungsbewilligung von A.____ und wies ihn an, die Schweiz bei der (bedingten ) Entlassung aus dem Strafvollzug zu verlassen. Im Wesentlichen wurde zur Begründung angeführt , A.____ habe mit seiner schwer- wiegenden Straftat einen gesetzlichen Widerrufsgrund erfüllt. Auch der Eingriff in das Recht auf Achtung des Familienlebens erweise sich als gerechtfertig t, da sowohl seine Ehefrau als auch seine Tochter ihn nicht davon hätten abhalten können, i n schwerwiegender Weise straffällig zu werden. Zudem sei eine Ausreise in den Kosovo der Ehefr au und dem Kind zumutbar, zumal die Ehefrau albanisch spreche und die Tochter mit siebe n Jahren in einem anpassungsfähigen Alter sei. Angesichts der Schwere der Tat sei das AfM auch nicht bereit, im Rahmen seines Ermessens auf den Widerruf der Niederlassungsbewilligung von A.____ zu verzichten. Im Übri- gen liege kein Härtefall vor. Der Widerruf sei auch verhältnismässig. C. Mit Eingabe vom 4. Februar 2015 erhob A.____ gege n diese Verfügung beim Regie- rungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) vorso rglich Beschwerde. In der ergän- zenden Eingabe vom 9. Februar 2015 beantragte er, es se i die Verfügung des AfM vom 23. Januar 2015 aufzuheben und ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Im We- sentlichen führte er aus, dass er eine intakte Ehe mit seiner Frau führe, welche als Fünfjährige in die Schweiz gekommen sei, sich hier heimisch fühle und kaum mehr albanisch spreche, son- dern vielmehr einen einwandfreien Basler-Dialekt habe. Zudem habe er ein schulpflichtiges Kind, welches in der Schweiz daheim sei. Auch lebe sein ganzer Bekanntenkreis in der Schweiz. Da eine Ausreise in den Kosovo für seine Frau nicht in Frage komme, stelle die Weg- weisung einen unzumutbaren, unverhältnismässigen Eingriff in ein intaktes Familienleben dar. In der ergänzenden Beschwerdebegründung vom 6. Febru ar 2015 machte der damalige Rechtsvertreter von A.____ unter anderem geltend, dass a ufgrund der intakten Familienver- hältnisse das private Interesse von A.____ höher zu gewicht en sei als die abstrakte Gefahr ei- nes theoretisch möglichen Rückfalls in die Strafbarkeit u nd beantragte die ausdrückliche Aus- setzung der bereits angeordneten Wegweisung bei der (bedingten) Entlassung. Dasselbe bean- tragte A.____, nunmehr und nachfolgend vertreten du rch Sven Gretler, Rechtsanwalt, in der zusätzlich eingereichten Eingabe vom 7. April 2015. Das AfM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 5. Mai 2015 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Der Regierungsrat wies mit Beschluss Nr. 884 am 2. Jun i 2015 die Beschwerde und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab. Der Regierungsrat bejahte das Vorliegen eines Widerrufsgrundes, beurteilte die von der Vorinstanz an geordnete fremdenpolizeiliche Mass- nahme als angemessen und verhältnismässig und verneinte d as Vorliegen eines Härtefalles. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde mit d er Begründung abgewiesen, A.____ habe zu keinem Zeitpunkt des Verfahrens seine finanzielle n Verhältnisse offengelegt und damit seine Mittellosigkeit nicht belegt. E. Mit Eingabe vom 15. Juni 2015 erhob A.____ beim Ka ntonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde un d beantragte, es sei der Regie- rungsratsbeschluss Nr. 884 vom 2. Juni 2015 vollumfänglich aufzuheben. Dem Beschwerdefüh- rer sei die Niederlassungsbewilligung zu belassen. Eventualiter sei festzustellen, dass Wegwei- sungsvollzugshindernisse bestünden bzw. es sei dem Staats sekretariat für Migration (SEM) die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers zu beantragen; alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdegegners. In prozessualer Hinsicht ste llte er den Antrag, es sei festzu- stellen, dass die aufschiebende Wirkung dem Rechtsmittel nicht entzogen worden sei. Eventua- liter sei die aufschiebende Wirkung wieder herzustellen. Das Kantonsgericht hielt am 17. Juni 2015 fest, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen auf- schiebende Wirkung zukomme, womit sich der Antrag auf Ert eilung der aufschiebenden Wir- kung als gegenstandslos erweise. In seiner Vernehmlassung vom 22. Juni 2015 beantragte der Regierungsrat die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Mit Eingabe vom 14. September 2015 reichte der Regie rungsrat dem Kantonsgericht die Verfü- gung der Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug der Polizei- und Militärdirektion des Kantons G.____ vom 28. August 2015 ein, mit welcher die bedin gte Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Strafvollzug per 9. Oktober 2015 angeordnet wurde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Be schwerdeführer ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheides hat, die übrigen formellen Voraus- setzungen gemäss den §§ 43 ff. VPO erfüllt sind und die Zuständigkeit des Kantonsgerichts sowohl örtlich als auch sachlich gegeben ist, ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsver letzungen zu überprüfen bzw. zu prü- fen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen re chtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Wei- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht teren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist de m Kantonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3.1. Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländeri nnen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständ ige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzl ichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Ertei lung einer Aufenthaltsbewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 189; M ARC SPESCHA , in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 3. Auflage, Zürich 2012, Rz 1 ff. zu Art. 3 AuG). Gemäss Art. 3 Abs. 2 AuG wird Ausländerinnen und Ausländern d er Aufenthalt in der Schweiz bewilligt, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen, humanitäre Gründe oder die Vereinigung der Familie es erfordern. 3.2. Zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Kosovo besteht kein Staatsvertrag, der dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz gewähren würde. Es sind entsprechend die Bestimmungen d es AuG, vorbehältlich anderer völ- kerrechtlicher Verträge, anwendbar. 3.3. Gemäss Art. 34 Abs. 1 AuG verleiht die Niederlassun gsbewilligung ihrem Inhaber grundsätzlich einen zeitlich unbefristeten und unbedingt en Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. Es ist somit von einem grundsätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdefüh- rers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. 4.1. Der Beschwerdeführer macht einen Anwesenheitsans pruch aus dem Grundrecht auf Achtung des Privat- und Familienlebens geltend. Der Beschwerdegegner führt in seinem Beschluss aus, dass d ie Beziehung des Beschwerde- führers zu seiner Ehefrau und seiner Tochter – soweit die s im Strafvollzug möglich sei – tat- sächlich gelebt und intakt sei. Der Regierungsrat erklärt weiter, dass nebst der besonders en- gen affektiven Beziehung indes auch eine in wirtschaftlich er Hinsicht besonders enge Bezie- hung zwischen den Familienangehörigen bestehen müsse und die Beziehung aufgrund der Dis- tanz zum Heimatland nicht aufrecht erhalten werden kö nne. Es könne indes offen gelassen werden, ob diese Voraussetzungen tatsächlich vorliegen w ürden oder nicht. Selbst wenn diese vorlägen, könne dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreih eiten (Europäische Menschen- rechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 nicht verlängert werden, da er kein tadelloses Verhalten vorzuweisen vermöge. Und selbst wenn der Besch werdeführer einen Anspruch aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK ableiten könnte, würde sich seine Wegweisung im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht EMRK bzw. Art. 36 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 als rechtmässig erweisen. 4.2. Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie dem inhaltl ich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 BV geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienle bens können ausländische Staatsan- gehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufen thalt oder Verbleib in einem andern Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitglie- dern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /THOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem A spekt des Privat- und Familienle- bens, Europäische Grundrechte-Zeitschrift [EuGRZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Die- se Garantien können somit dann verletzt sein, wenn ein er ausländischen Person, deren Fami- lienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenhe it untersagt und damit das gemeinsame Familienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesge richtlicher Rechtsprechung müssen die sich hierzulande aufhaltenden Angehörigen über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfü- gen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie das Schweize r Bürgerrecht oder eine Niederlas- sungsbewilligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbew illigung verfügen, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht. Zudem müssen dies e Personen zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minderjährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsächliche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). 4.3. Die Ehefrau und die Tochter des Beschwerdeführers verfügen über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Wie sich aus den Akten ergibt und der Regierungsrat in sei- nem Beschluss ausführt, wird die Beziehung zwischen der Eh efrau und dem Beschwerdeführer – soweit aufgrund des Strafvollzugs möglich – tatsächlich gelebt und ist intakt. Demzufolge kann sich der Beschwerdeführer entgegen den Ausführungen des Beschwerdegegners auf den durch die Niederlassungsbewilligung im Rahmen des Auslän dergesetzes gewährten Rechtsan- spruch auf Aufenthalt in der Schweiz sowie auf das Grundr echt auf Achtung des Privat- und Familienlebens berufen. 5.1. Indes gelten weder der gesetzliche Anspruch auf Aufenthalt nach Art. 34 Abs. 1 AuG noch der grundrechtliche Anspruch auf Privat- und Fam ilienleben absolut. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist selbst dann möglich, wenn die ausländische Person in der Schweiz geboren wurde und ihr ganzes bisheriges Leben hie r zugebracht hat (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGE 139 I 16 E. 2.2.1). 5.2. Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mi t Art. 62 lit. b AuG kann die Nieder- lassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer län- gerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das B undesgericht hat das Kriterium der Län- gerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahingehe nd konkretisiert, dass es einer Freiheits- strafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere u nterjährige Strafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden dürfen (BGE 137 II 297 E. 2; BGE 135 II 377 E. 4.2). Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteil des Bundes- gerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein Widerruf ist ebenfalls möglich, wenn Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen d ie öffentliche Sicherheit und Ord- nung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder dies e gefährdet hat (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn sie durch ihr H andeln besonders hochwertige Rechts- güter verletzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von str afrechtlichen Massnahmen nicht beein- drucken lässt und sich im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zeigt, dass sie auch künftig weder gewillt noch fähig erscheint, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 297 E. 3; Urteil des BGer 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2). Aus beiden Gründen kann die Nieder- lassungsbewilligung auch bei Ausländern widerrufen werd en, die sich seit mehr als fünfzehn Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 AuG). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK darf in das durch Ziff. 1 gesch ützte Rechtsgut eingegriffen werden, soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen ist und eine Ma ssnahme darstellt, die in einer demo- kratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirt- schaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnun g und zur Verhinderung von strafba- ren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral so wie der Rechte und Freiheiten an- derer notwendig ist. 5.3. Der Beschwerdeführer wurde gemäss rechtskräftigem St rafgerichtsurteil vom 21. August 2014 zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe ver urteilt, demzufolge liegt ein Wider- rufsgrund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbin dung mit Art. 62 lit. b AuG vor. Dies wird vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten. Ob sein Ver halten zugleich als schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, bedarf keiner näheren Betrachtung, weil dieser Widerrufsgrund nur dann zur Anwen- dung kommt, wenn es an den Voraussetzungen für einen Widerruf aufgrund der Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe fehlt (vgl. BGE 1 35 II 377 E. 4.2; Urteil des BGer 2C_888/2012 vom 13. März 2013 E. 3; 2C_1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.1). In der vorlie- genden Konstellation kommt ihm somit nur subsidiäre u nd damit keine entscheidwesentliche Bedeutung zu. Der gesetzliche Anwesenheitsanspruch ist damit grundsätzlich erloschen. Die Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe rechtfertigt dem Grundsatz nach gleichzeitig einen Eingriff in den grundrechtlich begründeten Anw esenheitsanspruch, denn der angefochte- ne Entscheid stützt sich auf eine gesetzliche Grundlage und bezweckt die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie die Verhinderung weitere r strafbarer Handlungen. Er verfolgt damit öffentliche Interessen, die in Art. 8 Ziff. 2 EMRK ausdrücklich erwähnt sind. 6.1. Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AuG führt jedoch nicht zwingend zum Entzug der Niederlassungsbewilligung. Vielmehr recht fertigt sich der Widerruf und die da- mit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c A uG) nach Art. 96 Abs. 1 AuG nur dann, wenn diese Massnahme im Einzelfall gestützt auf eine u mfassende Güterabwägung verhält- nismässig erscheint. Dabei sind alle Umstände des Einzelfa lls zu berücksichtigen und die öf- fentlichen und privaten Interessen sorgfältig gegenein ander abzuwägen (M ARTINA CARONI , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Rz 3 zu Art. 51; A NDREAS ZÜND /LADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/ Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz 8.48). Verlangt ist insofern eine Abwä- gung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am Belassen der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren Widerruf, wobei Letz tere in dem Sinne überwiegen müssen, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 1 35 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Zur Be- urteilung der Frage, ob dies der Fall ist, sind nament lich die Schwere des Delikts und des Ver- schuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Ze itraum, das Verhalten des Auslän- ders während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_1033/2013 vom 4. Juli 2014 E. 4.3). Ein gewichtiges öf- fentliches Interesse an der Wegweisung bzw. Fernhaltung der ausländischen Täterschaft be- steht insbesondere bei Gewalt- und Betäubungsmittelde likten (Urteil des Bundesgerichts 2C_640/2013 vom 25. November 2013 E. 2.3; BGE 139 I 34 E. 2.3.2; 130 II 190 E. 4.4.2; 125 II 526 ff. E. 4a/aa und 4a/bb; 122 II 436 E. 2c). Der W iderruf der Niederlassungsbewilligung ist unter diesen Umständen selbst dann nicht ausgeschlossen, wen n die ausländische Person in der Schweiz geboren ist und ihr ganzes bisheriges Leben hier zugebracht hat (Ausländer der zweiten Generation; BGE 139 I 19 f. E. 2.2.1, 33 f. E. 2.3.1; 135 II 381 f. E. 4.3). Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz muss zum Schutz der Öffentlichkeit ausländer- rechtlich selbst ein geringes Risiko weiterer Rechtsgüterve rletzungen (Gesundheit, Leib und Leben usw.) nicht hingenommen werden (Urteil des Bunde sgerichts 2C_640/2013 vom 25. No- vember 2013 E. 2.3; BGE 139 I 34 E. 2.3.2; 130 II 19 0 E. 4.4.2; 125 II 526 ff. E. 4a/aa und 4a/bb; 122 II 436 E. 2c). In diesem Zusammenhang ist auch auf die Bestimmungen von Art. 121 Abs. 3 - 6 BV hinzuwei- sen. Gemäss diesen Bestimmungen verlieren Ausländerinne n und Ausländer unabhängig von ihrem ausländerrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht sowie alle Rechtsansprüche auf Aufent- halt in der Schweiz, wenn sie unter anderem wegen "D rogenhandels" rechtskräftig verurteilt worden sind (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV). Zwar sind die se Verfassungsbestimmungen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht direkt anwendb ar, das Bundesgericht hat aber fest- gehalten, der vom Verfassungsgeber zum Ausdruck gebrachte n Wertung sei insoweit Rech- nung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht bzw. zu keinen Kon- flikten mit dem Beurteilungsspielraum führe, den der E GMR den einzelnen Konventionsstaaten bei der Umsetzung ihrer Migrations- und Ausländerpolit ik zugestehe (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 139 I 16 E. 5.3). Gleich wie Art. 96 Abs. 1 AuG verlangt auch die EMRK in diesem Zu- sammenhang eine Abwägung der sich gegenüberstehenden pr ivaten Interessen an der Belas- sung der Niederlassungsbewilligung und den öffentliche n Interessen an deren Widerruf. Der EGMR stützt sich bei der Beurteilung der Zulässigkeit aufe nthaltsbeendender Massnahmen im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK auf die gleichen Aspekte wie die bundesgerichtliche Praxis (ZÜND /H UGI YAR , a.a.O., S. 13; BGE 139 I 31 E. 2.3.3). Daraus folgt, dass eine Massnahme, die sich im Sinne von Art. 96 Abs. 1 AuG als verhältnismässig erweist, grundsätzlich auch vor Art. 8 EMRK standhält (vgl. Urteil des BGer 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 4). 6.2. Somit bleibt nachfolgend anhand der dargelegten Rechtslage zu prüfen, ob unter Be- rücksichtigung der konkreten Umstände des vorliegenden Fal les die öffentlichen Interessen am Widerruf der Niederlassungsbewilligung die privaten In teressen des Beschwerdeführers an ei- nem Verbleib in der Schweiz überwiegen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1. Der Beschwerdeführer reiste im Alter von 22 Jahre n im Rahmen des Familiennachzugs am 30. Januar 2004 in die Schweiz ein. Im Jahr 2009 er hielt er die Niederlassungsbewilligung. Am 10. Juni 2011 wurde der Beschwerdeführer wegen Verd achts auf Drogenhandel in grosser Menge festgenommen und in Untersuchungshaft versetzt. Mit Urteil vom 21. August 2014 wur- de der Beschwerdeführer der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz für schuldig erklärt, begangen in den Jahren 2010 und 2011 durch me ngenmässig, bandenmässig und ge- werbsmässig qualifizierte Widerhandlungen bezüglich insge samt 13.522 kg Heroingemisch so- wie bezüglich insgesamt 4.333 kg Kokaingemisch und der Gehilfenschaft zu mengenmässig qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmit telgesetz, begangen durch den Ver- kauf von 16 kg Streckmittel sowie der Tätlichkeit, unter Befreiung von Strafe. Das Gericht verur- teilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahre n. In der Kurzbegründung vom 30. Ok- tober 2014 des Urteils vom 21. August 2014 wird ausgefü hrt, dass 13.5 kg Heroingemisch min- destens rund 2.5 kg Kilogramm reinem Heroin und 4.3 kg Kokaingemisch rund 1.7 kg reinem Kokain entsprechen. Des Weiteren wird im Urteil erörte rt, dass gemäss bundesrichterlicher Rechtsprechung der “schwere Fall“ gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG hinsichtlich der Betäubungs- mittelmenge bei Heroin ab 12 Gramm und bei Kokain ab 18 Gramm zu bejahen sei. Das Aus- mass des verschuldeten Erfolges sei damit als erheblich zu bez eichnen. Der Beschwerdeführer habe professionell gehandelt. Sein Vorgehen sei planmä ssig gewesen und darauf ausgelegt, mit seinen Drogengeschäften möglichst viel Gewinn zu er zielen. Seine Überführung sei dann auch nur mit erheblichem ermittlerischem Aufwand – wie Telefonüberwachung oder die Ver- wanzung seines Fahrzeuges – möglich gewesen. Der Beschwer deführer habe regelmässig sein Telefon gewechselt und in den Gesprächen mit seinen M ittätern stets codierte Ausdrücke ver- wendet. Für die klar strukturierte und gut funktionier ende Organisation spreche auch der Um- stand, dass bis heute weder ein Drogenversteck habe gefun den, noch habe eruiert werden können, wo die erheblichen umgesetzten Geldmittel hinge flossen seien. Die Art und Weise der Herbeiführung wirke sich auf das Verschulden erhöhend aus . Der Beschwerdeführer habe aus monetären, egoistischen Beweggründen gehandelt. Die B etäubungsmitteldelikte hätten dazu gedient, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Der Be schwerdeführer habe selbst keine Be- täubungsmittel konsumiert; eine allfällige Beschaffungskriminalität stehe somit nicht zur Diskus- sion. Die subjektive Tatschwere erhöhe das Verschulden. N ach seiner Einreise in die Schweiz habe der Beschwerdeführer verschiedene Erwerbstätigkeite n ausgeübt. In der Zeit vor seiner Verhaftung sei er jedoch keiner geregelten Arbeit n achgegangen. Er bezeichne sich selbst als Hausmann. Das Einkommen der Familie werde einzig durch die Ehefrau generiert, welche als Bestückerin arbeite. Weiter wird im Urteil ausgeführt, der Beschwerdeführer habe die ihm vor- geworfenen Taten weitestgehend bestritten. Wo er Zugeständnisse gemacht habe, habe er die- se stets mit beschönigenden Elementen verknüpft. Reue un d Einsicht seien beim Beschwerde- führer nicht auszumachen gewesen. Aus der Anzeige weg en Widerhandlungen gegen das Be- täubungsmittelgesetz der Drogenfahndung der Polizei Ba sel-Landschaft vom 5. November 2011 geht hervor, dass am 12. August 2010 die erste Tel efonkontrolle auf ein durch den Be- schwerdeführer benutztes Mobiltelefon geschaltet und am 4. November 2010 eine Audioanlage im Fahrzeug des Beschwerdeführers installiert wurde. In d er Anzeige wird weiter ausgeführt, dass aufgrund der Ermittlungen und der aufgezeichneten Gespräche klar sei, dass der Be- schwerdeführer den Drogenhandel bereits seit etlichen Ja hren betreibe. Des Weiteren sei der Beschwerdeführer niemandem direkt unterstellt gewesen. Er sei es gewesen, der das Heroin in Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht grossen Mengen an verschiedene Abnehmer verkauft habe. B ei seinen Abnehmern handle es sich jedoch nicht um Konsumenten, sondern vielmehr selbst um Heroinhändler. Ein weiterer Punkt, welcher belege, dass der Beschwerdeführer im Drog enhandel tätig gewesen sei, sei die Tatsache, dass es bei praktisch sämtlichen aufgezeichneten Audiogesprächen um Drogen ging. Besonders auffällig sei gewesen, dass sich der Beschwerdef ührer praktisch ausschliesslich mit Leuten umgeben habe, welche im Drogenhandel tätig gewesen seien. 7.2. Ausgangspunkt für das migrationsrechtliche Verschul den ist die vom Strafgericht aus- gesprochene Strafe (BGE 134 II 23 E. 4.2; 129 II 216 E. 3.1). Wie die obigen Ausführungen zeigen, hat der Beschwerdeführer in schwerwiegender Wei se gegen das Betäubungsmittelge- setz verstossen, was sich im Strafmass niederschlägt. Er hat professionell gehandelt, mit dem Ziel aus seinen Drogengeschäften möglichst viel Gewinn zu erzielen. Es besteht damit gemäss klarer und langjähriger bundesrechtlicher Rechtsprechung ein gewichtiges öffentliches Interes- se an der Wegweisung bzw. Fernhaltung des Beschwerdeführers. 7.3. Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde ge ltend, es sei zu seinen Gunsten zu berücksichtigen, dass der Widerruf der Niederlassungsbewi lligung keinen Strafcharakter habe, sondern als verwaltungsrechtliche Massnahme vor künfti gen Gefährdungen wichtiger Rechtsgüter schützen solle. Straftaten, mit denen hochwertige Rechtsgüter wie Leib und Leben oder die sexuelle Integrität verletzt würden, würden beispielsweise auch in migrationsrechtlicher Hinsicht ein höheres Schutzbedürfnis als Betäubungsmitteldelikte bewirken. Er beruft sich dabei auf eine Literaturstelle zum Migrationsrecht, welche wiederum auf den BGE 133 IV 206 (E. 3.2) verweist. Im genannten Bundesgerichtsentscheid ging es je doch nicht um ausländerrechtliche Massnahmen, sondern um die Frage, ob der Betroffene nach Verbüssung von zwei Dritteln sei- ner Strafe, gemäss Art. 86 Abs. 1 des Schweizerischen Stra fgesetzbuches (StGB) vom 21. De- zember 1937 zu entlassen sei. Nach dieser Bestimmung ist der Gefangene, wenn er zwei Drit- tel seiner Strafe, mindestens aber drei Monate verbüsst hat, durch die zuständige Behörde be- dingt zu entlassen, wenn es sein Verhalten im Strafvollz ug rechtfertigt und nicht anzunehmen ist, er werde weitere Verbrechen oder Vergehen begeh en. Nach bundesgerichtlicher Recht- sprechung ist im Zusammenhang mit der Beurteilung des Rü ckfallrisikos und der Prognose über das künftige Wohlverhalten eines Straftäters zu be achten, dass Strafrecht und Ausländer- recht unterschiedliche Ziele verfolgen. Während der S traf- und Massnahmenvollzug nebst der Sicherheitsfunktion eine resozialisierende bzw. therapeut ische Zielsetzung hat, steht für die Migrationsbehörden das Interesse der öffentlichen Ordnu ng und Sicherheit im Vordergrund, woraus sich ein im Vergleich mit den Straf- und Strafvo llzugsbehörden strengerer Beurtei- lungsmassstab ergibt (BGE 137 II 236 f. E. 5.2.2 mit Hi nweisen; Urteil 2C_1141/2012 vom 1. Mai 2013 E. 2.3). So kann z.B. aus dem Umstand, dass ein Straftäter eine Therapie erfolg- reich abgeschlossen hat, nicht bereits geschlossen werden, e s gehe (im fremdenpolizeilichen Sinne) keine Gefahr mehr von ihm aus (vgl. BGE 137 II 239 E. 5.2.4; Urteil des Bundesgerichts 2C_516/2014 vom 24. März 2015 E. 4.3.2 mit weiteren H inweisen). Im Zusammenhang mit fremdenpolizeilichen Massnahmen hat das Bundesgericht in st ändiger Praxis ausgeführt, dass ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Wegweisung b zw. Fernhaltung der ausländischen Täterschaft insbesondere bei Gewalt- und Betäubungsmitt eldelikten bestehe und bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz zum S chutz der Öffentlichkeit ausländerrecht- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich selbst ein geringes Risiko weiterer Rechtsgüterverletz ungen (Gesundheit, Leib und Leben usw.) nicht hingenommen werden müsse. Der Beschwerdeführer kann folglich aus dem zitierten Bundesgerichtsurteil, in welchem es um Fragen der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug ging, nichts zu seinen Gunsten ableiten. 7.4. In der Urteilsbegründung wird das Ausmass des verschul deten Erfolgs als erheblich bezeichnet. Es wird weiter ausgeführt, dass sich die Art und Weise der Herbeiführung des Er- folgs auf das Verschulden erhöhend auswirken. Der Beschwe rdeführer hat über eine längere Zeitspanne eine erhebliche kriminelle Energie entwickelt . Er ging äusserst professionell und planmässig vor. Durch den banden- und gewerbsmässigen Dr ogenhandel im grossen Stil ist er nicht davor zurückgeschreckt, eine erhebliche Gefährdung de r körperlichen und seelischen In- tegrität einer grossen Anzahl von Menschen zu verursachen. Sein Verschulden muss als erheb- lich qualifiziert werden. 8.1. Das AfM hat den Beschwerdeführer im Rahmen der G ewährung des rechtlichen Ge- hörs gebeten, die drei letzten Arbeitsstellen aufzulist en und anzugeben, von wann bis wann er dort angestellt gewesen sei. Die Antwort des Beschwerde führers in seinem Schreiben vom 12. Dezember 2014 lautet: “H.___ Group, I.____ - Te mporäre Tätigkeit im Jahr 2010; J.____, K.____ - Angestellt ca. 2009; L.____, Angestellt ca. 2 007 - 2008“. Gemäss Urteilsbegründung vom 30. Oktober 2014 hat der Beschwerdeführer nach sein er Einreise in die Schweiz verschie- dene Erwerbstätigkeiten ausgeübt. In der Zeit vor sein er Verhaftung sei er keiner geregelten Arbeit nachgegangen. Er bezeichne sich selbst als Hausman n. Das Einkommen der Familie werde einzig durch die Ehefrau generiert. Aufgrund di eser Angaben muss der Beschwerdefüh- rer auch als beruflich nicht integriert bezeichnet werden. 8.2. Des Weiteren bestehen gegenüber dem Beschwerdefüh rer gemäss Betreibungsregis- ter Verlustscheine in der Höhe von rund Fr. 70‘000.-- . Die Drogenfahndung hat ermittelt, dass der Beschwerdeführer zwei Wohnungen und ein Grundstück im Kosovo besitzt. Wo der grosse Gewinn aus dem Handel mit Betäubungsmitteln hingefloss en ist, konnte aufgrund der gut funk- tionierenden Organisation bis heute nicht geklärt werde n. Ob der Beschwerdeführer mit dem Gewinn diese Liegenschaften und Grundstücke finanziert hat, kann offen bleiben. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer im Kosovo zwei Wohnungen und e in Grundstück besitzt und in der Schweiz Schulden in nicht unbeachtlicher Höhe hat, las sen die in der Schweiz angehäuften Schulden noch stossender erscheinen. 8.3. Der Beschwerdeführer ist im Kosovo aufgewachsen, hat dort die Schule besucht und nach eigenen Angaben eine Lehre als Elektromonteur ab geschlossen. Er reiste im Alter von 22 Jahren im Rahmen des Familiennachzugs am 30. Januar 2004 in die Schweiz. Seit Juni 2011 befindet sich der Beschwerdeführer in Haft. Der Beschwe rdeführer hat seine Kindheit und Ju- gend und den überwiegenden Teil seines Lebens in seiner Heimat verbracht. Er befindet sich seit 12 Jahren in der Schweiz, wobei zu beachten ist, da ss er viereinhalb Jahre davon in Haft verbracht hat. Er spricht albanisch und ist mit der Sprache und Kultur seines Heimatlandes bes- tens vertraut. Im Kosovo leben gemäss eigenen Angaben d ie Mutter und eine Schwester mit dem Ehemann, welche er, seit er in der Schweiz lebt, ei nmal im Jahr für eine bis zwei Wochen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ferienhalber besuchte. Der Beschwerdeführer war in de r Schweiz nicht in einem Verein oder Club aktiv. Angaben über die Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers sind in den Akten kei- ne vorhanden. Seine sozialen Kontakte scheinen sich gemäss s einen Angaben in seiner Stel- lungnahme vom 12. Dezember 2014 weitgehend auf Landsle ute zu beschränken, da die mit Namen genannten Freunde albanische Namen tragen. Auf die Frage, ob er mit der Schweiz in besonderer Weise verbunden sei, antwortet der Beschwe rdeführer in der Stellungnahme vom 12. Dezember 2014, dass auch einige seiner Verwandten in der Schweiz leben würden. Zudem habe er Freunde hier, darunter auch Schweizer, mit wel chen er Kontakt habe. Diese Freunde hat er nie genannt, auch nicht in der Beschwerde an das Kantonsgericht. Es sind somit keine Umstände ersichtlich, die für eine soziale Integration des Beschwerdeführers sprechen. Der Beschwerdeführer ist erst als Erwachsener in die Schweiz g ereist, spricht die Sprache seiner Heimat und ist mit deren Kultur vertraut. Der Beschwer deführer pflegt zudem mit seiner Heimat noch Beziehungen und aufgrund der gesamten Umstände ist festzustellen, dass er in der Schweiz nicht sozial integriert ist. 8.4. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass der Progn ose eine zentrale Bedeutung zuzumessen sei und es sich bei ihm um einen Ersttäter handle. Der Rückfallgefahr bzw. der Wahrscheinlichkeit eines kün ftigen Wohlverhaltens kommt aus- serhalb des Anwendungsbereichs des Abkommens zwischen der Sch weizerischen Eidgenos- senschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft un d ihren Mitgliedstaaten anderer- seits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen, FZA ) vom 21. Juni 1999 keine zentrale Bedeutung zu (vgl. BGE 136 II 20 E. 4.2; Urteile des Bundesgerichts 2C_516/2014 vom 24. März 2015 E 4.3.2; 2C_84/2014 vom 8. Januar 2015 E. 4.1; 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5); insbesondere dürfen bei ausländischen Personen, welche sich wie der Beschwer- deführer nicht auf das Freizügigkeitsabkommen berufen können, im Rahmen der Interessenab- wägung auch generalpräventive Gesichtspunkte berücksichtigt werden (Urteil 2C_948/2011 vom 11. Juli 2012 E. 3.4.2 mit Hinweis). Zudem muss im Zusammenhang mit schweren Strafta- ten selbst ein relativ geringes Restrisiko nicht hingenomm en werden (BGE 139 I 20 E. 2.2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_516/2014 vom 24. März 2015 E 4.3.2). Der Beschwerdeführer kann somit aus dem in der Beschwerde zitierten Bundesgeri chtsurteil 2A.468/2000 vom 16. März 2001, in welchem es um einen EU-Bürger ging, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zudem handelte es sich im zitierten Fall, erstens – ander s als im vorliegenden Fall – um einen kleinen Drogenhändler und zweitens wertete das Bundesger icht das Verschulden des Be- schwerdeführers etwas weniger schwer ein mit der Begrün dung, dass sich – anders als im vor- liegenden Fall – der Beschwerdeführer als Schwerstsücht iger immerhin aber von jenen Tätern unterscheide, die aus rein finanziellen Beweggründen handeln würden (E. 4a/aa). Gemäss Urteilsbegründung vom 30. Oktober 2014 waren be im Beschwerdeführer weder Reue noch Einsicht auszumachen. Zudem habe er die ihm vorgew orfenen Taten weitgehend bestrit- ten; wo er Zugeständnisse gemacht habe, habe er diese st ets mit beschönigenden Elementen verknüpft. Die nun im ausländerrechtlichen Verfahren ge machte Aussage, er bereue seine Tat und sehe ein, dass er einen Fehler gemacht habe, vermag nicht zu überzeugen. Auch kann der Beschwerdeführer aus der guten Führung im Strafvollzug (siehe Verfügung der Abteilung Straf- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Massnahmenvollzug der Polizei- und Militärdirektion des Kantons G.____ vom 28. August 2015 betreffend bedingte Entlassung) nichts zu seinen Gun sten ableiten, da diese gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erwartet wird und a ngesichts der dort vorhandenen, ver- hältnismässig engmaschigen Betreuung keine verlässlichen Rücksc hlüsse auf das künftige Verhalten in Freiheit zulässt (Urteil des Bundesgerichts 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 4.3.1). Dem Argument des Beschwerdeführers, es handle sich bei ihm um einen Ersttäter kann entgegengehalten werden, dass gegen den Beschwerd eführer in Deutschland zwei Vor- strafen wegen illegaler Einreise und Verstosses gegen da s Waffengesetz vorliegen. In Anbe- tracht der grossen kriminellen Energie und des planmässi gen und organisierten Vorgehens, welche der Beschwerdeführer bei seiner während einer b eachtlichen Zeitspanne begangenen Straftaten gezeigt hat, muss das Restrisiko eines Rückfalls z umindest als relativ gering be- zeichnet werden. 9.1. Zu prüfen bleiben die Nachteile, welche sich bei einem Widerruf der Niederlassungs- bewilligung für die Familie des Beschwerdeführers und den Beschwerdeführer als Teil seiner Familie ergäben. Rechtsprechungsgemäss werden unter dem Aspekt des Ehe- und Familienle- bens die Dauer der ehelichen Beziehung und weitere Gesi chtspunkte berücksichtigt, welche Rückschlüsse auf deren Intensität zulassen (Geburt und Alte r allfälliger Kinder, Kenntnis der Tatsache, dass die Beziehung wegen der Straftat unter U mständen nicht in der Schweiz wird gelebt werden können; vgl. BGE 135 II 381 E. 4.3). 9.2. Die Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Frau und Tochter muss – soweit das trotz mehrjährigen Strafvollzugs möglich ist – als intakt bezeichnet werden. Die Ehefrau des Beschwerdeführers, die im Kosovo geboren ist und als Fün fjährige in die Schweiz kam, erklärt, für sie komme eine Rückkehr in die Heimat nicht in Frage . Sie lebe seit 25 Jahren in der Schweiz und habe sich hier einen gewissen Lebensstandard aufgebaut, den sie nicht einfach aufgeben könne. Die Aussagen der Ehefrau sind nachvoll ziehbar und verständlich, dennoch erscheint eine Rückkehr in den Kosovo nicht als a priori un zumutbar (BGE 139 I 37 E. 3.2; Ur- teil des Bundesgerichts 2C_147/2014 vom 28. September 2 014 E. 5.3). Die Ehefrau spricht albanisch und hat mit ihrem Ehemann ihr Geburtsland re gelmässig besucht. Zudem wäre auch der achtjährigen Tochter eine Ausreise in den Kosovo z umutbar, da sie in einem anpassungs- fähigen Alter ist. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschwerdeführer trotz Ehe und Tochter nicht davon hat abhalten lassen, in schwer wiegender Weise über eine längere Zeit mengen-, banden- und gewerbsmässig qualifizierten Droge nhandel zu betreiben und somit zu- mindest – anders als z.B. bei der Begehung einer einm aligen im Affekt begangenen Straftat – die Wahrscheinlichkeit in Betracht gezogen haben muss, ve rhaftet und somit von der Familie getrennt zu werden. Zudem ist zu beachten, dass aufgrun d des Strafvollzugs die Kontaktmög- lichkeiten zwischen der Ehefrau und seiner Tochter einer seits und ihm andererseits während der letzten vier Jahre (von 10. Juni 2011 bis 9. Oktober 2015) eingeschränkt waren und dass die Tochter des Beschwerdeführers von ihrem vierten bis ach ten Lebensjahr von ihrem Vater getrennt gelebt hat. Demzufolge entspricht es für die Tochter dem Normalzustand, den Alltag ohne ihren Vater zu führen. Eine Rückkehr des Vaters in den Kosovo trifft somit das Kind weni- ger stark, als wenn der Vater Tag für Tag mit ihr im se lben Haushalt gelebt hätte. Auch seine Ehefrau hat in den letzten vier Jahren den Alltag ohne ihren Ehemann leben und meistern müs- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht sen. Sollte die Ehefrau es vorziehen, mit der Tochter in der Schweiz zu bleiben, kann der Kon- takt zwischen den Eheleuten bzw. zwischen dem Vater und seiner Tochter vom Kosovo aus mit gelegentlichen Besuchen und den heute zur Verfügung ste henden Kommunikationsmitteln auf- rechterhalten werden. Dass durch die Distanz die Aufrecht erhaltung der Beziehung erschwert wird, wird nicht negiert. Dennoch wird die Aufrechter haltung der Beziehung nicht unterbunden, auch wenn die heutigen elektronischen Kommunikationsmit tel den persönlichen Kontakt kaum zu ersetzen vermögen. In wirtschaftlicher Hinsicht gilt zu berücksichtigen, dass der Beschwer- deführer im Kosovo über zwei Wohnungen verfügt, womit die Familie über eine Bleibe oder ent- sprechende Mietzinseinnahmen verfügen würde. 10. Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Beschwerd e, eventualiter sei festzustellen, dass Wegweisungsvollzugshindernisse bestehen würden und es sei dem SEM zu beantragen, die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers anzuordnen. Der Beschwerdeführer begründet dies damit, dass die Lage im Kosovo sowohl hinsichtlich de r ökonomischen Umstände als auch der Sicherheit prekär wären, weshalb eine Wegweisung n icht zulässig und nicht zumutbar sei. Weitere Begründungen für diesen Antrag führt er keine an. Die Republik Kosovo ist kein Gebiet, in welchem eine Rückkehr aufgrund der dortigen Sicherhe it unzulässig oder unzumutbar wäre. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer besuchsweise imme r wieder in den Kosovo reiste, unterstreicht auch, dass in Bezug auf die Sicherheit ke ine Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit der Rückkehr vorliegt. Auch vermag die wirtschaftliche Sit uation im Kosovo keine Unzumutbar- keit oder Unmöglichkeit der Rückführung begründen. 11. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdefü hrer schwere Straftaten begangen hat und ihn dabei ein schweres Verschulden tr ifft. Obwohl der Beschwerdeführer mittlerweile rund 12 Jahre in der Schweiz verbracht hat, wovon jedoch lediglich sechseinhalb Jahre in Freiheit, hat er seine Kindheit und Jugend und damit den grösseren Teil seines Lebens im Kosovo verbracht und ist mit der dortigen Sprache un d Kultur vertraut und verfügt dort zu- mindest über seine Mutter und Schwester und seinen Sch wager. Er hat gemäss eigenen Anga- ben auch eine berufliche Ausbildung. Der Beschwerdefüh rer ist noch jung und gesund und be- sitzt in seiner Heimat zwei Wohnungen und ein Grundstück. In der Schweiz ist der Beschwerde- führer weder beruflich noch sozial integriert. Gegen ihn liegen Verlustscheine in der Höhe von rund Fr. 70‘000.-- vor. Die Rückkehr in den Kosovo würde seine Ehefrau und Tochter zwar schmerzlich treffen, ist jedoch nicht unzumutbar. Sollte sich die Ehefrau entscheiden, in der Schweiz zu bleiben, so kann mittels regelmässiger Besuche und moderner Kommunikationsmit- tel der Kontakt aufrechterhalten werden. Die öffentli chen Interessen an der Beendigung des Aufenthalts des Beschwerdeführers in der Schweiz überwiegen die privaten Interessen des Be- schwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Damit erwe isen sich der Widerruf der Niederlas- sungsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung a us der Schweiz als verhältnismäs- sig. 12. Der Regierungsrat hat entsprechend den rechtlichen A nforderungen die öffentlichen Interessen, die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration im Rahmen einer um- fassenden Interessenabwägung berücksichtigt. Anhaltspunkte dafür, dass er das ihm zu- stehende Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hätte, be stehen ausserdem keine. Demzufolge Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann dem Vorwurf des Beschwerdeführers, der Regierungsrat habe seine Beschwerde im Sin- ne eines Automatismus (allein) gestützt auf dessen Verurt eilung zu einer längerfristigen Frei- heitsstrafe, abgewiesen, nicht gefolgt werden. Der Wid erruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, was zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerd e führt. Dem Beschwerdeführer ist eine neue Ausreisefrist von 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils anzusetzen. 13. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahr ens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgerich t kostenpflichtig. Die Verfahrenskos- ten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten un d werden in der Regel der unter- liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'400.-- dem unterlegenen Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die Parteikosten werden nach § 21 VPO wettgeschlagen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- verrechnet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 18. März 2016 beim Bundesgericht Beschwerde erhoben (2C_260/2016).