<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">1P.502/1999/boh </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG</i> </div> <div class="para"> ********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>17. Februar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Nay, präsidierendes Mitglied </div> <div class="para">der I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter </div> <div class="para">Féraud, Bundesrichter Favre und Gerichtsschreiber Störi. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Eduard W a g n e r</u>, Stansstaderstrasse 98, Stans, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Urs Peter </div> <div class="para">Zelger, Alter Postplatz 2, Postfach, Stans, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>S o n n e n r a i n AG</u>, Stansstaderstrasse 98, Stans, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno </div> <div class="para">Geiser, Turmatt 10, Stans, </div> <div class="para"> <u>Politische Gemeinde S t a n s</u>, vertreten durch den </div> <div class="para">Gemeinderat, </div> <div class="para"> <u>Baudirektion des Kantons N i d w a l d e n</u>, </div> <div class="para"> <u>Verwaltungsgericht des Kantons N i d w a l d e n</u>, </div> <div class="para">Verwaltungsabteilung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para">Gestaltungsplan, </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para"> Der Gemeinderat Stans hob am 24. Juni 1996 den am </div> <div class="para">1. Februar 1982 festgesetzten und am 2. Mai 1986 geänderten </div> <div class="para">Gestaltungsplan "Hansmatt Nord-Ost" auf. Eduard Wagner, </div> <div class="para">Eigentümer von zwei an der Stansstaderstrasse gegenüber dem </div> <div class="para">Gestaltungsplan-Gebiet gelegenen Grundstücken, erhob gegen </div> <div class="para">diese Verfügung Einsprache mit dem Antrag, es sei sicherzu- </div> <div class="para">stellen und im Grundbuch vorzumerken, dass eine Übernutzung </div> <div class="para">der vom Gestaltungsplan erfassten Grundstücke Nrn. 1'123, </div> <div class="para">5'202, 1'301 und 1'132 verhindert werde, eventuell sei der </div> <div class="para">Gestaltungsplan "Hansmatt Nord-Ost" in Bezug darauf auf- </div> <div class="para">rechtzuerhalten oder subeventuell sei für die Erstellung von </div> <div class="para">Bauprojekten darauf ein Gestaltungsplan vorzuschreiben. Der </div> <div class="para">Gemeinderat Stans wies die Einsprache am 7. Oktober 1996 ab, </div> <div class="para">bestätigte die Planaufhebung und beantragte deren Genehmi- </div> <div class="para">gung durch die Baudirektion des Kantons Nidwalden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Baudirektion hiess am 23. September 1997 eine </div> <div class="para">Beschwerde Eduard Wagners gegen den Einsprache-Entscheid vom </div> <div class="para">7. Oktober 1996 teilweise gut. Sie stellte fest, der Ge- </div> <div class="para">staltungsplan "Hansmatt Nord-Ost" vom 1. Februar 1982 sei </div> <div class="para">mangels Genehmigung durch den Regierungsrat nie rechtsgültig </div> <div class="para">geworden, weshalb seine Aufhebung durch die zuständige Be- </div> <div class="para">hörde hinfällig werde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden wies </div> <div class="para">die gegen diesen Beschluss gerichtete Beschwerde Eduard </div> <div class="para">Wagners mit Urteil vom 23. März 1998 ab. Es erwog, nach dem </div> <div class="para">am 1. Juli 1995 geltenden § 202 der kantonalen Bauverordnung </div> <div class="para">(vom 19. April 1990, aBauV90) seien alle Gestaltungspläne, </div> <div class="para">die bis dahin in Kraft waren, an diesem Tage ausser Kraft </div> <div class="para">gesetzt. "Da der Gestaltungsplan "Hansmatt Nord-Ost" am </div> <div class="para">1. Juli 1995 auf jeden Fall nicht in Kraft blieb und auch </div> <div class="para">später nicht nach neuem Recht bewilligt und genehmigt wurde, </div> <div class="para">besteht heute gewiss kein Gestaltungsplan "Hansmatt Nord- </div> <div class="para">Ost" mehr". </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Auf Beschwerde Eduard Wagners hin hob das Bundesge- </div> <div class="para">richt dieses Urteil am 14. Juli 1998 wegen Verletzung der </div> <div class="para">Begründungspflicht (<span class="artref">Art. 4 aBV</span>) auf. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> Mit Urteil vom 22. Februar 1999, welches es am </div> <div class="para">30. Juli 1999 versandte, wies das Verwaltungsgericht die Be- </div> <div class="para">schwerde Eduard Wagners erneut ab. Es erwog, es habe bereits </div> <div class="para">in früheren Urteilen in dieser Sache festgestellt, dass der </div> <div class="para">ursprüngliche Gestaltungsplan "Hansmatt Nord-Ost" nicht des- </div> <div class="para">wegen unverbindlich bzw. wirkungslos gewesen sei, weil ihn </div> <div class="para">der Regierungsrat nicht genehmigt habe; zudem habe es in der </div> <div class="para">regierungsrätlichen Genehmigung vom 22. Februar 1988 der </div> <div class="para">Planänderung vom 2. Mai 1986 eine stillschweigende Genehmi- </div> <div class="para">gung des Planes gesehen. Nach § 202 aBauV90 seien altrecht- </div> <div class="para">liche Gestaltungspläne noch längstens 5 Jahre nach dem In- </div> <div class="para">Kraft-Treten der aBauV90 in Kraft gewesen. Der Regierungsrat </div> <div class="para">habe mit Beschluss vom 2. Juli 1990 festgestellt, dass die </div> <div class="para">aBauV90 am 28. Juni 1990 in Kraft getreten sei. Somit habe </div> <div class="para">der Gestaltungsplan "Hansmatt Nord-Ost" längstens bis zum </div> <div class="para">28. Juni 1995 gegolten und sei am 29. Juni 1995 von Gesetzes </div> <div class="para">wegen ausser Kraft gesetzt worden. Die Ausserkraftsetzung </div> <div class="para">des Gestaltungsplanes sei grundsätzlich mit seiner Vernich- </div> <div class="para">tung identisch, er habe daher nicht wieder aufleben können. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit der Änderung der aBauV vom 5. Juli 1995, in </div> <div class="para">Kraft getreten am 15. September 1995 (aBauV95), seien die </div> <div class="para">§§ 202, 202a, 202b und 202c aBauV95 betreffend die Über- </div> <div class="para">prüfung der Gestaltungspläne eingeführt worden. Nach § 202 </div> <div class="para">aBauV95 habe der Gemeinderat alle altrechtlichen, noch nicht </div> <div class="para">dem neuen Recht angepassten Gestaltungspläne zu überprüfen </div> <div class="para">und zu entscheiden, ob sie aufzuheben oder weiterzuführen </div> <div class="para">seien. Für das Verfahren habe § 202a Abs. 1 aBauV95 auf die </div> <div class="para">Art. 99-101 des Baugesetzes (vom 24. April 1988, BauG) ver- </div> <div class="para">wiesen. Diese Regelung sei dann auch in die Bauverordnung </div> <div class="para">vom 3. Juli 1996 (in Kraft seit dem 1. Oktober 1996; BauV) </div> <div class="para">für sämtliche vor dem 1. Juli 1990 erlassenen, noch nicht </div> <div class="para">dem BauG angepassten Gestaltungspläne übernommen worden </div> <div class="para">(§§ 96 ff. BauV). Sie wolle somit rückwirkend angewendet </div> <div class="para">werden auf Gestaltungspläne, die im Zeitpunkt ihres In- </div> <div class="para">Kraft-Tretens nicht mehr bestanden hätten. Nach Art. 5 der </div> <div class="para">Kantonsverfassung vom 10. Oktober 1965 (KV) seien indessen </div> <div class="para">rückwirkende Gesetze, die den Privaten neue Belastungen auf- </div> <div class="para">erlegten, unzulässig. Mit dem Dahinfallen des Gestaltungs- </div> <div class="para">planes "Hansmatt Nord-Ost" seien auch die damit verbundenen </div> <div class="para">Eigentumsbeschränkungen ausser Kraft gesetzt worden. Würde </div> <div class="para">er nachträglich wieder in Kraft gesetzt, würden auch diese </div> <div class="para">wieder aufleben und damit dem Grundeigentümern neue Belas- </div> <div class="para">tungen auferlegt, was mit Art. 5 KV nicht vereinbar sei. </div> <div class="para">Diese Regelung sei daher verfassungswidrig und damit auf den </div> <div class="para">Gestaltungsplan "Hansmatt Nord-Ost" nicht anwendbar, weshalb </div> <div class="para">sich die Beschwerde als unbegründet erweise. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>C.- </u> </div> <div class="para"> Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 1. September </div> <div class="para">1999 wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs, Willkür und </div> <div class="para">Rechtsverweigerung beantragt Eduard Wagner, das Urteil des </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtes vom 22. Februar 1999 aufzuheben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Gemeinderat Stans beantragt mit seiner Vernehm- </div> <div class="para">lassung, die Beschwerde abzuweisen. Das Verwaltungsgericht </div> <div class="para">verweist auf sein Urteil und verzichtet auf weitere Stel- </div> <div class="para">lungnahme. Die Sonnenrain AG beantragt, die Beschwerde abzu- </div> <div class="para">weisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Auf die Beschwerde ist aus den gleichen Gründen und </div> <div class="para">im gleichen Umfang einzutreten wie beim Urteil des Bundesge- </div> <div class="para">richts vom 14. Juli 1998. An der Legitimation des Beschwer- </div> <div class="para">deführers hat sich nichts geändert. Es erübrigt sich des- </div> <div class="para">halb, sie neu zu prüfen, obwohl sie von der Beschwerdegeg- </div> <div class="para">nerin "vorsorglich" bestritten wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer wirft dem Verwaltungsgericht </div> <div class="para">erneut vor, seine Begründungspflicht verletzt zu haben, in- </div> <div class="para">dem es für die Darstellung des Sachverhaltes praktisch aus- </div> <div class="para">schliesslich auf den Entscheid der Baudirektion vom 23. Sep- </div> <div class="para">tember 1997 verwiesen habe, welcher den Sachverhalt zu knapp </div> <div class="para">wiedergebe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Bundesgericht hat diese Rüge bereits in seinem </div> <div class="para">Entscheid vom 14. Juli 1998 als unbegründet zurückgewiesen </div> <div class="para">(E. 2c). Darauf ist zu verweisen (<span class="artref">Art. 36a Abs. 3 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts erlosch die </div> <div class="para">Rechtskraft des Gestaltungsplanes "Hansmatt Nord-Ost" am </div> <div class="para">29. Juni 1995 von Gesetzes wegen und konnte auch vom Gesetz- </div> <div class="para">bzw. Verordnungsgeber wegen des strikten Rückwirkungsver- </div> <div class="para">botes von Art. 5 KV nachträglich nicht wieder in Kraft ge- </div> <div class="para">setzt werden. Der Beschwerdeführer rügt diese Auslegung des </div> <div class="para">kantonalen Rechts als willkürlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Willkürlich ist ein Entscheid, der mit der tat- </div> <div class="para">sächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm </div> <div class="para">oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt </div> <div class="para">oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider- </div> <div class="para">läuft. Dabei genügt es nicht, dass die Begründung unhaltbar </div> <div class="para">ist, der Entscheid muss sich vielmehr im Ergebnis als will- </div> <div class="para">kürlich erweisen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-I-166%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page166">BGE 125 I 166</a> E. 2a S. 168<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-247%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page247">124 I 247</a></span> E. 5 </div> <div class="para">S. 250, je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bie- </div> <div class="para">tet das aus <span class="artref">Art. 4 aBV</span> abgeleitete Rückwirkungsverbot grund- </div> <div class="para">sätzlich nur Schutz vor der Anwendung einer gesetzlichen </div> <div class="para">Ordnung, die an ein Ereignis anknüpft, das vor deren Erlass </div> <div class="para">abgeschlossen worden ist. Eine unerlaubte Rückwirkung liegt </div> <div class="para">hingegen nicht vor, wenn der Gesetzgeber auf Verhältnisse </div> <div class="para">abstellt, die zwar unter der Herrschaft des alten Rechts </div> <div class="para">entstanden sind, beim Inkrafttreten des neuen Rechts aber </div> <div class="para">noch andauern. Es ist somit nicht verboten, zeitlich offene </div> <div class="para">Dauersachverhalte für die Zukunft neuen Rechtsfolgen zu </div> <div class="para">unterstellen, sofern dem nicht wohlerworbene Rechte entge- </div> <div class="para">genstehen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-113%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page113">BGE 122 II 113</a> E. 3b/dd S. 124 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Nach der Auffassung des Verwaltungsgerichts im </div> <div class="para">angefochtenen Entscheid war die Überbaubarkeit des Gestal- </div> <div class="para">tungsplan-Gebietes bis zum 29. Juni 1995 vom Gestaltungsplan </div> <div class="para">"Hansmatt Nord-Ost" geregelt. Nach dessen Dahinfallen galten </div> <div class="para">die allgemeinen Bau- und Zonenvorschriften, bis mit den am </div> <div class="para">15. September 1995 in Kraft getretenen §§ 202, 202a, 202b </div> <div class="para">und 202c aBauV95 die Gemeinderäte verpflichtet wurden, alle </div> <div class="para">altrechtlichen, noch nicht dem neuen Recht angepassten Ge- </div> <div class="para">staltungspläne zu überprüfen und zu entscheiden, ob sie auf- </div> <div class="para">zuheben oder in Kraft zu lassen seien. Für das Verwaltungs- </div> <div class="para">gericht stellt diese Übergangsregelung eine verfassungs- </div> <div class="para">rechtliche verpönte Rückwirkung dar, weil der Gestaltungs- </div> <div class="para">plan "Hansmatt Nord-Ost" im Zeitpunkt ihrer In-Kraft-Setzung </div> <div class="para">bereits dahingefallen war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Die Auffassung des Verwaltungsgerichts, die </div> <div class="para">allfällige Wieder-In-Kraft-Setzung des altrechtlichen Ge- </div> <div class="para">staltungsplanes "Hansmatt Nord-Ost" stelle eine verfassungs- </div> <div class="para">rechtlich verpönte Rückwirkung dar, ist offensichtlich un- </div> <div class="para">haltbar. Eine Rückwirkungsproblematik im Sinne von <span class="artref">Art. 4 </span></div> <div class="para">aBV und Art. 5 KV ist darin schlechterdings nicht erkennbar: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Nach den §§ 202 ff. aBauV95 hat der Gemeinderat zu </div> <div class="para">prüfen, wie die (ehemaligen) Gestaltungsplan-Gebiete - und </div> <div class="para">zwar für die Zukunft - bau- und zonenrechtlich behandelt </div> <div class="para">werden sollen, ob sie, vorbehaltlos oder mit gewissen Anpas- </div> <div class="para">sungen, den allgemeinen Bau- und Zonenvorschriften zu unter- </div> <div class="para">stellen oder ob sie weiterhin einem besonderen Gestaltungs- </div> <div class="para">plan zu unterwerfen seien. Selbst wenn der Gemeinderat zum </div> <div class="para">Schluss kommen sollte, den altrechtlichen Zonenplan tel quel </div> <div class="para">ins neue Recht zu überführen bzw. wieder aufleben zu lassen, </div> <div class="para">so würde darin keine Rückwirkung im Sinne von <span class="artref">Art. 4 BV</span> bzw. </div> <div class="para">Art. 5 KV liegen, sondern eine für die Zukunft geltende Än- </div> <div class="para">derung der bau- und zonenrechtlichen Bestimmungen, wie sie </div> <div class="para">unter dem Vorbehalt wohlerworbener Rechte ohne weiteres zu- </div> <div class="para">lässig ist (vorn E. 3b). Der Umstand, dass der Erlass der </div> <div class="para">Übergangsregelung von §§ 202 ff. aBauV95 (wenig koordiniert) </div> <div class="para">erst nach dem Dahinfallen des altrechtlichen Gestaltungs- </div> <div class="para">plans "Hansmatt Nord-Ost" erfolgte, ändert daran grundsätz- </div> <div class="para">lich nichts, sondern hat nur zur Folge, dass die auf das </div> <div class="para">Gebiet des ehemaligen Gestaltungsplans "Hansmatt Nord-Ost" </div> <div class="para">anwendbare baurechtliche Ordnung allenfalls innert kurzer </div> <div class="para">Zeit zweimal geändert wird. Von einer rückwirkenden Anwen- </div> <div class="para">dung baurechtlicher Bestimmungen kann indessen keine Rede </div> <div class="para">sein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> a) Sind aber die §§ 202 ff. aBauV95 sowie die </div> <div class="para">§§ 96 ff. BauV nicht wegen des Rückwirkungsverbotes verfas- </div> <div class="para">sungswidrig, so war der Gemeinderat Stans gehalten, über das </div> <div class="para">weitere bau- und zonenrechtliche Schicksal des ehemaligen </div> <div class="para">Gestaltungsplan-Gebietes zu befinden, selbst wenn die Auf- </div> <div class="para">hebung des Gestaltungsplanes "Hansmatt Nord-Ost" unnötig </div> <div class="para">war, weil er im damaligen Zeitpunkt (am 24. Juni bzw. am </div> <div class="para">7. Oktober 1996) nach der Auffassung der Baudirektion und </div> <div class="para">des Verwaltungsgerichtes bereits nicht mehr in Kraft war. In </div> <div class="para">der Sache ergibt sich aus diesem Entscheid ebenso wie aus </div> <div class="para">demjenigen der Baudirektion, dass für dieses Gebiet zukünf- </div> <div class="para">tig die allgemeinen bau- und zonenrechtlichen Vorschriften </div> <div class="para">gelten sollen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer verlangte in der Sache, dass </div> <div class="para">die noch zulässigen Nutzungen dieses Gebietes einlässlich </div> <div class="para">geregelt würden, da er befürchtet, dass sonst in Zukunft </div> <div class="para">Flächen, deren Ausnutzung bereits für bestehende Bauten aus- </div> <div class="para">geschöpft wurde, für neue Bauvorhaben wiederum herangezogen </div> <div class="para">werden könnten. Das halten Gemeinderat und Baudirektion für </div> <div class="para">unnötig, weil dem Gemeinderat die bisherige Überbauung des </div> <div class="para">Gestaltungsplan-Gebietes bekannt sei und er aufgrund seiner </div> <div class="para">Akten in der Lage sei, bei allfälligen neuen Baugesuchen zu </div> <div class="para">verhindern, dass Grundstücksflächen, deren Ausnutzung be- </div> <div class="para">reits in bestehenden Gebäuden realisiert worden sei, erneut </div> <div class="para">für die Berechnung der noch zulässigen Ausnutzung herange- </div> <div class="para">zogen würden. Diese Streitfrage wird das Verwaltungsgericht </div> <div class="para">bei seinem neuen Entscheid in dieser Sache materiell zu ent- </div> <div class="para">scheiden haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheis- </div> <div class="para">sen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des </div> <div class="para">Verfahrens hat die Beschwerdegegnerin die Kosten zu tragen </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). Ausserdem hat sie dem anwaltlich ver- </div> <div class="para">tretenen Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädi- </div> <div class="para">gung zu bezahlen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/159/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/159/1" type="start"></artref>Art. 159 Abs. 1 und 2 OG</span><artref id="CH/173.110/159/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf </div> <div class="para">einzutreten ist, und der angefochtene Entscheid des Verwal- </div> <div class="para">tungsgerichts des Kantons Nidwalden vom 22. Februar 1999 </div> <div class="para">aufgehoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird der Be- </div> <div class="para">schwerdegegnerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer für </div> <div class="para">das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientschädigung </div> <div class="para">von Fr. 2'000.-- zu bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird den Parteien, der Politischen </div> <div class="para">Gemeinde Stans sowie der Baudirektion und dem Verwaltungsge- </div> <div class="para">richt des Kantons Nidwalden, Verwaltungsabteilung, schrift- </div> <div class="para">lich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 17. Februar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>