25. November 1991 N 2095 Energiepolitische Fragen. Parlamentarische Vorstösse Kantone für dieses Investitionsprogramm - ich denke an Ge- bäude, an Tarife - einsetzen. Es fanden Gespräche mit den Gemeinden statt, um auch die Gemeinden zu animieren, beim Vollzug mitzuhelfen; denn die Umsetzung dieser Ideen muss in erster Linie durch die Gemeinden erfolgen. Sie kennen bei- spielsweise das Energieprojekt der Stadt Schaffhausen - wie auch solche anderer Städte -, das nicht zuletzt dank dem Pro- gramm «Energie 2000» ausgelöst wurde. Es ging ferner darum, auch Private und die Wirtschaft zum Mit- machen - freiwillig, marktkonform und mit eigenen Aktionen für dieses Programm «Energie 2000» - zu motivieren. Der Bundesrat hat all diese Aktivitäten im Februar 1991 - im Rahmen des Konzeptes «Energie 2000» - unterstützt Sie ha- ben bereits im September 1991 eine erste Bilanz, einen ersten Jahresbericht über «Energie 2000», vorgelegt erhalten. Mit der Unterstützung der Parteien, der Kantone, der privaten Organisationen und sicher auch mit Ihrer Unterstützung wol- len wir eben diese Moratoriumsfrist in der Energiepolitik sinn- voll nutzen. Wir alle müssen auf die Ziele von «Energie 2000» hinarbeiten. Wenn das nicht gelingt, wenn wir nicht bereit sind, diese Ziele zu akzeptieren und dann die Mittel für die Errei- chung dieser Zielsetzung bereitzustellen, dann werden wir die hochgesteckten, in der Folge genannten Ziele nicht erreichen können: 1. mindestens eine Stabilisierung der CO2-Emissionen in den Jahren zwischen 1990 und 2000 und nachher eine Reduktion; 2. eine Stabilisierung des Gesamtverbrauchs der fossilen Energien bis ins Jahr 2000; 3. eine Verringerung der Wachstumsraten des Elektrizitätsver- brauchs in den neunziger Jahren und eine Stabilisierung der Elektrizitätsnachfrage ab dem Jahr 2000; 4. eine spürbare Steigerung des Beitrags der erneuerbaren Energien zur Energieversorgung. Ohne die konkreten Massnahmen von «Energie 2000» sind - ich sage es noch einmal, weil das sehr, sehr wichtig ist-diese Ziele nicht zu erreichen. Ein voller Einsatz ist auf allen Ebenen nötig, auf der Ebene des Bundes, der Kantone, der Gemein- den und natürlich der Privaten, wobei hier natürlich auch die Wirtschaft angesprochen ist Sie wissen, dass der Energienutzungsbeschluss bereits am 1. Mai 1991 in Kraft getreten ist, also gut sieben Monate nach der Volksabstimmung. Ich darf für einmal sagen, dass diese Inkraftsetzung fast einen helvetischen Rekord darstellt. Ich möchte dem Parlament für die Unterstützung in dieser Sache danken. Vermutlich wird der Bundesrat die Verordnung zu die- sem Energienutzungsbeschluss im Frühjahr des nächsten Jahres-am1. Februar oder 1. März-in Kraft setzen können. Ich möchte Sie bitten, uns in all diesen Anstrengungen zur Erreichung des Programms «Energie 2000» - vor allem der Ziele - zu unterstützen. Wir haben im ersten Jahr viel gearbei- tet, wir haben viel versucht Das Umsetzen muss uns jetzt noch gelingen. Hier müssen die Räte vermehrt mithelfen. Viel Kno- chenarbeit ist noch zu leisten, viel Knochenarbeit wartet auf Sie. Ich bitte Sie, das zu beachten. #ST# 90.735 Motion der sozialdemokratischen Fraktion Energiepolitischer Aktionsplan Motion du groupe socialiste Politique énergétique. Mesures envisagées Wortlaut der Motion vom 26. September 1990 Nach Annahme der Moratoriums-initiative durch Volk und Stände laden wir den Bundesrat ein, umgehend einen ener- giepolitischen Aktionsplan zu erarbeiten. Der Aktionsplan muss mindestens folgende Bereiche und Massnahmen umfassen: 1. Energiepolitisches Gesetzgebüngsprogramm (inhaltlich und zeitlich), namentlich bezüglich Energienutzungsbe- schluss, Energiegesetz, Energieabgabe und Tarifgrundsätze. 2. Ausbau der Impulsprogramme zur rationellen Energienut- zung sowie Verbindlicherklärung der Richtlinien des EVED vom Mai 1989 betreffend leitungsgebundene Energien. 3. Erweiterung der Rahmenkredite für Pilot- und Demonstrati- onsanlagen zur Anwendung einheimischer, umweltverträgli- cher Energieträger sowie konsequente Förderung alternativer Energien, vorab im Bereich der Sonnenenergie. 4. Konkrete Zielsetzung und Massnahmenplan zur Senkung des Energieverbrauchs der gesamten Bundesverwaltung (z. B. Stabilisierung des Verbrauchs innerhalb von 5 Jahren, danach Verbrauchssenkung von 1 Prozent pro Jahr). 5. Unterstützung der Kantone bei ihren eigenen Bemühungen um die rationelle Energienutzung. 6. Oeffentliche Auszeichnung von vorbildlichen Projekten der rationellen Energienutzung und der Anwendung alternativer Energieträger im Sinne von gezielter statt diffuser Motivation. 7. Richtlinien für Leistungsaufträge für die Elektrizitätsversor- gungsunternehmungen. 8. Strikte Beschränkung der kerntechnischen Forschung auf Sicherheitsaspekte der bestehenden AKW und Sistierung aller anderen Kernenergie-Forschungsprogramme. 9. Auflage an die schweizerische Elektrizitätswirtschaft, die Beteiligungen an ausländischen AKW strikte auf dem Stand 23. September 1990 zu plafonieren. 10. Aufstockung des Stillegungsfonds sowie Erhöhung der Haftpflicht bei Kernenergieunfällen. Texfe de la motion du 26 septembre 1990 Après l'acceptation par le peuple et les cantons de l'initiative sur le moratoire, nous chargeons le Conseil fédéral d'élaborer immédiatement un programme de mesures de politique éner- gétique. Ce programme doit couvrir au moins les domaines et les me- sures suivantes: 1. Elaborer un programme législatif touchant la politique éner- gétique (contenu et calendrier), concernant notamment un ar- rêté sur l'utilisation de l'énergie, une loi sur l'énergie, une rede- vance sur l'énergie et des principes tarifaires. 2. Développer les programmes d'impulsion pour une utilisa- tion rationnelle de l'énergie et déclarer contraignantes les re- commandations du DFTCE de mai 1989 concernant les tarifs des énergies de réseau. 3. Augmenter les crédits de programme destinés aux installa- tions pilotes et de démonstration pour l'utilisation d'agents énergétiques indigènes peu polluants; encourager systémati- quement le développement d'énergies de substitution, no- tamment de l'énergie solaire. 4. Fixer des objectifs concrets et un programme de mesures pour diminuer la consommation d'énergie dans toute l'admi- nistration fédérale (stabiliser la consommation dans les 5 ans, puis la diminuer de 1 pour cent par an). 5. Encourager les efforts des cantons en vue d'une utilisation rationnelle de l'énergie. 6. Récompenser officiellement les auteurs de projets nova- teurs d'utilisation rationnelle de l'énergie et d'utilisation d'agents énergétiques de substitution afin d'encourager une motivation systématique et pas simplement diffuse. 7 Edicter des directives fixant les mandats de prestations des entreprises électriques. 8. Limiter strictement la recherche en matière de technique nu- cléaire aux aspects touchant la sécurité des centrales atomi- ques existantes et suspendre tous les autres projets de recher- che touchant l'énergie nucléaire. 9. Imposer à l'industrie suisse de l'électricité de plafonner strictement ses participations dans les centrales atomiques étrangères au niveau du 23 septembre 1990. 10. Augmenter le fond de désaffectation ainsi que la responsa- bilité civile en cas d'accident nucléaire. Sprecherin-Porte-parole: Mauch UrsulaPolitique énergétique. Interventions parlementaires 2096 N 25 novembre 1991 Schriftliche Begründung Das Abstimmungswochenende vom 23. September 1990 hat mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass die Bevölkerung eine Um- orientierung der Energiepolitik will. Für Bundesrat und Parla- ment ist das Auftrag und Verpflichtung. Insbesondere muss die zehnjährige Moratoriumsfrist genutzt werden, um die Ver- brauchszunahme bei allen umweltbelastenden Energieträ- gern zu dämpfen, die rationelle Energienutzung stark zu för- dern und dem Einsatz regenerierbarer, umweltfreundlicher Energieträger auf breiter Basis zum Durchbruch zu verhelfen. Zu diesem Zweck soll der Bundesrat möglichst rasch einen energiepolitischen Aktionsplan erarbeiten und dem Parlament zur Kenntnis bringen. Développement par écrit Les résultats de la votation du 23 septembre 1990 ont montré sans équivoque possible que le peuple veut un changement de politique en matière d'énergie. Pour le Conseil fédéral et le Parlement, c'est un mandat impératif. Il faut notamment utiliser le moratoire de dix ans pour freiner l'accroissement de consommation de tous les agents énergétiques polluants, pour encourager résolument l'utilisation rationnelle de l'éner- gie et aider à la percée des énergies renouvelables et peu pol- luantes. Dans ce but, le Conseil fédéral doit élaborer le plus ra- pidement possible un programme de mesures de politique énergétique et en informer le Parlement. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates (Siehe oben) Die zehn Punkte der Motion werden im Teil II unserer Stellung- nahme wie folgt behandelt: 1: Ziffern 3, 6,16,17; 2: Ziffern 11, 17; 3: Ziffern 10, 12; 4: Ziffer 4; 5: Ziffer 7; 6: Ziffer 3 (flankie- rende Massnahmen); 7: Ziffer 8; 8: Ziffer 10; 9: Ziffer 8; 10: Zif- fer 5. Rapport écrit du Conseil fédéral (Voir ci-devant) Les dix points de la motion sont repris ainsi dans la partie II de notre réponse: 1: chiffres 3, 6, 16, 17; 2: chiffres 11, 17; 3: chiffres 10, 12; 4: chiffre 4; 5: chiffre 7; 6: chiffre 3 (mesures connexes); 7: chiffre 8; 8: chiffre 10; 9: chiffre 8; 10: chiffre 5. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Der Bundesrat beantragt, die Motion in den Punkten 1,4,6-9 in ein Postulat umzuwandeln; in Punkt 2 bezüglich Impulspro- gramme entgegenzunehmen und bezüglich Verbindlichkeits- erklärung der EVED-Empfehlungen vom Mai 1989 über die Ta- rifpolitik in ein Postulat umzuwandeln; in Punkt 3 bezüglich Pi- lot- und Demonstrationsanlagen anzunehmen und bezüglich Förderung alternativer Energien (vorab Sonnenenergie) in ein Postulat umzuwandeln; in Punkts anzunehmen; in Punkt 10 abzulehnen. Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postu- lat aux points 1,4,6-9; au point 2 d'accepter ce qui a trait aux programmes d'impulsions et de transformer la motion en pos- tulat pour ce qui est des recommandations tarifaires rendues contraignantes; au point 3 d'accepter la motion pour ce qui a trait aux installations pilotes et de démonstration, mais de la transformer en postulat pour ce qui est de la promotion des énergies de substitution (surtout l'énergie solaire); au point 5 d'accepter la motion; au point 10, de la rejeter. Punkt 1 -Point 1 Ueberwiesen a/s Postulat - Transmis comme postulat Punkt 2 Teil 1: Impulsprogramme Point 2 partie 1: Programmes d'impulsion Ueberwiesen - Transmis Punkt 2 Teil 2: Empfehlungen über die Tarifpolitik Point 2 partie 2: Recommandations tarifaires Ueberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat Punkts Teil 1: Pilot- und Demonstrationsanlagen Point 3 partie 1: Installations pilotes et de démonstration Ueberwiesen - Transmis Punkt 3 Teil 2: Förderung alternativer Energien Point 3 partie 2: Promotion des énergies de substitution Ueberwiesen als Postulat-Transmis comme postulat Punkt 4-Point 4 Ueberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat Punkt 5-Point 5 Ueberwiesen - Transmis Punkte 6,7- Points 6, 7 Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat Punkt 8-Point 8 Siehe Seite 2102 hiernach - Voi r page 2102 ci-après Punkt 9-Point 9 Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat Punkt 10-Point 10 Abgelehnt - Rejeté #ST# 90.810 Motion der grünen Fraktion Energiepolitische Massnahmen Motion du groupe écologiste Politique énergétique. Programme d'action Wortlaut der Motion vom 4. Oktober 1990 Der Bundesrat wird eingeladen, nach dem überwältigenden Mehr für den Energieartikel und der Annahme der Moratori- ums-initiative, die laut Bundesrat «der erste Schritt zum Aus- stieg» ist, den beiden Räten gestützt auf die Erkenntnisse der Eges-Studien raschmöglichst einen energiepolitischen Mass- nahmenkatalog und einen Zeitplan vorzulegen, der in den nächsten zehn Jahren eine schrittweise Senkung des Gesamt- energieverbrauchs zum Ziele hat. Dabei sind folgende Rahmenbedingungen zu setzen: - die Ziele der Luftreinhalte-Verordnung sind durchzusetzen, - der von der Schweiz produzierte Anteil an CCylmmissionen ist zu reduzieren, wobei die internationalen Empfehlungen als Minimum zu betrachten sind, - die Importe von elektrischer Energie müssen verringert wer- den, -erneuerbare Alternativ-Energien sind konsequent zu för- dern, - eine dezentrale Energieversorgung ist anzustreben, - die in den Eges-Szenarien für den Ausstieg vorgeschlage- nen Sparmassnahmen sind in die Tat umzusetzen, - die Forschungsgelder zugunsten der Atomenergie sind wei- testgehend für die Erforschung alternativer Energien, insbe- sondere der Solartechnologie, umzulenken, - im Rahmen der bestehenden verfassungsmässigen Kompe- tenzen (Art. 24quater BV) sind bei der elektrischen Energie raschmöglichst Tarifgrundsätze einzuführen, - es ist eine Energieabgabe mit Lenkungsfunktion einzufüh- ren, welche geeignet ist, den Energiekonsum zu reduzieren. Lieber die Fortschritte und die Entwicklung der Energiepolitik hat der Bundesrat dem Parlament jährlich Bericht zu erstatten.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion der sozialdemokratischen Fraktion Energiepolitischer Aktionsplan Motion du groupe socialiste Politique énergétique. Mesures envisagées In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 01 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.735 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 25.11.1991 - 14:30 Date Data Seite 2095-2096 Page Pagina Ref. No 20 020 649 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.