Europäische Charta vom 5. November 1992 der Regional- oder Minderheitensprachen <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926"/><FRBRdate date="2024-09-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1998-04-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1992-11-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.441.2"/><FRBRname xml:lang="it" value="Carta europea del 5 novembre 1992 delle lingue regionali o minoritarie" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="rm" value="Charta europeica dals 5 da november 1992 da las linguas regiunalas u minoritaras" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Charte européenne du 5 novembre 1992 des langues régionales ou minoritaires" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Europäische Charta vom 5. November 1992 der Regional- oder Minderheitensprachen" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de"/><FRBRdate date="2024-09-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1998-04-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1992-11-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de/xml"/><FRBRdate date="2024-09-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1998-04-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1992-11-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.441.2 </docNumber></p><p> AS <b>2003 </b>2507; BBl <b>1997</b> I 1165</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Übersetzung</p><p><docTitle>Europäische Charta <br/>der Regional- oder Minderheitensprachen</docTitle></p><p>Abgeschlossen in Strassburg am 5. November 1992</p><p>Von der Bundesversammlung genehmigt am 25. September 1997<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2003/381" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>2003</b> 2506</ref></p></authorialNote> </p><p>Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 23. Dezember 1997 </p><p>In Kraft getreten für die Schweiz am 1. April 1998</p><p> (Stand am 26. September 2024)</p></preface><preamble><p fedlex:role="heading"><i>Präambel</i></p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Die Mitgliedstaaten des Europarats, die diese Charta unterzeichnen – </p><p>in der Erwägung, dass es das Ziel des Europarats ist, eine engere Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herbeizuführen, um insbesondere die Ideale und Grundsätze, die ihr gemeinsames Erbe bilden, zu wahren und zu fördern;</p><p>in der Erwägung, dass der Schutz der geschichtlich gewachsenen Regional- oder Minderheitensprachen Europas, von denen einige allmählich zu verschwinden drohen, zur Erhaltung und Entwicklung der Traditionen und des kulturellen Reichtums Europas beiträgt;</p><p>in der Erwägung, dass das Recht, im privaten Bereich und im öffentlichen Leben eine Regional- oder Minderheitensprache zu gebrauchen, ein unveräusserliches Recht in Übereinstimmung mit den im Internationalen Pakt der Vereinten Nationen über bürgerliche und politische Rechte<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1993/750_750_750" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.103.2</b></ref></p></authorialNote> enthaltenen Grundsätzen darstellt und dem Geist der Konvention des Europarats zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1974/2151_2151_2151" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.101</b></ref></p></authorialNote> entspricht;</p><p>eingedenk der im Rahmen der KSZE geleisteten Arbeit und insbesondere der Schlussakte von Helsinki von 1975 und des Dokuments des Kopenhagener Treffens von 1990;</p><p>unter Betonung des Wertes der interkulturellen Beziehungen und der Mehrsprachigkeit sowie in der Erwägung, dass der Schutz und die Förderung der Regional- oder Minderheitensprachen sich nicht nachteilig auf die Amtssprachen und die Notwendigkeit, sie zu erlernen, auswirken sollte;</p><p>in dem Bewusstsein, dass der Schutz und die Stärkung der Regional- oder Minderheitensprachen in den verschiedenen Ländern und Regionen Europas einen wichtigen Beitrag zum Aufbau eines Europas darstellen, das auf den Grundsätzen der Demokratie und der kulturellen Vielfalt im Rahmen der nationalen Souveränität und der territorialen Unversehrtheit beruht;</p><p>unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse und der geschichtlich gewachsenen Traditionen in den verschiedenen Regionen der Staaten Europas – </p><p>sind wie folgt übereingekommen:</p></preamble><body><part eId="part_I"><num>Teil I: </num><heading>Allgemeine Bestimmungen</heading><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Begriffsbestimmungen</heading><paragraph eId="art_1/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_1/para/listintro">Im Sinne dieser Charta:</listIntroduction><item eId="art_1/para/lbl_a"><num>a) </num><p>bezeichnet der Ausdruck «Regional- oder Minderheitensprachen» Sprachen,</p><blockList><item eId="art_1/para/lbl_a/lbl_i"><num>i) </num><p>die herkömmlicherweise in einem bestimmten Gebiet eines Staates von Angehörigen dieses Staates gebraucht werden, die eine Gruppe bilden, deren Zahl kleiner ist als die der übrigen Bevölkerung des Staates, und</p></item><item eId="art_1/para/lbl_a/lbl_ii"><num>ii) </num><p>die sich von der (den) Amtssprache(n) dieses Staates unterscheiden; </p></item></blockList></item><item eId="art_1/para/bull_u2"><num/><p>er umfasst weder Dialekte der Amtssprache(n) des Staates noch die Sprachen von Zuwanderern;</p></item><item eId="art_1/para/lbl_b"><num>b) </num><p>bezeichnet der Ausdruck «Gebiet, in dem die Regional- oder Minderheitensprache gebraucht wird» das geographische Gebiet, in dem die betreffende Sprache das Ausdrucksmittel einer Zahl von Menschen ist, welche die Übernahme der in dieser Charta vorgesehenen verschiedenen Schutz- und Förderungsmassnahmen rechtfertigt;</p></item><item eId="art_1/para/lbl_c"><num>c) </num><p>bezeichnet der Ausdruck «nicht territorial gebundene Sprachen» von Angehörigen des Staates gebrauchte Sprachen, die sich von der (den) von der übrigen Bevölkerung des Staates gebrauchten Sprache(n) unterscheiden, jedoch keinem bestimmten Gebiet innerhalb des betreffenden Staates zugeordnet werden können, obwohl sie herkömmlicherweise im Hoheitsgebiet dieses Staates gebraucht werden.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Verpflichtungen</heading><paragraph eId="art_2/para_1"><num>1.</num><content><p>Jede Vertragspartei verpflichtet sich, Teil II auf alle in ihrem Hoheitsgebiet gebrauchten Regional- oder Minderheitensprachen anzuwenden, die der Begriffsbestimmung in Artikel 1 entsprechen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>2.</num><content><p>In Bezug auf jede nach Artikel 3 im Zeitpunkt der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung bezeichneten Sprache verpflichtet sich die Vertragspartei, mindestens fünfunddreissig aus Teil III ausgewählte Absätze oder Buchstaben anzuwenden, darunter mindestens je drei aus den Artikeln 8 und 12 und je einen aus den Artikeln 9, 10, 11 und 13.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Einzelheiten der Durchführung</heading><paragraph eId="art_3/para_1"><num>1.</num><content><p>Jeder Vertragsstaat bezeichnet in seiner Ratifikations‑, Annahme- oder Genehmigungsurkunde jede Regional- oder Minderheitensprache oder in seinem gesamten Hoheitsgebiet oder einem Teil desselben weniger verbreitete Amtssprache, auf welche die nach Artikel 2 Absatz 2 ausgewählten Bestimmungen angewendet werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>2.</num><content><p>Jede Vertragspartei kann jederzeit danach dem Generalsekretär notifizieren, dass sie die Verpflichtungen übernimmt, die sich aus anderen Bestimmungen der Charta ergeben, die sie nicht bereits in ihrer Ratifikations‑, Annahme- oder Genehmigungsurkunde bezeichnet hat, oder dass sie Absatz 1 auf andere Regional- oder Minderheitensprachen oder in ihrem gesamten Hoheitsgebiet oder einem Teil desselben weniger verbreitete Amtssprachen anwenden wird.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_3"><num>3.</num><content><p>Die nach Absatz 2 eingegangenen Verpflichtungen gelten als untrennbarer Teil der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung und haben vom Tag ihrer Notifikation an dieselbe Wirkung.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><heading>Bestehende Schutzregelungen</heading><paragraph eId="art_4/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Bestimmungen der Charta sind nicht als Beschränkung oder Beeinträchtigung von Rechten auszulegen, die durch die Europäische Menschenrechtskonvention gewährleistet sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_2"><num>2.</num><content><p>Diese Charta lässt in einer Vertragspartei bereits bestehende oder in einschlägigen zwei- oder mehrseitigen Übereinkünften vorgesehene günstigere Bestimmungen über den Status der Regional- oder Minderheitensprachen oder die Rechtsstellung der Personen, die Minderheiten angehören, unberührt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Bestehende Verpflichtungen</heading><paragraph eId="art_5/para"><content><p>Die Bestimmungen dieser Charta sind nicht so auszulegen, als gewährten sie das Recht, irgendeine Tätigkeit auszuüben oder irgendeine Handlung vorzunehmen, die gegen die Ziele der Charta der Vereinten Nationen<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/160" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.120</b></ref></p></authorialNote> oder sonstige völkerrechtliche Verpflichtungen einschliesslich des Grundsatzes der Souveränität und territorialen Unversehrtheit der Staaten verstösst.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Information</heading><paragraph eId="art_6/para"><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, dafür zu sorgen, dass die betroffenen Behörden, Organisationen und Personen über die in dieser Charta festgelegten Rechte und Pflichten informiert werden.</p></content></paragraph></article></part><part eId="part_II"><num>Teil II: </num><heading>Ziele und Grundsätze in Übereinstimmung mit Artikel 2 Absatz 1</heading><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Ziele und Grundsätze</heading><paragraph eId="art_7/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_7/para_1/listintro">Hinsichtlich der Regional- oder Minderheitensprachen legen die Vertragsparteien in den Gebieten, in denen solche Sprachen gebraucht werden, unter Berücksichtigung der Situation jeder Sprache ihrer Politik, Gesetzgebung und Praxis folgende Ziele und Grundsätze zugrunde:</listIntroduction><item eId="art_7/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>die Anerkennung der Regional- oder Minderheitensprachen als Ausdruck des kulturellen Reichtums;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>die Achtung des geographischen Gebiets jeder Regional- oder Minderheitensprache, um sicherzustellen, dass bestehende oder neue Verwaltungsgliederungen die Förderung der betreffenden Regional- oder Minderheitensprache nicht behindern;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>die Notwendigkeit entschlossenen Vorgehens zur Förderung von Regional- oder Minderheitensprachen, um diese zu schützen;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>die Erleichterung des Gebrauchs von Regional- oder Minderheitensprachen in Wort und Schrift im öffentlichen Leben und im privaten Bereich und/oder die Ermutigung zu einem solchen Gebrauch;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_e"><num>e) </num><p>die Erhaltung und Entwicklung von Verbindungen in den von dieser Charta erfassten Bereichen zwischen Gruppen, die eine Regional- oder Minderheitensprache gebrauchen, und anderen Gruppen in diesem Staat mit einer in derselben oder ähnlichen Form gebrauchten Sprache sowie das Herstellen kultureller Beziehungen zu anderen Gruppen in dem Staat, die andere Sprachen gebrauchen;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_f"><num>f) </num><p>die Bereitstellung geeigneter Formen und Mittel für das Lehren und Lernen von Regional- oder Minderheitensprachen auf allen geeigneten Stufen;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_g"><num>g) </num><p>die Bereitstellung von Einrichtungen, die es Personen, die eine Regional- oder Minderheitensprache nicht sprechen, aber in dem Gebiet leben, in dem sie gebraucht wird, ermöglichen, sie zu erlernen, wenn sie dies wünschen;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_h"><num>h) </num><p>die Förderung des Studiums und der Forschung im Bereich der Regional- oder Minderheitensprachen an Universitäten oder in gleichwertigen Einrichtungen;</p></item><item eId="art_7/para_1/lbl_i"><num>i) </num><p>die Förderung geeigneter Formen des grenzüberschreitenden Austausches in den von dieser Charta erfassten Bereichen für Regional- oder Minderheitensprachen, die in zwei oder mehr Staaten in derselben oder ähnlichen Form gebraucht werden.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, sofern dies noch nicht geschehen ist, jede ungerechtfertigte Unterscheidung, Ausschliessung, Einschränkung oder Bevorzugung zu beseitigen, die den Gebrauch einer Regional- oder Minderheitensprache betrifft und darauf ausgerichtet ist, die Erhaltung oder Entwicklung einer Regional- oder Minderheitensprache zu beeinträchtigen oder zu gefährden. Das Ergreifen besonderer Massnahmen zugunsten der Regional- oder Minderheitensprachen, welche die Gleichstellung zwischen den Sprechern dieser Sprachen und der übrigen Bevölkerung fördern sollen oder welche ihre besondere Lage gebührend berücksichtigen, gilt nicht als diskriminierende Handlung gegenüber den Sprechern weiter verbreiteter Sprachen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, durch geeignete Massnahmen das gegenseitige Verständnis zwischen allen Sprachgruppen des Landes zu fördern, indem sie insbesondere Achtung, Verständnis und Toleranz gegenüber den Regional- oder Minderheitensprachen in die Ziele der in ihren Ländern vermittelten Bildung und Ausbildung einbeziehen und indem sie die Massenmedien ermutigen, dasselbe Ziel zu verfolgen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_4"><num>4.</num><content><p>Bei der Festlegung ihrer Politik in Bezug auf Regional- oder Minderheitensprachen berücksichtigen die Vertragsparteien die von den Gruppen, die solche Sprachen gebrauchen, geäusserten Bedürfnisse und Wünsche. Sie werden ermutigt, erforderlichenfalls Gremien zur Beratung der Behörden in allen Angelegenheiten der Regional- oder Minderheitensprachen einzusetzen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_5"><num>5.</num><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, die in den Absätzen 1–4 genannten Grundsätze sinngemäss auf nicht territorial gebundene Sprachen anzuwenden. Jedoch werden hinsichtlich dieser Sprachen Art und Umfang der Massnahmen, die getroffen werden, um dieser Charta Wirksamkeit zu verleihen, flexibel festgelegt, wobei die Bedürfnisse und Wünsche der Gruppen, die diese Sprachen gebrauchen, berücksichtigt und ihre Traditionen und Eigenarten geachtet werden.</p></content></paragraph></article></part><part eId="part_III"><num>Teil III: </num><heading>Massnahmen zur Förderung des Gebrauchs von Regional- oder <br/>Minderheitensprachen im öffentlichen Leben im Einklang mit den nach Artikel 2 Absatz 2 eingegangenen Verpflichtungen</heading><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Bildung</heading><paragraph eId="art_8/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_8/para_1/listintro">Im Bereich der Bildung verpflichten sich die Vertragsparteien, in dem Gebiet, in dem solche Sprachen gebraucht werden, unter Berücksichtigung der Situation jeder dieser Sprachen und unbeschadet des Unterrichts der Amtssprache(n) des Staates:</listIntroduction><item eId="art_8/para_1/bull_u1"><num/><p>a) </p><p>i) </p><p>die vorschulische Erziehung in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder</p><blockList><item eId="art_8/para_1/bull_u1/lbl_ii"><num>ii) </num><p>einen erheblichen Teil der vorschulischen Erziehung in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder</p></item><item eId="art_8/para_1/bull_u1/lbl_iii"><num>iii) </num><p>eine der unter den Ziffern i und ii vorgesehenen Massnahmen zumindest auf diejenigen Schüler anzuwenden, deren Familien dies verlangen, wenn die Zahl der Schüler als genügend gross angesehen wird, oder</p></item><item eId="art_8/para_1/bull_u1/lbl_iv"><num>iv) </num><p>falls die staatlichen Stellen keine unmittelbare Zuständigkeit im Bereich der vorschulischen Erziehung haben, die Anwendung der unter den Ziffern i–iii vorgesehenen Massnahmen zu begünstigen und/oder dazu zu ermutigen;</p></item></blockList></item><item eId="art_8/para_1/bull_u2"><num/><p>b) </p><p>i) </p><p>den Grundschulunterricht in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder </p><blockList><item eId="art_8/para_1/bull_u2/lbl_ii"><num>ii) </num><p>einen erheblichen Teil des Grundschulunterrichts in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder</p></item><item eId="art_8/para_1/bull_u2/lbl_iii"><num>iii) </num><p>innerhalb des Grundschulunterrichts den Unterricht der betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen als integrierenden Teil des Lehrplans vorzusehen oder</p></item><item eId="art_8/para_1/bull_u2/lbl_iv"><num>iv) </num><p>eine der unter den Ziffern i–iii vorgesehenen Massnahmen zumindest auf diejenigen Schüler anzuwenden, deren Familien dies verlangen, wenn die Zahl der Schüler als genügend gross angesehen wird;</p></item></blockList></item><item eId="art_8/para_1/bull_u3"><num/><p>c) </p><p>i) </p><p>den Unterricht im Sekundarbereich in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder</p><blockList><item eId="art_8/para_1/bull_u3/lbl_ii"><num>ii) </num><p>einen erheblichen Teil des Unterrichts im Sekundarbereich in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder</p></item><item eId="art_8/para_1/bull_u3/lbl_iii"><num>iii) </num><p>innerhalb des Unterrichts im Sekundarbereich den Unterricht der betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen als integrierenden Teil des Lehrplans vorzusehen oder</p></item><item eId="art_8/para_1/bull_u3/lbl_iv"><num>iv) </num><p>eine der unter den Ziffern i–iii vorgesehenen Massnahmen zumindest auf diejenigen Schüler anzuwenden, die oder – wo dies in Betracht kommt – deren Familien dies wünschen, wenn deren Zahl als genügend gross angesehen wird;</p></item></blockList></item><item eId="art_8/para_1/bull_u4"><num/><p>d) </p><p>i) </p><p>die berufliche Bildung in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder</p><blockList><item eId="art_8/para_1/bull_u4/lbl_ii"><num>ii) </num><p>einen erheblichen Teil der beruflichen Bildung in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder</p></item><item eId="art_8/para_1/bull_u4/lbl_iii"><num>iii) </num><p>innerhalb der beruflichen Bildung den Unterricht der betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen als integrierenden Teil des Lehrplans vorzusehen oder</p></item><item eId="art_8/para_1/bull_u4/lbl_iv"><num>iv) </num><p>eine der unter den Ziffern i–iii vorgesehenen Massnahmen zumindest auf diejenigen Schüler anzuwenden, die oder – wo dies in Betracht kommt – deren Familien dies wünschen, wenn deren Zahl als genügend gross angesehen wird;</p></item></blockList></item><item eId="art_8/para_1/bull_u5"><num/><p>e) </p><p>i) </p><p>an Universitäten und anderen Hochschulen Unterricht in den Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten oder</p><blockList><item eId="art_8/para_1/bull_u5/lbl_ii"><num>ii) </num><p>Möglichkeiten für das Studium dieser Sprachen als Studienfächer an Universitäten und anderen Hochschulen anzubieten oder</p></item><item eId="art_8/para_1/bull_u5/lbl_iii"><num>iii) </num><p>falls wegen der Rolle des Staates in Bezug auf Hochschuleinrichtungen die Ziffern i und ii nicht angewendet werden können, dazu zu ermutigen und/oder zuzulassen, dass an Universitäten und anderen Hochschulen Unterricht in den Regional- oder Minderheitensprachen oder Möglichkeiten zum Studium dieser Sprachen als Studienfächer angeboten werden;</p></item></blockList></item><item eId="art_8/para_1/bull_u6"><num/><p>f) </p><p>i) </p><p>dafür zu sorgen, dass in der Erwachsenen- und Weiterbildung Kurse angeboten werden, die überwiegend oder ganz in den Regional- oder Minderheitensprachen durchgeführt werden, oder</p><blockList><item eId="art_8/para_1/bull_u6/lbl_ii"><num>ii) </num><p>solche Sprachen als Fächer der Erwachsenen- und Weiterbildung anzubieten oder</p></item><item eId="art_8/para_1/bull_u6/lbl_iii"><num>iii) </num><p>falls die staatlichen Stellen keine unmittelbare Zuständigkeit im Bereich der Erwachsenenbildung haben, das Angebot solcher Sprachen als Fächer der Erwachsenen- und Weiterbildung zu begünstigen und/oder dazu zu ermutigen;</p></item></blockList></item><item eId="art_8/para_1/lbl_g"><num>g) </num><p>für den Unterricht der Geschichte und Kultur, die in der Regional- oder Minderheitensprache ihren Ausdruck finden, zu sorgen;</p></item><item eId="art_8/para_1/lbl_h"><num>h) </num><p>für die Aus- und Weiterbildung der Lehrer zu sorgen, die zur Durchführung derjenigen Bestimmungen der Buchstaben a–g erforderlich sind, welche die Vertragspartei angenommen hat;</p></item><item eId="art_8/para_1/lbl_i"><num>i) </num><p>ein oder mehrere Aufsichtsorgane einzusetzen, welche die zur Einführung oder zum Ausbau des Unterrichts der Regional- oder Minderheitensprachen getroffenen Massnahmen und die dabei erzielten Fortschritte überwachen und darüber regelmässig Berichte verfassen, die veröffentlicht werden.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_8/para_2"><num>2.</num><content><p>Im Bereich der Bildung verpflichten sich die Vertragsparteien in Bezug auf andere Gebiete als diejenigen, in denen die Regional- oder Minderheitensprachen herkömmlicherweise gebraucht werden, Unterricht der Regional- oder Minderheitensprache oder Unterricht in dieser Sprache auf allen geeigneten Bildungsstufen zuzulassen, zu diesem Unterricht zu ermutigen oder ihn anzubieten, wenn die Zahl der Sprecher einer Regional- oder Minderheitensprache dies rechtfertigt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Justizbehörden</heading><paragraph eId="art_9/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_9/para_1/listintro">Die Vertragsparteien verpflichten sich, in Bezug auf diejenigen Gerichtsbezirke, in denen die Zahl der Einwohner, welche die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, die nachstehenden Massnahmen rechtfertigt, unter Berücksichtigung der Situation jeder dieser Sprachen und unter der Bedingung, dass die Inanspruchnahme der durch diesen Absatz gebotenen Möglichkeiten nach Auffassung des Richters eine ordentliche Rechtspflege nicht behindert:</listIntroduction><item eId="art_9/para_1/lbl_a"><num>a) </num><blockList><listIntroduction eId="art_9/para_1/lbl_a/listintro">in Strafverfahren:</listIntroduction><item eId="art_9/para_1/lbl_a/lbl_i"><num>i) </num><p>dafür zu sorgen, dass die Gerichte auf Antrag einer der Parteien das Verfahren in den Regional- oder Minderheitensprachen durchführen, und/oder</p></item><item eId="art_9/para_1/lbl_a/lbl_ii"><num>ii) </num><p>sicherzustellen, dass der Angeklagte das Recht hat, seine Regional- oder Minderheitensprache zu gebrauchen, und/oder</p></item><item eId="art_9/para_1/lbl_a/lbl_iii"><num>iii) </num><p>dafür zu sorgen, dass Anträge und Beweismittel, gleichviel ob schriftlich oder mündlich, nicht allein aus dem Grund als unzulässig angesehen werden, weil sie in einer Regional- oder Minderheitensprache abgefasst sind, und/oder</p></item><item eId="art_9/para_1/lbl_a/lbl_iv"><num>iv) </num><p>auf Verlangen Schriftstücke, die mit Gerichtsverfahren zusammenhängen, in der betreffenden Regional- oder Minderheitensprache abzufassen,</p></item></blockList></item><item eId="art_9/para_1/bull_u2"><num/><p>wenn nötig durch Inanspruchnahme von Dolmetschern und Übersetzungen, wodurch den Betroffenen keine zusätzlichen Kosten entstehen dürfen;</p></item><item eId="art_9/para_1/lbl_b"><num>b) </num><blockList><listIntroduction eId="art_9/para_1/lbl_b/listintro">in zivilrechtlichen Verfahren:</listIntroduction><item eId="art_9/para_1/lbl_b/lbl_i"><num>i) </num><p>dafür zu sorgen, dass die Gerichte auf Antrag einer der Parteien das Verfahren in den Regional- oder Minderheitensprachen durchführen, und/oder</p></item><item eId="art_9/para_1/lbl_b/lbl_ii"><num>ii) </num><p>zuzulassen, dass eine Prozesspartei, wenn sie persönlich vor Gericht erscheinen muss, ihre Regional- oder Minderheitensprache gebrauchen kann, ohne dass ihr dadurch zusätzliche Kosten entstehen, und/oder</p></item><item eId="art_9/para_1/lbl_b/lbl_a"><num>a)</num><p>zuzulassen, dass Urkunden und Beweismittel in den Regional- oder Minderheitensprachen vorgelegt werden,</p></item></blockList></item><item eId="art_9/para_1/bull_u4"><num/><p>wenn nötig durch Inanspruchnahme von Dolmetschern und Übersetzungen;</p></item><item eId="art_9/para_1/lbl_c"><num>c) </num><blockList><listIntroduction eId="art_9/para_1/lbl_c/listintro">in Verfahren vor Gerichten für Verwaltungssachen:</listIntroduction><item eId="art_9/para_1/lbl_c/lbl_i"><num>i) </num><p>dafür zu sorgen, dass die Gerichte auf Antrag einer der Parteien das Verfahren in den Regional- oder Minderheitensprachen durchführen, und/oder</p></item><item eId="art_9/para_1/lbl_c/lbl_ii"><num>ii) </num><p>zuzulassen, dass eine Prozesspartei, wenn sie persönlich vor Gericht erscheinen muss, ihre Regional- oder Minderheitensprache gebrauchen kann, ohne dass ihr dadurch zusätzliche Kosten entstehen, und/oder</p></item><item eId="art_9/para_1/lbl_c/lbl_iii"><num>iii) </num><p>zuzulassen, dass Urkunden und Beweismittel in den Regional- oderMinderheitensprachen vorgelegt werden,</p></item><item eId="art_9/para_1/lbl_c/lbl_tab"><num><placeholder fedlex:message="E40S10-TAB">[tab]</placeholder></num><p>wenn nötig durch Inanspruchnahme von Dolmetschern und Übersetzungen;</p></item></blockList></item><item eId="art_9/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>dafür zu sorgen, dass den Betroffenen durch die Anwendung des Buchstabens b Ziffern i und iii und des Buchstabens c Ziffern i und iii sowie durch eine notwendige Inanspruchnahme von Dolmetschern und Übersetzungen keine zusätzlichen Kosten entstehen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_9/para_2/listintro">Die Vertragsparteien verpflichten sich:</listIntroduction><item eId="art_9/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>die Rechtsgültigkeit von im Inland abgefassten Rechtsurkunden nicht allein aus dem Grund zu verneinen, weil sie in einer Regional- oder Minderheitensprache abgefasst sind, oder</p></item><item eId="art_9/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>die Rechtsgültigkeit von im Inland abgefassten Rechtsurkunden im Verhältnis zwischen den Parteien nicht allein aus dem Grund zu verneinen, weil die Urkunden in einer Regional- oder Minderheitensprache abgefasst sind, und vorzusehen, dass sie gegen beteiligte Dritte, die diese Sprachen nicht gebrauchen, unter der Bedingung verwendet werden können, dass ihnen der Inhalt der Urkunden von der (den) Person(en), welche die Urkunden verwendet (verwenden), zur Kenntnis gebracht worden ist, oder</p></item><item eId="art_9/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>die Rechtsgültigkeit von im Inland abgefassten Rechtsurkunden im Verhältnis zwischen den Parteien nicht allein aus dem Grund zu verneinen, weil die Urkunden in einer Regional- oder Minderheitensprache abgefasst sind.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, die wichtigsten Gesetzestexte des Staates sowie diejenigen, welche sich besonders auf Personen beziehen, die diese Sprachen gebrauchen, in den Regional- oder Minderheitensprachen zur Verfügung zu stellen, sofern sie nicht anderweitig verfügbar sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe</heading><paragraph eId="art_10/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_10/para_1/listintro">Innerhalb der Verwaltungsbezirke des Staates, in denen die Zahl der Einwohner, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, die nachstehenden Massnahmen rechtfertigt, und unter Berücksichtigung der Situation jeder Sprache verpflichten sich die Vertragsparteien, im Rahmen des Zumutbaren:</listIntroduction><item eId="art_10/para_1/bull_u1"><num/><p>a) </p><p>i) </p><p>sicherzustellen, dass die Verwaltungsbehörden die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, oder</p><blockList><item eId="art_10/para_1/bull_u1/lbl_ii"><num>ii) </num><p>sicherzustellen, dass diejenigen ihrer Bediensteten, die unmittelbaren Kontakt zur Bevölkerung haben, die Regional- oder Minderheitensprachen in ihrem Umgang mit Personen gebrauchen, die sich in diesen Sprachen an sie wenden, oder</p></item><item eId="art_10/para_1/bull_u1/lbl_iii"><num>iii) </num><p>sicherzustellen, dass Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, in diesen Sprachen mündliche oder schriftliche Anträge stellen und eine Antwort erhalten können, oder</p></item><item eId="art_10/para_1/bull_u1/lbl_iv"><num>iv) </num><p>sicherzustellen, dass Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, in diesen Sprachen mündliche oder schriftliche Anträge stellen können, oder</p></item><item eId="art_10/para_1/bull_u1/lbl_v"><num>v) </num><p>sicherzustellen, dass Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, in diesen Sprachen abgefasste Urkunden rechtsgültig vorlegen können;</p></item></blockList></item><item eId="art_10/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>allgemein verwendete Verwaltungsbestimmungen und -formulare für die Bevölkerung in den Regional- oder Minderheitensprachen oder zweisprachig zur Verfügung zu stellen;</p></item><item eId="art_10/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>zuzulassen, dass die Verwaltungsbehörden Schriftstücke in einer Regional- oder Minderheitensprache abfassen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_10/para_2/listintro">In Bezug auf die örtlichen und regionalen Behörden, in deren örtlichem Zuständigkeitsbereich die Zahl der Einwohner, welche die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, die nachstehenden Massnahmen rechtfertigt, verpflichten sich die Vertragsparteien, folgendes zuzulassen und/oder dazu zu ermutigen:</listIntroduction><item eId="art_10/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen innerhalb der regionalen oder örtlichen Behörde;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>die Möglichkeit, dass Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, mündliche oder schriftliche Anträge in diesen Sprachen stellen;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>die Veröffentlichung der amtlichen Schriftstücke der regionalen Behörden durch diese auch in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>die Veröffentlichung der amtlichen Schriftstücke der örtlichen Behörden durch diese auch in den betreffenden Regional- oder Minderheitensprachen;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_e"><num>e) </num><p>den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen durch die regionalen Behörden in deren Ratsversammlungen, ohne jedoch den Gebrauch der Amtssprache(n) des Staates auszuschliessen;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_f"><num>f) </num><p>den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen durch die örtlichen Behörden in deren Ratsversammlungen, ohne jedoch den Gebrauch der Amtssprache(n) des Staates auszuschliessen;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_g"><num>g) </num><p>den Gebrauch oder die Annahme der herkömmlichen und korrekten Formen von Ortsnamen in Regional- oder Minderheitensprachen, wenn nötig in Verbindung mit dem Namen in der (den) Amtssprache(n).</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_3"><num>3.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_10/para_3/listintro">In Bezug auf die öffentlichen Dienstleistungen, die von den Verwaltungsbehörden selbst oder in deren Auftrag erbracht werden, verpflichten sich die Vertragsparteien, in dem Gebiet, in dem Regional- oder Minderheitensprachen gebraucht werden, unter Berücksichtigung der Situation jeder Sprache und im Rahmen des Zumutbaren:</listIntroduction><item eId="art_10/para_3/lbl_a"><num>a) </num><p>sicherzustellen, dass die Regional- oder Minderheitensprachen bei der Erbringung der Dienstleistung gebraucht werden, oder</p></item><item eId="art_10/para_3/lbl_b"><num>b) </num><p>zuzulassen, dass Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, in diesen Sprachen einen Antrag stellen und eine Antwort erhalten, oder</p></item><item eId="art_10/para_3/lbl_c"><num>c) </num><p>zuzulassen, dass Personen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, in diesen Sprachen einen Antrag stellen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_4"><num>4.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_10/para_4/listintro">Die Vertragsparteien verpflichten sich, eine oder mehrere der folgenden Massnahmen zu treffen, um die von ihnen angenommenen Bestimmungen der Absätze 1, 2 und 3 in Kraft zu setzen:</listIntroduction><item eId="art_10/para_4/lbl_a"><num>a) </num><p>Übersetzen oder Dolmetschen je nach Bedarf;</p></item><item eId="art_10/para_4/lbl_b"><num>b) </num><p>Einstellung und, soweit erforderlich, Ausbildung der benötigten Beamten und sonstigen Angehörigen des öffentlichen Dienstes;</p></item><item eId="art_10/para_4/lbl_c"><num>c) </num><p>nach Möglichkeit Erfüllung der Wünsche von Angehörigen des öffentlichen Dienstes, die über Kenntnisse in einer Regional- oder Minderheitensprache verfügen, in dem Gebiet eingesetzt zu werden, in dem diese Sprache gebraucht wird.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_5"><num>5.</num><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, den Gebrauch oder die Annahme von Familiennamen in den Regional- oder Minderheitensprachen auf Antrag der Betroffenen zuzulassen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Medien</heading><paragraph eId="art_11/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_11/para_1/listintro">Die Vertragsparteien verpflichten sich, für die Sprecher von Regional- oder Minderheitensprachen in den Gebieten, in denen diese Sprachen gebraucht werden, unter Berücksichtigung der Situation jeder Sprache und in dem Ausmass, in dem die staatlichen Stellen in diesem Bereich unmittelbar oder mittelbar Zuständigkeit, Befugnisse oder Einfluss haben, unter Achtung des Grundsatzes der Unabhängigkeit und Autonomie der Medien folgende Massnahmen zu treffen:</listIntroduction><item eId="art_11/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>soweit Hörfunk und Fernsehen eine öffentliche Aufgabe erfüllen,</p><blockList><item eId="art_11/para_1/lbl_a/lbl_i"><num>i) </num><p>die Einrichtung mindestens eines Hörfunksenders und eines Fernsehkanals in den Regional- oder Minderheitensprachen sicherzustellen oder</p></item><item eId="art_11/para_1/lbl_a/lbl_ii"><num>ii) </num><p>zur Einrichtung mindestens eines Hörfunksenders und eines Fernsehkanals in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern oder</p></item><item eId="art_11/para_1/lbl_a/lbl_iii"><num>iii) </num><p>angemessene Vorkehrungen dafür zu treffen, dass Rundfunkveranstalter Sendungen in den Regional- oder Minderheitensprachen anbieten;</p></item></blockList></item><item eId="art_11/para_1/bull_u2"><num/><p>b) </p><p>i) </p><p>zur Einrichtung mindestens eines Hörfunksenders in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern oder</p><blockList><item eId="art_11/para_1/bull_u2/lbl_ii"><num>ii) </num><p>zur regelmässigen Ausstrahlung von Hörfunksendungen in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern;</p></item></blockList></item><item eId="art_11/para_1/bull_u3"><num/><p>c) </p><p>i) </p><p>zur Einrichtung mindestens eines Fernsehkanals in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern oder</p><blockList><item eId="art_11/para_1/bull_u3/lbl_ii"><num>ii) </num><p>zur regelmässigen Ausstrahlung von Fernsehsendungen in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern;</p></item></blockList></item><item eId="art_11/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>zur Produktion und Verbreitung von Audio- und audiovisuellen Werken in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern;</p></item><item eId="art_11/para_1/bull_u5"><num/><p>e) </p><p>i) </p><p>zur Schaffung und/oder Erhaltung mindestens einer Zeitung in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern oder</p><blockList><item eId="art_11/para_1/bull_u5/lbl_ii"><num>ii) </num><p>zur regelmässigen Veröffentlichung von Zeitungsartikeln in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern;</p></item></blockList></item><item eId="art_11/para_1/bull_u6"><num/><p>f) </p><p>i) </p><p>die zusätzlichen Kosten derjenigen Medien zu decken, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, wenn das Recht eine finanzielle Hilfe für die Medien allgemein vorsieht, oder</p><blockList><item eId="art_11/para_1/bull_u6/lbl_ii"><num>ii) </num><p>die bestehenden Massnahmen finanzieller Hilfe auf audiovisuelle Produktionen in Regional- oder Minderheitensprachen zu erstrecken;</p></item></blockList></item><item eId="art_11/para_1/lbl_g"><num>g) </num><p>die Ausbildung von Journalisten und anderem Personal für Medien zu unterstützen, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, den freien direkten Empfang von Hörfunk- und Fernsehsendungen aus Nachbarländern in einer Sprache zu gewährleisten, die in derselben oder ähnlicher Form wie die Regional- oder Minderheitensprache gebraucht wird, und die Weiterverbreitung von Hörfunk- und Fernsehsendungen aus Nachbarländern in einer solchen Sprache nicht zu behindern. Sie verpflichten sich ferner, sicherzustellen, dass die Freiheit der Meinungsäusserung und die freie Verbreitung von Informationen in den Printmedien in einer Sprache, die in derselben oder ähnlicher Form wie die Regional- oder Minderheitensprache gebraucht wird, keiner Einschränkung unterworfen werden. Da die Ausübung der erwähnten Freiheiten Pflichten und Verantwortung mit sich bringt, kann sie bestimmten, vom Gesetz vorgesehenen Formvorschriften, Bedingungen, Einschränkungen oder Strafdrohungen unterworfen werden, wie sie in einer demokratischen Gesellschaft im Interesse der nationalen Sicherheit, der territorialen Unversehrtheit oder der öffentlichen Sicherheit, der Aufrechterhaltung der Ordnung und der Verbrechensverhütung, des Schutzes der Gesundheit und der Moral, des Schutzes des guten Rufes oder der Rechte anderer unentbehrlich sind, um die Verbreitung von vertraulichen Nachrichten zu verhindern oder das Ansehen und die Unparteilichkeit der Rechtsprechung zu gewährleisten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, sicherzustellen, dass die Interessen der Sprecher von Regional- oder Minderheitensprachen innerhalb etwaiger im Einklang mit dem Gesetz geschaffener Gremien, die für die Gewährleistung von Freiheit und Pluralismus der Medien verantwortlich sind, vertreten oder berücksichtigt werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_12/para_1/listintro">In Bezug auf kulturelle Einrichtungen und Tätigkeiten – insbesondere Bibliotheken, Videotheken, Kulturzentren, Museen, Archive, Akademien, Theater und Kinos sowie literarische Werke und Filmproduktionen, volkstümliche Formen des kulturellen Ausdrucks, Festspiele und die Kulturindustrien, einschliesslich unter anderem des Einsatzes neuer Technologien – verpflichten sich die Vertragsparteien, in dem Gebiet, in dem solche Sprachen gebraucht werden, in dem Ausmass, in dem die staatlichen Stellen in diesem Bereich Zuständigkeit, Befugnisse oder Einfluss haben:</listIntroduction><item eId="art_12/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>zu den Regional- oder Minderheitensprachen eigenen Formen des Ausdrucks und der Initiative zu ermutigen sowie die verschiedenen Zugangsmöglichkeiten zu den in diesen Sprachen geschaffenen Werken zu fördern;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>die verschiedenen Zugangsmöglichkeiten zu den in Regional- oder Minderheitensprachen geschaffenen Werken in anderen Sprachen zu fördern, indem sie Tätigkeiten auf dem Gebiet der Übersetzung, Synchronisation, Nachsynchronisation und Untertitelung unterstützen und ausbauen;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>in Regional- oder Minderheitensprachen den Zugang zu Werken zu fördern, die in anderen Sprachen geschaffen worden sind, indem sie Tätigkeiten auf dem Gebiet der Übersetzung, Synchronisation, Nachsynchronisation und Untertitelung unterstützen und ausbauen;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>sicherzustellen, dass die für die Veranstaltung oder Unterstützung kultureller Tätigkeiten verschiedener Art verantwortlichen Gremien bei den Unternehmungen, die sie ins Leben rufen oder unterstützen, in angemessener Weise dafür sorgen, dass die Kenntnis und der Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen sowie Regional- oder Minderheitenkulturen berücksichtigt werden;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_e"><num>e) </num><p>Massnahmen zu fördern, um sicherzustellen, dass die für die Veranstaltung oder Unterstützung kultureller Tätigkeiten verantwortlichen Gremien über Personal verfügen, das die betreffende Regional- oder Minderheitensprache sowie die Sprache(n) der übrigen Bevölkerung beherrscht;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_f"><num>f) </num><p>zur unmittelbaren Mitwirkung von Vertretern der Sprecher einer bestimmten Regional- oder Minderheitensprache bei der Bereitstellung von Einrichtungen und der Planung kultureller Tätigkeiten zu ermutigen;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_g"><num>g) </num><p>zur Schaffung eines oder mehrerer Gremien, die für die Sammlung, Aufbewahrung und Aufführung oder Veröffentlichung von in den Regional- oder Minderheitensprachen geschaffenen Werken verantwortlich sind, zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern;</p></item><item eId="art_12/para_1/lbl_h"><num>h) </num><p>wenn nötig Übersetzungs- und Terminologieforschungsdienste zu schaffen und/oder zu fördern und zu finanzieren, insbesondere im Hinblick auf die Erhaltung und Entwicklung geeigneter Terminologie in jeder Regional- oder Minderheitensprache für die Bereiche Verwaltung, Handel, Wirtschaft, Gesellschaft, Technik oder Recht.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>2.</num><content><p>In Bezug auf andere Gebiete als diejenigen, in denen die Regional- oder Minderheitensprache herkömmlicherweise gebraucht werden, verpflichten sich die Vertragsparteien, wenn die Zahl der Sprecher einer Regional- oder Minderheitensprache dies rechtfertigt, geeignete kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen in Übereinstimmung mit Absatz 1 zuzulassen, dazu zu ermutigen und/oder sie vorzusehen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_3"><num>3.</num><content><p>Die Vertragsparteien verpflichten sich, bei der Verfolgung ihrer Kulturpolitik im Ausland Regional- oder Minderheitensprachen und die in ihnen zum Ausdruck kommenden Kulturen angemessen zu berücksichtigen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><heading>Wirtschaftliches und soziales Leben</heading><paragraph eId="art_13/para_1"><num>1.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_13/para_1/listintro">In Bezug auf wirtschaftliche und soziale Tätigkeiten verpflichten sich die Vertragsparteien, im ganzen Land:</listIntroduction><item eId="art_13/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>aus ihrem Recht jede Bestimmung zu entfernen, die den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen in Urkunden betreffend das wirtschaftliche oder soziale Leben, insbesondere Arbeitsverträgen, sowie in technischen Schriftstücken wie Gebrauchsanweisungen für Erzeugnisse oder Anlagen ungerechtfertigt verbietet oder einschränkt;</p></item><item eId="art_13/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>die Aufnahme von Klauseln, die den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen ausschliessen oder einschränken, in innerbetriebliche Vorschriften und Privaturkunden zumindest zwischen Personen, die dieselbe Sprache gebrauchen, zu verbieten;</p></item><item eId="art_13/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>Praktiken entgegenzutreten, die den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen im Zusammenhang mit wirtschaftlichen oder sozialen Tätigkeiten behindern sollen;</p></item><item eId="art_13/para_1/lbl_d"><num>d) </num><p>den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen durch andere als die unter den Buchstaben a–c genannten Mittel zu erleichtern und/oder dazu zu ermutigen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_2"><num>2.</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_13/para_2/listintro">In Bezug auf wirtschaftliche und soziale Tätigkeiten verpflichten sich die Vertragsparteien, insoweit die staatlichen Stellen zuständig sind, in dem Gebiet, in dem die Regional- oder Minderheitensprachen gebraucht werden, im Rahmen des Zumutbaren:</listIntroduction><item eId="art_13/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>in ihre Finanz- und Bankvorschriften Bestimmungen aufzunehmen, die im Wege von Verfahren, welche mit den Handelsbräuchen vereinbar sind, den Gebrauch von Regional- oder Minderheitensprachen beim Ausstellen von Zahlungsanweisungen (Schecks, Wechseln usw.) oder sonstigen Finanzdokumenten ermöglichen, oder, wo dies in Betracht kommt, die Durchführung solcher Bestimmungen sicherzustellen;</p></item><item eId="art_13/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>in den ihrer unmittelbaren Kontrolle unterstehenden Wirtschafts- und Sozialbereichen (öffentlicher Sektor) Massnahmen zur Förderung des Gebrauchs von Regional- oder Minderheitensprachen zu ergreifen;</p></item><item eId="art_13/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>sicherzustellen, dass soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser, Altersheime und Heime die Möglichkeit bieten, Sprecher einer Regional- oder Minderheitensprache, die aufgrund von Krankheit, Alter oder aus anderen Gründen der Betreuung bedürfen, in deren eigener Sprache aufzunehmen und zu behandeln;</p></item><item eId="art_13/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>durch geeignete Mittel sicherzustellen, dass Sicherheitsvorschriften auch in Regional- oder Minderheitensprachen zugänglich sind;</p></item><item eId="art_13/para_2/lbl_e"><num>e) </num><p>dafür zu sorgen, dass Informationen der zuständigen staatlichen Stellen über die Rechte der Verbraucher in Regional- oder Minderheitensprachen erhältlich sind.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><heading>Grenzüberschreitender Austausch</heading><paragraph eId="art_14/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_14/para/listintro">Die Vertragsparteien verpflichten sich:</listIntroduction><item eId="art_14/para/lbl_a"><num>a) </num><p>bestehende zwei- und mehrseitige Übereinkünfte anzuwenden, die sie mit den Staaten verbinden, in denen dieselbe Sprache in derselben oder ähnlicher Form gebraucht wird, oder sich, wenn nötig, um den Abschluss solcher Übereinkünfte zu bemühen, um dadurch Kontakte zwischen den Sprechern derselben Sprache in den betreffenden Staaten in den Bereichen Kultur, Bildung, Information, berufliche Bildung und Weiterbildung zu fördern;</p></item><item eId="art_14/para/lbl_b"><num>b) </num><p>zugunsten von Regional- oder Minderheitensprachen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit insbesondere zwischen regionalen oder örtlichen Behörden zu erleichtern und zu fördern, in deren örtlichem Zuständigkeitsbereich dieselbe Sprache in derselben oder ähnlicher Form gebraucht wird.</p></item></blockList></content></paragraph></article></part><part eId="part_IV"><num>Teil IV: </num><heading>Anwendung der Charta</heading><article eId="art_15"><num><b>Art. 15</b></num><heading>Regelmässige Berichte</heading><paragraph eId="art_15/para_1"><num>1.</num><content><p>Die Vertragsparteien legen dem Generalsekretär des Europarats in einer vom Ministerkomitee zu bestimmenden Form in regelmässigen Abständen einen Bericht über ihre in Übereinstimmung mit Teil II dieser Charta verfolgte Politik und über die in Anwendung der von ihnen angenommenen Bestimmungen des Teiles III getroffenen Massnahmen vor. Der erste Bericht wird innerhalb des Jahres vorgelegt, das auf das Inkrafttreten der Charta für die betreffende Vertragspartei folgt, die weiteren Berichte in Abständen von drei Jahren nach Vorlage des ersten Berichts.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Vertragsparteien veröffentlichen ihre Berichte.</p></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>Art. 16</b></num><heading>Prüfung der Berichte</heading><paragraph eId="art_16/para_1"><num>1.</num><content><p>Die dem Generalsekretär des Europarats nach Artikel 15 vorgelegten Berichte werden von einem nach Artikel 17 eingesetzten Sachverständigenausschuss geprüft.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_16/para_2"><num>2.</num><content><p>In einer Vertragspartei rechtmässig gegründete Organisationen oder Vereinigungen können den Sachverständigenausschuss auf Fragen aufmerksam machen, die sich auf die von der betreffenden Vertragspartei nach Teil III dieser Charta eingegangenen Verpflichtungen beziehen. Nach Konsultation der betroffenen Vertragspartei kann der Sachverständigenausschuss diese Informationen bei der Ausarbeitung des in Absatz 3 genannten Berichts berücksichtigen. Diese Organisationen oder Vereinigungen können ausserdem Erklärungen zu der von einer Vertragspartei in Übereinstimmung mit Teil II verfolgten Politik vorlegen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_16/para_3"><num>3.</num><content><p>Auf der Grundlage der in Absatz 1 genannten Berichte und der in Absatz 2 erwähnten Informationen arbeitet der Sachverständigenausschuss einen Bericht für das Ministerkomitee aus. Diesem Bericht werden die Stellungnahmen, um welche die Vertragsparteien ersucht wurden, beigefügt; er kann vom Ministerkomitee veröffentlicht werden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_16/para_4"><num>4.</num><content><p>Der in Absatz 3 genannte Bericht enthält insbesondere die Vorschläge des Sachverständigenausschusses an das Ministerkomitee für die Ausarbeitung von etwa erforderlichen Empfehlungen des Ministerkomitees an eine oder mehrere Vertragsparteien.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_16/para_5"><num>5.</num><content><p>Der Generalsekretär des Europarats erstattet der Parlamentarischen Versammlung alle zwei Jahre ausführlich Bericht über die Anwendung der Charta.</p></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>Art. 17</b></num><heading>Sachverständigenausschuss</heading><paragraph eId="art_17/para_1"><num>1.</num><content><p>Der Sachverständigenausschuss besteht aus einem Mitglied je Vertragspartei, das vom Ministerkomitee aus einer Liste von durch die betreffende Vertragspartei vorgeschlagenen Persönlichkeiten von höchster Integrität und anerkannter Sachkenntnis in den durch die Charta erfassten Angelegenheiten ausgewählt wird.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Mitglieder des Ausschusses werden für die Dauer von sechs Jahren ernannt; Wiederernennung ist zulässig. Kann ein Mitglied seine Amtszeit nicht beenden, so wird es nach dem in Absatz 1 festgelegten Verfahren ersetzt; das an seine Stelle tretende Mitglied vollendet die Amtszeit seines Vorgängers.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_17/para_3"><num>3.</num><content><p>Der Sachverständigenausschuss gibt sich eine Geschäftsordnung. Sein Sekretariat wird durch den Generalsekretär des Europarats versehen.</p></content></paragraph></article></part><part eId="part_V"><num>Teil V: </num><heading>Schlussbestimmungen</heading><article eId="art_18"><num><b>Art. 18</b></num><paragraph eId="art_18/para"><content><p>Diese Charta liegt für die Mitgliedstaaten des Europarats zur Unterzeichnung auf. Sie bedarf der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung. Die Ratifikations‑, Annahme- oder Genehmigungsurkunden werden beim Generalsekretär des Europarats hinterlegt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_19"><num><b>Art. 19</b></num><paragraph eId="art_19/para_1"><num>1.</num><content><p>Diese Charta tritt am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach dem Tag folgt, an dem fünf Mitgliedstaaten des Europarats nach Artikel 18 ihre Zustimmung ausgedrückt haben, durch die Charta gebunden zu sein.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_19/para_2"><num>2.</num><content><p>Für jeden Mitgliedstaat, der später seine Zustimmung ausdrückt, durch die Charta gebunden zu sein, tritt sie am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach Hinterlegung der Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde folgt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_20"><num><b>Art. 20</b></num><paragraph eId="art_20/para_1"><num>1.</num><content><p>Nach Inkrafttreten dieser Charta kann das Ministerkomitee des Europarats jeden Nichtmitgliedstaat des Europarats einladen, der Charta beizutreten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_2"><num>2.</num><content><p>Für jeden beitretenden Staat tritt die Charta am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach Hinterlegung der Beitrittsurkunde beim Generalsekretär des Europarats folgt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_21"><num><b>Art. 21</b></num><paragraph eId="art_21/para_1"><num>1.</num><content><p>Jeder Staat kann bei der Unterzeichnung oder bei der Hinterlegung seiner Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde einen oder mehrere Vorbehalte zu Artikel 7 Absätze 2–5 anbringen. Weitere Vorbehalte sind nicht zulässig.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_2"><num>2.</num><content><p>Jeder Vertragsstaat, der einen Vorbehalt nach Absatz 1 angebracht hat, kann ihn durch eine an den Generalsekretär des Europarats gerichtete Notifikation ganz oder teilweise zurücknehmen. Die Rücknahme wird mit dem Eingang der Notifikation beim Generalsekretär wirksam.</p></content></paragraph></article><article eId="art_22"><num><b>Art. 22</b></num><paragraph eId="art_22/para_1"><num>1.</num><content><p>Jede Vertragspartei kann diese Charta jederzeit durch eine an den Generalsekretär des Europarats gerichtete Notifikation kündigen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_22/para_2"><num>2.</num><content><p>Die Kündigung wird am ersten Tag des Monats wirksam, der auf einen Zeitabschnitt von sechs Monaten nach Eingang der Notifikation beim Generalsekretär folgt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_23"><num><b>Art. 23</b></num><paragraph eId="art_23/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_23/para/listintro">Der Generalsekretär des Europarats notifiziert den Mitgliedstaaten des Rates und jedem Staat, der dieser Charta beigetreten ist:</listIntroduction><item eId="art_23/para/lbl_a"><num>a) </num><p>jede Unterzeichnung;</p></item><item eId="art_23/para/lbl_b"><num>b) </num><p>jede Hinterlegung einer Ratifikations‑, Annahme‑, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde;</p></item><item eId="art_23/para/lbl_c"><num>c) </num><p>jeden Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Charta nach den Artikeln 19 und 20;</p></item><item eId="art_23/para/lbl_d"><num>d) </num><p>jede nach Artikel 3 Absatz 2 eingegangene Notifikation;</p></item><item eId="art_23/para/lbl_e"><num>e) </num><p>jede andere Handlung, Notifikation oder Mitteilung im Zusammenhang mit dieser Charta.</p></item></blockList></content></paragraph></article></part><signature><p><i>Zu Urkund dessen</i> haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten diese Charta unterschrieben.</p><p>Geschehen zu Strassburg am 5. November 1992 in englischer und französischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, in einer Urschrift, die im Archiv des Europarats hinterlegt wird. Der Generalsekretär des Europarats übermittelt allen Mitgliedstaaten des Europarats und allen zum Beitritt zu dieser Charta eingeladenen Staaten beglaubigte Abschriften.</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">(Es folgen die Unterschriften)</p></signature></body><components><component eId="scope_u1"><doc name="scope"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926"/><FRBRdate date="2024-09-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1998-04-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1992-11-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.441.2"/><FRBRname xml:lang="it" value="Carta europea del 5 novembre 1992 delle lingue regionali o minoritarie" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="rm" value="Charta europeica dals 5 da november 1992 da las linguas regiunalas u minoritaras" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Charte européenne du 5 novembre 1992 des langues régionales ou minoritaires" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Europäische Charta vom 5. November 1992 der Regional- oder Minderheitensprachen" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de"/><FRBRdate date="2024-09-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1998-04-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1992-11-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de/xml"/><FRBRdate date="2024-09-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1998-04-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1992-11-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml"/></FRBRManifestation></identification></meta><preface><container name="headerOfAnnex"><block name="heading">Geltungsbereich am 26. September 2024<inline name="man-font-weight-normal"><authorialNote><p>  <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2003/382" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>2003</b> 2507</ref>; <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2006/552" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>2006</b> 3565</ref>; <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2010/320" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>2010</b> 2261</ref>; <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2013/555" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>2013</b> 2713</ref>; <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/2024/531" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><b>2024</b> 531</ref>. Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereichs ist auf der Publikationsplattform des Bundesrechts «Fedlex» unter folgender Adresse veröffentlicht: <ref href="https://www.fedlex.admin.ch/de/treaty">www.fedlex.admin.ch/de/treaty</ref></p></authorialNote></inline></block></container></preface><mainBody><table border="1"><tr><th colspan="2" xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/></tr><tr><th colspan="2" xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"><p>Vertragsstaaten</p></th><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"><p>Ratifikation <br/>Nachfolgeerklärung (N)</p></th><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"><p>Inkrafttreten</p></th><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/></tr><tr><th colspan="2" xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/><th xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration"/></tr><tr><td colspan="2"/><td/><td/><td/><td/></tr><tr><td colspan="2"><p>Armenien*</p></td><td><p>25. Januar</p></td><td><p>2002</p></td><td><p>  1. Mai</p></td><td><p>2002</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Bosnien und Herzegowina<sup xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp"><span>*</span></sup></p></td><td><p>21. September</p></td><td><p>2010</p></td><td><p>  1. Januar</p></td><td><p>2011</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Dänemark*</p></td><td><p>  8. September</p></td><td><p>2000</p></td><td><p>  1. Januar</p></td><td><p>2001</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Deutschland*</p></td><td><p>16. September</p></td><td><p>1998</p></td><td><p>  1. Januar</p></td><td><p>1999</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Finnland*</p></td><td><p>  9. November</p></td><td><p>1994</p></td><td><p>  1. März</p></td><td><p>1998</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Kroatien*</p></td><td><p>  5. November</p></td><td><p>1997</p></td><td><p>  1. März</p></td><td><p>1998</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Liechtenstein*</p></td><td><p>18. November</p></td><td><p>1997</p></td><td><p>  1. März</p></td><td><p>1998</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Luxemburg</p></td><td><p>22. Juni</p></td><td><p>2005</p></td><td><p>  1. Oktober</p></td><td><p>2005</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Montenegro*</p></td><td><p>  6. Juni</p></td><td><p>2006 N</p></td><td><p>  6. Juni</p></td><td><p>2006</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Niederlande* <sup xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">a</sup></p></td><td><p>  2. Mai</p></td><td><p>1996</p></td><td><p>  1. März</p></td><td><p>1998</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>    Karibische Gebiete (Bonaire, <br/>    Sint Eustatius und Saba)*</p></td><td><p>22. Januar</p></td><td><p>2024</p></td><td><p>22. Januar</p></td><td><p>2024</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Norwegen*</p></td><td><p>10. November</p></td><td><p>1993</p></td><td><p>  1. März</p></td><td><p>1998</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Österreich*</p></td><td><p>28. Juni</p></td><td><p>2001</p></td><td><p>  1. Oktober</p></td><td><p>2001</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Polen*</p></td><td><p>12. Februar</p></td><td><p>2009</p></td><td><p>  1. Juni</p></td><td><p>2009</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Rumänien*</p></td><td><p>29. Januar</p></td><td><p>2008</p></td><td><p>  1. Mai</p></td><td><p>2008</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Schweden*</p></td><td><p>  9. Februar</p></td><td><p>2000</p></td><td><p>  1. Juni</p></td><td><p>2000</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Schweiz*</p></td><td><p>23. Dezember</p></td><td><p>1997</p></td><td><p>  1. April</p></td><td><p>1998</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Serbien*</p></td><td><p>15. Februar</p></td><td><p>2006</p></td><td><p>  1. Juni</p></td><td><p>2006</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Slowakei*</p></td><td><p>  5. September</p></td><td><p>2001</p></td><td><p>  1. Januar</p></td><td><p>2002</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Slowenien*</p></td><td><p>  4. Oktober</p></td><td><p>2000</p></td><td><p>  1. Januar</p></td><td><p>2001</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Spanien*</p></td><td><p>  9. April</p></td><td><p>2001</p></td><td><p>  1. August</p></td><td><p>2001</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Tschechische Republik*</p></td><td><p>15. November</p></td><td><p>2006</p></td><td><p>  1. März</p></td><td><p>2007</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Ukraine*</p></td><td><p>19. September</p></td><td><p>2005</p></td><td><p>  1. Januar</p></td><td><p>2006</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Ungarn*</p></td><td><p>26. April</p></td><td><p>1995</p></td><td><p>  1. März</p></td><td><p>1998</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Vereinigtes Königreich* <sup xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">b</sup></p></td><td><p>27. März</p></td><td><p>2001</p></td><td><p>  1. Juli</p></td><td><p>2001</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>    Insel Man*</p></td><td><p>23. April</p></td><td><p>2003</p></td><td><p>23. April</p></td><td><p>2003</p></td></tr><tr><td colspan="2"><p>Zypern*</p></td><td><p>26. August</p></td><td><p>2002</p></td><td><p>  1. Dezember</p></td><td><p>2002</p></td></tr><tr><td colspan="2"/><td/><td/><td/><td/></tr><tr><td colspan="2"/><td/><td/><td/><td/></tr><tr><td><p>*</p></td><td colspan="5"><p>Vorbehalte und Erklärungen.</p></td></tr><tr><td/><td colspan="5"><p>Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme jener der Schweiz. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite des Europarates: <ref href="http://conventions.coe.int">http://conventions.coe.int</ref> eingesehen oder bei der Direktion für Völker-recht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden.</p></td></tr><tr><td><p><sup xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">a</sup></p></td><td colspan="5"><p>Für das Königreich in Europa.</p></td></tr><tr><td><p><sup xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">b</sup></p></td><td colspan="5"><p>Die Charta gilt für Grossbritannien und Nordirland.</p></td></tr></table></mainBody></doc></component><component eId="decl_u2"><doc name="declaration"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926"/><FRBRdate date="2024-09-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1998-04-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1992-11-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.441.2"/><FRBRname xml:lang="it" value="Carta europea del 5 novembre 1992 delle lingue regionali o minoritarie" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="rm" value="Charta europeica dals 5 da november 1992 da las linguas regiunalas u minoritaras" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Charte européenne du 5 novembre 1992 des langues régionales ou minoritaires" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Europäische Charta vom 5. November 1992 der Regional- oder Minderheitensprachen" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de"/><FRBRdate date="2024-09-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1998-04-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1992-11-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/2003/382/20240926/de/xml"/><FRBRdate date="2024-09-26" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1998-04-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1992-11-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml"/></FRBRManifestation></identification></meta><preface><container name="headerOfAnnex"><block name="heading">Vorbehalte und Erklärungen</block></container></preface><mainBody><p>Schweiz</p><p>Der Schweizerische Bundesrat erklärt nach Artikel 3 Absatz 1 der Charta, dass das Rätoromanische und das Italienische in der Schweiz die weniger verbreiteten Amtssprachen sind, auf welche die folgenden, nach Artikel 2 Absatz 2 der Charta ausgewählten Bestimmungen Anwendung finden:</p><p>a.  Rätoromanisch</p><p>Artikel 8 (Bildung)</p><p>Absatz 1 Buchstabe a Ziffer iv, Buchstabe b Ziffer i, Buchstabe c Ziffer iii, Buchstabe d Ziffer iii, Buchstabe e Ziffer ii, Buchstabe f Ziffer iii sowie Buchstaben g, h und i</p><p>Artikel 9 (Justizbehörden)</p><p>Absatz 1 Buchstabe a Ziffern ii und iii, Buchstabe b Ziffern ii und iii sowie Buchstabe c Ziffer ii</p><p>Absatz 2 Buchstabe a</p><p>Absatz 3</p><p>Artikel 10 (Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe)</p><p>Absatz 1 Buchstabe a Ziffer i sowie Buchstaben b und c</p><p>Absatz 2 Buchstaben a, b, c, d, e, f und g</p><p>Absatz 3 Buchstabe b</p><p>Absatz 4 Buchstaben a und c</p><p>Absatz 5</p><p>Artikel 11 (Medien)</p><p>Absatz 1 Buchstabe a Ziffer iii, Buchstabe b Ziffer i, Buchstabe c Ziffer ii, Buchstabe e Ziffer I und Buchstabe f Ziffer i</p><p>Absatz 3</p><p>Art. 12 (Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen)</p><p>Absatz 1 Buchstaben a, b, c, e, f, g und h</p><p>Absatz 2</p><p>Absatz 3</p><p>Artikel 13 (Wirtschaftliches und soziales Leben)</p><p>Absatz 1 Buchstabe d</p><p>Absatz 2 Buchstabe b</p><p>Artikel 14 (Grenzüberschreitender Austausch)</p><p>Buchstabe a</p><p>Buchstabe b.</p><p>b.  Italienisch</p><p>Artikel 8 (Bildung)</p><p>Absatz 1 Buchstabe a Ziffern i und iv, Buchstabe b Ziffer i, Buchstabe c Ziffern i und ii, Buchstabe d Ziffern i und iii, Buchstabe e Ziffer ii, Buchstabe f Ziffern i und iii sowie Buchstaben g, h und i</p><p>Artikel 9 (Justizbehörden)</p><p>Absatz 1 Buchstabe a Ziffern i, ii und iii, Buchstabe b Ziffern i, ii und iii, Buchstabe c Ziffern i und ii sowie Buchstabe d</p><p>Absatz 2 Buchstabe a</p><p>Absatz 3</p><p>Artikel 10 (Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe)</p><p>Absatz 1 Buchstabe a Ziffer i sowie Buchstaben b und c</p><p>Absatz 2 Buchstaben a, b, c, d, e, f und g</p><p>Absatz 3 Buchstaben a und b</p><p>Absatz 4 Buchstaben a, b und c</p><p>Absatz 5</p><p>Artikel 11 (Medien)</p><p>Absatz 1 Buchstabe a Ziffer i, Buchstabe e Ziffer i und Buchstabe g</p><p>Absatz 2</p><p>Absatz 3</p><p>Artikel 12 (Kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen)</p><p>Absatz 1 Buchstaben a, b, c, d, e, f, g und h</p><p>Absatz 2</p><p>Absatz 3</p><p>Artikel 13 (Wirtschaftliches und soziales Leben)</p><p>Absatz 1 Buchstabe d</p><p>Absatz 2 Buchstabe b</p><p>Artikel 14 (Grenzüberschreitender Austausch)</p><p>Buchstabe a</p><p>Buchstabe b.</p></mainBody></doc></component></components></act></akomaNtoso>