<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Artikel 264ff. ZGB und Artikel 28 des Bundesgesetzes über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare (SR 211.231) dahingehend zu ändern, dass alle Erwachsenen, ungeachtet ihres Zivilstandes und ihrer Lebensform, ein Kind, insbesondere das Kind des Partners oder der Partnerin, adoptieren können, wenn eine Adoption für das Kindeswohl die beste Lösung darstellt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare (PartG; SR 211.231) wurde vom Parlament am 18. Juni 2004 verabschiedet. Dagegen wurde erfolglos das Referendum ergriffen, sodass das PartG am 1. Januar 2007 in Kraft treten konnte. Der Bundesrat ist davon überzeugt, dass die breite Akzeptanz des PartG in der Schweiz wesentlich damit zu tun hatte, dass mit ihm zwar die Diskriminierung gleichgeschlechtlich veranlagter Personen beseitigt werden konnte, ohne jedoch eingetragenen Paaren gleichzeitig den Weg zur Adoption und zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung zu öffnen. Vor diesem Hintergrund hält der Bundesrat die von der Motion verlangte uneingeschränkte Öffnung der Adoption für gleichgeschlechtliche Paare zum heutigen Zeitpunkt nicht für opportun.</p><p>Dagegen erachtet es der Bundesrat für angebracht, im Interesse des Kindes die Stiefkindadoption (Art. 264a Abs. 3 ZGB) auch für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen: Kinder aus einer früheren Beziehung oder einer vorangegangenen Einzeladoption (Art. 264b ZGB) sollen durch die eingetragene Partnerin der Mutter oder den eingetragenen Partner des Vaters adoptiert werden können. Damit würde dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bereits heute viele Kinder in solchen Partnerschaften aufwachsen. Nach geltendem Recht können diese Kinder jedoch rechtlich nicht im gleichen Mass abgesichert werden wie Kinder in ehelichen Gemeinschaften. Würde eingetragenen Paaren die Stiefkindadoption ermöglicht, wären Kinder in eingetragenen Partnerschaften und Kinder in ehelichen Gemeinschaften einander inskünftig rechtlich gleichgestellt. Wie bei jeder Adoption müsste auch bei einer solchen Adoption im Einzelfall geprüft werden, ob nach den gesamten Umständen zu erwarten ist, dass sie dem Kindeswohl dient (Art. 264 ZGB).</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.