B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1888/2019 U r t e i l v o m 1 . M a i 2 0 1 9 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Yanick Felley; Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch Daniela Candinas, Rechtsschutz für Asylsu- chende, (…), Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren Spanien); Verfügung des SEM vom 11. April 2019 / N (…). E-1888/2019 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführerin am 16. Oktober 2018 in der Schweiz um Asyl nachsuchte und am 19. Oktober 2018 dem Testbetrieb des Verfahrens- zentrums (VZ) Zürich zugewiesen wurde, dass ihr im Rahmen eines persönlichen „Dublin-Gesprächs“ vom 1. No- vember 2018 das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensent- scheid und zur Möglichkeit einer Überstellung nach Spanien sowi e zum medizinischen Sachverhalt beziehungsweise zu ihrer gesundheitlichen Si- tuation gewährt wurde, dass sie anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs angab , sie habe keine Ahnung, wie die Flüchtlingssituation in Spanien sei, und meinte, viele Eritreer würden in die Schweiz, in die USA oder in andere Länder fliehen, von Spanien aber habe sie noch nichts gehört, dass sie erklärte, es gehe ihr gesundheitlich nicht gut, sie habe Schmerzen an den Händen und Beinen und sie könne nicht gut laufen, dass bei der Beschwerdeführerin gemäss Arztbericht vom 26. Oktober 2018 eine schmerzhafte degenerative Veränderung mit Bewegungsein- schränkung im Bereich des (…) sowie ein Verdacht auf (…) Krankheit und in einem weiteren Arztbericht vom 13. November 2018 ein Verdac ht auf eine (…) sowie eine (…) rechts diagnostiziert wurden, dass sie entsprechende Medikamente verordnet erhielt, dass ein Abgleich mit dem zentralen Visa -Informationssystem (CS -VIS) ergab, dass der Beschwerdeführerin von Spanien ein vom 31. März 2018 bis zum 30. September 2018 gültiges Visum ausgestellt worden war, dass gestützt darauf die Vorinstanz am 16. November 2018 die spanischen Behörden um Übernahme der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 12 Abs. 2 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäische n Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah- ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei- nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge- stellten Antrags auf internatio nalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), ersuchte, dass mit Eingabe vom 21. Dezember 2018 die Rechtsvertretung der Be- schwerdeführerin darauf hinwies, ihre Mandantin sei mit der Fachstelle E-1888/2019 Seite 3 Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) vernetzt worden, und eine Bestä- tigung der FIZ zu den Akten gereicht wurde, woraus hervorgeht, dass auf- grund der bisherigen beiden Beratungsgespräche festgehalten werden könne, dass sie über mehrere Jahre in Saudi -Arabien sowie auf einer Reise nach Europa als Arbeitskra ft ausgebeutet worden und auch Opfer von sexueller Gewalt geworden sei, dass aufgrund der Hinweise auf Menschenhandel das SEM durch die Rechtsvertretung aufgefordert wurde, den Sachverhalt weiter abzuklären und eine Zusatzbefragung zu Menschenhandel anzusetzen, dass das SEM am 3. Januar 2019 den spanischen Behörden mitteilte, die Beschwerdeführerin sei ein potentielles Opfer von Menschenhandel, dass am 24. Januar 2019 die spanischen Behörden dem SEM per Dubli- Net-Mail die spanische Referenznummer der Beschwerdeführerin mitteilte und nach Ansicht des SEM somit impliziert hätten, für die Durchführung ihres Asyl- und Wegweisungsverfahrens zuständig zu sein, dass die spanischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist zum Über- nahmeersuchen des SEM keine explizite Stellung nahmen, dass die Beschwerdeführerin am 11. Februar 2019 in (…) eines medizini- schen Zentrums wegen (…) vorstellig wurde, wobei die Untersuchung kei- nen auffälligen Befund zeigte, dass das SEM am 14. Februar 2019 eine erweiterte Befragung mit der Be- schwerdeführerin durchführte, wobei sie schilderte, seit dem Jahre 1988 in Saudi-Arabien bei einer Familie im Haushalt gearbeitet zu haben, dabei auch schwere Arbeit verrichtet haben zu müssen und von ihrer Arbeitge- berin sowie einer weiteren Angestellten des Hauses schikaniert und ge- schlagen worden zu sein, dass bezüglich der Ausführungen im Einzelnen auf die Befragung zu ver- weisen ist, dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung einverstanden erklärte, dass das SEM ihre Verfahrensakten den zuständigen Strafbehör- den weiterleiten würden, dass der Beschwerdeführerin zudem ergänzend zur summarischen Befra- gung vom 1. November 2018 noch einmal das rechtliche Gehör zur Zu-E-1888/2019 Seite 4 ständigkeit Spaniens zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfah- rens gemäss Dublin-III-VO gewährt wurde und sie geltend machte, Spa- nien erinnere sie an ein arabisches Land, obwohl sie wisse, dass Spanien in Europa liege, dass sie jedoch noch nie gehört habe, dass Eritreer nach Spanien gehen würden, und sie Angst bekomme, wenn sie Spanien hören würde, wobei sie nicht wisse, weshalb, dass ihr die Gesetze in der Schweiz gefallen würden und es ihre Wahl sei, hier zu bleiben, da sie hier alles mögen würde, dass am 15. Februar 2019 die Akten de r Beschwerdeführerin an eine in- terne Stelle des SEM zwecks Weiterleitung ans Kommissariat Menschen- handel geschickt wurden, dass mit Eingabe vom 27. Februar 2019 die Rechtsvertretung der Be- schwerdeführerin auf einen weiteren Bericht der FIZ vom 26. Februar 2019 verwies, woraus die über 30 -jährige Ausbeutung in Saudi -Arabien, die harte Arbeit, die erlebte Vergewaltigung und die Misshandlungen sowie ihre momentane Situation und psychische Verfassung hervorgehe, dass sie aufgrund der schlimmen Erfahrung unter Schlaflosigkeit und star- ken Kopfschmerzen und aufgrund der jahrzehntelangen harten Arbeit und Misshandlungen unter starken körperlichen Schmerzen leiden würde, wes- halb eine Traumatherapie unabdingbar sei, dass von einer Überstellung nach Spanien dringend abzuraten sei, da die Gefährdungslage in Spanien nich t abschliessend beurteilt werden könne und ihre ehemalige Arbeitgeber -Familie jedes Jahr mehrere Wochen in Spanien verbringen würde, wobei es sich um eine mächtige und einfluss- reiche Familie handle, welche in der Lage sei, sie in Spanien ausfindig zu machen, dass weiter zu bedenken sei, dass aufgrund ihres fragilen physischen und psychischen Zustands sie eine Überstellung nach Spanien zutiefst desta- bilisieren könnte, dass z udem darauf hingewiesen wurde, ihr Bruder halte sich in der Schweiz auf, wobei der Kontakt noch nicht habe hergestellt werden kön- nen, aber e in Kontakt mit einem engen Familienmitglied sie stabilisieren und bei ihrer Traumabewältigung helfen könnte, E-1888/2019 Seite 5 dass ihre Rechtsvertretung festhielt, aus den erwähnten Gründen sei ein Selbsteintritt gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO angezeigt, dass am 19. März 2019 das Kommissariat Menschenhandel dem SEM mit- teilte, dass seitens der Kantonspolizei Zürich keine weiteren Schritte ein- geleitet würden, dass das SEM den Entwurf seines beabsichtigten Nichteintretensentschei- des bezüglich des vorliegenden Asylgesuches der Rechtsvertretung am 21. März 2019 zur Stellungnahme aushändigte, dass die Rechtsvertretung nach vom SEM gewährter Fristverlängerung am 25. März 2019 zum Entscheidentwurf Stellung nahm, dass die Beschwerdeführerin durch ihre Rechtsvertretung (der Zusammen- fassung in der angefochtenen Verfügung folgend) im Wesentlichen geltend machte, mit dem Entscheid nicht einverstanden zu sein und sich davor zu fürchten, nochmals in ein neues Land und in die Unsic herheit gehen und nochmals alles neu erzählen zu müssen, wobei sie hervorstrich, aufgrund der traumatisierenden Erfahrungen stark erschöpft zu sein, an Schlaflosig- keit, starken Kopfschmerzen und starken körperlichen Schmerzen zu lei- den, dass sie sich bisher nicht dazu habe überwinden können, eine Psychiaterin aufzusuchen, dass sie sich dazu entschlossen habe, eine Anzeige gegen ihre ehemalige Arbeitgeberin und Ausbeuterin einzureichen, dass ihre Case-Managerin der FIZ Kontakt mit der Kantonspolizei Zür ich aufgenommen habe und vereinbart worden sei, dass sie in den kommen- den Tagen zu einer ersten Befragung eingeladen werde, dass dringend angezeigt sei, den Sachverhalt in Bezug auf eine mögliche Tatbegehung in der Schweiz näher abzuklären, dass sie bezüglich den Abklärungen des SEM mit dem Fedpol (Bundesamt für Polizei) ein Einsichts- und Äusserungsrecht habe, weshalb ihr Einsicht in die vom SEM getätigte Anfrage und die Antwort des Fedpol zu gewähren sei, E-1888/2019 Seite 6 dass zudem die Ermittlungen der Strafu ntersuchungsbehörden abzuwar- ten seien und sie für die Dauer des polizeilichen Ermittlungs- und Strafver- fahrens Anspruch auf eine Kurzaufenthaltsbewilligung habe, womit eine Wegweisung nach Spanien nicht mit den Bedürfnissen einer effektiven Strafverfolgung zu vereinbaren seien, dass sich das SEM nicht ausreichend mit i hrer Gefährdungssituation in Spanien auseinandergesetzt habe, wobei sie auf den Bericht der FIZ vom 26. Februar 2019 verwies, wonach die ehemalige Arbeitgeberfamilie mäch- tig, einflussreich und in der Lage sei, sie ausfindig zu machen und Vergel- tung zu üben, dass sie sich – ebenfalls mit Verweis auf den Bericht der FIZ – in einer fragilen gesundheitlichen Verfassung befinde, eine Überstellung zu einer massiven Destabilisierung führen würde und es angesichts ihres Gesund- heitszustands fraglich sei, ob sie über die nötigen Ressourcen verfüge, um die ihr zustehenden Rechte in Spanien einzufordern, dass aufgrund der gegebenen Umstände im vorliegenden Fall eine Ermes- sensunterschreitung vorliege und das SEM sich zwingend die Frage des Selbsteintrittes zu stellen habe, dass da s SEM mit Verfügung vom 11. April 2019 – eröffnet am 12. Ap- ril 2019 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Spa- nien anordnete und die Beschwerdeführerin aufforderte, die Schweiz spä- testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent- scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwerde- führerin verfügte, dass die Beschwerdeführerin handelnd durch ihre Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 23. April 2019 (vorab per Telefax und Nachreichung im Origi- nal vom 24. April 2019) gegen den Entscheid der Vorinstanz beim Bundes- verwaltungsgericht Beschwerde erhob und beantragt , die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylge- such einzutreten, E-1888/2019 Seite 7 dass eventualiter die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen Feststellung des Sachverhaltes an die Vorinstanz zurück- zuweisen sei, dass subeventualiter die Vorinstanz anzuweisen sei, individuelle Zusiche- rungen bezüglich des Zugangs zu einem Schutzprogramm für Opfer von Menschenhandel und adäquater medizinischer Versorgung sowie Unter- bringung von den spanischen Behörden einzuholen, dass der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewäh- ren sei, dass ferner die Vorinstanz und die Vollzugsbehörden im Rahmen vorsorg- licher Massnahmen unverzüglich anzuweisen seien, bis zum Entscheid über das vorliegende Rechtsmittel von jeglichen Vollzugshandlungen ab- zusehen, dass der Beschwer deführerin die unentgeltliche Prozessführung zu ge- währen und insbesondere von der Erhebung eines Kostenvorschusses ab- zusehen sei, dass zur Begründung der Beschwerde mit teilweise zusätzlichen Argumen- ten in den wesentlichen Grundzügen jedoch dieselben Einwände gegen die angefochtene Verfügung vorgebracht werden wie in der Stellungnahme vom 25. März 2019 zum Entscheidentwurf des SEM, dass das Bundesverwaltungsgericht mit superprovisorischer Massnahme den Vollzug der Überstellung (nach Spanien) per sofort einstweilen aus- setzte, dass die vollständigen vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsge- richt am 25. April 2019 zur Verfügung standen (vgl. aArt. 109 Abs. 1 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re- gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun- gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), E-1888/2019 Seite 8 dass für das vorliegende Verfahren das bisherige Recht gilt (vgl. Abs. 2 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015), dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (aArt. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur- teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass diesbezüglich aufgrund der Prüfung der Aktenlage vorab festzustellen ist, dass das SEM in Rahmen seines Verantwortungsbereiches in jeder Hinsicht die entscheidwesentlich notwendigen Abklärungen vorgenommen und somit den rechtserheblichen Sachverhalt hinreichend e rstellt hat und die angefochtene Verfügung sorgfältig begründete und rechtsfehlerfreie Folgerungen zog, die in Beachtung des schweizerischen Landesrechts und der massgeblichen europäischen Normen sowie der geltenden Rechtspre- chung offenkundig nicht zu beanstanden sind, dass bei dieser Sachlage die mit dem Rechtsmittel erhobenen Rechtsbe- gehren offensichtlich unbegründet erscheinen müssen, dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver- zichtet wurde, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eing etreten wird, wenn Asylsu- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), E-1888/2019 Seite 9 dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi- gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), dass den vor liegenden Akten zu entnehmen ist, dass der Beschwerde- führerin von Spanien ein vom 31. März 2018 bis am 30. September 2018 gültiges Visum ausgestellt wurde, dass das SEM am 16. November 2018 die spanischen Behörden um ihre Übernahme im Sinne von Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO ersuchte, dass das SEM am 3. Januar 2019 die spanischen Behörden in Kenntnis setzte, dass die Beschwerdeführerin ein potentielles Opfer von Menschen- handel sei, und die spanischen Behörden am 24. Januar 2019 dem SEM per DubliNet-Mail die spanische Referenznummer der Beschwerdeführerin mitteilte, dass mit dem SEM einig zu gehen ist, dass die spanischen Behörde damit impliziert hätten, für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfah- rens der Beschwerdeführerin zuständig zu sein, dass die spanischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in Art. 22 Abs. 1 [und 6] Dublin-III-VO vorgesehenen Frist zwar formell unbe- antwortet liessen, damit aber die Zuständigkeit Spaniens implizit anerkann- ten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO), dass die grundsätzliche Zuständigkeit Spaniens somit gegeben ist, dass in Nachachtung der geltenden Rechtsprechung in grundlegender Hin- sicht vorab festzustellen gilt, dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Spa- nien weise systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf, dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell- ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), E-1888/2019 Seite 10 dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim- mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, dass die Beschwerdeführerin verschiedene formelle Rügen erhebt, so die Rüge der Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör unter dem Teil- aspekt des Rechts auf Akteneinsicht sowie der Verletzung der Untersu- chungs- respektive Abklärungspflicht durch das SEM und damit des Rechts auf vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes, dass diese formellen Rügen vorab zu behandeln sind, da sich aus diesen allenfalls ein Kassationsgrund ergeben könnte, dass die Beschwerdeführerin rügt, das SEM habe in die Akten des Kom- missariats Menschenhandel beziehungsweise in die Akten der zuständigen Kantonspolizei keine Einsicht gewährt, dass dazu eingewendet wird, falls die Vorinstanz Informationen an das Kommissariat Menschenhandel des F edpol weiterleite, die Rechtsvertre- tung ein Akteneinsichtsrecht in die von der Vorinstanz getätigte Anfrage respektive die Antwort des Kommissariats habe, und hierzu auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -1372/2018 vom 29. November 2018 verweist, dass zur weiteren Begründung im Wesentlichen vorgebracht wird, das Ein- sichts- und Äusserungsrecht sei für das Asylverfahren insbesondere dann bedeutsam, wenn das Kommissariat Menschenhandel zum Schluss ge- lange, dass keine verwertbaren Untersuchungsergebnisse vor liegen wür- den, da es sich hierbei um entscheidrelevante Informationen handle, zu der sich das Opfer – analog dem Strafverfahren – äussern können müsse, dass die Rüge der Verletzung des Akteneinsichtsrechts vorliegend unbe- gründet ist und sich die Sachlage zum Verfahren des BVGer D-1372/2018 unterschiedlich verhält, dass in diesem Verfahren mit Zwischenverfügung vom 9. März 2018 fest- gehalten wurde, die betreffende Akte enthalte nebst einem Informations- austausch von Angestellten des SEM auch Infor mationen zum Sachver- halt, die das SEM von anderen Behörden erhalten habe, E-1888/2019 Seite 11 dass diese der Sachverhaltsabklärung dienenden Informationen, die beim Erlass der Verfügung mitberücksichtigt worden und in diese eingeflossen seien, dem Akteneinsichtsrecht unterlägen, weshalb das SEM anzuweisen sei, in geeigneter Weise Einsicht in die Akte zu gewähren, dass vorliegend das SEM keine der Sachverhaltsabklärung dienenden In- formationen von anderen Behörden erhalten hat, die nicht in die angefoch- tene Verfügung eingeflossen und so der Beschwerdeführerin respektive der Rechtsvertretung nicht in geeigneter Form offengelegt worden wären, dass die Erwägung des SEM in der angefochtenen Verfügung, es sei be- treffend das von der Rechtsvertretung geforderte Akteneinsichtsrecht in die Abklärungen des Fedpol beziehungsweise der Kantonspolizei darauf hin- zuweisen, dass es nicht befugt sei, die Akten anderer Behörden herauszu- geben, für die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin insofern missver- ständlich ausgefallen sein dürfte, als dem SEM durch die entsprechenden Behörden verwehrt wurde, ihre Akten physich zu edieren, dass das SEM in der angefochtenen Verfügung jedoch den wesentlichen Inhalt der fraglichen Akten offenlegte, dass das SEM in diesem Sinne darlegte, gemäss Auskunft der Kantonspo- lizei () sei die Beschwerdeführerin für den 4. April 2019 zu einem Erstge- spräch eingeladen worden, am 3. April 2019 habe die Kantonspolizei () das SEM informiert, dass sie doch keine Anzeige erstatten wolle, und somit die Befragung vom 4. April 2019 nicht stattgefunden habe und die Kantonspo- lizei () in ihrem Bericht vom 3. April 2019 weiter festgehalten habe, es seien aufgrund der Aktenlage keine weiterführenden Ermittlungsansätze erkenn- bar, weshalb die Ermittlungen seitens der Kantonspolizei abgeschlossen seien, dass dabei klarzustellen gilt, dass weder das Fedpol noch die Kantonspo- lizei eigene Sachverhaltsabklärungen getroffen haben, die für das vorlie- gende Verfahren über die vom SEM offengelegten Aspekte hinaus ent- scheidrelevant sein könnten, sondern sich auf die vom SEM an diese Be- hörden übermittelten Akten orientierten, die der Beschwerdeführerin bezie- hungsweise ihrer Rechtsvertreterin ohnehin vollumfänglich offengelegt sind, dass bei dieser Sachlage keine Verletzung des rechtlichen Gehörs unter dem Teilaspekt des Rechts auf Akteneinsicht gegeben ist, E-1888/2019 Seite 12 dass mit der Beschwerde beantragt wird, die Sache sei zur vollständigen und richtigen Feststellung des Sachverhalts an das SEM zurückzuweisen, dass fraglich erscheine, ob im Hinblick auf die korrekte Anwendung der Ermessensklausel der Sachverhalt vollständig erstellt sei, dass diesbezüglich vorab geltend gemacht wird, der Tatbezug (bezüglich Menschenhandel) zur Schweiz sei nicht näher abgeklärt worden, dass dieser Einwand auch in Berücksichtigung gesundheitlicher B eein- trächtigungen der Beschwerdeführerin nicht berechtigt erscheint, nachdem der Beschwerdeführerin bereits seit dem 24. Oktober 2018 eine Rechts- vertretung beigegeben worden ist und sie seit dem 21. November 2018 mit der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) erfolgreich ver- netzt werden konnte, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des erweiterten Dublin-Gesprächs vom 14. Februar 2019 ausdrücklich auf das Thema eines Tatbezuges zur Schweiz angesprochen wurde (Akten SEM 32/10, F 62) und auc h die Rechtsvertretung an diesem Gespräch teilnahm, dass demnach im Rahmen der Mitwirkungspflicht bei Vorliegen eines Tat- bezuges zur Schweiz eine entsprechende Information des SEM in geeig- neter Form zumindest in den Grundzügen von der Beschwerdeführerin res- pektive ihrer Rechtsvertretung hätte erwartet werden müssen, dass in der Stellungnahme zum Entwurf des Entscheides des SEM vom 25. März 2019 angekündigt wurde, mit der Beschwerdeführerin sei in die- sem Zusammenhang eine erste Befragung bei der Kantonspoli zei verein- bart worden, dass die Beschwerdeführerin der Einladung der Kantonspolizei auf den 4. April 2019 zu einem Erstgespräch – wie von ihr angegeben , aus pani- scher Angst vor einer Anzeigeerhebung – nicht gefolgt ist und die Kantons- polizei mangels erkennbarer weiterführender Ermittlungsansätze festhielt, dass die Ermittlungen ihrerseits abgeschlossen seien, dass Art. 14 des Übereinkommens vom 16. Mai 2005 zur Bekämpfung des Menschenhandels (SR 0.311.543) vorsieht, dass Opfern von Menschen- handel während der Ermittlungen eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wer- den kann und die Schweiz die völkerrechtlichen Verpflichtungen zur Ge- währung einer Erholungs - und Bedenkzeit und Ausstellung einer Aufent- haltsbewilligung zwecks Durchführung von polizeilichen Ermit tlungen und E-1888/2019 Seite 13 eines Strafverfahrens in der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) konkretisierte, dass das SEM der in Art. 35 VZAE festgelegten Erholungs- und Bedenkzeit Rechnung getragen hat, wenn es nach der Anfrage an die Beschwerdefüh- rerin vom 14. Februar 2019, ob die Asylverfahrensakten an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden übermittelt werden dürften (A32/10, F63), bis zum 21. März 2019 zuwartete, bis ihrer Rechtsvertretung der Entscheid- entwurf zur Stellungnahme ausgehändigt wurde, und zudem während die- ser Zeit der Beschwerdeführerin keine ausländerrechtlichen Vollzugsmass- nahmen drohten, dass der Beschwerdeführerin Gelegenheit geboten wurde, die Rechte, die ihr aufgrund des Übereinkommens gegen Menschenhandel zustehen, wahrzunehmen und die strafrechtlichen Ermittlungen mittlerweile abge- schlossen sind, womit für die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung nach Art. 36 VZAE kein Raum mehr besteht, dass es entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht nicht notwen- dig erscheint, eine allfällig denkbare Stabilisierung des psychischen Ge- sundheitszustandes der Beschwerdeführerin in der Schweiz abzuwarten, bis sie sich (in zeitlicher Hinsicht nicht abschätzbarem Rahmen) möglich- erweise im Stande sehen könnte, eine Anzeige doch einzureichen, dass das SEM in der angefochtenen Verfügung zu Recht festhielt, die Be- schwerdeführerin habe nach ihrer Überstellung nach Spanien die Gelegen- heit, ein Asylgesuch einzureichen und ihre Asylgründe sowie die von ihr geltend gemachte Straftat im Zusammenhang mit Menschenhandel, deren Opfer Sie angeblich geworden sei, vorzubringen und sie auch die Möglich- keit habe, sich an diverse Organisationen zu wenden, welche sich in Spa- nien den Opfern von Menschenhandel annehmen würden, dass sich auch die Rüge, das SEM habe sich nicht ausreichend mit der Gefährdungssituation der Beschwerdeführerin in Spanien auseinanderge- setzt und den Sachverhalt zu ihrer gesundheitlichen Situation – insbeson- dere zu ihrer psychischen Verfassung – nicht erstellt, als unbegründet dar- stellt, dass zudem die Forderung, es müsse zwingend durch das SEM ein detail- lierter Arztbericht eingefordert werden, angesichts der diesbezüglichen vollumfänglichen Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG) der seit E-1888/2019 Seite 14 Monaten rechtsvertretenen und psychologisch betreuten Beschwerdefüh- rerin nicht sachgerecht erscheint, dass im Weiteren in antizipierter Würdigung der gesamten Aspekte nicht zu erwarten wäre, dass weitere in der Schweiz erhobene medizinische Be- funde in entscheidwesentlicher Hinsicht die Einschätzung umzustossen vermöchten, dass der Beschwerdeführerin in Spanien in jeder medizini- schen Hinsicht eine adäquate Behandlung und Betreuung offenstehen würde, und nicht ernsthaft in Betracht gezogen werden muss , sie würde dort einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesund- heitszustands ausgesetzt, dass auch keine Gründe ersichtlich sind, die Vorinstanz anzuweisen, indi- viduelle Zusicherungen bezüglich des Zugangs zu einem Schutzprogramm für Opfer von Menschenhandel und adäquater medizinischer Versorgung sowie Unterbringung von den spanischen Behörden einzuholen, dass der rechtserhebliche, für das vorliegende Zuständigkeitsverfahren re- levante Sachverhalt hinreichend erstellt ist, weshalb der Antrag auf Rück- weisung der Sache an das SEM abzuweisen ist, dass die angefochtenen Verfügung auch in materieller Hinsicht unter kei- nem entscheidrelevanten Aspekt als n icht rechtskonform erkannt werden kann, dass das SEM zu Recht feststellte, im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III- VO gebe es keine wesentlichen Gründe für die Annahme, das Asylverfah- ren und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Spanien würden systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmensch- lichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU - Grundrechtecharta mit sich bringen würden, dass Spanien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De- zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts stellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun- gen nachkommt, dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des E-1888/2019 Seite 15 Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in- ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, dass die Beschwerdeführerin kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge- tan hat, die spanischen Behörden würden sich weigern, ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der erwähnten Richtli- nien zu prüfen, dass die Beschwerdeführer in keine hinreichenden Gründe für die An- nahme dargetan hat, Spanien würde ihr dauerhaft die ihr gemäss Aufnah- merichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten, und sie sich bei einer vorübergehenden Einschränkung im Übrigen nöti- genfalls an die spanischen Behörden wenden und die ihr zustehenden Auf- nahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), dass Spanien auch die Konvention des Europarates gegen Menschenhan- del ratifiziert hat und das Gericht entgegen den in der Beschwerde vorge- brachten und auf einen Länderbericht der Asylum Information Database (AIDA, [Country Report: Spain, Update 2018, March 2019]) gestützten Be- fürchtungen davon ausgeht, die spanischen Behörden würden diesbezüg- lich die völkerrechtlichen Vorgaben hinreichend einhalten, dass nicht angezeigt ist, das SEM dazu zu verpflichten, bei den spanischen Behörden Garantien dafür einzuholen, dass diese sich an die von ihnen eingegangenen völkerrechtlichen Verpflichtungen halten werden, dass die Beschwerdeführerin bislang diesbezüglich nicht in Kontakt mit den spanischen Behörden stand, weshalb keine konkreten Hinweise dafür ersichtlich sind, diese würden den von Spanien eingegangenen völker- rechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommen, dass die diesbezüglichen geltend gemachten Befürchtungen der Be- schwerdeführerin hinsichtlich ihrer Person rein spekulativer Natur bleiben, dass das SEM die spanischen Behörden bereits mit Mitteilung vom 3. Ja- nuar 2019 ausdrückl ich darauf hingewiesen hat, die Beschwerdeführerin sei ein potentielles Opfer von Menschenhandel, und in der angefochtenen Verfügung in Aussicht stellte, die spanischen Behörden zum Zeitpunkt der E-1888/2019 Seite 16 Überstellung nach Spanien erneut auf diesen Umstand hinzuweisen, wes- halb vorliegend erwartet werden darf, bereits die span ischen Asyl- und nicht erst die Vollzugsbehörden würden sich mit dem Vorbringen der Be- schwerdeführerin, sie sei Opfer von Menschenhandel geworden, beschäf- tigen, dass es aus Sicht der potenziellen Opfer von Menschenhandel allerdings begrüssenswert wäre, wenn das SEM von den spanischen Behörden je- weils Zusicherungen bezüglich des Zugangs zum Schutzsystem für Opfer von Menschenhandel erhielte, da dies dazu beitragen könnte, nachvoll- ziehbare Ängste vor einer Überstellung abzubauen, dass die Beschwerdeführerin in der Rechtsmitteleingabe ihre Befürchtung allfälliger Vergeltungen seitens der mächtigen und einflussreichen Familie der ehemaligen Arbeitgeberin äussert, die überall auf der Welt Kontakte habe und jedes Jahr für eine längere Zeit nach Spanien gereist sei, wes- halb die Gefahr bestehe, ihren Ausbeutern wieder in die Hände zu fallen, dass sich die Beschwerdeführerin an die zuständigen spanischen Sicher- heitsbehörden wenden kann, die verpflichtet sind, sich ihr und ihren Be- dürfnissen anzunehmen, sollte sie sich in Spanien bedroht fühlen oder un- ter Druck gesetzt werden, dass im Weiteren die Beschwerdeführerin selbst offenbar in diesem Zu- sammenhang einen Tatbezug zur Schweiz in Betracht zu ziehen scheint und davon auszugehen ist, dass die Familie der ehemaligen Arbeitgeberin bei allfälligen tatsächlichen Absichten befähigt wäre , entsprechende An- strengungen auch in der Schweiz einzuleiten, dass im Übrigen keine t riftigen Gründe als gegeben zu erachten sind , in- wiefern die schweizerischen Polizei- und Sicherheitsbehörden besseren Schutz als die spanischen Schutzorgane anbieten könnten, dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu e ntnehmen sind, Spanien werde vorliegend den Grundsatz des Non-Refoulement missach- ten und die Beschwerdeführerin zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden, dass sich die Beschwerdeführerin auf ihren Gesundheitszustand beruft, der einer Überstellung nach Spanien entgegenstehe, E-1888/2019 Seite 17 dass die Beschwerdeführerin geltend macht, die Überstellung nach Spa- nien setze sie dem Risiko einer irreversiblen Gesundheitsverschlechterung aus und verletze damit Art. 3 EMRK, dass sie zur Begründung im Wesentlichen vorbringt, eine Überstellung nach Spanien würde ihr das notwendige und in der Schweiz hart erarbei- tete zumindest ansatzweise vorhandene Sicherheitsgefühl zerstören und eine vermutungsweise nachhaltige Destabilisierung zur Folge haben, dass es fraglich sei, ob sie angesichts der fragilen physischen und psychi- schen Situation in der Lage wäre, an einem neuen Ort beziehungsweise in einem ihr völlig unbekannten Umfeld neu zu beginnen, wieder Vertrauen zu Personen zu fassen, alles nochmals neu zu erzählen und sich zu stabi- lisieren, dass sie nach der Eröffnung des Entscheides des SEM am Ende ihrer Kräfte zu sein scheine, dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur ganz ausn ahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann, dass dies insbesondere der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit de m sicheren Tod rech- nen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Euro- päischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]), dass ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK gemäss aktueller Praxis des EGMR aber auch vorliegen kann, wenn eine schwer kranke Person durch die Ab- schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel- staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederb ringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.), dass dies auf die Situation der Beschwerdeführerin offensichtlich nicht zu- trifft, E-1888/2019 Seite 18 dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin die Annahme einer Unzulässigkeit des Vollzugs der Überstellung nach Spanien im Sinne der vorstehend skizzierten restriktiven Rechtsprechung nicht zu rechtfertigen vermag, dass im Weiteren den Einwänden der Beschwerdeführerin, aus ihrer Sicht könne nicht davon ausgegangen werden, dass im Hinblick auf die Anwen- dung von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Spanien die von ihr in vielseitiger Hinsicht als erforderlich erachteten Be- dürfnisse hinreichend abgedeckt würden, nicht gefolgt werden kann, dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.), dass seit der Kognitionsbeschränkung durch die Asylgesetzrevision vom 1. Februar 2014 (Streichung der Angemessenheitskontrolle des Bundes- verwaltungsgerichts gemäss aArt. 106 Abs. 1 Bst. c AsylG) das Gericht den vorinstanzlichen Verzicht der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 nicht mehr auf Angemessenheit hin prüft, sondern seine Beurteilung nun- mehr im Wesentlichen darauf beschränkt, ob das SEM den Sach verhalt diesbezüglich korrekt und vollständig erhoben, allen wesentlichen Umstän- den Rechnung getragen und seinen Ermessensspielraum genutzt hat (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a und b AsylG), dass das SEM in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen all die folgenden Aspekte in seine Würdigung miteinbezog, dass die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder- liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen St örungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche me- dizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer ge- eigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie), dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim- mung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführerin Rechnung tragen und die spanischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die aktuellen spezifischen medizinischen Umstände informie- ren werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), E-1888/2019 Seite 19 dass Spanien über eine ausreichende medizinische Infrastr uktur verfügt und verpflichtet ist, Asylgesuchstellenden die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder- liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), dass Antragstellenden mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche me- dizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich nötigenfalls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren ist (Art. 19 Abs. 2 Aufnahme- richtlinie), dass vorliegend keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschwer- deführerin die von ihr benötigte medizinisch-psychiatrische Behandlung in Spanien nicht gewährt würde, dass das SEM im Weiteren auch zutreffend feststellte , es lägen keine Gründe gemäss Art. 16 Abs. 1 VO Dublin vor, dass das SEM im Zusammenhang mit dem in der Schweiz befindlichen Bruder der Beschwerdeführerin zutreffend ausführte, volljährige Geschwis- ter würden nicht als Familienangehörige im Sinne von Art. 2 Bst. g VO Dub- lin gelten und es bestünden auch keine Hinweise auf ein besonderes Ab- hängigkeitsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Bruder in der Schweiz, womit sich aus dessen Anwesenheit in der Schweiz kein Zuständigkeitskriterium ableiten lasse, dass das SEM in der angefochtenen Verfügung im Rahmen seiner Ermes- sensausübung demnach alle wesentlichen Aspekte zur Entscheidfindung berücksichtigte und den Akten keine Hinweise auf eine gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vo rin- stanz zu entnehmen sind, dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes- sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal- ten bleibt, dass die Dublin -III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein- räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), dass somit Spanien der für die Behandlung des Asylgesuchs der Beschwerdeführerin zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO bleibt E-1888/2019 Seite 20 und Spanien verpflichtet ist, das Asylverfahren gemäss Art. 21, 22 und 29 aufzunehmen, sofern die Beschwerdeführerin bei den spanischen Behör- den um Asyl nachsucht, dass es sich erübrigt , auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde- eingabe und die eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, da sie an der vorgenommenen Würdigung der vorliegenden Sachlage nichts zu ändern vermögen, dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist und – weil die Beschwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufent- halts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Spanien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshinderniss e gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AI G (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht- eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.), dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfügung des SEM zu bestätigen ist, dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos erweist, dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent- geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa- ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfü llt sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒ 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) E-1888/2019 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Christoph Berger Versand: