Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. Juni 2018 (750 18 68 / 156) ____________________________________________________________________ Erwerbsersatz Die Ausgleichskasse hat die Erwerbsersatz-Entschädigung für den Zivildienst auf Grund des ortsüblichen Anfangslohns eines Bachelorabsolventen in Wirtschaftswissenschaften zu berechnen. Rückweisung an die Vorinstanz zur Bemessung des ortsüblichen An- fangslohns. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber i.V. Robert Schibli Parteien A. ____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Michael Blattner , Adv o- kat, Advokatur Sissach, Postgasse 9, Postfach 182, 4450 Sissach gegen Ausgleichskasse Handel Schweiz , Schönmattstrasse 4, Postfach , 4153 Reinach BL, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Der 1993 geborene A.____ schloss per 31. Juli 20 16 sein Bachelorstudium in Wirt- schaftswissenschaften an der Universität B.____ ab. Nebst dem Studium arbeitete er ab dem 1. Oktober 2015 als Aushilfe im Verkauf bei der C.____ AG. Nach seinem Bachelorabschluss leis- tete A.____ vom 22. August 2016 bis 24. Februar 201 7 Zivildienst. Mit Verfügung vom 9. Dezember 2016 wurde sein Zivildiensteinsatz bis zum 26. Mai 2017 verlängert. Die Aus- gleichskasse Handel Schweiz (Ausgleichskasse) berechnete in ihrer Verfügung vom 6. Februar Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2017 die Erwerbsersatz-Entschädigung für die Dienstperio de vom 22. August 2016 bis 26. Mai 2017 gestützt auf den Lohn von A.____ bei der C.____ AG. Dies führte im Ergebnis zu einer Entschädigung in Höhe von Fr. 62.– pro Tag. Eine hier gegen erhobene Einsprache des Versi- cherten wurde mit Einspracheentscheid vom 2. Mai 2017 abgewiesen. B. Gegen den Einspracheentscheid vom 2. Mai 2017 erhob A.____, vertreten durch Mi- chael Blattner, Advokat, am 6. Juni 2017 Beschwerde bei m Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefoch- tene Einspracheentscheid aufzuheben und es sei die Ausgle ichskasse anzuweisen, ihm für die Dauer der Zivildienstleistung eine Erwerbsersatz-Entschäd igung auf Basis des ortsüblichen Anfangslohns eines Bachelorabsolventen in Wirtschaftswissenschaften auszurichten. Unter o/e- Kostenfolge zulasten der Ausgleichskasse, wobei ihm im Unterliegensfall die unentgeltliche Rechtsverbeiständung mit Advokat Blattner zu gewähren se i. Mit Verfügung des Kantonsge- richts vom 7. Juli 2017 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Blattner als Rechtsvertreter bewilligt. Mit Urteil vom 14. September 2017 hiess das Kantonsgericht die Beschwerde in dem Sinne gut, als der angefochtene Einspracheentscheid vom 2. Mai 2017 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung bezüglich der Höhe der EO-Entschä digung für den Zivildiensteinsatz vom 22. August 2016 bis 26. Mai 2017 zurückgewiesen wurde. Es konnte zwar festgestellt wer- den, dass der Beschwerdeführer als Erwerbstätiger zu gelten und sein Bachelor-Studium unmit- telbar vor dem Dienstbeginn erworben hat. Jedoch ergebe sich aus den Akten nicht, was der Beschwerdeführer nach der Beendigung des Zivildienstes ge macht hat, nämlich ob er zwi- schenzeitlich ein Masterstudium aufnahm und somit mit de m Bachelorabschluss seine Ausbil- dung nicht im Juli 2016 abgeschlossen hatte oder ob er eine Arbeitsstelle antrat. Der Sachver- halt in Bezug auf die nachdienstliche Tätigkeit sei somit nicht genügend abgeklärt worden. Nach getätigter Abklärung bestätigte die Ausgleichskasse mit Einspracheentscheid vom 18. Januar 2018 ihre ursprüngliche Verfügung vom 5. M ai 2017 und passte kulanterweise die EO-Entschädigung auf den Praktikumslohn von Fr. 2600.– b ei der D.____ AG an. C. Mit Eingabe vom 16. Februar 2018 erhob A.____ ge gen den Einspracheentscheid vom 28. Dezember 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht, und beantragte die Aufhebung des angefoc htenen Entscheids sowie die Festle- gung der EO-Entschädigung aufgrund des ortsüblichen Anf angslohns eines Bachelorabsolven- ten in Wirtschaftswissenschaften (Monatssalär von Fr. 8‘285.–). D. In der Vernehmlassung vom 4. April 2018 schloss die Au sgleichskasse auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ATSG in Verbindung mit Art. 1 des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft (Erwerbsersatzgesetz; EOG) vom 25. September 1952 auf die Erwerbser- satzordnung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide der Ausgleichskassen beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erho ben werden. Soweit sich die Beschwerde – wie im vorliegenden Fall – nicht gegen ei nen Einspracheentscheid einer kanto- nalen Ausgleichskasse richtet, ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan- tons zuständig, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art . 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustän dig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 16. Februar 2018 ist demnach einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist die Höhe der Erwerbser satz-Entschädigung für den Zivildien- steinsatz des Versicherten. Insbesondere ist die Frage z u klären, ob für die Bemessung der Entschädigung auf den ortsüblichen Anfangslohn eines Bac helorabsolventen in Wirtschaftswis- senschaften abzustellen ist. 3.1 Nach Art. 1a Abs. 2 EOG haben Personen, die Zivildi enst leisten, für jeden anrechen- baren Diensttag gemäss dem Bundesgesetz über den zivilen E rsatzdienst (Zivildienstgesetz, ZDG) vom 6. Oktober 1995 Anspruch auf eine Entschädigun g. Art. 4 EOG normiert den Grund- satz, dass alle Dienstleistenden Anspruch auf die Grundent schädigung haben. Bezüglich der Bemessung dieser Entschädigung unterscheidet der Gesetz geber zwischen der "Grundent- schädigung während der Rekrutenschule und gleichgestellte n Dienstzeiten" (so die Überschrift des Art. 9 EOG) und der "Grundentschädigung während de r anderen Dienste" (so die Über- schrift des Art. 10 EOG). 3.2 Gemäss der genannten Bestimmung von Art. 10 Abs. 1 EOG beträgt die tägliche Grundentschädigung während Diensten, die nicht unter Art. 9 EOG fallen, 80% des durch- schnittlichen vordienstlichen Erwerbseinkommens. Vorbehalten bleibt Art. 16 Abs. 1-3 EOG. War die dienstleistende Person vor Beginn des Dienstes n icht erwerbstätig, so entspricht die tägliche Grundentschädigung den Mindestbeträgen gemäss Art. 16 Abs. 1-3 EOG (Art. 10 Abs. 2 EOG). Gemäss Art. 16 Abs. 3 lit. a EOG darf die tägl iche Gesamtentschädigung für Dienst- leistende ohne Kinder während der anderen Dienste 25% des Höchstbetrages gemäss Art. 16a EOG nicht unterschreiten. Laut Art. 16a Abs. 1 EOG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 der Ver- ordnung 15 über Anpassungen an die Lohn- und Preisentw icklung bei der AHV/IV/EO vom 15. Oktober 2014 beläuft sich der Höchstbetrag der Gesamtent schädigung in den hier massgeben- den Jahren 2016 und 2017 auf Fr. 245.– pro Tag. Dara us folgt, dass die Grundentschädigung von Art. 16 Abs. 3 lit. a EOG Fr. 62.– pro Tag beträ gt (25% von Fr. 245.–, aufgerundet auf den nächsten runden Frankenbetrag). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Gemäss Art. 1 Abs. 1 der Verordnung zum Erwerbsersa tzgesetz (EOV) vom 24. No- vember 2004 gelten als Erwerbstätige Personen, die in den letzten zwölf Monaten vor dem Ein rücken während mindestens vier Wochen erwerbstätig waren. Wurde die Mindesterwerbsdauer gemäss Rz. 5060 der Wegleitung zur Erwerbsersatzordnung für Dienstleistende und Mutter- schaft (WEO) in mehreren unzusammenhängenden Perioden (z.B. wochen- oder tageweise) erfüllt, so wird das massgebende Tageseinkommen ermittelt, indem das zuletzt während insge- samt 4 Wochen erzielte Einkommen durch 28 geteilt wird. Lässt sich auf diese Weise kein an- gemessenes Durchschnittseinkommen ermitteln, so ist das auf den Tag umgerechnete Er- werbseinkommen einer längeren Zeitperiode zu berücksichtigen (Rz . 5033 ff. und 5064 WEO). 3.4 Ebenfalls den Erwerbstätigen gleichgestellt sind Pe rsonen, die unmittelbar vor dem Einrücken ihre Ausbildung abgeschlossen haben oder die se während des Dienstes beendet hätten (Art. 1 Abs. 2 lit. c EOV). Die Entschädigung w ird dann auf Grund des ortsüblichen An- fangslohns im betreffenden Beruf berechnet (Art. 4 Ab s. 2 zweiter Satz EOV; Rz. 5042 WEO). Es wird von Gesetzes wegen vermutet, dass sie eine Erwerb stätigkeit im betreffenden Beruf aufgenommen hätten. Als unmittelbar gilt dabei eine Zeitspanne von maximal drei Wochen (Rz. 5006 WEO mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerich ts 9C_57/2013 vom 12. Au- gust 2013 E. 2.1.1). Die gesetzliche Vermutung kann hi ngegen durch den Beweis des Gegen- teils umgestossen werden. Dies ist der Fall, wenn die A usgleichskasse Umstände geltend macht, die darauf schliessen lassen, dass der Versicherte au ch ohne Dienstabsolvierung keine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte (BGE 137 V 410 E. 4.2.1; Rz. 5006 WEO). 4.1 Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer un mittelbar vor dem Antritt seines Zivildiensteinsatzes sein Bachelorstudium in Wirtschaftsw issenschaften abgeschlossen hatte und dass gemäss Urteil des Kantonsgerichts vom 14. Septembe r 2017 bei der Bemessung der EO-Entschädigung nicht auf das frühere Einkommen aus der Erwerbstätigkeit des Beschwerde- führers bei der C.____ AG abgestellt werden kann. Nach den Abklärungen der Ausgleichskasse steht auch fest, dass der Beschwerdeführer nach dem Abschlu ss des Bachelorstudiums kein Masterstudium aufgenommen hatte. 4.2 Zusätzlich ist darauf hinzuweisen, dass der zivildienstle istenden Person für die Anzahl Tage, die der Dauer einer Rekrutenschule entsprechen, 2 5% des Höchstbetrages der Gesam- tentschädigung zustehen gemäss Art. 9 Abs. 3 EOG (vgl. E. 3.1 hiervor). Der Erwerbsersatz- Entschädigungsanspruch beschränkt sich folglich auf die Gr undentschädigung von Fr. 62.– pro Tag während der ersten 124 Zivildiensttage ( https://www.zivi.admin.ch/zivi/de/home/zivi- sein/waehrend-eines-einsatzes/erwerbsersatz-eo.html , besucht am 22. Juni 2018). Demnach entspricht der Erwerbsersatz-Entschädigungsanspruch des B eschwerdeführers für die ersten rund vier Monate dem Mindestbetrag von Fr. 62.– pro Tag. Zu beurteilen ist demnach nachfol- gend der Entschädigungsanspruch nach der Grundausbild ung, wobei zu klären ist, ob der orts- übliche Anfangslohn eines Bachelorabsolventen in Wirtscha ftswissenschaften als Bemes- sungsgrundlage massgebend ist. 5.1 Die Beschwerdegegnerin stellt sich im angefochtenen Einspracheentscheid auf den Standpunkt, die gesetzliche Vermutung in Art. 4 Abs. 2 EOV sei durch den Beweis des Gegen- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht teils umgestossen, da aus den zahlreichen Bewerbungsabsage n ersichtlich werde, dass der Beschwerdeführer nach seinem Ausbildungsabschluss auch ohn e Dienstleistung keine Er- werbstätigkeit als Ökonom aufgenommen hätte. Aus den U nterlagen sei einzig ersichtlich, dass der Beschwerdeführer eine sechsmonatige Praktikumsstelle zu einem Monatslohn von Fr. 2600.– erhielt. Deshalb habe der Beschwerdeführe r keinen Anspruch auf eine EO- Entschädigung zum ortsüblichen Anfangslohn von über Fr. 8‘000.–. 5.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei ihm der or tsübliche Anfangslohn eines Ba- chelorabsolventen in Wirtschaftswissenschaften in der Höhe von Fr. 8‘285.– gemäss dem indi- viduellen Lohnrechner des Bundesamt für Statistik aus dem Jahr 2014 als EO-Entschädigung auszurichten. Im Sinne der gesetzlichen Vermutung sei ein e Prognose, ob der Beschwerdefüh- rer ohne Dienstantritt eine Stelle angetreten hätte, ex-ante zum Zeitpunkt der Bemessung der EO-Entschädigung vorzunehmen, das heisst ob der Beschwerdef ührer ohne Dienst nach dem Abschluss seiner Ausbildung eine Stelle angetreten hät te. Die vorgelegten Bewerbungsversu- che würden nämlich bezeugen, dass der Beschwerdeführer da s Ziel, eine Festanstellung als Ökonom zu finden, verfolgt habe. Keiner der Rückmeldung en der Arbeitgeber habe dabei als Grund für die Absage angegeben, dass der Beschwerdefüh rer lediglich über einen Bachelorab- schluss verfüge. Der mangelnde Erfolg bei der Stellensuch e sei nicht der Ausbildung des Be- schwerdeführers, sondern der wirtschaftlichen Lage zuzuschreiben. 6. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin kann der Umstand, dass der Be- schwerdeführer mehrere Bewerbungsabsagen erhalten hatte , vorliegend nicht als Beweis des Gegenteils dienen und die gesetzliche Vermutung, der Be schwerdeführer hätte ohne Dienstan- tritt eine Stelle angetreten, umstossen. Die gesetzliche Vermutung in Art. 4 Abs. 2 Satz 2 EOV greift unabhängig vom Bemühen und insbesondere vom Er folg des Versicherten, eine Arbeits- stelle zu finden. Ob sie auch tatsächlich zur Anwendung kommt, wird nach der Situation wie sie zum Zeitpunkt nach dem Ausbildungsabschluss vorgelegen ha tte, beurteilt, wobei das nach- dienstliche Verhalten berücksichtigt werden kann (vgl. Urt eil des Bundesgerichts vom 29. No- vember 2016, 9C_693/2016, E. 2). Das nachdienstliche Ve rhalten - in casu die mehrfachen Bewerbungsversuche sowie die Annahme einer Praktikumsstel le als Ökonom - zeigt im vorlie- genden Fall nun, dass der Beschwerdeführer sich um eine S telle bemühte und eine Erwerbstä- tigkeit als Ökonom nach dem Abschluss des Bachelorstudiums auf nehmen wollte. Schliesslich sei noch festzuhalten, dass sich der direkte Berufseinstieg für Studienabgänger der Wirt- schaftswissenschaften mit einem Bachelorabschluss wie vorliege nd als schwierig erweisen mag, jedoch grundsätzlich möglich ist (siehe den Entschei d des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. März 2018, EO 2016/3, E. 3.3). 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beweis des Geg enteils vorliegend nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erbracht ist (siehe BGE 137 V 414 E. 4.2.2). Es gibt kei- ne Anhaltspunkte, welche aufzeigen würden, dass der Be schwerdeführer auch ohne Dienstab- solvierung keine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte. De r Beschwerdeführer hat somit für die Diensttage nach der Grundausbildung (siehe E. 4.2) An spruch auf eine EO-Entschädigung auf der Grundlage eines ortsüblichen Anfangslohns eines Bache lorabsolventen in Wirtschaftswis- senschaften. Auf den vom Beschwerdeführer vorgebrachten möglichen ortsüblichen Anfangs- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht lohn eines Ökonoms mit einem Bachelorabschluss von Fr. 8‘285.– kann jedoch nicht ohne Wei- teres abgestellt werden. Dieser basiert nämlich auf den Zahlen des individuellen Lohnrechners des Bundesamt für Statistik aus dem Jahr 2014, wobei sich a us diesem nicht klar erkennen lässt, ob der genannte Bruttolohn statistisch nur an Hochschulabsolventen mit einem Masterdip- lom ausbezahlt wird, womit dieser in einem solchen Fall vorliegend zu hoch ausgewiesen wäre. Die Angelegenheit ist deshalb zur weiteren Abklärung a n die Ausgleichkasse zurückzuweisen. Die Vorinstanz wird dabei den ortsüblichen Anfangsloh n eines Bachelorabsolventen in Wirt- schaftswissenschaften zu bemessen und neu über den Leistungsa nspruch des Versicherten zu befinden haben Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen und der ange- fochtene Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 18. Januar 2018 aufzuheben. 8.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Hebt das Kantonsgeric ht einen bei ihm angefochtenen Ent- scheid auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 u nd 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Partei entschädigung zu Lasten der Be- schwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Besch werdeführers hat in seiner Honorarnote vom 2. Mai 2018 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 10 Stunden und 40 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht d er sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungs- prozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwen dung gelangenden Stundenan- satz von Fr. 250.– zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sin d die in der Honorarnote ausge- wiesenen Auslagen von Fr. 103.80. Dem Beschwerdeführer i st deshalb eine Parteientschädi- gung in Höhe von Fr. 2‘912.– (10 Stunden und 40 Minu ten à Fr. 250.– zuzüglich Auslagen von Fr. 103.80 + 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Be schwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid der Ausgleichskasse Handel Schwei z vom 18. Januar 2018 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Ab- klärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer n euen Verfü- gung an die Ausgleichskasse Handel Schweiz zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Ausgleichskasse Handel Schweiz hat dem Beschwerdef ührer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘912.– (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) am 31. August 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_585/2018 ) erhoben.