<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00200</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222256&amp;W10_KEY=13013467&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00200</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.04.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Die Beschwerdeführerin geht seit 13 Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nach und muss vollumfänglich von der Sozialhilfe unterstützt werden, weshalb das Migrationsamt ihre Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA nicht mehr verlängert hat.] Die Beschwerdeführerin kommt weder aufgrund einer vorübergehenden noch wegen dauerhafter Arbeitsunfähigkeit ein Anspruch auf Erteilung resp. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu. Auch steht ihr wegen der fehlenden genügenden finanziellen Mittel keine freizügigkeitsrechtliche Bewilligung als Nichterwerbstätige zu (E. 3). Die Beschwerdeführerin kann aus dem Recht auf Privatleben keinen Anwesenheitsanspruch ableiten, da ihre berufliche und wirtschaftliche Integration in keiner Weise mit der Länge ihrer Aufenthaltsdauer korreliert. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erweist sich bei einer Gesamtbetrachtung auch als verhältnismässig (E. 4). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT">SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNFALL">UNFALL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 61a AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=56836" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00200</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">6. April 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>In Sachen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die 1972 geborene portugiesische StaatsangehÃ¶rige A arbeitete seit 1994 an verschiedenen Orten in der Schweiz. Am 13. Oktober 2008 erhielt sie eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, letztmals verlÃ¤ngert bis 11. Oktober 2019.</p> <p class="Urteilstext">Am 12. Februar 2009 verletzte sie sich bei der Arbeit am Fuss. Seit diesem Unfall war sie nicht mehr arbeitstÃ¤tig und wird, nach dem Bezug von Krankentaggeldern und ArbeitslosenentschÃ¤digung bis Ende 2012, bis heute vollumfÃ¤nglich von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt.</p> <p class="Urteilstext">Wegen anhaltender gesundheitlicher Probleme unter anderem am Fuss, Knie und RÃ¼cken sowie wegen erheblichen Ãbergewichts steht sie seit damals in Ã¤rztlicher Behandlung und wurde wiederholt operiert. Mit Entscheid vom 31. Oktober 2014 lehnte das Sozialversicherungsgericht des Kantons ZÃ¼rich das erste IV-Renten-Gesuch ab. Am 17. September 2015 verfÃ¼gte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons ZÃ¼rich jedoch rÃ¼ckwirkend vom 1. MÃ¤rz 2010 bis am 31. Dezember 2011 eine ganze Invalidenrente. Mit VerfÃ¼gung vom 6. MÃ¤rz 2018 wurde ein zweites Leistungsbegehren mit der BegrÃ¼ndung abgewiesen, es liege keine dauerhafte EinschrÃ¤nkung in einer angepassten TÃ¤tigkeit vor. Diesen Entscheid bestÃ¤tigte das Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 30. August 2019.</p> <p class="Urteilstext">Nach weiteren AbklÃ¤rungen und GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs verweigerte das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich mit VerfÃ¼gung vom 6. Januar 2020 die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA und setzte ihr eine Frist an bis zum 31. MÃ¤rz 2020 um die Schweiz zu verlassen. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion am 11. Februar 2021 unter Ansetzung einer neuen Ausreisefrist bis 10. Mai 2021 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 17. MÃ¤rz 2021 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, der Entscheid der Sicherheitsdirektion vom 11. Februar 2021 sowie die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 6. Januar 2020 seien unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen aufzuheben und es sei ihr die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu verlÃ¤ngern. Prozessual wurde die aufschiebende Wirkung der Beschwerde und jegliches Unterbleiben von Vollzugshandlungen verlangt sowie die MÃ¶glichkeit, vor der Entscheidfindung Gelegenheit zu bekommen, zur beruflichen und gesundheitlichen Situation der BeschwerdefÃ¼hrerin noch einmal Stellung nehmen zu kÃ¶nnen. Weiter wurde der Beweisantrag gestellt, es seien die Migrationsakten betreffend die BeschwerdefÃ¼hrerin aus den Jahren 1994 bis 2002 beizuziehen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 18. MÃ¤rz 2021 wurde angemerkt, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen die aufschiebende Wirkung zukomme und Vollziehungsvorkehrungen wÃ¤hrend des Verfahrens zu unterbleiben hÃ¤tten. Zudem wurde die BeschwerdefÃ¼hrerin aufgefordert, alle VerÃ¤nderungen sÃ¤mtlicher entscheidrelevanter UmstÃ¤nde â insbesondere in Bezug auf ihre berufliche und gesundheitliche Situation â zeitnah und unter Beilage entsprechender Belege dem Verwaltungsgericht mitzuteilen, ansonsten aufgrund der Akten entschieden wÃ¼rde und eine mangelnde Mitwirkung zu ihren Ungunsten berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnte.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend sich das Migrationsamt nicht vernehmen liess, verzichtete die Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unange­messenheit des ange­fochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungs­rechts­pflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrerin ist der verwaltungsgerichtlichen Aufforderung zur Einreichung weiterer Unterlagen betreffend die VerÃ¤nderung ihrer gesundheitlichen und beruflichen Situation nicht nachgekommen, weshalb androhungsgemÃ¤ss aufgrund der Akten zu entscheiden ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt in prozessualer Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV]) durch die Vorinstanz. Diese habe Ã¼ber den Beweisantrag des Beizugs der Migrationsakten von 1994 bis 2002 nicht ausdrÃ¼cklich entschieden, die Akten aber offensichtlich trotzdem nicht beigezogen. Die Aufenthaltsdauer und die AusÃ¼bung frÃ¼herer ErwerbstÃ¤tigkeiten seien jedoch fÃ¼r das vorliegende Verfahren relevant. Die Vorinstanz antizipiere die Tatsachen in unzulÃ¤ssiger Weise zum Nachteil der BeschwerdefÃ¼hrerin, indem sie ein Bild der BeschwerdefÃ¼hrerin als typische Saisonhilfskraft zeichne, die jeweils nur fÃ¼r kurze Zeit zum Geld verdienen in die Schweiz gekommen sei, ohne den Willen hier ihren Lebensmittelpunkt zu begrÃ¼nden. Dies entspreche jedoch nicht den Tatsachen, denn sie sei wÃ¤hrend acht Jahren, nÃ¤mlich in den Jahren 1994, 1997, 2001, 2002, 2003, 2004, 2006 und 2008 jeweils zwischen sechs und zwÃ¶lf Monaten im Jahr in der Schweiz erwerbstÃ¤tig gewesen, was gegen eine typische Saisonhilfskraft spreche. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Zum Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r gehÃ¶rt das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu Ã¤ussern sowie das Recht auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig angebotenen, rechtserheblichen Beweismittel (BGE 127 I 54 E. 2b). Die Verfassungsgarantie steht einer vorweggenommenen BeweiswÃ¼rdigung jedoch nicht entgegen. Das Gericht kann auf die Abnahme von Beweisen verzichten, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Ãberzeugung gebildet hat und ohne WillkÃ¼r annehmen kann, seine Ãberzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht geÃ¤ndert (BGE 134 I 140 E. 5.3; 130 II 425 E. 2.1; BGr, 5. Juni 2013, 2C_906/2012, E. 2.1; 10. Oktober 2011, 2C_276/2011, E. 2.1, nicht publiziert in BGE 137 II 393).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat vor den Vorinstanzen die nÃ¶tigen Unterlagen, wie den Lebenslauf und Zeugnisse eingereicht, die Ã¼ber ihre ArbeitstÃ¤tigkeit und teilweise Ã¼ber die jeweiligen GrÃ¼nde fÃ¼r die Beendigung von ArbeitsverhÃ¤ltnissen Auskunft geben. Im Weiteren ist bereits aus dem Konto-Auszug der Sozialversicherungsanstalt, welcher sich in den Akten des Migrationsamts befindet, ersichtlich, in welchen Monaten und Jahren die BeschwerdefÃ¼hrerin wo und wie lange zwischen 1994 und 2002 tÃ¤tig war. So war sie von April 1994 bis Mai 1995 (13 Monate) im Hotel C in D angestellt, ab Mai 1996 bis August 1997 (10 Monate) im Hotel E in F, im Jahr 2000 drei Monate im Hotel G in H, von Juni 2001 bis im Dezember 2001 (7 Monate) im Hotel I in J und ab Mitte Juni 2002 bis im November 2003 (18 Monate) im Restaurant K in L. FÃ¼r die vorliegende Frage der VerlÃ¤ngerung der 2008 erteilten Aufenthaltsbewilligung FZA der BeschwerdefÃ¼hrerin scheinen die vormaligen Akten somit nicht weiter entscheidrelevant, weshalb auf deren Beizug verzichtet werden kann. In der antizipierten BeweiswÃ¼rdigung der Vorinstanz ist somit keine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs zu erkennen. </p> <p class="Erwgung2">Auch wenn das Migrationsamt in seinem Entscheid im Rahmen der PrÃ¼fung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit von einem rund vierzehnjÃ¤hrigen Aufenthalt ausging, wurde dieser Mangel spÃ¤testens mit dem Entscheid der Vorinstanz, der auf die Anwesenheit der BeschwerdefÃ¼hrerin seit 1994 abstellt, geheilt. Was die WÃ¼rdigung der Anwesenheit der BeschwerdefÃ¼hrerin angeht, ist darauf im Rahmen der PrÃ¼fung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit genauer einzugehen. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin beruft sich aufgrund ihrer portugiesischen StaatsangehÃ¶rigkeit auf freizÃ¼gigkeitsrechtliche Verbleiberechte.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, vormals AuslÃ¤ndergesetz bzw. AuG) gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitglied­staats der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) nur so weit, als das FZA keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AIG gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.2 </b>FreizÃ¼gigkeitsrechtliche Verbleiberechte bestehen insbesondere fÃ¼r EU-/EFTA-StaatsangehÃ¶rige, die in der Schweiz einer unselbstÃ¤ndigen oder selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit nachgehen (vgl. Art. 4 FZA in Verbindung mit Art. 6 und 12 Anhang I FZA). Personen, die keine ErwerbstÃ¤tigkeit ausÃ¼ben, mÃ¼ssen gemÃ¤ss Art. 24 Abs. 1 lit. a Anhang I FZA unter anderem Ã¼ber ausreichende finanzielle Mittel verfÃ¼gen, sodass sie zur Finanzierung ihres Aufenthalts keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen mÃ¼ssen. Die finanziellen Mittel fÃ¼r rentenberechtigte EU/EFTA-StaatsangehÃ¶rige sind gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr vom 22. Mai 2002 (VFP, vormals Verordnung Ã¼ber die EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs [VEP]) ausreichend, wenn sie den Betrag Ã¼bersteigen, der einem schweizerischen Antragsteller oder einer schweizerischen Antragstellerin zum Bezug von ErgÃ¤nzungsleistungen nach dem Bundesgesetz Ã¼ber ErgÃ¤nzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) berechtigt (vgl. BGE 135 II 265 E. 3.5 ff.). Aufenthaltsbeendende Massnahmen dÃ¼rfen eingeleitet werden, wenn ErgÃ¤nzungsleistungen auch tatsÃ¤chlich bezogen werden (BGE 135 II 265 E. 3.7). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.3 </b>Seit dem 1. Juli 2018 regelt Art. 61a AuG (heute AIG) das ErlÃ¶schen des Aufenthaltsrechts sowie den Zugang zur Sozialhilfe fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige der EU/EFTA-Mitgliedstaaten, die ursprÃ¼nglich eine Aufenthalts- oder Kurzaufenthaltsbewilligung zur AusÃ¼bung einer unselbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit erhalten haben und deren ArbeitsverhÃ¤ltnis unfreiwillig beendet wurde (vgl. Botschaft zur Ãnderung des AuslÃ¤ndergesetzes vom 4. MÃ¤rz 2016, BBl 2016 3000 ff., 3054 f.). Demnach erlischt das Aufenthaltsrecht von StaatsangehÃ¶rigen der Mitgliedstaaten der EU und der EFTA mit einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA sechs Monate nach der unfreiwilligen Beendigung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses bzw. spÃ¤testens sechs Monate nach dem Ende der EntschÃ¤digungszahlungen aus der Arbeitslosenkasse (Art. 61a Abs. 4 AIG), sofern die Beendigung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses nicht auf eine vorÃ¼bergehende ArbeitsunfÃ¤higkeit infolge Krankheit, Unfall oder InvaliditÃ¤t zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist oder sich die Betroffenen auf ein freizÃ¼gigkeitsrechtliches Verbleiberecht berufen kÃ¶nnen (Art. 61a Abs. 5 AIG). Die Regelungen von Art. 61a AIG regeln demnach nicht Konstellationen eines unfreiwilligen Stellenverlusts aufgrund vorÃ¼bergehender oder dauernder ArbeitsunfÃ¤higkeit (vgl. Marc Spescha in: Marc Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich etc. 2019, Art. 61a AIG N. 6).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.4 </b>Nach Art. 6 Abs. 6 bzw. Art. 12 Abs. 6 Anhang I FZA darf einer arbeitnehmenden bzw. selbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tigen Person eine (noch) gÃ¼ltige Aufenthaltserlaubnis nicht allein deshalb entzogen werden, weil sie infolge von Krankheit oder Unfall <i>vorÃ¼bergehend</i> arbeitsunfÃ¤hig geworden ist. Dies jedoch nur solange die Wiederaufnahme der ErwerbstÃ¤tigkeit in absehbarer Zeit auch objektiv mÃ¶glich erscheint (vgl. EuGH, 26. Mai 1993, Rs. C-171/91, Rz. 14; "objektiv unmÃ¶glich ist, Arbeit zu erhalten"). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung geht davon aus, dass die Arbeitnehmereigenschaft <i>spÃ¤testens</i> nach 18 Monaten (BGr, 10. April 2014, 2C_390/2013, E. 4.3; Andreas ZÃ¼nd/Thomas Hugi Yar, Staatliche Leistungen und Aufenthaltsbeendigung unter dem FZA in: Astrid Epiney/Teresia Gordzielik [Hrsg.], PersonenfreizÃ¼gigkeit und Zugang zu staatlichen Leistungen, ZÃ¼rich etc. 2015, S. 192 f. und 199) bzw. zwei Jahren (BGr, 25. November 2013, 2C_1060/2013, E. 3.1) unfreiwilliger Arbeitslosigkeit verloren geht. Dabei vermÃ¶gen BeschÃ¤ftigungsmassnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt den Verlust der Arbeitnehmereigenschaft nicht hinauszuzÃ¶gern (BGE 141 II 1 E. 2.2.5; BGr, 7. Dezember 2017, 2C_882/2017, E. 2.3.1; VGr, 20. Juni 2018, VB.2018.00218, E. 2.3). Nach lÃ¤ngerer Arbeitslosigkeit wird die Arbeitnehmereigenschaft sodann auch durch kÃ¼rzere, befristete ArbeitseinsÃ¤tze nicht mehr wiedererlangt (BGr, 10. April 2014, 2C_390/2013, E. 4.4 und 5.3; VGr, 20. Juni 2018, VB.2018.00218, E. 2.3; kritisch hierzu Benedikt Pirker, Zum Verlust der Arbeitnehmereigenschaft im FreizÃ¼gigkeitsabkommen, AJP 9/2014, S. 1222 f.).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.5 </b>Bei <i>dauernder</i> ArbeitsunfÃ¤higkeit besteht ein bedingungsloses Verbleiberecht, wenn StaatsangehÃ¶rige der EU oder EFTA wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrank­heit dauernd arbeitsunfÃ¤hig geworden sind und Anspruch auf eine Rente eines schweize­rischen VersicherungstrÃ¤gers haben oder nach zweijÃ¤hrigem stÃ¤ndigem Aufenthalt in der Schweiz aus einem anderen Grund dauerhaft arbeitsunfÃ¤hig werden (Art. 4 Abs. 2 Anhang I FZA in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 lit. b der Verordnung (EWG) Nr. 1251/70 bzw. Art. 2 Abs. 1 lit. b der Richtlinie 75/34/EWG; ZÃ¼nd/Hugi Yar, S. 191 mit Hinweisen). GemÃ¤ss den genannten Bestimmungen muss die unselbstÃ¤ndige bzw. selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit gerade "infolge dauernder ArbeitsunfÃ¤higkeit" aufgegeben worden sein, was nicht der Fall ist, wenn die Erwerbsaufgabe auf andere GrÃ¼nde zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist bzw. der Arbeitnehmerstatus bei Eintritt der ArbeitsunfÃ¤higkeit bereits entfallen war (vgl. BGE 141 II 1 E. 4.2.3). In Analogie zum Sozialversicherungsrecht liegt eine derartige "dauernde ArbeitsunfÃ¤higkeit" erst vor, wenn gesundheitliche GrÃ¼nde die Aufnahme einer angepassten TÃ¤tigkeit ausserhalb des angestammten Berufsumfelds dauerhaft verhindern und in diesem Sinn eine dauernde ErwerbsunfÃ¤higkeit vorliegt (BGE 146 II 89 E. 4; VGr, 29. April 2020, VB.2020.00041, E. 2.1.5; vgl. auch die Differenzierung zwischen Arbeits- und ErwerbsunfÃ¤higkeit in Art. 6 f. des Bundesgesetzes Ã¼ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 [ATSG]). Wer sich auf ein Verbleiberecht im Sinn der genannten Bestimmungen berufen kann, behÃ¤lt seine als selbstÃ¤ndig oder unselbstÃ¤ndig ErwerbstÃ¤tiger erworbenen Rechte und hat insbesondere auch Anspruch auf Sozialhilfe bzw. ErgÃ¤nzungsleistungen (vgl. BGE 141 II 1 E. 4.1). FÃ¼r den Eintritt der dauernden ArbeitsunfÃ¤higkeit ist auf die Ergebnisse im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren abzustellen (BGr, 16. Februar 2018, 2C_262/2017, E. 3.6.2). Sind in Bezug auf die behauptete dauernde ArbeitsunfÃ¤higkeit die IV-AbklÃ¤rungen noch im Gang, ist vor der FÃ¤llung des Bewilligungsentscheids im Zweifelsfall die VerfÃ¼gung der zustÃ¤ndigen IV-Stelle abzuwarten (BGE 141 II 1 E. 4.2.1 unter Hinweis auf BGr, 30. Oktober 2013, 2C_587/2013; BGr, 8. Juli 2014, 2C_1102/2013, E. 4.4). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.6 </b>Nach Art. 23 Abs. 1 VFP und Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG kann eine Aufenthaltsbewilligung sodann unter anderem widerrufen oder nicht mehr verlÃ¤ngert werden, wenn eine mit der VerfÃ¼gung verbundene Bedingung nicht (mehr) eingehalten wird. Als Bedingung im vorgenannten Sinn gilt auch der Aufenthaltszweck, wie er gemÃ¤ss Art. 33 Abs. 2 AIG mit jeder Aufenthaltsbewilligung verbunden wird (Silvia Hunziker in: Martin Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 62 N. 43; VGr, 22. August 2019, VB.2019.00381, E. 2). Der Verlust der Arbeitnehmereigenschaft bzw. die Aufgabe der selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit fÃ¼hrt damit in der Regel zum Verlust der darauf basierenden freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Aufenthaltsrechte, insbesondere wenn die betroffene Person in der Folge von der Sozialhilfe oder mit ErgÃ¤nzungsleistungen unterstÃ¼tzt werden muss und somit auch freizÃ¼gigkeitsrechtliche AufenthaltsansprÃ¼che im Sinn von Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA entfallen (vgl. zum Ganzen VGr, 9. Januar 2019, VB.2018.00624, E. 2.1.3 [nicht auf www.vgrzh.ch verÃ¶ffentlicht].</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin kann sich als portugiesische StaatsangehÃ¶rige grundsÃ¤tzlich auf die freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Bestimmungen des FZA berufen. Unbestrittenermassen wurde die BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund ihres Unfalls unfreiwillig arbeitslos, weshalb die Bestimmungen von Art. 61a AIG keine Anwendung finden. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin eine vorÃ¼bergehende ArbeitsunfÃ¤higkeit geltend macht, ist Folgendes anzufÃ¼hren. GemÃ¤ss Akten bezog sie ab August 2010 bis Dezember 2012 ArbeitslosenentschÃ¤digung und wurde anschliessend von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt. Seither ging sie keiner ArbeitstÃ¤tigkeit mehr nach â mit Ausnahme vom Februar und MÃ¤rz 2021 auch nicht im zweiten Arbeitsmarkt. Im Sinn der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die BeschwerdefÃ¼hrerin damit spÃ¤testens seit August 2014 â zwei Jahre nach Beginn der Arbeitslosigkeit â ihre freizÃ¼gigkeitsrechtliche Arbeitnehmereigenschaft verloren. Aus dem Umstand, dass das Bundesgericht keine starre zeitliche Obergrenze festgelegt habe, kann sie ebenso wenig etwas zu ihren Gunsten ableiten. Denn auch bei einer gesamthaften Betrachtung bestehen offensichtlich keine ernsthaften Aussichten mehr, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin sich in absehbarer Zeit auf dem hiesigen Arbeitsmarkt wird integrieren kÃ¶nnen. Ihre Hoffnungen, eine BeschÃ¤ftigung im schweizerischen Arbeitsmarkt zu finden und sich zu integrieren, haben sich offensichtlich nicht erfÃ¼llt. Auf die Absolvierung des Lehrgangs M hat sie zugunsten einer "langsamen und dafÃ¼r nachhaltigen" Wiedereingliederung vorerst verzichtet und sich ab Februar 2021 im BeschÃ¤ftigungsangebot N der Stadt L eingesetzt. Ob sie die fÃ¼r April 2021 geplante Aufnahme der BasisbeschÃ¤ftigung von vier Wochen absolviert und unmittelbar daran anknÃ¼pfend eine ErwerbstÃ¤tigkeit aufgenommen hat, ist dem Verwaltungsgericht nicht bekannt, da sie dies trotz entsprechender Aufforderung in der VerfÃ¼gung vom 18. MÃ¤rz 2021 nicht mitgeteilt hat. AndrohungsgemÃ¤ss ist aufgrund der Aktenlage davon auszugehen, dass sie diese PlÃ¤ne nicht umgesetzt hat. GemÃ¤ss BestÃ¤tigung vom 16. MÃ¤rz 2021 hat die BeschwerdefÃ¼hrerin im Monat Februar 2021 36 Stunden und bis zum Schreiben vom 16. MÃ¤rz 2021 21 Stunden (fÃ¼r MÃ¤rz 2021 waren 50 Stunden geplant) am BeschÃ¤ftigungsprogramm teilgenommen. Dem Verwaltungsgericht wurden keine weiteren TeilnahmebestÃ¤tigungen oder Anstellungen gemeldet. Sollte sie zwischenzeitlich ihre seit Februar 2021 geltend gemachte 40%-ige ArbeitsfÃ¤higkeit im Rahmen eines BeschÃ¤ftigungsprogrammes weiter eingesetzt oder kÃ¼rzere befristete ArbeitseinsÃ¤tze geleistet haben, wÃ¼rde dies entgegen ihren Darstellungen gemÃ¤ss bundesgerichtlicher Praxis ihre Arbeitnehmereigenschaft nach der Ã¼ber elf Jahre dauernden Arbeitslosigkeit nicht wiederaufleben lassen (vgl. E. 3.1.4). Nach dem Gesagten ist mit der Vorinstanz deshalb festzuhalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin keinen Anspruch auf Erteilung resp. VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA gestÃ¼tzt auf Art. 6 bzw. Art. 12 Abs. 6 Anhang I FZA geltend machen kann. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Die Vorinstanz hielt weiter fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin auch wegen dauerhafter ArbeitsunfÃ¤higkeit kein bedingungsloses Verbleiberecht (nach Art. 4 Abs. 2 Anhang I FZA in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 lit. b der Verordnung (EWG) Nr. 1251/70 bzw. Art. 2 Abs. 1 lit. b der Richtlinie 75/34/EWG) zukomme. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, hat das Sozialversicherungsgericht sowohl mit Urteil vom 31. Oktober 2014 sowie erneut mit Urteil vom 30. August 2019 den Anspruch auf Ausrichtung einer IV-Rente abgewiesen und festgestellt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin seit dem 30. September 2011 fÃ¼r alle sitzenden TÃ¤tigkeiten zu 100 % einsetzbar und damit zumindest in einer angepassten TÃ¤tigkeit arbeitsfÃ¤hig sei. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wendet dagegen ein, dass die Vorinstanz nicht geprÃ¼ft habe, ob ihr die hypothetische Aufnahme einer neuen TÃ¤tigkeit in einem neuen BetÃ¤tigungsumfeld zugemutet werden kÃ¶nne. Dazu habe sich das Sozialversicherungsgericht nicht geÃ¤ussert. Im Weiteren reichte sie ein Ã¤rztliches Zeugnis von Dr. med. O vom 29. Januar 2021 ein, welches ihr ab 1. Februar 2021 eine 40%-ige und ab MÃ¤rz 2021 eine 100%-ige ArbeitsfÃ¤higkeit betreffend leichter kÃ¶rperlicher Arbeit einrÃ¤umte. Im Schreiben vom 15. MÃ¤rz 2021 stellte derselbe behandelnde Arzt fest, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ab April 2021 ihre bestehende 40%-ige ArbeitsfÃ¤higkeit monatlich erhÃ¶hen kÃ¶nnte. Da selbst der behandelnde Arzt davon ausging, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin bei leichter kÃ¶rperlicher Arbeit arbeitsfÃ¤hig sei und ihre ArbeitsfÃ¤higkeit spÃ¤testens ab April 2021 monatlich prozentual habe gesteigert werden kÃ¶nnen, spricht nichts gegen die Aufnahme einer solchen angepassten TÃ¤tigkeit, zumal ihr auch von den sozialen Einrichtungen und Betrieben der Stadt L bescheinigt wurde, dass sie verschiedene Aufgaben in der WerkstÃ¤tte P Ã¼bernommen, sich bei der Arbeit interessiert gezeigt und zuverlÃ¤ssig sowie motiviert neue Arbeitsinhalte dazugelernt habe. Im Weiteren ist anzumerken, dass seither keine weiteren Ã¤rztlichen Zeugnisse betreffend die ArbeitsunfÃ¤higkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin mehr eingegangen sind, weshalb von der ArbeitsfÃ¤higkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin ausgegangen werden kann. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.4 </b>Insoweit sie geltend macht, es sei von den Vorinstanzen nicht geprÃ¼ft worden, ob ihr die Aufnahme einer TÃ¤tigkeit in einem anderen BeschÃ¤ftigungsumfeld zumutbar ist, ist ihr entgegenzuhalten, dass sie selbst geltend macht, davon auszugehen, "in absehbarer Zukunft, und ohne erst noch eine Ausbildung absolvieren zu mÃ¼ssen, eine BerufstÃ¤tigkeit aufnehmen und damit ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten kÃ¶nnen wird" und es bestehe eine "realistische und konkrete Aussicht, dass es ihr in absehbarer Zeit gelingen wird, sich wieder in den Schweizerischen Arbeitsmarkt zu integrieren". Damit macht die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht substanziiert geltend, dass ihr die Aufnahme einer TÃ¤tigkeit in einem anderen BeschÃ¤ftigungsbereich unzumutbar wÃ¤re. Im Weiteren ist die Situation der 49-jÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrerin nicht mit dem Sachverhalt im zitierten bundesgerichtlichen Entscheid (BGr, 10. Juli 2020, 2C_108/2020, E. 4.3.4) zu vergleichen, in welchem dem kurz vor der Pensionierung stehenden 58-jÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrer lediglich eine TeilarbeitsfÃ¤higkeit attestiert wurde. Das FreizÃ¼gigkeitsrecht beinhaltet zwar einen gewissen Schutz des Vertrauens auf die MÃ¶glichkeit des Verbleibs im Aufenthaltsstaat trotz beeintrÃ¤chtigter ArbeitsfÃ¤higkeit, jedoch geht dieser nicht so weit, dass ein Arbeitnehmer von der Pflicht zur Suche einer neuen Arbeitsstelle befreit wÃ¤re (BGr, 10. Juli 2020, 2C_108/2020, E. 4.3.5). Trotz der bereits im 2014 vom Sozialversicherungsgericht attestierten 100-%igen ArbeitsfÃ¤higkeit in einer angepassten TÃ¤tigkeit ab September 2011 finden sich, nachdem die BeschwerdefÃ¼hrerin ausgesteuert wurde (August 2014), keine entsprechenden SuchbemÃ¼hungen in den Akten. Auch wenn die behandelnden Ãrzte die BeschwerdefÃ¼hrerin immer wieder wegen unterschiedlichen Operationen und Beschwerden krankschrieben, kann gemÃ¤ss sozialversicherungsgerichtlichen AusfÃ¼hrungen von einer ArbeitsunfÃ¤higkeit nur wÃ¤hrend der Rekonvaleszenz nach den Operationen ausgegangen werden. Nichts daran Ã¤ndert auch die AusfÃ¼hrung ihres behandelnden Arztes vom 15. MÃ¤rz 2021, er habe ihr eine TeilarbeitsfÃ¤higkeit erst bescheinigt, als er aus medizinischer Sicht davon Ã¼berzeugt gewesen sei. Zudem zeigt sich dieser in demselben Schreiben Ã¼berzeugt, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin nach der Absolvierung eines Pflegehelferinnenlehrgangs ein Praktikum bei der Q AG mÃ¶glich sei und sie nachher einer TeilzeitbeschÃ¤ftigung nachgehen kÃ¶nne. Zusammen mit der BeschwerdefÃ¼hrerin ist deshalb davon auszugehen, dass ihr die Aufnahme einer TÃ¤tigkeit in einem anderen BeschÃ¤ftigungsbereich zumutbar ist. </p> <p class="Erwgung3">AnzufÃ¼gen bleibt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin insoweit, als sie eine zukÃ¼nftige potenzielle dauerhafte ArbeitsunfÃ¤higkeit beim Scheitern der nun angestrebten Integration in den Arbeitsmarkt geltend macht, nicht zu hÃ¶ren ist. Das Verwaltungsgericht hat auf die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse im Zeitpunkt des gegenwÃ¤rtig zu fÃ¤llenden Entscheids abzustellen und kann kÃ¼nftige Entwicklungen nicht berÃ¼cksichtigen (vgl. BGr, 20. April 2009, 2C_651/2008, E. 4.2; BGE 135 II 369 E. 3.3; VGr, 11. Mai 2016, VB.2016.00062, E. 1.2.1; VGr, 6. Oktober 2010, VB.2010.00167, E. 5). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Nach dem Gesagten ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin kein Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r Arbeitnehmende nach FZA zukommt. Da zudem unbestritten ist, dass sie von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig ist und fÃ¼r ihren Lebensunterhalt nicht selbstÃ¤ndig aufkommt, steht ihr auch wegen fehlender genÃ¼gender finanzieller Mittel keine freizÃ¼gigkeitsrechtliche Bewilligung als NichterwerbstÃ¤tige im Sinn von Art. 2 Abs. 2 Anhang I FZA zu. Demnach ist festzuhalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin keinen freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Anspruch auf einen Aufenthalt in der Schweiz hat. Ebenso ergibt sich kein solcher Anspruch aus den Bestimmungen des AIG.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht aufgrund ihrer langjÃ¤hrigen Anwesenheit einen Anspruch aus Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) fÃ¼r den Verbleib in der Schweiz geltend. Zudem sei mit einer baldigen Aufnahme einer ErwerbstÃ¤tigkeit zu rechnen, weshalb es entgegen der Darstellung der Vorinstanz an der kumulativ zu erfÃ¼llenden Voraussetzung fÃ¼r einen Widerruf resp. fÃ¼r die Verweigerung der VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung gemÃ¤ss Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG fehle.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Vorinstanz liess offen, ob sich die BeschwerdefÃ¼hrerin auf Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV berufen kÃ¶nne, da gemÃ¤ss Art. 8 Ziff. 2 EMRK ein Eingriff in die geschÃ¼tzten RechtsgÃ¼ter unter denselben Bedingungen zulÃ¤ssig sei, wie eine gestÃ¼tzt auf das AuslÃ¤ndergesetz verhÃ¤ltnismÃ¤ssige Wegweisung bzw. Bewilligungsverweigerung. Da die BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund ihres Sozialhilfebezugs einen Widerrufsgrund erfÃ¼lle und sich die NichtverlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweise, kÃ¶nne sie sich nicht auf einen, aus diesen Bestimmungen abgeleiteten Anwesenheitsanspruch berufen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Auf das Recht auf Privatleben gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK und 13 Abs. 1 BV kann sich berufen, wer besonders intensive, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen zum ausserfamiliÃ¤ren bzw. ausserhÃ¤uslichen Bereich vorweisen kann (BGE 130 II 281 E. 3.2.1), wobei nach einer rund zehnjÃ¤hrigen Aufenthaltsdauer regelmÃ¤ssig von so engen sozialen Beziehungen in der Schweiz ausgegangen werden kann, dass es fÃ¼r eine Aufenthaltsbeendigung besonderer GrÃ¼nde bedarf, z.<span> </span>B. wenn die Integration trotz der langen Aufenthaltsdauer zu wÃ¼nschen Ã¼brig lÃ¤sst (BGr, 20. Juli 2018, 2C_1035/2017, E. 5.1; vgl. auch BGE 144 I 266 E. 3.4 und 3.8 f. sowie BGr, 17. September 2018, 2C_441/2018, E. 1.3.1). Auf das in denselben Bestimmungen geschÃ¼tzte Recht auf Familienleben kann sich berufen, wer hier nahe Verwandte mit einem gefestigten Aufenthaltsrecht (Schweizer BÃ¼rgerrecht, Niederlassungsbewilligung, Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung) oder selbst ein solches Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat, sofern die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und intakt ist (BGE 127 II 60 E. 1d/aa). FamiliÃ¤re Beziehungen ausserhalb der Kernfamilie (Ehegatten, minderjÃ¤hrige Kinder, Eltern) fallen nur bei besonderen AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnissen in den Schutzbereich des Rechts auf Familienleben (BGE 115 Ib 1 E. 2; BGr, 19. Juni 2012, 2C_582/2012, E. 2.3). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin verfÃ¼gt Ã¼ber keine familiÃ¤ren Beziehungen in der Schweiz, die durch das konventionsrechtliche Recht auf Familienleben geschÃ¼tzt wÃ¤ren. Sie hÃ¤lt sich jedoch mit UnterbrÃ¼chen seit 1994 in der Schweiz auf, weshalb ihr grundsÃ¤tzlich auf das in Art. 8 EMRK garantierte Recht auf Privatleben berufen kÃ¶nnte (BGE 144 I 266 E. 3), jedoch fehlt es ihr an einer genÃ¼genden Integration. GemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt der Aufenthaltsdauer zwar eine erhebliche Bedeutung zu, jedoch ist eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen und die Interessen sind gegeneinander abzuwÃ¤gen (BGE 144 I 266 E. 3.8 f.). Die BeschwerdefÃ¼hrerin hielt sich bis zur Erteilung der Aufenthaltsbewilligung im 2008 jeweils wÃ¤hrend mehrerer Monate, mit Ausnahme der Jahre 1998, 1999 und 2007 in der Schweiz auf. Die LÃ¤nge der Aufenthaltsdauer korreliert jedoch in keiner Weise mit ihrer beruflichen und wirtschaftlichen Integration. Negativ ins Gewicht fallen dabei ihre SozialhilfebedÃ¼rftigkeit sowie die HÃ¶he der bezogenen Leistungen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist seit bald 13 Jahren arbeitslos und muss seit Januar 2013 von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden, obwohl es ihr zumutbar gewesen wÃ¤re, sich um eine geeignete Arbeitsstelle in angepasster TÃ¤tigkeit zu bemÃ¼hen. Seit August 2010 ging die BeschwerdefÃ¼hrerin keiner ArbeitstÃ¤tigkeit mehr nach. Wie bereits ausgefÃ¼hrt (E. 3.2.4) finden sich in den Akten trotz der bereits 2014 sozialversicherungsgerichtlich attestierten ArbeitsfÃ¤higkeit in angepasster TÃ¤tigkeit keine SuchbemÃ¼hungen oder konkrete Schritte zur beruflichen Wiedereingliederung. Auch wenn die BeschwerdefÃ¼hrerin weiterhin von ihren Ãrzten krankgeschrieben wurde, konnte sie bereits nach dem Entscheid des Sozialversicherungsgerichts vom 31. Oktober 2014 nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass sie keine SuchbemÃ¼hungen fÃ¼r eine Stelle unternehmen musste, um damit ihre wirtschaftliche Integration voranzutreiben. Denn ihr wurde bereits ab 30. September 2011 eine ArbeitsfÃ¤higkeit von 100 % in einer angepassten TÃ¤tigkeit attestiert. Im Entscheid des Sozialversicherungsgerichts vom 30. August 2019 wurde dies erneut bestÃ¤tigt. Auf Druck des migrationsrechtlichen Verfahrens wurden nun die erwÃ¤hnten Wiedereingliederungsmassnahmen (N) an die Hand genommen. Die im Rekursverfahren angekÃ¼ndigte Absolvierung des Lehrgangs M habe die BeschwerdefÃ¼hrerin einstweilen zugunsten des BasisbeschÃ¤ftigungsprogrammes und einer "in gut zu bewÃ¤ltigenden Schritten langsamen und nachhaltigen" Wiedereingliederung zurÃ¼ckgestellt. AndrohungsgemÃ¤ss ist zu ihren Ungunsten jedoch anzunehmen, dass der im Februar und MÃ¤rz 2021 gestartete Wiedereingliederungsprozess gescheitert ist, andernfalls sie die entsprechenden Unterlagen dem Verwaltungsgericht nachgereicht hÃ¤tte. Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin den Deutschkurs Niveau A2.1 im letzten Jahr tatsÃ¤chlich absolviert hat. Jedoch ist im Sinn der WÃ¼rdigung der Prognose einer LoslÃ¶sung von der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit und damit der wirtschaftlichen Integration anzumerken, dass die fehlenden Deutschkenntnisse der BeschwerdefÃ¼hrerin ihre Vermittelbarkeit jedenfalls nicht erhÃ¶hen. Zudem ist anzufÃ¼hren, dass die sprachliche Integration und das Absolvieren von Deutschkursen ihren gesundheitlichen Leiden in all diesen Jahren nicht entgegengestanden wÃ¤ren. Nach dem Gesagten kann ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihre SteuerungsmÃ¶glichkeiten zur AblÃ¶sung von der Sozialhilfe unzureichend ausgeschÃ¶pft hat und ihre SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit teilweise selbst verschuldet hat. Dies gilt auch, wenn das Sozialamt regelmÃ¤ssig bestÃ¤tigte, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin ihrer Schadenminderungspflicht nachkomme, da sie sich kooperativ verhalte und alles daran setze, wieder gesund zu werden und sich bemÃ¼he, eine gesundheitliche Verschlechterung zu verhindern. Das Verschulden ist in auslÃ¤nderrechtlicher Hinsicht nicht gleich zu beurteilen wie in fÃ¼rsorgerechtlicher Hinsicht (vgl. BGr, 13. August 2018, 2C_1048/2017, E. 3.4.4). Der Entzug der Bewilligung oder die NichtverlÃ¤ngerung derselben kann auch dann zulÃ¤ssig sein, wenn die Betroffene ihrer Schadenminderungspflicht im FÃ¼rsorgeverhÃ¤ltnis nachgekommen ist, denn im Rahmen des auslÃ¤nderrechtlichen Verfahrens gilt ein strengerer Massstab.</p> <p class="Erwgung3">Nachdem der behandelnde Arzt der BeschwerdefÃ¼hrerin eine TeilarbeitsfÃ¤higkeit von 40 % attestierte, nahm sie im Februar 2021 und nachgewiesenermassen bis Mitte MÃ¤rz 2021 am Arbeitsintegrationsprojekt N der Sozialen Dienste der Stadt L teil. Trotz entsprechender Aufforderung wurden seit der Einreichung der Beschwerde in Verletzung der auslÃ¤nderrechtlichen Mitwirkungspflicht (Art. 90 AIG) keine weiteren TÃ¤tigkeiten gemeldet, weshalb davon auszugehen ist, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin weiterhin von der Ã¶ffentlichen Hand unterstÃ¼tzt wird. Bis zum 16. Oktober 2019 bezog die BeschwerdefÃ¼hrerin bereits Leistungen in der HÃ¶he von Ã¼ber Fr. 146'000.-, was im Licht der Rechtsprechung des Bundesgerichts ohne Weiteres als erheblich bezeichnet werden kann. Mit der Vorinstanz ist nicht von einer baldigen Wiederaufnahme der ErwerbstÃ¤tigkeit auszugehen, wie es die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend macht. Wie die Vorinstanz zudem zutreffend festgehalten hat, ist ein Eingriff in das Recht auf Privatleben vorliegend unter denselben Bedingungen statthaft, wie eine gestÃ¼tzt auf das AuslÃ¤ndergesetz verhÃ¤ltnismÃ¤ssige Wegweisung bzw. Bewilligungsverweigerung (Art. 8 Abs. 2 EMRK; BGE 139 I 31 E. 2.3.3). Es besteht ein erhebliches Ã¶ffentliches Interesse an der Fernhaltung von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern aus der Schweiz, welche durch ihre SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit das wirtschaftliche Wohl des Landes gefÃ¤hrden (Art. 3 Abs. 1 AIG; vgl. BGr, 2. November 2017, 2C_260/2017, E. 3.5). </p> <p class="Erwgung1">Diesem Ã¶ffentlichen Interesse sind die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse und der Grad der Integration der auslÃ¤ndischen Person gegenÃ¼berzustellen. Als einer Wegweisung entgegenstehende private Interessen kÃ¶nnen etwa neben einer langen Anwesenheitsdauer in der Schweiz und der Integration, die familiÃ¤re Situation bzw. die BeziehungsverhÃ¤ltnisse, die Arbeitssituation, die finanzielle Lage, Sprachkenntnisse oder die bei einer RÃ¼ckkehr in das Heimatland drohenden Nachteile ins Gewicht fallen. Dies ergibt sich aus Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV; vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.2; BGr, 30. August 2018, 2C_499/2018, E. 2.3.1) sowie Art. 8 Abs. 2 EMRK und Art. 96 AIG.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>Die 49-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin kam mit 22 Jahren erstmals in die Schweiz und hielt sich danach bis zur Erteilung der freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Aufenthaltsbewilligung 2008 jeweils wÃ¤hrend mehrerer Monate in der Schweiz auf. Seit 14 Jahren hÃ¤lt sie sich dauerhaft in der Schweiz auf. Sie ist jedoch in ihrem Heimatland aufgewachsen und sozialisiert worden. Sie steht sowohl hier wie auch in Portugal vor der Aufgabe, sich beruflich neu orientieren zu mÃ¼ssen. FamilienangehÃ¶rige hat sie hier keine, leben ihre Kinder doch in ihrem Heimatland. Zu diesen pflegt sie offenbar regelmÃ¤ssig, wenn auch â wie geltend gemacht wird â nicht hÃ¤ufig Kontakt. Es kann deshalb zusammen mit der Vorinstanz davon ausgegangen werden, dass sie nach wie vor mit der Landessprache und den VerhÃ¤ltnissen in ihrem Heimatland bestens vertraut ist. Daran Ã¤ndert sich auch nichts, wenn sie keine intensiven weiteren sozialen Kontakte in Portugal hat. Massgebliche soziale Kontakte in der Schweiz werden ebenfalls nicht substanziiert geltend gemacht. Zudem kÃ¶nnen freundschaftliche Beziehungen auch durch gegenseitige Besuche und mit Mitteln der modernen Telekommunikation weitergefÃ¼hrt werden. Einer Zumutbarkeit zur RÃ¼ckkehr steht auch ihre gesundheitliche Situation nicht entgegen, zumal auch ihr behandelnder Arzt von allen gestellten Diagnosen im Schreiben vom 15. MÃ¤rz 2021 die rezidivierende mittelstarke Depression als bis Januar 2021 relevant fÃ¼r die ArbeitsunfÃ¤higkeit hielt und feststellte, dass sich "ihr psychischer Zustand im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich verbessert habe" bzw. sie nun vermehrt an diesem arbeiten kÃ¶nne. <span>Medizinische GrÃ¼nde sprechen gegen eine Aufenthaltsbeendigung, wenn bei einer RÃ¼ckkehr eine Ã¼berlebensnotwendige Behandlung nicht erhÃ¤ltlich gemacht werden kann (medizinische Notlage) und die fehlende MÃ¶glichkeit der (Weiter-)Behandlung eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustands nach sich ziehen wÃ¼rde (BGr, 26. MÃ¤rz 2018, 2C_401/2017, E. 5.5 mit Hinweisen). </span> Dies trifft hier nicht zu, da das portugiesische Gesundheitssystem gemÃ¤ss WHO (World Health Organization) weltweit auf dem 12. Platz rangiert und Ã¼ber ein Gesundheitssystem Ã¤hnlich dem franzÃ¶sischen verfÃ¼gt (Portugals Gesundheitssystem â 12. Beste der Welt (portugalproperty.com); besucht am 29. MÃ¤rz 2022). Hinzu kommt, dass der geltend gemachte Kollaps aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr von Bedeutung ist. Im Weiteren ist anzufÃ¼gen, dass der Beurteilung des behandelnden Arztes, Dr. med. O, nur beschrÃ¤nkte Beweiskraft zukommt, da es sich nicht um eine unabhÃ¤ngige Begutachtung durch einen Facharzt in Psychiatrie handelt und das Schreiben damit hÃ¶chstens ein Parteigutachten darstellt (VGr, 20. MÃ¤rz 2019, VB.2018.00298, E. 3.4, mit Hinweisen). Vor diesem Hintergrund lÃ¤sst sich feststellen, dass die medizinische Versorgung in Portugal gewÃ¤hrleistet erscheint und sie als portugiesische StaatsangehÃ¶rige Zugang zu den medizinischen Institutionen hat. Nach dem Gesagten sind fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin weder in wirtschaftlicher, sozialer noch gesundheitlicher Hinsicht unÃ¼berwindbare Hindernisse fÃ¼r eine Wiedereingliederung in Portugal ersichtlich. Bei einer Gesamtbetrachtung der genannten UmstÃ¤nde erscheint eine NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b><span>VollstÃ¤ndigkeitshalber ist festzuhalten, dass aufgrund ihrer mangelnden Integration auch die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen ausser Betracht fÃ¤llt (Art. 33 Abs. 3 AIG).</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und ist ihr keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>Das vorliegende Urteil kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Andernfalls kann lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen der Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte ergriffen werden. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span><br/> DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>