<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-03-06-5A_946-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_946/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 6. März 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Julian Burkhalter, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Emmental, Dorfstrasse 21, 3550 Langnau im Emmental. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Revision (Kinderbelange), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Kindes- und Erwachsenenschutzgericht, vom 5. Dezember 2023 (KES 23 767). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">Die Parteien sind die unverheirateten Eltern von C.________ (geb. 2010). Mit Entscheid vom 3. Dezember 2014 erteilte die KESB Bern den inzwischen getrennt lebenden Eltern das gemeinsame Sorgerecht. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 6. Juli 2016 übertrug die KESB Bern das alleinige Sorgerecht auf die Mutter. Mit Entscheid vom 17. November 2016 wies das Obergericht des Kantons Bern die hiergegen erhobene Beschwerde ab und mit Urteil 5A_18/2017 vom 15. März 2017 wies das Bundesgericht die dagegen eingereichte Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. Indes war der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) mit Urteil 69212/17 vom 9. Mai 2023 der Meinung, dass mangels Durchführung einer mündlichen Verhandlung im kantonalen Verfahren <span class="artref">Art. 6 Abs. 1 EMRK</span> verletzt sei. In der Folge stellte der Vater am 21. Juli 2023 beim Obergericht ein Revisionsgesuch, welches an das Bundesgericht weitergeleitet wurde. Mit Urteil 5F_22/2023 vom 7. Dezember 2023 hiess das Bundesgericht das Revisionsgesuch teilweise gut und wies die Sache unter Aufhebung des bundesgerichtlichen Urteils 5A_18/2017 und des obergerichtlichen Entscheides vom 17. November 2016 zur Durchführung einer öffentlichen mündlichen Verhandlung und neuen Entscheidung an das Obergericht zurück. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 27. September 2018 sistierte die KESB Emmental den persönlichen Verkehr zwischen Vater und Kind bis auf Weiteres und beauftragte die Beiständin mit Berichterstattung und periodischer Überprüfung der Sistierung. Auf die hiergegen erhobene Beschwerde trat das Obergericht mit Entscheid vom 7. November 2018 nicht ein, ebenso wenig das Bundesgericht mit Urteil 5A_983/2018 vom 4. Dezember 2018. </div> <div class="para">Am 21. Juli 2023 stellte der Vater - offenkundig als Folge des Urteils 69212/17 des EGMR - auch in Bezug auf den obergerichtlichen Entscheid vom 7. November 2018 ein Revisionsgesuch. Das Obergericht leitete dieses Gesuch ebenfalls an das Bundesgericht weiter, welches darauf mit Urteil 5F_23/2023 vom 28. August 2023 nicht eintrat und es zur weiteren Behandlung an das Obergericht zurücksandte. Dieses trat mit Entscheid vom 5. Dezember 2023 auf das Revisionsgesuch nicht ein. </div> <div class="para">Gegen diesen Entscheid hat der Vater beim Bundesgericht eine auf den 11. Dezember 2023 datierte und am 13. Dezember 2023 der Post übergebene Beschwerde eingereicht, welche es vorliegend zu beurteilen gilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Obergericht ist auf das Revisionsgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Anfechtungsgegenstand ist deshalb grundsätzlich nur die Frage, ob es zu Recht einen Nichteintretensentscheid gefällt hat (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=35&amp;from_date=01.03.2024&amp;to_date=20.03.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-38%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page38">BGE 135 II 38</a> E. 1.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=35&amp;from_date=01.03.2024&amp;to_date=20.03.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-233%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page233">139 II 233</a> E. 3.2). </div> <div class="para">Im Bereich des Kindes- und Erwachsenenschutzes ist das Verfahrensrecht aufgrund des zuteilenden Vorbehaltes in <span class="artref">Art. 450f ZGB</span> weitestgehend kantonal geregelt und kantonales Recht kann vom Bundesgericht nicht frei, sondern nur auf Verletzung des Willkürsverbotes oder anderer verfassungsmässiger Rechte hin überprüft werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=35&amp;from_date=01.03.2024&amp;to_date=20.03.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-385%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page385">BGE 140 III 385</a> E. 2.3). Hierfür gilt das strenge Rügeprinzip im Sinn von <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>. </div> <div class="para">Vorliegend hat das Obergericht als kantonalbernisches Verfahrensrecht das VRPG angewandt. Der Beschwerdeführer muss folglich mit substanziierten Rügen darlegen, inwiefern das obergerichtliche Nichteintreten auf sein Revisionsgesuch gegen das Willkürverbot (<span class="artref">Art. 9 BV</span>) oder gegen andere verfassungsmässige Rechte verstösst, insbesondere durch willkürliche Anwendung von Art. 95 VRPG. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Obergericht hat seinen Nichteintretensentscheid damit begründet, dass sein Entscheid vom 7. November 2018 nicht in Revision gezogen werden könne, da es sich um einen Nichteintretensentscheid gehandelt habe. Eine Weiterleitung des Revisionsgesuches an die KESB wäre theoretisch möglich, würde aber offensichtlichen Leerlauf bedeuten, weil der Beschwerdeführer keine neuen Elemente vorbringe, sondern sich vielmehr zur Aufarbeitung der fürsorgerischen Fremdplatzierungen vor 1981, zur Strafbarkeit von Behördenmitgliedern und zu von ihm im Jahr 2016 erhobenen Gefährdungsmeldungen äussere, und weil im Übrigen das EGMR-Urteil einzig das bundesgerichtliche Urteil 5A_18/2017 vom 15. März 2017 betreffe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer äussert sich, soweit er überhaupt die Verletzung verfassungsmässiger Rechte geltend macht, nicht zu diesen Erwägungen, sondern zu völlig anderen Dingen: </div> <div class="para">Zum einen bringt er appellatorisch verschiedene Behauptungen vor, ohne eine Verletzung verfassungsmässiger Rechte auch nur sinngemäss geltend zu machen (es sei unumstösslich, dass sein Sohn im Kindergarten sexuell misbraucht, erniedrigt und mit Betäubungsmitteln versorgt worden sei; die Gutachterinnen hätten sexuelle Aktivitäten im Kindergarten festgestellt; die KESB habe die Feststellung eines ADHS veranlasst, obwohl dieses von den Kindergärtnerinnen nie beobachtet worden sei; beim Gaslighting manipuliere die Gaslighterin den Gaslightee; die Täterinnen im Amt hätten grössten Einfluss auf die Mittäter im medizinischen Bereich gehabt u.ä.m.). Ferner erfolgen appellatorische Ausführungen zum Verfahren vor dem EGMR und zu Strafverfahren sowie Beschimpfungen und Anschuldigungen gegenüber Behörden und Gerichten, verbunden mit Ausführungen zu psychischen Krankheiten und der Behauptung, Psychiater und Fachbehörden hätten an seinem Sohn mit Drogen herumexperimentiert. Darauf ist nicht einzutreten (vgl. E. 1). </div> <div class="para">Zum anderen macht der Beschwerdeführer zwar abstrakt eine Verletzung von <span class="artref">Art. 9 und <artref id="CH/101/29/2" type="start"></artref>Art. 29 Abs. 2 BV</span><artref id="CH/101/9" type="end"></artref> und <span class="artref">Art. 6 EMRK</span> sowie ferner von Art. 10 Abs. 2, <span class="artref">Art. 11 Abs. 1, <artref id="CH/101/13/1" type="start"></artref>Art. 13 Abs. 1, <artref id="CH/101/29^a" type="start"></artref>Art. 29a und <artref id="CH/101/41/1/g" type="start"></artref>Art. 41 Abs. 1 lit. g BV</span><artref id="CH/101/29^a" type="end"></artref><artref id="CH/101/13/1" type="end"></artref><artref id="CH/101/11/1" type="end"></artref>, von <span class="artref">Art. 8 EMRK</span> und von Art. 3 UN-KRK geltend. Er bezieht sich aber auch hier nicht ansatzweise auf die Nichteintretenserwägungen des angefochtenen Entscheides, sondern er rügt eine Verletzung des "Anklagegrundsatzes" dahingehend, dass das Obergericht sich nicht selbst beschuldigen wolle, obwohl der EGMR die Instanzen gerügt habe und auch die Entscheidungsträger am Bundesgericht Täter seien, sowie mit weitschweifigen Ausführungen sinngemäss eine Verletzung von Kinderrechten. Somit bleiben auch diese Verfassungsrügen unbegründet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Keine sachgerichtete Begründung erfolgt schliesslich hinsichtlich der Behauptung einer Rechtsverzögerung und Rechtsverweigerung dahingehend, dass das Obergericht in menschenwidriger Weise seine beiden Revisionsgesuche nicht vereinigt habe. Ohnehin wäre eine Vereinigung nicht möglich gewesen, weil die beiden Revisionsgesuche Entscheide unterschiedlicher Instanzen in zwei verschiedenen Verfahren betreffen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich nicht hinreichend begründet, weshalb auf sie nicht eingetreten werden kann und der Präsident im vereinfachten Verfahren entscheidet (<span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Angesichts der konkreten Umstände ist auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, der KESB Emmental und dem Obergericht des Kantons Bern, Kindes- und Erwachsenenschutzgericht, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 6. März 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>