2000 1 Art. 49 Abs. 1, Art. 56 und Art. 56a Abs. 1 StG. Be steuerung des Zinses auf verdecktem Eigenkapital (Entscheid des Obergerichts Nr. 66/1999/13 vom 28. Juli 2000 i.S. S. AG). Zinszahlungen auf verdecktem Eigenkapital gelten al s nicht geschäfts- mässig begründeter Aufwand und sind als verdeckte G ewinnausschüttungen aufzurechnen. Bei einem steuerlich als Fremdkapital anzuerkennenden Teil des Aktionärsdarlehens ist der Zinsaufwand – soweit er den von der Eid- genössischen Steuerverwaltung festgelegten Höchstzi nssatz nicht übersteigt – bis zu diesem Maximalsatz abzugsfähig; nur der rest liche Zinsaufwand ist als Zins auf verdecktem Eigenkapital aufzurechnen. Aus den Erwägungen: 2. – Für Kapitalgesellschaften, denen von ihren Gesel lschaftern oder von diesen nahestehenden Personen Fremdkapital zur Verf ügung gestellt worden ist, erhöht sich das nach Art. 56 steuerbare Eigenk apital um dieses Fremdka- pital, bis der Gesamtbetrag bei Immobiliengesellsch aften und Immobilien- genossenschaften einen Fünftel, bei den übrigen Kap italgesellschaften einen Sechstel des für die Gewinnsteuer massgeblichen Wer tes ihrer Aktiven aus- macht (Art. 56a Abs. 1 des Gesetzes über die direkt en Steuern vom 17. De- zember 1956 [StG, SHR 641.100]). Zum steuerbaren Ge winn der Kapitalge- sellschaften, Genossenschaften sowie der Vereine, S tiftungen und übrigen ju- ristischen Personen, die Erwerbszwecke verfolgen, g ehören auch die Schuld- zinsen, die für jenen Teil des Fremdkapitals bezahlt werden, der nach Art. 56a StG zum Eigenkapital zu rechnen ist (Art. 49 Abs. 1 StG). a) ... b) Zinszahlungen auf dem verdeckten Eigenkapital gelte n als nicht ge- schäftsmässig begründeter Aufwand und sind als verd eckte Gewinn- ausschüttungen aufzurechnen (Art. 49 Abs. 1 StG, Cagianut/Höhn, Unter- nehmungssteuerrecht, 3. A., Bern/Stuttgart/Wien 199 3, § 10 N. 87, S. 377/ 378, Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Band II, 8. A., Bern/Stuttgart/Wien 1999, § 39 N. 24, S. 421). Soweit der Zinssatz des Aktionärsdarlehens tiefer ist als der von der Eidgenössische Steuerverwaltung für die entsprechende Zeit festgelegte Höchstzinssatz, ist der Zinsaufwan d für den steuerlich als Fremdkapital anerkannten Teil des Aktionärsdarlehen s bis zum Höchstzins- satz als abzugsfähiger Aufwand zuzulassen. Nur der restliche Zinsaufwand ist 2000 2 als Zins auf dem verdeckten Eigenkapital aufzurechn en (sogenannte Kom- pensationsmethode, BGE vom 14. Oktober 1980, ASA 50 S. 152 ff. und ASA 51 S. 148 ff.; Cagianut/Höhn, § 10 N. 88, S. 378 f.; vgl. auch Höhn/Waldburger, § 39 N. 24, S. 422). Die Steuerverwaltung hat den Zins entsprechend diesen Grundsätzen berechnet. Demgegenüber macht die Rekurrentin geltend, auf de m gesamten Fremdkapital, d.h. dem als Fremdkapital anerkannten Teil des Aktionärsdar- lehens und dem Fremdkapital Dritter, müsse der Zins aufwand zum Höchst- zinssatz berechnet und zum Abzug zugelassen werden. Lediglich ein allfälli- ger darüber hinausgehender Zinsaufwand sei als Zins auf dem verdeckten Ei- genkapital aufzurechnen. Sie will dies aus den in A SA 50 S. 152 ff. und ASA 51 S. 148 ff. publizierten Bundesgerichtsentscheiden ableiten. Wie die Steuerkommission jedoch zutreffend bemerkt hat, hatte sich das Bundesgericht mit der von der Rekurrentin vorliegen d aufgeworfenen Frage gar nicht zu befassen, da in den beurteilten Sachve rhalten das gesamte Fremdkapital vom Aktionär und nicht teilweise auch von Dritten stammte. Das Bundesgericht hat in den zitierten Entscheiden lediglich festgehalten, dass eine proportionale Schuldzinsenverlegung auf d as zulässige Fremdkapi- tal und das verdeckte Eigenkapital dem Grundsatz de r Rechtsgleichheit wi- derspreche, wenn die Verzinsung eine marktübliche H öhe nicht erreicht. Die auf dem Aktionärsdarlehen bezahlten Schuldzinsen se ien zunächst insoweit auf das zulässige Fremdkapital zu verlegen, bis die ses mit dem marktüblichen Zinssatz verzinst sei. Unter dem zulässigen Fremdka pital ist in beiden Urtei- len der als Fremdkapital anerkannte Teil des Aktionärsdarlehens zu verstehen; der steuerlich nicht akzeptierte Teil bildet das verdeckte Eigenkapital. Wie die Rekurrentin aus diesen Urteilen etwas für ihren Sta ndpunkt herauslesen will, ist nicht ersichtlich. Die Auffassung der Rekurrentin, wonach zunächst da s gesamte Fremd- kapital mit dem zulässigen Höchstzinssatz zu verzin sen und der Zinsaufwand in diesem Umfang zum Abzug zuzulassen sei, würde be deuten, dass der dar- lehensgewährende Aktionär letztlich von den günstig en Zinsbedingungen ei- nes dritten Fremdkapitalgebers profitieren könnte. Der als Fremdkapital zu- lässige Teil des Aktionärsdarlehens würde so zu einem Zinssatz verzinst, wel- cher über dem von der Eidgenössischen Steuerverwalt ung zugelassenen Höchstsatz liegen würde. Die Argumentation der Reku rrentin läuft dem Ge- setz zuwider und widerspricht, wie die Steuerkommission zutreffend ausführt, jeder Logik, da Zinsen an darlehensgewährende Aktio näre mit dem übrigen Fremdkapital nichts zu tun haben. Entgegen der Auff assung der Rekurrentin kann auch aus Art. 56a Abs. 1 StG, welcher den Umfa ng des verdeckten Ei- 2000 3 genkapitals bestimmt, nicht abgeleitet werden, dass das für die Zinsberech- nung auf dem verdeckten Eigenkapital (Art. 49 Abs. 1 StG) massgebende zu- lässige Fremdkapital 5/6 des gesamten Fremdkapitals betrage. Massgebende Basis für die Zinsberechnung ist einzig und allein der als Fremdkapital aner- kannte Teil des Aktionärsdarlehens (siehe auch Cagianut/Höhn, § 10 N. 88, S. 379).