B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3347/2013 U r t e i l v o m 4 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Robert Galliker, mit Zustimmung von Richter William Waeber; Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), und deren Kinder B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), Albanien, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 15. Mai 2013 / N (…). D-3347/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge gelangte n die Beschwerde führerin sowie ihr Ehemann (nachfolgend: D._______) zusammen mit ihren Kindern am 17. April 2013 in die Schweiz, wo sie noch am selben Tag im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ Asylgesuche einreichten. Dazu wurden die Beschwerdeführerin sowie D._______ am 25. April 2013 im EVZ E._______ befragt (Kurzbefragung) und am 3. Mai 2013 am selben Ort angehört (Anhörung). A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte D._______ im Wesent- lichen geltend, er habe im Dorf F._______ gelebt, wo er im Jahre 2002 eine Person aus der Familie G._______ im Streit umgebracht habe, wes- halb seither eine Blutrache fehde mit dieser Famili e bestehe. W egen sei- ner Tat sei er zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worde n; am 15. September 2011 habe man ihn aus dem Strafvollzug entlas sen. Aus Furcht vor einem Racheak t der Familie G._______ sei er nach seiner Entlassung zusammen mit sei ner Frau und seinen Kindern nach H._______ gezogen, wo sie jedoch von der Familie G._______ aufge- spürt worden seien; Mitglieder dieser Familie hätten im Quartier, wo sie gewohnt hätten, nach ihnen gefragt. Zudem habe seine Tochter z irka ei- nen Monat vor der Ausreise I._______, einen Bruder des von ihm im Jah- re 2002 getöteten Mannes, in der Nähe ihrer Schule gesehen, was sie ih- rer Lehrerin mitgeteilt habe. Diese habe ihn ( D._______) telefonisch dar- über informiert. Daraufhin habe er seine Kinder von der Schule abgeholt. Aufgrund dieses Ereignisses hätten er und seine Frau die Kinder nicht mehr zur Schu le gehen lassen. Aus Angst um die Kinder, die wegen der Blutrache ebenfalls gefährdet seien, habe er zusammen mit seiner Fam i- lie Albanien am 13. April 2013 verlassen. Für die übrigen Aussagen wird auf die Akten verwiesen. A.c Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, es bestehe eine Blutrachefehde mit einer Fami- lie aus dem Dorf F._______, da D._______ im August 2002 im Streit je- manden von diese r Familie getötet habe. Nach seiner Haftentlassung seien sie zusammen mit ihren Kindern nach H._______ gezogen. Auch in H._______ seien sie von der gegnerischen Familie aufgespürt worden; diese habe sich kurz nach ihrer dortigen Ankunft in ihrem Quartier nach ihnen erkundigt. Zirka einen Monat vor ihrer Ausreise habe zudem ihre Tochter in der Schule J._______, den Bruder des Opfers ihres Mannes, D-3347/2013 Seite 3 gesehen, was sie ihrer Klassenlehrerin erzählt habe. Diese habe sie (B e- schwerdeführerin) dann telefonisch darüber infor miert, worauf sie die Kinder abgeholt habe. Aus diesem Grund ha be sie die Kinder nicht mehr in die Schu le schicken können. Aus Angst vor der verfeindeten Familie hätten sie Albanien am 13. April 2013 verlassen. Für die übrigen Auss a- gen wird auf die Akten verwiesen. B. B.a Mit Verfügung vom 15. Mai 2013 – eröffnet am folgenden Tag – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführenden sowie D._______ erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte die Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug. B.b Die Vorinstanz hielt in ihr er Verfügung im Wesentlichen fest, die Be- schwerdeführerin sowie D._______ hätten widersprüchliche Angaben gemacht zur Frage, wie sie entdeckt hätten, dass sie in H._______ von der gegnerischen Familie aufgespürt worden seien. D._______ gebe an, er sei von der Lehrerin seiner Tochter telefonisch darüber inf ormiert wor- den, dass diese einen Angehörigen der gegnerischen Familie gesehen habe; die Tochter habe I._______ gesehen. Daraufhin habe er die Tochter in der Schule abgeholt und nach Haus e gebracht. Demgege nüber habe die Beschwerdeführerin geltend gemacht, sie habe das Telefon der Le h- rerin entgegengenommen und sie habe die Tochter in der Schule abg e- holt; die Tochter habe den J._______ gesehen. Auf die se Widersprüche aufmerksam gemacht, habe sie auf den eigenen Angaben beharrt und er- klärt, ihr Ehemann habe Angst gehabt, ausser Haus zu gehen, weshalb die Widersprüche bestehen blieben. Es sei daher nicht glaubhaft, dass Angehörige der gegnerischen Familie die Beschwerdeführenden und D._______ in H._______ aufgespürt hätten, womit das die Ausreise au s- lösende Ereignis unglaubhaft sei. Die Beschwerdeführerin und D._______ hätten geltend gemacht, schon kurz nach ihrem Umzug habe die gegnerische Familie sie in H._______ gesucht. Ihre Angaben seien jedoch unsubstanziiert, sie beruhten auf blossen Vermutungen, zumal sie angegeben hätten, Bewohner ihres Wohnquartieres hätten ihnen mitg e- teilt, dass Unbekannte sich nach ihnen erkundigt hätten. Da sie sonst keine Feinde hätten, müsse es sich um die gegnerische Familie gehan- delt haben. Die Beschwerdeführerin und D._______ würden also den Umstand, dass sie gesucht worden seien, nur vom Hörensagen kennen. Dass Unbekannte nach ihnen gefragt hätten, sei kein hinreichender Hi n- weis auf die gegnerische Familie. Es sei daher ni cht glaubhaft, dass die Beschwerdeführenden und D._______ schon kurz nach ihrem Umzug D-3347/2013 Seite 4 nach H._______ gesucht worden seien. Aufgrund der bisherigen Erw ä- gungen sei nicht gla ubhaft, dass sie in H._______ von der gegnerischen Familie aufg espürt und nach ihnen gefahndet worden sei. Daran ve r- möchten die eingereichten Dokumente nichts zu ändern, da sie von den Behörden der Herkunftsgemeinde von D._______ ausgestellt worden seien und eine Feindschaft im Dorf bescheinigten. Damit sei nicht belegt, dass die Beschwerd eführenden und D._______ in H._______ gefährdet seien. D ie Gerichtsurteile belegten die Ahndung der Straftat von D._______, was vom BFM nicht bestritten werde. Insgesamt sei die Furcht der Beschwerdeführenden sowie von D._______, in H._______ gefährdet zu sein, nicht glaubhaft , weshalb auch zu bezweifeln sei, dass sie in eine Blutrache fehde verwickelt seien. Diese Zweifel würden durch den Umstand verstärkt und bestätigt, dass D._______ ausser Haus gear- beitet und sich somit in der Öffentlichkei t aufgehalten habe und nicht wie bei einer Rachefehde dauerhaft im Haus geblieben s ei. Zudem entspre- che es nicht einer traditionellen Blutfehde, dass die Kinder gefährdet se i- en. Diese Vorbringen der Beschwerdefüh renden sowie von D._______ hielten somit den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Die Straftat und der Strafvollzug von D._______ lägen zum Zeitpunkt sei- ner und der Ausreise der Beschwerdeführenden zu weit zurück, um noch als Anlass für die Ausreise zu gelten. A ufgrund der bisherigen Erwägu n- gen sei auch nicht glaubhaft, dass ein kausaler Zusammenhang bestehe. Die Vorbringen der Beschwerdeführenden sowie von D._______ hielten daher den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Überdies sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich zu bezeichnen. Für den weiteren Inhalt wird auf die Verfügung der Vorinstanz verwiesen. C. Am 23. Mai 2013 unterzeichnete D._______ eine Erklärung, wonach er auf sein Beschwerderecht unwiderruflich verzichte, weil er die Schweiz definitiv und selbständig verlassen wolle. D. Mit Eingabe vom 5. Juni 2013 (Poststempel: 12. Juni 2013) an das Bu n- desverwaltungsgericht beantragten die Beschwerdeführenden in materiel- ler Hinsicht, die angefochtene Verfügung des BFM vom 15. Mai 2013 sei aufzuheben, es sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und es sei D-3347/2013 Seite 5 ihnen Asyl zu gewähren. Eventualiter sei festz ustellen, dass der Vollzug der Wegweisung für sie unzumutbar sei, weshalb das BFM anzuweisen sei, ihnen den weiteren Aufenthalt in der Schweiz nach den Bestimmu n- gen über die vorläufige Aufnahme zu regeln. In prozessualer Hinsicht e r- suchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung der Beschwe r- de wird, soweit fü r den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eing e- gangen. Mit der Rechtsmittelschrift wurde ein Auszug aus einer schriftliche Au s- kunft der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) betreffend Albanien (Thema: Posttraumatische Belastungsstörung; Blutrache) vom 13. Febru- ar 2012 zu den Akten gereicht. E. Am 14. Juni 2013 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne v on Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [ BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). D-3347/2013 Seite 6 1.3 Die Rechtsmittelinstanz darf die Verfügung grundsätzlich nur insoweit überprüfen, als sie angefochten ist (vgl. BVGE 2009/46 E. 2). D._______ hat mit Erklärung vom 23. Mai 2013 ausdrücklich auf die Erhebung einer Beschwerde verzichtet. Die Verfügung des BFM vom 15. Mai 2013 ist somit hinsichtlich seiner Person in Rechtskraft erwachsen und daher nicht mehr zu überprüfen. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet s o- mit lediglich die Frage, ob das Bundesamt die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden zu Recht verneint , deren Asylgesuche abgelehnt sowie die Wegweisung und deren Vollzug verfügt hat. 1.4 Die Beschwerde ist von den Beschwerdeführenden frist- und formge- recht eingereicht worden. Sie haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwer de legitimiert (Art. 108 Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG sowie 52 VwVG). 2. Mit Bes chwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrich terlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachst e- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfü h- rung des Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird ein e ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer b e- stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nacht eilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, so l-D-3347/2013 Seite 7 chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken ; den frau- enspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin den Wort- laut sämtlicher Protokolle mit ihrer Unterschrift bestätigt hat und sich des- halb ihre Aussagen grundsätzlich entgegenhalten lassen muss, zumal sie die übersetzenden Personen bei der Kurzbefragung beziehungsweise Anhörung gut verstanden haben will (vgl. Akten BFM A 8/11 S. 8, A 12/11 F1). 5.2 Nach Prüfung d er Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – festzustellen, dass die Asylvo rbringen der Be- schwerdeführerin den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermögen beziehungsweise nicht asylrel e- vant sind, weshalb diesbezüglich vorab auf die ausführlichen und zutre f- fenden vorinstanzlichen Erwägung en zu verweisen ist (vgl. Zif fer I, Bst. B.b. vorstehend). Die Vorbringen in der Rechtsmittelschrift sind nicht geeignet, eine Änderung der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken, zumal diesen keine stichhaltigen Entgegnungen zu entnehmen sind. Ins- besondere vermag die Aussage in der Beschwerde, wonach die B e- schwerdeführerin und D._______ anlässlich der Anhörungen keinen Wert darauf gelegt hätten, wer von ihnen beiden von der Lehrerin informiert worden sei und wer dann zur Schule gefahren sei, um die Kinder abzuho- len, da sie es nicht als wesentliches Detail empfunden hätten, die wider- sprüchlichen Vorbringen nicht zu erklären beziehungsweise aufzulösen. Gestützt auf das vorstehend Ausgeführte ist zu schliessen, dass es sich bei der behaupteten Verfolgungssituation lediglich um ein Konstrukt ha n- delt. An dieser Einschätzung vermag die auszugsweise zu den Akten g e- reichte schriftliche Auskunft der SFH betreffend Albanien nichts zu ä n- dern. Mangels Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen erübrigt es sich auf die D-3347/2013 Seite 8 Vorbringen in der Beschwerde bezüglich Schutz durch den Staat und Fluchtalternativen einzugehen. 5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es den Beschwerdeführe n- den nicht gelungen ist nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu m a- chen, dass sie in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG er- litten haben oder solche bei der Ausreise zu befürchten hatten oder im Falle einer Rückkehr nach Albanien befürchten müssten. Das BFM hat demnach zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden verneint und deren Asylgesuche abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwalt ungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2). 7.2 7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). D-3347/2013 Seite 9 7.2.2 Der Vollzug der Wegweisung ist vorliegend in Beachtung der mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig. Es fe h- len insbesondere – wie bereits in der angefochtenen Verfügung festgehal- ten – Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung der Beschwerdeführe n- den in Albanien . Da in der Beschwerde hinsichtlich der Zulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung keine Einwände geltend gemacht werden, er- übrigen sich diesbezüglich weitergehende Ausführungen. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkret e Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2 Vorab ist festzuhalten, dass die allgemeine Lage in Albanien nicht auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführenden im Falle einer Rückkehr schliessen lässt. 7.3.3 Den Akten sind zudem keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass die – gemäss den Akten – gesunden Beschwerdeführenden bei e i- ner Rückkehr aus individuellen Gründen wirtschaftlicher oder sozialer Na- tur in eine existenzbedrohende Situation geraten würden, zumal sie in Al- banien über zahlreiche Verwandte und somit über ein tragfähiges Bezi e- hungsnetz verfügen welches ihnen eine Reintegration erleichtern kann. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass sich gemäss den Ausführu n- gen in der Beschwerde D._______, der Ehemann beziehungsweise Vater der Beschwerdeführerenden, in Albanien aufhält . Auch das Übereinkom- men vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (Kinderrecht s- konvention, KRK; SR 0.107) steht einem Wegweisungsvollzug nicht en t- gegen, zumal d ie Kinder sich erst seit sehr kurzer Zeit in der Schweiz aufhalten und aufgrund ihres Alters noch in einem engen Verhältnis zu ih- ren Eltern stehen. 7.3.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung somit auch als zumutbar zu bezeichnen. 7.4 Der Vollzug der Wegweisung nach Albanien ist schliesslich möglich , da die Beschwerdeführenden über gültige Reisep ässe verfügen und ke i- ne Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG). D-3347/2013 Seite 10 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausse r Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Mit Entscheid in der Hauptsache wird der Antrag um Verzicht auf die E r- hebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos. 10. 10.1 Aufgrund vorstehender Erwägungen erweisen sich die Beschwerd e- begehren als aussichtlos. Das Gesuch der Beschwerdeführenden um un- entgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist damit – unabhängig einer allfälligen prozessualen Bedürftigkeit – abzuweisen. 10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer- deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insg e- samt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-3347/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird a b- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand: