Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. Juni 2013 (720 12 394 / 131) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision; Zusammenfallen mehrerer Revisionsgründe (Verbesserung des Ge- sundheitszustands und Wechsel der Bemessungsmethode); massgeblicher Zeitpunkt Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichterin El isabeth Berger Götz, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1965 geborene A.____ meldete sich am 5. Mai 20 05 unter Hinweis auf seit Jahren bestehende Schlafstörungen und schmerzhafte Magen-Darm-Be schwerden sowie Stress und Überforderung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherun g (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, erwerblichen und hauswirtschaftlichen Verhältnisse sowie nach Durchführung eines Vorbescheidverfahrens ermitte lte die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) bei der Versicherten in Anwendu ng der gemischten Methode einen Inva- liditätsgrad von 41%. Gestützt auf dieses Ergebnis spra ch sie mit Verfügung vom 20. März Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2008 mit Wirkung ab 1. August 2006 eine Viertelsrente zuzüglich Kinderrenten für die Söhne B.___, C.____ und D.____ zu. Im Mai 2011 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine Überprü- fung des laufenden Rentenanspruchs der Versicherten ein. Aufgrund ihrer Abklärungen gelang- te sie zur Auffassung, dass sich der Gesundheitszustand von A .____ verbessert habe und sie als alleinerziehende Mutter seit dem Lehrbeginn ihres j üngsten Sohnes wieder in einem vollen Pensum erwerbstätig wäre. Der so nach der allgemeinen M ethode neu vorzunehmende Ein- kommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 50%. Nach Durchführung des Vorbe- scheidverfahrens sprach die IV-Stelle der Versicherten mi t Verfügung vom 20. November 2012 mit Wirkung ab 1. Mai 2011 eine halbe Rente zuzüglich Kinderrenten zu. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 19. Dezember 2012 Beschwerde beim Kan- tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie die Aus- richtung einer höheren Invalidenrente und eine Anfan gsarbeitsstelle in einem 20%-Pensum mit Begleitung durch eine "Coaching-Person". Zur Begründun g führte sie im Wesentlichen aus, dass es ihr aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträc htigungen und nach langer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt nicht zumutbar sei, ein Erwerbspensum von 50% zu erfüllen. C. Auf Gesuch vom 22. Januar 2013 wurde der Beschwerdef ührerin mit Verfügung vom 31. Januar 2013 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 18. März 2013 schloss die B eschwerdegegnerin auf Ab- weisung der Beschwerde. Anlässlich der im Rahmen der Re ntenrevision durchgeführten Haus- haltsabklärung habe die Beschwerdeführerin angegeben, dass sie im Gesundheitsfall seit dem Lehrbeginn des jüngsten Sohnes im August 2010 einer Er werbstätigkeit im Pensum von 100% nachgehen würde. Das eingeholte bidisziplinäre Gutachte n habe aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergeben; aus psychiatrischer Sicht sei eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ermittelt worden. Dem Gutachten komme voller Beweiswert zu. Die Verfü- gung vom 20. November 2012 sei somit nicht zu beanstan den. Bereits in der angefochtenen Verfügung sei der Beschwerdeführerin ferner mitgeteil t worden, dass ihr Antrag auf Eingliede- rungsmassnahmen (20% Anfangsarbeitsstelle und Begleitung durch eine "Coaching-Person") an die zuständige IV-Fachabteilung zur Behandlung weitergeleitet worden sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 19. Dezember 2012 ist somit einzutreten. 2. Der Beschwerdeführerin wurde mit Verfügung vom 20. November 2012 mit Wirkung ab 1. Mai 2011 eine halbe Rente zuzüglich Kinderrenten zu gesprochen. Zwischen den Parteien umstritten ist in erster Linie, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine höhere Invalidenren- te hat. Zusätzlich beantragte die Beschwerdeführerin – wie schon im Vorbescheidverfahren – eine "Anfangsarbeitsstelle" sowie die Begleitung durch eine "Coaching-Person". Bereits in der angefochtenen Verfügung sowie in ihrer Vernehmlassung vom 18. März 2013 teilte die Be- schwerdegegnerin jedoch mit, dass das Gesuch um Wiedereing liederung zum gesonderten Entscheid an die zuständige Fachabteilung weitergeleite t werde. Da im verwaltungsgerichtli- chen Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurtei- len sind, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vo rgängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stellung genommen hat (vgl. BGE 131 V 1 64 f. E. 2.1, 125 V 414 E. 1a, je mit Hinweisen), bildet das Rechtsbegehren um Wiedereingli ederungsmassnahmen nicht Gegen- stand des vorliegenden Verfahrens. 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer du rch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Vor- aussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gült ig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung) hat die versicherte Per- son Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindeste ns 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gü ltig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung]) . Danach ist der Invalidi- tätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Dazu wird das Erwerbseinkom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalid ität und nach Durchführung der medizi- nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein- ander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdiff erenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.4.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in einem Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme ein er Erwerbstätigkeit nicht zugemutet wer- den kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Ab weichung von Art. 16 ATSG darauf abge- stellt, in welchem Masse sie behindert sind, sich im bisher igen Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen u nd der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemes- sung; Art. 28a IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Inva- liditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Er werbstätige zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Re nte revidierbar, wenn sich die er- werblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im ü blichen Auf- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheit szustandes erheblich verändert ha- ben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen), bei Wandl ung des Aufgabenbereichs (BGE 105 V 30 E. 1, 117 V 199 E. 3b, je mit Hinweisen), oder aber wenn in dem für die Methoden- wahl massgeblichen hypothetischen Sachverhalt wesentliche Ä nderungen eingetreten sind (vgl. BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; Ur teil des Eidgenössischen Versicherungs- gerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] vom 13. November 2002, I 58/02, E. 1.2; R UDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grundfi gur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Schaffhau ser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 17 f.). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hatte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 20. März 2008 ge stützt auf einen Invaliditätsgrad von 41% rückwirkend ab 1. August 2006 eine Viertelsrente z ugesprochen. Nachdem sie im Mai 2011 von Amtes wegen eine Überprüfung des Rentenanspr uchs der Versicherten eingeleitet und die erforderlichen Abklärungen vorgenommen hatte, erhöhte die IV-Stelle die laufende Vier- telsrente der Versicherten mit Verfügung vom 20. Novembe r 2012 mit Wirkung ab 1. Mai 2011 auf eine halbe Rente. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine anspruchswesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, durch V ergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 20. März 2008 bestanden hat, mit demjeni- gen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen, am 20. November 2012 eröffneten Verfügung. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die r echtsanwendende Behörde – die Verwal- tung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen a ngewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist e s, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 132 V 99 f. mit weiteren Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichti ge Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstä tigkeiten als die zuletzt ausgeübte Be- rufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemein en, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät- zung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rec htsfragen der Invalidität in der Sozial- versicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entsche idend, ob der Bericht für die strei- tigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun gen beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverf ahren sinngemäss Anwendung (vgl. Urteil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 6. Unbestritten ist unter den Parteien, dass die Beschwe rdeführerin seit dem Lehrbeginn des ältesten Sohnes im August 2010 im Gesundheitsfall g anztägig erwerbstätig wäre und die Invalidität folglich nicht mehr nach der gemischten Meth ode – mit einer Aufteilung der Bereiche von 30% Erwerb und 70% Haushalt – sondern nach der al lgemeinen Methode des Einkom- mensvergleichs zu bemessen ist. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszu- stand und – damit einhergehend – der Grad der Arbeit sfähigkeit der Beschwerdeführerin tat- sächlich, wie von der IV-Stelle geltend gemacht, seit der Rentenzusprache in einer anspruchs- erheblichen Weise verbessert hat. 6.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 20. März 2008, mit der sie der Beschwerdeführe- rin eine Viertelsrente zugesprochen hatte, stütze sich di e IV-Stelle bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versichert en im Wesentlichen auf das psychi- atrische Gutachten von Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. August 2006. Darin hielt Dr. E.____ als Diagnosen eine neuro tische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8), differenzialdiagnostisch eine emotional instabi le Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ (ICD-10 F60.30); eine nicht-organische Insomnie (ICD-1 0 F51.0); eine Somatisierungsstörung Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht (ICD-10 F45.0) sowie einen Status nach Anorexie mit se lbstinduziertem Erbrechen (ICD-10 F50.0) fest. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. E.____ aus, dass die Versicherte in ihrer psychischen Leistungsfähigkeit ganz erheblich eingeschränkt s ei. Seit der Scheidung ihrer Ehe im Jahr 1998 scheine die Versicherte zunehmend mit der Pflege und Erziehung der drei angeb- lich verhaltensgestörten Söhne in eine erhebliche Überf orderungssituation geraten zu sein. Zu- mindest zurzeit stehe sie als Hausfrau und Mutter an der Grenze ihrer psychophysischen Be- lastbarkeit und sei ausserstande, neben den genannten Verpflichtungen einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachzugehen, so dass als Erwerbstätige eine Ar beitsfähigkeit von 0% vorliege. Mit Schreiben vom 5. September 2006 präzisierte Dr. E.____ , dass die Versicherte nicht bloss auf- grund der Überforderung mit ihren Söhnen, sondern na mentlich aufgrund der gestellten Diag- nosen arbeitsunfähig sei. Als Hausfrau bestehe indessen eine weit höhere Arbeitsfähigkeit von 60%, zumal die Versicherte die entsprechenden Arbeiten selbst einteilen könne. 6.2 Im Rahmen des von ihr im Mai 2011 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisions- verfahrens gab die Beschwerdegegnerin zur Abklärung des aktuellen medizinischen Sachver- halts ein bidisziplinäres Gutachten bei Dres. med. F.___ _, FMH Innere Medizin, und G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag. Dr. F.___ _ kam in seiner rheumatologischen Begutachtung, worüber er mit Schreiben vom 17. Juli 2 012 Bericht erstattete, zum Ergebnis, dass aus rheumatologischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor- lägen. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien ein intermittierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei muskulärer Dysbalance und Insuffizienz der paravertebralen Muskulatur, ohne relevante degenerative Veränderungen, ohne rele vante Einschränkung der Beweglichkeit und ohne segmentale Dysfunktion der gesamten Wirbelsä ule; ein Status nach Teilmeniskekto- mie medial linksseitig; leichtgradige Senk- und Spreizf üsse beidseits sowie aus nicht- rheumatologischer Sicht ein komplexes neurovegetatives Be schwerdebild mit Reizdarmsyn- drom, Spannungskopfschmerzen und weiteren funktionellen neurovegetativen Beschwerden (nicht systematisierter Schwindel, Übelkeit, usw.) im Rahm en einer psychosomatischen Fehl- entwicklung sowie eine Laktoseintoleranz zu diagnostizieren . Anhand der erhobenen Befunde am Bewegungsapparat würden sich keine relevanten funkt ionellen bzw. organisch bedingten Einschränkungen feststellen lassen, welche eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründen wür- den. Im psychiatrischen Gutachten vom 25. Juni 2012 diagn ostizierte Dr. G.____ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine nicht-organische Insomnie (ICD-10 F51.0); eine Somatisierungsstö- rung (ICD-10 F45.0) sowie eine kombinierte Persönlich keitsstörung mit selbstunsicheren, im- pulsiven Anteilen (ICD-10 F61.0). Vor allem aufgrund der – durch die chronischen Schlafstö- rungen ausgelösten – Müdigkeit und verminderten psychisch en Belastbarkeit sei die Versicher- te in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Infolge de r verminderten Belastbarkeit habe sie auch weniger Ressourcen, um mit ihren psychosomatischen Beschwerden umgehen zu können. Die- se Beschwerden seien auch vor dem Hintergrund der kombini erten Persönlichkeitsstörung zu sehen. Es bestehe aber nicht eine derart schwere psychiatrische Störung, dass jegliche Arbeits- tätigkeit verunmöglicht würde. Die Versicherte führe ei nen Drei-Personen-Haushalt, kümmere sich um zahlreiche Haustiere und pflege einige soziale K ontakte. In der jetzigen Tätigkeit als Hausfrau bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Einschrän kung der Arbeits- und Leistungsfä- higkeit von 20%, da sie die Arbeit selbstständig eintei len und in vertrauter Umgebung leisten könne. In einer ausserhäuslichen beruflichen Tätigkeit, namentlich einer einfachen Hilfstätigkeit, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Die Arbeitsfähi gkeit sei seit Jahren beeinträchtigt. Die von Dr. E.____ beschriebenen Belastungen durch die Schwierigkeiten in der Erziehung der drei Söhne, welche eine ausserhäusliche berufliche Tätigkeit verunmöglicht hätten, hätten sich zwi- schenzeitlich jedoch vermindert. Alle drei Söhne stünden nunmehr in einer beruflichen Ausbil- dung, ein Sohn sei bereits ausgezogen. Die Belastung h abe dadurch deutlich abgenommen und die Belastungsfähigkeit der Versicherten habe sich e rhöht, weshalb ihr ab Datum der Un- tersuchung ein höheres, 50%iges Arbeitspensum zuzumuten s ei. Allerdings werde es kaum möglich sein, die Versicherte in der Berufswelt zu integ rieren, wofür jedoch auch krankheits- fremde Gründe, z.B. fehlende Motivation, verantwortlich seien. Anlässlich der Konsensbespre- chung der Gutachter gelangten sie zusammenfassend zum Schl uss, dass der Versicherten aus bidisziplinärer Sicht eine einfache Tätigkeit im Umfang eines Pensums von 50% zumutbar sei. 6.3 In seiner Stellungnahme vom 30. Juli 2012 führte d er RAD-Arzt Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, aus, dass eine Besserung des psychischen Gesundheitszu- stands bei Persönlichkeitsstörungen vom Borderline-Typ eine häufige Verlausform sei, da sich die instabilen Verhaltensanteile ab dem vierten Lebe nsjahrzehnt allmählich stabilisieren wür- den. 6.4 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilu ng des aktuellen medizinischen Sachverhaltes und bei ihrem Entscheid über die Frage, o b seit der ursprünglichen Rentenzu- sprechung eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszusta ndes des Beschwerdeführers eingetreten ist, auf das bidisziplinäre Gutachten vom 2 5. Juni/17. Juli 2012. Sie ging demzufol- ge davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerd eführerin seit der ursprüngli- chen Rentenzusprache vom 20. März 2008 namentlich in psych ischer Hinsicht deutlich verbes- sert habe. 6.5 Die vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanst anden. Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verw altungsverfahrens eingeholten Gut- achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgru nd eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuve rlässigkeit der Expertisen spre- chen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Was die Be schwerdeführerin vorbringt, ist nicht ge- eignet, die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens vom 25. Juni/17. Juli 2012 in Frage zu stellen. Die Versicherte bezweifelt in ihrer Beschwer de insbesondere die Korrektheit der von den Gutachtern vorgenommenen Zumutbarkeitsbeurteilung und macht in diesem Zusammen- hang in erster Linie geltend, dass sie mit der Aufnahme einer 50%igen Erwerbstätigkeit realisti- scherweise überfordert wäre. Ferner verweist sie auf ihr e Ausführungen im Vorbescheidverfah- ren, wo sie insbesondere vorbringt, die Gutachter Dres. F.____ und G.____ hätten die von ihr geklagten Beschwerden nicht genügend gewürdigt und könn ten ihr Befinden nicht vollständig nachvollziehen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdef ührerin setzten sich sowohl Dr. F.____ wie auch Dr. G.____ mit sämtlichen von ihr genannten Beschwerden (Schlafstörun- gen, Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, Kraft- und E nergielosigkeit, Schwindel, Übelkeit, Blähungen, Bauchschmerzen und -krämpfe; ausserdem Kopfschm erzen, Stechen in der Brust, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rückenschmerzen, Hautausschläge) auseinander. Die Zumutbarkei t einer Erwerbstätigkeit wurde insbesondere auch im Hinblick auf die verminderte psychische Belastbarkeit beurteilt und es wurde festgestellt, dass unter Berücksichtigung der Einsc hränkungen der Beschwerdeführe- rin eine einfache Hilfstätigkeit in einem Pensum von 5 0% zumutbar sei. Für eine anderslauten- de Zumutbarkeitsbeurteilung liegen keine Anhaltspunkte vor. Das bidisziplinäre Gutachten vom 25. Juni/17. Juli 2012 weist weder formale noch inha ltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. Erwägung 5.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchte t in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Sit uation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen ausei nander und es ist in den Schluss- folgerungen überzeugend. Die Verbesserung des Gesundheitszustands lässt sich nachvollzieh- bar mit der veränderten Belastungssituation in der Kindererziehung sowie mit den ergänzenden Ausführungen von Dr. H.____ zum Krankheitsverlauf begr ünden. Zwar wären eingehendere Ausführungen der Gutachter zur eigentlichen gesundheit lichen Entwicklung der Beschwerde- führerin wünschenswert gewesen, das Ergebnis des Gutac htens ist jedoch genügend begrün- det, so dass darauf abgestellt werden kann. 7.1 Nach dem Ausgeführten kann festhalten werden, dass au s medizinischer Sicht eine anspruchswesentliche Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten ausgewiesen ist. Da die Beschwerdeführerin aktuell unbestrittenerma ssen im Gesundheitsfall voll erwerbstä- tig wäre und die Invaliditätsbemessung deshalb neu nach der allgemeinen Methode zu erfolgen hat, liegen zwei voneinander grundsätzlich unabhängige Revisionsgründe vor. Fraglich und zu prüfen bleibt, ab welchem Zeitpunkt diese Revisionsgründe als massgeblich zu erachten sind. 7.2 Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fä- higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Z eit andauern wird. Sie ist in je- dem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ge- dauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Eine Erhöhung der Renten erfolgt in- dessen nach Art. 88 bis Abs. 1 lit. b IVV bei einer Revision von Amtes wegen frühestens von dem für diese vorgesehenen Monat an. 7.3 Die Beschwerdegegnerin ging aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin anläss- lich der Haushaltsabklärung vom 6. Januar 2012 sowie im F ragebogen zur Ermittlung der Er- werbstätigkeit vom 27. Januar 2012 davon aus, dass diese ohne gesundheitliche Einschrän- kungen ab dem Lehrbeginn des jüngsten Sohnes im August 2010 zu 100% erwerbstätig wäre. Die Änderung der Aufteilung der Tätigkeitsbereiche b zw. der Wegfall des Aufgabenbereichs im Haushalt bedingt vorliegend einen Wechsel von der gem ischten zur allgemeinen Methode der Invaliditätsbemessung und führt letztlich zu einer Erhöh ung der Rente. In Anwendung von Art. 88 bis Abs. 1 lit. b IVV hat die Erhöhung jedoch nicht ber eits im Zeitpunkt der Änderung des dem Methodenwechsel zugrundeliegenden Sachverhalts zu er folgen, sondern erst ab dem für die Revision vorgesehenen Monat. Vorliegend ist der mi t der allgemeinen Methode bemessene Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsgrad folglich – entsprechend dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin – ab Mai 2011 zu berücksichtigen. 7.4 Wie in Erwägung 6 hiervor ausgeführt, hat sich auch der gesundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin in anspruchsrelevanter Weise verbessert. In der angefochtenen Verfügung wurde der Invaliditätsbemessung ab dem Zeitpunkt der E inleitung der Rentenrevision, somit ab Mai 2012, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zugrunde gele gt. Die Verbesserung der Erwerbsfähig- keit wurde indessen vom begutachtenden Psychiater Dr. G._ ___ ab Datum der Untersuchung, somit ab 10. Mai 2012, als dauernd ausgewiesen. 7.5 Es stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auch die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit bereits ab dem für die Revision v orgesehenen Monat (Mai 2011) berück- sichtigt hat, obwohl diese Verbesserung von Dr. G.____ erst auf Mai 2012 und damit ein Jahr später festgestellt wurde, oder ob für die Zeit zwische n dem Methodenwechsel und der von Dr. G.____ attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigke it noch die (letzte) Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr. E.____ vom 22. August 2006, d er von einer vollständigen Arbeitsunfä- higkeit ausging, Geltung hatte. Festzustellen ist in diesem Zusammenhang, dass Dr. G.____ die Verbesserung der Belastbarkeit und, damit einhergehend, der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde- führerin insbesondere mit der Entlastung in der Kinder erziehung begründet. Diese sei darauf zurückzuführen, dass seit der letzten Begutachtung durch Dr. E.____ nun alle Söhne in einer Berufsausbildung stünden und ein Sohn bereits von zu Ha use ausgezogen sei. Die in den frü- heren Akten erwähnten Erziehungsschwierigkeiten seien pr aktisch nicht mehr vorhanden. Auf- grund der Ausführungen von Dr. G.____ scheint die Verb esserung der Belastbarkeit und damit des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin grundsätzl ich mit dem Lehrbeginn des jüngsten Sohnes im August 2010 ausgelöst worden zu sei n. Dafür sprechen auch die übrigen vorliegenden medizinischen Einschätzungen. So führt Dr. E.____ im Gutachten vom 22. August 2006 aus, dass die Beschwerdeführerin aktuell aufgrund der familiären Schwierigkeiten bereits in der Tätigkeit als Hausfrau an der Grenze ihrer Bel astbarkeit stünde und daher nicht in der Lage sei, daneben einer ausserhäuslichen Verrichtung nachzugehen, und impliziert damit, dass eine Verminderung der Belastung im Haushaltsbereich zu e iner Erhöhung der Arbeitsfähigkeit führen könnte. Auch der damals behandelnde Arzt Dr. me d. I.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, prognostizierte bereits mit Arztbericht vom 1 1. Juli 2005 (IV-Akten Dokument Nr. 4), dass die Beschwerdeführerin, wenn die Kindererziehung keine derartige Belastung mehr darstelle, vermutlich wieder zu mindestens 50% arbeitsfähig sein würde. Der Verbesserung des Gesundheitszustands mit dem Lehrbeginn des jüngsten Sohne s steht auch die Einschätzung Dr. H.____ nicht entgegen, welcher eine für den Kran kheitsverlauf typische Stabilisierung der instabilen Verhaltensanteile ab dem vierzigsten Lebensjahr anführte. Die Datierung der Verbes- serung von Dr. G.____ auf den Zeitpunkt der Untersuchun g erscheint unter Berücksichtigung dieser Aspekte nicht vollends nachvollziehbar. Nach dem Ausg eführten ist vielmehr mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich di e Arbeitsfähigkeit der Beschwer- deführerin mit der Änderung der familiären Situatio n, namentlich in der Folge des Lehrbeginns des jüngsten Sohnes im August 2010, in anspruchsrelevante r, dauernder Weise verbesserte. Gemäss Art. 88 bis Abs. 1 lit. b IVV ist diese Verbesserung ab dem für di e Revision vorgesehe- nen Monat zu berücksichtigen. Dass die Beschwerdegegnerin i n der angefochtenen Verfügung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Eintritt beider Revisionsgründe auf einen Zeitpun kt vor der Einleitung des Revisionsverfah- rens datiert hat und folglich sowohl die Änderung des Status von Teilerwerbstätiger zu Erwerbs- tätiger wie auch die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ab dem für die Revision vorgesehenen Monat berücksichtigt hat, ist demnach letztlich nicht zu beanstanden. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Gesundheit szustand der Beschwer- deführerin im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 20. November 2012 im Vergleich zur letzten, auf einer materiellen Prüfung basierenden, r echtskräftigen Rentenverfügung vom 20. März 2008 bzw. bereits im Zeitpunkt der Einleitung der Revision im Mai 2011 in anspruchs- erheblicher Weise verbessert hat. In Anwendung der allg emeinen Methode des Einkommens- vergleichs resultiert bei der Beschwerdeführerin ein In validitätsgrad von 50%, weshalb ihr von der Beschwerdegegnerin zu Recht eine halbe Invalidenren te zugesprochen wurde. Die Be- schwerde ist demzufolge abzuweisen. 9. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten, die praxisgemäss auf Fr. 600.– festgesetzt werden, ihr zu aufer- legen sind. Der Beschwerdeführerin ist jedoch mit Verf ügung vom 31. Januar 2013 die unent- geltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem G rund gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. Da die Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfa hren nicht anwaltlich vertreten war, werden die ausserordentlichen Kosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wett- geschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.– we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdeführerin am 17. September 2013 Be- schwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_685/2013 ) erhoben. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht http://www.bl.ch/kantonsgericht