Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. September 2016 (715 14 323 / 231) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Wird eine Zwischenverdiensttätigkeit nach Aufnahme einer Vollzeittätigkeit weiter aus- geübt, so ist diese danach als Nebentätigkeit zu qualifizieren und der daraus erzielte Verdienst ist nicht als Zwischenverdienst anzurechnen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Markus Schmid , Recht s- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung / Rückforderung A. Der 1986 geborene A.____ war seit dem 1. Juli 20 10 bei der B.____ AG als Fussball- spieler angestellt. Nachdem sein Arbeitsvertrag per 30. Juni 2011 ausgelaufen war, meldete sich A.____ am 5. Juli 2011 zur Arbeitsvermittlung an und stellte am 6. Juli 2011 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 5. Juli 2011. In der F olge eröffnete die Öffentliche Arbeitslosen- kasse Baselland (Arbeitslosenkasse) eine Rahmenfris t für den Leistungsbezug, laufend vom 5. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Juli 2011 bis 4. Juli 2013. A.____ bezog vom 5. Juli 2011 bis Ende April 2012 Arbeitslosenent- schädigung, wobei er ab September 2011 bis Ende April 2012 zusätzlich eine Tätigkeit in Teil- zeitanstellung bei der C.____ im Rahmen von 50 % ausübt e. Am 30. April 2012 meldete sich A.____ von der Arbeitsvermittlung ab, da er ab 1. Ma i 2012 eine Vollzeitstelle als Sachbearbei- ter bei der D.____ AG antrat. Dieses Arbeitsverhältnis wurde mit Schreiben vom 30. Januar 2013 per 28. Februar 2013 aufgelöst. Am 30. Januar 2013 meldete sich A.____ erneut zur Arb eitsvermittlung an und stellte am 3. Februar 2013 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 1 . März 2013. Da die Rahmenfrist für den Leistungsbezug am 4. Juli 2013 endete, meldete sich A.____ am 11. Juni 2013 für eine Folgerahmenfrist wiederum zur Arbeitsvermittlung an und stellte am 8. Juni 2013 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 5. Juli 2013. Im Rahmen d er Anspruchsabklärungen für die Fol- gerahmenfrist gelangte die Arbeitslosenkasse an die Sozia lversicherungsanstalt Basel- Landschaft und ersuchte um Zustellung eines Auszugs aus dem individuellen Konto von A.____, welcher am 1. Juli 2013 bei der Arbeitslosenkass e einging. Diesem entnahm die Ar- beitslosenkasse, dass A.____ – entgegen seinen Angaben auf den jeweiligen Formularen „An- gaben der versicherten Person“ – von Juli 2011 bis und mi t Dezember 2012 bzw. Juli 2013 für die E.____ AG tätig gewesen ist und ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt hat. Die Arbeitslosenkasse eröffnete eine Folgerahmenfrist für den Leistungsbezug vom 5. Juli 2013 bis am 4. Juli 2015. A.____ meldete sich per 26. Juli 2013 von der Arbeitsvermittlung ab, da er per 29. Juli 2013 eine neue Anstellung antreten konnte. Mit Schreiben vom 23. September 2013 forderte die Arbeitslosenkasse A.____ auf, zum Thema „Verletzung der Meldepflicht - Arbeitsverhältnis nicht gemeldet“ Stellung zu nehmen. Am 24. September 2013 führte A.____ dazu aus, er habe di ese Spesen nicht angegeben, da es sich um einen Spesenvertrag und nicht um einen eigentl ichen Arbeitsvertrag gehandelt habe. Die Spesen hätten die Kosten für seinen Aufwand (Mater ial, Fahrtkosten etc.) gedeckt und sei- en kein Lohn gewesen. Etwas anderes sei ihm nicht bewusst gewesen. Mit Verfügung Nr. 294/2013 vom 22. Oktober 2013 forderte die Arbeitslosenkasse ausgerichtete Arbeitslosenentschädigung in der Höhe von Fr. 14‘128.15 von A.____ zurück. Mit Verfügung Nr. 1798/2013 vom gleichen Tag stellte die Arbeitslosenkasse A.____ wegen unwahren Angaben und Verletzung der Auskunfts- und Meldepflicht für 31 T age ab 1. Juli 2013 in seiner An- spruchsberechtigung ein. Die beiden gegen diese Verfügu ngen erhobenen Einsprachen wies die Einspracheinstanz des KIGA Baselland mit Entscheid vom 12. September 2014 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Markus Schmid, mit Schreiben vom 13. Oktober 2014 Beschwerde beim Kantonsger icht Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beant ragte, der angefochtene Entscheid vom 12. September 2014 sei aufzuheben und es sei festzust ellen, dass die Beschwerdegegne- rin keinen Rückforderungsanspruch gegen ihn habe. Ausserd em sei festzustellen, dass dem Beschwerdeführer keine Auskunfts- und Meldepflichtverletzung vorzuwerfen sei; alles unter o/e- Kostenfolge. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Mit Vernehmlassung vom 1. Dezember 2014 beantragte d ie Arbeitslosenkasse die Ab- weisung der Beschwerde. D. Auf Anfrage des Kantonsgerichts vom 4. Dezember 201 4 führte die Ausgleichskasse Arbeitgeber Basel (Ausgleichskasse) aus, die mit der E.___ _ AG für A.____ abgerechneten AHV-Löhne vom Juli 2011 bis Juni 2013 seien der beigeleg ten Lohntabelle zu entnehmen. Die Ausgleichskasse habe die von der E.____ AG gemeldeten L öhne unverändert verbucht. Bei einer Arbeitgeberkontrolle sei festgestellt worden, da ss die E.____ AG von den Bruttobezügen der Spieler Fr. 600.-- pro Monat als Pauschalspesen ausge schieden habe. Diese Spesenrege- lung habe die Firma mit der Vorgängerkasse vereinbart und ihre Revisorin habe diese Rege- lung anlässlich der Arbeitgeberkontrolle akzeptiert. E. Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 29. Janu ar 2015 an seinen Rechtsbegehren fest. F. Mit Schreiben vom 7. Mai 2015 reichte die Ausgleich skasse auf Anfrage des Kantonsge- richts eine Kopie eines Memorandums in Bezug auf eine Spesenvereinbarung zwischen der Vorgängerkasse und der E.____ AG zu den Akten. Mit Sch reiben vom 20. Mai 2015 nahm der Beschwerdeführer dazu Stellung. Er führte aus, dass das von einem Anwaltsbüro verfasste Memorandum nicht unterzeichnet sei und auch nicht klar w erde, wer Auftraggeber des An- waltsbüros gewesen sei. Von einer Spesenvereinbarung könne somit keine Rede sein. Der Be- schwerdeführer habe keine Kenntnis von diesem Memorandum gehabt. G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 22. Oktober 2015 st ellte das Kantonsgericht das Ver- fahren aus und führte im schriftlichen Beschluss unter an derem aus, die Arbeitslosenkasse ha- be zu Recht darauf hingewiesen, dass gemäss einer von de r Ausgleichskasse eingereichten Lohntabelle für das Jahr 2012 eine „Nachbelastung aus A rbeitgeberkontrolle“ im Umfang von Fr. 1‘313.-- stattgefunden habe. Dieser Betrag sei bei der Berechnung des Zwischenverdienstes bisher nicht berücksichtigt worden. Eine Berücksichtigung di eses Betrags könnte im Vergleich zum Ergebnis im Einspracheentscheid für den Beschwerdefüh rer zu einer Verschlechterung im Sinne einer reformatio in peius führen. Dem Beschwerde führer wurde Gelegenheit gegeben, sich dazu zu äussern und gleichzeitig wurde der Beschwerdeg egnerin die Möglichkeit einge- räumt, zur Frage der Verwirkung der Einstelltage Stellung zu nehmen. H. Der Beschwerdeführer führte mit Schreiben vom 26. November 2016 im Wesentlichen aus, dass die fragliche Nachbelastung für die Periode vo n Januar bis Dezember 2012 erfolgt sei, so dass lediglich vier Monate, nämlich von Januar bis A pril 2012 berücksichtigt werden könnten, was betragsmässig Fr. 437.65 ausmache. Er sei jedo ch der Auffassung, dass mit ei- ner solchen Korrektur über den Streitgegenstand hinau sgegangen werde. Streitgegenstand bilde die Frage, ob die ausgerichteten Taggelder zu R echt oder zu Unrecht bezahlt worden sei- en. Zudem ändere die Nachbelastung nichts an der Höhe der von der Beschwerdegegnerin ausgerichteten Taggelder. Im Übrigen halte er an sämt lichen Ausführungen und an seiner Be- schwerde fest. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. Mit Schreiben vom 22. Dezember 2015 führte die Ar beitslosenkasse im Wesentlichen aus, bezüglich des Monats Juli 2013 sei noch keine Taggel dabrechnung erstellt worden. Dies wiederum bedeute, dass in der Zeitspanne vom 1. Juli 2013 bis und mit 26. Juli 2013 insgesamt 15 Einstelltage getilgt werden könnten. Damit stehe f est, dass nicht alle Einstelltage verwirkt seien. Daher bestehe sehr wohl ein Rechtsschutzinteresse a n der Beurteilung der verfügten Einstelltage. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obliga torische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Ju ni 1982 i.V.m. den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus de m Bereich der Arbeitslosenversiche- rung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erho ben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Ver- ordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherun g und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desj enigen Kantons, in dem die versi- cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontro llpflicht erfüllt. Vorliegend kommt der in Reinach/BL wohnhafte Beschwerdeführer im Kanton B asel-Landschaft seinen Kontrollpflich- ten nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungst räger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgeri cht gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 13. Oktober 2014 ist daher einzutreten. 2. Vorliegend streitig und zu prüfen ist, ob die Besch werdegegnerin beim Beschwerdefüh- rer zu Recht einen Zwischenverdienst angenommen hat und ob sie berechtigt war, bereits aus- gerichtete Arbeitslosenentschädigung im Umfang von Fr. 14‘128.15 zurückzufordern. 2.1 Die Zusprechung von sozialversicherungsrechtlichen Le istungen erfolgt grundsätzlich durch eine Verfügung (vgl. Art. 49 Abs. 1 ATSG). Ste ht diese mit den massgebenden rechtli- chen oder tatsächlichen Grundlagen nicht bzw. nicht meh r in Übereinstimmung, stellt sich die Frage einer Korrektur der Verfügung. In Betracht kommt eine rückwirkende oder eine sich nur auf die Zukunft auswirkende Korrektur. Ziel ist, die gesetzliche Ordnung (wieder-) herzustellen (BGE 122 V 227). Vorliegend geht es um die rückwirkende Korrektur. Gemäss Art. 95 Abs. 1 Satz 1 AVIG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG ist die Kasse verpflichtet, zu Unrecht ausbezahlte Versicherungsleistungen vom Empfänger zurückzufordern. 2.2 Die Festlegung einer allfälligen Rückerstattung vo n Leistungen erfolgt in einem mehr- stufigen Verfahren: In einem ersten Entscheid ist über die Frage der Unrechtmässigkeit des Bezugs der Leistung zu befinden; hier ist auf Art. 53 ATSG abzustellen. Daran schliesst sich Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegebenenfalls der Entscheid über die Rückerstattung an, mit dem insbesondere zu beantwor- ten ist, ob – bei der festgestellten Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs – eine rückwirkende Korrektur erfolgt oder nicht; rechtliche Grundlage daf ür bildet – neben den einzelgesetzlichen Regelungen – Art 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG. Schliesslich ist allenfalls über den Erlass der zurück- zuerstattenden Leistung zu entscheiden; dafür ist auf Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG abzustellen. 2.3 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger in Form der Wiedererwägung auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einsprachee ntscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Wird eine solche rückwirkende Korrektur einer Verfügung vorgenommen , entfällt die rechtliche Grundlage für die zugesprochenen Leistungen. Diese werden – im Na chhinein – zu unrechtmässigen Leis- tungen (vgl. BGE 122 V 138). Diese für die Wiedererw ägung formell rechtskräftiger Verfügun- gen massgebenden Voraussetzungen gelten auch mit Bezug auf die Rückerstattung zu Unrecht bezogener Geldleistungen der Arbeitslosenversicherung, u nabhängig davon, ob die zur Rück- forderung Anlass gebenden Leistungen förmlich oder form los verfügt worden sind (vgl. BGE 129 V 110 E. 1.1 mit Hinweisen). Die für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verfügunge n vorausgesetzte zweifellose Unrichtig- keit liegt praxisgemäss dann vor, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss, derjenige auf die Unrichtigkeit der Ver- fügung möglich (vgl. Urteil des EVG vom 23. April 200 4, C 214/03, E. 3.1.3; vgl. auch T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, S. 470, N 16). 3. Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen e ine vollständige Überprü- fungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vg l. § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung al s verfügende Instanz und – im Beschwer- defall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih- rem Bestehen überzeugt sind (vgl. M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicherungsrecht hat d as Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei sgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jen er Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wah rscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). 4. Gemäss Art. 24 AVIG sind Zwischenverdienste an die Ar beitslosenentschädigung an- zurechnen. Beim Vorliegen eines Zwischenverdienstes ist die Arbeitslosenentschädigung allein aufgrund des Verdienstausfalls und unabhängig vom Umf ang des Arbeitsausfalls zu berechnen (BGE 121 V 360 E. 5c). Nach Art. 24 Abs. 1 AVIG gilt als Zwischenverdienst jedes Einkommen aus unselbstständiger oder selbstständiger Erwerbstätigkei t, das die arbeitslose Person inner- halb einer Kontrollperiode erzielt. Die versicherte Pe rson hat innerhalb der Rahmenfrist für den Leistungsbezug Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalles fü r Tage, an denen sie einen Zwi- schenverdienst erzielt (Art. 24 Abs. 2 AVIG). Als Verdienst ausfall gilt die Differenz zwischen dem in der Kontrollperiode erzielten Zwischenverdienst, mindestens aber dem berufs- und orts- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht üblichen Ansatz für die betreffende Arbeit, und dem versicherten Verdienst. Ein Nebenverdienst bleibt unberücksichtigt (Art. 24 Abs. 3 AVIG). 5. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer die Vorau ssetzungen zum Bezug von Ar- beitslosenentschädigung grundsätzlich erfüllt hat. Zu klären gilt es, ob die dem Beschwerdefüh- rer von der E.____ AG ausgerichtete Entschädigung als Zw ischenverdienst anzurechnen oder ob sie – wie der Beschwerdeführer geltend macht – als Sp esenentschädigung (vgl. E. 6 unten) bzw. als Nebenverdienst (vgl. E. 7 unten) für die Berechn ung der Arbeitslosenentschädigung nicht zu berücksichtigen ist. 6.1 Nach Art. 5 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 AHVG werden vom Einkommen aus unselbst- ständiger Erwerbstätigkeit, dem massgebenden Lohn, Beit räge erhoben. Als massgebender Lohn gemäss Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt jedes Entgelt für i n unselbstständiger Stellung auf be- stimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Zum massgebenden Lohn gehören begrifflich sämtliche Bezüge der Arbeitnehmerin und des Arbeitnehme rs, die wirtschaftlich mit dem Ar- beitsverhältnis zusammenhängen, gleichgültig, ob dieses V erhältnis fortbesteht oder aufgelöst worden ist und ob die Leistungen geschuldet werden ode r freiwillig erfolgen. Als beitragspflich- tiges Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit gilt somit nicht nur unmittelbares Ent- gelt für geleistete Arbeit, sondern grundsätzlich jede Entschädigung oder Zuwendung, die sonstwie aus dem Arbeitsverhältnis bezogen wird, soweit sie nicht kraft ausdrücklicher gesetzli- cher Vorschrift von der Beitragspflicht ausgenommen ist ( BGE 133 V 558 E. 4). Als massge- bender Lohn gilt nach Art. 5 Abs. 2 AHVG jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf be- stimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Der massgebende Lohn umfasst auch Teue- rungs- und andere Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikati onen, Naturalleistungen, Ferien- und Feiertagsentschädigungen und ähnliche Bezüge, ferner Trinkgelder, soweit diese einen wesent- lichen Bestandteil des Arbeitsentgelts darstellen. Art. 9 Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) vom 31. Oktober 194 7 hält fest, dass Unkostenent- schädigungen nicht zum massgebenden Lohn zählen. Als Unkos ten gelten Auslagen, die dem Arbeitnehmer bei der Ausführung seiner Arbeiten ent stehen. Keine Unkostenentschädigungen sind laut Abs. 2 derselben Bestimmung regelmässige Entschäd igungen für die Fahrt des Ar- beitnehmers vom Wohnort zum gewöhnlichen Arbeitsort sowie für die übliche Verpflegung am Wohnort oder am gewöhnlichen Arbeitsort; sie gehören g rundsätzlich zum massgebenden Lohn. 6.2 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen gelte nd, den erhaltenen Vergütungen habe die undatierte Spesenvereinbarung zwischen der E. ____ AG und dem Beschwerdeführer zu Grunde gelegen. Als Unkosten seien insbesondere die Fa hrtkosten (25 km pro Training und Spiel, wobei vier Trainings pro Woche und 30 Wettspiel e pro Jahr stattgefunden hätten), sowie Fr. 2‘000.-- Materialkosten pro Jahr und zusätzliche – i n der Höhe nicht bezifferte – Ausgaben für Spezialnahrung angefallen. Von Lohnbezügen könne deshalb keine Rede sein. Dem ist vorweg entgegen zu halten, dass Entschädigungen für die Fahrt zum Arbeitsort grund- sätzlich nicht als Unkostenentschädigung vom massgebenden Lohn abgezogen werden können (vgl. oben E. 3.1). Fraglich bzw. nicht nachgewiesen wur den die geltend gemachten Unkosten Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht für Material und Spezialnahrung. Anzufügen bleibt, da ss davon auszugehen ist, dass Fussball- spieler in der dritthöchsten Spielklasse der Schweiz zumin dest einen wesentlichen Teil ihres notwendigen Materials vom Verein zur Verfügung gestellt erhalten. Nicht belegt wurde sodann die Behauptung, als Fussballspieler benötige der Beschwe rdeführer Spezialnahrung. Demzu- folge ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer für seine Tätigkeit bei der E.____ AG kaum Unkosten – jedenfalls nicht im geltend gemachten Um fang – entstanden sind, welche vom massgeblichen Einkommen hätten abgezogen werden können. Des Weiteren ergibt sich, dass die Ausgleichskasse Basel-Sta dt (Ausgleichskasse) als mass- geblichen Lohn die von der E.____ AG gemeldeten Löhne , von welchen bereits ein Unkosten- abzug von Fr. 600.-- pro Monat vorgenommen worden war , verbucht. Gemäss Auskunft der Ausgleichskasse hat diese dabei auf eine zwischen der E._ ___ AG und der Vorgängerkasse vereinbarte Regelung abgestellt. In diesem Zusammenha ng ist auch auf ein Memorandum i.S. E.____ AG, welches anlässlich einer Besprechung mit Mitgli edern der Ausgleichskasse Basel- Stadt vom 29. August 2007 verfasst wurde, hinzuweisen. D arin wird festgehalten, dass Pau- schalspesen im Umfang von Fr. 400 – Fr. 600.-- akzeptier t würden, soweit diese auf einer plau- siblen Aufstellung beruhen würden und das entsprechende Spesenreglement von der AHV- Stelle genehmigt worden sei. Nicht als Spesen akzeptier t würden Auslagen für einen Arbeits- weg unter 100 km. Dieses Memorandum ist allerdings mit Zurückhaltung zu würdigen, da unklar ist, wer anlässlich dieser Besprechung anwesend war und w er das Memorandum verfasst hat. Zudem ist dieses auch nicht unterzeichnet worden. Hingeg en ist aufgrund der obigen Ausfüh- rungen klar, dass dem Beschwerdeführer keine Unkosten ents tanden sind, welche den Betrag von Fr. 600.-- übersteigen. Im Gegenteil kann der zugel assene Spesenabzug als grosszügig bezeichnet werden. Demzufolge durfte die Arbeitslosenka sse auf die AHV-rechtlich relevanten Löhne abstellen. 7. Der Beschwerdeführer macht ausserdem geltend, die Z ahlungen der E.____ AG müss- ten – falls sie wider Erwarten nicht als Spesenzahlung en anerkannt würden – als Nebenver- dienst und nicht als Zwischenverdienst qualifiziert werde n. Als Nebenverdienst gelte jeder Ver- dienst, den ein Versicherter ausserhalb seiner normale n Arbeitszeit als Arbeitnehmer oder aus- serhalb des ordentlichen Rahmens seiner selbständigen Er werbstätigkeit erziele. Der Be- schwerdeführer habe den Fussballsport bei der E.____ AG auch während der Zeit ausgeübt, als er ab Mai 2012 bei der D.____ AG einer vollzeitlich en Erwerbstätigkeit nachgegangen sei und sich vom Bezug von Arbeitslosenentschädigung abgemel det gehabt habe. Dies verdeutli- che, dass der Beschwerdeführer den Fussballsport ausserhal b der ordentlichen Arbeitszeit ausgeübt habe und es sich deshalb – falls die Zahlunge n nicht als Spesen anerkannt würden – jedenfalls um einen Nebenverdienst gehandelt habe. 7.1 Ein Nebenverdienst ist jeder Verdienst, den ein Ve rsicherter ausserhalb seiner norma- len Arbeitszeit als Arbeitnehmer oder ausserhalb des ord entlichen Rahmens seiner selbststän- digen Erwerbstätigkeit erzielt (Art. 23 Abs. 3 AVIG). Ein Nebenverdienst bleibt bei der Anrech- nung eines Zwischenverdienstes grundsätzlich unberücksichtigt (Art. 24 Abs. 3 AVIG). Ver- dienste, die mit Tätigkeiten erzielt werden, die übe r ein normales Arbeitnehmerpensum hinaus- gehen, sollen für den versicherten Verdienst unbeachtlich bleiben (BGE 129 V 105 E. 2 und 3.2; Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 125 V 475 E. 5a S. 478). Folgerichtig ist darunter, w ie auch beim in Art. 23 Abs. 1 AVIG ver- wendeten Rechtsbegriff "normalerweise", das Total der zu leistenden Wochenarbeitsstunden in der Haupttätigkeit und nicht der genaue Zeitpunkt, wa nn die Arbeitsstunden zu absolvieren sind, zu verstehen (dazu siehe BGE 126 V 207 E. 3a und 125 V 475 E. 5b; Urteil des Bundes- gerichts vom 14. Dezember 2015, 8C_654/2015, E. 5.2). U nter Nebenverdienst im Sinne von Art. 23 Abs. 3 AVIG ist mit anderen Worten in erster Linie jene Tätigkeit zu verstehen, die eine Person über eine Vollzeitstelle hinausgehend (zusätzlich) a usübt. Verrichtet jemand neben ei- ner Vollzeitbeschäftigung eine weitere Tätigkeit, gilt diese zweite als Nebenerwerb (BGE 125 V 475 f. E. 5a und b). Wenn neben einer teilzeitig aus geübten, inzwischen verlorenen Hauptbe- schäftigung eine zweite Tätigkeit ausgeübt wird, ist die se in dem Umfang anzurechnen, als de- ren Pensum dasjenige der bisherigen Hauptbeschäftigun g auf eine Vollzeitstelle ergänzt; ein illustratives Beispiel dazu findet sich in der vom Beschwer deführer selbst angerufenen AVIG- Praxis ALE/C9, ebenso BGE 126 V 207. Eine andere Frage ist, ob und inwieweit eine von einer versicherten Person in Ausübung der Schadenminderungspfl icht vorgenommene Ausweitung einer bisher als Nebenverdienst im Sinne von Art. 23 Abs. 3 AVIG ausgeübten Tätigkeit als Zwischenverdienst anzurechnen ist (Urteil des Bundesgerich ts vom 14. Dezember 2015, 8C_654/2015, E. 5.2). 7.2 Der Beschwerdeführer war vom 1. Juli 2010 bis 30. Juni 2011 als Profifussballer bei der B.____ AG angestellt. Nachdem sein Arbeitsvertrag a usgelaufen war, meldete sich A.____ am 5. Juli 2011 zur Arbeitsvermittlung an und stellte a m 6. Juli 2011 Antrag auf Arbeitslo- senentschädigung ab 5. Juli 2011. Ab 1. Juli 2011 spie lte der Beschwerdeführer für die E.____ AG. In der Zeit von September 2011 bis Ende April 2012 hatte der Beschwerdeführer zusätzlich eine Arbeitsstelle in Teilzeitanstellung im Rahmen von 50 % inne. Am 1. Mai 2012 trat er eine Vollzeitstelle an und meldete sich von der Arbeitsvermittlung ab. Dieses Arbeitsverhältnis wurde per 28. Februar 2013 aufgelöst und ab diesem Zeitpu nkt war der Beschwerdeführer wieder zu 100 % arbeitslos und bezog Arbeitslosenentschädigung. 7.2.1 Vorweg ist festzuhalten, dass unerheblich ist, zu welchen Tageszeiten der Beschwer- deführer die Tätigkeit als Fussballspieler bei der E._ ___ AG ausgeübt hat. Entscheidend ist vielmehr, ob der Beschwerdeführer neben seiner Hauptt ätigkeit genügend Zeit für die Aus- übung einer weiteren Tätigkeit hatte bzw. ob er einer 100 % Tätigkeit nachging und daher ledig- lich ausserhalb der „normalen“ Arbeitszeit als Fussballspieler tätig sein konnte. Es ist offensichtlich, dass der Beschwerdeführer im Zeitraum vom 1. Juli 2011 bis 30. April 2012 während seiner Arbeitslosigkeit bzw. Teilarbeitslosigkeit mit einem Arbeitspensum von 50 % die Fussballtätigkeit innerhalb einer „normalen“ Arbeitszeit ausüben konnte, weshalb diese als an- rechenbarer Zwischenverdienst einzustufen ist. Dafür spri cht auch, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Amateur-Fussballspieler erst nach der Beendigung seiner Anstellung bei der B.____ AG aufgenommen und die Tätigkeit als Amateur-F ussballspieler somit nicht bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit in Form einer Nebenbeschä ftigung ausgeübt hat. Unerheblich ist, dass es ihm vor Beendigung seiner Profi-Fussballkarriere b ei der B.____ AG gar nicht möglich war, als Amateur-Fussballspieler tätig zu sein. Die Tat sache, dass er nicht bei einem anderen Verein tätig sein durfte, ist nicht relevant. Entscheidend ist, dass er keine Tätigkeit als Amateur- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fussballer und auch keine andere Tätigkeit ausserhalb se iner „normalen“ Arbeitszeit als Profi- Fussballer ausgeübt hat. Es ist jedenfalls nicht einzusehe n, weshalb eine arbeitslose Person, die ihre Haupttätigkeit aufgibt bzw. aufgeben muss, Arb eitslosenentschädigung beantragt und die ehemalige Haupttätigkeit als gut bezahlte Freize ittätigkeit wieder aufnimmt, die sich aus dieser Freizeittätigkeit ergebenden Einnahmen nicht als Zwischenverdienst sollte anrechnen lassen müssen. Somit ist die Amateur-Fussballtätigkeit des Beschwerdeführers für den Zeit- raum von 1. Juli 2011 bis 30. April 2012 als Zwischenverdienst zu qualifizieren. Der Beschwerdeführer bringt ausserdem vor, er sei davon ausgegangen, dass Spesenentschä- digungen kein Einkommen bzw. keinen Zwischenverdienst da rstellen würden und er diese des- halb nicht als Einkommen habe deklarieren müssen. Diese m Argument wiederspricht, dass der Beschwerdeführer selbst der Beschwerdegegnerin Unterla gen wie Lohnausweise sowie Über- sichtsblätter der E.____ AG mit dem Vermerk „Lohnabrech nungen“ für die Saison 2011/12 und 2012/13 eingereicht hat, aus welchen ersichtlich ist, das s für die ausgerichtete Entschädigung auch Sozialversicherungsabzüge vorgenommen wurden. Keinen Einfluss auf die arbeitslosen- rechtliche Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts ha t ausserdem die Ausgestaltung des Spesen- bzw. Arbeitsvertrags zwischen der E.____ AG und de m Beschwerdeführer. Diesbe- züglich stellt sich vielmehr die Frage, ob darin enthalte ne Klauseln allenfalls dem Arbeitsrecht widersprechen, was vorliegend aber ebenfalls nicht relevant ist. 7.2.2 Der Beschwerdeführer hat per 1. Mai 2012 eine 100 %-Tätigkeit angenommen und sich von der Arbeitslosenvermittlung abgemeldet. Ab diesem Zeitpunkt und bis zum 28. Februar 2013 ging der Beschwerdeführer einer 100 %-Tätigkeit nach und er bezog in diesem Zeitraum auch keine Arbeitslosenentschädigung mehr. Daneben spi elte der Beschwerdeführer weiterhin Fussball für die E.____ AG. Dadurch hat sich der entschei drelevante Sachverhalt massgebend verändert. In diesem Zeitraum musste der Beschwerdeführ er seine Fussballertätigkeit aus- serhalb seiner „normalen“ Arbeitszeit ausüben. Damit wur de die bezahlte Freizeittätigkeit zu einer Nebenbeschäftigung, welche nicht mehr als Zwischen verdienst zu berücksichtigen ist. Auch mit der erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug ab März 2013 bleibt die Fussballtätig- keit des Beschwerdeführers somit eine Nebenbeschäftigung. Demzufolge ist das Einkommen aus der Fussballtätigkeit im Zeitraum März - Juni 2013 ni cht mehr als Zwischenverdienst zu berücksichtigen. Die von der Beschwerdegegnerin dagegen vorgebrachte R egelung in AVIG-Praxis ALE C10, wonach ein Nebenverdienst auch in der Folgerahmenfris t ein Nebenverdienst bleibt, vermag daran nichts zu ändern. Diese Regelung enthält weder e inen konkreten Sachverhalt noch wer- den Gründe für diese Regelung angegeben. Es ist davon auszugehen, dass die angegebene Regelung von einem unveränderten Sachverhalt beim Wechs el von der Rahmenfrist zur Fol- gerahmenfrist ausgeht. Im vorliegenden Fall hat sich de r Beschwerdeführer innerhalb der Rah- menfrist von der Arbeitsvermittlung abgemeldet und ist während zehn Monaten einer unbefriste- ten Vollzeittätigkeit nachgegangen. Damit hat er nachgewiesen, dass er seine bezahlte Teilzeit- tätigkeit auch neben einer Vollzeittätigkeit ausüben kann und dies auch zu tun gewillt ist. Damit hat sich der Sachverhalt erheblich verändert, weshalb die Freizeittätigkeit ab Mai 2012 und auch nach dem Verlust der Anstellung per Ende Februar 2013 eine Nebentätigkeit darstellt. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Entschädigung für die Fussballtätigkeit des Beschwerdeführers bei der E.____ AG in der Zeit von 1. Juli 2011 bis 1. Mai 2012 als Zwi- schenverdienst heranzuziehen ist. Hingegen sind die Monate März - Juni 2013 nicht zu berück- sichtigen. Die von der Beschwerdegegnerin zurückgefordert e Summe in der Höhe von Fr. 14‘128.15 wurde betragsmässig vom Beschwerdeführer nicht beanstandet. Es rechtfertigt sich daher grundsätzlich auf die von der Beschwerdegegnerin ge ltend gemachten monatlichen Be- träge abzustellen. Demnach ist der Betrag in der Höhe von Fr. 3‘633.45 für die Monate März - Juni 2013 von der verfügten Rückforderungssumme abzuziehe n, womit ein Betrag von Fr. 10‘494.70 verbleibt. 8.1 Die Beschwerdegegnerin macht schliesslich geltend, a us der von der Ausgleichskasse mit Schreiben vom 16. Dezember 2014 beigelegten Lohnta belle sei ersichtlich, dass es für das Jahr 2012 zu einer Nachbelastung in der Höhe von Fr. 1‘ 313.-- gekommen sei. Dieser Betrag sei bei der Rückforderung nicht berücksichtigt worden. De r Beschwerdeführer macht nun zu Recht geltend, dass dieser Betrag das ganze Jahr 2012 betreffe, er in diesem Jahr aber nur Arbeitslosenentschädigung für vier Monate, nämlich von Jan uar - April 2012 bezogen habe. Dementsprechend sei lediglich ein Drittel dieser Summe und somit der Betrag von Fr. 437.65 zu berücksichtigen. 8.2 Die Berücksichtigung dieses Betrags in der Höhe von Fr . 437.65 würde zu einer refor- matio in peius führen. Nach der Rechtsprechung des Bund esgerichts ist von der Möglichkeit einer reformatio in peius nur zurückhaltend Gebrauch zu machen und diese auf Fälle zu be- schränken, wo der angefochtene Entscheid offensichtlich unrichtig und die Korrektur von erheb- licher Bedeutung ist (nicht publ. E. 5.6 des BGE 133 V 569, in SVR 2008 AHV Nr. 8 S. 23 [H 161/06]; BGE 119 V 241 E. 5 S. 249 f.; Urteile d es Bundesgerichts vom 20. Juni 2016, 8C_127/2016, E. 3.1 und vom 20. November 2012, 8C_592/2012, E. 3.5). 8.3 Vorliegend erweist sich der zur Diskussion stehende B etrag von Fr. 437.65 als nicht erheblich und es ist bereits deshalb von einer zusätzlichen Rückforderung dieses Betrags ab- zusehen. Die Frage, ob die Nichtberücksichtigung dieses Be trags auch offensichtlich unrichtig war – so ist beispielsweise unklar, ob der Betrag von Fr. 1‘313.-- tatsächlich das ganze Jahr 2012 betrifft oder allenfalls nur einzelne Monate –, kann demnach offen bleiben und von einer reformatio in peius ist abzusehen. 9. Nach Art. 95 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Zu Unrecht bezogene Geldleistungen, die auf einer formell rechtskräftigen Verfügung beruhen, können, un abhängig davon, ob die zur Rückforde- rung Anlass gebenden Leistungen förmlich oder formlos ver fügt worden sind, nur zurückgefor- dert werden, wenn entweder die für die Wiedererwägu ng (wegen zweifelloser Unrichtigkeit und erheblicher Bedeutung der Berichtigung) oder die für die prozessuale Revision (wegen vorbe- standener neuer Tatsachen oder Beweismittel) bestehenden Voraussetzungen erfüllt sind (BGE 130 V 318 E. 5.2; 129 V 110 E. 1.1, Urteil des Bunde sgerichts vom 19. Dezember 2014, 8C_640/2014, 2.1). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verfügunge n vorausgesetzte zweifellose Unrichtig- keit ist gegeben. Die Arbeitslosenkasse hat im Rahmen der Anspruchsabklärung bezüglich der Folgerahmenfrist von der Sozialversicherungsanstalt Basel- Landschaft am 1. Juli 2013 den Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführer s erhalten. Diesem entnahm die Arbeitslosenkasse, dass der Beschwerdeführer entgegen seine n Angaben auf den jeweiligen Formularen „Angaben der versicherten Person“ für die M onate Juli 2011 bis April 2012 sowie von März bis Juni 2013 für die E.____ AG tätig war und AHV-pflichtiges Einkommen erzielt hat. Diese Tatsachen waren der Beschwerdegegnerin im Zeitpun kt der Auszahlung nicht bekannt. Durch die Einbringung der neuen Tatsachen ist von einer anderen rechtlichen Beurteilung des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung auszugehen, denn mangels Berücksichtigung des Zwischenverdienstes ist dem Beschwerdeführer gemäss den ob igen Ausführungen irrtümlich eine zu hohe Entschädigung im Umfang von Fr. 10‘494.70 ausbezahlt worden. Damit ist auch das Kriterium der Erheblichkeit erfüllt. 10. Der Beschwerdeführer wurde ausserdem wegen Verletzu ng der Auskunfts- und Melde- pflicht für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung ab 1. Juli 2013 eingestellt. In seiner Be- schwerde vom 13. Oktober 2016 stellt er keine Begehren be treffend der Einstellung in der An- spruchsberechtigung. Er beantragt jedoch, es sei festzustell en, dass ihm keine Auskunfts- und Meldepflichtverletzung vorzuwerfen sei und damit implizi t, dass die Einstellung für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung aufzuheben sei. Es ist demna ch zu prüfen, ob der Beschwerdefüh- rer seine Auskunfts- und Meldepflicht gegenüber der Arbeitslosenkasse verletzt hat. 10.1 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er habe n icht gewusst, dass er dieses Einkom- men der Arbeitslosenkasse hätte angeben müssen, da er davon ausgegangen sei, dass es sich gemäss der von ihm unterzeichneten Spesenvereinbarung ni cht um Lohn gehandelt habe, ist folgendes zu bemerken: Der Zweck der Auskunfts- und Meld epflicht besteht darin, der Gefahr missbräuchlicher Inanspruchnahme von Arbeitslosenentschädig ung vorzubeugen (Urteile des Bundesgerichts vom 27. August 2014, 8C_265/2014, E. 3.3 und vom 16. Dezember 1992, C 50/91, in: ARV 1993/1994 Nr. 3 S. 22 E. 3d). Die Arbeitslosenkasse muss beurteilen können, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang einer versicher ten Person Anspruch auf Leistungen zusteht. So ist auch ein allfälliger Nebenverdienst (Art . 23 Abs. 3 AVIG), der nicht versichert ist und bei der Berechnung des Zwischenverdienstes unberücksichtigt bleibt (Art. 24 Abs. 3 AVIG), zu melden, da die diesbezügliche rechtliche Qualifikation der Verwaltung obliegt (Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2005, C 90/02, E. 3.3). A ls Zwischenverdienst zu melden sind beispielsweise auch unentgeltlich erbrachte Dienstleistun gen, deren fiktiver Wert in der Folge von der Ausgleichskasse festgelegt wird (vgl. H ANS -ULRICH STAUFFER /BARBARA KUPFER BUCHER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsr echt, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insol venzentschädigung, 3. Auflage, Zü- rich 2008, S. 146 mit Hinweis auf ARV 2000 N. 32 S. 1 73 f.) Gleiches hat auch für die hier vom Beschwerdeführer nicht gemeldeten Zahlungen der E.__ __ AG zu gelten, da die Ausgleichs- kasse zu entscheiden hat, ob die erfolgten Zahlungen Zwi schenverdienst, Nebenverdienst oder lediglich Spesenentschädigungen darstellen. Demzufolge i st das Begehren des Beschwerde- führers, es sei ihm keine Auskunfts- und Meldepflichtverletzung vorzuwerfen, abzuweisen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2 Gegen die Anzahl der Einstelltage hat der Beschwer deführer zu Recht keine Einwände vorgebracht, da im vorliegenden Fall eine Einstelldauer von 31 Tagen nicht zu beanstanden ist. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer vorliegend nur noch von 15 Ein- stelltagen betroffen ist. Diese können vom 1. Juli bis zu r Abmeldung von der Arbeitslosenversi- cherung per 26. Juli 2013 (20 Kontrolltage abzüglich fünf Wartetage bei Beginn der neuen Rahmenfrist am 5. Juli 2013) getilgt werden, weshalb ihm für diese Zeit keine Arbeitslosenent- schädigung zusteht. Die restlichen 16 Einstelltage hinge gen sind verwirkt, da sich der Be- schwerdeführer per 26. Juli 2013 von der Arbeitsvermitt lung abgemeldet hat und die Vollzugs- frist von sechs Monaten in der Zwischenzeit abgelaufen ist (vgl. Art. 30 Abs. 3 letzter Satz AVIG). 11. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdefü hrer mit seiner Tätigkeit als Fussballspieler bei der E.____ AG in der Zeit von Juli 2011 - April 2012 einen Zwischenver- dienst erzielt hat, der bei der Berechnung der Arbeit slosenentschädigung versehentlich nicht berücksichtigt wurde, weshalb ihm für diese Monate eine zu hohe Arbeitslosenentschädigung ausbezahlt wurde. Die Beschwerdegegnerin machte daher gegenüber dem Beschwerdeführer für diesen Zeitraum zu Recht einen Rückforderungsansp ruch geltend. Da aber der Beschwer- deführer ab Mai 2012 - Februar 2013 einer Vollzeitt ätigkeit nachging, ist sein Einkommen als Fussballer nach seiner Neuanmeldung per 1. März 2013 als Nebenverdienst einzustufen. Damit ist aber die für die Monate April 2013 - Juni 2013 in der Höhe von Fr. 3‘633.45 geltend gemach- te Rückforderung zu Unrecht erfolgt. Der Rückforderun gsbetrag beträgt demzufolge nicht Fr. 14‘128.15, sondern lediglich Fr. 10‘494.70. Hingegen ist die verfügte Einstellung in der An- spruchsberechtigung nicht zu beanstanden. Demgemäss ist die vorliegende Beschwerde teil- weise gutzuheissen. 12. Es bleibt über die Kosten zu befinden. 12.1 Art. 61 lit. a ATSG hält unter anderem fest, da ss der Prozess vor dem kantonalen Ver- sicherungsgericht für die Parteien kostenlos zu sein hat . Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Verfahrenskosten zu erheben. 12.2 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahr ens entsprechend ist dem Beschwer- deführer deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten de r IV-Stelle zuzusprechen. Da die Be- schwerde nur teilweise gutgeheissen wurde, ist dem Beschwe rdeführerin nur eine reduzierte Parteientschädigung auszurichten (vgl. § 21 Abs. 1 VPO), wobei die Zusprechung von einem Drittel des geltend gemachten Honorars als angemessen er scheint. Der Rechtsvertreter hat in seiner Honorarnote vom 4. August 2014 einen Zeitaufwan d von 20.3 Stunden und Auslagen in der Höhe von Fr. 700.-- geltend gemacht. Aus der Hon orarnote wird ersichtlich, dass auch Auf- wendungen in Rechnung gestellt wurden, die vor Erlass d es Einspracheentscheides vom 12. September 2014 getätigt wurden. Diese sind praxisgemäss im vorliegenden Verfahren nicht zu entschädigen. Nach Abzug dieser Aufwendungen verbleib t ein Zeitaufwand von 17,6 Stun- den und Auslagen von Fr. 639.--. Dieser Aufwand erschei nt angemessen und ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Stundenansatz von Fr. 25 0.-- zu vergüten. Die Beschwerde- gegnerin hat dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers somit eine um ein Drittel reduzierte Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘814.05 (17,6 Stunden x Fr. 250.-- plus Auslagen in Höhe von Fr. 639.-- und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahl en. Die übrigen ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird de r Einspracheent- scheid vom 12. September 2014 aufgehoben und festgestellt, dass der Beschwerdeführer der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Basel land den Betrag von Fr. 10‘494.70 zurückzuerstatten hat. Im Übr igen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ei ne reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘814.05 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer). Gegen diesen Entscheid wurde am 31.01.2017 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren-Nr. 8C_86/2017) erhoben http://www.bl.ch/kantonsgericht