<h2>SubmittedText<h2><p>Unter diesem Titel hat ein Weinmakler im "Le Nouvelliste" vom 31. August 2021 in einem Leserbrief mit folgendem Inhalt seiner Verzweiflung Ausdruck verliehen:</p><p>Die Perspektiven sind beunruhigend. Trotz der Direktzahlungen können Winzerinnen und Winzer ihr Produktionskosten nicht mehr decken, obwohl sie diese in den letzten Jahrzehnten durch Mechanisierung und die Anstellung ausländischer Arbeitskräfte stark gesenkt haben. Seit einigen Jahren werden viele Weinberge nicht mehr bearbeitet, und die Betriebsverluste bei der Weinlese 2021 werden diese Tendenz noch verstärken.</p><p>Die Bürgerinnen und Bürger wollen nichts mehr von Pestiziden hören. Sie wollen biologisch bewirtschaftete Weinberge, in denen Gras und einheimische Pflanzen wachsen. Das erhöht die Kosten.</p><p>Bern sagt uns, dass die Importkontingente nicht angetastet werden können, da wir im Vergleich zur Pharma-, Uhren oder Milchindustrie nicht die nötige Bedeutung hätten.</p><p>Der Konsum bricht ein. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der ausländischen Weine wird mit EU-Subventionen erhöht, um deren Absatz in der Schweiz zu fördern, sodass diese Weine dermassen im Vorteil sind, dass man sich leider an Aktionen mit unverhältnismässigen Preisreduktionen gewöhnt hat.</p><p>Rebstöcke werden für 30 bis 50 Jahre oder sogar für eine noch längere Zeit angepflanzt. Die Investitionen belaufen sich im Durchschnitt auf 150 000 Franken pro Hektare. </p><p>Was werden unsere Kinder und Grosskinder auf unseren Weinterrassen wachsen sehen? Hanf, Kiwis oder Solarzellen?</p><p>Die Zeit drängt. Um die Branche zu retten, müssten die Grünen, die SP, die CVP, die FDP und die SVP für einmal gleicher Meinung sein. Wird nichts unternommen, so werden die Schweizer Rebberge - diese "Pflanzgärten", als die die Winzerinnen und Winzer unserer Nachbarländer sie gerne bezeichnen - weiter allmählich und unaufhaltsam brachliegen, bis sie schliesslich ganz verschwinden.</p><p>Welche Antwort gibt der Bundesrat auf den oben erwähnten Verzweiflungsschrei, der einen ganzen Wirtschaftszweig betrifft, und welche Strategie schlägt er vor, um den Schweizer Weinbau und die Schweizer Winzerinnen und Winzer zu retten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p align="both">Der Weinkonsum ist seit zahlreichen Jahren rückläufig und der Schweizer Weinmarkt ist verglichen mit anderen landwirtschaftlichen Produkten einer der offensten. Der Bundesrat und das Parlament haben zu diesen Tatsachen und zu den Vorschlägen zur Änderung des Zollschutzes Stellung genommen, insbesondere im Rahmen der Motion 20.3411 "Dringende Covid-19-Massnahmen für den Rebbau", der Interpellation 19.4303 "Die Weineinfuhrkontingente überdenken? " und der kantonalen Initiative 20.303 "Für eine Senkung um 50 Prozent des Einfuhrkontingents für ausländische Weine".</p><p align="both">Die Produktionskosten der Schweizer Weinwirtschaft, insbesondere jene, die durch den Anbau von Reben in Hang- und Terrassenlagen entstehen, stellen eine Herausforderung für die Winzerinnen und Winzer dar, was dem Bund bewusst ist. Für diese Rebflächen werden zusätzlich zu den Direktzahlungen für gemeinwirtschaftliche Leistungen Direktzahlungen in der Höhe von 1 500 bis 5 000 Franken pro Hektare gewährt. Allerdings besteht nicht bei allen Rebparzellen ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Unterhaltskosten, die dafür nötig sind, und den Einnahmen, die sie zu generieren vermögen. An einigen Orten werden abgelegene, schwierig zugängliche Parzellen mit steilen Hängen, die mit alten Rebstöcken bepflanzt und für das Geschäftsmodell der Winzerinnen und Winzer - von denen einige keine professionellen Weinbäuerinnen und Weinbauern sind - weniger rentabel sind, vernachlässigt oder überhaupt nicht mehr gepflegt. Es werden noch zu selten entsprechende Rationalisierungsmassnahmen in Angriff genommen. Es liegt an den Betrieben, frühzeitig eine Rationalisierung ihrer Struktur und Organisation in die Wege zu leiten, wobei der Bund subsidiäre finanzielle Unterstützung durch Investitionskredite und Beiträge à fonds perdu leistet.</p><p align="both">Das Bundesamt für Landwirtschaft unterstützt zurzeit einige Projekte in der Weinwirtschaft, um die Nachhaltigkeit des Schweizer Weinbaus und seiner Weine zu verbessern und ihre Stärken auf dem Markt besser zur Geltung zu bringen. Der Marktanteil der Schweizer Weine nimmt seit 2018 zu. Dass sich die Schweizer Produkte bei den Konsumentinnen und Konsumenten wachsender Beliebtheit erfreuen, was durch die Covid-19-Situation zusätzlich begünstigt worden zu sein scheint, ist eine Chance, die die Weinwirtschaft nutzen muss. Der Bund verfügt diesbezüglich über Instrumente, um die Bestrebungen der Branche zur besseren Positionierung der Schweizer Weine bei den Konsumentinnen und Konsumenten zu unterstützen. Zusätzlich zu den 3 Millionen Franken, die normalerweise gewährt werden, richtete der Bundesrat der Swiss Wine Promotion AG im Jahr 2020 1 Million Franken für die Absatzförderung des Schweizer Weins aus. Auch im Jahr 2021 wird diese zusätzliche Unterstützung für die Massnahmen der Swiss Wine Promotion AG gewährt.</p>  Antwort des Bundesrates.