<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00142</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105537&amp;W10_KEY=13013581&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00142</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.06.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung (Familiennachzug)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Der Nachzug des philippinischen Sohnes einer durch Heirat Schweizer Bürgerin gewordenen Mutter richtet sich nach dem für Niedergelassene geltenden Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG und nicht nach der Bestimmung für Ehegatten von Schweizer Bürgern in Art. 7 Abs. 1 ANAG. Bundesrechtlicher Anspruch auf Familiennachzug in analoger Anwendung von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG und Art. 8 Abs. 1 EMRK als Eintretensvoraussetzung gegeben (E. 1). Rechtsgenügende Anhörung des Kindes (E. 2). Zweck des Familiennachzugs (E. 3a); Abwägung der Beziehungen des Kindes zum in der Schweiz lebenden Elternteil gegenüber jenen zu anderen Betreuungspersonen (E. 3b und c); Pflicht des Gesuchstellers, zur Sachverhaltsaufklärung beizutragen (E. 3d). Die bisherige Betreuungssituation und die unsicheren Integrationsmöglichkeiten des bei der Gesuchstellung 14-jährigen Sohnes in der Schweiz lassen die Verweigerung des Familiennachzugs als rechtmässig erscheinen (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENSCHUTZ">FAMILIENSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSPFLICHT">MITWIRKUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORRANGIGKEIT">VORRANGIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 7 lit. I ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 17 lit. II ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 lit. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 KRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die 1964 als StaatsangehÃ¶rige der Philippinischen Republik geborene <b>A</b> erlangte im Dezember 1986 durch Heirat mit dem Schweizer <b>C</b> die schweizerische StaatsangehÃ¶rigkeit. Seither lebt sie in der Schweiz. Aus einer voreheli­chen Beziehung entstammt der am 5. Januar 1985 geborene Sohn <b>D</b>, welchen sie bei ihrer Ãbersiedlung in die Schweiz dessen Grossmutter zur Betreuung Ã¼bergab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><b><span>A</span></b><span> stellte am 11. Januar 1999 bei der Fremdenpolizei des Kantons ZÃ¼rich das Gesuch um Einreisebewilligung fÃ¼r ihren Sohn im Sinn des Familien­nachzugs. Am 10. Februar 1999 beantwortete sie die ihr zugestellten Fragen zu den bishe­rigen LebensumstÃ¤nden. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit wies das Gesuch mit VerfÃ¼gung vom 9. MÃ¤rz 1999 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Entscheid rekurrierte <b>A</b> mit Eingabe vom 11. MÃ¤rz 1999 an den Regierungsrat. Am 1. MÃ¤rz 2000 wies der Regierungsrat den Rekurs ab. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 12. April 2000 erhob <b>A</b> Beschwerde an das Verwal­tungs­gericht, dem sie beantragen liess, der Beschluss des Regierungsrats sei aufzuheben und es sei die Be­willigung zum Familiennachzug von <b>D</b> zu erteilen; even­tuell sei die Sache an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung zu­rÃ¼ckzuweisen, unter Ko­sten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Staates ZÃ¼rich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Staatskanzlei beantragte mit Stellungnahme vom 8. Mai 2000 namens des Re­gierungsrats die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremden­polizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen­steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in der Fassung vom 8. Juni 1997). Dies ist der Fall bei Entscheiden betreffend Auf­enthalts‑ und Niederlassungsbewilligungen, auf deren Erteilung die auslÃ¤ndische Person einen bundesrechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspfle­gegesetzes vom 16. Dezember 1943).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) haben ledige Kinder unter 18 Jahren Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung, sofern sie mit ihren Eltern zusammen wohnen. Sei­nem systematischen Zusammenhang nach bezieht sich Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG zwar nur auf nachzugsberechtigte auslÃ¤ndische Eltern. Weil dies jedoch eine Schlechterstellung auslÃ¤ndischer Kinder von Schweizer BÃ¼rgern zur Folge hÃ¤tte, ist aus GrÃ¼n­den der Rechtsgleichheit Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG in solchen FÃ¤llen analog anzu­wen­den (BGE 118 Ib 153 E. 1b). Im vorliegenden Fall hat die Beschwerde­fÃ¼hrerin die Absicht bekundet, ihren Sohn <b>D</b> in ihren Haushalt aufzunehmen. Zum Zeit­punkt der Ge­suchseinreichung am 11. Januar 1999 war dieser 14-jÃ¤hrig. Die analog geltenden Anspruchsvoraus­set­zungen von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG sind daher grundsÃ¤tzlich erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht allerdings geltend, als SchweizerbÃ¼rgerin kÃ¶nne sie sich fÃ¼r den Nachzug ihres Kindes auf die analoge Anwendung von Art. 7 Abs. 1 ANAG berufen. Es sei nicht einzusehen, warum auslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizer BÃ¼rgern im VerhÃ¤ltnis zu deren eigenen minderjÃ¤hrigen Kindern eine bevorzugte Stellung im Rah­men des Familiennachzugs geniessen sollten. Das Bundesgericht habe sich soweit ersicht­lich noch nie mit der Frage nach einer analogen Anwendung von Art. 7 Abs. 1 ANAG befasst.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie dargelegt hat das Bundesgericht zur LÃ¼ckenfÃ¼llung auf die analoge Anwen­dung von Art. 17 Abs. 2 ANAG verwiesen. Den Grund hierfÃ¼r erblickte das Gericht darin, dass eine Schlechterstellung von Kindern mit einem schweizerischen Elternteil gegenÃ¼ber Kindern mit einem auslÃ¤ndischen Elternteil unsinnig sei. Ernsthafte, sachliche GrÃ¼nde fÃ¼r eine solche Schlechterstellung seien nicht ersichtlich (BGE 118 Ib 153 E. 1b). Diese Gleichbehandlung von Kindern auslÃ¤ndischer und Schweizer BÃ¼rger liegt denn auch auf der Hand und erscheint entgegen der Meinung der BeschwerdefÃ¼hrerin als sachgerecht. Mit der von ihr postulierten Gleichstellung von auslÃ¤ndischen Kindern mit auslÃ¤ndischen Ehe­gatten von Schweizer BÃ¼rgern wÃ¼rden dagegen neue Ungleichheiten geschaffen, nÃ¤mlich eine Besserstellung auslÃ¤ndischer Kinder von Schweizer BÃ¼rgern gegenÃ¼ber den Kindern niedergelassener AuslÃ¤nder. Ohne eine gesetzliche Grundlage ist eine solche Besserstel­lung und die damit einher gehende Ungleichbehandlung unter Kindern abzulehnen und an der vom Bundesgericht gewÃ¤hlten LÃ¼ckenfÃ¼llung festzuhalten; eine analoge Anwendung von Art. 7 Abs. 1 ANAG auf auslÃ¤ndische Kinder von Schweizer BÃ¼rgern - und somit auf den Sohn der BeschwerdefÃ¼hrerin - ist abzulehnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Einen Rechtsanspruch auf Familiennachzug begrÃ¼ndet indes auch Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK), wel­che Vorschrift einem ledigen und minderjÃ¤hrigen Kind das Zusammenleben mit seinen in der Schweiz wohnenden El­tern garantiert, sofern diese Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthalts­recht in der Schweiz verfÃ¼gen und die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und in­takt ist (vgl. BGE 118 Ib 153 E. 1c, 119 Ib 81 E. 1c). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, durch die jÃ¤hrlichen Besu­che auf den Philippinen und die Aufenthalte von <b>D</b> in der Schweiz einerseits sowie durch regen telefonischen und brieflichen Kontakt anderseits eine tatsÃ¤chlich gelebte Be­ziehung zu pflegen. Ãberdies erbringe sie finanzielle UnterstÃ¼tzungsleistungen fÃ¼r ihren Sohn. Die Voraussetzungen fÃ¼r eine Be­ru­fung auf Art. 8 Abs. 1 EMRK sind damit ebenfalls ge­ge­ben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Auf die Beschwerde ist somit einzutreten und der Anspruch der BeschwerdefÃ¼h­rerin auf Familiennachzug unter dem Aspekt von Art. 17 Abs. 2 ANAG und Art. 8 Abs. 1 EMRK zu prÃ¼fen. Ob die Voraussetzungen fÃ¼r die Verwirklichung der RechtsansprÃ¼che im konkre­ten Fall gegeben sind, ist Gegenstand der materiellen ErwÃ¤gungen (vgl. BGE 122 II 289 E. 1d). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Mit der Beschwerde wird in formeller Hinsicht beanstandet, dass <b>D</b> als Hauptperson nie zu seiner Meinung angehÃ¶rt worden sei. Dies widerspreche klarerweise Art. 12 der UNO-Kinderrechtekonvention vom 20. November 1989 (SR 0.107).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die UNO-Kinderrechtekonvention verlangt nicht zwingend, das betroffene Kind persÃ¶nlich (mÃ¼ndlich) anzuhÃ¶ren. Die AnhÃ¶rung hat lediglich in angemessener Weise zu erfolgen und kann somit je nach den UmstÃ¤nden auch schriftlich oder Ã¼ber einen Vertreter stattfinden. Vorliegend hat sich <b>D</b> in einem ausfÃ¼hrlichen Brief zur Frage nach sei­ner Ãbersiedlung in die Schweiz geÃ¤ussert (act.--). Zudem kann im Sinn des Antrags der BeschwerdefÃ¼hrerin davon ausgegangen werden, dass sie selbst den Standpunkt des Kindes vertritt. Die Anforderungen von Art. 12 der UNO-Kinderrechtekonvention erweisen sich damit als erfÃ¼llt (vgl. BGE 124 II 361 E. 3c).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Zweck des Familiennachzugs ist es, das familiÃ¤re Zusammenleben zu ermÃ¶gli­chen. Der Wortlaut von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG verdeutlicht, dass das Zusammenle­ben der Gesamtfamilie rechtlich abgesichert werden soll; das Gesetz verlangt ausdrÃ¼cklich, dass die Kinder mit ihren Eltern zusammen wohnen werden. Leben die Eltern jedoch ge­trennt, kann es gar nicht um die ZusammenfÃ¼hrung der Gesamtfamilie gehen. In solchen Situationen entspricht es dem Gesetzeszweck nicht, einen bedingungslosen Anspruch auf Nachzug der Kinder anzu­nehmen. Ein Nachzugsrecht setzt vielmehr voraus, dass das Kind zum in der Schweiz le­benden, den Nachzug anbegehrenden Elternteil die vorrangige fa­miliÃ¤re Beziehung unter­hÃ¤lt. Neben der BerÃ¼cksichtigung der bisherigen VerhÃ¤ltnisse kÃ¶nnen auch nachtrÃ¤glich ein­getretene oder gar kÃ¼nftige UmstÃ¤nde wesentlich werden. Nicht allein entscheidend kann sein, in welchem Land das Kind seinen bisherigen Lebens­mittelpunkt hatte, bliebe doch sonst ein Nachzugsrecht praktisch immer wirkungslos. Zu be­rÃ¼ck­sich­ti­gen ist aber, wo und bei wem das Kind bisher gelebt hat. Vor­be­hal­ten blei­ben FÃ¤l­le, in denen klare Anhalts­punk­te fÃ¼r neue fa­mi­liÃ¤re Ab­hÃ¤ngigkeiten ‑ zum Beispiel beim Tod des sorgebe­rech­tig­ten El­tern­teils oder bei neu sich abzeichnenden PflegebedÃ¼rfnissen ‑ oder fÃ¼r eine wesentliche Verlagerung der BeziehungsintensitÃ¤ten bestehen (BGE 125 II 585 E. 2a, 125 II 633 E. 3a, je mit Hinweisen). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Es kommt nicht selten vor, dass Kinder von AuslÃ¤ndern, die ohne ihre Familie in die Schweiz Ã¼bersiedelt sind, im Herkunftsland nicht oder nicht hauptsÃ¤chlich vom an­deren Elternteil weiter betreut und aufgezogen werden, sondern dass stattdessen andere An­gehÃ¶rige der Verwandtschaft diese Versorgungs‑ und Erziehungsaufgaben wahrnehmen. Wird die Elternrolle von anderen Personen als den Eltern Ã¼bernommen, verlagern sich re­gelmÃ¤ssig auch die BeziehungsintensitÃ¤ten. In solchen FÃ¤llen sind die Beziehungen, die das Kind einerseits mit dem nachzugsberechtigten Elternteil und andererseits mit der oder den Personen verbindet, welche im Ausland die Elternrolle Ã¼bernehmen, gegeneinander abzuwÃ¤gen (BGE 124 II 361 E. 3a, 125 II 585 E. 2c). Letztlich geht es um die Frage, wo das nachzuziehende Kind seine vorrangigen familiÃ¤ren Bindungen hat. Der Kindes­nach­zug ist nur dann zu bewilligen, wenn die WÃ¼rdigung der gesamten UmstÃ¤nde zum Schluss fÃ¼hrt, dass das nachzuziehende Kind zum hier lebenden Elternteil in engerer Beziehung steht (RB 1998 Nr. 54; vgl. auch BGr, 29. November 1999, 2A.343/1999). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese Auslegung von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG steht nicht im Widerspruch zu Art. 8 Abs. 1 EMRK. Auch wenn diese Bestimmung unter anderem die familiÃ¤re Bezie­hung nicht verheirateter oder geschiedener Eltern zu ihren Kindern schÃ¼tzt, rÃ¤umt sie grundsÃ¤tzlich nicht demjenigen Elternteil ein Recht auf Nachzug eines Kindes ein, der freiwillig ins Ausland verreist ist, ein weniger enges VerhÃ¤ltnis zum Kind hat als der an­dere Elternteil oder sonstige Verwandte, die fÃ¼r das Kind sorgen, und seine Beziehung zum Kind weiterhin pflegen kann (BGE 124 II 361 E. 3a, mit Hinweisen; vgl. auch Jochen Frowein/Wolfgang Peukert, EMRK-Kommentar, 2. A., Kehl/Strassburg/Arlington 1996, Art. 8 Rz. 26).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Das Bundesgericht anerkennt zwar, dass es gute GrÃ¼nde geben kann, die Fami­li­engemeinschaft in der Schweiz erst nach Jahren herzustellen; solche GrÃ¼nde mÃ¼ssten sich je­doch aus den UmstÃ¤nden des Einzelfalls ergeben (BGE 125 II 585 E. 2a, mit Hinwei­sen). Ernsthaft kÃ¶nne sich die Frage des nachtrÃ¤glichen Familiennachzugs darum in der Regel nur bei Kindern stellen, die zwar wÃ¤hrend mehrerer Jahre im Ausland von ande­ren FamilienangehÃ¶rigen (anderer Elternteil, Grosseltern usw.) betreut worden seien, zum Zeitpunkt der Gesuchstellung aber noch lÃ¤ngst nicht 18 Jahre alt seien und wenn GewÃ¤hr geboten sei, dass sie sich unter FÃ¼hrung des hier lebenden Elternteils in der Schweiz ange­messen integrieren kÃ¶nnten. Ebenfalls zu beachten seien schliesslich die UmstÃ¤nde der Gesuchstellung (BGr, 29. Oktober 1998, 2A.92/1998).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Damit die dargelegten Voraussetzungen des Familiennachzugs im konkreten Fall sachgerecht Ã¼berprÃ¼ft werden kÃ¶nnen, mÃ¼ssen die Gesuchsteller ihren Teil zur Sachver­halts­aufklÃ¤rung beitragen. Das Bundesgericht hat hierzu festgestellt, dass die im Verwal­tungsverfahren grundsÃ¤tzlich geltende Untersuchungsmaxime durch die Mitwirkungs­pflicht der Parteien relativiert wird, die namentlich insoweit greift, als eine Partei das Ver­fah­ren durch eigenes Begehren eingeleitet hat oder darin eigene Rechte geltend macht. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bezieht sich die Mitwirkungspflicht natur­ge­mÃ¤ss gerade auf solche Tatsachen, die eine Partei besser kennt als die BehÃ¶rden und die von der BehÃ¶rde ohne Mitwirkung der gesuchstellenden Person gar nicht oder nicht mit ver­nÃ¼nfti­gem Aufwand erhoben werden kÃ¶nnten. In FÃ¤llen mit auslÃ¤nderrechtlichem Be­zug treffe dies insbesondere auf die von den Gesuchstellern behaupteten persÃ¶nlichen Um­stÃ¤n­de in ihrer Heimat zu; solche Tatsachen liessen sich erfahrungsgemÃ¤ss von den schwei­zerischen BehÃ¶rden, wenn Ã¼berhaupt, so nur mit erschwertem Aufwand abklÃ¤ren (BGE 122 II 385 E. 4c/cc, 124 II 361 E. 2b). An die von der beschwerdefÃ¼hrenden Partei im Rahmen der Mitwirkungspflicht zu erbringenden Nachweise sind dabei hohe Beweisan­forderungen zu stellen (BGE 124 II 361 E. 4c).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Daraus folgt, dass die gesuchstellende Person darzulegen hat, wie oft und in wel­cher Form sie den persÃ¶nlichen Kontakt zum nachzuziehenden Kind pflegt und in welchem Aus­mass sie es wirtschaftlich unterhÃ¤lt. Wird eine Verschiebung der Vorrangigkeit der per­sÃ¶nlichen Beziehung des Kindes geltend gemacht, so muss im einzelnen und soweit mÃ¶g­lich dokumentiert ausgefÃ¼hrt werden, wie sich die VerÃ¤nderung der UmstÃ¤nde auf die Be­treuungsverhÃ¤ltnisse auswirkt. Dazu ist eine Beschreibung unerlÃ¤sslich, wo genau, bei wem und in welchem Beziehungs‑ und schulischen Umfeld das Kind bisher gelebt hat. Ins­be­sondere sind Adressen, Anzahl, Namen und Geburtsdaten der im gleichen Haushalt le­ben­den Personen ebenso zu nennen wie Ort, Dauer und Art des bisherigen Schulbesuchs so­wie der gegenwÃ¤rtige Ausbildungsstand des nachzuziehenden Kindes. Es ist sodann auf­zu­zeigen, welche der genannten Elemente von der VerÃ¤nderung im einzelnen betroffen sind und welche Folgen dies fÃ¼r Betreuung und Erziehung des Kindes zeitigt. Wird geltend ge­macht, die bisher betreuende Person sei dazu aus gesundheitlichen GrÃ¼nden nicht mehr in der Lage, so ist der Krankheitsverlauf aufzuzeichnen und sind Ã¤rztliche Zeugnisse bei­zu­bringen, die sich zu den Auswirkungen der GesundheitsstÃ¶rung auf die altersgerechte Be­treuung des Kindes Ã¤ussern oder RÃ¼ckschlÃ¼sse darauf zulassen</span><span> (vgl. VGr, 21. April 1999, VB.1999.00038 [zur Publikation vorgesehen]). Die Folgen der Beweislosigkeit trÃ¤gt dabei jene Partei, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachumstand Rechte ableitet (Al­fred KÃ¶lz/JÃ¼rg Boss­hart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. </span><span>A., ZÃ¼­rich 1999, § 7 N. 5).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Aus den Akten und den Erhebungen der kantonalen Fremdenpolizei ergibt sich Folgendes:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼berliess <b>D</b> im Alter von rund 17 Monaten ihrer Mutter in Manila zur Pflege und Erziehung. Zum eigenen Vater hat <b>D</b> keine Bezie­hung. Wie mit der Beschwerde bestÃ¤tigt wird, hat die heute 60-jÃ¤hrige Grossmutter <b>D</b> eine gute Betreuung geboten. <b>D</b> besucht auf den Philippinen die Schule und lebt in geordneten und stabilen VerhÃ¤ltnissen. Neben den telefonischen und brieflichen Kontakten besuchte die BeschwerdefÃ¼hrerin ihren Sohn gemÃ¤ss ihren Angaben vom 10. Februar 1999 jÃ¤hrlich zwischen fÃ¼nf bis sechs Wochen in den Philippinen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Regierungsrat ging angesichts der langjÃ¤hrigen Betreuung durch die Gross­mutter davon aus, dass <b>D</b> unzweifelhaft zu ihr die massgebende und vorrangige Beziehung habe. Gesundheitliche oder sonstige HinderungsgrÃ¼nde fÃ¼r die FortfÃ¼hrung der von der Grossmutter bisher ausgeÃ¼bten Betreuung ihres Enkels wÃ¼rden nicht geltend ge­macht und seien auch sonst nicht ersichtlich. Somit lÃ¤gen keine hinreichenden GrÃ¼nde fÃ¼r eine Ãnderung der BetreuungsverhÃ¤ltnisse vor. Schliesslich sei auch nicht ersichtlich, in­wiefern es der kÃ¼nftigen Entwicklung des jugendlichen Sohnes fÃ¶rderlich sein sollte, ihn aus dem angestammten Umfeld, seinem Kulturkreis und seinem Beziehungsnetz herauszu­reissen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Diese EinschÃ¤tzung des Regierungsrats ist nicht zu beanstanden. Die bisherige Vorrangigkeit der Beziehung von <b>D</b> zu seiner Grossmutter liegt angesichts deren langjÃ¤hriger Betreuung auf der Hand. In der Beschwerde wird zwar versucht, die Bezie­hung zwischen Mutter und Kind mit dem Hinweis auf wiederholte Besuche <b>D</b>s in der Schweiz und der schliesslichen Behauptung, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe jÃ¤hrlich re­gelmÃ¤ssig wÃ¤hrend ca. vier Monaten mit <b>D</b> zusammengelebt, hervorzuheben (S. 9 f.). Mit diesen Vorbringen steht die BeschwerdefÃ¼hrerin allerdings in krassem Gegen­satz zu ihren eigenen Angaben vom 10. Februar 1999, worin sie noch auf jÃ¤hrliche Besu­che von fÃ¼nf bis sechs Wochen hingewiesen hatte (act. --). Die darÃ¼ber hin­ausgehenden neuen Angaben zur Dauer der regelmÃ¤ssigen Besuche sind unglaubhaft. Weiter ist nicht ersichtlich, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin - abgesehen von den erwÃ¤hnten Besuchen - auf die Erziehung <b>D</b>s Einfluss genommen und somit eine wesentliche Rolle bei der elterlichen Betreuung Ã¼bernommen hÃ¤tte. Zusammengefasst erscheint die bisherige Beziehung <b>D</b>s zur Grossmutter klarerweise als vorrangig im Sinn der Rechtsprechung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit der Beschwerde wird sodann eine Verschlechterung der BetreuungsmÃ¶glich­keiten durch die Grossmutter geltend gemacht: Sie fÃ¼hle sich im heutigen Alter und mit der gegebenen Gesundheit von der Betreuung <b>D</b>s Ã¼berfordert; sie leide in den letzten Jahren in zunehmendem Mass unter Rheumatismus, allgemeiner MÃ¼digkeit und erhebli­chen BewegungseinschrÃ¤nkungen. Im Rahmen der Mitwirkungspflicht wÃ¤ren solcherlei Beschwerden und eine allenfalls damit verbundene BeeintrÃ¤chtigung der Betreuung <b>D</b>s allerdings im einzelnen zu belegen gewesen, insbesondere etwa durch ein Arztzeug­nis. Das Fehlen eines solchen objektiven Befunds lÃ¤sst sich mit der eingelegten BestÃ¤ti­gung der Grossmutter (act. 5/4) keineswegs kompensieren - zumal nicht hier, wo gesund­heitliche Beschwerden schon seit Jahren vorhanden gewesen sein sollten, jedoch mit der Beschwer­deschrift erstmals Eingang ins Verfahren gefunden haben. Vor diesem Hinter­grund ist der Vorinstanz auch insoweit zu folgen, als sie die Notwendigkeit fÃ¼r eine Ãnde­rung der Be­treuungsverhÃ¤ltnisse verneint hat; dies um so mehr, als <b>D</b> im heutigen Alter von 15 Jahren nur noch beschrÃ¤nkter Betreuung bedarf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zudem sind die IntegrationsmÃ¶glichkeiten <b>D</b>s in der Schweiz mit einigen Unsicherheiten belastet. Er spricht kein Deutsch (vgl. act. --) und wÃ¼rde in der schwierigen Lebensphase der PubertÃ¤t in eine ihm weitgehend fremde Umgebung gestellt. Vom Beziehungsnetz der Be­kannten und Verwandten in seiner Heimat, das er sich wÃ¤h­rend der Kindheit aufgebaut hat, wÃ¤­re er mit einem Schlag abgeschnitten. Derartige Be­denken liegen unter ande­rem der bun­desgerichtlichen Praxis zugrunde, nach welcher an einen aufgeschobenen Fa­miliennachzug in fortgeschrittenem Alter der Kinder strenge Anforderungen zu stellen sind. Dabei ist auch nicht zu Ã¼bersehen, dass die BeschwerdefÃ¼h­rerin ihr Gesuch in der Stellungnahme vom 10. Februar 1999 unter anderem damit begrÃ¼n­det hatte, <b>D</b> habe ein Alter erreicht, welches im Hinblick auf den Schulabschluss und die berufliche Ausbildung in der Schweiz kein lÃ¤ngeres Zuwarten erlaube (act. --). Wenn mit der Beschwerde zwar versucht wird, diesen Ãusserungen einen anderen Sinn zu geben, so sind sie doch ein starkes Indiz dafÃ¼r, dass fÃ¼r den gewÃ¼nschten Nachzug <b>D</b>s dessen berufliche Ausbildung im Vordergrund steht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) In WÃ¼rdigung sÃ¤mtlicher UmstÃ¤nde ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Voraussetzungen fÃ¼r den beantragten Familiennachzug nicht erfÃ¼llt sind. Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ...</span><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>