<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp277408"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>104 IV 32<br/><br/><br/><div class="paraatf">10. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 14. April 1978 i.S. C. gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp278784"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 35 Abs. 2 SVG</span>. Gleichzeitiges Überholen und Kreuzen. <div class="paratf">Der Überholende behindert den Entgegenkommenden, wenn er diesen zum Ausweichen auf den Pannenstreifen nötigt. </div> </div> </div> <a name="idp282432"></a> <a name="idp285904"></a> <br/><div> <a name="idp287792"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 32</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page32"></a><div class="center pagebreak">BGE 104 IV 32 S. 32</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <div class="paraatf">Gleichzeitiges Überholen und Kreuzen ist auf einer übersichtlichen Strecke nicht verboten, wenn die Breite der Strasse soviel Platz bietet, dass andere Strassenbenützer, namentlich der Überholte und der Entgegenkommende, nicht behindert werden (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1978&amp;to_year=1978&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F101-IV-77%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page78">BGE 101 IV 78</a> f.). Nach den Feststellungen der Vorinstanz <a name="page33"></a><div class="center pagebreak">BGE 104 IV 32 S. 33</div>wäre es zu einer Kollision zwischen dem Beschwerdeführer und dem Fahrer aus der Gegenrichtung gekommen, wenn dieser seinen Wagen nicht auf den Pannenstreifen gelenkt hätte. Daraus folgt, dass der Entgegenkommende behindert und gefährdet wurde, musste er doch zur Vermeidung eines Unfalls über den rechten Fahrbahnrand hinaus auf den Pannenstreifen ausweichen, der nur in Notfällen, nicht aber im normalen Fahrverkehr benutzt werden darf (<span class="artref">Art. 36 Abs. 3 VRV</span>). Der Beschwerdeführer hätte auf das Überholen verzichten müssen und ist deshalb zu Recht wegen Verletzung von <span class="artref">Art. 35 Abs. 2 SVG</span> gebüsst worden.</div> </div></body></html></html>