<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-09-22-6B_743-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_743/2022, 6B_744/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 22. September 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, Präsidentin, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Arquint Hill. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau, Maurerstrasse 2, 8510 Frauenfeld, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Einsprache gegen Strafbefehl (mehrfache Ruhestörung); Nichteintreten, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Entscheide des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 5. Mai 2022 (SW.2022.42 und SW.2022.43). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Die Präsidentin zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft Bischofszell büsste den Beschwerdeführer mit Strafbefehlen vom 8. Dezember 2021 und 15. Februar 2022 wegen Ruhestörung. Dagegen erhob der Beschwerdeführer jeweils Einsprache. Eine erste Vorladung zu einer Einvernahme am 25. März 2022 wurde wegen einer terminlichen Unpässlichkeit annulliert. Der Beschwerdeführer wurde neu auf den 6. April 2022 vorgeladen. Wegen unentschuldigten Nichterscheinens wurden die Verfahren am 7. April 2022 zufolge Rückzugs der Einsprachen abgeschrieben. Auf dagegen eingereichte Beschwerden trat die Vorinstanz mit zwei separaten Entscheiden vom 5. Mai 2022 nicht ein, weil sie den Begründungsanforderungen von <span class="artref">Art. 396 Abs. 1 und <artref id="CH/312.0/385/1" type="start"></artref>Art. 385 Abs. 1 StPO</span><artref id="CH/312.0/396/1" type="end"></artref> nicht genügten. Auf die Rückweisung der Beschwerden zur Verbesserung innerhalb einer Nachfrist (<span class="artref">Art. 385 Abs. 2 StPO</span>) wurde verzichtet. Kosten wurden keine erhoben. Der Beschwerdeführer wendet sich mit Beschwerdeeingabe vom 3. Juni 2022 gegen beide Entscheide an das Bundesgericht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Verfahren 6B_743/2022 und 6B_744/2022 sind zu vereinigen und die Beschwerden in einem einzigen Entscheid zu erledigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde an das Bundesgericht ist zu begründen (<span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span>). In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=03.09.2022&amp;to_date=22.09.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-I-377%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page377">BGE 143 I 377</a> E. 1.2 und 1.3). Die Begründung muss sachbezogen sein und erkennen lassen, dass und weshalb nach Auffassung des Beschwerdeführers Recht verletzt ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=03.09.2022&amp;to_date=22.09.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-I-99%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page99">BGE 142 I 99</a> E. 1.7.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=03.09.2022&amp;to_date=22.09.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-86%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page86">140 III 86</a> E. 2<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=03.09.2022&amp;to_date=22.09.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-306%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page306">139 I 306</a></span> E. 1.2). Die Bestimmungen von <span class="artref">Art. 95 ff. BGG</span> nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten besteht eine qualifizierte Rügepflicht (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). Auf ungenügend begründete Rügen tritt das Bundesgericht nicht ein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=03.09.2022&amp;to_date=22.09.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-IV-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 IV 73</a> E. 4.1.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer macht in seiner Eingabe vom 3. Juni 2022 geltend, einer der beiden vorinstanzlichen Entscheide vom 5. Mai 2022 sei vom vorsitzenden Richter nicht unterzeichnet worden. In ihrer Stellungnahme vom 3. August 2022 räumt die Vorinstanz insoweit tatsächlich ein Versehen ein und teilt mit, sie habe dem Beschwerdeführer den Entscheid SW.2022.43 nochmals formgültig mit korrekter Unterzeichnung eröffnet. Damit verfügt der Beschwerdeführer auch bezüglich dieses Entscheids über ein den gesetzlichen Formvorschriften genügendes Urteilsexemplar. Sein Vorbringen ist mit der Heilung des Mangels gegenstandslos geworden (vgl. Urteil 6B_684/2021 vom 22. Juni 2022 E. 1.3.2 und E. 1.4.2 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung, zur Publikation bestimmt). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer hat dem Bundesgericht in der Folge trotz Neueröffnung des Entscheids SW.2022.43 keine weitere Beschwerdeeingabe mehr eingereicht, obwohl ihm die Rechtslage erläutert und er auf die neu laufende Beschwerdefrist nach <span class="artref">Art. 100 Abs. 1 BGG</span> ausdrücklich aufmerksam gemacht wurde. Die vorliegende Beschwerde bzw. die vorliegenden Beschwerden sind somit alleine auf der Grundlage der Eingabe vom 3. Juni 2022 zu beurteilen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Anfechtungsobjekte des bundesgerichtlichen Verfahrens bilden einzig die vorinstanzlichen Entscheide. Vor Bundesgericht kann es folglich nur darum gehen, ob die kantonalen Beschwerdeeingaben den gesetzlichen Begründungsanforderungen genügten, das Absehen von einer Nachfrist rechtmässig war und die Vorinstanz auf die Beschwerden zu Recht nicht eingetreten ist. Damit setzt sich der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht auseinander. Stattdessen nimmt er Bezug auf die materielle Seite der Angelegenheiten, befasst sich mit den von ihm als ungerechtfertigt beurteilten Strafbefehlen, macht Ausführungen zu erhaltenen bzw. nicht erhaltenen Vorladungen der Staatsanwaltschaft, zu Einvernahmeterminen, zu einem Verschiebungsgesuch, zur Nicht-Abholung eines Einschreibens der Staatsanwaltschaft und zu weiteren Dingen, die nicht zum Verfahrensgegenstand gehören und wozu sich das Bundesgericht folglich auch nicht äussern kann. Aus seiner Beschwerdeeingabe ergibt sich mithin nicht, dass und weshalb die Vorinstanz mit ihren Entscheiden gegen das Recht im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> verstossen haben könnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerden ist mangels tauglicher Begründung im Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> nicht einzutreten, soweit das Verfahren nicht gegenstandslos geworden ist. Auf eine Kostenauflage ist ausnahmsweise zu verzichten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird dadurch gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt die Präsidentin:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Verfahren 6B_743/2022 und 6B_744/2022 werden vereinigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten, soweit das Verfahren nicht gegenstandslos geworden ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 22. September 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Jacquemoud-Rossari </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill </div> </div></body></html>