B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3244/2013 U r t e i l v o m 5 . S e p t e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Bruno Huber, Richter Bendicht Tellenbach; Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren (…), Kosovo, vertreten durch lic. iur. Bernhard Zollinger, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Erlöschen der vorläufigen Aufnahme; Verfügung des BFM vom 7. Mai 2013 / N (…). D-3244/2013 Seite 2 Sachverhalt: I. A. Der Beschwerdeführer, ein ethnischer Serbe aus B._______, reichte am 24. November 1998 in der Schweiz ein erstes Asylgesuch ein. Mit Verf ü- gung vom 24. Februar 1999 lehnte das damalige Bundesamt für Fl ücht- linge (BFF; heute: BFM) das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung sowie den Wegweisungsvollzug an. Mit Urteil vom 23. April 1999 trat die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) auf die am 23. März 1999 hiergegen erhobene Beschwerde nicht ein, da der Be- schwerdeführer den eingeforderten Kostenvorschuss nicht bezahlt hat te. Mit Verfügung vom 27. Juli 1999 ordnete das BFF indessen gestützt auf den Bundesratsbeschluss vom 7. April 1999, worin der Bundesrat wegen der kriegerischen Ereignisse im Kosovo die gruppenweise vorläufige Auf- nahme von jugoslawischen Staatsangehörigen mit letztem Wohnsitz i m Kosovo beschlossen hatte, die vorläufige Aufnahme des Beschwerdefü h- rers an. Am 2. November 1999 setzte das BFF dem Beschwerdeführer, nachdem der Bundesrat am 16. August 1999 diese gruppenweise vorläu- fige Aufnahme wegen grundlegender Veränderung der Situation aufgeho- ben hatte, wegen deliktischer Handlungen in der Schweiz eine verkür zte Ausreisefrist bis zum 30. November 1999 an. Am 11. November 2000 schaffte die zuständige kantonale Behörde den Beschwerdeführer nach C._______ aus. B. Am 22. August 2006 reiste der Beschwerdeführer erneut in die Schweiz ein und stellte noch am selben Tag ein zweites Asylgesuch. Mit Zw i- schenverfügung vom 26. September 2006 wies ihn das BFM für die Dau- er des Asylverfahrens dem Kanton D._______ zu. Mit Beschluss vom 10. Oktober 2007 schrieb das B undesamt das Asylgesuch des B e- schwerdeführers als gegenstandslos geworden ab, nachdem der Kanton D._______ dem Bundesamt mit Schreiben vom 10. September 2007 mit- geteilt hat, dass dieser seinen gesetzlichen Wohnsitz am 30. Juli 2007 verlassen habe und seither unbekannten Aufenthalts sei. Der an die letzte dem BFM bekannte Adresse des Beschwerdeführers gesandte Abschre i- bungsbeschluss wurde von der Schweizerischen Post in der Folge mit dem Vermerk "Nicht abgeholt" retourniert. Mit Eingabe seines jetzigen Rechtsvertreters vom 12. November 2007 liess der Beschwerdeführer beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das BFM sei anzuweisen, das Asylgesuch weiter zu behandeln. Mit Urteil D-3244/2013 Seite 3 (…) vom 14. November 2007 trat das Bundesverwaltungsgericht auf di e- se Beschwerde nicht ein. Zur Begründung führte das Gericht namentlich aus, der Abschreibungsbeschluss des BFM vom 10. Oktober 2007 stelle entgegen der in der Eingabe vom 12. November 2007 vertretenen Auffas- sung keine Verfügung im Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensg e- setzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) dar, weshalb sich die gegen den Abschreibungsbeschluss vom 10. Oktober 2007 erhobene Beschwerde als unzulässig erweise und auf diese somit im einzelrichterli- chen Verfahren nicht einzutreten sei (Art. 111 Abs. 2 Bst. b des Asylge- setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) . Allfällige Einwendungen gegen einen Abschr eibungsbeschluss des BFM müssten vielmehr im Rahmen eines an dieses zu richtenden Gesuchs um Wiederaufnahme des Verfahrens vorgebracht werden (vgl. Entscheidungen und Mitteilu n- gen der Schweizerischen Asylrekurskom mission [EMARK] 1997 Nr. 8 E. 2-4 S. 56 ff.). C. Am 5. Juni 2008 stellte der Beschwerdeführer beziehungsweise dessen Rechtsvertreter ein weiteres Asylgesuch, worauf das BFM gestützt auf Art. 35a Abs. 1 AsylG das Asylverfahren wieder aufnahm. Mit Verfügung vom 1 8. Februar 2009 stellte es fest, der Bes chwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte dessen Asylgesuch ab und verfügte seine Wegweisung aus der Schweiz. Gleichzeitig ordnete das Bundesamt wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs dessen vorläufige Au f- nahme an. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. II. D. D.a Mit Eingabe vom 2. August 2011 stellte der Beschwerdeführer durch seinen jetzigen Rechtsvertreter beim BFM ein Kantonswechselgesuch für den Kanton E._______. Am 4. August 2011 teilte das B undesamt dem Rechtsvertreter mit, gemäss Art. 22 Abs. 2 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) und Ziff. 6.1.2 der Weisungen III zum Asylbereich über das Vorgehen bei Kantonswechsel vom 1. Januar 2008 verfüge es den Kantonswechsel bei Anspruch auf Einheit der Fami- lie und schwerwiegender Gefährdung. Würden andere Gründe geltend gemacht, setze dies die Zustimmung der betreffenden Kantone voraus. Aus diesem Grunde leite das BFM das vorliegende Kantonswechselg e- such an die Migrationsbehörden der Kantone D._______ und E._______ weiter, damit diese ihm mitteilen könnten, ob ein Kantonswechsel g e-D-3244/2013 Seite 4 wünscht werde. Nach erfolgter Stellungnahme durch die kantonalen B e- hörden werde der Gesuchsteller benachrichtigt, ob sein Gesuch bewilligt werde oder nicht. D.b Mit an das BFM adressiertem Schreiben vom 11. August 2011 ver- weigerte das Migrationsamt des Kantons E._______ die Zustimmung zu einem Kantonswechsel. Zur Begründung führte der Kanton E._______ aus, die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Gründe bestünden darin, dass dieser in der Ostschweiz eine Erwerbstätigkeit in Aussicht ha- be. Wirtschaftliche Gründe seien indessen gemäss gefestigter Praxis des Kantons E._______ nicht geeignet, einen Kantonswechsel für vorläufig aufgenommene Personen zu rechtfertigen. D.c Mit Schreiben vom 2. September 2011 teilte der F._______, des Kan- tons D._______ dem BFM mit, keine Einwände gegen einen allfälligen Kantonswechsel des Beschwerdeführers in den Kanton E._______ zu haben. Allerdings sei an dieser Stelle auch zu betonen, dass d ieser seit Februar 2009 nicht mehr im Kanton D._______ wohne. D.d Am 8. September 2011 teilte das BFM dem Beschwerdeführer mit, es erwäge eine Abweisung des Gesuchs um einen Kantonswechsel g estützt auf Art. 22 Abs. 2 AsylV 1. Gleichzeitig räumte es ihm die Gelegenheit ein, bis zum 7. Oktober 2011 allfällige, gegen eine Ablehnung seines G e- suchs sprechende Gründe darzulegen, ansonsten aufgrund der Akten entschieden werde. D.e Mit Eingabe vom 7. Oktober 2011 zog der Rechtsvertreter das Ka n- tonswechselgesuch im Namen seines Mandanten zurück. III. E. Mit Schreiben vom 28. September 2012 teilte der F._______, des Ka n- tons D._______ dem BFM mit, dass der Beschwerdeführer seit dem 26. April 2012 unbekannten Aufenthalts sei (vgl. act. D1/1). An besagtem Tag sei der Beschwerdeführer zu ihnen gekommen, um eine neue Unte r- kunft zu erhalten. Eine solche sei ihm durch das G._______ am (…) in H._______ angeboten worden. Der Beschwerdeführer habe indessen in der Folgezeit nie beim G._______ vorgesprochen und die angebotene Unterkunft auch nie bezogen. Ebensowenig habe er sich bei der Einwo h- nerkontrolle der Stadt H._______ gemeldet. D-3244/2013 Seite 5 F. Mit Schreiben vom 9. Oktober 2012 teilte das BFM dem F._______ des Kantons D._______ mit, es erachte die dem Beschwerdeführer mit Verfü- gung vom 18. Februar 2009 gewährte v orläufige Aufnahme gestützt auf Art. 84 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) als erloschen, da dieser seit dem 26. April 2012 unbekannten Aufenthalts und folglich anzuneh- men sei, dass er die Schweiz definitiv verlassen habe (vgl. act. D2/2). G. Mit E-Mail vom 14. Januar 2013 orientierte der damalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das BFM dahingehend, sein Mandant habe die Schweiz entgegen der Annahme des BFM nicht verlassen (vgl. act. D3/3). H. Mit Schreiben vom 18. Februar 2013 forderte das BFM den früheren Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf, bis zum 1. März 2013 detail- liert darzulegen, wo sich sein Mandant seit dem 26. April 2012 aufgeha l- ten habe, welchen Tätigkeiten er nachgegang en sei und warum er sich nicht an dem ihm zugewiesenen Wohnort eingefunden habe . Bereits an dieser Stelle werde darauf aufmerksam gemacht, dass eine allfällige Wiederherstellung der vorläufigen Aufnahme nur möglich sei, wenn die Aufenthaltsorte seines Mand anten seit dem 26. April 2012 lückenlos nachgewiesen und mit Dokumenten belegt werden könnten. Bei unb e- nutztem Fristablauf werde aufgrund der Aktenlage entschieden (vgl. act. D7/3). I. Mit Eingabe vom 14. März 2013 teilte der frühere Rechtsvertreter dem BFM mit, sein Mandant halte sich seit dem 26. April 2012 bei I._______ an der (…) in K._______ auf. Das dortige Einwohneramt habe sich g e- weigert, ihn als Einwohner zu registrieren. Der Beschwerdeführer wolle sich in der Baubranche selbständig machen, weshalb e s für ihn wichtig wäre, in den Kanton L._______ oder in den Kanton E._______ wechseln zu dürfen. Ausserdem hätten ihm zwei Freunde je Fr. 5000. – geliehen (vgl. act. D9/1) . Der Eingabe vom 14. März 2013 l ag ein undatiertes Schreiben von I._______ unter Einschluss einer Kopie seiner Niederla s- sungsbewilligung C bei, worin dieser bestätigte, dass der Beschwerdefüh- rer seit März 2012 bei ihm lebe. Im Weiteren reichte der Rechtsvertreter zwei weitere , je auf ein A4 -Blatt kopierte Niederlassungsbewilligungen von M._______ und N._______ ein, worin diese handschriftlich bestät i-D-3244/2013 Seite 6 gen, dem Beschwerdeführer je Fr. 5000.– geliehen zu haben (vgl. act. D10 [Beweismittelkuvert]). J. Mit Verfügung vom 7. Mai 2013 lehnte das BFM das Gesuch um Wiede r- aufnahme der vorläufigen Aufnahme des Beschwerdeführers ab. Zur B e- gründung führte es namentlich aus, der Aufenthaltsort des Beschwerde- führers zwischen dem 26. April 2012 und dem 14. Januar 2013 sei unbe- kannt. Das undatierte Schreiben von I._______ stelle ein Gefälligkeit s- schreiben dar, womit die angebliche Anwesenheit des Beschwerdeführers in der Schweiz im fraglichen Zeitraum nicht belegt werden könne. Die Behauptung, die Einwohnerkontrolle von K._______ habe sich geweigert, ihn als Einwohner zu registrieren, werde in keiner Weise belegt . Der Be- schwerdeführer habe somit keine amtlichen Dokumente eingereicht, we l- che seinen Aufenthalt in der Schweiz in der fraglichen Zeit belegen kön n- ten, zumal er sich auch zum heu tigen Zeitpunkt nicht an dem ihm zug e- wiesenen Wohnort aufhalte. Somit sei dav on auszugehen, dass er sich vom 26. April 2012 bis am 14. Januar 2013 nicht in der Schweiz, sondern im Ausland aufgehalten habe, weshalb die vorläufige Aufnahme in A n- wendung von Art. 84 Abs. 4 AuG rechtmässig beendet worden sei (vgl. act. D11/3). K. Mit Eingabe vom 6. Juni 2013 liess der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid mittels seines jetzigen Rechtsvertreters Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einreichen. Dabei liess er beantragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und festzustellen, dass die vor- läufige Aufnahme nicht aufgehoben worden sei, eventualiter sei die S a- che zurückzuweisen. Im Weiteren liess er beantragen, es sei ihm wä h- rend der Dauer des Verfahrens der Aufenthalt in der Schweiz zu gesta t- ten. Auf die Beschwerdebegründung wird – soweit wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Dabei reichte der Rechtsve r- treter namentlich ein an ihn gerichtetes Schreiben des F._______ des Kantons D._______ vom 9. Oktober 2012 zu den Akten (Beschwerdebei- lage 3). Darin teilt ihm diese Behörde unter Bezugnahme auf ein von ihm am 22. September 2012 an den Kanton g erichtetes Gesuch um Erteilung einer kantonalen Aufenthaltsbewilligung mit, es könne diesem Gesuch nicht entsprechen, zumal er seit dem 26. April 2012 unbekannten Aufent- halts sei. Vielmehr werde er (der Rechtsvertreter) ersucht, dem Kanton D._______ mitzuteilen, wo sich sein Mandant derzeit aufhalte . Weiter werde er ersucht , dessen Aufenthalt an seine m Wohnsitzort ordnung s-D-3244/2013 Seite 7 gemäss zu regeln und eine Wohnsitzbescheinigung beizubringen, aus der hervorgehe, dass dieser die Schweiz seit dem 26. April 2012 nicht verlas- sen habe. Im Übrigen wies der F._______, den Rechtsvertreter darauf hin, dass sein Mandant (als vorläufig aufg enommener Asylgesuchsteller) gesetzlich nach wie vor dem Kanton D._______ zugewiesen sei. L. Am 11. Juni 2013 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. M. Mit Zwischenverfügung vom 26. Juni 2013 stellte der Instruktionsrichter fest, die Beschwerde habe grundsätzlich aufschiebende Wirkung, die von der Vorinstanz nicht entzogen worden sei, und auch das Bundesverwa l- tungsgericht sehe keine Veranlassung für einen Entzug derselben. Fol g- lich werde die angefochtene Verfügung erst bei Vorliegen eines entspr e- chenden Beschwerdeentscheides wirksam, weshalb derzeit keine pr o- zessualen Anordnungen angezeigt seien. Gleichzeitig forderte er den B e- schwerdeführer auf, bis zum 11. Juli 2013 einen Kostenvorschuss in H ö- he von Fr. 600.– zu leisten, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetre- ten werde. N. Mit Telefax vom 1. Juli 2013 stellte der Beschwerdeführer ein Ratenza h- lungsgesuch. O. Mit – vorab per Telefax versandter – Verfügung vom 3. Juli 2013 lehnte das Bundesverwaltungsgericht das Ratenzahlungsgesuch vom 1. Juli 2013 ab und hielt an der Frist zur Zahlung des Kos tenvorschusses vom 11. Juli 2013 fest. P. Am 5. Juli 2013 zahlte der Beschwerdeführer den eingeforderten Koste n- vorschuss ein. Q. Am 16. Juli 2013 lud das Bundesverwaltungsgericht das BFM zur Einrei- chung einer Vernehmlassung bis zum 31. Juli 2013 ein. D-3244/2013 Seite 8 R. In seiner Stellungnahme vom 18. Juli 2013 hielt das BFM an der ang e- fochtenen Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. S. Mit Instruktionsverfügung vom 24. Juli 2013 stellte das Bundesverwa l- tungsgericht dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers di e Vernehm- lassung des BFM vom 18. Juli 2013 zur Kenntnisnahme zu und gab ihm Gelegenheit, bis zum 8. August 2013 eine Replik einzureichen. T. Am 7. August 2013 gab der Rechtsvertreter eine entsprechende Stellung- nahme ab. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet unter anderem endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM in Sachen Aufhebung der vorläufigen Aufnahme von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz (Art. 84 Abs. 2-4 AuG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. c Ziff. 3 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert und er hat seine Eingabe frist- und formgerecht eingereicht, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 112 AuG und Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 52 VwVG). 2. 2.1 Gemäss Art. 84 Abs. 4 AuG erlischt die vorläufige Aufnahme mit der definitiven Ausreise oder bei Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung. Als def i- nitiv gilt eine Ausreise insbesondere, wenn die vo rläufig aufgenommene Person sich ohne ein Rückreisevisum nach Art. 5 der Verordnung vom 27. Oktober 2004 über die Ausstellung von Reisedokumenten für auslä n- dische Personen (RDV) oder ohne Pass für eine ausländische Person D-3244/2013 Seite 9 nach Art. 4 Abs. 4 RDV länger als 30 Tage im Ausland aufhält (Art. 26a Bst. c der Verordnung vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg - und Ausweisung von ausländischen Personen [VVWA, SR 142.281] oder ohne ein Rückreisevisum nach Art. 7 RDV oder ohne Pass für ausländ i- sche Person nach Art. 4 Abs. 4 RDV in ihren Heimat- oder Herkunftsstaat zurückgekehrt ist (Art. 26a Bst. d VVWA). 2.2 Verschwindet eine Person, so wird nach einer gewissen Zeit, in der Regel nach sechs Monaten, die definitive Ausreise aus der Schweiz ve r- mutet. Diesfalls erlässt das BFM in Anwendung seiner Weisung III. 6., Ziff. 6.3.4 vom 1. Januar 2008 im Asylbereich dann eine Verfügung, worin es feststellt, dass die vorläufige Aufnahme erloschen ist (vgl. RUEDI ILLES, in: Caroni/Gächter/Thurnherr, Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Art. 84 N 21). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer hat laut der Mitteilung des F._______, an das BFM vom 28. September 2012 letztmals am 26. April 2012 bei ihnen vo r- gesprochen; er sei seither unbekannten Aufenthalts. Gestützt auf diese Mitteilung stellte das BFM am 9. Oktober 2012 fest, die vorläufige Au f- nahme sei gestützt auf die Bestimmung von Art. 84 Abs. 4 AuG erl o- schen, da anzunehmen sei, dass er die Schweiz definitiv verlassen habe. 3.2 Das BFM hält in seiner Weisung III. 6., Ziff. 6.3.4 vom 1. Januar 2008 im Asylbereich wörtlich Folgendes fest: "Reist die vorläufig aufgenomm e- ne Person definitiv aus der Schweiz aus (Art. 26 a VVWA) oder wird ihr eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung erteilt, so erlischt die vo r- läufige Aufnahme. Bei Verschwinden der vorläufig aufgenommenen Pe r- son wird nach sechs Monaten die Ausreise vermutet und das Erlöschen der vorläufigen Aufnahme festgestellt." Während der erste Teil des ersten Satzes der vorerwähnten Ziff. 6.3.4 der Weisung des BFM vom 1. Januar 2008 auf eine Fallkonstellation anspielt, bei der eine vorläufig aufgeno m- mene Person konkret bei einer Einreisekontrolle angehalten und dabei konstatiert wird, dass sich diese etwa ohne ein Rückreisevisum nach Art. 5 RDV oder ohne Pass für eine ausländische Person nach Art. 4 Abs. 4 RDV länger als 30 Tage im Ausland auf gehalten hat (Art. 26a Bst. c VVWA; vgl. beispielsweise Urteil D-1433/2013 vom 26. April 2013), bezieht sich der zweite Satz der vor stehend zitierten Weisung auf einen Sachverhalt, dem kein konkreter Nachweis zugrundeliegt, dass sich die betroffene Person tatsächlich illegal im Ausland oder in der Heimat b e- funden hat. Vielmehr wird aufgrund der Tatsache, dass diese seit sechs D-3244/2013 Seite 10 Monaten verschwunden ist, angenommen, sie habe die Schwe iz definitiv verlassen beziehungsweise einen in Art. 26 a VVWA inkriminierten Sach- verhalt verwirklicht. Es wird somit eine Regelvermutung aufgestellt, wel- che die verschwundene Person auf geeignete Weise zu widerlegen hat . Gelingt ihr dies nicht, wird zufolge der mit der Regelvermutung einherg e- henden Beweislastumkehr (zu ihren Ungunsten) angenommen, sie habe die Schweiz tatsächlich verlassen, womit ihre vorläufige Aufnahme als er- loschen gilt. Diese Regelvermutung rechtfertigt sich allerdings nur vor dem Hintergrund, dass die betroffene Person mindestens sechs Monate unbekannten Aufenthalts gewesen sein muss und damit hinreichend Ge- legenheit gehabt hätte, behördlich unbemerkt einen der in Art. 26a VVWA umschriebenen Sachverhalte zu verwirklichen. Ob sie dies im fraglichen Zeitraum tatsächlich getan hat, wird demgegenüber als Folge der gesetz- lich gewollten (widerlegbaren) Regelvermutung nicht zwingend vorausge- setzt. 3.3 3.3.1 In casu fällt auf, dass das BFM mit seiner am 9. Oktober 2012 g e- troffenen Feststellung, die vorlä ufige Aufnahme des Beschwerdeführers sei in Anwendung von Art. 84 Abs. 4 AuG als erloschen zu betrachten, die Zeitspanne von sechs Monaten im Sinne der E. 3.2 vorstehend nicht b e- achtet hat. So datiert der Zeitpunkt des unbekannten Aufenthalts des B e- schwerdeführers laut der entsprechenden Mitteilung des F._______ vom 26. April 2012 (vgl. Sachverhalt Bst. E), womit die Feststellungsverfügung des BFM nicht nach sechs, sondern bereits nach fünf Monaten und 13 Tagen seit dem Verschwinden des Beschwerdeführers er gangen ist. B e- reits aus diesem Grunde würde sich die Aufhebung der im Nachgang zur Feststellungsverfügung des BFM vom 9. Oktober 2012 am 7. Mai 2013 ergangenen Verfügung des BFM rechtfertigen. 3.3.2 Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass den Akten des vor - instanzlichen Dossiers entnommen werden kann, dass das BFM dem Z i- vilstandsamt des Kantons E._______ am 10. Mai 2012 auf dessen Ers u- chen vom 4. Mai 2012 hin, ihm im Rahmen eines den Beschwerdeführer betreffenden Ehevorbereitungsverfahrens Einsicht in dessen Asyld ossier zu gewähren, mehrere Dokumente zugestellt hat. Bei dieser Sachlage war das BFM nach Treu und Glauben nicht mehr berechtigt, ohne weit e- re, vorliegend in keiner Weise ausgewiesene Sachverhaltsabklärungen anzunehmen, der Beschwerdeführer h abe sich auch im damaligen Zei t- punkt potenziell ausserhalb der Schweiz aufgehalten , deutet das damali- ge Eheverkündigungsverfahren doch zumindest auf dessen Anwesenheit D-3244/2013 Seite 11 in der Schweiz im fraglichen Zeitpunkt hin. So besehen bestehen deutl i- che Hinweise dafür, dass das BF M trotz Hinweisen darauf, dass sich der Beschwerdeführer nach seinem Verschwinden aus dem Kanton D._______ am 26. April 2012 im Kanton E._______, zumindest aber in der Schweiz aufgehalten hat, implizit davon ausgegangen ist, dessen Aufenthalt sei weiterhin gänzlich unbekannt. 3.3.3 Aufgrund des Gesagten erg ibt sich, dass die Feststellungsverf ü- gung des BFM vom 9. Oktober 2012, wonach die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers als erloschen zu erachten sei, zu Unrecht erga n- gen ist. Damit ist auch der Verfügung d es BFM vom 7. Mai 2013, worin dieses wegen misslungener Widerlegung der (durch die Feststellungsver- fügung vom 9. Oktober 2012 initiierten) Regelvermutung durch den B e- schwerdeführer eine Wiederherstellung der vorläufigen Aufnahme abg e- lehnt hat, die rechtliche Grundlage entzogen. 3.3.4 Es bleibt an dieser Stelle anzumerken, dass der Beschwerdeführer zufolge seiner vorläufigen Aufnahme verpflichtet ist, in dem ihm gemäss Art. 27 AsylG zugewiesenen Kanton, in casu also dem Kanton D._______, Wohnsitz zu nehmen (Art. 85 Abs. 2-5 AuG), zumal ein von ihm früher initiiertes Gesuch um Wechsel in den Kanton E._______ ab- gewiesen worden ist (vgl. Sachverhalt Bst. D). Sollte er sich demnach weiterhin im Kanton E._______ oder in einem beliebigen anderen Kanton aufhalten und dort keine ordnungsgemässe Registrierung am jeweils ak- tuellen Wohnsitzort erwirken können, bleibt es dem BFM unbenommen, in Zukunft ein erneutes Verfahren bezüglich Erlöschens der vorläufigen Auf- nahme einzuleiten. 4. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Be schwerde gutzuheissen und die Verfügung des BFM vom 7. Mai 2013 aufzuheben ist. 5. 5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich nicht dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Ausnahmsweise können jedoch auch einer ob siegenden Partei Verfa h- renskosten auferlegt werden, wenn diese durch Verletzung von Verfa h- renspflichten verursacht worden sind (Art. 63 Abs. 3 VwVG). Dies ist typ i- scherweise der Fall, wenn die beschwerdeführende Person das B e- schwerdeverfahren und/oder das vorinstanzliche Verfahren durch Verle t- zung von Mitwirkungspflichten unnötigerweise verursacht und in die Lä n-D-3244/2013 Seite 12 ge gezogen hat (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜH- LER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 4.52; siehe auch MAILLARD, in: Praxiskommentar VwVG, Wal d- mann/Weissenberger (Hrsg.), Zürich 2009, Art. 63 N 33 und BVGE 2012/21 E. 8.1 S 416). Aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers – Verletzung der Mitwir- kungspflicht infolge seiner nachhaltigen Weigerung, im Kanton D._______ Wohnsitz zu nehmen sowie der Tatsache, dass er den vorge- nannten Kanton auch über seinen effektiven Aufenthaltsort im Unwissen gelassen hat – rechtfertigt es sich , ihm die Verfahrenskosten von Fr. 600.– trotz Obsiegens vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1 und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Verfahrenskosten sind durch den vom Beschwerde- führer am 5. Juli 2013 geleistete n Kostenvorschuss in selber Höhe ge- deckt und mit diesem zu verrechnen. 5.2 Aus den darge legten Gründen können die dem Beschwerdeführer erwachsenen Kosten für die Vertretung sowie allfällige weitere Ausl agen nicht als notwendig im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG erac htet werden. Es ist dem Beschwerdeführer deshalb keine Parteientschädigung zuzu- sprechen (vgl. MAILLARD, a.a.0., Art. 64 N 29 f.). (Dispositiv nächste Seite) D-3244/2013 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeh eissen, die ange- fochtene Verfügung aufgehoben und das BFM angewiesen, den B e- schwerdeführer weiterhin vorläufig aufzunehmen. 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 600.– werden dem Beschwerdefüh- rer auferlegt. Diese sind durch den geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Philipp Reimann Versand: