B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4025/2012 U r t e i l v o m 1 9 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richter Daniel Stufetti, Gerichtsschreiber Daniel Golta. Parteien A._______, (wohnhaft im Kosovo) Beschwerdeführerin, gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK, Vorinstanz. Gegenstand Witwenrente; Einspracheverfügung der SAK vom 13. Juli 2012. C-4025/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die Ausgleichskasse des Kantons C._______ mit Verfügung vom 1. Februar 2002 B._______ rückwirkend per 1. November 2001 eine Alter s- rente und eine Zusatzrente für seine Ehefrau A._______ zusprach (SAK 3), dass die Zuständigkeit für die Auszahlung der Altersrente nach der Au s- reise von B._______ aus der Schweiz auf die Schweizerische Au s- gleichskasse (SAK) überging, welche mit Verfügung vom 12. November 2007 die weitere Rentenauszahlung bestätigte (SAK 4), dass B._______ am […] April 2011 verstarb (Beschw erdeakten act. 1, Beilage 2), dass A._______ (nachfolgend Versicherte oder Beschwerdeführerin) am 3. Juni 2011 ein Gesuch um Ausrichtung einer Witwenrente stellte (SAK/6, 8), dass die SAK mit Verfügung vom 19. Juli 2011 das Rentengesuch abwies mit der Begründung, dass die Schweiz mit dem Kosovo kein Sozialvers i- cherungsabkommen abgeschlossen habe, die Beschwerdeführerin ihren Wohnsitz ausserhalb der Schweiz habe und auf der Grundlage von Art. 18 Abs. 2 AHVG keine Rente ausgerichtet werden könne (SAK/13), dass die Versicherte am 9. August 2011 Einsprache erhob und geltend machte, sie habe ebenfalls Beitragszeiten in der Schweiz erworben, sei rentenberechtigt und habe zudem die Zusatzrente auch nach Aufkünd i- gung des Abkommens erhalten (SAK/18), dass die SAK mi t Einspracheentscheid vom 13. Juli 2012 die Einsprache abwies und ihre Verfügung vom 19. Juli 2011 bestätigte mit der Begrü n- dung, dass zwar ein Anspruch auf eine Witwenrente in Höhe von Fr. 1‘263.- bestehe, die Auszahlung jedoch wegen fehlenden Sozialversiche- rungsabkommens der Schweiz mit dem Kosovo und des Wohnsitzes der Versicherten im Kosovo nicht erfolgen könne (SAK/24), dass A._______ am 2 8. Juli 2012 (Datum Postaufgabe) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und ge l- tend machte, sie erfülle die in Art. 23 f. AHVG genannten Voraussetzu n- gen für die Gewährung einer Witwenrente (act. 1), C-4025/2012 Seite 3 dass die SAK mit Vernehmlassung vom 3. Oktober 2012 ausführte, die Beschwerdeführerin habe Anspruch auf eine Witwenrente in Höhe von (zu korrigierenden) Fr. 421.-, die jedoch wegen fehlenden Sozialversiche- rungsabkommens der Schweiz mit dem Kosovo und des Wohnsitzes der Beschwerdeführerin im Kosovo nicht ausbezahlt werden könne, und de s- halb die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der Ve rfügung vom 19. Juli 2011 und des Einspracheentscheids vom 13. Juli 2012 bean- tragte (act. 7), dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungsg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 85bis Abs. 1 des Bundes gesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) zur Beurte i- lung von Beschwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist, dass die SAK eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt, dass die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist, dass die Besc hwerde fristgerecht und im Übrigen auch formgerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) eingereicht wurde, we s- halb auf die Beschwerde einzutreten ist, dass sich im vorliegende n Verfahren die Frage stellt, ob das Abkommen vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1; im Folgenden: Sozialversicherungsabkommen) sowie die Verwaltungsvereinbarung vom 5. Juli 1963 betreffend die Durchfü h- rung dieses Abkommens (SR 0.831.109. 818.12) auf Bürger des Kosovo weiterhin anwendbar sind, dass sich das Bundesverwaltungsgericht zu dieser Frage mit Grundsat z- urteil C -4828/2010 vom 7. März 20 11 geäussert und die Weiteranwe n- dung des Sozialversicherungsabkommens bejaht hat, dass das Bundesgericht mit Urteil 9C_329/2011 vom 27. September 2011 auf die Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesverwaltungsg e-C-4025/2012 Seite 4 richts nicht eingetreten und das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C- 4828/2010 vom 7. März 2011 damit in Rechtskraft erwachsen ist, dass das Sozialversicherungsabkommen demnach auch im vorliegenden Fall weiterhin anwendbar ist, dass die Vorinstanz das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin daher zu Unrecht mit der Begründung des fehlenden Sozialversicherungsab- kommens mit dem Kosovo abgewiesen hat, dass die Beschwerde somit gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit sie die Prüfung des Rentenbegehrens fortsetze und anschliessend in An- wendung des noch in Kraft stehenden Sozialversicherungsabkommens in der Sache neu verfüge, dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 85bis Abs. 2 AHVG), dass der bei diesem Verfahrensausgang obsi egenden, nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin gemäss der Aktenlage keine notwend i- gen, verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, weshalb ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbi n- dung mit Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass die unterliegende SAK keinen Anspruch auf Parteientschädigung hat (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario), dass der Beschwerdeführerin die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 3. Oktober 2012 mit dem vorliegenden Urteil zur Kenntnisnahme zuzustellen ist. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als dass der angefoc h- tene Einspracheentscheid vom 13. Juli 2012 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit sie die Prüfung des Re n- tenbegehrens fortsetze und anschliessend unter Anwendung des noch in Kraft stehenden Sozialversicherungsabkommens in der Sach e neu verfü- ge. C-4025/2012 Seite 5 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Vernehmlassung der Vorinstanz vom 3. Oktober 2012) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Beat Weber Daniel Golta Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 600 4 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsge setzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: