Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Mai 2013 (725 11 55 / 725 11 54) ___________________________________________________________________ Unfallversicherung Kausalität Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jer mann, Kantonsrichter Michael Guex, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dieter Roth, Advokat, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal SWICA Krankenversicherung AG , Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur, Beschwerdeführerin gegen Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG , Recht, Postfach, 8085 Zürich, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Die 1975 geborene A.____ wurde am 29. Dezember 2 008 von einem Auto angefahren, als sie mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit war. Ge mäss Erstbehandlung erlitt sie eine Schädelkontusion links, eine Handgelenkprellung links sowie eine Hüftprellung links. Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (Zürich) erbrachte die ges etzlichen Leistungen. Mit Verfügung Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 22. Juni 2010 wurden die Leistungen gestützt auf da s Gutachten der B.____ vom 2. No- vember 2009 sowie der Ergänzung vom 21. Dezember 200 9 rückwirkend per 31. Januar 2009 eingestellt mit der Begründung, dass sowohl der natürli che als auch der adäquate Kausalzu- sammenhang zwischen dem Unfall und den geltend gemachten Beschwerden zu verneinen sei. Die dagegen erhobene Einsprache wies die Zürich mit Ein spracheentscheid vom 4. Januar 2011 ab. B. A.____, vertreten durch Advokat Dieter Roth, erhob mit Eingabe vom 4. Februar 2011 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicher ungsrecht. Sie beantragte die Auf- hebung des angefochtenen Einspracheentscheides sowie die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen, insbesondere die Übernahme der Heilbehand lungskosten und die Zahlung von Taggeldern. Sie machte geltend, dass sie mehr als zwei Jah re nach dem Unfall nach wie vor arbeitsunfähig sei und physisch und psychisch ausserordentlich stark unter den Folgen der erlit- tenen Kollision leide. Aus ihrer Sicht seien die diverse n gesundheitlichen Beschwerden klarer- weise durch den Unfall vom 29. Dezember 2008 ausgelöst worden. Vor dem Unfall sei sie be- rufstätig gewesen und habe die Haushaltführung und di e Kinderbetreuung beschwerdefrei ge- leistet. Somit sei der Unfall die natürliche Ursache f ür die seitherigen anhaltenden Beschwer- den. Der Unfall sei aber mindestens teilweise auch adäquat-kausal dafür verantwortlich, was sie erleide. Im Wesentlichen machte sie mit Verweis auf diverse Berichte des C.____ geltend, dass das Gutachten nicht umfassend sei. Insbesondere seien di e Beschwerden am linken Handge- lenk nicht richtig beurteilt worden. Der angefochtene Einspracheentscheid sei deshalb aufzuhe- ben und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sollte die Angele- genheit als medizinisch nicht hinreichend abklärt beurtei lt werden, so werde um gerichtliche Anordnung eines neutralen polydisziplinären fachmedizinischen Obergutachtens ersucht. Die SWICA Gesundheitsorganisation (SWICA) erhob am 3. Februar 2011 ebenfalls Beschwer- de gegen den Einspracheentscheid. Sie beantragte die Aufhebung des angefochtenen Einspra- cheentscheids. Weiter sei die Zürich zu verpflichten, fü r die Behandlung der Beschwerden am linken Handgelenk auch für die Zeit nach dem 31. Januar 2009 die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Heilbehandlung, zu erbringen. Es bestehe n ach den Berichten des C.____ vom 18. September 2009 und 1. Oktober 2009 sowie den Erge bnissen der Arthro-CT vom 24. Sep- tember 2009 und der am 28. Oktober 2009 durchgeführt en Operation kein Zweifel daran, dass am linken Handgelenk somatisch begründbare und behandlu ngsbedürftige Diagnosen gestellt worden seien. Im Zusatzbericht der B.____ vom 21. Deze mber 2009 werde die Unfallkausalität der Handgelenkbeschwerden nicht bestritten. Die medizini schen Akten genügten nicht, um mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachz uweisen, dass die Handgelenk- beschwerden nach dem 31. Januar 2009 nicht mehr unfallkausal seien. C. Mit Vernehmlassung vom 11. März 2011 beantragte die Zürich die Abweisung der Be- schwerden. Aus dem Gutachten der B.____ vom 2. November 2 009 sowie aus den anderen medizinischen Akten ergebe sich ganz klar, dass für die Beschw erden im Nacken- und Kopfbe- reich sowie für die Schmerzen an der Wirbelsäule, ausstra hlend bis ins linke Bein, kein organi- sches Korrelat habe gefunden werden können. Ob für die Beschwerden am linken Handgelenk ein organisches Substrat ausgemacht werden könne, sei d agegen unklar. Zwar habe in der Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arthro-CT eine TFCC-Pathologie festgestellt werden kö nnen, eine zwingende Korrelation die- ses Befundes mit den Handgelenkschmerzen könne gemäss B.____ -Gutachtern jedoch nicht hergestellt werden. Nach schulmedizinischer Erfahrung seie n solche Befunde nicht selten voll- ständig asymptomatisch. Bei einer gravierenden TFCC-Path ologie erachteten es die Gutachter als erstaunlich, dass die Beschwerdeführerin in der Lage g ewesen sei, zwei Unterarmgehstüt- zen zur Entlastung ihres Körpergewichtes zu verwenden. I m Zwischenbericht vom 21. Dezem- ber 2009 äusserten sich die Gutachter nicht eindeutig zu r Kausalität zwischen dem Unfall und den Handgelenkbeschwerden. Sie führten jedoch aus, dass d ie festgestellte TFCC-Pathologie ätiopathogenetisch unklar bleibe. Somit sei nicht mit d em Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die TFCC-Pathologie auf den Unfall zurückzuführen sei. D. Anlässlich der Gerichtsverhandlung vom 30. Juni 2011 r eichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Eingabe samt Arztbericht von D r. med. D.____, FMH Innere Medizin, vom 24. Juni 2011 ein. Um den Verfahrensbeteiligten G elegenheit zur Stellungnahme zu ge- währen, wurde der Fall ausgestellt. Nach Eingang eine s weiteren Arztberichts seitens der Ver- sicherten, diesmal von Dr. med. E.____, FMH Orthopädie und Traumatologie des Bewegungs- apparates und Handchirurgie, vom 7. Juli 2011, sowie der Stellungnahmen der Beteiligten, stell- te das Gericht fest, dass eine abschliessende Beurteilun g der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Näh erer Prüfung bedurfte insbesondere die Frage, ob die Handgelenkbeschwerden, die Operation vom 28. Oktober 2009 sowie die Ent- wicklung eines CRPS Folgen des Unfalls der Versicherten vom 29. Dezember 2008 waren. Die Berichte von Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chirur gie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates, vom 16. Februar 2010, von Dr. med. G .____, FMH Anästhesie und Notarzt, vom 14. Februar 2011, von Dr. D.____ vom 24. Juni 201 1 sowie von Dr. E.____ vom 7. Juli 2011 sprachen für die Unfallkausalität. Das von der Beschw erdegegnerin eingeholte Gutachten der B.____ vom 2. November 2009 sowie die Ergänzungsb erichte vom 1. September 2010 und 21. Dezember 2009 hielten eine Unfallkausalität dagegen für nicht überwiegend wahrscheinlich. Bei dieser Sachlage war zur abschliessenden medizinischen Beurteilung ein Gerichtsgutachten anzuordnen. Mit Beschluss vom 7. November 2011 bestimmt e das Gericht Dr. med. H.____, FMH Handchirurgie und Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, als Gutachter. E. Mit Gutachten vom 19. April 2012 bejahte Dr. H._ ___ die Unfallkausalität der Handge- lenkbeschwerden und kam zum Schluss, dass die Versicherte in einer Verweistätigkeit, bei wel- cher sie ausschliesslich die rechte Hand einsetzen müsse, zu 5 0% arbeitsfähig sei. Der Integri- tätsschaden betrage 50% nach SUVA-Tabelle. Die Beschwerdeführerin und die SWICA schlos- sen sich dem Ergebnis von Dr. H.____ an und beantragten erneut die Gutheissung der Be- schwerde. Mit Stellungnahme vom 6. Juli 2012 hielt die Zürich an ihrem Antrag auf Abweisung fest und führte unter anderem an, dass ein IV-Gutachte n vom 11. Januar 2012 vorliege, wel- ches zu einem anderen Ergebnis gelangt sei als Dr. H.____. F. Das Gericht unterbreitete mit Schreiben vom 1. Oktob er 2012 das IV-Gutachten vom 11. Januar 2012 von Dr. med. I.____, FMH Rheumatologie u nd Innere Medizin, Dr. med. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Dr. med. K.____, FMH Neurologie, Dr. H.____ in Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bezug auf die abweichende Beurteilung der medizinischen Situation sowie der Arbeitsfähigkeit zur Stellungnahme. H. Dr. H.____ kam in seinem Ergänzungsgutachten vom 3. D ezember 2012 zum Schluss, dass sich seine Beurteilung durch das IV-Gutachten nicht ä ndere. Die Untersuchung und Beur- teilung der linken Handgelenkproblematik sei mangelhaf t und entspreche nicht den Kriterien einer handchirurgischen Abklärung. Die SWICA und der Re chtsvertreter der Beschwerdeführe- rin führten in ihren Stellungnahmen vom 7. und 9. Jan uar 2013 an, dass vollumfänglich auf die Ausführungen von Dr. H.____ abzustellen und davon auszugehen sei, dass die erlittene TFCC- Läsion am linken Handgelenk und das postoperativ aufget retene CRPS Typ I überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 29. Dezember 2008 zu rückzuführen seien. Die Zürich sei deshalb zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen auszur ichten. Die Zürich machte dagegen geltend, dass die Schlussfolgerungen von Dr. H.____ nach wie vor auf von ihm selbst getroffe- nen Annahmen basierten und nicht nachvollziehbar seien. Es gelinge Dr. H.____ nicht darzule- gen, weshalb er sowohl hinsichtlich Diagnose als auch Ar beitsfähigkeit zu völlig anderen Er- gebnissen gelange, als die Gutachter der IV und der B.____. Folglich sei auf die Gutachten von Dr. H.____ nicht abzustellen. I. Dr. I.____ nahm am 11. Dezember 2012 Stellung zum Gutachten von Dr. H.____. Die Beurteilung der TFCC-Läsion obliege dem Handchirurgen . Die Begutachtung von Dr. H.____ sei auch aus rheumatologischer Sicht absolut korrekt und nachvollziehbar. Ob sich nach dem Unfall bzw. nach der Operation ein CRPS Typ I entwick elt habe, sei nicht restlos geklärt, die Wahrscheinlichkeit bestehe aber. Im aktuellen Zeitpunkt k önne ein CRPS Typ I nicht mehr di- agnostiziert werden. Eine Einschränkung der Funktion kö nne somit für maximal 12 Monate nach der Operation attestiert werden. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfall versicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligatorische n Unfallversicherung, soweit das Ge- setz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl- len und Berufskrankheiten zu gewähren. 1.2 Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist d ie versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art . 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Tag- geld. Der Anspruch entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wieder- erlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versi- cherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindes- tens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erlei- det sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä digung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruc h auf eine angemessene Integritätsent- schädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetz t oder, falls kein Rentenanspruch be- steht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Rechtsprechungsgemäss hat der Unfallversicherer - sofe rn allfällige Eingliederungsmass- nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind - für die Folgen so lange Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen zu erbringen, als diese natür lich kausal durch das Unfallereignis verursacht worden sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Perso n erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4.1). Was unter e iner namhaften Besserung des Ge- sundheitszustandes im genannten Sinne zu verstehen ist, best immt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherst ellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, wobei die durch weiter e Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweisen). Trifft dies nicht zu, ist der Fall unte r Einstellung der vorübergehenden Leistun- gen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritäts- entschädigung abzuschliessen (Adäquanzprüfung). 2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht al s eingetreten oder nicht als in gleicher Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um- schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzus ammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache g esundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis- tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetrete ne gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 V 337 E. 1, BGE 118 V 289 E. 1b, je mit Hi nweisen). Ob zwischen einem schädigen- den Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Besch werdefall das Gericht aufgrund der medizinischen Unterlagen im Rahmen der ihm obliegende n Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin- den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genü gt für die Begründung eine Leis- tungsanspruches nicht (BGE 129 V 181). 3. In beweisrechtlicher Hinsicht entfällt die einmal a nerkannte Leistungspflicht des Unfall- versicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürl iche und adäquate Ursache des Ge- sundheitsschadens darstellt. Dies trifft dann zu, wenn en tweder der (krankhafte) Gesundheits- zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zeitpunkt, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf e ines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa- len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesund heitsschadens mit dem im Sozial- versicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der üb erwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich hierbei um eine anspruchsauf hebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast nicht bei der versicherten P erson, sondern beim Unfallversiche- rer (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206, S. 326 E. 3b). Diese Beweisregel greift aber erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrund satzes und der Beweiswürdi- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung einen Sacherverhalt zu ermitteln, der zumindest di e überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b). 4. Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin über den 31 . Januar 2009 hinaus Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung hat. 4.1 Die Vorinstanz verneint den natürlichen Kausalzusamm enhang der geklagten Be- schwerden zum Unfallereignis vom 29. Dezember 2008 gest ützt auf die Beurteilungen der B.____ vom 1. November 2009, 21. Dezember 2009 sowie 10. September 2010 und schliess- lich mit Verweis auf das IV-Gutachten vom 11. Dezember 20 12. Die Leistungseinstellung per Ende Januar 2009 sei rechtens erfolgt. Die Beschwerd eführerin und die SWICA stellen sich dagegen auf den Standpunkt, dass die Berichte der B.__ __ als Grundlage für die Einstellungs- verfügung untauglich seien. Die Beschwerdeführerin verwie s auf die Berichte des C.____ vom 18. September 2009, 1. Oktober 2009, 30. Oktober 2009 sowie vom 16. Februar 2010, von Dr. G.____ vom 14. Februar 2011, von Dr. D.____ vom 24. Juni 2011 sowie von Dr. E.____ vom 7. Juli 2011 und auf das Gerichtsgutachten von Dr. H.____ m it Ergänzung vom 3. Dezember 2012, wonach jedenfalls die am 28. Oktober 2009 operi erte TFCC-Läsion und ein CPRS Typ I unfallkausal seien. Folglich habe die Beschwerdegegnerin über den 31. Januar 2009 hinaus für die Heilbehandlung aufzukommen und Taggelder auszurichten. Der Fallabschluss sei demnach zu früh erfolgt. 4.2 Um beurteilen zu können, ob die geklagten Beschwerd en noch natürlich kausal zum Unfallereignis sind bzw. wenn ja, ob noch von einer nam haften Verbesserung des Gesund- heitszustandes ausgegangen werden kann oder der Endzustand erreicht ist, ist das Gericht auf medizinische Unterlagen angewiesen (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Die- se sind nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweis- würdigung (vgl. Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) - wie alle ander en Beweismittel - frei, d.h. ohne Bin- dung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeu- tet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver- lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatt en. Insbesondere darf es bei einan- der widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be weiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Be lange umfassend ist, auf allseitigen Un- tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung d er medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleu chtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 252 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachte n externer Spezialärztinnen und - ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weite- ren Hinweisen). 5.1 Gemäss Bericht der L.____ vom 29. Dezember 2008 e rlitt die Versicherte anlässlich des Unfalls vom 29. Dezember 2008 eine Schädelkontusion li nks, eine Handgelenkprellung links sowie eine Hüftprellung links. Da die Beschwerden in For m von ausgeprägten Cervicocephal- gien verbunden mit Schwindelattacken sowie Schmerzen in der linken Körperhälfte nach dem Fahrradunfall persistierten, erfolgte ein stationärer Aufenthalt vom 26. März 2009 bis 10. April 2009 in der M.____. Gemäss Austrittsbericht vom 21. Apri l 2009 wurden ein cervicocephales Schmerzsyndrom nach Schädelkontusion, Arthralgien und l eichte Funktionseinschränkungen des linken Handgelenkes, ein Fibromyalgiesyndrom, eine depressive Reaktion sowie eine Adi- positas festgestellt. Die Versicherte habe in leicht geb essertem Zustand entlassen werden kön- nen. Vom 7. Juli 2009 bis 4. August 2009 fand ein weit erer stationärer Aufenthalt in der M.____ statt. Die Versicherte klagte bei der Aufnahme über sta rke Schmerzen mit Bewegungsein- schränkungen im Schulter-Nacken-Bereich und in der gesam ten Wirbelsäule, im LWS-Bereich mit Ausstrahlung ins linke Bein sowie Schmerzen im linke n Arm und Ellenbogen. Die Ärzte di- agnostizierten ähnlich wie beim letzten Aufenthalt eine posttraumatische Belastungsstörung, ein cervicocephales Schmerzsyndrom bei Zustand nach Schädeltrauma, Arthralgien und eine leich- te Funktionseinschränkung des linken Handgelenks, ein Fibr omyalgiesyndrom, eine depressive Reaktion sowie eine Adipositas. 5.2 Zur Beurteilung der Kausalität der Beschwerden be auftragte die Zürich die B.____ mit dem Erstellen eines Gutachtens. Unter der medizinischen V erantwortung von Dr. med. N.____, FMH Allgemeine Medizin, beurteilten Dr. med. O.____, FMH Orthopädie, Dr. med. P.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. Q.____, FMH Neurologie, den Gesundheitszu- stand der Versicherten. Die psychiatrische Untersuchung fand am 15. September 2009, die orthopädische am 21. September 2009 und die neurolog ische am 1. Oktober 2009 statt. Mit Gutachten vom 2. November 2009 konnten die Gutachter keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nennen. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie einen Status nach Sturzverletzung 2004 mit Ausrutschen auf nassem Bod en mit Prellung des Gesässes und des Rückens, einen Status nach Arbeitswegunfall am 29. D ezember 2009 mit Schädelkontusi- on, blander HWS-Distorsion, Handgelenkkontusion links, H üftkontusion links sowie eine prob- lemlos abgeheilte Rissquetschwunde linke Schläfe, ohne ne urogene Schädigungen, ein rumpfmuskuläres Globaldefizit als Folge einer Langzeitd ekonditionierung, eine Adipositas, eine somatoforme Schmerzstörung mit Beschwerdeausweitung und Selbstlimitierung, ein schädli- cher Gebrauch von Analgetika und eine Sensibilitätsstöru ng der ulnaren Fingerkuppe links, oh- ne motorische Defizite und ohne Hinweis für eine klinisch relevante Nervus ulnaris-Schädigung fest. Die psychiatrische Untersuchung mit ausführlicher Auseinandersetzung mit den Gutachten Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Dr. med. R.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. September 2006 und den Austrittsberichten der M.____ vom 15. August 2007, 21. April 2009 sowie 17. August 2009 er- gab, dass Anamnese, Verlauf und psychischer Befund den Ch arakter einer somatoformen Schmerzen erfüllten. Eine psychiatrische Komorbidität la sse sich neben der somatoformen Schmerzstörung nicht diagnostizieren. Ein verfestigter un umkehrbarer Verlauf der somatofor- men Störung liege nicht vor, ebenso wenig wie ein p athologischer sozialer Rückzug. Aus psy- chiatrischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Im neurologischen Teilgutachten führte Dr. Q.____ an, dass sich durch alle Berichte die Dar- stellung der chronischen Schmerzstörung ziehe, ohne jeweil s eine konkrete neurologische Pri- märursache diagnostizieren zu können. Auf rein neurolo gischem Gebiet bestünden keine rele- vanten Defizite. Allenfalls sei indirekt über myofasziale Prozesse im humeroepicondylären Be- reich mit Irritation des Nervus ulnaris die leichte Sen sibilitätsstörung der ulnaren Fingergruppe zu werten, die jedoch keine derzeitige Relevanz für di e Gebrauchsfähigkeit der linken Hand auf rein neurologischem Gebiet habe. Dr. O.____ kam zum Schluss, dass in orthopädischer Hinsich t keine krankhaften Befunde im Bereich des aktiven und des passiven Bewegungsapparates mi t Ausnahme eines rumpfmusku- lären Globaldefizites feststellbar seien. In der röntge nologischen Bildgebung seien die Befunde im Bereich der HWS, des Beckens und des linken Handgelen kes vollständig unauffällig. Der im Röntgenbild auszumachende und nicht mit den Unfallereig nissen 2008 und 2004 korrelierende Befund eines abgesprengten Proc. styloideus ulnae gelte a ls Nebenbefund und habe keinen Krankheitswert. Aus orthopädischer Sicht sei die Versicherte in der Lage, alle altersassoziierten mittelschweren Tätigkeiten zu bewältigen. Es bestehe weder eine pathomorphologisch erklärba- re Einschränkung in der Beweglichkeit und der Belastbark eit der Wirbelsäule und des Rumpfes noch der Extremitätengelenke. Es bestehe weder eine N otwendigkeit zur Verwendung zweier Unterarmgehstützen noch zur Verwendung einer Drellstof fbandage mit Klettverschluss am lin- ken Handgelenk. Ein Kausalzusammenhang der Beschwerden und Befunde der Versicherten im Hinblick auf den Unfall vom 29. Dezember 2008 sei bezugnehmend auf die Dossier-Dokumentation, den Be- schwerdevortrag der Versicherten, den klinisch funktionelle n und den bildgebenden Befunden eindeutig zu verneinen. Allfällige Restbeschwerden sei en nicht mehr auf den Unfall zurückzu- führen. Das Ereignis habe maximal für einen Zeitraum von ca. vier Wochen, d.h. bis zum 31. Januar 2009 Folgen hinterlassen, dann sei der Status quo sine erreicht gewesen. Ab 1. Februar 2009 bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. 6. Mit Schreiben vom 9. November 2009 informierte der Rechtsvertreter der Versicherten die Zürich, dass seine Mandantin anlässlich des Unfalls e ine Fraktur am linken Handgelenk erlitten habe und dass sie am 28. Oktober 2009 operiert worden sei (vgl. Operationsbericht vom 30. Oktober 2009). Er verwies auf die Berichte des C.___ _ vom 18. September 2009 und vom 1. Oktober 2009, woraus hervorgeht, dass die Arthro-CT vom 24. September 2009 eine Ul- nastyloidpseudarthrose mit einem Riss im Bereich der radia len Verankerung des TFCC zeige. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die ulnare Verankerung des TFCC sei im Rahmen der Ul naspitzenfraktur ebenfalls in Mitlei- denschaft gezogen worden. 7. Am 21. Dezember 2009 nahm Dr. N.____ der B.____ n ach Rücksprache mit dem Hauptgutachter Dr. O.____ zum neuen medizinischen Sachve rhalt Stellung. Die in der Arthro- CT festgestellte TFCC-Pathologie bleibe ätiopathogenetisch unklar. Eine zwingende Korrelation der TFCC-Pathologie mit den Handgelenkbeschwerden sei nicht herzustellen. Nicht selten sei- en nach schulmedizinischen Erfahrungen derartige Arthro- CT-Befunde vollständig asymptoma- tisch und gälten bei Nachweis eher als Zufallsbefunde. B ei einer gravierenden TFCC- Pathologie sei es rückblickend sehr erstaunlich, dass die V ersicherte in der Lage gewesen sei, zwei Unterarmgehstützen zur Entlastung ihres Körpergewich tes zu verwenden. Gestützt auf den Operationsbericht des C.____ sei prognostisch davon auszugehen, dass Anfang Februar 2010 nach Mobilisation wieder eine uneingeschränkte Be lastbarkeit des linken Handgelenks bestehe. 8. Mit Ergänzung vom 1. September 2010 bestätigte Dr. O.____ auf Anfrage der Zürich vom 27. Juli 2010, dass die damals neu vorgelegten Unterl agen an der Einschätzung bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Versicherten nichts änderten. Ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 29. Dezember 2008 und den gesundheitlichen Beeinträchtigungen des linken Hand- gelenkes sei eher unwahrscheinlich. Gestützt auf den Konsil iarbericht der L.____ vom 29. De- zember 2008 sei der Röntgenbefund am linken Handgelen k nicht als frisch, sondern als Folge einer alten Verletzung interpretiert worden. Darübe r hinaus sei nochmals darauf hinzuweisen, dass es höchst unwahrscheinlich sei, dass bei einer frischen floriden, unfallassoziierten Schmerzhaftigkeit die Versicherte in der Lage gewesen sein soll, mit einer erheblichen Druck- belastung ihr übermässiges Körpergewicht auf den Handg riff einer links getragenen Unterarm- gehstütze zu übertragen, wie dies anlässlich der Abklärun g vom 2. November 2009 zu beo- bachten gewesen sei. Die Ätiopathogenese der Handgele nkpathologie bleibe letztlich unklar. Ab wann nur noch unfallfremde Ursachen mitwirkten, könn e nur so beantwortet werden, als dass es eher unwahrscheinlich sei, dass der Unfall übe rhaupt einen Einfluss auf die Handge- lenkpathologie genommen habe. 9.1 Demgegenüber vertrat Dr. F.____ mit Bericht vom 16. Februar 2010 die Auffassung, dass die initial angegebenen Schmerzen auf eine Traumat isierung einer bestehenden Ulnasty- loidpseudarthrose zurückzuführen seien. Die damit verb undene ulnare TFCC-Läsion sei frisch und eindeutig unfallbedingt. Die Ulnaverkürzungsosteoto mie sei primär durchgeführt worden, um den geschädigten TFCC zu entlasten. 9.2 Dr. G.____ berichtete am 14. Februar 2011, dass be i der Versicherten zusätzlich ein CRPS aufgetreten sei, welches sich nach einem Trauma oder einer Operation entwickeln kön- ne. Zugleich bestünden neuropathische Schmerzen. Es sei mit einer mehrjährigen Beeinträchti- gung zu rechnen und es seien auch noch längerfristige The rapien notwendig. Zurzeit sei die Versicherte 100% arbeitsunfähig. Die Grundfunktion des Handgelenks sei allein schon durch die Operation gestört. Der linke Arm sei völlig funktio nsunfähig. Insofern könne man von einem ähnlichen Bild ausgehen wie bei einer einarmigen Patientin. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3 Mit Schreiben vom 24. Juni 2011 äusserte sich Dr. D. ____ zu den Handgelenkbe- schwerden. Generell müsse nach jedem Trauma, insbesondere auch nach sogenannten Baga- telltraumen an die Entwicklung eines Morbus Sudeck (CRPS) gedacht werden. Diese Komplika- tion sei eigentlich immer im Hinterkopf eines Arztes, w enn sich nach einem Unfallereignis ein schleppender Verlauf ergebe. Dies treffe bei der Versicherten zu. Initial sei nach dem Unfall von einer Handgelenkprellung gesprochen worden. Das Handg elenk sei auch geröntgt worden. Da die Beschwerden persistierten, sei die Versicherte am 24 . Juni 2009 in die Handsprechstunde des C.____ überwiesen worden. Die nachfolgende Operat ion sei als Folge des Unfallereignis- ses zu werten wie auch die Entwicklung eines Morbus Sudeck. 9.4 Dr. E.____ führte in ihrem Bericht vom 7. Juli 201 1 aus, dass zwei Wochen nach der Operation eine deutliche Schwellung, leicht livide Ha utverhältnisse und deutliche Schmerzen festgestellt worden seien. Zwei Tage später sei eine erneute Kontrolle erfolgt und die Schwel- lung sei langsam zurückgegangen. Laut Unterlagen sei di e Versicherte nie wirklich beschwer- defrei gewesen. Die Diagnose eines CRPS sei in der Diag noseliste nicht explizit erwähnt, aber sicher in Betracht gezogen worden. Die Entwicklung diese s CRPS sei mit Sicherheit als Folge der Operation und damit als Unfallfolge anzusehen. 10. Diese Berichte liessen Zweifel an der Richtigkeit der Beurteilung der Kausalität der Handgelenkbeschwerden (TFCC-Läsion und CRPS) durch Dr. O.____ im Gutachten der B.____ vom 2. November 2009 sowie in den Ergänzungsberichten vom 1. September 2010 und 21. Dezember 2010 aufkommen. Um die Frage der Kausa lität der Handgelenkbeschwerden beurteilen zu können, wurde Dr. H.____ als Spezialist für Handchirurgie und Plastische, Rekon- struktive und Ästhetische Chirurgie, im Rahmen der Sachv erhaltsabklärung mit dem Erstellen eines Gerichtsgutachtens beauftragt. In seinem ausführlich en Gutachten vom 19. April 2012 diagnostizierte er eine TFCC-Läsion bei Ulnastyloidpse udarthrose Handgelenk links und ein CRPS Typ I postoperativ 28. Oktober 2009. Die TFCC-Läsio n sei auf den Unfall vom 29. De- zember 2008 zurückzuführen. Die Ulnastyloidpseudarthrose, die vor dem Unfall vom 29. De- zember 2008 bestanden habe und asymptomatisch gewesen sei, weise auf eine Schwachstelle der Handgelenkbiomechanik hin. Das Hämatom, die Schwe llung und die akuten Schmerzen nach dem Unfall vom 29. Dezember 2008 bewiesen eine Traumatisierung des Handgelenkes. Der Unfallmechanismus mit Sturz mit hoher Energie auf das extendierte, nach ulnar duzierte Handgelenk weise auf eine Distorsionsverletzung hin, a m wahrscheinlichsten eine TFCC- Läsion. Diese werde letztlich durch ein MRI, eine Arth roskopie und durch den intraoperativen Befund bestätigt. Auch das Ganglion müsse als unfallbed ingt gelten, denn als Folge der Verlet- zung mit gestörter Biomechanik habe sich eine chronische Synovitis im Handgelenk entwickelt. Das CPRS Typ I sei eine Folge der Operation vom 28. Oktober 2009. Zeichen eines drohenden CRPS seien schon beim Unfall 2004 beschrieben worden, ebenso wie in der Zeit zwischen dem Unfall vom 29. Dezember 2008 und der Operation am 28 . Oktober 2009. Im jetzigen Zeitpunkt (5. April 2012) sei die Versicherte wegen der Verletzun g an der rechten Hand 100% arbeitsun- fähig in ihrer alten angestammten Arbeit als Raumpfle gerin. In einer angepassten Arbeit, bei welcher sie ausschliesslich die rechte Hand einsetzen müsse, wäre sie zu 50% arbeitsfähig. Die Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeit müsste einhändig zu erledigen sein und die Ver sicherte würde vermehrt Pausen benöti- gen. Der Integritätsschaden für die linke Hand betrage 50% nach SUVA-Tabelle. 11. Die IV-Stelle beauftragte im Rahmen des Invalide nversicherungsverfahrens Dr. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. K.____, FMH Neurologie/Neuropsychologie, sowie Dr. med. I.____, FMH Innere Medizin und Rheumat ologie, mit dem Erstellen eines poly- disziplinären Gutachtens. Mit solchem vom 11. Januar 201 2 stellten die Gutachter in der Kon- sensbesprechung als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende soma- toforme Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktor en (ICD-10 F45.41), eine leichte depressive Stimmung, chronifiziert und eine trau matisierte Ulnarstyloidpseudoarthrose fest. In der aktuellen rheumatologischen und klinisch-neurologischen Untersuchung fänden sich bei der Versicherten leichte Residuen nach Operation im Handgelenkbereich links mit minim reduzierter Beanspruchbarkeit aus rheumatologischer Sic ht. Im Bereich des linken Vorderarms und Handbereichs könnten einzig eine teigige Schwellung sowie Berührungs- und Druckemp- findlichkeit mit gleichzeitigem Taubheitsempfinden als medizinisches Korrelat für eine Ein- schränkung der Belastbarkeit im linken Vorderarm objektivie rt werden. Die diskrete, nicht indu- rierte Schwellung des Handrückens links sei nicht ausreich end für die Diagnose eines CRPS, womit die Diagnose von Dr. G.____ vom rheumatologischen und neurologischen Gutachter heute nicht mehr bestätigt werden könne. Es bestehe kein Temperaturunterschied, keine Ver- änderung der sudomotorischen Aktivität und keine Verfä rbung. In Bezug auf die linke Ober- schenkelmuskulatur seien keine Paresen feststellbar. Die tho rako-lumbalen und Beckenring Beschwerden seien unspezifisch. Es lägen degenerative Ve ränderungen vor, diese könnten allerdings nicht mit den angegebenen Dysfunktionen in Verbindung gebracht werden. Im MRI vom 11. Oktober 2004 könnten eine zentrale Diskusprotrusi on L4/5 ohne Hinweis einer Einen- gung der Neuroforamina oder einer Nervenwurzel und be i L5/S1 eine diskrete breitbasige Diskusprotrusion, ohne Hinweis einer Einengung der Neur oforamina oder einer Nervenwurzel diagnostiziert werden. Ein radikulärer oder ein spondyl ogener Schmerz hätten aktuell nicht nachgewiesen werden können. Aus neurologischer und rheum atologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, auch nicht in der angestammten Tätigkeit. Aus psychiatri- scher Sicht sei es im Vergleich zu den Befunden und Beurt eilungen in den Vorgutachten von 2006 und 2009 zu keiner wesentlichen Verschlechterung de r Symptomatik gekommen. Auf- grund der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und der leichten depressiven Episode, die als chronifiziert beurteilt werden müsse, sei von ein er 30%ige Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen. 12. Mit Ergänzungsgutachten vom 3. Dezember 2012 nahm Dr. H.____ zum IV-Gutachten vom 11. Januar 2012 Stellung. Er führte an, dass sich sei ne Beurteilung nicht geändert habe. Das IV-Gutachten beinhalte hauptsächlich eine Interpret ation der Akten. Die Beurteilung der Beschwerden des linken Handgelenkes sei mangelhaft und entspreche nicht den Kriterien einer handchirurgischen Abklärung. Die heutigen Symptome wie Schwellung, Bewegungseinschrän- kung, Hypästhesie und Kraftverlust sprächen für ein CRPS im Endstadium. Livide Verfärbung, Temperaturunterschied, vermehrtes Schwitzen seien Symptom e der akuten Phase eines CRPS. Diese liege nun drei Jahre zurück, weshalb diese S ymptome fehlten. In seinem Gutach- ten vom 12. April 2012 seien die Kriterien eines CRPS festgehalten. Ein solches lasse sich Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach wie vor nicht ausschliessen. Die linke adominante Ha nd (Haltehand) der Versicherten könne wegen der Bewegungseinschränkung (Flexion/Extensio n 30-0-30° passiv / Radial- Ulnarduktion 10-0-15° passiv) und wegen des Schmerzprofils sowie der Kraftlosigkeit nicht ein- gesetzt werden. Für Arbeiten, die hauptsächlich beidhändig ausgeführt werden müssten, sei die linke obere Extremität nicht adäquat einsetzbar. Dies tr effe zu für die angestammte Arbeit im Reinigungsdienst. Ein kurzer Einsatz der linken Hand sei m öglich, verursache aber enorme Schmerzen, die lange andauerten und nur langsam wieder abklängen. Die Schmerzen verstärk- ten sich bei Handumwendebewegungen, die zum Beispiel beim Auswringen eines Putzlappens oder beim Führen eines Besens gemacht würden. Mit den Schmerzen komme es reflektorisch zur Kraftlosigkeit. Die Schmerzen willentlich zu überwi nden, ändere an dieser reflektorischen Kraftlosigkeit nichts. Eine angepasste Tätigkeit müsse hau ptsächlich einhändig zu erledigen sein. Da für manuelle Tätigkeiten in der Regel beide Hände benötigt würden, sei durch den funktionellen Ausfall einer Hand eine deutliche Verm inderung der Leistungsfähigkeit gegeben. Werde nun der verletzten, schmerzhaften Hand eine unte rgeordnete Einsatzfähigkeit wegen Bewegungseinschränkung zugestanden, müssten die zeitliche n Limitierungen und die verlän- gerten Erholungsphasen bei gelegentlichem Einsatz der ve rletzten Hand zur Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit dazu gerechnet werden. Eine Arbei tsfähigkeit von 50% sei zumutbar. Der funktionelle Ausfall der linken oberen Extremität betrage nach SUVA-Tabelle 50%. 13. Schliesslich nahm Dr. I.____ auf Anfrage der IV-St elle am 11. Dezember 2012 zum Hauptgutachten von Dr. H.____ vom 19. April 2012 hin sichtlich der diskrepanten Beurteilung der Handgelenkbeschwerden Stellung. Aus rheumatologisch er und neurologischer Sicht be- stünden aktuell keine Zeichen für einen Morbus Sudeck ( CRPS Typ I). Die Diagnosekriterien seien mehrfach nicht erfüllt. Auf den Röntgenbildern bzw. den MRT-Bildern seien ebenfalls kei- ne Anzeichen für ein CRPS sichtbar. Einzig eine Schwellu ng habe objektiviert werden können, was nicht für die Diagnose ausreiche. Ob nach dem Unfall und insbesondere nach der Operati- on ein verzögerter Heilverlauf und/oder allenfalls ein transientes Aufflammen eines CRPS Typ I, Grad I bestanden habe, sei nicht restlos geklärt, aber wahrscheinlich. Eine Einschränkung der Funktion könne somit für maximal zwölf Monate nach der Operation attestiert werden. Die Beur- teilung der TFCC-Läsion durch den Handchirurgen Dr. H.____ sei absolut korrekt und nachvoll- ziehbar. Eine TFCC-Läsion mit anschliessender Operation sei keine Bagatelle. Halte- und Drehbewegungen seien in dem Sinne limitiert, dass schwere Arbeiten nicht zumutbar seien. Mit der nicht dominanten Hand seien Hilfestellungen bei l eichten bis mittelschweren Arbeiten mög- lich. 14.1 Es stellt sich nun aufgrund der umfangreichen medi zinischen Aktenlage die Frage, ob die TFCC-Läsion und das CRPS Typ I auf den Unfall zurü ckzuführen sind und die Zürich die Heilbehandlungskosten und Taggelder dafür auszurichten hat. Wenn dem so wäre, wäre der Fallabschluss per 31. Januar 2009 zu früh erfolgt. In Bezug auf die TFCC-Läsion decken sich die Meinungen der handchirurgischen Fachärzte des C.____ und von Dr. H.____, dass der Unfall vom 29. Dezember 2008 eine massgebende Rolle am Verletzungsbild gespielt habe und die Opera tion vom 29. Oktober 2009 unfallbedingt notwendig gewesen sei. Dabei ist unerheblich, dass der U nfall nicht die alleinige Ursache der Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden war, eine Teilkausalität genügt. In diesem Sinne führte Dr. H.____ aus, dass vor- bestehend von einer Ulnastyloidpseudarthrose auszugehen sei, welche nicht oder nur geringfü- gig symptomatisch gewesen sei. Der Unfallmechanismus mit maximal extendiertem ulnarduzier- tem Handgelenk erkläre die TFCC-Läsion. Dafür spreche a uch das Hämatom praestyloidal und die Schwellung nach dem Unfall. Schliesslich sei durch die Arthro-CT das Ausmass der Verlet- zung bestätigt worden. Die zögerliche Abklärung der Handgelenkverletzung in der Annahme, es handle sich lediglich um eine banale Prellung habe d azu geführt, dass die Beschwerden erst spät behandelt worden seien. Diese gutachterlichen Ausführungen sind nachvollziehbar und schlüssig und decken sich mit den echtzeitlichen Berichten des C.____, weshalb darau f abgestellt werden kann. Soweit Dr. O.____ in seinem Bericht vom 21. Dezember 2009 geltend machte, dass die in der Arthro-CT festgestellte TFCC-Pathologie ätiopathogenetisch unklar bleibe und bei Nachweis eher als Zu- fallsbefund gelte, weshalb ein Zusammenhang mit dem Unfall nicht hergestellt werden könne, kann ihm nicht gefolgt werden. Insbesondere die Aussage , dass die Versicherte mit dieser Pa- thologie nicht hätte in der Lage sein können, zwei U nterarmgehstützen zur Entlastung ihres Körpergewichts zu verwenden, überzeugt nicht. Wie Dr. H .____ treffend darlegte, sei gerade die Tatsache, dass die Druckbelastung durch Aufstützen au f Amerikanerstöcken keine wesent- lichen Schmerzen auslöse typisch für eine TFCC-Läsion, da die entsprechende Zugbelastung nicht bestehe. Schliesslich bestätigte auch Dr. I.____ in seiner Stellungnahme vom 11. Dezem- ber 2012, dass an der handchirurgischen Beurteilung der TFCC-Läsion durch Dr. H.____ keine Zweifel bestünden. Somit ist - selbst wenn von einem Vorzustand auszugehen ist - der Kausal- zusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der TFCC-Läsion zu bejahen. 14.2 Strittig ist weiter, ob die Diagnose eines CPRS T yp I zutreffend ist. Dr. G.____, die be- handelnden Ärzte des C.____ sowie Dr. H.____ sind der A uffassung, dass sich ein solches nach der Operation entwickelt habe. Dr. H.____ vertritt zudem die Meinung, dass sich die Sym- ptome eines CRPS Typ I bereits vorher entwickelt hätten. Ein Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und CPRS Typ I sei auf jeden Fall gege ben. Dr. I.____ führte in seiner Stellung- nahme vom 11. Dezember 2012 dazu aus, dass nicht restlos geklärt werden könne, ob ein CRPS Typ I nach dem Unfall bzw. nach der Operation den Heilverlauf beeinträchtigt habe, hält dies aber für wahrscheinlich. In Würdigung der überein stimmenden echtzeitlichen Berichte des C.____ sowie der ausführlichen Auseinandersetzung des Spezialisten Dr. H.____ mit dem The- ma ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich nach der Operation ein CPRS Typ I entwickelte, womit auch diesbezüglich de r natürliche Kausalzusammenhang zum Unfallereignis zu bejahen ist. 15. Somit steht fest, dass die Leistungseinstellung p er Ende Januar 2009 und mithin einen Monat nach dem Unfall zu früh erfolgte. Es gilt als nac hgewiesen, dass die geltend gemachten Handgelenkbeschwerden schwerwiegender waren als angenom men und der Status quo sine bzw. der Status quo ante zum Zeitpunkt des verfügten Fa llabschlusses noch nicht erreicht war. Es stellt sich die Frage, ob nun ein medizinischer Endzust and erreicht ist und damit der Zeit- punkt des Fallabschlusses bestimmt werden kann. Aus den med izinischen Berichten geht her- vor, dass es sich bei der Operation der TFCC-Läsion nicht um einen banalen Eingriff handelte. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dies zeigte sich auch darin, dass der Heilverlauf nicht k omplikationslos verlief und sich ein CPRS Typ I entwickelte. Zum Zeitpunkt des Gutachtens vom 11. Januar 2012 kamen Dr. I.____ und Dr. K.____ zum Schluss, dass die diskrete, nicht induri erte Schwellung des Handrückens links nicht ausreichend für die Aufrechterhaltung der D iagnose eines CRPS Typ I sei. In seiner Stellungnahme vom 3. Dezember 2012 ergänzte Dr. H.___ _ seine Ausführungen im Gutachten vom 12. April 2012 zum CRPS Typ I in dem Sinne, dass die akute Phase vorbei sei. Dies bestä- tigte Dr. I.____ in seiner Stellungnahme vom 11. De zember 2012 und fügte an, dass eine Ein- schränkung der Funktion des Handgelenkes demzufolge für ma ximal zwölf Monate nach der Operation attestiert werden könne. Gestützt auf diese m edizinischen Ausführungen darf davon ausgegangen werden, dass zum Zeitpunkt der gutachterli chen Untersuchungen von Dr. H.____, Dr. I.____ und Dr. K.____ von einer wesentli chen Verbesserung der Handgelenksitua- tion durch Heilbehandlungsmassnahmen nicht mehr auszugehen war, insbesondere da die aku- te Phase der Erkrankung abgeklungen war. Gestützt auf d en zeitlichen Anhaltspunkt von Dr. I.____ darf angenommen werden, dass die Heilbehandlun g Ende Oktober 2010 soweit abge- schlossen war, dass von einem Endzustand gesprochen werden k ann. Desgleichen darf davon ausgegangen werden, dass für diese Heilungszeit eine 1 00%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Hinsichtlich der weiteren nach dem Unfall gelten d gemachten linksseitigen Beschwerden, insbesondere der Kopf- und Genickschmerzen, Beinschmerzen, H üftschmerzen und Fuss- schmerzen ist den Ausführungen im IV-Gutachten vom 11. Januar 2012 zu folgen. Gemäss Konsensbesprechung der Gutachter sei es seit der gutachterlichen Beurteilung im Jahr 2009 zu keiner wesentlichen Verbesserung gekommen, womit ebenfa lls spätestens Ende Oktober 2010 der Endzustand als eingetreten gilt. Weitere therapeu tische Massnahmen werden denn auch nicht empfohlen. Die Beschwerden sind folglich in dem Sinne gutzuheissen, dass die Beschwerdegegnerin ver- pflichtet ist, die gesetzlichen Leistungen über den 31. Ja nuar 2009 hinaus auszurichten, in dem sie bis zum 31. Oktober 2010 die Heilbehandlung zu über nehmen und Taggelder entsprechend einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszurichten hat. I m Weiteren hat sie nun unter der neuen Sachlage die Rentenfrage und den Anspruch auf eine I ntegritätsentschädigung zu beurteilen und entsprechend neu zu verfügen. Aufgrund der Komplexi tät des Falles wäre es von Vorteil, die Rentenfrage in Koordination mit der IV-Stelle zu prüfen. 16. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung bei Dr . H.____ in Höhe von Fr. 6'000.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt (vgl. BGE 137 V 210, E. 4.4.2 und Urteil des Bun- desgerichts vom 6. Juni 2013, 8C_984/2012). 17. Gemäss Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführ erin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Der Rechtsvertreter macht gemäss aktuelle r Honorarnote vom 31. Mai 2013 28 Stunden à Fr. 250.-- Stunden geltend. Darunter sind 105 Minuten für die Urteilsberatung und die Nachbesprechung mit der Klientin aufgeführt. Recht sprechungsgemäss sind 60 Minuten für die Nachbesprechung zu gewähren. Eine Teilnahme an d er Urteilsberatung wird nicht voraus- gesetzt, weshalb 45 Minuten zu streichen sind. Weiter wer den 1.25 Stunden à Fr. 166.-- Volon- tärsarbeit geltend gemacht. Der Stundenansatz für Volo ntärinnen und Volontäre beträgt praxis- gemäss Fr. 140.--. Der Stundenansatz ist demnach zu kürze n. Die Beschwerdegegnerin hat Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht somit dem Rechtsvertreter eine reduzierte Parteientschä digung in Höhe von Fr. 8'427.05 (in Berücksichtigung eines Aufwandes von 28 Stunden und 15 M inuten à Fr. 250.-- und eines Auf- wandes von 1.25 Stunden à Fr. 140.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 542.-- und 8% Mehr- wertsteuer) auszurichten. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerden wird der Einsp racheentscheid der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG vom 4. Januar 2011 a ufgeho- ben und diese verpflichtet, die gesetzlichen Leistungen über den 31. Januar 2009 hinaus zu erbringen. Bis 31. Oktober 201 0 hat sie die Heilbehandlung zu übernehmen und Taggelder auszurichte n. Einen Anspruch auf Rente und Integritätsentschädigung hat sie im Sinne der Erwägungen zu prüfen und darüber neu zu verfügen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung bei D r. med. H.____ in Höhe von Fr. 6'000.-- werden der Zürich Versicherungs-Ge sellschaft auferlegt. 4. Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG hat der Beschw erdeführerin A.____ eine reduzierte Parteientschädigung in der Höh e von Fr. 8'427.05 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdegegnerin am 12.09.2013 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_629/2013 ) erhoben. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht http://www.bl.ch/kantonsgericht