Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2020 28 Entscheid vom 24. August 2020 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident Monica Huber-Landolt, Richterin lic.iur. Karl Gasser, Richter MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin MLaw B.________, gegen 1.Bezirk Einsiedeln, Bau- und Umweltbehörde, Hauptstrasse 78, Postfach 161, 8840 Einsiedeln, 2.Amt für Raumentwicklung ARE, Bahnhofstrasse 14, Postfach 1186, 6431 Schwyz, 3.Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz, Vorinstanzen, Gegenstand Planungs- und Baurecht (Farb- und Materialkonzept)2 Sachverhalt: A.A.________ ist Eigentümerin (nachstehend: Bauherrschaft) des Grunds- tücks KTN 001. Das Grundstück liegt in der Landwirtschaftszone. Auf dem Grundstück befand sich unter anderem das vermutlich im 18. Jahrhundert erbau- te Wohnhaus C.________. Es wurde im Jahr 1978 ins kantonale Inventar ge- schützter Bauten und Objekte (KIGBO; per 1.1.2020 abgelöst vom Kantonalen Schutzinventar [KSI]) aufgenommen. Auf Ersuchen der Bauherrschaft vom 8. Juli 2016 und nach den entsprechenden Abklärungen hat der Regierungsrat das Haus C.________ mit RRB Nr. 806 vom 6. November 2018 aus dem KIGBO ent- lassen. Rund 50 m westlich des Hauses C.________ befindet sich auf KTN 002 das Haus D.________, das im KSI unter der Objektnummer xy erfasst ist. Gemäss dem Restaurierungsbericht 1999 wird das Haus D.________ ebenfalls ins (späte) 18. Jahrhundert datiert. B.Bereits vor der Entlassung des Wohnhauses aus dem KIGBO reichte die Bauherrschaft am 13. August 2018 dem Bezirksrat Einsiedeln das Baugesuch für den Abbruch und den Neubau des Wohnhauses C.________ auf KTN 001 ein. Das Baugesuch wurde im Amtsblatt Nr. yz publiziert und öffentlich aufgelegt. Es wurden keine Einsprachen erhoben. Mit Gesamtentscheid vom 25. Januar 2019 erteilte das Amt für Raumentwicklung (ARE) die kantonale Bewilligung wie folgt: 1. Die kantonale Baubewilligung für das Baugesuch B 2018-1491 von A.________ wird im Sinne der Erwägungen und unter den Auflagen und Nebenbestimmungen der zuständigen Stellen gemäss Kap. II, Ziffern 1 ff. erteilt. 2.-6. (Auflagen der EKZ Einsiedeln, Gebühren, Rechtsmittelbelehrung, Zustellung). Gestützt auf diesen Gesamtentscheid und unter Eröffnung desselben entschied die Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln mit Beschluss Nr. 015 vom 4. Februar 2019 wie folgt: 1. Die nachgesuchte Baubewilligung wird gestützt auf § 81 PBG und Art. 60 BauR sowie unter folgenden Bedingungen und Auflagen erteilt: 1.1.-1.5. (Genehmigte Pläne, Baufreigabe, etc.) 1.6. Die Farb- und Materialwahl für das Bauvorhaben ist spätestens mit der Meldung der Rohbaukontrolle bzw. frühzeitig mit der kantonalen Denkmalpflege abzusprechen und festzulegen. 2.-9.(Brandschutz, Abwasser, Umweltschutz, Geltungsdauer, Gebühren, Rechtsmittelbelehrung, Zustellung). Diese Baubewilligung erwuchs in Rechtskraft und wurde teilweise bereits kon- sumiert. 3 C.Am 29. Mai 2019 liess die Bauherrschaft durch das Architekturbüro E.________ beim Bezirk Einsiedeln das Farb- und Materialkonzept vom 24. Mai 2019 zur Genehmigung einreichen. Die Denkmalpflegerin äusserte sich mit Stel- lungnahme zuhanden der Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln negativ zum Fa- rb- und Materialkonzept, welches an sämtlichen Fassaden braune Eternitschin- deln, Kunststofffenster, Metalltüren sowie Pfannenziegel vorsah. Auf Aufforde- rung der Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln vom 18. Juni 2019 und 19. Juli 2019, ein überarbeitetes Farb- und Materialkonzept vorzulegen, wandte sich die Bauherrschaft direkt an die Denkmalpflegerin. Am 12. August 2019 stellte sie das überarbeitete Farb- und Materialkonzept, das unter anderem wiederum braune Eternitschindeln und Pfannenziegel vorsah, anlässlich einer Sitzung der Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln vor. Diese lehnte auch das überarbeitete Farb- und Materialkonzept gestützt auf eine Stellungnahme der Denkmalpflegerin vom 26. Juli 2019 mit Protokollauszug vom 14. August 2019 ab. Auf Verlangen der Bauherrschaft vom 18. August 2019, nach Gewährung des rechtlichen Gehörs am 28. August 2019 und auf erneutes Verlangen der Bau- herrschaft vom 29. August 2019 entschied die Bau- und Umweltbehörde Einsie- deln mit Beschluss Nr. 139 vom 2. September 2019 wie folgt: 1. Das mit Datum vom 24.05.2019 eingereichte Farb- und Materialkonzept wird gestützt auf die Stellungnahme der kantonalen Denkmalpflege abgelehnt. Für die diesbezügliche Ausführung kann keine Bewilligung erteilt werden. 2. Sämtliche Arbeiten am Gebäude, welche noch nicht bewilligte Farben oder Materialien betreffen, sind bis zum Vorliegen eines rechtskräftig bewilligten Farb- und Materialisierungskonzeptes untersagt. Für diese Arbeiten wird ein sofortiger Baustopp verfügt. 3.-6.(Hinweis auf Art. 292 StPO; Behandlungsgebühr; Rechtsmittelbelehrung; Zufertigung). D.Gegen diesen Beschluss der Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln erhoben A.________ mit Eingabe vom 20. September 2019 Beschwerde beim Regie- rungsrat des Kantons Schwyz mit den folgenden Anträgen (Verfahren VB 202/2019): 1. Der Beschluss der Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln Nr. 139 vom 2. September 2019 sei aufzuheben. Das mit Datum vom 24. Mai 2019 eingereichte Farb- und Materialisierungskonzept sei zu bewilligen und der sofortige Baustopp für sämtliche Arbeiten am Gebäude, welche noch nicht bewilligte Farben oder Materialien betreffen, sei aufzuheben. 2. Eventualiter sei die Sache an die Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln zur Neubeurteilung zurückzuweisen.4 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz (zzgl. 7.7 % MwSt.). E.Mit Beschluss (RRB) Nr. 18/2020 vom 14. Januar 2020 entschied der Re- gierungsrat wie folgt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten (inklusive Kanzleikosten) im Betrag von Fr. 1500.-- werden den Beschwerdeführern auferlegt (…). 3. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen. 4.-6. (Rechtsmittelbelehrung; Zustellung). F.Gegen diesen RRB (Versand am 21.1.2020) erheben A.________ mit Ein- gabe vom 11. Februar 2020 (Postaufgabe am gleichen Tag) fristgerecht Be- schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit den folgenden An- trägen: 1. Der Beschluss des Regierungsrats des Kantons Schwyz Nr. 18/2020 vom 14.01.2020 sei aufzuheben. 2. Der Beschluss Nr. 139 der Bau- und Umweltbehörde des Bezirks Einsiedeln sei aufzuheben. 3.1 Es sei das mit Datum vom 24.05.2019 von den Beschwerdeführern eingereichte Farb- und Materialkonzept zu bewilligen, wobei die Materialisierung der Südfassade, welche gemäss Farb- und Materialkonzept vom 24.05.2019 mit Eternitschiefer (Swisspearl FASSADENSCHIEFER, Rechteckstreifen mit gestutzten Ecken 6x100x150, TR 912 braun) geplant war, von der Bewilligung auszunehmen ist. 3.2 Es sei der verfügte Baustopp aufzuheben, wobei der Baustopp in Bezug auf die Farb- und Materialgebung der Fassadeneindeckung der Südfassade aufrecht zu erhalten ist. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten der Vor- instanzen vor allen Instanzen. Zudem werden folgende Anträge zum Verfahren gestellt: 1. Das Verfahren sei bis zum einseitigen Widerruf durch eine Partei einstweilen zu sistieren. 2. Es wird die Durchführung einer mündlichen Verhandlung beantragt. G.Das Sicherheitsdepartement beantragt mit Vernehmlassung vom 28. Fe- bruar 2020 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten der Be- schwerdeführer; gegen die beantragte Sistierung wird nicht opponiert. Überdies nimmt das Sicherheitsdepartement Vormerk davon, dass die Beschwerdeführer mit der Verkleidung der Südfassade des Wohnhauses mit Holzschindeln einver- standen sind.5 Das ARE erklärt sich vernehmlassend am 16. März 2020 unter Bezugnahme auf einen Mitbericht des Amtes für Kultur (Abteilung Denkmalpflege) vom 13. März 2020 und unter Einreichung desselben mit einer einstweiligen Sistierung einver- standen, wobei sich die Bauherrschaft bis dato nicht sehr kooperativ verhalten habe. Der Aufhebung des Baustopps könne das ARE nur in dem Umfang zu- stimmen, als dass sich die widerrechtliche Situation nicht zusätzlich verstärke. Namentlich dürften am ganzen Haus nicht zusätzliche Materialien eingebaut werden, die den regionalen Eigenheiten widersprächen (z.B. Fenster, Jalousien, Türen und Wände aus Aluminium oder Kunststoff). Für diese Bauteile sei zwin- gend Holz zu verwenden. Insofern beziehe sich der verfügte Baustopp nicht bloss auf die Südfassade. Im Übrigen werde die Abweisung der Beschwerde un- ter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführer beantragt. Die Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln stellt mit Vernehmlassung vom 27. März 2020 folgende Anträge: 1. Die Bau- und Umweltbehörde stimmt dem Antrag der Beschwerdeführer um einstweilige Sistierung des Verfahrens unter Vorbehalt der Stellungnahme des Amtes für Raumentwicklung vom 16. März 2020 zu. 2. Die Bau- und Umweltbehörde lehnt den Antrag der Beschwerdeführer um Aufhebung des Baustopps unter Verweis auf die Ausführungen in Beschluss Nr. 139 vom 2. September 2019 sowie unter Verweis auf die Stellungnahme im Beschluss Nr. 181 vom 4. November 2019 (Vernehmlassung in der Beschwerdesache VB 202/2019) ab. 3. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen und der Beschluss der Bau- und Umweltbehörde (Baudossier-Nr. 2018-0114) zu bestätigen. H.Mit gerichtlichem Schreiben vom 30. März 2020 sistierte der verfahrenslei- tende Richter das Verfahren einstweilen bis 8. Mai 2020. I.Innert erstreckter Frist reichen die Beschwerdeführer am 13. Mai 2020 eine Stellungnahme ein mit folgenden geänderten Anträgen: 1. Im Verfahren Nr. III 2018 28 sei im Sinne des Vergleichs vom 11.05.2020 durch das Verwaltungsgericht ein Teilurteil zu fällen. Die Beschlüsse Nr. 18/2020 vom 14.01.2020 des Regierungsrats sowie Nr. 139 vom 02.09.2019 der Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln seien insoweit aufzuheben, als sie dem Vergleich vom 11.05.2020 widersprechen. 2.1 Das unter der Verfahrensnummer III 2020 28 noch hängige Beschwerdeverfahren sei in Bezug auf die nachfolgenden, nicht genehmigten Teile des Farb- und Materialkonzepts der Beschwerdeführer vom 24.04.2019 durch das Verwaltungsgericht fortzusetzen: a. Kunststofffenster mit Sprossen, Standard-Weiss; b. Fenstereinfassungen aus Metall, EBL nach Standard-Weiss.6 2.2 Das von den Beschwerdeführern am 24.05.2020 eingereichte Farb- und Materialisierungskonzept sei bezüglich: a. Kunststofffenster mit Sprossen, Standard-Weiss; und b. Fenstereinfassungen aus Metall, EBL nach Standard-Weiss zu genehmigen. 2.3 Der verfügte Baustopp betreffend Fenster und Fenstereinfassungen sei aufzuheben. 3. Im Übrigen sei das Verfahren infolge Vergleichs durch das Verwaltungsgericht infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben (vgl. vorstehende Ziff. 2 f.). 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanzen und des Staates. J.Mit Teilentscheid III 2020 95 vom 26. Mai 2020 erkennt der Einzelrichter des Verwaltungsgerichts: 1. Der angefochtene RRB Nr. 18/2020 vom 14. Januar 2020 sowie der Beschluss Nr. 139 vom 2. September 2019 der Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln vom 2. September 2019 werden insoweit aufgehoben, als sie dem Vergleich vom 11. Mai 2020 (Ingress lit. I) widersprechen. Das verwaltungsgerichtliche Verfahren III 2020 28 wird entsprechend im Sinne der Erwägungen (Erw. 1.3.1 ff.) insoweit gegenstandslos, als das Farb- und Materialkonzept vom 24. Mai 2019 mit dem Vergleich vom 11. Mai 2020 genehmigt und/oder auf eine Umsetzung desselben verzichtet wurde. 2. Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen dieses Teilentscheids wird mit dem Entscheid im (Haupt-)Verfahren III 2020 28 befunden. 3. Den Vorinstanzen wird Frist bis spätestens 17. Juni 2020 angesetzt, um dem Verwaltungsgericht Bemerkungen zur Stellungnahme der Beschwerdeführer vom 13. Mai 2020 einzureichen. Im Unterlassungsfall wird Verzicht angenommen. 4./5. Rechtsmittelbelehrung / Zustellung K.Der Regierungsrat verzichtet am 15. Juni 2020 unter Hinweis auf seinen angefochtenen RRB Nr. 18/2020 vom 14. Januar 2020 und die Vernehmlassung vom 28. Februar 2020 auf eine weitere Stellungnahme. L.Mit Stellungnahme vom 16. Juni 2020 beantragt das Amt für Kultur bzw. die Kantonale Denkmalpflege: 1. Die Beschwerde sei, soweit nicht bereits durch den Teilentscheid des Gerichts gegenstandslos geworden, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführer abzuweisen. 2. Das eingereichte Farb- und Materialkonzept vom 24.5.2020 bezüglich Fenster und Fenstergewänden sei nicht zu genehmigen. M.Am 24. Juni 2020 verzichten die Beschwerdeführer auf eine weitere Stel- lungnahme.7 Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1.1Im Nachgang zum Gesuch vom 8. Juli 2016 um Entlassung des Hauses C.________ aus dem KIGBO führte der Bezirksrat am 9. September 2016 im Beisein des kantonalen Denkmalpflegers einen Augenschein vor Ort durch. Gemäss dem Protokollauszug der Baubehördensitzung vom gleichen Tag stellte die Baubehörde klar, dass "Lage, Situationswert, Ensembleschutz" vor "ge- schichtlicher Hintergrund, Alter" sowie "kunsthistorische, architektonische oder handwerkliche Elemente" am stärksten zu gewichten seien. Ein Neubau müsse "wesensgleich erstellt werden, insbesondere die markante Südfassade". 1.1.2Mit Schreiben vom 30. August 2017 führte das Amt für Landwirtschaft (das die Bewilligungsfähigkeit der für den Neubau zunächst geplanten drei Wohnun- gen in der Landwirtschaftszone im Sinne einer Vorabklärung auf Anfrage der Be- schwerdeführer vom 5.2.2017 prüfte) unter anderem aus, die Gestaltung und Ma- terialisierung des Ersatzbaus sei besonders gut an die bestehende Bausubstanz in der nahen Umgebung anzupassen, weil das (bestehende) Wohngebäude eine Gebäudegruppe mit einem weiteren geschützten Wohnhaus (KIGBO-Objekt Nr. xy) bilde. Am 11. Mai 2018 reichte die Bauherrschaft dem Amt für Landwirtschaft per E- Mail ein überarbeitetes Projekt (Planunterlagen vom 27.4.2018) ein. Die Fassa- denpläne Nord/Süd und Ost/West (Pläne Nrn. 720-16-103 und 720-16-104, 1:100, vom 27.4.2018) enthalten an der Südfassade den Vermerk "Holzschindel" und an der Nordfassade den Vermerk "Eternitschindel". Unter Bezugnahme auf die Beurteilung dieses Projektes durch das Amt für Landwirtschaft vom 29. Juni 2018 (worin auch Bezug genommen wird auf eine Stellungnahme der Denkmalpflege vom 18. Mai 2018) ersuchte der Bezirksrat mit Beschluss Nr. 139 vom 29. August 2018 den Regierungsrat, das Haus C.________ aus dem KIGBO zu entlassen. In Erw. 4 führt der Bezirksrat aus, dass das eingeforderte, wesensgleiche Projekt vorliege. 1.1.3Mit RRB Nr. 806/2018 vom 6. November 2018 entliess der Regierungsrat das Haus C.________ aus dem KIGBO. Unter Bezugnahme auf die Beurteilung der kantonalen Denkmalpflege erwog der Regierungsrat Folgendes (Erw. 1.6): Beim Bauernhaus C.________ handelt es sich um einen vermutlich 1796 erbauten und ursprünglich verschindelten Blockbau. Die Nord- und Nordwestfassade sowie das Dach wurden nachträglich mit Eternit neu verkleidet. Es handelt sich um ein typisches zweiraumtiefes und eher kleinteiliges Bauernhaus ohne Quergang. Diese einfachen Holzhäuser wurden oft in wirtschaftlichen Grenzertragslagen gebaut. Das Bauernhaus weist niedrige Raumhöhen auf und befindet sich in einem 8 schlechten Zustand. Aufgrund dieser wohnhygienischen Mängel rechtfertigt sich eine Entlassung des Bauernhauses aus dem KIGBO. In Erw. 2.1 f. wird festgehalten, dass das Nachfolgeprojekt die von der kantona- len Denkmalpflege geforderten Bedingungen hinsichtlich des Situationswertes und des Ensembleschutzes erfüllt. Sowohl die kantonale Denkmalpflege als auch der Bezirksrat stimmten vor diesem Hintergrund der Entlassung aus dem KIGBO zu. Die Qualität des Gebäudes liege weniger in seiner historischen Substanz und Überlieferung als in seinem Situationswert, der jedoch mit einem sorgfältig ge- stalteten und eingepassten Ersatzneubau aufrechterhalten werden könne. 1.1.4Das Baugesuch vom 13. August 2018 (Eingang am 16.8.2018) weist die Fassaden sowie den Schnitt auf einem Plan (Plan Nr. 720-16-102, 1:100, vom 9.8.2018) aus, der in der Folge auch genehmigt wurde. Die Fassaden entspre- chen im Wesentlichen denjenigen gemäss den Plänen vom 27. April 2018. Der Hinweis "Eternitschindel" findet sich nunmehr neben der Nordseite auch auf der West- und Ostfassade, während für die Südfassade nach wie vor Holzschindeln vorgesehen sind. Bei der Frage nach der Material- und Farbwahl hat die Bauherrschaft im Bauge- such (Ziff. 6 Allgemeine Fragen) zu den Fassaden unter "neu" notiert "Holz- Eternitschind." (Farbe braun; bestehend "Schindeln/Eternit", Farbe braun), beim Sockel "verputzt" (Farbe Hellgrau; wie bestehend) sowie beim Dach "Ziegel" (Fa- rbe Braunrot; für "bestehend" Eternit in grauer Farbe). 1.1.5Mit Gesamtentscheid vom 25. Januar 2019 erteilte das ARE unter anderem die kantonale Bewilligung mit der Auflage des Amtes für Kultur, dass die Materi- alisierung und die Farbgebung der kantonalen Denkmalpflege vorzulegen und von ihr bewilligen zu lassen ist. Dies wird damit begründet, dass die Qualität des Gebäudes weniger in seiner historischen Substanz und Überlieferung als im Si- tuationswert liegt, der jedoch mit einem sorgfältig gestalteten und eingepassten Ersatzneubau aufrechterhalten werden könne. Der Situationswert müsse zu- sammen mit dem Nachbargebäude, welches im KIGBO unter der Nr. xy vermerkt sei, erhalten bleiben. Ein Neubauprojekt müsse daher die wesentlichen charakte- ristischen Merkmale des bestehenden Blockbaus aufweisen. 1.1.6Am 3. Juni 2019 (Eingang) reichte die Bauherrschaft das Farb- und Materi- alkonzept (Plan-Nr. 720-16-231, 1:100, vom 24.5.2019) ein. Geplant ist (vgl. Beschwerde S. 8 f. Rz. 19 unter Hinweis auf das Farb- und Ma- terialkonzept vom 24.5.2019): - Swisspearl Fassadenschiefer in braun an allen Fassaden, 9 - im Erdgeschoss Verputz Feinabrieb Standard-Weiss, - Sockelputz gestrichen grau, - im 2. Obergeschoss Deckenleistenschalung druckimprägniert braun, - Pfannenziegel braun-rot, - Untersichten Vordach gestrichen braun, - Kunststofffenster mit Sprossen in Weiss, - Fenstereinfassung aus Metall in Weiss, - Aussentüren aus Metall in Weiss, - Spenglerarbeiten in Kupferblech, blank, - Fensterläden aus Aluminium in Moosgrün. Mit E-Mail 13. Juni 2019 empfahl die kantonale Denkmalpflegerin der Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln "dringend ein angemessenes Materialkonzept einzu- fordern"; dies heisse Holzfenster, Holzläden, Holz-Fenstereinfassungen, Holz- türen, Biberschwanz- oder Doppelmuldenziegel und Holzschindeln. Die Bau- und Umweltbehörde des Bezirks stellte an die Bauherrschaft mit Protokollauszug vom 18. Juni 2019 und Schreiben vom 19. Juli 2019 die entsprechende Forderung. Die Bauherrschaft nahm mit E-Mail vom 22. Juli 2019 an die kantonale Denkmal- pflegerin Stellung. Unter anderem wurde dargelegt, bei der Grobplanung sei, wie vom Amt für Landwirtschaft empfohlen worden sei, auf drei Seiten mit Eternit und an der südlichen Giebelfront mit Holzschindeln geplant worden. Bei der Detail- planung habe sich diese Differenzierung jedoch nicht als gut herausgestellt. Der vorgesehene Typ von Eternitschindeln komme Holzschindeln sehr nahe. Die Denkmalpflegerin hielt mit E-Mail vom 26. Juli 2019 an der Echtheit und Natür- lichkeit der Materialien fest. Die Bau- und Umweltbehörde erachtete mit E-Mail vom 29. Juli 2019 eine Begehung nicht für notwendig. Am 12. August 2019 stellte die Bauherrschaft das (unveränderte) Farb- und Materialkonzept der Bau- und Umweltbehörde vor. Die Bau- und Umweltbehörde beschloss hierauf, an ihrer Ablehnung des vorgeschlagenen Farb- und Materialkonzepts festzuhalten, was der Bauherrschaft am 16. August 2019 per E-Mail unter Beilage des entspre- chenden Auszugs aus dem Protokoll mitgeteilt wurde. 1.2Der Regierungsrat verneinte im angefochtenen Entscheid eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführer (Erw. 1). Des Weiteren misst er insbesondere dem Fachbericht des Amtes für Kultur bzw. der Denkmalpflege in der Vernehmlassung des ARE vom 31. Oktober 2019 ein grosses Gewicht bei (Erw. 4.4 f.). Die Beschwerdeführer hätten um die strenge Auflage für eine Reno- vation gewusst; die Entlassung aus dem KIGBO sei nur bewilligt worden, weil ein bewilligungsfähiges Ersatzbauprojekt vorgelegt worden sei. Einen Anspruch auf Vertrauensschutz könnten die Beschwerdeführer nicht geltend machen 10 (Erw. 4.7). Ein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht sei zu verneinen. Die Situation bei der von den Beschwerdeführern angesprochenen Kapelle St. Josef sei ohnehin nicht vergleichbar (Erw. 5). 1.3Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 11. Februar 2020 beantragten die Beschwerdeführer, das am 24. Mai 2019 eingereichte Farb- und Materialkonzept zu bewilligen, verzichteten jedoch auf die Materialisierung der Südfassade mit Eternitschiefer. Die Beschwerdeführer akzeptieren, dass die Südfassade eines Neubaus - in Übereinstimmung mit den Forderungen der Vorinstanzen sowie der kantonalen Denkmalpflege - mit Holzschindeln eingedeckt wird (Verwaltungsge- richtsbeschwerde vom 11.2.2020 S. 10 Rz. 24). 1.4Gemäss Vernehmlassung des ARE vom 16. März 2020 hielt das Amt für Kultur (Abt. Denkmalpflege) fest, dass die Qualität der Situation und des Ensem- bles zusammen mit dem Nachbargebäude und einem sorgfältig gestalteten Er- satzneubau gewahrt werden müsse. Ein entsprechendes Material- und Farbkon- zept müsse somit die wesentlichen charakteristischen Merkmale des bestehen- den Blockbaus aufweisen, damit der Situationswert des Ensembles nicht beein- trächtigt werde. Gemäss den Angaben der Bauernhausinventarisation von 1986 und Fotografien von 2016 sei der historische Blockbau auf der Südseite mit Holzschindeln verkleidet gewesen. Die drei anderen Fassaden wie auch das Dach seien nachträglich mit Eternitschindeln versehen worden. Die Fenster, die Fenstergewände und die Jalousien seien aus Holz konstruiert gewesen. Unter Berücksichtigung von § 56 des Planungs- und Baugesetzes (PBG; SRSZ 400.100) vom 14. Mai 1987 müssten sich Ersatzbauten im landwirtschaftlichen Kontext in den Bestand und das Landschaftsbild einpassen. Das vorhandene Bebauungsmuster sei zu wahren und der Bezug zu den regionalen Eigenheiten müsse spürbar bleiben. Die Identität des Ortes und des Ensembles müsse be- wahrt werden. Zu diesen regionalen Eigenheiten gehöre auch die Echtheit der Materialität. Die historischen Blockbauten würden einem einheitlichen Schema folgen: über einem muralen Sockelgeschoss folge der Oberbau in Holz. Sämtli- che Bauteile des Oberbaus inkl. dem Dachstuhl seien in Holz ausgeführt worden. Die Echtheit und die Natürlichkeit der Materialien stünden im Vordergrund. Holz sei ein lebendiger Baustoff, es reagiere auf das Klima und die Sonneneinstrah- lung und altere ganz natürlich. Materialien wie Kunststoff oder Metall blieben starr und unverändert und seien nicht charakteristische Materialien im landwirt- schaftlichen Kontext. Sie würden den Gestaltungsprinzipien unserer Kulturland- schaft bzw. unserer Bautradition widersprechen. Zudem sei Holz auch in der heutigen Fachwelt ein äusserst bewährtes und beliebtes Baumaterial, auch im Neubaubereich.11 Im Fazit führte das Amt für Kultur aus, dass Kunststofffenster, Metalljalousien, Metallzargen und Metalltüren nicht einer angemessenen Materialisierung eines Ersatzneubaus im landwirtschaftlichen Kontext entsprechen würden. Sie beein- trächtigten die Wirkung des Schutzobjektes D.________ und des Ensembles auf der markanten Geländekante. Regionale Eigenheiten wie charakteristische Mate- rialien (Holzfenster, Holzjalousien, Holzgewände und Holztüren) müssten umge- setzt werden. 1.5Im Vergleich zwischen den Beschwerdeführern und dem Bezirk bzw. dem ARE vom 11. Mai 2020 wurden u.a. folgende Vereinbarungen getroffen (Bf-act. 4): 1. Die Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln sowie das Amt für Raumentwicklung genehmigen die folgenden Teile des Farb- und Materialkonzepts der Beschwerdeführer vom 24.05.2019 wie folgt: a. Swisspearl Fassadenschiefer, Rechteckstreifen mit gestutzten Ecken 6x100x150, TR 912 R (braun) an der Nord-, Ost- und Westfassade; b. Verputz EG 2mm, Fertigabrieb Standard-Weiss; c. Sockelputz, gestrichen grau; d. Deckleistenschalung 2. OG 150x20/45x15mm, Druckimprägniert (braun); e. Pfannenziegel, Nelskamp Finkenberger (braun-rot); f. Untersichten Vordach: Vordachschalung gestrichen, LüTop Lasurkollektion 1261 (braun); g. Aussentüren aus Metall, EBL nach Standard-Weiss; h. Spenglerarbeiten in Kupferblech blank. Nicht genehmigt werden die folgenden Teile des Farb- und Materialkonzepts der Beschwerdeführer vom 24.05.2019: a. Swisspearl Fassadenschiefer, Rechteckstreifen mit gestutzten Ecken 6x100x150, TR 912 R (braun) an der Südfassade; b. Kunststofffenster mit Sprossen, Standard-Weiss; c. Fenstereinfassungen aus Metall, EBL nach Standard-Weiss; d. Fensterläden aus Aluminium, EBL nach RAL 6005 (moosgrün.) 2. Der Beschwerdeführer verpflichtet sich [recte: die Beschwerdeführer verpflichten sich], die Südfassade der Baute mit runden Holzschindeln in der Farbe braun einzudecken gemäss der mit Beschluss der Bau- und Umweltbehörde Nr. 015 vom 04.02.2019 erteilten Baubewilligung. Diese Baubewilligung ist bereits rechtskräftig - eine erneute Genehmigung der Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln sowie des Amts für Raumentwicklung erübrigt sich damit. Beide sind einverstanden. Das Farb- und Materialkonzept der Beschwerdeführer vom 24.05.2019 wird somit in Bezug auf den Swisspearl Fassadenschiefer, Rechteckstreifen mit gestutzten Ecken 6x100x150, TR 912 R (braun) an der Südfassade gegenstandslos (vgl. vorstehende Ziff. 1). 3. Die Beschwerdeführer verzichten einstweilen auf die Erstellung von Fensterläden. Die Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln sowie das Amt für Raumentwicklung genehmigen diesen Verzicht. Sollten die Beschwerdeführer dereinst dennoch Jalousien oder Fensterläden erstellen wollen, wäre hierfür 12 ein neues Gesuch einzureichen. Das Farb- und Materialkonzept der Beschwerdeführer vom 24.05.2019 wird somit in Bezug auf die Fensterläden aus Aluminium, EBL nach RAL 6005 (moosgrün) gegenstandslos (vgl. vorstehende Ziff. 1). 4. Aufgrund des vorliegenden Teilvergleichs ist es den Beschwerdeführern möglich, die Arbeiten bezüglich der genehmigten Teile des Farb- und Materialkonzepts vom 24.05.2019 fortzuführen und fertigzustellen. Die Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln sowie das Amt für Raumentwicklung genehmigen die Aufhebung des verfügten Baustopps in Bezug auf die genehmigten Teile des Farb- und Materialkonzepts gemäss vorstehender Ziff. 1 - 3. (…). 1.6Dementsprechend haben die Beschwerdeführer anschliessend mit Stel- lungnahme vom 13. Mai 2020 ihre Anträge angepasst, weshalb der Streitgegen- stand des vorliegenden Verfahrens lediglich noch die Kunststofffenster mit Sprossen, Standard-Weiss, und die Fenstereinfassungen aus Metall, EBL nach Standard-Weiss, sowie den hierzu verfügten Baustopp umfasst. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Kunststoff-Fenster bereits eingebaut wurden und diese gemäss den Vorinstanzen durch Holzfenster ersetzt werden müssen. Gemäss Vorbringen der Beschwerdeführer habe sich die Situation aufgrund der Teileinigung grundlegend verändert. Im Rahmen des Vergleichs sei insbesonde- re die Situation an der besonders markanten Südseite des Hauses entschärft worden. Auf die Erstellung von Fensterläden werde einstweilen verzichtet. Die Gesamterscheinung des Objekts und dessen Wirkung auf den umgebenden Raum seien wesentlich verbessert worden. Das Erscheinungsbild weiche somit wesentlich von der vorinstanzlichen Beurteilungsgrundlage ab, was bei der Ent- scheidfindung berücksichtigt werden müsse. Die Kosten für den Einbau der Kunststoff-Fenster würden sich auf Fr. 34'312.80 belaufen. Für die Demontage der bisherigen Fenster, die Materialkosten und Montage der neuen (Holz-) Fens- ter (inkl. Ziersprossen) seien Kosten in der Höhe von Fr. 88'107.20 zu erwarten. Dabei gelte es zu berücksichtigen, dass diese Kosten keine Ergänzung vom Fensterrahmen zum inneren Baukörper enthalten würden, was aufgrund der un- terschiedlichen Einbautiefe der Holz- und Kunststofffenster notwendig sei und zusätzliche Kosten verursachen würde. Die Beschwerdeführer bestreiten das Vorliegen einer ausreichenden rechtlichen Grundlage. Durch die Entlassung aus dem KIGBO befinde sich das Bauobjekt weder im Schutzbereich des altrechtlichen Gesetzes über den Natur- und Hei- matschutz und die Erhaltung von Altertümern und Kunstdenkmälern (KNHG; SRSZ 720.110) vom 29. November 1927, noch des neuen Gesetzes über die Denkmalpflege und Archäologie (Denkmalschutzgesetz, DSG; SRSZ 720.100) 13 vom 6. Februar 2019. Auch aus der Baubewilligung würde sich keine Pflicht er- geben, eine Fenstergestaltung der geforderten Art zu erstellen. Und das Baure- glement des Bezirks Einsiedeln (BauR) vom 4. Februar 1993 stehe der geplanten Fenstergestaltung nicht entgegen. Sogar wenn dem Objekt Schutzwürdigkeit zu- erkannt würde, was bestritten werde, würde das geplante Fensterkonzept keine denkmalschutzrelevante Beeinträchtigung darstellen. Auch eine Verletzung von Art. 17 BauR liege nicht vor. In Frage komme eine Beeinträchtigung des Ensem- bleschutzes bzw. des Situationswertes. Beim Situationswert stehe die Bedeutung für das Orts- und Landschaftsbild und die gut sichtbare Gestaltung des Objekts im Vordergrund. Dafür sei notwendigerweise eine Betrachtung aus der Makro- Perspektive durchzuführen. Auch der Schutz des Ensembles (Baugruppe) erfol- ge aus einer Makro-Perspektive. Bezugsrahmen bilde für die Beurteilung eines Ensembles begriffsnotwendigerweise ein anderes Objekt. Das Ensemble müsse als Ganzes beurteilt werden. Die verwendete Materialisierung sei für diese Be- trachtung zweitrangig. Massgeblich sei die optische Wirkung aus einer gewissen Distanz. Bereits aus kürzester Distanz sei für einen durchschnittlichen Betrachter nicht erkennbar, ob es sich um Holz- oder Kunststoff-Fenster handle. Auch ob die Fenstereinfassung aus Metall oder Holz gefertigt worden sei, lasse sich nicht erkennen. Die von der Denkmalpflege geforderte "Echtheit der Materialien" laufe im Effekt auf eine Bewahrung der Substanz hinaus. Für den Ensembleschutz und den Situationswert sei dies nicht relevant. Dass Metall im Gegensatz zu Holz kein lebendiger Baustoff sei und nicht auf Umwelteinflüsse reagiere, werde nicht be- stritten. Jedoch gelte es zu beachten, dass ein Grossteil des Hauses mit den ge- forderten Materialien erstellt worden sei. Der massgebliche Gesamteindruck bringe die geforderte regionale Eigenheit inkl. Echtheit der Materialien überzeu- gend zum Ausdruck. Weiter gelte es zu beachten, dass auch lackiertes Holz kaum altere. Geschehe dies trotzdem und löse sich der Lack auf, werde in der Regel neu lackiert. Diesbezüglich könne auf das KSI-Nachbarobjekt verwiesen werden. Aus einer kurzen Distanz seien keine Verwitterungserscheinungen an den Fenstern und Zargen erkennbar. Die visuelle Wahrnehmung sei identisch mit der Fenstergestaltung des Objekts der Beschwerdeführer. Die Beschwerdeführer fordern zudem die rechtsgleiche Anwendung der recht- mässigen Praxis, wonach mehrere KIGBO/KSI-Objekte im Bezirk Einsiedeln be- kannt seien, welche ebenfalls über Kunststoff-Fenster verfügten (unter Auflistung der bekannten Objekte). Schliesslich rügen die Beschwerdeführer die Verhältnismässigkeit des Materiali- sierungskonzepts. Die geringen denkmalpflegerischen Vorteile der Holzfenster- und Zargen stünden in keinem Verhältnis zu den zu erwartenden Kosten.14 1.7Das Amt für Kultur bzw. die kantonale Denkmalpflege macht mit Stellung- nahme vom 16. Juni 2020 geltend, dass sich Ersatzbauten im landwirtschaftli- chen Kontext in den Bestand und das Landschaftsbild einpassen müssen. Das vorhandene Bebauungsmuster sei zu wahren und der Bezug zu den regionalen Eigenheiten müsse spürbar bleiben. Die Identität des Ortes und des Ensembles müsse bewahrt werden. Zu diesen regionalen Eigenheiten gehöre auch die Echtheit der Materialität. Aufgrund der Teileinigung habe sich die Situation nicht grundlegend geändert. Die Qualität der Situation und des Ensembles müsse zu- sammen mit dem Nachbargebäude und einem sorgfältig gestalteten Ersatzneu- bau gewahrt werden. Ein entsprechendes Material- und Farbkonzept müsse so- mit die wesentlichen charakteristischen Merkmale des bestehenden Blockbaus aufweisen, damit der Situationswert des Ensembles nicht beeinträchtigt werde. Des Weiteren werden die Ausführungen zu historischen Blockbauten wiederholt (vgl. vorstehende Erw. 1.4). Die Forderung nach der Verwendung authentischer Materialien sei seit jeher ein Gebot des Denkmalschutzes. Sowohl der Kanton wie die Gemeinden müssten dafür sorgen, dass der Wert eines Ortsbildes nicht durch die Summe und das Zusammenspiel einer Vielzahl von vermeintlich kleinen Eingriffen im Lauf der Zeit unwiderruflich schwerwiegend geschädigt werde. So hätten Fenster inkl. den Fenstergewänden einen entscheidenden Anteil an der äusseren Erscheinung ei- nes Hauses. Daher seien zu allen Zeiten Formate und Teilungen, Profile und Be- schläge, Anschlüsse und Oberflächenbehandlungen mit grosser Sorgfalt festge- legt worden. An die verschiedenen bei der Konstruktion von Fenstern beteiligten Handwerksgattungen und Fertigungsbetriebe sowie an die von ihnen verwende- ten Materialien seien höchste Ansprüche gestellt worden. Fenster seien wichtige historische Zeugnisse. Sie könnten zu verschiedenartigen Aspekten befragt wer- den, zur Entwicklung der gestalterischen Absichten und der technischen Mög- lichkeiten bis hin zur Standardisierung, zu regionalen Traditionen in der Verwen- dung von Materialien und deren Verarbeitung, zu sozialen Schichtungen und zu den Lebensgewohnheiten der Bewohnerinnen und Bewohner. Als Trennelemen- te zwischen Innen und Aussen gehörten Fenster daher seit Jahrhunderten zu den wesentlichsten Bestandteilen eines Baudenkmals. In gestalterischer und funktionaler Hinsicht hätten sie eine Vielzahl von gegensätzlichen Anforderungen zu erfüllen. Auf der Basis einer denkmalpflegerischen Bewertung des Fensterbe- standes könne unter Berücksichtigung von bauphysikalischen Randbedingungen, Nutzerkomfort und Unterhaltsfragen eine Bandbreite von möglichen Lösungen erarbeitet werden, so auch ein sorgfältiger Ersatz bzw. Nachbau.15 In diesem Sinne soll ein Nachbau hinsichtlich Materialität, Flügeleinteilung, Profi- lierung, Farbe und Öffnungsart den historischen Vorbildern bzw. der Situation entsprechen. So auch beim Ersatzneubau des Bauernhauses in F.________. Die Fenster wie die Fenstergewände seien in Holz auszuführen, mit rahmenbündi- gen, fest montierten Aussensprossen. Kunststofffenster mit Zwischenglasspros- sen wie auch die geplanten Metallgewände würden nicht den denkmalpflegeri- schen Anforderungen an eine angemessene Gestaltung und Materialisierung ei- nes wesensgleichen Ersatzbaus in unmittelbarer Nachbarschaft dieses Schut- zobjektes entsprechen. Die Wirkung des Schutzobjektes werde stark beeinträch- tigt. Die bereits eingebauten Kunststofffenster wie auch die geplanten Metallgewände würden sehr wohl das Erscheinungsbild der Fassaden verändern. Anlässlich der Begehung vom 31. März 2020 habe sich die Denkmalpflegerin ein Bild vor Ort machen können mit entsprechenden Aufnahmen der bereits montierten Kunst- stofffenster. Es sei offensichtlich, dass die neuen Fenster überaus wuchtige Pro- filierungen (insbesondere der Mittelsteg) und nur Zwischenglassprossen aufwie- sen. Diese Zwischenglassprossen seien je nach Sichtwinkel gar nicht erkennbar und würden das wichtige Sprossenbild der Fenster und der Gesamterscheinung massiv verfälschen. Auch die geplanten Metallgewände würden als hart und ste- ril wirkende Fenstereinfassungen das gesamte Fassadenbild und insbesondere die Südfassade verfremden. Gefasste Holzfenster verhielten sich gegenüber Kunststofffenster sehr wohl differenzierter. Ein weiss gestrichenes Holzfenster weise einen gewissen Witterungsschutz auf, altere aber dennoch und verändere sich. Die Materialisierung dürfe nicht zweitrangig betrachtet werden, zumal sich das Objekt an einem prägenden Ort in unmittelbarer Umgebung eines Schutzob- jektes befinde und entsprechend die charakteristischen Eigenschaften aufweisen solle. Die wuchtigen Kunststofffenster mit Zwischenglassprossen sowie die geplanten Metallzargen um die Fenster, würden nicht einer angemessenen Materialisierung eines Ersatzneubaus im landwirtschaftlichen Kontext entsprechen. Sie würden die Wirkung des Schutzobjektes D.________ und des Ensembles auf der mar- kanten Geländekante beeinträchtigen. Regionale Eigenheiten wie charakteristi- sche Materialien (Holzfenster, Holzjalousien, Holzgewände) müssten umgesetzt werden. 2.1Das vorliegend betroffene Neubauobjekt (welches mit Beschluss der Bau- und Umweltbehörde Nr. 015 vom 4.2.2019 bewilligt und zu einem grossen Teil bereits erstellt wurde) befindet sich in der Landwirtschaftszone sowie in unmittel-16 barer Nähe des im KSI unter der Nr. xy eingetragenen Nachbarobjekts D.________. Während anfangs noch das gesamte Farb- und Materialisierungskonzept umstrit- ten war, ist inzwischen lediglich noch die Materialisierung der Fenster (Kunststoff- fenster mit Sprossen in Weiss, Fenstereinfassung aus Metall in Weiss) streitig und nachfolgend zu prüfen. 2.2Richtet sich eine Beschwerde gegen eine Verfügung des Regierungsrates, steht dem Verwaltungsgericht keine Prüfung der richtigen Handhabung des Er- messens zu (vgl. § 55 Abs. 2 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974). Gemäss ständiger Rechtsprechung auferlegt sich das Gericht zudem (selbst bei voller Kognition) Zurückhaltung bei der Überprü- fung der Ermessensausübung, wenn bei der Ermessensausübung ein Fachgre- mium mitwirkte, bei welchem das Fachwissen ausgeprägter vorhanden ist als beim Verwaltungsgericht (VGE III 2016 210 vom 25.4.2017 Erw. 3.2 [betr. Denkmalpflege]; VGE III 2014 137 vom 29.10.2014 Erw. 4.3.1 [betr. Tiefbauamt]; VGE III 2013 113 vom 27.11.2013 Erw. 4.3.3 [betr. Denkmalpflege]; VGE III 2011 202 vom 23.5.2012 Erw. 6.2 [betr. Tiefbauamt]; VGE 614/03 vom 14.11.2003 Erw. 5a mit weiteren Hinweisen; VGE 1058/98 vom 29.1.1999 Erw. 3.e [Baudepartement]). 3.1Die Beschwerdeführer rügen, es fehle eine gesetzliche Grundlage für die behördlich angeordnete Materialisierung. 3.1.1Für den Natur- und Heimatschutz sind gemäss Art. 78 Abs. 1 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) vom 18. April 1999 die Kantone zuständig. Für den Kanton Schwyz sind die massgebenden Vorschriften einerseits im Planungs- und Baurecht und andererseits auch im kan- tonalen Natur- und Heimatschutzgesetz (KNHG; SRSZ 720.110) vom 29. No- vember 1927 bzw. seit dem 1. Januar 2020 im DSG und in der DSV - welche das KNHG ersetzen - zu finden. 3.1.2Gemäss dem bis 31. Dezember 2019 geltenden § 6 Abs. 1 KNHG ist es untersagt, Bauwerke, an die sich wichtige geschichtliche Ereignisse knüpfen oder denen ein erheblicher kunsthistorischer Wert zukommt, zu verunstalten, in ihrer Wirkung zu beeinträchtigen, der Allgemeinheit zu entziehen oder ohne Bewilli- gung des Regierungsrates zu beseitigen. Die gleiche Bestimmung findet sich in § 8 Abs. 1 DSV, wobei die Definition der hiervon erfassten Bauwerke neu kurz mit dem Begriff "Schutzobjekte" umschrieben wird. Die Beseitigung von Schut-17 zobjekten setzt gemäss § 6 Abs. 1 DSG weiterhin eine vorgängige Bewilligung des Regierungsrates voraus. Der Gemeinderat (bzw. Bezirksrat, vgl. § 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Organi- sation der Gemeinden und Bezirke [Gemeindeorganisationsgesetz; GOG] vom 25.10.2017) ist für den Denkmalschutz zuständig (§ 6 Abs. 2 KNHG i.V.m. § 3 Abs. 1 KNHG). Unterlässt der Gemeinderat die erforderlichen Massnahmen, so schreitet der Regierungsrat von sich aus ein (§ 3 Abs. 2 KNHG). Kanton, Bezirke und Gemeinden können im Rahmen ihrer Zuständigkeit Schutzmassnahmen ergreifen und u.a. Bewilligungen mit entsprechenden Ne- benbestimmungen versehen (§ 2 DSG). Der Gemeinderat bzw. Bezirksrat als Baubewilligungsbehörde (vgl. § 76 Abs. 1 PBG) - der Bezirk Einsiedeln hat diese Kompetenz, abgesehen von einigen Ausnahmefällen innerhalb der Bauzone, der Baubehörde übertragen (Art. 60 Abs. 1 BauR i.V.m. § 76 Abs. 1 PBG) - ist auch im Rahmen des neuen DSG für den Schutz und die Pflege der Schutzobjekte sowie den Erlass der erforderlichen Schutzmassnahmen zuständig und kann dem Regierungsrat die Aufnahme von Objekten ins Schutzinventar oder deren Entlassung beantragen (§ 16 lit. a-c DSG). Der Regierungsrat schreitet ein, wenn eine Gemeinde oder ein Bezirk die nötigen Massnahmen zum Erhalt von Schut- zobjekten unterlässt (§ 15 Abs. 1 lit. c DSG). Die kantonale Fachstelle nimmt die in § 3 Abs. 3 DSG nicht abschliessend auf- gezählten Aufgaben wahr. Hierzu gehört unter anderem die Beurteilung des Um- gebungsschutzes im Sinne von § 56 PBG und von kommunalen Baureglemen- ten. Im Baubewilligungsverfahren beurteilt sie geplante Restaurierungen oder Veränderungen an Schutzobjekten. Sie kann Nebenbestimmungen erlassen (§ 6 Abs. 2 DSG). Sie begleitet die Ausführung der bewilligten Restaurierungen und Veränderungen (§ 6 Abs. 3 DSG). Die Zuständigkeit bleibt somit nach wie vor grundsätzlich bei der Baubewilligungsbehörde, i.d.R. die Gemeinde, während die kantonale Fachinstanz (neu) verbindliche Weisungen bei Veränderungen an Schutzobjekten erteilen kann und der Regierungsrat über die Beseitigung von Schutzobjekten befindet. 3.1.3Beim bisherigen kantonalen Inventar geschützter Bauten und Objekte (KIGBO) (vgl. VGE III 2016 210 vom 25.4.2017 Erw. 1.2.2 m.V.a. VGE III 2009 213 vom 15.4.2010 Erw. 7.2.2) handelte es sich um ein Planungsinstrument mit Weisungscharakter gegenüber den Gemeinden und Bezirken. Mit einem Eintrag im KIGBO war grundsätzlich nur eine verwaltungsinterne Wirkung verbunden. In- dessen waren bei Veränderungsabsichten im Bereich eines im KIGBO enthalte- nen Gebäudes aufgrund des Eintrages erhöhte Anforderungen an die Gestaltung zu stellen. Bei äusseren bzw. nach Aussen sichtbaren Änderungen an einem In-18 ventarobjekt war die Einschätzung der kantonalen Denkmalpflege einzuholen. Die Bewilligungshoheit blieb dennoch bei der Baubewilligungsbehörde. Diese durfte in begründeten Fällen gegebenenfalls auch von der Einschätzung der kan- tonalen Denkmalpflege abweichen, nachdem ihr in Ästhetikfragen praxisgemäss ein erheblicher Beurteilungsspielraum zukam (vgl. VGE III 2016 210 vom 25.4.2017 Erw. 1.2.3 m.V.a. VGE III 2009 46 vom 27.10.2009 Erw. 4.3.2 mit Hinweis auf EGV-SZ 1984). Regelmässig unabdingbar war der Beizug der Fach- stelle für Denkmalpflege bei Eingriffen in Ortsbilder, welche gemäss dem Bun- desinventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS) von nationaler Bedeutung (vgl. Verordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz [VISOS; SR 451.12] vom 9.9.1981) der höchsten Erhaltungsstufe zuzu- ordnen sind (VGE III 2016 210 vom 25.4.2017 Erw. 1.2.3 m.V.a. VGE III 2014 116 + 129 vom 25.11.2014 Erw. 6.9). Mit Inkrafttreten des neuen DSG wurden die im KIGBO verzeichneten Objekte ins kantonale Schutzinventar überführt (§ 21 Abs. 2 DSG; vgl. vorstehend Ingress lit. A). Gemäss den Übergangsbestimmungen wird eine Inventarbereinigung durchgeführt. Mit § 5 DSG wird einer der Hauptunterschiede des neuen DSG ge- genüber dem alten KNHG dargelegt, nämlich die eigentümerverbindliche Unter- schutzstellung der Kulturdenkmäler (vgl. RRB Nr. 708/2017 vom 19.9.2017, Ge- setz über die Denkmalpflege und Archäologie [Denkmalschutzgesetz, DSG], Be- richt und Vorlage an den Kantonsrat, S. 2 und S. 8 Ziff. 6 zu § 5). Nach Aufnah- me ins Inventar handelt es sich um Schutzobjekte. Das Schutzziel wird für jedes Schutzobjekt im Inventar festgehalten (§ 4 Abs. 2 DSG). Inventarisierte Schut- zobjekte sind im Grundbuch anzumerken (§ 4 Abs. 3 DSG). Sodann kann die Fachinstanz nicht mehr nur Ratschläge erteilen bzw. Einschät- zungen darlegen, vielmehr kann die kantonale Fachstelle Nebenbestimmungen erlassen und sie begleitet die Ausführung der bewilligten Restaurierungen und Veränderungen an Schutzobjekten, welche sie vorgängig beurteilt hat (§ 6 Abs. 2 und 3 DSG). Bei Ortsbildern, die im ISOS enthalten sind, ist der Beizug der kan- tonalen Fachstelle zwingend (§ 9 Abs. 3 DSG). Die Kantonale Denkmalpflege ist die kantonale Fachstelle für Denkmalpflege gemäss DSG (§ 3 DSV). 3.2.1Der Ortsbildschutz ist im Weiteren in § 56 PBG gesetzlich verankert. Da- nach müssen sich Bauten und Anlagen so in die Umgebung eingliedern, dass sie das Landschafts-, Orts-, Quartier- und Strassenbild nicht stören (Abs. 1). Die be- sonderen Vorschriften über den Natur- und Heimatschutz werden in § 56 Abs. 2 PBG ausdrücklich vorbehalten.19 3.2.2Bestimmungen zum Schutz des Orts- und Landschaftsbildes enthält auch das BauR. Gemäss Art. 16 Abs. 1 BauR müssen sich Bauten, Anlagen und Ter- rainveränderungen so in die Umgebung eingliedern, dass sie das Landschafts-, Orts-, Quartier- und Strassenbild nicht stören. Zur Verhinderung einer störenden Baugestaltung kann die Bewilligungsbehörde im Baubewilligungsverfahren Be- dingungen und Auflagen verfügen oder Projektänderungen verlangen. Das Orts- bildinventar dient bei der Beurteilung als verbindliche Richtlinie (Art. 16 Abs. 2 BauR). Im Sichtbereich von künstlerisch oder geschichtlich wertvollen Stätten, Bauten und Bauteilen; bei Bauten, die das Strassen-, Platz- oder Landschaftsbild wesentlich beeinflussen; oder an exponierten Hanglagen sind die Bauwerke und deren Umgebung besonders sorgfältig zu gestalten und ist alles vorzukehren, um eine in ästhetischer Hinsicht befriedigende Wirkung zu erzielen (Art. 17 Abs. 1 lit. b, c und d BauR). 3.3.1Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist die Rechtmässigkeit von Verwaltungsakten (einschliesslich Baubewilligungen) mangels einer anderslau- tenden übergangsrechtlichen Regelung nach der Rechtslage im Zeitpunkt ihres Ergehens zu beurteilen (BGE 139 II 263 Erw. 6 m.w.H.). Dies entspricht auch der Lehre (Häfelin / Müller / Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. A., Zürich / St. Gallen 2016, S. 67ff., Rz. 288ff.). Das öffentliche Interesse an der Anwendung des neuen Rechts spreche dafür, das zur Zeit des erstinstanzlichen Entscheides geltende Recht heranzuziehen. Die Rechtmässigkeit eines zukünftigen Verhal- tens bzw. eines in der Zukunft zu realisierenden Bauvorhabens müsse nach dem Recht beurteilt werden, das im Zeitpunkt der Prüfung, d.h. der Gesuchsbeurtei- lung gelte; damit werde auch eine rechtsgleiche Bewilligungspraxis ab Inkrafttre- ten des neuen Rechts sichergestellt (BGE 139 II 263 Erw. 6 m.w.H.). 3.3.2Eine abweichende übergangsrechtliche Regelung besteht im vorliegenden Fall nicht. Sowohl zum Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung als auch des Beschlusses der Baubewilligungsbehörde betreffend Ablehnung des Farb- und Materialkonzeptes der Beschwerdeführer vom 2. September 2019 war nach wie vor das KNHG in Kraft, während das neue DSG erst während des Verwaltungs- beschwerdeverfahrens in Kraft trat. Somit ist vorliegend (wenn überhaupt) das KNHG anwendbar. Selbst eine Anwendung des neuen Rechts würde im konkre- ten Fall an der Beurteilung grundsätzlich nichts ändern. 3.4.1Angesichts der vorstehend dargelegten (Erw. 3.1.1 ff.) Gesetzesbestim- mungen ist die Rüge der Beschwerdeführer, es fehle eine gesetzliche Grundlage für die vorgeschriebene Materialisierung, unbegründet. Auch wenn das vorlie- gend betroffene (Bau-)Objekt aus dem KIGBO bzw. KSI entlassen wurde, so liegt 20 es dennoch unmittelbar neben dem benachbarten KIGBO- bzw. KSI-Objekt- Nr. xy. Dieses darf (gemäss § 6 Abs. 1 KNHG) in seiner Wirkung nicht beein- trächtigt werden. Diese Wirkung bezieht sich auch auf die Umgebung des Schut- zobjektes. Mit RRB Nr. 708/2017 vom 19. September 2017 (vgl. vorstehend Erw. 3.1.3) hat der Regierungsrat ausgeführt, dass die Umgebung "für die Wir- kung von Schutzobjekten einen grossen Einfluss haben" kann. Der Umgebungs- schutz könne sich in seiner horizontalen räumlichen Abgrenzung auf optisch zu- sammenhängende Gebietsteile, auf die für die Wirkung wesentliche Umgebung oder einfach auf den näheren Sichtbereich beziehen. Mit dem Begriff "Umge- bung" werde "der Wirkungszusammenhang bzw. der Wirkungsbereich ('Aura') ei- nes Denkmals umschrieben, der sich allerdings nicht in Metern ausdrücken lässt" (S. 8 zu § 3 EntwDSG und S. 10 f. zu § 9 EntwDSG; vgl. auch Grundsatzdoku- ment der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege [EKD] vom 22.6.2018: Schutz der Umgebung von Denkmälern [nachfolgend: Grundsatzdokument Um- gebung] S. 1). Für die visuelle Wahrnehmung ist der menschliche Betrachtungs- winkel von allen relevanten öffentlichen Standorten aus massgebend (Grund- satzdokument Umgebung S. 3f.; vgl. zum Ganzen auch BGE 109 Ia 185 Erw. 3b; Engeler, in: Ehrenzeller / Engeler, Handbuch Heimatschutzrecht, Zürich / St. Gal- len 2020, § 7 N 86ff.). 3.4.2Im Lichte der angeführten Bestimmungen im PBG und im kommunalen BauR zum Schutz des Orts- und Landschaftsbildes ist zudem auf die Planungs- hilfe "Bauen in der Landschaft" des Regierungsrates des Kantons Schwyz hin- zuweisen, welche als Leitfaden dazu dienen soll, der wertvollen kantonalen Kul- turlandschaft mit ihren prägenden Bauten Sorge zu tragen (S. 3; nachfolgend: Planungshilfe). Unter anderem wird dargelegt (S. 5), dass unsere Kulturland- schaft wesentlich durch die land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung und die traditionelle bäuerliche Bauweise geprägt ist. Die Identität und Qualität der Kul- turlandschaft sind zu erhalten, indem die traditionelle und ortsübliche Bauweise bewahrt bzw. in einem technisch zeitgemässen Standard interpretiert und damit weitergeführt wird. Im Weiteren wird die Typologie des Schwyzer Bauernhauses beschrieben (Planungshilfe S. 7: zwei Dachgeschosse unter dem Giebeldach; ein verputzter, weiss gekalkter Sockel, welcher ganz oder teilweise aus dem ge- wachsenen Terrain ragt; i.d.R. ein mit Ziegeln eingedecktes Satteldach; 35 bis 45 Grad steile Dächer ohne oder aber nur mit einzelnen, meistens untergeordneten Dachaufbauten; Klebedächer an den Giebelfassaden zum Witterungsschutz der regelmässig angeordneten Fenster; Fenster mit demselben Hochformat; Materi- alien aus nächster Umgebung; ursprünglich Holzfassaden; im Laufe der Zeit Schutz vieler Fassaden mit Holzschindeln). Neu- und Erweiterungsbauten sollen sich so in bestehende Siedlungsmuster einpassen, dass deren Eigenart und 21 Identität erhalten bleiben. Eine Annäherung an die Volumetrie und den Massstab der alten Gebäude wirkt meistens harmonisch (Planungshilfe, S. 12). Eine sorg- fältige Gestaltung der Fassaden trägt zu einem harmonischen Gesamtbild eines Gebäudes bei. Dabei sind die Wahl des Materials und dessen Farbe von beson- derer Bedeutung. Durch die Verwendung von ortsüblichen Materialien, welche durchaus in zeitgemässer Interpretation eingesetzt werden können, entsteht eine harmonische Wechselwirkung zwischen den Bauten und der sie umgebenden Landschaft (Planungshilfe, S. 13). In den Gestaltungsempfehlungen wird betref- fend Ersatz- und Neubauten gewünscht, dass sich die neuen Bauten bezüglich Positionierung, Massstäblichkeit, Volumen und Gestaltung harmonisch in die Umgebung einfügen. Erwünscht sind: murale Sockel, verputzt oder in Beton; Obergeschosse in Holz; Volumengliederung in Sockel, Regelgeschosse, Dach- geschoss; bisherige Geschosszahl beibehalten; bestehende Gebäudekonturen und -proportionen beibehalten; Fassadenverkleidung in Holz (Holzschalung, Holzschindeln, Holzlatten natur) oder Faserzement (Faserzementschindeln); schlichte Farbgebung mit warmen, erdfarbenen Tönen; Satteldach mit Tonzie- geln in Brauntönen mit orts- oder objekttypischen Dachneigungen; Aussenräume wie Balkone, Loggias und Lauben im Baukörper integriert, Anordnung traufseitig; naturbelassene Bauteile (Planungshilfe, S. 20). Zur Materialisierung der Fenster wird in der Planungshilfe nicht explizit Stellung genommen. 3.4.3Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass hinreichende gesetzliche Grundlagen bestehen, um das Farb- und Materialkonzept zum Neubau der Be- schwerdeführer auch im Hinblick auf die Fenster zu prüfen und allenfalls Aufla- gen zu verfügen. 3.5In diesem Sinne wurden die Beschwerdeführer bereits vor bzw. bei der Ent- lassung ihres Hauses aus dem KIGBO bzw. KSI mehrfach auf die Bedeutung des Umgebungsschutzes hingewiesen (vgl. vorstehend Erw. 1.1.1 ff.). Nament- lich hatten die Beschwerdeführer vorgängig zur Entlassung aus dem KIGBO bzw. KSI ein Bauprojekt einzureichen, welches aus der Optik des Umgebungsschut- zes des inventarisierten Nachbargebäudes beurteilt werden konnte. Mit der Ent- lassung aus dem KIGBO (KSI) wurde auch festgehalten, dass das eingeforderte, wesensgleiche Projekt vorliege (vorstehende Erw. 1.1.2) bzw. dass das Nachfol- geprojekt die von der kantonalen Denkmalpflege geforderten Bedingungen hin- sichtlich des Situationswertes und des Ensembleschutzes erfüllt (vorstehende Erw. 1.1.3). Dabei konnte das Farb- und Materialkonzept jedoch nur insoweit berücksichtigt werden, als es mit dem Projekt zu diesem Zeitpunkt bereits vorlag, was lediglich für die braunen Eternitschindeln an der Nord-, Ost- und Westfassa- de sowie die Holzschindeln an der Südfassade (was im späteren Farb- und Ma-22 terialkonzept jedoch wieder geändert wurde, wie den vorstehenden Ausführun- gen entnommen werden kann) zutraf. Im Übrigen lag ein Farb- und Materialkon- zept zum Zeitpunkt der Entlassung der Altbaute aus dem KIGBO (KSI) nicht vor. Indes liegt es nahe, dass ein entsprechendes Konzept bei einer Nachbarbaute eines Schutzobjekts für die Beurteilung des Umgebungsschutzes erforderlich ist. Dementsprechend haben die Bewilligungsbehörden in der Baubewilligung die Bewilligung der Materialisierung und der Farbgebung in Absprache mit der kan- tonalen Denkmalpflege zu Recht vorbehalten. 4.1Fraglich und zu prüfen ist weiter insbesondere, ob die geplanten bzw. be- reits erstellten Fenster eine negative Wirkung auf das unter Schutz stehende Nachbargebäude haben und somit eine Beeinträchtigung des Denkmalschutzes bzw. des Ortsbildschutzes darstellen. 4.2.1Den dargelegten gesetzlichen Grundlagen lässt sich nicht ohne weiteres entnehmen, wie weit der Umgebungsschutz zu greifen vermag. Zur Umgebung lässt sich dem Restaurierungsbericht 1999 zum benachbarten Schutzobjekt nur entnehmen, dass das Bauernhaus landschaftlich extrem exponiert steht, und sti- listisch könne das Gebäude ins späte 18. Jahrhundert datiert werden. Es ist je- doch fraglich, ob allein damit weitgehende Einschränkungen benachbarter, nicht geschützter Objekte gerechtfertigt werden können, zumal weitergehende Schutz- ziele, welche allenfalls eine Eingrenzung ermöglichen könnten, nicht vorliegen (vgl. dazu Engeler, a.a.O., N 88 zu § 7). 4.2.2Es kann nicht in Abrede gestellt werden, dass Fenster einen wesentlichen Einfluss auf das Erscheinungsbild eines Gebäudes haben (vgl. hierzu VGE III 2016 124 vom 31.1.2017, wonach Fensterfolien als baubewilligungspflichtig be- urteilt wurden, weil sie einerseits Auswirkungen auf das Erscheinungsbild der Baute und anderseits auch auf die visuelle Wahrnehmung der Baute durch die Öffentlichkeit hätte; VGE III 2016 210 vom 25.4.2017, in welchem der Einbau von zwei Fenstern bei einem denkmalgeschützten Haus auf der nichteinsehbaren Südwestfassade [in Würdigung objekt- und eigentümerspezifischer Umstände] bewilligt wurde; VGE III 2019 162 vom 16.7.2020, in welchem - bei einem Schut- zobjekt von nationaler Bedeutung - der Ersatz einer Holztüre durch eine Fenster- türe an der Hauptfassade als nicht bewilligungsfähig beurteilt wurde). Die kanto- nale Denkmalpflege verweist sodann auf das Grundsatzdokument der EKD vom 22. Juni 2018: Fenster am historischen Bau, wonach Fenster einen entscheiden- den Anteil sowohl an der äusseren Erscheinung eines Hauses als auch an der Wirkung seiner Innenräume haben, weshalb zu allen Zeiten Formate und Teilun- gen, Profile und Beschläge, Anschlüsse und Oberflächenbehandlungen mit gros-23 ser Sorgfalt festgelegt wurden. Mit diesem Grundsatzdokument wird allerdings die Gestaltung historischer Fenster von Bauten angesprochen, welche (nach wie vor) denkmalgeschützt sind und bei welchen auch die Substanz noch zu er- /unterhalten ist. Diese Ausführungen sind somit auf den vorliegenden Fall, bei welchem es sich um einen Neu- bzw. Ersatzbau handelt, welcher keinen histori- schen Substanzwert mehr, sondern lediglich noch Situationswert hat, nicht ohne weiteres anwendbar. 4.3.1Zunächst ist festzuhalten, dass durchaus von einer geänderten Situation seit der vorinstanzlichen Beurteilung auszugehen ist. Zum einen haben sich die Beschwerdeführer mittlerweile bereit erklärt, dem Anliegen der Vorinstanzen ent- sprechend sowie im Sinne der Projektplanung vor Entlassung aus dem KIGBO (KSI), an der Südfassade Holzschindeln anzubringen, was einen wesentlichen Beitrag zur Wesensgleichheit mit dem benachbarten KIGBO- bzw. KSI-Objekt, welches gemäss Restaurierungsbericht 1999 ebenfalls über verschindelte Fas- saden verfügt, darstellt. Zum anderen haben sich die kantonale Denkmalpflege bzw. die Bewilligungsbehörde und die Beschwerdeführer über die übrigen (nicht mehr strittigen) Punkte des Farb- und Materialkonzepts geeinigt. Darunter fällt einerseits der gänzliche Verzicht auf Fensterläden (aus Aluminium), und ander- seits wurde die Metalltüre genehmigt. 4.3.2Es ist der kantonalen Denkmalpflege zweifelsohne zuzustimmen, dass die Materialisierung von erheblicher Bedeutung ist. Zwar steht beim Oberbau eines Bauernhauses grundsätzlich Holz im Vordergrund. Die Planungshilfe erachtet je- doch auch eine Fassadenverkleidung mit Faserzementschindeln als zulässig, was sich im konkreten Fall auch anhand der bewilligten Nord-, Ost- und Westfas- saden bestätigt. Sodann ist mit den Beschwerdeführern einherzugehen, dass der Substanzerhalt beim vorliegenden Bauobjekt als Ersatzbau für ein aus dem KIGBO bzw. KSI entlassenes Objekt keine Rolle mehr spielen kann. Im konkreten Fall kann somit einzig der Umgebungsschutz des benachbarten Schutzobjektes, d.h. die vom Neubau auf das benachbarte Gebäude ausgehende Wirkung, sowie die Einord- nung in das Landschaftsbild massgebend sein. Im Vordergrund steht der Situati- onswert und Ensembleschutz. Der Ensembleschutz setzt (mindestens) ein ande- res zeitgleich betrachtetes Objekt voraus. Der zu beurteilende Ersatzbau hat sich in die Umgebung des geschützten Objekts sowie in die Landschaft einzuordnen. Funktionalität sowie Standort und Zweck des Neubaus wurden bereits bei der Entlassung aus dem KIGBO bzw. KSI geprüft und positiv beurteilt. Der Neubau ist diesbezüglich denn auch mit dem Altbau weitgehend identisch (abgesehen von der zusätzlichen Wohnung für die ältere Generation sowie der Lukarne in der 24 westlichen Dachseite, während das ersetzte Gebäude nur eine Lukarne in der östlichen Dachseite aufwies); optisch ist die Ähnlichkeit/Übereinstimmung von Alt- und Neubau trotz der erwähnten Lukarne unübersehbar. Die Substanz ist dabei jedoch grundsätzlich nicht weiter von Bedeutung und auch eine historische Bauweise wurde nicht vorausgesetzt. Namentlich ist auch der denkmalpflegeri- schen Stellungnahme vom 16. Juni 2020 zu entnehmen, dass vielmehr die ge- stalterische Einpassung des Ersatz- bzw. Neubaus in die bisherige Umgebung im Vordergrund steht. Dies zeigt sich auch daran, dass nur die weit sichtbare Süd- fassade mit den typischen Holzschindeln eingedeckt werden muss(te), während an den übrigen Fassaden Eternitschindeln angebracht werden konnten. Dies zeigt (ebenfalls), dass die optische Gesamtwirkung beim Ersatzbau im Vorder- grund steht. Anzumerken ist dabei, dass offensichtlich auch schon bei der ersetz- ten Baute die Nord- und Nordwestfassade sowie das Dach nachträglich, indes noch zeit des Eintrages im KIGBO, mit Eternit verkleidet worden waren (vgl. vor- stehend Erw. 1.1.3), woraus zu schliessen ist, dass nicht auf der Verwendung authentischer Materialien bestanden wurde. 4.4.1Wenn von einem Vorrang des beschriebenen visuellen Gesamteindruckes des Ersatz- bzw. Neubaus, der selbst nicht (mehr) im KIGBO bzw. KSI eingetra- gen ist, auszugehen ist, so stellt sich vorliegend insbesondere die Frage, ob die Materialisierung der Fenster eine derartige optisch wahrnehmbare Aussenwir- kung hat, dass das benachbarte, nach wie vor im KIGBO verzeichnete, Gebäude in seiner Wirkung beeinträchtigt wird. Die Farbe (weiss) der Fenstergestaltung ist unbestritten. Ebenso wurde die Ge- staltung, Anordnung, Situation, Einteilung etc. der Fenster bereits im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens verbindlich festgelegt und ist somit vorliegend nicht mehr umstritten. 4.4.2Die Materialisierung der Fenster ist für einen Laien regelmässig bereits aus relativer Nähe nicht (mehr) erkennbar und für ihn nicht (mehr) unterscheidbar, ob Holz oder Kunststoff / Metall verwendet wurde. Dies illustrieren die Fotoaufnah- men der Beschwerdeführer wie der kantonalen Denkmalpflege. Dabei dürfte vor- liegend auch eine Rolle spielen, dass für die Fenster eine weisse Farbe vorgese- hen ist, und somit auch die Holzfenster mit einer weissen (i.d.R. Lack-)Farbe (zum Witterungsschutz) gestrichen werden, was die typische Holzstruktur ver- deckt und die Optik an diejenige von Kunststoff bzw. Metallfenstern annähert. 4.4.3Unbestritten ist, dass es sich bei Holz um einen lebendigen Baustoff han- delt, welcher auf das Klima und die Sonneneinstrahlung reagiert und natürlich al- tert, während Kunststoff und Metall in der Regel wetterbeständiger bleiben. Hier-25 zu wenden die Beschwerdeführer jedoch zutreffend ein, dass zum einen auch die lackierten und somit geschützten Holzfenster zumindest während einer gewissen Zeitspanne sich nur wenig bzw. unmerklich verändern, und zum anderen, dass es den Eigentümern freisteht, ihre Holzfenster regelmässig frisch zu streichen und so der Verwitterung und Alterung entgegenzutreten und ein weitgehend kon- stantes Erscheinungsbild sicherzustellen. Die Beschwerdeführer führen sodann zutreffend aus, dass aus der Ferne die Materialisierung auch beim geschützten Nachbarhaus nicht ohne weiteres erkennbar ist. Jedenfalls scheinen sich auch die weissen Fenster und Fensterrahmen des Nachbarhauses von der Fassade abzuheben. Selbst wenn unterschiedliche Materialisierungen (Holz dort; Me- tall/Kunststoff hier) bei gleichen Witterungsbedingungen unterschiedliche Ent- wicklungen nehmen können, ist doch zu beachten, dass es sich hierbei um einen längeren, visuell kaum wahrnehmbaren Prozess handelt, der allenfalls aufgrund eines diachronen fotografischen Vergleichs festgestellt werden kann. Hinzu kommt, dass Einzelbauten und - wie vorliegend - alleinstehende kleinere bauli- che Ensembles allein im Tagesverlauf wie auch abhängig von meteorologischen Verhältnissen verschieden wahrgenommen werden. Im konkreten Fall kommt hinzu, dass der Neubau, wie erwähnt, selber nicht mehr unter Schutz steht und sich zudem insbesondere über 40 m vom Schutzobjekt entfernt befindet. Es ist daher nicht ersichtlich, dass bzw. wie beim Ersatz-/Neubau eine allenfalls etwas breitere Profilierung der Fenster zu einer Beeinträchtigung der Wirkung des Schutzobjektes führen kann. Was eine allenfalls beeinträchtigende Wirkung an- belangt, fällt überdies ins Gewicht, dass sich die vorliegend strittige Baute C.________ an der höchsten Stelle des G.________ befindet und sich rund 30 m (süd-) westlich des im KSI eingetragenen Hauses D.________ eine mächtige Scheune befindet. Diese beiden Gebäude (C.________) dominieren die lokale Situation und das Erscheinungsbild. Demgegenüber kann von der vorgesehenen Materialisierung und Strukturierung der Fenster keine (zusätzlich) beeinträchti- gende Wirkung ausgehen. 4.4.4Das Einordnungsgebot setzt gemäss der Planungshilfe nicht zwingend Holzfassaden voraus und kann daher den vorliegend gewählten Fenstern eben- falls nicht entgegen stehen. Es müsste daher als nicht mehr verhältnismässig beurteilt werden, von den Beschwerdeführern eine andere Gestaltung bzw. Mate- rialisierung der Fenster des nicht unter Schutz stehenden Neubaus zu verlangen. 4.4.5Mit der kantonalen Denkmalpflege kann zwar davon ausgegangen werden, dass Zwischenglassprossen das Sprossenbild von Fenstern und die Gesamter- scheinung verfälschen können und unter Umständen je nach Sichtwinkel nicht erkennbar sein können. 26 Im vorliegenden Fall ändert dies aber nichts an der Tatsache, dass zum einen an die Detailgestaltung eines Ersatzbaus für eines aus dem KIGBO bzw. KSI ent- lassenen Gebäudes nicht (mehr) die gleichen Anforderungen gestellt werden können wie dies bei einer Beibehaltung des Schutzstatus in der Regel gerecht- fertigt ist. Zum andern wird der vorliegend nach der Entlassung des Gebäudes aus dem KIGBO bzw. KSI geforderte Situationswert sowie die Identität des Ortes und des Ensembles dadurch nicht in einem augenfälligen Ausmass beeinträch- tigt. Ein gleiches gilt auch betreffend die von der kantonalen Denkmalpflege als wuchtig charakterisierte Profilierung der neuen Fenster (vgl. vorstehend Erw. 1.7). 4.4.6Bei diesem Ergebnis ist nicht weiter zu prüfen, ob mit dem angeordneten Rückbau der Fenster und deren Ersatz durch Holzfenster die Verhältnismässig- keit noch gewahrt würde. 4.5Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, auf die Rügen des Verstosses gegen die Rechtsgleichheit sowie der Verletzung des Vertrauensschutzes einzugehen. 5.Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde somit als begründet. Das von den Beschwerdeführern am 24. Mai 2020 eingereichte Farb- und Materiali- sierungskonzept bezüglich Kunststofffenster mit Sprossen, Standard-Weiss; und Fenstereinfassungen aus Metall, EBL nach Standard-Weiss, mit folgender Aufla- ge ist zu genehmigen. Der verfügte Baustopp betreffend Fenster und Fensterein- fassungen ist entsprechend aufzuheben. 6.1.1Dem Verfahrensausgang entsprechend werden die Kosten des verwal- tungsgerichtlichen Hauptverfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Baraus- lagen) von insgesamt Fr. 2'500.-- je zur Hälfte (je Fr. 1'250.--) dem Bezirk Einsie- deln und dem Kanton Schwyz auferlegt. Die Verfahrenskosten für den Teilent- scheid III 2020 95 vom 26. Mai 2020 (vgl. Dispositiv-Ziffer 2 des Teilentscheids) in der Höhe von Fr. 600.-- werden je zu einem Drittel (je Fr. 200.--) den Beschwerdeführern, unter solidarischer Haftbarkeit, dem Bezirk Einsiedeln und dem Kanton Schwyz auferlegt (§ 72 Abs. 2 Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974). 6.1.2Was die Kosten für das Verfahren vor dem Regierungsrat anbelangt, so haben die Parteien im Vergleich vom 11. Mai 2020 festgehalten, dass die Beschwerdeführer die ihnen auferlegten Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- tragen (S. 4 Ziff. 6). Dies entspricht der Verlegung der Verfahrenskosten im angefochtenen RRB Nr. 18/2020 vom 14. Januar 2020 (vgl. vorstehend Ingress lit. E). 27 6.2.1Der Bezirk Einsiedeln und der Kanton Schwyz haben den beanwalteten Beschwerdeführern für das verwaltungsgerichtliche Verfahren eine Parteien- tschädigung zu bezahlen (§ 74 Abs. 1 VRP). Diese wird in Beachtung des kanto- nalen Gebührentarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Ja- nuar 1975, der ordentlicherweise für das Honorar in Verfahren vor dem Verwal- tungsgericht in § 14 einen Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht und in § 2 die Bemessungskriterien erwähnt, unter Ausübung des pflichtgemässen Er- messens auf je Fr. 1'200.-- bzw. insgesamt Fr. 2'400.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) festgelegt. 6.2.2Für das Verfahren vor dem Regierungsrat wird den Beschwerdeführern zu Lasten des Bezirks Einsiedeln und des Kantons Schwyz eine (reduzierte) an- teilsmässige Parteientschädigung in der Höhe von je Fr. 300.-- bzw. insgesamt Fr. 600.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) zugesprochen.28 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1.1 In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene RRB Nr. 18/2020 vom 14. Januar 2020 (sowie der mitangefochtene Beschluss Nr. 139 vom 2.9.2019 der Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln), soweit er nicht bereits durch den Teilentscheid VGE III 2020 95 vom 26. Mai 2020 aufgehoben wurde, aufgehoben. Das von den Beschwerdeführern am 24. Mai 2020 eingereichte Farb- und Materialisierungskonzept bezüglich Kunststofffens- ter mit Sprossen, Standard-Weiss sowie Fenstereinfassungen aus Metall, EBL nach Standard-Weiss wird genehmigt. Der Baustopp betreffend Fenster und Fenstereinfassungen wird aufgeho- ben. 1.2 Die Kosten des regierungsrätlichen Verfahrens von Fr. 1'500.-- werden den Beschwerdeführern auferlegt (vgl. vorstehend Erw. 6.1.2). 1.3 Der Bezirk Einsiedeln und der Kanton Schwyz werden verpflichtet, den Be- schwerdeführern für das regierungsrätliche Verfahren eine reduzierte Par- teientschädigung von je Fr. 300.-- (inkl. Barauslagen und MwSt), also ins- gesamt Fr. 600.--, zu bezahlen. 2.1 Die Kosten für den verwaltungsgerichtlichen Teilentscheid III 2020 95 vom 26. Mai 2020 von insgesamt Fr. 600.-- werden je zu einem Drittel (je Fr. 200.--) den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit, dem Be- zirk Einsiedeln und dem Kanton Schwyz auferlegt. 2.2 Die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) von insgesamt Fr. 2'500.-- werden im Um- fang von je Fr. 1'250.-- dem Bezirk Einsiedeln und dem Kanton Schwyz auferlegt. 2.3 Die Beschwerdeführer haben am 19. Februar 2020 einen Kostenvorschuss von Fr. 2'500.-- bezahlt, wovon ihnen Fr. 2'300.-- aus der Gerichtskasse zurückzuerstatten ist. Der Bezirk hat sein Betreffnis von Fr. 1'450.-- (1'250.-- plus 200.--, innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids) auf das Postkonto 60-22238-6 des Verwaltungsgerichts zu überweisen. Auf die kantonsinterne Verrechnung wird verzichtet.29 3. Der Bezirk Einsiedeln und der Kanton haben den Beschwerdeführern für das verwaltungsgerichtliche Verfahren eine Parteientschädigung von je Fr. 1'200.-- (inkl. Barauslagen und MwSt), also insgesamt Fr. 2'400.--, zu bezahlen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau- sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 5. Zustellung an: -die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer (2/R) -die Bau- und Umweltbehörde Einsiedeln (R, unter Beilage des Schrei- bens der Beschwerdeführer vom 24.6.2020) -den Regierungsrat des Kantons Schwyz (EB) -das Sicherheitsdepartement (EB, unter Beilage des Schreibens der Be- schwerdeführer vom 24.6.2020) -das kantonale Amt für Raumentwicklung ARE (EB, unter Beilage des Schreibens der Beschwerdeführer vom 24.6.2020) -und das Bundesamt für Raumentwicklung (A). Schwyz, 24. August 2020 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 11. September 202030