<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird ersucht, mittels einer Studie den volkswirtschaftlichen Nutzen der Familie zu ermitteln und - eventuell unter Einbezug der Wissenschaft - in einem Bericht darzustellen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Familienpolitische Themen standen in den letzten Jahren immer wieder auf der politischen Agenda. So wurden diverse Studien zur Lage der Familie in der Schweiz und zu spezifischen familienpolitischen Massnahmen veröffentlicht. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) publizierte im Vorjahr den Eidgenössischen Familienbericht. Der darin enthaltene statistische Teil wird unter Federführung des Bundesamtes für Statistik alle zwei Jahre aktualisiert und mit Schwerpunktthemen angereichert.</p><p>Zu einigen der im Postulat angesprochenen Fragen liegen bereits Untersuchungen vor oder sind geplant:</p><p>1. Zum Themenkomplex der Kinderkosten und deren Abgeltung bestehen mehrere Studien des Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien, die im Auftrag der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates, des Bundesamtes für Sozialversicherung, des Nationalfonds und der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen erarbeitet wurden. Eine der Studien errechnet die direkten und indirekten Kosten, die Kinder einer Familie verursachen. Eine andere enthält eine Analyse des geltenden Familienlastenausgleichs und unterbreitet umfassende Reformvorschläge. Die Ergebnisse der Studien sind im Familienbericht 2004 des EDI enthalten.</p><p>2. Das Bundesamt für Statistik hat im Hinblick auf das Pilotprojekt "Satellitenkonto Haushaltsproduktion" (2004) eine monetäre Schätzung der unbezahlten Arbeit der privaten Haushalte vorgenommen. Der Wert der unbezahlten Arbeit kann als erste Annäherung an den Wert der Familienarbeit betrachtet werden. Für das Jahr 2000 wurde geschätzt, dass der Wert der unbezahlten Arbeit (Hausarbeit sowie Betreuung und Pflege im Haushalt) rund 220 Milliarden Franken beträgt. Dies entspricht rund 55 Prozent des Bruttoinlandproduktes.</p><p>3. Von volkswirtschaftlichem Nutzen sind auch die Finanzhilfen des Bundes für familienergänzende Kinderbetreuung. Mit ihnen wird die Schaffung neuer Betreuungsplätze für Kinder gefördert, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Eine erste Evaluation des Programms ist zurzeit im Gange.</p><p>4. Die Gründe für die steigenden Sozialausgaben sind sehr komplex und schwierig zu erfassen; eine wichtige Rolle spielen zweifellos die gesellschaftliche und die wirtschaftliche Entwicklung. Eng mit der Familienpolitik verbunden ist die Sozialhilfe. Für diese wird im nächsten Jahr eine gesamtschweizerische Statistik vorliegen, die vom Bundesamt für Statistik erhoben wird. Die neue Sozialhilfestatistik ermöglicht Aussagen zu Risikogruppen, zum soziodemografischen Hintergrund der Unterstützten (insbesondere zur familiären Situation) sowie zu Höhe und Dauer des Sozialhilfebezuges. Sie wird Rückschlüsse über die steigenden Ausgaben bei den Sozialhilfeleistungen erlauben.</p><p>Angesichts der vorliegenden und geplanten Publikationen sowie der Finanzlage des Bundes hält der Bundesrat die Herausgabe eines Berichtes zum volkswirtschaftlichen Nutzen der Familie für nicht angebracht. Datenerhebung und -verarbeitung sowie der erforderliche Aufbau einer synthetisierenden Methodik wären höchst aufwendig, kostenintensiv und mit zahlreichen Unwägbarkeiten verbunden. Überdies wird die vorgesehene Fortsetzung der Familienberichterstattung durch den Bund ebenfalls zu weiteren wertvollen Erkenntnissen führen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.