P1 13 2 URTEIL VOM 18. JUNI 2013 I. STRAFRECHTLICHE ABTEILUNG Es wirken mit: Kantonsrichter Dr. Lionel Seeberger, Jérôme Emonet, Hermann Mu r- mann und Gerichtsschreiber Dr. Rochus Jossen in Sachen Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, vertreten durch staatsanwalt A__________ gegen X__________, vertreten durch Rechtsanwalt B__________ Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung (Art. 164 Ziff. 1 StGB) Vernachlässigung von Unterhaltspflichten / Kosten (Art. 217 StGB / Art. 426 StPO) ***** - 2 - VERFAHREN A. Nach Abschluss der Strafuntersuchung (Strafantrag von Y_________ vom 14. April 2008; Eröffnungsverfügung vom 26. Mai 2008; Eröffnungs - und Einstellungsverfügung vom 28. Mai 2009; Anschuldigungsverfügung vom 24. Ju li 2009; Schlussverfügung vom 6. Mai 2010) und aufgrund des Überweisungs - und Zulassungsbeschlusses vom 23. August 2010 fällte das Bezirksgericht C_________ am 29. Oktober 2012 nach durchgeführter Hauptverhandlung nachstehendes Urteil, welches es den Parte ien glei- chentags als Judicatum übergab und am 21. Dezember 2012 in begründeter Form ver- sandte: 1. Im Anklagepunkt der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 Abs. 1 StGB wird das Verfahren infolge Rückzugs des Strafantrags eingestellt. 2. Von der Alternativanklage des betrügerischen Konkurses gemäss Art. 163 Ziff. 1 StGB wird der Angeklagte freigesprochen. 3. X_________ wird der mehrfachen Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung gemäss Art. 164 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen. 4. X_________ wird als Zusatzstrafe zum Urteil P1 10 77 des Kantonsgerichts Wallis vom 7. September 2011 mit einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu 90 Franken so- wie einer Busse von 500 Franken bestraft. Für die ausgestandene Untersuchungshaft werden zehn Tagessätze an die Geldstrafe angerechnet. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben, unter Auferlegung einer Probezeit von drei Jahren. Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheit s- strafe von fünf Tagen. 5. Die Verfahrenskosten werden dem Angeklagten X_________ auferlegt. Die Gerichtskosten, bestehend aus den Kosten des Untersuchungsrichteramtes Oberwallis in der Höhe von Fr. 1'559.60 und der Gebühr des Bezirksgerichts von Fr. 1'600.40, betragen Fr. 3'160.--. 6. Der Staat Wallis be zahlt dem amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt B_________, eine Entschädigung von Fr. 4'500.--. X_________ ist verpflichtet, diese Entschädigung dem Kanton zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. B. Nach vorgängiger Berufungsanmeldung am 30. Oktober 2012 reichte X_________ gegen das am 24. Dezember 2012 in Empfang genommene be gründete Urteil am 10. Januar 2013 beim Kantonsgericht die schriftlich begründete Berufungserklärung mit den folgenden Anträgen ein: 1. Herr X_________ wird für dieses Berufungsverfahren der vollständige unentgeltliche Rechtsbeistand gewährt. 2. Herr X_________ wird der mehrfachen Gläubigerschädigung durch Vermögensve r- minderung gemäss Art. 164 Ziff. 1 StGB frei gesprochen. 3. Die Zusatzstrafe zum Urteil P1 10 77, nämlich eine Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu Fr. 90.-- und die Busse von Fr. 500.-- wird aufgehoben. - 3 - 4. Die Verurteilung zu den Verfahrenskosten für das erstinstanzliche Verfahren wird au f- gehoben. 5. Sämtliche Kosten für das Verfahren vor der Vorinstanz und d iejenige des Berufung s- verfahrens gehen zu Lasten des Staates Wallis. 6. Dem amtlichen Verteidiger wird eine angemessene Parteientschädigung für dieses Berufungsverfahren zugesprochen. C. Mit Verfügung vom 18. Januar 2013 ernannte der Präsident der I. Stra frechtlichen Abteilung Rechtsanwalt B_________ für das Berufungsverfahren zum amtlichen Verteidiger im Sinne von Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO. Am 12. April 2013 wurde die Pr i- vatklägerin Y_________, welche ihren Strafantrag wegen Vernachlässigung von U n- terhaltspflichten am 29. August 2012 zurückgezogen und keine Anschlussberufung e r- hoben hatte, informiert, dass das Berufungsverfahren fortan ohne sie fortgesetzt werde. Gleichentags wurden die Parteien auf den 5. Juni 2013 zur Berufungsverha n- dlung vorgeladen. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte einvernommen. Im A n- schluss daran hielt er an seinen Berufungsbegehren fest. Der Oberstaatsanwalt ve r- langte die kostenpflichtige Abweisung der Berufung, soweit auf diese überhaupt ei n- getreten werden könne. DAS KANTONSGERICHT stellt fest und zieht in Erwägung 1. 1.1 Gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, d.h. des Bezirksrichters als Einze lrichter und des Kreisg erichts als Kollegialgericht (Art. 19 StPO; Art. 12 EGStPO), mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist, ist gemäss Art. 398 Abs. 1 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 lit. a der vorliegend anwendbaren Schweizerischen Strafpr o- zessordnung (Art. 454 Abs. 1 StPO) die Berufung zulässig. Diese ist innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils beim erstinstanzlichen Gericht entweder schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden (Art. 399 Abs. 1 StPO). Innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils hat die Partei, die Berufung ang emeldet hat, dem Berufungsgericht eine sch riftliche Berufungserklärung einzureichen und darin anzug e- ben, inwieweit sie das Urteil anficht und dessen Abä nderung verlangt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). Nach Erhalt der Berufung kann innert derselben 20 -tägigen Frist und un- ter Einhaltung derselben Anfo rderungen an Form, Inhalt und B egründung wie bei der Berufung Anschlussberufung eingereicht werden (Art. 401 Abs. 1 StPO), wobei sie sich nicht auf den Umfang der Hauptberufung beschränkt, es sei denn diese beziehe sich ausschliesslich auf den Zivilpunkt des Urteils (Art. 401 Abs. 2 StPO). - 4 - Berufungsinstanz ist das Kantonsgericht (Art. 14 Abs. 1 EGStPO). Bei Berufungen g e- gen Urteile der Bezirksrichter darf ein Kantonsrichter allein entscheiden, wenn als Hauptstrafe eine Busse, eine Geldstrafe, eine gemeinnützige Arbeit oder eine bedingte Freiheitsstrafe auszufällen und keine vorausgehende bedingte Freiheitsstrafe zu wider- rufen ist (Art. 19 Abs. 2 StPO; Art. 14 Abs. 2 Satz 1 EGStPO). Der mit der B ehandlung betraute Kantonsrichter kann den Fall vor den Gerichts hof bringen, welcher auch die übrigen Berufungen beurteilt (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 EGStPO), so dass vo r- liegend der Strafgerichtshof zur Beurteilung der Berufung zuständig ist. 1.2 Als erstinstanzlich Verurteilter ist der Beschuldigte zur Berufu ng legitimiert. Er hat gegen das erstinstanzliche Urteil frist - und formgerecht Berufung angemeldet und erklärt. Auf seine Berufung ist vorbehältlich einer gehörigen Begründung einzutreten. 1.3 Der Berufungskläger hat in der Berufung anzugeben, inwieweit er das Urteil anficht und dessen Abänderung verlangt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). Dabei hat er genau anzugeben, in welchen Punkten das Urteilsdispositiv zu ändern ist. Bei der Beurteilung mehrerer Straftaten in einem Verfahren, die auch unabhängig voneinander in verschie- denen Verfahren hätten abgeurteilt werden können, ist die Teilanfechtung der ei n- zelnen Schuldsprüche zulässig (Eugster, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Basel 2011, N. 6 zu Art. 399 StPO mit Hinweisen). Nach Ablauf der Berufungsfrist ist zwar eine Einschränkung – durch einen teilweisen Rückzug der Berufung –, aber nicht mehr eine Ausdehnung der Berufungsanträge auf bi sher nicht angefochtene Teile des Urteils möglich (Eugster, a.a.O., N. 3, 6 zu Art. 399 StPO; Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, N. 16 zu Art. 399 StPO; Ri edo/Fiolka/Niggli, Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in Strafsachen, Basel 2011, N. 2899). Mit der Berufung können im Regelfall Rechtsverletzungen, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 398 Abs. 3 StPO). Einschränkende Vorschriften gelten für Übertretungen sowie im Zivilpunkt (Art. 398 Abs. 4 und 5 StPO). Das Berufungsgericht kann das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Seine Überprüfung bleibt grundsätzlich auf die angefochtenen Punkte beschränkt (Art. 404 Abs. 1 StPO); es kann aber z ugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte überprüfen, um g e- setzeswidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 StPO; zur Ausdehnung gutheissender Rechtsmittelentscheide vgl. Art. 392 StPO). Im Umfang der Anfechtung hat di e Berufung aufschiebende Wirkung (Art. 402 StPO). Das Ber u- fungsgericht fällt bei Eintreten auf die Ber ufung ein neues Urteil (Art. 408 StPO) oder weist die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück, sofern das erstin s- tanzliche Verfahren wesentliche Mängel aufweist, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können (Art. 409 StPO). Die Rechtsmittelinstanz darf jedoch den ang e- fochtenen Entscheid nicht zum Nachteil der beschuldigten oder verurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu de ren Gunsten ergriffen wurde. Vorbehalten - 5 - bleibt eine strengere Bestrafung aufgrund von Tatsachen, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt waren (Art. 391 Abs. 2 StPO; Verbot der „reformatio in peius“). Schliesslich kann eine Straftat nur gerichtlic h beurteilt werden, wenn die Staatsa n- waltschaft gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachve r- halts beim zuständigen Gericht Anklage erhoben hat (Art. 9 Abs. 1 StPO; sog. A n- klagegrundsatz). Das Bezirksgericht stellte das Verfahren im A nklagepunkt der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 Abs. 1 StGB ein und es sprach den Beschuldigten von der Alternativanklage des betrügerischen Konkurses gemäss Art. 163 Ziff. 1 StGB frei. Demgegenüber verurteilte es den Beschuldigten wegen mehrfacher Gläub i- gerschädigung durch Vermögensverminderung gemäss Art. 164 Ziff. 1 StGB. Der Be s- chuldigte wendet sich gegen diesen Schuldspruch und fordert einen Freispruch. Er bemängelt mehrere Feststellungen des Bezirksgerichts hinsichtlich der im Vorfeld seines Konkurses getätigten Vermögensverschiebungen und des damit zusamme n- hängenden Schadens der Gläubiger (Hauptdossier Schnellhefter [HD SH] S. 187 f.). Im Zusammenhang mit der Gläubigerschädigung erblickt der Beschuldigte im vorin s- tanzlichen Urteil eine Verletzung von Art. 32 Abs. 1 BV, da das Bezirksgericht trotz f e- hlender Beweise zu einer Verurteilung gekommen sei (HD SH S. 189 ff.). Sodann rügt er eine Verletzung sowohl von Art. 171 Abs. 2 StGB als auch von Art. 171bis Abs. 1 StGB, da das Bez irksgericht seine wirtschaftlichen Anstrengungen im Hinblick auf das Zustandekommen eines gerichtlichen Nachlassvertrages fehlerhaft gewürdigt habe (HD SH S. 189 ff.). Er beanstandet schliesslich die Kostenauflage im Umfang des ei n- gestellten Anklagepunkts und beantragt – im Zusammenspiel mit dem Freispruch von der Anklage der mehrfachen Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung – die Aufhebung der Verurteilung zu den Verfahrenkosten für das erstinstanzliche Verf a- hren (HD SH S. 191 f.). Der Berufungskläger hat hingegen die Strafzumessung für den Fall der Bestätigung seiner Verurteilung nach Art. 164 Ziff. 1 StGB nicht angefochten und zu diesem Punkt keine gesonderten Anträge gestellt oder Ausführungen gemacht, weshalb sie im Berufungsverfahren grundsätz lich nicht mehr überprüft wird. Der A n- klagepunkt der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten schliesslich bildet mangels einer Berufung oder Anschlussberufung des Staatsanwalts oder der Privatklägerin ebenfalls nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens (Ar t. 402 und 437 StPO). Die nicht angefochtenen erstinstanzlichen Urteilssprüche werden aber pro memoria in das Dispositiv des Berufungsurteils aufgenommen. 2. 2.1 X_________, geb. am xxx, arbeitete nach absolvierter Ausbildung zum Elektr o- monteur und ersten Berufserfahrungen während langer Jahre bei „D_________“ und er konnte über die Jahre auf Grundlage der Geschäftsentwicklung bei D_________ auch andere Agenturen übernehmen. Ab 1990 war er daneben als selbständiger Immob i- lienhändler tätig. Er organisierte seine geschäftlichen Aktivitäten ab dem Jahr 1998 un- ter dem Dach der neu gegründeten E_________. X_________ heiratete im Jahre 1977 Y_________, mit welcher er zwei Kinder ( F_________ [Jahrgang 1977] und - 6 - G_________ [Jahrgang 1981]) hat. Anfang der neunzige r Jahre realisierte er gemei n- sam mit seiner Ehegattin den Bau eines Einfamilienwohnhauses in H_________, des- sen Finanzierung hauptsächlich durch Hy potheken bei I_________ sichergestellt wurde. Zur Sicherung der Hypothekarkredite traten die Ehegatten der I_________ zu- dem Forderungen in der Höhe von insgesamt Fr. 428'000. -- ab. Mit der I_________ schloss X_________1996 als Solidarschuldner gemeinsam mit weiteren Personen zusätzliche Kreditverträge ab und er erhielt von ihr für die Finanzierung des Feriench a- lets sowie für eine Liegenschaft in J_________(K_________) weitere Kredite, so dass er ihr gegenüber als Allein - oder Solidarschuldner über ein Hypothekardarlehen von insgesamt rund Fr. 3.2 Mio. verfügte (vgl. näher angefochtenes Urteil E. 2a und b, HD SH S. 142 f. sowie Verzeigungsbericht, Hauptdossier Aktenordner [HD AO] S. 5 ff.). 2.2 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in den Monaten vor seinem Konkurs „fünf unentgeltliche und mit keiner Gegenleistung verbundene Übertragungen“ von eigenen Verm ögenswerten zum Nachteil seiner Gläubiger auf seinen Sohn F_________ vor. Dabei handelt es sich um zwei Wohneinheiten auf dem Gebiet der Gemeinde L_________, Personaldienstbarkeiten auf dem Gebiet der Gemeinde J_________, Forderungen einerseits gegenüber M_________, N_________ und O_________ und andererseits gegenüber P_________ sowie seine Stammeinlagen an der E_________ in der Höhe von Fr. 17'000. -- (HD SH S. 7 f.). Die letzte Übertr agung bildet aufgrund des diesbezüglichen Freispruchs und der fehlenden B erufung oder An- schlussberufung des Oberstaatsanwalts nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Ver- fahrens. Die Anklage lautete alternativ auf mehrfachen betrügerischen Konkurs im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB oder auf mehrfache Gläubigerschädigung durch Ve rmögens- minderung im Sinne von Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB. Die Bestimmungen über die Konkurs - und Betreibungsdelikte dienen dem Schutz des Zwangsvollstreckungsrechts, an dessen Ordnung sie unmittelbar anschliessen und aus der heraus sie auch verstanden werden müssen. Sie bezwecken ausserdem durch die generalpräventive Wirkung der Strafandrohung den Schutz der Gläubiger eines Schuldners, dem der Vermögensverfall droht oder der in Vermögen sverfall geraten ist. Der Umfang des Gläubigerschutzes ergibt sich hi ngegen aus dem Zwangsvollstrec k- ungsrecht, so dass sich die zivilrechtlichen Folgen für das verpönte Rechtsgeschäft nicht aus dem Strafrecht ableiten lassen (BGE 134 III 52 E. 1.3.1 und 1.3.4 mit Hinwe i- sen; Bundesgerichtsurteil 6B_79/2011 vom 5. August 2011 E. 4.2). Dabei untersche i- det das Gesetz, ob der Schuldner sein Vermögen wirklich (Art. 164 StGB) oder nur zum Schein vermindert (Art. 163 StGB). Sowohl bei Art. 163 als auch Art. 164 StGB geht es vorab um die Verletzung der Pflicht des Schuldners, bei dro hendem oder ein- getretenem Vermögensverfall seinen Gläubigern das noch vo rhandene Vermögen zu erhalten (Donatsch, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 9. A., Z ürich 2008, S. 328). Bei der Gläubigerschädigung wie dem betrügerischen Konkurs greift der Schuld- ner nicht direkt in fremdes Vermögen ein. Er schädigt oder gefährdet die Interessen - 7 - seiner Gläubiger vielmehr indirekt d adurch, dass er seinen Gläubigern Vermögen, das ihnen in einem Betreibungs - oder Konkursverfahren zukommen sollte, vorsätzlich en t- zieht (BGE 129 IV 68 E. 2.1, 103 IV 227 E. 1c, je mit Hinweisen; Bu ndesgerichtsurteil 6S.18/2003 vom 6. Juni 2003 E. 2.2). Angesichts des angefochtenen Urteilsspruchs ist im laufenden Berufungsverfahren die erste Tatvariante der tatsächlichen Ve r- mögensverminderung zu prüfen. 2.3 Objektive Strafbarkeitsbedingung nach Art. 164 StGB bildet die Eröffnung des Konkurses bzw. die Ausstellung eines Verlustscheines (Donatsch, a.a.O., S. 323). Zum objektiven Tatbestand von Art. 164 Ziff. 1 StGB zählt die Tathandlung der tatsächlichen Vermögensverminderung durch den Schuldner, indem er insbesondere Ve r- mögenswerte unentgeltlich oder gegen eine Leistung mit offensichtlich geringerem Wert veräussert. Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz mit Bezug auf die obje k- tiven Tatbestandsmerkmale – nicht aber bezüglich der objektiven Strafbarkeit s- bedingung –, wobei Eventualvorsatz genügt. Für Tathandlungen vor dem Konkurs muss angenommen werden können, dass der Schuldner zum Zeitpunkt der Ve r- mögensdisposition aufgrund von geg en ihn bestehenden Forderungen und im Wissen um seine ang espannte Vermögenslage mit einem Verfahren der Zwangsvollstreckung rechnen musste; die Motive der Tathandlungen sind hingegen nicht entscheidend (BGE 77 IV 33; Brunner, in: Basler Kommentar, Strafrec ht II, Art. 111-392 StGB, 2. A., Basel 2007, N. 32 zu Art. 163 StGB; Müller, Betrügerischer Konkurs und Pfändungsbe- trug, Diss. Zürich 1982, S. 182 ff.). 3. 3.1 Über das Vermögen des Beschuldigten wurde am 8. Mai 2006 der Konkurs eröf f- net (BK 2006 21, S. 11 ff.), welcher gemäss Entscheid des Konkursrichters vom 29. Mai 2006 im summarischen Verfahren durchgeführt wurde (BK 2006 21, S. 22 f.). Im Rahmen des Konkursverfahrens zeichnete sich ab, dass die Kurrentgläubiger (3. Klasse) vollumfänglich zu Verlust kommen würden. Per Zirkularschreiben or ientierte das Konkursamt des Bezirkes Visp am 26. März 2008 über einen ungedeckten Betrag und damit potentiellen Verlust der Gläubiger von Fr. 2'225'790.15 (BK 2006 21, S. 40 ff.). Mit Entscheid vom 26. September 2011 bestätigte die Nachlassrichterin einen vom Beschuldigten vorgeschlagenen Nachlassvertrag mit seinen Gläubigern, wobei der Beschuldigte an einen privilegierten Gläubiger einen Betrag von Fr. 12'880.10 sowie an die Gläubiger der dritten Konkursklasse eine Nachlassdividende in Höhe von 5 %, d.h. gemäss Schlussbericht des Konkursamtes Visp von insgesamt Fr. 105'525.25 e n- trichtete (BK 2006 21 S. 95 ff.). Daraufhin widerrief das Bezirksgericht den über das Vermögen des Beschuldigten eröffneten Konkurs am 12. Jan uar 2012 (BK 2006 21 S. 106 ff.). Mit der Eröffnung des Konkurses am 8. Mai 2006 ist die objektive Strafbarkeit s- bedingung im Sinne von Art. 164 Ziff. 1 StGB eingetreten. Ob mit dem Zustand e- kommen des Nachlassvertrages sowie dem daraufhin widerrufenen Konk urs und dem hierfür vom Beschuldigten be igesteuerten Beitrag seine Strafbarkeit ausnahmsweise - 8 - entfallen kann, wie er dies geltend macht (Berufungserklärung, HD SH S. 189 f.; Plädoyernotizen, HD SH. 217 f.), wird gegebenenfalls später zu prüfen sein (vgl. E. 4). 3.2 Eingangs sind die objektiven und im Anschluss daran die subjektiven Tatbe s- tandsmerkmale von Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB – unter Berücksichtigung der Stan d- punkte von Staatsanwaltschaft und Verteidigung sowie der Erwägungen der Vorinstanz – beim jeweiligen Tatvorwurf zu untersuchen. 3.2.1 Die Staatsanwaltschaft sieht ein erstes strafbares Verhalten des Berufungskl ä- gers darin, dass er am 4. Oktober 2005 eine 4 -Zimmerwohnung und ein Studio in L_________ zum Preise von Fr. 480'000.-- an seinen Sohn F_________ veräussert und diesem nebst Übernahme der bestehenden Hypotheken in einer Gesam thöhe von Fr. 265'000.-- den Restbetrag von Fr. 115'000. -- durch Schenkung erlassen hat. Der Berufungskläger brachte hiergegen vor Bezirksgericht vor, die Anklagebeh örde habe nicht dargelegt, dass die Immobilien in L_________ einen dem Kaufpreis entsprechen- den Verkehrswert gehabt hätten (HD SH S. 120). In seiner Berufungserkl ärung führte er dazu hingegen nichts aus und er kritisierte diesen Urteilspunkt auch an der mü ndli- chen Berufungsverhandlung nicht. Mithin begründete er seinen A ntrag auf Freispruch in diesem Anklagepunkt entgegen seiner Pflicht während des gesamten Berufungsve r- fahrens nicht und er legte mit keinem Wort dar, welche Gründe in diesem Anklag e- punkt einen anderen Entscheid nahe legen würden (vgl. Art. 385 Abs. 1 lit. b sowie Art. 405 Abs. 1 i.V.m. Art. 346 Abs. 1 lit. d StPO). Mangels Begründung ist in diesem Punkt auf die Berufung nicht einzutreten. Im Übrigen wäre die Berufung, selbst wenn man das angefochtene Urteil auch in besagtem Anklagepunkt überprüfen wollte, aus nac h- folgenden Gründen ohnehin abzuweisen. Mit Kaufvertrag vom 4. Oktober 2005, eingetragen am 10. Oktober 2005 durch das Grundbuchamt Q_________, übertrug X_________ das Eigentum an der 4 - Zimmerwohnung (StWE -Anteil Nr. xxx) sowie am Studio (StWE -Anteil Nr. xxx) in L_________ an seinen Sohn F_________ (HD AO S. 236 ff.). Der Kaufpreis beider Objekte betrug Fr. 480'000.-- und war zahlbar durch eine Übernahme der bestehenden Hypotheken Nr. xxx über Fr. 150'000. -- sowie Nr. xxx über Fr. 115'000.-- per 1. Okt o- ber 2005. Der Restbetrag war zahlbar gemäss interner Vereinbarung (Ziff. 4 Kaufve r- trag, HD AO S. 241). In einer schriftlichen Vereinbarung vom gleichen Tag erklärten sich die Vertragsparteie n einverstanden, dass der restliche Kaufpreis, d.h. der Kau f- preis in Höhe von Fr. 480'000. -- abzüglich der übernommenen Hypotheken in der Gesamthöhe von Fr. 265'000. --, „dem Käufer im Sinne einer Schenkung erlassen“ werde und der Käufer dem Verkäufer „demnach nach erfolgter Schuldübernahme keine weitere entgeltliche Entschädigung“ schulde (HD AO S. 251; F_________, HD AO S. 85, 160; X_________, HD AO S. 169). Bei dieser Aktenlage weist vorab die von den Parteien verwendete Wortwahl in der Zu- satzvereinbarung vom 4. Oktober 2005, nämlich dass dem Käufer der „restliche Kau f- preis im Sinne einer Schenkung erlassen“ werde (HD AO S. 251), auf eine gemischte Schenkung bzw. ein Missverhältnis zwischen den veräusserten Liegenschaften und - 9 - der hierfür im Gegenzug erhal tenen Leistung hin, welche einzig in der Übernahme der bestehenden Hypotheken lag. Auf einen Verkehrswert in der Höhe des nachmaligen Kaufpreises deutet sodann die im Walliser Bote erschiene Ve rkaufsannonce, gemäss welcher die Wohnung und das Studio zu ein em Preis von Fr. 480'000.--, d.h. dem später vereinbarten Kaufpreis, zu erwerben waren (HD AO S. 264). Der B eschuldigte selbst gab in seiner Erstaussage an, ein Angebot von seinem damaligen Immob i- lienmakler, welcher die 4 -Zimmerwohnung zum Preis der Hypoth ek von Fr. 200'000. -- habe erwerben wollen, deshalb abgelehnt zu haben, weil das Angebot „unter dem Wert der Wohnung“ gelegen habe ( X_________, HD AO S. 47, fe rner HD AO S. 169), was erneut gegen einen Verkehrswert von Wohnung und Studio in der Höhe von Fr . 265'000.-- spricht. Sodann lässt – wie dies das Bezirksgericht zutreffend festhielt – auch der stipulierte Tauschwert der beiden Liegenschaften im Erwerbszeitpunkt im J a- hre 2001 auf einen Marktwert von Fr. 480'000.-- schliessen, da der Beschuldigte b e- sagte StWE -Anteile mit Tauschvertrag vom 13. Juni 2001 für einen Preis von Fr. 450'000.-- zu Eigentum übernommen hatte (1/2 des gesamten Stipulation swerts in der Höhe von Fr. 900'000. --, da die getauschten Liegenschaften von den Ve rtragsparteien als gleichwertig eingestuft wurden, vgl. Art. 3 und 9 Tauschvertrag, Bel egordner [BO] 1 Register 11 S. 1 ff.). Schliesslich konnte F_________ die StWE-Anteile kurz nach d e- ren Übereignung hypothekarisch zusätzlich in einer Höhe zwischen „Fr. 100'000. -- und Fr. 150'000.--“ belasten ( F_________, HD AO S. 83; vgl. ferner BO 1 Register 11 S. 100, 102), was ebenso auf einen Verkehrswert, der deutlich über die übernommene hypothekarische Belastung hinaus geht, hinweist. Gestützt auf diese Beweise steht jenseits vernünftiger Zw eifel fest, dass die mit Kau f- vertrag vom 4. Oktober 2005 übereignete 4 -Zimmerwohnung sowie das Studio in L_________ am Verkaufstag einen Verkehrswert von Fr. 480'000. -- hatten. Da der Beschuldigte vom gesamten Kaufpreis lediglich Fr. 265'000.-- forderte, veräusserte er die beiden StWE-Anteile zu einer Gegenleistung, welche offensichtlich geringer war als der Wert der Liegenschaften. Mit dieser Übertragung hat er sein Vermögen ta tsächlich vermindert, was sich zum Nachteil seiner Gläubiger ausgewirkt hat. Der Beschuldigte erfüllte damit die Tathandlung und folglich den objektiven Tatbestand im Sinne von Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB, zumal er Schuldner und mithin möglicher Täter des als unechtes Sonderdelikt ausgestalteten Tatbestands war (vgl. Trechsel/Ogg, Sc hweize- risches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. A., St. Gallen 2013, N. 3 zu Art. 163 StGB) und es sich bei den StWE -Anteilen um Vermögenswerte handelt, welche der Zwangsvollstreckung unterliegen und denen mithin im Rahmen von Art. 164 StGB rechtliche Relevanz zukommt (vgl. Bundesgerichtsurteil 6P.63/2004 vom 21. Deze m- ber 2004 E. 1.2 in fine, mit Hinweisen; Donatsch, a.a.O., S. 329, 334). 3.2.2 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten sodann vor, er und P_________ hätten mit notariell beurkundete m Vertrag vom 14. Oktober 2005 F_________ Perso- naldienstbarkeiten übertragen, ohne dass dieser für den dem Beschuldigten zustehe n- den Betrag eine Entschädigung habe zahlen müssen (HD SH S. 7). Hiergegen wen- dete der Beschuldigte zwar anlässlich der erstinsta nzlichen Hauptverhandlung ein, der - 10 - Wert der Dienstbarkeiten sei nicht nachgewiesen worden (HD SH S. 121). Der Be s- chuldigte begründete seinen Antrag auf Freispruch in diesem Anklagepunkt im Ber u- fungsverfahren jedoch wiederum nicht. Demzufolge ist auf seine Berufung insoweit nicht einzutreten, wobei das Urteil des Bezirksgerichts, selbst wenn man auf die Ber u- fung eintreten wollte, aus nachfolgenden Gründen zu bestätigen wäre. Im Oktober 2005 waren X_________ und P_________ als Nutzungsberechtigte an den Aussenparkplätzen a, b und c zu Lasten der Grundparzelle Nr. 3636, gelegen auf dem Gebiet der Gemeinde J_________, im Grundbuch eingetragen. Zudem war X_________ alleiniger Nutzungsberechtigter an den Aussenparkplätzen d und e zu Lasten derselben Grundparzelle. Die Parkplatzbenutzungsrechte waren als übertra g- bare irreguläre Personaldienstbarkeiten ausgestaltet (BO 2 S. 467). Mittels Vertrag vom 14. Oktober 2005 übertrugen X_________ und P_________ ihre Parkplatzb e- nutzungsrechte zu Lasten der Grundparzelle Nr. xxx an F_________ (BO 2 S. 465 ff.), was am 21. Oktober 2005 im Grundbuch eingetragen wurde (BO 2 S. 471). Als Entschädigung wurde Fr. 75'000.-- vereinbart, wobei Fr. 22'500.-- an P_________ und die restlichen Fr. 52'500. -- an X_________ zu zahlen waren. Die Entschädigungsbeiträge waren zahlbar gemäss separater Vereinbarung (BO 2 S. 469). Auf die ihm zustehende Entschädigung verzichtete der Beschuldigte im Sinne einer Schenkung an seinen Sohn (X_________, HD AO S. 169; F_________, HD AO S. 85, 160). F_________ verkaufte sämtliche oben aufgeführten irregulären Personaldienstbarke i- ten wenig später, am 7. Juni 2006, für Fr. 60'000. -- an R_________, den Käufer des K_________ (HD AO S. 270 ff.; F_________, HD AO S. 160). Dieser wen ige Monate später erzielte Erlös führt wiederum zwingend zum Schluss, dass der B eschuldigte die ihm zustehenden Parkplatzbenutzungsrechte seinem Sohn unentgeltlich veräussert und dadurch zumindest in der Höhe der Differenz von Fr. 37'500. -- zwischen dessen Verkaufserlös und der an P_________ bezahlten Entschädigung das Exekutionssubs- trat vermindert hat. Damit hat er auch diesbezüglich die Tathandlung von Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB erfüllt. 3.2.3 Schliesslich wirft der Oberstaatsanwalt dem Beschuldigten vor, am 6. und am 9. Dezember 2005 Forderungen im Gesamtbetrag von Fr. 496'931.25 an seinen Sohn unentgeltlich übertragen zu haben (HD SH S. 7), wogegen der Beschuldigte im Ber u- fungsverfahren den Einwand erhebt, dass diese Forderungen von F_________ Lo- winer nicht hätten durchgesetzt und en tsprechend nicht hätten realisiert werden kö n- nen, weshalb durch sein Handeln keine Gläubigerschädigung verursacht worden sei (Berufungserklärung, HD SH S. 187 f.; Plädoyernotizen, HD SH S. 214 f.). Der Beschuldigte zedierte einerseits am 6. Dezember 2005 F orderungen im Gesamtbetrag von Fr. 346'931.25 gegenüber den Schuldnern M_________ sowie N_________ und O_________ an seinen Sohn, und andererseits trat er am 9. Dezem- ber 2005 eine Forderung über Fr. 150'000. -- gegenüber P_________ an F_________ ab (BO 2 S. 479 und 561). Die Forderungen gegen M_________ und N_________ so-- 11 - wie O_________ basierten auf einem aktualisierten Darlehensvertrag vom 23. Juni 1999 sowie einer Schuldanerkennung vom 11./14. November 2002 (HD AO S. 229 ff.), diejenige gegen P_________ auf einem Darlehensvertrag vom 29. O ktober 1999 (BO 2 S. 583 f.). Bei den ersten Forderungen handelte es sich um einen Teil der von X_________ bereits im Jahre 1995 als Sicherheit an die I_________ abgetretenen Forderungen (vgl. BO 2 S. 387; S_________, HD AO S. 396; T_________, HD AO S. 395; ferner HD AO S. 450 ff.). Der notariell verurkundete Vertrag vom 6. Dezember 2005 zwischen X_________ und F_________ verweist dabei ausdrücklich auf die Rückzession der Forderungen durch die I_________ mittels Schreiben v om 15. Juli 2005 (HD AO S. 226, 235), welche Offerte der Beschuldigte nach anfänglichem Zögern angenommen hatte (vgl. HD AO S. 445 f.; Y_________, HD AO S. 37; X_________, HD AO S. 46, 174). Genauso wie bei den StWE -Anteilen in L_________ sowie den übertragbaren irregulären Personaldienstbarkeiten handelt es sich bei den abgetret e- nen Forderungen um Vermögenswerte, welche der Zwangsvollstreckung u nterliegen (vgl. Inventar Konkursverfahren Nrn. 111 -113, 115, 119; BO 2 S. 556 f.) und die somit taugliches Tatobjekt von Art. 164 StGB sind. Gemäss S_________, welcher innerhalb der I_________ mit der Sanierung der F i- nanzsituation von X_________ und Y_________ beauftragt worden war, stufte die I_________ die abgetretenen Forderungen gegenüber M_________, O_________ usw. aufgrund bereits laufender, ähnlicher Sanierungen bei diesen Schuldnern wie beim Beschuldigten nicht als „sehr werthaltig“ ein und sah bei Betre ibungen „praktisch keine Aussicht auf Erfolg“, weshalb sie auch untätig geblieben seien ( S_________, HD AO S. 59). In einer späteren Aussage mutmasste S_________, dass die abgetretenen Forderungen womöglich auch einfach vergessen worden seien ( S_________, HD AO S. 397). S_________ bestätigte jedoch, dass die I_________ im Rahmen der finanziel- len Sanierung des Berufungsklägers auch Gespräche mit den Gebrüder O_________ und M_________ geführt habe und Teilzahlungen für die Schulden gegenüber dem Beschuldigten vereinbart worden seien. Letztlich seien Beträge von ca. Fr. 10'000.-- bis Fr. 15'000.-- einbezahlt worden, welche auf das Ferie nhaus in U_________ gebucht worden seien ( S_________, HD AO S. 398). Ebenso sei mit P_________ versucht worden, eine Lösung zu finden ( S_________, HD AO S. 398 f.). Diesen Aussagen stimmte der Beschuldigte (teilweise) zu, wenn er ang ab, dass eine Person einen kle i- nen Betrag einbezahlt habe ( X_________, HD AO S. 171), und sie werden ebenso durch diverse Gutschriftsanzeigen belegt, wonach periodisch (kleinere) Beträge zurückgezahlt worden sind (vgl. SH „Akten I_________“ S. 44 ff., vgl. ferner HD AO S. 511). Dadurch ist erstellt, dass die Schuldner der abgetretenen Forderungen vor dem deliktsrelevanten Zeitpunkt periodisch gewisse Beträge zurüc kgezahlt haben. Ferner schlossen die Konkursmasse X_________, die I_________, F_________ und O_________, N_________ O_________ und M_________ im Zusammenhang mit den abgetretenen Forderungen eine Vereinbarung zur Erledigung diverser Prozesse ab, als deren Ergebnis O_________, N_________ O_________ und M_________ der I_________ eine Zahlung von Fr. 9 0'000.-- leisteten (HD AO S. 280 ff., 303, 324), womit ihre (spätere) Bonität ebenfalls aufgezeigt ist. Insgesamt variiert zwar der - 12 - Verkehrswert einer Forderung je nach dem Leistungswillen und Leistungsvermögen des Schuldners (vgl. Stratenwerth/Jenny/Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Beson- derer Teil I: Straftaten gegen Individualinteressen, 7. A., Bern 2010, § 15 N. 50 mit Hinweisen; Jaeger, Bunde sgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 4. A., Zürich 1999, N. 11 zu Art. 286 SchKG) und mag der Verkehrswe rt deutlich unter 100 Prozent sinken, wenn sich die Vermögenssituation des Schuldners stark verschlechtert. Aufgrund der bereits früher getätigten Rückzahlungen, der später im Rahmen des Ve r- gleichs tatsächlich geleisteten Zahlungen an die I_________, welche bei der Besti m- mung des Verkehrswerts zu berücksichtigen sind, wie auch angesichts der Aussagen aller Beteiligten, welche über die Abtretung an den Sohn des Beschuldigten durch die Eintreibung zu finanziellen Mitteln gelangen wollten (X_________, HD AO S. 46 f., 431; F_________, HD AO S. 83 f., 161), bestand die begründete Aussicht, dass die Bonität der Schuldner weitere Beträge erwarten liess, weshalb der Verkehrswert der abgetr e- tenen Forderungen deutlich über null lag. Dies allein reicht zur Erfüllung der Tathandlung von Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB aus, da die Strafnorm insbesondere die unentgeltliche Zession einer Forderung durch einen Schuldner untersagt (BGE 134 III 52 E. 1.2) und das Haftungssubstrat aufgrund der Unentgeltlichkeit der Forderungsabtretungen (F_________, HD AO S. 85, 160) bereits bei einem minimalen Verkehrswert einen negativen Saldo aufwies. Da ein Verkehr s- wert der Forderungen im Tatzeitpunkt aufgrund der Beweislage mit hinreichender S i- cherheit nachgewiesen worden ist, ändert daran de r vom Berufungskläger mit se iner Berufungserklärung hinterlegte Verlustschein vom 7. Oktober 2011, welcher aus einer Betreibung gegen P_________ resultierte (HD SH S. 194 f.), entgegen se iner Ansicht (vgl. Plädoyernotizen, HD SH S. 214) nichts, zumal der V erlustschein aufzeigt, dass F_________ aus der Betreibung ein Ergebnis von Fr. 12'053.40 erzielen konnte, was wiederum für einen positiven Verkehrswert spricht. Aufgrund der Ausgestaltung von Art. 164 StGB als konkretes Gefährdungsdelikt war der Eintritt e ines tatsächlichen Vermögensschadens für die Gläubiger auf der Ebene des objektiven Tatbestands en t- gegen der Ansicht des Berufungsklägers nicht erforderlich, sondern es g enügt, dass das Verhalten des Täters geeignet war, einen Schaden zu verursachen (Bunde sge- richtsurteil 6B_434/2011 vom 27. Januar 2012 E. 2.2 mit Hinweisen; D onatsch, a.a.O., S. 332; Trechsel/Ogg, a.a.O., N. 8 zu Art. 163 StGB), was vorliegend in ausreichendem Masse geschah. Mangels erforderlichen Schadens zu Lasten der Gläubiger auf der Ebene des objektiven Tatbestands irrt der Berufungskläger auch, wenn er eine Strafbarkeit nach Art. 164 StGB erst dann bejahen will, wenn die Gläubiger im Rahmen des ordentlichen Konkursverfahrens zu einer höheren als der im Nachlassvertrag v e- reinbarten Divid ende gekommen wären (vgl. Plädoyernotizen, HD SH S. 216). Aus dem gleichen Grund ist es für die Begründung der Strafbarkeit ebenso wenig notwendig, den genauen Betrag, um welchen die Konkursmasse verringert worden ist, summenmässig festzuhalten, solange de r abgetretenen Forderung überhaupt ein wirtschaftlicher Wert zukommt und d emzufolge das Vermögen der Gläubiger des Be s- chuldigten in ausreichendem Masse (konkret) gefährdet wurde. - 13 - 3.2.4 Zusammenfassend resultierte aus jeder Übereignung eine Reduktion der Akti- ven, sei es, dass mit den Liegenschaften in L_________ in ungleich höherem Masse Vermögenswerte als mit der Hypothekenübernahme Verbindlichkeiten wegfi elen, sei es, dass mit den weiteren Übertragungen ausschliesslich die Aktiva vermindert wu r- den, ohne dass diesen entsprechende Passiva entgegen standen. Dies reicht – nebst dem Konkurs als o bjektive Strafbarkeitsbedingung – zur Erfüllung des objektiven Tatbestands. Daran vermag der Einwand des Berufungskl ägers, gegen eine Gläubigerschädigung spreche, das s im Konkursverfahren keine paulianischen Anfechtungsprozesse durchgeführt worden seien (vgl. Berufungserkl ärung, HD SH S. 190 f.), nichts zu ändern. Immerhin sind hinsichtlich dem Grundeigentum in L_________, den Aussenparkplätzen in J_________ und verschiedener Darlehensfor- derungen sehr wohl Anfechtungsprozesse angestrebt worden, welche erst im Rahmen der Gesamtvereinbarung zwischen der Konkursmasse X__________, der I_________, F_________ und O_________, N_________ O_________ und M_________ erledigt wurden (HD AO S. 281, 283 f.). Zudem mag es bei Art. 164 StGB zwar im W e- sentlichen um die strafrechtliche Ahndung des Verhaltens gehen, für das die Art. 285 ff. SchKG die Anfechtungsklage vorsehen und der vorliegend in Frage st ehende Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StG B mag sich an die Schenkungspauliana nach Art. 286 SchKG anlehnen (BGE 134 III 52 E. 1.3.2, 131 IV 49 E. 1.3.3; BGE 126 IV 5 E. 2d). Die Schenkungspauliana und die Gläubigerschädigung im Sinne von Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB sind jedoch nicht deckungsglei ch, sondern der Anwendungsbereich letzterer kann etwa in der Hinsicht weiter sein, dass sie lediglich an die strafrechtlichen Verjährungsfristen und an keine Ve rdachtsfristen gebunden ist (näher BGE 134 III 52 E. 1.3.4), weshalb allein aus einer fehlenden Anfechtungsklage nicht auf die Strafl o- sigkeit geschlossen werden darf. Dies gilt vorliegend insbesondere deshalb, weil die Konkursverwaltung auf die prozessuale Durchsetzung ihrer Rechte auch deshalb ve r- zichten wollte, da ihr dazu „schlicht und einfach die Mittel [gefehlt haben]“, obwohl sie sich überzeugt davon zeigte, dass der Beschuldigte über einen wesentlichen Teil se i- ner Vermögenswerte „in voller Kenntnis seiner angespannten finanziellen Lage […] al l- zu grosszügig verfügt hat“ (Rundschreiben vom 26. Mä rz 2008, BK 2006 21 S. 41 ff.). Der damalige Vorsteher des Konkursamts C__________ vertrat zudem vor dem Unter- suchungsrichter dezidiert die Ansicht, dass die an F_________ übertretenen Ve r- mögenswerte „die Konkursmasse aufwerten“ würden ( V_________, HD AO S . 182) bzw. der Beschuldigte „durch sein Handeln die spätere Konkursmasse zweifellos geschädigt [habe] (V_________, HD AO S. 185). Im Gegensatz zur Konkursverwaltung im Konkursverfahren haben die Stra fbehörden im Strafverfahren eine Strafbarkeit des Berufungsklägers wegen des Offizialdelikts von Art. 164 Ziff. 1 StGB von Amtes wegen zu prüfen und durchzusetzen. 3.3 Damit bleibt in einem zweiten Schritt der Vorsatz hinsichtlich der einzelnen T a- thandlungen zu überprüfen, wobei der Beschuldigte vorab im Bewu sstsein des ihm drohenden Vermögenszusammenbruchs gehandelt haben muss. - 14 - 3.3.1 Nachdem der Berufungskläger während Jahren finanziell sehr gut gelebt hatte, häuften sich ab Anfang der 2000er Jahre die finanziellen Probleme ( X_________, HD AO S. 45 f.), was unter anderem der Familie der damaligen Ehega ttin, insbesondere deren Mutter und deren Schwester, bekannt war ( AA_________, HD AO S. 56; BB_________, HD AO S. 72 f.). Schon vor dem Konkurs hat Y_________ nach eige- ner Aussage nebst ihrem ordentlichen Einkom men Fr. 423'000.-- als Erbschaftsvorbe- zug „in die Familie gesteckt“, um den „zu hohen“ Lebenswandel ihres Ehegatten zu f i- nanzieren (Y_________, HD AO S. 33 f.). Dies bestätigte ihre Schwester vor der P o- lizei (BB_________, HD AO S. 72: „Seit ca. 1988 bis heute haben meine Eltern meines Wissens dem Ehepaar X__________ und Y__________ mindestens eine halbe Million CHF gegeben, damit sie die finanziellen Löcher stopfen konnten.“). Ab dem Jahr 2000 häuften sich auch die Anzahl der Betreibungen gegen den Beschuld igten, welche zu einem grossen Teil bis zum Konkurs nicht befriedigt wurden (vgl. Betreibungsregist e- rauszug, BO 2 S. 370 ff., 379 f.), was X__________ nach eigener Aussage wusste (X_________, HD AO S. 45). Ebenso musste Y_________ schon vor der Konkurs e- röffnung nach Aussage von V_________ wiederholt beim Betreibungsamt vor s- prechen, um betriebene Forderungen durch Zahlungen abzulösen ( V_________, HD AO S. 183). Die I_________ strebte ab dem Jahr 2000 eine Sanierung der Finanzsituation von X_________ und Y_________ an, welche ab dem Jahre 2001 kaum mehr Zinszahlu n- gen für die Kreditverbindlichkeiten bei der I_________ leisteten (vgl. X_________, HD AO S. 61; BO 2 S. 489, 491, 493), und sie übergab S_________ diese Aufgabe (X_________, HD AO S. 45 ff.; S_________, HD AO S. 58 ff.). Da eine sofortige Pfandverwertung „in der Regel nicht sehr lukrativ für die Bank“ ist, bemühte sich die I_________ zuerst um eine einvernehmliche Lösung ( S_________, HD AO S. 59). Im Rahmen dieser Verhandlungen kam es unter anderem zu einer Sitzung am 2. A ugust 2005, anlässlich welcher die Verantwortlichen der I_________ den Beschuldigten über die baldige Zwangsvollstreckung informiert und ihm eine letzte Chance gegeben h a- ben, diese durch Zahlung eines namhaften Geldbetrags zu ve rmeiden (S_________, HD AO S. 60). Das Ergebnis der Sitzung und ihren präzisierten Standpunkt hielt die I_________ in einem Schreiben an den Beschuldigten vom 17. August 2005 fest (BO 2 S. 403 f.). Darin wurde betont, dass der Beschuldigte und seine damalige Ehegattin so- fort einen Betrag von Fr. 50'000. -- zu Gunsten des auf ihren Namen lautenden I_________-Sparkontos Nr. xxx zu zahlen hätten, ansonsten eine Veröffen tlichung der Versteigerung der Geschäftsliegenschaft in J_________ umgehend im Amtsblatt e r- folge und die Betreibungen für das Wohnhaus in H_________ und das Ferienhaus in U_________ aufgenommen würden. Überdies wurden bis Mitte Oktober 2005 weitere Sanierungsmassnahmen gefordert, namentlich der Verkauf des Chalets der Ehegatten X_________ und Y_________ _ in U_________ sowie der Wohnung in L_________. Der Erlös sollte für die Schuldenreduktion auf dem Wohnhaus in H_________ verwen- det werden. We iter hatte der Beschuldigte abzuklären, inwiefern zusätzliche Mittel in Höhe von Fr. 500'000.-- aus dem Familienvermögen zur Schuldenreduktion vorhanden seien. Abschliessend wurde nachdrücklich festgehalten, dass die I_________ ohne so-- 15 - fortige Zahlung von Fr. 50'000. -- „ohne weitere Anzeige“ die Betreibungen wieder aufnehme und die Zwangsveräusserung der verpfändeten Liegenschaften verlangen werde. Spätestens ab der Kenntnisnahme dieses Schreibens und angesichts der Tatsache, dass er die geforderte Zahlung nicht (mehr) zu leisten gewillt war ( X_________, HD AO S. 171 f.), musste der Beschuldigte um seine finanzielle B edrängnis wissen, mit welcher die konkrete Möglichkeit der Zwangsverwertung der gepfändeten Liegenschaf- ten und infolge der ungenügenden Deckung eines Konkurses unmittelbar einher ging. Infolge dessen handelte er im Bewusstsein des drohenden Vermögenszusa m- menbruchs (vgl. Bundesgerichtsurteil 6B_306/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 1.2), z u- mal er der I_________ aufgrund ihres Schreibens nicht mehr vertraut haben will (X_________, HD AO S. 50), weshalb er auch nicht mehr darauf vertrauen durfte, dass diese – entgegen ihrer Ankündigung und trotz des eingeleiteten Betreibungsverf a- hrens, in welchem dem Beschuldigten der Zahlungsbefehl am 3. August 2005 zuge s- tellt worden war (BO 2 S. 377) – ihre Drohung nicht wahr machen würde, besonders da ihre Forderungen rechtlich u nbestritten waren. So bestätigte Y_________ im Rahmen ihrer Erstaussage glaubhaft, sie sei nach dem besagten Schreiben „erwacht“ und habe ihrem Mann ein Angebot ihrer Schwester und Mutter offenbart, um den Priva tkonkurs vorerst abzuwenden, was dieser jedoc h abgelehnt habe. Zu diesem Zei tpunkt hätten jedoch sowohl sie als auch ihr Mann gewusst, dass bald einmal der Konkurs über ihr Privatvermögen eingeleitet würde (Y_________, HD AO S. 37). Dies gilt erst recht, da sich der Beschuldigte gemäss übereinstimmen den Aussagen von Y_________ und BB_________ gegen einen Verkauf seines Chalets in U_________ aussprach, womit er gegen eine weitere geforderte Sanierungsmas snahme verstiess ( Y_________, HD AO S. 37; BB_________, HD AO S. 73). X_________ selbst bestätigte im Zuge der Einvernahmen auf Vorlage des Schreibens vom 17. August 2005 immerhin, dass ihm wohl damit erstmals die Zwangsversteig e- rung angedroht worden sei (X_________, HD AO S. 172). Der kl are und diesbezüglich eindeutige Wortlaut des Schreibens der I_________ liess auch keinen anderen Schluss zu. Angesichts dessen ist sein Einwand, dass er im Zeitpunkt, in welchem er seine Vermögenswerte an seinen Sohn übereignet hat, nicht an einen Konkurs geglaubt haben will ( X_________, HD AO S. 49, HD SHZ S. 85), was er letztmals in seinem Schlusswort vor Kantonsgericht wiederholte (S. 206), schlechthin nicht glaubwürdig. Genauso wenig glaubwürdig ist es, wenn der Beschuldigte die Verweig e- rung der Befriedigung der Zinsansprüche der I_________ damit begründete, dass diese sich nie ernstlich darum bemüht habe, die am 18. Oktober 1995 zedierten Forde- rungen einzukassieren und er sich auf den Standpunkt gestellt habe, dass, wenn die I_________ ihre Arbeit nicht machen würde, er seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkomme (X_________, HD AO S. 50, 161). Die offenen finanziellen Verbindlichke i- ten zeugen vielmehr davon, dass der Beschuldigte offensichtlich ausserstande war, die von der I_________ geforderten finanziellen Leistungen aufzubringen, weshalb diese auch eine finanzielle Sanierung anstrebte. Bei dieser Aktenlage ist es jenseits vernün f-- 16 - tiger Zweifel erstellt, dass der Beschuldigte um seine desolate finanzielle Lage und die angestrebte Zwangsvollstreckung durch die I_________ wusste, was im Rahmen des Vorsatzes von Art. 1 64 Ziff. 1 StGB ausreicht, da es nicht notwendig war, dass der Beschuldigte den Konkurs bewusst in Kauf nahm oder diesen gar wollte (vgl. Bunde s- gerichtsurteil 6B_778/2011 vom 3. April 2012 E. 4.5). 3.3.2 Daneben musste sich der Vorsatz des Beschuldigten a uf die jeweilige Tatha n- dlung beziehen und er musste zumindest in Kauf nehmen, dass er den Gläubigern durch sein Verhalten einen Vermögensschaden zufügen könnte. Da der Beschuldigte in seiner Erstaussage bestätigte, dass se iner Meinung nach der Wert der Wo hnung in L_________ die Höhe der bestehenden Hypotheken von Fr. 200'000.-- überschritt (X_________, HD AO S. 47), wusste er auch, dass er mit der Übereignung von Wohnung und Studio für eine Gegenleistung in der Höhe von Fr. 265'000.-- das Haftungssubstrat vermindern würde. Gleichzeitig musste ihm b e- wusst sein, dass sein Vorgehen den Interessen seiner Gläubiger, namentlich der I_________, zuwiderlief. Die Parkplatzbenutzungsrechte wollte der Beschuldigte sodann nach eigener Au ssage vorerst der I_________ für Fr. 70'000.-- bis Fr. 75'000. -- verkaufen, was diese jedoch abgelehnt und von ihm verlangt habe, dass er sie dem neuen Eigentümer des K_________ veräussere ( X_________, HD AO S. 48). Dann ist es jedoch wenig glaubwürdig, wenn er angeblich keinen Käufer fa nd und die Benutzungsrechte nur deshalb an seinen Sohn übereignete, weil die I_________ gewollt habe, dass er ve r- kaufe ( X_________, HD AO S. 48, 170), zumal F_________ seinerseits die Parkplatzbenutzungsrechte im Anschluss daran an den neuen Eigentümer des K_________ verkauft hat (X_________, HD AO S. 50). Der Beschuldigten musste sich wiederum im Klaren sein, dass die I_________ kein Interesse daran haben konnte, wenn er die Parkplatzbenutzungsrechte unentgeltlich an einen Dritten abtrat. Ebenso wenig überzeugt die Erklärung des Beschuldigten, er habe die Vermögenswerte nicht behalten wollen, weil die I_________ im Rahmen der angestrebten Gesamtlösung eine Entflechtung der finanziellen Probleme gesucht habe ( X_________, HD AO S. 62). F_________ räumte ein, dass es bei den Parkplätzen keine Probleme geg eben habe und er davon ausgegangen sei, dass ihm sein Vater „Gut [wolle]“ ( F_________, HD AO S. 166). Diese Aussage deutet darauf hin, dass der Beschuldigte den Wert der Partplatzbenutzungsrechte sehr wohl kann te. Dass die Benutzungsrechte über einen Wert verfügen, erschloss sich für den Beschuldigten auch da raus, dass sein Sohn für die ihm von P_________ übertragenen Rechte eine Entschädigung zahlen musste, auf welche er seinerseits verzichtete. Insgesamt ist e s nicht nachvollziehbar, dass der in Bausachen erfahrene Beschuldigte die Parkplatzbenutzungsrechte deshalb unen t- geltlich übertragen haben will, weil es Dienstbarkeiten gewesen seien, die man ang e- blich nicht belehnen könne (X_________, HD AO S. 170). Schliesslich stufte der Beschuldigte auch die abgetretenen Forderungen als werthaltig ein, da er davon ausging, dass mit diesen Forderungen noch Geld zu holen war. Er trat - 17 - die Forderungen nach eigener Aussage deshalb an seinen Sohn ab, damit dieser die notwendigen Schritte zum Inkasso einleiten konnte, nachdem dies die I_________ wä- hrend längerer Zeit – seiner Meinung nach ohne Grund – unterlassen hatte (X_________, HD AO S. 46 f., 431). Die Absicht, von den Schuldnern Geld einzufo r- dern, bestätigte auch F_________ (F_________, HD AO S. 83 f., 161). Mit diesen Aussagen manifestierte der Beschuldigte, dass er zum Zeitpunkt der Abtretung übe r- zeugt war, dass seinem Sohn das Inkasso der Forderungen zumindest teilweise geli n- gen wird und die Forderungen mithin in Geld umzusetzen waren. 3.3.3 Insgesamt ist aufgrund der Beweislage jenseits vernünftiger Zweifel nachgewi e- sen, dass der Beschuldigte in Bezug auf alle veräusserten Vermögenswerte davon ausging, dass diese über einen gewissen Wert verfügten, womit ihm hinsichtli ch der Parkplatzbenutzungsrechte sowie der Forderungen, welche er unentgeltlich veräu s- serte, auch bewusst sein musste, dass er mit seinem Handeln das Haftungssubstrat für den Fall des sich abzeichnenden Konkurses verkleinerte. In gleicher Weise war ihm hinsichtlich der Liegenschaften in L_________ bewusst, dass die seinem Sohn überei- gneten Aktiven einen höheren Betrag ausmachten als die von diesem überno mmenen Passiven. Damit nahm er zur Tatzeit zumindest in Kauf, dass er, da er durch sein Ve r- halten das Haftungssubstrat bewusst verkleinerte, seinen Gläubigern im Falle der sich anbahnenden Zwangsvollstreckung einen Vermögensschaden zufügen könnte. Die zeitliche Nähe des Schreibens der I_________ vom 17. August 2005 zu den Ve r- mögensverschiebungen des Beschuldi gten erlaubt den Schluss, dass Letzterer u nter dem Eindruck der drohenden Zwangsvollstreckung der diversen Forderungen der I_________ seine Vermögenswerte auf seinen Sohn übertragen hat. Wertver- schiebungen zum Nachteil der Gläubiger erfolgen regelmässig du rch Vermögensüber- tragungen auf nahe Familienangehörige und nach Aussage von F_________ ging die Initiative für die Übertragung der Vermögensbestandteile von seinem Vater aus („Mein Vater fragte mich, ob ich die Parkplätze beim K_________ haben wolle. Ich habe dem zugestimmt“, F_________, HD AO S. 84, „Er hat es mir angeboten. Ich habe das A n- gebot angenommen.“, F_________, HD AO S. 85). Vor diesem Hinte rgrund ist auch die Aussage des Beschuldigten, er habe die Vermögenswerte nicht an seinen Sohn verschenkt, damit diese nicht in die Konkursmasse aufgenommen würden (X_________, HD AO S. 62, 69), nicht glaubwürdig. Wenn der Beschuldigte und F_________ weiter beteuerten, es sei bei allen Übertragungen jeweils allein um die Hilfe des Sohnes bei der Lösung der fina nziellen Probleme des Beschuldigten gega n- gen ( X_________, HD AO S. 47 f., 172; F_________, HD AO S. 83 -85, 161, 166), kann dies deshalb nicht richtig sein, weil F_________ wenigstens bei den Parkplatzbe- nutzungsrechten selbst einräumte, hier habe es keine N otwendigkeit für eine Übe r- nahme gegeben ( F_________, HD AO S. 166), die Hilfe seines Sohnes bei den Pr o- blemen auch ohne die Vermögensübertragungen möglich gewesen wäre und eine Hilfe bei den Finanzproblemen keinen Grund für die (grossmehrheitliche) Unen tgeltlichkeit der Übertragungen bildet. Das genaue Motiv für die Übertragung der Ve rmögenswerte ist letztlich im Rahmen des subjektiven Tatbestandes von Art. 164 Ziff. 1 StGB nicht re- levant, da allein entscheidend ist, dass der Beschuldigte wusste, dass mit d er jeweili-- 18 - gen Übertragung das Exekutionssubstrat für den sich ankündigenden Konkurs vermi n- dert wurde und er einen Schaden seiner Gläubiger zumindest bill igend in Kauf nahm. Insoweit war das Handeln des Beschuldigten zwar möglicherweise dadurch motiviert, dass er seinem Sohn den Start im Wallis erleichtern wollte (vgl. X_________, HD AO S. 429), was jedoch aufgrund seiner damaligen Finanzlage für ihn erkennbar zwingend mit dem Entzug des Haftungssubstrates zum Nachteile seiner Gläubiger einherging. 4. X_________ hat mithin hinsichtlich aller vier noch in Frage stehenden Übertragu n- gen sowohl den objektiven als auch den subjektiven Tatbestand von Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB erfüllt, womit er für sein Verhalten grundsätzlich im Sinne dieser Strafbestimmung schuldig zu sprechen und mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe zu sanktionieren ist. Der Berufungskläger verlangt indes, dass au fgrund der von ihm erbrachten Eigenleistungen für das Zustandekommen des gerichtlichen N a- chlassvertrags in Anwendung von Art. 171bis Abs. 1 oder aber von Art. 171 Abs. 2 StGB von einer Bestrafung Umgang genommen wird (Berufungserklärung, HD SH S. 189 ff.; Plädoyernotizen, HD SH S. 216 ff.). 4.1 Art. 171 Abs. 1 StGB statuiert eine zu Art. 164 Ziff. 1 StGB alternative objektive Strafbarkeitsbedingung, indem er diese Strafbestimmung auch dann für anwendbar erklärt, wenn an Stelle der Konkurseröffnung bzw. der Ausstellung eines Ve r- lustscheines ein gerichtlicher Nachlassvertrag zustande kam. Art. 171 Abs. 2 StGB e r- laubt in diesem Fall, auf eine Verfolgung oder Bestrafung zu verzichten, sofern der T ä- ter das Zustandekommen des Vertrags durch eine besondere wirtschaftliche Lei stung erleichtert hat. Da vorliegend die objektive Strafbarkeitsbedingung von Art. 164 StGB bereits mit der Konkurseröffnung am 8. Mai 2006 eingetreten ist, gelangt Art. 171 Abs. 2 StGB entgegen der Ansicht des Berufungskl ägers (Berufungserklärung, HD SH S. 189; Plädoyernotizen, HD SH S. 217) nicht zur Anwendung. 4.2 Allerdings enthält Art. 171 bis Abs. 2 StGB beim Widerruf des Konkurses aufgrund eines gerichtlichen Nachlassvertrages eine zu Art. 171 Abs. 2 StGB analoge Regelung: Danach kann das Gericht von der Bestrafung absehen, wenn unter anderem der Schuldner eine besondere wirtschaftliche Anstrengung unternommen und dadurch das Zustandekommen des gerichtlichen Nachlassvertrags erleichtert hat. Art. 171bis Abs. 2 StGB stellt eine besondere Form der aufrichtigen Reue dar, welche in ihren Wirkungen über Art. 48 lit. d StGB hinausgeht, indem die Strafe nic ht nur gemil- dert, sondern gänzlich von ihr abgesehen werden kann (Trec hsel/Ogg, a.a.O., N. 3 zu Art. 171bis StGB; Wiprächtiger, Das neue Vermögensstrafrecht und die Änderungen im Bereich der Konkurs - und Betreibungsdelikte, BlSchK 1998, S. 7). Er zielt nac h der Botschaft des Bundesrates auf einen Täter ab, der sich, vielleicht aus e iner gewissen Notlage heraus, unter dem Druck der Verhältnisse, eventuell auch aus Nachlässigkeit zu bestimmten Konkursdelikten nach Art. 163 ff. StGB hat hinreissen lassen, dann aber eine besondere wirtschaftliche Anstrengung unternommen hat, um den Gläubigern e i- nen akzeptablen Liquidationsvergleich anzubieten (Botschaft über die Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes [Strafbare Handlu n-- 19 - gen gegen das Vermögen und Urkundenfälschung] sowie betreffend die Änderung des Bundesgesetzes über die wirtschaftliche Landesversorgung [Stra fbestimmungen] vom 24. April 1991, BBl 1991 II, S. 1070). Die besondere wirtschaftl iche Anstrengung kann beispielsweise darin bestehen, dass sich der Beschuldigte e inen Erbschaftsvorbezug ausrichten lässt und ihn den Gläubigern zur Ve rfügung stellt, oder dass bei einer AG die verantwortlichen natürlichen Personen einen Teil ihres Privatvermögens zur Befri e- digung der Gläubige r einsetzen (Botschaft, a.a.O., S. 1070 f.). Sie muss, wenn auch eine strikte Kausalität nicht gefordert wird, mindestens erkennbar den Abschluss eines gerichtlichen Nachlassvertrags erleichtern (Donatsch, a.a.O., S. 325 f.). Bei der Auslegung von Art. 171bis Abs. 2 StGB ist auch auf die Rechtspr echung zu Art. 53 StGB zurückzugreifen, welcher die Wiedergutmachung im Rahmen des revidierten allgemeinen Teils des StGB generell statuiert und der in seinen V oraussetzungen Art. 171bis Abs. 2 StGB weitgehend entsp richt (Botschaft, a.a.O., S. 1071 f.; Herren, Die Misswirtschaft gemäss Art. 165 StGB, Diss. Zürich 2006, S. 137 mit Hinweisen). Nach dem Willen des Bundesrates soll Art. 53 StGB die Art. 171 Abs. 2 sowie Art. 171bis Abs. 2 StGB zukünftig auch ersetzen (Rü etschi, Aktuelle Rechtsetzung und Rechtsetzungsprojekte im SchKG und im Bankeninsolvenzrecht, AJP 2012, S. 743). 4.3 Es ist unbestritten und wurde auch vom Bezirksgericht anerkannt, dass der Be s- chuldigte mit der Konkursverwaltung zusammengearbeitet und d azu beigetragen hat, einen gerichtlichen Nachlassvertrag zu erreichen ( V_________, HD AO S. 181, ferner S. 416; X_________, HD SH S. 85 f.). Für das Zustandekommen des Nachlassve r- trages leistete der Berufungskläger Fr. 118'405.35, nämlich Fr. 12'880.10 zur Befrie- digung der einzigen privilegierten Forderung sowie Fr. 105'525.25 zur Befriedigung der Forderungen der dritten Konkursklasse, was einer Nachlassdividende von 5 % entspricht, zuzüglich Kosten des Nachlassgerichts (inkl. Konkursverfahren) von Fr. 2'000.-- und Honorar der Konkursverwaltung bzw. der Sachwalterin von Fr. 6'000. -- (Bestätigung des Nachlassvertrags vom 26. September 2011, BK 2006 21 S. 84; Schlussbericht vom 22. Dezember 2011, BK 2006 21 S. 104; Widerruf des Konkurses vom 12. Januar 2012, B K 2006 21 S. 108; Entscheid der Aufsichtsbehörde vom 12. Januar 2012, BK 2006 21 S. 110 f.). Aus den Akten des Konkursverfahrens ist weiter ersichtlich, dass ihm dafür von der E_________ vorerst ein rückzahlbares Darlehen von Fr. 115'000. -- eingeräumt worden ist, welches Geld der Konkursverwaltung zum vorgesehenen Zweck bezahlt worden ist (BK 2006 21 S. 53 f.; ferner Kontoauszüge PostFinance HD SH S. 196 f.). Am 19. September 2011 wurde zudem nochmals ein Betrag von Fr. 15'000. -- überwiesen, wobei der Recht sgrund dieser Zahlung unklar bleibt (BK 2006 21 S. 78 f.). Da im Rahmen von Art. 171 bis Abs. 2 StGB nur besondere wirtschaftliche Anstrengungen berücksichtigt werden können, welche das Zustand e- kommen des Nachlassvertrags erleichtert haben, fallen weitere Zahlungen, so etwa die im Rahmen der Scheidungskonvention an Y_________ zu leistenden Fr. 80'000.-- (vgl. HD SH S. 66), bei der Beurteilung einer ausnahmsweisen Straflosigkeit ausser B e- tracht. Aus dem gleichen Grund ist der Darlehensbetrag der E_________ (Gesamtdarlehenssumme per 31.12.2011: Fr. 213'883.--, HD SH 198), welcher über - 20 - den zur En tstehung des Nachlassvertrages ausgewiesenen Betrag hinausgeht, nicht zu berücksichtigen. Im Übrigen wird der (finanzielle) Beitrag des Beschuldigten zur Entstehung des Nachlassvertrages in den Konkursakten BK 2006 21 ausreichend dargestellt, so dass die Weigerung des Bezirksgerichts, weitere Akten zur Illustrierung „der persönlichen finanziellen Leistungen“ beizuziehen, wie dies der Berufungskläger verlangt hat (vgl. Ber ufungsklärung, HD SH S. 186), nicht zu beanstanden ist, beso n- ders da der Berufungskläger selbst davon ausgeht, dass dieser Nachteil durch seine mit der Berufung hinterlegten Belege ausgeglichen wurde (Plädoyernotizen, HD SH S. 217). 4.4 Wie das Bezirksger icht zutreffend festgestellt hat, steht vorliegend einer Strafl o- sigkeit in Anwendung von Art. 171 bis Abs. 2 StGB bereits die Sch adenshöhe bzw. das Ausmass der konkreten Vermögensgefährdung entgegen. Denn allein mit den Liege n- schaften in L_________ sowie den Parkplatzbenutzungsrechten verminderte der Beru- fungskläger das Exekutionshaftungssubstrat um Fr. 252'500. -- (Fr. 215'000.-- + Fr. 37'500.--); ein Betrag, welcher doppelt so hoch ist wie die vom Berufungskläger e r- brachte wirtschaftliche Leistung im Zusamm enhang mit dem Zustandekommen des Nachlassvertrages. Das Ausmass der Vermögensgefährdung erhöht sich zudem we i- ter, wenn man die Verkehrswerte der abgetretenen Forderungen b erücksichtigt (vgl. näher angefochtenes Urteil, HD SH S. 162 f.). Folglich konnte de r Berufungskläger die finanzielle Beeinträchtigung seiner Gläubiger im Rahmen des Nac hlassvertrags nicht annähernd wieder ausgleichen. Dem Bezirksgericht ist daher zuzustimmen, dass diese Anstrengungen zwar im Rahmen der Strafzumessung berücksichtigen werden können, die geleistete Zahlung jedoch angesichts der Vermögenswerte, welche durch das Ha n- deln des Berufungsklägers der Konkursmasse entzogen worden sind, keine ausre i- chende Wiedergutmachungsleistung darstellt. Einer Strafbefreiung steht überdies entgege n, dass Art. 171 bis Abs. 2 StGB als beso n- dere Form der aufrichtigen Reue und der Wiedergutmachung in Übereinstimmung s o- wohl mit Art. 48 lit. d als auch mit Art. 53 StGB voraussetzt, dass der Täter jedenfalls die Normverletzung anerkennen muss, wozu er die Tat gestehen muss (zu Art. 53 StGB vgl. BGE 137 I 16 E. 2.3, 136 IV 41 E. 1.2.1, 135 IV 12 E. 3.5.3; Bundesg e- richtsurteil 6B_558/2009 vom 26. Oktober 2009 E. 2.1.2, 6B_152/2007 vom 13. Mai 2008 E. 5.2.3; Riklin, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, Art. 1 -110 StGB, 2. A., Basel 2007, N. 18 zu Art. 53 StGB; Angst/Maurer, Das "Int eresse der Öffentlichkeit" gemäss Art. 53 lit. b StGB – Versuch einer Konkretisierung, forumpoenale 2008, S. 303 Fn. 25; zu Art. 48 lit. d StGB vgl. Trechsel/Affolter -Eijsten, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. A., St. Gallen 2013, N. 20 zu Art. 48 StGB mit Hinweisen ). Im konkreten Fall hat jedoch der Berufungskläger während des gesamten Strafverfa hrens nie eingeräumt, die Vermögenswerte deshalb an seinen Sohn übertra gen zu h aben, damit diese im Fall des sich abzeichnenden Konkurses nicht in die Konkursmasse fa l- len. Er hat ebenso wenig zugestanden, sich im Rahmen der Rechtsordnung nicht ko r- rekt verhalten, d.h. eine konkurs- oder strafrechtliche Norm verletzt zu haben. Vielmehr hat er bislang konstant jede strafrechtliche Verantwortlichkeit bestritten, gegenüber - 21 - seinen Gläubigern jedes Wort des Bedauerns ob seiner Handlungen unterlassen und selbst in seinem Schlusswort vor Kantonsgericht Dritte, insbesondere die I_________, für seine Situation und das Strafverfahren verantwortlich gemacht (S. 206). Es fehlt ihm somit jede Einsicht, unkorrekt gehandelt zu haben. Er bereut also sein Handeln nicht. Dass ihm die I_________ grosszügig Kredite gewährt hatte, vermag sein eigenes Tun nicht zu entschuldigen. Seine wirtschaftlichen Anstrengungen dienten einzig seiner wirtschaftlichen Sanierung. Aufgrund der ungenügenden Wiedergutmachungsschritte bleibt das Interesse der Öffentlichkeit an einer Strafverfolgung bestehen, zumal die Konkurs- und Betreibungsdelikte nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht ausschliesslich das Vermögen der Gläubiger schützen, sondern zudem den Schutz des Zwangsvollstreckungsrechts als öffentliches Interesse bezwecken (vgl. oben E. 2.2), womit sich e ine strafrechtliche Reaktion auch unter generalpräventiven G e- sichtspunkten aufdrängt (vgl. BGE 135 IV 12 E. 3.4.3 mit Hinweisen; Bommer, Beme r- kungen zur Wiedergutmachung [Art. 53 StGB], forumpoenale 2008, S. 174). Damit kann offen bleiben, ob das in Frage stehende Darlehen von der E_________ mit dem vom Berufungskläger zitierten Fallbeispiel (vgl. Berufungserklärung, HD SH S. 189 mit Verweis auf Brunner, a.a.O., N. 8 zu Art. 171 bis StGB: Aufnahme von Darlehen bei Verwandten zu Gunsten der Gläubiger) verglei chbar ist. Immerhin ist festzuhalten, dass das Darlehen von einer juristischen Person und nicht einem Ve rwandten stammt. Und selbst wenn man zu Gunsten des Berufungskl ägers deshalb von der Aufnahme eines Darlehens bei einem Verwandten ausgehen wollte, weil die E_________ nahezu gänzlich von F_________, der Fr. 19'000.-- des gesamten Stammkapitals von 20'000.-- besitzt, beherrscht wird, würde gegen eine Strafbefreiung sprechen, dass damit die wirtschaftlichen Mittel zur Erleichterung des Nachlassvertrages – zumindest mittelbar – von derjenigen Person stammen würden, welcher X_________ in weit grösserem Um- fang Vermögenswerte zukommen liess, für deren Übereignung er sich nunmehr im Strafverfahren zu verantworten hat. Ein solches Vorgehen liesse das Strafbedürfn is nicht entfallen, selbst wenn dadurch die Bemühungen im Rahmen des Konkursverf a- hrens, welche als solche die Aufhebung des Konkurses nach sich zogen, nicht geschmälert werden. Wenn der Bezirksrichter die Anwendbarkeit von Art. 171bis Abs. 2 StGB verneinte, han- delte er insgesamt in dem ihm zustehenden Ermessen, womit die Berufung auch in diesem Punkt abzuweisen ist. Klarzustellen bleibt, dass bei einer Strafb efreiung durch das Gericht kein Freispruch, sondern ein Schuldspruch bei gleichzeitigem Strafverzicht zu erfolgen hätte. 5. X_________ wurde erstinstanzlich im Sinne einer Zusatzstrafe zum U rteil P1 10 77 des Kantonsgerichts Wallis vom 7. September 2011 zu einer Geldstrafe von 140 T a- gessätzen zu 90 Franken sowie einer Busse von 500 Franken bestraft, w obei die vom 26. Mai 2008 bis 4. Juni 2008 ausgestandene Untersuchungshaft (HD AO S. 41, 89) an die Geldstrafe angerechnet wurde. Der Vollzug der Geldstrafe wurde mit einer Pr o- bezeit von drei Jahren aufgeschoben. Für den Fall der schuldhaften Nichtb ezahlung - 22 - der Busse ordnete das Bezirksgericht an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen. Der Beschuldigte hat diese Strafzumessung für den Fall der Bestätigung seiner Veru r- teilung nicht angefochten und zu diesem Punkt weder Anträge gestellt noch Ausführungen gemacht. Sie bilden daher grundsätzlich nicht Gegenstand der Berufung und es kann damit diesbezüglich sowie hinsichtlich des Vollzugs der ausg esprochenen Strafe auf die im Übrigen korrekten erstinstanzlichen Ausführungen ve rwiesen werden (vgl. angefochtenes Urteil E. 3 [recte 4], HD SH S. 163 ff.). 6. 6.1 Die Strafbehörde legt im Endentscheid die Kostenfolgen fest (Art. 421 Abs. 1 StPO). Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung des Aufwandes und den Auslagen im ko nkreten Straffall, worunter u.a. die Kosten für Gutachten, die amtliche Verteidigung oder anderer Behörden, namentlich der Polizei, fallen (Art. 422 StPO; vgl. hierzu Griesser, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafproze ssordnung [StPO], Zürich/Basel/Genf 2010, N. 8 zu Art. 422 StPO). Grundsätzlich werden die Verfahren skosten vom Bund oder dem Kanton getragen, der das Verfahren geführt hat (Art. 423 StPO). Die be s- chuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verur teilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Bei einem Teilfreispruch hat sie die Kosten unter Vorbehalt von Art. 426 Abs. 2 StPO anteilsmässig, d.h. im Rahmen des Schuldspruchs zu tragen. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Un- terliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenr e- gelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Der Anspruch auf Parteientschädigung richtet sich nach dem Verfahrensausgang; bei einem Teilfreispruch ist zu prüfen, ob die beschuldigte Person eine Entschädigung für die Taten, die mit einem Freispruch endeten, bean s- pruchen kann (Art. 429, 433 f. und 436 StPO; Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, BBl 2006, S. 1329). Die Strafbehö rden können ihre Forderungen aus Verfahrenskosten mit Entschädigungsa nsprüchen der zahlungspflichtigen Partei aus dem gleichen Strafverfahren sowie mit beschl a- gnahmten Vermögenswerten verrechnen (Art. 442 Abs. 4 StPO). Nach Art. 424 Abs. 1 StPO regeln Bund und Kantone die Berechnung der Verfahrenskosten und legen die Gebühren fest. Im Wallis gilt das Gesetz betreffend den Tarif der Kosten und Entschädigungen vor Gerichts - und Ve rwaltungsbehörden (GTar) vom 11. Februar 2009. 6.2 Das Bezirksgericht verurteilte den Berufungskläger nicht nur im Umfang des A n- klagepunkts der Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung im Sinne von Art. 164 Ziff. 1 StGB zur Tragung der Verfahrenskosten, sondern gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO auch im Anklagepunkt der Vernachlässigung von Unterhalt spflichten im Sinne von Art. 217 Abs. 1 StGB, obwohl es diesbezüglich das Verfahren gegen ihn aufgrund des Rückzugs des Strafantrags einstellte. - 23 - 6.2.1 Der Berufungskläger ficht die Auferlegung der Verfahrenskosten im Umfang des eingestellten Anklagepunkts der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten (Art. 217 Abs. 1 StGB). Er bestreitet eine rechtswidrige oder schuldhafte Einleitung des Verf a- hrens und br ingt vor, er habe die Unterhaltsleistungen gemäss Trennungskonve ntion erbracht, solange es ihm finanziell möglich gewesen sei. Eine Kostenpflicht ergebe sich auch nicht aus der Scheidungskonvention, weil er danach lediglich die Kosten des Rückzugs des Stra fantrags und nicht des diesbezüglichen Strafverfahrens zu tr agen habe. Um kostenwirksam zu werden, mangle es dieser Vereinbarung überdies an der richterlichen Genehmigung (Berufungserklärung, HD SH S. 191 f.; Plädoyernotizen, HD SH S. 8). 6.2.2 Art. 426 Abs. 2 StPO bestimmt, dass der beschuldigten Person bei einer Verf a- hrenseinstellung die Verfahren skosten ganz oder teilweise auferlegt werden können, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder de s- sen Durchführung erschwert hat. Bei der Kostenpflicht des freigesprochenen oder aus dem Verfahren entlassenen Beschuldi gten, welche der Gesetzgeber bewusst aus der vom Bundesgericht bereits unter der Herrschaft der kantonalen Strafprozessordnungen entwickelten Rechtsprechung zu Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK überno m- men hat (Botschaft, a.a.O., S. 1326), handelt es sich nicht um eine Haftung für ein stra- frechtliches Verschulden, sondern um eine zivilrechtlichen Grundsätzen ang enäherte Haftung für ein fehlerhaftes Verhalt en, durch das die Einleitung oder Erschwerung eines Strafverfahrens verursacht wurde. Eine solche Koste nauflage ist mit Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK vereinbar, sofern der nicht verurteilte Angeschuldi gte in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise ge gen eine Verhaltensnorm, die sich aus der Gesamtheit der schwe izerischen Rechtsordnung ergeben kann, (klar) verstossen und dadurch das Strafverfahren veranlasst oder dessen Durchfü hrung erschwert hat (zum Ganzen Bundesgerichtsurteile 1B_180/2012 vom 24. Ma i 2012 E. 2.1, 1B_21/2012 vom 27. März 2012 E. 2.1, 6B_107/2009 vom 17. Juni 2009, E. 3.2, 1P.580/2005 vom 25. Januar 2006, E. 3.3; BGE 120 Ia 147 E. 3b, 119 Ia 334, 116 Ia 172 ff.; Ha u- ser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2005, § 108 N. 18 ff.; Griesser, a.a.O., N. 9 ff. zu Art. 426 StPO; Domeisen, in: Ni g- gli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessor d- nung, Basel 2011, N. 23 ff. zu Art. 426 StPO). Eine schliesslich erfolgte Verfahre n- seinstellung bedeutet nicht, dass für die Einleitung des Strafverfahrens und für die A n- klageerhebung von Anfang an kein hinreichender Anlass bestand. Weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht muss in diesem frühen Zeitpunkt Gewissheit oder auch nur überwie gende Wahrscheinlichkeit für eine Verurteilung gegeben sein. Von einer Anklageerhebung ist nur abzusehen, wenn auf Grund einer gefestigten Rechtsprechung mit einer Verurteilung nicht zu rec hnen ist (ZR 99/2000 Nr. 64 S. 181 lit. d). Die Kostenauflage ist a llerdings nur in dem Umfange erlaubt, als zwischen dem ausserstrafrechtlichen Verhalten und den staatlichen Auslagen ein Kausalzusamme n- hang besteht (Bundesgerichtsurteil 6B_107/2009 vom 17. Juni 2009 E. 3.4). - 24 - 6.2.3 Der Berufungskläger verpflichtete sich in der Trennungskonvention vom 4. Mai 2006 zur Zahlung eines monatlichen Unterhaltsbeitrags von Fr. 3'000. -- an seine Ehe- gattin (HD AO S. 25; ferner X_________, HD AO S. 43, 172 f.). Diese Zahlungen lei s- tete er letztmals im August 2007. In der Folge geriet Y_________ in einen finanziellen Notstand und war auf die finanzielle Unterstützung ihrer Mutter angewiesen (Y_________, HD AO S. 34 f., 155; X_________, HD AO S. 44 f.; AA_________, HD AO S. 57). Gemäss Arbeitsvertrag vom 1. Januar 2006 bezog X_________ ab Anfang 2006 bei der E_________ einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 6'550.--, welcher jährlich 13 Mal ausbezahlt worden ist. Zusätzlich konnte die Arbeitgeberin nach eigenem Ermes - sen eine Gratifikation auszahlen und sie überliess dem Beschuldigte n ein Geschäft s- fahrzeug, welches auch für private Zwecke benutzt werden konnte und eine 4 ½ - Zimmerwohnung zum Preis von monatlich Fr. 750. -- (HD AO S. 213 ff.). Damit b ezog er ein jährliches Bruttoeinkommen in der Höhe von Fr. 85'150. -- (vgl. Lohnausweis 2008, HD AO S. 218 sowie Bemerkungen zur Steuererklärung 2011, HD SH S. 88) bzw. ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 5'974.-- (inkl. Anteil des 13. Monatlohns; vgl. HD AO S. 344; vgl. ferner X_________, HD AO S. 44, 168). Dieses Nettoeinko m- men von beinah e Fr. 6'000. -- und ein eher tiefer monatlicher Bedarf, namentlich aufgrund der günstigen Mietwohnung, belegen, dass es dem Berufungskläger entg e- gen seinen Beteuerungen sehr wohl möglich gewesen wäre, dem von ihm selbst ve r- traglich festgelegten monatlichen Unterhaltsbeitrag ganz oder zumindest zum grossen Teil nachzukommen. Indem er dies eigenmächtig und trotz den finanziellen Möglichkei- ten unterliess, verstiess er gegen seine zivilrechtliche Verpflichtung, seiner Eh egattin, mit welcher er zum Zeitpunkt der Trennung beinahe 30 Jahre verheiratet gewesen war und welche weiterhin mit Betreuungsaufgaben für die gemeinsame behinderte Tochter belastet war, den ihr zustehenden Unterhaltsbeitrag zukommen zu lassen. Er verletzte damit eine klare zivilrechtliche Verhaltensnorm, welche für den Fall, dass sich die Eh e- gatten nicht einigen können, in Art. 176 Ziff. 1 ZGB kodifiziert ist (vgl. statt aller Hau s- heer/Geiser/Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 4. A., Bern 2012, N. 9.32 ff.). Ers t diese anhaltende Verletzung seiner Pflicht zur Unte r- haltszahlung veranlasste Y_________ am 14. April 2008 zum Strafantrag und sie stand demzufolge am Anfang der anschliessend durch das Strafverfahren verursac h- ten Kosten. Sein Handeln war mithin ausschlag gebend für die Eröffnung und Du r- chführung des Strafverfahrens im Anklagepunkt der Vernachlässigung der Unte r- haltspflichten. Die vorinstanzliche Ko stenauflage gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO ist somit zu bestätigen und es rechtfertigt sich, X_________ im Umfang des Anklag e- punkts der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten trotz Verfahrenseinstellung die Untersuchungskosten und die Kosten des erstinstanzlichen Hauptverfahrens aufzuerlegen. Wie das Bezirksgericht richtig festhielt, ergibt sich die Pflicht zur Zahlung der Verf a- hrenskosten überdies auch aus der Scheidungskonvention vom 10. Oktober 2011, welche entgegen der Ansicht des Berufungsklägers mit Scheidungsurteil vom 11. J a-- 25 - nuar 2012 gerichtlich homologiert worden ist. In Ziffer 6 der Vereinbarung verabredeten die Parteien, dass sich Y_________ verpflichtet, „den Strafantrag wegen Ve r- nachlässigung der Unterstützungspflichten gegen X__________ zurückzuziehen. Diesbezüglich anfallende Gerichtskosten werden von X__________ getragen“ (HD SH S. 63 ff.). Damit konnten vernünftigerweise aber nicht nur die alleinigen Kosten für den Rückzug des Strafantrags gemeint sein, wie dies der Berufungskläger geltend macht (Berufungserklärung, HD SH S. 192), da eine derartige Regelung mangels Erheblic h- keit des dabei entstehenden Betrags überflüssig gewesen wäre, sondern sie umfassen vielmehr auch die Folgekosten im Strafverfahren. Im Hinblick auf Art. 427 Abs. 2 StPO, welcher bei einer Verfahrenseinstellung eine Kostentragungspflicht auch der antrag s- tellenden Person ermögl icht, erscheint allein eine solche Interpretation schlüssig, z u- mal die Parteien auch in der Scheidungsvereinbarung von einem Unterhaltsbeitrag des Berufungsklägers an Y_________ ausgingen, und damit gleichzeitig kund gaben, dass ein Unterhaltsbeitrag geschuldet ist und war, deren Nichtbezahlung der Grund für das Strafverfahren darstellte. 6.3 Da der Berufungskläger überdies wegen mehrfacher Gläubigerschäd igung durch Vermögensverminderung verurteilt worden ist, ändert sich am Entscheid des B e- zirksgerichts, die gesamten Verfahrenskosten des Untersuchungs - und erstin s- tanzlichen Hauptverfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen, nichts. Dies gilt obschon der Berufungskläger von der Anklage der Gläubigerschädigung durch Vermögensve r- minderung, begangen dadurch, das s er seine Stammeinlagen an der E_________ an seinen Sohn übertrug, freigesprochen worden ist, da dadurch keine zusätzlichen Un- tersuchungshandlungen zu den Verfahrenshandlungen entstanden sind, welche hi n- sichtlich der übrigen Anklagepunkte ohnehin notwendi g waren (vgl. Bundesgerichtsu r- teil 1P.49/2006 vom 21. Juni 2006 E. 7.2; Domeisen, a.a.O., N. 6 zu Art. 426 StPO). Aufgrund des Verfahrensausgangs sind dem Beschuldigten zudem die Kosten des B e- rufungsverfahrens aufzuerlegen. 6.4 Die Gerichtskosten umfasse n die Auslagen sowie die Gerichtsgebühr. Die G e- richtsgebühr wird in Straffällen aufgrund des Umfangs und der Schwierigkeit des Falls, der Art der Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanziellen Situation im gese t- zlichen Gebührenrahmen unter Berücksich tigung des Kostendeckungs - und Äquiv a- lenzprinzips festgesetzt (Art. 13 und 14 GTar). Für das Untersuchungsverfahren b e- trägt die Gebühr Fr. 90. -- bis Fr. 5'000.--, für jenes vor dem Bezirksgericht Fr. 90.-- bis Fr. 2'000.-- (Art. 22 lit. b und c GTar). Für das Berufungsverfahren vor Kantonsg ericht bewegt sich die Gebühr zwischen einem Minimum von Fr. 380.-- und einem Maximum von Fr. 5'000.-- (Art. 22 lit. f GTar). 6.4.1 Vorliegend wurden die Gerichtskosten für die Strafuntersuchung und für das Ver- fahren vor Bezirksgericht auf insgesamt Fr. 3'160. -- (Kosten Untersuchungsrichteramt: Fr. 1'559.60; Gerichtsgebühr Bezirksgericht: Fr. 1'600.40) festgesetzt. Die Auslagen sind ausgewiesen und die Gerichtsg ebühr bewegt sich jeweils im Rahmen des Tarifs, weshalb für das Kantonsgericht kein Anlass besteht, hier eine Änderung vorzunehmen. - 26 - Eine solche wurde von den Parteien auch nicht verlangt. Die Kosten erster Instanz von Fr. 3'160.-- sind daher X_________ aufzuerlegen. 6.4.2 Im Berufungsverfahren fielen Auslagen im Betrag von Fr. 25. -- für die Weibelin an (Art. 10 Abs. 2 GTar). Es war ein umfangmässig mittleres Dossier zu b ehandeln mit mehreren tatsächlichen und rechtlichen Fragestellungen, auch wenn diese nicht ausse- rordentlich schwierig waren. In Berücksichtigung d er angeführten Bemessungskriterien scheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'775.-- angemessen, so dass sich die Kosten vor der Berufungsinstanz auf Fr. 1'800.-- belaufen. Diese werden X_________ auferlegt. 6.4.3 Rechtsanwalt B_________ wurde vom Bezirksgeric ht bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens mit Fr. 4'500. -- entschädigt, wogegen der amtliche Verteidiger keine Beschwerde geführt hat (Art. 135 Abs. 3 lit. a StPO). Das Kantonsg e- richt hat keine Veranlassung, diese Entschädigung zu ändern. Als Teil der Verfahrenskosten ist der amtliche Verteidiger auch für das Berufungsverfa- hren zu entschädigen. Dieser wird vom Staat Wallis entschädigt entsprechend dem Anwaltstarif des Kantons, in dem das Strafverfahren geführt wurde. D anach erhält der Offizialverteidiger im Sinne von Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO nebst dem Ersatz der b e- rechtigten Auslagen ein Anwaltshonorar gemäss Art. 27 ff. GTar (Art. 30 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a GTar). Das Honorar hält sich im Berufungsverfahren im Ra hmen von Fr. 1'100.-- und Fr . 8'800.-- und wird in Berücksichtigung der Natur und Bedeutung des Falls, der Schwierigkeit, des Umfangs und der vom Rechtsbeistand nützlich aufg e- wandten Zeit festgesetzt (Art. 27 Abs. 1 und 36 GTar). Der amtliche notwendige Verteidiger wird aufgrund des Verfahrensausgangs gemäss Art. 30 Abs. 1 GTar zu 70 % des in den Art. 31 ff. GTar vorgesehenen Tarifs entschädigt. Die wesentlichen Leistungen des Verteidigers im Berufungsverfahren beinhalteten v o- rab die Abfassung der Berufungserklärung vom 10. Januar 2013, in welcher er sich mit dem angefochtenen Urteil in relativ umfassender Weise auseinandergesetzt und se i- nen Standpunkt begründet und auf welche er im Rahmen des mündlichen Parteivo r- trags verwiesen hat. Daneben musste sich der Verteidiger auf die Berufung sverhan- dlung vorbereiten, wobei er sich (auch) auf seine Vorarbeiten für die Hauptverhandlung sowie die Berufungserklärung abstützen konnte, da sich die Ausgangs - und Bewe i- slage im Berufungsverfahren nicht wesentlich geändert hatte. Die mündliche Ber u- fungsverhandlung, zu welcher sich der Anwalt nach Sitten begeben musste, dauerte etwas mehr als eine Stunde. Für seinen Mandanten stand im Zusa mmenspiel mit der Verurteilung vom 7. September 2011 aufgrund der A nklage einiges auf dem Spiel. In Berücksichtigung einer Reduktion im Umfang von 30 % erachtet das Kantonsgericht daher ein Anwaltshonorar von Fr. 2'250.-- (Auslagen inkl.) als angemessen. Der Ber u- fungskläger ist zur Rückerstattung der Entschädigung der amtlichen Verteid igung an den Kanton Wallis verpflicht et ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erla u- ben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 6.5 Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. - 27 - DEMNACH WIRD ERKANNT: - in Abweisung der Berufung, soweit darauf eingetreten wird - 1. Das Verfahren gegen X_________ wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflich- ten im Sinne von Art. 217 Abs. 1 StGB wird eingestellt. 2. X_________ wird vom Vorwurf des betrügerischen Konkurses im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB freigesprochen. 3. X_________ wird der mehrfachen Gläubigerschädigung durch Vermögensvermin- derung im Sinne von Art. 164 Ziff. 1 StGB schuldig erkannt. 4. X_________ wird als Zusatzurteil zum Urteil P1 10 77 des Ka ntonsgerichts Wallis vom 7. September 2011 zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu Fr. 90.-- so- wie einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt. Die Untersuchungshaft vom 26. Mai 2008 bis zum 4. Juni 2008 wird an die Geldstrafe angerechnet. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Auferlegung einer Probezeit von drei Ja hren aufgeschoben. Bei schuldhafter Nicht bezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei - heitsstrafe von fünf Tagen. 5. Die Gerichtskosten erster Instanz in der Höhe von Fr. 3'160. -- (Kosten Untersu- chungsrichteramt: Fr. 1'559.60; Gerichtsgebühr Bezirksgericht: Fr. 1'600.40) sowie diejenigen des Berufungsverfahrens in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden X_________ auferlegt. 6. Rechtsanwalt B_________ wird für die amtliche Verteidigung von X_________ vom Staat Wallis mit Fr. 4'500.-- für das Untersuchungs- und kreisgerichtliche Ver- fahren und mit Fr. 2'250.-- für das Berufungsverfahren entschädigt. X_________ ist zur Rückerstattung der Entschädigung verpflichtet, sobald es seine wirtschaftl i- chen Verhältnisse erlauben. 7. Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. Sitten, 18. Juni 2013