98/99 7 Zivilprozessordnung. Art. 219 Abs. 2 lit. g und Art. 253 Abs. 1 ZPO. Be- schleunigter Prozess. Die Rekursfrist beträgt 20 Tage. Obergericht, 15. April 1999, OG Z 99 7 Aus den Erwägungen: in Erwägung, dass - der Rekurs das zulässige Rechtsmittel ist (Art. 250 Abs. 1 lit. b ZPO); - für Streitigkeiten aus der Miete von Wohn- und Geschäftsräumen ein einfaches und rasches Verfahren vorgeschrieben ist (Art. 274d Abs. 1 OR), nach kantonalem Prozessrecht die Vorschrif- ten über den beschleunigten Prozess gelten (Art. 23 Abs. 1 Reglement zum Miet- und Pachtrecht im Obligationenrecht [Regl.], RB 9.4222; Art. 218 f. ZPO), danach in Abweichung zum ordentlichen Prozess alle gesetzlichen Fristen um die Hälfte verkürzt sind (Art. 219 Abs. 2 lit. g ZPO), Rechts- mittelfristen gesetzliche Fristen sind (Walther J. Habscheid, Schweizerisches Zivilprozess- und Gerichtsorganisationsrecht, 2. Aufl., Basel 1990, S. 340), sich somit die Frage stellt, ob die Re- kursfrist vorliegend zehn Tage betragen hätte (vgl. Art. 233 lit. e aZPO); - der allgemeine Teil der ZPO für alle Verfahrensarten gilt, soweit diese nicht besondere Vor- schriften enthalten (Bericht und Antrag des Regierungsrates vom 16.02.1994 an den Landrat zur Zivilprozessordnung [ZPO], S. 4), Art. 219 Abs. 2 lit. g ZPO im besonderen Teil enthalten ist, die Bestimmungen über den Rekurs insbesondere in Art. 253 Abs. 1 ZPO keinen Verweis auf die be- sondere Bestimmung in Art. 219 Abs. 2 lit. g ZPO enthalten, die geltende ZPO die einzelnen Ver- fahrensarten entflechten und den ordentlichen Prozess, den beschleunigten Prozess und das summarische Verfahren deutlich getrennt und mit ihren Eigenheiten darstellen will (Bericht und Antrag, S. 4 und 8), die geltende ZPO die bisherigen Rekursfristen von zehn (Art. 271 aZPO) bzw. fünf (beschleunigtes Verfahren, Art. 233 lit. e aZPO) generell auf zwanzig Tage analog der Beru- fungsfrist erhöhen wollte (Bericht und Antrag, S. 9 und 100), der Richter als Anwendungsfall von Art. 77 lit. d ZPO die Bestimmungen über die Gerichtsferien als nicht anwendbar erklären kann (Art. 219 Abs. 2 lit. e ZPO), damit eine wesentliche Verfahrensbeschleunigung erreicht wird (vgl. Bericht und Antrag, S. 100), damit gerade bei Miet- und Pachterstreckungen die Verfahrensdauer zu keiner "kalten" - rechtlich unbegründeten - Verlängerung des Vertragsverhältnisses führen sollte (vgl. Studer/Rüegg/Eiholzer, Der Luzerner Zivilprozess, Kriens 1994, N. 3 zu § 223), vorliegend die Rechtsmittelbelehrung der Vorinstanz, beinhaltend eine Rechtsmittelfrist von 20 Tagen, somit eine Zutreffende war; ...