9. März 1995 231 Empfehlung FK-SR (94.073) System als gescheitert betrachten. Wir müssen Perspektiven und eine Linie bekommen, um diese katastrophale Situation wegzubringen. Stich Otto, Bundesrat: Wenn Sie jetzt wieder ein Sanierungs- programm beschliessen, dann müssen wir morgen damit be- ginnen. Stellen Sie sich einmal die Motivation meiner Mitarbei- ter vor, die morgen mit einem neuen Sanierungsprogramm beginnen müssen, nachdem Sie im vorliegenden Programm ziemlich genau die Hälfte aller Vorschläge abgelehnt haben. Einzig die lineare Kürzung ist gut angekommen. Dazu muss ich sagen, dass Sie mit solchen Kürzungsprogrammen verhin- dern, dass wir die Überprüfung der Subventionen vornehmen können und dass wir auch den Finanzausgleich überprüfen können. Zaubern können wir nicht Es hängt vom politischen Willen ab. Ich habe Ihnen gestern schon gesagt, dass es seltsam ist, wenn man solche Motionen bekommt und dann hier andere Motionen liest Ich habe sie gestern vorgelesen, eine Motion der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur: «Kom- mission zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung: Keine Kürzungen. Der Bundesrat wird beauftragt, die Kredite für die Aktivitäten der KWF von weiteren Kürzungen auszu- nehmen.» Wie sollen wir eigentlich noch arbeiten? Es liegt nicht am Sy- stem, es liegt an den Leuten. Abstimmung - Vote Für Überweisung der Motion 26 Stimmen (Einstimmigkeit) #ST# 95.3074 Empfehlung FK-SR (94.073) Sofortmassnahmen Recommandation CdF-CE (94.073) Mesures immédiates Wortlaut der Empfehlung vom 2. Februar 1995 Der Bundesrat wird eingeladen: 1. Bei der Aufstellung des Voranschlages 1996 sowie bei der Ausarbeitung von Vorlagen für Verpflichtungs- und Rahmen- kredite folgende Grundsätze zu beachten: a Abbau der Stellenpläne auch in den zivilen Departementen, der Bundeskanzlei und den Parlamentsdiensten um minde- stens 2 Prozent; b. Reduktion, mindestens jedoch nominale Plafonierung der Sachausgaben sowie der steuerbaren Transferausgaben, wo- bei die Prioritäten festzusetzen sind; c. ausgabenseitige Kompensationen bei Anhandnahme von neuen Aufgaben/Ausgaben. 2. Zur Verbesserung der Führung im Finanz- und Sparbe- reich eine «Delegation für Haushalt- und Finanzfragen» zu bil- den. Diese soll in enger Zusammenarbeit mit einer Delega- tion der kantonalen Finanzdirektoren sowie mit Vertretern der Finanzwissenschaften und allenfalls weiteren Experten zu- handen der eidgenössischen Räte kurz- und mittelfristige Massnahmenkonzepte zur Sanierung der Bundesfinanzen ausarbeiten. Texte de la recommandation du 2 février 1995 Le Conseil fédéral est invité: 1. dans le cadre du budget pour 1996, ainsi que dans l'élabo- ration de projets pour des crédits d'engagement et des cré- dits-cadre, à tenir compte des principes suivants: a réduction de la planification des effectifs du personnel de 2 pour cent au moins, également dans les départements civils, la Chancellerie fédérale et les Services du Parlement; b. réduction ou, à tout le moins, plafonnement à la valeur no- minale des dépenses pour les biens et services et des dépen- ses maîtrisables dans le domaine des transferts, en définis- sant les priorités; c. obtention de compensations sur les dépenses des nouvel- les tâches/dépenses. 2. à instituer une délégation pour les questions financières et budgétaires, dans le but d'améliorer la gestion dans le do- maine des finances et des économies. Cette délégation sera chargée d'élaborer à l'attention des Chambres fédérales des conceptions de mesures à prendre à court et à moyen termes pour assainir les finances fédérales; le Conseil fédéral agira en étroite collaboration avec une délégation des directeurs canto- naux des finances ainsi qu'avec des représentants des milieux scientifiques financiers, et au besoin, avec d'autres experts. Delalay Edouard (C, VS), rapporteur: A la différence de la mo- tion qui vise des mesures à long terme, la recommandation de la Commission des finances vous propose des mesures im- médiates en vue d'assainir les comptes de la Confédération. Il s'agit de trois objectifs. 1. La réduction des effectifs du personnel de l'administration centrale de la Confédération de 2 pour cent La commission estime que la Confédération n'a pas épuisé les possibilités de réorganisation de l'administration, alors que, par exemple, beaucoup de cantons ont entrepris des travaux dans cette di- rection. Il y a donc là un champ d'action encore possible pour la Confédération. 2. Réduire ou au moins plafonner les dépenses pour des biens et des services, comme par exemple l'achat de mobi- lier, de véhicules, d'informatique, de matériel de bureau, les frais de mandats. J'ai vu, par exemple, que, dans les directi- ves du Conseil fédéral pour la préparation du budget 1996, on retrouve exactement ce même objectif de réduire, voire de plafonner ces dépenses de choses. Je pense donc que, là, nous sommes tout à fait en harmonie avec les vues du Conseil fédéral. 3. Financer de nouvelles tâches éventuelles, soit par des com- pensations, soit par des réductions d'autres prestations, soit par une prise en charge des coûts par les bénéficiaires eux- mêmes. Cette recommandation vous propose également d'instituer une délégation pour les questions financières et budgétaires, chargée d'établir un catalogue des mesures à court ou à moyen terme destinées à rétablir l'équilibre des finances fédé- rales. Elle demande aussi qu'une délégation des directeurs cantonaux des finances, d'experts scientifiques, examine tou- tes les mesures à prendre pour atteindre ce but Vous voyez que nous voulons surtout promouvoir, par cette recommandation, d'autres propositions possibles destinées à équilibrer les finances fédérales. Je vous prie, avec la Commission des finances unanime, d'ac- cepter cette recommandation adressée au Conseil fédéral. Stich Otto, Bundesrat: In Anbetracht der nach wie vor besorg- niserregenden Haushaltlage erachtet der Bundesrat - wie die Finanzkommission des Ständerates in ihrer Empfehlung - strenge Grundsätze für die Ausarbeitung des Voranschlages 1996, von Finanzierungsbeschlüssen, Verpflichtungskrediten und Zahlungsrahmen als notwendig. Den konkreten Empfehlungen kann er sich indessen nur teil- weise anschliessen. Insbesondere beurteilt er einen Abbau der Stellenpläne in den zivilen Departementen und in der Bundeskanzlei um mindestens 2 Prozent als nicht realisier- bar. Ein Personalabbau um mehr als 400 Stellen steht in ei- nem eindeutigen Widerspruch zu den zahlreichen neuen bzw. wachsenden Aufgaben der zivilen Verwaltung, die ihr insbesondere durch Beschlüsse des Parlamentes Überbun- den werden. Ziel des Bundesrates ist es, diese wachsenden Ansprüche durch Verzichtplanungen in der zivilen Verwal- tung auffangen zu können. Als der Haushaltsanierung kaum förderlich beurteilt der Bun- desrat zudem die Schaffung zusätzlicher Delegationen und zusätzlicher Gremien. Es darf darauf hingewiesen werden, dass bereits heute ein Ausschuss des Bundesrates für Finanz-Politique économique extérieure. Rapport 1994/1, II 232 9 mars 1995 politik besteht. Die Kontakte mit den kantonalen Finanzdirek- toren dürfen als äusserst rege und konstruktiv bezeichnet wer- den. Neben dem regelmässigen Meinungs- und Erfahrungs- austausch mit dem Vorsteher des Eidgenössischen Finanzde- partementes sind insbesondere die gemeinsame Träger- schaft für das Projekt Neuordnung des Finanzausgleichs und die Arbeitsgruppe EFD/FDK Haushaltsanierung zu erwähnen. Der Bundesrat beantragt Ihnen, diese Empfehlung abzuleh- nen. Es ist wunderschön für uns, wenn Sie uns einerseits im- mer sagen, wir sollten Stellen abbauen, uns aber andererseits neue Aufträge geben. Sie sollten vielleicht mit dem guten Beispiel vorangehen. Ich bin einigermassen erstaunt, wenn ich sehe, welche Sicher- heitsmassnahmen mit wie vielen Kosten hier im Parlament ge- troffen worden sind. Sie sollten auch bei sich anfangen. Das wäre gut. Ich habe vorgestern vom Hornberger Schiessen ge- sprochen und gesagt, dass ich darüber einmal im Lexikon nachlesen möchte. Ich habe es inzwischen gemacht und will es Ihnen auch unterbreiten: «Hornberger Schiessen. Redens- art zur Bezeichnung einer vergeblichen oder unnützen Kraft- anstrengung.» Das müssen Sie beurteilen. «Es soll zurückge- hen auf ein schildbürgerhaftes Verhalten der Schützen von Hornberg (badischer Ort im Schwarzwald im 17. Jahrhun- dert). Sie sollen in Erwartung eines fürstlichen Besuches so ausgiebig das Böllerschiessen geübt haben, dass sie beim Empfang das Schiessen mangels Pulver durch kräftiges Brül- len ersetzen mussten.» Wenn Sie schon ein nächstes Sanierungsprogramm erwarten, so hoffe ich wenigstens, dass Sie Ihr Pulver in diesem Jahr ver- schossen haben. Mit Ihren Motionen haben Sie nun das Alibi für die nächsten Wahlen. Sie können vor Ihre Wähler treten und sagen: Wir werden sparen. Delalay Edouard (C, VS), rapporteur: La Commission des fi- nances maintient sa recommandation. Elle estime que, dans la situation actuelle, où se trouvent aussi bien le gouverne- ment que le Parlement, il s'agit d'introduire une concertation plutôt qu'un combat, et que le gouvernement serait tout de même bien inspiré d'accepter une recommandation qui n'est pas du tout contraignante et qui lui donne simplement quel- ques avis concernant la politique à adopter en matière de fi- nances publiques. Je vous invite donc à accepter cette recommandation. Abstimmung - Vote Für Überweisung der Empfehlung 19 Stimmen (Einstimmigkeit) #ST# 94.3313 Motion FK-SR (94.074) Strukturelles Defizit. Verringerung Motion CdF-CE (94.074) Déficit structurel. Réduction Abschreibung - Classement Siehe Jahrgang 1994, Seite 854 - Voir année 1994, page 854 Beschluss des Nationalrates vom 1. Dezember 1994 Décision du Conseil national du 1er décembre 1994 Präsident: Unser Rat hat diese Motion am 21. September 1994 überwiesen. Der Nationalrat hat sie anschliessend am 1. Dezember 1994 nicht nur überwiesen, sondern sie gleich auch noch abgeschrieben. Delalay Edouard (C, VS), rapporteur: L'objectif de cette mo- tion de la Commission des finances est rempli, on peut donc la classer, car tout a été exécuté. Elle concernait essentiellement rétablissement du budget 1995. Pour terminer, je voudrais dire encore une phrase. Au terme de ce débat sur l'assainissement des finances fédérales, même si cela n'est pas l'usage dans notre Conseil, je tiens à remercier, au nom de la commission, M. Stich, chef du Département fé- déral des finances. Même si les vues du Parlement n'ont pas été les mêmes que celles du Conseil fédéral, tant s'en faut, je veux rendre cette justice à notre ministre des finances que nous considérons qu'il a toujours rempli sa mission au plus près de sa conscience et qu'il a toujours démontré une volonté déterminée et justifiée de maintenir un cap correct en matière de politique financière. Stich Otto, Bundesrat: Ich kann nur bestätigen, dass es gut ist, diese Motion abzuschreiben. Sie war schon überholt, als sie eingereicht wurde. Abgeschrieben - Classé #ST# 95.002 Aussenwirtschaftspolitik. Bericht 1994/1, II Politique économique extérieure. Rapport 1994/1,11 Bericht, Botschaften und Beschlussentwürfe vom 18. Januar 1995 (BBII11) Rapport, messages et projets d'arrêté du 18 janvier 1995 (FF 111) Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière Rhinow René (R, BL), Berichterstatter: Die Aussenpolitische Kommission hat den Bericht des Bundesrates zur Aussenwirt- schaftspolitik 1994/1, II beraten, und sie beantragt, vom Bericht Kenntnis zu nehmen. Sie beantragt ebenfalls, die vier im gleichen Bericht als Beila- gen angeführten Abkommen zu genehmigen. Dieser Bericht zur Aussenwirtschaftspolitik ist ein polyvalentes Dokument 1. Er äussert sich zur Aussenwirtschaftspolitik des vergange- nen Jahres, stellt also einen wirtschaftspolitischen Rechen- schaftsbericht des Bundesrates dar. Er enthält aber auch Ana- lysen und Feststellungen, welche in die Zukunft weisen, Di- mensionen und Entwicklungen aufzeigen. Er ist insofern mehr als ein Rechenschaftsbericht, ohne aber deshalb zu einem ei- gentlichen Planungsinstrument zu werden. 2. Der Bericht zur Aussenwirtschaftspolitik 1994/1, II ist des- halb von besonderer Brisanz, weil er die Verbundenheit und die gegenseitige schicksalhafte Abhängigkeit von Binnen- wirtschaft und Aussenwirtschaft der Schweiz vor Augen führt Diese Feststellung ist für unser Land von ganz besonderer Bedeutung, denn Aussenwirtschaft und Binnenwirtschaft wa- ren zumindest in der Vergangenheit und - ich möchte doch sagen - bis weit in die Gegenwart hinein unterschiedlichen realen Gegebenheiten und auch einer unterschiedlichen Wirtschaftspolitik ausgesetzt Hier eine dem Wettbewerb un- terstellte, innovative und konkurrenzfähige Aussenwirtschaft, dort eine eher regulierte und abgeschirmte Binnenwirtschaft; hier eine auf Freihandel und Marktöffnung ausgerichtete Wirt- schaftspolitik, dort eine eher zögerliche Aufbrechung kartelli- stischer und zum Teil protektionistischer Wirtschaftsstruktu- ren. Der Bericht bestätigt indirekt die wichtige Forderung, dass aussenwirtschaftliche Öffnung und innenpolitische Re- vitalisierung nicht auseinanderdividiert werden dürfen, son- dern zwei Seiten einer für die Schweiz existentiellen «Münze» darstellen.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Empfehlung FK-SR (94.073) Sofortmassnahmen Recommandation CdF-CE (94.073) Mesures immédiates In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 04 Séance Seduta Geschäftsnummer 95.3074 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.03.1995 - 08:00 Date Data Seite 231-232 Page Pagina Ref. No 20 025 627 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.