<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 71 S.276</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">276</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>71</b></span> <span class="ft2"><b>Koordination der Nutzungsplanung zwischen Nachbargemeinden.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>-</b></span> <span class="ft2"><b>Das Nutzungsplanverfahren erfordert eine Koordination und Planab-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>stimmung über die Gemeindegrenze hinaus.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>-</b></span> <span class="ft2"><b>Eine gemeinsame und gleichzeitige Planung für gemeindeübergrei-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>fende Schutzmassnahmen ist gesetzlich aber nicht vorgeschrieben.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 26. April 2002 in Sa-</span><br/> <span class="ft3">chen Oe. gegen Genehmigungsbeschluss des Grossen Rats.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">5. a) Die Beschwerdeführerin rügt die mangelnde Koordination</span><br/> <span class="ft1">der Planungen der Gemeinden O. und E. Das Fabrikareal der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin liege teils auf Gemeindegebiet von O., teils auf</span><br/> <span class="ft1">Gemeindegebiet von E., wobei das streitbetroffene Gebäude Nr. 3 als</span><br/> <span class="ft1">einziges vollständig auf E.-Boden stehe. Das gesamte Fabrikareal</span><br/> <span class="ft1">bilde jedoch eine bauliche Einheit, welche eine getrennte Betrach-</span><br/> <span class="ft1">tungsweise unter dem Aspekt des Denkmalschutzes nicht zulasse,</span><br/> <span class="ft1">sondern ein Planungshandeln erfordere, welches über die Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">grenzen von E. hinausgehe. Die Gemeinde O. habe anlässlich der</span><br/> <span class="ft1">Zonenplanung vom 31. März 1998 auf eine Unterschutzstellung der</span><br/> <span class="ft1">sich auf ihrem Gemeindegebiet befindlichen Gebäudekomplexe ver-</span><br/> <span class="ft1">zichtet. Damit könne die Gemeinde E. ihre Planung lediglich noch</span><br/> <span class="ft1">derjenigen von O. angleichen, weshalb eine Unterschutzstellung der</span><br/> <span class="ft1">Gebäude auf dem Gemeindegebiet von E. ebenfalls ausgeschlossen</span><br/> <span class="ft1">sei.</span><br/> <span class="ft1">b) Bund, Kanton und Gemeinden erarbeiten die für ihre raum-</span><br/> <span class="ft1">wirksamen Aufgaben nötigen Planungen und stimmen sie aufeinan-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">277</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">der ab (Art. 2 Abs. 1 RPG). Unter Planabstimmung wird die Pflicht</span><br/> <span class="ft1">jedes einzelnen Aufgabenträgers verstanden, über den Ressorthori-</span><br/> <span class="ft1">zont hinauszudenken und die eigenen Planungen sowohl inhaltlich</span><br/> <span class="ft1">als auch verfahrensmässig zu den Planungen berührter Aufgabenträ-</span><br/> <span class="ft1">ger in konstruktive Beziehung zu setzen (Pierre Tschannen, in: Heinz</span><br/> <span class="ft1">Aemisegger/Alfred Kuttler/Pierre Moor/Alexander Ruch, Kommen-</span><br/> <span class="ft1">tar zum Bundesgesetz über die Raumplanung, Zürich 1999, Art. 2</span><br/> <span class="ft1">N 52). Damit der Abstimmungsbedarf erkannt werden kann, stellen</span><br/> <span class="ft1">die Behörden fest, wie sich ihre raumwirksamen Tätigkeiten auswir-</span><br/> <span class="ft1">ken und unterrichten einander darüber rechtzeitig (Art. 2 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">RPV). Diese Abstimmungspflicht besteht nicht nur in vertikaler son-</span><br/> <span class="ft1">dern auch in horizontaler Hinsicht, d.h., dass eine Gemeinde im</span><br/> <span class="ft1">Rahmen ihrer Nutzungsplanung verpflichtet ist, die gemeindeüber-</span><br/> <span class="ft1">greifenden Auswirkungen mit den Nachbargemeinden zu koordinie-</span><br/> <span class="ft1">ren. Somit sind die Gemeinden E. und O. verpflichtet, ihre Schutz-</span><br/> <span class="ft1">massnahmen, welche das Areal der Beschwerdeführerin betreffen,</span><br/> <span class="ft1">aufeinander abzustimmen. Eine einheitliche, d.h. gemeinsame und</span><br/> <span class="ft1">gleichzeitige, Planung der Gemeinden O. und E. für dieses Areal ist</span><br/> <span class="ft1">daher zweckmässig, gesetzlich aber nicht vorgeschrieben und nicht</span><br/> <span class="ft1">der einzig zulässige Weg für eine wirksame Koordination.</span><br/> <span class="ft1">c) Die Gemeinde O. hat mit Beschluss vom 31. März 1998 ih-</span><br/> <span class="ft1">ren Zonenplan erlassen und das Areal der Beschwerdeführerin in die</span><br/> <span class="ft1">WG 3 eingewiesen. Eine Unterschutzstellung der Fabrikgebäude ist</span><br/> <span class="ft1">in diesem Zonenplan nicht vorgesehen. Im Zeitpunkt der Zonenpla-</span><br/> <span class="ft1">nung war jedoch das kantonale Kurzinventar der Kulturgüter der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinde O. noch nicht erstellt, weshalb aus der Nichtunterschutz-</span><br/> <span class="ft1">stellung der Gebäude im Zonenplan nicht geschlossen werden kann,</span><br/> <span class="ft1">diese Gebäude würden grundsätzlich als nicht schutzwürdig erachtet.</span><br/> <span class="ft1">Der Erlass des Kurzinventars im April 2000, welches die Bauten der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführerin unter den Nrn. 929/930 inventarisiert, erfordert</span><br/> <span class="ft1">eine Überarbeitung des Zonenplanes von 1998. Entsprechende Ab-</span><br/> <span class="ft1">klärungen zum kommunalen Schutz sind im Gange. Als die Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinde E. am 10. Juni 1999 ihren Zonenplan beschloss, war das</span><br/> <span class="ft1">Kurzinventar für die Gemeinde O. noch nicht erstellt. Dass die Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinde E. das Gebäude Nr. 3 ohne detaillierte Abstimmung mit der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinde O. unter kommunalen Substanzschutz gemäss § 24 BNO</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">278</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">gestellt hat, ist nicht zu beanstanden: Die bisher fehlende Koordina-</span><br/> <span class="ft1">tion führt nicht zur Rechtswidrigkeit der Unterschutzstellung des Ge-</span><br/> <span class="ft1">bäudes Nr. 3 durch die Gemeinde E. Eine künftige Koordination</span><br/> <span class="ft1">unter Berücksichtigung der Massnahmen der Gemeinde O. - insbe-</span><br/> <span class="ft1">sondere auch für das Gebäude Nr. 2 - bleibt mit der erfolgten Unter-</span><br/> <span class="ft1">schutzstellung möglich. Das Vorgehen der Gemeinde E. ist rechtlich</span><br/> <span class="ft1">auch deshalb nicht zu beanstanden, weil das Gebäude Nr. 3 für sich</span><br/> <span class="ft1">alleine, d.h. unabhängig von den restlichen Gebäuden auf dem Fa-</span><br/> <span class="ft1">brikareal, schützenswert ist. Somit kann die Beschwerdeführerin aus</span><br/> <span class="ft1">der mangelnden Koordination zwischen den beiden Nutzungspla-</span><br/> <span class="ft1">nungen nichts zu ihren Gunsten ableiten.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>