B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6973/2011 U r t e i l v o m 1 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Thomas Wespi, Richterin Gabriela Freihofer, Gerichtsschreiberin Sarah Diack. Parteien A._______, geboren am (…), Kosovo, vertreten durch lic. iur. Pia Dennler-Hager, Rechtsanwältin, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. November 2011 / N (…). E-6973/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin – eine gemäss eigenen Angaben aus B._______, stammende kosovarische Staatsangehörige albanischer Mut- tersprache und muslimischen Glaubens – reichte erstmals am 23. D e- zember 1998 in der Schweiz ein Asylgesuch ein (vgl. Vorakten B7 S. 2, 10 und Aktennotiz des BFM vom 19. September 2012). Dieses wurde gemäss dem Eintrag in der Datenbank "Zentrales Migrationsinformatio n- system" (Zemis) am 24. Februar 2000 abgelehnt, worauf sie die Schweiz am 9. März 2001 verliess. A.b Am 28. Oktober 2009 ersuchte die Beschwerdeführerin unter dem Namen Aa._______ im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) (...) zum zweiten Mal in der Schweiz um Asyl. Sie wurde am 3. November 2009 summarisch und am 9. November 2009 eingehend zu ihren Asy l- gründen angehört (vgl. A1/12 und A11/14). Hier erwähnte sie nichts von ihrem früheren Aufenthalt in der Schweiz. Sie gab im Wesentlichen an, ih- re Eltern seien bei einem Verkehrsu nfall ums Leben gekommen und sie habe seit deren Tod bei ihrem Onkel gelebt (vgl. A1 S. 2 und 7). Als dieser sie habe zwangsverheiraten wollen und sie sich geweigert habe, habe er sie geschlagen, worauf sie das Land verlassen habe (A1 S. 7). Mit Ent- scheid vom 13. November 2009 trat da s BFM auf das Asylge such g e- mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht ein, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ord- nete deren Vollzug an. Die Beschwerdeführerin wurde am 22. November 2009 als verschwunden registriert (A18 S. 1). Im Rahmen eines Dublin - Verfahrens wurde sie anfangs April 2010 von [Dublin-Staat] in die Schweiz rücküberstellt, worauf sie die Schweiz am 28. April 2010 kontrol- liert verliess und nach [Ort C._______ im Kosovo] zurückkehrte. B. Die B eschwerdeführerin verliess ihren Heimatstaat gemäss ihren Ang a- ben erneut am 10. September 2010, reiste am 12. September 2010 auf dem Landweg illegal in die Schweiz ein und stellte am 11. Dezember 2010 unter ihrem richtigen Namen im EVZ (...) ein drittes As ylgesuch in der Schweiz. Am 14. Dezember 2010 wurde sie summarisch befragt und am 4. Januar 2011 durch das BFM vertieft zu ihren Asylgründen angehört (B7/13 und B12/17). Am 6. Januar 2011 wurde sie für die Dauer des Asyl- verfahrens dem Kanton (...) zugewiesen. E-6973/2011 Seite 3 Zur Begründung ihres Asylgesuchs führte sie aus, sie sei von ihrem Ex - Geliebten namens D._______ zum Beischlaf mit dessen Freunden und weiteren Männern gezwungen beziehungsweise von ihnen vergewaltigt worden. D._______ habe in kriminellen Kreisen verkehrt und einem Ma- fia-Ring angehört; sie sei von diesen Leuten regelrecht verkauft worden. Dies habe im Jahr 2005 begonnen. D._______ sei Eigentümer des "[Na- me des Hotels] " in B._______, sei mehrmals beziehungsweise einmal wegen [Strafdelikt] im Gefängnis gewesen, jeweils aber wieder freig e- kommen. Sie sei für ihre Dienste nicht entlöhnt worden, sondern habe l e- diglich jeweils die Taxifahrten entschädigt bekommen. Teilweise habe sie auch nach [Ort C._______ im Kosovo] , (...) und (...) gehen müssen. Es sei ihr gedroht worden, ihr oder ihrer Familie würde etwas passieren, falls sie etwas verraten würde. Daher habe sie Angst gehabt, D._______ und seine Bekannten bei der Polizei zu verzeigen oder sich einer Fraueno r- ganisation anzuvertrauen. Sie habe ihr Ansehen in der Familie und in der Gesellschaft verloren. Wegen dieser Situation habe sie den Kosovo im Jahre 2009 verlassen . Daraufhin habe sie in der Schweiz unter falschen Angaben ein Asylgesuch gestellt. Nachdem das BFM im November 2009 nicht auf ihr Gesuch eingetreten sei, sei sie [im Frühling] 2010 [in den Ko- sovo] zurückgekehrt und habe dort bei ihrem [Verwandten E._______] und anschliessend – da sie dort nicht habe bleiben können – bei ihrer [Verwandten] in F._______ gelebt. Im [Sommer] 2010 sei sie von (…) Männern in einem Café in B._______ belästigt und nach ihrem Preis ge- fragt worden. Als sie diese daraufhin verflucht habe, sei sie von den Män- nern geschlagen worden. Sie habe diesen Vorfall bei der Polizei ge mel- det, bei einer Gegenüberstellung jedoch die Anzeige zurückgezogen, weil sie Angst gehabt habe; beziehungsweise sie habe die beiden Personen in Begleitung der Polizei gesucht, aber nicht gefunden . Ein Freund namens G._______, der bei der "Kosovo Force" (KFOR) gea rbeitet habe, und ein [Bekannter] namens H._______ hätten sie mit 2000 Euro unterstützt, d a- mit sie habe ausreisen können. Daraufhin habe sie den Kosovo erneut verlassen. In ihrem vorherigen Asylverfahren habe sie aus Angst vor einer Rückschaffung ihre wahren Probleme und ihren richtigen Namen nicht genannt; sie habe Angst gehabt, man würde ihr ohnehin nicht glauben. C. Am 23. Februar 2011 veranlasste das BFM eine Botschaftsabklärung, welche am 24. März 2011 erging. Anlässlich dieser Abklärung wurde n sowohl Familienangehörige der Beschwerdeführerin als auch D._______ [und dessen Bekannter I.______] befragt sowie bei der lokalen Polizei Abklärungen vorgenommen. E-6973/2011 Seite 4 D. Mit Schreiben vom 29. September 2011 wurde der Beschwerdeführerin Frist zur Stellungnahme betreffend den Botschaftsbericht gewährt. E. Am 19. Oktober 2011 ersuchte die Beschwerdeführerin – handelnd durch ihre am 14. Oktober 2011 mandatierte Rechtsvertreterin – um Aktenein- sicht und Fristerstreckung. F. Mit Verfügung vom 24. Oktober 2011 verweigerte das BFM den Antrag auf Akteneinsicht, weil die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei , und erstreckte die Frist antragsgemäss bis zum 8. November 2011. G. Die Stellungnahme der Beschwerdeführerin erfolgte am 8. November 2011. H. Mit Verfügung vom 24. November 2011 – eröffnet am 25. November 2011 – wies das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. I. Mit Beschwerde vom 27. Dezember 2011 focht die Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht an und beantragte die Aufhebung der Dispositivziffer 1 der angefochtenen Verf ü- gung, die Asylgewährung, eventualiter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die R ückweisung an die Vorinstanz zur Durchführung e r- gänzender Abklärungen, subeventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme und die Rückweisung an die Vorinstanz zwecks Abklärungen der Voraussetzungen einer Härtefallbewilligung. In formeller Hinsicht er suchte die Rechtsvertreterin um Gewährung einer dem Obsiegen angemessene n Parteientschädigung und um Gewährung einer kurzen Nachfrist, da sie krankheitshalber die Rechtsschrift nicht vollständig ins Reine habe schreiben können. J. Mit Zwischenverfügung vom 3. Januar 2012 erhob das Bundesverwa l- tungsgericht – unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfalle – einen Kostenvorschuss über Fr. 600.--. E-6973/2011 Seite 5 K. Mit Eingaben 31. Dezember 2011 und 4. Januar 2012 wurde die B e- schwerdeschrift ergänzt und wurden zahlreiche Beweismittel eingereicht. Darunter befand sich auch ein die Beschwerdeführerin betreffendes Arz t- zeugnis vom (…) Dezember 2011, worin bei ihr eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert wurde. Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht am 11. Januar 2012 geleistet. L. Mit Verfügung vom 31. Januar 2012 forderte das Bundesverwaltungsg e- richt die Beschwerdeführerin auf, die im Beilagenverzeichnis aufgefüh r- ten, jedoch nicht zu den Akten gereichten Beweismittel dem Gericht ei n- zureichen. Die Beschwerdeführerin reichte die erwähnten Beilagen fris t- gerecht am 9. Februar 2012 ein. M. Das Bundesverwaltungsgericht ersuchte das BFM am 14. Februar 2012 um eine Vernehmlassung, welche am 29. Februar 2012 erging. N. Das Bundesverwaltungsgericht gewähr te der Beschwe rdeführerin am 2. März 2012 eine Frist zur Replik bis zum 20. März 20 12. In der Folge hiess es ein Fristerstreckungsgesuch vom 16 . März 2012 mit Verfügung vom 20. März 2012 gut. Das gleichzeitig erfolgte Akteneinsichtsgesuch in nicht konkret benann te Dokumente wurde abgewiesen, d ie Beschwerde- führerin wurde jedoch gleichzeitig aufgefordert, dem Gericht mitzuteilen, in welche vorinstanzlichen Akten sie Einsicht wünsche. O. Mit Eingabe vom 27. März 2012 ersuchte di e Beschwerdeführerin erneut um Fristerstreckung, da sie sich im Zusammenhang mit einem (…)delikt in Untersuchungshaft be finde und noch die strafrechtlichen Akten dem Gericht zu editieren wünsche. Gleichzeitig benannte sie die Akten, in wel- che sie Einsicht wünschte. P. Mit Verfügung vom 30 . März 2012 wies das Bundesverwaltungsgericht das Fristerstreckungsgesuch ab und gewährte der Beschwerdeführerin Einsicht (unter teilweiser Abdeckung der beteiligten Personen) in einen Teil der gewünschten Akten; im Übrigen wurde das Akteneinsichtsgesuch abgelehnt. E-6973/2011 Seite 6 Q. Die Beschwerdeführerin reichte am 2. April 2012 und 3. April 2012 weite- re Eingaben mit Beilagen ein und nahm replikweise zur vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung. R. Auf den detaillierten Inhalt der Botschaftsabklärung, der entsprechenden Stellungnahme der Beschwerdeführerin, der vorinstanzlichen Verfügung, der Beschwerdeschrift , des weiteren Schriftenwechsel und der eing e- reichten Beweismittel wird – soweit urteilsrelevant – in den nachstehe n- den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungs gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachge biet betreffende Aus nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bun desverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det im Asylbereich endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungse r- suchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art . 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun - desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Ein solches ist vorliegend nicht gegeben, womit das Bundesverwaltungsgericht en d- gültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichu ng der Be schwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. E-6973/2011 Seite 7 1.4 Soweit die Beschwerdeführerin mit einem Eventualbegehren bean- tragt, es sei ihr Verfahren zur Abklärung der Voraussetzungen einer Hä r- tefallbewilligung an die Vorinstanz zurückzuweisen, ist festzuhalten, dass innerhalb des Asylverfahrens kein Raum für einen Antrag im Zusamme n- hang mit der Erteilung einer ausländerr echtlichen Aufenthaltsbewilligung besteht. Der Ausnahmetatbestand (im Falle eines Anspruchs) ist hier nicht erfüllt (vgl. Art 14 Abs. 1 AsylG). Es fällt in die Zuständigkeit der kan- tonalen Migrationsbehörden – mit Zustimmung des Bundesamtes – einer im Kanton lebenden Person eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, wenn wegen der fortgeschrittenen Integration ein schwerwiegender persönl i- cher Härtefall vorliegt (Art. 14 Abs. 2 AsylG). Die diesbezüglichen Vo r- bringen und Beweismittel werden daher in einem kanto nalen Verfahren zu beurteilen sein und sind hier nicht relevant (Art. 84 Abs. 5 des Bu n- desgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Au s- länder [AuG, SR 142.20]) oder Art. 14 Abs. 2 AsylG). Auf das Eventualbe- gehren ist daher nicht einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach verhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flü chtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den E-6973/2011 Seite 8 Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte ode r ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Die vom BFM veranlasste und am 24. März 2011 durchgeführte Bot- schaftsabklärung ergab im Wesentlichen Folgendes: Die Familie pflege keinen Kontakt zur Beschwerdeführerin mehr, da der [Verwandte E._______] sie aus dem Familienhaus gejagt habe. Sie sei danach nach [Dublin-Staat] und in die Schweiz gereist und die Familie habe sie seither nicht gesehen. Sie sei nicht mehr willkommen und würde nicht ins Famili- enhaus zurückkehren können . Das Problem sei gewesen, dass sich die Beschwerdeführerin vor zirka (…) oder (…) Jahren mit einem Mann g e- troffen habe , den die Familie nie gesehen habe und dessen Name sie auch nicht kenne . Der Mann habe sie ge schlagen und sie einmal wä h- rend einiger Tage festgehalten. Der [Verwandte E._______] habe das Ende dieser Beziehung gewollt, weswegen es zu vermehrten Diskussi o- nen gekommen sei. Sie habe die Beziehung weitergeführt, was von der Familie nicht mehr habe akzeptiert werden können. Diese Probleme se i- en nie bei der Polizei gemeldet wor den. Gemäss der Familie sei die B e- schwerdeführerin nie in den Kosovo zurückge kehrt, falls dem im Jahre 2010 aber so gewesen sei, wüssten sie davon nichts. Zu ihren in [ande- res Land] lebenden Eltern pflege die Beschwerdef ührerin aufgrund der erwähnten Probleme keinen Kontakt mehr, zu ihren ebenfalls in [anderes Land] lebenden Schwestern aber schon. Bei einem Besuch der/des Bot- schaftsmitarbeiter/s im Hotel [Name des Hotels] seien D._______ und I._______ angetroffen worden. D._______ habe sich zunächst nicht mehr an den Namen der Beschwerde führerin erinnert, sodann jedoch ausge- führt, dass es sich um eine Geliebte [von I._______] gehandelt habe und er sie fast nicht kenne. I._______ habe dann bestätigt, mit ihr von 200(…) bis 200(…) zusammen gewesen zu sein. Sie hätten niemals Probleme gehabt und hätten sich schliesslich ohne einschlägigen Grund getrennt. Er pflege keinen Kontakt mehr zu ihr, sie habe ihn aber vor ein paar M o- naten von (…) aus angerufen. D._______ habe einige Jahre in (…) ge- wohnt und führe nun das [Hotel], welches im Jahre 200(..) eröffnet wor- den sei. Letztes Jahr hätten sie 120 [Anlässe] durchgeführt. I._______ pendle zwischen [anderes Land] und Kosovo ; er habe spontan aus ge- führt, dass er ein Verm ögen von (…) Millionen Euro besitze. Sie würden beide nicht verstehen, weshalb die Be schwerdeführerin sich auf den Standpunkt stelle, ein Verhältnis mit D._______ gehabt zu haben, obwohl sie mit I._______ zusammen gewesen sei. Schliesslich ergab die Bo t-E-6973/2011 Seite 9 schaftsabklärung, die Polizei in B._______ habe die Registrierung eines Vorfalles vom [Sommer] 2010 bestätigt, wobei die Beschwerdeführerin im Café " [Name]" in B._______ von (…) Männern attackiert worden sei. Gemäss Abklärung der Botschaft sei das Hotel [Name] nicht in einem Zu- sammenhang mit Prostitution bekannt bei der Polizei. 4.2 Der Inhalt der Stellungnahme zur Bots chaftsabklärung (vgl. oben Bst. G) deckt sich im Wesentlichen mit demjenigen der am 27. Dezember 2011 eingereichten und mit Eingaben vom 31. Dezember 2011 und 4. Ja- nuar 2012 ergänzten Rechtsmittelschrift. Zur Vermeidung von Wiederh o- lungen werden daher an dieser Stelle nur diejenigen Vorbringen der Ste l- lungnahme behandelt, die in direktem Zusammenhang mit der Bo t- schaftsabklärung stehen; auf die übrigen Ausführungen wird in den die Beschwerde betreffenden Erwägungen eingegangen (E. 6.4 ff.). Die Be- schwerdeführerin führt diesbezüglich im Wesentlichen aus, [im Frühling] 2010, nach ihrer Rückkehr in die Stadt C._______, welche "bezüglich Klatsch und Tratsch offenbar eher ein Dorf sei", habe sie sich dort als Hu- re bezeichnen lassen müssen . Wenn sie früher mit ihrem [Verwandten E._______] im öffentlichen Raum unterwegs gewesen sei, habe sie das Gerede stets herunterspielen müssen. Daher habe sie bei ihrer [Verwand- ten] Unterschlupf gesucht (Stellungnahme zur Botschaftsabklärung S. 14 f.). Sie bezweifle, dass die Aussagen so ausgefallen seien , wie in der Botschaftsabklärung festgehalten werde. So pflege sie durchaus Kontakt zu ihren Eltern und anderen Gesc hwistern (a.a. O. S. 17). Ihres Wissens sei die Beziehung zu D._______ nach dem "offiziellen" Abbruch kein Thema mehr gewesen; über Zwangsprostitution sei nie gesprochen wo r- den (a.a.O. S. 16). Sie habe eine Beziehung zu D._______ und nicht zu I._______ gepflegt. Jener habe es aber wohl als zweckmässig erachtet, die Beziehung I._______ "zuzuschieben." Zudem sei D._______ nicht verpflichtet, sich selbst zu be lasten (a.a.O. S. 19). Die Rechtsvertreterin fügte in eigenem Namen hinzu, falls die Vorinstanz der Beschwerdeführe- rin unterstellen wolle, diese habe sich freiwillig als Prostituierte betä tigt, sei festzuhalten, dass d eren Gebrochenheit nicht gespielt sei (a.a.O. S. 21). Schliesslich moniert sie, eine substanzielle Kommentierung der Abklärungen sei nic ht möglich, solange der Bericht vom BFM geheim gehalten und nicht offengelegt werde. Ihrer Eingabe legte sie acht öffent- lich zugängliche Berichte über die Lage im Kosovo bei (unter anderem von Amnesty International und dem American Council for Kosovo; Beil a- gen 1 – 8; vgl. Beilagen zu B 22/24). E-6973/2011 Seite 10 4.3 4.3.1 Das BFM führte zur Begründung des angefochtenen Entscheides vom 24. November 2011 im Wesentlichen aus, der kosovarische Staat sei grundsätzlich schutzfähig und schutzwillig, da er über eine funktionieren- de und effiziente Schutzinfrastruktur verfüge. Auch in der neuen kosovari- schen Verfassung, die nach der Unabhängigkeit des Kosovo in Kraft ge- treten sei, sei eine internationale und militärische Präsenz vorgesehen. Die European Union Rule of Law Mi ssion in Kosovo (EULEX) umfasse Polizisten, Richter, Staatsanwälte und Strafvollzugsbeamte. Die internat i- onalen Sicherheitskräfte und die Kosovo Police (KP) würden Sicherheit garantieren und seien weitgehend in der Lage, die Bevölkerung zu schü t- zen. Somit hätte sich die Beschwerdeführerin an die Behörden wenden können, zumal gemäss ihren eigenen Aussagen ihre Peiniger wegen [Strafdelikt] bereits mehrmals im Gefängnis gewesen seien und sie au s- serdem über einen Freund Kontakte zur KFOR verfüge. Zudem sei davon auszugehen, dass sie auf die Unterstützung ihrer Familie – insbesondere ihres [Verwandten E._______] – hätte zählen können, da diese r die Be- ziehung zu D._______ ohnehin habe unterbinden wollen. So habe die Beschwerdeführerin nach dem Vorfall im [Sommer] 2010 auch die Polizei gerufen und di ese habe sich ihrer angenommen. Eine formelle B e- schwerde liege jedoch gemäss Botschaftsbericht nicht vor. Schliesslich sei hinzuzufügen, dass es keinem Staat gelinge n könne, die absolute S i- cherheit zu garantieren. Der erforde rliche adäquate Schutz durch den Heimatstaat sei jedoch vorhanden, womit die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Übergrif fe Dritter nicht asylrelevant seien. Die B e- schwerdeführerin habe bereits mehrere Wochen bei ihrer [Verwandten] in F._______ verbracht. Weiter verfüge die Beschwerdeführerin bei ihren [Verwandten] in (...) und (...) über eine Aufenthaltsalternative, die sie j e- doch nicht habe wahrnehmen wollen, weil es sich bei diesen Orten um kleine Dörfer handle. Zudem fehle es auch am zeitlic hen Kausalzusam- menhang zwischen den geltend gemachten Fluchtgründen und ihrer Aus- reise, da sich die angeblichen Behelligungen ihrer früheren Peiniger auf die Zeit vor ihrer ersten Ausreise beziehen würden und sie seit ihrer Rückkehr nach B._______ im Frühjahr 2010 keine solchen mehr geltend gemacht habe. Insgesamt fehle es den Vorbringen der Beschwerdeführe- rin daher an Asylrelevanz. 4.3.2 Zudem seien ihre Aussag en widersprüchlich ausgefa l- len. Beispielsweise gebe die Beschwerdeführerin zu Protokoll, ihr [Ver- wandter E._______] habe gewusst, dass sie mit D._______ im Kontakt E-6973/2011 Seite 11 gestanden habe beziehung sweise eine Beziehung pflege (B 7 S. 7, B12 S. 8 und 13). Der Stellungnahme zur Botschaftsabklärung vom 8. N o- vember 2011 hingegen sei zu entnehmen, dass sie den Ko ntakt zu D._______ offiziell abgebrochen habe und die Beziehung vor ihrem [Ver- wandten E._______] fortan habe geheim halten müssen (B22 S. 5, 6, 10 und 16). An der Anhörung habe sie geltend gemacht, bei ihrer Rückkehr im Jahr 2010 nur drei Mal ausgegangen zu sein (B12 S. 10), aus weiteren Aussagen – beispielsweise in der Stellungnahme vom 8. November 2011 (B22 S. 14 f.) – lasse sich jedoch eruieren, dass sie mehrere Male au s- gegangen sei. Diese widersprüchlichen Angaben liessen Zweifel an ihren Aussagen aufkommen, gemäss welchen sie das Haus praktisch nie habe verlassen können; es sei davon auszugehen, dass sie sich in B._______ frei habe bewegen können, ohne von ihren früheren Peinigern behelligt worden zu sein. Insgesamt erfülle die Beschwerdeführerin daher die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. 4.4 4.4.1 In ihrer Beschwerde und den weiteren Eingaben wiederholte die Beschwerdeführerin die anlässlich des dritten Asylgesuchs vorgetragenen Asylgründe, worauf zur Vermeidung von Wiederholungen im Folgenden nur zusammenfassend eingegangen wird und lediglich ihre Ergänzungen ausgeführt werden: Zunächst formulierte sie die Bitte, ihre weiteren G e- schwister (mit Ausnahme ihrer Schwester […]) und ihre übrigen Verwand- ten nicht mit ihren Schilderungen zu konfrontieren; mit ihrem Verhalten als "Hure" habe sie die Familie entehrt und daher wolle sie alles vermei- den, was ihre Angehörigen in Schwierigkeiten bringen könne. Sie habe von 1998 bis 2001 mit ihrer Familie, die Flüchtlingsstatus genossen habe, in [anderes Land] gelebt. Im Hinblick auf die geplante Repatriierung der Familie in den Kosovo sei sie dann mit den (…) Geschwistern in den Ko- sovo zurückgekehrt. (…). Daher habe sie dann mit ihrem [Verwandten E._______] und ihrer (…) Schwester i m Kosovo im gleichen Haushalt gewohnt. Dann habe sie D._______ kennen gelernt und ihre Beziehung vorerst als Liebesbeziehung mit Zukunftsaussichten betrachtet. Auf Druck ihres [Verwandten E._______], der gegen Ehepläne (…) gewesen sei, habe die Beschwerdeführerin die Beziehung dann aber "offiziell" beendet und hinter dem Rücken des [Verwandten E._______] weitergeführt. Dann aber sei sie von D._______ zum Beischlaf mit anderen Männern, die D._______s "Kunden" gewesen seien, gezwungen worden. Sie habe nicht fliehen können, denn der Druck sei zu gross gewesen: D._______ habe ihr gedroht, ihrem [Verwandten E._______] würde "etwas passi e-E-6973/2011 Seite 12 ren", falls sie etwas verraten würde, was angesichts seiner kriminellen Machenschaften bedrohlich erschienen sei. Zudem habe sie am Beispiel ihrer Schwester gesehen, wohin Widerstand gegen die männliche Dom i- nanz führen könne. In den Augen der Gesellschaft sei sie entehrt und rechtlos geworden, gleichgültig ob sie die Prostitution freiwillig oder e r- zwungen ausgeübt habe. Prostitution sei im Kosovo eine strafbare Hand- lung, und Opfer sexueller Ausbeutung würden als Huren gelten und stig- matisiert. Auf den Strassen von B._______ sei sie stets als Prostituierte angesprochen und nach ihrem Preis gefragt worden; dieses Stigma wü r- de bei einer Rückkehr an ihr haften, unabhängig davon, ob sie auf dem Land oder in der Stadt wohne, zumal sie a n verschiedenen Orten gea r- beitet habe und sich Klatsch und Tratsch in Windeseile verbreite (Eingabe vom 31. Dezember 2011 S. 22). Weiter sei sie Opfer im Sinne von Art. 2 des Opferhilfegesetzes vo m 23. März 2007 (OHG, SR 312.5). Die weit verbreitete Korruption und das fehlende Vertrauen in die Justiz habe es ihr erschwert, ihre Peiniger a n- zuzeigen. Aus aktuellen Berichten gehe hervor, dass die Polizei und Ju s- tiz im Bereich des organisierten Verbrechens lediglich die Spitze des Ei s- bergs bekämpfe; die EULEX habe gemäss Recherchen der Rechtsvertre- terin nur einen einzigen Fall von Menschenhandel beurteilt. Auch sei der Kosovo im Zusammenhang mit dem Tod eines geschützten Zeugen in Kritik geraten. Es sei daher kein effektiver Schutz der Zeugen vor (tödl i- chen) Repressalien der Angeschuldigten gewährleistet, womit die B e- schwerdeführerin begründete Furcht habe, D._______ anzuzeigen. Sie könne sich vor D._______ nirgends im Kosovo verstecken. Falls sie als anonyme Zeugin aufgetreten wäre, hätte dies aus prozessualen Gründen nicht zu einer Verurteilung geführt. Die Kapazität der vorhandenen Schutzeinrichtungen für Opfer i m Kosovo sei sehr beschränkt; der Au f- enthalt sei auf einige Monate befristet und angeboten werde nur psych o- logischer Beistan d, keine ambulant -psychiatrische Therapie. Entgegen den Ausführungen der Vor instanz sei im Hinblick auf Menschenhandel und Kriminalität im Kosovo somit kein wirksamer Schutz gewährleistet. Grundsätzlich stelle die sexuelle Ausbeutung eines weiblichen Opfe rs ei- nen frauenspezifischen Fluchtgrund dar. Zudem sei eine dauernde Zug e- hörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe ("Prostituierte") als Flucht- grund plausibel dargetan worden. Es sei darauf hinzuweisen, dass der Europäische Menschengerichtshof (EGMR) im Urteil Rantsev gg. Zypern vom 7. Januar 2010 festgehalten habe, dass auch Menschenhandel unter Art. 4 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Me n-E-6973/2011 Seite 13 schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) falle. Somit könnte der fehlende Schutz seitens der Schweiz bei nicht konventionsgemässer Verpflichtung des Heimatlands Kosovo als Menschenrechtsverletzung ausgelegt werden. Es sei zu berücksichtigen, dass der Kosovo internatio- nale Konventionen und Vertragswerke soweit ersichtlich nicht unterzeic h- net habe, weshalb die von der Vorinstanz vertretene Auffassung, der Ko- sovo biete der Beschwerdeführerin wirksamen und adäquaten Schutz, e i- ne pauschalisierende Verallgemeinerung darstelle. Weiter verpflichte Art. 7 des Zusatzprotokolls zur Verhütung, Bekämpfung u nd Bestrafung des Menschenhandels (Palermo-Protokoll) dazu, geeignete Vorkehrungen zu treffen. Das gelte auch für Opfer von strafbaren Handlungen ausserhalb der Schweiz; die Schweiz könne sich dem nicht einfach entziehen, indem sie Opfer zurückschicke. So bleibe die Beschwerdeführerin ohne Rechts- schutz, weil im Kosovo eine Verurteilung aus prozessualen Gründen (sie- he oben) nicht möglich sei. Die fehlende Aussagebereitschaft der B e- schwerdeführerin schwäche die Bereitschaft der Schweiz, ein Strafverfah- ren ein zuleiten; aufgrund der Tatsache aber, dass sie sich durch eine Aussage in einem hängigen, aufzunehmenden Strafverfahren ein hies i- ges Aufenthaltsrecht hätte erwirken können, dies aber unterlassen habe, sei sie diskriminiert. Zudem argumentiere die Vorinsta nz nicht logisch, wenn sie einerseits ausführe, die Beschwerdeführerin habe im vergangenen Jahr keine Ve r- folgungen seitens ihres Peinigers mehr geltend gemacht, und andere r- seits festhalte, sie hätte um staatlichen Schutz ersuchen sollen. Denn g e- rade weil s ie nichts vorgenommen habe, habe ihr Peiniger sie in Ruhe gelassen. Vielmehr aber sei der psychische Druck unerträglich geworden, weshalb sie erneut geflüchtet sei; somit sei die Kausalität der Ausreise zu den Übergriffen aus de n Jahren 2005 bis 2009 gegeb en. So werde auch im Arztbericht vom (…) Dezember 2011 festgehalten, dass die Diagnose im Einklang mit den traumatischen Erlebnissen der vergangenen Jahre stehe. Die Glaubhaftigkeitserwägungen der Vorinstanz würden am Kern der Sache vorbei gehen, denn es sei zu berücksichtigen, dass traumat i- sierte Opfer bei der Abrufung der Ereignisse eine Retraumatisierung erl e- ben würden und allenfalls bestimmte Ereignisse daher nicht immer in identischer Weise darstellen würden; von den geschulten Befrager/innen seien die Ausführungen nämlich im Kern als wahrhe itsgemäss wahrg e- nommen worden. Ob ihr [Verwandter E._______] tatsächlich davon au s- gegangen sei, die Beziehung mit ihrem Freund sei beendet , sei eine Fra- ge der Sichtweise des [Verwandten E._______] und nicht ein Unglau b- würdigkeitskriterium zum Nachteil der Beschwerdeführerin. Ob sie wä h-E-6973/2011 Seite 14 rend ihres rund (…)monatigen Aufenthalts bloss drei Mal oder mehrere Male ausgegangen sei, vermöge ihre Glaubwürdigkeit nicht erschüttern. Sie habe ausserdem ausgesagt, sie habe sich "eingeschlosse n", im Sin- ne von "unfrei", gefühlt, damit aber nicht gemeint, dass es ihr nicht mö g- lich gewesen sei, sich im öffentlichen Raum zu bewegen (Beschwerd e- eingabe vom 31. Dezember 2011 S. 24). Schliesslich sei sie von nieman- dem dazu aufgefordert worden, gegen D._______ strafrechtlich auszusa- gen, vielmehr sei sie von ihrem Freund H._______ mit finanziellen Mitteln ausgestattet worden, um dieser organisierten Kriminalität zu entrinnen. Die Vorinstanz habe in ihren Erwägungen nicht berücksichtigt, dass D._______ sie nur solange in Ruhe habe la ssen können, wie seine Dr o- hungen nachgewirkt hätten. Aufgrund der Botschaftsabklärungen sei D._______ nun jedoch signalisiert worden, dass sich die Beschwerdefüh- rerin offenbart habe, womit er aus Gründen des "mafiösen Geheimha l- tungsinteresses" werde reagieren müssen, selbst wenn er nicht mehr an ihrer sexuellen Ausbeutung interessiert sei. Daher sei die Beschwerd e- führerin erheblicher Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt. Die Beme r- kung [von I._______], wonach er ein Vermögen von (…) Millionen Euro besitze, m ute etwas seltsam an ; diese Summe sei mit dem Hotel, we l- ches seit [ein pa ar] Jahren bestehe, nicht zu erwirtschaften gewesen. Vielmehr sei dem Botschaftspersonal damit vorgeführt worden, dass die Besitzer eine wirtschaftliche Macht inne hätten, die das Budget der Stadt B._______ bei wei tem übersteige, womit sinngemäss erstellt sei , dass [D._______ und I._______] kriminellen Machenschaften nachgingen. 4.4.2 Den Eingaben wurden zah lreiche Beweismittel beigelegt. So wurde zunächst ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis der Rechtvertreterin eingereicht. Dies ist angesichts der gutgeheissenen Frister streckungsgesuche (vgl. Bst. N) mittlerweile nicht mehr weiter beachtlich. Sodann wurden vorinstanzliche Akten (Beilage [nachfolgend: B] 2,6 gemäss Beilagenve r- zeichnis vom 27. und 31. De zember 2011), bereits beim Bundesverwa l- tungsgericht erfolgte Eingaben (B 3-5) sowie namentlich folgende Unte r- lagen eingereicht: Informationen zu Zwangsprostitution , mehrere Geset- zestexte (Palermoprotokoll, in B 13), der Entwurf zum Zeugenschutzg e- setz (B 40), das Übereinkommen des Europarats über die Bekämpfung des Menschenhandels (B 41), zahlreiche Internetausdruck e zu Gesetzen und Übereinkommen (inklusive Bericht des Bundesrats), Berichte zu Menschenhandel, wie beispielsweise de r Bericht des ehemaligen Bu n- desamtes für Flüchtlinge (BFF) "Kosovo; wirtschaftliche und soziale Lage" vom 15. März 2004 (B 8A), d as Factsheet der Koordinationsstelle gegen E-6973/2011 Seite 15 Menschenhandel und Menschenschmuggel (KSMM; B 9), d ie "Swiss Guidelines for internationally effective measures for the prevention of traf- ficking in persons and for protection of the victims" zur European Conf e- rence on Preventing and Combating Trafficking in Human Beings vom 18- 20 September 2002 (B 10), ein Rundschreiben der KSMM vom 2. August 2004 "Aufenthaltsregelung für die Opfer von Menschenhandel" (B 11), ein Factsheet der KSMM " Menschenhandel – Eine moderne Form der Skl a- verei" vom November 2010 (B 16), die "Safe-Country"-Liste des Bundes- rats vom März 2009 (B 17), zahlreiche Ausdrucke aus dem Internet zu Menschenhandel, Korruption, Zeugenschutz, geschlechtsspezifische r Verfolgung und Unterdrückung und der allgemeinen Lage i m Kosovo (B 18, 19, 19A, 21, 22, 23, 25A, 26, 27, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 36A, 37, 38, 41, 42, 45, 48, 49/1- 49/4, 50, 51, 53, 54), ein Bericht von Dr. Andreas Kley "Zeugenschutz im internationale n Recht", ersch ienen in der AJP 2/2000 (B14), ein Bericht der Anti-trafficking action (ASTRA) "Human Traf- ficking in the Republic of Serbia – Report for the Period 2000 -2010" (B 15), und weitere diesbezügliche Berichte (B 18 A, 20, 24, 25, 28, 29, 38, 44, 45, 46, 47, 52, 56, 59 ), Datensticks mit weiteren Informationen (B 57, 58), ein Internetausdruck über das Hotel [Name] (B 12), ein Internetaus- druck betreffend das kosovarische Dorf (...) (B 43), ein Bericht von Rainer Mattern, Schweizerische Flüchtlingshil fe ( SFH), erschienen in der Zeit- schrift Asyl 2010/3 "COI-Standards: Die Verwendung von Herkunf tslän- derinformationen (COI) in Entscheiden der Asylinstan zen" (B 8), eine Warnung des EJPD vom 7. November 2011 "Trojaner mit Absender EJPD" (B 56), die ausgedruckte Adresse der Ärztin (B 60), Informationen zum Medikament Venlafaxin (B 61) und ein Bericht der SFH vom 1. Se p- tember 2010 zur medizinischen Versorgung im Kosovo (B 62). 4.5 Mit Vernehmlassung vom 29. Februar 2012 führte das BFM aus, dass die auf Beschwerdeebene eingereichten Berichte (lediglich) generelle In- formationen enthalten würden, die nicht im direkten Zusammenhang mit dem vorliegenden Fall stehen würden. Zudem habe das BFM bereits zum Zeitpunkt des Entscheides Zugriff zu solchen Inf ormationen gehabt. Die Beschwerdeführerin beziehe sich wiederholt auf zahlreiche Berichte, wo- bei es ihr nicht gelinge, einen direkten Bezug zum Fall herzustellen. Das vorliegende Asylgesuch sei unter dem Aspekt von Art. 7 und Art. 3 AsylG umfassend und sc hlüssig gewürdigt wor den. Die in der Beschwerde a n- geführten Argumente liessen das vorliegende Gesuch auch im Hinblick auf die festgestellte Unglaubhaftigkeit der Vorbringen in keinem anderen Licht erscheinen. Zur geltend gemachten Krankheit führte das BFM aus, dass es der Beschwerdeführerin schon während des ordentlichen Asy l-E-6973/2011 Seite 16 verfahrens möglich gewesen wäre, ein Arztzeugnis einzureichen. Es we r- de zwar nicht in Abrede gestellt, dass sie an gesundheitlichen Problemen leide, indessen seien ihre Vorbringen im As ylverfahren als unglaubhaft eingeschätzt worden, womit kein Zusammenhang zu den von der Ärztin in ihrem Zeugnis vom 26. Dezember 2011 aufgeführten Problemen e r- stellt werden könne. Zudem sei aufgrund de r Ausführungen im Arztzeug- nis nicht ersichtlich, welche Angaben auf der subjektiven Schilderung der Beschwerdeführerin beruhen würden und was von der Ärztin objektiv h a- be verifiziert werden können. Eine allfällige weitere Behandlung sei au s- serdem im Kosovo grundsätzlich gewährleistet. 4.6 4.6.1 Mit Replikeingaben vom 2. und 3. April 2012 monierte die B e- schwerdeführerin zunächst, das BFM verhalte sich widersprüchlich, i n- dem es einerseits seine eigene Länderpraxis – welche zumindest teilwei- se aus denselben Informationsquelle n bestehe wie die eingereichten B e- weismittel – als entscheidbildend erachte, andererseits der Beschwerd e- führerin anlaste, sie bringe in ihrer Beschwerde Informationen vor, welche generell seien und keinen direkten Zusammenhang zum vorliegenden Fall begründen wür den und somit nicht entschei drelevant seien. Entwe- der habe das BFM diese Beweismittel als "Erschwernisse im Zusamme n- hang mit der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs" zu beachten , oder es berücksichtige seine eigene Länderpraxis eben gerade nicht. Dem BFM sei es aber verwehrt, sich auf Informationen der eigenen Länderpra- xis zur stützen, we lche der P artei nicht zugänglich seien. Dies sei sin n- gemäss eine Verletzung der "Waffengleichheit" nach Art. 6 EMRK. Zudem verhalte sich das BFM eher wie eine Anklagebehörde als eine – der Ob- jektivität verpflichtete – Untersuchungsbehörde (Eingabe vom 2. April 2012 S. 14 ). Schliesslich sei unter dem Gesichtspunkt der Gesetzmä s- sigkeit fragwürdig, dass der Bundesrat die Festlegung der Sicherheit e i- nes bestimmten Landes ("safe country") der Verwaltung (dem BFM) über- lasse und somit seine innenpolitische Verantwortung nicht wahr nehme. Damit setze das BFM seine Regeln selbst fest, welche allerdings nicht ei- ne allgemeingültige Rechtsnorm sei en, sondern als Länderregel eine Frage der Rechts anwendung bleiben so llten. Schliesslich sei die En t- scheidung, dass der Kosovo ein Safe Country sei, erst anfangs 2009 ge- fallen; die Fluchtgründe der Beschwerdeführerin hätten sich somit vorher ereignet, womit ihnen auch die Asylrelevanz nicht von Vornherein abg e- sprochen werden könne. Die Annahme des BFM, die Beschwerdeführerin könne bei einer Rückkehr wirksamen Polizeischutz vor Übergriffen Dritter E-6973/2011 Seite 17 erfahren, sei Ausdruck einer Idealvorstellung, da sie Gefahr laufe, selbst als Anwerberin in die kriminellen Machenschaften der mu tmasslichen Tä- terschaft eingebunden zu werden. Es sei unklar, wie die Beschwerdefüh- rerin sich betreffend Menschenhandel engagieren solle, wenn es selbst Fedpol und die Bundespolizei nicht angemessen täten. Der Kosovo kön- ne gar nicht als "vollwertig europäischen Standards entsprechendes " Land gelten, da e r die EMRK nicht anerkannt habe. Im Übrigen wurden die bereits in den Beschwerdeeingaben gemach ten Vorbringen wiede r- holt. 4.6.2 Zudem verwies die Beschwerdeführerin auf das der Eingabe vom 2. April 2012 beigelegte ärztliche Schreiben von Dr. med. K._______ vom (…) März 2011 (recte: (…) März 2012; Beilage 1), welches sich zur A r- gumentation der Vorinstanz äusserte. Darin wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin der behandelnden Ärztin von Betreuern des Asyl- zentrums aus psychiatrischen Gründen notfallmässig zugewiesen worden sei, was schon sehr aussergewöhnlich sei. Die Ärztin führte im Ber icht aus, sie habe keinen Grund zu denken, dass die Beschwerdeführerin die Krankengeschichte gefälscht habe, denn si e habe zu diesem Zeitpunkt noch gar kein Wissen davon gehabt, dass ihr diese im Asylverfahren nützlich sein könnte. Die Beschwerdeführerin bemerkte diesbezüglich, dass sie daher auch nicht zu Beginn des Verfahrens ein Arztzeugnis ei n- gereicht habe. Die Ärzt in hielt in ihrem Bericht weiter fest, es sei absurd, davon auszugehen, dass die offensichtlich kranke Beschwerdeführerin über ein Jahr lang ihre Krankheitsgeschichte erfolgreich bei einer erfa h- renen Ärztin fälsche. Somit seien ihre Vorbringen im Asylverfa hren als völlig glaubhaft zu werten und die im Arztzeugnis gemachten Ausführu n- gen nicht zu bestreiten. Symptome, die unter dem Begriff "Diagnose" au f- geführt würden, seien zudem keine Schilderungen , sondern Feststellun- gen aufgrund des psychiatrischen Status . Zudem sei sinngemäss eine Retraumatisierungsgefahr aus medizinischer Sicht einleuchtend, womit die Behandlung im Kosovo nicht durchführbar sei, auch wenn das Ang e- bot vorhanden wäre. Schliesslich seien die ärztlichen Ausführungen nie von Seiten der Beschw erdeführerin inhaltlich beeinflusst worden, so wie dies das BFM behaupte. Sinngemäss könne das BFM nur mit einem fachkundigen Arztbericht und dem Beizug eines Vertrauensarztes die im Arztbericht enthaltenen Überlegungen widerlegen. 4.6.3 Den Eingaben wurden we itere Beweismittel, wie strafrechtliche Ak- ten der Beschwerdeführerin und ein darauf bezogener Zeitungsbericht (Beilagen 2, 3, 6 – 9), eine Fristen liste der Rechtvertreterin (Beilage 4) E-6973/2011 Seite 18 und ein Internetausdruck betreffend Sex-Sklavinnen aus dem Jahre 2011 (Beilage 5) beigelegt. 5. Die Rügen der Beschwerdeführerin, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör und ihr Recht auf Akteneinsicht seien verletzt worden , wurden bereits in der Beschwerdeinstru ktion des vorliegenden Verfahrens behandelt; im Wesentlichen wies das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 20. März 2012 das sinngemässe Begehren der Beschwerdeführerin, ihr sei Einsicht in die der Länderpraxis des BFM zugrunde liegenden Lag e- berichte und Artikel zu gewähren, ab; d as Akteneinsichtsrecht beziehe sich nur auf tatsächlich argumentativ beigezogene Erkenntnisquellen, die als Grundlage für den Entscheid konkret genannt würden und nicht auf ir- gendwelche nicht konkret benannten Dokumente. Soda nn wurde der B e- schwerdeführerin mit Instruktionsverfügung vom 30. März 2012 Einsicht in die vom BFM zu Unrecht als "interne Akten" qualifizierten Dokumente gewährt. Das Gericht hielt schliesslich hinsichtlich der Botschaftsabklä- rung fest, dass das BFM der Beschwerdeführerin diese zulässigerweise – da an der Geheimhaltung der Namen der beteiligten Personen überwi e- gende Interessen im Sinne von Art. 27 VwVG bestehen würden – nicht vollständig offengelegt, sondern den wesentlichen Inhalt zur Kenntnis ge- geben habe . Auf diese Erwägungen , wonach das BFM Akteneinsicht in korrekter Weise gewährt hat, sei an dieser Stelle verwiesen. 6. 6.1 Nach Durchsicht der Akten hält das Bundesverwaltungsgericht fest, dass die vorinstanzlichen Erwägungen, wonach di e Beschwerdeführerin die Flücht lingseigenschaft nicht erfüllt, zu Recht erfolgt sind. Die vorinstanzlichen Glaubhaftigkeitserwägungen – auf die zur Vermeidung von Wiederholungen vollständig verwiesen wird (vgl. oben E. 4.3.2) – werden bestätigt. Das Gericht geht ebenfalls, wie nachfolgend dargelegt, davon aus, dass der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Ver- folgungssachverhalt nicht glaubhaft ist: 6.2 Zunächst erschüttert der Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen ihres zweiten Asylgesuchs in der Schweiz ihre Vorbringen kom- plett erfand und eine nicht wahrheitsgemässe Identität vortäusch te, dem- gegenüber aber die angeblich wahren Verfolgungsgründe, die sie erlebt haben soll, mit keinem Wort erwähnte, ihre Glaubwürdigkeit bereits nach- haltig. Die anlässlich des dritten , in der Schweiz gestellten Asylgesuchs E-6973/2011 Seite 19 geäusserte Aussage, sie habe damals Angst gehabt , zurückgeschickt zu werden (B7 S. 8) und sie habe Angst gehabt, die Wahrheit zu erzählen, da man ihr sowieso nicht glauben würde (B12 S. 7), kann als Rechtferti- gung nicht überzeugen, zumal das Erfinden einer Geschichte nicht dem Verhalten einer verfolgten Person entspricht. Dass sie im Weiteren nicht erklären konnte, weshalb sie eine falsche Identität angegeben habe, und ausführte, sie habe einfach nicht gewusst, was sie habe sagen soll en (B12 S. 8), unterstreicht die Vermutung, sie habe sich darum bemüht, ih- rer Geschichte asylrelevante Elemente beizufügen . Ihr Beschwerdeargu- ment, sie habe nicht richtig reden können, weil die Schilderung des Erleb- ten einen retraumatisierenden Effekt gehabt habe, vermag nicht zu über- zeugen; diese Aussage hätte sie bereits anlässlich des dritten Asylg e- suchs machen können; sie muss – da erst auf Rechtsmittelebene erfolgt – als offensichtlich nachgeschoben und dah er nicht glaubhaft gelten. Dasselbe ist festzuhalten betreffend die erst auf Beschwerdeebene vo r- gebrachte Erklärung, das Nennen falscher Personalien müsse für ein Op- fer von Menschenhandel, das eine Identifizierung zu befürchten habe, als üblich gelten (Eingabe vom 31. Dezember 2011 S. 7 f.). 6.3 Zudem sind ihre Aussagen wenig substanziiert und widersprüchlich: Zunächst entzieht sie mit ihrer im Jahr 2010 erfolgten Anzeige bei der Po- lizei, die im Rahmen der Botschaftsabklärung bestätigt wur de, ihrem Hauptvorbringen, wonach sie D._______ nicht angezeigt habe, weil die kosovarische Polizei korrupt und (zumindest was D._______ angehe) nicht schutzfähig sei, die Grundlage . B ei der Anzeige der Männer hätte sie nämlich angesichts der Zugehörigkeit D._______s zu einem "Mafi a- ring" (B7 S. 7) damit rechnen müssen, dass D._______ mit den angezeig- ten Männern im Kontakt gestanden habe und angesichts der erfolgten Anzeige Repressionen ausüben würde , zumal sie ausführte, die Männer hätten sie wohl gekannt, weil sie si e sonst nicht angesprochen hätten, weshalb sie diese Männer mit D._______ und seinen Bekannten in Ver- bindung bringe (B12 S. 11). An der Befragung führte sie zur erfolgten An- zeige aus, sie habe bei einer Gegenüberstellung mit den Tätern die An- zeige zurückgezogen, weil sie Angst gehabt ha be (B7 S. 7), gab aber an der Anhörung zu Protokoll, sie habe die beiden Personen in Begleitung der Polizei gesucht, aber nicht gefunden (B12 S. 11). Solche widersprüch- lichen Äusserungen sind als unglaubhaft einzustufen. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin sich im Kosovo in Bezug auf D._______ nicht um Rechtsschutz bemühte, betreffend d ie beiden Männer aber schon , lässt sodann am Zwangscharakter der Prostitution und somit auch an den Re- pressionen und Drohgebärden seitens D._______ zweifeln. Zudem hätte E-6973/2011 Seite 20 sich die Beschwerdeführerin spätestens in der Schweiz, würde der erle b- te Sachverhalt tatsächlich Menschenhandel umfassen, an die Strafverfol- gungsbehörden wenden können, erachtete sie die Schweiz ja als ihr Fluchtland, womit sie von der Schutzfähigkeit der hiesigen Behörden hät- te ausgehen können. Ein solches Verhalten hätte sodann bereits anläs s- lich des im Jahr 2009 in der Schweiz eingeleiteten Asylverfahrens erwar- tet werden können. 6.4 Ihren Angaben fehlt es weiter an zeitlicher Kongruenz und Plausibili- tät: So weist di e Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme zur Bo t- schaftsabklärung darauf hin, dass sie bereits vor der Vergewaltigung ih re Beziehung zu D._______ "formell" abgebrochen habe (B23 S. 5), an der Anhörung gab sie jedoch zu Protokoll, sie habe auch später noch ihrem [Verwandten E._______] gegenüber gesagt, sich mit D._______ zu tref- fen (B12 S. 8). An der Befragung führte sie aus, sie habe ihr Ansehen ver- loren und es sei ihr peinlich gewesen, wenn Personen, mit denen sie zu tun gehabt habe , sie in Anwesenheit ihres [Verwandten E._______] auf der Strasse angesprochen hätten (vgl. B7 S. 7). Im Zusammenhang mit einer erlebten Vergewaltigung und dem damit zwingend einhergehenden grossen Leid wäre aber zu erwarten gewesen, dass die Gefühle der Be- schwerdeführerin über die Intensität einer "Peinlichkeit" hätten hinausge- hen müssen. Schliesslich entspricht auch die Aussage, sie wolle mit den Leuten im Kosovo nichts mehr zu tun haben , nicht einer üb erzeugenden Wortwahl zur Schilderung einer drohenden Verfolgung. An der Anhörung scheinen ihre Bemerkungen, dass sie sehr Schlimmes erlebt habe, sich sodann primär auf ihren Gefängnisaufenthalt in der Schweiz zu beziehen (vgl. B12 S. 2). Unplausibel ist weiter, dass ein Freund von ihr mit einem [Bekannten] zusammen, den sie kaum gekannt habe, ihre Ausreise finan- ziert haben soll (B12 S. 9), ohne dass sie eine Gegenleistung verlangt hätten. Dieser Umstand bleibt trotz der umfangreichen Ausführungen auf Beschwerdeebene unerklärt. Sodann wirkt der von ihr angeführte Grund der Ausreise, sie habe sich das Leben nicht so vor gestellt, und sie habe nicht ihre Ruhe gefunden und immer aus dem Gepäck gelebt (B12 S. 10), im Kontext einer angeblichen Zwangsprostitution ungereimt. Die Ausfüh- rungen lassen insgesamt den Eindruck entstehen, dass die Beschwerd e- führerin möglicherweise als Prostituierte tätig war, was allenfalls die E r- kenntnisse aus de r Botschaftsabklärung erklären könnte, dass der [Ver- wandte E._______] den Kontakt zu ihr habe abbrechen wollen; allerdings gelang es der Beschwerdeführerin nicht, den Zwangscharakter der Prosti- tution geltend zu machen. Damit konnte die Beschwerdeführerin eine Ver- folgungssituation im Zusammenhang mit D._______ nicht glaubhaft m a-E-6973/2011 Seite 21 chen; daher kann auch ihrem Vorbringen, D._______ habe sie nur so lange in Ruhe gelassen, wie seine Drohungen nachgewirkt hätten, ang e- sichts der erfolgten Botschaftsabklärung sei er jedoch alarmiert und sie sei nun grösster Gefahr ausgesetzt, kein Glaube geschenkt werden. 6.5 Auch das Arztzeugnis ist nicht geeignet, diese Vorbringen glaubhaft zu belegen. Aus diesem geht nämlich nicht nachvollziehbar hervor, wo r- auf die Diagnose der PTBS basiert und worin die Retraumatisierungsg e- fahr besteht. Zunächst fehlt im Arztze ugnis die Anamnese, sodann bleibt der pauschale Verweis auf die Retraumatisierungsgefahr durch "z.B. tä g- liche Begegnung mit Kosovo -Männern" einsilbig und vermag nicht zu überzeugen, zumal sich auch in der Schweiz kosovarische Männer befi n- den. Weder das Arz tzeugnis noch das ärztliche Schreiben sind somit, entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin, dazu geeignet, die geltend gemachte Vergewaltigung und Zwangsprostitution zu beweisen. Der im Schreiben vertretene Standpunkt, es sei absurd zu denken, dass die Beschwerdeführer in ihre Krankengeschichte während eine s Jahres gefälscht hätte, weshalb ihre Darstellung als völlig glaubhaft zu gelten habe (S. 2), und die Diagnose des Arztzeugnisses können die durch eine eingehende Prüfung erwogene Unglaubhaftigkeit der Vorbringen nicht umstossen. Somit ist, um die im Arztbericht und im ärztlichen Schreiben festgehaltenen Erlebnisse als unglaubhaft qualifizieren zu können, auch kein Beizug eines Vertrauensarztes erforderlich (wie von der Beschwe r- deführerin im Sinne eines Gegenbeweises als notwendig erachtet). 6.6 Zusammenfassend erachtet es das Gericht durchaus als möglich , dass die Beschwerdeführerin als Prostituierte tätig gewesen ist, der A s- pekt des Zwangscharakters jedoch bleibt unglaubhaft. Die ausführlichen und detailreichen Ausführungen auf Beschwerdeebene führen insgesamt nicht dazu, den Vorbringen der Beschwerdeführerin einen glaubhaften oder asylrelevanten Charakter zu verleihen und glaubhaft aufzuzeigen, dass die Beschwerdeführe rin Opfer v on Zwangsprostitution gewor den sei. Nach dem Gesagten erübrigt es sich, im Zusammenhang mit der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft auf die Erwägungen des BFM zur Kausalität der Ausreise und zu möglichen Fluchtalternativen weiter einzugehen. Zu- dem erweist es sich nach dem Gesagten als obsolet, auf die Ausführun- gen der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit de r Menschenhan- delsproblematik im Kosovo, auf den Nicht-Beitritt des Kosovo zur EMRK, die Qualifikation des Kosovo als "Safe Country" durch den Bundesrat, E-6973/2011 Seite 22 das OHG, den Opfer- und Zeugenschutz in Strafverfahren zu Menschen- handel, den im Asylverfahren nicht einschlägigen Art. 6 EMRK und die diesbezüglich eingereichten Beweismittel (siehe E. 4.4.2) weiter einzuge- hen, zumal ein Grossteil der Rügen der Beschwerdeführerin im Zusam- menhang mit dem departementsinternen Verfahren im Vorfeld eines Bun- desratsbeschlusses betreffend Safe Country und das angebliche Nich t- engagement der mit Menschenhandel befas sten Behörden wie Bunde s- polizei und Fedpol lediglich Behördenkritik dar stellen, die den vorliegend massgeblichen Streitgegenstand sprengt. 6.7 Schliesslich ist betreffend die im vorinstanzlichen Verfahren (vgl. oben E. 4.2) und die im Beschwerdeverfahren (E. 4.4.2 und 4.6.2) eingereichten Beweismittel festzuhalten, dass es sich dabei entweder um Akten handelt, die dem Bundesverwaltungsgericht bekannt sind, oder um öffentlich zugängliche Berichte, die keinen individuellen Bezug zum vo r- liegenden Verfahren herstellen; es ist daher nicht weiter darauf einzug e- hen. Dies gilt auch für die als Vermutungen formulierten individuellen B e- züge zu den Beweismitteln : So liess die Beschwerdeführerin unter Ver- weis auf einen Bericht von Dick Mar ty verlauten, dass D._______ mögli- cherweise ein Mitglied des Kelmendi -Clans sei, der in einem kriminellen Netzwerk operiere . Zudem legte sie einen Bericht ins Recht, aus dem hervorgeht, dass in einem Mordprozess im Kosovo ein Richter zugunsten der Angeschuldigten agiert hat, und führte dazu aus, dass es sich bei die- sem Richter möglicherweise um den korrupten Onkel von D._______ handle (Eingabe vom 31. Dezember 2011 S. 11 und S. 34 ff ., 37 f.). Die- jenigen Beweismittel mit individuellem Bezug zur Beschwerdeführerin, wie das Arztzeugnis (E. 4.4.2) und das ärztliche Schreiben (vgl. E. 4.6.2), wurden oben bereits behandelt. Ergänzende Abklärungen sind nicht no t- wendig, weshalb der diesbezügliche Eventualantrag abzuweisen ist. 6.8 Insgesamt sind die vorinstanzlichen Er wägungen, wonach die Vo r- bringen der Beschwerdeführerin einerseits nicht glaubhaft und andere r- seits nicht asylrelevant sind, zu stützen . Das Bundesamt hat nach dem Gesagten das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht und mit z u- treffender Begründung abgewiesen. 7. 7.1 Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). E-6973/2011 Seite 23 7.2 Die Beschwerdeführerin besitzt keine Aufen thalts- oder Niederlas - sungsbewilligung oder einen entsprechenden Anspruch, weshalb die Vor- instanz gestützt auf Art. 44 Abs. 1 AsylG zu Recht ihre Wegweisung ver- fügt hat (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl- rekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). Die Rüge der Beschwerdefü h- rerin, die angefochtene Verfügung lasse eine Abwägung von Interessen vermissen (Eingabe vom 31. Dezember 2011, S. 8) geht fehl; die Anor d- nung einer Wegweisung nach Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und Abweisung des Asylgesuchs entspricht vielmehr der gesetzlich statuierten Regelfolge. 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 8.2 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsh indernissen gilt gemäss ständiger Praxis der gleiche Beweisstandard wie bei der Flücht- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist , und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2). 9. 9.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der ausländischen Person in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen. Da die Beschwerdeführerin – worauf die Vorinstanz in ihrer Verfügung zutreffend hinwies – die Flüchtlingseigenschaft nicht e r- füllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über di e Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Z u- lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver- fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 der Bun- desverfassung der Schwei zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]); Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK. Aus de n Aussa- gen der Beschwerdeführerin und den Akten ergeben sich keine konkreten E-6973/2011 Seite 24 Anhaltspunkte dafür, dass sie bei einer Rückkehr in ihr Heimatland dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist somit zulässig. 9.2 9.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situation en wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG). 9.2.2 Die Beschwerdeführerin macht e sinngemäss im Wesentlichen gel- tend, ein Wegweisungsvollzug erweise sich als unzumutbar, da im Dorf, wo sie herkomme, immer noch der Kanun, das albanische Gewohnheits- recht, Geltung habe, wonach Frauen nicht als gleichwertig anerkannt sei- en und nur sehr eingeschränkte Rechte besitzen wü rden (Beschwerde- eingabe vom 31. Dezember 2011 S. 28). Aus einem EULEX -Urteil gehe hervor, unter welchen Bedingungen Frauen i m Kosovo zu leben hätten. Einerseits seien die finanzielle Last und die soziale Missbilligung, die mit der Aufnahme einer "Hure" einhergehe, ihren Verwandten kaum zuzum u- ten. Andererseits stehe die Entscheidung ü ber eine Aufnahme in der Kompetenz der Ehemänner ihrer Schwestern, was angesichts ihrer Lage unwahrscheinlich erscheine. Zudem hätten die sie aufnehmenden Ve r- wandten Repressalien seitens D._______ zu befürchten. Diese Situation könnte zu Ehrenmorden zwisch en [ihrer Familie und der Familie von D._______] (durch die männlichen Mitglieder) führen. Auch sei ein We g- weisungsvollzug aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar, da es sich bei der Beschwerdeführerin nicht um eine junge und gesunde Frau hand- le, wie die Vorinstanz behaupte (Beschwerdeschrift vom 31. Dezember 2011 S. 29 ff.). Es würden sich bei ihr die Symptome einer Borderline - Erkrankung mit erheblicher Depression und Angstzuständen zeigen. Ge- mäss dem ärztlichen Be richt von Dr. med. K._______, [Fachärztin],[Ort], leide sie unter einer PTBS , weswegen sie seit ihrer Zuweisung in den Kanton (...) im Januar 2011 unter andauernder, ambulant-therapeutischer und medikamentöser-antidepressiver Behandlung stehe. Bereits während ihres Aufenthalts im Kosovo habe sie das Medikament "[Name]" einneh- men müssen, um d ie Misshandlung von D._______ überhaupt ertragen zu können. Während ihrer Ausschaffungshaft in der Schweiz im Zusam- menhang mit dem ersten Asylgesuch habe sie unter massiven Ängsten und Depressionen mit Suizidgedanken gelitten. Die optimistische Ei n-E-6973/2011 Seite 25 schätzung der Vorinstanz, die sich nicht einmal dahingehend festlegen wolle, ob die Beschwerdeführerin Opfer von Menschenha ndel sei oder nicht, halte gegenüber den medizinischen Ein schätzungen von Dr. K._______ nicht stand. Im ärztlichen Bericht werde festgehalten, dass mehrjähriger sexueller Missbrauch mit fortbestehend er Bedrohungssitua- tion vorliege und dieser Umstand erhebliche Traumata bewirkt habe. Eine Rückführung sei für die Beschwerdeführerin retraumatisierend und ihr psychischer Zustand würde sich dadurch verschlechtern. Zudem sei die einzige institutionelle Anbieterin, das Center for Protection of Victims and Prevention of Trafficking in Human Beeings (MVPT/PVPT; vgl. Beilage 36), finanziell in Bedrängnis und würde sich bei einem Nachfrageüber- schuss wohl eher jüngeren, weniger traumatisierten Opfern annehmen. Die Beschwerdeführerin verwies dabei im Wesentlichen auf öff entlich zu- gängliche Berichte, die belegen würden, dass die gesundheitliche Ve r- sorgung für psychische Krankheiten unzureichend sei. 9.2.3 Zu prüfen ist zunächst die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvol l- zugs unter dem gesundheitlichen Aspekt: Das Vorliegen einer psyc hi- schen Erkrankung der Beschwerdeführerin wird vom Gericht nicht in A b- rede gestellt, da genügend entsprechende Hinweise vorliegen und die ärztliche Diagnos e nicht in Zweifel gezogen wird. Eine Border line- Erkrankung wird indessen ärztlicherseits nicht diagnostiziert. Die Be- schwerdeführerin leidet an einer PTBS und an einer Depression, weshalb sie eine Behandlung und Medikamente benötigt. Betreffend Behan d- lungsmöglichkeiten stellte sich die Beschwerdeführerin insgesamt auf den Standpunkt, i m Kosovo bestä nden infolge Kapazitätsengpässen keine ausreichenden Behandlungsmöglichkeiten für Personen mit psychischen Krankheiten. Indessen steht nach Erkenntnissen des Gerichts fest, dass im Kosovo für eine Weiterbehandlung der Beschwerdeführerin entspre- chende Institutionen zur Verfügung stehen, wenn auch nicht dem Niveau der medizinischen Versorgung in der Schweiz entspre chend (was jedoch nicht gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll zugs spricht; vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). Die medizinische Grundversorgung im Kosovo ist – auch in psychotherapeutisch er und medikamentöser Hinsicht – sicher- gestellt (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.8.2), womit sich eine Rückkehr der B e- schwerdeführerin in gesundheitlicher Hinsicht als zumutbar erweist. 9.2.4 Schliesslich ist in Bezug auf die allgemeinen Wegweisungsvollzugs- kriterien – in Bestätigung der vorinstanzlichen Erwägungen – festzuhal- ten, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine junge Frau handelt, die ihren Angaben gemäss über einen [Schulabschluss] verfügt, den Be-E-6973/2011 Seite 26 ruf der (...) erlernt hat, mit Diplom abge schlossen hat und über Prakt i- kumserfahrung verfügt (B7 S. 3 und Beschwerdeschrift S. 4). Zwar mach- te sie geltend, sie verfüge über kein tragfähiges Beziehungsnetz i m Ko- sovo, da sie von ihrer Familie ver stossen worden sei. Die Aussagen der Beschwerdeführerin, wonach kein Kontakt zu ihrer Familie bestehe , ste- hen aber im Widerspruch zur aktenkundigen Tatsache, dass sie in der Schweiz bei ihren [Verwandten] lebt (vgl. Strafakten, Beilage 6 zur Einga- be vom 3. April 2012; oben E. 4. 6.3). Die Botschaftsabklärung hat aller- dings ergeben, dass der [Verwandte E._______] den Kontakt mit ihr a b- gebrochen hat. Daher geht das BFM fehl, wenn es in seiner Verfügung erwägt, die Beschwerdeführerin könne zum [Verwandten E._______] zu- rückkehren. Jedoch machte der [Verwandter E._______] keine Repressi- onen seit ens D._______ geltend, womit – da die diesbezüglichen Vo r- bringen als unglaubhaft qualifiziert worden sind – nicht davon auszug e- hen ist, ihre Familie müsste wegen der Anwesenheit der Beschwer defüh- rerin solche befürchten. Ihren eigenen Angaben zufolge hat die B e- schwerdeführerin – unabhängig eines allfällig geltenden frauenfeindlichen Gewohnheitsrechts – bei ihrer Rückkehr im Jahre 2010 bei ihrer [Ver- wandten] gewohnt, womit davon auszugehen ist, dass sie über ein tra g- fähiges soziales Netz verfügt. Schliesslich gehört sie als Albanerin im Ko- sovo der Bevölkerungsmehrheit an . Nach dem Gesagten sind keine Wegweisungsvollzugshindernisse ersichtlich. 9.2.5 Insgesamt erweist sich der Vollzug der Wegweisung der Beschwer- deführerin in den Kosovo daher als zumutbar. 9.3 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi - gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt e i- ne Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist - wie darge- legt (vgl. E. 3) - die Erteilung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung bei Vorliegen eines schwerwiegenden persönl ichen Härtefalles (Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG). Deshalb können die Ausführungen der Beschwerde-E-6973/2011 Seite 27 führerin zu ihrer Integration in der Schweiz und die diesbezüglich eing e- reichten Beweismittel im vorliegenden Verfahren keine Beachtung finden. 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwe r- de ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in der Höhe von Fr. 600.-- (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) de r Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie sind mit dem am 11. Januar 2012 in gleicher Höhe geleiste- ten Kostenvorschuss gedeckt. (Dispositiv nächste Seite) E-6973/2011 Seite 28 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Der Beschwerdeführerin werden die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- auf- erlegt. Diese sind durch den in selber Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Sarah Diack Versand: