<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 0] </div> <div class="para">6S.342/2000/bue </div> <div class="para"> </div> <div class="para">KASSATIONSHOF </div> <div class="para">************************* </div> <div class="para"> </div> <div class="para">30. Juni 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesgerichtspräsident Schubarth, </div> <div class="para">Präsident des Kassationshofes, Bundesrichter Kolly, </div> <div class="para">Bundesrichterin Escher und Gerichtsschreiberin Burkart. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">M.________, Beschwerdeführer, vertreten durch W.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn, </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Widerhandlungen gegen das SVG, (Nichtigkeitsbeschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Solothurn, Strafkammer, vom 26. April 2000), </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">wird im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span> </div> <div class="para">in Erwägung gezogen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Mit Beschluss des Obergerichts des Kantons Solothurn (Strafkammer) vom 26. April 2000 wurde die Appellation von M.________ gegen das Urteil des Amtsgerichtspräsidenten von Dorneck-Thierstein vom 26. Oktober 1998 zufolge Verwirkung von der Geschäftskontrolle abgeschrieben; die Anschlussappellation des Staatsanwaltes fiel dahin und wurde ebenfalls von der Geschäftskontrolle abgeschrieben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegen diesen Beschluss reichte W.________ "namens und im Auftrag" von M.________ fristgerecht eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Mit Verfügung vom 26. Mai 2000 (adressiert an W.________) wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, bis zum 15. Juni 2000 (einmalige, nicht erstreckbare Frist) einen Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- einzuzahlen, unter der Androhung, dass bei Säumnis auf die Rechtsvorkehr nicht eingetreten werde. Zudem wurde die Verfügung mit folgenden besonderen Hinweisen versehen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"1.Abgesehen davon, dass das Gesuch um </div> <div class="para">unentgeltliche Rechtspflege nicht </div> <div class="para">genügend begründet und überhaupt </div> <div class="para">nicht belegt ist (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=30.06.2000&amp;to_date=19.07.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-IV-161%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page161">BGE 125 IV 161</a> </div> <div class="para">E. 4), könnte es schon deshalb nicht </div> <div class="para">bewilligt werden, weil die Nichtigkeitsbeschwerde </div> <div class="para">offensichtlich aussichtslos </div> <div class="para">ist (<span class="artref">Art. 152 Abs. 1 OG</span>). </div> <div class="para">Der angefochtene Entscheid stützt </div> <div class="para">sich ausschliesslich auf kantonales </div> <div class="para">Recht, welches mit der Nichtigkeitsbeschwerde </div> <div class="para">nicht zur Diskussion gestellt </div> <div class="para">werden kann (<span class="artref">Art. 273 Abs. 1 </span></div> <div class="para">lit. b BStP). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. Sollte kein Rückzug erfolgen und an </div> <div class="para">der Beschwerde (unter Kostenfolgen) </div> <div class="para">trotzdem festgehalten werden, hätte </div> <div class="para">W.________ ebenfalls innert Frist </div> <div class="para">bis zum 15. Juni 2000 den Nachweis </div> <div class="para">zu erbringen, dass er über ein </div> <div class="para">gültiges Anwaltspatent verfügt (vgl. </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 29 Abs. 2 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. Das Gesuch um Fristverlängerung für </div> <div class="para">eine staatsrechtliche Beschwerde </div> <div class="para">wird abgewiesen, da gesetzliche </div> <div class="para">Fristen (wie die vorliegende) nicht </div> <div class="para">erstreckt werden können (<span class="artref">Art. 33 </span></div> <div class="para">Abs. 1 OG). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4. Angesichts der klaren, von </div> <div class="para">W.________ völlig verkannten </div> <div class="para">Rechtslage würde auf allfällige </div> <div class="para">weitere Eingaben nicht geantwortet. " </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.-Mit Schreiben vom 14. Juni 2000 (Poststempel </div> <div class="para">15. Juni 2000) reichte W.________ eine vom Beschwerdeführer selbst unterzeichnete Begründung ein, angeblich "mit gleichem Inhalt". Bei dieser nachgereichten Begründung handelt es sich jedoch um eine Neufassung, die nicht in allen Teilen mit der ursprünglichen Begründung übereinstimmt. Da sie nach Ablauf der 20-tägigen Begründungsfrist eingereicht wurde, bleibt sie unbeachtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Die in der Eingabe vom 22. Mai 2000 vorbehaltene staatsrechtliche Beschwerde wurde nicht eingereicht. </div> <div class="para">Die diesbezüglich verlangte "Fristverlängerung" ist ausgeschlossen, da gesetzliche Fristen nicht erstreckt werden können (<span class="artref">Art. 33 Abs. 1 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5.- Wie dem Beschwerdeführer bereits in der Kostenvorschussverfügung erklärt wurde, stützt sich der angefochtene Entscheid ausschliesslich auf kantonales Recht, welches mit der Nichtigkeitsbeschwerde nicht zur Diskussion gestellt werden kann (<span class="artref">Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP</span>). </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist demzufolge nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Was der Beschwerdeführer im Übrigen zur Verjährung vorbringt, ist offensichtlich unbegründet, soweit auf diese Rüge überhaupt noch eingetreten werden könnte. </div> <div class="para">Die fragliche Busse von Fr. 700.-- wurde vom Amtsgerichtspräsidenten von Dorneck-Thierstein am 26. Oktober 1998 gestützt auf <span class="artref">Art. 90 Ziff. 2 SVG</span> (grobe Verletzung von Verkehrsregeln) ausgesprochen (Urteil S. 10; KA 00065). Die entsprechende Strafandrohung lautet: Gefängnis oder Busse. Somit handelt es sich um ein Vergehen (<span class="artref">Art. 9 Abs. 2 StGB</span>) und nicht nur um eine Übertretung, wie der Beschwerdeführer behauptet. Die Verjährung ist somit heute noch nicht eingetreten (<span class="artref"><artref id="CH/311.0/70" type="start"></artref>Art. 70 und 73 StGB</span><artref id="CH/311.0/73" type="end"></artref>; Tatbegehung am 24. Juli 1997). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">6.- Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege kann - unabhängig von den finanziellen Verhältnissen - nicht bewilligt werden, weil das Rechtsmittel von vornherein offensichtlich aussichtslos war (<span class="artref">Art. 152 Abs. 1 OG</span>), worauf in der Kostenvorschussverfügung hingewiesen wurde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">7.- Die Beschwerde erweist sich zudem als rechtsmissbräuchlich und ist dem völligen Verkennen der Rechtslage durch W.________ bzw. dessen Rechtsunkenntnis zuzuschreiben. Sie hat nur unnötige Kosten verursacht. </div> <div class="para">Unnötige Kosten hat jedoch zu bezahlen, wer sie verursacht (<span class="artref">Art. 156 Abs. 6 OG</span>). Sie sind demzufolge von W.________ zu tragen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">8.- W.________ wird zudem wegen mutwilliger Prozessführung und rechtsmissbräuchlichen Verhaltens mit einer Ordnungsbusse von Fr. 600.-- bestraft (<span class="artref">Art. 31 Abs. 2 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">9.- Allfällige weitere Eingaben in dieser Sache würden ohne Antwort abgelegt (<span class="artref">Art. 36a Abs. 2 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">10.- Im Übrigen erfolgt Mitteilung an die Aufsichtsbehörde über die Advokaten des Kantons Basel-Stadt zur Prüfung der Frage, ob ein Verstoss gegen das Anwaltsgesetz vorliegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Auf die Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird W.________ auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- W.________ wird eine Ordnungsbusse von Fr. 600.-- auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, W.________, der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht (Strafkammer) des Kantons Solothurn sowie der Aufsichtsbehörde über die Advokaten des Kantons Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- Lausanne, 30. Juni 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des Kassationshofes </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html></html>