<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00005</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220182&amp;W10_KEY=4480726&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00005</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 30.04.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung (Kantonswechsel)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Gesuch um Kantonswechsel einer arbeitslosen türkischen Staatsangehörigen]<br/><br/>Die Voraussetzung, "nicht arbeitslos" zu sein im Sinn von Art. 37 Abs. 2 AIG, bedeutet nicht, dass der Lebensunterhalt ohne Sozialhilfe sichergestellt sein muss. Dafür spricht der Wortlaut der Bestimmung, deren Zusammenhang mit Art. 38 Abs. 2 AIG und auch deren Systematik, wird doch die Sozialhilfeabhängigkeit bereits dadurch erfasst, dass als weitere Voraussetzung das Fehlen von Widerrufsgründen festgesetzt wird (E. 2.3.2). Die Beschwerdeführerin vermag keine Erwerbstätigkeit nachzuweisen, weshalb die Vorinstanz zu Recht einen Anspruch auf Kantonswechsel verneint hat (E. 2.3.3 f.). Trotz der bei der Beschwerdeführerin diagnostizierten Intelligenzminderung, Spracherwerbsstörung usw. überwiegt aufgrund ihres Sozialhilfebezugs und ihrer Straffälligkeit das öffentliche Interesse an einer Verweigerung des Zuzugs; die Vorinstanzen haben ihr diesbezügliches Ermessen nicht rechtsverletzend ausgeübt (E. 3). <br/><br/>Gutheissung UP.<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANTONSWECHSEL">KANTONSWECHSEL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 37 Abs. 2 AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=46365" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00005</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">30. April 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber David Henseler.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<b> </b>A,<b> </b></span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<b> </b>B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>BeschwerdefÃ¼hrerin 2 gesetzlich vertreten<br/> durch BeschwerdefÃ¼hrerin 1 (Mutter),</span></p> <p class="MsoBodyText">diese vertreten durch lic. iur. C,</p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerinnen,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Aufenthaltsbewilligung (Kantonswechsel)</span></b><b>,</b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, tÃ¼rkische StaatsangehÃ¶rige, wurde 1996 in Baden geboren und erhielt eine Niederlassungsbewilligung zum Verbleib bei ihren Eltern, zuletzt mit Kontrollfrist bis zum 31. Oktober 2019. Im Sommer 2016 verliess A ohne persÃ¶nliche Abmeldung die Schweiz und zog in die TÃ¼rkei, wo sie am 1. August 2016 den tÃ¼rkischen StaatsangehÃ¶rigen D heiratete. Dieser Ehe entstammt der Sohn E (geboren 2017). A reiste am 21. Februar 2017 wieder in die Schweiz ein und ersuchte am 6. MÃ¤rz 2017 im Kanton Aargau um eine Aufenthaltsbewilligung, die ihr in der Folge erteilt und zuletzt bis zum 31. Januar 2019 verlÃ¤ngert wurde. Mit Entscheid vom 24. April 2018 stellte das Bezirksgericht F fest, dass A und D zum Getrenntleben berechtigt seien, und es stellte den Sohn E unter die Obhut von A. Mittlerweile lebt der Sohn aber bei seinem Vater in der TÃ¼rkei.</p> <p class="Urteilstext">A zog am 1. Januar 2019 nach X und stellte am 10. Januar 2019 ein Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung bzw. um Kantonswechsel. Am 18. April 2019 erfolgte ihre Scheidung, am 7. Juni 2019 gebar sie ihre Tochter B, als deren Vater G (geboren 1987), ein (abgewiesener) Asylbewerber tÃ¼rkischer NationalitÃ¤t, bezeichnet wird, mit dem A die Heirat plane. Mit VerfÃ¼gung vom 30. September 2019 wies das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich das Gesuch vom 10. Januar 2019 ab, setzte A und B eine Frist bis zum 30. November 2019 zum Verlassen des zÃ¼rcherischen Kantonsgebiets und verpflichtete A unter Strafandrohung im Unterlassungsfall gemÃ¤ss Art. 292 des Strafgesetzbuchs (StGB), sich bei ihrer Wohngemeinde abzumelden. Es begrÃ¼ndete dies mit der Erwerbslosigkeit und dem Sozialhilfebezug von A, mit Betreibungen und Verlustscheinen sowie hÃ¤ngigen Strafverfahren wegen Betrugs und UrkundenfÃ¤lschung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Entscheid vom 4. Dezember 2019 wies die Sicherheitsdirektion den gegen diese VerfÃ¼gung gerichteten Rekurs von A und B ab und setzte diesen eine Frist bis zum 4. Februar 2020 zum Verlassen des zÃ¼rcherischen Kantonsgebiets. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wies sie wegen Aussichtslosigkeit der Begehren ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhoben A und B am 6. Januar 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Sie beantragten, den angefochtenen Entscheid bzw. die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 30. September 2019 aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, ihnen die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen bzw. den Kantonswechsel zu bewilligen; ferner sei die Ausreisefrist aufzuheben und ihnen die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren, alles unter EntschÃ¤digungsfolge zulasten des Migrationsamts.</p> <p class="Urteilstext">Das Migrationsamt verzichtete stillschweigend auf eine Beschwerdeantwort, die Sicherheitsdirektion ausdrÃ¼cklich auf Vernehmlassung. Mit Eingabe vom 24. Januar 2020 reichten A und B weitere Unterlagen ein. Das Migrationsamt reichte am 28. Januar, 11. MÃ¤rz und 1. April 2020 weitere Strafanzeigen gegen A zu den Akten. Zur ersten Eingabe nahmen A und B am 5. MÃ¤rz 2020 Stellung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts auf dem Gebiet des AuslÃ¤nderrechts zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 37 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) haben Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung Anspruch auf den Kantonswechsel, wenn sie nicht arbeitslos sind und keine WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen. Die drei Voraussetzungen von Art. 37 Abs. 2 AIG (Vorliegen einer gÃ¼ltigen Aufenthaltsbewilligung, keine Arbeitslosigkeit und kein Widerrufsgrund) mÃ¼ssen kumulativ erfÃ¼llt sein (VGr, 18. September 2013, VB.2013.00179, E. 2; Dania Tremp in: Martina Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 37 N. 19 ff., 24). Von einer gÃ¼ltigen Aufenthaltsbewilligung kann nur abgesehen werden, wenn von einer routinemÃ¤ssigen VerlÃ¤ngerung auszugehen ist (VGr, 21. September 2017, VB.2017.00605, E. 2.1; VGr, 4. Juni 2014, VB.2014.00172, E. 3.4 mit Hinweis). Die Voraussetzungen fÃ¼r den Kantonswechsel mÃ¼ssen nicht nur im Gesuchs-, sondern auch im Entscheidzeitpunkt erfÃ¼llt sein (VGr, 9. Januar 2020, VB.2019.00708, E. 2.1; Peter Bolzli, in: Marc Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2019, Art. 37 AIG N. 13). Ist kein Anspruch auf Kantonswechsel gegeben, kann die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen (Art. 96 Abs. 1 AIG) dennoch die Bewilligung erteilen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 war bei ihrer Anmeldung im Kanton ZÃ¼rich im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton Aargau. Diese lief wÃ¤hrend der HÃ¤ngigkeit des Verfahrens im Kanton ZÃ¼rich ab. Weil wÃ¤hrend eines Verfahrens betreffend Kantonswechsel nicht zugleich um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Ursprungskanton ersucht werden muss (BGr, 22. Januar 2016, 2C_906/2015, E. 3.2; VGr, 9. Januar 2020, VB.2019.00708, E. 2.2), ist die erste Voraussetzung von Art. 37 Abs. 2 AIG, eine gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung, erfÃ¼llt.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.1 </b>Art. 37 Abs. 2 AIG hat den Zweck, die berufliche MobilitÃ¤t zu vereinfachen (Amtl. Bull. NR 2004, 738, Votum Leuthard). Weil der Anspruch auf Kantonswechsel von der beruflichen Integration abhÃ¤ngen soll, besteht er bei Stellensuchenden nur, wenn eine neue Stelle â auch im neuen Kanton â tatsÃ¤chlich angetreten werden kann (Botschaft vom 8. MÃ¤rz 2002 zum AuslÃ¤ndergesetz, BBl 2002, 3709 ff., 3790 f.).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.2 </b>Nicht zu folgen ist der Ansicht der Vorinstanz, wonach man nur dann "nicht arbeitslos" im Sinn von Art. 37 Abs. 2 AIG ist, wenn der Lebensunterhalt ohne Sozialhilfe sichergestellt ist. Dagegen sprechen der Wortlaut der Bestimmung, deren Zusammenhang mit Art. 38 Abs. 2 AIG und auch deren Systematik, wird doch die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit bereits dadurch erfasst, dass als weitere Voraussetzung das Fehlen von WiderrufsgrÃ¼nden festgesetzt wird. Der bundesrÃ¤tlichen Botschaft, auf die sich die Vorinstanz stÃ¼tzt, ist keine eindeutige Aussage zu entnehmen, heisst es doch einerseits, es mÃ¼sse der "Lebensunterhalt ohne Sozialhilfe sichergestellt" sein, und anderseits, arbeitslose Personen mit Arbeitsbewilligung sollten (nur dann) einen Anspruch auf Kantonswechsel haben, wenn sie eine neue Stelle tatsÃ¤chlich antreten kÃ¶nnten, womit verhindert werden solle, dass sozialhilfeabhÃ¤ngige AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder bewusst in Kantone mit ausgebauten Sozialhilfeleistungen zÃ¶gen (BBl 2002, 3790 f.). Aus Letzterem liesse sich folgern, dass bei einem Gesuch um Kantonswechsel wegen Antritts einer Arbeitsstelle â unabhÃ¤ngig davon, ob der Lohn existenzsichernd ist â nicht davon auszugehen ist, es werde um der Sozialhilfe willen gestellt. Wenn der Gesetzeszweck darin liegt, die berufliche MobilitÃ¤t zu vereinfachen, wÃ¤re es widersinnig, einen Anspruch auf Kantonswechsel nur bei existenzsichernden Arbeitsstellen anzunehmen, kÃ¶nnte doch dadurch die (Re‑)Integration ins Berufsleben erschwert und die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit perpetuiert werden. Auch in der Literatur und der Bundesgerichtspraxis findet die Ansicht der Vorinstanz keine StÃ¼tze (vgl. Bolzli, Art. 37 AIG N. 12; Christoph Lienhard, Kantonswechsel von DrittstaatsangehÃ¶rigen: Probleme und Handhabung in der Praxis, Jusletter, 20. MÃ¤rz 2017, Rz. 16 f.; Tremp, Art. 37 N. 19 ff.; BGr, 12. Juni 2017, 2C_832/2016, E. 5.3). Das Verwaltungsgericht hat sich noch nicht mit der Frage befasst, ungeachtet dessen, dass es in einzelnen Urteilen â ohne dass dies entscheidrelevant gewesen wÃ¤re â die betreffende Stelle aus der bundesrÃ¤tlichen Botschaft angefÃ¼hrt hat (VGr, 9. Januar 2019, VB.2018.00750, E. 2.2 â 24. Oktober 2018, VB.2018.00381, E. 2.1). Welchen Anforderungen eine Anstellung genÃ¼gen muss, damit die betreffende Person als "nicht arbeitslos" im Sinn von Art. 37 Abs. 2 AIG gelten kann, braucht hier nicht geklÃ¤rt zu werden, wie sich aus dem Folgenden ergibt.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 war bei ihrem Zuzug in den Kanton ZÃ¼rich arbeitslos. Eine anscheinend in Aussicht gestellte Arbeitsstelle trat sie wegen ihrer Schwangerschaft und eines Unfalls nicht an. Die im Rekursverfahren nachgereichte BestÃ¤tigung des betreffenden Betriebs beweist nicht, dass bereits ein Arbeitsvertrag abgeschlossen worden war. Im Rekursverfahren reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 einen Vertrag vom 11. Oktober 2019 mit einer Vermittlungsplattform fÃ¼r Haushalthilfen zu den Akten. GemÃ¤ss der Sozialberatung der Gemeinde X erwirtschaftete sie im Oktober 2019 einen Lohn von Fr. 826.90. Sodann meldete sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 am 29. Oktober 2019 fÃ¼r einen Lehrgang als J an. GemÃ¤ss der Beschwerde an das Verwaltungsgericht gehÃ¶ren diese TÃ¤tigkeiten und PlÃ¤ne der Vergangenheit an; mit der Eingabe vom 24. Januar 2020 wurde statt der in der Beschwerde angekÃ¼ndigten ArbeitsbestÃ¤tigungen eine Anmeldung fÃ¼r den Lehrgang K eingereicht, wobei offenbleibt, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 diese Ausbildung begonnen hat. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ging bzw. geht daher sowohl im Gesuchszeitpunkt als auch im Zeitpunkt des vorliegenden Entscheids keiner Erwerbsarbeit nach.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.4 </b>Der Anspruch ist an die ErwerbstÃ¤tigkeit gebunden, weshalb GrÃ¼nde fÃ¼r deren Fehlen â Rente, Ausbildung, krankheitsbedingte UnmÃ¶glichkeit der Stellensuche â sie nicht zu ersetzen vermÃ¶gen. Solche GrÃ¼nde sind vielmehr mitzuberÃ¼cksichtigen, wenn mangels eines Anspruchs nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen Ã¼ber den Kantonswechsel entschieden wird (Bolzli, Art. 37 AIG N. 15; Tremp, Art. 37 N. 25).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 hat demnach keinen Anspruch auf einen Kantonswechsel. Es bleibt zu prÃ¼fen, ob der Beschwerdegegner sein Ermessen rechtsfehlerhaft gehandhabt hat, indem er den BeschwerdefÃ¼hrerinnen gestÃ¼tzt auf eine PrÃ¼fung nach Art. 96 Abs. 1 AIG den Kantonswechsel verweigert hat (§ 50 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Die Vorinstanzen gehen davon aus, dass ein Anspruch nach Art. 37 Abs. 2 AIG auch deshalb entfalle, weil der Widerrufsgrund der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG gegeben sei. Die Frage ist hier nicht relevant, doch ist an dieser Stelle immerhin anzumerken, dass entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners der blosse Bezug von Sozialhilfe nicht genÃ¼gt, um den Anspruch auf Kantonswechsel wegen Vorliegens eines Widerrufsgrunds auszuschliessen; es ist auch zu prÃ¼fen, ob eine RÃ¼ckkehr ins Heimatland â nicht in den Ursprungskanton â verhÃ¤ltnismÃ¤ssig wÃ¤re (BGr, 29. MÃ¤rz 2016, 2C_785/2015, E. 4.1; Bolzli, Art. 37 AIG N. 9; Tremp, Art. 37 N. 21). Aufgrund der gesamten UmstÃ¤nde des Einzelfalls sind die diesbezÃ¼glichen ErwÃ¤gungen der Vorinstanz zur Wegweisung der BeschwerdefÃ¼hrerin in die TÃ¼rkei unhaltbar. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die BehÃ¶rden berÃ¼cksichtigen bei der ErmessensausÃ¼bung die Ã¶ffentlichen Interessen, die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse sowie die Integration der AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder (Art. 96 Abs. 1 AIG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der Beschwerdegegner ging davon aus, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 erwerbslos sei. Sie sei von der FÃ¼rsorge abhÃ¤ngig, und es bestehe das Risiko einer fortlaufenden und erhÃ¶hten FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit. Zudem kÃ¶nne wegen der Betreibungen und Verlustscheine sowie wegen eines laufenden Strafverfahrens nicht von einer guten Integration gesprochen werden. Wichtige GrÃ¼nde, die fÃ¼r einen Kantonswechsel sprechen kÃ¶nnten, wÃ¼rden nicht geltend gemacht und seien auch nicht ersichtlich. Die RÃ¼ckkehr in den Kanton Aargau sei der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ohne Weiteres mÃ¶glich und zumutbar. Insgesamt Ã¼berwÃ¶gen aufgrund der Erwerbslosigkeit, des Sozialhilfebezugs und der Verschuldung die Ã¶ffentlichen Interessen an einer Verweigerung des Zuzugs in den Kanton ZÃ¼rich deutlich die privaten Interessen der BeschwerdefÃ¼hrerin 1. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe den auslÃ¤nderrechtlichen Entscheid bezÃ¼glich ihrer Mutter mitzutragen. Die Vorinstanz folgte dieser AbwÃ¤gung.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Im Folgenden ist zu prÃ¼fen, ob die Vorinstanzen ihr Ermessen im Ergebnis nicht in rechtsverletzender Weise ausgeÃ¼bt haben.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Bei der WÃ¼rdigung des Verhaltens der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ist zu beachten, dass fÃ¼r diese am 5. November 2019 eine Vertretungsbeistandschaft nach Art. 394 des Zivilgesetzbuchs errichtet wurde. Eine solche hatte bereits ab dem 20. April 2016 bestanden. Der derzeitige Beistand hat die PrÃ¼fung einer IV-Rente beantragt und dies wie folgt begrÃ¼ndet: "Intelligenzminderung, SpracherwerbsstÃ¶rung, akzentuierte PersÃ¶nlichkeitszÃ¼ge mit histrionischen, abhÃ¤ngigen und impulsiven Anteilen". Damit Ã¼bereinstimmend hatte der Sozialdienst H im erwÃ¤hnten Schreiben festgehalten, die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 sei "kognitiv und intellektuell nachweislich nicht in der Lage, sich um ihre finanziellen, administrativen und persÃ¶nlichen Angelegenheiten und Belange zu kÃ¼mmern und die weiteren Schritte in ihrer Lebensgestaltung angemessen zu planen und vorzunehmen".</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 wurde vom 1. Februar 2016 bis zum 31. August 2018 von ihrer damaligen Wohngemeinde H mit insgesamt Fr. 17'813.25 Sozialhilfe. Mittlerweile wird die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 von der Gemeinde X unterstÃ¼tzt, wobei der zwischen dem 12. Februar und dem 3. Dezember 2019 aufgewendete Betrag Fr. 35'076.- ausmachte.<i> </i>GemÃ¤ss dem Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamts H lagen zudem am 12. MÃ¤rz 2019 nicht getilgte Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 17'980.80 vor. Die BetrÃ¤ge sind (noch) gering, was allerdings auch darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 noch keine 24 Jahre alt ist.</p> <p class="Urteilstext">Der Sozialhilfebezug ist jedenfalls insofern unverschuldet, als die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aufgrund eines Unfalls und ihrer Schwangerschaft vom 10. Januar 2019 bis zur Geburt ihrer Tochter gemÃ¤ss den Bescheinigungen des Spitals L mit kurzen UnterbrÃ¼chen arbeitsunfÃ¤hig war und als sie seit deren Geburt fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 zu sorgen hat. Angesichts der Schwierigkeiten der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 bei der Lebensplanung ist aber generell nur von einem geringfÃ¼gigen Verschulden an der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit auszugehen. Das Risiko einer fortwÃ¤hrenden FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit hÃ¤ngt vom Ausgang des IV-Verfahrens und auch von einer allfÃ¤lligen Heirat ab.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>GemÃ¤ss Strafregisterauszug vom 28. November 2019 fÃ¼hrt die Staatsanwaltschaft I drei Strafuntersuchungen wegen (teils geringfÃ¼gigen) Betrugs und UrkundenfÃ¤lschung gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin 1. Der Hauptvorwurf lautet, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 von Dezember 2017 bis Oktober 2018 im Internet Waren zum Verkauf angeboten und sich von den KÃ¤ufern den Kaufpreis habe auszahlen lassen, ohne Ã¼ber diese Waren zu verfÃ¼gen. Dies fÃ¼hrte auch zu einer Anzeige der Gemeinde H wegen unrechtmÃ¤ssigen Bezugs von Sozialhilfeleistungen. Hinzu kommen die FÃ¤lschung eines Vaterschaftstests und der Versand entsprechender Textnachrichten bzw. E-Mails unter dem Namen anderer Personen, begangen im Mai 2018. WÃ¤hrend des Beschwerdeverfahrens erfolgten drei weitere Anzeigen wegen Betrugs durch den Verkauf von Waren, welche die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 in der Folge nicht lieferte, im Internet. Die betreffenden VorfÃ¤lle hatten sich zwischen Dezember 2019 und Februar 2020 ereignet. </p> <p class="Urteilstext">Nicht rechtskrÃ¤ftig abgeurteilte Delikte kÃ¶nnen bei der PrÃ¼fung eines Widerrufs als Verstoss gegen die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung mitberÃ¼cksichtigt werden, soweit sie unbestritten sind oder aufgrund der Akten keine Zweifel bestehen, dass sie der betreffenden Person zur Last zu legen sind (BGr, <span>31. August 2016, 2C_39/2016, E. 2.5). Umso mehr muss dies fÃ¼r die hier vorzunehmende Ermessensanwendung gelten. Die ZustÃ¤ndigkeit des Strafgerichts zum Entscheid Ã¼ber die Landesverweisung nach Art. 66a und 66a<sup>bis</sup> StGB schliesst zwar einen allein auf die betreffenden (allfÃ¤lligen) Straftaten gestÃ¼tzten Bewilligungswiderruf durch die MigrationsbehÃ¶rde aus (vgl. Art. 62 Abs. 2 AIG; </span>BGr, 9. MÃ¤rz 2020, 2C_580/2019, E. 2.3.3, 2.4.1 â 8. November 2019, 2C_468/2019, E. 5.1). Doch darf daraus<span> nicht geschlossen werden, dass diese bei der vorliegenden ErmessensprÃ¼fung nicht mitberÃ¼cksichtigt werden dÃ¼rften. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 hat die ihr vorgeworfenen TatbestÃ¤nde weitgehend anerkannt. Die (allfÃ¤llige) Delinquenz ist allerdings nur sehr zurÃ¼ckhaltend zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 zu gewichten: Zum einen ist die strafrechtliche WÃ¼rdigung hier nicht vorwegzunehmen. Zum andern kÃ¶nnte das Verschulden der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 selbst im Fall einer Verurteilung aufgrund der kognitiven und intellektuellen Defizite als gering beurteilt werden. Zu Recht hat daher der Beschwerdegegner im Ergebnis die Strafuntersuchungen als nicht massgeblich angesehen.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.4 </b>Die gegen den Verbleib der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 im Kanton ZÃ¼rich sprechenden GrÃ¼nde sind demnach zu relativieren. Umgekehrt ist mit dem Beschwerdegegner festzuhalten, dass keine wichtigen GrÃ¼nde fÃ¼r einen Kantonswechsel vorliegen. Ob die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 die Ausbildung als K begonnen hat, ist offen; gegebenenfalls wÃ¤re ihr zuzumuten, aus dem Kanton Aargau an den Kursort X zu pendeln. Ein Beistand kann auch im Kanton Aargau bestellt werden. Die psychiatrischen Diagnosen sprechen nicht gegen eine RÃ¼ckkehr in den Kanton Aargau, selbst wenn sich die festgestellte "psychosoziale Belastungssituation" bzw. die Ãberforderung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 mit der BewÃ¤ltigung ihres Lebens deswegen vorÃ¼bergehend verschÃ¤rfen sollte. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 kann ohne Weiteres ihrer Mutter folgen; ein Krippenplatz und Ã¤rztliche Betreuung lassen sich im Kanton Aargau ebenfalls finden. Beim Partner der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 und Vater der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 handelt es sich um einen tÃ¼rkischen StaatsangehÃ¶rigen, dessen Asylgesuch gemÃ¤ss der Vorinstanz abgewiesen wurde; das Gesuch um eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat ist anscheinend beim Beschwerdegegner hÃ¤ngig. Sollte ihm dereinst eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehegattin erteilt oder die vorlÃ¤ufige Aufnahme gewÃ¤hrt werden, wÃ¤re es ihm mÃ¶glich und zumutbar, seiner Familie in den Kanton Aargau zu folgen; andernfalls kÃ¶nnte die Beziehung ohnehin nicht in der Schweiz gelebt werden.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.5 </b>Wenn die Vorinstanzen zum Schluss gekommen sind, das Ã¶ffentliche Interesse an einer Verweigerung des Zuzugs der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 Ã¼berwiege die privaten Interessen an deren Wohnsitznahme im Kanton ZÃ¼rich, haben sie damit â auch unter Einbezug der bis zum Urteilszeitpunkt erfolgten Entwicklung des Sachverhalts â ihr Ermessen noch nicht rechtsverletzend ausgeÃ¼bt. Die Beschwerde ist demzufolge in der Hauptsache abzuweisen. Der Beschwerdegegner wird den BeschwerdefÃ¼hrerinnen eine neue Frist zum Verlassen des ZÃ¼rcher Kantonsgebiets zu setzen haben.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Aufgrund der Abweisung der Beschwerde in der Hauptsache sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aufzuerlegen und ist den BeschwerdefÃ¼hrerinnen eine ParteientschÃ¤digung zu versagen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG; § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen ersuchen um die GewÃ¤hrung unentgeltlicher ProzessfÃ¼hrung, aber â im Gegensatz zum Rekursverfahren â nicht um unentgeltliche Rechtsvertretung im Sinn von § 16 Abs. 2 VRG.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], ZÃ¼rich etc. 2014, § 16 N. 46). Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (PlÃ¼ss, § 16 N. 20). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b>Die Mittellosigkeit der Sozialhilfe beziehenden BeschwerdefÃ¼hrerinnen ist zu bejahen. Ihr Begehren ist auch nicht als offensichtlich aussichtslos zu bezeichnen, haben doch beide Vorinstanzen die kognitive und intellektuelle SchwÃ¤che nicht â oder nur punktuell zu Ungunsten der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 â berÃ¼cksichtigt und damit ein wesentliches Element der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse im Sinn von Art. 96 Abs. 1 AIG nicht gebÃ¼hrend gewÃ¼rdigt, womit eine Qualifikation der ErmessensbetÃ¤tigung als rechtsverletzend nicht von vornherein auszuschliessen war. Den BeschwerdefÃ¼hrerinnen ist demnach die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen sind auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG aufmerksam zu machen, wonach eine Partei, der unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung gewÃ¤hrt wurde, Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.4 </b>Die Vorinstanz hat die Rekurskosten den BeschwerdefÃ¼hrerinnen auferlegt, jedoch zufolge offensichtlicher Uneinbringlichkeit unter Vorbehalt einer spÃ¤teren Einforderung umgehend abgeschrieben. Weil die BeschwerdefÃ¼hrerinnen dadurch nicht schlechter gestellt werden als bei GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege, erÃ¼brigt sich eine entsprechende Ãnderung des vorinstanzlichen Dispositivs.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen Entscheide Ã¼ber einen Kantonswechsel steht die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht offen (Art. 83 lit. c Ziff. 6 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, <span>SR 173.110</span>]). In der Rechtsmittelbelehrung des nachfolgenden Dispositivs ist deshalb auf die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG zu verweisen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung wird gutgeheissen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 70.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'070.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 </span><span>auferlegt, </span><span>jedoch unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>