<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00094</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205136&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00094</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.06.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bauverweigerung für Mobilfunk-Antennenanlage auf einem Gewerbegebäude wegen ungenügender Einordnung; Interessenabwägung bei Standortgebundenheit. Die Vorinstanzen haben der Antennenanlage auf einem Gewerbegebäude, welches sich am Rand des geschützten Ortsbilds "Winterthur-Stadtkern" und in unmittelbarer Nähe dreier weiterer Schutzobjekte befindet, die geforderte gute Einordnung gemäss § 238 Abs. 2 PBG zu Recht abgesprochen (E. 2.1). Da die Anlage zudem die schützenswerte Aussicht von zwei Aussichtspunkten beeinträchtigt, hat die kommunale Baubehörde die Anlage auch aus diesem Grund zu Recht verweigert (E. 2.2). Weil eine Verkleidung der Antenne deren optische Wirkung eher verschlechtert als verbessert, kann der Mangel nicht mit einer Nebenbestimmung im Sinn von § 321 PBG behoben werden (E. 2.3). Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie könne ihren Versorgungsauftrag mit Bezug auf die Winterthurer Altstadt nur vom streitbetroffenen Standort aus erfüllen. Aus dem Bundesrecht ergibt sich die Notwendigkeit einer Interessenabwägung: Die Anliegen des kantonalen Baurechts sind den auf der Informationsfreiheit und der Wirtschaftsfreiheit beruhenden Interessen der Beschwerdeführerin und ihrer Kunden an der Bereitstellung einer ausreichenden Mobilfunkversorgung gegenüberzustellen und gegeneinander abzuwägen (E. 3.2). Die Voraussetzungen von § 220 PBG haben bei dieser Interessenabwägung keine selbständige Bedeutung (E. 3.3). Ist die projektierte Anlage tatsächlich die einzige Möglichkeit, um die Versorgungslücke zu schliessen, muss sie trotz der entgegen stehenden Anliegen betreffend Gestaltung und Aussichtsschutz bewilligt werden. Dabei hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch darauf, die gewünschte Abdeckung mit einer einzigen, möglichst günstig gelegenen und einfach zu erstellenden Anlage zu erreichen. Zu prüfen bleibt auch, ob dasselbe Ziel allenfalls mit einer etwas weiter entfernten Anlage oder mit mehreren kleinen, weniger auffälligen Antennen erreicht werden kann (E. 3.4). Die Frage mangelnder Alternativstandorte lässt sich anhand der Akten nicht schlüssig beantworten und ein Gutachten führt bei dieser Sachlage nicht zum Ziel. Rückweisung an die kommunale Baubehörde (E. 3.5). Teilweise Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSICHTSPUNKT">AUSSICHTSPUNKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INFORMATIONSFREIHEIT">INFORMATIONSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENABWÃGUNG">INTERESSENABWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MOBILFUNKANTENNE">MOBILFUNKANTENNE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSBILDSCHUTZ">ORTSBILDSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POST- UND TELEKOMMUNIKATIONSRECHT">POST- UND TELEKOMMUNIKATIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STANDORTGEBUNDENHEIT">STANDORTGEBUNDENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSORGUNG">VERSORGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTSFREIHEIT">WIRTSCHAFTSFREIHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 16 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 27 BV</span><br/><span class="gerade">§ 220 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2006 Nr. 10</span><br/><span class="ungerade">RB 2005 Nr. 64 S. 159</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Bauausschuss der Stadt Winterthur verweigerte der A AG mit Beschluss vom 27. November 2003 die Bewilligung fÃ¼r das Erstellen einer Mobilfunk-Basisstation auf dem GebÃ¤ude L-Strasse 01 in Winterthur (GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen die Abweisung des Baugesuchs rekurrierte die A AG am 22. Dezember 2003 an die Baurekurskommission IV, welche das Rechtsmittel nach DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins mit Entscheid vom 27. Januar 2005 abwies.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 28. Februar 2005 erhob die A AG beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid der Baurekurskommission und beantragte, der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben und das Baugesuch zu bewilligen; eventuell sei das Baugesuch mit Auflagen zu bewilligen bzw. die Sache zur Neubeurteilung an den Bauausschuss der Stadt Winterthur zurÃ¼ckzuweisen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners. Zum Verfahren beantragte sie:</p> <p class="EinzugZitat">"Sollte von der Beschwerdegegnerin oder der Vorinstanz die technische Notwendigkeit des Mobilfunkantennenstandortes an der L-Strasse 01 in Winterthur im vorliegenden Beschwerdeverfahren bestritten werden, soll diese mittels eines unabhÃ¤ngigen Gutachtens abgeklÃ¤rt werden."</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission stellte am 15. MÃ¤rz 2005 ohne weitere Bemerkungen Antrag auf Abweisung der Beschwerde. Der Bauausschuss der Stadt Winterthur beantragte in seiner Beschwerdeantwort vom 1. April 2005, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit auf sie einzutreten sei, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. In formeller Hinsicht beantragte er die eventuelle DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins und den Verzicht auf die Einholung eines Gutachtens zur technischen Notwendigkeit des Antennenstandorts.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin, deren Baugesuch von den Vorinstanzen abgelehnt wurde, ist ohne weiteres zur Beschwerde befugt.</p> <p class="Urteilstext">Der von der BeschwerdefÃ¼hrerin beantragte Augenschein des Verwaltungsgerichts ist nicht erforderlich, nachdem die Ã¼ber eine weitere Kognition verfÃ¼gende Vorinstanz einen Augenschein durchgefÃ¼hrt hat. Auf die bei dieser Gelegenheit gewonnenen Erkenntnisse darf auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren abgestellt werden (RB 1981 Nr. 2). Da sich der massgebliche Sachverhalt aufgrund dieses Augenscheins sowie der bei den Akten liegenden Fotografien und PlÃ¤ne mit ausreichender Deutlichkeit ergibt, kann auf die DurchfÃ¼hrung eines verwaltungsgerichtlichen Augenscheins verzichtet werden (RB 1995 Nr. 12 = BEZ 1995 Nr. 32, mit Hinweisen)</p> <p class="Urteilstext">Die beantragte Expertise ist aufgrund der materiellen ErwÃ¤gungen nicht anzuordnen (hinten, E. 3.5.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die stÃ¤dtische BaubehÃ¶rde verweigerte die Baubewilligung im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung, dass die projektierte Anlage sich nicht ausreichend in das stÃ¤dtebauliche Umfeld einordne. Ãberdies werde die geschÃ¼tzte Aussicht vom Heiligberg in Richtung Altstadt in unzulÃ¤ssiger Weise beeintrÃ¤chtigt. Andere GrÃ¼nde, insbesondere betreffend den Schutz vor nichtionisierender Strahlung, waren fÃ¼r die Bauverweigerung nicht massgeblich. Die Baurekurskommission bestÃ¤tigte den Entscheid aus denselben GrÃ¼nden.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach § 238 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) sind Bauten, Anlagen und Umschwung fÃ¼r sich und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch fÃ¼r Materialien und Farben. Nach § 238 Abs. 2 PBG ist sodann auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes ist besondere RÃ¼cksicht zu nehmen, was nicht bloss ein Verunstaltungsverbot ist, sondern positiv eine Gestaltung verlangt, die sicherstellt, dass einerseits fÃ¼r die Baute selbst und anderseits fÃ¼r die bauliche und landschaftliche Umgebung eine gute Gesamtwirkung erreicht wird.</p> <p class="Urteilstext">Die kommunale BaubehÃ¶rde verfÃ¼gt bei der Anwendung der Einordnungs- und Gestaltungsvorschriften Ã¼ber einen erheblichen Ermessensspielraum. Der Baurekurskommission steht die ÃberprÃ¼fung dieses Ermessens grundsÃ¤tzlich ebenfalls zu, wenngleich sie sich dabei jedoch ZurÃ¼ckhaltung auferlegen muss, wenn die Beurteilung der Einordnung durch die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde auf einer vertretbaren WÃ¼rdigung der massgeblichen SachumstÃ¤nde beruht. DemgegenÃ¼ber prÃ¼ft das Verwaltungsgericht nur die RechtmÃ¤ssigkeit des vor­instanzlichen Entscheids; es schreitet nur ein, wo ein Ermessensmissbrauch oder eine ErmessensÃ¼berschreitung vorliegt (§ 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.1 </b>Nach den unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz finden sich in unmittelbarer Umgebung des BaugrundstÃ¼cks drei GebÃ¤ude, welche im einstweiligen Inventar der schutzwÃ¼rdigen Objekte von kommunaler Bedeutung enthalten sind (E. 4.3 des angefochtenen Entscheids). Das BaugrundstÃ¼ck grenzt zudem auf zwei Seiten an den Perimeter des geschÃ¼tzten Ortsbilds "Winterthur-Stadtkern" von kantonaler Bedeutung, und in kurzer Entfernung beginnt nÃ¶rdlich der M-Strasse die Kernzone Altstadt. Bei dieser Sachlage hat die projektierte Anlage die erhÃ¶hten Anforderungen an die Einordnung gemÃ¤ss § 238 Abs. 2 PBG zu erfÃ¼llen. Die Vorinstanz hat ausfÃ¼hrlich begrÃ¼ndet, weshalb die geplante Antennenanlage diesen Anforderungen nicht genÃ¼gt (E. 4). Auf ihre zutreffenden ErwÃ¤gungen kann hier verwiesen werden (§ 28 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG).</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht demgegenÃ¼ber geltend, das Erscheinungsbild der genannten schÃ¼tzenswerten GebÃ¤ude werde bereits durch das moderne Gewerbehaus an der L-Strasse 01 (das StandortgebÃ¤ude der projektierten Anlage) stark beeintrÃ¤chtigt. Eine weitere BeeintrÃ¤chtigung durch die Mobilfunkanlage sei daher hÃ¶chstens von untergeordneter Bedeutung. (Allerdings bringt sie an anderer Stelle vor, dass sich das Bauvorhaben ausserhalb des "RÃ¼cksichtnahmebereichs" der Schutzobjekte befinde und daher lediglich den weniger strengen Anforderungen von § 238 Abs. 1 PBG genÃ¼gen mÃ¼sse; eine Aussage, die der ersterwÃ¤hnten widerspricht.) Des Weiteren fÃ¼hrt sie aus, dass die geplante Antennenanlage fÃ¼r Betrachter, die sich vor den Schutzobjekten befinden, aufgrund ihrer hohen Lage kaum sichtbar sein werde. Je nach Standort des Betrachters kÃ¶nne sie gar nicht oder nur durch Ã¼bermÃ¤ssige Drehung des Kopfs nach oben eingesehen werden. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.1.2 </b>Diese Einwendungen sind nicht neu und wurden bereits von der Vorinstanz in zutreffender Weise berÃ¼cksichtigt. Der BeschwerdefÃ¼hrerin ist zwar darin beizupflichten, dass die Antennenanlage auf dem gewÃ¤hlten StandortgebÃ¤ude weniger stÃ¶rt, als wenn sie auf dem Dach einer schÃ¼tzenswerten Baute erstellt wÃ¼rde. Dennoch wÃ¼rde die schon heute unbefriedigende Einordnung des StandortgebÃ¤udes durch die geplante Basisstation, deren 5 m hoher Antennenmast knapp unterhalb des Dachfirsts montiert werden soll und drei Doppelantennen sowie vier Richtantennen zu tragen hÃ¤tte, noch zusÃ¤tzlich verstÃ¤rkt, wie die Vorinstanz zutreffend festhielt. Dass die Antenne vom Strassenniveau aus nicht Ã¼berall sichtbar wÃ¤re, Ã¤ndert nichts an dieser EinschÃ¤tzung; auch die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet nicht, dass sie an manchen Standorten durchaus sichtbar wÃ¤re. Wenn die Vorinstanz bei dieser Sachlage zum Schluss gelangte, dass die Einordnung den Anforderungen von § 238 PBG nicht entspricht, erweist sich diese Beurteilung jedenfalls nicht als rechtsverletzend.</p> <p class="Urteilstext">Der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin, dass bei der PrÃ¼fung der Einordnung nach § 238 PBG bereits berÃ¼cksichtigt werden mÃ¼sse, dass sie auf den projektierten Antennenstandort dringend angewiesen sei, um ihre Dienstleistungen in der Altstadt von Winterthur zu erbringen, kann ebenfalls nicht gefolgt werden. Die ungenÃ¼gende Einordnung der projektierten Anlage wird durch die geltend gemachten Interessen der BeschwerdefÃ¼hrerin, selbst wenn sich diese als berechtigt erweisen, nicht behoben. Zu fragen ist hingegen, ob das Bauvorhaben aufgrund dieser Interessen trotz der bestehenden MÃ¤ngel zu bewilligen sei (dazu hinten, E. 3).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die kommunale BaubehÃ¶rde hat die Baubewilligung auch deshalb verweigert, weil die projektierte Antennenanlage die Aussicht vom Heiligberg in Richtung Stadtzentrum beeintrÃ¤chtigen wÃ¼rde. Diese Aussicht wird in der Bau- und Zonenordnung der Stadt Winterthur vom 3. Oktober 2000 (BZO) mit Bezug auf zwei Aussichtspunkte (Rosengarten und Hochwacht) als schÃ¼tzenswert bezeichnet, und es ist auf sie gemÃ¤ss Art. 65 BZO bei der Ãberbauung und Bepflanzung besondere RÃ¼cksicht zu nehmen. Die Vorinstanz stellte anlÃ¤sslich ihres Augenscheins fest, dass die projektierte Anlage die Aussicht vom Aussichtspunkt Hochwacht auf den historischen Stadtkern in nicht unerheblichem Mass tangiere. Der exponiert platzierte Antennenmast mit seinen Sende- und Empfangsmodulen stehe stÃ¶rend vor der Silhouette der Altstadt. Die gemÃ¤ss Art. 65 BZO gebotene RÃ¼cksichtnahme sei unter diesen UmstÃ¤nden nicht erfÃ¼llt (Rekursentscheid, E. 5).</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin wendet dagegen im Wesentlichen ein, dass das Ortsbild der Altstadt fÃ¼r den Betrachter nicht als homogener Hintergrund erscheine; es werde daher auch durch die Antenne weniger beeintrÃ¤chtigt, als dies nach der Auffassung der Vorinstanz der Fall sei. Ohnehin wÃ¼rden dem Betrachter vor allem andere markante Bauten auffallen, wie die beiden TÃ¼rme der Altstadtkirche, ein grosses Hochhaus und der gross dimensionierte Kamin eines Riegelhauses. Im Vergleich dazu nehme die Mobilfunkantenne keine markante Stellung ein und kÃ¶nne nicht als Blickfang bezeichnet werden. â Diese Einwendungen sind unbehelflich. Die gebotene RÃ¼cksichtnahme auf die Aussicht ist nicht erst dann missachtet, wenn ein neues Bauvorhaben Ã¤hnlich markant in Erscheinung tritt wie die TÃ¼rme der Stadtkirche oder das C AG-Hochhaus. Die bei den Akten liegenden und der BeschwerdefÃ¼hrerin bekannten Aufnahmen des Baugespanns vor dem Hintergrund der Altstadt zeigen deutlich, dass die projektierte Anlage eine erhebliche BeeintrÃ¤chtigung zur Folge hÃ¤tte, zumal beim durch das Baugespann angedeuteten Antennenmast noch die Sendeeinrichtungen hinzuzudenken sind.</p> <p class="Urteilstext">Schliesslich macht die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend, dass technische Infrastrukturbauten zur Versorgung mit Wasser und Energie, zur Beleuchtung des Strassenraums, zur GewÃ¤hrleistung des Ã¶ffentlichen Verkehrs und zur Erbringung von Telekommunikationsdienstleistungen als zivilisatorisch notwendiger Bestandteil des Siedlungsgebiets gÃ¤lten. Bei der Anwendung von Gestaltungsvorschriften auf diese Anlagen kÃ¶nne daher nicht derselbe strenge Massstab angelegt werden wie bei gewÃ¶hnlichen, nicht der Versorgung dienenden Bauten. Sie verweist diesbezÃ¼glich auf einen Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 21. Oktober 1998 (VB.1998.00153, E. 5 a.E., [unpubliziert]). â Wie es sich damit in grundsÃ¤tzlicher Hinsicht verhÃ¤lt, kann dahingestellt bleiben. Mit Bezug auf den Aussichtsschutz erscheint jedenfalls eine von vornherein privilegierte Behandlung technischer Infrastrukturbauten nicht am Platz (zur allfÃ¤lligen Privilegierung aufgrund Ã¼bergeordneter Interessen vgl. hinten, E. 3.4). Im Ãbrigen machte das Gericht im erwÃ¤hnten Entscheid ausdrÃ¼cklich den Vorbehalt, dass bei einem schutzwÃ¼rdigen Ortsbild, wo die strengeren Anforderungen von § 238 Abs. 2 PBG gelten, eine andere Betrachtungsweise gerechtfertigt sein kÃ¶nne (VB.1998.00153, E. 5 a.E.).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die ungenÃ¼gende Einordnung sowie die BeeintrÃ¤chtigung der Aussicht kÃ¶nnten auch nicht dadurch behoben werden, dass die Anlage mit einer farblich angepassten Verkleidung kaschiert wird, wie die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrem Eventualantrag vorschlÃ¤gt (Beschwerdeantrag 2 sowie Ziff. 25 f. der Beschwerdeschrift). Angesichts der erforderlichen Ausmasse der Verkleidung wÃ¼rde diese Massnahme die optische Wirkung auf die hier betroffene Umgebung eher verschlechtern als verbessern. Andere Auflagen zur Beseitigung der festgestellten MÃ¤ngel sind nicht ersichtlich und werden auch von der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht genannt. Die MÃ¤ngel kÃ¶nnen daher auch mit einer Nebenbestimmung im Sinn von § 321 PBG nicht behoben werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, dass sie auf die projektierte Anlage an diesem Standort zwingend angewiesen sei, um die Stadt Winterthur ausreichend mit ihren Dienstleistungen zu versorgen. Zum einen sei in ihrem GSM-Netz ein Rufaufbau in der Winterthurer Altstadt in grossen Bereichen kaum mÃ¶glich. Anderseits werde die Versorgung mit der neuen UMTS-Technik in einem weiten Gebiet praktisch verunmÃ¶glicht und damit die ErfÃ¼llung der Verpflichtungen aus ihrer UMTS-Konzession in Frage gestellt. Einen anderen Standort, welcher dieselbe Funktion erfÃ¼llen kÃ¶nnte, gebe es nicht.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Nach § 52 Abs. 2 VRG kÃ¶nnen vor Verwaltungsgericht, wenn es wie hier als zweite gerichtliche Instanz urteilt, neue Tatsachen nur soweit geltend gemacht werden, als es durch die angefochtene Anordnung notwendig geworden ist. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat den hier erhobenen Einwand vor der Vorinstanz nicht mit derselben Deutlichkeit vorgebracht, aber immerhin bereits dort auf die Problematik hingewiesen (Ziff. 10 und 27 der Rekursschrift), was als genÃ¼gend gelten muss. Dass sie im Beschwerdeverfahren neue Belege eingereicht hat, war ohne weiteres zulÃ¤ssig (§ 52 Abs. 1 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Meinungs- und Informationsfreiheit gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 1 und 3 der <a id="juris3">Bundesverfassung</a> der <a id="juris4">Schweizerischen</a> Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) garantiert das Recht, Nachrichten und Meinungen ohne Eingriffe der BehÃ¶rden zu empfangen, aus allgemein zugÃ¤nglichen Quellen aktiv zu beschaffen und sie wieder zu verbreiten (Andreas Kley/Esther Tophinke in: St. Galler Kommentar zur Bundesverfassung, ZÃ¼rich etc. 2002, Art. 16 N. 29 ff.; Denis Barrelet, Les libertÃ©s de la communication, in: Daniel ThÃ¼rer/Jean-FranÃ§ois Aubert/JÃ¶rg Paul MÃ¼ller [Hrsg.], Verfassungsrecht der Schweiz, ZÃ¼rich 2001, § 45 Rz. 11 ff.). GeschÃ¼tzt sind nicht nur der Empfang und die Verbreitung Ã¶ffentlicher Informationen, sondern auch die private Kommunikation (BGE 127 I 145 E. 4b; Barrelet, § 45 N. 12, 18; Pascal Mahon in: Jean-FranÃ§ois Aubert/Pascal Mahon, Petit commentaire de la Constitution fÃ©dÃ©rale de la ConfÃ©dÃ©ration suisse, ZÃ¼rich etc. 2003, Art. 16 N. 8; Andreas Auer/Giorgio Malinverni/Michel Hottelier, Droit constitutionnel suisse, Vol. II, Bern 2000, N. 513. Anders bei der Medienfreiheit gemÃ¤ss Art. 17 BV, die nur Ã¶ffentliche Informationen betrifft; vgl. Herbert Burkert, St. Galler Kommentar, Art. 17 N. 25; Barrelet, § 45 Rz. 41 a.E., Rz. 42; a.M. evtl. Mahon, Art. 17 N. 11). Das gilt ebenso im Bereich von Art. 16 Abs. 3 BV, wo nur der Schutz der aktiven Beschaffung auf allgemein zugÃ¤ngliche Quellen beschrÃ¤nkt ist. Die private Kommunikation steht ferner unter dem Schutz der PrivatsphÃ¤re gemÃ¤ss Art. 13 Abs. 1 BV (vgl. Barrelet, § 45 Rz. 42), und der Betrieb eines Fernmeldenetzes geniesst zudem den Schutz der Wirtschaftsfreiheit nach Art. 27 BV.</p> <p class="Urteilstext">EinschrÃ¤nkungen dieser Grundrechte sind zulÃ¤ssig, wenn eine gesetzliche Grundlage besteht, wenn die BeschrÃ¤nkung durch ein Ã¶ffentliches Interesse oder den Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist und wenn sie Ã¼berdies den Kerngehalt der Grundrechte nicht antastet (Art. 36 BV). Die vorliegend in Frage stehenden baulichen BeschrÃ¤nkungen besitzen zweifellos eine ausreichende gesetzliche Grundlage und dienen einem Ã¶ffentlichen Interesse. Die genannten Grundrechte werden ferner dadurch, dass die Benutzung von MobilfunkgerÃ¤ten nicht in jedem Teil des Siedlungsgebiets mÃ¶glich ist, nicht in ihrem Kerngehalt betroffen. Dementsprechend hat die KonzessionsbehÃ¶rde die Netzbetreiber denn auch nur zur Versorgung eines bestimmten Mindestanteils dieses Gebiets verpflichtet. Zu prÃ¼fen ist indessen die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der baulichen EinschrÃ¤nkungen: Zwischen den Ã¶ffentlichen Interessen an einer guten Gestaltung der Bauten und am Schutz der Aussicht und den entgegenstehenden Interessen von Betreiberin und BenÃ¼tzern des Mobilfunknetzes ist eine AbwÃ¤gung vorzunehmen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Im Bereich des Radio- und Fernsehempfangs hat der Bundesgesetzgeber selber eine entsprechende InteressenabwÃ¤gung zum Schutz der Informationsfreiheit vorgenommen. Nach Art. 53 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 Ã¼ber Radio und Fernsehen (RTVG) darf das kantonale Recht die Errichtung von Aussenantennen nur unter engen Voraussetzungen, unter anderem zum Schutz bedeutender Ortsbilder und unter dem Vorbehalt einer InteressenabwÃ¤gung im Einzelfall, verbieten (vgl. BGE 120 Ib 64 E. 5a; Kley/Tophinke, Art. 16 N. 30). Auf die Errichtung von Mobilfunk-Antennen ist diese Regelung allerdings nicht anwendbar, und in der Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Informationsfreiheit steht der Empfang von Informationen aus allgemein zugÃ¤nglichen Quellen klar im Vordergrund (vgl. JÃ¶rg Paul MÃ¼ller, Grundrechte in der Schweiz, 3. A., Bern 1999, S. 292). Da jedoch auch die individuelle Kommunikation unter dem Schutz der Informationsfreiheit steht, erscheint es als nahe liegend, dass die Errichtung von Mobilfunkantennen ebenfalls nicht beliebig beschrÃ¤nkt werden darf (VGr BE, BVR 2002, S. 1, E. 2d/bb), wenngleich dabei nicht unmittelbar auf die vom Bundesgesetzgeber in Art. 53 RTVG vorgenommene Wertung abgestellt werden kann, da der grundrechtliche Kontext beim Mobilfunk von wesentlich anderer Art ist (vgl. VGr LU, URP 2004, S. 144, E. 4a; VGr AG, AGVE 2002, S. 260, E. II/3c).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Mit den technischen Mitteln der privaten Kommunikation befasst sich Art. 92 Abs. 2 BV. Nach dieser Bestimmung sorgt der Bund fÃ¼r eine ausreichende Grundversorgung mit Post- und Fernmeldediensten in allen Landesgegenden. Der Umfang der Grundversorgung mit Fernmeldediensten wird in Art. 16 des Fernmeldegesetzes vom 30. April 1997 (FMG) und den darauf gestÃ¼tzten Verordnungen umschrieben (Burkert, Art. 92 N. 8). Danach gehÃ¶rt die Versorgung mit Mobilfunkdiensten nur ausnahmsweise zur Grundversorgung, wenn ein Anschluss ans Festnetz nicht oder nur mit grossem Aufwand mÃ¶glich wÃ¤re (BGr, 23. September 2003, ZBl 106/2005, S. 167, E. 3.3). Im Stadtzentrum von Winterthur ist dies zweifellos nicht der Fall. Aus Art. 92 BV kann die BeschwerdefÃ¼hrerin somit nichts fÃ¼r sich ableiten. </p> <p class="Urteilstext">Zu beachten ist hingegen, dass das Bundesrecht auf der Gesetzes- und Verordnungsstufe die Errichtung von Mobilfunknetzen mit einer weit gehenden Abdeckung der BevÃ¶lkerungszentren vorsieht und dass die BeschwerdefÃ¼hrerin gestÃ¼tzt auf Art. 22 FMG eine entsprechende Konzession erhalten hat. Die Konzession befreit sie zwar nicht von der Beachtung des kantonalen Baurechts, doch darf dieses nicht so weit gehen, dass es die Bestrebungen des Bundesrechts geradezu vereitelt (vgl. VGr BE, BVR 2002, S. 1, E. 2d/aa; Frage offen gelassen).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Aus dem Bundesrecht ergibt sich somit die Notwendigkeit einer InteressenabwÃ¤gung: Die Anliegen des kantonalen Baurechts (hier die gestalterische RÃ¼cksichtnahme auf das schÃ¼tzenswerte Ortsbild der Altstadt und der Schutz der Aussicht auf dieselbe) sind den auf der Informationsfreiheit und der Wirtschaftsfreiheit beruhenden Interessen der BeschwerdefÃ¼hrerin und ihrer Kunden an der Bereitstellung einer ausreichenden Mobilfunkversorgung in der Winterthurer Altstadt gegenÃ¼berzustellen und gegeneinander abzuwÃ¤gen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Nach kantonalem Recht kann von Bauvorschriften im Einzelfall befreit werden, wenn besondere VerhÃ¤ltnisse vorliegen, bei denen die Durchsetzung der Vorschriften unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (§ 220 Abs. 1 PBG). Diese Ausnahmebewilligung darf nicht gegen den Sinn und Zweck der Vorschrift verstossen, von der sie befreit, und auch sonst keine Ã¶ffentlichen Interessen verletzen, es sei denn, dass die ErfÃ¼llung einer dem Gemeinwesen gesetzlich obliegenden Aufgabe verunmÃ¶glicht oder Ã¼bermÃ¤ssig erschwert wÃ¼rde (§ 220 Abs. 2 PBG).</p> <p class="Urteilstext">Ausnahmebewilligungen bezwecken, im Einzelfall HÃ¤rten und Unbilligkeiten zu beseitigen, die mit dem Erlass der Regel nicht beabsichtigt waren; die Ausnahmebewilligung darf nicht dazu eingesetzt werden, generelle GrÃ¼nde zu berÃ¼cksichtigen, die sich praktisch immer anfÃ¼hren liessen, da auf diesem Weg das Gesetz abgeÃ¤ndert wÃ¼rde (BGE 117 Ib 125 E. 6d). Sie darf daher nur unter der Voraussetzung "besonderer VerhÃ¤ltnisse" erteilt werden (RB 1981 Nr. 125 = BEZ 1981 Nr. 34; 1981 Nr. 126; 1985 Nr. 103 = BEZ 1986 Nr. 4). Weil es um die Befreiung von einer baurechtlichen Norm geht, mÃ¼ssen die besonderen VerhÃ¤ltnisse zudem baurechtlicher Natur sein, was zur Hauptsache im Fall einer ungÃ¼nstigen Form oder Beschaffenheit des BaugrundstÃ¼cks oder aufgrund von Eigenheiten des Projekts zutrifft. Ob eine Ausnahmesituation im erwÃ¤hnten Sinn vorliegt, ist eine Rechtsfrage, die das Verwaltungsgericht frei Ã¼berprÃ¼ft.</p> <p class="Urteilstext">Mit der von der BeschwerdefÃ¼hrerin vorgebrachten BegrÃ¼ndung, dass der strittige Standort unabdingbar sei, um eine ausreichende Versorgung der Winterthurer Altstadt erreichen zu kÃ¶nnen, macht sie besondere VerhÃ¤ltnisse geltend, die nicht auf eine generelle Ãnderung der Allgemeinordnung hinauslaufen. Hingegen stellt sich die Frage, ob es sich dabei um besondere VerhÃ¤ltnisse baurechtlicher Natur handelt, wie sie nach der Rechtsprechung zu § 220 PBG erforderlich sind, denn mit der Form oder Beschaffenheit des BaugrundstÃ¼cks bzw. Projekts lÃ¤sst sich die Situation nicht begrÃ¼nden. Ferner wÃ¼rde das strittige Projekt mÃ¶glicherweise gegen den Sinn und Zweck der Vorschriften Ã¼ber den Aussichtsschutz verstossen, was nach § 220 Abs. 2 PBG ebenfalls unzulÃ¤ssig wÃ¤re.</p> <p class="Urteilstext">Diese Fragen brauchen hier indessen nicht weiter geklÃ¤rt zu werden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin besitzt, wie gezeigt, aufgrund des Bundesrechts einen Anspruch, dass ihre aus der Informationsfreiheit und der Wirtschaftsfreiheit abgeleiteten Interessen gegenÃ¼ber den Anliegen des kantonalen Baurechts abgewogen werden (vorn, E. 3.2.3). Da die geltend gemachten AusnahmegrÃ¼nde auf Bundesrecht beruhen, entscheidet dieses auch darÃ¼ber, wie weit sie gegenÃ¼ber dem kantonalen Recht den Vorrang beanspruchen. Weiter gehende Erleichterungen, als sie der BeschwerdefÃ¼hrerin allenfalls nach Bundesrecht zustehen, kÃ¶nnen ihr auch nach der kantonalen Ausnahmeregel nicht gewÃ¤hrt werden. Die Voraussetzungen von § 220 PBG haben daher in diesem Zusammenhang keine selbstÃ¤ndige Bedeutung.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin legt glaubhaft dar, dass die Versorgung der Winterthurer Altstadt mit ihrem GSM-Mobilfunknetz in hohem Mass ungenÃ¼gend ist. Nach den von ihr eingereichten Unterlagen, die vom Beschwerdegegner nicht bestritten werden, ist ein Rufaufbau im GSM-Netz in grossen Bereichen der Altstadt kaum mÃ¶glich (vgl. den Plan der aktuellen GSM-Versorgung). Diese LÃ¼cke betrifft nicht nur einzelne GebÃ¤ude oder GebÃ¤udegruppen, sondern ein grÃ¶sseres Gebiet mit mehreren StrassenzÃ¼gen, die einen Teil des GeschÃ¤ftszentrums von Winterthur und zahlreiche Wohnungen umfassen.</p> <p class="Urteilstext">Des Weiteren macht die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend, dass auch der Aufbau des neuen UMTS-Mobilfunknetzes in Frage gestellt sei, wenn sich der hier strittige Standort nicht realisieren lasse. Da UMTS-Antennen Ã¤hnliche Abstrahlungscharakteristiken aufweisen wie jene des GSM-Netzes, erscheint es als wahrscheinlich, dass mit Bezug auf die Erreichbarkeit in der Altstadt Ã¤hnliche Probleme auftreten werden. </p> <p class="Urteilstext">Auf der andern Seite besitzt die Stadt Winterthur fÃ¼r die von ihr vertretenen Anliegen beachtliche GrÃ¼nde. Wie die Vorinstanz dargelegt hat, ist die Umgebung des StandortgebÃ¤udes von historischen vorstÃ¤dtischen Wohn- und GewerbegebÃ¤uden geprÃ¤gt, deren hergebrachte Bausubstanz in grossen Teilen recht gut erhalten ist. Beim StandortgebÃ¤ude selber handelt es sich zwar um eine modernere Gewerbebaute, die im Kontrast zur historischen Ãberbauungsstruktur steht und den Gestaltungsvorschriften nach Meinung der BaubehÃ¶rde und der Vorinstanz schon heute nicht entspricht. Durch die projektierte Antennenanlage auf dem Dach des GebÃ¤udes wÃ¼rde diese unbefriedigende Situation aber noch weiter verschÃ¤rft. Ferner wÃ¼rde die Aussicht vom Heiligberg in Richtung Stadtzentrum beeintrÃ¤chtigt, indem die projektierte Antenne stÃ¶rend vor der Silhouette der Altstadt stÃ¼nde. Diese BeeintrÃ¤chtigungen sind nach MÃ¶glichkeit zu vermeiden.</p> <p class="Urteilstext">Bei der AbwÃ¤gung der sich gegenÃ¼ber stehenden Interessen ist zunÃ¤chst festzuhalten, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin eine VersorgungslÃ¼cke von dem Ausmass, wie sie ihr Netz in der Winterthurer Altstadt aufweist, nicht leichthin zugemutet werden kann. Wenn sie durch bauliche Vorschriften daran gehindert wird, ein Gebiet von dieser Bedeutung ausreichend zu versorgen, mÃ¼ssen fÃ¼r diese BeschrÃ¤nkung schwer wiegende GrÃ¼nde vorliegen. Falls die projektierte Anlage tatsÃ¤chlich die einzige MÃ¶glichkeit darstellt, diese LÃ¼cke zu schliessen, ist sie daher trotz der entgegen stehenden Anliegen betreffend Gestaltung und Aussichtsschutz zu bewilligen.</p> <p class="Urteilstext">Angesichts der berechtigten Anliegen der Stadt dÃ¼rfen anderseits aber auch von der BeschwerdefÃ¼hrerin besondere Anstrengungen zur LÃ¶sung des Problems erwartet werden. Insbesondere hat sie keinen Anspruch darauf, die gewÃ¼nschte Abdeckung mit einer einzigen, mÃ¶glichst gÃ¼nstig gelegenen und einfach zu erstellenden Anlage zu erreichen. Zu prÃ¼fen ist auch, ob dasselbe Ziel allenfalls mit einer etwas weiter entfernten Anlage oder mit mehreren kleinen, weniger auffÃ¤lligen Antennen erreicht werden kann, selbst wenn dies fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin mit einem grÃ¶sseren Aufwand verbunden ist. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, es bestÃ¼nden keine reellen und bewilligungsfÃ¤higen Alternativen zum beantragten Standort. Die Lage der Mobilfunkstationen kÃ¶nne innerhalb des Netzes nicht frei gewÃ¤hlt werden. Innerhalb der Altstadt seien GSM-Stationen praktisch nicht realisierbar, da die Bauten hÃ¤ufig statisch ungenÃ¼gend seien, aus GrÃ¼nden des Ortsbildschutzes nicht beansprucht werden dÃ¼rften oder aufgrund der Grenzwerte fÃ¼r die zulÃ¤ssige Strahlenbelastung nicht als Standorte in Frage kÃ¤men. SÃ¼dlich der Altstadt bÃ¶te die ZÃ¼rcher Hochschule Winterthur (ZHW/Technikum) zwar einen geeigneten Standort, doch sei dieser durch eine Mobilfunkanlage der C AG bereits so stark genutzt, dass eine zusÃ¤tzliche Anlage mit Blick auf die Grenzwerte fÃ¼r nichtionisierende Strahlung nicht mehr zulÃ¤ssig sei. In ihrem Technischen Bericht weist die BeschwerdefÃ¼hrerin sodann noch auf einen mÃ¶glichen Standort beim Bahnhof hin, welcher jedoch nur einen Teil des unterversorgten Gebiets abzudecken vermÃ¶chte und zudem aus einer ungÃ¼nstigen Richtung (keine zusÃ¤tzliche Einfallsachse) einstrahlen wÃ¼rde.</p> <p class="Urteilstext">DemgegenÃ¼ber geht die Vorinstanz in ihrem Entscheid davon aus, dass im betroffenen Stadtteil im Bereich der Zentrumszone durchaus Antennenstandorte realisierbar seien, welche den Kriterien des Ortsbild- und Aussichtsschutzes genÃ¼gten. Der Umstand allein, dass sich die Standortsuche aufgrund der weit verbreiteten Opposition gegen Mobilfunkstationen nicht immer einfach gestalte, dÃ¼rfe nicht dazu fÃ¼hren, dass auf die Anwendung der Einordnungsvorschriften verzichtet werde (Rekursentscheids, E. 6). Der Bauausschuss der Stadt Winterthur fÃ¼hrt in seiner Beschwerdeantwort aus, dass bei der Wahl eines Mobilfunkstandorts nie nur ein einziger Ort in Frage komme, und erwÃ¤hnt als Beispiel einen etwas weiter entfernten, nach seiner Auffassung mÃ¶glichen Standort nordwestlich der L-Strasse sowie eine andere Antennenanlage, die der BeschwerdefÃ¼hrerin demnÃ¤chst bewilligt werde.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.2 </b>Der von der BeschwerdefÃ¼hrerin vertretene Standpunkt, dass die einzige MÃ¶glichkeit zur Versorgung der Winterthurer Altstadt in der Errichtung der vorliegend projektierten Anlage bestehe, lÃ¤sst sich aufgrund ihrer eigenen Sachdarstellung und aufgrund der vorhandenen Unterlagen nicht bestÃ¤tigen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin legt zwar dar, weshalb ein von ihr genannter Alternativstandort (ZHW/Technikum) nicht in Frage komme (wobei sie im Technischen Bericht fÃ¼r diesen Verzicht andere GrÃ¼nde nennt), und fÃ¼r einen weiteren Standort beim Bahnhof zeigt sie auf, dass dieser nur von teilweisem Nutzen wÃ¤re. Mit diesen Angaben wird jedoch, selbst wenn sie sich als zutreffend erweisen, das Fehlen von Alternativstandorten nicht schlÃ¼ssig begrÃ¼ndet. Dabei ist zwar zu anerkennen, dass der strikte Beweis fÃ¼r eine derartige "negative Tatsache" kaum erbracht werden kann. Erforderlich wÃ¤re aber eine vertiefte Auseinandersetzung mit mÃ¶glichen Alternativen, wobei nach dem Gesagten auch die Frage der Versorgung von einem entfernten Standort aus oder durch mehrere kleinere Anlagen zu prÃ¼fen wÃ¤re. Falls es z.B. gelÃ¤nge, Antennen so zu platzieren, dass sie nicht oder nur wenig Ã¼ber den First des StandortgebÃ¤udes hinausragen, wÃ¤re damit zumindest die Frage des Aussichtsschutzes weit gehend entschÃ¤rft. Aus den blossen Hinweisen, dass ein einzelner Standort nicht realisierbar sei und dass ein weiterer nicht die ganze VersorgungslÃ¼cke zu beseitigen vermÃ¶ge, lÃ¤sst sich in dieser Hinsicht nichts SchlÃ¼ssiges ableiten.</p> <p class="Urteilstext">Bei dieser Ausgangslage wÃ¼rde auch die Anordnung des von der BeschwerdefÃ¼hrerin beantragten Gutachtens nicht zum Ziel fÃ¼hren. Aufgabe eines Gutachters kann es nicht sein, generell die Frage nach mÃ¶glichen Alternativstandorten oder nach dem Fehlen solcher Alternativen zu beantworten. Es ist vielmehr Sache der BeschwerdefÃ¼hrerin, die in Frage kommenden MÃ¶glichkeiten zunÃ¤chst anhand der dargestellten GrundsÃ¤tze zu prÃ¼fen und zu erlÃ¤utern. Erst wenn von ihrer Seite konkrete Aussagen zu diesen Punkten vorliegen, kÃ¶nnen diese â soweit notwendig â zum Gegenstand einer Expertise gemacht werden.</p> <p class="Urteilstext">In Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes (§ 7 VRG) wÃ¤re es zwar nicht ausgeschlossen, der BeschwerdefÃ¼hrerin im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht zu ermÃ¶glichen, ihre Sachdarstellung nochmals zu ergÃ¤nzen und zu substanziieren <span>(vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 7 N. 59 ff., Vorbem. zu §§ 19â28 N. 69, § 60 N. 1 ff., § 70 N. 5). Dieses Vorgehen erscheint jedoch nicht als zweckmÃ¤ssig, denn das vorliegende Verfahren betrifft einzig die strittige Anlage am heutigen Standort und in der heute vorgesehenen AusfÃ¼hrung, wogegen eine grundsÃ¤tzliche ÃberprÃ¼fung nach dem Gesagten auch weitere MÃ¶glichkeiten in Betracht ziehen muss. </span>Die Sache ist daher an die kommunale BaubehÃ¶rde zurÃ¼ckzuweisen (§ 64 VRG), welche die notwendigen AbklÃ¤rungen im Sinn der vorstehenden ErwÃ¤gungen vorzunehmen und gestÃ¼tzt darauf einen neuen Entscheid zu treffen hat. Die BeschwerdefÃ¼hrerin erhÃ¤lt damit die Gelegenheit, die Notwendigkeit der vorgesehenen Anlage in ihrer heutigen Form eingehender zu begrÃ¼nden oder aber das Baugesuch aufgrund einer erneuten PrÃ¼fung zurÃ¼ckzuziehen und durch ein neues (bzw. mehrere neue) zu ersetzen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zu einer teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens haben die Parteien die Kosten sowohl des Beschwerdeverfahrens als auch des Verfahrens vor der Vorinstanz je zur HÃ¤lfte zu tragen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 VRG), und es sind keine ParteientschÃ¤digungen geschuldet (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2">1.<span> </span>In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden der Entscheid der Baurekurskommission IV vom 27. Januar 2005 und der Beschluss des Bauausschusses der Stadt Winterthur vom 27. November 2003 aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Beurteilung im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Bauausschuss zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2.<span> </span>Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3.<span> </span>Die Kosten des Beschwerde- sowie des Rekursverfahrens werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4.<span> </span>Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5.<span> </span>Mitteilung an â¦</p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>