Abteilung IV D-1837/2007/wif {T 0/2} U r t e i l v o m 2 . D e z e m b e r 2 0 1 0 Richter Daniel Schmid (Vorsitz), Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, Richter Fulvio Haefeli; Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger. A._______, geboren [...], Russland, vertreten durch lic. iur. Christian Wyss, Fürsprecher, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. Februar 2007 / N [...]. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandD-1837/2007 Sachverhalt: A. Die aus Z._______ in Tschetschenien stammende Beschwerdeführerin verliess ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge im Februar 2001 und lebte fortan in der Stadt Y._______ in der russischen Republik Bash kortostan. Am 12. Oktober 2006 reiste sie auf dem Luftweg von Mos kau mit einem Touristenvisum legal in die Schweiz ein, und am 18. Ok tober 2006 stellte sie im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel ein Asylgesuch. Nach der Befragung zur Person (BzP) im EVZ Chiasso am 30. Oktober 2006 fand am 5. Februar 2007 die ein- lässliche Anhörung zu den Asylgründen durch das BFM statt. B. Die Beschwerdeführerin machte bei den beiden Befragungen im We - sentlichen geltend, sie habe in der [...]klinik in Grosny als [...]ärztin ge- arbeitet; ihr Ehemann sei als [...] am selben Spital tätig gewesen. Wäh- rend des zweiten Tschetschenienkrieges hätten sie verletzte Wider- standskämpfer operiert, ihre Krankheitsgeschichten verfälscht und sie als Zivilisten zur weiteren Behandlung nach Dagestan oder Ingusche- tien geschickt. Sie hätten am Ort der Kämpfe auch provisorische Kran- kenlager eingerichtet. Jemand habe sie verraten, und im Januar 2001 seien Maskierte bei ihnen zu Hause eingedrungen, hätten sie und ih- ren Mann zusammengeschlagen, ihre Münder geknebelt, ihnen Säcke über die Köpfe gestülpt und sie an einen unbekannten Ort gebracht. Spä ter habe sie erfahren, dass es ein Lager in X._______ gewesen sei. In einem Keller hätten russische Offiziere sie – die Beschwerde- führerin – zunächst verhört, um zu erfahren, wen sie behandelt und mit wem sie zusammengearbeitet hätten. Nach den Verhören hätten die russischen Offiziere sie vergewaltigt. Sie sei im dritten Monat schwan- ger gewesen und habe aufgrund der Schläge und der Vergewaltigun- gen mehrmals das Bewusstsein verloren. Sie wisse nicht, wie oft sie vergewaltigt worden sei; es seien sehr viele Leute gewe sen, russische Offiziere und andere Soldaten, sie habe gehört, wie sie einander er- mun tert hätten, weiterzumachen. Ihr Kopf sei geschwollen gewesen, sie habe eine Gehirnerschütterung gehabt und nichts mehr sehen kön- nen. Von ihrer Schwester habe sie später gehört, sie habe vier bis fünf Tage oder gar eine Woche dort verbracht. Ihre Verwand ten hätten sie für 3000 Dollar freigekauft. Ihr Ehemann sei umgebracht worden, und seine Verwandten hätten für die Herausgabe seiner Leiche 1000 Dollar bezahlt. Nach der Freilassung habe sie zunächst bei ihrer Schwester Seite 2D-1837/2007 in Z._______ gewohnt, wo sie eine Fehlgeburt erlitten habe. Ihre Ver- wand ten hätten dann ihre Ausreise nach Y._______ zu einem befreun- deten Ehepaar organisiert, mit dem sie studiert habe. Mit Hilfe dieser Freunde, bei denen sie ein Jahr lang gewohnt habe, habe sie sich in Y._______ im April 2001 gegen Bestechungsgeld ei- nen echten Reisepass ausstellen lassen, und von September 2002 bis April 2003 sei sie in Y._______ provisorisch registriert gewesen. Ein Polizist sei ca. dreimal zu ihren Freunden gekommen, weil die Nach- barn erzählt hätten, dass dort eine fremde Person wohne; er habe sie dann aber in Ruhe gelassen, weil er gemerkt habe, dass sie nichts verbrochen hätten. Sie habe in Y._______ in ständiger Angst gelebt und häufig ihren Wohnort gewechselt. Durch die Vermittlung des be- freundeten Ehepaars habe sie eine Anstellung als [...]ärztin in einer Am bulanz-Station erhalten, von der aus Verletzte in die Spitäler ge- bracht worden seien. Dort sei sie bis am 31. August 2006 illegal tätig gewesen, und sie habe auch in einer privaten [...]klinik gearbeitet. Am 31. August 2006 sei sie im Rahmen einer Routinekontrolle von Tschetschenen an ihrem Wohnort in Y._______ verhaftet und zur Iden- titätsabklärung auf einen Polizeiposten gebracht worden. Dort habe man ihr Fotos ihrer ehemaligen Ärztekollegen während des Tsche- tschenienkrieges vorgehalten und sie gefragt, ob sie die darauf abge- bildeten Leute kenne, weshalb sie Tschetschenien verlassen und wa- rum sie keine Registrierung habe. Die Leute der "speziellen Dienste" (vgl. Protokoll vom 5. Februar 2007, act. A15 S. 9), welche sie tagsüber verhörten, hätten ihr mitgeteilt, sie würden eine Anfrage nach Tsche- tschenien schicken. In der ersten Nacht sei sie in einer Zelle von zwei Aufsehern vergewaltigt worden, in der zweiten Nacht von einem Auf- seher. Am 3. September 2006 habe man sie unter der Auflage freige- lassen, die Stadt Y._______ nicht zu verlassen, solange die Anfrage in Tschetschenien pendent sei. Die Vergewaltigungen habe sie nicht an- gezeigt, weil sie dadurch als Tschetschenin nur noch mehr Probleme bekommen hät te und weil die Täter sie eingeschüchtert hätten. Ihre Schwes tern hätten darauf bestanden, dass sie das Land verlasse; mit Hilfe von Freunden, die ihre Ausreise organisierten, flog sie am 12. Ok tober 2006 vom Flughafen Moskau in die Schweiz. Ihre Mutter sei nach ihrer Ausreise zusammengeschlagen worden und verstorben. Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichte die Beschwer- deführerin einen am 11. September 2002 ausgestellten russischen In- Seite 3D-1837/2007 landspass sowie einen Ausweis des tschetschenischen Gesundheits- ministeriums von 1999 zu den Akten. Die Beschwerdeführerin wurde für die Dauer des Verfahrens dem Kan- ton V._______ zugewiesen. C. Am 18. September 2006 richtete das BFM eine Anfrage bezüglich des Einreisevisums der Beschwerdeführerin an die Schweizer Botschaft in Mos kau. Gemäss den Abklärungen der Botschaft war sie mit einem am 9. September 2006 in Moskau beantragten Touristenvisum unter ih- rem eigenen Namen als "stellvertretende Direktorin" respektive "Com- merce Director" (vgl. A12/24 S. 1 und 2) einer Firma in die Schweiz eingereist. Weiter ergab die Abklärung, dass die Beschwerdeführerin über eine bis am 27. April 2007 gültige Niederlassungsbestätigung der Stadt Y._______ verfügte, welche laut der Botschaft jährlich erneuert wird. Am 11. September 2002 sei ihr zudem in Y._______ ein Inlands- pass ausgestellt worden, woraus zu schliessen sei, dass sie bereits seit etlichen Jahren, mindestens aber seit 2002 in Y._______ wohnhaft gewesen sei. Aus den Botschaftsunterlagen geht weiter hervor, dass der Beschwerdeführerin am 24. August 2005 in Y._______ ein Aus- landspass ausgestellt wurde. Die Vorinstanz gewährte ihr zu diesen Ergebnissen anlässlich der Befragung vom 5. Februar 2007 das recht- liche Gehör. D. Das BFM stellte mit Verfügung vom 8. Februar 2007 – eröffnet am 9. Februar 2007 – fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlings- eigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz und ord- nete den Vollzug an. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, die Vorbringen hielten weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigen- schaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG stand. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Misshandlungen und Vergewaltigungen anlässlich der Haft in Grosny im Jahr 2001 stell- te die Vorinstanz nicht in Abrede. Sie ging jedoch davon aus, dass die Freilassung gegen Zahlung eines Lösegeldes nur möglich gewesen sei, weil gegen die Beschwerdeführerin nichts Gravierendes vorgele- gen habe. Das BFM sah seine Vermutung, die föderalen Kräfte hätten Seite 4D-1837/2007 keine Verfolgungsabsichten gegen die Beschwerdeführerin gehegt, auch dadurch bestätigt, dass diese kurz nach ihrer Freilassung im Februar problemlos unter ihrem eigenen Namen aus Tschetschenien ausreisen konnte. Ihr Aufenthalt in Y._______ in der Republik Bashkortostan untermauere die Annahme, sie könne sich auf dem Staatsgebiet der Russischen Föderation aufhalten, ohne Verfolgungs- mass nahmen be fürchten zu müssen. Dafür spreche ebenfalls, dass sie sich im September 2002 in Y._______ einen echten Inlandspass und im August 2005 einen echten Auslandspass habe beschaffen können, und dass sie eine bis im April 2007 gültige Registrierung für die Stadt Y._______ besitze, da die Hürden für den Erhalt dieser Papiere be- kanntermassen gerade für Tschetschenen sehr hoch seien und vor ih- rer Ausstellung umfangreiche Abklärungen getätigt würden. Die Erklä- rung der Beschwerdeführerin, sie habe die Pässe und die Registrie- rung durch Korruption erhalten, wertet das Bundesamt als Schutzbe- hauptung, sei es doch nicht einsichtig, weshalb sie diesfalls die Papie- re auf ihren eigenen Namen hätte ausstellen lassen und damit eine Spur zu ihrer Vergangenheit hätte legen sollen. Zudem widerspreche es den Erkenntnissen des BFM, dass tatsächlich gesuchte Personen problemlos über den strikt kontrollierten Moskauer Flughafen ausrei- sen könnten. Die Verfolgungsvorbringen, welche die Beschwerdeführerin während ihres Aufenthaltes in der Stadt Y._______ in der Republik Bashkorto- stan geltend macht, vermögen laut der Vorinstanz aufgrund von meh- reren Widersprüchen die Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge- mäss Art. 7 AsylG nicht zu erfüllen. In der Befragung zur Person habe die Beschwerdeführerin ausgesagt, sie sei vom 31. August 2006 bis am 2. September 2006 während zwei- er Tage in der Polizeistation in Y._______ inhaftiert gewesen; in der Di- rektanhörung hingegen habe sie angegeben, bis am 3. September 2006 inhaftiert gewesen zu sein. Dieser an sich kleine Widerspruch sei nicht mehr nachvollziehbar angesichts ihrer Aussage, während zweier Näch te vergewaltigt worden zu sein und während der dritten Nacht Angst vor einer weiteren Vergewaltigung gehabt zu haben. Zudem ha- be sie während der Direktanhörung an einer Stelle erzählt, zwei Poli- zisten hätten sie vergewaltigt, an anderer Stelle aber, es seien drei Vergewaltiger gewesen. Seite 5D-1837/2007 Nicht nachvollziehbar sei weiter, dass die Beschwerdeführerin einer- seits im Rahmen einer allgemeinen Überprüfung von Tschetschenen inhaftiert und ihr eine Nachfrage in Tschetschenien angekündigt wor- den sei, ihr andererseits aber nach Eintreffen auf dem Polizeiposten Fotos ihrer ehemaligen Ärztekollegen vorgelegt worden seien. Bei der ersten Version hätten die Behörden nicht gewusst, mit wem sie es zu tun hatten, bei der zweiten hätten sie es gewusst, weshalb sich eine An frage in Tschetschenien erübrigt hätte. Auch die Angaben der Be- schwerdeführerin hinsichtlich der Überprüfung ihrer Anwesenheit vor der angeblichen Inhaftierung in Y._______ seien widersprüchlich ge- we sen. Während sie anlässlich der BzP gesagt habe, sie sei in der Woh nung ihrer Freunde einmal von Polizisten aufgesucht und befragt worden, habe sie an der Direktanhörung angegeben, der zuständige Polizist sei drei Mal in die Wohnung ihrer Freunde gekommen und ha- be sich ausschliesslich mit diesen unterhalten. Den Vollzug der Wegweisung nach Tschetschenien bezeichnete die Vorinstanz aufgrund der dortigen allgemeinen Lage als unzumutbar. Sie bejahte jedoch die Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegwei- sungsvollzugs in andere Teile der Russischen Föderation. Ein Gross- teil der tschetschenischen Bevölkerung Russlands lebe traditioneller- weise ausserhalb der Republik Tschetschenien. Die Niederlassung sei nicht mehr bewilligungspflichtig, und die russischen Behörden würden mit der Registrierung von einem Entscheid eines Bürgers, sich in ei- nem bestimmten Gebiet niederlassen zu wollen, nur noch Kenntnis nehmen. Die Versuche in einzelnen Ballungsgebieten, durch admini- strative Massnahmen einen unkontrollierten Zuzug zu verhindern, ha- be das Verfassungsgericht als verfassungswidrig aufgehoben. Auf- grund der Grösse der Russischen Föderation und des unterschiedli- chen Charakters ihrer einzelnen Subjekte bestehe somit die Möglich- keit, ausserhalb Tschetscheniens zumindest temporär einen Aufenthalt zu finden, beispielsweise im Wolgagebiet oder in Dagestan. Die Be- schwerdeführerin habe eine sehr gute Ausbildung als Ärztin sowie reichlich Berufserfahrung; sie habe mehrere Jahre in Y._______ gelebt und dort auch ihren Beruf ausüben können. Sie verfüge in Y._______ über ein Beziehungsnetz sowie eine gültige Registrierung und könne daher problemlos in diese Stadt zurückkehren. E. Mit Eingabe ihres damaligen Rechtsvertreters vom 12. März 2007 er- hob die Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht Be- Seite 6D-1837/2007 schwerde gegen die vorinstanzliche Verfügung. Sie beantragte die Auf- hebung der angefochtenen Verfügung und die Asylgewährung oder je- denfalls die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft. Eventualiter seien die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Wegweisungs- vollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In ver- fahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgelt- lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses. Mit der Rechtsmitteleingabe reichte die Beschwerdeführerin eine Fürsorgebestätigung vom 12. März 2007 ein. Zu den von der Vorinstanz beanstandeten Widersprüchen in den Anga- ben zur Anzahl Vergewaltiger in Y._______ im Jahr 2006 macht die Be- schwerdeführerin geltend, aus ihrer Aussage, nachts von zwei Aufse- hern vergewaltigt worden zu sein (act. A15 S. 10), werde nicht ersicht- lich, ob es sich um die erste Nacht oder um beide Nächte zusammen gehandelt habe. An anderer Stelle habe sie gesagt, sie sei in der ers- ten Nacht von zwei, in der zweiten von einer weiteren, insgesamt von drei Personen vergewaltigt worden (act. A15 S. 11). Die Aussagen wür- den sich nicht eindeutig widersprechen. Es sei bekannt, dass traumati- sierte Menschen Mühe bekundeten, das Erlebte wahrheitsgetreu, chronologisch, widerspruchsfrei, detailreich und vollständig zu schil- dern. Ungereimtheiten in den Aussagen sprächen sogar für die Glaub- würdigkeit der Beschwerdeführerin. Grundsätzlich seien ihre Vorbrin- gen genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, sie werde in der ge- sam ten Russischen Föderation und insbesondere in Tschetschenien im Sinne von Art. 3 AsylG verfolgt. Die Behauptung des Bundesam - tes – welches die Ereignisse in Grosny im Jahr 2001 nicht bestritten habe – gegen sie habe nichts vorgelegen, sei zynisch. Willkürliche Misshandlungen tschetschenischer Gefangener in Haftanstalten und ihre Freilassung gegen die Bezahlung beträchtlicher Summen an rus- sische Offiziere seien damals üblich gewesen. Alle Inhaftierten seien unter dem Verdacht der Zusammenarbeit mit den Rebellengruppen festgenom men worden. Die Beschwerdeführerin sei als Frau erniedrigt und gebrochen worden. Die Frage, ob etwas gegen sie vorlag oder nicht, interessiere in Anbetracht des Verlustes ihres Ehemannes und des ungeborenen Kindes sowie der erlittenen Vergewaltigungen nicht. Seite 7D-1837/2007 Mit Hinweis auf das Update der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 7. November 2005 zu Tschetschenien wird in der Rechts- mittelschrift ferner festgehalten, der Zugang zu Identitätspapieren für Tschetschenen sei zwar erschwert; als Tschetschenin in Russland über Identitätspapiere zu verfügen, sei jedoch nicht aussergewöhnlich, da es möglich sei, sowohl Inlands- als auch Auslandspässe gegen Be- stechungsgelder zu erhalten. Die Beschwerdeführerin bestreitet die von der Vorinstanz bejahte Zu- lässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Sie sei in ihrer Heimat mehrfach gefoltert und vergewaltigt worden. Das menschen- rechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 3 der Konvention vom 4. No - vem ber 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) schütze gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfas- sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) auch Asylsuchende, deren Gesuch mangels Flüchtlingseigen- schaft abgewiesen wurde. Während ihres Aufenthalts in Y._______ ha- be sie in permanenter Angst gelebt und ihren Wohnort ständig ge- wech selt. Sie habe nur illegal arbeiten können und sei oft von der Poli- zei kontrolliert worden. Gemäss dem SFH-Update vom 7. November 2005 seien Diskiminierungen und Misshandlungen von Tschetschenen durch Privatpersonen und durch Beamte weit verbreitet. Sie müssten willkürliche Verhaftungen, konstruierte Anklagen, illegale Identitätskon- trollen, aber auch Angriffe durch Privatpersonen über sich ergehen lassen, könnten nicht legal arbeiten, und der Zugang zum Ge sund- heits- und Bildungswesen sowie zu Altersrenten sei ihnen verwehrt. Die Beschwerdeführerin sei in regelmässiger ärztlicher Behandlung; ein ärztlicher Bericht werde nachgereicht. F. Mit Zwischenverfügung vom 15. März 2007 stellte der zuständige In- struktionsrichter die Behandlung des Gesuchs um Gewährung der un- entgeltlichen Rechtspflege zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Weiter forderte er die Beschwerdeführerin auf, allfällige Wegweisungshinder- nisse medizinischer Natur durch einen aktuellen, detaillierten ärztli- chen Bericht zu belegen sowie eine Erklärung über die Entbindung der behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht einzureichen. G. Mit Eingabe vom 11. April 2007 liess die Beschwerdeführerin einen Seite 8D-1837/2007 ärztlichen Bericht von Dr. med. B._______, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. April 2007 sowie die unterzeichnete Erklä- rung über die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht einrei- chen. Die Ärztin diagnostizierte der Beschwerdeführerin eine posttrau- ma tische Belastungsstörung (ICD 10 F 43.1) infolge der Vergewalti- gungen in Tschetschenien. Die am 27. Januar 2007 begonnene Be- handlung bestehe in einer medikamentösen Therapie sowie psycho- therapeutischen Gesprächen. Die Patientin habe bereits zwei Suizid- versuche – einen in Grosny und einen in Y._______ – hinter sich; eine Rückkehr sei nicht zumutbar, weil diesfalls mit einer Verstärkung der PTBS so wie mit einer akuten Suizidalität zu rechnen sei. H. Die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung vom 10. Mai 2007 an ihrer Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Zur Be gründung führte sie im Wesentlichen an, die Beschwerdeschrift ge- he auf die Argumentation des Entscheides nur bedingt ein, die wesent- lichen Widersprüche bezüglich der behaupteten Ereignisse in Y._______ blieben bestehen. Die Angaben im ärztlichen Zeugnis wie- sen zudem da rauf hin, dass die Beschwerdeführerin in Y._______ als Ärztin habe arbeiten können und es dort nicht erneut zu einer Verge- waltigung gekommen sei. Die posttraumatische Belastungsstörung sei durch den eingereichten Arztbericht belegt; gemäss den Erkenntnissen des BFM lasse diese sich in Y._______ adäquat behandeln, beispiels- weise in der psychiatrischen Klinik des Ministeriums für Gesundheits- we sen der Republik Bashkortostan. Das BFM gehe nach wie vor davon aus, dass die Beschwerdeführerin in Y._______ keine Verfolgungs- mass nahmen erlebt habe und auch in Zukunft nicht mit solchen zu rechnen haben werde. Bei einer Rückkehr nach Y._______ würden da- her auch keine Ursachen vorliegen, die eine akute Suizidalität begrün- den könnten. Die zuständigen Behörden seien jedoch verpflichtet, ge- eignete Begleitmassnahmen zu ergreifen, um einer allfälligen Suizid- handlung vorzubeugen. I. In ihrer Stellungnahme vom 1. Juni 2007 zur Vernehmlassung der Vor- instanz wies die Beschwerdeführerin nochmals darauf hin, dass sie im Spital in Y._______ illegal tätig gewesen sei und ihren Wohnort regel- mäs sig habe wechseln müssen. Die Vorinstanz habe die Ereignisse in Grosny im Jahr 2001 und die daraus resultierende posttraumatische Be lastungsstörung nicht bestritten. Aufgrund kleiner Ungereimtheiten Seite 9D-1837/2007 bezweifle sie jedoch die Verfolgungsvorbringen in Y._______. An den Nach weis der Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternati- ve seien gemäss Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri- schen Asylrekurskommission (EMARK) 2005 Nr. 17 hohe Anforderun- gen zu stellen, welche vorliegend nicht erfüllt seien. Die Beschwerde- führerin habe zwar einige Zeit in Y._______ verbracht, doch könne von einem dortigen tragfähigen Beziehungsnetz keine Rede sein. Sie habe bei Freunden und Kollegen gewohnt, auf deren Rat hin ihren Wohnort jedoch immer wieder gewechselt. Sie sei mittellos, in schlechter psy- chischer Verfassung und seit dem 27. April 2007 in Y._______ nicht mehr registriert. J. Mit Eingabe vom 21. Dezember 2007 zeigte der oben rubrizierte Rechtsvertreter die Mandatsübernahme an und reichte ein Schreiben eines Arztkollegen der Beschwerdeführerin aus Y._______ vom 12. November 2007 mit deutscher Übersetzung und einer Passkopie des Verfassers ein. Im Schreiben bestätigt der Arzt, er habe mit der Be schwerdeführerin in der [...]station in Y._______ zusammenge arbei- tet und sie nach den Misshandlungen im Gefängnis im Sommer 2006 me dizinisch und psychologisch betreut. Sie habe eine Nacht bei seiner Familie übernachtet; am nächsten Tag habe er sie zu Bekannten an den Stadtrand gefahren. K. Mit Eingabe vom 22. September 2008 reichte der Rechtsvertreter wei- tere Beweismittel, welche bei ihm liegengeblieben seien, zu den Akten: Ein Bestätigungsschreiben einer nach W._______ emigrierten Ärztin und Freundin der Beschwerdeführerin vom 17. Dezember 2007, ein an diese gerichtetes persönliches, undatiertes Schreiben der befreunde- ten Ärztin (beide mit deutscher Übersetzung) sowie Kopien der [...] Aufenthaltsberechtigungskarte, eines Ärztezertifikates sowie einer Hei- ratsurkunde der Verfasserin der Briefe. Im an die Beschwerdeführerin gerichteten Schreiben heisst es unter anderem, alle Krankenschwes- tern und Ärzte, welche mit dieser und ihrem Mann (in Grosny) gearbei- tet hätten, könnten deren Zustand nach deren Freilassung bestätigen. Sie seien jedoch nach deren Fall aus Furcht nach Europa gegangen, und sie habe keinen Kontakt zu ihnen. Im Bestätigungsschreiben heisst es unter anderem, die Kollegin habe die Beschwerdeführerin nach ihrer Freilassung aus der Haft in Tschetschenien untersucht, eine Ge bärmutterblutung, eine Fehlgeburt, eine Gehirnerschütterung, viele Seite 10D-1837/2007 Ge sichtswunden und verletzte Glieder diagnostiziert und sie an- schliessend ins Spital in Z._______ gebracht, wo die Gebärmutter ausgeschabt und die Wunden behandelt worden seien. Als ihre beste Freundin habe sie die Beschwerdeführerin nach der Entlassung aus dem Spital weiter behandelt und an der Beerdigung ihres Mannes teil- genommen. Der Rechtsvertreter hält in der Eingabe fest, der Beschwerdeführerin sei aufgrund frauenspezifischer Fluchtgründe Asyl zu gewähren. Eine Rückschiebung auch in andere Gebiete Russlands sei im Lichte der erlebten Grausamkeit unzumutbar. L. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2008 reichte der Rechtsvertreter als Beleg fortschreitender Integration seiner Mandantin eine Arbeitsbestätigung eines [...] Pflegeheimes vom 29. September 2008 ein, in welchem die- se seit dem 1. August 2008 als Praktikantin in einem Pensum von 100% angestellt sei. M. Mit Schreiben vom 29. September 2009 ersuchte die Beschwerdefüh- rerin das BFM um Behandlung ihres Asylgesuchs. Im Falle einer Ab- lehnung bittet sie um eine Begründung und um die Rückgabe ihrer Pa- piere, damit sie in einem andern Land ein Asylgesuch stellen könne. Die Vorinstanz leitete die Eingabe ans Bundesverwaltungsgericht wei- ter, wo sie am 26. Oktober 2009 eintraf. Mit Schreiben vom 28. Ok to- ber 2009 an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin stellte der zuständige Instruktionsrichter eine Behandlung der Beschwerde im Jahr 2010 in Aussicht. N. Mit Eingabe vom 8. Januar 2010 reichte der Rechtsvertreter einen ak- tuellen, kurzen Arztbericht vom 4. Januar 2010, ein Arbeitszeugnis des [...] Pflegeheims vom 14. Oktober 2009 sowie ein persönliches Schrei- ben der Beschwerdeführerin an ihren Rechtsvertreter zu den Akten. In letzterem beschreibt sie die Gründe für den Brief ans BFM – ihre Ver- zweiflung angesichts der Schwierigkeiten, mit einer N-Be willigung eine permanente Arbeitsstelle zu finden und der Ungewissheit über ihre Zu- kunft – und fügt an, sie habe keine Kraft mehr, in einem andern Land ein Asylgesuch zu stellen. Seite 11D-1837/2007 Im Arztbericht schreibt die behandelnde Ärztin, seit ihrem Bericht vom 9. April 2007 habe sich an der psychischen Verfassung der Beschwer- deführerin nichts verändert. Nach einer leichten Besserung während der Zeit ihrer Anstellung als Hilfspflegerin seit August 2008 sei sie nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Ende September 2009 er- neut den peinigenden Flashbacks ausgesetzt und in einer dement- sprechend schlechten psychischen Verfassung mit Schlaflosigkeit, in- nerer Unruhe, Verzweiflung und häufigem Aufkommen von Suizidge- danken, und sie benötige wieder Medikamente. Das zermürbende War ten bei der ständigen Ungewissheit, eventuell zurückgeschickt zu werden, verschlechtere ihre Verfassung zusehends. Der Rechtsvertre- ter argumentiert in der Eingabe, für das psychische Gleichgewicht sei- ner Mandantin sei es wichtig, dass sie sich weiterhin im derzeitigen Um feld integrieren könne. Sollten die frauenspezifischen Fluchtgründe wider Erwarten nicht zur Asylgewährung führen, sei angesichts der an- haltenden psychischen Folgen des Erlebten eine vorläufige Aufnahme we gen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs anzuordnen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Ju- ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist da- her eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachge- biet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG); Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Be- schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung; sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. Seite 12D-1837/2007 2. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichti- ge oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner- kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohn te, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei- ner bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An- schauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nach teile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei- heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tra- gen (Art. 3 AsylG). 3.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu- chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nach- teile von bestimmter Intensität bereits erlitten hat oder bei einer Rück- kehr in das Heimatland solche mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bzw. zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37; EMARK 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff.; EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.; EMARK 2006 Nr. 18 E. 10 S. 201 ff.; EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigen- schaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründete Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Rahmen der Prüfung der Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asyl- entscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch Seite 13D-1837/2007 stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.; EMARK 2000 Nr. 2 E. 8a S. 20; W ALTER STÖCKLI , Asyl, in: Ue- bersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Ba- sel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18; WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a.M. 1990, S. 135 ff.). 3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in we sentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch- te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die angefochtene Verfügung einer Überprüfung standhält. Die Vorinstanz hat im Ergebnis richtig aufgezeigt, weshalb die Vorbringen der Beschwerdeführerin sowohl als asylrechtlich uner- heblich als auch als unglaubhaft zu beurteilen sind (vgl. Sachverhalts- darstellung Bst. D und H). Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift und der Replik (vgl. Bst. E und I) sind nicht geeignet, die zutreffende Einschätzung der Vorinstanz zu entkräften und zu einer anderen Beur- teilung der Asylvorbringen zu führen. 4.2 Im asylrechtlichen Sinn nicht mehr von Bedeutung sind die Miss- handlungen und Vergewaltigungen der Beschwerdeführerin sowie die Tötung ihres Mannes anlässlich der Inhaftierung des Ehepaars in Grosny im Januar 2001. Diese zweifellos ungeheuerlichen Vorkomm- nisse wurden von der Vorinstanz nicht als unglaubhaft erachtet. Auch das Bundesverwaltungsgericht sieht keine Veranlassung, die sich auf diese Ereignisse beziehenden Schilderungen der Beschwerdeführerin in Zweifel zu ziehen. Dabei kann offenbleiben, ob es sich bei den Miss- handlungen und Vergewaltigungen während der Haft in Grosny um rein willkürliche Übergriffe durch russische Offiziere handelte oder ob sie als frauenspezifische Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu werten wären, da – wie nachstehend aufgezeigt – mit der Vorinstanz davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin über eine inner- staatliche Schutzalternative innerhalb der Russischen Föderation ver- fügt, von der sie nach der Ausreise aus Tschetschenien denn auch Seite 14D-1837/2007 wäh rend über fünfeinhalb Jahren bereits Gebrauch machte. Wie nach- stehend zu zeigen sein wird, kann sich die Beschwerdeführerin nicht auf die sogenannte "raisons-impérieuses"-Klausel von Art. 1C Ziff. 5 Abs. 2 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) berufen (vgl. dazu E. 4.3.3). 4.3 Die Asylgewährung hat nicht zum Zweck, Opfer jeglichen Unrechts für erlittene Unbill zu "entschädigen" (vgl. auch KÄLIN, a.a.O., S. 42), sondern soll denjenigen gewährt werden, die im Zeitpunkt des Ent- scheides des Schutzes durch einen ausländischen Staat bedürfen (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.3). Vergangene Verfolgung ist grundsätzlich nur in- sofern beachtlich, als diese noch andauert oder – falls sie bereits ihren Ab schluss gefunden hat – die Furcht vor künftiger Verfolgung begrün- det erscheinen lässt. Die erlittene Verfolgung beziehungsweise die be- gründete Furcht vor künftiger Verfolgung müssen sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein (vgl. BVGE 2009/51 E. 4.2.5). Eine nur in einem Landesteil verfolgte Person, die sich in eine andere, sichere Region begeben kann, verfügt über eine sogenannte innerstaatliche Flucht- beziehungsweise Schutz- alternative und wird deshalb im Fall ihrer Ausreise aus dem Heimat- land nicht zum Flüchtling (vgl. STÖCKLI , a.a.O., Rz. 11.20). Eine inner- staatliche Schutzalternative kann der asylsuchenden Person entge- gengehalten werden, wenn sie am Zufluchtsort voraussichtlich wirksa- men Schutz vor unmittelbarer und mittelbarer staatlicher Verfolgung findet. Die Anforderungen an die Effektivität des Schutzes sind indes- sen nach konstanter Praxis hoch anzusetzen (vgl. BVGE 2008/4 E. 6.1. - 6.7, 2008/12 E. 7.2.6.2 f., EMARK 1996 Nr. 1 E. 5c, EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.3). 4.3.1Eine längere Zeitspanne zwischen erlebter Verfolgung und der erst später erfolgenden Ausreise aus dem Heimatland kann zum einen im Hinblick auf die Prüfung der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Ausreisegründe relevant sein (vgl. EMARK 1996 Nr. 25, bestätigt in BVGE 2009/51 E. 4.2.5). Der Umstand, dass zwischen der erlebten Verfolgung und der Ausreise aus dem Heimatland eine längere Zeit- spanne vergangen ist, ist zum andern relevant bei der Prüfung der Frage, ob für den Zeitpunkt der Ausreise noch eine begründete Verfol- gungsfurcht bejaht werden kann. Gemäss Art. 3 AsylG erfüllt die Flüchtlingseigenschaft, wer aufgrund einer asylrelevanten Motivation gezielte ernsthafte Nachteile erlitten hat oder begründete Furcht hat, Seite 15D-1837/2007 solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden; sofern die erlittene Vorver- folgung in zeitlichem und sachlichem Kausalzusammenhang zur Flucht steht, lässt sich dem Asylgesetz – ohne dass der Aspekt einer drohen- den Wiederholung der erlittenen Verfolgung noch weiter zu prüfen wä- re – die Regelvermutung entnehmen, aufgrund der erlittenen Vorverfol- gung sei auch eine begründete Furcht vor weiterer, zukünftiger Verfol- gung zu bejahen (vgl. K ÄLIN, a.a.O., S. 126 ff.; ALBERTO A CHER - MANN /CHRISTINA H AUSAMMANN , Handbuch des Asylrechts, 2. Aufl. Bern/Stuttgart 1991, S. 107 f.; SAMUEL W ERENFELS , Der Begriff des Flüchtlings im schweizerischen Asylrecht, Bern u.a. 1987, S. 283, 293 ff.). Ein fehlender zeitlicher Zusammenhang zwischen Vorverfol- gung und Ausreise zerstört (nur) die Regelvermutung zugunsten des Vorliegens begründeter Furcht vor Verfolgung; dies schliesst nicht aus, dass im konkreten Einzelfall die früher erlittene Verfolgung einen der guten Gründe für die heutige Verfolgungsfurcht darstellen kann. Die begründete Furcht vor Verfolgung ist dann freilich nicht aufgrund einer Re gelvermutung aus der erlittenen Vorverfolgung abzuleiten, sondern ihr Bestehen im Zeitpunkt der Ausreise ist von der asylsuchenden Per- son darzutun und von der Behörde gesondert zu prüfen. Ausschlagge- bend kann dabei nicht allein sein, wie die betreffende asylsuchende Person in subjektiver Hinsicht durch die ehemals erlittene Verfolgung weiterhin betroffen war; entscheidrelevant ist, ob im Zeitpunkt der Aus- reise auch in objektiver Hinsicht eine Wiederholungsgefahr der früher erlittenen Verfolgung noch bestanden hat und ein Schutzbedürfnis dem nach auch im Zeitpunkt der Ausreise weiterhin noch bestand (vgl. BVGE 2009/51 E. 4.2.5 und EMARK 2000 Nr. 2 E. 8.b und c S. 20 ff. mit zahlreichen weiteren Hinweisen; zu den objektiven wie subjektiven Aspekten der Verfolgungsfurcht vgl. EMARK 1998 Nr. 4 E. 5.d S. 27). Eine fixe zeitliche Grenze, wann der Kausalzusammenhang als unter- brochen zu gelten hat, lässt sich nicht festlegen; zu würdigen sind je- weils bei der Beurteilung auch allfällige plausible objektive und subjek- tive Gründe, die eine frühere Ausreise verhindert haben (vgl. BVGE 2009/51 E. 4.2.5, EMARK 2000 Nr. 17 S. 157 f. mit weiteren Hinwei- sen). In der asylrechtlichen Literatur und Praxis wird eine Zeitspanne von sechs bis zwölf Monaten genannt, nach deren Ablauf der zeitliche Kau salzusammenhang in der Regel als zerrissen gelten müsste (vgl. W ERENFELS , a.a.O., S. 295; KÄLIN, a.a.O., S. 128; ACHERMANN /HAUSAMMANN , a.a.O., S. 107; M ARIO GATTIKER , Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 76;. EMARK 1998 Nr. 20 E. 7 S. 179 f.; EMARK 2000 Nr. 17 E. 11.a S. 157 f.); bei einer Zeitspanne von mehr als zwei Seite 16D-1837/2007 Jahren wird jedenfalls in der Praxis ein Kausalzusammenhang nicht mehr bejaht (vgl. EMARK 1999 Nr. 7 E. 4b S. 46). 4.3.2Im vorliegenden Fall vermochte die Beschwerdeführerin keine plausible Erklärung dafür abzugeben, weshalb sie das Gebiet der Rus- sischen Föderation erst im Oktober 2006, mithin mehr als fünfeinhalb Jahre nach den zweifellos als Vorverfolgung zu wertenden Vergewalti- gungen in Grosny verliess. Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass die Verfolgungsvorbringen, welche die Beschwerdeführerin nach über fünfeinhalbjährigem Aufenthalt in der Stadt Y._______ geltend macht – Vergewaltigungen während einer dreitägigen Festnahme Ende August bis Anfang September 2006 – den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten. Das BFM hat überzeugend und nachvollziehbar die diversen Unstimmigkeiten in res- pektive zwischen den Vorbringen der Beschwerdeführerin aufgezeigt und diese zu Recht und mit zutreffenden Hinweisen als unglaubhaft bezeichnet. Im Einzelnen ist zwecks Vermeidung unnötiger Wiederho- lungen vorab auf die in der Sachverhaltsdarstellung (Bst. D S. 5 f. hie- vor) dargestellten detaillierten Erwägungen in der angefochtenen Ver- fügung zu verweisen. Die entsprechenden Erklärungen der Beschwer- deführerin sowohl anlässlich der Anhörungen (vgl. Bst. B) als auch in der Beschwerde (vgl. Bst. E) sowie in der Replik vom 1. Juni 2007 (vgl. Bst. I) vermö gen die überwiegenden Zweifel an jener angeblichen Festnahme und den Vergewaltigungen nicht zu zerstreuen. Die Be- schwerde sowie auch die übrigen Eingaben enthalten keine stichhalti- gen Vorbringen, welche die vorinstanzlichen Erwägungen umzustos - sen und zu einer anderen Beurteilung der Asylgründe der Beschwer- deführerin zu führen vermöchten. Auf die Frage nach den Gründen für das nach fast sechsjährigem un- behelligtem Aufenthalt in Y._______ wiedererwachte Interesse der Be- hörden an ihrer Tätigkeit während des Tschetschenienkrieges antwor- tete die Beschwerdeführerin anlässlich der Bundesanhörung, sie sei ihnen einfach im Rahmen einer regelmässigen Kontrolle von Tsche- tschenen ins Netz gegangen (act. A15 S. 15). Dieser Erklärungsver- such vermag angesichts der Tatsache, dass sie in dieser Zeit über gül- tige Pässe und eine gültige Registrierung für die Stadt Y._______ ver- fügte – Dokumente, welche gerade für Personen tschetschenischer Herkunft erst nach umfangreichen Abklärungen ausgestellt werden – nicht zu überzeugen. Auch die Beteuerungen in der Anhörung und in der Beschwerde, sie habe diese Papiere durch Bestechung erhalten, Seite 17D-1837/2007 vermögen nicht zu überzeugen. Zum einen hätte sie diese, wie die Vor- instanz zutreffend argumentierte, kaum auf ihren eigenen Namen aus- stellen lassen, wenn sie tatsächlich begründete Furcht vor Verfolgung durch die russischen Behörden und vor einer Abschiebung nach Tschetschenien gehabt hätte. Zum andern behauptete sie – in der An- hörung mit der im März 2006 ausgestellten, bis am 27. April 2007 gülti- gen Registrierung konfrontiert – zunächst, dieses Papier nie gesehen zu haben (act. A15 S. 13), um gleich darauf anzugeben, vielleicht sei die Aufenthaltsbewilligung rückwirkend im Zuge der Ausreisevorberei- tungen ausgestellt worden, welche ihre Kollegen für sie getroffen hät- ten (act. A15 S. 14). Zu guter Letzt sagte sie, diese Dokumente würden für viel Geld gemacht (act. A15 S. 14). Diese Widersprüche vermochte die Beschwerdeführerin weder in der Beschwerde noch in der Replik zu entkräften, beschränkt sie sich dort doch auf die Aussage, es sei für Tschetschenen nicht ungewöhnlich, über einen Inlands- und einen Auslandspass zu verfügen, da sie sich diese mit Hilfe von Beste- chungsgeldern beschaffen könnten. Auf die stringente Argumentation der Vorinstanz, es sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdefüh- rerin nach ihrer Festnahme eine Nachfrage zu ihrer Person in Tsche- tschenien angekündigt worden sein soll, obwohl ihr Fotos ihrer ehema - ligen tschetschenischen Ärztekollegen vorgelegt wurden, aufgrund de- rer die Behörden bereits gewusst haben müssten, mit wem sie es zu tun hatten, wird in der Beschwerdeschrift gar nicht eingegangen. Auch wenn man die auf Beschwerdeebene (Seite 2) abgegebene Er- klärung der Beschwerdeführerin zur in den Anhörungen unterschied- lich angegebenen Anzahl in Haft verbrachter Tage bzw. Nächte und der Anzahl Vergewaltiger akzeptieren wollte, sind doch die Schilderun- gen der behaupteten Festnahme und der Vergewaltigungen in Y._______ (act. A15 S. 9 ff.) im Vergleich zur Beschreibung der Fest- nahme sowie der Misshandlungen und Vergewaltigungen in Grosny (act. A15 S. 3 ff.) sehr viel weniger detailliert, unsubstanziiert und ent- halten überdies kaum Realitätskennzeichen. Die Zweifel an den Verge- waltigungsvorbringen in Y._______ werden durch den Arztbericht vom 9. April 2007 weiter verstärkt, in welchem zwei Vergewaltigungen in Grosny erwähnt werden, jedoch keine in Y._______. Auch die Aussage der Beschwerdeführerin anlässlich der Direktanhörung vom 5. Februar 2007, sie wäre nicht ausgereist, wenn ihre Schwestern nicht darauf bestanden hätten, (act. A15 S. 15) spricht eher dafür, dass sie in Y._______ keine Verfolgungshandlungen erlebt und in Zukunft solche auch nicht zu befürchten hat. Vor diesem Hintergrund kommt dem Be- Seite 18D-1837/2007 stätigungsschreiben des befreundeten Arztes vom 12. November 2007 (vgl. Sachverhaltsdarstellung Bst. J) kein beachtlicher Beweiswert zu; dieses muss viel eher als Gefälligkeitsschreiben qualifiziert werden. Die Vorinstanz hat daher zu Recht festgestellt, dass sowohl der mehr- jährige Aufenthalt der Beschwerdeführerin in Y._______ in der Repu- blik Bashkortostan als auch die Tatsache, dass sie einen echten In- landspass, einen echten Auslandspass und eine bis im April 2007 gül- tige Registrierung für die Stadt Y._______ besass sowie problemlos unter ihrem eigenen Namen über den strikt kontrollierten Moskauer Flughafen ausreisen konnte, dafür sprechen, dass sie sich auf dem Staatsgebiet der Russischen Föderation aufhalten kann, ohne Verfol- gungsmass nahmen be fürchten zu müssen. Die Argumentation des Rechtsvertreters in der Eingabe vom 22. Sep - tember 2008, aufgrund der Traumatisierung durch das Schlüsselerleb- nis in Tschetschenien habe die Beschwerdeführerin die Festnahme in Y._______ (am 31. August 2006) als Fortsetzung der Peinigung in Grosny (im Januar 2001) erlebt und sich deshalb in Y._______ nicht mehr sicher gefühlt, vermag angesichts der vorstehenden Erwägungen nicht zu überzeugen. Gemäss der oben zitierten Praxis wird bei einer länger als zwei Jahre zurückliegenden Vorverfolgung ein Kausalzu- sam men hang zwischen Vorverfolgung und Flucht nicht mehr bejaht. Liegt die Vorverfolgung über zwei Jahre zurück und besteht keine ob- jektive Verfolgungsgefahr für den Zeitpunkt der Ausreise, ist eine be- gründete Furcht vor weiterer Verfolgung zu verneinen (vgl. BVGE 2009/51 E. 4.2.5). Dem nach ist festzuhalten, dass zwischen der Vor- verfolgung der Beschwerdeführerin in Grosny Anfang 2001 und der über fünfeinhalb Jahre später erfolgten Ausreise aus der Russischen Föderation in die Schweiz kein nachvollziehbarer zeitlicher und sachli- cher Zusammenhang be steht. Sodann ist seit der Ausreise aus Tsche- tschenien im Februar 2001 nichts mehr vorgefallen, das als Verfolgung zu werten oder geeignet gewesen wäre, objektiv begründete Furcht vor künftiger Verfolgung zu erzeugen. Aus den Geschehnissen in Gros- ny kann die Beschwerdeführerin daher keine landesweite asylrelevan- te Gefährdung ableiten. Die von ihr geäusserten Befürchtungen, bei ei- ner Rückkehr nach Y._______ dort behelligt zu werden oder mit einer Ab schiebung nach Tschetschenien rechnen zu müssen, sind deshalb unbegründet. Seite 19D-1837/2007 4.3.3Anzufügen bleibt, dass die im Jahr 2001 erlittene Verfolgung höchstens insofern von Bedeutung sein könnte, als eine Person, die bereits früher staatlichen Verfolgungen ausgesetzt war, objektive Grün- de für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht hat als jemand, der erst- mals in Kontakt mit staatlichen Sicherheitskräften kommt (vgl. EMARK 1993 Nr. 11), oder wenn trotz Wegfalls einer künftig drohenden Verfol- gungsgefahr die Inanspruchnahme des Schutzes durch den Heimat- staat aus zwingenden, auf die erlebte Vorverfolgung zurückgehenden Gründen im Sinne von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK (sogenannte "raisons impérieuses") nicht zumutbar wäre (vgl. BVGE 2007 Nr. 31 E. 5.4 mit weiteren Hinweisen). Der fünfeinhalbjährige, aus Sicht des Bundesver- waltungsgerichts wegen der unglaubhaften Verfolgungsvorbringen un- behelligte Aufenthalt in der Stadt Y._______, in welcher auch zahlreiche Russen leben, belegt jedoch, dass der Beschwerdeführerin eine innerstaatliche Fluchtalternative zur Verfügung stand, welche sie denn auch in Anspruch nahm. Bezüglich einer allfälligen Anwend bar- keit von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK ist auf die Ausführungen in EMARK 1999 Nr. 7 (E. 4.d.aa S. 46 f., kürzlich bestätigt in BVGE 2009/51 E. 4.2.7 S. 746 f.) zu verweisen. Danach kann sich auf zwingende Gründe nur berufen, wer im Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz sämtliche Voraussetzungen für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft er- füllt hatte. Dies ist, wie aus den obigen Erwägungen hervorgeht, vorlie- gend nicht der Fall, weshalb sich im Hinblick auf die Flüchtlingseigen- schaft weitere Ausführungen zu diesem Thema und zur Relevanz einer Langzeittraumatisierung erübrigen. 4.4 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der Stadt Y._______ in der Republik Bash kortostan grundsätzlich über eine unter dem Sicherheitsaspekt valable Schutzalternative innerhalb der Russischen Föderation verfügt. Das Vorliegen einer innerstaatlichen Fluchtalternative führt praxisge- mäss zur Nichtanerkennung der Flüchtlingseigenschaft und zur Ver- weigerung des Asyls; die Frage der Zumutbarkeit des Verbleibs an ei- nem solchen Zufluchtsort wird unter dem Aspekt der Zumutbarkeit des Weg weisungsvollzugs zu prüfen sein (vgl. EMARK 1996 Nr. 1 E. 5c S. 6 f., EMARK 1999 Nr. 9 E. 4b.bb S. 58). 4.5 In Würdigung der gesamten Umstände ist somit festzustellen, dass die Beschwerdeführerin nicht darzutun vermochte, dass sie einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war oder objektiv be- gründete Furcht hat, einer solchen ausgesetzt werden zu können. Sie Seite 20D-1837/2007 kann daher nicht als Flüchtling anerkannt werden. Die Vorinstanz hat ihr Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli- che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei- ner solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländerinnen und Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän- derinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendma - chung von Wegweisungshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bun desverwaltungsgerichts und seiner Vorgängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. STÖCKLI , a.a.O., Rz. 11.148). 6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun- gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän- ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste- hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge- zwun gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge- fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über- einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau- Seite 21D-1837/2007 same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Fol- ter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwer- deführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Be schwerdeführerin in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführe- rin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei- ner Rückkehr in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlich- keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be handlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge- richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol- terausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimat- staat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerwei- se nicht als unzulässig erscheinen. Der Vollzug der Wegweisung ist so- wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts- staat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Ge walt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). Seite 22D-1837/2007 6.4.1Da die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung die Wegwei- sung der Beschwerdeführerin nach Tschetschenien als unzumutbar bezeichnete und das Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Ent- scheid zum Ergebnis gelangt, dass die Beschwerdeführerin in Y._______ in der Republik Bashkortostan über eine valable inner- staatliche Schutzalternative verfügt, ist im Folgenden nur die Zumut- barkeit dieser Aufenthaltsalternative beziehungsweise des Wegwei- sungsvollzugs nach Y._______ zu prüfen. 6.4.2Gemäss EMARK 2005 Nr. 17 S. 147 ff. stehen abgewiesenen tschetschenischen Asylsuchenden unter bestimmten Voraussetzungen innerhalb der Russischen Föderation innerstaatliche Aufenthaltsalter- nativen zur Verfügung. Der betroffenen Person muss es möglich sein, am Zufluchtsort eine menschenwürdige Existenz aufzubauen, was auf- grund der flächenmässigen Grösse sowie der föderalen Struktur der Rus sischen Föderation grundsätzlich zu bejahen ist (EMARK 2005 Nr. 17 E. 8.3.2 S. 156). Aufgrund der allgemeinen Lage in der Russi- schen Föderation geht das Bundesverwaltungsgericht in Fortführung der Praxis der ARK davon aus, dass sich der Wegweisungsvollzug ab- gewiesener tschetschenischer Asylsuchender an einen innerstaatli- chen Zufluchtsort innerhalb der Russischen Föderation unter Umstän- den als zumutbar erweisen kann. An den Nachweis der Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative sind indessen hohe Anfor- derungen zu stellen. Erforderlich ist vor allem – auch im Hinblick auf eine zumutbare Unterkunft – ein tragfähiges, insbesondere familiäres Be ziehungsnetz. Auf ein Beziehungsnetz kann unter Umständen auch geschlossen werden, wenn sich die betreffende Person während lan- ger Zeit an einem innerstaatlichen Zufluchtsort aufhielt und sich aus den Akten keine überzeugenden Argumente gegen eine Rückkehr dorthin ergeben. Als weitere Kriterien sind das Alter, die Gesundheit, das Geschlecht, die Ausbildung und bisherige Berufserfahrung der Person sowie hinreichende finanzielle Mittel zu berücksichtigen (EMARK 2005 Nr. 17 E 8.3.3 S. 156 f.). 6.4.3Als Hauptprobleme intern Vertriebener ("Internally Displaced Persons", IDP) tschetschenischer Herkunft, welche in anderen Regio- nen der Russischen Föderation ausserhalb des Nordkaukasus Zu- flucht suchen, hat der Norwegische "Refugee Council" fehlende Aus- weise beziehungsweise Dokumente und damit einhergehend einen eingeschränkten Zugang zu staatlichen Leistungen sowie den Mangel an permanentem Wohnraum identifiziert. Viele IDP hätten Schwierig- Seite 23D-1837/2007 keiten, den für den Zugang zu staatlichen Leistungen erforderlichen "forced migrant status", eine Wohnsitz-Registrierung oder einen In- landspass zu erhalten, weil die dazu erforderlichen Originalausweisdo- kumente im Krieg zerstört wurden und/oder weil Gesuchsteller tsche- tschenischer Herkunft bei der Vergabe allgemein diskriminiert würden (vgl. Internal Displacement Monitoring Centre [IDMC], Struggling to in- tegrate: Displaced people from Chechnya living in other areas of the Russian Federation, Genf, Juni 2008, S. 7 ff.). Wie oben dargelegt, verfügte die Beschwerdeführerin über einen In- lands- und einen Auslandspass sowie im Zeitpunkt der Ausreise aus Y._______ auch über eine gültige Niederlassungsbestätigung – das heisst eine permanente Registrierung des Wohnsitzes, im Gegensatz zu einer bloss temporären Registrierung des Aufenthaltsortes – für diese Stadt, welche gemäss Abklärungen der Schweizer Botschaft jährlich erneuert wird. Sie vermochte somit offenbar die grundsätzlich hohen Hürden zu nehmen, denen Personen tschetschenischer Her- kunft bei der Vergabe dieser Dokumente häufig ausgesetzt sind. Mit der gültigen, permanenten Registrierung des Wohnsitzes und dem Inlandspass erfüllte sie ferner – entgegen den Beteuerungen in der Be schwerde, illegal erwerbstätig gewesen zu sein – zumindest in der letzten Zeit ihres Aufenthaltes in Y._______ – die Voraussetzungen für den Zugang zu einer legalen Beschäftigung im offiziellen Arbeitsmarkt (vgl. IDMC, a.a.O., S. 8, 15 und 19). Auch ihre Vorbringen, in Angst ge- lebt und den Wohnort häufig gewechselt zu haben, erscheinen unter diesen Umständen als zweifelhaft. Jedenfalls dürfte sie zu jeder Zeit über eine akzeptable Unterkunft verfügt haben, macht sie doch keine schlechten Wohnverhältnisse geltend. 6.4.4Aus den Akten ist zu schliessen, dass sie im Laufe ihres über fünfeinhalbjährigen Aufenthaltes in Y._______ immer wieder auf einen Freundes- und Bekanntenkreis zurückgreifen konnte, welchen sie zum Teil schon bei ihrer Ankunft in der Stadt besass (vgl. act. A15 S. 6 f.) und in den folgenden Jahren laufend auszubauen vermochte (vgl. auch das Bestätigungsschreiben eines befreundeten Arztes, Sachverhalt Bst. J). Personen aus diesem Beziehungsnetz verhalfen ihr zu einer Stelle in ihrem angestammten Beruf als Ärztin (vgl. act. A15 S. 9), ver- mittelten ihr Wohnmöglichkeiten (vgl. act. A15 S. 8) und unterstützten sie bei der Beschaffung von Dokumenten und der Registrierung (vgl. act. A15 S. 7 ff.). Ferner ergeben sich – wie in den Erwägungen des Seite 24D-1837/2007 vorliegenden Entscheids dargelegt – aus den Akten keine überzeugen- den Argumen te gegen eine Rückkehr nach Y._______. Es ist daher da- von auszugehen, dass sie in Y._______ über ein soziales Beziehungs- netz verfügt, welches das fehlende familiäre Beziehungsnetz zu erset- zen vermag und auf das sie bei einer Rückkehr für die Erneuerung der Re gistrierung und die Suche nach einem Arbeitsplatz und einer Woh- nung wird zurückgreifen können. Als hochqualifizierte Frau mittleren Alters mit einer langjährigen Erfahrung in ihrem Beruf als Ärztin wird es ihr so möglich sein, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. 6.4.5Aufgrund der im fachärztlichen Bericht vom 9. April 2007 dia- gnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung infolge der Verge- waltigungen in Tschetschenien, welche in einem kurzen Bericht dersel- ben Ärztin vom 4. Januar 2010 bestätigt wird, bleibt zu prüfen, ob Weg- weisungshindernisse medizinischer Natur vorliegen. Da die Belas- tungsstörung auf die Ereignisse in Tschetschenien zurückgeht, muss die Beschwerdeführerin bereits in den fünfeinhalb Jahren, während denen sie in Y._______ lebte, daran gelitten haben. Wie und ob sie diese dort behandeln liess, geht aus den Akten nicht hervor. Offenbar war sie trotzdem als Ärztin tätig und in der Lage, ihren Lebensunter- halt zu verdienen. Dem aktuellen Arztbericht ist nicht zu entnehmen, ob die Beschwerdeführerin in den letzten Jahren seit dem ersten Arzt- bericht dauernd, unregelmässig oder gar nicht mehr in psychothera- peutischer Behandlung war. Die Ärztin erwähnt lediglich, dass die me- dikamentöse Behandlung nach dem Verlust des Arbeitsplatzes wieder aufgenom men werden musste. Die Aussage der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung, die posttraumatische Belastungsstörung der Be- schwerdeführerin lasse sich in Y._______ adäquat behandeln, bei- spielsweise in einer namentlich genannten staatlichen Klinik, wurde we der in der Replik noch in den übrigen Eingaben bestritten. IDP, wel- che in der Russischen Föderation permanent registriert sind, können eine Krankenversicherung abschliessen und haben damit Zugang zur Ge sundheitsversorgung (vgl. IDMC, a.a.O., S. 19). Die Beschwerdefüh- rerin hat überdies die Möglichkeit, bei Bedarf um medizinische Rück- kehrhilfe im Sinne von Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG zu ersuchen. Auf- grund dieser Erwägungen kann die Behandelbarkeit der posttrauma ti- schen Belastungsstörung in Y._______ als erstellt gelten. 6.4.6Was die im Arztbericht vom 9. April 2007 prognostizierte akute Suizidalität im Falle einer Rückkehr sowie das im Bericht vom 4. Janu- ar 2010 erwähnte häufige Aufkommen von Suizidgedanken bei der Be- Seite 25D-1837/2007 schwerdeführerin betrifft, besteht gemäss Rechtsprechung des Euro- päischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) keine Verpflich- tung, von einer zu vollziehenden Weg- oder Ausweisung Abstand zu nehmen, wenn die betroffene Person mit Suizid droht, wobei dies aber voraussetzt, dass der ausschaffende Staat geeignete Massnahmen er- greift, um die Umsetzung der Suiziddrohung im Zusammenhang mit der Wegweisung zu verhindern (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 212 mit dem Hinweis auf den Unzulässigkeitsentscheid des EGMR vom 7. Ok tober 2004 i.S. D. et al. gegen Deutschland [Nr. 33743/03]). Die Vorinstanz wies in ihrer Vernehmlassung vom 10. Mai 2007 ebenfalls explizit auf allenfalls einzuleitende präventive Massnahmen hin. In die- sem Zusammenhang darf aufgrund der Aktenlage davon ausgegangen werden, dass die Vollzugsbehörden die notwendigen Schritte bei der Rückführung der Beschwerdeführerin in die Republik Bashkortostan in die Wege leiten werden. 6.4.7Aufgrund dieser Erwägungen kann daher eine konkrete Gefähr- dung der Beschwerdeführerin aufgrund einer medizinischen Notlage bei einer Rückkehr ausgeschlossen werden, weshalb auch aus medizi- nischer Sicht dem Wegweisungsvollzug nichts entgegensteht. 6.4.8Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Y._______ (Republik Bashkortostan) erweist sich daher auch als zu- mutbar. 6.5 Schliesslich verfügt die Beschwerdeführerin über einen russischen Reisepass, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), dies zumal es ihr überdies obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken. 7. Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung nach Y._______ zu bestätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vor- läufigen Aufnahme fällt daher ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be- schwerde ist daher abzuweisen. Seite 26D-1837/2007 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwer- deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird eine Partei, die nicht über die erfor- derlichen Mittel verfügt, auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfah- renskosten befreit, wenn ihr Begehren im Zeitpunkt der Gesuchseinrei- chung nicht aussichtslos erscheint. Diese Voraussetzungen sind im konkreten Fall erfüllt, da die vorliegende Beschwerde nicht von vorn- herein als aussichtslos bezeichnet werden konnte und aufgrund der Aktenlage von der prozessualen Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen ist. Das Gesuch um Befreiung von der Bezahlung der Ver- fahrenskosten ist daher gutzuheissen. (Dispositiv nächste Seite) Seite 27D-1837/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an: - den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben) - das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N [...] (per Kurier; in Kopie) - [die zuständige kantonale Behörde] (in Kopie) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Schmid Jacqueline Augsburger Versand: Seite 28