<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00492</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205576&amp;W10_KEY=4467136&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00492</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.12.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Anwaltsverzeichnis</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verweigerung des Eintrags ins Anwaltsverzeichnis nach § 16 AnwG (nicht Anwaltsregister) für einen angestellten Unternehmensjuristen:<br/><br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E.1). Anwälte und Anwältinnen, die im Kanton den Anwaltsberuf ausüben, ohne in einem kantonalen Anwaltsregister eingetragen zu sein, haben der Aufsichtskommission die Aufnahme und die Beendigung der Berufstätigkeit anzuzeigen (E.3.1). Strittig ist, inwieweit unter dem neuen Recht die als Unternehmensjuristen tätigen Rechtsanwälte - ausserhalb des Anwaltsmonopols - als "den Anwaltsberuf ausübend" im Sinne des Anwaltsgeseztes zu gelten haben (E.3.2). Würdigung der Materialien (E.3.3). Da der Arbeitgeber, zu dem die angestellten Anwälte und Anwältinnen in einem Treueverhältnis stehen, keines Publikumschutzes bedarf, führt eine teleologische Auslegung des Anwaltsgesetzes dazu, dass es nicht dem Gesetzeszweck entsprechen kann, dass sich die angestellten Anwältinnen und Anwälte für ihre ihrem Arbeitgeber gegenüber erbrachte beratende Tätigkeit ins Anwaltsverzeichnis eintragen lassen können (E.3.4). Die Eintragung scheitert auch daran, dass seine beratende Tätigkeit gegenüber seinem Arbeitgeber nicht den Anforderungen einer unabhängigen Anwaltstätigkeit genügt (E.3.5). Es ist fraglich, ob überhaupt der Schutzbereich der Wirtschaftsfreiheit tangiert ist, wird doch der Beschwerdeführer trotz Verweigerung des Eintrags nicht an der Ausübung seiner ohnehin kahm nach aussen gerichteten Funktionen eingeschränkt. Selbst wenn aber der Schutzbereich tangiert wäre, kann keine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit festgestellt werden (E.3.6). Abweisung der Beschwerde und Kostenfolge (E.4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWALTSGEHEIMNIS">ANWALTSGEHEIMNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWALTSVERZEICHNIS">ANWALTSVERZEICHNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITGEBER/-IN">ARBEITGEBER/-IN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: BERUFS- UND GEWERBERECHT">BERUFS- UND GEWERBERECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PUBLIKUMSCHUTZ">PUBLIKUMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNABHÃNGIGKEIT">UNABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERNEHMENSJURIST">UNTERNEHMENSJURIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTSFREIHEIT">WIRTSCHAFTSFREIHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 13 AnwG</span><br/><span class="gerade">§ 14 AnwG</span><br/><span class="ungerade">§ 16 Abs. 1 AnwG</span><br/><span class="gerade">Art. 27 BV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2005 Nr. 32 S. 106</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Rechtsanwalt A zeigte der Aufsichtskommission Ã¼ber die AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte im Kanton ZÃ¼rich gestÃ¼tzt auf § 46 in Verbindung mit § 16 Abs. 1 des Anwaltsgesetzes vom 17. November 2003 (AnwG, LS 215.1) am 31. MÃ¤rz 2005 die AusÃ¼bung des Anwaltsberufs im Kanton ZÃ¼rich im Sinn von § 10 AnwG unter Ausschluss der unter das Anwaltsmonopol gemÃ¤ss § 11 AnwG fallenden TÃ¤tigkeit an. </p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 30. Juni 2005 teilte der PrÃ¤sident i.V. der Anwaltskommission Rechtsanwalt A mit, die Aufsichtskommission sei zum Schluss gelangt, dass sich nur Personen in das â den nicht im Anwaltsregister gemÃ¤ss Art. 4 ff. des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit der AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte (BGFA, SR 935.61) eingetragenen AnwÃ¤lten vorbehaltene â Anwaltsverzeichnis nach § 16 AnwG eintragen lassen kÃ¶nnten, welche den Anwaltsberuf in unabhÃ¤ngiger Stellung ausÃ¼bten. AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lten, welche in ihrem AnstellungsverhÃ¤ltnis keine vollstÃ¤ndige UnabhÃ¤ngigkeit beanspruchen kÃ¶nnten, stehe dieses Verzeichnis nicht offen. Mit Eingabe an die Aufsichtskommission vom 25. Juli 2005 berief sich Rechtsanwalt A darauf, im Sinn von § 10 AnwG den Anwaltsberuf auszuÃ¼ben, indem er als Angestellter einer Bank die Arbeitgeberin, deren Tochtergesellschaften sowie andere Gruppengesellschaften der betreffenden Bankengruppe, teilweise auch deren Kunden, Mitarbeiter und GeschÃ¤ftspartner in Rechtsfragen berate. Eine institutionelle UnabhÃ¤ngigkeit im Sinn des BGFA werde fÃ¼r eine AnwaltstÃ¤tigkeit ausserhalb des Monopolbereichs nicht verlangt, weshalb er darum bitte, im Anwaltsverzeichnis eingetragen zu werden. Mit Beschluss vom 1. September 2005 wies die Aufsichtskommission das Gesuch ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen erhob Rechtsanwalt A am 10. Oktober 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des Beschlusses der Aufsichtskommission vom 1. September 2005 sowie seine Eintragung in das Anwaltsverzeichnis gemÃ¤ss § 16 AnwG, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Aufsichtskommission. Die Aufsichtskommission verzichtete auf eine Beschwerdeantwort. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 41 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, in der Fassung vom 17. November 2003, in Kraft seit 1. Januar 2005) kann gegen Anordnungen der Aufsichtskommission Beschwerde an das Verwaltungsgericht erhoben werden. Die sachliche und funktionelle ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ist daher gegeben, und es ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Aufsichtskommission hielt in ihrem Entscheid vom 1. September 2005 unter anderem fest, das BGFA regle nur die TÃ¤tigkeit von Personen, die Ã¼ber ein Anwaltspatent verfÃ¼gten und in der Schweiz im Rahmen des Anwaltsmonopols Parteien vor GerichtsbehÃ¶rden vertreten wÃ¼rden. Nicht im Register eingetragene, nur beratend tÃ¤tige freiberuflich-unabhÃ¤ngige AnwÃ¤lte sowie angestellte, im Interesse ihres Arbeitgebers juristisch tÃ¤tige Unternehmensjuristen wÃ¼rden jedoch vom BGFA ausser Acht gelassen. Im Kanton ZÃ¼rich wÃ¼rden gestÃ¼tzt auf § 14 AnwG die fÃ¼r die "RegisteranwÃ¤lte" vorgesehenen Berufsregeln auch fÃ¼r AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte gelten, die den Anwaltsberuf ausÃ¼bten, dem BGFA aber nicht unterstÃ¼nden. Demnach komme es zu einer Gleichstellung der beratenden AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte mit den im Register eingetragenen, forensisch tÃ¤tigen Kolleginnen und Kollegen. FÃ¼r den Entscheid, ob als Unternehmensjuristen tÃ¤tige AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte unter § 14 AnwG fielen und damit als "den Anwaltsberuf ausÃ¼bende" Personen gelten kÃ¶nnten, komme es entscheidend darauf an, worin die BerufsausÃ¼bung im Einzelnen bestehe und wie sie gegenÃ¼ber anderen TÃ¤tigkeiten abzugrenzen sei. Unter der Herrschaft des alten Anwaltsgesetzes vom 3. Juli 1938 (aAnwG) hÃ¤tten sich auch Unternehmensjuristen als praktizierend melden kÃ¶nnen, und die Aufsichtskommission habe sich sogar fÃ¼r zustÃ¤ndig erklÃ¤rt, Pflichtverletzungen eines bei einer Treuhandgesellschaft fest angestellten, ausschliesslich deren Klienten beratenden Rechtsanwalts zu beurteilen, obwohl dieser sich ausdrÃ¼cklich als "nicht praktizierend" deklariert hatte (ZR 95 Nr. 42). Das damalige Anwaltsgesetz habe die Kompetenz zur Ahndung von Pflichtverletzungen gegenÃ¼ber jedem Rechtsanwalt festgelegt, der als Inhaber eines zÃ¼rcherischen FÃ¤higkeitsausweises bzw. einer zÃ¼rcherischen BerufsausÃ¼bungsbewilligung definiert worden sei. Das neue zÃ¼rcherische Anwaltsgesetz knÃ¼pfe hingegen nicht mehr an die persÃ¶nliche Eigenschaft einer Inhaberin oder Inhabers eines Anwaltspatents. Die Aufsicht gelte gemÃ¤ss § 13 AnwG nur fÃ¼r Personen, die im Kanton den Anwaltsberuf ausÃ¼bten. In Bezug auf die Definition des Anwaltsberufs und seiner allfÃ¤lligen Abgrenzung zum Unternehmensjuristen bedeute dies, dass Letzterer seinen Arbeitgeber und allenfalls Klienten seines Arbeitgebers berate und â unter Ausschluss des Monopolbereichs â vertrete. Dabei habe er stets die Interessen seines Arbeitgebers zu wahren, den Arbeitsvertrag einzuhalten und sei in der Annahme oder Ablehnung eines Auftrages nicht frei. Soweit dies durch das AnstellungsverhÃ¤ltnis nicht ausgeschlossen sei, kÃ¶nne er wohl nebenberuflich als selbststÃ¤ndiger und unabhÃ¤ngiger Anwalt tÃ¤tig sein und sich auch im Register eintragen lassen, was im vorliegenden Fall aber nicht weiter interessiere. In seiner Funktion als Unternehmensjurist fehle es dem BeschwerdefÃ¼hrer in jedem Fall an der institutionellen UnabhÃ¤ngigkeit, wie sie aufgrund der Verweisung in § 14 AnwG auf Art. 12 lit. b BGFA von denjenigen Personen beachtet und garantiert werden mÃ¼sse, welche im Kanton den Anwaltsberuf ausÃ¼bten. Nur AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, die ihren Beruf unabhÃ¤ngig ausÃ¼bten, kÃ¶nnten auch das Berufsgeheimnis in Bezug auf die AnwaltstÃ¤tigkeit im engeren Sinn in Anspruch nehmen und unterlÃ¤gen bei dessen Verletzung der strafrechtlichen Verfolgung. Diese Pflicht und dieses Privileg kÃ¶nnten einem Unternehmensjuristen nicht auferlegt bzw. zugestanden werden. Dies fÃ¼hre zum Schluss, dass die Eintragung von nicht im kantonalen Anwaltsregister eingetragenen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lten in das Verzeichnis gemÃ¤ss § 16 AnwG auf diejenigen Inhaberinnen und Inhaber eines kantonalen Anwaltspatentes zu beschrÃ¤nken sei, die mit einer GeschÃ¤ftsadresse im Kanton unabhÃ¤ngig und selbststÃ¤ndig oder als Angestellte einer ihrerseits im Anwaltsregister eingetragenen Person anwaltlich tÃ¤tig seien. Der BeschwerdefÃ¼hrer sei somit nicht in das Verzeichnis aufzunehmen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt sich auf den Standpunkt, die Aufsichtskommission lege das Anwaltsgesetz nicht richtig aus bzw. wende es nicht richtig an. Sein Rechtsanwaltspatent wÃ¼rde entwertet, wenn er keinerlei Aufsicht mehr unterstÃ¼nde. Zudem kÃ¶nnte er wichtige Aufgaben in der Stellung als Rechtsanwalt, als welcher er in der Bank als Unternehmensjurist in der Funktion als Konsulent und Leiter der Rechtsabteilung sowie Mitglied der Direktion tÃ¤tig sei, nicht mehr oder nur noch teilweise erfÃ¼llen, wenn ihm keinerlei Anwaltsgeheim­nis zugebilligt wÃ¼rde. Es sei abzusehen, dass eine Verweigerung des Eintrages in das Anwaltsverzeichnis bezÃ¼glich RechtsanwÃ¤lten, die als Unternehmensjuris­ten tÃ¤tig seien, zur Folge hÃ¤tte, dass diesen schon deswegen der Schutz des Berufsgeheimnis­ses versagt wÃ¼rde. Es mÃ¶ge zwar zutreffen, dass Rechtskonsulenten â wie die institutionell unabhÃ¤ngigen RechtsanwÃ¤lte auch â zuweilen wirtschaftliche und geschÃ¤ftliche TÃ¤tigkeiten ausÃ¼bten, die vom Berufsgeheimnis nicht umfasst seien. Entscheidend sei aber der Umstand, dass RechtsanwÃ¤lte, die als Unternehmensjuristen tÃ¤tig seien, sehr wohl und in einem substanziellen Umfang auch TÃ¤tigkeiten ausÃ¼bten, die unter die AnwaltstÃ¤tigkeit im engeren Sinn und damit unter das Berufsgeheimnis fielen. So belegten die vorgesehene VerschÃ¤rfung und der Ausbau der fÃ¼r Unternehmen relevanten Strafbestimmungen im Strafgesetzbuch, im geplanten Finanzmarktaufsichtsgesetz sowie im Kartellgesetz, welche eine Deliktsverhinderungspflicht der Unternehmen statuierten, dass RechtsanwÃ¤lte, die als Unternehmensjuristen tÃ¤tig seien, sowohl im eigenen Interesse als auch im Interesse ihrer Arbeitgeber immer stÃ¤rker darauf angewiesen seien, sich in bestimmten Situationen auf das Berufsgeheimnis berufen zu kÃ¶nnen. Gerade im Bereich der Oberaufsicht Ã¼ber die mit der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrung betrauten Personen gemÃ¤ss Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 des Obligationenrechts (OR) bzw. der so genannten "Compliance"-TÃ¤tigkeit (gemeint ist damit die Sicherstellung der rechtlich korrekten Anwendung von Gesetzen, zum Beispiel des GeldwÃ¤scherei-, Antikorruptions- oder Kartellgesetzes; vgl. dazu die an das EidgenÃ¶ssische Justiz- und Polizeidepartement gerichtete Stellungnahme der "economiesuisse" vom 30. Juni 2005 zur Ãnderung des BGFA) sei die Berufung des Unternehmensjuristen auf das Anwaltsgeheimnis wichtig. Es liege im Ã¶ffentlichen Interesse, dass Straftaten in den erwÃ¤hnten Bereichen mÃ¶glichst vermieden wÃ¼rden, weshalb es auch im Ã¶ffentlichen Interesse liege, dass sich RechtsanwÃ¤lte, welche als Unternehmensjuristen tÃ¤tig seien, auf das Anwaltsgeheimnis berufen kÃ¶nnten. Auch das alte Anwaltsgesetz habe nicht zwischen selbststÃ¤ndigen und ausschliesslich im AngestelltenverhÃ¤ltnis tÃ¤tigen RechtsanwÃ¤lten unterschieden. Nichts anderes ergebe sich auch in Bezug auf das neue Anwaltsgesetz, welches in § 10 AnwG eine sehr breite Definition des Anwaltsberufes enthalte und RechtsanwÃ¤lte, welche als Unternehmensjuristen tÃ¤tig seien, nicht ausschliesse. Es ergebe sich somit ein verfassungsmÃ¤ssiger Anspruch des BeschwerdefÃ¼hrers auf eine Eintragung in das Anwaltsverzeichnis. Die Nichteintragung hÃ¤tte eine Verletzung der durch Art. 27 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) garantierten Wirtschaftsfreiheit zur Folge, wÃ¼rde doch dadurch sein Wert auf dem Arbeitsmarkt reduziert. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Vorab ist festzuhalten, dass am 1. Juni 2002 das eidgenÃ¶ssische Anwaltsgesetz (BGFA) in Kraft getreten ist, was eine <i>Totalrevision</i> des kantonalen Anwaltsgesetzes mit sich gebracht hat. Dem eidgenÃ¶ssischen Anwaltsgesetz sind Personen unterstellt, die im Bereich des <i>Anwaltsmonopols</i> Parteien vor GerichtsbehÃ¶rden vertreten wollen und entweder Ã¼ber ein kantonales Anwaltspatent verfÃ¼gen oder als AngehÃ¶rige aus EU- oder EFTA-Mitgliedstaaten die Voraussetzungen zur BerufsausÃ¼bung in der Schweiz erfÃ¼llen. FÃ¼r diese Kategorie von AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lten sind die ModalitÃ¤ten der FreizÃ¼gigkeit, die Berufsregeln und die Disziplinarmassnahmen durch das Bundesgesetz <i>abschliessend</i> geregelt. Als notwendiges Vollzugsrecht haben die Kantone die kantonale AufsichtsbehÃ¶rde zu bezeichnen, die auch das <i>Anwaltsregister</i> zu fÃ¼hren und das Disziplinarverfahren zu regeln hat. BerufsangehÃ¶rige, die nur in der Rechtsberatung tÃ¤tig sein wollen und sich nicht ins kantonale Anwaltsregister eintragen lassen, unterstehen dem Bundesgesetz nicht. Hinsichtlich dieser AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte kann aber der kantonale Gesetzgeber nach wie vor Vorschriften Ã¼ber die Berufsregeln, die Aufsicht und das Disziplinarrecht erlassen, wovon der Kanton ZÃ¼rich Gebrauch gemacht hat (Weisung des Regierungsrats vom 23. November 2002 zum Anwaltsgesetz, ABl 2002, 1977, 1990 f. [Hervorhebungen beigefÃ¼gt]; vgl. auch Hans Nater in: Walter Fellmann/Gaudenz G. Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsgesetz, ZÃ¼rich etc. 2005, Art. 2 N 9). Entsprechend bestimmt § 13 AnwG, dass Personen, die im Kanton den Anwaltsberuf ausÃ¼ben, der Aufsicht der Aufsichtskommission unterstehen. Nach § 14 Abs. 1 AnwG gelten das Berufsgeheimnis und die Berufsregeln gemÃ¤ss BGFA sinngemÃ¤ss auch fÃ¼r AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, die den Anwaltsberuf ausÃ¼ben, aber dem BGFA nicht unterstehen. Sodann sieht § 16 Abs. 1 AnwG vor, dass AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, die mit GeschÃ¤ftsadresse im Kanton den Anwaltsberuf ausÃ¼ben, ohne in einem kantonalen Anwaltsregister oder einer Liste gemÃ¤ss Art. 28 BGFA eingetragen zu sein, der Aufsichtskommission die Aufnahme und die Beendigung der BerufstÃ¤tigkeit anzuzeigen haben. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Strittig ist nun, inwieweit unter dem neuen Recht die als Unternehmensjuristen tÃ¤tigen RechtsanwÃ¤lte â ausserhalb des Anwaltsmonopols â als "den Anwaltsberuf ausÃ¼bend" im Sinn der §§ 10, 13, 14 und 16 AnwG zu gelten haben. Der vorliegend zu beurteilende Fall ist im Kontext zur erwÃ¤hnten Totalrevision des kantonalen Anwaltsgesetzes zu sehen. Entsprechend tritt die frÃ¼here Rechtsprechung der Aufsichtskommission in den Hintergrund. Es kann somit nicht die Schlussfolgerung gezogen werden, der Umstand, dass sich nach der frÃ¼heren Praxis ebenfalls Unternehmensjuristen als praktizierend im Sinn von § 35 aAnwG melden konnten bzw. sich die Aufsichtskommission auch zur Disziplinierung von ausschliesslich im AngestelltenverhÃ¤ltnis, beispielsweise bei einer Treuhandgesellschaft, tÃ¤tigen RechtsanwÃ¤lten zustÃ¤ndig erachtete, fÃ¼hre zwingend dazu, dies mÃ¼sse sich unter dem neuen Recht gleich verhalten. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Es rechtfertigt sich daher vorliegend, nÃ¤her auf die Materialien einzugehen:</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Aus der regierungsrÃ¤tlichen Weisung geht hervor, dass fÃ¼r alle <i>praktizierenden</i> AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte â unabhÃ¤ngig von der TÃ¤tigkeit im Monopolbereich â die Berufsregeln gelten und dass diese auch der Disziplinaraufsicht unterstellt werden sollen. Sodann wird Folgendes festgehalten: "FÃ¼r in Unternehmen angestellte AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte ist es jedoch ein zentrales Anliegen, dass durch diese Regelung nicht verhindert wird, dass sie weiterhin ihren Titel verwenden und unter der Berufsbezeichnung âRechtsanwÃ¤ltinâ oder âRechtsanwaltâ tÃ¤tig sein dÃ¼rfen" (ABl 2002, 1993; Hervorhebung beigefÃ¼gt). Diese soeben zitierte Formulierung belegt aber, dass der Gesetzgeber gerade nicht beabsichtigte, in Unternehmen angestellte AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte hinsichtlich der das AngestelltenverhÃ¤ltnis umfassenden TÃ¤tigkeiten unbesehen dem Anwaltsgesetz zu unterstellen. Gleichzeitig sollte dieser Umstand aber ohne Einfluss auf die Berechtigung zur Verwendung des Titels bzw. der Berufsbezeichnung "Rechtsanwalt/RechtsanwÃ¤ltin" bleiben, was im Ãbrigen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entspricht (BGE 112 Ia 318). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Dass der Gesetzgeber die das AngestelltenverhÃ¤ltnis tangierenden Bereiche der in Unternehmen tÃ¤tigen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte bezÃ¼glich der <i>MonopoltÃ¤tigkeit</i> ausgeklammert haben wollte, ergibt sich auch aus den Voten anlÃ¤sslich der Beratung des Kantonsrats vom 8. September 2003 zum Anwaltsgesetz. Diskutiert wurde insbesondere, inwieweit es auch den im Teilpensum angestellten AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lten erlaubt sein sollte, sich <i>bezÃ¼glich ihrer freien TÃ¤tigkeit </i>im Anwaltsregister eintragen zu lassen, da der dem Kantonsrat unterbreitete Gesetzesentwurf sich dazu nicht weiter Ã¤usserte. Einem Vorschlag, dies auch den von anerkannten Arbeitnehmer-, Arbeitgeber-, Vermieter-, HauseigentÃ¼mer- und Mieterorganisationen im Teilpensum fÃ¼r rein beratende TÃ¤tigkeiten angestellten AnwÃ¤lten und AnwÃ¤ltinnen zu erlauben, soweit es ihre freie TÃ¤tigkeit betreffe, wurde entgegnet, es sei nicht einzusehen, weshalb man einen Unternehmensjuristen oder eine Unternehmensjuristin oder jemanden, der eine vÃ¶llig andere TÃ¤tigkeit im angestellten Teilzeitpensum ausÃ¼be, hier nicht gleich behandeln soll wie die Mitarbeiter der genannten Organisationen, weshalb der Eventualantrag gestellt werde, die AufzÃ¤hlung der Organisationen zu streichen (Prot. KR 2003, S. 985 f.). Nachdem klargestellt wurde, dass die Eintragsberechtigung fÃ¼r die freie â und folglich eben auch unabhÃ¤ngige â TÃ¤tigkeit gewÃ¤hrleistet sein soll, wurde der erste Antrag zurÃ¼ckgezogen (Prot. KR 2003, S. 988 f.). Der Referent der Kantonalen Kommission fÃ¼r Justiz und Ã¶ffentliche Sicherheit (KJS) votierte in der Folge auch fÃ¼r den RÃ¼ckzug des Eventualantrages, und zwar mit der BegrÃ¼ndung, eine diesbezÃ¼gliche ErgÃ¤nzung sei Ã¼berflÃ¼ssig. Es gehe um den Begriff der "UnabhÃ¤ngigkeit des Anwalts oder der AnwÃ¤ltin", und dieser Begriff sei ein bundesrechtlicher Begriff. Die Problematik sei deshalb Ã¼ber die Legiferierung bzw. die Auslegung eidgenÃ¶ssischen Rechts zu lÃ¶sen und nicht durch Normierung auf kantonaler Ebene, was von Regierungsrat Markus Notter bestÃ¤tigt wurde. Er hielt fest, es wÃ¤re nicht so schlimm, wenn dem Antrag stattgegeben wÃ¼rde, weil das Bundesgericht â jedenfalls bis anhin â ohnehin die gleiche Auffassung gehabt habe wie der Antragsteller, nÃ¤mlich dass es zulÃ¤ssig sein soll, quasi nebenamtlich Anwalt und irgendwo anders angestellt zu sein. Das Obergericht interpretiere das eidgenÃ¶ssische Recht sehr offen und habe heute schon eine ganze Reihe von RechtsanwÃ¤lten in dieser Situation ins Register eingetragen, sogar solche, die in einer Treuhandfirma angestellt seien. Es sei ganz klar, dass alle der Meinung seien, dass man auch in einem bestimmten Teilpensum anwaltlich tÃ¤tig und in einem anderen Pensum irgendwo angestellt sein kÃ¶nne. Sollte dereinst irgendwann einmal insbesondere das Bundesgericht zu einer anderen Auffassung gelangen, so kÃ¶nne dies nicht verhindert werden, weil dann diese Bestimmung auch materiell bundesrechtswidrig werde. Aber selbst wenn dies (gemeint der Eventualantrag) jetzt hineingeschrieben werde und mit dem Bundesgericht im Einklang stehe, so sei dies formell eigentlich bundesrechtswidrig, weil in einen Bereich hineinlegiferiert werde, der nicht im ZustÃ¤ndigkeitsbereich des Kantons liege. Dem Eventualantrag wurde gleichwohl zugestimmt (zum Ganzen Prot. KR 2003, S. 989-991); er hat seinen Niederschlag in § 11 Abs. 2 lit. a AnwG gefunden. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>Somit besteht Klarheit darÃ¼ber, dass der Gesetzgeber teilzeitlich angestellten AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lten die freiberufliche AnwaltstÃ¤tigkeit im Monopolbereich <i>ausserhalb</i> des AnstellungsverhÃ¤ltnisses ermÃ¶glichen wollte. Unter denselben Bedingungen hat dies auch fÃ¼r teilzeitlich angestellte AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte zu gelten, die <i>ausserhalb</i> des AnstellungsverhÃ¤ltnisses <i>ausschliesslich beratend</i> und somit nicht im Monopolbereich tÃ¤tig sind, wollte der Gesetzgeber diesen Bereich doch ebenso dem Anwaltsgesetz unterstellt wissen. Entscheidend fÃ¼r den Eintrag ins Anwaltsverzeichnis, welches wie das Anwaltsregister dem Schutz des Publikums dienen soll, muss daher die <i>UnabhÃ¤ngigkeit </i>der anwaltlichen TÃ¤tigkeit des im Publikum auftretenden Anwalts sein (Prot. KR 2003, S. 981 f.). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Es stellt sich nun die Frage, ob sich AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte ebenfalls ins Anwaltsverzeichnis eintragen lassen kÃ¶nnen, wenn sie ihre beratende TÃ¤tigkeit im Zusammenhang mit ihrer Anstellung und somit <i>innerhalb </i>des AnstellungsverhÃ¤ltnisses, nÃ¤mlich gegenÃ¼ber ihren nicht im Anwaltsregister oder Anwaltsverzeichnis eingetragenen Arbeitgebern erbringen. </p> <p class="Urteilstext">Dabei ist zunÃ¤chst einmal danach zu fragen, welchen Zweck der Gesetzesgeber damit verfolgte, dass sich nebst den im Monopolbereich tÃ¤tigen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte auch diejenigen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, die ausschliesslich beratend tÃ¤tig sind, in ein Anwaltsverzeichnis einzutragen haben. Dadurch, dass AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte im Anwaltsregister oder im Anwaltsverzeichnis aufgefÃ¼hrt sind, besteht dem die anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmenden Publikum gegenÃ¼ber GewÃ¤hr, dass die von ihm aufgesuchten AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte der Aufsicht der Aufsichtskommission und den Berufsregeln des BGFA unterstehen (§§ 13 und 14 AnwG). Die Aufsicht der Aufsichtskommission beschrÃ¤nkt sich nicht nur auf die im Monopolbereich tÃ¤tigen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, sondern wurde vom Gesetzgeber auch auf die ausschliesslich beratend tÃ¤tigen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte ausgedehnt, weil der Schutz des Publikums (welches sich darauf soll verlassen dÃ¼rfen, dass AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, die als solche in Erscheinung treten, einer besonderen Aufsicht unterstehen und dass auch fÃ¼r sie Berufsregeln gelten) dies erfordert (ABl 2002, 2016). Demnach steht auch bei der Eintragung der ausschliesslich beratend tÃ¤tigen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte in das Anwaltsverzeichnis der Publikumsschutz im Vordergrund (vgl. auch Prot. KR 2003, S. 982). Bei der von einer AnwÃ¤ltin oder von einem Anwalt gegenÃ¼ber dem eigenen Arbeitgeber im Rahmen des AnstellungsverhÃ¤ltnisses erbrachten BeratertÃ¤tigkeit handelt es sich aber gerade nicht um eine gegenÃ¼ber dem Publikum erbrachte Dienstleistung. Der Arbeitgeber, zu dem die angestellten AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte in einem TreueverhÃ¤ltnis stehen, bedarf keines Publikumschutzes, weshalb eine teleologische Auslegung des Anwaltsgesetzes dazu fÃ¼hrt, dass es nicht dem Gesetzeszweck entsprechen kann, dass sich angestellte AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte fÃ¼r ihre ihrem Arbeitgeber gegenÃ¼ber erbrachte beratende TÃ¤tigkeit ins Anwaltsverzeichnis eintragen lassen kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Die Eintragung des BeschwerdefÃ¼hrers ins Anwaltsverzeichnis scheitert aber auch daran, dass seine beratende TÃ¤tigkeit gegenÃ¼ber seiner Arbeitgeberin bzw. der mit dieser liierten Bankengruppen nicht den Anforderungen einer unabhÃ¤ngigen AnwaltstÃ¤tigkeit genÃ¼gt, wie sich aus den nachfolgenden AusfÃ¼hrungen ergibt: </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.1 </b>In der regierungsrÃ¤tlichen Weisung wurde unter anderem festgehalten, fÃ¼r AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, die ausschliesslich beratend tÃ¤tig seien, sollen die Berufsregeln nach Art. 12 und 13 BGFA durch Verweisung als kantonales Recht sinngemÃ¤ss gelten. Das bedeute nicht, dass sich die in einem AnstellungsverhÃ¤ltnis tÃ¤tigen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte bei ihrer beruflichen TÃ¤tigkeit genau gleich zu verhalten hÃ¤tten wie selbststÃ¤ndig tÃ¤tige BerufsangehÃ¶rige. Die Berufsregeln und das Berufsgeheimnis seien vielmehr entsprechend der konkreten Situation der AnwÃ¤ltin oder des Anwaltes zu interpretieren. Was die in Art. 12 lit. b BGFA verlangte UnabhÃ¤ngigkeit anbelange, so sei damit die UnabhÃ¤ngigkeit bei der BerufsausÃ¼bung angesprochen und nicht wie bei der persÃ¶nlichen Voraussetzung fÃ¼r den Registereintrag nach Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA die institutionelle UnabhÃ¤ngigkeit. Eine unzulÃ¤ssige AbhÃ¤ngigkeit bei der BerufsausÃ¼bung liege nach dem Gesagten nicht bereits dann vor, wenn die AnwÃ¤ltin oder der Anwalt von einer Person angestellt sei, die nicht im Anwaltsregister eingetragen sei. Vielmehr gÃ¤lten diesbezÃ¼glich fÃ¼r angestellte AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, die <i>Klienten ihres Arbeitgebers als AnwÃ¤ltin oder als Anwalt berieten</i>, weiterhin die in der zÃ¼rcherischen Praxis entwickelten Kriterien (ABl 2002, 2016 f. mit Hinweis auf ZR 79 Nr. 126 und ZR 95 Nr. 42, Hervorhebung beigefÃ¼gt).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.2 </b>Die Aufsichtskommission hat nun aber ihre Praxis unter Hinweis auf die neuste bundesgerichtliche Rechtsprechung dahingehend prÃ¤zisiert, die Eintragung von nicht im kantonalen Anwaltsregister eingetragenen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lten in das Verzeichnis gemÃ¤ss § 16 AnwG sei auf diejenigen Inhaberinnen und Inhaber eines kantonalen Anwaltspatentes zu beschrÃ¤nken, die mit einer GeschÃ¤ftsadresse im Kanton unabhÃ¤ngig und selbststÃ¤ndig oder als Angestellte einer ihrerseits im Anwaltsregister eingetragenen Person anwaltlich tÃ¤tig seien.</p> <p class="Urteilstext"><span>Inwieweit diese neue Praxis der Aufsichtskommission zur Folge hat, dass AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, welche <i>Klienten</i> ihres nicht im Anwaltsregister oder Anwaltsverzeichnis eingetragenen Arbeitgebers beraten, mangels UnabhÃ¤ngigkeit nicht die Voraussetzungen erfÃ¼llen, um ins Anwaltsverzeichnis eingetragen zu werden und sie auch nicht dem Berufsgeheimnis unterstehen, kann hier offen bleiben. Diese Frage bildet vorliegend nicht Streitgegenstand (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., Vorbem. zu §§ 19-28, N. 86 ff.). Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt nÃ¤mlich die Eintragung ins Anwaltsverzeichnis nicht in erster Linie im Zusammenhang mit der Kundenberatung. Er hÃ¤lt fest, die Beratung von Kunden, Mitarbeitern und GeschÃ¤ftspartnern der Bank erfolge nur sporadisch und sei von sehr untergeordneter Bedeutung. Sollte dieser Teil seiner TÃ¤tigkeit als Hindernis fÃ¼r eine Eintragung gewertet werden, so wÃ¤re er bereit, auf diesen Teil seiner TÃ¤tigkeit zu verzichten. Somit treten die Bemerkungen in der Weisung, die ohnehin die hier nicht weiter interessierende Kundenberatung durch in Unternehmen angestellte AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte betreffen, worauf der BeschwerdefÃ¼hrer jedoch Bezug nimmt, in den Hintergrund. Dass der Arbeitgeber eines angestellten Anwalts aber nicht in diesem Sinn als </span>"<span>Klient</span>"<span> oder </span>"<span>Kunde</span>"<span> gelten kann, versteht sich von selbst (vgl. auch vorne E. 3.4, wonach der Arbeitgeber keines Publikumschutzes bedarf).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Aber selbst wenn das Begehren des BeschwerdefÃ¼hrers so aufzufassen wÃ¤re, dass er eine Eintragung in das Anwaltsverzeichnis fÃ¼r seine Kundenberatung beantragt, kann im vorliegenden Verfahren offen gelassen werden, ob er Anspruch auf einen solchen Eintrag hat. Das Bundesgericht fÃ¼hrte in einem neueren Entscheid aus, wenn der angestellte Anwalt ein Mandat eines Kunden seines Arbeitgebers Ã¼bernehme, tue er dies â auch â im Interesse seines Arbeitgebers, der ihm gegenÃ¼ber aus dem ArbeitsverhÃ¤ltnis weisungsbefugt sei. Die AusÃ¼bung eines Mandats unter dem Einfluss des Arbeitgebers sei mit dem Erfordernis der anwaltlichen UnabhÃ¤ngigkeit nicht vereinbar und dÃ¼rfe untersagt werden. Die MÃ¶glichkeit der Vertretung von mit dem Arbeitgeber in Beziehung stehenden Personen sei dagegen von der Rechtsprechung nicht vollstÃ¤ndig ausgeschlossen worden, sofern im Einzelfall als sichergestellt erscheine, dass der Anwalt das Mandat fÃ¼hren kÃ¶nne, ohne dass er dabei durch ein mÃ¶glicherweise vom Interesse des Klienten abweichendes Interesse des Arbeitgebers beeinflusst werde (BGE 130 II 87 E. 4.3.3). Der BeschwerdefÃ¼hrer hat in keiner Weise substanziiert dargetan, dass er im Rahmen der Klientenbetreuung, fÃ¼r die eine Eintragung ins Anwaltsregister denkbar ist, die vom Bundesgericht geforderte anwaltliche UnabhÃ¤ngigkeit auch seinem Arbeitgeber gegenÃ¼ber zu gewÃ¤hrleisten vermag, weshalb â wie gesagt â es offen gelassen werden kann, ob eine Eintragung des BeschwerdefÃ¼hrers ins Anwaltsverzeichnis fÃ¼r seine Kundenberatung mÃ¶glich ist.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.3 </b>Nachdem § 14 Abs. 1 AnwG ausdrÃ¼cklich festhÃ¤lt, das Berufsgeheimnis und die Berufsregeln gemÃ¤ss BGFA wÃ¼rden sinngemÃ¤ss auch fÃ¼r AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte gelten, die den Anwaltsberuf ausÃ¼ben, aber dem BGFA nicht unterstehen, rechtfertigt es sich umso mehr, fÃ¼r die Beantwortung der Frage, inwieweit die internen unternehmensspezifischen Beraterfunktionen des als Direktor und Rechtsanwalt beschÃ¤ftigten BeschwerdefÃ¼hrers dem Erfordernis der UnabhÃ¤ngigkeit genÃ¼gen, auf die neuste bundesgerichtliche Rechtsprechung abzustellen, wie dies denn auch die Aufsichtskommission getan hat. Der BeschwerdefÃ¼hrer weist allerdings auf das Votum des Referenten der KJS im Zusammenhang mit § 4 Abs. 2 lit. c AnwG hin, wonach die vorbereitende Kommission auch den Rahmen fÃ¼r die Mitglieder der AnwaltsprÃ¼fungskommission auf AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte ausgeweitet habe, die nicht im Monopolbereich tÃ¤tig, sondern nur im Anwaltsverzeichnis eingetragen seien. Gemeint seien damit zum Beispiel UnternehmensanwÃ¤ltinnen und -anwÃ¤lte, welche ja ebenfalls viel Know-how in die PrÃ¼fungskommission einbringen kÃ¶nnten (Prot. KR 2003, S. 984). Dieses Votum unterstÃ¼tzt zwar die vom BeschwerdefÃ¼hrer vertretene Auslegung, doch ist darauf nicht abzustellen, steht es doch im Widerspruch zu den restlichen Materialien und zum im Rahmen einer umfassenden Auslegung zu berÃ¼cksichtigenden Gesetzeszweck des Publikumsschutzes. Das bedeutet, dass auch fÃ¼r die Mitgliedschaft in der AnwaltsprÃ¼fungskommission eine <i>anwaltliche</i> (forensische und/oder beratende) TÃ¤tigkeit vorausgesetzt wird, wobei es abzugrenzen gilt, wann eine solche gegeben ist. </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Bundesgericht hat ein absolutes Verbot, den eigenen Arbeitgeber als Anwalt vor Gerichten zu vertreten, unter dem Gesichtswinkel der (finanziellen) UnabhÃ¤ngigkeit als verfassungskonform erachtet. Gemeint sei damit der Fall, dass der Angestellte der Unternehmung formell als deren Anwalt auftrete. Nicht berÃ¼hrt davon sei hingegen die Frage, ob eine Unternehmung sich durch eigene Arbeitnehmer mit Organfunktion, die Ã¼ber ein Anwaltspatent verfÃ¼gten, vertreten lassen dÃ¼rften. Soweit kein Anwaltszwang bestehe, dÃ¼rfte dem nichts entgegenstehen; der Arbeitnehmer kÃ¶nne dabei aber <i>nicht die Stellung eines Anwalts</i> beanspruchen (BGE 130 II 87 E. 4.3.2, mit Hinweisen, Hervorhebung beigefÃ¼gt). Sodann hat das Bundesgericht ausgefÃ¼hrt, institutionell verstandene UnabhÃ¤ngigkeit bedeute, dass das Fehlen der UnabhÃ¤ngigkeit bei Mandanten zu vermuten sei, die in irgendeinem Zusammenhang mit der Anstellung stehen; so bei der Vertretung des Arbeitgebers selber oder von mit diesem verbundenen Unternehmungen sowie bei der Vertretung von dessen Kunden (â¦). Das Gesetz sei daher so auszulegen, dass der Anwalt fÃ¼r seine TÃ¤tigkeit als Anwalt in keinem AngestelltenverhÃ¤ltnis mit einem Arbeitgeber stehen dÃ¼rfe, der nicht selber als Anwalt im Register eingetragen sei. Der bei einem diese Voraussetzungen nicht erfÃ¼llenden Arbeitgeber angestellte Anwalt kÃ¶nne aber die verlangte UnabhÃ¤ngigkeit ebenfalls aufweisen, wenn er seine AnwaltstÃ¤tigkeit ausserhalb dieses AngestelltenverhÃ¤ltnisses ausÃ¼be und sich auf Mandate beschrÃ¤nke, die auch klar ausserhalb des TÃ¤tigkeitsbereichs seines Arbeitgebers lÃ¤gen (BGE 130 II 87 E. 5.2).</span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.4 </b>Damit ergibt sich aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eindeutig, dass die beratende TÃ¤tigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers gegenÃ¼ber seiner Arbeitgeberin bzw. der mit dieser liierten Bankengruppen nicht unter den Begriff der unabhÃ¤ngigen AnwaltstÃ¤tigkeit im umschriebenen Sinn fallen kann (vgl. auch Hans Nater, Anwaltsrubrik, SJZ 100/2004, S. 139 ff.). Es ist daher unter keinem Titel zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Eintragung des BeschwerdefÃ¼hrers in das den Schutz des Publikums bezweckende Anwaltsverzeichnis abgelehnt hat. Damit wird denn auch die zweifelsohne komplexe und verantwortungsvolle Beraterfunktion des BeschwerdefÃ¼hrers, namentlich auch im Hinblick auf die bevorstehende VerschÃ¤rfung der Strafbestimmungen, nicht herabgesetzt. In seiner Stellung als Direktionsmitglied ist er aber in weit gehender Art und Weise mit der Bankengruppe verbunden, welcher Umstand nach schweizerischer Auffassung â im Gegensatz zur angelsÃ¤chsischen â dazu fÃ¼hrt, dass die Voraussetzungen der UnabhÃ¤ngigkeit in der Funktion als Anwalt der betreffenden Firmen nicht erfÃ¼llt sein kÃ¶nnen (vgl. zum Ganzen auch Botschaft zum Bundesgesetz Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit der AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte vom 28. April 1999, BBl 1999 VII 6013, 6034 f., 6038 f.; Andreas Donatsch/Wolfgang Wohlers, Strafrecht IV, 3. A., ZÃ¼rich 2004, S. 479; Michael Pfeifer, Der Rechtsanwalt in der heutigen Gesellschaft, ZSR 115/1996, II, S. 253 ff., insbes. S. 318-320; derselbe in: Fellmann/Zindel, Kommentar zum Anwaltsgesetz, Art. 13 N. 89 ff.; Lucien W. Valloni/Marcel C. Steinegger, Bundesgesetz Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit der AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, ZÃ¼rich etc. 2002, S. 38). Daran Ã¤ndert auch nichts, dass die Rechtsabteilung, welcher der BeschwerdefÃ¼hrer vorsteht, rÃ¤umlich, organisatorisch und technisch eigenstÃ¤ndig ist. Sowohl die Visitenkarte als auch das vom BeschwerdefÃ¼hrer verwendete Briefpapier weisen unmissverstÃ¤ndlich auf seine Stellung in der Bank und damit auf seine AbhÃ¤ngigkeit von derselben hin. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist denn auch nicht frei von Rapportierungspflichten. So hat er â wenn auch nicht gegenÃ¼ber der GeschÃ¤ftsleitung der Bank, bei welcher er angestellt ist â an den "Head of Group Legal Services Wealth Management Division" der beherrschenden auslÃ¤ndischen Finanzdienstleistungsgruppe sowie an den "Chief Risk Officer" der Bank und an das "Risk Management Committee" und das "Audit Committee" des Verwaltungsrats zu rapportieren, was dem hiesigen Begriff der UnabhÃ¤ngigkeit bezÃ¼glich der AnwaltstÃ¤tigkeit diametral entgegensteht (vgl. Walter Fellmann in: Fellmann/Zindel, Kommentar zum Anwaltsgesetz, § 12 N. 73 mit Hinweis auf BGr, 7. April 2004, 2A.285/2003, E. 2, www.bger.ch; im Ãbrigen ebenso die frÃ¼here Auffassung der Aufsichtskommission, ZR 79 Nr. 126 E. 9). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Die vom eidgenÃ¶ssischen Gesetzgeber vorgenommene restriktive und vom Bundesgericht prÃ¤zisierte Auslegung des Begriffs der anwaltlichen UnabhÃ¤ngigkeit, welcher Auffassung sich nun die Aufsichtskommission im Zusammenhang mit der Eintragung ins Anwaltsverzeichnis angeschlossen hat, widerspricht auch nicht der Rechtsprechung des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs. Dieser billigt den Mitgliedstaaten das Recht zum Erlass von Regelungen zu, die vom Rechtsanwalt verlangen, dass er sich in einer Position der UnabhÃ¤ngigkeit gegenÃ¼ber staatlichen Stellen, anderen Wirtschaftsteilnehmern und Dritten befindet, von denen er sich zu keiner Zeit beeinflussen lassen darf (vgl. BGE 130 II 87 E. 4.2 und BGr, 13. Dezember 2003, 2.A.101/2003, E. 4.2, E. 5.1.1, www.bger.ch). </p> <p class="Urteilstext"><span>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer geltend macht, durch die Verweigerung der Eintragung in das Anwaltsverzeichnis werde die in Art. 27 BV garantierte Wirtschaftsfreiheit verletzt, ist fraglich, ob Ã¼berhaupt der Schutzbereich der Wirtschaftsfreiheit tangiert ist, wird doch der BeschwerdefÃ¼hrer trotz Verweigerung des Eintrags nicht an der AusÃ¼bung seiner ohnehin kaum nach aussen gerichteten Funktionen eingeschrÃ¤nkt. Selbst wenn aber der Schutzbereich tangiert wÃ¤re, kann keine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit festgestellt werden, sowenig wie dies durch die EinschrÃ¤nkung der Befugnis, Parteien im Monopolbereich vor Gericht zu vertreten, der Fall ist, sofern â wie hier â die im Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen Interesse stehende UnabhÃ¤ngigkeit des Antragstellenden nicht ausreichend gewÃ¤hrleistet ist (vgl. BGE 130 II 87 E. 3; BGr, 13. Dezember 2003, 2A.101/2003, E. 3, www.bger.ch; Pra 90/2001 Nr. 141 E. 3a, 4a). Gerade diese UnabhÃ¤ngigkeit soll grÃ¶sstmÃ¶gliche Freiheit und Sachlichkeit bei der Interessenwahrung gegenÃ¼ber dem Klienten wie gegenÃ¼ber dem Richter gewÃ¤hrleisten und bildet die Voraussetzung fÃ¼r das Vertrauen in den Anwalt und die Justiz (Pra 90/2001 Nr. 141, Regeste). Eine direkte oder indirekte AbhÃ¤ngigkeit des Anwalts von einem Dritten, der selbst nicht in einem Anwaltsregister (oder, bei rein beratender TÃ¤tigkeit, mindestens im hier interessierenden Anwaltsverzeichnis) eingetragen ist, darf nicht einmal im Ansatz toleriert werden. Solche AbhÃ¤ngigkeiten wÃ¼rden den Schutz des Rechtssuchenden und das Vertrauen in den Anwalt gefÃ¤hrden und damit letztlich dem Rechtsstaat und der Justiz schaden (vgl. Ernst Staehelin/Christian Oetiker in: Fellmann/Zindel, Kommentar zum Anwaltsgesetz, Art. 8 N. 32). Dass der BeschwerdefÃ¼hrer aber nicht unabhÃ¤ngig in diesem Sinn ist, wurde bereits dargelegt, weshalb er auch nicht ins Verzeichnis, welches eine Kontrolle der rein beratenden AnwaltstÃ¤tigkeit bezweckt, eingetragen werden kann. Es sei angefÃ¼gt, dass es auch Stimmen gibt, welche anders als der BeschwerdefÃ¼hrer gerade die Unterstellung der BerateranwÃ¤lte im Kanton ZÃ¼rich unter die Berufsregeln als eine mÃ¶gliche GrundrechtseinschrÃ¤nkung sehen, was hier aber nicht weiter ausgefÃ¼hrt zu werden braucht (vgl. Beat Hess, Umsetzung des Bundesgesetzes Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit der AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte [BGFA] durch die Kantone, SJZ 98/2002, S. 485 ff., insbes. S. 488 f.).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer weist darauf hin, die Unterstellung des bei einem Unternehmen angestellten Anwalts unter das <i>Berufs- bzw. Anwaltsgeheimnis</i>, dessen Schutz ohne Eintragung ins Verzeichnis wohl schon deswegen versagt wÃ¼rde, stÃ¼nde â namentlich im Hinblick auf die </span>"<span>Deliktsverhinderungspflicht</span>"<span> â ebenfalls im Ã¶ffentlichen Interesse. Dass die Compliance-TÃ¤tigkeit und Ã¤hnliche Aufgaben der in Unternehmen angestellten AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte auch Ã¶ffentliche Interessen erfÃ¼llen, soll nicht in Abrede gestellt werden. Diese Funktionen kÃ¶nnen aber nicht unter den Begriff der unabhÃ¤ngigen anwaltlichen TÃ¤tigkeit fallen. Entsprechend ist bei der parlamentarischen Detailberatung auf die Problematik zwischen Anwaltsgeheimnis einerseits und beispielsweise der Offenlegung des Bankkundengeheimnisses andererseits durch den bei einer Bank angestellten Anwalt hingewiesen worden (AB 1999 N. 1566, Votum Suter; zum Problem </span>"<span>Anwaltsgeheimnis</span>"<span> und </span>"<span>Bankgeheimnis</span>"<span> vgl. auch Niklaus Oberholzer in: Marcel Alexander Niggli/Hans WiprÃ¤chtinger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Basel etc. 2003, Art. 321 N. 21). Ãhnliche Schwierigkeiten kÃ¶nnten sich auch bei der anwaltlichen Beratung des Arbeitgebers durch den angestellten Anwalt ergeben. Daran Ã¤ndert auch der Hinweis des BeschwerdefÃ¼hrers nichts, dass das Anwaltsgeheimnis bei einer Entbindung durch den Berechtigten entfalle und die EidgenÃ¶ssische Bankenkommission (EBK) in der Praxis von den Banken verlange, AnwÃ¤lte vom Anwaltsgeheimnis zu entbinden, womit sichergestellt sei, dass dieses die EBK in ihrer AufsichtstÃ¤tigkeit nicht einschrÃ¤nke. Der BeschwerdefÃ¼hrer folgt nÃ¤mlich â zumindest indirekt durch entsprechende Verweisungen â der Auffassung, die Entbindung vom Anwaltsgeheimnis durch den Geheimnisherrn verpflichte den Anwalt zur Aussage (so Werner de Capitani, Anwaltsgeheimnis und Unternehmensjurist, Das Anwaltsgeheimnis Band 5, ZÃ¼rich 1999, Rz. 151 ff., insbes. Rz. 155). Dies ist aber nicht der Fall, hÃ¤lt doch Art. 13 Abs. 1 Satz 2 BGFA fest, die Entbindung vom Berufsgeheimnis verpflichte die AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte nicht zur Preisgabe von Anvertrautem (vgl. auch Valloni/Steinegger, S. 49 f.; Lorenz Erni, Anwaltsgeheimnis und Strafverfahren, Das Anwaltsgeheimnis Band 4, ZÃ¼rich 1997, Rz. 27; im selben Band: Beat BrechbÃ¼hl/Ernst Hauser/Urs Hofer, Der Anwalt als Zeuge, Das Anwaltsgeheimnis Band 4, S. 53 f.; Walter R. Schluep, Ãber Sinn und Funktionen des Anwaltsgeheimnisses im Rechtsstaat, Das Anwaltsgeheimnis Band 1, ZÃ¼rich 1994, Rz. 63). Damit wÃ¤ren aber Interessenkonflikte und Doppelvertretungen des seinen Arbeitgeber vertretenden Anwalts vorprogrammiert (vgl. Fellmann, Art. 12 N. 86; Pra 90/2001 Nr. 141 E. 4a/aa, E. 4c). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Wie anzumerken ist, hat das Verwaltungsgericht im vorliegenden Verfahren nur darÃ¼ber zu befinden, ob die Verweigerung der Eintragung ins Anwaltsverzeichnis rechtens ist, was aus den dargelegten GrÃ¼nden zu bejahen ist. Hingegen kann jetzt nicht darÃ¼ber entschieden werden, ob und unter welchen UmstÃ¤nden sich der BeschwerdefÃ¼hrer in einer konkreten Situation trotz Nichteintragung dennoch auf das Anwaltsgeheimnis berufen kÃ¶nnte (zur Anwendbarkeit des Anwaltsgeheimnisses vgl. Hess, S. 492, mit Hinweisen; Ramon Mabillard, Anwaltsgeheimnis als verfassungsrechtliche Schranke fÃ¼r Zwangsmassnahmen, SJZ 101/2005, S. 209 ff.; Pfeifer, ZSR 115/1996, S. 320).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der BeschwerdefÃ¼hrer kostenpflichtig und es steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 sowie § 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Urteilstext"><span>Die Frage der Eintragung ins Anwaltsverzeichnis tangiert selbststÃ¤ndiges kantonales Recht, auch wenn dabei Regeln des eidgenÃ¶ssischen Anwaltsgesetzes als stellvertretendes kantonales Recht mitberÃ¼cksichtigt werden. Somit ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht nicht gegeben (vgl. Hess, S. 488).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>