<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">AL.2004.00125</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font face="Times New Roman" size="4">I. Kammer</font><br/> <font face="Times New Roman" size="4">Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende</font> <p><font face="Times New Roman" size="4">Sozialversicherungsrichterin Bürker-Pagani</font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4">Sozialversicherungsrichter Meyer</font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4">Gerichtssekretärin Tanner Imfeld</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 29. September 2004</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="4">B.___</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführer</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="4">Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Brunngasse 6, Postfach, 8405 Winterthur</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">Nachdem das Eidgenössische Versicherungsgericht mit Urteil vom 27. Februar 2004 (Urk. 1) den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 27. März 2002 (Urk. 2/37) in Sachen B.___ gegen Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich im Verfahren AL.1997.00953 aufgehoben und die Sache zur Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziffer 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) an das Sozialversicherungsgericht zurückgewiesen hat,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">nachdem B.___ auf sein Ersuchen hin mit Schreiben vom 3. Mai 2004 (vgl. Urk. 3 und 4) die Richterbesetzung im vorliegenden Streitfall bekannt gegeben und per 24. Juni 2004 zur mündlichen Verhandlung vorgeladen worden ist (Urk. 5),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">nach Einsicht in das Schreiben von B.___ vom 16. Juni 2004, worin er mitgeteilt hat, er verzichte darauf, dass die Streitsache vom Sozialversicherungsgericht in der ihm angekündigten Richterzusammensetzung im Sinne der Erwägungen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts neu beurteilt werde (Urk. 7),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">nachdem daraufhin die Abnahme der mündlichen Verhandlung verfügt worden ist (Urk. 10), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">unter Hinweis auf die Eingabe des Beschwerdeführers vom 25. Juli 2004, worin dieser den Verzicht auf die Neubeurteilung durch das Sozialversicherungsgericht begründet hat (Urk. 16; vgl. auch Aktennotiz vom 23. Juni 2004, Urk. 11),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">in Erwägung,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die an sich in die Zuständigkeit des Einzelrichters beziehungsweise der Einzelrichterin fallende Angelegenheit im Verfahren AL.1997.00953 wegen der in tatsächlicher Hinsicht bestehenden Nähe zum Verfahren LA.1997.00023 (vgl. Urk. 2/25/1-33) dem Kollegialgericht in gleicher Besetzung überwiesen worden war (vgl. § 11 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass diese Besetzung im vorliegenden Verfahren weiterhin Gültigkeit hat (vgl. Urk. 4),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass der Beschwerdeführer mit Eingaben vom 16. Juni und vom 25. Juli 2004 (Urk. 7 und 16) auf die Neubeurteilung der Streitsache und auf Durchführung der öffentlichen Verhandlung in beziehungsweise mit der ihm angekündigten Richterzusammensetzung verzichtet hat (vgl. auch Aktennotiz vom 23. Juni 2004, Urk. 11),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass auf die Durchführung der öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziffer 1 EMRK jederzeit ausdrücklich oder stillschweigend verzichtet werden kann (Villiger, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2. Auflage, Zürich 1999, S. 281 Rz 443),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass der Beschwerdeführer eine Befangenheit der beteiligten Richterpersonen geltend gemacht, gleichzeitig aber wiederholt erklärt hat, er wolle kein (formelles) Ausstandsbegehren stellen (Urk. 7, 11 und 16 S. 2; vgl. § 21 GSVGer in Verbindung mit §§ 96 und 98 des Gerichtsverfassungsgesetzes [GVG]), und dass damit auch keine Überweisung der Eingaben vom 16. Juni und vom 25. Juli 2004 an die für die Beurteilung von Ausstandsbegehren zuständige Instanz zu erfolgen hat (vgl. § 98 GVG und § 21 der Verordnung über die Organisation und den Geschäftsgang des Sozialversicherungsgerichts),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass in materieller Hinsicht strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit der Verfügung vom 3. Juli 1997 (Urk. 2/2) zu Recht einen Anspruch auf Verzugszinsen im Betrag von Fr. 6'689.55 auf verspätet ausgerichtete Arbeitslosentaggelder verneint hat,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), und dass damit die am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) noch nicht zur Anwendung gelangen,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass - wie dies auch das Eidgenössische Versicherungsgericht im Entscheid vom 27. Februar 2004 ausgeführt hat - im Bereich der Sozialversicherung ausserhalb des zeitlichen Anwendungsbereiches des ATSG Verzugszinsen nur dann geschuldet sind, wenn sie gesetzlich vorgesehen sind oder "besondere Umstände" vorliegen (vgl. BGE 119 V 81 Erw. 3a mit Hinweisen),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass im Bereich der Arbeitslosenversicherung vor dem Inkrafttreten des ATSG keine Verzugszinsen gesetzlich vorgesehen waren, und dass damit zu prüfen ist, ob "besondere Umstände" im Sinne der Rechtsprechung vorliegen,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass der Beschwerdeführer besondere Umstände darin erblickt, dass die Beschwerdegegnerin die Angelegenheit am 9. Juni 1994 an das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA; Urk. 2/21/13 und 2/21/14) zur Überprüfung der Anrechnung des Zwischenverdienstes der Monate März bis Mai 1994 überwiesen hat (vgl. Urk. 2/29 S. 2 f.; vgl. auch Urk. 2/30/1 S. 13 ff. und Urk. 2/39 Verwaltungsgerichtsbeschwerde S. 8 f.),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdegegnerin nach Art. 81 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung in der bis zum 30. Juni 2002 in Kraft gestandenen Fassung (AVIG) aufgefordert war, bei bestehenden Zweifeln die an sich in ihre Zuständigkeit fallende Frage der Anrechnung des Zwischenverdienstes und der Bestimmung der Höhe des Arbeitslosenentschädigungsanspruchs dem KIGA zu unterbreiten (vgl. Art. 81 Abs. 1 lit. a AVIG; Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bern 1988, Band II, S. 709, Rz 24 zu Art. 81; Pra 77 1988 S. 434 Erw. 2a), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass bei der Beschwerdegegnerin angesichts der am 9. Juni 1994 noch unvollständigen Angaben über den Zwischenverdienst der Kontrollperioden März, April und Mai 1994 und der offenen Fragen der Anrechnung berechtigte Zweifel vorlagen (vgl. Kontrollausweise der Monate März bis Mai 1994, Urk. 2/21/43, Bescheinigung über Zwischenverdienst vom 30. Mai 1994, Urk. 2/21/44, sowie Urk. 2/21/10 und 2/21/18 Anhang),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass auch das weitere Vorgehen der Beschwerdegegnerin, welche im August 1994, nachdem ihr die Fürsorgeabhängigkeit des Beschwerdeführers bekannt geworden war, ab Juni 1994 Vorschusszahlungen entrichtet hat, nicht zu beanstanden ist (vgl. Urk. 21/15, 21/16, 21/45.2; vgl. Randziffer 177 des damals anwendbar gewesenen Kreisschreibens über die Arbeitslosenentschädigung des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit [BIGA]; Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], S. 122 Rz 324), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass weder die Beschwerdegegnerin noch das KIGA während der Dauer der Abklärung der Anspruchsberechtigung zum Erlass einer Verfügung verpflichtet waren, dass indes die Tatsache der weiteren Abklärung und deren Dauer gegebenenfalls bei der Aufsichtsbehörde mit einer Rechtsverweigerungs- oder Rechtsverzögerungsbeschwerde hätte gerügt werden können (vgl. Urk. 2/39 Verwaltungsgerichtsbeschwerde S. 8),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdegegnerin weiter auch bezüglich des Umfangs der Vorschusszahlungen nicht von sich aus zum Erlass einer formellen Verfügung verpflichtet war (vgl. Nussbaumer, a.a.O., S. 271 Rz 731; vgl. Urk. 2/39 Verwaltungsgerichtsbeschwerde S. 8), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass damit kein widerrechtliches Verhalten der Beschwerdegegnerin vorliegt,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass weiter auch dem KIGA kein widerrechtliches Verhalten vorgeworfen werden kann, welches, nachdem der Beschwerdeführer für die Kontrollmonate März bis Mai 1994 die Unterlagen vollständig eingereicht hatte, auf seine Leistungsablehnung vom 5. Juli 1995 (Urk. 2/26/5) mit Wiedererwägungsverfügung vom 19. Januar 1996 (vgl. Urk. 2/26/16) zurückgekommen ist, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass auch die neun Monate, welche das KIGA bis zur Anhandnahme der Überweisung vom 9. Juni 1994 (vgl. Urk. 2/21/13 und 2/30/2/79) benötigte, die Annahme besonderer Umstände nicht rechtfertigen,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass ein Anspruch auf Verzugszinsen damit zu verneinen und die Beschwerde abzuweisen ist,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass weiter die dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auszurichtende Entschädigung auf Fr. 538.-- (2,5 x Fr. 200.-- zuzüglich Mehrwertsteuer) festzusetzen ist (vgl. Honorarnote vom 18. Juni 2004, Urk. 13),</font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">erkennt das Gericht:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Das Verfahren ist kostenlos.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Mauro G. Mora, Zürich, wird mit Fr. 538.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- B.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- auszugsweise Rechtsanwalt Mauro G. Mora</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich unter Beilage einer Kopie des Schreibens vom 25. Juli 2004, Urk. 16</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Staatssekretariat für Wirtschaft seco</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- AWA Amt für Wirtschaft und Arbeit</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">sowie an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Gerichtskasse</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).</font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p></div></body></html>