200 23 410 IV SCP/ZID/SEE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 20. Oktober 2023 Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Loosli Gerichtsschreiber Zimmermann A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 24. April 2023 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1994 geborene und zuletzt als ... tätige A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) meldete sich im Januar 2022 unter Hinweis auf Rü- ckenschmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Aktenbeilage [AB] 4). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte erwerbliche sowie medizinische Abklärungen; unter anderem holte sie die Akten des Krankentaggeldversi- cherers (C.________ AG [C.________]) ein (vgl. AB 27, 31, 46). Gestützt auf das von der C.________ in Auftrag gegebene orthopädisch- psychiatrische Gutachten der D.________ (MEDAS) vom 3. Februar 2023 (AB 52.2) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 15. Februar 2023 die Abwei- sung des Leistungsbegehrens mangels invalidisierenden Gesundheits- schadens in Aussicht (AB 53). Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 55) und Beizug einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 14. April 2023 (AB 58) verfügte sie am 24. April 2023 (AB 59) wie angekündigt. B. Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 25. Mai 2023 Beschwerde erheben. Er beantragt, in Auf- hebung der angefochtenen Verfügung sei die Sache zwecks Einholung eines neuen, klärenden Gutachtens über seinen Gesundheitszustand und den Invaliditätsgrad an die Beschwerdegegnerin zur Neubeurteilung zurückzuweisen, eventualiter sei ihm rückwirkend mindestens eine Viertels- rente zuzusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2023 auf Abweisung der Beschwerde.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 3 Am 6. Juli 2023 reichte der Beschwerdeführer ein Arztzeugnis vom 26. Juni 2023 zu den Akten (Akten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 5). Dieses ging zur Kenntnis an die Beschwerdegegnerin. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal- tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. April 2023 (AB 59). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Rentenleistungen. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier- besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 4 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar- beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe- reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er- werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge- glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig- keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 2.2Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so- wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be- fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti- gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). 2.3Um den Leistungsanspruch beurteilen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 5 Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 3. 3.1In medizinischer Hinsicht ist den Akten – soweit entscheidwesent- lich – das Folgende zu entnehmen: 3.1.1Der Beschwerdeführer suchte am 10., 12. und 20. September 2021 die Notfallstation des Spitals E.________ wegen ungefähr am 6. Septem- ber 2021 aufgetretenen und seither progredienten Rückenschmerzen auf, wobei ein initialer Auslöser nicht erinnerlich war; diagnostiziert wurde ein lumbo(pseudo)radikuäres Schmerzsyndrom (AB 3.2). 3.1.2Auch der Hausarzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 20. November 2021 lumba- le, lumbosakrale und ausstrahlende lumboradikuläre Schmerzen bei beid- seitiger Spondylolyse LWK 5 mit beginnender Spondylolisthese LWK 5/SWK 1 und wies auf die bevorstehende operative Stabilisierung des aktuell instabilen Segments hin. Er erwähnte einen (Stolper-)Sturz vom 15. Dezember 2019, der die Schmerzproblematik getriggert habe (AB 1.3/5; vgl. auch AB 19). 3.1.3Der beratende Arzt der C.________, Dr. med. G.________, Fach- arzt für Allgemeine Innere Medizin, für Arbeitsmedizin sowie für Physikali- sche Medizin und Rehabilitation, verneinte im Bericht vom 30. November 2021 unter Hinweis auf die anstehende Wirbelsäulenoperation eine Arbeits- fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als ..., erachtete aber eine ange- passte (leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende) Tätigkeit ab 1. April 2022 zu 50 % und ab 1. Mai 2022 zu 100 % als zumutbar (AB 1.2). 3.1.4Am 11. Januar 2022 erfolgte die dorsale Spondylodese LWK 5/SWK 1 (AB 21/16 f.). Der Operateur Dr. med. H.________, Facharzt für Or- thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 6 rund einen Monat postoperativ eine (weitere) Besserung des klinischen Bildes fest. Wenn der Beschwerdeführer wie beim An- und Auskleiden un- beobachtet sei, zeige er eine reguläre natürliche Beweglichkeit des Bewe- gungsapparates, so sei auch beim Gang von der Liege bis zum Stuhl das Gangbild regulär; wenn er dann aber wie z.B. beim Hinein- und Hinausge- hen beobachtet werde, zeige er sein typisches hinkendes Gangbild (Bericht vom 23. Februar 2022 [AB 31.2/8]). Mit Berichten vom 18. und 22. März 2022 verneinte Dr. med. H.________ ein Verbot seinerseits für irgendwel- che beruflichen Tätigkeiten; bei einer nun stabilen Wirbelsäule könnte der Beschwerdeführer allen beruflichen Tätigkeiten – zunächst noch unter Vermeidung des Kauerns und Kniens auf dem Fussboden und des Hebens von Lasten von mehr als 10 kg – nachgehen, doch scheine er nicht sehr motiviert zu sein (AB 24/2, 27.2/7). Anlässlich der Sprechstunde vom 6. April 2022 klagte der Beschwerdeführer über lumbale und lumbosakrale Rückenschmerzen (mit Ausstrahlung) und er zeigte ein leichthinkendes Gangbild vom Wartezimmer bis ins Sprechzimmer sowie etwas verlang- samte Positionsveränderungen. Dr. med. H.________ sah indessen keinen Handlungsbedarf für weitere invasive Massnahmen, kam aber einschrän- kend zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in seinem Beruf als ... nicht mehr arbeiten könne. Abschliessend bezeichnete er den Beschwerdeführer als nicht glaubwürdig, da dieser nach Verlassen der Praxis schnellen Schrittes eine Strasse überquert habe und auch die Treppen schnell und sicher hinuntergeschritten sei, ohne zu hinken (Bericht vom 6. April 2022 [AB 31.2/13 f.]). 3.1.5Der Hausarzt ging in den Berichten vom 16. Juli und 7. August 2022 von einer ungünstigen Prognose aus, dies infolge Chronifizierung bei failed low back surgery-Syndrom mit entsprechenden psychiatrischen Folgepa- thologien. Symptomatisch seien anhaltende invalidisierende lumbale Schmerzen mit Schmerzausweitung sowie depressiver Entwicklung/An- passungsstörung. Weder die bisherige noch eine angepasste Tätigkeit sei- en dem Beschwerdeführer zumutbar (AB 33/2 ff. und 40/2 ff.). 3.1.6Dr. med. I.________, Facharzt für Neurochirurgie, sah im Bericht vom 15. August 2022 bei fehlenden radikulären Zeichen und radiologisch keiner Neuralkompression sowie keiner Schraubenlockerung keinen Grund Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 7 für die persistierenden rechtsseitigen Schmerzen sowie Rücken- und Hüft- blockaden bei Status nach dorsaler Spondylodese LWK 5/SWK 1 im Janu- ar 2022 mit diffuser Hypästhesie im gesamten rechten Bein (nicht derma- tomal zuzuordnen) und subjektiv Hinken ohne Kraftverminderung sowie negativem Lasègue beim Abliegen (AB 40/8). 3.1.7Seit 31. Mai 2022 wird der Beschwerdeführer im Zentrum J.________, ..., einmal alle zwei Wochen bzw. in Krisenzeiten ein- bis zweimal pro Woche betreut. Dabei sei beobachtet worden, dass er Schmerzen habe und dass er eine ängstlich-depressive Symptomatik auf- weise. Diagnostiziert wurden eine mittelgradige depressive Episode (ICD- 10 F32.1), eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle (ICD-10 F43.23) sowie eine hypochondrische Störung (ICD-10 F45.2). Psychologisch bleibe der Beschwerdeführer anfällig und er habe ein verändertes krankhaftes Bewusstsein. Aktuell sei er nicht in der Lage, einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft nachzugehen. Es werde nach einer Umschulung eine schrittweise Wiederaufnahme einer an seine Patho- logie angepassten Tätigkeit empfohlen (Bericht vom 24. Oktober 2022 [AB 41]). 3.1.8Auch in der Zweitbeurteilung vom 8. August 2022 hielt Dr. med. G.________ den Beschwerdeführer aufgrund der erheblichen Bewegungs- apparatprobleme in dessen angestammten Beruf ... nicht mehr für arbeits- fähig. Erschwerend kämen noch psychiatrische Diagnosen und eine fragli- che Therapiecompliance dazu. In einer adaptierten (leichten bis gelegent- lich mittelschweren, wechselbelastenden) Tätigkeit dürfte der Beschwerde- führer zumindest aus somatischen Gründen arbeitsfähig sein (AB 46.2/1). 3.1.9Im Gutachten vom 3. Februar 2023 zu Handen der C.________ diagnostizierten Dres. med. K.________, Facharzt für Orthopädische Chir- urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, mit Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lumbovertebralsyndrom im Status nach Sponylodese L5/S1 vom 11. Januar 2022 und ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit Angst und Depression gemischt (ICD-11 F41.2) sowie eine hypochondrische Störung (ICD-11 F45.2).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 8 Aufgrund der lumbalen Operation sei das Achsenorgan für körperlich mit- telschwere und schwere Tätigkeiten und Tätigkeiten in Zwangshaltung (Vorbeuge) eingeschränkt; die bisherige Tätigkeit als ... sei nicht mehr zu- mutbar (AB 52.2/5 Ziff. 5). Aus orthopädischer Sicht ergäben sich keine therapeutischen Massnahmen, von denen der Beschwerdeführer aktuell profitieren könnte (AB 52.2/6 Ziff. 7). Orthopädisch bestünden erhebliche Differenzen zwischen den subjektiven Angaben und den erhobenen Befun- den. Einerseits gebe der Beschwerdeführer an, sich nicht mit dem Oberkörper nach vorne beugen zu können, andererseits könne er den Langsitz problemlos einnehmen. Auch weigere er sich, die differenzierten Stand- und Gangarten zu demonstrieren, obwohl keine Hinweise auf eine Muskelminderung der Beinmuskulatur oder Degeneration der Extre- mitätengelenke bestünden. Bei den Rotationsprüfungen der Brust- und Lendenwirbelsäule würden diese beim Versuch der assistierten Weiter- führung frühzeitig muskulär blockiert. Die Kooperation bei der Untersu- chung sei nicht gut, bei der Untersuchung komme es zu einer deutlichen negativen Antwortverzerrung, das Mass der Befundverdeutlichung werde überschritten, es handle sich hierbei um Aggravation (AB 52.2/4 Ziff. 4). Der Beschwerdeführer mache eine globale Einschränkung seines Akti- vitätenniveaus geltend, was aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehbar sei. Die vom Psychiater verordneten Medikamente seien gemäss der im Rahmen der Begutachtung durchgeführten Laboruntersuchung alle im nicht messbaren Bereich. Die fehlenden Medikamentenspiegel im Blut sprächen für eine fehlende Compliance und seien als Widerspruch zu den Angaben des Beschwerdeführers zu verstehen (AB 52.2/4 Ziff. 4). Die im orthopädi- schen Teilgutachten beschriebene Aggravation lasse im Zusammenhang mit dem Verhalten des Beschwerdeführers in der Untersuchungssituation, den fehlenden Medikamentenspiegeln und der demonstrativen Gangstörung die Diagnose einer hypochondrischen Störung zu. Die psy- chischen Symptome liessen sich im Rahmen der ängstlich-depressiven Symptomatik erklären, wobei der psychopathologische Befund weder aus- schliesslich depressive noch ausschliesslich Angstsymptome ergeben ha- be; es handle sich um einen Mischbefund. Für eine angepasste Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht aktuell zu 100 % ar- beitsfähig (AB 52.2/5 Ziff. 5). Bei einer kontrollierten Einnahme der Medika-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 9 tion wäre von einer völligen Rückbildung der ängstlich-depressiven Sym- ptomatik auszugehen (AB 52.2/6 Ziff. 7). Aus bidisziplinärer Sicht bestehe dauerhaft keine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, hingegen sei der Beschwerdeführer für eine ange- passte Tätigkeit aktuell voll belastbar (AB 52.2/5 f. Ziff. 6). Die Prognose sei wohl eher ungünstig, dies aufgrund der Tendenz des Beschwerdeführers, sich auf die psychischen Symptome zu fixieren und auch aufgrund einer hier klar ausgesprochenen Vorwurfshaltung, dass der Operateur sein Le- ben zerstört habe. Es bestehe ein ausgeprägtes Leistungsbegehren, eine Motivation zur Veränderung sei nicht erkennbar. Somatisch sei die Progno- se unter Berücksichtigung des Belastungsprofils günstig; der Beschwerde- führer teile diese Einschätzung zum aktuellen Zeitpunkt nicht (AB 52.2/6 Ziff. 8). 3.1.10Der Hausarzt zeigte sich gemäss Bericht vom 25. Februar 2023 grundsätzlich mit den gutachterlichen Feststellungen und Diagnosen einverstanden, nicht aber mit deren Schlussfolgerungen. Die psychische Beeinträchtigung werde seines Erachtens unterschätzt. Der Beschwerdeführer sei in seiner Wahrnehmung derart auf seine Erkrankung fixiert und in seinem "Kampf" gegen sie Versicherungen festgefahren, dass er den ganzen Tag nichts anderes denken könne; eine berufliche Reintegration würde aufgrund dieser Einengung und Fixation von vornherein scheitern. Hinzu komme seine schwache Schulbildung. Seiner Meinung nach bestehe aus psychiatrischen Gründen eine dauernde Erwerbsunfähigkeit (AB 55/4). 3.1.11Nach Meinung der behandelnden Ärzte im Zentrum J.________ im Bericht vom 27. Februar 2023 bleibe der aktuelle Zustand des Beschwer- deführers angesichts eines Rückgangs des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens sowie angesichts von Schuld- und Wertlosigkeitsvorstellungen fragil. In diesem Zustand sei der Beschwerdeführer nicht fähig, einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft nachzugehen (AB 55/3). 3.1.12Der RAD-Arzt Dr.med. M.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, wies in der Stel-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 10 lungnahme vom 14. April 2023 in Abstimmung mit dem RAD-Psychiater Dr. med. N.________ darauf hin, die kurzen Schreiben der behandelnden Ärz- te (vgl. E. 3.1.10 f. hiervor) vermöchten das schlüssige Gutachten vom 3. Februar 2023 (vgl. E. 3.1.9 hiervor) nicht in Zweifel zu ziehen (AB 58/2 f.). 3.1.13Mit Schreiben vom 26. Juni 2023 wiederholten die behandelnden Ärzte des Zentrums J.________, dass der Zustand des Beschwerdeführers weiterhin fragil sei und ein hohes Risiko von sozialer Isolation bestehe. In Stresssituationen werde er misstrauisch und habe schwere Angstanfälle, verbunden mit einem Zustand allgemeiner Ermüdung. Der psychische Zu- stand werde durch seine somatische Gesundheit beeinflusst. Im Falle einer somatischen Stabilisierung würde es auch zu einer dauerhaften psychi- schen Stabilisierung kommen (BB 5). 3.2 3.2.1Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.2.2Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt- nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus- schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her- kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 11 dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.2.3Der Umstand, dass ein Gutachten im Auftrag des Krankentaggeldversicherers erstellt wurde, spricht nicht gegen dessen Beweiswert im Verfahren betreffend Prüfung eines Leistungsanspruchs gemäss IVG (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 1. Juli 2016, 8C_71/2016, E. 5.2). Solchen vom Krankentaggeldversicherer nicht im gesetzlich vorgesehenen Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten kommt der Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu (Entscheid des BGer vom 8. März 2021, 8C_35/2021, E. 6). Derartigen Einschätzungen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider- spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versiche- rungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3). 3.3In medizinischer Hinsicht erging die angefochtene Verfügung vom 24. April 2023 (AB 59) gestützt auf das von der C.________ in Auftrag ge- gebene bidisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 3. Februar 2023 (AB 52.2/1 ff.). Dieses erfüllt zusammen mit den beiden Teilgutachten vom 29. Dezember 2022 (AB 52.2/15 ff. und 52.2/25 ff.) die vorerwähnten höch- strichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2.2 f. hiervor) und über- zeugt, was seine Bestätigung in der Stellungnahme des RAD vom 14. April 2023 (AB 58) findet. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ver- mag dessen Beweiswert in keiner Weise zu schmälern.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 12 3.3.1Das von der C.________ veranlasste bidisziplinäre Gutachten er- weist sich entgegen den Ausführungen in der Beschwerde, S. 5 Art. 4, auch mit Blick auf die Leistungsansprüche nach dem IVG als voll beweis- kräftig (vgl. auch E. 3.2.3 hiervor), ist doch allseits unbestritten, dass dem Beschwerdeführer mit seinem operierten Rücken die Tätigkeit als ..., wel- che vom Gutachter zutreffend als mittelschwere bis schwere Tätigkeit mit dem Erfordernis, Zwangshaltungen einzunehmen, beschrieben wurde (AB 52.2/22 Ziff. 6.1), nicht mehr zumutbar ist. Damit bildet den Beweisge- genstand deckungsgleich die Erwerbsfähigkeit. 3.3.2Der allgemeininternistisch tätige Hausarzt hat ab 13. September 2021 durchgehend eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (AB 1.3/15 ff., 1.3/5, 33/3 Ziff. 11, 40/3) und diese zunächst allein mit somatischen Ein- schränkungen begründet (vgl. die entsprechenden Diagnosen im Bericht vom 20. November 2021 [AB 1.3/5]), obschon der Orthopäde Dr. med. H.________ (AB 24/2, 27.2/7, 31.2/13) wie schon der beratende Arzt der C.________ (AB 1.2) bereits wenige Monate nach Stabilisierung der Wir- belsäule eine weitgehende Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit prokla- miert hat. Ebenfalls geht der orthopädische Gutachter von einer vollen Ar- beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus (AB 52.2/22 Ziff. 6.2). Die CT-Untersuchungen zeigten denn auch regelrechte postoperative Verhält- nisse mit intaktem Material und ohne Lockerungszeichen (AB 31.2/10, 31.2/12). In Berücksichtigung dessen sowie bei fehlenden radikulären Zei- chen und des radiologischen Ausschlusses einer Neuralkompression sah auch Dr. med. I.________ keinen Grund für die persistierenden rechtsseiti- gen Schmerzen sowie Rücken- und Hüftblockaden (AB 40/8). In Bezug auf die folglich einzig vom Hausarzt vertretenen Auffassung einer somatisch bedingten vollen Arbeitsunfähigkeit gilt es der Erfahrungstatsache Rech- nung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht- liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). 3.3.3In der Folge begründete der Hausarzt die von ihm attestierte Ar- beitsunfähigkeit zunehmend (vgl. AB 33/3 Ziff. 12) bzw. vollumfänglich (AB 55/4) mit den psychischen Beeinträchtigungen, obschon die behan-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 13 delnden Psychiater keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausstellten, son- dern auf die im Zusammenhang mit den somatischen Einschränkungen ausgestellten Atteste verwiesen (AB 41/2 Ziff. 1.3, 41/5 Ziff. 4.1). Sie ver- neinten zwar echtzeitlich die Möglichkeit einer Tätigkeit in der freien Wirt- schaft (AB 41/5 Ziff. 4.3, 55/3), befürworteten aber doch eine schrittweise Wiederaufnahme einer an die Leiden angepassten Tätigkeit (AB 41/5 Ziff. 4.2). Auch im aktuellsten Bericht weisen die Ärzte des Zentrums J.________ darauf hin, dass der psychische Zustand durch die somatische Situation beeinflusst werde und eine Stabilisierung im somatischen Bereich auch eine dauerhafte psychische Stabilisierung zur Folge hätte (BB 5). Folglich tendieren die Fachärzte für Psychiatrie – anders als der Hausarzt – mehr auf somatische denn auf psychische Einschränkungen; jedenfalls fehlt es auf psychiatrischem Fachgebiet an einer aus fachärztlicher Sicht überzeugend attestierten Arbeitsunfähigkeit. Unmissverständlich deutlich verneint der psychiatrische Gutachter eine Arbeitsunfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht (AB 52.2/33 Ziff. 6). Diesem waren die Einschätzun- gen der behandelnden Ärzte durchaus bekannt (vgl. AB 52.2/13 f. Ziff. 24 und 26). Im Gegensatz zu diesen hat er den Psychostatus eingehend er- hoben und insbesondere auch die Medikamentencompliance abgeklärt; gestützt darauf verneinte er in nachvollziehbarer Weise Hinweise auf eine mittelschwere Depression oder eine invalidisierende psychische Störung (AB 52.2/28 ff. Ziff. 3). Die behandelnden Ärzte vermögen folglich keine wichtigen – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringen- de – Aspekte zu benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind, lässt es doch die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Exper- ten anderseits nicht zu, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgut- achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzun- gen gelangen (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3). 3.3.4Nicht zuletzt gilt es das aggravatorische bzw. allenfalls sogar simu- lierende Verhalten des Beschwerdeführers zu würdigen. Hierzu schweigen sich der Hausarzt und die behandelnden Psychiater gänzlich aus. Bereits Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 14 der erstbehandelnde Orthopäde wies immer wieder auf eine reguläre natür- liche Beweglichkeit des Bewegungsapparates in unbeobachteten Situatio- nen, jedoch auf ein typisches hinkendes Gangbild unter Beobachtung hin (AB 31.2/8, 31.2/13 f.). Ebenfalls erwähnte er eine mangelnde Motivation des Beschwerdeführers in Bezug auf die Aufnahme einer beruflichen Tätig- keit (AB 24/2). Damit konfrontiert wurde der Beschwerdeführer gegenüber dem psychiatrischen Gutachter betont laut, er zeigte einen gereizten Affekt und versuchte den Untersucher zu überzeugen, "dass hier Dr. H.________ nicht Recht habe ihm nachzulaufen, um beobachten zu können wie er lau- fe" (AB 52.2/29). In Übereinstimmung mit den Feststellungen des Dr. med. H.________ wird im orthopädischen Teilgutachten ausdrücklich bestätigt, dass der Beschwerdeführer Beschwerden demonstriert, welche sich mit den objektiven Befunden nicht erklären lassen (AB 52.2/21 Ziff. 4; vgl. ins- besondere auch die erlebte Schmerzintensität auf einer zehnstufigen Skala [VAS] von höher als 10 [AB 52.2/16]). Die demonstrierte Gehstörung be- zeichnete der psychiatrische Gutachter nachvollziehbar als Aggravation der körperlichen Symptomatik (AB 52.2/31). Soweit die Leistungseinschrän- kung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, liegt regel- mässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (BGE 141 V 281 E. 2.2.1 S. 287). Ergänzend nahm der psychiatrische Gutachter auf die gemäss BGE 141 V 281 massgeblichen Standardindikatoren Bezug (AB 52.2/31 ff.), woraus zu folgern ist, dass die geltend gemachten funktio- nellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beein- trächtigungen nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt wären. Soweit der Beschwerdeführer dem orthopädischen Gutachter als Ursprung seiner Rü- ckenschmerzen einen Berufsunfall vom August 2021 (Sturz auf den Rü- cken beim Versuch "der Blockadelösung eines ..." [AB 52.2/16 oben]), ist festzustellen, dass ein solcher aktenmässig weder dokumentiert noch dem zeitnahen Notfallbericht vom 10. September 2021 (AB 3.2/3) etwas Derarti- ges, sondern vielmehr zu entnehmen ist, dass der Auslöser dem Be- schwerdeführer nicht erinnerlich sei. Auch der Hausarzt nimmt nie Bezug auf einen solchen Unfall im August 2021, sondern einzig auf einen Bagatel- lunfall am 15. Dezember 2019 (AB 1.3/5; Stolpersturz [AB 19.60/1] mit äus- serst diffusen posttraumatischen Schmerzen und einer diffusen Kraftminde- rung der oberen Extremitäten [vgl. AB 19.35/2], die am ehesten mit einer somatoformen Störung zu erklären seien [vgl. AB 19.19/3]). Damit ist er-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 15 stellt, dass der Beschwerdeführer nicht nur seine Schmerzen übertreibt, sondern auch nicht nachvollziehbare oder gar falsche Angaben zum Sach- verhalt macht. 3.4Nach dem Dargelegten ist insbesondere gestützt auf das voll be- weiskräftige Gutachten der MEDAS vom 3. Februar 2023 (AB 52.2) erstellt, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden besteht. Die Beschwerde- gegnerin hat damit einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversiche- rung mit Verfügung vom 24. April 2023 (AB 59) zu Recht verneint. Die da- gegen erhobene Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist ohne Weiterungen abzuweisen. 4.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab- hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule- gen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh- rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen. 4.2Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als öffent- lich-rechtliche Anstalt des Kantons Bern keinen Entschädigungsanspruch (Art. 104 Abs. 3 VRPG; vgl. dazu auch BGE 128 V 124 E. 5b S. 133). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 16 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei- cher Höhe entnommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2023, IV/23/410, Seite 17 Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.