B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6819/2016 U r t e i l v o m 2 9 . N o v e m b e r 2 0 1 6 Besetzung Einzelrichterin Barbara Balmelli, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Peter Huber, Fürsprecher, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 28. September 2016 / N (…). E-6819/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 8. September 2014 in der Schweiz um Asyl nach, wurde am 29. September 2014 von der Vorinstanz summarisch zur Person (BzP) befragt und am 29. August 2016 einlässlich angehört. Dabei gab er im Wesentlichen an, er sei Tamile, stamme aus (...) Jaffna, habe aber von 1992 bis 2002 mit seiner Familie in (...) gelebt. Seine Eltern seien im Jahr 2002 nach (...) gezogen, er hingegen sei nach Sri Lanka in seinen Heimatort (...), der sich unter der Kontrolle der LTTE (Liberation Ti- gers of Tamil Eelam) befand, zurückgekehrt. 2004 sei seine Heimatregion durch einen Tsunami verwüstet worden. Nach dem Wiederaufbau habe er am obligatorischen Waffentraining der LTTE teilgenommen und danach beim Bunkerbau sowie als Wache an Checkpoints mitgearbeitet. Als er im Jahre 2006 nach dem Besuch einer Hochzeit in Jaffna aufgrund einer Strassensperre nicht mehr habe zurückkehren können, habe er sich acht Monate bei einer Bekannten seiner Schwester versteckt. 2007 sei es ihm gelungen, durch die Bezahlung von Bestechungsgeld eine Bewilligung für eine Reise nach Colombo auf dem Seeweg zu erhalten. In Colombo sei er wiederholt angehalten und schikaniert worden, woraufhin ihm seine Mutter zu einer Heirat geraten habe. Er sei aber dennoch mehrfach verhaftet wor- den, indes durch die Bezahlung von Bestechungsgeldern jeweils wieder frei gekommen. Im Juni 2012 sei er mit seiner Frau und seinem Kind nach (...), dem Herkunftsort seiner Ehefrau, gezogen. Als er von dort aus mit Nachbarn aus seinem Heimatdorf telefoniert habe, habe er erfahren, dass er behördlich gesucht worden sei. Nachdem er im Jahr 2013 ein zweites Mal gesucht worden sei, habe er Angst bekommen, seine Ausreise organi- siert und Sri Lanka im August 2014 verlassen. B. Mit Verfügung vom 28. September 2016 stellte die Vorinstanz fest, der Be- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylge- such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. C. Mit Eingabe vom 4. November 2016 reichte der Bes chwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, die angefoch- tene Verfügung sei aufzuheben und ihm Asyl zu gewähren. Eventu ell sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung völkerrechtlich unzulässig sei und es sei die vorläu fige Aufnahme anzuordnen. Subeventuell sei die E-6819/2016 Seite 3 Sache zu ergänzender Abklärung des Sachverhalts und neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer mehrere Referenzschreiben sowie Fotos zu den Akten. D. Das Bundesv erwaltungsgericht bestätigte dem Beschwerdeführer am 9. November 2016 den Eingang der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Ar t. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 4 8 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht einge- reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver- fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) und mit summarischer Urteilsbegründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im E-6819/2016 Seite 4 Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Fr eiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder v erfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft- machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (v gl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1). 5. 5.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden weder den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG standhalten. Der Beschwerdeführer habe in wesentlichen Punkten widersprüchlich, we- nig konkret, detailliert oder differenziert, sowie teilweise ohne Realkennzei- chen und damit insgesamt nicht glaubhaft ausgesagt. Insbesondere habe er die angeblichen Besuche von Geheimdienstmitarbeitern in seinem Hei- matort bezüglich Zeitpunkt, Ablauf und Aufenthaltsort widersprüchlich dar- gelegt. Gewisse Zeitabweichungen seien verständl ich und entschuldbar, die verschiedenen Angaben des Beschwerdeführers würden indes klar aus diesem Toleranzrahmen fallen. Weitere Widersprüche würden auch in Be- zug auf die Wohn- und Aufenthaltsorte des Beschwerdeführers bestehen. Unter anderem habe er bei der BzP weder seinen Wohnsitz in (...) erwähnt, noch davon gesprochen, dass er in (...) alleine gelebt habe. Sodann falle auf, dass der Beschwerdeführer seine Erlebnisse nach der Rückkehr nach Sri Lanka, den Tsunami und die Geschehnisse während E-6819/2016 Seite 5 des Krieges sehr ausführlich und emotionsstark erzählt habe. Die Schilde- rungen der Zeit nach dem Krieg seien hingegen nicht nur widersprüchlich, sondern äusserst vage und wenig detailliert ausgefallen und würden keine Realkennzeichen enthalten. Die Frage nach der Art seiner Probleme habe er ausweichend beantwortet und sich auf allgemeine Ausführungen zur Si- tuation in Sri Lanka nach dem Kriege beschränkt. Es würden erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen bestehen. An dieser Ein- schätzung vermöge das Schreiben des (...) (...) nichts zu ändern, da es als Gefälligkeitsschreiben zu qualifizieren sei. 5.2 Zu Art. 3 AsylG stellt d ie Vorinstanz fest, die sri-lankischen Behörden würden gegenüber Personen tamilischer Ethnie, welche nach einem Auslandaufenthalt nach Sri Lanka zurück kehrten, eine erhöhte Wach - samkeit aufweisen . Der Beschwerdeführer weise indes kein Profil auf, welches geeignet wäre, eine Furcht vor flüchtlingsrelevanter Verfolgung zu begründen. Die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie sowie die Landes- abwesenheit würden nicht ausreichen, um von Verfolgungsmass nahmen bei einer Rückkehr auszugehen. A ufgrund der inkonsistenten Angaben zum Aufenthalt in den letzten Jahren sei davon auszugehen, dass er das Heimatland legal verlassen habe. Weiter würden die Verbindungen zur LTTE schon einige Zeit zurück liegen und seien zu lose gewesen, um eine Gefährdung zu begründen. Lediglich aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer das Trainings - programm der LTTE absolviert habe, beim Bunkerbau und der Bewachung geholfen habe, sei nicht davon auszugehen, dass er in den Augen der sri- lankischen Sicherheitsbehörden als Person gelte, die eine besonders enge Beziehung zu den LTTE gepflegt habe. Gemäss eigenen Angaben habe er sodann seit dem Jahr 2006 keinen Kontakt mehr zur LTTE gehabt. Zudem sei er in Kriegszeiten durch die Polizei auf Verbindungen zur LTTE überprüft und jeweils nach wenigen Tagen wieder frei gelassen worden. Vor diesem Hintergr und sei nicht anzunehmen, dass sich die Behörden zehn Jahre später noch für ihn interessieren würden. Hinzu komme, dass er nach Kriegsende über Jahre hinweg unbehelligt geblieben und ihm im Jahr 2010 ein Reisepass ausgestellt worden sei. (...) lebe seit (...) Jahren in der Schweiz, mithin könne er aus diesem Verwandt schaftsverhältnis nichts zu seinen Gunsten ableiten. Schliesslich habe der Beschwerdeführer vor über zehn Jahren in (...) und der Schweiz öffentlich LTTE -Lieder gesungen. Dieses kulturelle sowie soziale Engagement, welches nur am Rande politische Komponente n E-6819/2016 Seite 6 aufgewiesen habe , sei heute kaum mehr Anlass für ein Verfolgungs - interesse. Seit er in der Schweiz sei, habe er nur an einer Veranstaltung (einer CD-Veröffentlichung) teilgenommen, was asylrechtlich unbeachtlich sei. 6. 6.1 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer eine unrich- tige Feststellung des Sachverhalts geltend. Dazu führt er aus, entgegen den bisherigen Angaben habe er Sri Lanka bereits am 8. Februar 2013 mit einem Besuchervisum verlassen und sei nach (...) gereist. Er habe dort keine Arbeit gefunden, weshalb er in die Schweiz gekommen sei. Hier habe er aus Angst vor einer Wegweisung nach (...) den dortigen Aufenthalt ver- schwiegen. Diese Notlüge und sein folter - und stressbedingter schlechter psychischer Zustand sowie die Angst vor Nachteilen für seine Familie hät- ten bewirkt, dass er seine Fluchtgründe unvollständig und teilweise wider- sprüchlich geschildert habe. 6.2 Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer z u Beginn des Verfahrens ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass er alle Fragen nach bestem Wissen zu beantworten, verfügbare Beweismittel ein zu- reichen habe und sich widersprüchliche oder falsche Aussagen für ihn ne- gativ auswirken würden. Ferner wurde er über die Verschwiegenheitspflicht der Anwesenden orientiert (SEM-Akten, A4/14 S. 2). Anlässlich der Anhö- rung wurde er nochmals ausdrücklich auf seine Mitwirkungs- und Wahr- heitspflicht hingewiesen und dass er für seine Aussagen die Verantwortung trage. Ferner wurde ihm versichert, dass seine Aussagen vertraulich be- handelt und nicht an die heimatlichen Behörden weitergeleitet würden (SEM-Akten, A25/9 S. 2). Es musste dem Beschwerdeführer somit durch- aus bewusst sein, dass seine Aussagen für die Feststellung der Flücht- lingseigenschaft relevant sind. Macht ein Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene einen wesentlich an- deren Sachverhalt geltend, so hat er die Gründe für sein Verhalten über- zeugend, detailliert, substantiiert und nachvollziehbar darzulegen. Der Be- schwerdeführer rechtfertigt das Verschweigen seines Aufenthalts in (...) sowie den unvollständig dargelegten Sachverhalt einerseits mit einem schlechten psychischen Zustand , andauernden Schmerzen in der linken Schulter und im Rückenbereich, aufgrund der erlittenen Misshandlungen, und andererseits mit Angst v or Nachteilen für seine Familie sowie einer Wegweisung nach (...). E-6819/2016 Seite 7 Zum Gesundheitszustand ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer an- lässlich der Erstbefragung gesundheitliche Beeinträchtigungen, die für das Asylverfahren massgebend sein könnten , au sdrücklich verneinte (SEM- Akten A4/14 S. 10). Anlässlich der Anhörung gab er sodann zu Protokoll, gegen Herzschmerzen wegen der Trennung von der Familie gebe es keine Medikamente; körperliche Beschwerden habe er nicht (SEM-Akten A25/19 S. 16). Entsprechend sind den Protokollen, wie den Akten keine Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen zu entnehmen . Es ist daher fest- zustellen, dass diese Aussagen in klarem Widerspruch zu den Ausführun- gen in der Rechtsmitteleingabe stehen, wonach der Beschwerdeführer an andauernden Schmerzen in der linken Schulter und im Rückenbereich auf- grund der erlebten Misshandlungen leide . Dass er diese, weil er sie als quasi normal erachte, auf entsprechende konkrete Frage hin verneinte, ist in Anbetracht der klaren Orientierung jeweils zu Beginn der Befragung we- der nachvollziehbar noch entschuldbar . Der Beschwerdeführer substanti- iert und belegt den in der Rechtsmitteleingabe geltend gemachten schlech- ten psychischen Zustand nicht, ebenso wenig die angeführte Angst vor Nachteilen für seine Familie. Solches ist aufgrund der Akten denn auch nicht ersichtlich. Die Erklärungsversuche des Beschwerdeführers für seine verspäteten Vorbringen vermögen daher nicht zu überzeugen. Darüber hinaus ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer in der Rechts- mitteleingabe ausführt, er habe das Schengenvisum erhalten, da er von früheren Bekannten zu Besuch eingeladen worden sei. Auf dem Visum be- findet sich indes der Vermerk „ (...)“, womit es sich zweifellos um ein Ar- beits- und nicht ein Besuchervisum handelt. Insoweit sind die entsprechen- den Ausführungen in der Eingabe falsch und auch die geltend gemachte Angst vor einer Wegweisung nach (...) nicht nachvollziehbar. Dies umso mehr als der Be schwerdeführer jahrelang in (...) gelebt hat. Vor diesem Hintergrund erachtet das Gericht die persönliche Glaubwürdigkeit des Be- schwerdeführers als ernsthaft in Frage gestellt und sind die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe als nachträgliche Anpassung en an den Sach- verhalt zu werten, auf welche nicht weiter einzugehen ist. Insoweit vermag der Beschwerdeführer aus den der Beschwerde beigelegten Bestätigungs- scheiben, welche ohnehin als blosse Gefälligkeitsschreiben zu bewerten sind, nichts für sich abzule iten. Gleiches gilt bezüglich der eingereichten Fotos, welche nicht geeignet sind, Brandverletzungen und die Vorbringen in der Beschwerde zu belegen, können die Narben doch ohne weiteres anderer, als der angeführten Ursache sein. Insgesamt ist damit den Au s- führungen in der Rechtsmitteleingabe die Grundlage entzogen, mithin hat die Vorinstanz zu Recht auf Unglaubhaftigkeit der Vorbringen geschlossen. E-6819/2016 Seite 8 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht, er zeige ein (...) und Symptome einer (...), belegt er diese Aussage nicht ansatzweise. Dar- über hinaus bestehen aufgrund der vorstehenden Erwägungen erhebliche Zweifel an dieser Selbstdiagnose. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen kann der Vorinstanz weder eine unvollständige noch eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung vorgehalten werden. Die erhobene Rüge erweist sich als unzutreffend. 6.3 Der Beschwerdeführer macht weiter eine Reflexverfolgung aufgrund seiner beiden bei den LTTE aktiven (...) geltend. Dazu ist festzuhalten, dass beide (...) des Beschwerdeführers bereits im Exil lebten, als er im Jahre (...) von (...) nach Sri Lanka zurückkehrte. Anlässlich der Befragun- gen machte er keine Schwierigkeiten wegen (...) geltend. Es ist demnach auszuschliessen, dass er deshalb zum heutigen Zeitpunkt wegen ihnen Verfolgungsmassnahmen zu befürchten hätte. 6.4 Auch wenn er aus einem – während des Krieges von der LTTE kontrol- liertem Gebiet stammt – und dementsprechend von der LTTE gezwungen worden war, sie zu unterstützen, konnte der Beschwerdeführer nach Be- endigung des Krieges dennoch über Jahre hinweg unbehelligt leben. Ins- besondere als er mit seiner Frau nach (...) gezogen war, wurde er gemäss eigenen Aussagen nicht mehr belästigt. Dementsprechend ist davon aus- zugehen, dass die sri -lankische Regierung kein Verfolgungsinteresse am Beschwerdeführer hat. Das vom Beschwerdeführer g eschilderte schika- nöse Verhalten, stellt jedenfalls keine asylrelevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG dar. 6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nichts vorgebracht hat, das geeignet wäre, die Flüchtlingseigenschaft nachzuwei- sen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 7. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg- weisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfüg t weder über eine ausländer- rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). E-6819/2016 Seite 9 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmung en über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 8.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG unzulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste- hen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Ab- kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Voll- zuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völ- kerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkom- mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un- menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegwei- sungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen (Referenzurteil E-1866/2015 des BVGer vom 15. Juli 2016, E. 12 ff; BVGE 2011/24 E. 10.4). Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wiederholt fest- gestellt, dass nicht generell davon auszuge hen sei, zurückkehrenden Ta- milen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoein- schätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Der Beschwerdeführer vermochte nicht glaubhaft zu machen, dass er befürch- ten muss, bei einer Rückkehr die Aufmerksamkeit der sri -lankischen Be- hörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen und aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zuläs- sig. 8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann d er Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. E-6819/2016 Seite 10 In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Mit Referenzurteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Gericht seine bisherige Rechtsprechung (vgl. BVGE 2011/24) und die gegenwärtige Pra- xis des SEM, wonach der Wegweisungsvollzug unter anderem in die Nord- provinz zumutbar ist, bestätigt. Weder die allgemeine Lage in seinem Hei- matstaat, noch individuelle Gründe lassen den Wegweisungsvollzug vor- liegend als unzumutbar erscheinen. Der Beschwerdeführer lebte zuletzt mit seiner Ehefrau und seiner Tochter in (...) (Nordprovinz), dem Herkunfts- ort seiner Ehefrau. Damit verfügt der Beschwerdeführer dort über ein be- stehendes familiäres Beziehungsnetz und eine gesicherte Wohnsituation. Sodann hat der Beschwerdeführer zumindest Arbeitserfahrung als (...) und (...), weshalb ihm zuzumuten ist, bei einer Rückkehr eine neue Existenz aufzubauen. Der Vollzug der Wegweisung ist zumutbar. 8.4 Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich nach Art. 83 Abs. 2 AuG als möglich zu bezeichnen. Der Beschwerdeführer verfügt über eine Iden- titätskarte und gemäss Visumskopie und eigenen Aussagen auch über einen Reisepass, womit sich der Vollzug auch als möglich erweist. 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-6819/2016 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Barbara Balmelli Evelyn Heiniger Versand: