Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer Geschäfts-Nr.: SB180548-O/U/jv Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und lic. iur. B. Gut sowie der Gerichtsschreiber Dr. iur. F. Manfrin Urteil vom 23. Mai 2019 in Sachen A._____, Beschuldigte und Berufungsklägerin amtlich verteidigt bis 07.03.2019, neu erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ gegen Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. S. Keel, Anklägerin und Berufungsbeklagte betreffend Anstiftung zu einer Verletzung des Amtsgeheimnisses und Widerruf Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht, vom 5. September 2018 (GG180023) - 2 - Anklage: Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 4. Juni 2018 (Urk. 33) ist diesem Urteil angeheftet. Urteil der Vorinstanz: (Urk. 54 S. 24 ff.) "Es wird erkannt: 2. Die Beschuldigte ist schuldig der Anstiftung zu einer Verletzung des Amtsgeheimnisses im Sinne von Art. 320 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB. 3. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu Fr. 70.–. 4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre angesetzt. 5. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 16. Januar 2015 für die ausgefällte bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 50. – angesetzte Probezeit von 2 Jahren wird um 1 Jahr verlängert, beginnend ab heute. 6. Der Privatkläger wird mit seinen Zivilforderungen auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 1'500.– Gebühr für das Vorverfahren. 8. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird mit Fr. 4'118.10 (inkl. 7.7 % MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. 10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal- ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 11. (Mitteilungen) 12. (Rechtsmittel)" - 3 - Berufungsanträge: (Prot. II S. 6) a) Der Verteidigung der Beschuldigten: (Urk. 77 S. 2) 1. Die Berufungsklägerin sei in Abänderung von Dispositiv -Ziff. 2 vom Vorwurf der Anstiftung zur Amtsgeheimnisverletzung freiz u- sprechen. 2. Eventualiter: Die mit Strafbefehl StA Zürich -Sihl vom 16.1.15 aus- gesprochene Geldstrafe sei nicht zu widerrufen und die Probezeit nicht zu verlängern. 3. Die Kosten - und Entschädigungsfolgen seien ausgangsgemäss zu verlegen." (keine Beweisanträge) b) Der Staatsanwaltschaft: (Urk. 61) Keine Anträge bzw. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. (keine Beweisanträge) Erwägungen: I. Verfahrensgang 1. Sachverhalt Gemäss Anklage kontaktierte die Beschuldigte am 12. Dezember 2016 den Polizeibeamten B._____ (separates Verfahren) mehrmals auf privatem Wege per WhatsApp, um von ihm verschiedene Angaben über eine Drittperson, C._____, zu erhalten. B._____ teilte ihr darauf hin Informationen über C._____ mit, welche er dem Polizei-Informationssystem POLIS entnommen hatte. - 4 - 2. Vorverfahren Am 26. Juni 2017 wurde der Beschuldigten im Rahmen einer polizeilichen Befr a- gung eröffnet, dass gegen sie ein Verfahren wegen Anstiftung zur Amt sgeheim- nisverletzung eingeleitet worden sei (Urk. 10/2). Nachdem die Beschuldigte gegen einen entsprechenden St rafbefehl Einsprache erhoben hatte, erhob die Staat s- anwaltschaft am 20. Juni 2018 Anklage beim Bezirksgericht Dietikon (Urk. 33). 3. Erstinstanzliches Verfahren Mit eingangs aufgeführtem Urteil vom 5. September 2018 wurde die Beschuldi g- ten vom Einzelrichter des Bezirksgerichts Dietikon der Anstiftung zur Verletzung des Amtsgeheimnisses schuldig gesprochen und mit einer bedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu Fr. 70. -- bestraft (Urk. 54). Dieses Urteil wurde nicht mündlich eröffnet, sondern dem amtlichen Verteidiger im Dispositiv am 6. Se p- tember 2018 mitgeteilt (Prot. I S. 10, Urk. 47/2). Am selben Tag wurde Berufung angemeldet (Urk. 46). 4. Berufungsverfahren Die schriftlich begründete Fassung des Entscheids wurde dem amtlichen Vertei- diger am 17. Dezember 2018 zugestellt (Urk. 53/1). Innert der 20- tägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO reichte der amtliche Verteidiger hierorts die Berufungs- erklärung ein (Urk. 55). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Anschluss - berufung, der Privatkläger liess sich nicht vernehmen (Urk. 59 - 61). Die amtliche Verteidigung wurde mit Verfügung vom 8. März 2019 aufgehoben, da nur die Beschuldigte Berufung angemeldet hatte und gemäss Art. 132 Abs. 2 und 3 StPO ein einfacher Fall mit einer Strafe unter 120 Tagessätzen zur Disposi- tion steht (Urk. 67). Die Beschuldigte wurde fortan erbeten verteidigt (Urk. 72). Die mündliche Berufungsverhandlung fand am 23. Mai 2019 in Anwesenheit der Beschuldigten und ihres erbetenen Verteidigers statt (Prot. II S. 6). - 5 - II. Umfang der Berufung Das Urteil wurde mit Ausnahme des Verweises der Schadenersatz- und Genug- tuungsforderung des Privatklägers auf den Zivilweg sowie der Festsetzung der Kosten und der Entschädigung des amtlichen Verteidigers vollumfänglich ange- fochten (Urk. 77 S. 2, Prot. II S. 6 f.). Nachfolgend wird nur auf die angefochtenen, d.h., auf die nicht rechtskräftig gewordenen Punkte eingegangen (Art. 387 und Art. 398 Abs. 2 StPO). Dem vorinstanzlichen Urteilsdispositiv fehlt (mutmasslich versehentlich) eine Di s- positivziffer 1, was recht lich allerdings ohne Belang ist . Im Rahmen dieses Ber u- fungsentscheids wird, um Missverständniss e zu vermeiden, die vorinstanzliche Nummerierung ohne Korrektur beibehalten. III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 1. Standpunkt der Verteidigung 1.1. Objektiver Tatbestand Die Verteidigung bestreitet, dass es sich um die vom Polizisten B._____ der Be- schuldigten bekannt gegebenen Angaben über C._____ um Geheimnisse im m a- teriellen Sinne handl e. Die entsprechenden Angaben seien öffentlich zugänglich. Sinngemäss macht die Verteidigung somit geltend, dass die Bekanntgabe von Angaben aus dem Polizei -Informationssystem POLIS durch den Polizisten B._____ aus rein privatem Interesse keine Amtsgeheimnisverletzung darstelle, weshalb mangels objektivem Tatbestand auch eine Anstiftung ent falle. Und schliesslich stelle das blosse Fragen, wie es die Beschuldigte gemacht habe, kein motivierendes Verhalten im Sinne der Anstiftung dar (Urk. 55 S. 3; Urk. 77 S. 2-8). 1.2. Subjektiver Tatbestand Zudem ist nach Auffassung der Verteidigung auch der subjektive Tatbestand nicht erfüllt. Die Beschuldigte habe gar nicht abschätzen können, ob die ihr von B._____ bekannt gegebenen Angaben überhaupt dem Amtsgeheimnis unterlagen - 6 - oder nicht (Urk. 55 S. 3; Urk. 77 S. 6 f.). Sie habe beis pielsweise nicht den G e- heimhaltungswillen des Datenherrn bzw. der betroffenen Person abschätzen kön- nen. Es obliege jeweils dem Beamten zu beurteilen, hinsichtlich welcher Daten er zur Verschwiegenheit verpflichtet sei. 2. Objektiver Tatbestand; Geheimcharakter von Daten aus dem Polizei- Informationssystem POLIS und Anstiftungsmittel 2.1. Art der Personenangaben Unbestritten ist der Sachverhalt der Anklage, dass B._____ der Beschuldigten auf deren Bitten hin die Wohnadresse von C._____ (D._____ [Strasse] … … Zürich, c/o Mutter) und dessen Geburtsdatum ( tt.12.1995) sowie den Namen der Mutter (E._____) und den Namen des Vaters ( F._____) mitteilte. Ebenso teilte B._____ der Beschuldigten auf deren Anfrage nach dem Inhaber der Telefonnummer mit den Endziffern .. .. mit: "er ist u ns bestens bekannt" (Urk. 55 S. 2 und 3). Unbe- stritten blieb auch, dass B._____ diese Informationen dem Polizei - Informationssystem POLIS entnommen hatte (Anklage Urk. 33 S. 2 f.). 2.2. Öffentliche Zugänglichkeit der Angaben Die Verteidigung macht geltend, es liege am Staat zu beweisen, dass die genann- ten Angaben nicht öffentlich zugänglich seien (Urk. 55 S. 3; vgl. auch Urk. 77 S. 7 f.). Die An klagebehörde habe diesen Beweis nicht erbracht, weshalb die Beschuldigte frei zu sprechen sei. Diese Argumentationskette geht vorliegend bereits aus logischen Gründen fehl, weil negative Tatsachen grundsät zlich nie einem Beweis zugänglich sind. Aber auch materiell kann d ie Behauptung nicht nachvollzogen werden, jedenfalls nicht im heutigen Zeitpunkt: D ie Suche in ge- bräuchlichen Internet -Telefonbüchern wie local.ch oder serach.ch ergibt unter dem Namen C._____ keine Einträge. Ebenso wenig lässt sich durch Eingabe der Adresse "D._____ …" der Name C._____ oder E._____ ermitteln. Auch die ge- bräuchlichen Suchma schinen wie google oder bing vermögen diese Angaben nicht zu liefern. Ganz abgesehen davon, gehen aus solch öffentlich zugänglichen Quellen in der Regel auch die Verwandtschaftsverhältnisse oder die Geburts - daten nicht hervor. Zudem gibt es oft Personen gl eichen Namens, weshalb die Identität trotz Treffern bei Suchanfragen im Internet oft nicht mit Sicherheit fes t-- 7 - steht. Nicht überzeugend ist das Argument der Verteidigung, das verwandtschaft- liche Verhältnis zwischen C._____ und E._____ könne auch via einer W irt- schaftsdatenbank wie z.B. moneyhouse aufgrund des gemeinsamen Heimat ortes festgestellt werden. Gerade diese näheren Angaben stehen nur als zahlungs- pflichtige Informationen und deshalb nur einem beschränkten Kreis zur Verf ü- gung. Zum anderen begründet di e Tätigkeit unter derselben Firma und gleicher Heimatort noch nicht zwingend ein elterliches Verhältnis. 2.3. Quelle der Angaben 2.3.1. Im vorliegenden Fall ist es jedoch gar nicht entscheidend, ob die Beschu l- digte die Angaben auch anderweitig hätte erhältlich machen können. Das Amt s- geheimnis gemäss Art. 320 StGB schützt nicht nur die Geheim - und Privatsphäre des Einzelnen, sondern auch oder bei Amtsträgern sogar primär das Interesse an einer funktionierenden s taatlichen Verwaltung (BSK StGB II -Oberholzer, N 1 und 3 zu Art. 320). Dementsprechend ist ein Handeln nicht nur hinsichtlich der ver - letzten privaten Geheimsphäre zu beurteilen, sondern auch hinsichtlich der staat- lichen Pflicht zur vertraulichen Behandlung von privaten Personendaten. 2.3.2. Für die Frage des Geheimnischarakters einer Information ist weiter nicht nur die Information isoliert betrachtet von Bedeutung, sondern auch deren Quelle, deren Verknüpfung mit anderen Informationen und der Zusammenhang. Gemäss der Verordnung über das Polizei -Informationssystem POLIS des Kantons Zürich (LS 551.103) dient das Register unter anderem folgenden polizeilichen Zwecken: Erfüllung der Aufgaben von Strafverfolgungsbehörden, E rstellen von Berichten und Lagebeurteilungen, Festhalten von ungesicherten Sachverhalten, Dokumen- tation polizeilichen Handelns, Erstellen von Täterschaftsprofilen, Ausschreibung in Fahndungssystemen, Datenaustausch mit weiteren Justiz -, Polizei - und Verwal- tungsbehörden (§ 4 und 9 der POLIS -Verordnung). In derselben Verordnung wird auch der Zugriff und die Weitergabe der Angaben aus der Datenbank genaues- tens geregelt. Es ist offenkundig, dass in der P OLIS-Datenbank nicht einfach sämtliche Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz als neutrale Personen wie in einem Telefonbuch erfasst sind. Verzeichnet sind vielmehr ausschliesslich nur solche Daten, welche polizeilich relevant waren oder sind. Wer in der POLIS -- 8 - Datenbank verzeichnet ist, hatte mit anderen Worten in irgendeiner Form einmal etwas mit der Polizei zu tun. Wenngleich dieser Konnex nicht in einem schuldhaf- ten Verhalten der verzeichneten Person liegen muss, so dürfte doch in der Allge- meinheit die Mutmassung, die betreffende Person sei deshalb im P OLIS ver- zeichnet, weil sie einmal straffällig geworden sei, nahe liegen. Insofern besteht bei den verzeichneten Personen immer ein Geheimhaltungswille und auch ein b e- rechtigtes Geheimhaltungsinteresse an ihren Einträgen in einem polizeilichen In- formationssystem. Bei einer polizeilichen Datenbank muss der Geheimnisschutz zudem im Interesse der eingangs erwähnten, vertraulichen Behandlung von D a- ten im Interesse einer funktionierenden Verwaltung streng ausgelegt werden und als Grundsatz immer gelten. Er könnte erst dann entfallen, wenn eine betroffene Person ausdrücklich erklärt, auf die Geheimhaltung zu verzichten. Eine solche E r- klärung ist von C._____, der im vorinstanzlichen Verfahren als Privatkläger auftrat und aus dem eingeklagten Vorfall Zivilforderungen gegen die Beschuldigte stellte, nicht erfolgt. 2.3.3. Auch das Bundesgericht hat im Entscheid 6B_1192/2014 vom 24. April 2015 eine Beschwerde gegen einen Entscheid der hiesigen Kammer (SB140227) abgewiesen. Auch in jenem Fall erging ein Schuldspruch wegen Anstiftung zur Amtsgeheimnisverletzung, weil der Täter bei einem Stadtpolizeibeamten ve r- schiedene Informationen (Wohnadresse etc.) durch Anfrage per SMS erhältlich gemacht hatte, welche dieser dann durch Zugriff auf ein polizeiinternes Infor - mationssystem erlangt hat ( 6B_1192/2014 E rw. 4; SB140227: Anklage Urk. 14 S. 3 f.). Diesen Schuldspruch hat das Bundesgericht geschützt (6B_1192/2014 Erw. 4.4.3 i.f.): " Indem der Stadtpolizeibeamte die Adresse, welche er in seiner amtlichen Eigenschaft einzig durch die Abfrage des P OLIS in Erfahrung gebracht hatte, wunschgemäss dem Beschwerdeführer […] mitteilte, verhielt er sich tatbe- standsmässig." Gleich entschied das Bundesgericht in Bezug auf die Preisgabe der Information aus dem POLIS, dass gegen den Geheimnisherr ein oder eben kein Ermittlungs- oder Untersuchungsverfahren läuft (6B_1192/2014 Erw. 4.4.2). Es ist deshalb auch im vorliegenden Fall festzustellen, dass der Polizeibeamte B._____ durch die Weitergabe von Informationen, welche er ohne dienstliche Veranlassung lediglich aus Gefälligkeit und auf Bitten einer Kollegin dem POLIS - 9 - entnommen und dieser weitergegeben hatte, eine Amtsgeheimnisverletzung beging. Da es sich bei der Haupttat um eine strafbare Handlung, ein Vergehen, handelt, ist auch die Anstiftung dazu strafbar (Art. 24 Abs. 1 StGB). 2.4. Anstiftungsmittel 2.4.1. Die Verteidigung moniert, das blosse Fragen per Textmitteilung, wie es die Beschuldigte gemacht habe, stelle kein ausreichend motivierendes Verhalten im Sinne der Anstiftung dar (Urk. 77 S. 3-6). 2.4.2. Es kann zunächst auf den vorstehend zitierten Entscheid des Bundes - gerichts verwiesen werden. In jenem Fall fragte der Täter per SMS beim Polize i- beamten gewisse Informationen ab, welcher jener aus dem POLIS erhältlich machte, so u.a. die Wohnadresse. Das Bundesgericht schützte den diesbezüg - lichen Schuldspruch. Nichts anderes kann vorliegend gelten. Selbst die von der Verteidigung angeführten Bundesgerichtsentscheide führen zu keiner anderen Beurteilung – im Gegenteil. Entgegen der Ausführungen der Verteidigung (Urk. 77 S. 4 f.) ist für die Anstiftung nach Art. 24 StGB nicht erforderlich, dass beim Anz u- stiftenden Widerstände zu überwinden wären. Auch bei demjenigen, der bereits zur Tat geneigt ist oder sich zur Begehung von Straftaten sogar anbietet, kann ein Tatentschluss noch hervorgerufen werden. Explizit hielt das Bundesgericht fest, dass als Anstiftungsmittel jedes motivierende Tun in Frage kommt, alles, was im andern den Hand lungsentschluss hervorrufen kann. "Auch eine blosse Bitte, A n- regung, konkludente Aufforderung si nd taugliche Anstiftungsmittel " (zum Ganzen BGE 127 IV 122 Erw. 2b/aa). 2.4.3. Das gilt umso mehr, da die Beschuldigte nicht einfach und plump Fragen an B._____ richtete, sondern eine gewisse Hartnäckigkeit und Eindringlichkeit an den Tag legte und der Polizeibeamte B._____ auch zum Ausdruck brachte, dass es jetzt dann reiche, es das letzte Mal sei etc. (Chatverlauf Urk. 3; siehe weiter dazu beim subjektiven Tatbestand). Dieses Insistieren resp. das eindringliche Bi t- ten der Beschuldigten auf Herausgabe der Daten i st in objektiver Hinsicht somit als taugliche Anstiftungshandlung zu qualifizieren, die den Polizeibeamten B._____ letztlich zur Herausgabe motiviert hat. - 10 - 2.4.4. Wenn die Verteidigung dagegen einwendet, die Verantwortung für die G e- heimhaltung liege beim Amtsgeheimnisträger, dann ist an den gesetzgeberischen Wertungsentscheid zu erinnern, auch den sogenannten Extraneus als Teilnehmer am Sonderdelikt grundsätzlich unter (im Vergleich zum Intraneus mildere) Strafe zu stellen (Art. 26 StGB). 2.4.5. Deshalb hat die Beschuldigte den Tatbestand der Anstiftung zur Amts - geheimnisverletzung in objektiver Hinsicht erfüllt. 3. Subjektiver Tatbestand 3.1. Unglaubhaft – letztlich aber nicht entscheidend – ist die Behauptung der Beschuldigten, sie habe nicht gewusst, dass B._____ ein Polizeibeamter sei, sondern sie sei davon ausgegangen, dass er Mitarbeiter des Betreibungsamts sei (Urk. 76 S. 5 und 7 f.). Diese Behauptung ist praktisch schon dadurch widerlegt, dass die Beschuldigte B._____ in ihrem Mobiltelefon mit dem Vermerk "Polic" g e- speichert hatte. Wenngleich die Beschuldigte nicht mehr wissen will, was es damit auf sich hat (Urk. 76 S. 8), so darf mit Fug angenommen werden, dass es sich hierbei um einen auf den Beruf von B._____ hindeutenden Vermerk handelt (ge- meint war denn wohl "Police"). Im Übrigen hat die Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung auch eingeräumt, dass B._____ ihr seinen Dienstausweis vorgezeigt hatte (Urk. 76 S. 5 f.). Und nur am Rande ist schliesslich zu erwähnen, dass auch ein Betreibungsbeamter dem Amtsgeheimnis unterstehen würde. 3.2. Die Behauptung der Verteidigung, die Beschuldigte sei sich in keinem Zei t- punkt darüber im Klaren gewesen, dass B._____ die gewünschten Informationen unerlaubterweise aus polizeilichen Informationsquellen erhältlich mache (Urk. 77 S. 6 f.), kann ihr zwar nicht durch einen direkten Beweis widerlegt werden, ist aber nichts desto trotz unglaubhaft (Urk. 42 S. 3). Ein gedanklicher Vorgang oder der innere Wille eines Menschen ist zwar einem Beweis mit den heutigen wissen- schaftlichen Möglichkeiten nicht zugänglich. Nach ständiger Rechtsprechung darf aber aufgrund äusserer Umstände auf den subjektiven Tatbestand geschlossen werden (BGE 145 III 1 Er w. 3.3; BGE 140 III 193 E rw. 2.2.1). Vorliegend kann ganz allgemein auf einen s ubjektiven Vorsatz geschlossen werden, wenn jemand - 11 - direkt und wiederholt einen Polizeibeamten um persönliche A ngaben über eine Drittperson bittet. Jedenfalls dann, wenn er weiss, dass der Angefragte Polizeibe- amter ist, mutmasslich Zugang zu einer polizeilichen Informationsquelle hat und die Art der erfragten Angaben typischerweise der Art der Daten einer polizeilichen Datenbank entspricht und die Umstände im Zeitpunkt der Anfrage einen Zugriff auf polizeiliche Informationen durch den Angefragten implizieren. Fragt jemand also beispielsweise auf einer gemeinsamen Wanderung seinen Begleiter, der be- ruflich als Polizist tätig ist, im Kontext eines kollegialen Gespräches über einen gemeinsamen Schulfreund, ob dieser nicht der Sohn des bekannten Schauspi e- lers X.Y. sei, wird der Polizeibeamte offensichtlich als private Person gefragt und der Fragende erwartet nicht, dass der Gefragte zur Beantwortung eine polizeil i- chen Datenbank konsultiert. Im Gegensatz zum genannten Beispiel wusste v or- liegend die Beschuldigte, dass B._____ Polizeibeamter war und es kann ausge- schlossen werden, dass sie völlig zufällig ihn um Informationen über C._____ an- fragte. Daran ändert auch nichts, wenn die Beschuldigte nun geltend macht, sie habe verschiedene Kollegen an gefragt (Urk. 76 S. 5-7, 10 f.). Selbst nach ihren Aussagen konnten diese Personen aber die gewünschten Informationen über die allgemein zugängliche Quellen gerade nicht liefern. Umso mehr ist daraus zu schliessen, dass sie B._____ gezielt gefragt hatte in der Annahme, dieser verfüge über spezielle, polizeiliche Informations quellen. Zudem fragte sie ihn via WhatsApp in einer recht beharrlichen Weise an, während seiner Dienstzeit und aus rein privatem Interesse und nicht etwa im Rah men eines oberflächlichen Small-Talks. Aus dem Chat -Verlauf (Urk. 3) ergibt sich auch, dass der Polizeibe- amte nicht einfach nur allgemein zugängliche Daten bekanntgab, sondern zur I n- formationsgewinnung vielmehr Zeit benötigte und Datenbanken zu konsultieren hatte. So schrieb der Polizeibeamte B._____ verschiedentlich, er brauche noch einen Moment, habe jetzt gerade keine Zeit, er melde sich später/morgen, er kläre es noch ab, er brauche noch das Geburtsdatum etc. (Urk. 3). Zudem ist aufgrund des Chat -Verlaufs ersichtlich, dass der Beschuldigten nicht verborgen bleiben konnte, dass B._____ privates Interesse an ihr zeigte und deshalb wohl im G e- genzug zu einer Gefälligkeit bewegt werden konnte. Aufgrund der gesamten U m- stände kann deshalb vernünftigerweise nur davon ausgegangen werden, dass die - 12 - Beschuldigte wusste, B._____ werde zwecks Beantwortung ihrer Bitte polizeiliche Informationsquellen konsultieren. 3.3. Bereits im Zusammenhang mit dem objektiven Sachverhalt wurde erwähnt, dass es keine Rolle spielt, ob der Wohnort alleine, das Geburtsdatum alleine oder der Name der Eltern alleine als geheim zu qualifizieren sind oder nicht. Vorliegend ist die Verknüpfung dieser Angaben und die Quelle, die polizeiliche Datenbank POLIS, rechtlich relevant. Dem Einwand der Ver teidigung, die Beschuldigte habe nicht wissen können, ob ein Geheimhaltungswille des Geheimnisherrn bestanden habe, dies wisse einzig der Polizist, kann deshalb nicht zugestimmt werden (Urk. 55 S. 3; Urk. 77 S. 6 f. ). Darüber hinaus ist aktenkundig, dass ein fein d- schaftliches Verhältnis zwischen der Beschuldigten und C._____ bestand, da die Beschuldigte von Letzterem mehrmals massiv bedroht worden war (Urk. 5/5 S. 6). Wenngleich die Beschuldigte an der Berufungsverhandlung erstmals geltend machte, sie habe C._____ zunächst helfen wollen (Urk. 76 S. 4, 7 f., 9 f.), kann sie angesichts seiner Drohungen nicht ernsthaft geltend machen, sie sei davon ausgegangen, C._____ sei mit der Herausgabe von Daten aus einer polizeilichen Datenbank an die Beschuldigte einverstanden gewesen. 3.4. Auch in subjektiver Hinsicht ist der Tatbestand der Anstiftung zur Amts - geheimnisverletzung deshalb gegeben. Schuldausschluss - oder Rechtfertigungs- gründe im Sinne des Gesetztes sind nicht gegeben. IV. Strafzumessung 1. Grundsätze Zum Übergangsrecht, zum Strafrahmen einschliesslich der Strafmilderung bei Anstiftung und zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung ist auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zu verwei sen (Urk. 54 S. 14 - 16 Erw. 1. - 2.). Auch die Vertei digung rügte im Eventualstandpunkt die vorinstanz - lichen Ausführungen zum Strafmass nicht (vgl. Urk. 77 ). Die von der Vorinstanz - 13 - festgesetzten 25 Tagessätze Geldstrafe erweisen sich, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, als angemessen. 2. Tatverschulden In objektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass die bekannt gegebenen In- formationen nicht besonders intim oder sensibel waren und somit objektiv die Persönlichkeitssphäre von C._____ nur leicht verletzten, auch wenn dadurch of- fenkundig wurde, dass C._____ polizeilich bekannt war. Mit Fug darf vermutet werden, dass umgekehrt die Beschuldigte sehr verärgert gewesen wäre, wenn der mit ihr mittlerweile verfeindete C._____ Daten über sie via polizeiliche Quellen erhalten hätte. Allerdings geht es letztlich weniger um die erhaltenen Informa- tionen, sondern um die Tatsache, dass die Beschuldigte den Polizisten B._____ zu einer Straftat überredete, was im Verhältnis zum Vorteil der Beschuldigten, welchen sie durch den Erhalt der Informationen aus dem POLIS zog, als massiv unverhältnismässig erscheint. Subjektiv ist der Beschuldigten zu Gute zu halten, dass sie die Daten nicht ei n- fach aus purer Neugier oder aus Schädigungsabsicht erhältlich machte. So gab sie – zwar widersprüchlich – an der Berufungsverhandlung an, sie habe C._____ zunächst helfen wollen (Urk. 76 S. 4, 7 f., 9 f.) , im früheren Verfahren jedoch, dass sie gewisse Angst um sich und um ihre Familie vor C._____ gehabt habe (Prot. I S. 7). Allerdings überzeichnet sie die Situation auch et was, wenn sie von einem Akt der Verzweiflung spricht (Prot. I S. 7). Zur Abwendung einer Bedrohung oder zur Hilfestellung für C._____ hätte sie sich mit legalen Mitteln an die Polizei wenden können und die blossen Informationen über C._____ waren wohl nicht geeignet, etwas an der Bedrohung zu ändern, es sei denn, sie hätte Selbstjustiz üben wollen. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass das Verschulden insgesamt als leicht zu qualifizieren ist (Urk. 54 S. 17). Etwas zu wohlwollend erscheint es, wenn die V or- instanz wegen der obligatorischen Strafmilderung von Art. 26 StGB eine Reduk - tion der Strafe um die Hälfte vornahm (Urk. 54 S. 17 Erw. 3.5). Zwar ist eine mi l- dere Bestrafung des Anstifters gegenüber dem Geheimnisträger durchaus ge-- 14 - rechtfertigt, durch ihr e Anstiftung hat die Beschuldigte jedoch die gesamte beruf - liche Karriere des Polizisten B._____ aufs Spiel gesetzt. Vor allem aber gefährden derartige Verhaltensweisen eine Säule des Rechtsstaates, weshalb das Verhalten der Beschuldigten auch nicht als Bagatelle zu bezeichnen ist. 3. Täterkomponenten Die Vorstrafe vom 16. Januar 2015 wegen Verstosses gegen das Ausländerge- setz bzw. die Begehung der vorliegenden Tat innerhalb der 2 -jährigen Probezeit hat – mit der Vorinstanz – eine leichte Straferhöhung zur Folge (Urk. 54 S. 18). Ansonsten fallen die täterbezogenen Faktoren bei der Strafzumessung neutral aus (Urk. 54 S. 17 f.). Insgesamt ist deshalb die von der Vorinstanz festgesetzte Strafe von 25 Tages- sätzen angemessen. Zu ihren finanziellen Verhältnissen führte die Beschuldigte an der Berufungsver- handlung aus, dass sie monatlich netto Fr. 4'000.-- verdiene und der Kindsvater für die gemeinsamen Kinder Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'500.– bezahle (Urk. 76 S. 2). Die von der Vorinstanz auf Fr. 70.– festgelegte Tagessatzhöhe ist den finanziellen Verhältnissen der Beschuldigten angemessen. V. Vollzug und Widerruf 1. Vollzug Der Vollzug der Strafe ist aufzuschieben, da der Beschuldigten keine schlechte Prognose hinsichtlich ihrer Bewährung gestellt werden kann. Die Vor strafe ist zu wenig gravierend, um daran etwas zu ändern. Abgesehen davon gilt das Ver- schlechterungsverbot von Art. 391 Abs. 2 StPO. Die Probezeit kann wegen der Vorstrafe nicht mehr auf das Minimum festgesetzt werden. 4 Jahre, wie von der Vorinstanz festgesetzt, sind angemessen. - 15 - 2. Widerruf Die Vorinstanz hat auf einen Widerruf des Aufschubs des Vollzugs der Vorstrafe von 20 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 50. -- wegen Förderung des rechtswidrigen Aufenthaltes gemäss Art. 116 AuG verzichtet und stattdessen die Probezeit um ein Jahr verlängert (Urk. 54 S. 21 und 22). Dem ist beizupflichten. VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen Die Beschuldigte unterliegt vollumfänglich mit ihrer Berufung. Deshalb sind ihr sowohl die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens wie auch jene des Berufungsverfahrens aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 und Art. 428 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung (bis zum 13. März 2019) sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt einer Rückforde- rung gemäss Ar t. 135 Abs. 4 StPO , sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschuldigten erlauben. Es wird beschlossen: 1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 5. September 2018 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: "Es wird erkannt: 6. Der Privatkläger wird mit seinen Zivilforderungen auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 1'500.– Gebühr für das Vorverfahren. 8. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird mit Fr. 4'118.10 (inkl. 7.7 % MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt." 2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. - 16 - Es wird erkannt: 1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der Anstiftung zur Verletzung des Amtsgeheimnisses im Sinne von Art. 320 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB. 2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu Fr. 70.–. 3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. 4. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich- Sihl vom 16. Januar 2015 für die ausgefällte bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 50. – an- gesetzte Probezeit von 2 Jahren wird um 1 Jahr verlängert. 5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffern 9 und 10) wird bestätigt. 6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 1'437.80 amtliche Verteidigung 7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt - lichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge- nommen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an − die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten (übergeben) − die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich − den Privatkläger, C._____, … [Adresse] (Eine begründete Urteilsausfertigung – und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 - 17 - Abs. 4 StPO) – wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.) sowie in vollständiger Ausfertigung an − die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an − die Vorinstanz − die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und Formular B. 9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf - sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes - gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgericht s- gesetzes. Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer Zürich, 23. Mai 2019 Der Präsident: lic. iur. R. Naef Der Gerichtsschreiber: Dr. iur. F. Manfrin - 18 - Zur Beachtung: Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht: Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor- erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bi s zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe. Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), - wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, - wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.