B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5749/2009 U r t e i l v o m 2 6 . J u l i 2 0 1 2 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Yanick Felley, Richter Markus König, Gerichtsschreiberin Simona Risi. Parteien A._______, Irak, vertreten durch Eduard Müller, Fürsprecher, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. August 2009 / N (…). E-5749/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein Sunnite aus B._______ (Provinz C._______), verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Angaben am 17. August 2007, indem er von Mosul mit wechselnden Transportmitteln (Persone n- wagen und Lastwagen) über Damaskus und Istanbul nach Izmir gelangte, von wo aus er mit dem Schiff nach Italien und mit dem Zug am 4. Se p- tember 2007 in die Schweiz fuhr. Tags darauf suc hte er im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl nach. Anlässlich der Befragung zur Person vom 17. September 2007 und der Anhörung vom 12. Oktober 2007 brachte der Beschwerdeführer insb e- sondere vor, er habe im Jahre (…) sein (…)studium an der Universität I._______ mit dem Bachelor abgeschlossen und anschliessend bis (…) als Zivilist bei der (…)abteilung der irakischen Armee gearbeitet. Von März bis August (…) beziehungsweise während neun Monaten im Jahre (…) sei er bei der Geme indekommission von B._______ tätig gewesen, bevor er von September (…) bis November (…) bei einem (…) von iraki- schen und amerikanischen Mitarbeitern – zunächst im Sicherheitsdienst und anschliessend als Dolmetscher für die Amerikaner – in der Provinz C._______ gearbeitet habe. Ab dem (…) sei er sodann als Dolmetscher auf einem Militärstützpunkt der USA in D._______ tätig gewesen. Im Lau- fe seiner verschieden en Aktivitäten sei er mehrfach schwerwiegenden Behelligungen ausgesetzt gewesen. So sei er während seiner Tätigkeit bei der Gemeindekommission am (…) nach einer Sitzung in E._______ auf dem Weg n ach I._______ von drei Personen in einem Opel verfolgt worden, die während der Fahrt auf ihn beziehungsweise sein Auto ge- schossen hätten, beim Auftauchen von amerikanischen Soldaten auf der Gegenfahrbahn jedoch verschwunden seien. Er sei in der Folge zu einem Kontrollpunkt der irakischen Armee namens F._______ gefahren und ha- be mit einem Mann im Rang eines Mulazem (Leutnant) gesprochen, der ihn darüber informiert habe, dass es sich bei den Verfolgern mutmasslich um "Bader"-Leute gehandelt habe, die mit der irakischen Regierung z u- sammenarbeiten würden und die Sunniten ver nichten wollten. Der Mula- zem habe ihm von der Erstattung einer Anzeige abgeraten, da diese nichts bewirken würde. Er (Beschwerdeführer) habe deshalb mit seiner Arbeit aufgehört und zum (…) gewechselt, weil er die Interessen der Sunniten habe verteidigen und für eine Vertretung der Sunniten in der Regierung habe eintreten wollen . Im Laufe seiner Tätigkeit hätten Schii- ten der Partei "555" Wahlen gewonnen und die Sunniten hätten ihn (Be-E-5749/2009 Seite 3 schwerdeführer) dafür verantwortlich gemacht. Er habe im November (…) einen Drohbrief der Sunniten bekommen, mit dem diese ihn auf gefordert hätten, seine Arbeit aufzugeben. Daraufhin habe er seine Arbeitgeber um eine befristete Freistellung gebeten, was diese jedoch abgelehnt hätten. Aus Angst um sein Leben habe er mit der Arbeit als Dolmetscher beim Militärstützpunkt in D._______ begonnen. Dort habe ein ranghoher Kurde namens G._______ gegen Bezahlung zahlreiche Kurden eingestellt, bis kaum mehr Sunniten dort gearbeitet hätten. Als die Amerikaner davon er- fahren hätten, sei G._______ entlassen worden. Die kurdi schen Pes h- mergas hätten danach ihn ( Beschwerdeführer) als einzigen arabischen Dolmetscher beschuldigt, bei der Entlassung eine Rolle gespielt zu ha- ben, und hätten ihn bedroht. Während des Ramadan s im Jahr (…) habe ihn auf der Fahrt vom Stützpunkt nach H._______ zu seinem Onkel ein Unbekannter beziehungsweise mutmasslich ein Kontaktmann der kurd i- schen Pes hmergas mit einem Auto der Marke "Benz" verfolgt. Er habe vor dem Haus seines Onkels angehalten und sich an kurdische Asaisch- Sicherheitsleute gewendet, die sich beim Nachbarhaus aufgehalten hä t- ten. Diese hätten das Verfolgerfahrzeug – das in der Nähe ebenfalls a n- gehalten habe, dann aber weggef ahren sei – zwar gesehen, ihn jedoch nicht ernst genommen und keine Massnahmen ergriffen, um das Auto zu stoppen. Er habe den Vorfall einem amerikanischen Offizier gemeldet, der ihm gesagt habe, dass die Peshmergas eng mit der irakischen Regierung zusammenarbeiten würden, wes halb er nichts machen könne. Der Off i- zier habe ihm geraten, die Kaserne nicht mehr zu verlassen. Er habe um sein Leben gefürchtet und sich bei einem Colonel über eine Ausreis e- möglichkeit in die USA erkundigt. Dieser habe ihm gesagt, es sei schwie- rig und jährlich würden nur 50 Dolmetscher im Rahmen einer Lotterie ein Visum erhalten. Weil das neue amerikanische Team ihm nicht mehr e r- laubt habe beziehungsweise mutmasslich nicht mehr erlaubt hätte , wei- terhin auf dem Stützpunkt zu wohnen, habe er diesen am (…) verlassen und sei anschliessend mit einem gefälschten Pass illegal ausgereist. Zum Beweis seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer folgende Beweismittel zu den Akten: E ine Identitätskarte, Kopien eines Universi- tätszertifikats in englischer Sprache vom (…) und eines Schreibens der Universität I._______ in arabischer Sprache, einen Arbeitsausweis der Militärindustrie, einen Ausweis der irakischen Armee, einen Gewer k- schaftsausweis, einen Mitgliederausweis des (…), einen Lohnbezug s- badge, eine Essenskarte des (…), einen Badge der (…), gültig bis zum (…), sowie einen Badge von (…), gültig bis zum (…). E-5749/2009 Seite 4 B. Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 5. August 2009 – eröffnet am 13. August 2009 – ab und wies den Beschwerdeführer aus der Schweiz weg, wobei es den Vollzug der We g- weisung als unzumutbar bezeichnete und diesen zu Gunsten einer vo r- läufigen Aufnahme aufschob. C. Mit Eingabe vom 11. September 2009 gelangte der Beschwerdeführer an das Bundesverwaltungsgericht und liess die Aufhebung der vorinstanzl i- chen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die G e- währung von Asyl beantragen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie der unen t- geltlichen Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 des Ve r- waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Mit seiner Beschwerdeschrift reichte der Beschwerdeführer als Beweis- mittel verschiedene Kartenausschnitte, einen Beschr ieb der Waffe "PK machine gun" sowie Kopien eines Badges und eines Gerichtsprotokolls seinen Cousin betreffend ein. D. Das Bundesverwaltungsgericht teilte dem Beschwerdeführer mit Zw i- schenverfügung vom 21. September 2009 mit, er könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig hiess es das Gesuch um Gewährung der une ntgeltlichen Prozessführung gut , wies das jenige um unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab und setzte der Vorinstanz Frist zur Einreichung einer Vernehmlassung. Das BFM führt e mit Vernehmlassung vom 2. Oktober 2009 (Zustellung zur Kenntnisnahme an den Beschwerdeführer am 6. Oktober 2009) aus, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, die eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könn- ten. Im Übrigen wurde auf die Erwägungen der angefochtenen Verfügung verwiesen, an denen vollumfänglich festgehalten werde. E. Am 18. Januar 2011 reichte der Beschwerdeführer als weitere Beweismit- tel ein Schreibe n des Gemeinderates der Stadt B._______ vom E-5749/2009 Seite 5 22. Dezember 2012 sowie ein Schreiben des C._______ Provinzrates gleichen Datums ein (beide mit deutscher Übersetzung). Zudem machte er in englischer Sprache Ausführungen zum Sachverhalt und stellte den Antrag, er sei durch das Bundesverwaltungsgerich t mündlich zu befr a- gen, da er bei der Vorinstanz nur ansatzweise habe berichten können, was er tatsächlich alles erlebt habe. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist somit eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, au sser bei Vorliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, S R 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änd e- rung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die se ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige E-5749/2009 Seite 6 oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 In seiner Rechtsmitteleingabe moniert der Beschwerdeführer unter anderem, das BFM habe den Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt und den Grundsat z des rechtlichen Gehörs verletzt . Diese formelle Rüge ist vorab zu behandeln, da sie geeignet sein kann, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. Entscheidu n- gen und Mitteilungen der ehemaligen Schweizerischen Asylrekursko m- mission [EMARK] 2004 Nr. 38 und 1994 Nr. 1; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄ- NER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 3.2 Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, es sei ihm bei der Vorinstanz nicht ermöglicht worden, den relevanten Sachverhalt vollständig anzugeben und zu erklären. Die Anhörung habe viel zu lange gedauert. Die Hilfswerkvertreterin habe angeregt, aufgrund der Dauer des Befragung und der Komplexität des Falles zur korrekten Erhebung des Sachverhalts eine weitere Anhörung durchzuführen. Au s- serdem habe sie mit Schreiben vom 16. Oktober 2012 festgehalten, dass er (Beschwerdeführer) über seine Asylvorbringen wegen Zeitdrucks u n- genügend und oberflächlich befragt word en sei, wodurch sein Recht auf umfassende Darlegung seiner Asylgründe beschnitten beziehungsweise das rechtliche Gehör verletzt worden sei. Überdies sei der bei beiden Be- fragungen eingesetzte kurdische Dolmetscher offensichtlich überfor dert gewesen. Dieser habe kein H ocharabisch gesprochen, was sich an der Übersetzung der Personennamen ohne die Vorsilben "Al" zeige. Zudem habe der Dolmetscher gewisse entscheidende Wörter falsch übersetzt und sich mit militärischen Begriffen, die er (Beschwerdeführer) in sei nen Ausführungen verwendet habe, offensichtlich nicht ausgekannt. Dass es Kommunikationsprobleme gegeben habe, werde ausserdem daraus e r- sichtlich, dass er mehrmals versucht habe, den Übersetzer zu korrigieren, was durch die Sachbearbeiterin unterbunden wor den sei. Ferner habe der Dolmetscher nur gelegentlich auf das Protokoll (recte wohl: seine N o- tizen) geschaut und frei übersetzt. Er (Beschwerdeführer) habe deshalb bereits bei der Anhörung angemerkt, dass er den Eindruck habe, es seien nicht alle Fragen un d Antworten ins Protokoll aufgenommen worden. Die Entgegnung der Befragerin, es sei jedes Wort zu Protokoll genommen worden, könne angesichts der erwähnten Umstände kaum zutreffen. Schliesslich sei dem Umstand, dass sich auf dem Weg vom mündlichen E-5749/2009 Seite 7 Hocharabisch ins mündliche Hochdeutsch und anschliessend ins Prot o- koll zwangsläufig Abweichungen ergeben würden, keine Rechnung g e- tragen worden. Es sei somit eindeutig, dass die Befragungen nicht korrekt abgelaufen seien, weshalb es umso unverständlicher sei, dass das BFM in den Protokollen nach kleinsten Details gesucht habe, die angeblich wi- dersprüchlich seien. 3.3 Im Asylverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz, das heisst die B e- hörde stellt den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Für das erstinstanzliche Asylverfahren bedeutet dies, dass das BFM zur ric h- tigen und vollständigen Ermittlung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts verpflichtet ist. Asylsuchende sind andererseits verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken. Sie müssen insb e- sondere angeben, weshalb sie um Asyl nachsuchen (Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG). Der Beschwerdeführer hatte sowohl bei der Befragung zur Person als auch bei der Anhörung die Möglichkeit, seine Asylgründe in einer freien Erörterung darzulegen (vgl. vorinstanzliche Akten A2 S. 5; A12 S. 11), be- vor ihm Fragen zu diesen gestellt wurden. Danach fragte ihn die Sach- bearbeiterin explizit, ob er alle Gründe für sein Asylgesuch gena nnt habe beziehungsweise, ob es weitere Gründe gegen eine Rückkehr in den Heimatstaat gebe (vgl. A2 S. 6; A12 S. 18), woraufhin der Beschwerd e- führer einige Ergänzungen anbrachte. Nach Abschluss der Anhörung merkte er an, er habe den Eindruck, es sei am End e der Befragung mehr gefragt worden, als im Protokoll stehe, was die Sachbearbeiterin vernein- te (vgl. A13). Wohl unterbrach der Beschwerdeführer den Dolmetscher mehrere Male (vgl. A12 S. 6 und 9). Dies lässt jedoch keinen Rüc k- schluss auf die mangelnde Qualität der Übersetzungsleistung des Do l- metschers zu. Nachdem der Beschwerdeführer den Inhalt und die Vol l- ständigkeit sämtlicher Protokolle beziehungsweise seine Verbesserungen mit seiner Unterschrift genehmigt hat, muss er sich seine Aussagen en t- gegenhalten lassen. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise auf e i- nen unkor rekten Ablauf der Befragungen. Der Eindruck der Hilfswer k- vertreterin, der Beschwerdeführer sei nur ungenügend und oberflächlich zu seinen Asylgründen befragt worden, kann durch das Bundesverw al- tungsgericht nicht ge teilt werden. Vielmehr versäumte es der Beschwe r- deführer durch seine vagen und oberflächlichen Schilderungen und An t- worten (vgl. unten E. 6.1) in Missachtung seiner Mit wirkungspflicht, ein klares Bild der angeblich erlittenen Verfolgungen zu zeichnen. Aufgrund E-5749/2009 Seite 8 der gemachten Angaben war die Vorinstanz indes ohne Weiteres berech- tigt und in der Lage, abschliessend über das Asylgesuch zu entscheiden. Mithin erscheint der massgebliche Sachverhalt als vollständig erstellt. Es ist deshalb weder Sache des BFM noch des Gerichts, dem Beschwerd e- führer erneut Gelegenheit zur mündlichen Stellungnahme zu geben. Inso- fern ist der Antrag des Beschwerdeführers, er sei durch das Bundesve r- waltungsgericht mündlich zu befragen, abzuweisen. 3.4 Zusammenfassend sind keine substanziierten Hinweise auf eine un- genügende oder unrichtige Sachverhaltsfeststellung und damit auf eine Gehörsverletzung erkennbar. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend su b- stanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in v a- gen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wide r- sprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Ta t- sachen oder der allgemein en Erfahrung wide rsprechen. Dar über hinaus muss die asylsuchende P erson persönlich glaubwürdig er scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf g e- fälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch dar stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nachschiebt, E-5749/2009 Seite 9 mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für g e- wisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der asylsuchenden Pe r- son. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn die urte i- lende Behörde von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspek- te wesentliche und überwiegen de Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer G e- samtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhalt s- darstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objekt i- vierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 Abs. 1 - 3 AsylG; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1) 5. 5.1 Das BFM begründete seinen Entscheid im Wesentlichen damit, dass die Aussagen des Beschwerdeführers in zentralen Punkten mehrere W i- dersprüche und Ungereimtheiten aufweisen würden. So habe er bei der Erstbefragung ausgesagt, eine der Personen, die ihn im August (…) mit dem Auto verfolgt hätten, habe aus einer Entfernung von etwa 100 M e- tern einmal geschossen, wogegen er bei der Anhörung ausgeführt habe, es sei aus etwa 150 Metern Entfernung eine ganze Salve abgeschossen worden. Anlässlich der Befragung zur Person habe er zudem vorg e- bracht, die Angreifer seien verschwunden, weil sie auf der Gegen fahr- bahn amerikanische Soldaten gesehen hät ten, die ihnen entgegengefa h- ren seien, während er bei der Anhörung zu Protokoll gegeben habe, diese seien auf einer anderen Strasse gefahren. Ferner habe er bei der Erstb e- fragung vorgegeben, den Vorfall einem Kontrollpunkt der irakischen A r- mee gemeldet zu haben; bei der Anhörung habe er hingegen ausgesagt, eine Anzeige bei der Polizei erstattet zu haben. Während der Beschwe r- deführer bei der Befragung zur Person vorgebracht habe, im November (…) beim (…) um einen dreimonatigen Arbeitsunterbruch ersucht zu h a- ben, habe er bei der Anhörung von zwei Monaten gesprochen. Des We i- teren habe er bei der Anhörung ausgeführt, er habe seine Stelle beim M i- litärstützpunkt in D._______ bereits einen Monat vor dem Wechsel der amerikanischen Einheit aufgegeben, wogegen er bei der Erstbefragung angegeben habe, die Kaserne erst verlassen zu haben, als ihm das neue Team den weiteren Verbleib nicht erlaubt habe. Im Übrigen sei nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer die angebliche Gefäh r-E-5749/2009 Seite 10 dung durch die Sunniten wegen seiner Aktivitäten bei den Wahlen und die Bedrohung durch die Peshmergas bei der Erstbefragung nicht erwähnt habe, obgleich diese Vorkommnisse wesentliche Elemente seiner Asy l- begründung darstellen würden. Die eingereichten Dokumente könnten schliesslich allenfalls die jeweilige Beschäftigung des Beschwerdeführers bestätigen, nicht aber seine konkrete Gefährdung belegen. Sie seien nicht geeignet, die Einschätzung des BFM in Frage zu stellen. 5.2 Den Ausführungen des BFM hält der Beschwerdeführer insbesondere entgegen, die Aussagen der ersten Befragung seien in unzulässiger We i- se mit den anlässlich der Anhörung gemachten Ausführungen verglichen worden. Die Erstbefragung habe nur summarischen Charakter und daure viel kürzer als die Anhörung, bei der er (Beschwerdeführer) ausführli cher und detaillierter Auskunft gegeben habe. Tatsächlich würden aber ohn e- hin keine Widersprüche zwischen den beiden Befragungen bestehen. Er habe hinsichtlich des Tötungsversuchs im August (…) erst auf Nachfrage des Befragers ungefähre und nicht genaue Distanzangaben (100 bzw. 150 Meter) gemacht. Die verwendete Waffe sei ein Maschinengewehr gewesen (PK machine gun [PK MG], was vom Dolmetscher fälschliche r- weise als "BKCI" übersetzt worden sei) , bei d er mit einem Fingerzug mehrere Schüsse ausgelöst würden. Die Aussagen, es sei ein Schuss beziehungsweise eine Salve abgegeben worden, würden sich somit nicht widersprechen. Im Weiteren habe es sich bei der anlässlich der Anhörung genannten "anderen Strasse" auf der "anderen Seite" offensichtlich um die abgetrennte Gegenfahrbahn gehandelt; das BFM habe hier willkürlich einen Widerspruch konstruiert. Ferner habe es ihn falsch zitiert. Aus den Protokollen sei ersichtlich, dass er bei der Erstbefragung vorgebra cht ha- be, bei einem Kontrollpunkt der irakischen Armee namens F._______ mit einem Mulazem gesprochen zu haben. Bei der Anhörung sei protokolliert worden, er sei in F._______ zur Polizei gegangen und habe dort bei e i- nem Offizier (dem Mulazem) Anzeige erstattet. Auch hier liege somit kein Widerspruch vor. Dass der in Militärdingen unerfahrene Dolmetscher den Mann, mit dem er (Beschwerdeführer) gesprochen habe, als "Polizei" übersetzt habe, sei nachvollziehbar und verständlich. Dies gelte ebenso für die irrelevante Diskrepanz zwischen den Aussagen bei der Befragung zur Person und der Anhörung hinsichtlich des gewünschten Arbeitsunte r- bruchs von "etwa drei Monaten" bei ersterer und "zwei Monaten" bei let z- terer. Wesentlich sei vielmehr, dass er in der Folge seinen Tätigkeitsort gewechselt habe. Schliesslich sei das amerikanische Team des Militä r- stützpunktes D._______ jährlich ausgewechselt worden, wobei ein Teil des neuen Teams inklusive des Kommandanten bereits einen Monat vor E-5749/2009 Seite 11 der offiziellen Übernahme zum Stützpunkt gekommen sei. Weil der bishe- rige Kommandant angegeben habe, hinsichtlich der Möglichkeit des we i- teren Verbleibs nicht sicher zu sein, habe er (Beschwerdeführer) sich e i- nen Monat vor der Übergabe – in einem Zeitpunkt, als der neue Ko m- mandant schon anwesend gewesen sei – dazu entschlossen, den Stüt z- punkt zu verlassen. Das BFM habe sich insgesamt darauf beschränkt, nicht existierende Widersprüch e darzulegen und es unterlassen, seine realitätsnahe Schilderung der Bedrohungen zu würdigen. Er sei auch heute bedroht, was sich einerseits daran zeige, dass sein (…) – ein Mit- arbeiter einer Sicherheitsfirma, die eng mit den Amerikanern zusamme n- gearbeitet habe – bei seinem Fluchtversuch an einem Kontrollpunkt von Mitgliedern der Al-Qaida entführt und schliesslich ge tötet worden sei. An- dererseits sei bewiesen, dass er für die Amerikaner tätig gewesen sei. Al- le Personen, die wie er eng mit den Besatzern zusammengearbeitet hä t- ten – insbesondere als Dolmetscher –, seien in Irak mit dem Tod bedroht. Im Übrigen gab der Bes chwerdeführer den aus seiner Sicht massgebl i- chen Sachverhalt in seiner Beschwerdeschrift erneut wieder (vgl. unten E. 6.1.3). Mit Schreiben vom 18. Januar 2011 schliesslich führte der Beschwerd e- führer unter a nderem aus, er sei während seiner Studienzeit an der Uni- versität I._______ ein aktives Mitglied der Baath-Partei und der "universi- ty secret security" gewesen, weil er nur dadurch sein Studium habe finan- zieren und anschliessend eine gute Stelle habe bekommen können. Er habe diese Tatsache anlässlich seiner Befragungen nicht erwähnt, weil er gesehen habe, was anderen Mitgliedern (der Baath -Partei) in seinem Wohngebiet geschehen sei und weil er Angst vor der Reaktion seines Stamms habe, wenn dieser von seinen Aktivitäten erfahre. 6. Im Sinne einer Gesamtwürdigung ist nachfolgend zu prüfen, ob die Vorin- stanz die Vorbringen des Beschwerdeführers richtigerweise als unglau b- haft beurteilte und ihm zu Recht die Gewährung von Asyl verweigerte. 6.1 6.1.1 Im Gegensatz zu den Aussagen einer asylsuchenden Person bei der Anhörung kommt den Aussagen bei der Befragung zur Person ang e- sichts des summarischen Charakters dieser Befragung für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit nur ein beschränkter Beweiswert zu. Dies bedeutet, dass einfachen Unvollständigkeiten und unwesentliche n Abweichungen E-5749/2009 Seite 12 zu späteren Aussagen keine entscheidende Bedeutung beigemessen werden darf (vgl. EMARK 2005 Nr. 7 E. 6.2.1 S. 66; EMARK 2004 Nr. 34 E. 4.4 S. 243). 6.1.2 Dem Beschwerdeführer ist darin Recht zu geben, dass die durch das BFM dargelegten Widersprüche teilweise erklärbar sind. Zudem hat er bereits im Rahmen der Befragung zur Person eine Bedrohung durch die kurdischen Peshmergas sowie durch die Sunniten angetönt und au s- geführt, er werde diese Probleme anlässlich der Anhörung vertiefen (vgl. die vor instanzlichen Akten A2 S. 5 f.). Dennoch sind die Überlegungen der Vorinstanz im Ergebnis zu stützen, da sich die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers als teilweise widersprüchlich und weitgehend u n- substanziiert erweisen. So gab er anlässlich der Befragung zur Person an, nach Kriegsbeginn hätten aufgrund seiner Tätigkeit in der Militärindustrie iranische Gehei m- agenten nach ihm gefragt (A2 S. 5) . Bei der Anhörung führte er hierzu aus, es seien damals Raketen hergestellt worden, mit denen Iran ang e- griffen worden sei, weshalb der iranische Staat nach Personen gesucht habe, die in der Militärindustrie gearbeitet hätten (A12 S. 18) . Bei der Rückübersetzung gab der Beschwerdeführer dagegen an, die Raketen seien gegen die Amerikaner und nicht gegen den Iran eingesetzt worden, womit sich die angebliche Verfolgung durch den Iran als unlogisch da r- stellt. Des Weiteren brachte der Beschwerdeführer bei der Befragung zur Pe r- son vor, die neue amerikanische Einheit auf dem Stützpunkt habe ihm nicht mehr erlaubt, auf dem Stüt zpunkt zu leben (vgl. A2 S. 5), wogegen er bei der Anhörung zu Protokoll gab, er habe den Stützpunkt vor dem Wechsel der Einheiten verlassen, weil das neue Team ihm vielleicht nicht erlaubt hätte, weiterhin dort zu wohnen (vgl. A12 S. 14). Es erscheint rea- litätsfremd, dass der Beschwerdeführer nur aufgrund der eventuellen G e- fahr, nicht weiter auf dem Stützpunkt bleiben zu können, die Flucht ergri f- fen haben soll. Stattdessen wäre zu erwarten gewesen, dass er sich z u- mindest beim neuen – bereits anwesenden – Kommandanten erkundigt und eine Antwort des neuen Teams abgewartet hätte. Der angeblich au s- schlaggebende Fluchtgrund des Beschwerdeführers – er habe das Land verlassen, weil "nicht sicher" gewesen sei, ob er weiterhin auf dem Stüt z- punkt bleiben könne – erscheint somit unplausibel. Dieser Eindruck ve r- stärkt sich dadurch, dass der Beschwerdeführer seine Arbeit angeblich am (…) (vgl. A12 S. 15) aufgegeben hat und erst am 17. August 2007 E-5749/2009 Seite 13 ausgereist ist, wobei er keinerlei Angaben hinsichtlich dieser Zeitspanne zwischen Arbeitsaufgabe und Ausreise machte. Ferner machte der Beschwerdeführer keine konkreten Angaben über sei- ne verschiedenen Arbeitstätigkeiten, aus denen er eine Verfolgung durch die Schiiten, die Sunniten, die kurdischen Peshmergas sowie durch seine Verwandten ableitet. Dies erstaunt umso mehr, als er einen Bachelor - abschluss an der Universität erlangt hat und somit fähig sein müsste, ei n- gehend und nachvollziehbar über seine Tätigkeiten zu berichten. So be- schränkte er sich bei der Frage nach seinen konkreten Tätigkeit beim (…) darauf, auszuführen, dass dort Iraker und Amerikaner zusammengearbei- tet hätten und dass alle vier Abteilungen jeweils eigene Dolmetscher g e- habt hätten. Auf Nachfrage brachte er vor, er habe dort drei Monate gear- beitet, zunächst sei er für die Sicherheit zuständig gewesen. Er habe b e- obachten müssen, wo es Attentate geben würde. Wenn ein Attentat en t- deckt worden sei, hätten sie die Amerikaner und "normale Iraker" infor- miert und ihnen gesagt, dass diese dort nicht vorbeigehen sollten. Er sei wegen dieser Arbeit bedroht worden, weshalb er die Abteilung gewechselt und fortan als Dolmetscher gearbeitet habe ( vgl. A12 S. 11). Diese obe r- flächliche und unklare Schilderung lässt keine Rückschlüsse auf seine tatsächliche Tätigkeit zu. Auch zu seiner Arbeit bei der Gemeindeko m- mission von B._______ äusserte er sich kaum, sondern gab einzig an, dort hätten (…) Mitglieder gearbeitet, von denen er der einzige Sunnit gewesen sei, weshalb er beinahe "50% der Rechte" gehabt habe. Er h a- be aber von der irakischen Regierung keinen Lohn bekommen, weil die Schiiten an der Macht gewesen seien ( vgl. A2 S. 5). Schliesslich wird auch nicht klar, wie sein Arbeitsalltag auf dem Militärstützpunkt ausges e- hen hat, da er hierzu einzig erklärte, er habe a ls Dolmetscher gearbeitet und auf dem Stützpunkt habe es die gleichen Probleme gegeben, nur seien die Leute anders gewesen. In diesem Zusammenhang erwähnte er seine Probleme mit den kurdischen Peshmergas und die daraus folgende Bedrohung anlässlich des Ram adanfestes (…). Dabei führte er aus, er wisse, dass die Peshmergas ihn für die Entlassung des ranghohen Ku r- den G._______ verantwortlich gemacht hätten, weil er der einzige arab i- sche Dolmetscher gewesen sei (vgl. A12 S. 14). Diese Erklärung ist nicht überzeugend und vermag die angebliche Verfolgung des Beschwerdefüh- rers durch die Peshmergas nicht zu erklären. Insbesondere erscheint rea- litätsfremd, dass die Peshmergas tatsächlich geglaubt haben, er in der Position eines Dolmetscher könne für die Entlassung ei nes ranghohen Kurden (Amid -Rang) verantwortlich sein. Ebenso ist die Erklärung des Beschwerdeführers, wie er überhaupt dazu gekommen sei, dass er durch E-5749/2009 Seite 14 die Peshmergas anlässlich des Ramadanfestes (…) verfolgt worden sei, unglaubhaft. H ierzu führte er – wiederum in unsubstanziierter Weise – aus, die Amerikaner seien auf diese Idee gekommen weil sie gewusst hätten, dass die Kurden ihn (Beschwerdeführer) nicht mögen würden und weil die kurdischen Asaisch-Leute seine Verfolger nicht angehalten hätten (vgl. A12 S. 15). Angesprochen auf die grosse Gefahr, der er sich mit sei- ner Tätigkeit insbesondere beim amerikanischen Stützpunkt ausgesetzt habe, sagte der Beschwerdeführer ferner in pauschaler Weise aus, für seinen Geschmack habe er etwas Gutes getan, er wolle im Irak etwas ändern und eine Demokratie schaffen. Auch diese Erklärung vermag an- gesichts der Schwere der jeweils im Zusammenhang mit den verschiede- nen Arbeitstätigkeiten vorgebrachten Behelligungen nicht zu überzeugen. Am Ende der Anhörung gab der Beschwerdeführer sodann an, er b e- fürchte, dass ihn im Falle einer Rückkehr in seinen Heimatstaat auch se i- ne Verwandten töten würden. Auf Nachfrage gab er zu Protokoll, dass sie ihn töten wollten, weil ihn die Sunniten mit dem Tod bedroht hätten und er diese Drohung nicht ernst genommen habe. Anlässlich der Befragung zur Person machte er dagegen geltend, seine Verwandten würden ihn wegen seiner Zusammenarbeit mit den Amerikanern töten wollen. Aufgrund der Akten ergibt sich überdies, dass er mit seinen Eltern regelmässig Gesp ä- che über die allgemeine Lage im Irak führt (vgl. A12 S. 6 f.), offensichtlich ohne seine Bedrohung – insbesondere die Todesgefahr durch die Ve r- wandtschaft – anzusprechen. Auch die Verfolgung durch seine Verwandt- schaft erscheint deshalb unrealistisch und unbegründet. 6.1.3 Auf Beschwerdeebene legt der Beschwerdeführer den Sachverhalt erneut dar und macht hierbei Angaben, welche zu jenen anlässlich der Befragungen in Widerspruch stehen. So gab er i m vorinstanzlichen Ver- fahren an, er habe mit seiner Arbeit bei der Gemeindekommission au f- grund des Angriffes vom (…) aufgehört und zum (…) gewechselt. Im Lau- fe dieser Tätigkeit (beim […]) hätten Schiiten der Partei "555" Wahlen g e- wonnen und die Sunniten hä tten ihn dafür verantwortlich gemacht. Auf Beschwerdeebene führt er hingegen aus, dass die Gemeindekommission von B._______ während seiner Anstellung eine Wahl durchgeführt habe, bei der infolge einer Wahlfälschung die Schiiten an die Macht gekommen seien. Mit dem Vorfall vom (…), bei dem er mit einem Auto von Mitgli e- dern der Bader Milizen (Schiiten) verfolgt worden sei und offensichtlich hätte getötet werden sollen, sei die Situation eskaliert. Diese nachträgl i- che Änderung des chronologischen Ablaufs der e rlittenen Behelligungen lässt den Beschwerdeführer weiter als unglaubwürdig wirken. Dasselbe gilt für das mit Schreiben vom 18. Januar 2011 nachgesc hobene Vorbrin-E-5749/2009 Seite 15 gen, wonach er während seiner Studienzeit an der Universität I._______ ein aktives Mitglied der Baath -Partei und der "university secret security" gewesen sei. Seine Erklärung, er habe dies nicht früher gesagt, weil er sich vor den Reaktionen seines Umfelds gefürchtet habe, vermag nicht zu überzeugen. Da ausgeschlossen werden kann, dass Nachbarn oder der Stamm des Beschwerdeführers von seinen Aussagen erfahren, die dieser im Asylverfahren macht , ist eine derartige Angst von vornherein unb e- gründet. Schliesslich ist zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer auch aus der vorgebrachten Tötung seines (…) durch die Al -Qaida keine Bedrohung seiner eigenen Person ableiten kann. 6.1.4 Zusammengefasst erweisen sich der Beschwerdeführer als u n- glaubwürdig und seine Vorbringen als widersprüchlich sowie unsubstanzi- iert. Die geltend gemachten Verfolgu ngen können ihm deshalb nicht g e- glaubt werden. Daran vermögen auch die eingereichten Beweismittel (insb. die Badges der […] bzw. […]) nichts zu ändern. Diese weisen zwar auf eine Tätigkeit des Beschwerdeführers als "Translator" beziehungs- weise "Linguist" h in. Indes vermögen diese Ausweise alleine , unter B e- rücksichtigung der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdefü h- rers, keine Verfolgung zu belegen. 6.1.5 Aufgrund dieser Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Aus- führungen in der Beschwerdeschrift sowie die übrigen eingereichten Be- weismittel näher einzugehen, da diese am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern vermögen. 6.2 Zusammenfassend ist die Vorinstanz zu Recht von der Unglaubhaf- tigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers ausgegangen (Art. 7 Abs. 3 AsylG), so dass deren Asylrelevanz nicht geprüft werden muss , und hat das Asylgesuch abgewiesen. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an. Es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An spruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 E-5749/2009 Seite 16 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 und BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus - ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 8.2 Das BFM erachtete den Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers als unzumutbar, weshalb es im angefochtenen Entscheid dessen vorlä u- fige Aufnahme in der Schweiz verfügte (vgl. die Dispositivziffern 4 -6). Un- ter diesen Umständen erübrigen sich w eitere Ausführungen zum Vollzug der Wegweisung. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Auf deren Erhebung ist jedoch angesichts des mit Zwischenverfügung vom 21. September 2009 gutgehei ssenen Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-5749/2009 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Simona Risi Versand: