<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: PB.2003.00004</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107145&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>PB.2003.00004</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.03.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Rückforderung Lohnnachzahlungen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Lohnnachforderung eines Ergotherapeuten wegen diskriminierender Einreihung ist trotz fehlendem Diplom in Ergotherapie berechtigt.<br/>Auf die Beschwerde ist einzutreten, da eine Streitigkeit nach Gleichstellungsgesetz (GlG) vorliegt. Den Lohngleichheitsanspruch können auch Männer in "typischen Frauenberufen" geltend machen (E. 1). Dem Ergotherapeuten stehen nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts vom 22. Januar 2001 betreffend Lohndiskriminierung der Ergotherapierenden (VK.1996.00017) und dem darauf gestützten Regierungsratsbeschluss (RRB) 1283/2001 Lohnnachzahlungen zu. Der Anspruch folgt aus der zu tiefen Einreihung der ausgeübten Funktion ungeachtet der individuellen Ausbildung (E. 2).<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSBILDUNG">AUSBILDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESOLDUNGSKLASSE">BESOLDUNGSKLASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISKRIMINIERUNG">DISKRIMINIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERGOTHERAPEUT/-IN">ERGOTHERAPEUT/-IN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESCHLECHTERGLEICHHEIT">GESCHLECHTERGLEICHHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: GLEICHBERECHTIGUNG VON MANN UND FRAU">GLEICHBERECHTIGUNG VON MANN UND FRAU</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: INHALT DES DIENSTVERHÃLTNISSES">INHALT DES DIENSTVERHÃLTNISSES</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LOHNDISKRIMINIERUNG">LOHNDISKRIMINIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LOHNGLEICHHEIT">LOHNGLEICHHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LOHNKLASSE">LOHNKLASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LOHNNACHZAHLUNG">LOHNNACHZAHLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MANN">MANN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PFLEGEBERUFE">PFLEGEBERUFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERFÃHRUNGSREGELUNG">ÃBERFÃHRUNGSREGELUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 8 lit. III BV</span><br/><span class="gerade">Art. 3 GlG</span><br/><span class="ungerade">§ 74 lit. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A. Mit Urteil vom 22. Januar 2001 hiess das Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich die Gleichstellungsklagen mehrerer BerufsverbÃ¤nde und EinzelklÃ¤gerinnen betreffend die Einreihung der Ergotherapierenden teilweise gut. Dabei wurde deren Diskriminierung festgestellt, soweit sie unterhalb folgender Lohnklassen eingereiht waren: fÃ¼r die Therapierenden Einreihungsklasse 14, fÃ¼r die Therapierenden mit besonderen Aufgaben (mbA) Einreihungs­klasse 15-17 und fÃ¼r die Leitenden Therapierenden Einreihungsklasse 17-19. Dies be­deu­tete fÃ¼r die Therapierenden in der Grundfunktion und fÃ¼r die Therapierenden mbA je einen Anstieg um zwei Klassen und fÃ¼r die Leitenden Therapierenden einen Anstieg um eine Klasse (VK.96.00017, E. 10d, www.vgrzh.ch/recht­sprechung). Gleichentags ergingen noch andere Urteile betreffend Gleichstellungsklagen im Gesundheitswesen (VK.96.00011, VK.96.00013, VK.96.00015, ebenfalls www.vgrzh.ch/rechtsprechung). Entsprechend diesen Urteilen erliess der Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich mit Beschluss vom 16. Mai 2001 (RRB 707/2001) einen korrigierten Einreihungsplan fÃ¼r Berufe des Gesundheitswesens mit Geltung ab 1. Juli 2001 (Neueinreihung Gesundheitsberufe). Sodann genehmigte der Regie­­­rungsrat am 29. August 2001 (RRB 1283/2001) eine mit den PersonalverbÃ¤nden am 11. Juli 2001 getroffene Vereinbarung betreffend Lohnnachzahlungen im Gesundheitswesen. Danach gilt fÃ¼r die Ergotherapierenden in der Grundfunktion eine ErhÃ¶hung um zwei Klassen und zwei Stufen, fÃ¼r die Ergotherapierenden mbA eine ErhÃ¶hung um zwei Klassen und eine Stufe sowie fÃ¼r die Leitenden Ergotherapierenden eine ErhÃ¶hung um eine Klasse und eine Stufe; fÃ¼r die an den erwÃ¤hnten Verfahren vor Verwaltungsgericht nicht beteiligten AngehÃ¶rigen der betroffenen Berufe und Funktionen wurde eine pauschalierte Lohnnach­­zahlung fÃ¼r die Zeit vom 1. MÃ¤rz 1996 bis 30. Juni 2001 gewÃ¤hrt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. A ist diplomierter Psychiatriepfleger und seit 1. Juni 1981 als Therapeut mbA in der Ergotherapie der Klinik X tÃ¤tig. Bis Ende Juni 2001 war er in Lohnklasse 13 eingereiht. Im Nachgang zu den Urteilen des Verwaltungsgerichts vom 22. Januar 2001 erfolgte per 1. Juli 2001 eine Anhebung in Lohn­klasse 14. Auf sein Gesuch um Lohnnachzahlung erhielt er fÃ¼r den Zeitraum vom 1. MÃ¤rz 1996 bis 30. Juni 2001 Nachzahlungen im Nettobetrag von insgesamt Fr. --.--. Mit VerfÃ¼gung vom 8. Juli 2002 verlangte die Klinik X den ausbezahlten Betrag indessen zurÃ¼ck. Dies wurde namentlich da­mit begrÃ¼ndet, dass nur diejenigen Berufsgruppen und Funktionen, deren Besoldungen vom Verwaltungsgericht als diskriminierend gewÃ¼rdigt worden seien, Anspruch auf Lohnnachzahlungen hÃ¤tten, nÃ¤mlich die diplomierten Krankenschwestern und ‑pfleger, dip­lo­mier­te Ergotherapeutinnen und ‑therapeuten sowie diplomierte Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie entsprechende Leitungsfunktionen bis und mit alt Lohnklasse 16. A habe zwar ein Diplom als Psychia­triepfleger, er arbeite je­doch als Therapeut in der Ergo- und Gestaltungstherapie, wo er nicht Ã¼ber ein Diplom verfÃ¼ge. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 26. Juli 2002 rekurrierte A an die Gesundheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich mit dem Antrag, es sei die VerfÃ¼gung vom 8. Juli 2002 aufzuheben und auf eine RÃ¼ckforderung der Nachzahlungen zu verzichten. Die Direktion wies den Rekurs am 20. Januar 2003 ab. Zur BegrÃ¼ndung wur­de im Wesentlichen ausgefÃ¼hrt, die Neueinreihungen seien unabhÃ¤ngig von den Lohnnachzahlungen zu beurteilen; bei den Nachzahlungen gehe es ausschliesslich um den Vollzug der Verwaltungsgerichtsurteile vom 22. Januar 2001 und der Vereinbarung vom 11. Ju­li 2001 zwischen den kantonalen In­stanzen einerseits und den IndividualklÃ¤gerinnen sowie den klagenden BerufsverbÃ¤nden und Gewerkschaften anderseits; im Therapiebereich seien davon nur die diplomierten Ergo- und Physiotherapierenden SRK betroffen. FÃ¼r Lohn­nachzahlungen an andere Therapierende, insbesondere Mal-, Musik- und Gestaltungs­therapierende sowie Therapierende mit Pflegediplom, die nicht ge­klagt hÃ¤tten, fehle demnach eine entsprechende Rechtsgrundlage. Mit Be­zug auf die Lohnnachzahlung bestehe angesichts des fehlenden Diploms in Ergo­therapie kein Anspruch, gleich behandelt zu werden wie die diplomierten Ergotherapierenden. Im Unterschied zu diesen habe A zudem weder die Kosten eines jah­relangen Prozesses noch das Prozessrisiko getragen; er kÃ¶nne deshalb nicht plÃ¶tzlich in den Genuss von Leis­tungen kommen, die aufgrund von VerjÃ¤hrungsfristen ausschliesslich den klagenden Partei­en geschuldet seien.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen diesen Entscheid erhob A am 11. Februar 2003 Beschwer­de ans Verwal­tungs­gericht, in welcher er wiederum verlangt, die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und von einer RÃ¼ckforderung der Nachzahlungen abzusehen, unter (Kosten- und) EntschÃ¤di­gungsfolgen zu Lasten des Staats ZÃ¼rich. Mit der Beschwerde wird zunÃ¤chst auf die Urteile des Verwaltungsgerichts vom 22. Januar 2001 verwiesen, worin unter anderem die be­soldungsmÃ¤ssige Diskriminierung der Ergotherapierenden festgestellt worden ist. Nach Auf­­fassung des BeschwerdefÃ¼hrers besteht kein Unterschied zwischen der Neuein­reihung und den Nachzahlungen. Letztere hÃ¤t­ten denselben Rechtsgrund wie die Neuein­reihungen, nÃ¤mlich das Diskriminierungsverbot von Art. 3 des Gleichstellungsgesetzes vom 24. MÃ¤rz 1995 (GlG). Er sei als Ergotherapeut mbA eingestellt und Ã¼be diese Funktion auch tatsÃ¤chlich aus. Seine Aufgaben entsprÃ¤chen vollumfÃ¤nglich denjenigen eines diplo­mierten Ergothe­rapeuten. Im Ãbrigen sei auch seine Ausbildung gleichwertig wie dieje­nige der diplomier­ten Ergotherapierenden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Gesundheitsdirektion schloss mit Vernehmlassung vom 13./14. MÃ¤rz 2003 auf Beschwerdeabweisung. Sie wiederholt ihren Standpunkt, wonach es bei den Lohnnachzah­lungen ausschliesslich um den Vollzug der Verwaltungsgerichtsurteile vom 22. Januar 2001 und der Vereinbarung vom 11. Juli 2001 gehe sowie dass der BeschwerdefÃ¼hrer nicht Ã¼ber das erforderliche Diplom in Ergotherapie verfÃ¼ge; aus seinem Diplom als Psychiatriepfleger kÃ¶nne er auch nichts zu seinen Gunsten ableiten, da er seit zwanzig Jahren keine pfle­gerische TÃ¤tigkeit mehr ausgeÃ¼bt habe. ErgÃ¤nzend wird schliesslich auf das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 5. Februar 2003 (PB.20002.00017, www.vgrzh.ch/recht­spre­chung) verwiesen, wonach die ersatzweise Zuordnung in die Richtposition Therapeutin mbA noch nicht zur Berufsbezeichnung einer Physio- oder Ergotherapeutin fÃ¼hre. Die Klinik X ersuch­te mit Eingabe vom 11./12. MÃ¤rz 2003 ebenfalls um Beschwerdeabweisung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die im Streit liegende Forderung Ã¼bersteigt den Betrag von Fr. 20'000.-. Die Sache ist daher in Dreierbesetzung zu erledigen (vgl. § 38 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Beschwerde richtet sich gegen einen Rekursentscheid der Gesundheitsdirekti­on Ã¼ber eine personalrechtliche Anordnung gemÃ¤ss § 74 Abs. 1 VRG. Ungeachtet § 74 Abs. 2 VRG ist das LohngefÃ¼ge vom Verwaltungsgericht jedenfalls insoweit Ã¼berprÃ¼fbar, als es darum geht, eine allfÃ¤llige geschlechtsdiskriminierende Lohnbenachteiligung ausfindig zu machen (vgl. VGr, 23. Oktober 2002, PB.2002.00022, E. 1b, www.vgrzh.ch/recht­sprechung; Bea Rotach Tomschin, Die Revision des ZÃ¼rcher Verwaltungsrechtspflegegesetzes, ZBl 98/1997, S. 433 ff., 451; Andreas Keiser, Rechtsschutz im Ã¶ffentlichen Personalrecht nach dem revidierten Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZBl 99/1998, S. 193 ff., 217; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 74 N. 12 f.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss dem Diskriminierungsverbot von Art. 3 GlG dÃ¼rfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund ihres Geschlechts â unter anderem namentlich bei der EntlÃ¶hnung â nicht benachteiligt werden. Auf dieser Grundlage kann ein Lohngleichheitsanspruch auch geltend gemacht werden, wenn "typische Frauenarbeit" schlechter entlÃ¶hnt wird als "typische MÃ¤nnerarbeit" oder als Arbeit, die nicht geschlechtsspezifisch zugeordnet ist. Dabei kÃ¶nnen MÃ¤nner in so genannt typischen Frauenberufen ebenso wie ihre Berufskolleginnen den Lohngleichheitsanspruch geltend machen (vgl. Elisabeth Freivogel in: Margrith Bigler-Eggenberger/Claudia Kaufmann [Hrsg.], Kommentar zum Gleichstellungs­­gesetz, Basel/Frankfurt a.M. 1997, Art. 3 Rz. 115 und Anm. 140; HansjÃ¶rg Seiler, Gleicher Lohn fÃ¼r gleichwertige Arbeit, ZBl 104/2003, S. 113 ff., 118 und Anm. 51).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beruft sich auf die Urteile des Verwaltungsgerichts vom 22. Ja­­­nu­ar 2001 sowie RRB 707/2001 und 1283/2001. Das Verwaltungsgericht hatte seiner­zeit den Arbeitswert des Polizeiberufs mit dem Arbeitswert der Ergotherapierenden ver­glichen und war dabei unter anderem zum Ergebnis gelangt, dass die Ergotherapierenden infolge besoldungsmÃ¤ssiger Diskriminierung in hÃ¶here Lohnklassen einzureihen seien; aus­­serdem wurde die rÃ¼ckwirkende Geltendmachung entsprechender Lohnnachzahlungen geschÃ¼tzt (VK.96.00017, E. 10d+11, www.vgrzh.ch/recht­sprechung). Wenn der Beschwerde­­fÃ¼hrer nun geltend macht, er arbeite als Ergotherapeut, welche Berufsgruppe nach Massgabe der festgestellten Diskriminierung Anspruch auf Lohnnachzahlungen habe, so beruft er sich damit auch auf eine lohnmÃ¤ssige Diskriminierung gegenÃ¼ber den AngehÃ¶rigen des nicht weiblich iden­tifizierten Polizeiberufs. Es handelt sich somit um eine Streitigkeit, auf die das Gleichstellungsgesetz zur Anwendung gelangt. Auf die Beschwerde ist einzutreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Laut den unwidersprochenen AusfÃ¼hrungen des BeschwerdefÃ¼hrers arbeitete er im fraglichen Zeitraum in der Funktion des Ergothera­peuten mbA. Als solcher ist er vom Urteil des Verwaltungsgerichts vom 22. Januar 2001 (VK.96.00017, www.vgrzh.ch/recht­­sprechung) unmittelbar betroffen. Das Gericht stellte in diesem Urteil die besoldungs­mÃ¤s­si­ge Diskriminierung der Ergo­the­ra­pierenden fest und legte zur Beseitigung der Diskrimi­nie­rung in den verschiedenen Funktionen folgende minimalen Einreihungen fest (E. 10d): </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â Therapeut/in: Klasse 14</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â Therapeut/in mbA: Klasse 15-17</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>FÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer in der Funktion des Ergotherapeuten mbA ist die letztge­nannte Einreihung massgeblich. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Verwaltungsgericht hat in den Urteilen vom 22. Januar 2001 indes nicht nur eine kÃ¼nftige Anpassung der Besoldung angeordnet, sondern in Ãbereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Praxis und der herrschenden Lehrmeinung auch einen Anspruch auf rÃ¼ckwirkende Lohnnachzahlungen bejaht (VK.96.00017, E. 11, www.vgrzh.ch/recht­spre­chung). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Anspruch auf rÃ¼ckwirkende Lohnnachzahlungen infolge diskriminierender Ent­lÃ¶hnung besteht ohne weiteres auch fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer und benÃ¶tigt neben Art. 3 GlG keine zusÃ¤tzliche Rechtsgrundlage.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Hinweis der Vorinstanz auf den Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in den er­wÃ¤hnten Verfahren betreffend EntlÃ¶hnung der Ergotherapierenden nicht zu den Klagenden gehÃ¶rt und deshalb weder die Kosten eines jahrelangen Prozesses noch das Prozessrisiko zu tragen gehabt habe, hilft dagegen nichts. Der allgemein anerkannte Anspruch auf rÃ¼ck­wir­­kende Lohnnachzahlungen hÃ¤ngt selbstverstÃ¤ndlich nicht davon ab, ob sich die be­rech­tig­te Partei auf einen Pilotprozess und auf das damit einhergehende Prozessrisiko einge­las­sen hat oder nicht. Auch von einem in irgendeiner Weise treuwidrigen Verhalten kann auf Seiten des BeschwerdefÃ¼hrers keine Rede sein. Es besteht somit kein sachlicher Grund, um dem BeschwerdefÃ¼hrer den Anspruch auf rÃ¼ckwirkende Lohnnachzahlungen zu versagen (vgl. auch VGr, 26. Februar 2003, PB.2002.00030, E. 2b, www.vgrzh.ch/recht­­spre­chung).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am Anspruch auf rÃ¼ckwirkende Lohnnachzahlungen Ã¤ndert auch die von Vorinstanz und Beschwerdegegner angerufene Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer kein Diplom in Er­go­therapie besitzt, nichts. Die Klasseneinreihung richtet sich nicht nach der effek­tiven Ausbildung, sondern nach der ausgeÃ¼bten TÃ¤tigkeit. Dies wird mit der Bemerkung im angefoch­tenen Entscheid, wonach fÃ¼r die Einreihung in eine bestimmte Lohnklasse die tat­sÃ¤chlich aus­gefÃ¼hrte Arbeit massgebend ist, denn auch bestÃ¤tigt. Vorinstanz und Beschwerdegegner scheinen zu verkennen, dass der Anspruch auf Lohnnachzahlungen gerade darin begrÃ¼ndet liegt, dass die Ergotherapierenden in der Vergangenheit zu tief <i>eingereiht </i>waren; die finanziellen Folgen dieser zu tiefen Einreihung wer­den mit den Nachzah­lungen an die Ergotherapierenden beseitigt. So gewÃ¤hrt denn auch RRB 1283/2001 in lit. B Ziff. 2 den "</span><span>AngehÃ¶rigen der betroffenen Berufe und Funktio­nen" die Lohnnachzahlungen ohne weiteres (vgl. auch VGr, 12. MÃ¤rz 2003, PB.2003.00001, E. 2b, www.vgrzh.ch/recht­­sprechung).</span><span> Im Unterschied zur Sachlage, welche dem in der Vernehm­lassung angerufenen Entscheid des Ver­waltungsgerichts vom 5. Februar 2003 (PB.2002.00017, www.vgrzh.ch/recht­spre­chung) zugrunde lag, erfolgte im hier zu beurteilenden Fall keine ersatzweise Zuordnung in die Richtposition Therapeut mbA; wie dargelegt (vgl. oben E. 2a) ist vielmehr davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Funktion eines Ergotherapeuten mbA tatsÃ¤chlich ausgeÃ¼bt hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Vorinstanz und Beschwerdegegner Ã¤ussern sich zum Quantitativ der umstrittenen Nachzahlung nicht weiter und machen insbesondere auch keinerlei Vorbehalte gegenÃ¼ber der pauschaliert erfolgten Berechnung des Nachzahlungsbetrags im prozentualen Umfang von 15,3 % des Ausgangslohns.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Frage der VerjÃ¤hrung ist bei Forderungen Privater gegen den Staat im gericht­lichen Verfahren nicht von Amts wegen nachzugehen (vgl. BGE 101 Ib 348, 106 Ib 357 E. 3a; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, ZÃ¼rich/Basel/Genf 2002, Rz. 787). Weder der Beschwerdegegner noch die Vorinstanz haben den Anspruch des BeschwerdefÃ¼hrers im Hinblick auf einen Eintritt der VerjÃ¤hrung zurÃ¼ckgewiesen. Nach RRB 1283/2001, auf den sich der BeschwerdefÃ¼hrer als Ergotherapeut berufen kann, haben alle Personen, die einen Anspruch auf Lohnnachzahlung erheben, ein Gesuch einzureichen; trifft das Gesuch â wie vorliegend â bis spÃ¤testens 30. Juni 2002 ein, gilt die Lohn­­nachzahlung fÃ¼r Arbeitsleistungen ab 1. MÃ¤rz 1996 (E. B.3+4); erst fÃ¼r spÃ¤ter eintreffende Gesuche gilt die ordentliche VerjÃ¤hrungsfrist von fÃ¼nf Jahren (E. B.4).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Zusammengefasst ist somit davon auszugehen, dass die Lohnnachzahlung von netto Fr. --.-- in Ãbereinstimmung mit der rÃ¼ckwirkenden Verpflichtung des Kantons ZÃ¼rich zur Beseitigung der diskriminierenden Besoldung erfolgt ist. Es besteht kein Anlass, diesen dem BeschwerdefÃ¼hrer rechtmÃ¤ssig ausbezahlten Betrag zurÃ¼ckzufordern. Dies fÃ¼hrt unter ersatzloser Aufhebung der VerfÃ¼gungen der Klinik X vom 8. Juli 2002 und der Gesund­heits­direktion vom 20. Januar 2003 zur Gutheissung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. FÃ¼r das Beschwerdeverfahren sind gemÃ¤ss Art. 13 Abs. 5 GlG keine Kosten zu erheben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>In Gutheissung der Beschwerde werden die VerfÃ¼gungen der Klinik X vom 8. Juli 2002 und der Gesundheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich vom 20. Ja­nuar 2003 aufgehoben.</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>