Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 14. Mai 2014 (810 13 355) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Stefan Schulthess, Beat Walther, Ge- richtsschreiberin Stephanie Schlecht Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Martina Horni, Advokatin gegen Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung (RRB Nr. 1779 vom 5. November 2013) A. Der türkische Staatsangehörige A.____ ist 1982 in Basel geboren und erhielt eine Ni e- derlassungsbewilligung C. Seither lebt er ununterbrochen in der Schweiz. B. Schon als Jugendlicher wurde A.____ in den Jahren 1995, 1997, 1998, 2001 unter anderem we gen Verursachens einer fahrlässigen Feuersbrunst, sexueller Belästigung, Die b- stahls, Tätlichkeit, mehrfachen Raubes und mehrfacher Sachbeschädigung sowie geringfügiger Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vermögensdelikte verurteilt. Im Jahr 2001 wurde A.____ ins Erziehungsheim B.____ eingewie- sen. Dort absolvierte er eine Anlehre als Kochassistent. Im Erwachsenenalter wurde A.____ wegen mehrfachem Konsum von Betäubungsmitteln zu einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt. Ferner erfolgte am 19. August 2005 eine Verurteilung durch das Strafgericht des Kantons Basel-Stadt zu einer Gefängnisstrafe von 75 Tagen mit b e- dingtem Strafvollzug, bei einer Probezeit von 2 Jahren, wegen Beschimpfung, Gewalt und Dr o- hung gegen Behörden und Beamte, mehrfachem Konsum von Betäubungsmitteln, Widerhan d- lung gegen das Waffengesetz, mehrfacher Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch und Fahren ohne Führerausweis. Mit Urteil vom 18. Oktober 2006 wurde A.____ wegen einem Vergehen gegen das Bundesg e- setz über Waffen, Waffenzubehör und Munition (WG) vom 20. Juni 1997 zu zeh n Tagen G e- fängnis sowie zu einer Busse in der Höhe von Fr. 300.-- verurteilt. Am 28. Dezember 2006 wur- de er wegen versuchtem Diebstahl, unberechtigtem Verwenden eines Fahrzeugs und Wide r- handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 60 Tagen Gefängnis, bedin gt vollziehbar, bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidenten Basel -Stadt vom 20. April 2007 wurde A.____ wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte zu einer Geldstrafe v on 60 Tagessätzen zu Fr. 50.-- verurteilt. Weiter machte sich A.____ des gewerbsmässigen und einfachen Diebstahls, des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, der mehrfachen Hehlerei, Sac h- entziehung, der mehrfachen Sachbesch ädigung, des mehrfachen und teilweise versuchten Hausfriedensbruchs, der mehrfachen Drohung, der mehrfachen Beschimpfung, der Hinderung einer Amtshandlung, der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie des mehrfa- chen Konsums von Betäubungsmittel n schuldig. Mit Urteil des Strafgerichts Basel -Landschaft vom 11. November 2011 erfolgte eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten, davon 12 Monate unbedingt, sowie zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagessä t- zen zu je Fr. 20.--, bei einer Probezeit von 4 Jahren für den bedingten Teil der Strafe. Gleichzei- tig wurde er zu einer Busse in der Höhe von Fr. 500.-- verurteilt. Mit Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 18. Dezember 2012 wurde das Urteil des Strafge- richts Basel-Landschaft vom 11. November 2011 bestätigt. C. Gemäss Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamtes C.____ vom 23. April 2013 wies A.____ Betreibungen in der Höhe von Fr. 49‘761.40 sowie offene Verlustscheine in der Höhe von Fr. 38‘665.55 auf. Seit 1998 bezog er mit Unterbrüchen Sozialhilfe; diese Leistungen beliefen sich bisher auf Fr. 52‘888.30. D. Derzeit läuft wiederum eine Strafunter suchung wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, weshalb A.____ für die Dauer von 3 Monaten in Untersuchungshaft genommen wurde (Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts Basel -Landschaft vom 5. April 2013). Ab dem 1. Juli 2013 befand er sich i m Strafvollzug in der Strafanstalt D.____ in E.____, Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht aus welchem er jedoch am 4. November 2013 geflüchtet ist. Sein Aufenthalt ist derzeit unb e- kannt. E. Mit Schreiben vom 6. Mai 2013 teilte das Amt für Migration Basel -Landschaft (AfM) A.____ mit, dass es erwäge, dessen Niederlassungsbewilligung zu widerrufen und gewährte ihm dazu das rechtliche Gehör. Von dieser Möglichkeit machte A.____ mit Schreiben vom 17. Juni 2013 Gebrauch. F. Mit Verfügung vom 1. Juli 2013 widerrief das AfM aufgrund der ergangenen strafrecht- lichen Urteile die Niederlassungsbewilligung von A.____ und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz an. G. Dagegen erhob A.____ am 12. Juli 2013 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) . Mit Regierungsratsbes chluss Nr.1779 vom 5. November 2013 (RRB) wies der Regierungsrat die von A.____ gegen die Verfügung des AfM vom 1. Juli 2013 erhobene Beschwerde ab. H. A.____, vertreten durch lic. iur. Martina Horni, Advokatin, reichte mit Eingabe vom 18. November 2013 gegen den RRB Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), ein. Der Beschwerdeführer beantragte, der angefoc h- tene Entscheid sei aufzuheben, es sei ihm die Niederlassungsbewilligung zu belassen und von der We gweisung aus der Schweiz abzusehen. Eventualiter seien dem Beschwerdeführer der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung anzudrohen. Es sei das Verfa h- ren bis zum Abschluss des laufenden Strafverfahrens bei der Staatsanwaltschaft Basel - Landschaft, Hauptabteilung OK/WK Liestal, respektive bis zum Ablauf des am 1. Juli 2013 a n- getretenen Strafvollzugs zu sistieren. Dies alles unter o/e Kostenfolge, wobei dem Beschwerde- führer für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspfleg e zu gewähren sei. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde beantragt, es sei beim medizinischen Dienst des Untersuchungsgefängnisses Liestal sowie beim medizinischen Dienst der Strafanstalt D.____ in E.____ eine amtliche Erkundigung betreffend des Gesundhe itszustands (insbesondere betre f- fend Suchterkrankung) einzuholen. Ferner sei bei der F.____ eine amtliche Erkundigung betref- fend der vom Beschwerdeführer geleisteten Temporäreinsätze einzuholen. I. Mit Stellungnahme vom 12. Dezember 2013 beantragte der Re gierungsrat die kosten- fällige Abweisung der Beschwerde. J. Am 20. Dezember 2013 wies das Kantonsgericht den Antrag des Beschwerdeführers auf Sistierung des Verfahrens ab. K. Mit Verfügung vom 25. Februar 2014 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung i m Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen und gleichzeitig die Beweisanträge des Beschwerde- führers abgewiesen. Demgegenüber wurde der Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen Pr o- zessführung gutgeheissen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozes s- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regi e- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Der B e- schwerdeführer ist als Adressat vom angefochtenen Beschluss berührt und hat ein schutzwü r- diges Interesse an dessen Aufhebung. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind und sowohl die örtliche als auch die sachliche Zuständigkeit des Kanton sgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt we r- den. Die Überprüfung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewil- ligung und die damit verbundene Wegweisung des Beschwerdeführers zu Recht erfolgten. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsb ewilligung besitzt oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet g e- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. A uG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Bewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; PETER UEBERSAX, in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel 2009, N 7.84 ff.). 4.2 Vorliegend kann vorab festgehalten werden, dass zwischen der Schweiz und der Tü r- kei kein Staatsvertrag besteht, der dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz gewähren würde. 4.3 Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grund- freiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 sowie dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 g e- schützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens können ausländische Staatsange- hörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufenthalt oder Verbleib in einem anderen Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Familienmitgli e- dern führt ( ANDREAS ZÜND/THOMAS HUGI YAR, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schwe i- zerischen Ausländerrecht, EuGRZ 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien kön- nen dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familienangehörige in der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweiz weilen, die Anwesenheit unters agt und damit das gemeinsame Familienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK müssen die sich hierzulande aufhaltenden Angehörigen über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassung s- bewilligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht. Zudem müssen diese Personen zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minderjährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsächliche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Ein staatlicher Eingriff in das Recht auf Achtu ng des Familien- lebens liegt indessen regelmässig nicht vor, wenn den Angehörigen zugemutet werden kann, ihre Beziehung im Ausland zu leben. Ist es den in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Fami- lienmitgliedern folglich möglich, mit dem Ausländer, dem eine fremdenpolizeiliche Bewilligung verweigert worden ist, auszureisen, wird der Schutzbereich von Art. 8 EMRK normalerweise nicht berührt (BGE 135 I 153 E. 2.1; BGE 122 II 289 E. 3b). 4.4 Soweit sich der Beschwerdeführer auf das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK verankerte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens beruft, kann ihm nicht gefolgt werden. Das geschützte Familienleben im Sinne dieser Bestimmung beschränkt sich grundsätzlich auf die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjä hrigen Kindern. Der Beschwerdeführer hat keine Kernfamilie in der Schweiz, er ist volljährig, ledig und kinderlos . Aus der Beziehung zwischen volljährigen Kindern und ihren Eltern, die als solche nicht in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fällt, lässt sich regelmässig kein Anspruch auf Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung ableiten. Dies ist nur bei Vorliegen besonderer Umstände der Fall, wenn geradezu ein Abhängigkeitsverhältnis unter diesen Verwandten besteht, welches über die normalen affek- tiven Beziehungen hinausgeht (BGE 137 I 154 E. 3.4.2.; BGE 129 II 11 E. 2; Urteil des Europäi- schen Gerichtshofs für Menschenrechte [ EGMR] Ezzouhdi gegen Frankreich [47160/99] vom 13. Februar 2001 § 34). Dieses besondere Abhängigkeitsverhältnis muss im Ergebni s eine An- wesenheit in der Schweiz erfordern oder wenigstens nahelegen (UEBERSAX, a.a.O., N 7.125). Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter sowie zu seinem Bruder G.____ habe, bei welchem er wohne und von welchem er finanziell abhängig sei. Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis im Sinne der EGMR -Rechtsprechung wird alleine dadurch nicht erstellt und vom Beschwerdeführer auch nicht belegt . Im Übrigen geht diese B e- hauptung ins Leere, befindet sich der Beschwerdeführer doch seit dem 4. November 2013 auf der Flucht und hält er sich offensichtlich nicht bei seiner Familie auf. E ine Berufung des B e- schwerdeführers auf Art. 8 EMRK beziehungsweise einen sich daraus ergebenden Bewi lli- gungsanspruch fällt damit ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_224/2013 vom 27. November 2013 E. 3.3.3 mit Hinweisen). 5.1 Gemäss Art. 34 Abs. 1 AuG verleiht die Niederlassungsbewilligung ihrem Inhaber grundsätzlich einen unbefristeten A nspruch auf Anwesenheit in der Schweiz und ist ohne B e- dingungen zu erteilen. Es ist somit von einem grundsätzlich gesetzlichen Anspruch des B e- schwerdeführers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. Der von der Niederlassungsbewil- ligung grundsätzlich eing eräumte gesetzliche Anspruch auf Anwesenheit gilt indes nicht abs o- lut. Es ist daher das Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AuG zu prüfen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 lit. b AuG kann die Niederlassungsbe- willigung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt eine Fre i- heitsstrafe als längerfristig, wenn ihre Dauer ein Jahr überschreitet (BGE 137 II 297 E. 2; BGE 135 II 377 E. 4.2). Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt au s- gesprochen wurde (Urteil des BGer 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein Widerruf ist auch möglich, wenn die ausländische Person in schwerwiegen der Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährdet hat (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn er durch sein Handeln besonders hochwertige Rechtsgüter verletzt oder i n Gefahr gebracht hat, sich von strafrechtlichen Mas s- nahmen nicht beeindrucken lässt und sich im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zeigt, dass er auch künftig weder gewillt noch fähig erscheint, sich an die Rechtsordnung zu halten ( BGE 137 II 297 E. 3; Urteil des BGer 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2). Die genannten W i- derrufsgründe gelten auch, falls der Ausländer sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss im Land aufgehalten hat (Art. 63 Abs. 2 AuG). 5.3 Mit der Verurteilung zu ei ner teilbedingten Freiheitsstrafe von 28 Monaten (davon 12 Monate unbedingt) durch das Strafgericht Basel -Landschaft am 11. November 2011 ist vorli e- gend eine längerfristige Freiheitsstrafe ausgesprochen worden und der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG gegeben, was vom Beschwerdefüh- rer zu Recht nicht in Frage gestellt wird. Die Vorinstanz ist ferner davon ausgegangen, dass auch der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt sei. Ob das Verhalten des B e- schwerdeführers als schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu werten ist, bedarf keiner näheren Betrachtung, weil dieser Widerrufsgrund nur dann zur A n- wendung kommt, wenn es an den Voraussetzungen für einen Widerruf aufgrund der Verurtei- lung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe fehlt (BGE 135 II 377; Urteile des BGer 2C_888/2012 vom 13. März 2013 E. 3 und 2C_1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.1). In der vorliegenden Konstellation kommt ihm somit nur subsidiäre und damit ke ine entscheidwesentli- che Bedeutung zu. 6.1 Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds nach Art. 63 AuG ist Grundvoraussetzung für den Widerruf der Bewilligung, wobei dessen Bestehen nicht zwingend zum Entzug der Niede r- lassungsbewilligung führt. Vielmehr rechtfer tigt sich der Widerruf und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) nach Art. 96 AuG nur dann, wenn diese Massnahme im Einzelfall verhältnismässig erscheint. Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integrati on beziehungsweise die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_11/2013 vom 25. März 2013 E. 3.1; 2C_50/2012 vom 28. September 2012 E. 5; BGE 135 II 377 E.4.3; ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL; in: Peter Uebersax/Beat R u- din/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel 2009, N 8.31 ff.). Die Nie- derlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit längerer Zeit hier aufhält, soll nur mit Zurückhaltung widerrufen werden. Bei wiederholter beziehungsweise schwerer Straffälligkeit ist dies jedoch selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn der Ausländer hier geboren ist und sein Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat. Bei schweren Straftaten und bei Rüc k- fall beziehungsweise wiederholter Delinquenz besteht regelmässig ein wesentliches öffentliches Interesse, die Anwesenheit eines Ausländers zu be enden, der dermassen die öffentliche S i- cherheit und Ordnung beeinträchtigt (Urteile des BGer 2C_486/2013 vom 4. November 2013 E. 3.2 und 2C_339/2013 vom 18. Juli 2013 E. 2.3). 6.2 Der Regierungsrat erwog im angefochtenen RRB, dass der Beschwerdeführer so wohl im Jugend- als auch im Erwachsenenalter in wiederholter Weise delinquiert und gegen die ge l- tende Rechtsordnung verstossen habe. Er habe sich von den ausgefällten Strafen nicht beei n- drucken lassen und auch der Aufenthalt im Erziehungsheim B.____ sei erfolglos geblieben. Der Beschwerdeführer habe zwar vorwiegend Vermögens - und Betäubungsmitteldelikte begangen; insbesondere die Qualifikation der Gewerbsmässigkeit der Diebstahlsbegehung wiege aber schwer. Weiter sei er auch nicht vor Gewalt und Drohung geg enüber Beamten zurückg e- schreckt. Es würden die Widerrufsgründe von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG und von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG vorliegen. Ausserdem weise der Beschwerdeführer Be- treibungen in der Höhe von Fr. 49‘761.40 sowie Verlustscheine in der Höhe von Fr. 45‘527.90 auf. Seine Schulden seien kontinuierlich angestiegen und es sei nicht ersichtlich, dass er sich um eine einvernehmliche Lösung mit seinen Gläubigern bemühe. Schliesslich habe er Sozialhil- feleistungen im Umfang von Fr. 52‘888.30 bezogen und sei beruflich nicht integriert. Weder in strafrechtlicher noch in finanzieller Hinsicht könne deshalb davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer willig oder fähig sei, sich an die geltende Rechtsordnung zu halten. Es bestünde somit ein gewichtiges öffentliches Interesse an einer Fernhaltung des Beschwerd e- führers. Zu seinen persönlichen Interessen hält der Regierungsrat fest, dass der Beschwerd e- führer als Ausländer der zweiten Generation sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht habe, was sicherlich ins Gewicht falle. Er spreche fliessend d eutsch und seine engsten Bezugsperso- nen würden in der Schweiz leben. Eine Rückkehr ins Heimatland sei sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus sozialer Sicht schwer. Er weise jedoch e ine gewisse Verbundenheit zu seiner Heimat auf, was sich aus den Ferienaufenthalten ergebe. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass sein bereits weggewiesener Bruder – zu welchem er zwar angeblich keinen Ko n- takt mehr habe – ihn bei der Wiedereingliederung in der Türkei unterstützen würde. Eine Weg- weisung sei vorliegend aufgrund seiner wiederholten Straffälligkeit nicht ausgeschlossen und es seien keine drohenden Nachteile ersichtlich, welche eine Wegweisung aus der Schweiz unz u- mutbar machen würden. In sgesamt lägen damit keine die öffentlichen Interessen überwiege n- den privaten Interessen des Beschwerdeführers vor, weshalb der Widerruf der Niederlassung s- bewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz angemessen und verhältnismässig seien. 6.3 Der Beschw erdeführer macht geltend, dass er in der Vergangenheit zwar mehrfach negativ aufgefallen sei. Der grösste Teil seiner Verfehlungen habe jedoch im Jugendalter statt- gefunden. Die Vorinstanzen hätten die Interessenabwägung nicht korrekt vorgenommen und dabei insbesondere die vorherrschende bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Ausländern der zweiten Generation zu wenig berücksichtigt. Eine Wegweisung solcher Ausländer sei nur mit Zurückhaltung zu verfügen, namentlich, wenn der Ausländer besonders schwere Gewalt -, Se- xual- oder Betäubungsmitteldelikte begangen habe, was vorliegend nicht der Fall sei. Der Be- schwerdeführer habe keine Gewaltdelikte gegen Personen began gen, seine Strafen seien je-Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht weils nicht besonders hoch gewesen und nur bedingt ausgesprochen wor den. Es sei keine zu- sehends verschlechternde Situation festzustellen und es sei auch nicht so, dass sich der B e- schwerdeführer immer schwerere Strafen zu Schulden kommen liess. Überdies sei fraglich, ob eine Mehrfachdelinquenz im Sinne der Rechtsprechung zu den “Secondos“ vorliege. Der B e- schwerdeführer habe hier die Schulen besucht, eine Anlehre als Kochassistent absolviert und er habe seinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz. Entgegen der Auffassung der Vorinstanzen könne nicht von einer Verbundenheit zur Türkei ausgegangen werden, nur, weil der Beschwe r- deführer sein Heimatland zweimal im Rahmen von Ferien besucht habe. Es bestünden auch keine sozialen oder familiären Beziehungen in der Türkei. Hingegen pflege der Beschwerdefü h- rer hier in der Schweiz eine gute Bez iehung zu seinem Bruder G.____, bei welchem er wohne und von welchem er finanziell abhängig sei, sowie zu seiner Mutter. Daneben verfüge er über weitere familiäre und soziale Kontakte hier. Er sei in der Schweiz sowohl in beruflicher als auch in sozialer und sprachlicher Hinsicht integriert. Schliesslich seien die gesundheitlichen Probl e- me des Beschwerdeführers (erhebliche Suchterkrankung seit geraumer Zeit) von den V o- rinstanzen zu wenig berücksichtigt worden. Bei einer korrekten Würdigung der auf dem Spie l stehenden Interessen erweise sich seine Wegweisung als unrecht- und unverhältnismässig. 6.4.1 Ausgangspunkt für die Schwere des Verschuldens und die vorzunehmende auslände r- rechtliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht verhängte Strafe (Urteil des Bundesge- richts 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 8.4.1). Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel -Landschaft vom 11. November 2011 respektive mit Urteil des Kantonsgerichts Basel -Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 1 8. Dezember 2012 wegen g e- werbsmässigem Diebstahl, einfachem Diebstahl, mehrfachem betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfacher Hehlerei, Sachentziehung, mehrfacher Sachbeschäd i- gung, mehrfachem und teilweise versuchtem Hausfriedensbruch, mehrfacher Drohung, mehrfa- cher Beschimpfung, Hinderung einer Amtshandlung, Widerhandlung gegen das Betäubungsmit- telgesetz sowie mehrfachem Konsum von Betäubungsmitteln rechtskräftig zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 28 Monaten ver urteilt. Das Strafgericht kam zum Schluss, dass das Verschulden des Beschwerdeführers als schwer einzustufen sei (vgl. Urteil des Stra f- gerichts Basel-Landschaft vom 11. November 2011; S. 152). Er habe eine grosse Zahl an Delik- ten in einer hohen Kadenz und von teilweise erheblicher Schwere begangen. Er habe dabei eine aktive Rolle in der Gruppe übernommen und dadurch eine besonders grosse kriminelle Energie gezeigt (vgl. Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 11. November 2011; S. 148 f.). Das strafre chtlich relevante Verhalten des Beschwerdeführers belastet sein Ansehen auch in ausländerrechtlicher Hinsicht in schwerem Ausmass, zumal mit dem Strafgericht von einem erheblichem Verschulden auszugehen ist, was auch in der Höhe der verhängten Strafe von 2 8 Monaten Freiheitsentzug zum Ausdruck kommt. Immerhin hat der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang keine Gewaltdelikte gegen Personen begangen, auch wenn er in einem Fall drohend in Erscheinung getreten ist. Aus dieser Verurteilung lässt sich auf eine ausgeprägte Geringschätzung und Gleichgültigkeit gegenüber den Rechtsgütern anderer schliessen. Dieser Eindruck wird verstärkt durch die einschlägigen Vorstrafen. Nicht ausser Acht zu lassen ist auch die Tatsache, dass er bereits als Jugendlicher namentlic h wegen Verursachung einer fahrlässi- gen Feuersbrunst, sexueller Belästigung, Diebstahl, Sachbeschädigung, geringfügiger Verm ö- gensdelikte sowie mehrfachem Raub strafrechtlich in Erscheinung getreten ist. Trotz Vorstrafen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht und laufenden Probezeiten delinquier te der Beschwerdeführer weiter, was von grosser Unei n- sichtigkeit und Unbelehrbarkeit sowie einer Geringschätzung der schweizerischen Rechtsor d- nung insgesamt zeugt. Weiter zeigt er durch die Flucht aus dem Strafvollzug keine Einsicht in sein Verhalten. Viel mehr muss daraus geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer auch in Zukunft nicht gewillt ist, sich den hiesigen Regeln zu unterziehen. Die bisherigen Massna h- men und Strafen haben offensichtlich keinerlei Wirkung gezeigt. Damit muss weiterhin von einer Gefahr weiterer Delinquenz ausgegangen werden. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass der Beschwerdeführer unter anderem wegen eines Gewaltdelikts im Sinne von Art. 121 Abs. 3 lit. a BV rechtskräftig verurteilt wurde. Aufgrund des Angeführten ist sowohl von schweren Delik- ten als auch von einem schweren Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen, woraus sich ein gewichtiges Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der Wegwe i- sung des Beschwerdeführers ergibt. 6.4.2 Soweit der Beschwerdeführ er geltend macht, dass er keine besonders schweren G e- walt-, Sexual- oder Betäubungsmitteldelikte respektive sich nicht im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichts immer schwerere Straftaten habe zu Schulden kommen lassen, kann ihm nicht gefolgt werden. Wie bereits ausgeführt, sind nach der bundesgerichtlichen Rechtspr e- chung selbst bei Ausländern der zweiten Generation fremdenpolizeiliche Massnahmen nicht ausgeschlossen. Bei schweren Straftaten und erst recht bei wiederholter Delinquenz besteht hieran ein wesentliches öffentliches Interesse (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_486/2013 E. 3.2 mit Hinweisen). Solche Ausländer dürfen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung in der Regel nicht schon wegen eines einzelnen Delikts weggewiesen werden, sondern nur bei wiederholten Straftaten von einigem Gewicht, insbesondere falls eine sich zusehends ve r- schlechternde Situation besteht, d.h. der Ausländer – statt sich zu bessern – mit der delikt i- schen Tätigkeit fortfährt und sich namentlich immer schwerere Straftate n zu Schulden kommen lässt (vgl. BGE 2C_50/2012 E.5.3.3). Gestützt auf diese Rechtsprechung des Bundesgerichts wird damit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht in jedem Fall die Begehung immer schwerer Straftaten vorausgesetzt, wie sich aus d er entsprechenden Formulierung “n a- mentlich“ ergibt. Vielmehr ist auch in Fällen wie dem vorliegenden, in welchem der Ausländer konstant und regelmässig Straftaten begeht und unvermindert weiter delinquiert, von einer sich zusehends verschlechternden Situation auszugehen. 6.5 Der Beschwerdeführer hat zudem Schulden in nicht unerheblichem Masse angehäuft. Er weist Betreibungen in der Hö he von Fr. 49‘761.40 sowie offene Verlustscheine in der Höhe von Fr. 38‘665.55 auf. Ferner ist er seit 1998 mit Unterbrüche n sozialhilfeabhängig und hat bis- her Leistungen im Umfang von Fr. 52‘888.30 bezogen. 6.6 Das Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz ergibt sich hauptsächlich aus der Tatsache, dass er hier geboren und aufgewachsen ist, wo auch seine Mutter, zwei Brüder, ein Onkel und drei Tanten leben. Seine familiären respektive sozialen B e- ziehungen zum Herkunftsland sind demgegenüber schwach. Gemäss seinen Ausführungen ist er der türkischen Sprache nicht mächtig, während er sowohl deutsch als auch schweize r- deutsch fliessend spricht. In beruflicher Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die absolvierte Anlehre als Kochassistent bis anhin nicht genutzt hat, um ein Erwerbseinkommen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu erzielen. Seit Erreichen seiner Volljährigkeit war er mit Unterbrüchen erwerbstätig, wobei den Verfahrensakten gleichzeitig zu entnehmen ist, dass dies seit längerem nicht mehr der Fall ist. Er vermag auch anhand der verschiedenen Temporärstelle n keine bemerkenswerte Integration in den hiesigen Arbeitsma rkt zu begründen. An dieser Einschätzung würde auch eine entspr e- chende amtliche Erkundigung bei der F.____ in Basel, wie sie der Beschwerdeführer beantragt hat, nichts ändern. Selbst wenn der Beschwerdeführer bei diesen Tätigkeiten gute Arbeit geleis- tet hätte, könnte seine berufliche Integration damit nicht als erfolgreich beziehungsweise seine Arbeitskraft als unentbehrlich im Sinne von Art. 18 ff. AuG qualifiziert werden. Zudem ist zu e r- wähnen, dass der Beschwerdeführer sich regelmässig dazu entschlossen hat, seinen Unterhalt mit illegalen Mitteln zu bestreiten. Von weiteren Beweismassnahmen in diesem Zusammenhang ist abzusehen. Der Beschwerdeführer macht ferner in Bezug auf seinen Gesundheitszustand eine erhebliche durch eine Suchtproblematik verursachte Beeinträchtigung geltend und bea n- tragt dem Gericht , es sei beim medizinischen Dienst des Untersuchungsgefängnisses Liestal sowie demjenigen der Strafanstalt D.____ in E.____ eine diesbezügliche amtliche Erkundigung einzuholen. Zur Begründung führt er an, e s werde im Rahmen des hängigen Strafverfahrens wegen Widerhand lung gegen das Betäubungsmittelgesetz seine Suchtmittelproblematik gu t- achterlich abgeklärt. Inwiefern das allfällige Vorhandensein einer Sucht beim Beschwerdeführer Einfluss auf das vorliegende Verfahren haben könnte, wird von ihm nicht näher dargelegt. Ins- besondere führt er nicht aus, dass eine allfällige Suchtproblematik nicht auch in der Türkei a n- gemessen behandelt werden könnte. Entsprechend ist auch in diesem Zusammenhang von weiteren Beweismassnahmen abzusehen. In sozialer Hinsicht ist der Beschwerdeführer nur mässig integriert, hat er doch die zahlreichen Delikte gerade mit seinem Freundeskreis bega n- gen. Andere soziale Kontakte sind nicht bekannt. Eine weitergehende Integration ist ni cht fest- stellbar. Eine Übersiedlung in die Türkei würde den Beschwerdeführer zweifellos hart treffen. Jedoch werden ihm dort keine grösseren Hindernisse entgegenstehen, als sie jeder antrifft, der in ein Land auswandert, in dem er bisher nie gelebt hat (BG E 2C_28/2012 E. 3.5.5). Es gilt vielmehr zu berücksichtigen , dass sein bereits weggewiesener Bruder in der Türkei lebt, was seine Integration erleichtern würde. Insbesondere sind auch seine beruflichen Integration s- chancen als intakt zu qualifizieren, zumal die Türkei aufgrund des bezeichnenden Tourismus zahlreiche Stellenangebote im Gastronomiebereich bietet, was dem Bes chwerdeführer als aus- gebildeter Kochassistent dienlich sein wird. Damit stehen einer Rückkehr des Beschwerdefü h- rers in die Türkei keine unü berwindbaren Hindernisse entgegen. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist der Regierungsrat zu Recht davon ausgegangen, dass die ordnungs - und si- cherheitspolizeilichen Interessen an der Wegweisung des Beschwerdeführers dessen private Interessen am Verbleib in der Schweiz überwiegen. 6.7 Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. Der B e- schwerdeführer hat die Schweiz unmittelbar nach der Beendigung seiner Freiheitsstrafe zu ve r- lassen. 7. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu befinden. 7.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Vorli e- gend sind die Verfahrenskosten i n der Höhe von insgesamt Fr. 1‘400.-- dem unterlegenen Be-Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer aufzuerlegen beziehungsweise zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechts- pflege der Gerichtskasse zu überbinden. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind vorliegend wettzuschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ist der Rechts vertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar zulasten der Geri chtskasse auszurichten. In ihren beiden Honorarnoten vom 25. März 2014 macht sie einen Aufwand von 9.5 Stunden (4 Stunden à Fr. 180.--; 5.5 Stunden à Fr. 200.--) geltend. Bei unentgeltlicher Verbeiständung beträgt das Honorar gem äss § 3 Abs. 2 der Tari f- ordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 Fr. 200.-- pro Stunde. Dieser Ansatz gilt seit dem 1. Januar 2014, für die Zeitspanne zuvor ist ein Ansatz in der Höhe von Fr. 180.-- anzuwenden. Somit beläuft sich das Honorar vorliegend auf Fr. 1‘820.-- plus Aus- lagen in der Höhe von Fr. 54.--, mithin Fr. 1‘874.-- (exkl. MWSt), insgesamt Fr. 2‘023.90 (inkl. Auslagen und 8% MWSt). 7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hinge wiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz unmittelbar nach der Beend i- gung seiner Freiheitsstrafe zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem B e- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 2‘023.90 (inkl. Auslagen und 8 % MWSt) zulasten der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin