Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 28. März 2018 (840 18 64) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Fürsorgerische Unterbringung / Selbst- und Fremdgefährdung / Entschädigung des un- entgeltlichen Rechtsbeistands Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Yves Thommen, Beat Walther , Gerichts- schreiberin i.V. Irina Trutmann Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertrete n durch Adriano Marti , Rechtsa n- walt gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Fürsorgerische Unterbringung / Verlängerung der Massnahme A. A.____ (geb. 1993) wurde in den vorangehenden Ja hren mehrfach fürsorgerisch unter- gebracht. So wurde sie in den Jahren 2009, 2012 und 2013 sowie 2017 in der psychiatrischen Klinik C.____ in D.____ behandelt. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Entscheid vom 19. Januar 2018 ordnete die Kind es- und Erwachsenenschutzbehör- de B.____ (KESB) erneut eine vorsorgliche fürsorgerisc he Unterbringung für A.____ an und wies diese bis zum 2. März 2018 in die Klinik C.____ ein. Der Notfallpsychiater hatte zuvor im Rahmen der Erstbegutachtung festgestellt, dass sich A.___ _ aufgrund der Medikamentenver- weigerung in einem psychotischen Zustand befinde. Sie hab e zudem jegliche Kommunikation und Kooperation verweigert. Die gegen die vorsorgliche fürsorgerische Unterbringung erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abte ilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 31. Januar 2018 ab (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 31. Januar 2018 [840 18 22]). Im Rahmen der Unterbringung ordnete die Klinik mit Verf ügung vom 8. Februar 2018 die Behand- lung ohne Zustimmung an. Die hiergegen erhobene Beschw erde wies das Kantonsgericht ebenfalls ab (KGE VV vom 23. Februar 2018 [840 18 45] ). Auf die dagegen erhobene Be- schwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 5A_264/2018 vom 23. März 2018 nicht ein. C. Am 14. Februar 2018 beantragte die Klinik C.____ bei der KESB die Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung von A.____ um voraussichtlich weitere sechs Wochen. Sie führ- te dabei insbesondere aus, dass A.____ bis anhin keine rlei Einsicht in ihre Krankheit gezeigt habe und die Realität in schwerer Weise verkenne. Hinzu kommend verweigere A.____ jegliche Medikation, weshalb vor diesem Hintergrund bei einem Austritt eine erneute Selbst- und Fremdgefährdung für die Klinik nicht vorhersehbar sei. D. Die KESB holte in der Folge bei der Psychiatrie Bas elland, Ambulatorien und Tageskli- niken, Ambulatorium Bruderholz, einen fachärztlichen Bericht ein. Der fachärztliche Bericht vom 16. Februar 2018 hält fest, dass bei A.____ eine paran oide Schizophrenie (ICD-10:F20.0) diag- nostiziert worden sei und dass das klinische Bild von ihr v on dauerhaften, oft paranoiden Wahnvorstellungen beherrscht werde. Aktuell bestehe bei A.____ ein unrealistischer Wahn, indem sie davon ausgehe, dass sie der Teufel sei. Die Pat ientin sei weiterhin selbst- und fremdgefährdend und zeige eine unzureichende Krankhei tseinsicht. Zudem sei die Urteilsfähig- keit aufgrund der psychischen Erkrankung in Bezug auf die Behandlungsbedürftigkeit unzu- reichend. Aus Sicht der Berichterstatter könne A.____ in sbesondere die Tragweite gewisser Entscheidungen nicht angemessen beurteilen, weshalb eine Verlängerung der bestehenden fürsorgerischen Unterbringung um mindestens sechs Wochen unumgänglich sei. E. Mit Schreiben vom 24. bzw. 26. Februar 2018 beantra gte A.____, nachfolgend vertreten durch Adriano Marti, Rechtsanwalt, die Nichtverlängerung der fürsorgerischen Unterbringung. F. Nach mündlicher Anhörung von A.____ am 27. Februar 2018 ordnete die KESB mit Ver- fügung vom 1. März 2018 die Verlängerung der Massnahme befristet bis am 11. Mai 2018 an. G. Gegen die Verfügung der KESB vom 1. März 2018 erh ob A.____ am 2. März 2018 ei- genhändig Beschwerde beim Kantonsgericht. Am 12. März 2 018 reichte ihr Rechtsvertreter in ihrem Namen ebenfalls eine Beschwerdeeingabe (ohne Beg ründung) ein und beantragte darin die Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung unte r Kosten- und Entschädigungsfolgen, wobei ihr die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu gewähren sei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Verfügung vom 14. März 2018 wurde Dr. med. E._ ___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Universitäre Psychiatrische Kliniken F.__ __, zum Sachverständigen er- nannt sowie der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung gewährt. I. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 20 . März 2018 auf vollumfängli- che Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. J. Am 22. März 2018 reichten die Kliniken F.____ das Gu tachten von Dr. med. E.____ und Dr. med. G.____ zu Handen des Gerichts ein. K. An der heutigen Parteiverhandlung befragte das G ericht die Beschwerdeführerin, die zuständige medizinische Betreuungsperson der Klinik C.____ , Oberärztin Dr. H.____, sowie den Sachverständigen. Die Verfahrensbeteiligten hielte n in den anschliessenden Plädoyers an ihren schriftlich gestellten Anträgen fest. Die Beschwer deführerin reichte zudem diverse Doku- mente zu den Akten. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 84 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Einfüh rung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 in Verbindung mit § 43 Ab s. 2 des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezemb er 1993 ist das Kantonsge- richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, zustä ndig für die Beurteilung von Be- schwerden gegen Entscheide der Kindes- und Erwachsenensch utzbehörde über die fürsorgeri- sche Unterbringung. Die Beschwerdeführerin ist als Direktb etroffene gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 1 0. Dezember 1907 zur Beschwer- deerhebung legitimiert. Die fehlende schriftliche Begründung schadet ihr nicht (Art. 450e Abs. 1 ZGB). Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist somit einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachve rhalts (Ziff. 2) sowie die Unange- messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Erste gesetzliche Voraussetzung für die Anordnung eine r fürsorgerischen Unterbringung gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB ist einer der drei abschliesse nd genannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige Behinderung oder schwere Ver wahrlosung (vgl. T HOMAS GEISER / MARIO ETZENBERGER , Basler Kommentar ZGB, 5. Aufl., Basel 2014, N 12 zu Art. 426 ZGB; CHRISTOF BERNHART , Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2 011, Rz. 262). Da- mit von einer psychischen Störung gesprochen werden kann, muss ein Krankheitsbild vorlie- gen, welches erhebliche Auswirkungen auf das soziale Funkti onieren des Patienten hat. Ent- scheidend ist insbesondere, ob die betroffene Person ihre Entscheidungsfreiheit wahrt und am Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sozialen Leben teilhaben kann (vgl. G EISER /ETZENSBERGER , a.a.O., N 15 zu Art. 426 ZGB; BERNHART , a.a.O., Rz. 263 ff.). Erforderlich ist sodann eine sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung bzw. Betreuun g („nötige Behandlung oder Betreu- ung“). Weitere Voraussetzung bildet, dass der Person die nötige Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung in ei ne Anstalt bzw. die Zurückbehaltung in der Einrichtung gewährt werden kann (sog. Grundsatz der Verhältnismässigkeit; vgl. BERNHART , a.a.O., Rz. 314 ff.). Dabei ist gegebenenfalls die Be lastung zu berücksichtigen, welche die Per- son für Angehörige und Dritte darstellt (Art. 426 Abs. 2 ZGB). Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteil des Bundesgerich tes 5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 2.1). 4.1 Vorliegend richtet sich die Beschwerde gegen die am 1. März 2018 von der Vorinstanz verfügte fürsorgerische Unterbringung in der Klinik C.____. 4.2 Ziel der fürsorgerischen Unterbringung ist es, die betroffene Person in die Selbständig- keit zu führen, ihre Eigenverantwortung zu stärken und i hr ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen. Lässt sich der Schwächezustand beseitigen oder zumindest abschwächen, ist mit der fürsorgerischen Unterbringung dafür zu sorgen, dass d ie betroffene Person wieder aus der Einrichtung entlassen werden und sie ein Leben nach ih ren eigenen Vorstellungen, Neigungen und Fähigkeiten gestalten und organisieren kann. Je nac hdem ist dies eine Rückführung in die Selbständigkeit oder eine erstmalige Erlangung einer solchen. In anderen Fällen wird der Schwächezustand nicht zu beseitigen sein, sich möglicherweise sogar unausweichlich verstär- ken. Auch dann sollen aber die verbleibenden Fähigkei ten gestärkt und damit die Selbstbe- stimmung gefördert werden. Gleichzeitig wird es in diesen Fällen regelmässig darum gehen, der betroffenen Person durch eine entsprechende Betreuung und Fürsorge ein Umfeld zu bieten, welches ein menschenwürdiges Leben ermöglicht (vgl. G EISER /ETZENSBERGER , a.a.O., N 14 zu Art. 426-439 ZGB). 4.3 Die betroffene Person wird aus der fürsorgerischen Unterbringung entlassen, sobald die Voraussetzungen für die Unterbringung nicht mehr erfüll t sind (Art. 426 Abs. 3 ZGB), was mit- einschliesst, dass die noch nötige Betreuung oder Behand lung ambulant erfolgen kann. Mit Be- zug auf die Entlassung ist somit eine umfassende Interessen abwägung im Hinblick auf den Zweck der Unterbringung vorzunehmen. Insbesondere kann d ie Rückfallgefahr, die Krankheits- und Behandlungseinsicht und damit die Chancen und Möglichkeiten einer ambulanten Therapie berücksichtigt werden. Eine Entlassung ist auch aus dem Gr undsatz der Verhältnismässigkeit erst in Betracht zu ziehen, wenn die Voraussetzungen für ein Leben ausserhalb der Klinik effek- tiv installiert und tragfähig vorhanden sind (vgl. BERNHART , a.a.O., Rz. 400). 5.1 Bei psychischen Störungen muss die Beschwerdeinstanz g emäss Art. 450e Abs. 3 ZGB gestützt auf das Gutachten einer sachverständigen Person e ntscheiden. Das Gutachten hat sich insbesondere über den Gesundheitszustand der betroffenen Person zu äussern, aber auch darüber, wie sich allfällige gesundheitliche Störungen hinsichtlich der Gefahr einer Selbst- bzw. Drittgefährdung oder einer Verwahrlosung auswirken kön nen und ob sich daraus ein Hand- lungsbedarf ergibt. In diesem Zusammenhang interessier t insbesondere, ob ein Bedarf an der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Behandlung einer festgestellten psychischen Erkrankung bzw . an der Betreuung der betroffe- nen Person bzw. von Dritten zu rechnen ist, wenn die Beh andlung der gutachterlich festgestell- ten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibt. Im Wei teren muss das Gutachten Antwort darauf geben, ob aufgrund des festgestellten Handlungsbedarfe s eine stationäre Behandlung bzw. Betreuung unerlässlich ist. Dabei hat der Gutachter auch darüber Auskunft zu geben, ob die betroffene Person über glaubwürdige Krankheits- und Behandlungseinsicht verfügt. Schliesslich hat der Experte zu beantworten, ob eine Anstalt zur Ver fügung steht und wenn ja, warum die vorgeschlagene Anstalt infrage kommt (vgl. BGE 140 III 105 E. 2.4 m.w.H.). 5.2 Das vom Gericht eingeholte Gutachten vom 22. März 201 8 bestätigt die früheren Diag- nosen einer paranoiden Schizophrenie (ICD-10:F20.0). Im Verlauf der aktuellen Untersuchung hätten sich allerdings keinerlei akute Selbst- oder Frem dgefährdungsaspekte ergeben. Nach Auffassung des Gutachters lässt sich dies unter anderem auf den Umstand zurückführen, dass die zum Untersuchungszeitpunkt seit rund zwei Wochen erfo lgende medikamentöse Behand- lung sehr wahrscheinlich zu einer Teil-, wenn nicht zu einer Vollremission der psychotischen Symptomatik geführt habe. Die Beschwerdeführerin zeige allerdings keinerlei Krankheitsein- sicht und nur eine sehr begrenzte Behandlungseinsicht. In der Untersuchung habe sich die Be- schwerdeführerin dahingehend geäussert, dass sie die antip sychotische Medikation erst seit der angeordneten Behandlung ohne Zustimmung einnehme und nicht wisse, ob sie diese nach Entlassung aus der Klinik weiternehmen werde. Das Gutach ten stellt weiter fest, dass bei einer Entlassung aus der Klinik C.____ eine hohe Wahrscheinlich keit bestünde, dass die Beschwer- deführerin – wie bereits aus vergangenen Erfahrungen bekannt – ihre Medikation zeitnah ab- setzen werde. Die Beendigung der antipsychotischen Behand lung hätte beim vorliegenden Krankheitsbild weitreichende Folgen. Nach Auffassung d es Gutachters könne angenommen werden, dass es kurz- bis mittelfristig erneut zu einer psych otischen Dekompensation und einer damit verbundenen Hospitalisationsbedürftigkeit kommen könnte. 5.3 Das ausführliche Gutachten zeigt schlüssig und überzeug end auf, dass im vorliegenden Fall eine psychische Störung der Beschwerdeführerin im Si nne von Art. 426 Abs. 1 ZGB vor- liegt. 6.1 Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdeführerin a ufgrund ihres Schwächezustandes ei- ner Behandlung oder Betreuung in einer Einrichtung bedarf. 6.2 Was die Notwendigkeit der medikamentösen Behandlun g der festgestellten psychischen Störung anbelangt, stellt der Gutachter fest, dass die B eschwerdeführerin aufgrund ihres Schwächezustandes in florid-psychotischen Zuständen nicht in der Lage sei, ihr potentiell selbst- und fremdgefährdendes Handeln und die damit ve rbundenen Risiken sowie die sich da- raus ergebenden Konsequenzen adäquat und realitätsgetr eu einzuschätzen (vgl. Gutachten, S. 30). Aktuell sei eine Fortführung der medikamentö sen Behandlung im ambulanten Rahmen nicht sichergestellt, weswegen die stationäre Behandlung aus medizinisch-psychiatrischer Sicht verlängert werden sollte (vgl. Gutachten, S. 31). Im Z usammenhang mit der antipsychotischen Medikation bestünden deutliche Hinweise, dass die Beschwe rdeführerin bis ins Jahr 2015 eine stabile Phase mit dem Besuch der Brückenschule erlebt ha be, ohne Anhaltspunkte für psycho- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tische Re-exazerbationen. Infolgedessen sei es wahrscheinli ch, dass die Beschwerdeführerin nach Absetzen der antipsychotischen Behandlung Vergiftu ngsideen entwickelt habe. Nahelie- gend sei deshalb auch, dass sie im Rahmen ihres Vergiftungserlebens – einhergehend mit dem sozialen Rückzug – zwischenzeitlich gänzlich auf die Nahrungse innahme verzichtet habe, wes- wegen sie im September 2017 in einem bedrohlichen Man gelernährungszustand in die Klinik C.____ aufgenommen worden sei. Die aktuellen Eintrittsumstände sowie der bisherige Hospita- lisationsverlauf würden sodann auf eine wiederholte, paranoid-wahnhafte Realitätsverkennung schliessen lassen. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung äussert sich der Sachverständige dahingehend, dass die angeordnete Medikation tägliche E innahmen von entsprechenden Tab- letten bedinge, weshalb eine Entlassung zum aktuellen Zeitpunkt aus der Klinik C.____ die Ein- nahme dieser nicht mehr gewährleisten würde und eine Entlassung deshalb nicht empfohlen werde. 6.3 Insgesamt sind durch das Gutachten und die Aussagen a nlässlich der heutigen Partei- verhandlung die erforderlichen Tatsachen in Bezug auf den Schwächezustand der Beschwerde- führerin und deren Bedarf einer fortwährenden Behan dlung und engmaschigen Betreuung in einer Einrichtung erstellt. Es ergibt sich, dass die Erkrankung der Beschwerdeführerin vor allem Einfluss auf ihre Fähigkeit hat, ihr potentiell selbst - und fremdgefährdendes Handeln und die damit verbundenen Risiken sowie die sich daraus ergebend en Konsequenzen adäquat und realitätsgetreu einzuschätzen. Soweit die Beschwerdeführ erin eine Selbst- und Fremdgefähr- dung pauschal in Abrede stellt, kann ihr deshalb nicht g efolgt werden. Die konkrete Gefahr ei- ner Absetzung der antipsychotischen Medikation bei der E ntlassung aus der Klinik und der dadurch verbundenen Selbst- und Fremdgefährdung ist na ch den zahlreichen vergangenen fürsorgerischen Unterbringungen und den aktuellen Einsch ätzungen der Experten nachvoll- ziehbar dargelegt worden. Folglich lassen der im Gutach ten beschriebene Schwächezustand, die sich daraus ergebende Selbst- und Fremdgefährdung d er Beschwerdeführerin sowie die gutachterlich festgestellte mangelnde Krankheits- und B ehandlungseinsicht eine Behandlung und Betreuung der festgestellten psychischen Krankheit al s notwendig im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB erachten. 7.1 Es stellt sich weiter die Frage, ob aufgrund der Be handlungs- und Betreuungsbedürftig- keit der Beschwerdeführerin ein Verbleib in der Einrich tung erforderlich ist bzw. ob der mit der strittigen Massnahme verbundene Freiheitsentzug weiterhin verhältnismässig ist. 7.2 Die Beschwerdeführerin vertritt den Standpunkt, di e fürsorgerische Unterbringung sei nicht verhältnismässig. Sie bringt im Wesentlichen vor, sie sei weder hilfsbedürftig noch selbst- oder fremdgefährdend, was durch das an der Parteiverhan dlung eingereichte Arztzeugnis ihres neuen Psychiaters beglaubigt werde und auch ihr leiblich er Vater schriftlich bestätigt habe. Ihre Medikamente werde sie nach einer Entlassung freiwillig e innehmen. Dementsprechend sei kein hoheitlicher Eingriff erforderlich. 7.3 Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entl assen, sobald die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. Mit d ieser Umschreibung beabsichtigte der Ge- setzgeber eine im Vergleich zum vorherigen Recht restri ktivere Regelung der Entlassungsvo- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht raussetzungen, welcher der sog. Drehtürpsychiatrie entgeg en wirken sollte (vgl. Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzb uches [Erwachsenenschutz, Per- sonenrecht und Kindesrecht], BBl 2006 7001, S. 7063). Der Entscheid über die Entlassung ist stets anhand des Zustandes des Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. GEISER / ETZENSBERGER , a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Inte ressenabwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unterbringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbstän- digkeit und der Eigenverantwortung im Entlassungszeitpun kt, vorzunehmen. Ganz allgemein resultiert aus dem auch beim Entscheid über die Entlassun g zu berücksichtigenden Grundsatz der Verhältnismässigkeit, dass eine fürsorgerische Unterbri ngung nur solange aufrechterhalten werden darf, als im Falle der Entlassung mit einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesg ericht festgehalten, dass bei Be- jahung eines Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfes weiter wesentlich sei, mit welcher konkre- ten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rech- nen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgest ellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2; BGE 140 III 105 E. 2.4). Im Einzelfall kann es für die Entlassung nicht genügen, dass eine Person bereits wieder in der Lage wäre, für sich selber zu sorgen, wenn mit einem Rückfall zu rechnen ist und eine nur noch kurze Weiterführung der Therapie in der Anstalt zu einer anhaltenden Verbesserung führen könnte. Eine kurze Verzöge- rung der Entlassung muss auch zulässig sein, um die Nachbetreuung zu organisieren, wenn die Betroffene ohne diese mit der Entlassung Schaden nehm en würde (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7063). 7.4 Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass bei einer Ent lassung der Beschwerdeführerin aus der Klinik C.____ kurz- bis mittelfristig mit einer w ahrscheinlichen Selbst- und Fremdge- fährdung zu rechnen sei (vgl. Gutachten, S. 30). Diese Einschätzung bestätigte der Sachver- ständige auch anlässlich der heutigen Parteiverhandlung. Ferner kann dem Gutachten ent- nommen werden, dass bezüglich der Krankheits- und Behandl ungseinsicht wenige Fortschritte zu verzeichnen seien (vgl. Gutachten, S. 30). Durch die fe hlende Krankheits- und Behand- lungseinsichtigkeit der Beschwerdeführerin müsse damit gerechnet werden, dass sie die ihr verschriebenen Medikamente nicht selbständig einnehmen we rde (vgl. Gutachten, S. 31). Wei- ter ist aus dem Gutachten ersichtlich, dass die Beschwerde führerin bereits sechs Mal in der Klinik C.____ hospitalisiert worden ist, wobei zwischen den Jahren 2013 und 2015 keine Hospi- talisation stattgefunden habe. Im Jahr 2016 sei es zum sozialen Rückzug der Beschwerdeführe- rin gekommen, nachdem diese ihre ambulant-psychiatrische Behandlung abgebrochen und keine Tagesstruktur mehr gehabt habe. Daraus ergebe sich, dass bei einer unzureichenden Behandlung ein erhöhtes Risiko für weitere Krankheitsschüb e, Funktionseinbussen und eine chronifizierte Entwicklung bestünde. 7.5 Diese schlüssigen gutachterlichen Schlussfolgerungen w erden durch die von der Be- schwerdeführerin an der Parteiverhandlung eingereichten Unterlagen nicht erschüttert. Der von ihr neu privat mandatierte externe Psychiater, Dr. med. I.____, berichtet in seinem Arztzeugnis vom 23. März 2018, dass ihn seine Patientin bisher zwei M al (am 9. März 2018 und am 23. März 2018) konsultiert habe. Er habe während des g anzen, eine Stunde dauernden Ge- sprächs vom 9. März 2018 weder Hinweise auf Selbstgefäh rdung noch auf Fremdgefährdung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht festgestellt. Seine Patientin sei bereit, eine ambula nte Therapie zu beginnen. Die Medikation wolle sie auch im Falle eines Austritts aus der Klinik ei nnehmen. Die kurzen, allgemein gehalte- nen und nicht weiter begründeten Ausführungen des Psychi aters vermögen an der Überzeu- gung des Kantonsgerichts nichts zu ändern. Zunächst ist bei Berichten von behandelnden Ärz- ten generell der Erfahrungstatsache Rechnung zu trage n, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5; KGE VV vom 17. Mai 2017 [810 17 16] E. 5.1). Sodann traf der Psychiater seine Folgerungen in Unkenntnis der Krankenakte und ohne Konsultation der behandelnden Ärzte der Klinik C.____, offenbar einzig gestützt auf seine Ge- spräche mit der Beschwerdeführerin. Eine fundierte Beurteilung ihrer gesundheitlichen Situation war ihm also bereits aus diesem Grund gar nicht möglich . Dass die Beschwerdeführerin aktuell im Anamnesegespräch keine akuten Selbst- oder Fremdgef ährdungsaspekte an den Tag legt, hält im Übrigen auch das gerichtliche Gutachten fest (Gutachten, S. 29). Wie soeben aufgezeigt wurde ändert dies allerdings nichts am Umstand, dass im Falle der Entlassung mit einer konkre- ten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Au smass zu rechnen ist. Inwiefern das vom 22. März 2018 datierte Schreiben ihres Vaters, wonach der Aufenthalt seiner Tochter in der Klinik C.____ nicht mehr nötig sei, eine wesentli che Erkenntnis für die vorliegende Beurtei- lung bringen soll, bleibt des Weiteren unerfindlich. 7.6 Auf die erklärte Bereitschaft der Beschwerdeführeri n, die verordneten Medikamente auch im Falle einer Entlassung einzunehmen, kann sodan n angesichts ihres Verhaltens und ihrer Äusserungen in den Verfahren der vergangenen Monate nicht abgestellt werden. Bezeich- nenderweise mochte sie an der heutigen Parteiverhandlu ng einer Depotmedikation nicht zuzu- stimmen. Sowohl der Gutachter, die behandelnde Ärztin wie auch die Vertreterin der Vorinstanz äusserten sich dahingehend, dass durch eine Entlassung aus der Klinik zum aktuellen Zeitpunkt die Einnahme der angeordneten Medikation nicht gewähr leistet werden könne und damit eine erneute Gefährdungssituation – durch das Absetzen der Me dikation -– befürchtet werde. Der Gutachter gab weiter zu Protokoll, dass unter gewissen Um ständen eine tagesstationäre Be- handlung der Beschwerdeführerin in der Klinik C.____ a nzudenken wäre, soweit die Einnahme der entsprechenden Medikation gewährleistet sei (vgl. Gu tachten, S. 31). Nach Auffassung der behandelnden Ärztin ist neben einer ambulanten Weiterführung der Gesprächstherapie und der entsprechenden Medikation die Tagesstrukturierung der Beschwerdeführerin ein weiteres Ziel, damit diese ein selbständiges Leben führen und eine A usbildung machen könne. Diese Ziele seien allerdings noch nicht erreicht, weshalb noch keine Anschlusslösung vorhanden sei. Zum heutigen Zeitpunkt sei es wichtig, dass die Beschwerdeführ erin noch engmaschig betreut wer- de. 7.7 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Beschwerdefüh rerin gegenwärtig nicht in der Lage ist, adäquat mit ihrer psychischen Erkrankung um zugehen und zuverlässig in Eigen- verantwortung Strategien zur Vermeidung einer Selbst- und Fremdgefährdung umzusetzen, was zur Zeit einen Verbleib in der Klinik C.____ erfor derlich macht und ihr auch zumutbar ist. Sie bringt in dieser Hinsicht nichts vor, was die nachvol lziehbaren Einschätzungen des Gutach- ters infrage stellen würde. Unter Berücksichtigung sämtlich er Umstände ist die Auffassung der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorinstanz, die Verlängerung der fürsorgerischen Unte rbringung in der Klinik C.____ sei ange- zeigt und verhältnismässig, nicht zu beanstanden. 8. Eine weitere der kumulativen Voraussetzungen einer re chtmässigen fürsorgerischen Unterbringung ist gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB das Vorhandensein einer für die nötige Behand- lung und Betreuung geeigneten Einrichtung. Dass die Klinik C.____ eine geeignete Einrichtung in diesem Sinne darstellt, ist gerichtsnotorisch und steh t ausser Frage. Dies wird von der Be- schwerdeführerin denn zu Recht auch nicht bestritten. 9. Zusammenfassend erfolgte die Verlängerung der fürsor gerischen Unterbringung durch die Vorinstanz zu Recht und diese Massnahme ist auch zum h eutigen Zeitpunkt verhältnismäs- sig und angemessen. Die Beschwerde ist demnach vollumfänglich abzuweisen. 10. Es bleibt über die Kosten zu befinden. 10.1 Nach § 20 Abs. 1 und 3 VPO ist das Verfahren vor K antonsgericht kostenpflichtig und die diesbezüglichen Kosten werden in der Regel der un terliegenden Partei auferlegt. Im vorlie- genden Fall ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 1'800.-- ausgangsgemäss der Be- schwerdeführerin aufzuerlegen. Über die Kosten für das e ingeholte Gutachten und allfällige weitere Kosten für ärztliche Berichte wird zu einem spä teren Zeitpunkt separat entschieden. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 10.2 Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 VPO). Z ufolge Bewilligung der unentgeltli- chen Rechtspflege ist dem Rechtsvertreter der Beschwerde führerin ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. Der in der Honorarnote vom 2 8. März 2018 geltend gemachte Zeitaufwand von 14.41 Stunden (865 Minuten) erscheint allerdings deutlich überhöht. Der An- spruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand umfasst nicht a lles, was für die Wahrnehmung der Interessen des Mandanten von Bedeutung ist. Ein Anspruch besteht gemäss § 22 Abs. 2 VPO (und Art. 29 Abs. 3 BV) vielmehr einzig, soweit es zur Wa hrung der Rechte notwendig ist. Der Begriff der Notwendigkeit bestimmt nicht nur den qua litativen Anspruch (die Bestellung eines Rechtsbeistands), sondern auch den quantitativen (den Umfang der Vergütung). Entschädi- gungspflichtig sind jene Aufwendungen, die in einem k ausalen Zusammenhang mit der Wah- rung der Rechte im Prozess stehen und notwendig und ve rhältnismässig sind. Nur in diesem Umfang lässt es sich rechtfertigen, die Kosten der Staat skasse aufzuerlegen (Urteil des BGer 9C_387/2012 vom 26. September 2012 E. 3.2; Urteil d es BGer 6B_130/2007 vom 11. Oktober 2007 E. 3.2.5; DANIEL WUFFLI , Die unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizerische n Zivilpro- zessordnung, Rz. 451). Vorliegend ist zunächst anzumerken, dass die Beschwerdeführerin be- reits im die vorsorgliche fürsorgerische Unterbringung be treffenden Beschwerdeverfahren Nr. 840 18 22 und im die Behandlung ohne Zustimmung betreffenden Beschwerdeverfahren Nr. 840 18 45 durch den heutigen Rechtsvertreter unentg eltlich verbeiständet war. Diesem wa- ren der Sachverhalt und die Haltung seiner Klientin i m Wesentlichen bereits aus jenen Verfah- ren bekannt. Es ist somit nicht einzusehen, weshalb ein erneutes längeres Studium der medizi- nischen Akten notwendig gewesen sein sollte. Der entsprechende Aufwand ist demzufolge nicht Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu entschädigen. Das vorliegende Verfahren erforderte auch keine ausführliche Klienteninstruk- tion. Für die diversen Besprechungen mit der Mandantin erscheint ein zu entschädigender Zeit- aufwand von pauschal einer Stunde als verhältnismässig. Weiter ist die Beweismittelbeschaf- fung Sache des Gerichts. Wenn der Rechtsvertreter nicht be im Gericht um Akteneinsicht er- suchte oder Beweisanträge stellte, sondern auf eigene Fa ust Gespräche mit der behandelnden Oberärztin und mit dem ambulanten Psychiater führte, ist dieser Aufwand nicht vom Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege umfasst. Sodann macht der Rechtsvertreter Zeitaufwand für die künftige Prüfung des Verhandlungsprotokolls geltend. Au ch dieser Posten wird vom Staat nicht entschädigt. Die genannten Kürzungen führen zugleich z u einer Streichung der damit zusam- menhängenden Auslagen, wobei für die Telefongespräche mit der Klientin pauschal Fr. 5.-- vergütet werden. Für das vorliegende Verfah ren erscheinen demnach unter Berücksich- tigung der massgeblichen Aspekte ein Zeitaufwand von 8 .5 Stunden (510 Minuten) à Fr. 200.-- und Auslagen von Fr. 163.-- als angemessen. D araus resultiert ein aus der Gerichts- kasse zu entrichtendes Gesamthonorar von Fr. 2'006.45 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST). Der Rechtsvertreter wird an dieser Stelle darauf hingew iesen, dass inskünftig in vergleichbaren Verfahren (im Rahmen der unentgeltlichen Verbeiständu ng) nur noch eine Wegpauschale, wel- che deutlich unter den vorliegend effektiv zugesprochenen Fahrkosten liegt, entschädigt werden wird. 10.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hi ngewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in d er Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Ge- setzes über die Organisation der Gericht [Gerichtsorganisat ionsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2002). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 1'800.-- wi rd der Beschwerdefüh- rerin auferlegt. Allfällige weitere Verfahrenskosten werden separat ver- fügt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessf ührung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der unent- geltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertreter der B eschwerdefüh- rerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'006.45 (inkl . Auslagen und 7.7 % MWST) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.