<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 5 S.45</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Schuldbetreibungs- und Konkursrecht</span> <span class="page_no">45</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Schuldbetreibungs- und Konkursrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>5</b></span> <span class="ft3"><b>Art. 80 SchKG; definitive Rechtsöffnung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Enthält ein Urteil nur die grundsätzliche, betraglich nicht bezifferte Ver-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>pflichtung zur Ablieferung allfällig bezogener Kinderzulagen, ist nur für</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Beträge, die der Pflichtige ausweislich der Akten tatsächlich als Kinder-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zulagen erhält, Rechtsöffnung zu erteilen. Der Unterhaltsberechtigte hat</b></span><br/> <span class="ft3"><b>nicht nur die ihm allfällige Kinderzulagen zusprechende Urkunde vorzu-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>legen, sondern ebenfalls durch Urkunde zu beweisen, dass er selbst keine</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Zulagen erhält sowie, dass und in welchem Umfang der Verpflichtete sei-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>nerseits bezugsberechtigt ist.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Obergerichts, 3. Zivilkammer, vom 20. Dezember</span><br/> <span class="ft4">2004, i.S. I.E. ca. D.E.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">2. a) (...)</span><br/> <span class="ft6">b) aa) Nach Art. 285 Abs. 2 ZGB sind Kinderzulagen, die dem</span><br/> <span class="ft6">Unterhaltspflichtigen zustehen, zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag zu</span><br/> <span class="ft6">zahlen, soweit der Richter es nicht anders bestimmt. Diese Bestim-</span><br/> <span class="ft6">mung bildet für sich allein keinen Rechtsöffnungstitel für Kinderzu-</span><br/> <span class="ft6">lagen. Solche müssen in einem Urteil ausdrücklich erwähnt sein</span><br/> <span class="ft6">(BGE 113 III 9; ZR 84 Nr. 59). Enthält ein Urteil nur die grundsätzli-</span><br/> <span class="ft6">che, betraglich nicht bezifferte Verpflichtung zur Ablieferung allfäl-</span><br/> <span class="ft6">lig bezogener Kinderzulagen, ist nur für Beträge, die der Pflichtige</span><br/> <span class="ft6">ausweislich der Akten tatsächlich als Kinderzulagen erhält,</span><br/> <span class="ft6">Rechtsöffnung zu erteilen (ZR 72 Nr. 64). Dabei obliegt der Nach-</span><br/> <span class="ft6">weis für Bestand und Höhe der Zulagenberechtigung dem Gläubiger</span><br/> <span class="ft6">(Staehelin/Bauer/Staehelin, Basler Kommentar, Basel 1998, N 42 zu</span><br/> <span class="ft6">Art. 80 SchKG; a.M. RBOG 1998, S. 8; Hegnauer, Berner Kom-</span><br/> <span class="ft6">mentar, Bern 1997, N 98 zu Art. 285 ZGB). Der Unterhaltsberech-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">46</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">tigte hat daher in der Rechtsöffnung nicht nur die ihm allfällige Kin-</span><br/> <span class="ft6">derzulagen zusprechende Urkunde vorzulegen, sondern grundsätzlich</span><br/> <span class="ft6">ebenfalls durch Urkunde zu beweisen, dass er selbst keine Zulagen</span><br/> <span class="ft6">erhält sowie, dass und in welchem Umfang der Verpflichtete seiner-</span><br/> <span class="ft6">seits bezugsberechtigt ist (Stücheli, Die Rechtsöffnung, Zürich 2000,</span><br/> <span class="ft6">S. 205 f.; Urteil der 5. Zivilkammer des Obergerichts vom 28. Juni</span><br/> <span class="ft6">2004 i.S. S.G. ca. R. H., Urteil der 3. Zivilkammer des Obergerichts</span><br/> <span class="ft6">vom 27. August 2004 i.S. S.B. ca. M.B.). Die von der Klägerin da-</span><br/> <span class="ft6">gegen in der Beschwerde vorgetragenen Einwände lassen sich auch</span><br/> <span class="ft6">nicht durch Praktikabilitätsüberlegungen oder angebliche Beweis-</span><br/> <span class="ft6">schwierigkeiten rechtfertigen. So wird diejenige Person oder Amts-</span><br/> <span class="ft6">stelle, die für das Kind sorgt, von der zuständigen Familienaus-</span><br/> <span class="ft6">gleichskasse im Kanton Aargau oder im Kanton Zürich ohne weite-</span><br/> <span class="ft6">res eine Bestätigung über die Zulagenberechtigung des Schuldners</span><br/> <span class="ft6">erhältlich machen können, nachdem sie bei nicht zweckentsprechen-</span><br/> <span class="ft6">der Verwendung der Zulagen sogar die Ausrichtung der Zulage an</span><br/> <span class="ft6">sich beanspruchen kann (§ 10 des Aargauischen Gesetzes über die</span><br/> <span class="ft6">Kinderzulagen für Arbeitnehmer vom 23. Dezember 1963; vgl. auch</span><br/> <span class="ft6">§ 10 Abs. 2 des Zürcherischen Gesetzes über die Kinderzulagen vom</span><br/> <span class="ft6">8. Juni 1958).</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>