B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-1446/2019 U r t e i l v o m 1 2 . D e z e m b e r 2 0 1 9 Besetzung Richter Jürg Steiger (Vorsitz), Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Richter Maurizio Greppi, Gerichtsschreiberin Simona Risi. Parteien A._______, Beschwerdeführerin, Gegen Eidgenössisches Starkstrominspektorat ESTI, Luppmenstrasse 1, 8320 Fehraltorf, Vorinstanz. Gegenstand Ausstehender Sicherheitsnachweis. A-1446/2019 Seite 2 Sachverhalt: A. Die BKW Energie AG (nachfolgend: Netzbetreiberin) forderte A._______ im Rahmen der beabsichtigten periodischen Kontrolle der elektrischen Nie- derspannungsinstallationen der Liegenschaft (…) am 6. Mai 2014 auf, den Sicherheitsnachweis einzureichen. Nach viermaliger Mahnung überwies die Netzbetreiberin die Angelegenheit mit Schreiben vom 26. Juni 2018 dem Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI) zur Durchsetzung. Das ESTI forderte A._______ mit Schreiben vom 17 . Juli 2018 auf, den Sicherheitsnachweis der Netzbetreiberin bis spätestens am 16. November 2018 einzureichen und drohte für den Un terlassungsfall den Erlass einer gebührenpflichtigen Verfügung an. Mit S tellungnahme vom 29. Oktober 2018 machte A._______ insbesondere geltend, die fraglichen Install atio- nen würden nicht mehr bestehen, weshalb der gewünschte Nachweis nicht erbracht werden könne. Der Sicherheitsnachweis bezüglich der einzigen aktuell bestehenden Installation sei im Rahmen der Erstprüfung nicht durch sie, sondern durch den Elektroingenieur zu erbringen. B. Mit Verfügung vom 13. Februar 2019 wies das ESTI A._______ an, bis zum 18. April 2019 den Sicherheitsnachweis für die elektrischen Installationen der betreffenden Liegenschaft einzureichen. Die Gebühr für den Erlass der Verfügung setzte es auf Fr. 700.– zuzüglich Auslagen von Fr. 32.– fest und drohte A._______ für den Fall der Missachtung dieser Verfügung eine Ord- nungsbusse bis Fr. 5'000.– an. C. Mit Eingabe vom 25. März 2019 erhebt A._______ (nachfolgend: Be- schwerdeführerin) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung des ESTI (nachfolgend: Vorinstanz). Sie beantragt, die Verfü- gung sei (ersatzlos) aufzuheben, eventualiter sei ein allfälliger Sicherheits- nachweis für die elektrischen Installationen der Liegenschaft (…) durch den Elektroinstallateur zu erbringen und die Gebühr für den Erlass der Verfü- gung zuzüglich Auslagen auf höchstens Fr. 100.– festzulegen. Zur Begründung macht die Beschwerdeführerin geltend, die angefochtene Verfügung leide an formellen Mängeln. Im Übrigen führt sie aus, die fragli- che Liegenschaft habe sich bis (…) im Eigentum (…) [eines Verwandten] befunden und sei von (…) [dem Verwandten] bewohnt worden. Seither habe sie leer gestanden und sei im Jahr 2010 inkl. elektrische Installatio- nen bis auf den Rohbau abgebrochen worden. Es sei demnach objektiv A-1446/2019 Seite 3 unmöglich, einen Sicherheitsnachweis für die 2010 abgebrochenen Instal- lationen zu erbringen. Die einzige aktuell bestehende elektrische Installa- tion sei eine 2010 errichtete provisorische Niederspannungsinstallation; es handle sich um einen portablen Baustellenverteilkasten mit einigen Steck- dosen. Eine formelle Übergabe dieser neuen und proviso rischen elektri- schen Installation durch den Elektroingenieur an sie habe jedoch noch nicht stattgefunden, weshalb dieser für den Sicherheitsnachweis zuständig wäre. Schliesslich bestreitet die Beschwerdeführerin die erhobene Gebühr von insgesamt Fr. 732.–. D. In ihrer Vernehmlassung vom 29 . Mai 2019 schliesst die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde. Sie macht geltend, die Verfügung leide an keinem formellen Mangel. Im Übrigen sei ein Abbruch der elektrischen In- stallation nach Auskunft der Netzbetreiberin nicht vorgenommen worden. Eine Stichprobenkontrolle hätte es ermöglicht, die Situation vor Ort zu prü- fen; dies sei jedoch an der mangelhaften Mitwirkung der Beschwerdefüh- rerin gescheitert. Was die Höhe der Gebühr anbelange, sei diese so be- messen, dass der entstandene Aufwand gedeckt werde. E. Am 25. Juli 2019 reicht die Beschwerdeführerin und am 30. August 2019 die Vorinstanz ihre Schlussbemerkungen ein. F. Mit unaufgeforderter Eingabe vom 11. September 2019 nimmt die Be- schwerdeführerin erneut Stellung. G. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die bei den Akten liegenden Schriftstücke ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen der Vorinstanz zuständig (Art. 23 des Elektrizitätsge-A-1446/2019 Seite 4 setzes vom 24. Juni 1902 [EleG, SR 734.0] und Art. 31 ff. VGG). Das Ver- fahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes be- stimmt (Art. 37 VGG). 1.2 Nach Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer am Ver- fahren vor der Vorinstanz teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil- nahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c). Die Beschwerdeführerin ist Adressatin der an- gefochtenen Verfügung und durch diese auch materiell beschwert. Sie ist damit nach Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwerde berechtigt . Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus- übung des Ermessens (Art. 49 Bst. a und b VwVG) sowie auf Angemes- senheit hin (Art. 49 Bst. c VwVG). 3. Die von der Beschwerdeführerin erhobenen formellen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet sein könnten, eine Kassation des vor - instanzlichen Entscheids zu bewirken. 3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die angefochtene Verfügung sei nichtig, da sie nicht handschriftlich unterzeichnet worden sei. Stattdessen habe die Vorinstanz eine elektronisch gespeicherte Unterschrift eingesetzt und damit eine eigenhändige Unterschrift vorgetäuscht. 3.1.1 Fehlerhafte Entscheide sind nach bundesgerichtlicher Rechtspre- chung nichtig, wenn der ihnen anhaftende Mangel besonders schwer ist, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft ge- fährdet wird (BGE 138 II 501 E. 3.1). 3.1.2 Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass es Verwaltungsbehörden offensteht, für Verfügungen, die in grosser Zahl zu erlassen sind und deren Inhalt von Fall zu Fall nur wenig abweicht, A-1446/2019 Seite 5 die sich mit anderen Worten sachlich voneinander nicht unterscheiden, ge- druckte Formulare oder standardisierte Entscheidvorlagen zu verwenden, die keine Unterschrift des zuständigen Sachbearbeiters enthalten. Es liegt im Interesse einer einfachen und raschen Verfahrensabwicklung, dass sol- che Verfügungen auf mechanischem oder elektronischem Weg erlassen werden können. Daher ist das Vorhandensein einer Unterschrift kein Gül- tigkeitserfordernis (BGE 105 V 248 E. 4a f., 112 V 87 E. 1; Urteil des BGer 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 5.2). 3.1.3 Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, handelt es sich bei der ange- fochtenen Verfügung um einen standardisierten Entscheid, der gestützt auf Art. 5 Abs. 1 der Niederspannungs-Installationsverordnung vom 7. Novem- ber 2001 (NIV; SR 734.27) die Pflicht des Eigentümers durchsetzt, einen periodischen Sicherheitsnachweis für seine elektrischen Installationen ein- zureichen. Die angefochtene Verfügung stellt entgegen den Einwänden der Beschwerdeführerin eine Ma ssenverfügung dar. D ie Dauer des V erfah- rens, die Anzahl der Eingaben und ein allenfalls aufwändiges Aktenstudium ändern nichts daran, dass es sic h um eine Anordnung betreffend die Ein- reichung des Sicherheitsnachweises handelt, die sich sachlich nicht von in grosser Anzahl getroffenen gleichlaut enden Anordnungen unterscheidet . Selbst bei Verfügungen, die nicht als Massenverfügungen gelten, wäre bei fehlender Unterschrift nicht von der Nichtigkeit, sondern bloss vom Vorlie- gen eines Mangels auszugehen , mit der Folge, dass geprüft werden müsste, inwieweit der betroffenen Person dadurch ein Nachteil erwachsen ist (vgl. BGE 138 II 501 E. 3.2 f. ; UHLMANN/SCHILLER-SCHWANK, in: Wald- mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrens- gesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 38 Rz. 25). Die Rüge erweist sich demnach als unbegründet. 3.2 Mit Schreiben vom 29. Oktober 2018 nahm die Beschwerdeführerin Stellung zur Aufforderung der Vorinstanz, den Sicherheitsnachweis bis zum 16. November 2018 einzureichen. Darin machte sie geltend, dass sämtliche elektrischen Niederspannungsinstallationen mit dem letzten Kontrolljahr 1993 im Jahr 2010 demontiert worden seien und es folglich zu einem Stromunterbruch gekommen sei; eine periodische Kontrolle könne nicht mehr vorgenommen werden. Der neuinstallierte Zähler «(…)» sei hin- gegen eine neue Installation . Auf Beschwerdeebene moniert die Be- schwerdeführerin nunmehr, die Vorinstanz habe ihren Anspruch auf recht- liches Gehör verletzt, indem sie auf das Schreiben nicht eingegangen sei. A-1446/2019 Seite 6 3.2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 29 ff. VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieser umfasst das Recht auf Teilnahme am Verfahren und verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der vom Ent- scheid in ihrer Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. statt vieler BGE 143 III 65 E. 5.2 m.w.H.). In Bezug auf die Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und das Beweisergebnis steht den Betroffenen in der Regel ein An- spruch auf vorgängige Äusserung zu (vgl. WALDMANN/BICKEL, in: Wald- mann/Weissenberger, Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl., Art. 30 Rz. 20 f.). Eine nicht besonders schwerwiegende Verlet- zung des Gehörsanspruchs kann nach konstanter Rechtsprechung und Lehre geheilt werden, wenn die unterbliebene Gewährung des rechtlichen Gehörs in einem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, in dem die Be- schwerdeinstanz – wie vorliegend das Bundesverwaltungsgericht (vgl. vorne E. 2) – mit der gleichen Prüfungsbefugnis entscheidet wie die untere Instanz (BGE 133 I 201 E. 2.2; Urteil des BVGer A-1275/2018 vom 23. Mai 2019 E. 4.2.1). 3.2.2 Infolge des Schreibens vom 29. Oktober 2018 kontaktierte die Vor- instanz die Netzbetreiberin, welche am 13. Februar 2019 bestätigte, dass der Zähler (…) noch eingebaut sei (vgl. Beilage 1 zur Vernehmlassung). Daraufhin erliess die Vorinstanz gleichentags die angefochtene Verfügung. Im Beschwerdeverfahren macht sie geltend, zum damaligen Zeitpunkt habe kein gültiger Beleg über die Unterbrechung der Stromzufuhr vorgele- gen; die diesbezüglichen Aussagen der Beschwerdeführerin genügten für die Annahme des Unterbruchs nicht. 3.2.3 Mit der Nachfrage bei der Netzbetreiberin ist die Vorinstanz dem Ein- wand der Beschwerdeführerin vom 29. Oktober 2018 nachgegangen. Die- ser ist geprüft und bei der Entscheidfindung berücksichtigt worden . Indes teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin das Ergebnis der vorinstanz- lichen Abklärung nicht mit und gab ihr keine Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen; erst im Beschwerdeverfahren legt sie die Auskunft der Netzbe- treiberin offen. Damit hat die Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdefüh- rerin auf rechtliches Gehör verletzt. Nachdem diese sich jedoch auf Be- schwerdeebene zur Stellungnahme der Netzbetreiberin vom 1 3. Februar 2019 äussern konnte, sind die Voraussetzungen für eine Heilung der Ge- hörsverletzung erfüllt (vgl. vorne E. 3.2.1 in fine), zumal eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur erneuten Einholung einer Stellungnahme einen formalistischen Leerlauf bedeuten würde (vgl. BGE 137 I 195 E. A-1446/2019 Seite 7 2.3.2). Die Gehörsverletzung wird bei der Kostena uflage zu berücksichti- gen sein (vgl. nachfolgend E. 7). 3.3 Die Beschwerdeführerin macht ferner geltend, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig respek tive unvollständig festgestellt, indem sie die unrichtigen Feststellungen der Netzb etreiberin unbesehen übernommen habe. Erst auf Beschwerdeebene habe die Vorinstanz Abklärungen vorge- nommen, wobei sie bis heute die Situation vor Ort nicht geprüft habe. 3.3.1 Im Verwaltungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz; die Be- hörde ermittelt den Sachverhalt von Amtes wegen (Art. 12 VwVG), wobei den Parteien unter Umständen Mitwirk ungspflichten obliegen (Art. 13 VwVG; J ÉRÔME CANDRIAN, Introduction à la procédure administrative fédérale, 2013, N. 63 S. 44). Eine eigentliche Beweisführungslast trifft die Parteien dagegen – anders als im Zivilprozess – nicht (M O- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge- richt, 2. Aufl. 2013, Rz. 3.119 und 3.149). Das Bundesverwaltungsgericht würdigt die vorgelegten Beweismittel frei (Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP , SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG). Der Beweis ist erbracht, wenn das Gericht gestützt auf die Be- weiswürdigung nach objektiven Gesichtspunkten zur Überzeugung ge- langt, dass sich der rechtserhebliche Sachverhalt verwi rklicht hat (M O- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.141). Bleibt ein behaupteter Sa- chumstand unbewiesen, stellt sich die Frage, wer die Folgen der Beweis- losigkeit zu tragen hat. Diesbezüglich gilt auch im Bereich des öffentlichen Rechts in Anlehnung an Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) der allgemeine Rechtsgrundsatz, dass diejenige Partei das Vorhandensein einer Tatsache zu beweisen hat, wel- che aus ihr Rechte ableitet. 3.3.2 Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein fal- scher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts- pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 3.3.3 Die Vorinstanz leitete während des laufenden Beschwerdeverfahrens weitere Abklärungen hinsichtlich des rechtserheblichen Sachverhalts ein (vgl. Beilagen 1 -3 zu den Schlussbemerkungen der Vorinstanz) . Zudem A-1446/2019 Seite 8 hielt sie in einer E-Mail an die Netzbetreiberin vom 16. April 2019 (vgl. Bei- lage 2 zur Vernehmlassung der Vorinstanz) fest, dass die Situation vor Ort unklar erscheine, weshalb sie eine Stichprobenkontrolle im Sinne von Art. 39 Abs. 1 NIV h abe durchführen wollen, worauf die Beschwerdeführerin indes nicht eingegangen sei. Damit räumt die Vorinstanz ein, dass der Sachverhalt im Zeitpunkt des Verfügungserlasses unvollständig erstellt war. Auf Beschwerdeebene erw eist sich der Sachverhalt nunmehr auf- grund der im Schriftenwechsel eingereichten Unterlagen aber als vollstän- dig erstellt (vgl. nachfolgend E. 4.4). Eine Rückweisung ist bei dieser Aus- gangslage nicht angezeigt. Die unvollständige Sachverhaltserstellung wird indes ebenfalls bei der Kostenverlegung im vorliegenden Verfahren zu be- rücksichtigen sein. 4. 4.1 Elektrische Anlagen müssen nach den anerkannten Regeln der Tech- nik erstellt, geändert, in Stand gehalten und kontrolliert werden (Art. 3 EleG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 NIV). Der Eigentümer hat dafür zu sorgen, dass die elektrischen Installationen ständig den Sicherheitsanforderungen entspre- chen; die Installationen sind periodisch zu kontrollieren und auf Verlangen ist ein entsprechender Sicherheitsnachweis zu erbringen (Art. 20 Abs. 1 EleG; Art. 5 Abs. 1 und Art. 36 ff. NIV). Nach dem Gesagten trägt der Ei- gentümer einer Liegenschaft die Verantwortung dafür, dass die elektri- schen Installationen ständig den gesetzlichen Anforderungen entsprechen (vgl. Urteil des BVGer A-4845/2015 vom 27. Februar 2017 E. 3 m.H.). Die Durchführung von technischen Kontrollen und die Ausstellung der entspre- chenden Sicherheitsnachweise erfolgen von unabhängigen Kontrollorga- nen und akkreditierten Inspektionsstellen im Auftrag der Eigentümer der elektrischen Installationen (Art. 32 Abs. 1 NIV). Die Befreiung von der Pflicht zur Erbringung eines Sicherheitsnachweises ist möglich, wenn die Netzbetreiberin, welche die Endverbraucherin mit Strom aus dem Elektrizitätsverteilnetz beliefert (vgl. Art. 2 Abs. 3 NIV), die Stromzufuhr zur Liegenschaft unterbricht. Dabei muss sich das Unterbre- chen der Stromzufuhr auf die Gesamtheit der Installationen erstrecken; es muss mit anderen Worten sichergestellt sein, dass keine Hausinstallatio- nen mehr unter elektrischer Spannung stehen. Eine privat vorgenommene «Stromkappung» genügt nicht, um von der Pflicht zur Einreichung des Si- cherheitsnachweises entbunden zu werden (vgl. Urteile des Bundesver- waltungsgerichts A-7587/2014 vom 13. April 2014 E. 3.4.1, A-1724/2012 vom 20. September 2012 E. 4.2 und A-3527/2007 vom 20. September 2007 E. 6.1). A-1446/2019 Seite 9 4.2 Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin der Liegenschaft (…) und da- mit grundsätzlich verpflichtet, den periodisch geforderten Sicherheitsnach- weis zu erbringen. 4.3 Die angefochtene Verfügung bezieht sich auf den Zähler « (…)» resp. die elektrische Installation, die an diesen angeschlossen ist. 4.3.1 Die Beschwerdeführerin geht davon aus, dass es sich dabei um eine Neuinstallation handelt. Die Liegenschaft sei im Jahr 2010 bis auf den Roh- bau abgebrochen worden. Seither und bis heute befinde sie sich im Umbau zu einem Haus mit drei Wohneinheiten. Die (…) errichteten elektrischen Installationen seien vollständig demontiert worden und die Netzbetreiberin habe die Stromzufuhr unterbrochen. Im Jahr 2010 sei dafür eine neue Stromzuleitung im Boden mit Hausanschluss an der Aussenwand errichtet und der Zähler (…) neu montiert worden. 4.3.2 Die Vorinstanz bringt sinngemäss vor, die ursprünglichen elektri- schen Installation seien wohl abgebrochen resp. durch die Neuinstallation von provisorischen elektrischen Anlagen und den Zähleraustausch im Zeit- raum zwischen dem 12. Mai 2010 und dem 7. Juli 2010 (siehe Beilagen 2 und 3 zu den Schlussbemerkungen der Vorinstanz) verändert worden. Je- doch habe zu keinem Zeitpunkt eine Unterbrechung der Stromzufuhr vor- gelegen, weshalb der periodische Sicherheitsnachweis , wie seitens der Netzbetreiberin gefordert, von der Beschwerdeführerin zu erbringen sei. Die letzte Kontrolle der Installationen im Objekt (…) habe 1993 stattgefun- den und die periodische Kontrolle sei somit im Jahr 2013 wieder fällig ge- wesen (vgl. Anhang NIV Ziff. 2.5). Es bestehe kein Nachweis dafür, dass die zuständige Netzbetreiberin die L iegenschaft stromlos gemacht habe . Im Gegenteil habe die Netzbetreiberin mit E -Mail vom 13. Februar 2019 auf Anfrage bestätigt, dass der Zähler (…) bei der Beschwerdeführerin im- mer noch eingebaut und aktiv sei (vgl. Beilage 1 zur Vernehmlassung). 4.4 Gemäss den E-Mails der Netzbetreiberin vom 31. Juli 2019 und 13. Au- gust 2019 wurde seit der Umstellung der Netzbetreiberin auf das SAP Sys- tem am 1. April 2000 keine Unterbrechung der Stromzufuhr bei der Liegen- schaft (…) protokolliert resp. vorgenommen (vgl. Beilage 1 zu den Schluss- bemerkungen der Vorinstanz). Auch aus der Stromabrechnung vom 1. April 2010 bis 30. September 2010 ergibt sich, dass in jener Periode – in welcher der Zähler (…) demontiert und der Zähler (…) ersetzt wurde – Strom ge-A-1446/2019 Seite 10 flossen ist (vgl. Beilage 1 zu den Schlussbemerkungen der Beschwerde- führerin und Beilagen 2 und 3 zu den Schlussbemerkungen der Vor - instanz). Dass der Zähler (…) einmal ausgetauscht wurde und die elektri- schen Installationen verändert wurden, bedeutet nicht, dass die Stromzu- fuhr seitens der Netzbetreiberin unterbrochen wurde. Damit ist hinreichend erstellt, dass die elektrischen Installationen der Liegenschaft entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin weder im Jahr 2010 noch zum Zeit- punkt der Aufforderung zur Einreichung eines Sicherheitsnachweises sei- tens der Netzbetreiberin vom Netz getrennt waren. Der Gegenbeweis ob- läge der Beschwerd eführerin als derjenigen, die aus dem behaupteten Stromunterbruch Rechte ableitet (vgl. vorne E. 3.3.1). Mit den eingereich- ten Unterlagen wird ein solcher Beweis jedoch nicht erbracht. Die Beschwerdeführerin wäre folglich verpflichtet gewesen, einen Sicher- heitsnachweis zu erbringen, weil nur die vollständige Trennung vom Netz, nicht jedoch die zeitweise hausinterne Stromkappung, von dieser Pflicht entbindet. Aufgrund der vorangehenden Ausführungen ist nicht davon aus- zugehen, dass weitere Abklärungen zu einem anderen Ergebnis führen würden. Somit kann im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung auf eine Abklärung vor Ort und eine Befragung des Elektroingenieurs, wie von der Beschwerdeführerin zum Beweis anerboten, verzichtet werden. 4.5 Nach dem Gesagten steht die Beschwerdeführerin weiterhin in der Pflicht, den Sicherheitsnachweis zu erbringen (sofern sie dies in der Zwi- schenzeit nicht bereits getan hat), weshalb auch dem Eventualantrag nicht gefolgt werden kann. D ie Aussage, eine Übergabe der im Jahr 2010 ver- änderten elektrischen Installation durch den Elektroingenieur an sie habe aufgrund der anhaltenden Bautätigkeit bis heute nicht stattgefunden, wes- halb sie keinen Sicherheitsnachweis erbringen könne, ist bereits aufgrund des Zeitablaufs nicht stichhaltig. Das Ausstehen des Nachweises seit dem Jahr 2014 birgt Sicherheitsrisiken und es ist an der Beschwerdeführerin, für die Behebung des unrechtmässigen Zustands durch die ausstehende periodische Kontrolle zu sorgen. Die von der Vorins tanz angesetzte Frist ist inzwischen verstrichen. Es ist ihr deshalb eine neue Frist von zwei Mo- naten ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils anzusetzen, um der Netzbe- treiberin den geforderten Sicherheitsnachweis zuzustellen. 5. 5.1 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, die von der Vor - instanz erhobene Gebühr sei zu hoch und auf maximal Fr. 100.– zu redu-A-1446/2019 Seite 11 zieren. Bei einer Verfügung von zwei Seiten mit wenigen Angaben zur Sa- che und einigen Daten sei von einem Zeitaufwand von höchstens zehn Mi- nuten auszugehen. Zudem seien die Auslagen von Fr. 32.- nicht nachvoll- ziehbar. Es sei nicht belegt resp. nicht davon auszugehen, dass die Vor- instanz für den Erlass des Entscheides zusätzlichen Aufwand gehabt habe, zumal der Erlass einer Massenverfügung kein Aktenstudium erfordere. 5.2 Diesen Ausführungen hält die Vorinstanz entgegen, die erhobene Ge- bühr decke neben dem Aufwand für das Ausstellen der Verfügung das Stu- dium der von der Netzbetreiberin übermittelten Akten sowie der von der Eigentümerin eingereichten Unterlagen. Angesichts dessen sei die Gebühr von Fr. 700.– zuzüglich Auslagen von Fr. 32.– angemessen. 5.3 Art. 41 NIV verweist betreffend die Höhe der Gebühr auf Art. 9 und 10 der Verordnung vom 7. Dezember 1992 über das Eidgenössische Stark- strominspektorat (ESTI-Verordnung, SR 734.24). Danach betragen die Ge- bühren für den Erlass einer Verfügung höchstens Fr. 3'000.– und sind nach dem tatsächlich entstandenen Aufwand zu bemessen (Art. 9 Abs. 1 ESTI- Verordnung). Innerhalb des von der ESTI -Verordnung vorgegebenen Ge- bührenrahmens kommt der Vorinstanz ein erheblicher Ermessensspiel- raum zu (vgl. Urteil des BVGer A-1621/2019 vom 11. Februar 2019 E. 3.6). Die der Beschwerdeführerin auferlegte Gebühr von Fr. 700.– zuzüglich Fr. 32.– für Auslagen bewegt sich im unteren Bereich der vorgegebenen Bandbreite. Die Vorinstanz hatte bei der Bearbeitung der Angelegenheit einigen Aufwand zu betreiben. So waren das von der Netzbetreiberin über- wiesene Dossier und die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 29. Okto- ber 2018 zu studieren, eine Nachfrage bei der Netzbetreiberin vorzuneh- men und schliesslich eine anfechtbare Verfügung zu erlassen. In Anbe- tracht dessen erscheint eine Gebühr von insgesamt Fr. 732.– als angemes- sen (vgl. auch die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, die in ähnlich gelagerten Fällen eine Gebühr in derselb en Höhe konstant ge- schützt hat, siehe zuletzt etwa die Urteile A-7391/2018 vom 4. Juli 2019 E. 5.5, A-1475/2018 vom 1. Juli 2019 E. 6.3 und A-1621/2019 vom 11. Feb- ruar 2019 E. 3.6). 6. Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung – abgesehen von den geheilten formellen Mängeln (vgl. dazu sogleich E. 7) – als recht- mässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. A-1446/2019 Seite 12 7. 7.1 Die Kosten des vorliegenden Verfahrens werden in Anwendung von Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE; SR 173.320.2) auf Fr. 800.– festgesetzt. Grundsätzlich wären sie der Beschwerdeführerin als unterliegender Partei aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Bei Heilung von Gehörsverletzungen und unvollständiger Sachverhaltsfeststellung (vgl. vorne E. 3.2 und 3.3) sind die Verfahrenskosten von der unterliegen- den Partei hingegen nicht oder nur teilweise zu tragen (BVGE 2008/47 E. 3.4; WALDMANN/BICKEL, a.a.O., Art. 29 Rz. 123). Unter Berücksichtigung aller Umstände erweist es sich als angemessen, der Beschwerdeführerin die erwachsenen Kosten hälftig aufzuerlegen. Der Betrag von Fr. 400.– wird dem in Höhe von Fr. 800.– geleisteten Kostenvorschuss entnommen. Der Restbetrag (Fr. 400.–) ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten . Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführerin trotz der festgestellten Mängel des vorinstanzlichen Verfahrens keine Parteient- schädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 i.V.m. 7 VGKE), da sie recht- lich nicht vertreten ist und keine durch die Beschwerdeführung entstande- nen erheblichen Kost en hatte. Der Vorinstanz ist als Behörde praxisge- mäss ebenfalls keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE). A-1446/2019 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Beschwerdeführerin hat innerhalb von zwei Monaten ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils den Anordnungen der Vorinstanz gemäss Dispo- sitiv-Ziff. 1 der Verfügung vom 13. Februar 2019 nachzukommen. 3. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 8 00.– festgesetzt. Im Umfang von Fr. 400.– werden sie der Beschwerdeführerin auferlegt. Dieser Betrag wird dem einbezahlten Kostenvorschuss entnommen. Der Restbetrag von Fr. 400.– wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Jürg Steiger Simona Risi A-1446/2019 Seite 14 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist steht still vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 Abs. 1 Bst. c BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdefüh rende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: