<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, in einem Bericht darzulegen, wieweit betriebliche Sozialberatung heute bereits implementiert ist und mit welchen Massnahmen die Arbeitgeber darin unterstützt werden können, dieses für Mitarbeitende sehr hilfreiche Angebot zur Verfügung zu stellen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass Spannungen und Konflikte im Betriebsleben zu Gesundheitsstörungen führen können, die im Extremfall gravierende Konsequenzen haben. Im Umgang mit diesen Schwierigkeiten schützt das Arbeitsgesetz die persönliche Integrität und vor übermässiger psychischer Belastung der Arbeitnehmenden. Es lässt den Betrieben aber absichtlich offen, wie dieser Schutz gewährleistet wird. Die Präsenz von Beratungspersonen inner- oder ausserhalb des Betriebs, an die sich Arbeitnehmende wenden können, hat sich bewährt und wird deshalb als Präventionsmassnahme vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) empfohlen. Diese Personen benötigen eine entsprechende Ausbildung und sollen keine Linienfunktion ausüben, damit sie die erforderliche Vertraulichkeit gewährleisten können. Ausserdem setzt das Management mit der Bezeichnung einer zuständigen Person ein klares Signal, dass es psychosoziale Probleme ernst nimmt.</p><p>Im Jahr 2009 nahm die Schweiz an einer europäischen Betriebserhebung teil (Esener-Studie der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, EU-OSHA). Deren Ziel war es, die Präventionspraxis zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in Betrieben zu erfassen. Die Auswertung zeigt, dass 28 Prozent der schweizerischen Betriebsleitenden einen Prozess zur Konfliktlösung eingerichtet haben. 44 Prozent dieser Betriebe boten ihren Beschäftigten eine vertrauliche Beratung an. Im europäischen Vergleich sind diese Zahlen hoch. Die Studie lässt zudem erkennen, dass die Einrichtung von solchen Massnahmen stark mit der Betriebsgrösse zusammenhängt: 80 Prozent der Betriebe in der Schweiz mit über 500 Mitarbeitenden haben Anweisungen zum Umgang mit Mobbing und Belästigung erstellt.</p><p>Die EU-OSHA sieht vor, die Esener-Studie im Jahr 2014 zu wiederholen. Der Bundesrat ist der Meinung, dass gegebenenfalls eine weitere Beteiligung an dieser Erhebung sinnvoller wäre als eine spezifische Befragung zum Thema betriebliche Sozialberatung. So könnten auch andere Massnahmen erhoben werden, die ebenfalls wirkungsvoll sein können, um psychosoziale Risiken und Stress zu vermindern. Dank dem Vergleich mit der ersten Studie könnten die Situation und Entwicklung der Schweiz über die Zeit und im Vergleich mit anderen Ländern Europas beurteilt werden. </p><p>Zudem plant die Eidgenössische Arbeitsinspektion des Seco, ab 2014 im Vollzug einen besonderen Fokus auf psychosoziale Risiken zu legen. In diesem Rahmen werden für die kantonalen Arbeitsinspektorate entsprechende Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt, und es werden auch die diesbezüglichen Pflichten und mögliche Massnahmen der Arbeitgeber zur Sprache kommen. </p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.