Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Januar 2014 (725 13 236 / 25) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Die Einstellung der vorübergehenden Leistungen durc h den Unfallversicherer erweist sich als zulässig, wenn von einer Fortsetzung der ärzt lichen Behandlung des Versicher- ten keine namhafte Besserung seines unfallbedingt b eeinträchtigten Gesundheitszu- standes mehr erwartet werden kann / Prüfung des Ren tenanspruchs des Versicherten / Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf DAP-Zahlen Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves T hommen, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch N ikolaus Tamm, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1959 geborene A.____ war seit Mitte August 20 04 als Bodenleger bei der B.____ GmbH angestellt und in dieser Tätigkeit bei der Schwe izerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen un d Berufskrankheiten versichert. Am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Oktober 2009 liess A.____ der SUVA durch seine Arbe itgeberin einen Unfall melden. Laut den Angaben in der "Schadenmeldung UVG" war der Versicherte am 24. September 2009 beim Abräumen einer Baustelle ausgerutscht und hatte sich dabei das linke Knie verdreht. Anlässlich der ärztlichen Erstbehandlung vom 25. September 2009 diagnostizierte Dr. med. C.____, All- gemeine Medizin FMH, einen „komplexen Meniskusschaden medial links“ (vgl. das “Arztzeugnis UVG“ des genannten Arztes vom 17. Oktober 2009). Nachdem die SUVA nach Eingang der Unfallmeldung für die Heilungskosten aufgekommen war und Taggeldzahlungen entsprechend der ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit geleistet hatte, sp rach sie A.____ mit Verfügung vom 10. Januar 2013 für die verbleibenden Unfallfolgen m it Wirkung ab 1. Januar 2013 eine Invali- denrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 15 % sowie eine auf einer Integritätsein- busse von 10 % basierende Integritätsentschädigung zu. D aran hielt die SUVA auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 26. Juni 2013 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertre ten durch Advokat Nikolaus Tamm, am 28. August 2013 Beschwerde beim Kantonsgerich t, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Einspracheentscheid auf- zuheben und es sei festzustellen, dass der Endzustand noch nicht gegeben sei. Demnach sei die SUVA anzuweisen, Heilungskosten und Taggelder über den 1. Januar 2013 hinaus zu er- bringen bzw. nachzuzahlen. Eventualiter seien Rente un d Integritätsentschädigung, gegebe- nenfalls gestützt auf ein gerichtlich anzuordnendes Gutac hten, angemessen zu erhöhen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 11. November 2013 bean tragte die SUVA die Abweisung der Beschwerde. D. Am 28. Juli 2010 hatte sich A.____ unter Hinweis a uf die Unfallfolgen auch bei der Eid- genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistun gen angemeldet. In der Folge klärte die IV-Stelle Basel-Landschaft die gesundheitl ichen und die erwerblichen Verhältnisse des Versicherten ab, wobei sie ab 24. September 2010 (A blauf des Wartejahres) einen Invalidi- tätsgrad von 100 % und ab 22. August 2012 einen solche n von 24 % ermittelte. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach Durchf ührung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 11. Juni 2013 für den Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis 30. November 2012 eine befristete ganze Rente zu. Gleichzeitig lehnte sie einen weiteren Rentenanspruch ab 1. Dezember 2012 ab. Gegen diese Verfügung erhob A.____ Beschwerde beim Kantonsgericht. Die betreffende Beschwerde (Verfahren Nr. 720 13 245 ) gelangt ebenfalls anlässlich der heuti- gen Sitzung des Kantonsgerichts zur Beurteilung, wobei in dieser invalidenversicherungsrechtli- chen Angelegenheit ein separater Entscheid ergehen wird. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ve rsicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in D.____, weshalb die ör tliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge- recht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 28. August 2013 ist demnach einzutreten. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod de r versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Inva lidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rente nanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Be sserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und a llfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem R entenbeginn fallen die Heilbe- handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung d er körperlichen, geistigen oder psychi- schen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Ans pruch auf eine angemessene Integri- tätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente f estgesetzt oder, falls kein Rentenan- spruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva- lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ei n adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne de s natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahu ng des natürlichen Kausalzusam- menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allein ige oder unmittelbare Ursache gesund- heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende E reignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität de r versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werde n kann, ohne dass auch die eingetre- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem ein getretenen Schaden ist nach der Rechtsprechung dann zu bejahen, wenn das Ereignis n ach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). 3.1 Mit Verfügung vom 10. Januar 2013, welche sie mi t dem angefochtenen Einspracheent- scheid vom 26. Juni 2013 bestätigt hat, sprach die Beschw erdegegnerin dem Versicherten für die verbleibenden Beeinträchtigungen aus dem Unfall ereignis vom 24. September 2009 mit Wirkung ab 1. Januar 2013 eine auf einer Erwerbsunfä higkeit von 15 % basierende Invaliden- rente und eine auf einer Integritätseinbusse von 10 % beruhende Integritätsentschädigung zu. In seiner Beschwerde vom 28. August 2013 beantragt der Versicherte in seinem Hauptbegeh- ren die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentschei des und die Weiterausrichtung von Heilkosten und Taggeldern über den 1. Januar 2013 hina us. Zur Begründung macht er im We- sentlichen geltend, dass in medizinischer Hinsicht der “E ndzustand“ am 1. Januar 2013 noch nicht erreicht gewesen sei und die SUVA den Fall somit verfrüht abgeschlossen habe. 3.2 Im Entscheid 134 V 109 ff. hat sich das Bundesgericht einlässlich mit der Thematik be- fasst, in welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen und - ge gebenen- falls - den Anspruch auf eine Invalidenrente und eine I ntegritätsentschädigung zu prüfen habe (BGE 134 V 113 E. 3.2). Dies habe, so das Bundesgericht , gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG in dem Zeitpunkt zu geschehen, in welchem von der Fortsetzu ng der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden könne und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Inval idenversicherung abgeschlossen sei- en (BGE 134 V 113 ff. E. 4). Was unter einer namhaft en Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen sei, umschreibe das Gesetz nicht näher. Mit Bl ick darauf, dass die soziale Unfall- versicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet sei (vgl. etwa Art. 1a und Art. 4 UVG), werde sich dies namentlich nac h Massgabe der zu erwartenden Stei- gerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, so weit unfallbedingt beeinträchtigt, be- stimmen. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber verdeutliche dabei, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Be sserung ins Gewicht fallen müsse. Unbedeutende Verbesserungen genügten nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3 mit Hinweisen). 3.3 Bei der Beurteilung der Frage, ob von der Forstse tzung der ärztlichen Behandlung noch ein namhafte Besserung des unfallbedingt beeinträchtig ten Gesundheitszustandes erwartet werden kann, ist die rechtsanwendende Behörde - wie auch zur Abklärung anderweitiger medi- zinischer Sachverhalte - regelmässig auf Unterlagen angew iesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterla gen nach dem für den Sozialversiche- rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an fö rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.1 Der Beschwerdeführer beruft sich zur Begründung seine s Standpunktes, wonach im Zeitpunkt der Einstellung der vorübergehenden Leistu ngen noch Behandlungs- und Abklä- rungsbedarf gegeben und der “Endzustand“ demnach noch nicht erreicht gewesen sei, auf ei- nen Bericht von PD Dr. med. E.____, Leitender Arzt Ne urologie, Spital F.____, vom 23. August 2012. Darin wirft dieser die Frage auf, ob die vorhandene Atrophie „zumindest teilweise auf eine (deutlich schmerzbedingte?) Inaktivitätsatrophie zurückzufü hren sein könnte?“ Aufgrund der myographisch erhaltenen Restaktivität sollte jedoch, so PD Dr. E.____ weiter, grundsätzlich eine Regeneration und Erholung stattfinden können. E r empfehle daher eine intensivere regel- mässige Physiotherapie. 4.2 Aus diesen Ausführungen von PD Dr. E.____ im Beri cht vom 23. August 2012 kann der Beschwerdeführer im vorliegenden Zusammenhang nichts zu s einen Gunsten ableiten. Die SUVA weist in ihrer Vernehmlassung vom 11. November 201 3 zu Recht darauf hin, dass PD Dr. E.____ selber in seinem elektrophysiologischen Befun dbericht vom 21. August 2012 den von ihm erhobenen positiven Befund als „relativ diskret“, d.h. von untergeordneter Bedeutung qualifiziert hat. Aus diesem Grund hat er denn auch - d arin ist der SUVA ebenfalls beizupflich- ten - klar festgehalten, dass beim Versicherten eine (schm erzbedingte?) Inaktivitätsatrophie im Vordergrund stehe. Sodann weist auch der behandelnde Arzt Dr. med. G.____, Oberarzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie d es Bewegungsapparates, Spital F.____, in seinem Bericht vom 13. September 2012 darauf hin, dass der neurologische Abklärungsbe- richt von PD Dr. E.____ vom 23. August 2012 keine neuen Erkenntnisse gebracht habe. Am ehesten handle es sich daher auch seines Erachtens um ein e vermutlich schmerzbedingte In- aktivitätsatrophie. Hält man sich diese fachärztlichen Einsch ätzungen vor Augen, so ist die SUVA zu Recht davon ausgegangen, dass im Zeitpunkt der str ittigen Einstellung der vorüber- gehenden Leistungen von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung des Versicherten keine namhafte Besserung seines unfallbedingt beeinträchtigte n Gesundheitszustandes mehr erwar- tet werden konnte. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann auch aus dem Umstand, dass PD Dr. E.____ im August 2012 noch eine intensivere reg elmässige Physiotherapie empfohlen hatte, nicht etwa eine weitere, über den 31. Dezembe r 2012 hinaus andauernde Leistungs- pflicht der Beschwerdegegnerin abgeleitet werden. Eine solche wäre - wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor) - höchstens dann zu bejahen, wenn von der Fortsetzung einer regelmässigen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Behandlung eine weitere namhafte Steigerung oder Wi ederherstellung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten hätte erwartet werden können. Eine solche w ar jedoch, wie die SUVA in ihre Ver- nehmlassung vom 11. November 2013 zutreffend geltend m acht, im Zeitpunkt der strittigen Leistungseinstellung aufgrund der (auch) in diesem Pun kt übereinstimmenden medizinischen Aktenlage klarerweise nicht mehr erforderlich. So sind si ch sowohl der Kreisarzt Dr. med. H.____, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie de s Bewegungsapparates FMH, als auch der behandelnde Arzt Dr. G.____ darin einig, dass beim Versicherten im fraglichen Zeitpunkt im angestammten Beruf als Bodenleger zwar eine dauernde, vollständige Arbeitsunfähigkeit, in einer leidensangepassten Tätigkeit jedoch (wieder) ein e volle Arbeitsfähigkeit bestanden hat (vgl. im Einzelnen dazu auch die nachfolgende E. 5.3). 4.3 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die Be schwerdegegnerin berechtigt war, die für die Folgen des Unfallereignisses vom 24. September 2009 erbrachten vorüberge- henden Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder) per 31. Dezember 2012 einzustellen. 5. Mit dem in Bezug auf die vorübergehenden Leistunge n erfolgten Fallabschluss stellt sich die weitere Frage, ob ein Anspruch der versicherten Per son auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung besteht (vgl. die in BGE 137 V 199 ff. nicht publizierte E. 3 des Urteils F. vom 1. Juni 2011, 8C_100/2011, und BGE 134 V 113 E. 3.2 in fine). 5.1 Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 2.1 hiervor) hat die versicherte Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu m indestens 10 Prozent invalid ist (Art. 18 Abs. 1 UVG). Bei der Beurteilung des Rentenanspruchs ist jeweils als erstes zu prüfen, in wel- chem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der Legaldefini- tion von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch e ine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teil weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutba- re Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - wiederum (vgl. E. 3.3 hiervor) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Hinsichtlich der Frage, wie solche ärztliche Stellungnahm en zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der versicherten Person beweisrechtlic h zu würdigen sind, kann grundsätzlich auf das oben Gesagte (vgl. E. 3.3 hiervor) verwiesen we rden. Zu ergänzen bleibt immerhin, dass es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Gru ndsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte For men medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustelle n (vgl. die ausführliche Zusammenstel- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit za hlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Be- richte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen de r Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträge r alleine nicht schon auf mangeln- de Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 12 5 V 353 E. 3b/ee). Diesen Berichten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge- holten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie ei nem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zwei fel an der Richtigkeit ihrer Schluss- folgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 5.3 Die SUVA stützte sich in ihrer Rentenverfügung bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die Zumutbarkeitsbeurteilung ihres Kreisarztes Dr. H.____ vom 22. August 2012. Darin hält dieser fest, zumutbar seien dem Versicherten in Berücksichti gung der verbleibenden Unfallfol- gen im linken Knie ganztags vor allem sitzende Tätigkeite n mit kurzen stehenden und gehen- den Intervallen ebenerdig. Von Treppensteigen, Knien, Kauern, von mittelschweren und schwe- ren beinbetonten Arbeiten sowie von Tätigkeiten in u nebenem Gelände müsse hingegen abge- sehen werden. Diese kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung ist nicht zu beanstanden. Entge- gen der Auffassung des Beschwerdeführers sind vorliegend keine Anhaltspunkte ersichtlich, die geeignet wären, auch nur geringe Zweifel an der Richt igkeit der kreisärztlichen Beurteilung zu erwecken. Es verhält sich vielmehr so, dass auch der behandel nde Arzt Dr. G.____ in seiner Stellungnahme vom 13. September 2012 festhält, er kön ne sich der kreisärztlichen Zumutbar- keitsbeurteilung von Dr. H.____ „nur anschliessen“. Im a ngestammten Beruf des Versicherten als Bodenleger bestehe, so Dr. G.____ weiter, mit Sich erheit eine vollständige Arbeitsunfähig- keit. Zumutbar wären ihm jedoch ganztags vor allem sitzende Tätigkeiten mit kurzen stehenden und gehenden Intervallen ebenerdig. Treppensteigen, Knien und Kauern, mittelschwere und schwere beinbetonte Arbeiten sowie von Tätigkeiten in unebenem Gelände könnten nicht durchgeführt werden. 5.4 Somit kann im Sinne eines Zwischenergebnisses festgeha lten werden, dass die SUVA ihrem Rentenentscheid zu Recht die Zumutbarkeitsbeurte ilung von Dr. H.____ vom 22. August 2012, welcher sich auch der behandelnde Arzt Dr. G.__ __ am 13. September 2012 ausdrück- lich und vollumfänglich angeschlossen hat, zu Grunde gelegt hat. 6.1 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Inval iditätsgrades das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat i n der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffe rnmässig möglichst genau ermit- telt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der In- validitätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Bei der Bemessung des hypothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Vali- deneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Perso n nach dem Beweisgrad der über- wiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächli ch verdienen würde. Die Einkom- mensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheit sschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des damaligen Eidgenössischen Versicherungsger ichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 26. Novem ber 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend ist ohne Weiteres da von auszugehen, dass der Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen nach wie vor sei ner Tätigkeit als Bodenleger bei der B.____ GmbH nachgehen würde. Gestützt auf die Angaben der Arbeitgeberin hat die Be- schwerdegegnerin für den Versicherten ein massgebendes Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 63'880.-- ermittelt. Dieser Betrag ist nicht zu b eanstanden, er wird denn auch - zu Recht - vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt. 6.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in we lcher die versicherte Person konkret steht. Geht diese nach Eintritt des Gesundheitsschadens kei ner oder jedenfalls keiner ihr zu- mutbaren Erwerbstätigkeit mehr nach, ist im Einkommensve rgleich von einem hypothetischen Invalideneinkommen auszugehen. Um dieses zu ermitteln, kö nnen nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die sogenannten DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Ausgehend von der massgebenden kreisärztlichen Zumut- barkeitsbeurteilung (vgl. E. 5.2 hiervor) hat die Beschwe rdegegnerin das Invalideneinkommen vorliegend gestützt auf DAP-Lohnangaben bemessen und dab ei ein Invalideneinkommen des Versicherten von Fr. 54‘474.-- ermittelt. Das von der SU VA gewählte Vorgehen wird vom Be- schwerdeführer zu Recht nicht in Frage gestellt. Ebenso wenig beanstandet er die einzelnen, von der SUVA verwendeten DAP-Blätter bzw. die darin enthaltenen Arbeitsplatzbeschreibungen und Lohnangaben, auf denen dieses Ergebnis basiert. De r Versicherte verlangt in seiner Be- schwerde einzig, dass ihm auf dem auf diese Weise ermitte lten Invalideneinkommen ein lei- densbedingter Abzug von 25 % zu gewähren sei. Diesem Be gehren kann jedoch nicht entspro- chen werden. Die SUVA weist in ihrer Vernehmlassung zu R echt darauf hin, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Rahmen des DAP-System s, wo aufgrund der ärztli- chen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbesch reibungen konkrete Verweistätig- keiten ermittelt werden, (leidensbedingte) Abzüge nich t sachgerecht und daher nicht zulässig sind (BGE 129 V 472 ff.). Zum einen werde, so das Bund esgericht im genannten Entscheid, spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bereits bei der Auswahl der zumutba- ren DAP-Profile Rechnung getragen. Zum andern sei bez üglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Di enstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen könnten, dara uf hinzuweisen, dass auf den DAP- Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben seien, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rücksicht genom- men werden könne (BGE 129 V 482 E. 4.2.3). Kommt nach dem Gesagten ein leidensbedingter Abzug bei einem gestützt auf DAP-Profile ermittelte n Invalideneinkommen nicht in Frage, so ist Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit der SUVA vorliegend von einem massgebenden Invalid eneinkommen des Versicherten in der Höhe von Fr. 54‘474.-- auszugehen. 6.4 Setzt man im Einkommensvergleich dieses Invalidenein kommen von Fr. 54‘474.-- dem oben erwähnten Valideneinkommen von Fr. 63'880.-- ge genüber, so resultiert daraus eine Er- werbseinbusse von Fr. 9‘406.--, was einen Invaliditätsgr ad des Versicherten von 14,72 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 15 % ergibt. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer deshalb zu Recht mit Wirkung ab 1. Januar 2013 eine auf einem Invaliditäts- grad von 15 % basierende Invalidenrente zugesprochen. Der angefochtene Einspracheent- scheid vom 26. Juni 2013 ist (auch) in diesem Punkt nicht zu beanstanden. 7. Bezüglich des Anspruchs auf eine Integritätsentschädi gung ist festzuhalten, dass die SUVA dem Versicherten für die unfallbedingte dauernd e und erhebliche Beeinträchtigung sei- ner Integrität eine auf einer Integritätseinbusse von 10 % basierende Entschädigung zugespro- chen hat. Sie stützte sich dabei auf die kreisärztliche Beg ründung des Integritätsschadens vom 29. November 2012. In seiner Beschwerde beantragt der Versicherte, diese Entschädigung sei „angemessen“ zu erhöhen. Er unterlässt es aber vollständ ig, Gründe anzuführen, weshalb und inwieweit die kreisärztliche Beurteilung des Integrität sschadens unzutreffend sein sollte. Den Akten lassen sich ebenfalls keine Anhaltspunkte entnehmen , die gegen die Richtigkeit der vorinstanzlichen Beurteilung der Integritätseinbusse sprechen würden, sodass keine Gründe für eine „angemessene“ Erhöhung der dem Beschwerdeführer zustehenden Integritätsentschädi- gung ersichtlich sind. Der angefochtene Einspracheentschei d erweist sich demnach auch als rechtens, soweit dem Versicherten darin eine auf einer Integritätseinbusse von 10 % basieren- de Integritätsentschädigung zugesprochen wird. 8. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass der angefochtene Einspracheent- scheid vom 26. Juni 2013 nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor de m kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegend e Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht http://www.bl.ch/kantonsgericht