Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. Januar 2017 (720 16 322 / 02) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die vorhandene Aktenlage lässt keine abschliessende Beurteilung des Gesuchs des Ver- sicherten um Rentenerhöhung zu / Rückweisung der Angelegenheit an die IV-Stelle zur Einholung eines Verlaufsgutachtens bei den Fachärzten, die das ursprüngliche Gutach- ten erstellt haben Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrich- ter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Katrin Plattner, Behinder- tenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1978 geborene, als Software-Entwickler erwer bstätige A.____ hatte sich am 28. Juni 2010 unter Hinweis auf ein „häufiges und s tarkes Auftreten von Migräne mit Aura“ bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet, wobei er um Gewährung beruflicher Massnahmen ersuchte. Nach Vornahme der erforderlichen Abklä- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungen wies die IV-Stelle Basel-Landschaft das Begehren mit Verfügung vom 19. Januar 2011 ab. Am 29. September 2012 meldete sich A.____ unter H inweis auf starke und häufige Migrä- neattacken erneut bei der IV zum Leistungsbezug an. Nachd em sie die aktuellen gesundheitli- chen und erwerblichen Verhältnisse abgeklärt hatte, sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 11. November 2013 gestützt auf einen Invaliditätsgra d von 52 % rückwirkend ab 1. April 2013 eine halbe Rente zu. Mit Schreiben vom 23. April 2014 und 23. Juli 2014, denen er ver- schiedene aktuelle Arztberichte beilegte, orientierte de r Versicherte die IV-Stelle über eine Ver- schlechterung seines Gesundheitszustandes. Die IV-Stelle n ahm in der Folge neue medizini- sche Abklärungen vor, wobei sie beim Versicherten ab 1. M ärz 2014 einen Invaliditätsgrad von 100 % und ab 1. November 2014 einen solchen von 54 % ermittelte. Gestützt auf diese Ergeb- nisse sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügungen vom 7. April 2015 und 6. Mai 2015 für den Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis 31. Januar 2015 eine befristete ganze Rente zu. Gleichzeitig hielt sie fest, dass ab 1. Februar 2015 wieder Anspruch auf d ie bis anhin ausgerichtete halbe Rente bestehe. Am 21. April 2016 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle unter Hinweis, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe, erneut um Erhöhun g der laufenden halben Rente. Gestützt auf die in der Folge vorgenommenen medizinische n Abklärungen ermittelte die IV- Stelle wiederum einen Invaliditätsgrad des Versicherte n von 54 %. Sie lehnte deshalb das Re- visionsgesuch nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 23. August 2016 ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch lic. iur. Kathrin Plattner, Rechtsdienst des Behindertenforums, am 22. September 20 16 Beschwerde beim Kantonsge- richt, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 1. April 2016 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei zur Klärung des medizinisch en Sachverhalts seitens des Kan- tonsgerichts ein psychiatrisches Obergutachten einzuholen. Sodann seien Prof. Dr. med. Dipl.- Psych. B.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie , und Frau Dr. phil. C.____, Fach- psychologin für Psychotherapie FSP, die Kosten für die Er stellung der ärztlichen Berichte vom 23. Juni 2016 und 12. September 2016 zu vergüten. Zu diesem Zwecke sei den Genannten die Möglichkeit zur Einreichung einer Honorarrechnung einzuräumen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 31. Oktober 2016 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Zudem legte sie ihren Ausführungen ei ne Beurteilung von Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 1. Oktober 2016 bei. D. Am 7. November 2016 räumte das Kantonsgericht der R echtsvertreterin des Be- schwerdeführers Gelegenheit ein, nebst ihrer eigenen Ko stennote die Honorarrechnungen von Prof. Dr. B.____ und von Frau Dr. C.____ für die von ihnen erstatteten Berichte einzureichen. In der Folge beschränkte sich die Rechtsvertreterin auf die E inreichung ihrer eigenen Honorar- rechnung. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 22. September 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5. Streitig und zu prüfen ist, ob es die IV-Stelle zu Recht abgelehnt hat, die laufende hal- be Rente des Versicherten per 1. April 2016 auf eine ganze Rente zu erhöhen. 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 5.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Ur teil J. des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhalts in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu bea chten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den - den medizinische n Gutachten zu entnehmenden - Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstel lten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisth ema - erhebliche Änderung(en) Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrach tet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren- tenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 2 32 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teile J. des Schweizerischen Bundesgerichts vom 29. August 2 011, 9C_418/2010, E. 4.2, und A. vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 5.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E . 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 11. November 2013 eine halbe Rente zu. Gestützt auf ein Revisionsbegehren des Versicherten erhöhte die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. April 2015 die halbe Rente für den Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis 31. Januar 2015 befristet auf eine ganze Rente. Gleichzeitig hielt sie fest, dass ab 1. Februar 2015 wieder Anspruch auf eine halbe Ren- te bestehe. Im April 2016 ersuchte der Versicherte mit dem Hinweis, dass sich sein Gesund- heitszustand verschlechtert habe, erneut um Erhöhung der laufenden Rente. Gestützt auf die in der Folge vorgenommenen medizinischen Abklärungen lehnt e die IV-Stelle dieses Gesuch mit Verfügung vom 23. August 2016 ab. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine r evisionsweise Erhöhung der bis anhin ausgerichteten halben Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, auf einer einlässlichen materiellen Prüfun g des Rentenanspruchs beruhenden Ver- fügung vom 7. April 2015 bestanden hat, mit demjenige n im Zeitpunkt der vorliegend angefoch- tenen Verfügung vom 23. August 2016. 6. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundh eitszustand und - damit einher- gehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versichert en tatsächlich, wie von diesem geltend gemacht, seit der letzten Rentenverfügung vom 7. Apri l 2015 in einer anspruchserheblichen Weise verschlechtert haben. 6.1 Beim Erlass ihrer Verfügung vom 7. April 2015, in welcher sie die laufende halbe Rente des Versicherten für den Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis 31. Januar 2015 befristet auf eine ganze Rente erhöht und gleichzeitig festgehalten hatte, dass ab 1. Februar 2015 wieder Anspruch auf die bisherige halbe Rente bestehe, stützte sich die IV-S telle bei der Beurteilung des medizini- schen Sachverhalts auf das von ihr eingeholte bidisziplinär e (neurologische/psychiatrische) Gutachten der Dres. med. E.____, Neurologie FMH, und F.____, Psychiatrie und Psychothera- pie FMH, vom 12. Juni 2013 sowie auf die Berichte von Dr. med. G.____, Kaderärztin Onkolo- gie des Spitals H.____, vom 22. Oktober 2014 und des RA D-Arztes Dr. D.____ vom 6. Januar 2015. In ihrem Gutachten hatten die Dres. E.____ und F.____ folgende Diagnosen mit Auswir- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht kungen auf die Arbeitsfähigkeit erhoben: Aus neurolog ischer Sicht eine Migräne mit und ohne Aura sowie aus psychiatrischer Sicht eine rezidivierende le ichte depressive Episode (ICD-10 F33.1), eine Persönlichkeitsstörung vom schizoiden, selbstunsicheren, aggressionsgehemmten, vermeidenden Typ (ICD-10 F61.0) und einen Cannabis-Ab usus (ICD-10 F12.2). Gesamtmedi- zinisch gingen die beiden Fachärzte von einer 50 %-igen Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit aus. Die behandelnde Onkologin Dr. G.____ berichtete am 22. Oktober 2014, dass beim Versicherten im Juni 2014 ein Hodgkin Lymphom im Stadium IV B diagnostiziert worden sei. Nach Behandlung mit vier Zyklen einer Pol ychemotherapie zeige sich nunmehr eine komplette Remission, sodass die Therapie abgeschlossen sei. Beim Patienten liege aktuell ein guter Allgemein- und schlanker Ernährungszustand vo r, B-Symptomatik, Infekt- und Blu- tungsneigung sowie Schmerzen seien nicht eruierbar. Der Versicherte habe eine nahezu kom- plette hämatologische Rekonstruktion, sodass keine weite re Infektprophylaxe erforderlich sei. Der RAD-Arzt Dr. D.____ schliesslich hielt in seiner Beur teilung vom 6. Januar 2015 fest, die vollständige Remission des Hodgkin Lymphoms und die fehlen den B-Symptome zeigten, dass es beim Versicherten im Laufe des Jahres 2014 zu einer vor übergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes während des akuten Hodgkin Lympho ms gekommen sei. Nach dessen Remission sei beim Versicherten nun wiederum von der gutachterlich attestierten 50 %- igen Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen. 6.2 Im Rahmen des aktuellen Revisionsverfahrens reichte de r Versicherte der IV-Stelle Berichte des behandelnden Arztes Prof. Dr. B.____ und d er behandelnden Psychologin Dr. C.____ vom 19. April 2016 und 23. Juni 2016 ein. Im erstgenannten Schreiben wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine ch ronische invalidisierende Migräne seit 1989, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärt ig leichtgradig, eine Schmerzstörung in Verbindung mit sowohl psychischen Faktoren wie einem medizinischen Faktor seit 1989, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidend en und zwanghaften Anteilen, Probleme bei sexuellem Missbrauch durch eine Person ausser halb der engeren Familie und sonstige, näher bezeichnete negative Kindheitserlebnisse g enannt. Als Software- Programmierer habe von August bis September 2015 eine 65 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestan- den, seit Oktober 2015 belaufe sich diese auf 80 %. Der Versicherte sei nur für Tätigkeiten in einem ruhigen, wohlwollenden Umfeld und frei eintei lbarer Arbeitszeit arbeitsfähig. In ihrem zweiten Bericht vom 23. Juni 2016 wiesen Prof. Dr. B.____ und Dr. C.____ darauf hin, dass die Verschlechterung des Gesundheitszustandes ihres Patienten ni cht in einem Hinzukommen von neuen Diagnosen bestehe, sondern vielmehr in der sich zun ehmend negativ auswirkenden Wechselwirkung zwischen der Persönlichkeitsstörung und der so matoformen Störung. Dadurch verschlechtere sich die Persönlichkeitsstörung insofern, als es zu einer vermehrten und langan- haltenderen Aktivierung der zwanghaften und ängstlich-ve rmeidenden Muster komme, welche sich im Handeln, Denken, Fühlen und der Wahrnehmung de s Patienten erkennen liessen. Auf- grund der Traumatisierung (sexueller Missbrauch in der Ki ndheit) löse das Schwächegefühl der Migräne zusätzlich starke Angst aus. Berücksichtige man die P hasen, in denen es dem Patien- ten besser gegangen sei, werde ersichtlich, dass dieser während des stationären Aufenthalts in der Klinik I.____ und während der Krebserkrankung eine deutliche Verbesserung der Migräne erlebt habe. Grund dafür sei die Entlastung in der Kr ankenrolle (als Patient in der Psychiatrie und als Patient in der Chemotherapie), da diesfalls die auslösende Situation, nämlich der Druck Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht von aussen und damit die Aktivierung der Muster der Persönlichkeitsstörung, wegfallen würden. Gesamthaft lasse sich die Arbeitsfähigkeit allerhöchstens au f 20 % einschätzen, weil sich die komplexe psychische Störung massiv auf die Belastbarkeit des P atienten auswirke und in der Folge zu starken Leistungseinbussen führe. Eine solche A rbeitsfähigkeit sei jedoch nur für Tä- tigkeiten in einem ruhigen, wohlwollenden Umfeld und frei einteilbarer Arbeitszeit gegeben. 6.3 Die IV-Stelle unterbreitete die erwähnten Berich te von Prof. Dr. B.____ und Dr. C.____ jeweils Dr. D.____ zur Stellungnahme. In seinen Beur teilungen vom 25. April 2016 und 1. Juli 2016 gelangte der RAD-Arzt zusammenfassend zum Ergebnis, dass sich in diesen neuen me- dizinischen Unterlagen keine Hinweise für eine seit dem letzten Revisionsverfahren eingetrete- ne massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder der Arbeitsfähigkeit des Versicherten finden liessen. Die von Prof. Dr. B.____ und Dr. C.____ vorgebrachten Argumente seien im bidisziplinären Gutachten der Dres. E.____ und F.____ bereits berücksichtigt worden. Insbesondere seien die Wechselwirkungen zwischen den chronischen Schmerzen, der Depres- sion und der Persönlichkeitsstörung ausführlich diskutiert w orden und die entsprechenden Er- kenntnisse seien in die Beurteilung der gesamtmedizinischen Arbeitsfähigkeit eingeflossen. 6.4 In der Folge stützte sich die IV-Stelle in der vo rliegend angefochtenen Verfügung vom 23. August 2016 bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts auf das bidiszip- linäre Gutachten der Dres. E.____ und F.____ vom 12. Juni 2013 (vgl. dazu E. 6.1 hiervor) so- wie auf die erwähnten aktuellen Beurteilungen des RAD -Arztes Dr. D.____ vom 25. April 2016 und 1. Juli 2016. Sie ging demzufolge davon aus, dass si ch der Gesundheitszustand des Versi- cherten seit Erlass der letzten Rentenverfügung vom 7. A pril 2015 nicht verschlechtert habe, und dass ihm aus medizinisch-theoretischer Sicht die Aus übung einer leichten angepassten Tätigkeit im Umfang von 50 % nach wie vor zumutbar sei. 6.5 Dieser vorinstanzlichen Beweiswürdigung kann nicht bei gepflichtet werden. Insbeson- dere kann - entgegen der Sichtweise der IV-Stelle - im Rahmen des vorliegenden Revisionsver- fahrens bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts nicht mehr auf das Gut- achten der Dres. E.____ und F.____ vom 12. Juni 2013 a bgestellt werden. Dieses war im Ver- fügungszeitpunkt (23. August 2016) etwas mehr als dre i Jahre und zwei Monate alt und es ist deshalb fraglich, ob die damalige gutachterliche Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit tatsächlich (noch) der aktuellen Situation des Versicherten entspricht. In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass die Dres. E.____ un d F.____ selber am Schluss ihres Gutachtens explizit festgehalten haben, dass der Explorand „in zwei Jahren noch einmal begut- achtet werden sollte, um den Verlauf zu beurteilen.“ Die Gutachter waren sich somit durchaus bewusst, dass es sich bei ihrer Expertise um eine Beurteilun g der damals aktuellen Situation handelte und dass sich diese - aus damaliger Optik - in ab sehbarer Zeit verändern könnte. Die Berichte von Prof. Dr. B.____ und Dr. E.____ enthalte n denn auch Anhaltspunkte, dass es zwi- schenzeitlich tatsächlich zu einer Verschlechterung des ma ssgeblichen medizinischen Sach- verhalts gekommen sein könnte. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang insbesondere die geschilderten Wechselwirkungen zwischen den vorhandenen B eeinträchtigungen, die sich zu- nehmend negativ auf den Gesundheitszustand und die Arb eitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken würden. Die entsprechenden Ausführungen des behandelnden Arztes und der be- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht handelnden Psychologin sind jedenfalls geeignet, Zweife l an den Ergebnissen der vorinstanzli- chen Beweiswürdigung zu erwecken. Unter diesen Umstände n ist aber eine abschliessende Beurteilung der Beschwerde gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich. Die Angelegenheit bedarf insoweit zusätzlicher Abklärun gen. Da die Dres. E.____ und F.____ den Versicherten bereits gutachterlich abgeklärt haben un d vorliegend hauptsächlich die Frage zu beurteilen ist, ob und gegebenenfalls wie sich der Ge sundheitszustand und die Arbeitsfähig- keit des Versicherten seit der damaligen Exploration ver ändert haben, erscheint es angezeigt, die erforderlichen zusätzlichen Abklärungen im Rahmen ei nes Verlaufsgutachtens durch die genannten Fachärzte Dres. E.____ und F.____ vornehmen zu lassen. Für diese Lösung spricht auch, dass die Ergebnisse des ursprünglichen Gutachtens de r Dres. E.____ und F.____ vom 12. Juni 2013 damals sowohl vom Versicherten als auch von der IV-Stelle akzeptiert worden waren, so dass auch heute keine der Verfahrensparteien Vorbehalte gegen eine erneute Be- gutachtung durch die beiden Experten haben dürfte. 6.6 Die IV-Stelle muss sich entgegen halten lassen, dass e s in Anbetracht des damaligen “Vorbehalts“ der Gutachter, wonach der Explorand in zw ei Jahren noch einmal begutachtet werden sollte, um den Verlauf zu beurteilen, und der diversen Schilderungen des aktuellen Ge- sundheitszustandes des Versicherten durch Prof. Dr. B.____ und Dr. E.____ angezeigt gewe- sen wäre, bereits im Rahmen des Verwaltungsverfahrens vo r Verfügungserlass ein solches Verlaufsgutachten in Auftrag zu geben. Da sie dies unterlassen hat, ist die erforderliche aktuelle Begutachtung nicht durch das Kantonsgericht im Rahmen ei nes Gerichtsgutachtens nachzuho- len, die Angelegenheit ist vielmehr an die IV-Stelle zurückzuweisen mit der Aufforderung, ein entsprechendes Verlaufsgutachten bei den Dres. E.____ und F.____ in Auftrag zu geben. 7. Aus dem Gesagten folgt als Ergebnis, dass die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle vom 23. August 2016 aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der vorstehenden Erwägung und zum Erlass einer neuen Verfügu ng an die IV-Stelle zurückzuwei- sen ist. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdever fahrens zu befinden. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit z um weiteren Vorgehen im Sinne der Er- wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessua- ler Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständ ig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verf ahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Ve rfahrenskosten erhoben werden. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Re chtsvertreterin des Beschwerdefüh- rers hat in ihrer Honorarnote vom 11. November 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 12 Stunden und 55 Minuten ausgewiesen, was sich in Anbetracht der sich stellen- den Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem von der Rechtsvertreterin geltend gemachten Stundenansa tz von Fr. 200.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 60.--. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parte ientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘643.35 (12 Stunden und 55 Minuten à Fr. 200.- - + Auslagen von Fr. 60.--) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 8.4 Nach der Rechtsprechung können der obsiegenden Besch werde führenden Partei un- ter dem Titel der Parteientschädigung auch die Koste n eines privat eingeholten Gutachtens vergütet werden, soweit die Parteiexpertise für die Ent scheidfindung unerlässlich war (BGE 115 V 63 E. 5c; Urteil B. des Bundesgerichts vom 24. Apr il 2007, I 1008/06, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz ist für das Verwaltungsverfahr en ausdrücklich in Art. 45 Abs. 1 ATSG festgehalten (U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015 , Art. 45 Rz. 18). Der Versicherte hat denn auch in seine r Beschwerde beantragt, es seien Prof. Dr. B.____ und Frau Dr. C.____ die Kosten für die E rstellung der ärztlichen Berichte vom 23. Juni 2016 und 12. September 2016 zu vergüten. Das Kantonsgericht hat deshalb der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers am 7. November 201 6 Gelegenheit gegeben, nebst ihrer eigenen Kostennote entsprechende Honorarrechnu ngen von Prof. Dr. B.____ und von Frau Dr. C.____ einzureichen. In der Folge hat die Re chtsvertreterin jedoch lediglich ihre eige- ne Kostennote zu den Akten gegeben und gleichzeitig d avon abgesehen, dem Gericht auch Honorarrechnungen von Prof. Dr. B.____ und von Frau D r. C.____ zu unterbreiten. Es ist des- halb davon auszugehen, dass der Versicherte an seinem urs prünglichen Antrag, wonach Prof. Dr. B.____ und Frau Dr. C.____ die Kosten für die E rstellung der ärztlichen Berichte vom 23. Juni 2016 und 12. September 2016 zu vergüten seien, nicht mehr festhält. Somit können weitere Erörterungen zu diesem Antrag und insbesonde re eine Auseinandersetzung mit der massgeblichen Frage unterbleiben, ob die genannten Ber ichte für die vorliegende Entscheidfin- dung unerlässlich waren. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 9.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher P raxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil K. des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil K. des Bundesge- richts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 23. August 2016 aufge- hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2‘643.35 (inkl. Auslagen) zu bezah- len. http://www.bl.ch/kantonsgericht