<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-08-28-7B_239-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7B_239/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 28. August 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Koch, als Einzelrichterin, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Clément. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwältin Katrin Kunst, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau, </div> <div class="para">Frey-Herosé-Strasse 20, Wielandhaus, 5001 Aarau, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Nichtanhandnahme; Wiederaufnahme des Verfahrens (Betrug, Veruntreuung); Nichteintreten, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 12. Mai 2023 (SBK.2023.107). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer erstattete am 9. Februar 2018 Strafanzeige gegen B.________ (Beschuldigte 1) und C.________ (Beschuldigter 2) wegen "Untreue, Unterschlagung sowie Betrug". Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg nahm eine Strafuntersuchung am 18. Juni 2019 nicht an die Hand (genehmigt von der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau am 19. Juni 2019). Eine dagegen gerichtete Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Aargau am 29. November 2019 ab. Dieses Urteil wurde rechtskräftig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer ersuchte am 9. Februar 2023 sinngemäss um Wiederaufnahme des Verfahrens unter Verweis auf angebliche neue Beweise und Tatsachen. Die Staatsanwaltschaft verfügte am 13. März 2023, dass das Verfahren nicht wiederaufgenommen werde. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Obergericht am 12. Mai 2023 ab. Der Beschwerdeführer wendet sich mit Beschwerde in Strafsachen vom 9. Juni 2023 ans Bundesgericht und beantragt zusammengefasst, der Entscheid des Obergerichts sei aufzuheben und die Rechtssache sei diesem zur erneuten Prüfung der Sach- und Rechtslage zwecks Wiederaufnahme des Verfahrens vorzulegen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span> haben Rechtsschriften die Begehren und deren Begründung zu enthalten. In der Beschwerdebegründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>). Die Bestimmungen von <span class="artref">Art. 95 ff. BGG</span> nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten, einschliesslich der Anfechtung des Sachverhalts wegen Willkür (vgl. <span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>), besteht eine qualifizierte Rügepflicht (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Wer in der Schweiz rechtskräftig verurteilt oder freigesprochen wird, darf wegen der gleichen Straftat nicht erneut verfolgt werden (<span class="artref">Art. 11 Abs. 1 StPO</span>). Nach <span class="artref">Art. 11 Abs. 2 StPO</span> sind die Wiederaufnahme eines eingestellten oder nicht anhand genommenen Verfahrens (<span class="artref">Art. 310 und <artref id="CH/312.0/319" type="start"></artref>Art. 319 ff. StPO</span><artref id="CH/312.0/310" type="end"></artref>) und die Revision (<span class="artref">Art. 410 ff. StPO</span>) vorbehalten. Dies steht insbesondere mit <span class="artref">Art. 8 BV</span> im Einklang. Art. 4 Abs. 2 des Protokolls Nr. 7 zur EMRK sieht die Wiederaufnahme des Verfahrens unter anderem vor, wenn neue oder neu bekannt gewordene Tatsachen vorliegen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=09.08.2023&amp;to_date=28.08.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-93%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page93">BGE 141 IV 93</a> E. 2.3; Urteile 6B_1286/2021 vom 5. Januar 2022 E. 4; 6B_512/2012 vom 30. April 2013 E. 1.4.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Vorinstanz schützt die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 13. März 2023 und erwägt im Wesentlichen, aus den teilweise schwer verständlichen Ausführungen des Beschwerdeführers ergebe sich, dass es diesem nicht primär um die strafrechtliche Verfolgung der Beschuldigten, sondern um die Rückerstattung der EUR 280'000.-- durch die D.________ GmbH (und nicht durch die Beschuldigten) gehe. Dies könne durch das angestrebte Strafverfahren nicht erreicht werden und sei damit von vornherein kein Grund für die Wiederaufnahme des nicht an die Hand genommenen Verfahrens. Dem Beschwerdeführer gelinge es alsdann nicht, aufzuzeigen, inwiefern die rechtliche Beurteilung der Staatsanwaltschaft unzutreffend wäre. Eine Verletzung von Bundesrecht sei auch nicht ersichtlich. Dies prüft die Vorinstanz unter Einbezug der vom Beschwerdeführer angerufenen Tatbestände (<span class="artref">Art. 146 Abs. 1, <artref id="CH/311.0/158/1" type="start"></artref>Art. 158 Ziff. 1 sowie <artref id="CH/311.0/141^bis" type="start"></artref>Art. 141bis StGB</span><artref id="CH/311.0/158/1" type="end"></artref><artref id="CH/311.0/146/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Was an diesen Erwägungen willkürlich oder auf andere Weise bundesrechtswidrig sein bzw. in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht in Bezug auf den Grundsatz "ne bis in idem" fehlerhaft sein soll, vermag der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht aufzuzeigen. Die knapp gehaltenen Ausführungen des Beschwerdeführers zu seinen angeblich verletzten Verfahrensrechten ("Nichteinholung der Beschwerdeantworten") sowie seine Anrufung von <span class="artref">Art. 6 EMRK</span> und Art. 10 VO (EG) Nr. 864/2007 (Rom II) vermögen daran nichts zu ändern. Die Beschwerde genügt den Begründungsanforderungen gemäss <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span> offensichtlich nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer führt schliesslich als "neues Beweismittel" die Erklärung seiner Tochter an. Diese könne bezeugen, dass der Betrag von EUR 280'000.-- an die D.________ GmbH überwiesen worden sei, um ein anderes Grundstück, den E.________ xx, DE-U.________, zu erwerben. Wie der Beschwerdeführer selbst ausführt, sei ihm erst "unmittelbar vor Antragsstellung auf Wiederaufnahme des Verfahrens" bekannt geworden, dass seine Tochter dies aus eigener Wahrnehmung bezeugen könne. Der Beschwerdeführer wusste damit nach eigenen Angaben bereits vor dem 9. Februar 2023 um diesen Umstand. Er hätte diesen angeblichen neuen Beweis damit im kantonalen Verfahren vorbringen müssen. Vor Bundesgericht ist dieses "neue Beweismittel" indes verspätet und damit unzulässig (vgl. <span class="artref">Art. 99 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>8.</b> </div> <div class="para">Insgesamt ergibt sich aus der Beschwerde nicht, inwiefern der vorinstanzliche Entscheid geltendes Recht im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> verletzen könnte. Ohne dass sich das Bundesgericht zu sämtlichen Rügen, Ausführungen und Vorbringen in der Beschwerdeeingabe äussern müsste, ist auf die Beschwerde mangels tauglicher Begründung im Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> nicht einzutreten. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt die Einzelrichterin:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, den Beschuldigten und dem Obergericht des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 28. August 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Einzelrichterin: Koch </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Clément </div> </div></body></html>