Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. Oktober 2018 (720 18 178 / 278) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts; Abstellen auf SUVA-Akten ist nicht zu be- anstanden; Anspruch auf Invalidenrente zu Recht abgelehnt Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Guido Ehrler, Advokat, Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 A.____ arbeitete zuletzt vom 26. August 2013 bi s 20. September 2013 als Gabelstap- lerfahrer bei der B.____ AG. Am 5. September 2013 erlitt er bei der Arbeit einen Unfall, bei wel- chem er sich das rechte Handgelenk verstauchte. Die Schweizerische Unfallversicherungsan- stalt (Suva) erbrachte die gesetzlichen Leistungen und sprach ihm mit Wirkung ab 1. April 2015 eine Rente auf der Basis einer 10%igen Erwerbseinbu sse zu (vgl. auch Urteil des Sozialversi- cherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 8. Mai 2017). Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.2 Bereits am 30. Juli 2014 meldete sich A.____ unter Hinweis auf einen Riss, Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglich- sowie Belastbarkeit des rechten Handgelenks seit dem 5. September 2013 bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) zum Leistungsbezug an. Nach Durchführung der beruflichen, erwerblichen und gesundheitlichen Abklärungen ermittelte die IV- Stelle einen Invaliditätsgrad von 10 %. Gestützt auf di eses Ergebnis lehnte sie nach durchge- führtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 24. Ap ril 2018 einen Anspruch von A.____ auf eine Invalidenrente ab. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Guido Ehrler, am 28. Mai 2018 Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilun g Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht), und beantragte die Aufhebung der ange fochtenen Verfügung sowie die Zurück- weisung der Angelegenheit an die IV-Stelle zur weiter en Abklärung des Sachverhalts. Eventua- liter sei ihm eine Viertelsrente zuzusprechen; unter o/e -Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltli- che Rechtspflege zu bewilligen sei. Zur Begründung w urde im Wesentlichen vorgebracht, dass die IV-Stelle ihren Entscheid auf unzulängliche medizin ische Unterlagen stütze und den Ein- kommensvergleich nicht korrekt vorgenommen habe. C. Das Kantonsgericht bewilligte dem Beschwerdeführer a m 12. Juni 2018 für das vorlie- gende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführu ng und die unentgeltliche Verbei- ständung mit Advokat Ehrler. D. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Juni 2018 beantrag te die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 28. Mai 2018 ist einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 24. April 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 Bundesgesetzes über die Invali- denversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä- higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht dur ch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % a rbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Die Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträ chtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilwei se Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allge- meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. O ktober 2000, Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem and ern Beruf oder Aufgabenbereich berück- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k önnte, in Beziehung gesetzt zum Er- werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht inva lid geworden wäre. Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 313 E. 3 a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stü tzt sich der angefochtene Entscheid hin- gegen ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen, sind an die Beweis- würdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zwei- feln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztliche n Feststellungen ergänzende Abklä- rungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27 . Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 5.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des thera- peutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutacht ungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des damaligen Eidge- nössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärung en zu nehmen, wenn die behan- delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen . Vorbehalten bleiben Fälle, in de- nen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entsprin gende - Aspekte benennen, die im Rah- men der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt gebl ieben sind (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 6.1 Zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arb eitsfähigkeit des Beschwerde- führers liegen verschiedene medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht insgesamt gewürdigt wurden. Im Folgenden soll indessen lediglich dasjenige Gutachten wiedergegeben werden, welches sich für den vorliegenden Entscheid als zentral erweist. 6.2 Gemäss Bericht des Spitals C.____ vom 8. September 2013 erlitt der Beschwerdefüh- rer bei einem Unfall im Betrieb seines Arbeitgebers e ine Distorsion des rechten Handgelenks. Im Rahmen der Erstuntersuchung vom 6. September 2013 sei keine Schwellung oder Fraktur am rechten Handgelenk, aber ein kleines Hämatom über de m Thenar mit lokaler Druckdolenz und eine Druckdolenz über der Tabatière sowie über de m Os triquetrum festgestellt worden. Die Beweglichkeit sei frei und die Untersuchung der Durchblutung, der Motorik und der Sensibi- lität (pDMS) sei intakt gewesen. 6.3 Am 26. Mai 2014 wurde der Beschwerdeführer in der Klinik D.____ am rechten Hand- gelenk operiert. Die Operationsdiagnose lautete auf p osttraumatisches ulnocarpales Impinge- ment rechts bei Ulnaplusvariante und degenerative Verä nderungen des triangulären fibrokarti- laginären Komplexes (TFCC). 6.4 Nachdem die Beschwerden im rechten Handgelenk persist ierten, hielt sich der Be- schwerdeführer in der Zeit vom 14. August 2014 bis 25. S eptember 2014 in der Klinik E.____ Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf. Im Austrittsbericht wurde eine Handgelenksdistorsio n rechts ohne Fraktur und Degenerati- on diagnostiziert. Im handchirurgischen Teilkonsilium vom 2 9. August 2014 wurden dauernde ulnarseitige Schmerzen bei Status nach Wafer-Resektion u nd TFCC-Débridement im Mai 2014 und Status nach Unfall im September 2013 als Diagnose n genannt. Es bestehe eine Instabilität des distalen Radioulnargelenks rechts im Vergleich zur Ge genseite. Aufgrund der medizini- schen Befundlage sei momentan noch nicht an eine Arbeitswiederaufnahme zu denken. 6.5 Dr. med. F.____, FMH Handchirurgie, diagnostiziert e am 15. Dezember 2014 eine Al- lodynie und massive Schonhaltung der rechten Hand bei e inem Status nach Wafer-Resektion am Ulnakopf rechts distal mit TFCC-Débridement am 26. Mai 2014 bei Unla-Plus-Stellung und posttraumatischem ulnokarpalem Impaktionssyndrom nach Han dgelenksdistorsion rechts am 5. September 2013. Die Untersuchung sei veranlasst word en, weil weiterhin Handgelenksbe- schwerden unter ergotherapeutischer Behandlung und auch nach einem Aufenthalt in der Klinik E.____ persistieren würden. Der Befund lautete dahingehend, dass eine massive Schonhaltung des rechten Arms und der rechten Hand auffalle. Die aktiven Fingerbewegungen seien nur sehr zögerlich möglich, die Streckung mit den Langfingern gel inge knapp vollständig, beim Faust- schluss verbleibe eine Sperrdistanz von etwa 2 cm mit Ang aben von stärkeren Schmerzen dor- so-ulnar am Handgelenk. Die Trophik der Hand erscheine diskret verändert, eine Überwärmung liege jedoch nicht vor. Die Hautfalten erschienen symme trisch und die Behaarung sei identisch zur Gegenseite. Die Hand werde in einer Streckstellung des Hand- und einer Beugestellung des Ellbogengelenks bei mittlerer Stellung der Finger praktisch fixiert gehalten. Am rechten Handge- lenk zeige sich eine deutliche Bewegungseinschränkung u nd eine Druckdolenz fände sich in der gesamten Handgelenksregion, ulnarseits aber ausgepr ägter als radial. Druckdolent seien sowohl der Ulnakopf als auch die Region des Diskus articular is und damit das ganze Operati- onsgebiet. Berührungen würden an der ganzen Hand in klusive der Region des distalen Unter- arms als unangenehm wahrgenommen. Die Sensibilität sei im Seitenvergleich vermindert und ein etwas stärkerer Druck führe sofort zu Schmerzen in de r ganzen Hand. Beim Versuch des Faustschlusses werde rechts eine Kraft von lediglich 1 kg u nd links von 36 kg demonstriert. Eine sichere Stabilitätsprüfung am distalen Radioulnar gelenk sei wegen den Schmerzen nicht möglich gewesen. Das Gelenk erscheine aber - soweit prüfb ar - stabil und es lasse sich dabei auch kein Reiben oder Schnappen palpieren. Auch bei d er Unterarm-Kompression mit gleich- zeitiger Pro- und Supination lasse sich kein Reiben in der Region des distalen Radioulnarge- lenks nachweisen. Zum MRI-Befund äusserte sich Dr. F.____ dahingehend, dass sich praktisch immer vorhandene Signaländerungen im Bereich der Exten sor carpi ulnaris-Sehne gezeigt hät- ten, die aber belanglos seien. Daneben bestünde ein le ichter Gelenkerguss ulnocarpal im Rahmen einer leichten Synovialitis. Zudem würden dege nerative Veränderungen im distalen Radioulnargelenk erwähnt. Die ulnarseitige Aufhängung des Discus articularis werde wiederum aufgelockert und im Sinne einer Partialläsion beschriebe n. Unter Procedere führte Dr. F.____ sodann auf, dass der Beschwerdeführer auch nach der Opera tion zur Entlastung des ulnocar- palen Kompartiments ein ausgeprägtes Schmerzsyndrom des H andgelenks zeige, das sich aber nicht mehr auf die ulnare Seite beschränke. Die H and werde in einer massiven Schonhal- tung gehalten und zeige lokal eine ausgeprägte Allody nie. Eine lokale, allenfalls auch chirur- gisch angehbare Pathologie könne aber nicht gefunden w erden und es bestünde kein Potential zur Verbesserung mit weiteren operativen Eingriffen. Sicherlich wäre es günstig, wenn der Be- schwerdeführer seine massive Schonhaltung aufgeben könnte und auch auf das Tragen der stabilisierenden Schiene verzichten würde. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.6 Der Suva-Kreisarzt Dr. med. G.____, FMH Orthopädie und Unfallchirurgie, diagnosti- zierte in seinem Bericht vom 19. Januar 2015 eine „höhergradige Partialruptur ulnarseitige Fixa- tion des TFCC in Höhe des Processus styloideus ulnae, Ulna plus“ und eine Ulnaverkür- zungsosteotomie in Höhe der Fovea und ein Débridement des TFCC rechts am 26. April 2014 in der Klinik D.____. Er erwähnte eingangs, dass der B eschwerdeführer sich im Bereich der oberen Extremitäten beidseits unauffällig und flüssig h abe entkleiden können. Inspektorisch habe sich - bei sonst reizlosen Narbenverhältnissen - eine leichte Schwellungssymptomatik des Ulnaköpfchens rechts gezeigt. Palpatorisch hätte sich insb esondere ein Druckschmerz am dis- talen Unterarm ulnarseitig und am Ulnaköpfchen rechts a uslösen lassen. Der Faustschluss mit der rechten Hand und das Fingerspreizen seien nicht vollst ändig möglich gewesen. Aufgrund der angegebenen Schmerzen im Bereich der rechten Hand habe die Untersuchung insgesamt erschwert stattgefunden. Weiter hielt Dr. G.____ fest, dass peripher sensomotorische Defizite der oberen Extremitäten beidseits objektiv nicht feststel lbar seien. Die Reflexe und die periphe- ren Pulse seien seitengleich auslösbar und tastbar. Im Bereich der Finger bestünde beidseits kein Hinweis auf eine Temperaturdifferenz. In der Beu rteilung hielt Dr. G.____ fest, dass sich objektiv eine geringgradige Schwellung im Bereich des U lnaköpfchens rechts zeige. Subjektiv würden massivste Schmerzen im rechten Handgelenk und der rechten Hand beschrieben. Die- se subjektiv beschriebenen Beschwerden seien aber nicht kon kordant mit den objektiven Un- tersuchungsbefunden. In der Zumutbarkeitsbeurteilung f ührte Dr. G.____ aus, dass der Be- schwerdeführer aus versicherungsmedizinischer Sicht in der angestammten Tätigkeit als Ga- belstaplerfahrer nicht mehr arbeitsfähig sei. Hingegen sei ihm eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ganztägig zumutbar. Diese dürfe keine länge ren Haltearbeiten und repetitive Bewe- gungen mit dem rechten Handgelenk und der rechten Hand, nicht in absturzgefährdenden Posi- tionen, keine Vibrationsbelastungen der rechten Hand un d kein Besteigen von Leitern und Ge- rüsten beinhalten. Feinmotorische Tätigkeiten mit der rechten Hand seien hingegen möglich. 6.7 Die IV-Stelle ersuchte den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 7. September 2017 um eine Beurteilung der medizinischen Situation. Die RAD-Ärztin Dr. med. H.____, FMH Physi- kalische und Rehabilitative Medizin, hielt am 12. Septem ber 2017 fest, dass reine Unfallfolgen vorlägen und auf die Beurteilungen der Suva abgestellt werden könne. 6.8. Am 27. Dezember 2017 nahm Dr. H.____ zu den Ei nwänden von Advokat Ehrler Stel- lung und führte aus, dass gemäss Angaben im Operationsbericht der Klinik D.____ vom 26. Mai 2014 ein nur wenig degenerativ verändertes TFCC vorgel egen habe. Die MRT-Untersuchung vom 9. Oktober 2014 habe mässiggradige degenerative Verä nderungen des TFCC bei unver- änderter Intaktheit des fovealen TFCC-Ansatzes bei a nsonsten unauffälligem Befund gezeigt. Die mässig degenerativen Veränderungen hätten keine Relevanz und von einer weiteren medi- zinischen Abklärung seien keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten. 7.1 Die IV-Stelle stellte in der angefochtenen Verfüg ung vom 24. April 2018 bei der Würdi- gung des massgebenden medizinischen Sachverhalts und bei d er Beurteilung der Arbeitsfähig- keit des Beschwerdeführers auf die Angaben der RAD-Ärztin Dr. H.____ vom 12. September 2017 und 27. Dezember 2017 ab. Diese stützte sich in ihre r Beurteilung insbesondere auf die Ausführungen des Kreisarztes Dr. G.____ vom 19. Januar 2015 und diagnostizierte eine höher- gradige Partialruptur und eine ulnarseitige Fixation des TFCC in Höhe des Processus styloideus ulnae, eine Ulna-Plus-Stellung, eine Ulnaverkürzungsost eotomie in Höhe der Fovea und ein Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Débridement des TFCC rechts. Sie ging deshalb davon au s, dass der Versicherte in der ange- stammten Tätigkeit als Gabelstaplerfahrer nicht mehr a rbeitsfähig sei. Eine seinem Leiden op- timal angepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei i hm hingegen zu 100 % zumutbar. Die- se vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstande n. Wie oben ausgeführt (E. 5.3 f. hiervor), sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderu ngen zu stellen, wenn sich der ange- fochtene Entscheid im Wesentlichen oder ausschliesslich au f versicherungsinterne medizini- sche Unterlagen stützt. Bereits bei geringen Zweifeln an die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Entsprechen die verwaltungsintern eingeholten ärztlichen Stellungnahme n jedoch den Vorgaben der bundesge- richtlichen Rechtsprechung (vgl. oben E. 5.2), so kann dar auf abgestellt werden, denn aus- schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 V 160 E.1c). Zweifel an der Zuverlässigkeit d er RAD-Berichte von Dr. H.____ liegen vorliegend nicht vor, erfüllen diese doch alle rechtspr echungsgemässen Voraussetzungen an taugliche medizinische Beurteilungsgrundlagen. Die Berichte weisen weder formale noch inhalt- liche Mängel auf und sind – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird – für die streitigen Belan- ge umfassend und ihre Darlegung der medizinischen Zusammenhänge leuchtet zudem ein. Die auf diese Erkenntnisse gestützte Zumutbarkeitsbeurteilun g ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Es wird deutlich, dass der Beschwerdeführer in einer sein em Leiden adaptierten angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Die vorinstanzliche Rentenprüfung beruht somit in jeder Hin- sicht auf den durch die bundesgerichtliche Rechtsprechung formulierten Anforderungen an be- weistaugliche Berichte. 7.2.1 Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdeführ ers nichts. Er macht geltend, die IV-Stelle habe den medizinischen Sachverhalt ungenügen d abgeklärt, weil sie keine eigenen Untersuchungen in die Wege geleitet habe. Indem sie si ch einzig auf die Erhebungen der Suva abgestützt habe, habe sie den Untersuchungsgrundsatz ver letzt. Mit dem Beschwerdeführer ist insofern einig zu gehen, dass die IV-Stelle einzig den RAD mit einer Beurteilung der medizini- schen Situation beauftragte. Dabei ist jedoch zu berücksi chtigen, dass alle Beweismittel, unab- hängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen sind. Art . 43 Abs. 1 ATSG statuiert die Sach- verhaltsabklärung von Amtes wegen, wobei es im Ermessen de s Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinden, mit welchen Mitteln diese zu erfo lgen hat. Im Rahmen der Verfahrenslei- tung kommt der IV-Stelle damit ein grosser Ermessensspie lraum bezüglich Notwendigkeit, Um- fang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu. Si e ist jedoch gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, den Sachverhalt sowe it zu ermitteln, dass sie über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überw iegenden Wahrscheinlichkeit ent- scheiden kann (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b). Wie vorstehend in Erwägung 7.1 ausgeführt, konnte die RAD-Ärztin aufgrund der ihr zur Verfügung stehend en Unterlagen der Suva den medizini- schen Sachverhalt sowohl in klinischer wie auch in radio logischer Hinsicht nachvollziehbar und genügend beurteilen. Die von ihr gezogenen Schlussfo lgerungen sind nicht zu beanstanden, weshalb die IV-Stelle von weitergehenden eigenen Unt ersuchungen absehen und den Renten- anspruch des Beschwerdeführers rechtsgenüglich bemessen konnte. Der Beschwerdeführer kann daher aus dieser Argumentation nichts zu seinen Gunsten ableiten. 7.2.2 Weiter moniert der Beschwerdeführer, der medizi nische Sachverhalt sei in Bezug auf den degenerativen Vorzustand zu wenig abgeklärt worden , weshalb diesbezüglich keine zuver- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lässige Entscheidungsgrundlage vorläge. Betreffend den degenerativen Vorzustand ist zu er- wähnen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfa lls im September 2013 keinen de- generativen Vorzustand im rechten Handgelenk aufwies und 100 % arbeitsfähig war (vgl. MRT- Bericht der Klinik I.____ vom 10. Oktober 2013). Degenerative Veränderungen wurden erstmals im Rahmen der operativen Sanierung des TFCC am 26. M ai 2014 offensichtlich. Durch das Débridement wurden diese jedoch entfernt, so dass im R ahmen einer weiteren MRT- Untersuchung am 15. Juli 2014 keine Hinweise darauf mehr beschrieben werden konnten (vgl. MRT-Bericht der Klinik I.____ vom 14. Juli 2014). Da we der intra- noch postoperativ andere schwerwiegende degenerative Veränderungen festgestellt werden konnten, war die Beschwer- degegnerin nicht verpflichtet, weitergehende Abkläru ngen zu tätigen. Dies umso mehr, als der Kreisarzt bereits am 19. Januar 2015 die Funktionalität und die Einsatzmöglichkeiten der rech- ten Hand bestätigte. 7.2.3 Soweit der Beschwerdeführer weiter geltend mac ht, auch die diagnostizierte Allodynie sei ungenügend abgeklärt, kann ihm nicht gefolgt werde n. Diese Diagnose wurde durch Dr. F.____ in seinem Bericht vom 15. Dezember 2014 e rwähnt. Der Kreisarzt Dr. G.____ konn- te aber im Rahmen seiner Untersuchung keine Allodynie feststellen (vgl. Bericht vom 19. Januar 2015). Diesbezüglich hielt er fest, dass si ch der Beschwerdeführer problemlos beid- seitig unauffällig und flüssig habe entkleiden können. Diese Feststellung steht aber im klaren Widerspruch zur behaupteten Allodynie, welche eine un verhältnismässig starke Schmerzemp- findung auf einen Reiz darstellt, der normalerweise ke ine Schmerzen auslöst (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Allodynie). Hätte der Beschwerdeführer solche unverhältnis- mässigen Schmerzen, wäre es ihm nicht möglich, die recht e Hand beim Entkleiden zu nutzen. Zu berücksichtigen ist weiter der Hinweis von Dr. F.____ , wonach der Beschwerdeführer die Berührung der Hand als unangenehm bezeichnet habe, ab er nur ein starker Druck Schmerzen ausgelöst habe. Eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit - wie sie für eine Allodynie charakte- ristisch ist - konnte somit auch von Dr. F.____ nicht festg estellt werden. Dr. G.____ konnte zu- dem die Reflexe mit dem Hammer an den oberen Extremi täten beidseits auslösen und die Pul- se testen, ohne dass der Beschwerdeführer übermässige Beschw erden geltend machte. Über- zeugend weist Dr. G.____ sodann darauf hin, dass beim V orliegen einer Allodynie und durch- gängiger Schonung durch die Fixierung der rechten Hand im Alltag eine Atrophie der Muskula- tur an der oberen Extremität rechtsseitig zu erwarten wä re. Beim Beschwerdeführer ist dies nicht der Fall, was die Umfangmasse beidseitig belegen. So wies der Beschwerdeführer seiten- gleiche Umfänge 15 cm oberhalb des Epicondylus lateralis (je 30 cm), am Ellbogen (je 26 cm), am Unterarm (je 23 cm), am Handgelenk (je 17 cm) und in der Handmitte (je 20 cm) auf. Damit ist die medizinische Beurteilung von Dr. G.____ überzeugender als jene von Dr. F.____. Die IV- Stelle durfte unter diesen Umständen auf seine Einschä tzung abstellen und auf weitere Abklä- rungen betreffend die Allodydnie verzichten. 7.3 Zusammenfassend steht fest, dass die IV-Stelle zu Rech t auf die Ausführungen der RAD-Ärztin Dr. H.____ abstellte. Diese erlauben eine zuverlässige Beurteilung des medizini- schen Sachverhalts im Zeitpunkt des Verfügungserlasses. Es ist demnach davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der gestellten Diagno sen die angestammten Tätigkeiten als Gabelstaplerfahrer nicht mehr ausüben kann. Hingege n ist er in sämtlichen leichten bis mit- telschweren Tätigkeit ganztägig arbeitsfähig, sofern di ese keine längeren Haltearbeiten mit der rechten Hand, nicht in absturzgefährdenden Positionen, keine repetitive Bewegungen mit dem Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechten Handgelenk und der rechten Hand, keine Vibrati onsbelastungen der rechten Hand und kein Besteigen von Leitern und Gerüsten beinhalten. Es besteht daher in antizipierte Beweis- würdigung kein Grund, weitere (fach-)ärztliche Abklärun gen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 11. März 2008, 9C_561/2007, E. 5.2.1 un d BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 8.1 Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.2 hiervor) ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstäti- gen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). 8.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdi enen würde. Dabei wird in der Re- gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung un d der realen Einkommensentwicklung an- gepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund- heitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E. 4.1). Ist ein konkreter Lohn nicht eru- ierbar oder hätte die versicherte Person ihre bisherige Stelle auch ohne gesundheitliche Beein- trächtigung verloren, so können die Zahlen der Schweizer ischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik herangezogen werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 und vom 9. Jun i 2015, 9C_212/2015, E. 5.4). Vorlie- gend steht fest, dass der Beschwerdeführer ohne gesundhe itliche Beeinträchtigungen nicht mehr bei der B.____ AG arbeiten würde, nachdem das A rbeitsverhältnis von der Arbeitgeberin aufgelöst worden ist. Das Valideneinkommen ist daher von der IV-Stelle zu Recht unter Berück- sichtigung der LSE eruiert worden. Dabei stellte sie a uf Tabelle TA1_tirage_skill_level, Privater Sektor Total, Kompetenzniveau 1, Spalte Männer, Fr. 5 ‘312.– ab. Nach Umrechnung dieses Betrags auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stu nden (Bundesamt für Statistik [BFS]: betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilu ngen Total) und unter Berücksichti- gung der Teuerung im Jahr 2015 von 0,3 % (vgl. BFS, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Total Männer 2015) resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 66‘652.50 pro Jahr (Fr. 5‘312.– x 12 / 40 x 41,7 + 0,3 %.). Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden und wird auch nicht bestritten. 8.3.1 Die IV-Stelle hat auch das Invalideneinkommen z u Recht und unbestritten unter Beizug der Tabellenlöhne der LSE ermittelt (vgl. BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen, 124 V 322 E. 3b/aa). Auch hier stellte sie auf die LSE 2014 TA1_ tirage_skill_level, Privater Sektor Total, Kompetenzniveau 1, Spalte Männer, ab und berechnete u nter Berücksichtigung der Wochenar- beitszeit von 41,7 Stunden und unter Berücksichtigung einer Teuerung von 0,3 % ein Invaliden- einkommen von Fr. 66‘652.50. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Invalidenlohn sei auf- grund von LSE 2014 Tabelle TA1_tirage_skill_level, Privater Sektor, Ziffer 45-96 zu berechnen. Daraus resultiere unter Berücksichtigung einer Wochenar beitszeit von 41,6 Stunden ein Jah- reseinkommen von Fr. 62‘038.– bzw. Fr. 62‘224.20 (unt er Berücksichtigung der Teuerung von 0,3 %). Zur Begründung lässt er verlauten, dass er auf grund des Zumutbarkeitsprofils nur noch Tätigkeiten im Dienstleistungssektor ausüben könne. In diesem Zusammenhang ist festzustel- len, dass die Frage, auf welche Tabelle der Lohn abzust ellen ist, offen bleiben kann. Selbst wenn dem Beschwerdeführer zu folgen wäre, würde letztl ich kein rentenbegründender Invalidi- tätsgrad resultieren (vgl. unten E. 8.4). Unter die sen Umständen erübrigen sich - auch mit Blick auf die diesbezüglichen Angaben der IV-Stelle (vgl. Vernehmlassung E. 4.c S. 6) - weitere Aus- führungen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3.2 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen Wert sind praxisgemäss verschiede- ne Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das d amalige Eidgenössische Versiche- rungsgericht (EVG) seine Rechtsprechung zu den Abzügen v om Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, o b und in welchem Ausmass Tabellen- löhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des kon- kreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränku ng, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgra d), welche nach pflichtgemässem Er- messen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Be- rücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkma le letztlich aber auf insgesamt höchs- tens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Zu bea chten ist ferner, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzu gs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dür fen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2 mit Hinweis). 8.3.3 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochte nen Verfügung einen Abzug von 10 % vom Tabellenlohn gewährt, was in Würdigung der gegebenen Umstände sowie unter Berücksichti- gung aller in Betracht fallenden Merkmale nicht zu bean standen ist. Auch in diesem Zusam- menhang ist anzuführen, dass selbst bei einem Abzug von 25 % kein rentenbegründender Inva- liditätsgrad resultiert (vgl. nachfolgend E. 8.4), we shalb diesbezüglich auf weitergehende Äusserungen verzichtet werden kann. 8.4 Stellt man im Einkommensvergleich zunächst das durc h die IV-Stelle berechnete Invali- deneinkommen von Fr. 59‘987.25 (Fr. 66‘652.50 x 0.9) dem Valideneinkommen von Fr. 66‘652.50 (vgl. vorstehend E. 5.3) gegenüber, resul tiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 6‘665.25, was einen rentenausschliessenden Invalidit ätsgrad von 10 % ergibt. Würde man dem Beschwerdeführer folgen und von einem Invalidenei nkommen von Fr. 46‘668.15 (Fr. 62‘224.20 x 0.75) ausgehen und dieses dem Valide neinkommen von Fr. 66‘652.50 gegen- überstellen, so würde dies wiederum einen rentenausschli essenden Invaliditätsgrad von gerun- det 30 % (vgl. zur Rundungspraxis BGE 130 V 121 ff.) ergeben. 9. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass der medi zinisch relevante Sachver- halt hinreichend abgeklärt ist und sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen von der Beschwerdegegnerin korrekt ermittelt wurden. Der Invaliditätsgrad liegt vorliegend unter 40 %. Der Beschwerdeführer hat deshalb keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Die gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 24. April 2018 erhob ene Beschwerde erweist sich daher als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor kantonalem Versiche- rungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung o der die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah renskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Entspre chend dem Ausgang dieses Ver- fahrens hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten i n Höhe von Fr. 800.– zu tragen. Zu- folge der mit Verfügung vom 12. Juni 2018 bewilligten unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung (Verfügung vom 12. Juni 2018) ist der Rechtsvertreter für seine Bemühungen aus der Gerich tskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.– pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerd eführers macht in seiner Honorarnote vom 27. August 2018 einen Zeitaufwand von 8.33 Stunden geltend. Vorliegend ist der seit Er- lass der angefochtenen Verfügung vom 24. April 2018 und im Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht entstandene Aufwand zu entschädigen (Art. 61 lit. g ATSG/Art. 52 Abs. 3 ATSG). Vom geltenden gemachten Aufwand ist somit der i m vorinstanzliche Verwaltungsver- fahren ausgewiesene Aufwand von 1.16 Stunden abzuziehen. Es verbleibt ein Stundenaufwand von 7.16 Stunden, welcher sich in Anbetracht der sich stell enden Sachverhalts- und Rechtsfra- gen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote geltend gemachten Auslagen in Höhe von Fr. 34.35. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘579.25 (7.16 Stunden à Fr. 200.– inkl. Auslagen von Fr. 34.35 und 7.7 % Mehr- wertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 10.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufme rksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'579.25 (inkl. Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 20. Februar 2019 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren- Nr. 9C_143/2019 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht