06/07 32 Schätzung von Grundstücken. Art. 9 Abs. 1 , Art. 28, Art. 29 Abs. 1 SchäV. Art. 29 Abs. 2 SchäV i.V.m. Art. 178 Abs. 1 StG. Das Amt für Steuern ist zuständig für die Vornahme von Grundstückschätzunge n. Die Schätzungsver- fügung kann bei der kantonalen Schätzungskommission mittels Einsprache angefochten werden. Gegen den Einspracheentscheid i st sodann die Verwal- tungsgerichtsbeschwerde an das Obergericht zulässig . Sachliche Unzustän- digkeit der Kantonalen Steuerkommission Uri zum Ent scheid über eine Ein- sprache betreffend eine steueramtliche Schätzung ei nes Grundstückes. Nich- tigkeit des entsprechenden Einspracheentscheides. Obergericht, 20. Juli 2007, OG V 06 50 Aus den Erwägungen: 4. Die sachliche Unzuständigkeit der verfügenden B ehörde stellt nach Praxis und Leh- re in der Regel einen Nichtigkeitsgrund dar. Dies i st dann nicht der Fall, wenn der verfügen- den Behörde auf dem betreffenden Gebiet allgemeine Entscheidungsgewalt zukommt (BGE 129 V 488 E. 2.3; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemein es Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 961). Die Nichtigkeit einer Verfügung ist jederzeit und von sämtlichen staatlichen Instanzen von Amtes wegen zu beachten; sie kann auc h im Rechtsmittelweg festgestellt werden (BGE 132 II 346 E. 2.1, 129 V 488 E. 2.3). D ie Rechtssicherheit darf durch die An- nahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wer den (BGE 132 II 346 E. 2.1; Häfe- lin/Müller/Uhlmann, a.a.O.). Nichtigkeit bedeutet a bsolute Unwirksamkeit einer Verfügung. Eine nichtige Verfügung entfaltet keinerlei Rechtsw irkungen. Sie ist vom Erlass an (ex tunc) und ohne amtliche Aufhebung rechtlich unverbindlich (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 955). Soweit die Vorinstanz über eine Einsprache au f dem Gebiete der steueramtlichen Grundstückschätzung entschieden hat, war sie sachlich unzuständig mit der Folge, dass der Einspracheentscheid nichtig ist und keinerlei Recht swirkungen entfaltet. Dem entgegenste- hende Gründe der Rechtssicherheit sind nicht ersich tlich. Ebenso kommt der Vorinstanz auf dem Gebiete der steueramtlichen Schätzung der Grund stücke keine allgemeine Entschei- dungsgewalt zu. Die Sache ist an das Amt für Steuer n zurückzuweisen, damit dieses die Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. August 2006 al s Gesuch um eine Neu- bzw. Zwi- schenschätzung seines Grundstückes entgegen nimmt u nd formell über das Rechtsbegeh- ren um Neu- bzw. Zwischenschätzung verfügt (zum Amt für Steuern Uri als Rückweisungsin- stanz: Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit i m Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1035).