<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00365</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205704&amp;W10_KEY=13013562&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00365</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.03.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 13.07.2006 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausweisung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Der aus Spanien stammende Beschwerdeführer lebt zwar seit 30 Jahren in der Schweiz. Doch rechtfertigt sich aufgrund zahlreicher Verurteilungen und mehrfachem Vollzug von mehrjährigen Zuchthausstrafen bzw. der daraus zu schliessenden Uneinsichtigkeit eine Ausweisung. Ein Umzug ist für ihn und seine Lebenspartnerin, welche spanischer Muttersprache ist und keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, zumutbar. Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUSWEISUNG">AUSWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DELINQUENT">DELINQUENT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EU-BÃRGER/-IN">EU-BÃRGER/-IN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIZÃGIGKEITSABKOMMEN (FZA)">FREIZÃGIGKEITSABKOMMEN (FZA)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE ORDNUNG">ÃFFENTLICHE ORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLGEFAHR">RÃCKFALLGEFAHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SICHERHEITSMASSNAHMEN">SICHERHEITSMASSNAHMEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNEINSICHTIGKEIT">UNEINSICHTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)">UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 1 Ziff. a ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 10 ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 11 Abs. III ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 11 Abs. IV ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 16 Abs. III ANAV</span><br/><span class="gerade">Art. 2 FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 5Anhang 1 Abs. I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 5Anhang 1 Abs. II FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 Abs. V FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 16 FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 RL 64/221/EWG</span><br/><span class="gerade">§ 16 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><span>Der spanische StaatsangehÃ¶rige A, geboren 1955, kam als junger Erwachsener im Jahre 1974 in die Schweiz, wo er zuerst eine Arbeitsbewilligung als KÃ¼chengehilfe und Portier erhielt. SpÃ¤ter hatte er Anstellungen bei verschiedenen Reinigungsunternehmungen inne, bis er 1997 erkrankte und sich verschiedenen Operationen am RÃ¼cken und an den Knien unterziehen musste. Er wurde arbeitsunfÃ¤hig und bezieht seit dem Jahr 1997 eine Invalidenrente. A besitzt die Niederlassungsbewilligung. Er hatte 1977 eine Landsfrau geheiratet, aus welcher Ehe zwei heute volljÃ¤hrige Kinder, eine Tochter und ein Sohn, hervorgingen. Die Ehe wurde im Jahre 1987 geschieden, worauf die Ehefrau mit den Kindern nach Spanien zurÃ¼ckkehrte. A lebt seit 1985 mit seiner Lebenspartnerin C im Konkubinat. Diese Beziehung blieb kinderlos.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Sein Verhalten gab Anlass zu mehrfachem TÃ¤tigwerden der StrafbehÃ¶rden. So wurde er am 17. Februar 1988 mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft U wegen fortgesetzten Fahrens ohne FÃ¼hrerausweis und wiederholten Missbrauchs von Ausweisen und Schildern mit 14 Tagen GefÃ¤ngnis und einer Busse bestraft. Mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft V vom 30. November 1988 erfolgte eine Bestrafung mit einer Busse, erneut wegen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern, und mit Strafbefehl vom 10. Dezember 1993 bestrafte ihn die Bezirksanwaltschaft U wegen einfacher KÃ¶rperverletzung mit einer GefÃ¤ngnisstrafe von 14 Tagen. Auch diese Freiheitsstrafe wurde bedingt aufgeschoben; die Probezeit wurde auf drei Jahre angesetzt. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 13. November 1997 wurde er verhaftet und verbrachte rund zweieinhalb Jahre in verschiedenen Haftanstalten bis zur bedingten Entlassung am 12. Juli 2000. Der Strafvollzug war die Folge einer Verurteilung durch das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich im Berufungsverfahren vom 17. Mai 1999 zu vier Jahren Zuchthaus wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz und mehrfacher GeldwÃ¤scherei. Eine gerichtliche Landesverweisung, welche das Bezirksgericht fÃ¼r die Dauer von zehn Jahren angeordnet hatte, hob das Obergericht mit der BegrÃ¼ndung auf, A lebe seit 25 Jahren in der Schweiz und sei hier verankert.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 4. April 2000 drohte ihm die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich die Ausweisung aus der Schweiz an.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 15. MÃ¤rz 2004 bestrafte ihn das Kantonsgericht W wegen Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz mit zwei Jahren GefÃ¤ngnis. Der Strafvollzugsdienst der Justizdirektion des Kantons ZÃ¼rich widerrief in der Folge am 2. September 2004 die am 23. Mai 2000 gewÃ¤hrte bedingte vorzeitige Entlassung aus dem Strafvollzug und ordnete den Vollzug von noch verbleibenden 488 Tagen Zuchthaus an.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Migrationsamt der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit veranlasste am 18. Dezember 2004 die Befragung von A und seiner Lebenspartnerin im Hinblick auf eine fremdenpolizeiliche Massnahme.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 29. Juni 2005 verfÃ¼gte der Regierungsrat die Ausweisung von A fÃ¼r die Dauer von zehn Jahren aus der Schweiz.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diese Anordnung erhob A am 13. September 2005 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er beantragte, die Ausweisung sei aufzuheben, eventuell sei das GeschÃ¤ft zur KlÃ¤rung des Sachverhalts an den Regierungsrat zurÃ¼ckzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten des Regierungsrats. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 29. September 2005 beantragte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit namens des Regierungsrats, die Beschwerde sei abzuweisen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Weil der BeschwerdefÃ¼hrer noch Gerichtskosten des Obergerichts schuldet, auferlegte ihm der KammerprÃ¤sident am 20. September 2005 einen Kostenvorschuss zur Deckung allfÃ¤lliger Kosten dieses Verfahrens. Am 10. Oktober 2005 beantragte A, es sei ihm die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu bewilligen und ein unentgeltlicher Rechtsvertreter beizugeben und als Folge sei er von der Kaution zu befreien. Mit VerfÃ¼gung vom 12. Oktober 2005 nahm der Kammervorsitzende dem Gesuchsteller die Frist zur Leistung eines Vorschusses ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>GemÃ¤ss § 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei die Beschwerde an das Verwaltungsgericht zulÃ¤ssig, sofern die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht. Dies ist gemÃ¤ss Art. 97 Abs. 1 und 2 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (OG) bei AusweisungsverfÃ¼gungen der Fall, wenn sie gestÃ¼tzt auf Art. 10 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) ergangen sind, was im vorliegenden Fall zutrifft, und wenn keine AusnahmegrÃ¼nde gemÃ¤ss den Art. 99-102 OG vorliegen. Dies ist nicht der Fall, ist doch die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung zu beurteilen, auf welche der BeschwerdefÃ¼hrer kraft seiner Niederlassungsbewilligung einen Rechtsanspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG e contrario). Demzufolge hat das Gericht auf die rechtzeitig eingereichte Beschwerde einzutreten. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Zudem begrÃ¼ndet die spanische StaatsangehÃ¶rigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers einen Rechtsanspruch auf Aufenthalt gestÃ¼tzt auf das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren MitgliedslÃ¤ndern auf der einen und der Schweizerischen Eidgenossenschaft auf der anderen Seite Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit des Personenverkehrs (FreizÃ¼gigkeitsabkommen; FZA). Die Ãbergangsbestimmung von Art. 10 Abs. 5 FZA gewÃ¤hrt dem BeschwerdefÃ¼hrer, der sich seit langer Zeit in der Schweiz aufhÃ¤lt, die Rechte und Pflichten aus dem Abkommen sofort und ohne EinschrÃ¤nkung mit dem Zeitpunkt dessen Inkrafttretens. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Die Kollisionsregel von Art. 1 lit. a ANAG besagt, dass dieses Bundesgesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaats der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft nur so weit gilt, als das FZA keine abweichende Bestimmung enthÃ¤lt oder das ANAG eine vorteilhaftere Rechtsstellung vorsieht. Als Folge ist vorab die Rechtslage, wie sie sich aus dem Abkommen ergibt, beizuziehen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 16 FZA soll die in Art. 1 ff. FZA nÃ¤her umschriebene FreizÃ¼gigkeit wie in den Rechtsakten der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft vorgesehen umgesetzt werden; hierfÃ¼r ist auch die bis zur Unterzeichnung des Abkommens ergangene Rechtsprechung des Gerichtshofes der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (EuGH) zu berÃ¼cksichtigen (bezÃ¼glich spÃ¤terer Urteile des EuGH vgl. BGE 130 II 1 E. 3.6.1 und BGE 130 II 493 E. 3.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Laut Art. 5 Abs. 1 Anhang 1 FZA dÃ¼rfen die vom FreizÃ¼gigkeitsabkommen unter anderem gestÃ¼tzt auf Art. 2 Anhang 1 FZA gewÃ¤hrten RechtsansprÃ¼che nur durch Massnahmen eingeschrÃ¤nkt werden, "die aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerechtfertigt sind". Weitere PrÃ¤zisierungen finden sich vor allem in der Richtlinie 64/221/EWG des Rates der EuropÃ¤ischen Wirtschaftsgemeinschaft vom 25. Februar 1964 zur Koordinierung der Sondervorschriften fÃ¼r die Einreise und den Aufenthalt von AuslÃ¤ndern, soweit sie aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind (RL 64/221/EWG in: Amtsblatt der EuropÃ¤ischen Gemeinschaften [ABl.] Nr. 56, S. 850, im Folgenden: RL), auf welche in Art. 5 Abs. 2 Anhang 1 FZA Bezug genommen wird. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Nach den gemÃ¤ss Art. 5 Anhang 1 FZA anwendbaren GrundsÃ¤tzen wird insbesondere eine hinreichend schwere und gegenwÃ¤rtige GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung zur Rechtfertigung von Massnahmen gefordert. Dabei darf "ausschliesslich das persÃ¶nliche Verhalten der in Betracht kommenden Person ausschlaggebend" sein. Art. 3 Abs. 1 RL steht somit Massnahmen entgegen, die aus generalprÃ¤ventiven GrÃ¼nden verfÃ¼gt werden (BGE 130 II 176 E. 3.4.1). Ausserdem kÃ¶nnen strafrechtliche Verurteilungen allein gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 2 RL nicht ohne weiteres Massnahmen begrÃ¼nden. Eine frÃ¼here strafrechtliche Verurteilung darf daher nur insoweit berÃ¼cksichtigt werden, als die ihr zugrunde liegenden UmstÃ¤nde ein persÃ¶nliches Verhalten erkennen lassen, welches eine gegenwÃ¤rtige GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung darstellt. Zwar werden in die InteressenabwÃ¤gung nach Art. 11 Abs. 3 ANAG regelmÃ¤ssig auch die RÃ¼ckfallgefahr und der Resozialisierungsgedanke einbezogen. Die Prognose Ã¼ber das Wohlverhalten gibt in jener AbwÃ¤gung aber nicht den Ausschlag (BGE 125 II 105 E. 2c). Dagegen ist im Rahmen von Art. 5 Anhang 1 FZA die Feststellung einer gegenwÃ¤rtigen GefÃ¤hrdung eine Grundvoraussetzung fÃ¼r den Erlass von Massnahmen.</p> <p class="Urteilstext"><span>Der EuGH hat keine nÃ¤heren Kriterien zur Evaluation des gemÃ¤ss Richtlinie 64/221 EWG geforderten GefÃ¤hrdungsgrades genannt. Als unzutreffend hat das Bundesgericht die Auslegung bezeichnet, wonach nur, wenn weitere Straftaten praktisch mit Gewissheit zu erwarten seien, die Massnahme zulÃ¤ssig sei. Umgekehrt dÃ¼rfe auch nicht erst dann vom Fehlen einer GefÃ¤hrdung ausgegangen werden, wenn die MÃ¶glichkeit einer Wiederholung der Straftat mit Sicherheit ausgeschlossen werden kÃ¶nne (BGE 130 II 176 E. 4.3.1). Es bedÃ¼rfe einer differenzierten Vorhersage aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde zur Wahrscheinlichkeit, mit welcher die auslÃ¤ndische Person die Ã¶ffentliche Sicherheit gefÃ¤hrden werde. Je schwerer die RechtsgÃ¼terverletzung sei, desto niedriger seien die Anforderungen an die in Kauf zu nehmende RÃ¼ckfallgefahr (BGE 130 II 176 E. 4.3.1 und Entscheid des EuGH i. S. Bouchereau, Slg. 1977, 1999, Rz. 33-35). </span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer war als 19-jÃ¤hriger in die Schweiz gekommen, hatte beruflich nie richtig Fuss gefasst und Ã¼bte bis 1997 HilfstÃ¤tigkeiten verschiedener Art aus. Im Jahr 1987, als er 33 Jahre alt war, ging seine Ehe in die BrÃ¼che und sind die ersten Straftaten zu verzeichnen. Wegen Delikten im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr war er bereits mit einer bedingten GefÃ¤ngnisstrafe konfrontiert. Es folgte eine zweite Verurteilung wegen Verkehrsdelikten. Im Jahr 1993 wurde er zu einer zweiten GefÃ¤ngnisstrafe von 14 Tagen wegen einfacher KÃ¶rperverletzung verurteilt, deren Vollzug ebenfalls bedingt aufgeschoben wurde. Trotz der mit dem bedingten Vollzug verbundenen Warnung kam es bald zu der gewichtigen Deliktsreihe mit mehrfachen Widerhandlungen gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz und der mehrfachen GeldwÃ¤scherei. Die ursprÃ¼nglich vom Bezirksgericht X auf sechs Jahre, in der Folge vom Obergericht auf vier Jahre reduzierte, Zuchthausstrafe konnte den Warneffekt nicht verfehlen, auch wenn die Nebenstrafe der Landesverweisung, welche vom Bezirksgericht auf zehn Jahre Dauer angesetzt worden war, vom Berufungsgericht aufgehoben wurde. Am 4. April 2000 erfolgte durch die Fremdenpolizei die Androhung einer Ausweisung. Trotzdem verfiel der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend der Probezeit, die ihm als Folge der vorzeitigen Entlassung aus dem Strafvollzug auferlegt worden war, in eine neue deliktische Phase wiederum im Zusammenhang mit BetÃ¤ubungsmitteldelikten, welche zur Bestrafung durch das Kantonsgericht W mit zwei Jahren GefÃ¤ngnis fÃ¼hrte. Als Folge widerrief am 2. September 2004 das Amt fÃ¼r Justizvollzug die vorzeitige bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug und ordnete den Vollzug von ausstehenden 488 Tagen Zuchthaus an. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Bereits im Zusammenhang mit der ersten grossen Bestrafung im Kanton ZÃ¼rich war das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers als schwer bezeichnet worden. Die gleiche Gewichtung erfuhren seine Taten durch das Kantonsgericht W, sodass insgesamt, ohne dass das Verwaltungsgericht sich im Einzelnen mit den Strafurteilen befassen muss, von einem sehr schweren Gesamtverschulden des BeschwerdefÃ¼hrers auszugehen ist. WÃ¤hrend des Rekursverfahrens befand er sich noch im Strafvollzug. Wie es sich heute verhÃ¤lt, kann offen bleiben und ist insofern nicht von Bedeutung, als in jedem Fall nicht davon gesprochen werden kann, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer nach seiner deliktischen Phase in irgendeiner Weise bewÃ¤hrt habe. FÃ¼r die Prognose ist weiter von Bedeutung, dass der BeschwerdefÃ¼hrer sich offenbar als immun gegen behÃ¶rdliche Warnungen gezeigt hat. SpÃ¤testens nach den drei Delikten bis zum Jahr 1993 hÃ¤tten ihm die Strafen ausreichende Warnung sein mÃ¼ssen. Die fremdenpolizeiliche Verwarnung nach dem nÃ¤chsten â vierten â Strafverfahren hÃ¤tte es dazu nicht bedurft. Allein auch diese Warnung hinderte den BeschwerdefÃ¼hrer nicht daran, ein erneutes (fÃ¼nftes) Mal verbrecherisch tÃ¤tig zu werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Nach den oben angefÃ¼hrten GrundsÃ¤tzen, die fÃ¼r die Sonderbehandlung im Rahmen des FreizÃ¼gigkeitsabkommens gelten, darf die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung nicht allein aufgrund einer strafrechtlichen Verurteilung erfolgen; vielmehr muss der Nachweis vorliegen, dass durch die auslÃ¤ndische Person eine aktuelle Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ordnung und Sicherheit besteht. Selbst wenn die StrafvollzugsbehÃ¶rde in einem Bericht vom 14. Juli 2005 die Voraussetzungen fÃ¼r eine zukÃ¼nftige deliktsfreie Lebensgestaltung als gegeben erachtet, ist fÃ¼r die FremdenpolizeibehÃ¶rde die Aussage, welche sich auf die individuelle Wiedereingliederung des StraftÃ¤ters und weniger auf die GefÃ¤hrdung von PolizeigÃ¼tern bezieht, zu relativieren. Abgesehen davon, dass eine Prognose immer mit Unsicherheiten behaftet ist, muss aufgrund der gesamten UmstÃ¤nde beim BeschwerdefÃ¼hrer davon ausgegangen werden, dass er im heutigen Zeitpunkt ein Risiko fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ordnung und Sicherheit darstellt. Die Schwere der begangenen Delikte und die darin geÃ¤usserte RÃ¼cksichtslosigkeit gegenÃ¼ber der Gesundheit unzÃ¤hliger Mitmenschen gebietet es, die Schwelle fÃ¼r die Annahme einer RÃ¼ckfallgefahr nicht allzu hoch anzusetzen. Zwar ist die Notwendigkeit, zukÃ¼nftige Risiken abwÃ¤gen zu mÃ¼ssen, erst aufgrund von Strafurteilen entstanden. Allerdings durfte der Regierungsrat auf die gesamte deliktische Vergangenheit des BeschwerdefÃ¼hrers zurÃ¼ckblicken und daraus den Schluss ziehen, dieser sei in gewissem Masse unbelehrbar und werde es bleiben. Somit stÃ¼tzt sich die Prognose des Regierungsrats nicht auf eine einzige strafrechtliche Verurteilung, sondern auf dessen gesamte Lebensgestaltung der letzten Jahre und ist damit die MÃ¶glichkeit eines einmaligen Fehltritts und der daraus sich ergebenden Unsicherheit, eine Prognose fÃ¼r die Zukunft abgeben zu mÃ¼ssen, nicht gegeben. Deshalb erachtet es auch das Verwaltungsgericht als mit den GrundsÃ¤tzen des FreizÃ¼gigkeitsabkommens vereinbar, wenn der Regierungsrat aufgrund der BerÃ¼cksichtigung der gesamten UmstÃ¤nde beim BeschwerdefÃ¼hrer von einer zukÃ¼nftigen Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ordnung und Sicherheit ausgegangen ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die Ã¼brigen Voraussetzungen des FZA sind ebenfalls erfÃ¼llt, namentlich, dass fÃ¼r die Massnahme allein das persÃ¶nliche (strafbare) Verhalten des AuslÃ¤nders den Ausschlag gibt, dass seine Verurteilung somit nicht vorwiegend aus generalprÃ¤ventiven GrÃ¼nden erfolgte, und dass jede Person schweizerischer StaatsangehÃ¶rigkeit bei gleichem Verhalten die gleiche Behandlung durch BehÃ¶rden und Gerichte erfahren hÃ¤tte wie der BeschwerdefÃ¼hrer. Damit ist auch dem MeistbegÃ¼nstigungsgebot im Sinne von Art. 1 ANAG und dem Diskriminierungsverbot gemÃ¤ss Art. 2 FZA GenÃ¼ge getan.</p> <p class="Urteilstext"><span>Dies fÃ¼hrt dazu, dass die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers, welche Teil der durch den Regierungsrat verfÃ¼gten Ausweisung ist, im Lichte des FreizÃ¼gigkeitsrechts nicht zu beanstanden ist. Zu prÃ¼fen bleibt, ob sich aus dem Landesrecht eine fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer gÃ¼nstigere LÃ¶sung ergÃ¤be (Art. 1 lit. a ANAG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Nach Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG kann der AuslÃ¤nder aus der Schweiz oder einem Kanton ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde. Die Ausweisung soll jedoch nur verfÃ¼gt werden, wenn sie nach den gesamten UmstÃ¤nden "angemessen", d. h. verhÃ¤ltnismÃ¤ssig (BGE 125 II 521 E. 2a) erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Dabei ist namentlich auf die Schwere des Verschuldens, auf die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz und auf die der betroffenen auslÃ¤ndischen Person und ihrer Familie â im Fall der NichtverlÃ¤ngerung der Bewilligung â drohenden Nachteile abzustellen (Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum ANAG [ANAV]). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Indem der Regierungsrat aufgrund sÃ¤mtlicher strafgerichtlicher Verurteilungen insgesamt von einem schweren Verschulden ausgegangen ist, ist dies in keiner Weise zu beanstanden. Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer dazu durch seinen Vertreter die Meinung vortrÃ¤gt, das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich habe die (vom Bezirksgericht auf zehn Jahre angeordnete) gerichtliche Landesverweisung aufgehoben mit der BegrÃ¼ndung, der BeschwerdefÃ¼hrer sei aufgrund seines langjÃ¤hrigen Aufenthalts in der Schweiz hier verankert, aus welchem Grund es der FremdenpolizeibehÃ¶rde beziehungsweise dem Regierungsrat nicht zustehe, sich gegen diese gerichtliche Regelung zu stellen, erfolgt dies wider besseres Wissen. Denn die fÃ¼r die Aufenthaltsbewilligungen auslÃ¤ndischer Personen zustÃ¤ndige VerwaltungsbehÃ¶rde ist zwar an eine gerichtliche Landesverweisung gebunden, nicht jedoch dadurch, dass das Gericht von einer Massnahme absieht (vgl. BGE 125 II 105 E. 2).</p> <p class="Urteilstext"><span>Daraus folgt aber auch direkt, dass, entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers, das Urteil des Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich, welches von einer gerichtlichen Landesverweisung absieht, keine bindende Wirkung fÃ¼r den Regierungsrat entfaltet in dem Sinn, dass das zugrunde liegende Strafurteil aus fremdenpolizeilicher Sicht nicht noch einmal belastend fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer berÃ¼cksichtigt werden dÃ¼rfe. Wie ausgefÃ¼hrt, ist die VerwaltungsbehÃ¶rde in keiner Weise gebunden, wenn das Gericht auf die Anordnung einer Landesverweisung verzichtet. Der Regierungsrat durfte vielmehr sÃ¤mtliche Strafen des BeschwerdefÃ¼hrers in die AbwÃ¤gung einbeziehen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Sowohl nach der Rechtsprechung zum FZA wie auch nach Art. 11 Abs. 3 ANAG hat eine fremdenpolizeiliche Massnahme verhÃ¤ltnismÃ¤ssig zu sein. Der Regierungsrat ging davon aus, dass das strafrechtliche Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers eine RÃ¼cksichts- und Hemmungslosigkeit gegenÃ¼ber Drogenkonsumenten manifestiere. Er habe aus Gewinnsucht gehandelt und sei selbst nicht drogenabhÃ¤ngig gewesen. Seine wiederholten Straftaten wÃ¼rden eine besondere Unempfindlichkeit und GleichgÃ¼ltigkeit gegenÃ¼ber behÃ¶rdlichen Anordnungen und Warnungen belegen. Die daraus abzuleitende RÃ¼ckfallgefahr kÃ¶nne auf keinen Fall hingenommen werden. Die Ausweisung sei Ã¼berdies fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer nicht unzumutbar. Er kenne Spanien aus seiner Jugendzeit, auch wenn er seit rund drei Jahrzehnten in der Schweiz lebe. Zu seinen Kindern habe er keinen oder wenig Kontakt. Diese wohnten ohnehin nicht in der Schweiz. Seiner Lebenspartnerin, welche hier nicht berufstÃ¤tig, sondern wie der BeschwerdefÃ¼hrer, von einer Invalidenrente lebe, kÃ¶nne ebenfalls zugemutet werden, in Spanien zu leben. </p> <p class="Urteilstext"><span>Diese EinschÃ¤tzung ist in Anbetracht der stÃ¤ndigen Rechtsprechung, laut der bereits Freiheitsstrafen von zwei Jahren Dauer fÃ¼r den Weiterbestand von Aufenthaltsrechten eine kritische Grenze darstellen, in keiner Weise zu beanstanden. Bei einem Strafmass, welches den kritischen Grenzwert mehr als dreifach Ã¼bersteigt, wÃ¤re eine Ausweisung oder NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung auch mÃ¶glich, wenn die Ausreise fÃ¼r die betroffene auslÃ¤ndische Person und ihre AngehÃ¶rigen kaum zumutbar wÃ¤re. Entgegen seiner â nicht substanziierten â Behauptung ist dies jedoch nicht der Fall und ist der Umzug fÃ¼r ihn und seine Partnerin, welche Spanisch als Muttersprache beherrscht, zwar mit Unannehmlichkeiten verbunden, nicht aber unzumutbar. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Aufgrund der massiven Freiheitsstrafen und obwohl der BeschwerdefÃ¼hrer sich zwar seit Ã¼ber 30 Jahren in der Schweiz aufhÃ¤lt, indessen nicht hier geboren ist, sondern seine Jugend bis zum 19. Altersjahr in seiner Heimat verbracht hat, hilft es ihm auch nicht, die in Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention verbÃ¼rgte Garantie des Privat- und Familienlebens anzurufen. Diese vermag bei hier geborenen AuslÃ¤ndern trotz einer Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe Ã¼ber das kritische Mass hinaus dem privaten Umfeld mehr Gewicht beizugeben. Im vorliegenden Fall kann indessen nicht von einem AuslÃ¤nder der "zweiten Generation" gesprochen werden, weshalb die AbwÃ¤gung zugunsten des Ã¶ffentlichen Interesses ausfÃ¤llt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Auch kÃ¶nnen dem BeschwerdefÃ¼hrer seine Beteuerungen, es bestehe kein Restrisiko an einem RÃ¼ckfall mehr, weil er wÃ¤hrend des Strafvollzugs den "richtigen Weg" gefunden und sich neue Denk- und Handlungsmuster angeeignet habe, nicht helfen. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist entweder immer noch im Strafvollzug oder erst vor kurzer Zeit entlassen worden. Jedenfalls kann ohnehin nicht beurteilt werden, ob er sich in der Freiheit bewÃ¤hren werde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die AbwÃ¤gung des Regierungsrats ist im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Aufenthaltsbewilligung nicht zu verlÃ¤ngern. Dieses Ergebnis ergibt sich bereits aus den Bestimmungen des FreizÃ¼gigkeitsabkommens. Selbst wenn die Vorschriften des ANAG anwendbar wÃ¤ren, wovon der Regierungsrat auszugehen scheint, ergibt sich nichts anderes.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Nach Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG erfÃ¼llt der BeschwerdefÃ¼hrer die Voraussetzungen fÃ¼r eine Ausweisung, wie dies der Regierungsrat angeordnet hat. Weil er indessen unter die Vorschriften des FreizÃ¼gigkeitsabkommens fÃ¤llt, stellt sich die Frage, ob dieses ebenfalls eine Ausweisung gleich wie die Art. 10 ff. ANAG vorsieht, oder ob dem BeschwerdefÃ¼hrer lediglich die Aufenthaltsbewilligung nicht zu verlÃ¤ngern ist. Die beiden Massnahmen unterscheiden sich dadurch, dass die Ausweisung â als hÃ¤rtere Massnahme â mit einer Einreisesperre gekoppelt ist (Art. 11 Abs. 4 ANAG), wogegen die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung eine Einreise fÃ¼r die Dauer von drei Monaten nicht ausschliesst (Art. 2 Abs. 1 ANAG).</p> <p class="Urteilstext"><span>Der Wortlaut von Art. 5 Abs. 1 Anhang 1 FZA spricht nur allgemein von "Massnahmen", die "aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerechtfertigt sind", wogegen Abs. 2 auf verschiedene EU-Richtlinien, unter anderen die bereits angefÃ¼hrte RL 64/221/EWG, verweist. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach der Praxis bestimmt in erster Linie das Landesrecht, welche auslÃ¤nderrechtlichen Massnahmen bei Vorliegen des Vorbehalts greifen (vgl. Marcel Dietrich, Die FreizÃ¼gigkeit der Arbeitnehmer in der EuropÃ¤ischen Union, ZÃ¼rich 1995, S. 508). Dabei kommt in der Praxis neben der Einreisesperre hÃ¤ufig die Ausweisung zur Anwendung, die im Einklang mit der RL 64/221 steht und notfalls kraft Landesrecht zwangsweise durch Ausschaffung oder eine vorausgehende Ausschaffungshaft vollstreckt werden darf (Dietrich, S. 508 f.). Damit steht der Ausweisung, wie sie der Regierungsrat gestÃ¼tzt auf Art. 10 ff. ANAG angeordnet hat, auch von Seiten des FZA nichts entgegen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Die Anordnung des Regierungsrats erweist sich somit im Ergebnis als rechtmÃ¤ssig, was zur Abweisung der Beschwerde fÃ¼hrt. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG) und steht ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG). Er stellt jedoch ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und VerbeistÃ¤ndung.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG kann privaten BeschwerdefÃ¼hrern, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Rechtsbegehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheinen, die Bezahlung von Verfahrenskosten und KostenvorschÃ¼ssen erlassen werden. Unter den nÃ¤mlichen Voraussetzungen haben sie nach § 16 Abs. 2 VRG Anspruch auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren.</p> <p class="Urteilstext"><span>Es kann davon ausgegangen werden, dass aufgrund des langjÃ¤hrigen Strafvollzugs die Mittellosigkeit wie auch die Voraussetzung, dass der BeschwerdefÃ¼hrer auf den Beizug eines Rechtsbeistands angewiesen war, gegeben sind. Als aussichtslos ist ein Begehren einzustufen, bei dem die Aussicht auf Gutheissung viel kleiner ist als jene auf Abweisung, sodass das Begehren kaum als ernsthaft bezeichnet werden kann; und "ein Selbstzahler, der Ã¼ber die nÃ¶tigen Mittel verfÃ¼gt, bei vernÃ¼nftiger AbwÃ¤gung der Aussichten vom Verfahren Abstand nÃ¤hme" (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A. ZÃ¼rich 1999, § 16 N. 32).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorliegend war zwar nach dem Landesrecht aufgrund der hohen Freiheitsstrafen die Gutheissung des Begehrens praktisch aussichtslos. Indessen verlangen die einschlÃ¤gigen Richtlinien, welche im Rahmen des FZA zu beachten waren, dass der auslÃ¤ndischen Person eine aktuelle GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung nachzuweisen ist, welche nicht allein aufgrund der gerichtlichen Bestrafung beurteilt werden darf. In diesem Zusammenhang bestand fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer ein gewisser Argumentationsspielraum, weshalb nicht von einer offensichtlichen und von Anfang an bestehenden Aussichtslosigkeit gesprochen werden kann. Aus diesem Grund ist das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines Rechtsbeistands zu bewilligen. Der Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer selbst sich nicht zur Hauptsache auf dieses Argument stÃ¼tzte, spielt dabei keine Rolle.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers hat seine Aufwendungen mit rund 7,5 Stunden angegeben, womit unter Einbezug der Barauslagen und der Mehrwertsteuer eine EntschÃ¤digung von Fr. 1'630.- angemessen erscheint.</span></p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss die Kammer:</p> <p class="Dispo">1.<span> </span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung bewilligt und es wird Rechtsanwalt B zu seinem unentgeltlichen Rechtsbeistand ernannt;</p> <p class="Einzug2"><span>2. Rechtsanwalt B wird als unentgeltlicher Rechtsbeistand von der Gerichtskasse mit Fr. 1'630.- (Barauslagen und MwSt inbegriffen) entschÃ¤digt;</span></p> <p class="Einzug2"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt, jedoch zufolge GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>