B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2662/2017 U r t e i l v o m 2 5 . J u n i 2 0 1 9 Besetzung Richterin Roswitha Petry (Vorsitz), Richter Simon Thurnheer, Richterin Gabriela Freihofer; Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch MLaw Céline Benz-Desrochers, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 24. April 2017 / N (…). E-2662/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am (…) August 2015 in der Schweiz um Asyl nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 14. August 2015 und der Anhörung vom 21. November 2016 machte er im Wesentlichen Folgen- des geltend: Er sei eritreischer Staatsangehöriger tigrinischer Ethnie und in B._______ geboren, wo er bis zu seiner Ausreise gewohnt habe. Das (…) Schuljahr habe er (im […) abgebrochen, da er aufgrund einer schweren Krankheit seines Vaters seine Familie habe unterstützen wollen. Da es immer wieder allgemeine Razzien gegeben habe, habe er im (…) 2014 versucht, aus Eritrea auszureisen. Er sei jedoch ertappt worden und zur Strafe bis im (…) 2014 in diversen Gefängnissen untergebracht worden, bis jemand für ihn eine Bürgschaft im Wert von Nakfa 100‘000. für einen einmonatigen Haft- urlaub bezahlt habe. Da er nach einem Monat nicht zurückgekehrt sei, habe die Person ihre Lizenz für ihr en Laden verloren. Bei seiner Entlas- sung habe er die Telefonnummer angeben müssen. Er sei zurück zu den Eltern und habe diese mit diversen Arbeiten unterstützt. Im (…) 2014 sei er mündlich und daraufhin noch einmal telefonisch zum Militärdienst aufge- boten worden. Wegen der Haft, der zweifachen mündlichen Militärdienst- aufforderung und diversen Razzien , sei ihm schliesslich alles zu viel ge- worden, weshalb er am (…) 2015 via Äthiopien, Sudan, Libyen und Italien in die Schweiz gereist sei. Als Beweismittel zum Nachweis seiner Herkunft reichte der Beschwerde- führer zwei Schulzeugnisse (im Original), einen Schülerausweis (im Origi- nal) sowie eine Kopie der Identitätskarte seines Vaters ein. B. Mit Verfügung vom 24. April 2017  eröffnet am 1. Mai 2017  verneinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es seine Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. C. Mit Beschwerde vom 8. Mai 2017 an das Bundesverwaltungsgericht bean- tragte der Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft sowie die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei der Wegweisungsvollzug wegen Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit auszusetzen sowie die vorläufige Aufnahme anzuordnen. E-2662/2017 Seite 3 Subeventualtier sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu- rückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um die Bestellung der rubrizierten Rechtsvertreterin als unentgeltli- che Rechtsbeiständin. D. Mit Verfügung vom 9. Mai 2017 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde und stellte fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. E. Mit Zwischenverfügung vom 11. Mai 2017 hiess die damalige Instruktions- richterin des Bundesverwaltungsgerichtes die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung gut, verzich- tete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und ordnete dem Be- schwerdeführer die rubrizierte Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbei- ständin bei. F. Am 13. Juli 2017 ging beim Bundesverwaltungsgericht die Kostennote der Rechtsbeiständin ein. G. Mit Eingabe vom 20. August 2018 nahm d er Beschwerdeführer unaufge- fordert ergänzend Stellung zur zwischenzeitlich erfolgten «Praxisverschär- fung» des Bundesverwaltungsgerichts. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Än- derung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und E-2662/2017 Seite 4 Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge- setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom- men worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue Gesetzesbezeich- nung verwenden wird. 2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, so- weit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel  so auch vorliegend  endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 3.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 4. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 5. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 6. 6.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Ur- kunden, Auskünfte der Parte ien, Auskünfte oder Zeugnis von Drittperso- nen, Augenschein und Gutachten von Sachverständigen). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-E-2662/2017 Seite 5 ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor- den sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber unvollständig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände be- rücksichtigt werden ( KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 630). Der Amts- grundsatz zur Feststellung des Sachverhalts findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Partei (Art. 8 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei aufgrund seiner versuch- ten illegalen Ausreise im (…) 2014 inhaftiert und gefoltert worden. Er habe gegenüber der Vorinstanz insistieren müssen, um überhaupt seine Erleb- nisse im Gefängnis geltend machen zu können. Diese habe dann auch nicht genau nachgefragt, was dort passiert sei, und somit offensichtlich ihre Abklärungspflicht verletzt. 6.3 Wie der Beschwerdeführer korrekt darlegt, ist die Vorinstanz während der Anhörung  trotz ausdrücklicher Bitte des Beschwerdeführers  nicht auf dessen Vorbringen zu seinen Gefängnisaufenthalten eingegangen (vgl. A21 F92 ff.). Ein gezieltes Nachfragen hätte hier erfolgen müssen. Aller- dings muss sich der Beschwerdeführer entgegenhalten lassen, dass er auf Beschwerdeebene Gelegenheit hatte, seine Gefängniserlebnisse ausführ- lich darzulegen. Seine diesbezüglichen Ausführungen fallen jedoch knapp aus und wiederholen im Wesentlichen, was er schon während der Anhö- rung vorbrachte. Zusätzliche Abklärungen zum übrigen Sachverhalt sind weder vom Beschwerdeführer beantragt worden noch ist ersichtlich, dass diese zu neuen sachdienlichen Erkenntnissen führen würden oder im vor- instanzlichen Verfahren entscheiderheblich gewesen wären. Aufgrund pro- zessökonomischer Überlegungen und mit Blick auf den Ausgang des Ver- fahrens kann in antizipierter Beweiswürdigung davon ausgegangen wer- den, dass weitere Sachverhaltsabklärungen bei der Beurteilung des vorlie- genden Verfahrens nicht zu einem anderen Entscheid führen könnten. Eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz erscheint daher nicht gerecht- fertigt. Der entsprechende Antrag ist abzuweisen. 7. 7.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 E-2662/2017 Seite 6 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 7.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfäls chte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 8. 8.1 Die Vorinstanz begründete den ablehnenden Asylentscheid mit der Un- glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers. Er habe anlässlich der BzP angegeben, etwa im (…) die Schule abgebrochen zu haben u nd am (…) 2015 ausgereist zu sein. An der Anhörung habe er aber den (…) 2014  drei Monate nach Schulabbruch  als Ausreisedatum genannt, wo- bei er diese Aussage auf entsprechenden Vorbehalt revidiert und geltend gemacht habe, dass es sich lediglich um einen Ausreiseversuch gehandelt habe. Dabei sei er gefasst und in diversen Gefängnissen inhaftiert worden. Er sei schliesslich im (…) 2014 gegen eine Bürgschaft entlassen worden und am (…) 2015 ausgereist. Diese Ungereimtheiten habe er mit situativ angepassten Angaben zu korrigieren versucht. Im (…) 2014 habe er ein mündliches Aufgebot für den Nationaldienst erhalten. Auf Rückfrage habe er ausgesagt, dass er durch eine zweite Aufforderung telefonisch dazu an- gehalten worden sei, im (…) 2014 an seinen letzten Haftort zurückzukeh- ren. Auch die zeitlichen Angaben zu den vorgebrachten Militärdienstaufge- boten seien unvereinbar beziehungsweise unlogisch. Erschwerend komme hinzu, dass sein angegebenes Geburtsjahr nicht mit den eingebrachten Schulzeugnissen übereinstimme. Aufgrund pflichtwidriger Nichtabgabe von rechtsgenügenden Ausweispapieren stehe seine Identität bis heute nicht fest. Seine Angaben zu den allgemeinen Raz zien seien vage. Zudem habe er erklärt, dass diese allgemeiner Natur gewesen seien und nicht ihm gegol- ten hätten. Später habe er dann ergänzt, aufgrund der Leiden in Haft aus- gereist zu sein. Dass er im (…) 2014 aus der Haft entlassen worden und erst weitere neun bis zehn Monate später ausgereist sei, sei nur schwer nachvollziehbar. Des Weiteren scheine auch seine Entlassung gegen eine Bürgschaft nicht logisch. Dass ihm ein einmonatiger Hafturlaub gewährt E-2662/2017 Seite 7 worden sei, erstaune vor dem Hintergrund der Ursache seiner angeblichen Inhaftierung umso mehr. Es sei nicht logisch, dass er die Schule abgebro- chen habe, um seine Familie zu unterstützen, zumal er angegeben habe, gleich nach Schulabbruch bereits draussen übernachtet zu haben. Noch weniger Sinn mache, dass er zwar aus der Haft entlassen, aber auch nach zwei militärischen Aufgeboten mehrere Monate i n der Heimat verblieben sei, um dann doch aufgrund der allgemeinen Razzien auszureisen. Insge- samt seien seine Aussagen in wesentlichen Punkten widersprüchlich, situ- ativ angepasst und nicht nachvollziehbar und somit insgesamt als unglaub- haft zu beurteilen. Allein aufgrund der i llegalen Ausreise sei nicht mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass er sich mit Sanktionen seines Hei- matstaates konfrontie rt sehen würde, die e rnsthafte Nachteile gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG darstellen würden. Andere Anknüpfungspunkte, welche den Beschwerdeführer in den Augen des eritreischen Regimes als misslie- bige Person erscheinen lassen könnten, seien nicht ersichtlich. 8.2 Auf Beschwerdeebene machte der Beschwerdeführer geltend, bei sei- nem ersten Ausreiseversuch gefasst und anschliessend inhaftiert worden zu sein. Dies habe er in der Anhörung nicht weiter ausführen können. Dass er trotz dieses Haftgrundes einen Hafturlaub erhalten habe, was gemäss Vorinstanz unlogisch sei, könne ihm nicht vorgeworfen werden. Da es Raz- zien gegeben habe, habe er draussen übernachten und sich verstecken müssen. Dies sei logisch und nicht anders zu erwarten gewesen, da junge Personen in Eritrea für die militärische Ausbildung zu Hause aufgesucht und verhaftet würden, sobald sie nicht mehr die Schule besuchen würden. Da ihm «alles zu viel» geworden sei, sei er Ende (…) 2015 illegal ausge- reist, wobei auf ihn geschossen worden sei . Dieses Verhalten sei logisch und nachvollziehbar. Die Vorinstanz beziehe sich in ihrem Entscheid ledig- lich auf die angeblichen Ungereimtheiten der zeitlichen Angaben. Dass er sich aber nicht an die genauen Da ten der geschilderten Ereignisse zu er- innern vermöge, sei nicht entscheidend. Er habe seine Asylvorbringen in den zentralen Punkten glaubhaft und ohne Widersprüche dargelegt. Über- dies habe er alles Zumutbare unternommen, um seine Identität nachzuwei- sen. Eine Identitätskarte besitze er nicht. Auch betreffend sein Alter gebe es nur eine kleine Unstimmigkeit. Ihm könnten die Handlungen der Behör- den in Eritrea beziehungsweise des Schuldirektors nicht vorgeworfen wer- den. Es sei folglich glaubhaft, dass er Kontakt zu den Behörden gehabt habe und hätte rekrutiert werden sollen. E-2662/2017 Seite 8 9. 9.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet  im Ge- gensatz zum strikten Beweis  ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent- liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick- sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substanziierte, im Wesent- lichen widerspruchsfreie und konkrete Sc hilderung der dargelegten Vor- kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte- nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei- chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch- lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei- lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele- mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub- stanziiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor- bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we- sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver- haltsdarstellung sprechen (vgl. Urteil des BVGer D -5779/2013 vom 23. Februar 2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 9.2 Die Vorinstanz bezweifelt, dass der Beschwerdeführer aufgrund zweier Militärdienstaufgebote beziehungsweise des Vorwurfs der illegalen Aus- reise verfolgt worden sei. Nachfolgend wird auf die von der Vorinstanz an- geführten Unglaubhaftigkeitselemente und die vom Beschwerdeführer diesbezüglich entgegneten Argumente beziehungsweise Aussagen an- lässlich der Befragung und Anhörung eingegangen. 9.3 Die Vorinstanz wirft dem Bes chwerdeführer vor, seine Identität nicht nachgewiesen zu haben, da er Falschangaben zu seinem Alter gemacht habe. Dieser gab jedoch durchwegs das Jahr (…) als sein Geburtsjahr an und liess sich auch nicht durch die entgegenstehenden Angaben in den Schulzeugnissen beziehungsweise dem Schülerausweis und die Vorhal- tungen der befragenden Person (vgl. A21 F4  F13) beirren. Der Beschwer- deführer ist im (…), geboren. Je nachdem, ob vom Alter zu Beginn des E-2662/2017 Seite 9 Schuljahres oder zum Zeitpunkt der Ausstellung des Schulzeugnisses aus- gegangen wird, können unterschiedliche Altersangaben resultieren. Vorlie- gend ist wohl von unterschiedlichen Daten ausgegangen worden bezie- hungsweise eine Fehlberechnung erfolgt. Im Schulzeugnis der (…) Klasse ([…]) wird vermerkt, er sei (…) Jahre alt gewesen. Aus dem Zeugnis der (…) Klasse ([…]) geht das Alter von (…) Jahren hervor. Der Beschwerde- führer hätte demnach in zwei Jahren drei Klassen absolvieren müssen. Diese unterschiedliche Berechnungsmethode würde auch erklären, wes- halb auf dem Schülerausweis vom Jahrgang (…) ausgegangen wurde. Ob Jahrgänge beim Wechsel in die Sekundarschule zum Teil tatsächlich wil- lentlich angepasst werden, um allenfalls einen möglichen Einzug ins Militär vor Abschluss der 11. Klasse zu verhindern, ist dem Gericht nicht bekannt. Allerdings ist nicht ersichtlich, weshalb sich der Beschwerdeführer älter machen sollte als er tatsächlich ist, zumal ihm dadurch keinerlei Vorteile erwachsen. Folglich kann nicht von der Richtigkeit dieser Altersangaben ausgegangen werden und die entsprechenden Widersprüche vermögen die Beurteilung der Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers nicht negativ zu behaften. Ihm kann diesbezüglich auch k eine mangelnde M itwirkung vorgeworfen werden, da er sich sichtlich bemüht hat, die vorgebrachten Dokumente zu beschaffen (vgl. A6 Ziff. 4.04 und A21 F14) . Überdies scheint es durchaus plausibel und widerspricht auch nicht den Länder- kenntnissen des Gerichts, dass er keine Identitätskarte hatte, wird doch eine solche erst ab dem 18. Lebensjahr ausgestellt (vgl. Human Rights Council, Report of the detailed findings of the Commission of Inquiry on Human Rights in Eritrea, 5. Juni 2016, S. 102, https://www.oh- chr.org/Documents/HRBodies/HRCouncil/CoIEritrea/A_HRC_29_CRP- 1.pdf, abgerufen am 13. März 2019). Der Beschwerdeführer hätte somit frühestens im (…) eine Identitätskarte beantragen können. Zu diesem Zeit- punkt hat er gemäss eigenen Aussagen aber bereits im Fokus der eritrei- schen Behörden gestanden, weshalb es nachvollziehbar erscheint, dass er kein entsprechendes Verfahren zur Ausstellung dieses Dokume nts an- gestrebt hat. 9.4 Die Vorinstanz hat sowohl an der BzP (vgl. A6 Bst. h) als auch in einer entsprechenden Aktennotiz vom 14. August 2015 (vgl. A7) festgehalten, dass die Befragung zur Person stark verkürzt ausgefallen war. Es kann dem Beschwerdeführer nicht vorgeworfen werden, dass er anlässlich der BzP lediglich den erfolgreichen Fluchtversuch im Jahr 2015 erwähnt hat, zumal er nicht zu den Gründen, welche ihn zur Flucht bew ogen hatten, befragt worden war (vgl. A6 Ziff. 7.01). Die von der Vorinstanz festgestellte zeitliche Abweichung von einem Monat betreffend die erfolgreiche Ausreise E-2662/2017 Seite 10 im Jahr 2015 ist nicht ausschlaggebend und somit vernachlässigbar. Über- dies stimmen seine Angaben in der BzP zur gelungenen Flucht im Jahr 2015 grösstenteils mit denen in de r Anhörung überein (vgl. A6 Ziff. 5.01 und A21 F51). In Bezug auf die Haft infolge der versuchten illegalen Aus- reise macht der Beschwerdeführer an der Anhörung mehr und detailliertere Angaben als zu den angeblichen Militärdienstaufgeboten und der Bürg- schaft. So ist er im Stande, Einzelheiten wie die Unterbringung in (…) oder die verschiedenen Namen der Gefängnisse vorzubringen (vgl. A21 F32 und F91 f.). Er schildert auch im Detail, wie er auf dem Weg ins erste Ge- fängnis gefesselt und misshandelt worden sei (vgl. A21 F92). Wie die Rechtsvertretung korrekt vorbringt, hat der Beschwerdeführer zudem da- rauf beharren müssen, hierzu mehr erzählen zu dürfen (vgl. A21 F89–91). Zwar liegen insgesamt keine detaillierten Informationen über seinen Ge- fängnisaufenthalt vor. Jedoch sprechen die wenigen, aber präzisen Anga- ben des Beschwerdeführers und insbesondere sein Insistieren in der An- hörung gesamthaft betrachtet für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen in Bezug auf die Haft. Es handelt sich daher aus Sicht des B undesverwal- tungsgerichts auch nicht um situativ angepasste Angaben. 9.5 In Bezug auf die angeblichen Aufgebote in den Militärdienst und die Bürgschaft ist der Auffassung der Vorinstanz hingegen zu folgen. Der Be- schwerdeführer brachte die beiden Aufgebote erst auf explizite Anfrage vor (vgl. A21 F40); zuvor hatte er lediglich von der Gefangenschaft und den allgemeinen Razzien gesprochen, welche ihn zur Ausreise bewogen hät- ten. Den bevorstehenden Militärdienst erwähnte er mit keinem Wort (vgl. A21 F32-39). Selbst bei der Nachfrage nach allfällig geleistetem Militär- dienst machte er keine entsprechenden Aufgebote geltend (vgl. A21 F39). Erst nach diversen Rückfragen erklärte er, einen einmonatigen Hafturlaub  welcher konsequenterweise eine Rückkehr nach einem Monat impliziert  erhalten zu haben und ungefähr einen Monat nach Ablauf dieser Frist, das heisst im (…) 2014, mündlich durch die Gemeinde seines Heimatdor- fes und später wieder telefonisch durch die Behörden in C._______ zum Militärdienst aufgefordert worden zu sein (vgl. A21 F40 ff. und F75). Diese Angaben zu den unterschiedlichen Zuständigkeiten scheinen wenig über- zeugend. Da er angeblich bereits im (…) 2014 wieder hätte einrücken müs- sen, wären viel eher Mahnungen und entsprechende Zwangsmassnahmen zu erwarten gewesen. Dass bis im (…) 2015 lediglich allgemeine Razzien und keine Suche nach ihm stattgefunden hätten, ist demzufolge wenig plausibel. Das gilt auch für die geltend gemachte Bürgschaft. Der Be- schwerdeführer bringt lediglich vor, eine Person habe mit einer Laden -Li- zenz im Wert von Nakfa 100‘000. für ihn gebürgt und aufgrund seiner E-2662/2017 Seite 11 Weigerung, nach C._______ zurückzukehren, diese Lizenz verloren (vgl. A21 F32, F7578). Es scheint äusserst verwunderlich, dass der Beschwer- deführer die Person, welche für ihn einen solch hohen Betrag bezahlt be- ziehungsweise ihre ganze Existenz aufs Spiel gesetzt haben soll, nur um ihm einen einmonatigen Urlaub zu ermöglichen, nicht einmal beim Namen nennt oder die Beziehung zu dieser Person beschreibt. Zwar wäre die Vor- instanz auch hier dazu angehalten gewesen, etwas intensiver nachzufra- gen und de m Ganzen auf den Grund zu gehen . Allerdings ist es letztlich aber auch die Pflicht des Beschwerdeführers, seine Asylgründe vorzubrin- gen und diese zu substanziieren. Es kann nicht Aufgabe der Asylbehörden sein, den Beschwerdeführer mühsam zum Reden zu bringen. Dieser hat auch nicht den Anschein erweckt, mehr erzählen zu wollen oder zu können, und hat die angeblichen militärischen Aufgebote und die Bürgschaft auch in der Beschwerdeschrift nicht mehr angesprochen, geschweige denn kon- kretisiert. Es ist folglich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus der Haft entlassen worden ist, ohne eine Bürgschaft leisten zu müssen und in den Militärdienst aufgefordert worden zu sein. 9.6 Betreffend die vorgebrachten Razzien ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer zwar vage bleibt, aber auch nicht zu Übertreibungen neigt und etwa behauptet, diese Personen seien lediglich auf der Suche nach ihm gewesen (vgl. A21 F3537 und F70 f.). Dass er tagsüber auf dem Feld gearbeitet habe  wo er offenbar vor den Soldaten sicher war (vgl. etwa DAVID BOZZINI, En état de siège. Ethnographie de la mobilisation na- tionale et de la surveillance en Érythrée, 23. Mai 2011, S. 123126; Home Office [United Kingdom], Country Information and Guidance, Eritrea: Na- tional [incl. Military] Service, Version 2.0e, September 2015, Rz. 13.1.3 und 13.1.11 f.)  und sich auch nachts von zu Hause ferngehalten haben will, scheint nachvollziehbar und widersprich t auch nicht seiner Aussage, die Schule abgebrochen zu haben, um die Familie zu unterstützen (vgl. A21 F19). Dass in den Dörfern allgemeine Razzien zur Rekrutierung von Sol- daten stattfinden, ist dem Gericht bekannt (vgl. etwa Europäisches Asylun- terstützungsbüro [EASO], EASO-Bericht über Herkunftsländer-Informatio- nen, Eritrea: Nationaldienst und illegale Ausreise , November 2016, Kap. 1.2.3). 9.7 Es ist dem Beschwe rdeführer folglich gelungen, glaubhaft darzutun , aufgrund seines Ausreiseversuchs im (…) 2014 verhaftet und geschlagen worden zu sein. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass er für den Mi- litärdienst aufgeboten worden ist. Vielmehr spricht alles dafür, dass er aus E-2662/2017 Seite 12 der Haft entlassen worden ist. Die allgemeinen Razzien sind zu wenig in- tensiv, um zur Bejahung einer asylrelevanten Verfolgung zu führen. Allein der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer  welcher nunmehr im mili- tärdienstpflichten Alter ist  vor einem künftigen Einzug in den Militärdienst fürchtet, vermag die Flüchtlingseigenschaft nicht zu begründen. 9.8 Zusammenfassend liegen daher keine asylrelevanten Vorfluchtgründe vor. 10. 10.1 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat  etwa durch ein illegales Verlassen des Landes  eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG gel- tend. Diese begründen die Flüchtlingseig enschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nach- weisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenom- men (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 10.2 Zur illegalen Ausreise des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht im Referenzurteil D-7898/2015 vom 30. Ja- nuar 2017 nach einer eingehenden quellengestützten Lageanalyse (E. 4.6–4.11) zum Schluss kam, dass die bis herige Praxis, wonach eine illegale Ausreise per se zur Flüchtlingseigenschaft führte, nicht mehr auf- rechterhalten werden könne (E. 5.1). Es sei nicht mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass einer Person einzig aufgrund ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea eine asylrelevante Verfolgung drohe. Für die Begründung der Flüchtlingseigenschaft im eritreischen Kontext bedürfe es neben der illegalen Ausreise zusätzlicher Anknüpfungspunkte, welche zu einer Verschärfung des Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich re- levanten Verfolgungsgefahr führen könnten (E. 5.1 f.). 10.3 Das SEM verneint das Vorliegen zusätzlicher Anknüpfungspunkte, da die Vorfluchtgründe nicht glaubhaft seien. 10.4 Die angefochtene Verfügung erweist sich in diesem Punkt als unz u- treffend. Aufgrund der stimmigen und hinreichend substanziierten Aussa- gen des Beschwerdeführers zu seiner illegalen Ausreise, ist diese für glaubhaft zu erachten. Wie in Erwägung 9.4 ausgeführt, ist es ebenfalls glaubhaft, dass der Beschwerdeführer unter dem Vorwurf, das Land illegal E-2662/2017 Seite 13 verlassen zu wollen, inhaftiert worden ist. Es ist anzunehmen, dass diese bereits erfolgte (und abgeschlossene) Verfolgung des Beschwerdeführers durch die illegale Ausreise eine Aktualisierung erfährt, weshalb darin ein zusätzlicher Anknüpfungspunkt zu erkennen ist, welcher zusammen mit der illegalen Ausreise des Beschwerdeführers zur Bejahung einer aktuellen Verfolgungsgefahr und folglich auch zur Bejahung der Flüchtlingseigen- schaft zu führen hat (vgl. Urteil des Bundesverwalt ungsgerichts D-6288/2017 vom 9. November 2018, E. 7.5). 11. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde betreffend die Flüchtlingseigen- schaft und den Wegweisungsvollzug gutzuheissen, die Dispositivziffern 1, 4 und 5 der angefochtenen Verfügung des SEM vom 24. April 2017 sind aufzuheben und der Beschwerdeführer als Flüchtling zu anerkennen. Das SEM ist anzuweisen, ihn vorläufig aufzunehmen (Art. 83 Abs. 8 AuG [SR 142.20]). Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 12. 12.1 Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die Parteientschädigung sind grundsätzlich nach dem Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen auf- zuerlegen beziehungsweise zuzusprechen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Be- schwerdeführer ist bezüglich seiner Anträge auf Fests tellung der Asylge- währung und der Aufhebung der Wegweisung unterlegen. Bezüglich der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Anordnung der vorläufi- gen Aufnahme hat er obsiegt. Praxisgemäss bedeutet dies ein hälftiges Obsiegen, weshalb die Verfahrenskosten grundsätzlich zur Hälfte dem Be- schwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem in der Zwischenverfügung vom 11. Mai 2017 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutge- heissen wurde, ist von einer teilweisen Kostenauflage abzusehen. 12.2 Soweit der Beschwerdeführer  hälftig  obsiegt, ist ihm zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung (Art. 64 VwVG; Art. 7 ff. des Regle- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin hat gemäss der Honorarnote vom 12. Juli 2017 einen Aufwand von 6.5 Stunden betreffend die erste Beschwerdeeingabe vom 8. Mai 2107 ausgewiesen, wobei sie Kosten von Fr. 975. geltend macht. Auslagen werden keine ausgewiesen. Der veranschlagte Stundensatz von E-2662/2017 Seite 14 Fr. 150. bewegt sich im gemäss Art. 10 Abs. 2 VGKE vorgesehenen Rah- men. Bezüglich der Beschwerdeergänzung wurde keine Kostennote ein- gereicht, weshalb die notwendigen Parteikosten aufgrund der Akten zu be- stimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 913 VGKE) und unter Berücksichti- gung der vielen Textbausteine in beiden Eingaben (wobei die zweite in di- versen Verfahren eingebracht wurde) ist von einem Aufwand von insge- samt 7 Stunden auszugehen. Die Vorinstanz ist demnach anzuweisen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der Höhe von gerun- det Fr. 525. (ohne Mehrwertsteuerzuschlag, da nicht me hrwertsteuer- pflichtig) auszurichten. 12.3 Soweit der Beschwerdeführer demgegenüber  hälftig  unterliegt, ist seiner Rechtsvertreterin, die mit Zwischenverfügungen vom 11. Mai 2017 als amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet worden ist, für ihre Aufwendun- gen im Beschwerdeverfahren ein Honorar zu Lasten der Gerichtskasse auszurichten. Bei amtlicher Vertretung geht das Gericht in der Regel von einem Stunden- ansatz von Fr. 100. bis Fr. 150. für nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Vertretern aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE), wobei nur der not- wendige Aufwand zu entschädigen ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Auch hier ist folglich von einem Stundenan satz von Fr. 150.  auszugehen. Der Rechtsvertreterin ist demnach ein amtliches Honorar in der Höhe von Fr. 525. (ohne Mehrwertsteuerzuschlag, da nicht mehrwertsteuerpflichtig) zulasten der Gerichtskasse auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) E-2662/2017 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird betreffend die Flüchtlingseigenschaft und den Voll- zug der Wegweisung (Dispositivziffern 1, 4 und 5 der angefochtenen Ver- fügung) gutgeheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen. 2. Die Ziffern 1, 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des SEM vom 24. April 2017 werden aufgehoben. Das SEM wird angewiesen, den Beschwerde- führer als Flüchtling vorläufig aufzunehmen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 525. auszurichten. 5. Das Honorar der amtlichen Rechtsbeiständin wird auf Fr. 525. festgesetzt und durch die Gerichtskasse vergütet. 6. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Roswitha Petry Regina Seraina Goll Versand: