<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-08-05-5A_527-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_527/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 5. August 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied, </div> <div class="para">Bundesrichter von Werdt, Bovey, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.B.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Wilfried Gaiser, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Konkursamt Küsnacht, </div> <div class="para">Kohlrainstrasse 10, Postfach 428, </div> <div class="para">8700 Küsnacht, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">D.E.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Joachim Breining. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Rechtsstillstand und Rechtsverweigerung (Exmission), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als obere kantonale Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs vom 24. Juni 2020 (PS200125-O/U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">Für die Vorgeschichte kann auf die Urteile 5A_95/2019 (paulianische Anfechtungsklage betreffend Liegenschaftsübertragung an die rubrizierte Beschwerdeführerin) und 5A_426/2020 (Fristsetzung zum Verlassen der zu versteigernden Liegenschaft) verwiesen werden. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 23. April 2020 verweigerte das Konkursamt Küsnacht der Beschwerdeführerin den von ihr im Zusammenhang mit dem Verlassen der Liegenschaft beantragten Rechtsstillstand. </div> <div class="para">Mit Beschluss vom 22. Mai 2020 trat das Bezirksgericht Meilen als untere Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibung und Konkurs auf die hiergegen erhobene Beschwerde nicht ein. </div> <div class="para">Mit Urteil vom 24. Juni 2020 trat das Obergericht des Kantons Zürich als obere Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibung und Konkurs auf die eingereichte Beschwerde zufolge abgelaufener Beschwerdefrist nicht ein; in Bezug auf die (jederzeit rügbare) Komponente der Rechtsverweigerung wies es die Beschwerde ab. Ferner wies es das Fristerstreckungsgesuch ab und trat auf das neu erhobene Gesuch um Gewährung eines Rechtsstillstandes bis 31. Dezember 2020 mangels funktioneller Zuständigkeit nicht ein. </div> <div class="para">Dagegen wurde am 6. Juli 2020 (Eintreffen der am 2. Juli 2020 in Deutschland aufgegebenen Sendung bei der Schweizerischen Post; vorab bereits ungültige Fax-Eingabe vom 29. Juni 2020) beim Bundesgericht eine Beschwerde erhoben mit den Begehren um superprovisorische Untersagung der auf den 30. Juni 2020 anberaumten Exmission, um Aufhebung der Verfügung des Konkursamtes Küsnacht vom 23. März 2020, der Beschlüsse der unteren Aufsichtsbehörde vom 21. April 2020 und 22. Mai 2020 sowie des Urteils der oberen Aufsichtsbehörde vom 24. Juni 2020, um Gewährung der Akteneinsicht und um Gewährung eines Rechtsstillstandes wegen schwerer Erkrankung bis 31. Dezember 2020. </div> <div class="para">Das Bundesgericht hat die Akten eingeholt und dem Rechtsanwalt der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 30. Juni 2020 mitgeteilt, dass Fax-Eingaben ungenügend sind und die Beschwerde im Original einzureichen ist. Nach Eingang eines Originalexemplars wurde mit weiterer Verfügung vom 8. Juli 2020 das Gesuch um superprovisorische Massnahmen abgewiesen und mitgeteilt, dass die Akteneinsicht nicht zu einer Fristverlängerung führt und keine Akten ins Ausland versandt werden, sondern beim Gericht Einsicht zu nehmen ist. Auf die Kostenvorschussverfügung reagierte die Beschwerdeführerin mit einem selbst verfassten Schreiben vom 27. Juli 2020, wonach generell sämtliche Schulden bezüglich Gerichtskosten zu erlassen seien, da sie durch jahrelanges Prozessieren krank geworden sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Anfechtungsobjekt kann einzig der kantonal letztinstanzliche Entscheid bilden (<span class="artref">Art. 75 Abs. 1 BGG</span>); soweit sich die Beschwerde gegen Entscheide anderer Instanzen richtet, ist darauf von vornherein nicht einzutreten. </div> <div class="para">Ebenfalls von vornherein nicht einzutreten ist mangels funktioneller Zuständigkeit auf das Gesuch um Rechtsstillstand wegen angeblich schwerer Erkrankung (Asthma und psychischer Stress im Zusammenhang mit der drohenden Ausweisung). Bereits im angefochtenen Urteil wurde hierüber mit zutreffendem Hinweis auf die fehlende funktionelle Zuständigkeit nicht entschieden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">In der Sache wird der Vorinstanz dahingehend eine Gehörsverweigerung vorgeworfen, als sie zu Unrecht wegen Verspätung nicht auf die Beschwerde eingetreten sei, indem sie die rechtzeitige Fax-Eingabe unberücksichtigt gelassen habe. Diese Begründung geht fehl: Fax-Eingaben sind mangels Unterschrift ungenügend und deshalb in sämtlichen Rechtsbereichen auch nicht fristwahrend (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=30&amp;from_date=04.08.2020&amp;to_date=23.08.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-II-252%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page252">BGE 121 II 252</a>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=30&amp;from_date=04.08.2020&amp;to_date=23.08.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-IV-299%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page299">142 IV 299</a> E. 1.1 S. 301 f.; Urteil 5A_249/2020 vom 3. April 2020 E. 1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet, soweit überhaupt auf sie einzutreten ist. Mithin ist im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG</span> zu entscheiden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Soweit mit dem Schreiben vom 27. Juli 2020 ein sinngemässes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt sein sollte, wäre es abzuweisen, weil die Beschwerde, wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, offensichtlich von Anfang an aussichtslos war und es deshalb an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (<span class="artref">Art. 64 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das allfällige Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, dem Konkursamt Küsnacht, D.E.________ und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, als obere kantonale Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 5. August 2020 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: Escher </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>