Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. April 2021 (720 20 311 / 91) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision der IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch D r. Claude Schnüriger, Advokat, Lange Gasse 90, Postfach 335, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1959 geborene A.____ meldete sich erstmals am 2 9. November 1996 unter Hinweis auf Rücken- und Knieleiden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungs- bezug an. Nachdem ihm zweimal berufliche Massnahmen zu gesprochen worden waren, wurde auch der Anspruch auf eine Invalidenrente geprüft. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse sowie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) A.____ schliesslich mit Verfügung vom 3. September 1999 eine vom Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. September 1997 bis zum 31. Juli 1998 befristete gan ze Rente und ab 1. August 1998 eine halbe Rente zu. A.2 Aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszusta ndes des Versicherten erhöhte die IV-Stelle die Rente mit Verfügung vom 16. März 2001 mit Wirkung ab 1. November 2000 auf eine ganze Rente. Im Rahmen von Revisionen in den Jahren 2005, 2009 sowie 2012 bestätigte die IV-Stelle den Rentenanspruch jeweils mittels Mitteilungsbeschluss. A.3 Im September 2016 leitete die IV-Stelle von Amt es wegen eine weitere Revision ein. Nach Abklärung der medizinischen Verhältnisse und durchgeführtem Vorbescheidverfahren hob sie die Invalidenrente von A.____ aufgrund einer erheblichen Verbesserung des Gesundheitszu- standes und gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 8 % mit Verfügung vom 2. Juli 2020 auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats auf. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Dr. Clau de Schnüriger, Advokat, mit Eingabe vom 27. August 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel -Landschaft, Abteilung Sozialver- sicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei die Verfügung vom 2. Juli 2020 aufzu- heben und die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, ihm weiterhin eine ganze Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 76 % zu entrichten. Es seien sämtliche Gerichts- und Anwaltskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass er bei Einleitung der Revision im September 2016 bereits 57 Jahre alt gewesen sei und seit 1997, mithin seit mehr als 15 Jahren, eine IV-Rente bezogen h abe. Da die Rentenzusprache am 16. März 2001 aufgrund einer somatoformen Schmerzstörung e rfolgt sei, dürfe die Rente gemäss den Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, 1. Massnahmen- paket) lit. a Abs. 4 nicht abgeändert werden. Des We iteren habe sich die Beschwerdegegnerin auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Rheumatologie, und Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. bzw. 29. August 2017 abgestützt, wobei das psychiatrische Teilgutachten aus verschiedenen Gründen n icht überzeugend sei. Ferner seien die beiden Gutachten nicht sehr aktuell, und die Beschwerdegegnerin habe es versäumt, beim Hausarzt des Versicherten einen aktuellen Bericht ein zuholen. Schliesslich habe die Be- schwerdegegnerin bei der Berechnung des Invalideneinkommens einen viel zu tiefen leidensbe- dingten Abzug vorgenommen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 6. Oktober 2020 schloss d ie Beschwerdegegnerin auf Ab- weisung der Beschwerde. D. Mit Replik vom 10. Dezember 2020 hielt der Beschwerd eführer an seinen eingangs ge- stellten Rechtsbegehren fest. Auch die Beschwerdegegnerin hielt daraufhin mit Duplik vom 5. Ja- nuar 2021 an ihrem Abweisungsantrag fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen – unter Berücksichtigung des Fristen- stillstandes vom 15. Juli bis zum 15. August – frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 27. August 2020 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min- destens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be- ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (vgl. BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (vgl. BGE 128 V 29). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig- keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterla- gen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stel- len haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen d er versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa- rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinisch e These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, o b dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belasten- den psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbs- fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Um festzustellen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, sind sämtliche psychischen Erkrankun- gen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. 4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialver sicherungsprozess sind vom Un- tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von A mtes wegen für die richtige und voll- ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa- chen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des B undesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt sowei t zu ermitteln, dass über den Leis- tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschie- den werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 5. Der Beschwerdeführer macht in erster Linie geltend, dass er 1959 geboren sei und seit 1997 eine Rente beziehe, weshalb es der Beschwerdegegnerin aus Gründen seines Alters (55+) und der Rentenbezugsdauer (15+) verwehrt sei, die best ehende Rente, welche aufgrund einer somatoformen Schmerzstörung zugesprochen worden sei, abzu ändern. Er begründet dies mit Verweis auf die Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 (IV-Revision 6a). 5.1 Gemäss lit. a Abs. 1 SchlB IVG werden Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch un- klaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare or ganische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten d er Änderung überprüft. Sind die Voraus- setzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Abs. 1 findet keine Anwen- dung auf Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens d er Änderung das 55. Altersjahr zurück- gelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen (Abs. 4). 5.2 Bei den von den Eidgenössischen Räten am 18. März 2 011 beschlossenen und am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen zur 6. IVG-Revision geht es um die generelle Überprüfung von Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Be- schwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen worden waren. Dies soll innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der Änderung geschehen. Dabei sollen Renten auch gekürzt oder aufgehoben werden, wenn sich der Invalidit ätsgrad der versicherten Person nicht Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht erheblich geändert hat. Hierfür regelt die erwähnte Schlussbestimmung in Abs. 4, dass die er- wähnte Überprüfung auf Personen (mit dem obgenannten Beschwerdebild) keine Anwendung findet, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderu ng das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleite t wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen. Nach der Botschaft werden mit einer solchen Besitzstands- garantie die Gesichtspunkte der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes berücksichtigt, weil eine Wiedereingliederung in diesen Fällen faktisch ausgeschlossen sein dürfte (Bundesblatt [BBl] 2010, S. 1912; SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.4). 5.3 Im Bereich der Wiedereingliederung nach langjähr igem Rentenbezug wurden die beiden Abgrenzungskriterien (55+ und 15+) analog übernommen. Dies bedeutet nun allerdings nicht, dass die darunter fallenden Rentner/innen in dem revisi ons- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) bzw. gege- benenfalls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 A TSG) Kontext einen Besitzstandsan- spruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zu gestanden, dass – von Ausnahmen abgesehen – aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbstein- gliederung nicht mehr zumutbar ist (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.5). 5.4 Dem Beschwerdeführer ist insofern beizupflichten, als er im Zeitpunkt, in dem die aktu- elle Überprüfung eingeleitet wurde, mithin im Septe mber 2016, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung bezogen hat. Hingegen hat er im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung, das heisst per 1. Januar 2012, das 55. Al tersjahr noch nicht zurückgelegt. Die ganze Invalidenrente wurde ihm ausserdem insbesondere a ufgrund einer anhaltenden somato- formen Schmerzstörung zugesprochen. Wie bereits erwähnt, sind die Schlussbestimmungen zur 6. IVG-Revision jedoch bereits am 1. Januar 2012 in Kr aft getreten. Die Renten, welche bei pa- thogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebild ern ohne nachweisbare organi- sche Grundlage gesprochen worden waren, sollten innerhalb von drei Jahren ab Inkrafttreten der Änderung, mithin bis zum 1. Januar 2015, generell übe rprüft werden. Als die vorliegende Ren- tenrevision im September 2016 eingeleitet worden war, waren diese drei Jahre somit bereits ab- gelaufen. Die IV-Stelle hat die Überprüfung der Rente denn auch nicht gestützt auf die Schluss- bestimmungen durchgeführt, sondern in Anwendung von Art. 17 ATSG. Das Kantonsgericht ist der Auffassung, dass es nicht Sinn und Zweck dieser Schlussbestimmun- gen sein kann, dass Rentenbezüger, die entweder das Kriterium 55+ oder 15+ erfüllen, unabhän- gig von ihrem Gesundheitszustand nie mehr einer Revision nach Art. 17 ATSG unterliegen kön- nen. Wie bereits ausgeführt, können Rentner/innen 55+ / 15+ im revisions- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) bzw. gegebenenfalls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext keinen Besitz- standsanspruch geltend machen; es wird ihnen lediglich zugestanden, dass aufgrund des fortge- schrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers ist es der Beschwerdegegnerin demnach nicht verwehrt, dessen bestehende ganze Invalidenrente abzuändern, sofern die Voraussetzun- gen nach Art. 17 ATSG erfüllt sind. 6.1 Zu prüfen ist daher nachfolgend, ob die Vorinsta nz die ganze Rente zu Recht revisions- weise aufgehoben hat. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Anspruch s (Viertelsrente, halbe Rente, Dreivier- telsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) auswirkt (vgl. BGE 134 131 E. 3). Ein Revisionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand gehört. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, son- dern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus me- dizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenän- derung geschlossen werden. Umgekehrt ist – bei an sich gle ich gebliebenem Gesundheitszu- stand – eine Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisionsrechtlich von Bedeu tung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). 6.3 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf einer anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von revisi- onsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht ver- ändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens zurück- zuführen (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Liegt dagegen ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfas- send zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2018, 8C_145/2018, E. 3.2). Wegen des vergleichen- den Charakters des revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche fak- tische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich wer- den, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begrü ndet wird, neu sind oder dass sich vor- bestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung über eine seit der früheren Beurtei lung eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Ge- sichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). 6.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab- klärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen de s Gesundheitszustandes) beruht (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2. 3). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Versicherten mit Verfügung vom 16. März 2001 eine ganze Invalidenrente zu. Der Rentenan- spruch wurde in der Folge wiederholt revisionsweise überprüft und bestätigt, wobei keine einläss- lichen materiellen Abklärungen erfolgten. Im Rahmen d er aktuellen Rentenrevision hob die IV- Stelle nach Vornahme einer umfassenden medizinischen und erwerblichen Abklärung die lau- fende ganze Invalidenrente des Versicherten mit Verfügung vom 2. Juli 2020 auf. Demnach be- urteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsä chlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Verfügung vom 16. März 2001 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2020. 7.1 Die entscheidende, von den Parteien unterschiedlich beantwortete Frage des vorliegen- den Verfahrens ist, ob ein Revisionsgrund im Sinne des Art. 17 ATSG gegeben ist. In diesem Zusammenhang ist zu klären, ob sich der Gesundheitszustand und der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer anspruchserheblichen Weise verbessert haben. 7.2 Beim Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung vom 3. September 1999, mit welcher dem Versicherten eine vom 1. September 1997 bis zum 31. Juli 1998 befristete ganze Rente und ab 1. August 1998 eine halbe Rente zugesprochen worden war, stützte sich die IV-Stelle im We- sentlichen auf das Gutachten von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. September 1998. Darin stellte dieser die Diagnose e iner depressiv-ängstlichen Schmerzfehl- verarbeitung (ICD-10 F43.22) bei introvertierter, passiver Persönlichkeit (ICD-10 F60.8). Als Ak- tendiagnose in somatischer Hinsicht hielt er belastungsa bhängige Kniebeschwerden rechts bei Instabilität wegen vorderer Kreuzband-Insuffizienz und Status nach zweimaliger medialer Menis- kus-Teilresektion am 6. Mai 1991 und am 26. Juli 1997 und beginnender Varusgonarthrose sowie ein Lumbovertebral-Syndrom bei mässigen degenerativen Veränderungen der unteren Lenden- wirbelsäule fest. Zur Arbeitsfähigkeit hielt Dr. D.____ fest, der Explorand sei in seiner zuletzt aus- geübten Tätigkeit sowie in jeder anderen Tätigkeit, die sowohl dem Rücken- als auch dem Knie- leiden Rechnung trage, aus psychiatrischer Sicht sechs Stunden täglich arbeitsfähig. Es bestehe eine gewisse verminderte Belastbarkeit durch die chronischen Schmerzen und die ängstliche af- fektive Fehlverarbeitung, die dem Versicherten einen T eil seiner Ressourcen raube und es ihm verunmögliche, sich vollumfänglich einzusetzen. Weiter lag damals ein Gutachten von Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 6. Juli 1998 vor. Darin diagnostizierte dieser beim Versicherten belastungsabhängige Kniebeschwerden rechts bei Instabilität wegen vorderer Kreuzband-Insuffizienz und Status nach zweimaliger medi- aler Meniskus-Teilresektion und beginnender Varusgonarthrose sowie ein Lumbovertebral-Syn- drom bei mässigen degenerativen Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule. Aufgrund der klinischen und radiologischen Befunde seien sowohl das rechte Kniegelenk als auch die Lenden- wirbelsäule vermindert belastbar. Dem Versicherten seie n daher grundsätzlich nur Arbeiten in wechselnder Position, vorwiegend im Sitzen, zumutbar. E r könne keine vorwiegend stehende oder gehende Tätigkeit mehr ausüben, auch keine solche, die das Besteigen von Leitern, Trep- pen oder Gerüsten beinhalte, auch kniende und kauernd e Arbeiten seien ihm nicht möglich, ebenso wenig solche vorwiegend in Vorhalteposition. A uch sollte er keine Lasten über 10 kg Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht repetitiv heben und tragen müssen, sowohl wegen des rec hten Knies als auch wegen des Rü- ckens. Damit sei der Beschwerdeführer als Maschinist und Schlosser nicht mehr einsetzbar und könnte auch die früher ausgeübte Tätigkeit als Schlosser -Maschinist in einem Kieswerk nicht mehr verrichten. Hingegen wäre ihm eine dem Bewegungsapparat adaptierte Tätigkeit vollschich- tig zumutbar. 7.3 Grundlage für die Verfügung vom 16. März 2001, m it welcher die bestehende halbe Rente auf eine ganze Rente erhöht worden war, waren insbesondere die Berichte des behan- delnden Psychiaters Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Dezember 2000 sowie vom 9. Januar 2001. Demnach bestünden beim Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bei be- kannter beginnender Gonarthrose rechts nach zweimalige r Teilmeniskektomie 1991 und 1997, ein chronisches Lumbovertebralsyndrom bei Diskusprotrusion L4/L5 sowie Kopfschmerzen und eine längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21). Als D iagnose ohne Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit hielt Dr. F.____ einen Verdacht auf e ine Panikstörung (ICD-10 F41.0) fest. Als Schlosser/Maschinist könne der Versicherte nicht mehr arbe iten. Eine leichte Tätigkeit in wech- selhafter Körperhaltung sei zu drei Stunden pro Tag vor stellbar. Aufgrund der Bildung und der depressiven Elemente seien anspruchsvolle Arbeiten nicht m öglich. Die Prognose sei schlecht. Der Versicherte erhalte seit 1998 eine halbe IV-Rente sowie wegen des bereits zweimalig ope- rierten Knies links eine Rente der Suva in der Höhe von 15 %. Neu hinzugekommen seien neben der Schmerzzunahme (Kopf-, Rücken- und Knieschmerzen) und der depressiven Stimmung re- zidivierend auftretende Schmerzattacken von 1-5 Minuten Dauer in der Herzgegend, welche Dr. F.____ am ehesten Panikattacken zuordnen würde. Durch d iese Symptomausweitung sei die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers noch weiter eingeschränkt. 7.4 Im Rahmen der aktuellen Rentenrevision beauftragte die IV-Stelle die Dres. B.____ und C.____ mit einem bidisziplinären Gutachten. Am 18. Aug ust 2017 diagnostizierte Dr. B.____ in seinem rheumatologischen Teilgutachten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches rechtsseitiges Lumbovertebralsyndrom mit resp. bei altersentsprechenden normalen degenerati- ven Veränderungen sowie chronische Knieschmerzen rechts mit resp. bei Status nach Kniearth- roskopie mit Teilresektion wegen medialer Meniskusläsion am 5. Mai 1991, Status nach Knie- arthroskopie mit Teilmeniskektomie medial rechts, begin nenden degenerativen Veränderungen und Kreuzbandinsuffizienz am 26. Juli 1997 und altersentsprechenden normalen degenerativen Veränderungen. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr. B.____ eine arte- rielle Hypertonie sowie einen Status nach Operation na ch Lichtenstein mit Implantation eines Ultrapro-Netzes bei direkter Inguinalhernie rechts am 9 . Juni 2004 fest. Sowohl bezüglich der Rückenschmerzen als auch bezüglich der Kniegelenkschmerzen s eien die radiologischen Be- funde, welche als altersentsprechend normal bezeichnet werden müssten, nicht kongruent zu der subjektiven massiven Schmerzangabe. Hier müsse einschränken d gesagt werden, dass früher eine Insuffizienz des vorderen Kreuzbands des rechten Kni egelenks beschrieben worden sei, diese aber aktuell nicht sehr beeindruckend im Status imponiert habe, wobei der Versicherte al- lerdings massiv gegengespannt habe. Der Explorand arbei te seit mittlerweile über 20 Jahren nicht mehr, sei also aus dem Arbeitsleben seit vielen Jah ren ausgeschieden. Die Beurteilung erfolge daher theoretisch. In der bisherigen Tätigkei t als Schlosser, das heisse einer körperlich Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schweren Arbeit, bestehe vor allem aufgrund der Kniepr oblematik mit früher beschriebener Kreuzbandinsuffizienz eine Arbeitsfähigkeit von 0 %. D as Profil einer Verweistätigkeit umfasse Folgendes: Aufgrund der degenerativen Veränderungen lumbal seien körperlich schwere Arbei- ten nicht mehr möglich. Der Beschwerdeführer könne kei ne Tätigkeit nur sitzend, nur stehend, nur repetitiv bückend, nur dauernd in der Vorhalte oder dauernd über Kopf ausführen. Theoretisch sei eine leichte bis gelegentlich mittelschwere Arbeit jedoch zulässig. Von Seiten des Kniegelen- kes könne der Versicherte keine dauernd nur stehenden ode r gehenden Tätigkeiten ausführen. Er könne nicht dauernd kauernd, kniend oder repetiti v nur bückend arbeiten. Hier kämen keine schweren oder mittelschweren Gewichte infrage. Für eine körperlich leichte Tätigkeit, welche die oben genannten Restriktionen berücksichtige, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bezogen auf ein Ganztagespensum. Somatisch liege eine Vorbegutachtung vom 6. Juli 1998 vor, damals seien in etwa die gleichen Restriktionen beschrieben word en wie heute. Das Belastungsprofil habe sich gegenüber der Vorbegutachtung nicht relevant geändert, weshalb Dr. B.____ von einer gleich gebliebenen Arbeitsfähigkeit ausgehe. Rein somatisch sei der Zustand seit Jahren stabil, allenfalls sogar leicht gebessert, da sich aktuell keine muskulären Atrophien mehr fänden, wie diese damals im Bereiche des musculus vastus medialis beschrieben worden seien. Dr. B.____ hielt ferner fest, dass er die lumbalen Beschwerden gan z klar als Ausdruck der psychiatrischen Problematik sehe. Ähnlich verhalte es sich bezüglich des K niegelenks, auch hier bestehe eine massive Überlagerung. Es hätten sich erhebliche Diskrepanzen zwischen den subjektiven Anga- ben des Versicherten und der gutachterlichen Beurteilung gefunden. Der Beschwerdeführer führe "alles Tätigkeiten auf einem normalen leichten Belastungsniveau" aus, obwohl er sich mehr oder weniger beinahe als "invalid" beschreibe. Zweifellos sei der Explorand auf die Beschwerden fi- xiert. Als organischer Kern bestehe eine VKB-Insuffizienz r echts mit einer leicht vermehrten Schublade einer wahrscheinlichen VKB-Teilruptur oder Ruptur entsprechend. Dieser Befund er- kläre aber nicht das hier vorliegende Bild, welches weit über diesen organischen Befund hinaus- gehe. Hier liege klar eine psychogene Überlagerung vor. Erwähnenswert sei, dass die initial halbe Rente aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens ausgespro chen worden sei. Der damals be- handelnde Psychiater habe dann im Dezember 2000 von ei ner Symptomausweitung berichtet, wobei diese Beurteilung zur Erhöhung auf eine ganze Rente geführt habe. Es sei klar festzuhal- ten, dass diese ganze Rente aus psychiatrischen, nicht aus somatischen Gründen ausgespro- chen worden sei. Dr. C.____ stellte in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 29. August 2017 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54). Im Rahmen seiner Beurteilung hielt der Gut- achter fest, dass das Ausmass der beklagten Beschwerden und die subjektive Krankheitsüber- zeugung, nicht mehr arbeiten zu können, durch die soma tischen Befunde nicht objektiviert wer- den könnten, sodass eine psychische Überlagerung angenomme n werden müsse. Beim Explo- randen seien keine Hinweise auf schwere, psychosoziale Bela stungen bekannt. Er leide auch nicht unter schweren, quälenden Schmerzen. Nur gelegen tlich würden Therapien durchgeführt. Der Versicherte gestalte seinen Alltag aktiv. Die Diag nose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne deswegen nicht gestellt werden. Da er im Alltag kaum durch Schmerzen eingeschränkt sei, könne auch die Diagnose einer chronisch en Schmerzstörung nicht gestellt Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden. Es handle sich vielmehr um eine Schmerzverarbeit ungsstörung. Eine weitere psychiat- rische Störung könne nicht festgestellt werden. Der Versi cherte befinde sich nur sporadisch in psychiatrischer Behandlung und werde nicht regelmässig psychopharmakologisch behandelt. Er leide gelegentlich unter leichten Schlafstörungen, die sich durch Einnahme eines niedrigdosierten schlafanstossenden Antidepressivums problemlos behandeln liessen. Er habe am Morgen keine Mühe aufzustehen, sei einzig durch die Schmerzen leich t beeinträchtigt. Den Haushalt führe er weitgehend selbständig. Er pflege rege Kontakte zu seinem Bruder und dessen Familie sowie zu einem Kollegen. In seiner Heimat besuche er regelmässi g Restaurants und gehe auch dort re- gelmässig mit Kollegen fischen. Er sei ausserdem in der L age, Auto zu fahren. Er sei also im Alltag nicht durch psychopathologische Beschwerden beeintr ächtigt. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Dr. C.____ hielt schliesslich fest, dass aus bidisziplinärer Sicht in einer körperlich leichten, ada ptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bestehe. 8.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verf ügung vom 2. Juli 2020 auf das bi- disziplinäre Gutachten der Dres. B.____ und C.____. Di eser Auffassung ist beizupflichten. So- wohl das rheumatologische als auch das psychiatrische Teilgu tachten erfüllen die rechtspre- chungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage (vgl. E. 3.2 hier- vor). Sie weisen weder formale noch inhaltliche Mängel auf, sind umfassend, berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis der Vorakten abg egeben worden und leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Sodann weisen die beiden Teilgutachten keine Wi dersprüche von entscheidrelevanter Be- deutung auf und setzen sich auch hinlänglich mit den b ei den Akten liegenden Berichten ausei- nander. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 7.4 h iervor) wiedergegebenen Darlegungen in den Gutachten vermögen zu überzeugen, sodass darauf verwiesen werden kann. Bei der Begut- achtung von Dr. C.____ zeigen sich sowohl gegenüber dem Bericht von Dr. F.____ vom 15. Dezember 2000 als auch gegenüber dem Gutachten von Dr . D.____ vom 2. September 1998 deutliche Verbesserungen des psychischen Gesundheitszustands: Dr. D.____ hat den Versicher- ten damals als antriebsvermindert, demotiviert und lust los geschildert, er wirke bezüglich der Schmerzen resigniert, wenig zuversichtlich und zukunftsorientiert, sei auf seine Schmerzen fixiert, mache seine Schmerzen für sämtliches Versagen und nicht m ehr leisten können verantwortlich (Gutachten Dr. D.____ S. 8 f.). Demgegenüber sind in der Begutachtung von Dr. C.____ keine depressiven oder ängstlichen Verstimmungen mehr ersichtlich. Die Stimmung sei ausgeglichen gewesen, die Psychomotorik unauffällig, der Antrieb nich t vermindert, der Beschwerdeführer habe sich wach, bewusstseinsklar und zeitlich, örtlich, situativ und zur eigenen Person gut orien- tiert. Er habe keine Konzentrationsschwächen gezeigt, das Denken sei nicht eingeengt, Gedan- kenausbreitung oder Fremdbeeinflussungserlebnisse seien nicht vorhanden gewesen. Der Ver- sicherte habe über keine Ängste berichtet und keine Phobien erwähnt, aus seinen Schilderungen habe es keine Hinweise auf Veränderungen der Stimmung und des Antriebs im Tagesverlauf gegeben (Gutachten Dr. C.____ S. 14). Betrachtet man seine Alltagsaktivitäten (S. 13), kann von einer introvertierten, passiven Persönlichkeit – anders als noch 1998 – keine Rede mehr sein. Ebenso gestützt auf die Schilderungen des Tagesablaufes im rheumatologischen Gutachten von Dr. B.____ (S. 17 f.) kann die Folgerung des psychiatrischen Gutachters geteilt werden, wonach der Beschwerdeführer den Alltag aktiv gestaltet und persönliche Ressourcen deutlich erkennbar Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind. Gleichmässige Einschränkungen in allen Lebensbereichen sind nicht ersichtlich. Der Versi- cherte kann im Alltag sämtliche Tätigkeiten in einem no rmalen leichten Belastungsniveau prob- lemlos wahrnehmen. Demnach ging die IV-Stelle zu Recht davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Versi- cherten seit der ursprünglichen Rentenzusprache wesentli ch verbessert hat und er spätestens seit der Begutachtung durch die Dres. B.____ und C.__ __ in angepassten Verweistätigkeiten uneingeschränkt leistungsfähig ist. 8.2 Was in der Beschwerde dagegen vorgebracht wird, v erfängt nicht. Soweit sich der Be- schwerdeführer noch immer auf den Arztbericht von Dr. F.____ vom 15. Dezember 2000 stützt, ist dazu festzuhalten, dass die in diesem Bericht gestell ten Diagnosen weder rechtsgenüglich hergeleitet noch nachvollziehbar begründet werden. Dr. F.____ begnügt sich als Erklärung mit der Feststellung, dass neben der Schmerzzunahme und der depressiven Stimmung rezidivierend auftretende Schmerzattacken von 1-5 Minuten in der Her zgegend neu hinzugekommen seien. Der Psychiater zeigt auch nicht auf, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwick- lung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu seiner neuen diagnostischen Beurteilung einer län- geren depressiven Reaktion und einer anhaltenden somat oformen Schmerzstörung geführt ha- ben. Die Berichte von Dr. F.____ aus den Jahren 2000 und 2001 vermögen das beweiskräftige Gutachten von Dr. C.____ jedenfalls nicht in Zweifel zu ziehen. Für die Beantwortung der hier zentralen Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzusprache eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherten eingetreten ist, sind sie zudem ohnehin nicht geeignet. 8.3 Der Beschwerdeführer hat ausserdem im Rahmen der B egutachtung auch keine psychi- schen gesundheitlichen Beeinträchtigungen geltend gemacht. Zudem hat er seit der ambulanten Behandlung bei Dr. F.____ in den Jahren 2000 und 2001 keine psychiatrische oder psychophar- makologische Behandlung mehr in Anspruch genommen. Gemäs s eigenen Angaben gehe er lediglich ein- bis zweimal im Jahr zu einem Psychiater i n seinem Heimatland. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens hat der Versicherte schliesslich keinerlei neue medizinischen Unterlagen eingereicht, welche eine Abweichung vom bidisziplinären Gutachten begründen könnten. 8.4 Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers geht Dr. C.____ in seinem Gutachten auch auf dessen Schilderungen in Bezug auf den Verkehr sunfall von 1998 ein (S. 11 des Gut- achtens). Dr. C.____ gibt wieder, dass es den Versicherten belaste, wenn er im Fernsehen einen Unfall sehe. Der Gutachter verweist jedoch zu Recht darauf, dass er – welcher im Übrigen 1998 noch ausgesagt hatte, das Auto nur zum Einkaufen zu b enutzen (Gutachten Dr. D.____ S. 5) – mittlerweile das Auto intensiver nutze und beispielsweise in sein Heimatland hin- und zurückfahre und weder unter Flashbacks noch unter Albträumen leide, so dass es sich nicht um eine post- traumatische Belastungsstörung handeln könne (S. 15 des Gutachtens). Unter diesen Umstän- den verfängt auch dieses Vorbringen des Beschwerdeführers nicht. 8.5 Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, dass sei ne Ferien in seinem Heimatland oder Restaurantbesuche die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung nicht ausschliessen würden und die diesbezüglichen Hinweise von Dr. C.____ in seinem Gutachten irrelevant seien. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dazu ist festzuhalten, dass Ausführungen zu alltäglichen Aktivitäten des Versicherten stets rele- vant sind, da ein Gutachter dadurch noch vorhandene Ressourcen des Patienten oder mögliche Diskrepanzen zwischen den geschilderten Symptomen und dem Verhalten in der Begutachtungs- situation und der Aktenlage und den Alltagsaktivitäten prüfen kann. Es sind denn auch nicht al- leine die Ferien oder die Restaurantbesuche, welche gem äss Dr. C.____ eine somatoforme Schmerzstörung beim Versicherten ausschliessen. Dr. C.____ hält vielmehr fest, dass das Aus- mass der beklagten Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbei- ten zu können, durch die somatischen Befunde nicht objekt iviert werden könnten, sodass eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Ausserdem seien beim Exploranden keine Hinweise auf schwere, psychosoziale Belastungen bekannt. Ferner leide er auch nicht un- ter schweren, quälenden Schmerzen. Nur gelegentlich würden Therapien durchgeführt. Der Ver- sicherte gestalte den Alltag aktiv. Die Alltagsaktivitäten des Versicherten, worunter auch die Fe- rien oder Restaurantbesuche fallen, sind demnach nur ein Punkt, weshalb der Gutachter die Di- agnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt hat. Daran ist nichts aus- zusetzen. 8.6 Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung gemäss IC D-10 F45.40 wird wie folgt de- finiert: Die vorherrschende Beschwerde ist ein andauernde r, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht hinreichend erklärt werden kann. Er tritt in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen auf, denen die Hauptrolle für Beginn, Schweregrad, Exazerbation oder Aufrechterhaltung der Schmerzen zukommt. Die Folge ist meist eine beträchtlich g esteigerte persönliche oder medizi- nische Hilfe und Unterstützung. Die Begründung von Dr. C.____, weshalb er ebendiese Diagnose nicht gestellt hat, erscheint aufgrund der obgenannten Definition der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung als nachvollziehbar. Ferner ist festzuhalten, dass die Diagnose und die Ausführungen von Dr. C.____ im Einklang mit dem psychiatrischen Gutachten von Dr. D.____ vom 2. Sep tember 1998 stehen. Dr. C.____ di- agnostizierte eine Schmerzverarbeitungsstörung und Dr. D. ____ eine depressiv-ängstliche Schmerzfehlverarbeitung bei introvertierter, passiver Persönlichkeit. Die von Dr. C.____ gestellte Diagnose der Schmerzverarbeitungsstörung wird gemäss ICD-1 0 F54 wie folgt umschrieben: Diese Kategorie sollte verwendet werden, um psychische F aktoren und Verhaltenseinflüsse zu erfassen, die eine wesentliche Rolle in der Ätiologie körperlicher Krankheiten spielen, die in an- deren Kapiteln der ICD-10 klassifiziert werden. Die sich hierbei ergebenden psychischen Störun- gen sind meist leicht, oft langanhaltend (wie Sorgen, emotionale Konflikte, ängstliche Erwartung) und rechtfertigen nicht die Zuordnung zu einer der an deren Kategorien des Kapitels V (Psychi- sche und Verhaltensstörungen). 8.7 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, dass die Beschwerdegegnerin es ver- säumt habe, einen aktuellen Bericht seines behandelnden Hausarztes Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, einzuholen. Es trifft zwar zu, dass der letzte sich in den Akten befind- liche Arztbericht von Dr. G.____ vom 1. November 2016 datiert. Allerdings geht es vorliegend um die Würdigung zweier Fachgutachten in Rheumatologie u nd Psychiatrie. Inwiefern ein aktueller Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bericht des Hausarztes des Beschwerdeführers, mithin eines Allgemeinmediziners, diese Fach- gutachten in Zweifel ziehen könnte, bringt der Beschwerdeführer nicht vor und ist auch nicht er- sichtlich. 9. Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstan den, dass die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfäh igkeit des Beschwerdeführers gestützt auf die Gutachten der Dres. B.____ und C.____ davon ausgegangen ist, dass der Versicherte spätestens im Zeitpunkt der Begutachtung in angepassten Tätigkeiten wiederum vollständig ar- beitsfähig war und dadurch ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen könnte. Da- mit hat sich der Invaliditätsgrad in einer für den An spruch erheblichen Weise geändert und die Voraussetzungen für eine Revision nach Art. 17 ATSG sind erfüllt. 10. Die konkrete Berechnung des Einkommensvergleichs ist ni cht zu beanstanden, weshalb von weiteren Erörterungen dazu abgesehen und stattdessen auf die entsprechenden Ausführun- gen der IV-Stelle in der Verfügung vom 2. Juli 2020 verwiesen werden kann. Der Beschwerde- führer rügt diesbezüglich lediglich, dass der leidensbedingte Abzug mit 10 % viel zu tief angesetzt worden sei. Dazu ist festzuhalten, dass jedoch selbst ein maximaler Abzug vom Tabellenlohn von 25 % am Ergebnis nichts ändern und dennoch ein Invalidi tätsgrad von unter 40 % resultieren würde. Weitere Ausführungen dazu erübrigen sich deswegen. 11. Es verbleibt noch, zum Grundsatz Stellung zu nehmen , dass bei Versicherten, die bei der revisionsweisen Aufhebung der Rente das 55. Altersjahr vollendet haben oder eine Renten- bezugsdauer von mindestens 15 Jahren aufweisen, eine Se lbsteingliederung in der Regel nicht zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts vom 26. April 2011, 9C_228/2010, E. 3 mit weiteren Hin- weisen). Demnach hätte der Beschwerdeführer Anspruch au f Wiedereingliederungsmassnah- men. Der Versicherte hat jedoch keine Bereitschaft erken nen lassen, an Massnahmen zur Wie- dereingliederung teilzunehmen. Er hat zwei Termine (17. Juli und 28. August 2019) für das Erst- gespräch unentschuldigt nicht wahrgenommen. Aus einer Aktennotiz geht hervor, dass der Ver- sicherte schliesslich am 2. September 2019 bei der Beschwerdegegnerin vorgesprochen und be- richtet hat, dass er aus den Ferien zurückgekommen sei und die Einladung für das Gespräch vorgefunden habe. Er habe sich erkundigt, ob er nun einen neuen Termin erhalte. Daraufhin hat er einen weiteren Termin am 11. Oktober 2019 erhalten. Soweit ersichtlich, hat der Beschwerde- führer diesen Termin schliesslich wahrgenommen, wobei das Protokoll – wohl versehentlich – vom 28. August 2019 datiert. Aus dem Protokoll geht hervor, dass der Versicherte im Gespräch keine Chance gesehen habe, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dies aufgrund seiner gesund- heitlichen Beschwerden sowie seines Alters, seiner Arbeitsmarktabstinenz etc. Er habe mehrfach seine Gebresten erklärt. Er habe dementsprechend auch von der Option der Eingliederungs- massnahmen keinen Gebrauch machen wollen. Auch nach mehr maliger Erklärung der Nieder- schwelligkeit der Massnahmen sei für ihn die Teilnahme a n diesen im Hinblick auf den Arbeits- markt ausgeschlossen gewesen. Im Anschluss an dieses Gespräch hat die IV-Stelle ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt. Nachdem der Besc hwerdeführer noch immer nicht mit- gewirkt hatte, hat die Beschwerdegegnerin das Dossier im Bereich der beruflichen Massnahmen gemäss Aktennotiz vom 29. November 2019 geschlossen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unter diesen Umständen durfte die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer fehlenden Einglie- derungsfähigkeit bzw. –willigkeit des Beschwerdeführers ausgehen und von einer weiteren Pla- nung und Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen absehen. In ihrer Vernehmlas- sung hat die Beschwerdegegnerin dennoch erneut darauf hingewiesen, dass es dem Versicher- ten noch immer freistehe, sich für berufliche Massnahmen zu melden. 12. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Aufhebung der I nvalidenrente per Ende August 2020 gerechtfertigt und die angefochtene Verfügung i m Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 13. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Be- schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligun g oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenp flichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.- - festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten i n Berücksichtigung des bundesrechtli- chen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nac h § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah- renskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie- gend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuer- legen sind. Diese sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zu ver- rechnen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist keine Parteientschädigung auszurichten. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den dem Beschwer- deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht