Seite 1 Entscheid vom 1. März 2013 (530 12 49) __________________________________________________ ___________________ Liegenschaftsunterhalt Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader,Gericht sschreiber i.V. v. Q. P. Tran Parteien A. A. und B .A. , vertreten durch C. AG , Beschwerdeführer gegen Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 33, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin betreffend direkte Bundessteuer 2010 Seite 2 Sachverhalt: 1. Mit Veranlagungsverfügung direkte Bundessteuer 2 010 vom 8. Dezember 2011 wurden die geltend gemachten Liegenschaftsunterhaltskosten von Fr. 37'992.-- auf Fr. 16'593.-- ge- kürzt. 2. Mit Schreiben vom 6. Januar 2012 erhob die Vertr eterin der Pflichtigen Einsprache und beantragte, die geltend gemachten Liegenschaftsunte rhaltskosten von Fr. 37'992.-- seien voll- ständig zum Abzug zuzulassen. Die Vertreterin führte aus, bei den Unterhaltskost en sei ein Anteil von Fr. 4'000.-- bereits für wertvermehrende Aufwendungen berücksichtigt wor den. Die Pflichtigen hätten die Liegen- schaft im Jahre 2010 teilweise renoviert. Der beste hende Sonnenschutz inkl. Motorantrieb sei dabei durch ein gleichwertiges Produkt ersetzt word en. Weiter sei der bestehende Einbau- schrank durch einen neuen ersetzt worden. Die Stütz - bzw. Gartenmauer zum Nachbargrund- stück sei sanierungsbedürftig gewesen. Da mit der B ebauung des angrenzenden Grundstücks begonnen worden sei, sei eine Sanierung unumgänglic h gewesen. Eine Reparatur der Mauer sei mit Fr. 30'000.-- budgetiert worden, weshalb si ch die Steuerpflichtigen für eine kostengüns- tigere Fertiggarage entschieden hätten, die die Mau er zur Einfriedung ersetze. Gleichzeitig reichte die Vertreterin diverse Rechnungskopien ein. 3. Mit Schreiben vom 19. Juli 2012 bat die Steuerve rwaltung um Pläne oder Skizzen wo- raus hervorgehe, wo sich die Fertiggarage befinde. Zudem verlangte sie diverse Unterlagen ein: Rechnung D. GmbH, Garage und die Endabrechnung; Rec hnung Bezirksschreiberei E.; Rech- nung Bauinspektorat; Offerte (falls vorhanden) über Renovation der Mauer; Nachweis, dass der alte (fest eingebaute) Schrank durch einen gleichwe rtigen Schrank ersetzt worden sei und Fo- tos (Garage, Sonnenschutz, Einbauschrank), welche d en Zustand vor und nach den vorge- nommenen Sanierungsmassnahmen dokumentierten. Mit Schreiben vom 14. August 2012 lieferte die Ver treterin die verlangten Unterlagen nach. Ergänzend führte sie aus, es gebe vom Einbaus chrank vor den Sanierungsmassnahmen keine Fotos. Der Ersatz sei jedoch von der F. AG per 20. September 2010 bestätigt worden. Seite 3 4. Mit Einsprache-Entscheid vom 31. August 2012 wies die Steuerverwaltung die Einspra- che ab und verzichtete dabei auf eine reformatio in peius. Zur Begründung führte sie aus, bei den vorgenommenen Arbeiten seien auch einige Verbesserungen erzielt worden. Der abzugsfähige Liegen schaftsunterhalt sei folgendermassen festzusetzen: Fr. 494.30 für die Gebäudeversicherung (G. ), Fr. 5'000.-- für den Ersatz Trock- ner/Waschmaschine (H. AG), Fr. 1'081.05 für Malerarbe iten (I. AG), Fr. 1'264.30 für die Dach- reparatur (J.), Fr. 5'833.35 (1/3 von Fr. 17'500.--) für den Ersatz Sonnenschutz (K. AG), Fr. 2'000.-- Akonto statt Mauer (1/3 von Fr. 6'000.--, D. GmbH) und Fr. 656.35 für das Versetzen des Ablaufrohrs (L. AG), total: Fr. 16'329.35. Nicht abzugsfähig seien Fr. 397.05 für die Plissee Vorh änge, Fr. 1'114.80 für das Erstel- len des Baugesuches, Fr. 853.20 für die Eintragung de s Grenzbaurechts und Fr. 460.-- für die Baubewilligung. Anstelle der Sonnenstoren sei eine Per golakonstruktion aus Aluminium instal- liert worden. Weil es sich dabei nicht um einen reinen Ersatz handle, seien die zusätzlich ent- standenen Investitionen hauptsächlich den nicht abzugsfä higen wertvermehrenden Aufwen- dungen zuzuordnen. Daher sei ein Drittel der gesamten Kosten als gleichwertiger Ersatz einzu- stufen. Gleiches gelte für den Ersatz der Stützmauer. Di e Steuerverwaltung sei bereit, 1/3 der gesamten Kosten für die Fertiggarage als abzugsfähig zu qualifizieren. Für die Einbauschränke könne mangels genügender Unterlagen kein Abzug angerechnet werden. 5. Mit Schreiben vom 25. September 2012 erhob die Ver treterin Beschwerde mit dem Be- gehren, die Liegenschaftsunterhaltskosten seien mit Fr. 30'564.-- zu veranlagen. Zur Begründung führte sie aus, dem Schreiben liege ei ne Offerte des Storenbauers bei, die die Kosten für einen gleichwertigen Ersatz der zuvor installierten Sonnenstoren nachweisen würden. Weiter seien die bestehenden Einbauschränke er setzt worden, da diese den Pflichti- gen nicht mehr entsprochen hätten. Ein Umbau der Sch ränke hätte einen wesentlichen finanzi- ellen Mehraufwand bedeutet. Wie aus der eingereichte n Rechnung hervorgehe, seien Stan- dardmaterialien verwendet worden. Als wertvermehrende Komponenten würden einzig die ab- schliessbaren Zylinder betrachtet werden können, was aber nur ein Bruchteil des Wertes aus- machen könne. Der Beschwerde würde eine Bestätigung bei gelegt, welche präzisiere, dass es sich bei den demontierten und entsorgten Schränken um Einbauschränke gehandelt habe. Seite 4 Betreffend Ersatz des Plissee führte die Vertreterin au s, dass diese keine Vorhänge, sondern ein im Fenster fest montierter Licht- und Blickschutz und somit Bestandteil des Gebäu- des seien, weshalb die Kosten abzugsfähigen Liegenschaftsunterhalt darstellten. Den Ersatz der Gartenmauer betreffend hielt die Vert reterin fest, eine Renovation der Gartenmauer sei mit bis zu Fr. 30'000.-- budgetiert w orden. Aus diesem Grund hätten sich die Pflichtigen für die kostengünstigere Variante der Fert iggarage entschieden, welche nun den Zweck der Mauer erfülle. Die Kosten der Fertiggarage betrügen Fr. 19'000.--. Die Steuerverwal- tung erblicke bei der Sanierung der bestehenden Gartenmauer mit Fundament eine Wertsteige- rung. Diese Ansicht könnte die Vertreterin teilen, jedo ch sei diese Wertsteigerung zu den Min- derkosten mehr als kompensiert. 6. Mit Vernehmlassung vom 12. November 2012 beantra gte die Steuerverwaltung die teil- weise Gutheissung der Beschwerde. Betreffend Sonnenstoren führte sie aus, der Rechnun g vom 20. Dezember 2010 sei zu entnehmen, dass die ersetzten Storen bereits über eine S onnen-Windsteuerung verfügt hätten und ebenfalls bereits motorisiert gewesen seien. Somit sei die Hälfte der Kosten, d.h. Fr. 8'750.- - zum Abzug zuzulassen. Bezüglich der Einbauschränke hielt die Steuerverwaltun g fest, es dürfe davon ausge- gangen werden, dass die neuen Schränke speziell nach den Bedürfnissen der Pflichtigen er- stellt worden seien und somit keinen reinen Ersatz darst ellen würden. Es rechtfertige sich, die Hälfte der Kosten zum Abzug zuzulassen. Weiter führte die Steuerverwaltung aus, dass es sich bei den sog. "Plissees" um Faltstoren handle, welche am Fenster angebracht würden und daher als Mobiliar einzustufen seien. Abschliessend hielt die Steuerverwaltung betreffend Gartenmauer fest, die Argumentati- on, dass die Steuerpflichtigen eine kostengünstigere Var iante gewählt hätten, weshalb ihnen ein höherer Abzug zugesprochen werden solle, vermöge n icht zu überzeugen. Massgebend seien immer nur die effektiven Kosten. Somit sei die G ewährung des Abzugs im Umfang von 1/3 der Kosten für die Fertiggarage bereits grosszügig . Dass die Fertiggarage die Stützmauer ersetze, werde mit der Gewährung dieses einen Drittel s genügend Rechnung getragen. Ein darüber hinausgehender Abzug sei nicht gerechtfertigt , handle es sich doch bei der Fertiggara- ge um einen neuen "Quasianbau", der ganz klar einen Mehrwert darstelle. Seite 5 7. An der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an Ihren Anträgen fest. Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung : 1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetz es über die direkte Bundes- steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän- dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Ste uergesetz, StG) vom 7. Februar 1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 2’000.-- nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt werden. Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu ste llenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten. 2. Vorliegend unterliegt der Beurteilung, ob die in der Beschwerde geltend gemachten Lie- genschaftskosten in Höhe von Fr. 25'564.75 zum Abzug gelassen werden können. a) Gemäss Art. 32 Abs. 2 DBG können bei Liegenschaften im Privatvermögen die Unterhaltskosten, die Versicherungsprämien und die Kost en der Verwaltung durch Dritte abge- zogen werden […]. Anstelle der tatsächlichen Kosten und P rämien kann der Steuerpflichtige gemäss Art. 32 Abs. 4 DBG für Grundstücke des Privatvermö gens einen Pauschalabzug gel- tend machen. Dabei kann in jeder Steuerperiode und fü r jede Liegenschaft zwischen dem Ab- zug der tatsächlichen Kosten und dem Pauschalabzug gewäh lt werden (Art. 3 der Verordnung vom 24. August 1992 über den Abzug der Kosten von Liegen schaften des Privatvermögens bei der direkten Bundessteuer). Werden sie in ihrem tatsäch lichen Umfang geltend gemacht, sind sie als steuermindernde Tatsachen vom Steuerpflichtigen durch substantiierte Sachdarstellung zu beweisen (vgl. Steuergerichtsentscheid [StGE] vom 11. Mai 2012, 530 11 24, E. 3a; der Steuerentscheid [StE] 1991 B 25.6 Nr. 21; Ernst Blumenstein/Peter Locher, System des Steuer- rechts, 6. Auflage, Zürich 2002, S. 416 und S. 453). Seite 6 b) Unterhaltskosten sind Aufwendungen, welche die Erh altung bisheriger Werte bezwecken und die nach längeren oder kürzeren Zeitabschnit ten erneut zu tätigen sind. Unter- haltsarbeiten lassen ein Gebäude in seiner Gestaltung, Form und Zweckbestimmung unverän- dert weiter bestehen; es werden einzig die mangelhaften Teile ersetzt oder instand gestellt. Un- terhaltsarbeiten sind Aufwendungen zur Erhaltung der L iegenschaft im bisherigen Zustand. Nicht abziehbar sind Aufwendungen für die Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehrung von Vermögensgegenständen (Art. 34 lit. d DBG). Dazu gehö ren gemäss Ziffer 3.2 des Merkblatts "Liegenschaftsunterhalt, Energiesparmassnahmen, Umwelt- und Lärmschutzmassnahmen, Denkmalpflege des Kantons Basel-Landschaft (nachfolgend M erkblatt) die Kosten für den Er- werb von Bauten und Einrichtungen sowie für bauliche Ve ränderungen, d.h. Um-, Ein- und An- bauten. c) Die Abgrenzung zwischen Werterhaltung und Wertvermehr ung erfolgt nach ob- jektiv-technischen Kriterien. Alle Aufwendungen, welche ein Grundstück in einen besseren Zu- stand versetzten, d.h. zum Beispiel ein Haus in den Rang eines besser ausgestatteten, wertvol- leren Gebäudes aufrücken lassen, haben wertvermehrenden Charakter. Die Aufwendungen für die Instandstellung oder Modernisierung eines Grundstückes, welche einer eigentlichen Neuein- richtung gleichkommt, sind daher nicht als Unterhaltskoste n abzugsfähig (vgl. Rich- ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A. Zürich 2009, Art. 32 N 46). 3. a) Häufig kann eine einzelne bauliche Massnahme oder Anschaffung nicht als Gan- zes entweder dem Aufwand oder den wertvermehrenden Auf wendungen zugeteilt werden, da sie Elemente beider Kategorien umfasst. In diesen Fäll en müssen die Kosten in abzugsfähigen Aufwand und wertvermehrende Aufwendungen zerlegt we rden (Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Band II, 9. Auflage, Bern 2002, § 41 N 84). b) Unbestritten sind vorliegend die Positionen G., H. AG, I. AG, J. sowie L. AG, weshalb im folgenden nicht weiter auf sie einzugehen ist. Nachfolgend ist zu prüfen, ob es sich bei den geltend g emachten Kosten jeweils um abzugsfähige Liegenschaftsunterhaltskosten im Sinne d es Art. 32 Abs. 2 DBG oder um wertvermehrende und damit nicht abzugsfähige Aufwendun gen handelt. In casu machen die Beschwerdeführer folgende Liegenschaftsunterhaltskosten geltend: Seite 7 19.02.2010 G., Gebäudeversicherung Fr. 494.30 28.04.2010 H. AG, Ersatz Trockner/Waschmaschine Fr. 5'0 00.00 12.07.2010 M. GmbH, Ersatz Plissee Fr. 397.05 20.09.2010 F. AG AG, Ersatz Einbauschränke Fr. 7'171.7 0 23.09.2010 I. AG, Malerarbeiten Fr. 1'081.05 09.11.2010 J., Dachreparatur Fr. 1'264.30 10.12.2010 K. AG, Offerte Ersatz Sonnenschutz Fr. 17'5 00.00 14.12.2010 D GmbH., Akonto Fr. 6'000.00 17.12.2010 L. AG, Ablaufrohr versetzen Fr. 656.35 abzüglich Fr. 9'000.-- wertvermehrende Aufwendungen - Fr. 9'000.00 Total Fr. 30'564.75 4. a) In Ihrer Beschwerde führte die Vertreterin aus, ein Plissee sei ein im Fenster fest montierter Licht- und Blickschutz und somit Bestandteil des Gebäudes. Als Plisseeanlage bezeichnet man nach allgemeiner Recht sauffassung eine dem Rollo artverwandte Form des Sonnenschutzes am Fenster. Anders als beim Rollo wird der Stoff vorgefaltet (plissiert) und ziehharmonikaartig zu einem Paket zusammengeschoben. Plisseean- lagen werden erfahrungsgemäss mit wenigen Schrauben a m innen liegenden Fensterrahmen montiert und können ohne grösseren Aufwand wieder dem ontiert werden. Sie unterscheiden sich massgeblich von Fenster- und Rollläden gemäss Ziffer 1.1.7 des Merkblattes. Diese sind in die Wand eingelassen, fest verbaut und können nicht ohne erheblichen Aufwand entfernt, resp. ersetzt werden. Plissees zählen deshalb nicht zum festen B estandteil eines Hauses und stellen Mobiliar dar, dessen Ersatz nicht als Liegenschaftsunterhalt geltend gemacht werden kann (vgl. StGE vom 5. März 2008, 530 07 34, E. 3.) b) Betreffend die Einbauschränke legten die Beschwerd eführer ihrer Beschwerde eine Bestätigung der F. AG vom 12. September 2012 be i, worin erklärt wird, dass lediglich be- reits bestehende Einbauschränke ersetzt wurden. Der Rech nung vom 20. September 2010 ist nicht zu entnehmen, dass beim Ersatz höherwertige Materi alien verbaut wurden, die auf eine Komfortsteigerung und somit auf eine Wertvermehrung schliessen lassen. Ebenfalls erscheint der Gesamtpreis von Fr. 7'171.70.- als nicht unverhältn ismässig hoch. Die Beschwerdeführer räumen zwar ein, dass beim Medikamentenschrank neu Schliesszylinder verbaut worden seien, Seite 8 welche wertvermehrenden Charakter hätten. Diese Wertver mehrung ist allerdings vernachläs- sigbar. Im Merkblatt werden Einbauschränke nicht explizit genan nt oder aufgeführt. Ein- bauschränke sind allerdings mit Küchenschränken vergleich bar, die auch fest verbaut sind und erfahrungsgemäss eine Lebensdauer von etwa 15 Jahren auf weisen (vgl. paritätische Lebens- dauertabelle des Hauseigentümerverbandes Schweiz [HEV], e insehbar unter: www.mieterverband.ch ). Wie dem Schätzungsprotokoll der Gebäudeversicherung Base l-Landschaft zu entnehmen ist, wurde das Haus im Jahre 1998 gebaut. De m Protokoll ist weiter zu entnehmen, dass sowohl bei der ersten Schätzung vom 4. November 199 8, als auch bei den darauffolgen- den vom 7. Mai 1999 und vom 27. Mai 2011 jeweils Einba uschränke berücksichtigt wurden. Somit ist anzunehmen, dass die Einbauschränke zum Zeitpun kt des Ersatzes ca. 12 Jahre alt waren und somit praktisch das Ende der statistischen Lebe nsdauer erreicht hatten. Gemäss Ziffer 5.1.2.a des Merkblattes ist der Ersatz einer Küch enkombination zu 100 % als Liegen- schaftsunterhalt abzugsfähig (vgl. StGE 158/2000 vom 15. Dezember 2000, E. 5.), weshalb es sich rechtfertigt, 100 % der Ersatzkosten der Einbauschrän ke, also Fr. 7'171.70 als Liegen- schaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen. c) Die Beschwerdeführer bestreiten nicht, dass der Ersatz der Storen mit einer gleichzeitigen Neuerstellung einer Pergolakonstruktion e rfolgte und somit auch eine Wertver- mehrung stattgefunden hat. Die Steuerverwaltung hat die Wertvermehrung mit einem Einschlag von 2/3 berücksichtigt und lediglich 1/3 der effektiven Ko sten zum Abzug zugelassen. Diese Betrachtung ist jedoch ungenau. Mit Beschwerde vom 25. Se ptember 2012 reichten die Be- schwerdeführer eine Aufstellung des Storenbauers nach, de r den 1:1 Ersatz der bisherigen An- lage veranschlagte. Die Ziffer 1.1.6.b des Merkblattes b esagt, dass die Kosten für einen gleich- wertiger Ersatz von Sonnenstoren zu 100 % als Liegenschaft sunterhalt abgezogen werden können. Mit vorerwähnter Offerte wurde der gleichwerti ge Ersatz glaubwürdig nachgewiesen, weshalb Fr. 10'216.30 zum Abzug zuzulassen sind. d) Gemäss Merkblatt Ziffer 8.1.4.c ist ein Ersatz einer Stütz- und Gartenmauer bei den direkten Bundessteuern als Liegenschaftsunterhalt ab zugsfähig, wenn diese der Einfrie- dung des Grundstücks dienen. Einfriedungen sind nach allg emeiner Rechtsauffassung Kon- struktionen und Bepflanzungen zur Abgrenzung und Abschi rmung von Grundstücken wie Mau- Seite 9 ern, Grünhecken und Sichtschutzwände in Leichtbauweise. De n nachgereichten Plänen ist zu entnehmen, dass die Garten- resp. Stützmauer weder zur Abgrenzung, noch zur Abschirmung des Grundstückes diente, weshalb die Kosten in casu nicht un ter Ziffer 8.1.4.c des Merkblattes zu subsumieren sind. Die Argumentation der Beschwerdeführer, die zur Diskussi on stehende Garten- mauer habe eine Stützfunktion inne gehabt, ist glaubw ürdig und nicht anzuzweifeln. Demge- mäss übernimmt die neu erstellte Fertiggarage zweifelso hne eine (ab-)stützende Funktion. Be- züglich der Abzugsfähigkeit der Kosten ist aber des Weit eren darauf hinzuweisen, dass das Erstellen einer Neubaute in begrifflicher Hinsicht keine n "Unterhalt" beinhalten kann. Da vorlie- gend an Stelle der sanierungsbedürftigen Gartenmauer eine Fertiggarage errichtet worden ist, handelt es sich bei den geltend gemachten Kosten nicht u m Ausgaben, welche zur Erhaltung eines Grundstückes oder Gebäudes in dessen der bisherige n Verwendung entsprechenden Gebrauch dienen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts Basel-L andschaft vom 29. Oktober 2003, publ. in StE 2004, BL B 25.6, Nr. 52), sondern eben um einen Neubau. Ein Abzug der Kosten der Fertiggarage als Liegenschaftsunterhalt ist auch unter diesem Gesichtspunkt nicht möglich. 5. Demgemäss sind folgende Liegenschaftsunterhaltskosten ab ziehbar: 19.02.2010 G., Gebäudeversicherung Fr. 494.30 28.04.2010 H. AG, Ersatz Trockner/Waschmaschine Fr. 5'0 00.00 20.09.2010 F. AG AG, Ersatz Einbauschränke Fr. 7'171.7 0 23.09.2010 I. AG, Malerarbeiten Fr. 1'081.05 09.11.2010 J., Dachreparatur Fr. 1'264.30 17.12.2010 L. AG, Ablaufrohr versetzen Fr. 656.35 19.09.2012 K. AG, Offerte exkl. Pergolakonstruktion F r. 10'216.30 Total Fr. 25'884.00 Aus diesen Erwägungen folgt, dass die Pflichtigen mi t Ihrer Beschwerde zu 2/3 durch- gedrungen sind, weshalb die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist. Seite 10 6. a) Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind den Beschwerdeführern ge- mäss Art. 144 Abs. 1 DBG anteilsmässige Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 130.-- (inkl. pau- schal Fr. 50.-- für Auslagen) aufzuerlegen. b) Nach Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 des Bundesg esetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG) kann der gan z oder teilweise obsiegenden Partei eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenp artei zugesprochen werden. Vor- liegend hat der Vertreter der Pflichtigen eine Parte ientschädigung in Höhe von Fr. 2'430.-- inkl. MWSt. geltend gemacht (= 15 Stunden à Fr. 150.-- zzgl . MWSt.). Dieser verhältnismässig zu hoch ausfallende Aufwand wird auf 9 Stunden gekürzt, was in diesem Fall als angemessen zu bezeichnen ist. Aufgrund des teilweisen Obsiegens wird d en Beschwerdeführern eine auf zwei Drittel reduzierte Parteientschädigung in Höhe von Fr . 972.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) zu Lasten der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft zugesprochen. Seite 11 Demgemäss wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen t eilweise gutgeheissen. 2. Die Steuerverwaltung wird angewiesen, den Abzug fü r den Liegenschaftsunter- halt von Fr. 16'593.-- auf Fr. 25'884.-- zu erhöhen. 3. Bei diesem Verfahrensausgang werden den Beschwerd eführern gemäss Art. 144 Abs. 1 DBG ein Drittel der Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 130.-- (inkl. Ausla- gen von pauschal Fr. 50.--) auferlegt, welche mit dem b ereits geleisteten Kosten- vorschuss verrechnet werden. Der zu viel bezahlte Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 270.-- wird den Beschwer- deführern zurückerstattet. 4. Die Steuerverwaltung hat den Beschwerdeführern ein e reduzierte Parteientschä- digung in Höhe von Fr. 972.-- (inklusive Auslagen und MWSt.) zu bezahlen. 5. Mitteilung an den Vertreter, für sich und zhd. der Beschwerdeführer (2), die eid- genössische Steuerverwaltung, Bern (1) und die Steuerve rwaltung des Kantons Basel-Landschaft (3). Steuergerichtspräsident: C. Baader Gerichtsschreiber i.V.: v. Q. P. Tran