B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Das BGer ist mit Entscheid vom 11.01.2016 auf die Beschwerde nicht eingetreten (2C_4/2016) Abteilung I A-3008/2015 U r t e i l v o m 6 . N o v e m b e r 2 0 1 5 Besetzung Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richter Pascal Mollard, Richter Daniel Riedo, Gerichtsschreiberin Zulema Rickenbacher. Parteien X._______ AG, vertreten durch lic. iur. Jörg R. Bühlmann, Fürsprecher, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Mehrwertsteuer (1998-2003); gerichtlich bestätigte Forderungen (res iudicata); zweiter Rechtsgang. A-3008/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Bei der X._______ AG (nachfolgend: Steuerpflichtige) handelt es sich um die Rechtsnachfolgerin der Einzelunternehmung "Y ._______" (nachfol- gend: Einzelunternehmung bzw. Rechtsvorgängerin der Beschwerdeführe- rin). Diese war ab 1. Januar 1995 (Ablösung der Warenumsatzsteuer durch die Mehrwertst euer) im Register der Mehrwertsteuerpflich tigen bei der ESTV eingetragen. Ihre Geschäftstätigkeit umfasste sehr unterschiedliche Bereiche, darunter den Handel mit Transferrechten an Fussballspielern. A.b An diversen Tagen zwischen dem 17. November 2003 und dem 22. November 2005 wurde die Einzelunternehmung einer Mehrwertsteuer- kontrolle unterzogen . Daraus resultierten verschiedene Ergänzungsab- rechnungen (EA) sowie Gutschriften (GS). Für das vorliegende Verfahren sind folgende relevant: Quartale 1/1998 - 4/2000 Steuer – EA Nr. [1] vom 9.12.03 Fr. 2'159'905.-- (Aufgrund von Umsatzdifferenzen betreffend die Geschäftsbereiche "Garage", "Generalunternehmung", "Spielertransfererlös" sowie "Dienstleistungsbezug aus dem Ausland" [Spielereinkäufe etc.]) – GS Nr. [1a] vom 22.11.05 Fr. 1'464'270.-- (Aufgrund der Korrektur von Umsatzdifferenzen aus den Spielertransfererlösen sowie Dienstleistungsbezügen von Unternehmen mit Sitz im Ausland) Offene Steuerforderung Fr. 695'635.-- Quartale 1/2001 - 4/2003 Steuer – EA Nr. [2] vom 22.11.05 Fr. 290'935.-- (Aufgrund von Umsatzdifferenzen betreffend die Geschäftsbereiche "Generalunternehmung", "Spielertransfererlös" sowie "Dienstleistungsbezug aus dem Ausland" [Spielereinkäufe etc.]; berücksichtigt wurde dabei bereits eine Einlageentsteuerung [nachträglicher Vorsteuerabzug für durch den Verkauf/ Transfer erzielten steuerbaren bzw. steuerbefreiten Umsatz] in Höhe von Fr. 16'193.--) Offene Steuerforderung Fr. 290'935.-- A-3008/2015 Seite 3 Daraus ergab sich eine gesamthafte Steuer nachforderung von Fr. 986'570.--. A.c Diese Abrechnungen wurden von der Einzelunternehmung mit Schrei- ben vom 30. Juni 2006 einzig in Bezug auf den Geschäftsbereich des Han- dels mit Transferrechten bestritten, worauf die ESTV am 30. Januar 2008 für die Zeitperioden 1. Januar 1998 - 31. Dezember 2000 sowie 1. Januar 2001 - 31. Dezember 2003 je separat einen Entscheid fällte. In beiden Ent- scheiden hielt sie vollumfänglich an ihren Steuerforderungen fest und for- derte die Einzelunternehmung auf, die offenen Beträge mittels beigelegtem Einzahlungsschein zu begleichen. A.d Mit Einsprache vom 29. Februar 2008 beantragte die Einzelunterneh- mung die Aufhebung beider Entscheide vom 30. Januar 2008 (Ziff. 1) sowie der Steuernachforderungen insgesamt (Ziff. 2). Allerdings präzisierte sie im Rahmen der Begründung ihres Rechtsbegehrens, sie bestreite die Nach- forderungen betreffend den Transfererlös nicht. Strittig sei einzig die Recht- mässigkeit der Verweigerung des Abzug s von Vorsteuern betreffend den Transferaufwand, und vor allem betreffend den Bezug von Dienstleistun- gen aus dem Ausland. A.e Mit Einspracheentscheid vom 14. November 2011 vereinigte die ESTV die beiden Verfahren und hielt an den Nachforderungen betreffend den Zeitraum 1998 - 2003 vollumfänglich fest. In ihrer Begründung wies sie da- rauf hin, dass der Spielertransfer gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre- chung als steuerbare Dienstleistung (Überlassung immaterieller Werte und Rechte) gelte. Vor dem Hintergrund, dass nur der Teil der Forderungen betreffend den Handel mit Transferrechten bestritten worden war, stellte sie in ihrem Ent- scheid fest, dass ihre Forderungen im Rahmen von Fr. 174'375.-- aner- kannt und mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen seien. A.f Mit Beschwerde vom 15. Dezember 2011 an das Bundesverwaltungs- gericht beantragte die Einzelunternehmung, der Einspracheentscheid vom 14. November 2011 sei aufzuheben, soweit an der Steuernachforderung im Umfang von Fr. 812'195.-- festgehalten werde (zumal aus ihrer Sicht in diesem Umfang Vorsteuern abzuziehen seien). Eventualiter sei die Sache zur Neuberechnung an die ESTV zurückzuweisen. Sie begründete ihr Rechtsbegehren damit, die ESTV habe unberücksichtigt gelassen, dass die Einzelunternehmung nach dem jeweiligen Erwerb des Rechts an einem A-3008/2015 Seite 4 Fussballspieler, Umsatz daraus erzielt habe, die Nutzung der Rechte am Spieler entgeltlich an einen Fussballclub zu verleihen. Die Steuerpflicht be- treffend diesen Umsatz habe zur Folge, dass damit verbundene Vorsteuern (aus der Leistung von Dritten oder aus dem Bezug von Dienstleistungen aus dem Ausland) abzuziehen seien. A.g Mit Urteil A-6759/2011 vom 20. Dezember 2012 hielt das Bundesver- waltungsgericht zunächst fest, die ESTV habe die Umsätze, welche die Einzelunternehmung durch den Verkauf von Rechten an Fus sballspielern erzielt hatte (Transfererlös) zu Recht als der Mehrwertsteuer unterliegend erfasst. Soweit die Einzelunternehmung dies in Frage gestellt hatte, wurde die Beschwerde abgewiesen. Hingegen entschied das Bu ndesverwal- tungsgericht in Einklang mit dem entsprechenden Vorbringen der Einzel- unternehmung, dass zwischen ihr und der Betriebsgesellschaft Z._______ AG (nachfolgend: Betriebsgesellschaft) ein mehrwertsteuerlich relevanter Leistungsaustausch – in Gestalt eines tauschähnlic hen Vorganges – zu bejahen sei. Dieser verschaffe der Einzelunternehmung das Recht, einen Vorsteuerabzug in gesetzlich vorgesehenem Umfang geltend zu machen. In der Folge wies das Bundesverwaltungsgericht die Sache zwecks Be- rechnung der Höhe des berechtigten Vorsteuerabzugs an die ESTV zu- rück. A.h Gegen dieses Urteil erhob die ESTV am 31. Januar 2013 Beschwerde an das Bundesgericht. Sie monierte, aufgrund des vorinstanzlichen Urteils, der Einzelunternehmung Vorsteuerabzüge zugestehen zu müssen, ohne die auf den (aus dem entsprechenden Leistungsaustausch resultierenden) Umsätzen geschuldeten Steuern nacherheben zu können. Beantragt wurde die teilweise Aufhebung der Ziffer 1 des Dispositivs des angefochte- nen Urteils des Bundesverwaltungsgerichts. Das Bundesgericht hiess die Beschwerde mit Urteil 2C_106/2013 vom 16. November 2013 vollumfänglich gut, hob den Entscheid des Bundesver- waltungsgerichts auf und wies die Sache zu neuem Entscheid an Letzteres zurück. Dem kam das Bundesverwa ltungsgericht mit Urteil A -6975/2013 vom 14. Januar 2014 nach: Es wies die Sache seinerseits zwecks Berechnung der Mehrwertsteuer sowie der abzugsfähigen Vorsteuer aus dem Leis- tungsaustausch der Einzelunternehmung mit der Betriebsgesellschaft an die ESTV zurück. A-3008/2015 Seite 5 A.i Am 24. März 2015 fällte die ESTV einen zweiten Einspracheentscheid. Darin erörterte sie, dass die im vorliegenden Fall ergangenen Urteile so- wohl des Bundesverwaltungs- als auch des Bundesgerichts keinen Zweifel daran liessen, dass die bisher bezifferten Steuerforderungen ( d.h. ohne Berücksichtigung des Leistungsaustausches zwischen der Einzelunter- nehmung und der Betriebsgesellschaft) definitiv zu Recht bestünden. Da- mit seien diese gerichtlich bestätigt, womit eine "res iudicata" vorliege (vgl. nachfolgend E. 1.5.2). Dass die aus dem steuerbaren Leistungsaustausch- verhältnis zwischen der Einzelunternehmung und der Betriebsgesellschaft resultierenden Umsatzsteuern aus dem Zeitraum 1998 - 2003 noch zu be- rechnen u nd unter Abzug der betreffe nden Vorsteuern nachzubelasten seien, ändere daran nichts . Angesichts der faktischen Unmöglichkeit der nachträglichen Berechnung verzichte die ESTV auf die aus dem steuerba- ren Leistungsaustauschverhältnis zwischen der Einzelunter nehmung und der Betriebsgesellschaft resultierenden Mehrwertsteuern (Umsatzsteuern abzüglich Vorsteuern) und halte stattdessen an der bereits bestimmten Nachforderung von Fr. 986'570.-- fest. B. Mit Eingabe vom 11. Mai 2015 erhob die Steuerpflichtige (nachfolgend: Be- schwerdeführerin) gegen den Einspracheentscheid der ESTV (nachfol- gend: Vorinstanz) vom 24. März 2015 Beschwerde beim Bundesverwal- tungsgericht. Sie beantragt, dieser sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Verjährung der Forderungen mittlerweile eingetreten sei. Eventu- aliter sei die Sache unter Aufhebung des genannten Einspracheentschei- des an die Vorinstanz zur Berechnung der Steuern zurückzuweisen. Dies unter Kosten und Entschädigungsfolge. Sie begründet ihre Beschwerde im Wesentlichen damit, die Vorinstanz habe verkannt, dass die Mehrwert- steuer nicht aus zwei Teilen – einem Teil zu leistende Steuer und einem Teil Vorsteuer – bestehe. Somit könne vorliegend nicht von einer res iudi- cata ausgegangen werden und die Vorinstanz sei gehalten, die nötigen Be- rechnungen (betreffend den Leistungsaustausch zwischen der Einzelun- ternehmung und der Betriebsgesellschaft) anzustellen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Juli 2015 schliesst die Vorinstanz auf voll- umfängliche Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einsprache- entscheides vom 24. März 2015. Die Verfahrenskosten seien vollumfäng- lich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und es sei dieser keine Partei- entschädigung zuzusprechen. A-3008/2015 Seite 6 Auf die einzelnen Vorbringen in den Eingaben der Parteien wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Vorliegend stellt der an- gefochtene Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 24. März 2015 eine solche Verfügung dar. Damit ist auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. 1.2 Das Verfahren vor diesem Gericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid (vorliegend der Einspracheentscheid vom 24. März 2015). Das Anfechtungsobjekt bildet den Rahmen, we lcher den möglichen Umfang des Streitgegenstandes begrenzt ( ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl., 2013, Rz. 2.7 mit Verweis auf BGE 133 II 35 E. 2). Streitgegenstand ist das Rechtsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet, soweit es im Streit liegt. Bezieht sich eine Beschwerde nur auf einen Teil des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses, gehören die nicht beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festgele gten Rechtsverhältnisses zwar zum Anfech- tungsobjekt, sie bilden aber nicht Streitgegenstand (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1). Letzterer darf im Laufe des Beschwerdeverfahrens weder erweitert noch qualitativ verändert werden; er kann sich höchstens verengen und um nicht mehr streitige Punkte reduzieren, nicht aber ausweiten (BVGE 2010/19 E. 2.1). In der Verwaltungsverfügung festgelegte, aber aufgrund der Beschwerdebegehren nicht mehr streitige Fragen prüft das Gericht nur, wenn die nicht beanstandeten Punkte in e inem engen Sachzusammen- hang mit dem Streitgegenstand stehen (vgl. BGE 130 V 140 E. 2.1; zum Ganzen: MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.8 mit weiteren Hin- weisen). 1.4 1.4.1 Im Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht ist verpflichtet, auf den A-3008/2015 Seite 7 unter Mitwirkung der Verfahrensbeteilig ten festgestellten Sachverhalt die richtigen Rechtsnormen und damit jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als den zutreffenden erachtet, und ihm jene Auslegung zu geben, von der es überzeugt ist (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 1.54 unter Ver- weis auf BGE 119 V 347 E. 1a). Aus der Rechtsanwendung von Amtes wegen folgt, dass das Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz nicht an die rechtliche Begründung der Begehren g ebunden ist (Art. 62 Abs. 4 VwVG) und eine Beschwerde auch aus anderen als den gelten d gemachten Gründen (teilweise) gutheissen oder den angefochtenen Ent- scheid im Ergebnis mit einer von der Vorinstanz abweichenden Begrün - dung bestätigen kann (sog. Motivsubstitution; vgl. Urteile des Bundesver- waltungsgerichts A-7110/2014 vom 23. März 2015 E. 1.3 sowie A-1080/2014 vom 2. Oktober 2014 E. 1.3 mit Verweis auf BVGE 2007/41 E. 2 mit Hinweisen). 1.4.2 Im Steuerrecht gilt grundsätzlich, dass die Steuerbehörde die Be- weislast für die steuerbegründenden und -erhöhenden Tatsachen trägt, während die steuerpflichtige Person für die steueraufhebenden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet ist (statt vieler: Urteile des Bundes- gerichts 2C_319/2014 vom 9. September 2014 E. 2.2, 2C_232/2012 vom 23. Juli 2012 E. 3.5; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3031/2013 vom 6. Februar 2014 E. 1.5 mit Hinweisen; ERNST BLUMEN- STEIN/PETER LOCHER, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., 2002, S. 454). 1.5 1.5.1 Kann ein Entscheid nicht m ehr mit einem ordentlichen Rechtsmittel angefochten werden – sei es, dass auf die Ergreifung eines ordentlichen Rechtsmittels explizit verzichtet bzw. ein solches zurückgezogen wurde, sei es, dass die Rechtsmittelfrist ungenutzt abgelaufen oder der Entscheid letztinstanzlich ist – erwächst er in formelle Rechtskraft (PIERRE TSCHAN- NEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Auflage, 2014, § 31 Rz. 5 ff. ; JACQUES DUBEY/JEAN-BAPTISTE ZUFFEREY, Droit administratif général, 2014, N. 979 f.). Ein formell rechts- kräftiger Beschwerdeentscheid kann nur (aber immerhin) durch das aus- serordentliche Rechtsmitt el der Revision geändert werden (vgl. dazu MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.36). 1.5.2 Unter materieller Rechtskraft wird die Massgeblichkeit eines formell rechtskräftigen Urteils in jedem späteren Verfahren unter denselben Par- teien verstanden (vgl. BGE 139 III 126 E. 3.1) . Eine abgeurteilte Sache , A-3008/2015 Seite 8 bzw. eine sog. "res iudicata" liegt vor, wenn der streitige Anspruch mit ei- nem schon rechtskräftig beurteilten identisch ist. Dies trifft zu, falls der An- spruch dem Richter aus demselben Rechtsgrund und gestützt auf densel- ben Sachverhalt erneut zur Beurteilung unterbreitet wird (BGE 125 III 241 E. 1 mit Verweis auf BGE 119 II 89 E. 2a, BGE 121 III 474 E. 4a und BGE 123 III 16 E. 2a). In anspruchsbezogene materielle Rechtskraft erwächst demzufolge allein das Sachurteil. Ein solches liegt nur dann vor, wenn und soweit das Gericht die Sach verhaltsvorbringen der Parteien materiell - rechtlich würdigt, das heisst, den geltend gemachten Anspruch inhaltlich beurteilt. Die Rechtskraftwirkung tritt nur soweit ein, als über den geltend gemachten Anspruch entschieden worden ist. Zwar erwächst der Ent- scheid nur in jener Form in Rechtskraft, wie er im Urteilsdispositiv zum Aus- druck kommt, doch ergibt sich dessen Tragweite vielfach erst aus den Ur- teilserwägungen. Im Übrigen haben die tatsächlichen Feststellungen und die rechtlichen Erwägungen eines Entsc heides aber in einer anderen Streitsache keine bindende Wirkung. Die materielle Rechtskraft der Ent- scheidung wird objektiv begrenzt durch den Streitgegenstand (BGE 123 III 16 E. 2a; BGE 121 III 474 E. 4a; vgl. vorne E. 1.3). 1.6 1.6.1 Ein mit verbindlichen Weisungen versehener Rückweisungsent- scheid (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG) schliesst das Verfahren bezüglich der in den Erwägungen definitiv behandelten Punkte ab. Wenn der unteren In- stanz, an welche die Sache zurückge wiesen wird, kein Ent scheidungs- spielraum mehr bleibt und die Rückweisung nur noch der Umsetzung des oberinstanzlich Angeordneten dient, handelt es sich – in Bezug auf die de- finitiv entschiedenen Punkte – um einen Endentscheid, der – wo noch ein Rechtsmittel offen steht – vor d er nächsthöheren Instanz anfechtbar ist (BGE 134 II 124 E. 1.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_258/2008 vom 27. März 2009 E. 3.3; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O, Rz. 3.196 ; zum Ganzen: Urteil des Bundesverwalt ungsgerichts A-7745/2010 vom 9. Juni 2011 E. 1.2.1). 1.6.2 Ein Rückweisungsentscheid im Sinn eines anfechtbaren Endent- scheids wird bei unterlassener Anfechtung formell und damit auch materiell rechtskräftig. Verweist das Dispositiv eines solchen Entscheids ausdrück- lich auf die Erwägungen, werden diese zu dessen Bestandteil und haben, soweit sie zum Streitgegenstand gehören, an der Rechtskraft teil (BGE 120 V 233 E. 1a, Urteil des Bundesgerichts 8C_272/2011 vom 11. November 2011 E. 1.3; vgl. auch vorne E. 1.5). Die Behörde, an die zurückgewiesen wird, die P artei und auch das mit der Sache nochmals befasste Gericht A-3008/2015 Seite 9 selbst, sind an die Erwägungen im Rückweisungsentscheid gebunden (Ur- teil des Bundesverwaltungsgerichts A-1165/2011 vom 20. September 2012 mit Verweis statt vieler auf BGE 133 III 201 E. 4.2; ULRICH MEYER/JOHANNA DORMANN, in: Niggli et al. [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgerichtsge- setz, 2. Aufl., 2011, Art. 107 N. 18 m.w.H.). Würde sich die Rückweisungs- instanz über die verbindlichen Erwägungen der zurückweisenden Instanz hinwegsetzen, läge eine Rech tsverweigerung vor. Die rechtliche Beurtei- lung, mit der die Zurückweisung begründet wird, muss der neuen Entschei- dung zugrunde gelegt werden (Urteil des Bundesgerichts 4C.46/2007 vom 17. April 2007 E. 3.1 mit Hinweisen; BGE 122 I 250 E. 2, 116 II 220 E. 4a; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.196). Eine freie Überprüfung durch das ein zweites Mal angerufene Gericht ist nur noch möglich betref- fend jene Punkte, die im Rückweisungsentscheid nicht entschieden wur- den oder bei Vorliegen neuer Sac humstände (vgl. statt vieler: Urte il des Bundesverwaltungsgerichts A-1165/2011 vom 20. September 2012 E. 1.2 m.w.H.; A-5311/2015 vom 28. Oktober 2015 E. 1.2 m.w.H.; zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -7745/2010 vom 9. Juni 2011 E. 1.2.2). Soweit eine solche freie Prüfung mög lich ist, kann das Bundesver -wal- tungsgericht den angefochtenen Entscheid grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der Verletzung von Bun- desrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung d es rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG; MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.149; zum Ganzen: Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts A-7745/2010 vom 9. Juni 2011 E. 1.2.3). 1.7 1.7.1 Auf den 1. Januar 2010 wurde das derzeit geltende Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer vom 12. Juni 2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft gesetzt. Es trat an die Stelle des Mehrwertsteuergesetzes vom 2. Septem- ber 1999 (aMWSTG, AS 2000 1300). Dieses war ab 1. Januar 2001 in Kraft und ersetzte seinerseits die Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehr- wertsteuer (aMWSTV, AS 1994 1464). Auf die vor dem 1. Januar 2010 resp. vor dem 1. Januar 2001 eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse bleibt gemäss Art. 112 Abs. 1 und 2 MWSTG bzw. Art. 93 Abs. 1 und 2 aMWSTG das jeweils bisherige (materielle) Recht anwend- bar. A-3008/2015 Seite 10 1.7.2 Demgegenüber ist das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht im Sinne von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des Inkraft- tretens hängige Verfahren anwendbar (statt vieler: Urteil des Bundesge- richts 2C_1002/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1). Allerdings ist Art. 113 Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv zu handha ben, als gemäss höchstrich- terlicher Rechtsprechung nur tatsächliche Verfahrensnormen sofort auf hängige Verfahren anzuwenden sind, und es dabei nicht zu einer Anwen- dung von neuem materiellem Recht auf altrechtliche Sachverhalte kom- men darf (ausführlich: Ur teil des Bundesverwaltungsgerichts A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3 ; vgl. auch A-279/2014 vom 17. November 2014 E. 1.2 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 2C_650/2011 vom 16. Februar 2012 E. 1.4.3). 1.8 1.8.1 Nicht um Verfahrensrecht handelt es sich bei den Bestimmungen zur Verjährung. Bei Letzterer handelt es sich um ein materiell-rechtliches Insti- tut (BGE 137 II 17 E. 1.1; BGE 126 II 1 E. 2a; Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts A-2076/2008 vom 15. Dezember 2010 E. 4.2; MICHAEL BEUSCH, Der Unterg ang der Steuerforderung, 2012, S. 282 m.w.H.). Die Verjährung der Steuerforderung führt zu deren Untergang (vgl. statt vieler: BVGE 2009/12 E. 6.3.2.3). Mithin darf eine verjährte Steuerforderung durch das Gemeinwesen überhaupt nicht mehr, auch nicht verrechnungs- weise, geltend gemacht werden ( BEUSCH, a.a.O., S. 276 f.). Damit ist die Verjährung der Mehrwertsteuerforderung auch von Amtes wegen zu prüfen (BEUSCH, a.a.O., S. 278 mit Verweis auf BGE 133 II 366 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_227/2010 vom 5. August 2010 E. 2.2; BVGE 2009/12 E. 6.3.1; vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A- 3376/2014 vom 10. Februar 2015 E. 2.1). Letzteres gilt allerdings nicht, wenn es um Forde rungen eines Privaten gegenüber dem Staat geht. In dieser Konstellation muss die Verjährung nur auf Einrede des Schuldners, d.h. des Staates, beachtet werden (ULRICH HÄFELIN/ GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., 2010, Rz. 787 mit Ver- weis auf BGE 101 Ib 348 ff., welcher die entsprechende Praxis begrün- dete). 1.8.2 Gemäss anwendbarem Art. 40 aMWSTV verjährt die Steuerforde- rung fünf Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie entstanden ist (Abs. 1). Die Verjährung wird durch jede Einforderungshandlung und durch jede Berichtigung durch die zuständige Behörde unterbrochen; sie steht still, solange die pflichtige Person in der Schweiz nicht betrieben werden kann, oder, bei Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten, solange das A-3008/2015 Seite 11 Entgelt nicht vereinnahmt ist (Abs. 2). Unterbrechung und Stillstand wirken gegenüber allen zahlungspflichtigen Personen (Abs. 3) . Art. 49 aMWSTG hat denselben Wortlaut, wobei mit dem Gesetz die absolute Verjährung von Steuerforderungen eingeführt wurde: Gemäss Art. 49 Abs. 4 aMWSTG ver- jährt die Steuerforderung in jedem Fall 15 Jahre nach Ablauf des Kalender- jahres, in dem sie entstanden ist . In Zusammenhang mit dem Umstand, dass die aMWSTV keine absolute Verjährungsfrist kannte, kann auf BGE 126 II 49 E. 2d verwiesen werden. In diesem Entscheid hielt das Bundes- gericht (in Bezug auf die Verrechnungssteuer) fest, es könne nicht gesagt werden, dass der Gesetzgeber durch den Verzicht auf die Statuierung ei- ner absoluten Frist eine lückenhafte Verjährungsordnung erlassen oder ge- gen übergeordnete Grundsätze verstossen habe. Denn nach allgemeinen Rechtsgrundsätzen genüge, dass eine Verjährung vorgesehen werde. Wie die Verjährungsordnung im Einzelnen ausgestaltet werde, obliege der weit- gehend freien Entscheidung des Gesetzgebers. Dieser Entscheid wurde vom Bundesgericht – trotz Kritik in der Lehre – explizit bestätigt (Urteil 2C_188/2010 vom 24. Januar 2011 E. 5.4). 1.8.3 Der Anspruch auf Vorsteuerabzug (siehe dazu nachfolgend E. 2.2) verjährt gemäss Art. 41 Abs. 1 aMWS TV fünf Jahre nach Ablauf des Ka- lenderjahres, in dem er entstanden ist. Die Verjährung wird unterbrochen durch Geltendmachung des Anspruchs gegenüber der ESTV (Abs. 2). Zu beachten ist, dass diese Bestimmung einen wesentlichen Unterschied zur vorangehenden Regelung im Bundesratsbeschluss vom 29. Juli 1941 über die Warenumsatzsteuer (WUStB) aufweist: Gemäss letzterer bewirkte die Geltendmachung einer Forderung durch die Steuerverwaltung mittels Er- gänzungsabrechnung nämlich gleichzeitig die Unterbrechung der Verjäh- rung allfälliger Rückforderungsansprüche des Steuerpflichtigen (HANS HE- GETSCHWEILER, in: Kompetenzzentrum MWST der Treuhand Kammer [Hrsg.], mwst.com – Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwert- steuer, 2000, Art. 50 N. 2 mit Hinweis auf ASA 55 [1986/87] 446). Sodann steht gemäss Art. 41 Abs. 3 aMWSTV die Verjährung still, solange über den geltend gemachten Anspruch ein Entscheid -, Einsprache- oder Rechtsmittelverfahren hängig ist. Art. 50 aMWSTG hat denselben Wortlaut wie Art. 41 aMWSTV, wobei mit dem Gesetz auch hier die absolute Verjäh- rung eingeführt wurde: Gemäss Art. 50 Abs. 4 aMWSTG verjährt der An- spruch auf Vorsteuerabzug in jedem Fall 15 Jahre nach Ablauf des Kalen- derjahres, in dem sie entstanden ist. A-3008/2015 Seite 12 1.8.4 Gemäss der Rechtsprechung betreffend die im relevanten Zeitraum geltenden Normen genügt zur Unterbrechung der Verjährung jede Mittei- lung der ESTV an den Mehrwertsteuerpflichtigen, in welcher diese unmiss- verständlich zum Ausdruck bringt, dass sie einen bestimmten Tatbestand als mehrwertsteuerpflicht ig betrachtet, wobei dieser nicht notwendiger- weise bereits nach allen Richtungen hin abgeklärt sein muss. Ein einfacher Brief der ESTV kann genügen. Der Mehrwertsteuerbetrag braucht auch nicht ziffernmässig festgesetzt zu sein. Mit einer vorläufigen Mittei lung kann die ESTV die Verjährung für den ganzen Mehrwertsteueranspruch unterbrechen, auch wenn sie ihre Forderung später noch erhöhen muss (Urteil des Bundesverwaltu ngsgerichts A -1402/2006 vom 17. Juli 2007 E. 2.4 m.w.H.; vgl. auch BEUSCH, a.a.O., S. 300 f.). 2. 2.1 Der Mehrwertsteuer im Inland unterliegen die entgeltliche Lieferung von Gegenständen, die entgeltlich erbrachten Dienstleistungen, der Eigen- verbrauch sowie der entgeltliche Bezug von Dienstleistungen aus dem Ausland, sofern sie nicht ausdrücklich von der Besteuerung ausgenommen oder befreit sind (Steuerobjekt; Art. 4 Bst. a -d aMWSTV, Art. 14 und 15 aMWSTV; Art. 5 Bst. a -d aMWSTG, Art. 18 und 19 aMWSTG). Eine Dienstleistung liegt unter anderem vor, wenn immaterielle Werte oder Rechte überlassen werden (Art. 6 Abs. 2 Bst. a aMWSTV; Art. 7 Abs. 2 Bst. a aMWSTG; zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A- 6759/2011 vom 20. Dezember 2012 E. 2.1). 2.2 Verwendet eine steuerpflichtige Person Gegenstände oder Dienstleis- tungen für steuerbare Ausgangsleistungen, so kann sie in ihrer Steuerab- rechnung die ihr von anderen Steuerpflichtigen in Rechnung gestellte Steuer für Lieferungen und Dienstleistungen abziehen (sog. Vorsteuerab- zug; Art. 29 Abs. 1 und 2 aMWSTV; Art. 38 Abs. 1 und 2 aMWSTG). Für den Vorsteuerabzug ist unter anderem erforderlich, dass die mit der Vor- steuer belasteten Gegenstände oder Dienstleistungen für einen geschäft- lich begründeten Zweck verwendet werden. Das schweizerische Mehrwert- steuerrecht schreibt vor, dass die steuerpflichtige Person di e "Eingangs- leistung" für steuerbare Lieferungen oder Dienstleistungen verwenden muss, damit sie die auf der Eingangsleistung lastende Steuer als Vorsteuer abziehen kann. Gemäss konstanter Rechtsprechung bedarf es denn auch eines objektiven wirtschaftlichen Zusammenhangs zwischen steuerbarer "Eingangs- und Ausgangsleistung", mithin, dass die "Eingangsleistung" in eine "Ausgangsleistung" mündet (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A- 6759/2011 vom 20. Dezember 2012 E. 2.3 mit Verweis auf BGE 132 II 353 A-3008/2015 Seite 13 E. 8.3, 8.4, 10; Urteil des Bundesgerichts 2A. 650/2005 vom 16. August 2006 E. 3.4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -212/2008 vom 15. Juni 2010 E. 2.2.1, A -1479/2006 vom 10. September 2008 E. 2.2.1, mit Hinweisen). 2.3 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach dem Selbstveranlagungsprinzip. Dies bedeutet, dass der Mehrwertsteuerpflich- tige selbst und unaufgefordert über seine Umsätze und Vorsteuern abzu- rechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode den geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag (Steuer vom Umsatz abzüglich Vorsteuern) an die ESTV abzuliefern hat (Art. 37 f. aMWSTV, Art. 46 f. aMWSTG; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1508/2014 vom 19. Mai 2015 E. 4.5 mit Hinweis auf A-2473/2014 vom 13. März 2015 E. 2.3.1; ALOIS CAMENZIND et al., Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], 2. Aufl., 2003, Rz. 1579). 2.3.1 Gemäss Art. 47 Abs. 1 aMWSTV bzw. Art. 58 Abs. 1 aMWSTG hat der Mehrwertsteuerpflichtige seine Geschäftsbücher ordnungsgemäss zu führen und so einzurichten, dass sich aus ihnen die für die Feststellung der Mehrwertsteuerpflicht sowie für die Berechnung der Steuer und der abzieh- baren Vorsteuern massgebenden Tatsachen leicht und zuverlässig ermit- teln lassen. Die ESTV kann hierüber nähere Bestimmungen aufstellen. Von dieser Befugnis hat sie soweit hier interessierend mit dem Erlass der «Wegleitung 1997 für Mehrwertsteuerpflichtige» vom Frühling 1997 (Weg- leitung 19 97) und mit der «Wegleitung 2001 zur Mehrwertsteuer» vom Sommer 2000 (Wegleitung 2001; gültig vom 1. Januar 2001 bis 31. De- zember 2007) Gebrauch gemacht. Darin sind genauere Angaben enthal- ten, wie eine Buchhaltung auszugestalten ist (Wegleitung 1997, 870 f f.; Wegleitung 2001, Rz. 878 ff.). Alle Geschäftsfälle müssen fortlaufend, chro- nologisch und lückenlos aufgezeichnet werden (Wegleitung 1997, Rz. 874; Wegleitung 2001, Rz. 884) . Auch haben sich alle Eintragungen auf ent- sprechende Belege zu stützen, so dass die einzelnen Geschäftsvorfälle von der Eintragung in die Hilfs - und Grundbücher bis zur Steuerabrech- nung und bis zum Jahresabschluss sowie umgekehrt leicht und genau ver- folgt werden können («Prüfspur»; vgl. Wegleitung 1997, Rz. 879; Weglei- tung 2001, Rz. 890). Nach der Rechtsprechung ist der Steuerpflichtige selbst bei geringem Barverkehr zur Führung zumindest eines einfachen ordentlichen Kassabuchs verpflichtet. Er ist zwar mehrwertsteuerrechtlich nicht gehalten, kaufmännische Bücher im Sinne des Handelsrechts zu füh- ren; die Bücher müssen die erzielten Umsätze jedoch lückenlos erfassen A-3008/2015 Seite 14 und die entsprechenden Belege sind aufzubewahren ( Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts A-1508/2014 vom 19. Mai 2015 E. 4.5 mit Verweis auf Urteile des Bundesgerichts 2A.693/ 2006 vom 26. Juli 2007 E. 3.1 und 2A.569/2006 vom 28. Februar 2007 E. 3.1; statt vieler: Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts A-1634/2006 vom 31. März 2009 E. 3.5). 2.3.2 Die steuerpflichtige Person hat ihre Geschäftsbücher, Belege, Ge- schäftspapiere und sonstigen Aufzeichnungen laut Art. 47 Abs. 2 aMWSTV während sechs Jahren sowie gemäss Art. 58 Abs. 2 aMWSTG während zehn Jahren ordnungsgemäss aufzubewahren. Die Aufbewahrungsfrist beginnt gemäss aArt. 962 Abs. 2 OR mit Ablauf des Geschäftsjahres, in dem die letzten Eintragungen vorgenommen wurden, die Buchungsbelege entstanden sind und die Geschäftskorrespondenz ein - oder ausgegangen ist (zur Massgeblichkeit des früheren Rechnungsle- gungsrechts vgl. Art. 2 Abs. 1 der Übergangsbestimmungen der auf den 1. Januar 2013 in Kraft gesetzten Änderung des Obligationenrechts [Rech- nungslegungsrecht] vom 23. Dezember 2011 [AS 2012 6679 ff., 6696 f.]). Die mit unbeweglichen Gegenständen zusammenhängenden Geschäfts- unterlagen sind indessen nach Art. 58 Abs. 2 aMWSTG während 20 Jahren aufzubewahren. Ist nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist die Verjährung der Steuerforderung, auf welche sich die Geschäftsbücher, Belege, Geschäfts- papiere und sonstigen Aufzeichnungen beziehen, noch nicht eingetreten, so dauert die Aufbewahrungspflicht s owohl unter der aMWSTV als auch nach dem aMWSTG bis zum Eintritt dieser Verjährung (Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts A-1508/2014 vom 19. Mai 2015 E. 4.5 mit Hinweis auf A-3031/2013 vom 6. Februar 2014 E. 2.8 und A-6148/2007 vom 7. Dezem- ber 2009 E. 3.2). 2.4 2.4.1 Nach Art. 48 aMWSTV bzw. Art. 60 aMWSTG nimmt die ESTV eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor, wenn keine oder nur un- vollständige Aufzeichnungen vorliegen oder die ausgewiesenen Ergeb- nisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht überein-stimmen. Eine Schätzung muss insbesondere auch dann erfolgen, wenn die Verstösse gegen die formellen Buchhaltungsregeln derart gravierend sind, dass sie die materielle Richtigkeit der Buchhaltungsergebnisse in Frage stellen (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -6370/2011 vom 1. Juni 2012 E. 2.7.2, A-4450/2010 vom 8. September 2011 E. 4.1; zum Gan- zen: A-1508/2014 vom 19. Mai 2015 E. 4.6.1). A-3008/2015 Seite 15 2.4.2 Sind die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation erfüllt, so ist die ESTV nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, eine solche nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Die Fälle, in denen die Steuer- pflichtigen ihre Mitwirkungspflichten nicht wahrnehmen bzw. keine, unvoll- ständige o der ungenügende Aufzeichnungen über ihre Umsätze führen, dürfen keine Steuerausfälle zur Folge haben (Urteil des Bundesgerichts 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.2; Urteile des Bundesverwaltungs- gerichts A-6544/2012 vom 12. September 2013 E. 2.6.1, A-4922/ 2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.6.1; zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1508/2014 vom 19. Mai 2015 E. 4.6.2). 2.4.3 Hat die ESTV eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor- zunehmen, hat sie dabei diejenige Schätzungsmethode zu wählen, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb der steuerpflichtigen Person soweit als möglich Rechnung trägt, auf plausiblen Annahm en beruht und deren Ergebnis der wirklichen Situation möglichst nahe kommt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.1; CAMENZIND et al., a.a.O., Rz. 1682). Die brauchbaren Teile der Buchhaltung und allenfalls vorhandene Belege sind soweit als möglich bei der Schätzung zu berück- sichtigen. Sie können durchaus als Basiswerte der Ermessenstaxation fun- gieren (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -4922/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.6.2, A -6544/2012 vom 12. Septembe r 2013 E. 2.5.2; zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1508/2014 vom 19. Mai 2015 E. 4.6.3). 2.4.4 Die ESTV ermittelt im Rahmen der Ermessenseinschätzung den pflichtwidrig nicht oder falsch deklarierten Umsatz des Steuerpflichtigen. Da es sich indes bei den Vorsteuern um steuermindernde Tatsachen han- delt, obliegt der formgerechte Beweis für das Vorliegen der angefallenen Vorsteuern dem Mehrwertsteuerpflichtigen (BLUMENSTEIN/LOCHER, a.a.O., S. 415, 453 f.; vgl. dazu auch vorne E. 1.4.2); ihm ist es anheimgestellt, ob er davon Gebrauch machen will (Urteil des Bundesgerichts 2A.558/2005 vom 8. Mai 2006 E. 2.3; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A - 1634/2006 vom 31. März 2009 E. 5.3, A-1353/2006 vom 7. April 2008 E. 2.6 und 3.1 ; zum Ganzen: Urteil des B undesverwaltungsgerichts A - 1508/2014 vom 19. Mai 2015 E. 4.6.4). 3. 3.1 Im vorliegenden Fall macht die Beschwerdeführerin geltend, sämtliche Steuerforderungen der ESTV seien mittlerweile (absolut) verjährt ( vgl. Sachverhalt Bst. B). Wie erwähnt, ist die Frage der Verjährung von Amtes A-3008/2015 Seite 16 wegen zu prüfen (E. 1.8.1). Im Rahmen dieser Prüfung wird zunächst die Argumentation der Beschwerdeführerin wiedergegeben: 3.1.1 Die Beschwerdeführerin beruft sich zunächst auf BGE 126 II 1 vom 26. November 1999. In diesem Entscheid (betreffend die direkte Bundes- steuer) äusserte sich das Bundesgericht dahingehend, dass es stossend und mit dem Rechtsgleichheitsgebot kaum vereinbar wäre, wenn die Frist für die Verjährung altrechtlicher Steuerforderungen auch dann noch wei- terlaufen könnte, wenn Steuerforderungen, die unter dem neuen Recht entstanden (und demnach jünger) sind, bereits absolut verjährt seien. Die- ses übergangsrechtliche Problem sei beim Erlass des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer übersehen worden, weshalb die Übergangs- bestimmungen insoweit als lückenhaft erschienen. Das Bundesgericht führte unter Hinweis auf B GE 111 II 186 E. 7 sowie zwei Artikel in der Ri- vista di diritto amministrativo e tributario ticinese [RDAT 1995 I 46 114 E. 3 und RDAT 1998 II 179 E. 7 m.w.H.] aus, es liesse sich erwägen, diese Lücke durch Übernahme einer allgemeinen Regel zu schliessen, wonach eine neu vorgesehene Verjährungsfrist (erst) vom Zeitpunkt des Inkrafttre- tens des neuen Rechts zu laufen beginne . Im konkreten Fall liess es die Frage allerdings offen, zumal der Zeitpunkt einer allfälligen absoluten Ver- jährung noch in weiter Ferne lag. Für die Beschwerdeführerin geht dieser Ansatz indes nicht weit genug . Ihrer Ansicht nach würde es das Rechts- gleichheitsgebot erfordern, neue Verjährungsnormen jeweils ab deren In- krafttreten auf alle altrechtlichen, noch nicht verjährten Steuerforderungen anzuwenden. Damit sei auf sämtliche hier im Streit liegenden Sachverhalte die derzeit geltende absolute Verjährungsfrist von 10 Jahren (Art. 42 Abs. 6 MWSTG) anzuwenden. Dies wiederum würde bedeuten, dass die Ver- jährung aller 1998 - 2003 entstandenen Forderungen bereits eingetreten wäre. 3.1.2 Dieser Argumentation der Beschwerdeführer in ist aus folgenden Gründen nicht zu folgen: Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt hat sich in den Jahren 1998 bis 2003 verwirklicht, weshalb in materieller Hinsicht noch die aMWSTV (für die Jahre 1998 bis und mit 2000) und das aMWSTG (für die Jahre 2001 bis und mit 2003) zur Anwendung gelangen (vgl. vorne E. 1.7.1; statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1508/2014 vom 19. Mai 2015 E. 3 und A-7843/ 2010 vom 22. Juli 2011 E. 1.3). Die aMWSTV kannte keine absolute Verjährungsfrist, das aMWSTG eine solche von 15 Jahren. A-3008/2015 Seite 17 Wie vorangehend in E. 1.8.1 ausgeführt, handelt es sich bei der Verjährung gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung um ein materiell- rechtliches Institut. Demgemäss wird auf Sachverhalte, die sich unter altem Recht ereignet haben , auch altes (Verjährungs -) Recht angewendet . Im Übrigen geht dies im Mehrwertsteuerrecht direkt aus den Übergangsbe- stimmungen des aktuellen MWSTG hervor: Art. 112 Abs. 1 MWSTG äus- sert sich explizit zur Verjährung und hält fest , dass sich diese weiterhin nach den Art. 49 und 50 des bisherigen Rechts (also nach aMWSTG) rich- tet. Eine Lücke des geltenden Gesetzes in Bezug auf die Frage der über- gangsrechtlichen Regelung der Verjährung liegt somit nicht vor. Der Ge- setzgeber nahm mit dieser Regelung bewusst in Kauf, dass eine allenfalls kurz vor Gesetzesänderung entstandene Forderung – aufgrund der dama- ligen längeren (15-jährigen) absoluten Verjährungsfrist – noch nicht ver- jährt, während eine später entstandene Forderung – aufgrund der neuen kürzeren (10-jährigen) absoluten Verjährungsfrist – bereits verjährt ist. Zwar äussern sich die Übergangsbestimmungen des aMWSTG nicht aus- drücklich zur Verjährung, doch wird in Art. 93 aMWSTG bestimmt, dass die mit diesem Gesetz aufgehobenen Bestimmungen (sowie die darauf ge- stützt erlassenen Vorschriften), unter Vorbehalt von Art. 94 aMWSTG ("An- wendung des neuen Rechts"), weiterhin auf alle während dieser Geltungs- dauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse an- wendbar bleiben. Damit kann auf das vorangehend unter E. 1.7 und E. 1.8 Gesagte verwiesen werden . Hätte der Gesetzgeber es als grundsätzlich stossend wahrgenommen, dass "jüngere" Mehrwertsteuerforderungen vor älteren verjähren, darf davon ausgegangen werden, dass er (spätestens) im aktue llen MWSTG eine andere als die geltende Regelung getroffen hätte. Aus dem Dargelegten ergibt sich, dass die von der Beschwerdefüh- rerin zitierte Rechtsprechung betreffend die direkte Bundessteuer (E. 3.1.1) für Fragen des intertemporalen Mehrwertsteuerrechts nicht her- angezogen werden kann. 3.1.3 Nach dem Gesagten ist als Zwischenergebnis festzuhalten, dass noch keine der Steuerforderungen betreffend die Jahre 1998 - 2003 abso- lut verjährt sind. 3.2 Demgegenüber stellt sich die Frage, ob die Geltendmachung des An- spruchs auf Abzug der nunmehr im Streit liegenden Vorsteuern durch die Beschwerdeführerin tatsächlich innert der jeweilig anwendbaren Verjäh- rungsfrist erfolgt ist, ist doch dieser Anspruch separat zu betrachten (vgl. E. 1.8.3). Insbesondere betreffend das Jahr 1998 bestehen diesbezüglich A-3008/2015 Seite 18 Zweifel, zumal die erste Ergänzungsabrechnung erst am 9. Dezember 2003 erlassen wurde. Diesbezüglich zu berücksichtigen ist insbesondere Folgendes: Gemäss den dem Gericht vorliegenden Akten machte die Beschwerdefüh- rerin anlässlich ihrer Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 15. Dezember 2011 (vgl. Sachverhalt Bst. A.f) geltend, aufgrund des Um- standes, dass ihre Rechtsvorgängerin die Nutzung von Rechten an Fuss- ballspielern entgeltlich "ausgeliehen" habe, zum Vorsteuerabzug in Höhe von Fr. 812'195.-- (insbesondere bestehend aus Bezugsteuer für Dienst- leistungsbezüge aus dem Ausland) berechtigt zu sein. Dies, da der Erwerb der Rechte an den Fussballspielern die Eingangsleistung und der Verleih der Nutzung besagter Rechte gegen Entgelt die Ausgangsleistung dar- stelle. Weder die damalige Beschwerdeschrift noch der damit angefoch- tene Einspracheentscheid vom 14. November 2011 enthält Hinweise da- rauf, dass diese Vorsteuerabzugsberechtigung aufgrund des entgeltlichen Leistungsaustausches zwischen der Einzelunternehmung und der Be- triebsgesellschaft vor 2006 gelt end gemacht worden wäre . Wie erwähnt, unterliegt jedoch auch die Geltendmachung des Anspruchs auf Vorsteuer- abzug einer eigenständigen Verjährungsfrist (E.1.8.3). Betreffend die Jahre 1998 - 2000 ist Art. 41 aMWSTV anwendbar. Dieser bestimmt, dass die Verjährung mit der Geltendmachung des Anspruchs auf Vorsteuerabzug gegenüber der ESTV unterbrochen wird. Geschieht dies nicht, verjährt der Anspruch fünf Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem er entstanden ist. 3.2.1 Im vorliegenden Fall hat die ESTV betreffend den Zeitraum 1998 - 2000 am 9. Dezember 2003 die EA Nr. [1] erlassen. Aus den dem Gericht vorliegenden Akten geht nicht hervor, wann genau die Einzelunternehmung geltend gemacht hat, in Zusammenhang mit dieser Steuernachforderung (aufgrund des entgeltlichen Leistungsaustausches zwischen ihr und der Betriebsgesellschaft) vorsteuerabzugsberechtigt zu sein. Für das Gericht aktenkundig ist lediglich, dass die ESTV – nach einer Besprechung (deren Datum dem Gericht nicht bekannt ist) mit den Buchhaltern der Rechtsvor- gängerin der Beschwerdeführerin – diverse Nachbelastungen aus der EA Nr. [1] vom 9. Dezember 2003 mittels GS Nr. [2a] (betreffend andere Ge- schäftsbereiche als dem Spielertransfer und nicht Gegenstand des vorlie- genden Verfahrens) und GS Nr. [1a] vom 22. November 2005 (betreffend Umsatzdifferenzen aus den Spielertransfererlösen sowie die Dienstleis- tungsbezüge von Unternehmen mit Sitz im Ausland) korrigiert hat (vgl. Sachverhalt Bst. A.b). Ein allfälliger Anspruch auf Vorsteuerabzug wurde A-3008/2015 Seite 19 demnach offenbar vor dem 22. November 2005 thematisiert. Wann genau und in welcher Form derlei geschehen ist, geht aus den vorliegenden Akten jedoch nicht hervor. 3.2.2 Die zweite für das vorliegende Verfahren relevante EA Nr. [2] betraf die Jahre 2001 - 2003 und erging am 22. No vember 2005. Sowohl diese als auch die oben erwähnte EA Nr. [1] vom 9. Dezember 2003 wurden von der Rechtsvorgängerin der Beschwerdeführerin in einem einzigen Schrei- ben vom 30. Juni 2006 bestritten. Dabei machte die Einzelunternehmung nicht einen begründeten Betrag an abzugsfähigen Vorsteuern geltend, sondern nahm in hier interessierendem Zusammenhang lediglich Bezug auf zwei Konten ([Nr.] und [Nr.]) und äusserte sich wie folgt: "Hier sind wir gänzlich nicht einverstanden und erwarten einen Entsche id in der Sache, der sich insbesondere auch zur Frage des Rechts auf Abzug der Vorsteuer ausspricht." Abgesehen davon, dass die Rechtsvorgängerin der Beschwer- deführerin in der genannten Bestreitung wenig konkret auf das Vorsteuer- abzugsrecht Bezug nahm, steht die Frage im Raum , wann sie ihren An- spruch auf die im aktuellen Verfahren im Streit li egenden Vorsteuern ge- genüber der Vorinstanz tatsächlich zum ersten Mal (in rechtsgenüglicher Weise) geltend gemacht hat. 4. Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Nachforderung der Vorinstanz in Höhe von Fr. 986'570.-- tatsächlich, wie von dieser geltend gemacht, bereits ge- richtlich bestätigt wurde und damit eine "res iudicata" (E. 1.5) darstellt. 4.1 4.1.1 Im ersten Rechtsgang vor Bundesverwaltungsgericht (vgl. Sachver- halt Bst. A.f) waren nur noch zwei Punkte strittig: 1. Die steuerliche Beurteilung von Transferzahlungen 2. Die Qualifikation des Leistungsaustausches zwischen der Einzelunter- nehmung und der Betriebsgesellschaft Betreffend Ziff. 1 entschied das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil A-6759/2011 vom 20. Dezember 2012 , dass Transferzahlungen und -einnahmen der Einzelunternehmung von der Vorinstanz zu Recht als der Mehrwertsteuer unterliegend qualifiziert worden waren. Gerichtlich bestä- tigt wurde damit nur (aber immerhin) die Grundlage für die Forderung der Vorinstanz. Nicht vom Gericht behandelt wurde hingegen die genaue Zu-A-3008/2015 Seite 20 sammensetzung des Betrages von Fr. 986'570.--. Dies war auch nicht an- gezeigt, zumal der Betrag selbst nie bestritten worden war. Vielmehr hatte die Einzelunternehmung schon anlässlich ihrer Einsprache vom 29 . Feb- ruar 2008 geäussert, die Nachforderungen in Zusammenhang mit dem Transfererlös nicht zu bestreiten (vgl. Sachverhalt Bst. A.d) . Sie machte lediglich geltend, dass von diesen "rechtmässigen" Forderungen – auf- grund eines bisher noch nicht berücksichtigten steuerrechtlich relevanten Leistungsaustausches – noch Vorsteuern abzuziehen seien. Betreffend Ziff. 2 entschied das Bundesverwaltungsgericht zu Gunsten der Einzelunternehmung, dass es sich beim Leistungsaustausch zwischen ihr und der Betriebsgesellschaft tatsächlich um einen mehrwertsteuerlich re- levanten tauschähnlichen Vorgang gehandelt habe (Sachverhalt Bst. A.g). Vor diesem Hintergrund hätten bisher unberücksichtigte steuerbare Aus- gangsleistungen vorgelegen, was zum Ergebnis führe, dass die Vorinstanz der Einzelunternehmung zu Unrecht den Vorsteuerabzug in gesetzlichem Umfang in Zusammenhang mit dem Erwerb von Rechten an Fussballspie- lern, welche der Betriebsgesellschaft zur Verfügung gestellt worden waren, verweigert habe. 4.1.2 Vor Bundesgericht wurde die steuerliche Beurteilung der Transfer- zahlungen (Ziff. 1) nicht mehr angefochten, womit sich der Streitgegen- stand (E. 1.3) um diesen Punkt verringerte. Auch der Entscheid, dass der genannte Leistungsaustausch mehrwertsteuerlich relevant sei und grund- sätzlich zum Vorsteuerabzug berechtige (Ziff. 2), wurde nicht mehr bestrit- ten. Damit wurde der Streitgegenstand auch um diesen Punkt weiter ein- geschränkt. Das Bundesgericht hatte letztlich nur noch betreffend die Rüge der ESTV zu entscheiden. Diese machte geltend, die durch das Bundesverwaltungs- gericht vorgenommene (nunmehr unbestrittene) steuerrechtliche Qualifika- tion des Leistungsaustausches zwischen der Einzelunternehmung und der Betriebsgesellschaft führe nicht nur dazu, dass gestützt darauf Vorsteuern in gesetzlichem Umfang abgezogen werden könnten. Vielmehr müsse der ESTV auch das Recht eingeräumt werden, aus diesem Leistungsaus- tausch geschuldete Steuern nachzuerheben (vgl. vorne Sachverhalt Bst. A.h). Das Bundesgericht hiess die Beschwerde gut, hob den Entscheid des Bun- desverwaltungsgerichts (über den Antrag der ESTV hinausgehend, voll-A-3008/2015 Seite 21 ständig) auf und wies die Sache zu neuem Ents cheid an das Bundesver- waltungsgericht zurück. Diese wiederum wies die Angelegenheit zur Be- rechnung der Höhe der geschuldeten Steuern und des berechtigten Vor- steuerabzugs an die ESTV zurück. 4.1.3 Gerichtlich entschieden bzw. bestätigt ist im vorliegenden Fall z um jetzigen Zeitpunkt somit zweierlei: 1. Die Vorinstanz hat ihre (bisherige) Nachforderung grundsätzlich zu Recht erhoben, da es zutrifft, dass der Handel mit Rechten an Sportlern der Mehrwertsteuer unterliegt. Der endgültig von der Steuerschuldnerin zu zahlende Betrag steht allerdings noch nicht fe st, zumal sich die Summe der für die Jahre 1998 - 2003 effektiv zu zahlenden Steuer durch den Entscheid des Bundesgerichts im ersten Rechtsgang noch verän- dern könnte. Zum einen durch allenfalls (zusätzlich) zu erhebende Steu- ern, zum anderen durch Abzug der – bisher unberücksichtigten – Vor- steuern. 2. Die Beschwerdeführerin ist aufgrund des steuerrechtlich relevanten Leistungsaustausches zwischen der Einzelunternehmung und der Be- triebsgesellschaft (namentlich dem Verleih der Nutzung von Rechten an Spielern) berechtigt, die Steuern auf ihren entsprechenden Eingangs- leistungen (Erwerb der genannten Rechte) in gesetzlichem Rahmen als Vorsteuern abzuziehen. 4.1.4 Die Vorinstanz hat sich im vorliegend angefochtenen Einspracheent- scheid vom 24. März 2015 über die verbindli chen Anweisungen der Rechtsmittelinstanz(en) hinweggesetzt. I ndem sie nach wie vor an ihrer Forderung im Betrag von Fr. 986'570.-- festhält, lässt sie unberücksichtigt, dass ein mit verbindlichen Weisungen versehener Rückweisungsentscheid – wie es sowohl A -6759/2011 vom 20. Dezember 2012 als auch A-6975/2013 vom 14. Januar 2014 einer ist – das Verfahren bezüglich der in den Erwägungen definitiv behandelten Punkte abschliesst (vgl. vorne E. 1.6.1). Sie verkennt, dass sie Steuern, welche in Zusammenhang mit dem Einkauf von Rechten an Spielern angefallen sind, zum Abzug als Vorsteu- ern zulassen muss, sofern eine entsprechende steuerbare Ausgangsleis- tung (als solche wurde der Verleih der Nutzung dieser Rechte gerichtlich anerkannt; vgl. Sachverhalt Bst. A.g) vorliegt und keine anderen gesetzli- chen Gründe gegen eine Zulassung des Abzugs gegeben sind (beispiels- weise Ablauf der Verjährungsfrist zur Geltendmachung des Anspruchs auf Vorsteuerabzug). Konkrete Gründe dafür, weshalb die aus dem Einkauf A-3008/2015 Seite 22 von Rechten an Spielern resultierenden Steuern – trotz der genannten bis- herigen Rechtsprechung in diesem Fall – nicht als Vorsteuern abzuziehen sind, nennt die Vorinstanz im vorliegend angefochtenen E inspracheent- scheid vom 24. März 2015 jedoch nicht. Sollte sie den Grund in ihrem Ver- zicht auf die Erhebung der aus dem Leistungsaustausch zwischen der Ein- zelunternehmung und der Betriebsgesellschaft resultierenden Steuern se- hen, ist sie damit nicht zu hören. Denn massgebend für die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs ist nicht die tatsächlich erhobene Steuer auf der Aus- gangsleistung, sondern das Vorliegen einer steuerbaren Ausgangsleistung an sich (vgl. dazu nachfolgend E. 5 ff.). 4.2 Zusammenfassend ist hier festzuhalten, dass es sich beim Betrag von Fr. 986'570.-- insofern nicht um eine "res iudicata" handelt, als sich dieser – gemäss der in diesem Fall ergangenen Rechtsprechung – um einen noch festzusetzenden Vorsteuerabzug als auch um weitere Nachforderungen verändern soll. 5. Schliesslich hat die Vorinstanz im vorliegend angefochtenen Entscheid be- stimmt, auf die aus dem steuerbaren Leistungsaustauschverhältnis zwi- schen der Einzelunternehmung und der Betriebsgesellschaft resultieren- den Mehrwertsteuern zu verzichten. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Zulässigkeit dieses Verzichts. 5.1 Für die bisher zu beurteilenden Fragen war lediglich die steuerrechtli- che Einordnung des genannten Leistungsaustausches von Belang. Für die Beantwortung der Frage der Zulässigkeit des Verzichts auf gewisse – noch zu eruierende – Steuerforderungen, sowie zur Beurteilung der diesbezüg- lichen Argumentation der Vorinstanz, ist nun eine genauere Betrachtung des Inhaltes dieses Leistungsaustausches angezeigt: 5.1.1 Um ein Transferrecht mit Gewinn wieder veräussern zu können, muss der Wert dieses Rechts gesteigert werden. Dies bedingt den Einsatz des jeweiligen Spielers auf dem Feld. Vor diesem Hintergrund schloss die Einzelunternehmung mit der Betriebsgesellschaft jeweils pro Spieler eine "Spieler-Vereinbarung". Die jeweiligen Leistungen der V ertragsparteien lassen sich wie folgt zusammenfassen: Leistungen der Betriebsgesellschaft: – Entrichtet der Einzelunternehmung eine monatliche Leihgebühr für die Nutzung der Rechte am jeweiligen Spieler A-3008/2015 Seite 23 – Schliesst mit dem jeweiligen Spieler während eines defi nierten Zeit- raums einen Nationalliga-Spielervertrag ab und kommt den daraus ent- stehenden finanziellen Verpflichtungen (Salärzahlungen, Prämien, Be- rufsschutz etc.) nach Leistungen der Einzelunternehmung: – Leiht der Betriebsgesellschaft die Nutzung der Rechte am jeweiligen Spieler – Verpflichtet sich, eine allfällige Transferfinanzierung bezüglich des be- troffenen Spielers auch nach Ablauf des Nationalliga -Spielervertrages zu übernehmen, falls sich der Verein sowie die Betriebsgesellschaft und der Spieler auf eine weitere Tätigkeit beim Verein einigen. Diesfalls haben sich die Parteien über die Höh e einer von der Betriebsgesell- schaft an die Einzelunternehmung zu zahlende Gebühr zu verständi- gen – Beteiligt die Betriebsgesellschaft im Falle einer Spielerausleihe an ei- nen Dritten zu […]% an der entsprechenden Leihgebühr – Räumt der Betriebsgesellschaft im Falle einer Weiterveräusserung des Spielers durch die Einzelunternehmung noch während der Laufzeit des Nationalliga-Spielervertrags ein Vorkaufsrecht ein – Gesteht der Betriebsgesellschaft unter bes timmten Bedingungen ein Gewinnanteilsrecht zu, um an einem allfälligen Nettoerlös aus dem Ver- kauf der Rechte am Spieler zu partizipieren 5.1.2 Bei den erwähnten Zahlungen (Leihgebühren), welche die Betriebs- gesellschaft zu entrichten hatte, handelte es sich gemäs s der Beschwer- deführerin "in der Regel" um einen monatlichen Betrag von Fr. 500.--, wel- cher bei einer nachfolgenden Ausleihe eines Spielers an einen Dritten, mit dem Anteil verrechnet wurde, welcher der Betriebsgesellschaft diesfalls zu- stand. Aus diesem Grund fanden sich in der Buchhaltung der Beschwerde- führerin für diese Leihgebühren auch keine dire kten Zahlungseingänge (vgl. diesbezüglich Urteil des Bundesverwaltu ngsgerichts A-6759/2011 vom 20. Dezember 2012 E. 4.2.1). Dies führte dazu, dass die Vorinstanz die Steuernachforderung in Höhe von Fr. 986'570.-- in der Über- zeugung festlegte, der Leistungsaustausch zwischen der Einzelunterneh- mung und der Betriebsgesellschaft sei unentgeltlich erfolgt und sei steuer- rechtlich nicht relevant. Dies wiederum hatte nicht nur zur Folge, dass al- lenfalls zulässige Vorsteuerabzüge nicht gewährt wurden, sondern die er-A-3008/2015 Seite 24 rechnete Summe von Fr. 986'570.-- an Nachsteuern war auch um den Be- trag verkürzt, welcher sich allenfalls aus weiteren – sich aus dem Leis- tungsaustausch zwischen der Einzelunternehmung und der Betriebsgesell- schaft ergebenden – Nachsteuern ergeben würde. 5.2 5.2.1 Nachdem die Vorinstanz das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Dezember 2012 in dieser Sache vor Bundesgericht weitergezogen und geltend gemacht hatte, es sei ihr das Recht zuzusprechen, auch Nach- forderungen in Zusammenhang mit dem Leistungsaustausch zwischen der Einzelunternehmung und der Betriebsgesellschaft zu erheben, macht sie nun geltend, die nachträgliche Berechnung dieser Nachforderung sei fak- tisch nicht mehr m öglich. Dies nicht zuletzt aufgrund von substanziellen Buchhaltungsmängeln. Die Vorinstanz weist sodann darauf hin, dass in Be- zug auf dieses Leistungsaustauschverhältnis Folgendes zu berücksichti- gen sei: Sowohl bei der Einzelunternehmung als auch der Betriebsgesell- schaft handle es sich um Inlandunternehmen. Demzufolge könnten diese unter sich keine steuerbefreiten Umsätze generieren. Zudem hätte die Ein- zelunternehmung ihre Vorsteuern im Verhältnis zu allfälligen steuerausge- nommenen Umsätzen kürzen müssen. Dieser rudimentäre Rahmen lasse – insbesondere auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass das für die Besteuerung massgebliche Entgelt auf jeden Fall einem Drittvergleich standhalten müsse – bereits mit Sicherheit erkennen, dass die von der Ein- zelunternehmung aus ihrem Leistungsaustauschverhältnis mit der Be- triebsgesellschaft geschuldeten Umsatzsteuern höher seien als die abzieh- baren Vorsteuern aus diesem Rechtsverhältnis. Daraus resultiere offen- sichtlich eine Steuerzahllast zu ihren Gunsten. In Anbetracht dessen, und unter Berücksichtigung des Umstandes, dass eine nachträgliche Berech- nung heute mit vertretbarem Aufwand nicht mehr möglich sei, werde auf die exakte Berechnung und die entsprechende Nachforderung verzichtet. 5.2.2 Die Beschwerdeführerin rügt diesbezüglich, die Vorinstanz verkenne, dass es sich bei einer Steuernachforderung um ein Ganzes handle, wel- ches gesamtheitlich zu betrachten und festzulegen sei. Entsprechend sei die Trennung der bisher ermittelten Steuer von der Steuer, die gemäss wei- teren Erhebungen aus dem tauschähnlichen Vorgang noch resultieren soll, auch deshalb verfehlt, weil diese ein und denselben Zeitraum bzw. die glei- chen Steuerperioden betreffen würden. Die Steuerfestsetzun g erfolge in- dessen pro Steuerperiode und nicht pro Steueranteil innerhalb einer Steu- erperiode. Die endgültige Höhe der gesamten Steuerforderung sei erst un- ter Würdigung sämtlicher einzelner Vorgänge insgesamt festlegbar. A-3008/2015 Seite 25 5.3 5.3.1 Wie in E. 2.4.1 festgehalten, hat die ESTV gemäss Art. 48 aMWSTV bzw. Art. 60 aMWSTG eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen, wenn keine oder nur unvollständige Aufzeichnungen vorlie- gen oder die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverha lt offensichtlich nicht ü bereinstimmen. Eine Schätzung muss insbesondere auch dann erfolgen, wenn die Verstösse gegen die formellen Buchhal- tungsregeln derart gravierend sind, dass sie die materielle Richtigkeit der Buchhaltungsergebnisse in Frage stellen. Sind die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation erfüllt, so ist die ESTV nicht nur berechtigt, son- dern verpflichtet, eine solche nach pflichtgemässem Ermessen vorzuneh- men. Die Fälle, in denen die Steuerpflichtigen ihre Mitwirkungspflichten nicht wahrnehmen bzw. keine, unvollständige oder ungenügende Aufzeich- nungen über ihre Umsätze führen, dürfen keine Steuerausfälle zur Folge haben (E. 2.4.2). 5.3.2 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz nicht darauf ver- zichten kann, die sich aus dem Leistungsaustausch zwischen der Einzel- unternehmung und der Betriebsgesellschaft ergebenden Steuern nachzu- erheben. Dabei ist zu beachten, dass die von der Vorinstanz genannten Gründe für das Absehen von einer Nacherhebung zwar nicht für einen sol- chen Verzicht, jedoch für das Vorliegen der Voraussetzungen für eine Er- messenstaxation heranzuziehen sind. 6. 6.1 Zusammenfassend ist Folgendes festzuhalten: 6.1.1 Die Forderungen in Höhe von Fr. 174'375.-- liegen nach wie vor nicht im Streit und sind von der Beschwerdeführerin zzgl. Verzugszins geschul- det (vgl. Sachverhalt Bst. A.e). 6.1.2 Die Vorinstanz hat den Abzug der aus dem Einkauf von Rechten an Fussballspielern resultierenden Mehrwert- bzw. Bezugsteuern als Vorsteu- ern – in gesetzlich vorgesehenem Rahmen – zu gewähren. Dies, weil be- reits gerichtlich bestätigt wurde, dass die für einen Abzug notwendige Aus- gangsleistung (mehrwertsteuerlich relevanter Leistungsaustausch zwi- schen der Einzelunternehmung und der Betriebsgesellschaft) gegeben ist. In dem zu beachtenden gesetzlichen Rahmen ist enthalten, dass die Ein- zelunternehmung das Recht auf Abzug dieser konkreten Vorsteuern inner- halb der anzuwendenden Verjährungsfrist, unter Hinweis auf den mehr-A-3008/2015 Seite 26 wertsteuerlich relevanten Leistungsaustausch zwischen ihr und der Be- triebsgesellschaft, gegenüber der Vorinstanz geltend gemacht haben muss, was noch nicht feststeht (vgl. E. 3.2.1 f). 6.1.3 Unmittelbar aus dem Leistungsaustausch zwischen der Einzelunter- nehmung und der Betriebsgesellschaft allenfalls resultierende Nachsteu- ern sind von der Vorinstanz zu berechnen bzw. zu schätzen (vgl. E. 2.4 ff.). 6.2 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und die Vorinstanz im Sinne der Er- wägungen anzuweisen, den verbindlichen Anweisu ngen aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 14. Januar 2014 zu folgen. 7. 7.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG sind die Verfahrenskosten der unterlie- genden Partei aufzuerlegen. In der Verwaltungsrechtspflege des Bundes gilt die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid mit noch offenem Ausgang praxisgemäss als volles Obsiegen der Beschwerde führenden Partei (statt vieler: BGE 132 V 215 E. 6.1, mit Hinweisen). Der vorliegende Verfahrensausgang ist zum einen in Bezug auf die Frage offen, in welchem Umfang die geltend gemachten Vorsteuerabzüge von insgesamt Fr. 812'195.-- zuzulassen sind. Zum anderen ist noch offen, wie hoch die noch festzulegende Steuerforderung gestützt auf den Leistungs- austausch zwischen der Einzelunternehmung und der Betriebsgesellschaft ausfallen wird. Da die Vorinstanz diese Fragen bereits gestützt auf das Ur- teil des Bundesverwaltungsgerichts A -6975/2013 vom 14. Januar 2014 hätte klären können und müssen, sind der Beschwerdeführerin vorliegend keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Damit ist ihr der geleistete Kosten- vorschuss von Fr. 20'000.-- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz können als Bundesbehörde keine Verfahrenskosten aufer- legt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 7.2 Das Bundesverwaltungsgericht trifft den Entscheid über die Parteient- schädigung von Amtes wegen aufgrund der Kostennote (sofern vorhan- den) sowie den Akten und in der Regel ohne eingehende Begründung. Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat keine Kostennote einge-A-3008/2015 Seite 27 reicht bzw. ihre notwendigen Auslagen nicht nachgewiesen. Die Parteient- schädigung der Beschwerdeführerin für die ihr erwachsenen notwendigen Auslagen ist aufgrund der Akten und nach freiem richterlichem Ermessen auf insgesamt Fr. 4'000.-- festzusetzen. Dieser Betrag umfasst sämtliche Kosten und versteht sich insbesondere inkl. MWST im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1, Art. 8, Art. 9, Art. 13 Bst. a und Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; zum Ganzen: A-1225/2013 vom 27. März 2014 E. 6.2). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Sache zum Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor- schuss von Fr. 20'000. -- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteient- schädigung von insgesamt Fr. 4'000.-- zu bezahlen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die folgende Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Beusch Zulema Rickenbacher A-3008/2015 Seite 28 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts- schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, d eren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be- schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: