B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-282/2014 U r t e i l v o m 2 6 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richter Maurizio Greppi, Richterin Marianne Ryter, Gerichtsschreiberin Laura Bucher. Parteien A._______ (…), vertreten durch die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV), Steinerstrasse 35, Postfach, 3000 Bern 6, Beschwerdeführer, gegen Schweizerische Bundesbahnen SBB, Konzernrechtsdienst, Hochschulstrasse 6, 3000 Bern 65 SBB, Vorinstanz. Gegenstand Anpassung des Arbeitsvertrags; Änderung der Funktionsbewertung. A-282/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ arbeitet als Diagnostiker Kompetenzstandort Fahrzeugdiag- nose (FD) bei den Schweizerischen Bundesbahnen (nachfolgend SBB). Per 1. Juli 2011 trat der neue Gesamtarbeitsvertrag SBB 2011 (nachfo l- gend: GAV SBB 2011) in Kraft, der ein neues Funktionsbewertungs - und Lohnsystem vorsieht. Im Zusammenhang mit dem Übergang zu diesem System wurde A._______ im Mai 2011 in einem sog. "Verständigung s- schreiben" mitgeteilt, seine Funktion werde in Abänderung seines A r- beitsvertrags neu dem An forderungsniveau F zugeordnet. Mit Schreiben vom 15. September 2011 erhob A._______ Einsprache und beantragte, die Einreihung der Diagnostiker nochmals zu überprüfen und seine Stelle in das Anforderungsniveau G einzuteilen. B. Mit Verfügung vom 16. August 2012 wurde die Änderung des Einzela r- beitsvertrages resp. die Zuordnung der Stelle von A._______ zum Anfor- derungsniveau F in der Funktionskette 3107 (Bau, Wartung, Handwerk, Technik) rückwirkend auf den 1. Juli 2011 bestätigt. Ausserdem wurde der massgebliche Jahreslohn (inkl. Lohngarantie, sog. "Garantie 2011") ve r- fügt. Zusammen mit dieser Verfügung wurde A._______ der auf seine Person ausgestellte Stellenbeschrieb Nr. 1329003 zugestellt. C. Gegen diese Verfügung erhob A._______ am 25 . September 2012 B e- schwerde beim Konzernrechtsdienst der SBB. Er beantragte die Aufh e- bung der Verfügung und die rückwirkende Zuordnung zum Anforderungs- niveau G der Funktionskette 3107. Im zugestellten Stellenbeschrieb seien wesentliche Teile der Aufgaben nicht korrekt gewichtet. Er arbeite und treffe selbständig Entscheidungen, sei flexibel und kommunikationsfähig und arbeite in Projekten mit . Deshalb sei seine Stelle dem Anforderungs- niveau G zuzuteilen. D. Mit Entscheid vom 28. November 2013 wies der Konzernrechtsdienst der SBB die Beschwerde ab. Zur Begründung führte er insbesondere aus, der Stellenbeschrieb Nr. 1329003 sei von der zuständigen HR -Beratung verifiziert worden. Er entspreche der Funktion von A._______, beschrän- ke sich zu Recht auf die Hauptaufgaben und gebe die Tätigkeit von A._______ korrekt wieder. Seine Funktion finde ihre grösste Überei n- stimmung mit den effektiven Anforde rungen des Anforderungsniveaus F, A-282/2014 Seite 3 weshalb die konkrete Stelle von A._______ korrekterweise nicht der Funktion Diagnostiker 1. Level FD im Anforderungsniveau G, welche z u- sätzliche bzw. komplexere Aufgaben beinhalte, zugeordnet worden sei. Dieser Entscheid beruhe im We iteren auf sachlichen Gründen und sei nachvollziehbar. E. Gegen diesen Entscheid des Konzernrechtsdiensts der SBB (nachfo l- gend: Vorinstanz) erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 17. Januar 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bea n- tragt, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und seine Stelle dem An- forderungsniveau G in der Funktionskette 31 07 zuzuweisen. Der B e- schwerdeführer macht in formeller Hinsicht geltend, die Vorinstanz habe die Begründungspflicht verletzt, den Sachverhalt un vollständig abgeklärt und ihr Ermessen unterschritten. Die Stellenbeschreibung "Diagnostiker Kompetenzstandort FD" im Anforderungsniveau F entspreche nicht se i- nem tatsächlichen Arbeitsalltag respektive seinen tatsächlichen Funkti o- nen. F. Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 19 . März 2014 am a n- gefochtenen Entscheid fest und beantragt die Abweisung der Beschwe r- de. Zur Begründung führt sie insbesondere aus, die Einreihung in das An- forderungsniveau F in der Funktionskette 3107 sei korrekt, was auch der Korrespondenz mit dem zuständigen HR-Berater zu entnehmen sei. Der Diagnostiker behandle den Einzelfall operativ und situativ, während der Diagnostiker 1. Level nachhaltige Verbesserungsvorschläge erarbeite und umsetze. Die Funktion Diagnostiker 1. Level FD im Anforderungsniveau G beinhalte komplexere Aufgaben als diejenigen des Beschwerdeführers. G. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten b e- findlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfol- genden Erwägungen eingegangen. A-282/2014 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern sie von einer Vorinstanz nach Art. 33 VGG stammen und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vo r- liegt. Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht richtet sich, soweit das VGG nichts anderes vorsieht, nach dem VwVG (Art. 37 VGG). 1.2 Die Bestimmungen über das Dienstverhältnis des Bundespersonals finden auch auf das Personal der SBB Anwendung (vgl. Art. 15 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1998 über die Schweizerischen Bu n- desbahnen [SBBG, SR 742.31] und Art. 2 Abs. 1 Bst. d des Bundespe r- sonalgesetzes vom 24. März 2000 [BPG, SR 172.220.1]). Der Erstinstanz kam demnach hinsichtlich der vorliegend streitigen Frage Verfügungsb e- fugnis zu (vgl. Art. 34 Abs. 1 BPG und Ziff. 194 Abs. 1 GAV SBB 2011). Ihre Verfügung wurde im Einklang mit der vor Inkrafttreten der Revision des Bundespersonalrechts am 1. Juli 2013 geltenden prozessualen Rechtslage zunächst bei der Vorinstanz als interne Beschwerdeinstanz angefochten (vgl. Art. 35 Abs. 1 BPG in der Fassung vom 24. März 2000 [AS 2001 906] und Ziff. 195 GAV SBB 2011). Jenes Beschwerdeverfa h- ren war bei Inkrafttreten dieser Revision noch hängig. Die Vorinstanz war deshalb gestützt auf den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsatz, wonach hängige Rechtsmittelverfahren nac h bisherigem Prozessrecht weiterzuführen sind, trotz der mit der Revision erfolgten Verkürzung des Instanzenzugs (neu direkte Anfechtung der Verfügung des Arbeitgebers beim Bundesverwaltungsgericht; vgl. Art. 36 Abs. 1 BPG) zum angefoc h- tenen Entscheid befu gt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A - 5321/2013 vom 24. Februar 2014 E. 1.1.2; MEYER/ARNOLD, Intertempora- les Recht, Zeitschrift für Schweizerisches Recht [ZSR] 2005 I, S. 137; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrecht s- pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 132). 1.3 Der Entscheid der Vorinstanz ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 VwVG und kann ans Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden (vgl. Art. 36 Abs. 1 BPG in der Fassung vom 17. Juni 2005 [AS 2006 2230] und Ar t. 33 Bst. h VGG). Eine Ausnahme nach Art. 32 A-282/2014 Seite 5 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.4 Zur Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilg e- nommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Der Beschwerdeführer hat sich am v orinstanzlichen Verfahren beteiligt und ist mit seinem Anli e- gen nicht durchgedrungen. Er ist demnach durch den angefochtenen Entscheid beschwert und hat ungeachtet der gewährten Lohngarantie ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (vgl. zum Bestehen eines aktuellen Rechtsschutzinteresses bei Beschwerden g e- gen Einreihungsentscheide der SBB im Zusammenhang mit dem Übe r- gang zum neuen Funktionsbewertungs - und Lohnsystem trotz Lohng a- rantie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1876/2013 vom 6. Januar 2014 E. 1.2.2). Seine Legitimation ist somit zu bejahen. 1.5 Die Beschwerde wurde weiter frist - und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und 52 VwVG), weshalb auf sie einzutreten ist. 2. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet – gleich wie die v erwaltungs- interne Beschwerdeinstanz – grundsätzlich mit uneingeschränkter Kogn i- tion. Gerügt werden kann nicht nur die Verletzung von Bundesrecht ei n- schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens und die u n- richtige oder unvollständige Feststellun g des rechtserheblichen Sachve r- halts, sondern auch die Unangemessenheit des angefochtenen En t- scheids (vgl. Art. 49 VwVG). Geht es um Stelleneinreihungen, auferlegt sich das Bundesverwaltungsgericht bei der Angemessenheitsprüfung a l- lerdings eine gewisse Zurückhaltung. Es beschränkt sich in diesen Fällen auf die Frage, ob die Einreihung auf ernstlichen Überlegungen beruht, und wird insbesondere nicht selbst als qualifizierende Behörde tätig. Im Zweifel weicht es nicht von der Auffassung der Vorinstanz ab und setzt nicht an deren Stelle sein eigenes Ermessen (vgl. Urteile des Bunde s- verwaltungsgerichts A -1876/2013 vom 6. Januar 2014 E. 2.3 und A-2878/2013 vom 21. November 2013 E. 2.3 mit zahlreichen Hinweisen). A-282/2014 Seite 6 3. 3.1 In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer sinngemäss, die Vor- instanz habe das rechtliche Gehör und die Begründungspflicht verletzt, ihr Ermessen unterschritten und den Sachverhalt unvollständig festg e- stellt. Die Vorinstanz habe es zudem unterlassen, den direkten Vorg e- setzten des Beschwerdeführers einzubeziehen. 3.2 Die Vorinstanz entgegnet, dass der zuständige HR -Berater mehrfach konsultiert wurde. Im Rahmen des vorliegenden Verfahrens sei im Sinne einer zusätzlichen Sachverhaltsabklärung zudem eine weitere Stellun g- nahme beim HR -Berater eingeholt wor den. Gleichzeitig sei dieser ang e- wiesen worden, auch die Beurteilung des Linienvorgesetzen mit einzub e- ziehen. Diese zusätzlichen Abklärungen würden die Korrektheit des fes t- gestellten Sachverhalts bestätigen. Damit macht die Vorinstanz sinng e- mäss geltend, s ie habe die vorhandenen Beweismittel objektiv geprüft und sei zum Schluss gekommen, diese liessen eine zuverlässige Beurtei- lung des rechtserheblichen Sachverhalts zu. 3.3 3.3.1 Für das Verfahren vor der Vorinstanz gelten die Regeln des VwVG (vgl. Art. 1 Abs. 1 und 2 VwVG und Ziff. 194 Abs. 2 GAV SBB 2011; TSCHANNEN, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bunde s- gesetz über das Verwaltungsverfahren, 2008, Art. 1 N. 18). Zur Anwe n- dung kommt demnach auch Art. 49 VwVG, der der Beschwerdeinstanz, wie erwähnt ( vgl. E. 2), grundsätzlich umfassende Kognition einräumt. Die Vorinstanz kann somit die bei ihr angefochtenen Verfügungen unei n- geschränkt auf eine allfällige unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts hin überprüfen. Als unrichtig gilt die Sachverhaltsfest- stellung, wenn der angefochtenen Verfügung ein falscher und aktenwidr i- ger Sachverhalt zugrunde gelegt wurde oder entscheidrelevante G e- sichtspunkte nicht geprüft oder Beweise falsch gewürdigt wurden. Als u n- vollständig gilt sie, wenn nicht ü ber alle rechtserheblichen Umstände B e- weis geführt wurde oder eine entscheidrelevante Tatsache zwar erhoben, jedoch nicht gewürdigt wurde und nicht in den Entscheid einfloss (vgl. U r- teile des Bundesverwaltungsgerichts A -5321/2013 vom 23. April 2014 E. 1.2, A-5183/2013 vom 24. Februar 2014 E. 3.3.1, A -3440/2012 vom 21. Januar 2014 E. 2.1.2 und A -3716/2010 vom 26. März 2013 E. 2.1.2, jeweils m.w.H.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1043; MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsg e-A-282/2014 Seite 7 richt, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.189, JÉRÔME CANDRIAN, Introduction à la proc é- dure administrative fédérale, Bâle 2013, Rz. 59, S. 43). Grundsätzlich hat die Vorinstanz ihre Kognition voll auszuschöpfen. Bei unzulässiger Kogni- tionsbeschränkung verletzt sie das rechtliche Gehör bzw. begeht sie eine formelle Rechtsverweigerung (vgl. BGE 131 II 271 E. 11.7.1; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1027; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.153). Zur Anwendung kommt weiter Art. 12 VwVG. Wie im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gilt somit der Untersuchungsgrundsatz. Die Vorinstanz hat demnach von Amtes wegen für die richtige und vollständ i- ge Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. BGE 138 V 218 E. 6; BVGE 2009/50 E. 5.1). Dieser Grundsatz wird da durch relativiert, dass den Parteien gewisse Mitwirkungspflichten bei der Sac h- verhaltsfeststellung auferlegt werden (vgl. Art. 13 VwVG; BGE 132 II 113 E. 3.2; BVGE 2009/60 E. 2.1.1; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 460, CANDRIAN, a.a.O. Rz. 63, S. 44). 3.3.2 Hinsichtlich der Würdigung von Beweisen gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesg e- setzes vom 4. Dezember 1947 über den Zivilprozess [BZP , SR 273]). Da- nach haben die Bundesbehörden und -gerichte die Beweise fre i, ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Beschwerdeinstanzen haben alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen (vgl. BGE 137 II 266 E. 3.2). Eine Behörde verletzt somit den Gr undsatz der freien Bewei s- würdigung, wenn sie bestimmten Beweismitteln im Voraus in allgemeiner Weise die Beweiseignung abspricht oder nur ein einziges Beweismittel zum Nachweis einer bestimmten Tatsache zulassen will (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.140 mit Hinweisen). Ist für eine rechtserhebliche Tatsache der volle Beweis zu erbringen (Rege l- beweismass), darf die entscheidende Behörde diese nur als bewiesen betrachten, wenn sie gestützt auf die Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, sie habe sich verwirklicht. Absolute Gewissheit kann dabei alle r- dings nicht verlangt werden. Es genügt, wenn sie an der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2; BVGE 2012/33 E. 6.2.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., 3.140a f.). 3.4 Die Vorinstanz führt im angefochtenen Entscheid und ihrer Stellun g- nahme zur Beschwerde bezüglich der Rüge der unrichtigen oder unvol l-A-282/2014 Seite 8 ständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhal ts unter and e- rem aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien aufgenommen und es sei erneut abgeklärt worden, ob die von ih m zusätzlich genannten Ar- beiten ebenfalls vom Stellenbeschrieb erfasst würden. Aus dem Schri f- tenwechsel zwischen der Vo rinstanz und dem HR -Berater gehe hervor, dass der direkte Vorgesetzte des Beschwerdeführers zu seinen Aufgaben und Tätigkeiten befragt wurde. Im Übrigen habe sich die Vorinstanz da r- auf verlassen dürfen, dass die Angaben des für den Beschwerdeführer zuständigen HR -Beraters und des nachträglich befragten Linienvorg e- setzten korrekt seien. 3.5 Aus diesen Ausführungen geht – wie auch aus den Akten – deutlich hervor, dass im Rahmen des Verfahrens vor der Erst- wie auch der Vorin- stanz Stellungnahmen eingeholt und den Entsche iden vom 16. August 2012 bzw. 28. November 2013 zu Grunde gelegt wurden. Die Erstinstanz hat eine Befragung des Linienvorgesetzten offenbar nicht deshalb unte r- lassen, weil sie deren Beweiseignung von vornherein verneinte oder a l- lein die Stellungnahme des HR -Beauftragten als Beweis zulassen wollte. Sie verzichtete vielmehr auf eine Anhörung, weil sie aufgrund einer ant i- zipierten Beweiswürdigung den Sachverhalt als korrekt und erstellt sowie die Erhebung weiterer Beweise als unnötig erachtete. Die Vorinstanz v er- vollständigte indessen ihrerseits die Beweiserhebung und holte die Ste l- lungnahme des Linienvorgesetzten ein. Auch sie durfte somit von einem vollständigen und korrekt erhobenen Sachverhalt ausgehen. Es ist de s- halb vorliegend nicht zu erkennen, inwiefern die Vorinstanz ihre Kognition nicht ausgeschöpft hätte. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer nie weite- re Beweise angeboten oder geltend gemacht, es seien solche nicht erh o- ben worden. Eine unzulässige Einschränkung der Kognition und eine G e- hörsverletzung bzw. eine formelle Rechtsverweigerung als Folge davon ist somit ebenso zu verneinen wie eine Verletzung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A - 5183/2013 vom 24. Februar 2014 E. 3.3.2 f.). 4. 4.1 In materieller Hinsi cht macht der Beschwerdeführer geltend , er führe Aufgaben des Diagnostikers 1. Level Fahrzeugdiagnose ( FD) aus, o b- wohl diese nicht in seinem Stellenbeschrieb aufgeführt seien. E r komme als Diagnostiker Kompetenzstandort FD dann zum Einsatz, wenn andere Beteiligte die Störung nicht auffinden konnten oder wenn die Störung zu komplex sei. Er sei an der Auswertung von Störungsmeldungen beteiligt. A-282/2014 Seite 9 Zudem verfüge er über grosse Praxis und Umsetzungskenntnisse inne r- halb eines Fachgebiets. Deshalb sei er wie der Dia gnostiker 1. Level in das Anforderungsniveau G einzureihen. Es müsse überprüft werden, ob die Stellenbeschreibung den vom Beschwerdeführer an seiner Stelle ta t- sächlich geleisteten Arbeiten entspreche. 4.2 Die Vorinstanz hält dem entgegen, die Funktion des Dia gnostikers 1. Level FD beinhalte komplexere Aufgaben als die Stelle des Beschwe r- deführers. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten zusätzlichen Aufgaben seien Teil seines Stellenbeschriebs. Der Schwerpunkt seiner Aufgaben liege beim Stellenbeschrieb des Diagnostikers Kompeten z- standort FD, weshalb er ins Anforderungsniveau F einzureihen sei. 4.3 Gemäss Art. 15 Abs. 1 BPG, der durch die per 1. Juli 2013 in Kraft ge- tretene Revision des Bundespersonalrechts keine Änderung erfuhr, b e- misst sich der Lohn nach den drei Kriterien Funktion, Erfahrung und Leis- tung. Der GAV SBB 2011, mit dem, wie erwähnt (vgl. Bst. A), per 1. Juli 2011 ein neues Funktionsbewertungs- und Lohnsystem eingeführt wurde, hält – wie bereits Ziff. 89 GAV SBB 2007 – damit übereinstimmend fest, der Lohn richte sich nach den Anforderungen der Funktion sowie nach der nutzbaren Erfahrung und der Leistung (vgl. Ziff. 90). Gemäss der Übergangsbestimmung von Ziff. 113 GAV SBB 2011 werden auf den 1. Juli 2011 alle Anstellungsverhältnisse in das neue System überführt. Ziff. 91 GAV SBB 2011 normiert die Grundsätze der Stellenbewertung. Danach wird jede Funktion summarisch einem Anforderungsniveau zuge- ordnet (Abs. 1). Dieses wird auf der Basis zwischen den Parteien g e- meinsam anerkannter, analytischer Bewertu ngsverfahren ermittelt (Abs. 2). Eine detailliertere Regelung findet sich in der Richtlinie "Funkt i- onsbewertung" (K 140.1; nachfolgend: Bewertungsrichtlinie), die per 1. Juli 2011 die bisherige Richtlinie (R Z 140.1 vom 6. März 2007) ersetz- te. Die Anforder ungen werden durch 15 Anforderungsniveaus definiert und mit den Buchstaben A bis O bezeichnet. Nach Ziff. 2.2 ist die Funkt i- onszuordnung die Basis für die Umsetzung einer anforderungs - und leis- tungsgerechten Entlöhnung über sämtliche Organisationseinheiten der SBB hinweg. Grundlage für die Einreihung einer Funktion bildet gemäss Ziff. 2.4 die Stellenbeschreibung. Der oder die Vorgesetzte umschreibt das Ziel der Funktion, die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen wirklichkeitsgetreu. Bei wesentlichen Änd erungen passt er oder sie die Stellenbeschreibung an (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -A-282/2014 Seite 10 5321/2013 vom 23. April 2014 E. 4.2, A-5183/2013 vom 24. Februar 2014 E. 5). 4.4 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts darf das Funktionsbewertu ngsverfahren nicht dahingehend interpretiert we r- den, es müsse für jede tatsächlich ausgeübte Funktion eine individual i- sierte Stellenbeschreibung erstellt werden. Es erscheint vielmehr mit Blick auf eine rechtsgleiche Behandlung über die verschiedenen Organ isati- onseinheiten der SBB hinweg als zulässig und korrekt, standardisierte bzw. Rahmenstellenbeschreibungen zu verwenden (vgl. Urteile des Bu n- desverwaltungsgerichts A -5321/2013 vom 23. April 2014 E.4.3, A - 5183/2013 vom 24. Februar 2014 E. 5.3, und A-1876/2013 vom 6. Januar 2014 E. 5.1.2). Die Zuordnung der konkret ausgeübten Funktion setzt a l- lerdings voraus, dass über die effektiv wahrgenommenen Aufgaben Kla r- heit besteht. 4.5 4.5.1 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz dargelegt, welche zusätzl i- chen Aufgaben und Kompetenzen der Beschwerdeführer übernehmen müsste, um als Diagnostik er 1. Level FD ins Anforderungsniveau G ein- gereiht zu werden. Der Vergleich mit der Funktion des Diagnostikers 1. Level erscheint hier sachgerecht, da sie die gegenüber dem B e- schwerdeführer nächste höhere vergleichbare Funktion ist. An den en t- sprechenden Ausführungen der Vorinstanz diesbezüglich ist nicht zu zweifeln. 4.5.2 Der Vergleich der Stellenbeschreibungen des Diagnostikers Kompe- tenzstandort FD im Anforderungsni veau F (Stellenbeschreibung Nr. 1329003) und des Diagnostikers 1. Level FD im Anforderung sniveau G (Stellenbeschreibung Nr. 1329004) ergibt, dass viele Aufgaben der bei- den Funktionen deckungsgleich sind, was auch von der Vorinstanz bestä- tigt wird. Beide Funktionen haben unter anderem die fachliche Unterstüt- zung der Kombistandorte durch vertiefte Störungsdiagnose n oder Rep a- raturen zum Ziel. Der Diagnostiker 1. Level FD wertet zusätzlich eigen- ständig Störungen seines Spezialgebiets aus mit dem Ziel, Verbess e- rungsmassnahmen für die Verfügbarkeit der Komponenten zu finden und zu entwickeln. Anschliessend ist er für die zielgruppengerechte Komm u- nikation der Erkenntnisse und Massnahmen mittels selbst erarbeiteten In- formationsmitteln verantwortlich. Eine der Hau ptaufgaben des Di agnosti- kers 1. Level ist folglich die Sicherstellung des 1. Levelsupports zum A-282/2014 Seite 11 Fachgebiet. In diesem Rahmen führt der Diagnostiker 1. Level eigenstän- dig Auswertungen der Störungsmeldungen durch, entwickelt Verbess e- rungsmassnahmen zur Verringerung von Fehler n und Ausfällen, erarbe i- tet Informationsmittel für die Mitarbeiter und führt Schulungen sowie Wir- kungskontrollen durch . Als Vertreter für den Bereich Fahrzeugdiagnose arbeitet er in Fachgruppen der Flottentechnik mit. All diese Aufgaben fal- len gemäss Stellenbeschrieb nicht in den Aufgabenbereich des Diagnos- tikers Kompetenzstandort. Der Beschwerdeführer macht gelten d, dass er ebenfalls in der Auswertung von Störungen eingesetzt werde. Er müsse über grosse Praxis und Umsetzungskenntnisse innerhalb eines Fachb e- reichs verfügen, weil er unter anderem Diagnosen und Reparaturen vo r- nehme, in komplexen Fällen berate und entscheide, eigenständig Sy s- temdaten auslese und Software aufspiele. Folglich sei er bei der Auswer- tung der Störungsmeldungen sehr wohl beteiligt. Gemäss Stellungnahme der direkten Vorgesetzten des Beschwerdeführers (Leiter Reparaturen und Leiter Fahrzeugdiagnose) vom 26. Februar 2014 gehören die syst e- matische Auswertung der Störungen und die Erstellung von Informat i- onsmaterial jedoch nicht zum Aufgabe ngebiet des Beschwerdeführers. Der Diagnostiker 1. Level habe die zusätzliche Aufgabe, Verbesserungen für die Verfügbarkeit der von ihm betreuten Komponenten an der ganzen Flotte zu finden und Verbesserungsmassnahmen zu erarbeiten sowie I n- formationsmittel für die Mitarbeiter der Fahrzeugdiagnose zu erstellen und Schulungen durchführen. Der Beschwerdeführer führe als Diagnosti- ker Kompetenzstandort zwar in der Tat Analysen zur Störung durch und analysiere auch die Störungsgeschichte. Zudem sei es richtig, das s er beratend helfe, wenn andere Mitarbeiter eine komplexe Störung nicht b e- heben könnten. Diese Aufgaben seien jedoch entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers im Stel lenbeschrieb Nr. 1329003 aufgeführt. Aus diesen Ausführungen geht deutlich hervor, dass der Diagnostiker Kompe- tenzstandort operativ und situativ den Einzelfall behandelt, während der Diagnostiker 1. Level nachhaltige Verbesserungsvorschläge erarbeitet und kommuniziert. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten z u- sätzlichen Aufgaben sind in seinem Stellenbeschrieb aufgeführt. Im Übri- gen legt der Beschwerdeführer nicht näher dar, welche zusätzlichen und nicht im Stellen beschrieb Nr. 1329003 abgebildeten Aufgaben er übe r- nimmt, um ins Anforderungsniveau G eingereiht zu werden. 4.5.3 Auch bei der Ausbildung und den Fachkenntnissen macht der B e- schwerdeführer geltend, er erfülle die Anforderungen für die Funktion des Diagnostikers 1. Level. Wie die Vorinstanz und der Beschwerdeführer zu Recht feststellen, decken sich die Anforderungen an die Ausbildung bei A-282/2014 Seite 12 beiden Funktionen weitgehend. Beide Funktionen verfügen über vertiefte Zusatzausbildungen der Fahrzeugtechnik und diverser Systeme. Beim Diagnostiker 1. Level FD im Anforderungsni veau G werden jedoch zu- sätzlich spezifische und vertiefte Kenntnisse des eigenen Fachbereichs und die Mitarbeit in Fachgruppen zum Fachgebiet verlangt. Der B e- schwerdeführer macht lediglich geltend, er verfüge über eine langjährige Erfahrung im Rollmaterialunterhalt, kenne alle Fahrzeuge Personenve r- kehr und seine Kenntnisse würden über den eigenen Fachbereich h i- nausgehen. Damit vermag der Beschwerdeführer nicht darzulegen, dass er über die erforderlichen spezifischen und vertieften Kenntnisse verfügt, um die zusätzlichen Anforderungen an die Funktion im Anforderun gsni- veau G zu erfüllen. 4.6 Aus dem Gesagten folgt, dass der Beschwerdeführer die zusätzlichen und komplexeren Auf gaben der vergleichbaren Funktion im Anford e- rungsniveau G nicht ausübt. Dies wird von den direkten Vorgesetzten des Beschwerdeführers bestätigt. Insgesamt zeigt sich, dass die im Stel len- beschrieb Nr. 1329003 aufgeführten Aufgaben dem täglichen Arbeitsalltag des Beschwerdeführers entsprechen und seine Aufgaben darin korrekt und vollständig umschrieben sind. Im Übrigen ist die Zuordnung der Funktion des Diagnostikers Kompetenzstandort FD zum Anforderungsni- veau F nicht bestritten. Folglich ist die Zuordnung der Stelle des B e- schwerdeführers zum Anforderungsniveau F korrekt. 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Sachverhalt im vorliege n- den Fall kor rekt erstellt wurde, die Vorinstanz ihr Ermessen nicht unte r- schritten und damit das rechtliche Gehör nicht verletzt wurde. Die Zuor d- nung des Beschwerdefüh rers in das Anforderungsniveau F ist nicht in Frage zu stellen. Bei diesem Ergebnis ist die vorliegend e Beschwerde abzuweisen. 6. 6.1 Das Beschwerdeverfahren in personalrechtlichen Belangen ist grun d- sätzlich kostenlos (vgl. Art. 34 Abs. 2 BPG). Es sind daher keine Verfa h- renskosten zu erheben. 6.2 Der vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hat keinen A n- spruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und A-282/2014 Seite 13 Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Vorinstanz steht ebenfalls keine Parteientschädi gung zu (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Christoph Bandli Laura Bucher Rechtsmittelbelehrung: Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebie t der öffen t- lich-rechtlichen Ar beitsverhältnisse können beim Bundesgericht ang e- fochten werden, sofern es um eine ver mögensrechtliche Angelegenheit geht, bei welcher der Streitwert mindestens Fr. 15'000.– beträgt oder bei der sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (vgl. A-282/2014 Seite 14 Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Bei einer nicht vermögensrechtlichen Angelegenheit ist die Beschwerde nur zulässig, wenn sie die Gleichste l- lung der Geschlechter betrifft (vgl. Art. 83 Bst. g BGG). Steht die B e- schwerde in öffen tlich-rechtlichen Angelegenheiten offen, kann sie innert 30 Tagen nach Eröffnung dieses Entscheids beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist steht still vom 15. Juli bis und m it dem 15. August (Art. 46 Abs. 1 Bst. b BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen un d hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene En t- scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: