B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-5261/2012 U r t e i l v o m 1 3 . A u g u s t 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Urech (Vorsitz), Richter Christoph Rohrer, Richterin Vera Marantelli, Gerichtsschreiberin Andrea Giorgia Röllin. Parteien X._______, _______, vertreten durch lic. iur. Dieter Studer, Rechtsanwalt, _______, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente (Verfügung vom 30. August 2012). B-5261/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der am '_______' 1952 geborene X._______ ist deutscher Staatsangehö- riger, Vater zweier mittlerweile erwachsener Söhne und wohnt in Deutsch- land. Der Inhaber eines Diploms für den gehobenen Verwaltungsdienst, Magister Artium in Politischer Wissenschaft und diplomierte EDV - Fachmann arbeitete ab September 1986 in der Schweiz und entrichtete dabei Beiträge an die schweizerische Alters -, Hinterlassenen- und Invali- denversicherung ( AHV/IV; IV-act. 5). Zuletzt war X._______ seit dem 1. Januar 1992 bei der A._______ AG in B._______ als Systemadminist- rator in einem Pensum von 100 % angestellt (IV-act. 6). Ab dem 17. September 2009 ging er gesundheitlich bedingt seiner Täti g- keit nicht mehr nach (IV -act. 6/3). Seither erbrachte die SWICA Kranken- versicherung Taggeldleistungen bei einer Arbeitsunfähig keit von 100 % (IV-act. 7 S. 1-3, IV-act. 40 S. 1 und IV-act. 43). B. Mit Gesuch vom 8. Februar 2010 (IV -act. 1 S. 1 -10) stellte X._______ wegen reaktiven schweren Depressionen, die seit fünf Jahren massiv vorhanden seien, bei der für ihn als Grenzgänger zustän digen IV-Stelle des Kantons Thurgau einen Antrag auf Ausrichtung von Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung (IV). C. Die Thurgauer IV-Stelle holte Auskünfte des letzten Arbeitgebers (Arbei t- geberbericht vom 25. Februar 2010, IV -act. 6) sowie ärztliche Berichte (IV-act. 8 und 38) ein und zog die Akten der Kranken taggeldversicherung SWICA bei (IV-act. 7 und 40, insbesondere das psychiatrische Gutachten von Dr. med. C._______, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychother a- pie, vom 13. August 2010 [IV-act. 40 S. 17-21]). Zwischenzeitlich teilte die IV-Stelle Thurgau dem Versicherten am 21. Mai 2010 mit, dass aufgrund d es Gesundheitszustandes zurzeit keine berufli- chen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV -act. 17) und der An- spruch auf eine Invalidenrente wegen noch nicht vollendeter einjähriger Wartezeit erst nach deren Ablauf geprüft werde (IV-act. 18). Obwohl d ie A._______ AG das bisherige Arbeits verhältnis mit dem Versicherten per 31. Juli 2010 aufgelöst hatte (Kündigungsschreiben vom 22. April 2010, IV-act. 12), gab die Thurgauer IV -Stelle dem Versicherten mit Mitteilung vom 10. September 2010 sodann bekannt, Beratung und Unterstützung B-5261/2012 Seite 3 beim Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes zu gewähren (IV -act. 25). Am 28. Februar 2011 verfügte die Thurgauer IV-Stelle den Abschluss der Ar - beitsvermittlung, da sie zurzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mö g- lich sei (IV-act. 35). D. Darauf liess die IV -Stelle des Kantons Thurgau den Versicherten bei Dr. med. D._______, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch begutachten (Gutachten vom 3. Februar 2012, IV -act. 49 ; nachfolgend auch: Administrativgutachten). Mit Vorbescheid vom 16. Mai 2012 stellte die Thurgauer IV -Stelle dem Versicherten die Zusprechung einer befristeten ganzen Invalidenrente rückwirkend vom 1. September 2010 bis am 29. Februar 2012 in Aussicht (IV-act. 55). Obwohl X._______ am 10. Juni 2012 gegen die Befristung der ganzen Rente Einwand erho- ben hatte (IV -act. 56), verfügte die IV -Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA; nachfolgend auch: Vorinstanz) am 30. August 2012 wie von der Thurgauer IV-Stelle angekündigt unter gleichz eitiger Zusprechung einer ebenso befristeten ganzen Kinderrente (IV-act. 67). Die verfügte Befristung der ganzen Invalidenrente wird in der Verfügung im Wesentlichen damit begründet, dass das Administrativgutachten ko r- rekterweise psychosoziale Faktoren a usgeschieden habe, weshalb au s- schliesslich auf dieses abzustellen sei . Seit dem 30. November 2011 be- stehe daher nur noch eine Arbeitsunfähigkeit von 30 %. Ab dem 30. N o- vember 2011 sei der Beschwerdeführer für sämtliche Tätigkeiten zu 70 % arbeitsfähig. Da die 70%ige Arbeitsfähigkeit auch für den angestammten Beruf als Systemadministrator bestehe, sei es wohl möglich – aufgrund der jahrelangen Erfahrung und dem bestehenden Wissen –, ein Einkom- men im bisherigen Rahmen zu erzielen. D eshalb werde auf das Valid e- neinkommen abgestützt. E. Hiergegen hat X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 8. Oktober 2012, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, un- ter Beilage zweier medizinischer Gutachten Beschwerde erhoben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung vom 30. August 2012 sei aufzu- heben und auch ab 1. März 2012 bis auf Weiteres eine ganze Invaliden- rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zu ergänzenden Abkl ä- rungen, namentlich betreffend den körperlichen Gesundheitszustand und die effektive kö rperliche und psychische Leistungsfähigkeit in einem lä n-B-5261/2012 Seite 4 geren Beobachtungszeitraum, zurückzuweisen. Subeventualiter sei durch das Gericht eine polydisziplinäre Begutachtung anzuordnen. Der Beschwerdeführer begründet seine Beschwerde wesentlich damit, dass das Gutachten von Dr. D._______ vom 3. Februar 2012 ungefähr ab dem Jahr 2007 lediglich eine anderslautende Beurteilung desselben Sachverhalts dokumentiere und nicht überzeuge. Dr. D._______ vermöge nicht schlüssig darzutun, weshalb ab Begutachtungsda tum eine nachhal- tige und dauerhafte gesundheit liche Verbesserung überwiegend wah r- scheinlich gegeben sein solle. Die Wertung Dr. D._______s, bei den in den Vorakten aufgeführten relevanten Faktoren handle es sich um "ps y- chosoziale" Faktoren, kehre die Urs ache-Wirkung-Reihenfolge um und sei nicht haltbar. Die Frage der willentlichen Über windbarkeit sei von Dr. D._______ nicht einmal ansatzweise diskutiert oder beant wortet wor- den. Das Gut achten berücksichtige die somatischen Befunde nicht. Der körperliche Gesundheitszustand hätte sorgfältig abgeklärt werden mü s- sen. Beim Invalideneinkommen wäre angesichts aller Um stände ein Le i- densabzug von 25 % gerechtfertigt. F. In ihrer Vernehmlassung vom 13. November 2012 beantragt die Vori n- stanz unter Verweis auf eine Stellungnahme der IV-Stelle Thurgau vom 2. November 2012 die Abweisung der Beschwerde. Die Thurgauer IV -Stelle verweist in ihrer Stellungnahme vom 2. Novem- ber 2012 unter Verzicht auf eine Vernehmlassung auf die Begründung der angefochtenen Verfügung und die Vorakten. G. Der Beschwerdeführer hat auf eine Replik verzichtet, aber mit Schreiben vom 21. Januar 2013 unaufgefordert eine n medizinischen Bericht von Dr. med. E._______, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera pie, F._______, Fachärztin für Psychiatrie, und Dr. med. G._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, alle tätig an der H._______-Klinik in I._______ (Deutschland), vom 10. Dezember 2012 zu den Akten gereicht. H. In ihrer Stellungnahme vom 12. Februar 2013 hält die Vorinstanz an i h- rem Abweisungsantrag fest. Zur Begründung verweist sie auf die Ste l- lungnahme der IV -Stelle Thurgau vom 5. Februar 2013 und eine Ste l-B-5261/2012 Seite 5 lungnahme des Thurgauer Regionalen Ärztlichen Dienstes (nachfolgend: RAD) ebenfalls vom 5. Februar 2013. In ihrer Stellungnahme vom 5. Februar 2013 verweist die IV-Stelle Thur- gau auf die erwähnte RAD-Stellungnahme. I. Mit Schreiben vom 24. April 2014 hat der Beschwerdeführer unaufgefo r- dert einen ärztlichen Bericht von Dr. J._______, Fachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. K._______, Facharzt für Ps y- chiatrie und Psychotherapie, und L._______, Dipl. Psychologin, alle tätig in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Zent- rums für Psychiatrie M._______ (Deutschland), vom 21. März 2014 nachgereicht. Mit Verfügung vom 25. April 2014 ist diese Eingabe des Beschwerdeführers der Vorinstanz zur Kenntnis gebracht worden. J. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten U n- terlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalide n- versicherung (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA). Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. 1.2 Das Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltung s- verfahren (VwVG; SR 172.021) findet keine Anwendung in Sozialvers i- cherungssachen, so weit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) anwendbar ist (Art. 3 Bst. d bis VwVG). Nach Art. 1 Abs. 1 IVG finden die Vorschriften des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a bis 26bis IVG B-5261/2012 Seite 6 und Art. 28 bis 70 IVG) Anwendung, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3 Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer besonders berührt und hat er ein schutzwürdiges Interesse an deren Ä n- derung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Die dreissigtägige Beschwerd e- frist (Art. 60 ATSG) ist gewahrt und der eingeforderte Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von B undesrecht einschliesslich der Überschreitung und des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 2.2 Vorliegend ist der Anspruch des Beschwerdeführe rs auf die Leistung einer ganzen Invalidenrente über den 29. Februar 2012 hinaus streitig und zu prüfen. Dabei ist in diesem Zusammenhang insbesondere zu überprüfen, ob die Vorinstanz den Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt hat. 3. 3.1 Die örtliche Zuständigkeit der IV -Stelle richtet sich in der Regel nach dem Wohnsitz des Versicherten im Zeitpunkt der Anmeldung (Art. 55 IVG). Zuständig zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen von Grenzgängern ist die IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt. Dies gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz noch in der be- nachbarten Grenzzone haben und der Gesundheits schaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen werden von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland erlassen (Art. 40 Abs. 2 der Ve r- ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]). 3.2 Der Beschwerdeführer war Grenzgänger, wohnt immer noch im Grenzgebiet und hatte seine letzte Arbeitsstelle im Kanton Thurgau. D a- mit hat die IV -Stelle des Kantons Thurgau zu Recht die Abklärungen b e- züglich des Rentenanspruchs durchgeführt und war die IVSTA gemäss der vorstehenden Erwägung für den Erlass der angefochtenen Verfügung zuständig. B-5261/2012 Seite 7 4. 4.1 4.1.1 Der Beschwerdeführer ist ein in Deutschland wohnhafter deutscher Staatsangehöriger, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene A b- kommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgeno s- senschaft einerseits und der Europäis chen Gemeinschaft und ihrer Mi t- gliedsstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist. 4.1.2 Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Siche r- heit koordiniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Bürger de r Vertragsstaaten zu gewährleisten. Soweit – wie vorliegend – weder das FZA und die gestützt darauf anwendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte abweichende Bestimmungen vorsehen noch allgemeine Rechtsgrundsätze dagegen sprechen, richtet sich die Ausges taltung des Verfahrens und die Prüfung des Rentenanspruchs alleine nach der schweizerischen Rechtsordnung (vgl. BGE 130 V 257 E. 2.4). Demnach bestimmt sich vorliegend die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann A n- spruch auf Leistungen der schweizerischen Inv alidenversicherung b e- steht, alleine aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften. Dass die im FZA erwähnten Verordnungen – insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 – am 1. April 2012 durch die Verordnungen Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Siche r- heit sowie Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durc h- führung der Verordnung Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Syst e- me der sozialen Sicherheit abgelöst worden sind, ändert vorliegend an der Geltung des Schweizer Rechts nichts (vgl. Urteile des Bundesverwal - tungsgerichts B-194/2013 vom 22. Juli 2013 E. 3.1 und C-3985/2012 vom 25. Februar 2013 E. 2.1). Entsprechend bestimmt sich vorliegend der A n- spruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung ausschliesslich nach dem innerstaatlichen schweizerischen Recht. Insbesondere sind die rechtsanwendenden B ehörden in der Schweiz nicht an Feststellungen und Entscheide ausländischer Versicherungstr ä- ger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn gebunden (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; AHI -Praxis 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 19 89 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen B-5261/2012 Seite 8 auch aus dem Ausland stammende Beweis mittel der freien Beweiswürd i- gung des Gerichts (vgl. Urteil de s Eidgenössischen Versicherungs ge- richts [seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] vom 11. Dezember 1981; zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung: BGE 125 V 351 E. 3a). 4.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mas s- gebend, welche bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatb e- standes Geltung hatten (BGE 132 V 220 E. 3.1.1 und 131 V 11 E. 1). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen sowie ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen ( pro rata temporis ; BGE 130 V 445). Das Bundesve r- waltungsgericht stellt dabei auf den Sachverhalt ab, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung verwirklicht hat (BGE 131 V 242 E. 1.1 mit Hinweisen und BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Nor - malfall Gegenstand einer neuen Ver waltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Nachträgliche Rechtsänderungen sind nur dann zu beachten, wenn ihre sofortige Anwendung verfahrensrechtlich geboten oder durch spezialgesetzliche Übergangsbestimmungen angeordnet ist. Rechts - und Sachverhaltsänderungen, die nach dem massgebenden Zeitpunkt des Er- lasses der streitigen Verfügung (hier: 30. August 2012) eintraten, sind da- her im vorliegenden Verfahren grundsätzlich nicht zu berücksichtigen (vgl. BGE 130 V 329, 130 V 138 E. 2.1, 129 V 1 E. 1.2 und 121 V 362 E. 1b, je mit Hinweisen). 4.3 Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der ange- fochtenen Verfügung vom 30. August 2012 in Kraft standen; weiter aber auch alle übrigen Vorschriften, die für die Beurteilung der streitigen Verfü- gung im vorliegend massgeblichen Zeitraum von Belang sind. Da sich der allenfalls anspruchsbegründende Sachverhalt im Zeitraum 17. September 2009 ( Beginn der dauerhaften Arbeitsunfähigkeit) bis 30. Au gust 2012 (Erlass der angefochtenen Verfügung) zugetragen hat, ist vorliegend en t- sprechend grundsätzlich auf die materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV in der Fassung gemäss den am 1. Januar 2008 (5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) in Kra ft getretenen Änderungen abzu- stellen. Zudem sind die mit dem ersten Massnahmenpaket der 6. IV - Revision am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Änderungen des IVG und der IVV (IV-Revision 6a; IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der Fas sung vom 16. November 2011 [AS 2011 5679]) zu B-5261/2012 Seite 9 beachten, soweit diese einschlägig sind . Ferner sind das ATSG und die Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des S o- zialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11) in den jeweiligen Fassungen der IV-Revisionen 5 und 6a anwendbar. 5. 5.1 5.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit da u- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, gei s- tigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglich e- nen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine B e- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Au f- gabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich b e- rücksichtigt (Art. 6 ATSG). 5.1.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheit sschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG im Besonderen setzt grundsätzlich eine leg e artis auf die Vorgaben eines wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystems abgestützte fachärztliche (psychiatrische) Diagn o- se voraus (vgl. BGE 130 V 396). Eine solche Diagnose ist eine rechtlich notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für ei nen invalidisieren- den Gesundheitsschaden (BGE 132 V 65 E. 3.4). So ist zu beachten, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen b e- stehen darf, welche von belastenden psychosozialen oder soziokulture l- len Faktoren herrühren, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, wie zum Beispiel eine von depressiven Ve r- stimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression in fachmedizinischem Sinne. Solche verselbständigte psychische Störungen B-5261/2012 Seite 10 mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 232/04 vom 10. Januar 2005 E. 5). Nach der Rechtsprechung ist entscheidend, ob der versi cherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit (bzw. der Fähigkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen) sozia l- praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar ist (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c und 102 V 165). 5.1.3 Invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrä n- kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbi e- tung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwe r- ten, abwenden könnte (BGE 131 V 49 E. 1.2, vgl. auch BGE 102 V 165; AHI-Praxis 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen). 5.1.4 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfrem- der Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches z u- sammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenh eiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Restarbeit s- fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht meh r zumutbar ist (BGE 107 V 17 E. 2c). Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verwe i- sungstätigkeiten massgebend sind (beispielsweise Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen; absehbarer Umstellungs - und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang au ch Persön- lichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich (Urteile des Bundesgerichts 9C_124/201 0 vom 21. September 2010 E. 5.1 und 9C_427/2010 vom 14. Juli 2010 E.2.4.1). 5.2 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen g e- ben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). B-5261/2012 Seite 11 Gemäss Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht staatsvertragliche Vereinbarungen eine a b- weichende Regelung vorsehen, was für die Staaten der Europäischen Union (EU) der Fall ist. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellt diese Vorschrift eine besondere Anspruchsvoraus setzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c). 5.3 5.3.1 Gemäss Art. 17 ATSG wird eine Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zuk unft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder au f- gehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich verändert hat. Eine Änderung des Invaliditätsgrades wird namentlich durch eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands impliziert. Dagegen ist die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen u n- verändert gebliebenen Sachverhalts kein Revisionsgrund; unterschiedl i- che Beurteilungen sind revisionsrechtlich nur dann beachtlich, wenn sie Ausdruck von Änderungen der tatsächlichen Ver hältnisse sind (BGE 117 V 199 E. 3b sowie 112 V 390 E. 1b und 372 E. 2b; ZAK 1987 S. 36 ff.). Ob eine rentenrelevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich der zeitlich massgeblichen Sachverhalte, das heisst durch die Entwicklungen in den tatsächlichen Verhältnissen in dem durch den Rentenbeginn und die streitige Verfügung bestimmten Zeitraum (BGE 125 V 413 E. 2d; vgl. auch BGE 125 V 369 E. 2). 5.3.2 Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende Änderung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentlichen Unterbruch drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. 5.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch z u-B-5261/2012 Seite 12 gemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Die – ar- beitsmedizinische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. 5.5 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un- tersuchungen beruht, auch die gekl agten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darl e- gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen S i- tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten begründ et sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die B e- zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a). 5.6 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchung s- grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes we gen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Verwa l- tungsbehörden und Sozialversicherungsgericht haben aber zusätzliche Abklärungen nur dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergeben - der Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a mit Hinweis; Entscheid des Eidgenössischen Versiche rungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] I 520/99 vom 20. Juli 2000). 6. 6.1 Im vorliegenden Verfahren ist streitig und vom Bundesverwaltungsge- richt zu prüfen, ob die Vorinstanz die vorherige ganze Invalidenrente zu Recht per 29. Februar 2012 aufgehoben hat (E. 2.2 hiervor). Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Beschwerde ausschlie sslich gegen die vo- rinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung in gesun d- heitlicher Hinsicht richtet. Zu prüfen ist daher im Folgenden, ob ab dem 30. November 2011 (zur Berücksichtigungsfrist von drei Monaten siehe E. 5.3.2 hiervor) eine entsprechende anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrades vorliegt, das heisst ob der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers (für Veränderungen anderer relevanter Sachverhalts-B-5261/2012 Seite 13 elemente bes tehen vorliegend keine Anhaltspunk te) im fraglichen Ze it- fenster von 30. November 2011 bis 30. August 2012 (Verfügungserlass) wesentlich verbessert war. Aus den vorliegenden ärztlichen Unterlagen geht in Bezug auf den G e- sundheitszustand des Beschwerdeführers ab dem 30. November 2011 im Wesentlichen Folgendes hervor: 6.2 Dr. med. C._______, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychother a- pie, stellte in seinem psychiatrischen Gutachten vom 13. August 2010 (IV- act. 22 S. 2 -6) zuhanden der Krankentaggeld versicherung SWICA die folgenden Diagnose (S. 5): 1. leicht bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0/1) bei 2. Status nach rezidivierenden schweren depressiven Episoden und zwei stationären Hospitalisationen (ICD-10 F33.2). Der Beschwerdeführer könne keine 100%ige Leistung in der freien Marktwirtschaft erbringe n. Würde das von ihm verlangt, würde er sehr schnell wieder dekompensieren. Mittelfristig könne eine 60%ige Leistung bei 80%iger zeitlicher Anstellung erwartet werden. Wahrscheinlich werde der Beschwerdeführer ab Oktober 2010 diesen Leistungs- und Arbeitsum- fang erfüllen können. Grundsätzlich sei bei einer leichten Depressivität von einer höheren Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dies sei aber beim B e- schwerdeführer nicht begründet. Erstens, weil er hereditär belastet und damit die Gefahr eines Rezidivs gross sei , zweitens, weil die Depression noch zu wenig lang abgeklungen und das psychische Gleichgewicht des Beschwerdeführers noch bei Weitem nicht stabilisiert sei , und drittens, weil er über verminderte psychische Ressourcen verfüge, um auch die Willensanstrengung aufzubringen, eine 100%ige Leistung zu erbringen. Eine zu hohe Anforderung an den Beschwerdeführer würde eine Deko m- pensation mit sich bringen, die zu behandeln ausgesprochen schwierig sein werde. Deshalb sei es notwendig, dass vom Beschwerdeführer in den kommenden zwei Jahren keine 100%ige Arbeitsleistung gefordert werde. Die Prognose sei im Rahmen der Leistungsanforderung, wie sie oben beschrieben worden sei, recht gut, weil der Beschwerdeführer auch motiviert sei, sich wieder ins Berufsleben einzuglied ern. Alleine von der psychotherapeutischen oder psychopharmakologischen Behandlung eine Verbesserung der Arbeitsleistungsfähigkeit auf 100 % zu erwarten, sei nicht möglich. Vielmehr handle es sich bei der Behandlung des B e- schwerdeführers um eine Stabilisie rung und Prophylaxe für eine weitere Dekompensation (S. 6). B-5261/2012 Seite 14 6.3 Dr. med. N._______, Arzt für Neurologie und Psychiatrie / Psychothe- rapie, stellte in seinem Gutachten -Schlussblatt vom 2. September 2010 (IV-act. 34 S. 33 -34) zuhanden der Deutschen Rentenversich erung die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mi t- telgradige Ausprägung (ICD-10 F33x1), einer Hypertonie (ICD -10 I10.90) und eines Zustands nach Beinvenenthrombose in den Jahren 2001 und 2008. D ie letzte berufliche Tätigkeit als EDV-Administrator könne nur noch unter drei Stunden ausgeübt werden. Körperlich leichte bis mitte l- schwere Arbeiten mit überwiegend Stehen, Gehen und Sitzen könnten in Tagesschicht verrichtet werden. Die geistige bzw. psychi sche Belastbar- keit sei eingeschränkt. Es seien keine Arbeiten mit hoher Stressbelastung und keine Arbeiten unter Zeitdruck möglich. Eine Tätigkeit entsprechend dem positiven und negativen Leis tungsbild könn e drei bis unter sechs Stunden ausgeübt werden. Die getroffenen Feststellungen gälten seit dem 30. September 2009. Die Leistungsminderung dauere voraussich t- lich nicht weniger als drei Jahre. Eine Besserung sei wahrscheinlich. In der Gutachtensbegründung (IV-act. 34 S. 23 -32) wies Dr. N._______ darauf hin, dass die bisherige Tätigkei t als EDV-Fachmann aufgrund der inzwischen chronifizierten depressiven Sympto matik nicht mehr leiden s- gerecht sei, weil der Beschwerdeführer einer hohen Stressbelastung nicht mehr ausgesetzt werden könne (S. 32). 6.4 O._______, Facharzt für Psychotherapeutisch e Medizin, diagnost i- zierte in seinem ärztlichen Befundbericht vom 17. Dezember 2011 (IV-act. 62 S. 17 -18) zuhanden der Deutschen Rentenversicherung eine rezidi - vierende depressive Störung aktuell ICD -10 F33.1, im März 2011 noch ICD-10 F33.2, eine Dysthymie gemäss ICD -10 F34.1, einen Zustand nach zweimaliger tiefer Beinvenenthrombose und nachfol gender Mar - kumarisierung, einen Zustand nach Lungentuberkolose, einen Zustand nach Diskus prolaps der Lendenwirbelsäule im Jahre 2007 und D u- puytrenscher Kon trakturen rechts und links. Der Beschwerdeführer sei seit mehr als sechs Monaten arbeitsunfähig. Die Befundsänderung in den letzten zwölf Monaten sei unwesentlich. Eine Besserung der Leistungsf ä- higkeit sei sehr fraglich. Die letzte berufliche Situation sei als ein relevan- ter depressiogener Trigger im Sinne von Überlastung und Stressdeko m- pensation anzusehen. B-5261/2012 Seite 15 6.5 6.5.1 Dr. phil. P ._______, Fachpsychologe FSP , schrieb in seiner neur o- psychologischen Beurteilung vom 27. Januar 2012 (IV -act. 49 S. 52 -62) zuhanden des p sychiatrischen Gutachters Dr. D._______ (zu dessen Gutachten nachfolgend in E. 6.5. 2) – als Antwort auf die Frage nach der Beurteilung des neuropsychologischen Leistungsprofils im Hinblick auf die Eingliederungsfähigkeit –, im Rahmen einer idealen bzw. ada ptierten Erwerbstätigkeit könne der Beschwerdeführer aus rein neuropsycholog i- scher Sicht ein höchstmög liches Ausmass an Erwerbsfähigkeit erzielen. Die Erwerbstätigkeit könne auf dem freien Arbeitsmarkt ausgeübt werden. Zu bevorzugen seien ein Arbeitsplatz ohne potentiell ablenkende Reize und erwerbsbezogene Aufgaben, welche nicht das längerfristige Behalten von Informationen notwendig machten (S. 61). Für die Ausübung einer idealen bzw. adaptierten Erwerbstätigkeit sei aus rein neuropsycholog i- scher Sicht e ine 100%ige Präsenzzeit am Arbeitsplatz von 8.5 Stunden pro Tag sowie eine 100%ige Belastbarkeit zumutbar (S. 62). 6.5.2 Dr. D._______ nannte in seinem p sychiatrischen Gutachten vom 3. Februar 2012 (IV-act. 49 S. 1-50) zuhanden der Thurgauer IV-Stelle als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidi vierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD -10 F33.0). Diagnosen ohne Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit erwähnte Dr. D._______ keine (S. 38). Zum Zeitpunkt der Unter suchung am 30. November 2011 habe höchstens eine leichte depressive Episode b e- standen, so dass zu diesem Zeitpunkt aus psychiatrischer Sicht höch s- tens noch eine 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei jeder in Frage kommenden Tätigkeit begründet bzw. ger echtfertigt sei (S. 46 f.). Dr. D._______ ging davon aus, dass sich der Zustand des Beschwerd e- führers weiter verbessern werde. In der neuropsychologischen Abklärung hätten sich auch Hinweise dafür gefunden, dass eine weitere Verbess e- rung bereits eingetreten sei. Es handle sich also bei dieser 30%igen Ei n- schränkung nicht um eine anhaltende und therapeutisch nicht mehr zu beeinflussende Einschränkung im invalidenver sicherungsrechtlichen Sin- ne. Durch die ambulante psychiatrische, psychotherapeutische und medi- kamentöse Behandlung könne eine weitere Verbesserung der Arbeitsf ä- higkeit erwartet werden. Es lasse sich allerdings nicht genau sagen, ab wann und mit welcher Wahrscheinlichkeit mit einer Verbesserung gerech- net werden könne (S. 47). B-5261/2012 Seite 16 Laut Dr. D._______ besteht keinerlei Motivation zur beruflichen Wiede r- eingliederung. Der Beschwerdeführer gehe nicht davon aus, wieder ei n- mal arbeiten zu können. In Bezug auf frühere ärztliche Einschätzungen sei erstaunlich, dass die immer wieder genannten Konflikte am Arbeit s- platz im Wesentlichen als Symptom der Krankheit gesehen worden seien und man den Beschwerdeführer mit der Krankschreibung offenbar auch davor habe schützen wollen, sich diesen Konflikten wieder aussetzen zu müssen. Teilweise möge es ja sein, dass die Kran kheit des Beschwerde- führers zu diesen Konflikten beigetragen habe. Teilweise sei die depressi- ve Erkrankung aber auch eine Reaktion auf diese Arbeitsplatzkonflikte gewesen. In dieser Situation sei eine vorübergehende Krankschre ibung vielleicht gerechtfertigt. Längerfristig müsse ein Stellenwechsel ins Auge gefasst werden. Natürlich sei es belastend, wenn man kein gesichertes Einkommen habe. D ies als Krankheit zu sehen, die mit einer Kran k- schreibung oder Berentung therapiert werden müsse, sei jedoch nicht korrekt (S. 48). Ab dem 30. November 2011 be stehe bei jeder in Frage kommenden Tätigkeit eine höchstens noch 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 49). 6.6 Dr. med. Q._______, RAD-Arzt, schrieb in seiner Stellungnahme vom 7. Februar 2012, es liege eine rezidivierende depressive Störung, derzeit leichten Grades, vor. Seit dem 30. November 2011 bestehe eine höch s- tens 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für sämtliche für den B e- schwerdeführer in Frage kommenden Tätigkeiten. Der Gutachter Dr. D._______ habe psychosoziale Umstände als Ursache der Arbeitsu n- fähigkeit korrekt ausgeschieden. Die subjektive Sichtweise des B e- schwerdeführers, er könne nicht mehr arbeiten, kontrastiere mit dem o b- jektiv-medizinischen Sachverhalt bzw. mit der vorhandenen willensmässi- gen Zumutbarkeit, eine (hohe) Arbeitsleistung zu erbringen. Es liege seit November 2011 eine nur milde psychische Störung vor, welche sich in nur geringem Masse auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Im Übrigen sei wohl auch diese Einschränkung der Arbeits fähigkeit laut Gutachter nur vor ü- bergehender Natur und verbessere sich wohl weiter auf eine 100%ige Ar- beitsfähigkeit angestammt wie angepasst. Da sich der Beschwerdeführer subjektiv gänz lich arbeitsunfähig fühle, werde eine Therapieauflage zur Steigerung der jetzt schon hohen Arbeitsfähigkeit auf 100 % nichts an seiner Motivation ändern können (IV-act. 68 S. 10). 6.7 Dr. med. R._______, Fachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in ihrem neurologisch -psychiatrischen Gutachten vom 19. März 2012 (IV -act. 62 S. 25 -33) zuhanden der Deutschen Re n-B-5261/2012 Seite 17 tenversicherung aufgrund der Untersuchung vom 7. März 2012 die Diag- nose einer mittelgradigen Depression gemäss ICD -10 F32.1 und eines Lendenwirbelsäulen-Syndroms bei Zustand nach Bandscheibenvor fall gemäss ICD-10 M54.4 (S. 30 und 33). Aufgrund der Schwere der depres- siven Episoden mit suizidalen Impulsen in der Vorgeschichte sei davon auszugehen, dass eine relevante berufliche Belastbarkeit nicht mehr g e- geben sei. Bei Anforderungen von aussen, selbst bei leichten Tätigkeiten, sei wohl mit einer erneuten schweren psychischen Dekompensation zu rechnen (S. 31). Die geistige und psychische Belastbarkeit sowie der B e- wegungs- und Haltungsapparat seien eingeschränkt. Die letzte berufliche Tätigkeit und ei ne Tätigkeit entsprechend dem positiven und negativen Leistungsbild könnten unter drei Stunden ausgeübt werden (S. 32). Die Leistungsminderung dauere voraussichtlich nicht weniger als drei Jahre . Eine Besserung sei unwahrscheinlich (S. 33). 6.8 In seiner Stel lungnahme vom 15. Mai 2012 wies RAD -Arzt Dr. Q._______ darauf hin, dass mangels überzeugender "Gegenbewei s- mittel" davon auszugehen sei, dass ab dem 30. November 2011 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit vorhanden sei (IV-act. 68 S. 11). In seiner Stellungnahme v om 16. August 2012 legte RAD -Arzt Dr. Q._______ dar, in den Abklä rungsunterlagen der Deutschen Rente n- versicherung werde der gleiche medizinische Sachver halt anders beu r- teilt. Insbesondere würden darin psychosoziale Faktoren nicht ausg e- schieden. Aus Sicht des RAD ändere sich an der Arbeits fähigkeit von 70 % seit dem 30. November 2011 nichts (IV-act. 68 S. 12). 6.9 Der psychotherapeutische Facharzt O._______ berichtete am 29. September 2012 dem Amt für Gesundheit und Versorgung des Lan d- ratsamtes S._______ (Deutschland), der Beschwerde führer sei nicht mehr in der Lage, die ehemalige Berufstätigkeit als Systemadministrator auszuführen (S. 3). Er leide an einer schweren depressiven Erkrankung, die auch die soziale Alltagsgestaltung massiv beeinträchtige. Bei den wei- teren somatischen Erkrankungen ergebe sich das Gesamtbild einer ern s- ten und schweren Multimorbidität. Dies habe in den vergangen zwei Ja h- ren auch zu erheblichen finanziell -wirtschaftlichen Einbussen geführt (S. 4). Gemäss O._______ weist der Beschwerdeführer folgende körper- liche Leiden auf (S. 3):  pulmonale chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), bei Z u- stand nach durchgemachter Tuberkolose;  Bluthochdruck; B-5261/2012 Seite 18  zweimalige tiefe Beinvenenthrombose und Markum arisierung über ei- nige Jahre;  rezidivierende Lumbalgien bei Zustand nach Lendenwirbelsäulen - Diskusprolaps;  Dupuytrensche Kontrakturen;  chronische Gastritis, Befürchtung einer beginnenden Claudicatio i n- termittens;  dringend sanierungsbedürftiges Gebiss, unterdessen auch cardiot o- xisch bakterielle Keimquelle. Der Beschwerdeführer habe bei gegebenem Nikotinabusus eine Nikoti n- abhängigkeit entwickelt. Der Koffeinkonsum habe das Ausmass eines übermässigen und abhängigen Konsums. Mittels der ambu lanten kogniti- ven Verhaltenstherapie sei es möglich gewesen, im Jahre 2012 einen weiteren statio nären Aufenthalt sowie akute Suizidalität zu verhindern, trotz der Belastungen des IV-Prozederes und der Belastungen durch den Gutachter und dessen Einschätzung (S. 4). 7. 7.1 7.1.1 Auf diese medizinischen Berichte und Stellungnahmen kann freilich nicht abgestellt werden, wie nachfolgende Ausführungen zeigen. Zu- nächst ist in Bezug auf die Aussagen des begutachtenden Psychologen Dr. P ._______ festzustellen, dass er sich nur zur Zumutbarkeit (ideal) le i- densangepasster Tätigkeiten aus neuropsychologischer Sicht äusserte, ohne diese näher zu beschreiben . Die Expertise enthält keine Beschre i- bung des Profils der aus rein neuropsychologischer Sicht noch zumutba- ren leidensangepassten Tätigkeiten, sondern nur die Angabe, was für ein Arbeitsplatz zu bevorzugen wäre. Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerde- führers in nichtleidensangepassten Tätigkeiten, in der bisherigen Tätigkeit als Systemadministrator und in einer Tätigkeit als Politikwissenschaftler hielt Dr. P ._______ überhaupt keine Aussag en fest . So setzte sich Dr. P ._______ denn auch nicht mit den besonderen Anforderungen einer Tätigkeit als Systemadministrator an die Konzentrationsfähigkeit und an die stressliche Belastbarkeit auseinander, welche diese Tätigkeit allenfalls als nichtleide nsangepasst er weisen. Zur sozialpraktischen Zumutbarkeit des Beschwerdeführers als Systemadministrator äusserte sich Dr. P ._______ ebenfalls nicht. B-5261/2012 Seite 19 Laut der anamnestischen Erhebung durch Dr. P ._______ wünscht sich der Beschwerdeführer ausdrücklich die Bere ntung durch die Sozialvers i- cherung. Er sehe sich nicht mehr fähig, am Erwerbsleben teilzuneh men (S. 54). Auch hat der Beschwerdeführer gemäss Dr. P ._______ durch un- klare Angaben hinsichtlich von Hinder nissen, welche die Ausübung einer Erwerbstätigkeit verunmöglichten, imponiert. Als Begründungen seien immer wieder das fortgeschrittene Alter und eine Chancenlosigkeit auf dem heutigen Ar beitsmarkt vor gebracht worden. Der Beschwerdeführer habe im Übrigen bereits früher geplant, frühzeitig, das heisse vor Eintritt des regulären Pensionsalters, in Rente zu gehen. Als Zahl habe der B e- schwerdeführer das sechzigste Lebensjahr be nannt (S. 55). Mit diesen Aussagen offenbarte der Beschwerdeführer zweifellos eine Rentenb e- gehrlichkeit, womit Dr. P ._______ zu Recht n icht auf die subjektive Ei n- schätzung des Beschwerdeführers betreffend seine verbleibende Arbeits- fähigkeit ab stellte. Diese ist für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit nicht entscheidend. Massgebend ist allein die medizinisch -theoretisch begründete und nachvollziehbare Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Dies rechtfertigt jedoch nicht zur Schlussfolgerung, auch die bisherige Tätigkeit als Systemadministrator bzw. eine Tätigkeit als Politikwissenschaftler sei ohne Weiteres leidensangepasst. Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass Dr. P ._______ – im Gegensatz zu Dr. D._______ – keine ausdrücklichen Aussagen des Beschwerdeführers zu seiner eigenen Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit festhielt. Es darf deshalb nicht einfach davon ausgegangen werden, die Beschwerdeführer habe seine Äusserungen auf sämtliche Tätigkeiten bezogen. Vielmehr kann es sich dabei allenfalls um Aussagen handeln, die allein der bisheri- gen Tätigkeit als Systemadministrator haben gelten sollen , und mitun ter möglicherweise durch eine fehlende Behinderungsadaption dieser Täti g- keit objektiv begründet sein könnten. 7.1.2 Dr. D._______ stellte offensichtli ch auf die Einschätzung von Dr. P ._______ ab (vgl. hierzu grundsätzlich das Urteil des Bundesgerichts 8C_892/2010 vom 10. Januar 2011 E. 6.2.2), ohne zu bemerken, dass sich dieser aus rein neuropsychologischer Sicht nur zur Arbeitsfähigkeit in (ideal) leidensangepassten Tätigkeiten äusserte und nicht mit der Zumu t- barkeit einer Tätigkeit als Systemadministrator und als Politikwisse n- schaftler konkret auseinandersetzte. Mit den Fragen, ob eine Tätigkeit als Systemadministrator mit ihren besonderen Anforderungen an die Ko n- zentrationsfähigkeit und an die stressliche Belastbarkeit dem Beschwer- deführer noch zumutbar ist , und ob auch eine entsprechende sozialpra k- tische Zumutbarkeit gegeben ist , befasste sich Dr. D._______ entspre-B-5261/2012 Seite 20 chend ebenfalls nicht. Er berücksichtigte nicht, ob und wie sehr der B e- schwerdeführer mit seinem gesundheitlichen Leiden den aktuellen beru f- lichen Anforderungen an einen Systemadministrator überhaupt noch g e- nügen kann. Zudem ist unklar, welche Tätigkeiten der psychiatrische Ex- perte mit seiner Formulierung "bei jeder in Frage kommenden Tätigkeit" konkret meint. Eine nähere Beschreibung dieser Tätigkeiten geht aus dem Gutachten nicht hervor. Dr. D._______ bemerkte zwar, dass sich der Beschwerdeführer nicht vor- stellen könne, wieder arbeiten zu können (S. 31 und 44). Für seine bishe- rige Arbeit müsse er im Kopf fit sein, was er im Moment einfach nicht sei (S. 31 f.). Er könne sich nicht konzentrieren (S. 48). Zu Recht stützte Dr. D._______ seine Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit nicht auf die subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers ab. Es ist jedoch problematisch, dass Dr. D._______ aus der Angabe des B e- schwerdeführers, in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr arbeiten zu kö n- nen, auf eine gänzlich fehlende Wiedereingliederungs -Motivation schliesst. Denn der Beschwerdeführer äusserte sich in seiner subjekt iven Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit nur in Bezug auf seine bisherige Tätigkeit als Systemadministrator. Dr. D._______ befasste sich insofern nicht eingehend mit den Klage n des Beschwerdeführers. Weiter unterschied der psychiatrische Gutach ter zwar zu Recht psychosoziale Belastungsfaktoren vom Leiden als solchem. Dr. D._______ wertete es als auffällig, dass nahezu von allen Seiten auch psychosoziale Faktoren für die Begründung der attestierten Einschränkung herangezogen worden seien (S. 49). Mit der Frage, o b und wie weit der Beschwerdeführer die festgestellten Einschränkungen bei erwerblichen Tätigkeiten allenfalls wil- lentlich zu überwinden vermöch te, setzte sich Dr. D._______ jedoch in keiner Weise auseinander. 7.2 RAD-Arzt Dr. Q._______ stützte sich in seiner Stellungnahme vom 7. Februar 2012 (E.6.6 vorstehend) wesentlich auf die Einschätzungen Dr. D._______s ab . Der RAD-Arzt übernahm insbesondere dessen Fo r- mulierung, die festgestellte Arbeitsfähigkeit gelte für sämtliche für den Beschwerdeführer in Frage kommenden Tätigkeiten, ohne darzulegen, um welche Tätig keiten es sich dabei handelt. Mit der Fragestellung, ob und wie weit dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Syste m- administrator und eine Tätigkeit als Politikwissenschaftler noch zumutbar sind, befasste sich der RAD -Arzt nicht. Zwischen der bisherigen Tätigkeit als Systemadministrator bzw. einer Tätigkeit als Politikwissenschaftler und leidensangepassten Tätigkeiten unterschied der RAD-Arzt überhaupt B-5261/2012 Seite 21 nicht. Er bemerkte zudem nicht, dass aus der Begutachtung Dr. D._______s nicht hervorgeht, dass sich der Beschwerdeführer in B e- zug auf sämtliche Tätigkeiten gänzlich arbeitsunfähig fühlte, sondern sich nur hinsichtlich der bisherigen Tätigkeit keine Wiederaufnahme der Arbeit vorstellen konnte, das heisst seine eigene subjektive Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit auf die Tätigkeit als Systemadministrator bezog. Dem RAD-Arzt fiel ferner nicht auf, d ass Dr. D._______ auch die Frage nach der willentlichen Überwindbarkeit der von ihm festgehaltenen Einschränkungen insbesondere in der bisherigen Tätigkeit und in einer Tätigkeit als Politikwissenschaftler gar nicht beantwortete. Dass das Gutachten Dr. D._______s nicht als Grundlage für einen Ent- scheid über einen Leistungsanspruch dienen kann, zeigt zudem die Stel- lungnahme des RAD-Arztes vom 15. Mai 2012 (E. 6.8 hiervor). In dieser zeigt sich der RAD-Arzt offenbar selbst nicht vollständig vom Gutach ten Dr. D._______s überzeugt, da er seine eigene Ansicht bloss mit fehle n- den überzeugenden "Gegenbeweismitteln" begründet. Der RAD-Arzt be- zog sich mit dieser Begründung offensichtlich allein auf den im Sozialver- sicherungsrecht geltenden Beweisgrad der ü berwiegenden Wahrschein- lichkeit (zu diesem siehe BGE 126 V 353 E. 5b und 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). Die Beweiswürdigung ist indessen nicht Sache des RAD, sondern allein der Verwaltung und des Gerichts. Dem RAD obliegt aus- schliesslich die medizinische Würdigung des Sachverhalts. Zudem kann die Verwaltung bzw. das Gericht auf einen Aktenbericht eines RAD-Arztes nur abstellen, wenn die Akten zum Entscheidzeitpunkt ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und di e- se Daten unbestritten sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_653/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 5.2 und I 1 094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1). Diese dem RAD bekannten Voraussetzungen sind vorliegend eindeutig nicht erfüllt. Entsprechend ist in keiner Weise nachvollziehbar, weshalb der RAD-Arzt trotz seiner Zweifel weiterhin von einer seit dem 30. November 2011 bestehenden 30%igen Arbeitsunfähigkeit ausging. 7.3 Die psychiatrischen Gutachten von Dr. C._______ (E. 6.2 hiervor) und Dr. N._______ (vorstehend E. 6.3) wurden über ein Jahr vor dem relevan- ten Zeitpunkt 30. November 2011 erstellt, so dass sie von vornherein nur beschränkt als Beurteilungsgrundlage herangezogen werden können. 7.3.1 Darüber hinaus bezog Dr. C._______ seine Angaben in allgemeiner Weise auf den freien Arbeitsmarkt, ohne anzugeben, auf welche Tätigkei- ten sich seine Einschätzungen beziehen. Insbesondere fehlen eine Un-B-5261/2012 Seite 22 terscheidung zwischen bisheriger Tätigkeit , einer Tätigkeit als Politikwi s- senschaftler und behinderungsangepassten Tätigkeiten sowie eine B e- schreibung der noch zum utbaren Tätigkeiten . So bleibt unter anderem unklar, ob die Aussagen des Psychiatrie-Experten allein die bisherige Tä- tigkeit als Systemadministrator betreffen oder für sämtliche Tätigkeiten gelten. Mit der Frage, in welchem Mass dem Beschwerdeführer eine T ä- tigkeit als Politikwissenschaftler zumutbar wäre , setzte sich Dr. C._______ in keinster Weise auseinander. Laut Dr. C._______ ist die psychosoziale Situation des Beschwerdefü h- rers zu wenig unterstützend, so dass auch diesbezüglich die Fortsetzung der Psychotherapie dringend notwendig sei (S. 6). Ob und wie weit die psychosoziale Situation die verbleibende Arbeitsfähigkeit beeinflusst, geht aus der Expertise Dr. C._______s jedoch nicht hervor. Er befasste sich zudem auch nicht mit der Frage, ob der Beschwe rdeführer mit seinem Leiden in der bisherigen Tätigkeit als Systemadministrator bzw. in einer Tätigkeit als Politikwissenschaftler oder in einer anderen, behinderung s- angepassten Tätigkeit einem Arbeitgeber sozialpraktisch zumutbar ist. Ob im bisherigen Tät igkeitsbereich von einer solchen sozialpraktischen Z u- mutbarkeit ausgegangen werden kann, ist vorliegend durchaus fraglich, da ein Systemadministrator notorisch eine hohe Stressbelastbarkeit und eine hohe Konzentrationsfähigkeit aufweisen muss , unregelmässige Ar- beitszeiten hat und unter Zeitdruck arbeiten können muss. Dr. C._______ beschäftigte sich indessen weder mit den relevanten konkreten Anforde- rungen an einen Systemadminist rator noch mit der Frage, wieweit der Beschwerdeführer trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung den heutigen Anforderungen an einen Systemadministrator überhaupt noch zu genügen vermag. 7.3.2 Aus der Expertise Dr. N._______s geht ferner nicht hervor, welche Diagnosen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Im Weiteren ist unklar, in welchem Pensum die bisherige Tätigkeit als Systemadministrator aus Sicht von Dr. N._______ noch zumutbar sein soll. Der Gutachter erachte- te nämlich die bisherige Tätigkeit als EDV -(System-)Administrator einer- seits noch als aus übbar, wenn auch bloss unter drei Stunden, andere r- seits als nicht mehr leidensgerecht. Die Höhe der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bleibt ungewiss. Mit der Frage, in welchem U m- fang eine Tätigkeit im ursprünglichen Beruf als Politikwissenschaftler zu- mutbar wäre, beschäftigte sich der psychiatrische Gutachter hinwiederum überhaupt nicht. Zudem fehlt eine objektive Begründung der festgehalt e- nen Arbeitsunfähigkeit in behinderungsangepassten Tätigkeiten. Er be-B-5261/2012 Seite 23 rücksichtigte offenbar die Auswirkung somatischer Leiden auf das körper- liche Leistungsprofil, führt solche aber nicht ausdrücklich an . Entspre- chend ist die von Dr. N._______ festgehaltene somatisch bedingte Beein- trächtigung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar. Überdies handelt es sich beim Neurologen Dr. N._______ nicht um einen Facharzt für Leiden im Bereich des Herz-Kreislaufsystems. 7.3.3 O._______ äusserte sich in seinem Bericht vom 17. Dezember 2011 (E. 6.4 hiervor) weder zu Umfang und Höhe der attestierten Arbeitsunf ä- higkeit noch zu ihrer Entwicklung im Verlauf. Darüber hinaus fehlt eine Ausdifferenzierung der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Systemadministrator, eine Tätigkeit als Politikwi s- senschaftler und leidensangepass te Tätigkeiten. Eine Auseinanderse t- zung mit der Zumutbarkeit der Tätigkeit als Systemadministrator und e i- ner Tätigkeit als Politikwissenschaftler fehlt gänzlich. Der deutsche Fach- arzt für Psychotherapeu tische Medizin nahm überhaupt keine Unte r- scheidung zwischen bisheriger Tätigkeit, einer Tätigkeit als Politikwissen- schaftler und behinderungsangepassten Tätigkeiten vor. Zudem ist unklar, welches Leiden aus Sicht von O._______ die Arbeitsfähigkeit beeinträch- tigt und welche Tätigkeiten als behinderungsangepasst betrachtet werden können. In seinem Bericht vom 29. September 2012 (E. 6.9 vorstehend) beschei- nigte O._______ dem Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsunf ä- higkeit für seine ehemalige Berufstätigkeit als Systemadministrator. Der Beginn dieser vollständigen Arbeitsunfähigkeit bleibt indessen unklar. Zu- dem präzisierte O._______ die nebst somatischen Leiden als Begrü n- dung angeführte schwere depressive Erkrankung nicht mittels einer g e- nauen, qualifizierten psychiatrischen Diagnose. Welche somatischen Lei- den sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, bleibt im Bericht von O._______ gänzlich unklar. In welchem Umfang und in welcher Höhe von einer somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist und zu we l- chem Zeitpunkt sie begann, bleibt ebenfalls ungewiss. O._______ ist überdies kein Facharzt für somatische Leiden, sodass auf seine diesbe- züglichen Einschätzungen von vornherein nur ausnahmsweise abgestellt werden könnte. Ob und wie weit dem Beschwerdeführer eine willentliche Überwindung der psychischen Einschränkung zumutbare wäre und ob die Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit sozialpraktisch zumutbar wäre, kann dem Bericht von O._______ ebenfalls nicht entnommen we r- den. Sodann weist O._______ zwar in mittelbarer Weise auf die Bela s- tung des Beschwerdeführers durch das invalidenversicherungsrechtliche B-5261/2012 Seite 24 Verfahren hin, legt jedoch nicht dar, w ie weit die Arbeitsfähigkeit durch psychosoziale Belastungsfaktoren beeinträch tigt wird . Da der ärztliche Bericht erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung erstellt wurde, sind danach eingetretene gesundheitliche Veränderung en im vorliegenden Verfahren freilich ohnehin nicht zu berücksichtigen. 7.3.4 Dr. R._______ begründet ihre Einschätzung, dass keine relevante berufliche Belastbarkeit mehr gegeben sei , im Wesentlichen einzig mit der Schwere der depressiven Episoden. Dabei nahm Dr. R._______ of- fenbar gestützt auf die Aussage des Beschwerdeführers, sich lieber u m- zubringen als wiederum als Systemadministrator zu arbeiten (S. 27), un- mittelbar eine Suizidal ität an. Die psychiatrische Expertin fragte sich o f- fensichtlich nicht, ob der Beschwerdeführer eventuell der Tätigkeit als Systemadministrator aus IV -fremden Gründen nicht mehr gewachsen ist und mitunter deswegen keinesfalls mehr als solcher tätig sein wil l. Eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob allenfalls eine Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit als Politikwissenschaftler oder einer anderen, leidensan- gepassten Tätig keit verbleibt, fehlt gänzlich . Aus dem Gutachten von Dr. R._______ geht zwar hervor, dass die Expertin auch von einer körper- lich bedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in Form einer Ei n- schränkung durch den Bewegungs - und Haltungsapparat ausging. Es bleibt aber völlig unklar, in welchem Umfang und in welcher Höhe der Bewegungs- und Haltungsapparat eine Beeinträchtigung der Arbeitsunfä- higkeit bewirkt haben soll . Ferner ging die Expertin offensichtlich von e i- nem Vorzustand aus, setzte sich mit der Entwicklung der Arbeitsunfähi g- keit im Verlauf vor der Begutachtung jedoch nicht näher auseinander. Entsprechend ist unter anderem ungewiss, wann die bescheinigte vol l- ständige Arbeitsunfähigkeit begonnen haben soll. Auch mit den Fragen, ob der Beschwerdeführer seine gesundheitlichen Einschränkungen in e i- ner erwerblichen Tätigkeit möglicherweise willentlich zu überwinden ve r- möchte, ob von einer sozialpraktischen Zumutbarkeit ausgegangen we r- den kann und ob allenfalls psychosoziale Belastungsfaktoren vorhanden sind, befasste sich Dr. R._______ nicht. 7.4 Auf die nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung am 30. August 2012 geschriebenen medizinischen Berichte kann ebenfalls klarerweise nicht abgestellt werden. 7.4.1 Die Psychiaterin Dr. E._______, Ärztliche Leiterin, die Psychiaterin F._______, Leitende Ober ärztin, und der Psychiater Dr. G._______, Sta- tionsarzt, erwähnten in ihrem Bericht vom 10. Dezember 2012 betreffend B-5261/2012 Seite 25 den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 23. Oktober 2012 bis 30. November 2012 in der I._______er H._______-Klinik, er habe im August 2012 einen Ablehnungsbescheid bezüglic h seines Invalidenre n- tenantrages in der Schweiz erhalten, was zu einem Stimmungs einbruch geführt habe. Dass der Beschwerdeführer allein wegen der Nachricht der Ablehnung seines Rentengesuchs einen Stimmungseinbruch erlitten hat, offenbart eine Rentenbege hrlichkeit, die seitens der Invalidenversicherung von vornherein nicht berücksichtigt werden kann. 7.4.2 RAD-Arzt Dr. Q._______ schrieb in seiner Stellungnahme vom 5. Februar 2013, es seien keine medizinischen Dokumente vorhanden, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das Gegenteil dessen aus - weisen könnten, was im Gutachten vom 3. Februar 2012 begründet wo r- den sei. Somatisch -kardiologisch s eien laut einem Bericht vom 15. No- vember 2012 apparative Abklärungen vorgenommen worden, welche a l- lerdings kein Leid en mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeits fähigkeit begründen könnten. Es bleibe somit bei den bisherigen Einschätzungen. Dieser Stellungnahme des RAD-Arztes lag keine umfassende somatische Abklärung zugrunde, sondern nur eine kardiologische. Entsprechend bleibt der physische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im r e- levanten Zeitraum 30. November 2011 bis 30. August 2012 (Verfügungs- erlass) weiterhin unklar. Die Begründung des RAD-Arztes fusst im Übri- gen wie bereits in seiner Stellungnahme vom 15. Mai 2012 erneut auf seiner fälschlichen Überlegung (vgl. E. 7.2 vorstehend), dass bloss keine medizinischen Dokumente vorlä gen, welche mit überwiegender Wah r- scheinlichkeit das Gegenteil des Gutachtens von Dr. D._______ belegen würden. 7.4.3 Die Neurologin und Psychiaterin Dr. J._______, Chefärztin, der Psychiater Dr. K._______, Oberarzt, und die Psychologin L._______ schrieben in ihrem Austrittsbericht vom 21. März 2014 betreffend den sta- tionären Aufenthalt vom 22. Jan uar 2013 bis 14. März 2014 in der M._______er Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, die depressive Symptomatik habe sich wieder verstärkt, insbesondere im Rahmen einer massiven psychosozialen Belastung. Der Rentenantrag des Beschwerdeführers sei in der Schweiz abgelehnt worden, eine Klage laufe bereits seit zwei Jahren. Eine Entscheidung sei noch nicht abzus e- hen. B-5261/2012 Seite 26 Die berichtete Verstärkung der depressiven Symptomatik infolge der A b- lehnung des Rentenbegehrens einerseits und infolge der Dauer des vor- liegenden Verfahrens andererseits verdeutlicht die Rentenbegehrlichkeit, welche sich bereits im Bericht vom 10. Dezember 2012 zeigte (E. 7.4.1 hiervor). Sie kann wie bereits in E. 7.4.1 vorstehend erwähnt zum Vorn- herein nicht berücksichtigt werden. 7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass aufgrund der vorliegenden medizinischen Berichte und Stellungnahmen eine rechtskonforme Beu r- teilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers und seiner Arbeitsfähigkeit nach dem 29. November 2011 und somi t des Rentenan- spruchs ab dem 1. März 2012 nicht möglich ist. 8. 8.1 Die Vorinstanz hat ferner trotz des fortgeschrittenen Alters des B e- schwerdeführers keine nähere Prüfung vorgenommen, ob und inwieweit seine verbleibende Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits- markt noch ganz oder teilweise wirtschaftlich verwertbar ist. 8.2 Der am '_______' 1952 geborene Beschwerdeführer war in dem für die richterliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (vgl. dazu BGE 121 V 362 E. 1b mit Hinweis), also am 30. August 2012, rund 60 Jahre alt. Die ihm verbleibende Aktiv i- tätsdauer bis zum Eintritt ins AHV -Alter betrug zum Verfügungszeitpunkt somit noch gut fünf Jahre, was die Verwertbarkeit fraglich erscheinen lässt. Sie wird von der Vorinstanz deshalb nach erfolgter Ergänzung der medizinischen Abklärung näher geprüft werden müs sen. Dabei wird z u- sätzlich zu bedenken sein, dass der Beschwerdeführer im Fachbereich Informatik, soweit aus den Akten ersichtlich, nur über eine einjährige, vor rund dreissig Jahren stattgefundene Ausbildung zum EDV-Fachmann ver- fügt (IV-act. 1 S. 18) . Der Bereich Informatik ist notorisch durch einen schnellen Wandel der fachlichen Erfordernisse und überdurchschnittli- chen Zeitdruck geprägt. In einer anderen, dem Beschwerdeführer medizi- nisch zumutbaren Tätigkeit hinwiederum könnte der Umstand der bald i- gen Pe nsionierung einen durchschnittlichen Arbeitge ber möglicherweise davon abhalten, die mit der Beschäftigung des Beschwerdeführers ve r- bundenen Risiken wie krankheitsbedingte Ausfälle, berufliche Unerfa h- renheit und altersbedingt geringe Anpassungsfähigkeit, einzugehen. Stellt man die persönlichen und beruflichen Gegebenheiten den objektiven A n- forderungen eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes gegenüber, ist es d a-B-5261/2012 Seite 27 her eventuell nicht ausgeschlossen, dass man je nach verbleibender Restarbeitsfähigkeit allenfalls zum Schluss kommt, dass der Beschwerde- führer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit realistischer weise keinen Arbeitgeber mehr finden würde, der ihn für eine geeignete Tätigkeit ei n- stellen würde. Die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit wird deshalb nach ergänzender medizinischer Abklärung genau zu übe r- prüfen sein. 9. Damit beruht die angefochtene Verfügung auf einer lückenhaften mediz i- nischen Aktenlage und auf einer ungenügenden Abklärung der wirtschaft- lichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Die Verfügung vom 30. August 2012 ist folglich aufzuheben. 10. 10.1 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat das Gericht, das den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Wahl, die Sache zur weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurück zuweisen oder selber die nötigen Instruktionen vorzunehmen. Bei festgestellter Abkl ä- rungsbedürftigkeit verletzt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung als solche weder den Untersuchungs grundsatz noch das Gebo t eines einfachen und raschen Verfahrens. Anders verhielte es sich nur dann, wenn die Rückweisung an die Verwaltung einer Verweigerung des g e- richtlichen Rechtsschutzes gleichkäme (beispielsweise dann, wenn auf Grund besonderer Gegebenheiten nur ein Gerichtsgutachten bzw. andere gerichtliche Beweismassnahmen geeignet wären, zur Abklärung des Sachverhalts beizutragen, vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4), oder wenn die Rückweisung nach den konkreten Umständen als unverhältnismässig be- zeichnet werden müsste (BGE 122 V 163 E. 1d). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die der Rückweisung der Sache zur weiteren Abkl ä- rung an die Vorinstanz entgegenstehen. 10.2 Somit ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie e r- gänzende, auf einer persönlichen Untersuchung d es Beschwerdeführers basierende fachärztlich-polydisziplinäre (psychiatrische, internistisch kar- diologische und rheumatologische) gutachterliche Abklärungen in der Schweiz vornehme, die sich namentlich zur Entwicklung der Arbeitsfähi g- keit des Beschwerdeführers in der bisherigen Tätigkeit als Systemadm i- nistrator, in einer Tätigkeit als Politikwissenschaftler und in leidens ange- passten Tätigkeiten im Verlauf ab dem 29. November 2011 zu äussern B-5261/2012 Seite 28 haben, sodann gegebenenfalls die wirtschaftliche Ver wertbarkeit der verbleibenden Arbeitsfähigkeit prüfe und anschliessend über den Re n- tenanspruch des Beschwerdeführers ab dem 1. März 2012 neu verfüge. 10.3 Bei der ergänzenden medizinischen Abklärung Rechnung zu tragen sein wird auch der Tatsache, dass sich psy chosoziale und soziokulturelle Faktoren, welche grundsätzlich keine gesundheitlichen Beeinträchtigu n- gen im Sinne des IVG darstellen, oft nicht klar vom medizinisch objekt i- vierbaren Leiden trennen lassen. Psychische Störungen, welche (allein) durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Bela s- tungsfaktoren wieder verschwinden, können nicht zur Invalidenrente b e- rechtigen. Einer lege artis diagnostizierten psychischen Krankheit kann der invalidisierende Charakter zwar nicht mit dem blossen Hinweis auf ei- ne bestehende psychosoziale oder soziokulturelle Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter m uss eine davon zu unterscheidende fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorha n- den sein. Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Fakt o- ren einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterha l- ten oder sein e – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen b e- stehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditäts- begründend auswirken (Urteil 8C_829/ 2008 des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2008 E. 3.3.2.2 mit Hinweisen). 10.4 Die Vorinstanz wird anlässlich ihrer neuen Verfügung nach Einh o- lung der entsprechenden Ergänzung der medizinischen Unterlagen den ab dem 30. November 2011 vorliegenden Invaliditätsgrad des Beschwe r- deführers gegebenenfalls unter Abklärung der Eingliederungsfähigkeit neu zu bestimmen haben. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheis- sen. 11. 11.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Eine Rückweisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der beschwerde führenden Partei (BGE 132 V 215 E. 6), so dass dem Beschwerdeführer keine Ve r- fahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihm ist daher der geleistete Kostenvo r- schuss in der Höhe von Fr. 400. – nach Eintritt der Rechtskraft des vorli e- genden Entscheids auf ein von ihm b ekannt zu gebendes Konto zurüc k-B-5261/2012 Seite 29 zuerstatten. Da aufgrund von Art. 63 Abs. 2 VwVG auch der unterliege n- den Vorinstanz keine Verfahrenskosten auferlegt werden können, ist vo r- liegend auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 11.2 Der obsiegende, anwaltli ch vertretene Beschwerdeführer hat g e- mäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mi t Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parte i- entschädigung zu La sten der Verwaltung. Da keine Kostennote eing e- reicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetz en (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfa h- rensausgangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bede u- tung der Strei tsache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteile n- den Verfahrens sowie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen gespr o- chenen Entschädigungen ist eine Parteientschädigung von Fr. 2'800.– (inkl. Auslagen [vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -6983/2009 vom 12. April 2010 E. 3.2]) gerechtfertigt (Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE). Die Vorinstanz hat nach Art. 7 Abs. 3 VGKE keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde vom 8. Oktober 2012 wird gutgeheissen. 2. Die angefochtene Verfügung vom 30. August 2012 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur weiteren medizinischen Abklä- rung des Sachverhalts und der Eingliederungsfähigkeit sowie zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400. – wird diesem nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils an die von ihm an zuge- bende Zahlungsstelle zurückerstattet. 4. Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteien t- schädigung von Fr. 2'800.– zugesprochen. B-5261/2012 Seite 30 5. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungs- formular) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Urech Andrea Giorgia Röllin Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 21. August 2014