BRKE II Nr. 49/2001 vom 13. März 2001 in BEZ 2001 Nr. 32 9. b) Der Gesetzgeber hat alle Sendeanlagen von zellularen Mobilfunknetzen mit einer äquivalenten Gesamtstrahlungsleistung von mindestens 6 W ERP dem Vorsorg e- prinzip unterstellt (Ziffern 61 und 64 Anhang 1 NISV) und in Konkretisi erung von Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 4 Abs. 1 NISV Anlageg renzwerte festgelegt. Der Anlagegrenzwert ist die Emissionsb egrenzung für die von der betreffenden Anlage allein erzeugte Stra h- lung (Art. 3 Abs. 6 NISV). Damit sind bestehende Mobilfunkantennen in der Umgebung einer zu prüfenden Anlage (anders als bei der Bestimmung der Immissionsgrenzwerte) nicht in die Anlagegrenzwer tberechnung einzubeziehen. Unbestrittenermassen gelten hier die 9 Antennen der stritti gen Anlage gesamthaft als "eine Anlage" im Sinne von Art. 3 Abs. 6 NISV in Ve rbindung mit Zi ffer 62 Abs. 1 Anhang 1 NISV. Strittig ist jedoch, ob die auf dem Standortgebäude montierte Antenne für den Telepagedienst der X. AG (Antenne 1 auf Mast II) in die Anlagegrenzwer tberechnung einzubeziehen sei. Die Vo r- instanz hat dies bejaht und aus diesem Grund eine Über schreitung des Anlagegren z- werts im Bereich einer auf einem Nachbargrundstück pr ojektierten Überbauung festg e- stellt. Dies hat zur Verweigerung des Streitobjekts geführt. Der Telepage- oder Funkrufdienst der X. AG und damit die genannte Antenne 1 auf dem Standortgebäude sendet auf einer Frequenz von 160 MHz, also ebenso wie GSM - Netze im Hochfrequenzbereich. Im Gegensatz zur Mobilfunktechnologie arbeiten Pa- ging-Systeme jedoch rein passiv, d.h. dem Empfänger einer (akustischen, numer ischen oder alphanumerischen) Funkruf-Mitteilung ist es nicht möglich, mit dem Pager auch zu antworten. Der Nachteil solcher Einwegkommunikationssysteme wird dadurch aufgew o- gen, dass sie auch dort permanent betrieben werden können, wo eingeschaltete und daher elektromagn etische Stra hlen verursachende Mobiltelefone nicht verwendet we r- den dürfen, weil dies die Umgebung stört bzw. beeinträchtigt. Dies gilt etwa für Spit äler, Labors oder für zahlreiche industrielle Betriebe. Diese technischen und betrieblichen Unterschiede rechtfertigen es, Mobilfunkantennen und Antennen für den Funkruf bei den Immissionsberechnungen geso ndert zu behandeln. Eine auf dem Standortgebäude einer zu beurteilenden Mobilfunk -Basisstation oder in dessen Nähe situierte Funkrufa n- tenne ist daher zwar im Sinne von Ar t. 8 USG in die Berechnungen für die Immission s- grenzwerte einzubeziehen. Hingegen gilt sie nicht zusammen mit der betreffenden M o- bilfunk-Basisstation als "eine (gesamthafte) A nlage" im Sinne von Art. 3 Abs. 6 NISV in Verbindung mit Ziffer 62 Abs. 1 Anhang 1 NISV und ist folglich für die Eruierung der A n- lagegrenzwerte der Mobilfunk- Basisstation irrelevant. Aus der Definition von Ziffer 61 Anhang 1 NISV geht auch hervor, dass nur Einrichtungen für die drahtlose Mobiltelef o- nie als "eine (gesamthafte) Anlage" i m genannten Sinne gelten können und die übrigen Funkanwendungen gemäss Ziffer 7 Anhang 1 NISV als eigene A nlagekategorie definiert werden. Zu diesem Schluss kommt auch das BUW AL in seinem Kreisschreiben vom 15. Februar 2000. Somit sind für die im folgenden vorzunehmenden Anlagegrenzwertb e- rechnungen nur die auf den Frequenzbereichen 900/1800 MHz arbe itenden neun Mobil- funkantennen massgebend.