<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, eine Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte zu erlassen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die in der vorliegenden Motion geäusserten Sorgen um die Zerstörung der hinsichtlich des Weltklimas, der Biodiversität und der Lebensgrundlage der ansässigen Bevölkerung überaus wichtigen Waldgebiete. Er teilt die Betroffenheit des Motionärs über die nicht nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern und die von Menschenhand verursachten verheerenden Waldbrände, die in Südostasien und anderswo Waldgebiete zum Teil unwiederbringlich zerstören, die Gesundheit von Millionen von Menschen beeinträchtigen und sogar viele Todesopfer zur Folge haben.</p><p>Die in der Motion verlangte Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte war bereits Inhalt früherer Vorstösse. So verlangte die Motion Simmen vom 28. April 1993 vom Bundesrat die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes zur Einführung einer Deklarationspflicht für in- und ausländische Hölzer und Holzprodukte hinsichtlich des Namens des Holzes und des Ursprungs des gefällten Baumes. Sie wurde am 21. September 1993 vom Ständerat angenommen und schliesslich in der Form eines Postulates beider Räte am 21. September 1994 vom Nationalrat überwiesen. Gleichentags zog Nationalrat Wick seine gleich lautende Motion vom 28. April 1993 zurück. Der Bundesrat schlug vor, die Ziele der Motionäre mit einem Aktionsprogramm zu verfolgen, das erstens die Förderung der Einführung einer freiwilligen Kennzeichnung (Label) zugunsten des Holzes aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, zweitens Aktionen und Projekte im Rahmen multilateraler Organisationen und Foren und drittens die Fortsetzung des bilateralen Dialoges mit den betroffenen Ländern beinhaltet. </p><p>In den vergangenen Jahren sind - entgegen den Annahmen in der vorliegenden Motion - sowohl international wie national Fortschritte bei der Förderung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung erzielt worden. Gleichzeitig gilt es, die Bedeutung der nicht nachhaltigen Holzgewinnung bei der weltweiten Zerstörung von Waldflächen zu relativieren. Verschiedene internationale Studien weisen darauf hin, dass  die armuts- und demographisch bedingte Gewinnung von Ackerflächen und/oder Brennholz die Hauptursache für die Abholzung darstellt. Beim Tropenholz wird der Brennholzanteil auf etwa 80 Prozent geschätzt. Hinzu kommen das Errichten von Plantagen, der Strassenbau, der Bergbau, die Gewinnung von Bauland für Wohn- und Industriezwecke - häufig im Rahmen von durch die Regierung unterstützten Entwicklungsprogrammen. In einem Bericht der FAO über den Stand der Wälder der Welt wird geschätzt, dass nur gerade 6 bis 8 Prozent des gefällten Holzes in den internationalen Holzhandel kommen, wovon der Anteil der von der Schweiz importierten Holzprodukte in der Grössenordnung von 1 Promille liegt, d. h. verschwindend klein ist. Der Verbrauch von Tropenholz macht weniger als 0,5 Prozent des gesamten Holzverbrauches der Schweiz aus. Eine administrativ aufwändige Deklarationspflicht, die doch hauptsächlich das importierte Tropenholz im Visier hat, ist deshalb ein wenig effizientes Mittel für den Schutz der Urwälder.</p><p>In der Schweiz sind grosse, vom Bund unterstützte Anstrengungen unternommen worden, um eine Einigung im Bereich der freiwilligen Zertifizierung von Holz und Holzprodukten zu erreichen. Das komplexe Wechselspiel von ökonomischen, ökologischen und sozialen Ansprüchen an den Wald hat bisher die Entwicklung einer gesamtschweizerischen Lösung erschwert. Waldeigentümer und Holzwirtschaft einerseits und Umweltkreise andererseits haben verschiedene Vorstellungen von der nachhaltigen Nutzung der Schweizer Wälder. So stützt sich die Waldseite auf das strenge schweizerische Waldgesetz (in Kraft seit 1993) und verweist auf seine Wirkung bei der Holznutzung, die im internationalen Vergleich nachhaltig sei. Wald- und Holzwirtschaft haben Mitte Oktober 1997 ein Qualitätssiegel für Schweizer Holz, das Q-Label, eingeführt. Es lehnt sich an die Umweltmanagementnormen gemäss ISO 14000 an. Damit soll die Nachhaltigkeit bzw. Umweltverträglichkeit der Holzproduktion und Holzverarbeitung vom Baum bis zum fertigen Produkt nachgewiesen werden. Das neue Waldzertifizierungssystem "Pan European Forest Certification" fusst auf einem ähnlichen Verfahren. Die Umweltseite strebt über die ebenfalls Mitte Oktober 1997 erfolgte Einführung eines Labels, das einen Baum und die Buchstaben FSC aufweist, strengere Auflagen für die Waldbewirtschaftung an. Die Grundlage bilden die Kriterien des zur Hauptsache von den Umweltorganisationen getragenen "Forest Stewardship Council" (FSC) mit Sitz in Mexiko. Die in diesem Zusammenhang in der Schweiz gegründete "WWF Wood Group", der auch Grossverteiler angehören, möchte das Angebot an FSC-zertifiziertem Holz in der Schweiz schrittweise erhöhen. An der Spitze ihrer Prioritätenliste steht FSC-zertifiziertes Holz aus der Schweiz und aus grenznahen Regionen, danach FSC-zertifiziertes Holz aus Europa und schliesslich FSC-Holz aus Übersee. Im Juni 1999 haben sich Verbände und Organisationen gemeinsam mit dem Buwal auf nationale Standards für die Waldzertifizierung in der Schweiz geeinigt. Als gemeinsames ökologisches Dach über den bestehenden Systemen "FSC" und "Q" sollen die nationalen Standards dazu beitragen, diese Systeme zusammenzuführen oder zumindest zu harmonisieren. </p><p>Neben den Aktivitäten auf nationaler Ebene setzt sich die Schweiz in einer Vielzahl von internationalen Gremien dafür ein, dass mehr Wald nachhaltig genutzt wird. Sie setzt sich ferner für die Schaffung klarer Kriterien zur Beurteilung der nachhaltigen Nutzung ein. Es handelt sich namentlich um folgende multilaterale Organisationen: die Internationale Tropenholzorganisation (ITTO), das intergouvernementale Waldforum der Kommission für nachhaltige Entwicklung, das Washingtoner Artenschutzabkommen und der globale Umweltfonds. Die ITTO hat Kriterien und Indikatoren für die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher tropischer Wälder erlassen.</p><p>Der Bundesrat misst der Tropenholzproblematik eine grosse Bedeutung bei. Neben den Aktivitäten in den genannten internationalen Organisationen, die fortgesetzt werden, sei auch auf die Entwicklungszusammenarbeit in Regenwaldgebieten hingewiesen, die in der Antwort des Bundesrates auf die Motion von Felten vom 9. Oktober 1997 ausführlich beschrieben wird.</p><p>Der Bundesrat ist zusammenfassend der Ansicht, dass die Schweiz auf diesem Gebiet viel unternommen hat. Eine Deklarationspflicht im schweizerischen Alleingang ist kein wirksames Mittel zum Schutz der letzten Urwälder. Der Bund wird sich aber in der internationalen Diskussion weiterhin stark für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung engagieren. Er setzt sich ebenfalls dafür ein, dass die Fragen des Labellings für Holz und Holzprodukte auf internationaler Ebene einer allgemein anerkannten Lösung zugeführt werden. Des Weiteren unterstützt der Bund auch künftig Massnahmen in Entwicklungsländern, damit diese in die Lage versetzt werden, Holz zu produzieren, das den Konsumwünschen in der Schweiz entspricht. Ferner setzt er auf nationaler Ebene seine Vermittlerrolle fort. Er ist bereit, die privaten Marktpartner bei der Einführung einer freiwilligen Deklaration zu unterstützen (Entwicklung der Verfahren, Festlegen der Inhalte usw.). Diese Unterstützung wird aber auch künftig der Privatinitiative und der Konsenssuche zwischen den interessierten Partnern untergeordnet sein. Im Übrigen behält sich der Bundesrat vor, bei einer starken Zunahme der Schweizer Tropenholzimporte, die zu einer regionalen Zerstörung des Tropenwaldes führen, geeignete Massnahmen zu treffen.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.