<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen</span> <span class="page_no">439</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen</b></span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>A. Enteignungsrecht</b></span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>88</b></span> <span class="ft2"><b>Formelle Enteignung (Bestätigung der Rechtsprechung)</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Keine Entschädigung für Privatstrassenland.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Kausalabga-</span><br/> <span class="ft3">ben und Enteignungen, vom 5. Juni 2013 in Sachen B.AG gegen I.K.</span><br/> <span class="ft3">(4-EV.2010.14).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">4.1.1.</span><br/> <span class="ft5">Eine Strassenparzelle besitzt als zweckgebundene Anlage</span><br/> <span class="ft5">grundsätzlich keinen Verkehrswert. Einen selbständigen Wert weist</span><br/> <span class="ft5">sie nur auf, wenn sie vermögenswerte Nutzungsmöglichkeiten bietet</span><br/> <span class="ft5">(Bundesgerichtsentscheide 1P.318/2001 vom 17. August 2001</span><br/> <span class="ft5">Erw. 2b/cc und 2c/cc, 1P.851/2005 vom 3. März 2005 Erw. 3.3.;</span><br/> <span class="ft5">AGVE 1993 S. 503 mit Hinweisen). Darunter fällt z.B. der Einbezug</span><br/> <span class="ft5">in die Berechnung der zulässigen baulichen Nutzung zugehöriger</span><br/> <span class="ft5">Grundstücke (Heinz Hess/Heinrich Weibel, Das Enteignungsrecht</span><br/> <span class="ft5">des Bundes, Bern 1986, Band I, Art. 19 N 123, S. 281). Eine Privat-</span><br/> <span class="ft5">strasse im Miteigentum der Anstösser, die zudem mit Wegrechten</span><br/> <span class="ft5">belastet ist, kann der Strassennutzung nicht entzogen werden. Die</span><br/> <span class="ft5">Eigentümer selber wie auch berechtigte Dritte sind auf die Erschlies-</span><br/> <span class="ft5">sung angewiesen. Erst diese macht aus ihrem Land nutzbares Bau-</span><br/> <span class="ft5">land (§ 32 Abs. 1 lit. b BauG). Bei der Überführung der Privatstrasse</span><br/> <span class="ft5">in das öffentliche Eigentum bleibt ihnen das unlimitierte Benut-</span><br/> <span class="ft5">zungsrecht. Etwas anderes könnte allenfalls gelten, wenn mit der</span><br/> <span class="ft5">Öffentlicherklärung der Strasse bestimmte Nutzungsmöglichkeiten</span><br/> <span class="ft5">verloren gingen (vgl. den Entscheid des Verwaltungsgerichts des</span><br/> <span class="ft5">Kantons Zürich, VB 2000.00236, auszugsweise wiedergegeben in</span><br/> <span class="ft5">URP 2001 S. 983 ff.; BGE 95 I 456). Im Regelfall behält der Eigen-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">440</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">tümer bei der Überführung des Privatwegs in das öffentliche Ei-</span><br/> <span class="ft5">gentum alle mit dem Weg verbundenen Vorteile und wird von ge-</span><br/> <span class="ft5">wissen Nachteilen (z.B. Unterhalt) entlastet (erwähnter Bundesge-</span><br/> <span class="ft5">richtsentscheid 1P.851/2005 Erw. 3.3 mit Hinweis). Grundsätzlich</span><br/> <span class="ft5">gilt, dass überbaubares Land und nicht überbaubares Strassenareal,</span><br/> <span class="ft5">das auch sonst nicht verwendbar ist, nicht miteinander verglichen</span><br/> <span class="ft5">werden können (BGE 95 I 459) (vgl. zum Ganzen den Entscheid der</span><br/> <span class="ft5">Schätzungskommission 4-EV.2007.23 vom 15. Januar 2008 in Sa-</span><br/> <span class="ft5">chen Einwohnergemeinde L. gegen E.I. et al., Erw. 5.2.).</span><br/> <span class="ft5">4.1.2.</span><br/> <span class="ft5">Nach dieser Rechtsprechung kann eine Gemeinde eine Er-</span><br/> <span class="ft5">schliessungsstrasse enteignungsrechtlich entschädigungslos überneh-</span><br/> <span class="ft5">men, sofern deren Fläche bei der Berechnung der zulässigen bauli-</span><br/> <span class="ft5">chen Nutzung des zugehörigen Grundstücks nicht einzurechnen ist</span><br/> <span class="ft5">(vermögenswerte Nutzungsmöglichkeit).</span><br/> <span class="ft5">Gemäss § 32 Abs. 4 der aktuellen BauV (...) zählen nur Haus-</span><br/> <span class="ft5">zufahrten zur anrechenbaren Grundstückfläche. "Nicht angerechnet</span><br/> <span class="ft5">werden die Flächen bestehender oder projektierter Strassen der</span><br/> <span class="ft5">Grund-, Grob- und Feinerschliessung".</span><br/></div> </div> </body> </html>