<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 0/2] </div> <div class="para">1A.14/2001/zga </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. ÖFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG </div> <div class="para">********************************* </div> <div class="para"> </div> <div class="para">8. Mai 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesgerichtsvizepräsident Aemisegger, </div> <div class="para">Präsident der I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter </div> <div class="para">Aeschlimann, Féraud und Gerichtsschreiberin Gerber. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">_________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para">X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprech Peter Meier, Schmiedengasse 33, Schönenwerd, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Volkswirtschafts-Departement bzw. Bau- und Justizdepartement des Kantons Solothurn, Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn, </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gewässerschutz </div> <div class="para">(Ausserbetriebsetzung einer Lager- und </div> <div class="para">Umschlaganlage für Heiz- und Dieselöl), wird festgestellt und in Erwägung gezogen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass X._______ seit 1964 auf dem Gelände seiner Sägerei eine Lager- und Umschlaganlage für Heiz- und Dieselöl (Wassergefährdungsklasse 1) betreibt, die aus je einem freistehenden Lagerbehälter für Diesel- und Heizöl und erdverlegten Rohrleitungen besteht; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass mit dem Dieselöl eine Tanksäule für die Fahrzeuge der Sägerei versorgt und mit dem Heizöl ein Einfamilienhaus beheizt wird; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass sich die Lager- und Umschlaganlage im Bereich einer Grundwasserschutzzone S2 befindet; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass das Amt für Umweltschutz des Kantons Solothurn X._______ am 17. Februar 1998 aufforderte, die Anlage bis spätestens 30. Juni 1998 zu sanieren; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass die Sanierungsfrist bis zum 31. Oktober 1998 erstreckt worden ist; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass das Oberamt X._______ mit Verfügung vom 1. April 1999 Frist zur Einreichung des Baugesuchs für die Sanierungsarbeiten setzte und X._______ diese Frist verstreichen liess; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass das Oberamt mit Schreiben vom 3. Mai 1999 darauf hinwies, dass es aufgrund der finanziellen Situation X._______s allenfalls sinnvoll wäre, auf eine Sanierung der Anlage zu verzichten und direkt die Stilllegung der Anlage zu verfügen; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass das Amt für Umweltschutz mit Verfügung vom 9. Juli 1999 anordnete, die Lager- und Umschlaganlage für Heiz- und Dieselöl sei bis zum 13. August 1999 durch eine konzessionierte Revisionsfirma fachgerecht ausser Betrieb zu setzen; </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass die hiergegen gerichteten Beschwerden X._______s an das Volkswirtschafts-Departement des Kantons Solothurn und das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn erfolglos blieben; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass X._______ am 22. Januar 2001 gegen den abweisenden Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 1. Dezember 2000 Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht erhob; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass das Verwaltungsgericht und das - seit dem </div> <div class="para">1. September 2000 für das Amt für Umwelt zuständige - Bau- und Justizdepartement die Abweisung der Beschwerde beantragen; </div> <div class="para">- dass das BUWAL in seiner Stellungnahme vom 21. März 2001 zum Ergebnis kommt, die zuständigen Behörden des Kantons Solothurn hätten die Stilllegung der gesamten Anlage zu Recht verfügt; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass in der Grundwasserschutzzone S2 nur freistehende Lagerbehälter, deren Inhalt ausschliesslich der Wasseraufbereitung dienen, sowie die erforderlichen freistehenden Rohrleitungen und Abfüllstellen zulässig sind (Art. 9 Abs. 2 der Verordnung vom 1. Juli 1998 über den Schutz der Gewässer vor wassergefährdenden Flüssigkeiten [VWF; SR 814. 202]); </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass Anlagen und Anlagenteile, die vor Inkrafttreten der VWF (am 1. Januar 1999) vorschriftsgemäss erstellt wurden, solange weiterbetrieben werden dürfen, wie sie dem bisherigen Recht entsprechen, funktionstüchtig sind und keine konkrete Gefahr einer Verunreinigung eines Gewässers darstellen (Art. 26 VWF); </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass die Anlage des Beschwerdeführers dem bisherigen Recht nicht entspricht, weil schon Art. 23 Abs. 1 der Verordnung vom 28. September 1981 über den Schutz der Gewässer vor wassergefährdenden Flüssigkeiten (aVWF; AS 1981 1644 ff.) eine Art. 9 Abs. 2 VWF entsprechende Regelung enthielt; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass schon aus diesem Grund die Lager- und Umschlaganlage für Diesel- und Heizöl in der Grundwasserschutzzone S2 nicht weiterbetrieben werden darf; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass es auf die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers demnach nicht ankommt; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass der Beschwerdeführer geltend macht, aufgrund neuer Sondierungsbohrungen des geotechnischen Instituts Solothurn müsse die Grundwasserschutzzone umgestaltet werden, mit der Folge, dass seine Liegenschaft neu der Schutzzone S3 zuzuteilen sei; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass diese erstmals im bundesgerichtlichen Verfahren geltend gemachten Umstände als Noven nicht berücksichtigt werden können (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 OG</span>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=26.04.2001&amp;to_date=15.05.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-II-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">BGE 121 II 97</a> E. 1c S. 99 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=11&amp;from_date=26.04.2001&amp;to_date=15.05.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IB-167%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page167">107 Ib 167</a> E. 1b S. 169); </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass überdies die bestehende Anlage mit ihren erdverlegten Rohrleitungen auch in der Grundwasserschutzzone S3 nicht zulässig wäre, wie das BUWAL in seiner Vernehmlassung zutreffend dargelegt hat (vgl. Art. 9 Abs. 3 Bst. c VWF; so schon Art. 23 Abs. 2 Bst. c aVWF); </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass nach den verbindlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 OG</span>) zumindest der Dieselöl-Teil der Anlage eine erhebliche konkrete Gefährdung für die Trinkwasserversorgung darstellt; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass die Ausserbetriebsetzung der Anlage dem Schutz des Trinkwassers und damit einem überragenden öffentlichen Interesse dient und sich als verhältnismässige und zulässige Einschränkung der Eigentums- und Wirtschaftsfreiheit erweist; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- dass die Beschwerde somit kostenpflichtig abzuweisen ist (<span class="artref">Art. 156 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.-Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Bau- und Justizdepartement und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn sowie dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para">Lausanne, 8. Mai 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>