Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. Juli 2013 (725 12 8) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Natürlicher Kausalzusammenhang; fehlender Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit nach vorgängig durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Ver- waltungsverfahren Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dani el Noll, Kantonsrich- ter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Stefan Hofer, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Die 1949 geborene A.____ war als Biologielehrerin angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) g egen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie am 8. August 2005 einen Verkehrsunfall erlitt und von einer die Vortrittsregelung missachtenden Autofahrerin auf ihrem Fahrrad angefahren wurde. Sie zog sich dabei insbesondere einen Oberkopfarmbruch zu, der in der Folge mit einer Prothe- senimplantation behandelt werden musste. Die SUVA erbr achte hierfür die gesetzlichen Leis- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungen. Seit dem 22. Januar 2007 arbeitete die Versich erte wieder an ihrer alten Arbeitsstelle im bisherigen Pensum von 57%. B. Nach Abklärung der medizinischen Verhältnisse vernein te die SUVA mit Verfügung vom 17. November 2007 einen Rentenanspruch mit der Begrü ndung, dass die Unfallrestfolgen die Erwerbstätigkeit der Versicherten nicht erheblich beei nträchtigen würden. Zugleich setzte sie eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse im Umfang von 20% fest. Eine hiergegen erhobene Einsprache wies die SUVA mit E ntscheid vom 24. April 2008 ab. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Kanto nsgericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt) mit Urteil vom 5. November 2008 ab. Die gegen dieses Urteil erhobene Verwaltung sgerichtsbeschwerde wurde vom Bun- desgericht mit Urteil vom 27. Juli 2009 teilweise gut geheissen und die Angelegenheit an die SUVA zurückgewiesen. Das Bundesgericht hielt in seinen Erw ägungen fest, dass die Beurtei- lung des Kreisarztes insofern unvollständig sei, als er sich nicht mit der Frage auseinanderge- setzt habe, wieweit sich die unfallbedingten Schmerzen au f die Leistungs- und Konzentrations- fähigkeit sowie die Arbeitsgeschwindigkeit der Versichert en auswirken würden. Zu diesen Fra- gen sei folglich ein versicherungsexternes Gutachten einzuholen. C. Nach erfolgter Abklärung der medizinischen Verhältni sse verneinte die SUVA mit Verfü- gung vom 6. Mai 2011 den Rentenanspruch der Versicher ten erneut mit der Begründung, dass die Unfallrestfolgen die Erwerbsfähigkeit nicht erheb lich beeinträchtigen würden. Zur Begrün- dung hielt sie fest, dass das gemäss Bundesgerichtsurteil vom 27. Juli 2009 eingeholte ortho- pädische Gutachten von Dr. B.____ Zweifel an der Konsiste nz der geklagten Schmerzen äus- sern würde und zur Objektivierung derselben eine neurop sychologische Abklärung empfohlen werde. Da neurologisch keine Störung ausgewiesen sei, s ei am 24. Januar 2011 eine interdis- ziplinäre Begutachtung in neuropsychologischer und psychia trischer Hinsicht vorgeschlagen worden. Diese Begutachtung habe die Versicherte aber w iederholt mit der Begründung abge- lehnt, dass keinerlei psychiatrische Störung vorliege. Somit würden weitere Abklärungen entfal- len. Aus somatischer Sicht bestehe kein Anlass, an der Ar beitsfähigkeit von 100% als Biologie- lehrerin zu zweifeln, weshalb der Rentenanspruch abgel ehnt werden müsse. Eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom 21. November 2011 ab. D. Gegen den Einsprachenentscheid der SUVA vom 21. Nov ember 2011 erhob die Versi- cherte, vertreten durch Stefan Hofer, Rechtsanwalt, am 6. Januar 2012 Beschwerde beim Kan- tonsgericht und beantragte die rückwirkende Zusprechung einer Rente ab 1. Februar 2007 ent- sprechend einer unfallbedingten Invalidität von 20%. Zu r Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass das von der SUVA eingeholte Gutachten vo n Dr. B.____ vom 19. Juli 2010 keine volle Arbeitsfähigkeit als Biologielehrerin best ätige. Vielmehr werde lediglich eine Steige- rung auf 80% als zumutbar erachtet, folglich liege ein e Arbeitsunfähigkeit von 20% vor. Da es keine Anhaltspunkte für eine psychische Überlagerung oder eine psychiatrische Fehlverarbei- tung gebe, bestehe auch keine Notwendigkeit für eine psychiatrische Begutachtung. Die Be- schwerdeführerin habe entsprechende Abklärungen im Vorfe ld deshalb zu Recht abgelehnt. Vom Gutachten Dr. B.____ sei lediglich eine neuropsyc hologische Testung empfohlen worden, wogegen sich die Versicherte nie gewehrt habe und welche deshalb nachgeholt werden müsse, Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sofern nicht davon ausgegangen werde, dass sie ohnehin schon aus orthopädischen Gründen lediglich noch zu 80% arbeitsfähig sei. Die SUVA, vertr eten durch Andrea Tarnutzer-Münch, Advokat, schloss mit Vernehmlassung vom 16. April 2012 auf Abweisung der Beschwerde. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 5. Juli 2012 stel lte das Kantonsgericht fest, dass auch bei teilzeitlich erwerbstätigen Personen, die in der Lage seien, in ihrem bisherigen Pen- sum wieder zu arbeiten, die Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine volle Erwerbstätigkeit zu beurtei- len sei. In dieser Hinsicht sei das Gutachten von Dr. B.____ nicht schlüssig, da darin lediglich festgehalten werde, dass eine Steigerung des Pensums auf 80% zumutbar sei, in Bezug auf ein Vollzeitpensum aber keine Angaben gemacht würden. Das Gericht hat die Angelegenheit daher mit Beschluss vom 5. Juli 2012 ausgestellt und die Einholu ng einer ergänzenden Stellungnah- me bei Dr. B.____ angeordnet. Die entsprechende Ant wort von Dr. B.____ erging am 11. Juli 2012. Die Beschwerdeführerin nahm hierzu mit Eingabe vom 6. September 2012 Stellung und hielt dabei an ihren Rechtsbegehren fest. Die SUVA re ichte mit Eingabe vom 11. Oktober 2012 eine neurologische Beurteilung ihrer Versicherungsmedi zinerin Dr. C.____ ein und beantragte gestützt darauf weiterhin die Abweisung der Beschwerde. F. In der Folge teilte das instruierende Präsidium de s Kantonsgerichts den Parteien mit Verfügung vom 26. Oktober 2012 mit, das eine neuropsych ologische und / oder psychiatrische Begutachtung der Beschwerdeführerin zur Vervollständigun g des medizinischen Sachverhalts allenfalls als angezeigt erachtet werde. Mit Eingabe v om 2. November 2012 teilte die Be- schwerdeführerin mit, dass sie eine psychiatrische Begutach tung nach wie vor ablehne, sie mit einer neuropsychologischen Begutachtung hingegen einver standen sei. Mit Eingabe vom 17. Dezember 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin, dass auf eine weitere psychiatrische oder neuropsychologische Begutachtung zu verzichten sei. Es sei nicht zu erwarten, dass sol- che Abklärungen zu relevanten Erkenntnissen führen würd en. Mit Eingabe vom 28. Dezember 2012 hat die Beschwerdeführerin schliesslich ein ärztliches Attest ihrer Endokrinologin Dr. D.____ eingereicht. G. Ein mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 25. April 2013 den Parteien unterbreiteter Vergleichsvorschlag wurde seitens der Beschwerdegegnerin m it Eingabe vom 7. Mai 2013 ab- gelehnt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Ab s. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versi- cherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicher te Person zur Zeit der Beschwerde- erhebung ihren Wohnsitz hat. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft als einzige gerichtliche Instan z des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit sachlich und örtlich für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die soweit frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten. 2. Strittig ist, ob die SUVA den Rentenanspruch de r Versicherten zu Recht abgelehnt hat. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfal lversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistu ngspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 f. mit Hinweisen). 2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu m indestens 10% invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche rungsrechts (ATSG) vom 6. Ok- tober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 UVG auf die Unfallversicherung anwendbar sind, die voraussichtl ich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese entspricht dem durch Beeinträchti- gung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verurs achten und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Art. 16 ATSG hält schliesslich fest, dass die Bestimmung des Invaliditätsgrad es bei erwerbstätigen Versicherten anhand eines Einkommensvergleichs zu erfolgen hat. Wie d as Eidgenössische Versicherungs- gericht (EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abte ilungen des Bundesgerichts) aufgezeigt hat, brachte das ATSG hinsichtlich der unfallversicherungsr echtlichen Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis zum 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Normenlage. Die im ATSG enthaltenen Definitionen de r Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG), der Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) und der Invalidität ( Art. 8 ATSG) entsprechen ebenso wie die Vorschrift über die Bestimmung des Invaliditätsgrades (b ei erwerbstätigen Versicherten; Art. 16 ATSG) den bisherigen, in der Unfallversicherung von der Rechtsprechung dazu entwickelten Begriffen und Grundsätzen. Die zur altrechtlichen Regelung ergangene Judikatur bleibt deshalb weiterhin massgebend (vgl. Kranken- und Unfallversicherun g - Rechtsprechung und Verwal- tungspraxis [RKUV] 2004 Nr. U 529 S. 573 ff. E. 1.2-1. 4; Urteil K. des EVG vom 28. Juli 2004, U 12/04, E. 1.2). 2.3 Im Zusammenhang mit der Beurteilung des Rentenans pruchs der Beschwerdeführerin ist zu prüfen, in welchem Ausmass sie unfallbedingt arbeit sunfähig ist. Gemäss der Legaldefini- tion von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch e ine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teil weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutba- re Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von i hrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofe rn das Gesetz nichts Abweichen- des vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wah rscheinlichkeit zu fällen. Die blos- se Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den B eweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu fol gen, die es von allen möglichen Ge- schehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BG E 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Der Untersuchungsmaxime entsprechend h at das Gericht von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Par tei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgr undsatzes aufgrund einer Be- weiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumin dest die hohe Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerische Sozi- alversicherungsrecht kennt demnach keinen Grundsatz, wonac h die Versicherungsorgane im Zweifel zu Gunsten der Versicherten zu entscheiden haben . Ein Anspruch auf Leistungen be- steht nur, wenn die Voraussetzungen dafür mit überwie gender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (vgl. ZAK 1983 S. 259). 2.5 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist di e rechtsanwendende Behörde somit auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbes ondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht e rledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des B eweiswertes eines ärztlichen Berich- tes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belang e umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksich tigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung d er medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleu chtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebe nd für den Beweiswert ist grund- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht o der Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). Rechtsprechun gsgemäss ist es dem Sozialversiche- rungsgericht demnach nicht verwehrt, gestützt ausschliesslich auf versicherungsinterne medizi- nische Unterlagen zu entscheiden. Wie das Bundesgericht u nlängst präzisiert hat, sind in sol- chen Fällen jedoch strenge Anforderungen an die Bewei swürdigung in dem Sinne zu stellen, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigk eit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (vg l. Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Juli 2009, 8C_113 /2009, E. 3.2 mit Verweisen). Demge- genüber soll bei Gerichtsgutachten "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen der medizinischen Experten abgewichen werden. Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spe- zialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren n ach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, da rf das Gericht insbesondere ei- nem von ihm eingeholten Gerichtsgutachten vollen Bewe iswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). Schliesslich lässt es die unterschiedliche Natu r von Behandlungsauftrag des thera- peutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtung sauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 17 0 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Admin istrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vo rbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behande lnden Ärzte wichtige - und nicht rein sub- jektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspe kte benennen, die im Rahmen der Begut- achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl . Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 3.1 Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 27. Juli 2009 festgehalten, dass die dama- lige Beurteilung des Kreisarztes insofern unvollständig g ewesen sei, als er sich nicht mit der Frage auseinandergesetzt habe, wieweit sich die unfallbedingten Schmerzen auf die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie auf die Arbeitsgeschw indigkeit der Versicherten auswirken würden. Zu diesen Fragen sei folglich ein versicherungse xternes Gutachten einzuholen. In Nachachtung dieser Aufforderung beauftragte die SUVA den Orthopäden Dr. B.____, FMH für Orthopädische Chirurgie, mit der gutachterlichen Abklärung dieser Fragen. Dr. B.____ diagnos- tizierte in seinem Gutachten vom 19. Juli 2010 eine Kapselfibrose rechts bei Status nach irrepa- rabler 4-part-Fraktur des Humerus rechts und zementier ter Implantation einer Humeruskopf- Prothese mit Refixation der Tubercola rechts am 8. Au gust 2005. Diese Diagnose sei mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 8. August 2005 zurückzuführen. In ausschliesslich orthopädischer Beurteilung sei die Explorandin als Biologielehrerin bezogen auf ihr Pensum von 57% sowohl leistungsmässig als auch in zeitl icher Hinsicht zu 100% arbeitsfä- hig. Das Pensum könnte aber auch auf zumindest 80% geste igert werden. In ausschliesslich orthopädischer Beurteilung könne die Explorandin jeg liche Tätigkeit zeitlich und leistungsmäs- sig uneingeschränkt ausüben, welche bis auf Höhe der T ischebene als leichte, zeitlich limitiert auch als mittlere Belastung, qualifiziert werde. Im G egensatz zum entzündlichen Zustand der Kapsulitis entwickle die diagnostizierte Kapselfibrose in aller Regel keine Dauerschmerzen. Be- schwerden könnten aber in den Endphasen der möglichen Be weglichkeiten provoziert werden. Der von der Explorandin geklagte Dauerschmerz sei somit insgesamt ungewöhnlich, da er nicht zu einer Kapselfibrose passe. Die objektivierbare unfallb edingte Behinderung sei durch den korrekt ermittelten Integritätsschaden von 20% abgegolten worden. Es gehe der Versicherten nun darum, eine Steigerung ihres gegenwärtigen Pensu ms auf 80% bis allenfalls 100% durch Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Rente von 25% abzufangen. In ausschliesslich orthopädischer Beurteilung sei festgehalten worden, dass diesem Antrag nicht stattgegeben werden könne. Die Versicherte selbst anerken- ne, dass sie den Biologieunterricht technisch uneingeschränkt zu bewältigen vermöge und dort, wo sie seltenerweise bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei - wie beim Heben schwerer Gegenstände über die Tischebene hinaus - sie die Hilfe ihrer Schüler in Anspruch nehmen könne. Daraus ergebe sich, dass sie den Biologieun terricht, wenn man nur die techni- sche Abwicklung betrachte, trotz den residuellen funktione llen und kräftemässigen Einschrän- kungen auch in einem zumindest 80%-igen Pensum leisten könne. Die Explorandin mache eine unfallbedingte Minderung ihrer Leistungsfähigkeit al s Biologielehrerin geltend, die sich in einer verminderten Konzentrationsfähigkeit, einer raschen Er müdbarkeit und in einer mangelnden Spontaneität in der Gestaltung des Unterrichts äussere. Dies seien Faktoren, welche durch chronifizierte Schulterschmerzen am dominanten Arm unte rhalten werden könnten. Die Schmerzen seien aber eine Frage der subjektiven Wahrneh mung und nicht messbar. Ob aus den Schmerzen tatsächlich eine Leistungsminderung abzuleit en sei, müsse gutachterlich durch ein neuropsychologisches Testprogramm und eine Arbeitsp latzbewertung durch einen Arbeits- hygieniker festgelegt werden. 3.2 Mit neurologischer Beurteilung vom 8. März 2011 kam Dr. E.____, FMH Neurologie und Psychiatrie, zum Ergebnis, dass aus somatischer Sicht k ein Anlass bestehe, an der Ar- beitsfähigkeit von 100% als Biologielehrerin zu zweifel n, wie sie von Dr. B.____ aus orthopädi- scher Sicht bestätigt worden sei. Die von der Versicherten bei der orthopädischen Begutach- tung geklagten neuropsychologischen Beschwerden seien unspe zifisch. Eine neuropsychologi- sche Untersuchung alleine sei nicht geeignet, diese Beschwerden zu objektivieren. Selbst wenn eine Störung der Aufmerksamkeit erhoben würde, müsste di ese in einen in der Regel neurolo- gischen oder psychiatrischen Zusammenhang gestellt werden und eine zugrunde liegende Stö- rung des Gehirns als Ursache der Störung nachgewiesen wer den. Neurologisch sei aber keine Störung ausgewiesen. Chronische Schmerzen andererseit s gingen häufig mit einer psychi- schen Störung einher, weshalb in einem solchen Zusammen hang ein Psychiater beizuziehen und eine psychische Störung auszuschliessen sei. Wenn aber aus Sicht der Betroffenen kein Anlass für eine psychiatrische Begutachtung bestehe, se i eine neuropsychologische Untersu- chung alleine nicht geeignet, die Konsistenz der Schmer zen und der daraus abgeleiteten neu- ropsychologischen Störung zu objektivieren. Weitere Abklärungen würden somit entfallen. 3.3 In seiner ergänzenden Beurteilung vom 11. Juli 201 2 führte Dr. B.____ auf Veranlas- sung des Kantonsgerichts aus, dass die Versicherte aufgrund der klinisch objektivierbaren Ein- schränkungen bezüglich Funktion und Kraft an ihrer domin anten rechten Schulter im Schulun- terricht gewissen Einschränkungen unterworfen sei. Die Re stbeschwerden seien schlecht ob- jektivierbar und bezüglich Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit schwierig einzuschätzen. Aus diesem Grund sei nach wie vor eine neuropsychologische Untersuch ung bzw. eine Arbeitsplatzbewer- tung durch einen Arbeitshygieniker angezeigt. Gemäss den anamnestischen Angaben würden die Restbeschwerden zu Konzentrationsmängeln und einer Ve rlangsamung der Gedankengän- ge führen, was die Qualität des Unterrichts beeinträchtige. In rein orthopädischer Hinsicht seien gewisse Einschränkungen im Unterricht vorhanden. So könne die Versicherte nicht mehr an die Wandtafel schreiben und brauche für gewisse arbeitstechnische Abläufe die Hilfe ihrer Schüler. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fraglich sei, ob die funktionellen und kräftemässigen Ei nschränkungen bei einem Pensum von 100% die Unterrichtsqualität beeinträchtigen würden. Ein entsprechender Kausalzusammen- hang sei zwar schwierig zu objektivieren, aber vorstellbar. Im Sinne der dubio-pro-reo-Praxis sei daher zu postulieren, dass die Kombination von orthopäd isch feststellbarer Minderung in der Funktion und in der Kraft zu Restbeschwerden und damit auch zu Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei einer Unterrichtstätigkeit von 1 00% führen würde, weil dann auch die Belastung auf das in seiner Funktion eingeschränkte Gele nk zunehmen würde. Letztlich sei bei der Versicherten deshalb eine zumutbare Arbeitsfähigke it von 80% zu postulieren. Insgesamt sei aber nicht nachvollziehbar, weshalb die Arbeitsfähigkeit aus einer ausschliesslich orthopädi- schen Beurteilung abgeleitet werden solle. Eine neuro psychologische/arbeitshygienische Beur- teilung bleibe vorbehalten. 3.4 Zusammen mit ihrer Eingabe vom 11. Oktober 2012 r eichte die Beschwerdegegnerin eine Stellungnahme von Dr. C.____, FMH Neurologie, zur ergänzenden Einschätzung von Dr. B.____ vom 20. September 2012 ein. Darin führt die Neurologin aus, dass Dr. B.____ in seinem Bericht keine orthopädische Begründung für eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Versicherten anführe. Vielmehr weise er darauf hin , dass die Restbeschwerden subjektiver Natur seien. Ohne medizinische Begründung postuliere er schliesslich eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Im vorliegenden Fall sei weder eine Schmerzdiagno se noch eine Klassifikation der Schmerzen ausgewiesen, weshalb davon auszugehen sei, da ss es sich um eine Begleiter- scheinung der orthopädischen Diagnose handle. Diese Schme rzen würden aber nicht behan- delt. Es sei nicht begründet, dass Beschwerden in diesem A usmass neuropsychologische Stö- rungen hervorrufen würden. Im Weiteren sei es zwar mö glich, neuropsychologische Symptome wie Konzentrationsstörungen zu verifizieren und zu quantifizieren. Aussagen über deren Kausa- lität würden sich aber nicht treffen lassen. Zu diese m Zwecke sei eine neurologische und / oder psychiatrische Einschätzung aller medizinischer Faktoren notwe ndig. Chronische Schmerzen könnten mit der Entwicklung einer psychischen Störung wie beispielsweise einer Depression verbunden sein. Die Versicherte habe sich aber einer psych iatrischen Abklärung verschlossen. Neuropsychologische Symptome könnten auch auf eine degene rative oder traumatische Hirn- schädigung zurückgeführt werden, wobei vorliegend keine e ntsprechenden Hinweise vorlägen. Als weitere Ursache neuropsychologischer Symptome käme eine regelmässige Medikation in Frage, was aber im vorliegenden Fall ebenfalls auszuschli essen sei, da die Versicherte keine Medikamente einnehme. Schliesslich könne auch eine inte rnistische Erkrankung die Sympto- matik von Konzentrationsstörungen und einer Müdigkeit au slösen, wie beispielsweise eine Nie- reninsuffizienz. Diese Beschwerden seien auch typisch für e ine Schilddrüsenerkrankung und die Versicherte leide an einer Unterfunktion der Schild drüse. Insgesamt ergebe sich aber keine medizinisch nachvollziehbare Erklärung, die einen überwie gend wahrscheinlichen Zusammen- hang zwischen den Folgen des Velosturzes und den heute noch geklagten Konzentrations- und Schlafstörungen begründen könnten. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Biologielehre- rin infolge des erlittenen Unfalls lasse sich aus neurolo gischer Sicht nicht nachvollziehbar be- gründen. 3.5 Als weiteres Novum in Bezug auf den medizinischen Sa chverhalt hat die Beschwerde- führerin schliesslich ein ärztliches Attest der behandelnde n Endokrinologin Dr. D.____, FMH Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, vom 1 7. Dezember 2012 einreichen lassen. Daraus geht hervor, dass die Beschwerdeführerin seit 2003 unter einer Hypothyreose leide und seit dem 16. März 2004 zur Einstellung der Hormonsubst itution in spezialärztlicher Behandlung stehe. Die Einstellung mit Euthyrox sei immer stabil gewesen und alle Hormonwerte hätten sich stets im Normbereich bewegt. Symptome wie Schlafstörung en, Konzentrationsstörungen oder Müdigkeit könnten nicht auf die Schilddrüsenfunktionsst örung zurückgeführt werden, da solche Symptome vor Sommer 2005 nicht aufgetreten seien. 4.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich im Zusammenhang m it der medizinischen Einschät- zung ihrer Leistungsfähigkeit auf den Standpunkt, der E rgänzungsbericht von Dr. B.____ vom 11. Juli 2012 bestätige eine Arbeitsunfähigkeit von 2 0%. Daraus resultiere eine Rente entspre- chend einer unfallbedingten Invalidität im Umfang von 20%. Dieser Auffassung kann nicht ge- folgt werden. Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Ansicht führt Dr. B.____ in seinem Bericht vom 11. Juli 2012 aus, dass ein Kausalzusamme nhang zwischen den funktio- nellen Einschränkungen und den geltend gemachten Einbu ssen in der Unterrichtsqualität zwar vorstellbar, jedoch schwierig zu objektivieren sei. Im Sinn e einer in dubio pro reo-Praxis postu- liert er aber eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80 %. Dem Gesagten zufolge (vgl. Erwägung 2.4 hievor) ist dem Sozialversicherungsprozess die von Dr. B. ____ zitierte Beweisformel fremd. Das Gericht hat seinen Entscheid vielmehr nach dem Beweis grad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines besti mmten Sachverhaltes, wie sie der orthopädische Gutachter aufgrund der von ihm zitierten Beweisformel als lediglich vorstellbar postuliert, genügt diesen Beweisanforderungen klarer weise nicht. Indem Dr. B.____ den Kau- salzusammenhang zwischen dem Unfall und der geklagten Le istungsminderung in rein ortho- pädischer Hinsicht als schwierig objektivierbar und damit al s zweifelbehaftet bezeichnet, ist der Beweisgrad für die von ihm attestierte Arbeitsunfähig keit von 20% deshalb nicht mit der erfor- derlichen Intensität der überwiegenden Wahrscheinlichkei t erstellt. Nichts anderes ergibt sich mit Blick auf die oben dargelegte Rechtsprechung zur Bew eiswürdigung medizinischer Unterla- gen (vgl. Ziffer 2.5 hievor) aus dem Gutachten von Dr. B.____ vom 19. Juli 2010, wonach eine Steigerung des Pensums auf 80% bis allenfalls 100% in ausschliesslich orthopädischer Hinsicht nicht durch eine Rente abgegolten werden könne. Auch we nn es sich bei der Frage, ob eine versicherte Person von einem Rentenanspruch auszuschliessen ist, um eine Rechtsfrage han- delt, zu der sich der medizinische Experte nicht zu äussern hat, erweist sich das Gutachten des Orthopäden vom 19. Juli 2010 in der medizinischen Kernfr age letztlich als nachvollziehbar und schlüssig. Die unmassgebenden Äusserungen des medizinischen E xperten zu rechtlichen Fra- gestellungen tangieren dessen Verbindlichkeit insofern nicht, als sich dessen Einschätzung mit der ergänzenden Beurteilung vom 11. Juli 2012 nämlich insofern als kongruent erweist, dass eine unfallbedingte Minderung der Leistungsfähigkeit im Ergebnis nicht auf eine orthopädisch bedingte Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigk eit in der angestammten Tätigkeit der Versicherten als Biologielehrerin zurückgeführt werden kann. Zumal der begutachtende Ortho- päde in seiner ergänzenden Beurteilung vom 11. Juli 20 12 abschliessend ausführt, dass es insgesamt nicht nachvollziehbar sei, weshalb die Arbeitsf ähigkeit aus einer ausschliesslich or- thopädischen Beurteilung abgeleitet werden soll, stell t er sein Postulat einer in orthopädischer Hinsicht um 20% verminderten Arbeitsfähigkeit selbst in Frage. Er führt diese denn auch auf die subjektive Wahrnehmung der Schmerzen zurück, welche einer neuropsychologischen Genese Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht entspringen könnten. Damit aber fehlt es an einer fach ärztlich nachvollziehbaren Begründung für eine orthopädisch bedingte Leistungsminderung. 4.2 Es ist unbestritten, dass Schmerzen allenfalls dazu fü hren können, dass eine Person weniger effizient und konzentriert zu arbeiten in der Lage ist. Eine solche Minderleistung be- dingt jedoch eine medizinische Begründung, ohne welche eine entsprechende Einschränkung als nicht rechtsgenüglich belegt zu gelten hat. Gestützt a uf die entsprechende Beurteilung von Dr. C.____ vom 20. September 2012 kann eine neuropsych ologisch bedingte Leistungsminde- rung aber nicht nachgewiesen werden. In Nachachtung d er vom Orthopäden Dr. B.____ postu- lierten Abklärung (vgl. Gutachten vom 19. Juli 2010, a. E., ebenso ergänzende Beurteilung vom 11. Juli 2012) führt die Fachärztin für Neurologie n achvollziehbar aus, dass sich gestützt auf eine neuropsychologische Abklärung alleine keine Aussage n über deren Kausalität treffen las- sen. Auch wenn neuropsychologische Symptome verifiziert we rden können, bedingt der Nach- weis einer allenfalls neuropsychologischen Leistungsminderu ng eine ergänzende, neurologi- sche oder psychiatrische Einschätzung aller medizinischer Faktoren. Der Umstand alleine, dass die behaupteten Konzentrationsstörungen und die erhöhte Müdigkeit mittels einer neuropsycho- logischen Testung lediglich verifiziert werden können, spr icht mit anderen Worten nicht für die Durchführung einer solchen Untersuchung. Dies gilt in casu umso mehr, als die von der Versi- cherten bei der orthopädischen Beurteilung geklagten n europsychologischen Beschwerden mit neurologischer Beurteilung vom 8. März 2011 als unspezi fisch und schwer objektivierbar quali- fiziert worden sind und auch dort eine neuropsychologi sche Untersuchung alleine als nicht ge- nügend erachtet worden ist, solche Beschwerden zu objekti vieren (vgl. auch ergänzende Beur- teilung von Dr. B.____ vom 11. Juli 2012). Eine neuro logisch bedingte Störung, wie sie bei- spielsweise auch auf eine degenerative oder traumatisc he Hirnschädigung zurückgeführt wer- den könnte, ist gemäss den erfolgten Fachbeurteilungen j edoch auszuschliessen (vgl. neurolo- gische Beurteilung von Dr. E.____ vom 8. März 2011; eben so Stellungnahme von Dr. C.____ vom 20. September 2012). Eine allenfalls medikamentös e Ursache ist ebenfalls ausgeschlos- sen (vgl. Stellungnahme von Dr. C.____ vom 20. September 2012). Nicht anders ist hinsichtlich einer internistischen Ursache zu entscheiden, wonach die Symptomatik in Form von Konzentra- tionsstörungen und Müdigkeit insbesondere auch durch eine Schilddrüsenerkrankung hervorge- rufen werden kann; auch diese Möglichkeit wird durch di e behandelnde Endokrinologin explizit ausgeschlossen (vgl. Attest von Dr. D.____ vom 17. Dezember 2012). 4.3 Damit aber verbleibt aufgrund der Akten für die g eltend gemachten neuropsychologi- schen Beschwerden einzig eine allenfalls psychiatrische Ursach e, da chronische Schmerzen häufig auch mit einer psychischen Störung, wie beispielsw eise einer Depression, einhergehen können (vgl. Stellungnahme von Dr. C.____ vom 20. Septe mber 2012; ebenso Beurteilung von Dr. E.____ vom 8. März 2011). Eine solche psychiatrisch b edingte Beteiligung ist gemäss den vorliegenden Akten jedoch nicht dargetan. Die Versiche rte hat sich trotz eines korrekt durchge- führten Mahn- und Bedenkzeitverfahrens des Versicherungst rägers im Verwaltungsverfahren geweigert, sich einer psychiatrischen Begutachtung zu unte rziehen (vgl. Schreiben der Versi- cherten vom 25. Januar 2011; Schreiben der SUVA vom 18 . März 2011; Stellungnahme der Versicherten vom 30. März 2011). Daran hat sie auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren explizit festgehalten (vgl. Eingabe der Beschwerdeführer in vom 2. November 2012). Allfällige Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit einem Abklärungsdefizit verbundene Nachteile - namentlich die dadurch bedingte Beweislo- sigkeit einer möglichen Arbeitsunfähigkeit aus neuropsych ologisch-psychiatrisch bedingten Gründen - muss die Beschwerdeführerin daher wegen Verl etzung ihrer Mitwirkungspflicht ge- gen sich gelten lassen. Dies gilt gestützt auf die überze ugenden Ausführungen von Dr. E.____ vom 8. März 2011 umso mehr, als die Ergebnisse einer n europsychologischen Untersuchung alleine, welcher die Beschwerdeführerin zwar nach wie vor zustimmt, ohne gleichzeitige psychi- atrische Untersuchung nicht aussagekräftig ist. Daran verm ag nichts zu ändern, dass sich aus den bisherigen Akten keine Anhaltspunkte für eine psych ische Überlagerung oder eine psychi- sche Fehlverarbeitung unfallbedingter Beschwerden ergebe n haben. Ebenso wenig kann auf- grund der neuerlichen ärztlichen Entscheidgrundlage aus den Erwägungen im bundesgerichtli- chen Urteil vom 27. Juli 2009 geschlossen werden, es sei en keine Anhaltspunkte für eine psy- chiatrische Abklärung vorhanden. Damit aber ist festzustel len, dass der entscheidrelevante Sachverhalt, soweit er abklärbar ist, umfassend ermittel t worden ist und letztlich zum Ergebnis führt, dass eine unfallbedingte Einschränkung in der A rbeits- und Leistungsfähigkeit der Versi- cherten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nac hgewiesen ist. Daraus resultiert, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer verbleibenden Erwerbs fähigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen in der Lage ist. Daran vermag auch ein allfälliger, leidensbedingter Ab- zug vom Invalideneinkommen nichts zu ändern. Ein solcher lä sst sich aufgrund der Überein- stimmung der bisherigen Erwerbstätigkeit mit der auch w eiterhin noch ganztags zumutbaren Tätigkeit als Biologielehrerin ohnehin kaum rechtfer tigen. Die Rügen der Beschwerdeführerin erweisen sich daher als unbegründet, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 5. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.