B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1830/2015 U r t e i l v o m 1 6 . A u g u s t 2 0 1 6 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richterin Claudia Cotting-Schalch, Richter David R. Wenger, Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien A._______, geboren am (…), alias A._______, geboren am (…), Eritrea, amtlich verbeiständet durch Vijitha Schniepper-Muthuthamby, Advokatin, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl; Verfügung des SEM vom 17. Februar 2015 / N (…). E-1830/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer stellte am 21. April 2014 im Empfangs- und Verfah- renszentrum (EVZ) B._______ ein Asylgesuch. Am 22. Mai 2014 fand die Kurzbefragung zur Person im EVZ und am 12. Januar 2015 sowie am 13. Februar 2015 die Anhörung zu den Asylgründen gemäss Art. 29 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) statt. B. Der Beschwerdeführer brachte zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen vor, er sei eritreischer Staatsangehöriger und stamme aus dem Dorf C._______, D._______. Er habe im Sommer (…), nach Ab- schluss des Schuljahres (…), die Schule abgebrochen und danach auf ei- ner Baustelle gearbeitet. Da er keinen gültigen Passierschein mehr gehabt habe, habe er sich verstecken müssen, um bei den zahlreichen Razzien nicht festgenommen zu werden. Er sei ab dem Jahr 2012 von den Behör- den wegen seines Schulabbruchs gesucht worden. Sein Vater sei im Mili- tärdienst gewesen und nur selten nach Hause gekommen. Im (…) 2012 sei diesem ein Urlaub gewährt worden. Im Oktober 2012 sei er selber auf Ver- langen seiner Mutter nach Hause zurückgekehrt. Sie habe ihm daraufhin mitgeteilt, sein Vater sei nach seinem Urlaub von den Militärbehörden ge- sucht worden, weil er nicht mehr in den Militärdienst zurückgekehrt sei. Sie hätten zunächst seine Mutter festnehmen wollen, davon aber abgesehen, weil sie schwanger gewesen sei. Seine Mutter habe ihn gewarnt, dass die Behörden nun ihn anstelle seines Vaters suchen würden. Er h abe sich in der Folge bis zur Ausre ise bei einer Cousine in E._______ versteckt. In dieser Zeit hätten die Behörden noch zweimal bei seiner Mutter nach ihm gesucht. Das zweite Mal seien sie am (…) 2013 gekommen und hätten verlangt, dass er sich bis am (…) 2013 bei ihnen melden müsse. Er sei am (…) 2013 nach Hause zurückgekehrt, habe sich am Tag darauf zu Fuss ins Grenzgebiet zu Äthiopien begeben und in der folgenden Nacht die Grenze überquert. Nach Aufenthalten in verschiedenen Flüchtlingslagern in Äthio- pien sei er im Dezember 2013 in den Sudan und von dort im Januar 2014 nach Libyen weitergereist. Im April 2014 sei er per Schiff nach Italien ge- reist und sei von dort per Auto in die Schweiz gekommen. Er habe nach- träglich erfahren, dass nach seiner Ausre ise seine Mutter festgenommen und während (…) Wochen inhaftiert worden sei. Danach habe sein Vater sich bei den Beh örden gemeldet und befinde sich seit etwa (…) 2014 in Haft. E-1830/2015 Seite 3 Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer einen Schüler- ausweis für das Schuljahr (…), ein Schulzeugnis der (…) Klasse, Schuljahr (…), sowie Kopien der eritreischen Identitätskarten seiner Eltern ein. C. Mit Verfügung vom 17. Februar 2015 (eröffnet am 18. Februar 2015) stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, wies sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Hingegen verfügte es, dass der Vollzug der Wegweisung we- gen Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben werde. D. Mit Eingabe seine r Rechtsvertretung an das Bundesverwaltungsgericht vom 20. März 2015 erhob der Beschwerdeführer Beschwerde gegen die Verfügung der Vorinstanz und beantragte, der Asylentscheid sei aufzuhe- ben und es sei ihm Asyl, eventualiter die vorläufige Aufnahme wegen Un- zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs zu gewähren ; subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In ver- fahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung unter Beiordnung seiner Rechtsver- treterin als unentgeltliche Rechtsbeiständin sowie um Verzicht auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses. E. Mit Schreiben vom 26. März 2015 (Poststempel) bestätigte der Kantonale Sozialdienst F._______ die Unterstützungsbedürftigkeit des Beschwerde- führers. F. Mit Zwischenverfügung vom 31. März 2015 hiess der Instruktionsrichter die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, um unentgeltliche Verbeiständung im Sinne von Art. 110a Abs. 1 AsylG sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gut und ordnete de m Beschwerdeführer seine bisherige Rechtsvertreter in, Advokatin Vijitha Schniepper-Muthuthamby, als amtliche Rechtsbeiständin bei. Ferner wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. E-1830/2015 Seite 4 G. In ihrer Vernehmlassung vom 13. April 2015 hielt die Vorinstanz an ihrer Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. H. Innert erstreckte Frist machte der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsbeiständin vom 1 2. Mai 2015 von dem ihm (mit Instruktionsverfü- gung vom 15. April 2015) eingeräumten Recht zur Replik Gebrauch, wobei er an seinen Beschwerdeanträgen festhielt und um Gutheissung seiner Be- schwerde ersuchte. Zudem wurde eine Kostennote der Rechtsbeiständin eingereicht. I. Mit persönlichem, an das SEM gerichtetem und zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht überwiesenem Schreiben vom 8. Juni 2016 bekräftigte der Beschwerdeführer unter Verweis auf die mit dem Status der vorläufigen Aufnahme verbundenen Erschwernisse sinngemäss sein Be- gehren um Gewährung des Asyls. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde u nd entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die E-1830/2015 Seite 5 angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitim iert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung oder Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG). Ebenfalls keine Flüchtlinge sind Personen, die Gründe geltend machen, die wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind und weder Ausdruck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat - oder Herkunftsstaat bestehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei die Einhaltung der FK auch hier vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-1830/2015 Seite 6 4. 4.1 4.1.1 Das SEM stellte sich zur Begründung seiner Verfügung au f den Standpunkt, die Vorbringen des Beschwerdeführers vermöchten wede r den Anforderungen von Art. 7 AsylG noch denjenigen von Art. 3 AsylG zu genügen. Er habe sowohl bei der Befragung zur Person ( BzP) als auch zunächst bei der Anhörung nur einen Besuch der Behörden bei seiner Mut- ter erwähnt und erst im weiteren Verlauf der Anhörung ausgesagt, die Be- amten hätten seine Mutter noch zwei weitere Male aufgesucht. Die Erklä- rung dafür, dass er diese weiteren Besuche nicht vorher vorgebracht habe, sei nic ht überzeugend, zumal er den letzten Vorfall vom (…) 2013 als fluchtauslösendes Ereignis bezeichnet habe. Es bestünden daher erhebli- che Zweifel an diesem Vorbringen. Ebenso könnten seine Ausführungen zu dem Vorfall vom (…) 2012 nicht geglaubt werden. Es sei logisch nicht nachvollziehbar, dass er einerseits ausgesagt ha be, von der Schwanger- schaft seiner Mutter in diesem Zeitpunkt gewusst zu haben, andererseits aber erklärt habe, er habe bloss vermutet, sie sei schwanger. Die von ihm geltend gemachten Gründe für die Rückkehr zu seiner Mutter seien somit unglaubhaft. Vor dem Hintergrund der angeblichen Suche der eritreischen Behörden nach dem Beschwerdeführer sei ferner nicht nachvollziehbar, dass seine Mutter ihn angeblich nach Hause gerufen habe, da er an die- sem Ort von den Behörden am ehesten vermutet worden wäre. Demnach vermöge der B eschwerdeführer den geschilderten Vorfall vom (…) 2012 sowie das Folgeverhalten von ihm und seiner Mutter nicht glaubhaft zu ma- chen. Im Weiteren habe er widersprüchliche Angaben dazu gemacht, ob er wegen seines Schulabbruchs gezielt gesucht worden sei oder sich nur vor den Razzien gefürchtet habe sowie zu der zeitlichen Dauer seiner Grenz- überquerung von seinem Heimatdorf nach G._______. Die eingereichten Beweismittel seien nicht geeignet zu belegen, dass er in Eritrea gesucht werde. 4.1.2 Ein Schulabbruch vermöge alleine keine asylrelevante Gefährdung zu begründen. Insbesondere gelte dies im Falle des Beschwe rdeführers, dessen diesbezügliche Furcht objektiv unbegründet sei und der gemäss seinen expliziten Aussagen nicht gezielt gesucht werde. Er habe nicht plau- sibel dazulegen vermocht, dass er wegen seines Schulabbruchs in abseh- barer Zukunft mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit mit Verfolgungsmass- nahmen rechnen müsse. Seine diesbezüglichen Vorbringen würden sich auf unbelegte und unglaubhafte Behauptungen beschränken. Dieses Vor- bringen erweise sich daher als nicht asylrelevant. E-1830/2015 Seite 7 4.1.3 Die Ausführungen des Beschwerdeführer s betreffend seine angeb- lich illegale Ausreise seien in Anbetracht seiner widersprüchlichen Anga- ben zur Dauer seiner Ausreise unglaubhaft. Von Gesetzes wegen habe der Beschwerdeführer die Pflicht , das Vorliegen von subjektiven Nachflucht- gründen zu beweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, wovon er auch durch die notorisch schwierig zu bewerkstelligende legale Ausreise aus Eritrea nicht entbunden werde. Der Beschwerdeführer habe seine behaup- tete Illegale Ausreise und damit das Vorliegen eines subjektiven Nach- fluchtgrundes nicht glaubhaft gemacht. 4.2 4.2.1 Der Beschwerdeführer führte zur Begründung seiner Beschwerde zu- nächst bezüglich des Vorwurfs nachgeschobener Aussagen aus, es müsse der summarische Charakter der BzP berücksichtigt werden. Er sei bei die- ser Gelegenheit nur oberflächlich zu seinen Asylgründen befragt worden, weshalb seine Antworten auch nur rudimentär gewesen seien. Es sei ihm nicht die Frage gestellt worden, ob er alle Gründe für seine Au sreise ge- nannt habe, sondern ob es sonstige Gründe gebe, die gegen eine allfällige Rückkehr nach Eritrea sprechen würden. Zudem müsse sein Alter von knapp (…) Jahren bei der BzP sowie deren kurze Dauer beachtet werden. Der BzP komme daher nur ein beschränkter Beweiswert zu. Auch aus dem Umstand, dass er die beiden weiteren Besuche der Behörden anlässl ich der Anhörung erst auf Nachfrage hin erwähnt habe, könne nicht geschlos- sen werden, diese Vorbringen seien nachgeschoben. Für ihn sei der erste Besuch ausschlaggebend gewesen, da ab diesem Zeitpunkt die Gefahr ei- ner Verhaftung bestanden habe. Zudem habe er insbesondere den letzten Vorfall detailliert geschildert. Seine Aussagen zu seinen Asylgründen seien bei b eiden Befragungen dieselben gewesen. Ob er im Zeitpunkt seiner Rückkehr zu seiner Mutter im (…) 2012 gewusst habe, dass sie schwanger sei, oder dies nur vermutet habe, sei nicht von Bedeutung. Die Behörden hätten seiner Mutter die Möglichkeit eingeräumt, i hn selber auszuliefern und er sei im (…) 2012 von ihnen noch nicht aktiv gesucht w orden. Erst beim zweiten und dritten Besuch hätten die Sicherheitskräfte eine Frist ge- setzt, innert welcher er sich bei ihnen hätte melden müssen. Es sei im Wei- teren nicht ersichtlich, weshalb die G efährdung im Zusammenhang mit dem Schulabbruch als unglaubhaft erachtet werde. Er sei deswegen zwar nicht gezielt gesucht worden, jedoch habe es Razzien gegeben , und es seien ihm Verhaftungen von anderen Schulabbrechern aus seinem Umfeld bekannt gewesen. Die Gefahr einer Verhaftung sei daher gross und seine entsprechende Furcht begründet gewesen. Der von der Vor instanz erho- bene Vorwurf widersprüchlicher Aussagen zu diesem Punkt sei spitzfindig E-1830/2015 Seite 8 und nicht gerechtfertigt. Ebenso seien seine Aussagen zu seiner Ausreise nicht widersprüchlich. Er habe bei der BzP nur die Dauer seiner Grenz- überquerung, aber weder den Zeitpunkt, in welchem er das Haus seiner Familie verlassen habe, noch den Zeitpunkt seiner Ankunft in G._______ in Äthiopien angegeben. Seinen präziseren diesbezüglichen Ausführungen in der Anhörung könne entnommen werden, dass er sich zunächst im drei Stunden von seinem Heimatort entfernten Buschland H._______ versteckt habe. Von dort aus habe er für den Fussmarsch nach G._______ sechs Stunden gebraucht; von seinem an der Grenze liegenden Heimatdorf habe die Reise nach G._______ etwa drei Stunden gedauert. Er habe demnach seine Asylgründe widerspruchsfrei und glaubhaft dargelegt. Im Zeitpunkt seiner Ausreise habe einerseits eine erhebliche Gefahr einer Reflexverfolgung – wegen der Desertion seines Vaters und weil ihn seine Mutter trotz mehrmaliger Aufforderung nicht ausgeliefert habe – und ande- rerseits das Risiko einer Verhaftung wegen seines Schulabbruchs bestan- den. E s werde auf eine Aus kunft der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 21. Januar 2015 betreffend die Rekrutierung von minderjähri- gen Schulabbrechern in den Nationaldienst verwiesen. Zusammenfassend habe er nachvollziehbar und glaubhaft dargelegt, dass er von den eritrei- schen Sicherheitskräften gezielt gesucht worden sei und damit die Voraus- setzungen von Art 3 AsylG erfüllt seien. 4.2.2 Sollte er nicht als Flüchtling anerkannt werden, sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen, da er bei einer Rückkehr nach Eritrea befürchten müsste, ernsthaften Nachteilen ausgesetzt zu werden. 4.2.3 Er sei im Zeitpunkt seiner Ausreise (…)-jährig und damit minderjährig gewesen. Als Minderjähriger hätte er weder einen Reisepass noch ein Vi- sum erhalten und da her wäre eine legale Ausrei se unmöglich gewesen. Entgegen der Auffassung der Vorin stanz habe er se ine illegale Ausreise glaubhaft darlegen können. Die Glaubhaftigkeit könne nicht alleine wegen der ihm vorgewo rfenen Divergenz in seinen zeitlichen Angaben verneint werden. Dass er sich vor der Grenzüberquerung im Buschland versteckt habe, sei angesichts s eines jugendlichen Alters nachvollziehbar. Zudem habe er bei Anhörung dargelegt, wie er von äthiopisch en Soldaten aufge- griffen und ins Flüchtl ingslager gebracht worden sei , und er habe über seine Weiterreise ohne weiteres berichten und die diesbezüglichen Fragen beantworten können. Dass ihm keine weiteren konkreten Fragen zu seiner Ausreise gestellt worden seien, liege in der Verantwortung der Vorinstanz. E-1830/2015 Seite 9 Es bestünden zudem keine Anhaltspunkte für eine legale Ausreise. Die gel- tend gemachte illegale Ausreise könne somit nicht mit genügender Sicher- heit widerlegt werden. Er habe – gerade auch weil er im militärdienstpflich- tigen Alter sei – begründete Furcht, bei einer Rückkehr nach Eritrea ernst- haften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. 4.2.4 Subeventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, da diese sich zum hauptsächlichen Asylgrund, der Desertion seines Vaters, nicht geäussert habe. 4.3 In ihrer Vernehmlassung führte die Vorinstanz aus, die Argumentation des Beschwerdeführers hinsichtlich der bei der BzP nicht erwähnten Such- aktionen der Behörden sei haltlos. Er sei bei der BzP mit einer offenen Frage aufgefordert worden, anzugeben, wann versucht worden sei, ihn festzunehmen. Der Beschwerdeführer habe aber von sich aus seinen freien Bericht kurz gehalten und nur einen Vorfall erwähnt. Für d as erst nachträgliche Geltendmachen der w eiteren Aktionen der Beh örden habe er keine plausible Erklärung vorgebracht. Im Weiteren vermöge der Be- schwerdeführer mit den Ausführungen in der Beschwerde schrift nicht zu erklären, weshalb er bei der BzP explizit festgehalten habe, in drei Stunden über die Grenze nach G._______ gelangt zu sein, wenn er angeblich in Tat und Wahrheit nicht den direkten Weg gewählt habe und die Ausreise rund 15 Stunden gedauer t habe . Das Argument, die illegale Ausreise könne nicht hinreichend widerlegt werden, trage der Rechtsprechung zur illegalen Ausreise aus nicht Rechnung und könne nicht gehört werden. Mit dem Ar- gument, die angefochtene Verfügung enthalte keine Ausführungen zur Si- tuation des Vaters des Beschwerdeführers, werde verkannt, dass die An- nahme einer begründeten Verfolgungsfurcht konkrete Anhaltspunkte erfor- dere. Solche würden aber nicht vorliegen. Es könne nicht geglaubt werden, dass er von den Behörden gesucht wor den sei, und damit fehle ein kon- kreter Anhaltspunkt für eine konkrete Verfolgungsgefahr wegen des be- haupteten persönlichen Hintergrundes seines Vaters. Es bestehe auch kein Anlass zur Annahme einer begründeten Furcht des Beschwerdefüh- rers vor Verfolgung wegen seines Schulabbruchs. 4.4 Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Replik auf den Standpunkt, es sei in Anbetracht dessen, dass er die Reise von seinem Heimatland in die Schweiz als Minderjähriger ohne Begleitung durchlebt habe, nachvoll- ziehbar, dass er anlässlich der BzP nicht von sich aus seine Asylgründe ausführlich dargelegt habe. Dem Protokoll der Anhörung könne entnom- men werden, dass er erst auf konkrete Fragen hin detailliertere Antworten E-1830/2015 Seite 10 gegeben habe. Dies sei aufgrund seine s jungen Alters und se iner sehr schüchternen und zurückhaltenden Persönlichkeit nachvollziehbar. Insbe- sondere unter Berücksichtigung seines Alters wären bei der Befragung zu seinen Gesuchsgründen im Rahmen der BzP Nachfragen angezeigt gewe- sen. Im Weiteren werde daran festgehalt en, dass er betreffend die Um- stände seiner Ausreise aus Eritrea nichts nachgeschoben, sondern in der Anhörung lediglich ausführlicher darüber berichtet habe, während er bei der BzP seine Reise kurzgefasst wiedergegeben habe. Er habe im Rah- men der Ausreise auf die weiteren konkreten Fragen zu seiner Ausreise versucht, möglichst konkrete Antworten zu geben. Ferner würden seine Er- zählungen zwar keinem chronologischen Ablauf folgen, was aber deren Glaubhaftigkeit nicht schmälere, sondern vielmehr stärke. Entsch eidend sei eine Beurteilung der Glaubhaftigkeit gestützt auf eine Gesamtbetrach- tung. Der BzP könne aufgrund ihres summarischen Charakters nur ein be- schränkter Beweiswert beigemessen werden. 5. 5.1 5.1.1 Vorab ist die formelle Rüge des Beschwerdeführers zu prüfen, wo- nach die Vorinstanz seinen hauptsächlichen Asylgrund, die Furcht vor Ver- folgung wegen der Desertion seines Vaters, nicht geprüft habe. Damit macht er sinngemäss eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend. 5.1.2 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG; BGE 129 I 232 E. 3.2). Die erforderliche Begründungsdichte richtet sich im Einzelfall nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen. Die verfügende Behörde muss sich nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem recht- lichen Einwand auseinandersetzen, sondern kann sich auf die wesentli- chen Gesichtspunkte beschränken. Sie hat aber wenigstens kurz die Über- legungen anzuführen, von den en sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. zum Ganzen BVGE 2008/47 E. 3.2 S. 674 f.). 5.1.3 Das SEM ist diesen Anforderungen im vorliegenden Fall gerecht ge- worden. Die Desertion des Vaters des Beschwerdeführers und die sich an- geblich daraus ergebenden Nachteile für ihn und seine Mutter wurden in E-1830/2015 Seite 11 der angefochtenen Verfügung im Rahmen der Sachverhaltsdarstellung ex- plizit erwähnt. Zudem setzte sich die Vorin stanz in ihren Erwägungen mit den Suchaktionen der Behörden, welche nach Darstellung des Beschwer- deführers Folge der Desertion seines Vaters waren, auseinander, und er- achtete diese als unglaubhaft. Aus dieser Argumentation ergibt sich ohne weiteres, dass das SEM die Glaubhaftigkeit der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Reflexverfolgung verneinte. 5.1.4 Nach dem Gesagten ist der Antrag des Beschwerdeführers, die an - gefochtene Verfügung sei zu kassieren und zur Neubeurteilung an die Vor- instanz zurückzuweisen, abzuweisen. 5.2 Die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht die Glaubhaftigkeit der vom Be- schwerdeführer vorgebrachten Furcht vor Verfolgung durch die Sicher- heitsbehörden aufgrund der Desertion seines Vaters verneinte, kann aus folgender Überlegung offengelassen werden: Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Anhörung zu Protokoll, er habe nach seiner Ausreise erfah- ren, dass, nachdem seine Mutter festgenommen worden sei, sein Vater sich den Behörden gestellt habe und sich nun im Gefängnis befinde (Pro- tokoll Anhörung A18 S. 3 und S. 14). Aufgrund dessen kann davon ausge- gangen werden, dass im heutigen Zeitpunkt kein Verfolgungsinteresse der eritreischen Behörden am Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Desertion seines Vaters besteht und der – sich nach seiner Darstellung daraus ergebenden – Furcht vor Verfolgung die Grundlage entzogen ist. 5.3 5.3.1 Dienstverweigerung und Desertion werden in Erit rea unverhältnis- mässig streng bestraft. Eine begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ist dann anzunehmen, wenn die mit der Durchsetzung der Dienstpflicht betrauten Organe des eritreischen Staates mit einer Person in konkreten Kontakt getreten sind und aus diesem Kontakt erkennbar wird, dass die Person für den Militärdienst rekrutiert werden soll (und diese sich anschliessend der Rekrutierung entzieht). Es reicht nicht aus, dass die be- troffene Person im dienstfähigen Alter ist und fürchtet, irgendwann ausge- hoben zu werden. Ein informeller Kontakt mit dem Militär kann die Furcht vor ernsthaften Nachteilen begründen, sofern daraus ersichtlich wird, dass die betroffene Person rekrutiert werden soll. (vgl. BVGE 2015/3 E. 5.7.1 mit Verweis auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl- rekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 3 E. 4). E-1830/2015 Seite 12 Die Einführung von Art. 3 Abs. 3 AsylG hat die Rechtslage nicht verändert, und die bisherige Praxis in Bezug auf Personen, die ihr Asylgesuch mit einer drohenden Verfolgung wegen Wehrdienstverweigerung oder Deser- tion begründen, gilt weiterhin (vgl. BVGE 2015/3 E. 4.3 ff. und 5). 5.3.2 Ein derartiger Kontakt des Beschwerdeführers zu den Militär behör- den bestand vorli egend indessen nicht , zumal er nicht geltend gemacht hat, ein Aufgebot zum Militärdienst er halten zu haben , und in der Be- schwerdeschrift explizit verneint wurde, er sei im Zusammenhang mit sei- nem Schulabbruch von den eritreischen Behörden gezielt gesucht worden. Demnach sind den Akten keine konkreten Hinweise dafür zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise aus Eritrea von den zu- ständigen Behörden zum Militärdienst aufgeboten worden wäre. 5.4 Aus diesen Gründen kann festgestellt werden, dass der Beschwerde- führer im Zeitpunkt der Ausreise aus Eritrea nicht in flüchtlingsrechtlich re- levanter Weise verfolgt war. 5.5 Im Weiteren äusserte der Beschwerdeführer die Befürchtung, durch die eritreischen Behörden verfolgt zu werden, weil er illegal aus Eritrea ausge- reist sei und macht damit einen subjektiven Nachfluchtgrund geltend. 5.5.1 Zwar anerkennt das Bundesverwaltungsgericht, dass eine legale Ausreise aus Eritrea nur sehr eingeschränkt möglich ist (vgl. Urteil des BVGer D-4787/2013 vom 20. November 2014 E. 8.2 [als Referenzurteil pu- bliziert]). Trotzdem geht das G ericht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass die gesetzliche Beweislast für das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen auch unter diesen Umständen nicht umgekehrt wird (vgl. z.B. Urteil des BVGer E -5232/2015 vom 3. Februar 2016 E. 6.3.2). Es bleibt die Beweislastregel von Art. 7 AsylG massgeblich, wonach eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumin- dest glaubhaft machen muss. Für die Anerkennu ng der Flüchtlingseigen- schaft reicht es deshalb nicht aus, dass eine illegale Ausreise aus Eritrea lediglich behauptet wird; die illegale Ausreise muss vielmehr zumindest glaubhaft gemacht werden (Art. 7 AsylG) uneingeschränkt gilt (vgl. Urteil des BVGer D -4787/2013 vom 20. November 2014 E. 9; zuletzt bestätigt durch die Urteile D-2119/2016 vom 28. April 2016 E. 3.1; E-5601/2015 vom 20. Januar 2016 E. 4.2 und E -7364/2015 vom 28. Dezember 2015 S. 5). Diese Rechtsprechung wird unter anderem damit begründet, d ass eine grosse Zahl eritreischer Staatsangehöriger seit langer Zeit, teilweise seit Geburt, in den Nachbarländern Eritreas lebt (vgl. die Urteile des BVGer E-1830/2015 Seite 13 E-7730/2015 vom 10. Februar 2016 S. 6; E-7861/2015 vom 7. Januar 2016 S. 5; E-5878/2015 vom 30. Oktober 2015 E. 5.3; E-5753/2015 vom 29. Ok- tober 2015 E. 6.1 ; vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer D-3350/2016 vom 4. Juli 2016 E. 4.2). 5.5.2 Das Gericht teilt die Auffassung der Vorinstanz, dass die Ausführun- gen des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Flucht aus Eritrea als un- glaubhaft zu erachten sind. Insbesondere machte er klar divergierende Aussagen zu der Dauer seiner Grenzüberquerung und der hierfür gewähl- ten Route. Anlässlich der BzP sagte er aus, er sei von seinem Dorf in drei Stunden nach G._______ gelangt (Protokoll BzP , A5 S. 9), während er bei der Anhörung zu Protokoll gab, er habe sich vor der Ausreise in einem Waldgebiet namens „H._______“ versteckt, von wo aus er nach einem sechsstündigen Fussmarsch nach G._______ gelangt sei (Protokoll Anhö- rung, A18 S. 13). Diese Angaben lassen sich nicht vereinbaren, und die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerdeschrift sind nicht geeig- net, diese n Widerspruch auszuräumen. Der Erklärungsversuch des Be- schwerdeführers, er sei von „H._______“ aus über seinen Herkunftsort C._______ nach G._______ marschiert, und habe bei der BzP nur die Marschzeit für die Strecke von C._______ nach G._______ angegeben, ist schon deshalb nicht stichhaltig, weil der Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung auf die ausdrückliche Frage nach den in Eritrea vor dem Grenz- übertritt durchquerten Orten nur eine Ortschaft namens „ I._______“ er- wähnte, nicht aber sein Heimatdorf (A18 S. 14 F101) . Zudem muss die Behauptung, er habe bei der Ausreise seinen Herkunftsort erneut passiert, als realitätsfremd bezeichnet werden, unter dem Aspekt, dass er gemäss seinen Aussagen zu Hause von den Behörden gesucht wurde und dem- nach mit dieser Reiseroute ein erhebliches Verfolgungsrisiko eingegangen wäre. Im Übrigen sind die Aussagen des Beschwerdeführers zu den Um- ständen seiner Ausreise wenig substanziiert und weisen keine besonderen Realkennzeichen auf. 5.5.3 Es muss demnach davon ausgegangen werden, dass der Beschwer- deführer die wahren Umstände seiner Ausreise aus Eritrea verheimlicht. Aus diesem Umstand kann zwar nicht ohne weiteres auf eine legale Aus- reise geschlossen werden. Jedoch rechtfertigt es sich entgegen der Auf- fassung des Beschwerdeführers genauso wenig, allein aufgrund der noto- risch schwierigen legalen Ausreise aus Eritrea darauf zu schliessen, dass seine Ausreise illegal erfolgt sein müsse. Dies auch deshalb nicht, weil sich nach Kenntnis des Gerichts viele eritreische Staatsangehörige seit langer Zeit (nicht wenige seit ihrer Geburt) in den angrenzenden Nachbarländern E-1830/2015 Seite 14 aufhalten. Den vorliegenden Akten sind somit keine glaubhaften Hinweise auf eine begründete Furcht des Beschwerdeführers vor behördlichen Ver- folgungsmassnahmen wegen illegaler Ausreise aus Eritrea zu entnehmen. 5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine im Sinne von Art. 3 AsylG relevante Verfolgungs- gefahr oder das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe nachzu weisen oder glaubhaft darzutun. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch demzufolge zu Recht abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruc h auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 6.3 Da das SEM in seiner Verfügung vom 17. Februar 2015 die vorläufige Aufnahme de s Beschwerdeführers in der Schweiz anordnete, erübrigen sich praxisgemäss Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Mög- lichkeit des Wegweisungsvollzugs. Die drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit; Art. 83 Abs. 1–4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) alternati- ver Natur. Sobald eine davon erfüllt ist, ist der Vollzug als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesenheit der bet roffenen Person in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu re- geln (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). Hieraus ergibt sich, dass bei Fest- stellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nicht zu prüfen ist, ob der Vollzug auch unzulässig oder unmöglich wäre. Auf den in der Be- schwerdeschrift gestellte Eventualantrag, es sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen, ist daher nicht einzutreten. E-1830/2015 Seite 15 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären de m Beschwerdeführer die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da indessen mit Zwischenverfügung vom 3 1. März 2015 sein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich seine finanzielle Lage seit- her entscheidrelevant verändert hätte, wird auf die Auflage von Verfahrens- kosten verzichtet. 9. Mit der Instruktionsverfügung vom 31. März 2015 wurde ausserdem das Gesuch des Beschwerdeführers um amtliche Verbeiständung gutgeheis- sen (Art. 110a Abs. 1 VwVG) und ihm seine Rechtsvertreterin als Rechts- beiständin zugeordnet. Demnach ist dieser ein amtliches Honorar für ihre notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten . Die Beiständin hat mit Eingabe vom 12. Mai 2015 eine Kostennote zu den Ak- ten gereicht. Der darin geltend gemachte zeitliche Aufwand erscheint – ab- gesehen vom ausgewiesenen Aufwand für das Erstellen der Kostennote, der nicht entschädigungsfähig ist – als angemessen; hingegen ist der aus- gewiesene Stundenansatz von Fr. 300.– entsprechend der Entschädi- gungspraxis des Bundesverwaltungsgerichts auf Fr. 200.– zu kürzen. Das Honorar der amtlichen Rechtsbeiständin ist somit zul asten der Gerichts- kasse auf insgesamt Fr. 1947.50 (inkl. Auslagen) festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) E-1830/2015 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Der amtlichen Rechtsbeiständin wird zulasten der Gerichtskasse ein Ho- norar von Fr. 1947.50 zugesprochen 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Markus König Nicholas Swain