Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 26. September 2022 BEK 2022 134 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident lic. iur. Stefan Weber, Gerichtsschreiber lic. iur. Mathis Bösch. In Sachen A.________, Privatklägerin und Beschwerdeführerin, gegen 1. B.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, 2. Staatsanwaltschaft, 2. Abteilung, Postfach 1201, 6431 Schwyz, Anklagebehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwältin C.________, betreffend Einstellung Strafverfahren (Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 26. August 2022, ST 2022 6);- hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Staatsanwalt B.________ führt gegen einen Polizeibeamten wegen des- sen Vorgehens bei der Festnahme von A.________ am 14. März 2021 eine Strafuntersuchung betreffend Amtsmissbrauch und Körperverletzung (SU 2021 4689). A.________ bezichtigt den Staatsanwalt, sie in Einvernah- men der an ihrer Festnahme beteiligten Beamten beim Fragestellen unterbro- chen zu haben. Dadurch habe er sie psychologisch unter Druck gesetzt. Zu- dem habe er ihr nicht erlaubt, Audio-Aufnahmen zu machen. Er wolle nun die Sache wieder einstellen, weshalb in diesem Fall ein anderer Staatsanwalt ein- zusetzen sei (U-act. 8.1.001 f.). Im Übrigen nimmt A.________ in ihren Einga- ben auf andere, bereits an die Beschwerdeinstanz weitergezogene Angele- genheiten Bezug (vgl. BEK 2021 142 vom 19. November 2021 betr. Fall mit Pilzen; BEK 2022 vom 27. Juni 2022 betr. amtliche Verteidigung). a) Nach Beizug und Durchsicht der entsprechenden Verfahrensakten stell- te die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gegen B.________ betreffend Amtsmissbrauch mit Verfügung vom 26. August 2022 ein. b) Gegen die Einstellung erhebt A.________ rechtzeitig Beschwerde. Sie beantragt dem Kantonsgericht weitere Untersuchungen in der Sache und mit- hin sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung (KG-act. 2). Der Rechts- und Beschwerdedienst stellte dem Kantonsgericht Eingaben der Be- schwerdeführerin unter anderem in derselben Sache zu (KG-act. 4). Die Staatsanwaltschaft überwies ihre Akten ohne Gegenbemerkungen mit dem Antrag auf kostenpflichtige Beschwerdeabweisung (KG-act. 5). 2. Die Staatsanwaltschaft stellte in der angefochtenen Verfügung zusam- menfassend in tatsächlicher Hinsicht fest, der das Verfahren (SU 2021 4689) leitende Staatsanwalt habe die Beschwerdeführerin in den Einvernahmen der Polizeibeamten unter Androhung der Wegweisung darauf hingewiesen, keine Kantonsgericht Schwyz 3 Kommentare abgeben, hingegen am Schluss der Einvernahmen Ergänzungs- fragen stellen zu dürfen. Die Beschwerdeführerin habe 18 bzw. 32 Ergän- zungsfragen gestellt, wobei sie der Staatsanwalt nach der 30. Frage unterbro- chen und ihr nurmehr zwei weitere Fragen erlaubt habe. Darin liege, so führt die Staatsanwaltschaft in rechtlicher Hinsicht weiter aus, nicht im Ansatz eine missbräuchliche Beschneidung des Fragerechts vor. Als verfahrensleitender Staatsanwalt sei der Beschuldigte zu diesen Anordnungen berechtigt gewe- sen. Sollte sich die Beschwerdeführerin unter Druck gesetzt gefühlt haben, sei dies nicht auf eine missbräuchliche Amtsausübung zurückzuführen. Ein an- derweitiges strafrechtliches Fehlverhalten in der Verfahrensführung sei auch nicht zu erkennen (angef. Verfügung E. 6 ff.). Mit dieser Begründung setzt sich die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde ans Kantonsgericht nicht auseinander. Sie legt insbesondere nicht dar, inwie- fern die Feststellungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung nicht zu- treffen würden. Ihre Eingabe erfüllt daher die Anforderungen an eine Be- schwerde nicht, auf die sie bereits mehrmals hingewiesen wurde (etwa BEK 2022 85-88 vom 27. Juni 2022 E. 2). Mithin ist auf die Beschwerde man- gels Auseinandersetzung mit den Gründen der angefochtenen Verfügung nicht einzutreten (Art. 385 StPO). Auch ein juristischer Laie muss sich innert der Rechtsmittelfrist die Mühe nehmen, in der Beschwerde zumindest kurz anzugeben, was an Verfügungen der Staatsanwaltschaft seiner Ansicht nach falsch sei. Dies ist auch einer Person ohne juristische Kenntnisse zuzumuten (BGer Urteil 6B_866/2020 vom 8. November 2021 E. 3.5.3). 3. Im Übrigen bleibt die Beschwerdeführerin darauf hinzuweisen, dass der Staatsanwalt, wie in der angefochtenen Verfügung festgestellt, die gesetz- mässige und geordnete Durchführung des Verfahrens zu gewährleisten und die Kompetenz zu sitzungspolizeilichen und disziplinarischen Massnahmen hat (Art. 12 lit. b, 16, 61 lit. a und Art. 62 ff. StPO), wobei verfahrensleitende Anordnungen, selbst wenn sie die Beschwerdeführerin „Nerven kosten“, nur Kantonsgericht Schwyz 4 mit dem Endentscheid angefochten werden können (Art. 65 StPO). Im Weite- ren kann weder dem beschuldigten Staatsanwalt noch der vorliegend die Ein- stellung verfügende Staatsanwältin zum Vorwurf gemacht werden, psycholo- gischen Druck aufzubauen, nur weil sie die Beschwerdeführerin über die ge- setzlichen Rechtsmittelfristen belehren. Soweit die Beschwerdeführerin neue Beweise in einem angeblich durch den beschuldigten Staatsanwalt abge- schlossenen anderen Verfahren geltend machen will, gehen diese Ausführun- gen am vorliegenden Beschwerdethema der angefochtenen Einstellungsver- fügung vorbei und ist darauf ebenfalls nicht einzutreten. 4. Aus diesen Gründen ist auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde ohne Stellungnahme der anderen Parteien (Art. 397 Abs. 1 i.V.m. Art. 390 Abs. 2 StPO) präsidial (§§ 40 Abs. 2 und 41 Abs. 1 JG) nicht einzutreten. Ausgangsgemäss sind die zufolge Nichteintretens reduzierten Kosten des Beschwerdeverfahrens der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO);- Kantonsgericht Schwyz 5 verfügt: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 300.00 werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa- chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be- schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 4. Zufertigung an die Beschwerdeführerin (1/R, inkl. Kopie KG-act. 5), den Beschuldigten (1/R), und die Staatsanwaltschaft (1/A an die 2. Abteilung und 1/R an die Amtsleitung/zentraler Dienst) sowie nach definitiver Erle- digung an die Staatsanwaltschaft (1/R mit den Akten an die 2. Abteilung) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Der Kantonsgerichtsvizepräsident Der Gerichtsschreiber Versand 26. September 2022 kau