<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-07-11-7B_218-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7B_218/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 11. Juli 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Koch, als Einzelrichterin, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Clément. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, </div> <div class="para">Postfach, 8036 Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Nichtanhandnahme (Ehrverletzungsdelikte), Nichteintreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 31. März 2023 (UE210398-O/U/MUL). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin erstattete am 26. Juni und 10. Juli 2019 Strafanzeige wegen angeblicher Ehrverletzungsdelikte gegen 12 Personen. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat nahm eine Strafuntersuchung am 12. Februar 2020 nicht an die Hand. Eine dagegen gerichtete Beschwerde an das Obergericht des Kantons Zürich blieb ebenso ohne Erfolg wie eine Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht (Urteil 6B_1105/2021 vom 11. Oktober 2021). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Am 30. September und am 9. bzw. am 14. Oktober 2021 hat die Beschwerdeführerin erneut mehrere Strafanzeigen wegen Ehrverletzungen gegen dieselben Personen gestellt. Sie bejahte gegenüber der Stadtpolizei Zürich, den inkriminierten Sachverhalt bereits früher zur Anzeige gebracht zu haben. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl nahm eine Strafuntersuchung am 24. November 2021 unter Verweis auf das Verbot der doppelten Strafverfolgung und unter Verweis auf die abgelaufene Strafantragsfrist nicht an die Hand. </div> <div class="para">Dagegen gelangte die Beschwerdeführerin mit Beschwerde an das Obergericht des Kantons Zürich, welches diese mit einlässlich begründetem Beschluss vom 31. März 2023 abwies. </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin wendet sich mit Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span> haben Rechtsschriften die Begehren und deren Begründung zu enthalten. In der Beschwerdebegründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>). Die Bestimmungen von <span class="artref">Art. 95 ff. BGG</span> nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten (einschliesslich der Anfechtung des Sachverhalts wegen Willkür; vgl. <span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>) besteht eine qualifizierte Rügepflicht (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Wer in der Schweiz rechtskräftig verurteilt oder freigesprochen worden ist, darf wegen der gleichen Straftat nicht erneut verfolgt werden (<span class="artref">Art. 11 Abs. 1 StPO</span>). Vorbehalten sind nach <span class="artref">Art. 11 Abs. 2 StPO</span> die Wiederaufnahme eines eingestellten oder nicht anhand genommenen Verfahrens (<span class="artref">Art. 310 und <artref id="CH/312.0/319" type="start"></artref>Art. 319 ff. StPO</span><artref id="CH/312.0/310" type="end"></artref>) und die Revision (<span class="artref">Art. 410 ff. StPO</span>). Dies steht namentlich mit <span class="artref">Art. 8 BV</span> im Einklang. Art. 4 Abs. 2 des Protokolls Nr. 7 zur EMRK sieht die Wiederaufnahme des Verfahrens unter anderem vor, wenn neue oder neu bekannt gewordene Tatsachen vorliegen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=30.06.2023&amp;to_date=19.07.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-93%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page93">BGE 141 IV 93</a> E. 2.3; Urteil 6B_1303/2022 vom 30. Dezember 2022 E. 4 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Vorinstanz schützt die Nichtanhandnahmeverfügung vom 24. November 2021 und erwägt im Wesentlichen, die Sachlage präsentiere sich auch nach Erhebung der Strafanzeigen vom 30. September und 9. bzw. 14. Oktober 2021 bei der Stadtpolizei Zürich immer noch exakt gleich, sodass eine Anhandnahme eines Strafverfahrens wegen des identischen Lebenssachverhalts dem Verbot der doppelten Strafverfolgung (<span class="artref">Art. 11 Abs. 1 StPO</span>; Grundsatz "ne bis in idem") zuwiderlaufe. Die Beschwerdeführerin habe in ihren Anzeigen weder neue Tatsachen vorgebracht noch neue Beweismittel eingereicht. Als Beweggrund für die erneute Strafanzeige habe sie zudem ausdrücklich angeführt, dass aus ihrer Sicht ihre frühere Beschwerde falsch beurteilt bzw. nicht behandelt worden sei. Raum für eine Wiederaufnahme i.S.v. Art. 310 Abs. 2 i.V.m. <span class="artref">Art. 323 StPO</span> und damit auch für <span class="artref">Art. 11 Abs. 2 StPO</span> bestehe damit nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Was an diesen Erwägungen willkürlich oder sonstwie bundesrechtswidrig sein könnte, ergibt sich aus der weitschweifigen Beschwerde nicht. Die Beschwerdeführerin legt lediglich ausführlich ihre eigene Sicht der Dinge dar, ohne auch nur im Ansatz auf die Erwägungen der Vorinstanz einzugehen. Dass und inwiefern der angefochtene Beschluss Recht verletzt bzw. in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht in Bezug auf den Grundsatz "ne bis in idem" fehlerhaft sein könnte, vermag die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen. Der Begründungsmangel ist offensichtlich. Mithin genügt die Beschwerde nicht den Begründungsanforderungen von <span class="artref">Art. 42 Abs. 1 und Abs. 2 BGG</span>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach <span class="artref">Art. 108 BGG</span> nicht einzutreten. Die Gerichtskosten sind ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt die Einzelrichterin:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 11. Juli 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Einzelrichterin: Koch </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Clément </div> </div></body></html>