<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 99 S.350</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Schätzungskommission nach Baugesetz</span> <span class="page_no">350</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>99</b></span> <span class="ft2"><b>Ursprünglicher Beitragsplan nach §§ 34/35 BauG</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Perimeterabgrenzung zwischen zwei Nachbargemeinden für den</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Fall, dass den Grundeigentümern dies- und jenseits der Gemeinde-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>grenze ein Sondervorteil zufällt.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Hat die Nachbargemeinde keinen oder einen offensichtlich zu tiefen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Kostenanteil übernommen, so sind die betroffenen Grundstücke der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Nachbargemeinde zur Berechnung der zu verteilenden Beiträge in</b></span><br/> <span class="ft2"><b>den Perimeter miteinzubeziehen; direkt belastet werden sie jedoch</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(noch) nicht.</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Erschliessungsabgaben</span> <span class="page_no">351</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">Aus einem Entscheid der Schätzungskommission nach Baugesetz vom</span><br/> <span class="ft3">17. Februar 2004 in Sachen M. gegen Einwohnergemeinde L.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">5.1.</span> <span class="ft1">Aus dem Beitragsplan Strassenausbau 1:500 bzw.</span><br/> <span class="ft1">den Belastungstabellen (...) geht hervor, dass keines der auf dem</span><br/> <span class="ft1">Gemeindegebiet B. liegenden, an die Strasse S. anstossenden und</span><br/> <span class="ft1">strassenmässig über diese erschlossenen Grundstücke in den Peri-</span><br/> <span class="ft1">meter einbezogen wurde. Diese spezielle Situation ist vorweg kurz</span><br/> <span class="ft1">zu würdigen (...).</span><br/> <span class="ft1">5.2.</span> <span class="ft1">Der Nichteinbezug dieser Grundstücke, es handelt</span><br/> <span class="ft1">sich um die Parzellen (...) sowie eine Parzelle im Landwirtschafts-</span><br/> <span class="ft1">land (...), erstaunt auf den ersten Blick, ist aber aufgrund der gesetz-</span><br/> <span class="ft1">lichen Konzeption grundsätzlich korrekt: Weil die Hoheitsgewalt je-</span><br/> <span class="ft1">der Gemeinde jeweils auf ihr eigenes Gebiet beschränkt ist, kann sie</span><br/> <span class="ft1">nicht auch Grundeigentümerbeiträge für angrenzende Grundstücke in</span><br/> <span class="ft1">einer Nachbargemeinde erheben (Erich Zimmerlin, Baugesetz des</span><br/> <span class="ft1">Kantons Aargau, Kommentar, 2. Auflage, Aarau 1985, N 4 zu § 31</span><br/> <span class="ft1">aBauG sowie N 1 zu § 35 aBauG). Dies würde ohne Korrektur je-</span><br/> <span class="ft1">doch dazu führen, dass die eigentlich auf diese Parzellen entfallenden</span><br/> <span class="ft1">Anteile vollumfänglich von den Pflichtigen (Grundeigentümer, allen-</span><br/> <span class="ft1">falls öffentliche Hand) der eigenen Gemeinde zu tragen wären. Eine</span><br/> <span class="ft1">solche Ungleichbehandlung verstösst jedoch gegen Bundesrecht, was</span><br/> <span class="ft1">nicht angeht (vgl. Art. 1 Abs. 1 der Verordnung zum Wohnbau- und</span><br/> <span class="ft1">Eigentumsförderungsgesetz [VWEG; SR 843.1] vom 30. November</span><br/> <span class="ft1">1981 i.V.m. Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen</span><br/> <span class="ft1">Eidgenossenschaft [BV; SR 101] vom 18. April 1999; Zimmerlin,</span><br/> <span class="ft1">a.a.O., N 4 zu § 31 aBauG m.w.H.).</span><br/> <span class="ft1">Zur Lösung dieses Problems sieht das Baugesetz deshalb vor,</span><br/> <span class="ft1">dass in Fällen, in denen eine Gemeindestrasse in erheblichem Masse</span><br/> <span class="ft1">auch dem Verkehrsbedürfnis einer anderen Gemeinde dient, diese zur</span><br/> <span class="ft1">Leistung angemessener Beiträge an Bau, Erneuerung und Änderung</span><br/> <span class="ft1">herangezogen werden kann. Massgebend für die Höhe des Beitrages</span><br/> <span class="ft1">sind die der beitragspflichtigen Gemeinde erwachsenden Vorteile und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Schätzungskommission nach Baugesetz</span> <span class="page_no">352</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ihre finanzielle Lage (§</span> <span class="ft1">89 Abs.</span> <span class="ft1">1 BauG). Diese Bestimmung</span><br/> <span class="ft1">entspricht jener von § 31 aBauG; hinzu gekommen ist lediglich, dass</span><br/> <span class="ft1">neu auch Beiträge an die Erneuerung verlangt werden können. Die</span><br/> <span class="ft1">Höhe hängt ab von derjenigen der anfallenden Kosten, von den der</span><br/> <span class="ft1">Nachbargemeinde - bzw. den dort liegenden Grundstücken - erwach-</span><br/> <span class="ft1">senden Vorteilen sowie deren finanzieller Lage (Zimmerlin, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft1">N 2 zu § 35 aBauG). Den zu leistenden Beitrag kann die Nachbar-</span><br/> <span class="ft1">gemeinde ihrerseits gemäss ihren kommunalen Normen auf jene</span><br/> <span class="ft1">Grundeigentümer abwälzen, denen aus der Erschliessungsanlage ein</span><br/> <span class="ft1">Sondervorteil entsteht (Zimmerlin, a.a.O., N 4 zu § 35 aBauG).</span><br/> <span class="ft1">Zur Berechnung der zu verteilenden Beiträge sind die Grund-</span><br/> <span class="ft1">stücke der Nachbargemeinde deshalb in den Perimeter miteinzube-</span><br/> <span class="ft1">ziehen; direkt belastet werden sie jedoch (noch) nicht (vgl. Zimmer-</span><br/> <span class="ft1">lin, a.a.O., N 4 zu § 31 aBauG). Vorliegend hat die Einwohnerge-</span><br/> <span class="ft1">meinde B. einen Anteil an den Kosten übernommen (...). Der ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechende Betrag ist jedenfalls nicht offensichtlich zu tief. Solches</span><br/> <span class="ft1">wird denn auch vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht (<i>An-</i></span><br/> <span class="ft5"><i>merkung:</i> Deshalb war der Nichteinbezug im vorliegenden Fall nicht</span><br/> <span class="ft1">zu beanstanden und ein neuer Perimeterplan nicht erforderlich.).</span><br/></div> </div> </body> </html>