<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00428</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204810&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00428</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.02.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Einstellung der Leistungen wegen mangelgender Mitwirkung des Sozialhilfeempfängers; Beschwerde der Gemeinde gegen die Rekursgutheissung durch den Bezirksrat:<br/><br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E.1). Sozialhilfeleistungen können gekürzt werden, wenn der Hilfesuchende Weisungen missachtet (E.2.1). Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Leistung auch vollumfänglich eingestellt werden (E.2.2). Soweit die Sozialbehörde geltend macht, der Beschwerdegegner habe seine Mitwirkungspflicht dadurch verletzt, dass er die notwendigen Unterlagen zur Abklärung seiner Bedürftigkeit nicht eingereicht habe, scheitert die Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe an den formellen Voraussetzungen von § 24 SHG (E.3.2). Die Weisung, sich begutachten zu lassen, hat keinen Selbstzweck, sondern diente dazu, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdegegners abklären zu lassen. Eine Einstellung der Sozialhilfeleistungen alleine deswegen, weil der Beschwerdegegner bei der Begutachtung nicht hinreichend mitgewirkt hat, ist unzulässig, wenn der Gutachter die Arbeitsfähigkeit trotz mangelnder Kooperation feststellen konnte. Da der Gutachter eine 50-prozentige Arbeitsfähigkeit feststellte, war die Einstellung unzulässig (E.3.3). Entgegen dem bezirksrätlichen Entscheid muss die Sozialbehörde den Beschwerdegegner keine neue Weisung mehr erteilen, worin er zur Arbeit aufgefordert wird (E.3.4). Teilweise Gutheissung der Beschwerde (E.4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSFÃHIGKEIT">ARBEITSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSKÃRZUNG">LEISTUNGSKÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSPFLICHT">MITWIRKUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEISUNG">WEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 23 lit. b SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 24 SHG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>A ist seit mehr als drei Jahren arbeitslos. Die SozialbehÃ¶rde X gewÃ¤hrte ihm ab 1. August bis 30. September 2003 Sozialhilfe. Infolge wiederholter Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht und mehrmaliger Verweigerung, eine zumutbare BeschÃ¤ftigung aufzunehmen, wurde der Anspruch auf Sozialhilfe wieder aberkannt. Mit schriftlichem Gesuch vom 15. Dezember 2003 beantragte A erneut wirtschaftliche Hilfe. Infolge eines Unfalls sei er arbeitsunfÃ¤hig und kÃ¶nne keiner BeschÃ¤ftigung nachgehen. Ein entsprechendes Arztzeugnis wurde von ihm am 23. Dezember 2003 eingereicht. Die SozialbehÃ¶rde X verfÃ¼gte am 30. Dezember 2003 unter anderem, A sei ab 23. Dezember 2003 bis vorerst lÃ¤ngstens 31. MÃ¤rz 2004 wirtschaftliche Hilfe zu gewÃ¤hren (Disp.-Ziff. 1). Sobald er arbeitsfÃ¤hig sei, habe er umgehend die BeschÃ¤ftigung beim Einsatzprojekt Jobbus aufzunehmen (Disp.-Ziff. 2). Bestehe nach dem 31. Dezember 2003 bei ihm eine ArbeitsunfÃ¤higkeit, sei diese umgehend vom behandelnden Arzt zu be­stÃ¤tigen und dieser Arzt gegenÃ¼ber der Sozialabteilung von der Schweigepflicht zu entbinden. Weitere Zahlungen seien von der ErfÃ¼llung dieser Auflage (Mitwirkungspflicht) abhÃ¤ngig (Disp.-Ziff. 3). Er werde angewiesen einen Termin zwecks Begutachtung zu vereinbaren und diesen Termin der Sozialabteilung zu bestÃ¤tigen (Disp.-Ziff. 5). Falls er sich wiederholt diesen Auflagen wiedersetze, sei aufgrund des zu vermutenden Rechtsmissbrauches die Sozialhilfe umgehend einzustellen. Ein entsprechender Beschluss mit Rechtsmittelbelehrung wÃ¼rde ihm dann zugestellt (Disp.-Ziff. 6). Gegen diese VerfÃ¼gung erhob A Rekurs an den Bezirksrat Y, welcher den Rekurs am 11. Februar 2004 abwies.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Die SozialbehÃ¶rde X erteilte dem Bezirksarzt-Stellvertreter Dr. med. B am 4. MÃ¤rz 2004 den Auftrag, ein Gutachten zur gesundheitlichen Situation von A in Bezug auf dessen ArbeitsfÃ¤higkeit zu erstellen. Gleichentags entband A Dr. med. B gegenÃ¼ber der Sozialabteilung X von seiner Schweigepflicht. In der Folge erschien A in Begleitung am 11. MÃ¤rz 2004 bei Dr. med. B zu einer Konsultation. Zwei weiteren Terminen am 20. MÃ¤rz und 1. April 2004 blieb er unentschuldigt fern. Der Gutachter befand am 13. April 2004, dass A ein Ã¤usserst unkooperativer Patient sei, der nicht fÃ¤hig sei, seine eigenen Angelegenheiten zu fÃ¼hren. Laut eigener Aussage habe er im rechten Sprunggelenk Schmerzen, deren Ursache fraglich sei. Der Gutachter kÃ¶nnte diese mangels Kooperation des Patienten nicht beurteilen. Nach Ansicht des Gutachters sei A nicht voll arbeitsunfÃ¤hig, eine Arbeit in beschrÃ¤nktem Mass (zum Beispiel Jobbus) kÃ¶nne ihm durchaus zugemutet werden. Den genauen Umfang kÃ¶nne er leider mangels Mitarbeit des Patienten nicht genau beurteilen, wÃ¼rde ihn aber vorlÃ¤ufig auf ca. 50 % festlegen. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>C. </span></b><span>Die SozialbehÃ¶rde X beschloss am 11. Mai 2004 die Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe per 31. Mai 2004. Einem allfÃ¤lligen Rekurs entzog sie die aufschiebende Wirkung. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diesen Beschluss erhob A am 6. Juni 2004 Rekurs an den Bezirksrat Y. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 26. Juli 2004 stellte der Bezirksrat die aufschiebende Wirkung des Rekurses wieder her. Am 8. September 2004 beschloss der Bezirksrat die Gutheissung des Rekurses. Er hob den Beschluss vom 11. Mai 2004 auf und wies die Sache zur weiteren AbklÃ¤rung im Sinne der ErwÃ¤gungen und anschliessenden neuen Beschlussfassung an die SozialbehÃ¶rde X zurÃ¼ck. Er erwog, die Voraussetzungen zur Leistungseinstellung seien zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Beschlusses nicht gegeben gewesen, was zur Gutheissung des Rekurses fÃ¼hre. Die SozialbehÃ¶rde werde aufgefordert abzuklÃ¤ren, welche TÃ¤tigkeiten dem Rekurrenten gegenwÃ¤rtig zumutbar seien. Im Anschluss an diese AbklÃ¤rung werde sie Ã¼ber das weitere Vorgehen neu zu beschliessen und dem Rekurrent insbesondere die Einstellung der Leistungen anzudrohen haben, falls er den dannzumal beschlossenen Anordnungen keine Folge leisten werde.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Hiergegen gelangte die SozialbehÃ¶rde X am 28. September 2004 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Sie beantragt die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids und die BestÃ¤tigung ihres eigenen Beschlusses vom 11. Mai 2004 betreffend Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe an A. Der Bezirksrat Y verzichtete auf eine Vernehmlassung. A liess sich nicht vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden im Sozialhilfebereich gestÃ¼tzt auf § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig. Bei Streitigkeiten Ã¼ber periodisch wiederkehrende Leistungen, namentlich im Bereich der Sozial- und Jugendhilfe, ist der Streitwert in der Regel der Summe dieser periodischen Leistungen wÃ¤hrend der Dauer von zwÃ¶lf Monaten gleichzusetzen (RB 1998 Nr. 21, Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 38 N. 5). Vorliegend geht es um die vollstÃ¤ndige Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe, welche sich zum Zeitpunkt der Einstellung aus dem Lebensunterhalt zum Tagesansatz von Fr. 25.- bis Fr. 30.-, dem Tagestarif fÃ¼r die Notschlafstelle Z und den Gesundheitskosten zusammensetzte. Aufgerechnet auf ein Jahr ergibt sich ein den Betrag von Fr. 20'000.- Ã¼bersteigender Streitwert, weshalb die Kammer zum Entscheid berufen ist (§ 38 Abs. 1 und Abs. 2 VRG). Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 23 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) kÃ¶nnen Sozialhilfeleistungen mit Auflagen und Weisungen verbunden werden, insbesondere ist es zulÃ¤ssig vom Hilfesuchenden eine Ã¤rztliche oder therapeutische Untersuchung oder Behandlung zu verlangen (§ 23 lit. b SHG). Befolgt der Hilfesuchende Anordnungen der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde nicht, insbesondere gibt er Ã¼ber seine VerhÃ¤ltnisse keine oder falsche Auskunft, verweigert er die Einsichtnahme in seine Unterlagen, verwendet er Leistungen unzweckmÃ¤ssig oder missachtet er Auflagen und Weisungen, kÃ¶nnen die Leistungen gekÃ¼rzt werden. Er muss zuvor auf die MÃ¶glichkeit einer LeistungskÃ¼rzung schriftlich hingewiesen worden sein, wobei ein solcher Hinweis mit der Anordnung verbunden werden kann (§ 24 SHG). § 24 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) konkretisiert die gestÃ¼tzt auf § 24 SHG zulÃ¤ssigen LeistungskÃ¼rzungen in quantitativer Hinsicht; danach darf dadurch der Lebensunterhalt des HilfeempfÃ¤ngers und seiner AngehÃ¶rigen nicht gefÃ¤hrdet werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Aus § 24 SHG und § 24 SHV kann nicht abgeleitet werden, die wirtschaftliche Hilfe dÃ¼rfe bei der Missachtung von Anordnungen lediglich gekÃ¼rzt, das heisst unter keinen UmstÃ¤nden vollstÃ¤ndig eingestellt werden. Geht es um Missachtung von Anordnungen, die geeignet sind, die Lage des HilfeempfÃ¤ngers zu verbessern, ist eine vollstÃ¤ndige Einstellung der Leistungen allenfalls zulÃ¤ssig, wenn sich der HilfeempfÃ¤nger beharrlich weigert, eine ihm zumutbare Arbeitsstelle zu suchen und anzutreten; diesfalls rechtfertigt sich der Schluss, es liege keine Notlage im Sinn von § 14 SHG, jedenfalls keine Notlage im Sinn von Art. 12 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 vor; denn zur Annahme einer solchen Notlage, die den verfassungsrechtlichen Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe auslÃ¶st, genÃ¼gt es nicht, dass die betroffene Person in Not gerÃ¤t; der verfassungsrechtliche Anspruch auf Nothilfe setzt zusÃ¤tzlich voraus, dass sie nicht in der Lage ist, fÃ¼r sich zu sorgen (vgl. BGr, 4. MÃ¤rz 2003, 2P.147/2002, E. 3.2). Geht es um die Missachtung von Anordnungen, die auf die AbklÃ¤rung der fÃ¼r die GewÃ¤hrung und Bemessung von Sozialhilfe massgebenden VerhÃ¤ltnisse abzielen (also prozessrechtlich um so genannte verfahrensleitende Anordnungen zur KlÃ¤rung des anspruchbegrÃ¼ndenden Sachverhalts), kann sich die Verweigerung oder die Einstellung von Sozialhilfe allenfalls dann rechtfertigen, wenn wegen der Missachtung der verfahrensleitenden Anordnung bestehende erhebliche Zweifel an der BedÃ¼rftigkeit nicht beseitigt werden kÃ¶nnen (Richtlinien der schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe in der Fassung vom Dezember 2002, Kap. A.8.4; Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch in der Fassung vom Januar 2004, herausgegeben vom Sozialamt des Kantons ZÃ¼rich, Ziff. 2.1.3 S. 3; VGr, 10. Juli 2003, VB.2003.00049, E. 4c, www.vgrzh.ch). Wenn Sozialhilfeleistungen unter den dargelegten engen Voraussetzungen nicht nur gekÃ¼rzt, sondern gÃ¤nzlich eingestellt werden, erweist sich dies â namentlich bei Missachtung von der AbklÃ¤rung der VerhÃ¤ltnisse dienenden Auflagen â auch insofern als verfassungsrechtlich unbedenklich, als es die betroffene Person unter solchen UmstÃ¤nden in der Hand hat, die Wiederaufnahme der Sozialhilfe durch ein kooperatives Verhalten herbeizufÃ¼hren (VGr, 2. Dezember 2004, E. 3.2, www.vgrzh.ch, zur Publikation im RB 2004 vorgesehen).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin begrÃ¼ndet die Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe damit, dass der Beschwerdegegner trotz intensiver BemÃ¼hungen ihrerseits, formeller Aufforderungen und Androhungen der Konsequenzen durch die SozialbehÃ¶rde seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen sei. Einerseits hÃ¤tte seine BedÃ¼rftigkeit bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht schlÃ¼ssig beurteilt werden kÃ¶nnen, weil er die dafÃ¼r notwendigen Unterlagen, wie zum Beispiel den Mietvertrag, einzureichen verweigere. Anderseits stelle sich der Beschwerdegegner auf den Standpunkt, er sei arbeitsunfÃ¤hig, weigere sich aber seine Behauptung durch Arztzeugnisse zu belegen. Er verweigere auch die Entbindung der Schweigepflicht der behandelnden Ãrzte gegenÃ¼ber der SozialbehÃ¶rde. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Soweit sich die SozialbehÃ¶rde auf den Standpunkt stellt, der Beschwerdegegner habe seine Mitwirkungspflicht dadurch verletzt, dass er die notwendigen Unterlagen zur AbklÃ¤rung seiner BedÃ¼rftigkeit nicht eingereicht habe, scheitert eine Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe an den formellen Voraussetzungen von § 24 SHG, wonach fÃ¼r die Missachtung von Auflagen und Weisungen eine LeistungskÃ¼rzung schriftlich angedroht werden muss. Auf eine solche LeistungskÃ¼rzung wurde der Beschwerdegegner jedoch in Hinblick auf das Einreichen der notwendigen Unterlagen nicht hingewiesen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Die SozialbehÃ¶rde begrÃ¼ndet ihre Leistungseinstellung denn auch in erster Linie damit, dass der Beschwerdegegner der Weisung, seine ArbeitsfÃ¤higkeit durch den Bezirksarzt-Stellvertreter abklÃ¤ren zu lassen, nicht nachgekommen sei. </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.3.1 </span></b><span>Die SozialbehÃ¶rde erteilte dem Beschwerdegegner zwecks nachhaltiger AbklÃ¤rung seiner ArbeitsfÃ¤higkeit und allfÃ¤lliger notwendigen medizinischen oder psychiatrischen Massnahmen mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 30. Dezember 2003 die Weisung, sich durch den Bezirksarzt begutachten zu lassen. Im Falle der Missachtung dieser Weisung wurde ihm die Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe angedroht. Einen hiergegen erhobenen Rekurs wies der Bezirksrat am 11. Februar 2004 ab. Damit erwuchs die VerfÃ¼gung vom 30. Dezember 2003 in formeller Rechtskraft, weshalb die ZulÃ¤ssigkeit der Weisung im vorliegenden Verfahren nicht mehr Ã¼berprÃ¼ft werden darf. Mit der Weisung wurde dem Beschwerdegegner die Leistungseinstellung angedroht, womit die formellen Voraussetzungen einer Leistungseinstellung gemÃ¤ss § 24 SHG erfÃ¼llt sind.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.3.2 </span></b><span>Umstritten ist zunÃ¤chst einmal, ob der Beschwerdegegner seiner Mitwirkungspflicht bezÃ¼glich einer Ã¤rztlichen Begutachtung nachgekommen ist. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdegegner sich am 4. MÃ¤rz 2004 mit einer Ã¤rztlichen Begutachtung durch den Bezirksarzt-Stellvertreter einverstanden erklÃ¤rt hat, indem er diesen gegenÃ¼ber der SozialbehÃ¶rde von seiner Ã¤rztlichen Schweigepflicht entband. Insbesondere erklÃ¤rte er sich auch implizit damit einverstanden, dass der Bezirksarzt-Stellvertreter seine ArbeitsfÃ¤higkeit abklÃ¤re. Der Gutachter erstellte sein Gutachten am 13. April 2004. Er stÃ¼tzte sein Gutachten auf diverse, ihm vorliegende medizinische Befunde und auf eine Konsultation vom 11. MÃ¤rz 2004. Eine zweite Konsultation fand nicht statt, da der Beschwerdegegner einer solchen zweimal unentschuldigt fernblieb. Das Gutachten ist deshalb auch lÃ¼ckenhaft. Der Gutachter gelangte zum Schluss, dass es sich beim Beschwerdegegner um einen Ã¤usserst unkooperativen Patienten handelt, der nicht fÃ¤hig sei, seine eigenen Angelegenheiten zu fÃ¼hren. Ebenfalls seien die Schmerzen des Patienten im rechten Sprunggelenk mangels Kooperation des Beschwerdegegners nicht zu beurteilen. Die Frage, ob der Beschwerdegegner arbeitsunfÃ¤hig sei, beantwortete der Gutachter dahingehend, dass er denke, dass der Beschwerdegegner nicht voll arbeitsunfÃ¤hig sei, dass ihm eine Arbeit in beschrÃ¤nktem Mass durchaus zugemutet werden kÃ¶nne. Den genauen Umfang kÃ¶nne er leider mangels Mitarbeit des Patienten nicht genau beurteilen, wÃ¼rde ihn aber vorlÃ¤ufig auf ca. 50 % festlegen.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.3.3 </span></b><span>Die Vorinstanz erwog, dass das Gutachten des Bezirksarzt-Stellvertreters aussagekrÃ¤ftig sei, obwohl der Arzt mangels Erscheinen seines Klienten keine weiteren AbklÃ¤rungen vornehmen konnte. Folglich habe sich bezÃ¼glich Mitwirkungspflicht insofern etwas geÃ¤ndert, als die ArbeitsunfÃ¤higkeit im Zeitpunkt des angefochtenen Beschlusses hÃ¤tte festgelegt werden kÃ¶nnen. Der Gutachter habe nÃ¤mlich festgestellt, dass der Beschwerdegegner 50 % arbeitsfÃ¤hig sei. Damit seien die Voraussetzungen zur Leistungseinstellung nicht erfÃ¼llt gewesen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht hiergegen geltend, dass der Beschwerdegegner seine Mitwirkungspflicht nicht erfÃ¼llt habe, da er nur einen Termin wahrgenommen habe, wÃ¤hrend er die weiteren Termine verpasst habe. Dies insbesondere unter dem Aspekt, dass der Bezirksarzt-Stellvertreter von der SozialbehÃ¶rde nicht den Auftrag einer Kurzbeurteilung der ArbeitsfÃ¤higkeit des Beschwerdegegners, sondern eine umfassende Begutachtung des Beschwerdegegners vornehmen sollte. Ausserdem ist sie der Meinung, dass die Angaben im Gutachten betreffend ArbeitsfÃ¤higkeit des Beschwerdegegners nicht aussagekrÃ¤ftig seien.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.3.4 </span></b><span>Die SozialbehÃ¶rde begrÃ¼ndete die Anordnung einer Begutachtung in ihrer PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 30. Dezember 2003 in erster Linie damit, dass die ArbeitsfÃ¤higkeit des Beschwerdegegners abgeklÃ¤rt werde. Auch aus der Entbindung der Schweigepflicht durch den Beschwerdegenger ergibt sich, dass es bei der Begutachtung vor allem darum ging, die ArbeitsfÃ¤higkeit des Beschwerdegegners abzuklÃ¤ren. Die Weisung, sich begutachten zu lassen, hat somit keinen Selbstzweck, sondern diente dazu, die ArbeitsfÃ¤higkeit des Beschwerdegegners abklÃ¤ren zu lassen. Gelang es demnach dem Gutachter die ArbeitsfÃ¤higkeit des Beschwerdegegners abzuklÃ¤ren, spielt es keine Rolle, ob sich der Beschwerdegegner bei der Begutachtung kooperativ zeigte oder nicht. Eine Einstellung der Sozialhilfeleistungen alleine deswegen, weil der Beschwerdegegner bei der Begutachtung nicht hinreichend mitgewirkt hat, ist unzulÃ¤ssig, wenn der Gutachter die ArbeitsfÃ¤higkeit trotz mangelnder Kooperation feststellen konnte.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.3.5 </span></b><span>Zu prÃ¼fen ist demnach, ob das Gutachten auf die Frage der ArbeitsfÃ¤higkeit des Beschwerdegegners eine hinreichende Antwort gibt. Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, dass sich aus dem Gutachten entnehmen lasse, dass der Beschwerdegegner zu 50 % arbeitsfÃ¤hig sei. Diese Beurteilung der Vorinstanz ist vertretbar. Auch wenn der Gutachter keine vollstÃ¤ndige Beurteilung des Beschwerdegegners vornehmen konnte, stellte er insbesondere gestÃ¼tzt auf die ihm vorliegenden medizinischen Akten offensichtlich fest, dass der Beschwerdegegner zwar nicht vollstÃ¤ndig, aber zumindest teilweise arbeitsfÃ¤hig sei, ansonsten er die Frage nach der ArbeitsfÃ¤higkeit nicht hÃ¤tte beantworten dÃ¼rfen. Diese EinschÃ¤tzung findet ihre BestÃ¤tigung in der Beurteilung durch Dr. med. C von der Klinik D, der zum Ergebnis gelangte, dass dem Beschwerdegegner eine sitzende TÃ¤tigkeit mÃ¶glich sein sollte, wÃ¤hrend er Ã¼ber die MÃ¶glichkeit einer stehenden TÃ¤tigkeit zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft geben konnte. Damit besteht fÃ¼r das auf Rechtskontrolle beschrÃ¤nkte Verwaltungsgericht kein Anlass einzugreifen (§ 50 VRG). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Schliesslich begrÃ¼ndet die SozialbehÃ¶rde ihre Leistungseinstellung auch damit, dass der Beschwerdegegner aufgrund der PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 30. Dezember 2003 verpflichtet sei, umgehend die BeschÃ¤ftigung beim Einsatzprojekt Jobbus aufzunehmen, sobald seine ArbeitsfÃ¤higkeit feststehe. Dabei verkennt die BeschwerdefÃ¼hrerin, dass dem Beschwerdegegner zum Zeitpunkt der streitbetroffenen VerfÃ¼gung vom 11. Mai 2004 das Gutachten vom 13. April 2004 gar noch nicht bekannt gemacht worden war (vgl. Schreiben des Beschwerdegegners vom 17. August 2004). Der BeschwerdefÃ¼hrer wusste am 11. Mai 2004 also noch nicht, dass der Bezirksarzt-Stellvertreter festgestellt hatte, dass er zu 50 % arbeitsfÃ¤hig sei. Damit kann ihm aber auch nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er am 11. Mai 2004 noch keine BeschÃ¤ftigung beim Einsatzprojekt Jobbus aufgenommen hat. Entgegen der Auffassung des Bezirksrats muss die SozialbehÃ¶rde jedoch nicht mehr eine neue Weisung erteilen, worin der Beschwerdegegner aufgefordert wird, am Einsatzprojekt Jobbus teilzunehmen, da â wie die SozialbehÃ¶rde zu Recht ausfÃ¼hrt â die PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 30. Dezember 2003 immer noch ihre GÃ¼ltigkeit hat. Nachdem dem BeschwerdefÃ¼hrer nun bekannt ist, dass das Gutachten des Bezirksarzt-Stellvertreters ergab, dass er zu 50 % arbeitsfÃ¤hig sei, ist er gestÃ¼tzt auf Disp.-Ziff. 2 der PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 30. Dezember 2003 verpflichtet, sich unverzÃ¼glich beim Einsatzprojekt Jobbus zu melden, da gemÃ¤ss aktueller Aktenlage kein Arztzeugnis besteht, dass ihm eine ArbeitsunfÃ¤higkeit von mehr als 50 % attestiert. Sollte der Beschwerdegegner dieser Pflicht nicht nachkommen, kÃ¶nnte die BeschwerdefÃ¼hrerin die Sozialhilfe mit neuem Beschluss einstellen. Im Ãbrigen kann angemerkt werden, dass es der SozialbehÃ¶rde natÃ¼rlich unbenommen ist, die ArbeitsfÃ¤higkeit des Beschwerdegegners erneut abklÃ¤ren zu lassen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen. Da die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼berwiegend unterliegt, rechtfertigt es sich, ihr die Kosten dieses Verfahrens gesamthaft aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird im Sinne der ErwÃ¤gungen teilweise gutgeheissen. Im Ãbrigen wird sie abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 800.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 860.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Urteilstext"><span>4. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>