<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 2 S.27</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Zivilrecht</span> <span class="page_no">27</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>2</b></span> <span class="ft1"><b>Art. 310 Abs.</b></span> <span class="ft1"><b>1, 314a Abs.</b></span> <span class="ft1"><b>1 und 2 und 405a Abs.</b></span> <span class="ft1"><b>1 - 3 ZGB.</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Unterbringung des Kindes in einer Anstalt durch Beschluss der</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Vormundschaftsbehörde (Art. 420 Abs. 2 ZGB). Rechtsmittel.</b></span><br/> <span class="ft1"><b>1. Die durch Beschluss der Vormundschaftsbehörde angeordnete Unter-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>bringung eines elterlicher Sorge unterstehenden Kindes in einer Anstalt</b></span><br/> <span class="ft1"><b>ist als Eingriff in das elterliche Sorgerecht ein Obhutsentzug gemäss</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Art. 310 Abs. 1 ZGB.</b></span><br/> <span class="ft1"><b>2. Einem solchen gleich steht die durch Beschluss der Vormundschaftsbe-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>hörde angeordnete Unterbringung eines unter Vormundschaft (Art. 368</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Abs. 1 ZGB) der Fürsorge des Vormunds (Art. 405 Abs. 2 ZGB) unterste-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>henden Kindes in einer Anstalt (Art. 405a Abs. 1 ZGB).</b></span><br/> <span class="ft1"><b>3. Zuständig zur gerichtlichen Beurteilung der durch Beschluss der Vor-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>mundschaftsbehörde (Art. 420 Abs. 2 ZGB) angeordneten Unterbringung</b></span><br/> <span class="ft1"><b>des Kindes in einer Anstalt auf Begehren der Eltern oder des über 16 Jah-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>re alten Kindes (Art. 314a Abs. 1 und 2 bzw. Art. 405a Abs. 2 und 3 ZGB)</b></span><br/> <span class="ft1"><b>ist die Kammer für Vormundschaftswesen des Obergerichts als zweitin-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>stanzliche vormundschaftliche Aufsichtsbehörde und gerichtliche Be-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>schwerdeinstanz.</b></span><br/> <span class="ft1"><b>4. Diese kann dagegen binnen zehn Tagen mit Beschwerde (Art. 420</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Abs. 2 ZGB) direkt angerufen werden (Art. 314a Abs. 1 und 2 bzw. 405a</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Abs. 2 und 3 i.V.m. Art. 397d ZGB).</b></span><br/> <br/> <span class="ft2">Aus dem Entscheid des Obergerichts, Kammer für Vormundschaftswesen,</span><br/> <span class="ft2">vom 20. Dezember 2004</span><br/> <br/> <span class="ft3"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft4">1. Das ZGB unterscheidet zwischen unmündigen, d.h. in seiner</span><br/> <span class="ft4">Terminologie als "Kind" bezeichneten Personen ab Geburt bis zum</span><br/> <span class="ft4">zurückgelegten 18. Altersjahr einerseits und mündigen Personen ab</span><br/> <span class="ft4">zurückgelegtem 18. Altersjahr, sog. Erwachsenen, andererseits (vgl.</span><br/> <span class="ft4">Art. 14 ZGB). Es regelt dementsprechend einerseits im dritten Ab-</span><br/> <span class="ft4">schnitt unter dem Titel "Die elterliche Sorge" (Art. 296 ff. ZGB) den</span><br/> <span class="ft4">Kindesschutz durch Kindesschutzmassnahmen (Art. 307 bis 312</span><br/> <span class="ft4">ZGB) mit Zuständigkeits- und Verfahrensvorschriften (Art. 313 bis</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">28</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">317 ZGB) und andererseits im Vormundschaftsrecht (Art. 360 ff.</span><br/> <span class="ft4">ZGB) den Erwachsenenschutz durch vormundschaftliche Massnah-</span><br/> <span class="ft4">men (Art. 369 und 370 i.V.m. Art. 385 Abs. 1, 386 und 392 bis 395</span><br/> <span class="ft4">ZGB) mit Zuständigkeits- und Verfahrensvorschriften (Art. 374, 376</span><br/> <span class="ft4">und 396/397 ZGB) und die fürsorgerische Freiheitsentziehung durch</span><br/> <span class="ft4">die unter diesem Titel in Art. 397a ff. ZGB geregelte Anstaltsunter-</span><br/> <span class="ft4">bringung mündiger oder entmündigter Personen mit Zuständigkeits-</span><br/> <span class="ft4">und Verfahrensvorschriften (Art. 397b bis 397f ZGB), u.a. der Vor-</span><br/> <span class="ft4">schrift des Art. 397b ZGB, dass "die betroffene oder eine ihr nahe</span><br/> <span class="ft4">stehende Person ... gegen den Entscheid innert zehn Tagen nach der</span><br/> <span class="ft4">Mitteilung schriftlich den Richter anrufen" kann (Abs. 1) und "dieses</span><br/> <span class="ft4">Recht ... auch bei Abweisung eines Entlassungsgesuchs" besteht</span><br/> <span class="ft4">(Abs. 2).</span><br/> <span class="ft4">2. a) Das ZGB regelt im dritten Abschnitt "Die elterliche Sorge"</span><br/> <span class="ft4">(Art. 296 ff. ZGB) unter dem Titel "C. Kindesschutz" (Art. 307 bis</span><br/> <span class="ft4">317 ZGB) den Kindesschutz durch die dort vorgesehenen Kindes-</span><br/> <span class="ft4">schutzmassnahmen (Art. 307 bis 312 ZGB) abschliessend. Danach</span><br/> <span class="ft4">unterstehen Kinder, solange sie unmündig sind, der elterlichen Sorge</span><br/> <span class="ft4">(Art. 296 Abs. 1 ZGB) und damit der Entscheidungs- und Erzie-</span><br/> <span class="ft4">hungsgewalt sowie gesetzlichen Vertretung des Inhabers der elterli-</span><br/> <span class="ft4">chen Sorge (Art. 297 Abs. 1 bzw. 298 Abs. 1 i.V.m. Art. 301 bis 304</span><br/> <span class="ft4">ZGB). Sie sind diesem gegenüber gehorsamspflichtig (Art. 301</span><br/> <span class="ft4">Abs. 2 ZGB) und vor diesem bei Gefährdung des Kindeswohls durch</span><br/> <span class="ft4">unsachgemässe oder pflichtwidrige Ausübung des elterlichen Sorge-</span><br/> <span class="ft4">rechts durch die in Art. 307 bis 312 ZGB abschliessend vorgesehe-</span><br/> <span class="ft4">nen Kindesschutzmassnahmen geschützt. Diese Kindesschutzmass-</span><br/> <span class="ft4">nahmen bestehen in einem Eingriff in das elterliche Sorgerecht, der</span><br/> <span class="ft4">von einer blossen Anweisung für die Ausübung des elterlichen Sor-</span><br/> <span class="ft4">gerechts (Art. 307 ZGB) aus und über dessen Beschränkung durch</span><br/> <span class="ft4">eine Beistandschaft (Art. 308/309 ZGB) und die Aufhebung der</span><br/> <span class="ft4">elterlichen Obhut durch Unterbringung des Kindes an einem Drittort</span><br/> <span class="ft4">(Art.</span> <span class="ft4">310 ZGB) bis hin zur Entziehung der elterlichen Sorge</span><br/> <span class="ft4">(Art. 311 bzw. 312 ZGB) gehen kann.</span><br/> <span class="ft4">b) Art. 310 Abs. 1 ZGB sieht unter dem Titel "Aufhebung der</span><br/> <span class="ft4">elterlichen Obhut" als zweiteinschneidenste Massnahme vor der Ent-</span><br/> <span class="ft4">ziehung der elterlichen Sorge (Art. 311 bzw. 312 ZGB) vor:</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Zivilrecht</span> <span class="page_no">29</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <br/> <span class="ft4">"</span><span class="ft5"><sup>1</sup></span> <span class="ft4">Kann der Gefährdung des Kindes nicht anders be-</span><br/> <span class="ft4">gegnet werden, so hat die Vormundschaftsbehörde es</span><br/> <span class="ft4">den Eltern, oder wenn es sich bei Dritten befindet,</span><br/> <span class="ft4">diesen wegzunehmen und in angemessener Weise</span><br/> <span class="ft4">unterzubringen.</span><br/> <span class="ft5"><sup>2</sup></span> <span class="ft4">Die gleiche Anordnung trifft die Vormundschaftsbe-</span><br/> <span class="ft4">hörde auf Begehren der Eltern oder des Kindes,</span><br/> <span class="ft4">wenn das Verhältnis so schwer gestört ist, dass das</span><br/> <span class="ft4">Verbleiben des Kindes im gemeinsamen Haushalt</span><br/> <span class="ft4">unzumutbar geworden ist und nach den Umständen</span><br/> <span class="ft4">nicht anders geholfen werden kann.</span><br/> <span class="ft5"><sup>3</sup></span> <span class="ft4">Hat das Kind längere Zeit bei Pflegeeltern gelebt, so</span><br/> <span class="ft4">kann die Vormundschaftsbehörde den Eltern seine</span><br/> <span class="ft4">Rücknahme untersagen, wenn diese die Entwicklung</span><br/> <span class="ft4">des Kindes ernstlich zu gefährden droht."</span><br/> <br/> <span class="ft4">Die Kindesschutzmassnahme der Entziehung der elterlichen</span><br/> <span class="ft4">Obhut (Art. 310 ZGB) besteht in einem das Aufenthaltsbestim-</span><br/> <span class="ft4">mungsrecht der Kindseltern für das Kind aufhebenden Eingriff in das</span><br/> <span class="ft4">elterliche Sorgerecht durch Fremdplatzierung des Kindes an einem</span><br/> <span class="ft4">Drittort, wobei dieser auch eine Anstalt sein kann und darunter ge-</span><br/> <span class="ft4">mäss Art. 314a Abs. 1 ZGB - wie übrigens auch gemäss Art. 397a</span><br/> <span class="ft4">Abs. 1 ZGB - eine Erziehungs-, Versorgungs-, Heil- oder Strafanstalt</span><br/> <span class="ft4">zu verstehen ist (Art. 26 ZGB; vgl. zum Begriff der "Anstalt": BGE</span><br/> <span class="ft4">121 III 306). Dabei kann die Kindesschutzmassnahme der Entzie-</span><br/> <span class="ft4">hung der elterlichen Obhut gemäss Art. 310 ZGB, weil die Entzie-</span><br/> <span class="ft4">hung der elterlichen Obhut ohne Fremdplatzierung des Kindes an</span><br/> <span class="ft4">einem Drittort keine Entziehung der elterlichen Obhut sein kann, nur</span><br/> <span class="ft4">durch Anordnung der Fremdplatzierung des Kindes an einen Drittort,</span><br/> <span class="ft4">in einer Pflegefamilie, Anstalt oder sonstigen Unterkunft ausserhalb</span><br/> <span class="ft4">des Wohn- oder Aufenthaltsorts des Inhabers der elterlichen Sorge,</span><br/> <span class="ft4">erlassen werden (AGVE 1991 Nr. 26 S. 524; BGE 5C.84/2001 i.S. A.</span><br/> <span class="ft4">und B. gegen Obergericht des Kt. TG).</span><br/> <span class="ft4">c) Zuständig zur Anordnung und Abänderung von Kindes-</span><br/> <span class="ft4">schutzmassnahmen (Art. 307 bis 312 und Art. 313 ZGB) sind gemäss</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">30</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">Art. 315 Abs. 1 ZGB grundsätzlich die vormundschaftlichen Be-</span><br/> <span class="ft4">hörden am gesetzlichen Wohnsitz des Kindes (Art. 25 Abs. 1 bzw. 2</span><br/> <span class="ft4">ZGB) sowie - ausnahmsweise - nach eingeleitetem gerichtlichem</span><br/> <span class="ft4">Verfahren der Eheschutz- oder Ehescheidungsrichter (Art. 315a und</span><br/> <span class="ft4">315b ZGB), der nach Auflösung des gemeinsamen ehelichen Haus-</span><br/> <span class="ft4">halts über die Zuteilung der elterlichen Obhut oder Sorge (Art. 297</span><br/> <span class="ft4">Abs. 2 ZGB) und damit auch über damit zusammen - und davon</span><br/> <span class="ft4">abhängige Kindesschutzmassnahmen zu entscheiden sowie mit deren</span><br/> <span class="ft4">Vollziehung die Vormundschaftsbehörde zu betrauen hat (Art.315a</span><br/> <span class="ft4">Abs. 1 und 2 und 315b Abs. 1 ZGB). Das ZGB erklärt damit zur</span><br/> <span class="ft4">Anordnung und Abänderung von Kindesschutzmassnahmen aus-</span><br/> <span class="ft4">schliesslich die vormundschaftlichen Behörden sowie nach eingelei-</span><br/> <span class="ft4">tetem gerichtlichem Verfahren den Eheschutz- oder Ehescheidungs-</span><br/> <span class="ft4">richter zuständig und enthält ausser diesen Zuständigkeits- auch Ver-</span><br/> <span class="ft4">fahrensvorschriften für die Anordnung und Sicherung der unverzüg-</span><br/> <span class="ft4">lichen Vollziehung von Kindesschutzmassnahmen (Art. 314 Ziff. 1</span><br/> <span class="ft4">und 2 ZGB). Dabei ist zuständig zur Anordnung und Abänderung</span><br/> <span class="ft4">von Kindesschutzmassnahmen ausserhalb des gerichtlichen Verfah-</span><br/> <span class="ft4">rens vor dem Eheschutz- oder Ehescheidungsrichter grundsätzlich</span><br/> <span class="ft4">die Vormundschaftsbehörde (Art. 307 bis 310 und 312 ZGB) sowie</span><br/> <span class="ft4">für die Kindesschutzmassnahme der Entziehung der elterlichen Sor-</span><br/> <span class="ft4">ge gemäss Art. 311 ZGB die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde</span><br/> <span class="ft4">und deren Entscheid sowie der Beschluss der Vormundschaftsbehör-</span><br/> <span class="ft4">de über eine Kindesschutzmassnahme (Art. 420 Abs. 2 ZGB) mit</span><br/> <span class="ft4">vormundschaftlicher Beschwerde (Art. 420 ZGB) an die Kammer für</span><br/> <span class="ft4">Vormundschaftswesen des Obergerichts weiterziehbar (Art.</span> <span class="ft4">420</span><br/> <span class="ft4">Abs. 2 und Art. 420/315 Abs. 2 ZGB i.V.m. §§ 2 Abs. 2 Bst. c und</span><br/> <span class="ft4">55c Abs. 4 EGZGB).</span><br/> <span class="ft4">3. Das ZGB sieht sodann in der im vierten Abschnitt "Die elter-</span><br/> <span class="ft4">liche Sorge" unter dem Titel "C. Kindesschutz" befindlichen Vor-</span><br/> <span class="ft4">schrift des Art. 314a Abs. 1 ZGB sowie im Vormundschaftsrecht in</span><br/> <span class="ft4">Art. 405a Abs. 1 ZGB vor, dass dann, wenn das Kind durch be-</span><br/> <span class="ft4">schwerdefähigen Beschluss der Vormundschaftsbehörde (Art. 420</span><br/> <span class="ft4">Abs. 2 ZGB) - allenfalls auf Veranlassung einer vormundschaftlichen</span><br/> <span class="ft4">Aufsichtsbehörde - bzw. im Rahmen einer Vormundschaft (Art. 368</span><br/> <span class="ft4">Abs. 1 ZGB) auf Antrag des Vormunds - nach allenfalls von diesem</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Zivilrecht</span> <span class="page_no">31</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">vorsorglich angeordneter Anstaltseinweisung - in einer Anstalt unter-</span><br/> <span class="ft4">gebracht wird, "die Vorschriften über die gerichtliche Beurteilung</span><br/> <span class="ft4">und das Verfahren bei fürsorgerischer Freiheitsentziehung gegenüber</span><br/> <span class="ft4">mündigen oder entmündigten Personen sinngemäss" gelten</span><br/> <span class="ft4">(Art. 314a Abs. 1 bzw. Art. 405a Abs. 2 ZGB) und dass "das Kind",</span><br/> <span class="ft4">das "das 16. Altersjahr noch nicht zurückgelegt" hat, "nicht selber</span><br/> <span class="ft4">gerichtliche Beurteilung verlangen" kann (Art. 314a Abs. 2 bzw.</span><br/> <span class="ft4">Art. 405a Abs. 3 ZGB). Damit ist gesagt, dass in Fällen, in denen ei-</span><br/> <span class="ft4">ne Vormundschaftsbehörde durch beschwerdefähigen Beschluss</span><br/> <span class="ft4">(Art. 420 Abs. 2 ZGB) die Kindesschutzmassname des Obhutsent-</span><br/> <span class="ft4">zugs durch Unterbringung des Kindes in einer Anstalt (Art. 310</span><br/> <span class="ft4">ZGB) oder im Rahmen einer Vormundschaft (Art. 368 Abs. 1 ZGB)</span><br/> <span class="ft4">auf Antrag des Vormunds die Unterbringung des Kindes in einer An-</span><br/> <span class="ft4">stalt angeordnet hat, die Vorschriften und das Verfahren bei fürsorge-</span><br/> <span class="ft4">rischer Freiheitsentziehung gegenüber mündigen und entmündigten</span><br/> <span class="ft4">Personen (Art. 397a ff. ZGB) mit der dort vorgesehenen gerichtli-</span><br/> <span class="ft4">chen Beurteilung bzw. Überprüfung der Anstaltseinweisung durch</span><br/> <span class="ft4">den Richter (Art. 397d ZGB) "sinngemäss" gelten (Art. 314a Abs. 1</span><br/> <span class="ft4">bzw. Art. 405a Abs. 2 ZGB), wobei neben den betroffenen Kinds-</span><br/> <span class="ft4">eltern das Kind nach dessen zurückgelegtem sechzehntem Altersjahr</span><br/> <span class="ft4">selbständig gerichtliche Beurteilung verlangen kann.</span><br/> <span class="ft4">a) Das ZGB verlangt mit der vorgeschriebenen gerichtlichen</span><br/> <span class="ft4">Beurteilung in sinngemässer Anwendung der Vorschriften über die</span><br/> <span class="ft4">fürsorgerische Freiheitsentziehung gegenüber mündigen und ent-</span><br/> <span class="ft4">mündigten Personen (Art. 314a Abs. 1 und Art. 405a Abs. 2 ZGB)</span><br/> <span class="ft4">die Überprüfung der durch beschwerdefähigen Beschluss der Vor-</span><br/> <span class="ft4">mundschaftsbehörde (Art. 420 Abs. 2 ZGB) angeordneten Unter-</span><br/> <span class="ft4">bringung des Kindes in einer Anstalt durch den Richter auf Begehren</span><br/> <span class="ft4">der Kindseltern oder des Kindes nach dessen zurückgelegtem 16. Al-</span><br/> <span class="ft4">tersjahr und damit ein zur richterlichen Überprüfung einer solchen</span><br/> <span class="ft4">vormundschaftsbehördlichen Anordnung führendes Rechtsmittel.</span><br/> <span class="ft4">Diesem gesetzlichen Erfordernis ist Genüge getan, wenn die zweitin-</span><br/> <span class="ft4">stanzliche vormundschaftliche Aufsichtsbehörde eine richterliche</span><br/> <span class="ft4">Instanz ist, an die die durch beschwerdefähigen Beschluss der Vor-</span><br/> <span class="ft4">mundschaftsbehörde (Art. 420 Abs. 2 ZGB) angeordnete Unterbrin-</span><br/> <span class="ft4">gung des Kindes in einer Anstalt mit dem Rechtsmittel der vormund-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">32</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">schaftlichen Beschwerde binnen zehn Tagen (Art. 420 i.V.m. Art.</span><br/> <span class="ft4">314a Abs. 1/397b ZGB) weitergezogen werden kann und die darüber</span><br/> <span class="ft4">in freier richterlicher Kognition entscheidet.</span><br/> <span class="ft4">b) Im Kanton Aargau ist zweitinstanzliche vormundschaftliche</span><br/> <span class="ft4">Aufsichtsbehörde die Kammer für Vormundschaftswesen des Ober-</span><br/> <span class="ft4">gerichts (Art. 361 Abs. 2 ZGB i.V.m. § 59 Abs. 4 EGZGB und</span><br/> <span class="ft4">§§ 26/27 GOD), d.h. eine richterliche Instanz, die in gesetzlicher</span><br/> <span class="ft4">Doppelfunktion Aufsichts- und Beschwerdeinstanz sowie als solche</span><br/> <span class="ft4">zur Überprüfung der mit Beschwerde an sie weitergezogenen Be-</span><br/> <span class="ft4">schlüsse der Vormundschaftsbehörden (Art. 420 Abs. 2 ZGB) und</span><br/> <span class="ft4">Entscheide der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörden zuständig ist</span><br/> <span class="ft4">(Art. 420 ZGB i.V.m. §§ 2 Abs. 2 Bst. c und 55c EGZGB). Damit ist</span><br/> <span class="ft4">die in Art. 314a Abs. 1 bzw. Art. 405a Abs. 2 ZGB vorgeschriebene</span><br/> <span class="ft4">gerichtliche Beurteilung einer durch beschwerdefähigen Beschluss</span><br/> <span class="ft4">der Vormundschaftsbehörde (Art. 420 Abs. 2 ZGB) mit der Kindes-</span><br/> <span class="ft4">schutzmassnahme des Obhutsentzugs (Art. 310 ZGB) oder im Rah-</span><br/> <span class="ft4">men einer Vormundschaft (Art. 368 Abs. 1 ZGB) auf Antrag des</span><br/> <span class="ft4">Vormunds (Art. 405a Abs. 1 ZGB) angeordneten Unterbringung des</span><br/> <span class="ft4">Kindes in einer Anstalt durch eine richterliche Instanz sichergestellt</span><br/> <span class="ft4">(Gottlieb Iberg, aus der Praxis zur fürsorgerischen Freiheitsentzie-</span><br/> <span class="ft4">hung, in: SJZ 1983, Jg. 79, S. 293 f., insbes. Anm. 3). Die Kammer</span><br/> <span class="ft4">für Vormundschaftswesen des Obergerichts ist danach als zweitin-</span><br/> <span class="ft4">stanzliche vormundschaftliche Aufsichtsbehörde und gerichtliche</span><br/> <span class="ft4">Beschwerdeinstanz im Rahmen ihrer gemäss gesetzlicher Zuständig-</span><br/> <span class="ft4">keitsordnung (Art. 420 und 361 Abs. 2 ZGB/§ 59 Abs. 4 EGZGB</span><br/> <span class="ft4">i.V.m. §§ 2 Abs. 2 Bst. c und 55c Abs. 4 EGZGB) vorgegebenen</span><br/> <span class="ft4">Zuständigkeit zur Beurteilung von Beschwerden gegen die nach dem</span><br/> <span class="ft4">Entscheid der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörde an sie weiter-</span><br/> <span class="ft4">gezogenen Beschlüsse der Vormundschaftsbehörden (Art. 420 Abs. 2</span><br/> <span class="ft4">ZGB) auch zur Beurteilung der mit einem solchen angeordneten Un-</span><br/> <span class="ft4">terbringung eines Kindes in einer Anstalt (Art. 310 bzw. 405a Abs. 1</span><br/> <span class="ft4">ZGB) zuständig und kann gegen eine solche vormundschaftsbehörd-</span><br/> <span class="ft4">liche Anordnung nach Massgabe des Art. 314a Abs. 1 bzw. 405a Abs.</span><br/> <span class="ft4">2 ZGB mit vormundschaftlicher Beschwerde binnen zehn Tagen</span><br/> <span class="ft4">direkt angerufen werden (Art. 420 ZGB; Art. 314a Abs. 1 bzw. 405a</span><br/> <span class="ft4">Abs. 2 i.V.m. Art. 397d ZGB), was für die bundesrechtlich vorge-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Zivilrecht</span> <span class="page_no">33</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">schriebene richterliche Überprüfung einer solchen Anordnung genügt</span><br/> <span class="ft4">(vgl. dazu BGE 121 III 306, auch BGE 5C.84/2001 vom 7. Mai 2001</span><br/> <span class="ft4">i.S. A. und B. gegen Obergericht des Kt. TG und BGE 5C.302/2001</span><br/> <span class="ft4">vom 15. Januar 2002 i.S. Z. gegen Verwaltungsgericht des Kt. BL).</span><br/> <span class="ft4">c) Die Zuständigkeit zur gerichtlichen Beurteilung bzw. Über-</span><br/> <span class="ft4">prüfung einer durch beschwerdefähigen Beschluss der Vormund-</span><br/> <span class="ft4">schaftsbehörde (Art. 420 Abs. 2 ZGB) angeordneten Unterbringung</span><br/> <span class="ft4">des Kindes in einer Anstalt (Art. 310 bzw. 368 Abs. 1 i.V.m. Art.</span><br/> <span class="ft4">405a Abs. 1 ZGB) liegt aus folgenden Gründen bei der Kammer für</span><br/> <span class="ft4">Vormundschaftswesen des Obergerichts:</span><br/> <span class="ft4">aa) Auszugehen ist davon, dass die Unterbringung eines Kindes</span><br/> <span class="ft4">in einer Anstalt, sofern sie nicht nach dem Tod der sorgeberechtigten</span><br/> <span class="ft4">Kindseltern oder nach rechtskräftig erlassener Kindesschutzmass-</span><br/> <span class="ft4">nahme der Entziehung der elterlichen Sorge (Art. 311 bzw. 312</span><br/> <span class="ft4">ZGB) im Rahmen einer Vormundschaft (Art. 368 Abs. 1 i.V.m.</span><br/> <span class="ft4">Art. 405a Abs. 1 ZGB) erfolgt, nur mit einem Eingriff in die elterli-</span><br/> <span class="ft4">che Sorge durch die Kindesschutzmassnahme des Obhutsentzugs</span><br/> <span class="ft4">(Art. 310 ZGB) angeordnet werden kann, die in der Fremdplatzie-</span><br/> <span class="ft4">rung des Kindes besteht. Diese Kindesschutzmassnahme ist ein in</span><br/> <span class="ft4">der Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Kindseltern</span><br/> <span class="ft4">für das Kind bestehender Eingriff in die elterliche Sorge durch</span><br/> <span class="ft4">Fremdplatzierung des Kindes, setzt eine Gefährdung des Kindes-</span><br/> <span class="ft4">wohls bei weiterem Verbleib des Kindes in der Obhut der sorgebe-</span><br/> <span class="ft4">rechtigten Kindseltern voraus, kann mit dem Rechtsmittel der Be-</span><br/> <span class="ft4">schwerde an die vormundschaftlichen Aufsichtsbehörden (Art. 420</span><br/> <span class="ft4">Abs. 2 bzw. 420/361 Abs. 2 ZGB i.V.m. §§ 59 Abs. 4 und 2 Abs. 2</span><br/> <span class="ft4">Bst. c EGZGB), in dessen Rahmen die Kindesgefährdung und Eig-</span><br/> <span class="ft4">nung der sorgeberechtigten Kindseltern zur Ausübung der elterlichen</span><br/> <span class="ft4">Obhut zu überprüfen ist, beanstandet werden und muss im Falle des</span><br/> <span class="ft4">Obhutsentzugs durch Unterbringung des Kindes in einer Anstalt mit</span><br/> <span class="ft4">einem insoweit zur gerichtlichen Beurteilung führenden Rechtsmittel</span><br/> <span class="ft4">binnen zehn Tagen angefochten werden können (Art. 314a Abs. 1</span><br/> <span class="ft4">i.V.m. Art. 397d ZGB). Eine Gabelung des Rechtswegs mit Zustän-</span><br/> <span class="ft4">digkeit der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörden zur Überprüfung</span><br/> <span class="ft4">der Kindesgefährdung und Eignung der sorgeberechtigten Kinds-</span><br/> <span class="ft4">eltern zur Ausübung der elterlichen Obhut auf dem Beschwerdeweg</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">34</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">und Zuständigkeit des - zur gerichtlichen Überprüfung der fürsorge-</span><br/> <span class="ft4">rischen Freiheitsentziehung für "eine unmündige oder entmündigte</span><br/> <span class="ft4">Person" (Art. 397a Abs. 1 ZGB) zuständigen (§ 67o EGZGB) - Ver-</span><br/> <span class="ft4">waltungsgerichts zur gerichtlichen Beurteilung der angeordneten Un-</span><br/> <span class="ft4">terbringung des Kindes in einer Anstalt ist bundesrechtlich unzuläs-</span><br/> <span class="ft4">sig und kann auch deshalb nicht statthaft sein, weil sie zu wider-</span><br/> <span class="ft4">sprüchlichen Entscheiden der vormundschaftlichen Aufsichtsbehör-</span><br/> <span class="ft4">de, zweitinstanzlich Kammer für Vormundschaftswesen des Oberge-</span><br/> <span class="ft4">richts, und des Verwaltungsgerichts führen könnte. Es kann daher</span><br/> <span class="ft4">gegen die Kindesschutzmassnahme des Obhutsentzugs durch Unter-</span><br/> <span class="ft4">bringung des Kindes in einer Anstalt (Art. 310 ZGB) gesetzlich nur</span><br/> <span class="ft4">ein einziges Rechtsmittel offen stehen, das zur gerichtlichen Beur-</span><br/> <span class="ft4">teilung in sinngemässer Anwendung der Vorschriften über die fürsor-</span><br/> <span class="ft4">gerische Freiheitsentziehung (Art. 314a Abs. 1 und 2 ZGB) führen</span><br/> <span class="ft4">muss (BGE 5C.84/2001 vom 7. Mai 2001 i.S. A. und B. gegen Ober-</span><br/> <span class="ft4">gericht des Kt. TG). Gleiches muss auch für die ausserhalb dieser</span><br/> <span class="ft4">Kindesschutzmassnahme im Falle des Todes des Inhabers der elterli-</span><br/> <span class="ft4">chen Sorge oder nach rechtskräftig erlassener Kindesschutzmass-</span><br/> <span class="ft4">nahme der Entziehung der elterlichen Sorge (Art. 311 bzw. 312</span><br/> <span class="ft4">ZGB) im Rahmen einer Vormundschaft (Art. 368 Abs. 1 i.V.m.</span><br/> <span class="ft4">Art. 405a Abs. 1 ZGB) durch die Vormundschaftsbehörde angeord-</span><br/> <span class="ft4">nete Unterbringung des Kindes in einer Anstalt (Art. 405a Abs. 2</span><br/> <span class="ft4">ZGB) gelten.</span><br/> <span class="ft4">bb) Die in den Art. 314a Abs. 1 und 2 und 405a Abs. 2 und 3</span><br/> <span class="ft4">ZGB vorgeschriebene gerichtliche Beurteilung einer beanstandeten</span><br/> <span class="ft4">vormundschaftsbehördlich angeordneten Unterbringung des Kindes</span><br/> <span class="ft4">in einer Anstalt in sinngemässer Anwendung der Vorschriften bei</span><br/> <span class="ft4">fürsorgerischer Freiheitsentziehung (Art. 397a bis 397f ZGB) ist</span><br/> <span class="ft4">damit sichergestellt und braucht keine Ausführungsvorschrift, zumal</span><br/> <span class="ft4">auch das dort vorgeschriebene rasche und einfache Verfahren</span><br/> <span class="ft4">(Art. 397f Abs. 1 ZGB) im Kindesschutz (Art. 307 bis 312 ZGB)</span><br/> <span class="ft4">bereits vorgegeben ist (§ 1 Abs. 1 bzw. § 59 Abs. 5 EGZGB i.V.m.</span><br/> <span class="ft4">§§ 38 ff. VRPG).</span><br/> <span class="ft4">cc) Das EGZGB enthält unter dem Titel "fürsorgerische Frei-</span><br/> <span class="ft4">heitsentziehung" Ausführungsvorschriften (§§ 67a bis 67s EGZGB)</span><br/> <span class="ft4">zur fürsorgerischen Freiheitsentziehung gegenüber mündigen und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Zivilrecht</span> <span class="page_no">35</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">entmündigten Personen (Art. 397a Abs. 1 ZGB) und darin in § 67b</span><br/> <span class="ft4">Abs. 1 b EGZGB eine einzige sich ausdrücklich auf Unmündige</span><br/> <span class="ft4">beziehende Vorschrift, die die für die Unterbringung eines Kindes in</span><br/> <span class="ft4">einer Anstalt massgebenden bundesrechtlichen Zuständigkeitsvor-</span><br/> <span class="ft4">schriften des ZGB (Art. 310 und 405a) wiederholt. Sie ist insoweit</span><br/> <span class="ft4">wegen dessen derogatorischer Kraft und, soweit sie die gerichtliche</span><br/> <span class="ft4">Beurteilung der mit einem Obhutsentzug (Art. 310 ZGB) angeord-</span><br/> <span class="ft4">neten Unterbringung des Kindes in einer Anstalt in die Zuständigkeit</span><br/> <span class="ft4">des in § 67o EGZGB für die gerichtliche Beurteilung der fürsorgeri-</span><br/> <span class="ft4">schen Freiheitsentziehung gegenüber mündigen und entmündigten</span><br/> <span class="ft4">Personen zuständig erklärten Verwaltungsgerichts weisen will, auch</span><br/> <span class="ft4">deshalb nicht anwendbar, weil sie damit eine bundesrechtswidrige</span><br/> <span class="ft4">Gabelung des Rechtsweges zur Überprüfung der Kindesschutzmass-</span><br/> <span class="ft4">nahme des Obhutsentzugs durch Unterbringung des Kindes in einer</span><br/> <span class="ft4">Anstalt vorsehen würde.</span><br/> <span class="ft4">Die Vorschrift des § 67o EGZGB mit der dort vorgesehenen</span><br/> <span class="ft4">Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur gerichtlichen Beurteilung</span><br/> <span class="ft4">ist als Vollziehungsvorschrift des Art. 397d ZGB für die fürsorgeri-</span><br/> <span class="ft4">sche Freiheitsentziehung gegenüber mündigen und entmündigten</span><br/> <span class="ft4">Personen (Art. 397a Abs. 1 ZGB) und nicht auch auf die Kindes-</span><br/> <span class="ft4">schutzmassnahme des Obhutsentzugs durch Unterbringung eines</span><br/> <span class="ft4">Kindes in einer Anstalt (Art. 310 ZGB) und die einer solchen gleich-</span><br/> <span class="ft4">stehende Unterbringung des Kindes in einer Anstalt (Art. 405a Abs. 1</span><br/> <span class="ft4">ZGB) im Rahmen einer Vormundschaft (Art. 368 Abs. 1 ZGB)</span><br/> <span class="ft4">anwendbar. Die Unterbringung des Kindes in einer Anstalt hat im</span><br/> <span class="ft4">einen wie im andern Fall (Art. 310 bzw. 405a Abs. 1 ZGB) durch</span><br/> <span class="ft4">beschwerdefähigen Beschluss der Vormundschaftsbehörde (Art. 420</span><br/> <span class="ft4">Abs. 2 ZGB) zu erfolgen, der auf dem dagegen offen stehenden Be-</span><br/> <span class="ft4">schwerdeweg (Art. 420 ZGB) binnen zehn Tagen anfechtbar und</span><br/> <span class="ft4">durch die Kammer für Vormundschaftswesen des Obergerichts als</span><br/> <span class="ft4">zweitinstanzliche vormundschaftliche Aufsichtsbehörde und gericht-</span><br/> <span class="ft4">liche Beschwerdeinstanz (Art. 361 Abs. 2 / 420 ZGB i.V.m. §§ 59</span><br/> <span class="ft4">Abs. 4, 2 Abs. 2 Bst. c und 55c Abs. 4 EGZGB) gerichtlich zu über-</span><br/> <span class="ft4">prüfen ist (Art. 314a Abs. 1 und 2 bzw. 405a Abs. 2 und 3 i.V.m.</span><br/> <span class="ft4">Art. 367d ZGB).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">36</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">dd) Zusammenfassend ist somit festzustellen: Die Kammer für</span><br/> <span class="ft4">Vormundschaftswesen des Obergerichts ist als zweitinstanzliche</span><br/> <span class="ft4">vormundschaftliche Aufsichtsbehörde und gerichtliche Beschwer-</span><br/> <span class="ft4">deinstanz im Rahmen ihrer Zuständigkeit im Vormundschafts- und</span><br/> <span class="ft4">Kindesrecht zur Beurteilung der mit Beschwerde (Art. 420 ZGB) an</span><br/> <span class="ft4">sie weitergezogenen Beschlüsse der Vormundschaftsbehörden (Art.</span><br/> <span class="ft4">420 Abs. 2 ZGB; Art. 420/361 Abs. 2 i.V.m. §§ 54 Abs. 4 und 2</span><br/> <span class="ft4">Abs. 2 Bst. c) auch zur gerichtlichen Beurteilung der in einem sol-</span><br/> <span class="ft4">chen mit der Kindesschutzmassnahme des Obhutsentzugs (Art. 310</span><br/> <span class="ft4">ZGB) oder im Rahmen einer Vormundschaft (Art. 368 Abs. 1 i.V.m.</span><br/> <span class="ft4">Art. 405a Abs. 1 ZGB) angeordneten Unterbringung des Kindes in</span><br/> <span class="ft4">einer Anstalt zuständig und kann dagegen mit dem Rechtsmittel der</span><br/> <span class="ft4">vormundschaftlichen Beschwerde binnen zehn Tagen (Art. 420</span><br/> <span class="ft4">ZGB) direkt angerufen werden (Art. 314a Abs. 1 und 2 bzw. 405a</span><br/> <span class="ft4">Abs. 2 und 3 i.V.m. Art. 397d ZGB).</span><br/></div> </div> </body> </html>