<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00208</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224030&amp;W10_KEY=13045540&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00208</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.05.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bestätigung Durchsetzungshaft (GI240052-L)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Durchsetzungshaft; Verhältnismässigkeit. Im Antrag der Beschwerdegegnerin auf Bestätigung der Durchsetzungshaft wird im Zusammenhang mit der Voraussetzung der Verhältnismässigkeit der Inhaftierung ausgeführt, dass der Beschwerdeführer über keinen festen Wohnsitz in der Schweiz verfüge und sich hier keine Familienangehörigen im engeren Sinn, die ihn aufnehmen könnten, aufhalten würden. Es sei somit auszuschliessen, dass er sich an einer bestimmten Adresse zur Verfügung halten würde. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen sei ihm eine Erwerbstätigkeit verwehrt, womit keine Möglichkeit bestehe, den weiteren Aufenthalt mit legal erworbenen Mitteln zu bestreiten. Im Urteil des Zwangsmassnahmengerichts wurde diese Argumentation übernommen. Diese allgemeinen Ausführungen treffen hinsichtlich abgewiesener Asylsuchender regelmässig zu. Die Haftrichterin hätte die Möglichkeit milderer Massnahmen tatsächlich zu prüfen und jeweils bezogen auf den Einzelfall darzulegen gehabt, weshalb diese nicht zielführend im Sinn von Art. 78 Abs. 1 AIG seien. Dies hat sie nicht getan (E. 4.1). Es ist nicht ersichtlich, dass andere, mildere Massnahmen als die Durchsetzungshaft nicht zielführend seien; dies geht ebenso wenig aus den Akten hervor (E. 4.2). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DURCHSETZUNGSHAFT">DURCHSETZUNGSHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MILDERE MITTEL">MILDERE MITTEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 78 Abs. 1 AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 Abs. 2 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 36 Abs. 3 BV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=66755" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00208</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der Einzelrichterin</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">16. Mai 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichterin Maja SchÃ¼pbach Schmid, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Jonas Alig. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, GefÃ¤ngnis C, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Kantonspolizei ZÃ¼rich, Flughafenpolizei, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend BestÃ¤tigung Durchsetzungshaft (GI240052-L),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>Die Kantonspolizei ZÃ¼rich, Flughafen-Spezialabteilung, ordnete am 20. April 2024 an, dass A bis am 19. Mai 2024 in Durchsetzungshaft genommen werde. Das Zwangsmassnahmengericht des Bezirksgerichts ZÃ¼rich bestÃ¤tigte die Anordnung der Durchsetzungshaft mit Urteil vom 22. April 2024 und bewilligte sie bis am 20. Mai 2024.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob A mit Eingabe vom 25. April 2024 (datiert vom 24. April 2024) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich und beantragte die Aufhebung von Disp.-Ziff. I (Bewilligung der Anordnung der Durchsetzungshaft) des angefochtenen Urteils. Er sei unverzÃ¼glich aus der Durchsetzungshaft zu entlassen. Eventualiter, im Fall seiner zwischenzeitlichen Haftentlassung, sei festzustellen, dass die angeordnete Haft unrechtmÃ¤ssig war. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung und vertieften AbklÃ¤rung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren sowie in Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben. Auf die Erhebung eines allfÃ¤lligen Kostenvorschusses sei zu verzichten; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zuzÃ¼glich MWST zulasten der Staatskasse. Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete am 29. April 2024 auf Vernehmlassung. Die Kantonspolizei ZÃ¼rich, Flughafen-Spezialabteilung, und das Migrationsamt liessen sich nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Einzelrichterin</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>Beschwerden betreffend Massnahmen nach Art. 73â78 AIG werden vom Einzelrichter oder von der Einzelrichterin behandelt, sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer zur Beurteilung Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 4 in Verbindung mit § 43 Abs. 1 lit. b VRG sowie § 38b Abs. 2 VRG). Vorliegend besteht kein Anlass fÃ¼r eine Ãberweisung.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer, ein im Jahr 1987 geborener iranischer StaatsbÃ¼rger, gelangte am 29. Februar 2024 Ã¼ber Dubai an den Flughafen ZÃ¼rich, wo er gleichentags ein Asylgesuch einreichte. Mit VerfÃ¼gung vom 1. MÃ¤rz 2024 war ihm die Einreise in die Schweiz vorlÃ¤ufig verweigert worden und ihm wurde fÃ¼r die Dauer von maximal sechzig Tagen der Transitbereich des Flughafens ZÃ¼rich als Aufenthaltsort zugewiesen. Mit VerfÃ¼gung vom 22. MÃ¤rz 2024 lehnte das Staatssekretariat fÃ¼r Migration SEM das Asylgesuch ab, wies den BeschwerdefÃ¼hrer aus dem Transitbereich des Flughafens ZÃ¼rich weg und hielt fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer den Transitbereich des Flughafens ZÃ¼rich am Tag nach Rechtskraft dieses Entscheids verlassen mÃ¼sse, ansonsten kÃ¶nne er in Haft genommen und unter Zwang in seinen Heimatstaat zurÃ¼ckgefÃ¼hrt werden. Mit dem Vollzug der Wegweisung wurde der Kanton ZÃ¼rich beauftragt. Die dagegen gerichtete Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 5. April 2024 ab, soweit es darauf eintrat. Am 20. April 2024 wurde der BeschwerdefÃ¼hrer im Transitbereich des Flughafens ZÃ¼rich verhaftet. GemÃ¤ss dem Verhaftungsrapport wurde der BeschwerdefÃ¼hrer dem GefÃ¤ngnis C zugefÃ¼hrt. Das Zentrum fÃ¼r auslÃ¤nderrechtliche Administrativhaft (ZAA) wÃ¼nsche "keine direkte ZufÃ¼hrung". Am selben Tag ordnete die Beschwerdegegnerin Durchsetzungshaft bis am 19. Mai 2024 an. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Hat eine Person ihre Pflicht zur Ausreise aus der Schweiz innerhalb der ihr angesetzten Frist nicht erfÃ¼llt und kann die rechtskrÃ¤ftige Weg- oder Ausweisung oder die rechtskrÃ¤ftige Landesverweisung aufgrund ihres persÃ¶nlichen Verhaltens nicht vollzogen werden, so kann sie, um der Ausreisepflicht Nachachtung zu verschaffen, in Haft genommen werden, sofern die Anordnung der Ausschaffungshaft nicht zulÃ¤ssig ist und eine andere, mildere Massnahme nicht zum Ziel fÃ¼hrt (Art. 78 Abs. 1 AIG). Die Durchsetzungshaft kann fÃ¼r einen Monat angeordnet werden. Ist die betroffene Person weiterhin nicht bereit, ihr Verhalten zu Ã¤ndern und auszureisen, kann die Haft mit Zustimmung der zustÃ¤ndigen kantonalen richterlichen BehÃ¶rde â bis zu einer Maximaldauer von 18 Monaten â jeweils um zwei Monate verlÃ¤ngert werden (Art. 78 Abs. 2 i.<span> </span>V.<span> </span>m. Art. 79 AIG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Das Instrument der Durchsetzungshaft hat den Charakter einer Beugehaft. Sie soll die ausreisepflichtige Person in jenen FÃ¤llen zu einer VerhaltensÃ¤nderung bewegen, in denen nach Ablauf der Ausreisefrist der Vollzug der rechtskrÃ¤ftig gegen sie angeordneten Weg- oder Ausweisung â trotz entsprechender behÃ¶rdlicher BemÃ¼hungen â ohne ihre Kooperation nicht (mehr) mÃ¶glich erscheint. Die Durchsetzungshaft bildet das letzte Mittel, wenn und soweit keine andere Massnahme (mehr) zum Ziel fÃ¼hrt, den illegal anwesenden AuslÃ¤nder auch gegen seinen Willen in seine Heimat verbringen zu kÃ¶nnen. Sie muss aber in jedem Fall verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein. Innerhalb der HÃ¶chstdauer ist daher jeweils aufgrund der UmstÃ¤nde im Einzelfall zu prÃ¼fen, ob die auslÃ¤nderrechtliche Festhaltung insgesamt (noch) geeignet bzw. erforderlich erscheint und nicht gegen das Ãbermassverbot verstÃ¶sst (BGE 140 II 409 E. 2.1 mit weiteren Verweisen).</p> <p class="Erwgung2">Die Voraussetzungen fÃ¼r eine Durchsetzungshaft sind typischerweise dann gegeben, wenn ein AuslÃ¤nder trotz vorhandener Reisepapiere nicht ausgeschafft werden kann, weil sich RÃ¼ckfÃ¼hrungen in das betreffende Land ohne EinverstÃ¤ndnis des Betroffenen nicht durchfÃ¼hren lassen. Bei diesen UmstÃ¤nden soll sie den AuslÃ¤nder zur freiwilligen Ausreise bewegen. Die Durchsetzungshaft kann aber auch dazu dienen, einen ausreisepflichtigen AuslÃ¤nder zur Mitwirkung bei der Beschaffung von Papieren oder zur Bestimmung seiner IdentitÃ¤t zu zwingen (BGr, 6. November 2007, 2C_411/2007, E. 2.2 mit Hinweisen). Dabei muss der Grund fÃ¼r die UndurchfÃ¼hrbarkeit des Wegweisungsvollzugs im persÃ¶nlichen Verhalten der auslÃ¤ndischen Person liegen (Martin Businger, AuslÃ¤nderrechtliche Haft, ZÃ¼rich etc. 2015, S. 199). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Gegen den BeschwerdefÃ¼hrer liegt ein rechtskrÃ¤ftiger Wegweisungsentscheid vor (VerfÃ¼gung des SEM vom 22. MÃ¤rz 2024).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die IdentitÃ¤t des BeschwerdefÃ¼hrers steht fest. Jedoch fehlen gÃ¼ltige Reisepapiere. Der Iran stellt Reisepapiere nur an StaatsangehÃ¶rige aus, die freiwillig an der Papierbeschaffung mitwirken, und akzeptiert einzig die freiwillige RÃ¼ckkehr seiner StaatsangehÃ¶rigen.</p> <p class="Erwgung2">Der BeschwerdefÃ¼hrer ist nicht bereit, freiwillig auszureisen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b><span>Eine Anordnung der Durchsetzungshaft erscheint somit grundsÃ¤tzlich als zulÃ¤ssig.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung1">Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt vor, die angeordnete Durchsetzungshaft sei nicht verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Zugleich habe die Vorinstanz keine rechtsgenÃ¼gende VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung vorgenommen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Wie alle staatlichen Massnahmen muss auch die Durchsetzungshaft verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein. Es ist jeweils aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde zu klÃ¤ren, ob sie (noch) geeignet bzw. erforderlich ist und nicht gegen das Ãbermassverbot, d.<span> </span>h. das sachgerechte und zumutbare VerhÃ¤ltnis von Mittel und Zweck, verstÃ¶sst (BGE 134 I 92 E. 2.3.2). In dieser Hinsicht statuiert Art. 78 Abs. 1 AIG ausdrÃ¼cklich die Voraussetzung, dass eine andere, mildere Massnahme nicht zum Ziel fÃ¼hrt. Ein milderes Mittel zur Durchsetzungshaft ist â neben der Meldepflicht nach Art. 64 lit. e AIG â die Eingrenzung, welche eine gewisse Druckwirkung zur Durchsetzung der Ausreisepflicht entfalten darf (BGE 144 II 16 E. 4.2 f.). Eine solche wurde gegen den BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss den vorliegenden Akten nie angeordnet.</p> <p class="MsoNormal"><span>Im Antrag der Beschwerdegegnerin auf BestÃ¤tigung der Durchsetzungshaft vom 20. April 2024 wird im Zusammenhang mit der Voraussetzung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der Inhaftierung ausgefÃ¼hrt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber keinen festen Wohnsitz in der Schweiz verfÃ¼ge und sich hier keine FamilienangehÃ¶rigen im engeren Sinn, die ihn aufnehmen kÃ¶nnten, aufhalten wÃ¼rden. Es sei somit auszuschliessen, dass er sich an einer bestimmten Adresse zur VerfÃ¼gung halten wÃ¼rde. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen sei ihm eine ErwerbstÃ¤tigkeit verwehrt, womit keine MÃ¶glichkeit bestehe, den weiteren Aufenthalt mit legal erworbenen Mitteln zu bestreiten. Im Urteil des Zwangsmassnahmengerichts wurde diese Argumentation Ã¼bernommen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Diese allgemeinen AusfÃ¼hrungen treffen hinsichtlich abgewiesener Asylsuchender regelmÃ¤ssig zu. Die <span class="completematch">Haftrichterin hÃ¤tte die MÃ¶glichkeit milderer Massnahmen tatsÃ¤chlich zu prÃ¼fen</span> und jeweils bezogen auf den Einzelfall darzulegen gehabt, weshalb diese nicht zielfÃ¼hrend im Sinn von Art. 78 Abs. 1 AIG seien (VGr, 16. Juli 2020, VB.2020.00438). Dies hat sie nicht getan. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Beschwerdegegnerin hat sich im vorliegenden Verfahren nicht vernehmen lassen. Es ist nicht ersichtlich, dass andere, mildere Massnahmen als die Durchsetzungshaft nicht zielfÃ¼hrend seien; dies geht ebenso wenig aus den Akten hervor. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Nach dem Gesagten ist die Durchsetzungshaft als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig zu qualifizieren. Dies hat die Haftentlassung des BeschwerdefÃ¼hrers zur Folge.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die Beschwerde ist somit vollumfÃ¤nglich gutzuheissen. Die PrÃ¼fung der weiteren RÃ¼gen erÃ¼brigt sich.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Damit wird das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung2">Der Beizug eines Vertreters war gerechtfertigt, weshalb die Beschwerdegegnerin dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine angemessene EntschÃ¤digung zu entrichten hat (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Als angemessen erscheint ein Betrag von Fr. 1'000-. Da dem BeschwerdefÃ¼hrer in Anwendung von § 16 Abs. 1 und 2 VRG die unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung zu gewÃ¤hren ist, ist die ParteientschÃ¤digung seinem Rechtsvertreter zuzusprechen. Sie wird angerechnet auf die EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsbeistands. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Der Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers reichte mit Beschwerdeerhebung eine Honorarnote ein. Der darin geltend gemachte Zeitaufwand sowie die Auslagen von Fr. 29.60 erscheinen mit Blick auf die Bedeutung des Verfahrens und die sich darin stellenden rechtlichen Fragen als angemessen (§ 9 Abs. 1 Satz 2 GebV VGr). Somit belÃ¤uft sich der EntschÃ¤digungsanspruch auf insgesamt Fr. 1'785.40. Darauf anzurechnen ist die zugesprochene ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.-, sodass der Rechtsvertreter mit Fr. 785.40 zu entschÃ¤digen ist.</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer wird darauf hingewiesen, dass er zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Einzelrichterin</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Disp.-Ziff. I des Urteils des Zwangsmassnahmengerichts des Bezirksgerichts vom 22. April 2024 wird aufgehoben. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist umgehend aus der Haft zu entlassen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden <span>der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtsvertretung gewÃ¤hrt und in der Person von </span><span>Rechtsanwalt Dr. <span>B ein </span>unentgeltlicher<span> Rechtsvertreter bestellt. </span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) auszurichten, zahlbar innert 30 Tagen ab Zustellung des Entscheids. Diese ParteientschÃ¤digung wird angerechnet an die EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsvertreters.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. </span><span>Rechtsanwalt Dr. <span>B</span></span><span> wird fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren mit </span><span>Fr. 785.40 </span><span>(inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht des BeschwerdefÃ¼hrers gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Mitteilung an:</span></p> <p class="Einzug2"><span>a) die Parteien;</span></p> <p class="Einzug2"><span>b) die Verwaltung des Zentrums fÃ¼r auslÃ¤nderrechtliche Administrativhaft ZAA;</span></p> <p class="Einzug2"><span>c) die GefÃ¤ngnisverwaltung des GefÃ¤ngnisses C;</span></p> <p class="Einzug2"><span>d) <span>das Staatssekretariat fÃ¼r Migration, Abteilung RÃ¼ckkehr;</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>e) <span>das Zwangsmassnahmengericht des Bezirksgerichts ZÃ¼rich;</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>f) <span>die Kasse des Verwaltungsgerichts</span>.</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Einzug2"><u><span>AbkÃ¼rzungsverzeichnis</span></u><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>AIG <span>Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder und Ã¼ber die Integration (SR 142.20)</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>BGG Bundesgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (SR 173.110)</span></p> <p class="Einzug2"><span>GebV VGr GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018</span></p> <p class="Einzug2"><span> (LS 175.252) </span></p> <p class="Einzug2"><span>VRG <span>Verwaltungsrechtspflegegesetz vom 24. Mai 1959 (LS 175.2)</span></span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>