Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 23. Oktober 2013 (810 13 53) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Beat Walther, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichts- schreiberin Julia Kempfert Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten d urch Niggi Dressler , Adv okat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und We gweisung (RRB Nr. 0042 vom 15. Januar 2013) A. Am 12. Oktober 1996 reiste A.____, mazedonischer S taatsangehöriger, geboren 1983, im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein und wurde in die Niederlassungs- bewilligung seiner Eltern einbezogen. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Verfügung vom 6. April 2004 drohte die Justiz -, Polizei- und Militärdirektion Ba- sel-Landschaft A.____ die Ausweisung aus der Schweiz an. Die Androhung wurde mit der Auf- lage verbunden, nicht mehr straffällig zu werden. Zude m wurde von A.____ erwartet, dass er sich um eine Arbeitstätigkeit bemühe und einen eigenen Erwerb erziele. In der Aktennotiz vom 1. April 2005 hielt die Justiz-, Polizei- und Militärd irektion Basel-Landschaft fest, dass A.____ eine unbefristete Anstellung gefunden habe. C. Das Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) gewähr te A.____ mit Schreiben vom 27. März 2012 das rechtliche Gehör zur Wegweisung aus der Schweiz. A.____, vertreten durch Niggi Dressler, Advokat, nahm mit Eingabe vom 25. April 2012 zur beabsichtigten Wegweisung aus der Schweiz Stellung. Das AfM verfügte am 10. Jul i 2012 den Widerruf der Niederlas- sungsbewilligung von A.____ und setzte ihm eine Ausreise frist bis am 10. August 2012 an. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass A.____ keinen Anspruch auf eine Nieder- lassungsbewilligung habe, da er die Voraussetzungen für zwei Widerrufsgründe erfülle. Zum einen sei er zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe ve rurteilt worden und zum anderen habe er in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherhe it und Ordnung verstossen. A.____ habe öffentlich- und privatrechtliche Verpflichtungen nicht eingehalten und damit mutwillig im- mense Schulden angehäuft. Erschwerend würden diverse Missa chtungen von gesetzlichen Vorschriften hinzukommen. Da A.____ nicht verheiratet s ei und keine Kinder habe, habe er auch keinen auf ein solches Verhältnis gründenden Anspruch auf einen Verbleib in der Schweiz. Eine Wegweisung sei überdies verhältnismässig, da sich A.____ trotz seines mehr als 15-jährigen Aufenthaltes in der Schweiz nie habe integrieren können. Da zudem auch kein Här- tefall vorliege, werde die Niederlassungsbewilligung widerrufen. D. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Niggi Dressler, mit Eingabe vom 23. Juli 2012 Beschwerde beim Regierungsrat des Kant ons Basel-Landschaft (Regie- rungsrat). Er beantragte die Aufhebung der Verfügung und forderte, dass die Niederlassungs- bewilligung nicht widerrufen werde. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuer- kennen; alles unter o/e-Kostenfolge. Der Regierungsrat wies die Beschwerde mit Beschluss vom 15. Januar 2013 ab und verfügte, dass A.____ die Schweiz spätestens 30 Tage nach Ein- tritt der Rechtskraft des Beschlusses zu verlassen habe. E. Gegen den Beschluss des Regierungsrates vom 15. Januar 2013 erhob A.____, vertreten durch Niggi Dressler, Beschwerde beim Kantonsge richt Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er bea ntragte, der Entscheid des Regie- rungsrates sei aufzuheben und A.____ sei nicht aus der S chweiz wegzuweisen. Der Beschwer- de sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und es se i eine mündliche Verhandlung durchzuführen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der Regierungsrat zu Recht davon ausgegangen sei, d ass der Widerrufsgrund einer län- gerfristigen Freiheitsstrafe nicht vorliege. Die übrige n Verfahren seien vorwiegend mit geringfü- gigen Bussen oder durch Einstellungen erledigt worden u nd der Beschwerdeführer habe in den letzten Jahren keine längerfristige Freiheitsstrafe erhalten. Der Beschwerdeführer lebe seit bald 17 Jahren zusammen mit seiner gesamten Familie in der Schweiz, eine Wegweisung wäre Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht demnach nicht verhältnismässig. Zu Mazedonien habe der Beschwerdeführer keine Beziehung, er hätte dort keinerlei Existenzgrundlage, da er dort auch niemanden mehr kenne. F. Der Regierungsrat liess sich mit Eingabe vom 25. Febr uar 2013 vernehmen und schloss auf Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. G. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 18. März 2013 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Das Betreibungsamt B.____ reichte am 25. März 2013 einen Aus- zug aus dem Betreibungsregister ein. Die Staatsanwaltscha ft C.____ hielt auf Anfrage des Ge- richts in ihrem Schreiben vom 3. September 2013 fest, da ss A.____ seit dem Jahr 2002 mit mehreren Vergehen aktenkundig sei. Das letzte Verfahre n wegen Drohung sei an die Staats- anwaltschaft D.____ abgetreten worden und dort noch h ängig. Der Regierungsrat reichte dem Gericht einen Zuführungsauftrag des Betreibungsamtes B.____ vom 23. August 2013 ein. H. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten d ie Parteien an ihren Rechtsbe- gehren und wesentlichen Begründungen fest. Auf ihre Vorbringen sowie auf die vom Be- schwerdeführer vorgelegten Unterlagen wird — soweit er forderlich — in den Erwägungen ein- gegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- genheit gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom angefocht enen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Widerru f der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 3.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (vgl. Art. 2, Art. 10 und 11 des Bundesgesetz über die A usländerinnen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005 sowie auch Art. 2 AuG). Die zustä ndige kantonale Behörde entschei- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht det gemäss Art. 18 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu ei nem Aufenthalt mit oder ohne Er- werbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Gewähru ng einer Anwesenheitsbewilligung hat die ausländische Person grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Ver- pflichtungen sähen dies vor (vgl. BGE 133 I 189 E. 2.3 ; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). 3.2 Das AuG gilt für Ausländerinnen und Ausländer, sowe it keine anderen Bestimmungen des Bundesrechts oder von der Schweiz abgeschlossene völkerr echtliche Verträge zur Anwen- dung gelangen (Art. 2 Abs. 1 AuG). Vorweg kann festgeh alten werden, dass zwischen der Schweiz und der Republik Mazedonien kein Staatsvertrag best eht, der dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz gewähren würde. 4.1 Die Niederlassungsbewilligung verleiht ihrem Inhab er grundsätzlich einen unbefristeten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz und ist ohne Be dingungen zu erteilen (vgl. Art. 34 Abs. 1 AuG). Bei Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AuG kann die Niederlas- sungsbewilligung jedoch entzogen werden. Die Niederlassu ngsbewilligung von Ausländern, die sich seit mehr als fünfzehn Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhal- ten, kann nur aus Gründen von Art. 63 Abs. 1 lit. b und Art. 62 lit. b widerrufen werden (Art. 63 Abs. 2 AuG). 4.2 Ein Widerrufsgrund liegt unter anderem vor, wenn die betroffene Person zu einer län- gerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 64 oder 61 des Strafgesetzbuchs (StGB) vom 21. Dezember 1937 angeordnet wurde (vgl. Art. 62 lit. b in Verbindung mit Art. 6 3 Abs. 1 lit. a AuG). Eine längerfristige Frei- heitsstrafe liegt vor, wenn gegen eine ausländische Per son eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr ausgesprochen wurde (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2; Urteil des Kantonsgerichts, Ab- teilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGEVV] vom 19. Mai 2010 [810 09 461] E. 4.2.2). 4.3 Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Strafge richts C.____ vom 25. September 2003 zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten unbeding t verurteilt. Der Beschwerdegegner ver- neinte jedoch zu Recht das Vorliegen eines Widerrufsgrun des gemäss Art. 62 lit. b i.V.m. Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG und führte als Begründung u nter anderem aus, dass die Wegweisung des Beschwerdeführers gestützt auf die vorgenannte Verurteilung mit der Verfügung der Justiz-, Polizei- und Militärdirektion vom 6. April 2004 berei ts beurteilt worden sei. Das AfM könne sich somit nicht nach mehr als neun Jahren erneut auf diese Verurteilung stützen. Der Widerrufs- grund im Sinne von Art. 62 lit. b i.V.m. Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG liegt demzufolge nicht vor und es kann an dieser Stelle auf die betreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. 4.4 Liegt keine längerfristige Freiheitsstrafe vor, kan n vorliegend ein Bewilligungswiderruf nur gestützt auf die subsidiär anzuwendenden Widerrufsg ründe von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erfolgen, wenn die ausländische Person in schwerwiegende r Weise gegen die öffentliche Si- cherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenn sie die innere oder die äussere Sicherheit gefährd et (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2). Ein schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherhei t und Ordnung bzw. eine entspre- chende Gefährdung liegt gemäss Botschaft zum AuG etwa dann vor, wenn eine Person wie- derholt, erheblich und unbeeindruckt von strafrechtlich en Massnahmen die Rechtsordnung missachtet und damit zeigt, dass sie auch zukünftig weder ge willt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten. In solchen Fällen besteht auch bei Personen mit Niederlassungsbe- willigung ein grosses öffentliches Interesse an der Entf ernung und Fernhaltung (vgl. BBl 2002 3810). Ferner kann gemäss Bundesgericht die mutwillige N ichterfüllung öffentlich-rechtlicher (z.B. Steuern, Krankenkassenprämien) oder privatrechtli cher (z.B. Mietzinse, Prämien privater Versicherungen) Verpflichtungen in bedeutendem Umfang ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung darstellen (vgl. S ILVIA HUNZIKER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], SHK zum Bun- desgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 36 f. zu Art. 62 mit Hinweisen, unter anderem auf das Urteil des Bundesgerichts 2C_305/ 2007 vom 6. November 2007 E. 2.4 und 3.1). 4.5.1 Aufgrund des Umstands, dass der Beschwerdeführer s eit Jahren wiederholt die schweizerische Rechtsordnung missachtete, erwog die Vorin stanz, dass sein Verhalten als schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherhei t und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten sei. Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, dass die Straf- verfahren – abgesehen von seiner Verurteilung wegen ve rsuchter vorsätzlicher Tötung in Not- wehrexzess – vorwiegend mit geringfügigen Bussen oder d urch Einstellungsverfügungen erle- digt worden seien. Zudem habe der Beschwerdeführer in den letzten Jahren keine längerfristige Strafe erhalten. 4.5.2 Aus den vorliegenden Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer zwischen 2003 und 2012 regelmässig delinquierte und dabei insbesond ere auch vor der Anwendung von Ge- walt nicht zurückgeschreckt ist. In diesem Zusammenhang w ird auch die Verurteilung des Be- schwerdeführers vom 25. September 2003 wegen versuchter vorsätzlicher Tötung in Notwehr- exzess einbezogen, zumal es in Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG um eine Gesamtbewertung des Ver- haltens des Beschwerdeführers geht und nicht wie in Art. 62 lit. b i.V.m. Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG um die Beurteilung einer einzelnen Tat. Mit Strafbefehl des Bezirksstatthalteramtes E.____ vom 20. März 2003 wurde der Beschwerdeführer wegen Hausfr iedensbruch zu einer Busse in der Höhe von Fr. 200.--, bei einem Jahr Probezeit, verur teilt. Am 25. September 2003 erfolgte die bereits erwähnte Verurteilung durch das Strafgericht C. ____ wegen versuchter vorsätzlicher Tötung in Notwehrexzess zu zwei Jahren Gefängnis unbedingt sowie zu sieben Jahren Lan- desverweisung unter Auferlegung einer Probezeit von zwe i Jahren. Am 22. November 2006 wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehl vom Bezirkssta tthalteramt F.____ wegen mehrfa- cher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schu ldig erklärt und zu einer Busse von Fr. 400.-- verurteilt. Mit Urteil des Strafgerichts C.____ vom 20. September 2010 wurde der Beschwerdeführer wegen versuchten Diebstahls, Sachbeschäd igung, Hausfriedensbruch, mehrfacher Drohung und geringfügiger Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, unter Einrechnung der Untersuchungshaft vom 15. April 2010 bis zum 20. September 2010, bei einer Probezeit von drei Jahre n und einer Busse in der Höhe von Fr. 100.-- verurteilt. Das Appellationsgericht C.____ b estätigte mit Urteil vom 19. Oktober 2011 Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht das erstinstanzliche Urteil. Der Beschwerdeführer wurde d emzufolge zu (teilweise bedingten) Freiheitsstrafen von gesamthaft zwei Jahren und zehn Mon aten und Bussen in der Höhe von insgesamt Fr. 700.-- verurteilt, wobei die verhängten Strafen und Bussen jedoch ohne Wirkung auf den Beschwerdeführer blieben. Vielmehr setzte dies er auch nach der Widerrufsverfügung des AfM vom 10. Juli 2012 seine Straftaten fort. So sch loss der Beschwerdeführer am 17. Juni 2013 aufgrund der Straftatbestände der Erpre ssung, Nötigung und Drohung in der Zeit vom 12. bis 22. August 2012 einen Vergleich, wonach e r dem Geschädigten Fr. 10‘000.-- zu bezahlen habe und zudem verspreche, die Rechte des Gesch ädigten zu achten und diesem künftig keinen Schaden zuzufügen. Die Vorinstanz kam zudem zum Schluss, dass dem Be- schwerdeführer bezüglich seines künftigen Legalverhaltens keine günstige Prognose gestellt werden könne, zumal der Beschwerdeführer wiederholt g egen die Rechtsordnung verstossen habe, was dafür spreche, dass die Wahrscheinlichkeit, in Zukunft erneut zu delinquieren, erheb- lich sei. Hinzu komme, dass auf die Wegweisung des Beschwer deführers im Jahre 2003 nur unter der Auflage des zukünftigen Wohlverhaltens verzichte t worden sei. Seit jenem Zeitpunkt sei somit eine explizite Warnung vorgelegen, dass bei ein em erneuten Delikt die Niederlas- sungsbewilligung entzogen werden könne. Trotz dieser Warn ung sei der Beschwerdeführer erneut und wiederholt straffällig geworden. Aufgrund der strafrechtlichen Verurteilungen in der Vergangenheit und insbesondere in Bezug auf das strafre chtlich relevante Verhalten des Be- schwerdeführers nach der Widerrufsverfügung des AfM vom 10 . Juli 2012 in der Zeit vom 12. bis 22. August 2012 kann nicht davon ausgegangen we rden, dass der Beschwerdeführer willens ist, sich gesetzeskonfom zu verhalten, womit ihm ke ine günstige Prognose gestellt wer- den kann. In diesem Zusammenhang hielt das Strafgericht C.____ im Urteil vom 25. September 2003 unter den Titeln Strafzumessung und Landesverweisung fest, dass der Beschwerdeführer mit seiner Tat ein überaus grosses Gewa ltpotential an den Tag gelegt habe. Die vollkommen fehlende Einsicht lasse befürchten, dass er sich auch in Zukunft nicht von der Begehung von Gewaltdelikten werde abhalten lassen, zuma l bereits schon früher wegen mas- siver Drohungen gegen ihn habe ermittelt werden müssen , und seine Integration einiges zu wünschen übrig lasse. Angesichts der Gefährlichkeit des Besch werdeführers und seines schweren Verschuldens erscheine eine Landesverweisung von sie ben Jahren als erforderlich und angemessen. Auch im Urteil vom 20. September 2010 h ielt das Strafgericht C.____ unter dem Titel Strafzumessung fest, dass das Verschulden des Beschwerdeführers nicht mehr leicht wiege und seine Drohungen gegen einen Clubinhaber a ls schwerwiegend anzusehen seien. Der Einbruchsdiebstahl sei geplant gewesen und in der Ausführung professionell. Das Verhal- ten des Beschwerdeführers zeuge von einiger krimineller E nergie und er sei Dreh- und Angel- punkt des „Dreiergrüppchens“. Der Beschwerdeführer bewe ge sich durch seine unseriöse Le- bensführung am Rande der Legalität. Schliesslich wirke das Aussageverhalten des Beschwer- deführers bagatellisierend und nicht selten gar unverschä mt; er zeige weder Einsicht noch Reue und hinterlasse den Eindruck, als ob sein Verhalten normal sei. Aufgrund der vorstehen- den Ausführungen ist vorliegend nicht davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer künftig wohl verhalten wird, zumal ihn auch das laufen de Verfahren nicht vor einer weiteren Missachtung der schweizerischen Rechtsordnung zurückgehalten ha t. Dem Beschwerdeführer kann folglich keine günstige Prognose bezüglich seines kün ftigen Legalverhaltens gestellt wer- den. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.6 Wie bereits ausgeführt, kann auch die mutwillige N ichterfüllung der öffentlich- rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen in b edeutendem Umfang einen Verstoss ge- gen die öffentliche Ordnung darstellen. Gemäss dem vom Beschwerdegegner anlässlich der heutigen Parteiverhandlung eingereichten Betreibungsr egisterauszug vom 22. Oktober 2013 sind auf den Namen des Beschwerdeführers seit dem 1. Janua r 2011 29 Betreibungen im Ge- samtbetrag von Fr. 60'387.50 und seit dem 1. Januar 1 988 47 offene Verlustscheine im Ge- samtbetrag von Fr. 91'197.40 registriert. Dabei hande lt es sich in erster Linie um Steuer- sowie Krankenkassenschulden. Die Vorinstanz führte in diesem Zusammenhang aus, dass die Schul- den über lange Zeit angehäuft worden seien und auch laufend ansteigen würden. Der Be- schwerdeführer habe es zudem versäumt, im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht darzulegen, inwiefern ihn die Schulden unverschuldet getroffen hät ten, wodurch davon ausgegangen wer- den müsse, dass die Schulden als mutwillig zu qualifizieren seien. Mit Eingabe vom 15. Oktober 2013 reichte der Beschwerdeführer dem Gericht einen A rbeitsvertrag vom 2. Mai 2013 mit der Firma G.____ GmbH in B.____ ein, wonach er gleichenta gs als Fassadenreiniger eingestellt worden sei. Die wöchentliche Arbeitszeit werde jeweils im Vorfeld nach Arbeitsaufwand verein- bart und der Beschwerdeführer erhalte einen Monatsloh n von Fr. 4‘700.-- brutto. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung gibt der Beschwerdeführer an, seine Arbeitgeberfirma gehöre sei- nem Schwager und er erhalte seinen Lohn meistens gegen Quittung bar ausbezahlt. Der Be- schwerdeführer sei zudem bereit, seine Schulden beim Be treibungsamt zu tilgen. Eine beste- hende Vereinbarung mit dem Betreibungsamt über eine monatliche Ratenzahlung, wie sie der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde an den Regierung srat geltend macht, wird jedoch we- der in der Beschwerdeschrift vom 28. Januar 2013 noch anlässlich der heutigen Parteiverhand- lung erwähnt. Weder aus den vorliegenden Akten noch au fgrund der Ausführungen des Be- schwerdeführers ist somit eine ernsthafte Absicht zur Schul dentilgung ersichtlich. Obschon der Beschwerdeführer zumindest seit dem 2. Mai 2013 einen monatlichen Lohn bezieht, sind sei- nerseits keine Abzahlungsbemühungen oder Abzahlungsvereinb arungen erkennbar bzw. gel- tend gemacht worden. Zusätzlich äussert sich der Beschwerd eführer auch in keiner Weise zu den Gründen seiner bereits angehäuften immensen Schul den, womit davon ausgegangen wer- den muss, dass diese durch den Beschwerdeführer selbst versch uldet sind und mutwillig her- beigeführt wurden. Aufgrund der Höhe der Verschuldung sowie der fehlenden, erkennbaren und ernsthaften Absicht, die Schulden zu tilgen bzw. einen weiteren Schuldenanstieg zu verhindern, ist beim Beschwerdeführer von einer mutwilligen Nichter füllung von öffentlich-rechtlichen bzw. privatrechtlichen Verpflichtungen auszugehen. 4.7 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Beschwerdefü hrer einerseits in wiederhol- ter als auch erheblicher Weise und unbeeindruckt von strafrechtlichen Massnahmen die hiesige Rechtsordnung missachtet und sich andererseits in den ve rgangenen Jahren stetig und in er- heblichem Ausmass verschuldet hat und ihm diesbezüglich kein e günstige Prognose gestellt werden kann. Die wiederholte und erhebliche Straffäll igkeit des Beschwerdeführers bzw. die mutwillige Nichterfüllung seiner öffentlich-rechtlic hen und privatrechtlichen Verpflichtungen er- füllen den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG. 5.1 Vorausgesetzt ist im Weiteren, dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung verhältnismässig sind. D abei sind namentlich die Schwere Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit sowie die d em Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 2C_36/2009 vom 20. Oktober 2009 E. 2.1; 2C_793/2008 vom 27. März 2009 E. 2.1; A NREAS ZÜND /LADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländer recht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 8.31). 5.2 Es kann zunächst festgehalten werden, dass die Wegweis ung des Beschwerdeführers geeignet ist, die mit dem AuG verfolgten fremdenpoli zeilichen Interessen zu verwirklichen. Da die verfolgten Zwecke nicht durch eine weniger einschn eidende Massnahme erreicht werden können, ist auch das zweite Kriterium der Erforderlichkei t erfüllt. Es ist des Weiteren zu prüfen, ob die Massnahme auch verhältnismässig im engeren Sinne ist. 5.3 Im Hinblick auf die Anwesenheitsdauer im Rahmen de r Verhältnismässigkeitsprüfung hat sich das Bundesgericht dahingehend geäussert, dass be i einer über zehnjährigen Anwe- senheit in der Schweiz gewichtige Interessen gegen eine A usweisung in die Abwägung mitein- zubeziehen sind (vgl. BGE 119 Ib 8 E. 4c). Der Beschwerdef ührer ist im Jahr 1996 in die Schweiz eingereist und wurde in die Niederlassungsbewill igung seiner Eltern einbezogen, wodurch er einen Grossteil seines Lebens in der Schweiz ver bracht hat. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer mit 13 Jahren in die Schweiz einreiste und so sei- ne Kindheit in seinem Heimatland verbrachte. Somit ist er mit den kulturellen und gesellschaftli- chen Gepflogenheiten in Mazedonien durchaus vertraut, zumal der Beschwerdeführer den Ak- ten zufolge auch einmal jährlich für eine Woche in die Freien nach Mazedonien reist. Hinsicht- lich der persönlichen Beziehungen zu in der Schweiz leb enden Personen ist festzuhalten, dass die Eltern sowie zwei Brüder des Beschwerdeführers zur Zeit in der Schweiz wohnhaft sind. Der Beschwerdeführer ist nicht verheiratet und hat keine K inder. Mit Blick auf das persönliche Ver- halten des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass diesbez üglich nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden kann. Die sehr hohe Verschuldung, di e fehlenden Bemühungen zur Schul- densanierung sowie die strafrechtlichen Verurteilungen f allen negativ ins Gewicht. Obwohl der Beschwerdeführer die deutsche Sprache gut beherrscht un d arbeitstätig war, ist eine Wegwei- sung aus wirtschaftlicher und arbeitsmarktlicher Sicht durch aus vertretbar, zumal es sich bei den bisherigen Arbeitsstellen des Beschwerdeführers nicht um besonders qualifizierte Tätigkei- ten gehandelt hat. Auch wenn eine Rückkehr des heute 30 Jahre alten und kinderlosen Be- schwerdeführers nach Mazedonien diesen zweifellos hart tr effen würde, ergibt sich daraus je- doch kein Hindernis für eine Wegweisung. 5.4 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen überwiegt im vorliegenden Fall das öffent- liche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligu ng das private Interesse des Be- schwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz. Der B eschwerdeführer ist trotz seiner lan- gen Anwesenheitsdauer weder in wirtschaftlicher, beru flicher noch persönlicher Hinsicht inte- griert. Zwar ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass er hier Beziehungen zu seinen Eltern und Brüdern hat. Aufgrund der strafrechtlichen Verurt eilungen, der sehr hohen Verschuldung und der ungünstigen Prognose besteht allerdings ein g ewichtigeres ordnungs- und sicherheits- polizeiliches Interesse an seiner Wegweisung. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung sind demnach auch verhältnismässig im engeren Sinne. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Der Beschwerdeführer beruft sich anlässlich der heutig en Parteiverhandlung auf den in Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen- schaft (BV) vom 18. April 1999 garantierten Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienle- bens. Das Recht auf Achtung des Familienlebens kann verlet zt sein, wenn einem Ausländer, dessen Familienangehörige hier weilen, die Anwesenhei t untersagt und damit das Familienle- ben vereitelt wird. Das geschützte Familienleben beschrän kt sich dabei grundsätzlich auf die Kernfamilie, namentlich die Gemeinschaft der Ehegatte n mit ihren minderjährigen Kindern (vgl. BGE 129 II 11 E. 2). Geht es um Personen, die nicht d er eigentlichen Kernfamilie zuzurechnen sind, setzt eine schützenswerte familiäre Beziehung voraus , dass der um die fremdenpolizeili- che Bewilligung ersuchende Ausländer vom hier Anwesenhe itsberechtigten wegen körperlicher oder geistiger Invalidität oder schwerer Krankheit, die eine dauernde Betreuung nötig macht, in einem eigentlichen Abhängigkeitsverhältnis steht (vgl. BGE 120 Ib 257 E. 1d). Der Beschwerde- führer ist weder verheiratet noch hat er Kinder. Er ma cht auch kein besonderes Abhängigkeits- verhältnis zu seiner Familie geltend. Alleine der Umst and, dass der Beschwerdeführer bei sei- ner Familie lebt, reicht hierfür nicht aus. Aus dem Ansp ruch auf Schutz des Privatlebens ergibt sich sodann ein Recht auf Verbleib im Land nur unter be sonderen Umständen. Eine lange An- wesenheit und die damit verbundene normale Integratio n genügen hierzu nicht. Es sind viel- mehr besonders intensive Beziehungen beruflicher oder ge sellschaftlicher Natur erforderlich (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.1). Solche qualifizierten Bindungen zur Schweiz liegen im Fall des Beschwerdeführers nicht vor. Demnach kann der Beschwerdefü hrer aus Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie Art. 13 Abs. 1 BV keinen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz ableiten. 7.1 Die Vorinstanz prüfte, ob dem Beschwerdeführer unt er den Rechtstiteln des AuG eine ermessensweise Niederlassungsbewilligung zu erteilen ist. Dabei hielt sie fest, dass angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seinen finanziellen Verpflichtungen schon seit Jahren nur unzureichend nachkomme, zu befürchten sei, dass die V erschuldung des Beschwerdefüh- rers weiter anwachsen werde. Zudem habe sich der Beschw erdeführer verschiedener straf- rechtlicher Delikte schuldig gemacht. Somit bestünden ge wichtige öffentliche Interessen an der Fernhaltung des Beschwerdeführers. Die persönlichen Ver hältnisse, namentlich die Beziehung zu seinen Eltern und zu seinen Brüdern, würden seine Verfehlungen und das damit verbundene öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung nicht aufw iegen. Nach einer sorgfältigen Abwägung der Interessen kam sowohl das AfM als auch die Vorinstanz z um Schluss, dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung angem essen sind, was nicht zu beanstan- den ist. 7.2 Die Vorinstanzen haben die Voraussetzungen für die Erteilung einer Härtefallbewilli- gung im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG zutreffend gewürdigt und das Vorliegen eines Härte- falls zu Recht verneint. Es seien keine staatspolitischen Gr ünde, die eine Rückkehr in die Hei- mat als unzumutbar erscheinen lassen würden, ersichtlich. A uch wenn es für den Beschwerde- führer sicherlich hart sei, sei es ihm zuzumuten, die Schw eiz zu verlassen und in sein Heimat- land zurückzukehren. Die zu Beginn einer solchen Rückkehr be stehenden Schwierigkeiten mit der Eingliederung würden nicht genügen, um einen Härtefall anzunehmen. Eine rechtsfehlerhaf- te Ermessensbetätigung ist in diesem Zusammenhang nicht ersichtlich. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung des Beschwerdeführers erfolgten nach dem Gesagten zu Rec ht, weshalb die Beschwerde voll- umfänglich abzuweisen ist. 9. Im Folgenden ist noch über die Kosten zu entschei den. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichts- gebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel und in angemessenem Ausmass ganz oder teilweise der unterliegenden Partei auferl egt. Da vorliegend der Beschwerdeführer unterlegen ist, gehen die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1'800.-- zu seinen Lasten und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. Die Par- teikosten werden wettgeschlagen (§ 21 Abs. 1 und 2). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin