<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, der Bundesversammlung die notwendigen Änderungen des Jagdgesetzes (JSG) vom 20. Juni 1986 (SR 922.0), insbesondere der Artikel 7 und 11, vorzulegen, damit in der Schweiz ein ausreichend grosses Netz an nicht bejagten Ruhegebieten für Wildtiere geschaffen wird und alle Wasser- und Zugvogelgebiete von nationaler und internationaler Bedeutung einen angemessenen Schutz erhalten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Lebensräume unserer einheimischen Wildtiere geraten zunehmend unter Druck, insbesondere durch die sich ausbreitenden Siedlungen, den Strassenbau und den Tourismus. Moderne Freizeitaktivitäten bringen zudem immer mehr Unruhe in die verbliebenen Lebensräume. Wenn einerseits die Jagd für die Regulierung von häufigen und potenziell schadenstiftenden Tierarten notwendig ist, bringt sie andererseits auch ein gewisses Mass an Unruhe in die Lebensräume der Wildtiere. Deshalb ist ein ausreichendes Netz von Schutz- und Ruhegebieten nötig.</p><p>Das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz; SR 922.0) sieht in diesem Zusammenhang die Möglichkeit zur Schaffung von eidgenössischen Jagdbanngebieten und von Wasser- und Zugvogelreservaten von internationaler und nationaler Bedeutung vor. Zusammen mit den zusätzlich von den Kantonen ausgeschiedenen Jagdbanngebieten und Vogelreservaten existiert in der Schweiz also bereits ein grosses Netz von Schutzgebieten.</p><p>Im Jahre 2001 hat der Bundesrat die Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung (WZVV; SR 922.32) revidiert. Danach sind alle Gebiete, welche die Kriterien für ein Gebiet von internationaler Bedeutung heute erfüllen, unter Schutz gestellt. Die Gebiete von nationaler Bedeutung scheidet der Bund dagegen im Einvernehmen mit den Kantonen aus. Von den insgesamt 43 Gebieten des wissenschaftlichen Inventars sind heute deren 18 unter Schutz gestellt. Mit diesen 18 Wasservogelreservaten von nationaler Bedeutung und den 10 von internationaler Bedeutung kann ein wesentlicher Teil der Zugvogelbestände wirksam geschützt werden. Damit leistet die Schweiz ihren Beitrag an die internationalen Verpflichtungen zum Schutz und zur Erhaltung wandernder Wasservögel.</p><p>Die Ausscheidung von eidgenössischen Jagdbanngebieten war ursprünglich ein Instrument zur Anhebung der Schalenwildbestände in den Voralpen- und Alpenkantonen. Bei der Totalrevision der Bundesjagdgesetzgebung in den Jahren 1986 bis 1988 wurde von verschiedener Seite die Aufhebung der eidgenössischen Jagdbanngebiete gefordert, mit der Begründung, dass die ursprüngliche Zielsetzung erreicht sei und in der Umgebung der grossen Wildschutzgebiete immer häufiger Wildschäden aufträten.</p><p>Mit der Unterteilung in integral und parziell geschützte Perimeter wurde erreicht, dass einerseits die Jagdbanngebiete als Schutzgebiete für typische Lebensgemeinschaften der Voralpen und Alpen erhalten werden konnten und andererseits die Kantone die Möglichkeit haben, bei übermässigen Wildschäden die Schalenwildbestände zu reduzieren. Wenn in einzelnen Jagdbanngebieten also mehr Tiere erlegt werden als in durchschnittlich bejagten Gebieten, so betrifft dies Gebiete mit hohen Wildbeständen und grossen Schäden in der Umgebung der Schutzgebiete. Nach wenigen Jahren sind die Bestände jeweils angepasst, und die jagdlichen Eingriffe werden auf das normale Mass reduziert oder ganz eingestellt. Dabei sind die jagdlichen Aktivitäten, die naturgemäss abseits der Wege stattfinden müssen, zeitlich auf wenige Wochen im Jahr beschränkt.</p><p>Die Schutzgebietsperimeter und Schutzbestimmungen können im Einvernehmen mit den Kantonen überprüft und angepasst werden. Hierzu hat der Bundesrat im Jahre 2002 eine Teilrevision der Verordnung über die eidgenössischen Jagdbanngebiete (VEJ; SR 922.31) in Gang gesetzt.</p><p>Der Bund unterstützt den Vollzug von Artikel 7 Absatz 4 des Jagdgesetzes ("Die Kantone sorgen für einen ausreichenden Schutz der wildlebenden Säugetiere und Vögel vor Störung") in den eidgenössischen Jagdbanngebieten und den Wasservogelreservaten von internationaler Bedeutung mit Bundesbeiträgen und der Ausbildung der zuständigen Aufseher. Zudem ist der Bundesrat bereit, bei der nächsten Teilrevision des Jagdgesetzes den "Schutz vor Störung" für die Gebiete ausserhalb der heutigen Bundeswildschutzgebiete zu präzisieren.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.