10/30 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2002 rechtlichen Notwegs für notwendig und sinnvoll erachten – immer gleichzeitig auch noch die mit der zu erwartenden Mehrbelastung verbundenen Nebenaspekte (Rechte und Pflichten) in sachgerech- ter Weise zu regeln hätten (vgl. BGE 121 I 65 E. 5c/bb S. 72/3, 118 Ia 372 E. 5e S. 380 am Ende). Dies ist hier damit ebenfalls noch nach- zuholen. R 01 98 Urteil vom 29. Januar 2002 Bau- und Feuerpolizei. Verfahrenskoordination. — Die feuerpolizeiliche Bewilligung bzw. die entsprechen- den Auflagen sind in den Baubescheid zu integrieren. Procedura edilizia e di polizia del fuoco. Coordinamento delle procedure. — L’autorizzazione della polizia del fuoco, rispettivamente le condizioni che questa pone sono da integrare nella li- cenza edilizia. Erwägungen: 3. c) Gemäss Art. 1 FPV in der Fassung vom 28. März 2000 obliegen die Feuerpolizei und das Feuerwehrwesen den Gemein- den, soweit sie nicht nach dieser Verordnung dem kantonalen Feu- erpolizeiamt übertragen werden. Der feuerpolizeilichen Bewilli- gungspflicht unterstehen die in Art. 11 lit. a–f FPV aufgezählten Bauten und Anlagen. Gemäss Art. 12 Abs. 2 FPV werden das feu- erpolizeiliche und das baupolizeiliche Bewilligungsverfahren zu- sammengelegt, soweit für beide Verfahren Gemeindeinstanzen zuständig sind. In Art. 5 ABzFPV werden sodann die Zuständigkei- ten der Gemeinde einerseits und des kantonalen Feuerpolizeiam- tes andererseits festgelegt. Für die nicht in lit. a–f aufgezählten Bauten und Anlagen, wozu auch das vorliegende Projekt gehört, obliegt die Bewilligung den Brandschutzorganen der Gemeinde. Schliesslich verlangt Art. 7 Abs. 3 ABzFPV, dass die Gemeinde die Auflagen des (kommunalen) Brandschutzsachverständigen oder des kantonalen Feuerpolizeiamtes in den Baubescheid aufnimmt. Die offensichtlich von der Gemeinde bisher geübte Praxis, die feu- erpolizeiliche Bewilligung im Baubescheid lediglich vorzubehalten und erst nach Rechtskraft der Baubewilligung zu erteilen, steht demnach in klarem Widerspruch zu den massgebenden Vorschrif- ten des Kantons. Vielmehr sind die feuerpolizeiliche Bewilligung 112 3010/31 Raumordnung und Umweltschutz PVG 2002 bzw. die entsprechenden Auflagen in den Baubescheid zu integ- rieren. Da dies vorliegend nicht geschehen ist, ist der angefoch- tene Entscheid allein schon aus diesem Grund aufzuheben. R 01 80 Urteil vom 21. März 2002 Permesso di costruzione. Disposizione derogatoria sull’al- tezza del fabbricato in caso di trasformazioni. Interpreta- zione. — Per le trasformazioni di edifici esistenti, la legislazione comunale può prevedere un regime derogatorio, rispet- to alle dimensioni della precedente costruzione, per motivi di risparmio energetico (cons. 2a). —In caso di sistemazione con isolazione del tetto, la di- sposizione derogatoria – che permette un innalzamento massimo del tetto di 30 cm – deve essere interpretata in modo restrittivo; il sorpasso deve essere riconducibile a misure di risparmio energetico (cons. 2b). Baubewilligung. Ausnahmeregelung bezüglich Gebäude- höhe bei baulichen Änderungen. Auslegung. — Bei baulichen Änderungen an bestehenden Gebäuden kann die kommunale Gesetzgebung aus Energiespar- gründen hinsichtlich der maximal zulässigen Gebäu- dehöhe Ausnahmebestimmungen vorsehen (E.2a). —Bei einer Nachisolation des Daches muss die Ausnah- meregelung, gemäss welcher eine Dacherhöhung von zusätzlich maximal 30 cm erlaubt wäre, restriktiv aus- gelegt werden; die Mehrhöhe muss auf energetische Sparmassnahmen zurückzuführen sein (E. 2b). Considerandi: 2. a) Ai sensi dell’art. 11 cpv. 1 LPTC, gli edifici devono ri- spondere, accanto alle altre norme, anche alle disposizioni sull’e- nergia. Giusta la legge sull’energia (LEn), i comuni tengono conto in tutta la loro attività delle esigenze dell’approvvigionamento energe- tico e dell’uso dell’energia (…), segnatamente per quanto concerne la realizzazione e l’esercizio di impianti ed edifici propri, il rilascio di concessioni e di autorizzazioni (art. 3 LEn). Nell’evadere domande di costruzione i comuni devono osservare le norme di minima sta- bilite dal Gran Consiglio e, ai fini di un uso parsimonioso dell’ener- 113 31