<h2>SubmittedText<h2><p>Im vergangenen Sommer wurde die Einführung des Ergänzungsfachs Informatik (EF IN) an den Maturitätsschulen beschlossen. Deren Rechtsgrundlagen sollen von den Kantonen innerhalb eines Jahres angepasst werden, also günstigerweise auf das "Jahr der Informatik 2008".  </p><p>Innert kürzester Zeit wurde ein nationaler Rahmenlehrplan erarbeitet, der grosse Akzeptanz erfahren hat. Eine private Stiftung ist im Weiteren bereit, die rasche Einführung mit namhaften Mitteln finanziell zu unterstützen. Es scheinen sich aber bei der Umsetzung gewisse Grundsatzdiskussionen der MAR-Reform zu wiederholen. </p><p>Insgesamt haben solche Entwicklungen dazu geführt, dass der Rahmenlehrplan noch nicht genehmigt ist. Deshalb sehen sich auch Kantone, die die Zeitvorgabe des Bundesrates einhalten wollen und über qualifiziertes Personal verfügen, unter zunehmendem Druck, eine Umsetzung zu verschieben. Es besteht die Gefahr, dass die beschlossene Reaktion auf die Ergebnisse der Evaluation der Maturitätsreform in Bezug auf die Informatik verzögert und verwässert wird, dies zulasten der aktuellen Jahrgänge an Maturitätsschulen und zulasten der von Nachwuchssorgen geplagten Schweizer Informatikindustrie. </p><p>1. Hat der Bundesrat Kenntnis von Verzögerungen bei der Anpassung der Rechtsgrundlagen für das EF IN? </p><p>2. Ist er etwa der Meinung, dass alle Kantone gleichzeitig das EF IN anbieten und somit die langsameren Kantone den Startzeitpunkt bestimmen sollen? </p><p>3. Wie beurteilt er die Gefahr, dass das EF IN statt als Fach für besonders interessierte Schüler als eigentlich untaugliches Mittel zur Hebung der Anwenderkenntnisse für alle realisiert werden soll? </p><p>4. Gewichtet er das Interesse der aktuellen Schülergeneration an einer schnellen Einführung des EF IN höher als die Interessen oder Bedenken Dritter?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Rahmen der Teilrevision der Verordnung des Bundesrates vom 27. Juni 2007 und des Reglements der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) vom 14. Juni 2007 über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen (MAR) haben der Bund und die Kantone den Katalog der Ergänzungsfächer um die Informatik erweitert. </p><p>Die Studierenden haben zehn Grundlagenfächer sowie je ein Schwerpunkt- und Ergänzungsfach zu belegen. In der Anerkennungsregelung sind die möglichen Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer aufgeführt, die Kantone sind aber im entsprechenden Angebot frei. Sie müssen also - im Gegensatz zu den aufgezählten Grundlagenfächern - nicht zwingend alle Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer anbieten. </p><p>Die MAR-Teilrevision ist am 1. August 2007 in Kraft getreten. Die Kantone haben ein Jahr Zeit, die Neuerungen in ihr kantonales Maturitätsrecht aufzunehmen. Dies gilt indessen nur für die zwingenden MAR-Bestimmungen. Da es, wie erwähnt, einem Kanton freisteht, an seinen Schulen künftig ein Ergänzungsfach Informatik anzubieten, kann er auch darauf verzichten bzw. kann er dieses Fach auch später einführen und den Lernenden zur Wahl anbieten.</p><p>Der vom Interpellanten erwähnte und noch zu genehmigende Rahmenlehrplan ist ein Entwurf des Schweizerischen Vereins für Informatik in der Ausbildung (SVIA). Im Anschluss an die Teilrevision des MAR wurden die Kantone und direkt betroffene schweizerische Organisationen eingeladen, zum genannten Entwurf Stellung zu nehmen. Gestützt darauf wird der Vorstand der EDK demnächst über die Genehmigung beschliessen können.</p><p>Im Lichte dieser Ausführungen kann auf die Fragen wie folgt eingegangen werden:</p><p>1. Dem Bundesrat ist bekannt, dass sich einzelne Kantone überlegen, das Ergänzungsfach Informatik nicht schon auf den 1. August 2008, sondern später einzuführen. Da die Kantone ihre Umsetzungsprojekte vor dem 1. August 2008 der Schweizerischen Maturitätskommission einzureichen haben, wird man erst im Sommer 2008 eine genaue Übersicht über die getroffenen Lösungen haben.</p><p>2. Wie oben erwähnt, haben nicht alle Kantone das Ergänzungsfach Informatik zwingend gleichzeitig einzuführen. Die Frage, ob "langsamere" Kantone den Startzeitpunkt bestimmen, erübrigt sich damit.</p><p>3. Das Ergänzungsfach Informatik soll den an Informatikfragen besonders Interessierten eine Möglichkeit bieten, sich in diesem Bereich zu vertiefen und hier (beispielsweise zusammen mit einem andern mathematisch-naturwissenschaftlichen Fach) einen Schwerpunkt ihrer gymnasialen Ausbildung zu setzen. Dieses Ergänzungsfach soll eben gerade nicht etwa nur Anwenderkenntnisse vermitteln, sondern eine vertiefte Auseinandersetzung mit den verschiedensten Aspekten dieses Fachs erlauben. Der entsprechende Rahmenlehrplan trägt diesem Anliegen in breitem Masse Rechnung.</p><p>4. Für den Bundesrat und die EDK, die gemeinsamen Träger der Maturitätsanerkennung, sind sowohl die Interessen der Schülerschaft als auch die Bedenken und Interessen Dritter (wie etwa diejenigen der Wirtschaft oder der Informatikindustrie) wichtig. Es wird beiden angemessen Rechnung getragen werden können, da nach heutigen Erkenntnissen ein grösserer Teil der Kantone das Ergänzungsfach Informatik sofort, ein anderer Teil etwas später einführen wird.</p>  Antwort des Bundesrates.