<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Standard berschrift1"><span class="Standard berschrift1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Standard berschrift1"><span class="Standard berschrift1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Standard berschrift1"><img src="word/media/image1.png"/></p></td></tr></table><div><div><p><span>BV.2024.00023</span></p></div><div><p><span> </span></p></div><div><p><span> </span></p></div><p><br/></p><div><p>IV. Kammer</p></div><div><p>Sozialversicherungsrichter Hurst als Einzelrichter<br/>Gerichtsschreiberin Casanova</p></div><p class="Standard berschrift2"><span class="Standard berschrift2">Urteil</span><span class="Standard berschrift2"> vom </span><span class="Standard berschrift2">31. Mai 2024</span></p></div><p class="Standard StandardEinzug"><span class="Standard StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span id="_Hlk171940027"></span><span class="Standard StandardFett RubrumFett">Pensionskasse X.___</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Klägerin</span><span id="CURSOR"></span><span id="_GoBack"></span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">vertreten durch Advokat Thomas </span><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Käslin</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">advokatur</span><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"> 11</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Leimenstrasse</span><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"> 4, 4051 Basel</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardFett RubrumFett"><span id="_Hlk171940048"></span><span class="Standard StandardFett RubrumFett">Y.___</span><span class="Standard StandardFett RubrumFett"> </span><span class="Standard StandardFett RubrumFett">GmbH</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug">Beklagte</span></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Standard StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><span>Nach Einsicht in die Eingabe vom 1</span><span>9. </span><span>März 2024, mit der die </span><span>Pensionskasse X.___</span><span> mit folgendem Rechtsbegehren Klage gegen die </span><span>Y.___</span><span> GmbH erhob (Urk. 1 S. 1):</span></p><p><span>«1. Es sei die Beklagte zur Zahlung von CHF 10‘951.60 nebst Zins zu 6 % seit 3</span><span>0. </span><span>Dezember 2022 sowie von CHF 1'250.00 nebst Zins zu 6 % seit Klageein</span><span>reichung sowie Betreibungskosten von CHF 144.65 zu verurteilen.</span></p><p><span>2. </span><span>Es sei dementsprechend in der Höhe des Betrags CHF 10‘951.60 nebst Zins zu 6 % seit 3</span><span>0. </span><span>Dezember 2022 in der Betreibung Nr. </span><span>«1»</span><span> </span><span>des Betreibungsamts Pfannenstiel der Rechtsvorschlag zu beseitigen und die Rechtsöffnung zu gewähren.</span></p><p><span>3. </span><span>Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MwSt. zu Lasten der Beklagten.» </span></p><p><span>sowie nach Einsicht in die übrigen Verfahrensakten;</span></p><p><span>unter Hinweis darauf, dass die Beklagte innert der mit Verfügung vom 2</span><span>6. </span><span>März 2024 angesetzten Frist keine Klageantwort eingereicht hat, weshalb der Entscheid </span><span>androhungsgemäss</span><span> aufgrund der von der Klägerin eingereichten Akten zu fällen ist (vgl. Urk. 4, </span><span>Urk. </span><span>5 und </span><span>Urk. </span><span>6) </span></p><p><span>in Erwägung, dass</span></p><p><span>die Beurteilung der Klage in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt, da der Streitwert Fr. 30'000.-- nicht übersteigt (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversiche</span><span>rungsgericht, </span><span>GSVGer</span><span>),</span></p><p><span>gemäss</span><span> Art. 66 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) der Arbeitgeber der Vorsorgeeinrichtung die gesamten Beiträge schuldet und die Vorsorgeeinrichtung für nicht rechtzeitig bezahlte Beiträge Verzugszinsen verlangen kann,</span></p><p><span>die Klägerin zur Begründung ihrer Klage im Wesentlichen ausführte (Urk. 1 S. 3 ff.), die Beklagte habe sich mit Anschlussvertrag vom 1</span><span>2. </span><span>bzw. 1</span><span>8. </span><span>Mai 2022 rückwir</span><span>kend ab dem </span><span>1. </span><span>Mai 2022 zur Durchführung der beruflichen Vorsorge angeschlos</span><span>sen und in der Folge die Prämien nicht bezahlt, so dass sie den Anschlussvertrag per 3</span><span>0. </span><span>September 2022 gekündigt (</span><span>Urk. </span><span>2/12), die Schlussabrechnung (</span><span>Urk. </span><span>2/13) erstellt und nach ausgebliebener Zahlung den Ausstand am 2</span><span>7. </span><span>April 2023 (</span><span>Urk. </span><span>2/15) in Betreibung gesetzt habe, worauf die Beklagte Rechtsvorschlag erhoben habe (</span><span>Urk. </span><span>2/16),</span></p><p><span>die im vorliegenden Verfahren säumige Beklagte – soweit ersichtlich und abgesehen vom ohne Begründung erhobenen Rechtsvorschlag (Urk. 2/16) – auch vor- </span><span>beziehungsweise </span><span>ausserprozessual</span><span> nie Bestand und/oder Höhe der eingeklagten Forderung in Zweifel gezogen hat,</span></p><p><span>der eingeklagte Ausstand von Fr. 10‘951.60 im Prämienkontokorrent (Urk. 2/8) verbrieft ist und die darin enthaltenen Mahnspesen von total Fr. 200.--, die Verwaltungs-/Vertragsauflösungskosten von </span><span>Fr. </span><span>300.-- sowie die Gebühr für die Einleitung der Betreibung von </span><span>Fr. </span><span>300.-- ihre rechtliche Grundlage in der </span><span>Ziff. </span><span>3.2 des Kosten</span><span>reglements haben (gültig ab </span><span>1. </span><span>Januar 2021, Urk. 2/6),</span></p><p><span>die geforderten Verzugszinsen von 6 % für die Beitragsforderung ihre Stütze in Ziff. 2.3 </span><span>lit</span><span>. f der Geschäftsbedingungen der Klägerin (gültig per 1</span><span>5. </span><span>November 2018, </span><span>Urk. </span><span>Urk. 2/6) finden und diese Bedingungen integrierender Bestandteil des Anschlussvertrages bilden (Urk. 2/4 S. 2),</span></p><p><span>der Beginn des Zinsenlaufs für die Hauptforderung </span><span>antragsgemäss</span><span> auf den 3</span><span>0. </span><span>Dezember 2022 festzusetzen ist, da die Verzinsung der Beitragsschuld im Kontokorrent bis zu diesem Datum berücksichtigt wurde (vgl. Urk. 2/8);</span></p><p><span>in weiterer Erwägung, dass</span></p><p><span>die Kosten für den Zahlungsbefehl vom 2</span><span>8. </span><span>April 2022 im Betrag von Fr. 144.65 (Urk. 2/16, </span><span>Urk. </span><span>2/17) </span><span>rechtsprechungsgemäss</span><span> nicht im vorliegenden Verfahren zugesprochen werden dürfen (vgl. Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts B 61/00 vom 26. September 2001 E. 5), weil der Gläubiger von Gesetzes wegen berechtigt ist, diese Kosten von den Zahlungen des Schuldners vorab zu erheben (Art. 68 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Schuld</span><span>betreibung und Konkurs, SchKG),</span></p><p><span>bezüglich der zusätzlich eingeklagten Fr. 1'250.-- (zzgl. Verzugszinsen, Urk. 1 S. 2) sich die Klägerin auf Ziff. 3.2 des Kostenreglements beruft (Urk. 2/6), wonach für Aufwendungen im Zusammenhang mit Rechtsöffnungs- und Klagebegehren eine Pauschalentschädigung von Fr. 1'250.-- erhoben werden könne (Urk. 1 S. 5 f.), </span></p><p><span>die entsprechenden </span><span>Reglementsbestimmungen</span><span> Art. 73 Abs. 2 BVG zuwiderlaufen, wonach Streitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten in der Regel (vorbehältlich mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung; BGE 118 V 316; vgl. BGE 126 V 150 E. 4b) kostenlos </span><br/><span>und überdies </span><span>praxisgemäss</span><span> zugunsten der hoheitliche Aufgaben wahrnehmenden Vorsor</span><span>geeinrichtungen – egal, ob anwaltlich oder sonst wie qualifiziert </span><br/><span>vertreten – grundsätzlich entschädigungsfrei sind (BGE 128 V 323), </span></p><p><span>sowohl die Voraussetzungen als auch die Bemessung der einer obsiegenden Partei zustehenden Parteientschädigung letztlich dem kantonalen (Prozess-)Recht überlassen sind (vgl. § 34 </span><span>GSVGer</span><span>), womit für die reglementarische Statuierung </span><span>pauschaler, vom prozessualen Gebaren und Verfahrensausgang unabhängiger Entschädigungspauschalen zulasten von Arbeitgebern (oder Versicherten) kein Raum bleibt, </span></p><p><span>die eingeklagten Fr. 1'250.-- als pauschaler Ersatz für die Aufwendungen im Zusammenhang mit Rechtsöffnungs- und Klagebegehren (zzgl. Verzugszinsen) der Klägerin somit nicht zugesprochen werden können,</span></p><p><span>die Beklagte somit in teilweiser Gutheissung der Klage zu verpflichten ist, der Klägerin Fr. 10'951.60 zuzüglich Zins zu 6% seit dem 3</span><span>0. </span><span>Dezember 2022 zu bezahlen,</span></p><p><span>der in der Betreibung Nr. </span><span>«1»</span><span> des Betreibungsamtes Pfannenstiel erhobene Rechts</span><span>vorschlag (Zahlungsbefehl vom 2</span><span>8. </span><span>April 2023, Urk. 2/16) daher in vollem Umfang aufzuheben ist;</span></p><p><span>in weiterer Erwägung, dass</span></p><p><span>das Erheben eines Rechtsvorschlages gegen offensichtlich zu Recht in Betreibung gesetzte Beitragsforderungen verbunden mit der Säumigkeit im nachfolgenden Prozess nach der ständigen Praxis des hiesigen Gerichts als mutwilliges Verhalten im Sinn von § 33 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (</span><span>GSVGer</span><span>) zu qualifizieren ist, weshalb der Beklagten die Kosten des vorliegenden Verfahrens in der Höhe von Fr. 800.-- aufzuerlegen sind, </span></p><p><span>nach § 34 Abs. 2 </span><span>GSVGer</span><span> Versicherungsträger in der Regel keinen Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten haben, vorliegend jedoch das Verhalten der Beklagten als mut</span><span>willig zu qualifizieren und sie deshalb in Anwendung von § 34 Abs. 1 </span><span>GSVGer</span><span> zu verpflichten ist, der vollumfänglich obsiegenden Klägerin eine Prozessent</span><span>schädigung von Fr. 600.-- zu bezahlen;</span></p><p><br/></p><p><br/></p><p><span>erkennt der Einzelrichter:</span></p><p>1.<span> </span>In teilweiser Gutheissung der Klage wird <span id="Text5"></span>die Beklagte verpflichtet, der Klägerin Fr. 10'951.60 nebst Zins zu 6 % seit dem 30. Dezember 2022 zu bezahlen, und es wird der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. <span>«1»</span><span> </span>des Betreibungsamtes Pfannenstiel (Zahlungsbefehl vom 28. April 2023) aufgehoben.</p><p>2.<span> </span>Die Kosten des Verfahrens in Höhe von Fr. 800.-- werden der Beklagten auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden <span id="Text16"></span>der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.</p><p>3.<span> </span><span id="Text18"></span>Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von Fr. 600.-- zu bezahlen.</p><p>4.<span> </span>Zustellung gegen Empfangsschein an:</p><p>-<span> </span>Advokat Thomas Käslin</p><p>-<span> </span>Y.___ GmbH</p><p>-<span> </span>Bundesamt für Sozialversicherungen </p><p>sowie an:</p><p><span>- </span>Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)</p><p>5.<span> </span>Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes-gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</p><p><span> </span>Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</p><p><span> </span>Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis-mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</p><p><br/></p><p class="Standard berschrift3"><br/></p><p class="Standard berschrift3"><span class="Standard berschrift3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der EinzelrichterDie Gerichtsschreiberin</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>HurstCasanova</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><div><p> </p></div><p><br/></p><p></p></div> </div></body></html>