Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. September 2014 (725 14 218 / 236) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Nichteintreten mangels örtlicher Zuständigkeit / Weiterleitung an das zuständige Versi- cherungsgericht Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschrei ber Markus Schäfer Parteien Helsana Versicherungen AG , Recht , Postfach , 8081 Zürich , Be- schwerdeführerin gegen Basler Versicherung AG , Aeschengraben 21, Postfach , 4002 Basel , Beschwerdegegnerin Beigeladene A.____, vertreten durch Markus Schmid, Rechtsanwalt, Lange Gas- se 90, 4052 Basel Betreff Leistungen betr. A.____ Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : dass die Basler Versicherung AG mit Verfügung vom 1 8. Dezember 2013 die von der Versi- cherten A.____ beantragte Übernahme von Heilbehandlungskosten abgelehnt hat, Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Schmid, un d die Helsana Versicherun- gen AG als Krankenversicherer von A.____ gegen diese Verfügung bei der Basler Versicherung AG fristgerecht Einsprachen erhoben haben, dass die Basler Versicherung AG diese beiden Einsprachen mi t Entscheid vom 7. Juli 2014 abgewiesen hat, dass die Helsana Versicherungen AG mit Eingabe vom 29. Jul i 2014 beim Kantonsgericht Ba- sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kanto nsgericht), Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Basler Versicherung AG vom 7. Juli 2014 erhoben hat, dass in diesem Beschwerdeverfahren materiell Leistungen für die Versicherte A.____ strittig sind, weshalb das Kantonsgericht diese als vom Verfahrensa usgang (Mit-) Betroffene zum Be- schwerdeverfahren beigeladen hat, dass eine amtliche (telefonische) Erkundigung bei der E inwohnerkontrolle der Gemeinde B.____ ergeben hat, dass A.____ Wohnsitz in B.____ und somit im Kanton Aargau hat, dass sich unter diesen Umständen in formeller Hinsicht die Frage nach der örtlichen Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde stellt, dass das Kantonsgericht deshalb das Verfahren mit Verfüg ung vom 31. Juli 2014 vorerst auf diese Eintretensfrage beschränkt und den Parteien Gele genheit gegeben hat, zur örtlichen Zu- ständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft Stellung zu nehmen, dass sowohl die Basler Versicherung AG mit Schreiben vom 11. August 2014 als auch die Bei- geladene mit Eingabe vom 12. August 2014 die Auffassung vertreten haben, dass in Anbetracht des Wohnsitzes der Versicherten in B.____ nicht das Kantons gericht Basel-Landschaft, son- dern das Versicherungsgericht des Kantons Aargau zur Beurt eilung der Beschwerde vom 29. Juli 2014 örtlich zuständig sei, dass sich die Helsana Versicherungen AG innert der ihr ei ngeräumten Frist zu der aufgeworfe- nen Frage nicht geäussert hat, dass das Kantonsgericht gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 im Rahme n der Beurteilung einer Be- schwerde von Amtes wegen zu prüfen hat, ob auf das Rechtsmittel eingetreten werden kann, dass zu den Prozessvoraussetzungen, die allesamt erfüllt sein müssen, damit das Gericht zur Begründetheit oder Unbegründetheit der Rechtsbegehr en überhaupt Stellung nehmen kann, nebst einer frist- und formgerechten Beschwerde insbeson dere die örtliche Zuständigkeit der Rechtsmittelinstanz gegeben sein muss (vgl. zum Ganzen: F RITZ GYGI , Bundesverwaltungs- rechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 71 ff.), Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass gemäss Art. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Verbindung mit Ar t. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 die Bestim mungen des ATSG über das Rechtspflegeverfahren (Art. 56 - 62 ATSG) im Bereich der Unfallversicherung anwendbar sind, dass gemäss Art. 57 ATSG jeder Kanton ein Versicherungsgericht als einzige Instanz zur Beur- teilung von Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherung bestellt, dass örtlich das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zu ständig ist, in welchem die versi- cherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG), dass die Beschwerdeerhebung vorliegend nun allerdings n icht durch die versicherte Person, sondern durch die Helsana Versicherungen AG als deren Krankenversicherer erfolgt, dass in einer solchen Konstellation aber ebenfalls davon auszugehen ist, dass sich die örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts nach de m Wohnsitz der versicherten Per- son bestimmt (U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009 , Art. 58 Rz.12), dass in Anbetracht der geschilderten bundesrechtlichen Zu ständigkeitsordnung und des Ergeb- nisses der bei der Einwohnergemeinde B.____ in Bezug a uf den Wohnsitz der Beigeladenen eingeholten amtlichen Erkundigung nicht das Versicheru ngsgericht des Kantons Basel- Landschaft, sondern dasjenige des Kantons Aargau zur Beurteilung der Beschwerde der Hels- ana Versicherungen AG vom 29. Juli 2014 örtlich zuständig ist, dass das Kantonsgericht Basel-Landschaft demnach auf die b ei ihm anhängig gemachte Be- schwerde vom 29. Juli 2014 mangels örtlicher Zuständigkeit nicht eintreten kann, dass die betreffende Beschwerde jedoch gestützt auf Art. 58 Abs. 3 ATSG zuständigkeitshalber an das Versicherungsgericht des Kantons Aargau - als Versich erungsgericht des Kantons, in welchem die Versicherte im Zeitpunkt der Beschwerdeerhe bung Wohnsitz hat - weiterzuleiten ist, dass Art. 61 lit. a ATSG festhält, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat, weshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben sind, dass die ausserordentlichen Kosten des Verfahrens wettgeschlagen werden können, dass gemäss § 1 Abs. 3 lit. e VPO die präsidierende Person bei offensichtlichem Fehlen einer Eintretensvoraussetzung durch Präsidialentscheid urteilt, Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass vorliegend die Eintretensvoraussetzungen offensichtli ch nicht gegeben sind, weshalb der Erlass dieses Nichteintretensentscheides in die Kompeten z der präsidierenden Person der Ab- teilung Sozialversicherungsrecht fällt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Akten des vorstehenden Beschwerdeverfahrens werde n zustän- digkeitshalber dem Versicherungsgericht des Kantons Aarga u über- wiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 5. Die Stellungnahmen der Basler Versicherung AG vom 1 1. August 2014 und der Beigeladenen vom 12. August 2014 gehen zur Kenntnisnahme an die jeweils übrigen Verfahrensbeteiligten. http://www.bl.ch/kantonsgericht