Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Dezember 2014 (725 14 276) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Berechnung des Valideneinkommens, Beweiswürdigung Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber i.V. Michael Ruch Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Denis G. Giovannelli, Rechtsanwalt und Notar, Baarerstrasse 34, Postfach, 6300 Zug gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Der am 1. Mai 1967 geborene A.____ war von 1995 bis 2000 als Betriebsarbeiter in der Reinigung bei der Firma B.____ AG angestellt und du rch die Arbeitgeberin bei der Schweizeri- schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Be- rufskrankheiten versichert. Am 7. September 1997 st iess der Versicherte auf einem Parkplatz an den Pneu eines parkierten Autos und fiel auf den Rücken. Anlässlich eines MRI vom 24. April 1998 wurde der Verdacht auf ein Impingement d es Musculus supraspinatus geäussert, was eine längere Behandlung und weitere Abklärungen nach sich zog. Die SUVA anerkannte Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihre Leistungspflicht und richtete die gesetzlichen Leist ungen aus. Anlässlich einer kreisärztli- chen Untersuchung vom 27. Januar 2014 lehnte die SUVA m it Verfügung vom 6. Februar 2014 einen Leistungsanspruch des Versicherten auf eine Invalid enrente und eine Integritätsentschä- digung ab, weil keine erhebliche unfallbedingte Beei nträchtigung der Erwerbsfähigkeit mehr vorliege. Die dagegen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom 15. Juli 2014 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte, vertr eten durch Advokat Denis G. Giovanelli, am 15. September 2014 Beschwerde ans Kanton sgericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, es sei in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 15. Juli 2014 die SUVA zu verurteilen, dem Versicherten mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit an die SUVA zurückzuweisen mit der Massga- be, gestützt auf eine Oberexpertise neu zu verfügen. Auss erdem sei dem Versicherten die un- entgeltliche Rechtspflege zu bewilligen; alles unter o/e- Kostenfolge. In der Begründung machte er geltend, selbst körperlich leichte Tätigkeiten unte rhalb der Horizontalen seien aufgrund der Beschwerden in der rechten Schulter nicht mehr durchführbar resp. nicht mehr zu 100% zumut- bar. C. Die SUVA, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer -Münch, beantragte in ihrer Ver- nehmlassung vom 28. Oktober 2014 die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetz es über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 Abs. 1 ATS G das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Be schwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Dieser befindet sich vorliegend in B.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 d es Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 199 3 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige kantonale gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustän dig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten v om 15. September 2014 ist dem- nach einzutreten. 2. Materiell ist zu prüfen, ob der Versicherte Anspruc h auf eine Invalidenrente hat. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Ist die versicherte Person Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). 2.2 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet dabei die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfäh ig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Ar- beitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kö rperlichen, geistigen, oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbe- reich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 2.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 2.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61c lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an fö rmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c) 2.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die freie Beweiswürdigu ng aufzustellen (vgl. die ausführliche Zu- sammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und –ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit weiteren Hinweisen). Sodann erkennt die Rechtsprech ung Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen und (Akten-)Berichten von Sachverständigen, die nicht im Verfah- ren nach Art. 44 ATSG eingeholt werden, zwar ebenfal ls Beweiswert zu, es ist allerdings zu betonen, dass ihnen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei- nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungst räger in Auftrag gegebenen Gutach- ten zukommt (BGE 135 V 469 E. 4.4 mit Hinweis auf BGE 125 353. E. 3b/ee). Sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolge- rungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 3.1 Die SUVA stützt sich in ihrer Beurteilung der Arbe its- und Erwerbsunfähigkeit auf den kreisärztlichen Bericht vom 27. Januar 2014 ab. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten eine leichte körperliche Tätigkeit unterhalb der Horizontalen ganztägig zumutbar sei. Dabei seien das Heben und Tragen von Lasten sowie repetitive Aussenrotationsbewegun- gen der rechten Schulter zu vermeiden. Die vorinstanzl iche Beweiswürdigung ist nicht zu bean- standen. Es liegen auch keine ärztlichen Berichte vor, wel che der kreisärztlichen Beurteilung widersprechen würden. Die Beurteilung des Kreisarztes is t für die streitigen Belange umfas- send, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichti gt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der medizini- schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizin ischen Situation ein. Die strittige Frage, welche Auswirkungen die gesundheitlichen Beeinträ chtigungen an der rechten Schulter auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten haben, kann g estützt auf den kreisärztlichen Bericht zuverlässig beantwortet werden. 3.2 Der Versicherte wendet dagegen ein, dass ihm auch di e Ausführung leichter Tätigkeiten nicht mehr zumutbar sei. Als Rechtshänder sei er aufgrund der unfallbedingt beeinträchtigten Schulter nicht imstande, selbst für wenige Minuten Arbe iten auszuführen. Die Einwände des Beschwerdeführers sind jedoch nicht substantiiert. So fü hrt er nicht aus, weshalb es ihm nicht möglich sei, die ärztlich als zumutbar betrachtete Arbeit ganztags wahrzunehmen und er legt auch keinen Arztbericht vor, der seine Aussagen bekräftig en würde oder aus welchem hervor- ginge, welche medizinischen Probleme noch vorlägen. Es liegen somit keine Gründe vor, an der Zuverlässigkeit des kreisärztlichen Berichtes vom 27. Januar 2014 zu zweifeln, weshalb ihm volle Beweiskraft zuzuerkennen ist. 4. Weiter beanstandet der Versicherte den Einkommensve rgleich. 4.1 Nach Art. 16 ATSG hat die Invaliditätsbemessung be i erwerbsfähigen Versicherten auf- grund eines Einkommensvergleichs zu erfolgen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be- handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durc h eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalid eneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie ni cht invalid geworden wäre (Vali- deneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög lichst genau ermittelt und einan- der gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom mensdifferenz der Invaliditätsgrad Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestimmen lässt (BGE 104 V 136). Nach der Rechtsprechung des Bundesgericht sind für den Einkommensvergleich grundsätzlich die Verhältnisse im Zeit punkt des Beginns des Rentenan- spruchs massgebend (vgl. BGE 129 V 222, 128 V 174). Der R entenanspruch entsteht gemäss Art. 19 UVG, sobald von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwar tet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgesch lossen sind (sog. Endzustand). Gestützt auf den kreisärztlichen Bericht vom 27. Januar 201 4 war der Endzustand im Janu- ar 2014 erreicht. Eingliederungsmassnahmen der IV-Stel le standen nicht zur Diskussion. Dem- gemäss ist für die Beurteilung des Rentenanspruchs der 1. Januar 2014 massgebend. 4.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Per- son im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der ü berwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielte, auszugehen ist ( BGE 134 V 222 E. 4.1; Urteile des Bundesgerichts vom 4. April 2012, 8C_793/2011, E. 3.1 und vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend stellte die SUVA fest, dass anhand der vorhan- denen Einkommensunterlagen kein zuverlässiges Valideneink ommen ermittelbar sei. Aus die- sem Grund zog die SUVA die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio- disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2010 heran. Dabei habe sie die Tabelle A1, Wirtschaftszweig 77/79-82, Anforderungsniveau 4, Män ner verwendet. Bei einer durch- schnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche und der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2013 angepasst ermittelte die SUVA ein Valideneinkommen von Fr. 54‘110.--. 4.3 Der Versicherte ist der Auffassung, bei der Ermittl ung des Valideneinkommens sei nicht berücksichtigt worden, dass er gelernter Goldschmied und zum Zeitpunkt des Unfalles sogar selbständig erwerbend gewesen sei. Als gelernter Goldsch mied sei das Anforderungsniveau 2 (= Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbeit en), allenfalls dasjenige von 3 (= Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) anzuwenden. Dieser Ar gumentation des Beschwerdefüh- rers kann nicht gefolgt werden, da dieser gemäss Unfallm eldung vom 11. September 1997 bei der Firma B.____ AG als Betriebsarbeiter in der Rein igung angestellt war. Der Beschwerdefüh- rer weist keine Zertifikate oder Nachweise vor, anhand w elcher ersichtlich wäre, dass er tat- sächlich als Goldschmied gearbeitet oder die entsprechen de Ausbildung absolviert hätte. Es kann somit nicht mit übewiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Versicherte im Januar 2014 als gesunde Person als Goldschmi ed tätig gewesen wäre. Für die Berechnung des Valideneinkommens ist demzufolge zu prüfen, ob der Lohn bei der B.____ AG, den der Versicherte zum Zeitpunkt des Unfalls verdient hat, für die Berechnung des Validenein- kommens als massgebend betrachtet werden kann. 4.4. Anhand der Lohnblätter der Firma B.____ AG ist erkennbar, dass der Versicherte in den Jahren, als er als Betriebsarbeiter in der Reinigung d er B.____ AG angestellt war, ein unregel- mässiges Einkommen erzielte. So verdiente er im Jahr 19 95 Fr. 9‘672.--, im Jahr 1996 hatte er ein Einkommen von Fr. 16‘579.-- und im Jahr 1997, im Jahr des Unfalls, kam der Beschwerde- führer auf ein Einkommen von Fr. 39‘383. Diese unter schiedlichen Einkommen stellen keinen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht verlässlichen Basiswert dar, um das Valideneinkommen zu be rechnen. Es fällt daher ausser Betracht, das Valideneinkommen gestützt auf den tatsächli ch erzielten Verdienst bei der B.____ AG zu bestimmen. Auch die Tätigkeiten in den Ge sellschaften des Beschwerdeführers, der „D.____ GmbH“ einerseits, wie auch die „E.____“ an dererseits, können, wie dies die Vo- rinstanz richtig festgestellt hat, nicht zur Bestimmung d es Valideneinkommens herangezogen werden, da über die „D.____ GmbH“ der Konkurs eröffne t wurde und die „E.____“ keine brauchbaren Lohnbelege vorweisen kann. Das Valideneinkom men ist demzufolge aufgrund der Tabellenlöhne zu ermitteln. Da davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer zum mass- beglichen Zeitpunkt in der Reinigungsbranche tätig ge wesen wäre, ist zur Berechnung des Va- lideneinkommens von der Tabelle T7 Ziffer 35 der LSE 2010 auszugehen. Diese sieht als durchschnittliches Einkommen in der Reinigungsbranche einen Lohn von Fr. 4‘222.-- pro Monat vor. Wird dieser Lohn an die wöchentliche Durchschnittsarbeitszeit von 41.9 Stunden (Tabelle B 9.2/Total, in: Die Volkswirtschaft) sowie der Nominallo hnentwicklung bis ins Jahr 2013 ange- passt (2011: 1.0%; 2012: 0.8%; 2013: 0.7%), resultiert dabei ein Jahreseinkommen von Fr. 54‘408.--. Dieser Wert ist somit als hypothetisches Valideneinkommen bei der Erstellung des Einkommensvergleichs beizuziehen. 5.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in we lcher die versicherte Person konkret steht. Vorliegend geht der Versicherte keiner Erwerbstät igkeit mehr nach. Im Einkommensver- gleich ist deshalb von einem hypothetischen Invalidenein kommen auszugehen. Um dieses zu ermitteln, können nach der Rechtsprechung entweder Ta bellenlöhne gemäss LSE oder die so- genannten Zahlen der DAP (Dokumentation von Arbeits plätzen) herangezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412). 5.2 Im Entscheid BGE 129 V 472 ff. befasste sich das Bun desgericht ausführlich mit der Invaliditätsbemessung aufgrund von Arbeitsplatzbeschrei bungen aus der von der SUVA ge- schaffenen DAP und stellte fest, dass die für die Invalid itätsbemessung herangezogenen DAP- Profile im konkreten Einzelfall repräsentativ sein müssen. Es genügt daher nicht, wenn lediglich ein einziger oder einige wenige zumutbare Arbeitsplätze angegeben werden, weil es sich dabei sowohl hinsichtlich der Tätigkeit als auch des bezahlten Lohnes um Sonder- oder Ausnahmefäl- le handeln kann. Vielmehr muss der Unfallversicherer m indestens fünf DAP-Blätter auflegen, damit die Repräsentativität der DAP-Profile als gegebe n betrachtet werden kann. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrun d der gegebenen Behinderung der versicherten Person in Frage kommenden dokumentierten Ar beitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs- profil entsprechenden Gruppe. Dadurch wird eine hin reichende Überprüfung des dem Unfall- versicherer bei der Auswahl der DAP-Blätter zustehenden E rmessens ermöglicht. Sind die er- wähnten verfahrensmässigen Anforderungen nicht erfüllt, kann nicht auf den DAP- Lohnvergleich abgestellt werden (vgl. zitiertes Urteil, E. 4.2.2; vgl. auch BGE 139 V 595 f. E. 6.3). Vorliegend ermittelte die SUVA das Invalide neinkommen einerseits aufgrund der DAP und legte hierzu insgesamt fünf DAP-Blätter vor. Gestüt zt auf die darin enthaltenen Lohnanga- ben bezifferte sie das massgebende Jahreseinkommen mit Fr. 53‘510.--. Der Beschwerdeführer beanstandet die vorgelegten DAP nicht. Eine nähere Betrachtung der fünf von der SUVA aufge- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht legten DAP-Blättern zeigt aber, dass nur eine der ausg ewählten Tätigkeiten für den Versicher- ten mit seinen Beschwerden in Frage käme. Die weiteren vorgebrachten Beispiele sind nicht mit der im kreisärztlichen Bericht vom 27. Januar 2014 vorgege benen Verweistätigkeit vereinbar und somit nicht verwertbar, da sowohl als Fliessmonteur, als Bediener einer CNC-Maschine und als Bediener einer Kuppelfunktionsanlage oft leich te oder gar mittel schwere Gewichte ge- hoben werden müssen, was dem Beschwerdeführer aber gemä ss kreisärztlichem Bericht nicht zumutbar ist. Auch die Stelle eines Stapelfahrers, kann dem Beschwerdeführer nicht zugemutet werden, da hierfür eine gute Beweglichkeit und Übersich t gefordert wird. Dies hat zur Folge, dass für die Berechnung des Invalideneinkommens nicht auf den von der SUVA anhand DAP ermittelten Invalidenlohn in der Höhe von Fr. 53‘51 0.-- abgestellt werden kann. Somit ist, wie das die SUVA eventualiter auch getan hat, das Invaliden einkommen anhand der LSE zu be- rechnen. 5.3 Praxisgemäss ist bei der Ermittlung des Invalidenei nkommens von der Tabelle TA1, To- tal privater Sektor der LSE-Löhne auszugehen (nicht publ izierte E. 5a von BGE 133 V 545; vgl. auch BGE 129 V 472 ff. E. 4.3.2 mit Hinweis). So ist der LSE-Berechnung der Vorinstanz zu folgen, wenn sie gemäss LSE 2010 den Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufga- ben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männer im pr ivaten Sektor im Jahre 2010 von Fr. 4'901.-- monatlich beizog. Dieser Tabellenlohn ist auf die für das Jahr 2013 geltende durch- schnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Bet riebsübliche Arbeitszeit nach Wirt- schaftsabteilungen, herausgegeben vom BSF, Dokument je- d-03.02.04.19) umzurechnen. Der daraus resultierende Betrag von jährlich Fr. 61‘312.-- ist an die bis 2013 erfolgte Nominallohn- entwicklung für Männer (2011: 1.0%; 2012: 0.8%; 2013: 0.7%; vgl. T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011 - 2013, Total) anzupassen, womit als Basis von einem Invalideneinkommen von Fr. 62‘857.-- pro Jahr auszugehen ist. 5.4.1 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen Wert sind praxisgemäss verschiede- ne Abzüge zulässig. In BGE 126 V 75 ff. entwickelte das Bundesgericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn weiter. Dabei betonte es, dass die Frage, ob und in wel- chem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtliche n persönlichen und berufli- chen Umständen des konkreten Einzelfalles abhängt (leide nsbedingte Einschränkung, Lebens- alter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskat egorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statis- tischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betra cht fallenden Merkmale, letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b). Vorliegend ist der Ver- sicherte durch seine Beschwerden unbestrittenermassen einge schränkt. Das Heben und Tra- gen von Lasten sowie repetitive Aussenrotationsbewegungen der rechten Schulter werden ihm gemäss kreisärztlichem Bericht als unzumutbar attestiert. Es rechtfertigt sich daher, einen Ab- zug von 10% vom ermittelten Tabellenlohn vorzunehmen. U mstände, welche für einen höheren Abzug sprechen würden, liegen nicht vor. 5.4.2 Kürzt man den vorstehend ermittelten Tabellenlo hn von Fr. 62‘857.-- aufgrund der vor- genannten Erwägung um 10%, so ergibt dies für den Ver sicherten ein massgebendes Invali- deneinkommen von Fr. 56‘571.-- (Fr. 62‘857 x 0.9%). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Stellt man im Einkommensvergleich das massgebende Inva lideneinkommen von Fr. 56‘571.-- dem Valideneinkommen von Fr. 54‘408.-- gegenüber (vgl. Erwägung 6.3), so ist festzustellen, dass faktisch aus der verletzungsbedingten Ei nschränkung des Versicherten kei- ne Erwerbseinbusse resultiert. Als Ergebnis ist demnach fe stzuhalten, dass der Versicherte keinen Anspruch auf eine Invalidenrente der SUVA hat. 5.6 Selbst wenn davon auszugehen wäre, der Versicherte sei vor dem Unfallereignis als Goldschmied tätig gewesen, würde sich nichts am Ergebni s ändern. Gemäss kreisärztlicher Beurteilung vom 27. Januar 2014 ist der Beschwerdefüh rer in der Tätigkeit als Goldschmied nicht beeinträchtigt, ist doch eine leichte Tätigkeit u nterhalb der Horizontalen ohne Heben von Lasten und ohne repetitive Aussenrotationen der rechten Schulter in einem Vollzeitpensum zu- mutbar. Somit wäre es dem Beschwerdeführer weiterhin zumutbar, als Goldschmied zu arbei- ten, womit keine Erwerbseinbusse gegenüber der angestammten Tätigkeit vorläge. 6. Zusammenfassend kann geschlossen werden, dass die Einwänd e des Beschwerdefüh- rers hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts nicht genügen d substantiiert sind, um den kreisärztlichen Bericht, auf den sich die Vorinstanz beruft , in Frage zu stellen. Wird auf dieser Grundlage der Einkommensvergleich vorgenommen, kann kei n rentenbegründender IV-Grad festgestellt werden, womit die Beschwerde abzuweisen ist. 7.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegend e Verfahren keine Kosten zu er- heben. 7.2 Es bleibt über den Antrag des Versicherten zu befin den, es sei ihm die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter zu bewilligen . Gemäss Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG wird der Beschwerde führenden Person, wo die Verhältn isse es rechtfertigen, ein unentgeltli- cher Rechtsbeistand bewilligt. Gemäss Rechtsprechung ist di e unentgeltliche Verbeiständung im kantonalen Beschwerdeverfahren zu bewilligen, wenn der Prozess nicht offensichtlich aus- sichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die anwaltl iche Verbeiständung notwendig oder doch geboten ist (Urteil des EVG vom 7. Juli 2003, U 3 56/02, E. 3.1; ALEXANDRA RUMO -JUNGO , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht , Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2003 , S. 451 mit Hinweisen auf BGE 100 V 62 E. 3 und 98 V 117 E. 2; vgl. auch U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zü- rich/Basel/Genf 2009, Art. 61 Rz. 104). Diese Vorausset zungen sind vorliegend gegeben: Die Bedürftigkeit des Versicherten kann gestützt auf die eing ereichten Unterlagen bejaht werden, die Beschwerde ist nicht als aussichtslos zu bezeichnen und di e anwaltliche Vertretung ist ge- boten. Der Rechtsvertreter des Versicherten wies in seiner Honorarnote vom 3. Dezember 2014 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwan d von 9.1 Stunden sowie Auslagen von Fr. 31.70 aus, was umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarif- ordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. Nove mber 2003 in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung beträgt das Honorar bei unentgeltlich er Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stun- de. Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist deshalb f ür seine Bemühungen ein Hono- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht rar in der Höhe von Fr. 1999.85 (9.1 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 31.70 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entrichten. 7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufme rksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird Rechts- anwalt Dennis Giovanelli ein Honorar von Fr. 1‘999.85 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Gesundheit