B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1181/2013 U r t e i l v om 1 3 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiberin Simona Risi. Parteien A._______, Libanon, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Februar 2013 / N (…). E-1181/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer, ein ethnischer Araber aus B._______ bei Beirut, seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 24. November 2012 verliess, indem er mit einem Schengenvisum von Beirut aus über Is- tanbul nach Zürich flog, dass er am 30. November 2012 im Empfangs - und Verfahrenszentrum Kreuzlingen um Asyl nachsuchte, dass er bei der Befragung zur Person vom 6 . Dezember 2012 und der einlässlichen Anhörung vom 15. Februar 2013 zur Beg ründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er habe seit der Ermo r- dung des ehemaligen Ministerpräsidenten des Libanon, Rafiq al-Hariri, am 14. Februar 2005 mit der Bewegung "Allianz vom 14. März" ( prowest- liche Bündnis diverser politischer Pa rteien) sympathisiert und an deren Demonstrationen teilgenommen, ohne eine aktive Position innegehabt zu haben, dass er in letzter Zeit ausserdem an Demonstrationen teilgenommen h a- be, die durch Scheich Ahmed al-Assir organisiert worden seien, dass er bei d er von seinem Arbeitgeber gegründeten " (…)" (gegen die Hizbollah) registriert gewesen sei, dass er als (…) gearbeitet habe und aus beruflichen Gründen mit einem durch die griechische Botschaft in Beirut ausgestellten Schengenvisum (gültig vom 9. September 2012 bis 8. Dezember 2012, vgl. die vorinstanz- liche Akte A12/1) vom 20. bis 23. September 2012 nach Griechenland ge- reist und anschliessend nach Beirut zurückgekehrt sei, dass er am 11. oder 12. Oktober 2012 in Beirut sowie am 11. November 2012 in Saidā an Demonstrationen teilgenommen habe, wobei erstere friedlich verlaufen sei, während es bei letzterer zu einem Schusswechsel mit mindestens zwei Toten und vier bis fünf Verletzen gekommen sei, dass er am 12. November 2012 auf dem Heimweg von der Arbeit auf se i- nem Motorrad durch zwei Anhänger der Hisbollah angehalten worden sei, welche ihn nach seiner Verbindung zu Scheich Ahmad al -Assir gefragt, ihn beschimpft und schliesslich versucht hätten, ihn zusammenzuschl a- gen, E-1181/2013 Seite 3 dass einer der beiden ihn mit einem Gürtel an der Stirn getroffen habe, bevor er mit seinem Motorrad habe wegfahren können, dass ihm tags darauf ein Freund, welcher ebenfalls Anhänger der Hisbo l- lah sei, gesagt habe, die Hisbollah habe beschlossen, ihm (Beschwerd e- führer) Anstand beizubringen, dass dieser ihm empfohlen habe, das Land zu verlassen, da die Hisbollah ihm nicht mehr erlauben würde, im Libanon zu bleiben, dass er am 16. November 2012 telefonisch durch einen lokalen Chef der Hisbollah beleidigt und aufgefordert worden sei, das Gebiet zu v erlassen, bevor die Hisbollah ihm etwas antun würde, dass er sich deshalb zur Ausreise entschlossen und sich in der Folge bis zum 20. November 2012 zu Hause und danach bis zur Ausreise in einer Ferienwohnung seiner Familie in C._______ aufgehalten habe, dass er im Zusammenhang mit der Frage nach der Einreichung von Re i- se- oder Identitätspapieren aussagte, er sei am 24. November 2012 in Begleitung eines Schleppers nach Zürich gereist, dass dieser ihm direkt nach dem Aussteigen am Flughafen Zürich-Kloten seinen Pass und seinen Führerschein abgenommen habe, dass er seine Identitätskarte und einen Auszug aus dem Zivilstandsregi s- ter zu Hause gelassen habe, dass das BFM mit Verfügung vom 2 5. Februar 2013 – eröffnet am 27. Februar 2013 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylg e- setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordne te und die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenve r- zeichnis an den Beschwerdeführer verfügte, dass der Beschwerdeführer der Vorinstanz gleichentags per Telefax Ko- pien seiner Identitätskarte, des Auszugs aus d em Zivilstandsregister und eines Ausweises der Lebanese Football Association zukommen liess, dass die Originale dieser Dokumente der Vorinstanz am 26. Februar 2013 (Datum Poststempel) übermittelt wurden, E-1181/2013 Seite 4 dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. März 2013 beim Bundes- verwaltungsgericht Beschwerde erhob und beantragt e, d ie vorinstanzl i- che Verfügung sei aufzuheben und das BFM sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten, (eventualiter) sei die Unzumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs festzustellen und es sei die vorläufige Aufnahme anzu- ordnen, dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um umgehende Zustellung der "Anhörungsprotokolle" und Ansetzung einer Nachfrist zur Beschwerdee r- gänzung sowie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung u nd um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, dass die vorinstan zlichen Akten am 7. März 2013 beim Bundesverwa l- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfa h- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefo chtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), E-1181/2013 Seite 5 dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 – 35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwe r- deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht e ingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mat e- riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die S a- che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwe i- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flücht- lingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfahren ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nichtei n- tretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass die Vori nstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweit en Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ve r- zichtet wurde, dass gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht eingetr e- ten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stu n-E-1181/2013 Seite 6 den nach Einreic hung des Gesuchs Reise - oder Identitätspapiere abg e- ben, dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylsuchende glaubhaft machen können, dass sie aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage sind, innerhalb von 48 Stunden nach Gesuchseinreichung Rei- se- oder Identitätspapiere abzugeben, wenn aufgrund der Anhörung und gestützt auf die Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird oder wenn sich aufgrund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Ab- klärungen zur Feststellung der Flüchtlin gseigenschaft oder eines We g- weisungsvollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. a-c AsylG), dass die Vorinstanz zur Begründung des angefochtenen Entscheides ins- besondere ausführte, der Beschwerdeführer habe den Asylbehörden trotz schriftlicher Aufforderung innerhalb der eingeräumten Frist von 48 Stu n- den keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, dass erhebliche Zweifel an den Angaben des Beschwerdeführers zum Verbleib seiner Identitätsdokumente bestehen würden, dass er angegeben habe, der Schle pper habe ihm seinen Pass nach der Landung in der Schweiz abgenommen, diesen bei der Passkontrolle am Flughafen Zürich-Kloten vorgewiesen, anschliessend Pass sowie Führer- schein behalten und dem Beschwerdeführer die Ausweise nicht mehr zu- rückgegeben, dass die Kontrollen an der Schweizer Grenze ebenso wie jene im gesam- ten Schengenraum das Vorweisen eines fremden Passes nicht erlauben würden, weshalb nicht glaubhaft sei, dass der Schlepper den Pass des Beschwerdeführers bei der Einreise in die Schweiz habe vor weisen kön- nen, dass der Beschwerdeführer zudem nicht glaubhaft zu erklären vermocht habe, warum er dem Schlepper auch noch seinen Führerschein ausg e- händigt haben soll, nachdem dieser bereits seinen Pass eingezogen h a- be, dass der Beschwerdeführer bis zum Erlass des Entscheids nichts unte r- nommen habe, um gültige Ausweise zu beschaffen, obwohl er durch die Schweizer Asylbehörden ausdrücklich dazu aufgefordert worden sei und gemäss eigenen Angaben im Libanon über gültige Ausweispapiere verf ü- ge, E-1181/2013 Seite 7 dass aufgrund seines gesamten Verhaltens davon auszugehen sei, dass er in Verletzung seiner gesetzlichen Mitwirkungspflicht entweder zwecks Verschleierung seiner wahren Identität oder zur Verheimlichung seines tatsächlichen Reisewegs nicht bereit sei, seine Reise- und I dentitätspa- piere vorzulegen, dass somit keine entschuldbaren Gründe vorlägen, die es dem B e- schwerdeführer verunmöglichen würden, Reise- oder Identitätspapiere zu beschaffen und einzureichen, dass er die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage weder diesbezüglich noch hinsichtlich eines Wegweisungsvollzugshindernisses zusätzliche Abklärungen erforderlich seien, dass die Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich seine r Bedrohung durch die Hisbollah und den Angr iff auf seine Person sowie hinsichtlich seiner beruflichen Tätigkeit und seiner politischen Aktivitäten in wesentl i- chen Punkten unsubstantiiert, oberflächlich und widersprüchlich ausgefal- len seien, dass er weder die beiden Drohungen seitens der Hisbollah n och den An- griff auf seine Person detailliert und glaubhaft habe beschreiben können, dass er des Weiteren nach angeblich (…)jähriger Anstellung die Posta d- resse seines Arbeitgebers nicht habe nennen und keine hinreichend spe- zifischen Angaben zu seinen politischen Tätigkeiten habe machen kö n- nen, dass er sich überdies widersprochen habe, indem er anlässlich der B e- fragung zur Person zu Protokoll gegeben habe, er habe seine Ausreise selbst in die Wege geleitet und dass dabei das Datum seines Flugs auf den 24. November 2012 gefallen sei, sei rein zufällig gewesen, während er bei der einlässlichen Anhörung dargelegt habe, der Schlepper habe ihm den Flug und das Ausreisedatum vorgegeben, dass der Beschwerdeführer ferner angegeben habe, seinen Heimatstaat in Begleitung eines Schleppers verlassen zu haben, da er zuvor noch nie in der Schweiz gewesen sei, dass nicht glaubhaft sei, dass er für seine Flucht einen Schlepper ang e- stellt habe, da er im Zeitpunkt der Einreise über ein gültiges Schengenv i-E-1181/2013 Seite 8 sum verfügt habe u nd gemäss eigenen Angaben in der Vergangenheit schon häufig ins Ausland gereist sei, dass viel eher davon auszugehen sei, dass er von seiner letzten Reise nach Griechenland gar nie in seine Heimat zurückgekehrt, sondern von dort direkt in die Schweiz weitergereist sei, dass aufgrund der Oberflächlichkeit der beschwerdeführerischen Auss a- gen sowie diverser Ungereimtheiten somit der Schluss zu ziehen sei, dass sich der Beschwerdeführer auf eine konstruierte Asylbegründung stütze und die Vorbringen unglaubhaft seien, dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift zunächst in fo r- meller Hinsicht darlegt, die Vorinstanz habe seinen Anspruch auf rechtl i- ches Gehör verletzt, indem die "Anhörungsprotokolle" dem angefocht e- nen Entscheid nicht beigelegt worden seien, dass er den Ausführungen im angefochtenen Entscheid im Wesentlichen entgegenhält, er habe dem BFM Kopien seiner Identitätskarte und seiner Geburtsurkunde faxen lassen und die Originale seien auf dem Weg in die Schweiz, dass er die verlangten Dokumente aus guten Gründen nicht habe einre i- chen können, da der Schlepper ihm diese abgenommen habe, und es in so kurzer Zeit beinahe unmöglich sei, andere Dokumente erhältlich zu machen, weshalb entschuldbare Gründe für das Nichteinreichen von Identitätspapieren vorliegen würden, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der Frage der Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft ausführt, für seine Bedrohung (durch die Hisbo l- lah) habe er tatsächlich keine Beweise , die Glaubhaftigkeit der Drohu n- gen ergebe sich jedoch aus seiner konkreten, kohärenten und detaillie r- ten Schilderung der Ereignisse, dass er dem BFM die Daten seines Flugs vom 24. November 2012 ang e- geben habe, so dass es ein Leichtes gewesen wäre, die Passagierliste zu prüfen und darin seinen Namen zu finden, dass das BFM somit die dargelegten Verfolgungsgründe nicht genügend abgeklärt habe und materiell auf das Asylgesuch hätte eintreten müssen, dass die Situation vor Ort in jedem Fall vertieft und ergänzend ab geklärt werden müsste, E-1181/2013 Seite 9 dass der Vollzug der Wegweisung ges tützt auf Art. 5 AsylG Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) , mindestens aber gestützt auf Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grun d- freiheiten (EMRK, SR 0.101) unzulässig sei, dass gemäss dem vorinstanzlichen Entscheid (siehe dort S. 6) dem B e- schwerdeführer die editionspflichtigen Akten inklusive einer Kopie des Ak- tenverzeichnisses als Beilage zur angefochtenen Verfügung per Ei n- schreiben mit Rückschein zugestellt wurden, dass höchst unwahrscheinlich erscheint, dass ihm ausgerechnet die Pr o- tokolle der Befragung zur Person sowie der Anhörung (A5/14 und A15/15) nicht übermittelt worden sein sollen, dass für den Fall, dass das BFM dem Beschwerdeführer diese Akten tat- sächlich nicht zugestellt haben sollte, von diesem hätte erwartet werden können, dass er sich umgehend bei der Vorinstanz darüber beschwert hätte, wofür indes keine Hinweise bestehen, dass – wie nachfolgend darzulegen ist – die persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers massiv beeinträchtigt ist, weshalb unter Beac h- tung seines bisherigen Verhaltens im Asylverfahren davon auszugehen ist, dass es sich beim vorgebrachten Einwand betreffend verweigerte A k- teneinsicht um einen (weiteren) Versuch der Verfahrensverzögerung han- delt, dass sich die formelle Rüge des Beschwerdeführers somit als unbegrü n- det erweist, weshalb von der erneuten Zustellung der Befragungsprot o- kolle und der Ansetzung einer Nachfrist abzusehen war, dass der Beschwerdeführer innert 48 Stunden nach Gesuchseinreichung keine rechtsgenüglichen Identitätspapiere zu den Akten reichte, womit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Grundvoraussetzung für ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere erfüllt ist, dass dafür entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers keine entschuldbaren Gründe vorliegen, dass diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (vgl. Ziff. I/1 der angefochtenen Verfügung) verwiesen werden kann, d e- nen der Beschwerdeführer nichts Substanziiertes entgegenhält, E-1181/2013 Seite 10 dass er sich insbesondere trotz mehrfacher Aufforderung bis kurz vor E r- lass des vorinstanzlichen Entscheids – das heisst während beinahe drei Monaten – nicht um die Beschaffung rechtsgenüglicher Papiere bemühte, obgleich er seine I dentitätskarte gemäss eigenen Angaben zu Hause g e- lassen habe, wo sie für seine Familie ohne weiteres zugänglich war, dass aufgrund der unglaubhaften Angaben zum Verbleib seines Reis e- passes im Übrigen davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer diesen– und damit den einzigen Beweis für die angebliche Rückkehr in den Libanon nach dem Aufenthalt in Griechenland – den Asylbehörden nach wie vor vorenthält, dass somit keine entschuldbaren Gründe für die Nichtabgabe von Reise - oder Identitätspapieren innert der Frist von 48 Stunden vorliegen, dass die um mehrere Monate verspätete Einreichung der Identitätskarte durch den Beschwerdeführer , unabhängig von der Frage nach deren Echtheit, an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermag, da Sinn und Zweck von Art. 32 Abs. 2 Bst. a in Verbindung mit Abs. 3 Bst. a AsylG ge- rade ist, das Verhalten von Personen zu sanktionieren, die – wie der Be- schwerdeführer – den Behörden ihre Reise - oder Identitätspapiere b e- wusst vorenthalten, um ihren Aufenthalt in der Schweiz unrechtmässig zu verlängern (vgl. BVGE 2010/2 E. 5 S. 23 ff.), dass sodann im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich nach der Anhörung vom 15. Februar 2013 präsentierte, unter Verzicht auf zusätzliche Abklärungen und insbesondere einer Abklärung vor Ort im Rahmen einer bloss summarischen Prüfung der Schluss gezogen werden konnte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft offe n- kundig nicht (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG), das auch betreffend die Frage der Flüchtlingseigenschaft grund sätzlich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen ist (vgl. E. I/2 der angefochtenen Verfügung), denen der Beschwerdeführer einzig entgegenhält, er habe die Bedrohung durch die Hisbollah detailliert g e- schildert, dass dessen Asylvorbringe n indes weitgehend unsubstanziiert und ko n- struiert wirken und insbesondere betreffend die Flucht aus dem Libanon diverse Ungereimtheiten aufweisen, so hinsichtlich des sofortigen bezi e- hungsweise erst einige Tage nach der letzten Bedrohung erfolgten Ve r- lassens sei nes Hauses ( vgl. A5/14 Zif f. 40.3 S. 7 und A5/15 F32 S. 4) E-1181/2013 Seite 11 oder betreffend das rein zufällig gewählte beziehungsweise durch den Schlepper vorgegebene Aus reisedatum ( vgl. A5/14 Ziff. 7.02 S. 11 und A5/15 F105 S. 12), dass der angeblich sehr reiseerfa hrene Beschwerdeführer ferner nicht glaubhaft machen konnte, dass er trotz Vorhandenseins eines multiplen Schengenvisums die Dienste eines Schleppers in Anspruch ge nommen habe, dass mit dem BFM anzunehmen ist, dass der Beschwerdeführer nach seinem Aufenthalt in Griechenland nicht in den Libanon zurückkehrte, womit die – nur oberflächlich geschilderte – Bedrohung durch die Hisbol- lah im November 2012 nicht stattgefunden haben kann, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben im September 2012 noch keine Probleme hatte (vgl. A5/14 Ziff. 2.06 S. 5), weshalb au f- grund des soeben Dargelegten im heutigen Zeitpunkt keine begründeten Hinweise auf eine Verfolgung vorliegen, dass schliesslich aufgrund der zahlreichen Ungereimtheiten in den Au s- sagen des Beschwerdeführers und aufgrund von dessen Verhalten im Zusammenhang mit der verlangten Einreichung von Reise - oder Identi- tätspapieren (Vorenthaltung seines Reisepasses beziehungsweise Fe h- len jeglichen Bemühens zur Beschaffung der Identitätskarte bis zum E r- lass des angefochtenen Entscheids) dessen persönliche Glaubwürdigkeit erschüttert ist, dass die geschilderte n Ereignisse (Schlag mit Gürtel sowie verbale Dro- hungen) überdies mangels Inten sität ohnehin den Anforderungen an die Asylrelevanz (vgl. Art. 3 AsylG) nicht zu genügen vermögen, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft somit nicht glau b- haft zu machen vermochte, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21), wes-E-1181/2013 Seite 12 halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Besti m- mungen steht und demnach vom BFM zu Recht angeordnet wurde, dass die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme v on Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist und andernfalls wenigs- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schwei z einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben o der ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet , und entgegen de r beschwerdeführerischen, in keinster Weise ausgeführten , Behauptung keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige B e- handlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schwe i- zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe E-1181/2013 Seite 13 (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die ihm im Libanon droht, dass sich der Vollzug für Aus länderinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage im Libanon noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass der Vollzug der Wegweisung schliesslich möglich ist, da keine Vol l- zugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerde- führer – sofern notwendig – obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reis e- papiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), dass nach dem Gesagten der vom BFM verfügte Vollzug der Wegwe i- sung zu bestätigen ist, dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den re chts- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuwe i- sen ist, dass auch das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ab zuweisen ist, da der Beschwerd e- führer seine Bedürftigkeit nicht belegt hat und aufgrund obiger Erwägu n- gen den Beschwerdebegehren keine ernsthaften Erfolgsaussichten b e- schieden waren, dass es sich aufgrund vorliegenden Direktentscheides erübrigt, auf das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses einz u- gehen, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600. – (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE , SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). E-1181/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Si n- ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Simona Risi Versand: