A bteilung I A -1440/2006 {T 0/2} U rteil vom 25. M ai 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), Thom as Stadelm ann (Kam m erpräsident), André M oser; G erichtsschreiberin Sonja Bossart. Schw eizerische U nfallversicherungsanstalt, Fluhm attstrasse, 1, 6004 Luzern, Beschw erdeführerin, vertreten durch Pricew aterhouseC oopers AG , St. Jakobs- Strasse 25, 4002 Basel, gegen Eidgenössische Steuerverw altung (ESTV), H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Schw arztorstrasse 50, 3003 Bern betreffend M ehrw ertsteuer (1. Sem ester 1996 bis 2. Sem ester 2000); Leistungsaustausch; Vorum sätze (A rt. 14 Ziff. 14 M W STV) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Schw eizerische U nfallversicherungsanstalt (SU VA) ist eine öffentlichrechtliche Anstalt m it eigener R echtspersönlichkeit (Art. 1 des R eglem ents vom 14. Juni 2002 über die O rganisation der Schw eizerischen U nfallversicherungsanstalt, SR 832.207). Sie ist seit dem 1. Januar 1995 als M ehrw ertsteuerpflichtige im R egister der Eidgenössischen Steuerverw altung (ESTV) eingetragen. B. D ie SU VA hat m it der Krankenversicherung K. am ... unter der R isikogem einschaft ... einen Kollektivvertrag über die Krankenpflegeversicherung ihrer M itarbeitenden und Pensionierten und am ... einen Kollektivvertrag ... über eine Taggeldversicherung für das Personal der SU VA abgeschlossen. D er Beitritt zur Krankenpflegeversicherung ist für die M itarbeitenden der SU VA obligatorisch, w obei innerhalb des O bligatorium s zw ischen zahlreichen verschiedenen Varianten gew ählt w erden kann. D aneben besteht die M öglichkeit zum Abschluss von frei w ählbaren Zusatzversicherungen. Ausserdem bietet die SU VA für Fam ilienangehörige einen eigenständigen Kollektivvertrag an. (...) M it Schreiben vom 30. O ktober 1997 bestätigte die K. der SU VA unter dem Titel der Beteiligung der K. am D urchführungsaufw and der Personalabteilung der SU VA, eine solche Entschädigung sei gem äss Art. 63 des Bundesgesetzes vom 18. M ärz 1994 über die Krankenversicherung (KVG , SR 832.10) zulässig und Art. 102 der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung (KVV, SR 832.102) lege in Bezug auf deren H öhe fest, dass die Entschädigung die Kosten nicht übersteigen dürfe, die dem Versicherer für die dem D ritten übertragenen Aufgaben entstünden. Es sei unbestritten, dass die Personalabteilung der SU VA zugunsten der M itarbeitenden der SU VA einen hervorragenden Service biete. Es stelle sich nun aber die Frage, inw iew eit es sich um übertragene Aufgaben handle oder um Arbeiten, die sich zw angsläufig aufgrund der SU VA- Anstellungsbedingungen ergäben. Aus Sicht der K. könne die Beratung und der Abschluss von Versicherungen sow ie, dank Präm ieninkasso durch die SU VA, die Verm eidung von D ebitorenverlusten, als übertragene Arbeiten bezeichnet w erden. U nter der Voraussetzung, dass das jew eilige Ergebnis der ... (Krankenpflegeversicherung) positiv sei, sei die K. bereit, diese übertragenen Arbeiten ab 1. Januar 1998 m it 2% der über die SU VA für diese R isikogem einschaft eingezogenen Präm ien abzugelten. C . Am 19. M ai 1999 sandte die K. der SU VA die R entabilitätsabrechungen der H olding ... (Pflegevertrag M itarbeiter), der H olding ... (Taggeld M itarbeiter) und der H olding ... (Fam ilienangehörige) für das Jahr 1998 und überw ies am 8. Juli 1999 Fr. 192'173.20 zugunsten der SU VA. Auf G rund der entsprechenden Abrechnung vom 16. M ai 2000 überw ies die K. an die SU VA für das Jahr 1999 Fr. 210'286.--. Für das Jahr 2000 zahlte die K. der SU VA keine Entschädigung aus.3 D . D ie ESTV führte im Juni und Juli 2001 bei der SU VA eine Kontrolle durch und stellte verschiedene N achforderungen, u.a. m it der Ergänzungsabrechnung (EA) N r. 260'516 vom 12. O ktober 2001, in R echnung. Am 21. D ezem ber 2001 und 12. Juli 2002 verlangte die SU VA von der ESTV den Entscheid über die von ihr unter der Beizeichnung "Vorleistungen für K." verbuchten Aufw andm inderungen. Entsprechend erliess die ESTV am 27. Februar 2003 einen Entscheid, w elcher dam it begründet w urde, dass die SU VA m it dem Führen einer Verbindungsstelle zum Versicherer (K.) und dem Besorgen des Präm ieninkassos eine D ienstleistung erbringe, die sie zu versteuern habe, w enn sie ihr entschädigt w erde. Bei den zusätzlich übernom m enen Aufgaben, w elche gestützt auf Art. 102 KVV nicht als Präm ienerm ässigungen gehandhabt w erden dürften, handle es sich um steuerbare Leistungen und nicht um eine Präm ienreduktion. Zudem greife die Ausnahm ebestim m ung von Art. 14 Ziff. 14 der Verordnung 22. Juni 1994 über die M ehrw ertsteuer (M W STV, AS 1994 1464) nicht, w eil die SU VA w eder KV-Versicherer noch Versicherungsvertreter oder M akler sei. E. Am 31. M ärz 2003 erhob die SU VA Einsprache gegen diesen Entscheid im W esentlichen m it der Begründung, die R ückzahlung von Taggeldzahlungen und die vertraglich vereinbarte Ü berschussbeteiligung erfolgten nicht im Leistungsaustausch und unterlägen daher nicht der M ehrw ertsteuer. Auch die Zahlung unter dem Titel der Verw altungskosten- Entschädigung 1999 erfolge nicht aufgrund eines Leistungsaustausches. D ie SU VA erbringe gew isse adm inistrative Verw altungsarbeiten im eigenen Interesse und nicht im Auftrag der K. F. M it Einspracheentscheid vom 1. M ärz 2005 hiess die ESTV die Einsprache teilw eise gut und stellte im Ü brigen fest, auf den gegenüber der K. erbrachten Adm inistrationsleistungen für die Steuerperioden 1. Sem ester 1996 bis 2. Sem ester 2000 (Zeitraum vom 1. Januar 1996 bis 31. D ezem ber 2000) schulde die SU VA der ESTV – und habe zu R echt bezahlt – Fr. 23'745.-- M ehrw ertsteuer zuzüglich 5% Verzugszins vom 30. April 1999 bis 24. D ezem ber 2001. D ie ESTV hielt dam it am Entscheid fest sow eit sich die M ehrw ertsteuerforderung aus den Zahlungen der K. an die SU VA unter dem Titel der Entschädigungsabrechnung resp. Verw altungskostenentschädigung von Fr. 192'173.20 am 8. Juli 1999 und von Fr. 210'286.-- am 16. M ai 2000 ergab. G . D agegen reicht die SU VA (Beschw erdeführerin) am 15. April 2005 Beschw erde bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) ein und beantragt die Aufhebung von Ziffer 2 des Einspracheentscheids. Zur Begründung bringt sie im W esentlichen vor, die ESTV habe den historischen H intergrund der Bestim m ung von Art. 63 KVG i.V.m . Art. 102 KVV nicht erkannt. U m den bei den Kollektivversicherungen tieferen Verw altungskosten R echnung zu tragen, sei akzeptiert w orden, dass den Arbeitgebern eine Entschädigung ausgerichtet w erden könne. Es w erde dem U m stand R echnung getragen, dass die Arbeitgeber einen Teil der adm inistrativen Arbeiten, die bei ihren versicherten Arbeitnehm enden anfallen, w ie vor der Einführung des KVG selber ausführen. M it der 4 R ückerstattung der Kosten w ürde eine Abgeltung der früher über Präm ienreduktionen abgedeckten Adm inistrativaufgaben der SU VA erreicht. Vorliegend liege kein Leistungsaustausch vor, da die SU VA eine adm inistrative Leistung im eigenen Interesse an sich selbst erbringe und nicht im Auftrag der K. handle. D ie Bezahlung einer Ü berschussbeteiligung erfolge nur, w enn ein positiver G eschäftsgang resultiere. W enn sich der Versicherungsnehm er bereit erkläre, die adm inistrative Abw icklung der Schadensfälle zu übernehm en, entspringe dies der Privatautonom ie der Parteien und dürfe nicht als steuerbare D ienstleistung um qualifiziert w erden. Schliesslich handle die SU VA aber auch als Versicherungsvertreterin, w eshalb ihre Tätigkeiten ausdrücklich von der M ehrw ertsteuer ausgenom m en seien. D ie SU VA m acht im Ü brigen darauf aufm erksam , dass sie entgegen des anders lautenden D ispositvs des angefochtenen Einspracheentscheids die fraglichen M ehrw ertsteuern noch nicht bezahlt habe. H . D ie ESTV beantragt am 6. Juli 2005 die Abw eisung der Beschw erde. D ie K. habe der SU VA die strittigen Einnahm en, Fr. 192'173.20 am 8. Juli 1999 und Fr. 210'286.-- am 16. M ai 2000, gestützt auf Art. 63 KVG i.V.m . Art. 109 KVV als Entschädigung für Adm inistrationsleistungen resp. für die Beteiligung der SU VA (Personalabteilung) am D urchführungsaufw and für die Krankenpflegeversicherung des Kollektivvertrages "Krankenpflegeversicherung" ... gezahlt. D ie Abgeltung beziehe sich nur auf den Versichertenbestand der aktiven Arbeitnehm enden der SU VA, bei denen sie als Kollektivpartner die Präm ien aufgrund der K.-Bestandesliste an die K. überw eise. Zudem stellt die ESTV fest, die Ü berprüfung ihrer Buchhaltung habe ergeben, dass die SU VA die im angefochtenen Einspracheentscheid festgestellte M ehrw ertsteuerschuld von Fr. 23'745.-- zuzüglich 5% Verzugszins ab 30. April 1999 noch nicht bezahlt habe. I. D as Bundesverw altungsgericht orientiert die Parteien am 15. Februar 2007 über die Ü bernahm e des Verfahrens. J. Auf die w eiteren Begründungen in den Eingaben an die SR K und das Bundesverw altungsgericht w ird – sow eit erforderlich – im R ahm en der Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Auf dem G ebiet der M ehrw ertsteuer konnten Einspracheentscheide der ESTV nach Art. 65 des Bundesgesetzes vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer in der Fassung vom 25. Juni 2002 (M W STG , SR 641.20) bzw . Art. 53 M W STV m it Beschw erde bei der SR K angefochten w erden. D ie SR K ist per 31. D ezem ber 2006 aufgelöst w orden und das Bundesverw altungsgericht hat am 1. Januar 2007 seine Tätigkeit aufgenom m en. G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 5 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) beurteilt dieses Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G gegeben ist. Im Bereich der M ehrw ertsteuer liegt eine solche Ausnahm e nicht vor. Ebenfalls ist die ESTV Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VG G . D as Bundesverw altungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschw erde zuständig. Es übernim m t am 1. Januar 2007 die Beurteilung des vorher bei der SR K hängigen R echtsm ittels und w endet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). Auf die Beschw erde ist som it einzutreten. 1.2 Am 1. Januar 2001 sind das M W STG sow ie die zugehörige Verordnung (M W STG V; SR 641.201) in Kraft getreten. D er zu beurteilende Sachverhalt bezieht sich auf die Jahre 1998 und 1999, so dass auf die vorliegende Beschw erde noch bisheriges R echt anw endbar ist (Art. 93 und 94 M W STG ). 2. 2.1 Art. 8 Abs. 1 der Ü bergangsbestim m ungen der alten Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 29. M ai 1874 (Ü B-aBV), in Kraft bis zum 31. D ezem ber 1999, bzw . der (per 1. Januar 2007 aufgehobene) Art. 196 Ziff. 14 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101, AS 1999 2556) legen die G rundsätze fest, die der Verordnungsgeber für die Ausführungsbestim m ungen zur M ehrw ertsteuer zu beachten hat. Laut Art. 196 Ziff. 14 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 BV a.F. (vgl. Art. 8 Abs. 2 Bst. a Ziff. 1 Ü B- aBV) unterliegen die Lieferungen von G egenständen und die D ienstleistungen, die ein U nternehm en im Inland gegen Entgelt ausführt (einschliesslich Eigenverbrauch), der M ehrw ertsteuer. D ie Steuer w ird vom Entgelt berechnet (Art. 196 Ziffer 14 Abs. 1 Bst. f BV a.F.; vgl. Art. 8 Abs. 2 Bst. f Ü B-aBV). D em entsprechend hat der Bundesrat in Art. 4 Bst. a und b M W STV bestim m t, dass der M ehrw ertsteuer die gegen Entgelt erbrachten Lieferungen und D ienstleistungen unterliegen. D ie Steuerbarkeit bedingt gem äss Art. 4 M W STV, dass Lieferungen und D ienstleistungen gegen Entgelt erbracht w erden, m ithin einen Leistungsaustausch. D ie G egenleistung m uss in ursächlichem Zu- sam m enhang m it der Leistung stehen. Erforderlich ist eine innere w irt- schaftliche Verknüpfung zw ischen Leistung und G egenleistung (BG E 126 II 450 ff. E. 6; U rteile des Bundesgerichts vom 30. April 2004, veröffentlicht in Archiv für schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 75 S. 241 f., E. 3.3; 2A.175/2002 vom 23. D ezem ber 2002, E. 3.2). G rundsätzlich ist von einem w eiten Begriff der G egenleistung auszugehen (Entscheid der SR K vom 14. April 1999, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 63.93, E. 3a). Ferner kom m t es auf die Bezeichnung des Entgelts etw a als R ückvergütung, R eduktion des Verw altungskostenzuschlags, Präm ienvergünstigung oder R abatt nicht an (vgl. Entscheid der SR K vom 27. M ärz 2001, veröffentlicht in VPB 66.11 E. 3d). 6 D ie M ehrw ertsteuer stellt auf w irtschaftliche Vorgänge ab und sie besteuert den w irtschaftlichen Konsum . D ie Q ualifikation von m ehrw ertsteuerlichen Vorgängen und nam entlich die Beurteilung der Frage, ob eine G egenleistung in ursächlichem Zusam m enhang m it der Leistung steht, hat deshalb in erster Linie nach w irtschaftlichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen (w irtschaftliche Betrachtungsw eise; U rteil des Bundesgerichts 2A.304/2003 vom 14. N ovem ber 2003, E. 3.6.1 m it H inw eisen; Entscheid der SR K vom 5. Juli 2005, veröffentlicht in VPB 70.7, E. 2a m it H inw eisen; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A- 1588/2006 vom 17. April 2007, E. 3.2; statt vieler vgl. D AN IEL R IED O , Vom W esen der M ehrw ertsteuer als allgem eine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden W irkungen auf das schw eizerische R echt, Bern 1999, S. 112). Ein Leistungsaustausch kann zudem auch gegeben sein, ohne dass ein Vertrag vorliegt (vgl. BG E 126 II 252 f. E. 4a; U rteile des Bundesgerichts 2A.167/2005 vom 8. M ai 2006, E. 4.1; vom 8. Juni 2000, veröffentlicht in M W ST-Journal 2/2000, S. 151 f. E. 4a). 2.2 2.2.1 Versicherungs- und R ückversicherungsum sätze m it Einschluss der U m sätze aus der Tätigkeit als Versicherungsvertreter oder Versicherungsm akler sind nach Art. 14 Ziffer 14 M W STV von der M ehrw ertsteuer ausgenom m en. N ach der Praxis der ESTV sind die U m sätze säm tlicher Arten von Versicherungen, die durch anerkannte und der Versicherungsaufsichtsgesetzgebung unterstellte Versicherungsträger des privaten R echts und solche des öffentlichen R echts angeboten w erden, der Krankenversicherungen und die U m sätze der selbständigen Versicherungsvertreter, Versicherungsm akler und Versicherungsbroker aus den dazugehörenden D ienstleistungen um fassend von der M ehrw ertsteuer ausgenom m en (W egleitung 1997 für M ehrw ertsteuerpflichtige [W egleitung 1997] R z. 622 f.; vgl. auch Ziffer 2 der Branchenbroschüre Versicherungen, Versicherungsvertreter und Versicherungsm akler vom D ezem ber 1994 [Branchenbroschüre 23]). 2.2.2 Sinn und Zw eck der Befreiungsvorschrift besteht in der Begünstigung des Bezugs von Versicherungsleistungen aus sozialpolitischen G ründen. Bereits aus dem – auf Verfassungsstufe vorgegebenen – W esen der Steuerbefreiung ohne Berechtigung zum Vorsteuerabzug (unechte Steuerbefreiung) geht hervor, dass einzig durch die N ichtbelastung der letzten U m satzstufe insgesam t eine geringere Steuerbelastung für den Endverbraucher bew irkt w erden soll. Insofern ist zutreffend, nur die dem Endverbraucher, also dem jenigen, der den Versicherungsschutz in Anspruch nim m t, unm ittelbar erbrachten Leistungen zu befreien, und nicht etw a auch gew isse Vorleistungen (vgl. zu dieser Problem atik auch den Entscheid der SR K vom 28. O ktober 1997, veröffentlicht in M W ST-Journal 1/98, S. 24, E. 4b, vom Bundesgericht bestätigt in ASA 69 S. 344 E. 6d/aa; vgl. auch ASA 69 S. 658 E. 6a). W eitet die Verw altungspraxis in Anw endung von Art. 14 Ziffer 14 M W STV die Steuerbefreiung nicht auf Tätigkeiten aus, die den eigentlichen Versicherungsum sätzen vorgelagert sind, verletzt sie kein übergeordnetes R echt. Vorab beachtet sie den von 7 der Verfassung vorgegebenen G rundsatz der Allgem einheit der M ehrw ertsteuer sow ie die daraus in konstanter R echtsprechung abgeleitete restriktive H andhabung und Auslegung der Befreiungsvorschriften in Art. 14 M W STV (hierzu: BG E 124 II 202 E. 5e; U rteil des Bundesgerichts 2A.273/2004 vom 1. Septem ber 2005, E. 4.1; Entscheid der SR K vom 29. Juli 2004, veröffentlicht in VPB 69.11, E. 2b/aa). Zusam m enfassend entspricht es den Verfassungsvorgaben, w enn die Steuerbefreiung von Art. 14 Ziffer 14 M W STV auf eigentliche Versicherungsum sätze, den Versicherungsschutz, beschränkt w ird. D en Versicherungsum sätzen vorgelagerte Tätigkeiten w erden von der Befreiungsvorschrift nicht erfasst (zum G anzen: Entscheid der SR K vom 27. M ärz 2001, veröffentlicht in VPB 66.11, E. 3c). 3. Im vorliegenden Fall hat die Beschw erdeführerin m it der K. m ehrere Kollektivversicherungsverträge betreffend ihre M itarbeitenden und deren Fam ilienangehörige und betreffend ihre Pensionierten geschlossen. Für die der Beschw erdeführerin übertragenen Arbeiten im Bereich der Beratung und für den Abschluss von Versicherungen und das Präm ieninkasso w urde die Beschw erdeführerin m it 2% der für die R isikogem einschaft eingezogenen Präm ien entschädigt. D ie Beschw erdeführerin übernahm ausserdem Aufgaben von der K. im Bereich der D urchführung der Krankenversicherung. Zu befinden ist über die Frage, ob die Beschw erdeführerin durch ihre Tätigkeit für die K. M ehrw ertsteuern auslöste. 3.1 Indem die Beschw erdeführerin absprachegem äss diese Arbeiten für die K. verrichtete, erbrachte sie zw eifelsfrei eine D ienstleistung an diese (siehe Art. 6 Abs. 1 M W STV). D ie Beschw erdeführerin übernahm von der K. Arbeiten, die ohne die entsprechenden Absprachen durch die K. hätten ausgeführt w erden m üssen (und bei dieser Kosten bzw . Aufw ände gezeitigt hätten). D er eigenständigen U m satzleistung der Beschw erdeführerin stand ein Entgelt der K. gegenüber, näm lich 2% der N ettopräm ie. Entscheidend ist, dass dieses Entgelt der K. als G egenleistung für eigenständige m ehrw ertsteuerliche Leistungen aufgew endet w urde, die die K. der Beschw erdeführerin übertragen hatte (vgl. das Schreiben der K. vom 30. O ktober 1997). D er innere w irtschaftliche Zusam m enhang zw ischen Leistung und G egenleistung kann vorliegend nicht angezw eifelt w erden (vgl. zum G anzen vorne E. 2.1). D ieser m ehrw ertsteuerliche Leistungsaustausch zw ischen der Beschw erdeführerin und der K. unterliegt der Steuer. Ferner kom m t dieses Leistungsaustauschverhältnis m it dem entsprechenden Entgelt in Art. 63 Abs. 1 KVG ausdrücklich zur Sprache, w enn ein Arbeitgeber Aufgaben zur D urchführung der Krankenversicherung übernim m t und der Versicherer ihm dafür eine angem essene Entschädigung ausrichtet (vgl. die Botschaft des Bundesrates vom 6. N ovem ber 1991, BBl 1991 I 93 ff., 195). 3.2 W as die Beschw erdeführerin ausserdem dagegen vorbringt, dringt nicht durch. 3.2.1 D ie Beschw erdeführerin geht ausführlich auf den historischen H intergrund 8 der Einführung des KVG ein und w eist darauf hin, Art. 63 KVG i.V.m . Art. 102 KVV sähe eine Entschädigung für den Arbeitgeber vor, w om it dem U m stand R echnung getragen w erde, dass die Arbeitgeber einen Teil der adm inistrativen Arbeiten, die bei ihren versicherten Arbeitnehm ern anfallen, w ie vor Einführung des KVG selber ausführen. D ie Beschw erdeführerin bestätigt aber auch, dass der G rund der Entschädigung der K. darin liege, dass die Beschw erdeführerin Adm inistrationsaufw and übernehm e, der sonst beim Versicherer anfalle. In der Botschaft des Bundesrates (BBl, a.a.O ., 195) w ird darauf hingew iesen, der Arbeitgeber könne bestim m te Aufgaben in der D urchführung der Versicherung übernehm en, für die der Versicherer eine Entschädigung leiste. D iese m ehrw ertsteuerliche Leistung, die durch die K. m it einer Entschädigung abgegolten w ird, unterliegt der Steuer. Auch im R ahm en des KVG ist deshalb von einem m ehrw ertsteuerpflichtigen Leistungsaustausch auszugehen. 3.2.2 D ie Beschw erdeführerin m acht zudem geltend, bei ihrer Tätigkeit handle es sich um eine Leistung an sie selbst und nicht um eine solche im Auftrag der K.. U nter m ehrw ertsteuerlichen G esichtspunkten bleibt m assgebend, dass die Beschw erdeführerin als unabhängige D ritte Aufgaben in der D urchführung der Krankenversicherung übernom m en hat, die sonst dem Versicherer obliegen w ürden (diesem also eine steuerbare Leistung erbringt) und die ihr vom Versicherer nach Art. 63 Abs. 1 KVG entschädigt w urden. Sie übernahm für die K. als übertragene Aufgaben ausserdem das Präm ieninkasso und die Beratung ihrer M itarbeitenden und Pensionierten; auch dabei handelt es sich ohne jeden Zw eifel nicht um Leistungen an sich selbst, sondern um D ienstleistungen an die K. im Sinn von Art. 6 Abs. 1 M W STV, die der M ehrw ertsteuer unterliegen, sow eit sie gegen Entgelt erbracht w urden. Es kann deshalb keine R ede davon sein, die Beschw erdeführerin erbringe Leistungen an sich selbst. D em w iderspricht auch das Schreiben der K. vom 30. O ktober 1997, in dem sie ausdrücklich von der Beschw erdeführerin übertragenen Arbeiten ausging. Irrelevant ist schliesslich auch, ob die Beschw erdeführerin in jedem Jahr oder nur bei positivem G eschäftsgang eine Entschädigung erhielt. Sow eit sie eine solche einkassierte, unterliegt sie der M ehrw ertsteuer. 3.3 3.3.1 D ie Befreiung nach Art. 14 Ziffer 14 M W STV erstreckt sich nur auf dem Endverbraucher erbrachte Leistungen, d.h. eigentliche an den Versicherten geleistete Versicherungsum sätze, nicht aber auf vorgelagerte U m sätze (vorne E. 2.2.2). N icht darunter fallen folglich Vorum sätze w ie jene, die zw ischen der Beschw erdeführerin und der K. in Form der Ü bernahm e von Adm inistrativaufgaben bew irkt w urden. D ies betrifft insbesondere die Beratung der M itarbeitenden im Bereich der von der K. angebotenen Versicherungsleistungen und das Präm ieninkasso. D em eigentlichen Versicherungsum satz zw ischen der Versicherung und dem Versicherten als Endverbraucher lediglich vorgelagert, geniessen die in Frage stehenden Leistungsaustausche zw ischen der Beschw erdeführerin und der K. keine Steuerbefreiung. 9 3.3.2 D ie Beschw erdeführerin beruft sich zudem darauf, dass nach Art. 14 Ziffer 14 M W STV auch U m sätze als Versicherungsm akler von der Steuer ausgenom m en seien. D ie Beschw erdeführerin w ar jedoch kein selbständiger Versicherungsvertreter oder Versicherungsm akler (ALO IS C AM EN ZIN D /N IKLAU S H O N AU E R /KLAU S A. VALLEN D E R , H andbuch zum M ehrw ertsteuergesetz [M W STG ], 2. Aufl., Bern/Stuttgart W ien 2003, R z. 793; Ziffer 2 der Branchenbroschüre N r. 23). Sie beriet ausschliesslich ihre eigenen Angestellten und Pensionierten im R ahm en der Kollektivverträge und lediglich in der W ahl derer persönlichen Versicherungsbedürfnisse, sow eit ihnen O ptionen der Versicherungsdeckung im R ahm en des O bligatorium s offenstanden; sie hatte m ithin von der K. nicht den Auftrag erhalten, gegen Vergütung G elegenheit zum Abschuss eines Vertrages nachzuw eisen (vgl. Art. 412 Abs. 1 des O bligationenrechts vom 11. M ärz 1911 [O R , SR 220]). W eder der Kollektivversicherungsvertrag ... noch derjenige vom ... enthielt eine Abrede der Parteien über die Verm ittlung oder den Abschluss von Versicherungsverträgen, für die ein entsprechendes Entgelt geschuldet w äre. Insbesondere gehörte die Verm ittlungstätigkeit der Beschw erdeführerin auch nicht zu den ihr aufgrund von Art. 63 KVG übertragenen Arbeiten zur D urchführung der Krankenversicherung, auf die die Beschw erdeführerin die von der K. em pfangene Entschädigung stützte. 3.4 Zusam m enfassend ist festzustellen, dass die fragliche Tätigkeit der Beschw erdeführerin für die K. im Interesse ihrer eigenen M itarbeitenden und Pensionierten ein m ehrw ertsteuerliches Leistungsaustauschverhältnis zw ischen ihr und der K. begründete. Ebenfalls handelte es sich nicht um von der Steuer ausgenom m ene U m sätze nach Art. 14 Ziff. 14 M W STV. Berechnungsgrundlage für die Steuer bildete die von der K. aufgew endete Entschädigung von 2% der einkassierten N ettopräm ien. D em G esagten zufolge ist die Beschw erde abzuw eisen. N achdem zw ischen den Verfahrensbeteiligten nicht streitig ist, dass die Beschw erdeführerin die im angefochtenen Einspracheentscheid festgestellte M ehrw ertsteuerschuld von Fr. 23'745.-- zuzüglich 5% Verzugszins noch nicht bezahlt hat (vgl. insbesondere Beschw erde S. 8 oben), ist die insofern unzutreffende Ziffer 2 des D ispositivs des Einspracheentscheids ("und hat zu R echt bezahlt") zu präzisieren, indem festgestellt w ird, dass die Beschw erdeführerin den entsprechenden Betrag noch schuldet. 4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschw erdeführerin nach Art. 63 Abs. 1 Vw VG die Verfahrenskosten zu tragen. Sie w erden in Anw endung des Art. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) auf Fr. 2'000.-- festgesetzt und m it dem von der Beschw erdeführerin geleisteten Kostenvorschuss gleicher H öhe verrechnet. Eine Parteientschädigung ist nicht auszurichten (Art. 64 Abs. 1 Vw VG e contrario).10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Ziffer 2 D ispositiv des Einspracheentscheids vom 1. M ärz 2005 w ird w ie folgt präzisiert: D ie Beschw erdeführerin schuldet auf den gegenüber der K. erbrachten Adm inistrationsleistungen für die Steuerperioden 1. Sem ester 1996 bis 2. Sem ester 2000 (1. Januar 1996 – 31. D ezem ber 2000) M ehrw ertsteuern von Fr. 23'745.-- zuzüglich 5% Verzugszins vom 30. April 1999 bis 24. D ezem ber 2001. 3. D ie Beschw erdeführerin trägt die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.--; sie w erden m it dem Kostenvorschuss gleicher H öhe verrechnet. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. ...) (G erichtsurkunde) D er Kam m erpräsident: D ie G erichtsschreiberin: Thom as Stadelm ann Sonja Bossart R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts in Abgabesachen können innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und m sow ie 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Versand am :