Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. Juni 2020 (725 19 234 / 127) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Ermittlung des Validen- und Invalideneinkommens von einem 56-jährigen Versicherten, der seinen angestammten Beruf als Chauffeur und Geschäftsführer eines Unternehmens gesundheitsbedingt nicht mehr zu 100 % ausüben kann Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Markus Schmid, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerde- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Advokatur am Bahnhof GmbH, Güterstrasse 106, Postfach 109, 4018 Basel Betreff Leistungen A. Der 1963 geborene A.____ arbeitet seit 1. November 1983 bei der B.____ AG als Car- chauffeur und ist durch die Arbeitgeberin bei der Schw eizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 30. Juli Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2017 stürzte er beim Gleitschirmfliegen ab und erlitt dabei eine instabile Wirbelfraktur Th11, Deck- plattenimpressionen auf der Höhe Th5 und Th6 und eine Sternumfraktur. Die Suva erbrachte für diesen Unfall die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlu ngskosten und Taggelder). Mit Verfü- gung vom 4. April 2019 sprach sie A.____ für die verbleibenden Unfallfolgen eine Integritätsent- schädigung bei einer Integritätseinbusse von 10 % zu. Einen Rentenanspruch lehnte sie aufgrund eines Invaliditätsgrades von 0 % ab. Daran hielt sie a uf Einsprache des Versicherten hin mit Entscheid vom 28. Mai 2019 fest. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwal t Markus Schmid, am 1. Juli 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er bean- tragte, in Aufhebung des Einspracheentscheides vom 28. Mai 2019 sei die Suva zu verpflichten, ihm mit Wirkung ab 1. Mai 2019 eine Invalidenrente a usgehend von einem Invaliditätsgrad von mindestens 17 % und eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 15 % zuzusprechen; alles unter o/e-Kostenfolge. In der Begründung beanstandete er die von der Suva vorgenommene Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens und die Höhe des lei- densbedingten Abzugs. Weiter führte er aus, dass ihm nicht zuzumuten sei, seine "faktisch selbst- ständige" Tätigkeit aufzugeben, weshalb das Invalidenein kommen nicht gestützt auf die Tabel- lenlöhne, sondern auf den effektiven bei der B.____ AG erzielten Lohn zu ermitteln sei. Aufgrund der starken belastungsabhängigen Rückenschmerzen betrage d ie Integritätseinbusse mindes- tens 15 %. C. In ihrer Vernehmlassung vom 15. August 2019 beantra gte die Suva, vertreten durch Ad- vokat Andrea Tarnutzer, die Abweisung der Beschwerde. D. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen der Ver sicherte, Rechtsanwalt Markus Schmid und Advokat Andrea Tarnutzer teil. Der Rechtsvertreter des Versicherten reicht verschie- dene Lohnunterlagen ein und führt dazu aus, es gehe au s dem Auszug des Lohnkontos 2019 hervor, dass der Versicherte im Jahr 2019 einen Jahreslohn von Fr. 75'240.75 und nicht - wie in der Beschwerde noch dargelegt – von jährlich Fr. 69'150 .-- erzielt habe. Bei einer Gegenüber- stellung des hier massgebenden Valideneinkommens von Fr. 75'240.75 und des in der Be- schwerde errechneten zumutbaren Invalideneinkommens von Fr. 57'581.55 ergebe sich ein In- validitätsgrad von rund 23 %. Er beantrage deshalb in Abänderung der Ziffer 1 der in seiner Be- schwerde gestellten Rechtsbegehren, es sei die Suva zu ve rpflichten, ihm mit Wirkung ab dem 1. Mai 2019 eine Invalidenrente gestützt auf einen In validitätsgrad von mindestens 23 % zuzu- sprechen. Der Rechtsvertreter der Suva hielt an seinem Antrag auf Abweisung der Beschwerde und der Begründung im Wesentlichen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des G esetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versiche- rungsgericht und einzige gerichtliche Instanz des Kanton s Beschwerden gegen Einspracheent- scheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behand- lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts Anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge eines Unfalles zu mindes- tens 10 % invalid wird. Invalidität ist die voraussichtli ch bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invalidi- tätsgrads wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 2.2 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Bei der Feststellung des Gesund- heitszustandes und insbesondere auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwalt ung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wich- tige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstä- tigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenau- igkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 2.3 Die Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz de r freien Beweiswürdigung als ver- einbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Ein- sicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnis- sen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit wei- teren Hinweisen). Im Rahmen der freien Beweiswürdigun g ist es auch ohne weiteres zulässig, dass Verwaltung und Gerichte ihren Entscheid in erster Linie auf versicherungsinterne Entschei- dungsgrundlagen abstützen (vgl. BGE 123 V 334 E. 1c). Ein Gutachten ist nach der Rechtspre- chung nicht zu beanstanden, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestri tten sind. Ferner ist erforderlich, dass der Untersuchungsbefund vollständig vorliegt und der Sach verständige sich aufgrund der vor- handenen Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen kann (vgl. RKUV 1988 Nr. 56 S. 370 f. E. 5b mit Hinweisen). 3.1 Die Suva stützte sich in ihrem Einspracheentscheid vo m 28. Mai 2019 auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirur gie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates, vom 12. März 2019. Als Diagnosen hielt dieser einen Status nach Unfallereignis beim Gleitschirmfliegen am 30. Juli 2017 mit instabile r Brustwirbelfraktur Th11, Deckplatten- impressionen Th5 und Th6, Sternumfraktur und operativer Stabilisierung BWK 11 am 2. August 2017 fest. Aktuell leide der Versicherte vor allem an be lastungsabhängigen Schmerzen in der unteren, gelegentlich auch in der oberen Brustwirbelsä ule. In Bezug auf die Sternumfraktur be- ständen wenig und nicht limitierende Beschwerden. Sämt liche Knochenbrüche seien knöchern konsolidiert. Von einer weiteren Behandlung sei keine namhafte Verbesserung des unfallbeding- ten Gesundheitszustandes zu erwarten. Aufgrund der obje ktiv strukturellen unfallkausalen Läsi- onen könne der Versicherte seine angestammte Tätigkeit als Buschauffeur nicht mehr ohne nam- hafte Einschränkungen ausführen. Hingegen sei es ihm möglich, jede wechselbelastende leichte und mittelschwere Tätigkeit ganztags auszuüben, sofern d iese keine Zwangshaltungen für den Rücken und keine Übertragung von Stauchungen auf den Rü cken beinhalten würden. Gestützt auf diese kreisärztliche Beurteilung ging die Suva davon aus, dass in der angestammten Tätigkeit als Buschauffeur keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei der Versicherte dagegen zu 100 % arbeitsfähig. 3.2 Die vorinstanzliche Einschätzung ist nicht zu beanstand en. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt zwar Berichten versicherungsinterner Ärzte nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt en Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. Ihnen kommt aber Beweiswert zu, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien ge- gen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerich ts vom 26. Oktober 2009, 8C_620/2009, E. 4.2; BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweis). Vorliegend sind keine Anhaltspunkte - etwa in Form abweichender fachärztlicher Einschätzungen - ersichtlich, die Anlass geben könn- ten, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. C.____ zu zweifeln. Es ist vielmehr festzuhalten, dass seine Beurteilung in jeder Hinsicht zu überzeugen vermag. Er befasst sich hinreichend mit den übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Unter lagen und er geht auf sämtliche vom Versicherten geklagten Beschwerden ein. Sodann überzeugt seine Zumutbarkeitsbeurteilung, welche sich auf klinische Untersuchungen und bildgebende Abklärungen stützt. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Daran ändern die Einwände des Versicherten nichts. Er macht geltend, es sei nicht ein- zusehen, dass gemäss kreisärztlicher Beurteilung zwar in der Ausübung seiner angestammten Tätigkeit als Carchauffeur massive Einschränkungen beständen, er aber nicht in einer leidensge- passten Arbeit beeinträchtigt sein soll. Es sei keine Tä tigkeit denkbar, mit welcher er einerseits das von der Suva behauptete Invalideneinkommen erzielen könnte und bei welcher er anderer- seits nicht die gleichen körperlichen Anforderungen habe wie im Beruf des Carchauffeurs. In einer Verweistätigkeit sei er zu höchstens 80 % arbeitsfähig. D ie Angaben des Versicherten, wonach Probleme beim Verstauen des Gepäcks der Kundschaft in den Laderaum beständen und bei langen Busfahrten Rückenschmerzen auftauchten, sind gl aubhaft. Auch Dr. C.____ hat die an- gegebenen Beeinträchtigungen als plausibel erachtet. Er ist deshalb zum Schluss gekommen, dass die Tätigkeit als Carchauffeur nicht mehr ohne nam hafte Einschränkungen möglich sei. Dass dem Versicherten hingegen die Ausführung einer dem Rückenleiden angepassten, wech- selbelastenden, leichten bis mittelschweren Tätigkeit ganztags zumutbar sei, ist mit Blick auf die medizinischen Akten überzeugend, berücksichtigt diese Zumutbarkeitsbeurteilung doch die vom Versicherten angegebenen Beschwerden. Substantiierte Gründe, weshalb in einer Verweistätig- keit eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit bestehen soll, werden nicht dargelegt. Es liegen auch keine ärztlichen Beurteilungen vor, welche gegen die Schlussfo lgerungen des Kreisarztes sprechen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Versicherte eine leidensangepasste Arbeit zu 100 % ausführen kann. 4.1 Streitig und zu prüfen ist weiter, ob die Suva zu Recht einen Rentenanspruch verneint hat. Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be- handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus- geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Validenein- kommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen- übergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4.2 Unter dem Valideneinkommen ist jenes Einkommen zu v erstehen, welches die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit im Gesundheitsfall tatsächlich erzielen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (hier: April 2019) aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeit und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich ve rdienen würde und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1.2; Urteil des Bundesgerichts vom 14. Januar 2020, 8C_630/2019, E. 4.1). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teue- rung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungs- gemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 325 E. 4.1). Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlich- keit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 59 E. 3.1 und 135 V 300 E. 5.1). 4.3 Die Suva ging gestützt auf die Angaben des Versichert en anlässlich des Telefonats vom 26. März 2019 davon aus, dass dieser ohne Gesundheitsschade n ein Jahreseinkommen von Fr. 60'000.-- (12 x Fr. 5'000.--) erzielen würde (vgl. Aktennotiz vom 26. März 2019, Dok.-Nr. 114). Der Versicherte wendet in der Beschwerde vom 1. Juli 2019 dagegen ein, dass das Validenein- kommen von Fr. 60'000.-- dem Nettolohn entspreche. Er h abe der Suva versehentlich den Net- tolohn in Höhe von Fr. 5'000.-- anstelle des Bruttolohnes von Fr. 5'705.30 monatlich angegeben. Diesen Bruttolohn zahle er sich seit der Übernahme des v äterlichen Betriebs per Januar 2017 aus. Damit betrage das Valideneinkommen für das Jahr 20 17 Fr. 68'463.60 (12 x Fr. 5'705.30). Unter Berücksichtigung der bis 2019 erfolgten Nominallo hnentwicklung belaufe sich das mass- gebliche Valideneinkommen auf Fr. 69'150.-- im Jahr. An der heutigen Verhandlung reicht der Versicherte unter anderem den Lohnausweis für das 2019 s owie einen Auszug aus dem Lohn- konto 2019 ein. Daraus ist zu entnehmen, dass der Versicherte nach Beendigung der Suva-Tag- geldzahlungen von Mai bis September 2019 einen Monat slohn von Fr. 5'762.20 brutto und ab Oktober 2019 einen solchen von Fr. 5'823.85 bezog. Darü ber hinaus hat er sich im Dezember 2019 einen Bonus von Fr. 6'000.-- auszahlen lassen. Ges tützt auf diese Unterlagen macht der Versicherte – abweichend von seinen Ausführungen in se iner Beschwerde – neu ein massge- bendes Valideneinkommen von Fr. 75'240.75 brutto geltend. 4.4 Entgegen der Ansicht der Suva ist aufgrund der Akte n – insbesondere der mit der Be- schwerde eingereichten Lohnabrechnungen von Februar bi s Juli 2017 und des heute ins Recht gelegten Auszugs aus dem Lohnkonto 2017 – erstellt, dass es sich bei den Angaben des Versi- cherten, wonach er seit Januar 2017 monatlich Fr. 5'0 00.-- bzw. jährlich Fr. 60'000.-- verdient habe, um einen Nettolohn handelt (vgl. auch Lohnauswe is 2017). Weiter ist plausibel, dass der Versicherte aufgrund der schweren Krankheit seines Vater s ab Januar 2017 die Geschäftsfüh- rung der B.____ AG übernommen hat und aufgrund der mit dieser Funktion einhergehenden hö- heren Verantwortung sein Lohn erhöht worden ist. So ist dem Auszug des Lohnkontos 2017 auch zu entnehmen, dass er sich im Januar 2017 bis zu seinem Unfall im Juli 2017 einen Monatslohn in Höhe von Fr. 5'705.30 brutto auszahlen liess. Die A rgumentation der Suva, wonach die vom Versicherten geltend gemachte Lohnerhöhung ab Übernah me der Geschäftsführung auf einer einzigen Lohnabrechnung von Juli 2017 beruhe, geht fehl . Denn die Suva hat übersehen, dass der Versicherte mit der Beschwerde Lohnabrechnungen für die Monate Februar 2017 bis Juli 2017 eingereicht hat. Desgleichen kann der Auffassung d er Suva, wonach der Versicherte ge- stützt auf seine Ausführungen vom 12. Februar 2018 mangels genügender Aufträge sich gar kei- nen höheren Lohn habe auszahlen können, nicht gefolgt werden. Anlässlich des Telefonats vom 12. Februar 2018 sagte der Versicherte lediglich aus, d ass "aktuell" nicht genügend Arbeit vor- handen sei (vgl. Suva-Bericht vom 12. Februar 2018, Do k.-Nr. 52). Daraus kann jedoch noch nicht abgeleitet werden, dass das Carunternehmen sich in einer derartigen finanziell angespann- ten Situation befand, welche eine Lohnreduktion nach sich gezogen hätte. Insgesamt liegen damit keine Zweifel vor, dass der Versicherte vor dem Unfall im Juli 2017 einen Bruttolohn von Fr. 5'705.10 monatlich bezogen hat. Unter Berücksichtigung der bis 2019 erfolgten Lohnentwick- lung ist demnach von einem massgebenden Valideneinkomm en von Fr. 69'219.-- auszugehen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht (12 x Fr. 5'705.10 x 0,6 % [vgl. Bundesamt für Statistik {BFS}: Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011-2018, Sektor 3 {Dienstleistungen} x 0,5 % [Quartalsschätzung der Nominallohn- entwicklung II. Quartal}]). 4.5 Der im Auszug des Lohnkontos 2019 ausgewiesene Bru ttolohn von Fr. 75'240.75 jährlich kann dagegen nicht Grundlage für die Bestimmung des Va lideneinkommens bilden. Bei diesem Lohn handelt sich um einen Verdienst, den der Versicher te nach dem Unfall von Juli 2017 mit den seither bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen erzielt. Beim Valideneinkommen ist jedoch Bezugsgrösse der zuletzt erzielte Verdienst, den die versicherte Person ohne Gesund- heitsschaden verdient hat; ausser es finden sich genügend konkrete Anhaltspunkte für eine be- rufliche Weiterentwicklung mit entsprechender Lohnerhöh ung. Solche liegen in Anbetracht der Tatsache, dass der Versicherte schon zum Unfallzeitpunkt Geschäftsführer war und die Möglich- keit eines weiteren beruflichen Aufstiegs in der B.__ __ AG nicht zu sehen ist, nicht vor. Selbst wenn derartige Hinweise vorliegen würden, ist fragli ch, ob der im Jahr 2019 erzielte Bonus von Fr. 6'000.-- bei der Ermittlung des Valideneinkommen s zu berücksichtigen ist. Zwar stellen Bo- nuszahlungen grundsätzlich AHV-pflichtiges Erwerbseinkomm en dar; eine Anrechnung an das Valideneinkommen findet jedoch nur statt, wenn sie regelmässig erfolgen (vgl. RKUV 2000 Nr. U 400 S. 381; Urteil des Bundesgerichts vom 9. Mai 2005, U 268/04; SVR 2002 IV Nr. 21 S. 63). Gemäss den Lohnunterlagen hat der Versicherte seit sein er jahrzehntelangen Tätigkeit bei der B.____ AG erstmals im Jahr 2019 einen Bonus erhalten. Ob unter diesen Umständen von regel- mässigen Bonuszahlungen gesprochen werden kann, ist zu be zweifeln. Wird der Bonus ausser Acht gelassen, ergibt sich ein Einkommen für das Jahr 201 9 von Fr. 69'240.75 (Fr. 75'220.75 – Fr. 6'000.--). Damit weicht dieses nur noch geringfügig vom hier massgebenden Valideneinkom- men von Fr. 69'219.-- ab. Zudem stellt sich die Frage, ob bereits an dieser Stelle ein Rentenan- spruch des Versicherten zu verneinen ist. Es fällt auf, dass der Versicherte als Carchauffeur und Geschäftsführer der B.____ AG inzwischen mehr verdient als in der gleichen Funktion vor dem Unfall. Voraussetzung für UVG-Leistungen ist aber das Vorliegen einer Erwerbseinbusse. Denn die Unfallversicherung soll lediglich die durch den unfallkausalen Gesundheitsschaden bedingte Lohneinbusse ausgleichen (SVR 2012 UV Nr. 3 S. 9, 8C_237/2011, E. 2.3; Urteil des Bundesge- richts vom 5. Dezember 2017 8C_475/2017, E. 6.1). Zu G unsten des Versicherten wird jedoch darauf verzichtet, darauf näher einzugehen. Es wird deshalb von einem massgebenden Validen- einkommen von Fr. 69'219.-- ausgegangen. 5.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstät igkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Ar- beitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen). 5.2 Vorliegend ist bei der gegenwärtigen Anstellung d es Versicherten von einem stabilen Ar- beitsverhältnis auszugehen. Auch sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass das Einkommen ei- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen Soziallohn darstellt. Gemäss der hier massgebenden m edizinischen Zumutbarkeitsbeurtei- lung kann der Versicherte den bis zum Unfall vollzeitlich ausgeübten Beruf als Carchauffeur nicht mehr zu 100 % ausüben. Denn bei der Tätigkeit als Car chauffeur handelt es nicht um eine lei- densangepasste Tätigkeit, da das Lenken eines Cars eine st atische Haltung erfordert und die Tätigkeit vorwiegend sitzend ausgeübt wird. Zudem erfordert die Berufsausübung das Heben und Tragen von Koffern, was dem Versicherten aufgrund seiner Unfallfolgen nicht mehr zumutbar ist. Entsprechend ging der Kreisarzt Dr. C.____ von einer erheblichen Einschränkung in der ange- stammten Tätigkeit aus. Der Versicherte selbst gibt an der heutigen Parteiverhandlung an, dass er bei der B.____ AG lediglich zwischen 60 % bis 75 % a ls Carchauffeur arbeite. In der Be- schwerde war noch von einem aktuell möglichen Arbeitspensum bis zu 80 % die Rede. Demge- genüber ist es dem Versicherten gemäss Beurteilung von Dr. C.____ zumutbar, in einer leidens- angepassten Verweistätigkeit im Umfang von 100 % zu arbeiten. Damit steht fest, dass der Ver- sicherte seine zumutbare Restarbeitsfähigkeit an der de rzeitigen Stelle nicht voll ausschöpft. In dieser Hinsicht führt der Versicherte an, dass ihm ein Berufswechsel nicht zumutbar sei. Zur Be- gründung macht er geltend, dass er das Ziel habe, wi eder vollzeitlich als Carchauffeur in der B.____ AG zu arbeiten. Weiter sei zu beachten, dass er im Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 28. Mai 2019 schon bald 56 Jahre alt gewesen sei un d seit 36 Jahren als Chauffeur im Unternehmen seines Vaters arbeite und dieses seit 2017 auch führe. 5.3.1 Nach dem im Gebiet des Sozialversicherungsrechts all gemein geltenden Grundsatz der Schadenminderungspflicht hat die versicherte Person, bevo r sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der Invali dität bestmöglich zu mindern. Ein Ren- tenanspruch ist zu verneinen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Berufswechsel, zumutbarerweise in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbsein- kommen zu erzielen. Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätig- keit im Allgemeinen sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfal- les zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den sub jektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verh ältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohnort etc. Bei den objektiven Umstän den sind insbesondere der ausgegli- chene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsda uer massgeblich (SVR 2010 IV Nr. 11 S. 35, 9C_236/2009, E. 4.1 und 4.3; 2007 IV Nr. 1 S. 1, I 750/04 E. 5.3; Urteile des Bundes- gerichts vom 30. Oktober 2017, 9C_525/2017, E. 3.1.2 und vom 21. Juni 2017, 8C_13/2017, E. 3.3.1; BGE 141 V 642 E. 4.3.2, 129 V 460 E. 4.2, 117 V 394 E. 4, 115 V 38 E. 3d). 5.3.2 Aus den Akten geht hervor, dass der Versicherte sei ne kaufmännische Lehre 1983 ab- schloss, aber nie als kaufmännischer Angestellter arbeitete. Stattdessen nahm er eine berufliche Tätigkeit als Chauffeur im Betrieb seines Vaters, der B.____ AG, auf. Bei der B.____ AG handelt es sich um einen Kleinbetrieb mit 2 bis 3 Teilzeitange stellten. Seit Januar 2017 hat er aufgrund der Erkrankung seines Vaters zudem die Funktion als Geschäftsführer der B.____ AG inne. Die leidensbedingten Einschränkungen (keine schweren Arbeite n, keine Zwangshaltungen für den Rücken und keine Übertragung von Stauchungen auf den R ücken) stellen kein Hindernis für ei- nen Berufswechsel dar. Denn der allgemeine Arbeitsmarkt bietet dem Versicherten eine Vielzahl verschiedenartiger Stellen, die auch mit seinen gesundhe itlichen Beeinträchtigungen einen ge- eigneten Arbeitseinsatz ermöglichen. Dies umso mehr, al s die ihm offenstehenden zumutbaren Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tätigkeiten im Rahmen eines Vollzeitpensums ausgeübt werden können und laut Zumutbarkeits- profil von Dr. C.____ nicht besonders starken Limitierungen unterliegen (vgl. Urteile des Bundes- gerichts vom 30. Oktober 2017, 9C_525/2017, E. 3.3.3 u nd 3.6 und vom 11. Juni 2012, 8C_748/2011, E. 6.4). Ebenso wenig vermag das Alter eine Unzumutbarkeit eines Berufswech- sels rechtfertigen. In seiner Rechtsprechung zum invalide nversicherungsrechtlichen Rentenan- spruch anerkennt das Bundesgericht zwar das fortgeschrittene Alter - obgleich an sich ein invali- ditätsfremder Faktor - als Kriterium, welches zusammen mit weiteren persönlichen und berufli- chen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Rester- werbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt real istischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf d ie Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist (BGE 138 V 457 E. 3.1). Diese im Bereich der IV ergangene Rechtsprechung gilt jedoch nicht in der Unfallversicherung, weshalb das Lebensalter des Versicherten von vornherein keine Berücksichtigung finden kann (Urteil des Bundesger ichts vom 26. März 2019, 8C_732/2018, E. 7.2 mit Hinweisen). Die Aktivitätsdauer von noch 9 Jahren bis zur ordentlichen Pensionierung steht im Bereich der vorliegend relevanten, körperlich leichten Tätigkeiten einem Berufswechsel nicht entgegen. Auch wenn es durchaus nachvollziehbar ist, dass der Versicherte sich nach jahrelanger Arbeit im von seinem Vater aufgebauten Betrieb sehr verbunden fühlt, be- gründet dies noch keine Unzumutbarkeit eines Berufswechs els (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2017, 8C_13/2017, E. 3.3.1). Da keine weiter en Gründe ersichtlich sind, welche eine berufliche Neuausrichtung und die dazu erforderliche S tellensuche als unzumutbar erscheinen lassen, steht fest, dass der Versicherte die ihm verbleibende Restarbeitsfähigkeit nicht voll aus- schöpft. Die Suva hat deshalb zu Recht ein hypothetisches In valideneinkommen auf der Basis einer 100%igen leidensangepassten Tätigkeit ermittelt. 5.4.1 Übt eine versicherte Person nach Eintritt eines un fallbedingten Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue E rwerbstätigkeit aus, so dass bei der Bestimmung des Invalideneinkommens nicht von dem mit der aktuellen erwerblichen Betätigung erzielten Verdienst ausgegangen werden kann, sind nach der Rechtsprechung bei der Invalidi- tätsbemessung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her- ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die Zahlen der SUVA-internen Dokumenta- tion von Arbeitsplätzen (DAP) heranzuziehen (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593 f. mit Hinweis). 5.4.2 Vorliegend hat die Suva das Invalideneinkommen a nhand der Tabellenlöhne der LSE für das Jahr 2016 berechnet. Laut Tabelle TA1_tirage_skill_ level, Total, belief sich der Zentralwert für die im Kompetenzniveau 2 beschäftigten Männer auf Fr. 5'646.--. Nach Anpassung dieses Tabellenlohnes an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2019 (vgl. betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun gen, T03.02.03.01.04 01, herausgege- ben vom BFS), und der bis 2019 erfolgten Nominallohn entwicklung (2017: 0,4 %, 2018: 0,5 % [vgl. Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011-2018, Total]; 2019: 0,5 % [vgl. Quartals- schätzung 2019 II. Quartal]) ergibt sich bei einem zumut baren Arbeitspensum von 100 % ein Betrag von Fr. 5'968.75 monatlich bzw. Fr. 71'624.90 j ährlich. Unter Berücksichtigung eines lei- densbedingten Abzugs von 5 % hat die Suva ein massgebend es Invalideneinkommen von Fr. 68'043.65 (Fr. 71'624.90 x 0,95) ermittelt (vgl. Berechnung Invaliditätsgrad anhand der LSE, Dok.-Nr. 120). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4.3 Der Versicherte macht geltend, dass entgegen dem Vorgehen der Suva nicht auf das Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Datenverarbeitung, Administra- tion, Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten, Sicherheitsdienst, Fahrdienst), son- dern auf das Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) ab- zustellen sei. Es sei widersprüchlich, wenn die Suva ihn a ufgrund seiner Berufserfahrung ins Kompetenzniveau 2 einstufe, gleichzeitig aber dem Fakto r Alter beim leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn keine Bedeutung beimesse. Richtigerweise sei von einem massgebenden In- valideneinkommen von Fr. 67'743.-- auszugehen, wobei zusä tzlich ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 15 % zu berücksichtigen sei. 5.4.4 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung rechtferti gt sich die Anwendung des LSE- Kompetenzniveaus 2 nur dann, wenn die versicherte Person, welche nach Eintritt der Invalidität nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, über besondere Fertigkeiten und Kennt- nisse verfügt (Urteile des Bundesgerichts vom 14. Juni 201 8, 8C_227/2018, E. 4.2.2 und vom 11. Oktober 2017, 8C_457/2017, E. 6.3, je mit Hinwei sen). So im Fall des ehemaligen Spitzen- sportlers, der eine Maturaprüfung vorweisen konnte und zum Zeitpunkt des Unfalls erst 30-jährig gewesen war (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 2004, I 779/03, E. 4.3.4); bei einem Versi- cherten, der bereits verschiedene Berufe (Lastwagen- und Buschauffeur, Inserate-Akquisiteur, selbstständiger Herausgeber einer Zeitschrift) ausgeübt hatte (Urteil des Bundesgerichts vom 21. April 2005, I 822/04, E. 5.2); bei einem früheren Spengler-/Sanitärinstallateur mit überdurch- schnittlichen handwerklichen Fähigkeiten (Urteil des Bunde sgerichts vom 16. August 2013, 8C_192/2013, E. 7.3.2); eines gelernten Zimmermanns, welcher die Polierschule und vor Jahren abends einen Buchhaltungskurs absolviert hatte und vor dem Unfall Geschäftsführer des elterli- chen Kleinbetriebs mit vier Angestellten und 2 Lehrlingen war (Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2019, 8C_732/2018/8C_742/2018, E. 8.2.2); eines 33-jährigen Versicherten, der ein Lehr- jahr als Strassenbauer absolviert hatte, danach als Male r, Gipser und Isolateur tätig war und zuletzt in seiner eigenen Firma arbeitete (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Oktober 2017, 8C_457/2017, E. 6.3). Demgegenüber zog das Bundesge richt den Durchschnittslohn des Kom- petenzniveaus 1 heran im Fall eines Heizungsmonteurs, de r zwischenzeitlich zwar als Aussen- dienstmitarbeiter bei einer Versicherung tätig war, a ber über keine kaufmännische Ausbildung verfügte (SVR 2010 IV Nr. 52 S. 160, 9C_125/2009, E. 4.3 und 4.4), bei einem 45-jährigen, der seit annähernd 20 Jahren bei der gleichen Arbeitgeberin angestellt war und dort zuletzt eine lei- tende Stellung bekleidet hatte, jedoch nur in diesem Beruf als Sicherheitschef, den er behinde- rungsbedingt nicht mehr ausüben konnte, entsprechend e Fachkenntnisse besass (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Oktober 2013, 8C_386/2013, E. 6.2 und 6.3) oder eines seit Jahren im elterlichen Betrieb angestellten 62-jährigen Plattenlegers, der nie administrative Arbeiten erledigt hatte und nach dem Unfall keine handwerklichen Arbeite n mehr ausführen konnte (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juni 2018, 8C_227/2018, E. 4.2.2). 5.4.5 Vorliegend verfügt der Versicherte über eine a bgeschlossene kaufmännische Lehre und eine langjährige Berufserfahrung als Chauffeur im elt erlichen Kleinbetrieb. Seit Januar 2017 ist er dort Geschäftsführer und muss in dieser Funktion gegenüber seinen 2 - 3 Teilzeitangestellten Führungsaufgaben und die Verantwortung für den Betrieb wahrnehmen. Die Erweiterung seiner Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kompetenzen und seines Verantwortungsbereiches waren denn auch lohnwirksam, was der Ver- sicherte selber auch in der Beschwerde vom 1. Juli 2019 anerkennt. Gleichzeitig ist davon aus- zugehen, dass er die Fähigkeit, einen Betrieb zu führen und zu organisieren, auf dem ausgegli- chenen Arbeitsmarkt verwerten kann. Desgleichen ist nicht einzusehen, weshalb seine kaufmän- nische Ausbildung in einer neuen beruflichen Tätigkeit n icht von Nutzen sein sollte. Auch wenn seine Freundin und seine Mutter den grössten Teil der anfallenden administrativen Angelegen- heiten der B.____ AG übernehmen und er sich deswegen ka um damit beschäftigen muss, ist anzunehmen, dass er – anders als im oben angeführten F all des 62-jährigen Plattenlegers - auf- grund seiner kaufmännischen Ausbildung auch ohne Berufserfahrung in der Lage ist, administra- tive Arbeiten zu erledigen. Damit verfügt er über die von der Rechtsprechung dargelegten beson- deren Kenntnisse und Fähigkeiten, welche eine Einstufung ins Kompetenzniveau 2 rechtfertigen. 6.1 Der Versicherte erachtet den von der Suva aufgrund der Dienstjahre vorgenommenen Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 5 % als zu tief. In Anbetracht der Dienstjahre und des Alters sei ein Abzug vom Tabellenlohn von 15 % zu gewähren. Zur Begründung führt er an, dass er 56 Jahre alt und seit 36 Jahren als Carchauffeur tätig sei. Seine Anpassungsfähigkeit und Flexibilität seien dadurch eingeschränkt, zumal er als Carfahrer nicht im Team arbeite und nicht mit anderen Mitarbeitern kooperieren müsse. 6.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rech- nung getragen werden, dass persönliche und berufliche M erkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti- gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können ( BGE 142 V 178 E. 1.3, 124 V 321 E. 3b/aa) und die versicherte Person je nach Ausprägun g deswegen die verbliebene Arbeitsfä- higkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur m it unterdurchschnittlichem erwerbli- chem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). De r Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einze lfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2,126 V 75 E. 5b/bb - cc). 6.3 Die Suva hat den Faktor "Dienstjahre" mit einem Abzug vom Tabellenlohn im Umfang von 5 % berücksichtigt. Es besteht kein Anlass, in das Ermessen d er Suva einzugreifen und den Tabellenabzug aufgrund der Dienstjahre auf mehr als 5 % zu erhöhen. Was die vom Beschwer- deführer verlangte Erhöhung des gewährten Abzugs aufgr und des Merkmals "Alter" betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass sich das Bundesgericht schon mehrfach mit der Frage befasst hat, ob dieses Merkmal in der obligatorischen Unfallversicherung g rundsätzlich überhaupt einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen könnte. Dabei hat es - soweit ersichtlich - diese Frage bis heute immer offenlassen können, da es die Voraussetzungen für einen altersbedingten Abzug vom Ta- bellenlohn in den jeweils zur Beurteilung stehenden Fällen ohnehin nicht als erfüllt erachtete (vgl. so etwa SVR 2018 UV Nr. 15 S. 50, 8C_439/2017 E. 5.6.3 und 5.6.4; SVR 2016 UV Nr. 39 S. 131, 8C_754/2015 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts vom 21. August 2019, 8C_878/2018, E. 5.3.1, vom 14. Mai 2018, 8C_841/2017, E. 5.2.2.3 und vom 6. Oktober 2017, 8C_439/2017, E. 5.6.4). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diese Frage muss auch hier nicht beurteilt werden, weil die Voraussetzungen für einen altersbe- dingten Abzug beim im Zeitpunkt der Verfügung bzw. de s Einspracheentscheides 56-jährigen Versicherten nicht erfüllt sind (Urteil des Bundesgerich ts vom 21. August 2019, 8C_878/2018, E. 5.3.1). Für die Annahme, dass er in seiner Anpassung sfähigkeit und in der Flexibilität beein- trächtigt wäre, weil er als langjähriger Carfahrer n icht gewohnt sei, in einem Team zu arbeiten und mit anderen Mitarbeitern zu kooperieren, fehlen Hinweise, weshalb der Versicherte aus die- sem Vorbringen nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. W eitere abzugsrelevante Merkmale macht der Versicherte nicht geltend und sind nicht ersicht lich. Damit hat es beim vorinstanzlich vorgenommenen Abzug von 5 % sein Bewenden. 6.4 Das von der Suva ermittelte Invalideneinkommen von F r. 68'043.65 ist aufgrund der am 21. April 2020 veröffentlichten Tabelle TA1_skill_level (Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschafts- zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht - Privater Sektor) der LSE 2018 jedoch zu korrigie- ren. Denn nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist f ür den Einkommensvergleich auf die neuste LSE abzustellen (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300). Gemäss dieser Tabelle beläuft sich der monatliche Durchschnittslohn für Männer im Kompeten zniveau 2 auf Fr. 5'649.--. Nach An- passung dieses Tabellenlohnes an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2019 (vgl. BFS: betriebsübliche Arbeitszeit nach Wir tschaftsabteilungen, T03.02.03.01.04 01), und der bis 2019 erfolgten Nominallohnentwicklung von 0,5 % (vgl. BFS: Quartalsschätzung 2019 II. Quartal) resultiert ein Betrag von Fr. 71'0 22.33 (Fr. 5'649.-- x 12 x 41,7 : 40 x 0,5 %). Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 5 % ergibt sich ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 67'471.-- (Fr. 71'022.33 x 0,95 %). 6.5 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalidenein kommen von Fr. 67'471.-- dem Valideneinkommen von Fr. 69'219.-- gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 1'748.--, was einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von aufgerundet 3 % ergibt (Art. 18 Abs. 1 UVG; zur Rundungspraxis des Bundesgerichts: BGE 130 V 121 ff.). Somit hat die Suva einen Anspruch des Versicherten zu Recht abgelehnt. 7.1 Abschliessend zu prüfen ist, ob der Versicherte Anspru ch auf eine höhere Integritätsent- schädigung hat. Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versiche rte Person Anspruch auf eine an- gemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä- digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Inte grität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsscha- den als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganze n Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integri- tät, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). 7.2 Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentsch ädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Inte gritätsschadens abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Beme ssung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden S kala häufig vorkommende und ty- pische Schäden prozentual gewichtet (BGE 113 V 219 E. 2a; RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen). 7.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integrität sschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetr ages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In diesem Zusam- menhang hat die Suva in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungs- grundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizinischen Abtei- lung der Suva Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie ledi glich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV ver- einbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hinweis). 7.4 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundh eitlichen Beeinträchtigung handelt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche Mit- hilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkun- digen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelasse- nen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem medizi- nischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beurteilung der ein- zelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil des Bundesge- richts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 7.5 Die Suva sprach dem Versicherten im angefochtenen E ntscheid eine Integritätsentschä- digung bei einer Einbusse von 10 % zu. Sie stützte sich dabei auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr. C.____ vom 12. März 2019. Dieser hielt darin fest, dass die instabile Fraktur des BWK 11, die stabilen Frakturen der BWK 5 und 6 und die Brustbeinfr aktur knöchern konsolidiert seien. Im Bereich des Brustbeines beständen keine nennenswerten B eschwerden. Bei der Brustwirbel- säule liege ein radiologisch ausgemessener summarischer Kyphosewinkel von über 21° bei be- lastungsinduzierten Beschwerden vor; in Ruhe beständen kein e Beschwerden. Gestützt auf die Tabelle 7.1 ("Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffekti onen"), Ziffer 1 und der Schmerzfunkti- onsskala vom Wert + (mässige Beanspruchungsschmerzen) ermittelte er als Mittelwert einen In- tegritätsschaden von 10 %. 7.6 Der Versicherte macht in seiner Beschwerde geltend , dass der Integritätsschaden in An- betracht der Tatsache, dass gemäss der Suva-Tabelle bei Fr akturen an der Wirbelsäule eine Integritätsentschädigung von bis zu 50 % zugesprochen w erden könne, aufgrund der starken belastungsabhängigen Rückenschmerzen, die erst nach einig en Tagen abklingen würden, auf mindestens 15 % festzusetzen sei. Zur Begründung führt er an, dass er nach längeren Carfahrten starke Ruheschmerzen habe, sodass er während zwei Tagen kaum mehr seine eigenen Socken anziehen könne. Auch bei Drehbewegungen sei die Bewegl ichkeit schmerzbedingt einge- schränkt. So betrage die Seitenneigung rechts 30° und l inks 20°. Beim Drehen im Sitzen nach Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechts bzw. links betrage der Radius 40° bzw. 30°. Vorlie gend ist unbestritten, dass beim Versi- cherten aufgrund der erlittenen Frakturen die Ziffer 1 der Tabelle 7 mit einem Kyphosewinkel über 21° anzuwenden ist. Bei diesem Kyphosewinkel beträgt der Integritätsschaden je nach Einstufung auf der Schmerzfunktionsskala 0 % bis 20 %. Ein Integritätsschaden von 50 % liegt nur dann vor, wenn sehr starke schmerzhafte Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule bestehen. Solche werden jedoch nur berücksichtigt, wenn sie sich durch ein organisches Substrat erklären lassen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2014, 8C_49/2014, E. 4). Gemäss der hier massgeben- den versicherungsmedizinischen Beurteilung liegen keine objektiven Hinweise vor, dass der Ver- sicherten funktionell sehr stark eingeschränkt ist. Solche w erden vom Versicherten auch nicht näher konkretisiert. Ein Integritätsschaden von 50 % lässt sich deshalb nicht rechtfertigen. Weiter ist aus den Akten nicht ersichtlich, dass der Versicherte an Dauerschmerzen (Schmerzfunktions- skala ++ und +++) leidet. Dies macht er auch nicht geltend. Unbestrittenermassen leidet der Ver- sicherte aber an belastungsabhängigen Schmerzen. Diese Form von Schmerzen hat Dr. C.____ berücksichtigt, indem er nicht von geringen, sondern mäs sigen Beanspruchungsschmerzen (Schmerzfunktionsskala +) ausging. Bei dieser Stufe lieg t der Integritätsschaden zwischen 5 % und 15 %. Da der Versicherte gemäss kreisärztlicher Beurteilung kaum Schmerzen in Ruhe hat, ist der Mittelwert von 10 % angemessen. Dass er nach längeren Carfahrten jeweils Ruheschmer- zen hat, wird nicht bestritten, kann aber vorliegend ni cht berücksichtigt werden, ist doch die Tä- tigkeit als Carchauffeur dem Versicherten nicht mehr zu mutbar. Da dieser nicht geltend macht, dass er bei anderen Verrichtungen Ruheschmerzen hat un d solche aus den Akten auch nicht ersichtlich sind, besteht kein Anlass, die belastungsabhängigen Schmerzen im obersten Bereich der Schmerzfunktionsskala + anzusiedeln. Insgesamt liegen somit keine triftigen Gründe vor, von der kreisärztlichen Einschätzung des Integritätsschadens von 10 % abzuweichen. 8. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.