A bteilung IV D -5354/2006 spn/w er {T 0/2} U rteil vom 20. M ärz 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter G alliker, R ichterin H irsig-Vouilloz G erichtsschreiber W eber B ._______, geboren _______, Irak, vertreten durch _______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 6. Februar 2006 i.S. A syl und W egw eisung / _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D ie Beschw erdeführerin verliess ihren H eim atstaat nach eigenen Angaben im M ai 2004 zusam m en m it ihrer Schw ester N . (D -5355-2006) sow ie ihrem Bruder S. (N _______) und gelangte am 3. Juni 2004 von der Türkei und ihr unbekannten Ländern her kom m end in die Schw eiz, w o sie gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 7. Juni 2004 w urde sie im Em pfangs- und Verfahrenszentrum _______ sum m arisch befragt. Am 9. Juni 2004 w urde für sie aufgrund ihrer dam aligen M inderjährigkeit ein R echtsvertreter ernannt. W egen geltend gem achter psychischer Problem e beziehungsw eise stationärer psychiatrischer Behandlung konnte die für den 30. Juni 2004 anberaum te Anhörung vorerst nicht stattfinden. Schliesslich hörte das Bundesam t die Beschw erdeführerin am 22. O ktober 2004 direkt im Beisein des beigeordneten R echtsvertreters an. B. Anlässlich der Befragungen m achte die Beschw erdeführerin - gem äss eigenen Angaben eine Kurdin aus _______ - im W esentlichen geltend, als Kind im Fam ilienkreis sexuell belästigt w orden zu sein. Ihr Vater sei M itglied der Baath- Partei gew esen. N ach dem Sturz von Saddam H ussein habe er fliehen m üssen. In der Folge hätten seine Feinde bei ihnen zuhause R azzien durchgeführt, die Anw esenden bedroht und nach dem Vater gefragt. Im Zeitraum M ärz/April 2003 bis August 2003 hätten ungefähr acht bis zehn solche R azzien stattgefunden. An diesen seien zum Teil auch die Am erikaner beteiligt gew esen. In Anbetracht dieser Sachlage habe sich die Beschw erdeführerin zusam m en m it ihrer M utter, m it N . und ihrem Bruder S. im August 2003 zu einem C ousin ihres Vaters respektive einem O nkel ins D orf _______ begeben. Besagter O nkel habe sie und N . unter D rohungen dazu zw ingen w ollen, zw ei seiner Söhne zu heiraten. Sie sei geschlagen w orden. Einer der Söhne habe versucht, sie zu vergew altigen. Ihre M utter sei gezw ungen w orden, das H aus zu verlassen. W egen der geschilderten Situation habe die Beschw erdeführerin das H aus später ebenfalls verlassen und sei zusam m en m it N . und ihrem Bruder S. in die Türkei gereist. D ort hätten sie den Kontakt zu S. verloren. C . M it Eingabe vom 29. O ktober 2004 ersuchte der dam alige Vertreter der Beschw er- deführerin das Bundesam t um Akteneinsicht vor Entscheidfällung. D . M it Eingabe vom 14. Januar 2005 gab die Beschw erdeführerin einen Austrittsbe- richt der Psychiatrischen Klinik _______ vom 10. Septem ber 2004, einen w eiteren Arztbericht vom 23. D ezem ber 2004 und eine Entbindungserklärung (ärztliche Schw eigepflicht) zu den Akten. E. Am 11. N ovem ber 2004 liess die Vorinstanz m it der Beschw erdeführerin eine H erkunftsanalyse (Lingua-Expertise) durchführen. Ein entsprechender Bericht w urde am 13. M ai 2005 erstellt und am 6. Septem ber 2005 zu den Akten gereicht. F. M it Zw ischenverfügung vom 27. Januar 2006 gew ährte das Bundesam t der Vertre- tung der Beschw erdeführerin die am 29. O ktober 2004 beantragte Akteneinsicht. G . M it Verfügung vom 6. Februar 2006 - eröffnet am 7. Februar 2006 - stellte das Bundesam t fest, die Beschw erdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 3 und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung der Be- schw erdeführerin aus der Schw eiz. W egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvoll- zugs w urde die Beschw erdeführerin vorläufig aufgenom m en. D ie Vorinstanz be- gründete den ablehnenden Teil ihres Entscheids dam it, dass die von der Be- schw erdeführerin geltend gem achten sexuellen Ü bergriffe w eder in zeitlicher noch in sachlicher H insicht als kausal für die Ausreise angesehen w erden könnten, w es- halb ihnen keine Asylrelevanz zukom m e. D ie w eiteren Vorbringen seien unglaub- haft. D ie Beschw erdeführerin m ache dieselben Fluchtgründe geltend w ie ihre Schw ester N . D ie U nglaubhaftigkeit dieser Vorbringen sei im N . betreffenden Ent- scheid ausführlich begründet w orden. Entsprechend könnten auch ihre Vorbringen nicht geglaubt w erden. Im W eiteren entbehrten die D arlegungen der Beschw erde- führerin jeglicher Substanz. H . M it Beschw erde vom 8. M ärz 2006 (D atum des Poststem pels) beantragte die Be- schw erdeführerin bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) durch ihre Vertretung die Zusam m enlegung ihres Beschw erdeverfahrens m it dem jenigen ih- rer Schw ester N . (D 5355/2006). D ie Ziffern 1 - 3 des angefochtenen Entscheids seien aufzuheben. D ie Sache sei zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu- w eisen. Eventualiter sei Asyl zu erteilen. Es sei vollständige Akteneinsicht zu ge- w ähren. D er Beschw erdeführerin sei die unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren. Zur Begründung w urde vorgebracht, dass der Beschw erdeführerin keine Einsicht in die Verfahrensakten ihres Bruders S. gew ährt w orden sei. D iese Akten seien vorliegend zur Entscheidfindung verw endet w orden. Im G egensatz zu N . sei sie überhaupt nicht auf W idersprüche in ihren Aussagen im Vergleich zu denjenigen von S. hingew iesen w orden. Eine H eilung dieser G ehörsverletzung auf Beschw er- deebene sei nicht m öglich. Ferner sei anlässlich säm tlicher Anhörungen ein m änn- licher D olm etscher beigezogen w orden. D ie Beschw erdeführerin habe sich da- durch über frauenspezifische Fluchtgründe nicht frei äussern können. Entspre- chend sei der Sachverhalt m angelhaft abgeklärt w orden. Eine erneute Anhörung sei unabdingbar. Im W eiteren sei die Einsicht in angeblich interne Akten der Vorin- stanz zu U nrecht verw eigert w orden. G em äss ihren Schilderungen w erde die Be- schw erdeführerin w egen der dam aligen Tätigkeit ihres Vaters für die Baath-Partei behelligt. In Anbetracht der Situation vor O rt liege eine asylrelevante staatliche (R eflex)Verfolgung vor. D ie Behelligungen durch den O nkel und dessen Fam ilie in Scharia stellten eine geschlechtspezifische Verfolgung durch D ritte dar, w elche w iederum dem Staat angelastet w erden m üsse. D ies treffe entgegen den vorin- stanzlichen Erw ägungen auch für die in der Kindheit erlittenen sexuellen Ü bergriffe zu. Sie habe dabei ihre Jungfräulichkeit verloren und m üsse aufgrund der Situation vor O rt im Falle einer Eheschliessung nach w ie vor dam it rechnen, durch den Ehe- m ann desw egen behelligt zu w erden. D ie angeblichen W idersprüche in den Aussa- gen der Beschw erdeführerin im Vergleich zu denen ihres Bruders seien m utm ass- lich darauf zurückzuführen, dass S. in D eutschland bew usst falsche Angaben ge- m acht habe, da er nicht dort, sondern in der Schw eiz einen Asylantrag hätte stel- len w ollen. D ie einzige Falschaussage der Beschw erdeführerin beziehe sich auf den Zeitpunkt der Einreise in die Schw eiz, w elche nicht im Juni, sondern bereits ungefähr im M ärz 2004 erfolgt sei. D ie übrigen Angaben entsprächen der W ahr- heit. D ie vom Bundesam t aufgelisteten w eiteren U ngereim theiten seien bei kor- rekter Interpretation der Befragungsprotokolle nicht vorhanden beziehungsw eise 4 nicht w esentlicher N atur oder auf Ü bersetzungsproblem e zurückzuführen. Zu prä- zisieren sei, dass die Beschw erdeführerin nicht bei ihrer M utter, sondern bei ihrer Stiefm utter aufgew achsen sei. I. M it Zw ischenverfügung vom 22. M ärz 2006 w ies die AR K das G esuch um Einsicht in w eitere Verfahrensakten ab. D iese seien vom Bundesam t zu R echt als intern qualifiziert und nicht ediert w orden. Bezüglich der Verfahren der Beschw erdeführe- rin und ihrer Schw ester w urde eine Koordination in Aussicht gestellt. D as G esuch um Verfahrensvereinigung w urde abgew iesen. D ie Einsicht in Verfahrensakten des Bruders w urde in Form von Protokollauszügen gew ährt. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses w urde verzichtet. D as G esuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG w urde gutgeheissen. J. M it Vernehm lassung vom 1. M ai 2006 hielt das Bundesam t an seiner Verfügung vollum fänglich fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D ie AR K habe der Beschw erdeführerin am 22. M ärz 2006 Einsicht in die beigezogenen Akten von S. gew ährt. D ie Beschw erdeführerin habe sich darauf hin nicht vernehm en lassen. Aufgrund der seinerzeitigen Aktenlage habe sodann kein Anlass bestan- den, die Beschw erdeführerin in einem reinen Frauenteam zu befragen. K. M it R eplik vom 17. M ai 2006 w ies die Beschw erdeführerin darauf hin, dass ihr m it Zw ischenverfügung der AR K vom 22. M ärz 2006 keine Frist zur Stellungnahm e eingeräum t w orden sei. N ach auszugsw eisem Erhalt der Akten von S. m üsse er- neut darauf hingew iesen w erden, dass dieser in D eutschland bew usst falsche An- gaben gem acht habe. D ie Beschw erdeführerin sei durch die Ereignisse im Irak schw er traum atisiert. Ihr vorm aliger R echtsvertreter hätte bei der Anhörung darauf bestehen m üssen, dass die Beschw erdeführerin durch ein Frauenteam angehört w orden w äre. Sie sei bereits zw eim al im R ahm en des fürsorgerischen Freiheits- entzugs in der psychiatrischen Klinik _______ stationär aufgenom m en w orden. Es bleibe bis jetzt unklar, ob die Beschw erdeführerin alle relevanten Ereignisse habe darlegen können. D er Eingabe lag eine Kopie des bereits eingereichten Austritts- berichts der psychiatrischen Klinik _______ vom 10. Septem ber 2004 und ein Be- richt derselben Klinik vom 21. April 2006 bei. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]).5 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer poli- tischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken. D en frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Beschw erdeführerin beantragt die Kassation der vorinstanzlichen Verfügung, da die Vorinstanz eine nicht heilbare G ehörsverletzungen begangen habe, indem die Einsicht in entscheidrelevante Akten verw eigert w orden sei, die Begründungspflicht verletzt und schliesslich der Sachverhalt nicht genügend erstellt w orden sei. 4.2 Aufgrund der Protokolle ergeben sich tatsächlich verschiedene H inw eise, die eine Befragung in einem gleichgeschlechtlichen Team aufgedrängt hätten. Allerdings hat w eder der anw esende Vertreter der Beschw erdeführerin noch die H ilfsw erkvertretung Einw ände gegen die Anhörung angebracht. Insbesondere aber verzichtete die Beschw erdeführerin selber ausdrücklich, ihre Fluchtgründe in einem m ännerfreien Befragungsteam vortragen zu können (A 25/21, S. 8 und 21). Sie em pfand offenbar eine erneute Vorladung als zu belastend, w as angesichts des schlechten psychischen Zustands der Beschw erdeführerin nachvollziehbar erscheint. Ein entsprechendes Vorgehen beziehungsw eise der Verzicht auf eine ergänzende Befragung durch die Vorinstanz lässt sich dann rechtfertigen, w enn der Sachverhalt als genügend erstellt erscheint. Zw eifellos w ar die Beschw erdeführerin nicht in der Lage, über ihre schrecklichen Erlebnisse in ihrer Kindheit im D etail zu berichten. N achdem die G laubhaftigkeit dieser Ereignisse 6 jedoch nicht in Frage gestellt w urde, durfte die Vorinstanz - nicht zuletzt auch im Interesse der Beschw erdeführerin - auf eine ergänzende Befragung verzichten. Auch in Bezug auf die versuchten Ü bergriffe des C ousins kurz vor der Ausreise erscheint der Sachverhalt im Sinne der nachfolgenden Erw ägungen als genügend erstellt. Selbst w enn die Beschw erdeführerin entsprechende Ü bergriffe erlebt haben sollte, verm öchte dies angesichts der im Ü brigen unglaubhaften Vorbringen keine asylrechtlich relevante Verfolgung zu begründen. D ie Vorinstanz durfte dem nach zu R echt vom genügend erstellten Sachverhalt ausgehen, w eshalb der Antrag auf R ückw eisung und erneute Befragung abzuw eisen ist. Anzufügen ist, dass dem Protokoll der Bundesanhörung entgegen den Beschw erdevorbringen keine H inw eise, w onach auf die Ü bersetzung zurückzuführende Verständigungsproblem e aufgetreten seien, zu entnehm en sind; die Beschw erdeführerin m uss sich som it bei ihren Aussagen behaften lassen (vgl. A 25/21, S. 16 oben). 4.3 Auch der Vorw urf der m angelnden Begründung trifft ins Leere. Es ergeben sich keine H inw eise darauf, die Vorinstanz habe U m stände, die für die G laubhaftigkeit sprechen w ürden, nicht genügend berücksichtigt. 4.4 Aufgrund der allgem einen verw altungsrechtlichen D oktrin sind Asylsuchende praxisgem äss m it den Aussagen anderer Personen zu konfrontieren, sofern diese den eigenen Angaben in w esentlichen Punkten w idersprechen. D ie Beschw erdeführerin w urde anlässlich ihrer Anhörung m it den W idersprüchen zu den Aussagen der Schw ester konfrontiert, dagegen nicht m it denjenigen des Bruders S. Im vorliegenden Verfahren verm ag dies jedoch nicht w ie bei der Schw ester N . zu einem (heilbaren) Verfahrensm angel zu führen, zum al in der angefochtenen Verfügung die entsprechenden W idersprüche nicht direkt als U nglaubhaftigkeitsm erkm al vorgebracht w urden. Zw ar w erden diese W idersprüche durch die Feststellung der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid, die Aussagen von N . seien w egen Abw eichungen zu Aussagen von S. unglaubhaft, indirekt relevant. D ies betrifft aber W idersprüche zw ischen den Aussagen von N . und S., m it denen die Beschw erdeführerin als D ritte ohnehin nicht hätte vorgängig konfrontiert w erden können. D iesem U m stand w urde sodann im Verfahren der Schw ester, das m it heutigem D atum ebenfalls abgeschlossen w ird, genügend R echnung getragen. Auf Beschw erdeebene w urden die entsprechenden Aussagen von S. sodann offengelegt. Von einer Verletzung des rechtlichen G ehörs ist dem nach nicht auszugehen. Schliesslich w urde bereits m it Zw ischenverfügung der AR K vom 22. M ärz 2006 die Einsicht in die vorinstanzlichen Akten A6/1, A 19/1, A 20/1, A 32/1 und A 37/2 zu R echt verw eigert; auf die dortige Begründung kann verw iesen w erden. 4.5 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass der Antrag auf Kassation und R ückw eisung an die Vorinstanz abzuw eisen ist. 5. 5.1 D ie Vorinstanz ging sodann zu R echt von der fehlenden G laubhaftigkeit der Vorbringen aus. D ie G laubhaftigkeit der Vorbringen der Beschw erdeführerin w ird bereits dadurch entscheidend beeinträchtigt, dass die Aussagen ihrer Schw ester und Fluchtgefährtin N . m it U rteil heutigen D atum s vom Bundesverw altungsgericht ebenfalls für unglaubhaft erachtet w erden. Auch blieben die Vorbringen der 7 Beschw erdeführerin insgesam t vage, unsubstanziiert und zum Teil ungereim t. D iesbezüglich kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verw iesen w erden, denen in der Beschw erdeschrift nichts stichhaltiges entgegengebracht w erden konnte. Zu berücksichtigen ist zw ar der schlechte G esundheitszustand der Beschw erdeführerin und ihr im Zeitpunkt der Befragungen noch jugendliches Alter. W äre sie aber tatsächlich aus den von ihr und ihrer Schw ester genannten G ründen aus dem H eim atland ausgereist, hätte gleichw ohl eine Schilderung der Ereignisse, w elche eher den Eindruck von tatsächlich Erlebtem in der geltend gem achten Form verm ittelt haben w ürde, erw artet w erden können. Ein solcher Eindruck entsteht jedoch nach D urchsicht ihrer Befragungsprotokolle auch in Anbetracht ihrer vorerw ähnten Situation nicht. So m uten ihre Schilderungen zu Beginn der Anhörung ausgesprochen vage an, und die Verm utung, dass sie sich im geltend gem achten Zeitraum gar nicht vor O rt aufhielt, erfährt bereits in diesem Lichte besehen eine gew isse Berechtigung (A 25/21, S. 2 f.). Ihre Schilderung der R azzia, anlässlich w elcher S. hätte m itgenom m en w erden sollen, ist sodann als realitätsfrem d zu bezeichnen. D a alle zu w einen begonnen hätten, habe ihr Bruder schliesslich nicht m itgehen m üssen (A 25/21, S. 6). Sollten aufgrund der angeblichen Führungsfunktion des Vaters der Beschw erdeführerin bei der Baath- Partei tatsächlich dessen G egner vorgesprochen haben, hätten sie sich allein w egen des W einens der Anw esenden kaum von ihrem Vorhaben abbringen lassen, zum al der Vater der Beschw erdeführerin gem äss Schilderungen von N . an- geblich viele Personen erm ordet haben soll. Schliesslich verm ochte die Beschw erdeführerin auch den Zw ang der Fam ilie zur H eirat in der vorgebrachten Form nicht glaubhaft zu m achen. D abei fällt auf, dass die Beschw erdeführerin nicht in der Lage w ar, den O rt ihres Aufenthaltes zu beschreiben, den Fam ilienverband im Vergleich zu ihrer Schw ester übereinstim m end darzustellen oder den N am en des für sie bestim m ten Ehem annes zu nennen. Auch dass die M utter, ohne sich zu verabschieden, gegangen sei und die Kinder ohne N achricht gelassen haben soll, ist nicht nachvollziehbar. Einm al führt die Beschw erdeführerin dann auch recht vage aus, der O nkel habe gesagt "nach islam ischen G esetz dürften sie nicht bei ihm bleiben, w enn sie nicht einen der Söhne heirateten" (A 25/21 S. 9), w as nicht auf einen Zw ang im Sinne des Asylrechts hinw eist. Auch dass der Beschw erdeführerin und ihren G eschw istern unter den gegebenen U m ständen die Flucht derart leicht gelungen w äre, ist nicht glaubhaft. D ie eingereichten Berichte der Klinik _______ vom 10. Septem ber 2004 sow ie 21. April 2006 und die w eiteren ärztlichen U nterlagen rechtfertigen keine andere Einschätzung der Vorbringen der Beschw erdeführerin, zum al sich die darin enthaltenen Aussagen nur in beschränktem U m fang auf die fluchtauslösenden Ereignisse beziehen und Arztzeugnisse grundsätzlich nur das Bestehen einer psychischen Krankheit feststellen können, nicht jedoch deren U rsache. M öglicherw eise haben sich gew isse Zw iste und Vorfälle in der G rossfam ilie der Beschw erdeführerin tatsächlich ereignet, und die von ihr ferner erw ähnte desolate Sicherheitslage im Irak ist unbestritten. Solchen U m ständen ist jedoch im R ahm en des W egw eisungsvollzugs R echnung zu tragen. D ie von ihr geschilderte zielgerichtete Verfolgung w egen der angeblichen politischen Vergangenheit ihres Vaters verm ochte die Beschw erdeführerin nach dem G esagten indes ebenso w enig glaubhaft zu m achen w ie die Behelligungen in der G rossfam ilie vor der Ausreise in der geltend gem achten Form . 8 5.2 Bezüglich der geltend gem achten Erlebnisse in der Kindheit ist folgendes festzuhalten: D ie dam aligen sexuellen Ü bergriffe von Freunden des Vaters auf die Beschw erdeführerin sind, w ie bereits erw ähnt, nicht in Zw eifel zu ziehen und es ist m ehr als nachvollziehbar, dass die psychische Verarbeitung solcher Erlebnisse die Beschw erdeführerin schw er belasten. D ie erw ähnten Ü bergriffe durch D ritte lagen im Zeitpunkt der Ausreise jedoch bereits viele Jahr zurück und w aren abgeschlossen. D ie Ausreise hat nicht stattgefunden, w eil sich die Beschw erdeführerin aufgrund dieser Ereignisse w eiterhin bedroht fühlte. D am it ist der Kausalzusam m enhang klar unterbrochen und es kann diesbezüglich bereits deshalb nicht von einer asylrechtlich relevanten Verfolgung ausgegangen w erden. D ass die Beschw erdeführerin desw egen seitens eines m öglichen zukünftigen Ehem annes Problem e bekom m en könnte, ist zu hypothetisch, als dass in diesem Sinne eine objektiv begründete Furcht angenom m en w erden könnte. Schliesslich ist darauf hinzuw eisen, dass dem schlechten G esundheitszustand der Beschw erdeführerin im R ahm en des W egw eisungsvollzug R echnung getragen w ird. 5.3 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass die Beschw erdeführerin keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D as Bundesam t hat ihr Asylgesuch zu R echt abgelehnt. 6. Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetz- lichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 7. D ie Beschw erdeführerin verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthalts- bew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 21). 8. D ie Vorinstanz hat die Beschw erdeführerin in der angefochtenen Verfügung w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs vorläufig aufgenom m en. Angesichts dieses U m standes erübrigen sich zur Zeit Erw ägungen zur Zulässigkeit, Zum utbar- keit und M öglichkeit des W egw eisungsvollzugs. 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G e- sagten abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten der Beschw erdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 20. April 2006 9 [VG KE]). N achdem ihr G esuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG m it Zw ischen- verfügung vom 22. M ärz 2006 gutgeheissen w urde, ist von der Kostenauflage ab- zusehen. (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin durch Verm ittlung ihrer Vertretung, 2 Expl. (einge- schrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (Kopie; R ef.-N r. _______) - _______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Patrick W eber11