B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6757/2018 U r t e i l v o m 1 8 . M ä r z 2 0 2 0 Besetzung Richterin Barbara Balmelli (Vorsitz), Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner, Gerichtsschreiber Olivier Gloor. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), Serbien, vertreten durch MLaw Sara Lenherr, Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, (…), Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch); Verfügung des SEM vom 16. November 2018. E-6757/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Mit Verfügung vom 5. Oktober 2011 stellte das vormalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFM) fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flücht- lingseigenschaft nicht, lehnte ihre Asylgesuche vom 11. Oktober 2010 ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, schob den Vollzug jedoch wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. A.b Aufgrund der freiwilligen Rückkehr der Beschwerdeführenden nach Serbien erlosch die vorläufige Aufnahme am 10. Oktober 2012 bezie- hungsweise 9. November 2012. A.c Auf das zweite Asylgesuch der Beschwerdeführenden trat das BFM mit Verfügung vom 11. April 2013 nicht ein, nachdem sie bereits kurz zuvor in E._______ ein Asylverfahren anhängig gemacht hatten. Die Verfügung er- wuchs unangefochten in Rechtskraft und die Beschwerdeführenden wur- den nach E._______ überstellt. A.d Am 5. April 2017 reisten die Beschwerdeführenden von F._______ her- kommend auf dem Luftweg in die Schweiz ein und reichten mit Eingabe vom 9. April 2017 beim SEM ein Mehrfachgesuch ein. Zur Begründung führten sie aus, der Beschwerdeführer werde wegen seiner albanischen Ethnie in Serbien von Seiten der Behörden schikaniert . Nachdem sie im (…) 20(…) von E._______ nach Serbien ausgewiesen worden seien, sei der Beschwerdeführer bei Ankunft am Flughafen G._______ umgehend durch die Behörden für (…) Tage in Haft gesetzt worden. Anlässlich eines Besuches im Gefängnis habe die Beschwerdeführerin den Beschwerde- führe in seiner Zelle fotografiert. Sie werde deshalb behördlich gesucht. Nachdem sie daraufhin das Land verlassen und sich nach F._______ be- geben habe, hätten die Behörden den Eltern der Beschwerdeführerin mit- geteilt, ihr würde eine Gefängnisstrafe von zwei bis fünf Jahren drohen, unter anderem auch wegen zwei vorgeschobener Delikte, welche sie an- geblich bereits im Sommer 20(…) begangen haben soll. Sodann hege der Beschwerdeführer den Wunsch, mit seinem in der Schweiz lebenden (…) in Kontakt zu treten. Ferner sei er stark suizidgefährdet und stosse als Al- baner in seiner Heimat täglich auf Ablehnung und Hass, was er unter an- derem auf die nach wie vor best ehenden politischen Spannungen zwi- schen Kosovo und Serbien zurückführe. Die Beschwerdeführenden seien mittellos und der serbische Staat würde ihnen keine Unterstützung gewäh- ren, sondern sie bei einer Rückkehr ein weiteres Mal inhaftieren. E-6757/2018 Seite 3 Zusammen mit ihr er Eingabe reichten die Beschwerdeführenden einen psychiatrischen Bericht des H._______ vom 6. April 2017 betreffend den Beschwerdeführer zu den Akten. B. Am 12. Mai 2017 stell te der I._______ der Vorinstanz einen Bericht der J._______ vom 8. Mai 2017 betreffend den Beschwerdeführer zu. C. Am 15. Februar 2018 reichten die Beschwerdeführenden diverse Unterla- gen betreffend die verstorbene (…) des Beschwerdeführers sowie diverse Korrespondenzen zu den Akten. Mit weiterer Eingabe vom 18. Mai 2018 reichten sie eine Bestätigung der Sprachheilschule K_______ betreffend die Betreuung des Sohnes D_______ bei der Vorinstanz ein. D. Mit Schreiben vom 10. Oktober 2018 forderte die Vorinstanz die Beschwer- deführenden unter Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung ihres Mehrfachgesuches auf. E. Die Beschwerdeführenden ersuchten die Vorinstanz mit Schreiben vom 22. Oktober 2018 um Akteneinsicht, welche ihnen am 26. Oktober 2018 gewährt wurde. F. Mit Eingabe vom 7. November 2018 reichten die Beschwerdeführenden bei der Vorinstanz die Verbesserung ihres Mehrfachgesuches ein. In der Ein- gabe führten sie insbesondere aus, nach dem abschlägigen Entscheid der deutschen Asylbehörden habe sich die Beschwerdeführerin zusammen mit den Kindern im (…) 20(…) nach L._______, Serbien, begeben. Da sie dort nicht habe bleiben können, seien sie weiter nach F._______ gereist, wo sie in einem Asylzentrum in M_______ untergekommen seien. Aufgrund sei- ner gesundheitlichen Situation sei der Beschwerdeführer erst im August oder September 20(…) aus E._______ zu seiner Familie nach F._______ gereist. Die Beschwerdeführenden seien etwa ein Jahr in M_______ ge- blieben. Der Beschwerdeführer und der ältere Sohn seien mit dem Ziel, später die ganze Familie in die N._______ nachzuziehen, für kurze Zeit nach O._______ gereist und im Februar 20 (…) über G._______, P ._______, wieder nach M_______, F._______, zurückgekehrt. Da der Reisepass des jüngsten Sohnes nicht mehr gültig gewesen sei, hätten sie E-6757/2018 Seite 4 sich zwecks Erneuerung wieder nach Serbien begeben. An der Grenze sei der Beschwerdeführer von den serbischen Behörden im (…) 20(…) ohne Angabe von Gründen verhaftet und in ein Gefängnis in Belgrad gebracht worden. Nach (…) Wochen sei er entlassen worden. Die Behörden hätten ihm mitgeteilt, dass die Verhaftung e in Versehen gewesen sei. Anlässlich eines Besuches habe die Beschwerdeführerin Fotos vom Gefängnisauf- enthalt des Beschwerdeführers gemacht. Als sie sich bereits wieder in der Schweiz aufgehalten habe, sei sie von ihrer Mutter darüber informiert wor- den, dass sich die Polizei bereits zwei Mal nach ihr, der Beschwerdeführe- rin, erkundigt habe und sie gesucht werde. Die Beschwerdeführerin ver- mute, dass die Gefängniskameras sie dabei aufgenommen hätten, wie sie die Fotos gemacht habe. Die Polizei habe die Mutter nicht über den Fahn- dungsgrund informiert. Nach der Erneuerung des Passes des jüngsten Sohnes seien die Beschwerdeführenden am 5. April 2017 von F._______ nach Q._______ geflogen. Während des Fluges habe der Beschwerdefüh- rer einen Suizidversuch unternommen. Wegen seiner albanischen Ethnie werde er bereits sein ganzes Leben von der serbischen Polizei belästigt und schikaniert, ohne Grund festgenommen und dann wieder freigelassen. Die Beschwerdeführerin befürchte, dass sie be i ihrer Rückkehr ebenfalls festgenommen würde, weil sie unerlaubterweise Fotos im Gefängnis ge- macht habe. Auch werde sie in ihrer Heimat wegen ihrer Mischehe nicht akzeptiert und sie – die Beschwerdeführenden – könnten sich in Serbien kein ruhiges Leben au fbauen. Die Kinder würden sehr darunter leiden, dass sich die Familie nirgends niederlassen könne. Die Beschwerdefüh- renden würden sich in psychiatrischer Behandlung befinden. Sodann leide der ältere Sohn an einer Entwicklungsstörung mit Wahrnehm ungsschwä- chen, Angstsymptomatik sowie Verhaltensstörung und benötige heilpäda- gogische Begleitung. Zudem sei er Opfer eines sexuellen Übergriffes ge- worden, weshalb er zusätzliche psychologische Hilfe benötige. Der jüngste Sohn besuche eine Sprachheilschule und leide a n einer neurologischen Grunderkrankung sowie einer schweren Sprachbehinderung. Zusammen mit der Eingabe reichten die Beschwerdeführenden ein anwalt- liches Schreiben vom 27. August 2018 an die Jugendanwaltschaft R._______ betreffend Konstituierung des älteren Sohnes als Privatkläger in einem Sexualstrafverfahren, eine Verfügung der Jugendanwaltschaft R_______ vom 20. September 2018 betreffend die Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege, einen Arztbericht des Spitals S._______ vom 5. Januar 2018 betreffend Gastroskopie der Beschwerdeführerin, ein en Be- fundbericht des (…) vom 4. Oktober 2018 betreffend die Beschwerdefüh- rerin, ein ärztliches Attest von Dr. med. T._______ vom 15. August 2017 E-6757/2018 Seite 5 betreffend den älteren Sohn, einen Therapiebericht von lic. phil. U._______ vom 5. November 2018 betreffend den älteren Sohn, eine Besuchsbestäti- gung der Sprachheilschule K._______ vom 26. Oktober 2018 betreffend den jüngeren Sohn sowie am 12. November 2018 den Bericht des (…) vom 9. November 2018 betreffend den Behandlung sverlauf des Beschwerde- führers zu den Akten. G. Mit Verfügung vom 16. November 2018 stellte die Vorinstanz fest, die Be- schwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, ordnete de n Vollzug der Wegweisung an, erhob eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.– und händigte die editionspflichtigen Akten aus. H. Dagegen erhoben die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 28. Novem- ber 20 18 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, es sei ihre Flüchtlingseigen- schaft anzuerkennen und ihnen Asyl zu gewähren. Eventualiter sei der Wegweisungsvollzug wegen Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit respektive Unmöglichkeit auszusetzen und ihnen die vorläufige Aufnahme zu gewäh- ren. Subeventualiter sei die Sache zur erneuten Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner werde um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege, inklusive Verzicht auf einen Kostenvorschuss so- wie um Gewährung der amtlich en Verbeiständung ersucht. Des Weiteren wird sinngemäss beantragt, es sei zur Feststellung des Sachverhaltes eine Botschaftsabklärung durchzuführen. Schliesslich seien die Beschwerde- führenden durch das Gericht oder das SEM mündlich anzuhören. Betreffend den älteren Sohn reichten die Beschwerdeführenden zusam- men mit ihrer Eingabe den ausserordentlichen Schulbericht vom 23. No- vember 2018, einen är ztlichen Bericht von Dr. med. V._______ sowie lic. phil. U._______ vom 22. November 2018, den Aufnahmeantrag für die (…) vom 17. Mai 2018, das Personalienblatt der (…) vom 28. März 2018, den Fachbericht (…) vom 16. März 2018, den Entscheid der (…) vom 4. De- zember 2017 betreffend anderweitige Schulung sowie den Fachbericht In- tegrative Sonderschulung der (…) vom 29. November 2017 zu den Akten. Betreffend den jüngeren Sohn reichten die Beschwerdeführenden die Mit- teilung der Kostengutsprache für sonderpädagogische Massnahmen der (…) vom 4. September 2018, den Bericht von Dr. med. W._______, vom E-6757/2018 Seite 6 28 Oktober 2018, den Entscheid der (…) vom 4. Juni 2018 betreffend an- derweitige Schulung, den Bericht der (…) vom 3. April 2018, den Bericht des (…) vom 15. März 2018 sowie einen (…) vom 18. Dezember 2017 zu den Akten. I. Am 4. Dezember 2018 reichten die Beschwerdeführerenden beim Gericht eine Bestätigung vom 28. November 2018 zum Schulbesuch des jüngeren Sohnes an der Sprachheilschule K._______ sowie eine Fürsorgebestäti- gung vom 9. November 2018 betreffend den Beschwerdeführer zu den Ak- ten. J. Die Instruktionsrichterin hiess mit Zwischenverfügung vom 7. Dezember 2018 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Ferner er- suchte sie die Beschwerdeführenden, innert angesetzter Frist eine Rechts- vertretung zu bezeichnen und zu bevollmächtigen, welche als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet werden soll. K. Am 10. Dezember 2018 gaben die Beschwerdeführenden den Austrittsbe- richt des (…) vom 8. Dezember 2018 betreffend den Beschwerdeführer zu den Akten. L. Mit Eingabe vom 20. Dezember 2018 reichten die Beschwerdeführenden beim Gericht die Vollmachten betreffend die von ihnen mandatierte Rechts- vertretung vom 11. Dezember 2018 sowie den Bericht Indikationsgespräch (…) vom 24. Oktober 2017 betreffend den älteren Sohn zu den Akten. M. Mit Zwischenverfügung vom 10. Januar 2019 setzte die Instruktionsrichte- rin die von den Beschwerdeführenden mandatierte und bevollmächtigte Rechtsvertretung als amtliche Rechtsbeiständin ein. Ferner lud sie die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung ein. N. Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 17. Januar 2019 sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. Im Einzelnen äusserte sie sich insbesondere zur medizinischen Grundversorgung in Serbien und der möglichen Ausgestaltung der Ausreisemodalitäten. Die Vernehmlassung E-6757/2018 Seite 7 wurde den Beschwerdeführenden am 23. Januar 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt. O. Die Beschwerdeführenden reichten mit ihrem Schreiben vom 28. Februar 2019 den Austrittsbericht (…) vom 13. Februar 2019 betref fend den Be- schwerdeführer zu den Akten. Weiter äusserten sie sich zur Vernehmlas- sung der Vorinstanz. P. Mit Eingabe vom 9. Mai 2019 gaben die Beschwerdeführenden den Aus- trittsbericht der (…) vom 25. März 2019 betreffend den älteren Sohn zu den Akten. Q. Die Beschwerdeführenden stellten dem Gericht mit Schreiben vom 17. Juli 2019 die Verfügung betreffend Hilflosenentschädigung der IV -Stelle X._______ vom 6. Juni 2019 für den jüngeren Sohn, den dazugehörigen Abschlussbericht vom 4. April 2019 sowie den Bericht vo n lic. phil. U._______ vom 8. Juli 2019 betreffend die Wohnsituation der Familie so- wie deren Auswirkung auf die psychische Gesundheit des älteren Sohnes zu. R. Mit Schreiben vom 7. August 2019 stellte der I._______ dem Gericht die Anordnung der provisorischen Auslieferungshaft des Bundesamtes für Jus- tiz vom (…) 20(…) sowie den von der gleichen Amtsstelle erlassenen Aus- lieferungshaftbefehl vom (…) 20(…), beide den Beschwerdeführer betref- fend, zu. S. Die Beschwerdeführenden reichten mit Schreiben vom 17. Oktober 2019 beim Gericht den Auslieferungsentscheid des Bundesamtes für Justiz vom (…) 20(…) betreffend den Beschwerdeführer sowie die Kopie einer E-Mail der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Y ._______ vom 10. Oktober 2019 betreffend Eröffnung eines präventiven Kindesschutzverfahrens für den älteren Sohn ein. T. Gemäss der dem Bundesverwaltungsgericht am 29. Januar 2020 durch die Vorinstanz zugestellten Vollzugs- und Erledigungsmeldung des I._______ vom 13. Januar 2020 wurde der Beschwerdeführer am (…) 20(…) an die E-6757/2018 Seite 8 (…) Behörden überstellt. Die Vorinstanz stellte dem Gericht in dieser An- gelegenheit ferner die Arrestnotiz des Bundesamtes für Polizei (fedpol) vom (…) 20(…), den Transportauftrag der Kantonspolizei X._______ vom (…) 20(…) sowie den Vollzugsbericht der Kantonspolizei Z._______ vom (…) 20(…) zu. U. Mit Eingabe vom 24. Februar 2020 reichten die Beschwerdeführenden ein Gesuch der (…) vom 6. Januar 2020 an die Gemeinde Y ._______ betref- fend Sonderunterbringung des älteren Sohnes, ein dringendes Gesuch der Gemeinde Y ._______ vom 10. Januar 2020 an den I._______ betreffend Sonderunterbringung der Beschwerdeführerin und der beiden Kinder, ei- nen medizinischen Bericht von Dr. med. Aa._______ vom 5. Februar 2020 betreffend die Beschwerdeführerin sowie eine E-Mail des (…) Strafvertei- digers des Beschwerdeführers vom 20. Februar 2020 an die Rechtsvertre- terin der Beschwerdeführenden zu den Akten. Ferner ersucht die Rechts- vertreterin in der Eingabe um Entlassung aus dem amtlichen Mandat. V. Den Akten der Vorinstanz ist zu entnehmen, dass durch die Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bb._______ am (…) 20(…) für die beiden Kinder der Beschwerdeführenden eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB angeordnet wurde. W. Mit Zwischenverfügung vom 27. Februar 2020 forderte die Instruktionsrich- terin die Rechtsvertreterin dazu auf, ihr Gesuch um Entlassung aus dem amtlichen Mandat innert Frist näher zu substantiieren. X. Das mit Schreiben vom 10. Februar 2020 gestellte Gesuch um Erstreckung der Frist zur Substantiierung des Entlassungsgesuches wies die Instrukti- onsrichterin mit Zwischenverfügung vom 12. März 2020 ab. Y. Mit Eingabe vom 11. März 2020 reichten die Beschwerdeführenden den Entscheid der KESB Bb._______ vom (…) 20(…) betreffend die Anord- nung einer Beistandschaft zu den Akten. E-6757/2018 Seite 9 Z. Die Rechtsvertreterin machte in ihrer Eingabe vom 16. März 2020 ergän- zende Ausführungen zu ihrem Gesuch um Entlassung aus dem amtlichen Mandat. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes (SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bis- herige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge- setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom- men worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue Gesetzesbezeich- nung verwenden wird. 2. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerdefüh- renden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 3. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 4. 4.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel- che vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa- tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Die Beschwerdeführen- den rügen (teilweise sinngemäss) eine Verletzung des rechtlichen Gehörs E-6757/2018 Seite 10 und des Untersuchungsgrundsatzes sowie eine unvollständige und unrich- tige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts. 4.2 Die Beschwerdeführenden machen ge ltend, sie könnten ihre vorge- brachten Fluchtgründe nicht durch entsprechende Beweismittel belegen, es wäre für das SEM jedoch ein Leichtes gewesen, eine Botschaftsabklä- rung zu veranlassen. Damit rügen sie sinngemäss eine Verletzung des Un- tersuchungsgrundsatzes und der Pflicht zur vollständigen und korrekten Sachverhaltsabklärung. Die im Verwaltungsverfahren geltende Untersuchungsmaxime (vgl. Art. 12 Abs. 1 VwVG) ist nicht so zu verstehen, dass die Behörden nach der Exis- tenz sämtlicher von den Gesuchstellenden behaupteten Tatsachen zu for- schen hätten. Insbesondere findet der Grundsatz seine Schranken in der Mitwirkungspflicht (Art. 13 VwVG; Art. 8 AsylG) sowie dem Erfordernis des Glaubhaftmachens der Fluchtgründe durch die Gesuchstellenden (Art. 7 AsylG). In casu kommt hinzu, dass es im Grundsatz an den Be- schwerdeführenden liegt, die Vermutung des verfolgungssicheren Heimat- staates (vgl. Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG sowie E. 10 nachfolgend) umzu- stossen. Im vorliegenden Fall ist nicht ersichtlich, inwiefern di e Vorinstanz den Un- tersuchungsgrundsatz sowie die Pflicht zur sorgfältigen Sachverhaltsab- klärung verletzt haben soll und wird in der Rechtsmitteleingabe auch nicht substantiiert dargelegt. Der Antrag auf Durchführung einer Botschaftsab- klärung ist angesichts der gegebenen Spruchreife (vgl. auch nachfolgend) abzulehnen. Im Zusammenhang mit dem Antrag der Beschwerdeführenden auf erneute Durchführung einer Anhörung ist darauf hinzuweisen, dass das durch Mehrfachgesuch eingeleitete Verfahren grundsätzlich schrif tlich geführt wird und die Beschwerdeführenden ihre neuen Asylgründe im Mehrfach- gesuch substantiiert darzutun haben ( vgl. BVGE 2014/39 E. 4.3). Zudem wurde ihnen durch die Vorinstanz Gelegenheit zur Verbesserung einge- räumt. Da vorliegend der Sachverhalt genügend erstellt ist (vgl. auch nach- folgend) erübrigt sich die Durchführung einer Anhörung. Der Antrag ist ab- zulehnen. Die erhobenen Rügen betreffend Verletzung von Verfahrensrechten erwei- sen sich als unbegründet. E-6757/2018 Seite 11 4.3 Soweit die Beschwerdeführenden im Zusammenh ang mit dem Weg- weisungsvollzug eine Verletzung der Begründungspflicht sowie der Pflicht zur sorgfältigen Sachverhaltsabklärung rügen, sind diese Einwände nach- folgend unter E. 10 ff. zu behandeln. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft- machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2). 6. Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vorbringen der Beschwerdeführenden hielten weder den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denj enigen an die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG stand. Zur Begründung führt sie aus, die mit Eingabe vom 9. April 2017 gemach- ten Schilderungen würden sich erheblich von den mit Eingabe vom 7. No- vember 2018 gemachten Ausführungen zu den Fluchtgründen unterschei- den. Es seien auffällige Widersprüche zum zeitlichen Ablauf festzustellen. E-6757/2018 Seite 12 Zudem würden die Vorbringen insgesamt vage, unsubstantiiert sowie kon- struiert erscheinen und seien durch keine Beweismittel untermauert. Fer- ner sei festzustellen, dass die Beschwerdeführenden in den vergangenen Jahren wiederholt in ihr Heimatland ein - und ausgereist seien, für einen ihrer Söhne einen neuen Pass hätten ausstellen lassen und sie das Land schlussendlich legal verlassen hätten, was gegen eine Verfolgungsabsicht der heimatlichen Behörden spreche. Sodann vermöchte der Hinweis des Beschwerdeführers, er sei als Albaner in Serbien immer wieder behördli- cher Schikane ausgesetzt, keine flüchtlingsrechtliche Relevanz zu entfal- ten. Schliesslich handle es sich bei Serbien um einen verfolgungssicheren Heimat- oder Herkunftsstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG. 7. In ihrer Rechtsmitteleingabe vom 28. November 2018 machen die Be- schwerdeführenden insbesondere geltend, sie hätten im Zusammenhang mit ihrer Eingabe vom 9. April 2017 unter grossem Druck gestanden und dem Beschwerdeführer sei es gesundheitlich nicht gut gegangen. Sie hät- ten beim Verfassen der Eingabe die Hilfe einer Drittper son in Anspruch nehmen müssen, weil es für sie schwierig gewesen sei, sich in einer Fremdsprache zu äussern. Es sei ihnen heute bewusst, dass die in der Eingabe vom 9. April 2017 enthaltenen Datenangaben keinen Sinn erge- ben würden, was in der verbesserten Eingabe vom 7. November 2018 je- doch korrigiert worden sei. Der Beschwerdeführer habe seit seiner Kindheit, insbesondere aufgrund seiner albanischen Ethnie, Diskriminierung und willkürliche Verhaftungen ertragen müssen. Er sei über die Jahre mehrmals inhaftiert und während der Haft geschlagen worden. Dies habe über die Jahre einen unerträgli- chen psychischen Druck bewirkt, wovon auch seine zahlreichen Suizidver- suche zeugen würden. Weiter werde ihre Mischehe in ihrer Heimat nicht akzeptiert und die Beschwerdeführerin erwarte aufgrund der in der Haftan- stalt gemachten Fotos eine unverhältnismässig hohe Strafe. 8. 8.1 Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung zurecht darauf hingewiesen, dass Serbien durch den Bundesrat als verfolgungssicherer Staat ("Safe Country") gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet wurde. Die Be- zeichnung eines Landes als "Safe Country" beinhaltet die Regelvermu- tung, dass asylrelevante staatliche Verfolgung nicht stattfindet und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet ist. Hierbei handelt es sich um E-6757/2018 Seite 13 eine relative Verfolgungssicherheit, welche im Einzelfall auf Grund konkre- ter und substantiierter Hinweise umgestossen werden kann. 8.2 Die Vorinstanz hat die inhaltlichen Widersprüchlichkeiten der Eingaben der Beschwerdeführenden bereits eingehend und ausführlich dargelegt. Diese erklären die Inkohärenzen damit, dass sie im Vorfeld zu ihrem Mehr- fachgesuch unter grossem Druck – unter anderem auch wegen der psychi- schen Verfassung des Beschwerdeführers nach einem erneuten Suizidver- such – gestanden hätten und beim Verfassen auf die Hilfe einer Drittperson angewiesen gewesen wären. Mit der verbesserten Eingabe vom 7. No- vember 2018 würden sie jedoch ein schlüssiges und kohärentes Bild der Geschehensabläufe zeichnen. Hierzu ist festzuhalten, dass der ursprünglichen Eingabe vom 9. April 2017, welche in mehr oder weniger laienhaf ten – jedoch genügend verständli- chem – Englisch abgefasst wurde, der behelfsmässige Charakter durchaus anzusehen ist. Trotzdem enthält diese Eingabe eine zumindest grundsätz- lich in sich stimmige Erzählung, weshalb nicht von vornhe rein und zwin- gend davon auszugehen ist, die Widersprüche und Unstimmigkeiten zur späteren Eingabe vom 7. November 2018 seien alleine auf die geltend ge- machten persönlichen, zeitlichen und sprachlichen Schwierigkeiten beim Erstellen der ersten Eingabe zurückzuführen. Namentlich wird in der ersten Eingabe vom 9. April 2017 geltend gemacht, die Polizei fahnde nach der Beschwerdeführerin, weil sie Fotos vom Ge- fängnisaufenthalt des Beschwerdeführers gemacht habe und ihr zwei wei- tere Delikte unterstellt würden. Sie müsse deshalb mit zwei bis fünf Jahren Haft rechnen. In der Eingabe vom 7. November 2018 werden die ursprüng- lichen Aussagen dann insofern stark relativiert, als vorgebracht wird, das behördliche Interesse an der Person der Beschwerdeführerin sei vermut- lich auf die gemachten Aufnahmen zurückzuführen, die Behörden hätten den Grund für die Suche nach ihr jedoch nicht kommuniziert. Die in der angeblich unter Zeitdruck entstandenen ersten Eingabe präzis dargelegten Ursachen und möglichen Konsequenzen der behördlichen Suche erweisen sich in der späteren Verbesserung nur noch als Vermutungen. Zu diesem unvereinbaren Aussageverhalten kommt hinzu, dass bis heute weder die behaupteten Fotografien noch ein Nachweis für eine behördliche Untersu- chung gegen die Beschwe rdeführerin vorgelegt wurden. Ausserdem wird nicht nachvollziehbar erläutert, was der Beschwerdeführerin in den weite- ren ihr angeblich unterstellten Delikten konkret zur Last gelegt wird. Auf- grund der unsubstantiierten und widersprüchlichen Ausführungen is t – in E-6757/2018 Seite 14 Übereinstimmung mit der Vorinstanz – im Ergebnis nicht glaubhaft darge- legt, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland behördlich gesucht wird. Der Beschwerdeführer seinerseits gibt als Fluchtgrund im Wesentlichen an, er erlebe wegen seiner Zugehörigkeit zur albanischen Ethnie Diskrimi- nierung und willkürliche Verhaftung. Konkret schildert er einen (…)wöchi- gen Haftaufenthalt, welcher sich dann als behördliches Versehen heraus- gestellt habe sowie eine Begegnung mit einem Polizisten, welcher ihm ge- genüber eine tiefe Abneigung an den Tag gelegt haben soll. Dazu ist fest- zuhalten, dass in Serbien ein rechtlicher Rahmen für den Schutz von Min- derheiten besteht (vgl. das Gesetz über den Schutz der Rechte und Frei- heiten nationaler Minderheiten aus dem Jahr e 2002, das Antidiskriminie- rungsgesetz aus dem Jahre 2009 sowie das Gesetz über nationale Min- derheitenräte aus demselben Jahr; vgl. dazu Urteil des BVGer D-4762/2009 vom 14. Dezember 2012 E. 5.3 f. m.w.H.). Auch wenn die Umsetzung dieses gesetzlichen Rahmens anscheinend bis heute nicht in jeder Hinsicht abgeschlossen ist und der Belgrader Regierung bisweilen vorgeworfen wird, gegenüber der albanisch stämmigen Bevölkerung politi- schen und wirtschaftlichen Druck auszuüben (vgl. BalkanInsight; Albani- an's right s in Serbia must not be ignored; https://balkanin- sight.com/2018/07/02/albanians-rights-in-serbia-must-not-be-ignored-06- 29-2018/, zuletzt besucht am 10. März 2020) ist die Schweizer Regierung auf ihren Beschluss, Serbien in die Liste der "Safe Countries" a ufzuneh- men, bisher nicht zurückgekommen (vgl. auch Art. 6 a Abs. 3 AsylG, wel- cher eine periodische Prüfung der Beschlüsse vorsieht). Unabhängig von allfälligen Mängel bei der Umsetzung des Minderheitenschutzes ist vorlie- gend festzuhalten, dass die überwiegend sehr pauschalen Vorbringen des Beschwerdeführers nicht geeignet sind, eine begründete Furcht vor flücht- lingsrechtlich relevanter Verfolgung bei einer Rückkehr nach Serbien sub- stantiiert darzulegen. Soweit er mit dem allgemeinen Hinweis auf erlittene Haft und Diskriminierung auf Vorfälle verweisen sollte, welche sich vor Ok- tober 2011 ereigneten, ist festzuhalten, dass die Vorinstanz im Rahmen des ersten Asylverfahrens in seiner Verfügung vom 5. Oktober 2011 fest- hielt, die geschilderten Vorfälle vermöchten den Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Flüchtlingseigenschaft nicht standzuhalten. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. Bst. A.a). Sodann vermögen die beiden konkret dargelegten Vorfälle – versehentliche Inhaf- tierung sowie Begegnung mit einem Polizisten – selbst bei Wahrheitsun- terstellung keine flüchtlingsrechtlich relevante Intensität zu entfalten. Auf E-6757/2018 Seite 15 die von der Vorinstanz festgestellten Widersprüche und die sich daraus er- gebenden Zweifel an der Glaubhaftigkeit der durch nichts belegten Vorbrin- gen betreffend den Gefängnisaufenthalt ist deshalb nicht vertieft einzuge- hen. Es kann auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Ver- fügung verwiesen werden. 8.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Beschwerdeführen- den nicht gelingt, die aus Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG fliessende Regelver- mutung umzustossen. Die Vorinstanz hat im Ergebnis ihre Flüchtlin gsei- genschaft zu Recht verneint sowie ihre Asylgesuche abgelehnt. 9. 9.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteil ung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9.2 Betreffend den Beschwerdeführer ist vorab festzuhalten, dass dieser auf Grundlage des Auslieferungsentscheides des Bundesamtes für Justiz vom (…) 2019 per (…) 2019 an die (…) Behörden zwecks Durchführung eines möglichen Strafverfahrens ausgeliefert wurde (vgl. Sachverhalt Bst. R ff.). In Bezug auf ihn ist die Wegweisung nicht weiter zu prüfen und die diesbezüglichen Dispositivziffern in der angefochtenen Verfügung – soweit sie den Beschwerdeführer betreffen – sind aufzuheben (vgl. Art. 32 Abs. 1 Bst. b der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311] sowie Urteil des BVGer D-4985/2018 vom 6. November 2018 E. 3.3). Die nachfolgende Prüfung beschränkt sich somit auf die Beschwerdeführerin und ihre beiden Kinder. 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung ni cht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). Beim Geltendmachen von Wegwei- sungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsge-E-6757/2018 Seite 16 richts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingsei- genschaft; das heisst, sie sind wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement (vgl. Art. 5 Abs. 1 AsylG sowie Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]) nur Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführen- den nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzu- weisen oder glaubhaft zu machen, kann der Grundsatz der Nichtrückschie- bung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nach- weisen oder glaubhaft m achen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 11. 11.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. E-6757/2018 Seite 17 Sind von einem allfälligen Wegweisungsvollzug Kinder betroffen so bildet im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl einen weiteren Prü- fungspunkt. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AIG im Lichte von Art. 3 Abs. 1 KRK. Unter dem Aspekt des Kindeswohls sind sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf eine Wegweisung wesentlich erscheinen. (vgl. ausführlich BVGE 2009/28 E. 9.3.2 S. 367 f.). 11.2 Die allgemeine Lage in Serbien ist weder von Krieg, Bürgerkrieg noch von allgemeiner Gewalt gekennzeichnet und der Vollzug der Wegweisung dorthin grundsätzlich zumutbar. Der Bundesrat hat Serbien per 1. Januar 2018 denn auch als Heimat - oder Herkunftsstaat bezeichnet, in welchen eine Rückkehr in der Regel zumutbar ist (vgl. Anhang 2 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung sowie der Landesverweisung von ausländischen Personen [VVWAL, SR 142.281]). Die Regelvermutung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges kann durch konkrete und substantiierte Hinweise umgestossen werden. 11.3 Die Beschwerdeführerin verfügt über einen (…) und eine (…)jährige Ausbildung als (…) an einer (…). Ferner absolvierte sie einen (…) und war als (…) tätig. Nebst ihrer Muttersprache hat sie mittlere Deutsch- und Eng- lischkenntnisse (vgl. SEM-Akten A21/10 F51 f. und B8/1 2 N. 1.17.03 und N. 5.02). In ihrem Heimatland leben ihre Mutter, der verheiratete Bruder sowie ein verheirateter Sohn aus erster Ehe. Weiter leben dort gemäss ihren Angaben zahlreiche Onkel und Tanten (vgl. a.a.O. A5/11 N. 12 und B8/12 N. 3.01). Ferner ha t die Beschwerdeführerin in ihrer Heimat eine Freundin, bei welcher die Familie gemäss ihren Angaben "auch schon län- gere Zeit" aufgenommen worden sei (vgl. a.a.O. B8/12). Laut ihren Anga- ben besitzt ihre Mutter (…) Häuser sowie (…) Wohnungen. Der Vater – mit welchem sie aufgrund ihrer Mischehe ein sehr schwieriges Verhältnis ge- habt habe – sei mittlerweile verstorben (vgl. a.a.O. B8/12 N. 7.01 sowie C10/15 S. 1). Gemäss dem medizinischen Bericht von Dr. med. Aa._______ vom 5. Feb- ruar 2020 leide sie unter anderem an einer psychischen Belastungssitua- tion, welche multifaktoriell bedingt sei und sich auch über körperliche Be- schwerden äussere (vgl. Beilage 3 zu act. 17). Ferner hat sich die Be- schwerdeführerin gemäss Eingabe vom 24. Februar 2020 vom Beschwer- deführer getrennt und beabsichtige die Scheidung einzureichen (act. 17). E-6757/2018 Seite 18 11.4 Die Kinder der Beschwerdeführenden halten sich seit demnächst drei Jahren in der Schweiz auf. Im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens wurden zahlreiche sie betreffende Beweismittel eingereicht. 11.4.1 Gemäss dem Austrittsbericht der (…) vom 25. März 2019 wurde n beim heute bald (…)jährigen C._______ folgende Diagnosen gestellt: (…) (ICD-10: […]; Hauptdiagnose) (…), nicht näher bezeichnet (ICD -10: […]), (…), nicht näher bezeichnet (ICD-10: […]), kombinierte umschriebene (…) (ICD-10: […]), (…) – (…) (ICD-10 […]). Ferner wurde ein IQ von (…) (Test- diagnostik: SON-R 2017) festgestellt. Zur Beurteilung wird ausgeführt, die Auffälligkeiten dürften unter anderem durch die Migrationsgeschichte der Familie und die schwere psychische Erkrankung des Beschwerdeführers (Vater) beeinflusst sein. Darüber hinaus sei die Wohnsituation prekär und C._______ sei in der Kollektivunterkunft Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden. Weiter ergibt sich aufgrund der Akten, dass C._______ gemäss einer E-Mail der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Y._______ vom 10. Oktober 2019 an die Rechtsvertreterin wegen Eigen- und Fremdgefähr- dung vom Besuch der Sonderschule ausgeschlossen und ein präventives Kindesschutzverfahren eröffnet werden musste. C._______ benötige eine 1:1 Betreuung und es würden Abklärungen zur geeigneten Therapie und zum Schulsetting laufen (Beilage 2 zu act. 13). Dem Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bb._______ vom 25. Februar 2020, mit welchem den Kindern ein Beistand bestellt wurde, ist weiter zu entnehmen, der Ausschluss aus der Sonderschule im September 2019 sei unter ande- rem aufgrund des aggressiven Verhaltens von C._______ gegenüber Mit- schülern und Lehrpersonen erfolgt, wobei es mutmasslich zu einem sexu- ellen Übergriff zum Nachteil eines Jungen gekommen sei. Eine Anschluss- lösung bestehe bis heute nicht . C._______ halte sich seither ohne ange- messene Betreuung und Beschulung in der Kollektivunterkunft auf. Es sei ein ambulantes Setting mit einer Psychotherapie und medikamentösen Be- handlung installiert worden. Mit der Therapie soll durch korrigierende Er- fahrungen sowie dem Entwickeln von Strategien eine Verbesserung der Situation bewirkt werden. Zudem sei aus ärztlicher Sicht für eine positive Entwicklung zusätzlich eine kindeswohlentsprechende Wohnsituation, eine geeignete Tagesstruktur sowie die Stärkung der Erziehungskompetenz der Mutter zwingend notwendig (vgl. SEM -Akten, Entscheid der KESB Bb._______ vom 25. Februar 2020 S. 3/5). 11.4.2 Der heute (…) Jahre alte D._______ leidet gemäss Diagnose vom 28. Oktober 2018 von Dr. med. W._______, an einer (…) (schwerer Beein- trächtigung der […]) und einer (…). Er besucht seit dem (…) 20(…) die E-6757/2018 Seite 19 Sprachheilschule K._______ (vgl. act. 2). Gemäss Schreiben der Sprach- heilschule K._______ wurde diese Sonderbeschulung von der Gesund- heits- und Fürsorgedirektion bis Ende Juli 2022 verfügt. Ferner erhält D._______ gemäss der Verfügung der Invalidenversicherung vom 6. Juni 2019 rückwirkend per (…) 20(…) eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades (vgl. Verfügung der Invalidenversicherung vom 6. Juni 2019; Beilage 2 zu act. 11). Laut Entscheid der KESB Bb._______ vom 25. Februar 2020 zeige D._______ in der Sprachheilschule K._______ ein auf- fälliges, namentlich auch sexualisiertes Verhalten und zeige sich gegen- über Mitschülern und Lehrpersonen aggressiv. Er sei in der Schule oft müde sowie hungrig und leide an Harn - und Stuhlinkontinenz (vgl. SEM- Akten, a.a.O. S. 3). 11.4.3 Im Entscheid der KESB Bb._______ vom 25. Februar 2020 wird des Weiteren ausgeführt, die gegenwärtige n Lebensverhältnisse würden aus ärztlicher Sicht das Wohl und die Entwicklung der Kinder massiv gefähr- den. Für C._______ bestehe keine schulische Anschlusslösung und er halte sich, bis er einen Platz einer Heilpädagogischen Schule erhalte, ohne Tagesstruktur unter schwierigen Bedingungen in der Kollektivunterkunft auf. Ferner lebten die Beschwerdeführerin und ihre Kinder mit einer ande- ren dreiköpfigen Familie in einer Drei zimmerwohnung. C._______ und D._______ würden die meiste Zeit im Zimmer verbringen. Es müsse drin- gend für eine angemessene Wohnsituation gesorgt werden. Die Beschwer- deführerin sei mit der Situation ihrer Kinder überfordert und insbesondere von einer sozialpädagogischen Familienbegleitung in ihrer Erziehungsfä- higkeit zu fördern. Sie sei nicht in der Lage , die erforderlichen Schritte selbst zu veranlassen. Der Kindeswohlgefährdung sei Abhilfe zu schaffen durch die Anordnung einer Beistandschaft, welche sie in der Erziehung der Kinder unterstütze und für eine geeignete Wohnungssituation sowie Be- schulung der Kinder sorge sowie die Entwicklung und das Wohl der Kinder begleite und überwache (vgl. SEM-Akten, a.a.O. S. 3 f.). 11.5 Aufgrund der dargestellten Lebenssi tuation der Bes chwerdeführen- den, insbesondere angesichts des zu berücksichtigenden Kindeswohles , ist nachfolgend – trotz der unter E. 11.2 beschriebenen Regelvermutung – die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Serbien durch das Ge- richt eingehender zu prüfen. 11.5.1 Gemäss Länderbericht der Europäischen Kommission vom 2019 lag die Arbeitslosenquote in Serbien im Jahre 2018 bei 13.3%, wobei Frauen zu derjenigen Gruppe gehören, welche besondere Schwierigkeiten E-6757/2018 Seite 20 bei der Arbeitsmarktintegration zu gewärtigen haben. Es best ünden Defi- zite bei der Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie bei der Attraktivität von Teilzeitarbeit (vgl. European Commission, Serbia Re- port 2019 vom 29. Mai 2019 S. 78 f., abrufbar unter https://ec.eu- ropa.eu/neighbourhood-enlargement/sites/near/files/20190529-serbia-re- port.pdf; zuletzt besucht am 10. März 2020). Angesichts der Ausbildung der Beschwerdeführerin und der vorhandenen sozialen Anknüpfungspunkte erscheint eine gesellschaftliche und wirt- schaftliche Integration in ihrer Heimat trotz längerer Landesabwesenheit und trotz angespannter Arbeitsmarktlage nicht als von vornherein ausge- schlossen. Sodann verfügt Serbien über ein funktionierendes Gesund- heitssystem (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-1083/2018 vom 22. Januar 2020 E. 10.4.4; vgl. auch Art. 18 Abs. 1 Bst. b VVWAL), welches unter an- derem auch die ambulante und stationäre Betreuung psychischer Beein- trächtigungen sicherstellt, weshalb die Beschwerdeführerin ihre psychi- schen Belastungserscheinungen – welche aufgrund des bereits Ausgeführ- ten zu einem erheblichen Teil auf ihre schwierige Lebenssituation als Asyl- suchende in der Schweiz zurückzuführen sind – behandeln lassen kann. Vorliegend tritt erschwerend die beschriebene Situation der beiden Kinder hinzu, welche im Zusammenhang mit einem Wiedereintrittsversuch der Be- schwerdeführerin in einen angespannten Arbeitsmarkt – in einem Land mit einer Armutsquote von über 25% und knapp vorhandenen staatlichen Res- sourcen in Bezug auf Arbeitsmarktintegration und so zialer Unterstützung (vgl. den erwähnten Bericht der Europäischen Kommission S. 78 f.) – eine erhebliche Zusatzbelastung darstellt. Zudem geht aus den Akten hervor – insbesondere aufgrund der angeordneten Beistandschaft für ihre Kinder – dass sie bereits mit den sich gegenwärtig stellenden Herausforderungen überfordert ist. 11.5.2 Laut den aktenkundigen Berichten liegen bei beiden Kindern schwere gesundheitliche Störungen vor und sind die attestierten Verhal- tensauffälligkeiten der Kinder unter anderem auf ihre Migrationsgeschichte und die häufigen Länderwechsel zurückzuführen. Es wird die Notwendig- keit von stabilen Verhältnissen beton t (vgl. Beschwerdebeilagen 2 und 7 sowie act. 2). Dies spricht grundsätzlich dafür, die Kinder in ihrem gewohn- ten Umfeld und in den bestehenden Betreuungssettings in der Schweiz zu belassen. Indes sind die beschriebenen Probleme auch auf die schwierige Lebenssituation, welchen sie als Asylsuchende in der Schweiz ausgesetzt E-6757/2018 Seite 21 sind, insbesondere die prekäre Wohnsituation, zurückzuführe n (vgl. E 11.4.6). Die Mutter der Beschwerdeführerin besitzt in Serbien (…) Häuser, womit im Heimatland, im Gegensatz zur moment anen Situation in der Schweiz, eine angemessene Wohnsituation zur Verfügung stünde. Allerdings – und dies ohne den Entscheid der zuständigen Instanzen vorgreifen zu wollen – scheint es als wahrscheinlich, dass der prekären Wohnsituation der Be- schwerdeführenden in der Schweiz aufgrund der behördlichen Intervention (vgl. Gesuch auf Sonderunterbringung und Kostengutsprache der Ge- meinde Y._______ vom 10. Januar 2020 beim I._______; Beilage 1 zu act. 17) demnächst Abhilfe geschafft wird. Somit ist festzuhalten, dass sich die Wohnsituation der Beschwerdeführenden mit hoher Wahrscheinlichkeit in jedem Fall verbessern wird und die sich bisher daraus ergebenden Prob- leme entschärfen werden. Damit rückt bei der Beurteilung des Kindeswoh- les der bereits erwähnte Aspekt der Notwendigkeit von stabilen Verhältnis- sen für die Kinder erneut in den Vordergrund. Der jünger e Sohn D._______ besucht seit dem 13. August 2018 die Sprachheilschule K._______, wo er neben heilpädagogischer sowie logo- pädischer Förderung aufgrund seiner beeinträchtigten Motorik auch ergo- therapeutische Betreuung erhält. Die Sonderschulung wurde bis zum 31. Juli 2020 verfügt (vgl. act. 2). Gemäss Abklärungsbericht Hilflosenentschä- digung für minderjährige Versicherte der IV-Stelle X._______ vom 4. April 2019 kann aufgrund des bestehenden Settings mittelfristig eine Verbesse- rung erwartet werden. Eine Überprüfung des Hilflosigkeitsgrades wird im Rahmen der Revision per 1. Juli 2020 erfolgen (vgl. Beilage 2 S. 4 f. zu act. 11). Der ältere Bruder C._______ befindet sich in einem ambulanten Setting und medikamentöser Behandlung. Mit der Therapie soll durch korrigie- rende Erfahrungen sowie dem Entwickeln von Strategien eine Verbesse- rung der Situation bewirkt werden. Weiter sind Bestrebungen im Gange, für ihn einen Platz in einer Heilpädagogischen Schule zu organisieren. Ferner wurde den Kindern mit Entsch eid der KESB Bb._______ vom 25. Februar 2020 ein Beistand bestellt, welcher der Beschwerdeführerin in Erziehungsfragen und der Kinderbetreuung zur Seite steht. Sodann soll die Erziehungskompetenz der Mutter durch entsprechende Begleitung ge- stärkt werden. E-6757/2018 Seite 22 Mit Blick auf das Kindeswohl und der bereits dargelegten Notwendigkeit stabiler Verhältnisse scheint es zum jetzigen Zeitpunkt nicht als angezeigt, die beiden Kinder aus den bestehenden Settings zu nehmen und sie einem neuen Umf eld zuzuführen. Auch mit Blick auf eine anzustrebende wirt- schaftliche Reintegration der Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland er- scheint es zentral, dass sich die Entwicklung der Kinder – im Rahmen der bestehenden Settings – so weit wie möglich stabilisier en kann. Wenn im- mer möglich muss das mittelfristige Ziel der laufenden Bemühungen jedoch sein, die Kinder und ihre Mutter soweit in ihrer Lebenskompetenz zu för- dern, damit sie sich einer durchaus denkbaren Reintegration in ihrem Hei- matland (vgl. E. 11.5.1) stellen können. 11.6 Aufgrund des Ausgeführten erscheint der Wegweisungsvollzug für die Beschwerdeführerin und ihre beiden Kinder zum heutigen Zeitpunkt nicht zumutbar und die Vorinstanz ist anzuweisen, sie in der Schweiz vorläufig aufzunehmen (Art. 83 Abs. 1 und Abs. 4 AIG). Die Vorinstanz wird perio- disch überprüfen, ob die Voraussetzungen für die vorläufige Aufnahme noch gegeben sind (Art. 84 Abs.1 AIG). 11.7 Ergänzend ist festzuhalten, dass zahlreiche der für das v orliegende Urteil entscheidenden Faktoren im Zeitpunkt der Fällung des erstinstanzli- chen Entscheides noch nicht entstanden beziehungsweise noch nicht ak- tenkundig waren (z.B. die Zuführung des Beschwerdeführers an die (…) Behörden, die Feststellung der mittleren Hilflosigkeit des jüngeren Sohnes durch die IV , die Anordnung der Kindesschutzmassnahmen etc.). Die in diesem Zusammenhang erhobenen Rügen der Verletzung der Begrün- dungspflicht sowie der Verletzung der Pflicht zur sorgfältigen Sachverhalts- abklärung erweisen sich deshalb als unbegründet. 12. Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen. Die Dispositivziffern 4 bis 5 der Verfügung vom 16. November 2018 sind hinsichtlich der Be- schwerdeführerin und ihrer Kinder aufzuheben und das SEM anzuweisen, sie wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges in der Schweiz vor- läufig aufzunehmen. Betreffend den Beschwerdeführer ist über seine Wegweisung nicht zu ent- scheiden und die Dispositivziffern 3 bis 5 der angefochtenen Verfügung sind infolge Gegenstandslosigkeit aufzuheben. E-6757/2018 Seite 23 Ziffer 6 der angefochtenen Verfügung ist mit Wirkung für alle Beschwerde- führenden aufzuheben. 13. Das mit Eingabe vom 24. Februar 2020 gestellte Gesuch der Rechtsver- treterin um Entlassung aus dem amtlichen Mandat wird mit vorliegendem Entscheid gegenstandslos. 14. 14.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist von einem hälftigen Obsiegen der Beschwerdeführenden auszugehen, weshalb sie die Verfahrenskosten zur Hälfte zu tragen hätten (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indes wurde ihnen mit Zwischenverfügung vom 7. Dezember 2018 die unentgeltliche Prozess- führung gewährt, weshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 14.2 Den Beschwerdeführenden ist angesichts des hälftigen Obsiegens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Feb- ruar 2008 über die Kosten und Entschädigung en vor dem Bundesverwal- tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine reduzierte Entschädigung für die ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Ange- sichts der mit Zwischenverfügung vom 7. Dezember 2018 gewährten un- entgeltlichen Rechtsverbeiständung ist zudem eine Entschädigung nach Art. 12 VGKE auszurichten. Gemäss Kostennote vom 28. Februar 2019 wird ein Arbeitsaufwand von insgesamt viereinhalb Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 180.– so- wie eine Spesenpauschale von Fr. 50.– in Rechnung gestellt. Für die nach dem 28. Februar 2019 beim Gericht eingereichten Eingaben lässt sich der zeitliche Aufwand aufgrund der Akten abschätzen. Insgesamt ist dieser auf sechs Stunden festzusetzen. Aufgrund der insgesamt neun beim Gericht eingegangen Einschreibesendungen ist die Spesenpauschale von Fr. 50.– plausibel. Für das hälftige Obsiegen ist ein zeitlicher Aufwand von drei Stunden und ein Stundenansatz von Fr. 180.– zu berücksichtigen. Die Entschädigung beträgt insgesamt Fr. 610.00 (gerundet; inkl. hälftige Spesenpauschale so- wie Mehrwertsteuerzuschlag) und ist den Beschwerdeführenden durch die Vorinstanz auszurichten. Für das amtliche Honorar ist von einem zeitlichen Aufwand von drei Stun- den und einem Stundenansatz von 150.– (vgl. Zwischenverfügung v om E-6757/2018 Seite 24 7. Dezember 2018) auszugehen. Das durch das Gericht zu entschädi- gende Honorar beträgt insgesamt Fr. 512.00 (gerundet; inkl. hälftige Spe- senpauschale sowie Mehrwertsteuerzuschlag). (Dispositiv nächste Seite) E-6757/2018 Seite 25 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird betreffend die Anerkennung der Flüchtlingseigen- schaft und die Gewährung von Asyl abgewiesen. 2. Die Beschwerde wird – betreffend den Beschwerdeführer – bezüglich der verfügten der Wegweisung (Ziff. 3 bis 5 des Dispositivs der Verfügung vom 16. November 2018) als gegenstandlos geworden abgeschrieben. 3. Die Beschwerde wird – betreffend die Beschwerdeführerin und Kinder – bezüglich des Vollzugs der Wegweisung (Ziff. 4 bis 5 des Dispositivs der Verfügung vom 16. November 2018) gutgeheissen. Das SEM wird angewiesen, die Beschwerdeführerin und ihre beiden Kin- der in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. 4. Ziffer 6 der angefochtenen Verfügung wird aufgehoben. 5. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 6. Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 610.– zu entrichten. 7. Der amtlichen Rechtsbeiständin wird vom Bundesverwaltungsgericht ein Honorar in der Höhe von Fr. 512.– ausgerichtet. 8. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän- dige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Barbara Balmelli Olivier Gloor Versand: