Übereinkommen vom 1. Juni 1973 über die Schifffahrt auf dem Bodensee (mit Anlage und Zusatzprotokoll) <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1973-06-01" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.747.223.11"/><FRBRname xml:lang="it" value="Convenzione del 1&lt;sup&gt;o&lt;/sup&gt; giugno 1973 per la navigazione sul Lago di Costanza (con All. e Protocollo add.)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Übereinkommen vom 1. Juni 1973 über die Schifffahrt auf dem Bodensee (mit Anlage und Zusatzprotokoll)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Convention du 1&lt;sup&gt;er&lt;/sup&gt; juin 1973 relative à la navigation sur le lac  de Constance (avec annexe et protocole add.)" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101/de"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1973-06-01" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101/de/xml"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1973-06-01" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.747.223.11</docNumber></p><p> AS <b>1976</b> 19; BBl <b>1973</b> II 949</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Originaltext</p><p><docTitle>Übereinkommen<inline name="man-font-weight-normal"><br/></inline>über die Schifffahrt auf dem Bodensee</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 1. Juni 1973<br/>Von der Bundesversammlung genehmigt am 26. Juni 1974<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1976/17_17_17" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1976</b> 17</ref></p></authorialNote><br/>Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 28. November 1975<br/>In Kraft getreten für die Schweiz am 1. Januar 1976</p><p> (Stand am 10. Juni 1997)</p></preface><preamble><p>Die Bundesrepublik Deutschland,<br/>die Republik Österreich<br/>und die Schweizerische Eidgenossenschaft,</p><p>in ihrem Bestreben, die Regelung der Schifffahrt auf dem Bodensee den geänderten Verhältnissen und dem Stand der Technik anzupassen und zu diesem Zweck den Vertrag vom 22. September 1867<authorialNote><p> [BS <b>13</b> 379]</p></authorialNote> zwischen den Bodensee‑Uferstaaten betreffend eine internationale Schifffahrts‑ und Hafenordnung für den Bodensee durch ein neues Übereinkommen und einheitliche Schifffahrtsvorschriften zu ersetzen,</p><p>sind wie folgt übereingekommen:</p></preamble><body><chapter eId="chap_I"><num>Abschnitt I</num><heading>Allgemeine Bestimmungen</heading><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><paragraph eId="art_1/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieses Übereinkommen regelt die Schifffahrt auf dem Bodensee für den Bereich des Obersees einschliesslich des Überlinger Sees.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_2"><num>(2)</num><content><p>Andere Hoheitsverhältnisse auf dem Bodensee, insbesondere der Verlauf von Staatsgrenzen, werden durch dieses Übereinkommen nicht berührt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die Schifffahrt auf dem Untersee und den beiden Rheinstrecken zwischen Konstanz und Schaffhausen wird in einem besonderen Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/33_33_33" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.747.224.31</b></ref></p></authorialNote>, die Schifffahrt auf der Strecke des Alten Rheins von der Mündung bis Rheineck-Gaissau wird in einem besonderen Vertrag zwischen der Republik Österreich und der Schweizerischen Eidgenossenschaft<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/38_38_38" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR<b> 0.747.224.41</b></ref></p></authorialNote> nach den Grundsätzen dieses Übereinkommens geregelt, soweit nicht die besonderen örtlichen Verhältnisse Ausnahmen erfordern; dabei werden die Fahrzeuge der drei Vertragsstaaten gegenseitig gleich behandelt. Dies gilt sinngemäss auch für die auf Grund des Artikels 5 zu erlassenden Vorschriften (im folgenden Schifffahrtsvorschriften genannt). Insbesondere werden Zulassungen für Fahrzeuge, Bewilligungen oder Erlaubnisse zum Führen von Fahrzeugen und sonstige Zulassungen, die auf Grund dieses Übereinkommens und der in Satz 1 genannten besonderen Verträge erteilt werden, gegenseitig anerkannt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><paragraph eId="art_2/para_1"><num>(1)</num><content><p>Unter Beachtung der in diesem Übereinkommen und in den Schifffahrtsvorschriften enthaltenen Bestimmungen ist die Schifffahrt für jedermann frei.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Vertragsstaaten behandeln die nach diesem Übereinkommen und den Schifffahrtsvorschriften zum Verkehr berechtigten Fahrzeuge gegenseitig gleich.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><paragraph eId="art_3/para"><content><p>In Häfen und an Landestellen, die für den allgemeinen Verkehr bestimmt sind, ist das blosse Anlegen eines Fahrzeuges unentgeltlich. Jedoch dürfen für besondere Leistungen, die in solchen Häfen oder an solchen Landestellen erbracht werden, unter Beachtung des Artikels 2 Absatz 2 Gebühren vorgesehen werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b></num><paragraph eId="art_4/para"><content><p>Die Vertragsstaaten sorgen dafür, dass die Schifffahrt durch Bauten und sonstige künstliche Anlagen oder auf andere Weise nicht mehr behindert wird, als dies zur Wahrung anderer öffentlicher Interessen unvermeidbar ist.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_II"><num>Abschnitt II</num><heading>Einheitliche Schifffahrtsvorschriften</heading><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><paragraph eId="art_5/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die Vertragsstaaten erlassen für die Schifffahrt einheitliche Vorschriften (Schifffahrtsvorschriften) über die Sicherheit und die Leichtigkeit des Verkehrs sowie über die Abwendung von Gefahren und Nachteilen, die durch die Schifffahrt verursacht werden können.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Schifffahrtsvorschriften regeln insbesondere</p><blockList><item eId="art_5/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>Anforderungen an den Bau, die Ausrüstung, die Kennzeichnung und die Zulassung der Fahrzeuge;</p></item><item eId="art_5/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>Anforderungen hinsichtlich der Anzahl, der Befähigung und der Eignung der zum Führen und zum Betrieb von Fahrzeugen erforderlichen Personen;</p></item><item eId="art_5/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>den Verkehr und das Verhalten beim Betrieb von Fahrzeugen;</p></item><item eId="art_5/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>die Zeichen und die Signale für die Schifffahrt;</p></item><item eId="art_5/para_2/lbl_e"><num>e) </num><p>den Schutz der Umwelt gegen Beeinträchtigungen durch die Schifffahrt.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_3"><num>(3)</num><content><p>Soweit es für die Sicherheit und die Leichtigkeit des Verkehrs oder für den Schutz der Umwelt erforderlich ist, werden in den Schifffahrtsvorschriften auch Regelungen für schwimmende Anlagen getroffen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_4"><num>(4)</num><content><p>Regelungen nach Absatz 2 Buchstabe e können auch Massnahmen zur Beschränkung der Schifffahrt vorsehen, insbesondere können sie das Befahren des Sees mit bestimmten Arten von Fahrzeugen verbieten und die Schifffahrt auf Teilen des Sees oder zu bestimmten Zeiten untersagen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_5"><num>(5)</num><content><p>Jeder Vertragsstaat darf von den einheitlichen Schifffahrtsvorschriften abweichende Bestimmungen erlassen, soweit dies zur Regelung besonderer örtlicher Verhältnisse sowie des Verkehrs und des Betriebes in Häfen erforderlich ist. Die Grundsätze dieses Übereinkommens und der Schifffahrtsvorschriften sind dabei zu beachten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><paragraph eId="art_6/para_1"><num>(1)</num><content><p>Fahrzeuge bedürfen, soweit dies in den Schifffahrtsvorschriften vorgesehen ist, einer Zulassung zum Verkehr durch den nach Absatz 2 jeweils zuständigen Vertragsstaat.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_2"><num>(2)</num><content><p>Für die Zulassung eines Fahrzeuges zum Verkehr ist der Vertragsstaat zuständig, in dem es seinen gewöhnlichen Standort hat. Hat das Fahrzeug in keinem der Vertragsstaaten einen gewöhnlichen Standort, so ist der Vertragsstaat zuständig, in dem der Eigentümer seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Ist keine dieser Voraussetzungen gegeben, so ist jeder Vertragsstaat zuständig. Der Vertragsstaat, der die Zulassung erteilt hat, ist auch für deren Änderung und Entzug zuständig.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_3"><num>(3)</num><content><p>Jeder Vertragsstaat kann die Zulassung eines Fahrzeuges zum Verkehr vom Bestehen einer Haftpflichtversicherung abhängig machen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><paragraph eId="art_7/para_1"><num>(1)</num><content><p>Zum Führen eines Fahrzeuges ist, soweit dies in den Schifffahrtsvorschriften vorgesehen ist, eine Bewilligung oder Erlaubnis durch den nach Absatz 2 jeweils zuständigen Vertragsstaat erforderlich.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>(2)</num><content><p>Für die Erteilung der Bewilligung oder der Erlaubnis zum Führen eines Fahrzeuges ist der Vertragsstaat zuständig, in dem der Bewerber seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Hat der Bewerber in keinem Vertragsstaat einen gewöhnlichen Aufenthalt, so ist jeder Vertragsstaat für die Erteilung der Bewilligung oder der Erlaubnis zuständig. Der Vertragsstaat, der die Bewilligung oder die Erlaubnis erteilt hat, ist auch für deren Änderung und Entzug zuständig.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><paragraph eId="art_8/para"><content><p>Jeder Vertragsstaat kann zusätzlich zu den Bestimmungen dieses Abschnittes besondere Vorschriften für die gewerbsmässige Ausübung der Schifffahrt erlassen.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_III"><num>Abschnitt III</num><heading>Durchführung des Übereinkommens</heading><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><paragraph eId="art_9/para_1"><num>(1)</num><content><p>Zur Durchführung dieses Übereinkommens und der Schifffahrtsvorschriften wird der Obersee in drei Vollzugsbereiche eingeteilt, die in der Anlage umschrieben sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>(2)</num><content><p>Soweit dieses Übereinkommen nichts anderes bestimmt, ist jeder Vertragsstaat zur Durchführung dieses Übereinkommens und der Schifffahrtsvorschriften in dem Vollzugsbereich zuständig, der seinem Ufer vorgelagert ist.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><paragraph eId="art_10/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die zuständigen Organe eines Vertragsstaates sind zu Massnahmen auf Grund dieses Übereinkommens und der Schifffahrtsvorschriften auch in den Vollzugsbereichen der anderen Vertragsstaaten berechtigt,</p><blockList><item eId="art_10/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>wenn sie, insbesondere im Zusammenhang mit einem Unfall, Vorgänge wahrnehmen, die den dringenden Verdacht einer Zuwiderhandlung gegen die Schifffahrtsvorschriften begründen;</p></item><item eId="art_10/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>zur Weiterverfolgung eines Fahrzeuges, sofern die Voraussetzungen des Buchstabe a gegeben sind;</p></item><item eId="art_10/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>zur Verkehrsregelung und aus Anlass besonderer Veranstaltungen im Rahmen eines Ersuchens des nach Artikel 9 Absatz 2 zuständigen Vertragsstaates.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_2"><num>(2)</num><content><p>Organe, die in den Fällen des Absatzes 1 tätig werden, sind zur Feststellung des Sachverhaltes und zur Vornahme unaufschiebbarer sonstiger Massnahmen berechtigt. Insbesondere dürfen sie</p><blockList><item eId="art_10/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>Fahrzeuge anhalten und betreten;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>Personalausweise und amtliche Papiere, die auf Grund der Schifffahrtsvorschriften mitgeführt werden müssen, kontrollieren;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>an Bord befindliche Personen vernehmen;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>Niederschriften aufnehmen;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_e"><num>e) </num><p>Geldbeträge erheben, sofern der Betroffene damit einverstanden ist;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_f"><num>f) </num><p>beteiligte Fahrzeuge und Beweisgegenstände sicherstellen;</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_g"><num>g) </num><p>Personen festnehmen, die einer Zuwiderhandlung gegen die Schifffahrtsvorschriften dringend verdächtigt sind.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_3"><num>(3)</num><content><p>Massnahmen nach Absatz 2 Buchstaben e, f und g sind nur zulässig, wenn sie der Rechtsordnung des Vertragsstaates entsprechen, dem die Organe angehören, und wenn sie mit der Rechtsordnung des für den Vollzugsbereich zuständigen Vertragsstaates nicht grundsätzlich unvereinbar sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><paragraph eId="art_11/para_1"><num>(1)</num><content><p>Art. 10 gilt nicht</p><blockList><item eId="art_11/para_1/lbl_a"><num>a) </num><p>für den Überlinger See und einem dem Ufer vorgelagerten Streifen jedes Vollzugsbereiches, der in der Anlage zu diesem Übereinkommen umschrieben ist, und in dem die Organe des Vertragsstaates, dem der Vollzugsbereich zugewiesen ist, ausschliesslich zuständig sind (Ausschliesslichkeitszone);</p></item><item eId="art_11/para_1/lbl_b"><num>b) </num><p>für Routinekontrollen jeder Art;</p></item><item eId="art_11/para_1/lbl_c"><num>c) </num><p>gegenüber Dienstfahrzeugen eines anderen Vertragsstaates.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_2"><num>(2)</num><content><p>Massnahmen nach Artikel 10 Absatz 2 Buchstaben a bis d sind im Rahmen eines Ersuchens nach Artikel 10 Absatz 1 Buchstabe c auch in den Ausschliesslichkeitszonen zulässig.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><paragraph eId="art_12/para_1"><num>(1)</num><content><p>In den Fällen des Artikels 10 Absatz 1 ist der für den Vollzugsbereich zuständige Vertragsstaat unverzüglich von Massnahmen nach Artikel 10 Absatz 2 Buchstaben f und g zu unterrichten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>(2)</num><content><p>Angehörige des für den Vollzugsbereich zuständigen Vertragsstaates, die in Übereinstimmung mit Artikel 10 Absätzen 2 und 3 festgenommen werden, sind diesem Vertragsstaat unverzüglich zu übergeben. Dies gilt auch für Personen, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in dem für den Vollzugsbereich zuständigen Vertragsstaat haben, sofern sie nicht Angehörige des Vertragsstaates sind, dessen Organe sie festgenommen haben. Personen, die nach dieser Bestimmung nicht dem für den Vollzugsbereich zuständigen Vertragsstaat zu übergeben sind, dürfen in den Vertragsstaat verbracht werden, dessen Organe sie festgenommen haben.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die in Übereinstimmung mit Artikel 10 Absätze 2 und 3 sichergestellten Fahrzeuge und Beweisgegenstände dürfen vorläufig in den Vertragsstaat verbracht werden, dessen Organe sie sichergestellt haben. Ist ein anderer Vertragsstaat zur Verfolgung der Zuwiderhandlung zuständig, die Anlass für die Sicherstellung war, so sind ihm diese Fahrzeuge und Beweisgegenstände unverzüglich zu übergeben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>Art. 13</b></num><paragraph eId="art_13/para_1"><num>(1)</num><content><p>Zur Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen die Schifffahrtsvorschriften ist jeder Vertragsstaat ohne Rücksicht darauf zuständig, in welchem Vollzugsbereich die Zuwiderhandlung begangen worden ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Zuständigkeit nach Absatz 1 übt der Vertragsstaat aus, in dem die Person, die einer Zuwiderhandlung gegen die Schifffahrtsvorschriften verdächtig ist, ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat. Hat eine Person in keinem der Vertragsstaaten ihren gewöhnlichen Aufenthalt, so übt die Zuständigkeit der Vertragsstaat aus, dessen Organe zuerst tätig geworden sind.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_3"><num>(3)</num><content><p>Auf die Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen die Schifffahrtsvorschriften ist das Recht des Vertragsstaates anzuwenden, in dem die Zuwiderhandlung in Übereinstimmung mit den Absätzen 1 und 2 verfolgt wird. Dies gilt auch für das Verfahren und die Verjährung. Die Unterbrechung der Verjährung in einem Vertragsstaat gilt jedoch auch in den anderen Vertragsstaaten als eingetreten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>Art. 14</b></num><paragraph eId="art_14/para"><content><p>Massgabe des innerstaatlichen Rechtes der Vertragsstaaten werden die in einem Vertragsstaat ausgesprochenen und nach dessen Rechtsordnung rechtskräftigen und vollstreckbaren Entscheidungen und Verfügungen wegen Zuwiderhandlungen gegen die Schifffahrtsvorschriften auf dessen Ersuchen in einem anderen Vertragsstaat vollstreckt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_15"><num><b>Art. 15 </b></num><paragraph eId="art_15/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die zuständigen Justiz‑ und Verwaltungsbehörden der Vertragsstaaten leisten einander bei der Durchführung dieses Übereinkommens und der Schifffahrtsvorschriften Rechts‑ und Amtshilfe jeder Art und übernehmen auf Ersuchen eines Vertragsstaates die Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen die Schifffahrtsvorschriften, soweit dies nach innerstaatlichem Recht nicht unzulässig ist. Sie wenden dabei ihr Recht an, soweit dieses Übereinkommen nichts anderes bestimmt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_2"><num>(2)</num><content><p>Alle mit einem Verfahren wegen einer Zuwiderhandlung gegen die Schifffahrtsvorschriften zusammenhängenden Unterlagen und sonstigen Gegenstände sind dem nach Artikel 13 Absatz 2 zur Verfolgung zuständigen Vertragsstaat zu übergeben.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_15/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die Vertragsstaaten unterrichten einander über den Entzug der Zulassung und den Entzug der Bewilligung oder der Erlaubnis zum Führen eines Fahrzeuges, die Androhung des Entzuges sowie über alle Tatsachen, die dafür erheblich sein können.</p></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>Art. 16</b></num><paragraph eId="art_16/para"><content><p>In Durchführung dieses Übereinkommens eingenommene Geldbeträge werden zwischen den Vertragsstaaten nicht erstattet. Das gleiche gilt für die den Vertragsstaaten entstehenden Kosten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>Art. 17</b></num><paragraph eId="art_17/para"><content><p>Die zur Durchführung dieses Übereinkommens und der Schifffahrtsvorschriften zuständigen Behörden der Vertragsstaaten können, soweit dieses Übereinkommen nichts anderes bestimmt, unmittelbar miteinander verkehren. An eine unzuständige Stelle gerichtete Ersuchen oder Mitteilungen sind an die zuständige Stelle weiterzuleiten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_18"><num><b>Art. 18</b></num><paragraph eId="art_18/para"><content><p>Die Vertragsstaaten teilen einander auf diplomatischem Wege mit, welche Behörden zur Durchführung dieses Übereinkommens und der Schifffahrtsvorschriften zuständig sind.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_IV"><num>Abschnitt IV</num><heading>Internationale Schifffahrtskommission für den Bodensee</heading><article eId="art_19"><num><b>Art. 19</b></num><paragraph eId="art_19/para_1"><num>(1)</num><content><p>Es wird eine Internationale Schifffahrtskommission für den Bodensee (im folgenden Kommission genannt) gebildet.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_19/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Kommission hat unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Verkehrs auf dem See, der Erfordernisse des Umweltschutzes sowie der Erkenntnisse von Wissenschaft und Technik</p><blockList><item eId="art_19/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>die Angelegenheiten festzulegen, die in den Schifffahrtsvorschriften einheitlich zu regeln sind, und dafür Vorschläge auszuarbeiten;</p></item><item eId="art_19/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>auf die einheitliche Durchführung der für die Schifffahrt geltenden Vorschriften hinzuwirken;</p></item><item eId="art_19/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>alle die Bodenseeschifffahrt betreffenden Fragen, insbesondere solche technischer und nautischer Natur, zu beraten und darüber Informationen auszutauschen;</p></item><item eId="art_19/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>Empfehlungen betreffend die Bodenseeschifffahrt an die Vertragsstaaten zu richten und Änderungen geltender Vorschriften vorzuschlagen.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_19/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die Kommission hat ferner für die gegenseitige Information über Rechtsvorschriften zu sorgen, welche die Schifffahrt auf dem See unmittelbar betreffen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_19/para_4"><num>(4)</num><content><p>Jeder Vertragsstaat entsendet drei Mitglieder in die Kommission und bestimmt ein Mitglied zum Vorsitzenden seiner Delegation. Es können Sachverständige zugezogen werden. Die Delegationsvorsitzenden verkehren unmittelbar miteinander.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_19/para_5"><num>(5)</num><content><p>Die Kommission fasst ihre Beschlüsse einstimmig, wobei jede Delegation eine Stimme hat. Auf Verlangen eines Delegationsvorsitzenden hat die Kommission innerhalb von zwei Monaten zu einer Sitzung zusammenzutreten. Die Kommission gibt sich selbst eine Geschäftsordnung, in der die Einsetzung von Ausschüssen und Sachverständigengruppen vorgesehen werden kann.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_V"><num>Abschnitt V</num><heading>Beilegung von Meinungsverschiedenheiten</heading><article eId="art_20"><num><b>Art. 20</b></num><paragraph eId="art_20/para_1"><num>(1)</num><content><p>Bestehen zwischen den Vertragsstaaten Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung oder die Durchführung dieses Übereinkommens oder der Schifffahrtsvorschriften, so ist ihre Beilegung zunächst im Rahmen der in Artikel 19 vorgesehenen Kommission und dann auf diplomatischem Wege anzustreben.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_20/para_2"><num>(2)</num><content><p>Wird auch auf diplomatischem Wege keine Einigung erzielt, so kann jeder interessierte Vertragsstaat verlangen, dass der Fall einer Schiedskommission unterbreitet wird.</p></content></paragraph></article><article eId="art_21"><num><b>Art. 21</b></num><paragraph eId="art_21/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die Schiedskommission besteht aus drei Mitgliedern. Diese dürfen nicht Angehörige eines der Vertragsstaaten sein; sie dürfen nicht mit dem Fall in anderem Zusammenhang bereits befasst gewesen sein.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_2"><num>(2)</num><content><p>Jede der am Schiedsverfahren beteiligten Parteien bestellt ein Mitglied der Schiedskommission. Besteht eine Partei aus zwei Vertragsstaaten, so bestellen diese ein Mitglied im gemeinsamen Einvernehmen. Die beiden von den Parteien bestellten Mitglieder wählen einen Obmann.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_3"><num>(3)</num><content><p>Hat eine der Parteien ihr Mitglied nicht innerhalb von zwei Monaten nach Notifikation des Antrages auf Einleitung des Schiedsverfahrens bestellt, so wird das Mitglied auf Antrag der Gegenpartei vom Präsidenten des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte bezeichnet.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_4"><num>(4)</num><content><p>Können sich die beiden Mitglieder nicht innerhalb von zwei Monaten nach ihrer Bestellung auf einen Obmann einigen, so wird dieser auf Antrag einer der Parteien vom Präsidenten des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte bezeichnet.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_21/para_5"><num>(5)</num><content><p>Ist in einem der in den Absätzen 3 und 4 erwähnten Fälle der Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte verhindert oder ist er Angehöriger eines Vertragsstaates, so wird die Bezeichnung vom Vizepräsidenten vorgenommen. Ist auch dieser verhindert oder Angehöriger eines Vertragsstaates, so nimmt das amtsälteste Mitglied des Gerichtshofes, das nicht Angehöriger eines Vertragsstaates ist, die Bezeichnung vor.</p></content></paragraph></article><article eId="art_22"><num><b>Art. 22</b></num><paragraph eId="art_22/para_1"><num>(1)</num><content><p>Die Schiedskommission wirkt in jedem Stadium des Verfahrens auf eine gütliche Erledigung des Falles hin. Erweist sich eine solche Erledigung als nicht möglich, so fällt die Kommission mit Stimmenmehrheit eine Entscheidung. Diese Entscheidung ist endgültig und für alle Vertragsstaaten verbindlich.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_22/para_2"><num>(2)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_22/para_2/listintro">Die Schiedskommission legt ihren Vergleichsvorschlägen und Entscheidungen zugrunde:</listIntroduction><item eId="art_22/para_2/lbl_a"><num>a) </num><p>die Bestimmungen dieses Übereinkommens unter besonderer Beachtung des Artikels 1 Absatz 2;</p></item><item eId="art_22/para_2/lbl_b"><num>b) </num><p>die zwischen den Vertragsstaaten geltenden einschlägigen Übereinkünfte allgemeiner oder besonderer Art;</p></item><item eId="art_22/para_2/lbl_c"><num>c) </num><p>das Völkergewohnheitsrecht;</p></item><item eId="art_22/para_2/lbl_d"><num>d) </num><p>die allgemeinen Rechtsgrundsätze.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_23"><num><b>Art. 23</b></num><paragraph eId="art_23/para_1"><num>(1)</num><content><p>Falls die Parteien nicht etwas anderes vereinbaren, setzt die Schiedskommission ihre eigenen Verfahrensregeln fest.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_23/para_2"><num>(2)</num><content><p>Der am Schiedsverfahren nicht als Partei beteiligte Vertragsstaat kann dem Verfahren jederzeit als Nebenintervenient beitreten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_23/para_3"><num>(3)</num><content><p>Jede Partei trägt die Kosten des von ihr bestellten Mitgliedes der Schiedskommission; die Kosten des Obmannes sowie die sonstigen Kosten werden von den Parteien zu gleichen Teilen getragen.</p></content></paragraph></article></chapter><chapter eId="chap_VI"><num>Abschnitt VI</num><heading>Schlussbestimmungen</heading><article eId="art_24"><num><b>Art. 24</b></num><paragraph eId="art_24/para"><content><p>Dieses Übereinkommen gilt auch für das Land Berlin, sofern nicht die Regierung der Bundesrepublik Deutschland gegenüber den Regierungen der Republik Österreich und der Schweizerischen Eidgenossenschaft innerhalb von drei Monaten nach Inkrafttreten des Übereinkommens eine gegenteilige Erklärung abgibt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_25"><num><b>Art. 25</b></num><paragraph eId="art_25/para"><content><p>Dieses Übereinkommen bedarf der Ratifikation. Die Ratifikationsurkunden werden bei der Österreichischen Bundesregierung hinterlegt werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_26"><num><b>Art. 26</b></num><paragraph eId="art_26/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieses Übereinkommen wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Es tritt am ersten Tag des zweiten Monats nach Ablauf des Monats in Kraft, in dem die letzte Ratifikationsurkunde hinterlegt worden ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_26/para_2"><num>(2)</num><content><p>Jeder Vertragsstaat kann dieses Übereinkommen auf diplomatischem Wege schriftlich gegenüber den beiden anderen Vertragsstaaten kündigen. Die Kündigung wird nach Ablauf des auf sie folgenden Kalenderjahres im Verhältnis zwischen allen Vertragsstaaten gleichzeitig wirksam.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_26/para_3"><num>(3)</num><content><p>Im Falle einer Kündigung dieses Übereinkommens nehmen die Vertragsstaaten unverzüglich Verhandlungen zur einvernehmlichen Neuregelung der Schifffahrt auf dem Bodensee auf. Bis zum Inkrafttreten einer Neuregelung wird dieses Übereinkommen weiter angewendet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_27"><num><b>Art. 27</b></num><paragraph eId="art_27/para_1"><num>(1)</num><content><p>Mit dem Inkrafttreten dieses Übereinkommens treten alle früheren Übereinkommen, Protokolle und sonstigen Vereinbarungen über die Regelung der Schifffahrt auf dem Bodensee ausser Kraft, insbesondere der Vertrag vom 22. September 1867<authorialNote><p> [BS <b>13</b> 379]</p></authorialNote> zwischen den Bodensee‑Uferstaaten betreffend eine internationale Schifffahrts‑ und Hafenordnung für den Bodensee, das Bregenzer Protokoll vom 6. Mai 1892, das Bregenzer Revisionsprotokoll vom 30. Juni 1894, das Konstanzer Protokoll vom 8. April 1899 sowie die weiteren Vereinbarungen der Jahre 1909, 1915, 1927 und 1933.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_27/para_2"><num>(2)</num><content><p>Die Vertragsstaaten wenden bis zum Inkrafttreten der Schifffahrtsvorschriften, längstens jedoch für drei Jahre nach Inkrafttreten dieses Übereinkommens, die derzeit geltenden, auf Grund der in Absatz 1 genannten Übereinkommen, Protokolle und Vereinbarungen erlassenen Vorschriften über die Schifffahrt auf dem See sowie diese Übereinkommen, Protokolle und Vereinbarungen selbst weiter an, soweit sie Vorschriften über die Schifffahrt enthalten.</p></content></paragraph></article></chapter><signature><p><i>Zu Urkund dessen</i> haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Übereinkommen unterschrieben.</p><p>Geschehen auf dem Bodensee am 1. Juni 1973 in drei Urschriften in deutscher Sprache.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für die<br/>Bundesrepublik Deutschland:</p></td><td><p>Für die<br/>Republik Österreich:</p></td><td><p>Für die Schweizerische Eidgenossenschaft:</p></td></tr><tr><td><p>Frank</p></td><td><p>Karl Fischer<br/>Elmar Grabherr</p></td><td><p>Diez</p></td></tr></table></signature></body><components><component><doc name="annex"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1973-06-01" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.747.223.11"/><FRBRname xml:lang="it" value="Convenzione del 1&lt;sup&gt;o&lt;/sup&gt; giugno 1973 per la navigazione sul Lago di Costanza (con All. e Protocollo add.)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Übereinkommen vom 1. Juni 1973 über die Schifffahrt auf dem Bodensee (mit Anlage und Zusatzprotokoll)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Convention du 1&lt;sup&gt;er&lt;/sup&gt; juin 1973 relative à la navigation sur le lac  de Constance (avec annexe et protocole add.)" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101/de"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1973-06-01" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/19_19_19/19760101/de/xml"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1976-01-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRdate date="1973-06-01" name="jolux:dateDocument"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml"/></FRBRManifestation></identification></meta><preface><container name="headerOfAnnex"><block name="heading">Anlage zu Artikel 9 und Artikel 11</block></container></preface><mainBody><level eId="annex_u1/lvl_u1"><heading>Abgrenzung der Vollzugsbereiche und Ausschliesslichkeitszonen</heading><intro><p>I. Vollzugsbereiche</p><blockList eId="annex_u1/lvl_u1/list_u1"><item eId="annex_u1/lvl_u1/list_u1/lbl_1"><num>1. </num><p>Die Grenze zwischen den Vollzugsbereichen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich verläuft von der Mitte der Leiblachmündung in gerader Linie zum Rheinspitz, Weisses Haus, bis zum Schnittpunkt mit der geraden Linie vom Fernsehturm auf dem Pfänder – Romanshorn, neue katholische Kirche (Punkt 1). Von Punkt 1 verläuft sie in Richtung Romanshorn, neue katholische Kirche, bis zum Schnittpunkt mit der geraden Linie letzter Staatsgrenzpunkt am Alten Rhein – Mitte Argenmündung (Punkt 2).</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/list_u1/lbl_2"><num>2. </num><p>Die Grenze zwischen den Vollzugsbereichen der Republik Österreich und der Schweizerischen Eidgenossenschaft verläuft von Punkt 2 in gerader Linie zum letzten Staatsgrenzpunkt am Alten Rhein.</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/list_u1/lbl_3"><num>3. </num><p>Die Grenze zwischen den Vollzugsbereichen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft beginnt bei Punkt 2 und folgt der geraden Linie in Richtung Romanshorn, neue katholische Kirche, bis zu ihrem Schnittpunkt mit der geraden Linie letzter Staatsgrenzpunkt am Alten Rhein – Hagnau, Kirche (Punkt 3). Von Punkt 3 verläuft sie in gerader Linie bis zum Schnittpunkt der geraden Linien Romanshorn, neue katholische Kirche – Fischbach, St. Magnuskirche, und Rheinspitz, Weisses Haus – Hagnau, Kirche (Punkt 4). Von Punkt 4 folgt sie der geraden Linie in Richtung Konstanz, Bismarckturm, bis zum Schnittpunkt mit der geraden Linie Scherzingen, Kirche – Haltnau, Wohnhaus (Punkt 5). Von Punkt 5 folgt sie der geraden Linie bis zur Mitte der geraden Linie zwischen den Punkten Bottighofen, Schlössli, und Konstanz, Hinteres Eichhorn (Punkt 6). Von Punkt 6 folgt sie der geraden Linie zum letzten Staatsgrenzpunkt im Konstanzer Trichter und dann der vertraglich festgelegten Staatsgrenze.</p></item></blockList><p>II. Ausschliesslichkeitszonen</p><blockList eId="annex_u1/lvl_u1/list_u2"><item eId="annex_u1/lvl_u1/list_u2/lbl_1"><num>1. </num><p>Die Grenze der Ausschliesslichkeitszonen verläuft westlich der geraden Linie letzter Staatsgrenzpunkt am Alten Rhein – Mitte Argenmündung in 3 km Entfernung vom Ufer bei Mittelwasserstand. Im Gebiet östlich dieser Linie beträgt der Abstand der Grenze der Ausschliesslichkeitszonen 2 km vom Ufer bei Mittelwasserstand.</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/list_u2/lbl_2"><num>2. </num><p>Die Grenze zwischen den Ausschliesslichkeitszonen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich wird durch die gerade Linie bestimmt, die von der Mitte der Leiblachmündung zum Punkt 1 verläuft.</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/list_u2/lbl_3"><num>3. </num><p>Die Grenze zwischen den Ausschliesslichkeitszonen der Republik Österreich und der Schweizerischen Eidgenossenschaft wird durch die gerade Linie letzter Staatsgrenzpunkt am Alten Rhein – Punkt 2 bestimmt.</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/list_u2/lbl_4"><num>4. </num><p>Die Grenze zwischen den Ausschliesslichkeitszonen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft wird durch den Linienzug Punkt 5 – Punkt 6 – letzter Staatsgrenzpunkt im Konstanzer Trichter und durch die vertraglich festgelegte Staatsgrenze bestimmt.</p></item></blockList><p>III.</p><p>An die Stelle der in Abschnitt I und II genannten Mitte der Leiblachmündung tritt nach einer neuen vertraglichen Feststellung des Grenzverlaufes zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich der letzte Staatsgrenzpunkt in diesem Gebiet.</p></intro><level eId="annex_u1/lvl_u1/lvl_u1"><heading>Zusatzprotokoll</heading><content><p>I.</p><p>Zur Ergänzung der in Artikel 1 Absatz 3 des Übereinkommens über die Schifffahrt auf dem Bodensee (Übereinkommen) vorgesehenen Verträge über die Schifffahrt auf dem Untersee und den beiden Rheinstrecken zwischen Konstanz und Schaffhausen<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/33_33_33" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.747.224.31</b></ref></p></authorialNote> einerseits und der Strecke des Alten Rheins von der Mündung bis Rheineck-Gaissau<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1976/38_38_38" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR<b> 0.747.224.41</b></ref></p></authorialNote> andererseits (Zusatzverträge) sowie zur Durchführung der auf Grund dieser Verträge geltenden Vorschriften haben die Vertragsstaaten folgendes vereinbart:</p><p>1.  Zur Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen Schifffahrtsvorschriften, die auf den in Artikel 1 Absatz 3 des Übereinkommens genannten Gewässern begangen werden, ist jeder Vertragsstaat ohne Rücksicht darauf zuständig, in welchem Vertragsstaat die Zuwiderhandlungen begangen worden sind. Hinsichtlich der in einem der anderen Vertragsstaaten begangenen Zuwiderhandlungen kann die Zuständigkeit nur ausgeübt werden, wenn dieser Vertragsstaat ein Ersuchen um Übernahme der Verfolgung stellt.</p><p>2.  Der Artikel 13 Absatz 3 und die Artikel 14 bis 18 des Übereinkommens werden auf die Schifffahrt auf den in Artikel 1 Absatz 3 des Übereinkommens genannten Gewässern angewendet, wobei</p><blockList><item eId="annex_u1/lvl_u1/lvl_u1/lbl_a"><num>a) </num><p>an die Stelle des Übereinkommens die Zusatzverträge treten;</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/lvl_u1/lbl_b"><num>b) </num><p>an die Stelle der Schifffahrtsvorschriften die auf Grund der Zusatzverträge geltenden Vorschriften treten;</p></item><item eId="annex_u1/lvl_u1/lvl_u1/lbl_c"><num>c) </num><p>hinsichtlich der Verfolgung von Zuwiderhandlungen an die Stelle des nach dem Übereinkommen zuständigen Vertragsstaates der nach diesem Zusatzprotokoll zuständige Vertragsstaat tritt.</p></item></blockList><p>3.  Die Befugnisse der in Artikel 19 des Übereinkommens vorgesehenen Internationalen Schifffahrtskommission für den Bodensee werden auf Angelegenheiten ausgedehnt, die ausschliesslich oder teilweise den Geltungsbereich eines Zusatzvertrages betreffen, wobei der am Zusatzvertrag jeweils nicht beteiligte Vertragsstaat an den Abstimmungen nicht teilnimmt.</p><p>4.  Für die Beilegung von Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung oder die Durchführung der Zusatzverträge oder der auf Grund dieser Verträge dieser Verträge geltenden Vorschriften gelten die Artikel 20 bis 23 des Übereinkommens, wobei an die Stelle der Vertragsstaaten des Übereinkommens die Vertragsstaaten des jeweiligen Zusatzvertrages treten.</p><p>II</p><p>Dieses Zusatzprotokoll ist Bestandteil des Übereinkommens; es wird angewendet, sobald und solange der jeweilige Zusatzvertrag anwendbar ist.</p><p>Geschehen auf dem Bodensee am 1. Juni 1973 in drei Urschriften in deutscher Sprache.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für die<br/>Bundesrepublik Deutschland:</p></td><td><p>Für die<br/>Republik Österreich:</p></td><td><p>Für die Schweizerische Eidgenossenschaft:</p></td></tr><tr><td><p>Frank</p></td><td><p>Karl Fischer<br/>Elmar Grabherr</p></td><td><p>Diez</p></td></tr></table></content></level></level></mainBody></doc></component></components></act></akomaNtoso>