<h2>SubmittedText<h2><p>Neueste Untersuchungen aus Italien zeigen, dass die massiven Bienenvergiftungsfälle in unseren Nachbarländern auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, namentlich von Clothianidin, in der Saatgutbeizung zurückzuführen sind. Deutschland und Italien haben den Einsatz dieses Nervengiftes verboten. In der Schweiz ist Clothianidin seit 2006 zugelassen.</p><p>- Welche Menge von Clothianidin wurde in den Jahren 2007 und 2008 in der Schweiz eingesetzt?</p><p>- Ist der Bundesrat bereit, die Zulassung dieses Wirkstoffes sofort zu sistieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat kennt die Problematik der Bienenvergiftungsfälle, die insbesondere in Süddeutschland letztes Jahr auftraten. Ein Zusammenhang zwischen der Verwendung von Clothianidin-behandeltem Saatgut und erhöhtem Bienensterben konnte festgestellt werden. Mitverantwortlich war die schlechte Qualität der Saatbeizung, die zu einem hohen Abriebstaub geführt hat. Dieser Staub wurde durch die Verwendung von pneumatischen Sägeräten, die die Abluft nach oben abgeben, in die Umwelt geleitet. Die Schweiz hat deshalb Ende 2008 neue, strenge Auflagen erlassen, die ab der Saison 2009 anzuwenden sind und vor allem die Staubentwicklung beim Austragen von behandeltem Saatgut (definierte Saatqualität, Einsatz von Deflektoren bei der Saat) einschränken.</p><p>Die Beurteilung des Risikos für die Bienen erfolgte durch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in engem Kontakt mit Behörden anderer europäischer Staaten. Das BLW kam zum Schluss, dass unter den in der Schweiz geltenden Rahmenbedingungen (im Unterschied zum flächendeckenden Einsatz in Süddeutschland wird Clothianidin in der Schweiz auf nur etwa 5 bis 10 Prozent der gesamten Maisfläche und in 2,5-fach tieferer Dosierung angewendet) und unter Berücksichtigung der neuen Auflagen die Aussaat des gebeizten Maises keine unannehmbaren Risiken für Bienen darstellt. Eine Sistierung der Zulassung wäre dementsprechend nicht gerechtfertigt.</p><p>Das BLW wird die Situation aufmerksam verfolgen. Ein Monitoring, welches den Clothianidin-Einsatz begleitet, ist für dieses Jahr geplant. Basierend auf neuen nationalen und internationalen Resultaten wird das Risiko gegebenenfalls neu beurteilt.</p>