<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00175</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105729&amp;W10_KEY=4467150&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00175</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.09.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 26.04.2001 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zusammenlebende Eltern<br/><br/>Der Nachzug von gemeinsamen Kindern durch zusammenlebende Eltern ist grundsätzlich jederzeit zulässig. Es ist jedoch rechtsmissbräuchlich, wenn um Nachzug eines 17-jährigen ersucht wird, der seit 12 Jahren von den Eltern und seit 9 Jahren von den Geschwistern getrennt im Ausland lebt. <br/>BGE-Nr. 2A.554/2000</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BGE">BGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENGEMEINSCHAFT">FAMILIENGEMEINSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENZUSAMMENFÃHRUNG">FAMILIENZUSAMMENFÃHRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLJÃHRIGKEIT">VOLLJÃHRIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTLICHE INTERESSEN">WIRTSCHAFTLICHE INTERESSEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 16 ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 17 lit. II ANAG</span><br/><span class="gerade">§ 27a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A. kam 1973 als Saisonnier in die Schweiz, erhielt 1977 die Aufenthalts- und spÃ¤ter die Niederlassungsbewilligung. Im Jahr 1987 folgten seine Ehefrau, eine LandsmÃ¤nnin, und der jÃ¼ngste Sohn, geboren 1985. 1990 Ã¼bersiedelten drei weitere von insgesamt fÃ¼nf Kindern, welche 1972, 1976 und 1979 geboren waren, im Rahmen des Familiennachzugs in den Kanton ZÃ¼rich. Sie wurden in die Niederlassungsbewilligung der Eltern einbezogen. Der am 21. Mai 1982 geborene Sohn B. blieb als einziges Kind der Familie in seiner Heimat zurÃ¼ck. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 1. Juni 1999 stellte A. bei der Fremdenpolizei ein Gesuch um Einreisebewilligung fÃ¼r B. zum Verbleib bei den Eltern. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit wies das Gesuch am 20. August 1999 ab, im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung, es gehe dem Gesuchsteller nicht um das familiÃ¤re Zusammenleben, sondern um die besseren Ausbildungs- und ErwerbsmÃ¶glichkeiten in der Schweiz. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Einen dagegen eingereichten Rekurs wies der Regierungsrat am 22. MÃ¤rz 2000 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht vom 2. Mai 2000 liess A. beantragen, es sei der Rekursentscheid aufzuheben und das Gesuch um Nachzug des Sohns gutzuheissen, eventuell sei die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde dazu anzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>WÃ¤hrend sich die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht Ã¤usserte, beantragte die Staatskanzlei fÃ¼r den Regierungsrat die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt den Nachzug seines am 21. Mai 2000 volljÃ¤hrig gewordenen Sohns. Es kann davon ausgegangen werden, dass dessen familiÃ¤re Beziehung zu den in der Schweiz lebenden Eltern und Geschwistern intakt ist und im Rahmen des MÃ¶glichen gelebt wird. Damit besteht grundsÃ¤tzlich ein Rechtsanspruch auf Familiennachzug gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber Niederlassung und Aufenthalt der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG). GestÃ¼tzt auf die zutreffenden rechtlichen AusfÃ¼hrungen des Regierungsrats, auf welche gemÃ¤ss § 28 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) verwiesen werden kann, hat das Verwaltungsgericht auf die Beschwerde einzutreten (§ 43 Abs. 2 VRG in Verbindung mit Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Organisation der Bundesrechtspflege). Eine PrÃ¼fung des Rechtsanspruchs gestÃ¼tzt auf Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK), welche der Regierungsrat noch vorgenommen hatte, entfÃ¤llt indessen mit der VolljÃ¤hrigkeit des nachzuziehenden Sohns (BGE 120 Ib 257). Die PrÃ¼fung, ob der mÃ¶gliche Rechtsanspruch gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 ANAG aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde verwirklicht ist, ist Gegenstand der nachfolgenden materiellen ErwÃ¤gungen (BGE 122 II 289 E. 1 d S. 294).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Der Familiennachzug bei Eltern, die in der Schweiz zusammenleben, stellen jene FamilienverhÃ¤ltnisse her, die durch Art. 17 Abs. 2 ANAG geschÃ¼tzt werden sollen. Sinn und Zweck dieser Bestimmung ist es, den Eltern zu ermÃ¶glichen, ihre gemeinsamen Kinder selbst zu erziehen und zu betreuen. Deshalb ist der nachtrÃ¤gliche Familiennachzug durch zusammenlebende Eltern mÃ¶glich, ohne dass besonders stichhaltige GrÃ¼nde die beabsichtigte Ãnderung der BetreuungsverhÃ¤ltnisse rechtfertigen mÃ¼ssen. Innerhalb der allgemeinen Schranken von Art. 17 Abs. 2 ANAG ist der Nachzug von gemeinsamen Kindern durch beide Elternteile zusammen grundsÃ¤tzlich jederzeit zulÃ¤ssig; vorbehalten bleibt einzig das Rechtsmissbrauchsverbot. Je lÃ¤nger mit der AusÃ¼bung des Nachzugsrechts ohne sachlichen Grund zugewartet wird und je knapper die verbleibende Zeit bis zur VolljÃ¤hrigkeit ist, umso eher kann sich auch bei im Ausland verbliebenen gemeinsamen Kindern zusammenlebender Eltern die Frage stellen, ob wirklich die Herstellung der Familiengemeinschaft beabsichtigt ist oder ob die AnsprÃ¼che aus Art. 17 ANAG zweckwidrig fÃ¼r die blosse Verschaffung einer Niederlassungsbewilligung geltend gemacht werden (unverÃ¶ffentlichtes Urteil BGr, 26. Juli 2000, 2A.20/2000).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der Regierungsrat hat erwogen, dass der Sohn des BeschwerdefÃ¼hrers nie mit seinem Vater zusammengelebt habe. Zum Zeitpunkt, als ihn seine Mutter verlassen habe, sei er ausserdem erst fÃ¼nf Jahre alt gewesen. Diese Trennung sei aus freien StÃ¼cken erfolgt, habe man doch anlÃ¤sslich des Nachzugs aller anderen Kinder ihn bewusst zurÃ¼ckgelassen. Ein zeitlich aufgeschobener Nachzug des Sohns sei weder im Zeitpunkt des Nachzugs der Mutter (1987) noch desjenigen der Geschwister (1990) erwogen worden. Vielmehr habe die Absicht bestanden, den Sohn wÃ¤hrend der ganzen Jugendzeit und als Erwachsener in seiner Heimat zu belassen. Erst als aufgrund der kriegerischen Ereignisse in der Heimat die Mutter des BeschwerdefÃ¼hrers, bei welcher der Sohn gewohnt habe, verschollen sei, sei ein Nachzugsgesuch gestellt worden. Dass die Grossmutter verschollen sei, habe indessen nicht bewiesen werden kÃ¶nnen; die blosse Behauptung betrachtete der Regierungsrat als ungenÃ¼gend. Angesichts seines Alters sei der Sohn auch bei einem allfÃ¤lligen Wegfall der Betreuung durch die Grossmutter in der Lage, sein Leben allein in die HÃ¤nde zu nehmen. Die bisherigen familiÃ¤ren Beziehungen wÃ¼rden von keiner BehÃ¶rde verhindert und der das Gesuch ablehnende Entscheid trage den Bestimmungen Ã¼ber die ZulassungsbeschrÃ¤nkungen zum Schutz des inlÃ¤ndischen Arbeitsmarkts und des Landes vor Ãberfremdung Rechnung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) In der Beschwerde wurde die lange Bearbeitungsdauer des Rekurses bemÃ¤ngelt, welche die Vorschrift von § 27a VRG verletze. In der Sache liess der BeschwerdefÃ¼hrer ausfÃ¼hren, ein spÃ¤terer Nachzug des Sohns sei nie ausgeschlossen worden. Wegen seiner besonders engen Beziehung zu seiner Grossmutter sei er als FÃ¼nfjÃ¤hriger in der Heimat zurÃ¼ckgelassen worden, damit er dort die Schulen besuche. Als Folge der kriegerischen Ereignisse sei seine Grossmutter verschollen. Die Anforderung des Regierungsrats, diesen Vorfall beweisen zu mÃ¼ssen, sei lebensfremd und damit unzumutbar und willkÃ¼rlich. In der Folge sei der Sohn in den kriegerischen Ereignissen im Heimatland auf sich allein gestellt und wohne vorÃ¼bergehend bei einer Verwandten des BeschwerdefÃ¼hrers. Die VerÃ¤nderung in den BetreuungsverhÃ¤ltnissen begrÃ¼nde den Nachzugsanspruch. Ein Verbleib des Jugendlichen allein in der vom Krieg geprÃ¤gten Heimat sei nicht zumutbar, zumal mit der in der Schweiz lebenden Familie wÃ¤hrend der ganzen Zeit der Trennung enge und von Familiensinn getragene Bindungen bestanden hÃ¤tten und andauerten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Nach § 27a Abs. 1 VRG haben verwaltungsinterne Rekursinstanzen sowie Rekurskommissionen ihren Entscheid innert 60 Tagen seit Abschluss der Sachverhaltsermittlungen zu treffen; der Abschluss der Sachverhaltsermittlungen ist den Parteien anzuzeigen. Bei dieser Bestimmung handelt es sich um eine Ordnungsvorschrift, fÃ¼r deren Nichteinhaltung das Gesetz keine Sanktionen vorsieht. Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer im Besonderen die Zeitdauer zwischen der EntscheidfÃ¤llung des Regierungsrats und der Zustellung des schriftlichen und begrÃ¼ndeten Entscheids bemÃ¤ngelt, ist einmal festzustellen, dass dafÃ¼r wesentlich weniger als 60 Tage aufgewendet wurden. Sollte der BeschwerdefÃ¼hrer - etwa mit Bezug auf die Ã¼brige Bearbeitungszeit - diese RÃ¼ge weiterverfolgen wollen, was in Ermangelung von AntrÃ¤gen an das Verwaltungsgericht nicht festzustellen ist, so kann das Verwaltungsgericht darauf nicht eintreten. Aufgrund der Gewaltenteilung ist dem Gericht eine administrative Aufsicht Ã¼ber den Regierungsrat versagt. Der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤re diesfalls an eine aufsichtsrechtliche RÃ¼ge beim Kantonsrat zu verweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) FÃ¼r die AbwÃ¤gung der Interessen des inlÃ¤ndischen Arbeitsmarkts und des Grads der Ãberfremdung in der Schweiz gemÃ¤ss Art. 16 ANAG ist entgegen der Ansicht des Regierungsrats im Licht der PrÃ¼fung, ob ein Rechtsanspruch auf Einreise und Niederlassung besteht, kein Raum. Diese zusÃ¤tzliche InteressenabwÃ¤gung steht schon begrifflich im Widerspruch zu einem gesetzlichen Anspruch und wÃ¼rde zur dessen AushÃ¶hlung fÃ¼hren. Massgebend kann nur sein, ob die Voraussetzungen des Rechtsanspruchs, im vorliegenden Fall Art. 17 Abs. 2 ANAG, gegeben sind oder nicht. Auch fÃ¼r die Kritik des BeschwerdefÃ¼hrers, es sei ihm nicht zuzumuten gewesen, die Verschollenheit der Grossmutter zu beweisen, kann ein gewisses VerstÃ¤ndnis aufgebracht werden. Indessen kommt es auf diesen Umstand gar nicht an. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss der BegrÃ¼ndung zum Nachzugsgesuch sollte der Sohn bei seiner Grossmutter bleiben, um in seiner Heimat die Schulen zu besuchen und dort spÃ¤ter in seiner Muttersprache zu studieren. Seit 1997 besuche er das Gymnasium. Der Schulbetrieb sei aufgrund der Kriegswirren wÃ¤hrend acht Monaten unterbrochen gewesen. Der Sohn wÃ¼nsche jetzt, in der Schweiz Informatik zu studieren. Zu beurteilen ist somit die Tatsache, dass sich die Eltern wÃ¤hrend zwÃ¶lf Jahren nicht nur damit abgefunden, sondern freiwillig beabsichtigt hatten, ihren Sohn auf unbestimmte Zeit in der Heimat zu belassen. Die Eltern wÃ¤hlten diese LÃ¶sung und hielten auch an ihr fest, als schrittweise sÃ¤mtliche Ã¼brigen Familienmitglieder in die Schweiz zogen. Dass ihr Sohn dadurch seine gesamte Jugendzeit ohne die Familie und mit fÃ¼r einen Heranwachsenden erhÃ¶hten Anforderungen an die SelbstÃ¤ndigkeit hat durchstehen mÃ¼ssen, wurde in der gesamten InteressenabwÃ¤gung (freiwillig) in Kauf genommen. Der Wegfall der betreuenden Grossmutter mag fÃ¼r ihn eine VerÃ¤nderung und gewisse Erschwernisse bewirkt haben. Gemessen an den an ihn gestellten AnsprÃ¼chen als Kind und Jugendlicher hat diese VerÃ¤nderung, welche erst zu Beginn seines 18. Altersjahrs eintrat, jedoch keine unzumutbare Situation darstellen kÃ¶nnen, da er sich lÃ¤ngst an eine selbstÃ¤ndige Lebensgestaltung gewÃ¶hnt hat. Die Eltern haben wÃ¤hrend der gesamten Jugendzeit ihres Sohns die Entbehrlichkeit eines Zusammenlebens mit ihnen als zumutbar betrachtet. Dass dies an der Schwelle der VolljÃ¤hrigkeit plÃ¶tzlich anders sein soll, ist nicht nachvollziehbar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die kriegerischen Ereignisse haben zweifellos den Verbleib in der Heimat erschwert; das Gymnasium des Sohns war denn auch wÃ¤hrend acht Monaten geschlossen. Weitere Auswirkungen fÃ¼r den Sohn des BeschwerdefÃ¼hrers werden jedoch nicht angefÃ¼hrt. Auch sind fÃ¼r die Beurteilung die heutigen VerhÃ¤ltnisse massgebend. Tausende von Landsleuten des BeschwerdefÃ¼hrers sind nach einer (vorlÃ¤ufigen) Aufnahme im europÃ¤ischen Ausland im Lauf dieses Jahrs wieder in ihre Heimat zurÃ¼ckgekehrt. Die Regierungen in der Schweiz und im benachbarten Ausland betrachten die RÃ¼ckkehr der FlÃ¼chtlinge als zumutbar. Im Ãbrigen vermÃ¶gen unzumutbare politische oder kriegerische VerhÃ¤ltnisse allein betrachtet keinen Anspruch auf Familiennachzug zu begrÃ¼nden; vielmehr stÃ¼nde allenfalls ein Anspruch auf AsylgewÃ¤hrung zur Diskussion. Dies wurde jedoch fÃ¼r den Sohn des BeschwerdefÃ¼hrers nicht beantragt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wenn nun nach der Erreichung des 18. Altersjahrs, aber noch vor dessen Vollendung erstmals der Familiennachzug geltend gemacht wird, kann dies nicht anders erklÃ¤rt werden, als dass nach abgeschlossener Schulausbildung in der Heimat eine berufliche Weiterbildung - konkret das Studium der Informatik - und die anschliessende BerufsausÃ¼bung in der Schweiz angestrebt wird. Wirtschaftliche GrÃ¼nde stehen somit nicht nur im Vordergrund, sondern sind angesichts der Gestaltung des Familienlebens in der Vergangenheit ausschliesslicher Beweggrund fÃ¼r das Nachzugsgesuch. Damit erweist sich dieses als offensichtlich rechtsmissbrÃ¤uchlich, was zu Ablehnung der Beschwerde fÃ¼hrt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>