B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1498/2014 U r t e i l v o m 6 . A u g u s t 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Gérald Bovier, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), dessen Ehefrau B._______, geboren (…), und deren Kinder C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), Bosnien und Herzegowina, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. Februar 2014 / N _______. D-1498/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge verliessen die Beschwerdeführenden – Staatsangehörige aus Bosnien und Herzegowina – ihren Heimatstaat am 30. September 2013 und gelangten am 1. Oktober 2013 via E._______, F._______ und ihne n unbekannte Länder illegal in die Schweiz, wo sie gleichentags im Empfa ngs- und Verfahrenszentrum G._______ um Asyl nachsuchten. Am 10. Oktober 2013 fanden die Befragungen zur Person statt. Am 24. Oktober 2013 wurden die Beschwerdeführenden in Anwe n- dung von Art. 29 Abs. 1 und Art. 41 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) zu ihren Asylgründen angehört. Zur Begründung der Asylgesuche ist vollumfänglich auf die protokollierten Aussagen zu verweisen (vgl. Befragungsprotokolle vom 10. Oktober 2013, A5 und A6; Anhörungspro tokolle vom 24. Oktober 2013, A10 und A12). A.b Am 29. Oktober 2013 wurde die Beschwerdeführerin wegen Angs t- zuständen und unklarer Pr äkanzerose des Uterus ins H._______ einge- liefert. Gleichentags wurde sie v on dort zur Behandlung in die I._______ überwiesen. A.c Die I._______ reichten dem BFM nach der Entlassung der B e- schwerdeführerin einen Austrittsbericht zu den Akten. B. B.a Mit Verfügung vom 19. Februar 2014 – eröffnet am 21. Februar 2014 – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüch t- lingseigenschaft nicht, lehnte deren Asylgesuche vom 1. Oktober 2013 ab, ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisung s- vollzug an und händigte den Beschwerdeführenden die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus. Gleichzeitig teilte es den Beschwer- deführenden mit, sie würden zur Sicherstellung des Vollzugs während höchstens 30 Tagen in Ausschaffungshaft genommen , und beauftragte den Kanton J._______ mit dem Vollzug der Haft. B.b Mit Eingabe vom 20. März 2014 (Poststempel) erhoben die B e- schwerdeführenden gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsg e- richt Beschw erde und ersuchten sinngemäss um Asylgewährung bezi e- hungsweise um Verzicht auf die Anordnung des Wegweisungsvollzugs. D-1498/2014 Seite 3 Zur Untermauerung der Vorbringen reichten sie die Befragungs - und An- hörungsprotokolle sowie diverse Unterlagen zur gesundheitlichen Situat i- on der Beschwerdeführerin zu den Akten. Auf die Beschwerdebegründung und die Beweismittel wird – soweit ent- scheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sac hgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme liegt in casu nicht vor, weshalb das Bundesve r- waltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Das Verfahren war im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylgesetzes am 1. Februar 2014 bereits hängig, weshalb vorliegend das neue Recht gilt (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 14. Dezember 2012 im Asylgesetz [Stand am 1. Fe b- ruar 2014], Abs. 1). 1.4 Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde wurde in Englisch und damit nicht in einer Amtssprache D-1498/2014 Seite 4 des Bundes – in der Regel Deutsch, Französisch oder Italienisch – ver- fasst (Art. 70 Abs. 1 BV und Art. 33a Abs. 1 VwVG), weshalb sie grun d- sätzlich zur Übersetzung zurückzuweisen wäre. Aus pro zessökonomi- schen Gründen ist indessen darauf zu verzichten, da der Inhalt der B e- schwerde verständlich ist und darüber aufgrund der Aktenlage ohne We i- teres entschieden werden kann. Im Übrigen handelt es sich um eine s o- genannte Laienbeschwerde, an die keine hohen formellen Anforderungen zu stellen sind. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutre- ten (Art. 108 Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind o der begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewi rken. Den frauenspezifi- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). D-1498/2014 Seite 5 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheids legte das BFM insbesondere dar, die Beschwerdeführenden hätten Krankheiten sowohl physischer als auch psychischer Art und damit zusammenhängend e schwierige Lebensbedingungen geltend gemacht. Sie hätten jedoch w e- der eine Verfolgung noch eine Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu Pr o- tokoll ge geben. Die geschilderten Gründe, namentlich die durch die Krankheit verursachten schwierigen Bedingungen, seien zum einen rei n persönlicher Natur, zum anderen den politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Lebensbedingungen in Bosnien und Herzegowina zuzuschre i- ben. Es handle sich dabei um Nachteile, die jedermann treffen könnte n. Daher müssten diese Vorbringen, so bedauerlich s ie im Einzelnen auch seien, für die Asylgewährung als nicht relevant taxiert werden. Sie hielten deshalb den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand, so dass die Asylgesuche der Beschwerdeführenden abzulehnen seien. Den Vollzug der Wegweisung erachtete das Bundesamt als zulässig, z u- mutbar und möglich. N amentlich zu den gesundheitlichen Problemen der Beschwerdeführerin äusserte es sich dahingehend, dass die medizin i- schen Abklärungen in (…) ergeben hätten, es bestehe kein augenschein- licher Befund, der auf ein mögliches Karzinom hinweisen könnte (vgl. A k- ten A4/2, A9/1, A13/1-7, A20/7). Im Weiteren weise die Beschwerdeführe- rin selber ausdrücklich darauf hin, dass sie sowohl im Zusammenhang mit ihren Unterleibsbeschwerden als auch wegen ihrer psychischen Prob- leme in der Heimat seit Jahren medizinische Hilfe in Anspruch genommen habe. Dies werde auch durch die abgegebenen ärztlichen Berichte bestä- tigt (vgl. A5/4,8, A6/7, A10/4-6, A11/1, A12/2,4-6, A20/1-8). Hinsichtlich der Behauptung, die Beschwerdeführenden hätten alles selber bezahlen müssen, was ihre finanziellen Möglichkeiten überstiegen habe, sei darauf hinzuweisen, dass es ihnen nicht gelung en sei, dies glaubhaft darzul e- gen. So hät ten sie unterschiedliche Angaben zur So zialhilfe, zu ihrer Krankenversicherung und zu Gutscheinen , welche eine kostenlose medi-D-1498/2014 Seite 6 zinische Behandlung ermöglicht hätten , gemacht (vgl. A5 /4, A6 /8, A10/3,6-7, A12/6-7). Gesicherten Erkenntnissen des BFM zufolge übe r- nehme die Krankenv ersicherung die Beh andlungs- und Medikamente n- kosten. Zudem könn ten die Beschwerdefüh renden in ihrer Heimat nöt i- genfalls Sozialhilfe beantra gen, die abhängig von verschiedenen Fakt o- ren gewährt werde. Bei Sozialhilfeempfängern würden die Krankenvers i- cherungsprämien von der Gem einde übernommen und auch Beihilfen etwa für Wasser und Strom könnten ausgerichtet werden. Schliesslich sei noch auf das umfas sende familiäre Netz im Heimatland zu verweisen, welches die Beschwerdeführenden im Bedarfsfall ebenfalls unterstützen könne. 5.2 In der Rechtsmitteleingabe macht die Beschwerdeführerin im Wesent- lichen geltend, die Ärzte hätten ihr vor sechs Jahren ein gynäkologisches Problem diagnostiziert. In ihrem Heimatland gebe es Korruption und die Krankenversicherung bezahle weder Medikamente, Th erapien noch Arzt- besuche. Sie müsse für alles selber aufkommen . Der Beschwerdeführer habe zwar gearbeitet, doch de r Lohn sei nicht so gut gewesen. Sie leide auch an Depressionen, fühle sich für die familiäre Situation verantwortlich und habe negative Gedanken, weil sie keine Lösung für all ihre Probleme sehe. Die Kinder könnten kein normales Leben führen. In Anbetracht die- ser Umstände möchte sie etwas länger in der Schweiz bleiben. Falls sie nicht hier bleiben könne, möchte sie Unterstützung bei ihren gesundheitli- chen Problemen. 5.3 Als Grund für die Ausreise aus dem He imatland und die Einreichung ihrer Asylgesuche wiesen die Beschwerdeführenden auf die gesundheitli- che Situation der Beschwerdeführerin und die damit zusammenhänge n- den schwierigen Lebensbedingungen hin. So erklärte der Beschwerd e- führer, er habe Bosnien hauptsächlich wegen der Krankheit seiner Frau verlassen (vgl. A10 S. 4 F24), wäh rend die Beschwerdeführerin geltend machte, sie sei in die Schweiz gekommen, um sich medizinisch beha n- deln zu lassen (vgl. A6 S. 7). Die vorliegend geschilderten familiären Schwierigkeiten sind zwar zweifel los zu be dauern, doch können darin keine Beeinträchtigungen im Sinne einer staatlich motivierten Verfolgung erblickt werden. Dies umso weniger, als die Beschwerdeführenden selbst angaben, sie hätten mit den heimatlichen Behörden keinerlei Probleme gehabt (vgl. A5 S. 8/9, A6 S. 8). Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass die Vorbringen der Beschwer- deführenden den Anforderungen an die Asylrelevanz im Sinne von Art. 3 D-1498/2014 Seite 7 AsylG nicht stand halten. Sie erfüllen demzufolge die Flüchtlingseige n- schaft nicht, weshalb das BFM ihre Asylgesuche zu Recht abgelehnt hat. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus d er Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Weg weisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmung en über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der S chweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV , Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der D-1498/2014 Seite 8 Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerde - führenden in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aus sagen der Beschwerde - führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Bosnien und Herzegowina dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Euro- päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN-Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine kon- krete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung dr o- hen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies ist ihnen mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen nicht gelung en. Auch die allg e- meine Menschenrechtssituation im Heimatland lässt den Wegweisung s- vollzug zum heuti gen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret g efährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.1 Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden nach Bosnien und He r- zegowina – das der Bundesrat zum sogenannten verfolgung ssicheren Herkunftsstaat (safe country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG er-D-1498/2014 Seite 9 klärt hat – ist aufgrund der politischen Lage, der Menschenrechtssituation sowie der allgemeinen Lebensumstände als zumutbar zu erachten. 7.3.2 Vor diesem Hintergrund bleibt zu prüfen, ob sich der Wegweisungs- vollzug nach Bosnien und Herzegowina auch in individueller Hinsicht als zumutbar erweist. 7.3.2.1 Wie sich den A ussagen der Beschwerd eführenden entnehmen lässt, leidet die Beschwerdeführerin an Gebärmutterkrebs, Herzprobl e- men, Schwindelanfällen und Angstzuständen. Im Weiteren hat sie Atem- not, Schlafstörungen, manchmal Suizid -Gedanken und ist lärmempfin d- lich. Gemäss dem aktuellsten Austrittsbericht der I._______ vom 13. März 2014 wurden bei ihr folgende Diagnosen gestellt: Anpassungsstörungen, kurze depressive Reaktion (F43.20) ; differenzialdiagnostisch : r ezidivie- rende depressive Störung, leichte depressive Episode, ohne somatisches Syndrom (F33.00). Hinsichtlich dieser gesundheitlichen Pro bleme ist zunächst festzuhalten , dass b ei e iner Erkrankung nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs geschlossen werden kann, wenn eine notwendige mediz i- nische Be handlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führt. Als wesentlich wird die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet, die zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist, wobei Unzumutbarkeit jedenfalls noch nich t vorliegt, wenn im Heimat- oder Herkunfts staat eine nicht dem schweizerischen Standard entspr e- chende medizinische Behandlung möglich i st (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3; 2009/2 E. 9.3.2). Den Erkenntnissen des Gerichts zufolge ist eine medizinische Verso r- gung in Bosnien und Herzegowina gewährleistet. Zumindest in den Kra n- kenhäusern der grösseren Städte können alle üblichen medizinischen Untersuchungen, Behandlungen und Eingriffe vorgenommen werden (vgl. hierzu b spw. Urteile des Bundesverwaltungsge richts D-1645/2014 vom 7. April 2014 E. 5.2.2.1 , D-7186/2013 vom 18. Februar 2014 E. 4.2.1 , E-4487/2013 vom 19. August 2013). Gemäss den Akten hatte die B e- schwerdeführerin denn auch bereits im Heimatland Zugang zu ärztlicher Versorgung. Diesbezüglich gab sie an, sie habe hinsichtlich des Karz i- noms Medikamente bekommen und alle 15 -20 Tage zum Arzt gehen müssen. Ausserdem seien Therapien verschrieben und regelmässige D-1498/2014 Seite 10 Kontrollen durchgeführt worden. Die Behandlung bezüglich ihrer psych i- schen Probleme habe in monatlic hen Gesprächen beim Psychologen be- standen, welcher ihr ebenfalls Medikamente verschrieben habe (vgl. A12 S. 4 F28, S. 5 F33 -34). Vorliegend sind keine Hinweise ersichtlich, inwie- fern die Beschwerdeführerin in ihrer Heimat nicht auch weiterhin Zugang zu ärztlicher beziehungsweise medikamentöser Behandlung haben sollte. Es ist demnach nicht davon auszuge hen, sie wäre bei einer Rückk ehr aufgrund einer akuten medizinischen Notlage einer konkreten Gefäh r- dung ausgesetzt. Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführenden im Heimatland krankenversichert waren und entsprechende Ausweise hatten (vgl. A12 S. 6 F47, S. 7 F51), ist ihre Aussage, sie hätten alles selber b e- zahlen müssen (vgl. A10 S. 6 F50, A12 S. 7 F51), als unglaubhaft zu qua- lifizieren. Darüber hinaus steht es ihnen offen, nötigenfalls Sozialhilfe zu beantragen, was sie bis anhin nicht getan haben (vgl. A10 S. 3 F12, A12 S. 7 F55). Ihre Begründung hierfür, es habe Leute gegeben, welche einen Antrag gestellt hätten, jedoch nichts bekommen hätten (vgl. A10 S. 3 F14, A12 S. 7 F55), muss als unbehelfliche Schutzbehauptung beurteilt we r- den. Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass in Bosnien und Herzeg o- wina gemäss Kenntnis des Gerichts die medizinische Versorgung für b e- stimmte Bevölkerungsgruppen kostenlos ist. So erhalten etwa Empfänger von Sozialleistungen eine kostenlose Krankenversicherung, indem sie sich bei der städtischen oder regionalen Krankenversicherung melden und die entsprechenden Nachweise vorlegen. Im Bedarfsfall hat die B e- schwerdeführerin schliesslich auch die Möglichkeit, medizinische Rüc k- kehrhilfe in Anspruch zu nehmen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierung s- fragen [AsylV 2, SR 142.312]). 7.3.2.2 Darüber hinaus sind keine weiteren persönlichen Gründe ersich t- lich, aufgrund derer geschlossen werden könnte, die Beschwerdeführe n- den gerieten im Falle der Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation. Beide verfügen über einen Mittelschulabs chluss (vgl. A5 S. 4, A6 S. 4). Der Beschwerdeführer liess sich zudem im Bereich Landmaschinenrepa- ratur ausbilden und arbeitete bei einer Bau firma (vgl. A5 S. 4, A10 S. 3 F9). Beim Aufbau einer neuen Existenz werden ihnen diese Vorausse t- zungen von Nutzen sein. In diesem Zusa mmenhang gilt es jedoch darauf hinzuweisen, dass allein wirtschaftliche Schwierigkeiten, von welchen die vor Ort ansässige Bevölkerung generell betroffen ist, wie beispielsweise ein schwieriger Arbeitsmarkt, für sich allein keine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darstellt (vgl. BVGE 2010/41 E. 8.3.6). Aus der im Heimatland herrschenden Korruption vermögen die Beschwerd e-D-1498/2014 Seite 11 führenden demzufolge nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Sollten sie sich nach der Rückkehr mit allfälligen Anfangsschwierigkeiten konfrontiert sehen, werden sie auch die Möglichkeit haben, sich an andere Personen zu wenden, von denen sie bereits Unterstützung erfahren haben (vgl. A10 S. 3 F10, A12 S. 4 F24). Da mehrere ihrer Angehörigen in der Heimat le- ben (Eltern, ein Brud er des Beschwerdeführers [A5 S. 5 ]; Eltern, eine Schwester, drei Tanten, zwei Onkel der Beschwerdeführerin [A6 S. 4/5]), darf im Weiteren von einem tragfähigen Beziehungsnetz ausgegangen werden, welches den Beschwerdeführenden bei der Wiedereingliederung behilflich sein kann. Ausserdem verfügen sie mit einem eigenen Haus in (…) über eine gesicherte Wohnsituation im Heimatland (vgl. A5 S. 5). Ihre bald zehnjährige Tochter und der elfjährige Sohn dürften – wie für Kinder in diesem Alter üblich – noch stark an die Eltern gebunden sein, weshalb für sie eine Rückkehr nach Bosnien und Herzegowina keine unüberwind- baren Probleme mit sich bringen sollte. Zudem ist davon auszugehen, dass die Kinder in schulischer Hinsicht den Anschluss an ih re bosnisch- herzegowinischen Altersgenossen finden können. Der Vollzug der We g- weisung ist somit auch unter dem Aspekt des Kindeswohls zumutbar. 7.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden , sich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwend i- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich qualifiziert. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt ( Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf in s- gesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l-D-1498/2014 Seite 12 tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-1498/2014 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Gérald Bovier Karin Schnidrig Versand: