<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00305</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204632&amp;W10_KEY=4467140&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00305</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.11.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Kreisel und Strassengestaltung. Unzulässiges Zuschlagskriterium der Ortskenntnisse<br/><br/>Das Abstellen auf Ortskenntnisse eines Bewerbers ist unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung auswärtiger Anbieter ausgesprochen problematisch; die generelle Anwendung eines solchen Vergabekriteriums würde den vom Binnenmarktgesetz angestrebten freien und gleichberechtigten Zugang zum Markt auf dem ganzen Gebiet der Schweiz stark einschränken. Ortskenntnisse dürfen daher nur verlangt werden, wenn sie wegen der Eigenart des zu vergebenden Auftrags von besonderem Nutzen sind und damit als sachlich gerechtfertigt erscheinen. Angesichts der mit diesem Kriterium verbundenen Gefahr der Diskriminierung auswärtiger Anbieter sind an den Nachweis, dass für den betreffenden Auftrag Ortskenntnisse erforderlich sind, hohe Anforderungen zu stellen (E. 5.1). Im vorliegenden Fall ist nicht einzusehen, weshalb ein auswärtiger Anbieter ohne vertiefte Ortskenntnisse nicht in der Lage sein sollte, den Auftrag auszuführen (E. 5.2). Die auf Ortskenntnisse bezogenen Zuschlagskriterien erweisen sich deshalb als sachlich nicht gerechtfertigt und mithin unzulässig. Gutheissung (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISKRIMINIERUNG">DISKRIMINIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINLADUNGSVERFAHREN">EINLADUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEINGENIEUR">GEMEINDEINGENIEUR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWICHTUNG">GEWICHTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLEICHBEHANDLUNG">GLEICHBEHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INGENIEUR">INGENIEUR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MARKTZUGANG">MARKTZUGANG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSKENNTNIS">ORTSKENNTNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSKREISEL">VERKEHRSKREISEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSCHLAGSKRITERIEN">ZUSCHLAGSKRITERIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 3 Abs. I BGBM</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 Abs. I BGBM</span><br/><span class="gerade">Art. 1 Abs. III lit. b IVÃ¶B</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2004 Nr. 38 S. 88</span><br/><span class="gerade">RB 2004 Nr. 38</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Die Gemeinde X erÃ¶ffnete am 10. Mai 2004 ein Einladungsverfahren zur Vergabe von Ingenieurarbeiten fÃ¼r das Bauprojekt und das Bewilligungsverfahren eines Verkehrskreisels und die Neugestaltung der L-/M-Strasse. Drei IngenieurbÃ¼ros wurden zur Angebotsabgabe eingeladen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschluss des Tiefbau- und des Finanzvorstands vom 13. Juli 2004 wurden die Ingenieurarbeiten an das IngenieurbÃ¼ro B AG, X, vergeben und ein entsprechender Kredit bewilligt.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 29. Juli 2004 erhob die A AG, Y, beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Vergabeentscheid der Gemeinde X und beantragte, die Bewertung der Angebote sei "bezÃ¼glich Lokalkenntnisse" neu vorzunehmen. Gleichzeitig stellte sie ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Gemeinde X stellte in ihrer Beschwerdeantwort vom 19. August 2004 Antrag auf Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin und ersuchte darum, die aufschiebende Wirkung zu verweigern. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Replik vom 17. September 2004 hielt die A AG an ihrem Standpunkt fest. Zudem beantragte sie, die Bewertung der Angebote sei auch bezÃ¼glich der "Thematik 'Vision C'" neu vorzunehmen, und der Offertpreis sei gemÃ¤ss der Ausschreibung mit einer Gewichtung von 60 % einzusetzen. Die Gemeinde X verzichtete auf Duplik.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die B AG nahm zu keinem Zeitpunkt zum Beschwerdeverfahren Stellung. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 30. August 2004 wurde der Beschwerde aufschiebende Wirkung erteilt.</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 (IVÃ¶B) zur Anwendung.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet die sehr tiefe Bewertung ihrer Lokalkenntnisse, die ihrer Ansicht nach bei dem Projekt kein zulÃ¤ssiges Kriterium darstellten und darum neu zu beurteilen seien. Die in die Bewertung und BegrÃ¼ndung eingeflossene und mit 5 % bewertete "Thematik 'Vision C'" sei in den Ausschreibungsunterlagen nirgends erwÃ¤hnt gewesen. Die Lokalkenntnisse des Projektleiters seien in der Bewertung mit einer Gewichtung von 10 % eingesetzt worden, weshalb sich insgesamt 15 % fÃ¼r Lokal- bzw. Vorkenntnisse ergÃ¤ben. Sie hÃ¤tte aufgrund der Ausschreibung mit gutem Recht davon ausgehen kÃ¶nnen, dass die "Vertrautheit mit den Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen" als eines von drei Stichworten beim Kriterium "Qualifikation des eingesetzten Personals" eine Gewichtung von etwa 6 bis 7 % erfahre.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die fehlende Auseinandersetzung mit den "Regierungszielen" kÃ¶nne nicht als BegrÃ¼ndung fÃ¼r die sehr tiefe Punktzahl dienen, da sonst eine fehlende Teilnahme an Workshops usw. eine erfolgreiche Offerteinreichung zum vornherein verhindern wÃ¼rde. Bei dem vorliegenden, relativ bescheidenen Auftragsvolumen und dem klar begrenzten Projektperimeter kÃ¶nne eine vorgÃ¤ngige, vertiefte Auseinandersetzung mit Ã¼bergeordneten und strategischen Projektzielen weder erwartet werden, noch wÃ¼rde sich diese positiv auf den bauherrenseitigen ProjektfÃ¼hrungsaufwand oder die ProjektqualitÃ¤t auswirken. Bei der durch die Beschwerdegegnerin so stark bewerteten Mitarbeit der Mitbeteiligten mÃ¼sse vielmehr eine Vorbefassung mit dem Projekt vermutet werden. Kenntnisse Ã¼ber Schwerpunkte und "Regierungsziele" des Gemeinderats wÃ¼rden in der Ausschreibung nicht gefordert und kÃ¶nnten in der Offertbeurteilung somit auch nicht bewertet werden. Sie beantragte, die Gewichtung des Punkts "Vertrautheit mit den Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen" mit maximal 7 % einzusetzen, die restlichen 8 % seien gemÃ¤ss Ausschreibung dem Punkt "Qualifikation des eingesetzten Personals" zuzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdegegnerin macht dagegen geltend, das Projekt sei als "Kreisel und Neuge­staltung der L-/M-Strasse" ausgeschrieben worden. Mit der "Gestaltung" werde der Anspruch auf eine sorgfÃ¤ltige Einpassung in eine komplexe Umgebung geltend gemacht. Eine standardisierte LÃ¶sung erfÃ¼lle die AnsprÃ¼che dieses Projekts nicht. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei der Mitbeteiligten habe sie die Gewissheit, dass die Schwerpunkte und "Regierungsziele" des Gemeinderats, denen dieses Projekt unterliege, umgesetzt wÃ¼rden. Der Anbieter sei vor Ort tÃ¤tig und bekleide die externe Funktion des Gemeindeingenieurs. BezÃ¼glich der Realisierung von Kreiselbauten gewÃ¤hrleiste die Mitbeteiligte ein Optimum an Effizienz. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen gebe es keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin den Kreisel und die Neugestaltung der L-/M-Strasse wirtschaftlich gÃ¼nstig ausfÃ¼hre. Sie habe sich gemÃ¤ss eigenen Angaben nie mit den "Regierungszielen" bezÃ¼glich Planung und Dorfentwicklung auseinander gesetzt, obwohl viele MÃ¶glichkeiten dazu bestanden hÃ¤tten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Nach § 33 Abs. 1 der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 (SubmV) erhÃ¤lt â sofern nicht ausnahmsweise das alleinige Kriterium des niedrigsten Preises (§ 31 Abs. 2 SubmV) zur Anwendung kommt â das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot den Zuschlag, wobei neben dem Preis insbesondere die folgenden Kriterien berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen: QualitÃ¤t, ZweckmÃ¤ssigkeit, Termine, technischer Wert, Ãsthetik, Betriebskosten, Nachhaltigkeit, KreativitÃ¤t, Kundendienst, Lehrlingsausbildung und Infrastruktur. Die fÃ¼r eine bestimmte Beschaffung massgeblichen Zuschlagskriterien werden von der VergabebehÃ¶rde im Hinblick auf die Besonderheiten des Auftrags festgelegt, wobei ihr ein erheblicher Beurteilungsspielraum zusteht. Allerdings ist es unzulÃ¤ssig, sachfremde Kriterien heranzuziehen, die fÃ¼r den konkreten Auftrag ohne Bedeutung sind; dazu zÃ¤hlen insbesondere regional-, steuer- oder strukturpolitische Ãberlegungen (Peter Gauch/Hubert StÃ¶ckli, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bundes â Vergabethesen 1999, Freiburg 1999, Ziff. 12.1). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Die Beschwerdegegnerin hat in den Ausschreibungsunterlagen die Beurteilungskriterien und deren Gewichtung wie folgt festgelegt:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat">1. Preis 60 %</p> <p class="EinzugZitat">2. Qualifikation der Firma 20 %</p> <p class="EinzugZitat">3. Qualifikation des eingesetzten Personals 20 %</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss Ausschreibungsunterlagen waren unter dem Zuschlagskriterium "Qualifikation der Firma" folgende Punkte relevant, bei denen es sich aber nur um Hinweise ohne eigene Gewichtung handelte: "VerfÃ¼gbarkeit, Termineinhaltung und Kundenzufriedenheit", "Referenzen von vergleichbaren Aufgaben [â¦]", "Projektorganisation bezÃ¼glich Projektleiter und Mitarbeitern", "Lehrlingsausbildung" sowie "Berufsverband zugehÃ¶rig/unterstellt". Das Zuschlagskriterium "Qualifikation des eingesetzten Personals" wurde mit den Punkten "Ausbildung", "Erfahrung mit Ã¤hnlichen Projekten" und "Vertrautheit mit den Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen" nÃ¤her spezifiziert. In der Bewertungstabelle wurde dieses Zuschlagskriterium dann in die Unterkriterien "Erfahrung" (10 %) und "lokale Kenntnisse" (10 %) aufgeteilt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>Die Interkantonale Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen bezweckt unter anderem, die Gleichbehandlung aller Anbietenden zu gewÃ¤hrleisten (Art. 1 Abs. 3 lit. b IVÃ¶B). Auch gemÃ¤ss Art. 5 Abs. 1 des Binnenmarktgesetzes vom 6. Oktober 1995 (BGBM) dÃ¼rfen ortsfremde Anbietende bei einer Ã¶ffentlichen Beschaffung nicht benachteiligt werden. ZulÃ¤ssig sind ihnen gegenÃ¼ber nach Art. 3 Abs. 1 BGBM nur BeschrÃ¤nkungen, welche gleichermassen auch fÃ¼r ortsansÃ¤ssige Personen gelten (lit. a), zur Wahrung Ã¼berwiegender Ã¶ffentlicher Interessen unerlÃ¤sslich sind (lit. b) und dem Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit entsprechen (lit. c). Im Rahmen eines Einladungsverfahrens ist eine gewisse Bevorzugung ortsansÃ¤ssiger oder regionaler Anbieter grundsÃ¤tzlich auch insofern zulÃ¤ssig, als es der VergabebehÃ¶rde erlaubt ist, fÃ¼r einen bestimmten Auftrag nur einheimische Unternehmen zur Offertstellung einzuladen. Werden aber auch Anbieter aus anderen Regionen und Kantonen eingeladen, ist die VergabebehÃ¶rde ihnen gegenÃ¼ber an das Gebot der Gleichbehandlung bzw. das Verbot der Diskriminierung gebunden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Abstellen auf Ortskenntnisse eines Bewerbers ist unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung auswÃ¤rtiger Anbieter ausgesprochen problematisch; die generelle Anwendung eines solchen Vergabekriteriums wÃ¼rde den vom Binnenmarktgesetz angestrebten freien und gleichberechtigten Zugang zum Markt auf dem ganzen Gebiet der Schweiz (Art. 1â3 BGBM) stark einschrÃ¤nken. Ortskenntnisse dÃ¼rfen daher nur verlangt werden, wenn sie wegen der Eigenart des zu vergebenden Auftrags von besonderem Nutzen sind und damit als sachlich gerechtfertigt erscheinen (VGr, 6. Juni 2001, VB.2000.00391, E. 3d/aa, www.vgrzh.ch; VGr AG, AGVE 1998, S. 375 E. 6c). Angesichts der mit diesem Kriterium verbundenen Gefahr der Diskriminierung auswÃ¤rtiger Anbieter sind an den Nachweis, dass fÃ¼r den betreffenden Auftrag Ortskenntnisse erforderlich sind, hohe Anforderungen zu stellen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span>Die sorgfÃ¤ltige Einpassung eines Verkehrskreisels und einer neu gestalteten Strasse in die Umgebung ist ohne weiteres auch einem Anbieter mÃ¶glich, der nicht Ã¼ber langjÃ¤hrige Ortskenntnisse als Gemeindeingenieur verfÃ¼gt. Auch ist nicht einzusehen, weshalb ein auswÃ¤rtiger Anbieter nicht in der Lage sein sollte, die so genannten "Regierungsziele" des Gemeinderats X umzusetzen, die ohnehin in Bezug auf das streitbetroffene Projekt keine konkreten Vorgaben enthalten. Das Gesagte gilt auch fÃ¼r das von der BeschwerdefÃ¼hrerin gerÃ¼gte und von der Beschwerdegegnerin erstmals in der Bewertungstabelle aufgefÃ¼hrte und mit 5 % gewichtete Zuschlagskriterium "Thematik 'Vision C'". Der Kreisel ist Bestandteil der "Vision C". Der im Entstehen begriffene Wohn- und Erholungspark "C" nimmt deshalb gestalterischen Einfluss auf Kreisel und Neugestaltung der L-/M-Strasse, etwa in Bezug auf Lampentyp und Kreiselschmuck. Solche Besonderheiten kÃ¶nnen jedoch durchaus berÃ¼cksichtigt werden, ohne dass vorgÃ¤ngig schon eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik, etwa im Rahmen von Workshops oder der PrÃ¤sentation an einer Gewerbemesse, stattgefunden hÃ¤tte.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die beiden angewandten Zuschlagskriterien "lokale Kenntnisse des Personals" und "Thematik 'Vision C'" erweisen sich im vorliegenden Fall als sachlich nicht gerechtfertigt und mithin unzulÃ¤ssig. Wird von der BerÃ¼cksichtigung dieser Zuschlagskriterien abgesehen, erreicht die BeschwerdefÃ¼hrerin mit 844 Punkten die hÃ¶chste Punktzahl. Sie ist damit besser platziert als die beiden anderen Anbieterinnen, welche von der Beschwerdegegnerin zur Offertstellung eingeladen wurden und 796 bzw. 730 Punkte aufweisen. Die VerfÃ¼gung der Vergabeinstanz ist deshalb nicht haltbar und der Entscheid in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat auch die Bewertung ihres Angebotspreises beanstandet. Wie es sich damit verhÃ¤lt, ist fÃ¼r den Ausgang des Verfahrens nicht mehr von Belang und kann offen bleiben.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>8. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Erweist sich die Beschwerde als begrÃ¼ndet, und ist der Vertrag mit dem bevorzugten Anbieter noch nicht abgeschlossen, so wird der angefochtene Vergabeentscheid aufgehoben. GemÃ¤ss Art. 18 Abs. 1 IVÃ¶B kann das Verwaltungsgericht sodann in der Sache selbst entscheiden oder sie â allenfalls mit verbindlichen Anordnungen â an die vergebende BehÃ¶rde zurÃ¼ckweisen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Da dem Verwaltungsgericht nicht bekannt ist, ob mit dem Zuschlag allenfalls Nebenbestimmungen oder ergÃ¤nzende vertragliche Regelungen â z.B. mit Bezug auf die durch das Beschwerdeverfahren verzÃ¶gerte Terminplanung â zu verbinden sind (vgl. dazu VGr, 17. Februar 2000, BEZ 2000 Nr. 25, E. 5b), ist es nicht zweckmÃ¤ssig, den Zuschlag unmittelbar mit dem Beschwerdeentscheid zu erteilen. Die Sache ist vielmehr mit einer entsprechenden Weisung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. SelbstverstÃ¤ndlich dÃ¼rfen der BeschwerdefÃ¼hrerin aber mit dem Zuschlag keine Auflagen gemacht werden, die von der Sache her nicht gerechtfertigt sind oder der von der Vergabestelle bevorzugten Anbieterin unter gleichen Voraussetzungen nicht auferlegt wÃ¼rden (VGr, 13. Februar 2002, BEZ 2002 Nr. 33).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>9. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihr damit von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und Ziff. 1 des angefochtenen Beschlusses <span>des Tiefbau- und des Finanzvorstands </span>X <span>vom 13. Juli 2004 </span>aufgehoben. Die Sache wird an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckgewiesen, um den Zuschlag der BeschwerdefÃ¼hrerin zu erteilen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'210.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</p> <p class="Urteilstext"><span>4. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>