<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00050</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204206&amp;W10_KEY=4467141&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00050</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 05.05.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zufahrtserschliessung über einen Flurweg<br/><br/>Zufahrt: tatsächliche und rechtliche Sicherung einer Zufahrt (E.2)<br/><br/>Flurweggemeinschaft: Das Verhältnis unter den Beteiligten richtet sich grundsätzlich nach Bundeszivilrecht. Die Gemeinschaft der Anstösser - ein gesetzlich bestimmtes Gesamthandsverhältnis - ist den Regeln der einfachen Gesellschaft unterstellt. Mangels besonderer Bestimmung im Landwirtschaftsgesetz gilt das Kopfstimmrecht gemäss Art. 534 OR auch bei der Ermittlung der Mehrheit im Sinne von § 110 Abs. 2 LG. Es steht mithin jedem Grundeigentümer unabhängig von der Anzahl oder der Grösse der in seinem Eigentum stehenden Grundstücke eine Stimme zu (E.2.1) - Bei der Ermittlung der Mehrheit sind die von der Benutzung des Flurwegs "Beteiligten" nicht mitzuzählen (E.2.2).<br/><br/>Nebenbestimmung (E.3)</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FLURWEG">FLURWEG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESAMTEIGENTÃMER">GESAMTEIGENTÃMER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOPFSTIMMPRINZIP">KOPFSTIMMPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEBENBESTIMMUNG">NEBENBESTIMMUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUFAHRT">ZUFAHRT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 108 Abs. I LwG</span><br/><span class="ungerade">Art. 110 Abs. I LwG</span><br/><span class="gerade">Art. 110 Abs. II LwG</span><br/><span class="ungerade">Art. 110 Abs. III LwG</span><br/><span class="gerade">Art. 110 Abs. IV LwG</span><br/><span class="ungerade">Art. 534 Abs. I OR</span><br/><span class="gerade">Art. 534 Abs. II OR</span><br/><span class="ungerade">§ 237 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 237 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 321 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 24 S. 10</span><br/><span class="ungerade">RB 2004 Nr. 71</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baukommission der Gemeinde X erteilte am 16. Mai 2000 A die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Erstellung von vier EinfamilienhÃ¤usern mit Unterniveaugarage und zwei AutoabstellplÃ¤tzen auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 (nach der Parzellierung in vier GrundstÃ¼cke = Kat.-Nrn. 02 - 05) an der P-Strasse 07, 08 und 09 in X. GemÃ¤ss den BauplÃ¤nen sollte die Erschliessung des BaugrundstÃ¼cks bzw. der Garage parallel zum Flurweg Nr. 12, Kat.-Nr. 10 (Q-Weg), direkt in die P-Strasse erfolgen. Die vier EinfamilienhÃ¤user wurden in der Folge erstellt und sind mittlerweile bezogen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 5. Juli 2002 erteilte die Baukommission X der J GmbH die Baubewilligung fÃ¼r die Umgebungsgestaltung sowie die (neue) Erschliessung der Unterniveaugarage Ã¼ber den an­gren­zenden Flurweg Nr. 12 (Kat.-Nr. 10). Nachdem die Erschlies­sungsarbeiten auf dem Flurweg vorzeitig aufgenommen worden waren, verfÃ¼gte der PrÃ¤sident der Baukommission X am 10. Juli 2002 gegenÃ¼ber der J GmbH einen einstweiligen Baustopp fÃ¼r die Zufahrt.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diesen Baustopp erhob die J GmbH am 9. August 2002 Rekurs an die Baurekurskommission. Mit Rekurseingabe vom 12. August 2002 focht auch L, EigentÃ¼merin des auf der gegenÃ¼berliegenden Seite des Flurwegs Nr. 12 gelegenen GrundstÃ¼cks (Kat.-Nr. 11), die Baubewilligung vom 5. Juli 2002 an und liess beantragen, es sei die Erschliessung des BaugrundstÃ¼cks unter Inanspruchnahme des Flurwegs zu verweigern.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission vereinigte am 17. Dezember 2002 die beiden Rekursverfahren (Dispositiv Ziff. I), wies den Rekurs der J GmbH ab (Dispositiv Ziff. II), hiess das Rechts­mittel von L gut und hob damit die VerfÃ¼gung der Baukommission X vom 5. Juli 2002 bezÃ¼glich der Erschliessung Ã¼ber den Flur­weg auf (Dispositiv Ziff. III).</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 7. Februar 2003 liessen die J GmbH sowie die Adressaten des Bauentscheids vom 5. Juli 2002 bzw. die EigentÃ¼mer der betroffenen Baugrund­stÃ¼cke Kat.-Nr. 02 - 05 Beschwerde erheben. Sie beantragten dem Verwaltungsgericht, Ziffer III des Rekursentscheids sei aufzuheben und die VerfÃ¼gung der Baukommission X vom 5. Juli 2002 bezÃ¼glich der Erschliessung zu bestÃ¤tigen, eventualiter sei diese VerfÃ¼gung mit einer Nebenbestimmung zu ergÃ¤nzen, wonach die Bewilligung fÃ¼r die FlurwegbenÃ¼tzung von einem Entscheid des Gemeinderats im Sinne von § 110 Abs. 4 des Landwirtschaftsgesetzes vom 2. September 1979 (LG) abhÃ¤ngig gemacht werde, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission und L beantragten Abweisung der Beschwerde; Letztere verlangte zudem die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. Die Baukommission X verzichtete auf eine Stellungnahme.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben. </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span> zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span class="UrteilstextChar"><span>Die Beschwerde richtet sich nur insoweit gegen den Entscheid der Baurekurskommission vom 17. Dezember 2002, als damit die Baubewilligung der Baukommission X vom 5. Juli 2002 bezÃ¼glich der Erschliessung der GrundstÃ¼cke Kat.-Nrn. 02 - 05 Ã¼ber den Flurweg Nr. 12 (Q-Weg) aufgehoben wurde. Die Rekurskommission fÃ¼hrte hierzu aus, gemÃ¤ss § 237 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) mÃ¼sse eine Zufahrt nicht nur in verkehrstechnischer Hinsicht genÃ¼gen, sondern auch in rechtlicher Beziehung hinreichend sein. Vorliegend stelle sich die â zivil­recht­liche â Vorfrage, ob eine rechtsgenÃ¼gende Zustimmung der FlurwegeigentÃ¼mer vorliege. GemÃ¤ss § 110 Abs. 2 LG bedÃ¼rfe eine Ã¼ber die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung hinausgehende BenÃ¼tzung eines Flurwegs durch einen Beteiligten der Zustimmung</span></span><span> <span class="UrteilstextChar">der Mehrheit der Ã¼brigen EigentÃ¼mer. Dabei dÃ¼rften die EigentÃ¼mer der BaugrundstÃ¼cke nicht mitgezÃ¤hlt werden. Zudem stehe nach den hier anwendbaren Regeln Ã¼ber die einfache Gesellschaft jedem GrundeigentÃ¼mer unabhÃ¤ngig von der Anzahl der in seinem Eigentum stehenden GrundstÃ¼cke (nur) eine Stimme zu. Vorliegend bedÃ¼rfe es zur Erreichung der gemÃ¤ss § 110 Abs. 2 LG vorgesehenen Mehrheit fÃ¼nf Zustimmungen. Da nur drei Zustimmungen vorlÃ¤gen, fehle es an der erforderlichen Mehrheit. Daher sei die Baubewilligung vom 5. Juli 2002 bezÃ¼glich der Erschliessung Ã¼ber den Flurweg aufzuheben.</span></span></p> <p class="Erwgung1"><span class="UrteilstextChar"><span>Diesen AusfÃ¼hrungen halten die BeschwerdefÃ¼hrenden entgegen, die Rechtsauffassung, wonach die EigentÃ¼mer der BaugrundstÃ¼cke kein Stimmrecht hÃ¤tten, entspreche zwar dem Wortlaut von § 110 Abs. 2 LG, stehe aber im Widerspruch zu Sinn und Zweck dieser gesetzlichen Vorschrift. Der Gesetzgeber habe mit dieser Formulierung lediglich das "absolute Mehrheitsprinzip" im Gesetz verankern, nicht aber einzelne EigentÃ¼mer von der Abstimmung ausschliessen wollen. Weiter sei zu beanstanden, dass vorliegend jener Erbengemeinschaft, die EigentÃ¼merin von insgesamt vier GrundstÃ¼cken sei, nur eine Stimme angerechnet werde. Der Gesetzgeber sei stillschweigend davon ausgegangen, dass der jeweilige EigentÃ¼mer fÃ¼r jedes an einem Flurweg beteiligte GrundstÃ¼ck stimmberechtigt sei. Die gegenteilige Auffassung der Rekurskommission benachteilige massiv die EigentÃ¼mer mehrerer am Flurweg beteiligten GrundstÃ¼cke. Dass der Gesetzgeber eine derartige Konsequenz beabsichtigt habe, erscheine schlicht ausgeschlossen. Die betreffende Erbengemeinschaft kÃ¶nnte ihre vier GrundstÃ¼cke an vier verschiedene Personen verkaufen oder unter sich aufteilen, was das StimmenverhÃ¤ltnis auf einen Schlag Ã¤ndern wÃ¼rde. In diesem Punkt mÃ¼sse eine LÃ¼cke im Gesetz angenommen werden, welche der Richter nach den allgemeinen Regeln ausfÃ¼llen mÃ¼sse. WÃ¼rde aber die betreffende Erbengemeinschaft mit vier Stimmen, d.h. eines pro GrundstÃ¼ck, in der Abstimmung berÃ¼cksichtigt, resultiere eine zustimmende Mehrheit. Schliesslich ignoriere die Rekurskommission die Tatsache, dass vorliegend nach § 110 Abs. 3 LG die FlurwegeigentÃ¼mer gesetzlich verpflichtet seien, die Zustimmung zu erteilen. Einer GrundstÃ¼ckserschliessung Ã¼ber einen Flurweg sei nur dann die rechtliche Sicherstellung abzusprechen, wenn objektive Anhaltspunkte bestÃ¼nden, dass die nicht zustimmenden EigentÃ¼mer ihre Zustimmung mit einiger Wahrscheinlichkeit zu Recht verweigerten. Solche Anhaltspunkte fehlten. Sollte die Rekurskommission zu Recht das Vorliegen einer Zustimmung gemÃ¤ss § 110 Abs. 2 LG verneint haben, sei dieser Mangel durch Erlass einer Nebenbestimmung zu beheben. Die vollstÃ¤ndige Aufhebung der gewÃ¤hrten Bewilligung fÃ¼r die BenÃ¼tzung des Flurwegs sei unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Es gehe nur um eine Ã¤usserst geringfÃ¼gige Beanspruchung des Flurweggebiets von rund 20 m<sup>2</sup>. Der einzige FlurwegeigentÃ¼mer, der noch aktiv Landwirtschaft betreibe, habe sich mit der anderweitigen WegbenÃ¼tzung einverstanden erklÃ¤rt. Schliesslich sei auch offensichtlich, dass der Ausbaustand des Wegs fÃ¼r den in Frage stehenden Gebrauch technisch genÃ¼ge. Sollte dies von der Beschwerdegegnerin bestritten werden, so werde die DurchfÃ¼hrung eines Augen­scheins beantragt. Es kÃ¶nne davon ausgegangen werden, dass der Gemeinderat X in Anwendung von § 110 Abs. 4 LG der Wegbeanspruchung zustimmen werde.</span></span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><span>Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, muss eine Zufahrt nicht nur in tatsÃ¤chlicher Hinsicht genÃ¼gen (§ 237 Abs. 1 PBG), sondern auch rechtlich gesichert sein (RB </span><span>1981 Nr</span><span>. 129 = BEZ 1981 Nr. 1 E. 3). Flurwege dÃ¼rfen nach § 110 Abs. 1 LG von den FlurwegeigentÃ¼mern unbeschrÃ¤nkt zur land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung ihrer GrundstÃ¼cke benutzt werden. Eine anderweitige BenÃ¼tzung bedarf laut § 110 Abs. 2 LG der Zustimmung der Mehrheit der Ã¼brigen EigentÃ¼mer. Diese Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Ausbaustand des Wegs fÃ¼r den vorgesehenen Gebrauch genÃ¼gt und dieser den land- oder forstwirtschaftlichen Verkehr nicht wesentlich beeintrÃ¤chtigt (§ 110 Abs. 3 LG). Kommt keine Einigung unter den FlurwegeigentÃ¼mern zustande, entscheidet gemÃ¤ss § 110 Abs. 4 LG der Gemeinderat.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.1 </span></b><span>Flurwege dienen der Erschliessung von land- oder forstwirtschaftlichen GrundstÃ¼cken. Sie stehen im Gesamteigentum der AnstÃ¶sser und sind als ausgeschiedene GrundstÃ¼cke ins Grundbuch aufzunehmen (§ 108 Abs. 1 lit. b LG). Das VerhÃ¤ltnis unter den Beteiligten richtet sich vorbehÃ¤ltlich besonderer Bestimmungen nach Privatrecht. Die genannte Bestim­mung verweist somit auf Bundeszivilrecht bzw. auf Art. 652 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1917 (OGr, 29. April 1986, ZR 85/1986 Nr. 99, E. 2b; vgl. auch Hans Huber, Das Flurwegrecht des Kantons ZÃ¼rich, Affoltern am Albis 1944, S. 136 ff.). Zu Recht hat die Vorinstanz die Gemeinschaft der AnstÃ¶sser â ein gesetzlich bestimmtes GesamthandschaftsverhÃ¤ltnis â den Regeln der einfachen Gesellschaft (Art. 530 ff. des Obligationenrechts vom 30. MÃ¤rz 1911 [OR]) unterstellt, welche vom Gesetzgeber als Auffanggesellschaft konzipiert wurde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss Art. 534 OR ist fÃ¼r BeschlÃ¼sse der einfachen Gesellschaft grundsÃ¤tzlich Einstimmigkeit erforderlich (Abs. 1). Sind vertraglich MehrheitsbeschlÃ¼sse vorgesehen, so errechnet sich die Mehrheit nach der Personenzahl (Abs. 2); es gilt also das Kopfstimmprinzip. Mangels einer besonderen Bestimmung im Landwirtschaftsgesetz gilt das Kopfstimmprinzip auch bei Ermittlung der Mehrheit im Sinne von § 110 Abs. 2 LG. Es steht mithin jedem GrundeigentÃ¼mer unabhÃ¤ngig von der Anzahl GrundstÃ¼cke in seinem Eigentum <i>eine </i>Stimme zu (vgl. auch Huber, S. 159). Eine GesetzeslÃ¼cke liegt nicht vor, regelt doch das Recht der einfachen Gesellschaft, auf welches das Landwirtschaftsgesetz verweist, das Kopfstimmprinzip ausdrÃ¼cklich. Wenn der Gesetzgeber das bei MehrheitsbeschlÃ¼ssen der einfachen Gesellschaft geltende Stimmprinzip bei MehrheitsbeschlÃ¼ssen der Gemeinschaft der FlurweggesamteigentÃ¼mer nicht beabsichtigt haben sollte, wie die BeschwerdefÃ¼hrenden geltend machen, hÃ¤tte er im Gesetz â wie bei den Unterhaltsgenossenschaften (§ 49 Abs. 2 LG) â besondere Bestimmungen erlassen kÃ¶nnen. So ist beispielsweise fÃ¼r die GrÃ¼ndung von Unterhaltsgenossenschaften gemÃ¤ss § 52 Abs. 1 in Verbindung mit § 49 Abs. 1 LG entweder die Mehrheit der beteiligten GrundeigentÃ¼mer oder die Mehrheit der beigezogenen FlÃ¤che erforderlich, wÃ¤hrend nach § 59 Abs. 2 LG in der Genossenschaftsversammlung jedem Mitglied "ohne RÃ¼cksicht auf den Umfang seines Grundeigentums" eine Stimme zukommt und das Mehrheitsprinzip gilt (§ 61 Abs. 1 LG). Dass sich die StimmrechtsverhÃ¤ltnisse Ã¤ndern, wenn ein EigentÃ¼mer sein Grundeigentum ganz oder teilweise auf verschiedene Personen Ã¼bertrÃ¤gt, ist eine Folge von Art. 534 Abs. 2 OR, wonach jedem (Gesamt)EigentÃ¼mer <i>eine</i> Stimme zugemessen und die Stimmkraft nicht nach anderen Kriterien â z.B. nach der GrundstÃ¼cksflÃ¤che â geregelt wird. Zu Recht hat die Vorinstanz festgehalten, dass bei Ermittlung der Mehrheit im Sinne von § 110 Abs. 2 LG jedem GrundeigentÃ¼mer unabhÃ¤ngig von der Anzahl oder GrÃ¶sse seiner GrundstÃ¼cke (nur) <i>eine </i>Stimme zukommt.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.2 </span></b><span>Die Benutzung eines Flurwegs als Zufahrt durch einen "Beteiligten" bedarf gemÃ¤ss § 110 Abs. 2 LG der Mehrheit der "Ã¼brigen" EigentÃ¼mer. Bei dieser Bestimmung handelt es sich um eine gemÃ¤ss § 108 Abs. 1 lit. b LG dem Bundesrecht vorgehende Regelung. Nach dem klaren Wortlaut von § 110 Abs. 2 LG sind vorliegend die EigentÃ¼mer der BaugrundstÃ¼cke Kat.-Nrn. 02 - 05 bei der Ermittlung der Mehrheit nicht mitzuzÃ¤hlen. Anhaltspunkte, weshalb der klare gesetzliche Wortlaut nicht Sinn und Zweck von § 110 Abs. 2 LG wiedergeben sollte, sind auch ansatzweise nicht erkennbar.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>2.3 </span></b><span>Bei der PrÃ¼fung, ob entsprechend § 110 Abs. 2 LG eine Mehrheit der AnstÃ¶sser der "anderweitigen BenÃ¼tzung" des Flurwegs durch die GrundeigentÃ¼mer der BaugrundstÃ¼cke zugestimmt hat, hat die Vorinstanz somit zu Recht das Kopfstimmprinzip angewandt und die Stimmen der Letzteren nicht berÃ¼cksichtigt. Des Weiteren hat sie korrekt und unwidersprochen festgehalten, dass vorliegend fÃ¼nf Stimmen fÃ¼r eine Mehrheit erforderlich wÃ¤ren. Mit nur drei Stimmen liegt also keine zustimmende Mehrheit fÃ¼r eine anderweitige BenÃ¼tzung des Flurwegs vor. Der Bauherrschaft fehlt damit die Berechtigung, den Flurweg als Zufahrt zu ihren BaugrundstÃ¼cken bzw. zur Unterniveaugarage zu benutzen. Diese Zufahrt ist nicht hinreichend rechtlich gesichert und somit nicht bewilligungsfÃ¤hig (§ 237 PBG).</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.1 </span></b><span>Im Sinn eines Eventualantrags verlangen die BeschwerdefÃ¼hrer, die angefochtene Baubewilligung vom 5. Juli 2002 sei mit einer Nebenbestimmung zu ergÃ¤nzen, wonach die Bewilligung fÃ¼r die FlurwegbenÃ¼tzung von einem Entscheid des Gemeinderats im Sinn von § 110 Abs. 4 LG abhÃ¤ngig gemacht werde. Zu diesem Antrag sind sie berechtigt (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. Auflage, ZÃ¼rich 1999, § 52 N. 3 ff.). </span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.2 </span></b><span>KÃ¶nnen inhaltliche oder formale MÃ¤ngel eines Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden, so sind laut § 321 Abs. 1 PBG mit der Bewilligung die gebotenen Nebenbestimmungen zu verknÃ¼pfen. Ob ProjektmÃ¤ngel ohne besondere Schwierigkeiten korrigiert werden kÃ¶nnen, entscheidet sich nach qualitativen und nicht nach quantitativen Gesichtspunkten. Dabei muss das Gewicht eines Mangels am Umfang des Gesamtprojekts gemessen werden (Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 461). Ob die Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung der Bewilligung erfÃ¼llt sind, ist eine Rechtsfrage. Ein Augenschein kann dazu nichts beitragen, weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegenstand der streitigen Baubewilligung vom 5. Juli 2002 war neben der Bepflanzung einzig die Beanspruchung des Flurwegs Nr. 12 als Zufahrt. Der Mangel der ungenÃ¼genden rechtlichen Sicherung der Zufahrt beschlÃ¤gt somit den Hauptgegenstand der angefochtenen Bewilligung und ist nicht untergeordneter Natur. Dieser Mangel kann sodann nicht ohne be­sondere Schwierigkeiten behoben werden. Bei fehlender Zustimmung zur anderweitigen Benutzung eines Flurwegs muss der Gemeinderat hierÃ¼ber entscheiden (§ 110 Abs. 4 LG) und prÃ¼fen, ob die Voraussetzungen gemÃ¤ss § 110 Abs. 3 LG gegeben sind. Er prÃ¼ft, ob der Ausbaustand des Flurwegs fÃ¼r den vorgesehenen Gebrauch genÃ¼gt und der land- bzw. forstwirtschaftliche Verkehr nicht wesentlich beeintrÃ¤chtig wird (§ 110 Abs. 3 LG). Der Entscheid des Gemeinderats ist mit Rekurs an den Bezirksrat anfechtbar (§ 152 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 in Verbindung mit § 19c VRG); bis ein gestÃ¼tzt auf § 110 Abs. 4 LG gefÃ¤llter Entscheid des Gemeinderats rechtskrÃ¤ftig wird, kann somit einige Zeit vergehen. Unter diesen UmstÃ¤nden ist davon auszugehen, dass der Mangel der strei­tigen Zufahrt nicht ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden kann. Die angefoch­tene Baubewilligung ist damit nicht mit der beantragten Nebenbestimmung zu ergÃ¤nzen.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>4.</span></b></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde ist somit abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen. Eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen von vornherein nicht zu. Hingegen sind die BeschwerdefÃ¼hrenden in Anwendung von § 17 Abs. 2 lit. b VRG zu verpflichten, der privaten Beschwerdegegnerin eine solche zu bezahlen. Angemessen ist eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'200.-.</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet <span>die Kammer</span>:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 240.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'740.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden zu je einem Sechstel den BeschwerdefÃ¼hrern Ziff. 1 - 6 auferlegt, unter solidarischer Haftung eines jeden fÃ¼r die ganzen Kosten. </p> <p class="Einzug2">4. Die BeschwerdefÃ¼hrenden Ziff. 1 - 6 werden je verpflichtet, der Beschwerdegegnerin eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 200.- (total Fr. 1'200.-, MwSt. inbegriffen) zu bezahlen, unter solidarischer Haftbarkeit eines jeden fÃ¼r die ganze ParteientschÃ¤digung. Die EntschÃ¤digung ist zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils.</p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>