A bteilung III C -4062/2007 {T 0/2} U rteil vom 21. Juni 2007 M itw irkung: M ichael Peterli, R ichter, G erichtsschreiberin G ross S._______, Italien, Beschw erdeführerin, gegen IV-Stelle B ern, C hutzenstrasse 10, Postfach, 3001 Bern, Vorinstanz, betreffend Invalidenrente B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Verfügung vom 4. Septem ber 2006 hat die IV-Stelle Bern das G esuch von S._______ um G ew ährung einer Invalidenrente abgew iesen. B. G egen diese Verfügung hat S._______ (nachfolgend: die Beschw er- deführerin) am 29. N ovem ber 2006 Beschw erde beim Verw altungsgericht des Kantons Bern erhoben. C . M it prozessleitender Verfügung vom 5. D ezem ber 2006 ersuchte das Ver- w altungsgericht des Kantons Bern die IV-Stelle Bern, das Zustelldatum der angefochtenen Verfügung zu belegen. D . M it Vernehm lassung vom 22. M ärz 2007 legte die IV-Stelle Bern m it Ver- w eis auf die Ergebnisse ihrer postalischen N achforschungen dar, dass die angefochtene Verfügung der Beschw erdeführerin am 12. Septem ber 2006 zugestellt w orden sei. E. M it Verfügung vom 28. M ärz 2007 gab das Verw altungsgericht des Kan- tons Bern beiden Parteien G elegenheit, sich bis zum 18. April 2007 zur Frage der R echtzeitigkeit der Beschw erde zu äussern. D ie Beschw erde- führerin w urde explizit darauf aufm erksam gem acht, dass gem äss den Ak- ten die angefochtene Verfügung am 12. Septem ber 2006 zugestellt und die Beschw erde am 29. N ovem ber 2006 auf der Post aufgegeben w orden sei, so dass sich unter diesen U m ständen die Beschw erde als verspätet erw eise und deshalb nicht darauf eingetreten w erden könne. F. M it Eingabe vom 12. April 2007 beantragte die IV-Stelle Bern, auf die Be- schw erde nicht einzutreten, w eil sie verspätet sei. D ie Beschw erdeführerin äusserte sich in keiner Form zur Frage der R echtzeitigkeit ihrer Beschw er- de. G . Am 11. Juni 2007 verfügte das Verw altungsgericht des Kantons Bern die Ü berw eisung der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht w egen örtlicher U nzuständigkeit. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- verw altungsgericht (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsge- richt Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. D ie ange- fochtene Anordnung ist zw eifellos als Verfügung im Sinne von Art. 5 Vw VG zu qualifizieren, und eine Ausnahm e nach Art. 32 VG G ist nicht auszum a- chen. 1.2 N ach Art. 33 Bst. i VG G ist die Beschw erde beim Bundesverw altungsge- richt zulässig gegen Verfügungen kantonaler Instanzen, sow eit ein Bun- desgesetz dies vorsieht. Vorliegend w ird eine Verfügung der IV-Stelle Bern 3 angefochten. Es ist daher zu prüfen, ob das Bundesverw altungsgericht zur Beurteilung dieser Beschw erde befugt ist. 1.2.1 N ach den allgem einen intertem poralrechtlichen R egeln sind in verfahrens- rechtlicher H insicht diejenigen R echtssätze m assgebend, w elche im Zeit- punkt der Beschw erdebeurteilung G eltung haben, sofern keine spezialge- setzlichen Ü bergangsbestim m ungen zur Anw endung kom m en (BG E 130 V 1 E. 3.2). 1.2.2 Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG , SR 831.20) in der Fassung gem äss Ziff. IV 2 der Änderung vom 16. D ezem ber 2005, in Kraft seit dem 1. Januar 2007, knüpft die Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts an die Vorausset- zung, dass das Anfechtungsobjekt eine Verfügung der IV-Stelle für Versi- cherte im Ausland ist. D am it ist das Bundesverw altungsgericht grundsätz- lich nicht zuständig zur Beurteilung von Beschw erden gegen Verfügungen kantonaler IV-Stellen. 1.2.3 N ach der bis am 31. D ezem ber 2006 geltenden Fassung von Art. 69 Abs. 2 IVG w ar die Eidgenössische R ekurskom m ission der Alters-, H inter- lassenen- und Invalidenversicherung für die im Ausland w ohnenden Perso- nen die zuständige Beschw erdeinstanz bei Beschw erden gegen Verfügun- gen und Einspracheentscheide "von Personen im Ausland". Anknüpfungs- punkt für die Zuständigkeit der Eidgenössischen R ekurskom m ission w ar der W ohnsitz des Beschw erdeführers im Zeitpunkt der Beschw erdeerhe- bung. 1.2.4 In den Ü bergangsbestim m ungen des VG G beziehungsw eise des IVG nicht geregelt ist der Fall, dass eine bereits anhängig gem achte Beschw erde am 31. D ezem ber 2006 in die Zuständigkeit der Eidgenössischen R ekurskom - m ission gefallen ist, das Bundesverw altungsgericht aber aufgrund einer Änderung der spezialgesetzlichen G rundlage per 1. Januar 2007 nunm ehr nicht zuständig ist. D a die R ückw eisung des Beschw erdeverfahrens an das Verw altungsge- richt des Kantons Bern zu einem form alistischen Leerlauf führen und dem G rundsatz der Prozessökonom ie w idersprechen w ürde (dazu U rteile des Bundesgerichts vom 16. Juni 2002, I 8/02, E. 1.1 und 2.4, sow ie vom 5. Februar 2007, I 817/05, E. 5; BG E 121 V 116) sow ie m it Blick auf die Zw ischenverfügung des kantonalen Verw altungsgerichts w ird das Be- schw erdeverfahren vorliegend vom Bundesverw altungsgericht an die H and genom m en. 2. D ie Beschw erdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, so dass sie im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. O ktober 2000 über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG , SR 830.1) beschw erdelegitim iert ist. 4 3. G em äss Art. 60 Abs. 1 ATSG ist eine Beschw erde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der angefochtenen Verfügung einzureichen. N ach Art. 38 Abs. 1 ATSG in Verbindung m it Art. 60 Abs. 2 ATSG beginnt eine Frist am Tag nach ihrer M itteilung an die Parteien zu laufen. In Anw endung des am 1. Juni 2002 in Kraft getretenen Abkom m ens vom 21. Juni 1999 zw ischen der Schw eizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen G em einschaft und ihren M itgliedstaaten anderer- seits über die Freizügigkeit (APF, SR 0.142.112.681), seines Anhangs II sow ie des Art. 86 der Verordnung (EW G ) N r. 1408/71 kann eine Be- schw erde innerhalb der Frist einer Poststelle, einem Träger der Sozialver- sicherung oder einem G ericht eines (anderen) M itgliedstaates übergeben w erden. G em äss Art. 40 Abs. 1 in Verbindung m it Art. 60 Abs. 2 ATSG kann eine gesetzliche Frist nicht erstreckt w erden. D ie W iederherstellung der Frist ist nach Art. 41 ATSG in Verbindung m it Art. 60 Abs. 2 ATSG nur dann m ög- lich, w enn die gesuchsstellende Person unverschuldeterw eise abgehalten w orden ist, binnen Frist zu handeln, innerhalb von 30 Tagen nach W egfall des H indernisses darum ersucht und die versäum te R echtshandlung nach- geholt w ird. 3.1 D ie angefochtene Verfügung w urde der Beschw erdeführerin nachgew iese- nerm assen am 12. Septem ber 2006 zugestellt. D ie 30-tägige R echtsm ittel- frist begann som it am 13. Septem ber 2006 zu laufen. D ie Beschw erde ist gem äss dem Poststem pel auf dem Briefum schlag am 29. N ovem ber 2006 der italienischen Post übergeben w orden. D ie Beschw erdeführerin m acht nicht geltend, sie sei im Sinne von Art. 41 ATSG unverschuldeterw eise abgehalten w orden, die Beschw erde inner- halb der gesetzlichen Frist einzureichen. Eine W iederherstellung der Frist ist deshalb ausgeschlossen. 3.2 D ie Beschw erde erw eist sich som it im Ergebnis offensichtlich als verspä- tet. Es ist deshalb im einzelrichterlichen Verfahren auf die Beschw erde nicht einzutreten (vgl. Art. 23 Abs. 1 Bst. b VG G ). 4. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben (Art. 63 Abs. 1 Vw VG in Ver- bindung m it Art. 6 Bst. b des R eglem ents über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [Kos- tenreglem ent, SR 173.320.2]).5 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. Auf die Beschw erde w ird nicht eingetreten. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it R ückschein) - der Vorinstanz (als G erichtsurkunde) - dem Bundesam t für Sozialversicherungen (als G erichtsurkunde) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innerhalb von 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesge- richt, Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Be- schw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echts- schrift hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nter- schrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :