Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Juli 2018 (720 18 29 / 190) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung eines verwaltungsexternen bidisziplinären Gutachtens. Anwendung der ge- mischten Methode vor 1. Januar 2018. Haushaltsabklärungsbericht bei psychischen Ge- sundheitsbeeinträchtigungen. Schadenminderungspflicht des Ehemannes der Versicher- ten. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin i.V. Mar- tina Somogyi Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Elisabeth Maier , Adv o- katin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1972 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 1 . November 2007 bis 31. Dezember 2008 durchschnittlich in einem 70%-igen Pensum beim Reinigungsdienst bei der B.____ AG in X.____. Anfangs Januar 2015 stürzte si e auf einer Treppe und verletzte sich am rechten Knie. Am 7. Dezember 2015 meldete sich A.__ __ bei der IV-Stelle Basel-Landschaft Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht (IV-Stelle) unter Hinweis auf Kopf-, Knie-, Nacken- u nd Rückenschmerzen sowie Einschlafstö- rungen mit Angst- und Panikattacken, Erschöpfung, innere Leere, erheblichen Leidensdruck und depressive Episode zum Leistungsbezug an. Nach Abklär ung ihrer gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse, namentlich nach Einholung e ines bidisziplinären psychiatrisch- rheumatologischen Gutachtens von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie und Innere M edizin, welches am 28. September 2016 erstattet wurde, lehnte die IV-St elle nach Durchführung des Vorbescheid- verfahrens einen Rentenanspruch von A.____ mit Verfüg ung vom 13. Dezember 2017 ab. Be- gründet wurde dieser leistungsablehnende Entscheid da mit, dass kein Gesundheitsschaden im Sinne einer Invalidität vorliege. Es gäbe noch Therapi eoptionen bzw. es fehle an einer Thera- pieresistenz, weshalb eine Invalidität als Folge der di agnostizierten mittelgradigen Depression zu verneinen sei. B. Gegen die Verfügung vom 13. Dezember 2017 erhob A .____, vertreten durch Elisa- beth Maier, Advokatin in Binningen, am 25. Januar 20 18 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrech t (Kantonsgericht). Sie beantrag- te, die Verfügung der IV-Stelle vom 13. Dezember 201 7 sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei e in Gerichtsgutachten anzuordnen, um die Spruchreife herzustellen. Subeventualiter sei di e Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur Begründung liess sie im W esentlichen vorbringen, dass sich die leistungsablehnende Verfügung auf die inzwischen übe rholte und nur über einen kurzen Zeitraum geltende Rechtsprechung des Bundesgerichts stütze , wonach leichte und mittelgradi- ge Depressionen nicht invalidisierend seien, ausser es b estehe eine Therapieresistenz. Aus- serdem stelle die Verfügung in medizinischer Hinsicht ein zig auf die Stellungnahme des Regio- nalen ärztlichen Dienstes beider Basel (RAD) vom 27. Mär z 2017 ab, ohne die notwendige Dif- ferenzierung im Einzelfall vorzunehmen. Insbesondere sei die Einschätzung der Therapierbar- keit des bestehenden Leidens nicht nachvollziehbar. C. In ihrer Vernehmlassung vom 16. März 2018 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung gab sie im Wesentlichen an, dass aufgrund der geänderten Rechtsprechung des Bundesgericht in den BGE 143 V 409 und 418, wonach grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Bewe isverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, vorliegend auf d as Gutachten der Dres. D.____ und C.____ vom 28. September 2016 abgestellt und bei der Versicherten von einem Gesundheits- schaden im Sinne einer Invalidität ausgegangen werden kö nne. Da die Berechnung des Invali- ditätsgrad unter Berücksichtigung der gemischten Method e (Erwerbsanteil 70 % / Haushalt 30 %) einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 3 4 % ergebe, habe die Beschwerde- führerin dennoch keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. D. Mit Replik vom 28. März 2018 hielt die Beschwerdefüh rerin fest, dass der in der Ver- nehmlassung berechnete Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von 42,86 % nicht korrekt ermittelt und zu Unrecht kein leidensbedingter Abzug vorgenommen worden sei. Zudem seien im Betätigungsbereich die anerkannten Einschränkungen zu niedrig ausgefallen. Insgesamt sei von einem Invaliditätsgrad über 40 % auszugehen. Weiter beantragte die Beschwerdeführerin Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Neuberechnung des Rentenanspruchs unter Berücksichtigung der seit dem 1. Januar 2018 geltenden Bestimmungen zur gemischten Methode. E. Die IV-Stelle hielt mit Duplik vom 22. Mai 2018 an der Abweisung der Beschwerde fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Be- schwerde der Versicherten vom 25. Januar 2018 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht abgelehnt wurde. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der ange- fochtenen Verfügung vom 13. Dezember 2017 entwickelt ha t. Dieser Zeitpunkt bildet rechtspre- chungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Über prüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der g esundheitlichen Beeinträchtigung zu Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). 4.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 4.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 I VG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali- ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzun ehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prü- fung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen fü r Erwerbstätige zu bemessen (vgl. Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vo m 17. Januar 1961 in der bis zum 31. Dezember 2017 geltenden Fassung). 4.4 Vorliegend wird nicht bestritten, dass die IV-Stel le den Invaliditätsgrad der Versicherten nach der gemischten Methode berechnet hat. Aufgrund d er Angaben der Versicherten im Fra- gebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit, welcher von dieser am 24. Januar 2017 unter- zeichnet wurde, ging die IV-Stelle zu Recht davon aus, dass diese ohne gesundheitliche Ein- schränkungen im Tätigkeitsbereich Erwerbsleben im Umfang von 70 % und im Tätigkeitsbe- reich Haushalt zu 30 % tätig wäre. 4.5 In Bezug auf die Bemessung der Invalidität aufgrun d der gemischten Methode ist zu beachten, dass Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV in der ab dem 1. Januar 2018 gelt enden Fassung be- stimmt, dass sich die Berechnung des Invaliditätsgrades in B ezug auf die Erwerbstätigkeit bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereic h nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, nach Art. 16 ATSG richtet, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht inv alid geworden wäre, auf eine Voller- werbstätigkeit hochgerechnet wird. Nach der Rechtspre chung des Bundesgerichts kann die Invaliditätsbemessung mittels der gemischten Methode nach dem neuen Berechnungsmodell gemäss Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV in der Fassung vom 1. Dezember 2017 im Hinblick auf eine einheitliche und rechtsgleiche Behandlung der Versicher ten erst ab dem Zeitpunkt des Inkraft- tretens dieser Bestimmung am 1. Januar 2018 erfolgen (U rteil des Bundesgerichts vom 30. Ja- nuar 2018, 8C_462/2017, E. 5.3 mit Hinweisen). Aus di esem Grund kann dem Antrag der Be- schwerdeführerin, wonach die Berechnung gestützt auf di e ab dem 1. Januar 2018 geltenden Bestimmungen zu erfolgen habe, nicht gefolgt werden. Die IV-Stelle anerkannte aber bereits in der Duplik vom 22. Mai 2018, dass sie nach Abschluss des vo rliegenden Beschwerdeverfah- rens den Invaliditätsgrad anhand der seit dem 1. Januar 2018 geltenden Berechnungsmethode neu berechnen wird. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgab e ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweis- würdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Forme n medizinischer Berichte und Gutach- ten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen ( vgl. die ausführlichen Zusammenstellun- gen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b un d in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gut- achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich er reichbare Leistungsvermögen einzu- schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es geli ngt, auf objektivierter Beurteilungs- grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 6.1 Dem bidisziplinären Gutachten der Dres. D.____ und C.____ vom 28. Septmeber 2016 ist aus rheumatologischer Sicht keine Diagnose mit Auswir kung auf die Arbeitsfähigkeit zu ent- nehmen. Ohne Einfluss werden ein Widespread Pain-Synd rom/Fibromyalgie (ICD-10 M79.7), ein chronifizierter Knieschmerz rechts nach Treppensturz am 9. Januar 2015, ein chronifiziertes lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 F54.5) mit pseudoradikulärer Ausstrahlung ins Ge- säss und lateral ins rechte Bein bei leichten degenerat iven Veränderungen der unteren Len- denwirbelsäule mit Chondrose LWK5/SWK1 ohne fortgesch rittene Spondylarthrose, eine beid- seitige, jedoch rechtsbetonte Spreiz- und Senkfussstellun g mässigen Ausmasses, fünf Aborte mit zweimaliger Kaiserschnittentbindung, eine Nasenoper ation und eine Stauballergie genannt. Sowohl in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im Reinigungsdienst als auch hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit respektive e iner Verweistätigkeit bestehe keine Einschränkung für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in Wechselbelastung und unter Vermei- den von Zwangshaltungen. Vermieden werden sollten repe titives Treppensteigen sowie das Begehen von Leitern. Für die Beurteilung der Fibromya lgie sei die psychiatrische Beurteilung Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht massgebend, da die Einstellung der Arbeitstätigkeit aus psychischen Gründen erfolgt sei. Der Psychiater Dr. C.____ diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, zurzeit mittelgra- dige Episode mit somatischem Syndrom und attestiert ei ne Arbeitsunfähigkeit von 60 % für jeg- liche Tätigkeiten. Er fasste in der Konsensbesprechung zusammen, dass sich bei der Exploran- din im Anschluss an die insgesamt fünf ungewollten Schw angerschaftsabbrüche zunehmend eine depressive Symptomatik etabliert habe. Diese habe zw ar behandelt, jedoch nicht ausrei- chend remittiert werden können, so dass nach wie vor ein e mittelgradige depressive Sympto- matik mit somatischem Syndrom bestehe (ICD-10 : F33.11). 6.2 Der RAD-Arzt Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und P sychotherapie, äusserte sich am 30. September 2016 dahingehend, dass das bidisziplinäre Gutachten der Dres. D.____ und C.____ schlüssig sei und dass ab Dezember 2012 eine Arbei tsunfähigkeit von 60 % sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit vor liege. Mit Arztbericht vom 27. März 2017 stellte er sodann fest, dass die antidepre ssiven Behandlungsmöglichkeiten bei weitem noch nicht ausgeschöpft worden seien. Auch eine (halb-)stationäre psychiatrische Be- handlung stelle eine Therapieoption mit massgeblichem Verbesserungspotential dar. Von einer Therapieresistenz könne nicht ausgegangen werden. 7. Die IV-Stelle stellte bei der Beurteilung des Gesu ndheitszustands und der Arbeitsfähig- keit in der angefochtenen Verfügung vom 13. Dezember 2017 auf die Stellungnahmen des RAD vom 27. März 2017 ab und kam dabei zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin aus ver- sicherungsmedizinischer Sicht kein Gesundheitsschaden im Sin ne einer Invalidität vorliege. Dabei stützte sie sich auf die bis anhin geltende Rechtspr echung des Bundesgerichts, wonach leichte bis mittelschwere Depressionen nur dann invalidisi erend sind, wenn diese sich als the- rapieresistent erweisen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.3) Di ese Praxis wurde jedoch mit BGE 143 V 409 und 418 geändert. Gemäss BGE 143 V 418 sind sämtliche psychischen Lei- den, laut BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, einem struk- turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unter ziehen. In der Folge hielt die IV-Stelle unter Berücksichtigung dieser neuen Rechtsprechung in der Vernehmlassung vom 16. März 2018 fest, dass sie vollumfänglich auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. D.____ und C.____ vom 28. September 2016 abstelle. Sie ging demnach davon aus, dass die Beschwerde- führerin für jegliche Tätigkeit eine Arbeitsfähigkei t von 40 % aufweise. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unt ersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier nicht vor. Das Gutachten weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf. Es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt alle geklagt en Beschwerden und ist in Kenntnis aller relevanten Vorakten abgegeben worden. Ebenso l euchtet es in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizini schen Situation ein, setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen a useinander und ist letztlich auch Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht in ihren Schlussfolgerungen überzeugend. Die Gutachte r nehmen eine nachvollziehbare Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor und legen unter anderem mittels Mini-ICF-APP- Rating-Bogen dar, dass die Versicherte insbesondere aus psychiatrischer Sicht 60 % für jegli- che Tätigkeiten arbeitsunfähig ist. Unter diesen Umständ en ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle auf das Gutachten der Dres. D.____ und C.__ __ abstellte. Dieses Vorgehen wir auch von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. 8.1 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, wie sich di e leidensbedingte Einschränkung in erwerblicher Hinsicht auswirkt (vgl. Art. 16 ATSG; E. 4.1 hiervor). 8.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt des Renten- beginns tatsächlich verdienen würde, wenn sie nicht inva lid geworden wäre (Urteil des Bundes- gerichts vom 16. Dezember 2012, 8C_600/2012, E. 4.1.1 ). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel von der Tätigkeit, welche die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübt hat, auszugehen ist (Urteil des Bundes gerichts vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1). Na chdem die Versicherte mit Blick auf den mutmasslichen Rentenbeginn während rund 10 Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nach- gegangen ist, ist ihr hypothetisches Valideneinkommen anh and der lohnstatistischen Angaben der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu bestimmen. Mangels Berufserfahrung und angesichts ihrer bescheidenen Erwerbsbiographie ist hier für auf den Totalwert der LSE 2014, Frauen Kompetenzniveau 1 (LSE 2014, TA 1, monatlich F r. 4‘300.--) abzustellen. Nicht anders ist hinsichtlich ihres hypothetischen Invalideneinkommens zu verfahren, da die Versicherte nach Eintritt ihres Gesundheitsschadens keine zumutbare neue Erw erbstätigkeit aufgenommen hat (BGE 124 V 321). Die beiden Vergleichseinkommen wären in einem nächsten Schritt sodann auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit umzurechnen u nd letztlich an die im Zeitpunkt des mutmasslichen Rentenbeginns eingetretene Nominallohnent wicklung anzupassen. Da ihnen jedoch dieselbe lohnstatistische Datenbasis zu Grunde zu leg en ist, kann auf ein derart diffe- renziertes Vorgehen vorliegend verzichtet und ein Prozent vergleich vorgenommen werden (BGE 114 V 313, E. 3a). Beim vorliegenden Prozentve rgleich ist im Erwerbsbereich eine invali- ditätsbedingte Arbeitsunfähigkeit von 60 % massgebend. Unter Berücksichtigung, dass die Be- schwerdeführerin 70 % erwerbstätig wäre und sie aufgrun d der Zumutbarkeitsbeurteilung 40 % arbeitsfähig ist, resultiert im Ergebnis ein Invaliditätsgrad von 42.86 %. 8.3.1 Daran ändern die Ausführungen der Beschwerdefüh rerin nichts. Sie machte geltend, dass bei der Festlegung des Invalideneinkommens zu Unrech t kein leidensbedingter Abzug im Umfang von 15 % vorgenommen worden sei. Zwar sind bei der Ermittlung des Invalidenein- kommens anhand lohnstatistischer Angaben praxisgemäss verschied ene Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst jahre, Nationalität oder Aufent- haltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf d ie Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbl iebene Arbeitsfähigkeit auch auf Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschn ittlichem erwerblichem Erfolg ver- werten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301 mit Hinwei s). Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fal lenden Merkmale letztlich aber auf ins- gesamt höchstens 25 % zu begrenzen. Ist von einem genüge nd breiten Spektrum an zumutba- ren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Ar- beitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 7. April 2016, 9C_898/2015, E. 1). 8.3.2. Die Beschwerdeführerin legt vorliegend nicht dar, dass die gesundheitlichen Beein- trächtigungen ausserordentlich negative Auswirkungen au f den Lohn hätten. Solche sind denn auch nicht ersichtlich. Insbesondere ist nicht nachvollziehbar, wieso die Versicherte keine einfa- che Kontrolltätigkeiten ausüben können soll. Die Gutach ter zeigen zwar auf, dass sie aufgrund der Reduktion des Antriebs, der Interessen, der Anhedon ie, der erhöhten Ermüdbarkeit, dem Grübeln, der Konzentrationsstörungen und der Schlafstöru ngen eingeschränkt ist. Sie tragen diesen Beeinträchtigungen jedoch mit einer 60%-igen Ar beitsunfähigkeit in Bezug auf jegliche Tätigkeit genügend Rechnung. Zudem sind laut Gutachten leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in Wechselbelastung und unter Vermeidung von Zwangshal tungen, repetitivem Treppensteigen und Begehen von Leitern weiterhin möglich. Auch wenn d avon ausgegangen wird, dass ein solches Anforderungsprofil nicht mit dem Tätigkeitsprofi l einer im Reinigungsdienst tätigen Per- son übereinstimmt, so gibt es dennoch genügend Verweistä tigkeiten, welche die Beschwerde- führerin ohne Einschränkungen ausüben kann und ihrem B elastungsprofil gerecht werden. Un- ter diesen Umständen gibt es keinen Anlass, in das Ermesse n der Vorinstanz einzugreifen und einen leidensbedingten Abzug vorzunehmen. Sie hat zu Recht auf einen leidensbedingten Ab- zug verzichtet und einen Invaliditätsgrad von 42,86 % im erwerblichen Bereich berechnet. 9.1 Zu prüfen bleibt, in welchem Masse die Versicherte zu folge ihrer gesundheitlichen Be- schwerden im Haushalt eingeschränkt ist. Die Vorinstanz ha t in der Vernehmlassung vom 16. März 2018 im Aufgabenbereich eine Einschränkung von 13,9 % angenommen, indem sie auf den Haushaltsbericht vom 25. Januar 2017 abgestellt hat. 9.2 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft vo n Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Hau shaltsabklärungsbericht ist be- weiskräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verf asst wird, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigunge n und Behinderungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und a ngemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erho- benen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2 .3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgeri chts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 9.3 Leidet die im Haushalt tätige Person (auch) an psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gungen, so gilt es zusätzlich zu berücksichtigen, dass die gr undsätzliche Massgeblichkeit der Abklärungsberichte, auch wenn die erwähnten Anforderung en erfüllt wären, praxisgemäss ein- geschränkt ist (vgl. AHI-Praxis 2001 S. 162 E. 3d mit Hin weis). Im Urteil vom 22. Dezem- ber 2003 (vgl. AHI-Praxis 2004 S. 137 ff.) hat das dama lige EVG seine Rechtsprechung zur Bemessung der Invalidität von ganz oder teilweise im H aushalt tätigen Personen, welche an einem psychischen Gesundheitsschaden leiden, präzisiert (E. 5, insbesondere E. 5.3). Danach bildet die Abklärung im Haushalt auch hier grundsätzlich ein geeignetes Mittel zur Invaliditäts- bemessung im Aufgabenbereich. Im Falle eines Widerspru chs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und den fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist den ärztlichen Stellungnahmen aber in der Regel mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über d ie Haushaltsabklärung (Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2012, 8C_229/2012, E. 5; vgl. auch Urteil des Bundesge- richts vom 5. September 2011, 9C_201/2011, E. 2). Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für die Abklärungsperson regelmässi g nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Ei nschränkungen zu erkennen (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_671 /2007, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Für die Rechtsanwendung im konkreten Fall bedeutet dies, dass nac h Massgabe der Kriterien, die von der Rechtsprechung entwickelt worden sind, der Beweiswert sowohl der medizinischen Unter- lagen (BGE 125 V 352 E. 3) als auch des Haushaltsabklärungsberichts zu beurteilen ist. Liegen gleichermassen beweiskräftige Stellungnahmen vor, muss gep rüft werden, ob die gemachten Aussagen vereinbar sind oder einander widersprechen. Be stehen Divergenzen zwischen den Ergebnissen der Haushaltsabklärung und den ärztlichen Fe ststellungen zur Fähigkeit der versi- cherten Person, ihre Haushaltstätigkeiten trotz des psychisc hen Leidens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Einschätzung prinzipiell h öheres Gewicht beizumessen (vgl. Ur- teile des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, I 373 /06, E. 4.3.2 und M. vom 6. September 2004, I 249/04, E. 5.1.1). 9.4 Der versicherten Person sind im Rahmen der Schadenmin derungspflicht Massnahmen zuzumuten, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Einschränkungen zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die A uswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine m öglichst vollständige und unabhängi- ge Erledigung der Haushaltsarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltsarbeiten nur noch mühsam u nd mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit eint eilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invali ditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen we rden, als die Aufgaben, welche nicht Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige ver- richtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen ein e Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehö- rigen geht daher bei gesundheitlicher Einschränkung we iter als ohne Gesundheitsschädigung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünf- tige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 V504 E. 4.2 mit Hinweisen). 9.5 Der Haushaltsbericht vom 25. Januar 2017 ist umfasse nd und berücksichtigt die Be- schwerden der Versicherten sowie die medizinischen Vorakten . Die verschiedenen Aufgaben- bereiche (Haushaltführung, Ernährung, Wohnungspflege , Einkauf, Wäsche) sind sorgfältig und ausführlich untersucht und gewichtet worden. Schadensm indernd wurde namentlich angerech- net, dass der Ehemann der Versicherten bei der Haushalt sführung, der Zubereitung von Mahl- zeiten sowie der Küchenreinigung, der Wohnungspflege e benso wie beim Einkaufen behilflich ist. Anzeichen dafür, dass die Abklärungsperson nicht quali fiziert sei, liegen keine vor. Die Be- weistauglichkeit des Haushaltsberichts ist damit unzweifelhaft. 9.6 Daran ändern auch die Ausführungen der Beschwerd eführerin nichts. Sie macht in ihrer Replik insbesondere geltend, dass die tatsächlichen Beeinträchtigungen im Haushaltsbe- richt zwar benannt, aber nicht hinreichend berücksichtigt worden seien. Sie leide unter deutli- chen Konzentrationsstörungen, welche sie im Alltag bemer ke. Sowohl beim Kochen als auch beim Waschen mache sie stets Fehler. Ungenügend sei eine rseits die Bewertung einer 20%- igen Beeinträchtigung beim Kochen. Die Erledigung d ieser Tätigkeit sei nicht je nach gesund- heitlicher Verfassung irgendwann im Tagesablauf möglich, da Mahlzeiten zu mehr oder weniger vorgegebenen Zeiten bereit sein sollten. Andererseits g enügten auch die jeweiligen Einschrän- kungen von 10 % in den Bereichen Wäsche und Wohnungspf lege nicht. Zu Unrecht werde zu- dem eine zumutbare Mithilfe durch den Ehemann angenom men. Im Gutachten von Dr. D.____ und Dr. C.____ werde explizit darauf hingewiesen, dass die geltend gemachten Einschränkun- gen insbesondere auch die Haushaltführung betreffen würden. 9.7 Zunächst ist festzustellen, dass – entgegen der Auff assung der Beschwerdeführerin – die Gutachter im bidisziplinären Gutachten das Ausmass d er Arbeitsunfähigkeit im Haushalts- bereich nicht genau festlegten. Dem gegenüber den Gut achtern beschriebenen Tagesablauf folgend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführeri n den Haushalt grösstenteils alleine führt. Sie gab an, dass sie koche, die Wäsche wasche und die Wohnung reinige. Lediglich beim wöchentlichen Grosseinkauf in Deutschland werde sie von i hrem Ehemann unterstützt. Diese Ausführungen entsprechenden Angaben im Haushaltbericht, welcher im Bereich Kochen von einer 20%-igen und in den Bereichen Wäsche sowie Wohnu ngspflege von einer je 10%-igen Beeinträchtigung ausgeht. Der Beschwerdeführerin ist zwa r zuzustimmen, wenn sie geltend macht, dass Mahlzeiten zu geregelten Zeiten eingenomme n werden sollen. Alle anderen Haus- haltstätigkeiten können jedoch über den Tag verteilt er ledigt werden, so dass sie Ruhepausen nach ihren individuellen Bedürfnissen einlegen kann. Es kann deshalb festgestellt werden, dass der im Gutachten beschriebene Tagesablauf dem im Hausha ltsbericht beschriebenen Aktivi- tätsausmass entspricht. Unter diesen Umständen kann der Be schwerdeführerin nicht gefolgt Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden, wenn sie geltend macht, tagsüber sehr viel zu schlafen, so dass sich ihr Ehemann um sämtliche Reinigungsabreiten kümmern müsse. Der Einwand, der Ehemann könne im Haushalt nicht mithelfen, weil er selbst gesundheitliche Probleme habe, ist ohnehin nicht stichhaltig. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf bei einem pension ierten Ehemann davon ausgegan- gen werden, dass die Eheleute den Haushalt gemeinsam f ühren und die Versicherte daher nur anteilmässig damit belastet wird (vgl. Urteil des Bunde sgerichts vom 17. September 2012, 8C_229/2012, E. 9.1). Die im Haushaltsbericht berück sichtigte Zumutbarkeit der Mithilfe des Ehemannes ist damit nicht zu beanstanden. Insgesamt kann deshalb festgehalten werden, dass auf den Haushaltsbericht, welcher eine Beeinträchtigung von 13,9 % vorsieht, abzustellen ist. 10. In Anwendung der bis 31. Dezember 2017 gültig gew esenen gemischten Methode der Invaliditätsbemessung ergibt sich somit gewichtet nach der zeitlichen Beanspruchung in den jeweiligen Bereichen (Erwerb 70 %, Haushalt 30 %) eine Einschränkung im Erwerbsbereich von 30 % (42.86 % x 0.7) und eine solche im Haushaltsberei ch von 4.17 % (13.9 % x 0.3). Gesamt- haft resultiert daraus ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet 34 %. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1000.-- festgelegt . Bei Fällen wie dem vorliegenden, in de- nen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist und bei denen eine Urteilsbera- tung ohne vorgängige Parteiverhandlung erfolgt, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Be- rücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens seit 1. Ju li 2016 einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist i m Ergebnis die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 800.-- ihr aufzuerlegen sind. Sie werden mit dem bereits geleisteten Vorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.