<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2021-05-12-6G_1-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6G_1/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 12. Mai 2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichter Denys, </div> <div class="para">Bundesrichter Muschietti, </div> <div class="para">Bundesrichterin van de Graaf, </div> <div class="para">Bundesrichter Hurni, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Held. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Huser, </div> <div class="para">Gesuchsteller, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau, </div> <div class="para">Frey-Herosé-Strasse 20, Wielandhaus, 5001 Aarau, </div> <div class="para">2. B.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Oliver Bulaty, </div> <div class="para">Gesuchsgegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Erläuterung/Berichtigung des Urteils des Bundesgerichts vom 21. April 2021 (6B_1003/2020). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">A.________ führte gegen das Urteil SST.2019.139 des Obergerichts des Kantons Aargau vom 1. Juli 2020 Beschwerde in Strafsachen. </div> <div class="para">Das Bundesgericht hiess die Beschwerde mit Urteil vom 21. April 2021 teilweise gut. Es stellte eine Verletzung des Beschleunigungsgebots fest, aufgrund derer es die von der Vorinstanz ausgesprochene Freiheitsstrafe in Anwendung von <span class="artref">Art. 107 Abs. 2 BGG</span> reformatorisch um zwei Monate reduzierte. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 129 Abs. 1 BGG</span> nimmt das Bundesgericht auf schriftliches Gesuch einer Partei oder von Amtes wegen die Erläuterung oder Berichtigung eines bundesgerichtlichen Entscheids vor, wenn dessen Dispositiv unklar, unvollständig oder zweideutig ist oder wenn seine Bestimmungen untereinander oder mit der Begründung im Widerspruch stehen oder wenn es Redaktions- oder Rechnungsfehler enthält. </div> <div class="para">Die Erläuterung oder Berichtigung dient dazu, möglichst formlos Abhilfe zu schaffen, wenn die Entscheidformel (Dispositiv) unklar, unvollständig, zweideutig oder in sich widersprüchlich ist. Sie erlaubt insbesondere, Fehler oder Auslassungen bei der Ausformulierung des Dispositivs zu korrigieren. Eine Berichtigung ist nach <span class="artref">Art. 129 Abs. 1 BGG</span> zulässig, wenn sich aus der Lektüre der Entscheiderwägungen und den Umständen ergibt, dass ein solcher Mangel im Dispositiv die Folge eines Versehens ist, das auf der Grundlage des getroffenen Entscheides korrigiert werden kann. Ein unvollständiges Dispositiv kann nach <span class="artref">Art. 129 BGG</span> ergänzt werden, wenn die Unvollständigkeit die Folge eines Versehens ist und das korrigierte Dispositiv ohne Weiteres aus den Erwägungen bzw. aus dem bereits getroffenen Entscheid abgeleitet werden kann (vgl. Urteile 2G_1/2020 vom 12. Juni 2020 E. 1.2; 4G_2/2013 vom 3. Februar 2014 E. 1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Aus den Erwägungen des Urteils vom 21. April 2021 ergibt sich, dass das Bundesgericht in teilweiser Gutheissung der Beschwerde des damaligen Beschwerdeführers im Strafpunkt einen reformatorischen Entscheid (<span class="artref">Art. 107 Abs. 2 BGG</span>) fällte. Darüber hinaus hob es das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 1. Juli 2020 (SST.2019.139) auf und wies die Sache zur Berücksichtigung der Verletzung des Beschleunigungsgebots bei der Kostenverteilung an die Vorinstanz zurück (vgl. E. 5 S. 15 f.). Der vorinstanzliche Entscheid über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens fiel mit der Aufhebung dahin und die kantonalen Prozesskosten bedürfen einer Neuregelung. Der kassatorische Entscheid im Kostenpunkt ist vom Dispositiv des bundesgerichtlichen Urteils vom 21. April 2021 nicht erfasst, weshalb es gemäss <span class="artref">Art. 129 Abs. 1 BGG</span> von Amtes wegen zu erläutern bzw. berichtigen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Der Erläuterungs- bzw. Berichtigungsentscheid ergeht kostenfrei (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Ziffer 1 des bundesgerichtlichen Urteilsdispositivs 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 wird wie folgt neu gefasst: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 1. Juli 2020 wird im Straf- und Kostenpunkt aufgehoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer wird zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 4 Monaten sowie zu einer unbedingten Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu Fr. 130. - verurteilt. </div> <div class="para">Die Sache wird zur Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens an die Vorinstanz zurückgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 12. Mai 2021 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Jacquemoud-Rossari </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Held </div> </div></body></html>