© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/21 Publikationsplattform Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden Fall-Nr.: 18-3039 Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement Instanz: Bau- und Umweltdepartement Publikationsdatum: 24.03.2020 Entscheiddatum: 10.03.2020 BDE 2020 Nr. 17 Art. 28 BauG, Art. 37 GSchG, Art. 14 f. WBG. Aus den Unterlagen zum Gestaltungsplan lässt sich der Niveaupunkt und somit die Abweichung von der Regelbauweise in Bezug auf die Gebäudehöhe nachvollziehbar ableiten (Erw. 3.2). Der Gestaltungsplan ermöglicht eine Gesamtüberbauung mit städtebaulich vorzüglicher Gestaltung und beeinträchtigt die Interessen der Nachbarn nicht übermässig (Erw. 4.7 f.). Zudem liegt keine materielle Zonenplanänderung vor (Erw. 5). Schliesslich erweist sich auch das Wasserbauprojekt als recht- und zweckmässig. Insbesondere wurde der Perimeter für das Projekt zweckmässig ausgeschieden, weshalb keine Koordination mit der späteren Sanierung des Unterlaufs notwendig ist (Erw. 6 f.). BDE 2020 Nr. 17 finden Sie im angehängten PDF-DokumentKanton St.Gallen Baudepartement 18-3039 Entscheid Nr. 17/2020 vom 10. März 2020 Rekurrenten A.___, B.___, beide vertreten durch lic.iur. Markus Joos, Rechtsanwalt, Markt- platz 4, 9004 St.Gallen gegen Vorinstanz Stadtrat Z. (Einspracheentscheid vom 4. April 2018) Betreff Gestaltungsplan C.___ und Wasserbauprojekt D.___ Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 2/20 Sachverhalt A. Die Politische Gemeinde Z.___ ist Eigentümerin von Grundstück Nr. 001, Grundbuch Z.___, an der H.___ Strasse in Z.___. Das rund 11'700 m2 grosse unüberbaute Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan der Stadt Z.___ mit dem nordwestlichen Teil in der Wohn- zone W2 und mit dem südöstlichen Teil in der Grünzone Freihaltung (GF). Es liegt am nordöstlichen Siedlungsrand der Stadt Z.___ im Ge- biet E.___. Durch das Grundstück verläuft zudem der heute eingedolte D.___. Über den südlich des Grundstücks verlaufenden G.___weg (Gemeindestrasse 3. Klasse) gelangt man in den östlich angrenzen- den H.___wald, welcher Teil des Naherhol ungsgebiets E.___/F.___ bildet. Nördlich befindet sich – getrennt durch Grundstück Nr. 002 so- wie einen Teil von Grundstück Nr. 003 – gemäss Zonenplan vom 9. August 2002 ein Landschaftsschutzgebiet nach Art. 60 der Bauord- nung (abgekürzt BO) der Stadt Z.___. Die Umgebung ist im Westen zur Hauptsache mit Reiheneinfamilienhäusern sowie zweigeschossi- gen Mehrfamilienhäusern und im Südwesten mit riegelartigen vierge- schossigen Mehrfamilienhäusern überbaut. Das Gelände fällt im Be- reich von Grundstück Nr. 001 gegen Süden und zu Beginn auch gegen Südosten leicht ab, wobei es zum H.___wald wieder leicht ansteigt. Das Grundstück wird über die H.___ Strasse (Gemeindestrasse 2. Klasse) erschlossen, wobei sich etwas mehr als 100 m entfernt eine Bushaltestelle (Endstation E.___) befindet. B. a) Am 27. September 2012 erliess der Stadtrat Z.___ den Gestal- tungsplan C.___ mit besonderen Vorschriften (abgekürzt besV). Mit dem Gestaltungsplan soll die Verwirklichung eines Überbauungspro- jekts für das Grundstück Nr. 001 ermöglicht werden, welches als erst- prämiertes Projekt aus einem von der Stadt im Jahr 2011 durchgeführ- ten Projektwettbewerb hervorging. Vorgesehen sind vier, hinsichtlich Volumen (Gebäudelänge, -breite und -höhe) und Gliederung differen- zierte Baukörper mit insgesamt elf Reiheneinfamilienhäusern und fünf- zehn Geschosswohnungen, welche quer zur H.___ Strasse angelegt sind. Sämtliche Bauten weisen zwei Vollgeschosse sowie teilweise Bereiche für ein drittens Vollgeschoss auf. Neben einigen oberirdi- schen Besucherparkplätzen und Veloabstellplätzen werden sämtliche Abstellplätze in einer über die H.___ Strasse erschlossenen Tiefga- rage angeordnet. Ebenfalls am 27. September 2012 erliess der Stadtrat Z.___ das Was- serbauprojekt D.___. Damit soll als zentrales Element der Freiraum- gestaltung im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben der D.___, wel- cher als naturnaher Wiesenbach gestaltet und ökologisch aufgewertet werden soll, im südlich angrenzenden Bereich der Grünzone Freihal- tung und entlang des G.___wegs offengelegt werden. Zu diesem Zweck und zur Gewährleistung der Hochwassersicherheit sind ver- Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 3/20 schiedene Massnahmen sowie eine punktuelle Anpassung des Gelän- des vorgesehen. So ist unter anderem eine Anpassung des angren- zenden Terrains von Grundstück Nr . 003 geplant, damit bei Starkre- genereignissen aus Nordosten zufliessendes Oberflächenwasser in den offenen Bach gelangen kann. b) Die gemeinsame öffentliche Auflage erfolgte vom 8. Oktober bis 7. November 2012. Während der Auflagefrist erhoben die Miteigentü- mer des nordöstlich des Plangebiets gelegenen Baurechtsgrund- stücks Nr. 004, A.___ und B.___, beide Z.___, vertreten durch lic.iur. Markus Joos, Rechtsanwalt, Z.___, Einsprache gegen den Gestal- tungsplan C.___ sowie das Wasserbauprojekt D.___. Sie rügten in Be- zug auf den Gestaltungsplan im Wesentlichen unvollständige bzw. un- genaue Planunterlagen, fehlende Voraussetzungen für den Erlass ei- nes Gestaltungsplans sowie eine m aterielle Zonenplanänderung . Schliesslich befürchteten die Einsprecher durch die Überb auung so- wie die Offenlegung des D.___ nachteilige Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und die Wasserführung auf ihrem Grundstück. c) Mit Beschluss vom 4. April 2018 wies der Stadtrat Z.___ die Ein- sprache von A.___ und B.___ ab. Zur Begründung wurde im Wesent- lichen geltend gemacht, der Gestaltungsplan sei das Ergebnis einer umfassenden Interessenabwägung und stelle die Umsetzung eines mittels Wettbewerb ermittelten Siegerprojekts dar. Der Plan trage zum einen der besonderen Lage am Siedlungsrand Rechnung und zum an- deren füge sich die geplante Überbauung gut in das bestehende Orts-, Quartier- und Landschaftsbild ein. Eine massvolle Nutzungsver- dichtung könne an diesem Standort gut mit der geforderten städtebau- lichen Vorzüglichkeit in Einklang gebracht werden und entspreche zu- dem dem Grundsatz einer haushälterischen Bodennutzung. Der Ge- staltungsplan führe zudem nicht zu einer unzumutbaren Beeinträchti- gung nachbarlicher Interessen und die Abweichungen von der Regel- bauweise seien zulässig und bedeuten keine materielle Zonenplanän- derung. Die Überbauung des Gebiets sowie die Offenlegung des D.___ führten darüber hinaus insbesondere für die Einsprecher zu ei- ner Verbesserung der aktuellen Hangwasserproblematik. Schliesslich könne auch im Bereich der Einleitung des neuen offenen Bachs in den bestehenden Meteorwasserkanal nicht von einer Gefahrenumlage- rung gesprochen werden. C. Gegen diesen Beschluss erhoben A.___ und B.___ durch ihren Rechtsvertreter mit Schreiben vom 7. Mai 2018 Rekurs beim Baude- partement. Mit Rekursergänzung vom 29. Mai 2018 werden die Auf- hebung des Einspracheentscheids, des Gestaltungsplans sowie des Wasserbauprojekts unter Kostenfolge beantragt. Zur Beg ründung wird geltend gemacht, durch den Verzicht auf die Festlegung der Niveaupunkte seien die Abweichungen von der Regel- bauweise in Bezug auf die Gebäudehöhe nicht überprüfbar und zudem Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 4/20 seien der Plan "Längs- und Querschnitte" sowie das Modellfoto im Pla- nungsbericht fehlerhaft. Weiter ergebe sich aus den Abweichungen von der Regelbauweise eine viel zu hohe Ausnützung. Insbesondere gehe sowohl die vertikale wie auch die horizontale Ausdehnung der Bebauung weit über die Regelbauvorschriften der W2 hinaus. Zudem werde der Gewässerverlauf zugunsten einer höheren Ausnützung ver- ändert, was Art. 37 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer (SR 814.20; abgekürzt GSchG) widerspreche. Insgesamt überschreite der Plan die Grenze zur materiellen Zonenplanänderung und widerspreche auch den Zielen der Zonenplanrevision aus dem Jahr 2000. Darüber hinaus fehle es an einem überwiegenden öffentli- chen Interesse an einer städtebaulich vorzüglichen Gestaltung, da der Gestaltungsplan dem Ziel der Schaffung einer zweckmässigen Bauzo- nengrenze gemäss Zonenplanrevision aus dem Jahr 2000 widerspre- che. Die Vorin stanz gewichte zudem die privaten Interessen der Grundeigentümerin sowie das raumplanerische Interesse an ei ner haushälterischen Bodennutzung zu hoch und vernachlässige damit öf- fentliche Interessen wie den Landschaftsschutz, die Erhaltung von na- turnahen Landschaften und Erholungsräumen sowie den Grundsatz der Schonung der Landschaft. Dazu würden die Interessen der Rekur- renten durch die übermässige Überbauung hinsichtlich Aussicht und Beschattung in unzumutbarer Weise beeinträchtigt. Weiter seien die Abklärungen betreffend Hochwasserschutz ungenügend und es sei unklar, ob durch die geplante Überbauung eine Mehrgefährdung ent- stehen könnte. Das Wasserbauprojekt erfülle die gesetzlichen Anfor- derungen nicht und müss te zwingend im Rahmen eines Gesamtpro- jekts zusammen mit der Sanierung des Unterlaufs realisiert werden. D. a) Mit Vernehmlassung vom 21. Juni 2018 beantragt die Vorinstanz den Rekurs abzuweisen. Zur Begründung wird geltend ge- macht, das fragliche Plangebiet eigne sich aufgrund seiner Grösse und der gut erschlossenen Lage in einem typischen Wohnquartier be- sonders gut für eine Gesamtüberbauung mit Nutzungsverdichtung und biete sich für dieses wichtige raumplanerische und städtebauliche Ziel geradezu an. Zudem sei eine ökologische Aufwertung mittels Bachof- fenlegung zweckmässigerweise zusammen mit einem konkreten Bau- projekt zu planen, weshalb eine Koordination mit zusätzlichen Was- serbauprojekten auch aus zeitlichen Überlegungen nicht verlangt wer- den könne. Die Koordinationspflicht könne nicht derart weit gehen, dass eine etappenweise Planung und Projektierung von Bachprojek- ten verunmöglicht werde. Weiter sei der Gestaltungsplan das Ergebnis einer umfassenden Abwägung sämtlicher – auch nachbarlicher – Inte- ressen, weshalb eine übermässige Beeinträchtigung der Rekurrenten nicht ersichtlich sei. Schliesslich zeige auch ein Vergleich mit einem Projekt nach Regelbauweise , dass eine wesentliche Mehrbelast ung des Grundstücks der Rekurrenten durch den Gestaltungsplan ausge- schlossen werden könne. b) Mit Vernehmlassung vom 20. August 2018 führt das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) aus, die bemängelten Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 5/20 Unterlagen seien trotz weniger Abweichungen als hinreichend zu be- urteilen. Weiter seien die Abweichungen von der Regelbauweise ge- samthaft als zulässig zu betrachten, da insbesondere auch eine ge- wisse Kompensation stattfinde. Eine erhebliche Beeinträchtigung der nachbarlichen Interessen liege offensichtlich nicht vor, zumal das Ge- lände vom rekurrentischen Grundstück Nr. 002 her gesehen deutlich abfalle. Vorliegend habe die Planungsbehörde das wichtige raumpla- nungsrechtliche Ziel einer hochwertigen Innenentwicklung vorbildlic h umgesetzt, zumal die Stad t Z.___ als Hauptzentrum einen wesentli- chen Teil des künftigen kantonalen Bevölkerungswachstums zu tragen habe. Schliesslich werde vorliegend ein qualitativ hochwertiger Über- gang zwischen Siedlung und Landschaft insbesondere durch die Of- fenlegung des D.___ sowie die Bestimmung von Art. 14 besV verbun- den mit einer städtebaulich und architektonisch vorzüglichen Überbau- ung mit angemessener Dichte geschaffen. c) Im Mitbericht vom 14. August 2018 führt das Amt für Wasser und Energie (AWE), Ab teilung Wasserbau, au s, das Projekt könne au s wasserbaulicher Sicht bewilligt werden. Die im Projekt der G.___, Z.___, vom 12. September 2012 gewählten Dimensionierungswasser- mengen seien bereits überprüft und als plausibel erachtet worden. Der beschränkten Abflusskapazität im Unterlauf und der künftig durch die Überbauung erhöhten Abflussbeiwerte sei mit einer entsprechend di- mensionierten Retentionsanlage Rechnung getragen worden. Das vorgesehene erhöhte Retentionsvolumen führe eher zu einer leichten Verbesserung bzw. Reduktion der Eintretenswahrscheinlichkeit einer Überlastung im Unterlauf. Die vorgesehenen Massnahmen im Planpe- rimeter beeinträchtigten die laufende Projektierung sowie allfällige Va- rianten im Bereich des Unterlaufs des D.___ nicht, weshalb der Aus- bau des Unterlau fs unabhängig vom diesem Projekt erfolgen könne und von diesem auch nicht erschwert werde. Schliesslich führe das Vorhaben zu keiner Verschlechterung der Hochwassersituation für das rekurrentische Grundstück Nr. 002. d) Mit Mitbericht vom 14. August 2018 fü hrt das AWE, Abteilung Naturgefahren, aus, es sei davon auszugehen, dass nach Ausführung des Bachprojekts die geplanten Gebäude nicht mehr von einer Gefährdung betroffen seien. Bei einem Überlaufen (Überlastfall) unterhalb der Überbauung werde durch die ge plante Retention, die Objektschutzmauer an der Tiefgarageneinfahrt sowie die zusätzlichen Optimierungen die Eintretenswahrscheinlichkeit gegenüber heute leicht reduziert. Da bei der Gefahrenan alyse immer das gesamte topographische Einzugsgebiet in die Ermi ttlung der Wassermengen eingerechnet werde, habe die Bachöffnung keine Verschlechterung in Bezug auf die massgebende Wassermenge zur Folge. Schliesslich sei das Grundstück der Rekurrenten auch nach der Bachoffenlegung nicht von einer Gefährdung betroffen. Die geplante Geländemodellierung am Anfang des Bachprojekts sorge für einen Abfluss des Oberflächenwassers in die neue Bachöffnung. Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 6/20 E. Das Baudepartement führte am 9. November 2018 in Anwesenheit der Verfahrensbeteiligten sowie eines Vertreters des AREG und je eines Vertreters der Abteilungen Naturgefahren und Wasserbau des AWE einen Augenschein durch. Dabei wurde unter anderem – abgesehen von der Reihenhaussiedlung zwischen H.___- und K .___strasse – eine heterogene Überbauung des umliegenden Gebiets festgestellt. F. Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor- genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen eingegangen. Erwägungen 1. 1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; abgekürzt VRP). 1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten. 2. Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1; ab- gekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972 (nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a PBG). Gemäss Art. 174 PBG wird indessen auf Nutzungspläne, die wie der vorliegende bereits bei Vollzugsbeginn des PBG nach Art. 29 BauG öffentlich aufgelegen sind, das bisherige Recht – mithin Bauge- setz und kommunales Baureglement – weiter angewendet. 3. Die Rekurrenten machen geltend, die vertikalen Abweichungen von der Regelbauweise seien oh ne Festlegung des Niveaupunkts nicht nachvollziehbar. Im Übrigen seien die Unterlagen teilweise fehlerhaft. 3.1 Aus den Festlegungen des Gestaltungsplans ergeben sich die massgeblichen Höhenkoten sowohl für den Fussboden Oberkante Erdgeschoss als auch für die maximale Gebäudehöhe jeder Bebau- ungsreihe (vgl. Art. 8 besV). Im Beilageplan "Höhenlinien gewachse- nes Terrain" (vi act. 16) werden zudem die Höhenlinie n des gewach- senen Terrains mit einer Äquidistanz von 0 ,25 m ausgewiesen. Ge- mäss Ziff. 3.2 des Planungsberichts vom August 2012 (vi act. 16) be- tragen die Abweichungen der Gebäudehöhe von der Regelbauweise (7,5 m) bei den zweigeschossigen Gebäudeteilen bis zu 0,5 m (6,8 m – 8 m) und bei den dreigeschossigen Gebäudeteilen 2,5 m bis 3,75 m (10 m – 11,25 m). Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 7/20 3.2 Für die Festlegung der Gebäudehöhe ist – wie die Rekurrenten zu Recht vorbringen – die Ermittlung des Niveaupunkts erforderlich (Art. 20 BO). Allerdings kann die endgültige Höhe und Lage des Ni- veaupunkts erst im nachfolgenden Baubewilligungsverfahren festge- legt werden, weshalb im Planverfahren eine nachvollziehbare und un- gefähre Festlegung des Niveaupunkts zur Ermittlung der Abweichun- gen von der Regelbauweise genügen muss. Aus dem inhaltlich nicht umstrittenen Beilageplan "Höhenlinien gewachsenes Terrain" läs st sich mittels Festlegung des Schwerpunkts des kleinsten um die Bau- bereiche gelegten Rechtecks die ungefähre Lage de r Niveaupunkte ermitteln. Aufgrund der geringen Distanz zwischen den einzelnen Hö- henkurven ist sodann auch die Höhe nlage des jeweiligen Niveau- punkts einfach bestimmbar. Daraus ergeben sich folgende (ungefäh- ren) Gebäudehöhen: Niveaupunkt (m.ü.M.) Höhenkote Gebäude- höhe (m.ü.M.) Gebäudehöhe (m) Haus 1 682,60 689,70 (2 VG) 692,80 (3 VG) 7,10 10,20 Haus 2 683,40 691,30 (2 VG) 694,50 (3 VG) 7,90 11,10 Haus 3 685,00 692,90 (2 VG) 696,00 (3 VG) 7,90 11,00 Haus 4 686,85 694,50 (2 VG) 697,70 (3 VG) 7,65 10,95 Daraus ergibt sich, dass sich aus den öffentlich aufgelegenen Plänen die Gebäudehöhe mit genügender Genauigkeit ermitteln lässt und die von der Vorinstanz ausgewiesenen Abweichungen bezüglich Höhe plausibel und nachvollziehbar sind. Auf die Festlegung des Niveau- punkts konnte entsprechend verzichtet werden, zumal dieser im Plan- verfahren ohnehin nicht mit absoluter Genauigkeit bestimmt werden kann. Entgegen der Ansicht der Rekurrenten kann folglich nicht von ungenauen oder unvollständigen Plänen gesprochen werden. 3.3 Daran ändern insbesondere auch der teilweise von den Vorga- ben gemäss Gestaltungsplan abweichende Längsschnitt A -A sowie das Modellfoto im Planungsbericht nichts. Dabei handelt es sich um untergeordnete Mängel, welche eine Aufhebung des angefochtenen Entscheids sowie des Gestaltungsplans nicht rechtfertigen. Verbind- lich sind in erster Linie die Festlegungen gemäss Plan mit den dazu- gehörigen besonderen Vorschriften. Aus diesen ergeben sich insbe- sondere auch die möglichen Dimensionen der geplanten Überbauung. Die weiteren Pläne sowie Fotos gemäss Planungsbericht sind demge- genüber bloss richtungsgebend. Insgesamt konnten die Auswirkungen des Gestaltungsplans von den Betroffenen trotz der vorgebrachten Mängel ohne weiteres beurteilt werden. Der Rekurs ist diesbez üglich abzuweisen. Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 8/20 4. Die Rekurrenten beanstanden zudem, der Gestaltungsplan sei un- rechtmässig und müsse aufgehoben werden. Umstritten ist somit eine ortsplanerische Massnahme. 4.1 Gemäss Art. 4 BauG stellt die politische Gemeinde durch die Ortsplanung die zweckmässige Nutzung des Bodens sowie die geord- nete Besiedlung und die bauliche Entwicklung des Gemeindegebiets sicher. Sie entspricht damit auf Gemeindestufe den aus Art. 75 der Bundesverfassung (SR 101; abgekürzt BV) sowie Art. 1, 3 und 14 ff. des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes (SR 700; abgekürzt RPG) fliessenden Grundprinzipien der Raumplanung. Diese obliegt gemäss Art. 75 Abs. 1 BV den Kantonen und dient der zweckmässigen und haushälterischen Nutzung des Bodens und der geordneten Be- siedlung des Landes. Nach Art. 1 Abs. 2 RPG unterstützen Bund, Kantone und Gemeinden mit Massnahmen der Raumplanung unter anderem die Bestrebungen, die natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Luft, Wasser, Wald und die Landschaft zu schützen (Bst. a), die Siedlungsentwicklung – unter Berücksichtigung einer angemessenen Wohnqualität – nach innen zu lenken (Bst. abis) und kompakte Siedlungen (Bst. b) sowie die räumli- chen Voraussetzungen für die Wirtschaft zu schaffen und zu erhalten (Bst. bbis). Zu den Planungsgrundsätzen nach Art. 3 RPG gehören na- mentlich die Schonung der Landschaft, die Begrenzung der Siedlun- gen sowie deren Gestaltung nach den Bedürfnissen der Bevölkerung und die Bestimmung sachgerechter Standorte für die öffentlichen und im öffentlichen Interesse liegenden Bauten und Anlagen. Unter ande- rem sollen nach Art. 3 RPG Siedlungen, Bauten und Anlagen sich in die Landschaft einordnen (Abs. 2 Bst. b), Wohn - und Arbeitsgebiete einander zweckmässig zugeordnet sein und schwergewichtig an Orten geplant werden, die auch mit dem öffentlichen Verkehr angemessen erschlossen sind (Abs. 3 Bst. a), Massnahmen getroffen werden zur besseren Nutzung der brachliegenden oder ungenügend genutzten Flächen in Bauzonen und der Möglichkeiten zur Verdichtung der Sied- lungsfläche (Abs. 3 Bst. abis), Wohngebiete vor schädlichen und lästi- gen Einwirkungen wie Luftverschmutzung, Lärm und Erschütterung möglichst verschont (Abs. 3 Bst. b) und Rad- und Fusswege erhalten und geschaffen werden (Abs. 3 Bst. c), günstige Voraussetzungen für die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen sichergestellt sein (Abs. 3 Bst. d) und Siedlungen viele Grünflächen und Bäume enthalten (Abs. 3 Bst. e). 4.2 Der Überbauungsplan kann für ein engeres, bestimmt umgrenz- tes Gebiet, wie für ein Quartier, die Erschliessung und die besondere Bauweise ordnen (Art. 22 Abs. 1 BauG). Als Überbauungsplan mit be- sonderen Vorschriften kann ein Überbauungsplan die besondere Bau- weise, vor allem hinsichtlich der Baumasse und der Ausnützungsziffer regeln. Unter Beibehaltung der Zweckbestimmung der Zone kann von den allgemeinen Zonenvorschriften abgewichen werden (Art. 23 Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 9/20 Abs. 1 Bst. b BauG). Durch einen Überbauungsplan darf eine Mehr- ausnützung gewährt werden, wenn ein besseres Projekt als nach zo- nengemässer Überbauung verwirklicht wird, die Grösse des Grund- stücks dies rechtfertigt und die Interessen der Nachbarn nicht erheb- lich beeinträchtigt werden (Art. 27 BauG). Der Gestaltungsplan wiede- rum regelt in einem noch detaillierteren Mass die Nutzung von Bau- land. So kann die politische Gemeinde zur Erreichung einer Gesamt- überbauung mit städtebaulich vorzüglicher Gestaltung mit schriftlicher Zustimmung der Grundeigentümer Gestaltungspläne erstellen, welche die Überbauung einer oder mehrerer Parzellen projektmässig bis in Einzelheiten, beispielsweise durch Festlegung des Grundrisses, re- geln; dabei kann vom Zonen- oder Überbauungsplan abgewichen wer- den (Art. 28 Abs. 1 BauG). Weil die Vorschriften der Regelbauweise nach Art. 9 Abs. 1 BauG Bestandteil des Zonenplans sind, kann auch von der in der Bauordnung enthaltenen Regelbauweise einer be- stimmten Zone abgewichen werden (GVP 1997 Nr. 69, S. 149 mit Hin- weisen). Insbesondere darf auch von der im Zonenplan festgelegten Geschosszahl grundsätzlich a bgewichen werden, wobei jedoch die Grenze der materiellen Zonenplanänderung nicht überschritten wer- den darf (GVP 2003 Nr. 19). 4.3 Überbauungs- und Gestaltungspläne gehören als Sondernut- zungspläne zu den Nutzungsplänen im Sinn von Art. 14 Abs. 1 RPG, welche die zulässige Nutzung des Bodens ordnen und für das Grund- eigentum unmittelbar verbindlich sind. Wird für ein bestimmtes Gebiet die besondere Bauweise durch Überbauungs - oder Gestaltungsplan festgelegt, so hat sich die Behörde auch hierbei an die Ziele und Pla- nungsgrundsätze nach Art. 1 und 3 RPG zu halten. Im Rahmen der Nutzungsplanung sind die in Betracht fallenden öffentlichen und priva- ten Interessen zu erfassen und im Hinblick auf die anzustrebende räumliche Entwicklung und im Licht der Ziele und Grundsät ze der Raumplanung – die oft im Widerspruch zueinander stehen – gegenei- nander abzuwägen (Art. 2 und 3 der eidgenössischen Raumplanungs- verordnung [SR 700.1; abgekürzt RPV]; AEMISEGGER/KISSLING, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich/Basel/Genf 2016, Vorbemerkungen zur Nut- zungsplanung, N 10 ff. und N 59 ff.; WALDMANN/HÄNNI, Handkommen- tar, RPG 2006, Art. 3 N 3 f.; GVP 1995 Nr. 93, GVP 2005 Nr. 24 Erw. 3e.bb). Ob die Interessen vollständig erfasst worden sin d, ist Rechtsfrage. Die Wertung und Gewichtung der einzelnen Grundsätze fällt hingegen in den Ermessens- bzw. Beurteilungsspielraum der Pla- nungsbehörden (u.a. Urteil des Bundesgerichtes 1C_534/2012 vom 16. Juli 2013 Erw. 2.3.2; GVP 2005 Nr. 24 Erw. 3c; WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 3 N 5). 4.4 Nach Art. 3 Abs. 2 BauG stehen dem Staat in allen Belangen der Raumplanung und des öffentlichen Baurechts die Rechts- und die Ermessenskontrolle zu. Der Staat wahrt mithin den nötigen Ermes- sensspielraum der politischen Gemeinde bei der Ortsplanung. Daraus ergibt sich einerseits eine Einschränkung der Ermessenskontrolle, an- derseits eine Betonung der Gemeindeautonomie. Wohl hat die Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 10/20 Rechtsmittelbehörde das Recht und die Pflicht, planerische Erlasse der Gemeinden auf ihre Recht- und Zweckmässigkeit hin zu überprü- fen; sie darf sich dabei nicht mit einer blossen Willkürprüfung begnü- gen. Bei der Überprüfung der Zweckmässigkeit hat sie sich jedoch Zu- rückhaltung aufzuerlegen; sie darf ihr Ermessen nicht ohne stichhal- tige Begründung an die Stelle desjenigen der Gemeinde setzen. Es ist Sache der Gemeinde, unter mehreren verfügbaren zweckmässigen Lösungen zu wählen ( H. HESS, Ortsplanungsrecht I, in: Das Nach- tragsgesetz zum st.gallischen Baugesetz, Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse an der Hochschule St.Gallen, St.Gallen 1983, S. 25 mit Hinweisen). Wie erwähnt können die kantonalen Behörden bei ihrer Zweckmässigkeitskontrolle nicht erst dann einschreiten, wenn die Lösung der Gemeinde willkürlich, mit- hin ohne sachliche Gründe getroffen wurde und schlechthin unhaltbar ist. Sie haben die Ortsplanung vielmehr zu korrigieren, wenn sie sich aufgrund überkommunaler öffentlicher Interessen als unzweckmässig erweist oder wenn sie den wegleitenden Grundsätzen und Z ielen der Raumplanung nicht entspricht oder unzureichend Rechnung trägt (B. HEER, St.Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 67 f. mit Hinweisen; GVP 2005 Nr. 24 Erw. 3a; GVP 2006 Nr. 123 Erw. 5f.). 4.5 Beim Erlass eines Gestaltungsplans sind auch die Baumöglich- keiten nach der Regelbauweise zu berücksichtigen. Die Grenze der zulässigen Abweichungen von der Regelbauweise ergibt sich einer- seits aus dem Erfordernis der städtebaulich vorzüglichen Gestaltung und dem damit verbundenen öffentlichen Interess e, anderseits aus dem Erfordernis der Wahrung berechtigter Nachbarinteressen. Abwei- chungen von der Regelbauweise einer Zone sind mit anderen Worten nur in dem Mass zulässig, als sie zur Erreichung einer Gesamtüber- bauung mit städtebaulich vorzüglicher Gestaltung erforderlich sind und die Interessen der Nachbarn nicht erheblich beeinträchtigen. Massge- bend ist dabei eine Gesamtbeurteilung der Auswirkungen einer Über- bauung nach Gestaltungsplan. Ob Nachbarn gesamthaft gesehen in ihren geschützten Interessen über mässig beeinträchtigt werden, ist entscheidend. Es kommt nicht darauf an, ob sie nur in einzelnen Punk- ten ohne Berücksichtigung der ihnen in anderer Beziehung erwach- senden Vorteile nachteilig berührt werden. In jedem Fall haben Nach- barn insoweit Beeinträchtigungen durch einen Gestaltungsplan zu dul- den, als diese nicht weiter gehen als nach Regelbauweise. Es ist daher notwendig, vorerst zu prüfen, ob und inwieweit ein Gestaltungsplan bezüglich der nachbarlichen Beziehungen über das Mass der nach Regelbauweise zulässigen Auswirkungen hinaus geht. Nur soweit eine Mehrbeeinträchtigung erfolgt, ist zu prüfen, ob sie das zumutbare Mass überschreitet. Eine gegenüber der Regelbauweise gleichwertige Beeinträchtigung haben die Nachbarn zu dulden (GVP 1995 Nr. 93, S. 218 mit Hinweis). 4.6 Das vom Gestaltungsplangebiet H.___ Strasse erfasste Gebiet liegt grösstenteils in der W2, im Übrigen in der GF. Nach der Tabelle zu Art. 13 Abs. 1 BO sind in der W2 Bauten mit zwei (Voll -)Geschos- sen, einer Gebäudehöhe von 7,5 m und einer Gebäudelänge von 36 Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 11/20 m zulässig, der kleine Grenzabst and beträgt mindestens 5 m, der grosse Grenzabstand mindestens 10 m. Der Strassenabstand gegen- über Gemeindestrassen 2. Klasse beträgt 3 m (Art. 26 Abs. 1 Bst. b BO). Attikageschosse dürfen nach Art. 35 Abs. 1 BO eine Höhe von 3 m nicht überschreiten und ke ine Dachaufbauten aufweisen; sie müs- sen gegenüber den Längsseiten unter einer Linie von 45° zurückge- setzt sein. Eine abweichende Situierung ist zulässig, wenn eine gute Gesamtwirkung erzielt wird und keine nachbarlichen Interessen ent- gegenstehen (Art. 35 Abs. 2 BO). Der Gestaltungsplan C.___ sieht in Abweichung von der Regelbau- weise vier gestaffelte Baukörper mit zwei und drei Vollgeschossen vor. Ein Attika- bzw. Dachgeschoss ist gemäss Art. 8 besV nicht zulässig. Die Gebäudehöhe beträgt gemäss Planungsbericht bei den Gebäude- teilen mit zwei Vollgeschossen 6,8 m bis 8 m und bei den Gebäudetei- len mit drei Vollgeschossen 10 m bis 11,25 m. Die Gebäudelänge be- trägt maximal 41,5 m, wobei der Baubereich 2 eine maximale Gebäu- delänge von 34,5 m aufweist. Die Gebäudetiefe beträgt 19 m, wobei die einzelnen Gebäudeteile die reglementarische Gebäudetiefe von 14 m nur minimal überschreiten (14,2 m). Der Gebäudeabstand der Bau- bereiche (ohne Neben-/Anbauten) beträgt rund 9,5 m, wobei aufgrund der Staffelung der Gebäudeteile vielfach grössere Abstände bestehen. 4.7 Zu prüfen ist, ob die nach dem Gestaltungsplan mögliche Über- bauung städtebaulich vorzüglich ist und ob die Abweichungen von der Regelbauweise dadurch gerechtfertigt sind. Das Gestaltungsplangebiet umfasst mit dem Grundstück Nr. 001 eine Baulandreserve, die einerseits im gut erschlossenen städtischen Ge- biet und anderseits in unmittelbarer Nähe zu einem Naherholungsge- biet liegt. Aufgrund dieser bevorzugten Wohnlage liegt die optimale Nutzung der Fläche mit einer erhöhten Anforderungen genügenden Überbauung im öffentlichen Interesse. Für den Gestaltungsplan wurde ein Projektwettbewerb durchgeführt, was zusammen mit den Überar- beitungen zu einer qualitativ hochwertigen Gestaltung führt. Vorgese- hen sind vier quer zur H.___ Strasse liegende, volumetrisch stark ge- gliederte und differenziert gestaltete Baukörper, welche trotz der ho- hen Dichte fliessende Freiräume sowie eine Durchlässigkeit zu den angrenzenden Grünräumen gewährleisten sollen. Die wesentlichen Qualitätspunkt sind unter anderem eine haushälterische Bodennut- zung, die Einpassung in das heterogene städtebauliche Umfeld, der gelungene Übergang Stadt – Landschaft, eine Wohnungstypologie mit grosser Vielfalt bei gleichzeitig einheitlichem äusseren Erscheinungs- bild mit hoher innenräumlicher Architekturqualität sowie einer Minimie- rung der Erschliessungsflächen für den motorisierten Verkehr (vgl. Planungsbericht, S. 11). Vorgesehen sind elf Reiheneinfamilien- häuser und 15 grosszügig e Geschosswohnungen. Die gemeinsame Erschliessung erfolgt über die unterirdische Sammelgarage (Art. 3 besV). Besucherparkplätze sind vor den Bebauungsreihen 1 und 3 entlang der H.___ Strasse vorgesehen, womit das Gestaltungsplange- biet möglichst verkehrsfre i gehalten werden kann (vgl. Art. 6 besV). Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 12/20 Zudem wird der D.___ offengelegt und somit auf natürliche Art und Weise in die differenzierte Aussenraumgestaltung einbezoge n (vgl. Art. 14 besV). Das dem Gestaltungsplan zu Grunde liegende Konzept setzt den an- erkannten städtebaulichen Ansatz der Verdichtung konsequent um, trägt dabei aber auch der baulichen und landschaftlichen Umgebung sowie der Lage am Siedlungsrand Rechnung. Dass eine Verdichtung Abweichungen von der Regelbauweise zwingend erfordert, liegt auf der Hand. In vertikaler Richtung beschränkt sich die Verdichtung auf die Zulassung eines zusätzlichen Vollgeschosses auf ungefähr der Hälfte der Fläche der Baubereiche und liegt damit im untersten Bereich möglicher vertikaler Verdichtungslösungen. Durch den gleichzeitigen Verzicht auf ein Attika- oder Dachgeschoss auf der ganzen bebauba- ren Fläche wird die höhenmässige Erscheinung der Baukörper nur un- wesentlich verändert und in Teilen gegenüber der Regelbauweise so- gar reduziert. In horizontaler Richtung ist demgegenüber einzuräu- men, dass namentlich die Gebäudelänge sowie -tiefe gesamthaft ebenfalls leicht erhöht werden. Auch die Gebäudeabstände innerhalb der Bebauungsreihen werden leicht reduziert und betragen zwischen den Hauptbauten teilweise etwas weniger als 10 m. Allerdings wird dies aufgrund des gewählten Ansatzes der Staffelung der Gebäude- teile optisch weniger wahrgenommen, wobei die einzelnen Gebäude- teile die maximal zulässige Gebäude tiefe nur minimal überschreiten und dadurch auch die Gebäudeabstände teilweise grösser ausfallen. Dazu kommt, dass die Gebäudetiefe nach Regelbauweise überschrit- ten werden darf, soweit eine gute Eingliederung in die natürliche und bauliche Umgebung gewährleistet bleibt und die Besonnungs- und Be- lichtungsverhältnisse nicht ungenügend werden (Art. 22 BO). Trotz der städtebaulich erwünschten und im öffentlichen Interesse liegenden Verdichtung (vgl. VerwGE B 2008/195 vom 16. Juni 2009 Erw. 3.5.2 und VerwGE B 2007/81 vom 15. Oktober/5. November 2007 Erw. 4.1), die eine Herabsetzung der Gebäudeabstände erfordert, bleibt eine gute Besonnung und Belichtung der Wohnungen insbesondere auch durch die Höhenstaffelung gewährleistet. Zu berücksichtigen ist zu- dem, dass die Baubereiche den minimalen Strassenabstand praktisch an sämtlichen Stellen überschreiten und auch gegen Südwesten und Nordosten grosszügige Abstände bestehen. Gemäss der Vorlage zur Zonenplanänderung E.___/H.___ Strasse vom 3. Juli 2000 sollte im Gebiet E.___ an der H.___ Strasse eine bisherige Reservefläche teilweise für den zweigeschossigen Woh- nungsbau, d.h. für Einfamilien- oder Reihenhäuser eingezont werden. Die Abgrenzung der neuen Bauzone und der Grünzone gegen das nordöstlich anschliessende Landwirtschaft sgebiet entspreche der Siedlungsbegrenzung durch die bestehende Überbauung, womit eine zweckmässige Bauzonengrenze festgelegt werde. Es mag daher zu- treffen, dass der fragliche Gestaltungsplan der Stossrichtung der Zo- nenplanrevision nicht eins zu eins entsp richt. Entgegen der Ansicht der Rekurrenten kann daraus allerdings nicht geschlossen werden, es fehle deshalb an einem öffentlichen Interesse an einer städtebaulich Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 13/20 vorzüglichen Gestaltung. Seit der fraglichen Referendumsabstimmung sind bis zur Auflage des Gestaltungsplans rund 12 Jahre und bis heute beinahe 20 Jahre vergangen. Auch wenn sich an der tatsächlichen Si- tuation seither in diesem Gebiet wenig bis nichts verändert haben sollte, haben sich die ortsplanerischen und städtebaulichen Anforde- rungen insbesondere aufgrund der RPG-Revision 2014 erheblich ge- ändert. Seither ist das raumplanerische Interesse an einer haushälte- rischen Bodennutzung in seiner Bedeutung weiter gestiegen und ins- besondere die Stadt Z.___ ist aufgrund seiner Zentrumsfunktion ("ur- baner Verdichtungsraum") auf eine qualitativ hochstehende Sied- lungsverdichtung für urbanes Wohnen angewiesen, um aufgrund der Bodenverknappung in den Zentren einem höheren Bauzonenbedarf entgegenzuwirken (vgl. Raumkonzept Kanton St.Gallen vom Novem- ber 2017, Richtplanblatt R11, S. 8 ff., www.sg.ch/content/dam/ sgch/bauen/raumentwicklung/richtplanung/raumentwicklungsstrate- gie/R11%20Raumkonzept%20Kt.SG.pdf). Zudem ist der Planungsbe- hörde zu attestieren, dass ein bewusster Umgang mit dem Übergang zwischen dem Siedlungsgebiet und dem Landwirtschaftsgebiet bzw. dem Wald insbesondere durch die besonderen Bestimmungen zur Bachoffenlegung (Art. 14 besV) sowie der hohen Qualität der Über- bauung stattgefunden hat. Wie sich am Augenschein gezeigt hat, fügt sich die geplante Überbauung zudem gut in das heterogene Quartier ein und nimmt aufgrund seiner Ausrichtung und der Staffelung auch Elemente der bestehenden Reihenhaussiedlung nördlich der H.___ Strasse auf. Zusammen mit den viergeschossigen Bauten im Südwes- ten und der topografischen Lage an einem leichten Südosthang er- möglicht der Gestaltungsplan eine zweckmässige Abgrenzung des Siedlungsgebiets. Im Übrigen wird das rund 40 m nordöstlich gelegene Landschaftsschutzgebiet durch den Gestaltungsplan nicht beeinträch- tigt, zumal dazwischen beidseits der H.___- und K.___strasse bereits eine Überbauung – darunter das rekurrenti sche Wohnhaus sowie mehrere Mehrfamilienhäuser – besteht. Entgegen der Ansicht der Rekurrenten trägt die mit dem Gestaltungs- plan zu ermöglichende Überbauung den Zielen und Grundsätzen der Raumplanung (Art. 1 und 3 RPG) in hervorragender Weise Rechnung. Insbesondere wird damit eine haushälterische Nutzung des Bodens (Art. 1 Abs. 1 RPG) und eine hochwertige Innenentwicklung (Art. 1 Abs. 2 B st. abis RPG) erreicht. Ausserdem wird eine wohnliche und kompakte Siedlung mit naturnahem Grünraum geschaffen, welche auch mit dem öffentlichen Verkehr angemessen erschlossen ist (Art. 1 Abs. 2 Bst. b, Art. 3 Abs. 3 Bst. a und e RPG). Schliesslich ordnen sich die Bauten gut in die Landschaft ein (Art. 3 Abs. 2 Bst. b RPG). Der Einwand einer Vernachlässigung der Interessen des Landschafts- schutzes sowie der Erhaltung von naturnahen Landschaften und Er- holungsräumen trifft nicht zu. Weder in Bezug auf das Land schafts- schutzgebiet noch mit Blick auf die bestehende Bebauungssituation ist von der geplanten Überbauung eine solche Wirkung zu erwarten. Viel- mehr führt die Anordnung und Staffelung der Überbauung zusammen mit der Offenlegung des D.___ zu einem gelungenen Abschluss des Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 14/20 Siedlungsgebiets sowie attraktiv strukturierten, fliessenden Freiräu- men, welche die Durchlässigkeit zu den angrenzenden Grünräumen gewährleisten. Insgesamt erfüllt der Gestaltungsplan die Anforderun- gen einer städtebaulich vorzüglichen Gestaltung. 4.8 Eine übermässige Beeinträchtigung der nachbarlichen Interes- sen ist durch die mit dem Gestaltungsplan ermöglichte Überbauung nicht gegeben. Der nördliche Baukörper hält gegenüber dem Grund- stück Nr. 004 der Rekurrenten im zweigeschossigen Bereich eine n Mindestabstand von rund 9 m, im dreigeschossigen Bereich von rund 10 m ein. Das Wohnhaus liegt zudem über 25 m vom dreigeschossi- gen Gebäudeteil entfernt. Die teilweise Überschreitung der Gebäude- höhe sowie die geringe Mehrlänge werden dadurch mehr als ausge- glichen, zumal im Vergleich eine Überbauung nach Regelbauweise (36 m langes und 7,5 m hohes Gebäude mit Satteldach oder versetz- tem Attika im Abstand von 5 m) für die Nachbarn deutlich einschnei- dender wäre. Eine erhebliche zusätzliche Beschattung kann vor die- sem Hintergrund sowie der am Augenschein ersichtlichen erhöhten Stellung des rekurrentischen Grundstücks ausgeschlossen werden, weshalb auf die Einholung eines Schattendiagramms verzichtet wer- den kann. Hinzu kommt, dass der Grenzbereich des rekurrentis chen Grundstücks zumindest zum Zeitpunkt des Augenscheins dicht be- stockt war, was zumindest die behauptete Beeinträchtigung der Aus- sicht sowie den Entzug von Licht weiter relativiert. Ob die reglementa- rischen Voraussetzungen für eine Überschreitung der Geb äudetiefe vorliegen (Art. 22 Abs. 3 BO), ist unter diesem Gesichtspunkt nicht re- levant, da die Nachbarn davon nicht betroffen sind und allfällige Über- schreitungen der Gebäudetiefen im Gesta ltungsplan berücksichtigt sind. 4.9 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Gestaltungsplan C.___ eine Gesamtüberbauung mit städtebaulich vorzüglicher Gestaltung er- möglicht, die Abweichungen von der Regelbauweise dadurch gerecht- fertigt sind und die nachbarlichen Interessen nicht übermässig beein- trächtigt werden. 5. Weiter rügen die Rekurrenten, das Vorhaben führe zu einer materiel- len Zonenplanänderung. 5.1 Abweichungen von der Regelbauweise durch Überbauungs - oder Gestaltungspläne sind nur soweit zulässig, als diese nicht zu ei- ner materiellen Zonenplanänderung führen (GVP 2003 Nr. 19). Die Frage, unter welchen Voraussetzungen Abweichungen von Regelbau- vorschriften materiell als Zonenplanänderung zu qualifizieren sind, kann nicht generell beantwortet werden. Sie ist anhand der konkreten Umstände im Einzelfall zu beurteilen (VerwGE B 2008/124 vom 24. März 2009 E rw. 5.1 mit Hinweisen). Im unveröffentlichten Urteil B 2008/124 vom 24. März 2009 kam das Verwaltungsgericht zum Schluss, die Zulassung von zwei drei- bzw. viergeschossigen Bauten von 79,5 und 98,5 m Länge in einer Wohnzone W2 mit einer erlaubten Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 15/20 Gebäudelänge von 36 m habe materiell keine Zonenplanänderung zur Folge. Hierbei berücksichtigte das Verwaltungsgericht, dass von der vom Gestal tungsplan erfassten Fläche von 12'520 m 2 lediglich 3'100 m2 zur Überbauung vorgesehen waren. Das Verwaltungsgericht hat sodann in einem in GVP 2003 Nr. 19 teilweise veröffentlichten Ur- teil vom 26. Juni 2003 entschieden, in einer dreigeschossigen Bauzone sei die Errichtung von vier - bzw. fünfgeschossigen Bauten mit Attikageschoss auf einer Teilfläche des Überbauungsplans mit den Planungsgrundsätzen vereinbar, weshalb von keiner schleichenden Zonenplanänderung gesprochen werden könne. Im Urteil B 2011/182 vom 3. Juli 2012 führte das Verwaltungsgericht aus, es liege in der Natur der Sache, dass eine verdichtete Bauweise Abweichungen von der Regelbauweise bedinge. Dement sprechend sei es zulässig, die Gebäudemasse und die Geschossigkeit innerhalb eines Plangebiets entsprechend den jeweiligen konkreten Verhältnissen differenziert zu regeln. Die Konzentration auf wenige Bauten habe konkret eine ver- dichtete Überbauung entlang zweier Erschliessungsstränge zur Folge. Dadurch würden beachtliche Freiräume zwischen den Bauten ge- schaffen, womit dem städtebaulichen Ansatz "Verdichtung zu Gunsten grosszügiger Freiflä chen" optimal Rechnung getragen werde (Erw. 5.5.5; zum Gan zen vgl. auch VerwGE B 2013/166 vom 4. De- zember 2014 Erw. 4.5). 5.2 Mit Bezug auf die Frage, ob im gegebenen Fall eine materielle Zonenplanänderung vorliegt, fällt einerseits in Betracht, dass der Ge- staltungsplan auf etwa der Hälfte der bebaubaren Fläche ein drittes Vollgeschoss anstelle eines Attikageschosses bzw. eines Dachge- schosses mit Steildach gestattet und bei drei von vier Baubereichen die Gebäudelänge um wenige Meter überschritten wird. Anderse its weist der Gestaltungsplan gegenüber den angrenzenden Liegenschaf- ten sowie der Strasse erhöhte Abstände auf. Im Übrigen lassen sich im Verbot von Dach- und Attikageschossen auf den zweigeschossigen Gebäudeteilen sowie den eingeschränkten Nutzungsmöglich keiten (vgl. Art. 10 und 13 besV) weitere Kompensationen bzw. Unternutzun- gen feststellen. Darüber hinaus trifft die Behauptung der Rekurrenten nicht zu, dass die im Planungsbericht errechnete Ausnützungsziffer von 0,73 zu einer Mehrausnützung führt. Auch wenn derartige Berech- nungen vorliegend fehlen, wurde in früheren Urteilen zu Gestaltungs- plänen im Gebiet der Stadt Z.___ festgestellt, dass in der W2 nach Regelbauweise auch eine Überbauung mit einer Ausnützungsziffer von 0,9 oder mehr erstellt werden könnt e (VerwGE B 2008/124 vom 24. März 2008 Erw. 5.6) . In einem die vergleichbare Wohnzone W3 betreffenden Entscheid hat zudem das Baudepartement festgestellt, dass die im Planungsbericht errechnete Ausnützungsziffer von 0,77 durch eine Überbauung nach Regelbauweise ohne weiteres erreicht oder gar übertroffen werden könnte (BDE Nr. 37/2010 vom 2. Juli 2010 Erw. 5.2). Ein Vergleich mit Gemeinden, welche eine Ausnützungszif- fer kennen, ist im Übrigen wenig aussagekräftig, da die Stadt Z.___ als Hauptzentrum des Kantons nicht mit diesen vergleichbar ist und aufgrund des Fehlens einer Ausnützungsziffe r sich die Dichte einer Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 16/20 Überbauung durch die primären Bauvorschriften wie Abstände, Ge- schosszahl sowie Gebäudelänge und -breite ergibt. Insgesamt ermög- licht der umstrittene Gestaltungsplan somit eine Überbauung mit mas- svollen Abweichungen von der Regelbauw eise in angemessene r Dichte an einer gut erschlossenen Lage, welche auch den Aspekten der besonderen Lage am Siedlungsübergang und dem Wald, der un- terschiedlichen Bebauungsstruktur im Quartier sowie der Revitalisie- rung und dem Hochwasserschutz Rechnung trä gt. Es trifft zwar zu, dass die Abweichungen von der Regelbauweise sich praktisch auf den gesamten Teil des in der W2 gelegenen Plangebiets beziehen. Ange- sichts der vorgenannten Umstände sowie im Kontext der umliegenden grossräumigen Zonierung in der W2 sowie der W4 im Süden erscheint die Überbauung des betroffenen Gebiets im Sinne einer massvollen und qualitativ hochwertigen Verdichtung als angemessen. Schliesslich ist vorliegend entgegen der Ansicht der Rekurrenten die Verlegung des eingedolten D.___ im Rahmen der Bachoffenlegung zulässig, da dadurch eine sinnvolle Überbauung ermöglicht und der Zustands des Bachs verbessert wird (vgl. FRITZSCHE, in: Hettich/Jansen/Norer (Hrsg.), Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasser- baugesetz, Zürich/Basel/Genf 2016, N 29, 32 und 35 zu Art. 37 GSchG). Zudem geht davon auch kein massgeblicher Einfluss auf die Ausnützung der Überbauung aus. Schliesslich ist zu erwähnen, dass vorliegend ausschliesslich eine zonenkonforme Wohnnutzung reali- siert werden soll. Über das gesamte Areal betrachtet erfolgt damit eine differenzierte, nur teilweise von der Geschosszahl der W2 abwei- chende Überbauung in angemessener Dichte. Aus diesen Gründen ist daher das Vorliegen einer materiellen Zonenplanänderung zu vernei- nen. 6. Die Rekurrenten machen in Bezug auf das Wasserbauprojekt zudem geltend, es sei von einer Verschl echterung der Hochwassersituation auszugehen. Das Wasserbauprojekt sei deshalb zwingend mit der Sa- nierung des Unterlaufs zu koordinieren. 6.1 Das Wasserbauprojekt hat namentlich die Öffnung und Verle- gung des zur Zeit eingedolten D.___ zum Gegenstand und steht im Zusammenhang mit dem Gestaltungsplan C.___ auf Grundstück Nr. 001. Der D.___ soll im Projektperimeter geöffnet, zum Siedlungs- rand verlegt, als naturnaher Wiesenbach gestaltet und ökologisch auf- gewertet werden. Um der Hochwasserproblematik zu begegnen, sind eine entsprechend dimensionierte Retentionsanlage, eine Objekt- schutzmauer an der geplanten Tiefgarageneinfahrt, Geländemodellie- rungen sowie weitere Massnahmen vorgesehen (vgl. Technischer Be- richt der G .___ vom 12. September 2012 sowie Stellungnahme vom 13. März 2013, vi act. 8 und 15). 6.2 Gemäss Gefahrenkarte des Kantons St.Gallen liegt ein Teil des Plangebiets auf Grundstück Nr. 001 bezüglich Hochwasser im Bereich einer mittleren Gefährdung (blau). Gemäss Amtsbericht der Abteilung Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 17/20 Naturgefahren des AWE vom 14. August 2018 betragen die Intensitä- ten sowohl beim 30-jährlichen wie auch beim 300-jährlichen Hochwas- ser lediglich max. 25 cm (bei max. 1 m/s Fliessgeschwindigkeiten). 6.3 Vorliegend ist unbestritten, dass die Abflusskapazitäten im Un- terlauf des D.___ im Bereich H.___ ungenügend sind (vgl. z.B. Tech- nischer Bericht der G.___ vom 12. September 2012, S. 8). Umstritten ist demgegenüber, ob die Bachoffenlegung und die geplante Überbau- ung zu einer Verschlechterung in Bezug auf die Hochwassersituation führen und die Sanierung des Unterlaufs deshalb zwingend zusam- men mit dem vorliegenden Wasserbauprojekt hätte vorgenommen werden müssen. Es trifft zu, dass die geplante Offenlegung des D.___ im Zusammen- hang mit der geplanten Überbauung aufgrund der übergeordneten Ge- setzgebung (u.a. Art. 38 f. GSchG) angezeigt und dabei insbesondere den Aspekten des Hochwasserschutzs sowie der Wiederherstellung naturnaher Gewässer Rechnung zu tragen ist. Die Offenlegung hat sodann eine wichtige Bedeutung für die Umgebungsgestaltung nach Gestaltungsplan, weshalb die beiden Vorhaben von der Vorinstanz zu Recht koordiniert behandelt wurden. Gemäss dem ausführlichen und schlüssigen Amtsbericht der zuständigen Fachstelle ( Abteilung Was- serbau, AWE) vom 14. August 2018 wurde der beschränkten Abfluss- kapazität im Unterlauf und der durch die Überbauung erhöhten Ab- flussbeiwerte mit einer entsprechend dimensionierten Retentionsan- lage Rechnung getragen. Da diese im Gegensatz zur bisherigen Situ- ation an der unterliegenden Eindolung (z = 5) auf ein Ereignis z = 10 sowie mit einem Sicherheitsfaktor von 1,5 dimensioniert wurde, könne mit dem vorgesehenen Retentionsvolumen eher von einer leichten Re- duktion der Eintretenswahrscheinlichkeit einer Überlastung im Unter- lauf ausgegangen werden. Zudem präjudiziere das vorliegende Pro- jekt die Ausbaumöglichkeit des Unterlaufs im Bereich der H.___ Strasse nicht. Sodann bestätigt die Abteilung Naturgefahren des AWE mit Blick auf die Ausführungen der Projektverfasserin, dass die Gefah- rensituation unterhalb der Überbauung in etwa gleich bleib e und die Eintretenswahrscheinlichkeit eines Überla stfalls leicht reduziert werde. Aufgrund des zutreffend festgelegten Schutzziels (100 -jährli- ches Ereignis) und des geplanten neuen Terrains sei in Bezug auf die Gefahrenkarte zudem davon auszugehen, dass die geplanten Ge- bäude inskünftig gar nicht mehr von einer Gefährdung betroffen sein werden. Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass bei der Gefahren- analyse immer das gesamte topographische Einzugsgebiet in die Er- mittlung der Wassermengen eingerechnet werde. Aus diesem Grund ändere sich auch durch die gepl ante Überbauung sowie die Bachof- fenlegung die massgebende Wassermenge in Bezug auf die Gefah- renanalyse nicht (Amtsbericht Abteilung Naturgefahren, AWE, vom 14. August 2018, S. 2). Darüber hinaus haben die beiden Vertreter des AWE anlässlich des Augenscheins vom 9. November 2018 bestätigt, dass das Projekt von der Vorinstanz sorgfältig geplant worden sei und durch das Wasserbauprojekt eine Verbesserung der heutigen Situa- tion erwartet werden könne. Aufgrund des ausführlichen technischen Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 18/20 Berichts sowie der Bestätigung der zuständigen Fachstellen des Kan- tons können vorliegend der Vorinstanz keine ungenügenden Abklärun- gen vorgeworfen werden. Zudem trifft es entgegen den Behauptungen der Rekurrenten nicht zu, dass sich die Situation bezüglich Hochwas- serproblematik durch das Wasserbauprojekt verschl echtert. Im Ge- genteil kann gemäss den Ausführungen der zuständigen Fachstellen mit den getroffenen umfangreichen Massnahmen der Hochwasser- schutz gar verbessert werden. Darüber hinaus hat das vorliegende Bachprojekt keinen Einfluss auf die geplante anschliessende Sanie- rung des Unterlaufs des D.___. Die Verlegung und Offenlegung im Be- reich des Gestaltungsplanperimeters und die Sanierung bzw. der Aus- bau des Unterlaufs des D.___ bedingen sich somit nicht gegenseitig, sondern können unabhängig voneinander geplant werden. Für eine Etappierung lagen somit trotz der bekannten Probleme im Unterlauf hinreichende sachliche Gründe vor. Ein solches Vorgehen drängt sich zudem auf, da andernfalls Bauprojekte entlang eines verbauten bzw. eingedolten Bachs kaum mehr möglich wären. Die Pflicht zur Koordi- nation kann nicht soweit gehen, dass die Realisierung eines koordi- nierten Projekts (Gestaltungsplan mit ökologischer Aufwertung durch Bachoffenlegung) von weiteren Wasserbauprojekten am betroffenen Gewässer abhängig gemacht wird. Zumindest dann, wenn – wie vor- liegend – die bestehende Situation nicht verschlechtert und allfällige spätere sachgerechte Lösungen nicht verunmöglicht werden und so- mit auch kein Koordinationsbe darf vorliegt (vgl. VerwGE B 2011/152 vom 24. Januar 2013 Erw. 4) . Weiter ist auch e in Konflikt mit den Grundsätzen nach Art. 14 sowie Art. 15 des Wasserbaugesetzes (sGS 734.1; abgekürzt WBG) nicht ersichtlich. Entgegen den Vorbrin- gen der Rekurrenten sind die Voraussetzungen für eine Bewilligung des Vorhabens gemäss Art. 15 Abs. 2 WBG gegeben und auch die wasserbaulichen Grundsätze nach Art. 14 WBG werden hinreichend beachtet. Die Rekurrenten verkennen, dass für eine Bewilligung nicht nur die Voraussetzungen von Art. 15 Abs. 1 WBG massgebend sind und dass sämtliche wasserbaulichen Grundsätze nach Art. 14 WBG miteinbezogen werden müssen. Insgesamt ergibt sich, dass das Was- serbauprojekt die Hochwassersituation eher verbessert, der Perimeter für das Projekt zweckmässig ausgeschieden wurde und deshalb keine Koordination mit der späteren Sanierung des Unterlaufs des D.___ notwendig ist. 7. Die Rekurrenten machen sodann geltend, die Veränderung des Ge- wässerverlaufs sei unbegründet und deshalb unzulässig. Dazu kann grundsätzlich auf das oben Gesagte (Erw. 5.2) verwiesen werden. Die Verlegung und Offenlegung des eingedolten D.___ entlang des Sied- lungsrands ist vorliegend aufgrund der Überbauung begründet und verbessert insbesondere die Situation des verbauten Gewässers im Sinn von Art. 37 Abs. 1 Bst. c GSchG. Da von der geplanten Überbau- ung keine unzulässige Mehrausnützung ausgeht und nach dem vor- stehend Gesagten im Wesentlichen andere Gründe für die Verlegung massgeblich sind, ist überdies nicht erkennbar und wird von den Re- kurrenten nicht weiter substantiiert, weshalb eine Veränderung des Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 19/20 Gewässerverlaufs an dieser Stelle nicht z ulässig sein sollte. Der Re- kurs erweist sich auch diesbezüglich als unbegründet. 8. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Gestaltungsplan C.___ keine materielle Zonenplanänderung bewirkt und eine städtebaulich vorzüg- liche Gestaltung ermöglicht. Sodann berüc ksichtigt der vorliegende Gestaltungsplan die nachbarlichen Interessen angemessen und führt nicht zu einer übermässigen Beeinträchtigung derselben. Auch das Wasserbauprojekt D.___ erweist sich als recht- und zweckmässig. Der Rekurs ist unbegründet und deshalb abzuweisen. 9. 9.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Die Ent scheidgebühr beträgt Fr. 3'500. – (Nr. 20.13.01 des Gebührentarifs für die Kantons - und Geme indeverwaltung, sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend haben die Rekurrenten die amtlichen Kosten unter solidarischer Haftung zu bezahlen (Art. 96bis VRP). 9.2 Der von den Rekurrenten am 28. Mai 2018 geleistete Kosten- vorschuss von Fr. 1'000.– wird angerechnet. 10. Die Rekurrenten stellen ein Begehren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten. 10.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange- messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä- digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter- liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung ( SR 272) finden sachgemäss Anwendung (Art. 98ter VRP). 10.2 Da die Rekurrenten mit ihren Anträgen unterliegen, haben sie von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädi- gung. Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen. Entscheid 1. Der Rekurs von A.___ und B.___, beide Z.___, wird abgewiesen. 2. a) A.___ und B.___ bezahlen unter solidarischer Haftung eine Ent- scheidgebühr von Fr. 3'500.–. Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 17/2020), Seite 20/20 b) Der am 28. Mai 2018 von B.___ geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.– wird angerechnet. 3. Das Begehren von A.___ und B.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kosten wird abgewiesen. Der Vorsteher Marc Mächler Regierungsrat