<h2>SubmittedText<h2><p>Die Kehrichtverbrennungsanlage Tridel importiert aufgrund von Überkapazitäten Abfälle, wohingegen die Anlage von Cheneviers plant, einen alten Ofen zu ersetzen. Die Menge der zu recycelnden Abfälle wächst jedoch zulasten der Verbrennung.</p><p>- Was wird mit den bestehenden Überkapazitäten geschehen?</p><p>- Wird man die aus den importierten Abfällen entstandene Schlacke zurückexportieren?</p><p>- Vor allem: Besteht eine Koordination der Verbrennungskapazitäten auf Bundesebene, um zu vermeiden, dass wir zur Müllhalde Europas werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>2008 waren die Kehrichtverbrennungsanlagen in der Schweiz voll ausgelastet. Insgesamt wurden 3,6 Millionen Tonnen Abfälle verbrannt. Davon stammten 92 Prozent aus dem Inland; 8 Prozent der Abfälle wurden importiert. Soviel den Bundesbehörden bekannt ist, sieht der Kanton Genf nicht den Ersatz, sondern vielmehr die Stilllegung einer alten, aus dem Jahr 1978 stammenden Ofenlinie vor. Die heutigen Kapazitäten sind insgesamt sinnvoll. Die Abfallmengen werden stark von der konjunkturellen Lage beeinflusst, bei guter Konjunktur kann die Abfallmenge innerhalb eines Jahres um 7 Prozent zunehmen. Die freie Kapazität beträgt aktuell 10 Prozent. Deren Nutzung für Importe ist volkswirtschaftlich sinnvoll und ökologisch unproblematisch, erlaubt sie doch die Gewinnung von Energie und die Vermeidung von Treibhausgasemissionen, insbesondere von Methan, aus den sonst im Ausland deponierten Abfällen. Die bei der Verbrennung anfallende Schlacke wird teilweise exportiert, in aller Regel werden vorher die verwertbaren Metalle wie Eisen, Kupfer oder Aluminium zurückgewonnen. Die Koordination erfolgt primär durch eine offene Information über Mengen und Kapazitäten. Das Bafu erhebt jährlich die Abfallmengen, die Kapazitäten der Kehrichtverbrennungsanlagen und die importierten Abfallmengen. Diese Zahlen werden - zusammen mit einer Prognose über die künftige Entwicklung - den Kantonen und den für den Bau von Kehrichtverbrennungsanlagen verantwortlichen Gemeindeverbänden übermittelt.</p>