Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 27. April 2017 (720 16 412 / 95) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Dem ehemals selbständigerwerbenden Versicherten ist ein Berufswechsel im Alter von 58 Jahren und 4 Monaten und die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit noch zumutbar. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Bruno Gasser , Röme r- weg Ost 6 , 4617 Gunzgen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1958 geborene A.____ war zuletzt als selbstä ndig erwerbender Garagist tätig. Am 12. Dezember 2011 meldete sich A.____ mit Hinweis a uf eine Sensibilitätsstörung bei der IV- Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nach durchgeführten gesundheitlichen und erwerblichen Abklärungen sowie der Durchführung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle mit Ve rfügung vom 18. November 2016 den Leistungsanspruch von A.____ bei einem IV-Grad von 0 %. B. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2016 erhob A.____, v ertreten durch Bruno Gasser, gegen diese Verfügung Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, die Verfügung der I V-Stelle vom 18. November 2016 sei auf- zuheben und dem Beschwerdeführer mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten. Sollte das Gericht zum Schluss kommen, dass A.____ noch zu 70 % arbeiten könne, habe ihm die IV- Stelle eine solche Arbeitsstelle zu vermitteln; eventual iter sei eine psychiatrische Abklärung in die Wege zu leiten. C. Nachdem Bruno Gasser auf Anfrage des Kantonsgerichts e rklärt hatte, dass er A.____ unentgeltlich vertrete, wurde er mit Verfügung vom 16. Januar 2017 als Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im vorliegenden Verfahren zugelassen. D. Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 24. Januar 2017 die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die IV -Stelle in der angefochtenen Verfü- gung vom 18. November 2016 gestützt auf den Sachverhalt, wie er sich damals präsentiert hat, einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht ko mmenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen de r gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternati- ve Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad des Versicherten nach der allgemei- nen Methode des Einkommensvergleichs bemessen, was vom Be schwerdeführer – zu Recht – nicht bestritten wird. 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweis- würdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Forme n medizinischer Berichte und Gutach- ten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen ( vgl. die ausführlichen Zusammenstellun- gen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b un d in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gut- achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99 , E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfa hrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche V ertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potenti- ellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht verg essen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen läng eren Zeitraum abdeckende und umfas- sende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft we rtvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsg utachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die beh andelnden Ärzte zu anderslauten- den Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf- drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und n icht rein subjektiver ärztlicher Interpretati- on entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un- gewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 51 4/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5. Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerde führers hat die IV-Stelle ein bidisziplinäres Gutachten bei Dr. med. B.____, FMH Neurologie/Verhaltensneurologie SGVN, und Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychother apie, eingeholt. Das Gutachten wurde am 8. Juni 2016 erstattet. 5.1 Dr. B.____ stellte im neurologischen Teilgutachten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Lumbovertebralsyndrom mit rad kulärer Reiz- und Ausfallsymptomatik die Wurzel S1 links betreffend bei Diskushernie linksseitig L2/L3 mit dorsaler Verlagerung der Wurzel L3 sowie Diskusprotrusion L5/S1 mit Kontakt zur W urzel S1 recessal links. In seiner Beurteilung führte Dr. B.____ aus, er habe den Versich erten bereits im April 2013 begutachtet. Damals hätten Symptome bestanden, welche auf eine demyel inisierende ZNS-Erkrankung mit Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erstmanifestation im März 2011 hinwiesen. Eine abschliessen de Beurteilung sei damals nicht möglich gewesen. Nun habe sich die Symptomatologie weitg ehend verändert. Während der Versicherte damals über ein brennendes Gefühl in den Fü ssen geklagt habe, bestehe aktuell ein Lumbovertebralsyndrom mit radikulärer Reiz- und Au sfallsymptomatik links mit entspre- chenden Befunden anhand einer MR-Untersuchung. Die Diagnose vom April 2013 könne heute als höchst unwahrscheinlich angesehen werden, zumal in Ko ntrolluntersuchungen des Ce- rebrums, wie aber auch des Rückenmarkes keine verdächtigen Befunde vorgelegen hätten und auch eine Liquoruntersuchung diesbezüglich unauffällig gewesen sei. Seit ca. der zweiten Hälf- te 2014 sei es zu einem zunehmenden Lumbovertebralsyndro m mit auch Hinweisen auf eine radikuläre Reiz- und Ausfallsymptomatik die Wurzel S1 be treffend gekommen. Unter konserva- tiven Massnahmen mit Physiotherapie sowie Infiltration se i es zu keiner wesentlichen Besse- rung gekommen. Eine vorgeschlagene operative Therapie sei vom Exploranden bis anhin abge- lehnt worden. Am Vorliegen einer intermittierenden radikulären Reiz- und Ausfallsymptomatik S1 bei entsprechendem Befund im MR sei nicht zu zweifeln . Aufgrund des nicht durchgehend konsistenten Verhaltens des Exploranden während der Unter suchung, wie aber auch einer Be- hinderungs- und Beschwerdewahrnehmung, welche für den R eferenten nicht vollumfänglich nachvollziehbar sei – der Versicherte sehe sich als nicht me hr arbeitsfähig, weil er „verbraucht sei“ – sei eine Quantifizierung der durch die radikulär e Reiz- und Ausfallsymptomatik bestehen- den Beeinträchtigung nur schwer zu treffen. Insgesamt se i es aber glaubhaft, dass es bei An- heben schwerer Objekte zu Beschwerdeexazerbationen bei Lu mbovertebralsyndrom und radi- kulären Beschwerden kommen könne. Beim Vorliegen einer wie vom Exploranden angegebe- nen hohen Beschwerdeintensität wäre eigentlich zu erwart en, dass sich dieser zur Verbesse- rung seines Gesundheitszustandes der ihm vorgeschlagenen O peration unterziehen werde, wozu anscheinend die Motivation fehle. Inwiefern der V ersicherte durch die von ihm beklagten Beschwerden Beeinträchtigungen erfahre, welche über d en Arbeitsbereich hinausgehen wür- den, also auch die Freizeit und den Haushalt betreffe n würden, sei nur schwer abzuschätzen. Die Kooperation mit den behandelnden Ärzten und The rapeuten sei als suboptimal zu bezeich- nen. Zur Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht füh rte Dr. B.____ aus, die angestammte Tä- tigkeit als Automechaniker sei als ungeeignet anzusehen, da in einer derartigen Tätigkeit eine vermehrte Belastung der Körperachse vorliege mit auch d er Notwendigkeit in ungünstigen Kör- perlagen arbeiten zu müssen. Für eine derartige Tätigk eit sei eine Beeinträchtigung von 50 % aufgrund der aktuellen Situation als nachvollziehbar an zusehen. Nach Operation der Dis- kushernie wäre für eine derartige Tätigkeit eine Einschränkung von 30 % anzunehmen. In einer angepassten Tätigkeit hingegen mit nur geringer Belas tung der Körperachse mit der Möglich- keit, die Körperhaltung wechseln zu können, bestehe a ufgrund der aktuellen Situation eine zu- mindest 70%ige Arbeitsfähigkeit. Nach durchgeführter o perativer Dekompression wäre von ei- ner 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. 5.2 Dr. C.____ konnte keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig- keit stellen. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeit sfähigkeit hielt er eine rezidivierende, derzeit leichte depressive Episode, wahrscheinlich chronifi ziert fest. Beim Beschwerdeführer liege eine leichte depressive Symptomatik vor. Seine aff ektive Schwingungsfähigkeit sei einge- schränkt, er sei etwas gedrückter Stimmung, habe aber keinen durchgehenden Interesseverlust und keine durchgehende Freudlosigkeit. Der Antrieb sei leicht vermindert, der Beschwerdefüh- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht rer klagsam, er fühle sich ermüdet, erschöpft, beklage Sch lafstörungen und habe Gefühle der Enttäuschung. Suizidgedanken habe er keine, er berichte auch nicht über ein Morgentief. Die hypochondrischen Ängste des Beschwerdeführers würden der de pressiven Gestimmtheit zuge- ordnet. Es bestehe keine eigentliche Hypochondrie, denn der Beschwerdeführer habe keine anhaltende Überzeugung vom Vorhandensein einer ernstha ften körperlichen Krankheit. Aus psychiatrischer Sicht müsse festgestellt werden, dass der Besc hwerdeführer in seinem ange- stammten Beruf und in jeglicher anderen Tätigkeit alle ine durch die leichte depressive Episode in seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht beeintr ächtigt sei. Es sei ihm eine 100%ige Ar- beitstätigkeit aus psychiatrischer Sicht zuzumuten. Im Rahmen der Konsensbesprechung kamen die Gutachter zu m Schluss, dass die neurologi- sche Beurteilung hinsichtlich der Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit massgebend sei. 5.3 Mit ärztlichem Zeugnis vom 19. September 2016 führt e Dr. med. D.____, FMH Allge- meine Innere Medizin, aus, aus ihrer Sicht sei der Versich erte nicht mehr als 50 % arbeitsfähig. Er leide schon seit länger em unter einem lumbospondylogenem Schmerzsyndrom. Da er als Garagist arbeite und diese Arb eit viele für den Rücken äusserst ungünstige Stellungen beinhalte, sei er nicht in der Lage, mehr zu arbeiten. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 18. November 2016 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits fähigkeit des Versicherten vollum- fänglich auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. B.__ __ und C.____ vom 8. Juni 2016. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführer in se iner angestammten Tätigkeit zu 50 % eingeschränkt sei und er nach Operation der Diskushe rnie in dieser Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig wäre. In einer angepassten Tätigkeit hin gegen mit nur geringer Belastung der Kör- perachse mit der Möglichkeit, die Körperhaltung wechsel n zu können, bestehe aufgrund der aktuellen Situation eine zumindest 70%ige Arbeitsfähigkeit. Nach durchgeführter operativer De- kompression wäre von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit au szugehen. Diese vorinstanzliche Be- weiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgef ührt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Un tersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. B.____ und C.____ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) – für die strei- tigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Unt ersuchungen, es berücksichtigt die ge- klagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abge geben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der aktuellen medizini- schen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen ab weichenden ärztlichen Einschätzun- gen auseinander und es vermag in den Schlussfolgerungen zu überzeugen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Der Beschwerdeführer wendet gegen die gutachterl iche Beurteilung seiner Arbeitsfä- higkeit hauptsächlich ein, dass er nicht mehr in der Lag e sei, mehr als 50 % zu arbeiten. Seine langjährige Hausärztin könne seinen Gesundheitszustand und seine Arbeitsfähigkeit besser beurteilen, als ein Arzt, der sich mit ihm lediglich ein e Stunde unterhalten habe. Diesbezüglich ist zu beachten, dass Einschätzungen von behandelnden Ärzten mit Zurückhaltung zu würdigen sind (vgl. oben E. 4.3). Auf die Einschätzung der behan delnden Hausärztin ist demzufolge grundsätzlich nicht abzustellen, wobei anzumerken bleibt, dass selbst wenn mit der Hausärztin von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistät igkeit ausgegangen würde, kein renten- begründender Invaliditätsgrad gegeben wäre. 7. Des Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, im Alt er von bald 60 Jahren sei es ihm gar nicht möglich, eine andere Anstellung zu finden bzw . sich in eine andere Tätigkeit einzu- gliedern. 7.1 Die Rechtsprechung hat insbesondere auch das fortge schrittene Alter, obgleich ein an sich invaliditätsfremder Faktor (AHI-Praxis 1999 S. 240 unten sowie Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG], heute Bundesgericht, sozial rechtliche Abteilungen, vom 29. Au- gust 2002, I 97/00, E. 1.4 mit Hinweisen), als Kriter ium anerkannt, welches zusammen mit den weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die der versi- cherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realis- tischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr d eren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. I st die Resterwerbsfähigkeit in diesem Sin- ne wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, liegt vollständ ige Erwerbsunfähigkeit vor, die zum An- spruch auf eine ganze Invalidenrente führt (Urteil des EVG vom 5. August 2005, I 376/05, E. 4.1 mit Hinweisen). Der Einfluss des Lebensalters auf die Mö glichkeit, das verbliebene Leistungs- vermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten , lässt sich nicht nach einer all- gemeinen Regel bemessen. Die Bedeutung des fortgeschrit tenen Alters für die Besetzung ent- sprechender Stellen ergibt sich vielmehr aus den Einzelfa llumständen, die mit Blick auf die An- forderungen der Verweistätigkeiten massgebend erscheinen. Zu denken ist zunächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, angesichts der beschränkten Dauer verbleibender Aktivität sodann namentlich auch an den absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, dessen Ausmass wiederum anhand vo n Kriterien wie der Persönlich- keitsstruktur, vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung und beruflichem Werde- gang sowie der Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus d em angestammten Bereich abzu- schätzen ist (Urteile des EVG vom 5. August 2005, I 376/05 , E. 4.1 und vom 23. Oktober 2003, I 392/02, E. 3.1). Wie das Bundesgericht im Urteil vom 10. September 2013 , 8C_345/2013, aufzeigt, hatte es sich schon verschiedentlich mit Fällen von Versicherten zu befa ssen, in denen sich die Frage stellte, ob diese angesichts ihres fortgeschrittenen Alte rs in einem als ausgeglichen unterstell- ten Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gelten und die ihre verbliebene Leistungsfähigkeit er- werblich verwerten konnten. So hatte laut der vom Bund esgericht im genannten Urteil in E. 4.3.2 wiedergegebenen Kasuistik das damalige EVG einen 60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war, als zwar nicht leicht vermittelbar Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht erachtet. Es sah aber mit Bezug auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt gleichwohl Möglichkei- ten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten auf de m hypothetischen, ausgeglichenen Ar- beitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt we rden, und der Versicherte zwar ein- geschränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mitt elschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines Vollpensums ar- beitsfähig war (Urteil des Bundesgerichts vom 5. August 2005, I 376/05, insbesondere E. 4.2). Bejaht hat das Eidgenössische Versicherungsgericht auch di e Verwertbarkeit der Restarbeits- fähigkeit eines (ebenfalls) 60-jährigen Versicherten mit einer aufgrund verschiedener psychi- scher und physischer Limitierungen (es bestanden u.a. rheum atologische und kardiale Proble- me) um 30 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2007, I 304/06, E. 4.1 und 4.2). Schliesslich erachtete das Bundesgericht die Chancen eines 60 Jahre alten Versicherten auf eine Anstellung als intakt, der in Bezug auf körperlich leichte Arbei- ten, die abwechslungsweise sitzend oder stehend ausgeführt werden können, ohne regelmäs- siges Heben oder Tragen von Gewichten über 10 kg, ohne häufige Arbeiten über der Horizonta- len und ohne regelmässige Kraftanwendung des linken Arms bei voller Stundenpräsenz im Um- fang von 80 % arbeitsfähig war (Urteil des Bundesgerich ts vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.3). Hingegen ist das Bundesgericht im Urteil vom 2 9. August 2014, 8C_248/2014, zum Schluss gekommen, dass das Alter von 58 Jahren wie auch die vollschichtige Arbeitsfähigkeit des Versicherten den Schluss auf eine Unverwertbarkeit zul assen könne, sofern das Anforde- rungsprofil entsprechend eingeschränkt sei. In jenem Fal l war kein Tragen oder Heben, auch nicht von leichten Gewichten mehr möglich. Unmöglich w aren ferner Arbeiten mit Anforderun- gen an die Grob- oder Feinmotorik der Hände, ausserdem waren Halte- oder Greifbewegungen nicht mehr möglich. Damit waren grundsätzlich keinerlei manuelle Tätigkeiten, auch keine nur leichten Tätigkeiten mehr möglich. Der Versicherte war sein Leben lang manuell tätig gewesen und konnte gemäss ärztlicher Beurteilung nicht einmal me hr leichteste handwerkliche Tätigkei- ten ausüben, so dass das Bundesgericht von einer Unverwer tbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausging. In diversen Urteilen hat sich das Bundesgericht auch mit der Frage befasst, ob die Aufgabe einer selbständigen Erwerbstätigkeit zumutbar sei. Mit U rteil vom 7. September 2012, 9C_818/2011, hat das Bundesgericht festgestellt, dass einer 56-jährigen Wirtin, die seit 30 Jah- ren ein eigenes Restaurant führte, eine leidensangepa sste Tätigkeit zumutbar sei. Anders ent- schied das Bundesgericht bei einem 62-jährigen Goldschmid, der seit rund 20 Jahren selbstän- dig war. Diesem sei die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit insbesondere wegen der damit verbundenen Schwierigkeiten, sich in eine hier archisches Betriebsgefüge einzuord- nen, nicht zuzumuten. Was den Zeitpunkt angeht, in dem zu beantworten ist, ob eine versicherte Person noch vermit- telbar ist, hat das Bundesgericht mit Urteil vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, entschieden, dass auf den Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumut barkeit einer Erwerbstätigkeit ab- zustellen ist. Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutb arkeit einer Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässi ge Sachverhaltsfeststellung erlau- ben. Dies ist in der Regel der Zeitpunkt der Erstattun g des Gutachtens, auf das bei der Leis- tungsbemessung abgestellt werden kann. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Im vorliegenden Fall ist das Gutachten vom 8. Juni 2 016 massgeblich. In diesem Zeit- punkt war der Beschwerdeführer 58 1/3 Jahre alt. Er st and also im massgeblichen Zeitpunkt noch mehr als 6 Jahre vor seiner ordentlichen Pensioni erung. Es trifft zwar zu, dass das Alter von 58 Jahren allein eine mögliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht grundsätzlich ausschliesst (vgl. oben E. 7.1). Vorliegend unterliegt d as dem Beschwerdeführer zumutbare Tätigkeitsfeld nicht derart vielen Einschränkungen, dass eine Anstellung nicht mehr als realis- tisch zu bezeichnen wäre. Dem Beschwerdeführer sind ledi glich die Körperachse belastende sowie in ungünstigen Körperlagen vorzunehmende Tätigkeit en nicht mehr zumutbar. Die Auf- nahme einer Verweistätigkeit ist aber zusätzlich unter d em Aspekt der bisherigen Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit zu prüfen. Auch für die Beurteilung dieser Frage ist unter anderem relevant, dass der Beschwerdeführer im massgebl ichen Zeitpunkt noch mehr als 6 Jahre vor seiner Pensionierung stand. Damit verbleibt d em Beschwerdeführer noch genügend Zeit, sich in eine Verweistätigkeit einzuarbeiten, wesha lb ihm die Aufgabe seiner selbständigen Erwerbstätigkeit zuzumuten ist, dies umso mehr als die Tä tigkeit als Garagist seit dem Jahre 2009 lediglich zu einem jährlichen durchschnittlichen Einkommen von nicht einmal Fr. 10.‘000.-- führte. Nach der Rechtsprechung folgt aus der sozialversich erungsrechtlichen Schadenminde- rungspflicht (BGE 123 V 233 E. 3c mit Hinweisen), dass e ine versicherte Person unter Umstän- den so zu behandeln ist, wie wenn sie ihre Tätigkeit al s selbständig Erwerbende aufgäbe; d.h. sie hat sich im Rahmen der Invaliditätsbemessung jene Ei nkünfte anrechnen zu lassen, welche sie bei Aufnahme einer leidensangepassten unselbständigen Erwerbstätigkeit zumutbarerweise verdienen könnte. Dem Beschwerdeführer ist demzufolge di e Aufgabe seiner selbständigen Erwerbstätigkeit und die Aufnahme einer Verweistätigkeit zuzumuten. Weiter hat die Vorinstanz zu Recht angenommen, dass der Versicherte auf dem ausgegl ichenen (allgemeinen) Arbeits- markt (vgl. Art. 16 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 70 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2015, 8C_492/2015, E. 3.2.1) Stellen a ngeboten würden, die dem von Dr. B.____ formulierten Anforderungsprofil entsprächen (vgl. Gutachten vom 8. Juni 2016). Der Beschwerdeführer übersieht, dass der bei der Festlegung des Invalideneinkommens zu unter- stellende ausgeglichene Arbeitsmarkt gekennzeichnet ist d urch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und e r einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; U rteil des Bundesgerichts vom 17. Novem- ber 2015, 8C_492/2015, E. 3.2.1). Entgegen der Anna hme des Beschwerdeführers ist es im Übrigen auch nicht Aufgabe der IV-Stelle, ihm eine zumutbare Arbeitsstelle zuzuweisen Unter diesen Umständen ist die IV-Stelle vorliegend im Lichte der relativ hohen Hürden, die das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeits fähigkeit älterer Menschen entwickelt hat, zu Recht von der Verwertbarkeit der Restarbeitsfä higkeit des Beschwerdeführers ausge- gangen. Es ist demzufolge davon auszugehen, dass dem Besc hwerdeführer die Ausübung ei- ner Verweistätigkeit im Umfang von 70 % zuzumuten ist. 8. Beim Einkommensvergleich ist die Vorinstanz für die Fe stlegung des Valideneinkom- mens zu Recht von einem durchschnittlichen jährlichen Erwe rbseinkommen als selbständig Erwerbender von Fr. 16‘958.-- (vgl. IK-Auszug von 200 0 - 2010) ausgegangen. Mit der Aufnah- me einer Verweistätigkeit im Umfang von 70 % könnte der Beschwerdeführer ein jährliches In- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht valideneinkommen von Fr. 41‘991.-- (vgl. Tabelle TA1 der LSE 2014, Privater Sektor, Kompe- tenzniveau 1, Spalte Männer, basierend auf 40 Wochenst unden und Anpassung an die Nomi- nallohnentwicklung sowie Umrechnung auf die betriebsübli che wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden) erzielen. Damit resultiert ein rentenausschliessender IV-Grad von 0%. 9. Ebenfalls zu Recht hat die IV-Stelle ausgeführt, d ass ein allfälliger Anspruch auf beruf- liche Massnahmen nicht Gegenstand der angefochtenen Verfü gung war und deshalb auch im vorliegenden Verfahren nicht zu prüfen ist. 10. Es bleibt über die Kosten zu befinden. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 800 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen und mit d em geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zu verrechnen sind. 10.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht