Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. September 2015 (725 15 13) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Die Unfallversicherung hat den Anspruch der Versicherten auf weitere Leistungen man- gels Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den noch geklagten Beschwerden zu Recht verneint Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Roman Felix , Advokat , Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach gegen Zürich Versicherungs -Gesellschaft AG , Litigation Hauptbranchen , Postfach, 8085 Zürich, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A.1 A.____ wurde am 9. Dezember 2002 als Fussgänger in von einem Lieferwagen an- gefahren. Sie zog sich hierbei eine Commotio cerebr i, ein stumpfes Thoraxtrauma rechts, eine Beckenringfraktur mit Sakrum links, ein Acetabulum, eine Sitzbeinfraktur, einen Strecksehnen- ausriss der Strecksehne Dig IV links, eine Rissquet schwunde (RQW) am Kopf und an der Stirn sowie Prellungen an der linken Hand, am Thorax rech ts und am Becken links zu. Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend Zürich) erbrachte als zuständige Unfallversiche- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung zunächst die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlun g und Taggelder). Am 2. September 2008 verfügte sie mangels natürlichen und adäquaten Ka usalzusammenhangs die Leistungs- einstellung ab dem 1. Oktober 2007. An diesem Ergebnis hielt die Zürich auch auf Einsprache der Versicherten hin mit Entscheid vom 6. August 2009 fe st. Die dagegen durch die Versicher- te, vertreten durch Advokat Roman Felix, erhobene Besc hwerde hiess das Kantonsgericht Ba- sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kanton sgericht), mit Urteil vom 21. April 2010 dahingehend gut, als es den Einspracheentscheid vom 6 . August 2009 aufhob und die Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Zürich zurückwies. A.2 Die Zürich beauftragte in der Folge die B.____ m it der Erstellung eines polydiszipli- nären (neuropsychiatrisch, neurologisch und orthopädisch) Gutachtens, welches am 19. Sep- tember 2012 erstattet wurde. Gestützt auf dessen Ergebn isse, wonach zwischen den noch gel- tend gemachten Beschwerden und dem Unfall vom 9. Dezem ber 2002 kein natürlicher Kausal- zusammenhang mehr bestehe, stellte die Zürich ihre Leist ungen mit Verfügung vom 22. März 2013 per 19. September 2012 ein. Daran hielt sie auch auf Einsprache der Versicherten hin mit Entscheid vom 24. November 2014 fest. B. Hiergegen richtet sich die vorliegende Beschwerde, we lche die Versicherte, weiter- hin vertreten durch Advokat Felix, am 12. Januar 2015 beim Kantonsgericht erhob. Sie stellte das Rechtsbegehren, dass der Einspracheentscheid vom 24. No vember 2014 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde zunächst in form eller Hinsicht geltend gemacht, dass die Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör verletzt habe , indem sie der B.____ ihre im Rahmen des Einspracheverfahrens erhobenen Einwände gegen das Gutachten vom 19. September 2012 nicht unterbreitet habe. Die Ang aben der B.____ im Ergänzungsbericht vom 5. Dezember 2013 seien daher materiell ungenügend. Im Weiteren wurde im Wesentlichen beanstandet, dass die Beschwerdegegnerin in Bezug auf di e unfallbedingten kognitiven Ein- schränkungen den Wegfall der natürlichen Kausalität nich t nachgewiesen habe. Zudem sei kei- ne neuropsychologische Expertise durchgeführt worden. Schli esslich seien dem Gutachten der B.____ keine Ausführungen in Bezug auf die in Fehlstel lung verheilte Sitzbeinfraktur zu ent- nehmen. Gesamthaft seien die Feststellungen der B.____ mangelhaft, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. C. Die Zürich reichte am 26. Februar 2015 ihre Beschw erdeantwort ein und beantragte unter Hinweis auf die Ausführungen im Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Die formellen Voraussetzungen zur Beschwerdeanhebung sind vorliegend gegeben. Auf die Beschwerde kann eingetreten werden. 2. Das Kantonsgericht hat in seinem Urteil vom 21. April 2010 in Erwägung 2 die gesetzli- chen Grundlagen für den Anspruch auf Leistungen nach d em Bundesgesetz über die Unfallver- sicherung (UVG) vom 20. März 1981 (Heilbehandlung [Art. 10], Taggeld [Art. 16], Endzustand Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht [Art. 19 Abs. 1 Satz 1 e contrario]), die Grundsätze üb er den für einen Leistungsanspruch der obligatorischen Unfallversicherung erforderlichen natür lichen und adäquaten Kausalzusam- menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schad en sowie den Wegfall unfallbe- dingter Ursachen eines Gesundheitsschadens dargelegt. Ebenso äusserte sich das Kantonsge- richt in Erwägung 3 zu dem im Sozialversicherungsrecht g eltenden Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen (Art. 43 Abs. 1 bzw. Art. 61 lit. c des B undesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2 000) und zu dem im Sozialversi- cherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdi gung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Da- rauf wird verwiesen. 3.1 In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Ge- hörs, weil die Beschwerdegegnerin die B.____ nach Eingang der Einsprache aufgefordert habe, diverse Fragen zu beantworten, ohne dass ihre eigenen - in der Einsprache aufgeworfenen Ar- gumente - der Begutachtungsstelle vorgelegt worden seie n. Die Beschwerdegegnerin wider- spricht diesen Ausführungen und hält fest, dass sie der B eschwerdeführerin sowohl nach der Zustellung des Gutachtens als auch nach Eingang der ergä nzenden Ausführungen der Gutach- ter am 13. Dezember 2013 die Möglichkeit geboten hab e, sich zu äussern und eigene Ergän- zungsfragen zu stellen. Die Mitwirkungsrechte seien damit gewahrt worden. 3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV) vom 1 8. April 1999 und Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einer- seits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persö nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtss tellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in i hre Rechtsstellung eingreifenden Ent- scheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubrin gen, Einsicht in die Akten zu neh- men, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Be- weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 135 I 279 E. 2.3, 135 II 286 E. 5.1, 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Im vorliegenden Fall ersuchte die Beschwerdegegneri n die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 11. Oktober 2012, sich zum Gutachten der B._ ___ zu äussern. Am 21. Januar 2013 kam diese der Aufforderung nach und monierte, da ss die Ärzteschaft der B.____ keine neuropsychologische Abklärung vorgenommen habe und zudem in ihrer Beurteilung lediglich von einer leichten Commotio cerebri ausgegangen sei. Di ese Einwände unterbreitete die Be- schwerdegegnerin im Rahmen des Einspracheverfahrens der B. ____, welche am 5. Dezember 2013 dazu Stellung nahm. Hierzu äusserte sich die Beschw erdeführerin in ihrem Schreiben vom 4. April 2014. Damit konnte sie sich zu sämtlichen Ausf ührungen der B.____ vernehmen lassen. Unter diesen Umständen liegt aber keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Selbst wenn eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu bejahe n wäre, wäre eine solche als geheilt zu betrachten, denn das Kantonsgericht verfügt gemäss § 57 de s Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (Verwaltungsprozessordnung, VPO) vom 16. Dezember 1993 über eine uneingeschränkte Kognition in UVG-Verfahren. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Der medizinische Sachverhalt stellt sich vorliegend wi e folgt dar: 4.2.1 Die Beschwerdeführerin wurde am 9. Dezember 200 2 als Fussgängerin von einem Lieferwagen angefahren. Die Erstbehandlung fand vom 9. bis 30. Dezember 2002 im Spital C.____ statt. Gemäss Austrittsbericht vom 24./28. Januar 2003 erlitt die Beschwerdeführerin beim Unfall eine Commotio cerebri, ein stumpfes Thor axtrauma rechts, eine Beckenringfraktur mit Sakrum links, eine Acetabulumfraktur, eine Sitzbeinf raktur und einen Ausriss der Streck- sehne Dig IV links. Weiter wurde als Befund eine RQW am Kopf und an der Stirn, Prellungen der linken Hand, des Thorax rechts und des Beckens links aufg eführt. Die Versicherte habe eine Amnesie für das Geschehene gehabt. Danach habe sie ein Glasgow Coma Score von 15 (unauffällig) aufgewiesen. Sie sei voraussichtlich bis 30. Dezember 2002 100% arbeitsunfähig. 4.2.2 Vom 30. Dezember 2002 bis 24. Januar 2003 war di e Beschwerdeführerin in der Klinik D.____ hospitalisiert. Im Bericht vom 27. Januar 2003 sind folgende Diagnosen zu ent- nehmen, welche allesamt auf den Unfall vom 9. Dezember 2002 zurückzuführen seien: (1) Be- ckenringfraktur links mit extraforaminaler undislozierter Sakrumfraktur links, Acetabulumfraktur (ventraler Pfeiler ohne Dislokation in der Sagittaleb ene ausserhalb der Belastungszone), Frak- tur des Tuber ischiadicum links; (2) stumpfes Thoraxtrauma rechts; (3) Commotio cerebri, RQW parietal rechts und frontal links; (4) ossärer Ausriss d er Strecksehne Dig IV links mit intraartiku- lärer Beteiligung. In der Beurteilung wurde festgeha lten, dass sich der Rehabilitationsverlauf insgesamt komplikationslos gestalte und die physikalischen- therapeutischen Massnahmen von der Versicherten problemlos toleriert würden. Die Arbeitsunfähigkeit betrage bis zum 10. Febru- ar 2003 100% und müsse nachfolgend durch den Hausarzt weiter beurteilt werden. 4.2.3 Dr. med. E.____, FMH Innere Medizin, überwies d ie Beschwerdeführerin am 10. Juni 2003 der Klinik F.____, wobei er darauf hinw ies, dass sie an anhaltenden Handlungs- planungs- und Frischgedächtnisstörungen bei Status nach Commotio cerebri mit mehrstündiger retrograder Amnesie und bei Status nach komplizierter Beckenringfraktur leide. Am 5. Septem- ber 2003 unterzog sich die Beschwerdeführerin einer neu ropsychologischen Untersuchung in der Klinik F.____. In der Beurteilung wurde festgehal ten, dass die aktuellen Befunde als leichte neuropsychologische Minderfunktionen zu bezeichnen seien . Weiter seien die Störungen der Antizipation und in der Handlungsplanung zu bestätigen. Relevante mnestische Probleme seien hingegen nicht anzunehmen. Dass die Befunde im Kern einen organischen Ursprung hätten, sei sehr wahrscheinlich. Ob diese alleine durch den Unfall o der im Rahmen eines durch den Unfall dekompensierten, relevanten Vorzustand zu erklären sei en, könne nicht entschieden werden. Es sei durchaus plausibel, dass psychoreaktive Faktoren ungünsti g interagieren und zur Ar- beitsunfähigkeit beitragen würden. Wie es sich diesbezüglich im konkreten Fall verhalte, sei von der behandelnden Psychiaterin in Erfahrung zu bringen. 4.2.4 Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie, diagnostizierte am 12. Februar 2004 ein posttrau- matisches Psychosyndrom in der Form einer teils submanisch, t eils ängstlich-apathischen de- pressiven Reaktion. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer a ngestammten Tätigkeit als Altenpfle- gerin zu 80% eingeschränkt. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2.5 Die bei Prof. Dr. med. H.____, FMH Neurologie , am 19. Februar 2004 durchgeführte EEG- und bei der I.____ am 25. Februar 2004 veranlasst e MRI-Untersuchung ergaben ge- samthaft unauffällige und normale Befunde. 4.2.6 Die Beschwerdegegnerin liess die Beschwerdeführer in beim J.____ polydisziplinär untersuchen. Im Gutachten vom 22. September 2006 wurde n in der Gesamtbeurteilung folgen- de Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ge nannt: (1) Status nach Beckenringfrak- tur links am 9. Dezember 2002 (unfallkausal) mit/bei: in Fehlstellung konsolidierter Fraktur des Tuber ischiadicum, extraforaminaler undislozierter Sacrumf raktur, Acetabulumfraktur ohne Dislokation und (2) lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links (unfallfremd) mit/bei mässiger linkskonvexer Torsionsskoliose der Lendenwirbelsäule (LWS), sc hwerer Osteochondrose, Spondylarthrose und Spondylose L5/S1 sowie leichter Osteo chondrose L4/5. Zusammenfas- send wurde festgehalten, dass nach dem Unfall und den ve rschiedenen Spitalaufenthalten le- diglich Symptome in Form lumbaler Schmerzen mit Ausstra hlungen in das linke Bein bis in den Grosszehenbereich sowie Beschwerden in der linken Leisten region verblieben seien. Die aktu- elle orthopädisch-chirurgische und die rheumatologisch-g utachterliche Abklärung würden zur Diagnose eines lumbospondylogenen Syndroms links führen, welche unfallfremd sei. Hinzutrete jedoch als Spätfolge der Beckenringfraktur eine muskulär e Dysbalance, welche der in Fehlstel- lung verheilten Sitzbeinfraktur zuzuordnen sei. Unter Be rücksichtigung dieser die Arbeitsfähig- keit beeinflussenden Diagnosen sei die Beschwerdeführeri n in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegeassistentin zu 30% eingeschränkt, wobei diese Ar beitsunfähigkeit zur Hälfte auf den Unfall vom 9. Dezember 2002 zurückgeführt werden müsse . Nicht zumutbar seien Arbeiten mit länger andauernder Verrichtung in Vorneigung des Rumpfes oder solche mit repetitivem Heben von Lasten über 8 kg, einzeln 15 kg. Die Wiedereinglie derung der Versicherten in die Arbeits- welt sei vertretbar. Sie sollte jedoch abgestuft erfolgen. Längerfristig, d.h. in 12 und mehr Mona- ten, könne von einer 100% Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Am 20. November 2006 führte das J.____ aus, dass die Be schwerdeführerin nach dem Unfall bis 27. März 2003 zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei. Danach habe sich die Arbeitsfähigkeit bis zur Untersuchung am 12. Juli 2006 kontinuierlich auf 70% gesteigert. In ihrem Schreiben vom 7. August 2007 hielten die Guta chter fest, dass die gedeckte Schädel- Hirnverletzung des Grades I gemäss aller traumatologischer Erfahrung innert weniger Tage folgenlos ausheile und nicht geeignet sei, bleibende St örungen der Hirnleistungsfunktion her- vorzurufen. Die bei der Versicherten im September 2003 in einer neuropsychologischen Testun- tersuchung festgestellte erhöhte Fehlerquote in der sel ektiven und geteilten Aufmerksamkeit sowie die verminderte Simultankapazität seien im Lichte der bestehenden leichten depressiven Episode zu sehen und definitiv unfallfremd. Daher sei es nicht erforderlich gewesen, eine er- neute neuropsychologische Testung vorzunehmen. Ein neurolo gisches Teilgutachten sei ange- sichts fehlender entsprechender Symptome ohnehin unnötig. 4.2.7 Die IV-Stelle beauftragte die K.____, die Besch werdeführerin interdisziplinär zu begut- achten. Am 26. August 2008 diagnostizierten die Ärzte m it Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein chronisches rezidivierendes zervikobrachiales Schmerzsyndro m (ICD-10: M53.1) mit/bei: Diskushernie HWK4/5 und HWK5/6 mit Kompression des Myelon s auf Höhe HWK4/5 und neu- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht roforaminaler Einengung der Wurzel C7 beidseits links g rösser als rechts (MRI 11/2006) und anamnestisch intermittierende radikuläre Reizsymptomatik C7 links, klinisch-neurologisch keine radikuläre sensomotorische Ausfälle; (2) ein chronisch re zidivierendes lumboradikuläres Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.86) mit/bei: radiologisch schwerer Osteochondrose, Spondylar- throse und Spondylose L5/S1 und leichter Osteochondros e L4/5, anamnestisch Verdacht auf intermittierendes radikuläres Reizsyndrom S1 links, klinisch- neurologisch keine radikulären sensomotorischen Ausfälle; (3) leichte bis mittelschwere neuropsychische Störung bei Status nach Commotio cerebri sowie RQW parietal rechts und fr ontal links bei Verkehrsunfall am 9. Dezember 2002. In der Gesamtbeurteilung wurde fes tgehalten, dass aktuell ein lumbospon- dylogenes bis chronisch rezidivierendes lumboradikuläres Schme rzsyndorm feststellbar sei. Diese Schmerzen würden im rheumatologischen Gutachten als lumbospondylogenes Syndrom gedeutet, was zumindest als möglich, jedoch nicht gesiche rt gelten könne. Es bestehe hier un- ter anderem aufgrund der teilweise diffusen Angaben d er Beschwerdeführerin eine gewisse Unsicherheit. Daneben finde sich ein chronisch rezidiviere ndes zervikobrachiales Schmerzsyn- drom linksbetont. Hier würden radiologisch Diskushernie n auf Höhe HWK4/5 und HWK5/6 vor- handen sein, aktuell jedoch ohne fassbare radikuläre se nsomotorische Ausfälle. Trotzdem müsse aufgrund der Erheblichkeit der radiologischen Bef unde und einer gewissen Korrelation der Beschwerden mit diesen Befunden davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdefüh- rerin für körperlich schwere Arbeiten nicht mehr arbeits fähig sei. Neu sei vorliegend im Gegen- satz zum Gutachten des J.____ die Zervikalsymptomatik. Dass d iese mit dem Unfall vom 9. Dezember 2002 im Zusammenhang stehe, sei unwahrschein lich. Aktuell könne zudem keine psychiatrische Diagnose mit Krankheitswert mehr gestellt we rden. Körperlich mittelschwere Arbeiten, zu welchen auch die zuletzt ausgeübten Tätigk eiten als Pflegehilfe und als Spitexmit- arbeiterin im Haushaltsbereich zu rechnen seien, könne die Beschwerdeführerin noch zu 50% ausführen. In anderen Berufen sei jede körperlich lei chte bis mittelschwere Tätigkeit möglich. Theoretisch wäre für eine körperlich sehr leichte Tätigk eit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit aus so- matischer Sicht denkbar. Einschränkend komme hier jedoch d ie neuropsychologische Funkti- onseinbusse hinzu, so dass gesamthaft eine 50%ige Arbeitsfähigkeit resultiere. Am 10. November 2008 führte die K.____ auf Rückfrage der IV-Stelle aus, dass sie in der neu- ropsychologischen Untersuchung zur Beurteilung gekommen s ei, dass eine leichte bis mittel- schwere neuropsychische Störung bei Status nach Schädel-Hi rn-Trauma mit Commotio cerebri am 9. Dezember 2002 vorliege. Es liege in der Natur dieser Störungen, dass sie hochgradig mit Schmerzen im Bereich des Nackens und des Kopfes interagie ren und durch diese verstärkt würden. Allerdings sei betreffend die Arbeitsfähigkei t für eine Verweistätigkeit eine Korrektur vorzunehmen. Es sei genauer zu differenzieren zwischen eine r kognitiv anspruchsvollen und einer wenig anspruchsvollen Tätigkeit. Während die Besch werdeführerin für erstere zu 50% arbeitsfähig sei, sei für eine kognitiv einfache, klar strukturierte und überschaubare Tätigkeit, körperlich sehr leichter Natur, eine Arbeitsfähigkeit vo n 70% denkbar. Hier sei eine gewisse additive Wirkung zwischen der somatischen Einschränkung, den kognitiven Einbussen (mit dar- aus resultierender verminderter Fähigkeit, mit den som atischen Beschwerden adäquat umge- hen zu können) sowie den Schmerzen anzunehmen. 4.3.1 Die Beschwerdegegnerin liess die Beschwerdeführe rin in Nachachtung des Urteils des Kantonsgerichts vom 21. April 2010 durch die B.____ beg utachten. In deren Gutachten vom Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 19. September 2012 und dessen Ergänzungen vom 5. Dezember 2013 wurden ein Status nach Unfall am 9. Dezember 2002 mit im Verlauf folgenlos a usgeheilter Commotio cerebri, Becken- ringfraktur mit extraforaminaler undislozierter Sakrumf raktur links, Acetabulumfraktur des vent- ralen Pfeilers ohne Dislokation in der Sagittalebene ausserhalb der Hauptbelastungszone links, Sitzbeinfraktur links, ossärem Ausriss der Strecksehne Endphalanx des Dig IV links und stump- fem Thoraxtrauma rechts diagnostiziert. Aus orthopädische r Sicht wurde zusammenfassend ausgeführt, dass die Beckenringfraktur bezüglich allfäll iger bleibender Gesundheitsschäden die wichtigste Verletzung darstelle. Die Fraktur sei bereits am 18. Dezember 2002 mittels CT genau beschrieben worden. Es habe sich um eine Stückfraktur des unteren Schambeinastes gehan- delt, welche konservativ behandelt worden sei. Im aktuell angefertigten Röntgenbild seien ledig- lich noch die leichten Verformungen der unteren Schamb einastfraktur sichtbar. Diese hätten klinisch bzw. in Bezug auf die Beschwerden keinerlei Rele vanz und die aktuell sehr diffusen Restbeschwerden könnten damit nicht erklärt werden. Es b estünden zudem aktuell weder kli- nisch noch radiologisch Zeichen einer sekundären Coxarthr osenentwicklung. Auch die in den Akten wiederholt erwähnte Gangbildstörung sei nicht me hr erkennbar. Der Strecksehnenriss im Bereich der Endphalanx Dig IV sei initial nach dem U nfall sofort erkannt und korrekt behandelt worden. Aktuell habe sich höchstens eine sehr schwache Art hrose in diesem Bereich entwi- ckelt. Die Beschwerdeführerin nehme heute Antirheumati ka ein, welche sie offenbar vor dem Unfall nicht eingenommen habe. Somit sei davon auszugeh en, dass das noch bestehende komplexe Schmerzsyndrom nicht primär posttraumatischer Na tur, sondern wahrscheinlich mit deutlichem Intervall zum Unfall aufgetreten sei. In Bezug auf die momentan geklagten Schulter- Arm-Schmerzen fehle es mangels entsprechender Angaben in den Akten kurz nach dem Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an der natürlichen Kausalität zu diesem. Zusammenfas- send bestehe aus orthopädischer Sicht keine Einschränkung d er Arbeitsfähigkeit durch unfall- bedingte Verletzungen bzw. durch daraus resultierende geringfügige Veränderungen am Bewe- gungsapparat. In neurologischer Hinsicht sei erwähnensw ert, dass aufgrund der aktuellen anamnestischen Erhebungen durch den neurologischen Expert en ständige Schmerzen an der linken Körperseite angegeben würden, welche nicht in d ieser Form in den Akten dokumentiert seien. Des Weiteren leide die Beschwerdeführerin an li nksbetonten Kopfschmerzen, welche bereits vor dem Unfall bestanden hätten. Die aktuel le klinisch-neurologische Untersuchung sei völlig normal und es bestünden weder Hinweise für radiku läre Läsionen im Bereich der oberen oder unteren Wirbelsäule noch für ein epileptisches Geschehen. Soweit die Beschwerdeführerin angebe, durch Konzentrationsstörungen geplagt zu sein, könne dies durch die an den Untersu- chungen beteiligten Experten nicht bestätigt werden. F estzuhalten sei, dass die Beschwerde- führerin beim Unfall eine Commotio cerebri erlitten habe. Da aufgrund der Akten keine Hinweise auf eine beim Unfall erlittene schwerwiegende zerebra le Verletzung im Sinne einer Contusio cerebri bestehen würden, sei die gestörte Konzentration sfähigkeit am ehesten im Rahmen der Schmerzen zu interpretieren, welche durch die rheuma toide Arthritis hervorgerufen würden. In Bezug auf die psychische Situation sei zu erwähnen, dass im unmittelbaren posttraumatischen Verlauf psychische Probleme nicht aufgezeigt worden seien. Insofern sei erstaunlich, dass rund vier Monate nach dem Unfall eine psychiatrische/psychotherap eutische Behandlung eingeleitet worden sei. Eine medikamentöse Therapie sei jedoch nicht erwogen worden. Es sei unklar, wie lange die Therapie durchführt worden sei. Aus der verfü gbaren Dokumentation gehe nicht her- vor, ob die psychiatrische Behandlung nach der Kündigung der Stelle (gemäss den Akten im Juni 2005), als die Beschwerdeführerin gemäss ihren akt uellen Angaben in eine Depression Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht „gestürzt“ sei, weitergeführt worden sei. Ein besondere r Mangel der Dokumentation bestehe ferner darin, dass einerseits über die psychosoziale Situa tion der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt des Unfalls keine Aussagen gemacht worden se ien. Andererseits fänden sich auch keine Angaben zur prätraumatischen Persönlichkeitsstruktur. Zusammenfassend müsse festgehalten werden, dass die beim Un fall von 9. Dezember 2002 erlittenen Verletzungen inzwischen folgenlos ausgeheilt seien. Dies betreffe insbesondere die Commotio cerebri und die orthopädischen Verletzungen, namentlich die Beckenringfraktur mit extraforaminaler undislozierter Sakrumfrakur links, die Acetabulumfraktur des ventralen Pfeilers ohne Dislokation in der Sagittalebene ausserhalb der H auptbelastungszone links und die Sitz- beinfraktur links. Es resultiere aufgrund des ossären Ausr isses der Strecksehne eine leichte Arthrose mit einem aktiven Extensionsdefizit von 25%, doch resultiere daraus keine messbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In Bezug auf die ps ychischen Beschwerden müsse seit Jahren eine unfallkausale psychische Störung ausgeschlossen werden. Die subjektiven Anga- ben betreffend die kognitiven Beeinträchtigungen könnt en daher nicht auf einer psychischen Störung basieren. Somit liessen sich als Folge des Unfall s vom 9. Dezember 2012 keine Ar- beitsunfähigkeit und keine dauernden erheblichen körpe rlichen, geistigen und gesundheitlichen Störungen erhärten. 4.3.2 Im Rahmen des Einspracheverfahrens hielt die B. ____ am 5. Dezember 2013 unter anderem fest, weshalb im Rahmen ihrer Begutachtung kei ne neuropsychologische Begutach- tung durchgeführt worden sei. Die zeitnahen Berichte h ätten eine Commotio cerebri genannt, welche nicht zu hirntraumatisch bedingten kognitiven Be schwerden führe. Aus diesem Grund sei die Frage betreffend die natürliche Kausalität zwisch en den geltend gemachten kognitiven Störungen und dem Unfall zu verneinen. Ein fehlender Kausalzusammenhang ergebe sich an- hand der Tatsache, dass kognitive Beschwerden mit Laten z aufgetreten seien. Erst im Bericht des Hausarztes Dr. E.____ vom 10. Juni 2003 würden solch e Beschwerden in Form von Hand- lungsplanstörungen erwähnt. Da eine solche Störung na ch einer Commotio cerebri nicht zu erwarten sei, sei bewusst auf eine neuropsychologische Test ung verzichtet worden. Selbst wenn eine solche durchgeführt worden wäre, hätte die s nicht zu einer anderen Interpretation geführt und der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 9. Dezember 2002 und den neuropsychologischen Beschwerden hätte mit über wiegender Wahrscheinlichkeit nicht bejaht werden können. Sodann verneinte die B.____ d ie Frage, ob die Tatsache, dass die Ärz- teschaft des Spitals C.____ in ihrer ersten ärztlichen St ellungnahme bei der Beschwerdeführe- rin eine Amnesie für das Geschehene festgestellt hätte n, etwas an der Qualifikation des Schä- delhirntraums und an der Kausalitätsbeurteilung ändern würde. Betreffend den im B.____ vom 19. September 2012 erwähnten Widerspruch im neuropsych ologischen Gutachten der F.____ vom 5. September 2003, wonach festgehalten werde, dass die Beschwerdeführerin einerseits eine anterograde Amnesie von 30 Minuten und andererseits bereits am Unfallort wieder zu sich gekommen sei, wurde ausgeführt, dass in den echtzeitliche n Dokumenten kein anterograde Amnesie von 30 Minuten erwähnt werde. In Bezug auf d ie Nichterwähnung der Fraktur des Tu- ber ischiadicums im Gutachten führte die B.____ schliesslich aus, dass diese im Gutachten als unterer Schambeinbruch bezeichnet werde. Dieser sei st abil verheilt und die Verformung habe auf die Funktionalität sowie die Beschwerden keinen Einfluss. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Einspra cheentscheid vom 24. November 2014 auf die Ausführungen im Gutachten der B.____ vom 19. September 2012 und dessen Ergänzungen vom 5. Dezember 2013. In der Fol ge stellte sie ihre Leistungen per 19. September 2012 ein, da der natürliche Kausalzusam menhang zwischen den noch geklag- ten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 9. Dezember 2002 nicht mehr gegeben sei. Die- se Beweiswürdigung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Wie oben unter Erwägung 2 unter Hinweis auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 21. April 2010 ausgeführt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externe r Spezialärztinnen und -ärzte, wel- che aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Ak- ten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien ge- gen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinwei- sen). Solche Zweifel an der Verwertbarkeit des Gutachte ns und dessen Ergänzungen liegen im vorliegenden Fall nicht vor. Vielmehr erfüllen diese Un terlagen die rechtsprechungsgemässen Anforderungen, welche an beweistaugliche medizinische Berichte gestellt werden: Das Gutach- ten der B.____ und dessen Ergänzungen sind für die stre itigen Belange umfassend, beruhen auf eingehenden Untersuchungen, berücksichtigten die gekl agten Beschwerden, sind in Kennt- nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden, leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die darin enthalte- nen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Es ist da- her nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in ihrem Entscheid darauf abstellte. 5.2.1 Daran ändern die Ausführungen der Beschwerdefü hrerin nichts. Soweit sie moniert, das Kantonsgericht habe im Urteil vom 21. April 2010 verbindlich festgehalten, das gemäss den Berichten der Klinik F.____ vom 5. September 2003 und dem Gutachten der K.____ vom 26. August 2008 die neuropsychologischen Defizite unfallkau sal seien, kann ihr nicht gefolgt werden. Die Aussage des Kantonsgerichts ist viel mehr dah ingehend zu verstehen, dass im Zeitpunkt der Untersuchung in der Klinik F.____ ein n europsychologisches Defizit vorhanden war, dessen Ursache noch geklärt werden musste. 9 Monate nach dem Unfall hielt die untersu- chende Ärzteschaft nämlich fest, dass die Ausfälle einen organischen Kern hätten und nicht entschieden werden könne, ob sie alleine durch den Unfall oder im Rahmen eines durch diesen dekompensierten latenten Vorzustand zu erklären seien. D a die Austrittsberichte des Spitals C.____ vom 24./28. Januar 2003 und der Klinik D.____ vom 27. Januar 2003 keine Hinweise für eine organische Ursache der neuropsychologischen Defizi te enthielten und auch die bei Prof. H.____ am 19. Februar 2004 durchgeführte EEG- und bei der I.____ am 25. Februar 2004 veranlasste MRI-Untersuchung unauffällige und normale Be funde ergaben, konnte den Anga- ben im Bericht der Klinik F.____ betreffend organische Ursache der neuropsychologischen De- fizite letztlich nicht gefolgt werden. Hingegen bestand en weiterhin Unklarheiten in Bezug auf den ebenfalls erwähnten dekompensierten latenten Vorzustand. In diesem Zusammenhang war dem Kantonsgericht nicht bekannt, wann und ob dieser ohnehin akut geworden wäre (status quo sine). Diese Zweifel konnte auch das Gutachten der K .____ vom 26. August 2008 nicht beheben, nahm es doch keine Stellung zum Kausalzusamme nhang zwischen den neuropsy- chologischen Beeinträchtigungen und dem Unfall. Ob dies e in einem natürlichen Kausalzu- sammenhang zum Unfall zu beurteilen waren, konnte das Ka ntonsgericht damit aufgrund der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorhandenen medizinischen Berichte nicht mit überwiegende r Wahrscheinlichkeit feststellen, weshalb es die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung zurückwies. 5.2.2 Dieser Aufforderung kam die Beschwerdegegnerin n ach und die offenen Fragen werden nunmehr durch das Gutachten der B.____ nachvollzi ehbar beantwortet. Die Gutachter weisen zutreffend darauf hin, dass die Beschwerdeführeri n beim Unfall vom 9. Dezember 2002 eine leichte Commotio cerebri erlitten hat (vgl. Austr ittsbericht des Spitals C.____ vom 24./28. Januar 2003). Vor diesem Hintergrund schlossen sie zu Re cht bleibende somatische, kognitive und psychische Beschwerde aus. Sie berücksichtigten, dass d ie Beschwerdeführerin an einer „Amnesie für das Geschehene“ gelitten habe. Diese betra chteten sie aber als ein häufig refe- riertes Phänomen nach Unfällen, selbst wenn keine Kopfb eteiligung stattgefunden habe. Diese Aussagen stimmen mit den echtzeitlichen Dokumenten überein, welche bei der Beschwerdefüh- rerin keine Symptome einer Hirntraumatisierung dokument ieren. Die von der Ärzteschaft im Spital C.____ im Anschluss an den Unfall durchgeführte 24-stündige Commotioüberwachung hat denn auch ein adäquates neurologisches Erscheinungsbi ld ergeben und der Glasgow Coma Score wies einen normalen Wert von 15 auf. Dadurch wird sowohl die Aussage von Dr. E.____, welcher ein halbes Jahr nach dem Unfall ei nen Status nach Commotio cerebri mit mehrstündiger retrograder Amnesie erwähnt (vgl. Bericht vom 5. Juni 2003) als auch jene im neuropsychologischen Bericht der Klinik F.____ vom 5. Se ptember 2003 widerlegt, welcher eine anterograde Amnesie (Bewusstseinsbeeinträchtigung) von 30 Minuten dokumentiert. Die Gutachter der B.____ bezeichneten diese medizinischen An gaben zu Recht als widersprüch- lich, was auch durch weitere echtzeitliche Unterlagen bestätigt wird. So ist dem Bericht der Po- lizei Basel-Landschaft zum Verkehrsunfall vom 9. Dezember 2002, Seite 4, unter anderem zu entnehmen, die Beschwerdeführerin habe sich an die Tats ache erinnert, dass sie am Boden gelegen und von Menschen betreut worden sei. Zudem hab e sie angegeben, dass die Polizei und die Sanität gekommen seien (vgl. Aktennotiz vom 9. Fe bruar 2004, act. K 22). Diese Erklä- rungen weisen darauf hin, dass die Beschwerdeführerin nicht an einer 30-minütigen anterogra- den Amnesie gelitten haben kann, ist doch davon auszuge hen, dass die Polizei und die aus L._____ kommende Sanität weniger als 30 Minuten brau chten, um am Unfallort einzutreffen. Zudem belegen auch sie das objektiv festgestellte Fehle n einer hirnorganischen Schädigung und den normale Glasgow Coma Score von 15 nach dem Un fall. Damit ist das Vorgehen der Gutachter, welche auf eine neuropsychologische Untersuchun g der Beschwerdeführerin ver- zichteten, nicht zu beanstanden. Es ist vielmehr davon au szugehen, dass die noch geklagten neuropsychologischen Defizite mit überwiegender Wahrschei nlichkeit nicht auf den Unfall vom 9. Dezember 2002 zurückzuführen sind. Diese lassen sich auch nicht durch die übrigen geklag- ten Beschwerden dem Unfall zuordnen. Soweit im Gutach ten der K.____ vom 10. November 2008 darauf hingewiesen wird, dass die festgestellte le ichte bis mittelschwere neuropsychische Störung hochgradig mit Schmerzen im Bereich des Nackens un d des Kopfes interagieren und durch diese verstärkt würden, steht fest, dass die Beschwerd eführerin beim Unfall keine ent- sprechenden Verletzungen im Nackenbereich erlitten hat. D iese wurden erst im Jahre 2006 geltend gemacht und objektiviert und sind daher nicht dem Unfall zuzuordnen. 5.2.3 Die Beschwerdeführerin kritisiert weiter, dass die Gutachter der B.____ sich nicht zur in Fehlstellung verheilten Sitzbeinfraktur äussern würden. In ihrem ergänzenden Bericht vom 5. Dezember 2013 würden sie behaupten, dass die Feh lstellung keinen Einfluss auf die Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Funktionalität habe. Auch diesbezüglich würden sie sich i n Widerspruch zu den verbindlichen Angaben des Gerichts im Urteil vom 21. April 2010 stelle n und ihre Einschätzung sei daher nicht verlässlich. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt w erden. Zunächst ist darauf hinzuwei- sen, dass das Kantonsgericht in seinem Urteil vom 21. Apri l 2010 die Vorinstanz aufgefordert hat, die Frage zu klären, ob und in welchem Umfang di e Beschwerdeführerin aufgrund ihrer muskulären Dysbalance in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Indem die Beschwerdegegne- rin ein Gutachten bei der B.____ eingeholt und diese die Frage beurteilt hat, ist sie diesem As- pekt grundsätzlich nachgekommen. Im Gutachten der B.__ __ wird denn auch auf Seite 41 er- wähnt, dass die Beckenringfraktur die wichtigste Verlet zung bezüglich allfälliger in Betracht zu ziehender bleibender gesundheitlicher Schäden sei. Es handle sich um eine Stückfraktur des unteren Schambeinastes, eine acetabulumnahe Fraktur des oberen Schambeinastes ohne si- cheren intraartikulären Ausläufer und eine vertikale S acrumfraktur. Im aktuell angefertigten Röntgenbild seien lediglich noch die leichten Verfor mungen der unteren Schambeinastfraktur sichtbar, welche klinisch bzw. bezüglich der diffusen Beschw erden keinen Einfluss hätten. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe aus orthopäd ischer Sicht nicht. Diese Ausführun- gen sind überzeugend, weshalb sich das Gutachten nicht al s mangelhaft erweist. Zudem ste- hen diese Befunde nicht im Widerspruch zu den Ausfüh rungen im J.____-Gutachten vom 22. September 2006, das im Zusammenhang mit der Schambeinastfraktur eine muskuläre Dys- balance erwähnte. Die Gutachter des J.____ attestierten der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Untersuchung aufgrund dieser Verletzung eine 15% Arbeitsunfähigkeit. Sie gingen jedoch davon aus, dass innert 12 Monaten eine volle Arbeitsf ähigkeit erreicht werden sollte, was nun- mehr im Gutachten der B.____ bestätigt wird. 5.3 Zusammenfassend gelangt das Kantonsgericht gestützt au f diese Beweiswürdigung zum Ergebnis, dass der medizinische Sachverhalt nunmehr ge nügend abgeklärt ist. Die medi- zinischen Unterlagen machen deutlich, dass die Unfallkausa lität zwischen dem Unfallereignis vom 9. Dezember 2002 und den heute noch geltend gema chten Beschwerden unter Berück- sichtigung des Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verneinen ist. Die blos- se Möglichkeit der Unfallkausalität genügt für die Begr ündung eines Leistungsanspruches der Beschwerdegegnerin nicht (BGE 119 V 338 E. 1). Damit erweist sich der Einspracheentscheid, wonach die Beschwerdeführerin spätestens ab dem Zeitpunk t des Gutachtens der B.____ am 19. September 2012 keinen Anspruch mehr auf Leistung en der Beschwerdegegnerin hat, als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 6. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Verfahrensa usgang entsprechend wettzuschla- gen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht