B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4926/2017 U r t e i l v o m 9. A p r i l 2 0 1 8 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richterin Daniela Brüschweiler, Richter Thomas Wespi, Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A._________, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch MLaw Eliane Gilgen, Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende - Testbetrieb VZ Zürich, (….) Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 21. August 2017 / N__________ D-4926/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin stellte am 15. Mai 2017 in der Schweiz ein Asyl- gesuch und wurde am 16. Mai 2017 der Testphase des Verfahrenszent- rums (VZ) Zürich zugewiesen. B. Am 4. Juli 2017 wurde die Beschwerdeführerin summarisch zur Person be- fragt und am 10. August 2017 fand die Anhörung der Beschwerdeführerin zu ihren Asylgründen statt. C. Zur Begründung ihres Asylgesuches machte di e Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass sie sri -lankische Staatsbürgerin tamilischer Ethnie sei und auf der Jaffna -Halbinsel, Nordprovinz (Sri Lanka), in B._________ geboren und aufgewachsen sei. In B.________ habe sie nach Abschluss des A-Level im Jahre 2013 im Jahre 2014 einen Compu- terkurs besucht und während eines Jahres an einem ayurvedischen Institut eine Ausbildung absolviert. Bis zu ihrem Wegzug aus B._______ sei sie ausserdem während eines Jahres in einem Gold- und Fotogeschäft in der Buchhaltung tätig gewesen. Eine junge Arbeitskollegin namens C.________ habe wegen ihres langen Arbeitsweges nach Absprache mit ihren Eltern und den Eltern der Be- schwerdeführerin regelmässig bei ihr Zuhause übernachtet und schliess- lich ab April 2016 bei ihr gewohnt. Eines Nachts seien maskierte Männer gewaltsam in ihr Haus eingedrungen und hätten C._______ unter Todes- drohungen mitgenommen. Am übernächsten Tag habe ihr Vater als Zeuge des Überfalls den Vorfall bei der Polizei gemeldet. Nach vier Tagen sei C.__________ zu ihnen nach Hause zurückgekehrt und habe gesagt, sie sei lediglich befragt worden. Da sie ruhig gewirkt habe, hätten sie nicht nach den näheren Umständen gefragt. In der Folge seien sie weiterhin zu- sammen zur Arbeit gegangen. Eines Abends habe C._______ gesagt, sie komme nicht mit ihr nach Hause, und sei erst später nach Hause gekom- men. Weil dies zur Gewohnheit geworden sei, habe sie das Gespräch mit C.________ gesucht. Erst dann habe C.________ ihr verraten, dass sie dazu aufgefordert worden sei, sich jeden Abend bei den Entführern zu mel- den. Sie sei jeweils in ein Zimmer eingesperrt und sexuell missbraucht und dabei gefilmt worden. Kurz nach dem Gespräch sei C._________ im Au- gust 2016 bei ihnen ausgezogen. Sie, die Beschwerdeführerin, habe kurze Zeit später immer wieder Sex-Clips und Sexbilder auf ihr Telefon geschickt D-4926/2017 Seite 3 bekommen, jedoch nicht herausf inden können, woher und weshal b diese an sie gelangt seien. C._________ habe auf Nachfrage angegeben, dass die Entführer ihr einmal ihr Telefon entwendet hätten. Später habe die Be- schwerdeführerin gehört, dass C._________ nach Australien ausgewan- dert sei. Sie habe keinen Kontakt mehr mit ihr. Am 26. November 2016 sei sie auf dem Weg nach Hause entführt und in einem Zimmer zuerst unter S chlägen nach dem Verbleib von C._______ befragt und danach nackt fotografiert und gefilmt worden. Man habe unter Drohung von ihr verlangt, jeder Vorladung, die sie bekomme, Folge zu leis- ten, und sie noch am selben Abend wieder an den Ort der Entführung zu- rückgebracht. In der Folge habe sie ein paar Tage lang frei genommen und ihrem Vater erzählt, was mit G. und ihr selbst geschehen sei. Nach diesem Vorfall habe ihre Familie beschlossen, eine ihrer Schwestern zu ihrer Tante in Sicherheit zu bringen. Am 1. Dezember 2016 seien maskierte Männer ins Haus eingedrungen und hätten sie unter Drohungen mitgenommen. Sie sei für zirka einen Mo- nat in ein Zimmer eingesperrt, sexuell missbraucht und dabei gefilmt wor- den. Die Männer seien maskiert gewesen und hätten kaum gesprochen. Als sie ihre Menstruation bekommen habe, hätten die Entführer sie freige- lassen mit der Auflage, jeder telefonischen Aufforderung Folge zu leisten. Nach ihrer Freilassung habe sie ihren Eltern, jedoch in abgemilderter Form, von der Haft erzählt. Ihre Mutter habe geweint, ihr Vater sei ratlos gewesen. Einige Tage später sei sie wieder zur Arbeit gegangen. Am 14. Feb ruar 2017 habe sie wieder einen Anruf erhalten und sie habe der Aufforderung, zum Markt von D._________ zu kommen, Folge geleistet, und sei in der Folge erneut in einem Zimmer sexuell missbraucht worden. Nach ihrer Freilassung am nächsten Tag sei sie nach Hause zurückgekehrt und habe ihren Vater angefleht, etwas gegen ihre missliche Situation zu unterneh- men. Dieser habe sie in der Folge am 16. Februar 2017 nach E.________ zu einem Bekannten in eine Lodge gebracht. Dort habe sie die folgenden drei Monate ohne Schwierigkeiten verbracht. Jedoch hätten sich zweimal Unbekannte bei ihrer Familie nach ihr erkundigt. Schliesslich sei sie am 13. Mai 2017 mit dem Flugzeug ausgereist. Nach ihrer Ausreise hätten sich erneut Unbekannte nach ihrem Verbleib erkundigt. Zum Nachweis ihrer Identität reichte die Beschwerdeführ erin ihre Identi- tätskarte und ihre Geburtsurkunde i m Original ein. Betreffend ihren Ge- sundheitszustand wurde ein Kurzbericht des F.________ vom 21. Juli 2017 eingereicht (Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung). D-4926/2017 Seite 4 D. Am 17. August 2017 gab die Vorinstanz der Rechtsvertretung der Be- schwerdeführerin Gelegenheit, zum Entscheidentwurf Stellung zu nehmen. Am 18. August 2017 wurde die entsprechende Stellungnahme eingereicht. E. Mit – gleichentags eröffnetem – Entscheid vom 21. August 2017 wies das SEM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab, ordnete deren Wegwei- sung an und erachtete den Vollzug als zulässig, zumutbar und möglich. F. Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 31. August 2017 an das Bundes- verwaltungsgericht erhob die Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid Beschwerde und beantragte dessen Aufhebung, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl, eventualiter die vor- läufige Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. In prozessualer Hinsicht wurde um Verzicht auf das Erheben eines Kosten- vorschusses und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ersucht. G. Mit Zwischenverfügung vom 8. September 2017 wurde unter Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheis- sen und die Vorinstanz zur Vernehmlassung eingeladen. H. In seiner Vernehmlassung vom 13. September 2017 beantragte das SEM die Abweisung der Beschwerde. I. In ihrer Replik vom 14. März 2018 nahm die Rechtsvertreterin Stellung zur Argumentation der Vorinstanz. D-4926/2017 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet b etreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). Aufgrund der Zuweisung der Beschwerdeführerin in die Testphase des Ver- fahrenszentrums in Zürich kommt die Verordnung vom 4. September 2013 über die Durchführung von Testphasen zu den Beschleunigungsmassnah- men im Asylbereich (TestV, SR 142.318.1) zur Anwend ung (Art. 1 und Art. 4 Abs. 1 TestV). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer D-4926/2017 Seite 6 politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Ar t. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das SEM erachtete in d er angefochtenen Verfügung die geltend ge- machten Behelligungen durch Unbekannte als nicht glaubhaft. Die Vorinstanz wies darauf hin, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin zu wesentlichen Elementen der geltend gemachten Vorbringen unsubstan- tiiert und vage ausgefallen seien. So vermittle die Darstellung von C.________ nicht das Bild einer tatsäch- lich existierenden Person, obwohl die Beschwerdeführerin mehrfach dazu aufgefordert worden sei , im Detail über sie zu erzählen (keine Aussagen zu ihrem fa miliären Hintergrund, zu Charakter oder Verhalten, vgl. SEM- Protokoll A26 S. 11 und A29 S. 3). Auch sei die Beschwerdeführerin nicht in der Lage gewesen, Informationen über ihre Peiniger zu geben, und auch der Bericht über die Haftumstände vermittle nicht den Eindruck einer selbst erlebten Situation. Schliesslich enthalte die Erzählung über das Gespräch mit ihren Eltern nach der Rückkehr aus der einmonatigen Gefangenschaft keine Realkennzeichen. Die Beschwerdeführerin habe im Weiteren nicht nachvollziehba re, reali- tätsfremde Angaben gemacht. So erscheine es seltsam, dass der Vater der Beschwerdeführerin den ersten Einbruch in sein Haus der Polizei gemeldet habe, indessen nicht die weiteren Übergriff e auf C._______ und seine Tochter. Auch sei realitätsfremd, dass die Familie der Beschwerdeführerin mit derjenigen von C.________ nie in Kontakt getreten sei (vgl. A29 S. 5). D-4926/2017 Seite 7 Im Weiteren sei nicht nachvollziehbar, dass die Eltern der Beschwerdefüh- rerin nach ihrer ersten Entführung am 26. November 2016 zwar deren Schwester in Sicherheit gebracht hätten , aber nicht die eigentlich Be- troffene. Das geschilderte Verhalten der Eltern sei auch in anderer Hinsicht nicht nachvollziehbar. So habe die Beschwerdeführerin auf Nachfrage an- gegeben, die Eltern hätten nach ihrem Verschwinden nichts getan (vgl. A29 S. 8) und seien auch nach ihrer Freilassung untätig geblieben. Aus diesen Gründen seien die geltend gemachten Behelligungen als nicht glaubhaft zu erachten. Im Übrigen ergebe sich aus den Akten kein asyl- rechtlich relevantes Verfolgungsmotiv. Schliesslich bestehe kein begründe- ter Anlass zur Annahme, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 Asy lG aus- gesetzt sein könnte. 4.2 Die Rechtsvertretung habe in ihrer Stellungn ahme vom 18. August 2017 zum Entscheidentwurf darauf hingewiesen, dass die Beschwerdefüh- rerin die Behelligungen und sexuellen Übergriffe lebensnahe geschildert habe. Zudem habe das SEM dem Gesundheitszustand der Beschwerde- führerin nicht genügend Rechnung g etragen. Die diagnostizierten psychi- schen Probleme seien ein Indiz für die erlebten Misshandlungen. Die psy- chisch belastenden Ereignisse beeinflussten das Memorieren und Wieder- geben. Ausserdem sei das Thema der sexuellen Gewalt in Sri Lanka mit Scham behaftet. Dies erkläre, weshalb sie mit ihren Eltern nicht im Detail darüber gesprochen habe. Zudem seien die dargelegten Vorbringen plau- sibel, da es sich bei den sogenannten White -Van-Abductions von tamili- schen Frauen um ein bekanntes Problem in Sri Lanka hand le. Hierzu sei festzuhalten, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin aus Sicht des SEM weder lebensnah noch detailliert ausgefallen seien. Was ihre psychi- schen Probleme betreffe, so sei zu betonen, dass es der Beschwerdefüh- rerin gemäss eigenen Aussagen gu t gehe (vgl. A29 S. 2). Im Weiteren seien die psychischen Probleme kein Beweis für die geltend gemachten sexuellen Misshandlungen. Was ihr Aussageverhalten betreffe, so sei wäh- rend der mehrstündigen Befragungen beim Thema sexuelle Gewalt keine psychisch bedingte Sprech-Blockade oder kulturell bedingte Scham zu er- kennen gewesen. 5. In der Beschwerde wurde im Wesentlichen geltend gemacht, entgegen der Auffassung der Vorinstanz seien die Aussagen der Beschwerdeführerin zu D-4926/2017 Seite 8 C.________., den Peinigern, der Haftzeit und dem darauffolgenden Ge- spräch mit den Eltern durchaus substantiiert ausgefallen. So habe die Be- schwerdeführerin vorgebracht, C .__________ bei der Arbeit kennenge- lernt zu haben und dass diese von ihrem weiten Arbeitsweg erz ählt habe (vgl. A26 S. 8), da ihre Familie aus E._________ stamme. Ausserdem habe die Beschwerdeführerin erläutert, dass es unanständig gewesen wäre, C._________nach Details zu ihrem familiären Hintergrund, ihrer Herkunft oder ihrer Schulbildung zu fragen. Ihre Peiniger habe sie nicht näher be- schreiben können, da diese maskiert gewesen seien und man ihr die Au- gen verbunden gehabt habe. Sie habe aber angegeben, dass es Männer mit der gleichen Kleidung gewesen seien. Jeder habe eine andere Art ge- habt, mit ihr Geschlechtsverkehr zu haben. Die Beschwerdeführerin habe C._________ nicht weiter nach dem Motiv für ihre Probleme gefragt, da sie nicht habe aufdringlich sein wollen und nach deren Wohnsitzwechsel nicht mehr mit ihr gesprochen habe. Schliesslich weise die Schilderung der Haft verschiedenste Realkennzeichen auf. Dies gelte auch für die Zeit nach ih- rer Rückkehr zu ihren Eltern. Was den Vorwurf des SEM betreffe, es sei nicht nachvollziehbar, dass der Vater der Beschwerdeführerin den ersten Einbruch in sein Haus der Polizei gemeldet habe, indessen nic ht die weiteren Übergriffe auf C.______ und seine Tochter, sei zu berücksichtigen, dass C._______ ja keine Familien- angehörige sei und die Eltern deren Entführung gemeldet hätten, damit nach ihr gesucht werde. S ie hätten sich gegenüber den Eltern von C._______ verantwortlich gefühlt. Zudem hätten si e anfangs nicht ge- wusst, warum C._______ entführt worden sei. Nachdem sie erfahren hät- ten, was mit C.________ geschehen sei, hätten sie sich davor gefürchtet, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Der fehlende Kontakt der Familie der Beschwerdeführerin mit derjenigen von C ._______ sei damit zu erklären, dass bereits die beiden Frauen getrennt voneinander ihre Eltern um Er- laubnis gefragt hätten und die Familie von C .________ weit entfernt ge- wohnt habe. Auch habe sich die Familie der Beschwerdeführerin nicht in fremde Angelegenheiten einmischen wollen. Die Eltern der Beschwerde- führerin hätten statt die Beschwerdeführerin als eigentliche Betroffene ihre jüngere Schwester zur Tante gebracht, weil diese ängstlich sei. Die Untä- tigkeit der Eltern, der Beschwerdeführerin zu helfen, sei darauf zurückzu- führen, dass ihr Vater als einzige männliche Person in der Familie alt und geschwächt sei und darauf gehofft habe, dass die Behelligungen aufhören würden, zumal die Beschwerdeführerin die Angelegenheit heruntergespielt habe. Auch habe er sich vor Racheakten der Entführer gefürchtet. Die D-4926/2017 Seite 9 Schilderungen der Beschwerdeführerin enthielten zahlreiche, von der Vo- rinstanz nicht berücksich tigte, positive Glaubhaftigkeitselemente. Zudem habe das SEM dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht ge- nügend Rechnung getragen. Die diagnostizierten psychischen Probleme seien ein Indiz für die erlebten Misshandlungen. Die als glaubhaft zu er achtenden Vorbringen der Beschwerdeführerin seien als asylrelevant zu erachten, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass Angehörige staatlicher Sicherheitskräfte die Urheber der Miss- handlungen seien. 6. In ihrer Vernehmlassung entgegnete die Vorinstanz, sie habe dem Um- stand einer möglichen Traumatisierung in den Befragungen durchaus Rechnung getragen und der Beschwerdeführerin ausreichend Gelegenheit gegeben, rund um die eigentlichen sexuellen Übergriffe zu erzählen. Ent- gegen der Auffassung in der Beschwerde enthalte die freie Erzählung der Beschwerdeführerin statt positive Realkennzeichen vielmehr zahlreiche stereotype Angaben. 7. In ihrer Replik vom 14. März 2018 wies die Rechtsvertreterin im Wesentli- chen darauf hin , die Beschwerdeführerin habe von ihrer Mutter erfahren, dass weiterhin nach ihr gesucht werde. Auch sei die Beschwerdeführerin in psychologischer Behandlung, entsprechende medizinische Informatio- nen würden nachgereicht. 8. 8.1 Das SEM stellte sich zu Recht auf den Standpunkt, dass die Beschwer- deführerin keine asylrelevante Verfolgung zu befürchten habe. 8.2 Wie von der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend festgestellt, weisen die Schilderungen der Beschwerdeführerin diverse Un- gereimtheiten auf. 8.3 So war die Beschwerdeführerin nicht in der L age, ihre Vorbringen le- bensnah und substantiiert zu schildern. Die Beschreibung von C.________ fiel auffallend unbestimmt aus. Es feh- len konkrete Angaben zu ihrem familiären Hintergrund, zu Charakter oder Verhalten. Die in der Beschwerde angeführten Aussagen der Beschwerde-D-4926/2017 Seite 10 führerin über C ._______ betreffen vorwiegend Gemeinplätze. Die Erklä- rung, wonach es unanständig gewesen wäre, C._______ nach Details zu ihrem familiären Hintergrund, ihrer Herkunft oder ihrer Schulbildung zu fra- gen, vermag nicht zu überzeugen. Es ist aufgrund des regelmässigen Kon- takts schlicht nicht vorstellbar, dass die Beschwerdeführerin so wenig über C.________ weiss. Auch die Beschreibung der Entführer und der Haftum- stände erweckt nicht den Eindruck von selbst Erlebtem. So war die Be- schwerdeführerin nicht in der Lage, genauere Angaben zu den Entführern zu geben. Der Hinweis in der Beschwerde, dass die Peiniger maskiert ge- wesen seien und man der Beschwerdeführerin die Augen verbunden ge- habt habe, vermag die gänzlich fehlenden individuellen Angaben zu ihren Entführern nicht zu erklären. Die in der Beschwerde angeführten Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Entführern (Männer mit der gleichen Klei- dung, jeder habe eine andere Art gehabt, mit ihr Geschlechtsverkehr zu haben) weisen keine individuellen Merkmale auf und verstärken vielmehr den Eindruck von Konstruiertem. Dies gilt auch für den Bericht der Be- schwerdeführerin z ur einmonatigen Gefangenschaft. Die in der Be- schwerde aufgeführten Beispiele betreffen blosse Gemeinplätze. Die Tat- sache, dass die Beschwerdeführerin in ihrer freien Erzählung zahlreiche Angaben gemacht habe, wie in der Beschwerde darauf hingewiesen, ist für sich alleine noch kein In diz für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen, zumal wenn diese den notwendigen Detailreichtum vermissen lassen. Die Be- schwerdeführerin war auch nicht in der Lage, Angaben über das mögliche Motiv der Entführer, gerade C.______ zu entführen und sexuell zu miss- brauchen, zu machen. Die Entgegnungen in der Beschwerde, wonach die Beschwerdeführerin C .________ nicht weiter nach dem Motiv für ihre Probleme gefragt habe, da sie nicht habe aufdringlich sein wollen und nach deren Wohnsitzwechsel nicht mehr mit ihr gesprochen habe, ve rmögen nicht zu überzeugen. Schliesslich enthält, wie von der Vorinstanz zutref- fend festgestellt, auch die Erzählung über das Gespräch mit ihren Eltern nach der Rückkehr aus der einmonatigen Gefangenschaft keine Realkenn- zeichen. Was die Rüge in der Beschwerde betrifft, wonach das SEM dem Gesund- heitszustand der Beschwerdeführerin nicht genügend Rechnung getragen habe, ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin angab, dass es ihr gut gehe (vgl. A29 S. 2), und sich aus dem Protokoll der Anhörung keine kon- kreten Hinweise auf eine verminderte Prozessfähigkeit der Beschwerde- führerin ergeben. Im Weiteren hat das SEM dem Umstand einer möglichen Traumatisierung in den Befragungen durchaus Rechnung getragen und D-4926/2017 Seite 11 der Beschwerdeführerin ausreichend Gelegenheit gegeben, von den sexu- ellen Übergriffen zu erzählen. Die Erklärung in der Stellungnahme und in der Beschwerde, wonach die psychisch belastenden Ereignisse das Me- morieren und Wiedergeben erschwerten und das Thema der sexuellen Ge- walt in Sri Lanka mit Scham behaftet sei, ist festzuhalten, dass sich aus den Protokollen der mehrstündigen Befragungen beim Thema sexuelle Gewalt keine Hinweise auf eine psychisch bedingte Sprech-Blockade oder kulturell bedingte Scham ergeben. Im Weiteren machte die Rechtsvertre- terin geltend, die diagnostizierten psychischen Probleme seien ein Indiz für die erlebten Misshandlungen. Hierzu ist festzuhalten, dass der Beschwer- deführerin im ärztlichen Kurzbericht des Ambulatoriums Kanonengasse vom 21. Juli 2017 ohne weitere Angaben eine posttraumatische Belas- tungsstörung attestiert wurde. Daher ist dieser Bericht nicht geeignet, die Frage der Ursachen der festgestellten psychischen Erkrankung schlüssig zu beantworten. 8.4 Im Weiteren hat die Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbare, reali- tätsfremde Angaben gemacht. So ist nicht erklärbar, warum der Vater der Beschwerdeführerin den ersten Einbruch in sein Haus der Polizei gemeldet hat, indessen nicht die weiteren Übergriffe auf C ._______ und seine Tochter. Die Entgegnung in der Be- schwerde, dass C.________ ja keine Familienangehörige sei und die El- tern deren Entführung gemeldet hätten, damit nach ihr gesucht werde, er- klärt nicht, warum diese die Übergriffe auf ihre eigene Tochter nicht der Polizei gemeldet haben. Die Erklärung, wonach sie anfangs nicht gewusst hätten, warum C.______ entführt worden sei und sich, nachdem sie erfah- ren hätten, was mit C ._______ geschehen sei, davor gefürchtet hätten, bei der Polizei Anzeige zu erstatten, vermag nicht zu überzeugen. Auch ist realitätsfremd, dass die Familie der Beschwerdeführerin mit derjenigen von C.________ nie in Kontakt getreten ist. Die Entgegnungen in der Be- schwerde, wonach der fehlende Kontakt der Familie der Beschwe rdefüh- rerin mit derjenigen von C.______ damit zu erklären sei, dass die beiden Frauen selbst ihre Eltern um Erlaubnis gefragt hätten und die Familie von C.________ weit entfernt gewohnt habe beziehungsweise sich die Familie der Beschwerdeführerin nicht in fremde Angelegenheiten habe einmischen wollen, sind als nachträgliche, nicht überzeugende Erklärungsversuche zu erachten. Auch die weitere Entgegnung in der Beschwerde, dass die Eltern der Beschwerdeführerin statt die Beschwerdeführerin als eigentliche Be- troffene ihre jüngere Schwester zur Tante gebracht hätten, weil diese ängstlich sei, vermag das Verhalten der Eltern nicht plausibel zu erklären. D-4926/2017 Seite 12 Schliesslich mutet auch die Passivität der Eltern, nach dem Verschwinden ihrer Tochter nichts getan zu haben (vgl. A29 S. 8) und auc h nach ihrer Freilassung untätig geblieben zu sein, seltsam an. Die Erklärungen in der Beschwerde, dass die Untätigkeit der Eltern darauf zurückzuführen sei, dass ihr Vater als einzige männliche Person in der Familie alt und ge- schwächt sei und darauf gehofft habe, dass die Übergriffe aufhören würden beziehungsweise er sich vor Racheakten der Entführer gefürchtet habe, vermögen angesichts der Tragweite der vorgebrachten Behelligungen nicht zu überzeugen. Aufgrund der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen kann die Frage der Asylre- levanz offen gelassen werden. 8.5 Schliesslich bestehen vorliegend keine Risikofaktoren (vgl. zu diesen Faktoren Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 9.2.4 [als Referenzurteil publiziert]), bei einer Rück kehr nach Sri Lanka Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu werden. 8.6 Aus diesen Erwägungen folgt, dass das SEM das Asylgesuch der Be- schwerdeführerin zu Recht abgelehnt hat. 9. 9.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 9.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnah me (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art . 83 Abs. 3 AuG). D-4926/2017 Seite 13 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 10.3 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Be - schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückke hr der Beschwerdeführerin in den ihren Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht- mässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus- gesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men- schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen be- ziehungsweise zumindest glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rück- schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur- teil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssitu- ation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-4926/2017 Seite 14 10.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 10.5 Die Vorinstanz begründete die Zumutbarkeit des Wegwe isungsvoll- zugs damit, dass weder die allgemeine Lage in Sri Lanka noch individuelle Faktoren gegen die Zumutbarkeit sprächen. Die gut gebildete Beschwer- deführerin stamme aus dem Jaffna-Distrikt (Nordprovinz) und verfüge dort über ein tragfähiges Beziehungsnetz, eine gesicherte Wohnsituation (Haus der Eltern mit Ackerland) und die Möglichkeit, wie bisher einer Erwerbstä- tigkeit nachzugehen. Diese Ansicht erweist sich als zutreffend. Im Weiteren ergeben sich aus den eingereichten ärztlichen Berichten keine gesundheit- lichen Beschwerden, welche nicht in Sri Lanka behandelbar wären. Dabei ist insbesondere auf die Möglichkeit einer psychotherapeutischen Behand- lung zu verweisen. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich als zumutbar. 10.6 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich die für eine Rück- kehr allenfalls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist. 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten der Beschwer- deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Indessen wurde der auf Beschwerdeebene gestellte Antrag auf unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 8. Septem- ber 2017 gutgeheissen. Somit hat die Beschwerdeführerin keine Verfah- renskosten zu tragen, zumal nicht davon auszugehen ist, es habe sich an ihrer finanziellen Situation etwas geändert. (Dispositiv nächste Seite) D-4926/2017 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli Versand: