Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. November 2019 (720 18 148 / 291) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund eines Gerichts- gutachtens Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Anna Arquint, Rechts- dienst Behindertenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1984 geborene A.____ machte nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit zu- nächst eine Vorlehre im Bereich Metallbau, besuchte dan n an der Schule für Gestaltung den Vorkurs und begann eine Ausbildung als Textildesigner, welche er aber vorzeitig abbrach. Am 18. Oktober 2010 meldete er sich unter Hinweis auf psychisc he und dermatologische Be- schwerden, Gedächtnisprobleme und visuelle Halluzinatione n bei der Eidgenössischen Invali- denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen Situation Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 28. April 2011 einen An- spruch auf berufliche Massnahmen ab. Nachdem sich A.____ im Jahr 2012 erfolgreich zum diplomierten Gestalter HF und Produktdesigner ausgebild et hatte, gelang es ihm nicht, im er- lernten Beruf Fuss zu fassen oder anderweitig eine Erwerbstätigkeit zu finden. A.2 Am 19. Juli 2016 meldete sich A.____ erneut bei d er IV-Stelle zum Leistungsbezug an. Diese klärte in der Folge die gesundheitlichen und erw erblichen Verhältnisse ab und liess den Versicherten durch med. prakt. B.____, FMH Psychiatrie u nd Psychotherapie, begutachten (Expertise vom 15. August 2017). Gestützt auf die darau s gewonnenen Erkenntnisse ermittelte sie einen IV-Grad von 40 % und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 28. März 2018 ab 1. Januar 2017 eine Viertelsrente zu. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch den Soziald ienst X.____, am 4. Mai 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht). Er be- antragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfüg ung vom 28. März 2018 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen durchzuführten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht bean- tragte er die Bewilligung der unentgeltlichen Prozess führung. Zur Begründung führte er im We- sentlichen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzu reichenden medizinischen Unterla- gen beruhe. C. Mit Verfügung vom 9. Mai 2018 wurde dem Beschwerde führer für das vorliegende Ver- fahren die unentgeltliche Prozessführung bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 6. Juli 2018 schloss die I V-Stelle auf Abweisung der Be- schwerde. Zudem sei im Sinne einer reformatio in peius festzustellen, dass dem Beschwerde- führer ab 1. Januar 2017 keine Rente zustehe, da der Versicherte nie eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 40 % erreicht habe. Zudem resultiere bei korrekter Bemessung des Inva- lideneinkommens ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von rund 38 %. E. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 6 . September 2018 / Duplik vom 10. Oktober 2018) hielten die Parteien, der Beschw erdeführer nunmehr vertreten durch Anna Arquint, Behindertenforum, an ihren Anträgen fest. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 22. November 201 8 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der A ngelegenheit gestützt auf die vor- handenen medizinischen Akten nicht möglich sei. In der F olge stellte es das Verfahren aus und ordnete ein Gerichtsgutachten an. Am 20. Februar 201 9 beauftragte es Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einem Gutachten, wel ches am 4. Juni 2019 erstattet wur- de. Hierzu liess sich die IV-Stelle, unter Hinweis auf die Stellungnahme von Dr. med. D.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler ä rztlicher Dienst (RAD), vom 20. Juni 2019, am 28. Juni 2019 vernehmen. Der Beschwerdeführer nahm am 8. Juli 2019 Stellung. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 4. Mai 2018 ist einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü gung vom 28. März 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen de r gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2 , 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 4.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 6 0 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Ger icht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung d es medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsb arkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorlie- gen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss folgerungen gelangt. Eine abwei- chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug ersche inen, die Schlüssigkeit des Gerichts- gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise v om Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weite- ren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gutach- ten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrun d eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht e rstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Be weiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auc h der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 28. März 2018 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das Gutachten von med. prakt. B.____ vom 15. August 2017. Sie ging dem zufolge davon aus, dass dem Be- schwerdeführer angepasste Verweistätigkeiten im Umfang von 65 % zumutbar seien. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.4 hiervor), ist den im Rahmen de s Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfo lgten Urteilsberatung vom 22. Novem- ber 2018 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass dem Gutachten von med. prakt. B.____ vom 15. August 2017 keine ausschlagg ebende Beweiskraft zukomme. Es hielt fest, dass sich der Gutachter nicht hinreichend mit den abweichenden medizinischen Be- richten auseinandergesetzt und seine Beurteilung der Ar beitsfähigkeit nicht nachvollziehbar begründet habe, weshalb erhebliche Zweifel an der Be urteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers und der daraus resultierenden Einsch ätzung der Arbeitsfähigkeit bestün- den. Das Kantonsgericht beschloss deshalb, den Fall auszu stellen und zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts bei Dr. C.____ ein psychia trisches Gerichtsgutachten in Auf- trag zu geben. 8.1 Dr. C.____ diagnostizierte am 4. Juni 2019 mit Ausw irkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schizotype Störung (ICD-10 F21). Der Versicherte zeige in sgesamt ein exzentrisches und ei- gentümliches Verhalten. Er sei von Verschwörungstheorien und durch Beeinflussungen „pycho- patischer“ Dritter geprägt. Zudem beschreibe er Geruc hs- und optische Halluzinationen und es seien eine erhebliche Zerfahrenheit resp. eine Weitsch weifigkeit im formalen Denken und ein Misstrauen gegenüber praktisch allen Menschen vorhanden. E s bestünde ein eindrücklicher sozialer Rückzug. Es sei davon auszugehen, dass die Symptome der schizotypen Störung be- reits seit dem jungen Erwachsenenalter vorhanden seien. Aufgrund der Akten könne die Diag- nose seit April 2010 bestätigt werden. Eine erheblich e Veränderung der Sympomatik habe sich seither nicht ergeben. Eine solche sei auch nicht zu er warten. Hinweise auf Inkonsistenzen sei- en nicht ersichtlich. Der Versicherte unterhalte ausser zu seiner Mutter, einem Kollegen und seiner aktuellen Fernbeziehung, welche er innerhalb e ines Jahres zwei bis drei Mal getroffen habe, kaum soziale Kontakte. Er verbringe seine Tage we itgehend zurückgezogen zu Hause, schaue fern und surfe im Internet. Er sei dabei nicht in der Lage, das verwahrloste und renova- tionsbedürftige Haus zu sanieren oder sonstigen Freizeitaktivitäten oder Hobbies nachzugehen. Der Versicherte könne die Behandlungen im Ambulatoriu m der Psychiatrie Baselland regel- mässig selbstständig wahrnehmen und habe die Ausbildung zum diplomierten Gestalter HF und Produktdesigner mit guten Noten erfolgreich abschliessen können. In der Tätigkeit als Textilde- signer und in angepassten Verweistätigkeiten bestünden aufgrund des starken sozialen Rück- zugs, der psychotischen Episoden, der formalgedanklichen Sch wierigkeiten (Sprunghaftigkeit, Vorbeireden, Grübeln), dem starken Misstrauen, dem exze ntrischen Auftreten und den seltsa- men Glaubensinhalten des Versicherten (Verschwörungsideen) seit mindestens Juni 2016 eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 80 %, was anhand des Mini-ICF-APP verifiziert wer- den könne. So würden sich schwere Beeinträchtigungen be i der Anpassung an Regeln und Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Routinen, der Planung und Strukturierung von Aufgaben , der Flexibilität, der Umstellungsfähig- keit, der Anwendung fachlicher Kompetenzen, der Durchh altefähigkeit, der Selbstbehauptungs- und der Gruppenfähigkeit zeigen. Zudem lägen mittelgr adige Beeinträchtigungen bei der Ent- scheidungs-, der Urteils- und der Kontaktfähigkeit vor. Es sei aufgrund der vorliegenden Berich- te der Psychiatrie Baselland und der aktuellen Angaben des behandelnden Arztes Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, von einem weitgehend stabilen Krankheitsverlauf ab mindestens April 2010 auszugehen. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten von med. prakt. B.____ vom 15. August 2017 sei nur kurz begründet, zu optimistisch und insgesamt nicht nachvollziehbar. 8.2 In seiner Stellungnahme vom 8. Juli 2019 erachtet e der Beschwerdeführer die Ge- richtsexpertise als beweistaugliche Entscheidgrundlage und beantragte gestützt darauf mit Wir- kung ab 1. Juni 2016, eventualiter ab 1. Januar 2017, die Ausrichtung einer ganzen Rente. Demgegenüber stellte sich die IV-Stelle in ihrer Eing abe vom 28. Juni 2019 unter Hinweis auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. D.____ vom 20. Juni 20919 auf den Standpunkt, dass das Gerichtsgutachten erhebliche Widersprüche und Unklarheiten aufweise. 8.3 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.4 hiervor), weicht d as Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der m edizinischen Experten oder Exper- tinnen ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stel- len, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfa ssen. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens vom 4. Juni 2019 in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das Gutach- ten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrund- lage in jeder Hinsicht erfüllt. Es weist weder formal e noch inhaltliche Mängel auf, ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt di e geklagten Beschwerden, ist in Kennt- nis der Vorakten abgegeben worden und leuchtet in de r Darlegung der medizinischen Zusam- menhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situati on ein. Sodann weist das Gutachten keine Widersprüche von entscheidrelevanter Bedeutung auf und setzt sich auch mit den bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen auseinander. Insgesamt ist die Beurteilung im Gutachten überzeugend. Es wird deutlich , dass der Beschwerdeführer aufgrund der Symptome der schizotypen Störung (starker sozialer Rückzu gs, psychotische Episoden, formalgedankliche Schwierigkeiten, Misstrauen, exzentrische s Auftreten, Verschwörungsideen) in der Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt ist. Auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist nachvollziehbar begründet. Demnach beträgt die Arb eitsfähigkeit in der gelernten Tätigkeit als Textildesigner sowie in angepassten Verweistätigkeiten 20 %. 8.4 Die wenig griffige und lediglich punktuelle Kriti k des RAD-Arztes Dr. D.____ am Ge- richtsgutachten ist nicht geeignet, Zweifel an dessen Beweiskraft zu wecken. Soweit er darauf hinweist, dass der Beschwerdeführer konstante Aussenkontakte und eine Beziehung pflege und damit ein sozialer Rückzug in Frage stellt, kann ihm nicht gefolgt werden. So geht aus dem Ge- richtsgutachten klar hervor, dass der Versicherte krankheits bedingt einen erheblichen sozialen Rückzug aufweist und ausser zu seiner Mutter, die im gle ichen Haus wohnt, nur sehr wenige Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aussenkontakte hat. Die Feststellung im Gerichtsgutachten , wonach der Beschwerdeführer zwei Mal pro Monat einen Kollegen treffe und eine Fernbeziehung führe, die er zwei bis drei Mal pro Jahr sehe, vermag jedenfalls nicht in Frage zu stell en, dass er ein erheblich ausgeprägtes und die Leistungsfähigkeit einschränkendes Leiden aufw eist. Sodann zeigen die Ausführungen des Gerichtsgutachters, wonach der Beschwerdeführer nich t in der Lage sei, das Haus zu sa- nieren, oder sonstigen Freizeitaktivitäten oder Hobbie s nachzugehen, das tiefe Aktivitätsni- veaus des Beschwerdeführers deutlich auf. Auch sein Einwand, wonach der Gerichtsgutachter die Einschätzung der Leistungsfähigkeit nicht substantie ll begründe und sich zudem mit der Beurteilung von med. prakt. B.____ nicht hinreichend auseinandergesetzt habe, ist unbehelflich, führte doch der Gerichtsgutachter nachvollziehbar und u nter Hinweis auf einen aktuellen Mini- ICF-APP-Rating-Bogen plausibel aus, weshalb die Einschä tzung der Leistungsfähigkeit des Vorgutachters nicht einleuchtend erscheint. In diesem Zusa mmenhang ist in Erinnerung zu ru- fen, dass eine Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Dem oder der medizinischen Sachverständigen eröffnet sich desh alb praktisch immer ein gewisser Spielraum, innerhalb welchem verschiedene Interpretationen möglich, zulässig und im Rahmen einer Exploration lege artis zu respektieren sind. Ge nau darin kann der Grund für den Beizug eines Gerichtsgutachtens liegen, welches gewährleiste t, dass das medizinische Ermessen mit optimaler Sachkenntnis und vor allem optimaler Unabhängigkeit ausgeübt wird. Darin liegt auch die innere Berechtigung dafür, dass den Gerichtsgutachte n rechtsprechungsgemäss hohes Gewicht zukommt und das Gericht nicht ohne zwingende Grü nde davon abweicht. Bei dieser Sachlage und der Tatsache, dass es dem Gerichtsgutachter möglich war, die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zuverlässig zu beantworten, kann in a ntizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf zu sätzliche Abklärungen verzichtet wer- den. 9. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.2 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommen svergleichs zu bestimmen. Im Lich- te des gutachterlich definierten Zumutbarkeitsprofils ist sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen vom gleichen Tabellenwert auszugehen . Unter Berücksichtigung, dass beim Beschwerdeführer die Symptome der schizotypen Störun g bereits seit dem jungen Er- wachsenenalter unverändert vorhanden sind (E. 8.1 hier vor), der verbleibenden Restarbeitsfä- higkeit von 20 %, Art. 29 Abs. 1 IVG und der Anmeldung zum Leistungsbezug am 19. Juni 2016 hat der Beschwerdeführer ab 1. Januar 2017 Anspruch auf eine ganze Rente. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. In der ab 1. Januar 2019 neu in Kraft getretene n Bestimmung gemäss § 20 Abs. 3 VPO sind die ordentlichen Kosten neuerdings auch den unterli egenden Vorinstanzen zu auferlegen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei. D ie ordentlichen Kosten von Fr. 800.-- werden somit ihr auferlegt. 10.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträ ger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, w enn die Massnahmen für die Beurtei- lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil n achträglich zugesprochener Leistun- gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 f f. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver- fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Ger icht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesger icht weiter, mit der zitierten Bestim- mung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unter- suchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigke it, eine Gerichtsexpertise anzu- ordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellatio nen der Fall: Wenn ein manifester Wider- spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztl ichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründet e Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt ha be, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwal- tung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive kon- vergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rec htsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Geri chtsgutachtens an sie nicht gerecht- fertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganze n: BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hin- weisen). 10.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der Ur teilsberatung vom 22. November 2018 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestüt zt auf die damals vorhandene Ak- tenlage nicht möglich war. Wie vorstehend in Erwägung 7 ausgeführt, kam dem Gutachten von med. prakt. B.____ vom 15. August 2017 mit Blick auf di e Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten keine ausschlaggebende Beweiskraft zu. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte keine ver lässliche Entscheidungsgrundlage bildeten, waren die Abklärungsergebnisse aus dem Verwa ltungsverfahren nicht ausreichend beweiskräftig. Demnach wies das Verwaltungsverfahren Unt ersuchungsmängel auf, die eine Gerichtsexpertise notwendig machten. Die Kosten des Gerichtsgutachtens, welche sich gemäss der eingereichten Honorarnote vom 4. Juni 2019 auf Fr . 5'000.-- belaufen, sind unter diesen Umständen der Vorinstanz aufzuerlegen. 10.3 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wurde mit Verfügung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Kantonsgerichts vom 13. März 2018 aufgefordert, inner t unerstreckbarer Frist bis 23. Juli 2019 ihre Honorarnote nach Zeitaufwand einzureichen. Gleichzeitig wurde sie darauf hingewie- sen, dass das Honorar nach Ermessen festgesetzt werde, fal ls bis zum genannten Termin kei- ne Honorarnote eingehen sollte. In der Folge liess di e Rechtsvertreterin dem Kantonsgericht innert Frist keine Kostennote zukommen, weshalb das Hono rar nach Ermessen festzusetzen ist. Zu entschädigen ist dabei ausschliesslich der im Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsge- richt erbrachte Aufwand. Dieser setzt sich somit im Wesentlichen aus dem Verfassen der Replik (6. September 2018; 2,58 Stunden [vgl. Honorarnote vo m 1. November 2018]) und zweier Stel- lungnahmen vom 15. Februar 2019 resp. vom 8. Juli 20 19 zusammen. Hält man sich die er- brachten Bemühungen vor Augen, erscheint es angemessen, für diese einen Zeitaufwand von insgesamt 6 Stunden zu entschädigen und zudem Auslagen von pauschal Fr. 100.-- zu erset- zen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungspro zessen praxisgemäss für Ver- bandsangestellte von gemeinnützigen Organisationen be i durchschnittlichen Fällen zur Anwen- dung gelangenden Stundenansatz von Fr. 150.-- zu entschä digen. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'000.-- (6 Stunden à Fr. 150.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 100.--) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefoc htene Verfügung vom 28. März 2018 wird aufgehoben und es wird festgestellt , dass der Beschwerdeführer ab 1. Januar 2017 Anspruch auf eine ganze Rente hat. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 5'000.-- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 1’000.-- (inkl. Ausl agen) auszurich- ten. http://www.bl.ch/kantonsgericht