2015 Submissionen 191 barter Subunterunternehmer" beim Teilkriterium "Aussage Subunter- nehmer & vorg. Unternehmer" ist klarerweise unzulässig. Zum einen ist ein sachli cher Zusammenhang mit dem Zuschlagskrite rium "Qualität" nicht ersicht lich; zum anderen ist der Einbe zug solcher Aspekte, die ausschliesslich de r Förderung bzw. Bevorzu gung des lokalen und re gionalen Gewerbes dienen, in die Be wertung klarerweise binnenmarktgesetzwidrig. Fragwürdig er scheint es aber auch, unter dem Zuschlagskrite rium "Qualität" zu be werten, ob und in welchem Umfang im Angeb ot für die Arbeitsgattun gen bereits Subunternehmer benannt (definiert) wur den. Eine solche Be wertung würde nur dann Sinn machen, wenn die von den vorgeschlage nen Subunternehmern zu erwartende Qualität (z.B. aufgrund deren Erfah- rung, Referenzen) au ch nä her geprüft und beurteilt worden wäre. Dies war vorliegend nicht der Fall. Bewertet wurde lediglich, ob und in welchem Umfang die Sub unternehmer für die einzelnen Ar - beitsgattungen bereits bestimmt worden waren. Es scheint damit gerechtfertigt, das Teilkriterium "Aussage Sub unternehmer & vor - geschlagene Unternehmer" für die Bewertung ausser Acht zu las sen. Bei der Beschwerde führerin sind damit 4 Punkte und bei der Zu - schlagsempfängerin 7.5 Punkte aus der Bewertung zu streichen. 28 Beschwerdebefugnis Mitglieder einer Arbeitsgemeinschaft, die als einfache Gesellschaft auf - tritt, müssen gegen einen Ausschluss gemeinsam Beschwerde führen. Wird die Beschwerde nicht rechtzeitig im Namen aller Mitglieder der Ar- beitsgemeinschaft erhoben, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 22 . Oktober 2015 in Sa - chen A. GmbH gegen B. AG (WBE.2015.337). 192 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2015 Aus den Erwägungen 2.2.2. Die Beschwerdeführerin hat als Mitglied einer Arbeitsgemein - schaft (bestehend aus der C. GmbH und der Beschwerdeführerin) am Vergabeverfahren teilgenommen. Arbeitsgemeinschaften treten regel- mässig in der Form der einfachen Gesellschaft ( Art. 530 ff. OR) auf, die als Vertr ags- bzw. Gesellschaftszweck meist die gemeinsame Ausführung des zu ver gebenden Auftrags hat (VGE III/132 vom 29. September 1998 [BE.98.00223], S. 5; PETER GAUCH, Der Werk- vertrag, 5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2011, Rz. 243, 245). V on einer einfachen Ge sellschaft ist auch im vorliegenden Fall auszuge - hen. Insbesondere im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens ist allge mein anerkannt, dass die Mitglieder einer Arbeitsgemein - schaft, die ge meinsam Gläubiger von Gesellschaftsforderungen sind (Art. 544 Abs. 1 OR), von einem Nicht -Zuschlag nicht einzeln, son - dern nur als Partner schaft betroffen sind. Das Recht zur Beschwerde gegen eine solche Verfügung mit dem Ziel, den Zuschlag dennoch zu erhalten, kommt deshalb nur allen gemeinsam zu und muss – gleich wie die notwendigen Streitge nossen im Zivilprozess – auch gemein- sam ausgeübt werden (BGE 131 I 160 f. mit diversen Hinweisen = Pra 2006, S. 195; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Juli 2009 [B -2561/2009], Erw. 3.3 ff.; Baurechtsentscheide K anton Zürich [BEZ] 2000 Nr. 7, S. 23 f.; Rechenschaftsbericht über die Rechtspflege des Kantons Uri [RB Uri] 2004/05, S. 109; vgl. auch VGE III/132 vom 29. September 1998 [BE.98.00223], S. 5; MARTIN BERTSCHI, in: ALAIN GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, § 21 N 43; ROBERT WOLF, Der Rechtsschutz im öffentlichen Beschaf fungswesen, in: ISABELLE HÄNER/BERNHARD WALDMANN [Hrsg.], Brenn punkte im Verwal - tungsprozess, Zürich/Basel/Genf 2013 [nachfolgend: Rechtsschutz], S. 173 mit Hinweisen). Gleiches muss bei einer Verfügung über den Ausschluss vom Verfahren (oder z.B. einem benachteiligenden Präqualifikationsentscheid im selektiven Verfahren, vgl. BEZ 2000 Nr. 7, S. 23 ff. sowie Beschluss des Verwaltungsgerichts des Kantons 2015 Submissionen 193 Zürich vom 5 . Mai 2010 [VB.2009.00667], Erw. 2.4) gelten. Auch hier sind die Mitglieder einer Arbeitsgemeinschaft nicht einzeln, son- dern nur als Part nerschaft betroffen. Das Recht zur Beschwerde ge - gen eine solche Verfü gung mit dem Ziel, weiterhin am Ver - gabeverfahren teilzunehmen und den Zuschlag zu erhalten, müssen sie deshalb gemeinsam ausüben. Für die Arbeitsgemeinschaft als Ganzes oder ihre andern Mitglieder kann das einzelne Mitglied somit nicht Beschwerde füh - ren. Möglich ist die Be schwerdeführung indes im Namen und mit V ollmacht aller Mitglieder der Gemeinschaft (BEZ 2000 Nr. 7, S. 23; BGE 131 I 161 mit Hinweisen = Pra 2006, S. 195). V oraussetzung ist allerdings, dass die Beschwerde rechtzeitig im Namen aller Mitglie - der erhoben wurde; eine nach trägliche Erklärung, dass diese weiter - hin bereit seien, den Auftrag auszuführen, genügt nicht (vgl. ROBERT WOLF, Die Be schwerde gegen Vergabeentscheide – Eine Übersicht über die Recht sprechung zu den neuen Rechtsmitteln, in: ZBl 104/2003, S. 16; vgl. auch BEZ 2000 Nr. 7, S. 23; Beschluss des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 5 . Mai 2010 [VB.2009.00667], Erw. 2.4). In solchen Fällen ist daher auch keine Frist für das nachträgliche Beibrin gen weiterer V ollmachten anzu- setzen (BEZ 2000 Nr. 7, S. 23). 2.2.3. V orliegend erhob die Beschwerdeführerin die Beschwerde im eigenen Namen. Der Beschwerde vom 18 . August 2015 kann nicht entnommen werden, dass sie auch im Namen der C. GmbH erhoben würde. Es wird an keiner Stelle dargelegt oder auch nur erwähnt , dass gleichzeitig auch die C. GmbH Beschwerde führte. Solches lässt sich auch nicht aus dem einleitenden Satz der Beschwerde "hiermit führen wir gegen den Ausschluss aus dem Vergabeverfahren [...] Be- schwerde [...]" ableiten; die Formulierung "wir" läss t sich mit Blick auf die Beschwerde schrift nur so verstehen, dass damit die Be - schwerdeführerin, welche ein Unternehmen und in der Rechtsform einer GmbH organisiert ist, gemeint war. Die mit der Replik einge - reichte Bestätigung der C. GmbH vom 11 . September 2015, wonach sie, die C. GmbH, mit der Beschwerdeführe rin am 17 . August 2015 vereinbart (bzw. diese beauf tragt) habe, die Be schwerde gegen die 194 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2015 Ausschlussverfügung auch in ih rem Namen einzu reichen, ändert schliesslich nichts an der Tatsache, das s die Beschwerde einzig im Namen der Beschwerdeführerin erhoben worden ist. Da die Beschwerde somit nicht rechtzeitig im Namen aller Mit - glieder der Arbeitsgemeinschaft erhoben wurde, darf darauf nicht eingetreten werden. 2.2.4. Im Weiteren könnte ma n sich die Frage stellen, ob die Beschwerdeführerin allenfalls mit Blick auf die Praxis, wonach einem einzelnen Gesamt handschafter eine selbstständige Anfech - tungsbefugnis zuerkannt wird, wenn das Rechtsmittel darauf aus - gerichtet ist, eine belastende oder pflichtbegründende Anordnung abzuwenden (siehe etwa BGE 131 I 161 = Pra 2006, S. 196; BEZ 2000 Nr. 7, S. 23 f.), selbstständig gegen die Aus schlussver- fügung vorgehen konnte. Dies ist zu verneinen: Gleich wie die Be - schwerde gegen einen Zuschlag oder gegen einen Präqualifikations- entscheid im selektiven Verfahren ist auch die Beschwerde gegen eine Ausschlussverfügung nicht darauf gerichtet, eine die Arbeitsge - meinschaft belastende oder verpflichtende Anordnung abzuwehren, sondern vielmehr auf den V orteil, der sich aus dem Verbleib im Ver- fahren bzw. dem Zu schlag ergibt (vgl. BGE 131 I 161 = Pra 2006, S. 196). Bei diesen angestrebten Rechtsfolgen handelt es sich zudem um "unteilbare" Leistungen, die nur an die Arbeitsgemeinschaft als Ganzes ergehen kö nnen. Insofern unterscheidet sich die Rechtslage von den Situationen, bei welchen die Rechtsprechung die Geltend - machung eines der Gesamthandschaft zu stehenden Leistungs - anspruchs durch ein einzelnes Mitglied zugelassen oder zu mindest erwogen hat (vgl. BGE 131 I 161 = Pra 2006, S. 196; BEZ 2000 Nr. 7, S. 24). Die Beschwerdeführerin ist daher auch aus die sem Blickwinkel nicht zur Beschwerde befugt. 2.2.5. Hinzuweisen ist schliesslich, dass vorliegend auch kein Fall zur Beurteilung steht, in welchem ein Vertrag zwischen der Vergabestelle und dem Zuschlagsempfänger bereits abgeschlossen worden wäre und in dem die Beschwerde nicht mehr auf den Verbleib im Verfah - ren bzw. den Zuschlag der Beschaffung zielte, sondern auf die Fest -2015 Submissionen 195 stellung der Rechtswidrigke it (vgl. BGE 131 I 163 ff. = Pra 2006, S. 197 ff.). Es kann daher offen blei ben, ob ein einzelnes Mitglied einer Arbeitsgemeinschaft in letzterer Kon stellation im eigenen Na - men zur Beschwerde befugt wäre (zur Praxis vgl. z.B. WOLF, Rechtsschutz, S. 173). 2.3. Demgemäss ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. 29 Abbruch des Verfahrens - wichtige Gründe für den Abbruch des Verfahrens - § 22 Abs. 2 SubmD setzt nicht voraus, dass die Vergabestelle wichtige Gründe unter Verletzung ihrer Sorgfaltspflichten selber schuldhaft herbeigeführt hat oder der Abbruchgrund für sie erkenn - und damit voraussehbar war. Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 17. Dezember 2015 in Sa- chen A. AG und B. GmbH gegen Einwohnergemeinde C. (WBE.2014.417). Aus den Erwägungen 2. Zu prüfen ist, ob die Vergabestelle berechtigt war, das Submis - sionsverfahren abzubrechen. 2.1. Die Vergabestelle ist nicht zum Zuschlag verpflichtet ( § 22 Abs. 1 SubmD). Aus wichtigen Gründen ka nn das Verfahren jeder - zeit abgebro chen oder wiederholt werden. Dies ist gemäss § 22 Abs. 2 lit. a - d SubmD insbesondere zulässig, wenn: - kein Angebot eingereicht wurde, das die in der Ausschreibung oder den Ausschreibungsunterlagen festgelegten Kriteri en und techni - schen Anforderungen erfüllt;