<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein sofortiges Import-Verbot für Cetacea (Wale) zu erlassen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die schweizerische Tierschutzgesetzgebung erklärt die Haltung von Walen als bewilligungspflichtig. Die beiden schweizerischen Delphinarien erfüllen in jeder Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen, wie sie im Anhang der Tierschutzverordnung aufgeführt sind. Heute leben als einzige Wale sieben Delphine (Grosse Tümmler) in der Schweiz.</p><p></p><p>Die Haltungsbedingungen und die tierärztliche Betreuung dieser Tiere konnten in den vergangenen Jahren stetig verbessert werden. Es besteht kein Anlass, die Haltung von Delphinen als Sonderfall der Wildtierhaltung zu betrachten und speziell zu regeln. Ein Einfuhrverbot aus Tierschutzgründen wäre unverhältnismässig.</p><p></p><p>Das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen führt in seinen Anhängen diejenigen Tierarten auf, deren internationaler Handel verboten oder eingeschränkt ist. Diese Anhänge umfassen u.a sämtliche Walarten. 23 Walarten sind im Anhang 1 aufgeführt; das heisst, dass die Einfuhr von Tieren dieser Arten zu gewerblichen Zwecken verboten ist. 54 Walarten, darunter der Grosse Tümmler, sind im Anhang 2 aufgeführt; das bedeutet, dass solche Tiere nur mit einer Bewilligung des Bundesamtes für Veterinärwesen und einer Ausfuhrbewilligung des Ursprungslandes eingeführt werden dürfen. Sofern die Transaktion dem Überleben der Art nicht abträglich ist, besteht ein Rechtsanspruch auf eine solche Bewilligung.</p><p></p><p>Die Entnahme einer verschwindend kleinen Zahl von Walen aus dem Meer für die Haltung in Delphinarien stellte bisher nie eine Gefahr für den Weiterbestand der Art dar. Eine weitergehende Einschränkung des internationalen Handels drängt sich daher nicht auf.</p><p></p><p>Delphinarien haben wesentlich zum Interesse der Menschen am Schicksal der Wale beigetragen. Sie werden in der Schweiz jährlich von rund einer halben Million Menschen besucht. Der Tierpsychologe Prof. Heini Hediger hat sich dazu wie folgt geäussert: "Wer lebende, gesunde, sich fortpflanzende und gut dressierte Zahnwale aus nächster Nähe und unter optimaler Information beobachtet hat, der wird ihnen seine ganze Sympathie schenken und sich für ihre Erhaltung einsetzen in der gefahrvollen 'Freiheit' sowohl wie in menschlicher Obhut."</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.