Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 16. Januar 2013 (810 12 255) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Beat Walther, Bruno Gutzwiller, Christian Haidlauf, Stefan Schulthess, Gerichts- schreiberin i.V. Nadja Wenger Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Roland Winiger, Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft , 4410 Liestal, Be- schwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung (RRB Nr. 1241 vom 14. August 2012) A. Der 1975 geborene kosovarische Staatsangehörige A._ ___ reiste mit seiner Mutter und seinen Geschwistern am 19. Januar 1994 im Rahmen de s Familiennachzuges in die Schweiz ein. Sein Vater B.____ lebte bereits in der Sch weiz. Am 15. November 1995 heiratete A.____ die kosovarische Staatsangehörige C.____, gebore n 1976. Die Ehegattin reiste am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 28. Dezember 1996 im Rahmen des Familiennachzuges in d ie Schweiz ein. Das Ehepaar hat zwei gemeinsame Söhne: D.____, geboren 1997, und E.____, geboren 2000. B. Mit Strafbefehl vom 20. Dezember 1995 wurde A.__ __ wegen Teilnahme an einem Raufhandel und Unterlassen der Nothilfe für schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Haftstrafe von zehn Tagen verurteilt. Mit Strafbefehl vom 18. Juli 2002 wurde A.____ wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit zu ei ner Busse von Fr. 600.-- verur- teilt. Gemäss dem Journalauszug der Polizei des Kantons B asel-Landschaft (Polizei) kam es am 20. Februar 2005 zu einem Vorfall von häuslicher Gew alt. Nach Aussage von C.____ habe ihr Ehemann sie geschlagen, ihr Fusstritte versetzt und gedroht, sie zu töten. Ferner habe er ihr wiederholt das Kissen auf den Kopf gedrückt, sodass sie kurze Zeit keine Luft bekam. Die bei- den Kinder seien zum Zeitpunkt des Vorfalls anwesend gew esen. Anlässlich der Hausdurchsu- chung beschlagnahmte die Polizei eine Faustfeuerwaffe, w elche sich im Kinderzimmer befand. Aus Angst vor ihrem Ehemann flüchtete C.____ nach F.____. Daraufhin habe sich das Ehepaar freiwillig getrennt. Mit Strafbefehl vom 8. Februar 2006 verurteilte das Bezirksstatthalteramt G.____ A.____ zu einer unbedingt zu vollziehenden Gefängnisstrafe von 45 Tagen, wegen ein- facher Körperverletzung, mehrfacher Tätlichkeit, mehrfacher Drohung und verbotenem Waffen- besitz. C. Mit Schreiben vom 12. April 2007 verwarnte das Am t für Migration Basel-Landschaft (AfM) A.____ aufgrund der Verurteilung zu 45 Tagen G efängnisstrafe vom 8. Februar 2006 und aufgrund der offenen Verlustscheine im Gesamtbetrag v on Fr. 35`900.-- und der Betreibungen von über Fr. 42`600.--. D. Mit Schreiben vom 20. Dezember 2007 teilte die Ge meinde H.____ dem AfM mit, dass die Lehrerschaft der beiden Kinder festgestellt habe, dass diese verstört wirkten und dass ernsthaft angenommen werden müsse, dass die Kinder unte r häuslicher Gewalt leiden würden. Gemäss Führungsbericht des AfM vom 30. Dezember 2007 griff die Polizei am 31. Januar 2007 den Sohn D.____ auf, weil er nicht mehr nach Hause wollte. E. Infolge einfacher Verletzung von Verkehrsregeln ert eilte das Bezirkstatthalteramt I.____ A.____ mit Strafbefehl vom 19. Februar 2010 e ine Busse von Fr. 400.-- und am 29. Ok- tober 2010 eine Busse von Fr. 300.--. F. Am 18. Januar 2012 verurteilte das Kantonsgericht J .____ A.____ zu einer Freiheits- strafe von fünf Jahren. A.____ hatte sich im Zeitraum vo m 30. September 2009 bis 16. September 2010 des mehrfachen Verbrechens gegen das Bundesgesetz über die Betäu- bungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG) vom 3. Oktober 1951, des mehrfachen An- stalten treffens zu Verbrechen gegen das Betäubungsmitte lgesetz und des mehrfachen Fah- rens trotz Entzug des Führerausweises schuldig gemacht. G. Nachdem mit Schreiben vom 9. März 2012 den beiden Ehegatten und dem älteren Sohn das rechtliche Gehör gewährt wurde, verfügte das AfM am 3. Mai 2012 die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz. Gleichzeitig wurde einer Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzog en. Als Begründung wurde im We- sentlichen die gegen ihn ausgesprochene fünfjährige Fre iheitsstrafe sowie sein schwerwiegen- der Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorgebracht. H. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Dr. Roland Winiger, am 15. Mai 2012 Beschwerde beim Regierungsrat Basel-L andschaft (Regierungsrat). Es wurde beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern. Eventualiter sei eine Verwarnung auszusprech en und subeventualiter sei eine Auf- enthaltsbewilligung mit Auflage zu erteilen, unter K osten- und Entschädigungsfolgen. Mit Be- schluss vom 14. August 2012 bestätigte der Regierungsrat die Verfügung des AfM vom 3. Mai 2012 betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewil ligung und Wegweisung und wies die Beschwerde vom 15. Mai 2012 ab. In seiner Begründung f ührte der Regierungsrat aus, dass eine Verurteilung zu fünf Jahren Freiheitsstrafe zweife lsohne einen Widerrufsgrund darstelle nach Art. 62 lit. b Bundesgesetz über die Ausländeri nnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 und dass das öffentliche Interesse an der Fernhaltung das private Interes- se des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schwei z überwiege. Der Regierungsrat verneinte zudem eine ermessensweise Verlängerung und einen Härtefall. I. Am 27. August 2012 erhob A.____, vertreten durch Ad vokat Dr. Roland Winiger, Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht), gegen den Beschluss des Regierun gsrates. Er beantragt, es sei der Entscheid des Regierungsrates aufzuheben, die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern, eventualiter sei eine Verwarnung auszusp rechen und subeventualiter sei eine Aufenthaltsbewilligung mit Auflagen zu erteilen, unt er Kosten- und Entschädigungsfolgen. In seiner Begründung bestätigte er, dass ein Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. b AuG gesetzt wurde. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung seien jedoch unverhältnismässig und für den Beschwerdeführer nicht zumutbar. Der Regierungsrat habe bei der Interessenabwägung die privaten, insbeson dere die familiären Interessen von A.____ zu wenig berücksichtigt. Ferner sei von einem schwer wiegenden persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG auszugehen. J. In der Vernehmlassung vom 26. September 2012 beantra gt der Regierungsrat die Abweisung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung verwies er auf die Erwä- gungen im angefochtenen Regierungsratsbeschluss. Mit Verf ügung vom Kantonsgericht vom 1. November 2012 wurde der Fall der Kammer zur Beurt eilung überwiesen. Am 13. Dezember 2012 fand die Anhörung von den Söhnen D.____ und E.____ statt. K. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten di e Parteien vollumfänglich an ihren Anträgen fest. Die Ehegattin C.____ wird als Auskunfts person angehört. Die Anhörung von C.____ findet in Anwesenheit eines Dolmetschers für al banisch statt. Der Beschwerdeführer reicht dem Gericht die Zusicherung einer Arbeitsstelle f ür eine Tätigkeit im Service oder in der Küche ein. Für das Ergebnis dieser Befragungen wird a uf das Verhandlungsprotokoll sowie auf Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht die nachstehenden Erwägungen verwiesen. Die Parteien halten an ihren Anträgen und wesent- lichen Begründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Be schwerdeführer Adressat des ange- fochtenen Entscheids ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat, die übri- gen formellen Voraussetzungen erfüllt sind und die Zustä ndigkeit des Kantonsgerichts sowohl örtlich als auch sachlich gegeben ist, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsg erichtlichen Beschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsver letzungen zu überprüfen bzw. zu prü- fen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen re chtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Wei- teren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist de m Kantonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Strittig und zu prüfen ist nachfolgend, ob sich die durch das AfM gegenüber dem Be- schwerdeführer verfügte und durch die Vorinstanz bestätigt e Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und Wegweisung als recht- und verhältnismässig erweist. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 AuG; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustä ndige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzl ichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Sie kann Ausländerinnen und Ausländer zur Ausübung einer unselbstständi- gen Erwerbstätigkeit zulassen, wenn dies dem gesamtwirt schaftlichen Interesse entspricht, das Gesuch eines Arbeitgebers vorliegt und die Voraussetzungen von Art. 20 bis Art. 25 AuG erfüllt sind (Art. 18 AuG). Dabei hat sie insbesondere den Vo rrang inländischer Arbeitskräfte (Art. 21 AuG) sowie die berufliche und soziale Anpassungsfähigkeit (Art. 23 Abs. 2 AuG) zu berücksich- tigen (vgl. auch Art. 3 und Art. 96 Abs. 1 AuG). Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (vgl. BGE 133 I 189 E. 2.3; M ARC SPESCHA in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Kommentar Migrationsrec ht, 3. Auflage, Zürich 2012, N 1 ff. zu Art. 3 AuG; PETER UEBERSAX in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, Eine umfassende Darstellung der Rechtsstellung von Auslände rinnen und Ausländern in der Schweiz, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 In Bezug auf die Regelung des Aufenthalts bestimmt Art. 33 Abs. 1 AuG, dass die Auf- enthaltsbewilligung für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem Jahr erteilt wird. Sie wird für einen bestimmten Aufenthaltszweck erteilt und kann mit weiteren Bedingungen verbun- den werden (Art. 33 Abs. 2 AuG). Nach Art. 33 Abs. 3 AuG ist die Aufenthaltsbewilligung zudem befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. 4.3 Einen gesetzlichen Anspruch auf Erteilung und Verlä ngerung einer Aufenthaltsbewilli- gung hat eine ausländische Person gemäss Art. 43 Abs. 1 A uG namentlich dann, wenn sie mit einer Person, welche eine Niederlassungsbewilligung besitzt verheiratet ist und mit ihrem Ehe- gatten zusammenwohnt. Nach Auflösung der Familiengem einschaft besteht der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufent haltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 AuG zudem weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolg- reiche Integration vorliegt (lit. a) oder wenn wichti ge persönliche Gründe einen weiteren Aufent- halt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). 5.1 Vorliegend ist zunächst festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und der Republik Kosovo keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, w elche dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz zu vermitteln vermöchte. Kraft ehelicher Gemeinschaft mit der in der Schweiz niedergelassenen kosovarischen Sta atsangehörigen C.____ kann der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 43 Abs. 1 AuG gru ndsätzlich einen Anspruch auf eine Auf- enthaltsbewilligung ableiten. 5.2 Die Rechtsansprüche gemäss Art. 43 AuG gelten unte r Vorbehalt der Erlöschensgrün- de von Art. 51 Abs. 2 AuG. Nach Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG erlöschen die Ansprüche, wenn Wi- derrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. Solche best ehen unter anderem, wenn die Auslän- derin oder der Ausländer zu einer längerfristigen Frei heitsstrafe verurteilt wurde (Art. 62 lit. b AuG). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt eine längerfristige Freiheitsstrafe im Sinne von Art. 62 lit. b AuG vor, wenn gegen eine ausländische Person eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr ausgesprochen wurde (vgl. BGE 135 II 379 E. 4.2). Ein weiterer Wi- derrufsgrund besteht, wenn die Ausländerin oder der Ausländer erheblich oder wiederholt ge- gen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen ha t oder diese gefährdet (Art. 62 lit. c AuG). Gemäss Art. 80 der Verordnung über Zulassung, A ufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 liegt ein Verstoss gegen die öffen tliche Sicherheit und Ordnung unter anderem vor bei einer Missachtung von gesetzlichen Vorsc hriften und behördlichen Verfügun- gen (Abs. 1 lit. a) sowie bei mutwilliger Nichterfüllu ng der öffentlich-rechtlichen oder privatrecht- lichen Verpflichtungen (Abs. 1 lit. b). Eine Gefährdu ng der öffentlichen Sicherheit und Ordnung liegt vor, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoss gegen die öffentli- che Sicherheit und Ordnung führt (Abs. 2). 5.3 Das Kantonsgericht J.____ verurteilte den Beschwerd eführer am 18. Januar 2012 zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Der Widerrufsg rund von Art. 62 lit. b AuG ist somit erfüllt, was auch vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten wi rd. Demzufolge muss nicht mehr geprüft werden, ob das Verhalten des Beschwerdeführers zugleich als erheblicher oder wieder- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht holter Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ord nung im Sinne von Art. 62 lit. c AuG zu werten ist, zumal dieser Widerrufsgrund in der vorlieg enden Konstellation nur subsidiär zur An- wendung kommen würde (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2 in fine). 6.1 In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, ob die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung einen ungerechtfertigten Eingriff in das nach Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäisch e Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 sowie Art. 13 Abs. 1 der B undesverfassung der Schweizeri- schen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützte Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens des Beschwerdeführers darstellt, wobei Art. 13 Abs. 1 BV inhaltlich gleich- wertig zu Art. 8 Ziff. 1 EMRK ist (vgl. BGE 126 II 425 E. 4c/bb). Diese Garantien können na- mentlich dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren Familienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit untersagt und damit da s gemeinsame Familienleben vereitelt wird. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 8 EM RK müssen die sich hierzulan- de aufhaltenden Angehörigen über ein gefestigtes Anw esenheitsrecht verfügen. Dies ist insbe- sondere der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht o der eine Niederlassungsbewilligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfüg en, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht. Zudem müssen diese Personen zur K ernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minderjährige Kinder) gehö ren, und es muss eine enge, tatsächli- che und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 13 5 I 143 E. 1.3.1, 130 II 281 E. 3.1, 127 II 60 E. 1d/aa). 6.2 Sowohl die Ehefrau als auch die beiden minderjäh rigen Kinder des Beschwerdeführers verfügen über eine Niederlassungsbewilligung in der Sch weiz. Ein gefestigtes Anwesenheits- recht der Kernfamilie des Beschwerdeführers liegt somit vo r. Obschon es in der Vergangenheit wiederholt zu Vorfällen von häuslicher Gewalt gekommen ist, das Ehepaar vorübergehend ge- trennt lebte und einer der beiden Söhne von der Pol izei aufgegriffen wurde, weil er aus Angst nicht mehr nach Hause wollte, besteht nach Aussagen der Ehefrau und der beiden Kinder der Wunsch des Zusammenlebens nach wie vor. Folglich ist davon auszugehen, dass zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Kernfamilie eine enge , tatsächliche und intakte Beziehung besteht. Dies wird auch vom Beschwerdegegner nicht bestrit ten. Der Beschwerdeführer kann somit Ansprüche aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK garanti erten Schutz des Familienlebens ablei- ten. 6.3 Der in Art. 8 Ziff. 1 EMRK statuierte Anspruch gi lt jedoch nicht absolut: Vielmehr darf nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK in das durch Ziff. 1 geschütz te Rechtsgut eingegriffen werden, soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokrati- schen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öf fentliche Ruhe und Ordnung, das wirt- schaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnun g und zur Verhinderung von strafba- ren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral so wie der Rechte und Freiheiten an- derer notwendig ist. Gleich wie Art. 96 Abs. 1 AuG ver langt die Konvention in diesem Zusam- menhang eine Abwägung der sich gegenüberstehenden priva ten Interessen an der Verlänge- rung der Bewilligung und den öffentlichen Interessen a n deren Nichtverlängerung. Die Ent- scheidkriterien sind nahezu identisch (vgl. Urteil des Bun desgerichts 2C_218/2010 vom 27. Juli Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2010 E. 4). Der angefochtene Entscheid stützt sich auf A rt. 62 lit. b in Verbindung mit Art. 80 VZAE, womit eine gesetzliche Grundlage vorhanden ist. E r bezweckt die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie die Verhinderung weiterer strafbarer Handlungen und verfolgt damit öffentliche Interessen, die in Art. 8 Ziff. 2 EMRK au sdrücklich erwähnt sind. Somit bleibt zu prü- fen, ob die Massnahme auch verhältnismässig ist und es muss eine Abwägung der Interessen vorgenommen werden. 6.4 Der Beschwerdeführer befindet sich seit Januar 1994 und somit seit 19 Jahren ord- nungsgemäss in der Schweiz. In dieser Zeit hat er wied erholt gegen die Rechtsordnung ver- stossen. Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Versc huldens wird nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts anhand der verhängten Freiheitsstrafe ermittelt (vgl. BGE 120 Ib 6 E. 4b). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung impliziert eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren in jedem Fall e inen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die schweizerische Rechtsordnung, weshalb sie den w eiteren Verbleib des ausländi- schen Straftäters in der Schweiz ausschliessen kann. Bei der "Zweijahresregel" muss allerdings beachtet werden, dass es sich keinesfalls um eine feste Gren ze handelt, die nicht über- oder unterschritten werden darf. Vielmehr müssen die Umstände des Einzelfalls berücksichtigt wer- den (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.4, 120 Ib 6 E. 4b). De r Beschwerdeführer war wiederholt delin- quent. Zu nennen sind die gegen ihn ergangenen Verur teilungen wegen Teilnahme an einem Raufhandel, Unterlassen der Nothilfe, Überschreiten de r signalisierten Höchstgeschwindigkeit, einfacher Körperverletzung, mehrfacher Tätlichkeit, me hrfacher Drohung und verbotenem Waf- fenbesitz. Schliesslich erging die Verurteilung zu fünf Jah ren Freiheitsstrafe wegen mehrfachen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen m ehrfachen Fahrens trotz Ent- zug des Führerausweises. In Anwendung der bundesgerichtlichen Rechtssprechung liegt ange- sichts der fünfjährigen Freiheitsstrafe und aufgrund de r zahlreichen vorhergehenden Verurtei- lungen zweifelsohne ein schweres Verschulden vor. Bei schw erer Delinquenz muss nach bun- desgerichtlicher Rechtsprechung selbst ein geringes Rück fallrisiko nicht hingenommen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_218/210 vom 27. Juli 2010 E. 3.3.1). Im vorliegenden Fall ist von einem schweren Verschulden auszugehen und folglich auch nur eine geringe Rückfallege- fahr hinzunehmen. Nebst dem schweren Verschulden hat d er Beschwerdeführer kontinuierlich gegen die Schweizer Rechtsordnung verstossen und auch eine Verwarnung hat ihn nicht davon abgehalten, weitere Straftaten zu begehen. Somit kön nen auch die Stellungnahme der Familie und die Ausführungen des Führungsberichts der Justizvollzu gsanstalt K.____, wonach der Be- schwerdeführer sich gebessert habe, die Annahme einer m öglichen Rückfallgefahr nicht ent- kräften. Die Schwere des Verschuldens sowie die bestehend e Rückfallgefahr begründen ein enormes öffentliches Interesse an der Fernhaltung des B eschwerdeführers aus der Schweiz. Die Vorinstanz hat zu Recht im Rahmen der Interessenabwä gung festgehalten, dass die lange Aufenthaltsdauer, die familiäre Situation sowie das S prechen der deutschen Landessprache zu Gunsten des Beschwerdeführers stark ins Gewicht fallen. Eb enfalls richtig hat der Regierungs- rat ausgeführt, dass in beruflicher Hinsicht dem Beschwer deführer ein gewisser Arbeitswille nicht abzusprechen sei, er aber dennoch über keine beson deren beruflichen Qualifikationen verfüge. Der Beschwerdeführer übte diverse Tätigkeiten aus und war wiederholt arbeitslos. Ob er nach der Haftentlassung dauerhaft arbeiten wird, i st heute unklar. Die an der Verhandlung eingereichte Zusicherung einer Arbeitsstelle im Restau rant, in dem die Ehefrau des Beschwer- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht deführers arbeitet, stellt keinen Beweis dar, dass der Be schwerdeführer diese Anstellung antritt oder längerfristig behalten wird. Von einer erfolgre ichen beruflichen Integration kann folglich nicht die Rede sein. In Bezug auf die persönliche Bin dung des Beschwerdeführers zur Schweiz steht vor allem die Beziehung zu seiner in der Schweiz l ebenden Familie im Vordergrund, was auch die Vorinstanz festgestellt hat. Eine anderweitig e Verbundenheit zur Schweiz geht hinge- gen trotz neunzehnjähriger ordentlicher Anwesenheit a us den Akten nicht hervor. Zu Recht be- zeichnet der Regierungsrat das persönliche Verhalten de s Beschwerdeführers negativ. Der Be- schwerdeführer hat über eine lange Zeit gezeigt, dass e r Mühe hat, sich an die Rechtsordnung der Schweiz zu halten. Abgesehen von der Verurteilung zur fünfjährigen Freiheitsstrafe hat er wiederholt und mit diversen anderen Delikten gegen di e Rechtsordnung verstossen. Die konti- nuierliche Missachtung der Schweizer Rechtsordnung fällt zweifelsohne negativ ins Gewicht bei der Interessenabwägung. Von einer erfolgreichen Inte gration kann mithin nicht die Rede sein, weshalb der langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz kein allzu hohes Gewicht beigemessen werden kann. Zu prüfen sind schliesslich die drohenden Nachteile, welche dem Betroffenen und seinen Angehörigen bei einer Nichtverlängerung der Auf enthaltsbewilligung und der damit ver- bundenen Wegweisung entstehen. Der Beschwerdeführer r ügt, die Vorinstanz habe in ihrer Interessenabwägung die erheblichen Nachteile, die mit der Wegweisung verbunden wären, zu wenig berücksichtigt. Die ganze Kernfamilie des Beschwerdeführers lebe in der Schweiz und es wäre ihr nicht zumutbar, dem Beschwerdeführer in den Kosovo zu folgen. Die Trennung von seiner Familie, würde den Beschwerdeführer derart fest belasten, dass eine Reintegration im Kosovo mit unüberwindlichen Problemen behaftet sein wü rde. Im Hinblick auf die Reintegration geht die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass die Rückkehr in den Kosovo für den Beschwer- deführer mit einer nicht ganz einfachen Reintegration verbunden sein wird, aber dennoch zu- mutbar sei. Der Beschwerdeführer ist im Kosovo geboren und hat dort bis zu seinem 18. Le- bensjahr gelebt, weshalb zu erwarten ist, dass er sich in seinem Herkunftsland zurechtfinden wird. Er spricht die Landessprache albanisch und es ist anzunehmen, dass ihm die lokale Kultur und die dortigen Gepflogenheiten vertraut sind. Zumutbar ist eine Rückkehr auch für die Familie des Beschwerdeführers. Die Ehefrau ist ebenfalls kosovarisch e Staatsangehörige und lebte bis zu ihrem 20. Lebensjahr in ihrem Heimatland. Die beid en Kinder sprechen albanisch und es kann davon ausgegangen werden, dass sie in der Lage wären, sich im Herkunftsland der Eltern zu integrieren und dort Anschluss zu finden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 3.3.3). Es ist jedoch auch darauf hin zuweisen, dass die Kinder und die Ehefrau die Wahl haben, in der Schweiz zu bleiben oder dem Be schwerdeführer in den Kosovo zu fol- gen. Sie verfügen über eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz und es steht ihnen somit frei, hier zu verbleiben (vgl. Urteil des Bundesgericht s 2C_218/210 vom 27. Juli 2010 E. 3.3.3). Der Kontakt zum Beschwerdeführer kann sodann mittels Mul timediageräten und Urlaubsbesu- chen aufrecht erhalten werden. Bereits heute sehen die Ehefrau und die Kinder den Beschwer- deführer unregelmässig, weshalb seine Abwesenheit nach der Rückkehr für die verbleibende Familie keinen gänzlich neuen Alltag darstellen würde. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers würde für die Familie zweifelsohne eine harte, aber dennoch zumutbare Situation darstellen. 6.5 Insgesamt fallen die Straftaten bei der Interessen sabwägung zuungunsten des Be- schwerdeführers stark ins Gewicht. Sein Verschulden wiegt sch wer und aufgrund der wieder- holten Straffälligkeit kann nicht von einer günstigen P rognose ausgegangen werden. Ein Rück- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht fall in die Delinquenz kann nicht ausgeschlossen werden . Wenn aufgrund der hier lebenden Kernfamilie des Beschwerdeführers auch unbestrittenerm assen gewichtige private Interessen auf dem Spiel stehen, so ist das öffentliche Interesse a n der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und der Verhinderung weiterer Straftaten de nnoch höher zu gewichten. Der Eingriff in das Familienleben ist gerechtfertigt, weshalb sich der B eschwerdeführer nicht auf Art. 8 EMRK berufen kann, um die Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung zu erwirken. 7.1 In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, o b der Widerruf der Aufenthaltsbewilli- gung verhältnismässig ist. Die Nichtverlängerung der Au fenthaltsbewilligung ist gerechtfertigt, wenn sie in der im Einzelfall vorgenommenen Interessenabwägung, verhältnismässig erscheint. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit fordert, dass die Verwaltungsmassnahmen zur Verwirk- lichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und erforderlich sind. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhält nis zu den Belastungen stehen, die den Privaten auferlegt werden (U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, N 581 ff.) . Den privaten Interessen der ausländi- schen Person stehen die öffentlichen Interessen an einer Wegweisung insbesondere wegen strafrechtlich relevanten Verhaltens gegenüber. Bei de r Verhältnismässigkeitsprüfung sind na- mentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Inte gration bzw. die Dauer der bisheri- gen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner F amilie drohenden Nachteile zu be- rücksichtigen (vgl. BGE 135 II 381 E. 4.3). 7.2 Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili- chen Ziele eine geeignete Massnahme ist, wobei vorliegen d der Schutz der Gesellschaft vor weiteren Straftaten des Beschwerdeführers im Vordergrund steht. Zu prüfen ist jedoch, ob diese Massnahme auch erforderlich ist und ob nicht ein mildere s Mittel zur Verfügung steht, um den genannten Zweck zu erreichen. Das Bundesgericht verfolgt im Zusammenhang mit Delikten gegen die körperliche Integrität sowie Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz eine strenge Praxis (vgl. BGE 125 II 521 E. 4a, 122 II 433 E. 2c). Angesichts der eher ungünsti- gen Prognose und der Rechtsprechung des Bundesgerichts, ist das Vorliegen milderer Mass- nahmen zu verneinen. Sowohl eine Verwarnung als auch eine Aufenthaltsbewilligung mit Be- dingungen stehen ausser Frage, zumal der Beschwerdefü hrer bereits mit Schreiben des AfM vom 12. April 2007 verwarnt wurde und sich dennoch nicht von weiteren Straftaten distanziert hat. Aufgrund der mehrfach wiederholten Delinquenz e rgibt sich ausserdem, dass dem Verhal- ten des Beschwerdeführers nicht lediglich durch behördlich e Bedingungen entgegen gewirkt werden kann. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbe willigung und die damit verbundene Wegweisung des Beschwerdeführers ist somit eine geeignete und erforderliche Massnahme, um die hiesige Gesellschaft vor weiteren Delikten zu schütz en. Es bleibt sodann zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qual ifizieren ist, ob also der ange- strebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwer- deführer auferlegt werden. Diesbezüglich muss eine Inte ressenabwägung vorgenommen wer- den, wie dies bereits in E. 6.4 bis 6.6 in umfassender Weise erfolgt ist. Es kann daher auf die dortigen Ausführungen verwiesen werden, in denen fest gestellt wurde, dass vorliegend die öf- fentlichen Interessen an der Wegweisung überwiegen. Somit erweist sich die Nichtverlängerung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung des Beschwerdeführers als verhältnismässig. 7.3 Mit Blick auf die schwerwiegende und wiederholte De linquenz, sowie die mögliche Rückfallgefahr, besteht ein öffentliches Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbe- willigung, welches die privaten Interessen an einem wei teren Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz überwiegt. Die Vorinstanzen haben zu R echt festgestellt, dass die Nichtverlän- gerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers geeignete und erforderliche Massnahmen darstellen, welche sich auch als verhältnismässig im engeren Sinne erweisen. 8.1 Wenn kein Anspruch auf Erteilung oder Verlängeru ng einer Aufenthaltsbewilligung be- steht, so ist selbst bei Vorliegen von Widerrufsgründen z u prüfen, ob die Bewilligung ermes- sensweise gewährt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 2A_509/2001 vom 3. April 2002 E. 3.5; NÜSSLE TAMARA , a.a.o., Rn. 33 zu Art. 33). Ein Widerrufsgrund ist dabei lediglich Ausdruck dafür, dass an der Wegweisung der ausländischen Person ein gewichtiges öffentliches Interes- se besteht. Dieses muss gemäss Art. 96 AuG gegen die persönlichen und familiären Interessen der ausländischen Person am Verbleib in der Schweiz abge wogen werden. Dabei ist der Dauer der bisherigen Anwesenheit in der Schweiz, dem Verhalt en der ausländischen Person in dieser Zeit, ihrem Grad der Integration sowie den persönlich en, familiären und sozialen Beziehungen gebührend Rechnung zu tragen (NÜSSLE TAMARA , a.a.o., Rn. 33 zu Art. 33). 8.2 Zu prüfen ist ausserdem, ob allenfalls ein Härtefa ll nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG vor- liegt. Für die Auslegung dieser Bestimmung kann auf die bisherige Härtefallpraxis im Rahmen von Art. 13 lit. f der Verordnung über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (aBVO) vom 6. Oktober 1986 abgestellt werden (Spescha, a.a.O., N 5 zu Art. 30 AuG). Für die Anwendung der Härtefallregelung ist erforderlich, dass sich die bet reffende ausländische Person in einer persönlichen Notlage befindet. Das bedeutet, dass ihre L ebens- und Daseinsbedingungen ge- messen am durchschnittlichen Schicksal von ausländischen Personen in gesteigertem Masse in Frage gestellt sein müssen, bzw. die Verweigerung von der Ausnahme der zahlenmässigen Begrenzung für die betroffene Person schwere Nachteile zur Folge hätte (vgl. BGE 119 Ib 33 E. 4, 123 II 125 E. 2 und 3, 128 II 200 E. 2). Bei der Beurteilung des Härtefalles sind alle Ge- sichtspunkte und Besonderheiten des Einzelfalles einzubezie hen (vgl. BGE 124 II 112 E. 2 mit Hinweisen). In diesem Zusammenhang sind die in Art. 31 VZAE betreffend schwerwiegender persönlicher Härtefälle aufgezählten Kriterien zu berücksichtigen: die Integration, die Respektie- rung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Verhältnisse sowie der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bild ung, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, der Gesundheitszustand sowie die Möglichkei ten für eine Wiedereingliederung im Herkunftsstaat. 8.3 Die Vorinstanz hat ihr Ermessen korrekt ausgeübt u nd zu Recht das Vorliegen eines Härtefalls verneint. Im Rahmen ihrer Ermessensausübung be rücksichtigt die Vorinstanz in Ein- klang mit Art. 96 AuG die öffentlichen Interessen, die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration. Sie betont dabei, dass aufgrund mehr facher Verbrechen und Vergehen gegen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Betäubungsmittelgesetz sowie mehrfachen Fahrens trotz Führerausweisentzugs die öffent- liche Sicherheit und Ordnung in erheblicher Weise gefährdet worden sei. Eine Wegweisung des Beschwerdeführers sei unter dem Aspekt der öffentlichen Interessen und im Hinblick auf die strenge Praxis des Bundesgerichts im Zusammenhang mit Drogendelikten (vgl. E. 7.2) gerecht- fertigt. In Anbetracht der persönlichen Verhältnisse geht der Regierungsrat davon aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund der über 18-jährigen Aufen thaltsdauer in der Schweiz und der hier lebenden Familie eine starke persönliche Bindung zur Schweiz habe. Allerdings stehe der Be- schwerdeführer aufgrund seines Alters nicht in einem Abhängigkeitsverhältnis zu seinen Famili- enangehörigen, weshalb er seine familiären Beziehungen auch von seiner Heimat aus pflegen könne. Betreffend Integrationsgrad führt der Regierun gsrat aus, dass selbst wenn sich der Be- schwerdeführer in sozialer Hinsicht gut integriert habe, die fünfjährige Freiheitsstrafe und die übrigen Verfehlungen gegen die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und für eine Wegwei- sung aus der Schweiz sprechen. Insgesamt sehe sich der Regier ungsrat nicht dazu veranlasst, dem Beschwerdeführer ermessensweise eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. 8.4 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid ihr Ermessen gemäss den in Art. 96 AuG vorgegebenen Kriterien ausgeübt. Der Regierungsra tsbeschluss stellt weder eine Über- oder Unterschreitung noch einen Missbrauch des Ermessens dar. Die Ermessensausübung der Vorinstanz ist somit nicht zu beanstanden. Der Regierun gsratsbeschluss hält sodann auch zu Recht fest, dass die Voraussetzungen zur Erteilung einer Härtefallbewilligung nicht gegeben seien. Es ist dem Beschwerdeführer zumutbar, in sein He imatland zurückzukehren und es liegt mithin kein persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG vor. 9. Abschliessend ist festzuhalten, dass auch der Eventualan trag und der Subeventualan- trag abzuweisen sind. Der Beschwerdeführer ist zufolge str afrechtlicher Verfehlungen und ge- stützt auf die gegen ihn bestehenden Verlustscheine und Betreibungen bereits früher verwarnt worden und sah sich dennoch nicht zur Einhaltung der schwe izerischen Rechtsordnung veran- lasst. Wie bereits ausgeführt erübrigt sich somit eine wei tere Verwarnung und angesichts der gravierenden Straftaten sind auch keine Gründe für die Erteilung einer Auflage ersichtlich. 10. Zusammenfassend kommt das Gericht somit zum Schluss, dass die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sowie die Wegweisung des Beschwerdeführers rechtlich nicht zu beanstanden sind. Es liegen weder staatsvertragliche oder gesetzliche Ansprüche auf Erteilung einer Anwesenheitsberechtigung vor, noch ist der Grun dsatz der Verhältnismässigkeit verletzt. Ebenso wenig ist die Ermessensbetätigung der Verwaltungsbehörden zu beanstanden. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen. 11. Der Beschwerdeführer befindet sich zurzeit in der Ju stizvollzugsanstalt K.____. Er hat die Schweiz deshalb spätestens zum Zeitpunkt seiner (bedi ngten) Entlassung aus dem Straf- vollzug zu verlassen. 12. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Das Verfahr en vor dem Kantonsgericht ist kos- tenpflichtig und die diesbezüglichen Kosten werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 1 und 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Fr. 2'100.-- gehen demzufolge zu Lasten des Beschwer deführers und werden mit dem ge- leisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'100.-- verr echnet. Die Parteikosten werden in Anwendung von § 21 Abs. 1 und 2 VPO wettgeschlagen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Wegweisung ist sofort vollstreckbar und der Beschw erdeführer hat die Schweiz spätestens zum Zeitpunkt seiner (bedingten) Entlassung aus dem Strafvollzug zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'100.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 2'100.-- verrechnet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 23. April 2013 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_360/2013) erhoben.