Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 5. Dezember 2012 (810 11 228) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Nach- und Strafsteuer (direkte Bundessteuer) Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Bruno Gutzwiller, Ka ntonsrichter Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Beat Walther , Ge- richtsschreiber Markus Pachlatko Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Ernst Staehelin, Advo- kat, gegen Steuer- und Enteignungsgericht des Kantons Basel-Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Kreuzbodenweg 1, 4410 Liestal, Be- schwerdegegnerin Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Rheinstrasse 33, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin Beigeladene Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV , Eigerstrasse 65, Postfach, 3003 Bern Betreff Nach- und Strafsteuer direkte Bundessteuer 2001 -2004 (Entscheid der Abteilung Steuergericht vom 25. Februar 2011) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (St euerverwaltung) teilte A.____ mit Schreiben vom 25. Juni 2008 mit, dass aufgrund des V erdachts auf eine Unterbesteuerung infolge Nichtdeklaration von Einkünften und Vermögen (Investitionen in und entsprechende Er- träge aus Anlagen der B.____ Ltd. ["C.____-Anlagen"]) ein Nach- und Strafsteuerverfahren ein- geleitet werde. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs l egte die Steuerverwaltung mit Verfü- gungen vom 15. bzw. 28. Januar 2009 die Nachsteuer zur direkten Bundessteuer für die Jahre 2001-2004 auf von Fr. 20'386.45 und eine Busse in der Höhe von Fr. 16'309.-- fest. Dazu wur- den Verzugszinsen in der Höhe von Fr. 3'838.45 veranschlagt. B. Mit Schreiben vom 19. Februar 2009 erhob A.____ ge gen diese Verfügung vom 28. Ja- nuar 2009 Einsprache. Sie stellte den Antrag, es sei di e angefochtene Verfügung aufzuheben. Mit Schreiben vom 30. April 2009 nahm A.____, Bezug n ehmend auf vorgängige Unterredun- gen, vertreten durch D.____, Stellung und beantragt e, die angefochtene Verfügung vom 28. Januar 2009 betreffend Nachsteuern und Bussen sei aufzuheben. Zudem seien die Kosten dem Staat aufzuerlegen und es sei der Einsprecherin eine E ntschädigung für den notwendig gewor- denen Beizug des Vertreters von Fr. 2'000.-- zuzusprechen. Die Steuerverwaltung wies die Ein- sprache am 14. Juli 2010 ab. C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Ernst Staehelin, Ad- vokat, mit Schreiben vom 16. August 2010 beim Steuer- und Enteignungsgericht, Abteilung Steuergericht (Steuergericht), Beschwerde. Sie beantra gte erstens, der Einspracheentscheid vom 14. Juli 2010 sei aufzuheben, zweitens seien die verfüg ten Nach- und Strafsteuern aufzu- heben und das Nach- und Strafsteuerverfahren einzustell en. Dies, drittens, alles unter o/e- Kostenfolge. D. Am 25. Februar 2011 hiess das Steuergericht die Beschw erde teilweise gut, indem die Steuerbusse von 80% auf einen Drittel reduziert wurde. Im Übrigen wurde die Beschwerde ab- gewiesen. E. Mit Eingabe vom 27. Juni 2011 erhob A.____ (Beschwer deführerin), vertreten durch Ernst Staehelin, Advokat, gegen den Entscheid des Steuer gerichts beim Kantonsgericht, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht) Beschwerde und beantragte, dass erstens das angefochtene Urteil aufzuheben sei, dass zweite ns die verfügten Nach- und Straf- steuern für die direkte Bundessteuer für die Jahre 2001 -2004 aufzuheben und das Nach- und Strafsteuerverfahren einzustellen sei. Dies unter a/o-K ostenfolge. In verfahrensmässiger Hin- sicht beantragte die Beschwerdeführerin die Ansetzung e iner mündlichen Verhandlung und die Vorladung der Mutter der Beschwerdeführerin, E.____, als Zeugin oder Auskunftsperson. F. In Ihrer Stellungnahme vom 18. Juli 2011 beantragt e die Steuerverwaltung die Abwei- sung der Beschwerde. G. Am 24. August 2011 nahm das Steuergericht zur Beschwe rde Stellung und beantragte deren Abweisung. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Die Beschwerdeverfahren betreffend Gemeinde- und Staatssteuern sowie Bundessteu- ern wurden mit präsidialer Verfügung vom 5. September 2011 zusammengelegt und es wurde als Auskunftsperson Frau E.____ zur Parteiverhandlung geladen. I. Mit Schreiben vom 29. November 2011 brachte Frau E .____, vertreten durch Markus Trottmann, Advokat, vor, dass sie mit Rücksicht auf das gegen sie geführte Strafverfahren nicht bereit und verpflichtet sei, zum vorliegenden Thema üb er ihre schriftlichen Darlegungen vom 23. April 2010 hinaus weitere Fragen zu beantworten. Dementsprechend sei die Vorladung zu widerrufen. J. Zur Eingabe von Frau E.____ vom 6. Dezember 2011 nah m die Beschwerdeführerin am 13. Dezember 2011 Stellung und brachte vor, dass sie grundsätzlich an der Vorladung von Frau E.____ als Auskunftsperson festhalte. K. Mit Schreiben vom 13. Dezember 2011 nahm das Steuer gericht zur Eingabe von Frau E.____ vom 6. Dezember 2011 Stellung und teilte mit, dass auf die Anhörung von Frau E.____ verzichtet werden könne. L. Das Kantonsgericht verzichtete mit Verfügung vom 16. Dezember 2011 aufgrund des Mitwirkungsverweigerungsrechtes von Frau E.____ auf deren Vorladung als Auskunftsperson. M. Anlässlich der Verhandlung vom 21. Dezember 2011 ste llte das Kantonsgericht das Ver- fahren aus und hielt fest, dass ein handschriftliches Gut achten in Auftrag gegeben werde. Mit Verfügung vom 25. Januar 2012 wurde der Auftrag zur Er stellung eines handschriftlichen Gut- achtens an F.____ (Gutachter), erteilt und mit Verfüg ung vom 15. Februar 2012 wurden folgen- de Expertenfragen an den Gutachter gestellt: "A. Kommt A.____ als Urheberin der Unterschrift auf dem Zusatz zur Investitionsvereinbarung zwischen A.____ und der B.____, datierend vom 3. Juli 2000, in Frage? B. Falls A.____ als Urheberin der Unterschrift auf dem Zusatz zur Investitionsvereinbarung zwischen A.____ und der B.____, datierend vom 3. Juli 2000, in Frage kommt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ist dies der Fall? C. Kann E.____ als Urheberin der Unterschrift auf dem Zusatz zur Investitionsvereinbarung zwischen A.____ und der B.____, datierend vom 3. Juli 2000, ausgeschlossen werden? D. Falls E.____ nicht als Urheberin der Unterschrift a uf dem Zusatz zur Investitionsvereinbarung zwischen A.___ _ und der B.____, datierend vom 3. Juli 2000, ausgeschlossen werden kann, mit welcher Wahrscheinlichkeit kommt sie als Urheberin in Frage? E. Allfällige zusätzliche Bemerkungen." Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Weiteren wurden mit Verfügung vom 15. Februar 201 2 die Steuerakten der Steuerjahre 2001-2004 in Sachen Frau E.____ ab Einwohnergemeind e G.____ sowie die Akten des Straf- verfahrens Nr. BA/EAII/13/04/0277 in Sachen Frau E.____ ab Bundesanwaltschaft beigezogen. N. Mit Eingabe vom 19. April 2012 beantwortete der Gutachter die Expertenfragen wie folgt: "A. A.____ kommt als Urheberin der fraglichen Unterschrift X1 auf dem Dokument betitelt mit "Zusatz zur Investitions- Vereinbarung", datiert auf den 03. Juli 2000, in Frage. B. A.____ ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Urheberin der fraglichen Unterschrift X1. C. E.____ kann als Urheberin der fraglichen Unterschrift X1 nicht ausgeschlossen werden. D. E.____ ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht Urheberin der fraglichen Unterschrift X1. E. Eine unbekannte Drittperson kann mit an Sicherheit g renzender Wahrscheinlichkeit als Urheberin der fraglichen Unterschrift X1 ausgeschlossen werden. Das Blatt mit der Un terschrift VS23 (Dokument betitelt mit "Investitions- Vereinbarung, datiert auf den 3. Juli 2000) lag auf dem Blatt mit X1, als VS23 ausgeführt wurde." O. In seiner Stellungnahme vom 25. Mai 2012 hielt das Steuergericht gestützt auf das Gut- achten an seinem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fe st und beantragte zusätzlich, dass die Kosten für das Gutachten der Beschwerdeführerin auferlegt werden. P. Mit Stellungnahme vom 22. Juni 2012 reichte die Be schwerdeführerin vier an den Gut- achter gerichtete Erläuterungs- bzw. Zusatzfragen ein, welche dieser mit Eingabe vom 30. Ju- li 2012 beantwortete. Gleichzeitig stellte die Beschwe rdeführerin den Antrag, eine mündliche Verhandlung durchzuführen und den Gutachter als Auskunftsperson an die mündliche Verhand- lung zu laden. Q. In ihren Stellungnahmen vom 20. August 2012 bzw. 10. September 2012 zur Eingabe des Gutachters vom 30. Juli 2012 schlossen die Steuerverw altung bzw. das Steuergericht auf Abweisung der Beschwerde. R. Die Beschwerdeführerin schloss in ihrer Stellungnahme vom 14. September 2012 zum handschriftlichen Gutachten vom 19. April 2012 und der Eingabe des Gutachters vom 30. Juli 2012 auf Gutheissung der Beschwerde. S. Am 25. September 2012 wurden die Fälle 810 11 22 7 und 810 11 228 zusammen mit den Fällen 810 11 225 und 810 11 226 an die Kammer zur gemeinsamen Beurteilung überwie- sen. Gleichzeitig wurde der Antrag der Beschwerdeführe rin auf Vorladung des Gutachters als Auskunftsperson abgewiesen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht T. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Pa rteien an ihren Anträgen und Be- gründungen fest. Auf die weiteren Vorbringen und Beg ründungen der Parteien wird, soweit er- forderlich, in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss Art. 145 des Bundesgesetzes über die direkte B undessteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 in Verbindung mit § 3 der Vollzugsv erordnung zum Bundesgesetz über die direkten Steuern vom 13. Dezember 1994, wie er seit d em 1. März 2006 in Kraft steht, können Entscheide des Steuergerichts mit Verwaltungsgerichtsbesch werde beim Kantonsgericht als letzte kantonale Instanz angefochten werden. Die übrige n formellen Voraussetzungen nach §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltun gsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 und nach Art. 141 ff. DBG sind erfü llt, so dass auf die Beschwerde einzu- treten ist. 2. Gemäss § 45 Abs. 1 VPO können mit der verwaltungsger ichtlichen Beschwerde Rechts- verletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt wer- den. Die Überprüfung der Angemessenheit einer Verfügung ist hingegen nur in Ausnahmefällen vorgesehen (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). Mit der Beschwerde in Steuersachen können gemäss § 45 Abs. 2 VPO alle Mängel des angefochtenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden. § 45 Abs. 2 VPO setzt damit die bundesr echtlichen Vorgaben um, wonach im kantonalen Rekurs- und Beschwerdeverfahren betreffend di rekte Bundessteuer gemäss Art. 140 Abs. 3 DBG in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG alle Mängel des angefochtenen Entscheides und des vorangegangenen Verfahrens gerügt we rden können. Eine weitere Be- sonderheit findet sich in dem seit dem 1. März 2006 in K raft stehenden § 18 Abs. 3 VPO, wo- nach das Kantonsgericht bei Beschwerden in Steuersachen nicht an die Begehren der Parteien gebunden ist, sondern ihm die gleichen Befugnisse zustehen wie den Einschätzungsbehörden. 3.1 Strittig ist, ob die Vorinstanz den Anspruch der Besch werdeführerin auf rechtliches Ge- hör verletzt hat. 3.2 Die Beschwerdeführerin machte hierzu geltend, dass si e mit detaillierten Ausführungen vor der Vorinstanz belegt habe, dass sie die Zusatzverein barung nicht unterschrieben habe. Frau E.____ habe dies bestätigt. Es wäre die Aufgabe d er Vorinstanz gewesen, diesem Argu- ment nachzugehen. Dies habe diese aber nicht getan, ob wohl es aufgrund der Vermutung der Unschuld der Beschwerdeführerin Aufgabe der Vorinstanz g ewesen wäre. Die Nicht-Abklärung dieser Frage durch die Vorinstanz verbunden mit der eff ektiven Nicht-Beachtung des Argumen- tes im Entscheid der Vorinstanz führe zu einer Verletzun g der EMRK und zur Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Nach den üblichen strafprozessualen Grundsätzen obliege es der Verfolgungsbehörde, der angeschuldigten Person ihr e Schuld nachzuweisen. Die ange- schuldigte Person könne dabei nicht verpflichtet werden , die Kosten für die Beweismittel vorzu- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schiessen, wenn nicht besondere Umstände vorliegen würden . Weil aber vorliegend die Be- schwerdeführerin den Kostenvorschuss nicht geleistet habe, sei vom Steuergericht kein ent- sprechendes Gutachten in die Wege geleitet worden. 3.3 Das Steuergericht brachte hierzu im Wesentlichen vor , dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 16. August 2010 einen Schri ftenvergleich verlangte, dass das Steuergericht für die Einholung eines Schriftenverglei chs einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.-- verlangte, dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 17. Januar 2011 aber mitgeteilt habe, dass sie den Kostenvorschuss nicht le isten werde. Da seitens der Be- schwerdeführerin die Echtheit der Unterschrift auf der Zusatzvereinbarung vom 3. Juli 2000 bestritten worden sei, habe das Steuergericht an der Ve rhandlung vom 25. Februar 2011 diver- se sich bei den Akten befindliche Unterschriften miteinan der verglichen. Es sei festgestellt wor- den, dass es sich bei der in Frage stehenden Unterschrift sehr wohl um eine Unterschrift der Beschwerdeführerin handeln müsse, weshalb kein Anlass mehr bestanden habe, an der Echt- heit der Unterschrift der Beschwerdeführerin zu zweifeln. 3.4.1 Das Recht auf Begründung von Verfügungen und E ntscheiden ergibt sich aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV statuierten Anspruch auf rechtliches Geh ör (BGE 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b) und wird auch ausdrücklich in § 9 Abs. 3 KV und auf Gesetzesstufe in § 18 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 festgeschrie- ben (vgl. auch KGE VV vom 15. Mai 2002, 2001/185, E. 3). Der Grundsatz des rechtlichen Ge- hörs als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt, da ss die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen tat sächlich hört, sorgfältig und ernst- haft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Da raus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen (BGE 129 I 232 E. 3.2). Aus der Begründung soll ins- besondere erhellen, ob die vorgängige Anhörung des Betroffenen nur pro forma erfolgt ist, oder ob seine Anliegen tatsächlich – angemessen – geprüft, au f seine Vorbringen eingegangen und dazu im Sinne eines entscheidungsoffenen Prozesses Stellun g genommen worden ist (M ARK VILLIGER , Die Pflicht zur Begründung von Verfügungen, ZBl 1989 S. 160). Durch eine angemes- sene Begründung soll weiter dem Betroffenen und auch der Rechtsmittelinstanz die Möglichkeit gegeben werden, sich über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft zu geben und allen- falls in Kenntnis der Gründe ein Rechtsmittel zu ergr eifen bzw. dieses zu beurteilen (vgl. R ENÉ RHINOW /B EAT KRÄHENMANN , Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband , Basel 1990, Nr. 85 B II a). Die Behörde ist zwar nicht verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbrin- gen der Partei zu äussern, doch muss ersichtlich sein, von welchen Überlegungen sie sich lei- ten liess (BGE 126 I 102 f. E. 2b, mit Hinweisen). 3.4.2 Zu beachten ist, dass der Anspruch auf rechtlich es Gehör formeller Natur ist (BGE 127 I 132 f. E. 4c). Dies bedeutet, dass der angefochte ne Entscheid, wird der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, unabhängig davon aufzuheben ist, ob die fraglichen verfahrensrecht- lichen Mängel einen Einfluss auf das Ergebnis hatten (BG E 122 II 469 E. 4a). Nicht von Belang ist damit, ob - im Falle einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör - irgendwelche Aussichten bestanden hätten, dass die Vorinstanz nach richtiger Anhörung der Beschwerdefüh- rerin zu einer Änderung seines Entscheides hätte gelan gen können (vgl. BGE 126 V 132 E. 2b, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 125 I 118 E. 3). Sowohl die bundesgerichtliche Rechtsp rechung (BGE 122 II 286 E. 6b) als auch ein Teil der Lehre (THOMAS COTTIER , Der Anspruch auf rechtliches Gehör [Art. 4 BV], recht 1984, S. 11 f.) anerkennen allerdings, dass die Verlet zung des Gehörsanspruches unter gewis- sen Voraussetzungen im Rechtsmittelverfahren "geheilt" werden kann. Dies ist dann zulässig, wenn das rechtliche Gehör nachträglich gewährt wird, die Rechtsmittelinstanz über umfassende und freie Kognition in Rechts- und Sachverhaltsfrage n verfügt, mithin eine Ermessensüberprü- fung möglich ist und der betroffenen Person die gleiche n Mitwirkungsrechte wie vor erster In- stanz zustehen (BGE 122 II 286 f. E. 6b). Eine Heilung ist im Weiteren nur dann zulässig, wenn eine nicht besonders schwerwiegende (BGE 126 V 132 E. 2 b mit Hinweisen) Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt. Ferner darf der Beschwerde führenden Partei aus der Heilung kein Nachteil erwachsen. Die Heilung eines allfälligen Mang els soll zudem die Ausnahme bleiben (BGE 126 V 132 E. 2b, 127 V 437 E. 3d/aa). 3.5.1 Vorliegend hat das Steuergericht die für seine Entscheide massgeblichen Rechtsgrund- lagen sowie die Gründe für seinen Entscheid dargelegt . Insbesondere ist dem angefochtenen Entscheid zu entnehmen, von welchen Überlegungen sich das Steuergericht leiten liess. Die Beschwerdeführerin macht dementsprechend auch nichts Geg enteiliges geltend. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei durch das Steuerge- richt dadurch verletzt worden, indem dieses nicht auf i hre Argumente eingegangen sei, ist die Beschwerde folglich abzuweisen. Gleiches gilt auch für di e Rüge der Beschwerdeführerin, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei dadurch verletzt worde n, indem das Steuergericht den An- trag auf Anordnung eines Gutachtens zufolge Nichtbezahlen s des Kostenvorschusses abge- wiesen habe. Denn für die Kosten, welche durch die Ano rdnung eines Gutachtens entstehen, hat das Steuergericht gemäss Art. 144 Abs. 1 DBG i.V.m. § 20 VPO Verfahrenskosten, wozu gemäss § 20 Abs. 3 VPO auch Beweiskosten gehören, zu erh eben, wobei gemäss § 20 Abs. 5 VPO die präsidierende Person verfügt, ob und in welche m Umfange die beschwerdeführende Partei Kostenvorschüsse zu leisten hat. (vgl. hierzu W ALTER FREI /S TEFAN KAUFMANN /F ELIX RICHNER , Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, Zürich 1999, § 151, Rn 24). 3.5.2 Doch selbst wenn im vorinstanzlichen Verfahren der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wurde, könnte der entsprechende Verfahrensmangel im kantonsgerichtlichen Verfahren geheilt werden. Denn zum einen verfügt das Kantonsgericht im vorliegenden Fall über eine um- fassende und freie Kognition in Rechts- und Sachverhalt sfragen und kann mithin auch die An- gemessenheit des angefochtenen Entscheides überprüfen ( vgl. Ziffer 2). Auch würde es sich bei dem von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Ve rfahrensmangel gemäss der zitier- ten Rechtsprechung nicht um einen besonders schwerwiegend en Mangel handeln (vgl. hierzu auch FREI /K AUFMANN /R ICHNER , a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 243-259, Rn 80). Zum a nderen wurde im kantonsgerichtlichen Verfahren ein Handschrifte ngutachten in Auftrag gegeben. Eine allfällige, von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verletzung des Anspruchs auf rechtli- ches Gehör wäre dadurch geheilt worden. Die vorliegen de Angelegenheit wäre folglich, selbst wenn der Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliche s Gehör im vorinstanzlichen Verfah- ren verletzt worden wäre, nicht an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1.1 Strittig ist im Weiteren, ob die Steuerverwal tung zu Recht Nachsteuern erhoben hat. Ergibt sich gemäss Art. 151 Abs. 1 DBG aufgrund von Tats achen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagu ng zu Unrecht unterblieben, eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig oder eine unte rbliebene oder unvollständige Veranla- gung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die Ste uerbehörde zurückzuführen ist, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eing efordert. Hat der Steuerpflichtige Ein- kommen, Vermögen und Reingewinn in seiner Steuererklär ung vollständig und genau angege- ben und das Eigenkapital zutreffend ausgewiesen und ha ben die Steuerbehörden die Bewer- tung anerkannt, so kann keine Nachsteuer erhoben werde n, selbst wenn die Bewertung unge- nügend war (Abs. 2). 4.1.2 Das Recht, ein Nachsteuerverfahren einzuleiten, erlischt zehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, für die eine Veranlagung zu Unrecht un terblieben oder eine rechtskräftige Ver- anlagung unvollständig geblieben ist (Art. 152 Abs. 1 D BG). Hat die Steuerpflichtige bzw. der Steuerpflichtige Einkommen und Vermögen in seiner St euererklärung vollständig und genau angegeben und haben die Steuerbehörden die Bewertun g anerkannt, so kann keine Nachsteu- er erhoben werden, selbst wenn die Bewertung ungenüge nd war (Art. 151 Abs. 2 DBG). Zu beachten ist im Weiteren, dass die Nachsteuer keinen pöna len Charakter hat und demnach weder zwingend mit einer Busse verbunden ist noch ein Verschulden voraussetzt. 4.2.1 Zur Begründung seines Entscheides führte das Steu ergericht an, dass die Beschwerde- führerin Teile ihres Vermögens in den Jahren 2001 bis 2004 in die B.____ Ltd., in sogenannte "C.____-Anlagen", investiert habe. Dabei habe sie mit B.____ am 3. Juli 2000 (nicht numme- riert) und am 1. Oktober 2001 (Nr. 34-15800) eine Investitionsvereinbarung abgeschlossen. Der per 3. Juli 2000 investierte Betrag auf dem Konto Nr . ak01563 habe sich auf Fr. 101'385.90, jener per 1. Oktober 2001 auf Fr. 204'096.20 belauf en und sei laut Vereinbarung mit 6% pro Jahr verzinst worden. Dieses Konto resp. das betreffende Vermögen sei in den Steuererklärun- gen 2001-2004 ordnungsgemäss deklariert worden. Nicht deklariert worden seien die Zinserträ- ge des Jahres 2004 in Höhe von Fr. 9'192.30. Da gemäs s der Mitteilung der Eidgenössischen Steuerverwaltung Zinsen und Kapitalien bis zum 30. Ju ni 2004 als realisierbar gelten würden, sei die Nachsteuerberechnung der Steuerverwaltung betreffend die nicht deklarierten Zinserträ- ge des Jahres nicht zu beanstanden. 4.2.2 Die Beschwerdeführerin brachte hierzu im Wesent lichen vor, dass sie unbestrittener- massen bestimmte Beträge ins sogenannte "System C.____" in vestiert und dafür eine Investiti- onsvereinbarung abgeschlossen habe, gemäss welcher ihr ei ne Verzinsung von 6% p.a. zuge- sagt worden sei. Diese Investition und die daraus der B eschwerdeführerin gutgeschriebenen Erträge seien aber vollständig und korrekt deklariert worden. 4.2.3 Betreffend das Konto Nr. ak01563 (Verzinsung zu 6%) ergibt sich aus den Akten, dass die daraus im Jahre 2004 resultierenden Erträge im Ge gensatz zu denjenigen der Vorjahre in der Steuererklärung des Jahres 2004 nicht deklariert worden sind. Aus der Steuererklärung des Jahres 2004 geht nur hervor, dass Vermögen, welches in de n Jahren zuvor auf dem damals deklarierten Konto gelegen hatte, im Jahre 2004 auf ein Konto bei der H.____ überwiesen wur- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht de. Die erzielten Erträge dagegen wurden nicht aufgef ührt. Ebenso wenig hat die Beschwerde- führerin mit den der Steuererklärung des Jahres 2004 beigelegten Bankbelegen die entspre- chenden Mehrerträge ausgewiesen. Inwiefern die Steuer verwaltung den Fehler der Deklaration selbst hätte erkennen müssen, führt die Beschwerdeführer in nicht aus. Ein solches Erkennen- müssen ergibt sich sodann auch nicht aus den Akten. Demen tsprechend sind die Erträge des Kontos Nr. ak01563 des Jahres 2004 zu Recht nachbesteuert worden. Die Beschwerde ist demnach in diesem Punkt abzuweisen. 4.3.1 Das Steuergericht führte in seinem Entscheid im W eiteren an, in den Akten liege eine Zusatzvereinbarung zur Investitionsvereinbarung, ebenfall s datierend vom 3. Juli 2000. Darin sei zusätzlich zum Festzins eine Beteiligung am Geschäftse rgebnis der B.____ von maximal 24% der Investitionssumme vereinbart worden. Diese Ver einbarung sei mit dem Namen der Rekurrentin unterzeichnet; diese bestreite jedoch die Echtheit der Unterschrift. Auf Grundlage der Zusatzvereinbarung zur Investitionsvereinbarung sei d as Konto Nr. ak01564 errichtet wor- den, welches in der fraglichen Zeit mit 30% verzinst, je doch nicht deklariert worden sei. Das Steuergericht führte hierzu an, dass die Veranlagungsbeh örde bei steuererhöhenden Tatsa- chen zwar die Beweislast trage, doch könne die entscheid ende Behörde die tatsächlichen An- bringen der Steuerbehörde als erwahrt ansehen, wenn sie glaubhaft erscheinen würden. Im vorliegenden Falle sei glaubhaft gemacht worden, dass die Beschwerdeführerin Kenntnis vom nicht deklarierten, auf sie lautenden Konto "ak01564" gehabt habe. Gemäss Abrechnung vom 1. Quartal 2000 per 31. März 2000 habe dieses Konto ei nen Saldo von Fr. 22'400.-- (inkl. Fr. 2'400.-- Zinsen) ausgewiesen, wobei per 31. Dezember 1999 ein Bezug von Fr. 10'000.-- erfolgt sei. Die beiden Konti "ak01563" und "ak01564" seien in etwa zeitgleich eröffnet worden. Zwi- schen den beiden Konti seien regelmässig Zinsen vom dekla rierten auf das nicht deklarierte Konto geflossen. Aus den Abrechnungen betreffend das de klarierte Konto "ak01563" sei er- sichtlich, dass dieses quartalsweise parallel sowohl mit 1 .5% (= 6% p.a.) wie auch mit 6% (= 24% p.a.) verzinst worden sei und die Zinsen in der Höhe von 6% pro Quartal auf dem nicht deklarierten Konto wieder angelegt und diejenigen von 1.5% pro Quartal auf dem deklarierten Konto selbst wieder angelegt worden seien. Das nicht deklarierte Konto selbst sei wiederum mit einem Zinssatz von 7.5% pro Quartal, d.h. 30% p.a., ve rzinst worden. In den Jahren 2001 bis 2004 seien in der Folge diverse Bezüge sowohl vom dekla rierten wie auch vom nicht deklarier- ten Konto getätigt worden. Die Bezüge vom nicht deklar ierten Konto würden mit den Aussagen der Pflichtigen im Schreiben vom 29. August 2008 harmonieren, wonach es richtig sei, dass die Mutter ihnen gelegentlich Geld von diesen Konti weiter gegeben habe, zum Teil auf Bitten hin, zum Teil ungefragt. Die Beschwerdeführerin hätte aufgrund dieser Erklärungen wissen müssen, dass noch ein anderes Konto existiert habe. Deren Aussage , sie sei in Finanzanlagen gänzlich unerfahren, führe, wie die Unwissenheit betreffend de r Funktionsweise des C.____-Systems oder der Herkunft der erbetenen Gelder, ebenfalls nich t zur Entlastung der Pflichtigen. Gerade weil die Beschwerdeführerin offensichtlich darüber Bescheid wusste, dass die Mutter in die Ge- schäfte von C.____ Einblick gehabt hätte, hätte sie sich a us erster Hand darüber informieren können und auch müssen. Die nachträglich erstellten Schr eiben der Mutter stammten aus dem Jahr 2010 und seien im vorliegenden Verfahren, welches die Steuerverwaltung im Jahre 2008 eingeleitet habe, wenig beweistauglich. Auch erweise sich die Behauptung der Beschwerdefüh- rerin und deren Mutter, erstere habe die Zusatzverein barung zur Investitionsvereinbarung nicht Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht selbst unterzeichnet und bis weit in das Jahr 2008 keine Kenntnis vom Konto "ak01564" gehabt, als Schutzbehauptung. Dies ergebe sich daraus, dass A.____ zwei Investitionsvereinbarungen unterzeichnet habe, wobei die zweite die erste ersetzt habe, und A.____ sich damit über ein Jahr nach dem ersten Abschluss einer Investitionsvereinbarung erneut mit der Thematik ausei- nandergesetzt habe und demnach nicht gänzlich unbedar ft in dieser Sache war. Die Erhebung von Nachsteuern sei folglich zu Recht erfolgt. 4.3.2 Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber vor, sie habe keine Zusatzvereinbarung, wonach für das investierte Kapital zusätzliche 24% p.a. zuge sichert worden seien, unterschrie- ben und auch bis ins Jahr 2008 von entsprechenden Erträ gen keine Kenntnis gehabt. So seien die Gutschriftsanzeigen betreffend das nicht deklariert e Konto zwar an die Beschwerdeführerin adressiert gewesen, ihr jedoch nie zugestellt worden. D ies ergebe sich daraus, dass die Mutter der Beschwerdeführerin zum einen die Dokumentenerstellu ng und den späteren Dokumenten- fluss gesteuert habe, ohne ihrer Tochter diesbezüglich et was zu sagen oder ihr Abrechnungen zuzustellen, und zum anderen gegenüber ihrem Chef zur G eheimhaltung verpflichtet gewesen sei. Ausgehend von der Unschuldsvermutung sei eine durch nichts begründete Annahme der Zustellung der fraglichen Dokumente noch lange kein genü gender Beweis für die Zustellung. Müsse aber im Bereich der Strafsteuer von einer nicht bew iesenen Zustellung ausgegangen werden, so gelte das Gleiche auch für die Nachsteuer. Es wäre mithin nicht nachvollziehbar, wenn hier mit zwei verschiedenen Ellen gemessen würde. D ass die Beschwerdeführerin keine Kenntnis von einer Zusatzvereinbarung gehabt habe, erg ebe sich auch daraus, dass die Be- schwerdeführer im gegebenen Zeitpunkt nur die Grundinvestition, nicht aber die Erträge zu 24% p.a. inkl. Zinsen zurückgefordert habe. Es sei zudem nicht nachvollziehbar, wenn die Vorinstanz aus der Tatsache einer erneuten Unterzeichnung (inhalt lich) derselben Vereinbarung zulasten der Beschwerdeführerin ableite, sie hätte merken müssen, dass es auch noch eine Zusatzver- einbarung gäbe. Zu beachten sei im Weiteren, dass das Sc hreiben der Beschwerdeführerin vom 29. August 2008 nur so verstanden werden könne, dass die Mutter, wenn sie der Be- schwerdeführerin gefragt oder ungefragt Geld gegeben habe, dieses immer von jenen Konti bezogen habe, welche sie für die Töchter ohne deren Wissen eingerichtet, geführt und geäufnet habe. Aus diesem Schreiben könne mithin nicht geschlossen werden, dass die Beschwerdefüh- rerin ihre Mutter jeweils gebeten habe, von den "Schw arz-Konti Geldern" zu ihren Gunsten zu beziehen. Da die Beschwerdeführerin keine Kenntnis von der Zusatzvereinbarung gehabt habe, habe sie auch keine Realisierungsmöglichkeit, welche für d ie Besteuerung eines Ertrages vor- ausgesetzt werde, gehabt. Damit entfalle jegliche Nach- und Strafsteuerpflicht. 4.3.3 Betreffend das Konto Nr. ak01564 (Verzinsung zu 24 %) geht aus den Akten hervor, dass ein derartiges Konto existiert haben muss und dass die ses Konto zudem auf den Namen der Beschwerdeführerin lautete. Überdies befindet sich d ie Zusatzvereinbarung, welche zumin- dest dem Anschein nach von der Beschwerdeführerin unter zeichnet wurde, in den Akten. Die Beschwerdeführerin bestreitet jedoch, dass sie die in den Akten befindlichen Unterlagen zu die- sem Konto je erhalten habe. Ebenso bestreitet die Beschwerdeführerin, die Zusatzvereinbarung unterschrieben zu haben. Die Zusatzvereinbarung habe vie lmehr ihre Mutter unterschrieben; dies habe ihre Mutter selbst bestätigt. Umstritten ist d amit, ob die Beschwerdeführerin von der Zusatzvereinbarung Kenntnis hatte. Somit ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin vom Be- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht stand dieses Kontos wusste und - falls ja - ob ihr die en tsprechenden Beträge je zur Verfügung gestanden haben bzw. zugerechnet werden können und ihrer Deklarationspflicht unterlagen. 4.3.4 Das Kantonsgericht hat zur Frage der Urheberscha ft der Unterschrift auf der Zusatzver- einbarung ein Gutachten erstellen lassen. Der beauftra gte Gutachter hat jeweils über 20 Unter- schriften der Beschwerdeführerin und deren Mutter (je mehrheitlich Originalunterschriften) mit der vorliegenden, umstrittenen Originalunterschrift au f der Zusatzvereinbarung verglichen. Er kam dabei zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin mit ho her Wahrscheinlichkeit Urheberin der Unterschrift auf dem Dokument "Zusatzvereinbarung" vom 3. Juli 2000 sei. Ihre Mutter, E.____, könne dagegen nicht sicher, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit als Urheberin der fragli- chen Unterschrift ausgeschlossen werden. Dritte könnten als Urheber der fraglichen Unter- schrift schliesslich "mit an Sicherheit grenzender Wahrschei nlichkeit" ausgeschlossen werden. Das Gutachten ist fundiert und in sich schlüssig. Auch di e Beschwerdeführerin führte in ihrer Stellungnahme zum Gutachten vom 14. September 2012 aus, dass das Gutachten als wider- spruchsfrei und nicht mangelhaft und vom Ergebnis glau bhaft bezeichnet werden könne. Das Gutachten kann folglich ohne Weiteres als Grundlage für das vorliegende Verfahren dienen. Es stellt sich aber die Frage, ob der Schluss des Gutachter s, dass die Beschwerdeführerin "mit hoher Wahrscheinlichkeit" Urheberin der umstrittenen Un terschrift sei, den Beweisanforderun- gen genügt. Das Gutachten spricht im Zusammenhang mit den besonderen Schriftmerkmalen von fünf übli- chen Wahrscheinlichkeitsgraden: Liegt der Wahrscheinlichkeitsgrad "mit an Sicherheit grenzen- der Wahrscheinlichkeit" vor, so ist die Gesamtbefundkonfi guration widerspruchsfrei. Es gibt keine materialbedingten Einschränkungen. Die fragliche n Befunde sind im Vergleichsmaterial lückenlos belegbar. Beim Wahrscheinlichkeitsgrad "mit seh r hoher Wahrscheinlichkeit" ist die Gesamtbefundkonfiguration ebenfalls widerspruchsfrei und es gibt ebenso keine materialbe- dingten Einschränkungen. Die fraglichen Befunde sind im Vergleichsmaterial zwar nicht lücken- los belegbar, jedoch methodisch erklärbar. Dabei handelt es sich um vereinzelte, keinesfalls als wertstark eingestufte Merkmale. Die Gesamtbefundkonfigu ration ist auch beim Wahrscheinlich- keitsgrad "mit hoher Wahrscheinlichkeit" widerspruchsfrei . Es gibt jedoch geringe materialbe- dingte Einschränkungen und/oder einige fragliche Befu nde, die im Vergleichsmaterial nicht hin- reichend adäquat belegbar, aber erklärbar sind. Liegt der Wahrscheinlichkeitsgrad "wahrschein- lich" vor, so ist die Gesamtbefundkonfiguration weitestg ehend widerspruchsfrei. Es gibt materi- albedingte Einschränkungen und/oder einige fragliche B efunde, die im Vergleichsmaterial nicht belegbar sind. Der Sachverhalt ist nicht entscheidbar. " Non liquet" bedeutet, dass die Gesamt- befundkonfiguration widersprüchlich ist, ohne konkret eine Tendenz erkennen zu lassen. Es gibt massive materialbedingte Einschränkungen und/oder fragli che Befunde, die durch das Ver- gleichsmaterial nicht belegbar sind. Der Sachverhalt ist nicht entscheidbar. Der Gutachter hielt zu den Wahrscheinlichkeitsgraden im Allgemeinen zudem fest, dass die genannten Feststellun- gen nicht als numerische Wahrscheinlichkeiten definiert würden, da quantifizierte Wahrschein- lichkeitsaussagen im Rahmen von schriftvergleichenden Untersuchungen derzeit kein empirisch begründbares, erhöhtes Exaktheitsniveau beanspruchen könnten. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Rahmen der Beantwortung der Ergänzungsfragen der Beschwerdeführerin führte der Gut- achter zudem aus, dass die Wahrscheinlichkeitsgrade nicht abschliessend aufgeführt worden seien, um die Erläuterungen nicht ausufern zu lassen. Bei der Festlegung des Wahrscheinlich- keitsgrades seien vielmehr auch weitere Elemente eingefl ossen, wie die Komplexität der Schreibleistungen oder die Variationsbreite der Vergle ichsperson. Beim Vergleich zwischen dem Schriftmaterial der Beschwerdeführerin und der fr aglichen Unterschrift hätten sich keine nicht hinreichend adäquat belegbaren oder gar nicht be legbaren Befunde ergeben. Im Gegen- teil, sämtliche Befunde hätten belegt werden können. Daher wäre grundsätzlich auch eine hö- here Wahrscheinlichkeitsstufe als "mit hoher Wahrscheinlichkeit" zu rechtfertigen gewesen. Die Einordnung nur unter "mit hoher Wahrscheinlichkeit" sei vorliegend insbesondere deswegen erfolgt, weil nur relativ wenige Schriftelemente vorgelegen hätten. 4.3.5 Zum Handschriftengutachten brachte die Beschwerd eführerin in ihrer Stellungnahme vom 14. September 2012 vor, dass der Gutachter zum Schlu ss gekommen sei, dass E.____ nicht als Urheberin der fraglichen Unterschrift ausgesch lossen werden könne und dass die Be- schwerdeführerin nur mit hoher Wahrscheinlichkeit Urheberin der fraglichen Unterschrift sei. Es sei zu beachten, dass der Wahrscheinlichkeitsgrad "hohe Wah rscheinlichkeit" genau in der Mit- te der fünf möglichen Wahrscheinlichkeitsgrade liege. Die fragliche Unterschrift stamme mithin weder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, noch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von der Beschwerdeführerin. Die Steuerverwaltung, welc her die Beweislast dafür obliege, dass die Beschwerdeführerin die Zusatzvereinbarung unterschrie ben habe, habe den vollen Beweis für ihre Behauptung zu liefern. Es genüge weder eine Glaubhaftmachung, noch eine Wahr- scheinlichkeit, wenn Zweifel an der vollständigen Richtigkeit bestünden. Da die Wahrscheinlich- keit, dass die Beschwerdeführerin die fragliche Unterschr ift geleistet habe, gemäss Gutachten in der Mitte der von der Wissenschaft verwendeten Wahrsche inlichkeitsgrade liege und damit erhebliche Zweifel bestünden, dass die Beschwerdeführeri n die fragliche Unterschrift geleistet habe, könne nicht von einem vollen Beweis ausgegangen w erden. Damit könne der Beschwer- deführerin nicht vorgeworfen werden, sie habe wegen U nterzeichnung durch sie selbst von der Zusatzvereinbarung gewusst. 4.3.6 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im B eschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Verlangt wird im Grundsatz der volle Beweis. Vom volle n Beweis wird dann gesprochen, wenn die entscheidende Behörde vom Vorhandensein einer Tat sache so überzeugt sein muss, dass das Gegenteil als unwahrscheinlich erscheint. Die Überzeug ung braucht jedoch nicht in einer absoluten Gewissheit zu bestehen, die jede andere Mögl ichkeit ausschliesst. Es genügt, wenn die Überzeugung von der Lebenserfahrung und Vernunft g etragen und auf sachliche Gründe abgestützt ist (BGE 105 Ib 114 E.1; S ILVIA HUNZIKER /M ARTIN ZWEIFEL , Steuerverfahrensrecht, Beweislast, Drittvergleich, "dealing at arm’s length", Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 58 DBG Beweis und Beweislast im Steuerverfahren bei der Prüfung von Leist ung und Gegenleistung unter dem Ge- sichtswinkel des Drittvergleichs ["dealing at arm’s lengt h"] in: ASA 77, S. 688, mit weiteren Nachweisen; vgl. auch KGE VV vom 9. Mai 2007 [810 06 344] E. 3). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3.7 Der Interpretation des Gutachtens durch die Besc hwerdeführerin, wonach der Grad "mit hoher Wahrscheinlichkeit" in der Mitte der verwendeten Grade und damit nicht im oberen Be- reich der Wahrscheinlichkeitsgrade liege, weshalb erhe bliche Zweifel bestünden, dass die Be- schwerdeführerin die fragliche Unterschrift geleistet habe und demnach nicht von einem vollen Beweis ausgegangen werden könne, kann nicht gefolgt we rden. Soweit die genannten Wahr- scheinlichkeitsgrade überhaupt numerisch deutbar sind (vgl. E. 4.3.4), ist davon auszugehen, dass die fünfte Stufe ("non liquet"), nach welcher sich ke ine Tendenz erkennen lässt, in etwa einer Wahrscheinlichkeit von 50% entspricht. Mithin bestehen auf dieser Stufe erhebliche Zwei- fel an der Verwirklichung eines Sachverhaltes. Demgegenü ber entspricht die erste Stufe ("mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit") einer Wah rscheinlichkeit von nahezu 100%. Die Stufen dazwischen reihen sich numerisch folglich zwischen 50% und 100% ein. So ist bei einer hohen respektive stark überwiegenden Wahrscheinlichkeit vo n einer Wahrscheinlichkeit von über 75% auszugehen (vgl. DANIEL SUMMERMATTER / CLAUDIA JACOBER , Zum Beweismass beim Kausal- und Motivationszusammenhang, in: HAVE 2012, S. 148). Dementsprechend bestehen bei einer hohen Wahrscheinlichkeit - entgegen der Ansich t der Beschwerdeführerin - keine er- heblichen Zweifel und das Gegenteil erscheint als unwahrscheinlich. 4.3.8 Zu berücksichtigen ist im vorliegenden Fall, dass si ch beim Vergleich zwischen dem Schriftmaterial der Beschwerdeführerin und der fraglich en Unterschrift keine nicht hinreichend adäquat belegbaren oder gar nicht belegbaren Befunde ergeben haben. Vielmehr konnten sämtliche Befunde belegt werden. Die Einordnung unter "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" wurde vorliegend nur deswegen nicht vorgenommen, weil nur relativ wenige Schriftelemente vorlagen. Demnach ergab sich eine widerspruchsfreie Ge samtbefundkonfiguration mit belegba- ren Befunden. Der Umstand, dass im vorliegenden Fall eine Herabstufung auf "mit hoher Wahr- scheinlichkeit" nur aufgrund geringer materialbedingter Einschränkungen erfolgt ist, lässt die Ansicht, dass die Beschwerdeführerin die fragliche Untersch rift nicht geleistet hat, umso mehr als unwahrscheinlich erscheinen. Gleiches gilt auch für de n Umstand, dass gemäss Gutachten die Mutter der Beschwerdeführerin mit hoher Wahrschein lichkeit und Dritte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" als Urheberin bzw. Urhe ber der fraglichen Unterschrift ausge- schlossen werden können: Es bestehen nicht nur keine erheb lichen Zweifel daran, dass die Beschwerdeführerin die Zusatzvereinbarung unterschriebe n hat, es bestehen sogar zusätzlich dazu auch keine erheblichen Zweifel daran, dass keine a ndere Person die Zusatzvereinbarung unterschrieben hat. Diese Schlussfolgerung ergibt sich um so mehr, wenn die Tatsache mitbe- rücksichtigt wird, dass dem Gutachten zufolge (Schlussfolger ung E) das Dokument "Zusatz zur Investitionsvereinbarung" unter der Investitionsvereinbaru ng gelegen haben muss, als letztere unterzeichnet wurde. So muss daraus geschlossen werden, da ss die beiden Dokumente der Beschwerdeführerin zeitgleich vorgelegt wurden. Dass die Beschwerdeführerin sodann auf dem einen Dokument selbst unterschrieben hat, das andere Dokument aber nicht selbst unterschrie- ben haben soll, ist wenig glaubhaft. Das Gleiche gilt u nter den genannten Umständen für die Aussagen der Beschwerdeführerin sowie deren Mutter, wo nach die Beschwerdeführerin die Zusatzvereinbarung nie gesehen, geschweige denn selbst un terschrieben habe und sie keinen Zugriff und keine Verfügungsberechtigung über das Zus atzkonto gehabt haben soll. Aufgrund des Angeführten und gestützt auf das Gutachten lässt schli esslich auch das Argument der Be- schwerdeführerin, sie hätte die entsprechende Zusatzvere inbarung gleichzeitig mit der Grund- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht investitionsvereinbarung gekündigt, hätte sie vom Zusatzkon to gewusst, keine gegenteilige Schlussfolgerung zu. Mithin ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die Unter- schrift auf der Zusatzvereinbarung selber geleistet hat. 4.3.9 Ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin d ie Zusatzvereinbarung selbst un- terschrieben hat, kann die Frage, ob sie die in den Ak ten befindlichen Unterlagen zum Zusatz- konto je erhalten hat, offenbleiben. Auch wenn sie di ese nie erhalten hätte, hätte ihr bewusst sein müssen, dass solche Unterlagen existieren müssen und sie hätte diese zumindest von ihrer Mutter herausverlangen können und müssen. 4.3.10 Bei der Bemessung der direkten Bundessteuer werd en gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG unter anderem die Erträge aus beweglichem Vermögen, namentlich Zinsen aus Guthaben, der Einkommenssteuer unterstellt. 4.3.11 Das steuerbare Einkommen ist nach der Reinvermög enstheorie herzuleiten. Danach gelten als Einkünfte alle Wirtschaftsgüter, welche ei nem Individuum während einer bestimmten Zeit zufliessen und welche dieses ohne Schmälerung des Ve rmögens zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse und für seine laufende Wirtscha ft verwenden kann (KGE VV vom 17. Oktober 2007 [810 07 148 und 810 07 149] E. 3 f.). G emäss konstanter bundesrichterlicher Rechtsprechung gelten Einkünfte dann als zugeflossen, wenn der Gläubiger Leistungen verein- nahmt oder einen festen Rechtsanspruch mit tatsächlic her Verfügungsmacht auf Leistungen erwirbt (vgl. BGE 113 Ib 26 E. 2e). Im Zusammenhang m it betrügerischen Schneeballsystemen verfolgt das Bundesgericht eine konstante Rechtsprechung. Hiernach gelten die – wenn auch fiktiv – ausgewiesenen Gutschriften bereits in jenem Zei tpunkt als realisierte Einkünfte, wenn diese auf Konten erfolgen, die zwar der direkten Verfügungsberechtigung der Anleger entzogen sind, diese aber frei entscheiden können, ob sie die Gut schriften ausbezahlt oder weiterinves- tiert haben wollen (vgl. unpublizierte Urteile des Bun desgerichts vom 14. Januar 2005 2A.589/2003 E. 2.1 und 2P.85/2004 E. 2.4). Im vorlie genden Fall ergibt sich aus der Stellung- nahme der Beschwerdeführerin vom 29. August 2008, dass si e von ihrer Mutter vom umstritte- nen Zusatzkonto gelegentlich Geld erhielt. Daraus ergib t sich weiter, dass die Gutschriften auf dem Zusatzkonto realisierbar waren und dass die Anleger damit einen festen Rechtsanspruch mit tatsächlicher Verfügungsmacht hatten. Dementsprechend hat die Eidgenössische Steuer- verwaltung festgehalten, dass die entsprechenden Kapitalien und Zinsen bis zum 30. Juni 2004 als realisierbar galten. Da davon ausgegangen werden mu ss, dass die Beschwerdeführerin die Zusatzvereinbarung unterschrieben hat und daher Kenntn is vom umstrittenen Konto hatte, ist weiter davon auszugehen, dass sie frei darüber entscheide n konnte, ob sie die Gutschriften ausbezahlt oder weiter investiert haben wollte. Die Beschwerdeführerin hätte doch zumindest im Falle von Nachforschungen ein Zugriffs- und Verfügungsrecht auf das fragliche Konto durch- setzen können. Die vorliegenden Gutschriften sind somit al s real zu bewerten, stellen folglich Einkünfte im Sinne von Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG dar und unterliegen damit der Einkommens- steuer. 4.3.12 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist in e inem weiteren Zwischenschritt fest- zuhalten, dass auch betreffend das Zusatzkonto Nr. ak01564 auf zusätzlich steuerbares Ein- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht kommen geschlossen werden muss, womit dieses zu Recht einer Nachbesteuerung unterzogen wurde. Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt abzuweisen. 5.1 Weiter ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin zu Recht wegen einer vollendeten Steuerhinterziehung von der Steuerverwaltung gebüsst wurde. 5.2.1 Das Steuergericht brachte hierzu vor, dass die or dentlichen Veranlagungen für die Jahre 2001 bis 2004 mangels Deklaration des vollständigen Einkom mens sowie des gesamten Ver- mögens unvollständig geblieben seien, weshalb das Gemein wesen einen Steuerausfall erlitten habe. Demzufolge sei der Tatbestand der Steuerhinterzie hung erstellt. Da die Beschwerdefüh- rerin zumindest die Möglichkeit gehabt hätte, den Sach verhalt vollends zu ergründen und ent- sprechend richtig zu deklarieren, sei ihr leichtes Verschulden vorzuwerfen. So habe sie gewisse Hinweise darauf, dass noch weiteres Vermögen vorhanden se in müsse, ignoriert. Sie hätte die Mutter nach der Herkunft der erbetenen und der von ihr selbst kommenden Beträge fragen können und müssen. Dies habe sie jedoch nicht getan. Dementsprechend rechtfertige sich eine Strafsteuer in der Höhe von einem Drittel. 5.2.2 Die Beschwerdeführerin machte geltend, da sie ke ine Kenntnis von der Zusatzvereinba- rung gehabt habe, habe sie auch keine Realisierungsmögl ichkeit, welche für die Besteuerung eines Ertrages vorausgesetzt werde, gehabt. Damit entfalle jegliche Strafsteuerpflicht. Allein die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin von ihrer Mutter hin und wieder Geldbeträge erhalten habe, sei kein Anlass gewesen, ein zweites, auf den Name n der Tochter lautendes Konto zu vermuten. Es könne folglich nicht einmal unbewusste Fahrl ässigkeit vorliegen. Die Strafsteuer sei aus diesem Grund aufzuheben. 5.3.1 Wer gemäss Art. 175 Abs. 1 DBG als Steuerpflichtig er vorsätzlich oder fahrlässig be- wirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt ode r dass eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig, ist wird mit Busse bestraft. 5.3.2 Eine vollendete Steuerhinterziehung liegt vor, w enn den Steuerbehörden steuerbare Tatbestände (Einkommen, Vermögen, Umsätze usw.) verheiml icht werden und diese Verheim- lichung zur Folge hat, dass gemäss der definitiven rechtskrä ftigen Veranlagung zu wenig Steu- ern entrichtet werden. Das Delikt der Steuerhinterziehu ng ist erst dann vollendet, wenn der Er- folg der Hinterziehungshandlungen eingetreten ist. Da s ist der Fall, wenn die gemäss rechts- kräftiger Veranlagung zu erbringende Steuerleistung ni edriger ist als jene, die bei ordnungsge- mässer Versteuerung (d.h. Nichtverheimlichung) erbracht werden müsste (vgl. H ÖHN /W ALD - BURGER , Steuerrecht Band I, 9. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2001, § 38 N 9 f.). Ausgangspunkt der Sachverhaltsfeststellung im Veranlagungsverfahren b ildet die Steuererklärung, zu deren Einreichung die steuerpflichtigen Personen verpflichtet sind. Das Formular für die Steuererklä- rung muss vollständig und wahrheitsgemäss ausgefüllt und innert Frist eingereicht werden; auf- zuführen sind alle Tatsachen, die für eine gesetzmässige V eranlagung rechtserheblich sind. Verletzt ist die Deklarationspflicht, wenn unrichtige ( unwahre oder unvollständige) Angaben gemacht oder für Bestand und Umfang der Steuerpflicht wesentliche Tatsachen verschwiegen werden (vgl. S IEBER in: Zweifel Martin/Athanas Peter, Kommentar zum Sc hweizerischen Steu- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht errecht, Band I/2b, 2. Auflage, Art. 175 DBG N 7 ff.). Der Taterfolg gilt als verwirklicht, wenn der Steuerausfall nicht mehr im ordentlichen Verfahren ab gewendet werden kann, was bei unvoll- ständiger Veranlagung mit dem Eintritt der Rechtskraft der entsprechenden Veranlagungsverfü- gung und bei unterbliebener Veranlagung mit dem Ein tritt der Veranlagungsverjährung einher- geht. Hernach kann eine Änderung der sich nachträglich als unzutreffend erweisenden Veran- lagung bzw. die nunmehr als geboten erkannte Vornahme einer solchen nur noch im Nachsteu- erverfahren erfolgen (vgl. SIEBER , a.a.O., Art. 175 DBG N 20). Zu beachten ist schliesslich, dass die Straftatbestände der vollendeten Steuerhinterziehu ng nur dann erfüllt sind, wenn zwischen dem strafbaren Verhalten und dem Deliktserfolg ein ad äquater Kausalzusammenhang besteht. Die Steuerverkürzung setzt voraus, dass das Gemeinwesen einen Steuerausfall erlitten hat, der daher rührt, dass die Veranlagung der steuerpflichtigen Person materiell nicht gesetzmässig ausgefallen oder eine Veranlagung überhaupt unterbl ieben ist, obschon nach Gesetz eine sol- che hätte erfolgen müssen. Ursache für die steuerverkürzende bzw. unterbliebene Veranlagung – und damit für einen ungerechtfertigten Steuervorte il und letztlich für den Vermögensschaden des Gemeinwesens – bildet eine unzutreffende Sachverhal tsfeststellung. Diese wiederum muss als adäquat kausale Folge auf das Verhalten der steuer pflichtigen Person zurückzuführen sein. Hat die steuerpflichtige Person die ihr für das Veranl agungsverfahren gesetzlich auferlegten Deklarations-, Auskunfts- oder Beweisleistungspflichten verl etzt, so wird der adäquate Kausal- zusammenhang zur steuerverkürzenden Veranlagung nicht etw a schon dadurch unterbrochen, dass die Veranlagungsbehörde einen als rechtserheblich erkennbaren, aber noch unklaren oder unvollständig ermittelten Sachverhalt nicht weiter abg eklärt hat; daran ändert nichts, dass sie die ungenügende Deklaration durch zusätzliche Abklärungen oder durch Folgerungen von de- klarierten Steuerfaktoren auf nicht oder nicht vollstän dig deklarierte Steuerfaktoren hätte erken- nen können (vgl. ASA 73 [2004/05] 221). Vielmehr darf sich die Steuerbehörde grundsätzlich darauf verlassen, dass die Steuererklärung richtig und v ollständig ist; die Steuerpflichtigen müssen grundsätzlich damit rechnen, dass die Steuerbehörde auf ihre Angaben abstellt, ohne sie näher zu kontrollieren (vgl. Entscheid des Bundesgerich ts vom 8. März 2007, 2A.168/2006, E. 4.1). Immerhin muss die Behörde berücksichtigen, dass d ie Steuererklärungsformulare nicht nur nach Tatsachen fragen, sondern bisweilen auch eine st euerrechtliche Würdigung solcher Tatsachen voraussetzen. Eine Pflicht zu ergänzender behör dlicher Untersuchung besteht je- doch nur, wenn die Steuererklärung offensichtliche Fehler enthält (vgl. ASA 73 [2004/05] 482). 5.4 Zu prüfen ist zunächst, ob der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt ist. Bezüglich des Beweisgrades im Strafbesteuerungsverfahren ist festzuhalten, dass dieses Ver- fahren eine pönale Funktion verfolgt und daher die strafprozessualen Garantien zur Anwendung gelangen, wobei insbesondere die Unschuldsvermutung zu b eachten ist. Nach Art. 10 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO) vom 5. Oktober 2007 würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren g ewonnenen Überzeugung. Welches Beweismass für die richterliche Überzeugung erforderlich ist, wird zwar nirgends explizit er- wähnt, ergibt sich aber aus dem Grundsatz in dubio pro r eo (Art. 10 Abs. 3 StPO) und der dazu ergangenen Rechtsprechung (vgl. S UMMERMATTER /JACOBER , a.a.O., S. 140, mit weiteren Hin- weisen). Danach darf das Gericht nur dann von einem best immten Sachverhalt ausgehen, wenn es keine unüberwindlichen Zweifel an dessen Wahrhe it hat (BGE 127 I 38, E. 2a; 124 IV 86, E. 2a). Andernfalls hat es von der für den Beschuldigten günstigeren Sachlage auszugehen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unüberwindliche Zweifel sind Zweifel, die sich nach der objektiven Sachlage für einen kritischen und vernünftigen Menschen aufdrängen. Die denktheoretisch nie auszuschliessende Möglich- keit, dass es auch anders sein könnte, ist demgegenüber i rrelevant. In Würdigung des Gutach- tens und der Akten ist davon auszugehen, dass keine sich nac h der objektiven Sachlage für einen kritischen und vernünftigen Menschen aufdrängenden Zweifel daran bestehen, dass die Beschwerdeführerin die Unterschrift auf der Zusatzverein barung selber geleistet hat (vgl. E. 4.3.8). Damit hätte ihr auch bewusst sein müssen, d ass Unterlagen zum Konto Nr. ak01564 existieren müssen und sie hätte diese von ihrer Mutter he rausverlangen und in ihrer Steuerer- klärung deklarieren müssen. Die Vorinstanzen haben deshal b richtigerweise festgestellt, dass die ordentlichen Veranlagungen für die Jahre 2001 und 2004, mangels Deklaration aller Ein- künfte, unvollständig waren (E. 4.). Das Gemeinwesen h at einen Steuerausfall erlitten und so- mit ist der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehu ng erstellt. Es ist somit im Weiteren zu prüfen, ob auch der subjektive Tatbestand erfüllt ist. 5.5.1 In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand de r vollendeten Steuerhinterziehung, dass der Steuerpflichtige schuldhaft eine Verkürzung oder Gefährdung des gesetzlichen Steu- eranspruchs bewirkt hat. Dabei beurteilt sich die Frage , ob ein Verschulden vorliegt, nach den allgemeinen strafrechtlichen Grundsätzen. Zum Verschulde n zählen unter anderem die nach- gewiesenen Schuldformen, das heisst Fahrlässigkeit und Vor satz. Der materielle Gehalt der Begriffe Vorsatz und Fahrlässigkeit bestimmt sich ebenfalls nach dem gemeinen Strafrecht, also nach Art. 12 Abs. 2 und 3 des Schweizerischen Str afgesetzbuches (StGB) vom 21. De- zember 1937 (vgl. E GLOFF DIETER in: Klöti-Weber/Siegrist/Weber, Kommentar zum Aarga uer Steuergesetz, 3. Auflage, § 236 N 38). 5.5.2 Vorsätzlich begeht eine Steuerhinterziehung, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt (Art. 18 Abs. 2 StGB). Bezüglich der Wissenskomponente wird vorausgesetzt, dass der Täter in Bezug auf die tatbestandsmässige Handlung um alle tatb estandsrelevanten Umstände weiss. Sodann muss der Täter hinsichtlich des tatbestandsmässigen E rfolges annehmen, dass seine Handlungen oder Unterlassungen zum Eintritt desselben f ühren oder dies zumindest gesche- hen könnte. Dazu gehört auch, dass er sich den entspreche nden Kausalverlauf zumindest in groben Zügen vorstellt. Der Wille kommt darin zum Aus druck, dass der Täter die tatbestands- mässige Handlung in Kenntnis ihrer objektiven Merkmale vo llzieht und dabei den Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolges bewirken will. Das Motiv seine r Handlung ist für die Schuldfrage nicht relevant (E GLOFF DIETER , a.a.O., § 236 N 41 ff.). Dem Vorsatz gleichgestellt wird der Eventualvorsatz. Dieser liegt vor, wenn der Täter die V erwirklichung eines Tatbestandes zwar nicht mit Sicherheit voraussieht, aber für möglich hält und ihn für den Fall seines Eintritts billigt oder ihn in Kauf nimmt (vgl. BGE 109 IV 150 f.). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann der Wille zur Steuerhinterziehung vorausgesetzt werd en, wenn mit hinreichender Sicher- heit feststeht, dass sich der Steuerpflichtige der Unricht igkeit oder Unvollständigkeit der gegen- über den Steuerbehörden gemachten Angaben bewusst war (BGE 114 Ib 27 E. 3a). Diesfalls ist davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige willentlich gehandelt, das heisst eine Täuschung der Steuerbehörden beabsichtigt und eine zu niedrige Veranlagung bezweckt (direkter Vorsatz) oder zumindest in Kauf genommen hat (Eventualvorsatz). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5.3 Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhalte ns aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtw idrig ist die Unvorsichtigkeit dann, wenn der Täter nicht die Vorsicht beachtet, zu der er n ach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Je nachdem, ob der Täter die mögliche Bedeutung seines Verhaltens bedacht hat, liegt bewusste oder unbewusste Fahrläs- sigkeit vor (E GLOFF DIETER , a.a.O., § 236 N 50 f.). Im Steuerrecht sind grundsä tzlich an das Mass der gebotenen objektiven Sorgfalt hohe Anforderungen gestellt (RICHNER /F REI /K AUFMANN / MEUTER , Handkommentar zum DBG, 2. A. Zürich 2009, Art. 235 N 9). Dies ergibt sich aus den umfassenden Verfahrenspflichten, die Steuererklärung vo llständig und wahrheitsgetreu auszu- füllen. Das Mass der geforderten Sorgfalt ist sodann davon abhängig, wie detailliert und klar die Steuerbehörde die Mitwirkung der dazu verpflichteten Pe rson verlangt (EGLOFF DIETER , a.a.O., § 236 N 56). Neben der genannten objektiven Sorgfalt spflicht sind jedoch auch die "persönli- chen Verhältnisse" des Täters (subjektive Sorgfaltspflicht) zu beachten. Zu beurteilen ist, was ein gewissenhafter und besonnener Mensch mit den gleichen Kenntnissen und Fähigkeiten des Täters (z.B. hinsichtlich Bildung, geistige Fähigkeiten und berufliche Erfahrung) in der fraglichen Situation getan oder unterlassen hätte. Kann der Täter bei der Erfüllung von Verfahrenspflichten davon ausgehen, dass seine Angaben von der Steuerbehör de im Grossen und Ganzen über- nommen werden und als Grundlage für die Veranlagung oder weitere Anordnungen dienen, so ist an die Sorgfalt ein strengerer Massstab anzulegen; d er Täter hat diesfalls die Behörde auf allfällige Zweifel an der Richtigkeit seiner Angaben hinzuweisen (vgl. S IEBER , a.a.O., Art. 56 StHG N 18). 5.6 Im vorliegenden Fall versäumte die Beschwerdeführe rin die ordnungsgemässe Deklara- tion ihrer Einkünfte auf dem Konto Nr. ak01563 betr effend das Jahr 2004 und auf dem Konto Nr. ak01564 für die Jahre 2001 bis 2004. Betreffend di e nicht deklarierten Einkünfte auf dem Konto Nr. ak01563 ist festzuhalten, dass die Beschwerdefü hrerin trotz Kenntnis der Erträge eine Deklaration unterlassen hat. So hat sie zumindest p flichtwidrig unvorsichtig gehandelt. Sie wäre mithin verpflichtet gewesen, abzuklären, ob sie m it der alleinigen Angabe des Vermögens ihrer Steuerdeklarationspflicht nachgekommen sei. Alle rdings ist zu berücksichtigen, dass sie zumindest das Vermögen deklarierte und dass es als möglich erscheint, dass sie die Angabe der zusätzlichen Erträge aufgrund der Übertragung des V ermögens auf ein anderes Konto schlichtweg vergass. Folglich ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Beschwerde- führerin eine Deklaration der Einkünfte auf dem Kont o Nr. ak01563 betreffend das Jahr 2004 nicht in der Absicht unterliess, die Steuerbehörden zu tä uschen bzw. eine zu niedrige Veranla- gung zu bezwecken. Das Gleiche gilt auch betreffend die Nichtdeklaration der Einkünfte auf dem Konto Nr. ak01564 für die Jahre 2001 bis 2004. So ist einerseits - entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin - zwar davon auszugehen, dass sie d ie Zusatzvereinbarung unter- zeichnet hat und damit vom Konto Nr. ak01564 wie auch von der diesbezüglichen Deklarati- onspflicht zumindest hätte wissen müssen (vgl. E. 4.3). A ndererseits ist aufgrund der gesamten Umstände und mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass di e Beschwerdeführerin als Laie ihrer Mutter blind vertraute und die Deklaration des Kontos Nr. ak01564 aufgrund dessen ver- gass. Mithin ist die Ansicht der Vorinstanz vertretbar, d ass sie zwar ihre Mutter nach der Her- kunft der erbetenen bzw. von der Mutter selbst kommenden Beträge hätte fragen können und müssen und damit fahrlässig handelte, indem sie dieser P flicht nicht nachkam, dass sie aber Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Konto Nr. ak01564 ohne Vorsatz nicht deklarierte. D er Ansicht der Vorinstanzen, dass die Pflichtige fahrlässig gehandelt hat, ist somit beizupflich ten. Die Beschwerde ist folglich auch in diesem Punkt abzuweisen. 5.7.1 Abschliessend bleibt das Verschulden der Beschwerdef ührerin zu prüfen. Gemäss Art. 175 Abs. 2 DBG beträgt die Busse in der Regel das Einfache der hinterzogenen Steuer. Sie kann bei leichtem Verschulden bis auf einen Drittel er mässigt, bei schwerem Verschulden bis auf das Dreifache erhöht werden. Für die vorsätzliche un d fahrlässige Tatbegehung ist per Ge- setzeswortlaut derselbe Strafrahmen vorgesehen. Die jewe iligen Unwertsgehalte der beiden Begehungsformen sind einander auch im Steuerstrafrecht keineswegs gleichzusetzen, was sich bereits im unterschiedlichen Strafrahmen äussern sollt e. Da diese Differenzierung im Gesetz nicht geregelt ist, muss sie im Rahmen der Strafzumessung behelfsmässig nachvollzogen wer- den (vgl. SIEBER , a.a.O., Art. 175 DBG N 43). Bei der Steuerverkürzun g bestimmt sich die hin- terzogene Steuer ausgehend vom Steuerausfall aufgrund unterbliebener Veranlagung oder vom Unterschiedsbetrag zwischen der Steuer, die bei gesetzmässi ger Veranlagung geschuldet wä- re, und jener, die sich aus der in Rechtskraft erwachsenen Veranlagungsverfügung ergibt (Nachsteuer i.S.v. Art. 151 DBG). Da die hinterzogene S teuer den Deliktsbetrag eines Straftat- bestandes bildet, ist der vorenthaltene Steuerbetrag nur in dem Ausmasse hinterzogene Steuer, als er kausale Folge des strafbaren Verhaltens des Täters darstellt und in einem Verfahren er- mittelt wird, das strafprozessualen Grundsätzen entspricht (vgl. SIEBER , a.a.O., Art. 175 DBG N 44). Die in Art. 175 Abs. 2 Satz DBG enthaltene Bestim mung ist so auszulegen, dass sie nicht nur mit Bezug auf den Strafrahmen, sondern auch hinsich tlich der Verschuldensgrade nur "Grenzpunkte" setzt. Damit wird auch das Regelstrafmass zum blossen Ausgangspunkt für die Strafzumessung nach dem Verschuldensprinzip (vgl. BGE 114 Ib 31 E. 4b). Der Betrag der Hin- terziehungsbusse ist "je nach den Verhältnissen des Täter s" so festzusetzen, "dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist" (Art. 106 Abs. 3 StGB). Nebst der Schwere der Verfehlung und der Vorwerfbarkeit der Ver haltensweise des Täters sind dessen persönliche Verhältnisse bezogen auf den Zeitpunkt der E ntscheidfällung zu berücksichtigen (vgl. S IEBER , a.a.O., Art. 175 DBG N 47). Zu den persönlichen V erhältnissen zählen Eigen- schaften und Erfahrungen des Täters. Sie umfassen sämtlic he Lebensumstände im Zeitpunkt der Strafzumessung. Dazu gehören etwa Familienstand und Beruf, Alter, geringe Lebenserwar- tung, Gesundheit, soziale Herkunft, Lebenserfahrung, Bi ldungsstand, mehr oder weniger güns- tige Lebensverhältnisse oder auch Alkohol und Drogenabhängigkeit (vgl. THOMAS HOFER , Straf- zumessung bei der Hinterziehung direkter Steuern, Zürich/St. Gallen 2007, S. 87). 5.7.2 Unter Einbezug der gesamten Umstände und der bish erigen Ausführungen ist zunächst festzustellen, dass die Beschwerdeführerin für die Steue rjahre 2001 bis 2004 fahrlässig unge- nügende Steuererklärungen einreichte (E. 5.6). Dies spricht bereits für ein leichtes Verschulden. Zu beachten ist zwar, dass es sich nicht um eine geringe Hi nterziehungssumme handelt. So handelt es sich für die Steuerjahre 2001-2004 um nicht deklariertes Einkommen in der Höhe von jeweils mehreren zehntausend Schweizer Franken, welches bei der Veranlagung durch das Gemeinwesen unberücksichtigt blieb. Doch ist bezüglich des grössten Teils dieser nicht dekla- rierten Einkünfte zumindest zweifelhaft, ob die Beschwe rdeführerin darüber je verfügen kann. So ergibt sich aus einem von der Beschwerdeführerin anlä sslich der Verhandlung vom 21. De- Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht zember 2011 eingereichten Schreiben der Bundesanwaltscha ft vom April 2011, dass den Ver- antwortlichen der C.____-Anlagen unter anderem gewer bsmässiger Betrug eventuell Verun- treuung zur Last gelegt werde und dass die Bundesanwalt schaft zum Schluss gekommen sei, dass die akquirierten Investorengelder fast ausschliesslich in ein Umlageverfahren geflossen seien. Schliesslich ist mit der Vorinstanz ebenfalls strafmi ldernd zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin als Laie ihrer Mutter, die der Beschwerdeführerin bis zum Zusammenbruch des C.____-Systems keinen Anlass dafür geboten hat, an i hrer Fachkompetenz zu zweifeln, blind vertraute. Somit kann abschliessend festgehalte n werden, dass aufgrund all der bisheri- gen Ausführungen von einem leichten Verschulden auszugeh en ist und die Ansetzung einer Strafsteuer auf dem Mindestsatz von einem Drittel der Nachsteuer als vertretbar erscheint. 6. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 1 45 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG auferlegt das Kantonsgericht in Steuerstreit igkeiten die Verfahrenskosten der un- terliegenden Partei. Die Verfahrenskosten umfassen di e Gerichtsgebühren und die Beweiskos- ten und werden in der Regel der unterliegenden Part ei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Den Vorinstanzen werden keine Verf ahrenskosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'772.50 (bestehend aus einer Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 1'800.-- und Gutach terkosten in der Höhe von Fr. 972.50) damit der unterlegenen Beschwerdeführerin aufzuerlege n und mit dem geleisteten Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. Demzufol ge hat die Beschwerdeführerin restliche Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'372.50 zu bezahlen. Gemäss § 21 Abs. 3 VPO sowie Art. 144 Abs. 4 DBG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG) vom 20. Dezember 1968 kann bei Beschwerden in Steuersa- chen der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für d en Beizug eines Vertreters bzw. einer Vertreterin eine angemessene Parteientschädigung zulast en der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird demgegenüber keine Parteien tschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Angesichts des Ausgangs des Verfahrens sind die Parteikosten wettzuschlagen. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'772.50 (bestehend aus einer Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 1'800.-- und Gutach terkosten in der Höhe von Fr. 972.50) gehen zu Lasten der Beschwerdefüh rerin und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. Demzufolge hat die Beschwerdeführerin restliche Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'372.50 zu bezahlen. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 2. Mai 2013 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahrens- nummer 2C_393/2013) erhoben.