<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00530</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205602&amp;W10_KEY=13013563&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00530</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.01.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vergütung eines Ambulanzeinsatzes durch die Wohnsitzgemeinde: Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E.1). Der Bezirksrat hat das gegenüber der Beschwerdegegnerin gestellte Begehren der Beschwerdeführerin um Ersatz der streitbetroffenen Kosten für den Notfalleinsatz abgewiesen (E.2). Gesetzliche Grundlagen der Sozialhilfe: Prinzipiell obliegt die Pflicht zur Leistung persönlicher und wirtschaftlicher Hilfe der Wohngemeinde des Hilfesuchenden (E.3). Es widerspricht der Sozialhilfegesetzgebung, eine Kostentragungs- bzw. Kostenersatzpflicht des Gemeinwesens gestützt auf diese Gesetzgebung selbst dann zu bejahen, wenn die betroffene (von der Rettungsorganisation betreute) Person in der Lage ist, die angefallenen Kosten selber zu begleichen (E.4). Vorliegend darf jedoch von einer Bedürftigkeit der medizinisch betreuten Person ausgehen, nachdem diese erfolglos gemahnt und betrieben worden war, woraus ein Verlustschein resultierte. Bei dieser Sach- und Rechtslage kann sich die Regressforderung der beschwerdeführenden Gemeinde gegenüber der Wohngemeinde auf § 42 SHG stützen (E.5). Kostenfolge (E.7).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETREIBUNG">BETREIBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENÃBERNAHME">KOSTENÃBERNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTFALLDIENST">NOTFALLDIENST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REGRESS">REGRESS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLUSTSCHEIN">VERLUSTSCHEIN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 60 aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">§ 32 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 33 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 42 SHG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2006 Nr. 55</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Rettungsorganisation "Schutz &amp; Rettung", eine Amtsstelle der Stadt ZÃ¼rich, verbrachte am 20. Dezember 2003 A, wohnhaft in X, notfallmÃ¤ssig von der ZÃ¼rcher Langstrasse in das UniversitÃ¤tsspital ZÃ¼rich. Weil A die hierfÃ¼r erhobenen Kosten von Fr. 534.50 trotz mehrfacher Aufforderung nicht bezahlte, stellte die Rettungsorganisation bei der SozialbehÃ¶rde X am 9. MÃ¤rz 2004 (zwecks Fristwahrung) das "vorsorgliche Gesuch um KostenÃ¼bernahme", unter Hinweis darauf, dass bei Uneinbringlichkeit "das definitive KostenÃ¼bernahmegesuch" nachgereicht werde. Die SozialbehÃ¶rde X stellte sich auf den Standpunkt, die Voraussetzungen fÃ¼r eine KostenÃ¼bernahme im Rahmen des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) und der dazugehÃ¶rigen Verordnung vom 21. Oktober 1981 (SHV) seien nicht erfÃ¼llt, da A nicht hilfebedÃ¼rftig im Sinn der Sozialhilfegesetzgebung sei (vgl. Schreiben der SozialbehÃ¶rde X vom 16. MÃ¤rz 2004, Antwortschreiben der Stadt ZÃ¼rich vom 23. MÃ¤rz 2004 sowie Schreiben der SozialbehÃ¶rde X vom 17. Mai 2004). Der Rettungsorganisation wurde nach erfolgloser Betreibung von A durch das Betreibungsamt X am 9. MÃ¤rz 2005 ein Verlustschein Ã¼ber Fr. 681.90 (Forderung von Fr. 534.50 zuzÃ¼glich Fr. 27.90 Zinsen und Fr. 119.50 Kosten) ausgestellt, worauf sie die SozialbehÃ¶rde X am 23. Mai 2005 um definitive KostenÃ¼bernahme ersuchte. Die SozialbehÃ¶rde X lehnte dieses Gesuch am 30. Juni 2005 ab, wobei sie der Gesuchstellerin Verfahrenskosten von Fr. 150.- auferlegte.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2">Den dagegen erhobenen Rekurs der Stadt ZÃ¼rich wies der Bezirksrat Y am 28. September 2005 zur Hauptsache ab; hingegen hiess er das Rechtsmittel insoweit teilweise gut, als er die Kostenauflage der SozialbehÃ¶rde X von Fr. 150.- fÃ¼r die Behandlung des Gesuchs aufhob. </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2">Hiergegen gelangte die Stadt ZÃ¼rich mit Beschwerde vom 1. November 2005 an das Verwaltungsgericht, dem sie beantragte, die SozialbehÃ¶rde X sei in Aufhebung von deren Beschluss vom 30. Juni 2005 sowie des Rekursentscheids des Bezirksrates Y vom 28. September 2005 zu verpflichten, Schutz &amp; Rettung ZÃ¼rich den aus dem Verlustschein von A resultierenden Betrag von Fr. 681.90 fÃ¼r die notfallmÃ¤ssige Betreuung durch die RettungssanitÃ¤t zu vergÃ¼ten. Der Bezirksrat Y verzichtete auf Vernehmlassung. Die SozialbehÃ¶rde X beantragte dem Gericht mit Beschwerdeantwort vom 5. Dezember 2005 Abweisung der Beschwerde sowie â sinngemÃ¤ss â Wiederherstellung der im Beschluss vom 30. Juni 2005 getroffenen Kostenauflage von Fr. 150.-. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat hat das gegenÃ¼ber der Beschwerdegegnerin gestellte Begehren der BeschwerdefÃ¼hrerin um Ersatz der streitbetroffenen Kosten fÃ¼r den Notfalleinsatz zu Gunsten von A (einschliesslich Zinsen und Betreibungskosten) von insgesamt Fr. 681.90 abgewiesen bzw. den diesbezÃ¼glichen abweisenden Beschluss der Beschwerdegegnerin geschÃ¼tzt, weil A, die im Juli 2004 (richtig: 2001) in die Schweiz eingereist sei, in der Wohnsitzgemeinde X (also bei der Beschwerdegegnerin) nie ein Gesuch um wirtschaftliche Hilfe im Sinn von §§ 14 ff. SHG eingereicht habe. </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin begrÃ¼ndet ihr Begehren um Ersatz der streitbetroffenen Kosten im Wesentlichen erneut damit, dass sie den ihr gemÃ¤ss § 60 des Gesundheitsgesetzes vom 4. November 1962 (GesundheitsG) als Gemeinde obliegenden Transportdienst fÃ¼r Kranke und Verunfallte <i>allen</i> Personen auf dem Stadtgebiet, die dringend in Spitalpflege gebracht werden mÃ¼ssten, zu erbringen habe, und zwar <i>unabhÃ¤ngig</i> von deren ZahlungsfÃ¤higkeit, was sich aus den §§ 1 und 33 SHG in Verbindung mit den §§ 10 ff. SHV ergebe. Denn dabei handle es sich um unaufschiebbare Hilfe, welche im Sinn von § 32 und § 33 SHG in Verbindung mit § 42 SHG und § 34 SHV an Stelle der primÃ¤r zustÃ¤ndigen Wohngemeinde geleistet werde und fÃ¼r welche Letztere rÃ¼ckerstattungspflichtig sei. FÃ¼r deren RÃ¼ckerstattungspflicht komme es nicht darauf an, ob die betroffene Person auch "anderweitige" Sozialhilfe empfange oder benÃ¶tigen wÃ¼rde.</p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdegegnerin hÃ¤lt an ihrem Standpunkt fest, wonach aus der Sozialhilfegesetzgebung eine sie als Wohnsitzgemeinde treffende Zahlungspflicht allein mit Bezug auf natÃ¼rliche Personen abgeleitet werden kÃ¶nne, welche im Sinn dieser Gesetzgebung bedÃ¼rftig und daher auf die Leistung von wirtschaftlicher Hilfe angewiesen seien. Voraussetzung sei das Vorliegen einer Notlage. Der Umstand allein, dass eine Person die Rechnung eines fÃ¼r sie erforderlich gewordenen Einsatzes des SanitÃ¤ts- und Notfalldienstes nicht bezahle, vermÃ¶ge eine solche Notlage nicht zu belegen. Es gebe mannigfache GrÃ¼nde, warum solche Personen derartige Rechnungen nicht begleichen wÃ¼rden. Aus der Sozialhilfegesetzgebung lasse sich kein Rechtsanspruch herleiten, dass Erbringer medizinischer Leistungen in solchen FÃ¤llen RechnungsausstÃ¤nde "Ã¼ber den Sozialhilfekredit der Wohngemeinde solcher Personen begleichen lassen kÃ¶nnten".</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 1 SHG sorgen die politischen Gemeinden nach Massgabe dieses Gesetzes fÃ¼r die notwendige Hilfe an Personen, die sich in einer "Notlage" befinden. Das Sozialhilfegesetz unterscheidet zwischen persÃ¶nlicher Hilfe in einer persÃ¶nlichen Notlage (§§ 11-13 SHG) und wirtschaftlicher Hilfe in einer finanziellen Notlage (§§ 14-31 SHG). PersÃ¶nliche Hilfe beinhaltet Beratung und Betreuung (§ 11 SHG) und ist an kein bestimmtes Verfahren gebunden (§ 12 Abs. 1 SHG). ZustÃ¤ndig dafÃ¼r sind die in § 13 SHG genannten Organisationen oder die von diesen eingeschalteten Stellen. BenÃ¶tigt jemand wirtschaftliche Hilfe, verstÃ¤ndigen sie die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde (§ 12 Abs. 3 SHG). Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe hat, wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (§ 14 SHG). </p> <p class="Urteilstext">Die Pflicht zur Leistung persÃ¶nlicher und wirtschaftlicher Hilfe obliegt der Wohngemeinde des Hilfesuchenden (§ 32 SHG). Die Aufenthaltsgemeinde ist zur Hilfeleistung verpflichtet, solange die Wohngemeinde des Hilfesuchenden nicht feststeht oder wenn eine Person ausserhalb ihrer Wohngemeinde unaufschiebbarer Hilfe bedarf (§ 33 SHG). Die Kosten der persÃ¶nlichen und wirtschaftlichen Hilfe trÃ¤gt gemÃ¤ss § 41 SHG die hilfepflichtige Gemeinde, sofern nicht bundesrechtliche Vorschriften â namentlich jene des ZustÃ¤ndigkeitsgesetzes vom 24. Juni 1977 (ZUG) â, interkantonale Vereinbarungen oder die §§ 42 ff. SHG etwas anderes vorsehen. Die letztgenannten Bestimmungen regeln die "Ersatzpflicht fÃ¼r <i>wirtschaftliche</i> Hilfe" fÃ¼r jene FÃ¤lle, in denen die Aufenthaltsgemeinde oder die Wohngemeinde die von ihr fÃ¼r solche Hilfe aufgewendeten Kosten nach dem Willen des Gesetzgebers nicht definitiv tragen soll: ErhÃ¤lt ein HilfebedÃ¼rftiger ausserhalb seiner Wohngemeinde (namentlich von der Aufenthaltsgemeinde) wirtschaftliche Hilfe, so ist gemÃ¤ss § 42 SHG die <i>Wohngemeinde</i> fÃ¼r die Kosten ersatzpflichtig. Sodann ersetzt der <i>Staat</i> gemÃ¤ss § 44 SHG der Wohngemeinde die Kosten der wirtschaftlichen Hilfe an AuslÃ¤nder, die noch nicht zehn Jahre ununterbrochen Wohnsitz im Kanton haben, soweit nicht der Heimatstaat ersatzpflichtig ist (Abs. 1). Er ersetzt der Aufenthaltsgemeinde die Kosten der von ihr geleisteten wirtschaftlichen Hilfe, soweit nicht die Wohngemeinde ersatzpflichtig ist oder eine Ersatzpflicht nach Bundesrecht besteht (Abs. 2). Schliesslich Ã¼bernimmt er die Kosten der <i>ausserhalb</i> des Kantonsgebiets geleisteten wirtschaftlichen Hilfe an HilfeempfÃ¤nger ohne zÃ¼rcherischen Wohnsitz, soweit den Kanton bundesrechtlich eine Ersatzpflicht trifft (Abs. 3). </p> <p class="Urteilstext">BezÃ¼glich Kostentragungspflicht und Kostenersatzpflicht im <i>interkantonalen</i> VerhÃ¤ltnis enthalten die Art. 12 und 13 bzw. 14 ff. ZUG eine Ã¤hnliche Regelung wie im innerkantonalen VerhÃ¤ltnis die §§ 32 und 33 bzw. 42 ff. SHG.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin begrÃ¼ndet die gegenÃ¼ber der Beschwerdegegnerin als Wohngemeinde von A geltend gemachte Ersatzforderung wie erwÃ¤hnt damit, dass es sich beim notfallmÃ¤ssigen Einsatz einer Rettungsorganisation bzw. der Finanzierung eines solchen Einsatzes um persÃ¶nliche und wirtschaftliche Hilfe im Sinn von §§ 1 und 33 SHG handle, und zwar unabhÃ¤ngig von der ZahlungsfÃ¤higkeit der betreuten Person, weshalb hier die in § 42 SHG geregelte Verpflichtung der Wohngemeinde zum Kostenersatz an die Aufenthaltsgemeinde zum Zug komme. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Ob diese Auffassung zutrifft, ist zu bezweifeln. Zwar wÃ¤re es mit dem <i>Wortlaut</i> von § 11 SHG vereinbar, die notfallmÃ¤ssige medizinische Versorgung einer Person als persÃ¶nliche Notlage und damit als persÃ¶nliche Hilfe im Sinn von § 11 SHG zu betrachten, und ebenso wÃ¤re es mit dem Wortlaut von § 14 SHG vereinbar, (zumindest) die (vorlÃ¤ufige) Finanzierung eines solchen Einsatzes als Anwendungsfall wirtschaftlicher Hilfe zu betrachten, hat doch nach dieser Bestimmung Anspruch auf solche Hilfe nicht nur derjenige, der aus eigenen Mitteln nicht hinreichend, sondern auch derjenige, der aus eigenen Mitteln "nicht rechtzeitig" fÃ¼r seinen Lebensunterhalt aufkommen kann. Die Bestimmungen der Sozialhilfegesetzgebung sind aber offenkundig nicht darauf ausgerichtet, die notfallmÃ¤ssige medizinische Versorgung und deren â <i>definitive</i> â Finanzierung unabhÃ¤ngig davon sicherzustellen, ob der Betroffene fÃ¼r letztere selber aufzukommen vermag. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass die von der BeschwerdefÃ¼hrerin angerufenen Bestimmungen Ã¼ber die ZustÃ¤ndigkeit fÃ¼r die (Sozial-)Hilfeleistung (§ 33 SHG) sowie die Kostenersatzpflicht (§ 42 SHG) voraussetzen, dass ein <i>Anspruch des Betroffenen</i> (der von der Rettungsorganisation betreuten Person) auf persÃ¶nliche und/oder wirtschaftliche Hilfe nach der Sozialhilfegesetzgebung besteht. Dass es sich bei der notfallmÃ¤ssigen medizinischen Versorgung (einer gemÃ¤ss § 60 GesundheitsG Ã¶ffentlichen Aufgabe des Gemeinwesens, welche selbstverstÃ¤ndlich unabhÃ¤ngig von der Regelung der definitiven Kostentragung erfÃ¼llt werden muss) hÃ¤ufig um Ã¤hnliche Situationen handeln wird, wie sie bezÃ¼glich Sozialhilfeleistungen Gegenstand von §§ 33 und 42 SHG bilden, ist fÃ¼r sich genommen kein rechtsgenÃ¼gender Grund dafÃ¼r, diese Bestimmungen auf die Finanzierung von medizinischen NotfalleinsÃ¤tzen anzuwenden. Es widerspricht dem <i>Zweck</i> der Sozialhilfegesetzgebung, eine Kostentragungs- bzw. Kostenersatzpflicht des Gemeinwesens gestÃ¼tzt auf diese Gesetzgebung selbst dann zu bejahen, wenn die betroffene (von der Rettungsorganisation betreute) Person in der Lage ist, die angefallenen Kosten (mit oder ohne Versicherungsdeckung) selber zu begleichen. Ein medizinischer <i>Notfall</i> kann eben nicht von vornherein einer sozialhilferechtlichen <i>Notlage</i> gleichgesetzt werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Mit der Frage der Kostendeckung im Rahmen der Sozialhilfe bei RettungseinsÃ¤tzen hat sich auch die Konferenz der kantonalen FÃ¼rsorgedirektoren befasst und dazu am 14. Mai 1992 Richtlinien erlassen, deren Befolgung den Kantonen empfohlen wird. Der Kanton ZÃ¼rich berÃ¼cksichtigt diese Richtlinien (vgl. Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch in der Fassung vom April 2005, herausgegeben vom Sozialamt des Kantons ZÃ¼rich, Ziff. 2.5.1/§ 15/2 SHG/IV/S. 1). Sie finden Anwendung auf alle Personen, die sich aufgrund des Wissensstandes im Zeitpunkt der Alarmierung der Rettungsorganisation in einer Gefahr fÃ¼r Leib und Leben befinden (Ziffer 1.1). Die Geltendmachung von Forderungen bei den Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorgeinstanzen wird von verschiedenen Voraussetzungen abhÃ¤ngig gemacht (Ziffer 1.2), nÃ¤mlich die Unaufschiebbarkeit der Hilfeleistung und das Vorliegen eines Notfalles (lit. a), die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der Rettungs- und Transportmittel (lit. b), die Uneinbringlichkeit der Rettungskosten (lit. c), das (stillschweigende) EinverstÃ¤ndnis der betroffenen Person mit dem Einbezug der Sozialhilfe (lit. d) sowie die GemeinnÃ¼tzigkeit der Rettungsorganisation (lit. e). Die Rettungsorganisation hat gegenÃ¼ber der Sozialhilfeinstanz die erfolglos gebliebenen InkassobemÃ¼hungen nachzuweisen (Ziffer 2.1). Die Rettungsorganisation ist berechtigt, der Sozialhilfeinstanz 50 % der jeweiligen RechnungsbetrÃ¤ge zu verrechnen, wobei sie aber BetrÃ¤ge bis Fr. 1'000.- selber zu tragen hat. Mit der Forderung gegenÃ¼ber der FÃ¼rsorgeinstanz verzichtet die rechnungsstellende Organisation auf die aus dem Einsatz erwachsenen AnsprÃ¼che. Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde kann die Forderung der Rettungsorganisation im Rahmen der gesetzlichen Grundlagen bei der notfallmÃ¤ssig betreuten Person geltend machen, sofern deren finanzielle Lage dies erlaubt (Ziffer 2.2). Vorbehalten bleiben anders lautende VertrÃ¤ge von Kantonen mit einzelnen Rettungsorganisationen sowie kantonale gesetzliche Regelungen (Ziffer 5). Nach der zÃ¼rcherischen Praxis entfÃ¤llt bei Anwendung dieser Richtlinien fÃ¼r die Rettungsorganisation das Erfordernis, ein Gesuch um Kostengutsprache nach § 16 Abs. 3 SHG in Verbindung mit §§ 19 ff. SHV zu stellen (vgl. Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, Ziffer 2.5.1/§ 15/2 SHG/IV/S. 1). Diese Richtlinien, die vorab, wenn nicht sogar ausschliesslich auf RettungseinsÃ¤tzen mit Helikoptern und Ambulanzflugzeugen ausgerichtet sind (vgl. dazu heutiges Urteil VB.2005.00512, www.vgzrh.ch), knÃ¼pfen zwar fÃ¼r die darin geregelte Finanzierung von RettungseinsÃ¤tzen an die Bestimmungen des Sozialhilferechts an. Doch regeln sie die Tragung diesbezÃ¼glicher Kosten durch das Gemeinwesen, welche trotz Mahnung und Betreibung vom Betroffenen nicht erhÃ¤ltlich gemacht werden kÃ¶nnen, weshalb das Gemeinwesen eine Kostentragungspflicht nur in FÃ¤llen trifft, in denen von der BedÃ¼rftigkeit des Betroffenen ausgegangen werden kann. </p> <p class="Urteilstext">Mit der Frage der Kostendeckung im Rahmen der Sozialhilfe bei RettungseinsÃ¤tzen â dies allerdings bezÃ¼glich der Anwendung des ZUG und damit im interkantonalen VerhÃ¤ltnis â hat sich sodann am 1. April 2004 auch der Vorstand der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS) befasst (ZeSo 2004, S. 75 f.): Notfallanzeigen des Aufenthalts- an den Wohnkanton im Sinn von Art. 30 ZUG erfolgten oft, wenn jemand als medizinischer Notfall behandelt werden mÃ¼sse und unklar sei, ob und von wem die anfallenden Kosten Ã¼bernommen wÃ¼rden. Solche Anzeigen erfolgten vorsorglich, obwohl in einem grossen Teil der FÃ¤lle spÃ¤ter nicht definitiv Rechnung gestellt werden kÃ¶nne. Ein solches Vorgehen sei zu vermeiden. Es sollten "nur NotfallunterstÃ¼tzungen gemeldet werden, die die Sozialhilfe betreffen". Es sei Aufgabe des Aufenthaltskantons, in dem sich der Unfall des Betroffenen ereignet habe, dessen ZahlungsunfÃ¤higkeit bzw. BedÃ¼rftigkeit abzuklÃ¤ren. Erst wenn feststehe, dass Sozialhilfeleistungen tatsÃ¤chlich benÃ¶tigt wÃ¼rden, mÃ¼sse der Fall an den Wohnkanton gemeldet werden. Diese Empfehlungen gehen demnach ebenfalls davon aus, dass eine Kostentragungspflicht des Gemeinwesens gestÃ¼tzt auf das Sozialhilferecht nur dann zu bejahen ist, wenn von der BedÃ¼rftigkeit der betroffenen Person ausgegangen werden kann.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>FÃ¼r die Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts kann aus dem heutigen Urteil VB.2005.00512 des Verwaltungsgerichts nichts abgeleitet werden. In jenem Fall stand nicht eine definitive Kostentragung, sondern lediglich eine subsidiÃ¤re Kostendeckung durch das Gemeinwesen infrage. Diese wurde zwar vom Verwaltungsgericht bejaht, jedoch nicht in direkter und ausschliesslicher AnknÃ¼pfung an die Bestimmungen des Sozialhilferechts, sondern in erster Linie gestÃ¼tzt darauf, dass die betreffende Rettungsorganisation den fraglichen Notfalleinsatz im Rahmen eines Ã¶ffentlichrechtlichen Vertrages mit einem Spitalverband, dem die Wohngemeinde der betreuten Person angeschlossen war, geleistet hatte. Wie das Verwaltungsgericht zudem in jenem Urteil dargelegt hat, fÃ¼hrt eine subsidiÃ¤re Kostengutsprache im Sinn von § 19 Abs. 2 SHV nicht dazu, dass die Gemeinde die Kosten von RettungseinsÃ¤tzen in medizinischen NotfÃ¤llen unabhÃ¤ngig davon Ã¼bernehmen muss, ob die betroffene Person zahlungsunfÃ¤hig bzw. bedÃ¼rftig im Sinn von § 14 SHG ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Aufgrund der vorstehenden ErwÃ¤gungen ist demnach zweifelhaft, ob bezÃ¼glich der notfallmÃ¤ssigen medizinischen Versorgung die Wohn- oder Aufenthaltsgemeinde zur definitiven Kostentragung unabhÃ¤ngig davon herangezogen werden kann, ob die betroffene Person bedÃ¼rftig im Sinn des Sozialhilferechts ist. Diese Frage muss jedoch nicht abschliessend beantwortet werden, weil im vorliegenden Fall von einer solchen BedÃ¼rftigkeit ausgegangen werden kann. Entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin knÃ¼pft nÃ¤mlich im vorliegenden Fall die Regressforderung der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht bloss an den Umstand an, "dass eine Person die Rechnung eines fÃ¼r sie erforderlich gewordenen Einsatzes eines SanitÃ¤ts- oder Notfalldienstes nicht bezahlt". Vielmehr ist die betreute Person hier fÃ¼r die diesbezÃ¼glichen Kosten erfolglos gemahnt und betrieben worden, woraus ein Verlustschein Ã¼ber Fr. 681.90 resultiert hat. Bei dieser Sach- und Rechtslage ist erstellt, dass die betreute Person nicht in der Lage ist, die diesbezÃ¼glichen Kosten zu begleichen. Das genÃ¼gt fÃ¼r die Annahme einer BedÃ¼rftigkeit im Sinn von § 14 SHG. Daran vermag der Umstand, dass die betreute Person bezÃ¼glich ihres (sonstigen) Lebensunterhalts nicht um wirtschaftliche UnterstÃ¼tzung ersucht hat und diesen auch ohne Sozialhilfe bestreiten kann, nichts zu Ã¤ndern. Bei dieser Sach- und Rechtslage kann sich aber die Regressforderung der beschwerdefÃ¼hrenden Stadt ZÃ¼rich, wie von dieser geltend gemacht, gegenÃ¼ber der Wohngemeinde X auf § 42 SHG stÃ¼tzen. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. Dispositiv-Ziffer I des Beschlusses des Bezirksrats Y ist, soweit damit der Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrerin abgewiesen worden ist, aufzuheben. In Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 1 ihres Beschlusses vom 30. Juni 2005 ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der BeschwerdefÃ¼hrerin den aus dem Verlustschein von A resultierenden Betrag von Fr. 681.90 zu vergÃ¼ten. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdegegnerin beantragt sinngemÃ¤ss, dass ihr Beschluss vom 30. Juni 2005 auch bezÃ¼glich Dispositiv-Ziffer 2 (Kostenauflage von Fr. 150.- zulasten der Stadt ZÃ¼rich, welche vom Bezirksrat aufgehoben worden ist) geschÃ¼tzt werde. Um dies zu erreichen, hÃ¤tte sie jedoch selber Beschwerde gegen den Rekursentscheid erheben mÃ¼ssen (vgl. § 63 Abs. 2 VRG), was sie nicht getan hat. Es bleibt daher insoweit beim Rekursentscheid des Bezirksrats.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Dispositiv-Ziffer I des Beschlusses des Bezirksrats Y vom 28. September 2005 wird, soweit damit der Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrerin abgewiesen worden ist, aufgehoben. In Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 1 ihres Beschlusses vom 30. Juni 2005 wird die Beschwerdegegnerin verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin den aus dem Verlustschein von A resultierenden Betrag von Fr. 681.90 zu vergÃ¼ten. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 800.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 860.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>