<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00130</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106822&amp;W10_KEY=13013575&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00130</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.07.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung und Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Schulraum-Provisorium beim Schulhaus Erb in Küsnacht Auf die Beschwerde ist einzutreten (E. 1). Ein Beschluss über den Entzug der aufschiebenden Wirkung erübrigt sich (E. 2). Weder eine ordentliche Baubewilligung noch eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24a-d RPG kommen in Frage, sondern ausschliesslich eine solche nach Art. 24 RPG (E. 3a). Vorausgesetzt werden Standortgebundenheit und Fehlen überwiegender gegenstehender Interessen. Anzulegen ist ein objektiver Massstab (E. 3b). Standortgebundenheit besteht nicht schon wegen des engen betrieblichen Zusammenhangs mit dem benachbarten Schulhaus. Ob sie angenommen werden könnte, weil nur eine vorübergehende Ersatzbaute in Frage steht, kann offen bleiben, da diese auf der Spielwiese in der Bauzone verwirklicht werden kann (E. 3c). Bei provisorischen und befristeten Bauten kann allenfalls aufgrund des Verhältnismässigkeitsprinzips ein milderer Massstab angelegt werden. Die Interessenabwägung fällt aber zuungunsten einer Bewilligungserteilung aus (E. 3d).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSATZBAU">ERSATZBAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRIST/-EN">FRIST/-EN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENABWÃGUNG">INTERESSENABWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: OBJEKTIV">OBJEKTIV</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROVISORISCH">PROVISORISCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STANDORTGEBUNDENHEIT">STANDORTGEBUNDENHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 24 RPG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die Schulgemeinde KÃ¼snacht beabsichtigt, die Schulanlage Zentrum zu sanieren und zu erweitern. WÃ¤hrend der auf rund zwei Jahre veranschlagten Bauzeit kann die Schul­anlage nicht benÃ¼tzt werden. Die Schulgemeinde sieht vor, die betroffenen SchÃ¼ler der Se­kundarschule und der Kleinklasse (ca. 10 Klassen) in dieser Zeit im alten, derzeit nicht benutzten Primarschulhaus Erb auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 7016 unterzubringen. Das Schul­haus bietet allerdings Raum nur fÃ¼r fÃ¼nf Schulklassen. FÃ¼r die restlichen Klassen soll auf dem unmittelbar angrenzenden, im Eigentum der Schulgemeinde KÃ¼snacht stehenden GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 9617 vorÃ¼bergehend Schulraum mit einstÃ¶ckigen, 3.35 m hohen Schul­­containern geschaffen werden. Das GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 9617 befindet sich in der an die Bauzone angrenzenden kommunalen Freihaltezone F. Die Schulgemeindeversammlung KÃ¼snacht bewilligte am 25. Juni 2001 fÃ¼r die Errichtung des Schulraumprovisoriums einen Kredit von Fr. 920'000.-.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 22. Juni 2001 erteilte die Baudirektion fÃ¼r das erwÃ¤hnte Bauvorhaben die Ausnahmebewilligung gemÃ¤ss Art. 24 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Raumplanung vom 22. Ju­ni 1979 (RPG, SR 700) unter der "Bedingung", die Bauten nach Beendigung des Schulhausumbaus, spÃ¤testens bis Ende 2004, wieder zu beseitigen. Am 24. Juli 2001 erteilte die Bau­kommission der Gemeinde KÃ¼snacht auch die erforderliche kommunale Baubewilligung fÃ¼r das Schulhausprovisorium, befristet bis zum 31. Dezember 2004.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diese VerfÃ¼gungen gelangte A, EigentÃ¼mer des benachbarten GrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 07, rechtzeitig an der Regierungsrat, der den Rekurs am 6. MÃ¤rz 2002 abwies, soweit er ihn nicht als gegenstandslos ansah.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen den Beschluss des Regierungsrats hat A am 10. April 2002 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erhoben. Er beantragt, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und die nachgesuchte Ausnahmebewilligung sei zu verweigern, unter Kos­ten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Staatskanzlei beantragte fÃ¼r den Regierungsrat am 2. Mai 2002 die Abweisung der Beschwerde, ebenso die Baudirektion am 18. Juni 2002. Den gleichen Antrag stellten auch die Schulgemeinde KÃ¼snacht (am 17. Mai 2002) und die Baukommission KÃ¼snacht (am 19. Juni 2002), die zudem je um eine ParteientschÃ¤digung ersuchten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Beteiligten werden, soweit erforderlich, in den ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht ist kraft § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde sach­lich und funktional zustÃ¤ndig. Die Legitimation des BeschwerdefÃ¼hrers, der als benachbarter Grundeigen­tÃ¼­mer und als vor Vorinstanz unterlegene Partei vom angefochtenen Entscheid in besonderem Mass betroffen ist, ist aufgrund von § 21 lit. a in Verbindung mit § 70 VRG ohne Weiteres zu bejahen. Die Ã¼brigen Eintretensvoraussetzungen sind erfÃ¼llt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Da heute ein Entscheid in der Sache selbst ergeht, erÃ¼brigt sich ein Beschluss Ã¼ber das Gesuch der Beschwerdegegnerin 3, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Es ist allseits anerkannt, dass das Bauvorhaben in der kommunalen Freihaltezone nicht zonenkonform ist, weshalb eine ordentliche Baubewilligung gemÃ¤ss Art. 22 RPG nicht in Frage kommt. Ausser Betracht fÃ¤llt auch eine Ausnahmebewilligung nach den Art. 24a bis 24d RPG. NÃ¤her zu prÃ¼fen ist allein, ob die Voraussetzungen von Art. 24 RPG erfÃ¼llt sind.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss Art. 24 RPG kÃ¶nnen zonenwidrige Bauten ausserhalb der Bauzone bewilligt werden, wenn der Zweck der Bauten und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a) und keine Ã¼berwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b). Art. 24 RPG entspricht vollstÃ¤ndig Art. 24 Abs. 1 in der bis 31. August 2000 gÃ¼ltigen Fassung des RPG (aRPG), weshalb die bisherige Praxis zu dieser Bestimmung weiterhin mass­­­gebend ist. GemÃ¤ss der bun­desgerichtlichen Rechtsprechung darf die Standortgebundenheit nur dann bejaht wer­den, wenn eine Baute aus technischen oder betriebswirtschaftlichen GrÃ¼nden oder we­gen der Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bau­zone angewiesen ist (positive Standortgebundenheit), oder wenn ein Werk wegen seiner Immissionen in Bauzonen ausgeschlossen ist (negative Standortgebundenheit). Da­bei beurteilen sich die Voraussetzungen nach objektiven MassstÃ¤ben, und es kann we­der auf die subjektiven Vorstellungen und WÃ¼nsche des Einzelnen noch auf die persÃ¶nliche Zweck­­mÃ¤ssigkeit oder Bequemlichkeit ankommen. An diese Erfordernisse sind strenge An­forderungen zu stellen (BGE 124 II 252 E. 4a, 118 Ib 17 E. 2b, je mit Hinweisen). Dadurch, dass das Gesetz ausdrÃ¼cklich verlangt, dass sich die Standortgebundenheit aus dem Zweck der fraglichen Bauten und Anlagen ergeben muss, wird ausgeschlossen, dass anders geartete ZweckmÃ¤s­sigkeitsÃ¼berlegungen â vom Bundesgericht in langjÃ¤hriger Rechtsprechung als subjektive Vorstellungen und WÃ¼nsche bezeichnet â als Elemente der Standortgebundenheit berÃ¼ck­sichtigt werden dÃ¼rfen (vgl. Christoph Bandli, Bauen ausserhalb der Bauzonen, GrÃ¼sch 1989, Rz. 62). Zu diesen subjektiven Vorstellungen und WÃ¼nschen gehÃ¶ren namentlich auch Ãberlegungen finanzieller Natur, aber auch das Argument, ein GrundstÃ¼ck sei bereits erschlossen oder gehÃ¶re bereits der Bauherrschaft (Peter HÃ¤nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. A., Bern 2002, S. 208; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3.</span> <span>A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 711; Erich Zimmerlin, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, 2. A., Aarau 1985, § 129 N. 9 f.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Es ist offensichtlich, dass grundsÃ¤tzlich eine Schulbaute nicht aus technischen oder betriebswirtschaftlichen GrÃ¼nden oder we­gen der Bodenbeschaffen­heit auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist; ebenso klar ist die negative Standortgebundenheit zu verneinen. Es fragt sich aber, ob vorliegend eine positive Standortgebundenheit aufgrund der besonderen UmstÃ¤nde des Einzelfalles angenommen werden kann. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Der Regierungsrat hat die Standortgebundenheit zunÃ¤chst deshalb bejaht, weil die Platzierung der Schulcontainer in der unmittelbaren NÃ¤he des Schulhauses Erb einen optimalen Schulbetrieb gewÃ¤hrleiste und innerhalb der Bauzone keine Alternativen vorhan­den seien. Damit leitet der Regierungsrat sinngemÃ¤ss eine Standortgebundenheit aus dem Vorhandensein einer rechtmÃ¤ssig bestehenden Baute ab, mit welcher enge funktionale Beziehungen bestehen. GrundsÃ¤tzlich kann eine Standortgebundenheit fÃ¼r zusÃ¤tzliche Bauten nicht mit ErweiterungsbedÃ¼rfnissen bestehender, nicht zonenkonformer Betriebe begrÃ¼ndet werden. Erweiterungen haben vielmehr den Rahmen von Art. 24 Abs. 2 aRPG bzw. heute Art. 24c RPG einzuhalten (vgl. BGE 108 Ib 359). Ansatzweise relativiert wird diese Praxis allerdings mit der "abgeleiteten" Standortgebundenheit, die bejaht wird, wenn der vorbeste­hende Hauptbetrieb ein (zwingendes) betriebswirtschaftliches oder technisches BedÃ¼rfnis nachweisen kann, die zusÃ¤tzliche Baute am vorgesehenen Ort und in der geplan­ten Dimension zu errichten (vgl. BGE 124 II 252 E. 4c und d; kritisch zur "abgeleiteten" Standortgebundenheit Lukas Bruhin, AJP 1998, S. 977, in einer Besprechnung dieses Urteils).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>UnabhÃ¤ngig davon, ob und unter welchen UmstÃ¤nden die "abgeleitete" Standortgebundenheit bejaht werden kann, wÃ¤re es aus grundsÃ¤tzlichen ErwÃ¤gungen Ã¤usserst problema­tisch, die Standortgebundenheit auch mit einer â wie auch immer gearteten â funktiona­len Beziehung zu einem in der Bauzone gelegenen, erweiterungsbedÃ¼rftigen Betrieb zu be­grÃ¼nden. Mit einer solchen Argumentation wÃ¼rde eine nahezu unkontrollierbare Aufweichung der Grenze zwischen Siedlungs- und Nichtsiedlungsgebiet ermÃ¶glicht, was ohne ent­­sprechende Ãnderung des Gesetzes unzulÃ¤ssig wÃ¤re.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zu beachten ist allerdings, dass vorliegend nicht eigentlich ErweiterungsbedÃ¼rfnisse des Schulhauses Erb zur Diskussion stehen, sondern dass ein vorÃ¼bergehender Ersatzstand­ort fÃ¼r die Schulanlage Zentrum gefunden werden muss. FÃ¼r dieses BedÃ¼rfnis kann das Schul­­haus Erb eingesetzt werden, sofern es gelingt, in zweckmÃ¤ssiger NÃ¤he dazu auch noch die weiteren SchulrÃ¤ume zu schaffen. Insofern liesse sich eine Standortgebundenheit durch die Beziehung zu diesem Schulhaus allenfalls bejahen. Die Frage kann aber offen bleiben, da die Standortgebundenheit im Weiteren nur gegeben ist, sofern sich die zusÃ¤tzlichen Schulpavillons nicht auch innerhalb der Bauzone aufstellen lassen. Dies ist jedoch der Fall, wie sogleich zu zeigen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Die Beschwerdegegnerin 3 macht geltend, und die Vorinstanzen haben sich dieser Betrachtungsweise angeschlossen, dass die Platzierung der Container innerhalb der Bau­­zone nicht mÃ¶glich sei. Der BeschwerdefÃ¼hrer sieht demgegenÃ¼ber mehrere solche MÃ¶g­­lichkeiten. Soweit er allgemein rÃ¼gt, die Beschwerdegegnerin 3 habe es pflichtwidrig unterlassen, geeignete Ersatzstandorte (abgesehen vom Schulhaus Erb und dessen Umgebung) zu evaluieren, ist er allerdings nicht zu hÃ¶ren. Es wÃ¤re ihm zuzumuten gewesen, denk­bare Alternativstandorte zumindest grob zu bezeichnen, so dass die Beschwerdegegnerinnen die MÃ¶glichkeit erhalten hÃ¤tten, sich zu diesen Alternativen konkret zu Ã¤ussern. Nachdem die Beschwerdegegnerin 3 keine MÃ¶glichkeiten sah, das Schulprovisorium an einem anderen Ort einzurichten, konnte sie hierzu auch keine weiteren AusfÃ¼hrungen machen. Da der BeschwerdefÃ¼hrer die ihm mÃ¶glich scheinenden Alternativen ausserhalb des Gebietes Erb nicht bezeichnet hat, braucht sich das Verwaltungsgericht damit nicht weiter zu befassen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht aber auch geltend, es kÃ¤men in der unmittelbaren Um­gebung des Schulhauses Erb verschiedene FlÃ¤chen als Baustandort in Frage, die alle innerhalb der Bauzone liegen. Von den drei derartig bezeichneten FlÃ¤chen scheiden der Bereich nordwestlich des Schulhauses, der eindeutig zu klein ist, sowie der geteerte Pausenplatz sÃ¼dlich des Schulhauses, der als Pausenplatz benÃ¶tigt wird und ebenfalls zu klein ist, als Alternativstandorte ohne Weiteres aus.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Anders verhÃ¤lt es sich mit der Spielwiese sÃ¼dwestlich des FÃ¶hrenwegs. Diese Wiese ist gross genug, um das Bauprovisorium aufzunehmen, und wurde denn von der Beschwer­degegnerin 3 auch als Standort in Betracht gezogen. Verworfen wurde diese Varian­te, weil die Wiese fÃ¼r den Turn- und Sportunterricht benÃ¶tigt werde. Indessen kann der Turn­unter­richt in der zum Schulhaus Erb gehÃ¶renden Turnhalle erteilt werden. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer eingereichte Fotografie der Spielwiese lÃ¤sst erkennen, dass die Wiese zwar eingezÃ¤unt ist, was fÃ¼r Ballspiele einen erheblichen Vorteil darstellt, dass sie indessen keine besondere Sportanlagen wie 80‑m‑Bahn oder Hoch- und Weitsprunganlage enthÃ¤lt. Ãberdies kann der Wiese unter hiesigen Witterungsbedingungen fÃ¼r den Turnunterricht ohne­hin nur eine beschrÃ¤nkte Funktion zukommen. Jedenfalls hat es die Beschwerdegegnerin 3 unterlassen, Ã¼ber­zeugend darzulegen, inwiefern die Wiese fÃ¼r den Turn- und Sportunter­richt unbedingt zur VerfÃ¼gung stehen mÃ¼sse. Es erscheint nicht unzumutbar, wÃ¤hrend der beschrÃ¤nkten Zeit von etwa zwei Jahren mit BehelfslÃ¶sungen (z.B. Ballspiele auf der Wiese in der Freihaltezone; WaldlÃ¤ufe und dergleichen) auszukommen und im Ãbrigen den Turnunterricht in die Hal­le zu verlegen. Die Standortgebundenheit ist insofern zu verneinen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Am Rande hat der Regierungsrat darauf hingewiesen, dass auf dem BaugrundstÃ¼ck die AnschlÃ¼sse fÃ¼r Strom, Wasser und Abwasser bereits vorhanden seien, was einen Vorteil darstelle. Dieser Vorteil ist nicht zu bestreiten; er vermag â soweit ersichtlich auch nach Auffassung des Regierungsrates â indessen eine Standortgebundenheit nicht zu begrÃ¼nden, da er nur einen Aspekt der ZweckmÃ¤ssigkeit darstellt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) aa) GrÃ¶sseres Gewicht scheint der angefochtene Entscheid dem Argument beizu­messen, bei provisorischen Bauten kÃ¶nne ein milderer Massstab angelegt werden (unter Hin­weis auf BEZ 1999 Nr. 1, recte BEZ 1991 Nr. 1 = RB 1990 Nr. 83). In jenem Entscheid hat das Verwaltungsgericht zwischen Bewilligungen fÃ¼r provisorische Bauten und Bewilligungen fÃ¼r befristete Projekte unterschieden. An provisorische, d.h. einfach konstru­ierte Bauten von vergleichsweise kurzer Existenz, wie Bauten fÃ¼r Sport- und FestanlÃ¤sse, Baubaracken, Ausstellungshallen, Zirkuszelte und Ã¤hnliches, kÃ¶nne in materieller Hinsicht ein milderer Massstab angelegt werden und kÃ¶nnten Ausnahmebewilligungen unter wesentlich leichteren Voraussetzungen erteilt werden als fÃ¼r dauerhaft konzipierte Projekte. Bei befristeten Projekten (die in der Regel auf eine lÃ¤ngere Zeitdauer angelegt seien als ein blosses Provisorium) spiele vor allem die MÃ¶glichkeit eine Rolle, ein Projekt mit Blick auf seine beschrÃ¤nkte Bestandesdauer zu tolerieren, obwohl es im Grunde rechtswidrig sei (vgl. zur befristeten Bewilligung rechtswidriger Vorhaben auch VGr, 3. Oktober 1991, <br/> ZBl 93/1992, S. 184 E. 5a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Angesichts der vorgesehenen Bewilligungsdauer und der QualitÃ¤t der geplanten Bau­te ist vorliegend in der Terminologie des erwÃ¤hnten Urteils nicht von einem Provisorium, sondern von einer befristeten Baute zu sprechen. Wird sie zugelassen, obwohl sie wie erwÃ¤hnt die Voraussetzungen fÃ¼r eine Bewilligung nach Art. 24 RPG nicht erfÃ¼llt, so rÃ¼ckt dies die erteilte Bewilligung in die NÃ¤he einer (weitergehenden) Ausnahmebewilligung. Das ist insofern problematisch, als Ausnahmebewilligungen einer ausdrÃ¼cklichen gesetzlichen Grundlage bedÃ¼rfen (vgl. statt vieler Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Ver­waltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 1972) und Art. 24 RPG bereits die Regelung der Aus­­nahmen fÃ¼r Bauten ausserhalb der Bauzone darstellt, die dieses Thema abschliessend regelt. Geringere Anforderungen an befristete Bauten sind im Bundesrecht nicht vorgesehen, und den Kantonen ist es verwehrt, mildere Anforderungen als das Bundesrecht aufzustellen bzw. diese Anforderungen zu durchbrechen (Bandli, Rz. 218). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Soll daher vorliegend eine Ã¼ber Art. 24 RPG hinausgehende Ausnahmebewilligung erteilt werden, so setzt dies eine im Bundesrecht begrÃ¼ndete Rechtfertigung voraus. Diese lÃ¤sst sich allenfalls im verfassungsrechtlichen Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit fin­den, der einen Dispens rechtfertigen kann, obwohl eine gesetzliche Grundlage dafÃ¼r nicht vorhanden ist (vgl. Bandli, Rz. 42). Der Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit stellt einen allgemeinen Grundsatz des eidgenÃ¶ssischen Verfassungsrechts dar, der frÃ¼her als un­geschriebenes Recht anerkannt war und seit der Revision der Bundesverfassung darin ausdrÃ¼ckliche ErwÃ¤hnung findet (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 BV). Er enthÃ¤lt verschiedene Teilgehalte; unter anderem verlangt er, dass zwischen dem angestrebten Zweck einer Massnahme und den zu seiner Erreichung notwendigen Eingriffen fÃ¼r den Betroffenen ein vernÃ¼nftiges VerhÃ¤ltnis bestehe. "Es ist deshalb eine wertende AbwÃ¤gung vorzunehmen, welche im konkreten Fall das Ã¶ffentliche Interesse an der Massnahme und die durch den Eingriff beeintrÃ¤chtigten privaten Interessen der Betroffenen miteinander vergleicht" (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 514 ff.). Soll aus GrÃ¼nden der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit von einer gesetzlichen Regelung abgewichen werden, die wie vorliegend bereits den Ausnahmefall zum Gegenstand hat, ist allerdings mit Blick auf die prÃ¤judizielle Wirkung solcher Abweichungen grÃ¶sste ZurÃ¼ckhaltung geboten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Massnahme ist vorliegend die konsequente Anwendung von Art. 24 RPG, die zur Verweigerung der Bewilligung fÃ¼r das Schulhausprovisorium fÃ¼hrt. Der Eingriff in die Posi­tion der Beschwerdegegnerin 3 besteht in einer Behinderung des Turnunterrichts sowie in gewissen Erschwerungen bzw. Verteuerungen des Baus des Provisoriums. Das Ã¶ffentliche Interesse an der konsequenten Durchsetzung von Art. 24 RPG ist gross, wie das Bundes­gericht unzÃ¤hlige Male betont hat. Relativiert wird es vorliegend durch die klar und glaub­haft begrenzte Dauer, fÃ¼r welche die Baute in der Freihaltezone aufgestellt wÃ¼rde. Die Nachteile, welche die Beschwerdegegnerin 3 bei einer Bewilligungsverweigerung treffen, sind allerdings nicht besonders gewichtig. Hingegen ist zu befÃ¼rchten, dass eine Bewilligungserteilung eine schwer Ã¼berblickbare prÃ¤judizielle Wirkung entfalten kÃ¶nnte. In WÃ¼rdigung aller erwÃ¤hnten UmstÃ¤nde fÃ¤llt die InteressenabwÃ¤gung vorliegend zu Unguns­ten der Beschwerdegegnerin 3 aus und kann eine Bewilligungsverweigerung nicht als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig bezeichnet werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Bei diesem Ergebnis braucht nicht geprÃ¼ft zu werden, ob einer Ausnahmebewilligung gemÃ¤ss Art. 24 RPG Ã¼berwiegende Interessen entgegenstehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutheissen. Die Ausnahmebewilligung der Baudirektion vom 22. Juni 2001, die Bewilligung der Baukommission KÃ¼snacht vom 24. Juli 2001 und der Rekursentscheid des Regierungsrates vom 6. MÃ¤rz 2002 werden aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>