Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2024 40 Entscheid vom 24. September 2024 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter MLaw Fiona Schuler, a.o. Gerichtsschreiberin Parteien A.________, vertreten durch seine Ehefrau B.________, diese vertreten durch C.________, Beschwerdeführer, gegen Ausgleichskasse Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Alters- und Hinterlassenenversicherung (Beiträge 2020 für Arbeitnehmende mit ausländischem Arbeitgeber [Selbstzahler])2 Sachverhalt: A.A.________ (geb. ________) ist Profifussballspieler in Russland (________) und seit 2014 mit B.________ verheiratet. Am 28. Mai 2019 verlegte er seinen Wohnsitz in die Schweiz. B.Aufgrund seiner Erwerbstätigkeit in Russland forderte die Ausgleichskasse Schwyz A.________ mit Schreiben vom 23. Juli 2021 dazu auf, ihr die Anmel- dung für Arbeitnehmer ohne beitragspflichtigen Arbeitgeber (ANobAG) ausgefüllt zu retournieren (vgl. Vi-act. 1). Dieser Aufforderung kam A.________ am 29. September 2021 nach (vgl. Vi-act. 3). C.Die Ausgleichskasse Schwyz erliess am 26. November 2021 die provisori- sche Verfügung über die Beiträge (inkl. Verwaltungskosten) für Arbeitnehmende mit ausländischem Arbeitgeber (ANobAG) für die Jahre 2020 in Höhe von Fr. 27'909.10 (vgl. Vi-act. 11) und 2021 in Höhe von Fr. 47'678.45 (vgl. Vi-act. 13). Am selben Tag wurden die fälligen Verzugszinsen für die Zeit vom 1. Januar 2021 bis 26. November 2021 auf Fr. 1'263.65 festgesetzt (vgl. Vi-act. 9). D.Am 23. Dezember 2021 verfügte die Ausgleichskasse Schwyz über die de- finitive Beitragshöhe (inkl. Verwaltungskosten) von Fr. 32'663.-- für das Jahr 2019 (vgl. Vi-act. 28) sowie über Verzugszinsen in Höhe von Fr. 2'780.85. Glei- chentags erliess sie die korrigierte provisorische Verfügung für das Jahr 2020, wobei sie den zu entrichtenden Beitrag inkl. Verwaltungskosten auf der Basis ei- nes Jahreseinkommens von Fr. 344'495.-- auf Fr. 47'844.25 festlegte (vgl. Vi-act. 30). E.Mit Verfügung vom 26. Januar 2022 legte die Ausgleichskasse Schwyz die provisorischen Beiträge für Arbeitnehmende mit ausländischem Arbeitgeber für das Jahr 2022 auf Fr. 47'678.90 fest (vgl. Vi-act. 34). F.Am 3. Mai 2022 erfolgte eine Abmeldeerklärung des Amts für Migration des Kantons Schwyz aufgrund des definitiven Wegzugs von A.________ ins Ausland (________, Russland) per 25. April 2022 (vgl. Vi-act. 50/122). G.Mit Schreiben vom 23. Juni 2022 teilte die Ausgleichskasse Schwyz der Ehefrau von A.________ mit, dass sie das Konto als Arbeitnehmer ohne bei- tragspflichtigen Arbeitgeber (ANobAG) per 30. April 2022 schliessen werde. Gleichzeitig erliess die Ausgleichskasse Schwyz aufgrund des Wegzugs von A.________ eine korrigierte provisorische Beitragsverfügung für das Jahr 2022 3 und setzte die zu entrichtenden Beiträge (inkl. Verwaltungskosten) auf Fr. 15'892.90 fest (vgl. Vi-act. 51 und 53). H.1Unter Bezugnahme auf eine vorangegangene telefonische Kontaktnahme machte A.________, vertreten durch seine Ehefrau, mit Schreiben vom 4. Juli 2022 geltend, er sei seit 2017 in Russland wohnhaft und arbeite auch dort; sein Lebensmittelpunkt sei seit 2017 bis 2023 in Russland. Sinngemäss bestritt er somit die Rechtmässigkeit der Beitragsverfügungen (vgl. Vi-act. 54). Die Aus- gleichskasse nahm dieses Schreiben als Einsprache entgegen (Vi-act. 55). Mit dem Entscheid Nr. 1165/22 vom 7. Dezember 2022 (Vi-act. 58) trat sie einer- seits auf die Einsprache nicht ein, soweit diese gegen die provisorische Beitrags- verfügung 2021 vom 26. November 2021 sowie gegen die definitive Beitragsver- fügung 2019 und die provisorische Beitragsverfügung 2020 vom 23. Dezember 2021 (vgl. vorstehend lit. C und D) gerichtet war, weil die Einsprache diesbezüg- lich verspätet erfolgte (E. 2 bis E. 5). Anderseits begründete sie ausführlich (E. 6 bis E. 10), dass der Beschwerdeführer für die Zeit vom 28. Mai 2019 bis zum 25. April 2022 als in der Schweiz wohnhaft zu betrachten ist und für diese Zeit zu Recht der Beitragspflicht unterstellt wurde. H.2Der gleichentags (7.12.2022) zum Versand gebrachte Einspracheentscheid wurde vom Beschwerdeführer bzw. seiner ihn vertretenden Ehefrau nicht abge- holt und am 16. Januar 2023 an die Ausgleichskasse retourniert (Vi-act. 59). I. Nach der Abweisung der Einsprache vom 4. Juli 2022 tätigte A.________ am 24. Januar 2023 Zahlungen für die Beiträge der Jahre 2019 bis 2022 an die Ausgleichskasse Schwyz (vgl. Vi-act. 61, 67, 85 und 88). J.Am 1. März 2023 erliess die Ausgleichskasse Schwyz die definitive Bei- tragsverfügung für das Jahr 2020 und setzte die Beiträge (inkl. Verwaltungskos- ten) für A.________ als Arbeitnehmer ohne beitragspflichtigen Arbeitgeber (ANobAG) auf der Basis eines Jahreseinkommens 2020 von Fr. 916'000.-- auf Fr. 124'265.90 fest (vgl. Vi-act. 68). Die Verzugszinsen für die Zeit vom 1. Januar 2021 bis 26. November 2021 verfügte die Ausgleichskasse Schwyz gleichentags in Höhe von Fr. 5'626.50 (vgl. Vi-act. 66). K.Gegen diese Verfügung lässt A.________ durch seine Ehefrau am 27. März 2023 erneut fristgerecht Einsprache erheben, ein Jahresgehalt von rund € 324'000.-- geltend machen und sinngemäss die Korrektur der Verfügung vom 1. März 2023 beantragen (vgl. Vi-act. 73). 4 L.Mit Einspracheentscheid (Nr. 1057/23) vom 25. April 2024 wies die Aus- gleichskasse Schwyz die Einsprache vom 27. März 2023 ab (vgl. Vi-act. 88). M.Gegen diesen Einspracheentscheid Nr. 1057/23 vom 25. April 2024 lässt A.________ mit Eingabe vom 17. Mai 2024 (Postaufgabe am gleichen Tag) frist- gerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben. Er verlangt sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 25. April 2024. Am 7. Juni 2024 reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen ein. N.Mit Vernehmlassung vom 9. Juli 2024 beantragt die Vorinstanz die Abwei- sung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Der Beschwerdeführer liess sich hier- zu nicht mehr vernehmen. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Zunächst gilt es klarzustellen, dass sich die Beschwerde ausschliesslich gegen die definitive Beitragsverfügung für das Jahr 2020 vom 1. März 2023 rich- tet. Der Beschwerdeführer bezieht sich in seiner Beschwerde zu Recht auch nur auf dieses Jahr, nicht aber auf die Jahre 2019 und 2021 (vgl. vorstehend Ingress lit. H.1). Soweit sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde zu seiner Beitragspflicht im Grundsatz äussert und diese (sinngemäss) nach wie vor bestreitet (vgl. nach- stehend E. 3.5) ist auf die diesbezüglichen Erwägungen im Einspracheentscheid Nr. 1165/22 vom 7. Dezember 2022 zu verweisen, womit die Vorinstanz die Bei- tragspflicht des Beschwerdeführers als ANobAG bejaht hat. Der dortigen Be- gründung, der nichts beizufügen ist, kann ohne weiteres gefolgt werden. Im Übri- gen ist dieser Einspracheentscheid vom Beschwerdeführer nicht angefochten worden und in Rechtskraft erwachsen. Aus der Nichtabholung des Einspra- cheentscheides kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten herleiten. Da der Beschwerdeführer mit der Zustellung des Einspracheentscheides im Nachgang zu seiner Einsprache rechnen musste, den Entscheid aber bei der Post nicht abholte, gilt die Zustellung als erfolgt (vgl. § 4 des Verwaltungsrechts- pflegegesetzes [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974 i.V.m. § 150 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes [JG; SRSZ 231.110] vom 18.11.2009). Mit der zweiten Zustellung vom 17. Januar 2023 (per A-Post) hat die Vorinstanz den Beschwerdeführer auf diese Rechtslage hingewiesen (Vi-act. 60). Umstritten ist jedoch nach wie vor die Höhe des beitragspflichtigen Einkommens für das Jahr 2020. 5 2.1Der AHV-Beitragspflicht unterliegt grundsätzlich, wer obligatorisch oder freiwillig versichert ist. Obligatorisch versichert sind nach Art. 1a Abs. 1 des Bun- desgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) unter anderem die natürlichen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz (lit.a). 2.2Vorbehältlich des vorliegend nicht relevanten Art. 6 Abs. 2 AHVG bezahlen Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber nicht beitragspflichtig sind, auf ihrem massge- benden Lohn Beiträge von 8.7 Prozent (Art. 6 Abs. 1 AHVG). Gemäss Art. 16 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) gelten für die Festsetzung und die Ermittlung der Beiträge die Art. 22- 27 AHVV sinngemäss auch für Beiträge der Arbeitnehmer nicht beitragspflichti- ger Arbeitgeber. Die Beiträge werden für jedes Beitragsjahr festgesetzt, wobei als Beitragsjahr das Kalenderjahr gilt (Art. 22 Abs. 1 AHVV). Gemäss dem ge- stützt auf Art. 9 Abs. 3 AHVG ergangenen Art. 23 Abs. 1 AHVV obliegt es grundsätzlich der kantonalen Steuerbehörde, das für die Bemessung der Beiträ- ge Selbständigerwerbender - und damit sinngemäss auch der Beiträge von ANo- bAG - massgebende Erwerbseinkommen aufgrund der rechtskräftigen Veranla- gung für die direkte Bundessteuer zu ermitteln. Die Angaben der kantonalen Steuerbehörde sind für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV). 2.3Im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungs- und Gerichtsverfahren gilt der Grundsatz der prinzipiellen Vertretungsmöglichkeit (BGE 132 V 202 E. 5.1.1). Gemäss Art. 37 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann sich die Partei, wenn sie nicht persönlich zu handeln hat, jederzeit vertreten lassen. 3.1Mit Verfügung vom 1. März 2023 legte die Ausgleichskasse Schwyz die Beiträge für ANobAG für das Jahr 2020 wie folgt fest: Berechnungsgrundlagen Betrag CHF Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit: 01.01.2020-31.12.2020 916'000.00 Beitragspflichtiges Einkommen 916'000.00 Beitragsübersicht für die Periode vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 Beitragsart Prozent Betrag CHF AHV/IV/EO 10,5500 96'638.00 ALV1 2,200 3'260.40 ALV2 1,000 7'678.00 FAK 1,400 12'824.00 3.2Die Ehefrau des Beschwerdeführers machte in einer E-Mail vom 7. März 2023 sinngemäss geltend, die Vorinstanz verlange noch ungefähr Fr. 80'000.-- 6 für das Jahr 2020 (d.h. im Vergleich zur provisorischen Verfügung vom 23.12.2021 betreffend Beiträge von Fr. 47'844.25, vgl. vorstehend Ingress lit. D). Dies sei jedoch nicht korrekt, da das Einkommen ihres Ehemannes nicht Fr. 916'000.-- betragen habe. Ihr Ehemann lebe nicht in der Schweiz und zahle auch keine Steuern in der Schweiz. Vielmehr lebe ihr Ehemann in Russland und habe die kosovarische Staatsangehörigkeit. Die Vorinstanz habe über Fr. 100'000.-- erhalten und ihr Ehemann werde keine weiteren Beiträge mehr an die Schweiz bezahlen, solange er dort nicht wohnhaft sei. 3.3Mit Einsprache vom 27. März 2023 machte die Ehefrau des Beschwerde- führers sinngemäss geltend, dass das Beitragsjahr 2020 nicht korrekt berechnet worden sei. Ihr Ehemann verdiene monatlich ungefähr € 27'000.--, was aufs Jahr hochgerechnet ca. € 324'000.-- entspreche, wobei man diesen Betrag in Schwei- zer Franken umrechnen müsse. Da ihr Ehemann in Russland Steuern zahle, hät- ten sie die Steuern in der Schweiz nie richtig ausgefüllt, weshalb ihr dieser Fehler unterlaufen sei. Die Vorinstanz werde in den kommenden Tagen die Dokumente erhalten, aus denen ersichtlich sei, wie viel der Fussballclub ihrem Ehemann monatlich ausbezahlen würde. Dies werde jedoch in Rubel angegeben sein, da der Lohn in Russland in Rubel ausbezahlt werde. 3.4Im Einspracheentscheid vom 25. April 2024 führt die Vorinstanz aus, von der Steuerverwaltung des Kantons Schwyz sei ihr ein Einkommen aus un- selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 916'000.-- gemeldet worden. Aufgrund dieser Meldung habe sie am 1. März 2023 über die definitiven Beiträge in Höhe von Fr. 124'265.90 (inkl. Verwaltungskosten) verfügt. Aufgrund der Intervention der Ehefrau habe man mit der Steuerverwaltung des Kantons Schwyz bzgl. Ein- kommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit Rücksprache gehalten. Dabei ha- be man der Ehefrau mitgeteilt, dass die Steuerveranlagung für das Jahr 2020 be- reits rechtskräftig sei und keine Anpassung mehr erfolge. Daraufhin seien vom Beschwerdeführer weitere Unterlagen verlangt worden, welche bekräftigten, wie hoch das Einkommen für das Jahr 2020 ausfalle. Gemäss Arbeitsvertrag vom 3. Dezember 2019 (IV-act. 73 [S. 337 f.]) habe der Beschwerdeführer für den Zeit- raum vom 1. Juni 2020 bis 31. Mai 2023 ein monatliches Netto-Gehalt in Höhe von € 27'083.34 erhalten. Zusätzlich habe er eine Prämie für die Spiele erhalten, die von der Clubmannschaft gewonnen worden seien oder unentschieden ende- ten. Die Höhe der Prämie sei aus dem Vertrag nicht ersichtlich. Des Weiteren er- halte er zwei Mal pro Saison ein Flugticket in der Economy-Class zum Wohnort und zurück auf der optionalen Strecke. Zusätzlich sorge der Verein auf eigene Kosten für die Unterkunft und Verpflegung der Spieler im 5-Stern-Hotel ________. Die Beiträge seien in russischen Rubeln gemäss dem offiziellen 7 Wechselkurs der russischen Bank ausbezahlt worden. Aus den eingereichten Unterlagen seien folgende Einnahmen ersichtlich: Jahr 2020 RUB CHF Gehalt25'336'301.59 330'482.15 Einkommen26'727'000.00 348'622.15 Kapitalisierung881'773.79 11'501.70 Einschreibung/Anrechnung16'672'000.00 217'466.55 Unbekannt vom 27.3.2020408'477.18 5'328.10 Total(70'025'552.60)913'400.65 Insgesamt lasse sich aus den vorliegenden Dokumenten nicht eindeutig erken- nen, was zum Bonus (Siegerprämie) gehöre oder was zu den Spesen zähle, die möglicherweise nicht AHV-pflichtig seien. Am 24. April 2023 sei der Beschwerde- führer deshalb aufgefordert worden, eine Stellungnahme abzugeben, um die Zu- sammensetzung der einzelnen Einnahmen zu klären. Es sei jedoch nicht hinrei- chend erläutert worden, wie die einzelnen Beträge aufgeteilt seien. Anhand der beigebrachten Bestätigungen des Arbeitgebers hätten die Gehaltszahlungen plausibilisiert werden können. Keine Erklärung sei jedoch bezüglich der auf den Bankauszügen ersichtlichen und erheblichen Positionen "Einkommen" in Höhe von RUB 26'727'000.-- sowie der weiteren Positionen "Einschrei- bung/Anrechnung" in Höhe von RUB 16'672'000.-- gegeben worden. Die von der Steuerverwaltung vorgenommene Einschätzung, dass die erwähnten Positionen gemäss Bankauszug steuer- und AHV-pflichtiges Einkommen darstellen, sei in jedem Fall nicht offensichtlich falsch. Insofern müsse sich die Ausgleichskasse ebenfalls an die Daten gemäss rechtskräftiger Steuerveranlagung halten und das gemeldete Einkommen von Fr. 916'000.-- berücksichtigen. Die definitiven Beiträ- ge für das Jahr 2020 seien deshalb korrekt und nicht zu beanstanden. Die Ein- sprache erweise sich folglich als unbegründet und sei abzuweisen. 3.5Mit Beschwerde vor Verwaltungsgericht äussert der Beschwerdeführer, dass der Lohnausweis für das Jahr 2020 zugestellt werde, welcher genau auflis- ten würde, wieviel Geld der Beschwerdeführer monatlich von Januar 2020 bis Dezember 2020 mit Steuerabzug von seinem Arbeitgeber erhalten habe, wobei der gesamte Bonus für das Jahr 2020 ebenfalls aufgelistet sei. Dem Vertrag könne man ausserdem den gesamten Bonus für das Jahr 2020 entnehmen, wel- cher pro Sieg ausbezahlt worden sei. Für das Jahr 2020 habe der Beschwerde- führer einen Bonus von RUB 100'050.-- erhalten. Es sei immer der Wechselkurs von der Zentralbank in Russland genommen worden. Aufgrund der damaligen Coronakrise sei der Wechselkurs nicht gut gewesen. Deswegen verstehe man nicht, wie die Ausgleichkasse auf ein solch hohes Einkommen komme. Man habe 8 die Steuerverwaltung telefonisch in Kenntnis gesetzt, dass damals ein Fehler un- terlaufen sei. Die Steuerverwaltung habe sich diesbezüglich geäussert, dass man sich bzgl. des Anliegens bei der Steuerverwaltung melden solle. Da man aber selten in der Schweiz sei, habe man damals die Veranlagungsverfügung nicht selber kontrollieren können. Der Beschwerdeführer habe im Jahr 2020 jedoch kein Einkommen in Höhe von Fr. 917'000.-- erzielt, weil sein versteuertes Ein- kommen pro Monat nicht höher als € 27'000.-- gewesen sei. Der Beschwerdefüh- rer sei zwar im Jahr 2020 in der Schweiz angemeldet, jedoch nie wohnhaft ge- wesen, da er ganzjährig in Russland gelebt habe. Er sei lediglich im Sommer und Winter für eine Woche in der Schweiz gewesen. Sein Lebensmittelpunkt sei folg- lich stets in Russland gewesen. Zudem könne der Beschwerdeführer kein Geld mehr aus Russland in die Schweiz transferieren, da seine Bank Geld von Russ- land nicht mehr akzeptieren würde. 3.6Vernehmlassend bringt die Vorinstanz am 9. Juli 2024 vor, obwohl eine rechtskräftige Steuerveranlagung vorliege, habe sie den Sachverhalt erneut ge- prüft und sei zum Schluss gekommen, dass an der Höhe des Einkommens aus der Steuerveranlagung festzuhalten sei und dies als Berechnungsgrundlage für die AHV-Beiträge heranzuziehen sei. 4.1.1Wie erwähnt sind die Angaben der kantonalen Steuerbehörde über das für die Beitragsberechnung massgebende Erwerbseinkommen von ANobAG gemäss Art. 23 Abs. 4 AHVV in Analogie zu Selbständigerwerbenden für die Vor- instanz verbindlich. Die ordentliche Einkommensermittlung obliegt den Steuer- behörden und stellt eine steuerrechtliche Frage dar, die dementsprechend im Steuerjustizverfahren analysiert werden sollte (vgl. BGE 102 V 27 E. 3a). Der Beschwerdeführer hat gegen die Steuerveranlagung für das Jahr 2020 keine Einsprache erhoben. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts dürfen we- der das Sozialversicherungsgericht noch die Ausgleichskasse von einer rechts- kräftigen Steuertaxation abweichen, selbst wenn eine Abklärung ergibt, dass die Veranlagung für die direkte Bundessteuer wahrscheinlich korrigiert worden wäre, hätte man sie rechtzeitig mit einem gesetzlichen Rechtsmittel angefochten. Denn zunächst einmal begründet jede rechtskräftige Steuerveranlagung die nur mit Tatsachen widerlegbare Vermutung, dass sie der Wirklichkeit entspricht. Zum andern ist zu beachten, dass der Sozialversicherungsrichter zum Steuerrichter würde, wenn er beurteilen sollte, ob bei rechtzeitiger Erhebung der gesetzlichen Rechtsmittel die Veranlagung für die direkte Bundessteuer mit praktischer Si- cherheit korrigiert würde. Dies widerspräche indessen offensichtlich der vom Ge- setz vorgenommenen Kompetenzabgrenzung zwischen den Steuer- und Sozial- versicherungsorganen, an der festzuhalten ist (vgl. BGE 110 V 369 E. 2b mit 9 Hinweis). Auch die Wegleitung über die Beiträge der Selbständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO (WSN; Stand 1. Januar 2024 Rz. 1233) macht deutlich, dass die Steuermeldungen auch dann verbindlich sind, wenn die rechtskräftige Steuerveranlagung bei rechtzeitiger Rechtsmittelergrei- fung wahrscheinlich korrigiert worden wäre. 4.1.2Da folglich die Ausgleichskasse an die Angaben der Steuerbehörde ge- bunden ist und der Sozialversicherungsrichter grundsätzlich nur die Kassenver- fügung auf ihre Gesetzmässigkeit zu überprüfen hat, darf von rechtskräftigen Steuertaxationen bloss dann abgewichen werden, wenn diese klar ausgewiesene Irrtümer enthalten, die ohne weiteres richtiggestellt werden können, oder wenn sachliche Umstände gewürdigt werden müssen, die steuerrechtlich belanglos, sozialversicherungsrechtlich aber bedeutsam sind. Blosse Zweifel an der Richtig- keit einer Steuertaxation genügen hierzu nicht; denn die ordentliche Einkom- mensermittlung obliegt den Steuerbehörden, in deren Aufgabenkreis der Sozial- versicherungsrichter nicht mit eigenen Veranlagungsmassnahmen einzugreifen hat. Der selbständigerwerbende Versicherte - und damit auch der ANobAG - hat demnach seine Rechte, auch im Hinblick auf die AHV-rechtliche Beitragspflicht in erster Linie im Steuerjustizverfahren zu wahren (BGE 110 V 369 E. 2a mit Hin- weis; BGE 106 V 130 E. 1; BGE 102 V 40 E. 3a; WSN Rz. 1239). Infolge des Grundsatzes der Einheit der Rechtsordnung und des Verweises im Sozialversi- cherungsrecht auf die steuerrechtlichen Regelungen ist die von der Steuerbehör- de gemeldete - im Steuerverfahren rechtskräftig gewordene - Qualifikation für die Ausgleichskasse grundsätzlich als verbindlich zu erachten. Führt eine durch die Steuerbehörde vorgenommene Qualifikation somit zu einem Entscheid mit steu- errechtlichen Auswirkungen, müssen die AHV-Behörden diesfalls eigene nähere Abklärungen nur vornehmen, wenn sich ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuermeldung ergeben (vgl. BGE 147 V 144 E. 3.4.2 mit weiteren Hinweisen; Urteil BGer 9C_897/2013 vom 27.6.2014 E. 2.2.2). 4.1.3Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer der Steuerverwaltung Schwyz für die Steuerveranlagung russische Bankauszüge eingereicht. Die Steuerverwaltung hat alle Eingänge, die darauf ersichtlich waren zusammenge- zählt und diese anschliessend gemäss dem Jahresmittelkurs 2020 der Eid- genössischen Steuerverwaltung (ESTV) in Schweizer Franken umgerechnet (vgl. Vi-act. 70). 4.2.1Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer im Einspracheverfahren bzw. mit Blick auf die Einsprache vom 27. März 2023 aufgefordert, die Bankbelege noch einmal einzureichen und eine klare Aufstellung der Löhne 2020 zu erstellen 10 (Elar-Notiz vom 27.3.2023 = Vi-act. 72). Dieser Aufforderung kam der Beschwer- deführer jedoch nicht nach bzw. er reichte nur den Arbeitsvertrag vom 3. Dezem- ber 2019 ein (vgl. Vi-act. 73); er liess es bei der Bestreitung eines Einkommens von Fr. 916'000.-- bewenden und forderte seinerseits die Vorinstanz auf, "das mit der Steuerverwaltung zu klären"; irgendetwas stimme hier nicht (Vi-act. 76 [act. S. 346] = Vi-act. 77 [act. S. 351]). Zu den einzelnen Positionen (vgl. vorste- hend E. 3.4) äussert(e) er sich mit keinem Wort. 4.2.2Im Einspracheverfahren hat die Vorinstanz überdies die Steuerverwaltung ersucht, Kopien der Bankauszüge/Unterlagen, welche der Beschwerdeführer ihr habe zukommen lassen, einzureichen (Vi-act. 78), was die Steuerverwaltung am 21. April 2023 machte (Vi-act. 79 [Bankauszug act. S. 356 ff.]). Der aktenkundige Kontoauszug betrifft den Zeitraum vom 7. Januar 2020 bis 24. Dezember 2021. Die Summe allein der verbuchten Eingänge in einer Höhe von jeweils mind. 1 Mio. Rubel im Jahr 2020 ergibt einen Betrag von knapp 67 Mio. Rubel, der somit im Bereich des von der Steuerverwaltung ermittelten und von der Vorinstanz übernommenen Betrages von 70'025'552.60 Rubel liegt. Damit lässt sich plausibilisieren, dass an der Richtigkeit der Beurteilung der Steuerverwaltung keine ernsthaften Zweifel bestehen können. 4.3Soweit der Beschwerdeführer um eine Klärung bei der Steuerverwaltung ersuchte (vgl. vorstehend E. 4.2.1), ist es selbstredend nicht Sache der Vor- instanz, eine Steuerveranlagung durch die Steuerverwaltung überprüfen zu las- sen. 4.4 Der Beschwerdeführer muss es sich selbst anlasten lassen, dass er, wie in der Beschwerde vorgebracht, die Veranlagungsverfügung von 2020 nicht ange- fochten hat bzw. anfechten konnte, weil er sich nur selten in der Schweiz aufhält. Abgesehen davon hätte er dies auch - wie die Einreichung der Einsprachen und Beschwerden im vorliegenden sozialversicherungsrechtlichen Beitragsverfahren - durch eine Vetreterin machen lassen können. Überdies ist der Beschwerdefüh- rer auf § 144 des Steuergesetzes (StG; SRSZ 172.200) vom 9. Februar 2000 hinzuweisen, wonach die steuerpflichtige Person alles tun muss, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen (Abs. 1). Sie muss auf Ver- langen der Steuerbehörde insbesondere mündlich oder schriftlich Auskunft ertei- len und Belege und weitere Bescheinigungen einreichen (Abs. 2). Der Be- schwerdeführer hat vorliegend die erwähnten Mitwirkungspflichten durch die Nichteinreichung der notwendigen Unterlagen offensichtlich nicht rechtsgenüglich erfüllt. Sein Aufenthalt in Russland kann ein Absehen von diesen Mitwirkungs- pflichten nicht rechtfertigen. Ebensowenig hat er die Veranlagungsverfügung ein-11 spracheweise angefochten. Er kann daher aus seiner Argumentation und insbe- sondere seinem Vorbringen, beim Wechselkurs müsse der Coronakrise Rech- nung getragen und der Wechselkurs der russischen Zentralbank berücksichtigt werden, nichts zu seinen Gunsten ableiten. 5. Zusammenfassend hat die Vorinstanz zu Recht auf die rechtskräftige Steuer- veranlagung für das Jahr 2020 abgestellt und die AHV-Beiträge auf dieser Grundlage für das Beitragsjahr 2020 zu Lasten des Beschwerdeführers in Höhe von Fr. 916'000.-- verfügt. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 25. April 2024 erweist sich folglich als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen. 6. Das vorliegende Beitragsverfahren ist kostenpflichtig (Art. 61 lit. b bis ATSG). Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) sind auf Fr. 800.-- festzusetzen (vgl. § 3 der Gebührenordnung für die Verwaltung und die Rechtspflege im Kanton Schwyz [GebO; SRSZ 173.111] vom 20.1.1975 i.V.m. § 25 Ziff. 29 GebO [Gebührenrahmen von Fr. 100.-- bis Fr. 20'000.-- für verwal- tungsgerichtliche Beschwerdeverfahren]) und dem Verfahrensausgang entspre- chend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (§ 72 Abs. 2 VRP). Parteientschädi- gungen sind keine zu sprechen. 12 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt und mit dem am 31. Mai 2024 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet, womit die Rechnung ausgeglichen ist. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -die Vertreterin des Beschwerdeführers (R) -die Vorinstanz (R) -und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A). Schwyz, 24. September 2024 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Die a.o. Gerichtsschreiberin: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 23. Oktober 2024