B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-1933/2012 U r t e i l v o m 2 0 . N o v e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Pascal Mollard, Richter Markus Metz, Gerichtsschreiber Marc Winiger. Parteien A._______, …, vertreten durch …, Beschwerdeführer, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand MWST; Ermessensveranlagung (1/2004-4/2008). A-1933/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ betreibt in der Rechtsform der Einzelunterneh mung einen Ta- xibetrieb in der Region Basel. Mit Schreiben vom 24. Februar 2009 fo r- derte ihn die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) zwecks Überprü- fung einer allfälligen Mehrwertsteuerpflicht auf, sämtliche Bilanzen, E r- folgsrechnungen, Aufwand- und Ertragskonti, Fahrtenschreiberkarten, Ar- beitszeitkontrollkarten sowie Service - und Reparaturrechnungen ab Au f- nahme der selbständigen Erwerbstätigkeit einzureichen. B. Am 12. März 2009 reichte A._______ die Arbeitszeitkontrollkarten der Jahre 2004, 2005, 2007 und 2008 sowie die Erfolgsrechnungen der Jahre 2004 bis 2008 ein. Zudem holte die ESTV beim Strassenverkehrsamt des Kantons Basel-Stadt die Fahrzeugprüfberichte der Motorfahrzeugkontrol- le (MFK) vom 2. August 2007 sowie vom 30. September 2008 betreffend das Geschäftsfahrzeug von A._______ (Mercedes-Benz E 300, Kennzei- chen …) ein. C. Nach Überprüfung der vorhandenen Unterlagen teilte die ESTV A._______ mit Schreiben vom 23. September 2009 mit, er werde rück- wirkend per 1. Januar 2004 ins Register der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen. Mit Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. … vom 23. September 2009 belastete sie A._______ betreffend die Steuerperiode n 1. Quartal 2004 bis 4. Quartal 2008 (Zeit vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2008) einen Mehrwerts teuerbetrag von Fr. 24'641.-- zuzüglich 5 % Ve r- zugszins ab dem 30. April 2007 (mittlerer Verfall) nach. D. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs erliess die ESTV am 30. N o- vember 2009 in vollumfänglicher Bestätig ung der erwähnten EA einen förmlichen Entscheid. E. Dagegen erhob A._______ mit Eingabe vom 11. Januar 2010 Einsprache. Mit Schreiben vom 2. Februar 2011 gab ihm die ESTV Gelegenheit, wei- tere Unterlagen, insbesondere Kassabücher und Fahrtenschreiber, einzu- reichen. A-1933/2012 Seite 3 F. Mit Einspracheentscheid vom 28. Februar 2012 hiess die ESTV (Vorin- stanz) die Einsprache teilweise gut. Sie stellte fest , A._______ sei zu Recht rückwirkend per 1. Januar 2004 ins Register der Mehrwertsteue r- pflichtigen eingetragen worden und schulde für die Steuerperioden 1. Quartal 2004 bis 4. Quartal 2008 insgesamt Fr. 23'259.-- Mehr- wertsteuer zuzüglich Verzugszins. G. Gegen diesen Einspracheentscheid reichte A._______ (Beschwerdefüh- rer) am 11. April 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Er beantragt – unter Kosten- und Entschädigungsfolge – die vollumfängli- che Aufhebung des angefochtenen Entscheids . Ferner sei ihm für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht die unentgeltliche Recht s- pflege zu bewilligen und es sei festzustellen, dass er im Zeitraum 1. Quartal 2004 bis 4. Quartal 2008 nicht mehrwertsteuerpflichtig gewe- sen sei. Zur Begründung macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, es seien von den jährlich insgesamt mit dem Geschäftsfahrzeug gefahrenen Kilometern (51'379 km/Jahr) mindestens 32'300 Privatkilome- ter pro Jahr zusätzlich zu den bereits im angefochtenen Entscheid be- rücksichtigten Privatfahrten im Umfang von 6'784 km (recte: 9'279 km ) abzuziehen. So ergebe sich aus den im Recht liegenden Arbeitszeitkon- trollkarten der Jahre 2004, 2005, 2007 und 2008 , dass er in diesen Jah- ren mehrere Monate Ferien bezogen habe . Darüber hinaus zeigten na- mentlich die eingereichten Bestätigungen vom 10. März 2009 seiner be i- den Töchter B._______, wohnhaft in … (Spanien), sowi e C._______, wohnhaft in … (Italien), dass er diese Ferien jeweils ebenda verbracht und die entsprechenden Strecken mit seinem Geschäftsfahrzeug zurüc k- gelegt habe . Allein für die Fahrten nach Spanien und zurück sowie die Privatfahrten innerhalb Spanien s seien rund 20'000 Privatkilometer pro Jahr abzuziehen. Weitere 6'000 Privatkilometer pro Jahr fielen für die Fahrten nach Italien und zurück an. Für Privatfahrten innerhalb der Schweiz seien ebenfalls 6'000 km/Jahr (recte wohl: 6'300 km/Jahr) abzu- ziehen. Im Übrigen könne ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass er auch im Jahr 2006 Ferien im gleichen Um fang bezogen habe , obschon die Arbeitszeitkontrollkarten für dieses Jahr nicht vorlägen. Ins- gesamt sei demnach von jährlich maximal 10'000 geschäftlich gefahrenen Kilometern auszugehen. Bei einem Ansatz von Fr. 2.15 pro geschäftlich gefahrenem Kilometer ergebe dies einen Jahresu msatz von Fr. 21'500.--. Eine solche Umsatzhöhe führe zu keiner Mehrwertsteuerpflicht und ent-A-1933/2012 Seite 4 spreche im Übrigen den bei den Akten liegenden Erfolgsrechnungen der Jahre 2004 bis 2008. H. Mit Zwischenverfügung vom 28. Juni 2012 weist das Bundesverwa l- tungsgericht das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege ab. I. In ihrer Vernehmlassung vom 3 1. August 2012 beantragt die Vorinstanz die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Auf die Eingaben der Parteien wird – soweit entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Bun desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) beurteilt dieses Gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltung sverfah- ren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG g e- geben ist. Eine solche liegt hier nicht vor, und die Vorinstanz is t eine Be- hörde im Sinn von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist de m- nach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Das Verfahren richtet sich gemäss Art. 37 VGG nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 1.2 Der Beschwerdeführer stellt in seiner Beschwerde unter anderem den formellen Antrag, es sei festzustellen, dass er in den Jahren 2004 bis 2008 nicht mehrwertsteuerpflichtig gewesen sei. Diesen Antrag begründet er im Wesentlichen mit der Behauptung, er habe mehr Privatkilometer zu- rückgelegt als von der Vorinstanz geltend gemacht, und so die massge b- liche Umsatzlimite nicht erreicht. Dem Begehren um Erlass einer Feststellungsverfügung ist nur zu en t- sprechen, wenn de r Beschwerdeführer ein entsprechendes schutzwürd i- ges Interesse nachweist (vgl. Art. 25 Abs. 2 VwVG). Dabei gilt es insb e- sondere zu berücksichtigen, dass gemäss bundesgerichtlicher Rech t-A-1933/2012 Seite 5 sprechung der Anspruch auf Erlass einer Feststellungsverfügung subsid i- är gegenüber rechtsgestaltenden Verfügungen ist (statt vieler: BGE 137 II 199 E. 6.5, 134 III 102 E. 1.1, 133 II 249 E. 1.4.1; BVGE 2010/12 E. 2.3; ISABELLE HÄNER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], VwVG – Praxis- kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [Praxis- kommentar], Zürich 2009, N 20 zu Art. 25). Vorliegend fehlt dem B e- schwerdeführer ein schutzwürdiges Interesse an der Behandlung seines Feststellungsbegehrens, weil er bereits das negative Leistungsbegehren, das heisst den Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Nachbelastung inkl. Verzugszins (durch Aufhebung des angefochtenen Entscheids), ge- stellt hat. Damit kann anhand eines konkreten Falls entschieden werden, ob die fragliche Steuernachbelastung zu Recht besteht bzw. die massge- bende Umsatzlimite erreicht wurde , was das Feststellungsinteresse hi n- fällig werden lässt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2C _508/2010 vom 24. März 2011 E. 1.4; BVGE 2007/24 E. 1.3; Urteile des Bundesver- waltungsgerichts A-6438/2011 vom 10. Juli 2012 E. 1.1 und A-5115/2011 vom 5. Juli 2012 E. 1.2, mit Hinweisen). Auf das Feststellungsbegehren ist demnach nicht einzutreten. Mit di eser Einschränkung ist auf die im Übrigen mit der nötigen Beschwerdeberech- tigung (Art. 48 Abs. 1 VwVG) sowie form- und fristgerecht (Art. 50 und 52 VwVG) eingereichte Beschwerde einzutreten. 1.3 Am 1. Januar 2010 ist das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vo r- schriften bleiben grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltung s- dauer eingetretenen Tatsachen und entstanden en Rec htsverhältnisse anwendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Da sich der strittige Sachverhalt in den Jahren 200 3 bis 2008 zugetragen hat, untersteht das vorliegende Verfahren deshalb in materieller Hinsicht dem Bundesgesetz vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 1300). Demgegenüber ist das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht im Sinn von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des Inkraf t- tretens hängige Verfahren anwendbar. Allerdings ist Art. 113 Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv zu handhaben, als nur eigentliche Verfahren s- normen sofort auf hängige Verfahren anzuwenden sind und es dabei nicht zu einer Anwendung von neuem materiellen Recht auf altrechtlic he Sachverhalte kommen darf (ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsge- richts A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3; s.a. Urteile des Bundes-A-1933/2012 Seite 6 verwaltungsgerichts A-852/2012 vom 27. September 2012 E. 1.5, A-4506/2011 vom 30. April 2012 E. 1.3 und A-6299/2009 vom 21. April 2011 E. 2.2, mit Hinweisen). Kein Verfahrensrecht in diesem engen Sinn stellen im vor liegenden Entscheid etwa Themen wie die Buchführung s- pflicht, das Selbstveranlagungsprinzip oder die Ermessensveranlagung dar, so dass diesbezüglich noch altes Recht anwendbar ist. Keine A n- wendung finden deshalb beispielsweise Art. 70, 71, 72 oder 79 MWSTG, obwohl sie unter dem Titel "Verfahrensrecht für die Inland - und die B e- zugsteuer" stehen ( statt vieler: Urteile des Bundes verwaltungsgerichts A-852/2012 vom 27. September 2012 E. 1.5 und A -4506/2011 vom 30. April 2012 E. 1.3). Hingegen kann unter anderem Art. 81 MWSTG un- ter die von Art. 113 Abs. 3 MWSTG anvisierten Verfahrensbestimmungen subsumiert werden ( PASCAL MOLLARD/XAVIER OBERSON/ANNE TISSOT BE- NEDETTO, Tra ité TVA, Basel 2009, S. 1235 N 670). Art. 81 MWSTG gilt damit grundsätzlich auch für hängige Verfahren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht. 1.4 Gemäss dem Untersuchungsgrundsatz trägt die Behörde die Bewei s- führungslast (sog. subjektive oder formelle Be weislast). Wie sich allfällige Zweifel nach abgeschlossener Sachverhaltsermittlung auf den Entscheid der Behörde auswirken, wird hingegen nicht geregelt. Für die (materielle) Beweislast ist – mangels spezialgesetzlicher Regelung – Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) in analoger Anwendung massgebend. Gemäss dem darin veran- kerten Rechtsprinzip ist im Fall der Beweislosigkeit zu Ungunsten derje- nigen Partei zu entscheiden, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (vgl. statt vieler: Urteile des Bunde s- verwaltungsgerichts A-5938/2011 vom 4. Juli 2012 E. 2.1.2, A-5166/2011 vom 3. Mai 2012 E. 2.1.2, mit weiteren Hinweisen). Im Steuerrecht gilt grundsätzlich, dass die Steuerbehörde für die steuer- begründenden und -mehrenden Tatsachen den Nachweis zu erbringen hat, während der steuerpflichtigen Person der Nachweis der Tatsachen obliegt, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben ( vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.642/2004 vom 14. Juli 2005 , veröffentlicht in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 75 S. 495 ff. E. 5.4; zum Ganzen: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-5166/2011 vom 3. Mai 2012 E. 2.1.2, mit weiteren Hinweisen; vgl. auch ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 454). A-1933/2012 Seite 7 1.5 Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung kann das Beweisverfahren geschlossen werden, wenn die noch im Raum stehenden Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich u ntauglich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung an sich abgeht oder umgekehrt die betreffende Tatsache aus den Akten bereits genügend ersichtlich ist und angenommen werden kann, dass die Durchführung des Beweises im Ergebnis nichts ändern wird (sogenannte "antizipierte Beweiswürdigung"; statt vieler: BGE 131 I 153 E. 3; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N 3.144). 2. 2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen die im Inland gegen Entgelt erbrac h- ten Lieferungen von Gegenständen un d Dienstleistungen (Art. 5 Bst. a und b aMWSTG). Als Dienstleistung gilt jede Leistung, die keine Lief e- rung eines Gegenstandes ist (Art. 7 Abs. 1 aMWSTG). 2.2 Mehrwertsteuerpflichtig ist grundsätzlich, wer eine mit der Erzielung von Einnahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit s elbst- ständig ausübt, sofern seine Lieferungen und seine Dienstleistungen im Inland jährlich gesamthaft Fr. 75'000.-- übersteigen (Art. 21 Abs. 1 aMWSTG). Eine Ausnahme von der Steuerpflicht besteht insofern, als die nach Abzug der Vorsteuer verbleibende St euer (sog. Steuerzahllast) re- gelmässig nicht mehr als Fr. 4'000.-- beträgt; diese Ausnahme bleibt auf Jahresumsätze bis zu Fr. 250'000.-- beschränkt (Art. 25 Abs. 1 Bst. a aMWSTG). 2.3 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 46 f. aMWSTG; BLUMENSTEIN/LOCH- ER, a.a.O., S. 421 ff.; ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VAL- LENDER, Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], Bern 2003, 2. Aufl., N 78). Dies bedeutet vorab, dass der Leistungserbringer bereits für die Feststellung seiner Mehrwertsteuerpflicht selbst verantwortlich ist und sich gegebenenfalls unaufgefordert anzu melden hat (Art. 56 Abs. 1 aMWSTG; vgl. Urteile des Bundesge richts 2A.109/2005 vom 10. März 2006 E. 2.1, 2A.304/2003 vom 14. November 2003 E. 3.5). Bei festg e- stellter Steuerpflicht hat er sodann selbst und unaufgefordert über seine Umsätze und Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode den geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag (Steuer vom Umsatz abzüglich Vorsteuern) an die ESTV abzuliefern. Die ESTV ermittelt die Höhe des geschuldeten Mehrwertsteuerbetrags nur dann an Stelle der steuerpflichtigen Person, wenn diese ihren Pflichten A-1933/2012 Seite 8 nicht nachkommt (Art. 60 aMWSTG; Urteile des Bundesverwaltungsg e- richts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.3, A-1371/2012 vom 12. Juli 2012 E. 4.3, mit Hinweisen). 2.4 2.4.1 Zu den Obliegenheiten der steuerpflichtigen Person gehört insbe - sondere die Buchführung (vgl. dazu die Urteile des Bundesgerichts 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.1 und 2A.109/2005 vom 10. März 2006 E. 2.1 f.). Gemäss Art. 58 Abs. 1 aMWSTG hat die steuerpflichtige Person ihre Geschäftsbücher ordnungsgemäss zu führen und so einz u- richten, dass sich aus ihnen die für die Feststellung der Mehrwer tsteuer- pflicht sowie für die Berech nung der Steuer und der ab ziehbaren Vor- steuern massgebenden Tatsachen leicht und zuverlässig ermitteln lassen. 2.4.2 Die mehrwertsteuerliche Buchführungspflicht knüpft nach dem kl a- ren Wortlaut von Art. 58 Abs. 1 aMWSTG und sachgerechterweise an e i- ne bestehende Mehrwertsteuerpflicht an. Insofern missverständlich, da logisch nicht denkbar, ist damit die Aussage, das Mehrwertsteuerrecht gebiete die Führung von Geschäftsbüchern im oben erwähnten Sinn schon betreffend Feststellung der Steuerpflicht, besteht doch vor Entst e- hung der Steuerpflicht eben gerade noch keine steuerpflichtige Person, welche unter den Anwendungsbereich von Art. 58 Abs. 1 aMWSTG fallen könnte. Da indessen die Selbstveranlagung auch die Anmeldepflicht u m- fasst (Art. 56 aMWSTG), sind auch Unternehmerinnen und Unternehmer, die noch nicht mehrwertsteuerpflichtig sind, gehalten, durch geeignete Massnahmen periodisch zu überprüfen, ob sie der Mehrwertsteuerpflicht unterliegen (BVGE 2009/60 E. 2.5.1; Urteile des Bundesverwaltungsge- richts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.4.2, A-1371/2012 vom 12. Juli 2012 E. 4.4.2, A-6370/2011 vom 1. Juni 2012 E. 2.6.2). 2.4.3 Über die Buchführungspflicht kann die ESTV nähere Bestimmun - gen aufstellen (Art. 58 Abs. 1 aMWSTG). Von dieser Befugnis hat sie im Rahmen des Erlasses der Wegleitung für Mehrwertsteuerpflichtige (in erster Auflage erschienen im Herbst 1994 [neu herausgegeben im Frü h- ling 1997]; als Wegleitung 2001 zur Mehrwertsteuer [Wegleitung 2001] neu herausgegeben per 1. Januar 2001 [und per 1. Januar 2008 als Weg- leitung 2008 zur Mehrwertsteuer]) Gebrauch gemacht. In den – vorlie- gend einschlägigen – Wegleitungen 2001 und 2008 sind genauere Ang a- ben enthalten, wie eine derartige Buchhal tung auszugestalten ist (je Rz. 878 ff.). Alle Geschäftsvorfälle müssen fortlaufend, chronologisch und lückenlos aufgezeichnet werden (je Rz. 884 f.) und sämtliche Eintragun-A-1933/2012 Seite 9 gen haben sich auf entsprechende Belege zu stützen, so dass die einze l- nen Geschäftsvorfälle von der Eintragung in die Hilfs- und Grundbücher bis zur Steuerabrechnung und bis zum Jahresabschluss sowie umgekehrt leicht und genau verfolgt werden können (sog. "Prüfspur"; vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.297/2005 vom 3. Februar 2006 E. 3.1). 2.4.4 Nach der Rechtsprechung ist die steuerpflichtige Person selbst bei geringem Barverkehr zur Führung zumindest eines einfachen ordentl i- chen Kassabuches verpflichtet. Sie ist zwar mehrwertsteuerrechtlich nicht gehalten, kaufmännische Bücher im Sinne des Handelsrechts zu führen; die Bücher müssen die erzielten Umsätze jedoch lückenlos erfassen und die entsp rechenden Belege sind aufzubewahren (vgl. Urteile des Bu n- desgerichts 2C_206/2012 vom 6. September 2012 E. 2.2, 2A.693/2006 vom 26. Juli 2007 E. 3.1, 2A.569/2006 vom 28. Februar 2007 E. 3.1). Die detaillierte und chronologische Führung eines Kassabuches muss beso n- ders hohen Anforderungen genügen. Soll also ein Kassabuch für die Richtigkeit des erfassten Bargeldverkehrs Beweis erbringen, ist zu ve r- langen, dass in diesem die Bareinnahmen u nd -ausgaben fortlaufend, lü- ckenlos und zeitnah aufgezeichnet werden und durch Kassen stürze r e- gelmässig – in bargeldintensiven Betrieben täglich – kontrolliert werden. Nur auf diese Weise ist gewährleistet, dass die erfassten Bareinnahmen vollständig sind, das heisst den effektiven Bareinnahmen entsprechen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_206/2012 vom 6. September 2012 E. 2.2, 2C_835/2011 vom 4. Juni 201 2 E. 2.2.2, 2C_302/2009 vom 15. Oktober 2009 E. 4.2, 2 A.693/2006 vom 26. Juli 2007 E. 3.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.4.4, A-5938/2011 vom 4. Juli 2012 E. 2.4.3, A-5166/2011 vom 3. Mai 2012 E. 2.5.4, mit weiteren Hinweisen). 2.5 2.5.1 Liegen keine oder nur unvollständige Aufzeichnungen vor (Verstoss gegen die formellen Buchführungsvorschriften) oder stimmen die ausg e- wiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht überein (Verstoss gegen die materiellen Buchführungsregeln) , so nimmt die ESTV gemäss Art. 60 aMWSTG eine Schätzung nach pflichtgemä s- sem Ermessen vor (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_206/20 12 vom 6. September 2012 E. 2.3 oder 2C_835/2011 vom 4. Juni 2012 E. 2.3). Diese Bestimmung ist auch heranzuziehen, falls mangels Aufzeichnu n- gen – worunter nicht nur Ge schäftsbücher im Sinne von Art. 58 Abs. 1 aMWSTG zu verstehen sind (vgl. dazu PASCAL MOLLARD, TVA et taxation par estimation, veröffentlicht in: ASA 69 S. 518) – die sachverhaltsmässi-A-1933/2012 Seite 10 gen Grundlagen zur Beantwortung der Frage, ob überhaupt eine Steue r- pflicht vorliegt, nicht einwandfrei ermittelt werden können (zur Erme s- sensveranlagung als Sachverhaltsermittlung durch Schätzung vgl. grun d- legend BLUMENSTEIN/LOCHER, a.a.O., S. 404; zur Rechtslage bei den d i- rekten Steuern THOMAS STADELMANN, Beweislast oder Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen, veröffentlicht in : SteuerRevue [StR] 2001 S. 258 ff., 260). 2.5.2 Art. 60 aMWSTG unterscheidet nach dem Ausgeführten zwei von- einander unabhängige Konstellationen, welche zu einer Ermessenstax a- tion führen. Die erste ist diejenige der ung enügenden Aufzeichnung (Konstellation 1). In diesem Fall hat eine Schätzung insbesondere auch dann zu erfolgen, wenn die Verstösse gegen die formellen Buchhaltung s- vorschriften als derart gravierend zu qualifizieren sind, dass sie die mat e- rielle Richtigkeit der Buchhaltungsergebnisse in Frage stellen (statt vieler: BGE 105 Ib 181 E. 4a, Urteile des Bundesgerichts 2C_429 /2009 vom 9. November 2009 E. 3, 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4616/2011 vom 1 8. September 2012 E. 2.5.2, A-1017/2012 vom 18. September 2012 E. 2.3.2). Zweitens kann selbst eine formell einwandfreie Buchführung die Durchführung einer Schätzung erfordern, wenn die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wir k- lichen Sachverhalt offensichtlich nicht übereinstimmen (Konstellation 2). Dies ist nach der Rechtsprechung der Fall, wenn die in den Büchern en t- haltenen Geschäftsergebnisse von den von der Steuerverwaltung erh o- benen branchenspezifischen Erfahrungszahlen wesentlich abweichen, vorausgesetzt die kontrollierte Person ist nicht in der Lage, allfällige b e- sondere Umstände, auf Grund welcher diese Abweichung erklärt werden kann, nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4616/2011 vom 18. September 201 2 E. 2.5.2, A-1371/2012 vom 12. Juli 2012 E. 4.5.2, A-5110/2011 vom 23. Januar 2012 E. 2.5.2, A-4450/2010 vom 8. September 2011 E. 4.1). 2.6 2.6.1 Sind die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation erfüllt, so ist die ESTV nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, eine solche nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Die Fälle, in denen die Ste u- erpflichtigen ihre Mitwirkungspflichten nicht wahrnehmen bzw. keine, u n- vollständige oder ungenügende Aufzeichnungen über ihre Umsätze (bzw. hinsichtlich Feststellung oder Überprüfung der Steuerpflicht) führen, dü r- fen keine Steuerausfälle zur Folge haben (Urteil des Bu ndesgerichts A-1933/2012 Seite 11 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.6.1). 2.6.2 Die Vornahme einer Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen bedeutet insbesondere, dass die ESTV dabei diejenige Schätzungsm e- thode zu wählen hat, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb des Steuerpflichtigen soweit als möglich Rechnung trägt, auf plausibl en An- gaben beruht und deren Ergebnis der wirklichen Situation möglichst nahe kommt (Urteile des Bun desgerichts 2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 3.2, 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.3; CAMEN- ZIND/HONAUER/VALLENDER, a.a.O., N 1682). In Betracht komm en eine r- seits Schätzungsmethoden, die auf eine Ergänzung oder Rekonstruktion der ungenügenden Buchhaltung hinauslaufen, andererseits Umsat z- schätzungen aufgrund unbestrittener Teil -Rechnungsergebnisse in Ve r- bindung mit Erfahrungssätzen (Urteile des Bundesve rwaltungsgerichts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.6.2, A-4450/2010 vom 8. September 2011 E. 4.2; vgl. auch MOLLARD, a.a.O., S. 530 ff.). Die brauchbaren Teile der Buchhaltung und allenfalls vorhandene Belege sind soweit als möglich bei der Schätzu ng zu berücksichtigen. Sie können durchaus als Basiswerte der Ermessenstaxation fungieren ( statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.6.2, A-1371/2012 vom 12. Juli 2012 E. 4.6.2). 2.6.3 Im Rahmen einer Ermes senstaxation ist es nach der Rechtspr e- chung des Bundesgerichts auch zulässig, dass die ESTV eine Prüfung der Verhältnisse während eines Teils der Kontrollperiode vornimmt und in der Folge das Ergebnis auf den gesamten kontrollierten Zeitraum umlegt bzw. ho chrechnet (sog. Umlageverfahren), vorausgesetzt die massg e- benden Verhältnisse im eingehend kontrollierten Zeitabschnitt seien äh n- lich wie in der gesamten Kontrollperiode (Urteile des Bu ndesgerichts 2C_309/2009 vom 1. Februar 2010 E. 2.2 und 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 4.3.2; Urteile des Bundes verwaltungsgerichts A-852/2012 vom 27. September 2012 E. 2.3.4, A-689/2012 vom 31 . Mai 2012 E. 2.6.3, A-2950/2011 vom 8. Februar 2012 E. 2.5.3, A-1447/2010 vom 11. Novem- ber 2011 E. 2.6.3). 2.7 Die Vorinstanz zieht bei ihrer Arbeit Erfahrungszahlen heran, sei es im Rahmen der Prüfung der Voraussetzungen der Ermessensveranlagung oder sei es für die Vornahme der Schätzung. Nach der Rechtsprechung ist das Abstellen auf Erfahrungszahlen grundsätzlich nicht zu beansta n-A-1933/2012 Seite 12 den (statt vieler: BVGE 2009/60 E. 2.8; Urteil des Bundesverwaltungsge- richts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.7). 2.7.1 Erfahrungszahlen sind Ergebnisse, die aus zuverlässigen Buchha l- tungen gewonnen und nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten sta- tistisch verarbeitet werden. Sie sind keine Rechtssätze und auch keine Beweismittel (solange sie nicht z.B. durch ein Sachverständigengutac h- ten erwiesen sind), die den Geschäftsbüchern gleichgestellt wären ( MAR- TIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER, Beweis und Bewei slast im Steuerverfahren bei der Prüfung von Leistung und Gegenleistung unter dem Gesichtswi n- kel des Drittvergleichs ["dealing at arm's length"], veröffentlicht in: ASA 77 S. 658 ff., 665, 679, mit Hinweisen). 2.7.2 Erfahrungszahlen drücken Gesetzmässigkei ten in den Verdiens t- verhältnissen einzelner Branchen aus. Diese Funktion kommt ihnen aber nur dann zu, wenn sie auf einer sicheren Grundlage beruhen (vgl. ZWEI- FEL/HUNZIKER, a.a.O., S. 679). Sollen Erfahrungswerte Aufschluss über durchschnittliche Umsatzziffern geben, müssen sie breit abgestützt sein und sollten nebst der Betriebsstruktur und den regionalen Gegebenheiten auch die Betriebsgrösse berücksichtigen ( vgl. MOLLARD, a.a.O., S. 553). Mit anderen Worten müssen sie aufgrund umfassender, repräsentativer , homogener und aktueller Stichproben gewonnen werden. Das verlangt, dass sie aufgrund einer genügenden Anzahl von Fällen ermittelt werden müssen. Der Stichprobenumfang lässt sich nicht in einer absoluten Zahl bestimmen, welche für alle Branchen gültig wär e. Die Wahl der Stichpr o- ben darf nicht einseitig nur günstige oder ungünstige Verhältnisse betre f- fen. Sie muss alle Verhältnisse in angemessener Anzahl umfassen, um repräsentative Ergebnisse ermitteln zu können ( BVGE 2009/60 E. 2.8.1; Urteile des Bundesver waltungsgerichts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.7.2, A-1017/2012 vom 18. September 2012 E. 2.4.2, A-689/2012 vom 31. Mai 2012 E. 2.7.2, A-4506/2011 vom 30. April 2012 E. 2.5.2, A-3123/2008 vom 27. April 2010 E. 2.8.2). 2.7.3 Die Steuerbehörde hat die Pflicht, der steuerpflichtigen Person die Grundlagen der Erfahrungszahlen kundzugeben (vgl. ZWEIFEL/HUNZIKER, a.a.O., S. 682 f. , mit zahlreichen Hinweisen). Dies folgt aus der Begrün - dungspflicht. Die Behörde hat dem Steuerpflichtigen die Art und Weis e, wie die Ermessensveranlagung zustande gekommen ist – beinhaltend auch die Zahlen und Erfahrungswerte –, bekannt zu geben. Sie hat zu er- läutern, dass die zum Vergleich herangezogenen Betriebe nicht nur der gleichen Branche entstammen wie das eingeschätz te (gegebenenfalls) A-1933/2012 Seite 13 steuerpflichtige Unternehmen, sondern auch in anderer Hinsicht ve r- gleichbar sind, wie zum Beispiel betreffend Standort, Betriebsgrösse, Kundenkreis usw. Nur so ist es der steuerpflichtigen Person möglich, die Veranlagung sachgerecht anz ufechten (Urteil des Bundesgerichts 2A.284/2000 vom 5. Dezember 2000 E. 3, mit Hinweisen). 2.7.4 Da es sich bei Erfahrungszahlen prinzipiell um Durchschnittswerte handelt, dürfen sie im Einzelfall nicht lediglich in schematischer Weise angewendet werden. In Ausübung des pflichtgemässen Ermessens muss bei der Anwendung von Erfahrungszahlen deshalb deren Streubreite (zwischen Maximal- und Minimalwert) beachtet werden, wenn eine den individuellen Verhältnissen gerecht werdende Schätzung erfolgen soll (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Mai 1983, veröffentlicht in : ASA 52 S. 234 E. 4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.7.4, A-3123/2008 vom 27. April 2010 E. 2.8.4, A-1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 6.3). Inwiefern die Ver waltung ihr Ermessen ausgeübt hat, ist in der Entscheidbegründung darzulegen (BVGE 2009/ 60 E. 2.8.4; zum Ganzen: Urteile des Bundesverwaltung s- gerichts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.7.4, A-4506/2011 vom 30. April 2012 E. 2.5.4, A-2690/2011 vom 24. Januar 2012 E. 2.8.4). 2.8 2.8.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un- richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechts erheblichen Sach- verhaltes (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Un angemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG). 2.8.2 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft das Vorliegen der Vor - aussetzungen für die Vornahme einer Ermessenstaxation – als Rechts- frage – uneingeschränkt (statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.8.2). Als ausserhalb der Verwaltungsorganisation und Behördenhierarchie stehendes, von der richterlichen Unab hängigkeit bestimmtes Verwaltungsgeric ht auf erlegt dieses sich trotz des möglichen Rügegrundes der Unangemessenheit bei der Überprüfung von zulässigerweise erfolgten Ermessensveranlagungen jedoch eine gewisse Zurückhaltung und reduziert dergestalt seine Pr ü- fungsdichte. Grundsätzlich setzt das Bundesverwaltungsgericht nur dann sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz, wenn dieser bei der Schätzung erhebliche Ermessensfehler unterlaufen sind A-1933/2012 Seite 14 (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsger ichts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.8.2, A-1371/2012 vom 12. Juli 2012 E . 4.8.2). Diese Praxis wurde vom Bundesgericht bestätigt (Urteil des Bundesg e- richts 2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 4.3). 2.8.3 Für das Vorliegen der Voraussetzungen zur Vornahme einer E r- messenseinschätzung ist nach den allgemeinen Beweislastregeln die ESTV beweisbelastet (E. 1.5). Waren die Voraussetzungen für eine E r- messenstaxation im Einzel fall erfüllt und hat die ESTV damit zulässi ger- weise eine Schätzung nach Er messen durchgeführt, obliegt es – in Um- kehr der allgemeinen Beweis lastregeln – der steuerpflichtigen Person, den Beweis für die Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen (statt vieler: Urteile des Bun desgerichts 2C_171/2008 vom 30. Juli 2008 E. 4.3, 2A.642/2004 vom 14. Juli 2005 E. 5.4; Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.8.3). Sie kann sich g e- gen eine zulässigerweise durchgeführte Ermessenseinschätzung deshalb nicht mit allgemeiner Kritik zur Wehr setzen. Vielmehr hat sie darzulegen, dass die von der ESTV vorgenommene Schätzung offensichtlich fehle r- haft ist, und sie hat auch den Beweis für ihre vorgebrachten Behauptu n- gen zu erbringen ( statt vieler: Urteil e des Bu ndesgerichts 2C_206/2012 vom 6. September 2012 E. 2.4 oder 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.3 – das letztgenannte unter Verweis auf MOLLARD, a.a.O., S. 559 und die dort zitierte Rechtsprechung; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.8.3). 3. Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz die massgebenden Umsätze des Beschwerdeführers ermessensweise ermittelt. In einem ersten Schritt ist daher darüber zu befinden, ob sie das Vorliegen der Voraussetzungen für eine Ermessenseinschätzung zu Recht bejaht hat (E. 3.1). Erst und nur falls dies zutrifft, gilt es in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob sich die Ermessensveranlagung in ihrer Höhe als korrekt erweist (E. 3.2). 3.1 Die Vorinstanz begründet die Vornahme der Ermessensveranlagung mit dem Umstand, dass der Beschwerdeführer trotz explizit er Aufforde- rung (vgl. die Schreiben vom 24. Februar 2009 sowie vom 2. Februar 2011) keine Kassabücher über die vorliegend relevanten Jahre 2003 bis 2008 eingereicht habe. Er habe lediglich die Erfolgsrechnungen der Jahre 2004 bis 2008 sowie die Arbeitszeitkontrollkarten der Jahre 2004, 2005, 2007 und 2008 vorgelegt. Dagegen fehlten namentlich die Fahrtenschrei- berkarten der Jahre 2003 bis 2008 wie auch die Arbeitszeitkontrollkarten A-1933/2012 Seite 15 des Jahres 2006 . Den eingereichten Erfolgsrechnungen sei ausserdem nur der je weilige Gesamtertrag zu entnehmen. Es müsse daher davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer für den erwähnten Zeitraum über keine aussagekräftigen Geschäftsunterlagen verfüge. Diese Ausführungen der Vorinstanz bestreitet der Beschwerdeführer nicht substantiell. Nach der Rechtsprechung war er gehalten, durch geeignete Massnahmen periodisch zu überprüfen, ob er die Voraussetzungen der Steuerpflicht erfüllt (E. 2.4.2). Dabei gilt es zusätzlich zu beachten, dass das fragliche Taxiunternehmen einen bargeldintensiven Betrieb darstellt (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4616/2011 vom 18 . Sep- tember 2012 E. 3.1, A-689/2012 vom 31. Mai 2012 E. 3.1.1, A-5166/2011 vom 3. Mai 2012 E. 3.2.1, mit weiteren Hinweisen). Aus diesem Grund ist für die erwähnte periodische Überprüfung der Steuerpflicht die Führung eines tagfertigen Kassabuches zwingend erforderlich. Die Bareinnahmen und Barausgaben müssen in diesem fortlaufend, lückenlos und zeitnah aufgezeichnet und durch Kassenstürze regelmässig – in bargeldintensi- ven Betrieben wie dem vorliegenden wie gesagt täglich – kontrolliert wer- den (E. 2.4.4). Da der Beschwerdeführer unbestrittenermassen kein so l- ches Kassabuch geführt hat, ist seine Buchführung schon deshalb man- gelhaft. Es fehlen die sachverha ltsmässigen Grundlagen zur Beantwo r- tung der Frage, ob und wie viel Mehrwertsteuer geschuldet war . Zu er- wähnen bleibt in diesem Zusammenhang, dass die Vorinstanz ihrer Un- tersuchungspflicht nachgekommen ist (E. 1.4). So forderte sie den B e- schwerdeführer mit Schreiben vom 24. Februar 2009 sowie vom 2. Feb- ruar 2011 auf, die Fahrtenschreiber, Kassabücher und weitere relevante Unterlagen einzureichen. Zudem verlangte sie beim Strassenverkehrsamt Basel-Stadt die MFK -Prüfberichte vom 2. August 2007 und 30. Septem- ber 2008 ein und gab dem Beschwerdeführer v or Erlass ihres Entscheids vom 30. November 2009 Gelegenheit, innert einer Frist von 30 Tagen zur EA vom 23. September 2009 bzw. der darin enthaltenen Nachforderung Stellung zu nehmen. Die Voraussetzungen für eine E rmessenseinschätzung (E. 2.5) waren demnach gegeben. Die Vorinstanz war deshalb nicht nur berechtigt, son- dern verpflichtet, eine solche nach pflichtgemässem Ermessen vorzu- nehmen (E. 2.6.1). 3.2 Zu prüfen ist nun, ob die von der Vorinstanz vorgenommene Ermes- senseinschätzung bundesrechtskonform ist (s. E. 2.6.2). Bereits ausg e- führt wurde, dass das Bundesverwaltungsgericht bei dieser Prüfung nur A-1933/2012 Seite 16 dann sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt, wenn dieser erhebliche Ermessensfehler un terlaufen sind , sie ihr Ermessen mit anderen Worten nicht pflichtgemäss ausgeübt hat (E. 2.8.2). 3.2.1 Da der Vorinstanz betreffend den hier relevanten Zeitraum von 2003 bis 2008 insbesondere weder Fahrtenschreiberkarten noch Servicerec h- nungen vorlagen, er mittelte sie die mit dem Geschäftsfahrzeug (Merc e- des-Benz E 300, Kennzeichen …) gefahrene Kilometeranzahl anhand der MFK-Prüfberichte vom 2. August 2007 (Kilometerstand: 472'185) sowie vom 30. September 2008 (Kilometerstand: 532'010). In diesem Zeitraum (425 Tage) wurden mit dem genannten Fahrzeug demnach 59'825 km zu- rückgelegt. Eine Hochrechnung auf das Jahr 2008 (bzw. 365 Tage) ergab 51'379 gefahrene Kilometer . Diese jährliche Kilometeranzahl legte die Vorinstanz sodann – mangels anderweitiger Angaben – auf die Jahre 2003 bis 2007 um. Nach Abzug der belegbaren privat gefahrenen Kilome- ter (anrech enbarer Arbeitsweg [198 Arbeitstage à 2 × 10,3 km = 4'079 km/Jahr] sowie pauschal 100 Privatk ilometer pro Woche [= 5'200 km/Jahr]) sind die so ermittelten geschäftlich gefahrenen Kilometer (42'100 km/Jahr) mit dem "Erfahrungswert von Fr. 2.15 Umsatz pro g e- schäftlich gefahrenem Kilometer für die Region Basel " multipliziert wor- den. Daraus ergaben sich der steuerbare Jahresumsatz (Fr. 90'515.--) in den Jahren 2 003 bis 2008 sowie – nach Multiplikation mit dem anwen d- baren Saldosteuersatz (4,6 % bis Juni 2004 bzw. 5,2 % ab Juli 2004) – die jeweilige Steuerzahllast (2003: Fr. 4'163.--; 2004: Fr. 4'435.--; 2005 bis 2008: jeweils Fr. 4'706.--). 3.2.2 Gegen diese Berechnungen bringt der Beschwerdeführer einzig vor, die Vorinstanz habe vom so ermittelten Total jährlich gefahrener Kilometer zu Unrecht lediglich den Arbeitsweg sowie die Pauschale (5'200 km/Jahr) für private Fahrten abgezogen. Aus den handschriftlich geführten " Kon- trollkarten" und den im Recht liegenden Bestätigungsschreiben gehe her- vor, dass er tatsächlich mehr private Kilometer gefahren sein müsse. Pri- vate Fahrten würden bei ihm mindestens 32'300 km/Jahr zusätzlich aus- machen. 3.2.2.1 In diesem Zusamm enhang ist der Beschwerdeführer zunächst darauf hinzuweisen, dass er als Taxichauffeur der Verordnung vom 6. Mai 1981 über die Arbeits - und Ruhezeit der berufsmässigen Führer von leichten Personentransportfahrzeugen und sc hweren Personenwagen (ARV 2; SR 822.222) untersteht (vgl. zum Geltungsbereich Art. 1 der Ver-A-1933/2012 Seite 17 ordnung). Nach deren Art. 15 Abs. 1 und 2 hat ein Taxifahrer ständig ei- nen sog. "Fahrtenschreiber" in Betrieb zu halten und bei Privatfahrten die Pausenstellung (Stellung "0" oder "Stuhl" ) zu wählen . Lässt die Pause n- stellung keine eindeutige Unterscheidung zwischen privaten und beruf s- mässigen Fahrten zu, so hat der Chauffeur eine fortlaufende Kontrolle über die von ihm getätigten Privatfahrten zu führen (Art. 15 Abs. 2 ARV 2). Für den vorliegenden Fall ergibt sich, dass der Beschwerdeführer verpflichtet gewesen wäre, seine privaten Fahrten – so oder anders – klar zu deklarieren (vgl. Urteil des Bundesverwaltu ngsgerichts A -2690/2011 vom 24. Januar 2012 E. 3.4.1). Dies hat er indes nicht getan. Der B e- schwerdeführer legt insbesondere keine Fahrtenschreiber vor. Doch selbst in den im Recht liegenden "Kontrollkarten" finden sich keinerlei Einträge über Privatfahrten. Die blosse Angabe "Ferien" bzw. "F" in den Arbeitszeitkontrollkarten ist in keiner Weise geeignet, irgendwelche Pri- vatfahrten, geschweige denn Privatfahrten in einem über den entspr e- chenden Abzügen im angefochtenen Entscheid liegenden Umfang, nach- zuweisen. 3.2.2.2 Betreffend die geltend gemachten Verwandtenbesuche bzw. Pri- vatfahrten nach Itali en und Spanien liegen zwar zwei Bestätigungen der Töchter des Beschwerdeführers im Recht. Allerdings gehen daraus weder die genauen Daten und kilometergenauen Strecken hervor, noch dass der Beschwerdeführer die betreffenden Wege überhaupt mit seinem G e- schäftsfahrzeug zurückgelegt hat. Die Angabe der Töchter, der B e- schwerdeführer hätte sie in Spanien bzw. Italien jeweils mit "seinem Auto" besucht, lässt noch keine rechtsgenügende Verbindung zum fraglichen Geschäftsfahrzeug zu. Doch selbst wenn es zutreffen sollte, dass der Be- schwerdeführer seine Ferien im behaupteten Umfang und am behaupt e- ten Ort (2003 bis 2008 jeweils jährlich viermal Spanien bzw. … und jähr- lich zweimal Italien bzw. …) verbracht und für die entsprechenden Hin- und Rückfahrten sein Geschä ftsfahrzeug verwendet hat, bliebe immer noch und insbesondere unklar, von wo aus er die einzelnen Hinreisen je- weils angetreten hat. Jedenfalls sind die fraglichen Bestätigungen allein – aber auch im Zusammenhang mit den "Kontrollkarten" – nicht rechtsge- nügend, um die behaupteten zusätzlichen Privatkilometer mit hinreiche n- der Sicherheit zu belegen. Insofern ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass selbst wenn die entsprechenden Angaben zutreffen sollten, noch nicht nachgewiesen wäre, dass mit dem Geschäftsfah rzeug auch tatsächlich im angefochtenen Entscheid nicht berücksichtigte Privatkilometer zurüc k- gelegt worden sind. A-1933/2012 Seite 18 Auch a us der weiteren im Recht liegenden Bestätigung von D._______ (datiert 10. März 2009) , wonach der Beschwerdeführer mit seiner "Le- benspartnerin" in Südspanien wohne, sowie ausserdem der Bestätigung der "…" (datiert 22. März 2011), wonach er im Umfang von durchschnit t- lich 6 Monaten pro Jahr Frühdienst am Flughafen … verrichte und "die übrige Zeit bei seiner Familie in Spanien" verbringe, kann der Beschwer- deführer offensichtlich nichts zum Nachweis zusätzlicher mit dem G e- schäftsfahrzeug zurückgelegter Privatkilometer ableiten. Bei alledem ist nicht zuletzt zu berücksichtigen, dass es sich bei sämtl i- chen bei den Akten befindlichen Bestätigungen um Dokumente handelt, die zeitlich erst nach der Kontrolle der ESTV bzw. für das Verfahren vor der Vorinstanz erstellt worden sind. Ihnen kommt deshalb nach konsta n- ter Rechtsprechung von vornherein nur ein stark eingeschränkter B e- weiswert zu (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5166/2011 vom 3. Mai 2012 E. 3.3.2, mit Hinweisen). 3.2.2.3 Was die behaupteten Privatf ahrten vom Flughafen … nach … zum Mittagessen anbelangt, weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass während der Mittagszeit pr ivat gefahrene Kilometer im Ansatz von Fr. 2.15/km bereits berücksichtigt sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.109/2005 vom 10. März 2006 E. 4.4). Dies wird vom Beschwerdefü h- rer im vorliegenden Beschwerdeverfahren denn auch nicht bestritten. Darüber hinaus sind Privatfahrten innerhalb der Schweiz insbesondere im Pauschalabzug von 5'200 km/Jahr enthalten. Soweit der Beschwerdefüh- rer solche Privatfahrten in einem höheren Umfang geltend machen wollte, was aus der Beschwerdeschrift indessen nicht eindeutig hervorgeht, han- delt es sich um eine reine (unbelegte) Behauptung, die als solche nicht berücksichtigt werden kann. Gleiches gilt im Übrigen in Bezug auf die ebenfalls zwar behaupteten, jedoch (völlig) unbelegten Privatfahrten i n- nerhalb Spaniens. 3.2.3 In der Gesamtwürdigung erbringen die vorgelegten "Kontrollkarten" und Bestätigungen somit keinen stichhaltigen Nachweis für eine offen- sichtliche Fehlerhaftigkeit der vorinstanzlichen Schätzung privat gefahr e- ner Kilometer. Die eingereichten Erfolgsrechnungen vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Da der Beschwerdeführer die Beweislast für die Unrichtigkeit der Schätzung trägt (E. 1.5, 2.8.3), ist im Sinne des a n- gefochtenen Entscheids von 9'279 privat gefahrenen Kilome tern pro Jahr auszugehen. A-1933/2012 Seite 19 Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der Beschwerdeführer gegen die Umlage der anhand der MFK -Prüfberichte ermittelten und auf das Jahr 2008 hochgerechneten Kilometer im Umfang von 51'379 auf die Jahre 2003 bis 2007 nichts vorbringt. In der Tat ist eine derartige Umlage vorliegend zulässig, weil für den fraglichen Zeitraum keine verwertbaren Unterlagen, insbesondere keine Fahrtenschreiber oder Servicekarten vor- liegen und ausserdem davon ausgegangen werden kann, dass die mass- gebenden Verhältnisse in den Jah ren 2003 bis 2008 ähnlich gew esen sind (E. 2.6.3). Der Beschwerdeführer bringt denn auch nichts Gegentei- liges vor. Ebenso wurde der von der Vorinstanz als Erfahrungswert he- rangezogene und durch das Bundesverwaltungsg ericht in konkreten A n- wendungsakten in vergleichbaren Fällen mehrfach bestä tigte Ansatz von Fr. 2.15/km vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bemängelt (vgl. Urteile des Bundesverwaltungs gerichts A -6370/2011 vom 1. Juni 2 012 E. 3.4, A-5166/2011 vom 3. Mai 2012 E. 3.4.3.2 f., A-2690/2011 vom 24. Januar 2012 E. 3.5.1; entsprechend hat das Bundesgericht einen durchschnittl i- chen K ilometeransatz von Fr. 2.04 [dort einfach ohne Trinkgeld] für u n- selbständig erwerbende Taxichauffeure bestätigt [Urteil des Bundesg e- richts 2C_835/2011 vom 4. Juni 2012 E. 4.1]). Weiter hat die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zumindest implizit aufzuzeigen vermocht, inwiefern der Beschwerdeführer mit den von den Erfahrungszahlen e r- fassten Betrieben vergleichbar ist (E. 2.7.3). Anzumerken bleibt schliess- lich auch, dass die Vorinstanz nicht nur bei der Bestimmung der jeweili- gen Steuerzahllast, sondern auch bei der Berechnung der jährlichen Steuerschuld die Saldosteuersatzmethode angewendet hat. Sie hat bei der Ermessenseinschätzung so mit Vorsteuern berücksichtigt und ist d a- mit dem Beschwerdeführer entgegengekommen. Das Bundesverwa l- tungsgericht hat keinen Anlass, dieses Entgegenkommen in Frage zu stellen (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 4.2, A -1371/2012 vom 12. Juli 2012 E. 5.3 und A-6370/2011 vom 1. Juni 2012 E. 3.4, jeweils mit Hinweisen). 3.3 Der angefochtene Entscheid erweist sich folglich als rechtmässig und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen, soweit auf sie einzu- treten ist. Auf die vom Beschwerdeführer beantragte "Parteibefragung" ist in antizi- pierter Beweiswürdigung zu verzichten (E. 1.5). Es ist nicht ersichtlich, was der Beschwerdeführer in einer mündlichen Ei nvernahme geltend machen könnte , das am Ergebnis des vorliegenden Verfahrens etwas ändern würde bzw. sich nicht schon aus den Akten, namentlich den ei n-A-1933/2012 Seite 20 gereichten Rechtsschriften, ergibt . Insbesondere ist nicht davon aus zu- gehen, dass es ihm gelänge, anlässlich einer Parteibefragung das G e- richt von der genauen Anzahl privat gefahrener Kilometer zu überzeugen und die Verbindung zum fraglichen Taxi herzustellen. 4. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten , die auf Fr. 3'000.-- festge- setzt werden, dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor- schuss zu verrechnen. Eine Parteientschädigung an den Beschwerdefüh- rer ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). (Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen) A-1933/2012 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Ver fahrenskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvo r- schuss verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Riedo Marc Winiger Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amt ssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: