B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1386/2020 U r t e i l v o m 1 . A p r i l 2 0 2 0 Besetzung Einzelrichter Lorenz Noli, mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler; Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, Asyl und Integration, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 5. Februar 2020. E-1386/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Der angeblich am 6. Juli 2016 in die Schweiz eingereiste Beschwerdefüh- rer stellte gleichentags im damaligen Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen ein Asylgesuch. Anlässlich der dort durchgeführten Be- fragung zur Person (BzP) vom 11. Juli 2016 und der Anhörung vom 17. Juli 2018 zu den Asylgründen machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: Er sei ethnischer Tamile und stamme aus B._______ bei C._______ (Jaffna Distrikt, Nordprovinz). Er sei weder politisch tätig noch jemals Mit- glied der LTTE (Libera tion Tigers of Tamil Eelam) gewesen. Sein Bruder und eine Schwester seien jedoch bei der LTTE gewesen und im Jahr (…) beziehungsweise (…) während dem Krieg gestorben. Die Eltern und (…) lebten noch in B._______. Nach Abschluss des (…)gymnasiums habe er in einer (…) und als (…) gearbeitet. Nachdem am (…) 2016 in C._______ Selbstmordanschlagwesten und Munition gefunden worden seien, habe es Hausdurchsuchungen gegeben, so am 19. April 2016 auch bei ihnen zu- hause. Die Behörden hätten dabei Säcke gefunden und mi tgenommen, von deren Inhalt er keine Kenntnis habe; vermutlich hätten sich Waffen , Munition, Sprengstoff oder Westen darin befunden und sein verstorbener Bruder habe etwas damit zu tun gehabt. Er sei in ein Armeecamp mitge- nommen, misshandelt sowie mehrmals über seine verstorbenen Ge- schwister, über Verbindungen zur LTTE und Munitionsdepots befragt wor- den; meist habe er mit Nichtwissen antworten müssen. Sein Vater habe nach drei Wochen mit Unterstützung eines Mitglieds der tamilischen, aber regierungsfreundlichen EPDP und nach Zahlung einer beträchtlichen Geld- summe seine Freilassung bewirken können und in der Folge seine Aus- reise organisiert. Am 27. Mai 2016 sei er im Besitze seines im Jahr (…) ausgestellten Reisepasses auf dem Luftweg in Richtung D._______ und E._______ ausgereist und von dort auf dem See- und Landweg in die Schweiz gelangt. Auch nach der Ausreise sei er noch gesucht beziehungs- weise das Haus beobachtet worden, was seine (…) psychisch belastet habe. Seinen Reisepass habe der Schlepper einbehalten. Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer abgesehen von seiner Identi- tätskarte, einer beglaubigten Kopie seiner Geburtsurkunde und seinem Führerausweis folgende Dokumente zu den Akten: eine Medical Card sei- ner (…), eine Arbeitszulassungskarte für die Universität, ein Foto von ihm zusammen mit (…), ein Foto der Todesanzeige der verstorbenen Schwes- ter sowie zwei ihn abbildende Fotos von einem Ritual in einem Tempel. E-1386/2020 Seite 3 B. Am 23. Juli 2018 ersuchte das SEM die Schweizer Bots chaft in Colombo um Abklärungen zur Sache , insbesondere betreffend die Hausdurchsu- chung vom 19. April 2016 und allfällige strafrechtliche Folgen für Familien- mitglieder. Am 13. November 2018 beantwortete die Botschaft die Anfrage dahinge- hend, dass gemäss vor Ort eingeholten Auskünften von Nachbarn und des Dorfvorstehers die Familie im Frühling 2018 nach Colombo weggezogen sei und der von dieser getrennt lebende, (…) Vater sich um das Haus in B._______ kümmere. Sicherheitsprobleme der Familie seien nicht be- kannt, auch nicht der Grund des Wegzugs des Beschwerdeführers vor we- nigen Jahren ins Ausland . Der Vorfall vom (…) 2016 habe sich zwar in C._______ tatsächlich ereignet und zu Hausdurchsuchungen, Verhören, Festnahmen und einer prominenten Medienberichterstattung geführt. Eine Involvierung der Familie des Beschwerdeführers und insbesondere ein da- mit in Zusammenhang stehender späterer Waffenfund auf deren Grund- stück anlässlich einer behördlichen Hausdurchsuchung sei jedoch nieman- dem bekannt. Dem Botschaftsbericht lag ein entsprechender Medienbe- richt bei. Das dem Beschwerdeführer vom SEM hierzu am 27. März 2019 gewährte rechtliche Gehör (unter Beilage der Botschaftsanfrage und des Botschafts- berichts) nahm dieser innert antragsgemäss erstreckter Frist mit tels Stel- lungnahme seines zwischenzeitlich mandatierten Rechtsvertreters vom 29. April 2019 (und Ergänzungen vom 6. und 7. Mai 2019) wahr. Dabei hielt er an seinen bisherigen Vorbringen fest, bestätigte aber, dass die Mutter mit den (…) nach Colombo umgezogen sei und der Vater von diesen ge- trennt lebe. Die Auskünfte eines Nachbarn und des Dorfvorstehers seien nur so zu erklären, dass diese zum eigenen Schutz nicht in Verbindung mit ihm hätten gebracht werden und sich nicht hätten exponieren wollen, wes- halb sie den Vorfall mit der Hausdurchsuchung und die Sicherheitsprob- leme der Familie verschwiegen hätten. Als Beweismittel gab der Beschwer- deführer je ein Schreiben seiner Eltern (betreffend die Lebenssituation der Familie und die Verfolgungssituation des Beschwerdeführers) mit Überset- zungen zu den Akten. C. Mit Verfügung vom 2. Juli 2019 stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte dessen Asylgesuch ab. E-1386/2020 Seite 4 Gleichzeitig ordnete es dessen Wegweisung aus der Schweiz und den Voll- zug an. Eine am 2. August 2019 vom Beschwerdeführer gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-3917/2019 insoweit gut, als es die angefochtene Verfügung aufgrund der Verletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör in verschiedenen Erscheinungsformen (insb. betreffend Aktenführung, Ak- teneinsicht und Beweisabnahme) und mutmasslicher Mängel in der Sach- verhaltsfeststellung aufhob und die Sache zur Wiederaufnahme des erst- instanzlichen Verfahrens und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück- wies. Gleichzeitig brachte das Gericht die Beschwerde mitsamt einer als Beweismittel beigelegten Vorladung («Message Form» vom […] 2019 im Original mit englischer Übersetzung) dem SEM zur Kenntnis. Für den detaillierten Inhalt der Verfügung, der Beschwerde und des Urteils wird, soweit nicht in den Erwägungen spezifisch darauf einzugehen sein wird, auf die Akten verwiesen. D. Im Rahmen des wiederaufgenommenen erstinstanzlichen Verfahrens un- ternahm das SEM verschiedene Anstrengungen und Massnahmen zur Be- hebung der mit dem Urteil E-3917/2019 erkannten Mängel. Dies geschah insbesondere in Form zweier Korrespondenzführungen vom 14. Oktober und 20. Dezember 2019 mit dem Beschwerdeführer zwecks Sachverhalts- und Beweismittelvervollständigung, verbesserter Aktenführung und weiter- gehender Akteneinsichtsgewährung. Die Mitwirkung des Beschwerdefüh- rers erfolgte mittels Schreiben vom 23. Januar 2020. Im letzteren wies die- ser insbesondere darauf hin, dass in der Botschaftsanfrage der Vorfall vom 19. April 2016 mit der falschen Jahreszahl 2017 angegeben sei und die Abklärungsergebnisse somit nicht in asylrelevanter Weise verwertbar seien, zumal auch keine Familienangehörigen befragt worden seien. Für die detaillierten Inhalte wird, soweit nicht in den Erwägungen spezifisch darauf einzugehen sein wird, auf die Akten verwiesen. E. Mit neuer Verfügung vom 5. Februar 2020 – eröffnet am 7. Februar 2020 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht, und lehnte dessen Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es seine Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an . In der Beilage E-1386/2020 Seite 5 wurden ihm die editionspflichtigen Akten mitsamt dem Aktenverzeichnis zu- gestellt. F. Mit Eingabe vom 9. März 2020 hat der Beschwerdeführer gegen diese Ver- fügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben. Darin bean- tragt er deren Aufhebung, die Gewährung von Asyl, eventualiter die Ge- währung der vorläufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzulässigkeit oder allenfalls der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges sowie in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Feststellung aufschiebender Wirkung , die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Beiordnung der rubrizierten Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin. G. Mit Verfügung vom 11. März 2020 stellte der Instruktionsrichter den einst- weilen rechtmässigen Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz während des Beschwerdeverfahrens fest. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). E-1386/2020 Seite 6 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 1.4 Die Anträge betreffend Feststellung aufschiebender Wirkung – diese wurde in der angefochtenen Verfügung nicht entzogen – und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werden mit dem vorliegenden, in- struktionslos ergehenden Direktentscheid in der Sache hinfällig. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschie den (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. Vorab ist festzustellen, dass die im Kassationsurteil E -3917/2019 erkann- ten Mängel (vgl. Bst. C oben) nach Wiederaufnahme des erstinstanzlichen Verfahrens durch das SEM vollständig behoben wurden (vgl. Bst. D oben sowie die nochmalige, umfassende Akteneinsichtsgewährung mit dem an- gefochtenen Entscheid). Der rechtsvertretene Beschwerdeführer erhebt richtigerweise in der vorliegenden Beschwerde auch keine Rügen formeller Art. Weitergehende Ausführungen hierzu erübrigen sich somit. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer E-1386/2020 Seite 7 politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder d er Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Be- hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege- ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte o der verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.2 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 5.3 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an- dere grausame, unmensc hliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürger- krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausrei- sen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG). E-1386/2020 Seite 8 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 6. 6.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids qualifizierte das SEM die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen als den Anforderungen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftigkeit und jenen von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht genügend. Im Sachvortrag seien mehrere erhebliche Widersprüche und Unstimmigkeiten aufgetreten, so betreffend den Ablauf der Verhaftung und die Überführung ins Armeecamp (Behandlung, Konversation und Verständigung, Sprache der Konversa- tion), die Örtlichkeit des Camps sowie betreffend die Erkundigungen des Vaters nach ihm während dieser Zeit. Die Erklärungen des Beschwerde- führers zu diesen Unstimmigkeiten vermöchten nicht zu überzeugen. Wei- tere Widersprüche bestünden in den Schilderungen seiner Befragung im Camp (beteiligte Personen und deren Funktionen, Befragungssprache und Übersetzung, Beschreibung der Befragungssituation). Auch die Bot- schaftsabklärungen vor Ort hätten zu keiner Bestätigung seiner Angaben geführt. Die im Rahmen des rechtlichen Gehörs am 29. April 2019 (und ergänzend am 6. und 7. Mai 2019) deponierten Erklärungen überzeugten nicht und die vorgelegten Briefe der Eltern seien als Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswert einzustufen; letztere generierten gar neue Unstimmigkei- ten betreffend die angeblichen Fundgegenstände bei der Hausdurchsu- chung. Die falsch angegebene Jahreszahl in der Botschaftsanfrage ändere am Ergebnis und an der Verwertbarkeit der Botschaftsantwort nichts, da im unmittelbar vorangehend geschilderten Sachverhalt das Jahr 2016 zwei- mal korrekt erwähnt sei und auch der von der Botschaft beigelegte Zei- tungsbericht aus dem Jahre 2016 stamme. Im Weit eren habe der Be- schwerdeführer seine Verhaftung, die Zeit während der Haft und die Frei- lassung knapp, substanzarm und ohne Realkennzeichen geschildert. Die vorgelegten Beweismittel seien für die behauptete Verhaftung nicht be- weistauglich. Dies gelte auch f ür die mit der Beschwerde vom 2. August 2019 abgegebene Polizeivorladung («Message Form» vom […] 2019), zu- mal er im gesamten Verfahren nie eine behördliche Vorladung geltend ge- macht habe und Polizeiformulare dieser Art leicht fälschbar seien. Die an- gebliche behördliche Verfolgung im Zusammenhang mit einer Hausdurch- suchung vom 19. April 2016 sei s omit nicht glaubhaft. Auch eine allfällige Furcht vor Verfolgungsmassnahmen im Falle einer Rückkehr nach Sri E-1386/2020 Seite 9 Lanka unter Berücksichtigung der im Referenzurteil des Bundesverwal- tungsgerichts E-1866/2015 erwähnten Risikofaktoren erscheine nicht be- gründet. Allfällige behördliche Befragungen am Flughafen oder am Her- kunftsort genügten hierfür nicht, zumal der Beschwerdeführer nach Kriegs- ende noch sieben Jahre im Heimatland gelebt habe, sich die vorgebrachte Verfolgungslage als unglaubhaft herausgestellt habe und nicht ersichtlich sei, weshalb er nunmehr in den Verfolgungsfokus der heimatlichen Behör- den geraten sollte. Diese Einschätzung werde durch die am 16. November 2019 erfolgte Wahl von Gotabaya Rajapaksa und die seitherige Entwick- lung nicht umgestossen. Es gebe bislang keinen Anlass zur Annahme einer kollektiven Verfolgungsgefahr ganzer Volksgruppen und die Situation im tamilisch geprägten Norden und Osten Sri Lankas habe sich mangels ent- sprechender Berichte nicht wesentlich verändert . Ein persönlicher Verfol- gungsbezug des Beschwerdeführers zu den politischen Veränderungen und neuen Machtverhältnissen sei nicht auszumachen. Es reiche nicht, auf politische Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit oder mögliche Zu- kunftsszenarien zu verweisen. Er erfülle daher die Flüchtlingseigenschaft nicht. Die gesetzliche Regelfolge der Ablehnung des Asylgesuchs sei die Wegweisung aus der Schweiz. Deren Vollzug in den Heimatstaat sei man- gels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft unter dem Aspekt von Art. 5 Abs. 1 AsylG und Art. 33 FK, mangels einzelfallspezifischer Anhaltspunkte für eine besondere Risikoeinschätzung und mithin für eine nach Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung sowie unter Mitberücksichtigung der allgemeinen Menschenrechtslage in Sri Lanka völkerrechtlich zulässig. Er sei ebenso zumutbar, da in Sri Lanka auch seit November 2019 keine Situation wie Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner Gewalt herrsche. Ein Vollzug insbesondere in die Nordprovinz sei sodann praxisgemäss und be- treffend den Beschwerdeführer individuell zum utbar. Nach wie vor lebten die Eltern und (…) in der Heimat und er könne sich auf eine gesicherte Wohnsituation sowie Arbeitserfahrungen als (…) und (…) stützen. Zudem sei er jung und mehrheitlich gesund. Der Vollzug der Wegweisung sei im Übrigen technisch möglich und praktisch durchführbar. 6.2 In seiner Rechtsmitteleingabe wiederholt und bekräftigt der Beschwer- deführer seine erstinstanzlich deponierten Vorbringen. Diese ergänzt er dahingehend, dass weiterhin Leute zum Haus in B._______ kämen und nach ihm suchten; die Polizeivorladung vom (…) 2019 und behördliche Su- che nach ihm gründeten darin, dass er auf illegale Weise aus der Haft frei- gekommen sei. Entgegen der Auffassung des SEM seien seine Vorbringen durchaus glaubhaft. Die erkannten Widersprüche seien minimal, irrelevant, E-1386/2020 Seite 10 erklärbar oder auf eine zu starke Gewichtung der BzP zurückzuführen. Be- treffend den Ablauf der Verhaftung und die Überführung ins Armeecamp sei zu berücksichtigen, dass er damals in einem Schock- und Angstzustand gewesen und das Erinnerungsvermögen daher eingeschränkt sei; zudem habe er die Sprache seiner Begleiter nicht verstanden und seine Augen seien verbunden gewesen. Die ihm vorgeworfene Unstimmigkeit betref- fend die Örtlichkeit des Armeecamps sei irritierend, zumal er in der Anhö- rung erklärt habe, beim Camp in F._______ handle es sich um eine blosse Vermutung. Auch betreffend die Erkundigungen des Vaters nach ihm wäh- rend der Haft handle es sich um einen vermeintlichen Widerspruch, und es sei zu berücksichtigen, dass es sich beim Verhal ten des Vaters nicht um eine eigene Wahrnehmung, sondern um eine Erzählung von diesem handle. Weiter sei nicht ersichtlich, weshalb seine Erklärungen betreffend das Ergebnis der Botschafts anfrage (Verschweigen aus Eigenschutz der Auskunftspersonen) nicht überzeugend seien. Betreffend die widersprüch- lichen Angaben zu den Fundgegenständen sei auch denkbar, dass sein Vater ihm einfach nicht alles erzählt habe. Hinsichtlich der abweichenden Jahreszahl in der Botschaftsanfrage verweist der Beschwerdeführer auf seine im Rahmen des rechtlichen Gehörs deponierte Stellungnahme, an der er festhalte. Der Vorwurf mangelnder Realkennzeichen betreffend seine Haftzeit erstaune, seien doch solche durchaus vorhanden und die Schilderungen detailliert. Sodann belege die eingereichte Polizeivorladung die behördliche Suche nach ihm; die Vorinstanz dürfe nicht ohne konkrete Anhaltspunkte davon ausgehen, das Dokument sei gefälscht. Die Verfol- gungsvorbringen erwiesen sich damit als glaubhaft und zudem asylrele- vant, da die Inhaftierung und Folterung die geforderte Zielgerichtetheit, In- tensität und Kausalität zur Ausreise erfüllten und er aufgrund der aktuellen Suche nach ihm begründeterweise weitere irreguläre Verhaftung und Fol- terung zu befürchten habe. Er erfülle dabei mehrere erhebliche Risikofak- toren gemäss dem Referenzurteil E -1866/2015 des Bundesverwaltungs- gerichts (Inhaftierung und Folterung unter dem Vorwurf von Kontakten zur LTTE sowie fortbestehende Suche auch nach der Ausreise). Durch die Machtergreifung des Rajapaksa-Clans im November 2019 sei nicht auszu- schliessen, dass er als abgewiesener Asylgesuchsteller aus der Schweiz, vormalig bereits inhaftierter und nach wie vor gesuchter LTTE-Verdächtig- ter bei einer Rückkehr erneut asylrelevante, ethnisch und politisch moti- vierte Verfolgung zu gewärtigen habe, wogegen offensichtlich kein Schutz- wille des Staates bestehe. Er habe mithin Anspruch auf Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung des Asyls. Damit ergebe sich gleichsam die Menschenrechtswidrigkeit und mithin Unz ulässigkeit des E-1386/2020 Seite 11 Wegweisungsvollzuges. Der Vollzug sei aus medizinischen Gründen zu- dem unzumutbar, weil er sich «in einer schlechten (…) und gesundheitli- chen Verfassung» befinde. 7. 7.1 Das SEM ist nach zutreffender Sachverhaltsfeststellung in seinen hin- länglich auf die Akten abgestützten Erwägungen mit einlässlicher und über- zeugender Begründung sowie korrekter Gesetzes- und Praxisabstützung zur zutreffenden Erkenntnis gelangt, die geltend gemachten Verfolgungs- vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftigkeit und jenen von Art. 3 AsylG an die flüchtlings- rechtliche Beachtlichkeit nicht genügen, weshalb er keinen Anspruch auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung des Asyls habe. Es kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die betreffenden Erwä- gungen gemäss angefochtener Verfügung und deren Zusammenfassung oben (E. 6.1) verwiesen werden. Diese lassen zwar stellenweise eine ge- wisse Ausgewogenheit vermissen, zumal der Beschwerdeführer der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht und ebenso seiner Substanziierungslast in der freien Erzählung der erlittenen Benachteiligungen und Befürchtungen (vgl. Anhörung F36) weitgehend rechtsgenüglich nachgekommen ist. Den- noch sind die vorinstanzlichen Erwägungen als solche nicht zu beanstan- den. Die Ausführungen in der Beschwerde führen zu keiner anderen Be- trachtungsweise, sondern erschöpfen sich über weite Teile in blossen Wie- derholungen, Bekräftigungen, Gegenbehauptungen und Mutmassungen. Die bezüglich der aufgetretenen Widersp rüche und weiter en Unstimmig- keiten im Sachvortrag unternommenen Entkräftungsversuche (Schock - und Angstzustand, Erinnerungslücken, Fremdwahrnehmung und möglich- erweise unvollständige Erzählung des Vaters) sind nicht stichhaltig. Erwäh- nenswert ist sodann die gegen eine damalige Verfolgungssituation spre- chende legale Ausreise des Beschwerdeführers mit seinem eigenen Rei- sepass. Auch die Beweiswürdigung des SEM ist in keinem Punkt zu bean- standen. Die beiden Schreiben der Eltern deuten augenfällig auf eine nach- trägliche Anpassung des Sachverhalts an die durch die Botschaftsabklä- rung gewonnenen neuen Erkenntnisse hin und generieren weitere Unstim- migkeiten (z.B. Todesjahre Geschwister). Weiter ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Polizeivorladung vom (…) 2019 entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht als Fälschung qualifiziert, sondern deren re- duzierten Beweiswert erkannt hat. Diese Erkenntnis ist mit Verweis auf die betreffenden Erwägungen zu stützen. Die Sachverhaltsergänzung, wo- nach weiterhin Leute zum Haus in B._______ kämen, dieses beobachteten E-1386/2020 Seite 12 und nach ihm suchten, erstaunt insofern, als zum einen die Botschaftsab- klärung vor Ort solches nicht zutage gebracht hat und zum andern der Va- ter des Beschwerdeführers nur nachts nach dem Haus schaue (vgl. Be- schwerde S. 6 unten ) und entsprechend kau m solche Wahrnehmungen machen könnte. Die Begründung der behördlichen Suche (illegales Frei- kommen aus der Haft) ist deshalb nicht nachvollziehbar, weil er vor dem (…) 2019 – wie vom SEM zutreffend festgestellt – nie eine Vorladung be- kommen hat, obwohl die (angeblich illegale und den Behörden bekannte) Freilassung damals bereits drei Jahre hätte zurückliegen müssen . Das SEM hat im Weiteren aus der Botschaftsabklärung die zutreffenden Schlüsse gezogen. Deren Verwertbarkeit ist – trotz Angabe einer unzutref- fenden Jahreszahl auf Seite 2 der Anfrage – auch durch das Bundesver- waltungsgericht zu bejahen. Bedeutsam hierfür ist insbesondere auch der Umstand, dass die mit der falschen Jahreszahl (2017) zuhanden der Bot- schaft gestellte Abklärungsfrage ohne Lektüre des auf Seite 1 der Anfrage wiedergegebenen Sachverhalts (mit mehrfach korrekt angeführter Jahres- zahl 2016) für sich genommen gar nicht beantwortbar gewesen wäre. Mit der zu bestätigenden Unglaubhaftigkeit der behördlichen Hausdurch- suchung, Inhaftierung und infolge illegaler Freilassung fortbestandenen Suche nach dem Beschwerdeführer erübrigt sich die Prüfung der flücht- lingsrechtlichen Beachtlichkeit dieser Vorbringen; auf die betreffenden Aus- führungen in der Beschwerde ist daher nicht einzugehen. Damit reduziert sich mangels persönlicher Vorbelastung gleichsam die Prüfung der Erfül- lung erheblicher Risikofaktoren anhand des Referenzurteils des Bundes- verwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 . Diesbezüglich und ebenso betreffend die Würdigung der aktuellen Entwicklungen in Sri Lanka seit der Machtergreifung des Rajapaksa-Clans im November 2019 ist wie- derum vollumfänglich auf die betreffenden Erkenntnisse gemäss angefoch- tener Verfügung zu verweisen. Das Gericht hält grundsätzlich nach wie vor an der Lageeinschätzung gemäss dem Referenzurteil fest. Der Beschwer- deführer vermag mangels vorbestanden en (singulärer oder kumulativer) Risikofaktoren und persönlicher Bezugnahme keinen objektiven Nach- fluchtgrund aus der behauptungsgemäss verschlechterten Lage in Sri Lanka abzuleiten. Das SEM hat somit das Bestehen einer Verfolgungssituation des Be- schwerdeführers und mithin seine behauptungsgemässen Ansprüche auf Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung des Asyls zu Recht verneint. E-1386/2020 Seite 13 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän- derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Dies wird in der Beschwerde auch nicht bestritten. 7.3 Die Vorinstanz hat im Weiteren den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erkannt. Hierzu kann integral auf die ein- lässlichen und praxiskonformen Ausführungen des SEM in der angefoch- tenen Verfügung (dort E. III) sowie auf die vorstehende Zusammenfassung (vgl. E. 6.1) verwiesen werden. Die Beschwerde öffnet auch diesbezüglich keine neue Betrachtungsweise . Der Beschwerdeführer beschränkt sich substanziell auf das Geltendmachen einer «schlechten, bis anhin noch nicht vollständig abgeklärten, (…) und gesundheitlichen Verfassung», wel- che den Wegweisungsvollzug angeblich als unzumutbar erscheinen lasse. Angesichts des Umstandes, dass diese medizinischen Gründe auch nicht ansatzweise konkretisiert oder gar belegt werden , ist darauf nicht näher einzugehen. Die in der Anhörung erwähnten und in der Schweiz durch (…) behandelten (…) bilden mangels einer damit verbundenen konkreten und existenziellen Gefährdung jedenfalls kein Vollzugshindernis. 7.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer – wie vom SEM zutreffend erkannt – aus den im Asylgesuch geltend gemachten Gründen weder einen Anspruch auf Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft oder Gewährung des Asyls noch einen solchen auf Verzicht auf die Wegweisungsanordnung als solche oder auf Feststellung der Undurchführ- barkeit des Wegweisungsvollzuges ableiten kann. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Es erübrigt sich, auf die weiteren Inhalte der Beschwerde näher einzugehen, da sie am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die E-1386/2020 Seite 14 Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die auf Art. 65 VwVG gestützten Gesuche um Gewährung der unentgeltli- chen Rechtspflege und Beiordnung der rubrizierten Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin sind angesichts de r nach wie vor nicht ausge- wiesenen Mittellosigkeit des Beschwerdeführers und der aus den Erwä- gungen hervorgehenden Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren abzuwei- sen. (Dispositiv nächste Seite) E-1386/2020 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um unentgeltliche Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Lorenz Noli Urs David