B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2775/2018 U r t e i l v o m 2 6 . S e p t e m b e r 2 0 1 8 Besetzung Richter Simon Thurnheer, Richterin Barbara Balmelli, Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, Gerichtsschreiberin Irina Wyss. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl; Verfügung des SEM vom 5. April 2018 / N (…). D-2775/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein aus al-Malikiya (arabisch) beziehungsweise Dêrik (kurdisch) stammender syrischer Staatsangehöriger kurdischer Eth- nie, verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 15. Februar 2015 und reiste nach einem längeren Aufenthalt in der Türkei am 7. Sep- tember 2015 unkontrolliert in die Schweiz ein. Am selben Tag stellte er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ ein Asylgesuch. Am 18. September 2015 wurde er durch das SEM summarisch und am 1. März 2017 eingehend zu den Gründen seines Asylgesuchs angehört. B. Anlässlich der Befragungen brachte der Beschwerdeführer vor, bis unge- fähr zehn Tage vor seiner Ausreise aus Syrien als Bauarbeiter gearbeitet zu haben. Er habe in al-Malikiya gemeinsam mit seinen Eltern und seinen Geschwistern in einem Haus gelebt. Im Sommer 2014 – er habe sich auf der Arbeit befunden – hätten sich zwei Polizisten bei seinem Vater gemel- det und diesem mitgeteilt, dass er , der Beschwerdeführer, beim Aushe- bungsamt vorsprechen müsse, um s ich ein Dienstbüchlein ausstellen zu lassen. Ungefähr im Oktober desselben Jahres hätten sich die Behörden erneut bei ihm zuhause gemeldet und ihn wiederum aufgefordert, sich für die Ausstellung des Dienstbüchleins zu melden. Danach sei er ins Dorf sei- ner Mutter gegangen und für eine Weile zwischen diesem Dorf und al-Ma- likiya hin und her gependelt, da er habe arbeiten müssen . Anschliessend sei er wieder nach al-Malikiya zurückgekehrt, um zu arbeiten. Am 10. Feb- ruar 2015 habe er eine schriftliche Vorladung für den obligatorischen Mili- tärdienst erhalten , wonach er sich umgehend beim Aushebungsamt in Qamishli hätte melden beziehungsweise sofort in den Militärdienst hätte einrücken müssen. Aus diesem Grund sei er zu seinem Onkel väterlicher- seits beziehungsweise ins Heimatdorf seiner Mutter gegangen und direkt von dort aus fünf Tage später ausgereist. Sein Vater sei nach seiner Aus- reise von den syrischen Behörden, welche in Z ivil bei ihnen zuhause er- schienen seien, nach Qamishli mitgenommen und nach ihm (dem B e- schwerdeführer) befragt worden. Beim ersten Ma l sei sein Vater für eine Woche, beim zweiten Mal für einen Tag von den syrischen Behörden fest- gehalten worden. Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer einen Marschbefehl des Rekrutierungsamtes al-Malikiya vom 10. Februar 2015 im Original inklusive Übersetzung zu den Akten. D-2775/2018 Seite 3 C. Mit Verfügung vom 5. April 2018 (er öffnet am 11. April 2018) stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, wies ihn aus der Schweiz weg und schob den Wegweisungsvollzug wegen Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. D. Mit Eingabe vom 11. Mai 2018 erhob der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die Verfügung sei aufzuheben, es sei ihm Asyl zu gewähren, eventuell sei seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkenn en und er sei als Flüchtling vor- läufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer einen Zeitungsartikel der Neuen Zürcher Zeitung NZZ vom 21. Februar 2017 über Dolmetscher im Asylverfahren, zwei Länderberichte der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH vom 28. März 2015 sowie vom 23. März 2017 über Syrien, drei Doku- mente betreffend seine Rekrutierung (eine Suchbestätigung vom 16. April 2018 [Beschwerdebeilage 4] , einen Haftbefehl vom 25. Mai 2015 [Be- schwerdebeilage 5), ein Schreiben über die Verlegung des Rekrutierungs- amtes al-Malikiya nach al-Qamishli vom 10. Januar 2016 [Beschwerdebei- lage 6], alle drei Dokumente ausgestellt durch das Rekrutierungsamt al - Malikiya, in Kopie und mit Übersetzung) sowie einen fremdsprachigen Be- richt einer syrischen Nachrichtenagentur in Kopie (dem Beschwerdeführer zufolge ein Bericht über eine Gesetzesänderung) zu den Akten. E. Mit Schreiben vom 14. Mai 2018 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer den Eingang der Beschwerde. F. Mit Eingabe vom 22. Juni 2018 reichte der Beschwerdeführer zwei der be- reits in Kopie eingereichte n Dokumente (Suchbestätigung, Haftbefehl) im Original zu den Akten. D-2775/2018 Seite 4 G. Mit Zwischenverfügung vom 4. Juli 2018 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter Vorbe- halt des fristgere chten Nachreichens einer Fürsorgebestätigung gut und forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum 19. Juli 2018 eine Fürsorge- bestätigung einzureichen oder einen Kostenvorschuss zu leisten. H. Mit Schreiben vom 17. Juli 2018 reichte der Beschwerdeführer eine F ür- sorgebestätigung der Gemeindeverwaltung Langnau am Albis vom 11. Juli 2018 zu den Akten. I. Mit Instruktionsverfügung vom 25. Juli 2018 ersuchte der Instruktionsrich- ter die Vorinstanz, eine Vernehmlassung einzureichen. J. Am 14. August 2018 führte das SEM innert erstreckter Frist aus, dass die vom Beschwerdeführer nachgereichten Beweismittel nic hts an der Un- glaubhaftigkeit dessen Vorbringen zu ändern vermöchten. K. Am 22. August 2018 wurde dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung zur Kenntnis gebracht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die D-2775/2018 Seite 5 angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde verschiedene Ver- fahrensfehler geltend. Diese formellen Rügen sind vorweg zu prüfen, da deren Gutheissung ge eignet wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 3.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die BzP nicht in seiner Mutter- sprache geführt worden sei, weswegen Verständigungsschwierigkeiten vorgelegen hätten. Aus der vorinstanzlichen Verfügung gehe hervor, dass aufgrund dieser sprachlichen Unterschiede einiges falsch beziehungs- weise unpräzise übersetzt worden sei, womit allenfalls viele Missverständ- nisse vorliegen könnten . Bei der Anhörung habe er dies melden wollen, habe dafür jedoch weder die Erlaubnis noch die nötige Zeit erhalten. In der BzP habe er sich kurz fassen müssen und sei oft unterbrochen worden. Dadurch habe seine Konzentration nachgelassen und es sei ihm kaum mehr möglich gewesen, der Befragung zu folgen. Somit könne ihm das Nichterwähnen einiger wichtiger Punkte in der BzP nicht vorgeworfen wer- den. Eine Konsultation der Befragungsprotokolle bringt entgegen den Ausfüh- rungen des Beschwerdeführers keine Abweichungen von den gesetzlichen Vorgaben über die Gewährung des rechtlichen Gehörs zutage. Die BzP wurde zwar in Arabisch geführt, wobei die Muttersprache des Beschwer- deführers offenbar Kurmanci ist. Allerdings gab der Beschwerdeführer als weitere für die Anhörung genügende Sprachkenntnis „arabisch“ an (SEM- Akte A3 1.17.02). Zudem bezeichnete er die Verständigung mit den Dol- metschern bei beiden Anhörungen als „gut“ (A3 S. 2; A11 S. 1). Des Wei- teren wurden die Protokolle dem Beschwerdeführer am Ende der Befra- gungen vorgelesen und rückübersetzt, worauf sich der Beschwerdeführer D-2775/2018 Seite 6 durch seine Unterschrift jeweils mit dem schriftlich festgehaltenen Ge- sprächsinhalt einverstanden erklärt hat. Somit kann er sich im Nachhinein nicht auf Übersetzungsfehler berufen. Aus den Protokollen sind die geltend gemachten Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der dolmetschenden Person denn auch nicht ersichtlich. Weiter enthalten diese auch keine Hin- weise darauf, dass der Beschwerdeführer keine Gelegenheit erhalten hat, auf allfällige Missverständnisse aufmerksam zu machen. Hätten sich ent- scheidrelevante Ungereimtheiten ergeben, müssten diese in der einen o- der andern Form in den Protokollen zum Ausdruck kommen, was indessen nicht der Fall ist. Ein im Rahmen der Befragungen erfolgter Verfahrensfeh- ler ist demnach nicht erkennbar und die Vorinstanz hat ihre Verfügung zu Recht auf die protokollierten Aussagen des Beschwerdeführers abgestützt. 3.3 Auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe sich in ihrer Verfügung nicht mit einer möglichen Bestrafung infolge Wehrdienst- verweigerung auseinander gesetzt, erweist sich als nicht stichhaltig. Da sich die Vorinstanz eingehend mit der Glaubhaftigkeit der vom Beschwer- deführer geltend gemachten Rekrutierung in den Militärdienst befasste und die vorgebrachten Behördenbesuche sowie eine erfolgte Einberufung schliesslich als unglaubhaft erachtete, bestand keine Veranlassung, mög- liche Konsequenzen einer Wehrdienstverweigerung zu prüfen. 3.4 Ob die Beweiswürdigung, die Glaubhaftigkeitsprüfung sowie die Lage- einschätzung des SEM zutreffend sind, beschlägt nicht das rechtliche Ge- hör oder die Erstel lung des Sachverhalts, sondern stellt eine Frage der rechtlichen Würdigung der Sache dar, welche die materielle Entscheidung über die vorgebrachten Asylgründe betrifft. Wie weiter unten ausgeführt, hat die Vorinstanz die Gesuchsgründe des Beschwerdeführers sorgfältig und eingehend geprüft (vgl. E. 6), womit in diesem Zusammenhang den Akten keine Verfahrensfehler zu entnehmen sind. 3.5 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Vorinstanz habe in ande- ren Asylverfahren die Flüchtlingseigenschaft lediglich wegen der illegal en Ausreise aus Syrien und eines Verstosses gegen die behördlichen Ausrei- sebestimmungen anerkannt. Der Grundsatz der Rechtsgleichheit gebiete, dass er aus diesem Grund auch als Flüchtling aufzunehmen sei. Es müss- ten daher spezifische Sachverhaltsfeststellungen zur Rückkehrsituation von syrischen Staatsangehörigen im wehrfähigen Alter und zu den in der Person des Beschwerdeführers liegenden individuellen Umständen getrof- fen werden. D-2775/2018 Seite 7 Gemäss Art. 8 BV (SR 101) muss Gleiches gleich (Gleichheitsgebot) und Ungleiches ungleich (Differenzierungsgebot) behan delt werden. Das Rechtsgleichheitsgebot ist dann verletzt, wenn hinsichtlich einer entscheid- wesentlichen Tatsache rechtliche Unterscheidungen getroffen werden, für die kein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen besteht, oder wenn Unterschei dungen unterlassen werden, die aufgrund der Ver- hältnisse hätten getroffen werden müssen (vgl. BGE 136 V 231 E. 6.1). Der Beschwerdeführer verweist in diesem Zusammenhang auf weitere Asyl- dossiers, in welchen das SEM syrische Staatsangehörige im dienst - und reservepflichtigen Alter als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen habe. Dabei verkennt er, dass die Verwaltungsbehörde Einzelfälle zu beurteilen hat. Es existiert keine Praxis, wonach sämtliche in der Schweiz um Asyl nachsu- chenden syrischen Männer im wehrdien stpflichtigen Alter als Flüchtlinge anerkannt würden. Auch der Umstand, dass in Fällen mit ähnlich erschei- nenden Eckdaten unterschiedliche Entscheide getroffen wurden, lässt noch nicht auf eine unbegründete Ungleichbehandlung schliessen. Die Rüge erfolgte demnach zu Unrecht. 3.6 Schliesslich ist auch die Rüge, die Vorinstanz habe gegen das Willkür- verbot verstossen, als unbegründet zu erachten. Willkür liegt nicht bereits dann vor, wenn eine andere Lösung in Betracht zu ziehen oder sogar vor- zuziehen wäre, sond ern nur, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossen- der Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. dazu Urteil des BVGer D-1749/2014 vom 21. Februar 2017 E. 4.1.7 m.w.H.). Unter Berück- sichtigung dieser Ausführungen ist eine willkürliche Vorgehensweise der Vorinstanz nicht ersichtlich. Zudem muss bei einer solchen Rüge die an- geblich willkürliche Begründ ung rechtsgenüglich dargelegt werden (BGE 116 Ia 426 S. 428 m.w.H.). Der Beschwerdeführer beruft sich hingegen vorliegend ohne nähere Begründung auf das Willkürverbot, womit sich wei- tere Ausführungen zu dieser Rüge erübrigen. Darüber hinaus kommt dem Willkürverbot im vorliegenden Verfahren angesichts der freien Kognition des Bundesverwaltungsgerichts von Anfang an keine selbständige Bedeu- tung zu. 3.7 Mit Schreiben vom 22. Juni 2018 reichte der Beschwerdeführer unter anderem den bereits in Kopie eingereichten Haftbefehl des Rekrutierungs- amtes al-Malikiya im Original zu den Akten, womit der entsprechende An- trag auf Gewährung einer Nachfrist für die Einreichung des Haftbefehls im Original gegenstandslos geworden ist. D-2775/2018 Seite 8 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die F lüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be- hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege- ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Eine wesentliche Voraus- setzung für die Glaubhaftmachung einer Verfolgung im Sinne des Asylge- setzes ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im We- sentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlit- tenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei- chende Präzision und innere Übereinstimmung. 5. 5.1 Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung mit der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers und führte dabei im Wesentlichen aus, dass er bei der BzP von einer Vorladung für den ordentlichen Militär- dienst gesprochen, jedoch einen Marschbefehl eingereicht habe. Zudem würden sich seine Angaben in der BzP von denjen igen der Anhörung un- terscheiden. Den Besuch der Behörden bei sich zuhause habe er in der BzP mit keinem Wort erwähnt, sondern dies erst in der Anhörung vorge- bracht, obwohl er explizit nach Problemen mit dem Militär gefragt worden sei. Zudem seien seine Schilderungen ausweichend und substanzarm aus- gefallen. Als er aufgefordert worden sei, genau zu erzählen, was gesche- hen sei, als er nach dem ersten Hausbesuch von der Arbeit nach Hause gekommen sei und erfahren habe, dass er gesucht worden sei, seien seine Aussagen oberflächlich geblieben und hätten den Anschein von Auswen-D-2775/2018 Seite 9 diggelerntem erweckt. Schliesslich habe er sich nicht einmal daran erin- nern können, ob er zuhause gewesen sei, als er zum zweiten Mal gesucht worden sei, und habe offensichtlich versucht, den Fragen auszuweichen. Die Aussagen zu seinem Aufenthalt im Dorf und zur Dauer seines dortigen Aufenthalts seien ausweichend und widersprüchlich gewesen. Während er bei der BzP zu Protokoll gegeben habe, er sei zu seinem Onkel väterlicher- seits gegangen, als er die Vorladung erhalten habe, habe er in der Anhö- rung ausgeführt, dass er sich bei der Fa milie seiner Mutter aufgehalten habe. Zudem seien die Angaben zu seinem Aufenthalt im Dorf ebenfalls oberflächlich und substanzlos ausgefallen . Weiter habe er bei der Anhö- rung angegeben, die Mitteilung für den Militärdienst im Alter von neunzehn Jahren erhalten zu haben. Der Marschbefehl datiere jedoch vom 10. Feb- ruar 2015, und z u diesem Zeitpunkt sei er achtzehn Jahre alt gewesen. Weiter stimmten seine Aussagen anlässlich der BzP nicht mit dem überein, was auf dem Marschbefehl stehe . Während er bei der BzP vorgebracht habe, er habe gemäss Vorladung sofort in den Militärdienst einrücken und sich beim Aushebungsamt in al-Qamishli melden müssen, sei dem einge- reichten Marschbefehl zu entnehmen, dass er sich am 25. Februar 2015 um 09.00 Uhr beim Rekrutierungsamt al-Malikiya hätte einfinden müssen. Als er aufgefordert worden sei, genau und ausführlich zu schildern, was geschehen sei, als er die Vorladung erhalten habe, nachdem er von der Arbeit zurückgekehrt sei, seien seine Aussagen ausweichend, kurz und re- petitiv gewesen, so dass zu keinem Zeitpunkt der Eindruck erweckt worden sei, dass er von selbst Erlebtem berichte. Es sei ihm nicht gelungen, nach- vollziehbar zu erklären, warum er direkt einen Marschbefehl erhalten habe, ohne eine übliche Aushebung gemacht zu haben, zumal nicht einmal fest- gestanden habe, ob er überhaupt diensttauglich sei. Entgegen seinen Aus- sagen sei al-Malikiya im Sommer/Herbst 2015 nicht von den syrischen Be- hörden kontrolliert worden, sondern bereits seit dem Jahr 2012 von den kurdischen Einheiten. Schliesslich sei der eingereichte Marschbefehl leicht erwerbbar, weshalb diesem Dokument aufgrund der unglaubhaften Schil- derung keinerlei Beweiswert zukomme. 5.2 Der Beschwerdeführer argumentiert in seiner Beschwerde im Wesent- lichen, dass die Vorinstanz die Situation in Syrien verkenne und von einer falschen Ausgangslage ausgegangen sei. Bei der Ausstellung ei nes Mili- tärbüchleins und bei der Aushebung bestehe in Syrien keine einheitliche Praxis. Grundsätzlich würden sämtliche jungen Männer als diensttauglich erklärt, ohne dass sie vorher einen medizinischen Test absolvieren müss- ten. Allfällige Gründe für die Dienstuntauglichkeit könnten anhand von Do-D-2775/2018 Seite 10 kumenten geltend gemacht werden. Dass er tatsächlich den Dienst verwei- gert habe und deswegen von den Behörden gesucht werde, zeige eine Nachfrage beim zuständigen Rekrutierungsamt durch einen Vertrauensan- walt der Familie, gemäss welcher er bereits am 25. Mai 2015 zur Haft aus- geschrieben worden sei. Weiter führte der Beschwerdeführer aus, die Be- hauptung der Vorinstanz, die syrische Regierung biete in den kurdisch kon- trollierten Gebieten Syriens keine Männer für den Militärdienst auf, entspre- che nicht der Realität. In seiner Herkunftsregion würden wichtige Ämter , unter anderem Militärämter , von der syrischen Regierung verwaltet. Aus Sicherheitsgründen seien einige Rekrutierungsämter verlegt worden, was aber keine Aufhebung des betreffenden Amtes bedeute. So sei das Rekru- tierungsamt al-Maliykia am 13. November 2012 in die Stadt al -Qamishli verlegt worden. 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Konsultation der Akten, insbesondere der Befragungsprotokolle und der eingereichten Beweismit- tel, zum Schluss, dass der Einschätzung der Vorinstanz im Wesentlichen zu folgen ist und diese die durch die Praxis konkretisierten Massstäbe zur Glaubhaftmachung von Asylvorbringen gemäss Art. 7 AsylG im vorliegen- den Fall richtig angewendet hat. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene und die zu deren Stützung eingereichten Dokumente sind nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung zu führen. 6.2 Zunächst ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers betreffend seine Einberufung in den Militärdienst ausnahmslos oberflächlich blieben. Realkennzeichen, welche auf ein per- sönliches Erleben der Vorkommnisse schliessen lassen, fehlen in seinen Schilderungen gänzlich, und der Beschwerdeführer gab solche auch durch mehrmaliges Nachfragen der befragende n Person nicht zu Protokoll (so beispielsweise seine Schilderung der Behördenbesuche sowie des Erhalts des Marschbefehls A11 F64, F67 – F78). Vielmehr hielt er seine Antworten sehr allgemein und beschränkte sich stets darauf, auf pauschale Art und Weise die Konversationen zwischen ihm und seinem Vater zu wiederholen (A11 F73ff., F85), anstatt die Umstände der einzelnen Situationen genauer zu beschreiben. Ebenfalls sind in seinen Ausführungen zahlreiche gravie- rende Widersprüche vorhanden, welche auch durch seine auf Vorhalt ge- machten Erklärungsversuche nicht haben aufgelöst werden können . So- weit der Beschwerdeführer die Widersprüchlichkeit seiner Vorbringen be- stätigt und diese mit Übersetzungss chwierigkeiten beziehungsweise feh- lender Gelegenheit, genauere Umstände seiner Verfolgungssituation zu D-2775/2018 Seite 11 schildern, begründet, liegen dafür in den vorinstanzlichen Akten keine ent- sprechenden Anzeichen vor (vgl. oben E. 3.2). Zu den einzelnen Wider- sprüchen der Befragungen kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden und präzisen Ausführungen in der angefochtenen Verfü- gung verwiesen werden (E. 5.1). 6.3 Der Beschwerdeführer reichte im vorinstanzlichen Verfahren sowie im Rahmen des Beschwerdeverfahrens zur Stützung seiner Asylvorbringen verschiedene Dokumente (Marschbefehl vom 10. Februar 2015, Haftbefehl vom 25. Mai 2015, Suchbestätigung vom 16. April 2018 sowie ein Schrei- ben über die Verlegung des Rekrutierungs amtes al-Malikiya vom 10. Ja- nuar 2016, alle ausgestellt durch das Rekrutierungsamt al-Malikiya) zu den Akten. Hinsichtlich des Marschbefehls bestehen, wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, verschiedene Unstimmigkeiten , welche vermuten lassen, dass es sich dabei nicht um ein echtes Dokument handelt. Wäh- rend der Beschwerdeführer anlässlich der BzP von einer erhaltenen Vorla- dung für den ordentlichen Militärdienst gesprochen hat, ist dem eingereich- ten Marschbefehl zu entnehmen, dass er zu einem einzelnen Marsch, statt- gefunden am 25. Februar 2015, einberufen worden sein soll (SEM-Akte A3 S. 6; A13). Dabei hätte er nebst anderen Dokumenten sein Dienstbüchlein mitbringen müssen. Dieses Vorgehen der syrischen Behörden widerspricht jedoch den Ausführungen des B eschwerdeführers, gemäss welchen er noch überhaupt kein Dienstbüchlein besitzt und auch das Aushebungsver- fahren noch nicht durchlaufen hat. Der Beschwerdeführer brachte in die- sem Zusammenhang vor, die syrischen Behörden hätten seinem Vater mit- geteilt, dass er ohne Dienstbüchlein einrücken könne (A11 F64). Dass es, wie der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene vorbringt, in Syrien keine einheitliche Praxis bei der Ausstellung eines Militärbüchleins und bei der Aushebung geben soll, widerspricht jedoch den Erk enntnissen des Ge- richts über die Einberufungsprozedere der syrischen Armee. So erscheint in diesem Länderkontext nicht plausibel, dass der Beschwerdeführer ohne Aushebung und medizinische Abklärung und ein ihm ausgestelltes Dienst- büchlein in die Armee hätte einrücken müssen (vgl. anstelle vieler Urteil des BVGer E-1298/2016 vom 28. September 2015 E. 7.4.2.; Ministerie van Buitenlandse Zaken, Thematisch ambtsbericht dienstplicht in Syrië, 23.12.2016, https://www.rijksoverheid.nl/binaries/rijksoverheid/documen- ten/ambtsberichten/2016/12/23/themichambtsbericht-dienstplicht-in-syrie /Syri%C3%AB+dienstplicht+2016+-+definitief.pdf, abgerufen am 21. Sep- tember 2018). Somit steht die Diensttauglichkeit und Dienstpflicht des Be- schwerdeführers im heutigen Zeitpunkt noch gar nicht fest und es ist frag- lich, ob er überhaupt der Wehrpflicht unterstehen würde. Daher kann er D-2775/2018 Seite 12 auch nicht als Dienstverweigerer oder als Deserteur betrachtet werden. Schliesslich widersprechen seine Ausführungen bei der Anhörung betref- fend den Inhalt des Marschbefehls dessen tatsächlichem Inhalt. Diesen Angaben nach wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, sich „sofort“ be- ziehungsweise „so schnell wie möglich“ beim Aushebungsamt zu melden beziehungsweise „am 25. Februar spätestens muss ich mich bei den Be- hörden melden“ (A11 F88f., F94). Dem eingereichten Dokument ist jedoch zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer genau am 25. Februar 2018 um 09.00 Uhr beim Rekrutierungs amt hätte melden und sich einem geplanten Marsch hätte anschliessen müssen. Dem eingereichten Marsch- befehl kann vor diesem Hintergr und keine rechtserhebliche Beweiskraft beigemessen werden; dies umso mehr, als solche Dokumente nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts auch auf illegalem Weg er- hältlich gemacht werden können. Hinsichtlich der Beweiskraf t hat sodann das Gleiche für die weiteren angeblich durch das Rekrutierungsamt aus- gestellten Dokumente zu gelten. Auffallend ist schliesslich, dass es sich beim Haftbefehl um eine an die Zweigstelle der Militärpolizei in al-Qamishli gerichtete Aufforderung handelt, den Beschwerd eführer zu suchen und festzunehmen, weil er zur Haft wegen Verweigerung des Militärdienstes ausgeschrieben sei. Dem Inhalt nach ist das Dokument nicht zur Aushän- digung an die darin aufgeführte Person bestimmt. Es stellt sich daher die Frage, wie der Vertrauensanwalt der Familie des Beschwerdeführers legal in den Besitz gelangen konnte. Nach dem Gesagten vermag der Be- schwerdeführer aus diesen Beweismitteln nichts zu seinen Gunsten abzu- leiten. 6.4 Nicht zuletzt ist die Beschreibung der Ereignisse durch den Beschwer- deführer auch angesichts der dem Gericht bekannten Quellenlage über die politischen und militärischen Verhältnisse in der Provinz Hasaka im Jahr 2015 als unplausibel und somit als unglaubhaft zu erachten. So stand diese Provinz im Jahr 2015 bereits seit längerer Zeit nicht mehr unter Kontrolle der syrischen Sicherheitskräfte, sondern wurde, wie auch bis zum heutigen Zeitpunkt, von den kurdischen Kräften kontrolliert. Dem Gericht liegen zur Rekrutierungs- und Mobilisierungspraxis in der Provinz Al -Hasaka ver- schiedene Quellen vor, gemäss welchen die syrische Regierung in den kur- disch kontrollierten Gebieten keine Wehrpflichtigen meh r in den Militär- dienst einberuft (vgl. dazu ausführlich Urteil des BVGer E-5017/2016 E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen auf verschiedene Quellen ). Die auf Beschwer- deebene geltend gemachte „gewisse“ Zusammenarbeit von kurdischen und syrischen Verwaltungseinheiten betrifft den zitierten Quellen zufolge nie den Bereich der Rekrutierung von Männern für die syrische Armee. D-2775/2018 Seite 13 6.5 Insgesamt handelt es sich bei den (übrigen) Vorbringen des Beschwer- deführers um eine allgemeine Gefährdung aufgrund der Bürgerkriegslage, welcher mit der vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Weg- weisungsvollzugs genügend Rechnung getragen wurde. An dieser Ein- schätzung vermögen auch die weiteren in der Beschwerdeschrift gemach- ten Vorbringen und Beweismittel nichts zu ändern. Dem Beschwerdeführer ist es folglich nicht gelungen, für den Zeitpunkt seiner Ausreise aus Syrien eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Auch eine diesbezügliche begründete Furcht vor zukünftiger Ver- folgung ist zu verneinen. 7. 7.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer der syrischen Regierung durch sein Verhalten nach der Ausreise aus Syrien Grund für eine zukünftige Verfolgung gegeben hat und deshalb infolge Vorliegens subjektiver Nachfluchtgründe die Flüchtlingseigenschaft erfüllt. 7.2 Subjektive Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asyl- suchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat - oder Herkunfts- staat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit subjektiven Nach- fluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vor - läufig aufgenommen (Art. 54 AsylG). 7.3 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts führen weder eine ille- gale Ausreise aus Syrien noch das Stellen eines Asylgesuchs im Ausland bereits zur begründeten Furcht, bei einer Rückkehr in das Heimatland mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer menschenrechtswidrigen Behand- lung ausgesetzt zu werden. Der Beschwerdeführer war gemäss obigen Er- kenntnissen im Zeitpunkt der Ausreise keiner Verfolgungssituation im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt, und es fehlen in den Akten jegliche Hin- weise, dass er in Syrien politisch aktiv gewesen wäre. Vor diesem Hinter- grund ist das Vorliegen konkreter Indizien für die Annahme einer begrün- deten Furcht vor künftiger Verfolgung im Sinne der Recht sprechung (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.2 sowie BVGE 2011/50 E. 3.1.1) auch in dieser Hin- sicht zu verneinen. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner längeren Landesabwesenheit bei einer Wiedereinreise in Syrien wahrscheinl ich einer Befragung durch die heimatlichen Behörden unterzogen würde. D-2775/2018 Seite 14 8. Im Ergebnis sind keine flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgründe ersichtlich, weshalb das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde- führers zu Recht verneint und dessen Asylgesuch abgelehnt hat. 9. 9.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 9.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 10. Aus den vorangegangenen Erwägungen kann nicht geschlossen werden, der Beschwerdeführer sei angesichts der aktuellen Lage in Syrien dort nicht gefährdet. Eine solche Gefährdung ist aber nur unter dem Blickw in- kel von Art. 83 Abs. 3 oder 4 AuG (SR 142.20) zu prüfen. Der Gefährdung des Beschwerdeführers aufgrund der aktuellen Situation in Syrien wurde durch das SEM mit der Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Un- zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs Rechnung getragen. Da die Weg- weisungsvollzugshindernisse alternativer Natur sind (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4), besteht kein schutzwürdiges Interesse an der Überprüfung, aus welchen Gründen die Vorinstanz den Vollzug aufgeschoben hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). Auf die Rüge des Beschwerdeführers, durch die Ver- fügung der Vorinstanz drohe ihm eine Verletzung von Art. 3 EMRK, ist bei dieser Sachlage mangels Rechtsschutzinteresse nicht näher einzugehen. 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab- zuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da mit Zwischenverfügung vom 4. Juli 2018 sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von D-2775/2018 Seite 15 Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen worden ist, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) D-2775/2018 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Irina Wyss Versand: