<h2>SubmittedText<h2><p>Die massive Kostenüberschreitung, die beim Bau des Gotthard-Basistunnels anfallen wird, kommt schon etwas überraschend. Zwar war bekannt, dass die Pioramulde den Gotthard-Basistunnel verteuern würde, über Preissteigerungen von bis zu 60 Prozent wurde aber nie gesprochen. Damit sind die Reserven der Neat bereits in der Planungsphase ausgeschöpft. Eine Verbesserung der Neat-Linienführung im Kanton Uri ist damit natürlich auch gefährdet.</p><p>1. Welche teuerungs- und nicht teuerungsbedingten Mehrkosten sind bei der Neat, Stand 30. November 2001, bekannt?</p><p>2. Ist davon auszugehen, dass die ursprüngliche Planung das Risiko der Pioramulde zu wenig seriös abgeklärt hat?</p><p>3. Kann der Bundesrat bestätigen, dass diese Mehrkosten auf den Entscheid für eine mögliche Verbesserung der Neat-Linienführung im Kanton Uri keinen Einfluss haben dürfen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Kostenvoranschläge wurden auf der Preisbasis 1991 erstellt. Seither ist bei der Neat eine Teuerung von rund 25 Prozent zu verzeichnen, d. h. im Mittel 2,3 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Der Index für Konsumentenpreise ist in der gleichen Periode um 17 Prozent angestiegen. Die angemeldeten (nicht teuerungsbedingten) Mehrkosten betragen per 30. November 2001 rund 1,4 Milliarden Franken. Sie enthalten die Mehrkosten für Projektänderungen und -verbesserungen sowohl auf der Gotthard- als auch auf der Lötschbergachse. Von den eingestellten 1,9 Milliarden Franken Reserven verbleibt noch eine halbe Milliarde Franken.</p><p>2. Bei der Medienmeldung "Die Pioramulde wird teurer" handelt es sich um ein Missverständnis. Es geht hier um das Baulos "Tunnel Sedrun" mit den geologischen Störzonen "Travetscher Zwischenmassiv" und "Intschzone", nicht aber die Pioramulde. Bei den Mehrkosten handelt es sich um die Differenz zwischen dem Kostenvoranschlag 1991 und der Offerte 2001. Dazwischen liegen also zehn Jahre. Die Differenz ist zu rund zwei Drittel teuerungsbedingt, das restliche Drittel ist auf Projektänderungen und eine geänderte Risikoeinschätzung durch die Unternehmer zurückzuführen.</p><p>3. Wie bereits dargelegt, verbleiben in den Reserven rund 500 Millionen Franken. Damit sind auch Verbesserungen der Neat-Linienführung im Kanton Uri nicht ausgeschlossen.</p>