A bteilung I A -1383/2006 {T 0/2} U rteil vom 19. Juli 2007 M itw irkung: R ichter D aniel R iedo (Vorsitz); R ichterin Salom e Zim m erm ann; R ichter Thom as Stadelm ann (Kam m erpräsident); G erichtsschreiberin Jeannine M üller. X._______ & Y._______ Beschw erdeführer, vertreten durch Z._______, gegen Eidgenössische Steuerverw altung, H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Vorinstanz betreffend M W ST; Einheit der U nternehm ung (1. Q uartal 2001 bis 1. Q uartal 2003). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 15. Septem ber 1998 m eldeten X._______ und Y._______ in der R echtsform einer einfachen G esellschaft bei der Eidgenössischen Steuer- verw altung (ESTV) ihre Tätigkeit als Betreiber der Freizeit-C lubs A._______ und B._______ an. D ie ESTV trug die einfache G esellschaft, X._______ und Y._______, per 1. Juni 1997 antragsgem äss ins R egister für M ehrw ertsteuerpflichtige ein. M it Schreiben vom 30. O ktober 1998 teilte die ESTV X._______ und Y._______ sinngem äss m it, ihre Steuerpflicht erstrecke sich auf die G esam theit aller Betriebe, unabhängig davon, ob diese räum lich getrennt seien und ob dafür separat Buch geführt w erde. X._______ und Y._______ hätten über die U m sätze aus allen in ihrem N am en geführten Betrieben gesam thaft unter der ihr zugeteilten M ehrw ert- steuernum m er in einem einzigen Abrechnungsform ular abzurechnen. X._______ und Y._______ deklarierten in der Folge im N am en der einfachen G esellschaft die U m sätze der Betriebe A._______ und B._______ sow ie fünf w eiterer, nachträglich eröffneter Erotikstudios (alle im Kanton C ._______ ansässig). B. Am 9. und 10. Juli 2003 führte die ESTV bei den Steuerpflichtigen eine Kontrolle durch. G estützt auf deren Ergebnis erhob sie für die Perioden 1. Q uartal 2001 bis 1. Q uartal 2003 m it Ergänzungsabrechnungen (EA) N r. ... vom 11. Juli 2003 bzw . N r. ... vom 17. Septem ber 2003 Steuernachforderungen im Betrag von Fr. 515'062.-- sow ie von Fr. 11'416.-- zuzüglich Verzugszins. D ie N achforderungen resultierten im W esentlichen aus dem Vorhalt, die Steuerpflichtigen hätten nicht nur das Entgelt aus der Zurverfügungstellung der Infrastruktur an die D am en, w elche in den einzelnen C lubs ihre D ienste anbieten, in die Steuerbe- m essungsgrundlage fliessen zu lassen, sondern auch den durch die D a- m en selbst erzielten U m satz. In der Folge liessen X._______ und Y._______ die N achforderung bestreiten. C . D ie ESTV entschied am 18. M ärz 2004, sie habe von X._______ und Y._______ für die Perioden 1. Q uartal 2001 bis 1. Q uartal 2003 zu R echt Fr. 515'062.-- M ehrw ertsteuern zuzüglich Verzugszins nachbelastet. M it Eingabe vom 3. M ai 2004 liessen die Steuerpflichtigen Einsprache erhe- ben und die N achbelastung im U m fang von Fr. 507'553.-- (Fr. 515'062.-- ./. Fr. 7'509.--) bestreiten. Zur Begründung trugen sie im W esentlichen vor, die Annahm e einer Einheit der U nternehm ung verstosse gegen den G rund- satz der Besteuerung nach der w irtschaftlichen Leistungsfähigkeit, w eil sie die Steuerpflichtigen in ihrer Existenz bedrohe, sow ie gegen das G leich- behandlungsgebot, w eil Konkurrenzunternehm en nicht der Steuer unter- w orfen w ürden. D ie Frauen in den Studios seien vielm ehr selbständige Leistungserbringerinnen, w eshalb deren U m satz nicht den Steuerpflichti- gen zugerechnet w erden könne. X._______ und Y._______ verm ittelten die Frauen lediglich den Kunden. D ie D ienstleistung kom m e in solchen Fällen direkt zw ischen den Vertretenen und den D ritten zustande. D ie Steuer sei nur auf der Verm ittlungsprovision zu entrichten. 3 D . M it Einspracheentscheid vom 2. Septem ber 2004 w ies die ESTV die Einsprache ab, bestätigte die Steuerschuld in H öhe von Fr. 510'319.35 (Ziff. 5), Fr. 6'807.-- (Ziff. 3) und Fr. 1'843.80 (Ziff. 4) M ehrw ertsteuern zuzüglich Verzugszinsen und stellte fest, der angefochtene Entscheid sei im U m fang von Fr. 7'509.-- in R echtskraft erw achsen. Zur Begründung hielt die Verw altung im W esentlichen dafür, nach aussen trete das jew eili- ge Erotikstudio als Leistungserbringer in Erscheinung und nicht die einzel- ne D am e. D ie U m sätze der Studios, inklusive jene der Frauen, seien nach dem G rundsatz der Einheit der U nternehm ung der einfachen G esellschaft, bestehend aus X._______ und Y._______, zuzuordnen. D ie gesetzlichen Voraussetzungen zur Annahm e von Verm ittlungsgeschäften seien nicht erfüllt. E. Am 4. O ktober 2004 lassen X._______ und Y._______ (Beschw er- deführer) gegen diesen Einspracheentscheid bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) Beschw erde einreichen und beantragen, die N achbelastung im U m fang von Fr. 510'319.35 (Fr. 507'553.70 + Fr. 2'765.65) aufzuheben, eventualiter auf Fr. 368'053.05 (Fr. 366'069.15 + Fr. 1'983.90) zu reduzieren, dies unter den gesetzlichen Kosten- und Ent- schädigungsfolgen. M it Vernehm lassung vom 10. N ovem ber 2004 schliesst die ESTV auf Abw eisung der Beschw erde. Auf die Eingaben der Parteien an die SR K w ird – sow eit entscheid- w esentlich – im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. F. Am 5. Februar 2007 teilt das Bundesverw altungsgericht den Verfahrens- beteiligten m it, es habe das vorliegende Verfahren zuständigkeitshalber übernom m en. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. Bis zum 31. D ezem ber 2006 unterlagen Einspracheentscheide der ESTV der Beschw erde an die SR K. D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die am 1. Januar 2007 bei der SR K hängigen R echtsm ittel. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw al- tungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]). Sow eit das VG G nichts anderes bestim m t, richtet sich gem äss Art. 37 VG G das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). D as Bundesverw altungs- gericht ist zur Behandlung der Beschw erde sachlich w ie funktionell zustän- dig (Art. 31 und 33 Bst. d VG G ). D ie Beschw erdeführer haben den Ein- spracheentscheid vom 2. Septem ber 2004 frist- und auch form gerecht angefochten (Art. 50 und 52 Vw VG ). Sie sind durch die diesen beschw ert und zur Anfechtung berechtigt (Art. 48 Vw VG ). 2. 2.1 D er M ehrw ertsteuer unterliegen u.a. die im Inland gegen Entgelt 4 erbrachten Lieferungen von G egenständen und D ienstleistungen (Art. 5 Bst. a und b des Bundesgesetzes vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer [M W STG , SR 641.20]). Als D ienstleistung gilt jede Leis- tung, die keine Lieferung eines G egenstandes ist (Art. 7 Abs. 1 M W STG ). 2.2 Steuerpflichtig ist, w er eine m it der Erzielung von Einnahm en verbundene gew erbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt, auch w enn die G ew innabsicht fehlt, sofern seine Leistungen im Inland jährlich gesam thaft Fr. 75'000.-- übersteigen (Art. 21 Abs. 1 M W STG ). Steuerpflichtig sind insbesondere natürliche Personen, Personengesellschaften, juristische Personen des privaten und öffentlichen R echts, unselbständige öffentliche Anstalten sow ie Personengesam theiten ohne R echtsfähigkeit, die unter gem einsam er Firm a U m sätze tätigen (Art. 21 Abs. 2 M W STG ). U nter diesen Voraussetzungen w erden auch einfache G esellschaften subjektiv steuerpflichtig, w enn die G esellschafter unter gem einsam er Firm a gegen aussen auftreten (statt vieler: Entscheid der SR K vom 14. Juli 2005, ver- öffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.6 E. 3b/bb, m it zahlreichen H inw eisen; D IETER M ETZG ER , Kurzkom m entar zum M W STG , Bern 2000, ad Art. 21 R z. 4). M it der Steuerpflichtigen haften die Teilhaber einer einfachen G esellschaft solidarisch (Art. 32 Abs. 1 Bst. a M W STG ). W ichtige Kriterien für die erforderliche Selbständigkeit sind beispielsw eise, dass die steuerbare Tätigkeit im eigenen N am en, auf eigenes w irtschaft- liches und unternehm erisches R isiko, in betriebsw irtschaftlicher oder arbeitsorganisatorischer U nabhängigkeit von einem Arbeitgeber erbracht w ird (statt vieler: U rteile des Bundesgerichts 2A.47/2006 vom 6. Juli 2006 E. 3, vom 27. O ktober 2000, veröffentlicht in R evue de D roit Adm inistratif et de D roit Fiscal [R D AF] 2001 II 56 und in Archiv für Schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 71 S. 653 f.; Entscheide der SR K vom 21. Februar 2000, veröffentlicht in VPB 64.113 E. 3a, vom 23. M ärz 1999, veröffentlicht in VPB 63.91 E. 3b, vom 21. Januar 1997, veröffentlicht in VPB 64.46 E. 2a). O b der Leistungserbringer selbständig im m ehrw ertsteuerlichen Sinn handelt, ist aber aufgrund der G esam theit der w irtschaftlichen Ver- hältnisse zu beurteilen. Angesichts des W esens der M ehrw ertsteuer als allgem eine Verbrauchsteuer ist der Selbständigkeitsbegriff eher w eit aus- zulegen (U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1580/2006 vom 16. M ai 2007 E. 2.2; vgl. D AN IEL R IED O , Vom W esen der M ehrw ertsteuer als allge- m eine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden W irkungen auf das schw eizerische R echt, Bern 1999, S. 115, 175). D ie Frage, ob ein U nternehm er im eigenen N am en auftritt oder nicht, ist aber nicht nur für den Tatbestand der Selbständigkeit m assgeblich, son- dern nach konstanter R echtsprechung auch dafür, ob der U nternehm er überhaupt als m ehrw ertsteuerlicher Leistungserbringer oder -em pfänger zu gelten hat. D enn das H andeln w ird grundsätzlich dem jenigen m ehrw ert- steuerlich zugerechnet, der nach aussen, gegenüber D ritten im eigenen N am en auftritt (U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1341/2006 vom 7. M ärz 2007 E. 2.3.1; Entscheide der SR K vom 4. D ezem ber 2003, veröffentlicht in VPB 68.71 E. 2b, vom 15. N ovem ber 2002, veröffentlicht in VPB 67.50 E. 2b, vom 21. Januar 1997, veröffentlicht in VPB 64.46 E. 3a 5 und b). In w essen N am en aufgetreten w ird, ist ferner von zentraler Bedeutung beim m ehrw ertsteuerlichen Stellvertretungstatbestand von Art. 11 M W STG . D enn als blosser Verm ittler einer Leistung gilt nur, w er diese ausdrücklich im N am en und für R echnung des Vertretenen tätigt, so dass das U m satzgeschäft direkt zw ischen dem Vertretenen und dem D ritten zustande kom m t (Abs. 1). H andelt bei einer Leistung der Vertreter zw ar für frem de R echnung, tritt er aber nicht ausdrücklich im N am en des Ver- tretenen auf, so liegt sow ohl zw ischen dem Vertretenen und dem Vertreter als auch zw ischen dem Vertreter und dem D ritten eine m ehrw ertsteu- erliche Leistung vor (Abs. 2). 2.3 D er für das W arenum satzsteuerrecht entw ickelte fundam entale G rundsatz der Einheit der U nternehm ung gilt nach konstanter R echtsprechung auch im M ehrw ertsteuerrecht. D anach bezieht sich die Steuerpflicht auf säm t- liche U m sätze und Betriebszw eige des U nternehm ens, gleichgültig, ob die Betriebe eigene Firm ennam en tragen, für sich allein Buch führen, einander R echnung stellen etc. (Entscheide der SR K vom 5. Septem ber 2005, veröffentlicht in VPB 70.8 E. 2c, vom 31. M ärz 2004, veröffentlicht in VPB 68.126 E. 3c, vom 4. D ezem ber 2003, a.a.O ., E. 2c, vom 23. April 2003, veröffentlicht in VPB 67.123 E. 3b, vom 15. N ovem ber 2002, a.a.O ., E. 2c, vom 21. Februar 2000, a.a.O .; JEAN -M AR C R IVIER /AN N IE R O C H AT PAU C H AR D, La taxe sur la valeur ajoutée, Fribourg 2000, S. 108; für das W arenum satzsteuerrecht vgl. U rteile des Bundesgerichts vom 5. Juni 1992, veröffentlicht in ASA 62 S. 694 E. 3a, vom 29 April 1992, veröffentlicht in ASA 62 S. 700 E. 3b; D IETER M ETZG ER , H andbuch der W arenum satzsteuer, Bern 1983, R z. 162, 213, 714). Beispielsw eise w ird der G rundsatz der Einheit der U nternehm ung nicht durchbrochen im Falle eines Beschw erdeführers, der an zw ei unterschiedlichen Ö rtlichkeiten je eine Sauna betreibt und dort R äum lichkeiten an M asseurinnen und M asseuren verm ietet zur Leistung von M assagen. D as G ericht hat die erforderliche Selbständigkeit der M asseurinnen und M asseuren verneint, w eil nicht genügend Anzeichen dafür vorlagen, dass sie m it Bezug auf die M assageleistungen in den Betrieben des Beschw erdeführers im Sinne des M ehrw ertsteuerrechts selbständige U nternehm en führten bzw . w eil der steuerpflichtige Verm ieter der Zim m er u.a. die Belegungs- oder R eserva- tionsliste für die M assagen führte, m it den M asseurinnen und M asseuren R ichtpreise für die M assagen vereinbarte, in Inseraten für das M assage- angebot W erbung m achte und teilw eise auch das Inkasso erledigte (vgl. Entscheid der SR K vom 15. N ovem ber 2002, a.a.O ., E. 3 und 4). 2.4 D ie Steuer w ird vom Entgelt berechnet. D azu gehört alles, w as der Leistungsem pfänger oder ein D ritter für ihn als G egenleistung für die Leistung aufw endet. D ie G egenleistung um fasst auch den Ersatz aller Kosten, selbst w enn diese gesondert in R echnung gestellt w erden (Art. 33 Abs. 1 und 2 M W STG ). 2.5 D ie m ehrw ertsteuerliche Q ualifikation von Vorgängen hat nicht in erster Linie aus einer zivil-, sprich vertragsrechtlichen Sicht, sondern nach w irt-6 schaftlichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen (U rteil des Bundesgerichts 2A.304/2003 vom 14. N ovem ber 2003 E. 3.6.1, m it H inw eisen; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1434/2006 vom 14. M ai 2007 E. 2.3; Entscheide der SR K vom 5. Juli 2005, veröffentlicht in VPB 70.7 E. 2a, vom 18. N ovem ber 2002, veröffentlicht in VPB 67.49 E. 3c/aa; ausführlich: R IED O , a.a.O ., S. 112). 3. D ie Beschw erdeführer betreiben für die fragliche Zeit in der Form einer einfachen G esellschaft sieben Erotikstudios. D ort halten sie den D am en für deren sexuelle D ienstleistungen je einen gem einsam en Aufenthalts- raum und gegen Bezahlung diverse Zim m er m it der erforderlichen Infra- struktur (Bett, D usche, W anne, W hirlpool etc.), G etränke, diverse H ygiene- artikel (Kondom e, Frottierw äsche, Seifen etc.), H ilfsm ittel (G leitm ittel, Vibratoren, D ildos etc.) und Einrichtungen für das bargeldlose Inkasso m ittels Kreditkarten zur Verfügung. D ie Beschw erdeführer sind dafür besorgt, dass die R äum lichkeiten gereinigt sind und jew eils genügend H ygieneartikel, H ilfsm ittel, G etränke usw . bereit stehen. 3.1 Zunächst räum en die Beschw erdeführer ein, für ihre Erotikclubs auf H om e- pages sow ie in einschlägigen Zeitschriften W erbung zu betreiben und dabei auf das Sexangebot zu verw eisen. Bei den Akten liegende H om pages-Angebote der Studios verdeutlichen, dass die Beschw erde- führer jew eils im eigenen N am en (des Studios) die einzelnen Leistungen detailliert auflisten und m it den entsprechenden Preisen versehen (Beispiel: „D ._______, Preise, Fein-M assage Fr. 50.--; Ficken Fr. 100.--; Blasen Fr. 100.--; M uschi lecken Fr. 100.-- [...], 69 und Ficken Fr. 200.--; ½ Std.-Service Fr. 300.--; 1 Std.-Service Fr. 500.-- [...]“). D ie Beschw erdeführer behaupten nicht, dass für diese Leistungen in ihren Studios W erbung an anderer Stelle auch im N am en der eigentlichen Leistungserbringerinnen, d.h. aller dort arbeitenden und auch verfügbaren D am en je einzeln m it Preisangaben und M öglichkeit der direkten Kontaktnahm e etc., erfolgen w ürde und erbringen jedenfalls keinen entsprechenden N achw eis. Im G egenteil, sie führen für die m assgebende Zeit aus, die in den H om pages und Inseraten bildlich dargestellten und lediglich m it Vornam en versehenen Frauenkörper m it abgedecktem Kopf seien so genannte Lockangebote. D ie Fotos zeigten attraktive Körper von Frauen, die gar nicht in ihren Studios arbeiten und professionell solche Fotos verm arkten. Es w ürden verschiedene Frauentypen dargestellt, um ein vielseitiges Angebot zu suggerieren. D ie N am en und das Alter der D am en seien jew eils frei erfunden. D ie Fotos dienten nur dazu, die Kunden zum Besuch des Studios zu anim ieren. Verlange der Kunde eine in H om epages oder Inseraten abgebildete Frau, w ürden die anw esenden D am en versuchen, den M ann zu überzeugen, trotzdem zu bleiben. D ie Beschw erdeführer betonen in diesem Zusam m enhang ausdrücklich, nicht W erbung für bestim m te D am en gem acht zu haben, sondern allgem ein für Frauen und ihre Studios. Es liegen überdies ganz generell keine H inw eise bzw . Belege (nam entlich auf D am en ausgestellte R echnungen, G eschäftspapiere m it eigenem Briefkopf, eigene Prospekte usw .) dafür vor, dass die Frauen nach aussen als selbständige U nternehm erinnen, 7 unter eigener Firm a, in Erscheinung treten. Folglich fehlt es für die Annahm e der m ehrw ertsteuerlichen Selbständigkeit der Sexarbeiterinnen m it Bezug auf die durch die Beschw erdeführer angepriesenen Leistungen zunächst am rechtsgenügenden Auftritt der einzelnen D am en nach aussen im eigenen N am en (vgl. Entscheid der SR K vom 15. N ovem ber 2002, a.a.O ., E. 3; E. 2.2 hievor). 3.2 Ferner kann auch nicht gesagt w erden, die Sexarbeiterinnen handelten in völliger betriebsw irtschaftlicher bzw . arbeitsorganisatorischer U nabhängig- keit von den Beschw erdeführern: Zunächst legen die Beschw erdeführer in den Inseraten detaillierte R ichtpreise für die einzelnen Leistungen fest. Auch w enn für sie – w ie sie vorgeben – nicht kontrollierbar ist, ob sich die D am en auch tatsächlich an die Preisvorgaben halten, gehen doch die Beschw erdeführer davon aus, ansonsten die Festlegung solcher Preise sinn- und zw ecklos w äre und sich die Kundschaft, w elche sich beim Besuch in guten Treuen darauf abstützt, erzürnen w ürde. N ach eigenen Angaben der Beschw erdeführer handle es sich bei den R ichtpreisen um „konkurrenzübliche Ansätze“. Stellt der Kunde also fest, dass die effekti- ven Preise nicht den angepriesenen entsprechen, geht er w om öglich zur Konkurrenz, w as nicht im Interesse der Beschw erdeführer liegen kann. Jedenfalls beeinträchtigen die R ichtpreise bzw . das durch die Beschw er- deführer dem Kunden angepriesene Preisniveau die betriebsw irtschaftliche U nabhängigkeit der Frauen, selbst w enn diese allfällig davon abw eichende Preisabsprachen m it den Kunden treffen (vgl. Entscheid der SR K vom 15. N ovem ber 2002, a.a.O ., E. 3). N icht nur das spricht gegen eine m ehrw ertsteuerliche Selbständigkeit der D am en, sondern auch der U m stand, dass sie in einer w eitgehenden arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit zu den Beschw erdeführern stehen. D enn es sind jew eils m ehrere Frauen, w elche die Infrastruktur (R äum e, Betten, D uschen, W annen, W hirlpool, Kreditkarteninkasso etc.) und w eite- re Betriebsm ittel gleichzeitig oder nacheinander für ihre Sexangebote nutzen. U m fang und Zeitpunkt der Leistungserbringung der einzelnen D am e sind folglich direkt von der Belegungsdichte der beschw erde- führerischen Betriebsm ittel abhängig. Leistungsum fang und -zeit können die Sexarbeiterinnen dem entsprechend nur bedingt frei w ählen. Sie bestim m en sich vielm ehr nach M assgabe der betrieblichen M öglichkeiten und w eitgehend auch der Bedürfnisse bzw . des W illens der Beschw er- deführer (vgl. Entscheid der SR K vom 15. N ovem ber 2002, a.a.O ., E. 3). Es steht im ureigensten Interesse der Beschw erdeführer, dass die Zim m er bestm öglich ausgelastet sind und dass Friktionen w eitestgehend ver- m ieden w erden, w eshalb die D am en zw angsläufig sich einer entsprechen- den betrieblichen O rdnung der Beschw erdeführer unterziehen m üssen. So ist denn w enig glaubhaft, dass die Beschw erdeführer in der Ablauf- organisation der Studios nur am R ande eingebunden sind. G erade w eil unter den Frauen eine Konkurrenzsituation besteht, w ie die Beschw erde- führer darlegen, w erden diese nicht um hin kom m en, die Belegung der Betriebsm ittel einer m inim alen R egelung zu unterziehen. So führen die Be- schw erdeführer nach eigenen Angaben denn auch einen Belegungsplan, 8 und nur jene D am en, die sich in die Liste eintragen, dürfen die Infrastruktur dann auch benützen. Eine gew ichtige arbeitsorganisatorische Abhängig- keit von den Beschw erdeführern kann unter diesen U m ständen nicht von der H and gew iesen w erden. An dieser Feststellung ändert die Behauptung nichts, die Liste w erde auf W unsch oder im Interesse der Frauen geführt. 3.3 Zusam m enfassend ist festzustellen, dass die in den Studios angebotenen sexuellen D ienstleistungen aufgrund des nach aussen sichtbaren Erscheinungsbildes einen integrierten Zw eig der Erotikbetriebe der Be- schw erdeführer darstellen. G estützt auf den G rundsatz der Einheit der U nternehm ung (E. 2.3 hievor) sind die U m sätze der Frauen m ehrw ert- steuerlich den Beschw erdeführern zuzurechnen. M angels m ehrw ertsteuer- licher Selbständigkeit der D am en w ird der G rundsatz der Einheit der U nternehm ung nicht durchbrochen (vgl. Entscheid der SR K vom 15. N o- vem ber 2002, a.a.O ., E. 3, 4b). 3.4 Es bleibt, auf die übrigen Argum ente der Beschw erdeführer einzugehen, sow eit sie nicht bereits durch die vorangehenden Erw ägungen ausdrück- lich oder im plizite w iderlegt sind. 3.4.1 D ie Beschw erdeführer tragen zunächst vor, der G rundsatz der Einheit der U nternehm ung habe nur für die W arenum satzsteuer G ültigkeit, w eil die subjektive Steuerpflicht dort anders geregelt gew esen sei als im M ehrw ert- steuerrecht und w eil dort zw ischen Engros- und D etaillieferungen unter- schieden w orden sei, w as heute nicht m ehr der Fall sei. D ie Beschw erde- führer sind auf die konstante R echtsprechung zu verw eisen, dergem äss der G rundsatz der Einheit der U nternehm ung auch im M ehrw ertsteuerrecht anw endbar ist (E. 2.3). Von dieser R echtsprechung abzuw eichen, besteht kein Anlass. Aufgrund des W esens der M ehrw ertsteuer als allgem eine Verbrauchsteuer (Art. 1 Abs. 1 M W STG ) kom m t nach der R echtsprechung dem Allgem einheitsgrundsatz im M ehrw ertsteuerrecht eine besonders zu gew ichtende Bedeutung zu. Einschränkungen des Steuerobjekts sow ie des Steuersubjekts dürfen nur m it grosser Zurückhaltung angenom m en w erden (statt vieler: U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1372/2006 vom 3. Juli 2007 E. 2.3.2; Entscheid der SR K vom 25. Septem ber 1998, veröffentlicht in VPB 63.75 E. 4c; Entscheid der Eidgenössischen Zollre- kurskom m ission vom 17. M ärz 1998, veröffentlicht in ASA 68 S. 85; vgl. auch BG E 124 II 202; zum G anzen: R IED O , a.a.O ., S. 28 ff., 49, 114 ff.). Schon deshalb erscheint gerechtfertigt, dass ein m ehrw ertsteuerpflichtiges U nternehm en gestützt auf den G rundsatz der Einheit der U nternehm ung für all jene U m sätze (säm tlicher seiner Betriebszw eige) als m ehrw ertsteu- erlicher Leistungserbringer zu gelten hat, für die es nach aussen, gegen- über D ritten, im eigenen N am en auftritt (E. 2.2 hievor). G erade w eil es auf das Erscheinungsbild der Beschw erdeführer gegen aussen ankom m t, spielt es ferner entgegen ihrer Auffassung für die An- nahm e der Einheit ihrer U nternehm ung keine R olle, w enn sich die D am en untereinander konkurrenzieren oder w enn sie angeblich das Entgelt des Kunden selber festlegen und einkassieren. 3.4.2 D ie Beschw erdeführer versuchen im W eiteren erfolglos, die m ehrw ert-9 steuerliche Selbständigkeit der Sexarbeiterinnen glaubhaft zu m achen. Sie m achen vorab geltend, es bestünden m it den Frauen „w eder Anstell- ungsverträge noch Zusam m enarbeitsverträge“. Sie stünden zu den Frauen „in einer Art Auftragnehm erverhältnis“. D ie Frauen seien gegenüber den Beschw erdeführern w eder w eisungsgebunden noch verpflichtet, ihrem G ew erbe überhaupt nachzugehen. N icht die Beschw erdeführer rechneten für die D am en m it den Sozialversicherungseinrichtungen ab; die Frauen m achten dies selbst und w ürden auch einkom m enssteuerrechtlich als Selbständigerw erbende behandelt. D en Beschw erdeführern ist entgegen zu halten, dass die Analyse der Frage nach der Selbständigkeit unter zivilrechtlichen G esichtspunkten höchstens eine Auslegungshilfe – m ithin ein Indiz – darstellt, jedenfalls nicht allein entscheidend sein kann (E. 2.5 hievor). D er U m stand, dass die Beschw erdeführer für die Sexarbeiterinnen nicht m it der Sozialversicherung abrechnen, zeigt zunächst einm al, dass zw ischen ihnen kein Arbeitsvertrag besteht. Im vorliegenden Fall w ird den D am en die m ehrw ertsteuerliche Selbständigkeit jedoch nicht etw a auf- grund der Annahm e abgesprochen, sie stünden in einem arbeitsrecht- lichen Verhältnis zu den Beschw erdeführern, sondern w eil für die sexuell- en D ienstleistungen in den genannten Studios nicht sie, sondern die Beschw erdeführer im eigenen N am en nach aussen in Erscheinung treten. Als m ehrw ertsteuerliche Leistungserbringer haben folglich die Beschw er- deführer zu gelten (E. 2.2 hievor). Aus dem selben G rund kom m t es unter den gegebenen U m ständen auf die im Ü brigen unbelegte Behauptung der Beschw erdeführer nicht an, die Sexarbeiterinnen, w elche in ihren Studios tätig sind, w ürden von den Behörden der direkten Steuern und der Sozialversicherung als Selbständigerw erbende behandelt. N icht anders verhält es sich m it den Einw änden, die Frauen bestim m ten selbst, w ann und für w elche Kunden sie zu w elchem Preis in w elchen Praktiken arbeiten. Es gäbe keine Präsenzpflichten, die D am en könnten die D ienstleistungen auch in Studios anderer Betreiber anbieten und sich daneben im Escort-Service oder als Bartänzerinnen betätigen. D arüber hätten die Beschw erdeführer keine Kontrolle. D er persönliche Kundenkon- takt bestehe nur zu den Sexarbeiterinnen, nicht aber m it den Beschw erde- führern. D ie Frauen m üssten die Kunden selber anw erben und gew innen. Sie erhielten von den Beschw erdeführern keine U m satzgarantien und hätten den Verlust selbst zu tragen, w enn ein Kunde nicht bezahle. D ie D am en arbeiteten folglich auf eigenes w irtschaftliches und unternehm er- isches R isiko. Abgesehen davon, dass die Beschw erdeführer diese Vor- bringen nicht belegen, kom m t es im vorliegenden Fall darauf nicht im W esentlichen an. M assgebend ist zunächst w iederum die Frage, w ie das Sexangebot für die Allgem einheit, für den neutralen D ritten objektiv erkennbar in Erscheinung tritt (Entscheid der SR K vom 15. N ovem ber 2002, a.a.O ., E. 4d). U nter diesem Blickw inkel erscheinen – w ie gezeigt (E. 3.1 hievor) – jew eils die Studios als Anbieter der sexuellen D ienst- leistungen am M arkt. Selbstverständlich vereinbart der Kunde letztlich m it der einzelnen D am e die Einzelheiten der zu erbringenden Leistung. D ies verändert jedoch genau so w enig w ie die fehlende U m satzgarantie oder 10 das Verlustrisiko der Frauen das nach aussen verm ittelte G esam tbild, w onach die Studios der Beschw erdeführer m it der Zuhilfenahm e der dort anw esenden D am en als Leistungserbringer auftreten. Ebenso unm assgeb- lich ist die behauptete W ahlfreiheit der D am en bezüglich Kunden, Prak- tiken und Ö rtlichkeit der G ew erbeverrichtung. D enn falls sie in den Betrie- ben der Beschw erdeführer tätig sind, unterliegen sie der beschriebenen betriebs- und arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit (E. 3.2 hievor). D ie Behauptung, die Frauen w ürden ihre Kunden selber anw erben, erw eist sich für deren Tätigkeiten in den Studios der Beschw erdeführer als schlicht tatsachen- und aktenw idrig (s. E. 3.1 hievor). U nbegründet ist schliesslich das Vorbringen, die D am en w ürden im eige- nen N am en die erotischen D ienstleistungen anbieten. In den H om epages und Inseraten erschienen die Frauen m it Vornam en und Bild. W er Studio- betreiber sei, bliebe den Kunden unbekannt. Für den Kunden w erde klar, dass er m it den D am en einen Vertrag abschliesse. D ie Beschw erdeführer m achen im Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht zum ersten M al geltend, auf ihrer W erbung erschienen Fotos der D am en, w elche m it Vornam en bezeichnet sind. D er W iderspruch zur früheren D arstellung ist w ohl darauf zurückzuführen, dass die H om pages der Beschw erdeführer im Laufe der Zeit m ehrfach abgeändert w orden sind, w ie sie darlegen. M ass- gebend ist jedoch nicht die W erbung w ie sich zum Zeitpunkt der Be- schw erdeerhebung präsentiert, sondern w ährend der hier beurteilten Steu- erperioden (hiezu s. E. 3.1 hievor). Selbst aus dem heutigen Erschei- nungsbild ihrer W erbung könnten die Beschw erdeführer nichts zu ihrem Vorteil ableiten. Zw ar können auf den jew eiligen H om pages einzelne „G irls“ abgerufen w erden, w o sie m it abgedecktem G esicht abgebildet sind. Vorzufinden ist auch ein Begleittext, w elcher Vornam en, Alter, die unzw eideutigen Berufseigenschaften und die Praktiken der D am en be- schreibt. Ein D irektkontakt des Kunden m it der Sexarbeiterin ist m angels direkter Telefonnum m er bzw . M ailadresse oder dergleichen indes nicht m öglich. D ies ist nicht w eiter erstaunlich, sind die Frauen nach Angaben der Beschw erdeführer doch an keine Präsenzpflichten gebunden, und sie können jederzeit w oanders arbeiten, w eshalb sie bei einer gew ünschten D irektkontaktnahm e durch einen Kunden w om öglich gar nicht zugegen w ären. D er W erbebesucher w ird vielm ehr auf die N um m er und die Kontaktadresse des Studios verw iesen. D ie R ichtpreise (vgl. E. 3.1 hievor) w erden auf einer zentralen Seite aufgelistet, w o w iederum die Kontakt- adresse und die Telefonnum m er des Studios erscheint und in dessen N am en ausgiebig auf sein Angebot, seine Ö ffnungszeiten und m it grosser Aufm achung darauf verw iesen w ird, dass es alle gängigen Kreditkarten akzeptiert. G anz offensichtlich w ird dabei der bargeldlose Verkehr im N am en des Studios abgew ickelt. Aufgrund des gesam ten Erscheinungs- bildes der H om pages, des allgegenw ärtigen und dom inanten Logos der Studios kann keinesfalls angenom m en w erden, die einzelne D am e biete die Leistungen im eigenen N am en an. D a dieses Erscheinungsbild der Studios, w ie es dem objektiven Betrachter gezeichnet w ird, m assgebend ist, spielt es entgegen der Auffassung der Beschw erdeführer w iederum 11 keine R olle, w enn sie dem Kunden jew eils unbekannt bleiben und dieser zivilrechtlich m it der Sexarbeiterin „einen Vertrag schliesst“. Jedenfalls w ird durch die Abbildung von einzelnen Frauen in der W erbung der G rundsatz der Einheit der beschw erdeführerischen U nternehm ung nicht durchbroch- en. 3.4.3 D ie Beschw erdeführer halten sodann dafür, sie seien blosse Verm ittler. D ie sexuelle D ienstleistung kom m e nach Art. 11 M W STG direkt zw ischen den Vertretenen (den D am en) und den D ritten (Kunden) zustande. D ie Beschw erdeführer verkennen, dass die Annahm e, sie seien aus m ehrw ertsteuerlicher Sicht blosse Verm ittler der fraglichen D ienst- leistungen von vornherein ausgeschlossen ist, w enn sie diesbezüglich selbst im eigenen N am en auftreten. Art. 11 Abs. 1 M W STG regelt unzw eideutig jene Fälle, in denen die blossen Verm ittler ausdrücklich im N am en und für R echnung der Vertretenen (hier der D am en) auftreten, w as in casu ohne jeden Zw eifel eben gerade nicht zutrifft. N ur am R ande sei angem erkt, dass das „ausdrückliche Auftreten des Verm ittlers im N am en und für R echnung des Vertretenen“ eine m ateriell- rechtliche G ültigkeitsvoraussetzung für die Annahm e einer m ehrw ertsteu- erlichen Verm ittlung bildet. D ie Anw endbarkeit der so genannten „Pragm a- tism usbestim m ung“ von Art. 45a der Verordnung vom 29. M ärz 2000 zum Bundesgesetz über die M ehrw ertsteuer (M W STG V, SR 641.201), w elche sich lediglich auf Form m ängel bezieht, steht folglich ausser Frage (aus- führlich: U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1438/2006 vom 11. Juni 2006 E. 3.3. und 4.2, m it H inw eisen). Art. 45a M W STG V hätte beispiels- w eise dann in Betracht gezogen w erden können, w enn die Beschw erde- führer zw ar ausdrücklich im N am en der Sexarbeiterinnen aufgetreten w ären, jedoch m it diesen entgegen den Praxisvorgaben der ESTV nicht über jede einzelne Leistung abgerechnet und N am en und Adresse der Kunden nicht bekannt gegeben hätten oder kein auf Verm ittlung lautender Auftrag vorgelegen hätte etc. 3.4.4 D ie Beschw erdeführer berufen sich ferner auf den G rundsatz der Besteuerung nach der w irtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Sie tragen vor, es übersteige ihre w irtschaftliche Leistungsfähigkeit, w enn sie für einen U m satz, den sie nicht erzielt haben, m it der Steuer belastet w erden, die sie nicht überw älzen konnten. Abgesehen davon, dass um stritten ist, ob das Leistungsfähigkeitsprinzip im R echt der M ehrw ertsteuer überhaupt auch für den Steuerpflichtigen und nicht vielm ehr letztlich nur für den Steuerträger, den Verbraucher, zu gew ährleisten ist (s. R IED O , a.a.O ., S. 35 f.), und zw ar in erster Linie durch den G esetzgeber bei der Ausgestaltung der M ehrw ertsteuervorschriften (vgl. BG E 125 II 345), verkennen die Beschw erdeführer, dass die vorliegende Konstellation ohnehin nicht in den Schutzbereich dieses G rundsatzes fiele. D enn die Beschw erdeführer haben unterlassen, vorschriftsgem äss über alle im eigenen N am en erbrachten U m sätze m it der ESTV abzurechnen. Auch w enn die M ehrw ertsteuersystem atik auf die Ü berw älzbarkeit der Steuer ausgerichtet ist (vgl. Art. 1 Abs. 2 M W STG ), 12 kann sich im Steuerjustizverfahren der Steuerpflichtige nach konstanter R echtsprechung nicht m it Erfolg gegen eine Steuernachforderung w ehren m it dem Einw and, er könne die nacherhobene Steuer nicht m ehr auf den Leistungsbezüger überw älzen (U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1437/2006 vom 11. Juni 2007 E. 4.4.4). Aus dem gesetzlich verankerten Ü berw älzbarkeitsprinzip entsteht näm lich gegenüber dem Staat kein Anspruch des Steuerpflichtigen auf Ü berw älzung der M ehrw ertsteuer, genauso w enig w ie er kraft öffentlichen R echts verpflichtet w erden könnte, die Steuer zu überw älzen. D ie Ü berw älzung ist ausdrücklich der Privat- autonom ie übertragen und som it dem hoheitlichen, staatlichen H andeln entzogen (U rteil des Bundesgerichts vom 2. Juni 2003, veröffentlicht in ASA 74 S. 680; Entscheid der SR K vom 7. M ai 1999, veröffentlicht in ASA 67 S. 234). Im vorliegenden Steuerjustizverfahren ist folglich die Behauptung nicht zu hören, die Steuerforderung und die nicht gelungene -überw älzung beeinträchtige die w irtschaftliche Leistungsfähigkeit der Beschw erdeführer. Sie sind auf den Zivilrechtsw eg zu verw eisen (Art. 37 Abs. 6 M W STG ; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1437/2006, a.a.O ., E. 4.4.4). 3.4.5 Schliesslich rügen die Beschw erdeführer eine Verletzung des G leich- behandlungsgebots. Andere Anbieter w ürden durch die ESTV nicht nach dem G rundsatz der Einheit der U nternehm ung besteuert. Anders als dort w erde hier die Steuer doppelt einkassiert, einm al bei den Beschw erde- führern, einm al bei den D am en. D ie Beschw erdeführer fordern sinngem äss eine G leichbehandlung im U nrecht. Selbst w enn davon auszugehen w äre, dass der Sachverhalt m it Bezug auf die „anderen Anbieter“ unter den rechtsw esentlichen G esichts- punkten m it dem vorliegenden vergleichbar ist, w as nicht feststeht (die Beschw erdeführer dokum entieren keinen einzigen Fall), könnten die Beschw erdeführer aus dem G rundsatz der G leichbehandlung im U nrecht nichts zu ihren G unsten ableiten. W eder steht fest, dass die ESTV in vergleichbaren Situationen den G rundsatz der Einheit der U nternehm ung in ständiger Praxis nicht zur Anw endung bringt, noch gibt sie zu erkennen, dass sie diesbezüglich auch in Zukunft nicht gesetzeskonform entscheiden w erde (zum den Voraussetzungen einer G leichbehandlung im U nrecht s. BG E 127 I 1 E. 3a, 122 II 446 E. 4a; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/G enf 2006, R z. 518 ff.). Vielm ehr betont die Verw altung ausdrücklich, gleichgelagerte Fälle steuerlich gleich zu behandeln. So seien in m ehreren Fällen ver- gleichbare N achbelastungen erfolgt. D ie Beschw erdeführer gehen m it ihrer Argum entation zur doppelten Steuerbelastung im plizite davon aus, dass die Sexarbeiterinnen für jene Tätigkeit, die sie in den beschw erdeführerischen Studios verrichten, den m ehrw ertsteuerlichen Tatbestand der Selbständigkeit erfüllen und m it der ESTV abrechnen. Adressat des angefochtenen Einspracheentscheides sind die Beschw erdeführer. Einzig über deren Steuerschuld ist vorliegend zu entscheiden. N icht Verfahrensgegenstand kann folglich die Frage sein, ob die betroffenen Frauen tatsächlich über U m sätze abgerechnet haben, 13 die den Beschw erdeführern zuzurechnen w ären. Anzum erken bleibt, dass die Beschw erdeführer den N achw eis ohnehin schuldig bleiben, auch nur eine der D am en rechne m it der ESTV über die in den fraglichen Studios erzielten U m sätze als m ehrw ertsteuerpflichtige Leistungserbringerin ab. Sollten dennoch vereinzelte Frauen für eine anderw eitige Tätigkeit die subjektive M ehrw ertsteuerpflicht erfüllen, entstünde keine D oppel- belastung, w enn sie die in den Studios der Beschw erdeführer erbrachten Leistungen richtigerw eise als für sie nicht steuerbar behandelten (vgl. Entscheid der SR K vom 15. N ovem ber 2002, a.a.O ., E. 4b). D er Vorw urf einer doppelten Steuerbelastung des näm lichen Vorgangs erw eist sich als unbegründet, sofern er überhaupt zu hören ist. 3.5 Als Eventualantrag tragen die Beschw erdeführer vor, die N achforderung sei von Fr. 510'319.35 auf Fr. 368'053.05 zu reduzieren. D ie N achfor- derung der ESTV basiere auf der Annahm e, die Frauen erzielten einen durchschnittlichen U m satz von Fr. 500.-- pro Stunde. D ieser Betrag könne nur in Ausnahm efällen realisiert w erden. Es sei zudem zu beachten, dass die Frauen viele Stam m kunden hätten, m it denen sie in den Zim m ern auch Zeit m it G esprächen verbringen w ürden, w as keinen U m satz bringe. D iese Stam m kunden profitierten von günstigeren Preisen. Es sei deshalb lediglich von einem durchschnittlichen Stundenum satz von Fr. 400.-- aus- zugehen. Anlässlich der Steuerkontrolle der ESTV vor O rt haben nach Angaben der Beschw erdeführer ihre Treuhänder genau gleich w ie sie selbst m it Schreiben vom 20. August 2004 ihre Einnahm en für die Zim m er gem essen am U m satz der D am en jew eils m it 40% beziffert. D en D am en verrechnen die Beschw erdeführer einen Betrag von Fr. 200.-- pro Stunde und Zim m er. D araus ergibt sich ein U m satz der Frauen von Fr. 500.-- pro Stunde und Zim m er. Bei einer Betrachtung der R ichtpreise („½ Std.-Service Fr. 300.--; 1 Std.-Service Fr. 500.--“) erscheint die U m satzangabe von Fr. 500.-- pro Stunde als nicht unrealistisch. W erden zw ei Kunden pro Stunde m it dem „½ Std.-Service“ bedient, kann gar etw as m ehr verdient w erden, gleich w ie die „begabtere Frau“ einen höheren Lohn durchsetzen kann als es der R ichtpreis vorgibt, w ie die Beschw erdeführer an anderer Stelle selber ausführen. W erden aber auch w eniger als Fr. 500.-- pro Stunde erzielt, w ie die Beschw erdeführer nunm ehr entgegen ihrer ursprünglichen D arstellung glaubhaft m achen w ollen, dann zeigt dies nur, dass ein D urchschnittsw ert von Fr. 500.-- nicht ungerechtfertigt erscheint. D ie ESTV durfte der Berechnung der bestrittenen Steuernachforderung einen durchschnitt- lichen Stundenum satz in dieser H öhe zugrunde legen. D ie Beschw erdeführer stützen ihr Vorbringen im W esentlichen m it dem behaupteten grossen Stam m kundenanteil, der w eniger U m satz generiere. D ieses Argum ent ist w enig überzeugend. D ie Beschw erdeführer beteuern an anderer Stelle w iederholt, die Frauen seien völlig frei, ihre D ienste andersw o zu verrichten. So drängt sich aus w irtschaftlichen Ü berlegungen der Schluss auf, die Frauen em pfingen ihre Stam m kunden, für die sie nicht auf die W erbung der Beschw erdeführer angew iesen sind, nicht in den fraglichen Studios, sondern an Ö rtlichkeiten, w o sie keine Fr. 200.-- pro 14 Stunde für das Zim m er zu bezahlen hätten. Jedenfalls verm ögen die Beschw erdeführer die im Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht erstm als vorgetragene Behauptung, der U m satz der Sexarbeiterinnen habe lediglich Fr. 400.-- pro Stunde und Zim m er betragen, nicht zu substantiieren. Von ihren ursprünglichen eigenen U m - satzangaben abzuw eichen, besteht unter diesen U m ständen kein Anlass. 4. N ach dem G esagten ist die Beschw erde abzuw eisen. D ie Verfahrens- kosten in H öhe von Fr. 5'000.-- sind den Beschw erdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und m it dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe zu verrechnen. Eine Parteientschädigung an die Beschw er- deführer ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG a contrario). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 5'000.-- w erden den Beschw erde- führern auferlegt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe verrechnet. 3. D en Beschw erdeführern w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - den Beschw erdeführern (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde) D er Kam m erpräsident: D ie G erichtsschreiberin: Thom as Stadelm ann Jeannine M üller R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit der Eröffnung m it einer Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Beschw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. m und 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G ]; SR 173.110). Versand am :