<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00216</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204017&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00216</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.10.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Polizeibewilligung für Kino</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Open-air-Kinoveranstaltungen: Lärmimmissionen Aus zeitlichen Gründen hat der Ausgang des Beschwerdeverfahrens zwar nur noch für zukünftige Veranstaltungen Bedeutung. Dies stellt aber ein hinreichendes Anfechtungsinteresse dar, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist (E. 1). Die Sportanlage, auf deren Gelände die Kinoveranstaltungen stattfinden, ist eine ortsfeste Anlage im Sinn des Umweltschutzgesetzes; Lärmimmisionen sind nach Massgabe des Umweltschutzrechts des Bundes zu beurteilen (E. 3b/c). Eine Überprüfung allein nach der kommunalen Polizeiverordnung, die eine Nachtruhe ab 22.00 Uhr vorsieht (E. 3a), ist deshalb unzulässig (E. 3c). Ist in Übereinstimmung mit den Parteien von einer jährlich wiederkehrenden Bewilligungspflicht auszugehen, so bedürfen solche Kinoveranstaltungen (als Nutzungsänderungen) einer Bewilligung gestützt auf das Planungs- und Baugesetz (E. 4a). Ausserdem fehlt eine lärmschutzrechtliche Bewilligung des Amtes für Wirtschaft und Arbeit (E. 4a am Anfang, b). Das Statthalteramt ist als Aufsichtsorgan über die Ortspolizei nicht die zuständige Rekursbehörde (E. 4c). Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINO">KINO</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRM">LÃRM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSFESTE ANLAGE">ORTSFESTE ANLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLIZEIVERORDNUNG">POLIZEIVERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 12 BezverwG</span><br/><span class="ungerade">Art. 4 Abs. IV LSV</span><br/><span class="gerade">§ 309 Abs. I lit. b PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 312 PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 7 Abs. I USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 Abs. VII USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 10</span><br/><span class="ungerade">RB 2003 Nr. 80 S. 182</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 2. April 2003 ersuchte die Organisation A GmbH den Gemeinderat Dielsdorf um die Bewilligung, zwischen dem 24. Juli und dem 17. August 2003 in der regionalen Sport­anlage Erlen das Open-Air-Kino am Pool durchzufÃ¼hren. Der Gemeinderat lehnte das Gesuch am 2. Mai 2003 ab. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den dagegen erhobenen Rekurs der Organisation A GmbH wies das Statthalteramt Dielsdorf am 27. Mai 2003 im Sinn der ErwÃ¤gungen vollumfÃ¤nglich ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen diesen Rekursentscheid erhob die Organisation A GmbH am 6. Juni 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, die VerfÃ¼gung des Statthalters sei aufzuheben und die ersuchte Bewilligung zu erteilen. Zudem verlangte sie, der Kinobetrieb sei ihr im Sinn einer vorsorglichen Massnahme zu gestatten, und es sei ein Augenschein durchzufÃ¼hren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 18. Juni 2003 wies der AbteilungsprÃ¤sident das Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen ab und erÃ¶ffnete das Vernehmlassungsverfahren. Das Statthalteramt Dielsdorf beantragte am 24. Juni 2003, der Gemeinderat Dielsdorf am 2. Juli 2003 die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Zu Rekurs und Beschwerde ist gemÃ¤ss § 21 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an der Ãnderung oder Aufhebung hat. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin als Gesuchstellerin und Adressatin der angefochtenen VerfÃ¼gung ist durch diese ohne weiteres berÃ¼hrt. Im Hinblick auf die kommenden Jahre hat sie auch ein hinreichendes Interesse an der Anfechtung der Bewilligungsverweigerung, unabhÃ¤ngig davon, dass das fÃ¼r den Sommer 2003 geplante Kino am Pool infolge Zeitablaufs nicht mehr durchfÃ¼hrbar ist (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 25 mit Hinweisen). Auf die Beschwerde ist daher eintreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Da sich die Sache als spruchreif erweist, kann auf die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheines vor Ort verzichtet werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die von den drei TrÃ¤gergemeinden Dielsdorf, Niederhasli und Steinmaur Ã¼ber eine Aktiengesellschaft betriebene regionale Sportanlage Erlen liegt in der Zone fÃ¼r Ã¶ffentliche Bauten und Anlagen und beheimatet verschiedene Sport- und Freizeiteinrichtungen wie Hallenbad und Freibadanlagen, TennisplÃ¤tze, Fussballplatz, Roller- und Freizeitpark. Teile dieser Anlage werden fÃ¼r spezielle Events vermietet, so unter anderem auch die Kulturarena fÃ¼r Zelt- oder Open-Air-Veranstaltungen mit einer KapazitÃ¤t bis zu 10'000 Personen (vgl. www.erlenpark.ch/events). Das Kino am Pool wurde von 1997 bis und mit 2002 jÃ¤hrlich im Erlenpark durchgefÃ¼hrt und jeweils vorgÃ¤ngig durch den Gemeinderat Dielsdorf unter Einbezug einer Bewilligung des kantonalen Amtes fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit (AWA) polizeilich bewilligt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Gemeinderat Dielsdorf begrÃ¼ndete die strittige Bewilligungsverweigerung fÃ¼r das Jahr 2003 ausschliesslich mit der kommunalen Polizeiverordnung, die jede StÃ¶rung der Nachtruhe zwischen 22.00 und 07.00 Uhr sowie den Betrieb von Lautsprechern, Megaphonen und anderen VerstÃ¤rkeranlagen im Freien, in Zelten und anderen Fahrnisbauten verbiete. In der Vergangenheit sei zwar immer wieder versucht worden, Ã¼ber Ausnahmebewilligungen BrÃ¼cken zwischen kulturellen und privaten Interessen zu schlagen. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mÃ¼sse aber die Polizeiverordnung wieder konsequent und ohne Kompromisse angewendet werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Statthalter stÃ¼tzte sich in seinem Rekursentscheid auf das Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 Ã¼ber den Umweltschutz (USG) und die LÃ¤rmschutzverordnung vom 15. De­zember 1986 (LSV). Da die LSV keine Belastungsgrenzwerte fÃ¼r den Betrieb eines Freiluftkinos kenne, seien die LÃ¤rmimmissionen direkt nach den Kriterien von Art. 15, 19 und 23 USG zu beurteilen. Das konkrete Mass des zulÃ¤ssigen LÃ¤rms des Open-Air-Kinos ergebe sich vorliegend aber aus der die Bundesgesetzgebung ergÃ¤nzenden Polizeiverordnung. Die Nachtruhe sei in den vergangenen Jahren durch die FilmvorfÃ¼hrungen nachgewiesenermassen gestÃ¶rt worden und kÃ¶nne mit blossen Betriebsvorschriften nicht genÃ¼gend eingedÃ¤mmt werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die bestehende regionale Sportanlage Erlenpark ist als ortsfeste Einrichtung eine Anlage im Sinn von Art. 7 Abs. 7 USG. Die von dieser Anlage ausgehenden Einwirkungen einschliesslich denjenigen aus dem Open-Air-Kino sind grundsÃ¤tzlich dem Betrieb dieser Anlage zuzurechnen und unterstehen damit dem LÃ¤rmschutzrecht des USG (Art. 7 Abs. 1 USG). Infolge dieser AnknÃ¼pfung braucht nicht abgeklÃ¤rt zu werden, ob bereits die fÃ¼r den Kinobetrieb verwendeten VerstÃ¤rker und Lautsprecheranlagen als bewegliche Anlagen im Sinn von Art. 7 Abs. 7 USG zu gelten haben. Soweit solche GerÃ¤te und Maschinen dem Betrieb einer ortsfesten Anlage dienen, werden ihre Emissionen nach den Vorschriften Ã¼ber ortsfeste Anlagen begrenzt (Art. 4 Abs. 4 LSV). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) LÃ¤rmschutzvorschriften des kantonalen oder kommunalen Rechts kommen wegen der derogativen Kraft des Bundesrechtes nur sehr beschrÃ¤nkte Geltung zu. UneingeschrÃ¤nkt finden solche Vorschriften dort Anwendung, wo LÃ¤rmimmissionen nicht vom Bau oder Betrieb einer Anlage im Sinn von Art. 7 Abs. 7 USG ausgehen, da solche Immissionen ausserhalb des Geltungsbereiches des Gesetzes liegen (Art. 7 Abs. 1 USG; Robert Wolf in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2000, Art. 25 N. 22). Im Anwendungsbereich des Umweltschutzgesetzes bestimmt das LÃ¤rmschutzrecht des Bundes, welches Mass an Immissionen eine ortsfeste Anlage verursachen darf. Das kantonale â und damit auch das kommunale â Recht hat, soweit sich sein materieller Gehalt mit dem des Bundesrechts deckt oder weniger weit geht als dieses, seine selbstÃ¤ndige Bedeutung verloren (Wolf, Art. 25 N. 10 mit Hinweisen). Deshalb kommt den Nachtruhevorschriften einer kommunalen Polizeiverordnung diesbezÃ¼glich nur noch eine beschrÃ¤nkte Bedeutung zu, so namentlich in FÃ¤llen, in denen die lokalen BehÃ¶rden den ihnen zustehenden Beurteilungsspielraum bei der Anwendung des Umweltschutzrechts handhaben mÃ¼ssen (vgl. etwa BGE 126 II 366 E. 4 und 5 betr. Kirchenglocken in Bubikon).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Der Gemeinderat hat die nachgesuchte Bewilligung gestÃ¼tzt auf die kommunale Polizeiverordnung verweigert, ohne dabei â wie in den vorausgegangenen Jahren â die Bewilligung des AWA einzubeziehen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist ohne nÃ¤here BegrÃ¼ndung offenbar der Auffassung, die Veranstaltung des Kinos am Pool bedÃ¼rfe zwar jedes Jahr einer kommunalen Betriebsbewilligung, jedoch keiner solchen von Seiten des AWA. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Fraglich ist vorab, ob die jÃ¤hrliche Veranstaltung des Kinos am Pool Ã¼berhaupt einer jÃ¤hrlich wiederkehrenden Bewilligungspflicht untersteht oder ob die DurchfÃ¼hrung solcher Veranstaltungen nicht bereits in der ursprÃ¼nglichen Betriebsbewilligung fÃ¼r den Erlenpark enthalten war. Diese Bewilligung liegt nicht bei den Akten. Aufgrund des Internetauftrittes des Erlenparkes ist jedoch nicht auszuschliessen, dass der sommerliche Kinobetrieb bereits als Open-Air-Veranstaltung zur bestimmungsgemÃ¤ssen BenÃ¼tzung der Anlage gehÃ¶rte und der Betriebsgesellschaft demzufolge schon ursprÃ¼nglich vorsorgliche BetriebsbeschrÃ¤nkungen etwa hinsichtlich Anzahl und Zeiten der Veranstaltungen, LautstÃ¤rke von GerÃ¤ten etc. auferlegt wurden. Bei UngenÃ¼gen solcher Betriebsvorschriften hÃ¤tten die BehÃ¶rden in diesem Fall zusÃ¤tzliche Massnahmen zur Begrenzung der Emissionen im Sinn einer Anpassung zu prÃ¼fen (vgl. Wolf, Art. 25 N. 44). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Beide Parteien gehen vom Bestehen einer jÃ¤hrlich wiederkehrenden Bewilligungspflicht des Kinos am Pool aus. In diesem Fall wÃ¤re die Veranstaltungsreihe gerade nicht von der ursprÃ¼nglichen Betriebsbewilligung erfasst, und es lÃ¤ge eine bewilligungspflichtige NutzungsÃ¤nderung einer baurechtlich relevanten FlÃ¤che im Sinn von § 309 Abs. 1 lit. b des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) vor. Das Baugesuch wÃ¤re diesfalls ungeachtet der sachlichen ZustÃ¤ndigkeit bei der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde einzureichen (§ 312 PBG), welche es nach der VorprÃ¼fung Ã¶ffentlich bekannt zu machen hat (§ 314 PBG). Ob vorliegend in dieser Weise vorgegangen wurde, lÃ¤sst sich den Akten nicht entnehmen, ist aber aufgrund der sehr kurzen Zeitspanne zwischen Gesuch und Bewilligungsverweigerung nicht anzunehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Ob es nun um eine Anpassung von Betriebsvorschriften einer bewilligten Anlage oder um die jÃ¤hrliche Bewilligung einer Betriebserweiterung geht, in beiden FÃ¤llen hat bei ortsfesten Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft, die beim Betrieb AussenlÃ¤rm erzeugen, das AWA die Ãbereinstimmung mit den Vorschriften Ã¼ber den LÃ¤rm­schutz zu beurteilen (Ziff. 3.1 Anhang zur Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997, BVV). Die regionale Sportanlage Erlen untersteht als ortsfeste Anlage des (Freizeit)gewerbes diesen Bestimmungen. Zu den durch das AWA zu beurteilenden Vorschriften des LÃ¤rmschutzes gehÃ¶ren grundsÃ¤tzlich diejenigen des Bundesrechts wie auch des kann­tonalen Rechts. Soweit dabei â im dargestellten beschrÃ¤nkten Rahmen â auch die kommunale Polizeiverordnung zu beachten ist, obliegt deren Anwendung wegen des unabdingbaren Sachzusammenhangs ebenfalls der kantonalen Amtsstelle. Damit bleibt die Beurteilung lÃ¤rmschutzrechtlicher Fragen und insbesondere auch die Anwendung kommunalen LÃ¤rmschutzrechtes der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde verwehrt. Sie hat lediglich Ã¼ber allfÃ¤llige weitere Voraussetzungen der BewilligungsfÃ¤higkeit zu entscheiden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Statthalter erachtete sich als Aufsichtsorgan Ã¼ber die Ortspolizei, gestÃ¼tzt auf § 12 des Gesetzes Ã¼ber die Bezirksverwaltung vom 10. MÃ¤rz 1985, fÃ¼r die Behandlung des Rekurses zustÃ¤ndig. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ist ein Vorhaben wie das vorliegende durch mehrere Stellen zu prÃ¼fen, so sind diese Beurteilungen formell und materiell ausreichend zu koordinieren (§ 8 Abs. 1 BVV). Nach § 9 Abs. 1 lit. a BVV ist die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde fÃ¼r diese Koordination zustÃ¤ndig. Sie sorgt dafÃ¼r, dass die kommunalen und kantonalen Entscheide widerspruchsfrei getroffen und mit einer einheitlichen Rechtsmittelbelehrung gemÃ¤ss § 329 PBG versehen werden (§ 12 Abs. 1 BVV). Gegen die derart koordinierten Entscheide der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde und des AWA steht der Rekurs an die Baurekurskommission offen (§ 329 Abs. 1 PBG). Die RekurszustÃ¤ndigkeit des Statthalters entfÃ¤llt damit.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Sind demnach sowohl die kommunale Bewilligungsverweigerung als auch der sie schÃ¼tzende Rekursentscheid in Missachtung gesetzlicher ZustÃ¤ndigkeitsvorschriften zustande gekommen, so sind beide Entscheide aufzuheben. Die Beschwerde ist deshalb teilweise gutzuheissen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Angesichts des gewichtigen Verfahrensmangels rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten zu zwei Dritteln dem Beschwerdegegner und zu einem Drittel der BeschwerdefÃ¼hrerin zu auferlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und 2 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 20). Eine ParteientschÃ¤digung ist bei diesem Verfahrensausgang nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 32). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><a id="Text12"></a><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden der Rekursentscheid des Statthalteramtes Dielsdorf vom 27. Mai 2003 sowie der Beschluss des Gemeinderates Dielsdorf vom 2. Mai 2003 aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten werden zu zwei Dritteln dem Beschwerdegegner und zu einem Drittel der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>5. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>