B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4697/2013 U r t e i l v o m 4. O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Robert Galliker, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren (…), Türkei, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. Juli 2013 / N (…). D-4697/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer die Türkei am 22. Mai 2012 und gelangte am 26. Mai 2012 illegal in die Schweiz, wo er am selben Tag ein Asylgesuch stellte. B. Am 6. Juni 2012 fand die Befragung zur Person (Kurzbefragung) statt. Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei türkischer Staatsan- gehöriger kurdischer Ethnie und stamme aus B._______, C._______, wo er, mit Unterbrüchen, als Bäcker gearbeitet habe. In den Jahren 1993 bis 1996 und von 2003 bis 2009 habe er in Deutschland gelebt. Nach einem negativen Asylentscheid sei er […] von den deutschen Be hörden nach E._______ ausgeschafft worden. Am 17. Juli 2013 fand die direkte Anhörung des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen statt. C. C.a Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei in se iner Heimat für die Bari ş ve D e- mokrasi Partisi (BDP) in C._______ politisch tätig gewesen. Im Mai 2012 habe er die Parteimitgliedschaft beantragt. Wegen seiner politischen Tä- tigkeit sei er seit dem Jahr 2011 immer wieder festgenommen worden, das letzte Mal sei dies am 12. April 2012 geschehen. Man habe ihn mis s- handelt, ihm vorgeworfen, er kooperiere mit der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) und ihn schliesslich aufgefordert, als Informant zu arbeiten. Nach drei Tagen habe man ihn gehen lassen. Am 17. Mai 2012 sei die Polizei zu ihm nach Hause gekommen und habe nach ihm gefragt. Er habe sich zu diesem Zeitpunkt bei seiner Schwester in D._______ befunden. Mit Hilfe seines Schwage rs sowie seines Bruders habe er sich nach E._______ begeben und sei anschliessend ausgereist. Sein Bruder habe ihm später erzählt, die Behörden seien n ach seiner Ausreise zweimal bei ihm (Beschwerdeführer) zu Hause gewesen. Ferner habe das Militär ihn in der Schweiz telefonisch erreicht und ihn aufgefordert, sich beim türk i- schen Konsulat zu ergeben. C.b Zur Untermauerung seiner geltend gemachten Tätigkeit für die BDP gab der Beschwerdeführer im Verlauf des Asylverfahrens ein Anmeld e- formular sowie eine Mitgliederbestätigung der BDP und eine Wahlbeo b- achterkarte zu den Akten. Ferner reichte er einen Zeitungsarti kel eine D-4697/2013 Seite 3 Kollegin betreffend sowie ein Schreiben des Dorfvorstehers […], gemäss dem er in seiner Heimat verfolgt werde, ein. C.c Zum Nachweis seiner Identität reichte er seine türkische Identität s- karte (Nüfus Cüzdani) ein. D. D.a Mit Verfügung vom 22. Juli 2013 – eröffnet am 23. Juli 2013 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz an und erachtete den Wegweisungsvollzug als zulässig, zumutbar und möglich. Zur Begründung wurde unter and e- rem ausgeführt, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 des Asylge- setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG stand. D.b Der Beschwerdeführer habe geltend gemacht, man habe ihn wegen seiner politischen Tätigkeiten mehrmals festgehalten, letztmals im April 2012. Er habe jedoch über keine Dokumente verfügt, die diese Festna h- men beweisen könnten. Um seine Furcht vor Verfolgung zu begründen , habe er einen Zeitungsartikel über eine politische Aktivistin eingereicht (vgl. BFM -Akten A16, Beilage Nr. 5). Aufgrund seiner Tätigkeit für die BDP könne nicht ausgeschlossen werden, dass er tatsächlich in Gewah r- sam genommen worden sei, auch wenn es sic h bei der Nachfolgepartei BDP um eine legale Partei handle. Dass der Beschwerdeführer die von ihm geltend gemachten Tätigkeiten für die BDP ausgeführt habe und die Behörden deswegen an ihm interessiert gewesen seien, genüge indes nicht, um begründete Furch t vor einer zukünftigen asylrelevanten Verfo l- gung anzunehmen. Aus den Aussagen des Beschwerdeführers gehe her- vor, dass er nicht in exponierter Stelle für die BDP tätig gewesen sei. So sei er bis im Jahr 2012 informell für die Partei aktiv gewesen, zum Be i- spiel als Wahlbeobachter. Dies würden auch die von ihm eingereichten Unterlagen bezeugen (vgl. A16, Beilage Nr. 1—3). Deshalb bestünde kei- ne beachtliche Wahrscheinlichkeit, dass sich dessen Befürchtung, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein, mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklichen werde. Diese Schlussfolgerung gelte nach wie vor, obwohl auch die Demokratik Toplum Partisi (Partei der demokratischen Gesellschaft, DTP) im Dezember 2009 mit Urteil des türki schen Verfassungsgerichtes verboten worden sei. Mitt- lerweile sei die neu gegründete BDP als Nachfolgepartei formell legal t ä- tig. Ähnlich wie bei den früheren Verboten der Vorgängerparteien De-D-4697/2013 Seite 4 mokratik Halk Partisi (DEHAP) und Halkın Demokrasi Partisi (HADEP) hätten namentlich einfache Parteimitglieder lediglich wegen ihrer damals legal gewesenen politischen Betätigung für die DTP nicht mit einer nac h- träglichen strafrechtlichen Verfolgung oder mit sonstigen ernsthaften Nachteilen zu rechnen. Aufgrund die ser Überlegungen könnten die vom Beschwerdeführer geäusserten Befürchtungen nicht als asylrelevant qua- lifiziert werden. D.c Der Beschwerdeführer habe geltend gemacht, die Behörden hätten ihn seit dem Jahr 2011 wiederholt festgenommen und er werde seit Mai 2012 gesucht. Er habe behauptet, anlässlich der Festnahme seien ihm keine Dokumente ausgehändigt worden (vgl. A18/12 S. 8). Dem BFM sei bekannt, dass bei Festnahmen auf einem Polizei - oder Gendarmeriepos- ten in der Türkei den betroffenen Personen immer und unv erzüglich eine Festnahmebestätigung ausgestellt werde. Auf dieser Festnahmebestät i- gung seien unter anderem die Rechte der Angeschuldigten oder Verdäch- tigen aufgeführt sowie in der Regel der Grund für die Festnahme. Zudem würden festgenommene Personen vor u nd nach der Festnahme einer ärztlichen Untersuchung unterzogen. Dies e Vorschriften würden in der Türkei, auch ausserhalb der Grossstädte, eingehalten. Es müsse daher als unmöglich bezeichnet werden, dass der Beschwerdeführer 10 bis 20 Mal über mehrere Tage hinweg auf einem Posten festgehalten worden sei (vgl. A18/12 S. 9). Das Schreiben des Dorfvorstehers (vgl. A16, Beilage Nr. 4) könne die behördliche Suche nicht beweisen, da es kein offizieller Suchbefehl sei und es zudem in seiner Echtheit bezweifelt werden könne. Der Beschwerdeführer habe ausserdem angegeben, es sei kein G e- richtsverfahren gegen ihn eingeleitet worden (vgl. A18/12 S. 8). Die A n- gabe, das Militär habe ihm ungefähr einen Monat vor der Anhörung in die Schweiz telefoniert und ihm mitgeteilt, e r solle sich beim türkischen Ko n- sulat ergeben, sei haltlos, widerspreche der allgemeinen Erfahrung oder der Logik des Handelns und sei in diesem Sinn nicht glaubhaft. E. Mit Eingabe vom 21. August 2013 an das Bundesverwaltungsgericht b e- antragte der Beschwerd eführer in materieller Hinsicht die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und es sei ihm die vorläufige Au f- nahme zu gewähren. In prozessualer Hinsicht beantrage er die Gewä h- rung einer Nachfrist zur Beschaffung von Beweismitteln aus dem Au s-D-4697/2013 Seite 5 land, den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. F. G. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 4. Se p- tember 2013 teilte der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer mit, er dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. In Anbet- racht, dass der Beschwerdeführer sein Asylgesuch bereits am 26. Mai 2012 in der Schweiz gestellt habe, lehnte er das Gesuch um Einräumung einer F rist zur Beschaffung von Beweismitteln aus dem Ausland ab. Es bleibe dem Beschwerdeführer jedoch unbenommen, allfällige Beweismi t- tel im Rahmen von Art. 32 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) nachzureichen. Gleichzei- tig lehnte er die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle- ge sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab, und forderte den Beschwerdeführ er unter Hinweis auf die Säumnisfolge auf, bis zum 19. September 2013 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– zu leisten. G.a Am 16. September 2013 leistet e der Beschwerdeführer den Kosten- vorschuss. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bunde sverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. D-4697/2013 Seite 6 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kan n die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind ins besondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den D-4697/2013 Seite 7 Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist festzustellen, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung überzeugend dargelegt hat, we s- halb die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers den Anforderu n- gen an die Flüchtlingseigenscha ft nicht zu genügen vermögen. Es kann deshalb vorab auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen wer den (vgl. Bst. D. vorstehend) . Die Vorbringen in der Beschwerde vom 21. A u- gust 2013 sind nicht geeignet , eine Änderung der vorinstanzlichen Verfü- gung zu bewirken. Der Argumentation der Vorinstanz werden keine stich- haltigen und substanziierten Gründe entgegengesetzt. Nach Kenntnissen des Gerichts ist es möglich, von türkischen Strafverfolgungsbehörden durchgeführte Untersuchungsmassnahmen ohne erheblichen Aufwand mit beweistauglichen Unterlagen zu dokumentieren, weshalb die Behaup- tung beziehungsweise die Beteuerung des Beschwerdeführers in der Be- schwerde, er habe kein Dokument erhalten, das die jeweilige n Festnah- men bestätige, nicht glaubhaft ist. 5.2 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, dass er in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG erlitten hat, solche bei der Ausreise zu befürchten hatte oder bei einer Rückkehr in die Türkei befürchten müsste. Er erfüllt somit die Voraussetzungen zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb die Vorinstanz sein Asylbege h- ren zu Recht abgelehnt hat. Es erübrigt sich deshalb, auf die weiteren Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe sowie die eingereichten Bewei s- mittel im Einzelnen einzugehen oder den Eingang weiterer Unterlagen abzuwarten, da sie an obiger Erkenntnis nicht zu ändern vermögen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). D-4697/2013 Seite 8 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmung en über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetz es vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigste ns glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegensteh en (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum S chutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Pr inzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde -D-4697/2013 Seite 9 führers in d ie Türkei ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung in d ie Türkei dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem G e- sagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.5 Weder herrscht in der Türkei eine Situation allgemeiner Gewalt noch besteht aufgrund der Akten ein Grund zur Annahme, der Beschwerdefü h- rer gerate im Falle einer Rückkehr in die Türkei aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzb e- drohende Situation, die den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar e r- scheinen liesse. Der Beschwerdeführer ist – soweit aus den Akten e r- sichtlich – gesund, hat eine Berufsausbildung als Bäcker ab solviert und verfügt über ein familiäres Beziehungsnetz im Heimatland, womit sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar erweist. 7.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). D-4697/2013 Seite 10 7.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (A rt. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), auf insge- samt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), und mit dem am 16. September 2013 in derselben Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-4697/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt und mit dem am 16. September 2013 in derselben Höhe geleist e- ten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Robert Galliker Ulrike Raemy Versand: