B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2210/2011 U r t e i l v o m 4 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richterin Muriel Beck Kadima, Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. Parteien A._______, geboren am (…), Türkei, vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 15. März 2011 / N (…). E-2210/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie – verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 3. Februar 2011 per Frachtschiff in ein ihm unbekanntes Land und reiste von dort aus mit einem Auto in die Schweiz ein . Noch am Tag der Einrei- se, dem 15. Februar 2011, stellte er im Empfangs - und Verfahrenszent- rum (EVZ) Kreuzlingen sein Asylgesuch. Am 24. Februar 2011 fand eine summarische Befragung zu seiner Person und zu seinen Gesuchsgrü n- den statt. Am 11. März 2011 folgte eine einlässliche Anhörung zu den Asylgründen des Beschwerdeführers. Er machte anlässlich der beiden Befragungen im Wesentlichen geltend, er sei aufgrund seiner politischen Aktivität – zunächst bei der Hadep (Hal- kin Demokrasi Partisi), danach bei deren Nachfolgerpartei DTP (De- mokratik Toplum Partisi ) – in seiner Heimat von den türkischen Siche r- heitskräften jahrelang verfolgt und zuletzt mit dem Leben bedroht worden, was ihn zur Ausreise gezwungen habe. Er stamme ursprünglich aus (…), einem kurdischen Dorf in der Provinz Bingöl. Seine Familie sei aber kurz nach seiner Geburt nach B._______ [Stadt im Westen der Türkei] gezo- gen, wo er aufgewachsen sei. Im Alter von 15 Jahren sei er erstmals festgenommen worden und danach über viele Jahre hinweg regelmässig inhaftiert und gefoltert worden . Die Festnahmen hätten nie länger als 24 Stunden gedauert. Am 21. März 2010 sei er nach dem von ihm mitorgani- sierten grossen Newroz-Fest (kurdisches Neujahrsfest) zunächst von tür- kischen Beamten auf dem Polizeiposten misshandelt worden, danach habe man ihn gefesselt in den Wald entführt, ihm mit einer Waffe mit dem Tod gedroht und unter anderem verlangt, er solle seine Kontakte zur BDP (Baris ve De mokrasi Partisi; Nachfolgerpartei der DTP) und PK K (Arbei- terpartei Kurdistans) abbrechen (vgl. A7/11 S. 5 f.; A5/11 S. 5 f.). Bis zur Freilassung habe es ca. 24 Stunden gedauert. Seine mit ihm zusammen festgenommenen elf Freunde seien seither verschwunden; er habe mit ihnen keinen Kontakt mehr aufnehmen können; deren Familien hätten vergeblich Vermisstenanzeigen gemacht. Am 10. August 2010 sei während seiner Abwesenheit eine Razzia in se i- ner Wohnung durchgeführt worden. Von da an bis zur Ausreise habe er nicht mehr zu Hause, sondern bei seiner Tante gewohnt; zu Hause sei er drei bis vier Mal gesucht worden. Die Zuspitzung seiner Verfolgungssitua- tion habe ihn letztlich zur Ausreise gezwungen. Er sei heute in ständigem E-2210/2011 Seite 3 Kontakt mit seiner in der Türkei zurückgebliebenen Ehefrau und den drei gemeinsamen Kindern. Aufgrund der angespannten Situation sei seine Familie mental sehr angeschlagen. Schliesslich machte der Beschwerdeführer am Ende der zweiten Befr a- gung noch geltend, dass sein Onkel aus politischen Gründen während elf Jahren in türkischer Gefängnishaft verbracht habe. Heute lebe dieser als anerkannter Flüchtling in der Schweiz und besitze eine Niederlassung s- bewilligung. Zum Beleg seiner Identität reichte der Beschwerdeführer seinen Nüfus (türkischer Personalausweis) zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 15. März 2011 – dem Beschwerdeführer eröffnet am 16. März 2011 – lehnte das BFM das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an. Zur Begründung führte es aus, die Verfolgungsvo r- bringen des Gesuchstellers vermöchten den Anforderungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) und an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht zu genügen. Den Wegweisungsvollzug erachtete das BFM als zulässig, zumutbar und möglich. Auf die detaillierte Entscheidbegrü n- dung wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. C. Mit Eingabe vom 14. April 2011 liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde gegen die vorinstanzliche Verfügung einre i- chen und beantragte deren Aufhebung und die Rückweisung der Sache zur vollständigen Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz; eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwe rdeführers anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren; subeventualiter sei die Unzulässigkeit und Unz u- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In formeller Hinsicht wurde die unentgeltliche Rechtspflege und Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses bea n- tragt sowie um Einsetzung des Rechtsvertreters als unentgeltlicher Rechtsbeistand ersucht. Ferner wurde um Beizug der Asylverfahrensa k- ten der in der Schweiz als Flüchtling anerkannten Verwandten des B e- schwerdeführers ersucht. Mit der Beschwerdeschrift wurden nebst eines Berichts der Human Rights Watch 'Turkey: Combat Police Killings and Vi-E-2210/2011 Seite 4 olence' vom 20. April 2010 sieben türkischsprachige Dokumente (Faxko- pien) zur finanziellen Situation des Beschwerdeführers eingereicht. D. Angesichts der bereits auf den 12. April 2011 angesetzten Ausreisefrist wurde mit einem Fax vom 18. April 2011 der Eingang der Beschwerde bestätigt und festgehalten, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. E. Mit Instruktionsverfügung vom 19. April 2011 wurde erneut festgehalten, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne und dass über das Gesuch um unentgeltliche Recht s- pflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Verwaltung sverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde, wobei antragsgemäss auf die Erhebung eines Ko s- tenvorschusses gemäss Art. 64 Abs. 4 in fine VwVG verzichtet wurde . Das Gesuch um Gewährung der unentg eltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wurde abgewiesen. Der beantragte Beizug der vorinstanzlichen Akten der in der Schweiz als Flüchtling ane r- kannten Verwandten des Beschwerdeführers wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. Der Beschwerdeführer wurde schliesslich ersucht, dem Bundesverwaltungsgericht mitzuteilen, um was für Dokumente es sich bei den türkischsprachigen Beschwerdebeilagen handle. F. Mit Eingabe vom 20. April 2011 wurde die in Aussicht gestellte Bestät i- gung der Mi ttellosigkeit des Beschwerdeführers, datierend vom 13. April 2011, nachgereicht. G. Nachdem dem Rechtsvertreter, seinem Ersuchen vom 4. Mai 2011 ent- sprechend, die Frist zur Stellungnahme betreffend die türkischsprachigen Beweisunterlagen verlängert wurde , reichte er mit Eingabe vom 20. Mai 2011 folgende türkischsprachigen Originaldokumente betreffend den B e- schwerdeführer zu den Akten:  Kaufvertrag vom (…) 2006 zwischen dem Beschwerdeführer als Kä u- fer und [Verkäufer] über ein Auto der Marke Hyundai zum Preis von TRY (türkische Lira) 22'250. - (heutiger Referenzwert in Schweizer Franken: CHF 13'573.-); E-2210/2011 Seite 5  Kaufvertrag vom (…) 2010 zwischen dem Beschwerdeführer als Ve r- käufer und [Käufer] über ein (anderes) Auto der Marke Hyundai zum Preis von TRY 14'100.- (heutiger Referenzwert in Schweizer Franken: CHF 8'601.-);  Versicherungsabrechnung für die Sozialversicherung vom 30. Mai 2008; der Beschwerdeführer als Arbeitgeber und sein Vater als A r- beitnehmer;  Wahlkarte des Beschwerdeführers der Partei 'Demokratik Toplum Par- tisi' (DTP), welche ihn im Jahr 2005 zur parteiinternen Wahl berechtig- te. Die fraglichen Dokumente sollen unterstreichen, dass der Beschwerd e- führer nicht aus wirtschaftlichen Gründen die Türkei verlassen habe. Zu- dem besitze er eine Wohnung im Fünffamilienhaus seiner Familie sowie eine weitere Wohnung in B._______. Die Wahlkarte solle schliesslich die Nähe des Beschwerdeführers zur DTP veranschaulichen. H. Die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung vom 30. Juni 2011 fest, dass die Beschwerdeschrift keine neuen e rheblichen Tatsachen oder Bewei s- mittel enthalte, welche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. Sie hielt vollumfänglich an ihren Erwägungen fest und beantra g- te die Abweisung der Beschwerde. Die Vernehmlassung wurde dem B e- schwerdeführer am 7. Juli 2011 zur Kenntnis gebracht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i-E-2210/2011 Seite 6 det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgül- tig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17 . Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimi ert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Relig ion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten nam entlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken. 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen ode r massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-2210/2011 Seite 7 4. 4.1 Die Vorinstanz hielt in ihrer ablehnenden Verfügung im Wesentlichen fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien unglaubhaft. Der Schilderung der Verfolgung svorbringen fehle es an Differenziertheit, an Detailreichtum und Realkennzeichen. Zudem bediene sich der B e- schwerdeführer in seiner Erzählung vorbestehender Gemeinplätze. Über das Schicksal seiner elf gleichzeitig verhafteten Freunde habe er keinerlei Kenntnisse, obwohl deren Familienangehörigen selbst Vermisstenan zei- gen aufgegeben hätten. Dem hielt das BFM entgegen, dass e in derarti- ges Vorgehen der türkischen Behörden in der türkischen und in der inte r- nationalen Presse seinen Niederschlag gefunden hätte. Es sei demnach offenkundig, dass es sich bei der geschilderten Ereignisserie um ein Sachverhaltskonstrukt handle, weshalb sich die Prüfung auf ihre Asylrele- vanz erübrige. 4.2 4.2.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hielt in seiner Recht s- mitteleingabe an den bisherigen Vorbringen fest und beantragte, es sei die Sache zur vollständigen Sachverhaltsabklärung unter Einbezug der Situation der Familienmitglieder an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Beschwerdeführer stamme aus einer politisch sehr aktiven Familie. Des- sen Vater, C._______, sei in seiner Jugend Anhänger der DSP (Demokra- tik Sol Parti) von Bülent Ecevit gewesen und habe aufgrund seines politi- schen Engagements lange Zeit im Konflikt mit den türkischen Behörden gestanden, bis er vor mehr eren Jahren entschieden habe , seine polit i- schen Aktivitäten gänzlich einzustellen. Der Onkel des Beschwerdefü h- rers, D._______, sei 1994 wegen Terrorismusverdachts verhaftet und am (…) 1999 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dessen Beschwerde an den Eu ropäischen Gerichtshof für Menschenrechte ( [Referenz Nr. des EGMR]) sei ohne Urteil beigelegt worden, da die Türkei ihm eine En t- schädigung be zahlt habe. Indessen sei dieser im Heimatstaat weiterhin überwacht und behelligt worden, wes halb er in die Schweiz geflohen sei, wo er im Mai 2006 als Flüchtling anerkannt worden ist (BFM-Verfahren N […]). Sodann seien viele weitere On kel und Tanten, väterlicherseits und mütterlicherseits, in der Schweiz oder in Österreich als Flüchtlinge ane r- kannt. Der ältere Bruder d es Beschwerdeführers, E._______, habe sich vor seiner Ausreise aus der Türkei in einer ähnlichen Situation wie der Beschwerdeführer befunden, und auch ihm sei mit Verfügung des BFM vom 24. Juli 2006 Asyl gewährt worden (BFM-Verfahren N […]). E-2210/2011 Seite 8 4.2.2 Weiter wurde in der Beschwerde ausgeführt, d er Vorwurf der Vorin- stanz sei unbegründet, dass die Schilderungen der Verfolgung des B e- schwerdeführers vage und substanzarm seien und es sich offensichtlich um ein Sachverhaltskonstrukt handle. Zunächst wurde gerügt, dass die Vorinstanz sich in ihrem Entscheid in keiner Weise zum familiären Hinte r- grund des Beschwerdeführers und zur Gefahr einer Reflexverfolgung äussere, obwohl der Beschwerdeführer an der Bundesanhörung au s- drücklich darauf hingewiesen habe. Des Weiteren habe der Beschwerde- führer seine Fluchtgründe widerspruchsfrei und ausführlich dargelegt. So habe er im Detail beschrieben, wie er gefesselt und in den Wald gebracht worden sei, dass er das Kalte der Waffe an seiner Schläfe gespürt habe, dass der eine Polizist einen kurdischen Akzent gehabt habe und welchen Arzt er daraufhin aufgesucht habe. Zudem würden seine Angaben una b- hängigen Berichten bezüglich des behördlichen Vorgehens gegen Mi t- glieder der BDP entsprechen, wobei Auszüge aus verschiedenen Berich- ten angeführt wurden. Schliesslich habe es sich bei den elf weiteren Ve r- hafteten, welche er zwar als F reunde bezeichnet habe, nicht um Freunde im engeren Sinne gehandelt, sondern lediglich um kurdische Mitstreiter, von welchen er nur eine Person bei m Namen kenne. Se ine Nachfo r- schungen betreffend dieser Person hätten inzwischen ergeben, dass auch dieser namentlich Bekannte damals innert 24 Stunden freigelassen worden sei. Solche kurzfristige polizeiliche Verhaftungen von politisch ak- tiven Kurden seien ein verbreitetes Phänomen in der Türkei, weshalb es nicht erstaune, dass die Medien nicht darüber berichten würden. 5. 5.1 Vorab ist die formelle Rüge des Rechtsvertreters zu prüfen, das BFM habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig und unrichtig fes t- gestellt (vgl. Beschwerde vom 14. April 2011, S. 10 f.). Damit wird die Ver- letzung eines Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) geltend gemacht. Insbesondere sei die Situation der Familienmitglieder des Beschwerde führers zu berücksicht i- gen und es seien die Verfahrensakten des Onkel des Beschwerdeführers, D._______ (N […]), sowie des Bruders des Beschwerdeführers, E._______ (N […]), zum vorliegenden Verfahren beizuziehen (vgl. B e- schwerde vom 14. April 2011, S. 4). E-2210/2011 Seite 9 5.2 5.2.1 Das BFM hält in der angefochtenen Verfügung fest, dass der B e- schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, da seine Vorbrin- gen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten würden. Damit erübrige sich die Prüfung ihrer Asylrele vanz. Das BFM verwies in seiner Verfügung auf diverse Ungereimtheiten im Zusammenhang mit den zentralen Verfolgungsvorbringen des Beschwer- deführers. Weitere Vorbringen wurden als vage und substanzarm bezie- hungsweise als realitätsfremd bezeichnet. Mit seinen Erwägungen hat sich das BFM zu Recht auf die erheblichen Vorbringen bzw. wesentlichen Argumente beschränkt, welche für d ie vorliegende Entscheidbegründung erforderlich waren. Die Klärung der übrigen Sachverhaltselemente erwies sich aufgrund ihrer Unbehelflichkeit als entbehrlich. Der angefochtenen Verfügung sind demnach keine hinreichenden Anhaltspunkte zu entne h- men, welche den Schluss zuliessen, es habe den Sachverhalt unvol l- ständig abgeklärt. Die vorinstanzliche Verfügung ist diesbezüglich nicht zu beanstanden. 5.2.2 Der Beizug der Verfahrensakten des Onkels und Bruders des B e- schwerdeführers ist somit angesichts des für den vorliegenden Entscheid ausreichend erstellten Sachverhalts nicht erforderlich. Allein aus der Tat- sache, dass in der angefochtenen Verfügung der familiäre Hintergrund nicht behandelt wurde, kann nicht der Schluss gezogen werden, dass die Vorinstanz bei der Prüfung der Verfolgungsvorbringen diesem Umsta nd keine Rechnung getragen hat . Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie aufgrund der Aktenlage das Vorliegen einer Reflexverfolgung ausschloss; wie weiter unten aufzuzeigen sein wird, verneint auch das Bundesverwal- tungsgericht – angesichts der Tatsache, dass der Onkel und der Bruder die Türkei Jahre vor dem Beschwerdeführer verlassen haben, ohne dass dieser in der Folge ihretwegen Behelligungen erlitten hätte – eine b e- gründete F urcht vor drohender Reflexverfolgung (vgl. unten Erw. 6. 6)., Dass die Vorinstanz diesen Aspekt in der Verfügung unerwähnt liess, da er an der fehlenden Asylrelevanz des geltend gemachten Sachverhalts nichts zu ändern vermochte, ist daher nicht zu beanstanden . Damit bietet die bestehende Aktenlage eine genügende Entscheidgrundlage. 5.2.3 Somit wurde der relevante Sachverhalt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers vom Bundesamt hinreichend abgeklärt. Der A n- trag in der Rechtsmittelschrift, es sei die vorinstanzliche Verfügung auf- zuheben und zwecks richtiger und vollständiger Sachverhaltsabklärung an das BFM zurückzuweisen, sowie der Antrag auf Beizug der Verfa h-E-2210/2011 Seite 10 rensakten des Onkels und des Bruders des Beschwerdeführers sind ab- zuweisen. 6. Vorliegend ist zu prüfen, ob das BFM zu R echt dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht zuerkannt hat, indem es von der U n- glaubhaftigkeit der geschilderten Verfolgungshandlungen ausging. 6.1 Vorab ist zur vom BFM bestrittenen Glaubhaftigkeit der Vorbringen Folgendes festzuhalten: Grundsät zlich sind die Vorbringen eines G e- suchstellers dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allg e- meinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss der Gesuchste l- ler persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn er seine Vorbringen auf gefälschte oder ve rfälschte B e- weismittel abstützt, aber auch dann, wenn er wichtige Tatsachen unte r- drückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Int e- resse am Verfahren zeigt oder die n ötige Mitwirkung verweigert. Glau b- haftmachung bedeutet ferner - im Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, di e für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des G e- suchstellers sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objekt i- vierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 AsylG; BVGE 2010/57 E.2.3; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre kurskom- mission [EMARK] 2004 Nr. 1 E. 5a, mit weiteren Hinweisen). 6.2 Vorliegend sind die vom Beschwerdeführer geschilderten Ereignisse vom 21. und 22. März 2010 nach der Newroz-Feier von zentraler Bedeu- tung. Sie seien für den Entschluss des Beschwerdeführers , aus dem Heimatstaat auszureisen, ausschlaggebend gewesen; a nlässlich beider mündlichen Befragungen wurde die fragliche Verfolgungssituation als Ausreisegrund bezeichnet. 6.2.1 Das Gericht schliesst sich der vorinstanzlichen Würdigung, wonach die entsprechenden Vorbringen pauschal als unglaubhaft zu werten se i- en, nicht an. Zunächst macht der Beschwerdeführer glaubhaft geltend , dass er sich für die kurdische Partei BDP (ehemals: DTP) engagierte. So E-2210/2011 Seite 11 konnte er beispielsweise auf Nachfrage hin den damaligen Standort des Parteibüros sowie den Namen eines früheren Parlamentariers seiner Par- tei nennen (vgl. A7/11 S. 4, F21 -26). Im Rahmen der Beschwerdeergän- zung reichte der Beschwerdeführer eine persönliche Parteiwahlkarte der DTP aus dem Jahr 2006 zu den Akten. Er habe die DTP im Wahlkampf aktiv unterstützt, indem er bei Hausbesuchen Familien über die Anliegen der Partei informierte; auch habe er an den Veranstaltungen der (…) teil- genommen (vgl. A5/11 S. 6). Der Beschwerdeführer schilderte sein polit i- sches Engagement kohärent, und ohne zu Übertreibungen zu greifen; ausserdem ist dieses Vorbringen auch vor dem familiären Hintergrund – viele seiner Familienangehörigen haben sich nachweislich politisch eng a- giert und wurden deswegen verfolgt – als glaubhaft einzustufen. 6.2.2 Weiter kann als glaubhaft gemacht gelten, dass der Beschwerd e- führer anlässlich des Newroz im Jahr 2010 festgenommen worden ist; die entsprechenden Ausführungen in den beiden Befragungsprotokollen stimmen inhaltlich – unabhängig von der jeweiligen Erzähltief e – überein (vgl. A5/11 S. 6 und A7/11 S. 3 - 5). So decken sich die massgeblichen Daten und der konkrete Handlungsablauf in den beiden Befragungsproto- kollen. 6.2.3 Sodann fallen die Aussagen an der Bundesanhörung entgegen der vorinstanzlichen Auffassung detailliert und widerspruchsfrei aus. Die ein- zelnen Ereignisse weisen – im Sinne von Realkennzeichen – Details, In- teraktionsschilderungen und inhaltliche Besonderheiten auf. Dem Vorhalt des BFM, der Beschwerdeführer habe widersprüchliche Aussagen bezüg- lich des Verhörs während der Festnahme am 21. März 2010 gemacht, kann so nicht gefolgt werden . So gab er a n der Erstbefragung lediglich an, verhört worden zu sein, dagegen präzisierte er diese Aussage an der einlässlichen Anhörung und führte aus, es sei kein richtiges Verhör gewe- sen, vielmehr hätten die Polizisten ihm immer wieder Ohrfeigen erteilt (vgl. A7/11 S. 4, F27). Er sei auf dem Polizeiposten nicht verhört worden, sondern immer wieder geschlagen und beschimpft worden. Die Polizisten hätten erfahren wollen, weshalb er New roz feiern würde und ihn darau f- hin geschlagen. Es hätten keine weiteren Wortwechsel stattgefunden (vgl. A7/11 S . 6 , F35 f.; Beschwerdeeingabe vom 14. April 2011, S. 8). Somit ist entgegen der vorinstanzlicher Auffassung festzustellen, dass der Beschwerdeführer die Aussage in der Erstbefragung, er sei "verhört" worden, anlässlich der zweiten Befragung lediglich rela tivierte bzw. präzi- sierte, weshalb darin – angesichts des nur summarischen Charakters e i- ner Befragung im EVZ – kein eigentlicher Widerspruch zu erkennen ist. E-2210/2011 Seite 12 Die Schilderungen sind sodann auch nicht als oberflächlich zu bezeic h- nen. Der Beschwerdeführer kon nte auf überzeugende Weise den gena u- en Ablauf seiner Entführung beschreiben (vgl. A7/11 S. 5, F33). Es kann auch nicht behauptet werden, dass der Beschwerdeführer sich in seiner Erzählung vorbestehender Gemeinplätze bedient hat. Insbesondere ist an dieser Stelle dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Beschwerd e- führer in Handschellen und mit verbundenen Augen in einem Fahrzeug in den Wald geführt wurde. Der Beschwerdeführer erwähnte im Zusammen- hang mit seiner Verhaftung am 21. März 2010 immerhin den Polizeipos- ten (…) und das Fussballstadion (…), welches er nach seiner Freilassung gesehen habe. 6.2.4 Die vorstehend geprüften Vorbringen sind insbesondere auch unter Berücksichtigung der allgemeinen Situation der Kurden in der Türkei als glaubhaft zu bezeichnen. So kommt es in der Türkei öfters "zu vielen u n- registrierten Festnahmen bzw. Entführungen, die nicht selten mit brutaler Formen von Folter einhergehen" ( HELMUT OBERDIEK, Türkei Update: A k- tuelle Entwicklungen, Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH [Hrsg.], Okt o- ber 2008, S. 10; vgl. auch Aurel Schmid, Türkei: Die aktuelle Situation der Kurden, Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH [Hrsg.], Dezember 2010, S. 14; Committee against Torture [CAT], Consideration of Reports submit- ted by States Parties under Article 19 of the Convention [CAT/C/TUR/CO/3], November 2010, S. 3). Mit Verweis auf das zur Publi- kation bestimmte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. April 2013 (BVGE D-6684/2011) kann zusammenfassend festgehalten werden, dass es zahlreiche Hinweise darauf gi bt, dass weder die türkische G e- setzgebung, noch die Polizei- oder Justizbehörden in allen Fällen recht s- staatlichen Anforderungen zu genügen vermögen. Es gibt zahlreiche Be i- spiele, die vermuten lassen, dass politische Aktivisten, Journalisten, Men- schenrechtsaktivisten oder Anwälte strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt wurden, weil sie sich auf legale Weise für die Rechte der Kurden eing e- setzt hatten und dieser Einsatz juristisch als ideologische Unterstützung der PKK qualifiziert wurde. Meinungsäusserungen zu Gunsten kurdischer Rechte kann als Propaganda für die PKK interpretiert werden. Die G e- setzgebung differenziert nur ungenügend zwischen einem PKK -Mitglied und einem politischen Aktivisten, der sich für eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen Türken und Kurden einsetzt (vgl. Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts vom 18. April 2013 BVGE D-6684/2011, E. 5.4.2). 6.2.5 Vor diesem Hintergrund sind die Ausführungen des Beschwerdefüh- rers, bereits mit 15 Jahren erstmals und seither immer wieder festg e-E-2210/2011 Seite 13 nommen worden zu sein (vgl. A5/11 S. 6 und A7/11 S. 2), als glaubhaft zu qualifizieren. Die jeweiligen Festnahmen hätten indessen nie länger als 24 Stunden gedauert, da der Häftling ansonsten bei der Staatsanwal t- schaft hätte vorgeführt werden müssen. Seine Festnahmen seien nie re- gistriert worden und er sei nie vor Gericht gewesen (vgl. A5/11 S. 6). 6.2.6 In den Befragungsprotokollen sind sodann einige weitere Realkenn- zeichen zu erkennen. So konnte der Beschwerdeführer den genauen Wochentag des 10. August 2010 – des Tages, als die Sicherheitskräfte sein Zuhause durchsuchten – angeben und fügte an, dass er diesen Tag nie vergessen werde (vgl. A7/11 S. 3, F18). Weiter konnte der Beschwer- deführer sehr präzise angeben, wann und wo er einen Arzt aufsuchte , nachdem die Polizisten ihn freigelassen hatten, und er beschrieb das an- haltende Nasenbluten auf dem Polizeiposten sinngemäss als unerträglich (vgl. A7/11 S. 5 f., F37). 6.3 Trotz Vorliegen zahlreicher Glaubhaftigkeitselemente, erweisen sich auf der anderen Seite verschiedene Angaben des Beschwerdeführers – wie nachfolgend aufgezeigt – als unglaubhaft. 6.3.1 Der Beschwerdeführer machte geltend, m an habe ihm am jüngsten Vorfall vom 21. bzw. 22. März 2010 erstmals mit dem Tode gedroht, als ihm eine Schusswaffe an seine Schläfe gehalten worden sei (vgl. A7/11 S. 4, F19 und S. 5, F33). Dieses lebensbedrohliche Ereignis habe ihn nach jahrelanger Bedrohung durch die türkischen Sicherheitskräfte en d- gültig dazu bewogen, sein Land zu verlassen. Im Zeitraum zwischen dem 21. bzw. 22. März 2010 und dem 10. August 2010 kam es gemäss Akten- lage zu keinen Behelligungen oder Übergriffen seitens der türkischen B e- hörden. Gemäss Protokollaussagen habe der Beschwerdeführer aber erst am 10. August 2010 – als während seiner Abwesenheit Hausdurch- suchungen bei ihm zu Hause stattfanden – sein Zuhause verlassen. Nach dem Vorfall am 10. August 2010 bis zu seiner eigentlichen Ausreise am 3. Februar 2011 vergingen erneut knapp sechs Monate. Während dieser Zeit seien die Sicherheitskräfte etwa drei b is vier Mal bei seiner Familie vorstellig geworden. Weitere Handlungen seitens der Behörden werden keine geltend gemacht. Angesichts dieser Umstände ist schwer zu e r- gründen, weshalb der Beschwerdeführer zunächst hätte umgebracht werden sollen, danach aber beinahe fünf Monate lang keine rlei Konfron- tationen mit den Behörden gehabt haben soll. Es ist hinsichtlich de r Vor- fälle im Wald somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausz u- gehen, dass der Beschwerdeführer zwar bedroht worden ist, ab er nicht E-2210/2011 Seite 14 auf eine derart dramatische und intensive Weise , wie er dies zu Protokoll gab. Schliesslich widerspricht auch die Erklärung des Beschwerdefü h- rers, er sei möglicherweise lediglich dank der Intervention eines anw e- senden Polizisten mit einem kurdischen Akzent mit dem Leben davon ge- kommen, da dieser seinem Kollegen von einer Tötung bzw. schwerwi e- genderen Körperverletzung abgeraten habe (vgl. A7/11 S. 5, F33 und S. 8, F55), der allgemeinen Erfahrung. 6.3.2 Weiter wirft die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Recht vor, er verfüge über keine Kenntnisse über den Ausgang der Verfolgung seiner damals gleichzeitig verhafteten elf Freunde. Aus den Befragungsprotokol- len geht in der Tat hervor, dass es sich bei den elf angeblich mitverhafte- ten Personen um Freunde des Beschwerdeführers gehandelt haben soll, mit welchen er kurz zuvor gemeinsam die Newroz-Feier organisiert habe (vgl. A5/11, S. 6; A7/11, S. 5, F35). Vom Schicksal seiner Freunde habe er seit der Festnahme nichts erfahren können. Der en Familien hätten Ve r- misstenanzeigen aufgegeben, welche jedoch nichts gebracht hätten (vgl. A7/11, S. 6, F40). Der Beschwerdeführer habe vergeblich versucht, mit seinen Freunden Kontakt aufzunehmen (vgl. A7/11, S. 5 f., F35). Auf Be- schwerdeebene wurde dann aber präzisiert, dass es sich hier nicht um Freunde im engeren Sinne gehandelt habe, welche der Beschwerdefü h- rer namentlich gekannt habe. Vielmehr seien dies kurdische Mitstreiter gewesen, die sich für die gleiche Sache eingesetzt hätten. Lediglich einen dieser Mitstreiter kenne er bei Namen. Diesen habe er inzwischen ko n- taktieren können und habe erfahren, dass dieser damals ebenfalls innert 24 Stunden aus der Haft entlassen wurde. Da derartige kurzzeitige Ve r- haftungen von Kurden häufig vorkämen, gehe er in den übrigen zehn Fäl- len vom selben Ausgang aus (vgl. Beschwerde vom 14. April 2011, S. 9). Diese Präzisierungen sollen die vorinstanzliche Erwägung relativieren, dass ein Verschwinden von elf Kurden in türkischer Haft in der Presse fraglos Erwähnung gef unden hätte; die Darstellungen widersprechen al- lerdings den Protokollaussagen des Beschwerdeführers. So ist nicht nachvollziehbar, dass die elf Mitverhafteten plötzlich nur entfernte B e- kannte ohne Namen sein sollen, wenn diese doch gemäss mündlicher Aussage das grosse Newroz -Fest mit dem Beschwerdeführer organisiert haben sollen. Auch findet sich ein klarer Widerspruch hinsichtlich de s Schicksals der Mitstreiter, wenn zunächst in den Befragungen vorgetra- gen wurde, der Beschwerdeführer habe diese über länger e Zeit verge b- lich gesucht und man habe diese als vermisst gemeldet, während später auf Beschwerdeebene angeführt wird, dass ein weiterer Mitstreiter etwa gleichzeitig wie der Beschwerdeführer entlassen worden sei und dies E-2210/2011 Seite 15 auch bei den übrigen Verhafteten anzunehmen sei. Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zusammen mit elf Parteifreunden verhaftet worden ist ; auch der geltend gemachte Ko n- text, dank Glück und der Intervention eines kurdischen Polizeibeamten sei der Beschwer deführer verschont geblieben, während seine Freunde verschwunden seien, wird nicht glaubhaft.. 6.3.3 Ferner sind die vom Beschwerdeführer am 20. Mai 2011 eingereich- ten Beweisdokumente – zwei Kaufverträge und eine Versicherungsa b- rechnung – unbehelflich, da die wi rtschaftlichen Verhältnisse eines Flüchtlings in seinem Heimatstaat keine Bedeutung haben für die Fest- stellung der Flüchtlingseigenschaft. Das Argument des Beschwerdefü h- rers, die fraglichen Dokumente könnten aufzeigen, dass er nicht aus wirt- schaftlichen Gr ünden, sondern aus politischen Gründen geflüchtet sei, vermag somit nicht zu überzeugen. 6.4 Nach den vorstehenden Erwägungen kommt das Bundesverwa l- tungsgericht zum Schluss, dass die vorgebrachten Ereignisse einesteils glaubhaft, zum anderen Teil aber als unglaubhaft zu qualifizieren sind. Zum einen ist es als glaubhaft zu erachten, dass der Beschwerdeführer über Jahre hinweg mehrfach von den Sicherheitsbehör den behelligt wor- den ist und es möglicherweise auch zu kurzen Festnahmen gekommen ist. Die Darstellung lässt sich mit den in der Türkei herrschenden Geg e- benheiten auch plausibel vereinbaren (vgl. E. 6.2. 4). Andererseits ist un- ter Berücksichtigung sämtlicher Umstände festzustellen, dass die Darstel- lung des Ausmasses und der Intensität der Verfolgung – unter Anführung der Gruppenverhaftung und der knapp überlebte n Todesdrohung – als nicht glaubhaft einzustufen ist. 6.5 Nachfolgend sind die als glaubhaft qualifizierten Vorbringen auf deren Asylrelevanz zu prüfen. Das Vorliegen einer begründeten Furcht vor Verfolgung erfordert eine derartige Intensität der (erlebten und drohenden) Verfolgungsmassnah- men, dass eine Rückkehr in den Heimatstaat nicht zumutbar ist . Die B e- helligungen und das Vorkommen kurzzeitigen Festnahm en gegenüber dem Beschwerdeführer begannen im Alter von 15 Jahren. Dennoch hat sich der Beschwerdeführer bis zu seinem 30. Altersjahr gegen eine Au s- reise entschieden. Die Festnahme im März 2010 führte innert kurzer Zeit wieder zur Freilassung und zog – mit Ausnahme einer Hausdurchs u- chung am 10. August 2010 und drei bis vier Kontrollbesuchen bei seiner E-2210/2011 Seite 16 Familie – keine weiteren Verfolgungsmassnahmen nach sich. Seit seiner Ausreise seien die türkischen Sicherheitskräfte weiterhin bei seiner Fami- lie vorstellig geworden. Genauere Ausführungen zu diesen Begegnungen bleiben aus (vgl. A7/11 S.7 F44 sowie Beschwerde vom 14. April 2013, S. 5). Die vom Beschwerd eführer glaubhaft dargestellten Verfolgungsmas s- nahmen sind zwar sicherlich sehr unangenehm und bis zu einem g ewis- sen Grade einschränkend, jedoch erlangen sie keine derartige Intensität, dass von ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG g e- sprochen werden kann, welche eine Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen darstellen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Gemäss Aktenlage sei der Beschwerdefüh- rer zwar seitens der Sicherheitskräfte misshandelt worden ; indessen dauerten die Festnahmen jeweils lediglich einige Stunden, und der B e- schwerdeführer sei jeweils innert weniger als 24 Stunden wieder entla s- sen worden. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass mangels der für die Asylgewährung erforderlichen Intensität keine asylrelevante Verfolgung gegeben ist. 6.6 Nachfolgend ist der Frage nachzugehen, ob die politische Verga n- genheit vieler nahen Familienangehörigen des Beschwerdeführers bei seiner Rückkehr asylrelevante Konsequenzen zur Folge haben könnte. Am Ende der Bundesanhörung erwähnte der Beschwerdeführer seinen Onkel, welcher aus politischen Gründen elf Jahre in türkischer Gefän g- nishaft verbracht habe. In der Beschwerdeeingabe wurde hierzu ergä n- zend ausgeführt, dass mehrere nähere Familienangehörige des B e- schwerdeführers aufgrund ihrer Mitgliedschaft in verschiedenen kurd i- schen Parteien (DSP , Hadep, PKK) und den damit verbundenen polit i- schen Aktivitäten verfolgt worden seien. Inzwischen sei diesen Personen Asyl in der Schweiz resp. [europäisches Land] gewährt worden. Gemäss gerichtsinterner Abklärungen sind der Bruder des Beschwerdeführers, E._______ sowie der Onkel, D._______, mit Verfügung vom 29. Mai 2006 resp. 24. Juli 2006 tatsächlich beide als Flüchtlinge in der Schweiz ane r- kannt und ist ihnen Asyl gewährt worden. Diesbezüglich ist festzustellen, dass zwischen dem Zeitpunkt der Flucht seiner Verwandten aus der Tür- kei und seiner eigenen Ausreise viele Jahre vergangen sind. Der B e- schwerdeführer sei zwar seit seiner Jugend immer wieder behelligt und kurzzeitig verhaftet worden, indessen habe er erst im Jahr 2010 schwer- wiegende Probleme mit den Behörden bekommen , welche er auf seinen E-2210/2011 Seite 17 familiären Hintergrund zurückführte. Dass er schon in den früheren Ja h- ren seiner Verwandten wegen Reflexverfolgung erlitten ha be, machte der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren nicht geltend. Ange- sichts der nachlassenden Aktualität der politischen Aktivitäten seiner An- gehörigen erscheint es allerdings nicht nachvollziehbar, dass der B e- schwerdeführer erst im Jahr 2010 u nd nicht bereits viel früher von den Behörden ernsthaft mit diesem Thema konfrontiert worden sei. Nachdem der Beschwerdeführer vor den angeblich fluchtauslösenden Ereignissen im Jahr 2010 seiner Verwandten wegen keinen ernsthaften Verfolgungs- massnahmen ausgesetzt gewesen ist, wird nicht glaubhaft, dass eine Re- flexverfolgung erst Jahre später hätte einsetzen sollen und nunmehr auch in Zukunft drohen würde; als weiteres Indiz in diesem Zusammenhang ist zudem zu berücksichtigen, dass das eigene politische Prof il des B e- schwerdeführers nur schwach ausgeprägt ist. Es ist somit auch unter Be- rücksichtigung der familiären Umstände nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr in den Heimatstaat staatliche Verfolgungsmassnahmen seitens der lokalen Behörden im Sinne von Art. 3 AsylG in begründeter Weise befürchten müsse. Der politische Hinte r- grund seiner Familie führt demnach nicht zu einer asylrelevanten Gefähr- dung des Beschwerdeführers. Das Vorliegen einer drohenden Reflexver- folgung ist demnach zu verneinen. 7. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die geltend g e- machten Vorbringen, soweit sie glaubhaft gemacht worden sind, das er- forderliche Mass an Intensität einer asylrelevanten Verfolgung im Sinne Art. 3 und 7 AsylG nicht zu erfüllen vermögen, weshalb das Vorliegen e i- ner begründeten Furcht vor Verfolgung zu verneinen ist. Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch entsprechend abgelehnt. 8. 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dab ei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). E-2210/2011 Seite 18 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Ar t. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leb en oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche o der erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da r- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem B e- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefäh r- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. E-2210/2011 Seite 19 9.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europä i- schen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN - Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Ge- fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall e i- ner Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, m. w. H.). Dies ist ihm nach den vorstehenden Erwägungen nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei lässt den Wegwei- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinne n und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG - die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 9.6 In der Türkei besteht keine Situation generalisierter Gewalt, die sich noch dazu über da s ganze Staatsgebiet oder weite Teile desselben e r- strecken würde. Eine gänzlich unsichere, von bewaffneten Konflikten oder permanent drohenden Unruhen dominierte Lage, aufgrund derer der Beschwerdeführer sich bei einer Rückkehr unvermeidlich einer konkrete n Gefährdung ausgesetzt sehen würde, besteht mithin nicht. Den Akten sind sodann auch keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat aus individuellen Gründen wirtschaftlicher oder sozialer Natur in eine exi s- tenzbedrohende Situation geraten würde. Nach Angaben des gemäss Ak- tenlage gesunden Beschwerdeführers sei er in B._______ [Stadt im Wes- ten der Türkei ] aufgewachsen und habe dort zuletzt als [Berufsbezeich- nung] gearbeitet (vgl. A5/11, S. 2 f. ). Seine Frau und die drei gemeins a- men Kinder sowie seine Eltern und weitere Verwandte leben alle im se l-E-2210/2011 Seite 20 ben Wohnblock in B._______. Der Beschwerdefüh rer wird bei seiner Rückkehr nach B._______ somit ein weitreichendes verwandtschaftliches Beziehungsnetz vo rfinden und kann bei Schwierigkeiten auf die Unte r- stützung seiner Angehörigen zählen. Die allgemein gute wirtschaftliche Situation des Beschwerdeführers in der Türkei sowie seine Berufserfa h- rung als [Berufsbezeichnung] lassen aber ohne weiteres darauf schlies- sen, dass ihm die soziale und wirtschaftliche Reintegration in seiner He i- mat gelingen wird. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung somit auch als zumutbar zu bezeichnen. 9.7 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zu - ständigen V ertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr not - wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG und vgl. dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der B e- schwerdeführer stellte in seiner Rechtsmitteleingabe vom 14. April 2011 jedoch ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ( Art. 65 Abs. 1 VwVG). Mit Instruktionsverfügung vom 19. April 2011 hat das Bundesver- waltungsgericht die Behandlung dieses Gesuchs auf einen späteren Zei t- punkt verschoben. Aufgrund der aktuellen Aktenlage – der Beschwerde- führer ist gemäss Aktenlage nicht erwerbstätig – und der als nicht au s- sichtslos zu bezeichnenden Beschwerdebegehren ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gutzuheissen. Dem B e- schwerdeführer sind vorliegend keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. E-2210/2011 Seite 21 (Dispositiv nächste Seite) E-2210/2011 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Lhazom Pünkang Versand: