A bteilung I A -1434/2006 {T 0/2} U rteil vom 14. M ai 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), R ichterin Salom e Zim m er- m ann, R ichter Pascal M ollard. G erichtsschreiber Johannes Schöpf. X._______, ... Beschw erdeführer, vertreten durch ... gegen Eidgenössische Steuerverw altung, H auptabteilung M ehrw ertsteuer, Schw arz- torstrasse 50, 3003 Bern, Beschw erdegegnerin betreffend M ehrw ertsteuer (1. Q uartal 1997 bis 4. Q uartal 2000) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er X._______ ist ein Verein, der am 27. D ezem ber 1956 in das H andelsregister eingetragen w urde. G em äss H andelsregistereintrag hat er folgenden Zw eck: Zusam m enschluss der Autom obilisten zur W ahrung der verkehrspolitischen, w irtschaftlichen, touristischen, sportlichen und aller w eiteren m it dem Autom obilism us verbundenen Interessen, w ie Konsum enten- und U m w eltschutz. Er w idm et der Strassen- verkehrsgesetzgebung und ihrer Anw endung seine besondere Aufm erk- sam keit, setzt sich ein für die Sicherheit auf der Strasse und die Verkehrs- erziehung. D er X._______ ist seit dem 1. Januar 1995 bei der Eidgenössischen Steuerverw altung (ESTV) im R egister der M ehrw ertsteuerpflichtigen eingetragen (M W ST-N r. ...). Am 10. Juni 1996 schloss der X._______ über den Zeitraum vom 1. Januar 1996 bis 31. D ezem ber 1998 m it der Y._______-Versicherung eine Vereinbarung, durch die beide Vertragspartner eine optim ale D ienst- leistung zugunsten ihrer gem einsam en M itglieder bzw . Kunden anstrebten und sich darin gegenseitig unterstützten. D ie Y._______-Versicherung bediente die M itglieder des X._______ m it ihren Produkten und der X._______ verm ittelte der Y._______-Versicherung durch seine Sektionen aktiv Kunden. D ie Parteien verpflichteten sich gegenseitig zur Exklusivität. Für die Verm ittlung von neuen Kunden bekam en die Sektionen des X._______ eine einm alige Abschlussprovision. Jedes X._______-M itlied, das bei der Y._______-Versicherung eine M otorfahrzeugpolice besass, er- hielt in der Folge einen von der Y._______-Versicherung und vom X._______ gem einsam unterzeichneten G utschein über Fr. 50.-- zum Bezug von X._______-D ienstleistungen. D ieser G utschein hatte eine Laufzeit von ungefähr eineinhalb Jahren. Zur Erhebung der gem einsam en M itglieder bzw . Versicherungsnehm er m eldete der X._______ jew eils im Januar seinen M itgliederbestand an die Y._______-Versicherung, dam it die Bem essung der Entschädigung der Y._______-Versicherung an den X._______ festgelegt w erden konnte und die einzelnen X._______- M itglieder m ittels eines gem einsam en Briefes des X._______ und der Y._______-Versicherung benachrichtigt w erden konnten. Im Schreiben an die X._______-M itglieder w iesen der X._______ und die Y._______- Versicherung auf ihre enge Zusam m enarbeit hin. D urch Kooperation m it dem Verein sei es der Y._______-Versicherung noch besser m öglich, die X._______-M itglieder um fassend zu betreuen und zu beraten. B. Für das Kalenderjahr 1997 erhielt der X._______ von der Y._______- Versicherung eine Entschädigung von Fr. ... und für das Jahr 1998 eine solche von Fr. .... N ach einer M ehrw ertsteuerkontrolle beim X._______ in der Zeit vom 30. O ktober 2001 bis 22. Februar 2002 über die Abrechnungsperioden 1. Q uartal 1997 bis 3. Q uartal 2001 (Zeitraum vom 1. Januar 1997 bis 30. Septem ber 2001) forderte die ESTV m it der Ergänzungsabrechnung (EA) N r. ... vom 1. M ärz 2002 für die Zeit vom 1. Januar 1997 bis 31. D ezem ber 2000 Fr. ... zuzüglich 5% Verzugszins nach. D ie Verw altung begründete die N achforderung dam it, dass die 3 jährliche Entschädigung der Y._______-Versicherung das Entgelt für die Zurverfügungstellung der Adressdaten und für die exklusive Zusam m enarbeit m it dem X._______ darstelle; diese Leistung des X._______ sei als D ienstleistung im Sinne von Art. 4 Bst. b M W STV zu qualifizieren und das Entgelt dam it zu versteuern. D ie Einsprache des X._______ vom 2. O ktober 2002 w ies die ESTV m it Einspracheentscheid vom 28. Februar 2005 ab. C . M it Eingabe vom 30. M ärz 2005 liess der X._______ (Beschw erdeführer) gegen den Einspracheentscheid der ESTV vom 28. Februar 2005 bei der Eidgenössischen Steuerrekurskom m ission (SR K) Beschw erde erheben. Zur Begründung führte der Beschw erdeführer insbesondere aus, es sei zw ischen ihm und der Y._______-Versicherung ein Vertrag zu G unsten D ritter, näm lich jenen M itgliedern, die gleichzeitig eine M otorfahrzeugversicherung m it der Y._______-Versicherung abgeschlossen hätten, vereinbart w orden. D ie Y._______-Versicherung habe nur für diese Personen einen G utschein im W ert von Fr. 50.-- erw orben und der Beschw erdeführer habe sich verpflichtet, den G utschein als Zahlungsm ittel anzuerkennen. D as gesam te Entgelt der Y._______- Versicherung sei für die Ausgabe von G utscheinen verw endet w orden. D ie Versicherung habe dam it lediglich G utscheine gegen Entgelt bezogen. D er Beschw erdeführer bzw . seine Sektionen hätten die G utscheine an Zahlungsstatt akzeptiert und der Praxis der M ehrw ertsteuerverw altung entsprechend das Entgelt – w eil es sich um einen G utschein handelte – im Zeitpunkt der Einlösung abgerechnet. M it dem angefochtenen Entscheid verletze die ESTV ihre eigene Verw altungspraxis zur m ehrw ertsteuerlichen Behandlung von G utscheinen, w odurch dasselbe Substrat w irtschaftlich zw ei M al m it der M ehrw ertsteuer belastet w erde. Es handle sich ausserdem im U m fang des W erts der G utscheine um eine Präm ienreduktion im Sinne von Art. 14 Ziff. 4 der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die M ehrw ertsteuer (M W STV, AS 1994 1464) bzw . Art. 18 Ziff. 18 des Bundesgesetzes vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer (M W STG , SR 641.20). D . In der Vernehm lassung vom 21. Juni 2005 beantragte die ESTV die voll- ständige und kostenpflichtige Abw eisung der Beschw erde. D ie Verw altung brachte insbesondere vor, dass die dem Beschw erdeführer ausgerichtete Entschädigung das Entgelt für die Zurverfügungstellung der Adressdaten und die exklusive Zusam m enarbeit darstelle. D ie Y._______-Versicherung habe diese Entschädigung nicht für den Erw erb von G utscheinen, sondern für jene Leistungen des Vereins entrichtet. D er U m stand, dass der Beschw erdeführer nach der Auszahlung des Entgeltes zusam m en m it der Y._______-Versicherung den gem einsam en Kunden bzw . M itgliedern einen G utschein zukom m en lasse, dam it diese von der Zusam m enarbeit profitieren könnten, ändere nichts am Leistungsaustausch und dem dafür bezahlten Entgelt. E. M it Schreiben vom 1. Februar 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht den Parteien m it, dass es das hängige Beschw erdeverfahren übernom m en 4 hat. Auf die w eitere Begründung der Eingaben w ird – sow eit entscheidw esent- lich – im R ahm en der nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundes- verw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Ver- w altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G gegeben ist. Eine solche liegt nicht vor und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VG G . D as Bun- desverw altungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegen- den Beschw erde zuständig. Es übernim m t am 1. Januar 2007 die Beurteilung des bei der SR K hängigen R echtsm ittels und w endet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 2. 2.1 Am 1. Januar 2001 sind das M W STG sow ie die Verordnung vom 29. M ärz 2000 zum Bundesgesetz über die M ehrw ertsteuer (M W STG V, SR 641.201) in Kraft getreten. D er zu beurteilende Sachverhalt hat sich indessen in den Jahren 1997 und 1998 zuge- tragen. Auf die vorliegende Beschw erde ist dam it noch bisheriges R echt anw endbar (Art. 93 und 94 M W STG ). D ie M W STV ist eine selbständige, das heisst direkt auf der Verfassung beruhende Ver- ordnung des Bundesrates. Sie stützte sich auf Art. 8 Abs. 1 der Ü bergangsbestim m ungen der bis zum 31. D ezem ber 1999 in Kraft befindlichen (alten) Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidge- nossenschaft vom 29. M ai 1874 (aBV) bzw . auf Art. 196 Ziff. 14 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) und stellte bis zur R egelung des M ehrw ertsteuerrechts durch den ordentlichen G esetzgeber ge- setzesvertretendes R echt dar. 2.2 N ach Art. 4 M W STV unterliegen Lieferungen und D ienstleistungen der M ehrw ertsteuer nur, w enn sie gegen Entgelt erbracht w erden. D ie Entgeltlichkeit erfordert einen Leistungsaustausch zw ischen dem steuerpflichtigen Leistungserbringer und dem Em pfänger. D as Bundesgericht hat zum Begriff des Leistungsaustausches in grund- sätzlicher H insicht Stellung genom m en (BG E 126 II 451 E. 6; vgl. auch U rteil des Bundesgerichts vom 25. August 2000, veröffentlicht in Steuer-R evue [StR ] 1/2001 S. 55 ff. E. 6 bzw . Archiv für Schw ei- zerisches Abgaberecht [ASA] 71 S. 157 ff.). D anach findet erst m it dem Austausch von Leistungen ein steuerbarer U m satz statt. D ie Leistung besteht entw eder in einer Lieferung oder einer D ienst-5 leistung, die G egenleistung des Em pfängers im Entgelt an den Leistungserbringer oder an einen D ritten, falls dadurch ein Schuld des Lieferanten getilgt w ird (vgl. die von der ESTV herausgegebene W egleitung 1997 für M ehrw ertsteuerpflichtige, R z. 297 [W egleitung 1997]). Zusätzlich ist eine innere w irtschaftliche Verknüpfung zw ischen Leistung und G egenleistung erforderlich. Zum Entgelt ge- hört dam it alles, w as der Em pfänger der D ienstleistung oder an seiner Stelle ein D ritter für die Lieferung oder D ienstleistung auf- w endet. Es m uss ein ursächlicher Zusam m enhang zw ischen Leistung und G egenleistung bestehen (D AN IEL R IED O , Vom W esen der M ehrw ertsteuer als allgem eine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden W irkungen auf das schw eizerische R echt, M uri/Bern 1999, S. 223 ff.). D ie M ehrw ertsteuer ist eine Verbrauch- steuer; der Verbraucher ist Steuerträger. Es ist deshalb nicht auf das Verhalten des Leistungserbringers abzustellen. Vielm ehr ist die kausale Verknüpfung zw ischen Leistung und G egenleistung ge- nügen zu lassen und das Tatbestandsm erkm al des Leistungs- austausches um der Steuerneutralität und der R echtsgleichheit w egen w eit zu fassen (vgl. R IED O , a.a.O ., S. 233). D am it ein U m satz als gegen Entgelt erbracht gelten kann, m uss er zw ischen m indestens zw ei w irtschaftlich verschiedenen Einheiten getätigt w erden, w obei eine Einheit die Leistung zu G unsten der anderen Einheit erbringt (PIER R E -ALAIN G U ILLAU M E, in: D IEG O C LAVA D ETSC H ER /PIER R E-M AR IE G LAU S ER /G ER H AR D SC H A FR O TH , m w st.com , Kom m entar zum Bundesgesetz über die M ehrw ertsteuer, Basel/G enf/M ünchen 2000, Art. 5 R z. 36). 2.3 D ie M ehrw ertsteuer stellt auf w irtschaftliche Vorgänge ab und sie besteuert den w irtschaftlichen Konsum . Bestand und U m fang einer der M ehrw ertsteuer unterstehenden Leistung w ird aufgrund der w irtschaftlichen Betrachtungsw eise bestim m t. D ie m ehrw ertsteuer- liche Q ualifikation von Vorgängen hat nicht in erster Linie aus einer zivil-, sprich vertragsrechtlichen Sicht, sondern nach w irtschaft- lichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen (U rteil des Bundes- gerichts 2A.304/2003 vom 14. N ovem ber 2003, E. 3.6.1 m it H in- w eisen; Entscheide der SR K vom 5. Juli 2005 [SR K 2003-049], ver- öffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.7 E. 2a m it H inw eisen, vom 18. N ovem ber 2002 [SR K 2001-145], ver- öffentlicht in VPB 67.49 E. 3c/aa m it H inw eisen; ausführlich: R IED O , a.a.O ., S. 112 m it Fn. 125; JEAN -M AR C R IVIER /AN N IE R O C H AT, La taxe sur la valeur ajoutée, Fribourg 2000, S. 24). D er w irtschaftlichen Betrachtungsw eise kom m t im Bereich der M ehrw ertsteuer einer- seits bei der Auslegung von zivilrechtlichen und von steuerrecht- lichen Begriffen sow ie andererseits bei der rechtlichen Q ualifikation von Sachverhalten Bedeutung zu (U rteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2003, publiziert in ASA 73 S. 569 E. 3.2; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1341/2006 vom 7. M ärz 2007 E. 2.4). 2.4 N ach Art. 6 Abs. 2 Bst. b M W STV kann auch das entgeltliche U n-6 terlassen einer H andlung G egenstand einer D ienstleistung sein. So gilt zum Beispiel die gegen Entgelt eingegangene Verpflichtung, eine Konkurrenztätigkeit zu unterlassen, als steuerbare D ienst- leistung (Kom m entar zur Verordnung über die M ehrw ertsteuer vom 22. Juni 1994, S. 6; vgl. auch PATR IC K IM G R Ü TH , in: in: C LAVAD E TSC H ER /G LAU S ER /SC H A FR O TH , a.a.O ., Art. 7 R z. 2). In solchen Fällen beruht das Verhalten des leistenden U nternehm ers auf einer besonderen Vereinbarung m it dem D ritten, w elcher aus diesem Verhalten einen w irtschaftlichen N utzen ziehen kann und ent- sprechend bereit ist, dafür ein Entgelt zu entrichten. D as konkrete Eintreten eines w irtschaftlichen N utzens ist allerdings nicht als W e- sensm erkm al der Leistung aufzufassen (IVO BAU M G AR TN ER , D ie Ent- geltlichkeit bei der schw eizerischen M ehrw ertsteuer, StR 1996 S. 60; Entscheid der SR K vom 14. Juni 2005 [SR K 2003-124] E. 3 b/bb). 2.5 W er Leistungen ausdrücklich im N am en und für R echnung des Ver- tretenen tätigt, so dass das U m satzgeschäft direkt zw ischen dem Vertretenen und dem D ritten zustande kom m t, gilt diesbezüglich als blosser Verm ittler. H andelt bei einer Leistung der Vertreter zw ar für frem de R echnung, tritt er aber nicht ausdrücklich im N am en des Vertretenen auf, so liegt sow ohl zw ischen dem Vertretenen und dem Vertreter als auch zw ischen dem Vertreter und dem D ritten eine Leistung vor (Art. 10 Abs. 1 und 2 M W STV). 3. Es ist im Folgenden zu prüfen, ob die ESTV zu R echt die Zahlung von je Fr. 50.-- gegen Ü bergabe eines G utscheins durch den Be- schw erdeführer als eigenen U m satz angesehen hat oder ob die Be- trachtungsw eise des Beschw erdeführers, w elcher im ganzen Vor- gang inklusive der Einlösung des G utscheins durch die M itglieder nur einen U m satz sieht, korrekt ist. 3.1 D ie Vereinbarung vom 10. Juni 1996 zw ischen der Y._______- Versicherung und dem Beschw erdeführer um fasst vier Ziffern, von denen jedoch nur zw ei über eine Entschädigung bzw . ein Entgelt sprechen. Ziffer 1, w elche den Beschw erdeführer verpflichtet, über seine Sektionen aktiv Kunden zu verm itteln und exklusiv m it der Y._______-Versicherung zusam m en zu arbeiten, enthält keine ausdrückliche G egenleistung der Y._______-Versicherung. D as gleiche gilt für Ziffer 4, w onach der Beschw erdeführer in seinen O rganen ausschliesslich die D ienstleistungen der Y._______- Versicherung, also nicht von anderen Versicherern em pfehlen darf. Auch dafür ist keine G egenleistung stipuliert. Ziffer 2 kann aus der vorliegenden Betrachtung ausscheiden, w eil darin klar festgehalten w ird, dass es sich bei den aufgezählten Zahlungen um einm alige Abschlussprovisionen handelt und diese erst noch abgestuft sind nach der Art des vom M itglied abgeschlossenen Ver- sicherungsvertrages. Eine Entschädigungsvereinbarung findet sich nur in Ziffer 3 unter dem Titel "Entschädigung pro M itglied/Kunde". Absatz 2 dieser Ziffer bestim m t, dass der Beschw erdeführer der 7 Y._______-Versicherung per 1. Januar seinen M itgliederbestand m eldet, dam it die Bem essung der Entschädigung festgelegt w erden kann. D ass G utscheine an die Y._______-Versicherung übergeben w erden, ergibt sich nicht aus dem W ortlaut der Bestim m ung; die R ede ist einzig von G utschriften für die X._______-M itglieder. N achdem nur Leistungen der M ehrw ertsteuer unterstehen, die gegen Entgelt erbracht w erden, stellt sich die Frage, für w elche Leistung das in Ziffer 3 stipulierte Entgelt erfolgt, m it anderen W or- ten, m it w elcher Leistung das Entgelt ausgetauscht w ird. D er Be- schw erdeführer hält dafür, dass die G egenleistung ausschliesslich in der H ingabe von G utscheinen bestand. G egen diese Auffassung spricht schon der W ortlaut der Vereinbarung: Solche w erden näm - lich gar nicht erw ähnt; vielm ehr spricht der Vertrag nur von G ut- schriften. D ass die G egenleistung die Verpflichtung des Be- schw erdeführers w ar, auf dem G ebiet der M otorfahrzeugver- sicherungen ausschliesslich m it der Y._______-Versicherung zusam m enzuarbeiten und dieser ihre M itgliederdatei zur Verfügung zu stellen, ergibt sich aus der im M ehrw ertsteuerrecht m assgebenden w irtschaftlichen Betrachtungsw eise. D ie Zusam m enarbeitsvereinbarung erschloss der Y._______- Versicherung einen grossen Kreis potenzieller Kunden, deren Adressen sie zur Verfügung gestellt bekam . D urch das aus- schliessliche R echt, in den Publikationen des Beschw erdeführers zu w erben, konnte sich die Y._______-Versicherung an einen exklusiven Kundenkreis w enden, ohne durch M itbew erber konkurrenziert zu w erden. So w ie der Beschw erdeführer und die Y._______-Versicherung im Innen- w ie im Aussenverhältnis gegenüber den M itgliedern des Beschw erdeführers auftraten, ging es um eine Zusam m enarbeit, die w eit über den blossen Kauf von G utscheinen durch die Y._______-Versicherung beim Be- schw erdeführer hinaus ging. Bei der Ausgabe von G utscheinen an die M itglieder des Be- schw erdeführers handelte es sich um einen zw eiten G eschäftsvor- fall, den der Beschw erdeführer zu R echt im Zeitpunkt der Einlösung zu versteuern hatte (vgl. Ziff. 427c W egleitung 1997). D urch die Ab- gabe von G utscheinen erhält der Em pfänger noch keine Leistung. Erst deren Einlösung führt zu einer m ehrw ertsteuerlich relevanten Lieferung oder D ienstleistung, die vom Leistungserbringer als U m satz zu versteuern ist (M IC H AELA M ER Z, in: C LAVAD E TSC H ER /G LAU S ER /SC H A FR O TH , a.a.O ., Art. 40 R z. 12). Als Ent- geltsm inderung können solche G utscheine nur betrachtet w erden, w enn sie vom Leistungserbringer ausgegeben und nicht von D ritten finanziert w erden; sie w erden gleich behandelt w ie Skonti und R a- batte (ALO IS C AM EN ZIN D /N IKLAU S H O N AU ER , H andbuch zur neuen M ehr- w ertsteuer [M W ST], Bern 1995, R z. 781). D ieser G eschäftsvorfall ist jedoch nicht G egenstand dieses Beschw erdeverfahrens. O b schliesslich die Sektionen des Beschw erdeführers die G utscheine 8 an Zahlungsstatt akzeptiert haben und ob alle G utscheine eingelöst w urden, ist für den Ausgang dieser Streitsache belanglos. W ie bereits dargestellt (vgl. oben E. 2.4), unterliegen der M ehrw ert- steuer nicht nur D ienstleistungen durch Tätigw erden, so im vor- liegenden Fall die Ü berlassung der M itgliederdaten, sondern auch solche durch U nterlassen. D ie Y._______-Versicherung zog aus der Verpflichtung des Beschw erdeführers, die Zusam m enarbeit m it anderen Versicherern zu unterlassen, einen w irtschaftlichen N utzen, indem sie verm ehrt Versicherungsverträge m it M itgliedern des Beschw erdeführers im zu beurteilenden Zeitraum abschliessen konnte. D afür w ar sie bereit, ein Entgelt zu bezahlen. Es kann dam it auch offen bleiben, ob tatsächlich das gesam te Ent- gelt der Y._______-Versicherung für die Einlösung der G utscheine verw endet w orden ist. Im m erhin hat der Beschw erdeführer für jeden nicht eingelösten G utschein die Entschädigung der Y._______-Versicherung behalten, w oraus auch w ieder klar hervorgeht, dass es sich bei der Zahlung der Y._______- Versicherung um ein echtes Entgelt nach Art. 4 Bst. b M W STV handelte, das der M ehrw ertsteuer unterliegt. D ie Parteien hätten sonst allenfalls vereinbart, dass die Y._______-Versicherung dem Beschw erdeführer lediglich die von seinen M itgliedern tatsächlich eingelösten G utscheine vergüte. 3.2 D ie Ausführungen des Beschw erdeführers, es liege ein Vertrag zu G unsten D ritter vor, w ären nur dann m ehrw ertsteuerlich relevant, w enn daraus auf das Vorliegen eines Stellvertreterverhältnisses ge- schlossen w erden m üsste, aufgrund dessen ein einziger U m satz vorliegen w ürde. D as Schreiben des Beschw erdeführers und der Y._______-Versicherung, w elches im unteren Abschnitt einen G utschein über Fr. 50.-- enthält, trägt das Logo des Beschw erdeführers und jenes der Y._______-Versicherung. Es ist zudem vom Beschw erdeführer w ie auch von der Y._______- Versicherung unterzeichnet und aus dem Schreiben ergibt sich auch nicht, ob der Beschw erdeführer oder die Y._______- Versicherung den G utschein finanziert hat. Es kann som it nicht von einem Stellvertretungsverhältnis im m ehrw ertsteuerlichen Sinn gesprochen w erden. 3.3 Ebenso kann der Beschw erdeführer sich nicht darauf berufen, dass es sich bei den G utscheinen um Entgeltsm ilderungen handelt, das heisst um Beträge, die der Leistungsem pfänger von vornherein vom R echnungsbetrag bzw . im N achhinein vom bezahlten Entgelt in Ab- zug bringt und w elche als Korrekturen des ursprünglich vereinbar- ten Entgelts zu berücksichtigen sind (Alois C am enzind/N IKLAU S H O N AU ER , H andbuch zur neuen M ehrw ertsteuer [M W ST], 2. Auflage, Bern 2000, R z. 1188) D ieser Einw and geht in doppelter H insicht fehl: D er U m satz, anlässlich dessen die G utscheine eingelöst w erden – näm lich der Bezug von Leistungen des Beschw erde-9 führers oder seiner Sektionen – ist nicht Streitgegenstand des vor- liegenden Verfahrens, w eil nur die EA N r. ... angefochten ist. D er Beschw erdeführer betrachtet ausserdem die G utscheine nach seinen Ausführungen als Entgeltsm inderung auf den Ver- sicherungspräm ien; diese aber sind schon gar nicht G egenstand des vorliegenden Verfahrens. O b schliesslich die Sektionen des Be- schw erdeführers die G utscheine an Zahlungsstatt akzeptiert haben, ist für den Ausgang dieser Streitsache ebenfalls belanglos. 3.4 U nrichtig ist schliesslich auch die Behauptung des Beschw erde- führers, durch die M ehrw ertsteuerbelastung des Entgelts der Y._______-Versicherung w erde das gleiche Substrat w irtschaftlich zw eim al belastet. Zunächst handelt es sich nicht um gleiche w irtschaftliche Substrate bzw . G eschäftsvorgänge (vgl. oben E. 2.3 und 3.1). Zum zw eiten kann die Y._______-Versicherung die an den Beschw erdeführer bezahlte M ehrw ertsteuer als Vorsteuer nach Art. 29 Abs. 1 Bst. a M W STV w ieder abziehen, sow eit sie selbst w ieder steuerbare Lieferungen und D ienstleistungen nach Art. 29 Abs. 2 oder 3 M W STV erbringt (zum Vorsteuerabzug vgl. ALO IS C AM EN ZIN D /N IKLAU S H O N AU ER /KLAU S A. VALLEN D E R, H andbuch zum M ehrw ertsteuergesetz (M W STG ), Bern 2003, R z. 1372 ff.; BG E 123 II 385 E. 8). D am it ist die Steuerneutralität gew ahrt (C AM EN ZIN D /H O N AU ER /VALLE N D ER , a.a.O ., R z. 67). Aber selbst w enn eine zw eim alige Besteuerung eintreten w ürde, hat sich der Beschw erdeführer nach ständiger Praxis bei der von ihm vorgenom m enen form ellen G estaltung seiner R echtsbeziehungen behaften zu lassen (ASA 67 S. 757 E. 3c, 65 S. 674 E. 2d/bb, 55 S. 72 E. 4c; U rteil des Bundesgerichts vom 11. N ovem ber 2001 i. S. Z. [2A.420/2000] E. 3c; VPB 67.46 E. 5b/cc; Entscheide der SR K vom 27. M ärz 2002 i. S. W . [SR K 2000-109] E. 3d/cc, vom 13. Juli 2001 i. S. K. [SR K 1999-155] E. 3b in fine und 6; a contra- rio XAVIER O BER SO N , D roit fiscal suisse, 2. Auflage, Basel und Frank- furt am M ain 2002, § 4 R z. 13). 3.5 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Entschädigung der Y._______-Versicherung an den Beschw erdeführer unter der Vereinbarung der Parteien vom 10. Juni 1996 das Entgelt für eine D ienstleistung des Beschw erdeführers darstellt, die nach Art. 4 Bst. b M W STV der M ehrw ertsteuer unterliegt. Aus diesen G ründen ist die Beschw erde abzuw eisen. 4. Bei diesem Verfahrensausgang sind dem Beschw erdeführer als un- terliegender Partei säm tliche Kosten für das Beschw erdeverfahren vor dem Bundesverw altungsgericht aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrenskosten w erden gem äss Art. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschä- digungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) m it Fr. 2'000.-- festgesetzt und dem Beschw erde- führer zur Zahlung auferlegt. D ie Beschw erdeinstanz hat im D ispo- sitiv den Kostenvorschuss m it den Verfahrenskosten zu ver-10 rechnen. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 2'000.-- w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt und m it dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung w ird nicht ausgerichtet. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M arkus M etz Johannes Schöpf R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Be- schw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (Art. 42, 48, 54, 83 Bst. m und Art. 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]).R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. Versand am :