Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. Oktober 2021 (725 20 387 / 287) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts: keine Zweifel an der versicherungsinternen Zumutbarkeitsbeurteilung; der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfaller- eignis und den psychischen Beschwerden wurde zu Recht verneint; Prüfung des Vali- deneinkommens und des versicherten Verdiensts Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter in Susanne Afheldt, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Sebastian Laubscher , Advokat, Advokaturbüro, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A.1 Der 1988 geborene A.____ war vom 1. Dezember 2015 bis 30. September 2019 bei der B.____ AG in X.____ als Maschinen- und Anlageführer angestellt. Am 16. Juni 2017 erlitt er einen Unfall mit seinem Motorrad, bei welchem er sich eine höhergradige AC-Gelenksluxation rechts, eine Rippenserienfraktur 3 - 6 rechts und ein Leberhä mangiom rechts zuzog. Für diesen Unfall Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht erbrachte die zuständige Schweizerische Unfallversicherun gsanstalt (Suva) die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 7. April 2020 teilte sie dem Versicherten mit, dass sie ihm für die verbleibenden Beeinträchtigungen aus dem Unfall vom 16 . Juni 2017 mit Wirkung ab 23. März 2020 eine Rente von 13 % und eine Integritätsentschädig ung aufgrund einer Einbusse in der Integrität von 15 % ausrichten werde. Daran hielt sie auch auf Einsprache hin in ihrem Entscheid vom 4. September 2020 fest. A.2 Bereits am 13. Dezember 2017 hatte sich A.____ unte r Hinweis auf andauernde Be- schwerden aus dem Unfall vom 16. Juni 2017 bei der Eid genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Nachdem die zuständig e IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) die erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse abgeklärt hatte, lehnte sie mit Verfü- gung vom 9. September 2021 einen Leistungsanspruch ab. Dagegen erhob der Versicherte Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht), welches ein Verfahren unter der Nummer 720 21 324 eröffnete. B. Gegen den Einspracheentscheid der Suva vom 4. Septe mber 2020 erhob A.____, ver- treten durch Advokat Sebastian Laubscher, am 8. Oktober 2020 Beschwerde beim Kantonsge- richt und beantragte, es sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin aufzuheben und es sei die Sache zur Klärung des medizinischen Sachverhalts und der verbleibenden Erwerbsfä- higkeit sowie zum Erlass eines medizinischen Fachgutachtens in den Disziplinen Orthopädie und Psychiatrie an die Suva zurückzuweisen; unter o/e-Kosten folge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 16. Juni 2017 und den weiterhin bestehenden psychischen Beschwerden zu bejahen sei. Zudem wurde moniert, dass sich die Suva in ihrem Entscheid auf unzure ichende medizinische Unterlagen stütze. Weiter machte er geltend, dass das Valideneinkommen zu korrigieren sei. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin betrage dieses nicht Fr. 70'832.--, sondern Fr. 77'969.--. Ebenso sei der versicherte Verdienst zu korrigieren und der 13. Monatslohn in der Zeit vom 1. Januar bis 16. Juni 2017 hinzuzurechnen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2020 bea ntragte die Suva, es sei in teilwei- ser Gutheissung der Beschwerde der versicherte Verdienst a uf Fr. 76'507.-- festzusetzen; im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. D. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 29 . Januar 2021, Duplik vom 3. März 2021) hielten die Parteien an den gestellten Anträgen und den Ausführungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bun desgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt im Kanton Basel-Landsc haft, weshalb die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtlich e Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art . 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist die Höhe des Rentenanspru chs des Versicherten. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des vorlieg end angefochtenen Einspracheent- scheids vom 4. September 2020 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugn is (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hin- weis). 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig- keit 80 % des versicherten Verdiensts. Bei teilweiser Ar beitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss UVG se tzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Kr ankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang bestehen. Ursachen im Sinne des natürl ichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, der Unfall mit an- dern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli- chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (vgl. BGE 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). 3.3.1 Eine weitere Voraussetzung für die Leistungspfli cht des Unfallversicherers bildet das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). Ob bei Vorliegen eines natürli- chen Kausalzusammenhangs zwischen dem versicherten Ereignis u nd der eingetretenen ge- sundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (vgl. BGE 112 V 30 E. 1b). 3.3.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfall folgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 134 V 109 f. E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht (hinreichen d) nachweisbaren Unfallfolgeschäden. Hier bedarf es einer besonderen Adäquanzprüfung. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensab- lauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfall bezogene Kriterien einzubeziehen. Ge- mäss der für psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarb eiteten sog. Psycho-Praxis (vgl. BGE 115 V 133) werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft, während nach der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule (HWS) sowie Schädel-Hirntraumen anwendbaren sog. Schleu dertrauma-Praxis auf eine Diffe- renzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten ve rzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweisen). Von organisch ob jektiv ausgewiesenen Unfallfolgen wird erst dann gesprochen, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (für viele: Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Untersuchungsmethoden müssen wissenschaftlich anerkannt sein (vgl. BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). Alleine die grundsätzliche Geeignetheit eines Ereig- nisses, zu einer Verletzung zu führen, reicht nicht, um diese als organisch objektiv ausgewiesen zu betrachten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 2011, 8C_310/2011, E. 4.5.1). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver- waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlage n angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei- len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 133 E. 2, 114 V 310 E. 3c, 105 V 156 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellun gnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht verrichtet werden können (vgl. ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditäts- schätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So- zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entschei dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgeg eben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch- tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlagge- bend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut- achten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt- linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2 001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahre ns eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper tise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.4.1 Stützt sich der angefochtene Entscheid ausschliesslich auf versicherungsinterne medi- zinische Unterlagen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2019, 9C_143/2019, E. 4.1 mit Hinweisen). 4.4.2 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärztinnen oder Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht- liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus- sagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedlic he Natur von Behandlungsauftrag des Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestell- ten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozial rechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärztinnen und Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbeh alten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die beh andelnden Ärztinnen und Ärzte wich- tige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretat ion entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale S ozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wege n für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vo m 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Unter- suchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln , dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 6.1 Für die Beurteilung der umstrittenen Fragen lieg en zahlreiche medizinische Akten vor, die vom Gericht in ihrer Gesamtheit gewürdigt wurden . Für den Entscheid erweisen sich insbe- sondere die nachfolgenden Unterlagen als massgebend: 6.2 Im Austrittsbericht des Spitals C.____, vom 19. Juni 2017 wurden eine Rippenserien- fraktur 3 - 6 rechts bei Motorradunfall am 16. Juni 2017, eine AC-Gelenksluxation Rockwood 4 - 5 rechts und ein Leberhämangiom (10 cm Durchmesser) diagn ostiziert. Der Versicherte sei mit dem Töff unterwegs gewesen und mit ca. 52 km/h in ein stehendes Auto gefahren. Eine Bewusst- losigkeit habe nicht bestanden. In der durchgeführten Traumaspirale habe sich eine Rippenseri- enfraktur rechtsseitig ohne Lungenkontusion oder Pneumothorax gezeigt. Eine intrakranielle/ab- dominelle Blutung habe ebenfalls ausgeschlossen werden können und laborchemisch hätten keine Auffälligkeiten vorgelegen. Nebenbefundlich habe eine AC-Gelenksluxation Rockwood 4 - 5 rechtsseitig erhoben werden können. 6.3 Am 27. Juni 2017 wurden beim Beschwerdeführer im Spital D.____ eine offene AC- und CC-Bandnaht, eine Transfixation mittels CC-Schraube u nd eine laterale Clavicularesektion durchgeführt. Nachdem der Versicherte am 5. Juli 2017 Schmerzen im Bereich der rechten Schul- ter verspürt hatte, wurde er am 7. Juli 2017 erneut operiert. Dabei wurde eine Wundrevision, eine Entfernung der CC-Schraube, eine erneute Naht der AC-Bänder und eine Raffung der CC-Bänder sowie eine erneute temporäre coraco-ciaviculare Transfi xation mittels 4.5er CCS-Schraube durchgeführt. Am 21. August 2017 erfolgte ein weiterer operativer Eingriff, bei welchen die CCS- Schraube entfernt wurde. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Gemäss Angaben im Sprechstundenbericht des Spitals C. ____ vom 22. November 2017 habe der Beschwerdeführer weiterhin über Schmerzen bei der Belastung des rechten Arms ge- klagt, wobei der Schmerzpunkt einerseits über dem AC-Gel enk, andererseits anterior über der Schulter angegeben werde. Der Beurteilung ist sodann zu entnehmen, dass ein leichter Clavi- cula-Hochstand bestehe. Zudem wurde der Verdacht auf eine Bizepssehnenpathologie genannt, welcher aber nach einer Untersuchung vom 6. Dezember 2 017 habe ausgeschlossen werden können (vgl. Bericht vom 9. Dezember 2017). 6.5 Am 3. Januar 2018 fand bei PD Dr. med. E.____, F MH Orthopädische Chirurgie, eine Untersuchung statt. PD Dr. E.____ diagnostizierte eine persistierende Horizontalinstabilität des AC-Gelenks der rechten Schulter mit/bei Status nach CC-S chraubenentfernung, Status nach Wundrevision, erneuter Naht der AC-und CC-Bänder sowie erneuter temporärer coraco-clavicu- lärer Transfixation mit 4.5-Kortikalisschrauben am 7. Juli 2017, Status nach offener AC-und CC- Bandrekonstruktion mit CC-Schrauben Transfixation te mporär, lateraler Clavicularesektion am 27. Juni 2017 bei AC-Gelenksluxation Typ Rockwood IV nach Motorradunfall vom 16. Juni 2017, einer Rippenserienfraktur 3 - 6 rechts, und anamnestisch eine posttraumatische Belastungsstö- rung (PTBS) bei psychiatrischer Behandlung mit Cymbalta, Tritico und Benzodiazepin. Aufgrund seiner Untersuchung kam PD Dr. E.____ zum Schluss, dass nicht die vertikale, sondern vielmehr die horizontale Instabilität das Problem sei, welche aber sehr schwer zu behandeln sei, weshalb eine zurückhaltenden OP-Indikationsstellung erfolge. 6.6 Auf Nachfrage der Suva teilte der behandelnde Psych iater Dr. med. F.____, FMH Psy- chiatrie und Psychotherapie, am 12. Januar 2018 mit, da ss sich der Versicherte seit anfangs September 2017 bei ihm in Behandlung befinde. Er le ide an ständiger innerer Unruhe, Ängsten von immer wieder auftretenden Bildern vom Motorradunfall, Schlaflosigkeit, Albträumen (er erwa- che in der Nacht verschwitzt und könne seinen Schlaf nicht mehr finden), sei tagsüber nur müde und kraftlos. Das klinische Bild sei vereinbar mit den Symptomen einer PTBS. 6.7 Nachdem die horizontale Instabilität persistierte, w urde der Versicherte am 15. Mai 2018 durch PD Dr. E.____ operiert. Dieser nahm eine diagno stische Schulterarthroskopie, eine parti- elle Synovektomie, eine Semi-Tendinosus-Autograftentnahme, eine Adhäsiolyse, eine Abtragung von Verkalkungen, eine Double-Dog-Bone-Botton CC-Rekonstruktion, eine Autograftaugmenta- tion des CC- und des AC-Gelenks, eine Rekonstruktion der trapezo-deltoidalen Faszie und eine mini-open subpectorale Bicepstenodese an der rechten Schulter vor. 6.8 Im Rahmen einer Verlaufskontrolle im November 201 8 berichtete PD Dr. E.____, dass der Beschwerdeführer belastungsfrei sehr zufrieden sei (vgl. act. 270). Bei Belastung – auch mit geringen Gewichten – habe er aber starke Schmerzen. Zu dem bestehe ein Schnappen im Be- reich des AC-Gelenks. Weiter stellte PD Dr. E.____ eine Plattendislokation des lateralen Dogbo- nes im Bereich des Coracoids fest. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.9 Auf entsprechende Nachfrage der Suva zum Jobprofi l des Versicherten teilte PD Dr. E.____ am 21. Januar 2019 mit, dass ihm das Hebe n von Gewichten von 1 kg bis hori- zontal zumutbar, eine Arbeit über der Horizontalen [ 90° Flexion oder Abduktion] hingegen nicht mehr möglich sei. Weiter könne er Arbeiten bei angele gtem Arm wie z.B. Büroarbeit ohne Auf- stützen des Ellenbogens verrichten. Das Treppenhinaufgehen und das -hinababgehen sei prob- lemlos, hingegen werde das Steigen auf Leitern aufgrund der Kraftlosigkeit im Bereich des rech- ten Arms nicht empfohlen. Der Versicherte könne Gewichte über 5 kg nicht dauerhaft ziehen und schieben (max. 1 kg einmalig alle 3 Stunden). Das Gehen auf unebenem Grund sei ihm hingegen uneingeschränkt möglich. 6.10 Am 11. Juni 2019 fand eine weitere Operation sta tt. PD Dr. E.____ nahm eine diagnos- tische Schulterarthroskopie, eine partielle Synovektomie, eine OSME des infero-lateraler Dog Bone-Bottons, eine SAD, eine Sehnenreapproximation des Semi-T-Autografts der rechten Schul- ter vor. 6.11 In ihrem Bericht vom 4. September 2019 hielt di e Kreisärztin Dr. med. G.____, FMH Allgemeinchirurgie und Traumatologie, in Bezug au f die rechte dominante Schulter fest, dass reizlose Narbenverhältnisse und Schmerzen im Bereich des AC-Gelenks vorlägen. Eine eigentliche Instabilität könne aktuell nicht reproduzier t werden. Die Abduktion sei bei 100°aktiv und die Anteversion bei knapp 90° endgradig schmerzhaft. Der Nackengriff sei knapp mit Aus- weichbewegung möglich und der Schürzengriff bis L3. Gestützt auf diese Befunde diagnostizierte sie persistierende Belastungsschmerzen der rechten Schulter. In ihrer Beurteilung führte sie aus, dass nach nun erfolgter 6. Operation vor knapp 3 Monaten beim Versicherten Belastungsschmer- zen und eine Bewegungseinschränkung persistieren würden . In Ruhe sei er beschwerdearm. Nach wie vor sei ein Heben von mehr als 1 kg körperfern nicht möglich resp. führe zur Zunahme der Schmerzen. Die horizontale Instabilität, die zu den zwei letzten Eingriffen geführt habe, könne aktuell klinisch nicht reproduziert werden. Insgesamt sei d ie Situation befriedigend. Im Rahmen der Zumutbarkeitsbeurteilung hielt die Kreisärztin fe st, dass die angestammte Tätigkeit als Ma- schinen- und Anlageführer dem Versicherten nicht mehr zumutbar sei. Er könne aber eine ganz- tägige leichte Tätigkeit ausüben, bei welcher er nicht über der Horizontalen mit dem rechten Arm arbeiten müsse. Zudem sollte die Gewichtsbelastung körperfern maximal 1 kg betragen; Vibrati- onsbelastungen wie Hämmern oder Schlagen oder stossende Belastungen seien zu vermeiden. Die kombinierte Physiotherapie/MTT sei noch für mindeste ns 3 Monate weiterzuführen. Sollte sich im Rahmen der geplanten Verlaufskontrolle medizini sch nichts Neues ergeben, sei von ei- nem medizinisch stabilen Zustand auszugehen. 6.12 Am 1. Oktober 2019 berichtete PD Dr. E.____, dass der Endzustand an der rechten Schulter erreicht sei, weshalb er den Fall abschliesse. Es würden aber weiterhin deutliche ortho- pädische Restbeschwerden im Sinne einer noch leicht persi stierenden horizontalen Instabilität und chronische Schmerzen unterhalb der Clavicula bestehen. 6.13 Der Versicherte befand sich vom 21. Dezember 2019 bis 20. März 2020 im Rahmen von beruflichen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung im Spital H._____ in Y._____ Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Einsatz. Im Abschlussbericht vom 17. März 2020 wurde ausgeführt, dass er an den Präsenz- tagen in der Montage jeweils vier Stunden anwesend gew esen sei und das Pensum bis anhin nicht habe steigern können. Die produktive Arbeitszeit habe aufgrund der Zusatzpausen bei rund 39 % gelegen. Seine Leistung habe gemäss Leistungsmessung zwischen 13 % und 21 % betra- gen. Diese Leistung entspreche den Mindestanforderungen der industriellen Montage als ge- schützte Werkstätte. Für den ersten Arbeitsmarkt sei diese Le istung nicht ausreichend. Zudem sei die Einsetzbarkeit des Versicherten bei leichten abt eilungsüblichen Tätigkeiten sehr einge- schränkt, weshalb er aktuell nicht vermittelbar sei. 6.14 Dr. G.____ führte am 19. März 2020 unter Berücksi chtigung der Angaben im Bericht des Spitals H.____ aus, dass seit ihrer letztmaligen Beurteilung im September 2019 aus rein somati- scher Sicht nicht von neuen Erkenntnissen auszugehen sei. Der medizinische Endzustand mit Restbeschwerden im Sinne einer noch leicht persistierenden horizontalen Instabilität und chroni- schen Schmerzen unterhalb der Clavicula sei gemäss PD Dr. E .____ erreicht. Zudem sei bei angepassten Tätigkeiten keine Leistungseinschränkung (z. B. infolge Zusatzpausen) aufgrund der objektivierbaren Unfallrestfolgen begründbar, den n die Zusatzpausen seien aufgrund von Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten usw. erfolgt. Diese Beschwerden seien nicht auf soma- tischer Ebene zu suchen, sondern würden mit überwiegen der Wahrscheinlichkeit durch die be- kannte mittelschwere bis schwere Depression verursacht. 6.15 Das Kantonsgericht zog im Rahmen der Instruktion di e IV-Akten bei. Darin befinden sich unter anderen die bidisziplinären Gutachten des H._____ vom 24. April 2020 sowie von Dr. med. J.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, und Dr. med. K.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. November 2020. Im H.____-Gutachten der Fachrichtungen Allgemein- medizin und Orthopädie wurde als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein Status nach CC-Rekonstruktion mit Semitendinosus-Autograftaugementation des CC- und des AC-Gelenks genannt. Unter Berücksichtigung dieser Diagnose und der erhobenen Befunde kamen die Gut- achter zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer die angesta mmte schwere Tätigkeit als Ma- schinenführer nicht mehr zumutbar sei. Eine angepasste l eichte bis mittelschwere Arbeit auf Tischhöhe bis zur Horizontalen sei ihm aber vollschichtig ohne Leistungseinschränkung möglich. Dr. J.____ nannte in seinem rheumatologischen Teilgutachten als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Schmerzsyndrom der rechten Schulter mit verminderter Belast- barkeit. Auch er kam aufgrund seiner Begutachtung zum Sch luss, dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. Hingegen erachtete Dr. J.____ eine leichte Tätigkeit, welche zusammengefasst als schulterschonend zu b ezeichnen sei, zu 100 % als zu- mutbar. Dr. K.____ hielt aus psychiatrischer Sicht fest, dass beim Versicherten akzentuierte Per- sönlichkeitszüge, eine teilremittierte PTBS, eine leichte depressive Episode sowie eine Panikstö- rung vorliegen würden. Es beständen daher qualitative Funktionseinbussen in der Höhe von 20 %. 6.16 Zum rheumatologischen Teilgutachten von Dr. J.___ _ führte PD Dr. E.____ in seiner Stellungnahme vom 16. April 2021 aus, dass er mit dem Gutachter übereinstimme, soweit dieser keine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestiere. Auch bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gehe er mit Dr. J.____ in den meisten Punkten Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht einig. Er bemängle aber, dass dessen Ausführungen zu wenig differenziert seien. Es würden nämlich Aussagen fehlen, ob rein sitzende oder rein stehende Tätigkeiten möglich seien, ob Bü- cken erlaubt sei, und ob Knien oder Kauern möglich sei. Auch werde keine Differenzierung durch- geführt zum Tragen von Gegenständen körpernah oder körpe rfern. Zudem würden die Belast- barkeit, die Anpassungs- und die Leistungsfähigkeit nicht gewichtet. Weiter beanstandete PD Dr. E.____, dass Dr. J.____ nicht Orthopäde sei. 7.1 Die Suva stützte sich im angefochtenen Einspracheen tscheid vom 4. September 2020 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in erster Linie auf die Ergebnisse von Dr. G.____ vom 3. Septemb er 2019 und 19. März 2020. Sie ging demzufolge davon aus, dass in Bezug auf die beim Unfal l vom 16. Juni 2017 erlittenen Verlet- zungen der Endzustand erreicht sei und der Beschwerdeführer aufgrund der weiterhin bestehen- den organischen Unfallfolgen in einer leichten adaptie rten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Dieses Ergebnis der vorinstanzlichen Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben aus- geführt (vgl. E. 4.5.1 hiervor), kommt nach der Rechtspre chung den Berichten beratender Ärzte bzw. Ärztinnen des Versicherungsträgers zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Ver- fahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externe r Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. Ein solcher Bericht ist aber soweit z u berücksichtigen, als keine – auch nur geringe – Zweifel an der Richtigkeit seiner Schlussfolger ungen bestehen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.7). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. G.____ zu zweifeln. Es ist vielmehr festzuhalten, dass sie sich einlä sslich und umfassend mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen auseinandergesetzt und die Unfallkausalität schlüssig verneint hat. Die Kreisärztin führte unter Berücksichtigung der ausführlichen bildgebenden Abklä- rungen und insbesondere den bis dahin ergangenen fachä rztlichen orthopädischen Berichten einleuchtend und nachvollziehbar aus, dass beim Beschwerd eführer im Zeitpunkt des Fallab- schlusses aus rein somatischer Sicht Restbeschwerden im Sinn e von Schmerzen an der Clavi- cula in Ruhe und bei Belastung wie auch eine Bewegun gseinschränkung der Schulter bis zur Horizontalen bestehen würden. Ihre Einschätzung der me dizinischen Situation erscheint wider- spruchsfrei und schlüssig und lässt sich auch auf die von d en Fachärzten erhobenen Befunde stützen. Ebenso einleuchtend und nachvollziehbar ist die vorgenommene Zumutbarkeitsbeurtei- lung der Kreisärztin. Demnach sind dem Beschwerdeführer leichte Arbeiten möglich, bei denen er den Arm nicht über die Horizontale heben und keine Arbeiten körperfern (zum Beispiel repetitiv mit ausgestrecktem rechtem Arm) oder mit Vibrationsbelastungen verrichten muss. 7.2.1 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ist n icht geeignet, die Einschätzungen von Dr. G.____ in Zweifel zu ziehen. So führt er aus, d ass die Kreisärztin nicht über die nötige fachliche Qualifikation verfüge, um eine derart komplexe Schulterproblematik beurteilen zu kön- nen. Dabei ist zu beachten, dass die Kreisärztin den Facharzttitel der Fachrichtungen Allgemein- chirurgie und Traumatologie aufweist und daher durchaus in der Lage ist, auch anspruchsvollere medizinische Schulterverletzung einleuchtend zu erörtern. Weiter ist aber zu beachten, dass sie sich dabei insbesondere auf die Angaben des behandelnden Schulterspezialisten PD Dr. E.____ stützte, welcher unbestritten über die erforderliche Fachkompetenz verfügt. Dieser nannte bereits in seinem Bericht vom 21. Januar 2019 ein Zumutbarkeitsp rofil, das jenem der Kreisärztin ent- spricht. Weiter ist zu beachten, dass die kreisärztlich attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht adaptierten Tätigkeit auch im H.____-Gutachten und i m Gutachten von Dr. J.____ festgehalten wurde. Daran ändert auch die Kritik von PD Dr. E.____ am Gutachten von Dr. J.____ nichts. Er hielt diesbezüglich in seiner Stellungnahme vom 16. April 2021 fest, dass er mit Dr. J.____ Ein- schätzung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit grundsätzlich einverstanden sei. Hin- gegen monierte er, dass Dr. J._____ keine konkreten Angaben zur Ausgestaltung einer solchen Verweistätigkeit gemacht habe. Damit wird aber deutlich, dass auch PD Dr. E.____ die Einschät- zung von Dr. J.____, wonach der Beschwerdeführer in eine r schulteradaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei, nicht beanstandete. Demnach ste ht fest, dass gemäss den übereinstim- menden ärztlichen Beurteilungen dem Beschwerdeführer eine leichte adaptierte Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist. 7.2.2 Dem Beschwerdeführer kann auch nicht in Bezug auf seinen Einwand gefolgt werden, wonach die Kreisärztin bei ihrer Beurteilung die somat isch bedingten Schmerzen und die damit einhergehende Schlafproblematik ausser Acht gelassen habe. Dazu ist mit der Beschwerdegeg- nerin auf den Bericht des Spitals L.____ vom 4. Mai 2020 hinzuweisen, wonach der Versicherte etwa 8 Stunden schlafe (vgl. act. 478). Er werde dabei – entgegen den Vorbringen des Versicher- ten – nicht jede Nacht durch bis zu 2 Schmerzspitzen gestört . Wenn die Beschwerdegegnerin unter diesen Umständen davon ausging, dass betreffend die Schulterbeschwerden keine Schlaf- problematik vorliege, welche – wie vom Beschwerdeführer behauptet – zu Müdigkeit, Antriebslo- sigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten führe, so ist dies nicht zu beanstanden. Daran ändern auch die Ausführungen von PD Dr. E.____ in seinem Bericht vom 24. April 2020 nichts, wonach der Beschwerdeführer ihm glaubhaft mitgeteilt habe, dass der Schlaf durch die Schmerzen ge- stört sei. Die Müdigkeit, die Erschöpfung und die Antriebslosigkeit seien daher nicht einer chroni- schen Depression zuzuschreiben. Dabei stützt sich PD Dr. E.__ __ aber in erster Linie auf die subjektiven Äusserungen seines Patienten, welche aber ni cht mit den objektiven Erkenntnissen im vorgenannten Bericht des Spitals L.____ übereinstimme n (vgl. auch oben E. 4.5.2). Der Be- schwerdeführer kann daher aus dieser Argumentation nichts zu seinen Gunsten ableiten. 7.2.3 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich moniert, die Kreisärztin habe sich nicht mit den Ergebnissen der Eingliederungsmassnahmen auseinandergesetzt und sich tatsachenwidrig mit der Behauptung begnügt, dass die im Abschlussbericht v om 17. März 2020 erwähnten Zu- satzpausen aufgrund von Müdigkeit und Konzentrationsschwie rigkeiten erfolgt seien, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. So kam die Kreisärztin am 19. März 2020 explizit unter Berück- sichtigung der Ergebnisse der invalidenversicherungsrechtlich en Eingliederungsmassnahmen einleuchtend zum Schluss, dass an der von ihr im Bericht vom 4. September 2019 vorgenomme- nen Zumutbarkeitsbeurteilung festzuhalten sei. Diese Auffassung ist nicht zu beanstanden, steht doch fest, dass seit der letztmaligen Beurteilung im Se ptember 2019 aus medizinischer Sicht keine Veränderungen eingetreten sind. Dem Bericht Spitals H.____ vom 17. März 2020 (vgl. act. 441) ist sodann zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer die Tagesstruktur habe einhalten können, aber abhängig von der Arbeit zusätzliche Pausen benötigt habe. Er habe diese genutzt, um seine Schulter und den Arm zu mobilisieren. Dabei ist zu beachten, dass die Kreisärztin bei ihrem Zumutbarkeitsprofil die weiterhin bestehenden Sch ulterbeschwerden berücksichtigte. Es erstaunt daher nicht, dass der Beschwerdeführer während der Arbeit seine Schulter mobilisieren muss. Die Formulierung im Bericht lässt aber nicht den S chluss zu, dass der Beschwerdeführer Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht wegen allfälliger Schulterbeschwerden zusätzliche Pausen benötigt hätte. Diese Auffassung wird insofern im Abschlussbericht bestätigt, als festgehalten wir d, dass die zusätzlichen Pausen im Wesentlichen aufgrund der starken Müdigkeit und der ein geschränkten Konzentrationsfähigkeit nötig waren. Da diese Beschwerden – wie vorstehend in E rwägung 7.2.2 ausgeführt – nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Schulterbeschwerden zurückzuführen sind, ist nicht zu beanstanden, dass die Kreisärztin an ihrer ursprüngliche n Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit festhielt. Daran ändert die Einschätzung im Abschlussbericht des Spi- tals H._____ vom 17. März 2020 nichts, wonach der Besch werdeführer weitestgehend arbeits- unfähig sei. Dem Beschwerdeführer ist zwar insofern beizupflichten, als einer konkret leistungs- orientierten beruflichen Abklärung nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeits- fähigkeit abzusprechen ist. Allerdings obliegt die abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähi gkeit (z.B. nur sitzende oder ste- hende Arbeiten, nur beschränktes Heben/Tragen von Last en etc.) in der Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin, nicht den Fachleuten der Berufsbera tung/beruflichen Eingliederung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2). Die Einschätzung im Abklärungs- bericht ist daher auch nicht geeignet, die Beweiskraft des kreisärztlichen Berichts von Dr. G.____ in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit und die von der Besc hwerdegegnerin daraus gezogenen Schlüsse betreffend deren Verwertbarkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 134 V 64 E. 4.2.1) ernsthaft in Frage zu stellen. 7.3 Als Zwischenergebnis ist festzustellen, dass die kreisär ztliche Beurteilung nicht zu be- anstanden ist und die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf abstellen durfte. Demnach steht fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Restbeschwerden i n der rechten Schulter zu 100 % arbeitsfähig einer angepassten Tätigkeit ist. 8.1 Aufgrund der Ausführungen von Dr. F.____ (vgl. ob en E. 6.6) stehen psychische Prob- leme zur Diskussion. Deshalb ist in einem nächsten Schrit t zu prüfen, ob diese kausal zum Un- fallereignis vom 16. Juni 2017 sind. Dabei wäre in de r Prüfungsabfolge zunächst die natürliche Kausalität zu untersuchen. Die Frage, ob diese Beschwerden natürlich kausal durch das Unfall- ereignis verursacht worden sind, hat die Beschwerdegegnerin nicht weiter geklärt, sondern offen- gelassen, da sie davon ausging, dass eine Leistungspflicht mangels adäquaten Kausalzusam- menhangs ohnehin entfalle. Dieses Vorgehen ist nicht z u beanstanden. Nach der Rechtspre- chung kann die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang bei psychischen Beschwer- den in jenen Fällen offengelassen werden, in welchen der für die Bejahung einer Leistungspflicht erforderliche adäquate Kausalzusammenhang ohnehin verneint werden muss, was – wie nach- folgend aufgezeigt wird – vorliegend der Fall ist ( vgl. SVR 1995 U 23 S. 68 E. 3c; ebenso: Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2010, 8C_182/2010, E. 3.2). 8.2.1 Im vorliegenden Fall hat die Beurteilung der A däquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden unbestritten nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kri- terien zu erfolgen (sog. Psycho-Praxis; vgl. zu den Anford erungen an die Objektivierbarkeit von organischen Leiden: nicht publizierte E. 2 des Urteils B GE 135 V 465, in: SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25 [8C_216/2009]). Demnach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwi- schen dem Unfall und den psychischen Gesundheitsschädigungen im Einzelfall zu verlangen, Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass dem Unfall für die Entstehung der Erwerbsunfähi gkeit eine massgebende Bedeutung zu- kommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewi sse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgen de Einteilung vorgenommen wird: ba- nale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischenliegende mittlere Bereich (vgl. BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2). 8.2.2 Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehu ngsweise indirekte Folgen davon er- scheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen: - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verle tzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen au szulösen; - ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; - körperliche Dauerschmerzen; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen er heblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikatio nen; - Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigke it (vgl. BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa). 8.2.3 Weiter ist zu berücksichtigen, dass für die Bejahung der Adäquanz nicht in jedem Fall der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung erforderlich ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 N r. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Handelt es sich – wie vorliegend – um einen Unfall im mittleren Bereich, müsste von den in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien mithin entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Form erfüllt sein oder es hätten mindestens deren drei in gehäufter Form vorzuliegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2012, 8C_684/2012, E.4.2 mit Hinweisen). 8.2.4 Bei der Prüfung der Adäquanzkriterien nach der P sycho-Praxis sind zudem die Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen (vgl. ANDRÉ NABOLD , in: Kommentar zum Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesge- setz über die Unfallversicherung [UVG; Hürzeler/Kieser, Hrsg.], 2018, N. 70 zu Art. 6 UVG; Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2014, 8C_899/2013, E. 5.1 mit Hinweisen). 9.1 Die Prüfung der Adäquanz ist bei Anwendung der P sycho-Praxis in jenem Zeitpunkt vor- zunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die soma tischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszusta nds mehr erwartet werden kann (vgl. BGE 134 V 106 E. 6.1). Dieser Zeitpunkt wurde im vorliegenden Fall auf den 23. März 2020 festgesetzt, was auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Den Ausgangspunkt der Adäquanzbeurteilung bildet das (objektiv erfassbare) Unfaller- eignis. Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2012, 8C_498/2011, E. 6.2.1). Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin das Unfallereignis als mittelschwer an der Grenze zu den leichten Fällen quali fiziert, was vom Beschwerdeführer be- stritten wird. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass es sich um einen mittelschweren Unfall im engeren Sinne handle. Dieser Auffassung kann unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichts gefolgt werden. Demnach sind Kollisionen zwischen Motorrädern und Personen- wagen in der Regel als mittlere Ereignisse im engeren Sinne zu qualifizieren (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 10. März 2020, 8C_627/2019, E. 5.3.3 m it Hinweisen auf Kasuistik bezüglich Unfällen zwischen Autos und Motorrädern). Unter diese n Umständen müssen für die Bejahung der Adäquanz mindestens drei der massgeblichen Kriterien oder eines in besonders ausgepräg- ter Form erfüllt sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juni 2017, 8C_833/2016, E. 6.1 mit Hinweis). Dabei ist zu beachten, dass bei der Prüfung der Adäquanzkr iterien nach der Psycho- Praxis die Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung mit- einzubeziehen sind (vgl. NABOLD , a.a.O, N. 70 zu Art. 6 UVG; Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2014, 8C_899/2013, E. 5.1 mit Hinweisen). 9.3.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleit umstände oder besonderen Eindrück- lichkeit des Unfalls ist objektiv und nicht aufgrund des su bjektiven Empfindens bzw. des Angst- gefühls der versicherten Person zu beurteilen (vgl. R UMO -JUNGO ALEXANDRA , HOLZER ANDRÉ PIERRE , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, 4. Aufl., Z ürich 2012, S. 69). Dabei ist zu berücksichtigen, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, was aber noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2008, 8C_39/2008, E. 5. 2). Den vorliegenden Akten ist in Bezug auf den Unfall vom 16. Juni 2017 zu entnehmen, dass der vortrittsberechtigte Beschwer- deführer mit dem Motorrad auf dem Weg zur Arbeit wa r, als er seitlich frontal mit einem Auto kollidierte (vgl. act. 26). Er stürzte dabei zu Boden un d verletzte sich an der rechten Schulter. Dieser Sachverhalt weist weder besonders dramatische Begleitumstände auf noch ist er beson- ders eindrücklich im Sinne der Rechtsprechung, weshalb di eses Kriterium – entgegen der Auf- fassung des Beschwerdeführers – nicht erfüllt ist. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdefüh- rer mit einer Fahrgeschwindigkeit von 52 km/h mit dem Auto zusammenstiess, denn auch dieser Umstand erweist sich bei objektiver Betrachtungsweise nicht als derart eindrücklich oder drama- tisch, dass dieses Kriterium zu bejahen wäre. Das subjektive Empfinden des Beschwerdeführers findet keinen Eingang in die Prüfung dieses Kriteriu ms (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. August 2018, 8C_52572017, E. 8.5). 9.3.2 Die beim Unfall erlittenen Verletzungen (AC-Ge lenksluxation, Rippenserienfraktur und Le- berhämangiom) waren zwar erheblich, aber gemäss bundesge richtlicher Rechtsprechung den- noch nicht derart schwer oder von besonderer Art, dass sie geeignet wären, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen (vgl. Urteil des Bundesgerich ts vom 7. Juni 2013, 8C_277/2013, E. 4.2.2), weshalb auch dieses Kriterium nicht erfüllt ist. Unbestritten nicht gegeben ist auch das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lie gt auch keine Fehlbehandlung vor. PD Dr. E.____ weist in seinem Bericht vom 24. April 20 20 darauf hin, dass das AC-Gelenk im Rahmen der Erstoperationen stark reseziert worden sei. Dass es sich dabei um ärztliche Fehlbe- handlungen gehandelt habe, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätten, ist den vor- liegenden Unterlagen aber nicht zu entnehmen. Auch dieses Kriterium ist daher nicht erfüllt. 9.3.4 In Bezug auf die ungewöhnlich lange Dauer der ä rztlichen Behandlung weist der Be- schwerdeführer darauf hin, dass PD Dr. E.____ erst im Oktober 2019 einen Endzustand bestätigt habe, weshalb dieses Kriterium erfüllt sei. Dabei ver kennt der Beschwerdeführer, dass dieses Kriterium nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen ist. Von Bedeutung sind viel- mehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung de s Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer gege ben sein (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 10. Mai 2019, 8C_632/20218, E. 10.1). Manua ltherapeutische Massnahmen zur Er- haltung des Zustands, (haus-)ärztliche Verlaufskontrolle n sowie medikamentöse Schmerzbe- kämpfung allein genügen diesen Anforderungen nicht. A uch kommt einzig der Abklärung des Beschwerdebilds dienenden Vorkehren nicht die Qualität einer Heilmethodik in diesem Sinne zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2010, 8C _964/2009, E. 5.2.1 mit Hinweisen). Nach Lage der Akten wurden der Beschwerdeführer im Nachgang zum Unfall vom 16. Juni 2017 drei Mal kurz nacheinander operiert. Sodann fanden im Sommer 2018 und im Juni 2019 weitere operative Eingriffe statt, welche zu einer wesentlichen V erbesserung des Gesundheitszustands führten. Unter diesen Umständen kann aber entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht von einer überdurchschnittlich langen Heilbehandlung ausgegangen werden. Das Vorliegen dieses Kriteriums ist demnach zu verneinen. 9.3.5 Der Beschwerdeführer stellt sich sodann auf den St andpunkt, dass das Kriterium des Grads und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit gegeben sei. Das Bundesgericht hält dazu fest, dass eine somatisch begründete volle Arbeitsunfähigkeit während fast drei Jahren dieses Kriterium zu erfüllen vermag (vgl. Urteil des B undesgerichts vom 26. Juni 2009, 8C_116/2009, E. 4.6), wobei dabei nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf abzustellen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juni 2018, 8C_803/2017, E. 3.7 mit Hinweisen). Gemäss den vorliegenden Akten (vgl. Gutachten von Dr. J.____, Seite 54) war der Beschwerdeführer spätestens ab dem 24. März 2020 in ein er angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Er erfüllt somit die vorgenannte 3-jähr ige Zeitspanne nicht, weshalb auch dieses Kriterium nicht erfüllt ist. 9.3.6 Zu prüfen bleibt das Kriterium des schwierigen He ilungsverlaufs und erheblicher Kompli- kationen. Dabei ist zu beachten, dass aus der ärztlichen Be handlung und den erheblichen Be- schwerden nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen ge- schlossen werden darf. Es bedarf hierzu besonderer Grün de, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genü- gen ebenfalls nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Glei ches gilt für den Umstand, dass trotz Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_252/2007, E. 7.6). Im vorliegenden Fall ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall mehrfach an der S chulter operiert werden musste und sich der Heilungsverlauf nicht einfach gestaltete. Selbst wenn dieses Kriterium bejaht würde, ist es aber keineswegs derart ausgeprägt erfüllt, dass es für sich alleine betrachtet zur Bejahung der Adäquanz führen könnte. 9.4 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass entgegen der Auffassung des Beschwer- deführers höchsten eines (aber nicht besonders ausgeprägt) der von der Rechtsprechung für die Bejahung der Adäquanz verlangten Kriterien bejaht wer den kann. Damit steht der psychische Gesundheitsschaden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichke it in adäquatem Kausalzusam- menhang mit dem Unfallereignis vom 16. Juni 2017. 10. Bei dieser Sachlage drängen sich weitere medizinische Abklärungen in Form eines ex- ternen versicherungsmedizinischen Gutachtens, wie sie der B eschwerdeführer verlangt, nicht auf, weshalb von deren Anordnung abgesehen werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör um- fasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsm ässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entsc heidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigu ng zur Überzeugung, dass die vorhan- denen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sa chverhalts ergeben und dieser dem- nach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Dies ist dem Gesagten zufolge hier aber der Fall. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässi g (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3, 122 V 157 E. 1d). 11. In einem nächsten Schritt sind die erwerblichen Ausw irkungen der gesundheitlichen Be- einträchtigungen zu untersuchen. Strittig ist dabei die Bemessung des Invaliditätsgrads. Uneinig- keit besteht in Bezug auf die Ermittlung des Validenein kommens. Unbestritten ist hingegen die Berechnung des Invalideneinkommens in Höhe von Fr. 61'601.--. Diesbezüglich kann auf die kor- rekten Ausführungen der Beschwerdegegnerin im Einsprac heentscheid vom 20. September 2020 verwiesen werden. 12.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstäti gen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 18 Abs. 2 UVG). Danach ist der Invalidit ätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein- tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi nischen Behandlung und allfälliger Einglie- derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit be i ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (lnvalideneinkommen), in Beziehung geset zt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens- vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein- kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan der gegenübergestellt werden. Aus Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein- kommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 12.2 Bei der Ermittlung des Einkommens, welches die versich erte Person ohne Invalidität er- zielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im Zeitpunkt des Rentenbeginns (hier: 23. März 2020) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdie nst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 f. E. 4.1, 129 V 224 E. 4.3.1 je mit weiteren Hinweisen). Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar oder hätte die versicherte Person ihre bisherige Stelle auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung verloren, so können die Zahlen der Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamts für Statistik (BFS) herangezogen werden (vgl. Urteile des Bundesger ichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 und vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, E. 5.4). 12.3 Es steht fest, dass die Ermittlung des Valideneink ommens gestützt auf den zuletzt bei der B.____ AG erzielten Lohn zu erfolgen hat. Dieser setzte sich aus einem jährlichen Fixlohn von Fr. 63'740.30 und einer ebenfalls jährlichen Erfol gsprämie von Fr. 1'193.-- zusammen. Die Höhe dieser Lohnbestandteile ist unbestritten. Stritti g und nachfolgend zu prüfen sind aber die Zulagen. Dabei ging die Beschwerdegegnerin gestützt au f die Angaben der B.____ AG davon aus, dass diese Zulagen Fr. 5'900.-- betragen würden, woraus ein Valideneinkommen von Fr. 70'832.-- resultiere. Der Beschwerdeführer bezeichn ete dieses Vorgehen als fehlerhaft und machte geltend, dass er in der Zeit von 1. Juli 2016 bi s 30. Juni 2017 Zulagen von Fr. 9'690.15 erzielt habe, welche – angepasst an die Teuerung – im Ja hr 2020 Fr. 9'787.55 betragen würden. Daraus resultiere gesamthaft ein Valideneinkommen von Fr. 74'720.85 (Fixlohn von Fr. 63'740.30 [12 x Fr. 4'903.10] + Erfolgsprämie von Fr. 1'193.-- und Zulagen von Fr. 9'787.55). 12.4.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens für d en Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG ist nur relevant, was zum massgebenden Lohn gemäss Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 zu zählen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. September 2010, 8C_430/201 0, E. 5.1 mit Hinweisen). Als mass- gebender Lohn gilt nach Art. 5 Abs. 2 AHVG jedes Entge lt für in unselbstständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Der massgebende Lohn umfasst auch Teue- rungs- und andere Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikationen, Naturalleistungen, Ferien- und Fei- ertagsentschädigungen und ähnliche Bezüge, ferner Tri nkgelder, soweit diese einen wesentli- chen Bestandteil des Arbeitsentgelts darstellen. Weite r gehören Überstundenentschädigungen zum Valideneinkommen, wenn und soweit die versicherte Pe rson effektiv weiterhin mit solchen Einkünften hätte rechnen können (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2015, 9C_243/2015, E. 2 mit Hinweisen). 12.4.2 Den vorliegenden Unterlagen ist zu entnehmen , dass dem Beschwerdeführer im Zeit- raum von Juli 2016 bis Juni 2017 Zulagen in Höhe von Fr. 9'923.30 (Schichtzulagen und Dienst- altersgeschenk; vgl. act. 99) ausgerichtet wurden. Die Schichtzulagen als solche betrugen für den Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht genannten Zeitraum Fr. 9'690.15 (vgl. Lohnjournal 2 016/2017, act. 445). Im Rahmen der Sach- verhaltsabklärung teilte die ehemalige Arbeitgeberin d er Beschwerdegegnerin mit, dass die Zu- lagen im Jahr 2019 Fr. 5'900.-- betragen hätten (vgl. act. 440). Die Differenz lasse sich auf die unterschiedliche Auftragslage zurückführen. So sei im Jah r 2016 in 4 Schichten gearbeitet wor- den, im Jahr 2019 nur noch im 2-Schichtbetrieb. Da sich die Höhe der Zulagen für das Jahr 2020 nicht genau eruieren lassen würde, seien diese aufgrund eines Mittelwerts der in den Vorjahren ausgerichteten Zulagen zu berechnen (vgl. act. 440 S. 2). 12.4.3 Der vorgenannten Auffassung, wonach von einem D urchschnittswert bei den Zulagen auszugehen sei, ist zu folgen. Dabei ist einerseits zu b eachten, dass die Beschwerdegegnerin dieses Vorgehen auch bei der Erfolgsbeteiligung wählte (vgl. act. 457, S. 2), indem sie diese auf den Durchschnitt der zuletzt bezogenen Beträge stützte. Weiter drängt sich dieses Vorgehen auch auf, weil dadurch überwiegend wahrscheinlich die H öhe des Valideneinkommens im Zeit- punkt des Rentenbeginns (hier: 23. März 2020) wohl gena u erhoben werden kann (vgl. auch RUMO -JUNGO /H OLZER , a.a.O., S. 126 f.). Aus diesem Grund kann weder der Auffassung des Be- schwerdeführers, wonach die Zulage des Jahres 2016/17 vo llständig angerechnet werden müsse, noch jener der Beschwerdegegnerin gefolgt werden, welche lediglich den tieferen Betrag von F. 5'900.-- bei der Berechnung des ohne Unfall im Zeitpunkt des Rentenbeginns tatsächlich erzielten Einkommens miteinberechnen möchte. Vielmehr e rscheint die Berücksichtigung eines Durchschnittwerts von Fr. 7'795.-- (Fr. 9'690.-- + Fr. 5900.-- ÷ 2) bzw. Fr. 7'912.-- (inkl. Hinzu- rechnung der Teuerung von je 0.5 %/p.a.) als angemessen und mit dem im Sozialversicherungs- recht geltenden Beweiswert der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als vereinbar. 12.4.4 Zusammenfassend steht damit fest, dass der Beschwerd eführer im Zeitpunkt des Ren- tenbeginns (März 2020) mit überwiegender Wahrscheinlich keit ein Valideneinkommen von Fr. 72'846.80 (Fr. 63'740.30 [Fixlohn] + Fr. 1'193.-- [Erfolgsprämie] + Fr. 7'912.50 [Zulagen]) er- zielt hätte. Eine Gegenüberstellung dieses Betrags und des unbestrittenen Invalideneinkommens in Höhe von Fr. Fr. 61'601.-- ergibt eine Differenz von Fr. 11'245.80 bzw. einen Invaliditätsgrad von gerundet 15 % und damit einen um 2 % höheren Rentenanspruch. 13.1 Schliesslich ist die Höhe des versicherten Verdiensts zu prüfen. 13.2 Taggelder und Renten werden gemäss Art. 15 Abs. 1 UVG nach dem versicherten Ver- dienst bemessen. Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn. Dabei ist der bei der tatsächlich ausgeübten Tätig- keit erzielte Verdienst massgebend (Art. 15 Abs. 2 UVG; vgl. auch RUMO -JUNGO /H OLZER , a.a.O., S. 107). 13.3 Im vorliegenden Verfahren ging die Beschwerdegegn erin in ihrer Verfügung vom 7. April 2020 von einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 75'771.-- aus. Dabei stützte sie sich auf die Angaben der B.____ AG vom 26. März 2020, wonach der Beschwerdeführer im Jahr vor seinem Unfall vom 16. Juni 2017 diesen Lohn erzielt habe (vgl. act. 445). Der Beschwerdeführer brachte dagegen in seiner Beschwerde vom 8. Oktober 2020 vor, dass bei dieser Berechnung der 13. Mo- natslohn für die Zeit vom 1. Januar 2017 bis 16. (recte: 15). Juni 2017 nicht beachtet worden sei, Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht weshalb der Betrag von Fr. 2'198.95 hinzuzurechnen sei . Die Beschwerdegegnerin anerkannte in ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2020 diesen Fehler und hielt fest, dass der 13. Mo- natslohn anteilsmässig zu berücksichtigen sei. Weiter wies sie aber darauf hin, dass der von ihr in der Verfügung angenommene versicherte Verdienst von Fr. 75'771.-- insofern fehlerhaft sei, als sie die Erfolgsprämien für die Jahre 2016 und 201 7 vollständig und nicht nur anteilsmässig berücksichtigt habe. Bei einer anteilsmässigen Anrechnung der Erfolgsprämien resultiere ein ver- sicherter Jahresverdienst von Fr. 76'507.-- (vgl. Ausführ ungen in der Vernehmlassung vom 27. November 2020, Seite 6). Diese Ausführungen sind einl euchtend und werden auch vom Be- schwerdeführer nicht bestritten, weshalb vorliegend von einem Jahresverdienst von Fr. 76'507.-- auszugehen ist. 14. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Einspracheentschei d vom 4. September 2020 dahingehend aufzuheben ist, als der Beschwerdeführer ab 23. März 2020 Anspruch auf eine Invalidenrente von 15 % hat und der für die Höhe des Rentenanspruchs massgebliche Jahres- verdienst Fr. 76'507.-- beträgt. In diesem Sinne ist di e Beschwerde teilweise gutzuheissen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 15.1 Gemäss Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende Dezemb er 2020 in Kraft gewesenen und vorliegend anwendbaren Fassung ist das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten zu erheben sind. 15.2 In Anbetracht des Prozessausgangs ist dem Beschwerdef ührer eine reduzierte Partei- entschädigung zu Lasten der Suva zuzusprechen (vgl. § 21 Abs. 1 VPO, wonach der ganz oder teilweise obsiegenden Partei eine angemessene Parteient schädigung zugesprochen werden kann). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat im kantonalen Verfahren keine Honorar- note eingereicht. Das Gericht setzt die Parteientschädigung folglich androhungsgemäss nach Er- messen fest (vgl. § 18 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. Novem- ber 2003). In Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie des geringen Obsiegens erachtet das Gericht eine Parteientschädigung in Höhe von pauschal Fr. 1'077.-- (inkl. Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Suva als angemessen. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein- spracheentscheid vom 24. September 2020 aufgehoben und die Suva verpflichtet, dem Beschwerdeführer auf der Basis eines ver sicherten Verdienstes von Fr. 76'507.-- eine 15%ige Invalidenrente auszurichten. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Suva wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer ei ne reduzierte Par- teientschädigung von Fr. 1'077.-- (inkl. Auslagen und 7 .7 % Mehrwert- steuer) auszurichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht