B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-3127/2020 U r t e i l v o m 1 4 . J u l i 2 0 2 0 Besetzung Einzelrichterin Constance Leisinger, mit Zustimmung von Richterin Mia Fuchs; Gerichtsschreiberin Natassia Gili. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 19. Mai 2020 / N (…). E-3127/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer reiste am 8. März 2020 in die Schweiz ein und er- suchte gleichentags im Bundesasylzentrum (BAZ) B._______ um Asyl. Am 28. April 2020 wurde er summarisch zu seiner Identität, dem Reiseweg und den Fluchtgründen befragt (Art. 26 Abs. 3 AsylG) und am 13. Mai 2020 einlässlich zu seinen Asylgründen angehört (Art. 29 AsylG). Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte er im Wesentlichen vor, sri- lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie zu sein und aus C._______ zu stammen. Sein Vater se i Gemüsehändler und er, der Be- schwerdeführer, habe ihm im Gemüseladen und auf dem Markt geholfen , nachdem er die Schule zehn Jahre lang besucht habe, die O-Level-Prüfung aber nicht bestanden habe. Von Juli 2016 bis Mai 2017 habe er ausserdem im Reifengeschäft seines Onkels in D._______ gearbeitet. Im Mai 2017 sei er nach C._______ zurückgekehrt. In D._______ habe es neben dem Ge- schäft seines Onkels einen Lebensmittelladen gegeben, wo mehrere Män- ner mit einem Tuktuk vorbeigekommen seien, um Zigaretten zu kaufen und zu konsumieren. Diese Männer seien immer öfters auch ins Geschäft des Onkels gekommen und hätten ihn aufgefordert, für sie Sachen im Geschäft aufzubewahren. An einem Tag im April 2017 hätten die Männer eine Tasche vorbeigebracht und ihm mitgeteilt, dass sie diese nach ein paar Tagen wie- der abholen würden. Danach seien die Männer noch zweimal vorbeige- kommen. Drei Wochen später sei ein Mann der Gruppe mit anderen Per- sonen vorbeigekommen und habe die Tasche abgeholt. Zwei Tage später seien die restlichen Männer der Gruppe vorbeigekommen und hätten nach der Tasche gefragt, woraufhin er erwidert habe, dass diese bereits abgeholt worden sei. Die Männer hätten ihn belästigt und bedrängt und ihn gefragt, ob er den Inhalt der Tasche kennen würde. Er habe dies verneint. Eine dieser vier Personen habe ihn mit einer Waffe bedroht und ihm mitgeteilt, dass in der Tasche Drogen im Wert von 20 Millionen Rupien gewesen seien und er, der Beschwerdeführer, diese entweder auftreiben müsse oder das Geld besorgen solle, an sonsten er getötet werde. Er habe daraufhin D._______ verlassen und sein Onkel habe den Laden während etwa zwei Monaten nicht mehr geöffnet und anschliessend vermietet. Nach seiner Rückkehr nach C._______ habe er im Lebensmittelladen seiner Tante ge- arbeitet. Am 22. Oktober 2017 seien ca. zehn vermummte Personen mit Motorrädern zum Geschäft gekommen, hätten Schwerter und Petrolbom- ben dabeigehabt und das Geschäft in Brand gesetzt. Ein Grossteil des La-E-3127/2020 Seite 3 dens sei zerstört worden, er habe jedoch noch rechtzeitig durch die Hinter- tür flüchten können. Nach dem Brandanschlag habe er mit seiner Tante auf dem Polizeiposten Anzeige erstattet. Nachdem er seine Eltern kontaktiert und informiert habe, hätten ihm diese mitgeteilt, dass sich auch vor deren Haus Personen aufhalten würden . Diese hätten auch gute Beziehungen zur Polizei, wobei Letztere teilweise mit diesen Gangs zusammenarbeiten würde. Aus diesem Grund habe er der Polizei auch nicht alles erzählt. Die Polizei habe den Fall auch nicht ans Gericht weitergel eitet und keine wei- teren Massnahmen mehr ergriffen. Der Beschwerdeführer sei daraufhin nach E._______ zu Verwandten seiner Mutter gereist, wo er ungefähr zwei Jahre geblieben sei und auf Baustellen gearbeitet habe. Nach zwei Jahren habe er die Leute aus D._______ zufällig auf einer Baustelle in E._______ und auf der Hauptstrasse gesehen. Er habe nicht gewusst, was diese Per- sonen gewollt oder gesucht hätten. Er habe sodann seinen Vater darüber informiert, der sich dann dazu entsch ieden habe, seine Ausreise m ithilfe eines Schleppers zu organisieren. Nach seiner Flucht seien diese Leute zu seinem Arbeitsort in E._______ gegangen und hätten sich dort nach ihm erkundigt. Nach seiner Ausreise sei er ausserdem mehrmals pro Woche beziehungsweise einmal wöchentlich zuhause gesucht worden. B. Der dem Beschwerdeführer zugewiesenen Rechtsvertretung wurde am 15. Mai 2020 ein Entwurf des ablehnenden Asylentscheids zur Stellung- nahme unterbreitet, wobei die Rechtsvertretung mit Schreiben vom 18. Mai 2020 auf eine Stellungnahme verzichtete. C. Mit Verfügung vom 19. Mai 2020 stellte die Vorinstanz fest, dass der Be- schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, lehnte das Asylge- such ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Voll- zug an. Festgehalten wurde, dass gegen die Verfügung innert 30 Tagen seit Entscheideröffnung Beschwerde erhoben werden kann (Art. 105 AsylG und Art. 10 der COVID-19-Verordnung Asyl). D. Am 20. Mai 2020 erklärte die Rechtsvertretung die Niederlegung des Man- dats. E. Die Verfügung der Vorinstanz focht der Beschwerdeführer mit Eingabe vom E-3127/2020 Seite 4 10. Juni 2020 bei der Vorinstanz an, welche die Eingabe mangels Zustän- digkeit mit Schreiben vom 16. Juni 2020 an das Bundesverwaltungsgericht weiterleitete. F. Mit Zwischenverfügung vo m 22. Juni 2020 wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, innert Frist eine Beschwerdeverbesserung einzureichen. G. Mit Eingabe vom 30. Juni 2020 reichte der Beschwerdeführer entspre- chend eine Beschwerdeverbesserung ein und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl in der Schweiz. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuord- nen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt- lichen Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses sowie um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltung sgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bun desverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG, Art. 108 E-3127/2020 Seite 5 Abs. 1 AsylG und Art. 10 COVID -19-Verordnung [SR 142.318]; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft- machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). E-3127/2020 Seite 6 5. 5.1 Das SEM führte in seiner Verfügung aus, dass die Vorbringen des Be- schwerdeführers nicht asylrelevant seien. Er habe Angriffe durch Dritte gel- tend gemacht und habe von kriminellen Gruppierungen gesprochen, die er jedoch nicht habe benennen können. Es sei bereits aufgrund dieser Tatsa- che unwahrscheinlich, dass eine gezielte , gegen seine Person gerichtete Verfolgung bestehen würde. Aus seinen Aussagen gehe auch nicht hervor, dass die vermeintlichen Angreifer ein asylrelevantes Motiv gehabt hätten. Bis zuletzt bleibe unklar, ob es sich bei den Vorfällen in D._______, C._______ und E._______ überhaupt um die gleichen Personen handle. Die Beschreibung des Angriffs in C._______ stimme zwar mit der Vorge- hensweise der Aava-Gruppierung überein, die aber nicht in D._______ ak- tiv sei und auch nicht mit anderen kriminellen Gruppierungen vernetzt sei. Es sei davon auszugehen, dass es sich bei den beiden Überfällen eher um Straftaten durch kriminelle Banden handle, als um eine Verfolgung gestützt auf ein asylrelevantes Motiv. Ausserdem könne der Behauptung des Be- schwerdeführers, die Polizei arbeite mit den Angreifern zusammen, wes- wegen er keine Unterstütz ung erhalten habe, entgegengehalten werden, dass der sri-lankische Staat in dieser Hinsicht durchaus schutzwillig und - fähig sei. Gemäss zahlreicher Berichterstattung en gehe die Polizei in C._______ strikt gegen Übergriffe der Aava-Gruppierung vor. Im Weiteren würden die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftmachung nach Art. 7 AsylG nicht genügen. So sei der Beschwer- deführer eigenen Angaben zufolge aufgrund des Vorfalls in D._______ von den Personen, denen die Drogen gehören würden, auch in C._______ und E._______ während fast drei Jahren sporadisch gesucht worden. Seine Schilderungen zu den drei Vorfällen seien derart unlogisch aufgebaut, dass ein Zusammenhang zwischen ihnen fehlen würde. Es widerspreche jegli- cher Logik des Handelns, dass kriminelle Verbrecher zwei Jahre nach dem ersten Vorfall immer noch auf der Suche nach ihm sein sollten . Er habe ausserdem ausgeführt, dass die Täter vielleicht wütend geworden seien, weil er sie angezeigt habe oder weil er die Tasche verloren habe. Auf die Frage hin, ob die Täter erst nach zwei Jahren wütend geworden seien, habe er ausweichend und verunsichert reagiert. Insgesamt seien seine Vorbringen nicht logisch und nicht nachvollziehbar. 5.2 Der Beschwerdeführer hielt dem in seiner Beschwerde entgegen, dass beim ersten Vorfall in D._______ die Personen, die die Tasche mit den Drogen gesucht hätten, von ihm verlangt hätten, das Geld oder die Tasche innerhalb von zwei Tagen besorgen zu müssen, ansonsten er getötet werde. Die Personen hätten ihm auch gesagt, dass sie Verbindungen zur E-3127/2020 Seite 7 Polizei hätten und sie daher keine Angst davor hätten, wenn er sie anzei- gen würde. Zum Vorfall in C._______ führte er aus, dass im Oktober 2017 vermummte und bewaffnete Personen auf Motorrädern zum Lebensmittel- laden seiner Tante gekommen seien und Benzinbomben in das Geschäft geworfen hätten. Er habe gerade noch durch die Hintertür entkommen kön- nen. Als er zwei Stunden später zum Laden zurückgekehrt sei, sei die Hälfte des Ladens und ein Grossteil der Waren zerstört gewesen. Auf dem Polizeiposten in C._______ habe er zwar Anzeige erstattet, aber nichts vom Vorfall in D._______ erzählt, weil er Angst gehabt habe. Die Polizei habe sodann den Schaden gesichtet, sei aber nicht bereit gewesen, ein Gerichtsverfahren zu eröffnen. Nachdem ihm seine Eltern erzählt hätten, dass vor ihrem Haus Personen auf- und abgehen, sei er in der gleichen Nacht nach E._______ zu Verwandten geflüchtet. Dort sei er zwei Jahre geblieben, bis er die Personen aus D._______ von einem Dach aus, von wo aus er gearbeitet habe, wiedergesehen habe beziehungsweise sie mehrere Male bei der Baustelle gesehen habe. Sein Vater habe daraufhin seine Ausreise organisiert. Die Personen hätten sich ausserdem auf der Baustelle nach ihm erkundigt. Seine Verwandten in E._______ seien da- nach nicht mehr bereit gewesen, ihn weiterhin zu beherbergen. Bis zum Lockdown aufgrund des Corona -Virus seien die Personen immer wieder zum Haus der Familie gekommen und hätten sich nach ihm erkund igt. Zu den Vorwürfen der Vorinstanz führte er aus, dass er tatsächlich nicht wisse, welche Gruppierung für seine Probleme verantwortlich sei. Die Leute seien aber sicherlich Singhalesen, hätten mit Drogen zu tun und hätten Verbin- dungen zur Polizei, so das s es sich um eine mafiöse Gruppe handeln müsse. In Sri Lanka gebe es sehr viele kriminelle Gruppierungen und p a- ramilitärische Organisationen, so beisp ielsweise die Aava -Gruppierung, welcher auch Verbindungen zu den Behörden nachgesagt würden. Da er Tamile sei, sei es auch verständlich, dass er von der mehrheitlich singha- lesischen Polizei keine Hilfe erhalten habe. Aufgrund der Wahl von Gotayaba Rajapaksa am 16. November 2019 als Präsidenten Sri Lankas würden im Übrigen die tamilischen Minderheiten erneuten Verfolgungen und Menschenrechtsverletzungen ausgeliefert sein. Diese verschärfte Si- tuation wie auch die Verschlechterung der Lage aufgrund der Corona-Pan- demie sei zu berücksichtigen. 6. 6.1 Die vorinstanzlichen Erwägungen sind zu bestätigen. Es ist dem Be- schwerdeführer nicht gelungen, eine asylrelevante Verfolgung glaubhaft zu machen. E-3127/2020 Seite 8 6.2 So ist der Vorinstanz zunächst dahingehend zuzustimmen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers weitgehend unplausibel und unglaub- haft sind. Sein Vorbringen, er habe von Juli 2016 bis Mai 2017 im Reifen- geschäft seines Onkels in D._______ gearbeitet, wo es zu einem Zwi- schenfall mit Personen, die Drogen in einer Tasche im Geschäft gelagert hätten, gekommen sei, ist kaum nachvollziehbar. Insbesondere mutet es seltsam an, dass der Beschwerdeführer nicht weiss, wer die Personen hät- ten sein können beziehungsweise welcher Gruppierung sie angehören könnten. So seien die Personen öfters im Geschäft vorbeigekommen, um Reifen reparieren zu lassen, und hätten im Laden viel Zeit verbracht. Nach dem Vorfall mit der Tasche sei er von ihnen ständig und stundenlang be- lästigt und bedrängt worden und sei gar mit einer Waffe bedroht worden. Es ist kaum plausibel, dass der Beschwerdeführer nach all diesen Kontak- ten nicht einmal eine Vermutung hat, wer die Personen sein könnten (SEM- Akte […]-19/10 [nachfolgend A19/10] F46 S. 6; F48 ff.; […]-21/12 [nachfol- gen A21/12] F23 ff.). In der Anhörung vom 13. Mai 2020 brachte er ausser- dem zum ersten Mal vor, sein Onkel sei ebenfalls von diesen bewaffneten Personen gesucht worden und habe weiterhin Probleme gehabt, selbst nachdem er, der Beschwerdeführer, nach C._______ zurückgekehrt sei (A21/12 F17 ff.). Die Ausführungen hierzu sind jedoch, trotz entsprechen- der Nachfragen durch den Sachbearbeiter, äusserst knapp und unsubstan- ziiert ausgefallen ( A21/12 F18 ff.). Ausserdem ist nicht nachvollziehbar, dass sein Onkel, nachdem er seinen Laden vermietet habe, keine Pr ob- leme mehr gehabt haben soll, zumal er offenbar noch über weitere Ge- schäfte (Motorrad- und Tuktukhandel) verfügt und von den Personen, hät- ten sie tatsächlich ein Interesse an ihm gehabt, durchaus weiterhin hätte behelligt werden können (A19/10 F46 S. 6). Ebenfalls erscheint unlogisch, dass der Beschwerdeführer in D._______ keine Anzeige erstattet hat, nach dem Brandanschlag auf das Geschäft seiner Tante in C._______ hingegen schon. Die Begründung, er habe weitere Probleme verhindern wollen und daher in D._______ auf eine Anzeige verzichtet, erscheint vor dem Hinter- grund, dass er hinter beiden Vorfällen dieselbe Gruppierung vermutet, nicht plausibel (A21/12 F22; F33 f.). Ebenfalls unlogisch erscheint sein Vorbrin- gen, nach dem Brandanschlag auf das Geschäft seiner Tante in C._______ habe er im Telefongespräch mit seinen Eltern erfahren, dass dieselben Personen auch vor dem Haus der Familie hin und her gehen würden (A19/10 F46 S. 7), vor allem unter Berücksichtigung des Umstandes, dass er nicht weiss, was für Personen den Angriff verübt haben. Auch die weite- ren Schilderungen, dass er während zwei Jahren in E._______ gelebt und auf einer Baustelle gearbeitet habe, und dort dieselben Personen wie in D._______ gesehen habe, ist kaum nachvollziehbar. Insbesondere vor E-3127/2020 Seite 9 dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer während zwei er Jahre un- behelligt in E._______ gelebt und gearbeitet haben soll, und in dieser Zeit auch seine Familie in C._______ und D._______ keine Probleme gehabt habe, ist es äusserst unwahrscheinlich, dass er weiterhin von einer priva- ten kriminellen Gruppierung verfolgt worden sein soll. Des Weiteren ist kein Zusammenhang zwischen den einzelnen Vorfällen erkennbar. Auch der Beschwerdeführer kann lediglich eine Vermutung anbringen und führt zwar entsprechend aus, dass die Personen in C._______ Verbindungen zu den Personen in D._______ haben könnten, kann diese Vermutung aber nicht erklären (A21/12 F33 f.). Zudem sind seinen Ausführungen teils Widersprü- che zu entnehmen. So bringt er beispielsweise an der Erstbefragung vor, dass die Personen in D._______ öfters in das Reifengeschäft seines On- kels gekommen seien und ihn dort mehrmals aufgefordert hätten, gewisse Sachen im Geschäft aufzubewahren ( A19/10 F46). An der einlässlichen Anhörung hingegen führte er aus, dass die Personen nur ein Mal etwas im Geschäft aufbewahrt hätten (A21/12 F26). Schliesslich vermochte der Be- schwerdeführer nicht näher zu erläutern, wieso und von wem er nach sei- ner Ausreise sowohl an seinem Arbeitsort in E._______ als auch bei seiner Familie in C._______ gesucht worden sein soll. Die entsprechenden Aus- führungen an den Anhörungen sind wiederum knapp ausgefallen und er räumt selbst ein, dass er nicht wisse, ob diese Personen überhaupt nach ihm gesucht hätten (A19/10 F41 f., F46 S. 7; A21/12 F51 ff.). Dem Beschwerdeführer ist es nach dem Gesagten mithin nicht gelungen, eine Verfolgung nachzuweisen beziehungsweise glaubhaft zu machen. 6.3 Selbst bei Annahme der Glaubhaftigkeit der Vorbringen ist mit der Vor- instanz festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verfolgung von Privaten ausgeht und nicht auf einem flüchtlingsrelevanten Motiv beruht. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die zutreffen- den Ausführungen des SEM verwiesen werden (angefochtene Verfügung S. 3 f.). Es ist ausserdem davon auszugehen, dass der sri-lankische Staat schutzfähig und schutzwillig ist, was sich auch daran zeigt, dass der Be- schwerdeführer in C._______ hat Anzeige erstatten können und der Brand- anschlag auf das Geschäft seiner Tante auch untersucht wurde. Dass es, wie vom Beschwerdeführer au sgeführt, nicht zu einem Gerichtsverfahren gekommen sein soll, ändert an dieser Einschätzung nichts, zumal der Be- schwerdeführer dieses Vorbringen auch nicht substanziierte. Für die vom Beschwerdeführer geäusserte Vermutung der Korruption und Verbindung der Polizei zu den von ihm nicht identifizierbaren kriminellen Gruppier un- gen bestehen mithin keine konkreten Anhaltspunkte. E-3127/2020 Seite 10 6.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1886/2015 vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O. E. 8.3). Bestimmte Risikofaktoren (Eintrag in die «Stop -List», Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Aktivitäten) sind als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter den im Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich al- lein genommen zur Bejahung einer begründeten Furcht führen können. Demgegenüber stellen das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, gut sichtbare Narben und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risikobegründende Faktoren dar. Dies bedeutet, dass diese in der Regel, für sich alleine genommen, keine relevante Furcht vor ernst- haften Nachteilen zu begründen vermögen. Jegliche glaubhaft gemachten Risikofaktoren sind in einer Gesamtschau und in ihrer Wechselwirkung so- wie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in einer Einzelfallprü- fung zu berücksichtigen, mit dem Ziel zu erwägen, ob mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bejaht werden muss (a.a.O. E. 8.5.5). 6.5 Betreffend den Beschwerdeführer liegen keine Risikofaktoren im Sinne des genannten Referenzurteils des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 vor, aufgrund derer er bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit asylrelevanten Verfolgungsmassnah- men ausgesetzt wäre. Weder seine Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie, seine Herkunft aus dem Norden – trotz allenfalls erhöhter Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden im Rahmen der Wiedereinreise und Wieder- eingliederung – noch seine kurze Landesabwesenheit in der Schweiz bie- ten einen hinreichend begründeten Grund zur Annahme, er habe Mass- nahmen zu befürchten, welche über einen sogenannten Background Check (Befragungen, Überprüfung von Auslandsaufenthalten und Tätigkei- ten in Sri Lanka und im Ausland) hinausgehen. Es ist nicht davon auszu- gehen, dass der Beschwerdeführer aus einer Familie stammt, die als den LTTE nahe stehend wahrgenommen wird. Er selbst war zum Zeitpunkt der Niederschlagung der LTTE im Jahr 2009 noch im Kindesalter und weist kein Profil auf, welches den Schluss zulassen könnte, dass er im Falle sei- ner Rückkehr in den Heimatstaat als eine Person wahrgenommen werden könnte, deren Handeln darauf gerichtet ist, die LTTE wieder aufleben zu lassen. Einen Bezug zu den LTTE oder überhaupt ein flüchtlingsrelevantes Motiv macht der Beschwerdeführer ausserdem weder im vorinstanzlichen Verfahren noch auf Beschwerdeebene geltend. E-3127/2020 Seite 11 6.6 Insgesamt ergeben sich aus den Akten demnach keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt be- gründete Furcht hat, mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG zu erleiden. Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän- derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegensteh en (Art. 83 Abs. 3 AIG). 8.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). E-3127/2020 Seite 12 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder A rt. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN-Anti-Fol- terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück- schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur- teil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). 8.2.4 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zur Einschätzung, dass sich die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka nicht in relevanter Weise auf den Beschwerdeführer auswirken dürften. 8.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug d er Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3 8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. E-3127/2020 Seite 13 8.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt, dies auch unter Be- rücksichtigung der dortigen aktuellen Ereignisse. Nach einer eingehenden Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka ist das Bundesverwal- tungsgericht zum Schluss gekommen, dass der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbar- keitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder so- zialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkom- mens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Urteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). 8.3.1 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen und gesun- den Mann, der aus C._______ stammt. Er hat im Heimatstaat eine Schul- ausbildung durchlaufen und sich vor seiner Ausreise bereits beruflich be- tätigt. Seine Familie lebt nach wie vor im Heimatort beziehungsweise in D._______ und E._______ und besitzt eigene Geschäfte. Es ist daher da- von auszugehen, dass er sich ohne Weiteres wieder sozial und wirtschaft- lich wird im Heimatstaat integrieren können. Zutreffend hat die Vorinstanz sodann darauf verwiesen, dass trotz der jüngsten politischen Gescheh- nisse keine gänzlich unsichere, von bewaffneten Konflikten oder anderen unberechenbaren Unruhen dominierte Lage herrscht, aufgrund derer Rückkehrer unabhängig ihres individuellen Hintergrunds konkret gefährdet sind. An dieser Einschätzung vermag auch der Mac htwechsel mit der er- folgten Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 nichts zu ändern, ebenso wenig die Spekulationen über mögliche zukünftige politische Ent- wicklungen. Bei der Corona-Pandemie, auf welche auf Beschwerdeebene hingewiesen wird, handelt es sich – wenn überhaupt – um ein bloss tem- poräres Vollzugshindernis, welchem somit im Rahmen der Vollzugsmoda- litäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimatland angepasst wird. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). E-3127/2020 Seite 14 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 10. 10.1 Der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, weil sich die Rechtsbegeh- ren nach dem Gesagten als aussichtslos erwiesen haben. Auch der Antrag auf Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes im Sinne von Art. 102m Abs. 1 AsylG ist demnach abzuweisen. 10.2 Folglich sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reg- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 10.3 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos. (Dispositiv nächste Seite) E-3127/2020 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Constance Leisinger Natassia Gili