<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00512</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205601&amp;W10_KEY=4467136&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00512</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.01.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Subsidiäre Kostengutsprache durch die Wohnsitzgemeinde für die Vergütung eines Ambulanzeinsatzes:<br/><br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E.1). Der beschwerdeführende Rettungsdienst hat ein schutzwürdiges Interesse daran, dass Gesuch um subsidiäre Kostengutsprache in eigenem Namen bei der Gemeinde zu stellen. Die subsidiäre Kostengutsprache löst keine Zahlungsverpflichtung für die Gemeinde aus; vielmehr kann Letztere auch nach Gewährung der Kostengutsprache darauf beharren, dass der Rettungsdienst den Nachweis erfolglos gebliebener Inkassobemühungen erbringt (E.2). Vorliegend muss sich der Rettungsdienst gestützt auf einen konkreten Vertrag um subsidiäre Kostengutsprache bemühen (E.3). Die Gemeinde hat vorliegend das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung subsidiärer Kostengutsprache zu Unrecht verweigert (E.4). Kostenfolge (E.5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENGUTSPRACHE">KOSTENGUTSPRACHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTFALLDIENST">NOTFALLDIENST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 60 aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">§ 16 Abs. 3 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 19 SHV</span><br/><span class="gerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2006 Nr. 53</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A beanspruchte am 18. MÃ¤rz 2005 infolge eines Notfalles den Einsatz des Rettungsdienstes Flughafen ZÃ¼rich an ihrem Wohnort in X. Die Unique, Flughafen ZÃ¼rich AG, ersuchte bei der Gemeinde X (die diesem Rettungsdienst im Rahmen eines Vertrages zwischen der Unique und dem Spitalverband des Bezirkes Dielsdorf vom 20. Juli 2004 angeschlossen ist) am 14. Juni 2005 um subsidiÃ¤re Kostengutsprache im Betrag von Fr. 904.- fÃ¼r den erfolgten Einsatz. Die SozialbehÃ¶rde X lehnte dieses Gesuch mit Beschluss vom 23. Juni 2005 ab, was dem Rettungsdienst Flughafen ZÃ¼rich am 30. Juni 2005 mitgeteilt wurde. </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2">Den dagegen erhobenen Rekurs der Unique wies der Bezirksrat Dielsdorf am 19. September 2005 ab. Die Unique wandte sich hierauf am 22. September 2005 an das kantonale Sozialamt, welches sich in seinem Antwortschreiben vom 26. September 2005 zur Rechtslage Ã¤usserte und der Unique empfahl, den Bezirksratsbeschluss anzufechten. Die Unique ersuchte hierauf den Bezirksrat am 4. Oktober 2005 um WiedererwÃ¤gung seines Beschlusses, was der Bezirksrat mit Schreiben vom 10. Oktober 2005 ablehnte.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 17. Oktober 2005 beantragte die Unique dem Verwaltungsgericht sinngemÃ¤ss, den Beschluss des Bezirksrats Dielsdorf vom 19. September 2005 sowie jenen der SozialbehÃ¶rde X vom 23./30. Juni 2005 aufzuheben und Letztere dazu anzuhalten, die subsidiÃ¤re Kostengutsprache im Betrag von Fr. 904.- zu erteilen. Der Bezirksrat Dielsdorf beantragte am 2. November 2005 Abweisung der Beschwerde. Die SozialbehÃ¶rde X liess nichts von sich hÃ¶ren. </p> <p class="Zwischentitel">Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Es fragt sich vorab, ob und gegebenenfalls gestÃ¼tzt auf welche Rechtsgrundlagen die BeschwerdefÃ¼hrerin berechtigt war, in eigenem Namen bei der SozialbehÃ¶rde X um subsidiÃ¤re Kostengutsprache fÃ¼r eine in jener Gemeinde wohnhafte Person zu stellen, zu deren Gunsten sie den fraglichen Rettungseinsatz ausgefÃ¼hrt hatte. WÃ¤re eine derartige Berechtigung zu verneinen, so hÃ¤tte der Bezirksrat den Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrerin gegen den ablehnenden Bescheid der heutigen Beschwerdegegnerin schon aus diesem Grund abweisen mÃ¼ssen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b> Eine direkte Berechtigung der BeschwerdefÃ¼hrerin, subsidiÃ¤re Kostengutsprache geltend zu machen, setzt ein schutzwÃ¼rdiges Interesse voraus, und ob ein solches vorliegt, ist nach den GrundsÃ¤tzen zu beurteilen, die fÃ¼r die Anwendung und Auslegung der einschlÃ¤gigen Bestimmungen Ã¼ber die Rekurslegitimation (vgl. § 21 lit. a VRG) entwickelt worden sind (vgl. in diesem Zusammenhang bzw. zur nÃ¤mlichen Fragestellung im Sozialversicherungsrecht: Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, ZÃ¼rich 2003, Art. 59 N. 2 in Verbindung mit Art. 29 N. 13 ff. mit Hinweisen; vgl. auch RB 1998 Nr. 42 E. 2b). </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 16 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) wird die wirtschaftliche Hilfe in Bargeld ausgerichtet (Abs. 1). Sie kann auf andere Weise erbracht werden, wenn es die UmstÃ¤nde rechtfertigen (Abs. 2). Sind Leistungen Dritter sicherzustellen, erteilt die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde in der Regel Gutsprache (Abs. 3). § 19 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) umschreibt den Zweck einer Kostengutsprache nÃ¤her: Damit verpflichtet sich die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde, die Kosten notwendiger Leistungen zu Ã¼bernehmen, soweit dafÃ¼r keine Kostendeckung besteht (Abs. 1). SubsidiÃ¤re Kostengutsprache wird erteilt, wenn zu erwarten ist, dass die Kosten anderweitig gedeckt werden kÃ¶nnen. Der Gesuchsteller ist in diesem Fall weiterhin verpflichtet, sich um eine Kostendeckung zu bemÃ¼hen (Abs. 2). Diese Bestimmungen sind an und fÃ¼r sich darauf ausgerichtet, dass Kostengutsprachen, auch subsidiÃ¤re, dem SozialhilfebezÃ¼ger und nicht dem Dritten, welcher diesem eine Leistung erbringt, gewÃ¤hrt werden. Bei der primÃ¤ren Kostengutsprache braucht sich der SozialhilfebezÃ¼ger nicht mehr um anderweitige Kostendeckung zu bemÃ¼hen; die BehÃ¶rde geht demzufolge davon aus, dass der Gesuchsteller auf die Kostendeckung seitens der SozialhilfebehÃ¶rde â infolge insoweit feststehender BedÃ¼rftigkeit â tatsÃ¤chlich angewiesen ist und sie die fraglichen Kosten auf jeden Fall zu Ã¼bernehmen hat. SubsidiÃ¤re Kostengutsprache wird gewÃ¤hrt, um sicherzustellen, dass der Dritte die fragliche Leistung unabhÃ¤ngig davon erbringt bzw. erbringen kann, ob die Kostendeckung durch den LeistungsempfÃ¤nger selber sichergestellt ist. In der Praxis der SozialhilfebehÃ¶rden wird davon ausgegangen, dass Gesuche um Kostengutsprache auch von leistungserbringenden Dritten (SpitÃ¤ler, Ãrzte, Heime, Therapieeinrichtungen) gestellt werden kÃ¶nnen (vgl. Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch in der Fassung vom April 2005, herausgegeben vom Sozialamt des Kantons ZÃ¼rich, Ziff. 2.5.1/§ 16 SHG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Das Verwaltungsgericht hat sich im Urteil VB.2005.00027 vom 23. Juni 2005 (einsehbar auf www.vgrzh.ch) mit der Berechtigung eines Spitals (bzw. der zugehÃ¶rigen Krankenheimstation) befasst, in eigenem Namen die kommunale SozialbehÃ¶rde um subsidiÃ¤re Kostengutsprache fÃ¼r den weiteren Aufenthalt einer Patientin zu ersuchen. Das Gericht erwog, die Berechtigung des Spitals zur Gesuchstellung und zur spÃ¤teren Rekurserhebung lasse sich allenfalls daraus ableiten, dass KrankenhÃ¤user gemÃ¤ss § 41 des Gesundheitsgesetzes vom 4. November 1962 (GesundheitsG) zur Aufnahme von Patienten verpflichtet seien. Die Frage der Legitimation wurde in jenem Fall offen gelassen, weil nicht feststand, ob fÃ¼r die Krankenheimstation eine solche Aufnahmepflicht bestehe (und weil im Rahmen der materiellen Beurteilung fÃ¼r das als Beschwerdegegner involvierte Spital kein besseres Ergebnis als bei Verneinung des schutzwÃ¼rdigen Interesses resultierte). Im vorliegenden Fall kann die Frage, ob der BeschwerdefÃ¼hrerin bzw. dem von ihr in vertraglicher Zusammenarbeit mit der Beschwerdegegnerin betriebenen Rettungsdienst ein schutzwÃ¼rdiges Interesse zur eigenstÃ¤ndigen Geltendmachung einer Kostengutsprache zukomme, nicht offen bleiben.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b> GemÃ¤ss § 60 GesundheitsG organisieren die Gemeinden den Transport von Kranken und Verunfallten. Die Beschwerdegegnerin kommt dieser im Grenzbereich zwischen Ã¶ffentlicher Gesundheit und Ã¶ffentlicher Sicherheit liegenden Aufgabe dadurch nach, dass sie als Mitglied des Spitalverbands des Bezirks Dielsdorf im Rahmen des von diesem Verband mit der Unique abgeschlossenen Vertrags vom 20. Juli 2004 dem Rettungsdienst Flughafen ZÃ¼rich angeschlossen ist. Die Ambulanzen werden in der Regel durch die Ãrzte, die KrankenhÃ¤user, die Polizeiorgane oder die Ã¶rtlichen GesundheitsbehÃ¶rden der Vertragsgemeinden aufgeboten (Ziffer 4 des Vertrags). Die fÃ¼r den Ambulanzdienst aufgewendeten Kosten werden einerseits im Rahmen der Tarifordnung (dazu Ziffer 6 und Anhang) durch die "BenÃ¼tzer" (worunter offenkundig die bei einem Einsatz betreuten Personen zu verstehen sind) und anderseits durch die "Grundleistung" der Vertragsgemeinden (EinwohnerbeitrÃ¤ge) getragen (Ziffer 5). Der Rettungsdienst Unique besorgt die Rechnungsstellung im Rahmen der oben erwÃ¤hnten Berechnungsgrundlagen direkt an die zahlungspflichtigen BenÃ¼tzer sowie die Erhebung der EinwohnerbeitrÃ¤ge bei den jeweiligen Vertragsgemeinden (Ziffer 7). Das Vorgehen bezÃ¼glich Einholung subsidiÃ¤rer Kostengutsprachen bei der betreffenden Wohngemeinde der betreuten Person legt der Rettungsdienst Flughafen ZÃ¼rich in einem Merkblatt zu Handen der Vertragsgemeinden dar: Als zustÃ¤ndiger Rettungsdienst nehme er seine Pflicht wahr, die Kosten fÃ¼r einen erfolgten Einsatz dem Patienten direkt zu berechnen und mit einer ordentlichen Debitorenverwaltung fÃ¼r die korrekte Abwicklung der Zahlungen besorgt zu sein. Wenn sich bereits wÃ¤hrend des Einsatzes oder im Rahmen eines der Rechnungstellung folgenden Mahnverfahrens zeige, dass der Patient zur Bezahlung der Rechnung nicht in der Lage sei, werde die Wohngemeinde um subsidiÃ¤re Kostengutsprache ersucht. Weil ein solches Gesuch gemÃ¤ss § 21 SHV innert drei Monaten nach Beginn der ambulanten Behandlung oder Eintritt in das Spital gestellt werden mÃ¼sse, werde das Gesuch "oft aus formellen GrÃ¼nden" eingereicht, "auch wenn noch nicht alle MÃ¶glichkeiten fÃ¼r die Bezahlung der Rechnung ausgeschÃ¶pft sind". </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Wie sich aus den vorstehenden ErwÃ¤gungen ergibt, haben Institutionen, welche â wie hier der Rettungsdienst Flughafen ZÃ¼rich â in vertraglicher Zusammenarbeit mit den Gemeinden NotfalleinsÃ¤tze sowie sonstige Verunfallten- und Krankentransporte ausfÃ¼hren, ein schutzwÃ¼rdiges Interesse daran, dass sie bei ihrer AufgabenerfÃ¼llung direkt, das heisst in <i>eigenem</i> <i>Namen</i> subsidiÃ¤re Kostengutsprache bei der zustÃ¤ndigen SozialbehÃ¶rde am Wohnort der betreuten Person verlangen kÃ¶nnen, ohne auf eine BevollmÃ¤chtigung dieser Person angewiesen zu sein. Im Hinblick darauf, dass Gesuche um Ãbernahme von medizinischen Behandlungskosten innert dreissig Tagen (bei Personen ohne festen Wohnsitz im Kanton) bzw. drei Monaten (bei Personen mit Wohnsitz im Kanton) nach Behandlungsbeginn oder Spitaleintritt zu stellen sind, muss der Rettungsgesellschaft sodann auch die MÃ¶glichkeit offen stehen, das Gesuch schon <i>vor Abschluss der InkassobemÃ¼hungen</i> gegenÃ¼ber der betreuten Person einzureichen. </p> <p class="Urteilstext">Hieraus folgt allerdings noch nicht, dass die Gemeinde verpflichtet wÃ¤re, dem Gesuch um Kostengutsprache zu entsprechen, bevor feststeht, dass die InkassobemÃ¼hungen gegenÃ¼ber der betreuten Person erfolglos geblieben sind. Eine solche Verpflichtung ist auch nicht ausdrÃ¼cklich im Vertrag zwischen der Unique und dem Spitalverband des Bezirkes Dielsdorf vorgesehen. Eine diesbezÃ¼gliche Verpflichtung der Gemeinde bzw. ein entsprechender Anspruch der Rettungsgesellschaft lÃ¤sst sich aber einerseits aus der vertraglichen Verpflichtung der BeschwerdefÃ¼hrerin zur Aufrechterhaltung des Ambulanzdienstes zu Gunsten der Beschwerdegegnerin (vgl. E. 2.3) sowie anderseits aus dem dargelegten Zweck der gesetzlichen Regelung der <i>subsidiÃ¤ren</i> Kostengutsprache (vgl. E. 2.1) ableiten. Wie erwÃ¤hnt soll mit einer solchen Kostengutsprache sichergestellt werden, dass der Dritte die fragliche Leistung (hier also der Rettungsdienst Flughafen ZÃ¼rich den Ambulanzeinsatz) unabhÃ¤ngig davon erbringt bzw. erbringen kann, ob die Kostendeckung durch den LeistungsempfÃ¤nger selber sichergestellt ist. Die subsidiÃ¤re Kostengutsprache lÃ¶st denn auch keine sofortige Zahlungsverpflichtung fÃ¼r die Gemeinde aus; vielmehr kann Letztere auch nach GewÃ¤hrung einer solchen Gutsprache darauf beharren, dass die Rettungsgesellschaft den Nachweis erfolglos gebliebener InkassobemÃ¼hungen erbringt. Die Erteilung der subsidiÃ¤ren Kostengutsprache bedeutet demnach nicht, dass die Gemeinde die Kosten von medizinischen NotfalleinsÃ¤tzen unabhÃ¤ngig davon Ã¼bernehmen mÃ¼sse, ob die betreffende Person zahlungsunfÃ¤hig bzw. bedÃ¼rftig im Sinn von § 14 SHG sei. Eine derartige Auslegung wÃ¤re denn auch kaum mit dem Zweck der Sozialhilfegesetzgebung vereinbar (vgl. dazu heutiges Urteil VB.2005.00530 des Verwaltungsgerichts, www.vgrzh.ch). </p> <p class="Urteilstext">Nicht auszuschliessen ist im Ãbrigen, dass die Berechtigung der Rettungsgesellschaft, in eigenem Namen zu Gunsten der betreuten Personen subsidiÃ¤re Kostengutsprache bei der Wohn- oder Aufenthaltsgemeinde zu verlangen, selbst dann zu bejahen wÃ¤re, wenn der betreffende Einsatz nicht im Rahmen einer zwischen Rettungsdienst und Gemeinde vertraglich geregelten AufgabenerfÃ¼llung erfolgen wÃ¼rde. Auch ohne solche vertragliche Verpflichtung liesse sich das schutzwÃ¼rdige Interesse allenfalls schon aus der Beistandspflicht in NotfÃ¤llen ableiten (zur diesbezÃ¼glichen Beistandspflicht von Medizinalpersonen vgl. § 12 Abs. 2 GesundheitsG; dazu VGr, 23. Oktober 2003, VB 2002.00147, www.vgrzh.ch). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Die Beschwerdegegnerin hat eine subsidiÃ¤re Kostengutsprache gegenÃ¼ber der BeschwerdefÃ¼hrerin mit der BegrÃ¼ndung verweigert, es bestÃ¼nden keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass A die Rechnung von Fr. 904.- nicht selber begleichen kÃ¶nne. Aufgrund der vorstehenden ErwÃ¤gungen lÃ¤sst sich mit dieser BegrÃ¼ndung die Verweigerung der subsidiÃ¤ren Kostengutsprache von vornherein nicht rechtfertigen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Mit der Frage der Kostendeckung im Rahmen der Sozialhilfe bei RettungseinsÃ¤tzen hat sich auch die Konferenz der kantonalen FÃ¼rsorgedirektoren befasst und dazu am 14. Mai 1992 Richtlinien erlassen, deren Befolgung den Kantonen empfohlen wird. Der Kanton ZÃ¼rich berÃ¼cksichtigt diese Richtlinien (vgl. Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, Ziff. 2.5.1/§ 15/2 SHG/IV/S. 1). Sie finden Anwendung auf alle Personen, die sich aufgrund des Wissensstandes im Zeitpunkt der Alarmierung der Rettungsorganisation in einer Gefahr fÃ¼r Leib und Leben befinden (Ziffer 1.1). Die Geltendmachung von Forderungen bei den Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorgeinstanzen wird von verschiedenen Voraussetzungen abhÃ¤ngig gemacht (Ziffer 1.2), nÃ¤mlich die Unaufschiebbarkeit der Hilfeleistung und das Vorliegen eines Notfalls (lit. a), die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der Rettungs- und Transportmittel (lit. b), die Uneinbringlichkeit der Rettungskosten (lit. c), das (stillschweigende) EinverstÃ¤ndnis der betroffenen Person mit dem Einbezug der Sozialhilfe (lit. d) sowie die GemeinnÃ¼tzigkeit der Rettungsorganisation (lit. e). Die Rettungsorganisation hat gegenÃ¼ber der Sozialhilfeinstanz die erfolglos gebliebenen InkassobemÃ¼hungen nachzuweisen (Ziffer 2.1). Die Rettungsorganisation ist berechtigt, der Sozialhilfeinstanz 50 % der jeweiligen RechnungsbetrÃ¤ge zu verrechnen, wobei sie aber BetrÃ¤ge bis Fr. 1'000.- selber zu tragen hat. Mit der Forderung gegenÃ¼ber der FÃ¼rsorgeinstanz verzichtet die rechnungsstellende Organisation auf die aus dem Einsatz erwachsenen AnsprÃ¼che. Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde kann die Forderung der Rettungsorganisation im Rahmen der gesetzlichen Grundlagen bei der notfallmÃ¤ssig betreuten Person geltend machen, sofern deren finanzielle Lage dies erlaubt (Ziffer 2.2). Vorbehalten bleiben anders lautende VertrÃ¤ge von Kantonen mit einzelnen Rettungsorganisationen sowie kantonale gesetzliche Regelungen (Ziffer 5). Nach der zÃ¼rcherischen Praxis entfÃ¤llt bei der Anwendung dieser Richtlinien fÃ¼r die Rettungsorganisation das Erfordernis, ein Gesuch um Kostengutsprache nach § 16 Abs. 3 SHG in Verbindung mit §§ 19 ff. SHV zu stellen (vgl. Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, Ziff. 2.5.1/§ 15/2 SHG/IV/<br/> S. 1). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der Bezirksrat hat im vorliegenden Fall den eine subsidiÃ¤re Kostengutsprache verweigernden Beschluss der Beschwerdegegnerin mit der BegrÃ¼ndung geschÃ¼tzt, nach den erwÃ¤hnten Richtlinien mÃ¼sse die Rettungsorganisation kein Gesuch um subsidiÃ¤re Kostengutsprache stellen; anderseits entfalle hier eine Kostendeckungsverpflichtung der Gemeinde ohnehin deswegen, weil nach Ziffer 2.2 der Richtlinien die BeschwerdefÃ¼hrerin den unter Fr. 1'000.- liegenden Kostenbetrag von vornherein selber zu tragen habe. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht demgegenÃ¼ber geltend, im vorliegenden Fall seien die genannten Richtlinien nicht anwendbar; diese bezÃ¶gen sich nicht auf EinsÃ¤tze mit Ambulanzfahrzeugen, sondern lediglich auf solche mit REGA-Helikoptern und Ambulanzflugzeugen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin beruft sich dabei auf eine Stellungnahme des kantonalen Sozialamtes vom 26. September 2005, worin sich dieses Amt in diesem Sinn geÃ¤ussert hat.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Ob diese Auffassung zutrifft, ist fraglich. Jedenfalls aus dem Wortlaut der Richtlinien sowie aus deren Kommentierung im Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch (Ziff. 2.5.1/§ 15/2 SHG/IV/S. 1) lÃ¤sst sich eine derartige BeschrÃ¤nkung des Anwendungsbereichs auf FlugeinsÃ¤tze nicht entnehmen. Die Frage kann jedoch offen bleiben. Die Richtlinien sind nÃ¤mlich auf den vorliegenden Sachverhalt deswegen nicht anwendbar, weil hier der in deren Ziffer 5 getroffene Vorbehalt eingreift. Unter anders lautenden VertrÃ¤gen "von Kantonen" mit einzelnen Rettungsorganisationen sind auch solche mit Gemeinden zu verstehen; darunter fÃ¤llt demnach auch der zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und dem Spitalverband des Bezirks Dielsdorf abgeschlossene Vertrag vom 20. Juli 2004. Die dortige Regelung deckt sich nicht vollumfÃ¤nglich mit dem Vorgehen, wie es in den Richtlinien vorgesehen ist. Sowohl der Vertrag wie auch die Richtlinien gehen davon aus, dass sich die Rettungsorganisation in erster Linie um Kostendeckung bei der betreuten Person selber zu bemÃ¼hen hat. WÃ¤hrend indessen die Richtlinien im Sinn einer <i>generellen</i> Regelung eine subsidiÃ¤re Kostengutsprache der Wohngemeinde vorsehen (allerdings nicht fÃ¼r BetrÃ¤ge bis Fr. 1'000.- und nur zu 50 % fÃ¼r hÃ¶here BetrÃ¤ge), ist gemÃ¤ss den hier anwendbaren vertraglichen Bestimmungen eine subsidiÃ¤re Kostengutsprache durch die Gemeinde nicht generell vorgesehen. Die Rettungsorganisation muss daher, will sie nach einem konkreten Einsatz eine subsidiÃ¤re Kostendeckung durch die Gemeinde erreichen, nach den §§ 19 ff. SHV vorgehen, wie dies die BeschwerdefÃ¼hrerin vorliegend getan hat. Demzufolge kommt hier mit einer gestÃ¼tzt auf den Vertrag vom 20. Juli 2004 mÃ¶glichen subsidiÃ¤ren Kostengutsprache auch die in den Richtlinien enthaltene Regel, wonach die Rettungsorganisation, sofern entsprechende InkassobemÃ¼hungen gegenÃ¼ber dem Schuldner erfolglos bleiben, KostenbetrÃ¤ge bis zu Fr. 1'000.- endgÃ¼ltig zu tragen hat, das heisst bei Uneinbringlichkeit nicht auf die SozialbehÃ¶rde Ã¼berwÃ¤lzen kann, nicht zum Tragen. Anderseits ist bei hÃ¶heren KostenbetrÃ¤gen mit der subsidiÃ¤ren Kostengutsprache keine Forderungsabtretung fÃ¼r die HÃ¤lfte der Forderung verbunden. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um Erteilung subsidiÃ¤rer Kostengutsprache bezÃ¼glich des Einsatzes zu Gunsten von A zu Unrecht verweigert hat. Ob sich die BeschwerdefÃ¼hrerin bzw. der Rettungsdienst Flughafen ZÃ¼rich um Deckung der fraglichen Kosten bei der betreuten Person bemÃ¼ht hat, geht aus den Akten zwar nicht hervor. Das steht jedoch nach dem AusgefÃ¼hrten der Erteilung einer bloss subsidiÃ¤ren Kostengutsprache nicht entgegen, welche anderseits die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht davon entbindet, sich primÃ¤r um eine Kostendeckung seitens der betreuten Person zu bemÃ¼hen. Demnach sind der Beschluss des Bezirksrats Dielsdorf vom 19. September 2005 sowie jener der Beschwerdegegnerin vom 23/30. Juni 2005 aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin ist einzuladen, der BeschwerdefÃ¼hrerin die subsidiÃ¤re Kostengutsprache zu erteilen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss des Bezirksrats Dielsdorf vom 19. September 2005 sowie jener der Beschwerdegegnerin vom 23/30. Juni 2005 werden aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin wird eingeladen, der BeschwerdefÃ¼hrerin die subsidiÃ¤re Kostengutsprache zu erteilen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 800.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 860.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Urteilstext">4. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>