VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI U 17 32 1. Kammer Vorsitz Audétat Richter Racioppi, Meisser Aktuar Gross URTEIL vom 30. Juni 2017 in der verwaltungsrechtlichen Streitsache A._____, vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Flavia Brülisauer, Beschwerdeführer gegen Tiefbauamt Graubünden, vertreten durch Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement Graubünden, Beschwerdegegner und B._____ AG, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nina Tinner, Beigeladene betreffend Submission- 2 - 1. Das Tiefbauamt Graubünden (TBA) schrieb am 24. November 2016 im Kantonsamtblatt und auf der Vergabeplattform simpm.ch im offenen Ver- fahren die Winterdienstarbeiten für die Saison 2017/2018 bis Saison 2026 /2027 für das ganze Kantonsgebiet aus, unterteilt in rund 130 verschiede- ne Lose. In den Ausschreibungsunterlagen wurden Eignungs- und Zu- schlagskriterien aufgeführt. In Bezug auf die Eignungskriterien wurden die Anbieter dazu angehalten, auf Verlangen den Nachweis über ihre organi- satorische, technische und finanzielle Leistungsfähigkeit zu erbringen so- wie über ihre fachliche Eignung. Für Pässe und Passtrecken wurde zu- sätzlich als minimale Erfahrung im Fachbereich Winterdienst die Aus- führung von Winterdienstarbeiten verlangt, und zwar von der Unterneh- mung drei Jahre während der letzten zehn Jahre sowie von den einzuset- zenden Chauffeuren zwei Jahre während der letzten zehn Jahre. Folgen- de Zuschlagskriterien und Gewichtungen wurden vorgegeben: - Preis 50% - Ökologische Aspekte - Abgasnormkategorie 20% - Erfahrung und Referenzen 15% - Qualität der Garagierung für Fahrzeuge und Geräte 15% Eine der Ausschreibungen betraf die Winterdienstarbeiten im Abschnitt Z._____. Die nachgesuchte Dienstleistung betraf auf dem betreffenden Streckenabschnitt die Schneeräumungsarbeiten. Innert der bis am 22. Dezember 2016 laufenden Eingabefrist reichten zwei Anbieter ihre Offerten beim TBA ein. Anlässlich der Offertöffnung am 6. Januar 2017 ergab sich folgendes Bild: - B._____ AG, Fr. 31'039.90 - A._____, Fr. 33'625.25 2. Nach Auswertung der Angebote erwies sich dasjenige der B._____ AG als das wirtschaftlich ‚günstigere bzw. günstigste‘. Entsprechend vergab das Tiefbauamt Graubünden (TBA) mit Verfügung vom 17. März 2017 den Auftrag an die B._____ AG zum Preis von Fr. 31'039.90. - 3 - 3. Gegen diesen Entscheid liess A._____ (Beschwerdeführer) am 27. März 2017 Beschwerde erheben und beantragte kostenfällig die Aufhebung der angefochtenen Vergabeverfügung und Erteilung des Zuschlags an sich selber; eventualiter die Angelegenheit nach Aufhebung der angefochte- nen Verfügung zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Weiter beantragt er die Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung und die Feststellung der Rechtswidrigkeit der Vergabe für den Fall, dass der Vertrag mit der Zuschlagsempfängerin bereits unterzeichnet sei. Er be- gründet seine Anträge im Wesentlichen damit, dass das Angebot der B._____ AG nicht hätte berücksichtigt werden dürfen, da es die verlangte Motorfahrzeugkategorie nicht einhalte und darüber hinaus das Fahrzeug mit seinem Gesamtgewicht die auf einem Abschnitt der zu räumenden Strasse geltenden Tonnagebeschränkung überschreite. Auch würde das strittige Angebot infolge Mehrfachbewerbung mit immer demselben Fahr- zeug nicht das Eignungskriterium der organisatorischen Leistungsfähig- keit erfüllen – die Zuschlagsempfängerin sei daher vom Vergabeverfahren auszuschliessen. 4. Am 10. April liess die Zuschlagsempfängerin kostenfällig beantragen, der vom Beschwerdeführer beantragten Aufhebung der Vergabeverfügung und dem Zuschlag des Auftrags an ihn selber sei stattzugeben unter der Bedingung, dass sie den Zuschlag für den Auftrag Nr. 12 erhalte. Bezüg- lich des Eventualantrags des Beschwerdeführers und den Antrag betref- fend Gewährung der aufschiebenden Wirkung wehrte sich die Zuschlags- empfängerin nicht; die Feststellung der Rechtswidrigkeit würde sich erüb- rigen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wirft die Zuschlagsempfängerin die Frage auf, ob es nicht zweckmässig wäre, dieses Verfahren mit dem Ver- fahren U 17 27 zu vereinigen. Materiell argumentiert sie, dass eine höhe- re Fahrzeugkategorie zulässig sei; die Entschädigung sich aber nach der tieferen Kategorie richte. Das Fahrzeug wäre zudem nicht mit seinem Ma- ximalgewicht von 15 t im Einsatz, sondern deutlich unter 13 t, sodass die - 4 - Gewichtsbeschränkung auf einem Abschnitt der zu räumenden Strasse kein Hindernis darstelle. Eine Mehrfachbewerbung sei zulässig. Die Zu- schlagsempfängerin habe in drei Submissionen das wirtschaftlich güns- tigste Angebot abgegeben; es stünden drei Chauffeure zur Verfügung; hätte sie drei Zuschläge erhalten, hätte sie zwei zusätzliche Fahrzeuge angeschafft. Der Kritik der Vergabepraxis der Vergabebehörde bei Mehr- fachbewerbung mit einem Fahrzeug schliesst sich die Zuschlagsempfän- gerin an. 5. Die Vergabebehörde (Beschwerdegegnerin) beantragt in der Vernehm- lassung vom 21. April 2017 die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- folge. Sie argumentiert, dass sie das von der Zuschlagsempfängerin offe- rierte Fahrzeug einer höheren Kategorie geprüft und festgestellt habe, dass es für die Ausführung des Schneeräumungsauftrags ebenso geeig- net sei wie das von der Beschwerdeführerin offerierte Fahrzeug. Ein Aus- schluss lasse sich somit nicht rechtfertigen. Das Einhalten des signalisier- ten Höchstgewichts sei zwingend, könne aber von der Zuschlagsempfän- gerin auch mit dem grösseren Fahrzeug problemlos gewährleistet werden durch nicht volle Beladung des Salzstreuers, wobei immer noch eine grössere Menge Salz mitgeführt werden könne als mit dem Fahrzeug der Beschwerdeführerin. Das Begehren der Beschwerdeführerin, die Zu- schlagsempfängerin infolge fehlender Leistungsfähigkeit für das Erbrin- gen der offerierten Leistungen von sämtlichen Vergabeverfahren auszu- schliessen, blende die marktwirtschaftlichen Realitäten aus. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit müsse es den Offerenten erlaubt sein, sich für meh- rere, ihre Ressourcen übersteigende Aufträge zu bewerben. Sollte der Anbieter wider Erwarten bei mehreren Verfahren vorne liegen, so könne er selbstverständlich nur jene Aufträge erhalten, für welche er eine (noch) genügende Eignung aufweise. Gleichzeitig liege es im öffentlichen Inter- esse, wenn die Anbieter mehrfach offerierten, zumal so die in den Tal- schaften teilweise geringfügige Wettbewerbssituation verbessert werde. - 5 - Bei einer mehrfachen Zuschlagsmöglichkeit würde die Beschwerdegeg- nerin dem Anbieter denjenigen Auftrag zuteilen, welcher den grössten Preisvorteil gegenüber dem Zweitplatzierten biete. 6. In ihrer Ergänzung zur Vernehmlassung präzisierte die Beschwerdegeg- nerin am 25. April 2017, dass der strittige Auftrag nur die Schneeräumung umfasse, nicht jedoch das Salzen; dadurch sei die Gewichtsproblematik ohnehin nicht gegeben. 7. In der Replik vom 8. Mai 2017 und Duplik vom 18. Mai 2017 vertiefen die Beschwerdeführerin und die Zuschlagsempfängerin ihre Standpunkte un- ter Beibehaltung ihrer Rechtsbegehren. Die Beschwerdegegnerin verzich- tete am 18. Mai 2017 auf eine Duplik. 8. Am 23. Mai 2017 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ihre Honorarnote ein. Darin wird ein Aufwand von 22 h 30' geltend ge- macht mit gemischten Honoraransatz. Mit Kleinspesenpauschale und MWST summiert sich die Honorarnote auf Fr. 5'953.55. Am gleichen Tag reichte die Rechtsvertreterin der Zuschlagsempfängerin (Beigeladene) ihre Honorarnote ein. Neben dem Honorar nach Zeitauf- wand von 7 h und 10' à Fr. 260.-- werden Kleinspesen und MWST geltend gemacht, insgesamt Fr. 1'919.25. Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen noch eingegangen. Das Gericht zieht in Erwägung: 1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend die Verfügung vom 17. März 2017, worin die Beschwerdegegnerin den Arbeitszuschlag der Winterdienstarbeiten - 6 - (Schneeräumung) für die Saison 2017/2018 bis 2026/2027 Auftrag Nr. 8 für Fr. 31‘039.90 an die Zuschlagsempfängerin mit der Begründung „wirt- schaftlich günstigstes Angebot“ erteilte. Die Offerte des Beschwerdefüh- rers mit dem etwas teureren Preisangebot von Fr. 33‘625.25 wurde nicht berücksichtigt. Damit konnte sich der Beschwerdeführer nicht einverstan- den erklären, weshalb er dagegen am 27. März 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erhob und im Hauptantrag um Aufhebung der angefochtenen Vergabeverfügung sowie Erteilung des Arbeitszuschlags an ihn ersuchte. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Beschwer- dethema ist hier somit die Rechtmässigkeit des Arbeitszuschlags Nr. 8 an die Zuschlagsempfängerin. 2. a) Auf den konkreten Fall finden unbestritten das kantonale Submissionsge- setz (SubG; BR 803.300) einschliesslich zugehöriger Submissionsverord- nung (SubV; BR 803.310) sowie allenfalls ergänzend die Bestimmungen der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswe- sen (IVöB; SR 172.056 [BR 803.510]) Anwendung. In Art. 50 des Geset- zes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) wird die Legi- timation zur Erhebung einer Beschwerde vor Verwaltungsgericht wie folgt umschrieben: Zur Beschwerde legitimiert ist, wer durch den angefochte- nen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat […]. Nach Art. 25 Abs. 1 SubG kann gegen Verfügungen (Vergabeentscheide) des Auftraggebers (Vergabebehörde) beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden. Als durch Be- schwerde selbständig anfechtbare Verfügungen gelten die Ausschreibung des Auftrags (Art. 25 Abs. 2 lit. a SubG) als auch der Zuschlag und der Ausschluss vom Verfahren (Art. 25 Abs. 2 lit. c SubG). Beschwerden sind schriftlich und begründet innert 10 Tagen seit Eröffnung der Verfügung einzureichen (Art. 26 Abs. 1 SubG). Vorliegend ist der Beschwerdeführer durch die Berücksichtigung der Zuschlagsempfängerin bzw. deren angeb-- 7 - lich zu Unrecht nicht erfolgten Ausschlusses vom Wettbewerb unmittelbar in seinen wirtschaftlichen Interessen berührt und er weist damit offensicht- lich ein schutzwürdiges Interessen an der Aufhebung des für ihn nachtei- ligen Zuschlagsentscheids auf. Die Beschwerdeschrift ist zudem frist- und formgerecht eingereicht worden, weshalb auf die Beschwerde im Haupt- antrag (Zuschlagsaufhebung und Direktvergabe an Beschwerdeführer) einzutreten ist. Auf den Eventualantrag (Rückweisung und Neubeurteilung durch Vorinstanz) ist hier nicht weiter einzugehen, da sich diese Frage bei Gutheissung des Hauptantrags gar nicht stellen würde und bei Abweisung desselben der Zuschlag - auch ohne Rückweisung – bestätigt würde. b) Als besonders erwähnenswert erachtet das Gericht vorliegend indessen noch das Rechtsbegehren (ZIff. 1) der Zuschlagsempfängerin, worin sie beantragte, der Hauptantrag des Beschwerdeführers sei unter der Bedin- gung gutzuheissen, dass ihr der Zuschlag für den Auftrag Winterdienstar- beiten Saison 2017/18 bis 2026/27 Auftrag Nr. 12 erteilt werde (Parallel- verfahren U 17 27). Dasselbe gilt für den zusätzlich gestellten Antrag (Ziff. 2), wonach das Eventualbegehren des Beschwerdeführers um Rückwei- sung der Angelegenheit zur Neubeurteilung durch die Beschwerdegegne- rin kostenfällig gutzuheissen sei. Für das streitberufene Gericht ist damit klar, dass die von der Zuschlagsempfängerin gestellten Rechtsbegehren faktisch den Anträgen des Beschwerdeführers entsprechen und daher die Zuschlagsempfängerin betreffend Kosten- und Entschädigungsfolge soli- darisch mit dem (bzw. gleich wie der) Beschwerdeführer zu behandeln ist. Auf die Beschwerde wird folglich auch insofern eingetreten. c) Die beantragte Vereinigung der Verfahren (U 17 27 mit U 17 32) erscheint dem Gericht indessen weder rechtlich zwingend nötig noch sachlich sinn- voll zu sein. Die Gefahr sich widersprechender Urteile lässt sich dadurch zweckmässig begegnen, indem die beiden Urteile gleichzeitig gefällt und - 8 - auch gleichzeitig mitgeteilt werden. Der materiellen Beurteilung der Streit- sache steht jedenfalls auch von daher nichts im Wege. 3. a) Gemäss Art. 21 Abs. 1 SubG erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag. Nach Art. 22 Abs. 1 lit. c SubG wird ein Angebot von der Berücksichtigung insbesondere dann ausgeschlossen, wenn der Anbieter ein Angebot einreicht, das unvollständig ist oder den Anforderungen der Ausschreibung nicht entspricht. Ein Ausschluss vom Wettbewerb ist zu- dem geboten, wenn die geforderten Eignungskriterien nicht oder nicht mehr erfüllt werden (Art. 22 Abs. 1 lit. d SubG). Laut Art. 12 Abs. 1 lit. g SubV haben die Ausschreibungsunterlagen namentlich die Eignungskrite- rien und die zu erbringenden Nachweise zu enthalten. Im Lichte dieser Vorgaben ist auch hier über die Rechtmässigkeit der Auftragsvergabe an die Zuschlagsempfängerin sowie deren angeblich zu Unrecht nicht erfolg- ten Ausschlusses vom Wettbewerb zu befinden. b) Der Beschwerdeführer bemängelt vorab die Nichteinhaltung der geforder- ten Gewichtslimite beim von der Zuschlagsempfängerin offerierten Räu- mungsfahrzeug. In den Ausschreibungsunterlagen (Pos. 4.20, S. 19) wird unter der Rubrik „Verlangte Fahrzeugkategorie“ ein Kommunalfahrzeug der Kategorie 6 bis 7.5 t Gesamtgewicht mit Allrad (Unimog oder gleich- wertiges Fahrzeug) ausgeschrieben. Bei seiner Kritik übersieht der Beschwerdeführer aber die diesbezüglich fallrelevante Ausschreibungsvorgabe (Pos. 4.3, S.14) mit dem Titel „An- gebot einer stärkeren/höheren Motorfahrzeugkategorie“, in der festgehal- ten ist, dass grundsätzlich die in Pos. 4.20 vorgeschriebene Kategorie zu offerieren sei. Es bestehe aber die Möglichkeit, sofern es die Geometrie und die Tonnagebeschränkung der zu räumenden Strasse zuliessen, eine stärkere/höhere Fahrzeugkategorie anzubieten. Der Entscheid darüber, ob ein solches Fahrzeug zum Einsatz gelangen könne, liege beim Tief-- 9 - bauamt (TBA), wobei die Entschädigung aber immerhin nur zum Kosten- satz der nach Pos. 4.20 verlangten Motorfahrzeugkategorie erfolge. Nach Durchsicht und Würdigung der bekannten Fakten stellen vorliegend jedoch weder die Strassengeometrie noch die Tonnagebeschränkung auf 13 t ein Hindernis für die Vergabe an die Zuschlagsempfängerin dar. Dies gilt im konkreten Fall umso mehr, als das TBA bezüglich der höchstzuläs- sigen Gewichtslimite bzw. Tonnage seine ursprüngliche Argumentation noch präzisierte und festhielt, dass es für den auszuführenden Auftrag gar keinen Salzstreuer benötige. Der offerierte 2-Achs-Lastwagen MAN TGM 13 290 4x4 weist ein Leergewicht von 7.5 t auf. Hinzu kommt nur noch der Schneepflug mit einem Gewicht von 1.5 t, sodass das Gesamtgewicht für den auszuführenden Schneeräumungsdienst rund 9 t beträgt, was weit unter der zulässigen Tonnage von 13 t auf einem Streckenabschnitt liegt. Ferner erfüllt der angebotene Lastwagen sämtliche weiteren Ausschrei- bungsvorgaben, insbesondere die max. Breite, sodass auch der Lastwa- gen schmaler ist als der anzubauende Schneepflug. Die Beschwerdegeg- nerin hat sich dabei zulässigerweise auf ihre eigenen guten Erfahrungen mit 2-Achs-Lastwagen und den Umstand, dass die konkrete Wegstrecke keinerlei Probleme hinsichtlich Geometrie und Tonnagebeschränkung bie- tet, abstützen dürfen. Es gab daher keinen ersichtlichen Grund, die Offer- te der Zuschlagsempfängerin auszuschliessen, zumal sie die Entschädi- gung der tieferen Fahrzeugkategorie einsetzte. Die Beschwerde ist des- halb in diesem Rügepunkt abzuweisen. c) Der Beschwerdeführer vertritt weiter die Auffassung, dass die Zuschlags- empfängerin auch wegen Mehrfachbewerbung bzw. Mehrfachbewertung von diesem Auftragszuschlag (Auftrag Nr. 8) hätte ausgeschlossen wer- den müssen. Ihre organisatorische Leistungsfähigkeit hätte nämlich nicht ausgereicht, um die sowohl zeitlich als auch räumlich genau definierten Schneeräumungsarbeiten korrekt erfüllen zu können. - 10 - Wie die Beschwerdegegnerin dazu (s. Parallelverfahren U 17 27 in E.3b) bereits überzeugend erklärt hat, kommt die massgebende Bestimmung in den Ausschreibungsunterlagen (Pos. 4.18) für die Mehrfachnutzung von Fahrzeugen lediglich dann zum Tragen, wenn die fraglichen Routen zu- sammenhängen respektive in einem Auftrag ausgeschrieben worden wären und dadurch eine zeitgerechte Räumung aller vom gleichen Win- terdienstfahrzeug zu räumenden Wegstrecken überhaupt möglich wäre. Die Umlaufzeit pro Route bzw. Auftrag dürfte aus Gründen der Verkehrs- sicherheit max. 1.5 bis 2 Stunden betragen, was bei den hier interessie- renden Aufträgen Nrn. 8, 10 und 12, welche Räumungsaufträge in drei verschiedenen Seitentälern/Gebieten betreffen, definitiv nicht der Fall ist. Genau deshalb wurden diese Aufträge auch in drei separaten Submissi- onsverfahren ausgeschrieben. Mit der Rüge einer unzulässigen Mehr- fachbewertung stösst der Beschwerdeführer somit ebenfalls ins Leere. d) Sowohl der Beschwerdeführer als auch die Zuschlagsempfängerin schei- nen überdies zu glauben, dass der Zuschlagsentscheid bei mehrfachem wirtschaftlich günstigstem Angebot ein- und derselben Anbieterin durch interne Absprachen unter den Offerenten beeinflusst oder gar vergeben werden könnte. Dies würde letztlich auf ein „Wahlrecht“ bzw. ein Auswahl- recht auf den konkret bevorzugten Räumungsauftrag durch die Anbieter/- Innen hinauslaufen. Diese Auffassung ist sicher nicht richtig und würde den Grundsätzen jedes Submissionsverfahrens nach Transparenz und nach einem möglichst sparsamen und effizienten Umgang mit den öffent- lichen Geldmitteln (nach Art. 1 Abs. 2 lit. c und d SubG) diametral wider- sprechen. Wie die Beschwerdegegnerin nachvollziehbar darlegte, beruht ihre diesbezügliche Vergabepraxis auf sachlichen Kriterien. So teilt sie bei mehrfach wirtschaftlich günstigstem Angebot dasselbe dort zu, wo die preisliche Differenz zwischen Erst- und Zweitplatziertem am grössten ist und sich somit für die Staatskasse die grösste Einsparung ergibt. Es ist nicht einzusehen, was daran submissionsrechtlich nicht korrekt sein soll-- 11 - te. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass die Zuschlagsemp- fängerin, die im Parallelverfahren U 17 27 als Beschwerdeführerin aufge- treten ist, vorliegend sogar die Gutheissung der Beschwerde unter der Bedingung beantragte, dass ihr anstatt der jetzige Auftrag Nr. 8 wahlwei- se der von ihr favorisierte Auftrag Nr. 12 zugeteilt werden sollte. Unter- mauert wurde diese Darstellung damit, dass sich die Beschwerdegegne- rin mit ihr in Verbindung hätte setzen sollen angesichts der drei wirtschaft- lichsten Angebote auf den drei verschiedenen Wegstrecken, zumal ande- re Unternehmen auch erst nach dem Zuschlag ein Fahrzeug erwerben dürften (vgl. wegweisend: Urteil des Bundesgerichts 2C_38472016 vom 6. März 2017 E. 2.3.1, 2.3.3 sowie 2.5.3). Die Beschwerdegegnerin kon- terte diese Sichtweise bereits im Parallelverfahren U 17 27 [E.3b in fine] mit dem zutreffenden Hinweis, dass die erwähnten Anbieter/-Innen diesen Umstand aber in ihren Offerten angegeben hätten und die Beschwerde- gegnerin dann jeweils wisse, mit welchen Fahrzeugen die betreffende Anbieterin den oder die Aufträge ausführen würde, um organisatorisch nicht überlastet zu sein. Diese Informationen hätten beim Beschwerdefüh- rer und der Zuschlagsempfängerin gefehlt, womit offensichtlich niemals die Absicht bestanden habe, mehr als nur einen Auftrag auszuführen. Diesen Schlussfolgerungen der Beschwerdegegnerin vermag sich das streitberufene Verwaltungsgericht vollumfänglich anzuschliessen. e) Zusammengefasst ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer mit bei- den Rügen (mangelbehaftete Auftragsvergabe an Zuschlagsempfängerin [vgl. E.3a-b, hiervor] sowie zu Unrecht Vergabe an organisatorisch nicht leistungsfähige Zuschlagsempfängerin [E.3c]) als auch die beigeladene Zuschlagsempfängerin mit ihrer ‚Wahlrechtstheorie‘ (Umtausch Los Nr. 8 anstelle von Los Nr. 12; vgl. E.3d) allesamt inhaltlich nicht durchdringen. 4. a) Die angefochtene Verfügung (Zuschlagsentscheid) vom 17. März 2017 ist damit in jeder Beziehung rechtens, was zu ihrer Bestätigung und zur Ab-- 12 - weisung der Beschwerde vom 27. März 2017 (einschliesslich des von der Zuschlagsempfängerin am 10. April 2017 [unter Ziff. 1] als Hauptantrag gestellten Rechtsbegehrens) führt. b) Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG je hälftig dem Beschwerdeführer (½) so- wie der Zuschlagsempfängerin (½) aufzuerlegen. c) Auf die Zusprechung einer aussergerichtlichen Entschädigung nach Art. 78 Abs. 1 VRG an die Zuschlagsempfängerin wird hier verzichtet, da sich die Zuschlagsempfängerin antragsgemäss mit dem Beschwerdeführer so- lidarisiert hat und somit beide einheitlich dasselbe Ziel – nämlich die Auf- hebung der Auftragsvergabe Nr. 8 – verfolgt haben (s. E.2b, hiervor). d) Der Beschwerdegegnerin steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine Partei- entschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis ob- siegte. Demnach erkennt das Gericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gerichtskosten, bestehend - aus einer Staatsgebühr von Fr. 4'000.-- - und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.-- zusammen Fr. 4'295.-- gehen je zur Hälfte zulasten von A._____ (½) sowie der B._____ AG (½) und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an die Finanz- verwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.- 13 - 3. [Rechtsmittelbelehrung] 4. [Mitteilungen]