<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">C 256/99 Gi </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>IV. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Maillard </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 16. März 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatssekretariat für Wirtschaft, Abteilung Arbeitsmarkt </div> <div class="para">und Arbeitslosenversicherung, Bundesgasse 8, Bern, Be- </div> <div class="para">schwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">L.________, 1956, Beschwerdegegner, vertreten durch </div> <div class="para">T.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Versicherungsgericht des Kantons Aargau, Aarau </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Mit Verfügung vom 5. November 1998 forderte die </div> <div class="para">Arbeitslosenkasse der Gewerkschaft Bau &amp; Industrie GBI vom </div> <div class="para">1956 geborenen L.________ einen Teil (Fr. 2347.55) der in </div> <div class="para">den Monaten April und Juli 1998 ausgerichteten Arbeitslo- </div> <div class="para">senentschädigung zurück. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau hiess </div> <div class="para">die hiegegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 16. Juni </div> <div class="para">1999 teilweise gut, hob die Verfügung vom 5. November 1998 </div> <div class="para">auf und wies die Sache zur Neuberechnung des Rückforde- </div> <div class="para">rungsbetrages im Sinne der Erwägungen an die Arbeitslosen- </div> <div class="para">kasse zurück. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) führt </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Begehren, der vorin- </div> <div class="para">stanzliche Entscheid sei aufzuheben. </div> <div class="para"> Die Arbeitslosenkasse verzichtet auf eine Vernehmlas- </div> <div class="para">sung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde, während L.________ </div> <div class="para">auf deren Abweisung schliesst. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versi- </div> <div class="para">cherungsgerichts stellt der Rückweisungsentscheid einer </div> <div class="para">kantonalen Rekursinstanz eine im Sinne von Art. 128 in Ver- </div> <div class="para">bindung mit <span class="artref">Art. 97 Abs. 1 OG</span> und <span class="artref">Art. 5 VwVG</span> mit Verwal- </div> <div class="para">tungsgerichtsbeschwerde an das Eidgenössische Versiche- </div> <div class="para">rungsgericht anfechtbare Endverfügung dar. Anfechtbar ist </div> <div class="para">grundsätzlich nur das Dispositiv, nicht aber die Begründung </div> <div class="para">eines Entscheides. Verweist indessen das Dispositiv eines </div> <div class="para">Rückweisungsentscheides ausdrücklich auf die Erwägungen, </div> <div class="para">werden diese zu dessen Bestandteil und haben, soweit sie </div> <div class="para">zum Streitgegenstand gehören, an der formellen Rechtskraft </div> <div class="para">teil. Dementsprechend sind die Motive, auf die das Disposi- </div> <div class="para">tiv verweist, für die Behörde, an die die Sache zurückge- </div> <div class="para">wiesen wird, bei Nichtanfechtung verbindlich. Beziehen sich </div> <div class="para">diese Erwägungen auf den Streitgegenstand, ist somit auch </div> <div class="para">deren Anfechtbarkeit zu bejahen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-233%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page237">BGE 120 V 237</a> Erw. 1a mit </div> <div class="para">Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Die Vorinstanz hat die massgeblichen Bestimmungen </div> <div class="para">und Grundsätze über die Rückforderung von Leistungen der </div> <div class="para">Arbeitslosenversicherung, auf die der Empfänger keinen An- </div> <div class="para">spruch hatte (<span class="artref">Art. 95 Abs. 1 AVIG</span>; ARV 1996/97 Nr. 43 </div> <div class="para">S. 237 Erw. 3b; siehe auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=02.03.2000&amp;to_date=21.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-367%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page368">BGE 122 V 368</a> Erw. 3), den Be- </div> <div class="para">griff des Zwischenverdienstes (<span class="artref">Art. 24 Abs. 1 AVIG</span>), den </div> <div class="para">Anspruch des Versicherten auf Ersatz des Verdienstausfalls </div> <div class="para">für Tage, an denen er einen Zwischenverdienst erzielt </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 24 Abs. 2 Satz 1 AVIG</span>) sowie die Ermittlung des Ver- </div> <div class="para">dienstausfalls (<span class="artref">Art. 24 Abs. 3 AVIG</span>) zutreffend dargelegt. </div> <div class="para">Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Streitig ist zunächst, ob der Beschwerdeführer im </div> <div class="para">April 1998 Anspruch auf Kompensationszahlungen hatte. Zwar </div> <div class="para">trifft es zu - wie dies die Vorinstanz richtig festgestellt </div> <div class="para">hat -, dass Kompensationszahlungen unter anderem dann ent- </div> <div class="para">fallen, wenn das Einkommen des Versicherten die Zumutbar- </div> <div class="para">keitsgrenze nach <span class="artref">Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG</span> übersteigt, und </div> <div class="para">dass die im vorliegenden Fall Fr. 3564.40 betragende Grenze </div> <div class="para">vom Versicherten im April 1998 mit einem Einkommen von </div> <div class="para">Fr. 3307.- nicht erreicht wurde. Ein Anspruch auf Kompensa- </div> <div class="para">tionszahlungen entfällt indessen aus einem anderen Grund. </div> <div class="para">Ist das Einkommen geringer als die dem Versicherten zuste- </div> <div class="para">hende Arbeitslosenentschädigung, so besteht innerhalb der </div> <div class="para">Rahmenfrist für den Leistungsbezug ein Anspruch auf Kompen- </div> <div class="para">sationszahlungen (<span class="artref">Art. 41a Abs. 1 AVIV</span>). Daraus ist e con- </div> <div class="para">trario zu schliessen, dass ein Anspruch auf Differenzaus- </div> <div class="para">gleich entfällt, wenn das während Perioden kontrollierter </div> <div class="para">(Teil-) Arbeitslosigkeit erzielte Einkommen die Höhe der dem </div> <div class="para">Versicherten zustehenden Arbeitslosenentschädigung erreicht </div> <div class="para">oder übersteigt (SVR 1999 ALV Nr. 8 S. 21 f. Erw. 2c). Da </div> <div class="para">der im genannten Monat effektiv erzielte Zwischenverdienst </div> <div class="para">mit Fr. 3307.- über der dem Beschwerdeführer zustehenden </div> <div class="para">Arbeitslosenentschädigung von Fr. 3285.- (20 x Fr. 164.25) </div> <div class="para">lag, bestand für diesen Monat nach dem Gesagten überhaupt </div> <div class="para">kein Anspruch auf Kompensationszahlungen, womit sich die </div> <div class="para">Rückforderungsverfügung in diesem Punkt als rechtens er- </div> <div class="para">weist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Nach der Rechtsprechung ist die zusätzlich zum </div> <div class="para">Grundlohn ausgerichtete Feiertagsentschädigung - wie bei </div> <div class="para">der Ermittlung des versicherten Verdienstes (vgl. dazu </div> <div class="para">BGE 125 V 50 Erw. 8) - bei der Berechnung des Zwischenver- </div> <div class="para">dienstes zu berücksichtigen, wobei die Anrechnung in dem </div> <div class="para">Monat zu erfolgen hat, in dem sie zur Auszahlung kommt </div> <div class="para">(nicht veröffentlichtes Urteil G. vom 24. Dezember 1999, </div> <div class="para">C 41/99). Da auch die Ferienentschädigung, welche Versi- </div> <div class="para">cherte als Lohnzuschlag erhalten, bei der Bemessung des </div> <div class="para">versicherten Verdienstes in dem Monat zu berücksichtigen </div> <div class="para">ist, in dem Ferien tatsächlich bezogen werden (BGE 125 V </div> <div class="para">47 f. Erw. 5b), ist diese auch beim Zwischenverdienst ent- </div> <div class="para">sprechend miteinzubeziehen (nicht veröffentlichtes Urteil </div> <div class="para">F. vom 18. Juni 1999, C 12/99). Ist die zusätzlich zum </div> <div class="para">Grundlohn ausbezahlte Ferienentschädigung bei der Berech- </div> <div class="para">nung des Zwischenverdienstes in dem Monat zu berücksichti- </div> <div class="para">gen, in dem die Ferien bezogen wurden, erweisen sich einer- </div> <div class="para">seits die Nichtberücksichtigung der aufgelaufenen Ferien- </div> <div class="para">entschädigung im Juli 1998, wo der Beschwerdeführer unbe- </div> <div class="para">strittenermassen 15 Ferientage bezog, als unrichtig und </div> <div class="para">andererseits die vom kantonalen Gericht angewandte Methode </div> <div class="para">zur Berechnung des Zwischenverdienstes und der Kompensa- </div> <div class="para">tionszahlung als bundesrechtswidrig. Die Arbeitslosenkasse </div> <div class="para">hat vielmehr den zurückzuerstattenden Betrag korrekt ermit- </div> <div class="para">telt, womit die Rückerstattungsverfügung auch in diesem </div> <div class="para">Punkt nicht zu beanstanden ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird</i> </div> <div class="para"> der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons </div> <div class="para"> Aargau vom 16. Juni 1999 aufgehoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsge-</i> </div> <div class="para"> richt des Kantons Aargau, der Arbeitslosenkasse der </div> <div class="para"> Gewerkschaft Bau und Industrie GBI, Zürich, und dem </div> <div class="para"> Industrie-, Gewerbe- und Arbeitsamt des Kantons Aargau </div> <div class="para"> zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 16. März 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der IV. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>