Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2020 91 Entscheid vom 16. November 2020 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident lic.iur. Karl Gasser, Richter Dr.oec. Andreas Risi, Richter lic.iur. Prisca Reichlin Brügger, Gerichtsschreiberin Parteien 1. A.________, 2.B.________ bestehend aus: a) C.________, b) D.________, c) E.________, diese vertreten durch D.________, 3. F.________, Beschwerdeführer, alle vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. G.________, G.________, gegen 1.Gemeinderat Lauerz, Husmatt 1, 6424 Lauerz, 2.Amt für Raumentwicklung ARE, Bahnhofstrasse 14, Postfach 1186, 6431 Schwyz, 3.Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz, Vorinstanzen, 4.Gemeinde Lauerz, vertreten durch den Gemeinderat Lauerz, Husmatt 1, 6424 Lauerz, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Planungs- und Baurecht (Baubewilligung)2 Sachverhalt: A.Die Gemeinde Lauerz ist Eigentümerin der auf einer Länge von rund 56 m an den Lauerzersee anstossenden Liegenschaft KTN 80, Seematt 1, Lauerz, im Halte von 4'530 m2. Die Liegenschaft liegt in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (4'476 m 2, eine kleine Fläche entlang des Lauerzersees liegt in der Landwirtschaftszone/ausserhalb der Bauzone). Zudem liegt das Grundstück vollständig im Gewässerschutzbereich A u. Das Grundstück wird aktuell als frei zugängliche Badeanstalt ohne Infrastrukturanlagen genutzt. Auf der Strassensei- te des Grundstückes befindet sich ein Wohn- und Gewerbehaus, der Strasse ent- lang befinden sich zudem Parkplätze. Das Wohn- und Gewerbehaus (Baujahr 1958, vgl. Lärmprognose v. 11.3.2015 S. 3) war mit einer Tankstelle verbunden. Aktuell besteht keine Gewerbenutzung mehr. Die Gemeinde plant, die auf der Liegenschaft bestehenden Bauten abzubrechen und ein Neubauprojekt (Seemattpark) zu realisieren. Nach Vorabklärungen be- treffend die Zonenkonformität des Neubauprojekts beim Amt für Raumentwick- lung (ARE) reichte die Gemeinde am 8. Januar 2013 das Baugesuch ein, wel- ches im Amtsblatt Nr. 2 vom 11. Januar 2013 publiziert und öffentlich aufgelegt wurde. Hiergegen erhoben die drei Parteien A.________ (Eigentümer der im Nordwes- ten ans Baugrundstück angrenzenden Liegenschaft KTN J.________), die Erben von B.________ sel. (Eigentümer der ebenfalls im Nordwesten ans Baugrunds- tück angrenzenden Liegenschaft KTN K.________ [nordöstlich von KTN J.________] sowie südöstlich angrenzenden Liegenschaft KTN L.________) sowie F.________ und H.________ (Eigentümer der ebenfalls im Nordwesten ans Baugrundstück angrenzenden Liegenschaft KTN M.________ [nordöstlich von KTN K.________]) Einsprache. Nach einer Projektanpassung, die ebenfalls publiziert wurde (Amtsblatt Nr. 20 vom 17.5.2013 S. 1124), erteilte der Gemeinderat mit Beschluss (GRB) Nr. 283/13 vom 21. August 2013 die Baubewilligung gestützt auf den Gesamtentscheid des ARE vom 22. Juli 2013. Gleichentags erteilte der Gemeinderat auch die Baube- willigung für die geplante Altlastensanierung (GRB Nr. 284/13 vom 21.8.2013, gestützt auf den Gesamtentscheid des ARE vom 22.7.2013). Die Einsprachen wurden abgewiesen. Gegen die Baubewilligung für das Neubauprojekt erhoben die drei vorgenannten einsprechenden Parteien je Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Schwyz. Dieser hiess die Beschwerden mit Beschluss (RRB) Nr. 574/2014 vom 27. Mai 2014 im Sinne der Erwägungen gut und hob die Baubewilligung auf. Im Wesentlichen kam er zum Ergebnis (vgl. zusammenfassend Erw. 11), bei der 3 Projektüberarbeitung sei zu prüfen, ob der Campingplatz seinerzeit rechtmässig erstellt worden sei (Erw. 8.4); dass die geplanten Gewerbeflächen in ihrem Aus- mass nicht bewilligungsfähig seien und redimensioniert werden müssten (Erw. 8.5.2); das Neubauprojekt auch wegen der Unterschreitung des zulässigen Grenzabstandes an der Nordwestfassade (geplanter Grenzabstand von 6 m bei erforderlichen 8.10 m) nicht bewilligungsfähig sei (Erw. 9.2) und die Erstellung einer Lärmprognose vor Bewilligungserteilung erforderlich gewesen wäre (Erw. 10.6 ff.). Im Weiteren müsse auch rechtsverbindlich sichergestellt sein, dass regelmässig abgestellte Wohnwagen die massgebenden Abstandsvorschrif- ten einhielten (Erw. 13.2). Anhand der Gewässerschutzbestimmungen müsse bei einem allfälligen Nachfolgeprojekt überprüft werden, ob die Restaurantterrasse in den Gewässerraum hineinragen dürfe oder nicht (Erw. 15.2). B.Am 25. Mai 2016 reichte die Gemeinde Lauerz das Baugesuch für ein überarbeitetes Bauprojekt ein, welches im Amtsblatt Nr. 21 vom 27. Mai 2016 (S. 1204 f. [innerhalb Bauzonen: Abbruch Bauten und Neubauprojekt Seematt- park sowie Altlastensanierung] und S. 1207 [ausserhalb Bauzonen: teilweise La- ge des Neubauprojektes ausserhalb der Bauzone; Gewässerbereich]) publiziert und öffentlich aufgelegt wurde. Hiergegen erhoben die bisherigen Einspre- cher/Beschwerdeführer (ohne H.________) erneut je Einsprache. Nachdem das ARE keine Bewilligung in Aussicht stellen konnte, reichte die Gemeinde überar- beitete bzw. ergänzte Baugesuchsunterlagen ein. Der Aufforderung des ARE, weitere Unterlagen einzureichen, kam die Gemeinde am 12. Dezember 2016 nach. Ebenso reichte die Gemeinde am 9. Mai 2017 und 6. Juni 2017 weitere Unterlagen - so auch die nachverlangte Lärmprognose - ein. Gestützt auf den Gesamtentscheid des ARE vom 7. Juli 2017 wies der Gemeinderat mit GRB Nr. 2017-196 vom 23. August 2017 die Einsprachen ab und erteilte die Baubewil- ligung für den Abbruch der bestehenden Bauten sowie für das Neubauprojekt un- ter Nebenbestimmungen, vorbehältlich der Umgebungsgestaltung im Seebereich und im Aussenbereich. Die Ausnahmebewilligung für die im Gewässerraum lie- gende Zugangstreppe zum See, die Einwasserungsrampe und die Meteorwas- serleitung wurde erteilt. Erteilt wurde auch die Ausnahmebewilligung von der Einhaltung der minimalen Dachneigungsvorschrift im projektgemäss vorgesehe- nen Umfang sowohl für den Hauptbau als auch für den Nebenbau, desgleichen auch die Ausnahmebewilligung für die Nichteinhaltung der minimalen Vordach- vorschrift für den Nebenbau. Für zwei Parkplätze (Nrn. 16 und 17) wurde die Ausnahmebewilligung von der Einhaltung der Parkplatzmindesttiefe erteilt. Gegen diese Baubewilligung erhoben die Einsprecher gemeinsam Beschwerde beim Regierungsrat. Dieser hiess die Beschwerde mit RRB Nr. 332/2018 vom 4 15. Mai 2018 wiederum gut, hob die Baubewilligung auf und wies die Sache an den Gemeinderat zur Ergänzung der Unterlagen und zu neuem Entscheid zurück. Dies betraf namentlich folgende (in Erw. 13 zusammengefasste) Vorkeh- ren: - Unterzeichnung des Situationsplans des Bauprojektes durch einen Geometer (Erw. 4.5); - Überarbeitung des Grundrissplanes in Bezug auf die Trockenbootsplätze (Erw. 4.5); - Sicherstellung einer extensiven Begrünung der Dächer (Erw. 4.7); - Vorlage des gewässerschutzrechtlichen Durchflussnachweises für die Pfahl- fundation spätestens im Zeitpunkt der Baubewilligung und nicht erst als Vor- aussetzung für die Baufreigabe (Erw. 5.3.2) und Erteilung einer Ausnahme- bewilligung der Gewässerschutzfachstelle (Erw. 5.3.4); - nochmalige Prüfung durch das Amt für Umweltschutz (AFU), ob die Zugangs- treppe sowie die Einwasserungsrampe im Gewässerraum bewilligungsfähig seien und ausdrückliche Erteilung der allenfalls notwendigen Ausnahmebe- willigungen (Erw. 8.4); - nochmalige Klärung durch das ARE unter Beizug des AFU als zuständige Fachbehörde, wie es sich mit der Wahrung des Gewässerabstandes/Ge- wässerraumes von 20 m ab der Uferlinie verhalte, und allenfalls Einverlangen korrigierter Planunterlagen (Erw. 8.5); - ebenfalls Prüfung durch die zuständige Fachbehörde (AFU), ob es sich bei den geplanten Anlagen lärmschutzrechtlich um alte oder neue handle; insbe- sondere auch Klärung der Frage, ob die Lärmimmissionen des Gewerberau- mes, dessen Nutzung noch unbekannt sei, richtig berücksichtigt worden sei- en (Erw. 9.5); - zudem habe sich das AFU auch zu allfälligen Geruchsimmissionen zu äus- sern (Erw. 9.5); - der Gemeinderat habe sich bis anhin nur sehr rudimentär zur Einordnungs- frage geäussert; es dränge sich auf, dass er mit allen Verfahrensparteien (auch unter Beizug des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei [ANJF]) einen Augenschein durchführe, um die Einordnung und die BLN-Verträglichkeit (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler) abzuklären (Erw. 10.3). In den Erwägungen ging der Regierungsrat in seiner Funktion als Aufsichts- behörde über die Gemeinden auch kurz auf die Rüge der Beschwerdeführer be- treffend die Finanzierung des Bauprojektes ein (Erw. 12). Er erachtete die Auf- fassung des Gemeinderates als zutreffend, dass die Projektreduktion noch durch den im Jahre 2012 vom Stimmvolk gewährten Verpflichtungskredit gedeckt sei. 5 Zu prüfen sei allenfalls, ob nunmehr von weitergehenden finanziellen Folgen für die Gemeinde auszugehen sei, als man bei der ersten Abstimmung im Jahre 2012 angenommen habe. C.1Am 26. November 2018 und 14. Dezember 2018 ergänzte die Gemeinde die Baugesuchsunterlagen. Für die Pfahlfundation reichte sie ein separates Bau- gesuch ein, welches im Amtsblatt Nr. 2 vom 11. Januar 2019 (S. 67) publiziert und öffentlich aufgelegt wurde. Hiergegen erhoben die bisherigen Einsprecher/ Beschwerdeführer Einsprache. Am 6. März 2019 reichte die Gemeinde auf Ver- langen des ARE einen angepassten Durchflussnachweis ein. Zuvor am 27. Feb- ruar 2019 führte die Gemeinde den Augenschein durch. Am 24. Mai 2019 reichte die Gemeinde auf Verlangen des ARE ergänzende Unterlagen für die Beurtei- lung der Lärmsituation ein. C.2Mit Gesamtentscheid B2019-0039 vom 6. Juni 2019 erteilte das ARE die Baubewilligung für die Pfählung unter Auflagen und Nebenbestimmungen. Die Einsprache wurde - soweit kantonale Zuständigkeit bestand - abgewiesen. Mit Baubewilligung (2019-070) vom 10. Juli 2019 erteilte der Gemeinderat Lauerz die Baubewilligung für die Pfählung unter Bedingungen und Auflage, wobei er den kantonalen Gesamtentscheid vom 6. Juni 2019 eröffnete und zum integrierenden Bestandteil der Bewilligung erklärte. Die Einsprache wurde abgewiesen. C.3Mit Gesamtentscheid B2019-0038 ebenfalls vom 6. Juni 2019 erteilte das ARE die Baubewilligung für das Bauprojekt Seemattpark der Gemeinde Lauerz unter Auflagen und Nebenbestimmungen. Die Einsprache wurde - soweit kanto- nale Zuständigkeit bestand - abgewiesen. Mit Baubewilligung (2019-069) vom 10. Juli 2019 erteilte der Gemeinderat Lauerz die Baubewilligung für den See- mattpark unter Bedingungen und Auflagen, wobei er den kantonalen Gesamtent- scheid vom 6. Juni 2019 eröffnete und zum integrierenden Bestandteil der Bau- bewilligung erklärte. Die Einsprache wurde abgewiesen. D.Gegen diese beiden Beschlüsse des Gemeinderates vom 6. Juni 2019 er- hoben die bisherigen Einsprecher/Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. August 2019 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Schwyz mit dem Antrag auf Aufhebung der Baubewilligungsbeschlüsse und Verweigerung der nachgesuch- ten Baubewilligungen für das Neubauprojekt Seemattpark und dessen Pfahlfun- dation auf KTN 80. E.Mit RRB Nr. 303/2020 vom 21. April 2020 entschied der Regierungsrat wie folgt:6 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen insoweit teilweise gutgeheissen, als die Dispositivziffer 4a des angefochtenen Beschlusses Nr. 2019-069 des Gemeinderates Lauerz vom 10. Juli 2019 aufgehoben und der erwähnte Beschluss sowie der Gesamtentscheid des Amtes für Raumentwicklung vom 6. Juni 2019 (82019-0038) mit den Auflagen gemäss den nachfolgenden Dispositivziffern 2 und 3 ergänzt werden. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Dispositivziffer 4 des angefochtenen Beschlusses Nr. 2019-069 des Gemeinderates Lauerz vom 10. Juli 2019 wird im Sinne der Erwägungen wie folgt ergänzt: "k) überarbeiteter 'Plan Nr. 101: Grundrisse und Schnitte vom 23. November 2018', so dass die Schnitte im erwähnten Plan sowohl mit dem Baubeschrieb der Firma I.________ Ingenieur GmbH vom 28. Dezember 2018 als auch dem Durchflussnachweis der O.________ AG vom 25. Februar 2019 übereinstimmen." 3. Die im Gesamtentscheid der Vorinstanz 2 vom 6. Juni 2019 (B2019-0038) vom Amt für Umweltschutz verfügte Auflage (Gewässerschutz, S. 7) wird im Sinne der Erwägungen wie folgt angepasst bzw. ergänzt: "- Für die Erarbeitung der Umgebungsgestaltung im Seebereich im Rahmen eines separaten Baugesuches muss das AfU miteinbezogen werden. - Mit Ausnahme der bewilligten Anlagen (Einwasserungsrampe, Zugangstreppe, Meteorwasserleitung) dürfen im Seeuferbereich bzw. im Gewässerraum bis zum Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung für Umgebungsgestaltung keine weiteren Bauten und Anlagen erstellt werden." 4. Die im Gesamtentscheid des Amtes für Raumentwicklung vom 7. Juli 2017 (S. 5 und S. 11 f.) enthaltenen Auflagen des Amtes für Umweltschutz im Bereich Gewässerschutz (Entwässerung innerhalb Bauzone sowie industrielles und gewerbliches Abwasser) sowie des Amtes für Arbeit in Bezug auf die Wartung der Dächer werden zum integrierenden Bestandteil des Gesamtentscheides des Amtes für Raumentwicklung vom 6. Juni 2019 (B2019-0038) erklärt. 5. Die Verfahrenskosten (inklusive Kanzleikosten) im Betrag von Fr. 3000.-- werden zur Hälfte (Fr. 1500.--) den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt (...). Die andere Hälfte der Verfahrenskosten (Fr. 1500.--) wird der Gemeinde Lauerz auferlegt. (…). 6. Den Beschwerdeführern wird eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 400.-- zugesprochen, welche von der Gemeinde Lauerz zu bezahlen ist. 7.-9. (Rechtsmittelbelehrung; Zustellung). Erwägungsweise (Erw. 10) erachtete es der Regierungsrat als sinnvoll, die in der Beschwerde im Zusammenhang mit der Finanzierung aufgeworfenen aufsichts- rechtlichen Fragen in einem separaten Aufsichtsverfahren zu prüfen. Mit der Re- alisierung des Projektes Seemattpark dürfe selbstredend erst dann begonnen werden, wenn auch diese finanzrechtlichen Fragen geklärt seien. 7 F.Gegen diesen RRB (Versand am 28.4.2020) erheben die bisherigen Ein- sprecher/Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. Mai 2020 (Postaufgabe am gleichen Tag) fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit den folgenden Anträgen: 1. Der Beschluss Nr. 303/2020 des Regierungsrats des Kantons Schwyz vom 21. 04. 2020 sei insoweit aufzuheben, als er: a) in seinen Dispositiv-Ziffern 1, 2 und 3 den Baubewilligungsbeschluss Nr. 2019-069 des Gemeinderats Lauerz vom 10.07.2019 und den Gesamtentscheid 82019-0038 des Amts für Raumentwicklung vom 06.06.2019 schützt und die dagegen gerichtete Beschwerde abweist; b) den angefochtenen Baubewilligungsbeschluss 2019-070 des Gemeinderats Lauerz vom 10.07.2019 und den angefochtenen Gesamtentscheid 82019-0039 des Amts für Raumentwicklung vom 06.06.2019 in seinem Dispositiv dadurch schützt, dass er jene beiden angefochtenen Entscheide schlicht unerwähnt lässt, und die dagegen gerichtete Beschwerde vom 5. August 2019 kurzerhand nicht behandelt; c) in seiner Dispositiv-Ziffer 4 Auflagen, welche sich in einem nicht mit den verfahrensgegenstand-bildenden Bauprojekten in Zusammenhang gestandenen/stehenden Gesamtentscheid des Amts für Raumentwicklung vom 7. Juli 2017 finden, zum integrierenden Bestandteils des vom Regierungsrat weitgehend geschützten Gesamtentscheids 82019-0038 des Amts für Raumentwicklung vom 06.06.2019 erklärt; d) in seiner Dispositiv-Ziffer 5 Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 3'000.-- zur Hälfte den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt und mit deren Kostenvorschuss verrechnet; e) in seiner Dispositiv-Ziffer 6 den Beschwerdeführern bloss eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 400.-- zuspricht. 2. Der Baubewilligungsbeschluss 2019-069 des Gemeinderats Lauerz vom 10.07.2019 und der Gesamtentscheid 82019-0038 des Amts für Raumentwicklung vom 06.06 .2019 sowie der Baubewilligungsbeschluss 2019-070 des Gemeinderats Lauerz vom 10.07.2019 und der Gesamtentscheid 82019-0039 des Amts für Raumentwicklung vom 06.06.2019 seien aufzuheben und die mit Eingaben vom 26. November/ 14. Dezember 2018 und 11. Januar nachgesuchten Baubewilligungen für das Neubauprojekt Seemattpark sowie dessen Pfahlfundation auf der Liegenschaft KTN 80 Lauerz seien zu verweigern. 3. Alles unter vollumfänglichen Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren und im vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren. G.Das ARE teilt mit Schreiben vom 4. Juni 2020 seinen Verzicht auf die Ein- reichung einer umfangreichen Vernehmlassung mit und hält gleichzeitig an der Abweisung der Beschwerde fest. Das Sicherheitsdepartement beantragt ver- nehmlassend am 5. Juni 2020, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zulasten 8 der Beschwerdeführer abzuweisen. Den gleichen Antrag stellt der Gemeinderat mit Vernehmlassung vom 25. Juni 2020. H.Mit Stellungnahme vom 17. Juli 2020 zu den Vernehmlassungen halten die Beschwerdeführer an den Verwaltungsgerichtsbeschwerdeanträgen vom 19. Mai 2020 fest und beantragen die Abweisung der von den Vorinstanzen vernehmlas- send gestellten Anträge. I.In Bezug auf die von den Beschwerdeführern aufgeworfene Frage der Fi- nanzierung des Bauprojektes eröffnete der Regierungsrat ein separates Auf- sichtsbeschwerdeverfahren. Mit Beschluss Nr. 496/2020 vom 23. Juni 2020 wies der Regierungsrat den Gemeinderat Lauerz an, eine Neuberechnung der finanzi- ellen Auswirkungen (Bau- und Folgekosten) des aktuellen Projekts Seemattpark vorzunehmen (bei Überführung des Grundstücks KTN 80 ins Verwaltungsvermö- gen) und den Stimmberechtigten den entsprechenden Verpflichtungskredit (nach vorgängiger Beratung an der Gemeindeversammlung) zur Abstimmung zu unter- breiten. J.Nach Bekanntwerden dieses Entscheides in der Presse (Medienmittelung Bote der Urschweiz vom 11.7.2020 S. 3) setzte das Verwaltungsgericht dem Gemeinderat unter Hinweis auf die Medienmitteilung mit Schreiben vom 21. Juli 2020 Frist an, sich zu den Konsequenzen des Aufsichtsbeschwerdeentscheides für das vorliegende Beschwerdeverfahren zu äussern. Gleichzeitig wurde den Vorinstanzen Frist angesetzt zur Einreichung von Bemerkungen zur Stellung- nahme der Beschwerdeführer vom 17. Juli 2020. K.Mit Schreiben vom 27. Juli 2020 teilt der Gemeinderat mit, an der Baube- willigung festzuhalten, und er beantragte die Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen eines Entscheids des Souveräns. L.Mit Zwischenbescheid vom 30. Juli 2020 hat der Einzelrichter des Verwal- tungsgerichts des Kantons Schwyz den gemeinderätlichen Sistierungsantrag ab- gewiesen. M.Mit Eingabe vom 15. September 2020 liessen die Beschwerdeführer eine weitere Stellungnahme einreichen. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Das Bauprojekt der Gemeinde umfasst zunächst einen L-förmig angeord- neten Haupt- und Nebenbau. Der Hauptbau verläuft von Südost nach Nordwest 9 im Bereich der nordwestlichen Grundstücksgrenze. Der Baukörper verläuft über zwei Stockwerke und eine Gesamtlänge von ca. 42.3 m und umfasst im Erdge- schoss ein Restaurant mit einer für die Bewirtung vorgesehenen Fläche von ca. 88 m2 im Innenbereich (plus Küche, Lager, Toiletten), einer dazugehörenden Ter- rasse, einem Kiosk und Gewerbeflächen von ca. 153 m 2. Im Obergeschoss ist eine Wohnung mit einer Wohnfläche (ohne Nebenräumlichkeiten) von ca. 140 m 2 situiert. Der eingeschossige Nebenbau entlang der Seestrasse mit vorgelagerter Parkfläche ist durch einen gedeckten Durchgang mit dem Hauptbau verbunden und verläuft von Nordost nach Südwest. Die Länge des Nebenbaus beträgt 40.7 m. Im Nebenbau sind insbesondere Toiletten, Garderoben, gedeckte Ab- stellplätze sowie verschiedene Einstellräume geplant. Das Bauprojekt sieht im Weiteren einen kleinen Campingplatz mit 6 Stellplätzen sowie entsprechender In- frastruktur (Wasch-/Toilettenanlage in Nebenbau integriert) vor. Dieser Camping- platz ist im Bereich des auf der Liegenschaft bestehenden Wohngebäudes ge- plant. Zudem sind 9 Trockenbootsplätze entlang der nordwestlichen Grunds- tücksgrenze geplant. Geplant sind im Weiteren die Erstellung von Spieleinrich- tungen (Spielplatz, Beachvolleyballfeld). Zum See hin verbleibt eine Liegewiese. 2.1Mit dem Beschwerdeantrag Ziff. 1b rügen die Beschwerdeführer die Nicht- behandlung ihrer Beschwerde gegen den Baubewilligungsbeschluss 2019-070 betreffend die Pfahlfundation und den entsprechenden Gesamtentscheid des ARE im Regierungsratsbeschluss. Diese Entscheide seien im Dispositiv des an- gefochtenen Regierungsratsbeschlusses nicht erwähnt worden und mithin sei darüber gar nicht entschieden worden. 2.2Die Beschwerdeführer haben mit Eingabe vom 5. August 2019 an den Re- gierungsrat mit gleicher Beschwerdeschrift sowohl gegen den Beschluss 2019- 069 als auch gegen den Beschluss 2019-070 des Gemeinderates Lauerz Be- schwerde und die entsprechenden Gesamtentscheide des ARE vom 6. Juni 2019 (B2019-0039 und B2019-0038) erhoben. Der Regierungsrat hat diese Beschwer- de teilweise und in genau definiertem Umfang gutgeheissen, gemäss Dispositiv Ziff. 1 letzter Satz im Übrigen aber abgewiesen. Damit wird klar zum Ausdruck gebracht, dass die Anträge in Bezug auf den Gemeinderatsbeschluss Nr. 2019- 070 (und dem zu Grunde liegenden Gesamtentscheid des ARE) abgewiesen werden. Eine explizite Erwähnung dieses Gemeinderatsbeschlusses sowie des zu Grunde liegenden Gesamtentscheides im Dispositiv waren nicht erforderlich. Der Regierungsrat hat sich im Übrigen mit der fraglichen Bewilligung des Ge- meinderates betr. die Pfahlfundation im Untergrund im angefochtenen Beschluss auseinandergesetzt. Er hat zunächst auf seinen vorausgegangenen RRB Nr. 332/2018 vom 15. Mai 2018 (vgl. vorstehend Ingress lit. B) Bezug genom-10 men. In diesem Beschluss hat er festgehalten, dass der gewässerschutzrechtli- che Durchflussnachweis für die Pfahlfundation spätestens im Zeitpunkt der Bau- bewilligung vorliegen müsse. Im vorliegend angefochtenen Beschluss legt der Regierungsrat zu Recht dar, dass der notwendige Durchflussnachweis im Rah- men der Unterlagenergänzung für das Bauprojekt hätte eingereicht werden müs- sen; stattdessen habe die Bauherrschaft für die Pfahlfundation des Bauprojektes ein separates Baugesuch eingereicht. Diese Vorgehensweise werde von den Beschwerdeführern zu Recht beanstandet (Erw. 1.2). Da eine Rückweisung der Sache aufgrund dieses Fehlers einen formalen Leerlauf darstellen würde, hat der Regierungsrat aber - ebenfalls zu Recht - darauf verzichtet, die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, um einen formell einheitlichen Beschluss zu erlas- sen, zumal die beiden Beschlüsse gleichzeitig gefällt und eröffnet worden waren (Erw. 1.3). Auch hat sich der Regierungsrat mit Widersprüchen zwischen den Bauplänen und dem Durchflussnachweis befasst und eine diesen Widerspruch aufhebende Nebenbestimmung ins Dispositiv aufgenommen (Erw. 1.4 - 1.6, Dis- positiv Ziff. 2). Im Weiteren setzt sich der Regierungsrat im angefochtenen Be- schluss auch mit weiteren formellen Einwendungen der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Pfahlfundation bzw. dem Durchflussnachweis auseinan- der (Erw. 2.2.2, 2.2.4, 2.3.1, 2.3.3) und verneint eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Zusammenhang mit dem Verfahren betr. das Gesuch um Pfahlfunda- tion. In materieller Hinsicht setzt sich der Regierungsrat in Erw. 3 mit der geplan- ten Pfahlfundation auseinander und gelangt zum Schluss, dass diese nicht zu beanstanden sei. Insgesamt kann dem Regierungsrat nicht vorgeworfen werden, sich mit der Beschwerde - soweit sie die Bewilligung zur Pfahlfundation betrifft - nicht befasst zu haben. Im Übrigen erheben die Beschwerdeführer keine inhaltlichen Rügen in Bezug auf die Erwägungen, welche der Regierungsrat im Zusammenhang mit der Pfahlfun- dation bzw. deren Bewilligung getroffen hat. Insgesamt ist mithin der Einwand, die Rechtmässigkeit der Bewilligung zur Pfahl- fundation sei nicht geprüft worden, unbegründet. 3.1Die Beschwerdeführer machen im Weiteren mit Antrag Ziff. 1c geltend, in Dispositiv Ziff. 4 des angefochtenen Regierungsratsbeschlusses würden Aufla- gen bzw. Nebenbestimmungen zum integrierenden Bestandteil des Gesamtent- scheides vom 6. Juni 2019 erklärt, welche gar nicht mehr existieren würden bzw. mit Regierungsratsbeschluss Nr. 332/2018 v. 15. März 2018 aufgehoben worden seien (vgl. Stellungnahme der Beschwerdeführer vom 17.7.2020 S. 4 it. b). 11 3.2Das Sicherheitsdepartement führt dazu vernehmlassend aus, die umstritte- nen Auflagen im Gesamtentscheid des ARE vom 7. Juli 2017 würden sich auf das Bauprojekt Seemattpark beziehen, welches vom Regierungsrat mit RRB Nr. 332 vom 15. Mai 2018 zur Ergänzung an die Vorinstanzen zurückgewiesen wor- den sei. Das ergänzte Projekt Seemattpark habe in den Punkten, in welchen die Auflagen des Amtes für Umweltschutz und des Amtes für Arbeit im neuen Ge- samtentscheid des ARE versehentlich weggelassen worden seien, keine Ände- rung erfahren. Es sei deshalb nicht zu beanstanden, dass der Regierungsrat die- sen Mangel geheilt und die vergessenen Auflagen aus dem Gesamtentscheid vom 7. Juli 2017 zum integrierenden Bestandteil des Gesamtentscheides des ARE vom 6. Juni 2019 erklärt habe. 3.3Erfüllt ein Baugesuch die gesetzlichen Anforderungen nicht, ist grundsätzlich der Bauabschlag zu erteilen. Durch Nebenbestimmungen können jedoch untergeordnete Mängel eines Baugesuchs behoben werden (Urteil 1C_398/2016 vom 2. Februar 2017 Erw. 2.7 m.H.). Wann ein Mangel in diesem Sinne als von untergeordneter Natur zu qualifizieren ist und unter welchen weiteren Voraussetzungen mit einer Nebenbestimmung Mängel des Baugesuchs zu beheben sind, beurteilt sich grundsätzlich nach dem anwendbaren kantonalen und kommunalen Recht (Urteil BGer 1C_47/2016 v. 9.3.2017 Erw. 2.4 m.H. auf Stalder/Tschirky, in: Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, 2016, Rz. 2.64 ff.). Die betreffenden kantonalen und kommunalen Bestimmungen sind Ausdruck des Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV). Dieses kann indessen auch unabhängig von einer kantonal- oder kommunalrechtlichen Regelung die Anordnung einer Nebenbestimmung (als mildere Massnahme zum Bauabschlag) gebieten (Urteile BGer 1C_615/2017 v. 12.10.2018 Erw. 2.5; 1C_476/2016 v. 9.3.2017 Erw. 2.4; 1P.16/2000 vom 29.3.2000 Erw. 4). Ein solches Vorgehen ist dann nicht möglich, wenn die Mängel eine wesentliche Projektänderung bzw. eine konzeptionelle Überarbeitung des Projekts erfordern. Die Anordnung von Nebenbestimmungen kommt mit anderen Worten nicht in Betracht, wenn ohne grösseren planerischen Aufwand nicht beurteilbar ist, wie die Mängel zu beheben sind und welche baurechtlichen, konzeptionellen und gestalterischen Auswirkungen dies nach sich zieht. Es geht beispielsweise nicht an, einen Bau zu bewilligen mit der Auflage, die fehlende Erschliessung müsse vor Baubeginn geregelt sein; Gleiches gilt etwa für die Frage der Umgebungsgestaltung (Urteil BGer 1C_615/2017 v. 12.10.2018 Erw. 2.5 m.H.). 3.4Die fraglichen Auflagen/Nebenbestimmungen des Gesamtentscheides des ARE vom 7. Juli 2017, welche gemäss Dispositiv des angefochtenen Regie- rungsratsbeschlusses als Nebenbestimmungen die Baubewilligung ergänzen sol-12 len, beziehen sich einerseits auf Auflagen des Amtes für Arbeit zu Arbeitssicher- heit und Gesundheitsschutz (S. 5). Es handelt sich dabei um allgemeine Aufla- gen, welche regelmässig bei Bauprojekten, die auch die Bereitstellung von Ar- beitsplätzen umfassen, erlassen werden. Andererseits handelt es sich um Aufla- gen des Amtes für Umweltschutz (S. 11) für den Bereich der Entwässerung in- nerhalb der Bauzone (Ableitung in den Lauerzersee nur zulässig für nicht ver- schmutztes Abwasser) sowie die Behandlung des industriellen und gewerblichen Abwassers (Auflagen im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Restaurants, Benutzung der Parkplätze, Nutzung der Gewerberäumlichkeiten). Die Abklärun- gen des Regierungsrates haben ergeben, dass diese im Gesamtentscheid des ARE vom 7. Juli 2017 enthaltenen Nebenbestimmungen in dem nach Erlass des Rückweisungsentscheides vom 15. Mai 2018 neu zu erlassenden Gesamtent- scheid vom 6. Juni 2019 versehentlich nicht aufgenommen wurden. Inhaltlich werden die fraglichen Nebenbestimmungen von keiner Seite beanstandet. Diese mit dem Regierungsratsbeschluss angeordneten Nebenbestimmungen beheben lediglich untergeordnete Mängel der Baubewilligung bzw. des Gesam- tentscheides, weshalb eine Behebung dieser Mängel im Rechtsmittelentscheid zweifellos zulässig ist. Auch wenn der Gesamtentscheid des ARE vom 7. Juli 2017 mit dem Regierungsratsbeschluss vom 15. Mai 2018 aufgehoben worden ist, war es dem Regierungsrat unbenommen, aus Gründen der Verhältnismäs- sigkeit gewisse, im fraglichen Gesamtentscheid enthaltene Nebenbestimmungen mit dem Beschwerdeentscheid anzuordnen; dabei ist unerheblich, dass diese Nebenbestimmungen in einem Gesamtentscheid enthalten sind, welcher aufge- hoben worden ist. Mit der Anordnung der Nebenbestimmungen im Regierungs- ratsbeschluss kommt diesen Nebenbestimmungen (erneut) Rechtswirksamkeit zu. Im Übrigen kommt dem Regierungsrat auch gestützt auf seine Aufsichtskom- petenz gegenüber den Gemeinden (§ 61 der Kantonsverfassung) sowie aufgrund seiner Kompetenz, als Rechtsmittelbehörde eine Sache mit den erforderlichen Weisungen an die Vorinstanz zum Erlass einer neuen Verfügung oder eines neuen Entscheides zurückzuweisen (§ 43 Abs. 2 VRP) sowie seiner umfassen- den Entscheidungskompetenz (vgl. § 49 VRP, wonach die Beschwerdeinstanz die Verfügung oder den Entscheid zugunsten oder zuungunsten einer Partei än- dern kann) die Befugnis zu, Entscheide mit Auflagen und Nebenbestimmungen zu verbinden. 4.1Die Beschwerdeführer rügen, dass die Finanzierung des Projektes vom Regierungsrat im Beschwerdeverfahren gegen die Baubewilligung nicht geprüft worden sei. Wenn ein öffentlich-rechtliches Gemeinwesen als Bauherrin auftrete, 13 müsse zwecks Wahrung der Einheit der Rechtsordnung die Prüfung der Projekt- finanzierung zulässig sein. 4.2Der Regierungsrat hält im angefochtenen Beschluss fest, dass die Finan- zierung des Bauvorhabens nicht Gegenstand der baurechtlichen Prüfung sei. Die in der Beschwerde im Zusammenhang mit der Finanzierung aufgeworfenen Fra- gen seien jedoch im separaten Aufsichtsverfahren geprüft worden, worauf ver- wiesen wird (Aufsichtsbeschwerdeentscheid Nr. 496/202 v. 23.6.2020). In die- sem Zusammenhang weist der Regierungsrat im angefochtenen Entscheid dar- auf hin, dass mit der Realisierung des Projektes erst begonnen werden dürfe, wenn auch die finanzrechtlichen Fragen geklärt seien. 4.3Damit eine Ausgabe vorgenommen werden darf, ist dafür ein Verpflich- tungs- und ein Voranschlagskredit zu bewilligen (§ 30 des Finanzhaushaltsge- setzes für die Bezirke und Gemeinden [FHG-BG; SRSZ 153.100]) vom 27.1.1994; vgl. § 30 des Gesetzes über den kantonalen Finanzhaushalt [FHG; SRSZ 144.110] vom 20.11.2013). Für die Bewilligung von Verpflichtungs- und Zusatzkrediten ist die Gemeindeversammlung zuständig (§ 39 Abs. 1 lit. c FHG- BG). Wie bereits im Ingress (lit. I) festgehalten, wurde die Gemeinde vom Regie- rungsrat - trotz bereits durchgeführter Abstimmung über einen Verpflichtungskre- dit zum Projekt Seemattpark - mit Beschluss Nr. 496/202 vom 23.6.2020 ver- pflichtet, das inzwischen abgeänderte Projekt den Stimmberechtigten nach einer Neuberechnung der finanziellen Konsequenzen nochmals zur Beschlussfassung über einen Verpflichtungskredit vorzulegen. Demgegenüber geht es im vorliegend streitigen baurechtlichen Bewilligungsver- fahren darum, zu prüfen, ob ein bestimmtes Bauvorhaben den baurechtlichen Vorschriften entspricht bzw. ob diesem Vorhaben keine baupolizeilichen Hindernisse entgegenstehen (vgl. Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6.A., S. 336; Haller/Karlen, Raumplanungs- und Baurecht, S. 115; zur Baubewilligungspflicht siehe auch Art. 22 RPG, § 75 PBG und beispielsweise EGV-SZ 2005, Nr. 8.7, Erw. 2.1, S. 167f.). Die Frage der Finanzierung bildet nicht Gegenstand des Baubewilligungsverfahrens. Es ist zudem zulässig, den Kreditbeschluss erst nach Durchführung des Baubewilligungsverfahrens einzuholen (VGE III 2014 13 v. 24.4.2014 Erw. 3.2.4; EGV-SZ 2000 Nr. 15 S. 51; vgl. auch VGE III 2012 95 v. 24.7.2012 Erw. 3.3, wonach es auch Gründe gibt, den Kreditbeschluss der Gemeindeversammlung vor dem baurechtlichen Bewilligungsentscheid einzuholen). Die von den Beschwerdeführern sinngemäss verlangte formelle Koordination von Baubewilligung und Kreditbeschluss im baurechtlichen Beschwerdeverfahren 14 kommt schon aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeiten und Rechtsmittelverfahren nicht in Frage. Im Baubewilligungsverfahren entscheidet der Gemeinderat oder die Baukommission als Baubewilligungsbehörde erstinstanzlich nach Durchführung des Auflage- und Einspracheverfahrens und nach Einholen allfälliger kantonaler Bewilligungen (vgl. §§ 76 ff. PBG). Gegen diese Entscheide kann beim Regierungsrat Beschwerde erhoben werden (§ 82 Abs. 1 PBG). Über die Bewilligung von Verpflichtungskrediten entscheidet demgegenüber die Gemeindeversammlung (§ 39 Abs. 1 lit. c FHG-BG). Gegen Beschlüsse der Gemeindeversammlung kann Stimmrechtsbeschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben werden (§§ 93 und 94 Gesetz über die Organisation der Gemeinden und Bezirke, GOG; SRSZ 152.100 und § 53a Abs. 1 Bst. b Ge- setz über die Wahlen und Abstimmungen; WAG, SRSZ 120.100 sowie § 51 lit. d Verwaltungsrechtspflegegesetz VRP; SRSZ 234.110). Ein Entscheid über die Fi- nanzierung eines öffentlichen Bauprojektes im Rahmen des Beschwerdeverfah- rens vor dem Regierungsrat ist mithin schon aufgrund des gesetzlich vorgegebe- nen Instanzenzuges nicht möglich. Das dargelegte Vorgehen des Regierungsra- tes ist nicht zu beanstanden. 5.1Die Beschwerdeführer machen geltend, die geplante Anlage käme inner- halb des Perimeters des BLN-Schutzobjektes Nr. 1604 (Lauerzersee) zu liegen. Es sei die ungeschmälerte Erhaltung und grösstmögliche Schonung des Schut- zobjektes zu gewährleisten. Auch Art. 14 des kommunalen Baureglements (BauR) vom 11. März 1994 (letztmalige Änderung von der Gemeindeversamm- lung beschlossen am 13.6.2010) stelle erhöhte Anforderungen an die Gestaltung der Bauten und Anlagen im fraglichen Bereich. Das geplante zweigeschossige Gewerbe-/Wohngebäude sei für den Betrieb einer Badeanstalt unnötig und wi- derspreche dem Konzept des kantonalen Richtplans vom 8. März 2016. In der Umgebung der Bauparzelle seien keine Bauten in der Grösse des geplanten Bauvorhabens vorhanden. Das Bauvolumen widerspreche der Forderung nach einer ungeschmälerten Erhaltung und grösstmöglichen Schonung des BLN- Objektes. Die Beschwerdeführer rügen in diesem Zusammenhang auch die Einschätzung des ANJF; dieses sei mit rechtlich unzulässiger Zurückhaltung davon ausgegan- gen, dass "die Beurteilung der landschaftlichen Einpassung des Vorhabens" dem Gemeinderat obliege; es habe deshalb eine Beurteilung lediglich in Bezug auf die Badi-Nebenbauten vorgenommen; das zweistöckige Wohn- und Gewerbehaus sei nicht beurteilt worden; diesbezüglich liege mithin keine neutrale Prüfung der Einordnung in die Landschaft vor. Eine "Einschränkung der Ermessenskontrolle" durch die Beschwerdebehörde sei daher ebenfalls nicht zulässig. 15 5.2.1In seinem Rückweisungsentscheid vom 15. Mai 2018 hat der Regierungs- rat festgehalten, die horizontale Ausdehnung des geplanten Neubaus sei in Berücksichtigung der vorgesehenen Gebäude- und Firsthöhen sowie der gross- zügigen Grenzabstände noch tolerierbar. Allerdings würden für Bauten im See- uferbereich gemäss Baureglement erhöhte Anforderungen an die Gestaltung so- wie deren Umgebung gelten. Es käme hinzu, dass der Lauerzersee (und mithin das Baugrundstück) Bestandteil des BLN-Objekts Nr. 1604 sei. Der Gemeinderat habe sich zu den Baumassen und zur Einordnung bis anhin kaum geäussert. Auch die Vereinbarkeit mit dem Bundesinventar der Landschaften und Natur- denkmäler (BLN) sei bislang nicht geklärt worden. Der Gemeinderat wurde des- halb angewiesen, unter Beizug des ANJF, vor Ort einen Augenschein durchzu- führen um die Einordnung und die BLN-Verträglichkeit abzuklären. 5.2.2Am 27. Februar 2019 führte die Gemeinde den im Rückweisungsentscheid verlangten Augenschein unter Anwesenheit des Rechtsvertreters der Beschwer- deführerin und unter Beizug der Leiterin des ANJF auf dem Baugrundstück durch. Die Beurteilung des ANJF ergibt sich aus dem Gesamtentscheid des ARE vom 6. Juni 2019. Dabei wird einleitend ausgeführt, dass sich das Bauvorhaben innerhalb eines BLN-Gebiets sowie innerhalb der Bauzone der Gemeinde befin- de. Die Beurteilung der landschaftlichen Einpassung des Vorhabens obliege so- mit der Gemeinde. Im Weiteren wird ausgeführt: Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler vom 29. März 2017, SR 451.11, VBLN sind BLN-Objekte in ihrer natur- und kulturlandschaftlichen Eigenart und mit ihren prägenden Elementen ungeschmälert zu erhalten. In diesem Sinne haben Bauten und Anlagen erhöhten Anforderungen an die landschaftliche Einpassung zu genügen. Das ca. 50 m lange Gebäude liegt vom Ufer zurückversetzt nahe an der Hauptstrasse. In der unmittelbaren, von Einfamilienhäusern geprägten Umgebung bestehen zwar keine Bauten in dieser Grösse. Das gesamte umgebende Siedlungsgebiet ist jedoch bereits heute von einzelnen grossvolumigen und auffälligen Bauten geprägt. Da eine natürliche Materialisierung (Holzverschalung und Dachbegrünung) und eine zurückhaltende Farbgebung vorgesehen sind und das Gebäude durch die bestehende und zusätzlich geplante Begrünung des Geländes mit Bäumen in die Umgebung eingebettet wird, fügt sich das Bauvorhaben aus kantonaler Sicht gut in das Siedlungsgebiet ein und ist mit den Zielen des Landschaftsschutzes nach Art. 5 Abs. 1 VBLN vereinbar. 5.2.3Der Regierungsrat hält im angefochtenen Entscheid fest, der Schutz des BLN-Objekts Lauerzersee würde kantonal durch den Richtplan und den kantona- len Nutzungsplan Lauerzersee-Sägel-Schutt inklusive der Schutzverordnung Lauerzersee sowie kommunal durch die Bestimmungen im Baureglement und den Nutzungsplan (Schutzzonen) umgesetzt. Gemäss diesen Plänen liege das Baugrundstück in der Bauzone. Ob ein Bauvorhaben mit dem Orts- und Land-16 schaftsbild im Einklang stehe, müsse in erster Linie von den zuständigen örtli- chen Behörden beurteilt werden. Der Tatsache, dass die Gemeinde selber Bau- herrin sei, müsse bei der Beurteilung durch den Regierungsrat aber Rechnung getragen werden. Bei der konkreten Beurteilung des Projektes kommt der Regie- rungsrat zum Schluss, dass dieses die Dachgestaltungen der bestehenden Überbauung aufnehme. Die Schrägdächer seien begrünt und das Projekt werde mit einer naturbelassenen Holzfassade versehen. Damit werde der Lage des Projekts Rechnung getragen. In Bezug auf die horizontale (recte: vertikale) Aus- dehnung füge sich das Projekt in die bestehende ein- bis dreigeschossige Be- bauung ein. Die vertikale (recte: horizontale) Ausdehnung weise eine gewisse Diskrepanz zu den umliegenden Bauten auf. Für die Beurteilung der Einordnung sei jedoch primär die geltende Zonenordnung und nicht die bestehende, allenfalls kleinräumige Siedlungsstruktur massgebend. Der Grundeigentümer habe grundsätzlich Anspruch darauf, sein Bauland im Rahmen der geltenden Bauvor- schriften auszunützen. Die in den Bauvorschriften vorgegebenen Baumasse und Grenzen würden in casu eingehalten. Damit sei das primäre Kriterium der Ein- ordnung bereits erfüllt. Auch wenn in Bezug auf die Gebäudelänge eine gewisse Diskrepanz zu den in den benachbarten Wohnzonen liegenden Gebäuden be- stehe, sei die geplante Dimensionierung, auch in Bezug auf die horizontale Aus- dehnung, noch "tolerierbar". 5.3Gemäss Art. 2 und 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451, v. 1.7.1966) sorgen der Bund, seine Anstalten und Betriebe sowie die Kantone bei der Erfüllung von Bundesaufgaben dafür, dass das heimatliche Landschafts- und Ortsbild, geschichtliche Stätten sowie Natur - und Kulturdenkmäler geschont werden und, wo das allgemeine Interesse an ihnen überwiegt, ungeschmälert erhalten bleiben. Hierfür erstellt der Bundesrat nach Anhören der Kantone Inventare von Objekten von nationaler Bedeutung (Art. 5 Abs. 1 NHG), wozu gemäss der Verordnung über das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler vom 29. März 2017 (VBLN; SR 451.11) namentlich das BLN zählt. Durch die Aufnahme in ein Inventar des Bundes wird dargetan, dass ein Objekt in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen die grösstmögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1 NHG). Diese Schutzbestimmung gilt indes, wie Art. 6 Abs. 2 NHG festhält, lediglich bei der Erfüllung von Bundesaufgaben in unmittelbarer Weise. Soweit - wie vorliegend - keine Erfüllung einer Bundesaufgabe in Frage steht, wird der Schutz von Landschafts- und Ortsbildern vorab durch kantonales (und kommunales) Recht 17 gewährleistet (vgl. BGE 135 II 2019 E. 2.1 S. 212 f.; Urteile BGer 1C_25/2019 v. 5.3.2020 Erw. 7; 1C_488/2015 vom 24. August 2016 E. 4.3, mit Hinweisen). Auch bei der Erfüllung von kantonalen (und kommunalen) Aufgaben sind Bundesinventare wie das BLN von Bedeutung. Ihrer Natur nach kommen sie Sachplänen und Konzepten im Sinne von Art. 13 RPG gleich. Die Pflicht zu ihrer Beachtung findet ihren Niederschlag zum einen in der Anwendung der die Schutzanliegen umsetzenden (Nutzungs-) Planung, zum andern darin, dass im Einzelfall erforderliche Interessenabwägungen im Lichte der Heimatschutzanliegen vorgenommen werden. Das ist insbesondere der Fall, wenn von der Grundnutzungsordnung abgewichen werden soll (BGE 135 II 209 E. 2.1; Urteil BGer 1C_25/2019 v. 5.3.2020 Erw. 7.1). Das BLN-Inventar ist nicht als direkt anwendbares Recht zu verstehen. Vielmehr hat nach Prüfung der geeigneten Massnahmen eine Umsetzung in die entsprechenden Erlasse zu erfolgen. Wenn diese grundeigentümerverbindlichen Festlegungen erfolgt sind, finden diese im Baubewilligungsverfahren Anwendung (vgl. Urteile BGer 1C_488/2015 vom 24. August 2016 Erw. 4.5.5; 1C_25/2019 v. 5.3.2020 Erw. 7.1). 5.4Die gemäss BLN schützenswerten Objekte sind im kantonalen Richtplan aufgeführt. Im Richtplantext wird zu den BLN-Gebieten u.a. festgehalten (Be- schlüsse, L-6.1), dass Vorhaben, welche BLN-Gebiete tangieren, im Rahmen des ordentlichen Baubewilligungsverfahrens über die jeweilige Standortgemeinde dem Kanton zur Beurteilung einzureichen sind, dass BLN-Gebiete in den kom- munalen Nutzungsplanungen zu berücksichtigen sind und dass die Gemeinden Bestimmungen zum angepassten Bauen in Bauzonen in BLN-Gebieten in ihren Baureglementen aufnehmen. Dem BLN-Schutzobjekt Nr. 1604 (Lauerzersee) wird kantonal zudem mit der kantonalen Schutzzone Lauerzersee - Sägel - Schutt sowie der entsprechenden Schutzverordnung (SRSZ 722.211) Rechnung getragen. Weiter sieht § 56 Abs. 1 PBG vor, dass Bauten und Anlagen sich so in die Umgebung eingliedern müssen, dass sie das Landschafts-, Orts-, Quartier- und Strassenbild nicht stören. Das kommunale Baureglement verlangt in Art. 13 Abs. 1, dass Bauten und Anlagen so zu gestalten sind, dass sie hinsichtlich ihrer Gesamterscheinung das massgebliche Landschafts-, Orts-, Quartier- und Stras- senbild nicht stören. Gemäss Art. 14 BauR werden in gewissen Gebieten erhöhte Anforderungen an die Gestaltung von Bauten und Anlagen sowie deren Umge- bung gestellt, so u.a. im Seeuferbereich. Das Baugrundstück liegt gemäss Richtplan innerhalb des Perimeters eines BLN- Gebietes, es liegt aber auch innerhalb des im Richtplan ausgeschiedenen Sied- lungsgebietes. Das Baugebiet liegt in keiner kommunalen und auch keiner kan-18 tonalen Schutzzone; insbesondere liegt es ausserhalb des Perimeters des kan- tonalen Naturschutzgebietes Lauerzersee - Sägel - Schutt. Auch wenn das Baugrundstück mithin innerhalb des Perimeters des BLN- Schutzobjektes Lauerzersee liegt, ist eine Überbauung entsprechend den kanto- nalen und kommunalen Vorgaben zulässig. 5.5Gemäss Art. 49 BauR bestehen in der Öffentlichen Zone keinerlei Vorga- ben in Bezug auf die Baumasse und die Ausnützung. Art. 47 Abs. 2 BauR legt diesbezüglich einzig fest, dass die Bauten sich in ihrer Grösse der angrenzenden Überbauung anzupassen haben und dass gegenüber angrenzenden Wohnzonen deren Abstandsbestimmungen anzuwenden sind. Es stellt sich die Frage und ist zu prüfen, ob die geplante Baute dieser Vorgabe, sowie den in Erw. 5.4 erwähn- ten landschaftsschützenden Vorgaben Rechnung trägt. Dabei ist zu berücksichti- gen, dass dem Verwaltungsgericht als zweite Beschwerdeinstanz nurmehr eine Sachverhalts- und Rechtskontrolle (vgl. § 55 Abs. 1 lit. a und b VRP), nicht aber eine Ermessenskontrolle (Angemessenheitskontrolle) zukommt. Bei der Anwen- dung von positiven wie negativen Ästhetikklauseln des kommunalen Rechts hat sich das Verwaltungsgericht als zweite kantonale Rechtsmittelinstanz auf die Prüfung zu beschränken, ob die von der kommunalen Bewilligungsbehörde vor- genommene und vom Regierungsrat (als erste Beschwerdeinstanz mit umfas- sender Kognition) geschützte Würdigung des Bauvorhabens vertretbar ist oder nicht. Mit anderen Worten ist es dem Verwaltungsgericht grundsätzlich verwehrt, anstelle einer von den Vorinstanzen (übereinstimmend) vorgenommenen (und im Ergebnis gegebenenfalls vertretbaren) Würdigung der Einordnungsthematik eine eigene umfassende Beurteilung der Gestaltung und Eingliederung des Bauvor- habens vorzunehmen (vgl. VGE III 2014 11 vom 22.5.2014 Erw. 4.4 mit Hinwei- sen auf VGE III 2013 110 vom 27.11.2013 Erw. 4.4; VGE 914/06 vom 19.12.2006 Erw. 2.3 sowie VGE 1054/06 vom 30.11.2006 Erw. 3.2, beide mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung sowie Arnold Marti, Kom- mentar zum Urteil BGer 1P.678/2004 vom 21.6.2005, ZBl 8/2006, S. 437 ff.; Ur- teil BGer 1C_358/2017 vom 5.9.2018 = BGE 145 I 52 Erw. 3.6). Vielmehr darf es den Einordnungsentscheid der kommunalen Baubehörde nur aufheben, wenn diese bei der Anwendung von § 56 Abs. 1 PBG und den kommunalen Einordnungsvorschriften ihren durch die Gemeindeautonomie gewährleisteten Beurteilungs- und Ermessensspielraum überschritten hat. Dies trifft nicht nur zu, wenn ihr Einordnungsentscheid sachlich nicht mehr vertretbar und damit willkürlich ist. Da die kommunale Behörde ihr Ermessen pflichtgemäss ausüben muss, hat sie dabei vom Sinn und Zweck der anzuwendenden Regelung auszugehen und neben dem Willkürverbot auch das Rechtsgleichheitsgebot, das 19 Verhältnismässigkeitsprinzip und das übergeordnete Gesetzesrecht zu beachten (vgl. BGE 145 I 52 Erw. 3.6 m.H. auf BGE 138 I 305 Erw. 1.4.3 u.w.). Eine kommunale Behörde überschreitet daher den ihr bei der Anwendung von § 56 PBG zustehenden Beurteilungs- und Ermessensspielraum auch dann, wenn sie sich von unsachlichen, dem Zweck dieser Regelung fremden Erwägungen leiten lässt oder die Grundsätze der Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit verletzt (vgl. BGE 145 I 52 Erw. 3.6 m.H. auf BGE 123 V 150 Erw. 2, BGE 140 I 257 Erw. 6.3.1 und BGE 141 V 365 Erw. 1.2). Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit sind die lokalen ästhetischen Interessen gegenüber den privaten und den überkommunalen öffentlichen Interessen an der Errichtung der geplanten Baute abzuwägen. Dabei müssen insbesondere die Interessen an der Erreichung der Zielsetzungen der Raumplanung des Bundes berücksichtigt werden, weshalb die Rechtsmittelinstanz die Gemeindeautonomie nicht verletzt, wenn sie einen kommunalen Einordnungsentscheid aufhebt, der diesen öffentlichen Interessen nicht oder unzureichend Rechnung trägt (BGE 145 I 52 Erw. 3.6 m.H. auf Urteile BGer 1C_479/2017 vom 1.12.2017 Erw. 7.2; 1C_96/2018 vom 11.10.2018 Erw. 3.3.1 und 3.3.2). In Bezug auf die Kognition des Regierungsrates ist zudem anzumerken, dass dieser als Beschwerdeinstanz seine Kognition vollumfänglich und ohne Zurück- halten wahrzunehmen hat, wenn der Gemeinderat - wie vorliegend - sowohl als Vertreter der Bauherrschaft (Gemeinde) wie auch als Baubewilligungsbehörde auftritt (VGE III 2014 3 vom 2.10.2014 Erw. 3.1; VGE III 2012 81 v. 24.7.2012 Erw. 1.3). 5.6Der Regierungsrat hat in casu bei seiner Beurteilung berücksichtigt, dass die Gemeinde selber als Bauherrin auftritt (vgl. angefochtener Entscheid Erw. 7.4). Er hat eine ausführliche Prüfung und Würdigung der Gestaltung und der Einordnung der umstrittenen Baute vorgenommen (Erw. 7.6 - 7.9). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer widerspricht das Projekt weder den Vorgaben im kantonalen Richtplan noch den unmittelbaren Schutzzielen des BLN-Objekts Nr. 1604. Diese Schutzziele verlangen insbesondere die Erhaltung der berg- sturzgeprägten Morphologien und der unterschiedlichen Gewässerbereiche und Feuchtgebiete (See mit natürlichem Wasserregime, Flachwasserbereich, Uferbe- reich, Feuchtlebensräume, Ried) sowie der Insel Schwanau. Die innerhalb des Siedlungsgebietes liegende Bauparzelle weist keine landschaftsprägenden Ele- mente auf, welche durch die Überbauung betroffen würden. Für die (bereits be- stehende) Einwasserungsrampe sowie die (ebenfalls bestehende) Zugangstrep- pe zum See wurde eine Ausnahmebewilligung erteilt, was von den Beschwerde- führern im vorliegenden Verfahren nicht beanstandet wird. Über die Gestaltung 20 des Uferbereiches liegt im Übrigen noch keine Baubewilligung vor. Der Regie- rungsrat hält im angefochtenen Beschluss fest, dass die Bauherrin die Umge- bungsgestaltung im Gewässerraum vom Bauprojekt Seemattpark abgetrennt ha- be, was nicht zu beanstanden sei. Es sei allerdings nicht zulässig, die Umge- bungsgestaltung mit einer Auflage im vorliegenden Baubewilligungsverfahren zu beurteilen (Auflage, vor der Baufreigabe eine Umgebungsgestaltungsplan unter Einbezug des AfU einzureichen). Die entsprechende Auflage in Dispositiv Ziff. 4a der Baubewilligung wurde deshalb aufgehoben und der Gemeinderat wurde ver- pflichtet, diesbezüglich ein separates Baubewilligungsverfahren durchzuführen. Die in den Schutzzielen zum BLN-Objekt Nr. 1604 insbesondere bezüglich des Uferbereichs vorgesehenen Zielsetzungen wären im Rahmen des noch offenen Verfahrens betr. die Umgebungsgestaltung des Seemattparkes zu prüfen. Die vorliegend zu beurteilenden geplanten Bauten liegen ausserhalb des nach Ge- wässerschutzgesetz und PBG geschützten Uferbereichs. Der Regierungsrat setzt sich im angefochtenen Beschluss ausführlich mit dem Volumen der geplanten Bauten auseinander. Bereits das ANJF hält in seiner Be- urteilung korrekt fest, dass die Umgebung durch verschiedene grossvolumige Bauten geprägt sei. Die Länge der entlang der Strasse geplanten schmalen Bau- te (40.7 m) bzw. die Gesamtlänge der gegenüber der Seestrasse in Erscheinung tretenden Gebäudefront (ca. 51 m) geht zwar offenkundig über das hinaus, was in den das Baugrundstück umgebenden Zonen zulässig ist (vgl. Art. 49 BauR; Maximallänge in den Zonen W1: 25 m, W2: 30 m, WG3: 35 m); allerdings wurde zu Recht berücksichtigt, dass die Nebenbaute entlang der Seestrasse nur einge- schossig ist und die Fassade an zwei Stellen durchbrochen und gegen den See offen ist (über eine Länge von 5,5 m bzw. 11 m) und damit wenig dominant in Er- scheinung tritt. Art. 47 Abs. 2 BauR verlangt denn auch keine Übernahme der Masse von Gebäuden in der Umgebung, sondern eine Anpassung von Bauten in der öffentlichen Zone an die angrenzende Überbauung. Korrekt wurde zudem berücksichtigt, dass die vertikale Ausdehnung der geplanten Bauten sich in die bestehende Bebauung einfügt und die geplante Begrünung der Dächer sowie die naturbelassene Holzfassade zu einer Einfügung der Bauten ins Orts- und Land- schaftsbild beiträgt. Zu berücksichtigen gilt im Weiteren, dass die Gemeinde der besonderen Situierung und Funktion der Liegenschaft auch damit Rechnung ge- tragen hat, als dass sie einen Architektur-Wettbewerb durchgeführt und unter den eingegangenen Projekten eine Auswahl unter Mithilfe von externen Fach- personen getroffen hat. Bei der Auswahl waren insbesondere auch die Gestal- tung und die Eingliederung in die Landschaft massgebende Beurteilungskriterien, dabei ging das vorliegend zu beurteilende Projekt als Siegerprojekt hervor (vgl. Bericht des Preisgerichtes vom 18.1.2012). Die Durchführung eines Projektwett-21 bewerbs und die Beurteilung der eingegangenen Projektvorschläge unter Beizug von externen Fachpersonen erhöht regelmässig die Qualität eines Bauprojektes. Die Beurteilung der Einordnung durch die Vorinstanzen ist auch unter diesem Aspekt nachvollziehbar und begründet. Dass das ANJF in seiner Beurteilung einleitend darauf hinweist, dass sich das Baugrundstück innerhalb der Bauzone befindet und die Frage der Einordnung bei Objekten innerhalb der Bauzone - zumindest erstinstanzlich - der Gemeinde ob- liegt, ist im Übrigen korrekt. Das ANJF musste im konkreten Fall keine Baubewil- ligung erteilen, eine fachliche Beurteilung wurde jedoch vorgenommen und die Einordnung des Bauprojektes in die Landschaft wurde als gut qualifiziert. Eine unzulässige "Einschränkung der Ermessenskontrolle" durch das ANJF liegt ent- gegen der Ansicht der Beschwerdeführer nicht vor. 6.1Umstritten ist im Weiteren die Zonenkonformität eines Teils der geplanten Bauten und Anlagen. 6.1.1Der Regierungsrat verweist im angefochtenen Beschluss auf die Aus- führungen in seinem Beschluss Nr. 332 vom 15. Mai 2018 und im Beschluss Nr. 574 vom 27.5.2014 und hält fest, dass in Bezug auf die Wohn- und Gewerbenut- zung sowie die Nutzung als Campingplatz eine Bestandesgarantie bestehe. Zwar sei die Gewerbenutzung und die Nutzung als Garagenbetrieb im Jahr 2012 auf- gegeben worden, der langjährige Nutzungsunterbruch resultiere aber aus den langwierigen Bewilligungsverfahren. Das Wiederaufbaurecht sei für diese Nut- zungen mithin nicht untergegangen. Die Wohnnutzung würde auch aktuell noch bestehen. Die Standortverschiebung der verschiedenen Nutzungen sei zulässig. Die weiteren Nutzungen (Badeanstalt, Restaurant, Trockenbootsplätze) seien zonenkonform. 6.1.2Mit Beschluss Nr. 574/2014 v. 27.5.2014 wurde die Baubewilligung zwar aufgehoben, der Regierungsrat äusserte sich dennoch bereits in diesem Ent- scheid umfassend zur Frage der Zonenkonformität und hielt fest, dass die Bade- anstalt mit Liegewiese sowie den notwendigen Neben- und Infrastrukturräumen zonenkonform sei. Auch die Zonenkonformität des geplanten Gastrobetriebes wurde bejaht. Ein solcher gehöre zum Ausbaustandard und entspreche einem berechtigten Bedürfnis der Badeanstaltbenützer. Auch wenn ein kleinerer Gas- trobetrieb genügen würde und auch wenn das Restaurant ganzjährig betrieben werde, könne ein öffentliches Interesse immer noch bejaht werden. Auch in Be- zug auf die geplanten Trockenbootsplätze wurde eine Zonenkonformität bejaht; Hafenanlagen sowie Bootsplätze würden planungsrechtlich als in der Zone für öf- fentliche Bauten und Anlagen als zonenkonform beurteilt (analog Hafenanlage 22 Fallenbach und Fönenhafen Brunnen, Hafenanlage Freienbach). In Bezug auf die geplante Wohnnutzung wurde festgehalten, diese sei zonenkonform, wenn sie von Personen genutzt werde, welche eine Aufgabe wahrnähmen, welche im öffentlichen Interesse liege. Eine Wohnnutzung (und auch Gewerbenutzung) sei aufgrund des Wiederaufbaurechts allerdings auch ohne Bezug zur öffentlichen Nutzung der Baute zulässig, da im Zeitpunkt der Umzonung in eine öffentliche Zone bereits ein Wohn- und Gewerbehaus bestanden habe. Die Beschränkung von § 33 Abs. 1 PBG gelte nur für den privaten Grundeigentümer, dessen Land neu der öffentlichen Zone zugewiesen wurde, nicht jedoch für das Gemeinwesen selbst, das das Grundstück bereits erworben habe. Der Umstand, dass das Wohn- und Gewerbehaus nicht am bestehenden Standort wieder aufgebaut wer- de, ändere nichts daran, dass die geplante Wohn- und Gewerbenutzung von der Bestandesgarantie gedeckt sei. Aber auch wenn dies nicht der Fall wäre, könnte für die Integration der bestehenden zonenwidrigen Wohn- und Gewerbenutzung in den geplanten Neubau eine Ausnahmebewilligung erteilt werden, da dies eine bessere Lösung darstelle, als ein Neubau am alten Standort. Allerdings verlangte der Regierungsrat, dass sich die zonenwidrige Nutzung in Bezug auf deren Um- fang am Wiederaufbaurecht zu orientieren habe. Die geplanten Gewerbe- und Wohnräume hätten flächenmässig in etwa der im Altbau bestehenden Wohn- und Gewerbenutzung zu entsprechen. Die geplante Wohnfläche von 148 m 2 würde diese Vorgabe erfüllen, die geplante Gewerbefläche von 324 m 2 (im Vergleich zur bestehenden Gewerbefläche von ca. 150 m 2) jedoch nicht. Diesbezüglich konnte keine Ausnahmebewilligung in Aussicht gestellt werden. Für den Cam- pingplatz wurde ein Wiederaufbaurecht bejaht, allerdings wurde der Gemeinderat angewiesen, zu prüfen, ob der Campingplatz seinerzeit rechtmässig erstellt wor- den sei. 6.1.3Im RRB Nr. 332 vom 15. Mai 2018 (mit welchem die Baubewilligung eben- falls aufgehoben wurde) führt der Regierungsrat in Bezug auf das vorgesehene Restaurant aus, dieses liege im geplanten Umfang im öffentlichen Interesse und sei zonenkonform. Der geplante Campingplatz sei nicht zonenkonform, profitiere aber von der Bestandesgarantie, zumal die bisherigen rechtmässig erstellten fünfzehn Standplätze auf sechs Standplätze reduziert würden. Der ursprüngliche Campingplatz sei zwar per 31. Oktober 2012 geräumt worden und werde seit mehr als fünf Jahren nicht mehr genutzt; der Nutzungsunterbruch sei jedoch auf das Baubewilligungs- bzw. Rechtsmittelverfahren für das Neubauprojekt zurück- zuführen. Der Anspruch auf Bestandesschutz sei nicht verwirkt. Auch in Bezug auf die Wohnnutzung anerkennt der Regierungsrat im RRB Nr. 332 vom 15. Mai 2018 (wie bereits im RRB Nr. 574 vom 27.5.2014) ein Wiederaufbaurecht. Die bestehende Altbaute verfüge über zwei Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 23 156 m2. Die geplante Netto-Wohnfläche von 140.23 m 2 bewege sich im Rahmen der bestehenden Wohnnutzung. In Bezug auf die vorgesehene Gewerbefläche anerkennt der Regierungsrat im Beschluss Nr. 332 vom 15. Mai 2018 ebenfalls ein Wiederaufbaurecht. Die altrechtliche Gewerbenutzung betrage 156 m 2, der geplante Gewerberaum umfasse eine Fläche von 151.29 m 2. Die Flächen des geplanten Restaurants müssten dabei nicht berücksichtigt werden, da dieses Teil des zonenkonformen Seebades sei. Auch in Bezug auf die Gewerbenutzung verneinte der Regierungsrat eine Verwirkung des Wiederaufbaurechts. Die ge- werbliche Nutzung (Autowerkstatt) sei zwar 2012 eingestellt worden, die langjäh- rige Nutzungsunterbrechung sei jedoch auf das seit dem 8. Januar 2013 laufen- de Bewilligungs- und Rechtsmittelverfahren zurück zu führen. 6.2Die Zonenkonformität der Badeanstalt mit diversen Nebenräumlichkeiten wird von den Beschwerdeführern nicht bestritten. Sie machen jedoch geltend, die geplante Grösse des Restaurants entspreche nicht dem Bedürfnis einer Badean- stalt. Ein Restaurant mit 93 Sitzplätzen, das auch ausserhalb der Badesaison be- trieben werden solle, sei für eine Badeanstalt in einem Dorf mit 1100 Einwohnern nicht erforderlich. 6.3Die Zwecksetzung der öffentlichen Zone wird im kommunalen Bauregle- ment bestimmt. Das kantonale Recht beschränkt sich in Bezug auf die öffentliche Zone im Wesentlichen auf die Regelung der Abtretungspflicht und der Eigen- tumsbeschränkungen im Zusammenhang mit der Festlegung einer öffentlichen Zone (§§ 32 ff. PBG). Allerdings ergibt sich aus § 33 Abs. 1 PBG ein Verbot für private Bauten in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Gemäss § 33 Abs. 1 PBG darf das in den Nutzungsplänen für öffentliche Bauten und Anlagen bestimmte und dass innerhalb von Baulinien liegende Land nicht mehr anderwei- tig überbaut werden. Gemäss Art. 47 Abs. 1 BauR ist die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen für öffentlichen Zwecken dienende Bauten und Anlagen be- stimmt wie Kirche, Friedhof, Schulhäuser, Anlagen öffentlicher Dienste, Gemein- dezentrum, Mehrzweckhalle und dergleichen. Praxisgemäss gelten auch Bauten, die im Interesse der Allgemeinheit Aufgaben des modernen Leistungs- und Sozi- alstaates mittragen und erfüllen, wie z.B. Schwimmbäder, Tennisanlagen, Sport- zentren, Parks und andere der Allgemeinheit offen stehende Anlagen als öffentli- che oder öffentlichen Zwecken dienende Bauten und Anlagen (vgl. Wald- mann/Hänni, Handkommentar RPG, Art. 18 Rz 19 m.H. und Art. 3 Rz 50 m.H.). Wo Erwerbszwecke im Vordergrund stehen oder die Allgemeinheit rechtlich oder faktisch von der Benutzung ausgeschlossen ist, wie bei Räumen und Einrichtun- gen von Vereinen mit geschlossener Mitgliedschaft, fehlt es am öffentlichen In- teresse. Wo dagegen der Erwerbszweck zugunsten der Erfüllung einer öffentli-24 chen Aufgabe - wie beispielsweise der Versorgung einer dünn besiedelten Berg- gemeinde mit einem Dorfladen - in den Hintergrund tritt, kann es sich durchaus um Bauten im öffentlichen Interesse handeln (Waldmann/Hänni, a.a.O., Art. 3 Rz 50 m.H.; Zaugg/Ludwig, Baugesetz des Kantons Bern, 4.A., Art. 77 Rz 2). Ne- bennutzungen in einer Zone für öffentliche Nutzungen sind zulässig, wenn sie in einem engen sachlichen Zusammenhang zur betreffenden Hauptnutzung stehen (Restaurationsbetrieb bei einer Sportanlage, Kantine in einem Verwaltungsge- bäude, Blumengeschäft bei einem Friedhof, Dienstwohnung) oder sich wenigs- tens mit der Hauptnutzung vertragen oder wenn damit ungenutztes Bauvolumen von untergeordneter Bedeutung sinnvoll genutzt werden kann und keine öffentli- chen oder nachbarlichen Interessen beeinträchtigt werden (vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 77 Rz 4; Gsponer, Die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen, S. 76). In diesem Sinne hat das Bundesgericht etwa das öffentliche Interesse an einem zu einem Fussballplatz gehörenden Klubhaus mit 54 Sitzplätzen und Küche be- jaht und die Zonenkonformität in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen entsprechend anerkannt. Dass zu einem Sportplatz ein Klubhaus gehöre, ent- spreche einem berechtigten Bedürfnis der Benützer und die Dimensionierung sei angemessen. Dass das Klubhaus auch unabhängig von einem Training oder Sportanlass geöffnet sein werde und mit dem Betrieb zusätzliche Einnahmen er- zielt werden sollen, ändere daran nichts. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass es sich beim designierten Betreiber des Klubhauses um einen der grösse- ren Fussballclubs der Ostschweiz (FC Arbon) handelte, der Trainings und Mat- ches ganzjährig durchführte, da zum Sportplatz auch eine Halle gehörte (Urteil 1A.96/2002 und 1.P/250/2002 v. 12.2.2003 Erw. 3.4). Ebenso wurde das öffentli- che Interesse an einem Clubhaus zu einer Tennisanlage (mit Küche, Aufenthalts- raum usw.) bejaht. Allerdings wurde das Clubhaus in eine bestehende Baracke integriert und es wurde festgehalten, dass ein Tennisbetrieb bei schönem Wetter ganzjährig möglich ist (Urteil BGer 1P.498/2000 v. 29.3.2001). Akzeptiert wurde zudem die Zonenkonformität eines saisonalen Restaurants mit 40 Innen- und 60 Aussenplätzen in einer Freihaltezone am See, welche für Sport- und Erholungs- anlagen reserviert war. Dabei wurde aber berücksichtigt, dass das Restaurant auch die Bedürfnisse von Wanderern, die den "Weg der Schweiz" benützen, ab- deckte und es wurde abschliessend darauf hingewiesen, dass sich das Restau- rant in Bezug auf die Grösse wohl an der oberen Grenze dessen bewege, was noch als zonenkonform angesehen werden könne (vgl. Urteil BGer 1A.142/1995, 1A.262/1995, 1P.632/1995 v. 27.6.1996 in ZBl 1997 S. 579 ff.). Mit VGE III 2019 9 vom 24. Oktober 2019 wurde die Zonenkonformität einer Eventbaracke bei einer Skisprunganlage in einer öffentlichen Zone für Sport- und Freizeitanla-25 gen bzw. Intensiverholungszone bejaht, wobei die Nutzung der Event-Baracke auf 60 Anlässe pro Jahr beschränkt war und das Baureglement für die Intensi- verholungszone im Rahmen des betrieblichen Bedarfs (d.h. Skispringen) explizit auch die "Restauration" vorsah. 6.4Vorliegend umfasst das geplante Restaurant einen Innenbereich (Gästebe- reich) mit einer Fläche von ca. 88 m2 plus Küche und Nebenräumlichkeiten sowie eine Terrasse. Die Baugesuchstellerin geht im Rahmen der Parkplatz- Bedarfsrechnung von 50 Sitzplätzen (Innenbereich) aus. Der Regierungsrat hat dies korrigiert und er geht im Entscheid vom 15. Mai 2018 von 60 - 90 Sitzplätzen aus (Mittelwert 75 Plätze). Im Projektbeschrieb in den Wettbewerbsunterlagen wird von ca. 50 Innenplätzen ausgegangen, wobei das Restaurantprojekt bzw. die Grösse des Restaurants im Laufe der verschiedenen Verfahren in Bezug auf die für den Aufenthalt der Gäste vorgesehenen Fläche keine wesentlichen Ver- änderungen erfahren hat. In Berücksichtigung des Umstandes, dass der Regie- rungsrat bei der angenommenen Restaurantfläche von ca. 88m 2 auch den Buf- fetbereich mitberücksichtigt hat (welcher für Sitzplätze nicht zur Verfügung steht) und in Berücksichtigung der Restaurantpläne in den Wettbewerbsunterlagen er- scheint die von der Gemeinde angenommene Zahl von ca. 50 Sitzplätzen als nachvollziehbar. Ein in ein Seebad integriertes Restaurant entspricht unstreitig einem öffentlichen Bedürfnis. Badegäste und andere Besucher der diversen geplanten Freizeitanla- gen erhalten die Möglichkeit, sich während ihres Aufenthaltes zu verpflegen und soziale Kontakte zu pflegen. Allerdings geht das geplante Restaurantprojekt weit über das Bedürfnis von Badegästen hinaus. Das Seebad Lauerz ist eine kleine Badeanstalt mit bloss saisonalem Betrieb, wobei der eigentliche Badebetrieb auf wenige Monate im Jahr beschränkt ist. Eine über den saisonalen Betrieb hinaus- gehende öffentliche Nutzung liegt nicht bzw. in höchst untergeordnetem Umfang vor. Für den im öffentlichen Interesse liegenden (saisonalen) Bade- und Freizeit- betrieb ist das geplante Restaurant überdimensioniert. Ein Kiosk mit Verpfle- gungsmöglichkeit, wie es das geplante Bauprojekt im Übrigen neben dem Re- staurant noch zusätzlich vorsieht, oder ein kleines saisonal betriebenes Restau- rant entspräche dem tatsächlichen Bedürfnis und wäre zonenkonform. Der ge- plante räumlich grosszügig gestaltete Ganzjahresbetrieb, welcher im Übrigen in Konkurrenz stünde zu den bestehenden privaten Restaurationsbetrieben auf dem Gemeindegebiet, kann nicht mehr als Baute des modernen Leistungs- und Sozialstaates qualifiziert werden. Er stellt im geplanten Umfang keine Nebennut- zung bzw. eine private untergeordnete Nutzung im Rahmen einer öffentlichen Nutzung mehr dar. Weder die Versorgung der Bevölkerung noch andere öffentli-26 che Interessen erfordern einen Betrieb dieser Grösse im Zusammenhang mit ei- nem kleinen Seebad oder anderen öffentlichen Zwecken, zumal in der Gemein- de, wie gesagt, private Restaurationsbetriebe vorhanden sind. Das ebenfalls am Lauerzersee gelegene und viel grössere Seebad der Gemeinde Schwyz verfügt denn auch nur über ein saisonal betriebenes offenes Restaurant. Auch die diver- sen im Kanton Schwyz gelegenen Seebäder am Vierwaldstättersee verfügen nur über kleine, saisonal betriebene Open-Air Restaurants bzw. Kioske (z.B. Strand- bad Hopfräben Brunnen, Strandbäder Kindli und Cholplatz Gersau). Insgesamt kann mithin der geplante Ganzjahresbetrieb mit 50 Sitzplätzen im In- nenbereich nicht als zonenkonform qualifiziert werden. Ein ganzjährig zu betrei- bendes Restaurant dieser Grösse dient nicht der Erfüllung einer öffentlichen Auf- gabe. Es kann nicht mehr von einer Nebenanlage, welche einer öffentlichen Hauptnutzung dient, gesprochen werden; dies auch in Berücksichtigung des Um- standes, dass weitere private Nutzungen möglich sein sollen (Wohnung, Gewer- be), so dass der eigentlichen öffentlichen Nutzung (Seebad) nur noch eine unter- geordnete Bedeutung zukommt. Will die Gemeinde an der Bereitstellung eines solchen Restaurationsbetriebes festhalten, ist vorgängig eine Zonenplanrevision durchzuführen, welche es erlauben würden, auf dem fraglichen Grundstück auch privaten Zwecken dienende Bauten zu erstellen. Ein reduzierter Betrieb mit Fo- kus auf den Aussenbereich (Terrasse) und den saisonalen Badebetrieb wäre demgegenüber nach dem Gesagten in der öffentlichen Zone zulässig. 6.5Nachdem die Zonenkonformität des Restaurants in der geplanten Grösse zu verneinen ist, kann die Frage, ob die weiteren vorgesehenen nicht öffentlichen Nutzungen (v.a. Wohnung, Gewerberaum, Campingplatz) durch die Bestandes- garantie geschützt werden - wovon die Vorinstanzen ausgehen - grundsätzlich offen gelassen werden. Voraussetzung dafür, dass das geplante Projekt als zo- nenkonform qualifiziert werden kann, ist eine Zonenplanänderung (z.B. Umzo- nung des Grundstückes in eine Zone mit gemischter Nutzung). Im Rahmen einer Zonenplanänderung ist es auch möglich, die gewünschte Wohn- und Gewerbe- nutzung in die Planänderung zu integrieren; in diesem Fall wird sich die Frage des Bestandesschutzes auch in einem künftigen Verfahren nicht mehr stellen. Falls ohne Zonenplanrevision an der Wohn-, Gewerbe- und Campingplatznut- zung im Umfang des vorliegenden Projektes festgehalten wird, wird sich aller- dings erneut die Frage der Bestandesgarantie für diese nicht zonenkonformen Nutzung stellen, weshalb nachfolgend darauf einzugehen ist. 6.6Es kann nicht bestritten werden, dass die geplante Wohnung, der Gewer- beraum sowie der Campingplatz nicht einem öffentlichen Interesse entsprechen 27 bzw. mit keiner öffentlichen Zwecken dienenden Nutzung verbunden (z.B. als Be- triebsleiterwohnung, Unterkunft für Asylbewerber, als Räumlichkeiten für die Ge- sundheitsversorgung der Bevölkerung o.ä.) und daher nicht zonenkonform sind. Die von den Vorinstanzen in Bezug auf diese Nutzungen angenommene Bestan- desgarantie wird von den Beschwerdeführern jedoch bestritten. Die Gemeinde habe die Nutzung des früher bestehenden Campingplatzes, der vorbestehenden Wohnungen und des vorbestehenden Gewerberaumes im Jahre 2012 freiwillig aufgegeben. Erst 74 Monate später, mithin nach Ablauf der gesetzlich vorgese- henen Frist von fünf Jahren für den Wiederaufbau, habe die Gemeinde ein Ge- such für ein tragfähiges Projekt (inkl. Fundation) eingereicht. Auch habe die Ge- meinde es bis anhin unterlassen, die Finanzierung zu sichern; der 2012 vom Volk gesprochene Verpflichtungskredit genüge nicht für die Finanzierung; eine neue Volksabstimmung sei erforderlich, da das Projekt zwischenzeitlich erheblich ver- ändert worden sei. Zudem monieren die Beschwerdeführer, dass die geplanten, zonenwidrigen Bau- ten nicht am alten Standort (bzw. am Standort der vorbestandenen zonenwidri- gen Bauten) zu liegen kämen, sondern an anderer Stelle auf dem 4'500 m 2 gros- sen Grundstück erstellt würden, obwohl keine Standortgebundenheit bestehe. Auch existiere in der Gemeinde Lauerz eine spezielle Zone für Campingplätze. Das streitige Grundstück sei jedoch beim Erlass des kommunalen Baureglemen- tes nicht der Zone für Campingplätze zugeteilt worden. Das Vorgehen des Ge- meinderates sei daher treuwidrig und willkürlich. Auch könne keine Ausnahme- bewilligung für eine Standortverschiebung erteilt werden da Ausnahmegründe nicht vorlägen. 6.7Gemäss § 72 Abs. 1 PBG sind bestehende, rechtmässig erstellten Bauten und Anlagen, die den neuen Vorschriften widersprechen, in ihrem Bestande ga- rantiert. Wenn ein bestehendes Gebäude abgebrochen oder durch höhere Ge- walt zerstört oder in seinem Umfang vermindert wird, so hat der Eigentümer fünf Jahre lang das Recht, es im früheren Umfang wieder aufzubauen (§ 72 Abs. 3 Satz 1 PBG). Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zu § 72 Abs. 3 erster Satz PBG verlangt die Beanspruchung des Wiederaufbaurechts für ein abzubrechen- des Gebäude nicht ein sklavisches Festhalten an den bisherigen Gebäudefor- men. Indessen hat praxisgemäss der frühere Umfang als Richtschnur des Wie- deraufbaus zu gelten. Ausserdem muss auch die nutzungsmässige Wesens- gleichheit gewährleistet sein (VGE 1014/02 vom 27.9.2002 Erw. 4c/dd). Diese Voraussetzungen entsprechen der bundesgerichtlichen zu Art. 24 RPG entwi- ckelten Rechtsprechung, wonach eine Wiederaufbaute dem alten Bauwerk in 28 Grösse und Nutzungsart ungefähr entsprechen muss (VGE III 2015 92 v. 26.8.2015 Erw. 2.1; VGE III 2011 102 vom 2.12.2011 Erw. 3.1; VGE 1000/05 vom 30.6.2005 Erw. 3.3; EGV-SZ 1995 Nr. 8, Erw. 3e mit zahlreichen Hinweisen; vgl. M. Joos, Raumplanungsgesetz, Zürich 2002, S. 219ff mit Hinweisen; Mark Gisler, Das Wiederaufbaurecht, Zürich 2003, S. 56ff.). Die Nutzungsänderung ei- ner Baute ist mit dem Recht auf Wiederaufbau vereinbar, wenn sie keine neuen oder zusätzlichen Widersprüche zum geltenden Baurecht schafft, den bestehen- den Zustand somit weiterführt oder allenfalls der bestehenden Nutzungsordnung näher bringt, mitunter eine Verbesserung des bestehenden Zustandes, gemes- sen an den Zielen des Gesetzgebers, herbeiführt (EGV-SZ 2011 B 8.4. Erw. 3.4; vgl. VGE III 2019 75 vom 21.11.2019 Erw. 1.4 mit zahlreichen Hinweisen; VGE III 2010 183 vom 21.12.2010 Erw. 3.3; VGE 1003/97 vom 24.3.1997; vgl. EGV 1988 Nr. 49, Erw. 7; Gisler, a.a.O., S. 66). Die Besitzstandsgarantie erstreckt sich auch auf die Fortsetzung der bisherigen Nutzung der Baute oder Anlage im bisherigen Umfang, wenn sie durch eine Rechtsänderung widerrechtlich geworden ist. Diese Nutzung muss aber tatsäch- lich und ohne grösseren Unterbruch ausgeübt worden sein, wofür die Bauherr- schaft die Beweislast trägt; es genügt nicht, dass die Nutzung an sich oder in grösserem Umfang zulässig gewesen wäre. Eine aufgegebene, nach neuem Recht nicht mehr zulässige Nutzung kann nicht gestützt auf die Besitzstandsga- rantie wiederaufgenommen werden; ausgenommen sind Fälle eines bloss vor- übergehenden Nutzungsunterbruchs (Zaugg/Ludwig, Baugesetz des Kantons Bern, 5.A., Art. 3 Rz 2). 6.7Die Bestandesgarantie wird allerdings in § 33 Abs. 1 PBG beschränkt. Da- nach darf das in den Nutzungsplänen für öffentliche Bauten und Anlagen be- stimmte und das innerhalb von Baulinien liegende Land nicht mehr anderweitig überbaut werden. An bestehenden Bauten und Anlagen dürfen nur die zum Un- terhalt erforderlichen Arbeiten vorgenommen werde (übereinstimmend auch Art. 47 Abs. 3 BauR). Vorab stellt sich die Frage, ob der Regierungsrat in seinem Beschluss vom 27. Mai 2014 zu Recht davon ausging, dass die Beschränkung in § 33 Abs. 1 PBG nur gegenüber privaten Grundeigentümern zur Geltung kommt. Die Bestimmung von § 33 Abs. 1 PBG findet sich systematisch im Zusammenhang mit der Abtre- tungspflicht und Eigentumsbeschränkung nach §§ 32 ff. PBG; in diesem Geset- zesabschnitt wird die Abtretungspflicht von Landeigentümern und das Enteig- nungsrecht der öffentlichen Hand für Land, welches für öffentliche Bauten und Anlagen benötigt wird, geregelt. Mit Blick auf die Möglichkeit der Enteignung, die dem Gemeinwesen bei einer Zone für öffentliche Bauten und Anlagen eröffnet 29 wird, ist es grundsätzlich geboten, dass private Bauten in diesen Zonen nicht ab- gebrochen und neu erstellt werden können, denn es kann nicht angehen, dass das Eigentum an einer betroffenen Parzelle hoheitlich entzogen wird, um schliesslich doch eine private Nutzung zuzulassen (Gsponer, a.a.O., S. 13). Die im Zonenplan vorgesehenen Zonen für öffentliche Bauten und Anlagen sollen sich auf das Notwendige beschränken und für den öffentlichen Bedarf nicht not- wendige Grundstücke sollen nicht dieser für private Grundeigentümer erhebli- chen Eigentumsbeschränkung unterstellt werden. Mit der Beschränkung der Be- standesgarantie in der Zone für öffentliche Bauten soll zudem sicher gestellt werden, dass keine zu grosse Investitionen in private Bauten mehr vorgenom- men werden, so dass der Wert der Liegenschaft nicht weiter gesteigert wird und das Gemeinwesen aufgrund der hohen Kosten der Enteignung die öffentlichen Bauten oder Anlagen nicht oder nur schwer realisieren kann. In casu steht das betroffene Grundstück seit 1982 im Eigentum der Gemeinde. Private Eigentumsbeschränkungen, wie sie in den §§ 32 ff. PBG für öffentliche Bauten und Anlagen geregelt werden, stehen nicht zur Diskussion. Investitionen in Bauten privater Nutzung führen in casu zu keinen entschädigungspflichtigen Folgen für das Gemeinwesen, da dieses selber als Bauherrin auftritt. In Berück- sichtigung der Zwecksetzung der Bestimmung von § 33 Abs. 2 PBG sowie deren systematischen Einordnung ist die Schlussfolgerung des Regierungsrates, wo- nach dieser Bestimmung in der vorliegenden Konstellation keine Rechtswirkung zukommt, nicht zu beanstanden, solange die vorgesehenen nicht zonenkonfor- men Nebennutzungen den öffentlichen Zweck der Zone nicht beeinträchtigen und die öffentliche Hauptnutzung durch die privaten Nebennutzungen nicht in den Hintergrund tritt (vgl. VGE 1034/02 v. 30.1.2003 Erw. 2b ff.). 6.8Weiter stellt sich die Frage nach dem Umfang der Bestandesgarantie. Der Regierungsrat hat in seinem Beschluss vom 15. Mai 2018 wie bereits erwähnt erkannt, dass die vorgesehene Wohn- und Gewerbenutzung der vorbestehenden und bewilligten Wohn- und Gewerbefläche entspricht. Die Nutzung der Anlage als Campingplatz werde verkleinert (geringere Anzahl Stellplätze). In casu sind nicht die Beschaffenheit oder der bauliche Umfang der vorbeste- henden Gewerbe- und Wohnbaute bzw. des Campingplatzes widerrechtlich. Die Widerrechtlichkeit ergibt sich einzig aus der Nutzweise. Wie bereits erwähnt gilt als Richtschnur des Wiederaufbaus der frühere Umfang. Der frühere Umfang der zonenwidrigen Nutzung (Gewerbe, Wohnung und Camping) wird im Rahmen des vorliegend zu beurteilenden Bauprojektes unstreitig eingehalten. Auch wenn in Bezug auf die Wohnnutzung von den Beschwerdeführern korrekt geltend ge- macht wird, dass die bestehende Wohnnutzung (zwei kleinere, bescheidene 30 Wohneinheiten) durch die Planung einer einzelnen grosszügigen Wohnung eine andere Gestaltung erhalten wird, kann doch nicht der Schluss gezogen werden, dass dadurch die raumplanungsrechtlichen Festlegungen verstärkt und damit in unzulässigem Massen weiter unterlaufen würden (vgl. VGE III 2015 92 v. 26.8.2015 Erw. 4.1). Nachdem der Umfang der bestehenden zonenwidrigen Nut- zung mit dem Neubauprojekt nicht überschritten wird, ist es grundsätzlich ohne Belang, dass die Wohnnutzung nicht auf eine mit der öffentlichen Nutzung in Zu- sammenhang stehende Nutzung beschränkt wird (z.B. Wohnung für Abwart, Ba- demeister o.ä.) und dass der Teil des Grundstückes, welcher für die Camping- nutzung zur Verfügung stehen soll, nicht der Campingzone unterstellt ist. Wie be- reits erwähnt profitieren diese zonenwidrigen Nutzungen von der Bestandesga- rantie. Zulässig ist auch eine Änderung der Gewerbenutzung, d.h. es ist ohne Belang, dass der vorgesehene Gewerberaum nicht der bisherigen Gewerbenutzung als Garage und Tankstelle dienen wird und damit diese Nutzung nicht fortbestehen wird. Die Nutzungsänderung einer Baute ist mit dem Recht auf Wiederaufbau vereinbar, wenn sie keine neuen oder zusätzlichen Widersprüche zum geltenden Baurecht schafft, den bestehenden Zustand somit weiterführt oder allenfalls der bestehenden Nutzungsordnung näher bringt, mitunter eine Verbesserung des bestehenden Zustandes, gemessen an den Zielen des Gesetzgebers, herbeiführt (EGV 2011 B 8.4 Erw. 3.4; VGE III 2010 183 vom 21.12.2010 Erw. 3.3; VGE 1003/97 vom 24.3.1997; vgl. EGV 1988 Nr. 49, Erw. 7; Gisler, a.a.O., S. 66). Der Betrieb einer Tankstelle und einer Garage hat regelmässig weitergehende negative Auswirkungen auf die Umgebung als eine im vorgesehenen Gewerberaum mögliche Nutzung, weshalb eine entsprechende Änderung als zulässig zu qualifizieren ist. Die Verschiebung des Standortes der zonenwidrigen Nutzungen innerhalb der Bauparzelle wäre in Anlehnung an die Regelung des Wiederaufbaurechts für Bauten ausserhalb der Bauzone ebenfalls nicht zu beanstanden. In der Praxis wurde etwa die Verschiebung einer zonenwidrigen Anlage um 40 m akzeptiert (ZBl 96/1995 S. 186 Erw. 3d). Kann eine bestehende zonenwidrige Nutzung in ein ansonsten zonenkonformes Bauprojekt integriert werden, ist dies in der Regel einem zusätzlichen separaten Bau für eine zonenwidrige Nutzung vorzuziehen. In casu soll die zonenwidrige Wohn- und Gewerbenutzung um ca. 50 bis 60 m "verschoben" werden (bzw. in die neu zu erstellende Baute integriert werden), was unter den gegebenen Umständen zu akzeptieren wäre. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer liegt bis anhin auch keine Verwir- kung der Bestandesgarantie bzw. des Wiederaufbaurechts vor. Mit der Einrei-31 chung des Baugesuches ist die Fünfjahresfrist grundsätzlich gewahrt. Der Bau- herr muss innert fünf Jahren nach der Zerstörung oder dem Abbruch einer wider- rechtlichen Baute seinen Willen zur Realisierung des Wiederaufbaus kundtun. Die Einreichung eines Baugesuches bei der Bewilligungsbehörde stellt dabei die relevante, fristwahrende Handlung dar (Gisler, a.a.O., S. 54 f.). Ein allfälliges Einsprache- und Rechtsmittelverfahren vermögen dem Eigentümer in diesem Fall grundsätzlich nicht zu schaden (Gisler, a.a.O., S. 55). Es wird nicht verlangt, dass innert fünf Jahren seit Abbruch oder Zerstörung einer Baute mit dem Bau begonnen sein muss, damit die Berufung auf das Wiederaufbaurecht zulässig ist. Vorliegend wurde die fragliche Fünfjahresfrist immer wieder unterbrochen. Das erste Baugesuch wurde im Januar 2013 eingereicht und die Unterbrechung der Frist dauerte bis zum Entscheid des Regierungsrates vom 27. Mai 2014. In der Folge wurde die Frist durch die Einreichung des 2. Gesuches am 25. Mai 2016 wieder unterbrochen bis zum Entscheid des Regierungsrates vom 15. Mai 2018. Mit Einreichung des dritten und vorliegend zu beurteilenden Baugesuchs vom 26. November 2018 wurde die Fünfjahresfrist ein weiteres Mal unterbrochen. Auch wenn man davon ausgeht, dass die Gewerbenutzung sowie die Nutzung als Campingplatz auf dem Baugrundstück Anfang bzw. Mitte 2012 aufgegeben wur- de (die Wohnnutzung dauert unstreitig weiterhin an), ist die Fünfjahresfrist für das Wiederaufbaurecht doch noch nicht abgelaufen und es kann auch nicht der Schluss gezogen werden, dass die Aufgabe dieser Nutzungen im Verlaufe des Jahres 2012 von endgültiger Natur war, nachdem bereits Anfang 2013 das erste Baugesuch eingereicht wurde mit dem Ziel (u.a.), die Gewerbe- und Camping- nutzung weiter zu führen und nachdem die Gemeinde bereits am 20. April 2012 an der Gemeindeversammlung über das Projekt (inkl. Gewerberaum, Wohnnut- zung und Campingplatz) beraten und die Stimmbürger dafür am 17. Juni 2012 den Verpflichtungskredit gesprochen haben. 7.Weitere Rügen der Beschwerdeführer betreffen die offene Nutzung des geplanten Gewerberaumes, eine ungenügende Anzahl Parkplätze sowie einen ungenügenden Lärmschutz in Bezug auf das geplante Restaurant. Soweit diese Fragen bei einer neuen Auflage des Projektes nach einer Zonenplanänderung oder eines geänderten Projektes (ohne Zonenplanänderung) eine Rolle spielen können, wird aus prozessökonomischen Gründen nachfolgend darauf eingegan- gen. 8.1Die Beschwerdeführer rügen, dass die Nutzung des geplanten Gewerbe- raumes (über zwei Stockwerke) völlig offen sei; die Abspaltung in ein späteres Bewilligungsverfahren sei unzulässig, da dannzumal die Gebäudehülle bereits bestehen und damit ein "fait-accompli" geschaffen würde. 32 Die Beschwerdeführer beziehen sich damit auf Dispositiv-Ziffer 5 der Baubewilli- gung, wonach für die Nutzungsfreigabe des Gewerberaums vorgängig das Bau- bewilligungsverfahren durchzuführen sei. In den Erwägungen wird dazu festge- halten, sobald ein Mieter bekannt sei, werde im Rahmen eines separaten Bau- bewilligungsverfahrens für die Nutzung der Gewerbefläche die Einhaltung der bau- und umweltrechtlichen Vorgaben (Parkplätze, Lärmschutz etc.) nachzuwei- sen sein. Die Baubewilligung erfolge daher mit einer entsprechenden Nebenbe- stimmung zur Nutzungsfreigabe. Der Regierungsrat führt diesbezüglich im ange- fochtenen Entscheid aus, dass dieses Vorgehen nicht zu beanstanden sei. Damit werde ausreichend sichergestellt, dass die massgebenden Immissionsgrenzwer- te eingehalten würden. Auch die Parteirechte der Beschwerdeführer würden durch diese Vorgehensweise nicht tangiert. 8.2Der Koordinationsgrundsatz von Art. 25a RPG verlangt, dass die für die Er- richtung einer Baute oder Anlage erforderlichen Verfügungen materiell und so- weit möglich formell koordiniert ergehen, indem im kantonalen Recht eine für die genügende Koordination verschiedener Bewilligungsentscheide verantwortliche Instanz zu bestimmen ist (Abs. 1). Nach Art. 25a Abs. 2 lit. d und Abs. 3 RPG sorgt die Koordinationsbehörde insbesondere für eine inhaltliche Abstimmung sowie in der Regel für eine gemeinsame oder zumindest gleichzeitige Eröffnung aller Entscheide, wobei die Verfügungen keine Widersprüche enthalten dürfen (Fritzsche/Bösch/Wipf/Kunz, Zürcher Planungs- und Baurecht, 6.A. S. 381). Al- lerdings verlangt Art. 25a RPG nicht eine maximale, sondern bloss eine ausrei- chende Koordination. So soll es trotz der grundsätzlichen Koordinationspflicht möglich sein, den Entscheidungsprozess in mehrere Phasen zu unterteilen. Die Projektierungstiefe für die einzelnen Phasen muss dabei nur so weit gehen, wie es für die Entscheide notwendig ist. Erheblich und damit koordinationspflichtig ist eine Beurteilung dann, wenn sie Rechtsnormen betrifft, deren Verletzung eine Verweigerung des Bauvorhabens rechtfertigen würde. Von der Koordinations- pflicht nicht erfasst werden demgegenüber Verwaltungsakte, welche Details des Projektes oder die Bauausführung beschlagen und deswegen der Hauptbewilli- gung zeitlich nachgeordnet sind, will doch das Koordinationsgebot nicht die sach- lich gerechtfertigte Aufgliederung eines Bauvorhabens in verschiedene Bewilli- gungsphasen verunmöglichen. Die Koordinationspflicht darf nicht etwa dazu führen, dass z.B. technische Detaillösungen entgegen jeder Zweckmässigkeit und bewährter Praxis bereits mit dem Bauvorhaben selbst vorgelegt werden müssen. Nicht verlangt beziehungsweise nicht möglich ist auch die Koordination von Entscheiden, die aus sachlichen Gründen erst nach der Errichtung bezie- hungsweise Änderung der betreffenden Baute oder Anlage getroffen werden können. Letzteres betrifft vor allem Betriebsbewilligungen; sie setzen baurecht-33 lich bewilligte Räume beziehungsweise Nutzungen erst voraus (Fritz- sche/Bösch/Wipf/Kunz, a.a.O., 6.A., S. 383 f.; Waldmann/Hänni, Handkommentar RPG, 2006, Art. 25a Rz 26; Urteil BGer 1C_283/2016 v. 11.1.2017 Erw. 3.2 m.H.). 8.3Die in der Baubewilligung vorbehaltene Nutzungsbewilligung für den Ge- werberaum hat keine massgeblichen direkten Auswirkungen auf die Ausgestal- tung und damit die Realisierung des Bauprojektes. Die noch zu bewilligende Nut- zung hat sich vielmehr an den mit der Baubewilligung vorgegebenen Rahmen zu halten; dies bezieht sich u.a. auf die Anzahl Parkplätze, welche bei der Berech- nung des Parkplatzbedarfs für die Nutzung dieses Gewerberaumes berücksich- tigt wurde oder auf die lärmschutzrechtlichen Vorgaben (wobei der Gewerberaum im Bereich entlang der Seestrasse geplant ist und damit in einem lärmvorbelaste- ten Gebiet zu liegen kommt, in welchem die Empfindlichkeitsstufe III gilt). Es ist offenkundig, dass dieser Rahmen verschiedenste gewerbliche Nutzungen zulässt (z.B. die Nutzung als Dienstleistungsbetrieb wie z.B. medizinische Praxis oder Planungsbüro aber auch die Nutzung als kleinerer Handwerksbetrieb oder La- den). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern durch den Vorbehalt einer Nutzungsbewil- ligung für den Gewerberaum eine Gefahr für widersprüchliche Entscheide ent- stehen könnte. Vielmehr liegen sachliche Gründe vor, für die Gewerbenutzung eine spätere Bewilligung vorzubehalten, da im Zeitpunkt der Baubewilligung bei für die Vermietung vorgesehenen Gewerbebauten regelmässig nicht klar ist, wel- che gewerbliche Nutzung letztlich Anwendung finden soll. Insgesamt ist mithin nicht zu beanstanden, dass in der Baubewilligung eine Nutzungsbewilligung für den Gewerberaum vorbehalten wurde. 9.1Nach Auffassung der Beschwerdeführer weist das Bauprojekt eine unge- nügende Anzahl von Parkplätzen aus. Es bestehe ein Bedarf von 26 - 29 Park- plätzen. Die Zulässigkeit der Anwendung eines Reduktionsfaktors von 35% (gemäss Baubewilligung und Beschwerdeentscheid) wird bestritten; dieser Re- duktionsfaktor sei nur für Gästeparkplätze eines öffentlichen Betriebes vorgese- hen, mithin z.B. für die Bemessung der Abstellplätze der Wohnung nicht zulässig. Es sei auch nicht zulässig, Abstellplätze für den Campingplatz auf dem öffentli- chen PP Märchymatte vorzusehen; diese Parkplätze dienten dem allgemeinen öffentlichen Gebrauch. Mit Eingabe vom 15. September 2020 wiesen die Beschwerdeführer zudem dar- auf hin, dass der Gemeinderat die öffentlichen Parkplätze auf dem Dorfplatz auf- heben werde (Verkehrsanordnung publiziert in Abl Nr. 37/ 11.9.2020, S. 2287 f.). Dadurch würde die Anzahl öffentlicher Parkplätze in der Gemeinde mar-34 kant reduziert und die Kapazitäten auf dem öffentlichen Parkplatz Märchymatte würden nicht ausreichen, um auch Nutzern des Seemattparkes offen zu stehen. 9.2Der Regierungsrat hat sich bereits im Beschluss vom 15. Mai 2018 aus- führlich mit der Frage des Vorhandenseins genügender Parkplätze auseinander gesetzt. Für die geplante Wohnung mit einer Wohnfläche von ca. 140 m 2 seien zwei Parkplätze vorzusehen. Für den Parkplatzbedarf des Restaurants sowie die weiteren Nutzungen (Badeanstalt, Gewerberaum/Dienstleistungsbetrieb) wurde auf die Tabelle 1 der VSS-Norm SN 640 281 abgestellt. Ausgehend von einer Restaurantfläche von 89.86 m 2 und 75 Sitzplätzen bestehe ein Bedarf von 15 Parkplätzen. Für die Badeanstalt seien pro 100 m 2 0.4 Parkplätze zu realisieren; bei einer Liegeweise von 1'900 m 2 bestehe mithin ein Bedarf von 8 Parkplätzen. Für die Gewerbefläche (Dienstleistungsbetrieb) seien pro 100m 2 2.5 Parkplätze (inkl. Personal) bereit zu halten; für die Gewerbefläche von 151.29 m 2 seien mit- hin sogar bei einer intensiven Nutzung 4.5 Parkplätze vorzusehen. Zu berück- sichtigen sei zudem gemäss der anwendbaren VSS-Norm eine Reduktion des Bedarfs um 35%, da die geplante Anlage zentral im Dorf liege und von vielen Bewohnern zu Fuss erreicht werden könne und zudem unmittelbar bei einer Bushaltestelle liege. Insgesamt seien mithin für die Wohnnutzung zwei und für die weitere Nutzung der Anlage 18 Parkplätze vorzusehen. Die geplanten 22 Parkplätze seien mithin genügend. Dass mit den Benutzern des Campingplatzes und der Trockenbootsplätze im Rahmen der entsprechenden Mietverträge ver- einbart werde, dass sie ihre Fahrzeuge auf dem gemeindeeigenen Parkplatz (KTN N.________) in unmittelbarer Nähe des Baugrundstückes abzustellen hät- ten, sei zulässig und praktikabel. Im Rahmen des Entscheides vom 21. April 2020 hat der Regierungsrat die vor- stehenden Erwägungen zum Parkplatzbedarf bestätigt und die ausgewiesenen 22 Parkplätze aus genügend qualifiziert, wobei er berücksichtigte, dass die massgebende VSS Norm zwischenzeitlich revidiert worden ist, in Bezug auf das vorliegende Projekt jedoch keine Änderungen erfahren habe. 9.3Gemäss § 24 Abs. 1 lit. a und b BauR sind für Einfamilienhäuser 3 Park- plätze und bei Wohnbauten mit bis 4 Wohnungen 2 Abstellplätze pro Wohnung erforderlich. Wenn der Regierungsrat ausgehend von dieser Bestimmung für die im Seemattpark vorgesehene Wohnung den Nachweis von zwei Parkplätzen ver- langt, ist fraglich, ob dies den Vorgaben des Baureglementes entspricht. Die Fra- ge kann letztlich offen bleiben, da der Nachweis genügender Parkplätze für das Bauprojekt aus anderen Gründen nicht erbracht werden kann. 35 Gemäss § 24 Abs. 1 lit. c BauR setzt der Gemeinderat bei Industrie-, Gewerbe-, Dienstleistungs- und ähnlichen Bauten die Abstellplätze entsprechend den Nor- men des Verbandes Schweizerischer Strassenfachleute (VSS) fest. Dem ist der Gemeinderat nachgekommen. Der Regierungsrat hat die Berechnung des Ge- meinderates im Beschluss vom 15. Mai 2018 ausführlich geprüft und gestützt auf die VSS-Normen einen Bedarf von 20 Parklätzen berechnet. Die Ausführungen in diesem Beschluss sind nachvollziehbar und begründet. Soweit die Beschwer- deführer den angewandten Reduktionsfaktor von 35% beanstanden, kann ihnen nicht gefolgt werden. Der Regierungsrat hat zu Recht erkannt, dass die geplante Anlage zentral im Dorf zu liegen kommt und für einen grossen Teil der Einwohner zu Fuss gut erreichbar ist; korrekt wurde auch darauf hingewiesen, dass eine Bushaltestelle unmittelbar bei der Anlage liegt und somit eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr besteht. In Bezug auf die geplante Wohnung wurde zudem der Reduktionsfaktor zu Recht nicht angewendet. Die vom Gemeinderat in die Wege geleitete Aufhebung der öffentlichen Parkplät- ze auf dem Dorfplatz vermag nichts an der Berechnung des Parkplatzbedarfs zu ändern. Der Gemeindeparkplatz Märchymatte verfügt über mehr als 30 Parkplät- ze; zudem verfügt die Gemeinde beim Schulhaus bzw. der Gemeindeverwaltung über weitere öffentliche Parkplätze. Problematisch ist allerdings die Verweisung der Nutzer des Campingplatzes (so- wie der Trockenbootplätze) auf die gebührenpflichten Parkplätze Märchymatte. Für diese Nutzer des Seemattparkes liegen unstreitig keine genügenden Park- flächen auf dem Baugrundstück vor. Gemäss dem vom Gemeinderat erlassenen Reglement über das Parkieren auf öffentlichen Plätzen in der Gemeinde Lauerz (vom 28. September 2005) können Anwohnern und weiteren Berechtigten ge- bührenpflichtige Parkkarten zur zeitlich unbeschränkten Benutzung bewirtschaf- teter Parkplätze abgegeben werden (Art. 1 Abs. 2 Parkreglement). Der Kreis der Berechtigten wird in Art. 4 des Parkreglementes beschrieben. Die Nutzer des im Eigentum der Gemeinde stehenden Campingplatzes (und der Trockenbootplät- ze) auf dem Seemattpark werden in dieser Bestimmung allerdings nicht aufge- führt. Die Dauernutzung des öffentlichen Parkplatzes durch die Gäste des Cam- pingplatzes sowie die Mieter der Trockenbootplätze bedarf mithin einer Anpas- sung des Parkreglementes. Allerdings liegt die entsprechende Anpassung nicht in der Kompetenz des Gemeinderates. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre- chung stellt das längerdauernde Parkieren auf öffentlichem Grund gesteigerten Gemeingebrauch dar (vgl. BGE 122 I 279 Erw. 2e/dd). Der gesteigerte Gemein- gebrauch darf mit Benutzungsgebühren belastet werden. Dies ist grundsätzlich auch im vorliegenden Fall vorgesehen. Der Gemeinderat will den Nutzern des Campingplatzes und der Trockenbootplätze den erforderlichen Parkraum auf 36 dem öffentlichen Parkplatz gegen Abgabe einer entgeltlichen Parkkarte zur Ver- fügung stellen. Allerdings muss gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Gebührenpflicht in einem formellen "Gesetz" auf Gemeindeebene festgehalten werden (vgl. Urteil BGer 2C_699/2017 v. 12.10.2018 betr. Gemeinde Reichen- burg, Erw. 8 m.H.). Das vorliegende durch den Gemeinderat und damit durch das Exekutivorgan der Gemeinde verabschiedete Parkplatzregelement sowie die ebenfalls vom Gemeinderat erlassene Parkplatzgebührenordnung (v. 28.9.2005) sind keine solche Erlasse, weshalb sie keine genügende gesetzliche Grundlage für gebührenpflichtige Überlassung öffentlicher Parkplätze an private Dauernut- zer darstellen. Die mit der Baubewilligung vorgesehene Bereitstellung von Daue- rparkplätzen für die Nutzer des Campingplatzes und der Trockenbootplätze ge- gen Abgabe einer (gebührenpflichtigen) Parkkarte kann mithin nur in einem Re- glement vorgesehen werden, welches von der Gemeindeversammlung geneh- migt worden ist und dadurch ein Gesetz im formellen Sinn darstellt. Nachdem ak- tuell kein den formellen Anforderungen einer gesetzlichen Grundlage genügen- des Parkierungs- und Gebührenreglement vorliegt, welche Grundlage für die mit der Baubewilligung vorgesehene dauerhafte Parkplatznutzung durch die Nutzer des Campingplatzes und der Trockenbootplätze des Seemattparkes darstellt, sind nicht genügend Abstellflächen für die projektierten Nutzungen des Seematt- parkes ausgewiesen. Auf dem Areal des Seemattparkes sind lediglich zwei Parkplätze ausgewiesen, welche nicht für den Bedarf der weiteren Nutzungen (Restaurant, Gewerbe, Seebad) bestimmt sind. Diese zwei Parkplätze genügen offensichtlich nicht, um den Bedarf von sechs Campingplätzen und mehreren Trockenbootplätzen abzudecken. Die fehlenden Parkflächen für die Nutzer des Campingplatzes und der Trocken- bootplätze stellen keinen untergeordneten Mangel dar, welcher im Rahmen die- ses Verfahrens mittels Auflage oder Nebenbestimmung geheilt werden könnte. Die Baubewilligung ist deshalb auch wegen fehlendem Nachweis genügender Parkflächen aufzuheben. Wird am Projekt festgehalten, wird die Gemeindever- sammlung neben einer Zonenplanänderung auch ein entsprechendes Parkie- rungsreglement, welches Grundlage für die dauerhafte Nutzung der Parkflächen durch bestimmte Nutzer des Seemattparkes darstellt, zu genehmigen haben. 10.1Die Beschwerdeführer rügen sinngemäss einen ungenügenden Lärmschutz in Bezug auf das geplante Restaurant sowie in Bezug auf den Gewerberaum. Bezüglich des Restaurants bemängeln sie, dass der Erlass eines Benutzungsre- glementes erforderlich sei, dessen Inhalt jedoch noch unbekannt sei. Die tatsäch- lichen Lärmimmissionen seien daher unbekannt und die Baubewilligung deshalb aufzuheben. In Bezug auf den geplanten Gewerberaum wird beanstandet, dass 37 diesbezüglich eine Lärmbeurteilung ausgeblieben sei (aufgrund der noch nicht feststehenden Nutzung) und diese Frage auf ein späteres, separates Baubewilli- gungsverfahren verschoben werde, was nicht zulässig sei. 10.2Der Regierungsrat hat im Entscheid vom 15. Mai 2018 in Bezug auf die Frage der Lärmimmissionen festgehalten, die Vorinstanzen hätten die Frage ab- zuklären, ob die geplanten Anlagen bestehende oder neue Anlagen im Sinne der Lärmschutzgesetzgebung seien. Zudem seien die von den Beschwerdeverfahren von den Beschwerdeführern vorgebrachten Einwände gegen die Lärmprognose vom 11. März 2015 nochmals zu überprüfen. Insbesondere sei die Frage zu klären, ob die Lärmimmissionen des Gewerberaumes (mit noch unbekannter Nutzung) korrekt berücksichtigt worden seien (Erw. 9.5). Im Rahmen der Neubeurteilung des Bauprojektes gelangte das AfU im Gesam- tentscheid des ARE vom 6. Juni 2019 zum Schluss, dass es sich beim Seebad mit den dazugehörenden Anlagen (Kiosk, Parkplatz, Campingplatz, Sanitärräu- me) um eine altrechtliche Anlage handle. Diese habe die Immissionsgrenzwerte einzuhalten. Beim Restaurant mit Aussenterrasse handle es sich um eine Neuan- lage, weshalb diese Anlage die Planungswerte einzuhalten habe. Die Lärmpro- gnose vom 11. März 2015 mit Ergänzung vom 14. Dezember 2018 sei in diesen beiden Punkten korrekt und die Würdigung der Prognose ergebe, dass die Grenzwerte eingehalten werden könnten. Auch die weiteren Ergebnisse der Lärmprognose vom 11. März 2015 und der Ergänzungen vom 14. Dezember 2018 seien korrekt. Alle massgeblichen Lärmquellen würden beurteilt. Weiter hielt das AfU fest, dass in der massgeblichen Empfindlichkeitsstufe II keine störenden Betriebe zugelassen seien. Daraus ergebe sich, dass die Nutzung des Gewerberaumes im Normalfall zu keinen übermässigen Emissionen führen wer- de. Auf eine Lärmbeurteilung könne jedoch im jetzigen Zeitpunkt verzichtet wer- den. Die lärmschutzrechtliche Abklärung sei vorzunehmen, sobald die Nutzung bekannt sei. Im angefochtenen Entscheid vom 28. April 2020 setzt sich der Regierungsrat ausführlich mit der Frage der Lärmimmissionen auseinander (Erw. 6). Er bestätigt zunächst die Auffassung des AfU, dass es sich beim Seebad mit all seinen da- zugehörenden Anlagen (inkl. Beachvolleyballfeld) um eine bestehende Anlage handle, welche infolge der geplanten wesentlichen Änderung die Immissions- grenzwerte einzuhalten habe. Diese würden gemäss der Lärmprognose vom 11. März 2015 und der Ergänzung vom 14. Dezember 2018 - auf welche abge- stellt werden könne - eingehalten. Das Beachvolleyballfeld würde im Übrigen auch die strengeren Planungsrichtwerte einhalten. In Bezug auf das geplante Restaurant ging der Regierungsrat übereinstimmend mit dem AfU von einer 38 Neuanlage aus. Die Einhaltung der Planungswerte wurde dabei gestützt auf die Vollzugshilfe cercle bruit zur "Ermittlung und Beurteilung der Lärmbelastung durch den Betrieb öffentlicher Lokale" geprüft. Auch in Berücksichtigung der von der Terrasse ausgehenden Emissionen würden die Planungswerte bei sämtli- chen angrenzenden Gebäude sowohl tagsüber als auch in der Nacht eingehal- ten. Auflageweise werde zudem der Erlass eines Benutzungsreglements ver- langt, wodurch dem Vorsorgeprinzip ausreichend Rechnung getragen werde. In Bezug auf die Einhaltung der lärmrechtlichen Vorgaben durch die Nutzung des Gewerberaumes wurde auf das separat durchzuführende Baubewilligungsverfah- ren verwiesen. 10.3Wie bereits in Erw. 8.1 dargelegt, wird in der Baubewilligung in Bezug auf die Nutzung des Gewerberaumes im Dispositiv festgehalten, dass für dessen Nutzungsfreigabe vorgängig das Baubewilligungsverfahren durchzuführen ist. Zur Rechtmässigkeit dieses Vorgehens kann auf die Erw. 8.3 verwiesen werden. Indem der Gemeinderat für die Nutzung des Gewerberaumes die separate Durchführung eines Bewilligungsverfahrens verlangt, wird auch eine Beurteilung möglicher Lärmemissionen durch die Gewerbenutzung vorbehalten und die Beur- teilung der Einhaltung der Grenzwerte bei Kenntnis der konkreten Nutzung ga- rantiert. Durch dieses Vorgehen erwächst den Beschwerdeführern grundsätzlich kein Rechtsnachteil. In den Ergänzungen der Lärmprognose vom 14. Dezember 2018 wird im Übrigen nachvollziehbar darauf hingewiesen, dass weitere Ab- klärungen in Form eines Lärmgutachtens praxisgemäss erst dann gemacht wür- den, wenn ein potentiell lärmverursachender Mieter bekannt sei. 10.4Soweit die Beschwerdeführer beanstanden, dass gemäss der Baubewilli- gung in Bezug auf die Nutzung des Restaurants der Erlass eines Nutzungsre- glements erforderlich sei und der Inhalt dieses Reglementes nicht bekannt sei, weshalb diesbezüglich die Lärmimmissionen noch gar nicht beurteilt werden könnten, ist auf die korrekte Feststellung des Regierungsrates zu verweisen, dass gemäss der Lärmprognose die Planungswerte auch ohne ein entsprechen- des Reglement eingehalten würden (vgl. Lärmprognose v. 11.3.2015 S. 8). Mit dem Erlass eines Betriebsreglementes wird in noch weitergehendem Umfang dem Vorsorgeprinzip Rechnung getragen. Unter diesen Voraussetzungen ist es zulässig, den Erlass erst vor Inbetriebnahme vorzusehen, zumal die massgeben- den Fixpunkte bereits in der Baubewilligung festgehalten werden (kein Betrieb von Montag bis Samstag von 22.00 bis 06.00 Uhr bzw. Sonntag bis 07.00 und ab 20.00 Uhr). 39 11.Zusammenfassend ist die Beschwerde gutzuheissen und die Baubewilli- gungen des Gemeinderates Lauerz vom 10. Juli 2019 sowie der angefochtene Regierungsratsentscheid werden aufgehoben. 11.1Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des regierungsrätlichen Beschwerdeverfahrens von Fr. 3'000.-- neu vollumfänglich der Gemeinde Lauerz aufzuerlegen. Des Weiteren ist den beanwalteten Beschwerdeführern zu Lasten der Gemeinde Lauerz für das regierungsrätliche Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) zuzusprechen. 11.2Die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens von insgesamt Fr. 3'000 .-- (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) sind je zur Hälfte (Fr. 1'500.--) der Gemeinde Lauerz sowie dem Kanton aufzuerlegen (§ 72 Abs. 2 VRP). Zudem ist den beanwalteten Beschwerdeführern eine Parteientschädigung zuzusprechen (§ 74 Abs. 1 und 2 VRP). Diese wird in Beachtung des kantonalen Gebührentarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975, welcher für das Honorar im Verfahren vor Verwaltungsgericht in § 14 einen Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht, und unter Beachtung der in § 2 GebTRA enthaltenen Kriterien, in Ausübung des pflichtgemässen Ermessens auf insgesamt Fr. 3'000 .-- (inkl. MwSt und Barauslagen) festgelegt. Hiervon gehen je die Hälfte (Fr. 1'500.--) zu Lasten der Gemeinde Lauerz sowie des Kantons. 40 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Regierungsratsentscheid Nr. 303/2020 vom 21. April 2020 sowie die Baubewilligungen des Gemein- derates Lauerz vom 10. Juli 2019 und die Gesamtentscheide des ARE vom 6. Juni 2019 werden aufgehoben. 2.1 Die Verfahrenskosten des regierungsrätlichen Verfahrens von insgesamt Fr. 3'000-- werden neu der Gemeinde Lauerz auferlegt. 2.2 Die Gemeinde Lauerz hat den Beschwerdeführern für das regierungsrätli- che Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'000 .-- (inkl. Barauslagen und MwSt) auszurichten. 3. Die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) werden auf Fr. 3'000.-- festgesetzt und je zur Hälfte der Gemeinde Lauerz und dem Kanton auferlegt. Der von den Beschwerdeführern am 22. Mai 2020 geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 2'500.-- ist ihnen aus der Gerichtskasse zurückzuerstatten. Die Gemeinde Lauerz hat ihren Anteil von Fr. 1'500.-- innert 30 Tagen seit Zu- stellung auf das Postkonto Nr. 60-22238-6 des Verwaltungsgerichts zu überweisen. Auf das Inkasso des Anteils des Kantons wird verzichtet. 4. Den Beschwerdeführern wird eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 3'000.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) zugesprochen, welche zur Hälfte zu Lasten der Gemeinde Lauerz und zur anderen Hälfte zu Lasten des Kantons geht. 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau- sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 41 6. Zustellung an: - den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (2/R) - den Gemeinderat Lauerz (R) - den Regierungsrat - das Sicherheitsdepartement, Rechts- und Beschwerdedienst (EB) - und das kantonale Amt für Raumentwicklung (EB). Schwyz, 16. November 2020 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 20. November 2020