<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00353</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204597&amp;W10_KEY=4467140&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00353</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.11.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 02.05.2005 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Niederlassungsbewilligung und Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Widerruf einer Niederlassungsbewilligung (Falschangaben; Verschweigen wesentlicher Tatsachen)<br/><br/>Auf die Beschwerde ist einzutreten, soweit der Widerruf der Niederlassungsbewilligung beanstandet wird, nicht jedoch soweit die Bewilligung des Familiennachzugs beantragt wird, da dem Bf die Niederlassungsbewilligung zu Recht entzogen wurde, weshalb der Anspruch auf Familiennachzug von vornherein entfällt (E. 1). Voraussetzungen für den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung aufgrund von Falschangaben oder wissentlichem Verschweigen wesentlicher Tatsachen (E. 2.1). Der Bf war in seiner Heimat verheiratet und hatte vorerst zwei Kinder. Er liess sich nach islamischem Recht scheiden ("Verstossung"). Dennoch gab er im Asylverfahren an, ledig und kinderlos zu sein. Anlässlich seiner Eheschliessung mit einer eingebürgerten Schweizerin gab er die eidesstattliche Erklärung ab, noch nie verheiratet gewesen zu sein. Die pakistanische Scheidung wäre in der Schweiz nicht zu anerkennen gewesen, da sie dem schweizerischen Ordre public widerspricht. Nur gestützt auf die Ehe mit einer Schweizer Bürgerin wurde dem Bf der Aufenthalt und später - kurz nach der Scheidung von der Schweizer Ehefrau - die Niederlassung bewilligt. Der Widerrufsgrund nach Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG ist gegeben (E. 2.2). Der Widerruf erweist sich als verhältnismässig, da der Bf nicht gutgläubig gewesen sein konnte und planmässig vorging. Die Rückkehr nach Pakistan ist dem Bf zumutbar (E. 2.4).<br/>Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHE IM HEIMATLAND">EHE IM HEIMATLAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FALSCHAUSKUNFT">FALSCHAUSKUNFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTER GLAUBE">GUTER GLAUBE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORDRE PUBLIC">ORDRE PUBLIC</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLANMÃSSIGKEIT">PLANMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHWEIZER EHEFRAU">SCHWEIZER EHEFRAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDEN">VERSCHULDEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHWEIGEN">VERSCHWEIGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSTOSSUNG">VERSTOSSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WESENTLICHE TATSACHE">WESENTLICHE TATSACHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 3 Abs. 2 ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 Abs. 1 ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 17 Abs. 2 ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. 1 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 27 Abs. 1 IPRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>A, geboren am 1959, pakistanischer StaatsangehÃ¶riger, hatte 1981 in Pakistan C geheiratet. Aus der Ehe gingen in den Jahren 1987 und 1990 vorerst zwei Kinder hervor. A reiste Ende 1990 in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Im Asylverfahren gab er regelmÃ¤ssig an â unter anderem auch gegenÃ¼ber der Fremdenpolizei (heute: Migrationsamt) des Kantons ZÃ¼rich â, er sei ledig und kinderlos. Das Asylgesuch wurde im Sommer 1993 abgewiesen; der Entscheid erlangte Ende September jenes Jahres Rechtskraft. 1993 heiratete A die aus Thailand stammende Schweizerin D, nachdem er im Vormonat die eidesstattliche ErklÃ¤rung abgegeben hatte, er sei nie verheiratet gewesen. Die Fremdenpolizei des Kantons ZÃ¼rich erteilte ihm eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau. Die kinderlos gebliebene Ehe mit D wurde 1998 rechtskrÃ¤ftig geschieden. A stellte am 14. Oktober und 3. November 1998 Gesuche um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich. In beiden Gesuchen liess er seine FamilienangehÃ¶rigen in Pakistan unerwÃ¤hnt, wobei er nicht ausdrÃ¼cklich danach gefragt wurde. Die Erteilung der Niederlassungsbewilligung erfolgte am 4. Dezember 1998. 2000 wurde in U/Pakistan ein gemeinsamer Sohn von A und C geboren.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>A soll gemÃ¤ss pakistanischen Urkunden seine Ehe mit C durch einseitige Verstossung 1990 aufgelÃ¶st und seine erste Ehefrau 2000 in Pakistan erneut geheiratet haben, wÃ¤hrenddem C zwischen 1993 und 1995 mit einem anderen Mann verheiratet gewesen sein soll. Nach Angaben der schweizerischen Botschaft in Islamabad waren die Urkunden gefÃ¤lscht und konnten daher nicht beglaubigt werden.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 29. November 2001 stellte A beim Migrationsamt ein Nachzugsgesuch fÃ¼r seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder. Das Migrationsamt erwog in seiner VerfÃ¼gung vom 24. Januar 2003, die Niederlassung kÃ¶nne widerrufen werden, wenn sie durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen erschlichen worden sei. Die erste Ehe von A sei nie rechtsgÃ¼ltig geschieden worden; seine Ehe mit D sei aufgrund einer wahrheitswidrigen eidesstattlichen ErklÃ¤rung geschlossen worden; er habe die BehÃ¶rden jahrelang Ã¼ber seine ZivilstandsverhÃ¤ltnisse getÃ¤uscht. Sein Verhalten sei mit dem schweizerischen Ordre public nicht vereinbar und zudem krass rechtsmissbrÃ¤uchlich; er habe Ã¼ber Jahre hinweg planmÃ¤ssig das Ziel verfolgt, eine Niederlassungsbewilligung zu erlangen, um dann seine pakistanische Familie nachziehen zu kÃ¶nnen. Das Migrationsamt widerrief die Niederlassungsbewilligung und lehnte das Familiennachzugsgesuch ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Gegen die VerfÃ¼gung des Migrationsamtes liess A Rekurs erheben und beantragen, der Entscheid sei aufzuheben und zudem der Familiennachzug zu gewÃ¤hren. Der Regierungsrat wies das Rechtsmittel mit Beschluss vom 23. Juni 2004 ab und be­stÃ¤tigte den Widerruf der Niederlassungsbewilligung, da die Voraussetzungen von Art. 9 Abs. 4 lit. a des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) erfÃ¼llt seien. Eine RÃ¼ckkehr nach Pakistan sei A auch zumutbar, da er den grÃ¶ssten Teil seines Lebens dort verbracht habe und seine Familie sich noch nie in der Schweiz aufgehalten habe.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 9. September 2004 liess A Beschwerde vor Verwaltungsgericht fÃ¼hren und folgende AntrÃ¤ge stellen:</span></p> <p class="EinzugZitat">" 1. Es seien die VerfÃ¼gung der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) vom 24. Januar 2003 und der Beschluss des Regierungsrates vom 23. Juni 2004 aufzuheben und es sei C, geb. 1962, E, geb. 1990 und F, geb. 2000, die Bewilligung zur Einreise sowie zum Aufenthalt resp. zur Niederlassung im Kanton ZÃ¼rich zu erteilen.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">2.<span> </span>Es sei dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren vor Regierungsrat sowie das vorliegende Beschwerdeverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">3.<span> </span>Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="MsoNormal">Die Staatskanzlei beantragte namens des Regierungsrats Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>§ 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) gestattet die Beschwerde beim Verwaltungsge­richt auf dem Gebiet der Fremdenpolizei, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht. Dies ist der Fall bei Entscheiden Ã¼ber den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 [OG]). Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist insoweit auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer richtet seine Beschwerde zudem gegen den verweigerten Familiennachzug fÃ¼r seine Ehefrau und die noch minderjÃ¤hrigen Kinder. Hier ist die Beschwerde nur zulÃ¤ssig, sofern der oder die auslÃ¤ndische StaatsangehÃ¶rige einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch auf Erteilen einer Bewilligung hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG; BGE 128 II 145 E. 1.1.1). Einen solchen Anspruch verleihen Art. 17 Abs. 2 ANAG, Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101) sowie Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (SR 101) Ehegatten und ledigen Kindern unter 18 Jahren von hier niedergelassenen und daher gefestigt anwesenheitsberechtigten Personen mit auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit bei ErfÃ¼llen weiterer Bedingungen (vgl. BGE 127 II 60 E. 1, 129 II 249 E. 1 f.). Wie sich sogleich zeigt, erfolgte jedoch der Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu Recht. Deshalb entfÃ¤llt ein Anspruch auf Familiennachzug zum vornherein und kann auf den entsprechenden Antrag nicht eingetreten werden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligung lassen sich kraft Art. 9 Abs. 2 bzw. 4 je lit. a ANAG widerrufen, "wenn der AuslÃ¤nder sie durch falsche Angaben oder wissentli­ches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat" (RB 1999 Nr. 41 E. 1; Marc Spescha/Peter StrÃ¤uli, AuslÃ¤nderrecht, 2. A., ZÃ¼rich 2004, S. 58 f.; Andreas ZÃ¼nd, Beendigung der Anwesenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: Peter Uebersax et al. [Hrsg.], AuslÃ¤n­derrecht, Basel etc. 2002, S. 207 ff., Rz. 6.16 f. â alles mit Hinweisen, auch zu den folgenden beiden AbsÃ¤tzen).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Das TÃ¤uschen der BewilligungsbehÃ¶rde hat absichtlich erfolgt zu sein, wobei Eventualvorsatz genÃ¼gt. Nicht zwingende Voraussetzung bildet, dass bei richtigen Angaben eine Bewilligung verweigert worden wÃ¤re; immerhin muss es sich um wesentliche Tatsachen handeln, das heisst solche, die den behÃ¶rdlichen Entscheid Ã¼berhaupt zu beeinflussen vermochten (vgl. auch BGr, 20. Juni 2002, 2A.57/2002, E. 2.2, und 21. November 2003, 2A.551/2003, E. 2.1, mit Hinweis â beides unter www.bger.ch).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG ist der AuslÃ¤nder verpflichtet, der BehÃ¶rde wahrheitsgetreu Ã¼ber alles Auskunft zu geben, was fÃ¼r den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann. Hiervon ist er selbst dann nicht befreit, wenn die FremdenpolizeibehÃ¶rde die fragliche Tatsache bei gebotener Sorgfalt selbst hÃ¤tte ermitteln kÃ¶nnen. Wesentlich sind dabei nicht nur UmstÃ¤nde, nach denen die Fremdenpolizei ausdrÃ¼cklich fragt, sondern auch solche, von denen der Gesuchsteller wissen muss, dass sie fÃ¼r den Bewilligungsentscheid relevant sind. Dazu gehÃ¶rt etwa die Absicht der Nichtfortsetzung der bisherigen bzw. der BegrÃ¼ndung einer neuen Ehe. Ein Erschleichen der Niederlassungsbewilligung kann nach der bundesgerichtlichen Praxis auch darin liegen, dass die Angaben, auf die sich die BehÃ¶rden bei der seinerzeitigen Erteilung der Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt hatten oder die bei spÃ¤teren VerlÃ¤ngerungen der Aufenthaltsbewilligung oder bei Erteilung der Niederlassungsbewilligung mangels anderer Angaben immer noch als massgebend betrachtet werden durften, falsch oder unvollstÃ¤ndig waren (dazu BGr, 21. November 2003, 2A.551/2003, E. 2.1, mit Hinweisen, www.bger.ch).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer machte die falschen Angaben im Asylverfahren unbestrittenermassen absichtlich, da er sich bessere Erfolgschancen ausrechnete. StÃ¤rker ins Gewicht als die unwahren Aussagen im Asylverfahren fallen jedoch die Angaben im Ehevorbereitungsverfahren: Am 17. August 1993 gab der BeschwerdefÃ¼hrer eine eidesstattliche ErklÃ¤rung vor dem Notariat X ab und erklÃ¤rte, er sei noch nie verheiratet gewesen, obwohl er sogar auf die strafrechtlichen Folgen einer Falschbeurkundung hingewiesen worden war. Nur aufgrund dieser ErklÃ¤rung konnte er die Ehe mit D schliessen und wiederum gestÃ¼tzt darauf eine Aufenthaltsbewilligung erlangen. HÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer nÃ¤mlich seinen Zivilstand korrekt angegeben, so wÃ¤re eine Scheidungsurkunde einzureichen gewesen, da eine vorbestehende Ehe ein Ehehindernis darstellt (Art. 96 des Zivilgesetzbuchs). Die einseitig durch den Ehemann erfolgte Scheidung nach islamischem Recht ("Verstossung") widerspricht jedoch dem materiellen schweizerischen Ordre public gemÃ¤ss Art. 27 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Dezember 1987 Ã¼ber das Internationale Privatrecht (SR 291, vgl. dazu BGE 103 Ib 69 E. 3a, 122 III 344 E. 3b). Dem pakistanischen Entscheid vom 5. Januar 1991 wÃ¤re somit die Anerkennung zu versagen gewesen, was der BeschwerdefÃ¼hrer verkennt. Unerheblich ist deshalb, ob es sich dabei um eine FÃ¤lschung handelt oder nicht. Der BeschwerdefÃ¼hrer erhielt damals nur aufgrund der â an sich ungÃ¼ltigen â Ehe mit einer Schweizer BÃ¼rgerin gestÃ¼tzt auf Art. 7 Abs. 1 ANAG eine Aufenthaltsbewilligung und hÃ¤tte ansonsten die Schweiz bis Ende November 1993 verlassen mÃ¼ssen, nachdem sein Asylgesuch rechtskrÃ¤ftig abgewiesen worden war. Mit seinen Falschangaben in einem entscheidwesentlichen Punkt (Zivilstand) erschlich sich somit der BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 7 Abs. 1 ANAG. Die Niederlassungsbewilligung wurde ihm wiederum nur gestÃ¼tzt auf die jeweils verlÃ¤ngerte Aufenthaltsbewilligung und den damit verbundenen ordnungsgemÃ¤ssen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren (Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG) erteilt, weshalb Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG klarerweise erfÃ¼llt ist.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>AnzufÃ¼gen bleibt, dass entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers auch die Unterlassung der ErwÃ¤hnung seiner FamilienangehÃ¶rigen in Pakistan im Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung negativ ins Gewicht fÃ¤llt. Die BehÃ¶rde konnte keine Kenntnis Ã¼ber die Kinder aus erster Ehe haben â zumal der BeschwerdefÃ¼hrer nach eigenen Angaben nie verheiratet war â, und der BeschwerdefÃ¼hrer wurde im Formular ausdrÃ¼cklich darauf hingewiesen, dass wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen den Widerruf einer erteilten Bewilligung zur Folge haben kÃ¶nne. Der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤re verpflichtet gewesen, seine in der Heimat zurÃ¼ckgelassenen Kinder zu erwÃ¤hnen, und zwar umso mehr im Hinblick auf einen spÃ¤teren Nachzug der Kinder.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der vorinstanzliche Entscheid ist somit nicht zu beanstanden; auf die Aus­fÃ¼hrungen der Vorinstanz lÃ¤sst sich nach § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG im Ãbrigen zustimmend verweisen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung muss verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein; den Verwaltungsinstanzen kommt bei diesem Punkt ein gewisses Ermessen zu (BGr, 11. September 2003, 2A.399/2003, E. 2.2.3, mit Hinweis, www.bger.ch). Dessen AusÃ¼bung Ã¼berprÃ¼ft das Verwaltungsgericht laut § 50 VRG in Verbindung mit Art. 98a sowie 104 OG nur auf Ãberschreiten oder Missbrauch hin. Beim Ermessensent­scheid analog Art. 11 Abs. 3 ANAG gilt es sinngemÃ¤ss auch Art. 16 Abs. 3 der Voll­ziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (SR 142.201) anzuwenden. Danach erscheinen namentlich als wichtig: "die Schwere des Verschuldens des AuslÃ¤nders; die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz; die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile" (Satz 1); allenfalls genÃ¼gt eine Verwarnung (Satz 2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Der angefochtene Entscheid bejaht auch die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des Bewilligungs­widerrufs durch die Beschwerdegegnerin. Vorab lÃ¤sst sich darauf wiede­rum beipflichtend verweisen.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.4.1 </span></b><span>FÃ¼r den Widerruf einer Bewilligung kommt es innerhalb der bereits dargelegten Krite­rien stark auf den guten oder bÃ¶sen Glauben der berechtigten Person an (vgl. BGE 112 Ib 473 E. 5b ff.; Alain Wurzburger, La jurisprudence rÃ©cente du Tribunal fÃ©dÃ©ral en matiÃ¨re de police des Ã©trangers, Bern 1997, S. 60 f.; ferner BGr, 16. MÃ¤rz 2000, 2A.366/1999, E. 3c, www.bger.ch). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz vertritt zu Recht die Auffassung, aufgrund der Abfolge der Geschehnisse werde ein Verdacht auf zweckgerichtetes, rechtsmissbrÃ¤uchliches Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers begrÃ¼ndet. ZunÃ¤chst erschlich sich der BeschwerdefÃ¼hrer durch eine unzulÃ¤ssige Heirat mit einer Schweizer BÃ¼rgerin eine Aufenthaltsbewilligung. Kurz nach Ablauf der FÃ¼nfjahresfrist gemÃ¤ss Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG stellte der BeschwerdefÃ¼hrer ein Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung; nur zwei Wochen spÃ¤ter erfolgte die rechtskrÃ¤ftige Scheidung seiner Ehe mit einer Schweizerin. Aus der Ehe gingen keine Kinder hervor. Bereits zwei Jahre spÃ¤ter gebar C das gemeinsame Kind F. Aus all diesen UmstÃ¤nden kann nicht mehr auf die GutglÃ¤ubigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers geschlossen werden. Vielmehr erscheint sein Vorgehen als planmÃ¤ssig, wie die Vorinstanz zu Recht feststellte.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.4.2 </span></b><span>Sodann erscheint eine RÃ¼ckkehr nach Pakistan dem BeschwerdefÃ¼hrer auch zumutbar. Zwar hÃ¤lt er sich seit 14 Jahren in der Schweiz auf, davon drei Jahre als Asylbewerber. Er ist jedoch bereits 45-jÃ¤hrig und lebte â soweit ersichtlich â weitgehend in seiner Heimat, bevor er in die Schweiz gelangte. Dort besuchte er auch die Schulen und Ã¼bernahm das GeschÃ¤ft seines Vaters. Insgesamt verbrachte er somit eine erheblich lÃ¤ngere Zeit in Pakistan als in der Schweiz. Aufgrund der Familienbande ist auch nicht davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer den Kontakt zu Pakistan verloren hÃ¤tte; dies wird denn auch nicht behauptet. Anzeichen fÃ¼r eine besonders intensive Integration des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz sind nicht ersichtlich. Die FamilienangehÃ¶rigen des BeschwerdefÃ¼hrers haben ferner â abgesehen vom Kontakt zum BeschwerdefÃ¼hrer â keine Beziehungen zur Schweiz und hielten sich noch nie hier auf. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu bejahen. Es liegt keine ErmessensÃ¼berschreitung der verfÃ¼genden BehÃ¶rde vor, weshalb auch der vorinstanzliche Entscheid nicht zu beanstanden ist. Im Ãbrigen ist auch an dieser Stelle auf die zutreffenden AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz zu verweisen (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der BeschwerdefÃ¼hrer kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ProzessentschÃ¤digung steht ihm nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer steht betreffend den Widerruf seiner Niederlassungsbewilli­gung die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht offen (vgl. oben 1 Abs. 1).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Indem die Kammer vom fehlenden Anspruch auf Familiennachzug ausgegangen ist (vgl. oben 1 Abs. 2), hat sie bereits die Frage verneint, ob sich insofern eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erheben lasse. Die Verletzung eines behaupteten Anspruchs mÃ¼sste prinzipiell trotzdem im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beanstandet werden (BGE 127 II 161 E. 1b; siehe ferner E. 3b hinsichtlich der RÃ¼ge, der vorangegangene kantona­le Sachentscheid habe Verfahrensgarantien verletzt), hier allerdings nur, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer auch den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung ans Bundesgericht weiterziehen sollte, ansonsten die Anspruchsgrundlage fÃ¼r den Familiennachzug schon definitiv entfallen wÃ¤re.</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Im Sinn der ErwÃ¤gungen kann gegen diesen Entscheid innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>