Entscheid des Kantonsgerichts Basel - Landschaft, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht vom 14. November 2018 (810 18 60) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Direkte Bundessteuer 2015 / Steuerrechtlicher Wohnsitz Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov , Kantonsrichter Markus Clausen , Hans Furer , Claude Jeanneret , Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiber Sandro Jaisli Beteiligte A. A. ____ und B. A. ____ , vertreten durch Dr. Patrick Sutter , Rechts - anwalt g egen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel - Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Kreuzbodenweg 1 , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Steuerverwaltung des Kantons Basel - Landschaft , Rechtsdienst , Rheinstrasse 33, Postfach , 4410 Liestal , Beschwerdegegnerin Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV , Eigerstrasse 65, Postfach , 3003 Bern , Beigeladene Betreff Direkte Bundessteuer 2015 (Entscheid der Abteilung Steuergericht vom 3. November 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Schreiben vom 7. März 2017 teilte die Steuerverwaltung des Kantons Schwyz A.A.____ und B.A.____ mit, dass sie sich aufgrund einer Kontrolle gezwungen sehe, die Vera n- lagungsverfügung 2015 für die kantonalen und die direkten Bundessteuern zu widerrufen. B. Am 24. April 2017 veranlagte die Steuerverwaltung des Kantons Basel - Landschaft (Steuerverwaltung) das Ehepaar A.A.____ und B.A.____ für die Staats - und die direkte Bu n- dessteuer 2015. Dagegen liessen die Eheleute am 18. Mai 2017 Einsprache erheben. Sie machten hauptsächlich geltend, ihr Wohnsitz habe sich per Ende Dezember 2015 in B .____ im Kanton Schwyz befunden. Es sei daher dem Kanton Schwyz mitzuteilen, dass dieser den W i- derruf vom 7. März 2017 aufheben und eine bereinigte Veranlagungsverfügung senden könne. Der Kanton Basel - Landschaft habe für die Eigentumswohnung in C .____ (BL) die interkanton a- le Steuerausscheidung vorzunehmen. Die Steuerverwaltung wies die Einsprache mi t Entscheid vom 7. Juli 2017 ab. C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben A.A.____ und B.A.____ , beide vertreten durch Dr. Patrick Sutter, Advokat, am 9. August 2017 Beschwerde beim Steuer - und Entei g- nungsgericht Basel - Landschaft, Abteilung Steue r geric ht (Steuerge richt), und beantragten in Aufhebung der Veranlagungsverfügung und des Einspracheentscheides die Feststellung, dass sie per 31. Dezember 2015 aufgrund ihres steuerrechtlichen Wohnsitzes ausschliesslich im Kanton Schwyz subjektiv steuerpflichtig gewesen seien. Das Steuergericht wies die Beschwe r- de mit Entscheid vom 3. November 2017 ab. D. Gegen diesen Entscheid erhoben A.A.____ und B.A.____ , nach wie vor vertreten durch Dr. Patrick Sutter, mit Eingabe vom 23. Februar 2018 Be schwerde beim Kanton sgericht, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht) , und beantragten zusammeng e- fasst, der Entscheid des Steuergerichts in Sachen direkte Bundessteuer 2015 vom 3. No vem - ber 2017 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass der steuerrech tliche Wohnsitz der B e- schwerdeführer per 31. Dezember 2015 B .____ gewesen sei und die Beschwerdeführer damit einzig bezüglich ihrer Liegenschaft in C .____ im Rahmen der Steuerausscheidung einer obje k- tiven Steuerpflicht im Kanton Basel - Landschaft unterlägen . E . In seiner Stellungnahme vom 7. März 2018 beantragt e das Steuergericht die Abwe i- sung der Beschwerde und verwies auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids. F. Die Steuerverwaltung stellte in ihrer Vernehmlassung vom 19. März 2018 den Antrag auf Abweisung der Beschwerde. G. Mit Schreiben vom 24. April 2018 wies das Kantonsgericht die Beschwerdeführer d a- rauf hin, dass deren Fahrzeuge in der Steuererklärung 2015 nicht deklariert sind , und gewährte ihnen Frist bis zum 24. Mai 2018 zur Nachbesserun g der Steuererklärung. H . Mit Eingabe vom 23. Mai 2018 erläuterten die Beschwerdeführer den Umstand der drei in ihr em Eigentum stehenden Fahrzeuge . Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 145 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 i.V.m. § 3 der kantonalen Vollzugsverordnung zum DBG (VV DBG) vom 13. Dezember 1994 können Entscheide des Steuergerichts betreffend die direkte Bundessteuer mit Verwaltun gsgerichts beschwerde beim Kantonsgericht angefochten werden. Die form ellen Voraussetzungen nach Art. 140 ff. DBG, Art. 145 Abs. 2 DBG sowie §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozessordnung ( VPO ) vom 16. Dezember 1993 sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist . 2. Mit der Beschwerde in Steuersachen können gemäss § 45 Abs. 2 VPO alle Mängel des angefochtenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden. Das Ka n- tonsgericht prüft somit den vorliegend angefo chtenen Entscheid mit voller Kognition. 3. Strittig und zu beurteilen ist, ob die Beschwerdeführer für die Steuerperiode 2015 im Kanton Basel - Landschaft steuerpflichtig sind. 4.1 Das schweizerische Steuerrecht knüpft die subjektive Steuerpflicht grundsät zlich nicht an die Staatsangehörigkeit der steuerpflichtigen Person, sondern an deren Wohnsitz an. G e- mäss Art. 3 Abs. 1 DBG sind natürliche Personen unter anderem aufgrund persönlicher Zug e- hörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsit z oder Aufenthalt in der Schweiz haben. Der Wohnsitzbegriff ist demjenigen des Schweizerischen Zivilgesetzbuches nachgebildet, ohne dass sich diese Begriffe vollständig decken. Ob ein Wohnsitz im Sinne des Steuerrechts vorliegt oder nicht, richtet sich nac h den von den Veranlagungsbehörden vollstä n- dig zu erhebenden, äusserlich erkennbaren Umständen des Einzelfalls und damit nach objekt i- ven Kriterien ( vgl. F ELIX R ICHNER /W ALTER F REI /S TEFAN K AUFMANN /H ANS - U LRICH M EUTER , Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., Zürich 2 016, Rz. 3f. zu Art. 3 DBG). Subjektive Absichten der steuerpflichtigen Person sind nicht beachtlich, wenn sie zur tatsächlichen Gestaltung im Widerspruch stehen. Das Steuerrecht stellt folglich auf einen objektiven Wohnsitzbegriff ab ( vgl. R ICHNER /F REI /K A UFMANN /M EUTER , a.a.O., Rz. 4 zu Art. 3 DBG). 4.2 Der steuerrechtliche Wohnsitz einer Person befindet sich dort, wo sie sich in festen Wohnverhältnissen regelmässig und zusammen mit ihren Angehörigen aufhält und übernachtet, arbeitet, einen Freundes - und Bekanntenkreis unterhält und Freizeitaktivitäten unternimmt. Weisen diese einzelnen Lebensinteressen der steuerpfl ichtigen Person auf verschiedene Orte, sind sie zu gewichten und gegeneinander abzuwägen. Mit anderen Worten befindet sich der steuerrechtliche Wohnsitz einer Person dort, wo faktisch der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen liegt . Dieser bestimmt sich im Üb rigen nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstä n- de, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen, nicht nach den bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person (vgl. BGE 138 II 300 E. 3.2 ). 4.3 Das subjektive Merkmal des steuerrechtlic hen Wohnsitzes bildet die Absicht da u er n- den Verbleibens. Dabei ist von objektiven, äusseren Umständen auf innere Tatsachen zu schliessen . Subjektiv ist dabei nicht streng wörtlich zu nehmen, denn der überw i e gende Teil von Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtsprechung und Lehre stellt ni cht auf den tatsächlichen inneren Willen der steuerpflichtigen Person ab, sondern allein auf dessen Manifestation in objektiven Tatsachen ( vgl. S TEFAN O ESTERHELT / M ORITZ S EILER , in: Zweifel/Beusch [Hrsg] , Kommentar zum Schweizerischen Steuer recht, Bu n desges etz über die direkte Bundessteuer (DBG) , 3. Aufl . , Basel 2017, Rz. 15 zu Art. 3 DBG , mit Hinweisen). Blosse Willenserklärungen der steuerpflichtigen Person sind für die Begrü n dung des Wohnsitzes grundsätzlich weder ausreichend noch erforderlich (vgl. BGE 138 II 300 E. 3.2). Rein formelle Gegebenheiten wie die Hinterlegung der Schriften, die polizeil i- che An - und Abmeldung oder die Ausübung des Stimmrechts sind bloss schwache M a nifestat i- onen der Absicht dauernden Verbleibens. Sie können immerhin hilfsweise herang e z o gen we r- den, jede n falls wenn sie im Einklang zum übrigen Verhalten der steuerpflichtigen Pe r son stehen ( vgl. O ESTERHELT / S EILER , a.a.O., Rz. 21 zu Art. 3 DBG, mit Hinweisen). 4.4 Da es sich bei der Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes um eine steuerb e- gründende Tatsache handelt, trägt grundsätzlich die veranlagende Steuerbehörde die objektive Beweislast für die wohnsitzbegründenden Tatsachen wie Arbeit, familiäre Beziehungen etc. (vgl. O ES TERHELT / S EILER , a.a.O. , Rz. 62 zu Art. 3 DBG, mit Hi nweisen; R ICHNER / F REI / K AUF - MANN / M EUTER , a.a.O., Rz. 70 zu Art. 3 DBG ). Die steuerpflichtige Person ist jedoch zur Mitwi r- kung und namentlich zu umfassender Auskunftserteilung über die für die B e steuerung massg e- benden Umstände verpflichtet (vgl. BGE 138 II 30 0 E. 3.4). 4.5 Anders verhält es sich bei der Aufgabe eines Wohnsitzes während d er relevanten Ste u erperiode. Das Bundesgericht verlangt nämlich diesfalls von der steuerpflichtigen Person, die Aufgabe ihres Wohnsitzes während der relevanten Steuerperiode zu beweisen (vgl. BGE 138 II 300 E. 3.4). Als steuerbegründende Tatsachen müssten diese Tatbestandsvorausse t- zungen der subjektiven Steuerpflicht grundsätzlich von der Steuerbehörde bewiesen werden (vgl. E. 4.4 hiervor). Dieser wird nun aber gestattet, aus dem Umstand, dass die Tatbestandsv o- rausse t zungen des steuerrechtlichen Wohnsitzes in der Vorperiode (unbestrittenermassen) e r- füllt g e wesen waren, zu schliessen, dass diese Voraussetzungen auch für die in Frage stehe n- de Steuerperiode erfüllt seien (vgl. O ES TERHELT /S EILER , a.a.O. , Rz. 67 zu Art. 3 DBG). Diese ta t sächliche Vermutung sieht sich durch die allgemeine Lebenserfahrung gestützt, denn die alle r meisten Steuerpflichtigen ändern ihren Wohnsitz nicht jährlich. Ausserdem ist sie in Anb e- tracht der Natur des Veranlagungsverfahrens als Massenverfahren durchaus gerechtfertigt. Dass eine Wohnsitzverlegung stattgefunden hat, ist somit von der steuerpflicht igen Person da r- zulegen. Dazu gehört nicht nur die endgültige Lösung der Verbindungen zum bisherigen Woh n- sitz, so n dern auch die Darstellung der Umstände, welche zur Begründung des neuen Wohnsi t- zes g e führt haben (vgl. BGE 138 II 300 E. 3.4). 5.1 Die Steuer verwaltung stellt sich auf den Standpunkt, dass der steuerrechtliche Woh n- sitz der Beschwerdeführer per 31. Dezember 2015 in C .____ gewesen sei. Beim Domizil in B .____ handle es sich dagegen um ein Feriendomizil. Die Steuerverwaltung des Kantons S ch wyz habe darüber informiert, dass an der gleichen Adresse in B .____ zugleich auch eine quellenb e steue r te P erson angemeldet gewesen sei, wobei die Eigentümer der Liegenschaft die Vermi e tung bloss eines Zimmers dekla riert hätten. Deshalb habe die S chwyzer Steuerverwa l- tung die B e schwerdeführer rückwirkend aufgrund eines blossen Scheindomizils wieder aus der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Steue r pflicht genommen und die bereits ergangene Veranlagungsverfügung 2015 widerrufen. Das Hauptsteuerdomizil für das Jahr 2015 sei somit unter den involvier ten Kan tonen nicht stri t- tig . Die für die Beurteilung einer Wohnsitzverlegung notwendigen Beweise wie beispielsweise Wa s ser - und/oder Elektrizitätsrechnungen, welche einen tatsächlichen Verbrauch aufgrund e i- nes tatsächlichen Aufenthalts nachweisen würden, hätten t rotz Aufforderung seitens der Ste u- erve r waltung nicht vorgelegt werden können. Die eingereichten Wegzugs - und Anmeldebestät i- gu n gen der Gemeinden würden einen tatsächlichen dauerhaften Aufenthalt beziehungsweise eine Verlegung des Mittel punktes der Lebensint eres sen allein nicht beweisen. Beweismittel und a n dere Sachverhaltsdarstellungen, welche nicht das Steuerjahr 2015 betreffen, seien periode n- fremd und damit unbeachtlich. Dagegen sei allein schon die in casu auffallend günstige Miete von Fr. 800. - - für eine Wohnung im Steuerparadies der Schweiz Indiz genug, dass es sich um ein Scheindomizil handle . Zukünftige Absichten, den Wohnort effektiv mittels Erwerbs eines Eige n heims in der Umgebung von B .____ begründen zu wo llen, seien für das Jahr 2015 nicht mas s geblich. 5 .2.1 Auch das Steuergericht ist der Ansicht, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz der B e schwerdeführer per 31. Dezember 2015 in C .____ befunden habe. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, dass die Höhe der vereinbarten Miete für die Wohnung in B .____ nur für die Miete eines einzigen Zimmers spreche. Die Mietpreise für eine D rei - respektive Vierzi m- me r wohnung seien hingegen mehr als doppelt so hoch. Zudem hätten die Beschwerdeführer die Liegenschaft in C .____ zu keinem Zeitpunkt vermieten oder ver kaufen wol len, wodurch sie i h ren Wohnsitz in C .____ absichtlich beibehalten hätten . Hätten sie diesen definitiv aufgeben wo l len, hätten sie die Wohnung in C .____ zeitnah nach dem angeblichen Umzug nach B .____ zur Vermietung oder zum Verkauf ausschreiben mü ssen, was sie aber nicht getan hätten. Im Übr i gen sei die Wohnung in C .____ in ihrem ursprünglichen Zustand mit allen Einrichtungsg e- ge n ständen belassen worden. Damit habe ein Umzug im eigentlichen Sinne unter Mitnahme aller und nicht nur der persönlichen G egenstände gar nie stattgefunden. 5.2.2 Hinsichtlich der weiteren eingereichten Unterlagen ( insbesondere betreffend den Kauf der Webseite D .__ __ , die Gründung der E . ____ AG mit Sitz in B .____ , den Nachweis der Adressänderung bei der Krankenkasse respektive Bank sowie die eingereichten Strom - respe k- tive Erdgasabrechnungen ) hielt das Steuergericht fest, dass diese einen tatsächlichen Woh n- sitzwec h sel nicht zu beweisen vermögen. Auch Anmeldungen und Wegzugsmeldungen bei den G e meinden seien jeweils nur für sich betracht et nicht dazu geeignet, eine Wohnsitzverlegung zu beweisen. Weiter sei den eingereichten Kreditkartenabrechnungen aufgrund der Tatsache, dass die Schweiz ein kleines Land sei und damit die örtlichen Transaktionen nicht aufschlus s- reich seien, eher eine geri nge Beweiskraft zuzusprechen. Im Übrigen seien auf diesen Kredi t- kartenabrechnungen weder ein Name, eine Kreditkartennumm er noch sonst eine Information ersichtlich, welche einen konkreten Rückschluss auf die Beschwerdeführer zulassen würden. Den Fotos vom a ngeblichen Umzug von C .____ nach B .____ sei der Beweischarakter mangels Individualisierbarkeit zum vorliegenden Fall abzuerkennen. Es sei zudem eher unwahrschei n- lich, dass vom Einkauf von Möbeln in einem grossen Möbelgeschäft zufälligerweise und im Al l- tags - respektive Umzugsstress Fotos gemacht würden. Schliesslich sei auch das Mieten eines Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Transporters und der Einkauf in einem Möbelgeschäft noch kein Beweis für eine Wohnsitzve r- legung. 5.2.3 Es sei im Übrigen wenig glaubhaft, dass der Ehemann, der nach wi e vor in F .____ (BS) a n g e stellt gewesen sei, seiner Arbeit mehrheitlich von B .____ aus nachgegangen sei. Glau b haft sei einzig, dass die Beschwerdeführer wann immer möglich die Wohnung in B .____ zur Erh o lung an den Wochenenden oder in der arbeitsfreien Zeit genu tzt hätten. Da die Ehefrau im fra g lichen Zeitpunkt von ihrer Arbeitsstelle freigestellt gewesen sei, sei es auch glaubhaft, dass sie sich zur Erholung und Entspannung etwas länger als ihr Ehemann in B .____ aufgeha l- ten habe und demnach auch Einkäufe in der Umgebung oder in der Apotheke getätigt habe oder mit dem Hund zum Tierarzt gegangen sei. Dies alles beweise hingegen nicht, dass auch der Wohnsitz an den Ort der Erholung und Entspannung verlegt worden sei. Schliesslich sei festz u stellen, dass im Ausland w ohnhafte Bekannte und Freunde nicht dazu geeignet seien, eine Auskunft darüber zu erteilen, ob die Beschwerdeführer ihren Wohnsitz tatsächlich verlegt h a ben, zumal ein allfälliger Nachweis von neu geknüpften Kontakten in B .____ nicht habe vo r- g e legt werden können. Die Bemühungen der Beschwerdeführer, in B .____ eine Liegenschaft zu erwerben, seien ebenfalls als nicht ent scheid relevant zu betrachten, da aus den zahlreichen E - Mails nicht ersichtlich werde, was die Rekurrenten genau suchen. Schliesslich würden auch die nicht u m gemeldeten Fahrzeuge klar darauf hinweisen, dass der Wohnsitz sich die ganze Zeit in C .____ befunden habe. 5.3.1 Die Beschwerdeführer hielten dagegen einleitend fest, dass sich die Vorinstanz vol l- kommen verrannt habe und die Meinungen der Richter die von ihnen offerierten Beweise erse t- zen würden. Die grosse Anzahl an Belegen, welche sie auf Aufforderung der Steuerverwaltu ng hin eingereicht hätten, sei weder für die Steuerverwaltung noch für das Steuergeri cht von Int e- resse gewesen und sei im Einzelnen gar nicht gewürdigt worden. Nachdem der Ehefrau im September 2015 unter Freistellung gekündigt worden sei, hätten sie sich den lang ersehnten Traum vom Einstieg in das Weinhandelsgeschäft erfüllen wollen. Mit dieser berufl ichen Verä n- derung sei auch der Wunsch einhergegangen, sich nach vielen Jahren in d er Region Basel räu m lich zu ve r ä n dern und sich nach Z ürich zu begeben. Entsprechend hätten sie in der Reg i on Z ürich eine Liegenschaft zum Kauf oder ein Projekt zum Bau gesucht. Derweil habe die Li e ge n- schaft in B .____ als ideale Mietlokalität ab dem 1. Dezember 2015 gedient. 5.3.2 Die Beschwerdeführer führten weiter aus, dass sich die Ehefrau nach dem Umzug A n- fang Dezember 2015 ausschliesslich in B .____ aufgehalten habe. Auc h der Ehemann habe sich mehrheitlich in B .____ aufgehalten und nur noch vereinzelte Male nach langen Arbeitst a gen in C .____ übernachtet. Das Eigenheim in C .____ h ätten sie an Expats vermieten wollen, was auch beinahe funktioniert habe. Sämtliche Abmeldunge n in C .____ und Neumeldungen in B .____ ( beispielsweise Swisscom, Cablecom, Krankenkasse etc. ) seien im Verlaufe des N o- ve m bers/Dezembers 2015 vorgenommen worden. Entsprechend sei ihr Entscheid, nach B .____ zu ziehen, für sie derart klar und definitiv gewesen, d ass sie in C .____ keine Anschlü s se für TV und Telefon mehr brauchten. Es sei von ihnen nie bestritten worden, dass ihre Idee der Au f- nahme einer Selbständigkeit – wie so oft im Leben – in den Folgemonaten/ - jahren dann nicht wie 2015 geplant habe realisiert werden kö nnen. Dies insbesondere deshalb, weil einerseits der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verkä u fer der Webseite D.____ vertragsbrüchig geworden sei und andererseits sich die Situat i- on bezü g lich Kauf oder Bau einer Liegenschaft in B .____ als schwierig herausgestellt habe. Dass die Ehefrau im Jahr 2017 zur G.____ AG zurückkehrte und sie damit vorerst ihr Vorhaben aufgaben, ändere nichts daran, dass von Ende Novembe r/Anfang Dezember 2015 und das g anze Jahr 2016 in C .____ kein Familienleben stattgefunden habe . Der Sachverhalt sei ganz einfach und auch keinesfalls ungewöhnlich. 5.3.3 Schliesslich rügten die Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz die Grundsätze der B e- weiswürdigung verletzt sowie zahlreich offerierte Beweise nicht abgenommen habe. Auf der andere n Seite widerspreche sich die Vorinstanz selber, indem sie zuerst festhalte, die in casu vereinbarte Höhe des Mietzinses entspreche nur der Miete eines einzelnen Zimmers (Miete eines Scheindomizils) und anschliessend plötzlich der Meinung sei, dass vorlieg end eine glaubhafte Ferien - und Wochenendwohnung bestehe, in der man viel Zeit habe verbringen können. Auch habe die Tatsache, dass sie ihre Liegenschaft in C .____ nach ihrem Umzug nicht gleich verkauft oder tatsächlich vermietet hatten, nichts mit der Fra ge des steuerrechtlichen Wohnsitzes zu tun. Sie hätten versucht, die Liegenschaft (ausschliesslich) an Expats zu ve r mi e- ten, was auch fast geklappt habe. Andererseits seien sie aufgrund ihrer komfortablen fina n zie l- len Situation nicht auf einen sofortigen Ve rkauf respektive eine sofortige Vermietung ang e wi e- sen gewesen. Weiter seien die Argumentation und Auffassung der Vorinstanz nicht nac h vol l- ziehbar, dass die Schweiz einerseits ein kleines Land sei, in welchem man zwecks Verfä l- schung des Eindrucks bezüglich Kreditkarten verwendung hin und her reisen würde, in welchem es aber nicht glaubhaft sei, dass man einige Male pro Woche 9 0 Minuten zum Arbeitsplatz pe n- deln würde. Die Anfechtung des Widerrufs der S chwyzer Veranlagungsverfügung hätten sie im Ü b r i gen nur d eshalb unterlassen, weil sie zum damaligen Zeitpunkt keine fachliche Beratun g an ihrer Seite gehabt hätten. 6.1 Vorweg ist einerseits darauf hinzuweisen, dass das vorliegende Verfahren ausschlies s- lich die Frage nach dem steuerrechtlichen Wohnsitz der Bes chwerdeführer in der Steuerperiode 2015 (das heisst ihr en Wohnsitz per 31. Dezember 2015) betrifft , und andererseits ist festz u- ste l len, dass unter den betroffenen Kantonen diese Frage nicht strittig ist und damit keine Do p- pelbesteuerung vorliegt. Da der Ka nton S ch w yz seine Veranlagungsverfügung zurückgezogen ha t te, gehen sowohl der Kanton Basel - Landschaft als auch der Kanton S chwyz davon aus, dass die Beschwerdeführer per 31. Dezember 2015 ihren steuerrechtlichen Wohnsitz in C .____ ha t ten. Im Übrigen ist vo rab festzustellen, dass die Beschwerdeführer gemäss der bundesg e- richtl i chen Rechtsprechung (vgl. dazu E. 4.5 hiervor) darzulegen haben, dass eine Wohnsitzve r- l e gung stattgefunden hat. Dazu müssen sie insbesondere die endgültige Lösung der Verbi n- du n gen zu ih rem bisherigen Wohnsitz in C .____ darlegen. 6.2 Was die Rügen der Beschwerdeführer angeht, ist einleitend darauf hinzuweisen, dass diese insgesamt konstruiert und auf die einzelnen Einwände der Vorinstanzen abgestimmt, wi r- ken. Die Beschwerdeführer versuch en im Wesentlichen, die verschiedenen Vorbehalte der V o r - instanzen mit einer Fülle von Argumenten und Beweismitteln jeweils einzeln Punkt für Punkt zu entkräften. Ein solches Vorgehen ermöglicht es, für jedes Argument separat ein Gegenarg u- ment zu finden und dieses jeweils unabhängig und isoliert für sich betrachtet zu beweisen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Massgebend ist aber nicht eine solche isolierte Betrachtungsweise , sondern eine Gesamtb e- trachtung sämtlicher objektiver, äusserer Umstände, aus denen sich der Mittelpunkt der L e- ben s in teressen erkennen lässt (vgl. E. 4.2 hiervor). Aus dieser Gesamtbetrachtung wird aus den nachfolgenden Gründen ersichtlich, dass die Beschwerdeführer ihren steuerrechtlichen Wohnsitz per 31. Dezember 2015 in C .____ hatten. 6.3 Zwischen der grossen und luxuriösen Wohnung in C .____ und der 2.5 Zimmerwo h- nung in B .____ besteht eine augenfällige Diskrepanz. Gleichzeitig wurde die Eigentumswo h- nung in C .____ nach dem angeblich definitiven Wegzug nach B .____ weder vermietet noch verkauft. Entsprechende geg enteilige Aussagen kön nen die Beschwerdeführer objektiv nicht hinreichend nachweisen. Dagegen hatte der Ehemann, der nach wie vor in F .____ arbeitete, in der vorli e gend relevanten Zeitspanne nach eigen en Angaben zwei - bis dreimal pro Woche in C .____ in der nach wie vor vollständig eingerichteten Wohnung übernachtet. Auf der anderen Seite scheint der Mietpreis für die Wohnung in B .____ von Fr. 800. -- sehr tief und damit nicht mark t üblich. Für die geltend gemachten Umstände, welche diesen tiefen Mietpreis beg ründen sollen, liegen im Übrigen keine nachvollziehbaren Beweise vor. 6.4 Ein weiteres Indiz für die Nichtaufgabe des Wohnsitzes in C .____ per 31. Dezember 2015 bilden die nicht auf den Kanton S chwyz umgemeldeten Fahrzeuge der Beschwerdeführer. Di e se wur den im Übrigen in der Steuererklärung 2015 gar nicht deklariert, was die Beschwerd e- fü h rer auf Nachfragen des Kant onsgerichts mit Eingabe vom 23. Mai 2018 damit erklärten, dass alle in ihrem Eigentum stehenden Fahrzeuge für die Steuerperiode 2015 bereits vo llständig a b- g e schrieben gewesen seien. Der Nachweis der Wohnsitzverlegung misslingt den Beschwerd e- fü h rern ferner aufgrund der nicht bestrittenen Feststellung der Steuerverwaltung des Kantons S chwyz , dass an der Adresse der Beschwerdeführer in B .____ zuglei ch eine quellenbesteuerte Pe r son angemeldet gewesen war und die Eigentümer der fraglichen Liegenschaft in B .____ trot z dem nur die Vermietung eines Zimmers deklarierten. Dies war auch der Grund dafür, dass die Ste u erverwaltung des Kantons S chwyz die Beschwe rdeführer aufgrund eines blossen Schei n d o mizils rückwirkend wieder aus der Steuerpflicht genommen und die bereits ergangene Vera n l a gungsv erfügung 2015 widerrufen hatte. 6.5 Aus den zahlreichen weiteren eingereichten Beweismitteln wie beispielsweise Kredi t- ka r tenabrechnungen, Tierarztrechnungen, Apothekerschreiben, diverse n Swis scom - , Kranke n- ka s sen - sowie andere n Versicherungsschreiben, Arbeitgeberschreiben, Mailkorrespondenzen mit I m mobilienmaklern etc. wird ersichtlich, dass sich die Beschwerdeführer in der strittigen Zei t spa n ne möglicherweise sowohl in C .____ als auch in B .____ aufge halten haben , ohne d a- mit jedoch ihren steuerrechtlichen Wohnsitz verlegt zu haben. Der gleichzeitige respektive a l- terni e rende Aufenthalt einerseits in C .____ und andererseits in B .____ würde auch erklären, weshalb an beiden Orten Energiekosten und Wasserverbrauch entstanden sind. Die Frage kann schlus s endlich offengelassen werden, da die oben erwähnten Beweisdokumente höch s- tens Indizien dafür bilden, dass sich die Beschwerdeführe r an beiden Orten aufgehalten haben. Die lediglich behauptete definitive Aufgabe des bisherigen Wohnsi tzes in C .____ vermögen die B e schwerd e führer dagegen nicht hinreichend darzulegen. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die B e schwerdeführer nach eig enen Angaben kurze Zeit nach ihrer formellen Anmeldung Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht in B .____ bis Mitte Januar 2016 ferienhalber i m Ausland weilten. Sofern im Übrigen die eing e- reic h ten Be i lagen Beweismittel enthalten, welche den Zeitraum nach dem 31. Dezember 2015 b e treffen, sind diese periodenfremd und damit bereits aus diesem Grund für das vorliegende Ve r fahren unbeachtlich. 7. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen erweist sich die Beschwerde somit als u n- begründet und ist abzuweisen. 8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Für die Beschwerde an das Kantonsgericht als weitere kantonale Beschwerdeinstanz im Bereich der direkten Bundessteuer gelten laut Art. 145 Abs. 2 DBG die Vorschriften von Art. 140 bis Art. 144 DBG sinngemäss. Gemäss Art. 144 Abs. 1 DBG werden die Kosten der u nterliegenden Partei auferlegt. Die Höhe der Kosten des Verfahrens wird durch das kantonale Recht bestimmt (Art. 144 Abs. 5 DBG). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800. -- den unterleg e- nen Beschwerdeführ ern aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800. -- zu verrechnen. Ausgangsgemäss sind die Parteikosten wettzuschlagen (Art. 145 Abs. 2 DBG i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Verwaltungsverfa h- rensgesetzes [VwVG] vom 20. Dezember 1968). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1`800. -- werden den B e- schwerdeführern auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1`800. -- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 13. Februar 2019 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfa h- rensnummer 2C_170/2019) erhoben.