358 Spezialverwaltungsgericht 2015 66 Vereinfachtes Abrechnungsverfahren; Abzug Quellensteuer (§ 119a StG) Für kleine Arbeitsentgelte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit wird die Einkommenssteuer im Rahmen des vereinfachten Abrechnungsverfah - rens an der Quelle erhoben. Aus dem Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Steuern, vom 23. Juli 2015 in Sachen U. + A.K. (3-RV .2015.14). Aus den Erwägungen 3.2. 3.2.1. Für kleine Arbeitsentgelte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit ist die Steuer ohne Berücksichtigung der übrigen Einkünf te, allfälli- ger Berufskosten und Sozialabzüge zu einem Satz von 4.5 % an der Quelle zu er heben, wenn die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber die Steuer im Rah men des vereinfachten Abrechnungsverfahrens nach den Artikeln 2 und 3 des Bundesgesetzes über d ie Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit vom 17. Juni 2005 (Bundesgesetz über die Schwarzarbeit, BGSA) entrichtet. Der Steuerabzug tritt an die Stelle der im ordentlichen Verfahren zu veranlagenden Kantons - und Gemeindesteuern. Die Quellensteuer wird auf der Grundlage des vom Arbeitgebenden der AHV -Ausgleichskasse gemeldeten Brutto - lohnes erhoben (§ 119a StG; § 20b Abs. 1 der Verordnung über die Quellensteuer vom 22. November 2000; StE 2015 B 22.1 Nr. 8, mit Hinweis; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri - Bern 2015, § 119a StG N 3 ff.). Art. 2 BGSA bestimmt, dass die Abrechnung im vereinfachten Verfahren vorgenommen werden kann, sofern a) der einzelne Lohn den Grenzbe trag nach Art . 7 BVG nicht über steigt; b) die gesamte jährliche L ohnsumme des Betriebes den zweifa chen Betrag der maximalen jährlichen Al tersrente der AHV nicht über steigt; und c) die Löhne des gesamten Personals im vereinfachten Ver fahren abge- rechnet werden. 3.2.2. 2015 Abteilung Steuern 359 Der Grenzbetrag nach Artikel 7 BVG lag im Jahr 20 11 bei CHF 20'880.00 (Art. 5 der Verordnung über die berufliche Alters -, Hinterlassenen und Invalidenvorsorge [BVV 2] vom 18. April 1984, Stand 1. Januar 2011). 3.3. 3.3.1. V orliegend ist unbestritten, dass die V oraussetzungen für das vereinfachte Abrechnungsverfahren erfüllt sind (vgl. auch "Nachweis über abge rechnete Quellensteuern" pro 2011 der SV A Aarau vom 27. Februar 2012). Die Quellensteuer von gesamthaft 5 % (§ 119a Abs. 1 StG; Art. 37a Abs. 1 DBG) wurde vom Bruttolohn der Re - kurrentin von CHF 2 0'571.60 ebenso wie die Sozialversiche rungs- beiträge in Abzug gebracht (Lohnabrechnung 2011). 3.3.2. In der Erfolgsrechnung der Einzelfirma wurden als Personalauf- wand unter anderem der Ne ttolohn der Rekurrentin von CHF 21'000.00 und die Quellensteuer v on CHF 1'028.60 verbucht. Da der Nettolohn die Quellensteuer nicht enthält – mithin der um die Quellensteuer reduzierte Lohn verbucht wurde –, erfolgte keine doppelte Erfassung als Aufwand und die Buchhaltung erweist sich in diesem Punkt als korrekt. 67 Aktenaufbewahrung/Aktenvernichtung; Zuständigkeit (§ 167 Abs. 1 StG). Über das Gesuch um Aktenvernichtung hat das Gesamtgericht zu ent - scheiden. Keine Vernichtung von anlässlich eines Augenscheines aufge - nommenen Fotografien vor Ablauf der Aufbewahrungsfrist. Aus dem Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Steuern, vom 10. Februar 2015 in Sachen J.D. (3-RV .2015.9).