Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. November 2018 (720 17 273 / 315) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund eines Gerichts- gutachtens; ein weiterer Abklärungsbedarf (neuropsychologische Begutachtung, EFL) besteht nicht Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Beat Hersberger, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Jan Herrmann , Recht s- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1961 geborene A.____ war als selbständiger M usikinstrumentenbauer/Musiker tätig, als er im Juli 2009 einen Verkehrsunfall und dabei eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) erlitt. Bei der Untersuchung wurde zudem ein Hirntu mor festgestellt. Am 16. November 2009 meldete er sich unter Hinweis auf den Unfall und den Hirntumor bei der Eidgenössischen Invali- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab und sprach A.____ mit Verfügung vom 8. Januar 2013 vom 1. Juli 2010 bis 31. Dezember 2011 eine befristete ganze Rente zu. Dabei stützte sie sich auf das Gutachten der Academy of Swiss Insura nce Medicine (asim) vom 12. Dezember 2011. Nachdem die IV-Stelle bei der asi m eine Verlaufsbegutachtung veranlasst hatte (vgl. Gutachten vom 31. Dezember 2014), vernein te sie für die Zeit ab 1. Januar 2012 einen Rentenanspruch (Invaliditätsgrad 0%; Verfügung vom 7. Juli 2017). B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwal t Jan Herrmann, am 8. September 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, in Gutheissung der Besc hwerde sei die Verfügung vom 7. Juli 2017 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflic hten, ihm eine ganze Rente basie- rend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% zuzusp rechen. Eventualiter sei die Verfü- gung vom 7. Juli 2017 aufzuheben und es sei eine geric htliche Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) einzuholen. Subeventualiter sei eine polydisziplinäre medizinische Be- gutachtung anzuordnen; unter o/e-Kostenfolge. In verfah rensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit R echtsanwalt Herrmann als Rechtsvertre- ter und die Durchführung einer öffentlichen Verhandlu ng gemäss Art. 6 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMR K) vom 4. November 1950. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass der a ngefochtene Entscheid auf unzureichen- den medizinischen Unterlagen beruhe. C. Mit Verfügung vom 12. September 2017 wurde dem Be schwerdeführer für das vorlie- gende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwalt Herrmann als Rechtsvertreter bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2017 schloss d ie IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 8. Februar 2018 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Ang elegenheit gestützt auf die vorhan- denen medizinischen Akten nicht möglich sei. In der Fol ge stellte es das Verfahren aus und ordnete ein Gerichtsgutachten an. Am 4. April 2018 bea uftragte es PD Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einem Gutachten, welc hes am 1. Juni 2018 erstattet wur- de. Hierzu sowie zu den Auswirkungen der medizinischen Beu rteilung auf den Leistungsan- spruch nahmen der Beschwerdeführer am 31. Juli 2018 und die IV-Stelle am 7. August 2018 Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 8. September 2017 ist demnach einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfüg ung vom 7. Juli 2017 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; allgemeine Methode des Einkommensvergleichs). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend , ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Ger icht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung de s medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbar keit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorlie- gen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss folgerungen gelangt. Eine abwei- chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug ersche inen, die Schlüssigkeit des Gerichts- gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise v om Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weite- ren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gutach- ten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrun d eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auc h der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6. Wie eingangs ausgeführt, sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 8. Januar 2013 rückwirkend vom 1. Juli 2010 bis 31. Dez ember 2011 aufgrund eines Invalidi- tätsgrads von 100% eine befristete ganze Rente zu. Sie st ützte sich dabei auf das polydiszipli- näre Gutachten der asim vom 12. Dezember 2011 und gin g demgemäss davon aus, dass der Beschwerdeführer aus somatischen Gründen ab 26. Juli 200 9 vollständig und spätestens ab 9. September 2011 (Datum der letzten Exploration) in einer angepassten Tätigkeit noch zu 30% arbeitsunfähig gewesen sei. In der angefochtenen Ver fügung vom 7. Juli 2017 stützte sich die IV-Stelle für die Zeit ab 1. Januar 2012 in somatisch er Hinsicht weiterhin auf das Gutachten der asim vom 12. Dezember 2011 und zudem auf das psychiatrisc h-neuropsychologische Gutach- ten vom 31. Dezember 2014, wonach dem Versicherten seit April 2013 nur noch angepasste Tätigkeiten im Umfang von 50% zumutbar seien. Wie ob en ausgeführt (vgl. E. 4.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise s prechen. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 8. Februar 2018 gelangte das Kantonsge- richt zur Auffassung, dass dem Verlaufsgutachten der asim vom 31. Dezember 2014 keine aus- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schlaggebende Beweiskraft zukomme. Es hielt fest, es bestün den erhebliche Zweifel, ob der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Rahmen der nicht voll- ständig durchgeführten Begutachtung und einem Explorationsgespräch von 30 Minuten fachge- recht erfasst worden seien. Das Kantonsgericht beschloss desh alb, den Fall auszustellen und zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben, mit dessen Erstellung PD Dr. B.____ beauftragt wurde. 7.1 Am 1. Juni 2018 diagnostizierte PD Dr. B.____ keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig keit bestünden mögliche akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) mit narzisstischen Antei len. Im formalen Denken zeige der Versicherte eine diskrete Verlangsamung und eine gewisse E inengung auf seine gesundheitli- chen Beschwerden. Ansonsten sei das formale Denken jederze it unauffällig. Im inhaltlichen Denken würden sich keine Hinweise für wahnhafte, bizarr e oder suizidale Ideen ergeben. Ich- Störungen oder Sinnestäuschungen seien nicht feststellbar. Die Grundstimmung des Versicher- ten sei jederzeit euthym. Er zeige eine lebhafte Schwin gungsfähigkeit und habe einen sehr gu- ten affektiven Rapport zugelassen. Eine relevante Pathol ogie der Persönlichkeit sei nicht fest- zustellen. Insofern sei die psychodiagnostische Beurteilung im Gutachten der asim vom 31. Dezember 2014 nicht korrekt. Zudem beruhe der bei den Akten liegende neuropsychologi- sche Untersuchungsbericht von Dr. phil. C.____ vom 8. Ap ril 2013, wonach der Versicherte deutlich abgegrenzte verbale Lern- und Neugedächtnisdefizite zeige, nicht auf allen vorgesehe- nen Testverfahren und könne nicht in sämtlichen Belangen nachvollzogen werden. Dasselbe gelte für die neuropsychologische Abklärung im Rahmen d er asim-Begutachtung im Jahr 2014. Zwar zeige der Versicherte jederzeit ein authentisches L eiden und schildere die mannigfachen Beschwerden plausibel. Diese seien indes nicht auf psychische Ursachen zurückzuführen. 7.2 In ihren Stellungnahmen zum Gerichtsgutachten un d zu den Auswirkungen der medizi- nischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch vom 31. Juli 2018 und 7. August 2018 bestrit- ten die Parteien die Beurteilung im Gerichtsgutachten nicht. Während der Beschwerdeführer weiterhin die Validität der asim-Gutachten vom 12. De zember 2011 und 31. Dezember 2014 verneint und eine umfassende somatische Begutachtung un ter Einbezug einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) fordert, hielt die IV-Stelle am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. 7.3 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.4 hiervor), weicht d as Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der m edizinischen Experten oder Exper- tinnen ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stel- len, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfa ssen. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens von PD Dr. B.____ vom 1. Juni 2018 in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist viel- mehr festzuhalten, dass das Gutachten die rechtsprechung sgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsi cht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, ist – wie dies vom Bundesgerich t verlangt wird (vgl. E. 4.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitig en Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abge geben worden und leuchtet in der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein. Sodann weist das Gutachten keinerlei Widersprüche auf und setzt sich auch mit den bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen und n europsychologischen Einschätzun- gen auseinander. Insgesamt ist die Beurteilung im G utachten überzeugend. Das Gerichtsgut- achten hat insofern Klärung gebracht, als die Beurteilu ng im psychiatrisch- neuropsychologischen Gutachten der asim vom 31. Dezembe r 2014, wonach der Versicherte aus psychischen Gründen eine Einschränkung der Arbeitsfäh igkeit von 50% aufweise, fehler- haft ist und deshalb keine geeignete Entscheidgrundlage darstellt. Die Ergebnisse im Gerichts- gutachten wurden denn auch von den Parteien zu Recht ni cht in Frage gestellt. Demnach ist davon auszugehen, dass der Versicherte in psychiatrischer Hi nsicht eine vollständige Arbeits- fähigkeit aufweist. 8.1 Zu prüfen bleibt, ob der somatische Gesundheitszustan d des Beschwerdeführers hin- reichend abgeklärt ist. Hierzu veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre (internistisch- psychiatrisch-rheumatologisch-neurologisch-neuropathologische) Begutachtung bei der asim. Die untersuchende Ärzteschaft diagnostizierte am 12. De zember 2011 mit Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit einen kochleovestibulären Funktionsausfall links (ICD-10 H81.9) bei Status nach mikrochirurgischer 90%iger Resektion eines Vestibularis-Sc hwannoms links am 18. Dezember 2009 mit aktuell kompensiertem peripher-vestibulärem Fun ktionsausfall links, diskrete Anzei- chen einer zentral-vestibulären Funktionsstörung (ICD-10 H81.4), einen mittelgradigen, kom- pensierten Tinnitus links (ICD-10 H93.1), ein chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.2) und ein chronisches thorakolumbovertebr ales Schmerzsyndrom mit nicht- radikulärer Schmerzausstrahlung anamnestisch in beide Bei ne (ICD-10 M54.5). Ohne Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Verdacht a uf eine Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen (ICD-10 Z73.1), Kopfschmerzen vom Spannungstyp, ei n Status nach Distorsionstrauma der HWS im Rahmen eines Heckauffahrunfalls am 26. Juli 2009, ein Verdacht auf Meralgia pa- raesthetica links, eine mögliche Tarsaltunnel-Entrapme ntsymptomatik am linken Fuss, ein Sta- tus nach Rotatorenmanschettenoperation der linken Schu lter vor Jahren und nach operativen Eingriffen am Knie im 13. Lebensjahr beidseits. In psych iatrischer Hinsicht bestünde keine Di- agnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Der E xplorand berichte über Schmerzen im Bereich des Nackens, des Halses und des linken Arms, ein St eifheitsgefühl im linken Arm und in der linken Hand, eine Einschränkung der Feinmotorik im linken Unterarm und in der Hand, Schluckprobleme, Kopfschmerzen in der linken Kopfseite un d ein Ermüdungsgefühl bei länge- rem Sprechen. Zudem bestünden Schwindelgefühle bei rasc hen Bewegungen, eine Geräusch- empfindlichkeit und praktisch kein Gehör am linken Ohr. In seiner bisherigen Tätigkeit als selbstständiger Musikinstrumentenbauer/Musiker sei der Versicherte seit der Diagnose des Ak- kustikusneurinoms resp. der bald darauf erfolgten Operat ion vollständig arbeitsunfähig. Für an- gepasste Verweistätigkeiten bestünde aber eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70%. 8.2 Das asim-Gutachten vom 12. Dezember 2011 erfüllt d ie rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage (vgl. E. 4.3 hiervor) in jeder Hin- sicht. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel au f, es ist umfassend, beruht auf allseiti- gen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwer den, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der medi zinischen Zusammenhänge bzw. der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beurteilung der medizinischen Situation ein und nimmt im Zeitpunkt der Begutachtung eine hin- reichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicher ten vor. Sodann weist das Gutachten keine Widersprüche auf und es setzt sich auch hinlänglich mi t den bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen auseinande r. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. 8.1 hiervor) wiedergegebenen Darlegungen der Gu tachter vermögen zu überzeugen, so- dass darauf verwiesen werden kann. 8.3 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeign et, Zweifel an der Beweiskraft des Gutachtens der asim vom 12. Dezember 2011 zu wecken. Dass kei ne neuropsychologische Abklärung durchgeführt wurde, trifft zu. Sind derarti ge Untersuchungen unterblieben, kann dar- aus aber nicht ohne weiteres auf fehlende Beweiskraft d er Expertise geschlossen werden. Vielmehr ist es grundsätzlich die Aufgabe des psychiat rischen Facharztes, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer De fizite einzuschätzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2017, 9C_566/2017, E. 2 .1). Eine neuropsychologische Abklärung stellt dabei lediglich eine Zusatzuntersuchung dar, welche bei begründeter Indikation in Erwägung zu ziehen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Februar 2017, 9C_338/2016, E. 5.4 mit Hinweis auf Ziff. 4.3.2.2 der Qualitätsle itlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen Invalidenversicherung der Schweizerischen Ge sellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie [SGPP] vom Februar 2012). Ein solches Erfordernis lag nach Einschätzung der psychiatrischen Gutachter offenbar nicht vor, weshalb der E inwand, im Rahmen der asim- Begutachtung im Jahr 2011 seien keine neuropsychologisch e Tests durchgeführt worden, un- behelflich ist. Wenn der Beschwerdeführer weiter monie rt, die Gutachter hätten sich mit den Erfahrungen aus der Rehabilitation nicht auseinander gesetzt, ist ihm zwar insofern beizupflich- ten, als Auskünfte der behandelnden Medizinalpersonen häufig wünschenswert sind. Sie waren aber im vorliegenden Fall nicht zwingend erforderlich. Selbst wenn den Gutachtern eine retro- spektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der spärlichen Aktenlage nicht mit Sicherheit möglich war, gibt das asim-Gutachten vom 12. Dezember 201 1 zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung umfasse nd und überzeugend Antwort. Mangels fachärztlicher Qualifikation vermögen weder die Stellun gnahmen der behandelnden Osteopa- thin noch diejenigen der Physiotherapeuten die fachär ztliche Beurteilung in Frage zu stellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2018, 9C_782/ 2016 9C_60/2018, E 3.2.1). In die- sem Zusammenhang ist in Erinnerung zu rufen, dass es die u nterschiedliche Natur von Be- handlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderse its (BGE 124 I 170 E. 4) ohnehin nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten ste ts in Frage zu stellen und zum An- lass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandeln den Arztpersonen bzw. Therapie- kräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Weite r ist zu beachten, dass eine Explo- ration von der Natur der Sache her nicht ermessensfre i erfolgen kann. Sie eröffnet den Gutach- tern praktisch immer einen Spielraum für verschiedene m edizinische Interpretationen, was zu- lässig und zu respektieren ist, sofern die Gutachter – wi e hier – lege artis vorgegangen sind. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweiche nde Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation e ntspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt gebliebe n sind (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2018, 8C_874/2017, E. 5.2.2). Der Beschwerdeführer legt nicht substanziiert dar und es Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist auch nicht ersichtlich, dass aus den vorliegenden Bericht en der behandelnden Therapeuten Gesichtspunkte hervorgingen, die nicht auch im Rahmen des Gutachtens der asim vom 12. Dezember 2011 berücksichtigt worden wären. Vor die sem Hintergrund kann nicht gesagt werden, die Beurteilung des Gesundheitszustands und der Zumutbarkeit im Gutachten der asim vom 12. Dezember 2011 basiere auf einem unzutreffenden Sachverhalt. Vielmehr differenzier- ten die Gutachter unter Berücksichtigung der Berichte de r behandelnden Ärzte zwischen der subjektiv empfundenen Beschwerden und den objektiv feststel lbaren Befunden und legten nachvollziehbar dar, weshalb im Zeitpunkt der Begutacht ung trotz der Beschwerden von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Verweistätigkeiten auszugehen ist. Bei dieser Sachla- ge und der Tatsache, dass es den beteiligten Fachärzten mö glich war, eine zuverlässige Ein- schätzung des leistungsmässig Machbaren vorzunehmen und sie kei ne konkrete leistungsori- entierte berufliche Abklärung als zweckmässigste Massnahme em pfohlen haben (zu Erforder- lichkeit eines EFL-Testverfahrens vgl. Urteil vom 23. Feb ruar 2011, 8C_976/2010, E. 5.5), kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf zusätz- liche Abklärungen verzichtet werden. 8.4 Auch für die Zeit bis zum Erlass der Verfügung vom 7. Juli 2017 fehlen Hinweise da- rauf, dass sich der somatische Gesundheitszustand des Versicherte n verschlechtert hat, was neuere Abklärungen erforderlich machen würde. Im Gegen teil lassen die im vorliegenden Be- schwerdeverfahren eingereichten Berichte der behandelnden Osteopathin, wonach sich bei der Brust- und Lendenwirbelsäule (BWS/LWS) eine Besserung eingestellt habe und der Versicherte einen Umgang mit den Beschwerden gefunden sowie seine n „Alltags-Handlungsradius“ ein we- nig habe ausbauen können (Berichte vom 28. Dezember 2 012 und 5. August 2016), eher auf eine leichte Verbesserung des Gesundheitszustands schliessen . Auch die Hausärztin Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, beschr eibt in ihrem Bericht (undatiert, Ein- gang bei der IV-Stelle am 10. Juli 2014) keine massgebl iche Veränderung des somatischen Gesundheitszustands. Dasselbe gilt für die Beobachtungen von PD Dr. B.____ im Rahmen sei- ner Exploration da die von ihm beobachteten – unbestrit ten bestehenden – multiplen Be- schwerden (so etwa das unsichere Gangbild und die zuneh mende Ermüdung bei längerem Sprechen) bereits im Gutachten der asim vom 12. Dezembe r 2011 beschrieben wurden. Insge- samt liegt nichts vor, was überwiegend wahrscheinlich auf eine Verschlechterung des somati- schen Gesundheitszustands schliessen lassen würde, weshalb d ie im Gutachten der asim vom 12. Dezember 2011 attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30% weiterhin valide ist. 9. Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstan den, dass die IV-Stelle bei der Beurteilung des somatischen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde- führers gestützt auf das Gutachten der asim vom 12. Dez ember 2011 von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30% ausgegangen ist. Da de r Versicherte aus psychischen Gründen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufweist, resu ltiert eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 70%. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsan- wendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung der Vergleichsein- kommen vorzunehmen wäre und die Berechnung auch vom Ver sicherten nicht beanstandet wurde, erübrigt sich eine detaillierte Auseinandersetzu ng mit dem durch die IV-Stelle angestell- ten Einkommensvergleich. Es ist mit der IV-Stelle davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rer ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen kö nnte. Die angefochtene Verfü- gung vom 7. Juli 2017, mit welcher ein Rentenanspruc h des Beschwerdeführers abgewiesen wurde, ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen eine Parteiverhandlung und zwei Urteilsberatung en durchgeführt wurden, setzt das Ge- richt die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrec htlichen Kostenrahmens einheit- lich auf Fr. 1‘000.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werde n die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdefüh- rer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Da ihm mit Ver- fügung vom 12. September 2017 die unentgeltliche Proze ssführung bewilligt wurde, gehen die Verfahrenskosten vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 10.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungst räger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, we nn die Massnahmen für die Beurtei- lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nach träglich zugesprochener Leistun- gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver- fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Ger icht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesger icht weiter, mit der zitierten Bestim- mung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. B GE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unter- suchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigke it, eine Gerichtsexpertise anzu- ordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellatio nen der Fall: Wenn ein manifester Wider- spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztl ichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründet e Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt ha be, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwal- tung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive kon- vergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rech tsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Geri chtsgutachtens an sie nicht gerecht- fertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganzen : BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hin- weisen). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der U rteilsberatung vom 8. Februar 2018 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf d ie damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Wie vorstehend in Erwägung 6.1 ausgeführt, kam der Beurteilung im Gutach- ten der asim vom 31. Dezember 2014 mit Blick auf die An forderungen an den Beweiswert ärzt- licher Berichte und Gutachten keine ausschlaggebende Beweiskraft zu. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte keine verlässli che Entscheidungsgrundlage bilde- ten, waren die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsve rfahren nicht ausreichend be- weiskräftig. Demnach wies das Verwaltungsverfahren Unter suchungsmängel auf, die eine Ge- richtsexpertise notwendig machten. Die Kosten des Geri chtsgutachtens, welche sich gemäss der eingereichten Honorarnote vom 1. Juni 2018 auf Fr. 6‘000.-- belaufen, sind unter diesen Umständen der IV-Stelle aufzuerlegen. 10.3 Nachdem sich die Rechtsstellung des Beschwerdeführers mit dem Ausgang des Ver- fahrens gegenüber jener nach Abschluss des Administrativverf ahrens nicht verbessert hat, und die Verwaltung vorliegend nicht bloss rudimentäre Abkl ärungen vorgenommen hatte, sind die ausserordentlichen Kosten dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2018, 8C_304/2018). Da dem Be schwerdeführer ebenfalls mit Ver- fügung vom 12. September 2017 die unentgeltliche Verb eiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt wurde, ist dieser für seine Bemühungen aus de r Gerichtskasse zu entschädigen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 27. August 2018 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 27 Stunde n und Auslagen von Fr. 350.-- geltend gemacht. Darin enthalten sind jedoch ein Aufwand von 1,5 Stunden und Spesen von Fr. 23.10 für die Teilnahme an der heutigen Urteilsberatung. D a diese fakultativ ist und ein Fernbleiben keinerlei Rechtsnachteile nach sich zieht, wird der Aufwa nd dafür praxisgemäss nicht entschä- digt. Somit verbleiben aus der Honorarnote vom 27. Au gust 2018 ein entschädigungsberechtig- ter Aufwand von 25,5 Stunden sowie anerkannte Auslage n von Fr. 326.90. Dieser Aufwand ist in Anbetracht des Aktenumfangs und der sich stellenden S achverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für d ie Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltl icher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist de mnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5‘854.95 ([16,16 Stunden x Fr. 200.- - + Auslagen von Fr. 181.30.--] inkl. 8% Mehrwertsteuer auf Fr. 3‘414.65 [Fr. 273.15]) und ([ 9,333 Stunden x Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 145.60] inkl. 7,7% Mehrwertsteuer auf Fr. 2‘012.20 [Fr. 154.95]) aus der Gerichtskasse aus- zurichten. 10.4 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘000.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 6‘000.-- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 5‘854.95 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus de r Gerichtskas- se ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid hat A.____ am 6. März 2019 Beschwerde beim Bundesgericht erho- ben (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_168/2019 ). http://www.bl.ch/kantonsgericht