A bteilung IV D -5409/2007 spn/m al {T 0/2} U rteil vom 17. A ugust 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter Zoller, R ichter W espi G erichtsschreiber M auerhofer A ._______, geboren _______, N igeria, w ohnhaft c/o C aritas, Brünigstrasse 182, 6060 Sarnen, vertreten durch Elio G . Baum ann, Freidorf 113, 4132 M uttenz, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 30. Juli 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N 497 593 B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer – ein Staatsangehöriger von N igeria, w elcher bisher keine Identitätspapiere zu den Akten gereicht hat – am 13. M ai 2007 im Em pfangs- und Ver- fahrenszentrum des BFM in Vallorbe ein Asylgesuch einreichte, dass er am 15. M ai 2007 vom BFM kurz befragt und am 11. Juli 2007 von der zuständi- gen kantonalen Behörde einlässlich zu seinen G esuchsgründen angehört w urde, dass er dabei geltend m achte, er stam m e aus einem D orf in der Provinz Enugu und er habe N igeria im Februar 2007 verlassen, da er von der Polizei gesucht w erde und ihm von Seiten der Bevölkerung seines D orfes der Tod drohe, dass er diesbezüglich zur H auptsache ausführte, nachdem entdeckt w orden sei, dass er zum 18-jährigen Sohn des D orfchefs sexuellen Kontakt gepflegt habe, habe der D orf- chef die Polizei aufgeboten, um nach ihm zu suchen, und von der D orfbevölkerung sei beschlossen w orden, ihn aufgrund der Schande um zubringen, dass seine Eltern, w elche ihn trotz allem versteckt hätten, im Verlauf der Suche nach ihm zusam m engeschlagen w orden seien, dass der D orfchef eine hohe Belohnung für seine Ergreifung ausgesetzt und seine Leute bis nach Lagos, O nitsha, Enugu und w eitere Städte ausgesandt habe, um ihn zu finden, m ithin der D orfchef in ganz Afrika nach ihm suchen lasse, dass er in Lagos auch offiziell gesucht w erde, da hom osexuelle H andlungen in N igeria verboten seien, dass ein G eschäftspartner seines Vaters ihm zur Flucht aus dem D orf verholfen habe, indem er ihn in den N orden des Landes, nach Kano, m itgenom m en habe, dass er in Kano vom G eschäftspartner seines Vaters einem M ann übergeben w orden sei, w elcher ihn auf dem Landw eg via den N iger nach Libyen, dann auf dem Seew eg in ein unbekanntes Land und von dort im Zug bis in die Schw eiz gebracht habe, dass er auf Frage betreffend seinen R eisew eg angab, er sei von dem M ann begleitet und geführt w orden, w elcher alles organisiert habe, und Papiere habe er auf der ganzen R eise nie vorlegen m üssen (vgl. act. A1, Ziff. 16), respektive er habe nicht einm al ge- w usst, dass m an für eine R eise Papiere brauche (vgl. act. A10, S. 13), dass er auf Frage nach seinen Identitätspapieren angab, einen Pass oder eine Identi- tätskarte habe er noch nie besessen, da er in einem D orf gelebt habe, und seinen Tauf- schein respektive seine G eburtsurkunde habe er nicht m itgenom m en, da er nicht ge- w usst habe, dass er sie m itbringen m üsse (vgl. act. A1, Ziff. 13 f., und act. A10, S. 4), dass das BFM m it Verfügung vom 30. Juli 2007 (eröffnet am 7. August 2007) in Anw en- dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eintrat und dessen W egw eisung aus der Schw eiz anordnete, dass es dabei zur Begründung seines Entscheides ausführte, der Beschw erdeführer, w elcher nach der Einreichung seines G esuches innerhalb der gesetzlichen Frist von 48 3 Stunden keine R eise- oder Identitätspapiere abgegeben habe, verm öge für das Fehlen von Papieren keine entschuldbaren G ründe glaubhaft zu m achen, die Flüchtlingseigen- schaft erfülle er zufolge U nglaubhaftigkeit seiner G esuchsvorbringen nicht und zusätzli- che Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungs- vollzugshindernisses seien aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich, dass es ferner den W egw eisungsvollzug als zulässig, zum utbar und m öglich erkannte, dass der Beschw erdeführer – handelnd durch seinen R echtsvertreter – am 13. August 2007 gegen den Entscheid des BFM Beschw erde einreichte, w obei er in seiner Eingabe die Zuerkennung des Flüchtlingsstatus, eventualiter die G ew ährung einer vorläufigen Aufnahm e in der Schw eiz beantragte und um ein Aussetzen des W egw eisungsvollzuges ersuchte, dass er in seiner Eingabe festhielt, aufgrund der Vorkom m nisse von Anfang 2007 w äre er bei einer R ückkehr nach N igeria gefährdet, da hom osexuelle Beziehungen in N igeria verboten seien und von G esetzes w egen verfolgt w ürden, dass er dabei an seinen G esuchsvorbringen festhielt und zu den Feststellungen des BFM betreffend deren U nglaubhaftigkeit geltend m achte, die Vorinstanz verkenne, dass die vorgebrachte G efährdung einen geradezu klassischen Fluchtgrund darstelle, dass er schliesslich sinngem äss in Aussicht stellte, er w erde sich zw ecks Beschaffung von D okum enten m it der nigerianischen Botschaft in Verbindung setzen, dass die vorinstanzlichen Akten am 14. August 2007 beim Bundesverw altungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG ), und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen des BFM auf dem G ebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108a AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 52 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 [Vw VG , SR 172.021]), dass die vorliegende Beschw erde – w ie nachfolgend aufgezeigt – offensichtlich unbe- gründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Be- schw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; ver- einfachtes Verfahren), dass der Antrag um Anordnung vollzugshem m ender M assnahm en m it vorliegendem U r- teil gegenstandslos w ird, es jedoch ohnehin keiner diesbezüglicher Anordnungen be-4 durfte, da der Beschw erde aufschiebende W irkung zukom m t (Art. 42 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide grundsätzlich auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asyl- gesuch nicht eingetreten ist, dass dem entsprechend im Fall der Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück- zuw eisen ist (Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m is- sion [EM AR K] 2004 N r. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass indes beim N ichteintretenstatbestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m . Abs. 3 AsylG , (in Kraft seit dem 1. Januar 2007), auf w elchen sich die angefochtene Verfügung stützt, die Besonderheit besteht, dass das BFM im R ahm en einer sum m arischen Prüfung das offenkundige N ichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und das offenkundige Fehlen von W egw eisungsvollzugshindernissen zu beurteilen hat (vgl. dazu nachfolgend), w eshalb insow eit bei dagegen erhobenen Beschw erden auch die Flücht- lingseigenschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. zur Publikation vorgesehenes U r- teil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 2.1), dass in der Frage der W egw eisung und deren Vollzugs die Beurteilungszuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts nicht beschränkt ist, w eil das BFM sich diesbezüglich auch m ateriell zur Sache zu äussern hatte (vgl. dazu unten), dass gem äss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht eingetreten w ird, w enn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuchs R eise- oder Identitätspapiere abgeben, dass diese Bestim m ung jedoch keine Anw endung findet, w enn Asylsuchende glaubhaft m achen können, sie seien dazu aus entschuldbaren G ründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ), oder w enn auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt w ird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ) oder w enn sich auf G rund der Anhörung die N otw endigkeit zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ), dass der Beschw erdeführer innert der Frist von 48 Stunden keine Papiere eingereicht hat, w om it die G rundvoraussetzung für einen N ichteintretensentscheid in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt ist, dass daran auch das sinngem ässe in Aussicht stellen der N achreichung von Identitäts- papieren nichts zu ändern verm ag (vgl. dazu EM AR K 1999 N r. 16 E. 5), dass aufgrund der Akten m it dem BFM darin einig zu gehen ist, dass keine entschuldba- ren G ründe für das Fehlen von Identitätspapieren (im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ) gegeben sind, dass den diesbezüglichen Erw ägungen des BFM anzufügen bleibt, dass sich die Schil- derungen des Beschw erdeführers betreffend die U m stände seiner R eise – durchw egs m it einem Begleiter, w elcher alles organisiert und ihn auf einer w ochenlangen R eise von N igeria bis in die Schw eiz geführt habe, w obei er nie kontrolliert w orden sei und er um den Bedarf an Identitätspapieren auf seiner R eise nichts gew usst habe – als realitäts- frem d und insgesam t haltlos zu bezeichnen sind, 5 dass das BFM in seinen w eiteren Erw ägungen – auf w elche anstelle einer W iederholung zu verw eisen ist (vgl. Art. 6 und Art. 111 Abs. 3 AsylG i.V.m . Art. 109 Abs. 3 BG G ) – zu- treffend zum Schluss gelangt, dass die Flüchtlingseigenschaft (offensichtlich) nicht ge- geben ist (im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ) und dass aufgrund der Akten keine N otw endigkeit zur Vornahm e von w eiteren Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlings- eigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses besteht (im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ), dass es aufgrund der Akten die Vorbringen des Beschw erdeführers zu R echt als insge- sam t unglaubhaft erkennt, w obei sich der U m fang der Prüfung des BFM als praxiskon- form erw eist (vgl. dazu das zur Publikation vorgesehene U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 5, insbesondere E. 5.7), dass sich die G esuchsvorbringen des Beschw erdeführers, seine Angaben und Schilde- rungen zu seinen angeblichen Ausreisegründen in einer Aufreihung von plakativen Ele- m enten erschöpfen, w elche nicht auf ein tatsächliches Erleben schliessen lassen, m ithin die G esuchsvorbringen insgesam t als haltlos zu bezeichnen sind, dass auf Beschw erdeebene – über das blosse Festhalten an den G esuchsvorbringen hinaus – den detaillierten Feststellungen des BFM betreffend W idersprüche und U nge- reim theiten in den Vorbringen nichts Konkretes entgegen gesetzt w ird, w om it nichts Stichhaltiges eingebracht w ird, dass entgegen dem Vorbringen auf Beschw erdeebene aufgrund der Akten kein Anlass zur Annahm e besteht, dem Beschw erdeführer drohe in seiner H eim at ein Verfahren oder Verfolgung aufgrund einer gleichgeschlechtlichen Beziehung, dass – w ie nachstehend ausgeführt w ird – auch keine w eiteren Abklärungen in Bezug auf den W egw eisungsvollzug nötig erscheinen, dass bei dieser Sachlage der N ichteintretensentscheid in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu bestätigen ist, dass die Anordnung der W egw eisung zu bestätigen ist, da der Beschw erdeführer – ab- gesehen vom bisherigen Asylbew erberstatus – über keine Aufenthaltsbew illigung ver- fügt und keinen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass bei dieser Sachlage zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W eg- w eisung entgegenstehen, da die Vorinstanz eine vorläufige Aufnahm e anzuordnen hat (gem äss den Bestim m ungen des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]), w enn der Vollzug der W egw ei- sung als unzulässig, unzum utbar oder unm öglich zu erkennen ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ), dass aufgrund der Akten keine G ründe ersichtlich sind, die in rechtserheblicher W eise gegen den vom BFM angeordneten Vollzug der W egw eisung sprechen, m ithin von der Zulässigkeit, Zum utbarkeit und M öglichkeit des W egw eisungsvollzuges auszugehen ist (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ), dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landes- rechtlichen Bestim m ungen zulässig ist, da der Beschw erdeführer keine H inw eise auf Verfolgung darzulegen verm ochte und auch keine glaubhaften Anhaltspunkte für eine m enschenrechtsw idrige Behandlung im Sinne von Art. 3 der Europäischen M enschen- rechtskonvention vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) ersichtlich sind,6 dass im W eiteren von der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges auszugehen ist, da im Falle des Beschw erdeführers – gem äss den Akten ein junger und gesunder M ann, w elcher bisher in der Landw irtschaft gearbeitet hat – keine individuellen Vollzugshinder- nisse zu erblicken sind und auch die allgem einen Verhältnisse in N igeria nicht gegen den Vollzug der W egw eisung sprechen, dass schliesslich auch von der M öglichkeit des W egw eisungsvollzugs auszugehen ist, dass unter diesen U m ständen der angeordnete W egw eisungsvollzug zu bestätigen ist, m ithin die Anordnung einer vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht fällt, dass nach vorstehenden Erw ägungen die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die eingereichte Beschw erde als offensichtlich unbegründet im vereinfachten Verfahren abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- dem Beschw erde- führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG sow ie Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungs- gericht [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite) 7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung (R ef.-N r. N 497 593) - das Am t für M igration des Kantons O bw alden ad 9225 (Kopie) D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Lorenz M auerhofer Versand am :