<h2>SubmittedText<h2><p>Im Jahr 1515 fand im lombardischen Marignano eine für die Geschichte unseres Landes äusserst bedeutsame Schlacht zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Herzogtum Mailand einerseits, dem Königreich Frankreich und der Republik Venedig anderseits statt. Die Schlacht beendete eine Periode der schweizerischen Expansionspolitik und wird im historischen Rückblick als Beginn der schweizerischen Neutralitätspolitik gesehen. Im Gedenken an dieses wichtige Ereignis hat die Stiftung Pro Marignano für das Jahr 2015 vielfältige Aktivitäten geplant und mit den Vorbereitungen begonnen. So wird bereits heute eine Gedenkfeier vorbereitet. Weiter geplant sind Publikationen und die Durchführung eines historischen Kongresses. Der prägenden Ereignisse von Marignano soll auch mit einem Gedenkschiessen im Mendrisiotto gedacht werden. Schliesslich sollen vor Ort Denkmal und ein Beinhaus renoviert werden. In diesem Zusammenhang stellen wir dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Sind ihm die geplanten Aktivitäten im Hinblick auf das Gedenken "500 Jahre nach der Schlacht bei Marignano" bekannt?</p><p>2. Teilt er die Beurteilung, wonach das Gedenken an dieses prägende Ereignis der schweizerischen Geschichte eine gesamtschweizerische Aufgabe ist?</p><p>3. Die Wehrhaftigkeit ist ein Teil der schweizerischen Identität und für die Motivation der Schweizer Armee von entscheidender Bedeutung. Teilt er die Überzeugung, dass die Erinnerung an Marignano auch zum wachen militärischen Sinn im Land beizutragen geeignet ist?</p><p>4. In welcher Form beabsichtigt er dieser 500 Jahre im Jahre 2015 gebührend zu gedenken?</p><p>5. Ist er bereit, die Koordination von eidgenössischen, kantonalen und regionalen Anlässen sicherzustellen?</p><p>6. Der Bund engagiert sich im Beriech der zivilen Friedensförderung und der Stärkung der Menschenrechte. Dazu gehört auch, aus Ereignissen der eigenen Geschichte die entsprechenden Lehren zu ziehen. Ist der Bundesrat vor diesem Hintergrund bereit, an die Durchführung der Gedenkaktivitäten einen finanziellen Beitrag zu leisten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Dem Bundesrat ist bekannt, dass sich die 1965 gegründete Fondazione Pro Marignano, mit Sitz in Chiasso, für das Jahr 2015 zum Ziel gesetzt hat, im Rahmen ihres Projekts Ex Clade Salus in würdiger Weise an die Schlacht von Marignano 1515 zu erinnern. Die Stiftung steht mit dem Schweizer Generalkonsulat in Mailand, der Bibliothek am Guisanplatz sowie mit Präsenz Schweiz in Kontakt. Das Schweizerische Nationalmuseum plant seinerseits eine Ausstellung zur Militärgeschichte der Schlacht.</p><p>2. Marignano ist eine Wegmarke der französischen, der italienischen, insbesondere lombardischen, und auch der eidgenössischen Geschichte. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass Marignano dementsprechend das kollektive Gedächtnis beeinflusst hat. Er erachtet jedoch die Erinnerung an Marignano nicht als eine gesamtschweizerische Aufgabe. 1865, 1915 und 1965 sind zum Beispiel auch keine Gedenkmünzen zu dieser Schlacht geprägt worden.</p><p>3. Der Bundesrat teilt die Meinung, dass die Wehrhaftigkeit ihren Teil zur Identität der Schweiz sowie zur Motivation der Schweizer Armee beiträgt. Allerdings ist er der Meinung, dass die Niederlage von Marignano vor 500 Jahren in diesem Zusammenhang eine untergeordnete Rolle spielt.</p><p>4. Der Bundesrat hielt in seiner Antwort auf die Interpellation (13.3099) von Ständerat Hans Stöckli betreffend Erinnerungsfeiern zum Wiener Kongress von 1814/15 fest, dass er Anlässe zu Gunsten der Erinnerung an historische Ereignisse nur zurückhaltend unterstützen will. Daher wird er keine Feierlichkeiten zu Marignano initiieren.</p><p>5. Sollten ihn z.B. die Kantone darum ersuchen, so ist der Bundesrat bereit zu prüfen, ob es angebracht ist, im Rahmen einer koordinierenden Tätigkeit des Bundes eine Initiative zur Erinnerung an Marignano zu unterstützen.</p><p>6. Der Bundesrat fördert die Idee, aus der eigenen Geschichte Einsichten zu gewinnen, die wesentlich zur Friedensförderung sowie zur Stärkung der Menschenrechte beitragen. Aus den obenaufgeführten Gründen steht für den Bundesrat fest, dass Veranstaltungen zur Erinnerung an Marignano hauptsächlich ohne Bundesmittel finanziert werden müssen.</p>  Antwort des Bundesrates.