Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Januar 2012 (720 11 311) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch P eter Bürkli, LL.M., Ad- vokat, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach, 4002 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.4659.7887.31) A. Der 1963 geborene A.___ war zuletzt vom 15. April 2008 bis 25. Juli 2008 bei der B.____ AG als Chef im Verkauf angestellt. Diese Stelle wurde noch während der Probezeit auf- gelöst, nachdem der Versicherte im Juni 2008 einen He rzinfarkt erlitt. Am 26. November 2008 meldete er sich unter Hinweis auf drei Herzinfarkte und eine koronare Herzkrankheit bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) klärte die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse ab und ermittelte hierbei einen Invaliditätsgrad von 24 %. G estützt auf dieses Ergebnis lehnte sie das Leistungsgesuch des Versicherten - nach durchgeführtem Vor bescheidverfahren - mit Verfü- gung vom 11. Juli 2011 ab. Seite 2 B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Pet er Bürkli, am 12. September 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht). Er be- antragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuhebe n und es sei ihm eine Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei der Sachverhalt zur vollstä ndigen Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e- Kostenfolge, wobei dem Beschwe rdeführer die unentgeltliche Pro- zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter zu bewilligen sei. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, d ie Vorinstanz habe den medizini- schen Sachverhalt unvollständig abgeklärt. Weiter wurde n auch die der Bemessung des Invali- ditätsgrads zugrunde gelegten Einkommenszahlen bemäng elt. Letztlich habe die Vorinstanz auch den Grundsatz des rechtlichen Gehörs verletzt, in de m sie den angefochtenen Entscheid nicht hinreichend begründet habe. C. Mit Verfügung vom 14. September 2011 gewährte das Kantonsgericht dem Beschwer- deführer für das vorliegende Verfahren die unentgelt liche Prozessführung und die unentgeltli- che Verbeiständung mit Advokat Bürkli als Rechtsvertreter. D. Mit Schreiben vom 19. September 2011 reichte Advok at Bürkli ein Schreiben von Dr. C.____, FMH Kardiologie, ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Der Beschwerdeführer beanstandet in formeller Hinsi cht, die IV-Stelle habe die ange- fochtene Verfügung ungenügend begründet. Diese Rüge ist aufgrund ihrer formellen Natur vor- weg zu behandeln (BGE 121 I 232 E. 2a, 121 V 152 E. 3 mit Hinweisen). 2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweize rischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch a uf rechtliches Gehör. Einen wesentli- chen Bestandteil dieses Anspruchs bildet die Pflicht der Verwaltungsbehörden, ihre Entscheide zu begründen. Die Begründungspflicht soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und der betroffenen Person ermög lichen, die Verfügung oder den Ge- richtsentscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer- den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und a uf welche sich ihre Verfügung bzw. ihr Urteil stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich a usdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte besc hränken (BGE 126 I 102 E. 2b, 124 V 181 E. 1a). Die Behörde darf sich aber nicht dam it begnügen, die von der betroffenen Person vorgebrachten Einwände tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den (entscheidwesentlichen) Einwänden ause inanderzusetzen oder aber zu- Seite 3 mindest die Gründe anzugeben, weshalb sie bestimmte Ge sichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 182 E. 2b). 2.2 Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 11 . Juli 2011 genügt in Bezug auf die erforderliche Begründungsdichte den geschilderten Vorg aben in jeder Hinsicht. Die wesentli- chen Motive, die zum Entscheid geführt haben, werden vo n der IV-Stelle in ihrem 5-seitigen Entscheid in einer Art und Weise wiedergegeben, die es dem Beschwerdeführer ohne Weiteres ermöglicht haben, die Verfügung sachgerecht anzufechte n. Zudem ist die IV-Stelle einlässlich auf die im Rahmen des Vorbescheidverfahrens erhobenen E inwände eingegangen. So hat sie insbesondere die im Zusammenhang mit der Ermittlung de s Valideneinkommens erfolgten Vor- bringen berücksichtigt. Die Rüge, wonach die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung ihre Begründungspflicht verletzt habe, erweist sich als offensichtlich unbegründet. 3.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde t die Frage, ob der Beschwerde- führer Anspruch auf eine Rente hat. 3.2 Als Invalidität gilt die voraussichtlich bleibende ode r längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesge setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Di e Invalidität wird durch eine Beein- trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge sundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] vom 19. Juni 1959, Art. 3 und 4 ATSG). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine V iertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. 4.1 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arb eitsunfähigkeit die durch eine Be- einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundh eit bedingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Seite 4 Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 323 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI- Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesg erichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, wel che aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weitere n Hinweisen). Diese im Bereich der Un- fallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das I V-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerich ts [EVG; heute Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 5. Im vorliegenden Verfahren sind im Wesentlichen nach folgende Berichte zu berücksich- tigen. 5.1 Am 12. Dezember 2008 diagnostizierte Dr. D.____, FMH Allgemeine Medizin, eine koronare Dreiasterkrankung bei einem Zustand nach zweimali gen Herzinfarkten in den Jahren 2006 und 2008. Es bestehe beim Beschwerdeführer seit dem 25. Juni 2008 eine 100%ige Ar- beitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. 5.2 Zuhanden des Regionalen Ärztlichen Dienstes beider B asel (RAD, Dr. E.____, Prakti- scher Arzt) teilte Dr. D.____ am 29. Januar 2010 mit, dass die aktuelle und noch zu erwartende Seite 5 zeitliche Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein ganztägiges zeitliches Pensum nach einem konkreten Arbeitsprofil zu richten sei. Eine körperlich und auc h emotional belastende Tätigkeit wie der angestammte Beruf als Verkaufsleiter sei nicht mehr durc hführbar. Ein zeitlich beschränktes Pensum unter Berücksichtigung der Stressvermeidung bzw. der körperlichen Belastbarkeit kön- ne an einem geeigneten Arbeitsplatz aufgenommen werden. 5.3 Da die vorhandenen Unterlagen keine befriedigende Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit zuliessen, holte die I V-Stelle bei der Academy of Swiss Insu- rance Medicine (asim) ein Gutachten ein. Am 1. Oktober 2010 hielten die untersuchenden Fachärzte fest, dass der Beschwerdeführer in der angestammt en Tätigkeit mit hohen psychi- schen und körperlichen Belastungen nicht mehr arbeitsfäh ig sei. Hingegen bestehe für eine leichte körperliche Arbeit sowohl aus psychiatrischer wie a uch aus kardiologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Eine emotional belastende Umgebung und ein hoher Workload mit zeitlichem Druck sollten aber vermieden werden, da unter diesen Bedingungen die Beschwer- den regelmässig auftreten würden. Aus kardiologischer Si cht seien zudem Tätigkeiten mit schwerer und mittelschwerer körperlicher Belastung mit Heb en von Lasten über 10 kg ungüns- tig. Das reduzierte Belastungsprofil bestehe seit Dezemb er 2006. Zu diesen Einschätzungen kamen die asim-Fachärzte nachdem sie zunächst aus psychiatrisc her Sicht keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellten. Es gebe k eine Hinweise auf eine affektive Störung, eine Persönlichkeits- oder Somatisierungsstörung. Die ge klagten Beschwerden seien im Rah- men der reduzierten Herzfunktion zu interpretieren. Di e angegebenen Sorgen und Ängste, er- neut einen Herzinfarkt zu erleiden, seien nachvollziehba r und in ihrer Ausprägung nicht patho- logisch im Sinne einer Angst- oder Panikstörung. Im kardi ologischen Untergutachten wurden eine koronare 2-Gefässerkrankung mit Status nach dreimal igem Stenting und leicht reduzierter systolischer links-ventrikulärer (LV) Funktion bei Stressechokard iographie ohne Hinweis auf Ischämie und bei Dyslipidämie, arterieller Hypertonie u nd persistierendem Nikotinabusus diag- nostiziert. Es bestünden rezidivierende Thoraxschmerzen, die mindestens zweimal wöchentlich bei emotionaler oder körperlicher Belastung auftreten würden. Nach Einnahme von Nitroglyce- rin seien die Beschwerden nach 10 bis 20 Minuten regredient. Aktuell sei aufgrund der durchge- führten Spiroergometrie von einer deutlich eingeschrä nkten körperlichen Leistungsfähigkeit mit einer maximalen Leistung von 55% vom Soll auszugehen, wobei es nicht zu einer vollständigen Belastung gekommen sei. Dieses Resultat lasse sich haupt sächlich im Rahmen einer Dekondi- tionierung interpretieren. Teilweise sei es aber auch d urch eine kardiale Limitation bedingt. Es bestehe jedoch auch der Verdacht auf eine selbstbeding te Limitation, da der Abbruch bei ledig- lich 125 Watt erfolgt sei. Echokardiographisch zeige si ch eine leicht eingeschränkte systolische LV-Funktion bei Hypokinesie infero- und latero-apikal sowie basal infero-septal und eine diasto- lische Dysfunktion Grad I. In der Myokardszintigraphie zeige sich ein stationärer Befund im Ver- gleich zum Jahr 2007 mit einer prognostisch nicht releva nten Ischämie. Da die Thoraxschmer- zen vor allem bei emotionaler Belastung auftreten wür den, könnte es sich um Vasospasmen der Koronararterien handeln. Diese Ätiologie der Beschwerden habe sich aber weder beweisen noch widerlegen lassen. Neben dieser Hypothese sei es de nkbar, dass die kleine unter Belas- tung minder perfundierte Randischämie, welche in der Myocardperfusionsszintigraphie ersicht- lich sei, eine weitere Ursache der Thoraxschmerzen darstel len könne. Jedoch sei der Be- schwerdeführer unter dem aktuell durchgeführten Belastu ngstest beschwerdefrei gewesen. Zu- sätzlich sei auch eine emotionale Komponente der kardia len Beschwerden nicht ganz ausge- Seite 6 schlossen, da der Beschwerdeführer vor allem in Ruhe und unter emotionaler Belastung Tho- raxschmerzen verspüre. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 11. Juli 2011 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vollum- fänglich auf die Ergebnisse, zu denen die asim-Fachärzte i n ihrem polydisziplinären Gutachten vom 1. Oktober 2010 gelangten. Sie ging demzufolge da von aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer körperlich leichten leidensadaptierten Tätigkeit in einem 100%igen Pensum zumutbar sei. Diese Beurteilung der Vorinstanz ist nich t zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltung sverfahrens eingeholten Gutachten ex- terner Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund einge hender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigke it der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Die begutachtenden Fa chärzte (Psychiatrie und Kardiologie) ha- ben den Beschwerdeführer eingehend untersucht, sie geh en in ihren ausführlichen Berichten einlässlich auf dessen Beschwerden ein, sie setzen sich mit den bei den Akten liegenden medi- zinischen Unterlagen auseinander und vermitteln so ein um fassendes Bild über den Gesund- heitszustand des Beschwerdeführers. Schliesslich erweist sich auch die im Rahmen einer inter- disziplinären Gesamtbeurteilung vorgenommene Einschätzu ng der Arbeitsfähigkeit als über- zeugend. 6.2.1 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeig net, den Beweiswert des asim- Gutachtens vom 1. Oktober 2010 in Frage zu stellen. Er we ndet zunächst ein, die asim- Fachärzte hätten die Hinweise auf eine Small Vessel Disea se bzw. eine Mikroangiopathie des Herzmuskels nicht beachtet bzw. nicht gewürdigt. Das Gutach ten halte diesbezüglich lediglich fest, dass sich die Ätiologie der Beschwerden weder beweise n noch widerlegen liesse, stelle aber die Beschwerden selbst nicht in Frage. In diesem Zu sammenhang ist festzustellen, dass die Fachärzte die Thoraxschmerzen in ihrer Beurteilung berücksichtigt haben. Sie kamen hier- bei aber unter Würdigung der erhobenen Befunde zum S chluss, dass deren Ursache letztlich nicht eruierbar sei. Die Auswirkungen dieser Schmerzen wu rden jedoch bei der Frage, in wel- chem Umfang der Beschwerdeführer arbeitsfähig sei, beach tet. So ist dem asim-Gutachten zu entnehmen, dass eine emotional belastende Umgebung, w elche das Auslösen der Schmerzen begünstige, bei der Wahl des Arbeitsplatzes zu vermeiden sei. Damit sind die Thoraxschmer- zen im Gutachten ausreichend bewertet, auch wenn deren Ätiologie letztlich unbeantwortet blieb. 6.2.2 Mit dem Beschwerdeführer ist insofern einig zu g ehen, als im Gutachten die Anteile der Dekonditionierung und der Selbstlimitierung der eing eschränkten körperlichen Leistungsfähig- keit von 55% der Soll-Leistung nicht näher qualifiziert wurden. Daraus kann er aber nichts zu seinen Gunsten ableiten. So ist dem Gutachten nicht zu entnehmen, dass die asim-Fachärzte bei der Zumutbarkeitsbeurteilung von einer höheren als im Belastungstest festgestellten Leis- tungsfähigkeit ausgegangen sind. Eine leichte körperliche Tätigkeit ist zweifellos auch bei einer körperlichen Leistungsfähigkeit von 55% zumutbar. Dies gilt um so mehr, als der Beschwerde- führer selbst angibt, in ebenem Gelände in der Lage zu sein, zwei Stunden am Stück bei einem Tempo von 5 km/h gehen zu können. Seite 7 6.2.3 Soweit der Beschwerdeführer ausführt, dass die A uswirkungen seiner körperlichen Beschwerden auf seinen psychischen Zustand nicht geprüft wo rden seien, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Auf Seite 9 des psychiatrischen Tei lgutachtens wird explizit darauf hinge- wiesen, dass aktuell keine Hinweise auf eine Somatisieru ngsstörung bestehen würden. Die an- gegebenen Ängste und Sorgen seien nachvollziehbar, aber nicht pathologisch. Damit wurde der medizinische Sachverhalt auch diesbezüglich ausreichend abgeklärt. 6.2.4 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, da ss die Gutachter der asim nicht geklärt hätten, ob er an einem Hyperaktivitätssyndrom lei de. In diesem Zusammenhang ist ihm entgegenzuhalten, dass den vorliegenden Akten keine Hinweise auf ein Hyperaktivitätssyndrom zu entnehmen sind. Der Beschwerdeführer selbst verzichtet denn auch auf eine nähere Sub- stantiierung und die Nennung von Gründen, inwiefern e r daran leide, weshalb auch dieser Ein- wand nicht stichhaltig ist. 6.2.5 Der Beschwerdeführer reichte schliesslich einen Berich t des ihn nunmehr behandeln- den Kardiologen Dr. C.____ ein. Am 12. September 20 11 hielt dieser fest, dass der Beschwer- deführer aufgrund der koronaren Herzkrankheit mit mehreren Infarkten und akuten Koronarsyn- dromen an einer leicht eingeschränkten körperlichen Le istungsfähigkeit mit Anstrengungs- dyspnoe leide. Dieser Zustand sei zusätzlich durch einen in zwischen bestehenden Trainings- rückstand erklärbar. Die kardiovaskulären Risikofaktoren seien mit Ausnahme des fortgesetzten Nikotinabusus unter Kontrolle. Dr. C.____ erachtete so dann weitere Abklärungen in Bezug auf das Small Vessel Disease bzw. eine Mikroangiopathie als sin nvoll, verzichtete - auf Wunsch des Beschwerdeführers - jedoch auf eigene Untersuchungen mit Ultraschall und die Durchfüh- rung eines Belastungstest. Damit musste Dr. C.____ sich in seinem Bericht auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführer beschränken und konnte keine objektivierbaren Befunde erhe- ben. Zudem nahm er keine Einschätzung der Arbeitsfähig keit vor. Unter diesen Umständen können seinen Ausführungen den Beweiswert des asim-Guta chtens vom 1. Oktober 2010 nicht schmälern. 6.3 Lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu, so kann auf die von ihm eventualiter beantragte Anordnung zusätzlicher medizinischer Abklärungen ver- zichtet werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rah- men dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über je ne Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sin d. Gelangt das Gericht bei pflichtgemäs- ser Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandene n Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweis- würdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsp rechung zulässig (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 7.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad bei er werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Die IV-Stelle ha t in der angefochtenen Verfügung Seite 8 vom 11. Juli 2011 den erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie an- hand der Gegenüberstellung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen einen Invalidi- tätsgrad von 24 % ermittelt. 7.2.1 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielb aren Einkommens (Valideneinkom- men) ist entscheidend, was die versicherte Person im massg ebenden Zeitpunkt nach dem Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) als Gesunde tatsäch- lich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Mass- gebend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer be ruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hiefür hinreichend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt hätte (BGE 96 V 29; ZAK 1985 S. 635 E. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3b). Da im Gesundheitsfall erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit in der Regel weitergeführt worde n wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Be- stimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzie lte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 N r. U 168 S. 101 E. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 E. 3c). 7.2.2 Die IV-Stelle ermittelte in der angefochtenen Verfügung ein Valideneinkommen in Höhe von Fr. 107'541.-- (12 x Fr. 8'461.---). Hierbe i stellte sie auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2006 des Bundesamtes für Statistik (BfS), Tabell e TA7, kaufmännisch-administrative Tä- tigkeiten, Anforderungsniveau 1 und 2, Spalte Männer, basierend auf 40 Wochenstunden ab. Nach Anpassung dieses Betrages an die Nominallohnentwicklu ng von 1,6% und Umrechnung auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vg l. Die Volkswirtschaft, Ausgabe 09/2008, S. 98 Tabelle B 9.2) errechnete sie ein Jahre seinkommen von Fr. 107'541.--. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt seines ersten inva- lidisierenden Herzinfarktes im Dezember 2006 arbeitslos. Aus diesem Grund kann, wie die Vor- instanz richtig ausführte, nicht auf die zuletzt erzielt en Einkommen bei der F.____ oder bei der G.____ AG abgestellt werden. Die Stelle bei der B.__ __ AG wurde ihm zudem bereits während der Probezeit gekündigt, nachdem er im Juni 2008 ein en weiteren Herzinfarkt erlitten hat. Aus diesem Grund kann auch dieses Einkommen bei der Berechnu ng des Invaliditätsgrades nicht berücksichtigt werden, weshalb das von der Vorinstanz gestü tzt auf die LSE errechnete Valide- neinkommen in Höhe von Fr. 107'541.-- massgeblich ist. 7.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Vorliegend ist der Beschwerdeführer seit seinem letzten Herzinfarkt im Juni 2008 nicht mehr berufstätig. Da dem Beschwerdeführer aufgrund der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung eine ganztägige leichte Arbeit zumutbar ist, schöpft er seine mögliche Erwerbsfähigkeit nicht aus. Aus diesem Grund ist nicht zu beanstanden und wird auch nicht bestritten, dass auch das Inva- lideneinkommen gestützt auf die LSE 2006, Tabelle TA7, kaufmännisch-administrative Tätigkei- ten, Anforderungsniveau 3, Spalte Männer, basierend a uf 40 Wochenstunden, ermittelt wurde (vgl. BGE 126 V 76 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412). Nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung von 1,6% und Umrechnung auf die betriebsübliche Arbeitszeit auf 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft, Ausgabe 09/2008, S. 98 Tabelle B 9.2) errechnete sie ein Jahreseinkommen von Fr. 81'370.--. Seite 9 7.3.2 Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich geltend , dass vorliegend höchstens auf das Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätig keiten) der genannten LSE-Tabelle abzustellen sei. Daraus resultiere ein zu berücksichtigend es Jahreseinkommen in Höhe von Fr. 68'000.--. Der Beschwerdeführer verkennt bei dieser Argumentation, dass das Anforde- rungsniveau 4 in erster Linie für Versicherte ohne Ber ufsausbildung herangezogen wird. Der Beschwerdeführer verfügt jedoch über eine kaufmännische Ausbildung und er hat ein höheres Wirtschaftsdiplom erworben. Zudem war er während Jahre n als Kadermitglied bei der H.____ AG und der F.____ tätig, weshalb er auch über Führungskompetenzen verfügt. Auch wenn er heute aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwe rden keine leitende Stellung mehr inne haben wird, so kann er doch die in früheren Jahr en erworbenen Erfahrungen in einem an- deren beruflichen Umfeld zur Verfügung stellen und dad urch in einer angepassten Verwei- sungstätigkeit verglichen mit Arbeitnehmern ohne einsch lägige Berufserfahrung ein höheres Einkommen gemäss LSE-Anforderungsniveau 3 realisieren. D as Abstellen auf das Anforde- rungsniveau 3 ist daher nicht zu beanstanden. 7.3.3 Die vorinstanzliche Bemessung des massgebenden Valide n- und des zumutbaren Invalideneinkommens erweist sich daher als korrekt. Auch der Verzicht auf die Gewährung ei- nes leidensbedingten Abzugs ist nicht zu beanstanden (vgl. BGE 126 V 75 ff.). Die Gegenüber- stellung der erhobenen Werte ergibt somit nach dem Ge sagten einen Invaliditätsgrad von 24%. Somit hat die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versic herten zu Recht abgelehnt. Die gegen die Verfügung vom 11. Juli 2011 erhobene Beschwerde e rweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 14. September 2011 die u nentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer ebenfalls mit Verfügung vom 14. September 2011 die unent- geltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bew illigt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 b eträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 180.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 8. Dezember 2011 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 9,35 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig und in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als vertretbar erweist. N icht zu beanstanden sind sodann die geltend gemachten Auslagen von Fr. 115.50. Dem Rechtsve rtreter ist deshalb ein Honorar in Seite 10 der Höhe von Fr. 1'987.75 (9,35 Stunden à Fr. 180.- - zuzüglich Auslagen von Fr. 115.50 und 8% Mehrwerststeuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'987.75 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht