<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, geeignete Massnahmen zu präsentieren, mit denen die Beziehungen zwischen dem Bund und dem Kanton Tessin gestärkt werden. Ausserdem soll er die Möglichkeit prüfen, zu diesem Zweck einen Delegierten oder eine Delegierte des Bundesrates zu ernennen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Kanton Tessin weist aufgrund seiner Lage als Grenzkanton südlich der Alpen, seiner Verkehrsadern, seiner Sprache und Kultur, seiner Wirtschaftsstruktur und seines Arbeitsmarktes zahlreiche Besonderheiten auf. Eigenheiten wie hohe Verkehrsflüsse, hoher Anteil an Grenzgängern, grenzüberschreitende Kriminalität, Abhängigkeit der Wirtschaftsentwicklung von der Entwicklung des Wechselkurses, die auch andere Grenzkantone prägen, zeigen sich im Kanton Tessin in erhöhtem Masse. Zudem wird etwa geltend gemacht, seit einigen Jahren habe sich in der Bevölkerung des Tessins der Eindruck verbreitet, die Bundespolitik nehme auf ihre Anliegen zu wenig Rücksicht.</p><p>Der Bundesrat ist sich der besonderen Lage des Kantons Tessin bewusst. Es ist ihm ein wichtiges Anliegen, den spezifischen Interessen des Kantons, die sich daraus ergeben, vermehrt Rechnung zu tragen. Zwischen Bern und Bellinzona gibt es häufige und vielfältige Gespräche, und zwar ebenso auf fachlicher wie auch auf höchster politischer Ebene. Besonders intensiv sind die Kontakte in Verkehrs-, Steuer-, Arbeitsmarkt- (einschliesslich Grenzgänger), Dienstleistungs-, Ausländer-, Flüchtlings-, Zoll-, Sicherheits- und dabei meist auch aussenpolitischen Fragen. Am 16. Oktober 2015 hat der Bundesrat den Bericht "Anliegen des Kantons Tessin. Ausgangslage und Entwicklungsperspektive. Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulates der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates 15.3012 vom 23. Februar 2015" verabschiedet. Er legt darin die Massnahmen dar, die er getroffen hat und weiter treffen wird, um die in den Standesinitiativen 14.302, 14.303 und 14.304 geäusserten Sorgen und Anliegen des Kantons Tessin aufzunehmen. Die engen Kontakte werden weitergeführt und wo nötig vertieft.</p><p>Auch in den vergangenen Jahren hat sich der Bundesrat somit einen eingehenden Einblick in die zahlreichen Anliegen des Kantons Tessin verschaffen können. Die bestehenden Strukturen eignen sich dafür, die Beziehungen zwischen dem Kanton Tessin und dem Bund weiter zu verbessern. Die Einsetzung einer Delegierten oder eines Delegierten würde hingegen unnötige Doppelstrukturen schaffen. Verschiedene andere Kantone bzw. Gebiete, wie z. B. die Tourismusregionen oder die Berggebiete, weisen ebenfalls Besonderheiten auf. Probleme und Spannungen im Verhältnis zu einzelnen Kantonen konnten in der Vergangenheit stets innerhalb der bestehenden bilateralen und multilateralen (z. B. interkantonale Direktorenkonferenzen) Gremien bearbeitet bzw. gemildert werden. Ein Sonderstatut für einen einzelnen Kanton würde der Gleichbehandlung aller Kantone widersprechen und ein Präjudiz für allfällige weitere Ungleichbehandlungen schaffen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.