Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 3. Februar 2015 (460 14 123) Strafrecht Angriff, Strafzumessung Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Markus Mattle (Ref.), Richterin Hele- na Hess; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabtei- lung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin i.S. B.____ gegen A.____, vertreten durch Advokat Dr. Jascha Schneider-Marfels, Gerbergasse 48, Postfach, 4001 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger B.____, vertreten durch Advokat Dr. Yves Waldmann, St. Johanns-Vorstadt 23, Postfach 1328, 4001 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Angriff etc. (Berufungen und Anschlussberufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 5. Februar 2014) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 5 . Februar 2014 wurde der Beschuldig- te A.____ der Unterlassung der Nothilfe, des Raufhandels, des Angriffs, der Gehilfenschaft zum mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahl, zur Sac hbeschädigung und zur versuchten Ent- wendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch sowie der versuchten Hehlerei schuldig erklärt und – unter Anrechnung der vom 6. Januar 2011 bis 7 . Januar 2011 in Polizeigewahrsam aus- gestandenen Zeit von einem Tag – zu einer teilbedin gt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 15 Mo- naten verurteilt, wobei sechs Monate davon als unbe dingte Strafe und die Probezeit für den bedingten Teil der Strafe auf drei Jahre festgelegt wurden; dies in Anwendung von Art. 128 StGB, Art. 133 Abs. 1 StGB Art. 134 StGB, Art. 139 Ziff. 1 StGB (in Verbindung mit Art. 25 StGB und teilweise Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 144 Abs. 1 StGB (in Verbindung mit Art. 25 StGB), aArt. 94 Ziff. 1 SVG (in Verbindung mit Art. 25 StG B und Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 160 Ziff. 1 StGB (in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 43 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB (Ziff. I.1). Der Beschuldig te A.____ wurde zudem bei seiner Anerken- nung behaftet, C.___ CHF 2‘000.-- zuzüglich Zins von 5 % seit dem 10. März 2011 zu schulden (Ziff. IV.10), und er wurde dazu verurteilt, der F. ____kasse CHF 5‘471.10 zu bezahlen (Ziff. IV.11). Mit gleichem Urteil wurde der Beschu ldigte B.____ des mehrfachen Angriffs, der einfachen und der groben Verletzung von Verkehrsreg eln, des mehrfachen Führens eines Mo- torfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand und der fahrl ässigen Widerhandlung gegen das Bun- desgesetz über Sprengstoffe schuldig erklärt und – unter Anrechnung der vom 14. März 2011 bis 15. März 2011 in Polizeigewahrsam ausgestandene n Zeit von zwei Tagen – zu einer teilbe- dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 21 Monaten, wovon sechs Monate unbedingt, bei einer Probezeit von drei Jahren für den bedingten Teil de r Strafe, sowie zu einer Busse von CHF 1‘500.-- (bzw. zu einer Ersatzfreiheitsstrafe v on 15 Tagen im Falle schuldhafter Nichtbe- zahlung der Busse) verurteilt; dies in Anwendung vo n Art. 134 StGB, aArt. 90 Ziff. 1 und Ziff. 2 SVG, aArt. 91 Abs. 1 SVG (in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 55 Abs. 6 SVG und Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 der Verordnung der Bundesversamml ung über Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr), Art. 37 Abs. 1 SprstG, Art. 43 St GB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 106 Abs. 2 StGB (Ziff . II.4). In Ziffer 9 der Anklageschrift wurde B.____ vom Vorwurf der versuchten schweren Körperve rletzung, eventualiter der versuchten einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen G egenstand freigesprochen (Ziff. II.6). Des Weiteren wurde der Beschuldigte B.____ bei seiner A nerkennung behaftet, C.____CHF 500.-- zuzüglich Zins von 5 % seit dem 10. März 2011 zu sc hulden, und er wurde dazu verurteilt, die- sem CHF 1‘500.-- zuzüglich Zins von 5 % seit dem 10 . März 2011 zu bezahlen (Ziff. IV.10). In Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht diesem Zusammenhang wurden die beiden Beschuldigten ausserdem dazu verpflichtet, für die ganze Forderung von C.____ in solidarischer Verbind ung zu haften (Ziff. IV.10). Schliesslich wurden die beiden Beschuldigten verurteilt, die sie betreffenden Verfahrenskosten zu tragen, wobei diese Kosten sich in Sachen A.____ auf den Be trag von CHF 18'333.50 (Ziff. V.12) und in Sachen B.____ auf den Betrag von CHF 17'992.-- ( Ziff. V.13) summierten. Auf die Begrün- dung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingabe n der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Entscheides eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 5. Februar 2014 meldeten die beiden Beschuldigten mit Datum vom 12. Februar 2014 (A.____) bzw. vom 13. Februar 2014 (B.____) die Berufung an. In seiner Berufungserklär ung vom 6. Juni 2014 führte der Beschul- digte A.____ Folgendes aus: Es werde mitgeteilt, da ss an der Berufung gegen das angefochte- ne Urteil festgehalten werde (Ziff. 1). Angefochten werde das Strafmass nach Ziffer 1 des Ur- teilsdispositivs sowie die Zivilforderung der F.____kasse gemäss Ziffer 11 des Urteilsdispositivs (Ziff. 2). Das Urteil sei dahingehend anzupassen, d ass der Beschuldigte zu maximal 360 Ta- gessätzen Geldstrafe, bedingt vollziehbar, zu verurteilen und die Forderung der F.____kasse in der Höhe von CHF 5'471.10 abzuweisen sei (Ziff. 3). Im Sinne eines Beweisantrages werde die Befragung des Beschuldigten mit Blick auf die Legal prognose begehrt (Ziff. 4). Schliesslich werde die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeistä ndigung beantragt (Ziff. 5). In seiner Beru- fungsbegründung vom 21. Oktober 2014 stellte der Be schuldigte A.____ sodann die folgenden Rechtsbegehren: Es sei das angefochtene Urteil im S trafmass nach Ziffer 1 des Urteilsdisposi- tivs abzuändern und er sei zu maximal 360 Tagessätz en Geldstrafe, bedingt vollziehbar, zu verurteilen (Ziff. 1). Es sei Ziffer 11 des Urteils dispositivs aufzuheben und die Forderung der F.____kasse in der Höhe von CHF 5'471.10 abzuweisen (Ziff. 2). Es sei dem Beschuldigten die amtliche Verteidigung zu bewilligen (Ziff. 3); dies alles unter o/e Kostenfolge (Ziff. 4). C. Der Beschuldigte B.____ führte in seiner Berufungs erklärung vom 10. Juni 2014 zum Um- fang der Berufung Folgendes aus: In Ziffer II.4 des Urteilsdispositivs werde einerseits der Schuldspruch wegen des mehrfachen Angriffs sowie an dererseits die Strafe und deren Bemes- sung angefochten, Letzteres auch in den nicht angef ochtenen Schuldpunkten wegen einfacher und grober Verletzung von Verkehrsregeln, mehrfache n Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand und wegen fahrlässiger Widerh andlung gegen das Bundesgesetz über Sprengstoffe. Des Weiteren werde in Ziffer IV.10 des Urteilsdispositivs die Verurteilung zu einer Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Genugtuung in der Höhe von CHF 1'500.-- angefochten , nicht jedoch die Anerkennung in der Höhe von CHF 500.--. Schliesslich werde auch die Ko stenfolge gemäss Ziffer V.13 des ange- fochtenen Urteils beanstandet. Gemäss diesen Begehr en sei das Urteil wie folgt abzuändern: Es sei der Beschuldigte wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG und Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähi gem Zustand nach Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätze n zu jeweils CHF 10.--, bei einer Probe- zeit von zwei Jahren, zu verurteilen. Ausserdem sei der Beschuldigte wegen mehrfachen Füh- rens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand nach Art. 91 Abs. 1 lit. a SVG und wegen einer Tätlichkeit gemäss Art. 126 StGB sowie wegen fahrlässiger Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Sprengstoffe gemäss Art. 37 Ziff. 1 SprstG zu einer Busse von CHF 1'200.-- zu verurteilen. Von allen übrigen Vorwürfen der Ank lage sei der Beschuldigte hingegen kosten- los freizusprechen, wobei ihm entsprechend des teil weisen Freispruchs eine angemessene Entschädigung für die entsprechenden Verteidigungsk osten aus der Staatskasse zu entrichten sei. In seiner Berufungsbegründung vom 21. Oktober 2014 hielt der Beschuldigte B.____ an seinen Anträgen fest und ergänzte diese mit dem Beg ehren, wonach die ordentlichen und aus- serordentlichen Kosten gemäss dem Ausgang des Verfahrens zu verlegen seien, wobei ihm die amtliche Verteidigung zu bewilligen sei. D. Mit Eingabe vom 14. Juli 2014 erklärte die Staatsa nwaltschaft die Anschlussberufung be- treffend B.____ und stellte dabei die folgenden Ant räge: Es sei in Anfechtung des Strafmasses gemäss Ziffer 4 des angefochtenen Urteils die teilb edingt vollziehbare Freiheitsstrafe von 21 Monaten auf 30 Monate zu erhöhen (Ziff. 1), wobei d as angefochtene Urteil in seinen restlichen Teilen zu bestätigen sei (Ziff. 2). Mit weiterer Ei ngabe vom 17. Juli 2014 teilte die Staatsanwalt- schaft den ausdrücklichen Verzicht auf eine Anschlu ssberufung betreffend A.____ mit. Mit Schreiben vom 25. August 2014 verzichtete die Staat sanwaltschaft sodann auf die Möglichkeit einer schriftlichen Berufungsbegründung. E. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaf t, Abteilung Strafrecht, vom 5. November 2014 wurde dem Beschuldigten B.____ die amtliche Verteidigung für das Beru- fungsverfahren bewilligt und das entsprechende Gesu ch des Beschuldigten A.____ abgewie- sen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Anlässlich der heutigen Verhandlung sind der Besc huldigte A.____ mit seinem Rechts- vertreter, Advokat Dr. Jascha Schneider-Marfels, de r Beschuldigte B.____ mit seinem Rechts- vertreter, Advokat Dr. Yves Waldmann, sowie Arnold Büeler als Vertreter der Staatsanwalt- schaft anwesend. Auf die von den Anwesenden getätig ten Ausführungen wird, soweit erforder- lich, ebenfalls in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Erwägungen 1. (…) 2. (…) 3. Angriff etc. 3.1 Fall 4 der Anklageschrift 3.1.1 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art . 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilen- de Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seine r persönlichen Überzeugung aufgrund ge- wissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Ge- richt trifft sein Urteil unabhängig von der Zahl de r Beweismittel, welche für eine bestimmte Tat- sache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Form des Beweismittels (R OBERT HAUSER /E RHARD SCHWERI /K ARL HARTMANN , Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Ba sel 2005, § 54 N 3 f., mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtliche n Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV (bzw. Art. 4 aBV) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime „in dubio pro reo“ bis zum gesetzlichen Nachweis se iner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig i st (Art. 10 Abs. 1 StPO). Als Beweiswürdi- gungsregel besagt die Maxime ausserdem, dass sich d er Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objek- tiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sac hverhalt so verwirklicht hat (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Be- schuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht massgebend, weil solche immer möglich sind und abso lute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unter drückende Zweifel handeln, d.h. um sol- che, die sich nach der objektiven Sachlage aufdräng en (BGE 124 IV 87 E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Insgesamt steht dem Sachgericht im Bereich der Beweiswürdigung praxisge- mäss ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; 129 IV 6 E. 6.1). 3.1.2 Im vorliegenden Fall sind bei der Prüfung des mass geblichen Sachverhaltes die folgen- den Beweise und Indizien zu würdigen: Die diversen Aussagen des in diesem Zusammenhang wegen Angriffs bereits rechtskräftig verurteilten B eschuldigten A.____ anlässlich seiner Einver- nahme durch die Polizei Basel-Landschaft, Hauptpost en X.____, vom 28. März 2011 (act. 1225 ff.), anlässlich der Schlusseinvernahme durch die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, vom 14. November 2012 (ac t. 443 ff.), anlässlich der erstinstanzli- chen Verhandlung vor dem Strafgericht (act. 2933 ff .) sowie vor dem Kantonsgericht (Protokoll KG), die verschiedenen Aussagen des Beschuldigten B .____ anlässlich seiner Einvernahme durch die Polizei Basel-Landschaft, Hauptposten X._ ___, vom 21. März 2011 (act. 1195 ff.), anlässlich der Schlusseinvernahme durch die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabtei- lung Arlesheim, vom 14. November 2012 (act. 443 ff. ), anlässlich der erstinstanzlichen Ver- handlung vor dem Strafgericht (act. 2933 ff.) sowie vor dem Kantonsgericht (Protokoll KG), die- jenigen des Opfers C.____ bei der Befragung als Aus kunftsperson durch die Polizei Basel- Landschaft, Hauptposten X.____, vom 10. März 2011 ( act. 1177 ff.) sowie vor dem Strafgericht (act. 2961 ff.), der Notfall-Bericht des Kantonsspitals Bruderholz vom 10. März 2011 (act. 1165) und die Fotodokumentation der Verletzungen des Opfe rs (act. 1169 ff.), der Bericht des Kan- tonsspitals Bruderholz vom 12. Dezember 2013 (act. 2803 f.) sowie schliesslich der Bericht der Polizei Basel-Landschaft, Hauptposten X.____, vom 2 9. März 2011 (act. 1153 ff.). Die Vor- instanz hat diese Beweiswürdigung in ihrer Erwägung I.3.1.6 auf den Seiten 17 f. des angefoch- tenen Urteils vorgenommen und ist dabei zum Schluss gekommen, dass die Aussagen des Op- fers glaubhaft, authentisch und widerspruchsfrei se ien, während diejenigen der beiden Be- schuldigten widersprüchlich und als blosse Schutzbe hauptung erschienen. Dieses Beweiser- gebnis ist nach Ansicht des Kantonsgerichts gestütz t auf die vorgängig aufgelisteten Beweise und Indizien nicht zu beanstanden. Dies gilt umso m ehr, als die beiden Beschuldigten anläss- lich der heutigen Parteiverhandlung vor dem Kantons gericht zugestanden haben, dass es beim inkriminierten Vorfall nicht darum gegangen sei, na ch dem Weg zu fragen, sondern nur darum, jemanden "anzustressen" und etwas Spass zu haben, u nd dass sie das Opfer zusammen an- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegriffen und auch beide sofort zugeschlagen bzw. getreten hätten (Protokoll KG S. 8 ff.). Unter diesen Umständen verbleibt kein Raum für die Maxime "in dubio pro reo", weshalb vom Sach- verhalt gemäss Anklageschrift auszugehen ist, wonac h die beiden Beschuldigten am 10. März 2011, ca. um 01:13 Uhr, in Z.____ C.____zusammenwir kend und ohne Anlass unvermittelt die Fäuste ins Gesicht geschlagen und ihn mit den Füsse n getreten haben, wodurch sie zumindest in Kauf genommen haben, diesen zu verletzen. Es ist des Weiteren erstellt, dass das Opfer vergeblich versucht hat, sich zu schützen, und dass es sich infolge der Schläge und Tritte di- verse Verletzungen im Gesicht zugezogen hat. Aufgrund des Beweisergebnisses ist ausserdem unzweifelhaft, dass es sich beim inkriminierten Sac hverhalt nicht um eine wechselseitige, son- dern lediglich um eine einseitige, in feindseliger Willensrichtung begangene tätliche Einwirkung der beiden Beschuldigten auf den Körper des Opfers gehandelt hat. 3.1.3 Nach Art. 134 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer sich an einem Angriff auf einen oder mehrere Me nschen beteiligt, der den Tod oder die Körperverletzung eines Angegriffenen oder eines Dri tten zur Folge hat. Ein Angriff ist nach An- sicht des Gesetzgebers prinzipiell geeignet, für da s Leben oder die körperliche Integrität des Angegriffenen oder eines Dritten eine konkrete Gefa hr oder Verletzung herbeizuführen, wes- halb er mit Art. 134 StGB eine Bestimmung geschaffe n hat, die dem in Form eines abstrakten Gefährdungsdelikts Rechnung trägt und bereits die B eteiligung unter Strafe stellt. Angriff ist die einseitige, von feindseligen Absichten getragene, gewaltsame Einwirkung auf den oder die Kör- per eines oder mehrerer Menschen. Während der Raufh andel eine wechselseitige tätliche Aus- einandersetzung darstellt, ist der Angriff als eins eitige körperliche Einwirkung auf eine oder mehrere Personen definiert. Daraus geht hervor, das s die angegriffene Seite entweder völlig passiv bleibt oder sich nur defensiv zu schützen ve rsucht. Damit von einem Angriff gesprochen werden kann, müssen mindestens zwei Personen körper lich attackieren. Ist diese Vorausset- zung erfüllt, kann wie beim Raufhandel eine Beteili gung auf jede Art erfolgen. So kann Beteili- gung auch eine sachlich unterstützende psychische o der verbale Mitwirkung zugunsten der angreifenden Partei sein. Der Angriff muss den Tod oder eine Körperverletzung eines Angegrif- fenen oder eines Dritten zur Folge haben, was eine objektive Strafbarkeitsbestimmung darstellt. Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz bezüglic h der Teilnahme an einem Angriff, wobei Eventualvorsatz genügt. Er bezieht sich auf alle ob jektiven Tatbestandsmerkmale, nicht aber auf die objektive Strafbarkeitsbestimmung der Todes - oder Körperverletzungsfolge. Wenn das anlässlich eines Angriffs begangene vorsätzliche oder fahrlässige Verletzungs- oder Tötungsde- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht likt einem Angreifer nachgewiesen werden kann, best eht zwischen den Art. 111 ff. StGB bzw. Art. 122 ff. StGB und Art. 134 StGB prinzipiell ech te Konkurrenz. Eine Ausnahme von der be- sagten Regel gibt es nach Rechtsprechung und herrschender Lehre dann, wenn neben der ver- letzten oder getöteten Person niemand sonst angegri ffen bzw. gefährdet worden ist. In diesem Fall wird Art. 134 StGB durch den Verletzungstatbes tand konsumiert, was aber in der Lehre kontrovers diskutiert wird (vgl. S TEFAN MAEDER , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 4 ff. zu Art. 134 StGB, mit zahlreichen Hinweisen). 3.1.4 In casu macht bei der konkreten Würdigung des mass geblichen Sachverhalts der Be- schuldigte B.____ in erster Linie geltend, dass auf grund der Wechselseitigkeit der tätlichen Auseinandersetzung das Vorliegen eines Angriffs aus geschlossen sei und vielmehr ein Rauf- handel vorgelegen habe, welcher aber nicht angeklag t sei. Dieser Ansicht ist nicht zu folgen. Aus den Akten ergeben sich keine Beweise für ein Gerangel, wie dies behauptet wird, und dass der Angegriffene sich aktiv gewehrt hätte. Ganz im Gegenteil ist – wie bereits vorgängig darge- legt (oben E. 3.1.2) – davon auszugehen, dass sich das Opfer lediglich defensiv gegen die Schläge und Tritte der beiden Beschuldigten zu schü tzen versucht hat. Aus dem Umstand, wo- nach sich das Opfer gegen die körperlichen Übergrif fe der beiden Beschuldigten allenfalls in dem Sinne passiv gewehrt hat, als es diese umklamme rt und weggestossen hat, ist nicht auf eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung zu schliessen, woraus die Qualifizierung des inkriminierten Vorfalls als Raufhandel abzuleiten wäre. Sowohl die Umklammerung als auch das Wegstossen stellen reine Verteidigungshandlungen dar. Anders zu entscheiden wäre nur, wenn das Opfer zurückgeschlagen hätte, was aber nicht na chgewiesen ist. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte B.____ anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht ausdrücklich eingestanden hat, dass sich das Opfer ihm gegenüber nicht gewehrt habe (Protokoll KG S. 10). Der Beschuldigte A.____ macht zwar geltend, der Ang egriffene habe ihn ebenfalls geschlagen, allerdings sind im Gegensatz zum Opfer bei den beid en Angreifern keine Verletzungen doku- mentiert, was aber zu erwarten gewesen wäre, wenn s ich das Opfer wirklich aktiv gewehrt hät- te, nachdem dieses offenbar über Erfahrungen im Kam pfsport verfügt. In der Folge ist zusam- men mit der Vorinstanz von einer einseitigen Einwir kung auf den Körper des Opfers durch die beiden Beschuldigten auszugehen. Der Beschuldigte B.____ bemängelt sodann, dass die objektive Tatbestandsvoraussetzung der einfachen Körperverletzung nicht vorgelegen habe. A uch dieses Argument ist gestützt auf die Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht medizinischen Unterlagen ohne Zweifel zu verwerfen. So sind im Notfall-Bericht des Kan- tonsspitals Bruderholz folgende Diagnosen aufgelist et: Contusio capitis, Kontusion Mittelge- sicht, HWS, Schürfwunde Schläfe links, Augenbraue l inks, Nase. Diese Prellungen bzw. Quet- schungen, das Schleudertrauma und die Schürfwunden haben zu einer zweitägigen vollständi- gen Arbeitsunfähigkeit geführt. Praxisgemäss hängt die rechtliche Qualifikation von Körperver- letzungen als Folge von Faustschlägen von den konkr eten Tatumständen ab (BGer 6B_802/2013 vom 27. Januar 2014 E. 2.3.3; 6B_388/20 12 vom 12. November 2012 E. 2.4.2; 119 IV 25 E. 2a). In casu haben die beiden Beschuld igten aus nichtigem Anlass und aus heite- rem Himmel das Opfer mit Faustschlägen ins Gesicht und Fusstritten an den Körper traktiert, welche offensichtlich auf eine Verletzung des Betro ffenen ausgerichtet gewesen sind. Im Zu- sammenspiel mit den Tatumständen stellen die beschr iebenen Verletzungen, welche nicht nur zu einer zweitägigen vollständigen Arbeitsunfähigke it, sondern auch zu einem andauernden psychischen Unbehagen geführt haben, zweifellos ein en krankhaften Zustand und nicht bloss wie bei Tätlichkeiten verlangt einen folgenlosen An griff auf den Körper oder die Gesundheit dar (vgl. zur Kasuistik A NDREAS ROTH / ANNE BERKEMEIER , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 57 zu Art. 123 StGB, mit zahlreichen Hinweisen). Infolgedessen kann entgegen der Ansicht des Beschuldigten B.____ nicht nur nicht vom Vorliegen von Tätlichkeiten ausgegangen werden, sondern der Beschuldigte ist da rüber hinaus darauf hinzuweisen, dass bei Faustschlägen an den Kopf grundsätzlich die Prü fung des Tatbestandes der versuchten schweren Körperverletzung näher liegt als derjenige der Tätlichkeiten. Nachdem beide Beschuldigten anlässlich der heutigen Parteiverhandlung vor dem Kantonsge- richt eingestanden haben, das Opfer gemeinsam angeg riffen und geschlagen zu haben, um etwas Spass zu haben, gibt das Vorliegen des subjek tiven Tatbestandes zu keinen Bemerkun- gen Anlass. Aufgrund des Umstandes, wonach die einf ache Körperverletzung beim Opfer we- der durch dessen Aussagen noch durch diejenigen der Angreifer einem der beiden Beschuldig- ten konkret zugeordnet werden kann, stellen sich vo rliegend überdies keine Fragen zur nicht einheitlich geklärten Problematik der Konkurrenz zw ischen dem Tatbestand von Art. 134 StGB und demjenigen von Art. 123 StGB. Demnach ist der B eschuldigte B.____ in Abweisung seiner diesbezüglichen Berufung und in Bestätigung des ang efochtenen Urteils im Fall 4 der Anklage- schrift des Angriffs schuldig zu sprechen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Fall 9 der Anklageschrift 3.2.1 Diesbezüglich ist der angeklagte Sachverhalt im Wesentlichen unbestritten, womit es sich an vorliegender Stelle unter Berücksichtigung von Art. 82 Abs. 4 StPO und dem Verweis auf die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft und die entsp rechenden Erwägungen der Vorinstanz (E. I.6.1.4 S. 26 ff.) erübrigt, die Beweiswürdigun g im Einzelnen zu wiederholen. Einzig der Vorwurf, wonach der Beschuldigte B.____ zusammen mi t den anderen Beteiligten ebenfalls zugeschlagen haben soll, wird in Abrede gestellt, w as aber, wie nachfolgend dargelegt wird (unten E. 3.2.2), nur von untergeordneter Bedeutung ist. Zugestanden wird hingegen vom Be- schuldigten B.____ erstmalig vor dem Kantonsgericht , dass er sehr wohl gewusst habe, dass seine Kollegen gekommen seien, um eine Schlägerei a nzuzetteln, dass er sie aus diesem Grund auch angerufen habe, weil er sich durch das V erhalten der nachmaligen Opfer gekränkt gefühlt habe, und dass er gewollt habe, dass die drei Angegriffenen zu büssen hätten (Protokoll KG S. 11). 3.2.2 Wie bereits erwähnt, kann die Frage, ob dem Beschu ldigten eine physische Beteiligung am Angriff nachzuweisen ist, offengelassen werden; dies abgesehen davon, dass erstens kein nachvollziehbarer Grund ersichtlich ist, weshalb au sgerechnet sein Cousin D.____ ihn zu Un- recht belasten sollte (act. 1575 ff.), und dass zwe itens der Beschuldigte selber ein Zuschlagen seinerseits nicht kohärent leugnet (act. 3033). Ent scheidend ist vielmehr, dass eine Beteiligung am Angriff auf jede Art erfolgen kann, insbesondere auch durch eine sachlich unterstützende psychische oder verbale Mitwirkung zugunsten der an greifenden Partei. In casu steht zweifels- frei fest, dass der Beschuldigte infolge einer ange blichen Kränkung den Angriff inszeniert und koordiniert hat, indem er seine Kollegen telefonisc h aufgeboten – im Wissen und Willen, dass diese eine Schlägerei anzetteln werden – und sich d anach am Angriff beteiligt hat, sei es durch ein physisches Mitwirken oder sei es auch nur durch eine psychische Unterstützung der vier Angreifer, um die drei Angegriffenen für die angebliche Kränkung büssen zu lassen. Im Übrigen ist die Körperverletzung von E.____ in Form eines S chädelhirntraumas Grad I mit einer Riss- quetschwunde frontal rechts und einer Oberschenkelk ontusion links als objektive Tatbestands- voraussetzung durch den Bericht der Notfallstation des Universitätsspitals Basel vom 14. März 2011 (act. 1667 ff.) ohne Weiteres nachgewiesen, un d auch der subjektive Tatbestand wirft nach dem heutigen Geständnis des Beschuldigten kein erlei Fragen auf. Gemäss diesen Erwä- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gungen ist der Beschuldigte in Abweisung seiner die sbezüglichen Berufung und in Bestätigung des angefochtenen Urteils auch im Fall 9 der Anklageschrift des Angriffs schuldig zu sprechen. 4. Strafzumessung 4.1.1 Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nac h dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Ver werflichkeit des Handelns, den Beweg- gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt , wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährd ung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). In Anwendung von Art. 42 Abs. 1 StGB schi ebt das Gericht den Vollzug einer Geld- strafe, von gemeinnütziger Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine u nbedingte Strafe nicht notwendig er- scheint, um den Täter von der Begehung weiterer Ver brechen oder Vergehen abzuhalten. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Vo raussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu d er Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen (Art. 49 Abs. 1 StGB). 4.1.2 Praxisgemäss hat das Gericht ausgehend von der obj ektiven Tatschwere das Verschul- den zu bewerten. Es hat gestützt auf Art. 50 StGB – wonach das Gericht die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtun g festzuhalten hat – im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernde und welche verschulden serhöhende Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen (BGE 136 IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachger ichts, in welchem Umfang es die verschie- denen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es mu ss nicht auf Umstände ausdrücklich ein- gehen, die es – ohne dass dies ermessensverletzend wäre – bei der Strafzumessung als nicht massgebend oder nur von geringem Gewicht erachtet (BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 E. 4). Auch ist das Gericht nicht gehalten, in Zahl en oder Prozenten anzugeben, wie es die ein- zelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.6). Allerdings hat das Ge- richt das Gesamtverschulden zu qualifizieren und di e Gesamteinschätzung des Tatverschul- dens im Urteil ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist (leicht, mittelschwer, s chwer, sehr schwer). In einem zweiten Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schritt ist die (hypothetische) Strafe, die diesem Verschulden entspricht, innerhalb des zur Ver- fügung stehenden Strafrahmens zu bestimmen. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenen- falls in einem dritten Schritt aufgrund wesentliche r Täterkomponenten verändert werden (BGE 136 IV 55 E. 5.7). Die tat- und täterangemessene St rafe ist grundsätzlich innerhalb des or- dentlichen Strafrahmens der schwersten anzuwendende n Strafbestimmung festzusetzen. Die- ser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen kon- kreten Umständen Rechnung zu tragen. Entgegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffas- sung wird der ordentliche Strafrahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert, worauf dann innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den übli- chen Zumessungskriterien festzusetzen wäre. Der ord entliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart oder zu milde erscheint ( BGE 136 IV 55 E. 5.8). Für die Bildung einer Gesamtstrafe hat das Gericht in einem ersten Schritt den Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und sodann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Umstände, innerhalb dieses Stra frahmens festzusetzen. Bei der Bestim- mung des Strafrahmens für die schwerste Straftat is t von der abstrakten Strafandrohung aus- zugehen. In einem zweiten Schritt hat das Gericht diese Einsatzstrafe unter Einbezug der ande- ren Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wo bei es wiederum den jeweiligen Umstän- den Rechnung zu tragen hat. Die Bildung einer Gesam tstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu v erhängen, da das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Geld- und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Ab s. 1 StGB. Das Gericht kann somit auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konk reten Fall für jeden einzelnen Norm- verstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (BGE 138 IV 120 E. 5.2). Im Übrigen drängt das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung vermehrt darauf, dass die Formulierung des Verschul- dens und die Festsetzung des Strafmasses auch begri fflich im Einklang stehen (BGer 6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.2; vgl. auch BGe r 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.). 4.2.1 Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung macht de r Beschuldigte A.____ im Wesentli- chen geltend, seine Lebensverhältnisse hätten sich derart verändert, dass die erstinstanzliche Strafe auf eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu r eduzieren sei. Gemäss Art. 408 StPO fällt die Berufungsinstanz ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt. Dabei hat sie die Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen und muss sich nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2). Im vorliegenden Fall i st der Beschuldigte A.____ gestützt auf das in den Strafpunkten nicht angefochtene Urteil der V orinstanz wegen Unterlassung der Nothilfe (Art. 128 StGB), Raufhandels (Art. 133 StGB), Angri ffs (Art. 134 StGB), Gehilfenschaft zum mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahl (Art. 13 9 Ziff. 1 StGB), zur Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB) und zur versuchten Entwendun g eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch (aArt. 94 Ziff. 1 SVG) sowie wegen versuchter Hehle rei (Art. 160 Ziff. 1 StGB) schuldig zu spre- chen. Der ordentliche Strafrahmen liegt dabei nach Art. 134 StGB, Art. 139 Ziff. 1 StGB und Art. 160 Ziff. 1 StGB zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von maximal fünf Jah- ren. Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB ist strafschärfend zu gewichten, führt je- doch entgegen den Darlegungen der Vorinstanz nicht automatisch zu einer Erhöhung des Straf- rahmens auf siebeneinhalb Jahre, vielmehr bleibt ge mäss der vorgängig zitierten Praxis des Bundesgerichts – nachdem in casu keine aussergewöhn lichen Umstände vorliegen – der or- dentliche Rahmen von fünf Jahren bestehen. 4.2.2 Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend (oben E. 4 .1.2) hat das Kantonsgericht für die Bildung einer Gesamtstrafe nunmehr in einem ersten Schritt den Strafrahmen – ausgehend von der abstrakten Strafandrohung – für die schwerste S traftat zu bestimmen und sodann die Ein- satzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller stra ferhöhenden und strafmindernden Umstände, innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. In casu weisen sowohl der Angriff als auch der Diebstahl und die Hehlerei dieselbe abstrakte Straf androhung auf, weshalb das Kantonsgericht dem Unrechtsgehalt der einzelnen Straftaten folgend vom Angriff als schwerster Straftat aus- geht. Bei der Festlegung der Einsatzstrafe für den Angriff ist auf der Seite der objektiven Tat- komponenten in erster Linie die Vorgehensweise des Beschuldigten zu berücksichtigen, indem er zusammen mit dem Mitbeschuldigten B.____ mitten in der Nacht gegenüber einem zufällig vorbeikommenden Opfer völlig grundlos massive Gewal t angewendet hat, was sich bedeutend verschuldenserhöhend auswirkt. Hinzu kommt, dass da s Opfer dabei nicht unerheblich verletzt und bei diesem insbesondere ein andauerndes psychis ches Unwohlsein ausgelöst worden ist. Zu Gunsten des Beschuldigten spricht, dass er vom O pfer abgelassen hat, als dieses um Hilfe geschrien hat, und zudem keine bleibenden körperlic hen Schäden nachgewiesen sind. Bei den subjektiven Tatkomponenten fallen besonders negativ ins Gewicht die Motivation des Beschul- digten für den Angriff, nämlich jemanden "anzustres sen" und etwas Spass zu haben, sowie die Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bagatellisierungstendenz bzw. die Unverfrorenheit, das Opfer zum Sündenbock machen zu wollen. Gestützt auf diese Erwägungen ist im Hinbli ck auf den Straftatbestand des Angriffs ins- gesamt von einem mittelschweren Verschulden auszuge hen, was entsprechend dem Strafrah- men mit einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten zu sanktionieren wäre. In einem zweiten Schritt hat das Kantonsgericht die se Einsatzstrafe von zehn Monaten unter Einbezug der anderen Straftaten zu einer Gesamtstra fe zu erhöhen, wobei es wiederum den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat. An die ser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass für die übrigen Delikte die Verhängung einer Geldst rafe aufgrund der jeweiligen abstrakten Strafandrohung zwar möglich wäre, angesichts der an den Tag gelegten kriminellen Energie des Beschuldigten und des engen zeitlichen und inha ltlichen Zusammenhangs der einzelnen Taten untereinander sowie unter Berücksichtigung de s Umstandes, wonach bei der Wahl der Sanktion in casu auf die Zweckmässigkeit, die Auswi rkungen auf den Beschuldigten sowie die präventive Effizienz zu achten ist, für das Kantons gericht jedoch nur die Ausfällung einer Frei- heitsstrafe in Frage kommt, womit im Ergebnis das A sperationsprinzip zur Bildung einer Ge- samtstrafe ohne Weiteres anwendbar ist. Das Begehre n des Beschuldigten A.____ nach der Verhängung lediglich einer Geldstrafe für sämtliche Delikte ist nebst den vorgängigen Erwä- gungen im Übrigen schon deshalb von vornherein dezi diert zu verwerfen, weil der Unrechts- gehalt der vorliegend zu beurteilenden Tatbestände – namentlich der Gewaltdelikte – eine Geldstrafe als einzige Sanktion ausschliesst. Im Hi nblick auf den Straftatbestand der Unterlas- sung der Nothilfe und des Raufhandels im Fall 3 der Anklageschrift ist namentlich zu würdigen, dass entgegen der Forderung des Beschuldigten zufol ge des zu bejahenden öffentlichen Inte- resses an einer Strafverfolgung nach Art. 53 lit. b StGB kein Anwendungsfall der Wiedergutma- chung vorliegt, andererseits aber die Vorinstanz zu Unrecht die besondere Brutalität bzw. Kalt- blütigkeit des Vorgehens des Beschuldigten in ihre Würdigung einbezogen hat, nachdem zu- mindest der auf denselben Sachverhalt gestützte Anklagepunkt der einfachen Körperverletzung aufgrund des Rückzugs des Strafantrags eingestellt worden ist. Ungeachtet dessen hat der Be- schuldigte ein rücksichtsloses und gewaltbereites V erhalten offenbart, indem er zunächst an- lässlich einer Schlägerei zwischen F.____und G.____ dem Letztgenannten ohne nachvollzieh- baren Grund zwei Faustschläge versetzt und danach z usammen mit F.____das als Folge ihres gemeinschaftlichen Zusammenwirkens verletzte und oh nmächtige Opfer einfach am Boden hat liegen lassen. Immerhin ist ihm zugute zu halten, d ass er die Auseinandersetzung nicht initiiert und anwesenden Jugendlichen gesagt hat, sie sollen sich um den Verletzten kümmern. Bezüg- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich der übrigen Delikte – der Gehilfenschaft zum m ehrfachen, teilweise versuchten Diebstahl, zur Sachbeschädigung und zur versuchten Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch sowie der versuchten Hehlerei – ist bei den Tatkomp onenten vor allem massgeblich die Tatsa- che, dass es bei den inkriminierten Tatbeständen je weils entweder beim Versuch nach Art. 22 Abs. 1 StGB geblieben ist oder dann aber der Tatbei trag des Beschuldigten nicht über eine Ge- hilfenschaft gemäss Art. 25 StGB hinausgegangen ist, was sich strafmindernd auszuwirken hat. Hinsichtlich der subjektiven Tatkomponenten ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte nicht aus einer Notlage heraus delinquiert und vielmehr eine hohe kriminelle Energie sowie eine bemer- kenswerte Unbelehrbarkeit an den Tag gelegt hat. Be i diesen Delikten erachtet das Kantonsge- richt das Tatverschulden im Ergebnis als nicht uner heblich bis mittelschwer, was in Würdigung aller im vorliegenden sowie im angefochtenen Urteil geschilderten tatbezogenen Umstände und verschuldensunabhängigen Tatkomponenten zu einem ge samthaft mittelschweren Tatver- schulden und einer Erhöhung der Einsatzstrafe um we itere fünf Monate auf eine Gesamtstrafe von 15 Monaten Freiheitsstrafe führt. Diese Gesamtstrafe ist in einem dritten Schritt auf grund der besonderen Täterkomponenten, welche in casu für alle Straftaten gleichermassen g elten, anzupassen. So berücksichtigt das Kantonsgericht im Gegensatz zur Vorinstanz zu Gunst en des Beschuldigten dessen Lebensge- schichte mit der Kindheit ohne Vater und dessen heu tige Bereitschaft, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen, und den Willen, sein Leben zu verändern. In diesem Zusammenhang ist nach Ansicht des Kantonsgerichts von Bedeutung, das s die persönliche Vorgeschichte des Be- schuldigten A.____, seine Kindheit mit dem frühen V erlust seines Vaters und der Unfähigkeit, damit adäquat umgehen zu können, stärker zu gewicht en ist. Ausserdem manifestiert sich für das Kantonsgericht positiv, dass der Beschuldigte a nlässlich der heutigen Hauptverhandlung seinen Reifeprozess dadurch offenbart hat, dass er dem Mitbeschuldigten B.____ in dessen Anwesenheit bei verschiedenen Gelegenheiten in Bezug auf die verschiedenen Tatbeiträge und die jeweilige Motivation widersprochen hat. Zwar ha ben Geständnisse vor zweiter Instanz grundsätzlich keine bedeutende Auswirkung auf das S trafmass, jedoch erachtet das Kantons- gericht das diesbezügliche aktuelle Verhalten des B eschuldigten A.____ als tätigen und glaub- haften Ausdruck, sich vom früheren Verhalten distan ziert zu haben. Dies unterstützt er zudem durch einen Einblick in seine Person, welcher seine n Entwicklungsprozess spürbar macht. In diesem Zusammenhang sind auch seine Bestrebungen na ch einer finanziellen Wiedergutma- chung an seine Opfer positiv zu werten. Diese Fests tellungen haben nebst der Berücksichti- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung der langen Verfahrensdauer – trotz der ebenfal ls zu gewichtenden Tatsache, wonach der Beschuldigte A.____ bereits mit Strafbefehlen der J ugendanwaltschaft Basel-Landschaft vom 8. Dezember 2009 und 9. Juli 2010 wegen Hehlerei bz w. wegen geringfügigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedenbruchs zu einer bedingt vollziehba- ren persönlichen Leistung von vier halben Tagen bzw . zu einer teilbedingt vollziehbaren Busse von CHF 1'400.--, davon CHF 700.-- unbedingt, verur teilt worden ist – eine Strafminderung zur Folge. Im Ergebnis ist somit eine tat- und täterang emessene Strafe von 12 Monaten Freiheits- strafe auszusprechen. 4.2.3 Im Gegensatz zum Verfahren vor der Vorinstanz ist dem Beschuldigten A.____ zudem aufgrund der positiven Entwicklung und der veränder ten Lebensumstände und Lebensstruktu- ren keine schlechte Legalprognose mehr zu stellen. So ist er zum heutigen Zeitpunkt in den Arbeitsprozess integriert, nachdem er die Selbständ igkeit als Zügelunternehmer aufgegeben hat und seit Oktober 2014 in einem gefestigten Arbe itsverhältnis als Chauffeur arbeitet und da- bei einen Lohn von CHF 3'800.-- pro Monat verdient. Hinzu kommt, dass er die Arbeitsstelle aus eigenem Antrieb angetreten hat und offenbar damit z ufrieden ist, was nebst seiner Motivation auf eine gewisse Kontinuität und Stabilität schlies sen lässt. Gleichermassen von Bedeutung ist der Umstand, wonach der Beschuldigte offensichtlich einen Reifeprozess durchgemacht hat, eine gewisse Geständigkeit an den Tag legt, an der Mankosituation mit dem Vaterverlust arbei- ten kann, vermehrt Verantwortung für seine Mutter übernimmt und nunmehr generell in geregel- ten Verhältnissen mit Zukunftsperspektiven lebt. In folgedessen muss dem Beschuldigten ge- stützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB der bedingte Strafvo llzug gewährt werden. Den angesichts der Vorstrafen letztlich nicht gänzlich auszuräumenden Bedenken hinsichtlich der Legalprognose ist mit einer Erhöhung der Probezeit auf vier Jahre Rechnung zu tragen. Der Anrechnung des aus- gestandenen Polizeigewahrsams von einem Tag steht i n Anwendung von Art. 51 StGB nichts im Wege. Demzufolge ist in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten A.____ und in Abänderung des angefochtenen Urteils der Beschul digte zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten, bei einer Probezeit von vier Jahren, zu verurteilen. 4.3.1 Der Beschuldigte B.____ macht bezüglich der konkret en Strafzumessung im Wesentli- chen geltend, zufolge des Freispruchs vom Vorwurf d es mehrfachen Angriffs sei eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen angemessen, bei einem allfälligen Schuldspruch gemäss An- klage erscheine angesichts seines jugendlichen Alte rs, seiner persönlichen Lebensumstände, Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht seiner Geständigkeit und seiner Reue sowie der lang en Verfahrensdauer eine Freiheitsstrafe von neun bis 12 Monaten als korrekt. Demgegenüber e rachtet die Staatsanwaltschaft aufgrund des erheblichen Verschuldens eine Erhöhung der Frei heitsstrafe auf zweieinhalb Jahre teilbe- dingt, davon ein Jahr unbedingt, als angebracht, ev entualiter sei das angefochtene Urteil voll- umfänglich zu bestätigen. Wie bereits dargelegt (ob en E. 4.2.1) fällt die Berufungsinstanz ge- mäss Art. 408 StPO ein neues Urteil, welches das er stinstanzliche ersetzt. Dabei hat sie die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen und muss sich nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2). In casu ist der Beschu ldigte B.____ gestützt auf das vorliegende Urteil und dasjenige des Strafgerichts in den nicht angefochtenen Strafpunkten wegen mehrfa- chen Angriffs (Art. 134 StGB), einfacher und grober Verletzung von Verkehrsregeln (aArt. 90 Ziff. 1 und Ziff. 2 SVG), mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand (aArt. 91 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 55 Abs. 6 SVG und Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 der Verordnung über Blutalkoholgr enzwerte im Strassenverkehr) sowie fahr- lässiger Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Sprengstoffe (Art. 37 Ziff. 1 SprstG) schuldig zu sprechen. Nach Art. 134 StGB liegt auch hier der ordentliche Strafrahmen zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von maximal fünf Jahren. Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB ist strafschärfend zu gewichten , führt jedoch entgegen den Darlegungen der Vorinstanz wiederum nicht automatisch zu einer Erhöhung des Strafrahmens auf sieben- einhalb Jahre, vielmehr bleibt gemäss der vorgängig zitierten Praxis des Bundesgerichts – nachdem in casu keine aussergewöhnlichen Umstände vorliegen – der ordentliche Rahmen von fünf Jahren bestehen. In Bezug auf die Übertretunge n ist sodann eine Busse auszufällen. Nachdem der Beschuldigte B.____ mit vorliegendem Ur teil des mehrfachen Angriffs schuldig erklärt wird, fällt die beantragte Verhängung ledig lich einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen von vornherein ausser Betracht. 4.3.2 Den vorgängig zitierten Vorgaben des Bundesgerichts folgend (oben E. 4.1.2 und E. 4.2.2) hat das Kantonsgericht für die Bildung ei ner Gesamtstrafe nunmehr in einem ersten Schritt den Strafrahmen – ausgehend von der abstrak ten Strafandrohung – für die schwerste Straftat zu bestimmen und sodann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller strafer- höhenden und strafmindernden Umstände, innerhalb di eses Strafrahmens festzusetzen. In casu weist der (mehrfache) Angriff die höchste abstrakte Strafandrohung auf, weshalb das Kan- tonsgericht den Ausführungen zur Strafzumessung bei m Beschuldigten A.____ folgend vom Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Angriff gemäss Anklagepunkt 4 als schwerster Straft at ausgeht. Bei der Festlegung der Ein- satzstrafe für diesen Angriff ist auf der Seite der objektiven Tatkomponenten in erster Linie die Vorgehensweise des Beschuldigten zu berücksichtigen , indem er zusammen mit dem Mitbe- schuldigten A.____ mitten in der Nacht gegenüber einem zufällig vorbeikommenden Opfer völlig grundlos massive Gewalt angewendet hat. Hinzu kommt , dass das Opfer dabei nicht unerheb- lich verletzt und bei diesem insbesondere ein andau erndes psychisches Unwohlsein ausgelöst worden ist. Zu Gunsten des Beschuldigten spricht, d ass er vom Opfer abgelassen hat, als die- ses um Hilfe geschrien hat, und zudem bei diesem ke ine bleibenden körperlichen Schäden nachgewiesen sind. Bei den subjektiven Tatkomponent en fallen besonders negativ ins Gewicht die Motivation des Beschuldigten für den Angriff, n ämlich jemanden "anzustressen" und etwas Spass zu haben, sowie die Bagatellisierungstendenz bzw. die Unverfrorenheit, das Opfer zum Sündenbock machen zu wollen. Gestützt auf diese Erwägungen ist im Hinblick auf den Straftat- bestand des Angriffs nach Ziffer 4 der Anklageschri ft insgesamt von einem mittelschweren Ver- schulden auszugehen, was entsprechend dem Strafrahm en mit einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten zu sanktionieren wäre. Nach diesen Erwägung en liegt zudem auf der Hand, dass das Begehren des Beschuldigten B.____ nach der Verhängu ng einer Strafe von lediglich neun bis 12 Monaten bei einem Schuldspruch gemäss Anklage fü r alle Delikte zusammen zu verwerfen ist. In einem zweiten Schritt hat das Kantonsgericht die se hypothetische Einsatzstrafe unter Einbe- zug der anderen Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei es wiederum den jeweili- gen Umständen Rechnung zu tragen hat. Massgeblich h ierbei ist vor allem die zweite Verurtei- lung wegen Angriffs gemäss Ziffer 9 der Anklageschr ift. Auf der Seite der objektiven Tatkompo- nenten ist zu bemerken, dass dem Beschuldigten trot z zahlreicher Hinweise zwar keine physi- sche Beteiligung an der Auseinandersetzung stringen t nachzuweisen ist, andererseits ist ihm besonders anzulasten, dass er den brutalen Angriff initiiert und koordiniert und sich auch nicht gescheut hat, seine zum Teil minderjährigen Kollegen für seine Bedürfnisse zu instrumentalisie- ren. Ebenfalls negativ ins Gewicht fällt der Umstan d, dass eines der Opfer mit einem Stein er- heblich am Kopf verletzt worden ist. Bei den subjek tiven Tatkomponenten ist zu würdigen, dass der Beschuldigte einmal mehr ohne Respekt vor den e lementaren Rechten der Opfer auf Un- versehrtheit seine Gelüste nach Gewalt und in diese m Fall auch nach Rache aufgrund einer angeblichen Kränkung ausgelebt hat. Neben der fehle nden Empathie ist ihm auch in diesem Fall seine krasse Bagatellisierungstendenz vorzuhal ten, indem er sich trotz der eindeutigen Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beweislage durchwegs als Opfer darstellt. In Würdig ung dieser Erwägungen ist in Bezug auf den zweiten Straftatbestand des Angriffs insgesamt wiederum von einem mittelschweren Ver- schulden auszugehen. An dieser Stelle ist darauf hi nzuweisen, dass für die weiteren Delikte (grobe Verletzung von Verkehrsregeln und Führen ein es Motorfahrzeugs in qualifiziert fahrun- fähigem Zustand) die Verhängung einer Geldstrafe zw ar möglich wäre, angesichts der an den Tag gelegten kriminellen Energie des Beschuldigten und des engen zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhangs der einzelnen Taten untereinander sow ie unter Berücksichtigung des Um- standes, wonach bei der Wahl der Sanktion in casu auf die Zweckmässigkeit, die Auswirkungen auf den Beschuldigten sowie die präventive Effizien z zu achten ist, für das Kantonsgericht je- doch nur die Ausfällung einer Freiheitsstrafe in Fr age kommt, womit im Ergebnis das Asperati- onsprinzip zur Bildung einer Gesamtstrafe ohne Weiteres anwendbar ist. Davon ausgenommen sind die einfache Verletzung von Verkehrsregeln, da s Führen eines Motorfahrzeugs in fahrun- fähigem Zustand ohne qualifizierendes Element sowie die fahrlässige Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Sprengstoffe, welche als Über tretungen einzustufen und folglich mit einer Busse zu sanktionieren sind. Sowohl im Hinbli ck auf den Straftatbestand der groben Ver- letzung von Verkehrsregeln gemäss Ziffer 11 der Ank lageschrift – begangen in der Form einer Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn um 35 km/h – als auch bezüglich des Füh- rens eines Motorfahrzeugs in qualifiziert fahrunfäh igem Zustand (0,88 Promille) nach Ziffer 12 der Anklageschrift ist bei den objektiven Tatkomponenten namentlich zu würdigen, dass es sich dabei um einigermassen gravierende Verstösse gegen die Strassenverkehrsordnung mit einem nicht überschaubaren Gefährdungspotential handelt, wobei es eigentlich nur einem Zufall zu verdanken ist, dass es dabei nicht zu einem verheer enden Unfall gekommen ist, zumal der Be- schuldigte auch bei der Geschwindigkeitsüberschreit ung unter beträchtlichem Alkoholeinfluss (0,67 Promille) gefahren ist. Andererseits ist aber auch nicht nachgewiesen, dass andere Ver- kehrsteilnehmer angesichts des jeweiligen Tatzeitpu nkts frühmorgens ernstlich gefährdet wor- den sind. Hinsichtlich der subjektiven Tatkomponent en ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte ein rücksichtsloses Verhalten offenbart und sich aus reiner Selbstgefälligkeit über die geltenden Regeln hinweggesetzt und damit eine hohe kriminelle Energie sowie eine bemerkenswerte Un- belehrbarkeit an den Tag gelegt hat. Insgesamt erac htet das Kantonsgericht das Tatverschul- den bei diesen Anklagepunkten als nicht unerheblich , was zu einer weiteren Erhöhung der Ein- satzstrafe zu führen hat. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diese Gesamtbewertung ist wiederum in einem dritten Schritt aufgrund der besonderen Täter- komponenten anzupassen. So berücksichtigt das Kanto nsgericht zu Gunsten des Beschuldig- ten insbesondere, dass dieser die inkriminierten Taten vor seinem 19. Altersjahr in einem relativ kurzen und intensiven Zeitraum von ca. zehn Monaten begangen hat, und dass heute eine ge- wisse Reue vorhanden ist und sich ein Entwicklungsp rozess abzeichnet. Namentlich sind beim Beschuldigten die Bereitschaft, Verantwortung für s eine Taten zu übernehmen, und der Willen, sein Leben zu verändern, erkennbar, woraus sich ein Reifeprozess und das Bestreben, sich vom deliktischen Verhalten zu lösen, ableiten lässt . Dieser Reifeprozess manifestiert sich zwar anlässlich der heutigen Hauptverhandlung weniger st ark als beim Mitbeschuldigten A.____, dennoch ist die erstmalige Geständigkeit des Beschu ldigten B.____ als ein glaubhafter Aus- druck, sich vom früheren Verhalten distanziert zu h aben, zu werten. Diese Feststellungen ha- ben nebst der Berücksichtigung der langen Verfahren sdauer – und trotz der bezüglich den Strassenverkehrsdelikten ebenfalls zu gewichtenden Tatsache, wonach der Beschuldigte B.____ einen ausserordentlich getrübten administrativen automobilistischen Leumund ausweist, indem er bereits am 13. April 2011 wegen Geschwindi gkeitsüberschreitung verwarnt und nach- dem ihm am 16. September 2011 der Führerausweis auf Probe zunächst für vier Monate und schliesslich gänzlich entzogen worden ist – eine St rafminderung zur Folge. Im Ergebnis ist so- mit eine tat- und täterangemessene Strafe von 21 Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. Daraus ergibt sich, dass die von der Staatsanwaltschaft beantragte Erhöhung der Freiheitsstrafe auf 30 Monate teilbedingt abzuweisen ist. Abgesehen davon, dass sich eine solche Straferhöhung als nicht schuldangemessen präsentiert, würde sie darüb er hinaus auch in Relation zum Verschul- den und zur Strafe des Mitbeschuldigten A.____ als zu hoch erscheinen und zudem der zwar erst mit Verspätung begonnen aber dennoch günstigen Entwicklung des Beschuldigten B.____ zuwiderlaufen. 4.3.3 Auch beim Beschuldigten B.____ kann im Gegensatz z um Verfahren vor der Vorinstanz aufgrund der positiven Entwicklung und der veränder ten Lebensumstände und Lebensstruktu- ren keine schlechte Legalprognose mehr gestellt wer den. Der Beschuldigte hat begonnen, sich in den Arbeitsprozess zu integrieren, macht zur Zei t ein Praktikum und hat eine Lehrstelle bei einer Speditionsfirma ab Sommer in Aussicht. Auch bei ihm kommt hinzu, dass er die Stelle aus eigenem Antrieb angetreten und offenbar bereits wei terführende Pläne hat, was nebst seiner Motivation auf eine gewisse Kontinuität und Stabili tät schliessen lässt. Zudem ist auch bei ihm der Umstand von Bedeutung, wonach der Beschuldigte offensichtlich einen Reifeprozess Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht durchgemacht hat, eine gewisse Geständigkeit an den Tag legt und in geordneten Verhältnis- sen mit Zukunftsperspektiven lebt. Infolgedessen mu ss auch dem Beschuldigten B.____ ge- stützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB der bedingte Strafvo llzug gewährt werden, bei einer zu bestäti- genden Probezeit von drei Jahren. Der Anrechnung de s ausgestandenen Polizeigewahrsams von zwei Tagen steht in Anwendung von Art. 51 StGB ebenfalls nichts im Wege. Schliesslich sind sowohl die nicht substantiiert angefochtene Bu sse für die diversen Übertretungen in der Höhe von CHF 1'500.-- als auch die entsprechende Er satzfreiheitsstrafe von 15 Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse ohne Weiteres zu bestätigen. Nach Gesagtem ist der Beschuldigte B.____ in teilweiser Gutheissung seiner Berufung, in Abweisung der Anschlussbe- rufung der Staatsanwaltschaft und in Abänderung des angefochtenen Urteils zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten, bei einer Probezeit von drei Jahren, sowie zu einer Busse in der Höhe von CHF 1'500.-- (bzw. zu einer Ersatzfrei heitsstrafe von 15 Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse) zu verurteilen. 5. (…) 6. (…) Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landscha ft vom 5. Februar 2014, lautend: "I. 1. A.____ wird der Unterlassung der Nothilfe, des Raufhandels, des Angriffs, der Gehilfenschaft zum mehrfachen, te ilweise ver- suchten Diebstahl, zur Sachbeschädigung und zur ver suchten Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch sowie der versuchten Hehlerei schuldig erklärt und, unter Anrechnung der vom 6. Januar 2011 bis 7. Jan uar 2011 in Polizeigewahrsam ausgestandenen Zeit von 1 Tag, verurteilt zu einer teilbedingt vollziehbaren Frei heitsstrafe von 15 Monaten, davon 6 Monate unbedingt, bei einer Probezeit von 3 Jahren für den bedingten Teil der Strafe, Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht in Anwendung von Art. 128 StGB, Art. 133 Abs. 1 St GB Art. 134 StGB, Art. 139 Ziff. 1 StGB (in Verbindung mit Art. 25 StGB und teilw. Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 144 Abs. 1 StGB ( in Verbindung mit Art. 25 StGB), aArt. 94 Ziff. 1 SVG (in Verbindung mit Art. 25 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 160 Ziff. 1 StG B (in Verbin- dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 43 StGB, Art. 4 4 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. 2. In den Ziff. 3 und 5 der Anklageschrift werden d ie Verfahren wegen einfacher Körperverletzung infolge Rückzugs d es Straf- antrags eingestellt (Art. 329 Abs. 5 StPO). 3. Die gegen den Beurteilten A.____ am 9. Juli 201 0 mit Strafbe- fehl der Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft teilbe dingt aus- gesprochene Busse von Fr. 1'400.--, davon Fr. 700.- - unbedingt und Fr. 700.-- bedingt, bei einer Probezeit von 12 Monaten, wird in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 JStG nicht vollziehbar erklärt. II. 4. B.____ wird des mehrfachen Angriffs, der einfach en und der groben Verletzung von Verkehrsregeln, des mehrfache n Füh- rens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand und der fahrlässigen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz ü ber Sprengstoffe schuldig erklärt und, unter Anrechnung der vom 14. März 2011 bis 15. Mär z 2011 in Polizeigewahrsam ausgestandenen Zeit von 2 Tagen, verurteilt zu einer teilbedingt vollziehbaren Frei heitsstrafe von 21 Monaten, davon 6 Monate unbedingt, bei einer Probezeit von 3 Jahren für den bedingten Teil der Strafe, sowie zu einer Busse von Fr. 1‘500.--, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tri tt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen, in Anwendung von Art. 134 StGB, aArt. 90 Ziff. 1 u nd 2 SVG, aArt. 91 Abs. 1 SVG (in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 55 Abs. 6 SVG und Art. 1 Abs. 1 und 2 Verordnung de r Bun- Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht desversammlung über Blutalkoholgrenzwerte im Strass enver- kehr), Art. 37 Abs. 1 SprstG, Art. 43 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 106 Abs. 2 StGB. 5. In Ziff. 8 der Anklageschrift wird das Verfahre n wegen einfacher Körperverletzung infolge Rückzugs des Strafantrags eingestellt (Art. 329 Abs. 5 StPO). 6. B.____ wird in Ziff. 9 der Anklageschrift vom V erfahren wegen versuchter schwerer Körperverletzung, eventualiter versuchter einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, freigesprochen. III. 7. Die strafrechtliche Beschlagnahme der beschlagn ahmten pyro- technischen Gegenstände (1 Schachtel Chinaböller) w ird auf- gehoben. Über eine allfällige Rückgabe entscheidet die Polizei Basel-Landschaft (Fachstelle Waffen & Sprengstoffe). 8. Die beschlagnahmte Uhr (Guess,Chrono) des unbek annten Berechtigten wird angesichts ihres geringen Werts u nd in Be- rücksichtigung der Kosten einer öffentlichen Aussch reibung (Art. 267 Abs. 6 StPO) zur Verwertung bzw. zur Vern ichtung eingezogen. 9. Das beschlagnahmte Natel, iPhone, wird dem Beur teilten B.____ zurückgegeben, soweit er es innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils beim Strafgericht verlangt und abholt. Andernfalls wird es vernichtet. IV. 10. Der Beurteilte A.____ wird bei seiner Anerkenn ung behaftet, C.____Fr. 2‘000.-- zuzüglich Zins von 5 % seit dem 10. März 2011 zu schulden. Der Beurteilte B.____ wird bei seiner Anerkennung behaftet, C.____Fr. 500.-- zuzüglich Zins von 5 % seit dem 10 . März 2011 zu schulden, und wird dazu verurteilt, C.____F r. 1‘500.-- zuzüglich Zins von 5 % seit dem 10. März 2011 zu bezahlen. Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die beiden Beschuldigten haften für die ganze Ford erung von C.____in solidarischer Verbindung. 11. Der Beurteilte A.____ wird dazu verurteilt, der F.____kasse Fr. 5‘471.10 zu bezahlen. V. 12. Der Beurteilte A.____ trägt in Anwendung von Art. 426 StPO die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 18‘333.50, beste hend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 8‘333.50 sowie der Hälfte der Gerichtsgebühr von Fr. 20‘000.--. 13. Der Beurteilte B.____ trägt in Anwendung von Ar t. 426 StPO die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 17‘992.--, beste hend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 7‘952.--, den Kosten der Auskunftsperson an der Hauptverhandlung von Fr. 40. -- sowie der Hälfte der Gerichtsgebühr von Fr. 20‘000.--." wird in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsa nwaltschaft und in teilweiser Gutheissung der Berufung des Besc huldigten A.____ sowie in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschul- digten B.____ in den Ziffern 1, 4, 10 und 11 wie folgt geändert : 1. A.____ wird der Unterlassung der Nothilfe, des Raufhandels, des Angriffs, der Gehilfenschaft zum mehrfachen, te ilweise ver- suchten Diebstahl, zur Sachbeschädigung und zur ver suchten Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch sowie der versuchten Hehlerei schuldig erklärt und, unter Anrechnung der vom 6. Januar 2011 bis 7. Jan uar 2011 in Polizeigewahrsam ausgestandenen Zeit von 1 Tag, verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 12 Monaten , bei einer Probezeit von 4 Jahren , in Anwendung von Art. 128 StGB, Art. 133 Abs. 1 St GB, Art. 134 StGB, Art. 139 Ziff. 1 StGB (in Verbindung mit Art. 25 StGB und teilw. Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 144 Abs. 1 StGB (in Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verbindung mit Art. 25 StGB), aArt. 94 Ziff. 1 SVG (in Verbin- dung mit Art. 25 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB), Art . 160 Ziff. 1 StGB (in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 42 Abs. 1 StGB , Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Ar t. 51 StGB. 4. B.____ wird des mehrfachen Angriffs, der einfach en und der groben Verletzung von Verkehrsregeln, des mehrfache n Füh- rens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand und der fahrlässigen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz ü ber ex- plosionsgefährliche Stoffe schuldig erklärt und, unter Anrechnung der vom 14. März 2011 bis 15. Mär z 2011 in Polizeigewahrsam ausgestandenen Zeit von 2 Tagen, verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 21 Monaten, bei einer Probezeit von 3 Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 1‘500.--, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tri tt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen, in Anwendung von Art. 134 StGB, aArt. 90 Ziff. 1 u nd 2 SVG, aArt. 91 Abs. 1 SVG (in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 55 Abs. 6 SVG und Art. 1 Abs. 1 und 2 Verordnung de r Bun- desversammlung über Blutalkoholgrenzwerte im Strass enver- kehr), Art. 37 Abs. 1 SprstG, Art. 42 Abs. 1 StGB , Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowi e Art. 106 Abs. 2 StGB. 10. Der Beschuldigte A.____ wird bei seiner Anerken nung behaftet, C.____CHF 2‘000.-- zuzüglich Zins von 5 % seit dem 10. März 2011 zu schulden. Der Beschuldigte B.____ wird bei seiner Anerkennung behaf- tet , C.____ CHF 2'000.-- zuzüglich Zins von 5 % seit dem 10. März 2011 zu schulden . Die beiden Beschuldigten haften für die ganze Ford erung von C.____in solidarischer Verbindung. Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11. Die Forderung der F.____kasse in der Höhe von C HF 5‘471.10 wird auf den Zivilweg verwiesen . Im Übrigen wird das angefochtene Urteil bestätigt . II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahren s in der Höhe von CHF 10'250.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 10'0 00.-- sowie Auslagen von CHF 250.--) gehen im Verhältnis von ei nem Fünftel (CHF 2'050.--) zu Lasten des Beschuldigten A.____ zu zwei Fünfteln (CHF 4'100.--) zu Lasten des Beschuldigten B.____ s owie ebenfalls zu zwei Fünfteln (CHF 4'100.--) zu Lasten des Staates. III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem Rechtsver- treter des Beschuldigten B.____, Advokat Dr. Yves W aldmann, ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 6'169.15 (ink lusive Ausla- gen und Mehrwertsteuer) zu Lasten der Gerichtskasse ausge- richtet. Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädig ung der amtli- chen Verteidigung an den Kanton verpflichtet, sobal d es seine wirt- schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Dem Beschuldigten A.____ wird eine reduzierte pausc hale Par- teientschädigung in der Höhe von CHF 4'320.-- (inkl usive Auslagen und CHF 320.-- Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staate s ausgerich- tet. Präsident Enrico Rosa Gerichtsschreiber Pascal Neumann