Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 16. September 2020 (810 20 82) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Regelung der elterlichen Sorge / Veränderung der Verhältnisse Besetzung Vorsitzender Claude Jeanneret, Kantonsrichter Markus Clausen, Daniel Häring, Jgnaz Jermann, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Sandra Schmitt, Advoka- tin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegner Betreff Regelung der elterlichen Sorge (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 7. Februar 2020) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. D.____, geboren 2013, ist das Kind von A.____, ge boren 1984, und C.____, geboren 1992. Die Eltern sind nicht verheiratet und leben get rennt. C.____ anerkannte D.____ am 7. August 2013 als seine Tochter. B. Mit Entscheid vom 11. September 2014 wurden A.____ und C.____ von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) angewiesen, mit der sozialpädagogischen Familienbegleitung zusammenzuarbeiten und die Fortfüh rung der therapeutischen Begleitung von D.____ in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatri e Basel sicherzustellen. Weiter wurde für D.____ eine Erziehungsaufsicht errichtet. Mit Schrei ben vom 30. August 2017 beantragte die Aufsichtsperson bei der KESB die Errichtung einer B eistandschaft für D.____, da es in der Wohnung der Kindsmutter seit Anfang des Jahres 2017 imm er wieder zu Polizeieinsätzen ge- kommen sei. Gestützt auf diesen Antrag hob die KESB mit Entscheid vom 21. September 2017 die Erziehungsaufsicht auf und errichtete für D.____ ei ne Erziehungsbeistandschaft. Mit Ent- scheid vom 11. Januar 2019 eröffnete die KESB ein Ver fahren zur Prüfung von weiteren Kin- desschutzmassnahmen. C. Die KESB entzog der Kindsmutter mit Entscheid vom 29 . März 2019 das Aufenthalts- bestimmungsrecht und platzierte D.____ zur Abklärung vorso rglich im Durchgangsheim I.____. Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, dass si ch die involvierten Fachpersonen grosse Sorgen um D.____ machen und eine Platzierung al s einzige Chance für eine Verände- rung der Situation sehen würden. Damit sei die Hoffn ung verbunden, dass es der Mutter gelin- gen werde, ihre eigenen Probleme mit therapeutischer Hilfe anzugehen. Mit Entscheid vom 14. November 2019 bestätigte die KESB die vorsorgliche Plat zierung von D.____ im Durchgangs- heim. D. Der Kindsvater beantragte am 9. Oktober 2019 die g emeinsame elterliche Sorge für D.____. E. Am 15. Januar 2020 wurde die Kindsmutter zum Antra g des Kindsvaters von der KESB angehört. Die Kindsmutter erklärte, dass sie diesem Antra g nicht zustimmen werde, da der Kindsvater nicht der leibliche Vater von D.____ und Mit glied einer kriminellen Organisation (Hells Angels) sei. F. Mit Entscheid vom 7. Februar 2020 übertrug die KES B das gemeinsame Sorgerecht über D.____ auf die Eltern A.____ und C.____. Über die Obhut werde im Rahmen der Aufhe- bung der behördlichen Platzierung entschieden. Die AHV- Erziehungsgutschriften wurden voll- ständig der Kindsmutter angerechnet. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der Kontakt zum Vater unverändert bestehen bleiben und er in wichtige Entscheidungen mitein- bezogen werden müsse, damit sich D.____ gesund entwickel n könne und eine Vorstellung von stabilen und sicheren Beziehungen erhalte. D.____ werd e von ihrer Mutter in deren Konflikte mit anderen einbezogen oder instrumentalisiert. Solche Verhaltensweisen seien vom Vater nicht bekannt. Um einer weiteren Kindswohlgefährdung entgegen wirken zu können, müsse die Beziehung zum Vater unabhängig von den Stimmungen der Mutter gelebt werden können. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Gegen den Entscheid der KESB erhob A.____, vertre ten durch Sandra Schmitt, Advo- katin, mit Eingabe vom 10. März 2020 Beschwerde beim Ka ntonsgericht Basel-Landschaft, Ab- teilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgeri cht). Sie beantragt, es sei Ziffer 1 des Entscheids der Vorinstanz vollumfänglich aufzuheben und d ie alleinige Sorge bei der Be- schwerdeführerin zu belassen. Eventualiter sei die Sache in diesem Punkt zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Unter o/e-Kostenfolge, wobei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen sei. H. Mit Eingabe vom 30. April 2020 liess sich die KESB ver nehmen und schliesst auf Ab- weisung der Beschwerde. Die KESB macht geltend, die Beschwerdeführerin habe bis zur Anhö- rung betreffend die elterliche Sorge nie Bedenken in Bezug auf den Beschwerdegegner geäus- sert und D.____ aus eigener Motivation nach einem einj ährigen Kontaktabbruch wieder zu die- sem gegeben, obschon die KESB einen langsamen Kontaktaufbau empfohlen habe. I. Der Beschwerdegegner hat innert Frist keine Verneh mlassung eingereicht. J. Mit Verfügung vom 13. Juli 2020 wurde der Fall de r Kammer zur Beurteilung überwie- sen und der Beschwerdeführerin für das vorliegende Ver fahren die unentgeltliche Prozessfüh- rung und Verbeiständung bewilligt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 kann gegen E ntscheide der Kindesschutz- behörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Zuständiges Gericht im Sinne dieser Bestimmung ist nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbu- ches (EG ZGB) vom 16. November 2006 das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Ver- waltungsrecht. Das Verfahren richtet sich vorab nach Ar t. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind die Be- stimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwend bar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Gemäss Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefocht enen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als Verfahrensbeteiligte zur Beschwerde legitimiert. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Vorinst anz den Kindseltern zu Recht die ge- meinsame elterliche Sorge über D.____ übertragen hat. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Auf den 1. Juli 2014 ist die Gesetzesnovelle zur el terlichen Sorge in Kraft getreten. Gemäss Art. 298b Abs. 1 ZGB kann der nicht sorgeberech tigte Elternteil die Kindesschutzbe- hörde anrufen, wenn sich der andere Elternteil weige rt, die Erklärung über die gemeinsame elterliche Sorge abzugeben. Gemäss Abs. 2 dieser Bestimm ung verfügt die Kindesschutzbe- hörde die gemeinsame elterliche Sorge, sofern nicht zu r Wahrung des Kindeswohls an der al- leinigen elterlichen Sorge der Mutter festzuhalten ode r die alleinige elterliche Sorge dem Vater zu übertragen ist. Das unbefristete Antragsrecht des nicht sorgeberechtigten Elternteils gilt nur für ab dem 1. Juli 2014 geborene Kinder. Für Minderj ährige, welche vor dem 1. Juli 2014 gebo- ren wurden, hat der Gesetzgeber eine Übergangsfrist vo n einem Jahr ab Inkrafttreten des Ge- setzes eingeräumt und Art. 298b ZGB für sinngemäss anwend bar erklärt (Art. 12 Abs. 4 Schlusstitel [SchlT] ZGB). Diese Frist ist am 30. Juni 2015 abgelaufen. 3.2 D.____ ist im Jahr 2013 geboren und somit vor dem 1. Juli 2014. Dass der Beschwer- degegner innerhalb der Jahresfrist, d.h. zwischen dem 1. Juli 2014 und dem 30. Juni 2015, um die Erteilung des gemeinsamen Sorgerechts ersucht hätte, geht aus den Akten nicht hervor und wird auch nicht geltend gemacht. Die Voraussetzungen f ür die Anwendung des neuen, am 1. Juli 2014 in Kraft getretenen Kindes- und Erwachsen enschutzrechts, welches die gemeinsa- me elterliche Sorge als Regelfall vorsieht, sind – wie d ie Beschwerdeführerin zu Recht erkannt hat – folglich nicht erfüllt. Auf Art. 298b ZGB kann si ch der Beschwerdegegner deshalb nicht berufen. Für eine Abänderung des Sorgerechts gegen de n Willen eines Elternteils bezüglich früher geborener Kinder kann nach Ablauf der Frist ge stützt auf Art. 298d ZGB jedoch jederzeit ein Gesuch um Einräumung der gemeinsamen Sorge gestel lt werden, sofern sich die Verhält- nisse verändert haben (vgl. PETER BREITSCHMID /P HILIP R. BORNHAUSER , in: Geiser/Wolf [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 6. Auflage, Basel 2019, N 5 zu Art. 12 SchlT ZGB; ANDREA BÜCHLER /L UCA MARANTA , Das neue Recht der elterlichen Sorge, in: Jusletter vom 11. August 2014, S. 9 f.; Urteil des Bundesgerichts 5A_ 266/2017 vom 29. November 2017 E. 8.3 und 8.5.2). 3.3 Gemäss Art. 298d Abs. 1 ZGB regelt die Kindesschutzb ehörde auf Antrag eines Eltern- teils, des Kindes oder von Amtes wegen die Zuteilung der elterlichen Sorge neu, wenn dies we- gen wesentlicher Änderung der Verhältnisse zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist. Ob eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse vorliegt, beurteilt sich aufgrund sämtlicher Umstände des konkreten Einzelfalls. Eine Veränderung der Verhält nisse liegt beispielsweise vor, bei einer Veränderung der Betreuungsmöglichkeiten, bei Wiederver heiratung des hauptbetreuenden El- ternteils, bei einer nicht vorausgesehenen Entwicklung des Kindes, oder im Fall der Notwendig- keit der Fremdunterbringung und Fremdbetreuung des K indes (vgl. I NGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivil- gesetzbuch, 6. Auflage, Basel 2018, N 2 zu Art. 298d ZGB) Die Beurteilung des Kindeswohls entspricht derjenigen bei der Regelung des Sorgerecht s im Rahmen von Art. 298b ZGB (SCHWENZER /C OTTIER , a.a.O., N 2 zu Art. 298d ZGB; Urteil des Bundesger ichts 5A_310/2013 vom 18. Juni 2013). Bei einem Wechsel von der Alleinsor ge eines Elternteils zur gemeinsamen Sorge genügt es bei einer Abänderung nicht, dass eine andere Regelung der elterlichen Sorge ebenfalls mit dem Kindeswohl vereinbar ist. Erforderli ch ist vielmehr, dass die bisherige Zutei- lung nicht mehr dem Kindeswohl entspricht. Dies ist dan n der Fall, wenn die Beibehaltung der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht geltenden Regelung das Wohl des Kindes ernsthaft zu g efährden droht bzw. dem Kind mehr schadet als ihre Änderung und der damit verbundene Ver lust an Kontinuität in der Erziehung und den Lebensumständen (Urteile des Bundesgerichts 5A_53 1/2009 vom 6. November 2009 E. 2, 5A_199/2013 vom 30. März 2013 E. 2.2, 5A_105/2012 vom 9. März 2012 E. 2.3; vgl. auch KURT AFFOLTER -FRINGELI /URS VOGEL , in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bern 2016, N 6 zu Art. 298d ZGB). Nach der Rechtsprechung kann insbesondere bei erheblicher und chronischer Komm unikations- und Kooperationsunfä- higkeit der Eltern die alleinige Sorge eines Elternte ils zur Wahrung des Kindeswohls geboten sein (BGE 141 III 472 E. 4.6). 4.1 Die KESB bejahte vorliegend eine Veränderung de r Verhältnisse. Sie erwog in ihrer Vernehmlassung, dass der Entzug des Aufenthaltsbestimmun gsrechts über D.____ und ihre Platzierung im Durchgangsheim I.____ im März 2019 als le tzter Schritt von einer Reihe von milderen Massnahmen, welche die Beschwerdeführerin nicht wahrgenommen habe, eine we- sentliche Veränderung der Verhältnisse darstelle. Nach der Gefährdungsmeldung vom 23. Juni 2014 sei bei der Beschwerdeführerin grundsätzlich von einer Veränderungsbereitschaft ausgegangen worden. Jedoch habe die Beschwerdeführerin alle Möglichkeiten und Hilfestel- lungen, ihre Situation zu verbessern, nicht genutzt. Zum einen sei die Wohnsituation der Be- schwerdeführerin desolat und sie habe ihre Therapie nach kurzer Zeit abgebrochen. Zum ande- ren habe sie ihre Geldprobleme nicht im Griff und es g elinge der Beschwerdeführerin nicht, Konflikte auf der Erwachsenenebene so zu behandeln, da ss D.____ davon nicht betroffen wer- de. Dass die Beschwerdeführerin weiterhin die alleinig e elterliche Sorge innehabe, sei definitiv nicht im Interesse von D.____. Die emotionale Verlässlichkeit des Vaters sei eminent wichtig für D.____, zumal sie diese Verlässlichkeit bei ihrer Mutter nicht habe. Die Beschwerdeführerin lasse D.____ diese emotionale Stabilität auch nicht du rch andere verlässliche Personen kom- pensieren, da sie diese Kontakte willkürlich abbreche, wi e sich bei den Grosseltern und den Patentanten von D.____ gezeigt habe. Es dürfe nicht sein, dass die einzigen verbindlichen Kon- takte von D.____ diejenigen zu den Fachpersonen seien. Mit der gemeinsamen elterlichen Sor- ge bestehe die zusätzliche Möglichkeit, dass der Kindsvate r von Rechts wegen ein Mitsprache- recht habe und sich aktiv einmischen dürfe und müsse, wenn es um die Belange von D.____ gehe. Die Verhältnisse bei der Beschwerdeführerin hätten sich in kindswohlgefährdender Weise verändert, was die Errichtung der gemeinsamen elterlich en Sorge rechtfertige. Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin, wonach die KESB nicht begründet habe, ob überhaupt ver- änderte Verhältnisse im Sinne von Art. 298d Abs. 1 ZGB vorliegen würden, hat die KESB – wie vorstehend dargelegt wurde – in ihrer Vernehmlassung ve rdeutlicht, worin sie eine Veränderung der Verhältnisse sieht. Der Beschwerdeführerin wurde di ese Vernehmlassung zugestellt, auf eine Stellungnahme dazu hat sie jedoch verzichtet. Anzum erken bleibt, dass das Kantonsge- richt in Fällen wie dem vorliegenden mit voller Kognition urteilt. 4.2 In ihrer Beschwerde bringt die Beschwerdeführerin vor, dass sich die Verhältnisse nicht wesentlich verändert hätten und keine Kindswohlgefährdu ng von D.____ vorliegen würde. Der Beschwerdegegner nehme sein Besuchsrecht zwar wahr, di es gestalte sich jedoch schwierig, da der Kindsvater in E.____ (Deutschland) lebe. Die la nge Reise dorthin sei für die siebenjähri- ge D.____ sehr lang und sie empfinde die Wochenenden beim Vater unterschiedlich. Beim Va- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter habe D.____ kein eigenes Zimmer und müsse ein Zimm er mit der Tochter der Lebensge- fährtin des Vaters teilen. Der Kindsvater habe seine Besuche teilweise kurzfristig abgesagt, was für D.____ schwer nachvollziehbar gewesen sei und sie trau rig gemacht habe. Kindesunterhalt habe der Vater bisher noch nie bezahlt und die Beschw erdeführerin sei nie mit der gemeinsa- men elterlichen Sorge einverstanden gewesen. D.____ hab e dem Lebenspartner der Mutter erzählt, dass sie vom Kindsvater schon mehrfach in einen Cl ub einer Untergruppe der Hells Angels mitgenommen worden sei. Zudem sei der Kindsvate r am 21. Februar 2020 beim Badi- schen Bahnhof festgenommen worden. Die Beschwerdeführe rin und der Kindsvater seien seit Jahren zerstritten. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge w ürde sich die Situation zwischen den Eltern noch weiter verschärfen, was das Wohl von D.____ gefährden könnte. Gemeinsame Ab- sprachen zwischen den Kindseltern seien nicht möglich. Zu beachten sei ebenfalls, dass der Kindsvater D.____ lediglich im Rahmen der Besuchswochenenden sehe. 5.1 Zur Prüfung des Vorliegens einer wesentlichen Ver änderung der Verhältnisse ist die gesamte Entwicklung der familiären Verhältnisse der Beschwerdeführerin und ihrer Tochter und des Beschwerdegegners zu betrachten. Zu vergleichen sind di e Verhältnisse bis zum Ablauf der Frist gemäss Art. 12 Abs. 4 SchlT ZGB am 30. Juni 2015 mit der aktuellen Situation. 5.2.1 Aus den vorliegenden Akten lässt sich entnehmen, da ss sich die Verhältnisse bei der Beschwerdeführerin laufend verschlechtert haben. Nach d er ersten Gefährdungsmeldung vom 23. Juni 2014 wurde eine Abklärung bei den Sozialen Di ensten F.____ in Auftrag gegeben, um die Notwendigkeit von Kindesschutzmassnahmen abzuklären. In diesem Abklärungsbericht vom 28. Juli 2014 wurde unter anderem auf die Aussage von G.____, Psychologin und Psycho- therapeutin FSP, Kinder- und Jugendpsychiatrische Klini k Basel, verwiesen, wonach die Be- schwerdeführerin sehr strenge Erwartungen an D.____ ha be und nicht immer angemessene Reaktionen auf das Verhalten ihrer Tochter zeige. Zudem habe die Beschwerdeführerin selber eine schwere Kindheit durchlebt, was einer entsprechende n therapeutischen Aufarbeitung be- dürfe. Am 11. September 2014 wurde für D.____ eine Erziehungsaufsicht errichtet und eine Aufsichtsperson ernannt. Im Bericht der Kinder- und Ju gendpsychiatrischen Klinik Basel vom 3. Februar 2015 wird dringend eine Mutter-Kind-Ther apie mit einer psychotherapeutischen Be- handlung der Beschwerdeführerin empfohlen. Zudem wur den im Bericht die Beibehaltung der Familienbegleitung sowie die Errichtung einer Psychother apie für die Beschwerdeführerin als wichtig erachtet. Den Kontakt zur Familienbegleitung ha t die Beschwerdeführerin im Mai 2015 abgebrochen und aufgrund mangelnder Therapiemotivatio n der Beschwerdeführerin konnte eine stationäre Mutter-Kind-Therapie nicht aufgeglei st werden (vgl. Abschlussbericht der Kin- der- und Jugendpsychiatrischen Klinik Basel vom 1. Dezemb er 2015). Im Bericht der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik Basel vom 1. Dezember 201 5 wurde erneut auf die Notwen- digkeit einer längerfristigen psychotherapeutischen Behan dlung zur Stärkung der Mutter-Kind- Beziehung hingewiesen, um eine drohende Entwicklung dys funktionaler Bindungs- und Bezie- hungsmuster sowie einer Entwicklungsgefährdung von D.___ _ entgegen zu wirken. Darüber hinaus sei die Familienbegleitung wiederaufzunehmen. Sowohl die Familienbegleitung als auch die Mutter-Kind-Therapie hat die Beschwerdeführerin nach zwei Sitzung abgebrochen (vgl. Brief der Psychologin H.____ vom 28. November 2016). Am 10. November 2016 erhielt die KESB erneut eine Gefährdungsmeldung durch die Polizei Basel -Landschaft. Darin wurde ein heftiger Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht verbaler Streit zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem damaligen Lebensgefährten be- schrieben, bei welchem es zu strafbaren Handlungen gekom men und D.____ anwesend gewe- sen sei. Aufgrund weiterer heftiger Streitigkeiten zwisch en der Beschwerdeführerin und ihrem ehemaligen Lebensgefährten in Anwesenheit von D.____ , ist es in der Folge immer wieder zu Polizeieinsätzen gekommen (vgl. Journal-Vollauskunft der Po lizei Basel-Landschaft vom 22. März 2017, vom 18. April 2017, vom 17. Juli 2017, vom 14. August 2017, vom 26. August 2017 und Gefährdungsmeldung an die KESB vom 27. August 2017, Anzeige wegen häuslicher Gewalt vom 16. Oktober 2017, Gefährdungsmeld ung an die KESB vom 15. Dezember 2017). Mit Verfügung der KESB vom 21. S eptember 2017 wurde die Kindes- schutzmassnahme angepasst und eine Erziehungsbeistandschaft für D.____ errichtet. Auch diese Massnahme konnte nicht zur Beruhigung der familiä ren Situation von D.____ beitragen, was sich aufgrund diverser Berichte der Kinder- und Jug endpsychiatrischen Klinik Basel, der Kindergartenlehrperson und der Sozialpädagogischen Fa milienbegleitung zeigte und schliess- lich auf einen Antrag der Beistandsperson für eine sta tionäre Abklärung von D.____ hinauslief (vgl. Berichte der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klini k Basel vom 28. August 2018 und vom 22. Februar 2019, E-Mail und Schreiben der Kinder gartenlehrerin vom 22. Oktober 2018 bzw. vom 22. November 2018, Bericht der Sozialpädagogisc hen Familienbegleitung vom 28. Oktober 2018, Antrag der Beiständin vom 3. Dezember 2018, Aktennotiz vom Gespräch zwischen der Beiständin und der KESB vom 7. Dezember 2018). 5.2.2 Wie vorstehend aufgezeigt wurde, konnte die Besch werdeführerin die verschiedenen unterstützenden, fachlichen Interventionen nicht nutzen und sich nicht darauf einlassen, wes- halb die Gefährdung von D.____ nicht gemindert bzw. be seitigt werden konnte. Gestützt darauf wurde der Beschwerdeführerin mit Entscheid der KESB vo m 29. März 2019 bzw. vom 14. November 2019 das Aufenthaltsbestimmungsrecht üb er ihre Tochter entzogen und D.____ zur Abklärung im Durchgangsheim I.____ platziert. Mit B lick auf die dargestellte Vorgeschichte, scheint die Platzierung von D.____ keine vorübergehende kurze Episode oder eine einmalige Verschlechterung der familiären Situation zu sein. Viel mehr ist aus den Akten ersichtlich, dass die Fremdplatzierung länger fortdauert und sich wieder holen könnte (vgl. ordentlicher Rechen- schaftsbericht der Beiständin vom 29. Februar 2020, Prot okoll der Empfehlungssitzung im Durchgangsheim I.____ vom 2. Oktober 2019). Der Entsche id, der Beschwerdeführerin das Aufenthaltsbestimmungsrecht über ihre Tochter zu entzieh en, greift nachhaltig in die Familien- struktur von D.____ ein und verändert die bisherigen Be treuungsmodalitäten nachhaltig. Vor diesem Hintergrund stellte die KESB zutreffend fest, dass die gesamten Umstände im Zusam- menhang mit der im März 2019 erfolgten Platzierung vo n D.____ im Durchgangsheim I.____ eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse im Sinne von Art. 298d Abs. 1 ZGB zu begrün- den vermögen. 5.2.3 Die KESB stellt in ihrem Entscheid und ihrer Ve rnehmlassung zu Recht eine Gefähr- dung von D.____s Wohl im Sinne von Art. 298d Abs. 1 Z GB fest. Bereits die verfügte Fremdplatzierung bestätigt eine Kindswohlgefährdung vo n D.____. Der Beschwerdeführerin ist es nicht gelungen (vgl. E. 5.2.2 hiervor) eine Gefährd ung und somit eine Platzierung von D.____ abzuwenden. Ein gewichtiger Aspekt dieser Gefähr dung von D.____ sind die unsiche- ren und unbeständigen sozialen Kontakte im Leben der Be schwerdeführerin und damit im Le- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ben von D.____. Die Beschwerdeführerin geht nach Bee ndigung einer Partnerschaft zeitnah eine neue Beziehung ein oder tauscht Bezugspersonen von D.____ nach Streitereien einfach aus (vgl. Bericht der Beiständin vom 3. Dezember 2018) . Für D.____ bedeutet dies einerseits immer wieder die Beschwerdeführerin teilen zu müssen, und andererseits sich auch auf eine neue Beziehung/Bindung einzulassen. Beziehungsaufbau und Beziehungsabbrüche finden bei der Beschwerdeführerin fast kontinuierlich statt. Es komm t immer wieder zu Streitigkeiten im Bekannten- und Freundeskreis, worauf die Beschwerdeführ erin mit dem Abbruch der Bezie- hungen reagiert (vgl. Ärztliche Kurzinformation der K inder- und Jugendpsychiatrischen Klinik vom 22. Februar 2019, Bericht der Sozialpädagogischen F amilienbegleitung vom 28. Oktober 2018). Gleiches ergibt sich laufend mit den Grosselte rn mütterlicherseits, welche enge Bezugs- personen von D.____ sind, sowie mit dem Beschwerdegegner (Abklärungsbericht der Sozialen Dienste F.____ vom 28. Juli 2014). Jeder Wegfall einer Bezugsperson war für D.____ schwierig nachvollziehbar und hat bei ihr Unsicherheit ausgelöst, was bei D.____ zu einem unsicheren Bindungsverhalten sowie zu massiver Trennungsangst geführt hat (vgl. Pädagogischer Be- obachtungsbericht des Durchgangsheims I.____ vom 2. Oktobe r 2019, Bericht der Beiständin vom 3. Dezember 2018). Nach Ansicht der Psychologin der Ki nder- und Jugendpsychiatrischen Klinik Basel sei D.____ hochgradig gefährdet und zeige Anzeichen einer Bindungsstörung (Ak- tennotiz des Telefonats zwischen der KESB und der Psycholo gin vom 13. Februar 2019). Der Beschwerdegegner war seit D.____s Geburt bis sie vier Jah re alt war Teil ihres Lebens. Nach einem Kontaktabbruch sehen sich der Beschwerdegegner un d D.____ seit Sommer 2018 wie- der regelmässig an den Besuchswochenenden und halten K ontakt über Telefonate (vgl. Proto- koll des Standortgesprächs im Durchgangsheim I.____ vom 1. Juli 2019). Der Beschwerdegeg- ner ist neben der Beschwerdeführerin die wichtigste Bezu gsperson für D.____ (vgl. Pädagogi- scher Beobachtungsbericht des Durchgangsheims I.____ vom 2 . Oktober 2019). Dem ordentli- chen Rechenschaftsbericht der Beiständin vom 29. Februar 2 020 ist zu entnehmen, dass die vielen Beziehungswechsel die grössten Herausforderungen für D.____ darstellen würden. Für eine gesunde Entwicklung benötigt D.____ ein Umfeld, w elches ihr Sicherheit, Stabilität und Konstanz bietet. Für Halt und Orientierung in ihrem Alltag ist D.____ auf verlässliche, konstante und verfügbare Bezugspersonen angewiesen. Der Beschwerde gegner nimmt für D.____ die Rolle einer verlässlichen und engen Bezugsperson ein, we lche ihr emotionale Stabilität geben kann. Diese emotional wichtige Bindung zwischen D.____ u nd dem Beschwerdegegner darf nicht allein von den persönlichen Befindlichkeiten und La unen der Beschwerdeführerin abhän- gen. Dem Beschwerdegegner ist demzufolge ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen im Leben von D.____ einzuräumen. Zum einen, um diese wichtige Beziehung zwischen dem Beschwerdegegner und D.____ zum Wohl von D.____ zu stär ken und zum anderem, um einen verlässlichen und konstanten Entscheidungsträger zum Wohl vo n D.____ an ihrer Seite zu ha- ben. Aus diesen Gründen befürwortet auch die Beiständi n die Erteilung der gemeinsamen Sor- ge (vgl. Stellungnahme der Beiständin vom 29. Januar 2 020). Der Einschätzung der Beiständin ist somit zu folgen und festzuhalten, dass die Veränderun g der Verhältnisse die Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge gebietet, insbesondere, weil die bisherige Regelung bzw. die Alleinsorge der Beschwerdeführerin D.____ mehr schadet als der mit der Änderung verbundene Verlust an Kontinuität in der Erziehung und den Lebensumständen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.1 Weiter ist festzuhalten, dass es vorliegend um di e Zuteilung der elterlichen Sorge bzw. um das Mitspracherecht des Beschwerdegegners und nicht um die Ausgestaltung des persönli- chen Verkehrs oder des persönlichen Kontakts zwischen dem Kindsvater und D.____ geht. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach der Kindsvate r einmal gearbeitet habe als D.____ bei ihm gewesen und sie von seiner Lebensgefährtin bet reut worden sei und D.____ beim Kindsvater ein Zimmer mit der Tochter der Lebensgefähr tin des Vaters teilen müsse, stehen im Zusammenhang mit dem Besuchsrecht. Die Anmerkung der Besc hwerdeführerin, wonach der Beschwerdegegner Mitglied eines Motorradclubs sei, steh t ebenfalls nicht im Zusammenhang mit der Frage der gemeinsamen elterlichen Sorge. Die sbezüglich ist anzumerken, dass die Ab- klärungen der KESB keine strafrechtlichen Einträge auf den Namen des Beschwerdegegners ergeben haben und der Beschwerdegegner am 21. Februar 2020 aufgrund einer nicht bezahl- ten Busse festgenommen wurde (vgl. Aktennotizen der KESB vom 3. März 2020). 5.3.2 Für die Beurteilung der elterlichen Sorge sind hingegen keine Anhaltspunkte aktenkun- dig, wonach sich die Eltern in grundsätzlicher Weise über die Belange von D.____ gestritten hätten und sich in Erziehungsfragen offensichtlich widers prechen würden. Die Beschwerdefüh- rerin erwähnt in ihrer Beschwerde auch keine derartige n konkreten Vorfälle zwischen den El- tern. Vielmehr spricht sie relativ abstrakt von einer be fürchteten Ausweitung des Konflikts, was jedoch für eine Verweigerung der gemeinsamen elterli chen Sorge nicht genügt. Der Beschwer- deführerin ist zwar darin beizupflichten, dass nicht beza hlte Unterhaltsbeiträge bzw. Unterhalts- streitigkeiten grundsätzlich Kontakte zwischen Eltern ersc hweren, indes kann diesem Umstand in Bezug auf die Kommunikations- und Kooperationsfähi gkeit kein erhöhtes Gewicht beigemes- sen werden. Die Unterhaltsfrage betrifft ausschliesslich finanzielle Aspekte. Sie hat grundsätz- lich keinen Zusammenhang mit der Frage, ob die Eltern fähig sind, die elterliche Sorge zum Wohl des Kindes gemeinsam auszuüben (vgl. Urteil des Bund esgerichts 5A_22/2016 vom 2. September 2016 E. 5.3). Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin ist auch die geo- graphische Distanz zwischen den Eltern noch kein Grund zur Annahme, dass eine gemeinsame Ausübung des Sorgerechts nicht in Frage kommt (Urteil des Bundesgerichts 5A_106/2019 vom 16. März 2020 E. 5.4; BGE 142 III 56 E. 3). Dank mod erner Kommunikationsmittel ist die Aus- übung der gemeinsamen elterlichen Sorge auch bei grösseren räumlichen Distanzen ohne Wei- teres möglich (BGE 142 III 1 betreffend Schweiz–Katar; Urteil des Bundesgerichts 5A_781/2015 vom 14. März 2016 betreffend Schweiz–New York). Es ist der Beschwerdeführerin daher zu- mutbar, den Kindsvater bei Entscheidungen betreffend D .____, welche von besonderer Trag- weite sind, miteinzubeziehen. Der Kindsvater scheint sich dieser Verantwortung bewusst zu sein und möchte in die wesentlichen Entscheide einbezogen werden (vgl. Aktennotiz von Ge- sprächen zwischen der KESB und dem Kindsvater vom 16. Jan uar 2019 und vom 27. März 2019, E-Mail vom Kindsvater an die KESB vom 2. April 2019). Der Kontakt zwischen D.____ und dem Beschwerdegegner wurde zudem von der Be schwerdeführerin nach einem einjährigen Unterbruch wieder initiiert und funktion iert seither, abgesehen von wenigen Aus- nahmen, gut (vgl. Bericht der Beiständin vom 3. Dezembe r 2018, Protokoll des Standortge- sprächs im Durchgangsheim I.____ vom 1. Juli 2019). Weit er haben die Eltern von D.____ di- rekten Kontakt untereinander und informieren sich gege nseitig über Ereignisse, welche D.____ betreffen (vgl. Aktennotiz von Gespräch zwischen dem Kindsva ter und der KESB vom 27. März 2019, Protokoll des Standortgesprächs im Durchga ngsheim I.____ vom Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 28. August 2019, Protokoll der Empfehlungssitzung im D urchgangsheim I.____ vom 2. Oktober 2019). Aus den Akten geht zudem hervor, dass die Beschwerdeführerin anfangs mit der Errichtung der gemeinsamen elterlichen Sorge einverstanden war und ihre Meinung erst im Verlauf des Verfahrens geändert hat (vgl. Abklärungsber icht der Sozialen Dienste F.____ vom 28. Juli 2014, Schreiben der KESB vom 9. Oktober 2019 an die Beschwerdeführerin und den Kindsvater, Aktennotiz von Gesprächen zwischen der KESB und der Beschwerdeführerin vom 22. bzw. 30. Oktober 2019). Entscheiden ist, dass die für die gemeinsame Ausübung der elterli- chen Sorge notwendige Abstimmung zwischen den Eltern und dem Kind vorliegend möglich und zumutbar ist. Aus der vorstehenden Beurteilung erg eben sich zudem keine Anhaltspunkte, welche gegen die Erteilung der gemeinsamen elterliche n Sorge sprechen würden. Ein erhebli- cher chronischer Dauerkonflikt, wie er nach bundesgericht licher Rechtsprechung für die Allein- sorge vorliegen muss, ist weder dargelegt worden noch au s den Akten ersichtlich. Die Kindsel- tern haben sich somit um ein kooperatives Verhalten zu b emühen, um das gemeinsame Sorge- recht in effektiver Weise und zum Wohle von D.____ auszu üben. Demzufolge sind die Voraus- setzungen für die Erteilung des gemeinsamen Sorgerechts im vorliegenden Fall erfüllt. 5.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass der vorinstanzliche En tscheid nicht zu beanstan- den ist, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- sind der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen und gehen zufolge Bewil- ligung der unentgeltlichen Prozessführung zulasten der Gerichtskasse. 6.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise ob siegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Au sgang des Verfahrens sind die Par- teikosten wettzuschlagen. Der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ist zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung ein Honorar zuzuspre chen. Der in der Honorarnote vom 29. Juli 2020 geltend gemachte Aufwand von 14.30 Stu nden à Fr. 200.-- erweist sich als ange- messen. Der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ist demzufolge ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'087.-- (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) aus der Gerichtskasse auszurichten. 6.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Ge- setzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der u nentgeltlichen Pro- zessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der unent- geltlichen Verbeiständung wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdefüh- rerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'087.-- (inkl . Auslagen und 7.7 % MWST) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Kantonsrichter Gerichtsschreiberin