Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. November 2013 (720 13 125 / 275) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bemessung des Invaliditätsgrades Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Michael Guex, Gerichtsschreiberin i.V. Laura Castelnovi Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.2918.3998.27) A. Der 1952 geborene A.____ arbeitete bis zur Auflösu ng des Arbeitsverhältnisses per 31. März 2008 als B.____ bei der C.____ AG. Er meldet e sich erstmals im November 2002 in- folge eines Herzinfarktes bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 9. Oktober 2003 wies diese das Leistu ngsbegehren ab, da ab dem 1. März 2003 die Arbeit wieder im Umfang von 80% aufgenommen werden konnte. B. Am 21. Januar 2008 erfolgte die zweite Anmeldung zum Leistungsbezug unter Hinweis auf eine Herzkrankheit, lumbale Rückenbeschwerden, Lähm ungserscheinungen am rechten Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Oberschenkel und Schlafstörungen. Nach Abklärung der erwe rblichen und gesundheitlichen Verhältnisse und nach Durchführung mehrerer Vorbeschei dverfahren sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2008 gestützt auf einen ermittelten Invaliditätsgrad von 49% mit Verfügung vom 13. März 2013 eine Viertelsrente zu. C. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Dr. Christian von Wartburg, Ad- vokat, am 29. April 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht B asel-Landschaft, Abteilung Sozial- versicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er , es sei die Verfügung der IV-Stelle vom 13. März 2013 aufzuheben und es seien dem Beschwerde führer die gesetzlichen Leistun- gen zuzusprechen, eventualiter sei zur weiteren Abklärun g des Sachverhalts ein Gerichtsgut- achten in Auftrag zu geben, subeventualiter sei die Ange legenheit zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung wurde im Wese ntlichen vorgebracht, dass die IV-Stelle, indem sie auf das Gutachten des Begutachtungszentrum D.____ abgestellt habe, den Sachverhalt unrichtig gewürdigt und damit auch die Unt ersuchungspflicht verletzt habe. Das Gutachten des Begutachtungsinstituts D.____ erfülle nich t in allen Punkten die rechtspre- chungsgemässen Anforderungen an die Beweistauglichkeit. Der Beschwerdeführer bemängelte weiter, dass der Ermittlung des Invalideneinkommens das An forderungsniveau 1+2 zugrunde gelegt wurde. Nur aufgrund des Spezialwissens, welches er sich als B.____ angeeignet habe, könne nicht auf dieses Anforderungsniveau abgestellt werd en. Der Beschwerdeführer sei in erster Linie als ausgebildeter E.____ zu behandeln. S chliesslich sei dem Beschwerdeführer ein leidensbedingter Abzug von mindestens 10% zu gewähren. E. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Juli 2013 beantra gte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit sachlich zur Behand- lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erho- bene – Beschwerde des Versicherten ist demnach einzutre ten. 2. Streitig und zu prüfen ist die Höhe des Rentenanspr uchs des Beschwerdeführers. Mass- gebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 13. März 2013 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet r echtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetz es über den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussi chtlich bleibende oder längere Zeit dauernde, ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkei t. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztliche (psychiatrisch) gestellte Diag nose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versichert en Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumut bar oder – als alternative Vorausset- zung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung) hat die ver- sicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Drei- viertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung]) . Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleic hs zu bestimmen. Dazu wird das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv z u prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheiden d, ob der Bericht für die streiti- gen Belangen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchung en beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gu tachten externer Spezialärztinnen- und ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtung und Untersuchungen sowie nach Ein- sicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörter ung der Befunde zu schlüssigen Ergeb- nissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraf t zuzuerkennen, solange nicht kon- krete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sp rechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweise). In Bezug auf Berichte von behande lnden Ärzte darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunt er im Hinblick auf ihre auftrags- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien- ten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedlich e Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BG E 124 I 175 E. 4; Urteil des Eidge- nössischen Versicherungsgerichts vom 13. Juni 2001, I 506/00 , E. 2b) lässt nicht zu, ein Admi- nistrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslauten den Einschätzungen gelangen. Vor- behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichend e Beurteilung aufdrängt, weil die behan- delnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver är ztlicher Interpretation entspringende – As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 4.4 Zur Leistungseinschränkung und Arbeitsfähigkeit d es Beschwerdeführers wurde in den Arztberichten und Gutachten wie folgt Stellung genommen: 4.4.1 Der behandelnde Arzt Dr. med. F.____, FMH Allg emeine Innere Medizin, hielt in seinem Bericht vom 10. März 2008 an die IV-Stelle folgende Di agnosen mit Auswirkungen auf die Ar- beitsfähigkeit fest: (1) eine koronare Herzerkrankung mit koronarer 2-Asterkrankung bei Status nach akutem Koronarsyndrom sowie Status nach Myokardinfa rkt im Jahr 2002 bei Risikofakto- ren (Status nach Nikotinabusus, arterieller Hypertonie, Hypercholesterinämie, positiver Famili- enanamnese und Stress); (2) ein chronisches belastungsabhä ngiges thorakolumbales Schmerzsyndrom mit möglicher lumboradikulärer Komponent e L5 rechts und anamnestisch Hypästhesie lateraler Oberschenkel rechts bei einer Wirbel säulenfehlform und einer Fehlhal- tung mit Hyperkyphose und Skoliose sowie muskulärer Dysba lance, einer geringgradigen intra- foraminalen Discusprotrusion L5/S1 links mit möglicher Bee inträchtigung der Wurzel L5 links und einer beginnenden Spondyalarthrose unter Lendenw irbelsäule (LWS), (3) ein Status nach Arthroskopie des rechten Knies im Jahr 2004 mit partie ller Meniskektomie und Débridement bei einem Riss des medialen Meniskus, degenerativen Veränderungen sowie Knorpelschäden. Der Versicherte sei ab dem 25. Oktober 2007 und aktuell zu 1 00% arbeitsunfähig. Die Einschrän- kungen bestünden aus kardialer Sicht in einer vermindert en Stresstoleranz und verminderter körperlicher Belastungsfähigkeit. Psychische und geistige Beeinträchtigungen bestünden nicht. Der Gesundheitszustand sei noch besserungsfähig, weshalb d ie Frage nach einer Verweistä- tigkeit nicht schlüssig beantwortet werden könne. 4.4.2 Mit Arztbericht vom 20. November 2008 stellte Dr . F.____ ergänzend zu den bereits ge- stellten Diagnosen fest, dass beim Versicherten persistieren de pectangiöse Beschwerden vor- lägen mit in der letzten Koronarographie gutem Result at. Differenzialdiagnostisch käme eine Mikroperfusionsstörung in Betracht. Der Versicherte habe anlässlich der letzten Konsultation über permanenten Druck auf der Brust, Kopfschmerzen und m assiv beeinträchtigenden Kon- zentrationsstörungen geklagt. Diese Beschwerden seien, im G egensatz zu den rheumatolo- gisch erklärbaren Rückenbeschwerden, organisch nicht erklärbar. Zur Beantwortung der Frage, ob und inwieweit eine psychische Überlagerung der gena nnten Beschwerden bestehe, würde es jedoch weiterer Abklärungen bedürfen. Kardiologisch sei der Versicherte austherapiert. Die angestammte Tätigkeit sei ihm indessen nicht mehr zumutb ar. Durch ein überladendes Arbeits- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht pensum, verbunden mit Zeitdruck und den ständigen Ortswe chseln per Auto sei der Beschwer- deführer einem Dauerstress ausgesetzt, welcher nicht unbed eutend negativ auf die jetzige kar- diale Problematik Einfluss genommen habe. Zudem seien l ängere Autofahrten und das damit verbundene lange Sitzen kontraindiziert. Dr. F.____ hi elt in seinem Bericht weiter fest, dass eine Arbeitsfähigkeit von 40% für eine körperlich nicht belastende Tätigkeit ohne Heben schwe- rer Lasten, in wechselnder Position, angepasst an ein dem Beschwerdeführer aus seiner bishe- rigen Tätigkeit vorhandenes Wissen, allerdings nicht als Tagespendler, indiziert sei. Im Falle von beruflichen Massnahmen sei eine Tätigkeit in wechselnder Position mit wenig Zeitdruck und ohne Heben schwerer Lasten zu bevorzugen. 4.4.3 Gemäss ärztlichem Bericht vom 10. März 2009 von D r. med. G.____, FMH für Kardiolo- gie und Innere Medizin, sei beim Beschwerdeführer eine koronare 2-Asterkrankung mit Status nach dreifachem PTCA/DE-Stenting, einer hyperintensive n Herzerkrankung mit klar persistie- render vasospastischer Angina pectoris und aus diesem Grun d eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit sowie mit diversen kardiovaskulären Ri sikofaktoren zu diagnostizieren. Die kardiovaskulären Risikofaktoren seien gut kontrolliert. Di e Problematik der neu diagnostizierten Angina pectoris müsse in die Bemessung der Arbeitsfähig keit einfliessen, was bisher nicht ge- schehen sei. 4.4.4 Im Gutachten der H.____ vom 23. Juli 2009 wurd en die nachfolgend genannten Diagno- sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt: (1) ein chronisches belastungsabhängi- ges thorakolumbovertebrales Schmerzsyndrom mit möglicher lumboradikulärer Komponente L5 rechts mit anamnestischer Hypästhesie des lateralen Obersch enkels bei/mit Wirbelsäulenfehl- form und Fehlhaltung mit Hyperkyphose und Skoliose sow ie muskulärer Dysbalance vom Schulter- und Beckengürteltyp, einer geringgradigen in traforminalen Diskusprotrusion L5/S1 links mit möglicher Beeinträchtigung der Wurzel L5 links, beginnende Spondylarthrose unter LWS gemäss MRI LWS vom 24. Januar 2008; (2) eine koronar e 2-Gefässerkrankung bei suba- kuter anteriorer Angina pectoris CCS 2 und Dyspone NYHA II 12/2006, PTCA/Stentimplantation LAD bei instabiler Angina pectoris 10/2007, dabei Ver schluss eines kleinen Diagonalastes, Linksherzkatheter 5/08 bei atypischer Angina pectoris ohne signifikante Stenose, normale links- ventrikuläre systolische Funktion (Echokardiographie 20. Feb ruar 2009), bei eingeschränkter körperlichen Leistungsfähigkeit, Dekonditionierung (Tra iningsmangel, 129 Watt, 66% Solls), ohne belastungsinduzierte kardiale Ischämie (Ergometrie 20. Februar 2009), bei kardiovaskulä- ren Risikofaktoren: sistierter Nikotinabusus, circa 80 py, Adipositas, arterielle Hypertonie, positi- ve Familienanamnese. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit wurden ge- nannt: Adipositas bei einem BMI von 32.5 kg/m 2 sowie arterielle Hypertonie. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, dass der Beschwe rdeführer in seiner angestammten Tätig- keit um 10% in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei. Für leichte bis mittelschwere kör- perliche Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer als zu 100% arbeitsfähig, bei einer 10%igen Leistungseinschränkung, zu erachten. 4.4.5 Dr med. I.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, des J.____ stellte in seiner Stellung- nahme vom 30. Juni 2013 betreffend das Gutachten der H. ____ fest, dass aus kardiologischer Sicht keine Einschränkung für eine angepasste Tätigkeit e rsichtlich sei. Die Begründung der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht H.____ werde durch gezielte fachspezifische Untersuchungen unterstützt. Die Folgen des Herz- infarktes und die Probleme der Wirbelsäule würden ein e angepasste Tätigkeit vollschichtig ge- statten. Das Gutachten sei vollständig und die Beurte ilung nachvollziehbar und schlüssig. Zu- dem seien die Wirbelsäulenbefunde schon lange bekannt, wobei der Versicherte mit diesen Beschwerden bis zur Kündigung gearbeitet habe. 4.4.6 Mit Schreiben vom 12. Februar 2010 wurde seitens der H.____ zum Einwand des Versi- cherten im Rahmen eines Vorbescheidverfahrens Stellung genommen. Der Explorand habe aufgrund der Akten und des persönlichen Kontakts nicht den Eindruck hinterlassen, dass eine relevante depressive Komponente vorliegen würde. Aus di esem Grund sei auf eine psychiatri- sche Begutachtung verzichtet worden. Nach Ansicht der Gutac hter der H.____ liege keine de- pressive Entwicklung vor, die derart ausgeprägt wäre, dass eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei. Aus somatischer Si cht und aufgrund der vorhergehenden Ausführungen auch gesamtmedizinisch, sei der Beschwerdeführer für leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten ganztätig arbeitsfähig mit ei ner Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 10%. Die unterschiedliche Einschätzung des behandeln den Arztes sei für sie nicht nach- vollziehbar, da keine weiteren, die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Diagnosen hätten gestellt werden können. 4.4.7 Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin führten di e Gutachter der H.____ mit Schreiben vom 9. Juli 2010 aus, dass die diagnostizierten Rückenbeschwerden gemäss der rheumatologi- schen Begutachtung vor allem unter vermehrter Belastung bei längerem Stehen an Ort oder bei Einnahme einer Zwangshaltung oder bei längerem Sitzen aufgetreten seien. Gemäss dem be- handelnden Rheumatologen, Dr. med. K.____, FMH Facha rzt Innere Medizin und Rheumatolo- gie, sei die Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sich t nicht wesentlich eingeschränkt. Diese nicht wesentlichen Einschränkungen seien im Rahmen des Gutachtens im Sinne einer erhöhten Pausenbedürftigkeit interpretiert worden. 4.4.8 Die Beschwerdegegnerin gab in der Folge ein pol ydisziplinäres Gutachten beim Begut- achtungsinstitut D.____ in Auftrag. Mit Gutachten vom 2. November 2011 diagnostizierte die Ärzteschaft des Begutachtungsinstituts D.____ mit Einflu ss auf die Arbeitsfähigkeit ein chroni- sches Lumbovertebral-Syndrom mit spondylogener Schmerzausstra hlung in beide Beine bei beginnenden degenerativen LWS-Veränderungen (Spondyla rthrosen und Osteochondrosen distal-lumbal) sowie ein thoraco-lumbales Schmerzsyndrom bei throcaler Hyperkyphose, Oste- ochondrosen und Costotransversalarthrosen der mittleren und unteren Brustwirbelsäule (BWS); eine leichte Grosszehenheberparese links als mögliches Resi duum einer L5-Symptomatik links (ICD-10 M 54.4). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen einer muskulä- ren Dysbalance am Schultergürtel beidseits (Trapezius und Rhomboidei); klinisch degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule (HWS) mit Bewegung seinschränkung; eine Epicondylopa- thia humeri radialis rechts mehr als links, eine Genua vara bei Status nach Schulterluxation links vor vielen Jahren; klinische Zeichen eines sogenannt vermehrten Schmerzgebarens (4/5 positive Waddell-Zeichen); eine koronare 2-Asterkran kung bei möglicher vasospastischer Angina pectoris sowie Angina pectoris NYHA Grad II und e iner deutlich reduzierten Belastbar- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit gemäss Fahrradergonometrie sowie einer Relaxationsst örung; ausserdem eine leichtgradi- ge depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F 32.00). Dr. med. L.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und K ardiologie, stellte im kardiologischen Teilgutachten beim Versicherten eine koronare 2-Asterkra nkung mit Erstmanifestation im Okto- ber 2010 (recte: 2002) bei einem subakuten Vorderwa ndinfarkt fest. Der Explorand klage seit- her über Beschwerden im Thoraxbereich, die sich trotz mehrerer Eingriffe (Koronarographien mit Stenosen) nicht gebessert hätten. Als weitere Beschwerden gibt der Explorand insbesonde- re Nebenwirkungen der medikamentösen Behandlung, name ntlich Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Durchfall an. I m Mai 2008 sei bei der Behandlung der vermuteten vasospastischen Angina pectoris und einer bela stungsabhängigen Angina pectoris eine Mikrozirkulationsstörung festgestellt worden. Diese Di agnose sei in der Folge immer mehr in den Vordergrund gerückt. Die gutachterliche Anamnese erhebung habe indessen gezeigt, dass sich die Ruhe-Thoraxbeschwerden deutlich vom Infarktsch merz unterscheiden. Somit könnten die jetzigen Thoraxschmerzen durchaus auch extrakard ialer Ätiologie sein. Dafür spre- che auch, dass sich die Beschwerden mit der Einnahme von N itroglyzerin rasch verbessern, aber erst nach 30 Minuten verschwinden würden. Auch das Ansprechen auf Calciumantagonis- ten genüge nicht für eine zuverlässige Diagnose einer An gina pectoris. Insgesamt könne fest- gehalten werden, dass keine sicheren Hinweise für eine v asospastische Angina pectoris vorlä- gen, insbesondere seien auch nie Koronoarspasmen während der Koronoarographien be- schrieben worden. Entgegen des kardiologischen Berichts vo n Dr. G.____ sei folglich nicht von einer sicheren, sondern höchstens von einer möglichen vaso spastischen Angina pectoris aus- zugehen. Damit Ruhe-Beschwerden zu einer Einschränkung d er Leistungsfähigkeit im Alltag führen können, müssten diese eine gewisse Ausprägung, sprich Häufigkeit und Dauer aufwei- sen, damit sie während des Arbeitsablaufes von Relevanz sei n. Aus den Angaben des Be- schwerdeführers sei jedoch klar zu verstehen, dass dieser pro Monat maximal acht solcher Schmerzepisoden habe und dass er circa drei- bis viermal m onatlich Nitroglyzerin benötige. Mit dieser Häufigkeit und Ausprägung könne entgegen der E inschätzungen der behandelnden Ärz- te keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit be gründet werden. Die fahrradergomet- risch festgestellte verminderte Belastbarkeit könne aufgrund des Pulsverhaltens am ehesten auf einen Trainingsmangel zurückgeführt werden. Aufgrund de r ausführlich dargelegten kardiologi- schen Befunde sei der Versicherte in seinem Beruf als Auss endienstmitarbeiter, der als körper- lich leicht bis höchstens mittelschwer zu interpretieren se i, zu 100% arbeitsfähig, wobei wegen der seltenen Thoraxbeschwerden in Ruhe und damit etwas vermehrten Pausenbedarf eine 10%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden könne. Die s gelte für den gesamten Beurteilungs- zeitraum mit Ausnahme einer vollen Arbeitsunfähigkeit für die Zeit des Myokardinfarktes im Ok- tober 2002 für die Dauer von drei Monaten, für die Zeit der Koronarographie im Dezember 2006 während circa einer Woche sowie für die Zeit der dritt en Koronarographie im Oktober 2007 mit anschliessender Rehabilitation während circa drei Monat en. Ideal sei aufgrund der teilweise stressausgelösten Beschwerden eine stressfreie oder stressar me Tätigkeit mit leichten bis höchstens mittelschweren Belastungen. Schwere körperliche B elastungen seien dem Versi- cherten aufgrund der Dekonditionierung (Trainingsmang el) sowie der bekannten koronaren Herzkrankheit nicht mehr zumutbar. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemäss dem rheumatologischen Teilgutachten von Dr. med. M.____, FHM Physikalische Me- dizin, Rehabilitation und Rheumatologie, leide der E xplorand seit vielen Jahren an thorakolum- balen und lumbalen Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in d ie Beine. Im Jahr 2008 seien in diesem Zusammenhang vom behandelnden Rheumatologen ei ne Wirbelsäulenfehlform und – fehlhaltung, geringgradige degenerative Veränderunge n und muskuläre Dysbalancen sowie eine mögliche lumbo-radikuläre Komponente L5 rechts anamnestisch festgestellt worden. In der aktuellen klinischen Untersuchung sei eine leichte Grosszehe nheberparese (allerdings links) feststellbar gewesen, was prinzipiell zu einer L5-Sympto matik passen würde. Dabei handle es sich jedoch klinisch um einen nicht relevanten Befund, der keine weiteren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die Ausstrahlung der Schmerzen in die Beine sei als Spondylogen zu beurteilen. Insgesamt würden weiterhin somatisch beg ründbare Beschwerden im Bereich des Rückens mit Ausstrahlung in die Beine bestehen, wobei jed och zusätzliche Hinweise für ein sogenannt vermehrtes Schmerzgebaren vorliegen würden. In einer körperlich schweren, rü- cken-, spezifisch LWS-belastenden Tätigkeit bestehe jedoch weiterhin in nachvollziehbarer Weise eine vollständige Einschränkung der Arbeitsfähi gkeit. In der bisherigen Tätigkeit sei aus rein rheumatologischer Sicht eine geringgradige Einschrä nkung der Arbeitsfähigkeit zu bestäti- gen. Aufgrund des Beschriebs des ehemaligen Arbeitsplat zes sei die Arbeitsfähigkeit als um 20% eingeschränkt zu erachten. Diese Beurteilung gelte retrospektiv ab dem Zeitpunkt der Un- tersuchung bei Dr. K.____ vom 4. März 2008 bis zur Arb eitsniederlegung. In jeglicher leichten bis insbesondere intermittierend mittelschweren und rücken adaptierten Tätigkeit könne dage- gen aus rein rheumatologischer Sicht keine Einschränkun g der Arbeitsfähigkeit attestiert wer- den. Aufgrund der Schmerzsymptomatik und der Notwendigkeit, zwischendurch Positionswech- sel durchzuführen, bestehe in Übereinstimmung mit der Aktenlage eine 10%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit. In der von Dr. med. N.____, FMH Psychiatrie und Psychothe rapie, durchgeführten psychiatri- schen Untersuchung beklagte der Explorand seit dem Jahr 200 6 bestehende Ein- und Durch- schlafstörungen, Müdigkeit, verminderte Energie, zeitwe ise bedrückt-traurige, manchmal aber auch fröhliche Stimmung, Vergesslichkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit, vermindertes Selbstvertrauen, Libidoverminderung, sowie selten ei nmal auftretende Gefühle allgemeiner Sinnlosigkeit oder Suizidgedanken. Diese Symptome würd en die zur Diagnosestellung einer depressiven Episode notwendigen Kriterien erfüllen. Di e affektive Modulationsfähigkeit und die Vitalität seien nicht eingeschränkt. Die subjektive Verge sslichkeit und verminderte Konzentrati- onsfähigkeit seinen klinisch nicht zu erkennen. Die Depression sei als leichtgradig zu beurteilen. Dazu passend sei die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer nicht über eine andauernde bedrückt-traurige Stimmung und auch nicht über eine Freudlosigkeit beklage. Die psychosoziale Funktionsfähigkeit innerfamiliär als auch mit einigen Bekannten, sei als weitgehend unbeein- trächtigt zu beurteilen. Bis heute habe der Beschwerde führer keine Psychotherapie gemacht. Auch nehme er keine Antidepressiva ein, abgesehen von S urmontil-Topfen zum Schlafen. Ob- wohl sich die beklagten Schmerzen gemäss den somatischen Untersuchungen nicht vollum- fänglich durch körperliche Störungen erklären liessen un d eine psychische Überlagerung im Sinne einer Schmerzfehlverarbeitung angenommen werd en müsse, könne diesbezüglich auf- grund der Ausprägung der Schmerzen keine Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder einer ähnlichen psychiatrischen Krankh eit gestellt werden. Aus den als Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht leichtgradig zu beurteilenden depressiven Episoden sei zu keinem Zeitpunkt eine Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit oder eine verminderte Leistu ngsfähigkeit abzuleiten. Ebenso wenig könne aufgrund der psychischen Schmerzfehlverarbeitung ei ne Einschränkung der Arbeitsfä- higkeit oder Leistungsfähigkeit begründet werden. Zusammenfassend halten die Gutachter des Begutachtungsinst ituts D.____ fest, dass dem Ex- plorand aus gesamtmedizinischer Sicht eine schwere Tätig keit nicht mehr zumutbar ist. Bei der ursprünglichen Tätigkeit, die nicht immer als rückenadaptiert zu beurteilen sei, sei die Arbeitsfä- higkeit aus rheumatologischer Sicht um 20% eingeschränkt. Leichte bis intermittierend mittel- schwere und rückenadaptierte Tätigkeiten seien dem Explo randen aufgrund der Problematik von Seiten des Bewegungsapparats und aus kardiologischer S icht indessen mit einer Leis- tungseinschränkung von 10% zumutbar. Aus psychiatrischer Sic ht sei jede Tätigkeit vollschich- tig möglich. Die aus den einzelnen Fachbereichen festg estellten Einschränkungen seien nicht zu kumulieren. 4.4.9 In seinem Verlaufsbericht vom 21. März 2013 stell te Dr. G.____ eine aus koronarer Sicht stabile Situation mit nun aber erstmaligem Nachw eis einer anstrengungsinduzierten Vor- hofstachykardie fest. Die Diagnose einer vasospastischen An gina pectoris mit sehr gutem An- sprechen auf Nitroglyzerin sei deshalb weiterhin festzustellen. 5.1 Die IV-Stelle stütze sich in der angefochtenen Verf ügung bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf die Ausführungen im polydis- ziplinären Gutachten des Begutachtungsinstituts D.____ vom 2. November 2011. Sie ging dem- zufolge davon aus, dass der Beschwerdeführer ab dem 4. Mär z 2009 bis zum Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses in seiner ursprünglichen T ätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% aufgewiesen habe. Bei leicht en bis intermittierenden mittelschweren und rückenadaptierten Tätigkeiten weise der Versicherte allerdings eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von lediglich 10% auf. 5.2 Wie in Erwägung 4.3 hiervor ausgeführt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und –är zte, die aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor . Das Gutachten des Begutachtungs- instituts D.____ vom 2. November 2011 weist weder formal e noch inhaltliche Mängel auf, es beruht auf einer eingehenden Untersuchung des Versiche rten und es berücksichtigt auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte. Zudem geht es einlässlich auf die Be- schwerden des Versicherten ein und vermittelt ein hinreich endes Bild über dessen Gesund- heitszustand. Damit erfüllt das Gutachten die Kriteri en der Rechtsprechung und es ist ihm volle Beweiskraft zuzuerkennen. 5.3.1 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ist n icht geeignet, die Beweiskraft des Gutachtens vom 2. November 2011 zu mindern. Er bezweifel t insbesondere das Ausmass der Leistungseinschränkung gestützt auf die erhobenen Diagnose n und den Anforderungen an das Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Belastungsprofil. In diesem Zusammenhang verweist er auf die vom behandelnden Kardiologen Dr. G.____ gestellte und im Bericht vom 21. März 2013 b estätigte Diagnose einer vasospasti- schen Angina pectoris. Entgegen der Auffassung des Beschwe rdeführers diskutiert der begut- achtende Kardiologe Dr. L.____ die Möglichkeit einer vasospastischen Angina pectoris einge- hend. Dabei kommt er zum Schluss, dass eine solche mögliche rweise, jedoch keineswegs mit Sicherheit vorliege. Die auf die vasospastische Angina p ectoris zurückgeführten Ruhe- Beschwerden wiesen indessen in jedem Fall nicht eine H äufigkeit und Dauer auf, die eine Ein- schränkung der Leistungsfähigkeit im Alltag begründen w ürden. Zwar erkennt der behandelnde Kardiologe Dr. G.____ in seinem Bericht vom 21. März 20 13 erstmals den Nachweis einer an- strengungsindizierten Vorhofstachykardie. Aus dieser Tatsache lassen sich jedoch keine weite- ren Rückschlüsse auf die vorliegend massgebliche Arbeitsf ähigkeit ziehen. Damit vermag we- der der allfällige Nachweis der vasospastischen Angina p ecotoris noch die gesamtmedizinisch unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den behandelnden Kardiologen die gutachterliche Beurteilung von Dr. L.____ in Frage zu st ellen. Falls der Beschwerdeführer mit den Ausführungen von Dr. G.____ im Bericht vom 21. März 2013 eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend machen wollte, ist anzumerk en, dass der Bericht nach Verfü- gungserlass erstellt und deshalb erst im Rahmen eines al lfälligen Revisionsgesuchs zu berück- sichtigen wäre. 5.3.2 Ebenso wenig ist die rückwirkende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutach- ter des Begutachtungsinstituts D.____ unzulässig. Die Gut achter stützen sich hierbei, wie der Beschwerdeführer vorbringt, zwar bloss auf die vorhanden en medizinischen Akten. Selbst ei- nem reinen Aktengutachten kann indessen voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die är ztliche Beurteilung eines an sich festste- henden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. Urteil des Bu ndesgerichts 8C_540/2007 vom 27. März 2008, E. 3.2; vgl. auch Urteile des EVG vom 2 1. Juni 2007, U 81/06, E. 2.3, und vom 8. Februar 2007, U 223/06, E. 5.1.2). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers können diese Voraussetzungen bei der retrospektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Gut- achter des Begutachtungsinstituts D.____ im vorliegende n Fall bejaht werden. Die Beurteilung der Gutachter stützt sich für den massgeblichen Zeitraum ab 25. Oktober 2007 auf eine lücken- lose Befunderhebung. Dass die behandelnden Ärzte die Ar beitsfähigkeit des Beschwerdefüh- rers seit diesem Zeitpunkt unterschiedlich und namentlich höher einschätzten, vermag aufgrund der unterschiedlichen Natur des Behandlungsauftrags und nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Erwägung 4.3 hiervor) die Schlussf olgerung des Begutachtungsinstituts D.____ nicht in Frage zu stellen. 5.3.3 Der Beschwerdeführer bringt ferner vor, dass unw ahrscheinlich sei, dass der Pausenbe- darf im Zusammenhang mit den Thoraxbeschwerden gerade m it demjenigen, der sich aus der rheumatologischen Schmerzsymptomatik ergibt, zusammenfallen solle und die jeweiligen Ein- schränkungen entsprechend zu kumulieren seien. Dazu ist fest zuhalten, dass der begutachten- de Kardiologe Dr. L.____ grundsätzlich von einer vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgeht und in den monatlich maximal achtmal auftreten den Schmerzepisoden keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sieht. Lediglich die Leistungsfähigkeit des Beschwerdefüh- rers sei dadurch bzw. aufgrund eines etwas erhöhten Pause nbedarfs um 10% eingeschränkt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der begutachtende Rheumatologe Dr. M.____ hielt ausd rücklich fest, dass keine Gründe be- stünden, die rheumatologisch begründete Einschränkung d er Leistungsfähigkeit mit Einschrän- kungen aus anderen Fachbereichen zu kumulieren. Da ferne r nicht ersichtlich ist, weshalb die kardiologisch notwendigen Pausen nicht auch für die rh eumatologisch bedingten Positions- wechsel genutzt werden können, und der Beschwerdeführe r hierzu keine weiteren Ausführun- gen macht, sind die jeweils festgelegten Einschränkungen nicht zu kumulieren. 5.4 Insgesamt erweist sich das Gutachten des Begutachtung sinstituts D.____ vom 2. No- vember 2011 nach dem Ausgeführten sowohl in der Darle gung der medizinischen Zusammen- hänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Folgerung en als überzeugend. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle darauf abgestell t hat. Damit erübrigen sich auch wei- tergehende Beweismassnahmen. 6.1 Zu prüfen ist ferner die Bemessung der Invalidität . Für die Vornahme des Einkommens- vergleichs ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des Ren- tenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222, 128 V 174), we lcher auf Oktober 2008 zu liegen kommt (vgl. Art. 29 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 IVG). Für den nachstehenden durchzuführenden Einkommensvergleich sind demnach die zu diesem Zeitpunkt gegebenen Einkommensverhält- nisse massgebend. 6.2.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entsche iden, was die versicherte Per- son nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlic hkeit im Zeitpunkt des Rentenbe- ginns tatsächlich verdienen würde, wenn sie nicht invali d geworden wäre (Urteil des Bundesge- richts vom 16. Dezember 2012, 8C_600/2012, E. 4.1.1). Die Einkommensermittlung hat so kon- kret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vo n der Tätigkeit, welche die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübt hat, auszugehen ist (Urteil des Bundes- gerichts vom 26. November 2002, I 491/01 E. 2.3.1). 6.2.2 In Bezug auf die Ermittlung des Valideneinkommen s ging die IV-Stelle gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers davon aus, dass dieser im Jah r 2008 in seiner bisherigen Tätigkeit als B.____ im Aussendienst bei einem Pensum von 100% ein Einkommen von Fr. 176'040.00 erzielen könnte. Das ermittelte Valide neinkommen wird seitens des Beschwer- deführers zu Recht nicht in Frage gestellt, weshalb darauf abzustellen ist. 6.3.1 Unter den Parteien ist ebenfalls zu Recht unbestr itten, dass bei der Ermittlung des trotz Gesundheitsschadens zumutbarerweise erzielbaren Einkommens (Invalideneinkommen) für die Zeit ab Oktober 2008 die Tabellenlöhne der Schweizeri schen Lohnstrukturerhebung des Schweizerischen Bundesamt für Statistik (LSE-Tabellenlöhne) beizuziehen sind. Streitig ist aber die Wahl des Anforderungsniveaus. Während die Vorinstan z in der angefochtenen Verfügung davon ausgeht, dass das Invalideneinkommen aufgrund de s Anforderungsniveau 1+2 der LSE 2008 zu bestimmen ist, stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, das massge- bende Einkommen sei richtigerweise auf der Basis des Anf orderungsniveau 3 zu ermitteln. Die vor Eintritt des Gesundheitsschadens erworbenen Spezialke nntnisse als B.____ seien nicht in einer Verweistätigkeit im Anforderungsprofil 1+2 umzusetzen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3.2 In den LSE-Tabellenlöhnen werden je nach persö nlicher Qualifikation des Arbeitneh- mers vier Anforderungsniveaus von Tätigkeiten unterschied en. In die Kategorie der Betätigung mit Anforderungsniveau 1 und 2 fallen gemäss LSE das Ve rrichten höchst anspruchsvoller und schwierigster Arbeiten bzw. selbständiger und qualifizie rter Arbeiten, während für das Anforde- rungsniveau 3 Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt sind und das hier nicht interessieren- de Anforderungsniveau 4 einfache und repetitive Tätigkeiten umfasst (LSE 2008, S. 11). Bei der Frage, auf welchen Wert der LSE abzustellen ist, sind d ie Ausbildung, die Berufserfahrung und der berufliche Werdegang der versicherten Person zu be rücksichtigen (vgl. Urteile des Kan- tonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht vom 26. September 2013, 720 13 126, E. 5.3.4, vom 17. November 2011, 725 11 295/305, E. 3 .3.4 und vom 29. September 2011, 725 11 190/262, E. 4.3.4). 6.3.3 Der Beschwerdeführer hat nach der obligatorische n Schulzeit eine Ausbildung zum E.____ mit Fähigkeitsausweis absolviert. Ab 1973 bis zum 31. März 2008 war er sodann als B.____ im Aussendienst, zuletzt bei der C.____ AG, tä tig. Aus den Schilderungen des Be- schwerdeführers im Rahmen der Begutachtung geht hervor, dass die im Aussendienst ausge- übte Tätigkeit den Vertrieb und die Instruktion von neuen Geräten umfasste. Die Beschwerde- gegnerin ging in der angefochtenen Verfügung dements prechend von hohen fachlichen und intellektuellen Qualifikationen aus, die es rechtfertig ten, bei einer angepassten, d.h. in einer stressfreien oder stressarmen, leichten bis intermittiere nd mittelschweren und rückenadaptier- ten Tätigkeit auf das Anforderungsniveau 1+2 abzustellen. Die Tätigkeit als B.____ erweist sich in der Tat als sehr qualifizierte Arbeit, die von den A rbeitnehmern selbständig ausgeführt wird. Die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers ist somit d em Anforderungsniveau 1+2 zu- zuordnen. Dafür spricht auch das vom Beschwerdeführer in der über 40-jährigen Berufserfah- rung erlangte Spezialwissen. Indessen ist dem Beschwerdefü hrer beizupflichten, dass dieses spezialisierte Wissen nicht ohne Weiteres in einer Verweistätigkeit auf dem Arbeitsmarkt umge- setzt werden kann. Vielmehr muss bei einer Verweistätigke it berücksichtigt werden, über wel- che Berufsausbildung der Beschwerdeführer verfügt und ob er allenfalls eine Möglichkeit hat, seine Berufserfahrung anderweitig einzubringen. Im H inblick darauf erscheint es vorliegend angebracht, bei der Ermittlung des Einkommens aus eine r Verweistätigkeit auf das Anforde- rungsniveau 3 abzustellen. 6.3.4 Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Beschwerdef ührer gemäss dem Gutachten des Begutachtungsinstituts D.____ sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit eine verhältnismässig hohe Arbeitsfähigkeit aufweist. Danach ist dem Beschwerdefüh- rer die angestammte Tätigkeit in einem Pensum von 80% und eine angepasste Tätigkeit in ei- nem Pensum von 90% zumutbar. Im Rahmen der Schadenminde rungspflicht ist die versicherte Person gehalten, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der Invalidität best- möglich zu mildern (BGE 113 V 28 E. 4a mit Hinweisen). Vorliegend ist der Beschwerdeführer aufgrund des unterschiedlichen Anforderungsniveaus in de r Lage, trotz des geringeren zumut- baren Pensums in seiner angestammten Tätigkeit (Anford erungsniveau 1+2) ein höheres Ein- kommen zu erzielen als in einer Verweistätigkeit (Anforderungsniveau 3). So beläuft sich das in einer Verweistätigkeit erzielbare Einkommen auf Fr. 65 ‘022.05 (LSE 2008, Tabelle TA 1, Total Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Männer, Anforderungsniveau 3, Fr. 5‘789.00 monatlich, hochgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden, jährlich Fr. 72‘246 .70 und unter Berücksichtigung einer 10%igen Leistungseinschränkung). Auch für die angestamm te Tätigkeit ist grundsätzlich auf den Totalwert der LSE-Tabelle TA 1 abzustellen. Demn ach könnte der Beschwerdeführer hier ein Einkommen von Fr. 79‘293.00 erzielen (LSE 2008, T abelle TA 1, Total Männer, Anforde- rungsniveau 1+2, Fr. 7‘942.00 monatlich, hochgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden, jährlich Fr. 99‘116.15 und unter Berücksichtigung einer 20%igen Leis- tungseinschränkung). Für die Invaliditätsbemessung ist fo lglich unter Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht auf das letztgenannte Invaliden einkommen abzustellen. Daran än- dert der Einwand des Beschwerdeführers, ein Arbeitsversuc h im angestammten Tätigkeitsbe- reich im Jahr 2011 sei gescheitert, nichts. Der Arbeitsve rsuch scheiterte gemäss den Ausfüh- rungen im Gutachten des Begutachtungsinstituts D.____ nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil sich der Arbeitgeber vom Beschwerdeführer i n Bezug auf die erreichten Umsatz- zahlen mehr erhofft hatte. Die Gutachter des Begutach tungsinstituts D.____ begründen schlüs- sig und nachvollziehbar, dass dem Beschwerdeführer die an gestammte Tätigkeit als B.____ weiterhin zu 80% zumutbar sei. 6.4.1 Der Beschwerdeführer rügt ferner, dass vom heran gezogenen Tabellenlohn kein lei- densbedingter Abzug von mindestens 10% vorgenommen wurde . Es sei zu berücksichtigen, dass den Einschränkungen des Beschwerdeführers vorliegend nicht bereits durch die Annahme eines reduzierten Arbeitspensums Rechnung getragen worde n sei. Vielmehr sei bei einem 100%-Pensum die Leistungsfähigkeit als um mindestens 10 % eingeschränkt anzusehen. Ins- besondere auch im Hinblick auf das Alter des Beschwerdefü hrers sei ein Abzug von mindes- tens 10% zuzulassen. 6.4.2 Von dem gestützt auf statistische Werte ermittelte n Invalideneinkommen sind praxisge- mäss verschiedene Abzüge zulässig. Damit soll der Tatsache R echnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie un d Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgegli chenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch- schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 78 f. E. 5a). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen und darf 25% nicht übersteigen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2, 126 V 79 f. E. 5b/aa-cc). Der gesamthaft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Über- prüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu be urteilen, ob der zu überprüfende Ent- scheid, den die Behörden nach dem ihr zustehenden Ermesse n im Einklang mit den allgemei- nen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen h at, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigu ng der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die richterliche Behörde demnach auf Gegebenhei ten abstützen können, die eine abweichende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4.3 Solche Gegebenheiten, die vorliegend einen Abzu g vom Tabellenlohn als angezeigt erscheinen lassen, liegen nicht vor. Namentlich gilt es zu beachten, dass bereits in der Beurtei- lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesu ndheitliche Einschränkungen nicht zu- sätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges e infliessen dürfen. Mit einer ausge- wiesenen Leistungseinschränkung im Umfang von 20% in sein er angestammten Tätigkeit und 10% in einer rückenadaptierten Verweistätigkeit sind die mit den Leiden in Zusammenhang ste- henden Einschränkungen entgegen der Ansicht des Beschwer deführers bereits berücksichtigt. Ebenso wenig vermögen allfällige weitere Kriterien e inen Abzug im Umfang von mindestens 10% zu begründen. Art und Ausmass der leidensbedingten Einschränkungen vermögen bei dem Versicherten, der mit einer Leistungseinschränkung von 10 bzw. 20% noch tätig sein kann, keinen leidensbedingten Abzug infolge Teilzeitverrichtu ng zu begründen (vgl. die Urteile 9C_721/2010 vom 15. November 2010 E. 4.2.2.2 und 9C _708/2009 vom 19. November 2009 E. 2.6). Der Beschwerdeführer war im massgebenden Zeitp unkt der Verfügung (BGE 129 V 4 E. 1.2, 121 V 366 E. 1b) 61 Jahre alt. Damit könnte vertreten werden, dass der Beschwerdefüh- rer aufgrund seines Alters nicht mehr leicht vermittelb ar ist. Dennoch ist davon auszugehen, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) durchau s Stellen für einen erfahrenen B.____ bietet. Nicht zuletzt zeigt der Arbeitsversuch im Ja hr 2011 auf, dass es dem Beschwer- deführer auch in fortgeschrittenem Alter möglich ist, eine Anstellung in der angestammten Tä- tigkeit zu finden. Der Verzicht auf einen leidensbedingten Abzug durch die Beschwerdegegnerin ist folglich nicht zu beanstanden. 7. Stellt man im Einkommensvergleich das ermittelte In valideneinkommen von Fr. 79‘293.00 dem Valideneinkommen von Fr. 176‘040.00 gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 96‘747.00, was einen IV-Grad von rund 55% ergibt (zur Rundungs- praxis des Bundesgerichts vgl. BGE 130 V 121 ff.). Bei ei nem IV-Grad von 55% hat der Be- schwerdeführer Anspruch auf eine halbe IV-Rente. Die B eschwerde ist in diesem Sinne gutzu- heissen und die Verfügung vom 13. März 2013 ist aufzuheben ist. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verw eigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgeric ht kostenpflichtig. Die Verfahrens- kosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonalen Ges etzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 i n der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Beim Ent scheid über die Verlegung der Verfah- rens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Pro zessausgang abzustellen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer obsiegende Partei. In casu hätt e deshalb die IV-Stelle grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auferlegt werd en. Aufgrund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben wer- den. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat mit Honorarnote vom 21. Oktober 2013 für das vorl iegende Verfahren einen Zeitaufwand von 16 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig als angemessen erweist. Die Bemü- hungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgem äss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundensatz von Fr. 250.00 zu entschädigen. Nicht zu beanstan- den sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen A uslagen in der Höhe von Fr. 63.00. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigun g in der Höhe von Fr. 4‘388.05 (16 Stunden à Fr. 250.00 inkl. Auslagen in der Höhe vo n Fr. 63.00 und 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 13. März 2013 aufgehob en und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer mit Wirkun g ab dem 1. Oktober 2008 Anspruch auf eine halbe Rente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 4‘388.05 (inkl. Ausl agen und 8% MwSt.) zu bezahlen.