A bteilung V E -2323/2007 {T 0/2} U rteil vom 20. A pril 2007 M itw irkung: R ichter W eber, R ichter Lang, R ichterin de C oulon, G erichtsschreiberin Balm elli A._______, D eutschland, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung des B FM vom 7. Februar 2007 in Sachen Einreisebew illigung und A syl / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 18. Januar 2007 reichte der Beschw erdeführer beim Schw eizerischen G ene- ralkonsulat in B._______ ein G esuch um Erteilung eines Einreisevisum s und poli- tisches Asyl ein. Zur Begründung führte er aus, seine Eltern seien jugoslaw ische Staatsangehörige. Er selbst sei in D eutschland geboren und habe dort sein ganzes bisheriges Leben verbracht. Aufgrund m assiver G rund- und M enschrechtsverlet- zungen sow ie w egen R assendiskrim inierung sei sein Leben in D eutschland uner- träglich gew orden. D urch das Erstarken der Parteien D VU , N PD , etc. bestehe für ihn bei einem w eiteren Verbleib in D eutschland eine ernsthafte G efährdung für sein Leben. N ach dem Zerfall Jugoslaw iens sei er staatenlos gew orden, w as die deutschen Behörden nicht anerkennen w ollten. Er verfüge über kein R eisedoku- m ent m ehr, nur noch über eine G eburtsurkunde. B. Am 29. Januar 2007 überm ittelte das Schw eizerische G eneralkonsulat das G e- such zusam m en m it dem G eburtsschein des Beschw erdeführers an das BFM . C . M it Verfügung vom 7. Februar 2007 - eröffnet am 19. Februar 2007 - stellte das BFM fest, die Einreise w erde nicht bew illigt, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. D . M it Eingabe vom 10. M ärz 2007 (Eingang: 16. M ärz 2007) an das Schw eizerische G eneralkonsulat, w elche von diesem am 20. M ärz 2007 dem BFM überm ittelt w ur- de und am 27. M ärz 2007 beim Bundesverw altungsgericht einging, beantragte der Beschw erdeführer sinngem äss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und um G ew ährung von Asyl. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31), das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsge- setzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ).3 1.3 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Ver- fahren entschieden. W ie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. N ach Art. 52 Abs. 2 AsyG kann einer Person, die sich im Ausland befindet, das Asyl verw eigert w erden, w enn es ihr zugem utet w erden kann, sich in einem ande- ren Staat um Aufnahm e zu bem ühen. G em äss Art. 20 Abs. 2 AsylG bew illigt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, w enn ihnen nicht zugem utet w erden kann, im W ohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. 4. 4.1 D as BFM führte in der angefochtenen Verfügung aus, der Beschw erdeführer m a- che keine besonders nahe Beziehung zur Schw eiz geltend. U nter diesen U m stän- den sei es ihm zuzum uten, in einem anderen Land um Asyl nachzusuchen, bei- spielsw eise einem anderen Staat der EU . Aus der Eingabe vom 25. Januar 2007 gehe sodann nicht hervor, dass der Beschw erdeführer persönlich und in erheb- lichem M ass von den erw ähnten M enschrechtsverletzungen betroffen gew esen w äre. Sodann sei D eutschland ein Staat m it einer gefestigen dem okratischen O rd- nung. D ie G erichte w ürden als unabhängig gelten und gew ährten allen Personen ein gerechtes Verfahren. D eutschland sei auch ein Signatarstaat der M enschen- rechtskonvention und der G enfer Flüchtlingskonvention. Freiheit und M enschen- rechte w ürden respektiert und hochgehalten. Sollte sich der Beschw erdeführer in diesen G rundfreiheiten unrechtm ässig eingeschränkt sehen, stehe es ihm frei, rechtliche W ege zu beschreiten. Som it w ürden sich keinerlei H inw eise darauf er- geben, dass der Beschw erdeführer in D eutschland Verfolgungsm assnahm en aus- gesetzt sei, beziehungsw eise er keine rechtlichen M öglichkeiten haben sollte, ge- gen allfällige Benachteiligungen rechtliche M ittel zu ergreifen. 4.2 In der R echtsm itteleingabe w ird ausgeführt, nach dem Zerfall Jugoslaw iens sei der Beschw erdeführer staatenlos gew orden. Trotz gerichtlichem Verpflichtungsantrag w eigere sich die Ausländerbehörde, die Staatenlosigkeit anzuerkennen. D ie deut- schen Behörden m üssten den Beschw erdeführer nach internationalem G eburts- recht als deutschen Staatsangehörigen anerkennen. Sodann seien Ü bergriffe m it rassistischem H intergrund auf Ausländer in D eutschland an der Tagesordnung. H inzu kom m e, dass die Parteien w ie N PD und D VU Ausbildungszentren m it rassi- stischem G edankengut betreiben und im m er w ieder Anhänger finden w ürden. W ei- ter w ird in der Beschw erdeschrift ausgeführt, in B._______ könne ein farbiger M ensch nach 22 U hr nicht m ehr durch die Innenstadt laufen, ohne sofort von den 4 Polizeibeam ten aufgegriffen zu w erden. Leider stehe das G rundrecht der körperlichen U nversehrtheit oder der besondere Schutz der Fam ilie nicht im Einklang m it den Interessen der deutschen Behörden. Allein im O ktober 2006 seien 46 Klagen von Ausländern gegen D eutschland beim EU G H anhängig gem acht w orden. Entgegen der vorinstanzlichen Ansicht habe der Beschw erdeführer durchaus einen Bezug zur Schw eiz. D ie Schw eiz sei ein neutraler Staat, habe sich an keinen Kriegseinsätzen beteiligt. In den Jahren 2001 bis 2004 habe sich der Beschw erdeführer in der Schw eiz, zuerst im R aum C ._______, dann im R aum D ._______ aufgehalten, w ohin er Fahrzeuge der M arke E._______ verkauft habe. D ie schw eizerischen Behörden seien stets sehr freundlich und hilfsbereit gew esen. Auch habe er beim internationalen Tauchsportverband F._______ in der Schw eiz seine Brevets gem acht. 5. 5.1 N ach der w eiterhin zutreffenden R echtsprechung der AR K sind die Vorausset- zungen zur Erteilung einer Einreisebew illigung grundsätzlich restriktiv zu handha- ben, w obei den Behörden ein w eiter Erm essensspielraum zukom m t. N eben der er- forderlichen G efährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind nam entlich die Bezie- hungsnähe zur Schw eiz, die M öglichkeit der Schutzgew ährung durch einen ande- ren Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische M öglichkeit und objektive Zum utbarkeit zur anderw eitigen Schutzsuche sow ie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assim ilationsm öglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Ent- scheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1997 N r. 15, w elcher angesichts bloss redaktioneller Änderungen bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach w ie vor G ültigkeit hat). Ausschlagge- bend für die Erteilung der Einreisebew illigung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen (vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis in EM AR K 1997 N r. 15 E. 2c S. 130), m ithin die Prüfung der Fragen, ob eine G efährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gem acht w ird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die D auer der Sachverhaltsabklärung zugem utet w erden kann. 5.2 D er Beschw erdeführer m acht zunächst geltend, entgegen der vorinstanzlichen Feststellung habe er eine besonders nahe Beziehung zur Schw eiz. D ieser Ansicht ist indes entgegenzuhalten, dass allein der U m stand, dass sich der Beschw erde- führer in der Vergangenheit offenbar gelegentlich aus beruflichen und privaten G ründen in der Schw eiz aufgehalten hat, offensichtlich nicht auf eine besonders enge Beziehung zur Schw eiz im hier vorausgesetzten Sinne schliessen lässt. Eine solche w ürde unter U m ständen dann gegeben sein, w enn sich der Beschw erde- führer jem als über längere Zeit in der Schw eiz legal aufgehalten oder besonders enge Beziehungen zu verw andten Personen in der Schw eiz hat. W eiter ist festzuhalten, dass aus den Ausführungen in der R echtsm itteleingabe auch nicht ansatzw eise hervorgeht, inw iefern der Beschw erdeführer persönlich di- rekt oder indirekt aus einem G rund nach Art. 3 AsylG von den geschilderten U m - ständen in D eutschland betroffen sein soll. Sow eit der Beschw erdeführer allfällige Problem e m it seinem Aufenthaltsstatus in D eutschland haben sollte, hat er sich an die dortigen zuständigen Behörden zu w erden und den ordentlichen vorgesehenen R echtsw eg zu beschreiten, w elcher nach den Erkenntnissen des Bundesver- w altungsgerichts in jeder H insicht gew ährleistet ist. D eutschland ist, w ie das BFM 5 zutreffend erw ogen hat, eine anerkannte D em okratie, hat die M enschen- rechtskonvention sow ie die G enfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet und respektiert sow ie achtet die G rundrechte. D ie G erichte in D eutschland sind unab- hängig und garantieren allen Personen ein gerechtes Verfahren. Entsprechend hat der Schw eizerische Bundesrat D eutschland am 1. August 2003 auch als "safe country", das heisst als verfolgungssicheren Staat anerkannt. Bei dieser Sachlage ist die Schutzbedürftigkeit des Beschw erdeführers im Sinne des AsylG offen- sichtlich nicht gegeben und es sprechen auch keine anderen G ründe für eine Ein- reisebew illigung. 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G e- sagten abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten grundsätzlich dem Beschw er- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzu- setzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Ko- sten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE]). Aus verw altungsökonom ischen G ründen ist indes auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 6 Bst. b VG KE). (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - Beschw erdeführer durch Verm ittlung des Schw eizerischen G eneralkonsulats in B._______ - Schw eizerisches G eneralkonsulat in B._______, m it der Bitte um Eröffnung des U rteils an den Beschw erdeführer sow ie um Zustellung der beiliegenden Em pfangsbestätigung an das Bundesverw altungsgericht (Beilage: Em pfangsbestätigung) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Beat W eber Barbara Balm elli Versand am : 7 EM PFA N G SB ESTÄ TIG U N G A._______, D eutschland H ierm it bestätige ich, heute folgendes D okum ent erhalten zu haben: U rteil des Bundesverw altungsgerichts vom 20. April 2007 O rt: ............................................. D atum : ............................................. U nterschrift: ............................................. Bem erkungen: .............................................. D iese Em pfangsbestätigung ist nach U nterzeichnung durch den Beschw erdeführer vom G eneralkonsulat in B._______ dem Bundesverw altungsgericht, Abt. V, R eferenz E-2323/2007, Postfach, 3014 Bern, zuzustellen.