<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des M...</span> <span class="page_no">291</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Beschwerden gegen Einspracheentscheide des</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Migrationsamts</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>52 Formelle</b></span> <span class="ft2"><b>Wegweisung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Sind sowohl die Voraussetzungen für eine Wegweisung gemäss Art. 64</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Abs. 1 AuG als auch jene für eine Wegweisung aufgrund der Dublin-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Assoziierungsabkommen nach Art. 64a Abs. 1 AuG erfüllt, so verdrängt</b></span><br/> <span class="ft2"><b>die Spezialregelung für Dublin-Wegweisungen die kantonale Kompetenz</b></span><br/> <span class="ft2"><b>zum Erlass von (anderen) Wegweisungsverfügungen nicht. Ausländische</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Personen, die in einem laufenden Dublin-Verfahren stehen, können indes-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>sen nur durch das BFM in den zuständigen Dublin-Staat weggewiesen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>werden. In casu war das MIKA grundsätzlich befugt, den Beschwerde-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>führer gemäss Art. 64 Abs. 1 AuG aus der Schweiz wegzuweisen. Indessen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>hätten die Vorinstanzen den sofortigen Vollzug der Wegweisung nur dann</b></span><br/> <span class="ft2"><b>anordnen dürfen, wenn sie die Vollziehbarkeit der Verfügung in Bezug</b></span><br/> <span class="ft2"><b>auf das Heimatland des Beschwerdeführers geprüft hätten (E. II./2.-6.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 12. Dezember 2012 in</span><br/> <span class="ft3">Sachen J.J. betreffend formelle Wegweisung (1-BE.2012.54).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">II.</span><br/> <span class="ft5">2.1.</span><br/> <span class="ft5">Gemäss Art. 64 Abs. 1 AuG erlassen die zuständigen Behörden</span><br/> <span class="ft5">eine ordentliche Wegweisungsverfügung, wenn eine Ausländerin</span><br/> <span class="ft5">oder ein Ausländer eine erforderliche Bewilligung nicht besitzt</span><br/> <span class="ft5">(lit. a), die Einreisevoraussetzungen nicht oder nicht mehr erfüllt</span><br/> <span class="ft5">(lit. b) oder eine Bewilligung verweigert oder nach bewilligtem Auf-</span><br/> <span class="ft5">enthalt widerrufen oder nicht verlängert wird (lit. c).</span><br/> <br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">292</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">2.2.</span><br/> <span class="ft5">2.2.1.</span><br/> <span class="ft5">Zuständig für den Erlass ordentlicher Wegweisungsverfügungen</span><br/> <span class="ft5">gemäss Art. 64 AuG sind die Kantone (vgl. Botschaft zum Bun-</span><br/> <span class="ft5">desgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002</span><br/> <span class="ft5">[Botschaft AuG; BBl 2002 3709 ff.], Ziff. 2.9.3, S. 3813). Im Kanton</span><br/> <span class="ft5">Aargau ist das MIKA die dafür zuständige kantonale Behörde (§ 3</span><br/> <span class="ft5">Abs. 1 EGAR). Das MIKA ist somit grundsätzlich die sachlich zu-</span><br/> <span class="ft5">ständige Behörde zum Erlass einer kantonalen Wegweisungsverfü-</span><br/> <span class="ft5">gung gemäss Art. 64 AuG.</span><br/> <span class="ft5">2.2.2.</span><br/> <span class="ft5">Nachdem der Beschwerdeführer in der Schweiz am 19. Dezem-</span><br/> <span class="ft5">ber 2011 ein Asylgesuch eingereicht hatte und am 2. April 2012 im</span><br/> <span class="ft5">Rahmen eines Dublin-Verfahrens nach Italien überstellt worden war,</span><br/> <span class="ft5">reiste er gemäss eigenen Angaben am 30. April 2012 wieder in die</span><br/> <span class="ft5">Schweiz ein. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass der Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführer in der Folge in der Schweiz ein weiteres Asylgesuch</span><br/> <span class="ft5">eingereicht hätte bzw. versucht hätte, erneut ein solches Gesuch</span><br/> <span class="ft5">einzureichen.</span><br/> <span class="ft5">Gemäss konstanter Praxis des Rekursgerichts gilt ein Wegwei-</span><br/> <span class="ft5">sungsentscheid mit der Ausreise des Betroffenen aus der Schweiz als</span><br/> <span class="ft5">konsumiert bzw. vollzogen (AGVE 2011 S. 338; gleicher Meinung:</span><br/> <span class="ft5">Thomas Hugi Yar, Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, in: Peter</span><br/> <span class="ft5">Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.],</span><br/> <span class="ft5">Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, Ausländerrecht,</span><br/> <span class="ft5">2. Aufl., Basel 2009, Rz. 10.86; vgl. auch den betreffend den Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführer ergangene BGE 2C_1150/2012 vom 7. Dezember</span><br/> <span class="ft5">2012, E. 3.2.2). An dieser Praxis ist auch im Lichte des Rundschrei-</span><br/> <span class="ft5">bens des BFM "Neue Praxis im Umgang mit Dublin-Mehrfachge-</span><br/> <span class="ft5">suchen" vom 23. März 2012 festzuhalten. Im besagten BFM-Rund-</span><br/> <span class="ft5">schreiben ist vorgesehen, erneute Asylgesuche von Personen, die vor</span><br/> <span class="ft5">Ablauf von sechs Monaten nach der Überstellung in den zuständigen</span><br/> <span class="ft5">Dublin-Staat wieder in die Schweiz gelangen, in der Regel nicht</span><br/> <span class="ft5">mehr entgegenzunehmen, um das schweizerische Asylverfahren von</span><br/> <span class="ft5">offensichtlich missbräuchlichen Mehrfachgesuchen zu entlasten.</span><br/> <span class="ft5">Inwiefern dieses Ziel durch das gesetzliche Erfordernis, illegal anwe-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des M...</span> <span class="page_no">293</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">senden Personen, die in einen Dublin-Staat überstellt werden sollen,</span><br/> <span class="ft5">eine Wegweisungsverfügung gemäss Art. 64a Abs. 1 AuG zu eröff-</span><br/> <span class="ft5">nen, vereitelt oder übermässig erschwert würde, ist nicht ersichtlich.</span><br/> <span class="ft5">Der Beschwerdeführer wurde -</span> <span class="ft5">wie bereits erwähnt - am</span><br/> <span class="ft5">2. April 2012 nach Italien überstellt. Die Verfügung vom 8. Februar</span><br/> <span class="ft5">2012, mit welcher das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft5">rers nicht eingetreten war und ihn gestützt auf Art. 45 AsylG nach</span><br/> <span class="ft5">Italien weggewiesen hatte, ist im heutigen Zeitpunkt somit nicht</span><br/> <span class="ft5">mehr vollstreckbar. Da der Beschwerdeführer zudem seit seiner er-</span><br/> <span class="ft5">neuten Einreise kein neues Asylgesuch eingereicht hat (vgl. Art. 18</span><br/> <span class="ft5">AsylG) und auch nicht ersichtlich ist, dass er ein solches erneutes</span><br/> <span class="ft5">Gesuch zu stellen versucht hätte (vgl. BFM-Rundschreiben "Neue</span><br/> <span class="ft5">Praxis im Umgang mit Dublin-Mehrfachgesuchen" vom 23. März</span><br/> <span class="ft5">2012), ist er im heutigen Zeitpunkt - zumindest in der Schweiz -</span><br/> <span class="ft5">lediglich als ausländische Person und nicht (mehr) als Asylsuchender</span><br/> <span class="ft5">zu betrachten, und fällt entsprechend nicht (mehr) in den Anwen-</span><br/> <span class="ft5">dungsbereich des AsylG.</span><br/> <span class="ft5">2.2.3.</span><br/> <span class="ft5">Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend</span><br/> <span class="ft5">ausgeführt hat, ist der Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt we-</span><br/> <span class="ft5">der im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung noch hat er Anspruch auf</span><br/> <span class="ft5">die Erteilung einer solchen. Da der Beschwerdeführer in der Schweiz</span><br/> <span class="ft5">kein erneutes Asylgesuch eingereicht hat, verfügt er auch nicht</span><br/> <span class="ft5">(mehr) über eine provisorische Aufenthaltserlaubnis gemäss Art. 42</span><br/> <span class="ft5">AsylG. Zudem erfüllte er bei seiner am 30. April 2012 erfolgten</span><br/> <span class="ft5">zweiten Einreise in die Schweiz die entsprechenden gesetzlichen</span><br/> <span class="ft5">Voraussetzungen offensichtlich nicht (vgl. Art. 2 ff. der Verordnung</span><br/> <span class="ft5">über die Einreise und die Visumerteilung [VEV] vom 22. Oktober</span><br/> <span class="ft5">2008).</span><br/> <span class="ft5">2.3.</span><br/> <span class="ft5">Im Sinne eines ersten Zwischenergebnisses kann somit an die-</span><br/> <span class="ft5">ser Stelle festgehalten werden, dass das MIKA grundsätzlich befugt</span><br/> <span class="ft5">war, den Beschwerdeführer gestützt auf Art. 64 Abs. 1 lit. a und b</span><br/> <span class="ft5">AuG aus der Schweiz wegzuweisen. Zu prüfen bleibt jedoch, ob</span><br/> <span class="ft5">vorliegend (auch) die Voraussetzungen für eine Wegweisung gemäss</span><br/> <span class="ft5">Art. 64a Abs. 1 AuG erfüllt sind und gegebenenfalls in welchem</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">294</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Verhältnis die ordentliche Wegweisung gemäss Art. 64 Abs. 1 AuG</span><br/> <span class="ft5">zu jener gemäss Art. 64a Abs. 1 AuG steht.</span><br/> <span class="ft5">3.</span><br/> <span class="ft5">3.1.</span><br/> <span class="ft5">Gemäss Art. 64a Abs. 1 AuG erlässt das BFM eine Wegwei-</span><br/> <span class="ft5">sungsverfügung gegen eine Person, die sich illegal in der Schweiz</span><br/> <span class="ft5">aufhält, sofern aufgrund der Bestimmungen der Dublin II-Verord-</span><br/> <span class="ft5">nung ein anderer Vertragsstaat für die Durchführung des Asylver-</span><br/> <span class="ft5">fahrens zuständig ist.</span><br/> <span class="ft5">Die Bestimmung von Art. 64a Abs. 1 AuG ist zugeschnitten auf</span><br/> <span class="ft5">illegal anwesende Personen, die in der Schweiz kein Asylgesuch</span><br/> <span class="ft5">(mehr) stellen, jedoch für die Durchführung eines Asylverfahrens in</span><br/> <span class="ft5">einen anderen Dublin-Staat überstellt werden sollen. Stimmt der</span><br/> <span class="ft5">zuständige Dublin-Staat der Wiederaufnahme des Betroffenen zu, so</span><br/> <span class="ft5">fällt das BFM einen Überstellungsentscheid gemäss Art.</span> <span class="ft5">20</span><br/> <span class="ft5">Ziff.</span> <span class="ft5">1</span> <span class="ft5">lit.</span> <span class="ft5">e Dublin</span> <span class="ft5">II-Verordnung, was gemäss schweizerischem</span><br/> <span class="ft5">Recht einer Wegweisungsverfügung entspricht (Botschaft Umset-</span><br/> <span class="ft5">zung Notenaustausch Schengener Grenzkodex und Schengen/Dub-</span><br/> <span class="ft5">lin-Besitzstand, Ziff. 3.2.1.2, S. 7955).</span><br/> <span class="ft5">3.2.</span><br/> <span class="ft5">Wie bereits festgestellt wurde, erfüllt der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft5">weder die Voraussetzungen für einen dauerhaften noch für einen</span><br/> <span class="ft5">bloss vorübergehenden Aufenthalt in der Schweiz (vgl. oben</span><br/> <span class="ft5">E. II/2.2.3.). Er hält sich somit zur Zeit illegal hier auf. Zudem</span><br/> <span class="ft5">reichte er in der Schweiz kein (weiteres) Asylgesuch ein. Ferner er-</span><br/> <span class="ft5">gibt sich aus den Akten, dass Italien gemäss Art. 13 Dublin II-Ver-</span><br/> <span class="ft5">ordnung für die Durchführung des Asylverfahrens des Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führers zuständig ist und die Wiederaufnahme des Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft5">rers sowie die Verlängerung der Überstellungsfrist akzeptiert hat</span><br/> <span class="ft5">(Art. 20 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 Dublin II-Verordnung). Die Tatbe-</span><br/> <span class="ft5">standsvoraussetzungen von Art. 64a Abs. 1 AuG sind demnach vor-</span><br/> <span class="ft5">liegend ebenfalls erfüllt.</span><br/> <br/> <br/> <br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des M...</span> <span class="page_no">295</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">3.3.</span><br/> <span class="ft5">3.3.1.</span><br/> <span class="ft5">Für eine Wegweisung des Beschwerdeführers nach Italien im</span><br/> <span class="ft5">Rahmen des Dublin-Verfahrens ist nach dem Gesagten das BFM</span><br/> <span class="ft5">zuständig.</span><br/> <span class="ft5">In casu weigerte sich das BFM trotz wiederholtem Ersuchen des</span><br/> <span class="ft5">MIKA, einen Wegweisungsentscheid gemäss Art. 64a AuG zu erlas-</span><br/> <span class="ft5">sen. In seinem Schreiben vom 27. Juli 2012 äusserte sich das BFM</span><br/> <span class="ft5">dahingehend, dass es den asylrechtlichen Wegweisungsentscheid</span><br/> <span class="ft5">vom 8. Februar 2012 trotz zwischenzeitlich erfolgter Überstellung</span><br/> <span class="ft5">des Beschwerdeführers nach Italien weiterhin als vollstreckbar er-</span><br/> <span class="ft5">achte. Diese Haltung vertritt das BFM im heutigen Zeitpunkt offen-</span><br/> <span class="ft5">bar nicht mehr, wie neueste Wegweisungsentscheide in analogen</span><br/> <span class="ft5">Fallkonstellationen zeigen (vgl. etwa die Wegweisungsverfügung des</span><br/> <span class="ft5">BFM vom 3. Dezember 2012 im Verfahren 1-HA.2012.191). Indes-</span><br/> <span class="ft5">sen ist nicht ersichtlich, dass das BFM auch im vorliegenden Verfah-</span><br/> <span class="ft5">ren bereits einen neuen Überstellungs- bzw. Wegweisungsentscheid</span><br/> <span class="ft5">erlassen hätte.</span><br/> <span class="ft5">4.</span><br/> <span class="ft5">4.1.</span><br/> <span class="ft5">Nachdem aufgezeigt wurde, dass grundsätzlich sowohl die Vor-</span><br/> <span class="ft5">aussetzungen gemäss Art. 64 Abs. 1 AuG als auch jene von Art. 64a</span><br/> <span class="ft5">Abs. 1 AuG erfüllt sind, ist in einem nächsten Schritt zu klären, in</span><br/> <span class="ft5">welchem Verhältnis diese beiden Normen zueinander stehen und</span><br/> <span class="ft5">welche rechtlichen Konsequenzen daraus im vorliegenden Fall in</span><br/> <span class="ft5">Bezug auf die Wegweisungsverfügung des MIKA vom 7. November</span><br/> <span class="ft5">2012 zu ziehen sind.</span><br/> <span class="ft5">4.2.</span><br/> <span class="ft5">4.2.1.</span><br/> <span class="ft5">Dem Beschwerdeführer ist insofern beizupflichten, als er gel-</span><br/> <span class="ft5">tend macht, Art. 64a Abs. 1 AuG sei in Bezug auf die ordentliche</span><br/> <span class="ft5">Wegweisung gemäss Art. 64 Abs. 1 AuG als sog. "lex specialis" zu</span><br/> <span class="ft5">verstehen. Dies bedeutet jedoch - entgegen der von Seiten des Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführers vertretenen Auffassung - nicht zwingend, dass die</span><br/> <span class="ft5">kantonale Behörde bei illegal anwesenden ausländischen Personen</span><br/> <span class="ft5">generell nicht befugt wäre, diese aus der Schweiz wegzuweisen,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">296</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">sofern bzw. solange ein anderer Staat gemäss den Bestimmungen der</span><br/> <span class="ft5">Dublin II-Verordnung zur Wiederaufnahme dieser Person verpflichtet</span><br/> <span class="ft5">ist. Vielmehr ist die kantonale Verfügungskompetenz nur insoweit</span><br/> <span class="ft5">eingeschränkt, als es um die Wegweisung eines Betroffenen in einem</span><br/> <span class="ft5">Dublin-Verfahren geht, in diesem Rahmen jedoch - namentlich um</span><br/> <span class="ft5">eine einheitliche Praxis für die ganze Schweiz zu ermöglichen - voll-</span><br/> <span class="ft5">ständig (vgl. Dania Tremp, in: Martina Caroni/Thomas Gäch-</span><br/> <span class="ft5">ter/Daniela Turnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bun-</span><br/> <span class="ft5">desgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010,</span><br/> <span class="ft5">Art.</span> <span class="ft5">64a N 18; Marc Spescha, in: Marc Spescha/Hanspeter</span><br/> <span class="ft5">Thür/Andreas Zünd/Peter Bolzli, Kommentar Migrationsrecht,</span><br/> <span class="ft5">Zürich 2008, Art. 64a AuG N 3).</span><br/> <span class="ft5">4.2.2.</span><br/> <span class="ft5">In der Botschaft des Bundesrates wird diesbezüglich darauf</span><br/> <span class="ft5">hingewiesen, es könne notwendig und sinnvoll sein, dass die Kan-</span><br/> <span class="ft5">tone während eines laufenden Dublin-Verfahrens gleichzeitig eine</span><br/> <span class="ft5">Rückführung der betroffenen Person in ihren Heimat- oder Her-</span><br/> <span class="ft5">kunftsstaat vorbereiten und allenfalls durchführen, wenn auf diese</span><br/> <span class="ft5">Weise eine Rückführung rascher und effizienter durchgesetzt werden</span><br/> <span class="ft5">könne (Botschaft Umsetzung Notenaustausch Schengener Grenzko-</span><br/> <span class="ft5">dex und Schengen/Dublin-Besitzstand, Ziff. 3.2.1.2, S. 7955). Art. 3</span><br/> <span class="ft5">Abs. 3 Dublin II-Verordnung sieht denn auch ausdrücklich vor, dass</span><br/> <span class="ft5">jeder Mitgliedstaat das Recht behält, nach seinen innerstaatlichen</span><br/> <span class="ft5">Rechtsvorschriften unter Wahrung der Bestimmungen das Abkom-</span><br/> <span class="ft5">mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonven-</span><br/> <span class="ft5">tion, FK) vom 28. Juli 1951 einen Asylbewerber in einen Nicht-Dub-</span><br/> <span class="ft5">lin-Staat zurück- oder auszuweisen. Diese Möglichkeit muss auch für</span><br/> <span class="ft5">ausländische Personen bestehen, die sich illegal in der Schweiz auf-</span><br/> <span class="ft5">halten und hier kein Asylgesuch (mehr) stellen, in einem anderen</span><br/> <span class="ft5">Dublin-Staat jedoch ein laufendes oder abgeschlossenes Asylverfah-</span><br/> <span class="ft5">ren haben.</span><br/> <span class="ft5">4.2.3.</span><br/> <span class="ft5">Den Kantonen ist es somit lediglich untersagt, ausländische</span><br/> <span class="ft5">Personen, die in einem laufenden Dublin-Verfahren stehen, gestützt</span><br/> <span class="ft5">auf Art. 64a AuG in den zuständigen Dublin-Staat wegzuweisen.</span><br/> <span class="ft5">Diese Kompetenz liegt ausschliesslich beim BFM. Eine generelle</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des M...</span> <span class="page_no">297</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Beschränkung in Bezug auf die ordentliche Wegweisung aus der</span><br/> <span class="ft5">Schweiz gemäss Art. 64 Abs. 1 AuG, welche regelmässig in den</span><br/> <span class="ft5">Heimat- oder Herkunftsstaat erfolgt, ergibt sich daraus nicht.</span><br/> <span class="ft5">4.3.</span><br/> <span class="ft5">Nach dem Gesagten war das MIKA grundsätzlich befugt, den</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführer gemäss Art. 64 Abs. 1 AuG aus der Schweiz</span><br/> <span class="ft5">wegzuweisen.</span><br/> <span class="ft5">5.</span><br/> <span class="ft5">5.1.</span><br/> <span class="ft5">Zu prüfen bleibt an dieser Stelle, ob das MIKA nicht nur die</span><br/> <span class="ft5">Wegweisung an sich anordnen durfte, sondern auch zu Recht die</span><br/> <span class="ft5">Wegweisung als (sofort) vollziehbar erklärte.</span><br/> <span class="ft5">5.2.</span><br/> <span class="ft5">5.2.1.</span><br/> <span class="ft5">Wird die Wegweisung durch eine kantonale Behörde verfügt, so</span><br/> <span class="ft5">ist diese Behörde auch zuständig für die Prüfung allfälliger Voll-</span><br/> <span class="ft5">zugshindernisse (vgl. dazu ausführlich BVGE 2010/42, E. 9 - 11).</span><br/> <span class="ft5">Erweist sich der Vollzug der Wegweisung als unmöglich, unzulässig</span><br/> <span class="ft5">oder unzumutbar, so verfügt das BFM die vorläufige Aufnahme</span><br/> <span class="ft5">(Art. 83 Abs. 1 AuG); diese kann von den kantonalen Behörden</span><br/> <span class="ft5">beantragt werden (Art. 83 Abs. 6 AuG).</span><br/> <span class="ft5">5.2.2.</span><br/> <span class="ft5">Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Ver-</span><br/> <span class="ft5">pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des</span><br/> <span class="ft5">Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entge-</span><br/> <span class="ft5">genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So dürfen etwa gemäss Art. 3 FK</span><br/> <span class="ft5">bzw. Art. 25 Abs. 2 BV (sog. flüchtlingsrechtliches Non-Refoule-</span><br/> <span class="ft5">ment-Gebot) Flüchtlinge nicht in einen Staat ausgeschafft oder aus-</span><br/> <span class="ft5">geliefert werden, in dem sie verfolgt werden. Gemäss Art. 3 EMRK</span><br/> <span class="ft5">bzw. Art. 25 Abs. 3 BV darf zudem keine Gefahr bestehen, dass eine</span><br/> <span class="ft5">Person bei der Ausreise Folter oder unmenschlicher Behandlung</span><br/> <span class="ft5">ausgesetzt wird (sog. menschenrechtliches Non-Refoulement-Gebot).</span><br/> <span class="ft5">Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für eine auslän-</span><br/> <span class="ft5">dische Person sodann unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder</span><br/> <span class="ft5">Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg,</span><br/> <span class="ft5">allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet ist.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">298</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Schliesslich ist der Vollzug nicht möglich, wenn die ausländi-</span><br/> <span class="ft5">sche Person weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in</span><br/> <span class="ft5">einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83</span><br/> <span class="ft5">Abs. 2 AuG).</span><br/> <span class="ft5">5.3.</span><br/> <span class="ft5">5.3.1.</span><br/> <span class="ft5">Das MIKA hat es in der Wegweisungsverfügung vom</span><br/> <span class="ft5">7. November 2012 gänzlich unterlassen, eine Vollzugsprüfung vorzu-</span><br/> <span class="ft5">nehmen. Die Vorinstanz hat sich sodann im angefochtenen Ein-</span><br/> <span class="ft5">spracheentscheid auf die Prüfung beschränkt, ob sich der Vollzug der</span><br/> <span class="ft5">Wegweisung nach Italien als zulässig, zumutbar und möglich er-</span><br/> <span class="ft5">weist.</span><br/> <span class="ft5">5.3.2.</span><br/> <span class="ft5">Wie weiter oben bereits aufgezeigt wurde (E. II/4.2.), ist das</span><br/> <span class="ft5">MIKA nicht befugt, einen Überstellungsentscheid gemäss Art. 20</span><br/> <span class="ft5">Abs. 1 lit. e Dublin II-Verordnung zu fällen, d.h. eine ausländische</span><br/> <span class="ft5">Person im Rahmen eines Dublin-Verfahrens in einen Staat wegzu-</span><br/> <span class="ft5">weisen, der gestützt auf die Dublin II-Verordnung zur Durchführung</span><br/> <span class="ft5">des Asylverfahrens zuständig ist. Eine Wegweisung nach Italien un-</span><br/> <span class="ft5">ter diesem Titel steht daher im vorliegenden Verfahren von vorn-</span><br/> <span class="ft5">herein nicht zur Diskussion. Entsprechend macht es in Bezug auf die</span><br/> <span class="ft5">verfügte Wegweisung keinen Sinn zu prüfen, ob dem Vollzug der</span><br/> <span class="ft5">Wegweisung nach Italien Hindernisse entgegenstehen könnten.</span><br/> <span class="ft5">Im Weiteren ist nicht ersichtlich, dass vorliegend eine Drittstaat-</span><br/> <span class="ft5">Wegweisung nach Italien gestützt auf eine andere rechtliche Grund-</span><br/> <span class="ft5">lage in Frage käme. Zwar besteht zwischen der Schweiz und Italien</span><br/> <span class="ft5">ein bilaterales Rückübernahmeabkommen (Abkommen zwischen der</span><br/> <span class="ft5">Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Italienischen Republik</span><br/> <span class="ft5">über die Rückübernahme von Personen mit unbefugtem Aufenthalt</span><br/> <span class="ft5">[Rückübernahmeabkommen Schweiz-Italien] vom 10.</span> <span class="ft5">September</span><br/> <span class="ft5">1998). Ein Vollzug nach Italien gestützt auf dieses Abkommen er-</span><br/> <span class="ft5">scheint vorliegend jedoch ausgeschlossen. Gemäss dem Staatsvertrag</span><br/> <span class="ft5">gilt die Rückübernahmepflicht nämlich nicht bezüglich Drittstaatsan-</span><br/> <span class="ft5">gehörigen, die sich seit mehr als sechs Monaten auf dem Hoheitsge-</span><br/> <span class="ft5">biet des ersuchenden Staates aufhalten (Art. 4 lit. c Rückübernahme-</span><br/> <span class="ft5">abkommen Schweiz-Italien). Die letzte rechtswidrige Einreise des</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des M...</span> <span class="page_no">299</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführers in die Schweiz datiert vom 30. April 2012 und</span><br/> <span class="ft5">lag somit bereits im Verfügungszeitpunkt mehr als sechs Monate</span><br/> <span class="ft5">zurück.</span><br/> <span class="ft5">Bei dieser Sachlage bleibt kein Raum für einen Vollzug der an-</span><br/> <span class="ft5">geordneten Wegweisung nach Italien. Da auch kein anderer Drittstaat</span><br/> <span class="ft5">ersichtlich ist, in welchen der Beschwerdeführer ausgeschafft werden</span><br/> <span class="ft5">könnte, kommt in Bezug auf die vorliegende Wegweisungsverfügung</span><br/> <span class="ft5">nur ein Vollzug in das Herkunftsland des Beschwerdeführers in</span><br/> <span class="ft5">Frage; gemäss den Angaben des Beschwerdeführers ist dies Guinea-</span><br/> <span class="ft5">Bissau.</span><br/> <span class="ft5">5.3.3.</span><br/> <span class="ft5">Nach dem Gesagten hätte das MIKA bzw. die Vorinstanz den</span><br/> <span class="ft5">(sofortigen) Vollzug der Wegweisung nur dann anordnen dürfen,</span><br/> <span class="ft5">wenn es die Vollziehbarkeit der Verfügung in Bezug auf Guinea-</span><br/> <span class="ft5">Bissau vorgenommen hätte. Dies haben die kantonalen Behörden</span><br/> <span class="ft5">jedoch unterlassen, obwohl der Beschwerdeführer durch die Ein-</span><br/> <span class="ft5">reichung seines Asylgesuchs vom 19. Dezember 2011 die Schweiz</span><br/> <span class="ft5">um Schutz vor Verfolgung ersuchte.</span><br/> <span class="ft5">Zwar gehen aus den vorliegenden Akten keine konkreten Ver-</span><br/> <span class="ft5">folgungsvorbringen des Beschwerdeführers hervor. Dies ist jedoch</span><br/> <span class="ft5">lediglich eine Folge des Umstands, dass das BFM wegen der bereits</span><br/> <span class="ft5">zu Beginn des Asylverfahrens absehbaren Zuständigkeit Italiens für</span><br/> <span class="ft5">die Durchführung des Asylverfahrens auf eine Befragung zu den</span><br/> <span class="ft5">Fluchtgründen verzichtete. Dass der Beschwerdeführer nach seiner</span><br/> <span class="ft5">erneuten Einreise in die Schweiz kein weiteres Asylgesuch stellte,</span><br/> <span class="ft5">kann ebenfalls nicht a priori als Indiz dafür gewertet werden, dass er</span><br/> <span class="ft5">im Falle einer Rückkehr nach Guinea-Bissau keine Verfolgung zu</span><br/> <span class="ft5">befürchten hätte, zumal ihm mit dem BFM-Entscheid vom 8. Februar</span><br/> <span class="ft5">2012 bereits mitgeteilt wurde, dass Italien für die Durchführung sei-</span><br/> <span class="ft5">nes Asylverfahrens zuständig ist. Ein weiteres Asylgesuch hätte</span><br/> <span class="ft5">daran aller Voraussicht nach nichts geändert und wäre gemäss dem</span><br/> <span class="ft5">Rundschreiben vom 23. März 2012 vom BFM ohnehin nicht entge-</span><br/> <span class="ft5">gengenommen worden.</span><br/> <span class="ft5">5.4.</span><br/> <span class="ft5">Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass weder das MIKA</span><br/> <span class="ft5">noch die Einsprachebehörde die Vollziehbarkeit der angeordneten</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">300</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Wegweisung nach Guinea-Bissau geprüft haben. Dazu wären die</span><br/> <span class="ft5">kantonalen Behörden jedoch im Lichte des inhaltlich nie überprüften</span><br/> <span class="ft5">Asylgesuchs vom 19. Dezember 2011 sowie mangels rechtlicher</span><br/> <span class="ft5">Möglichkeit, den Beschwerdeführer in ein anderes Land als seinen</span><br/> <span class="ft5">Heimatstaat wegzuweisen, verpflichtet gewesen. Dies gilt zumindest</span><br/> <span class="ft5">solange, als das BFM keine neue Wegweisungsverfügung gemäss</span><br/> <span class="ft5">Art. 64a Abs. 1 AuG erlässt.</span><br/> <span class="ft5">6.</span><br/> <span class="ft5">6.1.</span><br/> <span class="ft5">Nach dem Gesagten erweist sich die am 7. November 2012 ver-</span><br/> <span class="ft5">fügte Wegweisung des Beschwerdeführers (Ziff. 1 der Verfügung) als</span><br/> <span class="ft5">rechtmässig. Soweit die Wegweisung jedoch als (sofort) vollstreck-</span><br/> <span class="ft5">bar erklärt wurde, ist die Verfügung aufzuheben und zur Prüfung</span><br/> <span class="ft5">allfälliger Vollzugshindernisse betreffend eine Rückführung des Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführers nach Guinea-Bissau zurückzuweisen. Im Rahmen</span><br/> <span class="ft5">dieser Prüfung wird das MIKA dem Beschwerdeführer Gelegenheit</span><br/> <span class="ft5">geben müssen, sich zu den Gründen zu äussern, die einem Vollzug</span><br/> <span class="ft5">der Wegweisung in sein Heimatland entgegenstehen könnten.</span><br/> <span class="ft5">6.2.</span><br/> <span class="ft5">Bei diesem Ausgang des vorliegenden Verfahrens erübrigen</span><br/> <span class="ft5">sich Ausführungen dazu, ob der Wegweisung des Beschwerdeführers</span><br/> <span class="ft5">aufgrund der geltend gemachten Schwierigkeiten im Rahmen des</span><br/> <span class="ft5">Dublin-Verfahrens nach Italien allenfalls rechtliche oder tatsächliche</span><br/> <span class="ft5">Hindernisse entgegenstehen könnten (vgl. etwa Beschluss des Ver-</span><br/> <span class="ft5">waltungsgerichts Stuttgart vom 2. Juli 2012, A 7 K 1877/12; vgl.</span><br/> <span class="ft5">demgegenüber jedoch zuletzt Urteil des Bundesverwaltungsgerichts</span><br/> <span class="ft5">E-6012/2012 vom 4. Dezember 2012).</span><br/> <span class="ft5">Der Vollständigkeit halber ist zudem darauf hinzuweisen, dass</span><br/> <span class="ft5">es dem MIKA unbenommen bleibt, anstelle der Prüfung der Voll-</span><br/> <span class="ft5">ziehbarkeit der Wegweisungsverfügung vom 7. November 2012 das</span><br/> <span class="ft5">BFM erneut um den Erlass einer Wegweisungsverfügung gemäss</span><br/> <span class="ft5">Art. 64a Abs. 1 AuG zu ersuchen, um die in casu offenbar in erster</span><br/> <span class="ft5">Linie beabsichtigte Überstellung des Beschwerdeführers im Rahmen</span><br/> <span class="ft5">des Dublin-Verfahrens nach Italien vollziehen zu können.</span><br/></div> </div> </body> </html>