<h2>SubmittedText<h2><text><p>Ich ersuche den Bundesrat, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung, die Empfehlungen der interdepartementalen Arbeitsgruppe zur geschlechtergerechten Rechts- und Verwaltungssprache vom Juni 1991 umzusetzen. Dem Parlament sollen künftig nur noch Botschaften zugeleitet werden, die in allen Landessprachen geschlechtsneutral abgefasst sind.</p></text><h2>FederalCouncilResponseText<h2><text><p>Der Bundesrat teilt die Meinung der Urheberin des Postulates, dass die Texte in allen Landessprachen geschlechtergerecht formuliert werden sollten. Er weist allerdings darauf hin, dass die Redaktionskommission in ihrem Bericht vom 22. September 1992 Folgendes festhielt: "Es scheint, dass sich die kreative Lösung im Deutschen verwirklichen lässt, ihre Umsetzung aber im Französischen und im Italienischen zu unüberwindbaren Schwierigkeiten führt."</p><p>Die eidgenössischen Räte haben diesen Bericht am 6. und 7. Oktober 1992 verabschiedet. Damit bestätigten sie die bisherige Formulierungspraxis. Der Bundesrat folgte ihnen mit seinem Beschluss vom 7. Juni 1993.</p><p>Auf der sprachlichen Ebene hat sich die Situation seither nicht wesentlich verändert. Deshalb ist der Bundesrat nicht in der Lage, das Postulat entgegenzunehmen. Es fordert ihn auf, ohne Einschränkung "die Empfehlungen der interdepartementalen Arbeitsgruppe zur geschlechtergerechten Rechts- und Verwaltungssprache vom Juni 1991 umzusetzen." Diese Empfehlungen lassen sich aber im Französischen und im Italienischen nicht vollständig umsetzen. Auch in seiner schriftlichen Erklärung vom 16. September 1996 zum Postulat Stump (96.3264) betont der Bundesrat, dass "für das Französische, das Italienische und das Rätoromanische besondere Lösungen gefunden werden müssen".</p><p>Der Bundesrat will auf diesem Weg weitergehen und dabei die Praxis berücksichtigen, die sich in der allgemeinen Bundesverwaltung im Bereich des geschlechtergerechten Formulierens entwickelt hat. Als Beispiel dafür dient die neue Bundesverfassung: In ihr zeigen sich die verschiedenen - bestimmt noch ausbaubaren - Lösungen, dank derer die sprachliche Gleichbehandlung von Frau und Mann möglich ist, ohne dass die Regeln der jeweiligen Sprache verletzt werden. Der Bundesrat will solche Lösungen fördern. In Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro untersucht die Bundeskanzlei zurzeit, wie die Grundsätze der sprachlichen Gleichbehandlung seit 1993 umgesetzt wurden und was in diesem Bereich konkret unternommen worden ist. Die Ergebnisse werden in einen Leitfaden für die Bundesverwaltung einfliessen.</p><p>Der Bundesrat und die Verwaltung werden sich bemühen, für das Französische und das Italienische die Lösungsansätze aufzunehmen, die der Bericht vom Juni 1991 vorgeschlagen hatte und die sich ohne Schwierigkeiten in die Regeln der beiden Sprachen einfügen lassen. In den Fällen, in denen diese Vorschläge nicht angewendet werden können, bemühen sich Bundesrat und Verwaltung um Alternativlösungen. Um sich eine gewisse Flexibilität zu bewahren und um Raum zu lassen für die Entwicklung neuer Lösungsansätze, sieht sich der Bundesrat gezwungen, die Ablehnung des Postulates zu beantragen, obwohl er dessen Richtung grundsätzlich begrüsst.</p></text>