<h2>SubmittedText<h2><p>Viele Körperpflegeprodukte enthalten kleinste Kunststoffkügelchen (Mikroplastik), die übers Abwasser in Gewässer und ins Meer gelangen, Schadstoffe binden und in die Nahrungskette gelangen.</p><p>- Welche Produktegruppen enthalten Mikroplastik?</p><p>- Wie beurteilt der Bund die Gefahr durch die Freisetzung dieser Partikel?</p><p>- Welche Forschungsprogramme bestehen dazu?</p><p>- Welche Technik kann diese ausfiltern?</p><p>- Wird sie in Abwasserreinigungsanlagen angewendet?</p><p>- Gibt es eine Bewilligungs- oder Deklarationspflicht?</p><p>- Prüft der Bund ein Verbot?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Inverkehrbringen von Körperpflegemitteln richtet sich nach der Verordnung des Eidgenössischen Departementes des Innern über kosmetische Mittel. Solche Produkte unterliegen nicht den Meldepflichten des Chemikalienrechts. Daher können keine Aussagen darüber gemacht werden, welche Produktegruppen Mikroplastik enthalten. Laut Chemikalienverordnung muss der Hersteller beurteilen, ob die Produkte die Umwelt gefährden.</p><p>Diverse Hersteller von Körperpflegeprodukten haben angekündigt, freiwillig auf den Einsatz von Mikroplastik zu verzichten. Ist ein Verzicht nicht möglich, kann die gewünschte Wirkung von Mikroplastik auch mit alternativen, biologisch abbaubaren Materialien erreicht werden. Aufgrund dieser Bestrebungen ist zu erwarten, dass der Einsatz von Mikroplastik in Zukunft weiter reduziert wird.</p><p>Auch in Schweizer Gewässern kommt Mikroplastik vor. Dabei handelt es sich um verschiedenste Plastikteilchen von unterschiedlicher Herkunft. Für die schweizerischen Gewässer wie auch für die Binnengewässer des europäischen Auslands lassen sich jedoch im Moment keine gefestigten Aussagen zum Ausmass der Belastung und der Gefahr für die Ökosysteme machen.</p><p>Der Bund finanziert aktuell eine Studie der ETH Lausanne. Diese untersucht das Vorkommen von Mikroplastik in den Gewässern und Wasserlebewesen. Die Resultate liegen ab Mitte 2014 vor. Anhand dieser ersten Situationsanalyse soll gemeinsam mit Experten aus der Schweiz und dem benachbarten Ausland das weitere Vorgehen definiert werden.</p><p>Das Verhalten von Mikroplastik in Abwasserreinigungsanlagen wurde noch nicht breit untersucht, es ist davon auszugehen, dass diese Teilchen durch die heutigen Abwasserreinigungsanlagen teilweise eliminiert werden. Diese Elimination kann durch den gezielten Einsatz von ausgewählten Verfahren, z. B. durch Sandfiltration oder Membranfiltration, verbessert werden. Diese Verfahren werden heute auf ausgewählten Abwasserreinigungsanlagen angewendet.</p><p>Der Bund koordiniert sein Vorgehen in dieser Thematik mit anderen europäischen Staaten, beispielsweise im Rahmen der Strategie der Kommission zum Schutz der Nordsee und des Nordostatlantiks zur Verminderung des Eintrages von Plastikmüll in die Meere.</p>