B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-5839/2011 U r t e i l v o m 2 1 . N o v e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Frank Seethaler (Vorsitz), Richter Stefan Mesmer, Richter Ronald Flury, Gerichtsschreiberin Bianca Spescha. Parteien X._______, Deutschland, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Rentenanspruch. B-5839/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Die […] geborene X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ist deutsche Staatsangehörige und wohnt in Deutschland. Sie arbeitete wäh- rend insgesamt über 11 Jahren in der Schweiz und entrichtete demen t- sprechend die Beiträge an die schweizerische Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenversicherung (AHV/IV [vgl. IV act. 6 ]). Von 2002 bis 2009 war die Beschwerdeführerin als Grenzgängerin im Rahmen eines 90 % - Pensums als Berufsschullehrerin tätig. Dieses Arbeitsverhältnis wurde per 31. Dezember 2009 im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst, nachdem die Beschwerdeführerin seit dem 30. Januar 2009 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr gearbeitet hatte (vgl. IV act. 2 S. 3 f. und 7). B. Mit Formular vom 16. Juli 2010 meldete sich die Beschwerdeführerin bei der IV -Stelle Basel -Landschaft (nachfolgen d: IV -Stelle BL) zum Lei s- tungsbezug an und führte aus, an Posttraumatischen Belastungsstöru n- gen (PTBS) und Depressionen zu leiden (vgl. IV act. 1). Die IV -Stelle BL nahm in der Folge umfangreiche Abklärungen vor. C. Mit Vorbescheid vom 15. Juni 2011 teilte die IV -Stelle BL der Beschwe r- deführerin mit, dass jeweils eine vollstän dige Arbeitsunfähigkeit von 100 % während den stationären Behandlungen von März 2009 bis Juni 2009, vom 2. Februar 2010 bis 11. Mai 2010, vom 27. Juni 2010 bis 5. Ju- li 2010 und vom 4. Februar 2011 bis 20. Mai 2011 bestanden habe. Vor bzw. zwischen den stationären Behandlungen sowie ab dem 21. Mai 2011 habe eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestanden. Aufgrund der Unte r- brüche zwischen den einzelnen Arbeitsunfähigkeitszeiten von mehr als vier Wochen habe die einjährige Wartezeit jeweils von Neuem begonnen, so dass das Wartejahr mit einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % während der Zeiten der Arbeits unfähigkeit nicht abg e- laufen sei. Das Leistungsbegehren müsse daher abgewiesen werden (vgl. IV act. 31). Die Beschwerdeführer in nahm dazu mit Eingabe vom 9. Juli 2011 Stellung (vgl. IV act. 32). Mit Verfügung vom 16. August 2011 bestätigte die IV-Stelle fü r Versicherte im Ausland (nachfolgend: Vorin- stanz) den Vorbescheid vom 15. Juni 2011 und wies das Leistungsbegeh- ren der Beschwerdeführerin ab (vgl. IV act. 36). D. Gegen diese Verfügung vom 16. August 2011 erhob die Beschwerdefü h-B-5839/2011 Seite 3 rerin mit Eingabe vom 9. Sep tember 2011 Beschwerde bei der IV-Stelle BL, welche in der Folge zuständigkeitshalber dem Bundesverwaltungsge- richt weitergeleitet wurde. Sie beantragt e sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. E. In ihrer Vernehmlassung vom 1. Februar 2012 verw ies die Vorinstanz auf die Stellungnahme der IV-Stelle BL vom 23. Januar 2012 und beantragt e die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Verfügung. F. Mit Replik vom 8. März 2012 führte die Beschwerdeführerin aus, sie sei vom 5. Dezemb er 2011 bis zum 9. Januar 2012 erneut in der psychiatri- schen Klinik S._______ in stationärer Behandlung gewesen. Sie beantra- ge eine erneute Begutachtung, da der Gutachter Dr. med. A._______ nicht auf die Hauptdiagnose Posttraumatische Belastungsstörungen e in- gegangen sei. Anlässlich der Begutachtung habe sie gesagt, dass sie aufgrund der Belastung nicht mehr voll arbeiten könne, aber nicht, dass sie nicht wolle. Hinzu komme, dass sie aufgrund der vorhandenen R ü- ckenbeschwerden auch körperlich eingeschränkt se i, was bis anhin nicht zur Sprache gekommen sei. Die Beschwerdeführerin reichte in diesem Zusammenhang einen Bericht des Schmerzzentrums H._______ vom 18. Januar 2012 ein. Das Bundesverwaltungsgericht holte in der Folge einen weiteren mediz i- nischen Bericht der psychiatrischen Klinik S._______ sowie einen Bericht der behandelnden Psychotherapeutin Dipl. Psych. B._______ bei. G. In ihrer Duplik vom 13. Juli 2012 verwies die Vorinstanz auf die Stellun g- nahme der IV-Stelle BL vom 14. Juni 2012 und hält vollumfän glich an ih- ren Anträgen fest. Die IV -Stelle BL verwies ihrerseits auf die eingeholte Stellungnahme des Arztes des Regionalärztlichen Dienstes der Vori n- stanz (nachfolgend: RAD) vom 13. Juni 2012, wonach eine zwischenzei t- liche Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführe- rin nicht ersichtlich sei. H. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterl a-B-5839/2011 Seite 4 gen wird – soweit erforderlich und rechtserheblich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört auch die Vorinstanz, die mit Verfügungen über Rentengesuche von Grenzgängerinnen und Grenzgängern befindet (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. Art. 69 Abs. 1 IVG sowie Art. 40 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali- denversicherung [IVV, SR 831.201]). 1.2 Die Beschwerdeführerin war Grenzgängerin. Wie in der Zuständi g- keitsregelung des Art. 40 Abs. 2 IVV hierfür vorgesehen, hat die IV-Stelle BL, in deren Tätigkeitsgebiet die Versicherte in ihrer Eigenschaft als Grenzgängerin eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, in korrekter Weise die Anmeldung für Leistungen der IV entgegengenommen und geprüft, wä h- rend die Vorinstanz die angefochtene Verfügung vom 16. August 2011 er- lassen hat. 1.3 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgru nd von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26bis und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrüc k- lich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.4 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verf ü- gung der Vorinstanz vom 16. August 2011. Die Bes chwerde wurde frist - und formgerecht eingereicht (Art. 60 ATSG). Als Adressatin der angefoch- tenen Verfügung ist die Beschwerdeführerin besonders berührt und hat B-5839/2011 Seite 5 ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Damit ist auf die Beschwerde, nachdem auch der geforderte Kos- tenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, einzutreten. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige ode r unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kantonale B e- hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). 2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amt es wegen nicht an die Begründung der B e- gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die B e- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gu t- heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer B e- gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. HÄBERLI, in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Art. 62 N 40). 2.3 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, s o- fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei s- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mö g- lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichs- te würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 3. Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangen. 3.1 Die Beschwerdeführerin besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft und wohnt in Deut schland, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft andererseits über die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkommen, nachfolge nd: FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG). Das Freizügi g- keitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin geltenden bilateralen Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union insoweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a B-5839/2011 Seite 6 FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert, um insb e- sondere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der Vertragsstaaten zu gewährleisten. Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 (EWG, SR 0.831. 109.268.1) haben die Personen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohnen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mit- gliedstaates wie die Staatsangehörigen dieses Staates selbst, soweit be - sondere Bestimmungen dieser Verordnung nichts anderes vorsehen. D a- bei ist im Rahmen des FZA und der Verordnung auch die Schweiz als „Mitgliedstaat“ zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 von Anhang II des FZA). Dem- nach richten sich die Bestimmung der Invalidität, die Berechnung des I n- validitätsgrades und der Rentenhöhe auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4), insbesondere dem IVG, der IVV, dem ATSG sowie der entsprechenden Verordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). 3.2 Nach den allgemeinen intertemporalen Regeln sind in verfahren s- rechtlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, welche im Zei t- punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). In materiellrechtlicher Hinsicht sind diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts Ge l- tung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab die- sem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Damit finden im vorliegenden Verfahren grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erl ass der angefochtenen Verfügung vom 16. August 2011 in Kraft standen (B e- stimmungen der 5. IV-Revision [AS 2007 5129]). Noch keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Mas s- nahmenpaket der 6. IV-Revision (AS 2011 5659). 3.3 Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG zu berücksichtigenden ATSG -Normen zur Ar - beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) und zur Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16 ) hat das Schweize - rische Bundesgericht (vormals Eidgenössisches Versicherungsgericht [EVG]) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3 -13 ATSG enthaltenen L e- galdefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor In-Kraft-Treten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit keine Änd e-B-5839/2011 Seite 7 rung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte Rechtsprechung übernommen und weitergeführt werden kann (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). 4. 4.1 Im v orliegenden Fall ist umstritten, ob die Beschwerdeführerin die versicherungsmässigen Voraussetzungen zur Geltendmachung eines Leistungsanspruchs gegenüber der Invalidenversicherung erfüllt. Nachfolgend sind die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden ge- setzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzulegen. 4.2 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und bei Eintritt der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet hat. Diese beträgt nach den Bestimmungen der 5. IV -Revision drei Jahre (vgl. Art. 36 Abs. 1 IVG). Die Beschwerdeführerin hat unbestritte nermas- sen während mehr als drei Jahren Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung geleistet, so dass die Mi n- destbeitragsdauer für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente erfüllt ist (vgl. IV act. 71). 4.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invali- dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der dur ch Beeinträchtigung der kö r- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder tei l- weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits markt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenb e- reich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 4.4 Nach Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruches auf die jeweilige Leistung erfo r- derliche Art und Schwere erreicht hat. Somit ist der Eintritt der Invalidität für die einzelnen Leistungen der Invalidenversicherung autonom zu B-5839/2011 Seite 8 bestimmen (sogenannte leistungsspezifische Invalidität). Dieser Zeitpunkt ist objektiv auf Grund des Gesundheit szustandes festzustellen; zufällige externe Faktoren sind unerheblich (AHI 2003 S. 209 E . 2a). Er beurteilt sich auch nicht nach dem Zeitpunkt, in dem eine Anmeldung eingereicht oder von dem an eine Leistung gefordert wird und stimmt nicht notwend i- gerweise mit dem Zeitpunkt überein, in welchem die versicherte Person erstmals Kenntnis davon bekommt, dass der Gesundheitsschaden A n- spruch auf Versicherungsleistungen geben kann (BGE 126 V 9 E . 2b mit Hinweisen; AHI 2002 S. 147 E. 3a). 4.5 Hinsichtlich der Entstehun g des Anspruchs auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenb e- reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a) und die z u- sätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durc h- schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). 4.6 Nach dem seit dem 1. Januar 2008 geltenden Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG stellt der Ablauf der einjährigen Wartezeit eine der kumulativ zu erfül- lenden grundsätzlichen Voraussetzungen für den Rentenanspruch dar. Das zeitliche Erfordernis der einjährigen Arbeitsunfähigkeit limitiert den Zeitraum, in welchem sich der rentenbegründende Sachverhalt verwir k- licht haben muss. Zur Eröffnung der Wartezeit von einem Jahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG reicht eine Einschränkung v on 20 % aus. Wie viel über der Erheblichkeitsschwelle von 20 % der Grad der best e- henden Arbeitsunfähigkeit anfänglich lag, spielt grundsätzlich keine Rolle. Die Berechnung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit kann nach M o- naten vorgenommen werden (sieh e ULRICH MEYER, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, in: Erwin Murer / Hans -Ulrich Stauffer, Recht- sprechung des Bundesgerichts zu Sozialversicherungsrecht, 2. Aufl., Z ü- rich/Basel/Genf 2010, N. II.2. zu Art. 28, S. 279 f.). Ein wesentlicher Unterbru ch der einjährigen Wartezeit wird durch eine volle Arbeitsfähigkeit von 30 Tagen definiert (Art. 29 ter IVV). Ein solcher kann nur dann angenommen werden, wenn während mindestens 30 au f- einanderfolgenden Tagen eine wirtschaftlich verwertbare Arbeitsfähigkeit bestand, ohne Rücksicht auf die Entlöhnung. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Versicherte während dieser Zeit auch tatsächlich vollschichtig in B-5839/2011 Seite 9 seinem bisherigen Beruf erwerbstätig war. Tritt nach einem wesentlichen Unterbruch eine Arbeitsunfähigkeit ei n, so beginnt die Wartefrist wieder von Neuem zu laufen, ohne Anrechnung der bis zum wesentlichen Unte r- bruch bereits zurückgelegten Perioden von Arbeitsunfähigkeit (siehe UL- RICH MEYER, a.a.O., N. II.2. zu Art. 28, S. 283). Für die nach Ablauf des Wartejah res mindestens zu 40 % verbleibende Erwerbsunfähigkeit ist nicht entscheidend, wie lange diese Erwerbsunf ä- higkeit gedauert hat. Auch eine verbleibende Erwerbsunfähigkeit von nur kurzer Zeit vermag einen Rentenanspruch auszulösen (ZAK 1963 S. 141). 4.7 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invalidität s- grad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertel s- rente. Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, werden jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, was laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine besondere Anspruchsvoraus- setzung darstellt (BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsang e- hörige der EU, denen bereits ab einem Invaliditätsgrad von 40 % eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben – was vorliegend der Fall ist (Art. 29 Abs. 4 IVG). 4.8 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar beitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichti ge Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 1 25 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). B-5839/2011 Seite 10 4.9 Die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht haben die mediz i- nischen Unterlagen nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B e- weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies b e- deutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide r- sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben , warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These a b- stellt. Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Besch werden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der med i- zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen S i- tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Au s- schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die He r- kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 125 V 351 E. 3a; AHI 2001 S. 113 f. E. 3a ; RKUV 2003 U 487 S. 345 E. 5.1). Auch die Stellungnahmen des RAD müssen den allgemeinen bewei s- rechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen. Die RAD- Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen, spielt doch die fachliche Qualifikation des Experten für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erhebl i- che Rolle. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Exper- ten verlassen können. Nimmt der RAD selber keine Untersuchung vor, hat er zunächst zu überprüfen, ob die medizinischen Akten ein vollständ i- ges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben (vgl. zu den Anforderungen an einen Akt enbericht Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_653/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 5.2, Urteil BGer I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1) bzw. ob ein von ihm angefordertes Gutachten den Anforderungen der Rechtsprechung entspricht und die im konkreten Fall erforderlichen Untersuchungen vorgenommen und dok u- mentiert wurden. B-5839/2011 Seite 11 5. 5.1 Die Anmeldung der Beschwerdeführerin für IV -Leistungen erfolgte im Juli 2010. Eine Rentenleistung wäre daher gemäss Art . 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend machung des Leistungsanspruchs, demzufolge ab Januar 2011, möglich. Demnach müsste, damit der Rentenanspruch in diesem Zeitpunkt entstanden wäre, zum einen während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch eine A r- beitsunfähigkeit von durchschnittlich m indestens 40 % vorgelegen haben und im Anschluss daran eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens 40 % gegeben sein. 5.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 16. August 2011) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Tats a- chen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsv erfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Zu würdigen sind vorliegend jedoch auch die eingereichten med i- zinischen Unterlagen neueren Datums, sofern diese mit dem Streitg e- genstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung bis zum Verfügungszeitpunkt zu beeinflussen (BGE 116 V 80 E. 6b). 5.3 Die Vorinstanz geht davon aus, dass das einjährige Wartejahr mit e i- ner durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % nicht e r- füllt ist. Sie stützt sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin insbesondere auf das Gu t- achten von Dr. med. A._______ vom 25. Mai 2011 und die Stellungna h- men des RAD -Arztes Dr. med. C._______ vom 31. Mai 2011, 3. August 2011 und 13. Juni 2012. 5.3.1 Dr. med. A._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, konnte in seinem Gutachten vom 25. Mai 2011 bei der Beschwerdeführ e- rin keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nennen. Hingegen attestierte er ihr folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: – Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD -10: F33.4) – Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) B-5839/2011 Seite 12 – Schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1) Weiter führte Dr. med. A._______ im Wesentlichen aus, dass die Arbeits- fähigkeit der Beschwerdeführerin während ihrer Klinikaufenthalte aus psychiatrischer Sicht naturgemäss aufgehoben gewesen sei. Sie habe sich aber während den Klinikaufenthalten relativ rasch erholt und es kö n- ne daher davon ausgegangen werden, dass ausserha lb der Klinikaufent- halte keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Die Beschwerdeführerin arbeite seit 1. Oktober 2010 wieder zu 50 % in ihrer angestammten Tätigkeit und wolle ihr Arbeitspensum aus krankheitsfremden Gründen nicht erhöhen. Sie könne sich im Prinzip auch eine Tätigkeit als Lehrerin für Krankenpflege vorstellen, sehe aber in der Region keine entsprechenden Anstellungsmöglichkeiten. Es seien a l- so krankheitsfremde Gründe, die eine Weiterführung der bisherigen T ä- tigkeit als Dozentin verunmöglichen. Es sei auch zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin im Vorfeld der Exazerbation der depressiven Krisen wiederholt grosse Mengen Alkohol zu sich genommen habe, was den Umgang mit den depressiven Krisen wesentlich erschwert hab e. Eine ei- gentliche Alkoholabhängigkeit bestehe nicht, auch keine Hinweise auf i r- reversible geistige oder psychische Schäden nach wiederholtem Alkoho l- konsum. 5.3.2 Der RAD -Arzt Dr. med. C._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seiner Ste llungnahme vom 31. Mai 2011 fest, dass das Gutachten von Dr. med. A._______ auf umfassendem Akte n- studium und eigenen allseitigen Untersuchungen und Diagnosen beruhe. Die Arbeitsfähigkeit werde plausibel begründet und zu abweichenden Einschätzungen anderer Ärzte habe der Gutachter Stellung genommen. Es bestehe daher eine volle Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit und in Verweistätigkeit. Für die Z eit der Hospitalisation in der p sychiatrischen Klinik in Deutschland könne eine vorübergehende volle Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Die Beschwerdeführerin sollte ihre Psychotherapie we i- terführen (vgl. IV act. 29). 5.4 Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, dass sie seit März 2009 in ihrem Beruf als Dozentin für Krankenpflege krankheitsb e- dingt nich t mehr arbeitsfähig sei. Da si e an p osttraumatischen Bela s- tungsstörungen und an einer rezidivierenden Depression leide, sei die Begründung der Vorinstanz, wonach die 40 %ige Jahresfehlzeit nicht e r- füllt sei, nicht nachvollziehbar. Vom 5. Dezember 2011 bis 9. Januar 2012 habe sie erneut wieder stationär behandelt werden müssen. Es sei eine B-5839/2011 Seite 13 neue Begutachtung durchzuführen, wobei sowohl ihr psychischer G e- sundheitszustand als auch ihre Rückenbeschwerden umfassend abg e- klärt werden sollten. 5.5 5.5.1 Aus den Akten geht hervor, dass sich die Beschwerdeführerin in der Zeit von 2007 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 16. A u- gust 2011 insgesamt vier Mal in der psychiatrischen Klinik S._______ sta- tionär behandeln liess. Dabei wurden ihr in psychiatrischer Hinsicht fo l- gende Diagnosen gestellt: – Im Rahmen des stationären Aufenthalts vom 13. September 2007 bis 21. Februar 2008 wurde der Beschwerdeführerin eine Posttraumat i- sche Belastungsstörung (ICD -10: F43.1), eine rezidivierende depre s- sive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10: F33.2) und eine Dysthymia (ICD-10: F34.1) diagnostiziert. Dabei wurde festgehalten, dass es nicht auszuschliessen sei, dass es im Verlauf noch einmal zur psychischen Dekompensation komme und die Beschwerdeführerin noch einmal akut psychiatrisch stationär behandelt werden müsse. – Anlässlich des stationären Aufenthalts vom 3. März 2009 bis 24. Juni 2009 wurde der Beschwerdeführerin eine Posttraumatische Bela s- tungsstörung (ICD -10: F43.1), eine rezidivierende depressive St ö- rung, gegenwärtig sch were Episode mit parasuizidalen Handlungen und Ängsten (ICD -10: F33.2) und einen Alkoholabusus (ICD -10: F10.1) diagnostiziert. – Im Rahmen des stationären Aufentha lts vom 2. Februar 2010 bis 11. Mai 2010 wurde der Beschwerdeführerin eine akut dekompensie r- te posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und eine rezi- divierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD - 10: F33.2), diagnostiziert. – Anlässlich des stationären Aufenthalts vom 27. Juni 2010 bis 5. Juli 2010 wurde der Beschwerdeführe rin eine Posttraumatische Bela s- tungsstörung, suizidal akut dekompensiert (ICD-10: F43.1), diagnosti- ziert. Weiter wurde festgehalten, dass der Summenwert der B e- schwerdeführerin von 32 auf der Hamilton Depression -Skala einer schwergradigen Depression entspreche. B-5839/2011 Seite 14 Die psychiatrische Klinik S._______ attestierte der Beschwerdeführerin – wie der Gutachter Dr. med. A._______ zu Recht ausgeführt hat – jeweils während den stationären Behandlungen eine volle Arbeitsunfähigkeit und eine zeitlich reduzierte Arbeitsfähigkeit während einigen Monaten danach. Nach der Entlassung aus dem stationären Aufenthalt am 5. Juli 2010 hiel- ten die Ärzte der Klinik S._______ jedoch fest, dass bei der Beschwerde- führerin für den Beruf als Berufsschullehrerin für Pflegeberufe als auch für eine Berufstätigkeit mit reduziertem Belastungsprofil eine 100 %ige A r- beitsunfähigkeit bestehe. 5.5.2 Aus dem ebenfalls bei den Akten liegenden Arztbericht von Dr. med. D._______, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. Se p- tember 2010 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin seit Oktober 2001 bei ihr in ambulanter psychiatrischer Behandlung sei. Dr. med. D._______ berichtete, dass die Beschwerdeführerin an einer revidierenden depress i- ven Störung (ICD -10: F 33.2) und an einer posttraumatischen Bel as- tungsstörung (ICD -10: F 43.1) leide. Zusätzlich bestehe eine arterielle Hypertonie, welche jedoch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit h a- be. Den Beruf als Lehrerin könne die Beschwerdeführerin nicht mehr ausüben. Es bestehe seit Februar 2010 bis heu te eine 100 %ige Arbeits- unfähigkeit in ihrer angestammten Tätigkeit. In einer behinderungsang e- passten Tätigkeit, in welcher sie keine Wechsel - und Nachtschicht, keine langen Anfahrtswege, kein Publikumsverkehr und kein Zeitdruck habe, sei die Beschwerdeführerin ab sofort 50 % arbeitsfähig (vgl. IV act. 11). 6. 6.1 In psychiatrischer Hinsicht wird der Beschwerdeführerin übereinsti m- mend während ihren stationären Aufenthalten in der psychiatrischen Kl i- nik S._______ eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Täti gkeit at- testiert. Jedoch besteht hinsichtlich der Beurteilung der zumutbaren A r- beits- bzw. Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin vor, zwischen und nach ihren stationären Aufenthalten in der psychiatrischen Klinik S._______ ein klarer Widerspruch zwisch en den behandelnden Ärzten und dem Gutachter Dr. med. A._______. Nachfolgend ist zu prüfen, ob das Gutachten von Dr. med. A._______ in- haltlich vollständig, im Ergebnis schlüssig und nachvollziehbar ist, so dass sich der Sachverhalt in psychiatrischer Hinsicht als rechtsgenüglich abgeklärt erweist, oder ob die Berichte der behandelnden Ärzte das Gu t- achten von Dr. med. A._______ in Zweifel zu ziehen vermögen. B-5839/2011 Seite 15 Dr. med. A._______ machte in seinem Gutachten gegenteilige Angaben zur angestammten Tätigkeit der B eschwerdeführerin. So führte er aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. Oktober 2010 wieder zu 50 % in ihrer angestammten Tätigkeit als Krankenschwester arbeite. Andernorts ging er davon aus, dass fehlende Anstellungsmöglichkeiten in der Reg i- on, also krankheitsfremde Gründe, die Beschwerdeführerin an der Weiter- führung der bisherigen Tätigkeit als Dozentin verunmöglichten. Seine diesbezüglichen Ausführungen erscheinen etwas widersprüchlich, zumal die Berufsbilder Krankenschwester und Berufsschullehrerin von der Art der Tätigkeit nicht miteinander vergleichbar sind. Weiter führte Dr. med. A._______ aus, dass nach den jeweiligen stationären Klinikaufenthalten sowohl für die angestammte als auch für angepasste Tätigkeiten eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit best anden habe, da sich die Beschwerdeführerin während diesen Klinikaufenthalten relativ rasch erholte habe. Für diese Einschätzung, wonach unmittelbar nach der Beendigung des stationären Aufenthalts jeweils wieder eine volle Arbeitsfähigkeit vorhanden gewesen sein soll, fehlt jegliche schlüssige Begründung. Insbesondere kann vorli e- gend nicht damit argumentiert werden, dass die Beschwerdeführerin sich während ihrer Klinikaufenthalte relativ rasch erholt habe. Die zahlreichen, regelmässigen und meistens über meh rere Monate erfolgten stationären Behandlungen der Beschwerdeführerin sprechen keineswegs für eine r a- sche Erholung ihres psychischen Gesundheitszustandes. Angesichts der im Rahmen der stationären Behandlungen in der psychiatrische n Klinik S._______ attestierten schwerwiegenden psychischen Diagnosen e r- scheint es daher auch nicht überwiegend wahrscheinlich, dass zwischen bzw. nach den stationären Behandlungen eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit bestanden haben soll, zumal die Ärzte der psychiatrischen Klinik S._______ die Prognose bei der Entlassung als ungünstig eingestuft bzw. der Beschwerdeführerin für die Zeit ab dem 5. Juli 2010 eine volle A r- beitsunfähigkeit attestiert haben (vgl. vorstehend E. 5.5.1 am Ende). Auch die Beurteilung von Dr. med. D._______ in ihrem Bericht vom 10. Se p- tember 2010 sowie die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin ab 30. Ja- nuar 2009 bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses am 31. Dezember 2009 aus gesundheitlichen Gründen ihre Arbeit als Berufsschullehrerin nicht ausgeübt hat, sprechen gegen die von Dr. med. A._______ vorge- nommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und wecken erhebliche Zweifel an der Beweiswertigkeit der für die Vorinstanz massgebenden gu- tachterlichen Entscheidgrundlage. 6.2 In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin ge ltend gemachten Rü- ckenbeschwerden vermag die Stellungnahme des RAD -Arztes Dr. med. B-5839/2011 Seite 16 C._______ vom 13. Juni 2012 zu überzeugen. Er führte diesbezüglich aus, dass die vom Schmerzzentrum H._______ am 18. Januar 2012 d i- agnostizierten Beschwerden bereits im Austrittsbericht der psychiatr i- schen Klinik S._______ erwähnt und durchaus nachvollziehbar als Dia g- nosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingeschätzt worden se i- en. Die Beschwerden hätten zudem im Schmerzzentrum H._______ mit konservativen Massnahm en (Medikamente und Physiotherapie) beha n- delt werden können. Es liessen sich keine Hinweise erkennen, dass ein darüber hinaus reichender Gesundheitsschaden aufgetreten sein oder sich diese Schmerzproblematik zwischenzeitlich wesentlich verändert h a- ben könnte. 6.3 Um den psychischen Gesundheitszustand und damit die Einschrä n- kung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu beurteilen, müsste eine umfassende medizinische Beurteilung vorliegen. Vo rliegend kann nach dem Gesagten den Stellungnahmen des Gutachters Dr. med. A._______ bezüglich seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der B e- schwerdeführerin nicht gefolgt werden (vgl. E. 6.1 hiervor). Da die Akte n- lage hinsichtlich des genauen Umfangs der Arbeitsunfähigkeit der B e- schwerdeführerin in der angestammten als auch in einer angepassten Tä- tigkeit vor, zwischen und nach den stationären Aufenthalten in der ps y- chiatrischen Klinik S._______ kein genaues Bild ergibt, ist das Bunde s- verwaltungsgericht nicht in der Lage, zu beurteilen, wann frühestens eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % eingetreten ist und wie sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit Blick auf den Verlauf ihrer Erkrankung entwickelt hat. Dies ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Beurteilung, ob die Beschwerdeführerin während e ines Jahres ohne wesentliche Unterbrüche mindestens 40 % arbeitsunfähig war und ob im Anschluss an das Wartejahr eine Erwerbsunfähigkeit in mindestens gle i- cher Höhe vorgelegen hat. 7. 7.1 Zusammenfassend stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt nicht vollständig festg e- stellt und mit dem im Sozialversicherungsrecht geltendem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gewürdigt hat (vgl. Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG). Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. 7.2 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat das Gericht, das den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Möglichkeit, die B-5839/2011 Seite 17 Sache zur weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurückzuweisen oder selber die nötigen Instruktionen vorzunehmen. Bei festgestellter Ab- klärungsbedürftigkeit verletzt die Rückweisung der Sache an die Verwa l- tung als solche weder den Untersuchungsgrundsatz noch das Gebot e i- nes einfachen und raschen Verfahrens. Anders verhielte es sich nur dann, wenn die Rück weisung an die Verwaltung einer Verweigerung des gerichtlichen Rechtsschutzes gleichkäme (beispielsweise dann, wenn aufgrund besonderer Gegebenheiten nur ein Gerichtsgutachten bzw. a n- dere gerichtliche Beweismassnahmen geeignet wären, zur Abklärung des Sachverhalts beizutragen, vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4), oder wenn die Rückweisung nach den konkreten Umständen als unverhältnismässig be- zeichnet werden müsste (BGE 122 V 163 E. 1d). Vorliegend sind en t- scheidwesentliche Fragen hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsf ähigkeit der Beschwerdeführerin teilweise vollständig ungeklärt geblieben. Eine Rückweisung an die Vorinstanz erscheint daher gerechtfertigt – dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass de r Beschwerdeführerin einerseits der doppelte Instanzenzug gewahrt bleib t und sie andererseits die Möglic h- keit erhält, einen unabhängigen Gutachter vorzuschlagen sowie generell auf das Gutachten Einflus s zu nehmen (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4). Überdies führt die Rückweisung vorliegend nicht zu einer Verzögerung des Verfahrens u nd entspricht im Übrigen dem Antrag der Beschwerd e- führerin. 7.3 Die angefochtene Verfügung vom 16. August 2011 ist daher aufzuh e- ben. Die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen mit der Aufford e- rung, eine neue psychiatrische Begutachtung durchführen zu lass en. Sie hat nachvollziehbar darzulegen, in welchem Umfang die Beschwerdefü h- rerin sowohl in ihrer angestammten Tätigkeit als auch in einer angepas s- ten Tätigkeit vor, zwischen und nach den jeweiligen stationären Aufenthal- ten in der psychiatrischen Klinik S._______ arbeitsfähig bzw. –unfähig war. Aufgrund der erlangten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit hat die Vorinstanz gegebenenfalls einen Einkommensvergleich durchzuführen, um den Invaliditätsgrad zu berechnen und anschliessend neu zu verf ü- gen. 8. 8.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG auferlegt das Bundesverwaltungsg e- richt die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der obsiegenden Beschwerdeführe- rin keine Kosten aufzuerlegen, so dass der geleistete Kostenvorschu ss in B-5839/2011 Seite 18 der Höhe von Fr. 400. – der Beschwerdeführerin auf ein von ihr anzug e- bendes Konto zurückzuerstatten ist. Der Vorinstanz werden keine Verfah- renskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 8.2 Da der obsiegenden Beschwerdeführerin, welche nicht anwaltlich ver- treten war, keine verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, ist ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und En t- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 16. August 2011 aufgehoben. Die Sache wird an die Vorinstanz zurüc k- gewiesen, damit diese im Sinne der Erwägungen neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh- rerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400. – wird ihr nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. B-5839/2011 Seite 19 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein, Rücker- stattungsformular) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Frank Seethaler Bianca Spescha Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 27. November 2012