Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Dezember 2014 (760 14 140 / 311) ____________________________________________________________________ Familienzulagen Rückweisung, Sachverhalt nicht ausreichend abgeklärt Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen Familienausgleichskasse Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Ausbildungszulagen A.1 Mit Verfügung vom 28. August 2012 sprach die Fa milienausgleichskasse Basel- Landschaft (Ausgleichskasse) A.____ für ihren 1992 geborenen Sohn B.____ vom 1. September 2012 bis 31. August 2013 Ausbildungszulagen von monatlich Fr. 250.-- zu. A.2 Am 1. Juli 2013 nahm die Ausgleichskasse eine Ü berprüfung des Anspruchs auf Ausbil- dungszulagen vor. In diesem Zusammenhang hielt A.__ __ am 15. August 2013 (Eingang) fest, dass ihr Sohn für das dritte Jahr seiner kaufmännis chen Lehre die Abendschule besuche und Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei der C.____ arbeite und betrieblich ausgebildet we rde. Der Vertrag sei bis 30. Juli 2014 be- fristet. Die Schulbestätigung stehe noch aus. A.3 Am 31. Oktober 2013 teilte die Ausgleichskasse A._ ___ mit, dass für ihren Sohn B.____ ab 1. September 2013 keine Ausbildungszulagen gewährt werden können, da er sich nicht in einer Berufsausbildung befinde. Wenn die Abendschule mindestens 20 Stunden in der Woche aufweise, werde der Anspruch überprüft. A.4 Am 3. Dezember 2013 (Eingang) liess B.____ der Au sgleichkasse die Verfügung der Lehraufsicht des Erziehungsdepartementes Basel-Stadt (Le hraufsicht) vom 2. Juli 2012 sowie den Arbeitsvertrag mit der C.____ vom 26. März 2013 zu kommen. Am 9. Januar 2014 gingen weiter eine Kopie der Kündigung des Lehrvertrages mit der D____AG vom 8. Februar 2012, der Arbeitsvertrag mit der E____AG vom 2. Januar 2013 und das Zeugnis von Dr. med. F.____, FMH Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, vom 18. Dezember 2013 ein. A.5 Mit Verfügung vom 14. Januar 2014 verneinte die Ausgleichskasse einen Anspruch von A.____ auf Ausbildungszulagen für B.____ ab 1. März 20 12. Da er nach der Kündigung des Lehrverhältnisses die Berufsschule nicht mehr besucht habe, habe er keine Ausbildung im Sin- ne des Gesetzes absolviert. Gleichzeitig forderte sie für die Zeit vom 1. März 2012 bis 31. Au- gust 2013 zu Unrecht bezogene Leistungen von insgesamt Fr. 4‘500.-- zurück. Daran hielt sie auch auf Einsprache von A.____ hin mit Entscheid vom 20. Februar 2014 fest. B. Hiergegen erhob A.____ am 17. März 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung des an- gefochtenen Einspracheentscheids und die Zusprache der Au sbildungszulagen für ihren Sohn B.____ ab 1. März 2012. Zur Begründung machte sie im W esentlichen geltend, dass ihr Sohn die 2-jährige Schule für Erwachsenenbildung besuche un d nach dem vorzeitigen Abbruch der Lehre im Jahr 2012 mit wenigen Unterbrüchen als Volon tär gearbeitet habe. In der Zeit seiner krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit sei er vom pensionierten Ökonomen G.____ unterrichtet worden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Juni 2014 schloss die Ausgleichskasse auf Abweisung der Beschwerde. D. Mit Replik vom 29. Juni 2014 beantragte die Beschwerd eführerin die vollumfängliche Gutheissung der Beschwerde resp. die Abweisung der Rück forderung. Eventualiter sei die Be- schwerde teilweise gutzuheissen und der Rückforderungsan spruch der Sozialversicherungsan- stalt auf die Zeit ab September 2013 [recte wohl: Sep tember 2012] zu beschränken. Die Be- schwerdegegnerin verzichtete am 6. August 2014 auf eine Duplik und hielt an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Am 1. Januar 2009 ist das Bundesgesetz über die Fam ilienzulagen (Familienzulagenge- setz, FamZG) vom 24. März 2006 in Kraft getreten, welch es das kantonale Familienzulagenge- setz (FaZG) vom 9. Juli 2005 ersetzt. Gemäss Art. 1 FamZG sind die Bestimmungen des Bun- desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 auf die Familienzulagen anwendbar, soweit das Fa mZG nicht ausdrücklich eine Abwei- chung vom ATSG vorsieht. Nach Art. 60 Abs. 1 ATSG in V erbindung mit § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 kann gegen Einspracheentscheide der Versicherungstr äger innert 30 Tagen beim Kan- tonsgericht Beschwerde erhoben werden. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Im vorliegenden Fall ist der A nspruch der Beschwerdeführerin auf Ausbildungszulagen für ihren Sohn B.____ ab 1. März 2012 von monatlich Fr. 250.-- zu beurtei- len. Die Angelegenheit ist somit präsidial zu entscheiden. 2.1 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist streitig und zu prüfen, ob die Beschwerdefüh- rerin ab 1. März 2012 Anspruch auf Ausbildungszulagen fü r ihren Sohn B.____ hat. Nach Art. 3 FamZG umfassen die Familienzulagen die Kinder- und di e Ausbildungszulagen. Die Ausbil- dungszulage wird ab Ende des Monats, in dem das Kind das 16. Altersjahr vollendet, bis zum Abschluss der Ausbildung ausgerichtet, längstens jedoch bi s zum Ende des Monats, in dem es das 25. Altersjahr vollendet (Art. 3 Abs. lit. b FamZ G). Gemäss Art. 1 der Verordnung über die Familienzulagen vom 31. Oktober 2007 (FamZV) besteht ein Anspruch auf eine Ausbildungszu- lage für Kinder, die eine Ausbildung im Sinne von Artikel 25 Absatz 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenen versicherung (AHVG) absolvieren. Laut Art. 25 Abs. 5 AHVG kann der Bundesrat festlegen, was als Ausbildung gilt. 2.2 Auf 1. Januar 2011 machte der Bundesrat von der Ve rordnungskompetenz Gebrauch. Nach Art. 49 bis der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenve rsicherung (AHVV) vom 31. Oktober 1947 ist ein Kind in Ausbildung, wenn es si ch auf der Grundlage eines ordnungs- gemässen, rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten Bi ldungsganges systematisch und zeitlich überwiegend entweder auf einen Berufsabschluss vo rbereitet oder sich eine Allgemein- ausbildung erwirbt, die Grundlage bildet für den Er werb verschiedener Berufe (Abs. 1). Als in Ausbildung gilt ein Kind auch, wenn es Brückenangebote wahrnimmt wie Motivationssemester und Vorlehren sowie Au pair und Sprachaufenthalte, sofern sie einen Anteil Schulunterricht ent- halten (Abs. 2). Die Ausbildung ist mit einem Berufs- oder Schulabschluss beendet (Art. 49 ter Abs. 1 AHVV). Sie gilt auch als beendet, wenn sie abge brochen oder unterbrochen wird oder wenn ein Anspruch auf eine Invalidenrente entsteht (Ab s. 2). Nicht als Unterbrechung im Sinne von Abs. 2 gelten – sofern die Ausbildung unmittelbar d anach fortgesetzt wird – übliche unter- richtsfreie Zeiten und Ferien von längstens vier Monat en, Militär- oder Zivildienst von längstens Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht fünf Monaten und gesundheits- oder schwangerschaftsbeding te Unterbrüche von längstens zwölf Monaten (Abs. 3 lit. a-d). 2.3 Die Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicheru ngen (BSV) über die Renten in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (RWL; Stand 1. Januar 2012 [identisch mit den Formulierungen der ab 1. Janua r 2013 gültigen Fassung) hält zudem fest, dass die systematische Vorbereitung erfordert, dass da s Kind die Ausbildung mit dem ob- jektiv zumutbaren Einsatz betreibt, um sie innert nützlich er Frist abschliessen zu können. Wäh- rend der Ausbildung muss sich das Kind zeitlich überwiege nd dem Ausbildungsziel widmen. Dies gilt nur dann als erfüllt, wenn der gesamte Aus bildungsaufwand (Lehre im Betrieb, Schul- unterricht, Vorlesungen, Kurse, Vor- und Nachbereitung, Prüfungsvorbereitung, Selbststudium, Verfassen einer Diplomarbeit, Fernstudium etc.) mindest ens 20 Stunden pro Woche ausmacht. Der effektive Ausbildungsaufwand kann teilweise nur mit tels Indizien, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, eruiert werden. Dabe i ist insbesondere auch auf Auskünfte des Ausbildungsanbieters über die durchschnittlich aufzuwe ndende Zeit für die jeweilige Aus- bildung abzustellen. Wer wöchentlich nur eine geringe A nzahl Kurslektionen besucht (z.B. 4 Lektionen abends) und daneben zur Hauptsache arbeitet ( ohne Ausbildungscharakter) oder auch gar keinem Erwerb nachgeht, vermag den erforder lichen überwiegenden Ausbildungsauf- wand nur schwer nachzuweisen. RWL Rz. 3360 f. nennt fo lgendes Beispiel: Eine bei der Ab- schlussprüfung gescheiterte Lehrabgängerin, die im anschli essenden Jahr lediglich ein paar wenige Repetitionskurse belegt, befindet sich nicht meh r in Ausbildung, wenn es ihr nicht ge- lingt, einen überwiegenden Ausbildungsaufwand nachzuw eisen. Übt das Kind lediglich eine praktische Tätigkeit aus, um sich dabei einige Branchenk enntnisse und Fertigkeiten anzueig- nen, um die Anstellungschancen bei schwieriger Beschäftig ungssituation zu verbessern oder um eine Berufswahl zu treffen, liegt keine Ausbildung vor (RWL Rz. 3362; Urteil des Bundesge- richts vom 1. April 2008, 9C_223/2008, E. 1.2). 2.4 Zu beachten ist, dass Verwaltungsweisungen, zu welche n auch die RWL zählen, sich an die Durchführungsstellen richten und für das Sozialversi cherungsgericht nicht verbindlich sind. Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtige n, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendba ren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen G rund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtl ichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Wei sungen eine rechtsgleiche Gesetzesan- wendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (vgl. BGE 133 V 257 ff. E. 3.2 mit Hinweisen). 2.5 Nach Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG sind unrechtmässig be zogene Leistungen zurückzuer- statten. Eine Leistung in der Sozialversicherung ist nach ständiger bundesgerichtlicher Recht- sprechung nur zurückzuerstatten, wenn in verfahrensrechtlich er Hinsicht entweder die für die (prozessuale) Revision oder die für die Wiedererwägung erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Voraussetzungen sind in Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG umschrieben, wobei es sich im Wesentlichen um eine Kodifizierung der bisherigen höc hstrichterlichen Rechtsprechung zu den Anforderungen an ein Zurückkommen auf eine rechtsbestän dig gewordene Verfügung handelt. Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheent- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheide in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Pe rson oder der Versicherungsträ- ger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einsprachee ntscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsat z gilt indessen nicht uneinge- schränkt; er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch , dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnot wendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungs gerichts ist, für die Zusammentra- gung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversi cherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.2 Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen ei ne vollständige Überprü- fungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vg l. § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung al s verfügende Instanz und – im Beschwer- defall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur d ann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicherun gsrecht hat das Gericht seinen Ent- scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, n ach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Geri cht hat vielmehr jener Sachverhalts- darstellung zu folgen, die es von allen möglichen Gescheh ensabläufen als die wahrscheinlichs- te würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). 4. Aufgrund der vorliegenden Akten ergibt sich Folgende s: Der 1992 geborene B.____ ab- solvierte eine KV-Lehre bei der D____AG in X.____. Am 8. Februar 2012 kündigte er das Lehr- verhältnis mit sofortiger Wirkung, blieb aber zunächst – gemäss den Ausführungen im ange- fochtenen Einspracheentscheid bis August 2012 – zu den A nstellungskonditionen eines Auszu- bildenden bei der D____AG angestellt, ohne aber die kaufmännische Schule zu besuchen. Mit Verfügung vom 2. Juli 2012 erteilte die mit der Aufsi cht über die Ausbildung in den Lehrbetrie- ben und die Lehrabschlussprüfungen beauftragte Fachstelle Lehraufsicht B.____ die Zulassung zum Qualifikationsverfahren als Kaufmann Basisbildung, B ranche Dienstleistung und Administ- ration. Weiter wurde festgehalten, dass die Lehrabschlu ssprüfung frühestens im Jahr 2014 ab- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gelegt werden könne. Gemäss der zusammen mit der Beschwe rde vom 17. März 2014 einge- reichten Bestätigung der Handelsschule Y.____ vom 28. Feb ruar 2014 absolvierte B.____ ab August 2012 die Nachholbildung für Erwachsene und bes uchte die kaufmännische Berufsfach- schule, wobei die Ausbildung nicht beendet wurde. Weit er ist aufgrund der Unterlagen erstellt, dass B.____ vom 1. bis 31. Januar 2013 zu einem Monatsge halt von Fr. 2‘000.-- als Mitarbeiter der zentralen Spedition bei der E____AG tätig war. Weiter war er vom 15. März 2013 bis 30. Juli 2014 bei der C.____ als Hilfs-Sachbearbeiter a ngestellt, wobei er ein monatliches Brut- togehalt von Fr. 1‘000.-- erzielte. Schliesslich liegt d as Zeugnis der behandelnden Ärztin Dr. F.____ vom 18. Dezember 2013 bei den Akten. Darin bestätigte sie, dass sie B.____ seit 23. Mai 2013 behandle und ihn seither immer wieder krankgeschrieben habe. Er sei seit länge- rer Zeit wieder arbeitsunfähig. 5.1.1 Die Beschwerdegegnerin begründete den angefocht enen Einspracheentscheid damit, dass B.____ nach der Kündigung des Lehrvertrages am 8. Februar 2012 die Berufsschule nicht mehr besucht und deshalb für diese Zeit nicht mehr in Ausbildung gestanden habe. Weiter liege für den 4-semestrigen Kurs für Erwachsenenbildung kein e Bestätigung vor. Die Tätigkeiten bei den Firmen von E____AG und D.____ würden nicht als Aus bildungen gelten, da B.____ ge- mäss den Arbeitsverträgen zu 100% als Sachbearbeiter ang estellt gewesen sei. Da er am 28. August 2012 das 20. Altersjahr vollendet habe und e rst seit Mai 2013 in ärztlicher Behand- lung stehe, bestünde für die Dauer der Erwerbsfähigke it kein Anspruch auf Ausbildungszula- gen. 5.1.2 Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin au f den Standpunkt, dass der Ab- bruch der Lehre bei der D____AG aus psychischen Gründen erfolgt sei, weshalb die Zeit ab März 2012 bis zum Schulbeginn ab August 2012 gemäss Art. 49 ter Abs. 2 und 3 AHVV nicht als Unterbrechung der Lehre qualifiziert werden könne. De r Nachweis der Ausbildung sei mit dem Schreiben der Handelsschule Y.____vom 28. Februar 2014 resp. mit der Verfügung der Lehr- aufsicht vom 2. Juli 2012 erbracht. Dass es sich beim V ertrag mit der D.____ nicht um einen üblichen Vollzeitarbeitsvertrag gehandelt habe, ergebe sich bereits aus der Tatsache, dass der Lohn lediglich Fr. 1‘000.-- pro Monat betragen habe . Seit Mai 2013 stünde B.____ in ärztlicher Behandlung. Seither habe er die Schule nicht mehr be sucht und das Arbeitsverhältnis sei auf- gelöst worden. Auf die Prüfungen habe er sich in der Folge privat und zu Hause vorbereitet. Seit August 2014 sei ihm spezialärztlich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. 5.2 Aufgrund der vorliegenden Unterlagen steht zunächst fest, dass B.____ nach Abbruch der Lehre bei der D____AG am 8. Februar 2012 und de r Berufsschule im Sinne von Art. 49 bis Abs. 1 und 2 AHVV weder in einem rechtlich oder faktisc h anerkannten Bildungsgang stand noch ein Brückenangebot mit einem Anteil Schulunterri cht wahrnahm (vgl. Art. 49 bis Abs. 1 und 2 AHVV). Aus diesem Grund war ab diesem Zeitpunkt die Ausbildung gemäss Art. 49 ter Abs. 2 AHVV grundsätzlich beendet. Fraglich ist aber, ob Art. 49 ter Abs. 2 und 3 lit. c AHVV zur Anwendung kommt, wonach nicht von einer Unterbrechung d er Ausbildung ausgegangen wer- den kann, wenn diese auf gesundheitliche Gründe zurückzuf ühren ist, worauf die Formulierung im Kündigungsschreiben vom 8. Februar 2012 hinweisen könn te. So hielt B.____ fest, dass er nach seiner Genesung wieder im Betrieb erscheinen wer de. Die Vorinstanz verzichtete in der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Folge jedoch auf weitere Abklärungen in diesem Zusamme nhang. Da indes nicht von vornhe- rein angenommen werden kann, eine ergänzende Abkläru ng vermöge zu keinen besseren Er- kenntnissen führen (vgl. E. 4.2 hiervor), ist die Vorin stanz anzuhalten, die Umstände des Lehr- abbruchs weiter abzuklären und hernach prüfen, ob ein A nwendungsfall von Art. 49 ter Abs. 2 und 3 lit. c AHVV vorliegt. 5.3 Fraglich ist weiter, ob die von B.____ ab August 2 012 besuchte kaufmännische Berufs- fachschule als Ausbildung im Sinne des Familienzulagengesetzes zu qualifizieren ist. Wie oben (vgl. E. 2.3 hiervor) dargelegt, ist erforderlich, dass sich das Kind überwiegend dem Ausbil- dungsziel widmet, wovon ausgegangen werden kann, wenn der gesamte Ausbildungsaufwand mindestens 20 Stunden pro Woche ausmacht. Ob dieses Erfo rdernis erfüllt ist, lässt sich auf- grund der vorliegenden Unterlagen nicht abschliessend b eurteilen. Zwar bestätigte die Han- delsschule Y.____ am 28. Februar 2014, dass B.____ ab A ugust 2012 die kaufmännische Be- rufsfachschule besuchte. Es liegen aber keine Auskünfte des Ausbildungsanbieters über die durchschnittlich aufzuwendende Zeit für die jeweilige Ausbildung vor. Demnach kann aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht beurteilt werden, ob der ab August 2012 besuchte Ausbil- dungsgang als anerkannte Ausbildung zu qualifizieren i st. Weiter besteht Abklärungsbedarf in Bezug auf die Frage, wann und weshalb die kaufmännisch e Berufsfachschule beendet wurde und – mit Blick auf das Zeugnis der behandelnden Ärztin Dr. F.____ vom 18. Dezember 2013, wonach B.____ seit Behandlungsbeginn am 23. Mai 2013 immer wieder krankgeschrieben wor- den sei und seit längerer Zeit wiederum eine Arbeitsun fähigkeit bestehe – in welchen Zeiträu- men B.____ krankheitsbedingt arbeitsunfähig war. 6. Nach dem Gesagten steht fest, dass aufgrund der vorlie genden Akten der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Ausbildungszulagen für ihren S ohn B.____ nicht abschliessend beur- teilt werden kann. Demnach beruht der angefochtene E inspracheentscheid vom 20. Februar 2014 auf unzureichenden Abklärungsergebnissen und ist d eshalb aufzuheben. Die Vorinstanz wird angehalten, für die Zeit ab März 2012 den Anspru ch der Beschwerdeführerin unter Würdi- gung der gesamten Umstände weiter abzuklären. Gegebene nfalls hat sie zu prüfen, ob ein Zu- rückkommen auf die ausgerichteten Leistungen nach Massgabe der Grundsätze der in Art. 53 Abs. 1 und Abs. 2 ATSG verankerten Rückkommenstitel zulässi g ist. Demzufolge ist die Ange- legenheit in Aufhebung des angefochtenen Einspracheen tscheids zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Gestützt auf die Ergebnisse de r Aktenergänzung wird diese über den Anspruch der Beschwerdeführerin neu zu verfügen haben. Die Beschwerde ist in dem Sinne gutzuheissen. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Da die obsiegende Beschwerdeführerin nicht anwalt lich vertreten ist, sind die ausseror- dentlichen Kosten wettzuschlagen. 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zustä ndigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffe ntlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nac hteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Besch werde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG ). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefoch tene Einspracheent- scheid vom 20. Februar 2014 aufgehoben und die Angelegenhei t zur Vornahme der erforderlichen Abklärungen an die Vorins tanz zurückge- wiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht