<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass lokal zu grosse Luchspopulationen entstehen, und um den Luchsbestand bei zu hoher Dichte auf eine vernünftige Zahl zu reduzieren.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Luchs ist eine durch das Jagdgesetz geschützte Art (Art. 7 JSG). Seit der Wiederansiedlung des Luchses kam es regional immer wieder zu natürlichen Schwankungen der Luchsdichte. Die Bestände haben in den letzten Jahren aber gesamtschweizerisch nicht zugenommen, und das Verbreitungsgebiet des Luchses hat sich nicht vergrössert. Insgesamt ist der Bestand des Luchses und sein Verbreitungsgebiet in den Alpen und im Jura zu klein, um das langfristige Überleben dieser Art in der Schweiz zu gewährleisten. Die Bestände der wichtigsten Beutetiere Reh und Gemse sind trotz der Anwesenheit des Luchses in den letzten zwanzig Jahren weiter angestiegen, und diese sind weder regional noch gesamtschweizerisch gefährdet. Die Schäden an Nutztieren halten sich, gemessen am gesamten, in der Schweiz gesömmerten Bestand in einem bescheidenen Rahmen. Einzelne Kleinviehbesitzer können jedoch stark betroffen sein. Sie werden durch den Bund und die Kantone entschädigt. Eine Reduktion der Luchsbestände soll zudem ermöglicht werden, wenn die Schäden an Nutztieren zu gross werden und andere Wildarten in ihrem Bestand gefährdet werden.</p><p>1996 hat der Bundesrat mit der Revision von Artikel 10 der Jagdverordnung (JSV) weitere rechtliche Grundlagen zur Lösung von Problemen durch Grossraubtiere geschaffen. Darin wird das Buwal ermächtigt, Konzepte für diese Tierarten zu erstellen, in denen namentlich "Grundsätze über den Schutz, den Abschuss oder Fang, die Verhütung und Ermittlung von Schäden sowie die Entschädigung von Verhütungsmassnahmen" festgelegt werden sollen.</p><p>Auf dieser gesetzlichen Grundlage wurde vom Buwal zusammen mit den Kantonen das "Konzept Luchs Schweiz" erarbeitet und Ende August 2000 gemeinsam der Öffentlichkeit vorgestellt.</p><p>Das Hauptziel des Konzeptes ist die langfristige Erhaltung eines lebensfähigen Luchsbestandes, indem die Voraussetzungen für die Verbreitung des Luchses in neue Lebensräume geschaffen werden.</p><p>Für das Erreichen dieses Zieles sind folgende Hauptmassnahmen vorgesehen:</p><p>- Langfristige Verbreitung von Luchsen, indem die voneinander isolierten Lebensräume der Luchse mittels Wildtierpassagen miteinander verbunden werden. Die entsprechende UVEK-Weisung über die Planung und den Bau von Wildtierpassagen über Verkehrswege ist kurz vor der Fertigstellung.</p><p>- Kurzfristige Verbreitung von Luchsen mittels Umsiedlungen von Luchsen in noch nicht durch Luchse besiedelte Lebensräume. </p><p>- Schadenverhütungsmassnahmen (z. B. Herdenschutzhunde, Hirten, Elektrozäune, Schutzhalsbänder) werden durch den Bund gefördert.</p><p>- Schäden von Luchsen an Nutztieren werden zu 80 Prozent durch den Bund und zu 20 Prozent durch die Kantone abgegolten. Zum Vergleich betrug der Bundesbeitrag zum Zeitpunkt der Eingabe der Motion 30 bis 50 Prozent, je nach Finanzkraft der Kantone.</p><p>- Eingriffe in den Luchsbestand können vorgenommen werden, wenn erstens einzelne Tiere einen grossen Schaden an Nutztieren anrichten (Art. 10 JSV), zweitens die Artenvielfalt gefährdet ist, indem seltene Arten in ihrem Bestand zusätzlich durch Luchse gefährdet werden (Art. 7 JSG), und drittens ein zu hoher Luchsbestand grosse Schäden verursacht oder eine Gefährdung anderer Arten darstellt (Art. 12 JSG). Die entsprechenden Eingriffskompetenzen werden nach der eingeleiteten Änderung der JSV an die Kantone delegiert.</p><p>Für die Umsetzung des "Konzept Luchs Schweiz" wurde die Schweiz in Kompartimente eingeteilt. In jedem Kompartiment sollen interkantonale Kommissionen entstehen, in denen Vertreter der betroffenen Kantone sowie des Bundes Einsitz nehmen. Diese Kommissionen beraten die einzelnen Kantone u. a. bei Eingriffen in den Luchsbestand und bei der Öffentlichkeitsarbeit.</p><p>Das "Konzept Luchs Schweiz" ermöglicht Eingriffe in die Luchsbestände und deckt daher die Anliegen des Motionärs ab.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.