<h2>SubmittedText<h2><p>Die gesetzlichen Grundlagen seien so zu ergänzen, dass die Gründe für die Asylgewährung vom Staatssekretariat für Migration (SEM) und vom Bundesamt für Statistik (BFS) statistisch ausgewiesen werden müssen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Gründe, die zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft führen, sind abschliessend in Artikel 3 Absatz 1 des Asylgesetzes (AsylG; SR 142.31) geregelt. Diese Bestimmung sieht vor, dass Personen dann die Flüchtlingseigenschaft erfüllen, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden.</p><p>Bei den flüchtlingsrelevanten Verfolgungsgründen gibt es in der Praxis oft inhaltliche Überschneidungen zwischen verschiedenen Verfolgungsgründen. So kann eine politisch motivierte staatliche Verfolgung auch aus ethnischen Gründen erfolgen. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn Mitglieder einer politischen Partei, die sich für ethnische Minderheiten einsetzt, staatlich verfolgt werden. Eine eindeutige statistische Erfassung ist daher nicht möglich.</p><p>Eine korrekte und lückenlose Erfassung der Verfolgungsgründe würde zudem bedingen, dass die Asylentscheide des SEM sowie allfällige Urteile des Bundesverwaltungsgerichtes (BVGer) im Einzelfall aufgeschlüsselt werden müssten. Dies würde zu einem massiven administrativen Mehraufwand für das SEM und für das BVGer ohne erkennbaren Nutzen führen.</p><p>Schliesslich ändert eine statistische Erfassung der Verfolgungsgründe nichts am Asylrecht. Die Verfolgungsgründe des Asylgesetzes sind alle gleichwertig, und die rechtlichen Folgen der Anerkennung einer Person als Flüchtling sind für alle im Asylgesetz genannten Verfolgungsgründe die gleichen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.