<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00469</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206371&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00469</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.12.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 22.06.2007 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Anschlussgebühren</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nachzahlung von Wasser- und Kanalisationsanschlussgebühren<br/><br/>Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin eines Werkgebäudes. Aufgrund eines von der Mieterschaft vorgenommenen Umbaus erfuhr dieses Gebäude eine bauliche Wertvermehrung, weshalb der Eigentümerin eine Nachzahlung von Wasser- und Kanalisationsanschlussgebühren auferlegt wurde.<br/>Nach den massgeblichen kommunalen Verordnungen betragen die Wasser- und Kanalisationsanschlussgebühren bei Um- und Erweiterungsbauten je 1.5 % des Gebäudeversicherungsmehrwertes (E. 2).<br/>Die kommunalen Verordnungen, welche einzig auf die Gebäudeversicherungssumme abstellen, beruhen auf einer genügenden gesetzlichen Grundlage (E. 3.1). Der Gebäudeversicherungswert und damit auch der Gebäudeversicherungsmehrwert gelten nach der Praxis als zuverlässiger Massstab zur Bemessung des Sondervorteils, der einem Grundeigentümer aus der Erstellung der Wasseraufbereitung- und Abwasserreinigungsanlagen und damit aus dem Anschluss seines Gebäudes an diese Anlagen erwächst. Keine Verletzung des Äquivalenzprinzipes (E. 3.2). Keine Verletzung des Kostendeckungsprinzipes (E. 3.3).<br/>Abweisung der Beschwerde (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃQUIVALENZPRINZIP">ÃQUIVALENZPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃUDEVERSICHERUNGSWERT">GEBÃUDEVERSICHERUNGSWERT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃHREN">GEBÃHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANALISATIONSANSCHLUSSGEBÃHR">KANALISATIONSANSCHLUSSGEBÃHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENDECKUNGSPRINZIP">KOSTENDECKUNGSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WASSERANSCHLUSSGEBÃHR">WASSERANSCHLUSSGEBÃHR</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die A AG ist EigentÃ¼merin eines WerkgebÃ¤udes an der M-Strasse in X. Aufgrund eines von der Mieterschaft vorgenommenen Umbaus erfuhr dieses GebÃ¤ude nach der SchÃ¤tzung der GebÃ¤udeversicherung des Kantons ZÃ¼rich vom 11. Juli 2005 eine bauliche Wertvermehrung von Fr. 711'000.-. Am 18. August 2005 stellten die Technischen Betriebe X der A AG fÃ¼r den Umbau des WerkgebÃ¤udes Wasser- und KanalisationsanschlussgebÃ¼hren von je Fr. 10'665.- in Rechnung, entsprechend 1.5 % des Versicherungsmehrwerts zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer. Eine dagegen erhobene Einsprache wies der Gemeinderat X am 10. April 2006 ab und auferlegte der Einsprecherin eine BehandlungsgebÃ¼hr von Fr. 500.-. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Beschluss erhob die A AG am 15. Mai 2006 Rekurs beim Bezirksrat Y. Sie beantragte, die angefochtene Rechnung sei ersatzlos aufzuheben, eventuell seien die darin veranlagten GebÃ¼hren deutlich zu reduzieren; die BehandlungsgebÃ¼hr von Fr. 500.- sei aufzuheben. Der Bezirksrat Y hiess den Rekurs mit Beschluss vom 2. Oktober 2006 im Sinne der ErwÃ¤gungen teilweise gut. Dabei bestÃ¤tigte er die erhobenen AnschlussgebÃ¼hren vollumfÃ¤nglich, reduzierte jedoch die BehandlungsgebÃ¼hr des Gemeinderates auf Fr. 200.-. Die Kosten des Rekursverfahrens wurden der Rekurrentin auferlegt.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den Rekursentscheid erhob die A AG am 2. November 2006 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und erneuerte ihre RekursantrÃ¤ge, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Gegenpartei. </p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat Y beantwortete die Beschwerde am 15. November 2006 und beantragte deren Abweisung. Der Gemeinderat X stellte am 20. November 2006 den gleichen Antrag unter Kostenfolge fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin. Weiter verlangte er, der Gemeinde sei fÃ¼r den grossen Aufwand im Verfahren eine EntschÃ¤digung zu gewÃ¤hren.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Kommunalrechtliche Grundlage der WasseranschlussgebÃ¼hren bilden die Verordnung Ã¼ber die Wasserversorgung, die Verordnung Ã¼ber die GebÃ¼hren der Wasserversorgung (WVO und WVOGE, je vom 9. Dezember 2002) und das dazu vom Gemeinderat am 14. Juli 2003 erlassenen Tarifblatt (TBWVO). Nach Art. 8 Abs. 1 WVOGE wird fÃ¼r den Anschluss an das Netz der Wasserversorgung eine einmalige AnschlussgebÃ¼hr erhoben, die sich nach der GebÃ¤udeversicherungssumme (SchÃ¤tzung der kantonalen GebÃ¤udeversicherung) im Anschlussjahr, Zeitpunkt des Anschlusses bzw. der SchlussschÃ¤tzung, bemisst. Bei baulichen VerÃ¤nderungen (An-, Auf-, Erweiterungs- oder Umbauten, energetischen Sanierungen etc.), die eine Steigerung der GebÃ¤udeversicherungssumme zur Folge haben, hat nach Abs. 2 der Bestimmung eine GebÃ¼hrennachzahlung zu erfolgen. FÃ¼r deren Berechnung ist die Differenz zwischen der GebÃ¤udeversicherungssumme der letztmaligen SchÃ¤tzung durch die GebÃ¤udeversicherung und der auf Kosten der EigentÃ¼mer erfolgten NeuschÃ¤tzung massgebend (Abs. 3). Nach Art. 10 Abs. 2 WVOGE betrÃ¤gt die AnschlussgebÃ¼hr fÃ¼r Um- und Erweiterungsbauten einen Prozentanteil des GebÃ¤udeversicherungsmehrwertes, festgesetzt durch den Gemeinderat im besonderen Tarifblatt. Ziff. 2 TB legt die AnschlussgebÃ¼hr fÃ¼r Um- und Erweiterungsbauten auf 1.5 % des GebÃ¤udeversicherungsmehrwertes fest. </p> <p class="Urteilstext">Neben der einmaligen AnschlussgebÃ¼hr fallen jÃ¤hrlich wiederkehrende BenutzungsgebÃ¼hren an. Diese bestehen aus einer BereitstellungsgebÃ¼hr, die aufgrund der NenngrÃ¶sse des WasserzÃ¤hlers bemessen wird und die festen Kosten der Wasserversorgung deckt, und einer VerbrauchsgebÃ¼hr, die sich nach der bezogenen Wassermenge richtet und die Arbeits- bzw. variablen Kosten der Wasserversorgung deckt (Art. 9 Abs. 1 bis 3 WVOGE). Zahlungspflichtig fÃ¼r beide GebÃ¼hrenarten ist der GrundeigentÃ¼mer, der Baurechtsnehmer oder die Gemeinschaft der Grund- oder StockwerkeigentÃ¼mer zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung (Art. 19 Satz 1 WVOGE). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die KanalisationsanschlussgebÃ¼hren sind auf kommunaler Stufe in der Verordnung Ã¼ber die SiedlungsentwÃ¤sserungsanlagen und die Verordnung Ã¼ber die GebÃ¼hren an SiedlungsentwÃ¤sserungsanlagen (SEVO, SEVOGE, je vom 3. April 2000) geregelt. Nach Art. 11 SEVOGE haben die GrundeigentÃ¼mer fÃ¼r den Anschluss von GrundstÃ¼cken (Liegenschaften, Bauten und Anlagen etc.) an die Ã¶ffentlichen SiedlungsentwÃ¤sserungsanlagen eine AnschlussgebÃ¼hr zu entrichten, auch wenn der Anschluss unter MitbenÃ¼tzung privater Leitungen erfolgt. Die Anschlussabgabe fÃ¼r GrundstÃ¼cke mit normalem Abwasseranfall betrÃ¤gt nach Art. 12 SEVOGE 1.5 % der GebÃ¤udeversicherungssumme der angeschlossenen GebÃ¤ude (Zeitwert). Art. 15 SEVOGE regelt die GebÃ¼hrennachzahlung. Eine solche hat gemÃ¤ss Abs. 1 der Bestimmung unter anderem zu erfolgen bei baulichen VerÃ¤nderungen (An-, Auf-, Erweiterungs- oder Umbauten, energetischen Sanierungen etc.), die eine Steigerung der GebÃ¤udeversicherungssumme zur Folge haben. FÃ¼r die Berechnung der Nachzahlung ist die ErhÃ¶hung der GebÃ¤udeversicherungssumme zwischen der letztmaligen SchÃ¤tzung und der auf Kosten der EigentÃ¼mer erfolgten NeuschÃ¤tzung massgebend (Abs. 2). </p> <p class="Urteilstext">Neben der einmaligen AnschlussgebÃ¼hr wird eine jÃ¤hrliche BenutzungsgebÃ¼hr erhoben, die sich aus einer nach der gewichteten GrundstÃ¼cksflÃ¤che bemessenen GrundgebÃ¼hr und einem nach der bezogenen Frischwassermenge erhobenen Mengenpreis zusammensetzt (Art. 4 und 5 SEVOGE). GebÃ¼hrenpflichtig ist der EigentÃ¼mer, der Baurechtsnehmer oder die Gemeinschaft der Grund- oder StockwerkeigentÃ¼mer zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung (Art. 22 Satz 1 SEVOGE).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet zu Recht nicht, dass die genannten kommunalen Verordnungen eine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage fÃ¼r die AnschlussgebÃ¼hren bilden und selber auch auf einer genÃ¼genden kantonalen Gesetzesgrundlage beruhen. Auch anerkennt sie, dass der GebÃ¤udeversicherungswert grundsÃ¤tzlich ein zulÃ¤ssiges Kriterium fÃ¼r die Bemessung von Wasser- und KanalisationsanschlussgebÃ¼hren bildet (vgl. Adrian HungerbÃ¼hler, GrundsÃ¤tze des Kausalabgabenrechts, ZBl 104/2003, S. 505 ff., 524 mit Hinweisen; siehe auch BGE 125 I 1 E. 2b/bb). Sie ist jedoch der Meinung, ausgehend vom Zweck der AnschlussgebÃ¼hren mÃ¼sse zwingend ein Zusammenhang zwischen einem Umbau und einem mÃ¶glichen Mehrverbrauch bestehen. Heute wÃ¼rden immer mehr sehr teure Ausbauten erstellt, die keinerlei Bezug zum Werkzweig hÃ¤tten. Eine Regelung, die insbesondere bei Industriebauten nicht zwischen den verschiedenen GebÃ¤udenutzungen unterscheide, halte vor dem Ãquivalenzprinzip nicht stand. Es bestehe der Verdacht, dass die ErhÃ¶hung der AnschlussgebÃ¼hr nicht fÃ¼r den Netzausbau verwendet, sondern zu den allgemeinen Einnahmen genommen werde. Es sei sachgerechter, statt auf den undifferenzierten GebÃ¤udeversicherungswert auf den umbauten Raum und die Belastungswerte abzustellen. Die GebÃ¼hrenverordnungen der Gemeinde seien nicht nach sachlich haltbaren Gesichtspunkten ausgestaltet und wÃ¼rden keine rechtsgleiche Behandlung sicherstellen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Das Ãquivalenzprinzip verlangt in Konkretisierung des VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsgrundsatzes insbesondere, dass eine GebÃ¼hr nicht in einem offensichtlichen MissverhÃ¤ltnis zum objektiven Wert der bezogenen Leistung stehen darf und sich in vernÃ¼nftigen Grenzen bewegen muss (BGE 132 II 371 E. 2.1, 132 II 47 E. 4.1 je mit Hinweisen). Nicht zu beanstanden ist aber, wenn ein Rechtssatz die Berechnungsweise entsprechend den GrundsÃ¤tzen des Ãquivalenzprinzips vorgibt, dabei aber einen gewissen Schematismus aufweist, der auf Wahrscheinlichkeit und Durchschnittserfahrungen beruht. Eine GebÃ¼hr muss nicht in jedem Fall genau dem Verwaltungsaufwand bzw. dem individuellen Nutzen entsprechen, den die staatliche Leistung dem Pflichtigen bringt. Demzufolge kann eine entsprechende Abgabenorm im Anwendungsfall nicht ohne weiteres unter Berufung auf das Ãquivalenzprinzip beiseite geschoben werden. So sind zum Beispiel gesetzeskonform berechnete Abwasser- oder KanalisationsgebÃ¼hren auch dann zulÃ¤ssig, wenn sie im Einzelfall ungewÃ¶hnlich hoch sind. Immerhin ist eine gesetzeskonforme GebÃ¼hr aus GrÃ¼nden der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit bzw. Ãquivalenz dann zu reduzieren, wenn die Anwendung der gesetzlichen Regelung zu einer nicht mehr vertretbaren AbgabenhÃ¶he fÃ¼hrt (vgl. BGr, 1. Juni 2005, 1P.645/2004, E. 3.5, www.bger.ch). </p> <p class="Urteilstext">Der GebÃ¤udeversicherungswert und damit auch der GebÃ¤udeversicherungsmehrwert gelten nach der Praxis als zuverlÃ¤ssiger Massstab zur Bemessung des Sondervorteils, der einem GrundeigentÃ¼mer aus der Erstellung der Wasseraufbereitungs- und Abwasserreinigungsanlagen und damit aus dem Anschluss seines GebÃ¤udes an diese Anlagen erwÃ¤chst (vgl. BGE 109 Ia 325, E. 6a, 93 I 106 E. 5b). Dieser Vorteil bemisst sich gerade nicht nach dem tatsÃ¤chlichen Wasserverbrauch bzw. der Abwasserproduktion, sondern nach dem rein hypothetischen Nutzen, den ein EigentÃ¼mer aus den AnschlÃ¼ssen ziehen kÃ¶nnte. DemgemÃ¤ss trifft es entgegen der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht zu, dass zwischen einem wertvermehrenden Umbau und dem Wassermehrverbrauch ein zwingender Zusammenhang bestehen muss. Solches wird auch von den Art. 12 bzw. Art. 15 SEVOGE und Art. 10 WVOGE nicht vorgesehen. Voraussetzung einer ErgÃ¤nzungsgebÃ¼hr ist daher allein die ErhÃ¶hung der Versicherungssumme, ohne dass die wertvermehrende Massnahme zu einer zusÃ¤tzlichen Beanspruchung der Leitungsnetze fÃ¼hren muss (vgl. VGr, 12. Oktober 2004, VB.2004.00190 E. 3.2, www.vgrzh.ch). Es liegt im System von einmaligen Anschluss- und wiederkehrenden BenutzungsgebÃ¼hren, dass der unterschiedliche tatsÃ¤chliche Wasserverbrauch nur bei den BenutzungsgebÃ¼hren berÃ¼cksichtigt wird. </p> <p class="Urteilstext">Als Massstab zur Bemessung von AnschlussgebÃ¼hren vermag der GebÃ¤udeversicherungswert bzw. -mehrwert allerdings nicht in allen FÃ¤llen den potentiellen Nutzen eines Wasser- und Kanalisationsanschlusses zuverlÃ¤ssig wiederzugeben. Wegen der grossen Verschiedenheit der mÃ¶glichen Nutzungen kann dies insbesondere bei Industriebauten zu einem unverhÃ¤ltnismÃ¤ssigen Resultat fÃ¼hren. Als Beispiele hierfÃ¼r werden jeweils raumintensive Nutzungen wie Kirchen und Kapellen oder auch stillgelegte Fabrikanlagen angefÃ¼hrt, die nur sehr wenig Wasser benÃ¶tigen bzw. Abwasser produzieren (HungerbÃ¼hler a.a.O. S. 524; BGr, 30. Juni 2005, 2P.45/2005 E. 3.5, www.bger.ch). Im vorliegenden Fall bestehen indessen keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass die GebÃ¼hrenhÃ¶he in einem offensichtlichen MissverhÃ¤ltnis zum Nutzungspotenzial des Wasser- und Kanalisationsanschlusses stÃ¼nde. Die in das GebÃ¤ude getÃ¤tigten Investitionen haben dessen Wert massiv erhÃ¶ht und damit auch die GebÃ¤udenutzbarkeit offensichtlich stark verbessert. WÃ¤ren die baulichen Massnahmen bereits im Rahmen des Neubaus erfolgt, so hÃ¤tte sich dies ohne EinschrÃ¤nkung direkt in der HÃ¶he der erstmaligen AnschlussgebÃ¼hren niedergeschlagen. Ob die Investitionen durch die EigentÃ¼merin oder die Mieter vorgenommen wurden und wofÃ¼r sie im Einzelnen erfolgten, ist fÃ¼r die Frage des Nutzungspotentials ohne Belang. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Nach dem Kostendeckungsprinzip sollen die GesamteingÃ¤nge der GebÃ¼hren den Gesamtaufwand fÃ¼r den betreffenden Verwaltungszweig nicht oder nur geringfÃ¼gig Ã¼berschreiten (BGE 132 II 47 E. 4.1, 132 II 371 E. 2.1). </p> <p class="Urteilstext">Inwiefern die von der Beschwerdegegnerin vereinnahmten AnschlussgebÃ¼hren zusammen mit den wiederkehrenden BenutzungsgebÃ¼hren insgesamt den Aufwand der Beschwerdegegnerin fÃ¼r die Wasseraufbereitung und die Abwasserreinigung Ã¼berschreiten sollten, wird von der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht dargelegt und ist auch nicht ersichtlich. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet, dass die GebÃ¼hrennachforderungen fÃ¼r Umbauten zur Entlastung der Ã¼brigen GebÃ¼hrenzahler fÃ¼hre, wird damit offensichtlich nicht das Kostendeckungsprinzip angesprochen. Auch der Hinweis darauf, dass in anderen Gemeinden teilweise tiefere ProzentansÃ¤tze fÃ¼r die AnschlussgebÃ¼hren bestÃ¼nden, ist kein Indiz fÃ¼r eine Verletzung des Kostendeckungsprinzips. Bei einer GebÃ¼hrenregelung, welche zwischen einmaligen AnschlussgebÃ¼hren und wiederkehrenden BenutzungsgebÃ¼hren unterscheidet, darf im Gemeindevergleich nicht nur der GebÃ¼hrenansatz der AnschlussgebÃ¼hren miteinander verglichen werden. </p> <p class="Urteilstext">Im Ãbrigen hat der Bezirksrat im angefochtenen Entscheid zutreffend darauf hingewiesen, dass sich die Schranke des Kostendeckungsprinzips auf eine lange Zeitdauer beziehe, dass der Gemeinde bei der SchÃ¤tzung kÃ¼nftiger Einnahmen und Ausgaben ein gewisser Spielraum zustehe, dass entsprechende Reserven gebildet werden dÃ¼rfen und mÃ¼ssen und dass auch Ãberlegungen der Rechtsgleichheit fÃ¼r eine mÃ¶glichst kontinuierliche Abgabenregelung sprÃ¤chen (vgl. BGr, 28. August 2003, 2P.45/2003 E. 5.1, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Erweist sich die GebÃ¼hrenauflage im konkreten Fall als gesetzeskonform und verfassungsmÃ¤ssig, so braucht nicht weiter untersucht zu werden, ob es neben dem GebÃ¤udeversicherungswert auch andere Ansatzpunkte fÃ¼r eine verfassungskonforme GebÃ¼hrenregelung gÃ¤be. Ebenso wenig sind die massgebenden Verordnungen in ihrer generell abstrakten Ausgestaltung und ohne Bezug zur konkreten GebÃ¼hrenauflage auf ihre VerfassungsmÃ¤ssigkeit hin zu Ã¼berprÃ¼fen. Die von der BeschwerdefÃ¼hrerin aufgeworfenen Fragen etwa, wann ein normaler (Art. 12 SEVOGE) oder wann ein besonders hoher Abwasseranfall (Art. 13 SEVOGE) vorliege, wie der Wasserverbrauch zu messen sei, ob eine generelle Ausnahmeregelung bei sehr geringem Wasserverbrauch nÃ¶tig wÃ¤re und ob nicht auch die WVOGE eine Differenzierung nach dem Wasserverbrauch treffen mÃ¼sste, brauchen hier nicht entschieden zu werden. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 in Verbindung mit § 70 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihr damit von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). Aber auch die Beschwerdegegnerin kann mangels besonderer Umtriebe keine solche fÃ¼r sich in Anspruch nehmen (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 17 N. 19).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>