<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00139</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107334&amp;W10_KEY=4467143&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00139</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.07.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Psychotherapeutin</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Psychotherapeutin: Abfolge der Ausbildungen nicht korrekt<br/><br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1). Anwendbares Recht sind die §§ 22 ff. des Gesundheitsgesetzes in der Fassung vom 21. August 2000 (E. 2a). Bei den drei Ausbildungselementen von § 22 Abs. 1 lit. a, b und c des Gesundheitsgesetzes handelt es sich um eine zeitliche Stufenfolge (E. 2c). Auch ein Vertrauenstatbestand liegt nicht vor. Die Beschwerdeführerin konnte nicht annehmen, dass die von ihr absolvierte Spezialausbildung unabhängig und parallel zur Grundausbildung erworben werden kann (E. 2e). Abweisung der Beschwerde.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: BERUFSAUSÃBUNG">BERUFSAUSÃBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFSZULASSUNG">BERUFSZULASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWILLIGT">BEWILLIGT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESUNDHEITSGESETZ">GESUNDHEITSGESETZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHOTHERAPEUT/-IN">PSYCHOTHERAPEUT/-IN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 22 Abs. I aGesundheitsG</span><br/><span class="ungerade">§ 22 Abs. I lit. a aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">§ 22 Abs. I lit. b aGesundheitsG</span><br/><span class="ungerade">§ 22 Abs. I lit. c aGesundheitsG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2003 Nr. 62 S. 149</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. A, studierte von 1987 bis 1996 an der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich und erwarb im Juni 1996 das Lizentiat mit Psychologie im Hauptfach und Psychopa­thologie im ersten Nebenfach. Nach einer psychotherapeutischen Ausbildung am Alfred Adler-Institut in ZÃ¼rich und diversen psychotherapeutischen Praktika erÃ¶ffnete sie am 1. MÃ¤rz 1997 eine eigene psycho­therapeutische Praxis in X. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Am 19. Oktober 1999 ersuchte A die Gesundheitsdirektion um Bewilligung der selb­stÃ¤ndigen psychotherapeutischen TÃ¤tigkeit und verzichtete dabei unter Hinweis auf ihre Mitgliedschaft im Schweizer Psychotherapeuten Verband SPV auf Einreichen von vier Ge­suchsbeiblÃ¤ttern samt Belegen zur Spezialausbildung. Die Direktion schrieb ihr darauf am 28. Oktober 1999, ihr Gesuch kÃ¶nne nicht gemÃ¤ss der Ã¼bergangsrechtlichen Bestimmung in Ziffer 5 der Richtlinien der Gesundheitsdirektion (Merkblatt) bearbeitet werden, da sie ihre selbstÃ¤ndige TÃ¤tigkeit erst am 1. MÃ¤rz 1997 aufgenommen hÃ¤tte. Sie mÃ¼sse daher auch die vier BeiblÃ¤tter zur Spezialausbildung ausfÃ¼llen und mit Belegen einreichen. Rund drei Jahre spÃ¤ter, am 16. Oktober 2002, ergÃ¤nzte die Gesuchstellerin das Gesuch im ver­lang­ten Sinn. Dabei belegte sie ihre theoretische Spezialausbildung beim Alfred Adler-In­sti­tut von 1989 bis 1992, die DurchfÃ¼hrung von total 371 Stunden Selbsterfahrung zwischen 1980 und 1996 und von insgesamt 123 Stunden Supervision zwischen 1991 und 1997. Weiter belegte sie verschiedene unselbstÃ¤ndige psychotherapeutische TÃ¤tigkeiten zwi­schen 1989 und 1997.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Am 17. Oktober 2002 stellte die Gesundheitsdirektion A einen abschlÃ¤gi­gen Bescheid in Aussicht, da sie die psychotherapeutische Spezialausbildung vor Abschluss der Erstausbildung absolviert habe. Nachdem A am 26. November 2002 die Zustellung einer rekursfÃ¤higen VerfÃ¼gung verlangt hatte, wies die Gesundheitsdirektion das Gesuch am 20. MÃ¤rz 2003 fÃ¶rmlich ab.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">II. Gegen diese VerfÃ¼gung gelangte A am 14. April 2003 rechtzeitig mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, die VerfÃ¼gung sei aufzuheben und die Sache zur materiellen Beurteilung an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckzuweisen. Sie leg­te der Beschwerde eine zusÃ¤tzliche BestÃ¤tigung Ã¼ber 186 Supervisionsstunden zwischen No­vember 1996 und MÃ¤rz 2003 sowie einen Anstellungsvertrag mit dem Spital Y vom 13. November 2002 bei.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Gesundheitsdirektion beantragte die Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r die vorliegende Streitsache gemÃ¤ss § 19a Abs. 2 Ziff. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) zu­stÃ¤ndig. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Im Verfahren der Direktbeschwerde hat das Verwaltungsgericht den angefochtenen Entscheid nicht nur auf Rechtsverletzungen, sondern auch auf seine Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen (§ 50 Abs. 3 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">2. a) Die Bewilligung der BerufsausÃ¼bung als Dauerverwaltungsakt beurteilt sich nach Lehre und Rechtsprechung nach demjenigen Recht, das entweder im Zeitpunkt der erstinstanzlichen VerfÃ¼gung oder â bei Vorliegen besonderer GrÃ¼nde â im Zeitpunkt des an­stehenden Rechtsmittelentscheides gilt (BGE 127 II 306 E. 7c, 125 II 591 E. 5e/aa, 122 V 85 E. 3; RB 1985 Nr. 116, 1982 Nr. 7; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich/Basel/Genf 2002, Rz. 325 ff.; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/ Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 20 N. 52; vgl. auch Alfred KÃ¶lz, Intertemporales Verwaltungs­recht, ZSR NF 102/II/1983, S. 101 ff., 196 ff.). Die Anwendung des neuen Rechts kann allerdings im Grundsatz von Treu und Glauben ihre Grenze finden, etwa wenn die BehÃ¶rden ein Verfahren ungebÃ¼hrlich lange verschleppt haben und ohne diese Verschleppung das alte Recht angewendet worden wÃ¤re (BGE 110 Ib 332 E. 3; HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 328).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach den dargelegten GrundsÃ¤tzen gelangen vorliegend die seit 1. Januar 2002 in Kraft stehenden §§ 22 ff. des Gesundheitsgesetzes in der Fassung vom 21. August 2000 samt Ãbergangsbestimmung (GesundheitsG, OS 56, 398) zur Anwendung. Die Beschwerde­­fÃ¼hrerin hat zwar ihr Gesuch um Erteilung der BerufsausÃ¼bungs­bewilligung bereits im Oktober 1999 gestellt, ergÃ¤nzte hingegen ihre Unterlagen trotz rechtzeitiger Aufforderung durch die BehÃ¶rde erst rund drei Jahre spÃ¤ter. Sie hat es daher selber zu vertreten, dass der Bewilligungsentscheid erst im Jahr 2003 und damit lange nach In-Kraft-Treten der neuen Gesetzesbestimmungen gefÃ¤llt werden konnte. Diese Bestimmungen unterscheiden sich im vorliegend strittigen Punkt der Spezialausbildung allerdings ohnehin nicht von den Richtlinien der Gesundheitsdirektion vom MÃ¤rz 1999, welche diese in der angefochtenen VerfÃ¼gung fÃ¼r anwendbar erachtet hat. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">b) Da die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht vor dem 31. Dezember 1994 als selbstÃ¤ndige Psy­chotherapeutin im Kanton ZÃ¼rich tÃ¤tig geworden ist, gelten fÃ¼r sie die erleichterten An­forderungen der Ã¼bergangsrechtlichen Zulassung gemÃ¤ss Art. II der Gesetzesnovelle nicht. Der gleiche Stichtag galt im Ãbrigen auch bereits nach dem Merkblatt der Gesundheitsdirek­tion. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Nach § 22 Abs. 1 GesundheitsG wird die Bewilligung zur selbstÃ¤ndigen nichtÃ¤rztlichen psychotherapeutischen BerufstÃ¤tigkeit an Gesuchstellende erteilt, die sich ausweisen Ã¼ber </p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> a) ein abgeschlossenes Psychologiestudium einschliesslich Psychopatho­logie an einer schweizerischen Hochschule,</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> b) eine integrale Spezialausbildung in mindestens einer anerkannten, bei der Behandlung von psychischen und psychosomatischen Krankheiten und StÃ¶rungen bewÃ¤hrten Psychotherapiemethode, die Theorie, Selbsterfahrung und Supervision in der entsprechenden Richtung umfasst, sowie</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> c) eine mindestens zweijÃ¤hrige klinische psychotherapeutische TÃ¤tigkeit in unselbstÃ¤ndiger Stellung an einer anerkannten Institution unter psychiatrischer oder psychotherapeutischer Leistung oder in einer anerkannten psychotherapeutischen Fachpraxis.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die zur Detaillierung dieser Bestimmung vorgesehene AusfÃ¼hrungsverordnung (vgl. Weisung des Regierungsrates, ABl 1999, 216 unten) wurde bisher noch nicht erlassen. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Gesundheitsdirektion bringt vor, diese Ordnung beruhe auf einer Stufenfolge von Voraussetzungen, indem das Psychologiestudium als Erstausbildung, die psychotherapeu­­tische Spezialausbildung und die unselbstÃ¤ndige TÃ¤tigkeit in dieser Reihenfolge absolviert werden mÃ¼ssten. In der Erstausbildung wÃ¼rden die theoretischen Grundlagen vermittelt, welche fÃ¼r die Spezialausbildung notwendig seien. Die Gesuchstellerin habe ihre Ausbil­dung am Alfred Adler-Institut, Selbsterfahrung und teilweise auch Supervision vor Abschluss der Erstausbildung absolviert. Dies gelte auch zum grossen Teil fÃ¼r die unselbstÃ¤ndi­ge TÃ¤tigkeit. Ihre Spezialausbildung sei daher ungenÃ¼gend, ohne dass diese mit Bezug auf die Ausbildner oder die IntegralitÃ¤t der Ausbildung weiter geprÃ¼ft werde. Deshalb kÃ¶nne auch eine detaillierte ÃberprÃ¼fung der absolvierten Supervision unterbleiben. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Dagegen macht die BeschwerdefÃ¼hrerin im Wesentlichen geltend, die Bewilligungs­­verweigerung verstosse gegen die Wirtschaftsfreiheit und gegen Treu und Glauben. Aus dem Merkblatt bzw. § 22 GesundheitsG gehe nicht hervor, dass die einzelnen Ausbildungselemente in einer bestimmten Reihenfolge absolviert werden mÃ¼ssten. Ein Gesuchstel­ler mÃ¼sse sich lediglich im Zeitpunkt der Zulassung Ã¼ber eine genÃ¼gende Grundausbildung, eine Spezialausbildung und eine praktische TÃ¤tigkeit ausweisen. Die Voraussetzungen zur Bewilligung der selbstÃ¤ndigen nichtÃ¤rztlichen Psychotherapie seien im Kanton ZÃ¼­rich lange umstritten gewesen, vor allem bezÃ¼glich der Frage, ob die Zulassung von einem Psychologiestudium abhÃ¤ngig zu machen sei. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe bei Aufnahme ihres Psychologiestudiums darauf vertrauen dÃ¼rfen, in Zukunft eine Praxisbewilligung zu er­halten, unabhÃ¤ngig davon, wie dieser Streit ausgehen werde.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">c) Die von der Gesundheitsdirektion vorgenommene Gesetzesauslegung im Sinne einer zeitlichen Stufenfolge der drei Ausbildungselemente von § 22 Abs. 1 lit. a, b und c GesundheitsG ist in sich schlÃ¼ssig und entspricht Sinn und Zweck einer Regelung, welche dem Gedanken der Spezialisierung verpflichtet ist. Dies ergibt sich bereits aus dem Begriff der Spezialausbildung, welche ohne den Aufbau auf einer Grundausbildung wenig Sinn macht. Zwar bezeichnet § 22 GesundheitsG selber das Psychologiestudium nicht als Grund- oder Erstausbildung, jedoch Ã¤ussert sich Art. II Abs. 2 der Gesetzesnovelle betreffend die Ã¼bergangsrechtliche Zulassung in seinem Verweis auf § 22 Abs. 1 lit. a GesundheitsG in diesem Sinne. Dementsprechend ging auch der Regierungsrat in seiner Weisung an den Kantonsrat davon aus, dass die Spezialausbildung eine Nachdiplomausbildung zum Psychologiestudium bilde (ABl 1999, 214 und 216). Auch das Bundesgericht hat die vorge­sehene Ausbildungsordnung bei der PrÃ¼fung der VerfassungsmÃ¤ssigkeit der fraglichen Gesetzesbestimmung in BGE 128 I 92 im Sinne einer zeitlichen Stufenfolge verstanden, in­dem es das Psychologiestudium wiederholt als Erst- oder Grundausbildung und die psychotherapeutische Ausbildung als <i>nachfolgende</i> Spezialausbildung in einer bestimmten The­rapieform bezeichnete. Dabei erwog das Gericht, wenn auch in etwas anderem Zusam­menhang, der angehende Therapeut solle nicht bereits in der Grundausbildung auf eine be­stimmte Therapieform verpflichtet und durch sie geprÃ¤gt werden, bevor er Ã¼ber die im Psycho­logiestudium vermittelten wissenschaftlichen Grundlagen verfÃ¼ge (E. 2b und c). Diesen Weg zur psychotherapeutischen Spezialausbildung zeichnete im Ãbrigen bereits § 32 Abs. 2 der Verordnung Ã¼ber die Berufe der Gesundheitspflege in seiner Fassung vom 8. Ja­nuar 1992 (VBG) vor, wonach die zur Spezialausbildung gehÃ¶renden je 200 Stunden Theorie, Selbsterfahrung und Supervision <i>nach</i> dem Studium hÃ¤tten besucht werden mÃ¼ssen. Auch wenn diese Bestimmung vom Bundesgericht mit Entscheid vom 3. Dezember 1993 ins­gesamt aufgehoben worden ist, bringt sie im fraglichen Punkt den in dieser Hinsicht Ã¼ber die Jahre beibehaltenen Willen des Gesetzgebers deutlich zum Ausdruck. Grund fÃ¼r die damalige Aufhebung durch das Bundesgericht bildete auch nicht etwa der Umstand, dass die Ausbildungsstufenordnung verfehlt gewesen wÃ¤re, sondern dass die massiv umgestaltete Zulassungsordnung trotz der faktisch geduldeten TÃ¤tigkeit vieler nicht­Ã¤rztlicher Psy­chotherapeuten nicht mittels Gesetz und ohne Ãbergangsordnung erlassen wurde (vgl. BGr, 3. Dezember 1993, 2P.69/1992). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Im Ãbrigen ist darauf hinzuweisen, dass auch das vorgesehene Bundesgesetz Ã¼ber die psychologischen Berufe (PsyG) gemÃ¤ss dem Thesenpapier der Arbeitsgruppe des Bundes­amtes fÃ¼r Gesundheit von einer zeitlichen Stufenfolge von Grund- und Spezialausbildung ausgeht. Danach wird nÃ¤mlich fÃ¼r die selbstÃ¤ndige AusÃ¼bung der Psychotherapie ein Weiterbildungstitel verlangt, der nach Absolvieren eines Weiterbildungsprogrammes zu erlangen ist, zu welchem wiederum nur Inhaber eines anerkannten Ausweises Ã¼ber den Hoch­­schulabschluss Zugang haben sollen (Thesen 7, 11 und 12, einsehbar unter <a id="_Hlt44226178">w</a>ww.psycho­­therapiecharta.ch/pd<a id="_Hlt44393302">f</a>/Psy<a id="_Hlt44297307">G</a>esThesenD<a id="_Hlt44296329">e</a>u.rt<a id="_Hlt44226106">f</a>).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">d) Die dargelegten gesetzlichen Anforderungen an den Ausbildungsgang eines zur selbstÃ¤ndigen BerufsausÃ¼bung zugelassenen Psychotherapeuten liegen im Ã¶ffentlichen Interesse des Patientenschutzes und sind auch verhÃ¤ltnismÃ¤ssig (vgl. BGE 128 I 92). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">e) Zu Unrecht beruft sich die BeschwerdefÃ¼hrerin auch auf das Vorliegen eines Ver­­trauenstatbestands. Als die BeschwerdefÃ¼hrerin 1987 ihr Psychologiestudium und 1989 ihre therapeutische Ausbildung begann, waren nichtÃ¤rztliche Psychotherapeuten im Kanton ZÃ¼rich Ã¼berhaupt nicht zur Feststellung und Behandlung von Krankheiten und sonstigen ge­­sundheitlichen StÃ¶rungen zugelassen. Erste Hoffnungen auf eine Berufszulassung im ge­nannten Sinn konnten sie sich erstmals Ende August 1991 machen, als das Verwaltungsgericht den Ausschluss von NichtÃ¤rzten als verfassungswidrig erklÃ¤rte (RB 1991 Nr. 81). Der erste Versuch einer Regelung fÃ¼r Psychotherapeuten erfolgte darauf bereits am 8. Januar 1992 in Form des vorgenannten § 32 VBG, welcher aber gerade ausdrÃ¼cklich verlangte, dass die Elemente der Spezialausbildung <i>nach</i> dem Psychologiestudium absolviert werden mÃ¼ssten. Auch wenn das Bundesgericht diese Bestimmung knapp zwei Jahre spÃ¤ter aufhob, so blieb es auch im weiteren Verlauf der Gesetzgebung stets unbestritten, dass die Spe­zialausbildung in diesem Sinne an die Grundausbildung anzuschliessen habe. So verlangte etwa auch der auf den Entscheid des Bundesgerichts hin erarbeitete und spÃ¤ter fallen­gelassene Entwurf der Gesundheitsdirektion vom November 1994 eine <i>nachuniversitÃ¤re</i> Zusatzausbildung (vgl. Hinweis in RB 1998 Nr. 79). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die wesentlichen Berufswahlentscheidungen der BeschwerdefÃ¼hrerin konnten daher keineswegs auf die Annahme bauen, die von ihr absolvierte Spezialausbildung kÃ¶nne unabhÃ¤ngig und parallel zur Grundausbildung erworben werden.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Im Ãbrigen wird die Frage, inwieweit das Vertrauen bisheriger BerufsangehÃ¶riger in die kÃ¼nftige Berufszulassung zu schÃ¼tzen sei, abschliessend durch das Ãbergangsrecht gemÃ¤ss Art. II der Gesetzesnovelle beantwortet. Nur diejenigen Psychotherapeuten, die be­reits vor dem 31. Dezember 1994 und seither ununterbrochen selbstÃ¤ndig tÃ¤tig waren, werden unter erleichterten Voraussetzungen entweder aufgrund ihrer Erst- oder aufgrund ihrer Spezialausbildung im Sinne von § 22 Abs. 1 lit. a und lit. b GesundheitsG zugelassen. Dieses Stichdatum wurde vom Bundesgericht als verfassungskonform erachtet, da die nicht­Ã¤rzt­­lichen Therapeuten, die ihre psychotherapeutische TÃ¤tigkeit spÃ¤ter aufnahmen, aufgrund der Vorgeschichte im Kanton ZÃ¼rich jedenfalls damit rechnen mussten, dass der Kanton ZÃ¼rich gewillt war, eine einschrÃ¤nkende Regelung zu erlassen (BGE 128 I 92 E. 4). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die Beschwerde ist daher abzuweisen. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">3. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens wird die BeschwerdefÃ¼hrerin kos­tenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihr damit von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><a id="Text12"></a>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">4. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">5. ...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>