{"Signatur": "CH_BVGE_001", "Spider": "CH_BVGer", "Datum": "2017-12-21", "PDF": {"Datei": "CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2017-VI-9_2017-12-21.pdf", "URL": "https://jurispub.admin.ch/publiws/download;jsessionid=E3061F4A9D6DB431C37063E369AE5899?decisionId=98a2c0b6-78ee-4bac-9fe8-8878ae138cef", "Checksum": "99a3ba8ceeb96e71b7f0482ebe27a063"}, "Scrapedate": "2025-09-08", "Num": ["BVGE 2017 VI/9"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bundesverwaltungsgericht 21.12.2017 BVGE 2017 VI/9"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bundesverwaltungsgericht 21.12.2017 BVGE 2017 VI/9"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Bundesverwaltungsgericht 21.12.2017 BVGE 2017 VI/9"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Bundesverwaltungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conf\u00e9deration Bundesverwaltungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Bundesverwaltungsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Abteilung V"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Charakterisierung eines Verwaltungsakts als Zwischenverf\u00fcgung.\nVoraussetzungen f\u00fcr dessen R\u00fccknahme. Direkte Anwendbarkeit der Zust\u00e4ndigkeitskriterien\nder Dublin-III-VO. Grundsatzurteil.\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\tArt. 5 Abs. 3, Art. 9 BV. Art. 27 Abs. 1 Dublin-III-VO.\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\t1. Die Mitteilung des\nStaatssekretariats f\u00fcr Migration (SEM), mit welcher dieses einer asylsuchenden Person den Abschluss\ndes Dublin-Verfahrens und die Aufnahme des nationalen Asyl- und Wegweisungsverfahrens anzeigt, ist als\nZwischenverf\u00fcgung zu qualifizieren (E. 4.1.1-4.1.4). Die verfahrensleitende Beh\u00f6rde\nkann auf eine solche Zwischenverf\u00fcgung zur\u00fcckkommen, wenn nicht ausnahmsweise der Grundsatz\nvon Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) oder das Willk\u00fcrverbot (Art. 9 BV) dagegen\nsprechen (E. 4.2.1).\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\t2. Weil durch die Mitteilung\ndes SEM weder die rechtliche Stellung der asylsuchenden Person ver\u00e4ndert noch gegen\u00fcber dem\nzust\u00e4ndigen Staat ein Selbsteintritt erkl\u00e4rt wird, ist ein Zur\u00fcckkommen m\u00f6glich\n(E. 4.2.2 und E. 4.3.1-4.3.3). \n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\t3. Die Rechtsprechung\ndes Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) zur Dublin-III-VO impliziert, dass es Asylsuchenden\nin Beschwerdeverfahren gegen Dublin-\u00dcberstellungsentscheide m\u00f6glich sein muss, die falsche\nAnwendung s\u00e4mtlicher zur Zust\u00e4ndigkeit beitragenden Bestimmungen der Dublin-III-VO zu\nr\u00fcgen. Dies gilt auch dann, wenn der ersuchte Mitgliedstaat einem Aufnahme- oder Wiederaufnahmeersuchen\nstattgegeben hat (E. 5.1-5.2).\n\t\t\t\n\n\t\t\t\n\n\t\t\t\t4. Weil keine triftigen\nGr\u00fcnde gegen die \u00dcbernahme dieser Rechtsprechung des EuGH sprechen, ist die Praxis des\nBundesverwaltungsgerichts dahingehend anzupassen, dass Asylsuchende sich im Beschwerdeverfahren\nauf die richtige Anwendung s\u00e4mtlicher objektiver Zust\u00e4ndigkeitskriterien der Dublin-III-VO\nberufen k\u00f6nnen (E. 5.3-5.4).\n\t\t\t\n\n\t\t\t"}], "ScrapyJob": "446973/32/2119", "Zeit UTC": "08.09.2025 04:43:54", "Checksum": "109ef701a0c35bcdc124164932601ff0"}