<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2003 126 S.523</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">523</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>V. Schulrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>126 Schulgeld.</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Die Pflicht zur Übernahme von Schulgeld bei auswärtigem Schulbe-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>such setzt das fortwährende Vorliegen wichtiger Gründe gemäss § 6</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Abs. 2 SchulG voraus; gestörtes Verhältnis zwischen Lehrkraft,</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Schulkind und Eltern als wichtiger Grund (Erw. 1 und 3).</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Angemessene Dauer des unentgeltlichen auswärtigen Schulbesuchs</b></span><br/> <span class="ft3"><b>(Erw. 4).</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">Entscheid des Regierungsrates vom 7. Mai 2003 in Sachen K.E. gegen De-</span><br/> <span class="ft6">partement Bildung, Kultur und Sport.</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">1. a) Gemäss Art. 62 der Bundesverfassung (BV) vom 18. April</span><br/> <span class="ft8">1999 sind für das Schulwesen die Kantone zuständig. Sie sorgen für</span><br/> <span class="ft8">einen ausreichenden Grundschulunterricht, der allen Kindern offen</span><br/> <span class="ft8">steht. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch und untersteht</span><br/> <span class="ft8">staatlicher Leitung oder Aufsicht. An öffentlichen Schulen ist er un-</span><br/> <span class="ft8">entgeltlich. Dementsprechend gewährt der Kanton Aargau in § 34 der</span><br/> <span class="ft8">Kantonsverfassung vom 25. Juni 1980 (KV) und in § 3 Abs. 3 des</span><br/> <span class="ft8">Schulgesetzes vom 17. März 1981 (SchulG) den Kindern und</span><br/> <span class="ft8">Jugendlichen mit Aufenthalt im Kanton den unentgeltlichen Besuch</span><br/> <span class="ft8">der öffentlichen Schulen. § 52 Abs. 1 SchulG verpflichtet denn auch</span><br/> <span class="ft8">die Gemeinden, die Kindergärten und die Volksschulen einschliess-</span><br/> <span class="ft8">lich der Sonderschulen selbst zu führen oder sich an einer entspre-</span><br/> <span class="ft8">chenden Kreisschule zu beteiligen bzw. das Schulgeld für Kinder mit</span><br/> <span class="ft8">Aufenthalt auf ihrem Gebiet zu übernehmen. Im Gegenzug ver-</span><br/> <span class="ft8">pflichtet § 6 Abs. 1 SchulG die Kinder dazu, die Schulpflicht "in der</span><br/> <span class="ft8">Regel" in den öffentlichen Schulen der Wohngemeinde oder des</span><br/> <span class="ft8">Schulkreises, zu dem die Wohngemeinde gehört, zu erfüllen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">524</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Die Eltern haben nach dem Gesagten kein Recht auf freie Wahl</span><br/> <span class="ft8">des Schulortes ihrer Kinder, weil dadurch die Schulplanung ernsthaft</span><br/> <span class="ft8">in Frage gestellt würde und die im Schulgesetz vorgesehene Träger-</span><br/> <span class="ft8">schaft der Volksschule durch die Gemeinden nicht mehr vollziehbar</span><br/> <span class="ft8">wäre. Das allgemeine Interesse an der geregelten Schulorganisation</span><br/> <span class="ft8">geht somit dem privaten Interesse an einer Ausnahmebewilligung vor</span><br/> <span class="ft8">(Aargauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 1985 S.</span><br/> <span class="ft8">614 f.; 1989 S. 502 f.; 1991 S. 161). Demzufolge ist die Auf-</span><br/> <span class="ft8">enthaltsgemeinde auch nur in zwei Fällen verpflichtet, bei einem</span><br/> <span class="ft8">auswärtigen Schulbesuch das Schulgeld zu übernehmen. So besteht</span><br/> <span class="ft8">zum einen ein Anspruch auf unentgeltlichen auswärtigen Schulbe-</span><br/> <span class="ft8">such, wenn die Aufenthaltsgemeinde die betreffende Schulstufe oder</span><br/> <span class="ft8">den Schultyp nicht führt. Im Weiteren ist der Anspruch in all jenen</span><br/> <span class="ft8">Fällen gegeben, in welchen triftige Gründe vorliegen, die ein aus-</span><br/> <span class="ft8">nahmsweises Abweichen von der Regel des Schulbesuchs in der</span><br/> <span class="ft8">Aufenthaltsgemeinde und damit eine durch die Schulpflege zu ver-</span><br/> <span class="ft8">anlassende Einweisung in eine auswärtige Schule rechtfertigen</span><br/> <span class="ft8">(AGVE 1989 S. 503; 1991 S. 160 f.; 1995 S. 605 f.; 2001 S. 156 f.;</span><br/> <span class="ft8">Marco Borghi, Kommentar zur Bundesverfassung der Schweizeri-</span><br/> <span class="ft8">schen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874, Basel/Zürich/Bern</span><br/> <span class="ft8">1988, Art. 27 Rz. 55 ff., mit weiteren Hinweisen auf die Rechtspre-</span><br/> <span class="ft8">chung des Bundesrates). Die Schulpflege der Aufenthaltsgemeinde</span><br/> <span class="ft8">des betreffenden Kindes ist zuständig, zu prüfen, ob derartige</span><br/> <span class="ft8">Gründe für eine Zuweisung des Kindes in eine auswärtige Schule</span><br/> <span class="ft8">vorliegen. Sie hat sich zudem zu vergewissern, dass die Schulpflege</span><br/> <span class="ft8">der auswärtigen Schule mit der Aufnahme des Kindes in die auswär-</span><br/> <span class="ft8">tige Schule auch einverstanden ist (§ 73 Abs. 1 und 2 SchulG).</span><br/> <span class="ft8">b) Die Gemeinde B. führt eine Primarschule, in der die ersten</span><br/> <span class="ft8">fünf Klassen besucht werden können. Demgemäss besteht vorliegend</span><br/> <span class="ft8">nur dann ein Anspruch auf Übernahme des Schulgeldes durch die</span><br/> <span class="ft8">Gemeinde B., wenn seitens von K.E. (nachfolgend: Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft8">rer) triftige Gründe für den auswärtigen Besuch der Primarschule in</span><br/> <span class="ft8">G., anstatt in seiner Aufenthaltsgemeinde B., gegeben sind.</span><br/> <span class="ft8">Das Vorliegen von triftigen Gründen ist im Allgemeinen dann</span><br/> <span class="ft8">zu bejahen, wenn aufgrund besonderer Verhältnisse die Anwendung</span><br/> <span class="ft8">der allgemeinen Regel gemäss § 6 SchulG nicht sachgerecht wäre</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">525</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">sowie zu Härten und Unbilligkeiten führen würde und damit im Ein-</span><br/> <span class="ft8">zelfall dem Kind der Besuch der Schule in der Aufenthaltsgemeinde</span><br/> <span class="ft8">nicht zugemutet werden kann (AGVE 1995 S. 605 mit weiteren</span><br/> <span class="ft8">Hinweisen). Nach der Rechtsprechung kann beispielsweise ein ge-</span><br/> <span class="ft8">störtes Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schulkind eine Ausnahme</span><br/> <span class="ft8">von § 6 SchulG begründen (vgl. VPB [Verwaltungspraxis der Bun-</span><br/> <span class="ft8">desbehörden] 48 [1984] Nr. 39). Ein unentgeltlicher auswärtiger</span><br/> <span class="ft8">Schulbesuch kann auch dann gerechtfertigt sein, wenn aufgrund des</span><br/> <span class="ft8">früheren Verhaltens einer Lehrperson eine schwerwiegende Konflikt-</span><br/> <span class="ft8">situation oder persönliche Unverträglichkeiten im Verhältnis zwi-</span><br/> <span class="ft8">schen Lehrkraft und Schulkind ernsthaft zu erwarten sind, aufgrund</span><br/> <span class="ft8">deren ein Schulbesuch in der Aufenthaltsgemeinde nicht zumutbar</span><br/> <span class="ft8">wäre (vgl. dazu RRB Nr. ...). Ferner ist grundsätzlich davon auszu-</span><br/> <span class="ft8">gehen, dass bei einer massiv gestörten Eltern-Lehrkraft-Beziehung</span><br/> <span class="ft8">ein Schüler bzw. eine Schülerin Anspruch auf Versetzung in eine an-</span><br/> <span class="ft8">dere Klasse haben kann. Dies dann, wenn solche Störungen sich auch</span><br/> <span class="ft8">auf das Lehrkraft-Schulkind-Verhältnis auswirken und damit der</span><br/> <span class="ft8">Unterrichtserfolg und eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung des</span><br/> <span class="ft8">Kindes in Frage gestellt werden. Ein solcher Anspruch kann sich</span><br/> <span class="ft8">aber nicht auf rein subjektive Befürchtungen stützen, die massive</span><br/> <span class="ft8">Störung muss objektiviert sein (vgl. den oben erwähnten AGVE 1995</span><br/> <span class="ft8">S. 606). Liegt eine derartige Situation vor, ist weiter erforderlich,</span><br/> <span class="ft8">dass die Gründe für die Differenzen nicht allein im Verantwor-</span><br/> <span class="ft8">tungsbereich der Eltern liegen, indem sie beispielsweise den Konflikt</span><br/> <span class="ft8">bewusst provoziert und geschürt haben (vgl. dazu RRB Nr. ...). Ein</span><br/> <span class="ft8">derartiges Verhalten wäre als rechtsmissbräuchliches Herbeiführen</span><br/> <span class="ft8">des Konfliktes zu werten, welches keinen Anspruch auf Übernahme</span><br/> <span class="ft8">des Schulgeldes durch die Aufenthaltsgemeinde zu begründen ver-</span><br/> <span class="ft8">mag.</span><br/> <span class="ft8">2. (...)</span><br/> <span class="ft8">3. a) Die Eltern des Beschwerdeführers veranlassten vorliegend</span><br/> <span class="ft8">den Schulwechsel nach G., da sie der Ansicht waren, ihm sei ein</span><br/> <span class="ft8">Schulbesuch in B. nicht mehr länger zuzumuten. Entgegen der Mei-</span><br/> <span class="ft8">nung der Vorinstanz lassen sich den Akten Anhaltspunkte entnehmen,</span><br/> <span class="ft8">welche die Behauptungen und Vorwürfe des Beschwerdeführers bzw.</span><br/> <span class="ft8">seiner Eltern zu stützen vermögen, d.h. objektivieren, dass die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">526</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Verhältnisse zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Lehrerin,</span><br/> <span class="ft8">C.H., sowie - infolgedessen - zwischen den Schulbehörden und den</span><br/> <span class="ft8">Eltern des Beschwerdeführers nicht nur nicht optimal, sondern</span><br/> <span class="ft8">tatsächlich so stark belastet waren, dass dies sich in unzumutbarer</span><br/> <span class="ft8">Weise auf den Beschwerdeführer auswirkte.</span><br/> <span class="ft8">b) Zunächst ist grundsätzlich unbestritten und auch genügend</span><br/> <span class="ft8">belegt, dass beim Beschwerdeführer im betreffenden Zeitpunkt so-</span><br/> <span class="ft8">wohl gewisse Schulprobleme als auch gesundheitliche Probleme</span><br/> <span class="ft8">auftraten. Dies gilt, auch wenn seitens der Vorinstanz im Einzelnen</span><br/> <span class="ft8">sowohl der genaue Zeitpunkt des ersten Auftretens, das Ausmass als</span><br/> <span class="ft8">auch der schlüssig erstellte Zusammenhang dieser Probleme mit der</span><br/> <span class="ft8">Schulsituation in Frage gestellt worden sind. So liegen insbesondere</span><br/> <span class="ft8">verschiedene Arzt- bzw. Therapieberichte vor, welche die vom Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführer vorgebrachten Schwierigkeiten zu stützen vermögen</span><br/> <span class="ft8">und wogegen auch keine konkreten Indizien bestehen, die geeignet</span><br/> <span class="ft8">wären, ihre Zuverlässigkeit ernsthaft in Zweifel zu ziehen (vgl. VPB</span><br/> <span class="ft8">67 I [2003 I] Nr. 3). Zum einen ergibt sich etwa aus dem Zeugnis der</span><br/> <span class="ft8">den Beschwerdeführer seit seiner Geburt behandelnden Ärztin, Dr.</span><br/> <span class="ft8">med. C.P., vom 16. März 2001 (vgl. ...), dass beim Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft8">im fraglichen Zeitraum Konzentrationsstörungen festgestellt wurden.</span><br/> <span class="ft8">Im Weiteren ist im selben Dokument festgehalten, dass die Schulsi-</span><br/> <span class="ft8">tuation bereits sekundäre Auswirkungen (vor allem Aggressivität,</span><br/> <span class="ft8">Verweigerung, usw.) zeige, so dass es dringend ratsam erscheine, die</span><br/> <span class="ft8">Schulsituation (Klasse/Lehrerin) sobald wie möglich zu ändern. Dem</span><br/> <span class="ft8">Bericht der Dipl. Psychomotorik-Therapeutin H.S. vom 1. Juni 2001</span><br/> <span class="ft8">(vgl. ...) lässt sich sodann unter anderem entnehmen, dass der unter</span><br/> <span class="ft8">Konzentrationsproblemen leidende Beschwerdeführer im Verlaufe</span><br/> <span class="ft8">der am 25. August 2000 begonnenen Therapie immer wieder zum</span><br/> <span class="ft8">Ausdruck gebracht habe, dass er sich bei seiner Lehrerin nicht wohl</span><br/> <span class="ft8">fühle, und sich daraus Momente ergeben hätten, in denen dieser des-</span><br/> <span class="ft8">halb aggressiv, frustriert oder traurig gewesen sei. Nachdem der psy-</span><br/> <span class="ft8">chische Druck für den Beschwerdeführer in der Folge immer grösser</span><br/> <span class="ft8">und unerträglicher geworden sei, habe sich die Situation nach dem</span><br/> <span class="ft8">Wechsel in die Gesamtschule G. insofern geändert, als der Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführer fortan ausgeglichener, ruhiger und emotional stabiler</span><br/> <span class="ft8">geworden sei. Schliesslich macht auch die Homöopathin SHI L.J.,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">527</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">bei welcher der Beschwerdeführer seit Oktober 1999 in Behandlung</span><br/> <span class="ft8">war, die Spannungen in der Primarschule B. als wesentlichen Grund</span><br/> <span class="ft8">für die in ihrer homöopathischen Therapie behandelten Konzentrati-</span><br/> <span class="ft8">onsprobleme, Aggressionen, Schlafstörungen und Hautprobleme des</span><br/> <span class="ft8">Beschwerdeführers verantwortlich. Gleichzeitig hält sie fest, dass</span><br/> <span class="ft8">beim Beschwerdeführer mit dem Schulwechsel Besserungen seiner</span><br/> <span class="ft8">Situation und in der Folge auch grosse Fortschritte zu verzeichnen</span><br/> <span class="ft8">gewesen seien (vgl. Bericht von L.J., ...).</span><br/> <span class="ft8">c) Anders als im vorinstanzlichen Entscheid sind nun indessen</span><br/> <span class="ft8">die Ursachen zu beurteilen, welche letztlich zum Schulwechsel ge-</span><br/> <span class="ft8">führt haben. Im Gegensatz zur Einschätzung der Vorinstanz ist dabei</span><br/> <span class="ft8">insbesondere der Rolle der Lehrerin des Beschwerdeführers eine an-</span><br/> <span class="ft8">dere, grössere Bedeutung beizumessen. So sind Anhaltspunkte er-</span><br/> <span class="ft8">sichtlich, dass die vom Beschwerdeführer gegenüber seiner früheren</span><br/> <span class="ft8">Lehrerin geltend gemachten Unkorrektheiten oder Fehlleistungen im</span><br/> <span class="ft8">Umgang mit ihm und anderen Schülerinnen und Schülern nicht von</span><br/> <span class="ft8">vornherein jeglicher Grundlage entbehren und sich diese auch dahin-</span><br/> <span class="ft8">gehend hätten auwirken können, dass mit dem fortgesetzten Schulbe-</span><br/> <span class="ft8">such des Beschwerdeführers bei der betreffenden Lehrerin eine noch</span><br/> <span class="ft8">stärkere Gefährdung seines Unterrichtserfolges sowie seiner gesun-</span><br/> <span class="ft8">den Persönlichkeitsentwicklung verbunden gewesen wäre. Diese</span><br/> <span class="ft8">Annahmen stützend räumt zum einen auch die Schulpflege B. als</span><br/> <span class="ft8">eine mit der konkreten Situation bestens vertraute Behörde Probleme</span><br/> <span class="ft8">mit der fraglichen Lehrerin ein. Dabei anerkennt die Schulpflege B.</span><br/> <span class="ft8">sowohl Schwierigkeiten der Lehrerin im Umgang mit Eltern als auch</span><br/> <span class="ft8">den Umstand, dass es seitens der Lehrerin - wenn auch nur in selte-</span><br/> <span class="ft8">nen Ausnahmefällen - zu Züchtigungen von Schülerinnen und Schü-</span><br/> <span class="ft8">lern gekommen sei. Aufgrund der für die Schulpflege hieraus ent-</span><br/> <span class="ft8">standenen schwierigen schulpolitischen Situation habe sie der - seit</span><br/> <span class="ft8">einem gescheiterten Referendumsversuch gegen ihre Wahl unter Be-</span><br/> <span class="ft8">obachtung stehenden - Lehrerin denn auch einen Schulwechsel nahe</span><br/> <span class="ft8">gelegt; dies obwohl ihr das Inspektorat keine Beanstandungen hin-</span><br/> <span class="ft8">sichtlich der Unterrichtsführung der Lehrerin mitgeteilt habe (vgl.</span><br/> <span class="ft8">Stellungnahme der Schulpflege B. ...). Abgesehen von den vorge-</span><br/> <span class="ft8">nannten Feststellungen der Schulpflege B. lässt sich auch aus ande-</span><br/> <span class="ft8">ren Umständen ableiten, dass dem Beschwerdeführer nicht einfach</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">528</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">nur die persönliche Art seiner Lehrerin (Unterrichtsstil) nicht be-</span><br/> <span class="ft8">hagte. Wie sich aus den Akten ergibt, sind nämlich gegenüber der</span><br/> <span class="ft8">Lehrerin auch von anderer Seite ähnlich lautende Vorwürfe erhoben</span><br/> <span class="ft8">worden. So erfolgten seitens zahlreicher anderer Eltern, deren Kinder</span><br/> <span class="ft8">bei derselben Lehrerin den Unterricht besuchten, übereinstimmende</span><br/> <span class="ft8">Beanstandungen hinsichtlich ihrer Unterrichtsführung (unter ande-</span><br/> <span class="ft8">rem auch mit Hinweisen auf körperliche Züchtigungen; vgl. ...).</span><br/> <span class="ft8">Auch wenn es sich bei den zuletzt genannten Beanstandungen</span><br/> <span class="ft8">anderer Eltern stets um subjektive Aussagen Betroffener über Vor-</span><br/> <span class="ft8">fälle handelt, die teilweise schon längere Zeit zurückliegen, so ist</span><br/> <span class="ft8">diesen Vorbringen bei der Würdigung der konkreten Verhältnisse</span><br/> <span class="ft8">doch Beachtung zu schenken. Dies gilt insbesondere, da diese Aus-</span><br/> <span class="ft8">sagen zusammen mit den Feststellungen der Schulpflege B. zu bele-</span><br/> <span class="ft8">gen vermögen, dass es sich bei den vorliegend geltend gemachten</span><br/> <span class="ft8">Missständen nicht bloss um offensichtlich hochstilisierte Fantasien</span><br/> <span class="ft8">des Beschwerdeführers bzw. seiner Eltern handelt. Dementsprechend</span><br/> <span class="ft8">ist nachfolgend davon auszugehen, dass das (Vertrauens-)Verhältnis</span><br/> <span class="ft8">zwischen dem Beschwerdeführer bzw. seinen Eltern und der Lehre-</span><br/> <span class="ft8">rin auch bei objektiver Betrachtungsweise tatsächlich stark belastet</span><br/> <span class="ft8">war. Dabei lässt sich nicht ausschliessen, dass gerade auch das feh-</span><br/> <span class="ft8">lende Vertrauensverhältnis zwischen den Eltern und der Lehrerin sich</span><br/> <span class="ft8">zusätzlich negativ auf das Schüler-Lehrerin-Verhältnis auswirkte.</span><br/> <span class="ft8">Unter diesen besonderen Umständen wäre es auf jeden Fall angezeigt</span><br/> <span class="ft8">gewesen, dass seitens der durch die Eltern des Beschwerdeführers</span><br/> <span class="ft8">angerufenen Schulpflege B. korrigierend und vertrauensbildend ein-</span><br/> <span class="ft8">gegriffen worden wäre. Wie sich noch zeigen wird, ist der Schul-</span><br/> <span class="ft8">pflege B. diese Vertrauensbildung aber gerade nicht gelungen. Wel-</span><br/> <span class="ft8">che Bedeutung diesem Umstand hinsichtlich der Schulgeldfrage zu-</span><br/> <span class="ft8">kommt, ist nachfolgend zu prüfen.</span><br/> <span class="ft8">d) Gemäss § 71 SchulG ist die Schulpflege Aufsichtsbehörde</span><br/> <span class="ft8">und in allen Angelegenheiten der Volksschule zuständig; insbeson-</span><br/> <span class="ft8">dere obliegt ihr die Überwachung des Schulbetriebes und des Unter-</span><br/> <span class="ft8">richtes, die Förderung des Kontakts zwischen Eltern und Lehrer-</span><br/> <span class="ft8">schaft sowie die Behebung von Anständen (§ 71 lit. a und c SchulG).</span><br/> <span class="ft8">Sie wird in ihrer Arbeit durch Inspektoren oder Inspektorinnen un-</span><br/> <span class="ft8">terstützt, ist doch deren Aufgabe die pädagogische und fachliche</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">529</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Aufsicht über den Unterricht an den öffentlichen Schulen sowie die</span><br/> <span class="ft8">Beratung der Lehrpersonen sowie der Schulbehörden (§ 51 SchulG</span><br/> <span class="ft8">sowie § 37 Abs. 1 der Verordnung über die Volksschule vom 29.</span><br/> <span class="ft8">April 1985 [nachfolgend: Volksschulverordnung]). (...)</span><br/> <span class="ft8">Trotz längerer Kenntnis der mit der betreffenden Lehrerin zu-</span><br/> <span class="ft8">sammenhängenden Problematik im Allgemeinen sowie der durch die</span><br/> <span class="ft8">Eltern des Beschwerdeführers im Vorfeld zum Schulwechsel klar si-</span><br/> <span class="ft8">gnalisierten drohenden Eskalation der Situation im Speziellen war</span><br/> <span class="ft8">sich die Schulpflege B. vorliegend offensichtlich der Dringlichkeit</span><br/> <span class="ft8">ihres einschreitenden Handelns nicht im Klaren. So verzichtete sie</span><br/> <span class="ft8">auch nach mehreren (teilweise telefonischen) Kontaktnahmen durch</span><br/> <span class="ft8">die Eltern des Beschwerdeführers auf eine genaue Prüfung der Ver-</span><br/> <span class="ft8">hältnisse und damit auch auf den Beizug des Inspektorats. Dement-</span><br/> <span class="ft8">sprechend liegen weder den Akten diesbezügliche Inspektionsbe-</span><br/> <span class="ft8">richte bei noch kann sich die in den Jahren 1999 bis 2001 amtierende</span><br/> <span class="ft8">Inspektorin von B. an eine Kontaktnahme durch die Schulpflege oder</span><br/> <span class="ft8">die Lehrerin betreffend den Fall "K.E." erinnern (vgl. Stellungnahme</span><br/> <span class="ft8">von M.W. ...). Im Weiteren unterliess es die Schulpflege auch, andere</span><br/> <span class="ft8">greifende Massnahmen innert nützlicher Frist und mit Nachdruck an-</span><br/> <span class="ft8">zuordnen bzw. - zumindest - dem Beschwerdeführer und seinen El-</span><br/> <span class="ft8">tern plausibel darzulegen, dass sie sich der Angelegenheit ernsthaft</span><br/> <span class="ft8">annehmen werde. Stattdessen beschränkte sie sich auch in ihrem</span><br/> <span class="ft8">letzten vor dem Schulwechsel ergehenden Schreiben vom 22. März</span><br/> <span class="ft8">2001 darauf, die Schreiben der Eltern E. vom 18. März 2001 (vgl. ...)</span><br/> <span class="ft8">sowie der Homöopathin SHI L.J. vom 20. März 2001 (darin wurde</span><br/> <span class="ft8">unter anderem auf die starke Verschlechterung des allgemeinen Zu-</span><br/> <span class="ft8">stands sowie das Leiden des Beschwerdeführers unter der grossen</span><br/> <span class="ft8">Spannung in der Schule hingewiesen; vgl. ...) mit letztlich bloss ver-</span><br/> <span class="ft8">tröstenden Worten zu beantworten. Auf jeden Fall lässt sich dem</span><br/> <span class="ft8">Schreiben der Schulpflege B. vom 22. März 2001 nichts entnehmen,</span><br/> <span class="ft8">woraus der Beschwerdeführer und seine Eltern auf eine baldige und</span><br/> <span class="ft8">ernsthafte Lösung der anstehenden problematischen Situation hätten</span><br/> <span class="ft8">schliessen können (vgl. ...).</span><br/> <span class="ft8">e) Unter den vorstehenden, besonderen Umständen würde es</span><br/> <span class="ft8">vorliegend zu kurz greifen, mit der Vorinstanz allein die Eltern E. für</span><br/> <span class="ft8">den Konflikt mit den Schulbehörden sowie für die Eskalation der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">530</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Situation (mit letztlich fluchtartigem Schulwechsel) als verantwort-</span><br/> <span class="ft8">lich anzusehen. Zu diesem Schluss ist zu gelangen, auch wenn das</span><br/> <span class="ft8">Verhalten der Eltern E. nicht als durchgängig korrekt eingestuft wer-</span><br/> <span class="ft8">den kann. So erscheint insbesondere das gegenüber der Schulpflege</span><br/> <span class="ft8">B. sowie der Therapeutin des Beschwerdeführers ausgesprochene</span><br/> <span class="ft8">Verbot der Eltern E., wonach es diesen grundsätzlich untersagt war,</span><br/> <span class="ft8">mit der Lehrerin ein direktes und klärendes Gespräch zu führen, als</span><br/> <span class="ft8">problematisch. Dies gilt, auch wenn es sich aus Sicht der Eltern als</span><br/> <span class="ft8">nachvollziehbar erweist, dass sie durch dieses Verhalten ihren Sohn</span><br/> <span class="ft8">vor allfälligen Repressionsmassnahmen seitens seiner Lehrerin be-</span><br/> <span class="ft8">wahren wollten. Des Weitern ist zu beanstanden, dass die Eltern E.</span><br/> <span class="ft8">die Schulpflege B. offensichtlich nicht über die sich im fraglichen</span><br/> <span class="ft8">Zeitpunkt bereits konkretisierende Möglichkeit eines Schulwechsels</span><br/> <span class="ft8">informierten. Auch wenn nicht mit nachweislich schlechter Absicht</span><br/> <span class="ft8">erfolgt, so ist doch festzustellen, dass eine entsprechende Thematisie-</span><br/> <span class="ft8">rung durch die Eltern E. einer einvernehmlichen Lösung der vorlie-</span><br/> <span class="ft8">gend sehr verfahrenen Situation sicherlich hätte zuträglich sein kön-</span><br/> <span class="ft8">nen. Demgegenüber kann den Eltern E. keineswegs eine bereits an-</span><br/> <span class="ft8">fänglich - d.h. seit der Einschulung des Beschwerdeführers - vor-</span><br/> <span class="ft8">handene, klar ablehnende Haltung gegenüber der Schule B. und ins-</span><br/> <span class="ft8">besondere der Lehrerin des Beschwerdeführers vorgeworfen werden.</span><br/> <span class="ft8">Trotz - aus Sicht der Eltern E. - ebenfalls negativen Erfahrungen im</span><br/> <span class="ft8">Zusammenhang mit dem Schulbesuch der älteren Schwester des Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführers in B. zeigten die Eltern E. nämlich insofern ihren</span><br/> <span class="ft8">guten Willen, als sie dem späteren Eintritt des Beschwerdeführers in</span><br/> <span class="ft8">die Primarschule B. zustimmten; indem sie auch nach den aufkom-</span><br/> <span class="ft8">menden Problemen mit ihrem Sohn hinsichtlich ihrer Tochter von ei-</span><br/> <span class="ft8">nem Schulwechsel absahen, bewiesen sie sodann, dass es ihnen bei</span><br/> <span class="ft8">ihrem Handeln keineswegs um eine grundsätzliche Opposition ge-</span><br/> <span class="ft8">genüber der Schule B. ging. Schliesslich ist den Eltern E. zugute zu</span><br/> <span class="ft8">halten, dass im Zeitpunkt des veranlassten Schulwechsels unter den</span><br/> <span class="ft8">herrschenden Umständen (die Auseinandersetzungen hatten sich be-</span><br/> <span class="ft8">reits über längere Zeit hinweggezogen) wenig Aussicht darauf be-</span><br/> <span class="ft8">stand, dass sich die Konfliktsituation zumindest in absehbarer Zeit</span><br/> <span class="ft8">wieder hätte entspannen können. Angesichts dieser sehr speziellen</span><br/> <span class="ft8">Ausgangslage hätte von den Eltern nicht verlangt werden können,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">531</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">dass sie je nachdem weitere Monate zuschauen, wie es ihrem Sohn</span><br/> <span class="ft8">immer schlechter geht.</span><br/> <span class="ft8">Insgesamt lässt sich festhalten, dass sich Ursachen für die vor-</span><br/> <span class="ft8">liegende Konfliktsituation auf beiden Seiten finden lassen, ohne dass</span><br/> <span class="ft8">allerdings der beschwerdeführenden Seite hierfür eine überwiegende</span><br/> <span class="ft8">Verantwortung anzulasten wäre. Diesen Schluss lässt insbesondere</span><br/> <span class="ft8">die Tatsache zu, dass offensichtlich auch andere Eltern mit der be-</span><br/> <span class="ft8">treffenden Lehrerin grosse Probleme hatten und selbst die Schul-</span><br/> <span class="ft8">pflege B. von einer schwierigen schulpolitischen Situation spricht.</span><br/> <span class="ft8">Der durch die Eltern des Beschwerdeführers selbstständig - ohne</span><br/> <span class="ft8">vorgängige Absegnung durch die Schulpflege B. - vorgenommene</span><br/> <span class="ft8">plötzliche Schulwechsel erweist sich des Weiteren unter den damali-</span><br/> <span class="ft8">gen besonderen Umständen im Hinblick auf das Wohl des Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführers als nachvollziehbar. Entgegen der vorinstanzlichen</span><br/> <span class="ft8">Argumentation gilt dies trotz des Umstandes, dass der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft8">führer bereits nach den Sommerferien 2001 eine neue Lehrkraft er-</span><br/> <span class="ft8">halten hätte. Gemäss Bestätigung der Schulpflege B. hatten der Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführer sowie seine Eltern im Zeitpunkt des Schulwechsels</span><br/> <span class="ft8">vom baldigen Schulabgang der Lehrerin nämlich gerade noch keine</span><br/> <span class="ft8">Kenntnis (Stellungnahme der Schulpflege B. ...).</span><br/> <span class="ft8">f) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführer im Zeitpunkt des Schulwechsels - im Vergleich zu</span><br/> <span class="ft8">anderen ebenfalls betroffenen Schülerinnen und Schülern - offen-</span><br/> <span class="ft8">sichtlich so stark unter der konkreten Schulsituation sowie dem ge-</span><br/> <span class="ft8">spannten Verhältnis zwischen seinen Eltern und den Schulbehörden</span><br/> <span class="ft8">litt, dass sein Unterrichtserfolg und seine gesunde Persönlichkeits-</span><br/> <span class="ft8">entwicklung in Frage gestellt waren. In pädagogischer Hinsicht war</span><br/> <span class="ft8">für ihn unter diesen besonderen Umständen kein zumutbarer Schul-</span><br/> <span class="ft8">besuch mehr in B. gegeben und es zeichnete sich im betreffenden</span><br/> <span class="ft8">Zeitpunkt auch keine unmittelbare Veränderung dieser Situation</span><br/> <span class="ft8">(stark gestörtes Vertrauensverhältnis) ab. Mithin ergibt sich aus dem</span><br/> <span class="ft8">Gesagten, dass im vorliegenden Fall ein hinreichend triftiger - und</span><br/> <span class="ft8">damit kein rein subjektiver - Grund vorlag, der gemäss der geltenden</span><br/> <span class="ft8">Praxis ein Abweichen vom Schulbesuch des Beschwerdeführers in B.</span><br/> <span class="ft8">rechtfertigte. Dies gilt insbesondere, da gemäss Rechtsprechung</span><br/> <span class="ft8">gerade nicht verlangt wird, dass die Gründe für die eingetretene Stö-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">532</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">rung alleinig auf Seiten der Schulbehörden liegen dürfen. Vielmehr</span><br/> <span class="ft8">soll es für einen Anspruch auf auswärtigen Schulbesuch auch genü-</span><br/> <span class="ft8">gen, wenn - wie im vorliegenden besonderen Fall - die festgestellten</span><br/> <span class="ft8">Differenzen auf verschiedene zusammentreffende Umstände (Ver-</span><br/> <span class="ft8">halten Lehrerin und Eltern sowie fehlende Sensibilität der Schul-</span><br/> <span class="ft8">pflege B.) zurückzuführen und damit nicht im alleinigen Verantwor-</span><br/> <span class="ft8">tungsbereich des Schulkindes bzw. seiner Eltern zu suchen sind.</span><br/> <span class="ft8">Folglich hat die Vorinstanz zu Unrecht entschieden, dass die Ge-</span><br/> <span class="ft8">meinde B. grundsätzlich nicht verpflichtet werden kann, das Schul-</span><br/> <span class="ft8">geld für den auswärtigen Schulbesuch des Beschwerdeführers zu</span><br/> <span class="ft8">übernehmen.</span><br/> <span class="ft8">4. Ist vorgängig der durch die Eltern des Beschwerdeführers</span><br/> <span class="ft8">veranlasste Schulwechsel als grundsätzlich nachvollziehbar und ge-</span><br/> <span class="ft8">rechtfertigt eingestuft worden, so stellt sich nachfolgend die Frage</span><br/> <span class="ft8">nach der Endgültigkeit dieses Wechsels bzw. nach dem (angemesse-</span><br/> <span class="ft8">nen) Zeitpunkt für eine allfällige Rückkehr in die Schule von B.</span><br/> <span class="ft8">Wie sich aus dem vorweg Dargelegten ergibt, schied die Lehre-</span><br/> <span class="ft8">rin C.H. Ende des Schuljahres 2000/2001, d.h. mit Abschluss der</span><br/> <span class="ft8">2. Klasse des Beschwerdeführers, aus dem Dienst der Primarschule</span><br/> <span class="ft8">von B. aus. Mit Beginn des Schuljahres 2001/2002 übernahm folg-</span><br/> <span class="ft8">lich eine andere Lehrkraft die 3. Klasse in B. Entgegen der Meinung</span><br/> <span class="ft8">der Vorinstanz kann aus diesem Umstand nicht von vornherein ge-</span><br/> <span class="ft8">schlossen werden, dass die für den auswärtigen Schulbesuch geltend</span><br/> <span class="ft8">gemachten triftigen Gründe höchstens für die Zeit von Ende März</span><br/> <span class="ft8">2001 bis Ende des Schuljahres 2000/2001 von Bedeutung sein</span><br/> <span class="ft8">könnten. Zwar trifft es zu, dass nach dem Wechsel der Lehrkraft der</span><br/> <span class="ft8">eigentliche Grund für den Schulwechsel weggefallen ist. Seitens des</span><br/> <span class="ft8">Beschwerdeführers bzw. seiner Eltern wird nämlich zu keiner Zeit</span><br/> <span class="ft8">die Schule von B. als solche, sondern primär die konkrete Lehrkraft</span><br/> <span class="ft8">in Frage gestellt. Dementsprechend haben die Eltern etwa auch da-</span><br/> <span class="ft8">von abgesehen, die Schwester des Beschwerdeführers ebenfalls in</span><br/> <span class="ft8">einer auswärtigen Schule zu platzieren. Trotzdem ist nicht davon</span><br/> <span class="ft8">auszugehen, dass mit Beginn des Schuljahres 2001/2002 einer Rück-</span><br/> <span class="ft8">kehr nach B. nichts mehr im Wege gestanden hätte. So befand sich</span><br/> <span class="ft8">der Beschwerdeführer im betreffenden Zeitpunkt noch in einer ei-</span><br/> <span class="ft8">gentlichen Stabilisierungsphase. Ein "Herausreissen" aus dem neuen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">533</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Schul- und Klassenverband so kurz nach dem Schulwechsel hätte im</span><br/> <span class="ft8">betreffenden Moment somit zu einer neuerlichen Verunsicherung und</span><br/> <span class="ft8">damit Gefährdung der bereits eingeleiteten positiven Entwicklung</span><br/> <span class="ft8">führen können.</span><br/> <span class="ft8">Auch wenn dem Beschwerdeführer im Hinblick auf sein Wohl</span><br/> <span class="ft8">zu Beginn des Schuljahres 2001/2002 noch keine Rückkehr nach B.</span><br/> <span class="ft8">hatte zugemutet werden können, heisst dies allerdings nicht, dass</span><br/> <span class="ft8">ihm eine solche auch zu einem späteren Zeitpunkt unmöglich gewe-</span><br/> <span class="ft8">sen wäre. Wie den ärztlichen und sonstig eingereichten Berichten</span><br/> <span class="ft8">entnommen werden kann, hat beim Beschwerdeführer im Verlaufe</span><br/> <span class="ft8">des 3. Schuljahres nämlich eine klare schulische und gesundheitliche</span><br/> <span class="ft8">Stabilisierung stattgefunden (vgl. Bericht von L.J., SHI Homöopathi-</span><br/> <span class="ft8">sche Praxis, ..., Kurzbericht des Rektors der Primarschule G. ... sowie</span><br/> <span class="ft8">Coaching-Bericht von R.R. ...). Hieraus lässt sich schliessen, dass</span><br/> <span class="ft8">dem Beschwerdeführer spätestens nach Beendigung des Schuljahres</span><br/> <span class="ft8">2001/2002 wieder ein Schulwechsel hätte zugemutet werden können.</span><br/> <span class="ft8">Dabei wird nicht ausser Acht gelassen, dass ein Schulwechsel immer</span><br/> <span class="ft8">mit einer gewissen Verunsicherungsgefahr verbunden ist. Diese Ge-</span><br/> <span class="ft8">fährdung unterscheidet sich im konkreten Fall jedoch nicht wesent-</span><br/> <span class="ft8">lich von jener, die auch bei sonstigen - durch die gesteigerte Mobi-</span><br/> <span class="ft8">lität immer häufiger vorkommenden - Klassen- bzw. Schulwechseln</span><br/> <span class="ft8">festzustellen ist. Überdies ist zu berücksichtigen, dass auch anderen</span><br/> <span class="ft8">Schülerinnen und Schülern häufig nach Abschluss des 3. Schuljahres</span><br/> <span class="ft8">ein Lehrerwechsel zugemutet wird, ohne dass hierbei von einer Be-</span><br/> <span class="ft8">einträchtigung des Kindheitswohls ausgegangen würde. Selbst sei-</span><br/> <span class="ft8">tens der Eltern des Beschwerdeführers wird denn auch eine Wieder-</span><br/> <span class="ft8">eingliederung in die Primarschule B. nicht kategorisch ausgeschlos-</span><br/> <span class="ft8">sen (vgl. Gegenbemerkungen ...). Dies spricht dafür, dass das Ver-</span><br/> <span class="ft8">hältnis zur Primarschule B. und das Vertrauen des Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft8">rers sowie seiner Eltern in die Schulbehörden von B. offensichtlich</span><br/> <span class="ft8">nicht unheilbar zerstört sind. Ein starkes Indiz hiefür ist auch im Um-</span><br/> <span class="ft8">stand zu sehen, dass die Schwester des Beschwerdeführers bis zum</span><br/> <span class="ft8">Sommer 2002 dieselbe Schule in B. besuchte.</span><br/> <span class="ft8">Vorliegend ist zudem zu gewichten, dass mit der Rückkehr in</span><br/> <span class="ft8">die Aufenthaltsgemeinde auch verschiedene positive Einflüsse ver-</span><br/> <span class="ft8">bunden sind. So wird dem Beschwerdeführer dadurch zum einen er-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">534</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">möglicht, wieder mit Kindern aus seinem direkten Wohnumfeld die</span><br/> <span class="ft8">Schule zu absolvieren. Aus den Akten ergeben sich diesbezüglich</span><br/> <span class="ft8">auch keine Anzeichen, dass sich zwischen dem Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft8">und seinen Mitschülerinnen und Mitschülern in B. etwelche Pro-</span><br/> <span class="ft8">bleme ergeben hätten. Vielmehr sucht der Beschwerdeführer in sei-</span><br/> <span class="ft8">ner Freizeit offensichtlich sogar selber den Kontakt zur alten Schule</span><br/> <span class="ft8">sowie zu seinen früheren Mitschülerinnen und Mitschülern, was für</span><br/> <span class="ft8">eine nach wie vor bestehende Verbundenheit zur früheren Schule</span><br/> <span class="ft8">spricht. Des Weitern wird es sich sowohl für den Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft8">als auch seine Eltern schulisch als vorteilhaft erweisen, wenn er wie</span><br/> <span class="ft8">seine Schwester die Schulzeit in B. durchläuft und von deren Erfah-</span><br/> <span class="ft8">rungen profitieren kann. Überdies stellt sich mit der Rückkehr in die</span><br/> <span class="ft8">Aufenthaltsgemeinde gesamthaft gesehen eine Normalisierung der</span><br/> <span class="ft8">ausserordentlichen und damit ebenfalls belastenden Schulverhält-</span><br/> <span class="ft8">nisse, einschliesslich des Schulweges nach G., ein. Dementsprechend</span><br/> <span class="ft8">spricht sich auch das Rektorat der Primarschule B. für eine Rückkehr</span><br/> <span class="ft8">des Beschwerdeführers aus und heisst diesen an der Schule von</span><br/> <span class="ft8">B. - wo sich nach Angaben der Schulpflege das Team unterdessen</span><br/> <span class="ft8">sehr stark verändert hat und ein liebevolles sowie akzeptierendes</span><br/> <span class="ft8">Klima herrschen soll - als jederzeit willkommen (vgl. Stellungnahme</span><br/> <span class="ft8">des Schulrektorats von B. ...; Stellungnahme der Schulpflege B. ...).</span><br/> <span class="ft8">Entgegen der Meinung der Eltern des Beschwerdeführers sieht der</span><br/> <span class="ft8">Regierungsrat schliesslich keine Veranlassung, eine Rückkehr an die</span><br/> <span class="ft8">Bedingungen einer vorgängigen schulpsychologischen Beurteilung</span><br/> <span class="ft8">und Empfehlung sowie einer unabhängigen Supervision der zukünf-</span><br/> <span class="ft8">tigen Lehrkraft bzw. Schulsituation zu knüpfen.</span><br/> <span class="ft8">Nach dem Gesagten ist vorliegend zwar aufgrund der festge-</span><br/> <span class="ft8">stellten besonderen Verhältnisse ein Anspruch des Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft8">rers auf auswärtigen Schulbesuch sowie auf Übernahme des Schul-</span><br/> <span class="ft8">geldes durch die Aufenthaltsgemeinde B. zuzuerkennen, dies aller-</span><br/> <span class="ft8">dings nur bis und mit Abschluss der 3. Primarschule. Für den darüber</span><br/> <span class="ft8">hinausgehenden Zeitraum hat für den Beschwerdeführer somit keine</span><br/> <span class="ft8">Veranlassung zum Schulbesuch in G. mehr bestanden. Folglich be-</span><br/> <span class="ft8">steht auch keine Grundlage, welche der Gemeinde G. ihrerseits eine</span><br/> <span class="ft8">Überwälzung der diesbezüglichen Schulkosten auf die Aufenthalts-</span><br/> <span class="ft8">gemeinde B. gestatten würde. Anderslautende, dem Regierungsrat</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">535</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">nach der Aktenlage aber nicht bekannte sowie auch nicht geltend</span><br/> <span class="ft8">gemachte Abmachungen (Kostengutsprache) vorbehalten, sind die ab</span><br/> <span class="ft8">Beendigung der 3. Primarschule auflaufenden (auswärtigen) Schul-</span><br/> <span class="ft8">kosten somit durch den Beschwerdeführer bzw. seine Eltern zu tra-</span><br/> <span class="ft8">gen.</span><br/> <span class="ft8">(...)</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>