<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00503</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222762&amp;W10_KEY=13045539&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00503</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.11.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht ist auf eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 19.12.2022 nicht eingetreten.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an eine mittellose deutsche Staatsangehörige, die als "Lebens-Forscherin" und Schriftstellerin tätig ist.] Eine Verbesserung der finanziellen Lage der Beschwerdeführerin ist nicht absehbar. Es liegt keine nachhaltige und möglichst existenzsichernde Geschäftstätigkeit vor, weshalb ihr kein Aufenthaltsanspruch zwecks Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit zukommt (E. 4). Die Beschwerdeführerin wird von der Fürsorge unterstützt und verfügt über keine eigenen finanziellen Mittel. Die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für Personen, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, kommt daher ebenfalls nicht in Betracht (E. 5). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERWERBSLOSER AUFENTHALT">ERWERBSLOSER AUFENTHALT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTÃNDIGE ERWERBSTÃTIGKEIT">SELBSTÃNDIGE ERWERBSTÃTIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 4 FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 6 FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 12 Abs. 1 Anhang I FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=59280" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00503</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">7. November 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Selina Sigerist. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A, eine 1956 geborene deutsche StaatsangehÃ¶rige, reiste am 4. November 2021 in die Schweiz ein. Am 5. November 2021 ersuchte sie beim Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich um Erteilung einer (Kurz‑)Aufenthaltsbewilligung. Das Migrationsamt wies das Gesuch mit VerfÃ¼gung vom 13. Januar 2022 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen rekurrierte A an die Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich. Diese wies den Rekurs mit Entscheid vom 12. August 2022 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 2. September 2022 erhob A Beschwerde und beantragte, der Rekursentscheid sei aufzuheben und ihr sei unverzÃ¼glich eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 12. September 2022 auf Vernehmlassung; das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. </p> <p class="Urteilstext"><span>Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>GemÃ¤ss dem von der BeschwerdefÃ¼hrerin ausgefÃ¼llten Gesuchsformular vom 5. November 2021 beantragte sie eine Kurzaufenthaltsbewilligung. Aus den Eingaben der BeschwerdefÃ¼hrerin ergibt sich jedoch, dass sie dauerhaft in der Schweiz verbleiben mÃ¶chte. Wie die Vorinstanz zutreffend festhÃ¤lt, ist daher (auch) die Erteilung einer ordentlichen Aufenthaltsbewilligung zu prÃ¼fen. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Im Gesuch vom 5. November 2021 ist als Aufenthaltszweck "NichterwerbstÃ¤tig: Privataufenthalt" vermerkt. In ihren Eingaben machte die BeschwerdefÃ¼hrerin jedoch sinngemÃ¤ss geltend, einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit nachgehen zu wollen. Es fragt sich daher, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin auch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zwecks AusÃ¼bung einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit ersucht hat. Dies kann aber letztlich offenbleiben, da die BeschwerdefÃ¼hrerin, wie sich sogleich zeigt, ohnehin keine selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit im Sinn der massgebenden gesetzlichen Grundlage ausÃ¼bt (vgl. E. 4).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin stellt sinngemÃ¤ss die AntrÃ¤ge, sie sei persÃ¶nlich anzuhÃ¶ren und ihr Audio- bzw. Printbook seien beizuziehen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Parteien haben aufgrund ihres Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r das Recht, BeweisantrÃ¤ge zu stellen. Die Entscheidinstanz kann solche BeweisantrÃ¤ge jedoch ohne Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs ablehnen, wenn sie aufgrund bereits abgenommener Beweise ihre Meinung gebildet hat und ohne WillkÃ¼r in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung annehmen kann, dass ihre Ãberzeugung durch weitere Beweiserhebung nicht geÃ¤ndert wÃ¼rde (Kaspar PlÃ¼ss <span>in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG],</span> § 7 N. 19; VGr, 23. Oktober 2019, VB.2019.00425, E. 4.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>In Verfahren, die â wie das vorliegende â nicht in den Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101) fallen, liegt es gemÃ¤ss § 59 Abs. 1 VRG im Ermessen des Verwaltungsgerichts, ob es eine mÃ¼ndliche Verhandlung durchfÃ¼hren will (vgl. Marco Donatsch, Kommentar VRG, § 59 N. 5; ferner BGr, 18. November 2020, 2C_933/2019, E. 3.2.3, und 5. Februar 2020, 2C_120/2020, E. 2.2.1 f.; VGr, 16. Dezember 2021, VB.2021.00433, E. 2.2). Aus dem Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r ergibt sich grundsÃ¤tzlich kein Anspruch auf mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung (Alain Griffel, Kommentar VRG, § 8 N. 31). Das Verwaltungsgericht sieht praxisgemÃ¤ss von einer mÃ¼ndlichen Verhandlung ab, wenn die Akten nach durchgefÃ¼hrtem Schriftenwechsel eine hinreichende Entscheidungsgrundlage bieten (VGr, 13. April 2022, VB. 2021.00668, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Vorliegend lÃ¤sst sich der Sachverhalt anhand der Akten beurteilen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat ihren Standpunkt mehrfach schriftlich dargelegt und von einer persÃ¶nlichen AnhÃ¶rung sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Dem sinngemÃ¤ssen Begehren der BeschwerdefÃ¼hrerin auf persÃ¶nliche AnhÃ¶rung ist daher nicht stattzugeben. Es kann zudem davon ausgegangen werden, dass der Beizug des Audio- und Printbooks der BeschwerdefÃ¼hrerin am Ergebnis nichts Ã¤ndert, weshalb auch darauf verzichtet werden kann.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen richtet sich grundsÃ¤tzlich nach dem AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20). FÃ¼r AngehÃ¶rige der Mitgliedstaaten der EuropÃ¤ischen Union hat das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz allerdings nur insoweit Geltung, als das FreizÃ¼gigkeitsabkommen <span>vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) </span>keine abweichende Bestimmung oder das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz eine fÃ¼r die betroffene AuslÃ¤nderin bzw. den betroffenen AuslÃ¤nder vorteilhaftere Regelung enthÃ¤lt (Art. 2 Abs. 2 AIG).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>GemÃ¤ss <span>Art. 4 FZA in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 Anhang I FZA</span> erhalten StaatsangehÃ¶rige eines EU-Mitgliedstaats, die sich zwecks AusÃ¼bung einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit im Hoheitsgebiet einer anderen Vertragspartei niederlassen wollen, eine Aufenthaltserlaubnis, sofern sie den zustÃ¤ndigen nationalen BehÃ¶rden nachweisen, sich zu diesem Zweck im Land niedergelassen zu haben bzw. niederlassen zu wollen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Als Nachweis fÃ¼r die Aufnahme einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit im Sinn von Art. 12 Abs. 1 Anhang I FZA genÃ¼gt die Errichtung eines Unternehmens oder einer BetriebsstÃ¤tte mit einer effektiven und mÃ¶glichst existenzsichernden GeschÃ¤ftstÃ¤tigkeit, was mittels geeigneter Unterlagen zu belegen ist (BGr, 6. Februar 2020, 2C_451/2019, E. 3.1, und 31. Juli 2017, 2C_81/2017, E. 3.2; Staatssekretariat fÃ¼r Migration, Weisungen VFP, Weisungen und ErlÃ¤uterungen zur Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr, Bern, Oktober 2022, Ziff. 4.3.2). Die betroffene Person soll grundsÃ¤tzlich ein Einkommen erzielen, welches ihr erlaubt, ihr Leben und dasjenige der Familie zu fristen und nicht dauerhaft bzw. umfassend sozialhilfeabhÃ¤ngig zu werden (BGr, 31. Juli 2017, 2C_81/2017, E. 3.2, und 2. November 2015, 2C_243/2015, E. 3.3.1); andernfalls gilt die betroffene Person nicht als erwerbstÃ¤tig (BGr, 6. Februar 2020, 2C_451/2019, E. 3.2; VGr, 14. Mai 2020, VB.2019.00787, E. 6.1.2). Die entsprechenden Voraussetzungen (nachhaltig und mÃ¶glichst existenzsichernd) ergeben sich aus dem Sinn und Zweck von Art. 12 Abs. 1 und 2 des Anhangs I FZA: Hintergrund dieses Erfordernisses bildet der Umstand, dass die Aufnahme einer selbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit nicht nur fÃ¼r die gesuchstellende Person mit finanziellen und sozialen Risiken verbunden ist. Da SelbstÃ¤ndigerwerbende im Gegensatz zu Arbeitnehmenden nicht obligatorisch gegen Arbeits- bzw. Verdienstlosigkeit versichert sind, stellen sie im Fall eines schlechten GeschÃ¤ftsgangs und bei Fehlen ausreichender finanzieller Reserven ein Risiko fÃ¼r das staatliche FÃ¼rsorgesystem dar (BGr, 6. Februar 2020, 2C_451/2019, E. 3.2, mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Es darf jedoch kein bestimmtes Mindesteinkommen vorausgesetzt werden. Ob SelbstÃ¤ndigerwerbende ihr Aufenthaltsrecht systematisch verlieren, wenn sie nicht mehr fÃ¼r ihren Lebensunterhalt aufkommen kÃ¶nnen und von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig werden, ist in der Lehre umstritten. Jedenfalls sind die UmstÃ¤nde zu berÃ¼cksichtigen, die zur AbhÃ¤ngigkeit von der Sozialhilfe gefÃ¼hrt haben, sowie deren allfÃ¤llige Dauer und eine mÃ¶glicherweise absehbare Ver­besserung der finanziellen Situation (BGr, 6. Februar 2020, 2C_451/2019, E. 3.3 â 16. November 2018, 2C_13/2018, E. 4.2 â 2. November 2015, 2C_243/2015, E. 3.3.1, je mit Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Entscheidend ist, dass die bzw. der AngehÃ¶rige eines EU-Mitgliedstaats selbstÃ¤ndig ein eigenes Gewerbe in einem wirtschaftlich relevanten Ausmass betreibt. Der Umstand, dass dies allenfalls (noch) nicht gewinnbringend erfolgt, stellt die SelbstÃ¤ndigkeit der ErwerbstÃ¤tigkeit nicht infrage, solange die betroffene Person deswegen nicht dauernd und in erheblichem Masse Sozialhilfeleistungen beziehen muss, sondern diesbezÃ¼glich auf persÃ¶nliche Reserven zurÃ¼ckgreifen kann (BGr, 6. Februar 2020, 2C_451/2019, E. 5.3.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird von der FÃ¼rsorge unterstÃ¼tzt. DiesbezÃ¼glich gab sie in ihrem Rekurs an, sie "benÃ¶tige nicht viel, um hier glÃ¼cklich wirken zu kÃ¶nnen". Sie fÃ¼hrte aus, eine Unterkunft wie die Not-Wohnung in B und etwas Geld fÃ¼r eine gute Verpflegung und KÃ¶rperpflege wÃ¼rden ihr genÃ¼gen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin machte zwar geltend, sie werde ihren Lebensunterhalt "rechtzeitig" aus eigener Kraft bestreiten kÃ¶nnen und sie sorge fÃ¼r ihren VermÃ¶gensaufbau. Dennoch lassen ihre AusfÃ¼hrungen einzig den Schluss zu, es liege keine nachhaltige und mÃ¶glichst existenzsichernde GeschÃ¤ftstÃ¤tigkeit vor. </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin gibt an, seit Ã¼ber 30 Jahren als "Lebens-Forscherin" und Schriftstellerin tÃ¤tig zu sein. Dabei wirke sie fÃ¼r das Leben anstatt fÃ¼r Geld. Den ihrer Ansicht nach bevorstehenden VermÃ¶gensaufbau begrÃ¼ndete die BeschwerdefÃ¼hrerin in erster Linie mit der "Resonanz". Es ist nicht davon auszugehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrer TÃ¤tigkeit als "Lebens-Forscherin" und Schriftstellerin â sofern es sich dabei Ã¼berhaupt um eine GeschÃ¤ftstÃ¤tigkeit handelt â in absehbarer Zeit ein Einkommen wird erwirtschaften kÃ¶nnen. Das Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerin, sie habe sich weiterentwickelt und ihre neueren BÃ¼cher wÃ¼rden eine extrem hochwertige QualitÃ¤t aufweisen, Ã¤ndert an dieser EinschÃ¤tzung nichts. Einen Businessplan, GeschÃ¤ftsbÃ¼cher, Kundenverzeichnisse oder dergleichen, welche auf eine in Zukunft existenzsichernde GeschÃ¤ftstÃ¤tigkeit hindeuten kÃ¶nnten, reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht ein. In ihrer Beschwerde gab sie an: "Audio- und Printbook [sind] fertig fÃ¼r einen Verlag [â¦], der sich bei MIR bewerben muss [â¦]." Dass die BeschwerdefÃ¼hrerin mit dieser Haltung ein existenzsicherndes Einkommen wird erzielen kÃ¶nnen, ist unwahrscheinlich. Eine Verbesserung der finanziellen Lage der BeschwerdefÃ¼hrerin ist nicht absehbar. Vielmehr ist anzunehmen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin dauerhaft in erheblichem Masse von der FÃ¼rsorge unterstÃ¼tzt werden muss.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Nach dem Gesagten liegt keine nachhaltige und (mÃ¶glichst) existenzsichernde GeschÃ¤ftstÃ¤tigkeit vor. Die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼bt keine selbstÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit im Sinn von Art. 12 Abs. 1 Anhang I FZA aus, weshalb sie aus dieser Bestimmung keinen Aufenthaltsanspruch ableiten kann.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Art. 6 FZA in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA sieht ein Aufenthaltsrecht fÃ¼r AngehÃ¶rige eines EU-Mitgliedstaats vor, die keine ErwerbstÃ¤tigkeit ausÃ¼ben. Diese erhalten gemÃ¤ss Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA eine Aufenthaltsbewilligung, sofern sie Ã¼ber genÃ¼gende finanzielle Mittel verfÃ¼gen, sodass sie wÃ¤hrend ihres Aufenthalts keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen mÃ¼ssen, und sie zudem Ã¼ber einen Krankenversicherungsschutz verfÃ¼gen, der sÃ¤mtliche Risiken abdeckt. Ãber genÃ¼gende finanzielle Mittel im Sinn der Bestimmung verfÃ¼gt eine Person, wenn sie durch eigene Finanzmittel oder durch finanzielle UnterstÃ¼tzung von anderen Personen ihren Lebensunterhalt finanzieren kann, ohne auf Leistungen der Sozialhilfe oder auf ErgÃ¤nzungsleistungen angewiesen zu sein. Die fÃ¼r den Lebensunterhalt notwendigen Kosten bestimmen sich gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Mai 2002 Ã¼ber den freien Personenverkehr (VFP, SR 142.203) nach den Richtlinien fÃ¼r die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin lebt in einer "Not-Wohnung" in B und wird von der FÃ¼rsorge unterstÃ¼tzt. Sie gibt selbst an, Ã¼ber keine eigenen finanziellen Mittel zu verfÃ¼gen. Damit erfÃ¼llt die BeschwerdefÃ¼hrerin die Voraussetzungen von Art. 6 FZA in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA nicht. Die Vorinstanzen erteilten ihr folglich zu Recht keine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r Personen, die keine ErwerbstÃ¤tigkeit ausÃ¼ben.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist nicht auf Stellensuche. Daher kommt ihr kein Anspruch auf Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung gemÃ¤ss Art. 2 Abs. 1 Anhang I FZA und Art. 18 Abs. 2 und 3 VFP zu.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>7.1 </b>Die Vorinstanzen verneinten das Vorliegen wichtiger GrÃ¼nde, welche die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an die BeschwerdefÃ¼hrerin ausnahmsweise gebieten wÃ¼rden, und sahen davon ab, ihr im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.2 </span></b>Ein schwerwiegender persÃ¶nlicher HÃ¤rtefall nach Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG wird weder substanziiert geltend gemacht noch ist ein solcher ersichtlich. Auch ein wichtiger Grund im Sinn von Art. 20 VFP liegt nicht vor. <span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin reiste im Alter von 65 Jahren in die Schweiz ein. Hinweise auf nahe FamilienangehÃ¶rige in der Schweiz bestehen keine. Eine RÃ¼ckkehr nach Deutschland ist ihr zumutbar. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>7.3 </b><span>Der Schluss von Beschwerdegegner und Vorinstanz, der BeschwerdefÃ¼hrerin auch im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens keine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, ist nach dem Gesagten nicht rechtsverletzend.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>9. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>10. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch der BeschwerdefÃ¼hrerin geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Sie ist innert 30 Tagen ab Zustellung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>