<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp281904"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>104 IV 149<br/><br/><br/><div class="paraatf">36. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 30. Juni 1978 i.S. Schweizerische Bundesanwaltschaft gegen Z.</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp283152"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 58 StGB</span>. Einziehung von Gegenständen. <div class="paratf">Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ist auch auf die Massnahme der Einziehung gemäss <span class="artref">Art. 58 Abs. 1 lit. b StGB</span> anwendbar. </div> </div> </div> <a name="idp288384"></a> <a name="idp291824"></a> <br/><div> <a name="idp296880"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 149</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page149"></a><div class="center pagebreak">BGE 104 IV 149 S. 149</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp298992"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>Die Einziehung und das Unbrauchbarmachen der beiden Sprechfunkgeräte des Typs Tokai TC 500 G ist von keiner Seite angefochten und daher nicht Gegenstand der Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof.</div> <div class="paraatf">Die Einziehung erfolgte, weil der Gebrauch dieser Geräte die öffentliche Ordnung (den geregelten und störungsfreien Funkverkehr) und mittelbar (durch Störung des Polizei-, Feuerwehr- oder Sanitätsfunks) unter Umständen sogar die Sicherheit von Menschen gefährdet, also auf Grund von <span class="artref">Art. 58 Abs. 1 lit. b StGB</span>. Der Beschwerdegegner beruft sich daher umsonst auf die repressive Massnahme zur Beseitigung eines unrechtmässigen Zustandes gemäss lit. a dieser Gesetzesvorschrift. Wieweit diese Art der Einziehung im vorliegenden Fall zu andern Schlüssen führen würde, ist somit nicht zu prüfen.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp303680"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>Die Einziehung kann, je nach dem Gegenstand oder Wert, der einzuziehen ist, ein schwerer Eingriff in die Eigentumsrechte sein. Er muss daher verhältnismässig sein (Amtl. Bull., NR 1973 I S. 498, Votum Bundesrat Furgler). Deshalb kann gemäss ausdrücklicher Vorschrift die Einziehung unter gewissen Voraussetzungen auf einzelne Teile eines Gegenstandes beschränkt werden (<span class="artref">Art. 58 Abs. 2 StGB</span>). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit kann aber auch sonst dazu führen, statt der Einziehung eine weniger weitgehende Massnahme anzuordnen, wenn auch sie den Zweck der Massnahme erreicht. Analog wurde beispielsweise schon in <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1978&amp;to_year=1978&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F89-IV-132%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page135">BGE 89 IV 135</a> E. 6 entschieden, bei unzüchtigen Gegenständen von wissenschaftlichem oder künstlerischem Interesse seien an Stelle der gesetzlich <a name="page150"></a><div class="center pagebreak">BGE 104 IV 149 S. 150</div>vorgesehenen Vernichtung (<span class="artref">Art. 204 Ziff. 3 StGB</span>) Massnahmen anzuordnen, die den Zugang zu ihnen auf Fachleute beschränke. Den Vorinstanzen ist daher insoweit zuzustimmen, als sie selbst hinsichtlich der vorbeugenden Einziehung im Sinne von <span class="artref">Art. 58 Abs. 1 lit. b StGB</span> die Anordnung einer weniger in die Eigentumsrechte eingreifenden Ersatzmassnahme nicht zum vornherein ausschliessen, sofern auch sie die Sicherheit von Menschen und den Schutz von Sittlichkeit und öffentlicher Ordnung gewährleistet.</div> <div class="paraatf">Anderseits darf nicht ausser acht gelassen werden, dass <span class="artref">Art. 58 Abs. 1 lit. b StGB</span> den Richter ausdrücklich anweist, gefährliche Gegenstände einzuziehen. Die Einziehung bildet also nach dem Gesetz die Regel. Von ihr darf daher nur abgewichen werden, wenn der Grundsatz der Verhältnismässigkeit die Anordnung einer weniger weit gehenden Massnahme gebietet, die dem Zweck der Massnahme genügt.</div> </div></body></html></html>