<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00225</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205905&amp;W10_KEY=13013562&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00225</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.06.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtpromotion</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ist die Nichtpromotion weniger als ein Jahr vor der Matura zulässig? Zuständigkeit, Legitimation (E. 1). Kognition des Verwaltungsgerichts (E. 2). Der Beschwerdeführer 1 behauptet, die Abmachung mit der Kantonsschule (Beschwerdegegnerin) betreffend eine freiwillige Repetition habe sich nachteilig ausgewirkt, weshalb die Beschwerdegegnerin § 13 PromotionsR zu seinen Lasten angewendet habe. Damit vermischt er zwei Sachverhalte, die klar auseinander zu halten sind: Die getroffene Abmachung ist unter dem Aspekt des Vertrauensschutzes zu prüfen; § 13 PromotionsR wurde hingegen erst zu einem späteren Zeitpunkt angewendet (Verschiebung des Zeitpunkts des letzten Promotionsentscheids vor der Maturität) (E. 3). Der Beschwerdeführer 1 vermag sich nicht auf den Vertrauensschutz zu berufen, da es schon an einer Vertrauensgrundlage fehlt. Die Beschwerdegegnerin hat keine fehlerhafte Auskunft erteilt und zudem sehr deutlich auf die Folgen der Abmachung hingewiesen (E. 4). Die erneute Nichterfüllung der Promotionsbedingungen hätte ein Jahr vor der Maturität zur Wegweisung von der Schule geführt. Auf ein Wiedererwägungsgesuch hin wendete die Beschwerdegegnerin § 13 PromotionsR an und verschob den Promotionsentscheid auf das Ende des zweitletzten Semesters vor der Maturität. Die Abänderung von § 11 und teilweise von § 8 PromotionsR ist zulässig, sofern sie sich zugunsten der Schüler auswirkt. Dies ist vorliegend der Fall, da dem Beschwerdeführer 1 eine weitere Chance gegeben wurde, die Promotionsbedingungen zu erfüllen (E. 5). Kostenfolgen (E. 6). Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSKUNFT">AUSKUNFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNAHMEBESTIMMUNG">AUSNAHMEBESTIMMUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT">ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FEHLERHAFT">FEHLERHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOGNITION">KOGNITION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN">KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSBEWERTUNG">LEISTUNGSBEWERTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MATURITÃT">MATURITÃT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTPROMOTION">NICHTPROMOTION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROMOTION">PROMOTION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROMOTIONSENTSCHEID">PROMOTIONSENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSGRUNDLAGE">VERTRAUENSGRUNDLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 5 Abs. 3 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 8 PromotionsR</span><br/><span class="gerade">§ 9 PromotionsR</span><br/><span class="ungerade">§ 11 PromotionsR</span><br/><span class="gerade">§ 13 PromotionsR</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1986, wurde nach dem Herbstsemester 2002/2003 in der 4. Klasse der Kantonsschule E (Langgymnasium) nur provisorisch promoviert. Ende FrÃ¼hlingssemester 2002/2003 erfolgte die Promotion von der 4. in die 5. Klasse. Ab der zweiten HÃ¤lfte der 5. Klasse traten bei A persÃ¶nliche Probleme auf. Nach Ãbertritt in die 6. Klasse schien ein ordnungsgemÃ¤sser Abschluss dieser Klasse nicht mehr mÃ¶glich, weshalb die Kantonsschule E, A und seine Eltern C und B eine Vereinbarung trafen, wonach A freiwillig eine 5. Klasse repetieren wÃ¼rde. Dabei wies die Kantonsschule E darauf hin, mit Eintritt in die 5. Klasse gelte A als promoviert, befinde sich aber im "so genannten Dauerprovisorium", welches bei einem NichterfÃ¼llen der Promotions­bestimmungen im Juli 2005 zwingend zur Abweisung von der Schule fÃ¼hren wÃ¼rde. Am 8. Juli 2005 teilte die Kantonsschule E C und B mit, ihr Sohn mÃ¼sse die Schule definitiv verlassen, da er die Bedingungen fÃ¼r eine Promotion nicht erfÃ¼llt habe.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Das von A gestellte WiedererwÃ¤gungsgesuch hiess der Klassen­konvent am 15. Juli 2005 insoweit gut, als A unter Anwendung von § 13 des Promotionsreglements fÃ¼r die Gymnasien des Kantons ZÃ¼rich vom 10. MÃ¤rz 1998 (PromotionsR, LS 413.251.1) provisorisch promoviert wurde. Unter verschiedenen Be­dingungen gestattete die Kantonsschule E A den Schul­besuch weiter­hin und verschob den Promotions­entscheid â unter "Ausserkraftsetzung" von § 11 PromotionsR â auf Februar 2006. Im November 2005 informierte die Kantonsschule E A darÃ¼ber, dass die Voraussetzungen fÃ¼r eine Promotion zu jenem Zeitpunkt nicht gegeben seien. Am 6. Februar 2006 teilte ihm die Kantonsschule E mit, er habe die Bedingungen fÃ¼r eine Promotion nicht erfÃ¼llt und mÃ¼sse die Schule nun verlassen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Bildungsdirektion wies den hiergegen erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 21. April 2006 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 15. Mai 2006 liessen A und B sowie C beim Verwaltungsgericht Beschwerde erheben und folgende AntrÃ¤ge stellen:</p> <p class="Urteilstext">" 1. Die VerfÃ¼gung der Bildungsdirektion sei aufzuheben und damit der Rekurs gegen die Anordnung des Beschwerdegegners 1 (Kantonsschule E) materiell gutzuheissen.</p> <p class="Urteilstext"> 2. Eventuell sei vom Verwaltungsgericht direkt anzuordnen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1, A, zur MaturitÃ¤tsprÃ¼fung zugelassen wird;</p> <p class="Urteilstext"> unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerschaft."</p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Die Bildungsdirektion verzichtete ausdrÃ¼cklich auf Vernehmlassung, die Kantonsschule E beantragte in ihrer Beschwerdeantwort Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 13. Juni 2006 liessen A und seine Eltern verschiedene Punkte der Beschwerdeantwort rÃ¼gen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht beurteilt unter anderem Beschwerden gegen letztinstanzliche Anordnungen von VerwaltungsbehÃ¶rden, soweit das Gesetz keine abweichende ZustÃ¤ndigkeit vorsieht oder eine Anordnung nicht als endgÃ¼ltig bezeichnet (§ 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Anfechtungsobjekt ist vorliegend ein Rekursentscheid der Bildungsdirektion, was den Weiterzug an das Verwaltungsgericht grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich macht (vgl. § 19b VRG). Die vorliegende Materie ist nicht im Negativ­katalog des § 43 VRG aufgefÃ¼hrt. Die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts ist somit zu bejahen. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die Beschwerde wird vom BeschwerdefÃ¼hrer 1 und dessen Eltern gemeinsam erhoben. Ob die Eltern des volljÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrers 1 zur Erhebung des Rechtsmittels legi­timiert sind, braucht vorliegend nicht geprÃ¼ft zu werden, da aufgrund der zweifellos zu be­jahenden Legitimation des BeschwerdefÃ¼hrers 1 ohnehin auf die Beschwerde einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Nach § 50 VRG ist die RÃ¼ge der Unangemessenheit im Beschwerdeverfahren â mit den in § 50 Abs. 3 VRG erwÃ¤hnten und hier nicht relevanten Ausnahmen â grundsÃ¤tzlich ausgeschlossen. Als Rechtsverletzung im Sinne von § 50 Abs. 2 VRG gelten unter anderem Ermessensmissbrauch und ErmessensÃ¼berschreitung (lit. c). Die bloss unzweckmÃ¤ssige ErmessensausÃ¼bung kann beim Verwaltungsgericht nicht gerÃ¼gt werden. Ermessens­Ã¼ber­schreitung liegt vor, wenn die rechtsanwendende BehÃ¶rde Ermessen Ã¼bt, ohne dass ihr nach dem Gesetz solches zukommt. Ermessensmissbrauch ist ein qualifizierter Ermessensfehler, der als Rechtsverletzung gilt (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 50 N. 70, 78 und 80).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Beschwerde bringt im Wesentlichen vor, eine Abweichung vom Pro­mo­tions­reglement gemÃ¤ss § 13 PromotionsR sei nur zugunsten der SchÃ¼ler zulÃ¤ssig; die Ausnahme­regelung habe dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 jedoch eine insgesamt erschwerte "Schul­bedingung" verschafft. Die von der Beschwerdegegnerin getroffene VerfÃ¼gung sei rechtswidrig. Das EinverstÃ¤ndnis der BeschwerdefÃ¼hrenden nach ausdrÃ¼cklicher Information durch die Beschwerdegegnerin stehe dem nicht entgegen, da sie davon ausgegangen seien, die Ausnahmeregelung stelle eine Verbesserung der Situation des BeschwerdefÃ¼hrers 1 dar.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Damit vermischt die Beschwerdeschrift zwei Sachverhalte, die es â auch in zeitlicher Hinsicht â klar zu unterscheiden gilt: Die Beschwerdegegnerin hat erst im Zusammenhang mit dem WiedererwÃ¤gungsgesuch im Juli 2005 § 13 PromotionsR angewendet. Die Vereinbarung einer freiwilligen Repetition im Winter 2004/2005 erfolgte hingegen nicht in Anwendung einer Ausnahmeregelung.</p> <p class="Erwgung2">Deshalb ist zunÃ¤chst zu prÃ¼fen, ob die Information der Beschwerdegegnerin vom 15. Dezember 2004 bzw. 2. Februar 2005 eine Berufung auf den Vertrauensschutz ermÃ¶glicht. Erst danach ist zu klÃ¤ren, ob die Beschwerdegegnerin befugt war, gestÃ¼tzt auf § 13 PromotionsR den Promotionentscheid bis zum Ende des zweitletzten Semesters vor der MaturitÃ¤t zu verschieben.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der Grundsatz des Vertrauensschutzes fliesst aus dem in Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 statuierten Prinzip von Treu und Glauben. Darauf kÃ¶nnen sich Private berufen, sofern die in Lehre und Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen fÃ¼r die Annahme schÃ¼tzenswerten Vertrauens erfÃ¼llt sind. Zu diesen Voraus­setzungen gehÃ¶ren in erster Linie das Vorliegen einer Vertrauensgrundlage sowie die Be­tÃ¤tigung des Vertrauens in der Weise, dass der Betroffene gestÃ¼tzt darauf Dispositionen getÃ¤tigt hat, die ohne Nachteile nicht mehr rÃ¼ckgÃ¤ngig gemacht werden kÃ¶nnen (Ulrich HÃ¤­fe­lin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc., 2002, Rz. 631 und 660; Pierre Tschannen/Ulrich Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. A., Bern 2005, § 22 Rz. 2 f.).</p> <p class="Erwgung2">Vorbehaltlose AuskÃ¼nfte und Zusagen einer BehÃ¶rde werden von der Rechtssprechung als Vertrauensgrundlage anerkannt (Beatrice Weber-DÃ¼rler, Vertrauensschutz im Ã¶ffentlichen Recht, Basel/Frankfurt a.M. 1983, S. 204 f.). Auf AuskÃ¼nfte, die sich hinterher als un­zutreffend erweisen, darf sich der EmpfÃ¤nger berufen und die verantwortliche BehÃ¶rde muss sich so verhalten, als ob die Auskunft richtig gewesen wÃ¤re (Tschannen/Zimmerli, § 22 Rz. 13). GeschÃ¼tzt wird nur die Person, die sich gutglÃ¤ubig auf die sich als fehlerhaft erweisende Auskunft oder Zusage verlÃ¤sst, das heisst den Mangel nicht kennt oder diesen auch bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt nicht hÃ¤tte erkennen kÃ¶nnen (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 655; Weber-DÃ¼rler, S. 211).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Mit Brief vom 15. Dezember 2004 teilte die Beschwerdegegnerin den Beschwerde­fÃ¼hrenden mit, sie erachte einen ordentlichen Abschluss der 6. Klasse fÃ¼r kaum mehr mÃ¶glich, da der BeschwerdefÃ¼hrer 1 nur sporadisch den Unterricht besucht habe, viele PrÃ¼fungen nicht oder nur "pro forma" geschrieben habe und mit verschiedenen AuftrÃ¤gen im RÃ¼ckstand sei. Sie schlug â um "Ihnen und A entgegenzukommen" â Folgendes vor: Freiwillige Repetition "im Sinne des Promotionsreglementes" einer 5. Klasse; keine Leistungsbeurteilung des Herbstsemesters 2004, sondern nur einen Vermerk im Zeugnis betreffend den Besuch jenes Semesters in der 6. Klasse; mit Eintritt in die 5. Klasse gelte der BeschwerdefÃ¼hrer 1 vom Promotionsstand her ab Beginn FrÃ¼hlings­semester 2005 als promoviert, befinde sich aber im so genannten "Dauer­provisorium", welches bei einem NichterfÃ¼llen der Promotionsbestimmungen im Juli 2005 zur Abweisung von der Schule fÃ¼hre; dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 werde ein Urlaub aus Therapie­grÃ¼nden zugestanden bis maximal zum Beginn der FrÃ¼hlingsferien 2005; die Leistungsbeurteilung fÃ¼r das FrÃ¼hlingssemester werde sich allein auf den an der Schule verbrachten Zeitraum abstÃ¼tzen; fÃ¼r die Sicherstellung der Anmeldung fÃ¼r das Wahlkursjahr 2005/2006 seien die BeschwerdefÃ¼hrenden verantwortlich; die Information Ã¼ber den in der 5. Klasse behandelten Stoff liege ebenfalls in der Verantwortung der BeschwerdefÃ¼hrenden.</p> <p class="Urteilstext">Am 2. Februar 2005 hielt die Beschwerdegegnerin schriftlich eine Abmachung zwischen ihr und den BeschwerdefÃ¼hrenden fest, die im Wesentlichen dieselben Punkte enthielt wie der Vorschlag von Mitte Dezember 2004. Verdeutlicht wurden jedoch folgende Punkte: "A schliesst wegen grossen persÃ¶nlichen Schwierigkeiten die 6. Klasse nicht ab, sondern wird nach einer Phase der Selbstfindung im Laufe des FrÃ¼hlingssemesters in eine 5. Klasse eintreten (freiwillige Repetition gemÃ¤ss Promotionsregl. § 12 Abs. 2)" und: "Mit Eintritt in die 5. Klasse gilt A vom Promotionsstand her als definitiv promoviert, befindet sich aber im so genannten 'Dauerprovisorium', welches bei einem NichterfÃ¼llen der Promotionsbestimmungen im Juli 2005 zwingend zur Abweisung von der Schule fÃ¼hrt". Die BeschwerdefÃ¼hrenden unterzeichneten diese Abmachung.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden betrachten die soeben dargestellte Information der Beschwerdegegnerin bzw. die getroffene Abmachung als Vertrauensgrundlage. Sie hÃ¤tten den Ver­tretern der Kantonsschule geglaubt und glauben dÃ¼rfen, die "Ausnahmeregelung" sei fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer 1 vorteilhaft. "Faktisch" sei die "Regelung" jedoch nicht zugunsten des SchÃ¼lers gewesen.</p> <p class="Erwgung2">Abgesehen davon, dass zu jenem Zeitpunkt § 13 PromotionsR noch nicht angewendet wurde (vgl. vorstehend 3.2), fehlt es vorliegend schon an einer Vertrauensgrundlage bzw. an einer fehlerhaften Auskunft, welche als Grundlage fÃ¼r den Schutz des Vertrauens der BeschwerdefÃ¼hrenden herangezogen werden kÃ¶nnte. Die Auskunft der Beschwerdegegnerin war nÃ¤mlich nicht fehlerhaft. Sie schlug dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 die freiwillige Repetition einer nÃ¤chsttieferen Klasse gemÃ¤ss § 12 PromotionsR vor, und zeigte hernach die Folgen ihres Vorschlages â entgegen den AusfÃ¼hrungen der Beschwerde â mit aller Deutlichkeit auf. Insbesondere wies sie ausdrÃ¼cklich darauf hin, dass das Nicht­erfÃ¼llen der Promotionsbestimmungen im Juli 2005 "zwingend" die Abweisung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 von der Schule zur Folge haben wÃ¼rde. </p> <p class="Erwgung2">Die RÃ¼ge, der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe es aufgrund der Information der Beschwerdegegnerin versÃ¤umt, die 6. Klasse im FrÃ¼hlingssemester 2005 weiterhin zu besuchen und damit die MÃ¶glichkeit, bei nicht bestandener MaturitÃ¤t diese zu wiederholen, stÃ¶sst ins Leere. Es erscheint nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 im Winter 2004/2005 vorschlug, im Sinne von § 12 PromotionsR freiwillig eine Klasse zu repetieren. Es kann nicht ernsthaft von einer Kantonsschule verlangt werden, einem SchÃ¼ler zu raten, weiterhin die 6. Klasse zu besuchen, obwohl ein ordnungs­gemÃ¤sser Abschluss nicht mehr mÃ¶glich scheint bzw. es vorauszusehen ist, dass dieser die MaturitÃ¤t nicht bestehen wird.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Zusammenfassend vermÃ¶gen sich die BeschwerdefÃ¼hrenden nicht auf den Vertrauensschutz zu berufen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die erneute NichterfÃ¼llung der Bedingungen gemÃ¤ss § 9 PromotionsR im Juli 2005 hÃ¤tte gemÃ¤ss § 10 lit. a PromotionsR die Nichtpromotion und damit die definitive Ab­weisung des BeschwerdefÃ¼hrers 1 von der Schule zur Folge gehabt (vgl. zudem § 12 Abs. 2 PromotionsR). Nur unter BerÃ¼cksichtigung des WiedererwÃ¤gungsgesuchs beschloss die Beschwerdegegnerin, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 noch einmal eine Chance zu geben, die Bestimmung in § 11 PromotionsR "ausser Kraft zu setzen", den BeschwerdefÃ¼hrer 1 weiterhin die Schule besuchen zu lassen und einen Promotionsentscheid gemÃ¤ss "normal geltenden Promotionsbestimmungen" fÃ¼r den 6. Februar 2006 festzusetzen. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 erklÃ¤rte sich mit den ihm gestellten Bedingungen fÃ¼r den weiteren Schulbesuch ein­verstanden.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Es fragt sich, ob die Beschwerdegegnerin befugt war, den Promotionsentscheid auf das Ende des ersten Semesters der 6. Klasse zu verschieben.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.1 </b>GestÃ¼tzt auf § 13 PromotionsR ist es zulÃ¤ssig, von den §§ 9 bis 12 PromotionsR zugunsten eines SchÃ¼lers oder einer SchÃ¼lerin abzuweichen; mithin auch von § 11 Pro­motionsR, wonach eine Nichtpromotion letztmals ein Jahr vor Abschluss der Mittel­schulzeit ausgesprochen werden kann. Der Promotionsentscheid wird jedoch in zeitlicher Hinsicht zusÃ¤tzlich in § 8 PromotionsR geregelt: Der Klassenkonvent entscheidet jeweils am Ende des Semesters Ã¼ber die Promotion, letztmals ein Jahr vor der MaturitÃ¤t. Nach dem Wortlaut von § 13 PromotionsR ist ein Abweichen von § 8 PromotionsR nicht vorgesehen. Da die Regelungen in §§ 8 und 11 PromotionsR sich inhaltlich zum Teil Ã¼berschneiden, erscheint es als widersprÃ¼chlich, wenn nach dem Wortlaut von § 13 PromotionsR nur eine Abweichung von § 11, nicht aber von § 8 PromotionsR zulÃ¤ssig sein soll. Dieser Widerspruch lÃ¤sst sich nur dadurch auflÃ¶sen, dass es gestÃ¼tzt auf § 13 PromotionsR zwar mÃ¶glich sein muss, den Zeitpunkt der letzten Promotion vor der MaturitÃ¤t zu verschieben â somit den sich Ã¼berschneidenden Regelungsgehalt der beiden Bestimmungen abzuÃ¤n­dern <br/> â, jedoch Promotionsentscheide ausnahmslos jeweils am Semesterende zu erfolgen haben.</p> <p class="Urteilstext">GrundsÃ¤tzlich war es somit zulÃ¤ssig, den Promotionsentscheid in Anwendung von § 13 PromotionsR von Juli 2005 auf Februar 2006 zu verschieben.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.2 </b>§ 13 PromotionsR erlaubt die Abweichung von Bestimmungen nur <i>zugunsten</i> des SchÃ¼lers oder der SchÃ¼lerin. Vorliegend steht lediglich in Frage, ob der Entscheid vom Juli 2005 â den Promotionsentscheid in Anwendung von § 13 PromotionsR auf Februar 2006 zu verschieben â zugunsten des BeschwerdefÃ¼hrers 1 ausfiel oder nicht. Entgegen der Ansicht der Beschwerde geht es hier hingegen nicht mehr darum zu prÃ¼fen, wie es sich mit dem Vorschlag der Beschwerdegegnerin bezÃ¼glich freiwilliger Repetition der 5. Klasse im Februar 2005 verhielt, da jener Vorschlag keinen Anwendungsfall von § 13 PromotionsR darstellte (vgl. dazu oben 3.2).</p> <p class="Urteilstext">Inwieweit die Auslegung der "Sperrklauseln" von § 11 PromotionsR in der Beschwerdeschrift zutrifft, kann dahingestellt bleiben. Fest steht jedenfalls, dass die vom BeschwerdefÃ¼hrer 1 gezeigten Leistungen im Juli 2005 gemÃ¤ss Reglement grundsÃ¤tzlich die Nichtpromotion zur Folge hatten. Indem die Beschwerdegegnerin den Promotions­termin um ein Semester hinausschob, statt den BeschwerdefÃ¼hrer 1 bereits im Juli 2005 von der Schule abzuweisen, erÃ¶ffnete sie ihm im Sinne einer Ausnahme gemÃ¤ss § 13 PromotionsR die MÃ¶glichkeit, sich in einem weiteren Semester zu bewÃ¤hren und seine Leistungen zu verbessern, um die Bedingungen von § 9 PromotionsR zu erfÃ¼llen. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 nutzte die ihm gegebene MÃ¶glichkeit zwar nicht; dies Ã¤ndert jedoch nichts daran, dass die Abweichung von § 11 PromotionsR zugunsten des Beschwerde­fÃ¼hrers 1 erfolgte, da ihm eine zusÃ¤tzliche Chance gegeben wurde.</p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde wendet sich in diesem Zusammenhang gegen eine Fiktion des "Dauerprovisoriums". TatsÃ¤chlich verwendet die Beschwerdegegnerin wiederholt den Begriff des "Dauerprovisoriums". Dies ist jedoch bloss eine verkÃ¼rzte Beschreibung der dargelegten Regelung, wonach ab dem 9. Schuljahr nur einmal die MÃ¶glichkeit fÃ¼r eine provisorische Promotion besteht und deshalb ein erneutes NichterfÃ¼llen der Bedingungen sofort zur Repetition bzw. zur Wegweisung von der Schule fÃ¼hrt. Aus der unprÃ¤zisen Formulierung der Beschwerdegegnerin lÃ¤sst sich jedoch nichts zugunsten des BeschwerdefÃ¼hrers 1 ableiten.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.3 </b>Schliesslich ist die Behauptung der Beschwerde unzutreffend, wonach die Ausnahmeregelung "dem Bf 1 eine insgesamt erschwerte Schulbedingung verschafft hatte, weil â¦ die vom Reglement abgeschafften Nichtpromotionen in den letzten eineinhalb Schuljahren gegen das SchÃ¼lerinteresse durch die Ausnahmeregelung beibehalten (bzw. wieder eingefÃ¼hrt) worden waren". Eine Nichtpromotion ist in der Regel letztmals ein Jahr vor der Matur mÃ¶glich (§§ 8 und 11 PromotionsR). Wie gesehen, kann jedoch von dieser Regelung abgewichen werden, sofern es sich zugunsten des SchÃ¼lers oder der SchÃ¼lerin auswirkt (vorstehend 5.2.1+2).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.</p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens den BeschwerdefÃ¼hrenden je zu einem Drittel aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und § 14 VRG). Die BeschwerdefÃ¼hrenden sind zusammen gegen den vorinstanzlichen Entscheid vor­gegangen. Damit verfolgten sie mit gemeinsamen KrÃ¤ften ein gemeinsames Ziel (vgl. Art. 530 Abs. 1 des Obligationenrechts). Als einfache Gesellschaft haften sie fÃ¼r die Kosten demnach solidarisch (§ 14 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 14 N. 3). Eine ParteientschÃ¤digung ist den BeschwerdefÃ¼hrenden ausgangsgemÃ¤ss nicht zu­zusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zu einem Drittel auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>