<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 7] </div> <div class="para">I 490/01 Gb </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Jancar </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 24. Oktober 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para">M.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Galligani, Ruederstrasse 8, 5040 Schöftland, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">IV-Stelle Bern, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Bern </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Mit Verfügung vom 6. Oktober 1998 lehnte die IV-Stelle Bern das Gesuch von M.________ um Zusprechung einer Invalidenrente ab, da der Invaliditätsgrad nur 11,33 % betrage. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit in Rechtskraft erwachsenem Entscheid vom 14. Dezember 1999 ab. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 30. November 2000 trat die IV-Stelle Bern auf das am 12. September 2000 gestellte Gesuch der Versicherten um erneute Prüfung der Invaliditätsfrage nicht ein, da es sich bei der geltend gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes lediglich um eine andere Beurteilung des im Wesentlichen unveränderten Sachverhaltes handle. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Die gegen die Verfügung vom 30. November 2000 erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 13. Juni 2001 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt die Versicherte beantragen, die IV-Stelle habe auf ihr Leistungsbegehren einzutreten. Sie lässt unter anderem einen Bericht des Dr. med. B.________ (vom 8. August 2001) auflegen. </div> <div class="para">Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, während sich das Bundesamt für Sozialversicherung nicht vernehmen lässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Die Vorinstanz hat die Prüfungspflichten von Verwaltung und Gericht hinsichtlich des Eintretens auf ein erneutes Rentengesuch nach vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung (<span class="artref"><artref id="CH/831.201/3" type="start"></artref><artref id="CH/831.201/87/4" type="start"></artref><artref id="CH/831.201/87/3" type="start"></artref><artref id="CH/831.201/87/1" type="start"></artref>Art. 87 Abs. 1, 3 und 4 IVV</span><artref id="CH/831.201/87/3" type="end"></artref><artref id="CH/831.201/87/4" type="end"></artref><artref id="CH/831.201/3" type="end"></artref><artref id="CH/831.201/4" type="end"></artref>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=23.10.2001&amp;to_date=11.11.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page198">BGE 117 V 198</a> mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Zu prüfen ist, ob sich der Grad der Invalidität zwischen dem 6. Oktober 1998 und dem 30. November 2000 in einer für den Anspruch erheblichen Weise glaubhaft geändert hat. </div> <div class="para">a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Berichte des Dr. med. X.________, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (APPM) (vom </div> <div class="para">8. September 2000), und des Dr. med. B.________ (vom 8. August 2001) würden eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes belegen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) aa) In diagnostischer Hinsicht ist - wie die Vorinstanz zu Recht erwog - seit der Verfügung vom 6. Oktober 1998 keine Änderung eingetreten. Denn Dr. med. X.________ diagnostizierte am 8. September 2000 ein chronisches Schmerzsyndrom, eine Adipositas permagna sowie eine arterielle Hypertonie, was bereits Dr. med. H.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Dr. med. L.________, FMH Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, in ihren Berichten vom 23. Juni 1998 bzw. vom 9. April 1998 festgestellt hatten. Dr. med. H.________ und Dr. med. L.________ erachteten die Beschwerdeführerin damals für leicht- und mittelschwergradige körperliche Arbeiten als 100 % arbeitsfähig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">bb) Indessen ist Folgendes zu beachten: Dr. med. </div> <div class="para">H.________ hatte am 23. Juni 1998 dargelegt, es lägen gewisse chronifizierende Anteile vor, welche die angegebenen körperlichen/organischen Beschwerden aufrecht erhielten; diese seien aber "mässig ausgeprägt und nicht unlösbar". </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demgegenüber führte Dr. med. X.________ am 8. September 2000 aus, der Chronifizierungsprozess sei "weit fortgeschritten"; die Beschwerdeführerin sei auch für leichte Arbeiten 100 % arbeitsunfähig. Im Weiteren legte Dr. med. </div> <div class="para">W.________, FMH Handchirurgie und Orthopädische Chirurgie, im Bericht vom 14. April 2000 u.a. dar, die Versicherte leide an einer "zunehmenden Polymorbidität". Schliesslich hielt Dr. med. B.________ am 8. August 2001 fest, die Beschwerdeführerin habe sich seit November 1998 seriösen Therapieversuchen zur Behandlung des Schmerzsyndroms unterzogen. </div> <div class="para">In dieser Zeit habe sich indessen ihr subjektives Befinden "verschlechtert". Damit ist im Sinne der zu <span class="artref">Art. 87 Abs. 3 IVV</span> ergangenen Rechtsprechung glaubhaft, dass sich seit der Verfügung vom 6. Oktober 1998 in gesundheitlicher Hinsicht eine rentenerhebliche Änderung realisiert hat, indem sich das Ausmass der Chronifizierung der Beschwerden verstärkt hat und eine zunehmende Verschlechterung des Befindens eingetreten ist. Die Sache ist daher an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie die Neuanmeldung vom 12. September 2000 materiell prüfe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Das Verfahren ist kostenlos (<span class="artref">Art. 134 OG</span>). Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 135 OG</span>). </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden </div> <div class="para">der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons </div> <div class="para">Bern vom 13. Juni 2001 und die Verfügung vom 30. November </div> <div class="para">2000 aufgehoben, und die Sache wird an die </div> <div class="para">IV-Stelle Bern zurückgewiesen, damit sie die Neuanmeldung </div> <div class="para">vom 12. September 2000 materiell prüfe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para">III. Die IV-Stelle Bern hat der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1500.- (einschliesslich </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mehrwertsteuer) zu bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern wird über eine Parteientschädigung für das kantonale Verfahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Prozesses </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">zu befinden haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">V. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht </div> <div class="para">des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche </div> <div class="para">Abteilung, der Ausgleichskasse des Kantons Bern und </div> <div class="para">dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para">Luzern, 24. Oktober 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der II. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>