B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung VI F-5246/2018 U r t e i l v o m 2 5 . S e p t e m b e r 2 0 1 8 Besetzung Einzelrichter Andreas Trommer, mit Zustimmung von Richter Antonio Imoberdorf; Gerichtsschreiber Julius Longauer. Parteien A._______, geboren am (…), Libyen, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des SEM vom 4. September 2018 / N (…). F-5246/2018 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 29. Juni 2018 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, dass – aus einem am 2. Juli 2018 durchgeführter Abgleich mit der Europä- ischen Fingerabdruck-Datenbank (EURODAC) und dem Zentralen Visa - Informationssystem (CS-VIS) zu schliessen – Italien dem Beschwerdefüh- rer am 22. Februar 2018 ein Schengen-Visum (Typ C) mit Gültigkeit vom 28. Februar 2018 bis 13. April 2018 erteilt und der Beschwerdeführer am 26. März 2018 in Deutschland ein Asylgesuch eingereicht hatte (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] A5), dass das SEM den Beschwerdeführer am 9. Juli 2018 summarisch zur Per- son und zum Reiseweg befragte und ihm das rechtliche Gehör zur Zustän- digkeit Italiens bzw. Deutschlands für die Durchführung des Asyl- und Weg- weisungsverfahrens und – damit zusammenhängend – zum möglichen Nichteintreten auf das Asylgesuch und die Wegweisung in einen der beiden genannten Staaten gewährte (SEM-act. A7), dass sich der Beschwerdeführer gegen die Überstellung in einen der bei- den Staaten wandte; nach Deutschland, weil er Probleme mit dort leben- den Flüchtlingen habe, nach Italien, weil d ort die Lebensbedingungen schwierig seien und man sich keine Zukunft aufbauen könne, dass der Beschwerdeführer im Übrigen bestätigte, er habe sein Heimatland am 17. März 2018 mit dem italienischen Visum verlassen und sei über Tu- nesien und Belgien nach Deut schland gelangt, wo er erstmals um Asyl nachgesucht habe, er jedoch den Entscheid der deutschen Behörden nicht abgewartet habe, sondern in die Schweiz weitergereist sei und hier erneut ein Asylgesuch gestellt habe, dass das SEM die italienischen Behörden am 10. Juli 2018 um Wiederauf- nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Ver- ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim- mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats- angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, Abl. L 180/31 vom 29. Juni 2013 (nachfolgend: Dublin-III-VO), ersuchte (SEM-act. A10), dass die italienischen Behörden am 19. Juli 2018 das Gesuch abwiesen und zur Begründung ausführten, von Seiten Deutschlands sei in Italien kein F-5246/2018 Seite 3 Gesuch um Aufnahme des Beschwerdeführers eingegangen, weshalb nun die Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahren bei Deutschland liege (SEM-act. 14), dass das SEM die deutschen Behörden am 19. Juli 2018 unter Hinweis auf die Antwort Italiens um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO ersuchte (SEM-act. 15), dass die deutschen Behörden am 24. Juli 2018 das Wiederaufnahmege- such abwiesen (SEM-act. A18), dass zur Begründung ausgeführt wurde , Deutschland habe Italien am 25. April 2018 um Aufnahme des Beschwerdeführers ersucht, Italien habe jedoch innert der dafür vorgesehenen Frist nicht geantwortet, dass daher gestützt auf Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO von einer Zustimmung Italiens auszugehen sei und die Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens bei Italien liege, dass das SEM am 25. Juli 2018 im Rahmen eines sogenannten Remon- strationsverfahrens (Art. 5 Durchführungsverordnung [EU] Nr. 118/2014 der Kommission vom 30. Januar 2014 zur Änderung der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be- stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt- staatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist; nachfolgend: DVO) an die italienischen Behörden gelangte und unter Hinweis auf die Angaben der deutschen Behörden um erneute Prüfung des Wiederaufnahmeersuchens bat (SEM-act. A19), dass die italienischen Behörden am 31. August 2018 der Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO zu- stimmten (SEM-act. A25), dass das SEM mit Verfügung vom 4. September 2018 – eröffnet am 11. September 2018 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent- scheid komme kein e aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer- deführer verfügte, F-5246/2018 Seite 4 dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. September 2018 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob, dass der Beschwerdeführer in prozessualer Hinsicht um Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege ersuchte, dass die vorinstanzlichen Akten am 19. September 2018 beim Bundesver- waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), dass der Instruktionsrichter den Vollzug der Überstellung mit superproviso- rischer Massnahme vom 21. September 2018 vorsorglich stoppte, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re- gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun- gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Be- schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften- wechsel verzichtet wurde, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrech t (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und F-5246/2018 Seite 5 unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer- deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), dass somit die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers auf Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und auf Gewährung von Asyl beziehungsweise auf Anordnung einer vorläufigen Aufnahme unzuläss ig sind und darauf nicht einzutreten ist, dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, dass sich Asylsuchende in Beschwerdeverfahren gegen Überstellungsent- scheidungen auf die richtige Anwendung sämtlicher objektiver Zuständig- keitskriterien der Dublin-III-VO berufen können, insbesondere auf Bestim- mungen, die einen Zuständigkeitsübergang infolge Fristablaufs vorsehen (vgl. BVGE 2017 VI/9 E. 5 [insb. E. 5.3.2] m.w.H.), dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi- gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger Staat bestimmt wird, dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein- geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ- ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub- lin-III-VO), F-5246/2018 Seite 6 dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahr ens (engl.: take back) demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.), dass gemäss den Erkenntnissen aus einem Abgleich der Personalien des Beschwerdeführers mit dem CS -VIS diesem von der italienischen Vertre- tung in Tripoli am 22. Februar 2018 ein vom 28. Februar 2018 bis 13. April 2018 gültiges Schengen-Visum (Typus C) ausgestellt worden war, dass der Beschwerdeführer nach eigenen Aussagen mit diesem Vis um rechtmässig in das Hoheitsgebiet der Dublin-Mitgliedstaaten gelangte und am 26. März 2018, d.h. noch während der Gültigkeitsdauer des Visums, in Deutschland (bestätigt durch den EURODAC Treffer) und anschliessend in der Schweiz ein Asylgesuch stellte, dass das SEM gestützt auf diese Umstände und mit Blick auf die Regelung in Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO eine Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens annahm und gegenüber Italien das entsprechende Verfahren einleitete, dass nämlich Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO den Grundsatz statuiert, wonach jener Mitgliedstaat zur Prüfung des Antrags auf internationalen Schutz zu- ständig ist, der ein Visums ausgestellt hat, das zum Zeitpunkt der ersten Antragstellung im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten noch gültig ist, dass ein erstes Übernahmeersuchen – wie erwähnt – vom SEM am 10. Juli 2018 an die italienischen Behörden gerichtet und von diesen am 19. Juli 2018 abgelehnt wurde, dass das SEM dieses Ersuchen nach zwischenzeitlicher Konsul tation der deutschen Behörden am 25. Juli 2018 – und damit innerhalb der in Art. 5 Abs. 2 DVO vorgesehenen dreiwöchigen Frist nach seiner vorläufigen Ab- lehnung – den italienischen Behörden gegenüber erneuerte, dass die italienischen Behörden diesem Ersuchen zwar erst am 31. August 2018 – und damit nicht innerhalb der dafür gemäss Art. 5 Abs. 2 Satz 3 DVO vorgesehenen Frist von zwei Wochen seit Stellung des Remonstra- tionsbegehrens – ausdrücklich zustimmten, dass eine verspätete Zustimmungserklärung aber dann keine Rechtsfol- gen zeitigt, wenn sie innert angemessener Frist nach der vorläufigen Ab- lehnung erfolgt und davon ausgegangen werden kann, dass sich eine F-5246/2018 Seite 7 Überstellung innert sechs Monaten gemäss Art. 29 Abs. 1 Dublin-III-VO bewerkstelligen lässt (vgl. Urteile des BVGer F-2525/2018 vom 29.08.2018 und F-3440/2018 vom 12.09.2018 E. 4), dass daher nach zutreffender Rechtsauffassung der Vorinstanz die Zustän- digkeit Italiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gegeben ist, dass nach Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin -III-VO der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den eigent- lich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingun- gen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Euro- päischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfolgend: EU -Grund- rechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden kann, dass ferner jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO beschliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein- trittsrecht), dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim- mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, dass der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vorbringt, er sei zwar noch nie in Italien gewesen, wisse jedoch, dass es dort kein faires Verfahren gebe, er auf der Strasse leben müsste, und medizinische Ver- sorgung für Flüchtlinge nicht erhältlich sei, dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De- zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR F-5246/2018 Seite 8 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Janu ar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun- gen nachkommt, dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in- ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, dass diese Ansicht du rch den Europäischen Gerichtshof für Menschen- rechte (EGMR) bestätigt wird, indem dieser in seiner bisherigen Rechtspre- chung festhält, dass in Italien kein systemischer Mangel an Unterstützung und Einrichtungen für Asylsuchende bestehe, obwohl die allgemeine Situ- ation und insbesondere die Lebensumstände von Asylsuchenden, aner- kannten Flüchtlingen und Personen mit einem subsidiären Schutzstatus in Italien gewisse Mängel aufweisen würden (vgl. EGMR: Entscheidung Mo- hammed Hussein und andere gegen die Niederland e und Italien [Be- schwerde Nr. 27725/10] vom 2. April 2013, § 78), dass der Beschwerdeführer als alleinstehender , knapp 30 Jahre junger Mann ohnehin nicht zur Kategorie der besonders schutzbedürftigen Perso- nen im Sinne der Rechtsprechung des EGMR gehört (vgl. Urteil i.S. Tarak- hel gegen Schweiz vom 4. November 2014, Grosse Kammer, Nr. 29217/12, § 114 f.; siehe auch BVGE 2016/2 E. 5), deren Rücküberstellung eine indi- viduelle Garantieerklärung der italienischen Behörden hinsichtlich der Un- terbringung erfordert, dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 8.4), dass der Beschwerdeführer ferner kein konkretes und ernsthaftes Risiko dargetan hat, die italienischen Behörden würden sich weigern ihn aufzu- nehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen, dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, Italien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missach- ten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist F-5246/2018 Seite 9 oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land ge- zwungen zu werden, dass der Beschwerdeführer keine konkreten Hinweise für die Annahme dargetan hat, Italien würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmericht- linie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten, und er sich bei einer vorübergehenden Einschränkung nötigenfalls an die Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechts- weg einfordern könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), dass es im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Italien über eine ausrei- chende medizinische Infrastruktur verfügt, dass die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder- liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche me- dizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer ge- eigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie), dass der Beschwerdeführer keine konkreten Hinweise für die Annahm e dargetan hat, in seinem Fall könnte es sich im Bedarfsfall anders verhalten, dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine gesetzeswidrige Ermessensausübung (v gl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes- sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal- ten bleibt, dass die Dublin -III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein- räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts - F-5246/2018 Seite 10 oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nic ht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht- eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.), dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist , soweit darauf eingetreten werden kann, dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos erweist, dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent- geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa- ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1 bis 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä- digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) F-5246/2018 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Andreas Trommer Julius Longauer Versand: