B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2188/2010 U r t e i l v o m 4 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richterin Muriel Beck Kadima, Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 15. Februar 2010 / N (…). E-2188/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Schreiben der Schweizer Vertretung in Colombo vom 16. November 1999 bestätigte die Botschaft den Eingang einer Eingabe des Beschwe r- deführers vom 5. Oktober 1999. Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, die Botschaft darüber zu orientieren, sobald er aus dem Ge- fängnis entlassen werde. Die Eingabe des Beschwerdeführers vom 5. Oktober 1999 befindet sich nicht bei den vorinstanzlichen Akten. B. Mit Eingabe vom 4. August 2009 an die Schweizer Vertretung in Colombo ersuchte der Beschwerdeführer um Asyl. Zur Begründung führte er dazu aus, er sei in (...) geboren und habe dort gewohnt, bis seine Familie au f- grund der Kriegsereignisse in seiner Wohngegend im Jahr 1997 nach (...) umplatziert worden sei. Er habe damals oft nach B._______ und (...) rei- sen müssen, um Lebensmittel für den Unterhalt seiner Familie zu beso r- gen. Anlässlich einer entsprechenden Reise am 5. August 1998 sei er in einem weissen Van entführt und in einem Haus in B._______ festgehal- ten und dabei gefoltert worden. Er sei in Spitalpflege gebracht und a n- schliessend den Po lizeibehörden von C._______ übergeben worden, wo er bis zum (…) 1998 inhaftiert worden sei. Er sei beschuldigt worden, Ka- dermitglied der LTTE gewesen zu sein. Dort habe man ihn gezwungen, unter Folter ein Geständnis abzulegen. Am 19. November 1998 sei er vor Gericht gestellt und im Gefängnis von (...) inhaftiert worden. Unter fa l- schen Anschuldigungen sei er vom Colombo H igh Court der Beihilfe der LTTE für schuldig befunden und zu einer siebenjährigen Gefängnisstrafe ("rigorous imprisonment") verurteilt worden. Seine Berufung gegen diese Verurteilung sei abgewiesen worden. Während der von ihm insgesamt abgesessenen elfjäh rigen Haft sei er von den Gefängnisbehörden und den Insassen sehr schlecht behandelt und diskriminiert worden. Am (…) 2009 sei er – ohne Abgabe seines Identitätsausweis es – freigelassen worden. Er habe nicht in Colombo bleiben können, sondern sei dazu au f- gefordert worden, sich nach B._______ zu begeben, um sich einen ne u- en Identitätsausweis zu besorgen. Wegen seiner elfjährigen Gefängni s- haft habe sich die zuständige Amtsperson ("Grama Niladhari") geweigert, ihm die Zulassung zum Erhalt eines Identitätsauswe ises zu erteilen. O h- ne diesen Ausweis respektive ohne polizeiliche Registrierung sei es ihm nicht möglich, sich frei zu bewegen. Zudem werde er von bewaffneten E-2188/2010 Seite 3 Personen, die ihm bekannt seien, unter Todesdrohungen aufgefordert, B._______ zu verlassen. Der Beschwerdeführer führte weiter aus, er werde anlässlich einer persönlichen Anhörung weitere Einzelheiten zu seinem Asylgesuch abgeben. Zur Stützung seines Asylgesuches reichte der Beschwerdeführer mehrere englischsprachige Beweismittel (jeweils Kopien) ein: - Detention Attestation des International Committee of the Red Cross (ICRC) vom (…) 2009, in welchem mehrere Gefängnisbesuche (zw i- schen dem 13. August 1998 und dem 12. Februar 2009) des ICRC respektive die Freilassung vom (…) 2009 bestätigt werden; - Weitere Bestätigung des ICRC vom 18. Januar 1999, in welchem B e- suche des Beschwerdeführers im Gefängnis durch das ICRC bestätigt werden; - Schreiben des "Home for Human Rights" (HHR) vom 14. August 2009, in welchem festgehalten wird, dass der Beschwerdeführer am (…) 1998 in (...) festgenommen und vom High Court verurteilt worden sei; der Beschwerdeführer habe das HHR um juristischen Beistand ersucht; seine Berufung ("appeal") gegen die Verurteilung zu sieben Jahren Gefängnis sei abgelehnt worden; die Mutter und we itere Ver- wandte des Beschwerdeführers seien heute Intern -Vertriebene in der Region B._______; - Englische Übersetzung mehrerer Gerichtsakten des "High Court of Colombo" (Verfahrensnummer: […] ), aus welcher hervorgeht, dass der Beschwerdeführer wegen Kadermit gliedschaft bei den LTTE zu einer siebenjährigen Gefängnisstrafe verurteilt und seine dagegen eingereichte Berufung abgelehnt worden sei; - Englische Übersetzung von Polizei - (Police Station C._______) r e- spektive Gerichtsakten (Magistrate's Court of [...]), Verfahrensnummer (…), wonach im Jahr 1998 vier verdächtige Personen (darunter der Beschwerdeführer) wegen LTTE-Tätigkeiten und gestützt auf die No t- standsgesetzgebung ("Emergency Regulation") dem Gericht zug e- führt und anschliessend den Polizeibehörden übergeben worden se i- en; - Bestätigung zuhanden des Häftlings ("Certificate issued to the Pris o- ner") vom (…) 2007 (Verfahrensnummer: […]), wonach der B e-E-2188/2010 Seite 4 schwerdeführer als Häftling Nr. (...) registriert und vom (…) 1998 bis (…) 2002 in Untersuchungshaft ("rem and custody") respektive vom (…) 2002 bis Ausstelldatum ( […] 2007) im (...) Gefängnis in D._______ inhaftiert worden sei; - Weitere Bestätigung des (...) Prison vom (…) 2009, wonach der B e- schwerdeführer vom Colombo High Court (Verfahrensnummer: (…) zu einer siebenjährigen Gefängnisstrafe verurteilt und vom (…) 2002 bis zur Freilassung am (…) 2009 im (...) Gefängnis in D._______ inhaf- tiert worden sei; - Bestätigung der Polizeibehörde in C._______ vom 26. Juni 2009, wo- nach der Beschwerdeführer wegen Unterstützung der LTTE am (…) 1998 verhaftet und verurteilt worden sei; die Freilassung sei am (…) 2009 erfolgt; - Anwaltsbestätigung vom 8. September 2009 , in welche r der Anwalt und "Notary Public" bestätigt, dass er den Beschwerdeführer im Ve r- fahren vor dem High Co urt of Colombo vertreten habe; der Beschw e- deführer sei zu einer siebenjährigen Gefängnisstrafe verurteilt und insgesamt elf Jahre lang inhaftiert gewesen; - "Householder's List Emergency Regulation – Sec:23", ausgestellt am (…) 2009; - Sri-lankischer Geburtsschein des Beschwerdeführers mit eng lisch- sprachiger Übersetzung. C. Mit Schreiben vom 19. August 2009 wurde der Beschwerdeführer von der Schweizer Botschaft in Colombo zur Abgabe detaillierter Informationen und zur Beantwortung verschiedener Fragen zu seinem Asylgesuch auf- gefordert. D. Mit Eingabe vom 27. August 2009 führte der Beschwerdeführer ergä n- zend aus, die gegen ihn erhobene Anklage habe unter anderem auf se i- nem unter Folter erwirkten Geständnis beruht. Er habe die durch die Misshandlungen erlitt enen Narben einem Gerichtsmediziner präsentiert, welcher jedoch nicht bereit gewesen sei, diese aktenkundig festzuhalten oder zu seinem Fall Stellung zu beziehen. Er habe in der Zwischenzeit einen Identitätsausweis erhalten. Er fürchte um sein Leben, nachd em er E-2188/2010 Seite 5 nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis von Angehörigen paramilit ä- rischer Gruppierungen gesucht worden sei. Er habe sich bisher nur an Nichtregierungsorganisationen gewandt; er fürchte sich vor den Kons e- quenzen einer Anzeige bei den Polizeibehörden. Er ersuche um die Mög- lichkeit, seine Situation anlässlich einer persönlichen Anhörung konkreter darzulegen. E. Am 15. Dezember 2009 fand eine Anhörung des Beschwerdeführers durch die Schweizer Botschaft in Colombo statt. Dabei brachte der B e- schwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuches insbesondere vor, er sei am 5. August 1998 von den PLOTE (People's Liberation Organisa- tion of Tamil Eelam) in einem weissen Van entführt und der CSU (Crime Special Unit) übergeben worden. Anschliessend sei er 10 Jahre und 10 Monate lang im Gefängnis inhaftiert gewesen, wo er gefoltert worden sei. Er sei der LTTE -Unterstützung beschuldigt und deswegen zu einer 7-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Nach seiner Freilassung am (…) 2009 habe er si ch in B._______, Colombo bzw. (...) aufgehalten. Weder er noch seine Familienangehörigen hätten sich jemals politisch be- tätigt. Er sei früher von den LTTE zur Unterstützung gedrängt worden, habe aber abgesehen davon nie konkrete Schwierigkeiten mit dieser Or- ganisation gehabt. Seine Familienangehörigen hielten sich alle in IDP - Camps in B._______ auf; einzig sein Bruder sei – an einen unbekannten Ort – umgesiedelt worden. Der Beschwerdeführer habe sich vorüberg e- hend in Colombo registrieren und aufhalten können, weil er die Unterstüt- zung einer Rechtsanwältin gehabt habe. Er befürchte, der LTTE - Unterstützung verdächtigt und in ein "Detention -Camp" verbracht zu wer- den. F. Mit BFM -Verfügung vom 15. Februar 2010 wurde die Einreise des B e- schwerdeführers in die Schwei z verweigert und sein Asylgesuch abg e- lehnt. Zur Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer sei nach seiner über zehnjährigen Inhaftierung freig e- lassen worden. Diese langjährige Haft sei für die Bewilligung der Einreise im Hinblick auf ein Asylverfahren in der Schweiz nicht mehr relevant. Es müsse heute davon ausgegangen werden, dass seitens der sri- lankischen Behörden kein Verfolgungsinteresse an seiner Person best e- he. Dies zeige auch der Umstand auf, dass er sich in Colombo p roblem- los bei der Polizei habe registrieren können und seit seiner Entlassung nicht mehr bedroht worden sei. Die dem Beschwerdeführer an den E-2188/2010 Seite 6 Checkpoints in Colombo widerfahrenen Behandlungen seien Schikani e- rungen, welche viele in Colombo wohnhafte Tamilen über sich ergehen lassen müssten. Ein solches Verhalten seitens der sri -lankischen Behör- den sei zwar keineswegs legitim, verunmögliche jedoch weder ein me n- schenwürdiges Leben in Colombo noch erschwere es ein solches in u n- zumutbarer Weise. Es sei davon auszugehen, dass es dem Beschwerde- führer weiterhin möglich sei, in Colombo wohnhaft zu sein, so dass sich eine Rückkehr nach B._______ erübrige. An diesen Erwägungen könnten auch die eingereichten Dokumente nichts ändern, da diese sich lediglich auf Vorbringen beziehen würden , deren Glaubhaftigkeit grundsätzlich nicht in Frage gestellt werde. Der Beschwerdeführer sei insgesamt nicht schutzbedürftig im Sinne des Asylgesetzes, weshalb sein Asylgesuch a b- zulehnen und seine Einreise in die Schweiz nicht zu bewilligen sei. G. Mit Rechtsmitteleingabe vom 9. März 2010 (Eingang bei der Schweizer Botschaft in Colombo: 15. März 2010, Eingang beim Bundesverwaltungs- gericht: 6. April 2010) macht der Beschwerdeführer geltend, er habe sich nach seiner Entlassung aus der über zehnjährigen Gefängnishaft in (...) aufgehalten. Nachdem seine Freunde ( E._______ F._______), die ihm in Colombo Unterschlupf gewährt hätten, selbst – wegen des Beschwerd e- führers – Probleme mit den Polizeibehörden in Colombo bekommen hä t- ten, hätten diese Freunde in Betracht gezogen, Sri Lanka zu verlassen („they ... have an idea of leaving Sri Lanka“), beziehungsweise diese se i- en nach [europäisches Land] gezogen („they sifted to [europäisches Land]“). In der Folge habe auch der Beschwerdeführer Colombo verla s- sen und am 3. Januar 2010 nach B._______ umziehen müssen, wo er sich bei einem Herrn N. (…) aufgehalten habe. Während seines diesb e- züglichen Aufenthaltes in B._______ sei er von der Polizei verhaf tet und am (…) 2010 den Sicherheitskräften in B._______ übergeben worden. Er sei in B._______ mit der Bedingung aus der Haft entlassen worden, dass er sich jeden Sonntag auf dem Polizeiposten melde, mit anderen Worten er habe einer entsprechenden wöchentlichen Meldepflicht unterstanden. Zur Stützung dieser Vorbringen reichte der Beschwerdeführer die en g- lisch-sprachige Übersetzung eines amtlichen Schreibens (Crime Branch Police Station, B._______), datiert vom (…) 2010, ein. Das entsprechen- de amtliche Schrei ben in sri -lankischer Schrift wurde weder im Original noch in Kopie zu den Akten gereicht. Aus dem Beweismittel geht hervor, dass der Beschwerdeführer ab dem (…) 2010 einer Meldepflicht unte r- worfen worden sei. Im Weiteren wird der Beschwerdeführer der Unterhal-E-2188/2010 Seite 7 tung terroristischer Aktivitäten bezichtigt („The suspect ist having conne c- tion with terrorism activities“). H. Das Bundesverwaltungsgericht nahm mit Zwischenverfügung vom 22. April 2010 die Beschwerde als fristgerecht eingereichte Rechtsmi t- teleingabe – welche dem Gericht am 6. April 2010 durch die Botschaft zugestellt wurde – entgegen. Der Beschwerdeführer wurde a ufgefordert, jegliche Änderung seiner Wohnadresse mitzuteilen sowie ergänzende Ausführungen einzureichen. I. Mit Schreiben vom 6. Mai 2010 liess die Schweizer Botschaft dem B e- schwerdeführer die Zwischenverfügung zukommen (gemäss Beschwer- deführer erhalten am 20. Mai 2010) und nannte die in der Verfügung ve r- langten Angaben zum Verständnis des Beschwerdeführers auf Englisch. Eine Kopie d ieses Schreibens wurde mit Datum vom 30. J uni 2010 an das Bundesverwaltungsgericht (Eingang Bundesverwaltungsger icht: 9. Juli 2010) übermittelt (vgl. unten Bst. L). J. Bezugnehmend auf seine Beschwerde vom 9. März 2010 teilte der Be- schwerdeführer der Schweizer Botschaft mit Schreiben vom 13. Mai 2010 mit (Eingang Botschaft: 19. Mai 2010 , Eingang Bundesverwaltungsg e- richt: 9. Juli 2010, siehe L. ), dass er am 4. April 2010 im Nachtzug nach Colombo von unbekannten Personen überfallen worden sei. Diese hätten sich als Angestellte des Criminal Investigation Department (CID) ausg e- geben. Sie hätten ihn in einen Bus geführt, wo er angegriffen und ihm daraufhin Geld, Wertsachen sowie ein Mobiltelefon entwendet worden seien. Nach diesem Vorfall habe er versch iedenenorts versucht, Anzeige gegen diese Personen zu erstatten. Die Polizei in (...) habe schliesslich die Zulassung der Anzeige verweigert, als sie von der mutmasslichen T ä- terschaft der CID erfahren habe. Ferner machte der Beschwerdeführer in seinem Schreiben Probleme mit den Sicherheitskräften an seinem Wohn- ort geltend. Diese würden ihn häufig zu Anhörungen vorladen und hätten ihm zudem geraten, sein Zuhause nicht zu verlassen. Dem Schreiben wurde ein auf Englisch übersetzter Artikel aus der 'thin a- kural daily news' vom (…) 2010 beigelegt, worin über denselben vom Be- schwerdeführer beschriebenen Vorfall berichtet wurde. Der entsprechen-E-2188/2010 Seite 8 de sri -lankische Zeitungsartikel wurde weder in Kopie noch im Original mit eingereicht. K. Mit Eingabe vom 1. Juni 2010 (Eingang Botschaft: 7. Juni 2010) reichte der Beschwerdeführer bezugnehmend auf das Begleitschreiben der Bo t- schaft beziehungsweise die Zwischenverfügung des Bundesverwaltung s- gerichts zusätzliche Dokumente zu den Akten , die die Botschaft zusa m- men mit weiteren V erfahrensakten dem Bundesverwaltungsgericht am 30. Juni 2010 weiterleitete, und die am 9. Juli 2010 beim Gericht Eingang fanden (siehe L.). Der Beschwerdeführer macht darin erneut geltend, von der Armee bedroht und häufig verhört zu werden. Sogar am Tag, an we l- chem er dieses Schreiben verfasst habe, habe ihn eine Gruppe von A r- meeangehörigen zuvor in ihr Camp gebracht, ih n einem Kurzverhör u n- terzogen und ihn auf den darauffol genden Tag zu einem weiteren Verhör vorgeladen. Der Eingabe lag das Original des Schreibens der Crime Branch Police Station B._______ vom (…) 2010 betreffend Meldepflicht bei. L. Am 30. Juni 2010 wurden mit Begleitschreiben der Botschaft diverse Do- kumente (jeweils Kopien) des Beschwerdeführers an das Bunde sverwal- tungsgericht übermittelt (Eingang Bundesverwaltungsgericht: 9. Juli 2010): - Englischsprachige Übersetzung des a mtlichen Schreibens der Pol i- zeibehörden von B._______ vom (…) 2010 (Crime Branch Police Sta- tion, B._______), bereits aktenkundig (vgl. G,. zweiter Absatz); - E-mail vom 26. Mai 2010 mit Name und Adresse von angeblich in der Schweiz wohnhaften Bekannten des Beschwerdeführers; - Schreiben vom 27. Mai 2010 von G._______, Anwältin, worin diese festhält, sie habe zwischen 19. Juni 2009 und 23. Februar 2010 dem Beschwerdeführer in ihrem Haus in D._______ Schutz gewährt; heute lebe sie im [in Europa] zusammen mit ihrem Ehemann, dem dort Asyl gewährt worden sei, und der gemeinsamen Tochter; der Beschwerde- führer werde in B._______ anhaltend bedroht von bewaffneten par a- militärischen Gruppierungen und sei aufgrund dieser Verfolgungssit u- ation auf Hilfe angewiesen; E-2188/2010 Seite 9 - Reisedokument (für Flüchtlinge) des [europäisches Land], ausgestellt am 5. Dezember 2009, für H._______, geboren am (…)1971; - [europäisches Land] , Visum für die Familienvereinigung für G._______; - Sri-lankischer Pass von H._______, geboren (…), ausgestellt am 7. Juni 2007; - Eingabe des Beschwerdeführers vom 13. Mai 2010, im Doppel (siehe J.) - Bestätigung von (...), Mitglied des Parlaments im (…)-Bezirk, wonach der Beschwerdeführer am (…) 1998 aufgrund des Verdachts auf LTTE-Mitgliedschaft inhaftiert worden sei und nach jahrelanger Fo l- terhaft am (…) 2009 freigelassen worden sei; der Beschwerdeführer müsse heute an Verhören teilnehmen und die Situation habe sich noch nicht normalisiert ; die geltend gemachte Furcht des Beschwe r- deführers sei für ihn verständlich; sein Asylgesuch sollte deshalb aus humanitären Gründen berücksichtigt werden; - Englische Übersetzung eines Zeitungsartikels aus der 'thinakural daily news' vom (…) 2010, im Doppel (vgl. J zweiter Absatz); - Schreiben der Schweizer Botschaft in Colombo vom 6. Mai 2010 an den Beschwerdeführer (siehe I.); - Eingabe des Beschwerdeführers vom 1. Juni 2010 mit dem Original des Schreibens der Crime Branch Police Station B._______ vom (…) 2010 (siehe K.). Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das B undesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne E-2188/2010 Seite 10 von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei- se Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Vorab gibt die Aktenführung der Vorinstanz und der Schweizer Botschaft in Colombo im vorliegenden Verfahren zu Bemerkungen Anlass. 2.1 Die Schweizer Botschaft in Colombo hat ab Eingang der Beschwerde sämtliche Eingaben des Beschwerdeführers an das Bundesverwaltung s- gericht weitergeleitet. Dies erfolgte in zwei Sendungen (mit Begleitschrei- ben vom 18. März 2010 sowie vom 30. Juni 2010) und betraf Eingaben des Beschwerdeführers zwischen dem 15. März 2010 und dem 7. Juni 2010 (Eingang Botschaft). Die weitergeleiteten Mitteilungen und Bewei s- mittel des Beschwerdeführers sind ohne entsprechende Auflistung beig e- fügt. Im ersten Begleitschreiben der Botschaft vom 18. März 2010 wird lediglich die Übermittlung der Beschwerde ('Herewith I send you enclosed a possible appeal..') genannt, das ebenso beigelegte Beweismittel (ei ne Bestätigung der Polizeibehörde von B._______) findet dagegen keine Erwähnung im Übermittlungsbrief. In der zweiten Sendung werden ve r- schiedene Eingaben kommentarlos zusammengefasst, und es befand sich gar eine Eingabe betreffend eine andere Person unter den Beilagen. Auch im zweiten Begleitschreiben vom 30. Juni 2010 wird keines der zu übermittelnden Dokumente bezeichnet oder umschrieben, sondern es E-2188/2010 Seite 11 wird lediglich in pauschaler Weise darauf verwiesen ('…herewith I send you enclosed the correspondence for same.'). Dies erweist sich – insbe- sondere bei umfangreicheren Übermittlungen wie vorliegend (16 Akte n- stücke) – für den weiteren Verfahrensverlauf als unförderlich, da aufgrund der unübersichtlichen Aktenführung die Aktenaufarbeitung durch die Rechtsmittelinstanz erschwert wird und somit unnötige Verfahrensverz ö- gerungen entstehen können. 2.2 Die Akten im vorinstanzlichen Dossier (N 535 334) weisen weder ei- ne Paginierung auf, noch sind sie in einem Aktenverzeichnis aufgeführt. Sämtliche Aktenstücke liegen lediglich in loser und ungeordneter Form im N-Dossier vor. Das Beweismittelcouvert enthält diverse Beweisdokume n- te, welche indessen weder im Dokumentenverzeichnis auf der Frontseite des Couverts bezeichnet noch einzeln paginiert sind. Stattdessen sind verschiedene Beweismittel unsortiert zu zwei Dokumentenstücken (Nr. 1. und 2.) zusammengeheftet worden. 2.3 Gemäss gefestigter Rechtspraxis obliegt der Verwaltung auch eine Aktenführungspflicht, da diese das Gegenstück zum ─ Bestandteil des rechtlichen Gehörs nac h Art. 29 Abs. 2 BV bildenden ─ Akteneinsicht s- recht der betroffenen Person darstellt (BGE 130 II 473 E. 4.1 S. 477). Die Akten sind somit grundsätzlich von Anfang an in chronologischer Reihe n- folge abzulegen und beim Eingang eines Akteneinsichtsgesuchs bezi e- hungsweise spätestens bei Entscheidfällung durchgehend zu paginieren, wobei in der Regel auch ein Aktenverzeichnis zu erstellen ist, welches sämtliche Eingaben des Verfahrens chronologisch auflistet (Urteil de s Bundesgerichts vom 19. Mai 2011 [2C_327/2010] mit weit eren Hinwe i- sen). Diesen Anforderungen genügt die Aktenführung des BFM nicht. Die Do- kumentierung der Aktenstücke durch die Vorinstanz ist offenkundig ma n- gelhaft, da die Akten weder paginiert noch in einem Aktenverzeichnis auf- geführt oder auf andere Weise definiert worden sind. Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist somit festzuhalten, dass in casu die vorinstanzlichen Behörde die nötige Sorgfalt und Übersichtlichkeit im Rahmen einer gehörigen Aktenführung augenscheinlich vermissen liess und folglich ihre Pflicht zur ordnungsgemässen Aktenführung verletzte. Im Übrigen is t die vorinstanzliche Sachverhaltserstellung richtig und voll- ständig erfolgt (vgl. BVGE 2007/30). E-2188/2010 Seite 12 3. Mit Beschwerde ka nn die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. 4.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft ma chen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zu gemutet werden kann. Glaubhaft gemacht ist ein Tatsache, wenn die Behörde ihr Vor han- densein mit überwiegender Wahrschein lichkeit für ge geben hält. Un - glaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punk ten zu wenig begründet oder in sich wider sprüchlich sind, den Tatsa chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismit- tel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). 4.2 Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zu gemutet werden kann, im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz - und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Ge fahr für Leib und Le ben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 4.3 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein weiter Ermes sensspielraum zukommt. Neben der erforde r- lichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Bezi e- hungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch e i- nen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die prakt i- sche Möglic hkeit und objektive Zumutbarkeit der anderweitigen Schut z- suche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmög- lichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Per- son, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3, mit weiteren Hinweisen). 5. E-2188/2010 Seite 13 5.1 Das BFM stellte in seiner ablehnenden Verfügung fest, dass der B e- schwerdeführer nicht schutzbedürftig im Sinne von Art. 3 AsylG sei, we s- halb die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt und das Asylgesuch abg e- lehnt wurde. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte über zehnjäh- rige Inhaftierung sei nicht mehr relevant für die Erteilung einer Einreis e- bewilligung im Hinblick auf ein Asylverfahren in der Schweiz. Gemäss ständiger Praxis der schweizerischen Asylbehörden könne Asylsuche n- den die Einreise in die Schweiz nämlich nur dann bewilligt werden, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer akuten Gefährdung bei einem Verbleib im Heimatland ausgegangen werden müsse. Dies sei in casu nicht gegeben, da nach Verbüssung der Strafe kein Verfolgungsinte- resse seitens der srilankischen Behörden gegenüber dem Beschwerd e- führer mehr anzunehmen sei. Dieser Schluss werde unterstützt durch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich problemlos bei der Polizei h a- be registrieren lassen können und seit seiner Entlassung nicht mehr b e- droht worden sei. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer angeführten Einschüchterungen, die sich nach seiner Freilassung an den Checkpoints in Colombo ereignet hätten, h iet das BFM fest, dass es sich hierbei um Schikanen handle, welche viele in Colombo wohnhafte Tamilen über sich ergehen lassen müssten. Ein solches Verhalten seitens der srilankischen Behörden sei zwar keineswegs legitim, es verunmögliche dem B e- schwerdeführer aber weder ein menschenunwürdiges Leben in Sri Lanka, noch erschwere es ein solches in unzumutbarer Weise. Zur geltend g e- machten Furcht vor Verfolgung durch die PLOTE a n seinem Heimatort B._______ hielt das BFM fest, dass der Beschwerdeführer sich alternativ in Colombo aufhalten könne, wo seinen Aussagen zufolge keine Verfol- gung festzustellen sei. 5.2 Der Beschwerdeführer machte in seiner Rechtsmitteleingabe geltend, dass er – entgegen den Erwägungen im Ablehnungsentscheid der Vorin- stanz – regelmässig Schwierigkeiten mit den Polizeibehörden habe. Nach seiner Freilassung habe er zunächst bei Freunden in (...) Unterschlupf gefunden, welche aber aufgrund ähnlicher Probleme das Land hätten ver- lassen müssen. In der Folge sei er am 3. Januar 2010 an seinen Heimat- ort B._______ zurück gekehrt, wo er bei einem Herrn (...) untergekom- men sei. An diesem Wohnort sei er anlässlich einer polizeilichen Kontrolle verhaftet und an die Sicherheitskräfte von B._______ übergeben worden. Diese hätten ihn unter Auferlegung einer Meldepflicht wieder freigelassen. Gemäss der Anordnung dieser Meldepflicht, welche in englischer Übe r- setzung und später auch im Original ein gereicht wurde, habe er sich j e- den Sonntag zwischen 9.00 Uhr und 12.00 Uhr beim Polizeiposten zu E-2188/2010 Seite 14 melden. Er sei auch aufgefordert worden, nur auf ihre Erlaubnis hin sein Zuhause zu verlassen. An seinen Meldepflicht -Tagen werde er von den Polizeibeamten schikaniert und unnötigen Befragungen unterzogen. Auf- grund dieser Umstände wage er sich nicht aus dem Haus und ersuch e um Hilfe (siehe G.). Bezugnehmend auf seine Rechtsmitteleingabe teilte der Beschwerdefüh- rer in einer weiteren Eingabe einen sich zwischenzeitlich ereigneten Überfall im Nachtzug nach Colombo mit. Ihm unbekannte Personen, wel- che sich als Angestellte des Criminal Investigation Department (CID) ausgegeben hätten, hätten ihm dabei Geld, Wertsachen sowie ein Mobil- telefon entwendet. Ferner machte der Beschwerdeführer in diesem Schreiben sowie in der weiteren Eingabe vom 1. Juni 2010 auf die anhal- tenden Probleme mit den Sicherheitskräften an seinem Wohnort au f- merksam (siehe J. und K.). 5.3 Im Folgenden ist zu prüfen, ob das Bundesamt zu Recht eine unmi t- telbare Gefahr im Sinne von Art. 20 AsylG verneinte und die Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz verweigerte. 5.3.1 Der Beschwerdeführer brachte in seinem Asylgesuch sowie anläs s- lich der mündlichen Anhörung vor, er sei im Jahr 1998 von der regi e- rungsnahen Gruppierung PLOTE verhaftet worden und habe in der Folge über zehn Jahre in Gefängnishaft verbra cht (Befragungsprotokoll, S. 5f. ; S. 8). Die sri-lankischen Behörden hätten ihm vorgeworfen, Mitglied bzw. Unterstützer der LTTE zu sein. Der Beschwerdeführer konnte seine G e- fangenschaft anhand verschiedener Beweismittel glaubhaft darlegen. So sind Gerichtsdokumente und behördliche Schriften eingereicht worden, die im Rahmen des Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer ausge- stellt wurden. In der Anklageschrift der Polizeibehörden von C._______ wird der Beschwerdeführer der Unterstützung ter roristischer Aktivitäten der LTTE beschuldigt. Weiter wird seine Gefängnishaft durch verschiede- ne Schreiben von Menschenrechtsorganisationen sowie seines Strafve r- teidigers bestätigt. Aufgrund der ausführlich en Dokumentierung seiner langjährigen Gefängnisstrafe kann dieses Ereignis als erstellt gelten . In- dessen ist festzustellen, dass trotz Glaubhaftigkeit der vorgenannten Vor- bringen die Anforderungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung damit nicht erfüllt sind . Wie das BFM korrekt festhielt, haben die s ri-lankischen Behörden nach der Freilassung des Beschwerdeführers kein gezieltes Verfolgungsinteresse mehr zum Ausdruck gebracht. Es ist somit in Übe r- einstimmung mit den vorinstanzlichen Erwägungen festzuhalten, dass E-2188/2010 Seite 15 das damalige Verfolgungsinteresse infolge vollständiger Verbüssung der Gefängnisstrafe heute keine Aktualität mehr aufweist. 5.3.2 Hinsichtlich des Vorwurfes, der Beschwerdeführer habe Verbindu n- gen zur LTTE gehabt, wird ferner auf die ausführliche Lageanalyse des Bundesverwaltungsgerichts im Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 (BVGE 2011/24) hingewiesen. In diesem Entscheid wird eine erhebliche Verbesserung der Lage in Sri Lanka seit Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der sri -lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 festgestellt. Militärisch würden die LTTE als vernichtet gelten, und auch die Sicherheitslage habe sich in bedeutsamer Weise stabilisiert. Polit i- sche Oppositionelle würden aber seitens der Regierung als Staatsfeinde betrachtet und müssten mit entsprechenden Verfolgung smassnahmen rechnen. Angesichts der allgemein verbesserten Lage definierte das G e- richt Personengruppen, welche einer erhöhten Verfolgungsgefahr unte r- liegen. Darunter würden Personen fallen, welche auch nach Beendigung des Krieges verdächtigt würden, mit de n LTTE in Verbindung zu stehen beziehungsweise gestanden zu haben. Der Beschwerdeführer ist zwar in der Vergangenheit der LTTE-Zugehörigkeit verdächtigt worden und hat in diesem Zusammenhang eine langjährige Gefängnisstrafe verbüsst. I n- dessen endete seine Inhaftierung erst im Juni 2009, und er wurde de m- nach erst zu einem Zeitpunkt aus dem Gefängnis entlassen, als die LTTE bereits als vernichtend geschlagen und nicht mehr existent gelten mus s- ten und als eine Kontaktaufnahme zu LTTE -Kreisen mithin nicht mehr realistisch hätte sein können. Es darf daher geschlossen werden, dass die sri -lankischen Behörden bei dieser Sachlage den Beschwerdeführer nach der Freilassung nicht mehr verdächtigten, relevante LTTE -Kontakte auch in der Gegenwart weiterhin zu unterhalten . Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer selber wiederholt geltend gemacht hat, bis zum heut i- gen Tag selber nie aktiv für die LTTE tätig gewesen zu sein; auch in sei- nem familiären Umfeld habe niemand Verbindungen zu den LTTE ( vgl.. Befragungsprotokoll, S. 4f.). Ausserdem bleibt festzuhalten, dass der B e- schwerdeführer zwar noch geltend machte, es sei ihm im Jahr 2010 eine wöchentliche Meldepflicht auferlegt worden, dass er inde ssen seit seiner letzten Eingabe an die Sc hweizer Asylbehörden vom 1. Juni 2010 keine weiteren Übergriffe oder Behelligungen mehr aktenkundig gemacht hat. Nach dem Gesagten ist dem Beschwerdeführer kein besonderes Risik o- profil zuzusprechen, welches ihn aktuell aus objektiver Sicht als gefährdet erscheinen liesse. E-2188/2010 Seite 16 5.3.3 Zu seiner heutigen Situa tion brachte der Beschwerdeführer in se i- nem Asylgesuch unter anderem vor, er werde von unbekannten Personen unter Mordandrohung aufgefordert, seine Heimatstadt B._______ zu ver- lassen. Als er anlässlich der Botschaftsbefragung darauf angesprochen wurde, verneint er die Frage, ob er nach seiner Freilassung durch Unb e- kannte bedroht worden sei (Befragungsprotokoll, S. 7). Folglich ist davon auszugehen, dass die im Asylgesuch vorgebrachten Morddrohu ngen nicht wahrheitsgetreu waren und damit in der vorliegenden E ntscheidfin- dung keiner Berücksichtigung bedürfen. Ausserdem fand dieses Vorbri n- gen in den späteren Eingaben keine Erwähnung mehr. Der Beschwerde- führer führte dagegen aus, wiederholt von den sri -lankischen Behörden schikaniert worden zu sein . Der Beschwerde führer gab an, die sri - lankischen Sicherheitskräfte hätten ihn nach der Haftentlassung zunächst an den Checkpoints in Colombo (vgl. Befragungsprotokoll, S. 10) und da- nach an seinem Wohnort kontrolliert und teilweise Befragungen unterz o- gen. Der Beschwerdeführer führt indessen nicht aus, was der Inhalt der behördlichen Anhörungen war ('unnecessary questions' oder 'questioned me in various manner'; vgl. Beschwerde vom 9. März 2010, Eingabe vom 1. Juni 2010). So finden in diesem Zusammenhang Anschuldigungen we- gen Verdachts auf LTTE-Verbindungen keine Erwähnung. Nebst den vor- gebrachten Kontrollen, Verhören sowie einer angeblich kurzzeitigen Ve r- haftung im Rahmen einer Anhörung sind keine weiteren Verfolgungsvo r- bringen geltend gemacht worden. Die Schilderungen des Beschwerdefüh- rers vermitteln insgesamt den Eindruck, dass es sich hierbei um allg e- meine Kontrollen der sri-lankischen Behörden handelte und diese nicht im Rahmen einer gezielten Verfolgung statt fanden. Das BFM hat hierzu zu- treffend festgestellt, dass es sich um behördliche Schikanen gegenüber Tamilen handle, welche zwar keineswegs legitim seien, aber ein me n- schenunwürdiges Leben in Sri Lanka nicht verunmög lichen würden . Es fehlt somit an der erforderlichen Gezieltheit und Intensität der geltend gemachten Nachteile, weshalb das Vorliegen einer unmittelbaren Gefahr zu verneinen ist. Die Tatsache, dass dem Beschwerdeführer im März 2010 eine wöchentliche Meldepflicht auferlegt worden sei, vermag zur Darlegung einer begründeten Furcht vor asylrelevant er Verfolgung eben- falls nicht auszureichen. 5.3.4 Hinzu kommt, dass ein wesentliches Aktenstück (Zeitungsartikel zum Überfall im Zug), das der Beschwerdeführer als Beweismittel ei n- reichte, lediglich in englisch -sprachiger Übersetzung vor liegt. Das ent- sprechende Schriftstücke in der sri -lankischen Originalsprache wurde weder im Original noch in Kopie zu den Akten gereicht. Die Übersetzung E-2188/2010 Seite 17 erweckt ferner den Anschein, nicht von einem Originaldokument zu en t- stammen, da sie inhaltlich konstruiert wirkt, so als wäre sie dem geschi l- derten Sachverhalt angepasst worden . Aufgrund dieser Umstän de ist nicht davon auszugehen, dass es sich beim fraglichen Dokument um eine echte Übersetzung handelt. Damit kann der Wahrheitsgehalt de s damit verbundenen Vorbringens (Überfall im Zug) ebenfalls in Zweifel gezogen werden. 5.4 Nach dem Gesagten kann von keinen Nachteilen ausgegangen we r- den, die den weiteren Verbleib des Beschwerdeführers in seinem Hei- matstaat als unzumutbar erscheinen oder die gar auf eine unmittelbare Gefahr f ür Leib und Leben schliessen lassen. Es ist zusammenfassend festzustellen, dass der Beschwerdeführer in Sri Lanka nicht akut gefäh r- det ist. Die Schutzbedü rftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 20 i.V.m Art. 3 AsylG ist mithin als nicht gegeben zu qualifizieren. Die Vorinstanz hat daher zu Recht die Einreise des Beschwerdeführers ver- weigert und sein Asylgesuch abgewiesen. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverha lt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Aus verwaltungsök o- nomischen Gründen und in Anwendung von Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist im vorliegenden Falle allerdings auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-2188/2010 Seite 18 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die Schweizer Botschaft in Colombo. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Lhazom Pünkang Versand: