TPF 2004 6 6 magistratnepouvantma tériellementpaspr océderlui-m ême à touslesactes d’enquête d’une procédure qui apparaît commevaste. TPF 2004 6 2.AuszugausdemEntscheidderBeschwerdekammerinSachenA.gegen EidgenössischesUntersuchungsrichteramtvom 18.Mai2004 (BK_B 009/04) Beschlagnahme; Sicherungseinziehung; Einziehung zur Deckung der Verfah- renskosten. Art. 65 Abs. 1 BStP, Art. 58 StGB Ausder Beschlagnahmeverfügung musshervorgehen,aufwelchegesetzliche GrundlagesichdieBeschlagnahme stütztund,gegebenenfalls,unterwelchen Titel die voraussichtliche Einziehungf ällt (E. 2.1). Voraussetzungen für dieBeschlagnahmezumZweckeder späterenSicherungs- einziehung(E. 2.2). Anforderungen an den Tatverdacht (E. 3). DerSicherungseinziehungkanneinFahrzeug,daszur Verübungeines Vermö- gensdeliktesverwendetwurde,nurunterliegen,wennzubef ürchtenist,dass derHalterdasFahrzeugzurBegehungweitererDelikteverwendenw ürde (E. 4). MangelsgesetzlicherGrundlageaufBundesebeneistdieBeschlagnahmeeines PersonenwagenszurSicherstellungdermutmasslichenVerfahrenskostennicht zulässig (E. 5). Séquestre; confiscation d'objets dangereux; confiscation pour couvrir les frais de la procédure. Art. 65 al. 1 PPF, art. 58 CP L’ordonnance de séquestre doitindiquerlabase légale surlaquellelamesure est fondée et,lecas échéant,à queltitrelaconfiscationest envisagée (con- sid. 2.1). Conditionsg énérales pourle séquestreauxfinsdelaconfiscation ultérieure d’objets dangereux (consid. 2.2). TPF 2004 6 7 Exigences en matière de soupçons (consid. 3). Un véhicule ayantservi à commettreuneinfractioncontrelepatrimoinene peut être séquestré que s’il yalieudecraindrequeson détenteurs’en serve pour commettre d’autres délits (consid. 4). Fautedebase légalefédérale, il n’est pasadmissibledeconfisquerunevoiture en garantie des frais de procédure présumés (consid. 5). Sequestro; confisca di oggetti pericolosi; confisca allo scopo di coprire le spese processuali. Art. 65 cpv. 1 PP, art. 58 CP Dalladecisionedisequestrodeverisultarelabaselegalesucuisifondailseque- stro e, se del caso, il titolo in cui rientra la presumibile confisca (consid. 2.1). Condizioni perilsequestroalloscopodellasuccessivaconfiscadioggettiperico- losi (consid. 2.2). Esigenze poste all’indiziodi reato (consid. 3). Un’automobile utilizzatapercommettereunreatopatrimoniale può essere sottopostaaconfiscadioggettipericolosisoltantose è datemerecheildetento- re la utilizzerebbe per compiere ulteriori reati (consid. 4). Inmancanzadiunabaselegalealivellofederale,ilsequestrodi un’automobile alloscopodigarantirelepresumibilispeseprocessualinon è ammissibile(con- sid. 5). Zusammenfassung des Sachverhalts: InderNachtvom1.aufden2.August2003versuchtenzwei Tätermittels SprengstoffeinenPostomateninZ.aufzusprengen,umsoandasdarinent- halteneBargeldzugelangen.Verd ächtigtwerdenalsHauptt äterB.undals FahrerundMitt äterA.,welchemvorgeworfenwird,mitseinemPersonen- wagenB.zumTatortgefahrenzuhaben,undzwarimWissen,wasB.beab- sichtigteundmitseinemvollenEinver ständnis.ImNachgangzueineram 3. November2003durchgef ührtenHausdurchsuchungbeschlagnahmtedie BundesanwaltschaftdasmutmasslicheTatfahrzeug,denVWGolfvonA. EinenAntragvonA.aufAufhebungderBeschlagnahmeundFreigabedes Fahrzeugeswiesderverfahrensm ässig inzwischenzust ändigeUntersu- chungsrichtermit Verf ügung vom 28. Januar 2004 ab. TPF 2004 6 8 Die Beschwerdekammer hiess die von A. erhobene Beschwerde gut. Aus den Erwägungen: 2. 2.1 Gemäss Art. 65 Abs. 1 BStP sind Gegenstände, die als Beweismittelvon Bedeutungsein können, mitBeschlagzubelegenundzuverwahren.Ebenso könnenGegenstände undVerm ögenswerte,dievoraussichtlichderEinzie- hungunterliegen,beschlagnahmtwerden.ImvorliegendenFallgehtesum eineSicherungsbeschlagnahme,inderangefochtenenVerf ügung wirdals Beschlagnahmegrundzu sätzlichdieDeckungderVerfahrenskostenge- nannt.DieBeschlagnahme stützt sichaufArt.65BStP,auchwennesder Untersuchungsrichterunterlassenhat,dieseBestimmunginderangefochte- nenVerf ügung explizitanzuf ühren.DieservomBeschwerdef ührerger ügte, formaleMangelistf ürdieBeurteilungindessennichtentscheidend,denn eineBeschlagnahmeimBundesstrafverfahrenst ützt sichimmeraufArt.65 BStP.MitderNennungdesmutmasslichenEinziehungstitels(Art.58 StGB)alsspezifischenBeschlagnahmegrundmachtdieBe hördenurdeut- lich,welcheBeschlagnahmekategorie(Beweismittel-,Sicherungs-oder Vermögensbeschlagnahme)sieihrerVerf ügung zuGrundelegt.VonBe- langistdeshalb,dasssichausderangefochtenenVerf ügung klarergibt, dassessichumeineBeschlagnahmeimHinblickaufeine künftigeSiche- rungseinziehung(Art.58StGB)sowiezurDeckungderVerfahrenskosten handelt.Insofern ist dieBegr ündung ausreichend. 2.2 Grundvoraussetzungf ürdieBeschlagnahmeistdasVorliegeneines konkretenTatverdachtsf ürdenobjektivenTatbestandeinerStraftat(vgl. auch HAUSER/SCHWERI,SchweizerischesStrafprozessrecht,5.Aufl.,Basel 2002, § 69N1).BeiderBeschlagnahmezumZweckeder späterenSiche- rungseinziehungbedarfesfernerkonkreterHinweisef ürdenerforderlichen Deliktskonnex.Sodannm üssen beidiesemBeschlagnahmegrunddiespezi- fischenErfordernissealsTatinstrument,alsTatproduktbzw.alsdurchdie mutmasslichestrafbareHandlunghervorgebrachterGegenstandhinreichend dargetansein.Andersalsf ürdieEinziehungnachArt.58StGBalsdefiniti- veNebenstrafe genügt esdabeif ürdieBeschlagnahmealsblossprovisori- schesSicherungselement,wenndieseVoraussetzungenhinreichendglaub- haftgemachtwerden.SchliesslichmussjedeBeschlagnahmever hältnis- mässig sein (BGE 125 IV 185, 187 E. 2a).TPF 2004 6 9 3. DerBeschwerdef ührerl ässtinderBeschwerdedenkonkretenTatver- dachtausdr ücklich bestreiten.Erbehauptet,vor,aufderFahrtundbiszum SprengstoffanschlaginbesagterNachtnichtsvonderentsprechendendelik- tischenAbsichtvonB.gewusstzuhaben.Entsprechendbestreiteterim GrundeseineMitt äterschaftbzw.GehilfenschaftzurGef ährdungdurch SprengstoffinverbrecherischerAbsicht(Art.224StGB),zurSachbesch ä- digung(Art.144StGB)undzumversuchtenDiebstahl(Art.139Ziff.3 StGB),indemergeltendmacht,esfehleamsubjektivenTatbestand.Zwar kannaucheingef ährlicherGegenstandeinesDritten,dermitderStraftat nichtszutunhat,beschlagnahmtwerden,indessenspieltderkonkreteTat- verdachthiereineRollef ürdiePrognose,obderGegenstandinderHand desBeschwerdef ührersgef ährlichseinkannodernicht.DerBeschwerde- führerbestrittstets,gewusstzuhaben,dassB.beabsichtigte,einenPosto- matenzusprengen.EsseiseinesWissensdarumgegangen,dassB.inZ. jemandenwegenirgendwelcherPapiere hättetreffenwollen.Auchhabeer nichtgewusst,wasB.vorgehabthabe,alsdiesermiteinemRucksackinZ. ausgestiegenund(ohneihmetwaszusagen)zurPostgegangensei.Im Verlaufederpolizeilichenbzw.bundesanwaltschaftlichenErmittlungengab C.zu,aneinemfr üherenSprengstoffanschlagaufeinenGeldautomaten (6. Juni2003)mitB.mitgemachtzuhabenundbelastetef ürden1./2.Au- gust2003auchB.als Täter.Bez üglichderRolledesBeschwerdef ührers gaberan,selbstnichtdabeigewesenzusein,alsB.undderBeschwerde- führermiteinanderalleingesprochen hätten.C.stelltesichdabeiaufden Standpunkt,letztlichnichtgewusstzuhaben,obderBeschwerdef ührer über dengeplantenAnschlaginformiertgewesensei,alserB.nachZ.gefahren habe(indiversenEinvernahmen,auchineinerKonfrontation).DerHaupt- täterB.wurderechtshilfeweiseam2.und3.Dezember2003vonder StaatsanwaltschaftinY.,Bosnien/Herzegowina,einvernommen.Dabeibe- lasteteerdenBeschwerdef ührerinsofernalserangab,sieh ättenvordem eigentlichenAnschlagimAutodaskonkreteVorgehennochabgesprochen. EntgegendemVertreterdesBeschwerdef ührerskannhieroffenbleiben,ob undinwieweitdieseAussageimHauptverfahrenVerwendungfindendarf. DerartigeprozessualeBeweisverwertungsfragenm üssen inersterLinie durchdenSachrichterentschiedenwerden.DamiteinBeweismittelbeider BeurteilungdeskonkretenTatverdachtsimBeschwerdeverfahrenkeine Verwendungmehrfindenkann,mussesaneinemklarenundderartschwe- renMangelleiden,dassseinedefinitiveUnverwertbarkeitsogleichoffen- sichtlichw ürde.DiesisthiernichtderFall,zumaldurcherneuteEinver- nahmeunter GewährungderParteirechteandieVerteidigungeinallf älliger Mangelohneweiteresgeheiltwerden könnte. InsofernistimBeschwerde-TPF 2004 6 10 verfahrenaufdieAussagenvonB.abzustellen,welcheim Übrigendurch dieAussagenvonD.hinsichtlichdesdeliktischenWissensdesBeschwerde- führersgest ützt werden.Damitergibtsichf ürdieAufrechterhaltungeiner Beschlagnahme grundsätzlich ein genügender Tatverdacht. 4. BestrittenwerdenvomBeschwerdef ührerdiespezifischenVoraussetzun- genderSicherungseinziehung.Gem äss Art.58Abs.1StGBverf ügt der RichterdieEinziehungvonGegenst änden, diezurBegehungeinerstrafba- renHandlunggedienthabenoderbestimmtwaren,oderdiedurcheine strafbareHandlunghervorgebrachtwordensind,wenndiese Gegenstände dieSicherheitvonMenschen,dieSittlichkeitoderdie öffentlicheOrdnung gefährden.Strittigisthierallein,obderAnwendungsfalldes „instrumentum sceleris“ (Gegenstand,derzurBegehungeinerstrafbarenHandlunggedient hat)vorliegt;dieanderenbeidenAnwendungsf älle desArt.58StGBfallen ausserBetracht.Unbestrittenistvorab,dassderbeschlagnahmteVWGolf Tatfahrzeugwar,alsodazudiente,diemutmasslichenT äterzumTatortzu transportieren(Deliktskonnex).DieSicherungseinziehungsetztnebendem Deliktskonnexvoraus,dassvomeinzuziehendenGegenstandeineGef ähr- dungf ürdieSicherheitvonMenschen,dieSittlichkeitoderdie öffentliche Ordnungausgeht.Dabeisinddiesbe züglichkeineer höhtenAnforderungen zustellen;es genügt, dasseswahrscheinlichist,dasseineGefahr bestünde, wenneinGegenstandinderHanddesBerechtigtennichteingezogenwird (BGE125IV185,187E.2a;124IV121,123E.2a).Nach S CHMID (SCHMID,KommentarEinziehung,OrganisiertesVerbrechenundGeld wä- scherei,Bd.I, Zürich1998,N59zuArt.58StGB) genügt dieabstrakte Gefährlichkeitnicht.VielmehristdieEinziehungnurzu lässig,wenndie vomRichteranzustellendePrognoseergibt,dassdievorstehender wähnte, künftigeGef ährdungalswahrscheinlicherscheint.Dabeisindinsbesondere dasAnlassdelikt,diePersondesVerf ügungsberechtigten,diefortbestehen- deGefahreinerseitsundeinsozialanerkanntesInteresseanderweiteren BenutzungdesGegenstandesdurchdenBetroffenenanderseitsabzuw ägen (SCHMID,a.a.O.).DieBeschlagnahmealsvor läufigeMassnahmeistim Prinzipaufrechtzuerhalten,bisderRichter überdieEinziehungentscheiden kann.WieallevorsorglichenMassnahmenistsieaufzuheben,wenndie UntersuchungsbehördedieVoraussetzungendazuf ürdahingefallenbe- trachtet,vorallem,wenndieGef ährlichkeitdeseinzuziehendenGegenstan- desnichtmehrgegebenist(S CHMID,a.a.O.,N84zuArt.58StGB).Dabei hatdieUntersuchungsbe hördeinsachgerechterundzur ückhaltenderWeise dieFragezubeantworten,wiederRichterwahrscheinlichentscheidenwer- de.MassstabistdabeidieGerichtspraxiszurEinziehung.Vorliegendver-TPF 2004 6 11 hält essichso,dassderBeschwerdef ührernichtvorbestraftist,dasVerfah- renausschliesslichwegendiesereinenTatgegenihngef ührtwirdunder einerberuflichen Tätigkeitnachgeht.Eskanndamitfraglosnichtvoneinem (mutmasslichen)Delinquentenausgegangenwerden,dermiteinergewissen Regelmässigkeit und überdiesunterBenutzungdesAutosdelinquiert.Dar- überhinausbestehtgru ndsätzlicheinsozialanerkanntesInteresseander weiterenBenutzungdesFahrzeugs.BeidieserSachlageistnichternsthaft anzunehmen,derSachrichterwerdedasAutoinderHanddesBeschwerde- führersalsfortbestehendenGef ährdungsfaktoreinstufenunddieseseinzie- hen.Damit lässt sichdieBeschlagnahmeunterdiesemTitelnichtweiter rechtfertigen. 5. DieangefochteneVerf ügung nenntalsweiterenBeschlagnahmegrunddie DeckungderVerfahrenskosten.EsstehtdenKantonen(unddemBund, BGE115III1)gem äss Art.44SchKGoffen,f ürdieBeschlagnahmevon GegenständenimStrafverfahrenzurDeckungvonUntersuchungs-,Ge- richts-undGefangenschaftskostenselberzulegiferieren(S CHKG-ACO- CELLA,Basel1998,N5und7zuArt.44).Voraussetzungf üreinederartige Beschlagnahme(undanschliessendeVerwertung),diegege nüberanderen SchuldnerneinePrivilegierungdarstellt,istallerdingseinegesetzliche Grundlage(soimplizitauchaus S CHMID,a.a.O.,N.76zuArt.58StGB). EntsprechendeVorschriftenfindensichdennauchinverschiedenenkanto- nalenProzessgesetzen,soetwain § 83StPOZHoderArt.142StPSG.Die BStP enthältjedochgeradekeinederartigegesetzlicheGrundlage.Mangels entsprechendergesetzlicherGrundlageistdeshalbimStrafverfahrendes BundeseineBeschlagnahmezurDeckungvonVerfahrens-bzw.Vollzugs- kostennicht zulässig.DieBeschlagnahmeerweistsichdamitauchunter diesemTitelalsnichtgerechtfertigt.DamitistdieBeschwerdezu schützen und die Beschlagnahme über das Fahrzeug,( … ),aufzuheben.