Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 23. Mai 2022 ZK2 2021 23 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin lic. iur. Daniela Pérez-Steiner, Kantonsrichterinnen Dr. Veronika Bürgler Trutmann und Bettina Krienbühl, Gerichtsschreiberin lic. iur. Cornelia Spörri-Kessler. In Sachen A.________, Beschwerdeführerin, betreffend Kostenbeschwerde (Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertreterin) (Beschwerde gegen das Urteil der Einzelrichterin am Bezirksgericht Höfe vom 23. März 2021, ZEV 2019 14);- hat die 2. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. a) Mit Verfügung vom 8. November 2019 bewilligte der damalige Einzel- richter am Bezirksgericht Höfe in der Prozesssache B.________ (Klägerin 1) und C.________ (Klägerin 2), (im vorinstanzlichen Verfahren) beide vertreten durch Rechtsanwältin D.________, gegen E.________ (Beklagter), (im vorin- stanzlichen Verfahren) vertreten durch Rechtsanwältin A.________ (Be- schwerdeführerin), betreffend Unterhalt/Beistandschaft/Besuchsrecht dem Beklagten die unentgeltliche Rechtspflege gestützt auf das Gesuch vom 27. September 2019 (Vi-act. A/VI = KG-act. 1/4) wie folgt (KG-act. 1/5): 1. Dem Gesuchsteller wird die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin A.________ bewilligt. 2. Der Honoraransatz für die unentgeltliche Rechtspflege beträgt Fr. 180.00 pro Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer sowie Auslagen. Die Rechtsvertreterin ist gehalten, dem Gericht eine Überschreitung des Kostenrahmens nach Gebührentarif von sich aus anzuzeigen (vgl. UP-Richtlinien der Gerichtspräsidentenkonferenz zum Gebührentarif SRSZ 280.411). Entschädigt wird nur der notwendige und verhältnismässige Aufwand. 3. [Zufertigung]. b) Mit Urteil vom 23. März 2021 erkannte die Einzelrichterin unter anderem Folgendes: […] 6.1 Die Gerichtskosten betragen CHF 3'000.00 und werden der Klägerin 2 und dem Beklagten je zur Hälfte auferlegt. Sie werden infolge der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vorerst auf die Gerichtskasse genommen. 6.2 Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.Kantonsgericht Schwyz 3 7.1 Rechtsanwältin D.________ wird als unentgeltliche Rechtsbeiständin der Klägerinnen mit CHF 14’000.00 (inkl. MWSt. und Auslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt. 7.2 Rechtsanwältin A.________ wird als unentgeltliche Rechtsbeiständin des Beklagten mit insgesamt CHF 11’500.00 (inkl. MWSt. und Auslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt, wovon auf entsprechendes Gesuch hin ein Betrag von CHF 5’000.00 in Form einer Akontozahlung bereits geleistet worden ist. 7.3 Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen. […] c) Am 6. April 2021 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde mit folgen- den Anträgen (KG-act. 1): 1. Es sei Ziffer 7.2 des Urteils des Bezirksgerichts Höfe vom 23. März 2021 aufzuheben und die Beschwerdeführerin sei gemäss ihrer Schlussabrechnung im Verfahren ZEV 2079 74 vor dem Bezirksgericht Höfe zu entschädigen. 2. Eventualiter sei Ziffer 7.2 des Urteils des Bezirksgerichts Höfe vom 23. März 2021 aufzuheben und es sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Mit Aktenüberweisungsschreiben vom 14. April 2021 verzichtete die Einzel- richterin auf Gegenbemerkungen (KG-act. 3). 2. Gegen ein aus seiner Sicht zu tiefes Honorar kann der unentgeltliche Rechtsbeistand bzw. die unentgeltliche Rechtsbeiständin, in analoger Anwendung von Art. 121 ZPO oder Art. 110 ZPO, Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO in eigenem Namen führen (F. Bastons Bulletti in Newsletter ZPO Online 2019-N14 Rz 5 mit Verweisen; Staehelin, in: Staehe- lin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, 3. A. 2019, § 16 Rz 70; Huber, in: Brunner/Gasser/Schwander, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommen-Kantonsgericht Schwyz 4 tar, 2. A. 2016, Art. 122 ZPO N 27; Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/ Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 321 ZPO N 9; Rüegg/Rüegg, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 110 ZPO N 3; Jent-Sørensen, in: Oberham- mer/Domej/Haas, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, 3. A. 2021, Art. 121 ZPO N 5). Mit der Einreichung der Beschwerde innert zehn Tagen ist die Beschwerdefrist vorliegend ohne Weiteres gewahrt. Zwar fehlt in den Anträgen der Beschwerdeführerin eine Bezifferung der geforderten Entschädigung, indes ersucht die Beschwerdeführerin explizit um eine Entschädigung gemäss ihrer Schlussabrechnung, welche Aufwendungen von Fr. 22‘180.65 (inkl. Auslagen und MWST) umfasst, was sich ohne Weiteres aus der Beschwerdebegründung ergibt (vgl. KG-act. 1 N 14 [inkl. KG-act. 1/25] und 25). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). 3. a) Die Vorinstanz schloss auf eine hälftige Auferlegung der Prozesskos- ten und entschädigte die Beschwerdeführerin infolge der Gewährung der un- entgeltlichen Rechtspflege als unentgeltliche Rechtsbeiständin aus der Ge- richtskasse, unter Hinweis auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO (vgl. angef. Urteil E. 7.1, 7.2 und 7.5 sowie Dispositivziffern 6.1, 7.2 und 7.3). Sie erwog, die Beschwerdeführerin habe am 9. Januar 2020 eine Überschrei- tung des Kostenrahmens angezeigt und ihren Aufwand bis dahin auf 53:20 Stunden (Fr. 9‘600.00 ohne MWST) beziffert. Laut Gesuch um Akontozahlung vom 9. November 2020 habe sich der Aufwand auf 90:35 Stunden bzw. Fr. 16‘305.00 ohne Spesen und MWST belaufen. Die meisten Positionen beträfen die Korrespondenz mit dem Klienten. Ein solch erheblicher Aufwand könne nicht als notwendig und verhältnismässig bezeichnet werden, zumal er auch nicht weiter spezifiziert werde. Er stehe ebenso in einem Missverhältnis zu den nachvollziehbaren und im Grundsatz als notwendig erscheinenden Stunden, die für die Redaktion von Eingaben ans Gericht aufgewendet wor-Kantonsgericht Schwyz 5 den seien. Bereits am 24. Januar 2020 sei darauf hingewiesen worden, dass zeitaufwendige Telefonate und E-Mailverkehr mit dem Klienten nicht als not- wendiger und verhältnismässiger Aufwand im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege berücksichtigt würden. Entsprechende Hinweise seien am 18. Juni 2020 erfolgt. Weiter könnten die Aufwendungen im Zusammenhang mit den vom Beklagten angehobenen Verfahren ZES 2019 678 und ZES 2020 650 nicht als notwendiger Aufwand entschädigt werden. Ersteres sei kurz nach Erlass der Verfügung vom 8. November 2019 eingeleitet worden, ob- schon die Frage des Ferienbesuchsrechts darin behandelt und verneint wor- den sei, ohne dass ein Rechtsmittel ergriffen worden wäre. Letzteres habe sich als gegenstandslos erwiesen, nachdem nunmehr ein Entscheid in der Hauptsache gefällt worden sei, was im Zeitpunkt der Einleitung jenes Verfah- rens in naher Zukunft voraussehbar gewesen sei. Auch seien Aufwendungen im Zusammenhang mit der „Abklärung Privatkonkurs Klient“ nicht zu entschä- digen. Insgesamt erscheine ein Aufwand von rund 55 Stunden als angemes- sen. Dabei sei zu beachten, dass der Beklagte erst im September 2019 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt habe und erst nach der Hauptverhandlung anwaltlich vertreten gewesen sei. Bei einem Stundenan- satz von Fr. 180.00 ergebe sich eine Entschädigung von rund Fr. 11‘500.00 (angef. Urteil E. 7.5, S. 33 f.). b) Die Beschwerdeführerin erachtet Aufwendungen im Umfang von insge- samt 111.05 Stunden und damit eine Entschädigung von Fr. 22'180.65 (in- kl. Auslagen und MWST) als gerechtfertigt. Es sei unklar, wie genau die Vorinstanz auf eine pauschale Vergütung von Fr. 11'500.00 gekommen sei. Der unentgeltliche Rechtsbeistand habe Anspruch auf eine Entschädi- gung von mindestens Fr. 180.00 pro Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer und Spesenentschädigung. Vorliegend läge der Stundenansatz für die geleisteten Arbeitsstunden bei lediglich Fr. 103.55 und damit bei nur knapp über der Hälf- te des Minimalansatzes. Ausserdem habe das Gericht Kürzungen der Hono- rarnote zu erläutern, indem es bestimmt ausweise, welche Aufwandpositionen Kantonsgericht Schwyz 6 inwiefern ungerechtfertigt seien. Die Vorinstanz halte lediglich fest, dass die Aufwendungen in den Verfahren ZES 2019 678 und ZES 2020 650 wie auch diejenigen im Zusammenhang mit der Abklärung des Privatkonkurses des Beklagten nicht als notwendiger Aufwand entschädigt werden könnten. An- sonsten befasse sie sich nicht mit den geltend gemachten Positionen, womit sie ihre Pflicht, die einzelnen Positionen zu beurteilen, massiv verletze. Eine Kürzung der Schlussabrechnung sei aber ohnehin nicht angezeigt. So liege der Streitwert des Verfahrens bei weit über Fr. 100'000.00, womit der Kosten- rahmen für das Grundhonorar gemäss Gebührentarif bei Fr. 5'500.00 bis Fr. 39'600.00 liege. Die Schlussabrechnung sei damit im gesetzlichen Rah- men. Weiter habe das Verfahren über zwei Jahre gedauert, obwohl es „nur‟ um Kinderbelange gegangen sei und nur eine Verhandlung stattgefunden ha- be. Es sei deshalb viel Korrespondenz und Aufwand für die Beantwortung der zahlreichen Eingaben der Gegenseite entstanden, was die Vorinstanz zu ver- antworten habe. Es sei praktisch bei jedem Besuchswochenende zu Zwi- schenfällen gekommen, was zu einem erheblichen Aufwand für Gespräche mit dem Klienten geführt habe. Insgesamt hätten sich in ihrem E-Mail-Ordner 537 E-Mails angesammelt, auf welche sie nur geantwortet habe, wenn dies notwendig gewesen sei. Sie habe nichts anderes tun können, als ihren Klien- ten immer wieder mündlich und schriftlich darauf hinzuweisen, dass der Auf- wand auf das Notwendige gekürzt werden müsse, was sie nachweislich mehr- fach getan habe. Sie habe sich von Beginn ihrer Mandatierung an um ein effi- zientes und rasches Verfahren bemüht. Das Verfahren voranzutreiben sei ihr oberstes Ziel gewesen, weil ihr Klient durch die Dauer des Prozesses faktisch dazu gezwungen gewesen sei, mitanzusehen, wie sich seine Tochter von ihm entfremdet habe, was ihn sehr belastet habe. Sie habe das Gericht über die Höhe ihres Aufwandes stets informiert und es sei ihr nie mitgeteilt worden, dass spezifische Leistungen nicht gerechtfertigt seien. Sie sei zudem vor Er- lass des Urteils vom 23. März 2021 nicht aufgefordert bzw. sei ihr nicht Gele- genheit geboten worden, ihre Honorarnote einzureichen. Die Beschwerdefüh- rerin erklärt schliesslich, weshalb die Abklärungen bezüglich Privatkonkurs mit Kantonsgericht Schwyz 7 dem Betreibungsamt von einer Stunde sowie die Aufwendungen im Zusam- menhang mit den Verfahren ZES 2019 678 und ZES 2020 650 ihrer Ansicht nach notwendig waren. Diese hätten ausserdem gerade neun Stunden betra- gen, womit die vorgenommene Kürzung um mehr als die Hälfte der geleiste- ten Stunden absolut ungerechtfertigt sei. 4. a) Massgeblich für die Festsetzung der Entschädigung im Kanton Schwyz ist der Gebührentarif für Rechtsanwälte vom 27. Januar 1975 (Geb- TRA; SRSZ 280.411). Die Beschwerdeführerin reichte am 9. Januar 2020 eine Leistungsübersicht über Fr. 9'600.00 (53:20 x Fr. 180.00) und am 9. Novem- ber 2020 über Fr. 16'305.00 (90:35 x Fr. 180.00) zu den Akten (Vi-act. D22 = KG-act. 1/11; Vi-act. E43 = KG-act. 1/23). Liegt eine spezifizierte Kostennote im Sinne von § 6 Abs. 1 Satz 1 GebTRA vor, d.h. eine Honorarrechnung mit detaillierten Leistungssätzen, und erscheint diese angemessen, ist die Kos- tennote der Festsetzung der Vergütung zugrunde zu legen (§ 6 Abs. 1 Satz 2 GebTRA), andernfalls wird die Vergütung nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt (§ 6 Abs. 1 Satz 3 GebTRA). Über die Angemessenheit der Kos- tennote nach den Bestimmungen des Gebührentarifs ist zu befinden, wenn der Anwalt als unentgeltlicher Rechtsvertreter tätig ist (§ 6 Abs. 3 lit. b Geb- TRA). Für Ehe- und Vaterschaftssachen beträgt das Honorar Fr. 1‘000.00 bis Fr. 10‘000.00 (§ 9 Abs. 1 Satz 1 GebTRA). Diese Bestimmung ist, auch vor- liegend anwendbar, weil sowohl bei verheirateten als auch bei unverheirateten Eltern die elterliche Sorge und Obhut und damit verbunden namentlich der Kindesunterhalt gleichermassen zu regeln ist und eine abweichende Honorar- bemessung bei der Festlegung des Unterhalts von Kindern unverheirateter Eltern in Nachachtung des seit 1. Januar 2017 geltenden neuen Kindesunter- haltsrechts nicht begründet wäre (vgl. auch Urteil ZK1 2020 32 und 33 vom 11. Mai 2021 E. 7b). Selbst die Beschwerdeführerin ersuchte am 9. Januar 2020 um Erhöhung des Kostenrahmens von § 9 GebTRA, nachdem ihr bis dahin bereits ein Aufwand von 53:20 Stunden (Fr. 9'600.00 ohne MWST) ent-Kantonsgericht Schwyz 8 standen war. Ihr Abstellen nunmehr auf § 8 Abs. 2 GebTRA begründet die Beschwerdeführerin nicht. Innerhalb des Tarifrahmens wird die Vergütung nach der Wichtigkeit der Streitsache, ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung sowie dem notwendigen Zeitaufwand bemessen (§ 2 Abs. 1 GebTRA). Ist der Anwalt als unentgeltlicher Rechtsvertreter von der öffentlichen Hand zu ent- schädigen, beträgt der Stundenansatz nach Massagebe von § 2 Abs. 1 Geb- TRA Fr. 180.00 bis Fr. 220.00 nebst den Auslagen (§ 5 Abs. 1 GebTRA). Gemäss Richtlinien der Gerichtspräsidentenkonferenz beträgt der Honoraran- satz für unentgeltliche Rechtsvertreter in der Regel Fr. 180.00 je Stunde zu- züglich Auslagen und MWST. Auch das Bundesgericht geht von einem ent- sprechenden Mindeststundenansatz aus. Es soll dem Rechtsbeistand möglich sein, einen bescheidenen (nicht bloss symbolischen) Verdienst zu erzielen (BGE 132 I 201 E. 8; BGer, Urteil 5D_163/2019 vom 24. Februar 2020 E. 6.1; Wuffli/Fuhrer, Handbuch unentgeltliche Rechtspflege im Zivilprozess, 2019, N 544 f.; Staehelin, a.a.O., § 16 Rz 70; Huber, a.a.O., Art. 122 ZPO N 23). Der aus Art. 29 Abs. 3 BV hergeleitete Anspruch des unentgeltlichen Rechtsvertre- ters auf Entschädigung und Rückerstattung seiner Auslagen umfasst nicht alles, was für die Wahrnehmung der Interessen des Mandanten von Bedeu- tung ist. Ein verfassungsrechtlicher Anspruch besteht nur, soweit es zur Wah- rung der Rechte notwendig ist (BGE 141 I 124 E. 3.1; BGer, Urteil 5A_157/2015 vom 12. November 2015 E. 3.1). Der Bundesgesetzgeber ver- zichtete für den Anwendungsbereich der ZPO bewusst darauf, eine volle Ent- schädigung vorzuschreiben. Art. 122 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO verpflichten nur zu einer „angemessenen” Entschädigung (vgl. BGE 137 III 185, E. 5.2; BGer, Urteil 5A_157/2015 vom 12. November 2015 E. 3.1). b) Sobald mit Blick auf den in der Gebührenverordnung gesetzten Rahmen erkennbar wird, dass der vom unentgeltlichen Rechtsvertreter geleistete Auf- wand auch nach einem Minimal(stunden)ansatz (von Fr. 180.00) zu einer Ent-Kantonsgericht Schwyz 9 schädigung führt, die über das Mass dessen hinausgeht, was für Fälle der betreffenden Art üblicherweise als geboten und damit entschädigungspflichtig angesehen wird, muss der unentgeltliche Rechtsvertreter der bundesgerichtli- chen Rechtsprechung folgend – von sich aus, gegebenenfalls auf gerichtliche Aufforderung hin – darlegen, inwiefern zur gehörigen Erledigung des Pro- zessmandats ein solcher Aufwand erforderlich war. Die blosse Auflistung von Aufwandpositionen in der Honorarnote ist hierfür nicht ausreichend (BGE 143 IV 453 E. 2.5.1; BGer, Urteil 5A_157/2015 vom 12. November 2015 E. 3.3.3). Es ist nicht Aufgabe der Behörde bzw. des Gerichts, im Festsetzungsent- scheid aus eigenem Antrieb Rechenschaft darüber abzulegen, weshalb von der eingereichten Honorarnote abgewichen wird (BGer, Urteil 5A_380/2014 vom 30. September 2014 E. 3.1). In diesem Sinne sieht auch der kantonale Gebührentarif für Rechtsanwälte vor, dass die Höchstansätze des Tarifs in Verfahren, die aussergewöhnlich viel Arbeit beanspruchen, bis 100 % über- schritten werden dürfen (§ 16 Abs. 1 GebTRA), was der Vertreter selbstre- dend zu behaupten und substantiieren hat (Beschluss ZK2 2016 62 vom 6. Februar 2017 E. 4b). c) aa) Neben dieser Substantiierungspflicht des unentgeltlichen Rechtsver- treters verlangt der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) von den Gerichten, dass sie die (form- und fristgerechten) Vorbringen der Betroffenen tatsächlich hören, ernsthaft prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigen (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1; BGer, Urteil 4D_102/2011 vom 12. März 2012 E. 4.1). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachge- recht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht leiten liess und auf die es seinen Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und dass sie jedes einzelne Vorbringen aus- drücklich widerlegt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1; BGer, Urteil 5A_943/2018 vom 25. Januar 2019 E. 2.2). Kantonsgericht Schwyz 10 bb) Die Festsetzung des Honorars des unentgeltlichen Rechtsbeistandes muss in der Regel nicht oder dann lediglich summarisch begründet werden (BGer, Urteil 4D_102/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2). Eine Begründungs- pflicht besteht, wenn der unentgeltliche Rechtsbeistand eine Kostennote ein- reicht und das Gericht die Entschädigung abweichend davon auf einen be- stimmten, nicht der Praxis entsprechenden Betrag festsetzt (BGE 141 I 70 E. 5.2; BGer, Urteil 4D_102/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2). Das Gericht hat diesfalls wenigstens kurz und nachvollziehbar zu begründen, weshalb es wel- che der Aufwandpositionen als unnötig ansieht (BGE 141 I 70, E. 5.2; Be- schluss ZK2 2016 62 vom 6. Februar 2017 E. 4c; Beschluss ZK2 2015 41 vom 21. Dezember 2015 E. 2a; Bühler, Berner Kommentar, 2012, Art. 122 ZPO N 37). Der Entscheid über die Höhe des anwaltlichen Honorars muss mithin grundsätzlich zumindest dann nicht begründet werden, wenn ein Tarif oder eine gesetzliche Regelung der Ober- und Untergrenze der Entschädigung besteht und das Gericht diesen Tarif bzw. diese Bandbreite einhält und von der Partei keine aussergewöhnlichen Umstände vorgebracht werden. In einem solchen Fall kann nicht mehr davon gesprochen werden, der Anwalt vermöge die Überlegungen, die den Richter zu einem solchen Entschädigungsent- scheid führten, auch ohne Begründung zu erkennen (BGer, Urteil 5D_4/2011 vom 20. April 2011 E. 4.2.2; BGer, Urteil 5A_39/2014 vom 12. Mai 2014 E. 4.2; BGer, Urteil 4A_382/2015 und 4A_404/2015 vom 4. Januar 2016 E. 3.1; siehe auch Beschluss ZK2 2016 62 vom 6. Februar 2017 E. 4c). d) Das Gericht braucht sich, der erwähnten bundesgerichtlichen Praxis folgend nicht mit jedem einzelnen Parteivorbringen auseinanderzusetzen. Es entspricht dem kantonalen Gebührentarif (vgl. § 6 Abs. 1 GebTRA) sowie der kantonalen Praxis, dass die zuständige Behörde die Honorarnote gesamthaft betrachtet und beurteilt, ob die Kostennote mit den Kriterien in § 2 Abs. 1 GebTRA sowie der in jener Sache bestehenden Entschädigungspraxis kon- form und damit angemessen ist. Das muss unter dem Aspekt der verfas- sungsrechtlichen Begründungspflicht betreffend die Festsetzung des Honorars Kantonsgericht Schwyz 11 des unentgeltlichen Rechtsbeistands genügen, solange das Gericht – wie vor- liegend – summarisch und unter Nennung von im Gesamtumfang beanstande- ten Positionen derselben Kategorie und der nicht notwendiger Aufwendungen im Zusammenhang mit bestimmten Verfahren sowie dem Hinweis auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung begründet, weshalb die Kostennote unan- gemessen erscheint, zumal das von der Vorinstanz zugesprochene Grundho- norar beinahe die Tarifobergrenze von Fr. 10'000.00 (§ 9 Abs. 1 GebTRA) erreicht. Die Beschwerdeführerin reichte erstinstanzlich am 9. Januar 2020 ausserdem nur eine Auflistung der Positionen ein (Vi-act. D22 = KG-act. 1/11). In ihrer Eingabe vom 9. November 2020 begründete sie die Notwendigkeit ihrer Aufwendungen im Wesentlichen lediglich damit, dass sie mit Ausnahme des Gesuchs vom 19. November 2019 immer auf Eingaben der Gegenseite reagiert und damit den Aufwand nicht selber veranlasst habe. Auf Gerichts- eingaben der Gegenseite sowie auf Korrespondenz müsse sie sodann auf- grund der anwaltlichen Sorgfaltspflicht reagieren und antworten. Nichtsdesto- trotz habe sie ihren Klienten immer wieder darauf hingewiesen, dass sie den Aufwand so tief wie möglich halten müsse. Das lediglich sechs Seiten umfas- sende Gesuch sei sodann angezeigt gewesen, weil damals die Hauptverhand- lung schon mehrere Monate zurückgelegen habe, die Gerichtsschreiberin ihr mitgeteilt habe, das Gericht werde vorerst nichts unternehmen und es wichtig gewesen sei, dass ihr Klient seine Tochter habe sehen können (Vi-act. E43 = KG-act. 1/23). Eine Erforderlichkeit des Gesuchs vom 19. November 2019 ist damit nicht begründet, weil die Vorinstanz eine gute Woche zuvor ein Be- suchsrecht des Beklagten festgelegt hatte, gestützt auf welches er seine Tochter sehen konnte. Zudem lässt der Umstand, dass die Gegenseite meh- rere Eingaben tätigte, für sich alleine noch keine Überschreitung des Kosten- rahmens erklären. Es mangelte damit an einer substantiierten Darlegung von Gründen für die Überschreitung des Tarifrahmens. Gerade weil die Vorinstanz sie mit Verfügungen vom 24. Januar 2020 und 18. Juni 2020 implizit darauf hinwies, dass insbesondere die zeitaufwendigen Telefonate und den Mailver- kehr mit dem Klienten nicht vollumfänglich als notwendig und verhältnismässig Kantonsgericht Schwyz 12 angesehen würden, hätte sich zumindest eine nähere Erklärung dazu aufge- drängt, weshalb die entsprechenden Aufwendungen derart hoch ausfielen. Jedenfalls ist eine Überschreitung des Tarifrahmens in Anbetracht ihres engen Zusammenhangs nicht alleine aufgrund der Anzahl der durchgeführten Ver- fahren gerechtfertigt. Gerade wenn eine Gefährdung des Kindeswohls im Raum steht, kann es im Verlaufe eines Verfahrens dazu kommen, dass eine Partei oder die Parteien weitere Anträge stellen. Zu beachten ist ebenso, dass der Gebührenrahmen von Fr. 1'000.00 bis Fr. 10'000.00 auch schwierige Ehe- scheidungsprozesse mit komplizierten güterrechtlichen Fragen (bis zu einem Streitwert von Fr. 100'000.00) abdeckt oder generell Prozesse, bei denen die Themenkomplexe bedeutend umfangreicher sind. Die Vorinstanz sprach der Beschwerdeführerin ein Grundhonorar zu, das beinahe der Obergrenze von Fr. 10'000.00 entspricht. Das von der Beschwerdeführerin geforderte Grund- honorar von Fr. 19'995.00 (111.05 x Fr. 180.00) liegt fast exakt 100 % über der Obergrenze von Fr. 10'000.00. Schliesslich besteht auch gemäss Bun- desgericht – wie erwähnt – nur dann eine weitergehende Begründungspflicht, wenn der unentgeltliche Rechtsbeistand eine Kostennote einreicht und das Gericht die Entschädigung abweichend davon auf einen bestimmten, nicht der Praxis entsprechenden Betrag festsetzt (BGE 141 I 70 E. 5.2; BGer 4D_102/ 2011 vom 12. März 2012, E. 4.1; BGer 9C_991/2008 vom 18. Mai 2009, E. 3.1.2). Weder macht die Beschwerdeführerin geltend, die gesprochene Entschädigung entspräche nicht der Praxis noch setzt sie sich wie gesagt mit § 16 Abs. 1 GebTRA auseinander und legt dar, inwiefern diese Bestimmung vorliegend greift. Für die Zeit nach 9. November 2020, in der unter anderem auch die von der Vorinstanz beanstandeten Aufwendungen im Zusammen- hang mit dem Verfahren ZES 2020 650 entstanden, lag vor der Vorinstanz keine Kostennote im Recht, welche es zu beurteilen galt. Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt damit nicht vor. e) aa) Weil die Vorinstanz die Kostennote der Beschwerdeführerin als un- angemessen erachtete, setzte sie die Vergütung gestützt auf § 6 Abs. 1 Geb-Kantonsgericht Schwyz 13 TRA, mithin nach pflichtgemässem Ermessen fest. Bei einer – laut Bundesge- richt zulässigen – Honorarbemessung nach Pauschalbeträgen werden alle prozessualen Bemühungen zusammen als einheitliches Ganzes aufgefasst und der effektive Zeitaufwand lediglich im Rahmen des Tarifsatzes berück- sichtigt (BGE 143 IV 453 E. 2.5.1), der vorliegend wie erwähnt zwischen Fr. 1'000.00 und Fr. 10'000.00 liegt (§ 9 Abs. 1 Satz 1 GebTRA). Pauschalen nach Rahmentarifen erweisen sich nur dann als verfassungswidrig, wenn sie auf die konkreten Verhältnisse in keiner Weise Rücksicht nehmen und im Ein- zelfall ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnisses zu den vom Rechtsanwalt geleisteten Diensten stehen. Auszugehen ist von einer Gesamtbetrachtung des Honorars unter Berücksichtigung des konkreten Falles (BGE 143 IV 453 E. 2.5.1). Dabei ist nach § 2 Abs. 1 GebTRA innerhalb des Tarifrahmens die Vergütung wie erwähnt nach der Wichtigkeit der Streitsache, ihrer Schwierig- keit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung sowie dem notwendigen Zeitaufwand zu bemessen (Urteil ZK1 2020 32 und 33 vom 11. Mai 2021 E. 7b). bb) Ausgangspunkt für die Beurteilung der streitigen Entschädigung ist die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach es nicht in das Belieben des unentgeltlichen Rechtsvertreters gestellt werden kann, durch das Aufschrei- ben einer übermässigen Anzahl Stunden auf die Festsetzung des Grundhono- rars Einfluss zu nehmen (BGE 143 IV 453 E. 2.5.1; BGer, Urteil 5A_380/2014 vom 30. September 2014 E. 3.1). Das Bundesgericht hielt in BGE 143 IV 453 explizit daran fest, dass der effektive Zeitaufwand, entgegen einzelnen nicht amtlich publizierten Entscheiden (etwa Urteil 6B_558/2015 vom 29. Januar 2016 E. 1.2.2 mit Hinweis auf Urteil 5A_157/2015 vom 12. November 2015 E. 3.3.2), lediglich im Rahmen des Tarifansatzes berücksichtigt werde. Eine systematische „Kontrollrechnung” mit einem Stundenansatz von Fr. 180.00 setzt das pauschalisierende Vorgehen nicht voraus (E. 2.5.1). Es ist damit nicht entscheidend, ob und inwieweit gestützt auf den geltend gemachten Aufwand von einem Stundenansatz von weniger als Fr. 180.00 auszugehen Kantonsgericht Schwyz 14 wäre (vgl. auch OGer ZH, Beschluss RE190004-O/U vom 16. Juli 2019 E. 3.6.4). Die Festsetzung des Honorars steht zudem nicht ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnisses zu der vom Anwalt geleisteten Arbeit (vgl. Bühler, a.a.O., Art. 122 ZPO N 38). Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass im Zeit- punkt der Urteilsfällung lediglich Honorarnoten bis anfangs November 2020 im Recht lagen. Im Beschwerdeverfahren sind neue Anträge, Tatsachenbehaup- tungen und neue Beweismittel ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO), wes- halb die Schlussabrechnung vom 31. März 2021 (KG-act. 1/25) nicht berück- sichtigt werden kann. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass der Vorder- richter keine abschliessende Honorarnote von der Beschwerdeführerin einhol- te. Weder verpflichtet der schwyzerische Gebührentarif die Gerichte im Kan- ton Schwyz, eine Kostennote einzuholen (statt vieler: Beschluss ZK2 2019 51 vom 23. Dezember 2019 E. 4a; vgl. BGer, Urteil 8C_789/2010 vom 22. Febru- ar 2011 E. 5.2) noch sieht die Rechtsprechung vor, dass Gerichte in der Regel angehalten sind, die Parteien zur Einreichung einer Kostennote aufzufordern (Urwyler/Grütter, in: Brunner/Gasser/Schwander, a.a.O., Art. 105 ZPO N 7; Beschlüsse ZK2 2019 64 vom 14. Mai 2020 E. 2a, ZK2 2014 73 vom 24. Au- gust 2015 E. 9b und ZK2 2013 48 vom 21. August 2013 E. 4a/aa). Anders dürfte es sich verhalten, wenn das Verfahren in überraschender Weise bzw. unerwartet schnell erledigt wurde und die Parteien keine Gelegenheit hatten, ihre Kostennote einzureichen (Beschlüsse ZK2 2019 64 vom 14. Mai 2020 E. 2a, ZK2 2014 73 vom 24. August 2015 E. 9b und ZK2 2013 48 vom 21. Au- gust 2013 E. 4a/aa; BGer, Urteil 6B_34/2010 vom 10. März 2010 E. 6.3). Dies ist vorliegend nicht der Fall und wird auch nicht geltend gemacht. Ebenso we- nig behauptet die Beschwerdeführerin, sie habe die Vorinstanz ausdrücklich darum ersucht, zu gegebener Zeit zur Einreichung einer detaillierten Kosten- aufstellung angehalten zu werden. Der alleinige Umstand, dass die Vorinstanz darüber in Kenntnis war, dass die effektiven Leistungen der Beschwerdeführe- rin über der in der Gebührenverordnung festgelegten Entschädigung lagen, verpflichtete sie nicht zur Einholung einer abschliessenden Kostennote. Kantonsgericht Schwyz 15 cc) Mit Eingabe vom 9. Januar 2020 unterrichtete die Beschwerdeführerin die Vorinstanz über ihre mutterschaftsbedingte Abwesenheit. Gleichzeitig bat sie sie unter Beilage einer Leistungsübersicht um Kenntnisnahme, dass sich ihr Aufwand für die Mandatsführung inzwischen auf 53 h 20 min (Fr. 9‘600.00 ohne MWST) belaufe (Vi-act. D22 = KG-act. 1/11). Mit Verfügung vom 24. Ja- nuar 2020 bewilligte die Vorinstanz den Wechsel der unentgeltlichen Rechts- vertretung und wies die Beschwerdeführerin darauf hin, dass, wie bereits fest- gehalten, nur der notwendige und verhältnismässige Aufwand entschädigt werde. Dies beziehe sich insbesondere auf zeitaufwendige Telefonate und Mailverkehr mit dem Klienten (Vi-act. D23 = KG-act. 1/12). Ein entsprechender Hinweis erfolgte am 18. Juni 2020 (Vi-act. D29), nachdem die Beschwerdefüh- rerin mit Schreiben vom 16. Juni 2020 um Bewilligung hinsichtlich ihrer Wie- derübernahme der Rechtsvertretung des Beklagten ersucht hatte (Vi-act. D28). Aufgrund der seitens des Gerichts erfolgten Hinweise musste die Be- schwerdeführerin mit einer Kürzung ihrer Honorarnote rechnen, zumal der damalige Einzelrichter ihrer Anfrage um Erhöhung des Kostenrahmens, im Gegensatz zum beantragten Anwaltswechsel (vgl. Vi-act. D23 = KG-act. 1/12), nicht (explizit) entsprach, und die Beschwerdeführerin nach dem Gesagten auch nicht sinngemäss davon ausgehen durfte. Wie erwähnt lieferte die Be- schwerdeführerin sodann in ihrer Eingabe vom 9. November 2019 auch keine ausreichende Begründung für eine Überschreitung des Kostenrahmens (vgl. E. 4d oben), obwohl sie sich damals einer Überschreitung des Tarifrah- mens bewusst war und selber von einer solchen ausging. Ausserdem bleibt es dem Gericht unbenommen, die aufgelisteten Positionen im Endentscheid auf ihre Notwendigkeit hin zu überprüfen und eine allfällige Kürzung vorzuneh- men. Ein genereller, aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs fliessender Anspruch, vor der Kürzung der Honorarnote Gelegenheit zur Stellungnahmen zu erhalten, besteht nicht (vgl. BGer, Urteil 6B_74/2014 vom 1. Juli 2014 E. 1.3.2). Davon abgesehen konnte die Beschwerdeführerin, auch wenn der damalige Einzelrichter auf die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 9. No- vember 2020 nicht reagierte, sondern nur eine Akontozahlung in der Höhe der Kantonsgericht Schwyz 16 Hälfte der geforderten Summe ausrichtete, hieraus nicht ohne Weiteres schliessen, dass der geltend gemachten Entschädigung vollumfänglich ent- sprochen würde oder werden müsste. dd) Zunächst erachtete die Vorinstanz den erheblichen, nicht weiter spezifi- zierten Aufwand bezüglich der Kommunikation mit dem Klienten nicht mehr als notwendig und verhältnismässig. Alleine die sich bis und mit dem 5. No- vember 2020 explizit der Kommunikation mit dem Klienten zuordnenbaren Positionen belaufen sich auf über 20 Stunden. Daneben finden sich in den Leistungsübersichten in dieser Zeitspanne an verschiedenen Daten weitere Aufwendungen, die unter anderem ebenfalls Telefonate und einen Mailverkehr mit dem Beklagten beinhalten, deren konkreter Aufwand sich aber nicht zu- ordnen lässt. Die Beschwerdeführerin hatte mit ihrem Klienten beispielsweise nach Erhalt der gegnerischen Eingabe vom 24. Oktober 2019, die lediglich drei Seiten und fünf Beilagen umfasste (KG-act. 1/6), Mail- und Telefonkontakt im Umfang von 45 min (Positionen vom 31.10.2019), um mit ihm die Eingabe zu besprechen und ihm mitzuteilen, dass eine Stellungnahme aus Effizienz- gründen nicht angezeigt sei (vgl. KG-act. 1 N 5). Mit Eingabe vom 4. Novem- ber 2019 reichte die Gegenseite sodann bloss den Beschluss der Fürsorge- behörde betreffend Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe zu den Akten (KG- act. 1/7). Für den 5. und 6. November 2019 weist die Kostennote einen Kom- munikationsaufwand von wiederum 45 min aus. Selbst wenn mit „intensiven Gesprächen‟ mit dem Klienten die Beantwortung verschiedenster vom 25. Ju- ni 2020 bis 3. November 2020 erfolgten Eingaben der Gegenseite verhindert werden konnte (vgl. KG-act. 1 N 10), sind die Aufwendungen in diesem Zeit- raum übersetzt, weil sich 5 h explizit der Kommunikation mit dem Klienten zuordnen lassen und an diversen weiteren Daten entsprechende weitere Auf- wendungen, insbesondere E-Mails, erfolgten, welche sich aber nicht konkret beziffern oder zuordnen lassen. Soweit es sich bei den aufgeführten E-Mails an den Klienten auch um die Weiterleitung von Akten handelt, ist anzumerken, dass die üblichen Sekretariatsarbeiten, zu welchen insbesondere Fristerstre-Kantonsgericht Schwyz 17 ckungsgesuche und kurze Begleitschreiben bzw. Kurzbriefe zählen, im ge- bräuchlichen Stundenansatz des Anwalts inbegriffen und nicht (zusätzlich) zu entschädigen sind (Beschluss ZK2 2016 62 vom 6. Februar 2017 E. 4f; ZR 110/2011 Nr. 67, S. 213; AK SG, Entscheid AK.2015.50 vom 24. März 2015 E. 3c). Moralische Unterstützungen oder psychologische Betreuung der vertrete- nen Partei gehören sodann in der Regel nicht zum notwendigen Aufwand (Wuffli/Fuhrer, a.a.O., N 559; Rüegg/Rüegg, a.a.O., Art. 122 ZPO N 7). Die Berücksichtigung eines ausserordentlichen Aufwands für Gespräche mit dem Klienten aufgrund von Zwischenfällen an angeblich beinahe jedem Besuchs- wochenende (vgl. KG-act. 1 N 21) ist deshalb nicht angezeigt. Ausserdem wurde dem Beklagten am 8. November 2019 (ZES 2019 521), nachdem die Parteien an der Hauptverhandlung vom 18. März 2019 bereits eine nicht präjudizierende Regelung getroffen hatten (vgl. Vi-act. D3, S. 16 f.), vorsorg- lich ein Besuchsrecht mit seiner Tochter gewährt, weshalb das „lange Verfah- ren“ nicht zu einer Entfremdung der Tochter führen konnte (vgl. KG-act. 1 N 20). Jedenfalls ist es unverhältnismässig, das Studium von 537 E-Mails des Klienten zu entschädigen, zumal es an der Beschwerdeführerin gelegen hätte, den Klienten im Grundsatz darüber aufzuklären, welches seine Rechte bei der Ausübung des Besuchsrechts sind und dass stetige Berichterstattungen aus- zubleiben hätten. ee) Die Beschwerdeführerin macht bezüglich der Aufwendungen im Zu- sammenhang mit der Abklärung des Privatkonkurses geltend, ohne Kenntnis der Schuldnerklassen habe sie nicht beurteilen können, ob ihr Klient tatsäch- lich Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege habe. Insbesondere sei essen- tiell gewesen zu wissen, ob der Beklagte Unterhaltsschulden bezüglich seines Sohnes aus einer vorherigen Beziehung habe. Im Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege äusserte sich die Beschwerdeführerin hierzu indes nicht, son- dern sie erwähnte lediglich, dass der Konkurs eröffnet worden bzw. der Schuldenruf erfolgt sei, nachdem eine Schuldenbereinigung ausgeschlossen worden sei (Vi-act. A/VI = Vi-act. A/VI = KG-act. 1/4 N 39). Weshalb eine Kantonsgericht Schwyz 18 stündige Abklärung mit dem Betreibungsamt zwecks Ermittlung der bestehen- den Schulden des Klienten im Hinblick auf das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unabdingbar gewesen sein soll, ist indes nicht nachvollziehbar. ff) Mit Gesuch vom 19. November 2019 verlangte die Beschwerdeführerin die Festlegung eines gerichtsüblichen Ferien- und Feiertagsbesuchsrechts (ZES 2019 678, Vi-act. A/I = KG-act. 1/9). Die Beschwerdeführerin begründet die Notwendigkeit des Gesuchs damit, dass die Vorinstanz es in ihrer Verfü- gung vom 8. November 2019 (KG-act. 1/8) versäumt habe, ein solches festzu- legen. Sie stellt damit nicht in Abrede, dass das entsprechende Besuchsrecht bereits Gegenstand des Verfahrens ZES 2019 521 und deren Anordnung ver- neint worden war. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht festhielt, erhob sie gegen die Verfügung vom 8. November 2019 kein Rechts- mittel. Mit Verfügung vom 15. Januar 2020 (ZES 2019 678) verneinte die Vorinstanz die Möglichkeit einer Wiedererwägung angeordneter missliebi- ger Massnahmen nach Belieben wie auch das Vorliegen der Voraussetzungen von Art. 268 ZPO. Inwieweit diese Begründung nicht nachvollziehbar sein soll, begründet die Beschwerdeführerin nicht, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz ihr Gesuch vom 19. November 2019 nicht als notwendig ansah. Im Weiteren betrug der geltend gemachte Aufwand für die Ausferti- gung des Massnahmengesuchs zwar „nur‟ rund sechs Stunden. Daneben enthält die Leistungsübersicht aber ebenso Aufwendungen für die in diesem Zusammenhang angefallene Kommunikation mit dem Klienten, welche auf- grund fehlender Notwendigkeit ebenfalls, zumindest mehrheitlich, nicht zu entschädigen ist. Es rechtfertigte sich an dieser Stelle somit eine Reduktion von mehr als sechs Stunden. gg) Der Beklage verlangte mit Gesuch vom 10. Dezember 2020 erneut um Festlegung eines gerichtsüblichen Ferien- und Feiertagsbesuchsrechts (ZES 2020 650, Vi-act. A/I). Nur einen Monat zuvor, am 9. November 2020, hatte die Vorinstanz den Parteien Frist für die schriftlichen Schlussvorträge Kantonsgericht Schwyz 19 angesetzt (vgl. Vi-act. D35). Nach Abschluss der Schlussvorträge tritt das Ver- fahren unmittelbar in das Entscheidstadium ein (Willisegger, Basler Kommen- tar, a.a.O., Art. 232 ZPO N 34). Selbst wenn das Gesuch als aussichtsreich anzusehen wäre, ist das vorinstanzliche Verneinen der Notwendigkeit infolge der Voraussehbarkeit eines baldigen Erlasses des Hauptentscheids daher nicht zu beanstanden. Hätte die Beschwerdeführerin für ihren Klienten eine Regelung im Hinblick auf die kurz bevorstehenden Feiertage anstreben wol- len, hätte sich vielmehr ein Gesuch um superprovisorische Anordnung aufge- drängt. Denn von einem sonstigen Massnahmenbegehren kann, nicht zuletzt auch aufgrund der von der Gegenpartei einzuholenden Stellungnahme und möglichen Weiterungen, nicht erwartet werden, dass dieses innert ein paar Wochen erledigt wird. Die Beurteilung der konkreten Frage im März 2021 und damit rund dreieinhalb Monaten nach Einreichung des Gesuchs erscheint vor- liegend trotz des bis dahin bereits ein Jahr und neun Monate rechtshängigen Verfahrens aufgrund der Anzahl der von den Parteien eingeleiteten Mass- nahmenverfahren noch nicht unangemessen. Dabei stellten die Klägerinnen das erste Gesuch bereits sieben Monate nach Anhängigmachung der Klage, womit die Argumentation, Verzögerungen seitens des Gerichts hätten die Ge- suche nötig gemacht, zu kurz greift. hh) Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erst am 27. September 2019 stellte, worauf die Vorinstanz hinwies. Die Beschwerdeführerin äussert sich nicht zu diesem Argument. Die unentgeltliche Rechtspflege entfaltet ihre Wirkungen erst mit der Gesuchseinreichung, also ex nunc (vgl. Huber, a.a.O., Art. 118 ZPO N 25 und Art. 119 ZPO N 12; Emmel, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ Leuenberger, a.a.O., Art. 119 ZPO N 3; Rüegg/Rüegg, a.a.O., Art. 119 ZPO N 4). Die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege kann ausnahmsweise rückwirkend bewilligt werden, wenn beispielsweise die zeitliche Dringlichkeit einer sachlich zwingend gebotenen Prozesshandlung es nicht zulässt, gleich- zeitig auch das Gesuch zu stellen, oder wenn eine anwaltlich nicht vertretene Kantonsgericht Schwyz 20 Partei ihren Anspruch nicht kannte und auch nicht hätte kennen müssen (vgl. Emmel, a.a.O., Art. 119 ZPO N 4). Von dieser Möglichkeit der rückwir- kenden Bewilligung ist jedoch äusserst restriktiv Gebrauch zu machen (Huber, a.a.O., Art. 119 ZPO N 12). Die Beschwerdeführerin macht weder das Vorlie- gen einer solchen Ausnahmesituation noch eine rückwirkende Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege geltend. Zu beachten ist aber, dass die anwaltli- che Entschädigung den Aufwand, der im Zusammenhang mit der Ausarbei- tung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege sowie gleichzeitig einge- reichter Rechtsschriften in der Hauptsache entstanden ist, umfasst ( BGE 120 Ia 14 E. 3f; BGE 122 I 203 E. 2c). Die Leistungsübersicht der Beschwerdefüh- rerin zeigt bis und mit dem Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs am 27. September 2019 bereits Aufwendungen in der Höhe von über 30 Stunden. Die 13-seitige Eingabe vom 27. September 2019 enthält nebst dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege auch eine Gesuchsantwort sowie eine Stel- lungnahme zum Hauptverfahren (vgl. Vi-act. A/VI = KG-act. 1/4). In Anbetracht dessen, dass der vorliegende Prozess nicht als sehr komplex einzustufen ist, erscheinen die geltend gemachten 30 Stunden nicht als angemessen. ii) Insgesamt vermag die Beschwerdeführerin mit ihren Vorbringen keine Erhöhung des von der Vorinstanz auf 55 Stunden festgelegten Aufwands bzw. der Entschädigung von Fr. 11‘500.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu be- wirken. 5. Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen. Das vorliegende Beschwerdeverfahren fällt nicht unter Art. 119 Abs. 6 ZPO (vgl. BGE 137 III 470, E. 6.6) und die Kostenbeschwerde gemäss Art. 110 ZPO ist nicht a priori unentgeltlich (Beschlüsse ZK2 2013 59 vom 29. Januar 2014 E. 3 und ZK2 2016 62 vom 6. Februar 2017 E. 5a). Ausgangsgemäss gehen die Kos- ten des Beschwerdeverfahrens zulasten der Beschwerdeführerin. Eine Ent- schädigung ist infolge ihres Unterliegens nicht zu sprechen;-Kantonsgericht Schwyz 21 beschlossen: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1‘000.00 werden der Beschwerdeführerin auferlegt. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht gesprochen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzu- reichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 10'680.65. 5. Zufertigung an die Beschwerdeführerin (1/R) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, die Akten wer- den nach definitiver Erledigung des Verfahrens ZK1 2021 28 retourniert) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 2. Zivilkammer Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Die Gerichtsschreiberin Versand 30. Mai 2022 kau