B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4943/2008 U r t e i l v o m 1 9 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Martin Zoller, Richterin Gabriela Freihofer; Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), alle Bosnien und Herzegowina, alle vertreten durch Dieter Gysin, Advokat (…), Beschwerdeführende, Gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Juni 2008 / N (…). E-4943/2008 Seite 2 Sachverhalt: I. Auf das am 18. Juni 2001 erstmals in der Schweiz gestellte Asylgesuch des Beschwerdeführers, welcher [in den 90er-Jahren] Asylbewerber in [europäisches Land] gewesen war (vgl. C2/10 S. 7, C13/1), trat das Bu n- desamt für Flüchtlinge (BFF, heute: BFM) mit Verfügung vom 29. April 2002 nicht ein, da der Beschwerdeführer seit dem 1. Februar 2002 als verschwunden gegolten habe. II. Am 7. Oktober 2002 reichte der Beschwerdeführer gemeinsam mit seinen Verwandten ein weiteres Asylgesuch in der Schweiz ein, welches er aller- dings mit Schreiben vom 12. März 2003 zurückzog. Der daraufhin wegen Gegenstandslosigkeit erfolgte Ab schreibungsbeschluss des BFF vom 4. April 2003 konnte dem Beschwerdeführer nicht zugestellt werden. Ge - mäss Mitteilung [kantonales Migrationsamt] vom (…) 2003 an das BFF galt der Beschwerdeführer seit dem 28. April 2003 erneut als verschwu n- den. III. A. Die Beschwerdeführenden, ein aus F._______, respektive G._______ stammendes, nach Brauch "verheiratetes" Paar und ihre Kinder, ver - liessen eigenen Angaben zufolge ihr Heimatland am 18. Dezember 2007 und reiste n per Wohnmobil über unbekannte Länder am 21. Dezember 2007 in die Schweiz ein, wo sie gleichentags ihre Asylgesu che – der Be- schwerdeführer stellte derweil sein drittes Asylge such in der Schweiz – einreichten. Für die Dauer des Verfahrens wurde n sie dem Kanton H._______ zugeteilt. Anlässlich der Kurz befragung im Emp fangs- und Verfahrenszentrum [EVZ] (…) vom 17. Januar 2008 und der einlässlichen Anhörung vom 8. Februar 2008 zu ihren Ausreise - und Asyl gründen machten sie im Wesentlichen Folgendes geltend: Sie hätten als Roma und somit als ethnische Minderheit in ihrem Heimat- land unter Diskriminierungen und Übergriffen seitens Privater sowie auch der Behörden zu leiden. Insbesondere seien sie mehrere Male – erstmals im Oktober 2007 – von Angehörigen der Wahabiten aufgesucht und mit dem Tod bedroht worden, falls sie ihnen nicht beitreten und sich entspre-E-4943/2008 Seite 3 chend kleiden würden. Die Wahabiten hätten den Beschwerdeführer und die Kinder geschlagen sowie versucht, die Beschwerdeführerin zu verge- waltigen. Obwohl die Beschwerdeführenden die Fälle der Polizei gemel- det hätten, seien die Behörden nicht gewillt gewesen, ihnen zu helfen. Sie hätten sich im Laufe der Zeit in I._______, G._______ und J._______ aufgehalten, jedoch hätten sie in keinem dieser Orte Schutz gefunden. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer durch Gottes Fügung seine Mut ter, seinen Vater sowie zwei [Geschwister] im EVZ wiedergetroffen. Zur Stützung ihrer geltend gemachten Vorbringen reichten die Beschwe r- deführenden namentlich eine mit einer Apostill e des [Gerichts in I._______] vom (…) Oktober 2007 versehene Bescheinigung des [Flüchtlingszentrum] in I._______ vom (…) Oktober 2007 mit Überse t- zung, den Pass (Nr. …), die Identitätskarte (Nr. …) sowie einen Geburt s- schein (in Kopie) der Beschwerdeführerin, eine Kopie des Führerscheins des Beschwerdeführers (das Original hat er gemäss den Akten vom BFF zurückerhalten), Kopien der Geburts scheine der Kinder sowie den Pass des Beschwerdeführers (Nr. ….) und des Sohnes (Nr. ….) zu den Akten. B. Im ärztlichen Bericht von Dr. med. K._______, Oberärztin, und Dr. med. L._______, Assistenzarzt, [Spital], vom (…) Januar 2008 wurde festgehal- ten, dass für die Beschwerdeführerin aufgrund wiederkeh render Oh n- machtsanfälle eine Bedarfsmedikation rezeptiert worden sei. C. Mit Strafbefehl des [kantonale Behörde] vom (…) 2008 wurde der B e- schwerdeführer wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehr s- gesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG, SR 741.01) zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je Fr. 30.– verurteilt. D. Mit Verfügung vom 25. Juni 2008 – eröffnet am darauffolgenden Tag – lehnte das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab und ord - nete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegwei - sung an. Zur Begründung führte es im Wesentlichen an, dass die Vorbrin- gen der Beschwerdeführenden den Anforderungen an die Glaubwürdig - keit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standzuhalten vermöchten, zumal die Vorbringen zah l- reiche Unger eimtheiten aufweisen würden. Sodann würden Übergriffe durch Dritte häufig seitens der Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien E-4943/2008 Seite 4 vorgebracht, ohne dass die asylsuchenden Personen auf Vertiefungsfra- gen fundiert antworten könn ten oder durch subjektiv geprägte Wahrneh- mung überzeugten. Die Beschwerdeführenden hätten insbesondere nicht detailliert darlegen können, wie sie die Angriffe der Wahabiten erlebt hä t- ten. Zudem habe die Beschwerdeführerin die zu erwartende persönliche Betroffenheit missen lassen, als sie über die versuchte Vergewaltigung gesprochen habe. Ferner habe der Beschwerdeführer auf genaue Fragen betreffend Daten auffallend ausweichend geantwortet. Im Übrigen müsse, abgesehen von der Frage d er Echtheit der eingereichten Gerichtsb e- scheinigung – derartige Dokumente seien leicht zu fälschen und erstau n- licherweise habe auch [Geschwisterteil] des Beschwerdeführers, [der] unabhängig von ihm in die Schweiz gereist sei, ein solches Schreiben eingereicht –, den Beschwerdeführenden vorgeworfen werden, dass sie sich nicht intensiver um die Hilfe der Behörden bemüht h ätten. Die B e- hörden würden insbesondere bei Delikten wie Körperverletzung, Mor d- drohung sowie versuchter Vergewaltigung aktiv werden, indem sie insbe- sondere Protokolle verfassen und/oder Anzeigen entgegennehmen wür- den. Folglich seien die pauschalen Angaben der Beschwerdeführenden, zahlreiche Male auf den Unwillen der Behörden gestossen zu sein, als äusserst stereotype und überspitzte Behauptungen zu werten. E. Mit Eingabe vom 25. Juli 2008 (Poststempel) erhob der Rechtsvertreter namens und im Auftrag der Beschwerdeführenden gegen die Verfügung des BFM beim Bundesverwaltungsge richt Beschwerde und beantragte dabei, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und den Beschwe r- deführenden sei in der Schweiz Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; subeventu- aliter sei die Verfügung im Wegweisungspunkt aufzuheben und die B e- schwerdeführenden seien in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. In ve r- fahrensrechtlicher Hinsicht wurde um unentgeltliche Prozessführung so- wie Rechtsverbeiständung, um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses, um weitergehende Akteneinsicht (sowie allenfalls eine an - gemessene Fristansetzung zur ergänzenden Beschwerdeb egründung) und um Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit den Asylv erfahren der Familienangehörigen des Be schwerdeführers ersucht. Zur Begrü n- dung wurde im Wesentlichen angeführt, Angehörige der Roma-Minderheit seien in Bosnien und Herzegowina nach wie vor Ziele von Übergriffen sei- tens der Zivilbevölkerung sowie auch der Polizei. Die Diskriminierungen, Benachteiligungen und Repressionen würden sich namentlich in folge n- den Bereichen bemerkbar ma chen: kein Recht auf Meinungsäusserung, E-4943/2008 Seite 5 keine Sprachen- und Bewegungsfreiheit, keine wirtschaftliche Unterstüt- zung, keine Gewährung zur schulischen sowie beruflichen Ausbildung und zumindest ein erschwerter Zugang zur medizinischen Versorgung. Die Schilderungen der Beschwerdeführenden würden in dieses prekäre Bild passen und würden deshalb a priori eine erhöhte Glaubwürdigkeit beanspruchen. Es dürfe deshalb aufgrund von geringfügigen Diskrepa n- zen in den protokollierten Aussagen nicht die Wahrheit und Integrität der asylbegründenden Vorbringen insgesamt in Frage gestellt werden. Das Argument der Vorinstanz, die Beschwerdeführenden hätten sich in W i- dersprüche und Ungereimtheiten verwickelt, sei unbeh elflich. Zu beach- ten sei vielmehr, dass die Beschwerdeführenden nur über einen sehr ti e- fen Bildungsstand verfügten und namentlich die Beschwerdeführerin w e- der lesen respektive schreiben könne noch die Zeit einteilung in Monate kenne. Dem Vorwurf der Vorinstanz, die Beschwerdeführenden hätten ei- ne fundierte subjektive Erzählweise vermissen lassen, sei entgegenzuhal- ten, dass es nicht jedem leicht falle, über schmerzhafte Geschehnisse – wie sie die Beschwerdeführenden erlebt hätten – zu berichten. Oftmals finde eine Verdrängung der negativen Erlebnisse statt, woraus eine u n- freiwillige lückenhafte Schilderung resultiere. Des Weiteren könne ledi g- lich aus der Möglichkeit, dass die vorgelegten Beweismittel gefälscht sein könnten, nicht geschlossen werden, die Dokumente seien gefälscht. Es seien insbesondere keine Indizien ersichtl ich, welche gegen die Echtheit der Dokumente sprechen würden. Auch dem Argument, den Beschwerde- führenden müss e vorgeworfen werden, sie hätten sich nicht genügend um behördliche Hilfe bemüht, könne nicht gefolgt werden, denn von B e- hörden, welche die Beschwerdeführenden immer wieder abgewiesen hät- ten, könne keine Unterstützung erwartet werden. Ihre Situation erlaube jedoch kein weitere s Zuwarten auf allfällige behördliche Hilfe. Die erfolg- ten körperlichen Angriffe hätten vielmehr eine unmittelbare Hand lung sei- tens der Behörden bereits längstens erfordert. Da diese Hilfe aber ve r- weigert worden sei und auch frühere Fluchten in andere Gebiete von Bosnien und Herzegowina keine Besserung erzielt hätten, sei den B e- schwerdeführenden keine andere Möglichkeit geblieben, als das Land zu verlassen. Zur Untermauerung der geltend gemachten Vorbringen wurden folgende Dokumente in Kopie ins Recht gelegt: zwei Berichte der [psychiatrischen Klinik] die erste ( …) bis (…) Januar 2003) sowie die zweite ( (…) Januar 2003 bis (…) März 2003) Hospitalisation des Beschwerdefüh rers betref- fend, Schreiben des Pfarramts M ._______ vom (…) Juli 2008 die Eltern des Beschwerdeführers betreffend, Brief des Vaters des Be -E-4943/2008 Seite 6 schwerdeführers vom (…) Juli 2008, Bericht der Mutter des Beschwerd e- führers vom (…) Juli 2008 sowie zahlreiche ärztliche Berichte und Fotos die Eltern des Beschwerdeführers betreffend. F. Mit Verfügung vom 6. August 2008 hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, die Beschwerdeführenden könnten den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten und das Gesuch um Gewährung der unentgeltli - chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) werde unter der Voraussetzung des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung innert Frist sowie unter Vorbehalt der Veränderung der finanziellen Lage der Beschwerdeführenden gutgeheissen, hingegen werde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abgewiesen. Sodann wurde das Aktenstück C15 in Kopie offengelegt, der Antrag auf Fristgewährung zur ergänzenden B e- schwerdebegründung sowie das Gesuch um Akteneinsicht in weitere D o- kumente jedoch abgewiesen. Ferner wurde das Gesuch um Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit den Ver fahren E -4944/2008 und E-4942/2008 abgewiesen; allerdings hielt das Gericht fest, die drei Ver- fahren würden koordiniert behandelt werden. Im Übri gen lud das Gericht das BFM zur Einreichung einer Vernehmlassung in zwei Exemplaren ein. G. Mit Vernehmlassung vom 13. August 2008 beantragte das BFM die A b- weisung der Beschwerde, da sie keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, welche eine Änderung der vorinstanzlichen Stan d- punktes rechtfertigen könnten. Eine Behandlung der psychischen Pro b- leme des Beschwerdeführers, sofern diese noch bestünden, sei in Bo s- nien und Herzegowina durchführbar. Insofern könne eine individuelle m e- dizinische Rückkehrhilfe beantragt werden. Schliesslich komme dem Schreiben des Pfarramts als Gefälligkeitsschreiben kein Beweiswert zu. H. Mit Eingabe vom 20. August 2008 an das Bundesverwaltungsgericht reichte der Rechtsvertreter die verlangten Fürsorgebestätigungen (in Ko - pie) zu den Akten. Ferner führte er aus, dass sich der psychische Zustand der Beschwerdeführerin seit dem Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung massiv verschlechtert habe. Sie sei aufgrund depressiver Entwicklung und akuter Suizidalität am (…) August 2008 no tfallmässig von ihrem Hausarzt in das Ambulatorium N._______ der O._______ überwiesen E-4943/2008 Seite 7 worden, wo die Ärzte eine depressive Reaktion verbunden mit einer akut auftretenden Suizidalität diagnostiziert hä tten. Zur weiteren, medizinisch dringend indizierten Behandlung sei die Beschwerdeführerin am (…) Au- gust 2009 in die [Klinik P ._______] eingetreten, wo sie sich seither in st a- tionärer Behandlung befinde. Es sei mit einer antidepressiven medik a- mentösen Therapie begonnen worden. Die behandelnde Psychologin g e- he davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführ e- rin bei einer Rückschaffung in das Heimatland verschlechtern würde. Zur Stützung der geltend gemachten Vorbringen wurden jeweils in Kopie ein Arztbericht des Ambulatoriums N._______ der O._______ vom (…) August 2008 sowie ein Arztbericht der [Klinik P ._______] der O._______ vom (…) August 2008 eingereicht. I. Mit Verfügungen vom 8. sowie 10. September 2008 stellte das Bundes- verwaltungsgericht den Beschwerdeführenden die Vernehmlassung des BFM vom 13. August 2008 zur Kenntnis und bot ihnen Gelegenheit zur Einreichung einer Stellungnahme. J. Mit Replikeingabe vom 23. September 2008 an das Bundesverwaltung s- gericht hielt der Recht svertreter fest, das BFM habe auf die psychischen Probleme der Beschwerdeführerin und deren Einweisung in die psychia t- rische Klinik am (…) August 2008 in seiner Vernehmlassung vom 13. A u- gust 2008 mangels Kenntnis nicht eingehen können. Ferner sei anzumer- ken, dass es sich bei den Beschwerdeführenden um Volksangehörige der Roma handle, welche in Bosnien und Herzegowina im Alltag und unter anderem auch beim Zugang zur medizinischen Versorgung stark diskrimi- niert würden. Selbst wenn psychologi sche Betreuung i n Bosnien und Herzegowina in einem gewissen Mass grundsätzlich möglich sei, so sei nicht garantiert, dass die Beschwerdeführenden aufgrund ihrer Volksz u- gehörigkeit diese medizinische Behandlung in Anspruch nehmen kön n- ten. Im Falle der Beschwerdeführerin sei zudem davon auszugehen, dass eine allfällige psychologische Behandlung in ihrem Heimatland zu spät kommen könne, da bei einer Wegweisung die Gefahr eines Suizides b e- stehe (vgl. Arztbericht der [Klinik P ._______] der O._______ vom (…) August 2008). Schliesslich sei zu entgegen, dass sich das Schreiben des Pfarramts nicht auf die vorliegenden Beschwerdeführenden, son dern auf deren Verwandte beziehe. Der fälschlicherweise gezogene Konnex des BFM lasse Zweifel darüber aufkommen, ob sich das Bundes amt ge-E-4943/2008 Seite 8 nügend differenziert mit den Situationen der einzelnen Beschwerdefü h- renden auseinandergesetzt habe. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in ihr Heimatland würde ihren bereits schlechten Zustand noch weiter ge- fährden. K. In der Eingabe vom 10. Oktober 2008 an da s Bundesverwaltungsgericht führte der Rechtsvertreter aus, dass sich mittlerweile auch der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers massiv verschlechtert habe. Er befinde sich seit dem (…) September 2008 in der [Klinik P ._______] in stationärer Behandlung. Gemäss der zus tändigen Ärztin, med. pract. Q._______, Assistenzärztin, sei vorläufig ein akutes psychotisch - agitiertes Zustandsbild mit Verdacht auf schizoaffektiver Psychose dia g- nostiziert wor den. Derzeit laufe eine medikamen töse antipsychotische Therapie. Zur Stützung der Vorbringen wurde der Arztbericht von med. pract. Q._______, [Klinik P ._______], O._______, vom (…) Oktober 2008 in Kopie ins Recht gelegt. L. Die Beschwerdeführenden liess en dem BFM am 10. November 2008 (Eingang BFM) einen Austrittsbericht der O._______ vom (…) Oktober 2008 sowie Beilageblätter die Hospitalisation der Beschwerdeführerin vom (…) bis zum (…) August 2008 betreffend zukommen. M. Die Beschwerdeführenden liessen dem BFM ferner am 3. Februar 2009 (Eingang BFM) ein Attest von Dr. med. R._______, Facharzt Allgemein- medizin FMH, vom (…) Januar 2009 den Gesundheitszustand des B e- schwerdeführers betreffend zukommen. N. Mit Bestätigungsschreiben vom (…) Mai 2009 hielt Dr. med. S._______ fest, dass der Beschwerdeführer an einer schizoaffektiven Psychose leide und aus diesem Grunde Medikamente benötige. O. Dem ärztlichen Zeugnis von Dr. med. T._______ vom (…) Juni 2009 an das BFM ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im August 2008 wegen depressiver Entwicklung mit Suizi dalität in der [Klinik P ._______] hospitalisiert worden sei. Der weitere Verlauf habe sich stabil gestaltet. Es bestehe aber weiterhin eine deutliche depressive Grundstimmung, wes -E-4943/2008 Seite 9 halb eine ambulante psychiatrische Th erapie fortgeführt werde und die Beschwerdeführerin antidepressive und schlafanstossende Medikamente einnehme. Eine Sistierung der notwendigen Therapie sei aktuell nicht ab - sehbar. Die Beschwerdeführerin befinde sich zudem wegen wiederholten Nierenbeckenentzündungen in medizinischer Betreuung. P. Aus dem Kurzbericht von Dr. U._______, Oberarzt, und Dr. V._______, Assistenzarzt, [Spital], vom (…) 2009 an das BFM geht hervor, dass der Beschwerdeführer, nachdem er "heute früh in [Ort in der Schweiz] " von Serben aus ethnischen Gründen zusammengeschlagen worden sei, mu l- tiple Prellungen aufweise und der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bestehe. Q. Am (…) kam das gemeinsame Kind der Beschwerdeführenden, E._______, zur Welt. R. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2011 forderte das Bundesverwaltungs- gericht die Beschwerdeführenden auf, aktuelle Arztberichte ihren G e- sundheitszustand betreffend einzureichen. Aus den geforderten Arztb e- richten sollten ferner Prognosen über den wahrscheinlic hen Verlauf ihrer Krankheiten sowie Angaben, welche weiteren Behandlungsmassnahmen und Therapien aus ärztlicher Sicht absehbarerweise zukünftig erforderlich erscheinen, hervorgehen. S. Mit Eingabe vom 19. Dezember 2011 an das Bundesverwaltungsgericht reichte der Rechtsvertreter folgende Beweismittel in Kopie zu den Akten: Arztbericht von Dr. med. S._______, Facharzt Allgemeine Medizin, vom (…) Dezember 2011 den Beschwerdeführer betreffend , Arztzeugnis von Dr. med. W._______, Oberarzt O._______, Psychiatriez entrum N._______, vom (…) Dezember 2011 die Beschwerdeführerin betreffend, Schreiben des Schulpsychologischen Dienstes vom (…) Dezember 2011 die beiden älteren Kinder betreffend , Auszug aus dem Geburtsregister vom (…) 2011 sowie Mitteilung einer Kindsanerkennung nach der Geburt vom (…) 2011 das jüngste Kind betreffend. T. Der Rechtsvertreter legte mit Eingabe vom 9. Januar 2012 an das Bun-E-4943/2008 Seite 10 desverwaltungsgericht ein Arztzeugnis von Dr. med. X._______, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, vom (…) Januar 2012 die Beschwerdefüh- rerin betreffend ins Recht. U. Mit Eingabe vom 15. Februar 2012 an das Bundesverwaltungsgericht reichte der Rechtsvertreter eine Kostennote zu den Akten. V. Die Verfahren der Verwandten des Beschwerdeführers (E-4942/2008 und E-4944/2008) wurden mit Abschreibungsentscheiden vom (…) 2009 in- folge unbekannten Aufenthalts beziehungsweise freiwilliger Ausreise er- ledigt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundes - gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt in casu nicht vor; somit ist das Bundesverwaltungsgericht vorliegend letztinstanzlich zuständig. 1.2. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die B e- schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und ha- ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Folglich sind sie zur Einreichung der Beschwerde legitim iert (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. E-4943/2008 Seite 11 1.3. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 2. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder in einem Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, sol - chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den fra u- enspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft setzt zudem voraus, dass die betroffene Person landesweiter Verfolgung ausgesetzt ist und sich nicht in einem anderen Teil ihres Heimatstaates in Schutz bringen kann (vgl. Ent- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 2006 Nr. 18). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält (Art. 7 AsylG). Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genü- gend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahru ng widersprechen. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erschei - nen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG). Entscheid end ist, ob eine Gesamtwürdigung der Vorbringen e r- gibt, dass die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung E-4943/2008 Seite 12 der asylsuchenden Person sprechen, überwiegen oder nicht (vgl. EMARK 2004 Nr. 1 E. 5 S. 4 ff., mit weiteren Hinweisen). 4. Vorliegend gelangt das Bundesverwaltungsgericht nach Prüfung der Ak - ten zum Schluss, dass die Unglaubhaftigkeitsargumentation der Vorin - stanz der Aktenlage in weiten Teilen gerecht wird. 4.1. Im Mai 2003 wurde in Bosnien und Herzegowina ein Gesetz zum Schutz der Rechte von Minderheiten erlassen und in Kraft gesetzt. Dem - nach wurden die beiden Entitäten, die Republika Srpska (RS) sowie die Föderation von Bosnie n und Herzegowina (F BiH) aufge fordert, Mas s- nahmen zur Schaffung von Gesetzen zum Minderheiten schutz zu treffen. Die Rechte von Minderheiten, welch e im neuen Ge setz aufgeführt sind, können indes n ur durch bereichsspezifische Ge setzgebung auf staatli - cher oder durch sekundäre Gesetzgebung auf Entitäts -/Kantonsebene in Kraft treten, weshalb deren Umsetzung unterschiedli ch weit fortgeschri t- ten ist . Hinsichtlich der Menschen rechtssituation von Roma in Bosnien und Her zegowina sind seit Kriegsende wesentliche Fortschritte erzielt worden (vgl. zum Ganzen E-6041/2006 vom 20. Dezember 2010 E. 4.7.2 mit weiteren Hinweisen). Bosnien und Herzegowina wurde am 1. August 2003 in die Liste der sogenannten Safe Countries gemäss Art. 6 Abs. 2 Bst. a AsylG aufgenommen. Die Bezeichnung eines Staates als Safe Country beinhaltet die Regelvermutung, dass keine asylrelevante staatl i- che Verfolgung stattfindet und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung g e- währleistet ist. Eine gezielte staatli che Benachteiligung von ethnischen oder religiösen Minderheiten in Bosnien und Herzegowina kann nach dem Gesagten grundsätzlich ausgeschlossen wer den. D as Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass die allgemeinen Le bensbedingungen der Roma in Bosnien und Herzegowina unbestrittener massen schwierig sind. Die Di s- kriminierungen, denen Roma im bosnisch-herzegowinischen Lebensalltag ausgesetzt sind, errei chen gleichwohl nicht eine Intensität, die eine Ko l- lektivverfolgung aufgrund der Roma-Zugehörigkeit bejahen lassen würde. Sollte es gegenüber Roma zu fehlbaren Verhalten einzelner Behörde n- vertreter kommen, steht der Rechtsweg offen respektive kann der Vorf all einer Ombudsinstitution gemeldet werden. Im Übrigen existieren An- sprechpartner in Form von Non Profit Organisationen und internationalen Organisationen, wie namentlich dem Office of the High Representative in E-4943/2008 Seite 13 Bosnien und Herzegowina (OHR), an welche si ch die betroffenen Perso- nen wenden könnten (vgl. E-6041/2006, a.a.O., E. 4.7.2). 4.2. Des Weiteren lassen die im Verlauf des Verfahrens entstanden U n- stimmigkeiten in den Aussagen der Beschwerdeführenden erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der geltend gemachten Verfolgungsvorbringen aufkommen. Die Schilderungen beschränken sich auf vage, unsubstanzi- ierte Äusserungen, enthalten kaum persönliche Wahrnehmungsinhalte und/oder weitere realtypische Kennzeichen und sind in we sentlichen Punkten zu wenig begrün det respektive in sich widersprüch lich. Trotz mehrerer Nachfragen blieben die Antworten allgemein und stereo typ. Weiter muss sich namentlich der Beschwerdeführer vorwerfen lassen, auf genaue Fragen auffallend auswei chend geantwortet zu haben (vgl. insbesondere C2/10 S. 6 letzte Frage). Sodann entbehren die Au s- führungen betreffend den Ablauf der zeitlichen Ereignisse der inneren Lo- gik, da der Beschwerdeführer anlässlich der EVZ -Befragung angab, die Probleme mit den Wahabiten hätten in seinem Heimatdorf angef angen (vgl. C2/10 S. 7), indes er in der Anhörung ausführte, die Wahabiten zum ersten Mal in der Heimatregion seiner Frau getroffen zu haben (vgl. C16/13 S. 6 f.). Weiter behauptete die Beschwerdeführerin, der An- griff seitens der Wahabiten sei in ihrem Haus in G._______ geschehen (vgl. C17/15 S. 6 f. , S. 9 f. ), während der Beschwerdeführer einen so l- chen Angriff zu Hause nie geltend machte, sondern vielmehr aussagte, die Familie sei unterwegs gewesen, als sie die Wahabiten zum ersten Mal getroffen hätten (vgl. C16/13 S. 6 f.). Sodann führte er anlässlich der EVZ-Befragung aus, sie seien am Bajramstag in I._______ angegriffen worden (vgl. C2/10 S. 7), während er in der BFM-Anhörung den Vorfall in G._______ schilderte und lediglich zu Protokoll gab, auch i n I._______ Probleme mit ihnen gehabt zu haben (vgl. C16/13 S. 6 ff.). Indessen ist der eingereichten Gerichtsbescheinigung des [Gerichts in I._______] vom (…) Oktober 2007 zu entnehmen , dass sich der Vorfall am Bajram stag vor dem Haus d er Beschwerdeführenden in I._______ ereignet hab en solle. Aufgrund dieser aufgeführten Widersprüche zwischen den Auss a- gen der Beschwerdeführenden und dem Inhalt de s Gerichtsschreibens, welchem aufgrund des abweich enden Inhalts nur ein äusserst geringer Beweiswert zukommt, bestehen erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt der Vorbringen. Schliesslich machten die Beschwerdeführenden geltend, die eingereichte Bescheinigung des Gerichts belege die Übergriffe. Di e- ses Verhalten steht allerdings den eigenen Aussagen, die Behörden wür- den ihnen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Roma keinen Schutz bie- ten und hätten nach den Vorfällen nichts unternommen, entgegen. E-4943/2008 Seite 14 4.3. Zusammenfassend ist es den Beschwerdeführenden somit nicht ge- lungen, die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft zu machen. Sie waren im Zeitpunkt ihrer Ausreise folglich keiner asylrelevanter Verfolgung ausg e- setzt. Das BFM hat daher zu Recht und mit im Wesentlichen zutreffender Argumentation die Verfolgungsvorbringen als unglaubhaft beurteilt. 5. 5.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2. Die Beschwerdeführenden verfügen we der über eine auslän - derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An spruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord - net (vgl. Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit weiteren Hinweisen; EMARK 2001 Nr. 21). 6. 6.1. Ist der Vollzug der Wegw eisung nicht zulässig, nicht zu mutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmun gen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländeri nnen und Auslän der [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendma chung von Wegweisungsh indernissen gilt gemäss ständi ger Praxis des Bundesverwaltungsgeri chts und der vormaligen ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingse i- genschaft, das heisst, sie sind zu bewei sen, wenn der strikte Be weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe rsax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Aus länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 6.2. Der Vollzug ist nicht zulä ssig, wenn völkerrechtliche Ver pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Auslände rin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG g efährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom E-4943/2008 Seite 15 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flü chtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfas sung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein - kommens vom 10. De zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand lung oder Str afe (FoK, SR 0.105) und der Pra xis zu Art. 3 der Konvention vom 4. Nove mber 1950 zum Schutze der Men schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen- der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.3. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass d er Grundsatz der Nichtrückschie bung nur Person en schützt, die die Flüchtlings eigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerd e- führenden nicht gelungen ist, e ine asylrechtlich erhebliche Gefähr dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG veran- kerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulements im vorliege n- den Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerd e- führenden in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben s ich weder aus den Aus sagen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK ver botenen Strafe oder Be handlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Euro päi- schen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN - Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei sen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter ode r unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR, [G rosse Kammer], Saadi gegen Ita lien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 -127, mit wei teren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Bosnien und Herzegowina, wohin die Rückkehr der Beschwerdeführende n erfolgen soll, lässt den Wegweisungsvollzug zum heutig en Zeitpunkt nicht als u n- zulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der a syl- als auch der völkerrechtli chen Bestimmungen zulässig. 6.4. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrie g, a llgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor-E-4943/2008 Seite 16 läufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Bot schaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 6.4.1. Sind von einem allfälligen Wegweisungsvollzug Kinder betroffen, so bildet im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl einen Ge - sichtspunkt von gewichtiger Bedeutung. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus einer völkerrechtskonformen Auslegung des Art. 83 Abs. 4 AuG im Licht e von Art. 3 Abs. 3 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107). Unter dem Aspekt des Kindeswohls sind demnach sämtliche Umstände einzube ziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf eine Wegweisun g wesent lich erscheinen (vgl. BVGE 2009/28 E.9.3.2 S. 367 f.). 6.4.2. Den Akten zufolge leiden beide Beschwerdeführenden unter gra- vierenden gesundheitlichen Problemen respektive Krankheitsbildern ps y- chischer Na tur, die als psychotherapeutisch sowie medikamentös be- handlungsbedürftig beschrieben werden. Im Nachfolgenden ist daher zu prüfen, ob die gesundheitlichen Beeinträchtigungen als Wegweisungshin- dernis zu betrachten sind, nachdem ärztlicherseits von einer notwendigen medizinischen Behandlung beziehungsweise Ü berwachung der Kran k- heitsbilder ausgegangen wird, oder ob es den Beschwerdeführenden zu- gemutet werden kann, in ihr Heimatland zurückzukehren. 6.4.3. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass aufgrund gesundh eitlicher Probleme eines abgewiesenen Asylsuchenden nur dann auf Unzumutbar- keit des Wegweisungsvollzugs geschlossen werden kann, wenn eine not- wendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und le bensgefährdenden Beein- trächtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person führt. Da - bei wird als wesentlich die allgemeine und dringende medizinische B e- handlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls dann nicht vor, wenn im Heimat - oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizeri- schen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist. Wenn die notwendige Behandlung im Heimat - oder Herkunftsstaat s i- chergestellt ist, so ist der Vollzug der Wegweisung als zumutbar zu beu r- teilen (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). Art. 83 Abs. 4 AuG findet aber insb e- sondere Anwendung auf Personen, die nach ihrer Rückkehr einer konkre- ten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie aus objektiver Sic ht wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit in völlige und andauernde Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer E-4943/2008 Seite 17 ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wären (BVGE 2009/28 E. 9.3.1; 2009/51 E. 5.5; 2009/52 E. 10.1, je mit weiteren Hinweisen). 6.4.4. In seinem Urteil E-6041/2006, a.a.O., E. 6.3.7 und 6.3.9 , hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass Roma-Angehörige in Bosnien und Herzegowina trotz des verankerten Minderheitenschutzes im Alltag stark benachteiligt sind ( Papierlosigkeit, schwieriger Zugang zum bosnischen Gesundheitssystem und zu Wohnungen , schlechte Schulbildung und die damit einhergehende Arbeitslosigkeit und Verarmung). Roma haben e rst mit dem Besitz von persönli chen Dokumenten wie Geburtsurkunden, Identitätsausweisen, Reise pässen oder Aufenthaltsbewil ligungen am Wohnort Zugang zu Leistungen des Gesundheitssystems, zu humanitärer Hilfe und zu Nahrungsmitteln. Schät zungen haben ergeben, dass in Bos- nien und Herzegowina zirka 40'000 bis 80'000 Roma ernsthaften Proble - men hinsichtlich der Ge währung der Menschenrechte ausgesetzt sind. Dem Bosnien und Herzegowina Helsinki Committee zufolge haben nur ein Prozent der arbeitsfähigen Roma eine Anstellung , die sie bei einer wirtschaftlichen Krise als erste wieder verlieren . Bosnien und Herzego - wina unterzeichnete im Sep tember 2008 die von einigen europäischen Ländern und anderen In stitutionen wie zwischenstaatli chen Organisatio- nen und Nichtregi erungsorganisationen ausgearbeitete Deklaration „De - cade of Roma I nclusion 2005 bis 2015“ zur Ver besserung der Situation von Roma. In den Bereichen Gesundheit, Wohnen und Anstellungen wur- de ein Programm entwickelt, da s noch umzusetzen ist und finanzielle Ressourcen erfordert. Dennoch bleiben bis heute ethnische Minderheiten von öffentlichen Ämtern in Bosnien und Herzegowina ausgeschlossen, welche nur an Angehörige der drei staatstragenden Völker, also Bosn ia- ken (Muslime), Serben oder Kroa ten, vergeben werden (vgl. al lerdings Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Sejdic und Finci gegen Bosnien und Herzegowina , Beschwerdesache Nr. 27996/06 und 34836/06 , vom 22. Dezember 2009 , in welchem der Gerichthof festhielt, der Umstand, dass es Roma und Juden in Bosnien und Herzegowina nicht gestattet ist, für die Völkerkammer des Parla - ments sowie für das Amt des Staatspräsidenten zu kandidieren , stelle ei- ne Diskriminierung und Verletzung ihres Wahlrechts dar). Die Umsetzung des Aktionspla nes hinsichtlich der schulischen Förderung von Roma - Kindern hat zu einer leichten Ver besserung geführt. Die Behandlungs - möglichkeiten bei psychischen Erkrankungen sind in beiden Entitäten (RS und FBiH) auf niedrigem Niveau vorhanden. In den grösseren Städten (Sarajevo, Banja Luka, Tuzla, Zenica, Mostar, Bijeljina) gibt es psychiatr i-E-4943/2008 Seite 18 sche Kliniken. Zwar arbeiten in diesen Kliniken auch qualifizierte Fachleu- te, doch sind die Arbeits belastung und der Bedarf an Therapie derart gross, dass es einen dauernden Notstan d gibt. Eine systemati sche und kontinuierliche Behandlung ist wegen die ser Mangelsituation von Fall zu Fall in Frage gestellt. Die angebotene Behandlung ist vor al lem medika- mentös. Ab gesehen von den Kliniken haben nur die Men tal-Health- Zentren in grösseren Städten (Sarajevo, Tuzla, Zenica, Mostar, Banja Lu- ka, eventuell Brcko) regelmässige Angebote. Es bestehen lange War te- zeiten. Der Ombudsman hält hierzu fest, dass die Situation in den ps y- chiatrischen Einrichtungen schlechter sei als in den Gefängnissen – dies insbesondere in der FB iH (vgl. Human Rights Council of the UN Gene ral Assembly, Summary Prepared by the Office of the High Commissioner for Human Rights in Accordance with Paragraph 15 C of the Annex to Hu- man Rights Council Resolution 5/1 , Bosnia and Herzegovina , 26. N o- vember 2009, S. 6 Ziff. 23). Weiter haben 90 Prozent der Roma keine Krankenversicherung und sind dadurch von der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen. Voraussetzungen für die Bewilligung von Sozialhilfe bil- den Arbeitsunfähigkeit sowie das Fehlen eines sozialen oder familiären Netzwerkes. Es kann mehrere Monate oder sogar Jahre dauern, bis eine Bewilligung der Sozialhilfe erteilt wird. Während dieser Zeit gibt es keine anderweitige staatliche Unterstützung. Der Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, wenn sich eine Person in nerhalb von 60 Tagen nach der letzten Kündigung beim Arbeitsamt arbeitslos meldet und weder selbst gekündigt noch die Kündigung zu ver antworten hat. Arbeitslosenunterstützung f i- nanziert sich aus Lohnanteilen und kommt daher auch nur denen zugute, die seit der Schaffung dieses Versicherungstyps (nach dem Ende des Bosnienkriegs) eingezahlt haben (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts E-6041/2006, a.a.O., mit weiteren Hinweisen). 6.4.5. Aus den Ak ten geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer im Jahr 2003 zwei Mal mehrere Wochen in der [psychiatrische Klinik] in psy- chiatrischer Behandlung befand (vgl. undatierte Berichte der [psychiatri- schen Klinik ] betreffend die Hospitalisation en vom (…) bis zum (…) Januar 2003 sowie vom (…) Januar bis zum (…) März 2003). Da- mals wurde eine Manie mit psychotischen Symptomen (schizoaffektive Störung) bei ihm festgestellt und festgehalten, dass eine medikamentöse Therapie – insbesondere die neuroleptische Therapie – unbedingt lang- fristig weitergeführt werden müsse. Des Weiteren solle er sich regelmäs- sig in ambulante psychiatrische Behandlung begeben. Im Kurzbericht von med. pract. Q._______ vom (…) Oktober 2008 wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer in der [Klinik P ._______] der O._______ seit dem E-4943/2008 Seite 19 (…) September 2008 hospitalisiert sei. Seine vorläufige Diagnose laute: akutes psychotisch-agitiertes Zustandsbild mit Verdacht auf schizoaffekti- ve Psychose. Er werde ferner einer medikamentösen antipsychotische n Therapie unterzogen. Mit Attest vom (…) Januar 2009 bestätigte Dr. med. R._______, dass der Beschwerdeführer an einer schizoaffektiven Ps y- chose leide, welche eine stete Therapie mit Medikamenten sowie auch In- jektionen zur Stabilisierung der Situation erfordere . Aus dem Arztbericht von Dr. med. S._______ vom (…) Dezember 2011 geht schliesslich her- vor, dass er seit dem (…) Februar 2009 in Behandlung sei. Etwa bei jeder dritten Konsultation würden latente bis manifeste paranoide Geschichten zur Sprache komme n. Der Beschwerdeführer leide an einer schwer en psychiatrischen Störung. Er nehme Neuroleptika; dadurch sei er sozial verträglich und könne ein Vater für seine Kinder sein. Eine Wegweisung in das Heimatland werde zu einer Verschlimmerung des psychiatrischen Zustands führen. Im ärztlichem Bericht von Dr. med. K._______, Oberärztin, und Dr. med. L._______, Assistenzarzt, [Spital], vom (…) Januar 2008 wurde festgehal- ten, dass der Beschwerdeführerin aufgrund wiederkehrender Ohnmach t- sanfälle eine Bedarfsmedikation rez eptiert worden sei. Den Arztberichten des Ambulatoriums N._______ der O._______ vom (…) August 2008 so- wie der [Klinik P ._______] der O._______ vom (…) August 2008 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin unter einer Anpassungsstörung mit längerer depr essiver Reaktion leide, die rezidivierend mit Suizidalität (bei drohender Ausschaffung aus der Schweiz) einhergehe. Es sei mit ei- ner antidepressiven medikamentösen Therapie begonnen worden. Z u- dem sei davon auszugehen, dass sich ihr Gesundheitszustand durch eine Rückschaffung in ihr Heimatland verschlechtern werde . Aus dem Aus- trittsbericht der O._______ vom (…) Oktober 2008 die Hospitalisation der Beschwerdeführerin vom (…) bis zum (…) August 2008 betreffend, geht ebenfalls hervor, da ss sie an einer Anpassungsstörung mit kurzer d e- pressiver Reaktion leide. Einen Belastungsfaktor stelle die drohende Aus- schaffung aus der Schweiz dar. Die Beschwerdeführerin werde derzeit medikamentös behandelt. Aufgrund der Durchführung einer ambulanten Psychotherapie sei sie im Psychiatriezentrum N._______ angemeldet worden. Im ärztlichen Zeugnis von Dr. med. T._______ vom (…) Juni 2009 wurde festgehalten, dass die benötigte ambulante psychiatrische Behandlung der Beschwerdeführerin fortgeführt werde und eine Si stie- rung aktuell nicht absehbar sei. Sie nehme weiterhin antidepressive s o- wie sch lafanstossende Medikamente ein. Im Übrigen sei sie auch au f- grund wiederholter Nierenbeckenentzündung in medizinischer Behan d-E-4943/2008 Seite 20 lung. Mit Arztzeugnis vom (…) Dezember 2011 hielt Dr. med. W._______ fest, dass sich die Beschwerdeführerin vom (…) bis (…) September 2008, am (…) Januar 2009 sowie vom (…) Dezember 2011 bis auf Weiteres im Psychiatriezentrum N._______ in ambulanter Behandlung befunden habe respektive befinde. Auch aus diesem Arztbericht geht die Diagnose "rezi- divierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode mit latenter Suizidalität aufgrund drohender Ausschaffung aus der Schweiz" hervor. Schliesslich ist dem Arztzeugnis von Dr. med. X._______ vom (…) Januar 2011 zu entnehmen, dass die Beschwerde- führerin wegen wiederholt depressiven Episoden mit latenter Suizidalität und schweren Schlafstörungen in Behandlung sei sowie engmaschige regelmässige Psychotherapie benötige. Daneben bestehe aufgrund wie- derholter akuter Krankheiten (Magenschleimhautentzündung sowie wie- derholte grippale Infekte) ein zunehmender Kräfteverlust, welcher sich wiederum negativ auf die psychische Erkrankung auswirke. Die drohende Ausweisung verschlechtere die Krankheitssymptome zusätzlich. 6.4.6. Aufgrund der obigen Ausführungen ergibt sich zwar, dass in Bos- nien und Herzegowi na ein Gesundheitssystem grundsätzlich besteht, ei- ne medizinische Versorgung bei psychischen Erkrankung aber lediglich auf niedrigem Niveau vorhanden ist. Das Angebot an Therapieplätzen ist beschränkt und die Arbeitsbelastung sowie der Bedarf an Therapie derart gross, dass dadurch ein dauernder Notstand entsteht. Eine systemat i- sche und kontinuierliche Behandlung ist wegen dieser Mangelsituation von Fall zu Fall in Frage gestellt. Zudem ist die angebotene Behandlung vor allem medikamentös. Die Beschwerdeführenden sind aber auf eine psychiatrische Behandlung – einschliesslich Kontrollen – angewiesen. Ei- ne lediglich medikamentöse Behandlung reicht nicht aus, um den psych i- schen Zustand der Beschwerdeführenden zu stabilisieren. Es kann somit nicht von einer befriedigenden Versorgung beziehungsweise von einer si- chergestellten Fortsetzung der in der Schweiz eingeleiteten Therapien ausgegangen werden. Weiter ist die Finanzierung der medikamentösen sowie psychiatrischen Behandlungen nicht gewährleistet, ist doch au f- grund des schwierigen Zugangs von eth nischen Roma zum Arbeitsmarkt und deren geringen Beschäfti gungsquote kaum anzunehmen, dass die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr unmittelbar eine Anstellung er- halten würden, zumal der Beschwerdeführer schlecht respektive die B e- schwerdeführerin überhaupt nicht ausgebildet ist. Ohnehin ist es fraglich, ob die Beschwerdeführenden aufgrund ihres prekären gesundheitlichen Zustands derzeit arbeitsfähig sind. Sie haben eigenen Angaben zufolge in ihrem Heimatland zwar gelegentlich als Taglöhner gearbeitet (vgl. C3/9 S. E-4943/2008 Seite 21 2) und [Ware hergestellt und verkauft] ; davon hätten sie jedoch nicht l e- ben können, sondern benötigten die Hilfe der Familie zum Überleben (vgl. C17/15 S. 4). Wie aus den Akten hervorgeht, sind die Eltern des Be- schwerdeführers ebenfalls gesundheitlich angeschlagen, namen tlich [Krankheit des Vaters des Beschwerdeführers] . Vor dem Krieg habe die Familie des Beschwerdeführers Landwirtschaft betrieben, ihren Landbe - sitz allerdings nach Kriegsende und der Rückkehr aus [europäisches Land] nicht mehr zurückerhalten (vgl. C16/13 S. 3). Gemäss den Aussa- gen der Beschwerdeführerin wisse sie seit etwa 2006 nicht mehr, wo sich ihre Eltern und Geschwister aufhalten würden (vgl. C3/9 S. 3). Deshalb kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdefü h- renden ausreichend pekuniäre Unterstützung für die benötigten Behan d- lungen seitens der Familie erhalten w ürden, zumal sie vor ihrer Ausreise das erhaltene Geld gebraucht hätten, um zu überleben. Des Weiteren ist festzuhalten, dass sie die notwendigen Voraussetzungen für staatliche Beiträge im oben umschriebenen Sinne nicht erfüllen. Schliesslich ist aufgrund des Umstands, dass der Beschwerdeführer [in den 90er-Jahren] in [europäisches Land] lebte und sich 2002/2003 in der Schweiz aufhielt, folglich einen nicht unerheblichen Teil der prägenden Jahre zwischen Kindheit und Adoleszenz ausserhalb seines Heimatlandes verbrachte, nicht davon auszugehen, dass er sich ein über die Kernfamilie hinausge- hendes soziales Netz aufbauen konnte ; dies wäre aber als stützender Faktor für die Integration im Heimatland bedeutend. Nach dem Gesagten wären die Beschwerdeführenden bei ihrer Rückkehr einer konkreten Gefahr ausgesetzt, da sie wegen der vorherrschenden Verhältnisse voraussichtlich die benötigte medizinische und psychiatr i- sche Behandlung nicht erhalten könnten und mit grosser Wahrscheinlich- keit in völlige und anhaltende Armut gestossen würden, dem Hunger und einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesund heitszustandes ausge- liefert wären. 6.4.7. Im Zusammenhang mit dem zu berücksichtigenden Kin deswohl ist festzuhalten, dass die Kinder heute (…), bald (…) und (…) Jahre alt sind. Dem Schreiben des Schulpsychologischen Dienstes vom (…) Dezember 2011 ist zu entnehmen, dass die beiden älteren Kinder die (…) Klasse besuchen respektive sich im (…) Kindergartenjahr befinden. Der Schul- besuch bedeute für die Kinder Alltag und ermögliche ihnen eine Schulbi l- dung. Aus entwicklungspsychologischer Sicht sei festzuhalten, dass die Folgen einer möglichen Ausweisung für die Kinder nicht abzuschätzen seien, da eine Ausweisung einer totalen Änderung der Lebensumstände E-4943/2008 Seite 22 und einem Abbruch in sämtlichen Bereichen gleichkäme – mit Aussicht auf eine gänzlich unbekannte Zukunft. Kindern in einem noch jungen, stark von der Familie geprägten Alter wird die Rückkehr in das Heimatland selbst nach einem mehrjährigen Aufen t- halt im Gastland gemeinhin zugemutet. Allerdings ist anzunehmen, dass bei einer Rückkehr der Eltern ins Heimatland die hier gewonnene Sicher- heit verschwinden würde, so dass sie nicht mehr in der Lage wären, ihren Alltag und denjenigen ihrer Kinder zu bewältigen. Dieser Umstand würde auch die Kinder erheblich tangieren und würde im heutigen Zeitpunkt das Wohl der Kinder massgeblich gefährden. 6.4.8. Insgesamt ergibt sich, dass unter den vorgenannten Umständen den Beschwerdeführenden ein Wegweisung svollzug nach Bosnien und Herzegowina nicht zuzumuten ist. 6.5. Laut Art. 83 Abs. 7 AuG kann die vorläufige Aufnahme nur an - geordnet werden, wenn keine Ausschlussgründe vorliegen. Mit Strafbefehl des [kantonale Behörde] vom (…) 2008 wurde der B e- schwerdeführer wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehr s- gesetz vom 19. Dezember 1958 (SVG, SR 741.01) zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je Fr. 30. – verurteilt. Aufgrund des im Jahr 2003 begangenen SVG-Delikts sowie der bedingt ausgesprochenen Strafe ist kein Ausschlussgrund im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG gesetzt. 6.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das BFM zu Recht und mit im Wesentlichen zutreffender Begründung die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden nicht anerkannte und ihnen kein Asyl gewährte. Hingegen stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass sich der We g- weisungsvollzug nach Bosnien und Herzegowina als unzumutbar erweist. Die Verfügung des BFM vom 25. Juni 2008 ist daher betreffend die Ziffern 4 und 5 aufzuheben und die Vorinstanz an zuweisen, die Beschwerdefüh- renden vorläufig aufzunehmen. 7. 7.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die (ermässigten) Verfah- renskosten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Mit Verfügung vom 6. August 2008 hiess das Bundesverwa l- tungsgericht das Ge such um Gewährung der unent geltlichen Rechts -E-4943/2008 Seite 23 pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut. In den Akten sind auch kei- ne Hinweise darauf zu finden, dass sie inzwischen nicht mehr bedürftig sind. Es sind daher keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä - digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 7.2. Nach diesem Ausgang des Verfahrens ist von einem hälftigen Obsie- gen der Beschwerdeführenden auszugehen. Es ist ih nen in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine Parteientschädigung für ihnen erwachsene notwendige Vertretungskosten zuzusprechen. In der Kostennote vom 15. Februar 2012 wird ein zeitlicher Aufwand von 23.80 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 250 .– sowie 9.58 Stun- den zu einem Stundenansatz von Fr. 166.– ausgewiesen, welcher insge- samt nicht als v ollumfänglich angemessen zu werten ist , da die Koste n- notennote sowohl die beiden Verfahren der Verwandten des Beschwerde- führers (E -4942/2008 und E -4944/2008), welche mit Abschreibungsen t- scheiden vom 2. November 2009 erledigt wurden, als auch das vorli e- gende Beschwerdeverfahren umfasst. Der zeitliche Aufwand wird daher vom Gericht um zwei Drittel reduziert, was insgesamt einen Aufwand von 7.94 Stunden zum Stundenansatz von Fr. 250.– und 3.20 Stunden zum Stundenansatz von Fr. 166.– ergibt. Was die ausgewiesenen Auslagen betrifft, sind diese insofern zu kürzen, als für Fotokopien maxi mal Fr. 0.50 pro Seite berechnet werden können (vgl. Art. 11 Abs. 4 VGKE); die Ausla- gen sind demnach – wiederum um zwei Drittel gekürzt – in der Höhe von Fr. 115.30 zu vergüten. Unter Berücksichtigung der Bemessungsgrundsätze nach Art. 7 ff. VGKE und angesichts des hälftigen Obsiegens ist eine Parteientschädigung zu Lasten des BFM in Höhe von Fr. 1'415.70 (inkl. Auslagen und Mehr- wertsteuer) zuzusprechen. (Dispositiv nächste Seite) E-4943/2008 Seite 24 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird den Vollzug der Wegweisung betreffend gutgehei s- sen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Verfügung des BFM vom 25. Juni 2008 wird betreffend die Ziffern 4 und 5 aufgehoben und das BFM wird angewiesen , die Beschwerdefü h- renden vorläufig aufzunehmen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Das BFM wird angewiesen, de n Beschwerdeführenden eine Parteien t- schädigung in der Höhe von Fr. 1'415.70 zu entrichten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Natasa Stankovic Versand: