<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00013</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107248&amp;W10_KEY=13013572&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00013</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.05.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 13.05.2004 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Heilanpreisung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verbot von Werbeinseraten für ein Präparat, das Zink, Mangan und Chrom enthält Auf die Beschwerde ist einzutreten (E. 1a). Die Beschwerdefrist von 10 Tagen von Art. 55 Abs. 2 LMG ist nur für das Rekursverfahren massgebend (E. 1b). Beide Inserate fallen unter das strittige Verbot (E. 1c). Massgebend ist die LMV in der Fassung vom 27. März 2002 (E. 1d). Das Produkt ist ein Speziallebensmittel im Sinn von Art. 184b LMV. Deren Abgrenzung von den Arzneimitteln ist im Einzelnen schwierig. Lebensmittel dürfen nicht mit Heilwirkungen beworben werden, hingegen ist eine allgemein gesundheitsbezogene Werbung zulässig (E. 2a). Nach Auffassung der Vorinstanz behauptet das Inserat, das Präparat verhindere die Einnahme von Süssem. Gemäss der Beschwerdeführerin soll es dem Körper gewisse Mikronährstoffe zuführen (E. 3a). Das erste Inserat suggeriert, Zucker könne ersetzt werden. Dies geht jedenfalls über das hinaus, was wissenschaftlich erwiesen ist (E. 3c). Das zweite Inserat legt nahe, das Produkt sei für eine genügende Versorgung des Körpers unverzichtbar. Die allenfalls als Alternative genannte Ernährungsumstellung wird wenig attraktiv geschildert (E. 3d). Das Produkt wird als Mittel gegen Heisshunger, der als krankheitsähnlicher Zustand zu gelten hat, angepriesen. Es entsteht der falsche Eindruck eines Heilmittels (E. 3e). Ob das Produkt auch als Schlankheitsmittel beworben wird, kann offen bleiben (E. 3f). Eine Werbung mit Hinweis auf die Funktion der Inhaltsstoffe wäre zulässig (E. 3g). Auf den Antrag, die Strafanzeige sei zu unterlassen bzw. zurückzuziehen, ist nicht einzutreten (E. 4). Die Anpassungsfrist ist antragsgemäss auf 4 Monate festzusetzen (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANPASSUNGSFRIST">ANPASSUNGSFRIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESCHWERDEFRIST">BESCHWERDEFRIST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: FRIST/-EN">FRIST/-EN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEILANPREISUNG">HEILANPREISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEILMITTEL">HEILMITTEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEISSHUNGER">HEISSHUNGER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: JUSTIZVERWALTUNG">JUSTIZVERWALTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KRANKHEIT">KRANKHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEBENSMITTELKONTROLLE">LEBENSMITTELKONTROLLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NAHRUNGSERGÃNZUNG">NAHRUNGSERGÃNZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKURSFRIST">REKURSFRIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SPEZIALLEBENSMITTEL">SPEZIALLEBENSMITTEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFANZEIGE">STRAFANZEIGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SÃSS">SÃSS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TÃUSCHUNG">TÃUSCHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT">ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WERBUNG">WERBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZIMACHROM">ZIMACHROM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUCKER">ZUCKER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 3 LMG</span><br/><span class="ungerade">Art. 18 LMG</span><br/><span class="gerade">Art. 48 lit. I h LMG</span><br/><span class="ungerade">Art. 55 lit. II LMG</span><br/><span class="gerade">Art. 19 lit. I LMV</span><br/><span class="ungerade">Art. 165 lit. I b LMV</span><br/><span class="gerade">Art. 184b LMV</span><br/><span class="ungerade">§ 21 StPO</span><br/><span class="gerade">Art. 20 VO LMG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 7 S. 49</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. In der Ausgabe Juni/Juli 2002 der Zeitschrift C erschien ein Inserat der A AG in X zur Bewerbung von Q, einer Nah­rungsergÃ¤nzung in Tablettenform, die im Wesentlichen Zink, Mangan und Chrom als Wirkstoffe enthÃ¤lt. Dieses enthielt die SÃ¤tze "Hunger auf SÃ¼s­ses kann man jetzt stillen. Ohne SÃ¼sses" sowie "Die NahrungsergÃ¤nzung Q aus Zink, Mangan und Chrom hilft gegen Heisshunger auf SÃ¼sses". Am 7. Juni 2002 beanstandete das Bundesamt fÃ¼r Gesundheitswesen (BAG) dieses Inserat beim Kantonalen Laboratorium ZÃ¼rich, weil die Zweckbestimmung gemÃ¤ss Anpreisung in keiner Art und Weise derjenigen eines Lebens­mittels entspreche. Das Kantonale Labor ZÃ¼rich (fortan Kantonales Labor) gab der A mit Schreiben vom 12. Juni 2002 Kenntnis von der Beanstandung des unter Nummer 01 gefÃ¼hrten Inserates mit dem Hinweis, dass fÃ¼r Lebensmittel "derartige Anpreisungen" verboten seien. In der gleichentags erlassenen VerfÃ¼gung ordnete das Kantonale Labor Folgendes an:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="EinzugZitat">"1. Die VerÃ¶ffentlichung von Inseraten gemÃ¤ss Protokoll-Nr. 01 ist ab sofort einzustellen. SÃ¤mtliche Bewerbung der NahrungsergÃ¤nzung Q in der Form des Inserates Prot. Nr. 01 ist zu unterlassen. Die im Inserat gemÃ¤ss Protokoll-Nr. 01 beworbene Ware darf nur noch ohne derartige Hinweise â die ErfÃ¼llung der gesetzlichen Anforderungen in allen Teilen vorausgesetzt â abgegeben werden.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> 2. (Kostenauflage)</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> 3. Gegen diese VerfÃ¼gung kann innert 5 Tagen, von der Mitteilung an ge­rechnet, beim Kantonalen Labor ZÃ¼rich schriftlich Einsprache erhoben werden. (...) Dem Lauf der Einsprachefrist und der Einreichung der Einsprache kommen keine aufschiebende Wirkung zu."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Einzug1">Die A AG liess dagegen am 18. Juni 2002 Einsprache erheben und im Wesent­lichen beantragen, es sei die aufschiebende Wirkung sofort wiederherzustellen, die an­ge­fochtene VerfÃ¼gung aufzuheben und auf die vom Kantonalen Labor in Aussicht gestellte Strafanzeige zu verzichten. In der Woche 26 (24. bis 30. Juni 2002) erschien in der Zeitschrift "D" das­selbe Inserat, allerdings ergÃ¤nzt mit einem Begleittext. Am 3. Juli 2002 wies das Kanto­nale Labor die Einsprache bezÃ¼glich Inserat Protokoll-Nr.<span> </span>01 ab und auferlegte deren Kos­ten der Einsprecherin. Dem Lauf der Rekursfrist und der Einreichung eines allfÃ¤lligen Rekurses gegen den Einspracheentscheid entzog es wiederum die aufschiebende Wirkung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Am 15. Juli 2002 liess die A AG bei der Gesundheitsdirektion dagegen Rekurs einreichen mit dem prozessualen Antrag, es sei die VerfÃ¼gung des Kantonalen Labors vom 3. Juli 2002, soweit darin die aufschiebende Wirkung entzogen wurde, aufzuheben und die aufschiebende Wirkung per sofort wiederherzustellen. In materieller Hinsicht verlangte sie im Rekurs die Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 3. Juli 2002 und des am 12. Juni 2002 ausge­sprochenen Werbeverbots fÃ¼r Inserate gemÃ¤ss Protokoll-Nr. 01. Mit Ver­fÃ¼gung vom 31. Juli 2002 wies die Gesundheitsdirektion den Rekurs der A AG betref­fend den Entzug der aufschiebenden Wirkung ab. Das in der Folge angerufene Verwaltungsgericht hiess die am 21. August 2002 erhobene Beschwerde gut und stellte die aufschiebende Wirkung des Re­kurses der A AG gegen die VerfÃ¼gung des Kantonalen Labors vom 12. Juni 2002 wieder her. Damit war das Rekursverfahren betreffend den Entzug der aufschiebenden Wirkung erledigt. Ãber den Rekurs der A AG in der Sache entschied die Gesundheitsdirektion mit VerfÃ¼gung vom 6. Januar 2003 im abweisenden Sinn; am 8. Januar erliess die Direktion eine neue Fassung der VerfÃ¼gung, die sich nur durch die Beschwerdefrist von neu 10 statt 30 Tagen von der ersten unterschied.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Die A AG liess dagegen am 20. Januar 2003 Beschwerde erheben und im Wesentlichen beantragen, es sei die erwÃ¤hnte VerfÃ¼gung vom 6. bzw. 8. Januar 2003 aufzuheben, ebenso das in der VerfÃ¼gung vom 12. Juni 2002 ausgesprochene Werbeverbot fÃ¼r Inserate gemÃ¤ss Protokoll-Nr. 01, und auf die Erhebung einer Strafanzeige sei zu verzichten. Die Gesundheitsdirektion verwies in der Stellungnahme zur Beschwerde vom 5. Februar 2003 (Eingang 13. Februar 2003) auf den angefochtenen Entscheid und beantrag­te die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonale Labor erstattete am 10. Februar 2003 eine einlÃ¤ss­liche Beschwerdeantwort. Unaufgefordert nahm die A AG am 28. Februar 2003 zu zwei ihrer Ansicht nach neuen tatsÃ¤chlichen Behauptungen und neuen Beweismitteln des Kantonalen Labors Stellung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Das Verwaltungsgericht ist nach § 19b Abs. 1 und § 41 des Verwaltungsrechts­­pflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) fÃ¼r die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Voraussetzungen erfÃ¼llt sind, namentlich die Beschwerdefrist gewahrt wurde (vgl. E. 1b), ist auf das Rechtsmittel einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet die nach der Praxis des Verwaltungsgerichts geltende Beschwerdefrist von 10 Tagen, unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Recht­sprechung. In der Tat besteht Anlass, die verwaltungsgerichtliche Praxis in diesem Punkt zu Ã¼berdenken.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) GemÃ¤ss Art. 53 Abs. 1 des Lebensmittelgesetzes vom 9. Oktober 1992 (LMG, SR 817.0) regeln die Kantone das Einsprache- und Beschwerdeverfahren nach kantonalem Recht im Rahmen dieses Gesetzes. Diese EinschrÃ¤nkung betrifft in erster Linie die formel­len Beanstandungen (Art. 27 LMG) und die Fristen (Art. 55 LMG; Botschaft zum Lebens­mit­telgesetz vom 30. Januar 1989, BBl 1989 I 965). FÃ¼r Beschwerden gegen VerfÃ¼gungen Ã¼ber Massnahmen im Rahmen der Lebensmittelkontrolle sieht Art. 55 Abs. 2 LMG eine Be­schwerdefrist von 10 Tagen vor. GemÃ¤ss § 53 VRG ist die Beschwerde innert 30 Tagen seit Mitteilung der weiterziehbaren Anordnung beim Verwaltungsgericht zu erheben. Auch nach § 20 der kantonalen Verordnung zum eidgenÃ¶ssischen Lebensmittelgesetz vom 28. Ju­ni 1995 (VO LMG, LS 817.1) kann gegen Rekursentscheide von Direktionen des Re­gierungsrats Beschwerde an das Verwaltungsgericht innert einer Frist von 30 Tagen erhoben werden. Es fragt sich, ob diese kantonalen Vorschriften dem Bundesrecht widersprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Das Verwaltungsgericht hat in einem Urteil vom 25. November 1999 (VB.1999.00240, E. 1a) erstmals auf diese Frage hingewiesen, ohne sie zu entscheiden. Im Entscheid VB.1999.315 vom 16. Dezember 1999 hat es dann erwogen, Art. 55 Abs. 2 LMG gehe "in seinem Anwendungsbereich" der 30-tÃ¤gigen Beschwerdefrist von § 53 VRG vor . Dabei hat es die Tragweite von Art. 55 Abs. 2 LMG nur insofern nÃ¤her geprÃ¼ft, als es untersuchte, welches der Anwendungsbereich dieser Bestimmung sei. Es hielt hierzu fest, Art. 55 LMG gelte fÃ¼r Massnahmen "im Rahmen der Lebensmittelkontrolle", wozu es auch ein Werbe­verbot zÃ¤hlte, durch welches die Konsumenten vor Falschinformationen geschÃ¼tzt werden sollten. In einem solchen Verbot liege eine lebensmittelkontrollrechtliche Be­anstandung im Sinn von Art. 27 LMG (E. 1b; RB 1999 Nr. 32).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Urteil vom 20. Dezember 2001 (VB.2001.00325, E. 1b) bestÃ¤tigte das Verwal­tungs­gericht seine in RB 1999 Nr. 32 publizierte Praxis, allerdings ohne diesen Entscheid aus­drÃ¼cklich zu erwÃ¤hnen. Es erwog unter anderem, die kÃ¼rzere Frist sei im kantonalen Ver­fahren ungeachtet dessen massgeblich, dass fÃ¼r die letztinstanzlich zur VerfÃ¼gung stehende Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht die Beschwerdefrist von 30 Tagen nach Art. 106 Abs. 1 OG und nicht jene von 10 Tagen gemÃ¤ss Art. 55 Abs. 2 LMG (mit Hinweis auf BGE 127 II 91 E. 1) gilt. Denn dabei sei der Vorrang der Bestimmungen eines Bundesgesetzes (OG) gegenÃ¼ber denjenigen eines andern Bundesgesetzes (LMG) wegen unterschiedlicher Rechtsmittelfristen festzulegen, wÃ¤hrend vorliegend auf kantonaler Ebene der Vorrang des Bundesrechts gegenÃ¼ber kantonalem Recht im Anwendungsbereich von Art. 55 Abs. 2 LMG zu beachten sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im zwischen den Parteien des vorliegenden Verfahrens ergangenen Urteil vom 3. Ok­­tober 2002 (VB.2002.00262, E. 1a) betreffend Entzug der aufschiebenden Wirkung bestÃ¤tigte das Verwaltungsgericht die erwÃ¤hnten Entscheide ohne weitere ErwÃ¤gungen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Es ist richtig, dass die Beschwerdefrist von 10 Tagen dann â und nur dann â gilt, wenn die fragliche VerfÃ¼gung eine im Rahmen der Lebensmittelkontrolle getroffene Massnahme nach Art. 24 und 28â30 LMG darstellt (Art. 55 Abs. 2 LMG; BGE 124 IV 297 E. II. 4b). Art. 55 Abs. 2 LMG geht demnach in seinem Anwendungsbereich der 30-tÃ¤­gi­gen Beschwerdefrist des kantonalen Rechts vor. Insofern ist die bisherige Praxis zu bestÃ¤ti­gen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>NÃ¤her zu prÃ¼fen ist jedoch, in welchen Verfahrensstufen die zehntÃ¤gige Frist von Art. 55 Abs. 2 LMG Ã¼berhaupt zu Anwendung gelangen soll. In BGE 127 II 91 E. 1 wird nicht weiter begrÃ¼ndet, weshalb Art. 106 OG und nicht Art. 55 Abs. 2 LMG massgeblich ist. Zur BegrÃ¼ndung wird lediglich auf ein unverÃ¶ffentlichtes Urteil des Bundesgerichts vom 23. Juni 2000 verwiesen (im Internet publiziert, www.bger.ch/jurisdiction-recht, Urteil 2A.47/2000, E. 1c). Das Bundesgericht bezieht sich hier auf die Botschaft zum Lebens­mittelgesetz, wo die kurze Frist damit begrÃ¼ndet wird, dass es im Bereich der Lebensmittel­kontrolle oft um verderbliche Waren geht; bei der Fleischschau mÃ¼sse entsprechend mit RÃ¼cksicht auf die Verderblichkeit des Fleisches eine noch kÃ¼rzere Frist festgesetzt werden (BBl 1989 I 966). Das Bundesgericht bezeichnet diese BegrÃ¼ndung als Ã¼berzeugend, soweit sie sich auf die Einsprache gegen die VerfÃ¼gungen der Lebensmittelkontrollorgane und auf die Beschwerde an die erste Rechtsmittelinstanz bezieht. Das Lebensmittelgesetz verlange denn auch, dass die Kantone ein Einspracheverfahren bei der verfÃ¼genden BehÃ¶rde vorsÃ¤hen (Art. 52 LMG) und eine Beschwerdeinstanz einsetzten, welche die VerfÃ¼gungen, einschliesslich des Ermessens der Vollzugsorgane, Ã¼berprÃ¼ften (Art. 53 Abs. 2 LMG). Die verfÃ¼gende BehÃ¶rde und die Beschwerdeinstanz kÃ¶nnten entsprechend Art. 56 LMG vorsorgliche Massnahmen ergreifen. Die kurzen Beschwerdefristen des Lebensmittelgesetzes schienen in diesem Zusammenhang zu stehen: Es mÃ¼sse mÃ¶glichst rasch klar sein, ob eine lebensmittelpolizeiliche VerfÃ¼gung akzeptiert werde oder nicht. Gegebenenfalls mÃ¼ss­ten die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden in der Lage sein, die erforderlichen zwischenzeitlichen Mass­nahmen in Kenntnis der Haltung der Betroffenen ergreifen zu kÃ¶nnen. Weiter fÃ¼hrt das Bundesgericht wÃ¶rtlich aus: "Aus diesen Ãberlegungen ergibt sich, dass die im Lebens­mittelgesetz vorgesehene zehntÃ¤gige Beschwerdefrist nur massgebend ist, soweit die Anfechtung des erstinstanzlichen Entscheids der zustÃ¤ndigen Vollzugsorgane in Frage steht; fÃ¼r weitere Rechtsmittel, namentlich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht, bei deren Ergreifung in aller Regel schon so viel Zeit vergangen ist, dass der Verderblichkeit der Ware keinerlei Bedeutung mehr zukommen kann, wÃ¼rde eine entsprechende VerkÃ¼rzung der Rechtsmittelfrist keinen Sinn mehr machen."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese Ã¼berzeugenden ErwÃ¤gungen klÃ¤ren nicht nur die Abgrenzung zwischen der Fris­tenregelung gemÃ¤ss Art. 106 OG und jener nach Art. 55 Abs. 2 LMG, sondern auch die Tragweite von Art. 55 Abs. 2 LMG fÃ¼r das kantonale Verfahren. Es ergibt sich daraus, dass die Frist von 10 Tagen nur im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren â im Kanton ZÃ¼rich ist dies das Rekursverfahren vor der Gesundheitsdirektion â massgeblich ist. Dieses Verfah­ren dauert regelmÃ¤ssig einige Monate; vorliegend verstrich z.B. zwischen der Rekurserhebung und dem Rekursentscheid knapp ein halbes Jahr. Auch hier kommt der Verderblich­­keit der Ware im sich allenfalls anschliessenden Beschwerdeverfahren vor Verwaltungs­­gericht keine wesentliche Bedeutung mehr zu. Ãberdies machte im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht die alleinige VerkÃ¼rzung der Beschwerdefrist wenig Sinn, da ein allgemein beschleunigtes Verfahren nicht vorgeschrieben wird, die Beschwerdeantwort innert der Ã¼blichen Frist eingereicht werden kann (30 Tage, erstreckbar um nochmals 30 Tage, vgl. § 26 Abs. 3 in Verbindung mit § 70 VRG) und daher die erreichbare Beschleu­nigung gegenÃ¼ber der gesamten Verfahrensdauer geringfÃ¼gig ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In AbÃ¤nderung der Rechtsprechung ist daher festzuhalten, dass sich die Frist fÃ¼r die Beschwerdeerhebung gegen lebensmittelrechtliche Rekursentscheide allgemein nach § 53 VRG und § 20 VO LMG richtet und daher 30 Tage betrÃ¤gt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Die Beschwerde ist auf jeden Fall rechtzeitig erhoben worden, weshalb sich Aus­fÃ¼hrungen darÃ¼ber, ob und unter welchen UmstÃ¤nden die Vorinstanz eine nur mit Bezug auf die Rechtsmittelfrist korrigierte Fassung des angefochtenen Entscheids "nachschie­ben" durfte, erÃ¼brigen.</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Vom Kantonalen Labor beanstandet wurde das Inserat in der Zeitschrift C, das ohne Begleittext den Hinweis darauf enthÃ¤lt, dass Heisshunger auf SÃ¼sses "ohne SÃ¼sses" gestillt werden kÃ¶nne. Dasselbe Inserat, versehen mit einem zusÃ¤tzlichen Beglei­t­text zur Problematik des Heisshungers auf SÃ¼sses, wurde in der Zeitschrift "D" geschaltet. Es fragt sich, ob auch dieses Inserat unter das ausgesprochene Verbot fÃ¤llt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die VerfÃ¼gung des Kantonalen Labors vom 12. Juni 2002 untersagte "SÃ¤mtliche Be­werbung der NahrungsergÃ¤nzung Q in der Form des Inserates Protokoll- Nr. 01". Da das Inserat gemÃ¤ss Protokoll-Nr. 01 auch Teil des mit Begleit­text versehenen Inserates ist, muss auch dieses unter das Verbot fallen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Gewisse Bestimmungen der Lebensmittelverordnung vom 1. MÃ¤rz 1995 (LMV) wurden am 27. MÃ¤rz 2002 vom Bundesrat geÃ¤ndert, darunter teilweise auch der hier zu be­ach­tende Art. 19 LMV (AS 2002 573 ff.). Da die geÃ¤nderten Bestimmungen auf 1. Mai 2002 in Kraft gesetzt wurden, das Kantonale Labor jedoch erst am 12. Juni 2002 erstmals in der vorliegenden Sache entschieden hatte, sind die neugefassten Bestimmungen zur Anwendung zu bringen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. a) Bei Q handelt es sich unbestrittenermassen um eine Nahrungs­er­gÃ¤nzung im Sinn von Art. 184b LMV. NahrungsergÃ¤nzungen enthalten Vitamine oder Mi­neralstoffe in konzentrierter Form, werden in Form von Kapseln, Tabletten, FlÃ¼ssigkeiten oder Pulvern angeboten und dienen der ErgÃ¤nzung der Nahrung mit diesen Stoffen. Sie dÃ¼rfen nur die in Anhang 14 LMV aufgefÃ¼hrten Vitamine und Mineralstoffe enthalten (Art. 184b Abs. 1 und 2 LMV). Dem entspricht Q, enthÃ¤lt es doch pro Tablette 100µg Chrom, 4mg Mangan und 15mg Zink. Es handelt sich bei Q als NahrungsergÃ¤nzung um ein Speziallebensmittel im Sinn von Art. 165 Abs. 1 lit. b LMV, das dazu beitragen soll, bestimmte ernÃ¤hrungsphysiologische Wirkungen zu erzielen. Als Arzneimittel gelten demgegenÃ¼ber Produkte chemischen oder biologischen Ursprungs, die zur medizinischen Einwirkung auf den menschlichen oder tierischen Organismus bestimmt sind oder angepriesen werden, insbesondere zur Erkennung, VerhÃ¼tung oder Behandlung von Krankheiten und Behinderungen (Art. 4 Abs. 1 lit. a des Heilmittelgesetzes vom 15. De­zember 2000, HMG; Botschaft zum Heilmittelgesetz vom 1. MÃ¤rz 1999, BBl 1999 3453 ff., 3488). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Als Speziallebensmittel zÃ¤hlt Q zu den Lebensmitteln im Sinn von Art. 3 LMG. Lebensmittel sind Nahrungs- und Genussmittel und Erzeugnisse, die dem Aufbau oder dem Unterhalt des menschlichen KÃ¶rpers dienen und nicht als Heilmittel angepriesen werden (Art. 3 Abs. 1 und 2 LMG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Nach Art. 18 Abs. 1-3 LMG mÃ¼ssen die angepriesene Beschaffenheit sowie alle anderen Angaben Ã¼ber das Lebensmittel den Tatsachen entsprechen. Anpreisung, Aufmachung und Verpackung der Lebensmittel dÃ¼rfen den Konsumenten nicht tÃ¤uschen. TÃ¤uschend sind namentlich Angaben und Aufmachungen, die geeignet sind, beim Konsumenten falsche Vorstellungen Ã¼ber Herstellung, Zusammensetzung, Beschaffenheit, Produktions­art, Haltbarkeit, Herkunft, besondere Wirkungen und Wert des Lebensmittels zu we­cken. Art. 19 LMV konkretisiert diese Gesetzesbestimmung dahin gehend, dass fÃ¼r Lebens­­mittel verwendete Bezeichnungen, Angaben, Abbildungen, Packungen und Packungsaufschriften sowie Arten der Aufmachung den Tatsachen entsprechen mÃ¼ssen und nicht zur TÃ¤uschung Ã¼ber Natur, Herkunft, Herstellung, Zusammensetzung, Produktionsart, Inhalt, Haltbarkeit usw. der betreffenden Lebensmittel Anlass geben dÃ¼rfen. Insbesondere sind [im vorliegenden Zusammenhang] verboten: a) Angaben Ã¼ber Wirkungen oder Eigenschaf­ten eines Lebensmittels, die dieses nach dem Stand der Wissenschaft gar nicht besitzt oder die wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind; c) Hinweise irgendwelcher Art, die einem Lebensmittel Eigenschaften der Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer mensch­­lichen Krankheit oder als Schlankheitsmittel zuschreiben oder die den Eindruck ent­stehen lassen, dass solche Eigenschaften vorhanden sind; erlaubt sind Hinweise auf die Wirkung von ZusÃ¤tzen essentieller oder ernÃ¤hrungsphysiologisch nÃ¼tzlicher Stoffe zu Lebens­mitteln aus GrÃ¼nden der Volksgesundheit; d) Aufmachungen irgendwelcher Art, die einem Lebensmittel den Anschein eines Heilmittels geben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Grenzen der dem Aufbau und Unterhalt des menschlichen KÃ¶rpers dienenden Nahrungsmittel gegenÃ¼ber den Arzneimitteln als Produkten chemischen oder biologischen Ursprungs sind nicht zuletzt wegen der "funktionellen" Lebensmittel ("functional food, pharma food, nutraceuticals, alicaments"), d.h. wegen Nahrungsmitteln mit einem spezifischen Zusatznutzen, der Ã¼ber den ernÃ¤hrungsphysiologischen Nutzen der darin enthaltenen NÃ¤hrstoffe hinausgeht, fliessend. Immerhin kÃ¶nnen Produkte, die zum Essen geeignet sind, durchaus auch Heilwirkungen bzw. gesundheitsfÃ¶rdernde Wirkungen entfalten (BBl 1989 I 919; BGr, 8. Mai 2001, E. 4b/aa, 2A.565/2000). Art. 3 Abs. 2 LMG stellt bei der Abgrenzung zwischen Lebens- und Heilmittel in erster Linie darauf ab, ob das Produkt als Nahrungs- oder Heilmittel "angepriesen" wird. Dies kann fÃ¼r die Frage, was als Lebens­mittel gel­­ten soll, nicht allein massgebend sein. Vielmehr ist unter dem Gesichtspunkt des Verwen­dungszwecks zu fragen, wieweit ein Produkt zum Aufbau oder Unterhalt des mensch­lichen KÃ¶rpers beitrÃ¤gt. Entfaltet es zusÃ¤tzlich Heilwirkungen, sind diese hierzu in Relation zu setzen. Je mehr der ErnÃ¤hrungszweck im Vordergrund steht, desto eher handelt es sich um ein Lebensmittel. Ein Produkt hat namentlich dann nicht mehr als Lebensmittel zu gel­ten, wenn die Heilwirkungen gemessen am Beitrag an Aufbau oder Unterhalt des KÃ¶rpers als massgeblich erscheinen und bereits beim Konsum normaler Mengen gesundheitsbeeintrÃ¤chtigende Nebenwirkungen auftreten kÃ¶nnen. Wird ein Produkt nicht ausdrÃ¼cklich als Heilmittel in den entsprechenden Verfahren auf den Markt gebracht und in diesem Sinn "an­gepriesen", gelten die Regeln des Lebensmittelrechts einschliesslich des Verbots, diesem Eigenschaften zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit zuzuschreiben (BGr, 8. Mai 2001, E. 4b/cc mit Hinweisen, 2A.565/2000; BGE 127 II 91 E. 3a/bb).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Wer einem Lebensmittel, das nicht als Heilmittel zugelassen ist, vorbeugende oder heilende Eigenschaften zuschreibt, tÃ¤uscht den Konsumenten Ã¼ber die Natur des Produkts (Art. 18 Abs. 2 LMG) und fÃ¼hrt den Konsumenten insofern irre, als er den Eindruck entstehen lÃ¤sst, sein Produkt wirke wie ein Heilmittel und sei entsprechend geprÃ¼ft, was Art. 19 Abs. 1 lit. c LMV verhindern will. Wer mit krankheitsvorbeugenden, behandelnden oder heilenden Wirkungen werben will, hat im entsprechenden (heilmittelrechtlichen) Verfah­ren hierfÃ¼r die nÃ¶tigen Beweise zu erbringen. Dies gilt auch fÃ¼r Speziallebensmittel bzw. fÃ¼r die mit essentiellen oder physiologisch nÃ¼tzlichen Stoffen angereicherten Nahrungs­mittel (Art. 6 LMV; BGE 127 II 91 E. 4c).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Art. 19 Abs. 1 lit. c LMV untersagt im Ã¶ffentlichen Interesse eine krankheitsbezoge­ne, dagegen nicht auch eine allgemeine gesundheitsbezogene Werbung, soweit diese auf vertretbaren Tatsachen beruht und ihrerseits wieder zu keiner TÃ¤uschung des Publikums An­lass gibt. Bei Speziallebensmitteln haben sich die Hinweise auf die allgemeinen gesund­heitsfÃ¶rdernden Wirkungen des konkreten Zusatzes zu beschrÃ¤nken, ohne den Anschein eines Heilmittels zu erwecken, also darauf, was sie von den Grundnahrungsmitteln unterscheidet (BGE 127 II 91 E. 4c/bb).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) Die Vorinstanz ging davon aus, dass mit dem beanstandeten Inserat suggeriert werde, mit Q kÃ¶nne der Zucker ersetzt werden, wobei dies nicht mittels eines SÃ¼s­sungs­mit­tels geschehe, sondern mittels eines Produkts, das nur einen marginalen Anteil an MakronÃ¤hrstoffen decke. Zweck der Einnahme von Q sei daher letztlich die Ver­hinderung der Einnahme von SÃ¼ssigkeiten bei Heisshunger, womit kein Beitrag zur Er­nÃ¤hrung geleistet, sondern eine Kaskade von Enzymreaktionen ausgelÃ¶st werde, die auf die Freisetzung von Glucose und damit auf die Verwertung der Kohlenhydrate einen Einfluss habe. Das beworbene Produkt solle damit fehlgeleitetes Essverhalten behandeln, was nicht der Zweckbestimmung eines Lebensmittels entspreche, sondern der Vorbeugung bzw. Behandlung einer Krankheit. Damit gewinne das Produkt eine therapeutische Indikation, eben­so durch die Funktion, einen Mangel an Spurenelementen zu beheben bzw. einen solchen zu vermeiden, was Arzneimitteln vorbehalten sei.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin soll Q dazu verhelfen, dass ein Heiss­hunger auf SÃ¼sses nicht immer wieder auftritt. Heisshunger auf SÃ¼sses bedeute keinen krankhaften Zustand. Ausserdem kÃ¶nne dieser Heisshunger durch eine ausgewogene ErnÃ¤hrung, wie im Inseratetext erwÃ¤hnt, ausgeglichen werden, weshalb dem Produkt nicht zugeschrieben werde, besser fÃ¼r den menschlichen KÃ¶rper zu sein als eine ausgewogene Er­nÃ¤hrung. Inwieweit das Inserat suggeriere, dass mit Q Zucker ersetzt werde, sei nicht ersichtlich. Der Endzweck von Q sei nicht die Verhinderung der Einnahme von SÃ¼ssigkeiten, sondern die optimale Versorgung mit den in Q enthaltenen Mik­ronÃ¤hrstoffen. Sei dieses Ziel erreicht, sei der Heisshunger auf SÃ¼sses gestillt, wie auch der Inseratetitel besage. Es gehe daher nicht um die Behandlung eines fehlgeleiteten Essver­haltens. Weiter kÃ¶nne aus der systematischen Kaskade an Enzymreaktionen nach Einnah­me von Q nicht auf eine therapeutische Funktion geschlossen werden. Q sei schliesslich kein Lebensmittel, sondern ein Speziallebensmittel fÃ¼r eine besondere ErnÃ¤hrung. NahrungsergÃ¤nzungen mÃ¼ssten sich aber gerade wegen der darin enthaltenen Vitamine oder Mineralstoffe in konzentrierter Form durch eine andere "Wirkung" von normalen Lebensmitteln unterscheiden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin vermischt in ihren Vorbringen die beiden in den Akten liegenden Inserate. Dasjenige unter Protokoll-Nr. 01 enthÃ¤lt keinen Begleittext, das zweite schon. FÃ¼r die Frage einer allfÃ¤lligen TÃ¤uschung sind diese Inserate gesondert zu beurteilen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Aus dem Inserat ohne Begleittext geht nicht hervor, dass Q das wiederholte Auftreten von Heisshunger auf SÃ¼sses verhindern kÃ¶nnte. Dem Inseratetext "Hunger auf SÃ¼s­ses kann man jetzt stillen. Ohne SÃ¼sses." lÃ¤sst sich vielmehr entnehmen, dass "Hunger auf SÃ¼sses" immer dann ohne SÃ¼sses gestillt werden kann, wenn und so oft dieses GefÃ¼hl auftritt. Nichts anderes ergibt sich aus dem Text: "Die NahrungsergÃ¤nzung Q aus Zink, Mangan und Chrom hilft gegen Heisshunger auf SÃ¼sses." Damit wird nur klargestellt, dass der Heisshunger auf SÃ¼sses â wann und so oft er auftritt â ohne SÃ¼sses gestillt wird, nicht aber, dass damit erneutes Auftreten dieses unbezÃ¤hmbaren HungergefÃ¼hls verhindert wÃ¼rde oder Q dazu dienen sollte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der angebliche Hauptzweck von Q, die Versorgung des Organismus mit den darin enthaltenen MikronÃ¤hrstoffen, lÃ¤sst sich dem Inserat so nicht entnehmen. Von einer ausgewogenen ErnÃ¤hrung, welche dieselbe Wirkung wie Q hÃ¤tte, ist in diesem Inserat keine Rede. Wie das Bundesamt fÃ¼r Gesundheit (im Rahmen des Bewilligungs­­verfahrens fÃ¼r Q, das wegen der Aufhebung der Bewilligungspflicht durch die LMV-Revision vom 27. MÃ¤rz 2002 eingestellt wurde) sodann unbestritten festhielt, scheint es so zu sein, "dass die vorliegende Kombination einen gewissen Einfluss auf die Kohlenhydratverwertung haben <i>kann</i>, aber nur bei Personen, welche eine mangelnde Ver­sorgung haben. Personen, welche gut versorgt sind, bringt es kaum einen Nutzen.". Daraus ist zu schliessen, dass die Wirkung von Q â wie auch von anderen PrÃ¤paraten Ã¤hnlicher Zusammensetzung â in ihrer Art wie auch im Ausmass wissenschaftlich nicht genÃ¼gend abgeklÃ¤rt ist. Aus dem Inserat geht sodann nicht her­vor, dass Q nur dann (wenn Ã¼berhaupt) Wirkungen entfalten kann, wenn es an einer ausgewogenen ErnÃ¤hrung fehlt, welche die genÃ¼gende Versorgung des Organismus mit den in Q enthaltenen MikronÃ¤hrstoffen auch nach Ansicht der Beschwerde­fÃ¼hrerin sicherstellen kÃ¶nnte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Wird die erfolgreiche Anwendung von Q im Inserat nicht vom Fehlen einer ausgewogenen ErnÃ¤hrung oder mindestens von einer Unterversorgung an Zink, Mangan und Chrom abhÃ¤ngig gemacht, darf der Konsument die berechtigte Erwartung haben, dass Q <i>immer </i>â und nicht nur bei Fehlen einer ausgewogenen ErnÃ¤hrung â Hunger auf SÃ¼sses stillen hilft. Das trifft wie eben dargelegt nicht zu. Dem kÃ¶nnte zwar entgegengehalten werden, dass "Heisshunger auf SÃ¼sses" Ã¼berhaupt nur bei Fehlen einer ausgewogenen ErnÃ¤hrung bzw. mangelnder Versorgung mit Zink, Mangan und Chrom auftrete. Das steht so eindeutig aber nicht fest. Selbst im Inserat mit Begleittext wird die Ursache der Ã¼bermÃ¤ssigen Lust auf SÃ¼sses nur "unter anderen" auf die verÃ¤nderten ErnÃ¤hrungsgewohnheiten zurÃ¼ckgefÃ¼hrt. Damit enthÃ¤lt aber das Inserat unter Protokoll-Nr. 01 Angaben Ã¼ber Wirkungen oder Eigenschaften eines Lebens­mittels, die dieses nach dem Stand der Wissenschaft gar nicht besitzt oder die wissenschaft­lich nicht hinreichend gesichert sind, was einen Verstoss gegen Art. 19 Abs. 1 lit. a LMV bedeutet. Das Bundesamt fÃ¼r Gesundheit hat das Produkt als solches nicht geprÃ¼ft, weshalb es eine Anpreisung als UnterstÃ¼tzung der Kohlenhydratverwertung untersagte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Mit Bezug auf das Inserat mit Begleittext ergibt sich im Ergebnis nichts Anderes.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin erwÃ¤hnt, dass der Heisshunger auf SÃ¼sses durch eine ausgewogene ErnÃ¤hrung ausgeglichen werden kÃ¶nne, weshalb dem Produkt nicht zugeschrieben werde, besser fÃ¼r den menschlichen KÃ¶rper zu sein als eine ausgewogene ErnÃ¤hrung, geht dies aus dem Inseratetext so nicht hervor. Darin ist zwar zu lesen, dass "nebst einer konsequenten Umstellung der ErnÃ¤hrung auf ballaststoffreiche Kohlenhydrate und dem Verzicht auf Kristallzucker, SÃ¼ssigkeiten und Weissbrot" eine genÃ¼gend dosierte NahrungsergÃ¤nzung aus Zink, Mangan und Chrom gegen die "unerwÃ¼nschten Folgen unserer Er­nÃ¤hrungssÃ¼nden" helfe. Unter "nebst" verweist Duden, die sinn- und sachverwandten WÃ¶rter (Duden Band 8, 2. A., Mannheim/Leipzig/Wien/ZÃ¼rich, 1997, S. 512, 600) auf "samt". Darunter wird verstanden: "[zusammen] mit, und, nebst". Wenn also Q "nebst" einer ausgewogenen ErnÃ¤hrung gegen die Folgen der ErnÃ¤hrungssÃ¼nden helfen soll, heisst das "zusammen mit", "samt" oder "und". Darauf weist auch die Formulierung hin, wonach nebst der ausgewogenen ErnÃ¤hrung nur die "<i>genÃ¼gend </i>dosierte" NahrungsergÃ¤nzung Q helfen kÃ¶nne. Die ausgewogene ErnÃ¤hrung stellt damit entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift laut Inserat keine eigenstÃ¤ndige Alternative fÃ¼r die genÃ¼gende Versorgung des Organismus mit den in Q enthaltenen MikronÃ¤hrstoffen dar. Auch wenn mÃ¶glicherweise nicht alle angesprochenen Konsu­menten dies so verstehen, wird doch bei einem grossen Teil von ihnen diesbezÃ¼glich ein un­zutreffender Eindruck erweckt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Selbst wenn man aber davon ausgehen wollte, dass die "konsequente Umstellung der ErnÃ¤hrung auf ballaststoffreiche Kohlenhydrate" und der "Verzicht auf Kristallzucker, SÃ¼ssigkeiten und Weissbrot" eine eigenstÃ¤ndige Alternative zu Q darstellten, ist nicht zu verkennen, dass dem Konsumenten angesichts der wenig lustvoll geschilderten ErnÃ¤hrungs­umstellung â die sich Ã¼brigens aufgrund des Gehalts von Zink, Mangan und Chrom in vielen nicht nur pflanzlichen Arten von Lebensmitteln in dieser Weise nicht aufdrÃ¤ngte â der Griff zu Q leicht gemacht werden soll. DemgegenÃ¼ber enthalten die Empfehlungen (des BAG) fÃ¼r eine gesunde ErnÃ¤hrung â die der "ausgewogenen" ErnÃ¤hrung wohl gleichzusetzen ist â weit weniger EinschrÃ¤nkungen und raten vielmehr zu einer abwechslungsreichen und vielseitigen ErnÃ¤hrung mit einer Vielzahl an Nahrungsmitteln, insbesondere pflanzlicher Art, die mit Fleisch, Fisch und Milchprodukten zu ergÃ¤nzen sind. Die im Inserat beschriebene konsequente ErnÃ¤hrungsumstellung ist daher sehr einseitig gefasst und dÃ¼rfte zudem den tÃ¤glichen Bedarf an NÃ¤hrstoffen kaum vollstÃ¤ndig decken.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Damit wird aber â wiederum in Missachtung von Art. 19 Abs. 1 lit. a LMV â die aus Konsumentensicht berechtigte Erwartung und damit der wiederum falsche Eindruck erweckt, es bedÃ¼rfe <i>in jedem Fall</i> â und sogar bei Einhalten der als recht unattraktiv geschilderten ausgewogenen ErnÃ¤hrung â der NahrungsergÃ¤nzung Q, um den Heisshunger auf SÃ¼sses zu stillen, wovon nicht einmal die BeschwerdefÃ¼hrerin ausgeht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Aus der im folgenden separaten Abschnitt enthaltenen Bemerkung "Wem die Ã¼ber­mÃ¤ssige Lust auf SÃ¼sses also nicht von alleine vergeht, der sollte auf eine genÃ¼gende Versorgung mit Zink, Mangan und Chrom achten", ist ferner der Zusammenhang zur ausgewo­ge­nen ErnÃ¤hrung (die einen Mangel an diesen MikronÃ¤hrstoffen verhindern kÃ¶nnte) nicht er­kennbar. Insofern wird der Eindruck verstÃ¤rkt, dass die unerwÃ¼nschten Folgen der ErnÃ¤hrungssÃ¼nden ohne Q nicht behoben werden kÃ¶nnten. Abgesehen davon, dass auch hier Q eine Wirkung zugeschrieben wird, die nicht wissenschaftlich erwiesen ist (vgl. vorn E. 3c), wird der falsche Eindruck verstÃ¤rkt, dass Hunger auf SÃ¼sses selbst bei ausgewogener ErnÃ¤hrung ohne Q nicht gestillt werden kÃ¶nne. Damit ist die TÃ¤u­schungswirkung der beanstandeten Werbung zu bejahen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) GemÃ¤ss den beiden strittigen Inseraten "hilft" Q "gegen Heisshunger auf SÃ¼sses". Zwar ist nicht ganz klar, ob es sich bei "Heisshunger" um einen im eigentlichen Sinn krank­haften Zustand handelt. Aus dem Kontext ergibt sich jedoch, dass ein unge­wÃ¶hnlich starker, Ã¼bermÃ¤ssiger Hunger gemeint ist, dem die Betroffenen nicht widerstehen kÃ¶nnen und der insgesamt als zumindest ungesunde Befindlichkeit zu bezeichnen ist, die einer Krankheit jedenfalls nahe kommt. Zudem darf der Begriff der Krankheit nicht all zu einschrÃ¤nkend ausgelegt werden: Wegen des Koordinationsbedarfs zwischen Lebens- und Heilmittelgesetzgebung sind gleich lautende Begriffe im Zweifel gleich auszulegen. Nach Art. 4 Abs. 1 lit. a HMG dienen Arzneimittel (die eine Unterkategorie der Heilmittel, vgl. Art. 2 Abs. 1 lit. a HMG) der Erkennung, VerhÃ¼tung oder Behandlung von <i>Krankheiten</i>, Verletzungen und Behinderungen. Unter den Begriff des "Arzneimittels" fallen auch Produkte wie Hustenbonbons und KrÃ¤utertees, ebenso Schmerz-, Schlaf-, Beruhigungs-, Ab­fÃ¼hr- und Schlankheitsmittel (Botschaft Heilmittelgesetz, BBl 1999 3511, 3517), woraus zu schliessen ist, dass bereits ZustÃ¤nde eingeschrÃ¤nkten Wohlbefindens, beispielsweise gestÃ¶rten Stoffwechsels, als "Krankheit" zu gelten haben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im Weiteren tÃ¤uscht der die Anzeigen dominierende Text "Hunger auf SÃ¼sses kann man jetzt stillen. Ohne SÃ¼sses" hÃ¶chstens im ersten Moment Ã¼ber die tatsÃ¤chlich beabsichtig­te Wirkungsweise des Produkts hinweg. "Hunger stillen" bedeutet im allgemeinen Sprach­­gebrauch, dem KÃ¶rper diejenigen Nahrungsmittel zuzufÃ¼hren, nach denen er verlangt. Duden Band 8, S. 680 umschreibt "stillen" (neben anderen, hier nicht interessierenden Bedeutungen) mit "nÃ¤hren, ernÃ¤hren, befriedigen". Q stellt dagegen ein PrÃ¤parat dar, das in Verabreichungsform und Aufmachung einem Medikament entspricht und das HungergefÃ¼hl nicht im dargelegten Sinn "stillen", sondern es zum Verschwinden bringen will. Dies bestÃ¤tigt auch der Begleittext des zweiten Inserats, worin einleitend und in grÃ¶sserer Schrift von "dauernde[m] Heisshunger auf SÃ¼sses" die Rede ist, wogegen "die Notbremse gezogen werden" mÃ¼sse. Im weiteren, kleiner gedruckten Text wird zwar weniger dramatisierend ausgefÃ¼hrt, "gegen Heisshunger auf SÃ¼sses" las­se sich etwas tun, es helfe "eine genÃ¼gend dosierte NahrungsergÃ¤nzung aus Zink, Mangan und Chrom gegen die unerwÃ¼nsch­ten Folgen unserer ErnÃ¤hrungssÃ¼nden", "wem die Ã¼ber­mÃ¤ssige Lust auf SÃ¼sses also nicht von allein vergeh[e], der soll[e] auf eine genÃ¼gende Versorgung mit Zink, Mangan und Chrom achten". Der Eindruck, der sich aus all dem ergibt, ist aber derjenige eines Produkts, das in Ã¤hnlicher Weise wie etwa ein Schmerz- oder ein Schlafmittel einen unerwÃ¼nschten kÃ¶rperlichen bzw. psychischen Zustand beseitigen soll. Die Vorinstanz befand somit zu Recht, die strittige Werbung vermittle in Missachtung von Art. 19 Abs. 1 lit. c LMV den tÃ¤uschenden Eindruck, bei Q handle es sich um ein Heilmittel.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">f) Ob Q, wie die Vorinstanz annahm, zusÃ¤tzlich entgegen dem Verbot von Art. 19 Abs. 1 lit. c LMV als Schlankheitsmittel angepriesen wird, muss angesichts der vorstehenden ErwÃ¤gungen, die das streitbetroffene Werbeverbot aus anderen GrÃ¼nden als recht­mÃ¤ssig erscheinen lassen, nicht beurteilt werden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">g) Wie dargelegt, verbietet Art. 19 Abs. 1 lit. c LMV im Ã¶ffentlichen Interesse eine allgemeine, gesundheitsbezogene Werbung nicht (BGE 127 II 91 E. 4b). So wÃ¤ren Hinweise darauf, dass Q das Risiko einer zu geringen Versorgung des Organismus mit Zink, Mangan und Chrom reduzieren helfe, wohl nicht zu beanstanden. Die etwas reisserisch aufgemachte Werbung fÃ¼r Q, wonach damit der Heisshunger auf SÃ¼sses ge­stillt werden kÃ¶nne, entspricht solch allgemeinen gesundheitsbezogenen Aussagen jedoch nicht, ebensowenig einer der sachgemÃ¤ssen Kundeninformation dienenden Werbung fÃ¼r ein Speziallebensmittel (vgl. BGE 127 II 91 E. 4 c bb). Es bleibt daher dabei, dass die bean­standete Werbung den Konsumenten Ã¼ber die Wirkungen von Q tÃ¤uscht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangt, es sei auf die Erhebung einer Strafanzeige zu verzichten bzw. eine solche â falls bereits erhoben â zurÃ¼ckzunehmen. Denselben Antrag hat­te sie im Rekursverfahren erhoben, ohne dass die Vorinstanz sich darÃ¼ber ausgelassen hÃ¤tte. Nach Art. 48 Abs. 1 lit. h LMG wird mit Haft oder mit Busse bis Fr. 20'000.- bestraft, wer vorsÃ¤tzlich oder fahrlÃ¤ssig Ã¼ber Lebensmittel falsche oder tÃ¤uschende Angaben macht. Nach § 21 Abs. 1 der Strafprozessordnung des Kantons ZÃ¼rich vom 4. Mai 1919 (StPO) haben BehÃ¶rden und Beamte ihnen bekannt gewordene strafbare Handlungen anzuzeigen, die sie bei AusÃ¼bung ihrer AmtstÃ¤tigkeit wahrnehmen, sofern sich fÃ¼r die fragliche BehÃ¶rde bzw. den Beamten aufgrund bestimmter Tatsachen der konkrete und erhebliche Ver­dacht ergibt, dass eine Straftat begangen worden sein dÃ¼rfte (Andreas Donatsch/Nik­laus Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons ZÃ¼rich, ZÃ¼rich 2000, § 21 N. 20). Die Erstattung einer Strafanzeige nach § 21 StPO ist allerdings ein Akt der Justizver­waltung. Sie kann demnach weder mit Rekurs noch mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde angefochten werden, weshalb insofern auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Donatsch/Schmid, § 21 N. 24).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">5. Damit ist die Beschwerde in der Hauptsache abzuweisen. FÃ¼r diesen Fall verlangt die BeschwerdefÃ¼hrerin eine angemessene Frist von vier Monaten zur Anpassung der bean­standeten Werbung und zum RÃ¼ckzug der Werbematerialien bei den DetailhÃ¤ndlern. Sie bringt insbesondere vor, sie mÃ¼sse ihre Werbung nicht in vorauseilendem Gehorsam, quasi auf Vorrat, anpassen. Die Vorinstanz hielt diesem Antrag entgegen, dass die BeschwerdefÃ¼h­rerin ab der VerfÃ¼gung vom 12. Juni 2002 mit einem definitiven Verbot der gegen die lebensmittelrechtlichen Bestimmungen verstossenden Bewerbung habe rechnen mÃ¼ssen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Insgesamt liegt kein besonders schwerwiegender Verstoss gegen die Lebensmittelge­setzgebung vor. Zudem ist der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrerin zuzustimmen, dass sie nicht zur Ãnderung ihrer Werbung verpflichtet ist, bevor ein rechtskrÃ¤ftiger Entscheid vorliegt. Auch erscheint das Vorbringen glaubhaft, dass fÃ¼r eine solche Anpassung zwei Monate nicht ausreichen. Der Antrag der BeschwerdefÃ¼hrerin auf EinrÃ¤umung einer Frist von vier Monaten ist daher gutzuheissen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">...</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Frist fÃ¼r die Anpassung der beanstandeten Werbung wird auf 4 Monate festgesetzt. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>...</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>