Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Oktober 2017 (720 17 249 / 284) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Prüfung des bisherigen Rentenanspruchs im Rahmen einer revisionsweise geltend ge- machten Verschlechterung des psychischen und physischen Gesundheitszustandes Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Renate Jäggi, Advoka- tin, Steinentorstrasse 35, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1972 geborene A.____ bezieht seit 1. April 2 003 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 55 % eine halbe Invalidenrente der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) (vgl. Verfü- gung vom 27. Juni 2005). Grundlage für die Rentenzu sprache bildete damals das Gutachten der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) vom 14. Dezember 2004. Mit Mitteilung vom 19. Juni 2008 und Verfügung vom 1. August 2008 wurd e der Rentenanspruch bestätigt. Im Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rahmen des im Jahr 2010 eingeleiteten Revisionsverfahrens beauftragte die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) die ABI mit einer erneuten in terdisziplinären Begutachtung. Nach Ein- gang des ABI-Gutachtens vom 17. August 2011 und des Ergä nzungsgutachtens vom 17. No- vember 2011 teilte sie der Versicherten am 21. Dezember 2011 mit, dass sie weiterhin An- spruch auf eine halbe Invalidenrente habe. B. Im Zusammenhang mit den ab 1. Januar 2015 durchgefü hrten beruflichen Massnahmen machte die Versicherte eine Verschlechterung ihres gesundheitlichen Zustandes geltend. In der Folge gab die IV-Stelle ein bidisiziplinäres Gutachten bei Dr. med. B.____, FMH Rheumatologie und FMH Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. C.__ __, FMH Psychiatrie und Psychothera- pie, in Auftrag. Gestützt auf das darauf ergangene G utachten vom 28. Juli 2016 stellte die IV- Stelle mit Verfügung vom 13. Juni 2017 fest, dass sich de r Gesundheitszustand nicht ver- schlechtert und die Versicherte deshalb weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe. C. Gegen diese Verfügung reichte A.____, vertreten dur ch Advokatin Renate Jäggi, am 18. August 2017 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilun g Sozialversicherungsrecht, ein. Da- rin beantragte sie, es sei ihr in Aufhebung der angef ochtenen Verfügung ab 1. Oktober 2014 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei en ergänzende Abklärungen vorzu- nehmen. Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. In der Begründung wurde insbesondere die Beweistauglichkeit des bidisziplinären Gutachtens von Dr. B.____ und Dr. C.____ vom 28. Juli 2016 beanstand et. Gemäss den Berichten der behan- delnden Ärzte habe sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert , was auch aus der Verfügung der IV-Stelle, Abteilung Integration, vom 16. Oktober 2015 hervorgehe. Zudem sei eine allfällige Restarbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt nicht verwertbar. Dies zeige sich insbesondere darin, dass der letzte Arbeitsversuch von einer potentiellen Arb eitgeberin abgebrochen worden sei. Beim Einkommensvergleich sei aufgrund der zahlreichen gesundheitlichen Einschränkungen ein leidensbedingter Abzug von 25 % vom Tabellenlohn vorzunehmen. D. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vo m 15. September 2017 mit Verweis auf die Stellungnahme des Regionalen ärztlichen Dienst es (RAD) vom 7. September 2017 die Abweisung der Beschwerde. E. Am 22. September 2016 bewilligte das Kantonsgerich t der Versicherten die unentgeltli- che Prozessführung und Verbeiständung. F. Mit Eingabe vom 12. Oktober 2017 liess die Versicherte durch ihre Rechtsvertreterin den Bericht des Spitals D.____ vom 28. September 2017 einreichen. G. In ihrer Stellungnahme vom 19. Oktober 2017 hielt die IV-Stelle an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest und verwies für die Begr ündung auf den RAD-Bericht vom 19. Oktober 2017. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 18. August 2017 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person An spruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 2.3 Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversiche- rungs-rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeit sunfähigkeit die durch eine Beeinträch- tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund heit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen de r gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Versicherte inf olge Verschlechterung ihres Gesund- heitszustandes einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 4.2 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenre nten für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditä tsgrad in einer für den Anspruch er- heblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt j ede wesentliche Änderung in den tat- sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditä tsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits- zustandes, der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich bleibenden Gesundheitszustan- des (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen) oder der Gr undlagen für die Wahl der Invaliditäts- bemessungsmethode revidierbar (BGE 117 V 199 E. 3b; Ur teil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2011, 9C_223/2011, E. 3.1). Bei den Renten der Inval idenversicherung ist grundsätzlich jede Änderung des Sachverhalts, die zu einer Über- oder Unterschreitung eines Schwellenschwertes Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG) führt, als erheblich zu betr achten (BGE 133 V 545 E. 6 und 7; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 165). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 200 E. 4b; SVR 2004 IV Nr. 17 S. 53). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beu rteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustand es auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1 mit Hinweis). 4.3 Nach der Rechtsprechung bildet zeitliche Vergleichsb asis für die Beurteilung einer Än- derung des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs . 1 ATSG die letzte anspruchsändernde (BGE 133 V 108 E. 4.1) oder auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon- former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruhende rechts- kräftige Verfügung (BGE 133 V 108, 130 V 71 E. 3.2.3 ). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 27. Juni 2005 eine halbe Invalidenrente ab 1. April 2003 zu. Im Laufe des nachfolgenden Rentenbezugs der Versicherten führte die IV-Stelle von Amtes wegen mehrere Rentenrevisionsverfahren durch. Eine einlässliche m aterielle Prüfung des Rentenan- spruchs mit einer vertieften Abklärung des medizinischen S achverhalts erfolgte dabei letztmals im Rahmen des im Jahr 2010 eingeleiteten Revisionsverfah rens, als die IV-Stelle ein interdis- ziplinäres Gutachten bei der ABI einholte. Gestützt auf deren Gutachten vom 17. August 2011 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten in der Mitte ilung vom 21. Dezember 2011, dass sie kei- ne Änderung festgestellt habe, die sich auf die Rente a uswirke (Invaliditätsgrad: 53 %). Sie ha- be deshalb weiterhin Anspruch auf die bisherige halb e Rente. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 13. Juni 2017 allenfalls eine Verschlechterung des Gesundheitszustan des eingetreten ist, die eine revi- sionsweise Erhöhung der bis anhin ausgerichteten IV-Rent e rechtfertigt, bildet demnach die Situation, wie sie gemäss der Mitteilung vom 21. Dezembe r 2011 bestand; denn laut Art. 74 ter lit. f der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 bedarf es keiner Verfügung, wenn die Invalidenrente nach einer von Am tes wegen durchgeführten Revision wei- ter ausgerichtet wird, sofern keine leistungsbeeinflussend e Änderung der Verhältnisse festge- stellt wird. Eine solche Mitteilung ist, wenn keine Ver fügung verlangt wurde (Art. 74 quater IVV), in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer rechtskräftige n Verfügung gleichzustellen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_1005/2009, E. 3. 2 mit Hinweis). Demgemäss beur- teilt sich die Frage, ob die geltend gemachte Verschlec hterung des Gesundheitszustandes ein- getreten ist, die eine revisionsweise Erhöhung der bis a nhin ausgerichteten Invalidenrente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er i m Zeitpunkt der Mitteilung am 21. De- zember 2011 bestand, mit demjenigen im Zeitpunkt der strittigen Verfügung vom 13. Juni 2017. 5.1 Zu prüfen ist somit, ob sich der Gesundheitszustand u nd - damit einhergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versicherten tatsächlich, wie diese geltend gemacht, seit Ende 2011 in einer anspruchserheblichen Weise verschlechtert hat. 5.2. In ihrer Mitteilung über den unveränderten Ansp ruch auf eine halbe Invalidenrente vom 21. Dezember 2011 stützte sich die IV-Stelle bei der Be urteilung des medizinischen Sachver- halts im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachte n der ABI vom 17. August 2011. Die- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sem Gutachten lag dasjenige der ABI vom 14. Dezember 20 04 zugrunde. Dort hielt Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, als Diag- nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine begi nnende Veränderung der Knie beidseits fest. Aufgrund dieses Leidens bestehe für eine körperli ch andauernd schwere Arbeit oder eine solche, die ausschliesslich im Stehen oder Gehen vorwiegend auf unebenem Terrain ausgeübt werde, keine Arbeitsfähigkeit mehr. Vor allem belaste nde Knieflexionen könnten die femoropa- tellären Schmerzen verstärken. Hingegen sei es der Versi cherten zumutbar, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit nur intermittierend schweren Anteilen uneingeschränkt auszu- führen, sofern sie dabei keine repetitive, belastende Flexionen der Knie durchführen müsse und die Möglichkeit habe, wechselnde Positionen, vorzugsweise auf ebenem Terrain, einzunehmen. Als psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeit sfähigkeit führte Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, rezidivie- rende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, e ine Bulimia nervosa und eine kombi- nierte Persönlichkeitsstörung auf. Die Symptomatik der B ulimia nervosa und die Selbstschädi- gung müssten im Grunde genommen im Rahmen einer seit der Kindheit und Jugend bestehen- den gravierenden Persönlichkeitsstörung betrachtet werd en. Die Versicherte sei nicht in der Lage, dauerhafte Beziehungen einzugehen. Die Schmerzsymptomatik sei im Sinne einer Soma- tisierung heftiger, unerträglicher, psychischer Schmerzen zu verstehen. Aufgrund dieser schwe- ren kombinierten Persönlichkeitsstörung verbunden mit ei ner affektiven Störung und einer Schmerzverarbeitungsstörung sei die Versicherte zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit einge- schränkt. In der Gesamtbeurteilung hielten die beiden Experten fest, dass die Versicherte in ihrem angestammten Beruf als Kosmetikerin und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. 5.3.1 Im ABI-Gutachten vom 17. August 2011 diagnostizier te Dr. med. G.____, FMH Orthopä- dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara tes, mit Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit ein chronisches thorakolumbovertebrales Schmerzsynd rom ohne radikuläre Symptoma- tik und chronische Knieschmerzen rechts mehr als links. Se iner Beurteilung ist zu entnehmen, dass die Versicherte nach der Begutachtung bei der ABI im Oktober 2004 am 29. September 2005 (Fenestration und Diskektomie), am 19. Dezember 2007 (Versteifung) und am 15. September 2009 (interspinale Distraktion) an der unteren Wirbelsäule auf der Höhe L5/S1 operiert wurde (vgl. auch Berichte des Spitals H.____vom 11. Oktober 2005 und 10. Januar 2008 sowie von Dr. med. I.____, FMH Orthopädische Chiru rgie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates, vom 6. September 2010). Anlässlich der Untersuchung vom 8. Juni 2011 stell- te Dr. G.____ fest, dass sich die Rückenbeschwerden nach d en Operationen jeweils für eine kurze Zeit gebessert hätten. Gemäss den Angaben der Versicherten hätten die Schmerzen und die Ausstrahlungen jedoch im Verlauf zugenommen. Zude m klage sie über Beschwerden an den Knie- und Handgelenken und allen anderen Extremitäten bis in die Finger- bzw. Zehenend- gelenken. Er könne die geklagten äusserst diffusen Beschwe rden nicht vollständig begründen. Nachvollziehbar seien die verminderte Beweglichkeit und die reduzierte Belastbarkeit nach lumbaler Spondylodese sowie zum Teil die Beschwerden an den Kniegelenken, welche mässi- ge, gering zunehmende degenerative Veränderungen (pat elläre Osteophytenbildung) zeigten. An der Wirbelsäule lägen regelrechte Verhältnisse vor. Aus neurologischer Sicht beständen keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Pathologie im Bereich des peripheren Nervensys- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tems, weshalb eine spinale Kompressionsproblematik und eine Läsion eines grösseren periphe- ren Nervs weitestgehend ausgeschlossen werden könnten. Die s ehr inkonstante, auffallende Schmerzpräsentation und das fehlende Ansprechen auf wie derholt durchgeführte konservative Therapiemassnahmen seien unter anderem ein Hinweis für eine massive nicht-organische Be- schwerdekomponente. Die starke Beschwielung der Hände spr äche klar gegen eine länger dauernde körperliche Schonung. Es seien deshalb keine re levanten funktionellen Einschrän- kungen der Hände anzunehmen. Insgesamt sei von einer Ausw eitung der Schmerzproblematik auszugehen. Seit der letzten ABI-Begutachtung im Jahr 2004 sei es zu einer geringen Vermin- derung der qualitativen Arbeitsfähigkeit gekommen, in dem der Versicherten mittelschwere Tä- tigkeiten nur noch intermittierend zumutbar seien. Sof ern das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, intermittierend 15 kg, das Gehen auf uneb enem Grund und das Treppensteigen vermieden würden, bestehe eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Kosmetikerin und jede andere körperlich leichte, intermittierend mittelschwe- re Arbeit. 5.3.2 Dr. med. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im ABI-Gutachten vom 17. August 2011 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arb eitsfähigkeit eine kombinierte Per- sönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren und zwanghaften An teilen sowie eine anhaltende so- matoforme Schmerzstörung fest. Die Persönlichkeitsstörung habe sich vor dem Hintergrund des Verhaltens ihres geschiedenen Ehemannes, der schwierigen finanziellen Situation, den seit Kindheit bestehenden Rückenschmerzen und des geringen Se lbstwertes entwickelt. Die Prog- nose sei aufgrund des chronischen Verlaufs und ihrer de utlich ausgeprägten Krankheitsüber- zeugung ungünstig. Es bestehe ein regelmässiger Hypnotikag ebrauch. Durch die antidepressi- ve Medikation hätten sich die Schlafstörungen verstärkt. Seit Untersuchungszeitpunkt sei die Versicherte infolge ihrer Leiden zu 40 % in ihrer Arbe itsfähigkeit eingeschränkt. Es könne ihr zugemutet werden, eine qualifizierte Entzugsbehandlun g mit medikamentöser Neueinstellung durchzuführen. Im Vergleich zur ABI-Beurteilung aus de m Jahr 2004 liege heute keine Essstö- rung mehr vor. Die damals diagnostizierte rezidivierende, leichte depressive Störung sei ge- genwärtig remittiert, womit sich der psychische Gesundhei tszustand seit der letzten Begutach- tung leicht gebessert habe. In der Konsensbeurteilung fü hrten die beiden Experten aus, dass die Versicherte sowohl in einer körperlich leichten bis in termittierend mittelschweren Tätigkeit als auch als Kosmetikerin zu 60 % arbeitsfähig sei. Körp erlich schwere und andauernd mittel- schwere Arbeiten seien ihr nicht mehr zumutbar. Im Ergän zungsgutachten vom 17. November 2011 führte Dr. J.____ aus, dass eine Persönlichkeitsstörung im Verlauf in ihrem Ausprägungs- grad mehr oder weniger konstant bleibe und nicht mi t deutlichen Phasen einer Verschlechte- rung oder Verbesserung einhergehe. Die bei der Versiche rten diagnostizierte Persönlichkeits- störung beeinflusse weiterhin die Arbeitsfähigkeit. Au fgrund des chronischen Verlaufs und der deutlichen psychiatrischen Komorbidität seien die Förster- Kriterien teilweise erfüllt, weshalb die somatoforme Schmerzstörung die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zusätzlich beeinflusse. 5.4 Die zuständige RAD-Ärztin kam in ihrer Stellungnahm e vom 30. November 2011 zum Schluss, dass aufgrund der unveränderten Auswirkungen der Persönlichkeitsstörung eine ein- deutige Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht begr ündet werden könne. Die IV-Stelle wich in der Folge von der Zumutbarkeitsbeurteilung der ABI-Gutachter ab und teilte der Versi- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherten am 21. Dezember 2011 mit, dass sich ihr Gesundhei tszustand nicht verändert habe und sie nach wie vor zu 50 % in ihrer Arbeits- und Erwe rbsfähigkeit eingeschränkt sei. Demge- mäss habe sie weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. 5.5.1 Medizinische Grundlage der im vorliegenden Verfah ren angefochtenen Verfügung vom 13. Juni 2017 bildet das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene bidisziplinäre (rheumatologi- sche/psychiatrische) Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.__ __ vom 28. Juli 2016. Dr. B.____ stellte als rheumatologische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifi- ziertes lumbospondylogenes und lumbosakrales Schmerzsyndrom, eine beginnende Gonarth- rose medial links und eine Chondropathie femoropatellä r rechts sowie ein Widespread Pain- Syndrom. Bei dem zuletzt genannten Syndrom handle es sich um eine chronische Schmerzer- krankung mit niedriger Schmerzschwelle und -perzeption. D ie geklagten Schmerzen und die sensorischen Defizite mit Kribbeldysästhesien im Bereich d er Hände könnten auf kein neurolo- gisches Korrelat zurückgeführt werden. Eine muskuläre Atrop hie für die schmerzhafte Ein- schränkung der Greifkraft sei nicht vorhanden. Eine fun ktionelle Einbusse, eine neuropathische Schmerzkomponente oder ein Morbus Sudeck seien nicht obje ktivierbar. Eine Beeinträchtigung der Belastungsfähigkeit im Bereich der Hände könne deshalb nicht bestätigt werden. Im Bereich der Knie sei die Stabilität beider Patellen limitiert. Da normales Gehen, leichtes Treppensteigen, Hinsetzen und Aufstehen ohne Hilfe von Abstützreaktione n möglich seien, sei von keiner aus- geprägten Belastungslimitierung auszugehen. Aufgrund d er Vernarbung nach den Wirbelsäu- lenoperationen sei die Nervenwurzel L5 rechts verdickt. Un ter Belastung könnten dadurch in- termittierende Reizungen der Nervenwurzel verursacht werden. Bei der aktuellen Untersuchung habe er keine solche Reizung festgestellt. Die unteren Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen ins Gesäss und in die Beine seien mitbedingt durch eine ausgeprägte Haltungsinsuffizienz mit Einschränkung der Bewegungs- und Haltungskontrolle. Be i der radiologisch als auffällig be- schriebenen vermehrten Strahlentransparenz um den inte rvertebralen Cage herum sei von ei- ner lokalen Osteolyse als Reaktion auf einen Fremdkörper auszugehen, welche jedoch klinisch nicht relevant sei. Aufgrund der Beschwerden im unteren Rücken könne eine verminderte Be- lastbarkeit attestiert werden. Die ganze Symptomatik sei durch das Widespread Pain-Syndrom kompromittiert. Es beständen diffuse Schmerzen an den pe ripheren Gelenken und am Ach- senskelett sowie eine Überempfindlichkeit bei muskulären K ompressionen. Eine für diese Schmerzen ursächliche Pathologie sei jedoch nicht festzu stellen. Das Schmerzerleben der Ver- sicherten, der deutlich ausgeprägte “Symptomscore“ sowie d ie vegetative funktionelle Sympto- matik führten zu einer Erschöpfungs- und Leistungsintole ranz, welche die Belastungsfähigkeit der Versicherten einschränke. Aufgrund der Veränderunge n an der Lendenwirbelsäule und der durch die Schmerzsymptomatik verminderten Leistungsfähigkei t bestehe in der angestammten Tätigkeit als Kosmetikerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Dabei werde davon ausgegangen, dass die Arbeit als Kosmetikerin eine leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeit in Wechselbe- lastung beinhalte. Arbeiten, welche die Versicherte in Zwangshaltungen, in Inklination des Rumpfes ausführen oder sie sich über die Klienten neige n müsse, seien ihr nicht mehr zumut- bar. Eine leichte wechselbelastende Tätigkeit (wie ins besondere eine Büroarbeit oder Telefon- dienste) könne sie dagegen zu 100 % ausüben, wobei sie durch die Schmerzsymptomatik min- destens zu 20 % in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5.2 Dr. C.____ diagnostizierte aus psychiatrischer Sicht eine kombinierte Persönlichkeitsstö- rung mit selbstunsicheren und zwanghaften Anteilen, eine anhaltende somatoforme Schmerz- störung und eine Panikstörung, welche die Arbeitsfähigk eit beeinflussten. Die Persönlichkeits- störung wirke sich auf zwischenmenschliche Beziehungen und au f das Berufsleben der Versi- cherten aus. Dabei seien vor allem die Kognition und die Affektivität betroffen. Zudem bestehe aufgrund der starken Schmerzen seit vielen Jahren eine an haltende somatoforme Schmerzstö- rung, welche durch psychische Belastungsfaktoren exazerbiert en und sich im Zusammenhang mit psychosozialen Belastungen entwickelten. Dazu seien immer wieder und seit längerem Pa- nikattacken vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln u nd Einkaufszentren aufgetreten. Zwi- schen den einzelnen Attacken bestehe jedoch Symptomfreihei t. Bei der Untersuchung habe er nur wenige depressive Symptome feststellen können. Der ho he Score in der Hamilton Depres- sion Scale Testung sei auf die Schlafstörungen und Ängste zurückzuführen, weshalb keine de- pressive Episode nach ICD-10 diagnostiziert werden könne. Dafür spreche auch die Tatsache, dass die Versicherte aktuell keine Antidepressiva einnehm e und nicht in psychiatrischer Be- handlung stehe. Deutliche Beeinträchtigungen beständen bei der Anpassung an Regeln und Routinen, Flexibilität, Umstellungs-, Durchhalte-, Selb stbehauptungs-, Gruppen- und Verkehrs- fähigkeit. Nach einer Prüfung der Standardindikatoren im Sinne von BGE 141 V 281 gelangte Dr. C.____ zum Schluss, dass die Versicherte als Verkaufshi lfe und Kosmetikerin seit 2004 zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Diese E inschätzung gelte auch für eine Ver- weistätigkeit. Da die Versicherte nach wie vor in der La ge sei, den Haushalt für sich und ihre Tochter weitgehend selbstständig zu führen, Garten- u nd Renovationsarbeiten sowie Einkäufe mit Hilfe zu erledigen und soziale Kontakte, wenn auch eingeschränkt, wahrzunehmen, sei eine höhergradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht anzunehmen. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob eine wesen tliche Verschlechterung des Gesund- heitszustandes der Versicherten eingetreten ist, auf d as bidisziplinäre Gutachten von Dr. ____ und Dr. C.____ vom 28. Juli 2016. Sie ging demzufolg e davon aus, dass sich der Gesundheits- zustand der Versicherten seit der hier massgebenden Mitte ilung vom 21. Dezember 2011 nicht verschlechtert hat und damit weiterhin eine 50%ige Arb eitsfähigkeit sowohl für die angestamm- te Arbeit als auch für eine Verweistätigkeit besteht. D iese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwal- tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialä rztinnen und -ärzte, die aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis- würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht k onkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien lieg en hier keine vor. Das Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zu- sammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situa tion ein und es ist in den Schluss- folgerungen überzeugend. Die von Dr. C.____ vorgenommene Prüfung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 genügt den bundesgerichtlichen Anforderungen. Seinem Teilgutachten Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann in einleuchtender Weise entnommen werden, dass die Versicherte über ausreichende Ressourcen verfügt, um im Umfang der gutachterlich atte stierten Arbeitsfähigkeit von 50 % so- wohl als Kosmetikerin als auch in einer leidensadaptierten leichten Verweistätigkeit zu arbeiten. 6.2. Wird das im Referenzzeitpunkt erstellte ABI-Gutach ten vom 21. Dezember 2011 mit dem aktuellen Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ vom 28. Juli 2016 verglichen, so ist festzu- stellen, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten i n somatischer Hinsicht im Ver- gleich zur Begutachtung im Jahr 2011 dahingehend verän derte, dass nebst dem lumbo- spondylogenen und lumbosakralen Schmerzsyndrom sowie den K niebeschwerden neu ein Widespread Pain-Syndrom diagnostiziert wurde. Dieses Schm erzsyndrom beschrieb schon Dr. G.____ auf Seite 18 in seinem Gutachten vom 17. August 2011. Er kommt wie Dr. B.____ zum Schluss, dass die geklagten Schmerzen nur teilweise obje ktiviert werden könnten. Dr. B.____ ordnete nun unter anderem die Schmerzsymptom atik der Knie einem Widespread Pain-Syndrom zu, mit der Folge dass er die Knieschmerzen , aber nicht die strukturellen Verän- derungen der Knie als eine die Arbeitsfähigkeit beein flussende Ursache betrachtete. Diese Be- urteilung weicht somit nicht von derjenigen von Dr. G._ ___ ab, stellte doch auch dieser fest, dass die nicht objektivierbaren Knieschmerzen die Arbeitsf ähigkeit der Versicherten beeinfluss- ten. Gemäss den überzeugenden Ausführungen von Dr. B._ ___ hat sich der strukturelle Zu- stand an den Knien seit der letzten Begutachtung im Ja hr 2011 nicht wesentlich geändert. Bild- gebend ist auch lediglich eine geringfügige Zunahme de r degenerativen Veränderungen in Form einer Gonarthrose und einer Chondropathie ausg ewiesen (vgl. dazu Ausführungen von Dr. B.____ zu den MRI-Bildern vom 22. Juni 2016: Gutach ten S. 29). Dazu führte Dr. B.____ aus, dass keine Gelenkergüsse oder eine Reizsynovitis festzuste llen seien. Aufgrund der Ver- minderung der Muskelportionen des Musculus vastus medialis sei zwar die Stabilität der beiden Patellen limitiert. Da die Versicherte jedoch ohne Hi lfe normal gehen, Treppen steigen und sich hinsetzen sowie aufstehen könne, sei die Belastungslimiti erung nicht sehr ausgeprägt (vgl. Gutachten S. 33). Desgleichen konnte Dr. B.____ keine wesentlichen strukturellen Veränderun- gen an der Wirbelsäule finden. Daran vermögen auch die Einwände der Versicherten nichts zu ändern. Die operationsbedingten Vernarbungen an der Lendenwirbelsäule auf der Höhe L5 fanden entgegen ihrer Ansicht Eingang in die Beurteil ung von Dr. B.____. Dazu führte er an, dass die Vernarbungen zwar intermittierende Reizungen b ei Belastung verursachen könnten, was aber hier kaum zu erwarten sei. Zudem sei keine Radi kulärsymptomatik nachweisbar und eine Reizung habe anlässlich der Untersuchung nicht provozi ert werden können. Aufgrund sei- ner überzeugenden Ausführungen ist deshalb davon auszug ehen, dass die Vernarbungen kei- ne zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründ en. Der von der Versicherten ange- führte Bericht der Klinik Orthopädie/Traumatologie, S pital D.____, vom 28. September 2017 sagt nichts Gegenteiliges aus. In diesem Bericht werden in Bezug auf die Beeinträchtigungen am Knie - wie Dr. K.____ nach Rücksprache mit Dr. med . L.____, FMH Orthopädische Chirur- gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, in de r RAD-Stellungnahme vom 19. Oktober 2017 zu Recht feststellte - die von Dr. B.____ genannt en Diagnosen wiederholt. Neue wesentli- che Aspekte, welche an der Zuverlässigkeit der Beurteilun g von Dr. B.____ zweifeln lassen, werden nicht aufgeführt. Damit steht fest, dass seit der letzten Begutachtung im Jahr 2011 der somatische Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf d ie Arbeitsfähigkeit insgesamt unverändert sind. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3.1 Aus psychischer Sicht bestätigte Dr. C.____ anlässlich seiner Untersuchung die von Dr. J.____ gestellten Diagnosen einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren und zwanghaften Anteilen sowie einer anhaltenden som atoformen Schmerzstörung. Neu diag- nostizierte er eine Panikstörung. Aufgrund der psychischen Leiden sei die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu 50 % eingeschränkt. Eine 50%ige Beeintr ächtigung der Arbeitsfähigkeit stellte bereits der Vorgutachter Dr. F.____ anlässlich seiner Untersuchung im Jahr 2004 fest. Dagegen schätzte Dr. J.____ die verbleibende Arbeitsfähigkeit der Versicherten im Jahr 2011 auf 40 %. Zu Recht stellte die RAD-Ärztin in ihrer Stellungna hme vom 30. November 2011 fest, dass auf- grund der von Dr. J.____ erhobenen Befunde keine wesentliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes festzustellen sei. Die IV-Stelle ging in der Folge korrekt davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nach wie vor 50 % betrage. Im Vergleich zum Gutachten von Dr. J.____ vom 17. August 2011 hat sich die psychische Situation der Versicherten gemäss Dr. C.____ nicht ausschlaggebend verändert. Zwar führte er eine Panikstörung als neue zusätz- liche Diagnose auf. Gemäss den gutachterlichen Ausführungen erhöhe diese Störung den Grad der Arbeitsunfähigkeit nicht in bedeutender Weise. A ufgrund der Panikstörung sei das Alltags- leben der Versicherten insofern eingeschränkt, als sie gru ndsätzlich Probleme mit der Benüt- zung öffentlicher Verkehrsmittel und mit Bewegen im öffentlichen Raum habe (vgl. Gutachten S. 46 und 48). Der Beurteilung von Dr. C.____ ist jedoch zu entnehmen, dass die Versicherte nach wie vor in der Lage sei, die Einkäufe mit einer Kolle gin oder mit dem geliehenen Auto ihres Va- ters zu erledigen. Damit ist davon auszugehen, dass die Pan ikstörung nicht ein solches Aus- mass erreicht, dass sie die Ausübung einer Erwerbstätigkei t generell verhindert. Die Panikstö- rung betrifft auch weniger die Arbeits- und Leistungs fähigkeit am Arbeitsplatz als die Überwin- dung des Arbeitsweges. Dazu kommt, dass die Versicherte gemäss ihren Aussagen, öffentliche Verkehrsmittel nicht wegen der Panikstörung, sondern we gen den somatischen Schmerzen kaum benutzt (vgl. Gutachten S. 24 und 41). Aufgrund d ieser Ausführungen ist mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Panikstörung die Versicherte nicht daran hindert, den Arbeitsweg grundsätzlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewältigen. 6.3.2 Dem Einwand der Versicherten, wonach Dr. C.___ _ die Gedächtnis- und Konzentra- tionsstörungen in seiner Beurteilung nicht genügend b erücksichtigt habe, kann nicht gefolgt werden. Auf S. 43 des Gutachtens führte Dr. C.____ au s, dass er die geklagten Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen nur teilweise bestätigen kö nne. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass er diesen Störungen keine grosse Bedeutung zumass. Da s Gleiche gilt für die geltend gemachten Schlafstörungen. Auch diese Störungen fanden Eingang auf S. 43 des Gutachtens. Da er keine erhöhte Ermüdbarkeit feststellen konnte, schl oss er eine wesentliche Beeinträchti- gung der Arbeitsfähigkeit aufgrund von Schlafstörungen aus. Diese Schlussfolgerung ist nach- vollziehbar und deshalb nicht zu beanstanden. 6.4 Es bestehen auch keine Hinweise, dass die Gutachter di e Allergien der Versicherten bei ihren Beurteilungen nicht beachteten, erwähnten sie d iese doch in der persönlichen Anamnese (vgl. Gutachten S. 21). Ausserdem geht aus keinem medizin ischen Bericht hervor, dass die Allergien die Versicherte je in der Ausübung einer Er werbstätigkeit eingeschränkt hätten. An- haltspunkte, dass sich die allergischen Reaktionen in der Zwischenzeit wesentlich verstärkt hät- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten, gehen aus den Akten nicht hervor. Solches wird von de r Versicherten auch nicht geltend gemacht. In Bezug auf die in der Beschwerde aufgeführten Schwindel ist festzustellen, dass ein solcher von keiner medizinischen Fachperson diagnostiziert w urde. Die Versicherte legt auch nicht dar, inwiefern Schwindel ihre Erwerbsfähigkeit e inschränke, weshalb darauf verzichtet wird, näher darauf einzugehen. 6.5 Nicht klar ist, was die Versicherte aus dem Einwand, w onach im Gutachten der Zeit- punkt der fachärztlichen Untersuchungen nicht angegeben worden sei, zu ihren Gunsten ablei- ten möchte. Die Daten der psychiatrischen, der rheumato logischen sowie der Konsensbeurtei- lung sind auf der Seite 1 des Gutachtens vom 28. Juli 2 016 gut ersichtlich aufgeführt. Die An- nahme von Dr. C.____, dass der erste und bis anhin einzig e Arbeitsversuch als Verkäuferin in einem Dessous- und Sanitätsfachgeschäft am ersten Tag ab gebrochen worden sei, ist entge- gen der Ansicht der Versicherten nicht aktenwidrig. Die se Angaben entsprechen nämlich den Ausführungen im Abschlussbericht der Eingliederungsmassna hmen vom 4. September 2015 und der Stellungnahme von M.____, vom 30. September 2015. Es ist jedoch möglich, dass der Arbeitsversuch - wie die Versicherte geltend macht - ta tsächlich erst einige Tage später abge- brochen wurde. Denn den Aktennotizen der zuständigen M itarbeiterin der IV-Stelle vom 2. und 10. Juli 2015 ist zu entnehmen, dass die Versicherte den Arbeitsversuch am 27. Juni 2015 ge- startet und erst am 10. Juli 2015 beendet habe. Die Zeitnähe dieser Angaben zum Abbruch des Arbeitsversuchs spricht für die Auffassung der Versicherten . Dies ändert jedoch nichts daran, dass aus einem einzigen schmerzbedingten abgebrochenen A rbeitsversuch noch nicht ge- schlossen werden kann, dass die Versicherte ihr verbliebenes Leistungsvermögen von 50 % voll ausschöpfte. 6.6 Was die Versicherte weiter in ihrer Beschwerde vorbr ingt, vermag die ausschlaggeben- de Beweiskraft des bidisziplinären Gutachtens vom 28. Juli 2016 nicht in Frage zu stellen. Sie führt an, dass mit den Berichten von M.____ vom 30. Se ptember 2015 und 4. Januar 2016 so- wie die Verfügung der Abteilung Integration der IV- Stelle vom 16. Oktober 2016 eine Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen sei. In dieser Hinsicht ist nun allerdings darauf hinzuweisen, dass die Beurteilung des Gesundhei tszustandes und der Arbeitsfähigkeit den Medizinern und nicht den Fachleuten der beruflichen Eingliederung obliegt, weshalb diesen Berichten keine massgebende Bedeutung zukommt (Urteil de s Bundesgerichts vom 16. Juni 2004, I 824/02, E. 2.1.3). Auf die von Dr. med. N._ ___, FMH Allgemeine Innere Medizin, in ih- rem Bericht vom 19. September 2015 festgestellte Ver schlechterung des Gesundheitszustan- des der Versicherten kann nicht abgestellt werden, beru hen ihre Ausführungen doch nicht auf eigenen Untersuchungen und Befunden. Sie wies in dies em Zusammenhang auch darauf hin, dass sie deswegen nicht in der Lage sei, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu beurteilen. 6.7 Aufgrund dieser Ausführungen folgt, dass das bidi sziplinäre Gutachten vom 28. Juli 2016 eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustande s und der verbleibenden Arbeits- fähigkeit der Versicherten zulässt. Somit kann auf die beantragte Anordnung ergänzender Ab- klärungen verzichtet werden (sog. antizipierte Beweiswürdi gung; vgl. dazu BGE 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E . 3c in fine mit Hinweisen). Damit ist ge- mäss der massgebenden Beurteilung von Dr. B.____ und Dr . C.____ vom 28. Juli 2016 davon Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand resp. die Arbe itsfähigkeit der Versicherten seit der letzten Begutachtung im Jahr 2011 nicht in entscheid relevanter Weise verschlechtert hat. Dies hat zur Folge, dass sie sowohl in ihrer angestammt en Tätigkeit als Kosmetikerin als auch in einer leidensadaptierten, leichten bis intermitti erend mittelschweren Verweistätigkeit zu 50 % arbeitsfähig ist. 7. Die Versicherte bezweifelt, dass ihre Restarbeitsfähi gkeit von 50 % faktisch verwertbar sei. Bei der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit ist zu beachten, dass nicht der aktuelle, son- dern der ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend ist. Dami t sind bei der Beurteilung der Aus- sichten einer versicherten Person, im Arbeitsmarkt effektiv ve rmittelt zu werden, nicht die dort herrschenden konkreten Verhältnisse massgebend; vielmehr wird - abstrahierend - unterstellt, hinsichtlich der in Frage kommenden Stellen bestehe ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Es kommt also darauf an, ob die versicherte P erson die ihr verbliebene Arbeitskraft wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbei tsplätze dem Angebot an Arbeitskräf- ten entsprechen würde (AHI 1998 S. 287 mit Hinweis a uf BGE 110 V 276 E. 4b). Vorliegend besteht kein Anlass zur Annahme, dass die bestehende 50%ige Arbeitsfähigkeit der Versi- cherten auf dem in diesem Sinne ausgeglichenen allgem einen Arbeitsmarkt nicht verwert- bar ist. Fest steht und aus gutachterlicher Sicht bestätigt wurde, dass die Versicherte trotz ihrer Leiden in ihrem bisherigen Tätigkeitsbereich als Kosmeti kerin und in einer leidensangepassten Verweistätigkeit ihre Arbeitsfähigkeit von 50 % bei A ufbietung allen guten Willens und in Nach- achtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminde- rungspflicht zumutbarerweise erwerblich verwerten könnte. 8. In Bezug auf die Bemessung des Invaliditätsgrades erg eben sich aus den Akten keine Hinweise, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes we gen durch das Gericht eine andere Einschätzung der in der Rentenverfügung vom 27. Juni 2005 ermittelten Vergleichsein- kommen vorzunehmen wäre. Entgegen der Ansicht der Versich erten ist ein leidensbedingter Abzug von 25 % nicht angebracht, bestehen doch keine pe rsönlichen oder beruflichen Gründe, die eine zusätzliche Herabsetzung des Einkommens, welches sie trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch zu erzielen vermöchte (Invalideneinko mmen), rechtfertigen würden. All- fällige gesundheitsbedingte Leistungseinschränkungen ber ücksichtigten die Gutachter Dr. B.____ und Dr. C.____ bereits im reduzierten Pen sum von 50 %. Es ist daher mit der IV- Stelle davon auszugehen, dass die Versicherte weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenren- te hat. Die Verfügung vom 13. Juni 2017 ist deshalb n icht zu beanstanden, weshalb die dage- gen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen si nd. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 22. September 2017 die u nentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse ge- nommen. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 22. September 2017 auch die unentgelt- liche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewill igt wurde, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Hono rar bei unentgeltlicher Verbeistän- dung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin de r Beschwerdeführerin machte in ihrer Ho- norarnote vom 12. Oktober 2017 für das vorliegende Verf ahren einen Zeitaufwand von 6 Stun- den geltend, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sa chverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 137.40. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honor ar in der Höhe von Fr. 1‘337.40 (6 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 137.40) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.3 Die Versicherte wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 d es Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gema cht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘337.40 (inkl. Auslagen + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichts- kasse ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 8. Februar 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren-Nr. 8C_144/2018 ) erhoben.