Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht Vom 10. November 2015 (410 15 142) ____________________________________________________________________ Obligationenrecht Mietrecht: Inkonvenienzentschädigung für Sanierung der Mietliegenschaft Besetzung Präsident Thomas Bauer; Gerichtsschreiberin Karin Arber Parteien A.____AG , vertreten durch Rechtsanwalt Anton Bühlmann, Schweizerhofquai 2, Postfach, 6002 Luzern, Beschwerdeführerin gegen B.____ , X.____strasse 86 , Y.____ vertreten durch Advokatin Sarah Brutschin, Picassoplatz 8, Postfach 330, 4010 Basel, Beschwerdegegner C.____ , X.____strasse 86, Y.____, vertreten durch Advokatin Sarah Brutschin, Picassoplatz 8, Postfach 330, 4010 Basel, Beschwerdegegnerin Gegenstand Mietrecht Beschwerde gegen das Urteil des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 27. Januar 2015 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. In der zweiten Hälfte des Jahres 2012 wurden die Mehrfa milienhäuser an der X.____strasse 80, 82, 84 und 86 in Y.___ vom Rechtsvorg änger der A.____AG umfassend sa- niert. In der Folge entstand Streit darüber, in wel cher Höhe die Vermieterin (A.____AG) den Mietern für die während der Sanierung des Mietobjekts erlittenen Unannehmlichkeiten Inkonve- nienzentschädigungen zu bezahlen hat. Die Mietparteie n von 21 Mietobjekten beschritten da- raufhin den gerichtlichen Weg und beantragten beim Be zirksgericht Liestal (seit 1. April 2014: Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost) mit einheitlicher Klage vom 2. Oktober 2013 eine Inkon- venienzentschädigung in der Höhe von je zwei Monatsnetto mietzinsen zuzüglich Zins zu 5% seit Klageinreichung. Die Vermieterin beantragte die Abweisung der Klagen. Die 21 Mietpartei- en wurden und werden von der der gleichen Rechtsanwält in vertreten. Bei der Vorinstanz lies- sen sie in verfahrensmässiger Hinsicht beantragen, es sei d as Verfahren von D.____ als Pilot- verfahren zu führen und die übrigen Parallelverfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss des Pilotverfahrens zu sistieren. Diesen Antrag wies die Vorinstanz mit Verfügung vom 4. Dezember 2013 ab mit der Begründung, dass aufgrund der unterschiedlichen Grössen der Mietobjekte und der unterschiedlichen Beeinträchtigungen während der Bauzeit die einzelnen Inkonvenienzent- schädigungen voraussichtlich nicht für sämtliche Parallelfäl le pauschal in einem einzigen Pilot- fall festgelegt werden könnten, sondern für jeden ein zelnen Fall gesondert zu berechnen seien. Sämtliche Parallelfälle seien jedoch gleichzeitig zu laden. An der ersten vorinstanzlichen Haupt- verhandlung vom 1. September 2014 wurden die Zeugen E .____, F.____, G.____, H.____ und I.____ befragt, wie auch die anwesenden Mieterinnen und Mieter. Da der vorgeladene Zeuge J.____ nicht zu dieser Verhandlung erschien, wurde am 27 . Januar 2015 eine zweite Hauptver- handlung - nunmehr lediglich noch mit den Parteivertr etungen - durchgeführt, an welcher der Zeuge J.____ befragt wurde und die Parteivertretunge n die Plädoyers vortrugen. Die Vermiete- rin hielt im erstinstanzlichen Verfahren von Anfang an dafür, dass die grundsätzliche Ausrich- tung einer Inkonvenienzentschädigung nicht zur Debatte stehe, da sie allen Mietparteien schon eine Entschädigung von je CHF 700.00 ausgerichtet bzw. v errechnet habe. Zur Diskussion ste- he lediglich die Höhe der Entschädigung, wobei die be reits geleistete Entschädigung von CHF 700.00 nach Auffassung der Vermieterin angemessen sei. Die Rechtsvertreterin der Miet- parteien bestritt die Bezahlung dieser Entschädigung mit Nichtwissen und hielt an der Entschä- digung von je zwei Monatsnettomietzinsen fest. B. Mit 21 gleichlautenden Urteilen vom 27. Januar 2015 hiess der Zivilkreisgerichtspräsident Basel-Landschaft Ost die 21 Klagen teilweise gut und v erurteilte die beklagte Vermieterin in jedem Verfahren, den jeweiligen Mietparteien eine Inkonvenienzentschädigung in der Höhe von zwei Monatsnettomietzinsen nebst Zins zu 5% seit dem 15 . Oktober 2012 zu bezahlen, wobei die von der Beklagten bzw. von ihrem Rechtsvorgänger ber eits zuerkannte Entschädigung von CHF 700.00 für den Fall der bereits erfolgten Bezahl ung oder anderweitigen Gewährung in Ab- zug zu bringen sei. Die Gerichtsgebühr je Verfahren v on CHF 600.00 wurde zu einem Viertel den jeweiligen Mietparteien und zu drei Vierteln de r Vermieterin auferlegt. Die Vermieterin wur- de sodann je Verfahren zu einer reduzierten Parteientsc hädigung von CHF 458.45 (inkl. Spe- sen und MWST) verurteilt. Auf die Begründung der Vori nstanz wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Mit 21 Eingaben vom 7. Mai 2015 an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, erklärte die Vermieterin in allen Verfahre n je die Beschwerde gegen den Entscheid des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 27. Januar 2015. Sie bean- tragte, die Klage der Beschwerdegegner vom 2. Oktober 2013 sei abzuweisen, eventualiter sei das angefochtene Urteil aufzuheben und die Streitsache zu r Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegner. Weiter beantragte sie, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, da sie bei Vollstreckung der 21 parallelen Urteile gesamthaft ei nen Betrag von mindestens rund CHF 55‘000.00 zu bezahlen habe, bevor der Ausgang der Beschwerdeverfahren feststehe. Je nach Verfahrensausgang hätte dies umfangreiche und ko mplizierte Rückforderungsbemühun- gen zur Folge. Als Beschwerdebegründung brachte sie im vo rliegenden Verfahren im Wesentli- chen vor, die Beschwerdegegnerin 2 (C.____) sei nicht Par tei des zwischen den Parteien be- stehenden Mietvertrages. Dies ergebe sich aus dem Mietver trag. Die fehlende Aktivlegitimation von C.____ habe sie bereits bei der Vorinstanz geltend gemacht. Die Klage hätte daher in Be- zug auf diese abgewiesen werden müssen. Weiter monierte sie, dass die Vorinstanz in allen 21 Urteilen nur Pauschalierungen vorgenommen und wede r konkret die Umstände in den ein- zelnen vier Liegenschaften berücksichtigt, noch einzelfallwe ise auf die konkrete Beweisführung durch die einzelnen Mietparteien abgestellt habe. Die Vermieterin habe Anspruch darauf, dass jeder Einzelfall separat beurteilt werde und dass von de n Mietparteien mindestens die individu- elle Art und Intensität der Beeinträchtigung einigerm assen substantiiert dargetan bzw. vom Ge- richt erfragt werde. Zu beachten seien auch die Grösse de r jeweiligen Wohnungen und die per- sönliche Situation der einzelnen Mieter. Je kleiner ein e Wohnung sei, desto grösser seien die Beeinträchtigungen. Die Vorinstanz habe auch zu Unrec ht auf die Sanierung der gesamten Überbauung von August 2012 bis Januar 2013 abgestellt, da die Sanierung in der von den Be- schwerdegegnern bewohnten Liegenschaft nur vom 15. Oktob er bis 9. November 2012 gedau- ert habe. Die Beschwerdegegner hätten nicht nachgewiese n, dass die Nutzung ihrer Wohnung tatsächlich während der ganzen Sanierungsphase der Üb erbauung erheblich beeinträchtigt ge- wesen sei. Es könne nicht angehen, dass alle Arbeiten, d ie in der gesamten Überbauung ir- gendwo bzw. irgendwann ausgeführt worden seien und d ie von anderen Mietparteien in den Parallelverfahren beanstandet bzw. geschildert wurden, unbesehen auf das vorliegende Miet- verhältnis übernommen werde. Massgebend sei nur die tatsä chliche Dauer der Sanierung der von den Beschwerdegegnern bewohnten Liegenschaft und ni cht die Gesamtdauer sämtlicher Arbeiten an allen Liegenschaften in der Überbauung. Indem die Vorinstanz nur pauschaliert habe, setze sie sich zu ihren eigenen Ausführungen in der Verfügung vom 4. Dezember 2013 in Widerspruch, wende zudem das Recht unrichtig an und st elle schliesslich den Sachverhalt so- wohl in casu wie auch in den übrigen Verfahren pauscha l und somit offensichtlich unrichtig fest und verletze dadurch die Beweisregeln. Das angefochtene Urteil sei auch im Kostenpunkt auf- zuheben bzw. zu korrigieren. Auf die ausführliche Beschwe rdebegründung wird – soweit erfor- derlich – in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Verfügung vom 11. Mai 2015 erteilte das Präsidium des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, der Beschwerde vorerst die aufschiebende Wirkung. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Mit Eingabe vom 22. Juni 2015 verzichtete der vorinstanzl iche Gerichtspräsident auf eine Beschwerdevernehmlassung und verwies auf die schriftliche B egründung des Urteils vom 27. Januar 2015. F. Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2015 beantragten d ie Beschwerdegegner die Ab- weisung der Beschwerde sowie des Antrags auf Erteilung d er aufschiebenden Wirkung, unter o/e-Kostenfolge. Sie bestreiten, dass sich die Grösse der Wohnung auf die Beeinträchtigung auswirke. Die Beschwerdegegner hätten im vorinstanzlichen V erfahren folgende Beeinträchti- gungen geltend gemacht: • Entzug der Küche zufolge Sanierung • Entzug des Badezimmers zufolge Sanierung • Fehlende resp. ungenügende Beheizbarkeit der Wohnun g • Wiederholte Stromunterbrüche • Sanierung der Liegenschaft resp. der umliegenden Hä user von Juli 2012 bis Januar 2013 mit fehlender Privatsphäre sowie Lärm- und Schmutzimmissionen • Verzögerungen und Unterbrüche in der Bauausführung • Arbeiten nach 17:00 Uhr und an Samstagen • Unachtsames und in einer allgemein gefährlichen Weise erfolgtes Hinauswerfen demon- tierter Küchen aus dem Fenster, mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen • Äusserst mangelhafte Orientierungen über die jeweils unmittelbar bevorstehenden Ar- beiten • Äusserst mangelhafte Reinigungen der Wohnungen nach Abschluss der jeweiligen Ar- beiten Die fehlende Funktionalität einer Küche oder eines Ba dezimmers würden nicht durch andere Räume kompensiert, weshalb die Grösse der Wohnung keine Rolle spiele. Auch bei den Lärm- und Schmutzimmissionen seien alle Mietparteien gleichermassen betroffen, wie auch bezüglich die Stromunterbrüche und die fehlende/ungenügende B eheizbarkeit. Dasselbe gelte auch für Arbeiten ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten. Die un genügende Orientierung durch die Ver- mieterin und die Bauleitung habe ebenfalls alle Miet parteien gleich betroffen, unabhängig von der Grösse der Wohnung. Die von der Vorinstanz vorgenomm ene Pauschalierung sei nicht zu beanstanden, da sich diese Beeinträchtigungen für alle Mieterinnen und Mieter gleichermassen störend ausgewirkt hätten. Den unterschiedlichen Grössen d er Wohnungen werde bei der Her- absetzung des Nettomietzinses Rechnung getragen, indem der jeweilige Nettomietzins prozen- tual herabgesetzt werde. Da die Herabsetzung den Minde rwert ausgleiche, müsse keine tat- sächliche Beeinträchtigung des Mieters vorliegen. Die Besch werdeführerin habe die Tatsa- chenbehauptungen der Beschwerdegegner im vorinstanzlichen Verfahren nicht substantiiert bestritten und anlässlich der Verhandlung nur einen al lgemeinen Bestreitungsvermerk vorge- bracht. Erst mit der Beschwerdeschrift trage sie substanti ierte Bestreitungen vor. Hinsichtlich der Aktivlegitimation bringen die Beschwerdegegner vo r, C.____ sei seit vielen Jahren in der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht streitgegenständlichen Wohnung wohnhaft, ohne dass die Beschwerdeführerin je eingewendet hätte, dass diese nicht Partei des abgeschlossenen Mietver trages sei. Es sei somit zumindest von einem faktischen Mietverhältnis auszugehen. Auf die a usführliche Begründung in der Be- schwerdeantwort wird – soweit erforderlich – in den Erw ägungen eingegangen. G. Mit Verfügung vom 7. Juli 2015 schloss der Präsident des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, den Schriftenwechsel un d erteilte der Beschwerde definitiv die aufschiebende Wirkung. Am 8. September 2015 wurde ein e Vergleichsverhandlung vor dem Kantonsgerichtspräsidium für alle 21 Beschwerdeverfahren durchgeführt, zu welcher die beiden Parteivertretungen erschienen. Daraufhin wurde vom Ger icht in allen Verfahren je ein ausfor- mulierter, individueller Vergleichsvorschlag zugestellt und den Parteien eröffnet, falls kein Ver- gleich zustande komme, werde aufgrund der Akten ohne we itere Parteiverhandlung entschie- den. In insgesamt 8 der 21 Verfahren wurde der Verg leichsvorschlag von beiden Parteien an- genommen. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren konnte keine Einigung erzielt werden. Erwägungen 1. Nicht berufungsfähige erstinstanzliche Entscheide sind gem äss Art. 319 lit. a ZPO mit Beschwerde anfechtbar. In vermögensrechtlichen Angelege nheiten ist die Berufung nur zuläs- sig, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltene n Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Vorlieg end ist diese Streitwertgrenze nicht er- reicht, weshalb gegen den angefochtenen Entscheid lediglich das Rechtsmittel der Beschwerde gegeben ist. Gemäss Art. 321 Abs. 1 ZPO ist die Beschwerde innert 30 Tagen seit der Zustel- lung des begründeten Entscheids oder seit der nachträglich en Zustellung der Entscheidbegrün- dung schriftlich und begründet bei der Rechtsmittelinst anz einzureichen. Das motivierte Urteil des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost w urde der Beschwerdeführerin bzw. derem Rechtsvertreter am 26. März 2015 zugestellt. Die vorliegend zu beachtende Be- schwerdefrist wurde mit Eingabe vom 7. Mai 2015 unter B erücksichtigung des Fristenstillstan- des über die Ostertage gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. a ZP O, welcher vom 29. März 2015 bis 12. April 2015 dauerte, gewahrt. Der Kostenvorschuss von CHF 900.00 wurde fristgerecht be- zahlt und auch die übrigen Formalien sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist. Zuständig für die Beurteilung der Beschwerde ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. b des Einführungsge- setzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG ZPO; SGS 221) das Präsidium der Abtei- lung Zivilrecht des Kantonsgerichts. 2. Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO sind im Beschwerdeverfahren n eue Anträge, neue Tatsa- chenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen. Es g eht beim Beschwerdeverfah- ren nicht um die Fortführung des erstinstanzlichen Proze sses, sondern im Wesentlichen um eine Rechtskontrolle des vorinstanzlichen Entscheids. Der No venausschluss ist umfassend. Er gilt sowohl für echte als auch für unechte Noven und auch in denjenigen Verfahren, die der Un- tersuchungsmaxime unterliegen (Botschaft ZPO, S. 7379; DIETER FREIBURGHAUS /SUSANNE AFHELDT , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Ko mmentar zur Schweizerischen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 326 N 4). Es kann folglich im vorlie- genden Beschwerdeverfahren nur das berücksichtigt werden, was bereits bei der Vorinstanz vorgebracht wurde. An dieser Stelle ist anzufügen, da ss im vorinstanzlichen Verfahren das Ge- richt den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hatte und somit der sogenannte be- schränkte Untersuchungsgrundsatz galt (Art. 247 Abs. 2 li t. b Ziff. 1 ZPO). Die gerichtliche Fra- gepflicht ist bei anwaltlicher Vertretung jedoch stark gemildert, selbst wenn der beschränkte Untersuchungsgrundsatz gilt; die Parteien sind von der Mitwirkung an der Erhebung der Bewei- se und der Erstellung des Sachverhalts nicht entbunden ( DIETER FREIBURGHAUS /SUSANNE AFHELDT , a.a.o., Art. 247 N 17 und 31 ff., mit weiteren Hinweisen). 3. Vorab ist die Frage der Aktivlegitimation zu prüfen. Di ese stellt keine Prozessvorausset- zung dar, sondern eine Frage der materiell-rechtlichen Begründetheit des eingeklagten An- spruchs. Eine fehlende Aktivlegitimation führt folglich n icht zu einem Nichteintretensentscheid sondern zu einem Sachentscheid, das heisst zur Abweisung der Klage (D ANIEL STAEHELIN , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess- ordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 236 N 11; BGE 138 III 213, E. 2.3, in Pra 2012, Nr. 110). 3.1 Die Klage vom 2. Oktober 2013 wurde von B.____ und C .____ eingereicht. Die Beklagte führte in der Klageantwort vom 28. November 2013, zu 2., S. 3, aus, die Klagebewilligung vom 2. September 2013 sei auf beide Klagparteien ausgest ellt worden. Vorsorglich werde darauf hingewiesen, dass der Klägerin 2 (C.____) die Legitim ation im Prozess fehle, zumal sie nicht Mietvertragspartei sei. Als Beweis reichte die Beklagtenp artei eine Kopie des Mietvertrages vom 4. Dezember 2007 ein. 3.2 Die Klagparteien reichten bei der Vorinstanz am 28. Januar 2014 zwei Eingaben ein. Zum einen die Eingabe, welche für alle Verfahren ein heitlich und gleichlautend eingereicht wur- de, zum anderen eine zusätzliche individuelle Eingabe, in welcher ausgeführt wurde, in wel- chem Zeitraum in der klägerischen Wohnung Arbeiten ausg eführt wurden und Beeinträchtigun- gen bestanden. In dieser individuellen Eingabe machten die Klagparteien keinerlei Ausführun- gen zur Frage der Aktivlegitimation von C.____. Für di e vorinstanzliche Hauptverhandlung vom 1. September 2014 beantragten die Klagparteien mit Schreiben vom 26. August 2014 aus be- ruflichen Gründen ihre Dispensation. Mit Verfügung vom 28. August 2014 wurden die Klagpar- teien für die vorinstanzliche Hauptverhandlung dispensiert unter Hinweis auf die mit ihrem Nichterscheinen allenfalls verbundenen zivilprozessualen Na chteile. Sie waren an der ersten Hauptverhandlung vom 1. September 2014 denn auch abwes end. Für die zweite Hauptver- handlung wurden die Parteien mit Verfügung vom 7. N ovember 2014 vom persönlichen Er- scheinen dispensiert. An dieser Gerichtsverhandlung vom 27. Januar 2015 machte die Rechts- vertreterin der Klagparteien gemäss vorinstanzlichem Pro tokoll keine Ausführungen hinsichtlich der Aktivlegitimation. Es kann somit festgestellt werden , dass die Klagparteien im vorinstanzli- chen Verfahren weder in einer schriftlichen Eingabe noch in einer der beiden Gerichtsverhand- lungen Ausführungen zur Aktivlegitimation von C.____ ma chten bzw. vortragen liessen, obwohl die Beklagtenpartei geltend machte, es fehle der Klägerin 2 an der Legitimation. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Die Vorinstanz ging auf die Aktivlegitimation überha upt nicht ein. Darin liegt eine Verlet- zung des Anspruchs der Beklagtenpartei auf rechtliches Gehör. Wird eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bejaht, füh rt dies aufgrund der formellen Natur dieses Anspruchs zur Rückweisung der Streitsache an die Vor instanz, es sei denn, der Mangel könne ausnahmsweise im Rechtsmittelverfahren geheilt we rden (D IETER FREIBURGHAUS /S USANNE AFHELDT , in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Ko m- mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 327 N 10 f.). Die Verletzung des rechtlichen Gehörs kann na chträglich geheilt werden, wenn die Verletzung nicht besonders schwer wiegt, die Rechtsmitte linstanz über die gleiche Kognition verfügt wie die Vorinstanz und der Betroffene über die gleichen Mitwirkungsrechte verfügt wie bei der Vorinstanz (T HOMAS SUTTER -SOMM /MARCO CHEVALIER , in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur S chweizerischen Zivilprozessord- nung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 53 N 27 ; M YRIAM A. GEHRI , in: Spüh- ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schwei zerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, Art. 53 N 34). Im vorliegenden Fall ist d ie Streitsache spruchreif. Das Kantonsge- richt erachtet die Voraussetzungen für die Heilung de r Verletzung des rechtlichen Gehörs im Rechtsmittelverfahren als gegeben. Im vorliegenden Beschwe rdeverfahren kann die Frage der Aktivlegitimation hinsichtlich der Rechtsfragen unbeschrä nkt überprüft werden. Beide Parteien konnten sich zudem mit Beschwerde bzw. mit Beschwerdeantwo rt nochmals zu diesem Punkt äussern, so dass ihnen die gleichen Mitwirkungsrechte wi e bei der Vorinstanz zukamen. Ge- stützt auf diese Ausführungen wird die Verletzung des r echtlichen Gehörs im vorliegenden Be- schwerdeverfahren nachträglich geheilt und darauf verzichtet, den Fall an die Vorinstanz zurück zu weisen. Dies scheint auch in Anbetracht der Verfahrensö konomie angemessen sowie unter Berücksichtigung des Umstandes, dass es sich vorliegend um ein vereinfachtes Verfahren han- delt, das Schlichtungsgesuch am 3. Januar 2013 gestellt w urde und das Verfahren nunmehr bereits knapp drei Jahre dauert. 3.4 Die Frage der Aktivlegitimation ist allerdings wegen dem Novenverbot gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO lediglich gestützt auf die Ausführungen im e rstinstanzlichen Verfahren und die dort eingereichten Unterlagen zu beurteilen, zumal es sich b ei der Aktivlegitimation nicht um eine Prozessvoraussetzung handelt, deren Vorhandensein von Amt es wegen zu prüfen ist. Der von der Beklagtenpartei eingereichte Mietvertrag vom 4. D ezember 2007 führt als Mieter lediglich B.____ auf und ist auch nur von diesem unterzeichnet. Das Einschreiben der Vermieterin vom 12. Dezember 2012 betreffend Mietzinsänderung per 1. April 2013 ist ebenfalls nur an B.____ adressiert. Der Name der Klägerin C.____ erscheint erstm als im Gesuch vom 3. Januar 2013 an die Schlichtungsstelle für Mietangelegenheiten. In diesem Gesuch ist B.____ als Mieter und C.____ als „Mitmieter/Ehepartner“ aufgeführt. Das Gesu ch wurde von beiden Personen unter- schrieben. Die Vollmacht für die Rechtsvertreterin wur de dagegen nur von B.____ am 22. Ja- nuar 2013 unterschrieben und bezieht sich nur auf ihn. I m Schlichtungsverfahren wurden beide als Klagparteien aufgeführt und auch die Klagebewilli gung vom 2. September 2013 lautet auf beide Namen. Die Vermieterschaft erwähnte in ihren Eingaben an die Schlichtungsstelle jeweils beide Namen. Aus den bei der Vorinstanz vorgelegenen U nterlagen geht nicht hervor, dass C.____ Mietvertragspartei ist, zumal der Mietvertrag so wie die Anzeige der Mietzinsänderung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht jeweils nur auf B.____ lauten. Weshalb C.____ aktivleg itimiert sein soll, wurde bei der Vor- instanz nicht ausgeführt. Der Umstand, dass sie im Schlicht ungsgesuch ebenfalls aufgeführt wurde, macht sie noch nicht zur Vertragspartei. Ebensowen ig kann aus dem Schreiben der Vermieterpartei vom 29. April 2013 an die Schlichtun gsstelle, in welchem die Vermieterin beide Namen aufführt, etwas anderes abgeleitet werden. Vie lmehr bezieht sie sich dabei auf die im Rubrum des Schlichtungsverfahrens geführten Klagparteien , ohne sich zum Vertragsverhältnis mit C.____ zu äussern. Dass es sich vermutlich um die Fami lienwohnung handelt, verschafft C.____ ebenfalls keine Stellung als Mietvertragspartei, denn grundsätzlich verpflichtet ein Ehe- gatte, der einen Mietvertrag alleine abschliesst, den an deren Ehegatten nicht, sondern einzig der unterzeichnende Ehegatte ist Vertragspartei (L ACHAT ET AL ., Das Mietrecht für die Praxis, 8. Auflage, Zürich 2009, N 6/5.2, S. 115). Ein beson derer Schutz des Ehegatten, der nicht Ver- tragspartei ist, ist bei Streitigkeiten über die Höhe von Inkonvenienzentschädigungen im Gesetz - anders als bei Kündigungen (Art. 273a OR) - nicht vo rgesehen. Entsprechend diesen Ausfüh- rungen und mangels Erläuterungen der Klagparteien zur Aktivlegitimation im erstinstanzlichen Verfahren hätte die Vorinstanz die Aktivlegitimation be treffend C.____ verneinen und folglich die von ihr eingereichte Klage abweisen müssen. Die m it Beschwerdeantwort erstmals vorge- brachten Behauptungen, C.____ wohne seit vielen Jahren in der streitgegenständlichen Woh- nung, ohne dass die Beschwerdeführerin je eingewendet hätte, dass diese nicht Partei des ab- geschlossenen Mietvertrages sei, und dass von einem faktisch en Mietverhältnis auszugehen sei, können angesichts des Novenverbots von Art. 326 ZPO nicht berücksichtigt werden. Diese Vorbringen der Klagparteien würden ohnehin nichts da ran ändern, dass C.____ nicht Vertrags- partei und somit nicht aktivlegitimiert ist. Im Mietvertr ag ist aufgeführt, dass die Wohnung von zwei Personen bewohnt werden soll; dies allein begründ et indessen kein faktisches Mietver- hältnis mit der im Mietvertrag namentlich unerwähnten C.____, zumal auch nicht ausgeführt wurde, wie die persönlichen Angaben an die Vermiete rschaft gelangt und wie deren Einwilli- gung erfolgt sein sollen. Als Zwischenergebnis kann folgli ch festgehalten werden, dass die Be- schwerde betreffend die Beschwerdegegnerin C.____ gutzu heissen ist, das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und in Bezug auf C.____ die Klage a bzuweisen ist. Dies wird bei der Kosten- verteilung noch zu berücksichtigen sein. 4. Bezüglich den Beschwerdegegner B.____ ist nicht bestrit ten, dass ihm aufgrund der er- folgten Sanierung der Mietliegenschaft eine Inkonveni enzentschädigung zusteht. Umstritten ist allerdings deren Höhe. Während der Kläger eine Entsch ädigung von zwei Monatsnettomietzin- sen als angemessen betrachtet, was einem Betrag von CHF 1 ‘120.00 x 2 = CHF 2‘240.00 ent- spricht, stellt sich die Vermieterin auf den Standpunkt, der bereits vorprozessual zugestandene Betrag von CHF 700.00 sei angemessen. Die Vorinstanz fü hrte in den Erwägungen folgendes aus: „2. Ihre Klage um Ausrichtung einer Inkonvenienzentschä digung in der Höhe von zwei Monats- nettomietzinsen begründen die Kläger ausschliesslich dami t, dass das von ihnen gemietete Mietobjekt in den Monaten August bis und mit Dezember 2012 und teilweise auch noch im Mo- nat Januar 2013 umfassend saniert worden sei und dass di e entsprechende Sanierung erhebli- che Unannehmlichkeiten für sie zur Folge gehabt habe, welche die Bewohnbarkeit des von ihnen gemieteten Mietobjektes in einem über das übliche Mass hinausgehenden Umfang beein- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht trächtigt hätten. Diesbezüglich halten die in Art. 259 a Abs. 1 lit. b OR und Art. 259d OR enthal- tenen Bestimmungen ausdrücklich fest, dass der Mieter vom Vermieter eine verhältnismässige Herabsetzung des Mietzinses verlangen kann, wenn er im vertragsgemässen Gebrauch der Mietsache gestört wird und der Vermieter von der entsp rechenden Störung erfahren hat. Bei der konkreten Bemessung einer solchen Mietzinsherabsetzung gilt es dabei nach der Recht- sprechung des schweizerischen Bundesgerichtes mitunter auch die allgemeine Lebenserfah- rung, den gesunden Menschenverstand sowie die Kasuistik h eranzuziehen und somit einen Billigkeitsentscheid im Sinne von Art. 4 ZGB zu treffen, da die sog. relative Berechnungsmetho- de, gemäss welcher sich die Höhe der Herabsetzung aus dem Verhältnis zwischen dem Wert der gebrauchsbeeinträchtigten Sache einerseits und dem Wert der gebrauchstauglichen Sache andererseits zu errechnen hat, insbesondere bei länger andauernden Unterhalts- und Sanie- rungsarbeiten nicht immer zu einem überzeugenden Er gebnis führt (vgl. in diesem Zusammen- hang auch BGE 130 lll 504 sowie ROGER WEBER , in: Basler Kommentar zum Obligationenrecht, OR I, 5. Auflage, Basel 2011, Nr. 6 zu Art. 259d OR, S. 1456, und DAVID LACHAT / CLAUDE ROY , Das Mietrecht für die Praxis, 8. Auflage, Zürich 2009, Rz. 11/3.8‚ S. 174). Entgegen der von der Beklagten vertretenen Auffassung rechtfertigt es sich somi t ohne weiteres, bei der Beurteilung der von den Klägern erhobenen Klage eine gewisse Pausch alisierung vorzunehmen und die Kläger von der exakten Ausweisung der von ihnen erlitte nen Beeinträchtigung zu befreien, zu- mal nicht nur ihr Mietobjekt, sondern die gesamte Wohn überbauung an der X.____strasse 80 bis 86 in Y.____ umfassend saniert wurde und es bereit s von da her so gut wie unmöglich sein dürfte, im Nachhinein festzustellen, welcher Mieter vo n welchen Beeinträchtigungen exakt be- troffen war. 3. In diesem Sinne kann an dieser Stelle zunächst fest gestellt werden, dass mit der Sanierung der hier interessierende Wohnüberbauung an der X.____ strasse 80 bis 86 in Y.____ gemäss dem vom Rechtsvorgänger der Beklagten mit Eingabe vom 1 4. März 2014 ins Recht gelegten Terminprogramm offenkundig im August 2012 begonnen wurde und dass sich die entsprechen- den Sanierungsarbeiten gemäss den Aussagen des mit der Bauleitung beauftragten Zeugen J.____ und der mit den einzelnen Handwerkerarbeiten b eauftragen Zeugen H.____ und I.____ bis zum Dezember 2012 und teilweise sogar bis zum Januar 2013 hingezogen haben. Die ent- sprechende Sanierung hat sodann gemäss den ebenfalls mit den einzelnen Handwerkerarbei- ten beauftragen Zeugen F.____ und G.____ unter anderem auch aus einer kompletten Erneue- rung der Heizanlage und einer kompletten Erneuerung der Badezimmer bestanden, wobei den Aussagen der Zeugen G.____ und J.____ gleichzeitig e ntnommen werden kann, dass die ein- zelnen Mieter während der Erneuerung der Badezimmer auf eine behelfsmässige WC- und Duschanlage in einem Container ausserhalb ihrer jeweil igen Mietobjekte ausweichen mussten. Wird darüber hinaus auch berücksichtigt, dass die Erneue rung der Heizanlage gemäss der Aussage des Zeugen F.____ aufgrund eines Fehlers bei de r Anschliessung eines zur Warm- wasseraufbereitung gehörenden elektrischen Gerätes mit ei nem Stromunterbruch von nicht weniger als vier Tagen verbunden war, gemäss der Aussage der bei der Verwaltung der hier interessierenden Wohnüberbauung angestellten Zeugin E .____ während der Sanierungszeit mehrere Reklamationen seitens der Mieterschaften verzeich net werden mussten und auch die Endreinigung der einzelnen Mietobjekte nach dem Ende der Sanierungsarbeiten gemäss der Aussage des Zeugen J.____ offenbar nur mangelhaft durc hgeführt wurde, erscheinen die Aus- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht führungen der Kläger, wonach sie während der Sanierun gszeit erhebliche Beeinträchtigungen hinzunehmen hatten, durchaus als plausibel. Die Beklagt e stellt denn auch nicht grundsätzlich in Abrede, dass die Kläger für die von ihnen während d er Sanierungszeit erlittenen Beeinträch- tigungen eine Entschädigung im Sinne von Art. 259a Ab s. 1 lit. b OR und Art. 259d OR für sich in Anspruch nehmen können. 4. Nachdem sich im Lichte der bereits erwähnten Rechtspr echung des schweizerischen Bun- desgerichtes zu dem in Art. 259a Abs. 1 lit. b OR und Art. 259d OR verankerten Mietzinsherab- setzungsanspruch die Regel entwickelt hat, dass bei einem Umbau des gesamten Gebäudes eine Mietzinsherabsetzung von 35% gerechtfertigt ist (vgl. die diesbezüglich Kasuistik bei DAVID LACHAT / CLAUDE ROY , a.a.O., Rz. 11/3.10, S. 175), und die hier intere ssierende Sanierung der gesamten Wohnüberbauung dem Gesagten zufolge mindeste ns von August 2012 bis Dezem- ber 2012 bzw. bis Januar 2013 angedauert hat und somi t für die Kläger während rund fünf bis sechs Monaten mit den von ihnen erlittenen Beeinträchtigungen verbunden war, ist die von den Klägern geltend gemachte lnkonvenienzentschädigung in der Höhe von zwei Monatsnettomiet- zinsen durchaus als angemessen zu bezeichnen, da bei eine r Basis von fünf bis sechs Mo- natsmieten ein Erlass von zwei Monatsmieten ziemlich gen au einer Mietzinsherabsetzung von 35% entspricht (berechnet nach dem Dreisatz: 2 Monate x 100% : 5,5 Monate = rund 35%). Die Beklagte, welche gemäss ihrer Eingabe vom 27. November 2 014 mit dem von den Klägern an- lässlich der zweiten Hauptverhandlung vom 27. Januar 2 015 ausdrücklich zu Protokoll gegebe- nen Einverständnis die Rechtsposition ihres Rechtsvorgänge rs übernommen hat, ist demzufol- ge in entsprechender teilweiser Gutheissung der Klage zu verurteilen, den Klägern für die in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2012 am Mietobjekt durchg eführten Sanierungsarbeiten eine lnkonvenienzentschädigung in der Höhe von zwei Monatsne ttomietzinsen zu bezahlen, wobei als massgeblicher Nettomietzins derjenige Nettomietzins h eranzuziehen ist, welcher zum Zeit- punkt der Sanierung noch gültig war. Die entsprechende lnkonvenienzentschädigung ist sodann gestützt auf Art. 102 Abs. 2 OR vom Zeitpunkt des zwische n den Monaten August und Dezem- ber 2012 liegenden mittleren Verfalls und somit vom 1 5. Oktober 2012 an mit dem in Art. 104 Abs. 1 OR vorgesehenen gesetzlichen Verzugszins von 5% z u verzinsen, währenddem auf der anderen Seite die von der Beklagten bzw. von ihrem Rech tsvorgänger bereits zuerkannte Ent- schädigung von Fr. 700.-- für den Fall der bereits erf olgten Bezahlung oder anderweitigen Ge- währung derselben von dieser lnkonvenienzentschädigung se lbstredend in Abzug zu bringen ist.“ Wie die Beschwerdeführerin zu Recht ausführt, hat die Vorinstanz nicht nur gewisse Pauscha- lierungen vorgenommen, sondern sie hat ausschliesslich gest ützt auf pauschale Ausführungen und identischen Erwägungen für alle 21 Verfahren ein einheitliches Urteil mit einer Entschädi- gung von je zwei Monatsnettomietzinsen gefällt. Gewisse P auschalierungen können zwar durchaus angebracht sein bei Beeinträchtigungen, welche alle Mietparteien gleichermassen treffen. Andere Parameter sind allerdings individuell zu berücksichtigen, da nicht jede Mietpartei in gleichem Umfang gestört wurde. Dies gilt insbesondere bei den Beeinträchtigungen innerhalb der jeweiligen Mietwohnung. So ist zum Beispiel zu be rücksichtigen, wie lange die einzelnen Mietparteien auf die Benützung ihrer Küche und ihres B adezimmers wegen der Sanierung ver- zichten mussten und wie intensiv die Dreck- und Staubimmissi onen in den einzelnen Wohnun- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen waren. Dass die Sanierungen von Küche und Badezimme r nicht in allen Mietwohnungen gleich lange dauerten, geht bereits aus den individuel len Eingaben hervor, welche vorinstanz- lich in 10 der 21 Verfahren zusätzlich eingereicht wurd en. Indem die Vorinstanz diesen fallspe- zifischen Umständen keine Rechnung trug und ein einhei tliches Urteil in allen 21 Verfahren fäll- te, wendet sie das Recht unrichtig an und lässt die ko nkrete Beweisführung sowie die einzel- fallweise Betrachtung gänzlich unberücksichtigt. Unrichti g ist nach Auffassung des Kantonsge- richts ebenfalls, dass die Vorinstanz in zeitlicher Hinsich t auf die Dauer der Sanierung der ge- samten Überbauung von August 2012 bis Januar 2013 ohne Differenzierung abgestellt hat. Die einzelnen Mietparteien waren während der Sanierung i n der eigenen Mietwohnung und Mietlie- genschaft erheblich stärker beeinträchtigt als davor bzw. danach, das heisst in der Zeit, als le- diglich in den anderen Mietliegenschaften gearbeitet w urde und sich die individuellen Beein- trächtigungen vor allem noch auf Lärmimmissionen beschrä nkt haben. Es ist daher angezeigt, die Art, Intensität und Zeitdauer der Beeinträchtigu ngen innerhalb der einzelnen Mietliegen- schaften und Mietwohnungen in gewissem Mass individuell zu beurteilen. 5. Die Mietzinsreduktion, die der Mieter nach Art. 259a Abs. 1 lit. b und Art. 259d OR verlan- gen kann, muss verhältnismässig zum Mangel sein und bemisst si ch nach dem mängelfreien Wert der Sache. Sie dient der Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen den Leistungen der Parteien. Der objektive Wert der mangelhaften Sac he wird mit dem objektiven Wert der mängelfreien Sache verglichen und der Mietzins im glei chen Verhältnis herabgesetzt. Diese verhältnismässige Methode ist nicht immer einfach und erfo rdert oftmals einen Billigkeitsent- scheid unter Berücksichtigung der allgemeinen Lebenserfa hrung, des gesunden Menschenver- stands und der Gerichtspraxis (BGE 130 III 504, E. 4.1, in Pra 2005 Nr. 6). Bei einem schweren Mangel kann der Mieter gänzlich von der Mietzinszahlung befreit werden, wobei dies eine hohe Beeinträchtigung voraussetzt. Eine solche liegt etwa vor, wenn der Gebrauch der Mietsache zeitweilig verunmöglicht ist oder eine ernsthafte Gef ahr für die Gesundheit der Mieterschaft be- steht wie Seuchen, länger dauernder Ausfall der Heizun g im Winter oder Fehlen von Trinkwas- ser (DAVID LACHAT /C LAUDE ROY , Mietrecht für die Praxis, 8. Aufl. 2009, N 11/3.4, s . 173). Zahl- reiche Beispiele aus der Rechtsprechung finden sich in der Literatur (so etwa bei L ACHAT /R OY , a.a.O., N 11/3.10, S. 175 f.; R OGER WEBER , in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Aufl. , Basel 2011, N 7 zu Art. 259d OR; M ARTIN ZÜST , Die Mängelrechte des Mieters von Wohn- und Geschäftsräumen, in: St. Galler Studien zum Privat-, H andels- und Wirtschaftsrecht, N 339 ff., S. 194 ff.; P ETER HEINRICH , in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 2. Aufl. , Zü- rich/Basel/Genf 2012, N 8 zu Art. 259d OR). 6. Wo das Gesetz nichts anderes bestimmt, hat derjenige das V orhandensein einer behaup- teten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Die Beweislast für das Vorliegen der Voraussetzungen des Herabsetzungsanspruchs sowie des sachlichen und zeitli- chen Umfangs der Beeinträchtigungen obliegt den Mietpa rteien (PETER HIGI , in: Zürcher Kom- mentar, Teilband V 2b, Obligationenrecht, Die Miete, Art. 253-265, Art. 259 d N 20). Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte sind gewisse Pauschalierunge n durchaus angebracht. Es wird im Folgenden deshalb gestützt auf die allgemein vorge brachten Behauptungen und die für sämtliche Verfahren eingereichten Beweismittel geprüft, welche Beeinträchtigungen generell für alle Mietparteien gleichermassen festzustellen sind. Dies e Beeinträchtigungen werden sodann, Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie dies in der Praxis üblicherweise gehandhabt wird, in Prozenten des Mietzinses bemessen, wobei unbestritten ist, dass hierfür auf den Monatsnet tomietzins abzustellen ist, welcher zum Zeitpunkt der Sanierung noch gültig war. Es wird also eine generelle Entschädigung in Monats- nettomietzinsen festgelegt, welche im Sinne einer Min imalentschädigung für alle Klagparteien gilt. In einem zweiten Schritt wird dann berücksichtigt, welche zusätzlichen Beeinträchtigungen im jeweiligen Mietverfahren geltend gemacht und bewiesen werden, die dann allenfalls zu einer individuellen Erhöhung der vorgängig generell festgelegten Entschädigung führen können. 7. Es wurden für alle 21 Verfahren gemeinsame Eingaben e ingereicht, welche für alle Pro- zesse gleichermassen gelten. So wurde am 2. Oktober 2013 eine identische Klage eingereicht. Diese basiert auf der Klage der Mietpartei D.____, welche die Mietparteien als Pilotprozess füh- ren wollten, was von der Vorinstanz mit Verfügung vom 4 . Dezember 2013 jedoch abgewiesen wurde. Mit der Klage vom 2. Oktober 2013 wurden für alle Verfahren gemeinsam die Dokumen- tation über die Umbauarbeiten inkl. Unternehmerübersicht, Plänen und Terminprogramm einge- reicht. Die für den beantragten Pilotprozess eingereicht en Unterlagen betreffend das Verfahren von D.____, insbesondere deren Beschwerdebriefe an di e Vermieterschaft und die Fotos (Klagbeilagen 6 und 7) gelten für deren Wohnung und sind somit nicht allgemein für alle Verfah- ren zu berücksichtigen. In den Klageantworten vom 28. No vember 2013 führte die Vermieterin aus, die Arbeiten seien termingerecht wie angekündigt ausgeführt worden. Es sei bei gewissen Arbeitsgattungen zu Verzögerungen von zwei bis drei Ta gen gekommen, die teilweise auf das Verhalten der Mieter zurückzuführen seien. Unbedeutende Nebenleistungen seien ebenfalls noch im Nachgang erbracht worden. Die Mietparteien h ätten während der ganzen Bauphase die Wohnungen bewohnt bzw. bewohnen können. Schon dahe r sei die beantragte Entschädi- gung nicht opportun. Die Mieter seien in der Benutzu ng der Wohnung nie vollständig einge- schränkt, sondern nur insofern vorübergehend beeinträchti gt gewesen, als sie Küche, Bad und WC während einigen Tagen nicht hätten vollumfänglich b enutzen können. Bei der Erneuerung des Leitungsnetzes sei nur kurzfristig kein Strom vorha nden gewesen und bei der Überholung der Heizanlage habe während wenigen Tagen die Temper atur nicht immer in allen Räumen gleich hoch gehalten werden können. Mit Eingabe vom 28. Januar 2014 reichten die Mietpartei- en bei der Vorinstanz sodann wiederum eine für alle V erfahren geltende, einheitliche Eingabe mit Beweismitteln und Beweisanträgen ein. Als Beweise wurden mit dieser Eingabe Fotografien betreffend Entsorgung der Küchen, E-Mail-Korrespondenze n mit dem Bauinspektorat sowie zwei weitere Fotos eingereicht. Mit Eingabe vom 14. März 2014 reichte die Vermieterin der Vor- instanz mit Geltung ebenfalls für sämtliche Verfahren di e von ihr einverlangten Unterlagen ein, soweit sie diese bei den von ihr beauftragten Unterne hmer erhältlich machen konnte. Es han- delt sich dabei um Schreiben von verschiedenen beauftragt en Unternehmen betreffend Zeit- raum der Arbeiten, um Rapporte und die Abnahmeprotokolle der Wohnungen. Aus den Rappor- ten geht oftmals nicht hervor, in welcher konkreten Wohnu ng die betreffenden Arbeiten ausge- führt wurden. Darauf ist allenfalls noch zurückzukommen. Ebenfalls für alle Verfahren zu beach- ten sind die Zeugenaussagen. Auf die wesentlichen Zeu genaussagen ist im Folgenden einzu- gehen. 7.1 Die Zeugin E.____ ist bei der Liegenschaftsverwaltung für die streitbezogenen Mietlie- genschaften tätig. Sie führte aus, es habe während der Sanierung Unstimmigkeiten und Bean- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht standungen von Mietparteien gegeben. Sie hätten die A ufträge an die einzelnen Firmen nicht erteilt. Sie hätten die beiden Informationsschreiben an die Mietparteien versandt. Im ersten Schreiben seien die Mietparteien informiert worden, dass es eine Sanierung gebe und im zwei- ten Schreiben, wann die Arbeiten beginnen würden. Es habe dann noch ein weiteres Schreiben wegen der Mietzinszahlung und der Mängelbekanntgabe geg eben. Die Reklamationen der Mietparteien hätten sie nicht schriftlich beantwortet, so ndern an die Bauleitung weiter geleitet. Schriftliche Beanstandungen habe es nicht viele gegeben, bei den Besuchen vor Ort habe es jedoch einige Reklamationen gegeben. Es habe auch tel efonische Reklamationen gegeben, etwa drei pro Woche in den Hochphasen. 7.2 Der Zeuge F.____ führte aus, er sei bei der Planung der Heizung involviert gewesen. Für die Ausführung sei er nicht verantwortlich gewesen und mit der Sanierung selber habe er nichts zu tun gehabt. Die Wärmeerzeugung und die Steuerung seien neu gemacht worden und es sei von Öl auf Gas umgestellt worden. Es sei beim Umbau zu einem Stromausfall von vier Tagen gekommen, weil der Elektriker das Gerät, welches das Wa rmwasser während der Bauzeit auf- bereitete, falsch angeschlossen habe. Während dieses Ausfalls habe die Heizung nicht funktio- niert, was zweifelsohne für die Mieter sehr unangenehm gewesen sei. Durch den Ausfall sei es zu Verzögerungen gekommen. 7.3 Der Zeuge G.____ war bei der Sanierung für die Bod enarbeiten zuständig. Er führte aus, für die Korridore seien neue Böden vorgesehen gewesen und zum Teil auch für die Wohnun- gen. Einzelne Böden seien erst im Nachhinein in Auftrag gegeben worden. Es sei schwierig gewesen, weil einzelne Mieter Sonderwünsche gehabt hätt en, die nicht immer überschaubar gewesen seien. Zum Teil sei das Laminat ersetzt worden. Pro Wohnung habe er einen halben bis einen ganzen Tag benötigt, je nach Grösse der Korr idore. Der Bauleiter J.____ habe es im Griff gehabt und die Baustelle sei durchaus organisier t gewesen, wenngleich die Arbeiten nicht einfach zu koordinieren gewesen seien. Mit einzelnen Mietern sei es nicht leicht gewesen, „den Rank“ zu finden. Er habe das Gefühl gehabt, dass einzeln e Mieter ziemlich aufgeheizt und ge- wisse Schikanierungen vorgeplant gewesen seien. Im Endeffekt sei es so gewesen, dass er bei den Mietern nachgefragt habe, wer was wolle. Das habe er gemacht, weil er die Übersicht ver- loren habe. Von der Bauleitung sei vorgegeben gewesen, in den Korridoren neue Böden zu verlegen, wo dies die Mieter wünschen. Seine Arbeiten habe er kurzfristig angekündigt und bei einer Mietpartei habe er an einem Samstag gearbeitet , weil er aufgrund der vielen Böden unter Termindruck geraten sei. 7.4 Der Zeuge H.____ war bei der Sanierung für die Sch reinerarbeiten zuständig, mit Aus- nahme der Küchen. Er führte aus, die Bauleitung hab e zuerst Herr K.____ und danach Herr J.____ gehabt. Mit Herrn K.____ habe eigentlich alle s gut geklappt, Herr J.____ habe die Bau- leitung nicht so gut im Griff gehabt. Er sei von Herrn K.____ telefonisch jeweils dorthin einberu- fen worden, wo er seine Arbeiten gerade machen konnte . Der Zeuge führte weiter aus, er habe für jede Wohnung unterschiedlich lange gebraucht, da vieles auch etappenweise habe gemacht werden müssen. Die Häuser Nr. 80 und 82 seien noch g ut gegangen. Beim Haus Nr. 84 habe es gekriselt, da er die Türen hätte ersetzen sollen, obw ohl die Böden noch nicht gemacht wa- ren. Im Haus Nr. 84 habe ein grosses Chaos geherrscht und er hätte für seine Arbeiten kaum Platz gehabt, so dass es für ihn kaum möglich gewesen sei, vernünftig zu arbeiten. Im Haus Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nr. 86 hätten insbesondere die Plattenlegerarbeiten eine Ewigkeit gedauert, so dass er seine Arbeiten erst im Januar 2013 habe ausführen können. Im Januar 2013 habe er noch Boden- schwellen machen müssen, nachdem Zwischenwände zum Teil he rausgerissen worden seien. In den Häusern 84 und 86 habe es viel Staub und Dreck gegeben. 7.5 Der Zeuge I.____ war bei der Sanierung für die Mal erarbeiten zuständig. Er führte aus, er habe nach dem Ausbau der alten Küchen die Küchen und Korridore neu gestrichen. Die Arbei- ten seien koordiniert abgelaufen und sie hätten immer gewusst, wann wo habe gearbeitet wer- den müssen, zuerst im Haus 80, dann im 82, 84 und 86. Wegen des Drecks habe es einige Reklamationen gegeben. Sie hätten pro Wohnung nicht allzu lange gebraucht und pro Tag etwa vier Wohnungen geschafft. Die Arbeitsabläufe seien nich t immer optimal gewesen, oft hätten sie gemalt und anschliessend hätte der Elektriker wieder Leitungen herausgerissen. Bei einigen Wohnungen habe es wegen zusätzlicher Arbeiten Verzögerungen gegeben, beispielsweise weil noch die Stube gestrichen werden musste. Diese Arbeite n seien zusätzlich in Auftrag gegeben worden und nicht in den Plänen enthalten gewesen. Es habe viel Staub und Dreck gegeben, weil der Maurer seine Baustelle nicht gut abgedeckt hab e. Abgedeckt habe nur dort werden müssen, wo die Glaswand ersetzt worden sei. Das sei in den Häusern Nr. 84 und 86 der Fall gewesen. 7.6 Der Zeuge J.____ war nach seiner Aussage ab Anfang Dezember 2012 bei der Sanierung involviert. Er sei Bauunternehmer und habe am 30. Nove mber 2012 den Auftrag erhalten, die Baustelle zu vollenden. Diese sei damals mehr oder wen iger fertig gewesen. Unter seiner Bau- leitung hätten noch die Küchen und die Nasszellen fer tiggestellt werden müssen. Der Bauherr sei offenbar mit der Bauleitung von Herrn K.____ nicht zufrieden gewesen. Er führte aus, die Mieter hätten während der Bauphase in der Wohnung zu m Teil keine Wasserbezüge mehr täti- gen können. Sie hätten jedoch immer fliessendes Wasser gehabt, da es im Treppenhaus auf jedem Stock eine Wasserentnahmestelle gegeben habe. Dra ussen habe es in Containern eine WC-Anlage mit etwa vier WC‘s und eine Duschanlage mit zwei bis drei Duschen gegeben. Sei- nes Wissens seien jeweils fünfzehn Wohneinheiten aufs Ma l auf diese Container angewiesen gewesen. In jeder Wohnung habe es noch ein Dixi-Klo ge geben. Als er die Baustelle übernom- men habe, seien nur noch im Haus Nr. 86 Arbeiten zu vollenden gewesen. Im Haus Nr. 84 habe es noch kleinere Arbeiten gegeben. Ansonsten seien ledi glich noch die Mängel aufgenommen worden. Diesbezüglich habe es noch Bemerkungen gegeben, aber keine eigentlichen Wünsche mehr. Der Maler habe zeitgerecht nach Terminplan arbeiten können. Kleine Zeitverschiebungen gebe es immer. Bei etwa drei Wohnungen mit Bodenabsat z hätten die Absatzwinkel gefehlt, was die Bewohnbarkeit nicht eingeschränkt habe. Diese Ab satzwinkel seien dann noch ange- bracht worden. Die Plattenarbeiten seien bei seinem Da zukommen bereits abgeschlossen ge- wesen. Im Januar 2013 seien im Keller noch die Verkehrswege gestrichen und im Treppenhaus die letzten Arbeiten vorgenommen worden. In den Kell erboxen, welche aus Holzbeschlägen bestehen, sei nichts gemacht worden. Im Oktober 2012 sei er noch nicht dabei gewesen und könne nicht sagen, ob der Zeitplan eingehalten worden sei. Er wisse auch nicht, wie Herr K.____ mit den einzelnen Mietern kommuniziert habe. Über seine Arbeiten seien die Mieter informiert worden. Er sei jeden Tag vor Ort gewesen un d habe mit den Handwerkern und den Mietern direkt geredet. Bei ihm habe sich kein Mieter nach dem 30. November 2012 beschwert. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Werfen von alten Küchen oder Türen aus den Fenstern sei nicht üblich und offenbar aus Zeitgründen so gemacht worden. Damals sei er aber noc h nicht dabei gewesen. Mit der Reini- gung sei der Bauherr nicht zufrieden gewesen, zumal sich die halbe Mieterschaft beschwert habe. Deshalb seien für die gesamte Reinigung nur CHF 7‘000.00 bezahlt worden. 8. Nachfolgend werden die Beeinträchtigungen, welche aufg rund der einheitlichen und für alle Verfahren eingereichten Eingaben geltend gemacht wurden, unter Würdigung der geschil- derten Zeugenaussagen und der allgemein vorgelegten Beweise bewertet. 8.1 Die Sanierung der Mietwohnungen beinhaltete das Dem ontieren der alten Küchen und der Bäder/WC sowie den Einbau neuer Küchen inklusive ne uer Apparate und neuer Bodenplat- ten sowie die Montage neuer Bäder- und WC-Anlagen inklusive neuer Plattenbelägen an Böden und Wänden. Sanierungsarbeiten erfolgten auch an den Wasserleitungen und den Elektroin- stallationen. In den Korridoren der Wohnungen wurden neue Böden verlegt und die Wohnungs- eingangstüren ersetzt. Die bisherige Öl-Heizungsanlage wurde durch eine Gas-Heizungsanlage ersetzt und in allen Wohnungen Danfoss-Heizungsventile an den Radiatoren montiert. Gemäss Terminplan dauerten die Sanierungen pro Liegenschaft rund drei Wochen (siehe Dokumentati- on Umbauarbeiten inkl. Terminplan, Klagbeilage 4). Durch die Sanierung konnten die Mietparteien zeitwei se ihre Küchen und ihre Bäder/WC nicht benutzen. Dies stellt eine erhebliche Beeinträchtigung dar, sind doch ein Badezimmer/WC und eine Küche wesentliche und zentrale Bestandteile jeder Mietwohnung. Auch wenn den Mietpar- teien eine Kochstation mit zwei Platten und ein Dixie- WC in der Wohnung zur Verfügung ge- stellt wurden und sie gemeinsame Dusch- und WC-Contain er benutzen konnten, stellen der Entzug von Küchen und Badezimmern erhebliche Beeinträchtigungen dar. Die Sanierung dieser Räume haben grundsätzlich rund zwei bis drei Wochen gedau ert und führten dazu, dass in den Wohnungen zeitweise kein Wasser entnommen werden konnt e und die Mietparteien auf die Wasserentnahmestellen in den Treppenhäusern ausweichen m ussten. Das Kantonsgericht er- achtet die Herabsetzung eines monatlichen Mietzinses um rund 45% für diese Beeinträchtigung als angemessen. 8.2 Die Mietparteien aller Parallelverfahren machen über einstimmend geltend, dass der von der Vermieterschaft bekannt gegebene Terminplan vom 6. Juni 2012 nicht eingehalten worden und es bei den einzelnen Arbeitsausführungen zu erheb lichen Verzögerungen gekommen sei. Wie dem Terminplan vom 6. Juni 2012 entnommen werden kann, war die Sanierung folgen- dermassen geplant: im Haus Nr. 80 vom 13. August bis 3 1. August 2012, im Haus Nr. 82 vom 3. September bis 21. September 2012, im Haus Nr. 84 vom 24. September bis 12. Oktober 2012 und im Haus Nr. 86 vom 15. Oktober bis 9. November 2012. In den Ausführungsanzeigen der Küchenbaufirma L.____AG (Beweiseingabe der Vermi eterin an die Vorinstanz vom 14. März 2014, Beilage 8) sind für jedes Haus auf einem separaten Blatt die Daten des Beginns und des Endes der Montagen der Küchen aufgeführt. Ents prechend diesen Belegen dauerten die Montagen im Haus Nr. 80 vom 3. September bis 14. S eptember 2012, im Haus Nr. 82 vom 1. Oktober bis 12. Oktober 2012, im Haus Nr. 84 vom 29. Oktober 2012 bis 9. November 2012 und im Haus Nr. 86 vom 12. November bis 30. November 201 2. Zwar wird daraus nicht ersicht- lich, in welchem Zeitraum insgesamt die Sanierungen i n den einzelnen Liegenschaften erfolg- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten, jedoch zeigen die Daten, dass in allen Liegenschaf ten die Sanierungsarbeiten nicht ent- sprechend dem ursprünglichen Terminplan beendet waren und es somit in allen Liegenschaften zu Verzögerungen kam. Dies stellt insofern eine Beeinträ chtigung dar, als die Mietparteien ent- sprechend dem Terminprogramm die Küchen und Bäder/WC auf das Datum des ursprünglich geplanten Beginns der Sanierung räumen und sich auf Ha ndwerker in der Wohnung einstellen mussten, die Sanierung dann aber doch nicht wie geplan t ablief. Durch die Verzögerung wurde von den Mietparteien ein grosses Mass an Flexibilität gefo rdert. Für die Verzögerungen bei den Bauarbeiten scheint eine Reduktion von rund 5% eines Monatsmietzinses angemessen. 8.3 Sämtliche Mietparteien machen geltend, dass über die geplanten Sanierungsarbeiten ungenügend informiert worden sei, indem ihnen nicht oder nur äusserst kurzfristig der Beginn und die Dauer von Arbeiten in ihren Wohnungen angeze igt worden sei. Die von der Vermieter- schaft angezeigten Ansprechpersonen oder der Bauleiter seien für die Mietparteien nicht er- reichbar gewesen und Anfragen respektive Beanstandungen seien unbeantwortet geblieben. Informationen seien mittels Anschlägen der beauftragt en Unternehmungen erfolgt, wobei diese meist erst am Vortag angebracht worden seien. Die Vermi eterin hat nicht dargelegt, dass sie die Mietparteien über die Verzögerungen informiert habe. Die den Mietparteien vorab geliefer- ten Informationen mittels Anschlägen der beauftragten Unternehmungen am Vortag, wie dies von den Mietparteien ausgeführt und mit Fotografien (Beilage 4 zur gemeinsamen Eingabe der Mietparteien vom 28. Januar 2014) belegt wurde, sind nicht ausreichend. Die Mietparteien wur- den vor Baubeginn lediglich mittels der Dokumentation ü ber die Umbauarbeiten und des Ter- minplans vom 6. Juni 2012 (Klagbeilage 4) informiert. Weitere Mitteilungen nach Beginn der Sanierung betreffend Details und Verzögerungen sind vo n der Vermieterin weder behauptet noch dargelegt worden und ergeben sich auch nicht aus den Akten. Die Zeugin E.____ führte aus, es habe zuerst ein Schreiben gegeben, mit welchem mi tgeteilt worden sei, dass es eine Sanierung gebe und dann ein zweites Schreiben, wann di e Arbeiten anfangen würden. Offen- bar muss es sich dabei um den Terminplan gehandelt hab en, da sie nicht ausführte, dass die Mietparteien über Verzögerungen informiert worden w ären. Den Mietparteien wurden die Ver- zögerungen bzw. der daraus folgende effektive Beginn in ihren Wohnungen nicht rechtzeitig genug im Voraus mitgeteilt. Auch der Zeuge G.____ be stätigte, dass er seine Arbeiten (Boden- arbeiten) sehr kurzfristig angekündigt habe. Die Vermi eterin muss sich daher den Vorwurf der ungenügenden Information entgegenhalten lassen, ist es doch ein verständliches Anliegen von Mietparteien, dass sie rechtzeitig über den Beginn vo n Sanierungen in ihren jeweiligen Woh- nungen informiert werden, damit sie die entsprechend en Dispositionen im Voraus planen und treffen können. Auch zur Wahrung ihrer Privatsphäre sin d Mietparteien darüber in Kenntnis zu setzen, wann in etwa welche Arbeiten ausgeführt werden bzw. mit welchen Einschränkungen zu rechnen sein werde und wann die Handwerker in der eigenen Wohnung zu erwarten sind. Für diese ungenügenden Informationen ist nach Auffassu ng des Gerichts eine Reduktion von rund 5% eines Monatsmietzinses angebracht. 8.4 Die Mietparteien machen allgemein Lärm- und Schmutzi mmissionen geltend und bringen vor, sie hätten während der Sanierung keine Privatsphär e mehr gehabt, die Baustelle sei dre- ckig und chaotisch gewesen und es sei so gearbeitet worden , als wäre die Überbauung nicht bewohnt gewesen. Es ist notorisch, dass bei der Sanierung von Wohnungen mit der Demonta- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht ge der alten und dem Einbau von neuen Küchen und Bä der inkl. Abspitzen von Keramikplatten und Bohrarbeiten erhebliche Lärm- und Schmutzimmissione n entstehen. Solche wurden denn auch bereits mit der „Dokumentation Umbauarbeiten“ (K lagbeilage 4) angekündigt. Die Pri- vatsphäre ist durch die Anwesenheit von Handwerkern ebenf alls stark beeinträchtigt. Es ist un- bestritten, dass während der Sanierung ausserhalb der W ohnungen Dusch- und WC-Container zur Verfügung standen. Gemäss Aussage des Zeugen J.____ dür ften im Duschcontainer zwei oder drei Duschen vorhanden gewesen sein und im WC-Co ntainer etwa vier WC‘s, wobei je- weils fünfzehn Wohneinheiten auf einmal auf diese Anla gen angewiesen gewesen seien. Es braucht an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt zu w erden, dass gemeinsame Duschcontainer, die mit anderen Mietparteien geteilt werden, keines falls dem gleichen Standard entsprechen wie ein eigenes Bad in der Wohnung, sowohl hinsichtlich der hygienischen Verhältnisse, der Privatsphäre und der weiteren Umstände (Zugänglichkeit etc.). Die Privatsphäre war somit wäh- rend der Sanierung in der jeweils eigenen Mietwohnun g sowohl durch die Anwesenheit der Handwerker wie auch der zwangsläufigen Mitbenutzung der gemeinschaftlichen WC- und Duschcontainer während dem Entzug des eigenen Badezimmer s erheblich beeinträchtigt. An- gesichts der geplanten Sanierungsdauer pro Haus von drei Wochen ist für die Lärm- und Schmutzimmissionen innerhalb der eigenen Mietwohnung sow ie die Beeinträchtigung der Pri- vatsphäre eine generelle Entschädigung von rund 20% eines Monatsmietzinses angemessen. 8.5 Die Sanierung ausserhalb der Mietwohnungen, jedoch in nerhalb der jeweiligen Mietlie- genschaft bringt bezüglich der gemeinsam benutzten Bautei le (z.B. Eingangsbereiche, Trep- penhaus) auch Lärm- und Schmutzimmissionen für die Mietp arteien in den entsprechenden Liegenschaften mit sich. Diese sind allerdings geringer a ls jene innerhalb der Mietwohnungen, liefen parallel zu den Sanierungen in den Wohnungen und dauerten entsprechend dem Termin- plan jeweils insgesamt rund drei Wochen. Erheblich ger inger sind sodann die Beeinträchtigun- gen durch die Sanierung der anderen Mietliegenschaften , zumal es sich um keine Sanierung der Fassaden oder gar um Aushubarbeiten und Erstellung von Fundamenten handelte, welche notorisch sehr laut sind. Vielmehr fanden die Sanierun gen hauptsächlich innerhalb der Liegen- schaften statt, so dass die Lärm- und Schmutzimmissionen du rch die Sanierung in den jeweili- gen Nachbarliegenschaften nicht allzu gross gewesen sein d ürften. Angesichts der unbestritte- nen Gesamtdauer der Sanierung von rund vier Monaten, wovon rund drei Wochen in der jeweils selber bewohnten Mietliegenschaft, scheint insgesamt ein e Reduktion um rund 10% eines Mo- natsnettomietzinses für diese Lärm- und Schmutzimmissione n ausserhalb der eigenen Miet- wohnung angemessen. 8.6 Die Mietparteien beschreiben die Sanierungsarbeiten als chaotisch und machen Sicher- heitsmängel geltend. Sie führten in diesem Zusammenh ang insbesondere aus, dass die de- montierten Küchen von den Handwerkern aus dem Fenster geworfen und vor den Liegenschaf- ten liegen gelassen worden seien. Das Gelände, auf welches die Küchen geworfen worden sei- en, sei nicht abgesperrt worden und liege auf dem Weg zum Kinderspielplatz. Da das Gelände frei zugänglich gewesen sei, seien die Mietparteien da durch gefährdet worden. Es sei auch nicht ersichtlich, weshalb die demontierten Küchen aus d em Fenster geworfen und nicht or- dentlichen abtransportiert worden seien. Eine entspre chende Meldung sei vom Mieterverband an das Bauinspektorat erfolgt. Die Vermieterin liess d azu im Plädoyer an der vorinstanzlichen Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verhandlung vom 27. Januar 2015 entgegnen, dies berech tige zu keiner Mietzinsreduktion, zumal nichts passiert sei und der seelische Schaden nicht al lzu gross sein dürfte. Der Zeuge J.____ bestätigte, dass es unüblich sei, alte Küchen ode r Türen aus dem Fenster zu werfen. Aus den mit der allgemeinen Eingabe aller Mietpartei en eingereichten Fotos wird ersichtlich, dass zumindest bei einer Liegenschaft die Küchen offensic htlich aus dem Fenster geworfen wurden, da die Einzelteile verstreut herumliegen und nicht auf einem Haufen gebündelt sind, wie das beim Hinaustragen gemacht worden wäre. Die V ermieterin hat denn auch nicht bestrit- ten, dass abmontierte Küchen aus dem Fenster geworfen w urden. Aus den Fotos ist überdies ersichtlich, dass die Küchen auf den untenliegenden Rasen und Gehweg geworfen wurden, dass der Spielplatz mit hinführendem Gehweg in der Nä he ist und dass das Areal nicht abge- sperrt wurde. Ein Schaden entstand allerdings keiner Mietpartei und niemand machte diesbe- züglich eine persönliche Beeinträchtigung in der Nutzun g der Mietliegenschaft geltend. Eine gesonderte Berücksichtigung bei der Inkonvenienzentschädig ung aufgrund des Hinauswerfens von Küchen aus dem Fenster ist daher nicht angezeigt. Vie lmehr gilt dieser Umstand bei den allgemeinen Lärm- und Schmutzimmissionen als mitberücksichtigt. 8.7 Von allen Mietparteien wurde in pauschaler Weise gelt end gemacht, dass Arbeiten vor 7:00 Uhr begonnen und nach 17:00 Uhr beendet sowie an Samstagen ausgeführt worden sei- en. Darauf ist die Vermieterin bei der Vorinstanz nicht konkret eingegangen. Der Zeuge G.____ bestätigte, dass er bei einer Mietpartei an einem Samst ag gearbeitet habe, weil er unter Ter- mindruck geraten sei. An der vorinstanzlichen Verhandlung vom 1. September 2014 sagte eine Mieterin aus, dass die Arbeiten oftmals, das heisst an zwe i Tagen, bereits um 05:30 Uhr ange- fangen hätten und teilweise bis 21:45 Uhr gearbeitet worden sei. Ein anderer Mieter führte aus, es habe keine festen Arbeitszeiten gegeben. In welchem Umfang zu unüblichen Zeiten gearbei- tet worden sein soll, ist letztlich nicht erstellt. Auch geht nicht hervor, ob es sich dabei um Arbei- ten in den einzelnen Wohnungen handelte und ob die Arbeiten für alle Mietparteien gleicher- massen lärmintensiv waren. In den Akten finden sich ansonste n keine allgemeinen Hinweise auf Arbeitsausführungen ausserhalb von üblichen Arbei tszeiten, so dass dieser Faktor im Er- gebnis nicht als allgemein geltende Beeinträchtigung berücksichtigt werden kann. 8.8 Die Mietparteien machten allgemein vereinzelte Strom unterbrüche und mangelnde Be- heizbarkeit während der Sanierung geltend. Was die Stromunterbrüche betrifft, wurde bereits in der „Dokumentation Umbauarbeiten“ (Klagbeilage 4) au sgeführt, dass es Tage geben könne, an welchen kein Wasser oder Strom zur Verfügung stehe. Wie oft es zu Stromunterbrüchen kam, ist nicht erstellt. Der Zeuge F.____ führte aus, e s sei zu einem Stromausfall von vier Ta- gen gekommen. In dieser Zeit habe die Heizungsanlage nicht funktioniert, was für die Mietpar- teien zweifelsohne sehr unangenehm gewesen sei. Die B eschwerdeführerin machte mit Be- schwerde geltend, für die Heizung sei während dieser Zeit kein Strom zu Verfügung gestanden, in den Mietobjekten sei dagegen während dieser vier Tag e immer Strom zur Verfügung gestan- den. Dem wurde in der Beschwerdeantwort nicht widersp rochen. Ob sich der vom Zeugen ge- nannte Stromausfall nur auf die Heizungsanlage bezog oder auf die gesamten Liegenschaften, geht aus dem Zeugenprotokoll nicht eindeutig hervor. Da keine Mietpartei geltend machte, wäh- rend vier Tagen in Folge über keinen Strom verfügt zu haben, und der Darstellung der Be- schwerdeführerin betreffend Zeugenaussage in der Beschwe rdeantwort nicht widersprochen Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht wurde, ist davon auszugehen, dass sich die Zeugenaussage le diglich auf die Heizungsanlage bezogen hat, jedoch nicht auf einen vier Tage dauernd en Stromausfall in den einzelnen Miet- wohnungen. Mit der Fotografie eines Informationsschreib ens des Elektrounternehmens ist er- stellt, dass es am 30. Oktober 2012 in der Liegenschaft m it der Hausnummer 82 zu einem ganztägigen Stromausfall wegen der Auswechslung der Et agenverteiler kam (Beilage 4 zur Eingabe vom 28. Januar 2014). Gestützt auf die „Dokumentation Umbauarbeiten“, die erwähnte Fotografie sowie die Ausführungen der Klagparteien ist davon auszugehen, dass es generell zu vereinzelten Stromausfällen kam, zumal die Vermietersc haft nicht vorbrachte, es seien gar kei- ne Stromausfälle während der Sanierung vorgekommen. Betreffend die Beheizbarkeit ist durch die Zeugenaussage von F.____ erstellt, dass zumindest für vier Tage die Heizung nicht funktio- nierte und es sich dabei um kältere Aussentemperaturen g ehandelt haben muss, da er den Heizungsausfall für die Mietparteien als sehr unangeneh m schilderte. Die Dauer des Ausfalls der Heizung wurde von den einzelnen Mietparteien sehr unterschiedlich geschildert, so dass nebst dem Ausfall der Heizung von vier Tagen keine allg emein gültigen Feststellungen über weitere Heizungsausfälle gemacht werden können. Vielmehr ist auf die im Einzelfall geschilder- ten Heizungsausfälle bei den individuellen Beeinträchtigungen einzugehen. Somit sind im Sinne der für alle Klagparteien geltenden Beeinträchtigungen vereinzelte Stromausfälle sowie ein Hei- zungsausfall von vier Tagen in Folge zu berücksichtigen, wof ür eine Reduktion des Mietzinses um rund 5% angemessen ist. 8.9 Die Mietparteien machten in der gemeinsamen Eingabe vom 28. Januar 2014 schliesslich geltend, dass ihre Wohnungen sowohl an den Abenden wi e auch mit der Beendigung der Sa- nierungsarbeiten nicht bzw. ungenügend gereinigt wurden. Aus der Bauabrechnung sei ersicht- lich, dass für die Reinigung sämtlicher Wohnungen ledigl ich ein Betrag von CHF 7‘000.00 auf- gewendet worden sei. Der Zeuge J.____ sagte aus, die Ve rmieterin bzw. deren Rechtsvorgän- ger sei mit der Reinigung nicht zufrieden gewesen, zumal sich die halbe Mieterschaft beschwert habe. Deshalb sei für die gesamte Reinigung lediglich CHF 7‘000.00 bezahlt worden. Ange- sichts dieser Ausführungen ist davon auszugehen, dass die Re inigung mangelhaft war, zumal die Beklagte nicht darzulegen vermochte, wie die Reini gungen erfolgt sein sollen und auch kei- ne diesbezüglichen Arbeitsrapporte oder andere Belege einreichte. Für die mangelhaften Reini- gungen während der Bauzeit und die mangelhaften End reinigungen wird eine Reduktion von rund 10% eines Monatsmietzinses als angemessen erachtet. 8.10 Werden die in den vorstehenden Erwägungen für die e inzelnen Positionen bewerteten Reduktionen addiert, so ergibt sich eine Inkonvenienzen tschädigung von einem Monatsnetto- mietzins, welche als Mindestentschädigung für die Beeint rächtigungen, welche alle Klagpartei- en gleichermassen trafen, festzulegen ist. 9. Es gilt nunmehr, die vom Beschwerdegegner des vorliegenden Verfahrens mit der zusätz- lichen individuellen Eingabe vom 28. Januar 2014 gelte nd gemachten Beeinträchtigungen zu würdigen. 9.1 In der genannten Eingabe wurde ausgeführt, die San ierungsarbeiten in der klägerischen Wohnung hätten vom 22. Oktober bis 23. November 2012 gedauert, wobei die Wohnung in der Zeit vom 29. Oktober 2012 bis 16. November 2012 über k eine Küche und vom 6. November bis Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht 23. November 2012 über kein Badezimmer verfügt habe. Wä hrend der Sanierung sei die Woh- nung vom 15. Oktober bis 23. November 2012 nicht behei zbar gewesen und habe während insgesamt drei Tagen über keine Stromzufuhr verfügt. D arüber hinaus sei die Wohnqualität während der Dauer der Sanierungsarbeiten in der Lieg enschaft respektive der umliegenden Häuser zufolge Lärm- und Schmutzimmissionen von Oktober b is Ende Dezember 2012 beein- trächtigt gewesen. 9.2 Bei der Festlegung der Mindestentschädigung wurde von e iner Sanierungsdauer inner- halb der einzelnen Wohnungen von rund drei Wochen ausg egangen. Der Beschwerdegegner führte aus, in seiner Wohnung habe die Sanierung insge samt rund einen Monat gedauert, wo- bei sie während 19 Tagen über keine Küche und währen d 18 Tagen über kein Badezimmer verfügt hätten. Die Sanierungsdauer der Küche und des Badezimmers liegen je innerhalb der bereits in der Mindestentschädigung berücksichtigten Dauer von zwei bis drei Wochen. Die gel- tend gemachte Gesamtsanierung von rund einem Monat d auerte dagegen etwas länger. Der Mieter machte jedoch keine konkreten Angaben darüber, w ie die Sanierung der Küche und des Badezimmers abgelaufen sein sollen und wie es sich mit der Benutzbarkeit dieser beiden Räu- me verhielt. Der Mieter hat die Gesamtdauer der Sani erung in seiner Wohnung nicht weiter substantiiert, dies im Gegensatz zu anderen Mietparteie n, welche mittels Protokollen angaben, welche Arbeiten wann ausgeführt wurden bzw. an welchen Tagen die Arbeiten stillstanden. Er legte auch keine Reklamationsschreiben an die Vermieterschaft vor, aus welchen diesbezüglich etwas hervorgehen würde. Aus den Unterlagen lassen sich auch keine Schlüsse hinsichtlich der Sanierung der Küche und des Badezimmers in der Mietwoh nung des Klägers ziehen. Die vom Mieter angegebene Gesamtdauer der Sanierung in seiner Wohnung von rund einem Monat ist nicht substantiiert, so dass nicht von einem längeren Zeitraum als den in der Mindestentschädi- gung angenommenen rund drei Wochen ausgegangen werd en kann. Die Dauer der Sanierung in der klägerischen Wohnung führt daher im vorliegenden Verfahren zu keiner zusätzlichen Ent- schädigung. 9.3 Weiter machte der Mieter geltend, seine Wohnung sei w ährend der Sanierung vom 15. Oktober bis 23. November 2012, also während rund sechs Wochen, nicht beheizbar gewe- sen. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Kläger während sechs Wochen seine Wohnung nicht heizen konnte, ohne sich deswegen bei de r Vermieterin zu beschweren. Dass er sich wegen der Heizung an die Vermieterschaft gewende t habe, führte er in seiner Eingabe nicht aus. Die Vermieterschaft ist auf die Ausführungen betreffend Heizung im vorinstanzlichen Verfahren nicht konkret eingegangen, sondern führte led iglich allgemein aus, es sei nicht ver- meidbar gewesen, dass bei der Überholung der Heizanlage die Temperatur zwangsläufig wäh- rend wenigen Tagen nicht immer in allen Räumen auf g leich hohem Niveau habe gehalten wer- den können (Klagantwort vom 28. November 2013, S. 6). Nachdem etliche Mietparteien bei der Vorinstanz ebenfalls ausführten, dass ihre Wohnungen nicht ausreichend beheizt werden konn- ten und die zeitweise mangelnde Beheizbarkeit durch die Vermieterschaft nicht bestritten wur- de, kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass d ie Beheizbarkeit in etwas höherem Umfang als den bereits berücksichtigten vier Tagen Heizausfall mangelhaft war. Somit rechtfer- tigt es sich, für den geltend gemachten Heizausfall eine zusätzliche Entschädigung zuzuspre- chen, wobei hierfür lediglich auf wenige Tage abzuste llen ist und nicht auf die gesamte geltend Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemachte Dauer von sechs Wochen. Hierfür ist eine zusätzli che Entschädigung von 10% eines Monatsnettomietzinses angemessen. 9.4 Im vorliegenden Verfahren wurden überdies mit der in dividuellen Eingabe vom 28. Januar 2014 Stromausfälle von insgesamt drei Tagen geltend gemacht. Vereinzelte Stromausfälle wur- den bereits in der Mindestentschädigung berücksichtigt, so dass sich hierfür keine weitere Ent- schädigung rechtfertigt. 9.5 Die Lärm- und Schmutzimmissionen, welche alle Mietpart eien gleichermassen beeinträch- tigten, sind bereits in der Mindestentschädigung berücksich tigt. Betreffend die Liegenschaft Nr. 86 ist demgegenüber allerdings von stärkeren Schmu tzimmissionen auszugehen. So führte der Zeuge H.____ aus, dass es in den Häusern Nr. 84 un d 86 viel Staub und Dreck gegeben habe. Auch der Zeuge I.____ erwähnte diesbezüglich exp lizit die Häuser Nr. 84 und 86 im Zu- sammenhang mit dem Ersetzen von Glaswänden und ergänzte , die Esszimmer hätten auch abgedeckt werden müssen, zumindest dort, wo nicht ausge räumt worden sei. Aufgrund dieser Zeugenaussagen ist bei der vom Mieter bewohnten Liegensc haft Nr. 86 im Vergleich mit den bei der Mindestentschädigung bereits berücksichtigten Beei nträchtigungen von stärkeren Schmutzimmissionen auszugehen. Hierfür ist eine zusätzliche Entschädigung von 20% ange- messen. 9.6 Entsprechend diesen Ausführungen ist zu der unter Er wägung Ziffer 8.10 festgelegten Mindestentschädigung von einem Monatsnettomietzins ange sichts des Heizausfalls und der verstärkten Schmutzimmissionen in der Liegenschaft Nr. 86 eine Erhöhung von insgesamt 30% vorzunehmen, so dass dem Kläger eine Entschädigung von insg esamt 130% eines Monatsnet- tomietzinses zusteht. Angesichts seines Nettomietzinses von C HF 1‘120.00 vor der Sanierung entspricht dies einer Entschädigung von CHF 1‘456.00. Wi e bereits im vorinstanzlichen Ent- scheid festgehalten und von den Klagparteien nicht bea nstandet wurde, ist die von der Vermie- terschaft zuerkannte Entschädigung von CHF 700.00 für de n Fall der bereits erfolgten Bezah- lung oder anderweitigen Gewährung von dieser Inkonveni enzentschädigung in Abzug zu brin- gen. 10. Die Klagparteien haben mit ihrer Klage vom 2. Oktobe r 2013 eine Entschädigung in Höhe von je zwei Monatsnettomietzinsen zuzüglich Zins zu 5% seit Klageinreichung und somit ab 2. Oktober 2013 beantragt. Die Vorinstanz hat mit Ur teil vom 27. Januar 2015 dagegen einen Zins zu 5% seit dem 15. Oktober 2012 zugesprochen. Ents prechend dem Rechtsbegehren in der Klage ist der Zins zu 5% erst ab 2. Oktober 2013 zuzusprechen, zumal die Beklagte die vollumfängliche Abweisung der Klage beantragte. 11. Die Beschwerde ist folglich teilweise gutzuheissen und de r vorinstanzliche Entscheid auf- zuheben. Betreffend die Klägerin ist die Klage zufolg e fehlender Aktivlegitimation abzuweisen. Die Beklagtenpartei ist in teilweiser Gutheissung der Kl age zu verurteilen, dem Kläger für die in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2012 am Mietobjekt d urchgeführten Sanierungsarbeiten eine Inkonvenienzentschädigung von CHF 1‘456.00 nebst Zin s zu 5% seit 2. Oktober 2013 zu bezahlen, wobei die von der Beklagtenpartei bzw. von i hrem Rechtsvorgänger bereits zuer- Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht kannte Entschädigung von CHF 700.00 für den Fall der b ereits erfolgten Bezahlung oder an- derweitigen Gewährung (Verrechnung bzw. Gutschrift) in Abzug zu bringen ist. 12. Ist der vorinstanzliche Entscheid abzuändern, sind auch die erstinstanzlichen Prozesskos- ten neu zu verlegen. 12.1 Die Klagparteien haben eine Entschädigung von zwei Mo natsnettomietzinsen bzw. CHF 2‘240.00 beantragt. Der Kläger ist nunmehr mit C HF 1‘456.00 durchgedrungen, wobei noch der von Beginn an zugestandene Betrag von CHF 700 .00 abzuziehen ist. Bereits die Vor- instanz hat diesen Betrag bei der Kostenverteilung ber ücksichtigt, was von den Beschwerde- gegnern nicht beanstandet wurde. Somit ist der Kläger zu rund einem Drittel durchgedrungen, wogegen die Klägerin unterlegen ist. Für die Beklagte npartei bleibt der zu bezahlende Betrag im Ergebnis derselbe, auch wenn sie betreffend die Klä gerin mit dem Einwand, diese sei nicht aktivlegitimiert, obsiegt. Die vorinstanzlichen Gerichtskoste n von CHF 600.00 sind deshalb ent- sprechend der gutgeheissenen Inkonvenienzentschädigung zu zwei Dritteln den Klagparteien und zu einem Drittel der Beklagtenpartei aufzuerlegen. 12.2 Demgegenüber ist bei der Parteientschädigung das Unter liegen der Klägerin zu berück- sichtigen. Hierfür wird vorab die Parteientschädigung e ntsprechend dem gutgeheissenen Be- trag im Verhältnis 1/3 zu 2/3 berechnet und die von d en Klagparteien an die Beklagtenpartei zu leistende Parteientschädigung sodann zufolge Unterliegens der Klägerin pauschal erhöht. Die Vorinstanz hat gestützt auf die Honorarnote der R echtsvertreterin der Klagparteien vom 27. Januar 2015 ein Anwaltshonorar nach Streitwert vo n gesamthaft CHF 19‘254.45 (inkl. Spe- sen und MWST) für sämtliche 21 Parallelverfahren bzw. von CHF 916.90 pro Verfahren (CHF 19‘254.45 dividiert durch 21) für jeweils beide Parteivertreter als tarifkonform beurteilt, was von keiner Partei beanstandet wurde. Es ist folglich für die Festlegung der Parteientschädi- gung von dieser Honorarnote auch für den Rechtsvertreter der Beklagten auszugehen. Aller- dings ist kein Zuschlag für die Mehrwertsteuer zu berücksich tigen, weil die mehrwertsteuer- pflichtige Beklagte die an ihren für geschäftlich begrü ndete Zwecke beauftragten Anwalt geleis- teten Mehrwertsteuern als Vorsteuern in ihrer eigenen Mehrwertsteuerabrechnung abziehen kann (vgl. Art. 28 ff. MWSTG; Eidgenössische Steuerverwal tung ESTV, MWST-Branchen-Info 19, Gemeinwesen, Bern 2010, Rz. 80; B ENEDIKT A. SUTER /C RISTINA VON HOLZEN , in: Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 95 N 39). Die Beklagte erleidet durch die Mehrwertsteuer somit keinen zu ersetzenden Schaden, da sie mit deren Bezahlung gleich- zeitig (bzw. in der gleichen Periode) einen gleich hohe n geldwerten, liquiden und sicheren An- spruch gegenüber der Mehrwertsteuerverwaltung begründet . Die Abrechnungsmethode der Partei, der eine Prozessentschädigung zuzusprechen ist, is t dabei ohne Einfluss und nicht zu berücksichtigen (OGer ZH vom 19.07.2005, ZR 2005, N 76 , E. III.2; Entscheid des Kantonsge- richts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vom 09.05.20 11, Nr. 410 2011 38, E. 4.5, publi- ziert im Internet). Die genannte Honorarnote weist oh ne Mehrwertsteuer einen Betrag von CHF 17‘828.20 (inkl. Auslagen) auf, was dividiert durch 21 einem Betrag von CHF 848.95 ent- spricht. Entsprechend der gutgeheissenen Inkonvenienzentsc hädigung haben die Klagparteien an die Beklagte zwei Drittel des Anwaltshonorars von CHF 848.95 (ohne MWST) zu bezahlen, Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht also CHF 565.95. Die Beklagte hat dagegen den Klagpar teien einen Drittel an das Anwaltsho- norar von CHF 916.90 zu bezahlen, was CHF 305.65 entsp richt. Nach gegenseitiger Verrech- nung resultiert eine von den Klagparteien an die Bekla gte zu bezahlende Parteientschädigung von CHF 260.30. Aufgrund des Unterliegens der Klägerin wird diese Parteientschädigung auf pauschal CHF 300.00 erhöht. 13. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden analog wie di e erstinstanzlichen Kosten verteilt. 13.1 Entsprechend der zugesprochenen Inkonvenienzentschädigu ng werden die ordentlichen Kosten wiederum zu zwei Dritteln den Klagparteien/Besch werdegegnern und zu einem Drittel der Beklagten/Beschwerdeführerin auferlegt. Die Entsch eidgebühr für das vorliegende Be- schwerdeverfahren wird in Anwendung von § 9 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (Gebührentarif, GebT, SGS 170.31) auf CHF 900.00 festgesetzt. 13.2 Dagegen wird bei der Parteientschädigung für das Besch werdeverfahren wiederum das Unterliegen der Klägerin berücksichtigt. Hierfür wird e benfalls vorab die Parteientschädigung entsprechend den gutgeheissenen Betrag im Verhältnis 1 /3 zu 2/3 berechnet und die von den Klagparteien an die Beklagtenpartei zu leistende Par teientschädigung sodann zufolge Unterlie- gens der Klägerin pauschal erhöht. Nachdem von den Rechtsvertretungen keine Honorarnoten fü r das Beschwerdeverfahren ein- gereicht wurden, ist die Parteientschädigung in Anwen dung von § 18 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (SGS 178.112, TO) vo m Gericht von Amtes wegen festzuset- zen, wobei die Berechnung des Honorars nach dem Zeitau fwand zu erfolgen hat (§ 2 Abs. 1 TO). Angesichts der 21 Parallelfälle ist wiederum, wie bereits bei der Vorinstanz, das Gesamt- honorar festzulegen, welches gleichermassen auf die 21 Verfahren zu verlegen und somit durch 21 zu dividieren ist. Für beide Rechtsvertretungen wird für die Erstellung eines Musters der je- weiligen Rechtsschriften ein Aufwand von 10 Stunden angerechnet und sodann für die individu- ellen Anpassungen 2 Stunden pro Verfahren bzw. insgesamt 42 Stunden hinzuaddiert, so dass für das Erstellen und Einreichen der 21 Rechtsschriften ein Aufwand von 52 Stunden ange- rechnet wird. Für die Vergleichsverhandlung vor Kantonsgericht wird sodann beiden Rechtsver- tretungen ein Aufwand von je 3 Stunden angerechnet, inkl. Anreise und Vorbereitung der Ver- gleichsverhandlung. Nach der Vergleichsverhandlung hatt en die Rechtsvertretungen die vom Kantonsgericht vorgeschlagenen Vergleiche mit ihren Klie nten zu besprechen. Der Rechtsver- treter der Vermieterschaft hatte die Vergleichsvorschläg e lediglich mit einer Partei zu bespre- chen. Hierfür wird ihm ein Aufwand von insgesamt 5 Stunden angerechnet, was rund einer Vier- telstunde pro Verfahren entspricht. Die Rechtsvertrete rin der Mietparteien hatte die Vergleichs- vorschläge mit 21 verschiedenen Parteien zu besprechen, was zeitaufwändiger ist. Ihr wird hier- für der Aufwand auf 10 Stunden verdoppelt. Der Stun denansatz wird bei beiden Rechtsvertre- tungen in Anwendung von § 3 Abs. 1 TO auf CHF 250.00 festgelegt. Für den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Anton Bühlmann, resultiert somit ein Aufwand von insgesamt 60 Stun- den à CHF 250.00. Sein Honorar wird folglich auf pau schal CHF 15‘000.00 inklusive Auslagen festgelegt. Die Mehrwertsteuer ist wiederum nicht zu b erücksichtigen (siehe Erwägung Ziffer 12.2 hiervor). Aufgeteilt auf die 21 Beschwerden ent spricht dies einem Honorar von Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 714.30 (inkl. Auslagen, MWST nicht zu berücksichtigen) pro Beschwerdeverfahren für An- ton Bühlmann. Für die Rechtsvertreterin der Beschwerdeg egner, Sarah Brutschin, resultiert ein Aufwand von insgesamt 65 Std. à CHF 250.00. Ihr Hono rar beträgt somit CHF 16‘250.00. Nach Hinzurechnung der Mehrwertsteuer von 8% bzw. CHF 1‘30 0.00 resultiert für sie ein Gesamtbe- trag von CHF 17‘550.00, wiederum pauschal inklusive Ausl agen. Aufgeteilt auf die 21 Be- schwerden entspricht dies einem Honorar von CHF 835.70 ( inkl. Auslagen und MWST) pro Be- schwerdeverfahren für Sarah Brutschin. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens haben die Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin 2/3 der Honor arnote von Rechtsanwalt Anton Bühlmann zu bezahlen, was CHF 476.20 entspricht (2/3 von CHF 714.30). Die Beschwerdefüh- rerin hat dagegen den Beschwerdegegnern 1/3 der Honorarnote von Rechtanwältin Sarah Brut- schin zu bezahlen, was CHF 278.55 ausmacht (1/3 von CHF 8 35.70). Nach gegenseitiger Ver- rechnung haben die Beschwerdegegner der Beschwerdeführe rin eine Parteientschädigung von CHF 197.65 zu bezahlen. Diese wird zufolge Unterlieg ens der Klägerin/Beschwerdegegnerin auf pauschal CHF 250.00 erhöht. Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird d as Urteil des Präsiden- ten des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft Ost vom 27. Januar 2015 aufgehoben und durch folgenden Entscheid ersetzt: "1. Die Klage von C.____ wird abgewiesen. 2. Die Klage von B.____ wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte wird verurteilt, dem Kläger für die in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2012 am Mietobjekt durchgeführten Sanierungsarbeiten eine Inkonvenienzentschädigung von CHF 1‘456.00 nebst Zins zu 5% seit 2. Oktober 2013 zu bezahlen, wobei die von der Be klagtenpar- tei bzw. von ihrem Rechtsvorgänger bereits zuerkannte Ent schäd i- gung von CHF 700.00 für den Fall der bereits erfolgte n Bezahlung oder anderweitigen Gewährung in Abzug zu bringen ist. 3. Die Gerichtsgebühr von CHF 600.00 pauschal wird zu zwei Dritteln den Klagparteien und zu einem Drittel der Beklagten auferlegt. Die Klagparteien haben der Beklagten eine Parteientsc hädigung von pauschal CHF 300.00 (inkl. Auslagen, MWST nicht zu b erüc k- sichtigen) zu bezahlen.“ II. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren von CHF 900.00 wird zu einem Drittel der Beschwerdeführerin und zu zwe i Dritteln den Beschwerdegegnern auferlegt. Die Beschwerdegegner haben der Beschwerdeführerin für das Be- schwerdeverfahren eine Parteientschädigung von pauschal C HF 250.00 (inklusive Auslagen, MWST nicht zu berücksichtigen) zu bezahlen. Präsident Thomas Bauer Gerichtsschreiberin Karin Arber