<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00248</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106386&amp;W10_KEY=4467147&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00248</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.11.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 13.05.2002 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung (Familiennachzug)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Massgebliche Abhängigkeit<br/><br/>Es besteht kein Anspruch auf Nachzug der 67-jährigen Mutter aufgrund von Art. 8 EMRK, da kein Abhängigkeitsverhältnis zu der in der Schweiz lebenden Tochter besteht.<br/>BGE-Nr. 2A.20/2002</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANGEHÃRIGE">ANGEHÃRIGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETREUUNGSBEDÃRFNIS">BETREUUNGSBEDÃRFNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BGE">BGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESUNDHEITSSTÃRUNG">GESUNDHEITSSTÃRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSANSPRUCH">RECHTSANSPRUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERPRÃFUNGSBEFUGNIS">ÃBERPRÃFUNGSBEFUGNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="ungerade">§ 43 lit. II VRG</span><br/><span class="gerade">§ 43 lit. Ih VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die auslÃ¤ndische StaatsangehÃ¶rige Q., geboren 1934, reiste am 15. Oktober 2000 mit gÃ¼ltigem Pass und visumsfrei in die Schweiz ein, um ihre Tochter R., den schweizerischen Schwiegersohn und das Enkelkind zu besuchen. Am 13. November stellte sie das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Schwiegersohn. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit teilte ihr mit Schreiben vom 21. November 2000 mit, dass sie nach Ablauf des bewilligungsfreien Besuchsaufenthalts in der Schweiz, spÃ¤testens am 14. Januar 2001, zur Ausreise verpflichtet sei. Ihr Gesuch werde erst nach erfolgter Ausreise materiell geprÃ¼ft.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Eingabe vom 12. Januar 2001 verlangte Q. die Behandlung ihres Gesuchs und erneuerte den Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihren AngehÃ¶rigen. Am 16. Februar 2001 antwortete die Fremdenpolizei (heute: Migrationsamt) in Ãbereinstimmung mit ihrem ersten Schreiben, dass kein Anspruch auf Anwesenheit nach Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthalts bestehe, und setzte der Gesuchstellerin eine neue Ausreisefrist an.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Daraufhin beantragte Q. mit Eingabe vom 21. MÃ¤rz 2001 dem Regierungsrat, die Fremdenpolizei sei anzuweisen, das Gesuch materiell zu prÃ¼fen und darÃ¼ber in Form einer beschwerdefÃ¤higen VerfÃ¼gung zu entscheiden. Weiter sei die Fremdenpolizei anzuweisen, die Frage der Aufenthaltsregelung wÃ¤hrend der Dauer des pendenten Bewilligungsverfahrens materiell zu prÃ¼fen. Am 4. Juli 2001 entschied der Regierungsrat, auf den Rekurs nicht einzutreten, im Ãbrigen ihn abzuweisen, soweit er nicht gegenstandslos sei. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 8. August 2001 erhob Q. Beschwerde an das Verwaltungsgericht, dem sie beantragte:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Es sei der angefochtene Beschluss aufzuheben und die Sache mit der Auflage an die Fremdenpolizei des Kantons ZÃ¼rich zurÃ¼ckzuweisen, das Aufenthaltsgesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin materiell zu prÃ¼fen und darÃ¼ber allenfalls in Form einer beschwerdefÃ¤higen VerfÃ¼gung zu entscheiden.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2. Ferner sei der Regierungsrat bzw. die Fremdenpolizei anzuweisen, die Frage der Aufenthaltsregelung wÃ¤hrend der Dauer des pendenten Bewilligungsverfahrens materiell zu prÃ¼fen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3. Eventualiter sei die Fremdenpolizei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen, bis zur rechtskrÃ¤ftigen Erledigung dieses Verfahrens jegliche Vollzugshandlungen zu unterlassen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 4. Es sei der BeschwerdefÃ¼hrerin eine angemessene EntschÃ¤digung auszurichten und der Regierungsrat zu verpflichten, ihr auch fÃ¼r das vor­instanzliche Verfahren eine entsprechende EntschÃ¤digung zu leisten."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Auftrag des Regierungsrats beantragte die Staatskanzlei, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit liess sich nicht vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offensteht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist der Fall bei Entscheiden betreffend Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen, auf deren Erteilung die auslÃ¤ndische Person einen bundesrechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Einen bundesrechtlichen Anspruch auf Erteilung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung hat ein AuslÃ¤nder dann, wenn ihm ein solcher gestÃ¼tzt auf eine Sondernorm des Landes- oder Staatsvertragsrechts eingerÃ¤umt wird (BGE 124 II 361 E. 1a S. 364 mit Hinweisen). Ansonsten entscheiden die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden Ã¼ber die Bewilligung des Aufenthalts im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der VertrÃ¤ge mit dem Ausland nach freiem Ermessen (Art. 4 des Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 [ANAG]). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht einen Anspruch aus Art. 8 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK) geltend, welcher - genauso wie der inhaltlich gleichwertige Art. 13 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (vgl. BGE 126 II 425 E. 4 c/bb S. 433 mit Hinweisen) - den Schutz des Privat- und Familienlebens garantiert. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ob der BeschwerdefÃ¼hrerin ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zusteht, ist im Rahmen der Eintretensfrage zu prÃ¼fen. Erst wenn dies zu bejahen ist, kann der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz beurteilt werden. Nur dann kÃ¶nn­te auch festgestellt werden, die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin hÃ¤tten auf das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin eintreten und dieses allenfalls gutheissen mÃ¼ssen. Ist hingegen das Verwaltungsgericht mangels bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruchs auf die Aufenthaltsbewilligung zur Beurteilung der Beschwerde nicht zustÃ¤ndig, hat es beim Entscheid der Vorinstanz sein Bewenden und ist es dem Verwaltungsgericht verwehrt, dessen GrÃ¼nde zu hinterfragen. § 48 VRG begrÃ¼ndet - wie sich aus dessen Randtitel ergibt - keine selbstÃ¤ndige MÃ¶glichkeit des Verwaltungsgerichts bei fehlender ZustÃ¤ndigkeit in der Sache das Verfahren der Vorinstanz zu Ã¼berprÃ¼fen. FÃ¼r die PrÃ¼fung eines aus Art. 8 EMRK abgeleiteten Anspruchs ist auf die VerhÃ¤ltnisse im Urteilszeitpunkt abzustellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Auf den Schutz des Familienlebens kann sich die um eine Bewilligung ersuchende auslÃ¤ndische Person berufen, die eine familiÃ¤re Beziehung zu in der Schweiz lebenden nahen Verwandten mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht hat und diese Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und intakt ist (vgl. BGE 118 Ib 153 E. 1c S. 157, 19 Ib 81 E. 1c S. 84). FamiliÃ¤re Beziehungen, die gemÃ¤ss Art. 8 EMRK einen Anspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung verschaffen kÃ¶nnen, sind vor allem jene zwischen den Ehegatten sowie jene zwischen den Eltern und ihren minderjÃ¤hrigen Kindern. DemgegenÃ¼ber fallen die Beziehungen Ã¼ber 18 Jahre alter Erwachsener zu ihren Eltern oder anderen Erwachsenen grundsÃ¤tzlich nicht mehr unter den Schutz von Art. 8 EMRK (BGE 122 II 385 E. 1c S. 389, 120 Ib 257 E. 1 S. 259 ff.). Indessen kann diese Vorschrift einen Anspruch auf Familiennachzug auch nach dem Erreichen der VolljÃ¤hrigkeit begrÃ¼nden, wenn die um die fremdenpolizeiliche Bewilligung ersuchende auslÃ¤ndische Person vom hier Anwesenheitsberechtigten abhÃ¤ngig ist (BGE 120 Ib 257 E. 1d S. 260). Eine solche vom Alter unabhÃ¤ngige AbhÃ¤ngigkeit kann sich aus besonderen Betreuungs- oder PflegebedÃ¼rfnissen wie bei kÃ¶rperlichen oder geistigen Behinderungen oder schwerwiegenden Krankheiten ergeben (vgl. BGE 115 Ib 1, 120 Ib 257 E. 1e S. 261). Die Anforderungen an ein solches AbhÃ¤ngig­keitsverhÃ¤ltnis sind relativ hoch; Krankheit oder Behinderung mÃ¼ssen eine dauernde Betreu­ung von nahen, in der Schweiz lebenden Verwandten unabdingbar machen. In BGE 120 Ib 257 wurde eine massgebliche AbhÃ¤ngigkeit als nicht gegeben erachtet, obwohl der 19-jÃ¤hrige Halbbruder geistig behindert war und in der Heimat keine AngehÃ¶rigen mehr hatte. Gleich hat das Bundesgericht in einem unverÃ¶ffentlichten Entscheid vom 29. Oktober 1996 (2A.353/1996) befunden, wo die nachzuziehende 63-jÃ¤hrige Frau ebenfalls keine AngehÃ¶rigen mehr in der Heimat hatte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Damit die dargelegten Voraussetzungen des Familiennachzugs im konkreten Fall sachgerecht Ã¼berprÃ¼ft werden kÃ¶nnen, mÃ¼ssen die Gesuchsteller ihren Teil zur Sachverhalts­aufklÃ¤rung beitragen. Das Bundesgericht hat hierzu festgestellt, dass die im Verwaltungs­verfahren grundsÃ¤tzlich geltende Untersuchungsmaxime relativiert wird durch die Mit­wirkungspflicht der Parteien, die namentlich insoweit greift, als eine Partei das Verfahren durch eigenes Begehren eingeleitet hat oder darin eigene Rechte geltend macht. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bezieht sich die Mitwirkungspflicht naturgemÃ¤ss gerade auf solche Tatsachen, die eine Partei besser kennt als die BehÃ¶rden und die von der BehÃ¶rde ohne Mitwirkung der gesuchstellenden Person gar nicht oder nicht mit vernÃ¼nftigem Aufwand erhoben werden kÃ¶nnten. In FÃ¤llen mit auslÃ¤nderrechtlichem Bezug treffe dies insbesondere auf die von den Gesuchstellern behaupteten persÃ¶nlichen UmstÃ¤nde in ihrer Heimat zu; solche Tatsachen liessen sich erfahrungsgemÃ¤ss von den schweizerischen BehÃ¶rden, wenn Ã¼berhaupt, so nur mit erschwertem Aufwand abklÃ¤ren (BGE 122 II 385 E. 4c/cc S. 394). An die von der beschwerdefÃ¼hrenden Partei im Rahmen der Mitwirkungs­pflicht zu erbringenden Nachweise sind dabei hohe Beweisanforderungen zu stellen (BGE 124 II 361 E. 4c S. 371).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Daraus folgt, dass darzulegen ist, in welcher Form die in der Schweiz anwesenheits­berechtigte Person das nachzuziehende Familienmitglied betreut und in welchem Ausmass sie es wirtschaftlich unterhÃ¤lt. Dazu ist eine Beschreibung unerlÃ¤sslich, wo genau und in welchem Beziehungsumfeld das nachzuziehende Familienmitglied bisher gelebt hat. Insbesondere sind die im gleichen Haushalt lebenden Personen sowie die sonstigen als Betreuungs­personen in Frage kommenden Verwandten zu nennen. Es ist sodann aufzuzeigen, was den betreuungsbedÃ¼rftigen Zustand herbeigefÃ¼hrt hat und wann dieser eingetreten ist. Und wenn dieser schon bestand, warum ein Wechsel in der Betreuung notwendig wurde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Die 67-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin lÃ¤sst anfÃ¼hren, sie habe aufgrund ihrer Lebensgeschichte - praktisch alleinerziehende Mutter dreier TÃ¶chter und Sorge fÃ¼r einen Ehe­mann mit Unterschenkelprothese - einen physischen und psychischen ErschÃ¶pfungszustand erreicht. Trotz der ihrem Ehemann erwiesenen FÃ¼rsorge habe er sie zunehmend drangsaliert. Ausserdem habe er sie sich wÃ¤hrend Jahren kÃ¶rperlich zu Nutze gemacht und sei auch immer wieder gewalttÃ¤tig geworden. Im September 2000 habe sie sich einer GebÃ¤rmutter­entfernung unterziehen mÃ¼ssen. Anschliessend sei sie zu ihrer Tochter R. in die Schweiz ge­reist, um sich von den Strapazen der Operation zu erholen. Die Tochter gebe der Beschwer­defÃ¼hrerin psychischen Halt und versorge sie, die heute auf Psychopharmaka angewiesen sei, auch als Ãrztin. Im Lauf der ersten Besuchswochen in der Schweiz sei klar geworden, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin die Kraft fehle und ihr auch nicht zuzumuten sei, zu ihrem tyrannischen Ehegatten zurÃ¼ckzukehren. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) NachtrÃ¤glich reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin einen Entscheid der Polizei- und MilitÃ¤rdirektion des Kantons Bern vom 28. August 2001 ein, der einen gleichgelagerten Fall betreffe. Da der besagte Entscheid sehr knapp gehalten ist, ist es schwierig festzustellen, ob es sich tatsÃ¤chlich um "eine praktisch identische Sachlage" handelt. Ausserdem kann der angefÃ¼hrte Entscheid im vorliegenden Fall ohnehin keine Bedeutung erlangen, da die hier interessierende Frage nach einem Anspruch gestÃ¼tzt auf Art. 8 EMRK nicht behandelt wurde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Ebenfalls nachtrÃ¤glich reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin eine Ã¤rztliche Bescheinigung der Beratungsstelle in Fragen der Familiengesundheit in X., eine ErklÃ¤rung von Dr. S., Psychologin in Y., sowie ein psychologisches Gutachten ein. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die am 13. August 2001 ausgestellte Ã¤rztliche Bescheinigung der Beratungsstelle besagt wÃ¶rtlich: "Diagnose: Zustand nach einer gynÃ¤kologischen Totaloperation. Die Patientin erfordert stÃ¤ndige Betreuung und optimale Bedingungen; Ausstellungszweck: zu amtlichen Zwecken". Weitere Angaben fehlen; vor allem zur Art und IntensitÃ¤t der Betreuung, welche die BeschwerdefÃ¼hrerin benÃ¶tigt und was genau "optimale Bedingungen" sind. Hinzu kommt, dass anscheinend ein Teil der Bescheinigung nicht Ã¼bersetzt wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 22. August 2001 erklÃ¤rte Dr. S., Psychologin und Nichte der BeschwerdefÃ¼hrerin, dass man in der Familie seit langem besorgt gewesen sei Ã¼ber die physische und psychische Gewaltanwendung des Ehemanns gegenÃ¼ber der BeschwerdefÃ¼hrerin und den gemeinsamen Kindern. Er habe sie geschlagen, beschimpft und eingeschÃ¼chtert. Wegen der schwierigen Situation seien die drei TÃ¶chter von zu Hause ausgezogen; R. habe bei einer Tante, U. in einem gemieteten Zimmer und V. bei ihrem Ehemann gelebt. Dies alles habe den Gesundheitszustand der BeschwerdefÃ¼hrerin belastet. Sie habe Herzprobleme, Angst­zustÃ¤nde und sei depressiv. Diese von der Nichte abgegebene ErklÃ¤rung fÃ¼hrt nicht zum zwingenden Schluss, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin aus GesundheitsgrÃ¼nden auf ihre Tochter R. angewiesen ist. Die erwÃ¤hnten gesundheitlichen Probleme, sind nur in schwerer Form Krankheiten, welche ein AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis zu begrÃ¼nden vermÃ¶gen. Den Akten ist jedoch diesbezÃ¼glich nichts zu entnehmen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss dem Gutachten von lic.phil. T., Psychologin FSP, gelangte die Tochter der BeschwerdefÃ¼hrerin am 28. August 2001 an sie, damit sie die BeschwerdefÃ¼hrerin, welche sich in einer akuten Krise befinde, psychologisch begleite und unterstÃ¼tze. Bei der BeschwerdefÃ¼hrerin sei eine starke Angstsymptomatik erkennbar, welche durch den brutalen Zwischenfall mit dem Ehemann kurz vor ihrer Abreise - dieser habe mit seinem Stock auf den Schwiegersohn eingeschlagen - verstÃ¤rkt worden sei. Sie fÃ¼hle sich durch ihren Ehemann kÃ¶rperlich und psychisch bedroht und erlebe GefÃ¼hle totaler Hilflosigkeit. Erst unter dem Schutz der Tochter und in einem fremden Land wage sie ansatzweise sowohl die Ã¤us­sere Bedrohung wahrzunehmen als auch die eigenen BedÃ¼rfnisse und Impulse zuzulassen. Es werde eine sehr starke Mutter-Tochter-Bindung sichtbar. Das gemeinsame Leiden unter den Repressionen des Ehemanns und Vaters habe ein GefÃ¼hl von SolidaritÃ¤t und familiÃ¤rer Verwurzelung geschaffen. Die Ã¼ber einen langen Zeitraum hinweg unterdrÃ¼ckte Wahrnehmung der eigenen Impulse und BedÃ¼rfnisse habe zu einer depressiven StÃ¶rung gefÃ¼hrt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei in ihrer persÃ¶nlichen IntegritÃ¤t gefÃ¤hrdet und im besonderen Mass auf Ã¤usseren Schutz und emotionale Sicherheit angewiesen. Eine RÃ¼ckschaffung gegen ih­ren Willen wÃ¼rde das Trauma reaktivieren und ihre PersÃ¶nlichkeit erheblich destabilisieren. Angesichts dieser von der Gutachterin diagnostizierten psychischen Probleme, erstaunt es, dass eine Behandlung erst drei Wochen nach Erhebung der Beschwerde an das Verwaltungsgericht und damit mehr als zehn Monate nach der Einreise in die Schweiz begonnen wurde. Weiter ist unklar, ob die Behandlung andauert oder ob es sich dabei nur um eine AbklÃ¤rung handelte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) In Anbetracht des Vorgebrachten ist es fragwÃ¼rdig, ob die geltend gemachte psychische GesundheitsstÃ¶rung den Schweregrad erreicht, um ein besonderes PflegebedÃ¼rfnis zu begrÃ¼nden. Das eingereichte Gutachten - als einziges Fachzeugnis - reicht nicht aus, um dies glaubhaft zu erstellen. WÃ¤re eine Betreuung durch nahe FamilienangehÃ¶rige aufgrund der seelisch-geistigen BeeintrÃ¤chtigung unabdingbar, kÃ¤men als Betreuungs- und Bezugspersonen vor allem die beiden in der Heimat lebenden TÃ¶chter in Frage. GemÃ¤ss eigener Aussage war die BeschwerdefÃ¼hrerin denn auch unmittelbar nach ihrer Operation bei der Tochter V. zur Erholung. Dass der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht zumuten ist, zu ihrem Ehemann zurÃ¼ckzukehren, erscheint aufgrund der Akten als wahrscheinlich, begrÃ¼ndet indessen kein AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis zu der in der Schweiz lebenden Tochter R. Dass diese als Ãrztin besonders geeignet sei, die BeschwerdefÃ¼hrerin zu betreuen, reicht ebenfalls nicht aus. Bezweckt doch Art. 8 EMRK den Schutz von familiÃ¤ren Beziehungen und nicht die bestmÃ¶gliche medizinische Versorgung. Zudem ist die Nichte als Psychologin ebenfalls in der Lage, der BeschwerdefÃ¼hrerin fachkundige UnterstÃ¼tzung zu gewÃ¤hren. Eine allfÃ¤llige finanzielle UnterstÃ¼tzung durch die Tochter R. kann auch aus der Schweiz gewÃ¤hrt werden. Im Ãbrigen steht es der BeschwerdefÃ¼hrerin offen, die familiÃ¤ren Kontakte mittels Besuchen weiter zu pflegen. Damit sind keine besonderen UmstÃ¤nde erkennbar, welche zu einer massgeblichen AbhÃ¤ngigkeit im Sinn von Art. 8 EMRK der BeschwerdefÃ¼hrerin zu der in der Schweiz lebenden Tochter und deren Ehemann gefÃ¼hrt hÃ¤tten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da die BeschwerdefÃ¼hrerin nach dem Gesagten keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. ...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>