<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">IV.2009.01034</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">I. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichter Spitz</font> </p><p><font size="4">Sozialversicherungsrichterin Bürker-Pagani</font> </p><p><font size="4">Gerichtssekretärin von Streng</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 27. Dezember 2010</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, X.___, geboren 1948, mit Verfügung vom 5. Oktober 2009 eine halbe Rente ab 1. April 2009 zusprach, da in einer angepassten Tätigkeit noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (Urk. 2),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">nach Einsicht in die Beschwerde vom 22. Oktober 2009, mit welcher die Versicherte sinngemäss die Zusprechung einer ganzen Rente beantragt hat, da auch für angepasste Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe (Urk. 1), und in die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der IV-Stelle vom 30. November 2009 (Urk. 6), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">in Erwägung, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die IV-Stelle die massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen korrekt wiedergegeben hat und darauf verwiesen werden kann (Urk. 2 und Urk. 7/24), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass Dr. med. T.___, Facharzt für Neurologie, welcher die Beschwerdeführerin am 30. September 2008 untersucht hatte, im Bericht vom 22. Oktober 2008 - unter Hinweis auf den Bericht vom 3. Oktober 2006 (Urk. 7/9 ff.) - als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein seit Anfang 2008 bestehendes Postpolio-Syndrom bei Status nach Poliomyelitis 1956 mit Residuen v.a. rechts im Bereich von Arm, Schulter und Nackenmuskeln anführte (Urk. 7/7/7), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass er feststellte, die angestammte, seit 1974 vollzeitlich ausgeübte selbständige Erwerbstätigkeit (Boutique, Töpferkurse) sei der Beschwerdeführerin ab Juli 2008 nurmehr zu 50 % zumutbar (Urk. 7/7/7, vgl. Urk. 7/1/5), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass er am 3. Oktober 2008 unter "Zwischenanamnese" anführte, bei der Beschwerdeführerin bestehe seit Anfang 2008 ein Post-Poliosyndrom mit einer Zunahme der Schwäche in den Nackenmuskeln sowie im linken Arm (mit Verkrampfungen und auch Zittern in der linken Hand) und im linken Bein verbunden mit einer verminderten Belastbarkeit und erhöhten Ermüdbarkeit (Urk. 7/7/9 f.), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass er als neurologische Befunde u.a. Muskelatrophien der Nackenmuskulatur rechts mit deutlich eingeschränkter Halswirbelsäulen-Rotation nach beiden Seiten sowie eine ausgeprägte Atrophie im Schultergürtel, im rechten Oberarm, Vorderarm und in der Handmuskulatur rechts anführte und im Weiteren festhielt, die Oberarm-Abduktion, Oberarm-Aussenrotation sowie Oberarm-Innenrotation seien rechts nicht mehr möglich, links paretisch, die Handgelenk- und Fingerbeweglichkeit sei rechts erheblich eingeschränkt (Urk. 7/9/10), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass Dr. T.___ im Verlaufsbericht vom 3. April 2009 (gestützt auf die Untersuchung vom 1. April 2009) festhielt, im Vergleich zur letzten Untersuchung vom 30. September 2009 sei es zu einer zunehmenden Verschlechterung der Motorik mit weiterer Kraftabnahme im linken Arm und linken Bein gekommen, auch der Allgemeinzustand sei deutlich schlechter geworden mit starker Ermüdbarkeit schon bei kleinen muskulären Anstrengungen (Urk. 7/16/3-5), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass er weiter feststellte, aufgrund der geschilderten muskulären Ausfälle könne die Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben (Urk. 7/16/4), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass er bezüglich Prognose angab, mit einer weiteren Verschlechterung müsse gerechnet werden (Urk. 7/16/6), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass Dr. T.___ mit Schreiben vom 11. Juni 2009 auf die Rückfrage der IV-Stelle, inwieweit der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit noch zumutbar sei, antwortete, rein theoretisch bestehe für eine leichte körperliche Arbeit in sitzender Tätigkeit (z.B. Bürojob) eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/18), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die IV-Stelle gestützt darauf in der angefochtenen Verfügung vom 5. Oktober 2009 annahm, in der angestammten Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr, in einer angepassten Tätigkeit dagegen eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Urk. 2 und Urk. 7/24), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Hausärztin med. prakt. U.___ Dr. T.___ mit Schreiben vom 9. November 2009 mitteilte, dass es seit ihrer letzten Untersuchung (vom 1. April 2009) zu einer raschen Progredienz der neurologischen Symptomatik gekommen sei (Urk. 10/2, vgl. Urk. 10/3), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Hausärztin dabei u.a. ausführte, die Beschwerdeführerin könne ihren inzwischen stark eingeschränkten Alltag nur noch mit Unterstützung ihres Ehemannes bewältigen, sie könne kein volles Glas mehr tragen, ohne zu verschütten, v.a. könne sie keinen Druck mehr ausüben, beim Essen könne sie nicht mehr selber schneiden, das Auswringen eines Lappens oder Abwischen des Tisches seien nicht mehr möglich, im Weiteren sei das Schreiben von Hand unmöglich geworden, da sie keine Kraft mehr habe, um (wie früher) mit der linken Hand die rechte zu führen, auch das Tippen auf der Tastatur mit der linken Hand sei wegen Schwäche, Zittern, eingeschränkter Rotation etc. praktisch unmöglich geworden, mit der rechten Hand sei nichts möglich, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Hausärztin im Weiteren noch auf die zunehmende allgemeine Müdigkeit der Beschwerdeführerin und die Schwäche im linken Bein hinwies und zum Schluss feststellte, wie die Beschwerdeführerin - bei dieser, durch das Postpoliosyndrom bedingten Symptomatik - noch eine 50%-Stelle mit leichter Büroarbeit solle bewältigen können, sei nicht vorstellbar, ihres Erachtens sei die Beschwerdeführerin auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig und zwar spätestens seit Juni 2009 (Urk. 10/2 S. 2 f.), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass sie abschliessend Dr. T.___ um eine erneute Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ersuchte (Urk. 10/2 S. 3), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass Dr. T.___ mit Schreiben vom 30. Oktober und 14. Dezember 2009 die IV-Stelle dementsprechend ersuchte, die Beschwerdeführerin zur genauen Festlegung der Arbeitsfähigkeit ärztlich untersuchen zu lassen und dabei betonte, dass dieser Fall nicht mit einem blossen Aktenstudium, wie es jetzt geschehen sei, erledigt werden könne (Urk. 7/28/2, Urk. 10/1), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass Dr. T.___ mit diesen Schreiben zu erkennen gab, dass er seine bisherige - im früheren Schreiben vom 11. Juni 2009 festgelegte - Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit in Zweifel zog und nicht mehr daran festhielt, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass infolgedessen auch der Annahme der IV-Stelle, wonach in angepasster Tätigkeit noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, die Grundlage entzogen ist (Urk. 2), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass bei den gegebenen neurologischen Befunden, wie sie in den Berichten von Dr. T.___ vom 22. Oktober 2008 und 3. April 2009 aufgeführt sind, und bei den von der Hausärztin detailliert geschilderten Beeinträchtigungen konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass auch in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit besteht, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass weitere medizinische Abklärungen, wie sie von Dr. T.___ und der Hausärztin empfohlen wurden, unerlässlich sind, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Sache daher an die IV-Stelle zurückzuweisen ist, damit sie eine fachärztliche, neuromuskuläre Abklärung veranlasse und hernach über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerde somit in dem Sinne gutzuheissen ist, dass die angefochtene Verfügung insoweit aufzuheben ist, als sie den Anspruch auf eine höhere als eine halbe Rente verneint, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten von Fr. 300.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">erkennt das Gericht:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 5. Oktober 2009 insoweit aufgehoben wird, als sie den Anspruch auf eine höhere als eine halbe Rente verneint, und die Sache wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherungen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">sowie an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p></div></body></html>