Entscheid vom 29. Juli 2014 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Andreas J. Keller und Emanuel Hochstrasser, Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja Parteien 1. A. LTD., 2. B., beide vertreten durch Rechtsanwalt Christoph K. Graber, Beschwerdeführerin 1 und Beschwerdeführer 2 gegen BUNDESANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Öster- reich Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG); Kontosperre (Art. 33a IRSV) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: RR.2014.89 -90 - 2 - Sachverhalt: A. Die Staatsanwaltschaft Wien führt ein Strafverfahren gegen Unterne h- mensverantwortliche der C. GmbH , darunter D., und verdächtigt diese, Vermögen der C. GmbH veruntreut und dadurch der Gesellschaft einen Vermögensnachteil von insgesamt USD 45'000'000 verursacht zu haben. Die beschuldigten Personen sollen über Scheingesellschaften fingierte Leistungen erbracht und die dafür erhaltenen Gelder an sich selber bezi e- hungsweise an Dritte weitergeleitet haben. Gemäss Ermittlungen der öster- reichischen B ehörden gehöre unter anderem die E. AG zu den Gesel l- schaften, die dazu verwendet worden seien, die illegal erwirtschafteten Vermögenswerte weiterzuleiten. In diesem Zusammenhang gelangte die Staatsanwaltschaft Wien mit Rechtshilfeersuchen vom 29. Dezember 2011 bzw. 27. Dezember 2012 an die Schweiz und ersuchte um Erteilung von Auskünften über die Kontoverbindung 1 lautend auf die E. AG bei der Bank F. Ltd. in Zürich für den Zeitraum ab Kontoeröffnung bis zum 31. August 2011 sowie um Sicherstellung sämtliche r Vermögenswerte, die von der Kontoverbindung lautend auf die E. AG bei der Bank F. Ltd. auf weitere Konten transferiert wurden oder deren Herkunft sonst aus der b e- zeichneten Kontoverbindung stammen (act. 1.5). B. Mit Eintretensverfügung der Bund esanwaltschaft vom 13. Februar 2012 wurde die Bank G. AG (vormals Bank F. Ltd.) angewiesen, sämtliche Kon- tounterlagen des Kontos mit der Nummer 1 lautend auf die E. AG heraus- zugeben. Dieser Aufforderung ist die Bank G. AG mit Schreiben vom 12. März 2012 nachgekommen (act. 1.2 II Ziff. 5). C. Die Sichtung der Bankunterlagen brachte unter anderem eine Verbindung der E. AG zu einem Konto Nr. 2 lautend auf die A. Ltd. bei der Bank H. AG (vormals Bank G. AG) zu Tage. Mit Editionsverfügung vom 10. Mai 2012 wurde daher die Bank H. AG angewiesen, unter anderem die Kontounte r- lagen des besagten Kontos der A. Ltd. herauszugeben. Dieser Aufford e- rung kam die Bank H. AG mit Schreiben vom 7. Juni 2012 nach (act. 1.2 II Ziff. 5). D. In der Folge sperrte die Bundesanwaltschaft mit Verfügungen vom 26. Juni und 21. September 2012 das Konto Nr. 2 jeweils für die Dauer von drei Monaten und ordnete schliesslich am 20. Dezember 2012 die unbefristete Kontosperre an (act. 1.2 II Ziff. 5). - 3 - E. Mit Schlussverfügung vom 5. Februar 2014 ordnete die Bundesanwal t- schaft die Herausgabe der Bankunterlagen betreffend das Konto Nr. 3, lau- tend auf die A. Ltd., an und verfügte die Aufrechterhaltung der angeordn e- ten Kontosperre (act. 1.2). F. Dagegen gelangen die A. Ltd. sowie d eren wirtschaftlich Berechtigter, B., mit Beschwerde vom 10. März 2014 an die Beschwerdekammer des Bu n- desstrafgerichts und beantragen die Aufhebung der Schlussverfügung und die Verweigerung der Rechtshilfe; eventualiter sei die Schlussverfügung aufzuheben und die Bundesanwaltschaft sei anzuweisen, der A. Ltd. um- fassende Akteneinsicht zu gewähren und ihr anschliessend eine neue Frist zur Stellungnahme anzusetzen. Subeventualiter sei die Rechtshilfe auf ein- zelne Dokumente zu beschränken. Hinsichtlich der Kont osperre wird deren unverzügliche Aufhebung beantragt (act. 1 S. 2). G. Das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") und die Beschwerdegegnerin beantragen in ihren Beschwerdeantworten vom 10. und 11. April 2014 je die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 6 und 7). Die Beschwe r- deführer halten in ihrer Replik vom 12. Mai 2014 vollumfänglich an den in der Beschwerde gemachten Anträgen fest (act. 10). Das BJ und die B e- schwerdegegnerin geben in ihren Schreiben vom 5. und 10. Juni 2014 i h- ren Verzicht auf Duplik bekannt (act. 12 und 13), was den Beschwerdefü h- rern am 13. Juni 2014 zur Kenntnis gebracht wird (act. 14). Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Österreich sind in erster L i- nie das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1), der zwischen den beiden Staaten abgeschlossene Vertrag vom 13. Juni 1972 über die Ergänzung des EUeR und die Erleichterung seiner Anwendung (Zusatz vertrag; SR 0.351.916.32) sowie die Bestimmungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. J u- ni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom - 4 - 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 – 62) massgebend. Soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen nicht abschliessend regelt, gelangt das schweizerische Landesrecht, namentlich das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die Vero rdnung vom 24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11), zur Anwendung (vgl. Art. 1 Abs. 1 IRSG). Ebenso zur Anwendung kommt vorliegend das Überei n- kommen vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe; SR 0.311.53). Das innerstaatliche Recht gilt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1, 129 II 46 2 E. 1.1 S. 464). Vor- behalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c). 2. 2.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung der ausführenden Bundesbehörde in internationalen Rechtshilfeangele- genheiten, gegen welche innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt we r- den kann (Art. 80 e Abs. 1 i.V.m. Art. 80 k IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG; Art. 19 Abs . 2 BStGerOR). Die Beschwerde vom 10. März 2014 gegen die Schlussverfügung vom 5. Februar 2014 ist fristge- recht eingereicht worden. 2.2 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein sc hutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80 h lit. b IRSG). Bei der Erh e- bung von Kontoinformationen gilt als persönlich und direkt betroffen im Sinne der Art. 21 Abs. 2 und 80 h IRSG der Kontoinhaber (Art. 9a lit. a IRSV; BGE 118 Ib 547 E. 1d; BGE 122 II 130 E. 2b; TPF 2007 79 E. 1.6). Der wirtschaftlich Berechtigte und andere bloss indirekt Betroffene sind nach der Rechtsprechung grundsätzlich nicht zur Beschwerde legitimiert, dies selbst dann nicht, wenn sie in den erhobene n Kontounterlagen e r- wähnt werden und dadurch etwa ihre Identität als wirtschaftlich Berechtigte eines Kontos offen gelegt wird (BGE 130 II 162 E. 1.1 S. 164; 123 II 153 E. 2b S. 157, je m.w.H.). Ausnahmsweise können der b loss wirtschaftlich an einem Konto oder an einer direkt betroffenen Gesellschaft Berechtigte selbständig beschwerdelegitimiert sein, etwa dann, wenn eine juristische - 5 - Person, über deren Konto Auskunft verlangt wird, nicht mehr besteht ( BGE 123 II 153 E. 2c-d S. 157 f.; Urteil des Bundesgerichts 1A.183/2005 vom 9. Dezember 2005, E. 2.1). 2.3 Die angefochtene Verfügung bezieht sich auf die Herausgabe von Bankun- terlagen betreffend das Konto der Beschwerdeführerin 1 bei der Bank H. AG, weshalb diese zur Beschwerde legitimiert ist. Hingegen ist der B e- schwerdeführer 2 nicht Inhaber des von der gerügten Rechtshilfem ass- nahme betroffenen Kontos. Wie ausgeführt, genügt der Umstand, dass er als wirtschaftlich Berechtigter in den Kontoeröffnungsunterlagen der B e- schwerdeführerin 1 genannt wird, nicht zur Bejahung von dessen B e- schwerdelegitimation. Dass die Beschwerdeführer in 1 aufgelöst worden wäre und der Beschwerdeführer 2 Begünstigter am Liquidationserlös der Beschwerdeführerin 1 sei und damit ausnahmsweise dessen Legitimation zur vorliegenden Beschwerde zu bejahen wäre, wird nicht geltend g e- macht. Auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 ist daher mangels Legitimation nicht einzutreten. 3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden (Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich mit freier Kognition. Sie ist aber n icht verpflichtet, nach weiteren der Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu forschen, die aus der Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 123 II 134 E. 1d S. 136 f.; 122 II 367 E. 2d S. 372, mit Hinweisen). Ebenso wenig muss sich die urteilende In - stanz nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit allen Parteistan d- punkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen aus - drücklich widerlegen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentli - chen Punkte beschränken, und es genügt, w enn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und auf wel - che sich ihr Entscheid stützt (Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004, E. 5.2, mit weiteren Hinweisen). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin 1 macht in einem ersten Punkt geltend, die von der Beschwerdegegnerin erlassenen Verfügungen, wie die Eintretensve r- fügung vom 13. Februar 2012 und die Schlussverfügung vom 5. Feb - ruar 2014 seien nichtig. Die von der Staatsanwaltschaft Wien verfügte A n- ordnung der Auskunft über Bankkonten und Bankgeschäfte sei vom La n- desgericht für Strafsachen Wien am 28. Dezember 2011 bis am 1. Feb - ruar 2012 bewilligt worden. Die Durchführung der beantragten Massnahme sei jedoch erst mit der Eintretensverfügung der Beschwerdeg egnerin am - 6 - 13. Februar 2012 anhand genommen worden. Zu diesem Zeitpunkt sei die Bewilligung bereits ausser Kraft getreten gewesen, weshalb die Massna h- me nicht mehr habe durchgeführt werden dürfen. Eine Massnahme, die von der verfügenden ausländischen Behör de selber nicht mehr vollzogen we r- den könnte, dürfe auch von den Schweizer Behörden nicht rechtshilfeweise vollzogen werden. Eine Einsprache gegen die widerrechtliche Beweisb e- schaffung habe in Österreich nur geringe Erfolgschancen, da eine Entfe r- nung aus den Akten nur im Falle einer widerrechtlichen Beweisbeschaffung durch österreichische Beamte überhaupt in Frage kommen würde. Da die illegale Beweismittelbeschaffung jedoch durch die Beschwerdegegnerin e r- folgt sei, sei es wahrscheinlich, dass die Dokumente in den Strafakten verbleiben würden (act. 1 S. 5 ff.). 4.2 Die Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien vom 27. Dezember 2011 b e- züglich der Auskunft über Bankkonten und Bankgeschäfte ist vom Lande s- gericht für Strafsachen Wien am 28. Dezember 2011 bewilligt und bis am 1. Februar 2012 befristet worden. Das Rechtshilfeersuchen vom 29. D e- zember 2011 an die Schweiz ist innert der bewilligten Frist gestellt worden (act. 1.5). Ob erst nach diesem Datum in der Schweiz durch schweizer i- sche Behörden erhobene Beweismi ttel nach österreichischem Recht ve r- wertbar sind bzw. ob der Entscheid des Landesgerichts Wien überhaupt formgültig abgefasst worden ist – was die Beschwerdeführerin 1 bezweifelt (act. 1 S. 7 f.) – ist nicht im schweizerischen Rechtshilfeverfahren zu pr ü- fen. Die Schweizerische Rechtshilfebehörde hat sich grundsätzlich nicht über die Vereinbarkeit der Rechtshilfe mit dem Recht des ersuchenden Staates oder über eine mögliche Wirkung einer befristeten Anordnung einer Zwangsmassnahme im ersuchenden Staat auszu sprechen. Insbesondere hat sie nicht zu klären, ob die erhobenen Bankunterlagen im österreich i- schen Strafverfahren als Beweismittel verwendet werden dürfen oder nicht. Im schweizerischen Rechtshilfeverfahren ist einzig zu prüfen, ob die bea n- tragte Rechtshi lfe nach dem anwendbaren Staatsvertrags - und landesi n- ternen Gesetzesrecht zulässig ist. Dabei ist der ersuchte Staat gemäss Art. 1 EUeR verpflichtet, soweit wie möglich Rechtshilfe zu leisten, wenn er von einer Vertragspartei darum ersucht wird. Das SDÜ verweist in Art. 48 Abs. 1 auf das EUeR, welches durch die B e- stimmung des SDÜ über die Rechtshilfe in Strafsachen ergänzt und in se i- ner Anwendung erleichtert werden soll. Art. 51 SDÜ statuiert gar, dass Rechtshilfeersuchen um Durchsuchung und Beschlagnahm e keinen weite- ren Bedingungen als denen der doppelten Strafbarkeit und der Vereinba r- keit mit dem Recht des ersuchten Staates unterworfen werden. Gemäss der Botschaft zur Genehmigung der bilateralen Abkommen zwischen der - 7 - Schweiz und der Europäischen Union, einschliesslich der Erlasse zur Durchsetzung der Abkommen ("Bilaterale II") vom 1. Oktober 2004 sei es das Ziel von Art. 51 SDÜ, die einschränkenden Bedingungen von Art. 5 EUeR weiter zu lockern und damit die Rechtshilfe gegenüber dem EUeR insgesamt zu erweitern (BBl 2004, 5965 ff.; 6159). Art. 14 EUeR sieht fe r- ner im Gegensatz zu Art. 76 lit. c IRSG eine Bescheinigung über die Zulä s- sigkeit der Zwangsmassnahmen nach dem Recht des ersuchenden Sta a- tes gerade nicht vor. Daran vermag entgegen der Ansicht des Beschwerde- führers die Formulierung in Art. II Abs. 1 des Zusatzvertrages, wonach ei- nem Ersuchen um Beschlagnahme von Gegenständen eine Erklärung der zuständigen Justizbehörde beizulegen ist, dass die für diese Massnahme erforderlichen Voraussetzungen nach de m im ersuchenden Staat gelte n- den Recht vorliegen, nichts zu ändern: Dieser Vertrag soll die Rechtshilfe in Strafsachen zwischen beiden Vertragsstaaten erleichtern und nicht e r- schweren. Es entspricht weder dem Sinn noch dem Wortlaut von Art. II Abs. 1 des Zusatzvertrages, ein zusätzliches, im EUeR nicht vorgesehenes Erfordernis einzuführen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_326/2013 vom 28. Mai 2013, E. 3.2). Die Beschwerdekammer weist im Übrigen auf ihre ständige Rechtspr e- chung hin, wonach der ersuchte S taat das Rechtshilfeersuchen auszufü h- ren hat, es sei denn, der ersuchende Staat habe zwischenzeitlich den Rückzug eines Ersuchens mitgeteilt (Urteil des Bundesgerichts 1C_559/2009 vom 11. Februar 2010; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2012.117 vom 20. Dezember 2012 E. 4.3). Ein derartiger Rückzug liegt aber – wie bereits ausgeführt – im vorliegenden Verfahren gerade nicht vor. Die erhobene Rüge der Nichtigkeit der Eintretens - und der Schlussverfü- gung erweist sich daher als unbegründet. 5. 5.1 Die Beschwerdeführerin 1 macht sodann eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Ihr sei die vollständige Einsicht in die Verfahrensakten verweigert worden. So seien ihr insbesondere die Korrespondenz der B e- schwerdegegnerin mit der Bank H. AG und den österreichischen Behörden sowie den Rechtshilfeersuchen vom 6. Mai und 6. September 2011 vorent- halten worden. Ausserdem habe sich die Beschwerdegegnerin nicht in g e- nügendem Umfang mit den Eingaben der Beschwerdeführerin 1 und den Ausführungen zum Sachverhalt auseinandergesetzt. So habe sie sich nicht einmal zu ganz offensichtlich wesentlichen Punkten – wie den Ausführu n- gen der Beschwerdeführerin 1 zum sog. I. Project, das Hintergrund der - 8 - Zahlungen zwischen der C. GmbH und der E. AG gewesen sei – geäussert (act. 1 S. 12 ff.). 5.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV umfasst insb e- sondere die Akteneinsicht. Im Bereich der Rechtshilfe wird das Aktenei n- sichtsrecht durch die Art. 80 b IRSG sowie die Art. 26 und 27 VwVG (durch Verweis in Art. 12 Abs. 1 IRSG) definiert (Urteil 1A.57/2007 vom 14. Se p- tember 2007, E. 2.1). Gemäss Art. 80 b IRSG können die Berechtigten Ein- sicht in die Akten nehmen. Berechtigt im Sinne von Art. 80 b Abs. 1 IRSG ist, wer Parteistellung hat, mithin wer im Sinn e von Art. 80 h lit. b IRSG be- schwerdeberechtigt ist. Das Akteneinsichtsrecht gilt jedoch nicht absolut. Akteneinsicht ist zu gewähren soweit diese notwendig ist, um die Intere s- sen des Berechtigten zu wahren, d.h. allein jene Akten sind offen zu legen, welche ihn direkt und persönlich betreffen. So sind insbesondere verfa h- rensinterne Unterlagen nicht zur Einsicht offenzulegen, da sie den Berec h- tigten nicht direkt und persönlich betreffen. Das Akteneinsichtsrecht b e- schränkt sich zudem auf diejenigen Aktenstüc ke, die für den Entscheid r e- levant sind, mithin auf jene Unterlagen, auf die sich die ersuchte Behörde in ihrem angefochtenen Entscheid stützt (TPF 2010 142 E. 2.1, TPF 2008 91 E. 3; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2013.13 vom 2. Oktober 2013, E. 4.4.2; ZIMMERMANN, La Coopération judiciaire intern a- tionale en matière pénale, 3. Aufl., Bern/Brüssel 2009, N 477) . Folgen einem Rechtshilfeersuchen mehrere Ergänzungen, gewährt die ausführe n- de Behörde nur Einsicht in das Gesuch (Hauptgesuch oder Ergänzung ), welches die Partei betrifft, wenn es sich ergibt, dass die Einsicht in die ü b- rigen Ersuchen ihr keine Erkenntnisse zu vermitteln vermag, die sie nicht schon hatte. Die ausführende Behörde verweigert die Einsicht in Rechtshi l- fegesuche, welche in der glei chen Angelegenheit schon früher eingega n- gen sind und die den Berechtigten nicht betreffen ( ZIMMERMANN, a.a.O., N 479, S. 445; Urteil des Bundesgerichts 1A.216/2001 vom 21. März 2002, E. 2.3). Ebenfalls aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs folgt, dass die Schlussverfügung von der ausführenden Behörde sorgfältig begründet wird (BGE 130 II 14 E. 4.4). Die Behörde hat dabei die Vorbingen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich zu hören, sor g- fältig und ernsthaft zu prüfen und in d er Entscheidfindung zu berücksicht i- gen. Die Überlegungen, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt, müssen daher wenigstens kurz genannt werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich diese ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander- setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentl i- chen Gesichtspunkte beschränken. Die Behörde hat demnach in der B e-- 9 - gründung ihres Entscheides diejenigen Argumente aufzufü hren, die ta t- sächlich ihrem Entscheid zugrunde liegen (BGE 126 I 97 E. 2b). 5.3 Aus den Akten geht hervor, und unbestritten ist, dass der Beschwerdefü h- rerin 1 in der Zeitspanne vom Februar 2012 bis März 2013 folgende Dok u- mente zugestellt worden sind: das Rechtshilfeersuchen vom 29. D ezem- ber 2011 sowie dessen Ergänzung vom 27. Dezember 2012, die Eintr e- tensverfügung vom 13. Februar 2012, di e Editionsverfügung vom 10. Mai 2012, ein Schreiben der Beschwerdegegnerin an die ersuchende Behörde vom 21. Dezember 2 012, die Verfügungen betreffend die Kont o- sperren vom 26. Juni, 21. September und 20. Dezember 2012 sowie die herauszugebenden Kontounterlagen der Beschwerdeführerin 1 (act. 1.10). Damit sind ihr sämtliche dem Gericht vorliegende Verfahrensakten zug e- stellt worden. Bei der Korrespondenz der Beschwerdegegnerin mit der Bank H. AG bzw. der Bank G. AG, die der Beschwerdeführerin 1 nicht b e- kannt sein soll, handelt es sich um Akten, die sie nicht direkt und persönlich betreffen und ihr daher auch nicht zur Einsicht offen zu legen sind. Die Schlussverfügung vom 5. Februar 2014 nennt sodann die Rechtshilfeers u- chen vom 6. Mai und 6. September 2011 nicht, stützt sich also zur Begrü n- dung des Entscheides nicht darauf ab. Hingegen verweist das der vorli e- genden Schlussverfü gung zugrundeliegende Rechtshilfeersuchen vom 29. Dezember 2011 im Anschluss an die Sachverhaltsschilderung insofern auf diese früheren Rechtshilfeersuchen, als dort festgehalten wird: "Unter Bezugnahme auf die bisherige Korrespondenz, insbesondere die Rechtshil- feersuchen vom 6. Mai 2011 und 6. September 2011, ergeht nunmehr u n- ter Anschluss der gerichtlich bewilligten Anordnung der Auskunft über Bankkonten und Bankgeschäfte vom 27. Dezember 2011 das Ersuchen um Erteilung von Auskünften über Bankkonten […]" (vgl. act. 1.5). Gemäss Be- schwerdegegnerin betreffen diese beiden Ersuchen vom 6. Mai und 6. September 2011 bereits vollzogene Sperren von nicht auf die Beschwer- deführerin 1 lautenden Konten (act. 7.2), mithin betreffen sie die B e- schwerdeführerin 1 gerade nicht. Fehlt aber die Relevanz mit Bezug auf die Beschwerdeführerin 1, so führt alleine die Tatsache, dass im Rechtshilfee r- suchen vom 29. Dezember 2011 auf vorgehende Ersuchen verwiesen wird, nicht dazu, dass diese damit automatisch zu wesentlichen Verfahrensakten im Sinne der angeführten Rechtsprechung werden. Im Übrigen erlauben es die der Beschwerdeführerin 1 vorliegenden Rechtshilfeersuchen vom 29. Dezember 2011 und 27. Dezember 2012 – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – die Rechtshilfevorausse tzungen zu prüfen. Unter diesen U m- ständen war die Vorinstanz nicht gehalten, der Beschwerdeführerin 1 die Rechtshilfeersuchen vom 6. Mai und 6. September 2011 – auch nicht in - 10 - geschwärzter Form – zuzustellen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs kann somit nicht ausgemacht werden. 5.4 Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin 1 äussert sich die ang e- fochtene Schlussverfügung sodann ausführlich zu den einzelnen Rechtshil- fevoraussetzungen, namentlich zum Sachzusammenhang zwischen der ös- terreichischen Strafuntersuchung und den zu übermittelnden Kontounterl a- gen und der angeordneten Kontosperre sowie zur Verhältnismässigkeit der beantragten Rechtshilfemassnahmen (act. 1.2 S. 2 f.). Der Begründungs- pflicht wurde somit zweifellos Folge geleistet, eine sachger echte Anfec h- tung war möglich. Ob die Überlegungen zutreffend sind und inhaltlich für den Entscheid Rechtshilfe zu leisten ausreichen, was vorliegend von der Beschwerdeführerin 1 bestritten wird, ist nicht eine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern betrifft den Entscheid in seinem materiellen Gehalt. De m- nach liegt auch unter diesem Gesichtspunkt keine Verletzung des rechtl i- chen Gehörs vor. 6. 6.1 Die Beschwerdeführerin 1 macht schliesslich eine Verletzung des Verhäl t- nismässigkeitsprinzips geltend. Sie führt aus, die Übermittlung der gesa m- ten Bankunterlagen der Beschwerdeführerin 1 an die Staatsanwaltschaft Wien habe den Charakter einer fishing expedition. Es bestehe die Gefahr, dass zahlreiche Personen zu Unrecht in ein Strafverfahren verwickelt wü r- den, die bisher jedoch nicht Gegenstand von Ermittlungen gewesen seien. Das Rechtshilfeersuchen erwähne die Beschwerdeführerin 1 nicht. Indem die Beschwerdegegnerin dennoch ihre Bankunterlagen an die österreich i- schen Strafverfolgungsbehörden herausgeben wolle, habe sie eine mat e- rielle Beurteilung des ihr geschilderten Sachverhaltes vorgenommen, was sie aber gestützt auf die einschlägigen staatsvertraglichen und gesetzlichen Bestimmungen gerade nicht tun dürfe. Die Beschwerdeführerin 1 sei als Anlagevehikel für die ursprünglichen wirtschaftlich Berechtigten, J. und den Beschwerdeführer 2, gegründet worden. Das betreffende Konto bei der Bank H. AG sei daher einzig zum Zweck der Vermögensanlage errichtet worden. Nach Auflösung des K ontos "P." des Beschwerdeführers 2 seien sämtliche Gelder und Anlagen aus diesem Konto auf das Konto der B e- schwerdeführerin 1 geflossen. Die Vermögenswerte des Kontos " P." stün- den mit dem österreichischen Strafverfahren in keinerlei Zusammenhang. Auf jeden Fall müssten sodann die Unterlag en in der Lasche "KYC/Contacts" ausgesondert werden, da diese nichts mit dem österreich i- schen Strafverfahren zu tun hätten und höchstpersönlicher Natur seien. Da die Vermögenswerte keinen Zusammenhang mit dem in Österreich gefüh r-- 11 - ten Strafverfahren hätten, sei die Vermögenssperre aufzuheben bzw. höchstens im Umfang von CHF 50'000 aufrechtzuerhalten (act. 1 S. 15 ff. ; act. 10 S. 3 ff.). 6.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismä s- sigkeit zu genügen (ZIMMERMANN, a.a.O., mit Verweisen auf die Rechtspre- chung; mit Verweisen auf die Rechtsprechung; DONATSCH/HEIMGARTNER/ SIMONEK, Internationale Rechtshilfe, Zürich/Basel/Genf 2011, S. 61 ff.; POPP, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen, B a- sel 2001, N. 404; siehe statt vieler den Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2011.193 vom 9. Juli 2012, E. 8.2). Die internationale Zusammenarbeit kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der ve r- folgten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ung e- eignet sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vorwand für eine unzulässige Beweisausforschung (“fishing expedi - tion“) erscheint (BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 85; 134 II 318 E. 6.4; 129 II 462 E. 5.3 S. 467 f.). Nicht erforderlich ist, dass dem von der Rechtshilfemas s- nahme Betroffenen im ausländischen Strafverfahren selbst ein strafbares Verhalten zur Last gelegt wird (Urteil des Bundesgerichts 1A.245/2006 vom 26. Januar 2007, E. 3; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.29 vom 30. Mai 2007, E. 3). Ob die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwor- tung grundsätzlich dem Ermessen der Behörden dieses Staates anheim- gestellt ist. Da der ersuchte Staat im Allgemeinen nicht über die Mittel ve r- fügt, die es ihm erlauben würden, sich über die Zweckmässigkeit bestim m- ter Beweise im ausländischen Verfahren auszusprechen, hat er insoweit die Würdigung der mit der Untersu chung befassten Behörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersu- chen dargelegten Sachverhalt beziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. potentielle Erheblichkeit). Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen gestelltes Begehren nicht hinausgehen (Übermassve rbot; BGE 136 IV 82 E. 4.1). Die Rech t- sprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern präzisiert, als das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der angestrebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Voraussetzungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann eine a n- dernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermieden we r- den (BGE 136 IV 82 E. 4.1; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 161 E. 5.1 S. 164). Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geldmittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben wurden, so - 12 - sind die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Tran s- aktionen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt wurden, welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3 S. 468; TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.). 6.3 Im Rechtshilfeersuchen vom 29. Dezember 2011 wird den Unternehmen s- verantwortlichen der C. GmbH zusammengefasst Folgendes vorgeworfen: Die C. GmbH habe mit dem r umänischen Staat am 15. April 2004 einen Software-Lizenzvertrag abgeschlossen, der die Ausstattung von rumän i- schen staatlichen Stellen mit Microsoft -Produkten zum Gegenstand gehabt habe. Die C. GmbH habe in der Folge verschiedene Gesellschaften, darun- ter d ie E. AG, mit der Erbringung von Serviceleistungen für die rumän i- schen staatlichen Stellen beauftragt. Gestützt auf ein am 29. Deze m- ber 2003 abgeschlossenes Consultancy Service Agreement und ein Amendment No. 2 to Consultancy and Service Agreement vom 9. April 2004 seien von der C. GmbH an die E. AG Zahlungen von USD 15.6 Mio. und USD 7.2 Mio. geflossen, teilweise ohne dass die C. GmbH eine Überprüfung der Leistungserbringung durch die E. AG vorge- nommen habe. Eine Hausdurchsuchung am Sitz der C. GmbH habe erge- ben, dass keinerlei Serviceleistungen durch die E. AG erbracht worden sei- en. Insbesondere habe sich die vermeintliche Projektdokumentation der E. AG als Zusammenstellung von aus dem Internet frei zugänglichen Sta n- darddokumenten herausgestellt. Damit sei en Gelder unrechtmässig an die Beschuldigten oder Dritte geflossen (act. 1.5). 6.4 Die Beschwerdegegnerin hatte im Rechtshilfeverfahren die L. Ltd. betref- fend – deren wirtschaftlich Berechtigter der Beschwerdeführer 2 ist und die ebenfalls von Rechtsanwalt Graber vertreten wurde – aufgrund deren Kon- tounterlagen feststellen können, dass am 13. Mai 2004 USD 15'525'000 vom Konto der E. AG auf das Konto der L. Ltd. transferiert wurden. Von dort aus seien gleichentags bzw. am darauffolgenden Tag insgesamt rund USD 15 Mio. auf Konten verschiedener juristischer und natürlicher Pers o- nen überwiesen worden, so unter anderem USD 1'900'000 an den B e- schwerdeführer 2, USD 450'000 an die M. Ltd. sowie USD 3'970'000 an N. Ltd. Den Kontounterlagen der L. Ltd. liess sich ferner eine Überweisung der E. AG auf das Konto der L. Ltd. vom 4. Dezember 2004 in der Höhe von USD 7'201'577 entnehmen. Am nächsten Tag seien vom Konto der L. Ltd. insgesamt USD 6'298'057 und am 16. Dezember 2004 USD 900'000 auf Konten verschiedener juristi scher und natürlicher Personen weitergeleitet worden, so unter anderem USD 1'880'057 an die N. Ltd. und USD 1'300'000 an den Beschwerdeführer 2 (vgl. Entscheid des Bunde s- strafgerichts RR.2013.104-107 vom 27. August 2013, E. 7.4). Ferner konn-- 13 - te im Rechtshil feverfahren betreffend die Konten " P." und " B." eruiert we r- den, dass vom Konto der N. Ltd. am 14. Mai und 2. Dezember 2004 USD 2'550'000 und USD 1'334'557 auf das "Konto P." überwiesen wurden (Verfahrensakten "P." pag. 0058 -59, 0102, 0107, 0130 -131 und 0143-144 im Verfahren RR.2014.82). Von dort aus erfolgten am 17. Mai und 2. D e- zember 2004 zwei Gutschriften von USD 1'800'000 bzw. USD 1'030'000 auf das Konto von O. (Verfahrensakten " P." pag. 0059 -59, 0101, 0107, 0126-127, 0143-144 und 0349). Aktenkundig sind sodann folgende Übe r- weisungen vom Konto der M. Ltd. auf das Konto " P.": am 13. Mai und 2. Dezember 2004 USD 150'000 bzw. USD 48'000 sowie am 1. März und 14. November 2005 EUR 23'333 und USD 20'000 (Verfahrensakten " P." pag. 0058-59, 0061, 0100, 0111, 0106, 0128-129, 0141-142, 0147-148 und 0152-153 im Verfahren RR.2014.82). Ausserdem wurden am 5. Juni 2012 vom "Konto B." EUR 425'000 auf das Konto der Beschwerdeführerin 1 transferiert (Verfahrensakten "B." pag. 0035, 0221, 0227 -233 im Verfahren RR.2014.82). Den vorliegend herauszugebenden Bankunterlagen der Beschwerdeführ e- rin 1 lassen sich Einzahlungen vom 2. und 22. Mai 2005 von EUR 95'000 und EUR 50'000 vom Konto der E. AG und von "Konto P." entnehmen (Ver- fahrensakten pag. 00110, 00160, 00221, 00227, 00271 und 00279). Dabei ist nicht auszuschliessen, dass die genannten Geldflüsse aus der im Rechtshilfeersuchen vom 29. Dezember 2011 genannten Überweisungen der C. GmbH an die E. AG im Umfang von USD 15.6 Mio. und 7.2 Mio. her- rühren. Die diesbezüglichen Kontounterlagen sind daher potentiell geei g- net, mögliche Geldflüsse im Zusammenhang mit dem im Rechtshilfeers u- chen geschilderten Sachverhalt aufzudecken. Von einer unzulässigen B e- weisausforschung kann keine Rede sein. Dabei können insbesondere die bankinternen Know -Your-Customer-Files (Verfahrensakten pag. 00504 - 00521) Aufschluss über die Verbindungen zwischen der Beschwerdeführ e- rin 1 bzw. dem Beschwerdeführer 2 und der E. AG geben. In diesem Z u- sammenhang ist die Beschwerdeführerin 1 darauf hinzuweisen, das s im Bereich der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen der Anspruch auf Privatsphäre (Art. 13 BV) keinen über das Verhältnismässigkeitsprinzip h i- nausgehenden Rechtsschutz bietet (Urteil des Bundesgerichts 1A.331/2005 vom 24. Januar 2006, E. 2.1; Entsc heid des Bundesstrafg e- richts RR.2009.139 vom 6. Oktober 2009, E. 6). Dass die am 2. Mai 2005 vorgenommen Zahlung von EUR 95'000 vom "Konto P." auf das Konto der Beschwerdeführerin 1 sodann auf einem Darlehensvertrag zwischen dem Beschwerdeführer 2 und der Beschwerdeführerin 1 beruhen soll bzw. die Zahlung der E. AG vom 22. Mai 2005 im Umfang von EUR 50'000 ein sog. I. Project zum Hintergrund habe, vermag nichts an der potentiellen Erhe b-- 14 - lichkeit der betreffenden Bankunterlagen zu ändern. Gleich verhält es si ch mit den weiteren von der Beschwerdeführerin 1 vorgebrachten Argumenten und Beweismittel; diese betreffen Fragen der Beweiswürdigung, welche ge- rade nicht im Rechtshilfeverfahren zu prüfen sind und die potentielle Erheb- lichkeit der herauszugebenden Unterlagen nicht in Frage stellen. Es wird im österreichischen Strafverfahren festzustellen sein, ob die Transaktionen de- liktischen Hintergrunds sind oder nicht. Im Übrigen sind die strittigen Übe r- weisungen auch als potentiell relevant zu bezeichnen, um darauf R ück- schlüsse be - aber auch entlastender Natur über das den beschuldigten Personen angelastete Verhalten zu ziehen. Dass weder die Beschwerd e- führerin 1 noch der Beschwerdeführer 2 im Rechtshilfeersuchen erwähnt werden, steht der Leistung der Rechtshilfe nich t von vornherein entgegen (Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2011.56 vom 2. Dezember 2011, E. 6.3, RR.2010.244 vom 14. September 2011, E. 4.3 und RR.2010.268 - 270 vom 21. Juni 2011, E. 8.3). Bezüglich des Vorwurfs, das Verhältnismässigkeitsprinzip sei in zeitlicher Hinsicht verletzt, ist festzuhalten, dass Stammunterlagen bezüglich der Er- öffnung der Konten und Depots, des Vertragsverhältnisses der Bank und allfälliger Vertretungsverhältnisse unabhängig ihres Datums relevant sind, weil sie Auskunft unte r anderem über die wirtschaftliche Berechtigung g e- ben können (vgl. Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2010.10 vom 6. Dezember 2010, E. 5.3.3; RR.2009.195 vom 7. Januar 2010, E. 6.3; RR.2009.37 vom 2. September 2009, E. 8.4). Soweit die Schlussverfügung derartige Stammdaten zur Herausgabe vors ieht, ist die Beschwerde unb e- gründet. Differenziert zu beurteilen ist die Sachlage hinsichtlich von Bew e- gungsdaten (Auszüge über Bewegungen auf Konten oder Depots). Diesbe- züglich können vorliegend Unterlagen über Ver mögensbewegungen nach und während des angeblichen Tatzeitpunkts relevant sein. Die Herausgabe der über dieses Datum hinausgehenden Unterlagen zu verweigern und die ersuchende Behörde zu einem Ergänzungsersuchen anzuhalten, würde das Rechtshilfeverfahren nu r unnötig verzögern und an überspitzten Fo r- malismus grenzen. Der potentiellen Erheblichkeit der herauszugebenden Bankunterlagen steht somit die Tatsache nicht entgegen, dass die herau s- zugebenden Bankunterlagen einen Zeitraum von März 2005 bis Mai 2012 beschlagen, während die österreichischen Behörden die Herausgabe der Bankunterlagen nur bis 11. August 2011 beantragen. Damit ist festzuha l- ten, dass die die Bankverbindung der Beschwerdeführerin 1 betreffenden Unterlagen demnach – auch wenn sich das Rechtshilf eersuchen nicht e x- plizit auf diese bezieht – in einem direkten sachlichen Zusammenhang mit dem im Rechtshilfeersuchen dargestellten Sachverhalt stehen, so dass d e-- 15 - ren gesamte Übermittlung an die ersuchende Behörde das aus dem Prinzip der Verhältnismässigkeit fliessende Übermassverbot nicht verletzt. Die Herausgabe der vorerwähnten Unterlagen an die ersuchende Behörde entspricht schliesslich auch dem Geist des GwUe, welches die Vertrag s- parteien zur grösstmöglichen Unterstützung bei der Er mittlung von Ta t- werkzeugen, Erträgen und anderen Vermögenswerten, die der Einziehung unterliegen, verpflichtet (Art. 8 GwUe) und diesen diesbezüglich sogar die unaufgeforderte Übermittlung von Informationen erlaubt (Art. 10 GwUe). Zudem vermeidet diese Vor gehensweise auch ein allfälliges Nachtragse r- suchen (BGE 121 II 241 E. 3a S. 243; Urteile des Bundesgerichts 1A.227/2006 vom 22. Februar 2007, E. 2.5; 1A.303/2004 vom 29. März 2005, E. 4.2; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.89 vom 20. August 2007, E. 4.1 m.w.H.). 6.5 Mit Bezug auf die von der Kontosperre betroffenen Vermögenswerte ist s o- dann Folgendes auszuführen: Da diese möglicherweise deliktischer He r- kunft sind (vgl. supra 6.4), haben sie grundsätzlich beschlagnahmt zu ble i- ben bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen und vollstreckbaren Einzi e- hungs- bzw. Rückerstattungsentscheides des ersuchenden Staates bzw. bis der ersuchende Staat mitteilt, dass ein solcher Entscheid nicht mehr e r- folgen kann (vgl. Art. 33 a IRSV). In Dispositiv -Ziffer 3 der ange fochtenen Schlussverfügung wurde die mit Verfügung vom 26. Juni 2012 bzw. 21. September 2012 bzw. 20. Dezember 2012 angeordnete Sperre des Kontos des Beschwerdeführers aufrechterhalten, bis die ersuchende B e- hörde über die sichergestellten Vermögenswerte vo n insgesamt EUR 1'228'555.-- rechtskräftig entschieden hat (act. 1.2). Die gesperrten Vermögenswerte stellen einen Bruchteil des mutmasslichen Schadens in der Höhe von USD 45 Mio. dar, weshalb die Kontosperre auch unter di e- sem Gesichtspunkt ohne Weiteres a ls verhältnismässig erscheint und sich eine Reduk-tion der Sperre – wie von der Beschwerdeführerin 1 beantragt – nicht rechtfertigt. Die Ermittlungen in Österreich werden zeigen müssen, ob es sich beim beschlagnahmten Kontovermögen überhaupt – und wenn ja, integral oder partiell – um Gelder strafbarer Herkunft handelt. Bis diese Frage im österreichischen Strafverfahren geklärt ist, muss die Kontosperre gemäss Art. 33a IRSV aufrechterhalten bleiben. Diese besteht erst seit dem 26. Juni 2012, was keine unver hältnismässig lange Dauer darstellt (vgl. TPF 2007 124 E. 8). Die Beschwerdegegnerin wird diesbezüglich das österreichische Strafverfahren jedoch im Auge behalten müssen. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass sich die von der Beschwerdefüh- rerin 1 erhob enen Rügen allesamt als unbegründet erweisen, weshalb die - 16 - Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist. Auf die Beschwerde des B e- schwerdeführers 2 ist nicht einzutreten. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführer ko s- tenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für die Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt das Reglement des Bunde s- strafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und En t- schädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur A n- wendung (Art. 53 Abs. 2 lit. a, Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 65 Abs. 5 VwVG sowie Art. 22 Abs. 3 BStKR). Es rechtfertigt sich vorliegend, die Gebühr auf Fr. 8'000.-- festzusetzen und den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung aufzuerlegen, unter Anrec hnung des geleisteten Kostenvorschu s- ses in gleicher Höhe. - 17 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 wird nicht eingetreten. 2. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 wird abgewiesen. 3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 8'000.-- wird den Beschwerdeführern unter sol i- darischer Haftung auferlegt, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvo r- schusses in gleicher Höhe. Bellinzona, 30. Juli 2014 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: Zustellung an - Rechtsanwalt Christoph K. Graber - Bundesanwaltschaft - Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der v ollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall l iegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).