<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00153</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106234&amp;W10_KEY=4467148&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00153</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.07.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Hundehaltung (Leinenzwang)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Leinenzwang am Limmatuferweg<br/><br/>Das Anfechtungsobjekt ist eine Allgemeinverfügung und damit mit Beschwerde anfechtbar (E. 1b).<br/>Auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen, namentlich die Legitimation, sind gegeben (E 1c, d).<br/>Auf den beantragten Augenschein kann verzichtet werden (E. 1e).<br/>Vorschriften über die Hundehaltung finden sich vor allem in §§ 6 ff. HundeG, aber auch in weiteren Erlassen (E. 2a).<br/>Der Bezirksrat hält den Leinenzwang für mit dem übergeordneten Recht, insbes. § 10 HundeG, vereinbar (E. 2b).<br/>Die angefochtene Anordnung tangiert keine Grundrechte der Hundehalter. Trotzdem ist sie auf das Vorliegen einer gesetzlichen Grundlage, eines öffentlichen Interesses, auf ihre Verhältnismässigkeit und Willkürfreiheit hin zu überprüfen (E. 2d).<br/>Da das Anfechtungsobjekt eine Allgemeinverfügung ist, muss es sich auf eine genügende gesetzliche Grundlage stützen (E. 2e).<br/>§ 10 Abs. 1 HundeG schliesst kommunale generell-abstrakte Normen über Laufenlassen bzw. Anleinen von Hunden aus. Zulässig sind aber neben Einzel- auch Allgemeinverfügungen, falls sie einen Bezug zu den übrigen Verhaltensvorschriften von §§ 6 ff. HundeG aufweisen (E. 3f).<br/>Ein Anleinzwang für eine solch lange Wegstrecke ist unverhältnismässig. Zulässig sind unter Umständen Beschränkungen, die sich auf Orte und Zeiten beziehen, an denen Konflikte zwischen verschiedenen Nutzungen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten sind (E. 2f).<br/>Die angefochtene Massnahme kann sich auch nicht auf einen anderen kantonalen Erlass stützen (E. 2h).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALLGEMEINVERFÃGUNG">ALLGEMEINVERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZLICHE GRUNDLAGE">GESETZLICHE GRUNDLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HUNDEHALTUNG">HUNDEHALTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LAUFENLASSEN">LAUFENLASSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEINE">LEINE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEINENZWANG">LEINENZWANG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LIMMATUFER">LIMMATUFER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NATURSCHUTZ">NATURSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 1 HundeG</span><br/><span class="gerade">§ 8 HundeG</span><br/><span class="ungerade">§ 10 lit. I HundeG</span><br/><span class="gerade">§ 4 lit. I NaturschutzV</span><br/><span class="ungerade">§ 9a lit. I NaturschutzV</span><br/><span class="gerade">§ 15 lit. II NaturschutzV</span><br/><span class="ungerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/><span class="gerade">§ 41 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der Gemeinderat Oetwil a.d.L. beschloss am 30. Oktober 2000 und am 8. Januar 2001 gestÃ¼tzt auf §§ 1 und 10 des Gesetzes Ã¼ber das Halten von Hunden vom 14. MÃ¤rz 1971 (HundeG), am Limmatuferweg innerhalb des Gemeindebanns, von der Gemeindegrenze Geroldswil bis zur Gemeindegrenze WÃ¼renlos/AG, seien Hunde an der Leine zu fÃ¼hren (Ziff. 1); der Leinenzwang werde durch entsprechende Hinweistafeln ab Rechts­kraft dieses Beschlusses signalisiert (Ziff. 2); Ãbertretungen gegen diese Anordnung kÃ¶nnten unter Hinweis auf § 19 HundeG mit Haft oder Busse bestraft werden (Ziff. 3). Der mit einer Rechtsmittelbelehrung (Ziff. 4) versehene Beschluss wurde gestÃ¼tzt auf § 68a des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GemeindeG) am 18. Januar 2001 im "Limmattaler Tagblatt" publiziert. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Dagegen erhoben verschiedene Personen, unter anderen A sowie B und C, am 29. Januar bzw. am 19. Februar 2001 Rekurs an den Bezirksrat Dietikon. Dieser wies mit BeschlÃ¼s­sen vom 21. MÃ¤rz 2001 sowohl den Rekurs von A (GE.2001.00010) wie auch jenen von B und C (GE.20001.00021) ab, soweit er darauf eintrat. Die Verfahrenskosten von je Fr. 150.- wurden den Rekurrierenden auferlegt, die zudem (unter BerÃ¼cksichtigung der weiteren Rekurse) zu einer anteilmÃ¤ssigen ParteientschÃ¤digung von je Fr. 100.- an die Gemeinde Oetwil a.d.L. verpflichtet wurden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen die BezirksratsbeschlÃ¼sse erhoben A sowie B und C am 24. April bzw. 2. Mai 2001 Rekurs, und zwar entsprechend der Rechtsmittelbelehrung im angefochtenen Beschluss an den Regierungsrat, der die Rechtsmittel mangels ZustÃ¤ndigkeit am 8. Mai 2001 an das Verwaltungsgericht Ã¼berwies.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In beiden Verfahren (VB.2001.00153 sowie 2001.00154) beantragten der Bezirksrat Dietikon am 31. Mai 2001 und die Gemeinde Oetwil a.d.L. am 12. Juni 2001 Abweisung der Beschwerde, so­weit darauf einzutreten sei. Die Gemeinde verlangte zudem die Zusprechung einer Partei­­entschÃ¤digung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die beiden Rechtsmittel richten sich zwar nicht gegen den gleichen Rekursentscheid. Beide Rekursentscheide betreffen jedoch den nÃ¤mlichen Gemeinderatsbeschluss. So­wohl in diesen Rekursentscheiden wie auch in den beiden dagegen erhobenen Beschwer­den werden im Wesentlichen die gleichen Rechtsfragen aufgeworfen, weshalb es sich recht­­fertigt, die beiden Beschwerden zur gemeinsamen Behandlung zu vereinigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1998 (VRG) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Rekursentscheide des Bezirksrats Ã¼ber "Anordnungen". Unter Letzteren sind verwal­tungsrechtliche Akte individuell-konkreter Art (VerfÃ¼gungen) oder generell-konkreter </span></p> <p class="Einzug1"><span>Na­tur (AllgemeinverfÃ¼gungen) zu verstehen, nicht jedoch generell-abstrakte Erlasse. Gegen kommunale Erlasse steht zwar im Sinn einer abstrakten Normenkontrolle ein Rechtsmittel zur VerfÃ¼gung; da jedoch dagegen die Beschwerde an das Verwaltungsgericht wie erwÃ¤hnt entfÃ¤llt, ist hierfÃ¼r als (zweite) Rechtsmittelinstanz gestÃ¼tzt auf § 19c Abs. 2 VRG der Regierungsrat zustÃ¤ndig (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Ver­­waltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19 N. 8, § 41 N. 8).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Gegen die Rekursentscheide des Bezirksrats Dietikon vom 21. MÃ¤rz 2001 haben die BeschwerdefÃ¼hrenden Rekurs an den Regierungsrat erhoben, dies entsprechend der im Rekursentscheid enthaltenen Rechtsmittelbelehrung, welche davon ausgeht, es handle sich beim streitbetroffenen Beschluss des Gemeinderats Oetwil a.d.L. vom 8. Januar 2001 um einen generell-abstrakten Erlass. Mit seiner Ãberweisung der Rekurse an das Verwaltungsgericht ist hingegen der Regierungsrat davon ausgegangen, es handle sich um eine AllgemeinverfÃ¼gung. Diese Betrachtungsweise trifft zu. Der Beschluss des Gemeinderats richtet sich zwar an einen unbestimmten Personenkreis, umschreibt jedoch den zu regelnden Tatbestand namentlich dadurch konkret, dass der Ã¶rtliche Geltungsbereich des statuierten Anleingebots genau festgelegt wird und diese Ã¶rtliche Umschreibung gerade ein wesentlicher Bestandteil der Anordnung ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 41 N. 11). Dadurch unterscheidet sich der streitbetroffene Beschluss von Regelungen, bei denen ein Ã¶rtlich beschrÃ¤nkter Geltungsbereich nicht zum Regelungszweck gehÃ¶rt (vgl. RB 1992 Nr. 5 = ZBl 93/1992, S. 515). Der streitbetroffene Beschluss ist hinsichtlich seiner Rechtsnatur durchaus vergleichbar mit dem vom Regierungsrat erlassenen Allgemeinen Reit- und Fahrverbot entlang den TÃ¶ssufern, das vom Bundesgericht in Aufhebung eines diesbezÃ¼glichen Urteils des Verwaltungsgerichts (RB 1974 Nr. 11) als AllgemeinverfÃ¼gung gewÃ¼rdigt worden ist (BGE 101 Ia 73; vgl. RB 1975 Nr. 6). Demnach steht gegen die angefochtenen Rekursentscheide des Bezirksrats die Beschwerde an das Verwaltungsgericht offen, weshalb die vom Regierungsrat Ã¼berwiesenen Rekurse zur Behandlung als Beschwerde entgegenzunehmen sind. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfÃ¼llt. Das gilt namentlich auch fÃ¼r die Beschwerdelegitimation, die angesichts dessen, dass alle BeschwerdefÃ¼hrenden als unterlegene Rekurrenten durch die angefochtenen BezirksratsbeschlÃ¼sse formell beschwert sind und dass die vorab erforderliche materielle Beschwer, die fÃ¼r Rekurs und Beschwerde gleich umschrieben wird (je § 21 lit. a VRG in Verbindung mit § 152 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926/4. September 1983 fÃ¼r den Rekurs an den Bezirksrat bzw. in Verbindung mit § 70 VRG fÃ¼r die Beschwerde an das Verwaltungsgericht), unabhÃ¤ngig davon zu bejahen ist, ob der Bezirksrat die Rekurslegitimation zu Recht bejaht habe oder nicht (zu dieser Frage vgl. nachfolgend E. 1d). WÃ¤re Letzteres zu verneinen, so wÃ¤re auf die Beschwerden gleichwohl einzutreten und wÃ¤ren sie "im Sinn der ErwÃ¤gungen" abzuweisen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 96).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) GemÃ¤ss § 21 lit. a VRG, welche Bestimmung kraft der Verweisung in § 152 GemeindeG auch fÃ¼r den Rekurs gegen BeschlÃ¼sse des Gemeinderats (Gemeindeexekutive) massgebend ist, ist zum Rekurs berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an deren Ãnderung oder Aufhebung hat. Die BeschwerdefÃ¼hrenden wohnen in der Gemeinde Oetwil a.d.L. und sind nach den unbestrittenen Feststellungen des Bezirksrats Hundehalter. Unter diesen UmstÃ¤nden sind sie durch den streitbetrof­fenen Gemeinderatsbeschluss stÃ¤rker als beliebige Dritte berÃ¼hrt und haben ein schutz­wÃ¼rdiges Interesse an der Aufhebung des angeordneten Anleingebots. Die Gemeinde stellt die Beschwerdebefugnis der BeschwerdefÃ¼hrenden (und damit sinngemÃ¤ss auch deren Rekurslegitimation; vgl. vorstehend E. 1c) allerdings unter Hinweis auf eine mangelhafte Substanzierung in Frage: BezÃ¼glich des BeschwerdefÃ¼hrers 1 wird vorgebracht, er mache nicht geltend (bzw. habe nicht geltend gemacht), er wolle seinen Hund ohne Leine am Limmatufer spazieren fÃ¼hren. BezÃ¼glich der BeschwerdefÃ¼hrenden 2 wird eingewendet, sie wohnten an der S-strasse und damit nicht in der NÃ¤he des Limmatufers. Beide Einwendungen sind unbegrÃ¼ndet. Selbst wenn man ausgehend davon, dass Rekurrierende/BeschwerdefÃ¼hrende ihre Legitimation darzulegen haben (KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 21 N. 29)</span><span>, </span><span>im vorliegenden Fall voraussetzt, dass die Legitimation nur fÃ¼r Hundehalter zu bejahen ist, welche den Limmatuferweg im Gemeindegebiet von Oetwil a.d.L. nicht nur bloss gelegentlich, sondern hÃ¤ufig fÃ¼r SpaziergÃ¤nge mit ihren Vierbeinern benutzen, so darf Letzeres bei den in dieser Gemeinde wohnhaften BeschwerdefÃ¼hrenden angenommen werden. Der Bezirksrat Dietikon hat demnach die Rekurslegitimation der heutigen BeschwerdefÃ¼hrenden zu Recht bejaht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Soweit fÃ¼r die Beurteilung der Beschwerde die Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse am Limmat­uferweg erheblich sind, gehen sie mit hinreichender Klarheit aus den vorliegenden Akten hervor. Auf den beantragten Augenschein kann daher verzichtet werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Vorschriften Ã¼ber die Hundehaltung finden sich in erster Linie in §§ 6 ff. HundeG. Die Halter von Hunden sowie die Inhaber von Hundezwingern und Hundeheimen ha­ben ihre Hunde so zu warten und zu beaufsichtigen, dass sie weder Personen durch fortwÃ¤h­rendes Gebell, Geheul oder auf andere Weise belÃ¤stigen, noch Gehwege, Trottoirs, Park­anlagen, fremde GÃ¤rten oder landwirtschaftliche Kulturen wÃ¤hrend der Vegetationszeit verunreinigen (§ 8 mit dem Randtitel "BelÃ¤stigung"). Das MitfÃ¼hren oder Laufenlassen von Hunden in FriedhÃ¶fen und Badeanstalten, auf PausenplÃ¤tzen von Schulhausanlagen und auf Spiel- oder Sportfeldern ist verboten (§ 9 unter dem Randtitel "Betretverbot"). In Ã¶ffentlich zugÃ¤nglichen Lokalen, wie namentlich in Wirtschaften und VerkaufslÃ¤den, in Parkanlagen und auf verkehrs­­reichen Strassen sind Hunde an der Leine zu fÃ¼hren, soweit nicht nach den eidgenÃ¶ssischen und kantonalen Bestimmungen ein Betretverbot besteht (§ 10 Abs. 1). LÃ¤ufige, bissige und kranke Hunde sind stets anzuleinen, Bissige Hunde mÃ¼ssen Ã¼berdies einen Maulkorb tragen (§ 10 Abs. 2; beide Abs. unter dem Randtitel "Anleinen"). In WÃ¤ldern und an WaldrÃ¤ndern sowie zur Nachtzeit dÃ¼rfen Hunde nicht unbeaufsichtigt gelassen werden, wobei die Bestimmungen der Jagdgesetzgebung vorbehalten bleiben (§ 11 mit dem Randtitel "Beaufsichtigung").</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorschriften Ã¼ber die Hundehaltung finden sich sodann in verschiedenen kommunalen Erlassen, in (andern) kantonalen und in bundesrechtlichen Erlassen. GemÃ¤ss Art. 3 Abs. 2 des eidgenÃ¶ssischen Tierschutzgesetzes vom 9. MÃ¤rz 1978 (TSchG; SR 455) darf die fÃ¼r ein Tier notwendige Bewegungsfreiheit nicht dauernd oder unnÃ¶tig eingeschrÃ¤nkt werden, wenn damit fÃ¼r das Tier Schmerzen, Leiden oder SchÃ¤den verbunden sind. Laut Art. 31 Abs. 1 der eidgenÃ¶ssischen Tierschutzverordnung vom 27. Mai 1981 (TSchV; SR 455.1) mÃ¼ssen sich Hunde, die in RÃ¤umen gehalten werden, tÃ¤glich entsprechend ihrem BedÃ¼rfnis bewegen kÃ¶nnen; wenn mÃ¶glich sollen sie Auslauf im Freien haben. GemÃ¤ss § 32<sup>bis</sup> Abs. 3 des kantonalen Gesetzes Ã¼ber Jagd und Vogelschutz vom 12. Mai 1929 (JagdG; LS 922.1) kÃ¶nnen die Gemeinden bestimmen, dass im ganzen Gebiet oder in Gebietsteilen ihrer Wildschonreviere und VogelschutzgehÃ¶lze die fÃ¼r das Wild gefÃ¤hrlichen Hunde an der Leine zu fÃ¼hren sind; die gleiche Befugnis steht dem Regierungsrat fÃ¼r die staatlichen Wildschonreviere und VogelschutzgehÃ¶lze zu. GemÃ¤ss Art. 35 der Polizeiverordnung der Gemeinde Oetwil a.d.L. vom 14. September 1987 sind Tiere so zu halten, dass niemand belÃ¤stigt wird und weder Menschen, Tiere noch Sachen gefÃ¤hrdet werden oder zu Schaden kommen (Abs. 1). Die Hundehalter sind zur Beseitigung des Kots ihrer Hunde auf Ã¶ffentlichem Boden verpflichtet (Abs. 5). Diesen kommunalen Vorschriften kommt jedoch neben jenen in §§ 6 ff. HundeG keine eigenstÃ¤ndige Bedeutung zu (vgl. dazu E. 2f).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Bezirksrat Dietikon hat erwogen, mit dem am Limmatuferweg auf Gemeindegebiet Oetwil a.d.L. angeordneten Leinenzwang wolle der Rekursgegner BenÃ¼tzer dieses Wegs vor BelÃ¤stigungen schÃ¼tzen sowie Anliegen des Naturschutzes dienen. Das Hundegesetz regle den Leinenzwang in § 10 nicht abschliessend. Wie bereits in der Weisung des Regierungsrats zu dieser Gesetzesvorlage (ABl 1970 I, 606) hervorgehoben worden sei, bleibe es den Gemeinden trotz der angestrebten Vereinheitlichung der sich auf die Hundehaltung beziehenden Vorschriften im neuen Gesetz unbenommen, gestÃ¼tzt auf ihre allgemeinen polizeilichen Befugnisse und in AusfÃ¼hrung des Hundegesetzes durch individuelle VerfÃ¼gung gewisse Verhaltensgebote fÃ¼r einzelne Ãrtlichkeiten zu schaffen. Der Limmat­uferweg werde als Nah­erholungsgebiet von Personen aus der ganzen Region benutzt, da die Flusslandschaft eine erhebliche Anziehungskraft ausÃ¼be und in der NÃ¤he ParkplÃ¤tze vorhanden seien. Der Uferweg sei stellenweise sehr eng, was die Gefahr von BelÃ¤stigungen bzw. das BedÃ¼rfnis, solche zu ver­meiden, erhÃ¶he und was im Ãbrigen auch schon zu anderen Massnahmen wie einem Fahrverbot und einem Reitverbot gefÃ¼hrt habe. Der Ã¶rtlich begrenzte Leinenzwang verstosse weder gegen Art. 3 Abs. 2 TSchG noch gegen Art. 31 TSchV. Sodann sei er vereinbar mit dem Grund­satz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit. Die vorÃ¼bergehend zu­gemutete EinschrÃ¤nkung der Bewegungsfreiheit sei zwar fÃ¼r viele Hunde nicht optimal; gut erzogene Tiere kÃ¶nnten jedoch die fragliche Wegstrecke ohne nachhaltige BeeintrÃ¤chtigung durchlaufen; fÃ¼r weniger gut zu fÃ¼hrende Hunde gebe es in der Gemeinde Oetwil a.d.L. ausreichende FlÃ¤chen an anderen Orten, wo sie ihren Bewegungstrieb ausleben kÃ¶nnten. â Der Limmatuferweg fÃ¼hre zum Teil durch Wald und entlang von geschÃ¼tzten Naturgebieten. Durch die Aufnahme eines Objekts in ein eidgenÃ¶ssisches, kantonales oder kommunales Inventar werde dargetan, dass es in besonderem Masse die ungeschmÃ¤lerte Erhaltung, jedenfalls aber die grÃ¶sstmÃ¶gliche Schonung verdiene (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 [NHG]). Der Pflicht, Schutzobjekte zu schonen und zu erhalten, habe das Gemeinwesen nicht nur mit planungsrechtlichen Massnahmen nachzukommen; soweit solche nicht genÃ¼gten, seien als "besondere Anordnungen fÃ¼r Naturschutzobjekte" Vorschriften zu erlassen und VerfÃ¼gungen zu treffen, welche alle das Schutzobjekt stÃ¶renden, schÃ¤digenden, gefÃ¤hrdenden oder beeintrÃ¤chtigenden TÃ¤tigkeiten verbÃ¶ten (§ 15 der kantonalen Natur- und Heimatschutzverordnung vom 20. Juli 1977; NaturschutzV); zulÃ¤ssig seien insbesondere Vorschriften und VerfÃ¼gungen, mit denen das Laufenlassen von Hunden verboten werde (Abs. 2). Wie sich aus dem Inventar der Natur- und Landschaftsschutzobjekte von Ã¼berkommunaler Bedeutung vom Dezember 1979 sowie dem nachgefÃ¼hrten kommunalen Inventar der Natur- und Landschaftsschutz­objekte vom MÃ¤rz 1998 ergebe, seien das Limmatufer unterhalb des Dorfs auf einer LÃ¤nge von 1, 5 km und der ca. 2 ha messende Auenwaldstreifen als Ã¼berkommunale Schutzobjekte festgelegt bzw. vorgemerkt; entlang der streitbetroffenen Wegstrecke von der Grenze WÃ¼renlos/AG zur Grenze Geroldswil seien mithin nur wenige (nÃ¤her bezeichnete) Stellen des Wegs nicht als schutzwÃ¼rdig vorgemerkt. Nicht zu entsprechen sei schliesslich dem Even­tual­antrag der heutigen BeschwerdefÃ¼hrenden 2, den von der Gemeinde angeordneten Leinenzwang auf dem Limmatuferweg Ã¶rtlich und zeitlich einzuschrÃ¤nken, denn mit einer solchen Differenzierung wÃ¼rde der Bezirksrat in unzulÃ¤ssiger Weise in das Vollzugsermessen der Gemeinde eingreifen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Das streitbetroffene Anleingebot richtet sich nicht nur an die Halter von Hunden, sondern an alle Personen, die den Limmatuferweg im Gemeindegebiet Oetwil a.d.L. in Begleitung ei­nes Hundes begehen. Der Begriff des (Hunde-)Halters ist ohnehin nicht klar definiert; im Zusammenhang mit der Abgabepflicht (vgl. § 13 HundeG) ist darunter (lediglich) der EigentÃ¼mer gemeint (zum Halterbegriff im Sinn von Art. 56 des schweizerischen Obligationenrechts vgl. Roland Brehm, Berner Kommentar, 1998, Art. 56 N. 13 ff.). Im Zusammenhang mit dem hier streitbetroffenen Anleingebot werden im Folgenden die Begriffe des Hal­ters und der Haltung von Hunden in einem weiteren Sinn verwendet, nÃ¤mlich mit Bezug auf Personen, die den Weg in Begleitung eines Hundes benutzen und diesen daher zu beaufsichtigen haben (vgl. § 8 HundeG). FÃ¼r die rechtliche Beurteilung des streitbetroffenen Anleingebots ist im Ãbrigen die Umschreibung der Haltereigenschaft nicht von Belang.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Anordnungen betreffend die Art und Weise der Haltung von Hunden fallen nicht in den Schutzbereich von Grundrechten jener Personen, an die sie sich richten. Auch wenn sich die Adressaten solcher Anordnungen (die Halter) nicht auf den Schutz von Grundrechten berufen kÃ¶nnen, mÃ¼ssen solche Anordnungen auf gesetzlicher Grundlage beruhen, im Ã¶ffentlichen Interesse liegen, den Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit wahren sowie dem WillkÃ¼rverbot standhalten. Denn diese GrundsÃ¤tze sind auch ausserhalb des Anwendungsbereichs der einzelnen Grundrechte (zu ihrer dortigen Funktion vgl. Art. 36 der Bundesverfassung vom 18. April 1999; Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2001, N. 302 ff.) zu beachten (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 303 bezÃ¼glich des GesetzmÃ¤ssigkeitsprinzips, Rz. 466 bezÃ¼glich des Grundsatzes des Ã¶ffentlichen Interesses, Rz. 491 bezÃ¼glich des VerhÃ¤ltnismÃ¤s­sigkeitsprinzips). Die BeschwerdefÃ¼hrenden stellen das streitige Anleingebot unter dem Gesichtswinkel aller dieser Prinzipien in Frage. Vorab dreht sich die Auseinandersetzung dabei darum, ob eine hinreichende gesetzliche Grundlage gegeben sei. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) WÃ¼rde es sich bei der streitbetroffenen Anordnung um einen generell-abstrakten Erlass handeln, so wÃ¤re von der zustÃ¤ndigen Rechtsmittelinstanz (diesfalls nicht dem Verwaltungsgericht, sondern dem Regierungsrat, vgl. E. 1b) zu prÃ¼fen, ob das diesbezÃ¼gliche kommunale Recht mit der Ã¼bergeordneten kantonalen Gesetzgebung vereinbar sei, weil der Widerspruch zwischen kommunalem und hÃ¶herrangigem kantonalen Recht einen Rekurs- und Beschwerdegrund darstellt (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 50 N. 2, 117 und 132). Dabei wÃ¤re vorab zu beurteilen, ob und inwieweit angesichts der kantonalen Gesetzgebung Ã¼ber die Hundehaltung Raum fÃ¼r eine diesbezÃ¼gliche Rechtssetzung der Gemeinden bleibt (vgl. H.R. Thal­mann, Kommentar zum ZÃ¼rcher Gemeindegesetz, 3. A., WÃ¤denswil 2000, § 14 N. 1.5.3; Max Imboden/RenÃ© Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, 6. A., Band I, Basel/Frankfurt a.M. 1986, RenÃ© Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt a.M. 1990, je Nr. 12 B IV b). Von dieser Fragestellung ist der Bezirksrat in der nach dem Gesagten rechtsirrtÃ¼mlichen Annahme, es handle sich um einen generell-abstrakten Erlass, ausgegangen (vgl. E. II bzw. E. V der vorinstanzlichen Entscheide). Als AllgemeinverfÃ¼gung bedarf die streitbetroffene Anordnung jedoch einer unmittelbaren gesetzlichen Grundlage im eidgenÃ¶ssischen, kantonalen oder kommunalem Recht (Tobias Jaag, Die AllgemeinverfÃ¼gung im schweizerischen Recht, ZBl 85/1984, S. 433 ff., 446 f.). Im Folgenden ist daher vorab zu prÃ¼fen, ob eine solche Grundlage gegeben sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) § 10 Abs. 1 HundeG statuiert ein Anleingebot in Ã¶ffentlich zugÃ¤nglichen Lokalen wie namentlich in Wirtschaften und VerkaufslÃ¤den, in Parkanlagen und auf verkehrsreichen Strassen, soweit an solchen Ãrtlichkeiten nicht ohnehin fÃ¼r Hunde ein Betretverbot besteht. § 10 Abs. 2 HundeG schreibt das Anleinen von lÃ¤ufigen, bissigen und kranken Hunden vor. § 10 HundeG ist damit so bestimmt gefasst, dass die Bestimmung als eine abschliessende Regelung zu betrachten sein dÃ¼rfte, die kommunale <i>generell-abstrakte </i>Normen Ã¼ber das Laufenlassen von Hunden ausschliesst.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Klar ist anderseits, dass die Gemeinden kraft der ihnen nach § 1 HundeG zugewiesen­en Kompetenz zur Kontrolle Ã¼ber die Hundehaltung und gestÃ¼tzt auf die ihnen nach § 1 der Hundeverordnung vom 11. November 1971 verliehenen Kompetenz zum Vollzug des Gesetzes befugt sind, dem Anleingebot in § 10 Abs. 2 HundeG gegenÃ¼ber sÃ¤umigen Haltern von bissigen Hunden durch individuell-konkrete <i>EinzelverfÃ¼gungen</i> Nachachtung zu verschaffen (vgl. VGr, 12. November 1998, VB.98.00259). Eine solche EinzelverfÃ¼gung geht nicht Ã¼ber den in § 10 Abs. 2 HundeG gesteckten Rahmen hinaus, sondern konkretisiert die kantonale Verhaltensvorschrift im Einzelfall. Im vorliegenden Verfahren geht es hingegen darum, ob das Hundegesetz und insbesondere dessen § 10 Abs. 1 den Gemeinden Raum lasse, ein Anleingebot in Form von <i>AllgemeinverfÃ¼gungen</i> fÃ¼r konkret bezeichnete Ãrtlichkeiten einzufÃ¼hren, die ihrer Art nach nicht unter § 10 Abs. 1 HundeG fallen. Das setzt voraus, dass den Gemeinden bei der Anwendung des kantonalen Rechts diesbezÃ¼glich eine gewisse Entscheidungsfreiheit (Autonomie) verbleibt, was ebenfalls durch Auslegung des kantonalen Rechts zur ermitteln ist (Thalmann, § 14 N. 1.5.5). Die Frage nach einer hinreichenden gesetzlichen Grundlage deckt sich hier daher weitgehend mit jener nach der richtigen Auslegung des kantonalen Rechts.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wenn § 10 Abs. 1 HundeG in Ã¶ffentlich zugÃ¤nglichen Lokalen, in Parkanlagen und auf verkehrsreichen Strassen das Anleinen von Hunden gebietet, so kann diese Regelung nicht in dem Sinn als abschliessend verstanden werden, dass es den Gemeinden von vornherein verwehrt wÃ¤re, durch AllgemeinverfÃ¼gungen einen Leinenzwang fÃ¼r andere, konkret bezeichnete Ãrtlichkeiten einzufÃ¼hren. Dies ergibt sich bereits aus der auch vom Bezirksrat erwÃ¤hnten Entstehungsgeschichte des Gesetzes. In seiner Weisung vom 9. April 1970 an den Kantonsrat fÃ¼hrte der Regierungsrat aus, es gehe bei den neuen kantonalen Vorschriften Ã¼ber die Hundehaltung vor allem darum, die in zahlreichen Polizeiverordnungen der Gemeinden enthaltenen Bestimmungen Ã¼ber die Hundehaltung zu vereinheitlichen, da von den Hundehaltern heute weniger denn je erwartet werden kÃ¶nne, dass sie die Polizeivorschriften des Kantons und aller Gemeinden kennen wÃ¼rden. Trotz der vorgesehenen Vereinheitlichung (welche spezialgesetzliche Regelungen im Bund und Kanton, etwa im Tierschutzrecht, im Jagdrecht, im Lebensmittelrecht und in der Seuchenpolizei, ohnehin nicht umfasse), bleibe es den Gemeinden unbenommen, "gestÃ¼tzt auf ihre allgemeinen polizeilichen Befugnisse und in AusfÃ¼hrung des Hundegesetzes durch individuelle VerfÃ¼gung gewisse Verhaltensgebote fÃ¼r einzelne Ãrtlichkeiten zu schaffen" (ABl 1970, 605 f.). Dem wurde im Rat nicht widersprochen (Protokoll KR 1967-1971 Bd. V S. 5459-5467, <br/> 5471-5486). Dass in der regierungsrÃ¤tlichen Weisung AllgemeinverfÃ¼gungen nicht besonders erwÃ¤hnt werden, lÃ¤sst nicht den Schluss zu, man habe solche ausschliessen wollten. Der ausdrÃ¼cklich enthaltene Hinweis auf "einzelne Ãrtlichkeit­en" legt vielmehr den gegen­teiligen Schluss nahe; denn fÃ¼r bestimmte Ãrtlichkeiten getroffene Anordnungen betreffend die Hundehaltung sind ihrer Natur nach vorab - wenn nicht sogar ausschliesslich - generell-konkret. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Freilich mÃ¼ssen solche AllgemeinverfÃ¼gungen einen Bezug zu den Ã¼brigen Verhaltens­vorschriften in §§ 6 ff. HundeG aufweisen. Im vorliegenden Fall fÃ¤llt diesbezÃ¼glich vorab § 8 in Betracht, wonach Hundehalter ihr Tier so zu beaufsichtigen haben, dass sie weder Personen belÃ¤stigen noch Gehwege, Trottoirs, Parkanlagen, fremde GÃ¤rten oder landwirtschaftliche Kulturen wÃ¤hrend der Vegetationszeit verunreinigen. Diese Beaufsichtigung kann je nach den Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen und Ã¼brigen UmstÃ¤nden auch die Pflicht enthalten, den Hund an die Leine zu nehmen. Nur an Ãrtlichkeiten, wo eine <i>erhÃ¶hte</i> Gefahr besteht, dass ohne Anleinen der Hunde Personen belÃ¤stigt oder FlÃ¤chen verunreinigt werden, soll es den Gemeinden nicht verwehrt sein, durch AllgemeinverfÃ¼gung ein Anleingebot zu statuieren. Die von frei laufenden Hunden ausgehende allgemeine, abstrakte GefÃ¤hrdung genÃ¼gt nicht; dieser wird, soweit es um den Schutz vor BelÃ¤stigungen und Verschmutzungen geht, bereits mit der Beaufsichtigungspflicht des Halters gemÃ¤ss § 8 HundeG Rechnung getragen (hinsichtlich des Schutzes vor eigentlichen Angriffen vgl. auch § 7 HundeG). Zu berÃ¼cksichtigen ist, dass es im Kanton ZÃ¼rich zahlreiche Wege gibt, die von SpaziergÃ¤ngern stark frequentiert werden. Um Wanderwege allein wegen ihrer intensiven Nutzung mit einem Anleingebot zu belegen, mÃ¼ssen eigentliche MissstÃ¤nde vorhanden sein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese Gesetzesauslegung, die ein kommunales Anleingebot fÃ¼r weitere als die in § 10 Abs. 1 HundeG umschriebenen Ãrtlichkeiten nicht ausschliesst, jedoch nur fÃ¼r solche mit einem erhÃ¶hten Gefahrenpotenzial zulÃ¤sst, steht zugleich im Einklang mit dem Grundsatz, dass polizeiliche Massnahmen durch ein Ã¶ffentliches Interesse gedeckt sein mÃ¼ssen. Ein solches Ã¶ffentliches Interesse ist nur an Ãrtlichkeiten zu bejahen, an denen in erhÃ¶htem Mass mit BelÃ¤stigungen und Verschmutzungen zu rechnen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) Auf eine solche erhÃ¶hte Gefahr von BelÃ¤stigungen und Verschmutzungen beruft sich die Gemeinde, indem sie geltend macht, beim Limmatuferweg handle es sich um ein Gebiet, das von SpaziergÃ¤ngern mit und ohne Hunde(n), insbesondere von Familien mit Kindern, sowie auch von Joggern stark frequentiert werde und wo daher die mitgefÃ¼hrten Hunde starken Reizquellen ausgesetzt seien. Bereits in der Rekursantwort an den Bezirksrat wurde geltend gemacht, aufgrund verschiedener VorfÃ¤lle mit Hunden am Limmatuferweg hÃ¤tten Kinder und deren Eltern, aber auch andere SpaziergÃ¤nger und Jogger Angst vor freilaufenden Hunden; Akten Ã¼ber diese VorfÃ¤lle wÃ¼rden aus GrÃ¼nden des PersÃ¶nlichkeitsschutzes erst auf Aufforderung der Rechtsmittelinstanz nachgereicht. Ferner wurde vorgebracht, der Hundekot sei nicht nur fÃ¼r die an den Uferweg grenzenden bewohnten GrundstÃ¼cke, sondern auch fÃ¼r die am Ufer ruhenden Badenden und die spielenden Kinder zur Plage geworden. Diese AusfÃ¼hrungen deuten darauf hin, dass eigentliche MissstÃ¤nde bestehen. Weitere AbklÃ¤rungen darÃ¼ber, ob die diesbezÃ¼gliche Sachdarstellung der Gemeinde zutreffe, erÃ¼brigen sich jedoch. Selbst wenn davon ausgegangen wird, dass am streitbetroffenen Anleingebot ein Ã¶ffentliches Interesse besteht, erweist es sich im Rahmen der erforderlichen InteressenabwÃ¤gung nicht als haltbar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dem Ã¶ffentlichen Interesse an der Vermeidung von BelÃ¤stigungen und Verschmutzungen auf dem Limmatuferweg sind die privaten Interessen der Hundehalter, ihre Vierbeiner ohne dauerndes, ununterbrochenes Anleinen mitfÃ¼hren zu kÃ¶nnen, gegenÃ¼ber zu stellen. Dabei geht es primÃ¤r um die Interessen jener zahlreichen Hundehalter, die ihrer Beaufsichtigun­gspflicht gemÃ¤ss § 8 HundeG hinreichend nachkommen, was wie erwÃ¤hnt die Pflicht miteinschliesst, in bestimmten <i>Situationen</i> den Hund an die Leine zu nehmen. Die Interessen der pfli­chtbewussten Hundehalter fallen vor allem mit Bezug auf Wanderwege von regionaler Be­deutung, die durch mehrere Gemeinden fÃ¼hren, ins Gewicht. Bei solchen weitlÃ¤ufigen Wander­wegen ist es mit dem kantonalen Recht (§§ 8 und 10 HundeG) nicht vereinbar, wenn eine einzelne Gemeinde fÃ¼r die gesamte auf ihrem Gebiet liegende Wegstrecke ein Anleingebot verfÃ¼gt. So verhÃ¤lt es sich hier. Die streitbetroffene Wegstrecke ist Bestandteil des rechtsufrigen Limmatwanderwegs. Dieser Weg ist als regionale Festlegung im Verkehrsplan Limmattal. Die fragliche Wegstrecke misst zudem auch fÃ¼r sich allein betrachtet rund 3 km; ein Ã¶rtlich und zeitlich unbeschrÃ¤nktes Anleingebot Ã¼ber eine derart lange Strecke schrÃ¤nkt den Auslauf von Hunden und damit fÃ¼r die sie begleitenden SpaziergÃ¤nger und Wanderer die MÃ¶glichkeiten, sich frei zu bewegen, erheblich stÃ¤rker ein als in den in § 10 Abs. 1 HundeG genannten Ãrtlichkeiten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das will nicht heissen, dass die Gemeinde die von ihr geltend gemachten MissstÃ¤nde einfach hinzunehmen habe. HierfÃ¼r bestehen aber weniger einschneidende MÃ¶glichkeiten, die nach dem Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit einem zeitlich und Ã¶rtlich unbeschrÃ¤nktem An­leingebot auf der ganzen Wegstrecke vorzuziehen sind. In Betracht fallen etwa Hinweistafeln, auf denen zur Vermeidung von BelÃ¤stigungen und Verschmutzungen auf die berechtigten Anliegen der Ã¼brigen Benutzer, namentlich der Jogger und der Badenden hingewiesen wird und die Hundehalter dergestalt an ihre ohnehin bestehenden Pflichten (§ 8 HundeG) erinnert werden. Schliesslich kommen, sofern erforderlich, auch Ã¶rtliche und zeitliche beschrÃ¤nkte Anleingebote in Betracht, wie sie die BeschwerdefÃ¼hrenden 2 eventualiter bereits vor Bezirksrat beantragt haben. Entgegen dessen Auffassung liegt es nicht im freien, der Kontrolle durch die Rechtsmittelinstanzen entzogenen Ermessen der Gemeinde, ob sie bezÃ¼glich des Limmat­uferwegs ein Anleingebot mit oder ohne EinschrÃ¤nkungen in zeitlicher und/oder Ã¶rtlicher Hinsicht erlÃ¤sst. Vielmehr stellt sich diese Frage gerade unter dem Gesichtswinkel der VerhÃ¤ltnis­mÃ¤ssigkeit. Dies bedeutet, dass solche Gebote nur erlassen werden kÃ¶nnen, wenn sie sich zwecks Koordination mit anderen Nutzungen des Uferbereichs, die sich auf einzelne Wegabschnitte und/oder bestimmte Tages- oder Jahreszeiten konzentrieren, geradezu aufdrÃ¤ngen. Zu denken ist beispielsweise an einen Anleinzwang im Bereich von Badestellen, die im Sommer besonders rege aufgesucht werden. In einem solchen Fall liegt die MÃ¶glichkeit von Konflikten zwischen den verschie­denen BenÃ¼tzern des Uferbereichs derart nah, dass eine derartige EinschrÃ¤nkung als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aus den Gesagten ergibt sich, dass sich das streitbetroffene Anleingebot unter den vorliegenden UmstÃ¤nden nicht auf das kantonale Hundegesetz, insbesondere nicht auf dessen § 8, stÃ¼tzen lÃ¤sst, weil es sich im Rahmen der erforderlichen InteressenabwÃ¤gung als unverhÃ¤ltnis­mÃ¤ssig erweist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>h) Zu prÃ¼fen bleibt, ob fÃ¼r die streitbetroffene AllgemeinverfÃ¼gung eine gesetzliche Grundlage in einem anderen kantonalrechtlichen Erlass vorhanden sei. Die Gemeinde Oetwil a.d.L. beruft sich auf § 15 Abs. 2 NaturschutzV, wonach als "besondere Anordnungen fÃ¼r Natur­­schutzobjekte" das Laufenlassen von Hunden verboten werden kann. Der Bezirksrat scheint diese Argumentation Ã¼bernommen zu haben, obwohl dies aus seiner Schlussfolgerung, mit dem kommunalen Leinenzwang ergebe sich kein Widerspruch zu eidgenÃ¶ssischen und kantonalen Gesetzen (in welchem Kontext er auch auf § 15 Abs. 2 NaturschutzV Bezug nimmt) nicht klar hervorgeht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im kommunalen Inventar der Natur- und Landschaftsschutzobjekte der Gemeinde Oetwil a.d.L. finden sich im Bereich des Limmatuferweg keine Naturschutzobjekte von kommunaler Bedeutung, mit Ausnahme der Objekte 2.2 und 5.3, die jedoch beide weder aufgrund ihrer ge­ringen Ã¶rtlichen VerknÃ¼pfung mit dem Limmatuferweg noch aufgrund ihres Schutz­zweckes ein Anleingebot rechtfertigen. Hingegen sind in diesem Bereich zwei Natur­schutz­­­objekte von Ã¼berkommunaler Bedeutung verzeichnet, nÃ¤mlich der Schilfstreifen entlang des Ufers (N. 1) sowie der Auenwaldstreifen (N. 2); von der gesamten auf das Gemeindegebiet entfallenden Wegstrecke von rund 3 km verlaufen rund 75 % entlang diesen beiden Objekten. FÃ¼r besondere Anordnungen betref­fend Naturschutzobjekte von Ã¼berkommunaler Bedeutung im Sinn von § 15 NaturschutzV ist indessen nicht die Gemeinde, sondern die Volkswirtschaftsdirektion zustÃ¤ndig (§ 9a Abs. 1 NaturschutzV), was im Einklang mit der kompetenzrechtlichen Ordnung von § 211 Abs. 1 und 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) sowie insbesondere da­mit steht, dass das Ã¼berkommunale Inventar der Naturschutzobjekte von der Volkswirtschafts­direktion festgesetzt wird (§ 4 Abs. 1 NaturschutzV). Demnach lÃ¤sst sich die streitbetrof­fene AllgemeinverfÃ¼gung des Beschwerdegegners aus kompetenzrechtlichen GrÃ¼nden nicht auf § 15 NaturschutzV stÃ¼tzen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Die Beschwerden VB.2001.00153 und VB.2001.00154 werden zur gemeinsamen Behandlung vereinigt;</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerden werden gutgeheissen. Die Rekursentscheide des Bezirksrats Dietikon vom 21. MÃ¤rz 2001 sowie der Beschluss des Gemeinderats Oetwil a.d.L. vom 8. Januar 2001 werden aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>