Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 30. November 2016 (810 16 291) ____________________________________________________________________ Strafrecht Verweigerung der bedingten Entlassung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Verweigerung der bedingten Entlassung (RRB Nr. 1322 vom 20. September 2016) A. A.____, geboren 1974, wurde mit Urteil des Kanto nsgerichts Basel-Landschaft, Abtei- lung Zivil- und Strafrecht (heute: Abteilung Strafr echt), vom 24. November 2009 letztinstanzlich wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäub ungsmittelgesetz sowie der mehrfachen Geldwäscherei schuldig gesprochen und zu einer Frei heitsstrafe von 10 ½ Jahren verurteilt, unter Anrechnung der seit dem 16. Februar 2007 ausg estandenen Auslieferungs- bzw. Unter- suchungshaft von 664 Tagen. In Bezug auf die zum Ze itpunkt der bedingten Entlassung am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. November 2005 noch nicht vollzogene Reststrafe von 3 Ja hren, 3 Monaten und 14 Tagen Zuchthaus, resultierend aus dem Vollzug des Urteils des Ob ergerichts des Kantons Aargau vom 13. Juni 2002, wurde gemäss Art. 89 Abs. 1 StGB die Rückversetzung angeordnet. B. Mit Schreiben vom 21. Februar 2012 stellte A.____ einen Antrag auf bedingte Entlas- sung gemäss Art. 86 Abs. 4 StGB, welcher mit Verfügung der Sicherheitsdirektion Basel- Landschaft, Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug (Sicherheitsdirektion), vom 16. März 2012 abgelehnt wurde. A.____ wurde gleichzeitig darauf aufmerksam gemacht, dass nach Ablauf von zwei Dritteln des Gesamtvollzuges (25. April 2016) eine bedingte Entlassung bei guter Führung und guter Prognose möglich sei. C. Am 23. März 2014 stellte A.____ beim Bundesamt für Justiz ein Begnadigungsgesuch, welches in der Folge zuständigkeitshalber an das Sekreta riat der landrätlichen Petitionskom- mission Basel-Landschaft weitergeleitet und am 2. Oktober 2014 vom Landrat abgelehnt wurde. D. A.____ reichte mit Schreiben vom 1. März 2015 bei der Sicherheitsdirektion einen An- trag auf Vollzugslockerungen bzw. auf Versetzung in eine offene oder halboffene Vollzugsein- richtung ein. Diesen Antrag lehnte die Sicherheitsdire ktion mit Verfügung vom 23. März 2015 ab. E. Mit Schreiben vom 21. Januar 2016 stellte A.____ b ei der Sicherheitsdirektion erneut ein Gesuch um bedingte Entlassung. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs am 9. März 2016 wies die Sicherheitsdirektion das Gesuch von A.____ mit Verfügung vom 5. April 2016 ab. F. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Eingabe v om 9. April 2016 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierun gsrat). Er beantragte, es sei die Verfügung vom 5. April 2016 aufzuheben und es sei ihm die bedingte Entlassung per 25. April 2016 oder danach ab dem frühestmöglichen Ze itpunkt zu gewähren. Ihm sei zudem die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. G. Mit Entscheid vom 20. September 2016 wies der Regie rungsrat die Beschwerde von A.____ ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der bedingten Entlassung des Beschwerdeführers nicht nur dessen Vorleben, insbeson dere sein Bewährungsversagen vor der Inhaftierung im Februar 2007, sondern ebenso seine Persönlichkeit und seine Einsichts- losigkeit in die verübten Straftaten, entgegenstünden. H. Gegen den Entscheid des Regierungsrates erhob A.____ mit Eingabe vom 27. Sep- tember 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landscha ft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte die A ufhebung des regierungsrätlichen Ent- scheids und die Gutheissung seines Antrags auf bedingte En tlassung. Zudem sei ihm die un- entgeltliche Prozessführung zu gewähren. Zur Begründu ng führt er unter Verweis auf BGE 133 IV 201 im Wesentlichen aus, dass der Regierungsrat in seinem Entscheid nur auf sein Vorleben abgestellt und die positiven Führungsberichte der Voll zugsanstalt ignoriert habe. Er moniert, dass sein Reifeprozess während der letzten 10 bis 20 Jahre nicht berücksichtigt und so eine Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht unwahre Legalprognose gestellt worden sei. Nach seiner Entlassung würde er umgehend zu seiner Frau und seiner Tochter in den Kosovo ausreisen. I. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2016 liess sich der Regie rungsrat vernehmen und verwies insbesondere auf den angefochtenen Entscheid. J. Mit Eingabe vom 17. Oktober 2016 reichte der Beschwer deführer ein Schreiben der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion des Kantons Base l-Landschaft ein, in welchem festgehalten wurde, dass auf die Kosten des Beschwerdever fahrens vor dem Regierungsrat zufolge Uneinbringlichkeit verzichtet werde. K. Mit Verfügung vom 7. November 2016 wurde der Fall der Kammer überwiesen und dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung bewil- ligt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur B eurteilung der vorliegenden Be- schwerde gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom angefocht enen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Vorausset- zungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können g emäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefocht enen Entscheids ist dem Kantonsge- richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3. Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung des B eschlusses Nr. 1322 vom 20. September 2016. Dieser Antrag betrifft auch die verfügte Abweisung des Gesuchs um un- entgeltliche Rechtspflege. Im Schreiben vom 17. Oktobe r 2016 hält die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion des Kantons Basel-Landschaft hingege n fest, dass zu Gunsten des Be- schwerdeführers auf die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor dem Regierungsrat zufolge Uneinbringlichkeit verzichtet werde. Die – zumindest for mell – erhobene Rüge gegen die Ab- weisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege erweist sich demzufolge als gegen- standslos. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Strittig ist vorliegend, ob die Sicherheitsdirekti on die vom Beschwerdeführer beantragte bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug zu Recht abgewiesen hat. 4.2 Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, die V orinstanz verstosse gegen Art. 86 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) vom 21. Dezember 1937, indem sie ihn nicht bedingt aus dem Strafvollzug entlassen habe. Seine Legalprognose sei positiv. Bei der Beurteilung durch die Vorinstanz sei es unterlassen wo rden, seine neu gewonnene Reife, wel- che aus den Vollzugsberichten und seinen Bemühungen herv orgehe, miteinzubeziehen. Der Vollzugsbericht, welcher eine vorzeitige Entlassung empf ehle, sei von geschultem Personal, welches ihn gut kenne, erstellt worden. Er habe sich im Vollzug wohl verhalten und seine Zeit für eine Berufsausbildung genutzt. Dies habe er unter nommen, um sich eine deliktfreie Zukunft aufzubauen. Weiter dürfe es ihm nicht negativ ausgelegt werden, dass er im Strafvollzug keine Therapie in Anspruch genommen habe. Das urteilende G ericht habe ihn weder zu einer Thera- pie noch zu einer Massnahme verurteilt. Die Vorinstanz beziehe sich zudem einzig auf sein Vor- leben, was gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung – in sbesondere gemäss BGE 133 IV 201 – nicht zulässig sei. Schliesslich wolle er nach der Entlassung freiwillig zu seiner Ehefrau und seiner Tochter in sein Heimatland Kosovo zurückkehren. 4.3 Der Regierungsrat führt in seinem Entscheid aus, da ss eine Gesamtwürdigung vorge- nommen werden müsse, um eine Legalprognose zu erstellen. Er kam dabei zum Schluss, dass das Vorleben des Beschwerdeführers, insbesondere sein Rückf all während der Bewährungs- frist, gegen eine vorzeitige Entlassung spreche. Das Ver halten des Beschwerdeführers im Strafvollzug sei in Bezug auf seine Arbeitsbemühungen als positiv zu werten. Zwar sei es zu disziplinarischen Verstössen gekommen, der Beschwerdeführe r habe sich jedoch grösstenteils an die Hausordnung gehalten. Insgesamt könne das Voll zugsverhalten des Beschwerdeführers weder zu seinen Gunsten noch zu seinen Ungunsten gewer tet werden. Dem Beschwerdeführer sei hingegen anzulasten, dass er seine strafrechtliche Verur teilung als viel zu hoch einschätze und er sich nach wie vor weigere, Wiedergutmachungszah lungen zu leisten. Einsicht in began- genes Unrecht oder Empathie für vermeintliche Opfer habe der Beschwerdeführer in keiner Form gezeigt. Das Therapieangebot im Strafvollzug z ur Auseinandersetzung mit seiner Delin- quenz habe der Beschwerdeführer nicht in Anspruch genom men. Ferner könne dem Be- schwerdeführer insofern nicht gefolgt werden, als diese r geltend macht, einen Reifeprozess durchgestanden zu haben. Der Reifeprozess beziehe sich wa hrscheinlich auf die Geburt seiner Tochter, wobei diese ihn nicht vor der Begehung seiner zu dieser Vollzugsstrafe führenden Straftat habe abhalten können. Demgegenüber könne jedoch von einem intakten sozialen Emp- fangsraum ausgegangen werden. Zusammenfassend bestehe jedoch die Schwere der began- genen Straftaten und gesteigerte Intensität der Delinquenz, welche gegen eine bedingte Entlas- sung sprechen würden. Insgesamt könne festgehalten werden, dass der bedingten Entlassung des Beschwerdeführers nicht nur dessen Vorleben, sondern ebenso seine Persönlichkeit und seine Einstellung zu den verübten Straftaten entgegenstehen würden. 5.1 Gemäss Art. 86 Abs. 1 StGB ist der Gefangene nach V erbüssung von zwei Dritteln der Strafe bedingt zu entlassen, wenn es das Verhalten im S trafvollzug rechtfertigt und nicht anzu- nehmen ist, er werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen. Die zuständige Behörde hat Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Amtes wegen zu prüfen, ob der Gefangene bedingt e ntlassen werden kann. Dabei hat sie diesen anzuhören und einen Bericht der Anstaltsleitung einzuholen (Art. 86 Abs. 2 StGB). Die bedingte Entlassung stellt die Regel und die Verweige rung die Ausnahme dar. In dieser Stufe soll der Entlassene den Umgang mit der Freiheit erlern en, was nur in Freiheit möglich ist. Die- sem rein spezialpräventiven Zweck stehen die Schutzbedürfnisse der Allgemeinheit gegenüber, welchen umso höheres Gewicht beizumessen ist, je hochwertig er die gefährdeten Rechtsgüter sind. Die Prognose über das künftige Wohlverhalten ist i n einer Gesamtwürdigung zu erstellen, welche nebst dem Vorleben, der Persönlichkeit und dem V erhalten des Täters während des Strafvollzugs vor allem dessen neuere Einstellung zu seinen Taten, seine allfällige Besserung und die nach der Entlassung zu erwartenden Lebensverhäl tnisse berücksichtigt (Urteil des Bundesgerichts 6B_645/2010 vom 12. November 2010 E. 2.3). 5.2 Die zeitliche Voraussetzung für eine bedingte Entlassu ng nach Art. 86 Abs. 1 StGB ist erfüllt, da der Beschwerdeführer zwei Drittel seiner St rafe verbüsst hat. Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz bei der Beurteilung der Legalprognose ihr Ermessen verletzt hat. 5.3 Mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 2 6. Februar 2001 wurde der Be- schwerdeführer wegen Hehlerei, Widerhandlung gegen da s Betäubungsmittelgesetz und Wi- derhandlung gegen das Waffengesetz zu 18 Monaten Gefä ngnis (abzüglich 24 Tage Untersu- chungshaft) und zu 8 Jahren Landesverweis verurteilt. A m 13. Juni 2002 wurde der Beschwer- deführer vom Obergericht des Kantons Aargau wegen Verb rechen gegen das Betäubungsmit- telgesetz zu 8 Jahren Freiheitsstrafe (abzüglich 1101 Tag e Untersuchungshaft) und zu einer Busse in der Höhe von Fr. 1‘000.-- verurteilt. Am 6. November 2005 wurde der Beschwerdefüh- rer bedingt aus dem Strafvollzug entlassen und delinqu ierte bereits einige Monate später er- neut. Infolgedessen wurde er mit zweitinstanzlichem Urtei l des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivil- und Strafrecht, vom 24. November 2009 wegen qualifizierter Wider- handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der me hrfachen Geldwäscherei schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 10 ½ Jahren verurteilt, wobei in Bezug auf die Reststrafe von 3 Jahren und 3 Monaten und 14 Tagen von der Verurteilung vom 13. Juni 2002 die Rückversetzung angeordnet wurde. Der Beschwerdeführe r war während einer langen Zeit immer wieder straffällig oder im Strafvollzug. Er hat unbeeindruckt von den Vorstrafen und dem Strafvollzug, aus welchem er am 6. November 2009 beding t entlassen wurde, bereits wenige Monate später wieder nahtlos berufsmässig und einschlägig delinquiert. Mit dem Drogenhandel gefährdete er die Gesundheit von Drittpersonen massgeb lich. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist für die Frage der Prognose nicht entscheidend, dass Ursache der von ihm ausgehenden Gefahr für Dritte nicht Gewalttaten, sondern Drogendelikte sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_645/2010 vom 12. November 2010 E. 2.6). Das Vorleben des Beschwerde- führers zeugt von Unbelehrbarkeit und fällt nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen bei der Prognoseerstellung erheblich negativ ins Gewicht. 5.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass sein langj ähriges gutes Verhalten im Straf- vollzug im Urteil der Vorinstanz nicht berücksichtigt worde n sei. Entgegen der Ansicht des Be- schwerdeführers hat sich die Vorinstanz eingehend mit dem Vollzugsverhalten des Beschwer- deführers auseinander gesetzt und ist zum Schluss gekommen, dass ihm das dortige Verhalten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht weder zu seinen Gunsten noch zu seinen Ungunsten ausgele gt werden könne (vgl. E. 4. und E. 5. des angefochtenen Entscheids). Dieser Ansicht der Vorinstanz ist zu folgen. Dem Be- schwerdeführer wurde im Austrittsbericht der Justizvollzugsan stalt (JVA) B.____ vom 3. Sep- tember 2013 ein gutes Arbeitsverhalten attestiert und bemerkt, dass er sich freundlich und um- gänglich zeige. Trotzdem habe er mehrmals verwarnt und diszipliniert werden müssen. Die Vollzugsberichte der Interkantonalen Strafanstalt C.____ vom 4. Juli 2014 bzw. vom 8. Febru- ar 2016 verweisen ebenfalls auf das freundliche Verhalten und die gute Arbeitsleistung des Be- schwerdeführers. Beide zeigen jedoch auch verschiedene Disziplinarmassnahmen auf, welche gegen den Beschwerdeführer haben ausgesprochen werden müssen. Obschon die gute Füh- rung keine besondere Leistung ist und von einem Inhafti erten erwartet werden darf, hatte der Beschwerdeführer offensichtlich teilweise Mühe, sich an die Anstaltsregeln zu halten. Das Voll- zugsverhalten des Beschwerdeführers ist von der Vorinstanz de mzufolge zu Recht als neutral bewertet worden. 5.5 Bezüglich der Einstellung des Beschwerdeführers zu seinen Taten ist dem Vollzugsbe- richt vom 4. Juli 2014 zu entnehmen, dass sich dieser zu Un recht verurteilt fühle und er den Drogenhandel abstreite. Gemäss Bericht vom 8. Februar 2 016 empfinde der Beschwerdeführer seine erhaltene Strafe als zu hoch. Im Rahmen des rechtl ichen Gehörs vom 9. März 2016 ver- neinte der Beschwerdeführer erneut, mit Drogen gehand elt zu haben und äusserte sich dahin- gehend, dass er zwar nicht unschuldig, die Strafe jedoch viel zu hoch sei. Weiter gab der Be- schwerdeführer an, er schäme sich für sein Verhalten, sei aber gleichzeitig Opfer der Justiz und seiner damaligen Kollegen. In seiner Beschwerde an den Regierungsrat bestätigt der Be- schwerdeführer seine Ansicht, dass die Strafe zu hoch sei . Gleichzeitig gesteht er seine Schuld ein und hält fest, dass er seine Taten nicht bagatellisi ere. In der Beschwerde an das Kantons- gericht verneint der Beschwerdeführer eine von ihm ausge hende Gefahr für die Gesellschaft, unabhängig davon, ob er persönlich seine Strafe als zu h och empfinde oder nicht. Aus den auf- gezeigten Äusserungen und dem Verhalten des Beschwerd eführers ist keine grundsätzliche Reue bzw. Einsicht in sein begangenes Unrecht erkennbar. Sein geltend gemachtes Schuldbe- wusstsein relativiert er jeweils umgehend, indem er sich a ls Opfer der Justiz bzw. seiner ehe- maligen Kollegen bezeichnet oder seine Strafe als unan gemessen betrachtet. Hinzu kommt, dass er trotz seines geltend gemachten Bedauerns weder Wi edergutmachung geleistet noch das therapeutische Angebot zur Deliktbearbeitung im St rafvollzug genutzt hat (vgl. Vollzugsbe- richte vom 3. September 2013, vom 4. Juli 2014 und vom 8. Februar 2016). Die Vorinstanz ist demzufolge zu Recht zum Schluss gekommen, dass es dem Beschwe rdeführer an Einsicht fehle und er sich nur ungenügend mit seinen Taten auseinandergesetzt habe. 5.6 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Vorin stanz habe seine neu gewonnene Reife nicht berücksichtigt. Entgegen dieser Ansicht hat si ch die Vorinstanz sehr wohl mit dieser Behauptung des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und aus ihrer Sicht gewürdigt. Im an- gefochtenen Entscheid wurde festgehalten, dass der Beschw erdeführer seinen Reifeprozess wohl auf seine familiäre Situation beziehe, welche ih n jedoch auch zuvor nicht von der Bege- hung weiterer Straftaten abgehalten habe. Bereits fü nf Monate nach der Geburt seiner Tochter sei der Beschwerdeführer erneut verhaftet worden. Unte r zusätzlicher Berücksichtigung seiner mangelnden Deliktarbeit sei ein Reifeprozess seiner Pers önlichkeit nicht anzunehmen. Die Vo- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht rinstanz weist zudem darauf hin, dass es sich bei den beg angenen Straftaten des Beschwerde- führers nicht um harmlose Jugendsünden gehandelt habe. Der Beschwerdeführer habe wäh- rend Jahren im grossen Stil mit Heroin gehandelt und nichts dem Zufall überlassen. Diesen Ausführungen der Vorinstanz kann gefolgt werden. Anzufü gen bleibt lediglich, dass sich der Beschwerdeführer zur Begründung seines Reifeprozesses auf die Vollzugsberichte stützt, in welchen ihm eine positive Verhaltensänderung attestiert wurde (vgl. Austrittsbericht der Justiz- vollzugsanstalt B.____ vom 3. September 2013 und Vollzu gsbericht der Interkantonalen Straf- anstalt C.____ vom 4. Juli 2014). Gleichzeitig wird d as positive Verhalten des Beschwerdefüh- rers im Strafvollzug jedoch durch Regelmissachtungen und Disziplinierungen relativiert (vgl. E. 5.4), weshalb auch aus den Vollzugsberichten kein vorbehaltloser Reifeprozess abgelei- tet werden kann. Im Hinblick auf die Lebensverhältnisse , welche den Beschwerdeführer nach seiner Entlassung erwarten, äussert sich dieser dahingehe nd, dass er aus der Schweiz ausrei- sen wolle und zu seiner Familie in den Kosovo ziehen wer de, wo er ein Haus besitze und eine Arbeitsstelle in der Landwirtschaft bei der Gemeinde antreten könne. Aufgrund dieser Ausfüh- rungen ist die Vorinstanz im Falle des Beschwerdeführe rs von einem intakten Empfangsraum ausgegangen, was nicht zu beanstanden ist. 5.7 Im Sinne einer Gesamtwürdigung hat die Vorinstan z abgewogen, ob das Restrisiko eines Rückfalls einzugehen ist, oder ob der Beschwerdefü hrer weiterhin in Haft belassen wer- den sollte. Dabei gelangt die Vorinstanz zum Schluss, da ss die Fortführung des Strafvollzugs die Möglichkeit biete, die Rückfallgefahr zu mindern. Der bedingten Entlassung des Beschwer- deführers würden nicht nur dessen Vorleben, sondern eb enso seine Persönlichkeit und seine Einstellung zu den verübten Straftaten entgegenstehen. An dieser Abwägung ist nichts auszu- setzen. Die Kritik des Beschwerdeführers, wonach die Vori nstanz lediglich auf sein Vorleben abgestellt hätte, ist somit ebenso unbehelflich wie sei n Vergleich mit BGE 133 IV 201, in wel- chem dem Täter Reue, Geständnisbereitschaft und Einsicht attestiert wurden und lediglich das Vorleben als negativ bewertet werden konnte. Entscheide nd ist jedoch vorliegend, dass der Beschwerdeführer seine Taten noch nicht aufgearbeitet hat, was aus den Akten und insbeson- dere aus den Angaben zum rechtlichen Gehör deutlich he rvorgeht. Ohne eine Tataufarbeitung und Einsicht ist eine Verhaltensänderung grundsätzlich ni cht zu erwarten (Urteile des Bundes- gerichts 6B_1188/2015 vom 22. Februar 2016 E. 1.3, 6B_ 912/2010 vom 26. November 2010 E. 3), was die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls grundsä tzlich erhöht. Ein Rückfall des Be- schwerdeführers in den Heroinhandel würde eine abstrakte Gefährdung von Leib und Leben zur Folge haben, da er eine wichtige Führungsaufgabe im internationalen Heroinhandel inne hatte und berufsmässig delinquierte (vgl. Urteil des Kantonsge richts, Abteilung Zivil- und Strafrecht vom 24. November 2009 S. 25), ist im Falle des Beschwer deführers jedoch keinesfalls von ei- nem Bagatelldelikt auszugehen. Das Argument des Beschwer deführers, dass die Praxis der Vorinstanz bewirken würde, dass die Verweigerung einer Aufarbeitungstherapie die Chance auf eine bedingte Entlassung schmälern würde, geht fehl. D as Absolvieren einer Therapie ist vor- liegend und im generellen einzig ein weiteres Indiz, welches darauf hinweisen kann, ob sich der Täter mit seiner Tat auseinandergesetzt hat oder nicht . Gelingt es jedoch, auf andere Weise aufzuzeigen, dass eine Auseinandersetzung mit der Tat st attgefunden hat, wird eine Therapie- teilnahme nicht verlangt werden können. Ebenso wenig ist die Verfügung der Sicherheitsdirekti- on vom 23. März 2015, mit welcher dem Beschwerdeführer aufgrund von Fluchtgefahr die Ver- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht setzung in den offenen oder halboffenen Strafvollzug v erwehrt wurde, allein entscheidend für seine fehlenden Resozialisierungsbemühungen. Vorliegen d konnte jedoch aus den Eingaben des Beschwerdeführers und aus den Verfahrensakten in keiner Form eine Auseinandersetzung mit seinen Taten erkannt werden. 5.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz di e wesentlichen Gesichts- punkte in ihrem Entscheid berücksichtigt und im Rahmen ih res Ermessens gewichtet hat. Ent- gegen der Auffassung des Beschwerdeführers stellt sie nich t bloss auf sein Bewährungsversa- gen ab, sondern auch auf sein Vorleben, sein Verhalten im Strafvollzug, seine Einstellung zu seinen Taten, seine Persönlichkeit sowie auf die künftig e Lebenssituation. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanzen zum Schluss gekommen si nd, dass die Voraussetzun- gen für die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug noc h nicht erfüllt sind. Vielmehr ist dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zu geben, mit einer D eliktaufarbeitung zu beginnen und ei- nen Veränderungsprozess durchzumachen. Die vorliegende Beschwerde ist demzufolge abzu- weisen. 6. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten i n der Höhe von Fr. 1'400.-- sind vor- liegend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und gehen zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung zu Lasten der Gerichtskasse. Die Parteikost en sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). 7. Der Beschwerdeführer, wird ausdrücklich darauf hingew iesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Ver- fahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin