Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. Januar 2016 (720 15 297/298) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Voraussetzungen für ein prozessuale Revision im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG sind nicht erfüllt; Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Pascal Riedo, Advokat, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 A.____ arbeitete von März 2000 bis August 2010 bei der B.____ AG. Am 8. März 2011 (Eingang) meldete sie sich unter Hinweis auf divers e Gesundheitsbeeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezu g von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse und durchgeführtem Vorbescheidverfahren ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stell e) bei der Versicherten in Anwendung der all- gemeinen Bemessungsmethode einen Invaliditätsgrad v on 0 %. Gestützt auf dieses Ergebnis Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht lehnte sie mit Verfügung vom 20. März 2012 einen Anspru ch von A.____ auf eine IV-Rente ab. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. A.2 Am 24. August 2012 meldete sich die Versicherte unte r Hinweis auf psychische Be- schwerden erneut zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle klär te in der Folge wiederum den rechtserheblichen Sachverhalt ab und holte ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein, welches am 24. A ugust 2013 erging. Zudem absol- vierte die Versicherte zwischen dem 6. Januar 2014 und de m 5. April 2014 im Rahmen von be- ruflichen Eingliederungsmassnahmen einen Arbeitsversuch im D.____. Gestützt auf diese Ab- klärungsergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach durc hgeführtem Vorbescheidverfahren am 13. August 2015 für die Zeit vom 1. Februar 2013 bis zum 28. Februar 2014 eine ganze und vom 1. März 2014 bis 31. August 2015 eine halbe IV-Rente zu. Gemäss Verfügung vom 30. Juli 2015 hatte die Versicherte mit Wirkung ab 1. Septembe r 2015 Anspruch auf eine unbefristete halbe IV-Rente. B. Gegen die Verfügungen der IV-Stelle vom 13. August 2015 reichte A.____, vertreten durch Advokat Pascal Riedo, am 14. September 2015 zwei Be schwerden beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), ei n. In ihrer Eingabe betreffend die Aus- richtung der ganzen IV-Rente vom 1. Februar 2013 bis zu m 28. Februar 2014 (Verfahren Nr. 720 15 297) beantragte sie, es sei ihr eine solche bere its rückwirkend ab September 2011 aus- zurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neube urteilung an die IV-Stelle zurückzuwei- sen; unter o/e-Kostenfolge. Mit gleichentags eingereich ter Beschwerde bezüglich der Ausrich- tung einer halben IV-Rente vom 1. März 2014 bis 31. A ugust 2015 (Verfahren Nr. 720 15 298) verlangte die Beschwerdeführerin, dass ihr auch in dieser Zeit eine ganze Rente auszurichten sei; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dem durch die IV-Stelle eingeholten Gutachten von Dr. C.____ vom 26 . (recte: 24.) August 2013 sei zu ent- nehmen, dass sie bereits seit Oktober 2010 bis zur Erstellu ng des Gutachtens im August 2013 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Aus diesem Grund se i die rechtskräftige Verfügung vom 20. März 2012 in Wiedererwägung zu ziehen, da diese off ensichtlich fehlerhaft sei. Weiter wur- de vorgebracht, dass in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit a b März 2014 nicht auf das Gutachten von Dr. C.____ abgestellt werden könne, da dieser die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit zu op- timistisch eingeschätzt habe. Dies ergebe sich aus den aktuel len Berichten des behandelnden Psychiaters Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychothera pie, welche die IV-Stelle nicht gewürdigt habe. C. Mit Verfügung vom 16. September 2015 legte das K antonsgericht die beiden Verfahren 720 15 297 und 720 15 298 zusammen. D. In ihrer Vernehmlassung vom 6. November 2015 beantr agte die IV-Stelle unter Hinweis auf die Ausführungen in den angefochtenen Verfügungen die Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich wie sachlich zuständigen Gerich t frist- und formgerecht erhobenen Beschwerden ist einzutreten. 2.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, dass d ie rechtskräftige Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 20. März 2012 fehlerhaft sei. Sie stellt sich diesbezüglich auf den Standpunkt, dass sie bereits ab September 2011 (Ablauf Wartejahr) bis Ende Januar 2013 An- spruch auf eine ganze Rente habe. Die Beschwerdegegneri n habe ihren Anspruch auf eine IV- Rente gestützt auf die damaligen medizinischen Unterlag en mit Verfügung vom 20. März 2012 zu Unrecht abgelehnt. Dabei habe sie sich insbesondere au f die Ausführungen von Dr. med. Dipl. Psych. G.____, FMH Gynäkologie und Geburtshilfe, vom 10. November 2011, gestützt, welcher in seiner Zumutbarkeitsbeurteilung zum Schluss g ekommen sei, dass sie nicht in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Da diese Einschätzun g aufgrund der Feststellungen von Dr. C.____ in seinem Gutachten vom 24. August 2013 o ffensichtlich nicht haltbar sei, sei die Verfügung unter dem Titel der Revision gemäss Art. 53 A bs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Dezember 2000 aufzuheben und es sei ihr rückwirkend ab 1. September 2011 eine ga nze Rente auszurichten. Die IV-Stelle stellt sich auf den Standpunkt, dass die medizinische Beurte ilung, welche der Verfügung vom 20. März 2012 zugrunde gelegen habe, nicht zweifellos unrichtig sei, so dass eine Wiedererwä- gung unzulässig sei. Zudem seien die Voraussetzungen fü r eine Revision im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt. 2.2.1 Zunächst ist der Vollständigkeit halber festzustell en, dass gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfüg ungen oder Einspracheentscheide zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von er- heblicher Bedeutung ist. Diese Bestimmung wurde in Anl ehnung an die bis zum Inkrafttreten des ATSG (am 1. Januar 2003) von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien (BGE 127 V 466 E. 2c oben mit Hinweisen) erlassen. Dabei wird in Übe reinstimmung mit Lehre und Rechtspre- chung das Zurückkommen auf formell rechtskräftige Verfügu ngen oder Einspracheentscheide beim Fehlen eigentlicher Revisionsgründe weiterhin in das Ermessen des Versicherungsträgers gelegt (vgl. BBl 1991 II 262). Die bisherige Rechtsprech ung, wonach die Verwaltung weder von der betroffenen Person noch vom Gericht zu einer Wiedererwägung verhalten werden kann und mithin kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiede rerwägung besteht (BGE 117 V 8 E. 2a mit Hinweisen; vgl. auch BGE 119 V 475 E. 1b/cc) , wurde demnach in Art. 53 Abs. 2 ATSG gesetzlich verankert (BGE 133 V 50 E. 4.1 und E. 4.2.1). 2.2.2 Die IV-Stelle lehnte es vorliegend ab, die rec htskräftige Verfügung vom 20. März 2012 in Wiedererwägung zu ziehen. Da sie dazu gestützt auf die vorstehenden Ausführungen auch durch das Kantonsgericht nicht gezwungen werden kann, sind vorliegend die Wiedererwägung und damit auch die Frage, ob die Verfügung vom 20. März 2012 zweifellos unrichtig war, nicht zu beurteilen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Zu prüfen ist nachfolgend jedoch, ob die Verfügun g vom 20. März 2012 im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG in Revision gezogen werden kann. 2.3.1 Formell rechtskräftige Verfügungen müssen in Revisio n gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringu ng zuvor nicht möglich war (vgl. Art. 53 Abs. 1 ATSG). In prozessuale Revision zu ziehen sind Entsche ide, die anfänglich unrichtig wa- ren (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2007, I 522/06, E. 2.2 und 3.1) 2.3.2 Das erste Tatbestandselement betrifft die Konstell ation, dass erhebliche Tatsachen neu entdeckt werden, welche zur Zeit der Erstbeurteilung bereits bestanden haben müssen. Bei der Entscheidfällung dürfen sie der um Revision ersuchen den Person (oder der Verwaltung; Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2007, U 51/07) aber trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt gewesen, das heisst sie müssen unverschuldeterwei se unbekannt geblieben sein (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18. September 2002, I 183/02; I 522/06 E. 3.1.1; BGE 122 V 273 E. 4). Eine neue T atsache ist nur dann im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG erheblich, wenn sie die tatsächliche Grundl age der Verfügung so zu ändern ver- mag, dass bei zutreffender rechtlicher Würdigung ein an derer Entscheid resultiert (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Dezember 2011, 8C_434/11, und v om 15. Februar 2010, 8C_720/09). 2.3.3 Die zweite Tatbestandskonstellation betrifft das Auffinden von Beweismitteln, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Neue Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neu entdeckten erheblichen Tatsache n oder dem Beweis von Tatsa- chen zu dienen, die zwar ursprünglich schon bekannt gewes en, zum Nachteil des Gesuchstel- lers bzw. der Gesuchstellerin (oder der Verwaltung) abe r damals unbewiesen geblieben sind. Sollen bereits vorgebrachte Tatsachen mit neuen Mitteln bewiesen werden, hat der Gesuchstel- ler oder die Gesuchstellerin auch darzutun, dass er bzw. sie die Beweismittel im früheren Ver- fahren nicht beibringen konnte. Ausschlaggebend ist wie derum, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswürdigung, sondern der Sachverhaltsf eststellung dient. Es genügt daher nicht, dass beispielsweise ein neues Gutachten den Sachverhalt anders wertet; vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entsc heidungsgrundlagen als objektiv man- gelhaft erscheinen lassen. Ein Revisionsgrund ist somit nicht schon gegeben, wenn die Verwal- tung oder das Gericht bereits im ursprünglichen Verfahre n bekannt gewesene Tatsachen mög- licherweise unrichtig gewürdigt haben. Notwendig ist vie lmehr, dass die unrichtige Würdigung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen n icht bekannt waren oder unbewiesen blieben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Februar 2009, 8C_720/09; BGE 110 V 138). 2.4.1 Die IV-Stelle stützte sich in der Verfügung vom 20 . März 2012, in welcher sie der Be- schwerdeführerin eine Anspruchsberechtigung absprach, a uf das von der Krankentaggeld- Versicherung in Auftrag gegebene Gutachten von Dr. G. ____, welches am 10. November 2011 erging. Dieser nannte keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Die Be- schwerdeführerin leide an einer Anpassungsstörung mit vor wiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (Anspannung, Angst, Wut, Ärger etc., ICD10 F43.23) bei Unstimmigkeit mit Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorgesetzten, nicht Befolgen ärztlicher Anordnungen (Non-Compliance, ICD 10 Z91.1, akzentu- ierte narzisstisch-histrionische Persönlichkeitszüge ICD 10 Z 73.1) und Verdacht auf schädli- chen Gebrauch von Alkohol (ICD 10 F10.1). Da diese Di agnosen gemäss Dr. G.____ keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hatten, erachtete er die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht spätestens seit dem 21. September 2011 als 100 % a rbeitsfähig. Diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit begründete Dr. G.____ damit, dass die Beschwerdeführerin unter leichten reak- tiven depressiven Verstimmungszuständen, gemischt mit Störungen des Sozialverhaltens, Wut- und Rachegefühlen nach Problemen am Arbeitsplatz leid e. Weiter wirke die Beschwerdeführe- rin dramatisierend, theatralisch und es würden sich histr ionische und narzisstische Züge be- merkbar mache. Diese leichten Störungen würden keine Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen. 2.4.2 Im Rahmen der Neuanmeldung zum Leistungsbezug a m 27. August 2012 liess die IV- Stelle die Beschwerdeführerin durch Dr. C.____ beguta chten. Er diagnostizierte in seinem Gut- achten vom 24. August 2013 nach ICD 10 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine kom- binierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften, histrio nischen, narzisstischen, emotional- instabilen und vermeidbaren Zügen (F61.0) mit repetit iver Selbstverletzung, dissoziativen Zu- ständen, Kaufsucht, episodischem Alkoholüberkonsum, gegenw ärtig kein Überkonsum, Bigea- ting-Attacks (ohne Bulimie) bei Problemen mit Bezug au f vermuteten sexuellen Missbrauch in der Kindheit durch eine Person des engeren Familienkre ises (Z61.4) und eine sonstige ge- mischte Angststörung (F41.3). Ohne Auswirkung auf die Arb eitsfähigkeit bestehe eine leichte depressive Episode mit Status nach Suizidimpulsen (F32.0 ), Anpassungsproblemen bei Verän- derung der Lebensumstände (Z60), Schwierigkeiten bei de r kulturellen Eingewöhnung (Z60.3) wegen spezifischen transkulturellen schwierigen Umgebungsf aktoren, sonstige näher bezeich- nete Probleme mit Bezug auf die primäre Bezugsgruppe (Z63.8), Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (Z56) nach ung erechtfertigt erlebter Kündigung und ein Status nach Problemen in Verbindung mit Ausbildung u nd Bildung (Z55). Dr. C.____ erachtete die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit i m Büro sowie in jeder Verweistätigkeit ab Gutachtensdatum nach einer Einarbeitungszeit von circa 4 Monaten und beruflichen Hilfe- leistungen zu 50 % arbeitsfähig ohne Verminderung de s Rendements. Von Oktober 2010 bis aktuell habe aber eine volle Arbeitsunfähigkeit für ei ne Tätigkeit im Büro bestanden. Die Ar- beitsfähigkeit könne innerhalb von circa 6 Monaten nach beruflichen Massnahmen auf mindes- tens 70 % gesteigert werden, sofern keine neuen schwere n psychischen Krisen hinzukämen. Zur Begründung hielt Dr. C.____ in seiner Beurteilu ng im Wesentlichen fest, dass sich die Be- schwerdeführerin seit Jahren über die Arbeit definiert und seit dem Jahr 2008 an einer Burnout ähnlichen Symptomatik leide. Im Sommer 2010 sei es zu e iner psychischen Krise gekommen, nachdem die Beschwerdeführerin einen Konflikt mit den Vorgesetzten gehabt habe, in dessen Folge sie vom Hausarzt für drei Wochen krankgeschrieben worden sei. Als sie wieder habe arbeiten wollen, seien ihr Arbeitsplatz geräumt und die Schlösser ausgewechselt gewesen. Dies habe zu einem Zusammenbruch geführt und die Beschwerde führerin habe sich vom 13. April 2011 bis 8. Juli 2011 in der Klinik H.____ a ufgehalten. Im Austrittsbericht vom 20. Juli 2011 sei eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und Angst gemischt, ein Burnout sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften, narzisstischen und histrionischen Zügen diagnostiziert worden. Auch der beh andelnde Psychiater Dr. F.____ habe diese Diagnosen bestätigt und eine Verhaltenstherapie b ei den Kliniken I.____ in die Wege ge- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht leitet, welche die Beschwerdeführerin seit dem 16. Aug ust 2011 besuche. Die Kliniken I.____ hätten in ihrem Bericht vom 16. Februar 2012 neben de n bereits bekannten Diagnosen eine posttraumatische Belastungsstörung erwähnt. Es sei auch a uf häufige Suizidgedanken und selbstdestruktive Verhaltensweisen, Essensanfälle und Al koholmissbrauch hingewiesen wor- den. Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstör ung könne jedoch nicht bestätigt werden. Die Ereignisse im September 2010 seien nicht ge eignet gewesen, eine solche Trau- mastörung auszulösen. Die Beschwerdeführerin sei sodann vo m 4. Juli bis 3. August 2012 und vom 7. August bis 3. Oktober 2012 in der Klinik J. _____ hospitalisiert gewesen. Auch dort sei eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, vermeidenden, anankastischen und histrionischen Anteilen diagnostiziert worden. Dr. C.__ __ erachtete diese Diagnosen aus psy- chiatrischer Sicht als gesichert und ergänzte, dass diese zu repetitiver Selbstverletzung, zu dis- soziativen Zuständen, zur Kaufsucht, zu episodischem Alkoholü berkonsum, gegenwärtig kein Überkonsum und zu Bigeating-Attacks (ohne Bulimie) führe n würden. Durch die Mobbingerfah- rung sei offenbar eine latent verdrängte schwere Kränk ungsreaktion bei der Beschwerdeführe- rin aufgebrochen, die vermutlich über Jahre durch unver nünftige Leistungsansprüche an sich selbst im Verborgenen gehalten haben werden können. D ie Beschwerdeführerin definiere sich nur über die Arbeit und müsse sich wieder neu finden, weil ihr Selbstwertgefühl völlig zum kind- lichen Selbst regrediert sei. Die Regression müsse aufge brochen werden und die Beschwerde- führerin habe selbst gemerkt, dass sie wieder in die A rbeitswelt zurückkehren müsse, um ge- sund zu werden. Die bestehende Angststörung bewirke, dass sie sich gestresst fühle und Angst vor Neuem, Terminen und Geschäftsanforderungen habe. Si e müsse daher übend zurück zum alten Selbstvertrauen finden. Gesichert sei auch, dass d ie Beschwerdeführerin in ihrem Verhal- ten ein wenig histrionisch inszenierend sei. Sie habe a ber eine gute Introspektionsfähigkeit und lasse sich auch von aussen strukturieren. Es sei dringend angez eigt, dass möglichst rasch be- rufliche Massnahmen eingeleitet würden, damit die Besch werdeführerin durch ein Arbeitstrai- ning wieder lerne, Vertrauen in sich und ihre Fähigkei ten, in die Umgebung und in die Arbeit zu finden. Insofern bestehe Konsens mit dem behandelnden Psychiater. 2.5 Mit der Beschwerdegegnerin steht aufgrund der vorste henden Ausführungen fest, dass sich die beiden Gutachter Dr. G.____ und Dr. C.____ be treffend die Krankheitsgeschichte und die Symptomatik der Beschwerden übereinstimmend äussern u nd auf die schwierige Situation am Arbeitsplatz hinweisen. Dem Gutachten von Dr. C.__ __ sind somit keine wesentlichen neu- en, im Zeitpunkt der Verfügung vom 20. März 2012 nicht bekannten Tatsachen zu entnehmen. Damit fehlt es aber im vorliegenden Verfahren an neuen Elementen tatsächlicher Natur, welche die ursprüngliche Entscheidungsgrundlage als mangelhaf t erscheinen lassen. Zu beachten ist, dass ein (prozessrechtlicher) Revisionsgrund überhaupt nur in Betracht kommt, wenn bereits im ursprünglichen Verfahren der untersuchende Arzt und die entscheidende Behörde das Ermes- sen wegen eines neu erhobenen Befundes zwingend anders hätten ausüben und infolgedessen zu einem anderen Ergebnis hätten gelangen müssen. Davon ist vorliegend nicht auszugehen, denn die abweichende Beurteilung der Diagnosen und Arbeitsfähigkeit von Dr. G.____ beruht nicht darauf, dass er wesentliche Tatsachen nicht kannte, sondern er nahm eine andere Ein- schätzung vor. Daraus ist aber zu schliessen, dass die Bewertun g von Dr. C.____ letztlich le- diglich als andere Beurteilung desselben Sachverhalts auf zufassen ist. Damit fehlt es aber an einer für die prozessuale Revision notwendigen Vorausse tzung, weshalb die revisionsweise Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufhebung der Verfügung vom 20. März 2012 nicht möglich ist. Die entsprechende Beschwerde mit dem Begehren, wonach der Beschwerdeführerin für die Zeit vom September 2011 bis Janu- ar 2013 eine ganze Rente auszurichten sei, ist daher abzuweisen. 3. Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdeführerin in der Zeit vom März 2014 bis August 2015 Anspruch auf eine ganze statt der verfügten halben Rente hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 Bundesgesetzes über die Invali- denversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä- higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht dur ch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternati- ve Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Vorliegend sind neben den bereits zitierten Bericht en von Dr. G.____ vom 10. Novem- ber 2011 und Dr. C.____ vom 24. August 2013 (vgl. E. 2 .2.3 und 2.2.4) nachfolgende Unterla- gen zu beachten: 6.2 Die Beschwerdeführerin absolvierte in der Zeit vo m 6. Januar 2014 bis 5. April 2014 ein Arbeitstraining im D.____. Im Abschlussbericht vom 8. April 2014 wurde festgehalten, dass sie von Beginn weg sehr belastet gewirkt habe. Sie habe das Pensum von zwei Stunden pro Tag nur mit Mühe bewältigen können und sei bereits m it der Elementaren Abklärung (ELA) überfordert gewesen. Bei Abschluss des Arbeitstrainings se i die Beschwerdeführerin während vier Tagen pro Woche an 2,5 Stunden anwesend gewesen. Da sie nicht in der Lage gewesen sei, das Pensum auf 3 Stunden zu erhöhen, sei die beru fliche Massnahme abgebrochen wor- den. 6.3 Dr. F.____ stellte in seinem Bericht vom 13. April 2015 zuhanden der IV-Stelle folgen- de Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: k ombinierte Persönlichkeitsstörung mit nar- zisstischen, emotional instabilen, zwanghaften, histrionischen und vermeidbaren Anteilen sowie rezidivierende depressive Störung gegenwärtig remittiert bis leichte Episode. Er führte in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit aus, dass die Steigerung auf ein 50 %-Pensum längere Zeit in Anspruch nehmen würde. So liessen sich in vier bis sechs Monaten f ür den Prozess wichtige Entwicklun- gen beobachten, welche von der Beschwerdeführerin er wünscht und von ihm weit möglichst therapeutisch gestützt werden können. 7.1. Die IV-Stelle stützte sich für den Zeitraum vom 1. März 2014 bis 31. August 2015 auf die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. C._____ in seinem Gutachten vom 24. August 2013 ab (vgl. oben E. 2.2.4). Sie kam dabei zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in der ange- stammten Büroarbeit und in jeder Verweistätigkeit ab Gutachtensdatum und nach einer Einar- beitungszeit von 4 Monaten wieder zu 50 % arbeitsfähig sei. Die Arbeitsfähigkeit könne inner- halb von circa sechs Monaten nach beruflichen Massnahmen a uf mindestens 70 % gesteigert werden, sofern keine schweren psychischen Krisen dazu kämen . Wie oben ausgeführt Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht (vgl. E. 5.2 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltung sverfahrens eingeholten Gutachten ex- terner Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund einge hender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten von Dr. C .____ weist weder formale noch inhaltli- che Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht ver langt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten ab gegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein und es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen ausei- nander. Zudem wird einlässlich auf die Beschwerden eing egangen und es wird insgesamt ein hinreichendes Bild über den Gesundheitszustand der Beschw erdeführerin vermittelt. Auch die fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist ausreic hend begründet und nachvollziehbar. Es wird deutlich, dass der Beschwerdeführerin aufgrund d er gestellten Diagnosen nach einer Einarbeitungszeit von 4 Monaten eine adaptierte Arbeit zu 50 % zumutbar ist. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass sich die IV-Stelle in Bezug auf die Beurteilung des Gesundheitszustan- des der Beschwerdeführerin und deren Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten von Dr. C.____ stützte. 7.2.1 Was die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vo m 14. September 2015 vorbringt, ist nicht geeignet, die beweisrechtliche Verwertbarkeit d es Gutachtens von Dr. C.____ von 24. August 2013 in Frage zu stellen. Zunächst ist mit Blick auf die Ausführungen von Dr. F.____ festzustellen, dass das Gericht in Bezug auf seine Beurtei lung der Erfahrungstatsache Rech- nung tragen darf, dass er als behandelnder Spezialarzt m itunter im Hinblick auf seine auftrags- rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten der Beschwerdeführerin aus- sagt. Weiter lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch täti- gen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum An- lass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandel nden Ärzte zu anderslautenden Ein- schätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Ma i 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich e ine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent- springende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Dr. C.____ hat di e Beschwerdeführerin drei Mal untersucht und seine Exploration dauerte insgesamt mehr als vier S tunden. Wie vorstehend ausgeführt, kam er aufgrund seiner umfassenden Abklärung zu nachvollzi ehbaren Schlüssen, welche auch die vom behandelnden Psychiater genannten Einwände ber ücksichtigte. Unter diesen Umstän- den können die Ausführungen von Dr. F.____ nichts am B eweiswert des Gutachtens von Dr. C.____ ändern. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2.2 Weiter wendet die Beschwerdeführerin ein, dass die ELA im D.____ ergeben habe, dass Dr. C.____ in Bezug auf die Entwicklung der Arbei tsfähigkeit eine zu optimistische Prog- nose gestellt habe. Hierzu ist zunächst festzustellen, da ss Dr. C.____ keine solche Prognose gemacht hat. Vielmehr hat er aufgrund seiner Untersuch ungen festgestellt, dass die Beschwer- deführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig ist. Weiter hat er ihr für die Umset- zung dieser Arbeitsfähigkeit eine Einarbeitungszeit von 4 Monaten zugestanden. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin handelt es sich bei der gutachterlichen Zumutbarkeits- beurteilung nicht um eine Prognose in dem Sinne, da ss eine Verifizierung der Einschätzung durch ein praktisches Arbeitstraining vorbehalten wird, so ndern um eine medizinisch- theoretische Würdigung der Arbeitsfähigkeit der versich erten Person aufgrund der Exploration. Daran ändert auch die unterschiedliche Einschätzung im B ericht des D.____ vom 8. April 2014 nichts. Der Beschwerdeführerin ist zwar insofern beizupf lichten, als sie sinngemäss ausführt, dass einer konkret leistungsorientierten beruflichen A bklärung nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abzusprechen ist. Allerdings obliegt die abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergeb enden funktionellen Leistungsfähig- keit (z.B. nur sitzende oder stehende Arbeiten, nur be schränktes Heben/Tragen von Lasten etc.) in der Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin und ni cht den Fachleuten der Berufsbera- tung/beruflichen Eingliederung (vgl. Urteil des Bunde sgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2). Im vorliegenden Fall hat Dr. C.____ in der Zumutbarkeitsbeurteilung all jene Faktoren, die gemäss Abklärungsbericht für die Leistungslimitierung verantwortlich sind, beschrieben und gewürdigt. So berücksichtigte auch er das mangelnde Selb stvertrauen, die Ängste und die Selbstzweifel, die Überforderung, das regressive Opferver halten, das Redebedürfnis und das Verlieren in Details in seinem Gutachten. Es ist somit of fensichtlich, dass er diese limitierenden Einflüsse bei der Vornahme der Zumutbarkeitsbeurteilu ng berücksichtigte. Da zudem keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend gemacht wird und eine solche aus den Akten auch nicht hervorgeht, hat seine Beurteilung weit erhin Bestand. Die Einschätzung im Ab- klärungsbericht ist daher nicht geeignet, die Beweiskraf t des Gutachtens von Dr. C.____ in Be- zug auf die Arbeitsfähigkeit und die von der Vorinstanz daraus gezogenen Schlüsse betreffend die Verwertbarkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG; BGE 134 V 64 E. 4.2.1) ernsthaft zu gefährden. 7.3 Die geschilderten Vorbringen der Beschwerdeführeri n vermögen somit die Ergebnisse, zu denen der Gutachter Dr. C.____ bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit gelangte, nicht in Frage zu stellen un d seinem psychiatrischen Gutachten vom 24. August 2013 kommt demnach ausschlaggebender Beweiswert zu. Unter diesen Umständen kann auf zusätzliche medizinische Abklärungen verzichtet werde n. Der Anspruch auf rechtli- ches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen , und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen An- spruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsa- che erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemä sser Beweiswürdigung zur Überzeu- gung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, ka nn auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Bew eiswürdigung ist nach konstanter Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 8. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.2 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimme n. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 13. August 2015 zur Ermittlung des Invalid itätsgrades den erforderlichen Ein- kommensvergleich vorgenommen, wobei sie - wie vorstehend ausführlich dargelegt - zu Recht davon ausging, dass die Beschwerdeführerin in einer leid ensadaptierten Tätigkeit zu 50 % ar- beitsfähig ist. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstel lung von Validen- und zumutbarem Inva- lideneinkommen einen Invaliditätsgrad von 54 % ermit telt, woraus ein Anspruch auf eine halbe Rente resultiert (vgl. E. 4.1). Die konkrete Berechnung , die von der Beschwerdeführerin in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet wurde, erweis t sich als rechtens, weshalb diesbe- züglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Ste lle in der Verfügung vom 13. August 2015 verwiesen werden kann. 9. Zusammenfassend ist gestützt auf die vorstehenden Ausfüh rungen festzustellen, dass beide von der Beschwerdeführerin erhobenen Beschwerden gegen die Verfügungen der IV- Stelle vom 13. August 2015 abzuweisen sind. 10. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- Franke n festgelegt. Bei Fällen wie dem vorlie- genden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwa nd entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ih r zu auferlegen sind. Diese werden mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 6 00.-- verrechnet. Die ausserordentli- chen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerden gegen die Verfügungen der IV -Stelle vom 13. August 2015 (Verfahren Nrn. 720 15 297 und 720 15 298) wer den abgewie- sen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Sozialversicherungen