<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, wie die Lernenden in der Bundesverwaltung, welche im kommenden Sommer die Grundbildung abschliessen, weiterbeschäftigt werden können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat beobachtet die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt mit Besorgnis. Junge Erwachsene haben über die Konjunkturzyklen hinweg ein erhöhtes Arbeitslosigkeitsrisiko und sind von konjunkturellen Schwankungen des Arbeitsmarktes überdurchschnittlich stark betroffen. In einer Zeit, in der die Unternehmen bei Neueinstellungen Zurückhaltung üben, finden viele junge Erwachsene nur mit Mühe eine Stelle. Hingegen darf auch erwähnt werden, dass von Arbeitslosigkeit betroffene Jugendliche rascher eine Stelle finden als ältere Arbeitnehmer (vergleiche: Seco, Die Lage auf dem Arbeitsmarkt, Juni 2009, Anhang 7, Statistik Langzeitarbeitslose).</p><p>Im Rahmen der Stufe 3 der konjunkturellen Stabilisierungsmassnahmen hat der Bund u. a. einen Schwerpunkt bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit gesetzt und Massnahmen in den Bereichen Weiterbildung für stellenlose Abgängerinnen und Abgänger der beruflichen Grundbildung, Förderung des Einstiegs in den Arbeitsmarkt und Durchdienen in der Armee eingeleitet.</p><p>Die Bundesverwaltung als Arbeitgeberin hat auf die angespannte Arbeitsmarktlage ebenfalls reagiert und u. a. befristet rund 70 zusätzliche Stellen für Hochschulpraktika geschaffen. Besonderes Augenmerk schenkte sie ihren Lehrabgängern und Lehrabgängerinnen.</p><p>Im Mai dieses Jahres wurde eine Befragung durchgeführt, um rechtzeitig Massnahmen ergreifen zu können. Die Resultate zeigen auf, dass über 40 Prozent der Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen eine weiterführende Ausbildung absolvieren und weitere 25 Prozent Militär- oder Zivildienst leisten. Einige wenige hatten bereits zum Zeitpunkt der Befragung eine Zusage für eine feste Anstellung innerhalb oder ausserhalb der Bundesverwaltung.</p><p>Die Bundesverwaltung sah sich aufgrund der Befragungsergebnisse gehalten, sämtliche Lehrbetriebe aufzufordern, ihren Lehrabgängern und Lehrabgängerinnen eine Weiterbeschäftigung anzubieten. Für Lernende ohne Anschlusslösung nach der Lehre wurde das Überbrückungsangebot "Ponte" lanciert. Dabei handelt es sich um eine befristete Anstellung, welche mindestens drei und maximal neun Monate dauert. Der Einsatz kann von den Lehrabgängern und Lehrabgängerinnen jederzeit mit Wochenfrist gekündigt werden, sobald sie eine Stelle gefunden haben. Die Stellen müssen so ausgestaltet werden, dass sie für die jungen Leute Entwicklungspotenzial beinhalten und Lernen stattfinden kann. Zusätzlich wird ein massgeschneidertes Weiterbildungs- und Unterstützungsangebot zur Verfügung gestellt (z. B. Kurse in Bewerbungstechnik, Seminar zur Verbesserung der schriftlichen Kommunikation).</p><p>Die Bundesverwaltung hat für dieses Angebot 0,5 Millionen Franken eingesetzt. Erste Reaktionen zeigen, dass "Ponte" insbesondere als Überbrückungsmöglichkeit auf grosses Interesse stösst. Die Bundesverwaltung nimmt somit ihre soziale Verantwortung als nachhaltige Arbeitgeberin wahr und ermöglicht es den jungen Menschen, im Arbeitsprozess zu bleiben, weitere Berufserfahrung zu sammeln und so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Der Bundesrat erachtet daher die Forderung des Postulates, zu prüfen, wie die Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen der Bundesverwaltung weiterbeschäftigt werden können, als erfüllt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.