B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5422/2010 U r t e i l v o m 1 3 . D e z e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Kurt Gysi, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), B._______, geboren (...), C._______, geboren (...), D._______, geboren (...), Kosovo, alle vertreten durch lic. iur. Magda Zihlmann, Rechtsanwältin, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. Juli 2010 / N_______. D-5422/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Mit Verfügung des Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF) vom 21. Juli 1999 wurden die ersten Asylgesuche der aus E._______/F._______ stammenden Beschwerdeführer albanischer Ethnie vom 1 9. Oktober 1998 abgewiesen sowie die Wegweisung angeordnet. Gleichzeitig wurde gemäss Bundesratsbeschluss vom 7. April 1999 die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführer verfügt. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 16. August 1999 wurde vorläufige Aufnahme mit gene- rellem Beschluss des Bundesrats aufgehoben, worauf die Beschwerd e- führer mit ihren Kindern am 31. Juli 2000 nach Kosovo zurückkehrten. B. Am 7. Mai 2003 stellten die Beschwerdeführer in der Schweiz erneute Asylgesuche, die mit Verfügung des BFF vom 18. Mai 2004 abgewiesen wurden. Gleichzeitig wurde die Wegweisung sowie deren Vollzug ang e- ordnet. Die am 21. Juni 2004 dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3273/2006 vom 1. Oktober 2007 abgewiesen. In der Folge verliessen die Beschwerdeführer – ausser Sohn G._______, de ssen Ausreisefrist für den Abschluss seiner Ausbi l- dung in der Schweiz durch das BFM verlängert wurde und dem, nachdem das BFM am 27. September 2010 dem kan tonalen Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 14 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zugestimmt hatte, gleichentags seitens der zuständigen kantonalen Behörd e eine Aufenthaltsbewilligung ausg e- stellt wurde – am 30. November 2007 die Schweiz und kehrten in ihre Heimat zurück. B.a. Am 17. Juni 2008 stellten die Beschwerdeführer im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) H._______ ihre dritten Asylgesuche. Der B e- schwerdeführer, seine Frau und C._______ wurden am 26. Juni 2008 im EVZ summarisch und am 14./15. Juli 2008 vom BFM im Rahmen einer Anhörung zu ihren Gründen der erneuten Ausreise befragt. Zur Begrün- dung führte n sie im Wesentlichen aus, dass sie nach ihrer erneu ten Rückkehr nach Kosovo Probleme bekommen hätten. Sie hätten im Haus des Vaters des Beschwerdeführers gewohnt . D er Vater habe ihnen j e- doch viele Schwierigkeiten gemacht und sei ihnen nicht mehr wohlgeson- nen gewe sen. Aufgrund des Umstandes, dass die Beschw erdeführerin B._______ im Krieg im Jahre (...) von Serben vergewaltigt worden sei, habe ihr Schwiegervater gewollt, dass sich der Beschwerdeführer von seiner Frau trenne. Eine Nachbarin habe schlecht über ihre Familie ge-D-5422/2010 Seite 3 sprochen und es habe viel Gerede im Dorf und Provokationen gegenüber dem Beschwerdeführer gegeben. Auf Anraten des Hausarztes hätten sie sich nach I._______ begeben, um dort einen Psychiater aufzusuchen. In der Klinik sei die Beschwerdeführerin jedoch nicht behandelt worden; d a- für seien sie dort von einem Dorfbewohner gesehen worden, der darau f- hin im Dorf herumerzählt habe, dass die se verrückt sei. C._______ sei wegen wiederholter Provokationen seitens anderer Schüler regelmässig weinend von der Schule nach Hause gekommen und Sohn J._______ habe deswegen gar den Schulort gewechselt. Aufgrund dieser Schwierig- keiten und weil sie Konflikte hätten vermeiden wollen, hätten sie sich zur erneuten Ausreise aus Kosovo entschieden. Auf die weiteren Ausführu n- gen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgen den Erwägungen eing e- gangen. B.b. Mit Entscheid des BFM vom 18. Juli 2008 wurden die Beschwerd e- führer für den Aufenthalt während des Asylverfahren s dem Kanton K._______ zugewiesen. C. Mit Verfügung vom 19. Juli 2010 – eröffnet am 21. Juli 2010 – trat das BFM auf d ie neuerlichen Asylbegehren der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG nicht ein und ordnete gleichzeitig die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. Die Vorinstanz b e- gründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass seit dem re chts- kräftigen Abschluss des Asylverfahrens keine Ereignisse eingetreten se i- en, die für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft relevant wären. Der Vollzug der Wegweisung sei als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. D. Mit Eingabe vom 27. Juli 2010 beantragten die Beschwerdeführer, es sei die vorinstanzliche Verfügung vollumfänglich aufzuheben, es sei die S a- che zur materiellen Prüfung des Gesuchs an die Vorinstanz zurückzuwe i- sen, eventualiter sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihnen sei Asyl zu gewähren, subeventualiter sei die Unzulässigkeit oder zumi n- dest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, subsubeventualiter sei die Sache als Revisionsgesuch an die Hand zu nehmen, und ersuchten in formeller Hinsicht um die Verfahrensvereinigung mit der Beschwerdesache J._______, geboren (...), N _______ (Geschäfts-Nr. D -5421/2010), die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 D-5422/2010 Seite 4 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Deze mber 1968 über das Verwa l- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. In Ermangelung finanzieller Mittel seien die mit Einreichung des (neuerlichen) Asylgesuchs eingereichten Dokumente von Amtes wegen zu übe rsetzen. Auf die Begründung wird, soweit en t- scheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. E. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 18. August 2010 wurde den Beschwerdeführern mitgeteilt, dass sie den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten kön nten. Das Ersuchen, die Übersetzung der mit Einreichung des (neuerlichen) Asylgesuchs eingereichten Dokumente sei durch das Bundesverwaltungsgericht selber in Auftrag zu geben, wurde abgewiesen und die Beschwerdeführer wurden gleichzeitig aufgefordert, die fremdsprachigen Beweismittel (Auflistung Beweismittel) bis zum 2. September 2010 in eine Amtssprache übersetzen zu lassen, wobei im Unterlassungsfall aufgrund der übrigen Akten entschieden wer de. D ie Vorinstanz wurde aufgefordert, den Beschwerdeführern Einsicht in die Ak- ten des ersten Asylverfahrens zu gewähren und anschliessend die Vorak- ten an das Bundesverwaltungsgericht zu retournieren. Die Beschwerd e- führer ihrerseits wurden angehalten, die wesentlichen Beschwerdeakten des zweiten Asylverfahrens bei der vormaligen Rechtsvertretung erhäl t- lich zu machen, und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit eingeräumt, bis am 2. September 2010 eine ergänzende Beschwerdebegründung einzure i- chen, wobei im Unterlassungsfall aufgrund der bestehenden Aktenlage entschieden werde und über das Gesuch um Gewährung der unentgeltl i- chen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie über einen al l- fälligen Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses nach Ablauf der angesetzten Frist zu befinden sei. Zudem wurde das Gesuch um Ge- währung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung abgewiesen und dem Antrag auf Verfahrensvereinigung mit der Beschwerdesache D- 5421/2010 im Sinne einer Koordination der beiden Verfahren entspr o- chen. F. Mit Eingabe vom 2. September 2010 reichten die Beschwerdeführer die geforderte Übersetzung der fremdsprachigen Dokumente sowie die in der Rechtsmitteleingabe in Aussicht gestellten Dokumente (Auflistung B e- weismittel) zu den Akten und ersuchten gleichzeitig um Fristerstreckung bezüglich der ergänzenden Beschwerdebegründung bis 14 Tage nach Erhalt der Akten des ersten Asylverfahrens. D-5422/2010 Seite 5 G. Mit Verfügung vom 22. September 2010 wurde n den Beschwerdeführern Kopien der im Beweismittelkuvert des BFM unter Ziffer 2 ange führten Beweismittel (Nennung Beweismittel) zugestellt, das Fristerstreckung s- gesuch vom 2. September 2010 gutgeheissen und den Beschwerdefü h- rern Gelegenheit gegeben, bis am 7. Oktober 2010 eine ergänzende B e- schwerdebegründung einzureichen, wobei im Unterla ssungsfall aufgrund der bestehenden Aktenlage entschieden werde. Die Beschwerdeführerin B._______ wurde aufgefordert, bis am 7. Oktober 2010 einen aktuellen ärztlichen Bericht betreffend die in der Eingabe vom 2. September 2010 geltend gemachten gesundheitlichen Probleme sowie eine Erklärung über die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht gegenüber den Asy l- behörden einzureichen, wobei bei ungenutzter Frist aufgrund der Akten entschieden werde. H. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2010 reichten die Beschwerdeführer ihre Be- schwerdeergänzung sowie medizinische Unterlagen betreffend B._______ und eine Kopie des Ausweises für Asylsuchende betreffend A._______ zu den Akten. I. Mit Verfügung vom 18. Oktober 2010 wurde die Vorinstanz in Anwendung von Art. 57 VwVG zu einem Schriftenwechsel eingeladen. J. Mit Schreiben vom 21. Oktober 2010 legten die Beschwerdeführer weit e- re Beweismittel (Auflistung Beweismittel) ins Recht. K. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Oktober 2010 sowie einer Ergänzung vom 27. Oktober 2010 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der B e- schwerde. L. Mit Verfügung vom 1. November 2010 wurde den Beschwerdeführern die vorinstanzliche Vernehmlassung inklusive der Ergänzung zur Stellun g- nahme unterbreitet. Diese replizierten mit Schreiben vom 15. November 2010. M. Mit Eingabe vom 16. November 2010 liessen die Beschwerdeführer dem D-5422/2010 Seite 6 Bundesverwaltungsgericht eine Kopie ihres Härtefallgesuches gleichen Datums, das beim Migrationsamt des Kantons K._______ anhängig ge- macht wurde, zukommen. Gemäss Auskunft des Migrationsamte s des Kantons K._______ vom 11. April 2011 wurde das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewill i- gung aus humanitären Gründen mit Entscheid des Migrationsamtes vom 18. Januar 2011 abgewiesen; dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. N. Am (...) heiratete C._______ einen (...) Staatsangehörigen, der in der Schweiz im Besitz einer Niederlassungsbewilligung ist. Mit Verfügung vom 23. März 2012 wurde sie angefragt, ob sie bei dieser Sachlage ihre Beschwerde vom 27. Juli 2010 zurückziehe. Mit Eingabe vom 2. April 2012 teilte sie mit , sie halte an der Beschwerde fest. Gleichzeitig wurden betreffend A._______ (Auflistung Beweismittel) zum Beleg der fortg e- schrittenen Verwurzelung der Familie in der Schweiz eingereicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsge richt Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde führende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor. Das Bu n- desverwaltungsgericht ist daher endgültig zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde. 1.2. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführer haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hab en ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e-D-5422/2010 Seite 7 rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2. 2.1. Bei der Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteint retensent- scheide des BFM hat die Beschwerdeinstanz hinsichtlich des Nichteintr e- tenstatbestandes einzig zu beurteilen, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116). Im Falle der Begründetheit des Rechtsm ittels in diesem Punkt ist die angefocht e- ne Verfügung demzufolge aufzuheben und die Sache zur neuen En t- scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.). Nicht beschränkt ist die Beurteilungszuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts dagegen hinsichtlich der Frage der Wegweisung und deren Vollzugs, da das BFM diesbezüglich eine mat e- rielle Prüfung und Entscheidung vorzunehmen hat (vgl. Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1-4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Auf die Anträge auf Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl ist somit nicht einzutreten. 2.2. Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, wenn Asylsuchende in der Schweiz bereits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen haben oder während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat - oder Herkunftsstaat zurückgekehrt sind, ausser es gebe Hinweise, dass in der Zwischenzeit Ereignisse eingetreten sind, die g e- eignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind. 2.3. Bei der Prüfung, ob Hinweise auf eine Verfolgung vorliegen, welche geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, ist vom klass i- schen engen Verfolgungsbegriff im Sinne von Art. 3 AsylG auszugehen. Mit Grundsatzurteil vom 8. Juni 2006 i.S. A.I.I. (vgl. EMARK 2006 Nr. 18) hat der enge Verfolgungsbegriff in der Folge insofern eine Ausweitung er- fahren, als bei der Prüfung der flüchtlingsrechtlichen Relevanz von Vo r- bringen auch die Verfolgung durch private Dritte bei mangelnder Schut z-D-5422/2010 Seite 8 fähigkeit der staatlichen Behörden und bei Nichtexistieren staatlicher Strukturen mit zuberücksichtigen ist. Bei dieser Prüfung kommt ein g e- genüber der Glaubhaftmachung reduzierter Beweismassstab zur Anwe n- dung: Auf ein Asylgesuch muss eingetreten werden, wenn sich Hinweise auf eine relevante Verfolgung ergeben, die nicht zum Vornherein haltlos sind (vgl. BVGE 2009/53 E. 4.2 S. 769; EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 17). 3. Das BFM hat vorliegend seinen Nichteintretensentscheid vom 19. Juli 2010 auf der Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG gefällt. Es gilt da- her im Folgenden zu prüfen, ob die Vor aussetzungen für ein Nichteintr e- ten nach dieser Bestimmung erfüllt sind. 3.1. Den Akten zufolge reichten die Beschwerdeführer am 19. Oktober 1998 sowie ein weiteres Mal am 7. Mai 2003 Asylgesuche in der Schweiz ein. Diese wurden mit Verfügungen des Bundesamtes vom 21. Juli 1999 und 18. Mai 2004 jeweils abgelehnt und erwuchsen unangefochten b e- ziehungsweise mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-327372006 vom 1. Oktober 2007 in Rechtskraft. Damit steht fest, dass die B e- schwerdeführer in der Schweiz bereits Asylverfahren erfolglos durchlau- fen haben. 3.2. Das BFM führte zur Begründung seines Entscheides vom 19. Juli 2010 im Wesentlichen aus, die Ereignisse, welche die Beschwerdeführer für den Zeitraum nach Abschluss des zweiten Verfahrens geltend machen würden, würden an Vorbringen aus den vorangegangenen Asylgesuchen anknüpfen. Zwar handle es sich dabei um Vorfälle, die sich erst nach der Rückkehr der Familie in ihre Heimat ereignet haben sollen, deren Urs a- che jedoch unmittelbar auf ein Vorkommnis zurückzuführen sei, das be- reits Gegenstand d es zweiten Verfahrens gebildet habe. Dabei sei das Bundesamt zum Schluss gekommen, dass die von den Beschwerdefü h- rern damals geltend gemachten Vorbringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügten. Folglich seien die diesbezüglichen von den Beschwerdeführern angeführten Vorbringen weder geeignet, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen , noch für die Gewährung vorübe r- gehenden Schutzes relevant. Diese Erwägungen würden durch die u n- substanziierte Darstellung der Vorbringen seitens der Beschwerdeführer bekräftigt. So seien die Antworten der Beschwerdeführer i n Bezug auf ih- re Erlebnisse nach der Rückkehr stereotyp und allgemein ausgefallen. Er- fahrungsgemäss könnten tatsächlich Verfolgte detailliert über ihre Erle b- nisse und ihre Tätigkeiten berichten. Gesamthaft erschöpften sich die D-5422/2010 Seite 9 Aussagen der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den behaupt e- ten Problemen in Allgemeinplätzen, die in dieser Form ohne weiteres von irgendjemandem nacherzählt werden könnten. Weiter müssten die durch die Familie geltend gemachten schwierigen Lebensbedingungen als Nachteile, welche auf die allgemeinen politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Lebensbedingungen in einem Staat zurückzuführen seien, a n- gesehen werden. Die durch die Beschwerdefüh rer eingereichten B e- weismittel seien nicht geeignet, diese Einschätzung umzustossen. Es sei den Beschwerdeführern somit in Würdigung der zu beurteilenden Akte n- lage nicht gelungen, Vorbringen geltend zu machen, die für die Anerke n- nung der Flüchtlingseigenschaft relevant seien. 3.3. In der Beschwerdeschrift rügen die Beschwerdeführer zunächst eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz, da die von ihnen eingereichten Beweismittel keinerlei Eingang in die Begründung des a n- gefochtenen Entscheides gef unden hätten und nicht einmal deren Inhalt in der fraglichen Verfügung wiedergegeben worden sei. Auch lasse die äusserst summarische Bezugnahme auf die Dokumente erhebliche Zwe i- fel aufkommen, ob diese von der Vorinstanz übersetzt worden seien. Weiter habe die Vorinstanz den Anspruch auf Wiedererwägung verletzt. So hätte die Vorinstanz ihre Vorbringen im Rahmen eines Wiedererw ä- gungsgesuchs an die Hand nehmen sollen. Zwar sei die Wiedererwägung ein gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlu ng durch die verfügende Behörde aber aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Voraussetzungen ein verfassungsmässiger Anspruch bestehe. Vorliegend hätten sie ihr Gesuch mit vers chiedenen Gründen veranschaulicht. So belege einerseits der eingereichte (...) Bericht, dass ihre Vorbringen bezüglich der Vergewaltigung fälschlicherweise als u n- glaubhaft qualifiziert worden seien. Andererseits hätten sie neue Gründe angeführt, welche ein en Vollzug der Wegweisung als unzumutbar e r- scheinen lassen würden. Beim eingereichten (...) Bericht handle es sich um ein neues, erhebliches Beweismittel, welches einen Revisionsgrund darstelle. Zwar betreffe das Beweismittel einen Sachverhalt, der im let z- ten Asylverfahren materiell durch das Bundesverwaltungsgericht beurteilt worden sei; dieses Dokument sei jedoch, da nach Erlass des erwähnten Urteils entstanden, gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG als Revision s- grund vor Bundesverwaltungsgericht ausgeschloss en. Das vorliegende Beweismittel wäre daher gemäss Rechtsprechung des Bundesverwa l- tungsgerichts (Urteil D-4520/2008 vom 3. November 2008) sowie in B e-D-5422/2010 Seite 10 rücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung durch das BFM im Rahmen eines Wiedererwägungsgesuches zu prüfen gewesen. Dabei bestünden die gleich strengen Voraussetzungen, die in der Praxis bei der Bejahung eines Revisionsgrundes in den gesetzlich geregelten Fällen gelten würden, wobei die Regelung von Art. 66 VwVG heranzuziehen sei. Der erwähnte (...) Bericht vom 21. Mai 2008 sei als neu und erheblich zu bezeichnen und müsse die damalige Prüfung der Glaubhaftigkeit zuguns- ten der Beschwerdeführerin B._______ erscheinen lassen. So werde dar- in durch den (Nennung Arzt), der die Be schwerdeführerin im Anschluss an die Vergewaltigung behandelt habe, das Vorliegen derselben bestätigt. Stehe fest, dass sie die vorgebrachte Vergewaltigung erlebt habe, sei von einer flüchtlingsrelevanten Verfolgung im Sinne des Vorliegens von "trift i- gen Gründen" auszugehen. Es sei ihnen nicht möglich gewesen, dieses Beweismittel während des orde ntlichen Verfahrens beizubringen, da der Arzt infolge der Kriegswirren nicht mehr erreichbar gewesen sei und die Beschwerdeführerin anlässlich einer Unterleibsbehandlung im Spital F._______ zufällig auf diesen gestossen sei. Weiter hätten sie neue Gründe angeführt, die gegen die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvol l- zugs sprechen würden , darunter Zeugenaussagen über ihre Probleme, Bestätigungen, dass sie kein Land oder Haus besitzen würden , und ärzt- liche Bestätigungen betreffend den Gesundheitszustand der Beschwerde- führerin. Die Vorinstanz berücksichtige jedoch weder die Beweismittel noch nehme sie eine echte Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisung s- vollzugs vor. Eine solche Prüfung ergebe jedoch, dass ein Vollzug als un- zumutbar erachtet werden müsse. Dies aufgrund des langjährigen Au f- enthaltes in der Schweiz, der von den Beschwerdeführern D._______ und C._______ (und auch J._______) in dieser Zeit besuchten Schulen und Ausbildungen in der Schweiz und des angeschlagenen Gesundheits- zustandes von B._______, für welche von einer adäquaten medizinischen Behandlung in Kosovo nicht ausgegangen werden könne. In ihrem Dorf seien sie stigmatisiert und könnten auch nicht auf die Hilfe ihrer in Kosovo lebenden Familienangehörigen zählen. Aufgrund dieser Faktoren e r- scheine eine erfolgreiche Wiedereingliederung ausgeschlossen. In ihrer Beschwerdeergänzung vom 7. Oktober 2010 führen die B e- schwerdeführer an, bereits im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 1. Oktober 2007 sei festgehalten worden, dass B._______ die Vergewal- tigung bei der Befragung auffallend substanziiert und mit Realkennze i- chen versehen geschildert habe. Trotzdem habe die damalige Abwägung sämtlicher Aspekte, welche für oder gegen die Glaubhafti gkeit der erlitte- nen sexuellen Gewalt zu berücksichtigen waren , ergeben, dass doch D-5422/2010 Seite 11 überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarste l- lung sprechen würden. Diese Abwägung müsse jedoch im heutigen Zei t- punkt angesichts der eingereichten ärztlich en Bestätigung anders ausfa l- len. Dies gelte umso mehr, als dem damaligen Hauptargument gegen die Glaubhaftigkeit der Beschwerdeführer, die Abklärungen vor Ort, aufgrund der anderen eingereichten Beweismittel kein relevanter Beweiswert mehr zukommen könne. So zeige die eingereichte Bestätigung von L._______, dass ihr Haus zerstört worden sei und sie nicht durch die NRO unterstützt worden seien. Die Deklaration von zwei Dorfbewohnern belege, dass die Familie wegen der Vergewaltigung massive Probleme mit dem V ater des Beschwerdeführers gehabt habe, welche zu einem Ausschluss aus der Erbschaft geführt habe. Von einer problemlosen Integration, wie dies in der Abklärung des Schweizerischen Verbindungsbüros geltend gemacht werde, könne demnach keine Rede sein. Zude m sei der entsprechende Abklärungsbericht in sich widersprüchlich hinsichtlich d es Verhaltens von B._______. Bezüglich allfälliger Ungereimtheiten in den Befragungspr o- tokollen sei zu beachten, dass es nach langen Zeitabläufen naturgemäss zu Ungenauigkeiten in den Schilderungen komme, umso mehr, als sie in den vergangenen Jahren zahlreiche traumatisierende Erlebnisse hätten verkraften müssen und B._______ ständig unter starker Medikation st e- he. Die diversen, über die Jahre hinweg geführten Befragungen würden in ihrem Kern übereinstimmen. Insgesamt würden die eingereichten B e- weismittel, die zahlreichen Anhörungen sowie die unbestrittenen mass i- ven psychischen Probleme der Beschwerdeführerin die geltend gemachte Vergewaltigung sowie die Stigmatisierung der Famil ie nach ihrer Rüc k- kehr als glaubhaft erscheinen lassen. Weiter sei sie am (...) operiert wor- den, wobei (Nennung ärztliche Feststellung) festgestellt worden sei, der halbjährlich kontrolliert werden müsse. Die medizinische Ver sorgung in Kosovo erlaube jedoch keine solchen qualifizierten Nachkontrollen. 3.4. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Oktober 2010 sowie ihrer Ergä n- zung zur Vernehmlassung vom 27. Oktober 2010 führte die Vorinstanz im Wesentlichen an, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, die eine Änderung des vorinstanzlichen Standpunktes zu bewirken vermöchten. Soweit dem BFM eine summar i- sche Begründung vorgeworfen werde, sei festzuhalten, dass die Begrün- dung bei einem Nichteintretensentscheid summarisch sein müsse, a n- sonsten sich die Vorinstanz vorhalten lassen müsse, "materiell" zu arg u- mentieren. Zu den angeführten Gründen, die gegen eine Zumutbarkeit des Wegweisungsvol lzugs sprechen würden , sei anzuführen, dass das BFM die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin B._______ D-5422/2010 Seite 12 nicht bagatellisier en wolle, jedoch zu bemerken sei, dass gemäss den ärztlichen Schreiben die Nachuntersuchung der (...) nicht das Vorliegen eines (Nennung Krankheit) zum Vorschein gebracht habe, so dass hal b- jährliche Kontrollen angeordnet worden seien, wie in der Beschwerdee r- gänzung zu lesen sei. Vielmehr sei dem ärztlichen Schreiben zu entne h- men, dass (Nennung Befund). Die weitere nötige medizinische Betreuung stütze sich in erster Linie auf die Notwendigkeit von Ultraschallunters u- chungen. Solche Ultraschalluntersuchungen seien jedoch nach Kenntni s- sen des BFM in Kosovo möglich. Wie in der Beschwerdeschrift zu Recht erwähnt worden sei, sei hing egen eine spezialisierte (Nennung Behand- lung) nicht möglich, welche aber gemäss dem vorliegenden ärztlichen Schreiben auch nicht erforderlich sei. Hinsichtlich der geltend gemachten Verwurzelung der Familie in der Schweiz müsse festgehalten werden, dass die Prüfung eines persönlichen Härtefalles nach der Asylgesetzrev i- sion, die am 1. Januar 2007 in Kraft getreten sei, nicht mehr in die Z u- ständigkeit der Vorinstanz falle. 3.5. In ihrer Replik vom 15. November 2010 halten d ie Beschwerdeführer im Wesentlichen fest, den Vorbringen in der Vernehmlassung hinsichtlich der Notwendigkeit einer summarischen Begründung bei einem Nichtei n- tretensentscheid könne nicht gefolgt werden, ansonsten der sich aus Art. 29 BV ergebende Anspruch (auf Wiedererwägung) nie durchgesetzt we r- den könnte, setze dieser doch eine Prüfung der Beweismittel auf deren Neuheit und Erheblichkeit voraus. Im Übrigen sei auch bei einem Nich t- eintretensentscheid die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zwi n- gend zu prüfen, was von der Vorinstanz – auch auf Vernehmlassungsstu- fe – unterlassen worden sei. B ezüglich der Verwurzelung in der Schweiz sei nochmals darauf hinzuweisen, dass diese gemäss Rechtsprechung eine reziproke Wirkung auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs haben könne , indem eine s tarke Assimilierung in der Schweiz eine Entwurzelung im Heimatstaat zur Folge haben könne, we l- che unter Umständen die Rückkehr dorthin als unzumutbar erscheinen lasse. In diesem Sinne sei die Verwurzelung – namentlich diejenige der Kinder – in die Beurteil ung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs einzubeziehen. 4. 4.1. Soweit die Beschwerdeführer eine Verletzung des Anspruchs auf Wiedererwägung rügen, weil die Vorinstanz ihre Vorbringen im Rahmen eines Wiedererwägungsgesuchs hätte an die Hand nehmen sollen, ist vorweg festzuhalten, dass die Auffassung der Beschwerdeführer (bzw. ih-D-5422/2010 Seite 13 rer Rechtsvertreterin) betreffend die Qualifikation ihrer Vorbringen als Wiedererwägungsgründe, des somit sich ergebenden Prozedurtyps eines Wiedererwägungsgesuchs und der daraus sich weiter ergebenden Z u- ständigkeit des BFM, als unzutreffend erweisen. Zwar können Revisions- gründe einen qualifizierten Anspruch auf Wiedererwägung durch das BFM begründen. Voraussetzung hierfür ist aber, dass sich diese Revis i- onsgründe (vorliegend neue und erhebliche Tatsachen und Beweismittel) auf eine in materielle Rechtskraft erwachsene Verfügung beziehen, die entweder unangefochten geblieben oder deren Beschwerdeverfahren mit einem bloss formellen Prozessurteil abgeschlossen worden ist (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2.a S. 103 f. mit weiteren Hinweisen; so auch das in der Rechtsmitteleingabe zitierte Urteil des Bundesverwaltungsgericht s D-4520/2008 vom 3. November 2008 E.3 S. 5 unten ). Nur ein solche r- massen als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel wäre grundsätzlich nach den Regeln des Revisionsverfa h- rens (im Sinne von Art 66 ff. VwVG) durch das BFM zu behandeln. Vorlie- gend wurden jedoch die am 7. Mai 2003 gestellte n Asylgesuche der Be- schwerdeführer mit Verfügung des BFF vom 18. Mai 2004 abgelehnt und die am 21. Juni 2004 dagegen erhobene Beschwerde mit einem materiel- len Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 1. Oktober 2007 abgewie- sen, wodurch die Verfügung des BFF vom 18. Mai 2004 in Rechtskraft erwuchs. Das Wiedererwägungsgesuch findet daher keinen zulässigen Gegenstand. Die Vorinstanz behandelte demnach die erneuten Gesuche der Beschwerdeführer um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft – nach erfolglosem Durchlaufen eines Asylverfahren s – zu Recht als neue Asyl- gesuche. Der Eventualantrag, die Sache sei als Revisionsgesuch an die Hand zu nehmen, ist somit abzuweisen. 4.2. Weiter führen die Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz an, da die von ihnen eingereichten Bewei s- mittel keinerlei Eingang in die Begründung des angefochtenen Entsche i- des gefunden hätten. Auch sei zu bezweifeln, ob diese von der Vorinstanz übersetzt worden seien. Somit ist z unächst zu prüfen, ob die Vorinstanz im Rahmen der angefochtenen Verfügung ihren Pflichten hinreichend nachgekommen ist, die sich aus dem Anspruch der Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör ergeben. 4.2.1. Im Asylverfahren ist der Sachverhal t grundsätzlich von Amtes w e- gen festzustellen (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Die behördliche U n- tersuchungspflicht wird durch die de m Asylsuchenden gestützt auf Art. 8 AsylG auferlegte Mitwirkungspflicht eingeschränkt, wobei dieser insb e-D-5422/2010 Seite 14 sondere bei der Anhörung vollständig anzugeben hat, weshalb er um Asyl nachsucht. Ein Asylsuchender hat Anspruch auf Mitwirkung, was sich unmittelbar aus dem Anspruch auf re chtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) ergibt. Im Ra h- men dieses Rechts kann er seine Beweise anbieten, welche grundsät z- lich abzunehmen sind, soweit der zu beweisende Sachverhalt rechtse r- heblich ist (vgl. auch Art. 33 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Die Behör- de darf – im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung – von der B e- weisabnahme dann absehen, wenn angenommen werden kann, die rechtliche Überzeugung würde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert. Dies gilt insbesondere dann, wenn der betreffende Sachverhalt bereits hinreichend erstellt erscheint, die Behörde den Sachverhalt au f- grund eigener Sachkunde und der Aktenlage ausreichend würdigen kann oder von vornherein gewiss ist, dass der angebotene Beweis keine w e- sentlichen Erkenntnisse zu vermitteln vermag. Im Rahmen der unmitte l- bar aus Art. 29 Abs. 2 BV folgenden behördlichen Begründungspflicht (Art. 35 Abs. 1 VwVG) hat die verfügende Behörde denn auch die Übe r- legungen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Ent scheid stützt, substanziiert zu nennen. Eine hinreichende Begründung bildet die Grundlage für eine sachgerechte Anfechtung der Verfügung und stellt e i- ne unabdingbare Voraussetzung für die Beurteilung ihrer Rechtmässigkeit durch die Beschwerdeinstanz dar. Die Begründungsdichte richtet sich da- bei nach den Verfahrensumständen, dem Verfügungsgegenstand und den Interessen der Betroffenen, wobei die bundesgerichtliche Rechtspr e- chung bei schwerwiegenden Eingriffen in die rechtlich geschützten Int e- ressen der Betrof fenen – was bei der Frage der Gewährung des Asyls und der Wegweisung immer der Fall ist – eine sorgfältige Begründung verlangt (EMARK 2006 Nr. 24 E. 5.1 S. 256 f.). Der Anspruch auf rechtli- ches Gehör wird durch Art. 29 -33 VwVG konkretisiert. Danach umfasst der Anspruch auf rechtliches Gehör als Teilaspekte einen Anspruch der Parteien auf vorgängige Anhörung durch die Behörde (Art. 30 und 30a VwVG), auf Anhörung in Bezug auf erhebliche Vorbringen einer Gege n- partei (Art. 31 VwVG), auf Prüfung eigener erheblic her Vorbringen durch die Behörde (Art. 32 VwVG) sowie auf Abnahme der angebotenen und tauglichen Beweise durch die Behörde (Art. 33 VwVG). Antworten auf die Frage, welche spezifischen Teilgehalte der Anspruch des rechtlichen G e- hörs im Einzelnen umfasse, können sich darüber hinaus auch unmittelbar aus dem übergeordneten Verfassungsrecht in Gestalt von Art. 29 Abs. 2 BV ergeben. D-5422/2010 Seite 15 4.2.2. Es ist festzustellen, dass der angefochtene Entscheid des BFM diesen Kriterien hinsichtlich der zu beachtenden Begründungs - und Ab- klärungspflicht nicht in der erforderlichen Weise gerecht wird. Die Beschwerdeführer gaben bei der Einreichung des neusten Asylges u- ches vom 17. Juni 2008 als Beleg zu ihren Vorbringen diverse Beweismit- tel zu den Akten, die im Wesentlichen die von de n Schweizer Asylbehör- den bislang vertretene Auffassung, wonach die angeführte Vergewalt i- gung von B._______ und die sich daraus ergebenden Folgen für die F a- milie (Stigmatisierung in Kosovo) als unglaubhaft zu erachten sei, nun als nicht mehr vertretbar erscheinen lasse. Im vorinstanzlichen Entscheid wird im Sachverhalt die Einreichung dieser Dokumente zwar erwähnt, ohne diese jedoch inhaltlich genauer aufzuführen (Nennung Beweismit- tel). Eine von der Vorinstanz vorgenommene Übersetzung dieser Dok u- mente liegt den Ak ten zufolge nur hinsichtlich der in Nummer 2 des B e- weismittelkuverts (vgl. act. C1/1) aufgeführten Beweismittel (Nennung Beweismittel), nicht jedoch für die übrigen in den Nummern 1, 3, 4 und 5 des Beweismittelkuverts aufgeführten Beweismittel, vor. In den Erwägun- gen selber wird zwar auf die Beweismittel eingegangen, jedoch lediglich in dem Sinne, als dass in einem Satz pauschal darauf verwiesen wird, wonach die durch die Familie eingereichten Beweismittel nicht geeignet seien, die v orinstanzliche Einschätz ung umzustossen. Aus diesem Vo r- gehen kann nun in keiner Weise auf eine sorgfältige und ernsthafte Pr ü- fung derselben durch die Vorinstanz geschlossen werden, zumal daraus die Überlegungen, von denen sich das Bundesamt bei seinem Entscheid leiten liess und auf die sich sein Entscheid stützt, auch nicht ansatzweise, geschweige denn substanziiert benannt wurden. Dabei fällt erschwerend ins Gewicht, dass dem BFM im Zeitpunkt seines Entscheides ausser zu den beiden oben erwähnten Beweismitteln in Nummer 2 des Bew eismit- telkuverts den Akten zufolge keine Übersetzungen der fraglichen Dok u- mente vorlagen. Weiter begnügte sich die Vorinstanz in ihrer Verneh m- lassung als Antwort auf die in der Beschwerdeschrift gerügte Verfahren s- verletzung mit dem kurzen Hinweis, dass die Begründung bei einem Nichteintretensentscheid summarisch sein müsse, ansonsten sie sich vorwerfen lassen müsse, "materiell" zu argumentieren. Dieser Hinweis ist jedoch als nicht überzeugend zu qualifizieren. Wie die Beschwerdeführer in ihrer Beschwerdesch rift sowie in ihrer Stellungnahme vom 15. November 2010 zu Recht anführen, ist die Vorinstanz in keiner Weise, auch nicht summarisch, auf den Inhalt der Beweismittel eingegangen. Auch bei einer summarischen Begründung ist Voraussetzung, dass nicht in einer Amtssprache gehaltene Dokumente in der Regel zu übersetzen D-5422/2010 Seite 16 sind, um überhaupt feststellen zu können , ob sie entscheidwesentlich sein könnten. Zudem ist zumindest eine kurze tatbeständliche Auseina n- dersetzung mit dem Inhalt eingereichter Beweismittel vonnö ten, um die Überlegungen und die dementsprechenden Schlussfolgerungen der ve r- fügenden Behörde zum Beweiswert dieser Beweismittel nachvollziehbar zu machen. Eine solche Auseinandersetzung fehlt jedoch in casu völlig. Ist eine ausführliche Begründung zur Würdigung eingereichter Beweismit- tel notwendig, hat das BFM auf ein erneutes Asylgesuch einzutreten und einen materiellen Entscheid zu treffen. 4.2.3. Damit hat das BFM offensichtlich seine Pflicht zur Berücksichtigung der Vorbringen de r Beschwerdeführer nicht wa hrgenommen und insbe- sondere seine Begründungspflicht wie auch die Abklärungspflicht bezie- hungsweise den Anspruch de r Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör schwerwiegend verletzt. 5. 5.1. Es stellt sich nunmehr die Frage, ob die festgestellte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geheilt werden kann oder zur Kassation der angefochtenen Verfügung führen muss. Aus prozessökonomischen Gründen hat der Gesetzgeber die Verwaltungsbeschwerde grundsätzlich reformatorisch ausgestaltet. Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG d arf eine Kas- sation und Rückweisung an die Vorinstanz nur ausnahmsweise erfolgen, so etwa, wenn weitere Tatsachen festgestellt werden müssen und ein um- fassendes Beweisverfahren durchzuführen ist (vgl. BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371 f.). Die in diesen Fällen feh lende Entscheidungsreife kann zwar grundsätzlich durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht erscheint. Allerdings muss eine Grenze gezogen werden, deren Übe r- schreitung nicht meh r ohne weiteres durch die Beschwerdeinstanz rüc k- gängig gemacht werden kann. Eine sachgerechte Lösung im Sinne einer Heilung oder Kassation hat sich entscheidend an der Schwere der Verlet- zung einer Verfahrensvorschrift, aber auch daran zu orientieren, ob di e Verletzung auf einem Versehen beruht oder das Resultat einer gehäuften unsorgfältigen Verfahrensführung ist. Ob indessen die Missachtung von Verfahrensvorschriften durch die Vorinstanz Einfluss auf das Ergebnis hatte, kann bei einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör an- gesichts seiner formellen Natur von vornherein keine Rolle spielen (vgl. EMARK 2004 Nr. 38 E. 7.1). D-5422/2010 Seite 17 5.2. Im vorliegenden Fall ist die Verletzung der Begründungspflicht als schwerwiegender Mangel zu erachten, zumal diese als Resultat einer ge- häuften unsorgfältigen Verfahrensführung erachtet werden muss. 5.3. Somit ist die Beschwerde – soweit auf diese einzutreten ist – insofern gutzuheissen ist, als die Aufhebung der Verfügung vom 19. Juli 2010 so- wie die Rückweisung der Sache an die Vorinst anz zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts beantragt wurden. Die Sache ist zu ne u- em Entscheid im Sinne der Erwägungen an das BFM zurückzuweisen. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die übrigen Ausführungen in der Beschwerdeschrift näher einzugehen. 6. 6.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit gegenstands- los. 6.2. Ferner wird das Gesuch um Erlass des Kos tenvorschusses mit dem Entscheid in der Hauptsache ebenfalls gegenstandslos. 6.3. Der obsiegenden Partei ist für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten eine Parteientschädigung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 des Reglements über die Kosten und En t- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Die Rechtsvertreterin reichte mit Eingabe vom 1 5. November 2010 beim Bundesverwaltungsgericht eine Kostennote ein, mit welcher sie für das Beschwerdeverfahren bis zum 31. Oktober 2010 (Advokatur Kanone n- gasse, Zürich) ein Honorar für einen zeitlichen Aufwand von 16.25 Stu n- den und Auslagen von Fr. 79.70 (total inkl. Mehrwertsteuer: 3'582.75) und für das Beschwerdeverfahren ab 1. November 2010 (Advo katur Aussers- hil, Zürich) ein Honorar für einen Aufwand von 1.80 Stunden und Ausl a- gen von Fr. 12.10 (Total inkl. Mehrwertsteuer: 335.80), jeweils zu einem Stundenansatz von Fr. 200.-- geltend macht. Insgesamt wird ein Total von Fr. 3'918.55 ausgewiesen. Jedoch sind in casu lediglich diejenigen Au f- wendungen zu entgelten, die den gerügten Verfahrensfehler der Vori n- stanz betreffen, weshalb die veranschlagte zeitliche Beanspruchung vo r- liegend entsprechend zu kürzen ist. Zudem sind ohnehin die das B e- schwerdeverfahren des Sohnes J._______ betreffenden Aufwendungen D-5422/2010 Seite 18 nicht zu entschädigen. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Beme s- sungsfaktoren (Art. 8-13 VGKE) ist den Beschwerdeführern eine Partei- entschädigung in Höhe von Fr. 1000.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteu- er) zuzusprechen. Dieser Betrag ist den Beschwerdeführern durch das BFM zu entrichten. (Dispositiv nächste Seite) D-5422/2010 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird – soweit auf diese eingetreten wird – gutgeheissen. Die vorinstanzliche Verfügung vom 19. Juli 2010 wird aufgehoben. 2. Die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vo r- instanz zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das BFM hat den Beschwerdeführern für das Verfahren vor dem Bu n- desverwaltungsgericht eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1000.-- (inkl. Auslagen und MWSt) auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: