<h2>SubmittedText<h2><p>Kein Zweifel: Die Jugend ernst nehmen, sie auf die Zukunft vorbereiten, das ist eine wichtige Aufgabe, auch der Behörden.</p><p>In das Projekt Energieperspektiven des Bundesamtes für Energie (BFE), in dem über die zukünftige Energieversorgung der Schweiz nachgedacht wird, werden als Jugendliche Gymnasiasten und Gymnasiastinnen mit einbezogen. BFE-Direktor Walter Steinemann sprach an einer Medienkonferenz vom 31. Januar 2005 gegenüber den Medien von "16- bis 18-Jährigen, die in den Jahren 2035 und 2050 an den Schalthebeln der Macht in Wirtschaft und Politik sitzen".</p><p>In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen an den Bundesrat:</p><p>1. Ist er der Meinung, dass nur Gymnasiasten und Gymnasiastinnen zu zukünftigen Machttragenden gehören sollen?</p><p>2. Warum wurde in diesem Projekt des BFE die ganze Berufsbildung, die in der Schweiz bekanntlich immer noch die grosse Mehrheit der Jugendlichen umfasst, nicht berücksichtigt?</p><p>3. Haben nicht gerade Leute mit einer Berufsbildung für die Zukunft des Energiesektors in der Schweiz eine grosse Bedeutung? Es geht doch darum, innovative Technologien und Ideen auch umzusetzen - und dazu sind Praktiker und Praktikerinnen die richtigen Leute.</p><p>4. Teilt er auch die Meinung, dass eine derartige Zurückstellung und Ignorierung der Berufsbildung allen vom Bund zu Recht unternommenen Anstrengungen, mit den beiden Lehrstellenbeschlüssen und dem neuen Berufsbildungsgesetz, mit der Einführung der Berufsmatura und der Entwicklung der Fachhochschulen die Berufsbildung aufzuwerten und zu fördern, diametral entgegenläuft?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Projekt "Jugendforum Energieperspektiven" wurde vom Bundesamt für Energie (BFE) mit dem Hauptziel initiiert, die Ideen und Visionen der Jugend und die daraus abgeleiteten Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in das Gesamtprojekt "Energieperspektiven 2035/2050" einfliessen zu lassen. Aufgrund des knappen finanziellen und zeitlichen Rahmens - die Arbeiten der Jugendlichen müssen zwischen Januar und Juni 2005 durchgeführt werden - hat sich das BFE entschlossen, sich auf wenige Schulklassen zu beschränken. Diese Massnahme ermöglicht die kontinuierliche, persönliche Betreuung der Schulklassen durch das BFE und gewährleistet, dass deren Resultate zeitgerecht in die Zwischen- und Schlussberichte von "Energieperspektiven 2035/2050" integriert werden können.</p><p>1. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass sowohl die gymnasiale Ausbildung als auch die Berufsbildung heute eine anspruchsvolle, qualitativ hochstehende Ausbildung mit Anschlüssen zum Hochschulbereich vermitteln. Damit steht allen, die über einen Sekundarstufe-II-Abschluss verfügen, der Weg in die künftigen Führungspositionen von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik offen.</p><p>2. Aufgrund der erwähnten zeitlichen und finanziellen Restriktionen musste sich das BFE auf ein Jugendsegment konzentrieren. Die Wahl fiel auf die Gymnasialstufe, da die den Schulklassen gestellte Aufgabe eine tiefgreifende und zeitlich intensive Auseinandersetzung mit der Thematik erfordert. Im Durchschnitt wenden die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen mindestens zehn Arbeitstage für dieses Projekt auf. Die meisten Klassen haben dafür spezielle Projektwochen organisiert und arbeiten teilweise auch in ihrer Freizeit an dem Projekt. Ein derartiger zeitlicher Aufwand innerhalb des vorgegebenen knappen Zeitfensters wäre in den Berufsschulen kaum zu bewältigen gewesen.</p><p>Als weiterführendes Projekt plant das BFE im Sommer 2005 einen Kurzgeschichtenwettbewerb zu lancieren, bei dem sich alle Schweizer Jugendlichen aus Berufsschulen und weiterführenden Schulen aller Art beteiligen und ihre Visionen zur Energiezukunft der Schweiz einbringen können.</p><p>3. Der Bundesrat ist sich der Bedeutung von gutausgebildeten Praktikern und Praktikerinnen bewusst und unterstützt die Anstrengungen, fundiertes Wissen über unsere Energieversorgung, die konventionellen und erneuerbaren Energietechnologien sowie Energieeffizienztechnologien verstärkt in die Berufsbildung einfliessen zu lassen.</p><p>4. Der Bundesrat setzt sich für eine starke Berufsbildung ein. Er teilt die Meinung nicht, dass seine Anstrengungen unterlaufen würden, wenn an Gymnasien zielgruppenbezogene Energie-Projekte durchgeführt werden.</p>  Antwort des Bundesrates.