<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00236</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224498&amp;W10_KEY=13045533&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00236</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.11.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung eines 34-jährigen Kosovaren, der seit sieben Jahren in der Schweiz lebt.] Ein Schreiben im Rekursverfahren, mit dem der Beschwerdeführer um Erstreckung der Ausreisefrist zur Kündigung seiner Wohnung und seines Arbeitsverhältnisses in der Schweiz mit Blick auf die Ausreise ersucht, ist kein ausdrücklicher Rekursrückzug. Die Vorinstanz hätte das Verfahren entsprechend nicht abschreiben dürfen (E. 2.1). Eine Rückweisung kann unterbleiben, da die Sache sich als spruchreif und eindeutig erweist (E. 2.2). Der Beschwerdeführer lebt weiterhin getrennt von seiner Ehefrau und die eheliche Gemeinschaft dauerte weniger als drei Jahre. Es sind zudem keine wichtigen persönlichen Gründe im Sinn von Art. 50 Abs. 2 AIG ersichtlich. Der Beschwerdeführer hat entsprechend keinen Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung (E. 3.3-3.4). Teilweise Kostenauflage an die Vorinstanz aufgrund des Verfahrensfehlers (E. 4). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHELICHE GEMEINSCHAFT">EHELICHE GEMEINSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKURSRÃCKZUG">REKURSRÃCKZUG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=68587" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00236</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">19. November 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Dumenig Stiffler. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A ist ein 1990 geborener kosovarischer StaatsangehÃ¶riger. Er reiste im August 2013 mit einem gefÃ¤lschten bulgarischen Pass in die Schweiz ein, woraufhin er am 17. Januar 2014 vom Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) mit einem Einreiseverbot bis 17. Januar 2017 belegt wurde. Das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich wies ihn aus der Schweiz weg und er wurde am 20. Januar 2014 in den Kosovo rÃ¼ckgefÃ¼hrt. </p> <p class="Urteilstext">Am 7. Mai 2015 heiratete A im Kosovo die in der Schweiz niedergelassene Landsfrau B, geboren 1988, und reiste am 7. MÃ¤rz 2017 erneut in die Schweiz ein. Am 10. MÃ¤rz 2017 erteilte ihm das Migrationsamt ZÃ¼rich eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau. Die Ehegemeinschaft wurde am 17. Oktober 2018 aufgegeben, am 22. Februar 2019 erfolgte die Scheidung. Am 17. Juni 2019 verweigerte ihm deshalb das Migrationsamt des Kantons Solothurn, wohin das Ehepaar im Herbst 2017 gezogen war, die VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung und wies ihn per 30. September 2019 aus der Schweiz weg. Diese VerfÃ¼gung erwuchs in Rechtskraft.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>A heiratete am 23. Juli 2019 in ZÃ¼rich die in der Schweiz niedergelassene Landsfrau C, geboren 1990, und ersuchte um eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton ZÃ¼rich. Das Migrationsamt ZÃ¼rich erteilte ihm am 29. Oktober 2019 eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau, welche es in der Folge letztmals bis am 22. Juli 2023 verlÃ¤ngerte. Seit dem 21. Januar 2022 leben die Ehegatten getrennt. Am 18. Januar 2024 verweigerte das Migrationsamt die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung und wies A aus der Schweiz weg. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 21. Februar 2024 erhob A hiergegen Rekurs bei der Sicherheitsdirektion und beantragte, die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 18. Januar 2024 sei aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Seine Ehefrau habe wieder bei ihm Wohnsitz genommen und sie wÃ¼rden einen gemeinsamen Haushalt fÃ¼hren. Eine WohnsitzbestÃ¤tigung werde nachgereicht. Nachdem AbklÃ¤rungen der Sicherheitsdirektion ergeben hatten, dass diese Behauptung nicht den Tatsachen entspreche, teilte A mit Schreiben vom 20. MÃ¤rz 2024 mit, dass seine Ehefrau den Wohnsitz doch nicht zu ihm verlegen werde. Er bitte deshalb um Erstreckung der Ausreisefrist, damit er seinen Mietvertrag ordentlich kÃ¼ndigen und den Arbeitsvertrag auflÃ¶sen kÃ¶nne. Daraufhin schrieb die Sicherheitsdirektion das Verfahren am 2. April 2024 als durch RÃ¼ckzug des Rekurses erledigt ab, erhob keine Kosten und verweigerte A eine ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext"><b>III.</b></p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 6. Mai 2024 beantragte A dem Verwaltungsgericht sinngemÃ¤ss, seine Aufenthaltsbewilligung sei zu verlÃ¤ngern.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 13. Mai 2024 auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. Mit Eingabe vom 7. Juni 2024 Ã¤usserte sich A erneut und reichte weitere Unterlagen ein. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts auf dem Gebiet des AuslÃ¤nderrechts zustÃ¤ndig (§§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Zieht die rekurrierende Partei einen Rekurs zurÃ¼ck, muss sie den RÃ¼ckzug ausdrÃ¼cklich, unmissverstÃ¤ndlich und vorbehaltlos erklÃ¤ren. Ausgeschlossen ist insbesondere ein stillschweigender RÃ¼ckzug (Alain Griffel, in: ders. [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [Kommentar VRG], 3. A., ZÃ¼rich 2014, § 28 N. 21).</p> <p class="Urteilstext">Vorliegend erblickte die Sicherheitsdirektion im Schreiben vom 20. MÃ¤rz 2024 einen "sinngemÃ¤ssen" RÃ¼ckzug des Rekurses. Bereits aus der Wortwahl der Sicherheitsdirektion ist ersichtlich, dass der RÃ¼ckzug nicht ausdrÃ¼cklich erfolgte. Dem genannten Schreiben ist nÃ¤mlich weder ein ausdrÃ¼cklicher noch ein unmissverstÃ¤ndlicher RÃ¼ckzug zu entnehmen. Es war damit â ohne RÃ¼ckfragen beim Rekurrenten â unzulÃ¤ssig, das Verfahren infolge RÃ¼ckzugs abzuschreiben. </p> <p class="Urteilstext"><b>2.2</b> An sich wÃ¤re deshalb eine RÃ¼ckweisung zur materiellen Entscheidung an die Sicherheitsdirektion angezeigt. Da sich die Sache jedoch als spruchreif und â wie sich im Folgenden zeigt â auch als eindeutig erweist, trifft das Verwaltungsgericht aus prozessÃ¶konomischen GrÃ¼nden einen reformatorischen Entscheid und verzichtet auf eine RÃ¼ckweisung (vgl. Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, § 63 N. 18). Der Verfahrensfehler ist jedoch bei den Nebenfolgen zu berÃ¼cksichtigen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Nach Art. 43 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) haben auslÃ¤ndische Ehegatten von niedergelassenen AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, soweit sie mit diesen zusammenwohnen und eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist, sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind, sich in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verstÃ¤ndigen kÃ¶nnen und die nachziehende Person keine ErgÃ¤nzungsleistungen bezieht oder wegen des Familiennachzugs beziehen kÃ¶nnte.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Nach AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft hat der auslÃ¤ndische Ehegatte gemÃ¤ss Art. 50 Abs. 1 AIG weiterhin Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 43 AIG, wenn die Ehegemeinschaft in der Schweiz mindestens drei Jahre gedauert hat und die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind (lit. a) oder wenn wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Eine relevante Ehegemeinschaft im Sinn dieser Bestimmungen ist nur gegeben, solange die eheliche Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewille besteht (BGE 137 II 345 E. 3.1.2; BGr, 7. Juli 2011, 2C_155/2011, E. 3). Dass die eheliche Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird, zeigt sich in erster Linie im Zusammenwohnen, wobei nur auf die Dauer der in der Schweiz gelebten Ehegemeinschaft abzustellen ist (BGE 140 II 345 E. 4.1 = Pra 104 [2015] Nr. 75; BGE 136 II 113 E. 3.2 f.; BGr, 23. Dezember 2010, 2C_544/2010, E. 2.2). Massgeblicher Zeitpunkt fÃ¼r die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist deshalb in der Regel die Aufgabe der Haushaltsgemeinschaft. Die auslÃ¤ndische Person kann sich ab diesem Moment grundsÃ¤tzlich nicht mehr auf ihre bisherigen AnsprÃ¼che gemÃ¤ss Art. 43 Abs. 1 AIG stÃ¼tzen. Nicht relevant ist demgegenÃ¼ber, bis zu welchem Zeitpunkt die Ehe nach Beendigung des ehelichen Zusammenlebens formell noch weiterbestanden hat (BGE 136 II 113 E. 3.2). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass mehrere aufeinanderfolgende Ehegemeinschaften von kÃ¼rzerer Dauer nicht zusammenzurechnen sind (BGE 140 II 289 E. 3.3).</p> <p class="Urteilstext">Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer seit Januar 2022 getrennt von seiner Ehefrau lebt und die noch im Rekursverfahren behauptete Wiederaufnahme der Wohngemeinschaft nicht stattgefunden hat, besteht unbestritten keine gelebte eheliche Gemeinschaft mehr. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat damit keinen Anspruch auf VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 43 AIG. Sodann kommt ihm mangels ErfÃ¼llens der Dreijahresfrist â die hier relevante eheliche Gemeinschaft hat nur rund zweieinhalb Jahre gedauert â auch gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG kein Aufenthaltsanspruch in der Schweiz zu. Ob er die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt, ist deshalb nicht zu prÃ¼fen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG kÃ¶nnen namentlich vor­liegen, wenn der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde, die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefÃ¤hrdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AIG). Als wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde fallen nur UmstÃ¤nde in Betracht, welche bei einem Wegfall der Anwesenheitsberechtigung fÃ¼r die auslÃ¤ndische Person Konsequenzen von erheblicher IntensitÃ¤t erwarten lassen (BGE 137 II 345 E. 3.2.3). Die RÃ¼ckkehr in LebensverhÃ¤ltnisse, welche im Herkunftsland allgemein Ã¼blich sind, stellt fÃ¼r sich allein noch keinen wichtigen Grund dar. Das gilt auch dann, wenn die auslÃ¤ndische Person in der Heimat auf eine im Vergleich zur Schweiz weniger vorteilhafte Lebenssituation trifft (BGr, 14. MÃ¤rz 2016, 2C_672/2015, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Weiter muss sich der HÃ¤rtefall nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG auf die Ehe und den damit verbundenen Aufenthalt beziehen. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht vor Verwaltungsgericht geltend, er habe sich in der Schweiz integriert und nie Sozialhilfe bezogen. Er sei inzwischen fremd geworden im Kosovo. Auch habe er die Steuerschulden seiner Frau bezahlt und diese finanziell unterstÃ¼tzt. Er habe keinen anderen Weg gesehen, als in die Schweiz einzureisen, weil er seine Eltern im Kosovo unterstÃ¼tzen mÃ¼sse. Diese Vorbringen vermÃ¶gen angesichts der oben dargelegten Voraussetzungen keinen nachehelichen HÃ¤rtefall zu begrÃ¼nden. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer kann folglich weder aus dem VÃ¶lkerrecht noch aus dem Landesrecht einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz ableiten. Vorliegend bestehen sodann keine Hinweise auf eine rechtsfehlerhafte ErmessensausÃ¼bung des Beschwerdegegners.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die Gerichtskosten sind aufgrund der unzulÃ¤ssigen Abschreibung des Rekursverfahrens zur HÃ¤lfte der Vorinstanz (vorne E. 2.2) und im Ãbrigen dem in der Sache unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung1">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird im Sinn der ErwÃ¤gungen abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer und der Sicherheitsdirektion je zur HÃ¤lfte auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde beim Bundesgericht erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das SEM.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>