<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 62 S.301</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Opferhilfe</span> <span class="page_no">301</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>VIII. Opferhilfe</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>62</b></span> <span class="ft3"><b>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts. Kostengutsprache (Art. 3 Abs. 2</b></span><br/> <span class="ft3"><b>OHG).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts bei Beschwerden betreffend</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Kostengutsprache (Erw. I/1).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Begriff des Opfers. Opferstellung ist auch bei Gefährdungsdelikten</b></span><br/> <span class="ft3"><b>möglich (Erw. II/2/a).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Gutsprache für Anwaltskosten. Anspruch im Ermittlungs- und Stra-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>funtersuchungsverfahren einerseits, im Strafverfahren andererseits</b></span><br/> <span class="ft3"><b>(Erw. 4).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 25. Januar 2005 in</span><br/> <span class="ft4">Sachen M.S. und P.O. gegen Regierungsrat.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">I/1. Nach § 16 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 der Verordnung zur Bun-</span><br/> <span class="ft6">desgesetzgebung über die Hilfe an Opfer von Straftaten (kantonale</span><br/> <span class="ft6">Opferhilfeverordnung, kantOHV; SAR 255.111) vom 13. Januar</span><br/> <span class="ft6">1993 ist gegen Entscheide des KSD, die weder Entschädigung noch</span><br/> <span class="ft6">Genugtuung betreffen und die auch nicht Soforthilfe nach Art. 3</span><br/> <span class="ft6">Abs. 3 OHG zum Gegenstand haben (bezüglich Soforthilfe entschei-</span><br/> <span class="ft6">det der KSD gemäss § 4 Abs. 3 kantOHV endgültig), lediglich die</span><br/> <span class="ft6">Verwaltungsbeschwerde an den Regierungsrat vorgesehen. Indessen</span><br/> <span class="ft6">kann gegen die Verweigerung von Leistungen nach Art. 3 OHG</span><br/> <span class="ft6">Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden</span><br/> <span class="ft6">(BGE 122 II 315 ff.). Als Folge davon ist kantonal die letztinstanzli-</span><br/> <span class="ft6">che Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts gegeben (§ 52 Ziff. 19</span><br/> <span class="ft6">VRPG). Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht können un-</span><br/> <span class="ft6">richtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts und</span><br/> <span class="ft6">Rechtsverletzung, einschliesslich Ermessensmissbrauch und -über-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">302</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">schreitung, geltend gemacht werden (§ 56 Abs. 1 VRPG); die Er-</span><br/> <span class="ft6">messensüberprüfung ist im Bundesrecht nicht vorgesehen und damit</span><br/> <span class="ft6">gemäss § 56 Abs. 2 lit. l VRPG auch im verwaltungsgerichtlichen</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeverfahren ausgeschlossen.</span><br/> <span class="ft6">II/2. a) Opfer im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG ist jede Person,</span><br/> <span class="ft6">die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychi-</span><br/> <span class="ft6">schen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist. ... Zur Aner-</span><br/> <span class="ft6">kennung der Opferqualität genügt nicht jeder Straftatbestand. Durch</span><br/> <span class="ft6">die vorausgesetzte unmittelbare Beeinträchtigung der körperlichen,</span><br/> <span class="ft6">sexuellen oder psychischen Integrität will das OHG Beeinträchtigun-</span><br/> <span class="ft6">gen ausschliessen, die lediglich mittelbare Folgen einer Straftat sind,</span><br/> <span class="ft6">indem sie beispielsweise auf Ehrverletzungs- oder Vermögensdelikte</span><br/> <span class="ft6">zurückgehen (BGE 122 I 76; Botschaft zu einem Bundesgesetz über</span><br/> <span class="ft6">die Hilfe an Opfer von Straftaten vom 25. April 1990 [Botschaft</span><br/> <span class="ft6">OHG], BBl 1990 II, S. 977). Ausschlaggebend ist aber nicht die</span><br/> <span class="ft6">strafrechtliche Qualifikation und die Schwere der Straftat, sondern</span><br/> <span class="ft6">der Grad der Betroffenheit der geschädigten Person. Die Beeinträch-</span><br/> <span class="ft6">tigung muss von ausreichendem Gewicht sein; Bagatelldelikte wie</span><br/> <span class="ft6">zum Beispiel Tätlichkeiten, die nur unerhebliche Beeinträchtigungen</span><br/> <span class="ft6">bewirken, sind vom Anwendungsbereich des OHG grundsätzlich</span><br/> <span class="ft6">ausgenommen (BGE 129 IV 98; 125 II 68 je mit Hinweisen). Ent-</span><br/> <span class="ft6">scheidend ist, ob die Beeinträchtigung des Geschädigten in seiner</span><br/> <span class="ft6">körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität das legitime Be-</span><br/> <span class="ft6">dürfnis begründet, die Hilfsangebote und die Schutzrechte des OHG</span><br/> <span class="ft6">- ganz oder teilweise - in Anspruch zu nehmen (BGE 128 I 219; 125</span><br/> <span class="ft6">II 268). In diesem Licht betrachtet, greift die Lehrmeinung, wonach</span><br/> <span class="ft6">Betroffene von Gefährdungsdelikten von vornherein nicht als Opfer</span><br/> <span class="ft6">zu qualifizieren sind (Gomm/Stein/Zehntner, Kommentar zum</span><br/> <span class="ft6">Opferhilfegesetz, Bern 1995, Art. 2 N 12; Dominik Zehntner, in AJP</span><br/> <span class="ft6">2000, S. 342), zu kurz. Vielmehr ist auch bei Gefährdungsdelikten,</span><br/> <span class="ft6">zu denen die hier zur Beurteilung stehenden Straftatbestände der</span><br/> <span class="ft6">Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB) und der Brandstiftung</span><br/> <span class="ft6">(Art. 221 Abs. 1 StGB) gehören (Jörg Rehberg/ Andreas Donatsch,</span><br/> <span class="ft6">Strafrecht I, 7. Auflage, Zürich 2001, S. 76 f.), darauf abzustellen, ob</span><br/> <span class="ft6">eine ausreichend schwere Beeinträchtigung vorliegt, die unmittelbare</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Opferhilfe</span> <span class="page_no">303</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Folge der tatbestandsmässigen Handlung ist (vgl. BGE 129 IV 98 f.</span><br/> <span class="ft6">mit Hinweisen; BJM 2003, S. 284 ff.).</span><br/> <span class="ft6">4. a) Gemäss Art. 3 Abs. 4 OHG übernimmt die Beratungsstelle</span><br/> <span class="ft6">neben der Soforthilfe weitere Kosten, wie Arzt-, Anwalts- und Ver-</span><br/> <span class="ft6">fahrenskosten, soweit dies aufgrund der persönlichen Verhältnisse</span><br/> <span class="ft6">des Opfers angezeigt ist (ebenso § 9 Abs. 2 kantOHV). Die weitere</span><br/> <span class="ft6">Hilfe zeichnet sich dadurch aus, dass sie zeitlich in aller Regel an die</span><br/> <span class="ft6">allenfalls notwendige Soforthilfe anschliesst. Sie umfasst u.a. die</span><br/> <span class="ft6">Begleitung im Strafverfahren und die Durchsetzung der Zivilansprü-</span><br/> <span class="ft6">che einschliesslich der Übernahme der dafür notwendigen Anwalts-</span><br/> <span class="ft6">kosten (AGVE 2001, S. 628 = ZBl 103/2002, S. 612 mit Hinweisen;</span><br/> <span class="ft6">LGVE 1999 II S. 267; Gomm/Stein/Zehntner, a.a.O., Art. 3 N 31;</span><br/> <span class="ft6">siehe dazu auch hinten Erw. d/bb,cc). Unter dem Aspekt der "per-</span><br/> <span class="ft6">sönlichen Verhältnisse" fällt die Bedürfnislage des Opfers als Ganze</span><br/> <span class="ft6">in Betracht. Neben der in erster Linie massgebenden finanziellen</span><br/> <span class="ft6">Situation des Opfers sind auch andere Faktoren, wie etwa die Kom-</span><br/> <span class="ft6">pliziertheit der tatsächlichen Verhältnisse und der sich stellenden</span><br/> <span class="ft6">Rechtsfragen, die Tragweite der geltend zu machenden Ansprüche,</span><br/> <span class="ft6">das Bildungsniveau des Opfers sowie das Verhalten des Täters mass-</span><br/> <span class="ft6">gebend (Gomm/Stein/Zehntner, a.a.O., Art. 3 N 59, 61). Die</span><br/> <span class="ft6">Hilfeleistung kann verweigert werden, wenn die zu unternehmenden</span><br/> <span class="ft6">rechtlichen Schritte zum vornherein zum Scheitern verurteilt und</span><br/> <span class="ft6">damit aussichtslos erscheinen (BGE 122 II 324; 121 II 209 = Pra</span><br/> <span class="ft6">85/1996, S. 348).</span><br/> <span class="ft6">d) aa) Zu prüfen ist die beantragte Kostengutsprache für das</span><br/> <span class="ft6">Ermittlungs- und Strafuntersuchungsverfahren - wo die unentgelt-</span><br/> <span class="ft6">liche Rechtspflege nur mit sehr grosser Zurückhaltung gewährt wird</span><br/> <span class="ft6">(vgl. AGVE 1996, S. 132) - einerseits (nachstehend Erw. bb) und das</span><br/> <span class="ft6">gerichtliche Verfahren erster Instanz andererseits (Erw. cc).</span><br/> <span class="ft6">bb) Nach Art. 8 Abs. 1 OHG kann sich das Opfer am Strafver-</span><br/> <span class="ft6">fahren beteiligen und insbesondere den Entscheid eines Gerichts</span><br/> <span class="ft6">verlangen, wenn das Verfahren nicht eingeleitet oder eingestellt wird.</span><br/> <span class="ft6">Dieser Anspruch soll die Position des Opfers im Strafverfahren stär-</span><br/> <span class="ft6">ken und letztlich auch der Verbesserung des materiellen Strafrechts</span><br/> <span class="ft6">in diesem Bereich dienen; er besteht voraussetzungslos und ist unab-</span><br/> <span class="ft6">hängig von der Geltendmachung von Zivilansprüchen. Dass dieser</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">304</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Anspruch regelmässig in Bezug zu Schadenersatz und Genugtuungs-</span><br/> <span class="ft6">forderungen gesetzt wird, liegt darin begründet, dass das Opfer vor</span><br/> <span class="ft6">der Einstellungsverfügung noch gar keine Gelegenheit hatte, eine</span><br/> <span class="ft6">Zivilforderung einzureichen und deshalb diese Verfügung gerade mit</span><br/> <span class="ft6">dem Ziel anfechten wird, eine Zivilforderung einzureichen (BGE 122</span><br/> <span class="ft6">IV 87 f.). Vor diesem Hintergrund kann es entgegen dem angefochte-</span><br/> <span class="ft6">nen Entscheid keine Rolle spielen, ob und wann die Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft6">rerin eine Zivilforderung ins Auge gefasst hat. Tatsache ist, dass die</span><br/> <span class="ft6">Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen F.W. mangels Nachweis</span><br/> <span class="ft6">seiner Täterschaft einstellte, wogegen sich die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft6">(erfolgreich) zur Wehr setzte. Auch wenn das Strafuntersuchungsver-</span><br/> <span class="ft6">fahren in der Regel bescheidene juristische Anforderungen an die</span><br/> <span class="ft6">Wahrung der Mitwirkungsrechte von Geschädigten stellt (BGE 123 I</span><br/> <span class="ft6">147) und auch die hier zu beurteilenden Tat- und Rechtsfragen nicht</span><br/> <span class="ft6">komplexer Natur waren, erscheint es glaubhaft, dass die Beschwer-</span><br/> <span class="ft6">deführerin als gelernte Büroangestellte angesichts ihres psychisch</span><br/> <span class="ft6">angeschlagenen Zustands damals nicht in der Lage gewesen wäre,</span><br/> <span class="ft6">eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Beschwerde zu</span><br/> <span class="ft6">verfassen. ... Dass es zurzeit noch ungewiss ist, ob überhaupt An-</span><br/> <span class="ft6">klage gegen den mutmasslichen Täter erhoben wird, kann klarer-</span><br/> <span class="ft6">weise kein Argument für eine Abweisung der Kostengutsprache bil-</span><br/> <span class="ft6">den, soll sich das Opfer doch gerade gegen zu Unrecht erfolgte Ein-</span><br/> <span class="ft6">stellungsverfügungen zur Wehr setzen können. Soweit es die finan-</span><br/> <span class="ft6">ziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin rechtfertigen, ist ihr</span><br/> <span class="ft6">demnach die Kostengutsprache für ihre Anwaltskosten im Ermitt-</span><br/> <span class="ft6">lungs- und Strafuntersuchungsverfahren zu erteilen.</span><br/> <span class="ft6">Für diese Beurteilung ist gemäss Rechtsprechung nach den</span><br/> <span class="ft6">gleichen Kriterien wie beim Entschädigungsanspruch nach Art. 12</span><br/> <span class="ft6">Abs. 1 OHG (in der Fassung vom 20. Juni 1997) zu verfahren</span><br/> <span class="ft6">(BGE</span> <span class="ft6">122 II 218 f.; AGVE 1996, S.</span> <span class="ft6">538; Alfred Bühler,</span><br/> <span class="ft6">in: Kommentar zur aargauischen Zivilprozessordnung, 2. Auflage,</span><br/> <span class="ft6">Aarau/Frankfurt a.M/Salzburg 1998, § 125 N 27, allerdings auf</span><br/> <span class="ft6">Art. 12 Abs. 1 OHG in der ursprünglich geltenden Fassung bezogen;</span><br/> <span class="ft6">vgl. auch die Übersicht bei Eva Weishaupt, Finanzielle Ansprüche</span><br/> <span class="ft6">nach Opferhilfegesetz, in SJZ 98/2002, S. 328) und zu prüfen, ob die</span><br/> <span class="ft6">anrechenbaren Einnahmen des Opfers nach Art. 3c ELG) das</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Opferhilfe</span> <span class="page_no">305</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Vierfache des massgebenden Höchstbetrages für den allgemeinen</span><br/> <span class="ft6">Lebensbedarf nach Art.</span> <span class="ft7">3b Abs. 1 lit. a ELG nicht übersteigen.</span><br/> <span class="ft6">Sofern diese Voraussetzung gegeben ist, ist die Bemessung der</span><br/> <span class="ft6">Entschädigung nach Art. 3 OHV vorzunehmen.</span><br/> <span class="ft6">cc) Anders als im Strafuntersuchungsverfahren bestehen die</span><br/> <span class="ft6">Beteiligungsrechte des Opfers im anschliessenden Gerichtsverfahren</span><br/> <span class="ft6">nur, soweit es adhäsionsweise Schadenersatz- oder Genugtuungs-</span><br/> <span class="ft6">forderungen geltend macht. Dem als Zivilkläger auftretenden Opfer</span><br/> <span class="ft6">kann der Gerichtspräsident im erstinstanzlichen Strafverfahren bei</span><br/> <span class="ft6">gegebenen Voraussetzungen (§ 125 und § 126 lit. b Ziff. 1 ZPO)</span><br/> <span class="ft6">einen unentgeltlichen Rechtsvertreter bestellen (§ 60 Abs. 2 StPO;</span><br/> <span class="ft6">AGVE 1996, S. 129 ff.). Der Anspruch auf Kostenhilfe nach Art. 3</span><br/> <span class="ft6">Abs. 4 OHG ist im Verhältnis zur unentgeltlichen Rechtspflege sub-</span><br/> <span class="ft6">sidiär; wenn und soweit diese dem Opfer gewährt wird, rechtfertigt</span><br/> <span class="ft6">sich eine Leistung gestützt auf das OHG nicht mehr. Das bedeutet</span><br/> <span class="ft6">aber auch, dass die Kostenhilfe nach Art. 3 Abs. 4 OHG gewährt</span><br/> <span class="ft6">werden kann, wenn die unentgeltliche Rechtspflege verweigert wor-</span><br/> <span class="ft6">den ist, diesfalls hat die Beratungsstelle zu prüfen, ob eine Erstattung</span><br/> <span class="ft6">der Anwaltskosten angezeigt ist (BGE in SJZ 101/2005, S. 115;</span><br/> <span class="ft6">BGE 123 II 551 = AJP 1998, S. 620; BGE 122 II 218, 324; 121 II</span><br/> <span class="ft6">212; AGVE 2000, S. 605 f.; Bühler, a.a.O., Vorbem. §§ 124-134</span><br/> <span class="ft6">N 6).</span><br/> <span class="ft6">Falls es zur Anklageerhebung kommen sollte, steht es der Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführerin zu, ihre "ins Auge gefasste" Zivilforderung adhäsi-</span><br/> <span class="ft6">onsweise geltend zu machen und gleichzeitig das Gesuch um unent-</span><br/> <span class="ft6">geltliche Rechtspflege zu stellen. Sollte das Gericht die wirtschaftli-</span><br/> <span class="ft6">chen Verhältnisse als glaubhaft und ihre Begehren als nicht aus-</span><br/> <span class="ft6">sichtslos erachten, besteht ein Anspruch auf unentgeltliche Rechts-</span><br/> <span class="ft6">pflege, der demjenigen auf Kostenhilfe nach Art. 3 Abs. 4 OHG vor-</span><br/> <span class="ft6">geht. Beim vorliegenden Sachverhalt, wo die Frage von Schadener-</span><br/> <span class="ft6">satz- und Genugtuungsforderungen bereits - mit anwaltlicher Unter-</span><br/> <span class="ft6">stützung - in den bisher durchgeführten Verfahren angesprochen</span><br/> <span class="ft6">wurde, besteht kein Anlass, prophylaktisch für den "Einstieg" ins</span><br/> <span class="ft6">Strafverfahren Kostengutsprache zu erteilen (vgl. dazu AGVE 1995,</span><br/> <span class="ft6">S. 595). Die Beschwerde ist deshalb in diesem Punkt abzuweisen.</span><br/></div> </div> </body> </html>