TPF 2004 23 23 TPF 200423 7.AuszugausdemEntscheiddesPr äsidentenderBeschwerdekammerin SachenBundesanwaltschaftgegenUnbekanntvom27.Juli2004 (TK 083/04) Telefonüberwachung; Mitteilungsverzicht. Art. 10 Abs. 3 lit. a BÜPF AufeineMitteilungder ÜberwachungandenBetroffenenkannausnahmsweise verzichtetwerden,wennein überwiegendes öffentliches Interesse,insbesondere die Bekämpfung des organisierten Verbrechens, dies erfordert. Surveillance téléphonique; renonciation à la communication. Art. 10 al. 3 let. a LSCPT Ilpeut être exceptionnellement renoncéà lacommunicationdelasurveillance à lapersonne concernée lorsquecelaestindispensablepourpro téger desint érêts publics prépondérants, notamment en matière de lutte contre le crime organisé. Sorveglianza telefonica; rinuncia alla comunicazione. Art. 10 cpv. 3 lett. a LSCPT Eccezionalmente è possibilerinunciareallacomunicazionedellasorveglianza all’interessato selorichiedeuninteressepubblicopreponderante,inparticolare la lotta contro la criminalità organ izzata. Zusammenfassung des Sachverhalts: DieBundesanwaltschaftstellteimRahmeneinesErmittlungsverfahrens,in welchemf ürbestimmte ÜberwachungsmassnahmenbereitseinMitteilungs- aufschubbewilligtwordenwar,einGesuchumMitteilungsverzichtmitder Begründung, einemehroderwenigerengeVerbindungdesVerfahrenszu terroristischenZelleninSyrienoderzuExponentenderAl-Quaidasei wahrscheinlich. DerPr äsidentderBeschwerdekammerhiessdasGesuchumMitteilungsver- zicht gut.TPF 2004 24 24 Aus den Erwägungen: (… ) AuchwennessichbeidiesenPersonenausdr ücklichumunver dächtige Drittpersonenhandelt,sobestehengleichwohlVerbindungenzuihnenaus demterroristischenUmfeldundVerbindungenvonihnenzuPersonenin Tunesien,derenRollenichtbeurteilbarist.DieseSituationf ührtvordem Hintergrundder – bekannten –län derübergreifendennetzwerkartigenStruk- turderAl-Quaidaundderfortlaufenden – offenenundverdeckten-Ermitt- lungengegenderenExponentenimIn-undAuslanddazu,dassdasBeste- hendieserkonkretenHinweise,derenQuellenunddiekonkretenErmitt- lungsansätzedesSchutzesderGeheimhaltung bedürfen.Die öffentlichen InteressenderSicherheitundderfortdauernden BekämpfungdesTerroris- musdr ängen deshalbvorliegendenfallsausnahmsweisedieprivatenInteres- senderbetroffenenGesellschaftenundPersonenindenHintergrund.Dies umsomehr,alssichdievorliegendeFormdesTerrorismusgeradedadurch konkretcharakterisiert,dassschwersteDeliktemiteinerVielzahlvon OpferninderFormeinesunkontrollierbarenAnschlagsver übtwordensind, dasssichdieWiederholungsgefahrseitdemAnschlaginZ.imApril2002 bekanntlichbereitsmehrfachverwirklichthatunddassimRahmendes vorliegendenVerfahrensklareHinweiseaufdie höchste Strukturebeneund ungeklärteKontakte zunoch nicht identifizierten Drittenbestehen.( … ) TPF 200424 8.AuszugausdemEntscheidderStrafkammerinSachenBundesanwalt- schaft gegen A. und B. vom 17. August 2004 (SK 001/04 und 002/04) Arglistige Täuschung bei Betrug; insbesondere Selbstverantwortung innerhalb der Bundesverwaltung. Art. 146 Abs. 1 StGB DieFragederArglististausSichtderjenigenMitarbeiterzubeurteilen,welche dieAuszahlungvornehmen. Bestätigt ein PrüfvermerkdieRichtigkeitder Rechnung,so entfällt Arglistnichtdeshalb,weilentgegeneinerDienstvor- schrift eineZweitunterschrift fehlte.