<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00725</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220940&amp;W10_KEY=13013478&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00725</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.01.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Erlöschen der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA wegen Landesabwesenheit [Die Beschwerdeführerin ist Doppelbürgerin von Trinidad und Tobago sowie Belgien und lebt seit 2004 in der Schweiz. Zu Beginn hatte sie eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Aus- und Weiterbildung, nach der Heirat mit einem Belgier eine solche zum Verbleib bei ihrem Ehemann. Die Beschwerdeführerin und ihre vier minderjährigen Töchter befanden sich zwischen August 2017 und Frühling 2018 mehrheitlich in Trinidad und Tobago, da die Beschwerdeführerin dort ihren kranken Vater pflegte.] Gemäss Art. 61 Abs. 2 AIG erlischt die Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung unter anderem dann, wenn sich der Ausländer, ohne sich abzumelden, während sechs Monaten tatsächlich im Ausland aufhält (E. 2.2.3). In Verwaltungsverfahren findet regelmässig der Untersuchungsgrundsatz Anwendung. Gemäss diesem ist es in erster Linie Sache der Behörde und nicht der Parteien, den Sachverhalt festzustellen und dazu soweit nötig Beweis zu erheben. Entsprechend wird auch das erstinstanzliche ausländerrechtliche Bewilligungsverfahren durch den Untersuchungsgrundsatz beherrscht (E. 2.2.5). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit der Weiterführung ihrer Dozententätigkeit, der regelmässigen Aufenthalte in der Schweiz sowie des bloss vorübergehenden Aufenthaltszwecks in Trinidad und Tobago verschiedene Anhaltspunkte bestehen, die dagegen sprechen, dass die Beschwerdeführerin ihren Lebensmittelpunkt zwischen Herbst 2017 und Frühling 2018 in ihr Heimatland verlegt hat. Damit hat das Migrationsamt den ihm obliegenden Beweis nicht rechtsgenügend erbracht (E. 2.4.4). Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLAST">BEWEISLAST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERLÃSCHEN DER AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">ERLÃSCHEN DER AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LANDESABWESENHEIT">LANDESABWESENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSPFLICHT">MITWIRKUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSUCHUNGSGRUNDSATZ">UNTERSUCHUNGSGRUNDSATZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNSITZ">WOHNSITZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 2 Abs. II AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 61 Abs. II AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 90 lit. b AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 79 Abs. I VZAE</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=50212" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00725</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">13. Januar 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Corinna Bigler. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A<b>, </b>vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, eine 1973 geborene StaatsangehÃ¶rige aus Trinidad und Tobago, reiste am 5. Januar 2004 in die Schweiz ein und erhielt in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung als Doktorandin. Die Aufenthaltsbewilligung zwecks Aus- und Weiterbildung wurde jÃ¤hrlich bis am 5. April 2009 verlÃ¤ngert. Am 25. September 2009 heiratete sie den 1956 geborenen belgischen StaatsangehÃ¶rigen C, der zu diesem Zeitpunkt Ã¼ber eine Niederlassungsbewilligung verfÃ¼gte. In der Folge wurde ihr gestÃ¼tzt auf die Familiennachzugsbestimmungen eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zum Verbleib bei ihrem Ehemann erteilt. Ihre Aufenthaltsbewilligung wurde zuletzt bis am 25. Oktober 2021 verlÃ¤ngert. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>2010 kam die Tochter D und 2012 die Tochter E zur Welt. Am 9. April 2013 wurde A gestÃ¼tzt auf ihre Ehe mit C die belgische StaatsangehÃ¶rigkeit verliehen. Mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 17. Mai 2013 wurde festgestellt, dass der Ehemann C nicht der leibliche Vater der beiden MÃ¤dchen ist. Beim leiblichen Vater der beiden MÃ¤dchen handelt es sich um einen Schweizer, mit dem A wÃ¤hrend mehreren Jahren eine AffÃ¤re hatte. Aufgrund der schweizerischen StaatsangehÃ¶rigkeit des Vaters verfÃ¼gen beide MÃ¤dchen Ã¼ber den Schweizer Pass. Nachdem A die Ehefrau des leiblichen Vaters der MÃ¤dchen Ã¼ber die AffÃ¤re und die beiden Kinder informierte, reichte der leibliche Vater mehrere Strafanzeigen gegen A ein. Verfahren wegen versuchter Anstiftung zu falschem Zeugnis sowie falscher Anschuldigung wurde nicht anhandgenommen. Ein Strafverfahren wegen Erpressung wurde eingestellt. Mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 18. Mai 2017 wurde A sodann vom Vorwurf der mehrfachen NÃ¶tigung freigesprochen. Das Obergericht bestÃ¤tigte den Freispruch mit Urteil vom 27. MÃ¤rz 2019. Da eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde vom Bundesgericht gutgeheissen und zur BeweisergÃ¤nzung an das Obergericht zurÃ¼ckgewiesen wurde, ist das Strafverfahren wegen mehrfacher NÃ¶tigung derzeit noch pendent. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>2016 gebar A die ZwillingsmÃ¤dchen F und G, deren leiblicher Vater C ist. Da C zwischenzeitlich eingebÃ¼rgert wurde, verfÃ¼gen auch die beiden ZwillingsmÃ¤dchen Ã¼ber die Schweizer StaatsangehÃ¶rigkeit. A und C leben seit dem 21. September 2016 getrennt, wobei die ZwillingsmÃ¤dchen unter die Obhut der Mutter gestellt wurden. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Als A im Januar 2018 ihre Meldeadresse innerhalb von H Ã¤ndern wollte, stellte sich heraus, dass sich die Ã¤lteren beiden Kinder seit August 2017 in Trinidad und Tobago aufhalten. Daraufhin wurden die beiden Kinder rÃ¼ckwirkend per 31. August 2017 vom Register genommen. Im Auftrag des Personenmeldeamts der Stadt H fÃ¼hrte die Stadtpolizei H am 6. April 2018 eine Wohnungskontrolle an der Wohnadresse von A am I-Weg 03 in H durch, wo sie nicht angetroffen werden konnte. Mit VerfÃ¼gung vom 4. Juni 2018 widerrief das Migrationsamt ihre Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit der BegrÃ¼ndung, es mÃ¼sse aufgrund der Abmeldung der beiden TÃ¶chter und der Wohnungskontrolle davon ausgegangen werden, dass sich A seit dem 31. August 2017 vorwiegend im Ausland aufgehalten habe, weshalb ihre Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA spÃ¤testens am 28. Februar 2018 erloschen sei. Das am 2. Juli 2018 gestellte WiedererwÃ¤gungsgesuch wies das Migrationsamt ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Den gegen die VerfÃ¼gung vom 4. Juni 2018 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 9. September 2020 ab und setzte A zum Verlassen der Schweiz eine neue Ausreisefrist bis am 9. Dezember 2020.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Am 15. Oktober 2020 erhob A (nachfolgend: die BeschwerdefÃ¼hrerin) beim Verwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, es seien die Dispositiv-Ziffern I, II, III und IV des angefochtenen Entscheids aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Eventualiter seien die Dispositiv-Ziffern I und II des angefochtenen Entscheids aufzuheben und festzustellen, dass die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht erloschen sei. Zudem seien die Dispositiv-Ziffern III und IV aufzuheben und der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten des Staats. </p> <p class="Sachverhalt2">Die ihr mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. Oktober 2020 auferlegte Kaution leistete die BeschwerdefÃ¼hrerin fristgerecht. </p> <p class="Sachverhalt2">Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber- und -unterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Am 1. Januar 2019 sind zahlreiche Ãnderungen des AuslÃ¤ndergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG), das nunmehr AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz (AIG) heisst, in Kraft getreten. In Anwendung von Art. 126 Abs. 1 AIG bleibt auf Verfahren, die â wie das vorliegende â vor Inkrafttreten der GesetzesÃ¤nderung eingeleitet wurden, grundsÃ¤tzlich das bisherige Recht anwendbar. Die hier anwendbaren Bestimmungen haben jedoch keine massgeblichen materiellen Ãnderungen erfahren, sodass auf das neue Recht Bezug genommen wird.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b><span>Streitig ist vorliegend, ob die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund Landesabwesenheit gestÃ¼tzt auf Art. 61 Abs. 2 AIG erloschen ist. Eine allfÃ¤llige Wiedererteilung der Aufenthaltsbewilligung ist mangels Antrag nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.1 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 AIG gilt dieses Gesetz fÃ¼r FamilienangehÃ¶rige StaatsangehÃ¶riger der Mitgliedstaaten der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (heute EuropÃ¤ischen Union [EU]) nur so weit, als das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FreizÃ¼gigkeitsabkommen [FZA]) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.2 </span></b><span>Der Widerruf bzw. das ErlÃ¶schen einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA ist im FZA nicht geregelt; die landesrechtlichen Voraussetzungen zum ErlÃ¶schen der Aufenthaltsbewilligung dÃ¼rfen jedoch nicht so ausgestaltet sein, dass sie einen staatsvertraglich gewÃ¤hrleisteten Anspruch auf Aufenthalt vereiteln (BGr, 14. Mai 2020, 2C_756/2019, E. 4.3; BGr, 23. Oktober 2014, 2C_52/2014, E. 3.2).</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.3 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 61 Abs. 2 AIG erlischt die Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung unter anderem dann, wenn sich der AuslÃ¤nder, ohne sich abzumelden, wÃ¤hrend sechs Monaten tatsÃ¤chlich im Ausland aufhÃ¤lt. Diese Regelung steht im Einklang mit Art. 6 Abs. 5 Anhang 1 FZA (</span><span>BGr, 14. Mai 2020, 2C_756/2019, E. 4.4; </span><span>BGr, 29. November 2018, 2C_381/2018, E. 5.2.2). </span>FÃ¼r ein ErlÃ¶schen infolge eines sechsmonatigen Auslandaufenthalts genÃ¼gt das formale Kriterium eines solchen Aufenthalts (BGE 120 Ib 369 E. 2c und d; BGE 112 Ib 1 E. 2a). Es kommt dabei weder auf die Motive der Landesabwesenheit noch auf die Absichten der Betroffenen an (BGr, 21. Juni 2011, 2C_980/2010, E. 2.1; BGr, 4. Februar 2011, 2C_43/2011, E. 2).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.4 </b><span>Nach der Rechtsprechung zu Art. 79 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE) ist der Tatbestand von Art. 61 Abs. 2 AIG auch erfÃ¼llt, wenn der AuslÃ¤nder wÃ¤hrend eines grÃ¶sseren Zeitraums landesabwesend ist, jeweils vor Ablauf von sechs Monaten fÃ¼r beschrÃ¤nkte Zeit in die Schweiz zurÃ¼ckkehrt, dies aber bloss zu GeschÃ¤fts- oder Besuchszwecken tut. Dies gilt selbst dann, wenn der AuslÃ¤nder in der Schweiz noch eine Wohnung zur VerfÃ¼gung hat. Bei solchen VerhÃ¤ltnissen (wiederholte lÃ¤ngere Aufenthalte im Heimatland Ã¼ber mehrere Jahre hinweg, unterbrochen durch mehr oder weniger lange Anwesenheiten in der Schweiz) wird â anders als Ã¼blicherweise â die Frage nach dem Lebensmittelpunkt zum ausschlaggebenden Kriterium (BGE 120 Ib 369 E. 2c und d; BGr, 29. September 2018, 2C_318/2018, E. 5.2.2; BGr, 31. Mai 2016, 2C_400/2015, E. 2.3). </span> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.5 </b><span>In Verwaltungsverfahren findet regelmÃ¤ssig der Untersuchungsgrundsatz Anwendung. GemÃ¤ss diesem ist es in erster Linie Sache der BehÃ¶rde und nicht der Parteien, den Sachverhalt festzustellen und dazu soweit nÃ¶tig Beweis zu erheben. Entsprechend wird auch das erstinstanzliche auslÃ¤nderrechtliche Bewilligungsverfahren durch den Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Zur Pflicht, den Sachverhalt zu ermitteln, gehÃ¶rt die ("subjektive") BeweisfÃ¼hrungslast, d.</span><span> </span><span>h. die Obliegenheit, den erforderlichen Beweis zu fÃ¼hren; diese Last fÃ¤llt grundsÃ¤tzlich der BehÃ¶rde zu. Die Parteien unterliegen allerdings in auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligungsverfahren bei der Sachverhaltsermittlung einer Mitwirkungspflicht gemÃ¤ss Art. 90 lit. a AIG und einer eigentlichen Beweisbeschaffungspflicht (Art. 90 lit. b AIG). Diese Pflichten gelten grundsÃ¤tzlich fÃ¼r alle Arten von Tatsachen, kommen aber vorab fÃ¼r jene UmstÃ¤nde infrage, die eine Partei besser kennt als die BehÃ¶rden und welche diese ohne die Mitwirkung der Partei gar nicht oder nicht mit vernÃ¼nftigem Aufwand erheben kÃ¶nnten. Dabei trifft die BehÃ¶rde aber eine AufklÃ¤rungspflicht, d.</span><span> </span><span>h. sie muss die Verfahrensbeteiligten geeignet auf die zu beweisenden Tatsachen hinweisen, und, als Korrelat zur Mitwirkungspflicht der Parteien, sind die BehÃ¶rden gehalten, rechtzeitig und formrichtig angebotene Beweismittel zu rechtserheblichen Tatsachen abzunehmen (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV]). Der Beweis ist geleistet, wenn sich das Gericht in Anwendung des zutreffenden Beweismasses von deren Vorhandensein Ã¼berzeugt hat; bei Anwendbarkeit des Beweismasses der Glaubhaftmachung ist ausreichend, dass die MÃ¶glichkeit eines Zutreffens der behaupteten Tatsachen hÃ¶her eingeschÃ¤tzt wird als deren Gegenteil.</span> <span>Untersuchungsgrundsatz und Mitwirkungspflicht Ã¤ndern an der objektiven Beweislast nichts, wonach grundsÃ¤tzlich diejenige Partei die Folgen der Beweislosigkeit eines Sachumstands zu tragen hat, die daraus Vorteile ableitet (vgl. zum Ganzen: BGr, 19. September 2018, 2C_165/2018, E. 2.2.1 f., mit zahlreichen Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Bei der vorliegend strittigen Tatsache â ob die BeschwerdefÃ¼hrerin zwischen Herbst 2017 und FrÃ¼hling 2018 ihren Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegt hat â, handelt es sich um eine anspruchsausschliessende Tatsache, wofÃ¼r die BehÃ¶rde die Beweislast trÃ¤gt. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.1 </b>Dem angefochtenen Entscheid ist zu entnehmen, dass die zwei Ã¤lteren, schulpflichtigen Kinder der BeschwerdefÃ¼hrerin ab 31. August 2017 nicht mehr in der Schweiz gelebt hÃ¤tten. Im Rahmen der im Januar 2018 erfolgten Ummeldung habe sich herausgestellt, dass sich die TÃ¶chter D und E seit August 2017 in Trinidad und Tobago aufhalten wÃ¼rden, woraufhin man sie per 31. August 2017 abgemeldet habe. Weitere AbklÃ¤rungen hÃ¤tten ergeben, dass sie seit Sommer 2017 nicht mehr in H die Schulen besuchten. Am 28. Februar 2018 hÃ¤tte die BeschwerdefÃ¼hrerin mit den zwei Ã¤lteren MÃ¤dchen am Schalter vorgesprochen, worauf man die Kinder per 27. Februar 2018 wieder am Register aufgenommen habe. Man gehe aber davon aus, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin die Wiederanmeldung der zwei Ã¤lteren MÃ¤dchen durch Einfliegen der Kinder erschlichen habe. Diese Angaben seien auch von der BeistÃ¤ndin der Kinder bestÃ¤tigt worden, gemÃ¤ss welcher die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrer Tochter E am 14. MÃ¤rz 2018 bei ihr gewesen sei und ausgesagt habe, dass die Kinder zurzeit in Trinidad und Tobago lebten und sie mit ihnen heute Abend wieder dorthin fliegen werde. Sie wolle mit ihren Kindern am I-Weg 03 in H leben. Im Moment habe sie aber noch familiÃ¤re Verpflichtungen, welche ihren Aufenthalt in Trinidad und Tobago unabdingbar machten. Wann sie mit ihren Kindern definitiv in die Schweiz zurÃ¼ckkommen werde, sei noch nicht bestimmt. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.2 </b>GestÃ¼tzt auf die obigen AusfÃ¼hrungen erwog die Vorinstanz, es mÃ¼sse davon ausgegangen werden, dass sowohl die BeschwerdefÃ¼hrerin als auch deren Kinder vom 31. August 2017 bis mindestens am 14. MÃ¤rz 2018 in Trinidad und Tobago lebten. Zudem habe die BeschwerdefÃ¼hrerin gegenÃ¼ber der BeistÃ¤ndin der Kinder selbst erklÃ¤rt, noch nicht zu wissen, wann sie mit ihren Kindern definitiv in die Schweiz zurÃ¼ckkehre, was ebenfalls gegen einen hiesigen Lebensmittelpunkt spreche. Mit dem Rekurs habe die BeschwerdefÃ¼hrerin eine Aufstellung verschiedener in der Schweiz wahrgenommener Termine eingereicht, um zu belegen, dass sie ihren Lebensmittelpunkt nicht verlegt habe. Dabei handle es sich um eine ArbeitsbestÃ¤tigung der Hochschule J, aus welcher hervorgehe, dass sie am 25. September 2017, 9. und 23. Oktober 2017, 20. November 2017 sowie 4. und 18. Dezember 2017 als Lehrbeauftragte tÃ¤tig gewesen sei. Des Weiteren gehe aus der BestÃ¤tigung des Zahnarztes Dr. med. dent. K (aus H) hervor, dass sie am 18. Januar 2018 einen Zahnarzttermin wahrgenommen habe. Zudem habe sie gemÃ¤ss BestÃ¤tigung des BevÃ¶lkerungsamts der Stadt H am 24. Januar 2018 sowie am 20. und 28. Februar 2018 persÃ¶nlich beim KreisbÃ¼ro â¦ und â¦ vorgesprochen und gemÃ¤ss Betreibungsamt â¦ am 19. Februar 2018 dort einen Kostenvorschuss geleistet. Die Ã¼brigen fÃ¼r den Zeitraum von September 2017 bis Ende Februar 2018 aufgelisteten Termine (Termine beim Anwalt, persÃ¶nliche Treffen bei der Bank, Gerichtsverhandlung in L etc.), seien unbelegt geblieben. Ohnehin vermÃ¶chten auch diese einen Lebensmittelpunkt in der Schweiz nicht zu belegen. Es sei zwar unbestritten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin mehrfach in die Schweiz reiste, um hier ihre Lektionen zu halten, ihre Tochter E medizinisch behandeln zu lassen und bei verschiedenen Ãmtern vorzusprechen. Diese vorÃ¼bergehenden Aufenthalte wÃ¼rden jedoch die Fristen nach Art. 61 Abs. 2 AIG nicht unterbrechen. Insgesamt vermÃ¶ge die BeschwerdefÃ¼hrerin trotz Vorhandensein einer Wohnung und verschiedenen Aufenthalten wÃ¤hrend der fraglichen Zeit nicht nachzuweisen, dass ihr Lebensmittelpunkt weiterhin hier gewesen sei, weshalb ihre Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA spÃ¤testens am 28. Februar 2018 erloschen sei. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.1 </b>Der Schluss der Vorinstanz, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe ihren Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegt, greift zu kurz. Dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihren Kindern zwischen Herbst 2017 und FrÃ¼hling 2018 mehrheitlich in Trinidad und Tobago aufhielt, um ihren dort lebenden kranken Vater zu pflegen, ist zwischen den Parteien nicht strittig. Ferner ist unbestritten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin und die beiden jÃ¼ngeren ZwillingsmÃ¤dchen in der Schweiz nie abgemeldet waren. Den Akten kann sodann entnommen werden, dass die Tochter E seit dem 25. Juni 2018 die Schule fÃ¼r Kinder und Jugendliche mit KÃ¶rper- und Mehrfachbehinderungen in H besucht. Sodann wurde die BeschwerdefÃ¼hrerin im Rahmen eines gegen sie laufenden Strafverfahrens am 26. Juni 2018 von der Polizei einvernommen. Bei der im Anschluss durchgefÃ¼hrten Wohnungskontrolle kam der zustÃ¤ndige Polizist zum Schluss, die Wohnung habe bewohnt ausgesehen und es sei gut mÃ¶glich, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin zusammen mit einem oder mehreren Kindern dort wohnen wÃ¼rde. Damit darf angenommen werden, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin spÃ¤testens seit Ende Juni 2018 wieder in der Schweiz lebt. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.2 </b>FÃ¼r die Zeit zwischen Herbst 2017 und FrÃ¼hling 2018 kann die BeschwerdefÃ¼hrerin verschiedene Aufenthalte in der Schweiz belegen. Wie aus BestÃ¤tigungen von Ãrzten und Ãmtern hervorgeht, war sie vom 17. bis 24. Januar 2018 und vom 19. Februar bis am 14. MÃ¤rz 2018 in der Schweiz. Zudem bestÃ¤tigte die Hochschule J, dass sie im Herbstsemester 2017 den Kurs "..." geleitet hat. Die vierstÃ¼ndigen Blockveranstaltungen fanden am 25. September 2017, 9. und 23. Oktober 2017, 20. November 2017 sowie 4. und 18. Dezember 2017 statt. Aus der LektionenÃ¼bersicht geht hervor, dass sie den Kurs nicht alleine, sondern mit einem anderen Dozenten zusammen unterrichtete. Es wÃ¤re somit grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin am einen oder anderen Datum durch ihrem Mitdozenten vertreten liess. Dass sie sich an allen Daten vertreten liess, ist jedoch nicht anzunehmen, zumal die Hochschule J bestÃ¤tigte, dass sie den Kurs geleitet hatte. Es muss somit davon ausgegangen werden, dass sie auch zwischen September und Dezember 2017 mindestens einmal im Monat fÃ¼r ihre UnterrichtstÃ¤tigkeit in der Schweiz anwesend war. Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, vermÃ¶gen diese vorÃ¼bergehenden Aufenthalte die Frist gemÃ¤ss Art. 61 Abs. 2 AIG jedoch nicht zu unterbrechen.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.3 </b> Gleichzeitig sprechen unter anderem gewisse dieser Aufenthalte aber gegen den Schluss der Vorinstanz, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe ihren Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegt. So zeigt die BestÃ¤tigung der Hochschule J, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin in der strittigen Periode in der Schweiz einer â wenn auch geringen â TeilzeiterwerbstÃ¤tigkeit nachging. HÃ¤tte die BeschwerdefÃ¼hrerin ihren Lebensmittelpunkt im Herbst 2017 in ihr Heimatland verlegt und die Absicht gehabt, dort auch lÃ¤nger zu verbleiben, wÃ¤re zu erwarten gewesen, dass sie ihre DozententÃ¤tigkeit abgegeben hÃ¤tte. Auch dass sie im Januar 2018 in H einen Zahnarzttermin wahrnahm und zum Kontrolluntersuch beim Frauenarzt war, zeigt, dass sie ihre Beziehungen und Termine in der Schweiz aufrechterhielt, was ebenfalls darauf hindeutet, dass ihr Aufenthalt in Trinidad und Tobago von vornherein nur als vorÃ¼bergehend geplant gewesen war. Dies wird auch durch den Zweck des Aufenthalts â die Pflege des kranken Vaters â bekrÃ¤ftigt. Des Weiteren ist sie seit mindestens Februar 2017 EigentÃ¼merin einer 1,5-Zimmerwohnung am I-Weg 03 in H. Die AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz, wonach diese Wohnung aufgrund ihrer GrÃ¶sse als dauerhafter Wohnsitz fÃ¼r eine Familie bestehend aus einer erwachsenen Person und vier Kindern nicht geeignet sei, treffen zu. Gleichzeitig spricht jedoch die am 26. Juni 2018 erfolgte Wohnungskontrolle eher dafÃ¼r, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin trotz des geringen Platzes nach der RÃ¼ckkehr aus dem Ausland zumindest vorÃ¼bergehend mit ihren Kindern in dieser Wohnung lebte. Zum Ergebnis, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe ihren Lebensmittelpunkt nach Trinidad und Tobago verlegt, kommen das Migrationsamt sowie die Vorinstanz, weil ihre Kinder sie begleiteten und zumindest eine Tochter dort auch die Schule besuchte. Abgesehen davon, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin zusammen mit ihren Kindern zwischen Herbst 2017 und FrÃ¼hling 2018 mehrheitlich in Trinidad und Tobago aufhielt, weist das Migrationsamt jedoch auf keine weiteren Indizien hin, welche fÃ¼r eine Verlegung des Lebensmittelpunktes sprechen wÃ¼rden. Solche ergeben sich auch nicht aus den Akten. Insbesondere finden sich in den Akten keine Hinweise dafÃ¼r, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrem Heimatland einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachgegangen wÃ¤re, abgesehen von der Pflege ihres kranken Vaters weitere Aufgaben wahrgenommen hÃ¤tte oder aufgrund einer neuen Partnerschaft oder anderweitigen sozialen Beziehungen in ihr Heimatland zurÃ¼ckgekehrt wÃ¤re. Die BeschwerdefÃ¼hrerin lebt seit 2004 ununterbrochen in der Schweiz. Abgesehen von der Pflege ihres Vaters sind keine GrÃ¼nde ersichtlich, die sie zum Auslandaufenthalt bewogen hÃ¤tten und eine Verlegung ihres Lebensmittelpunktes begrÃ¼nden kÃ¶nnten. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.4.4 </b>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit der WeiterfÃ¼hrung ihrer DozententÃ¤tigkeit, der regelmÃ¤ssigen Aufenthalte in der Schweiz sowie des bloss vorÃ¼bergehenden Aufenthaltszwecks in Trinidad und Tobago verschiedene Anhaltspunkte bestehen, die dagegensprechen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihren Lebensmittelpunkt zwischen Herbst 2017 und FrÃ¼hling 2018 in ihr Heimatland verlegt hat. Damit hat das Migrationsamt den ihm obliegenden Beweis (vgl. E. 2.2.4) nicht rechtsgenÃ¼gend erbracht. Folglich ist die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA der BeschwerdefÃ¼hrerin mit GÃ¼ltigkeit bis am 25. Oktober 2021 nicht erloschen. </p> <p class="Erwgung3">Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde. Bei diesem Verfahrensausgang erÃ¼brigt es sich, auf die RÃ¼gen der BeschwerdefÃ¼hrerin in Bezug auf eine allfÃ¤llige Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r einzugehen. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung1">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) und ist dieser fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren zur Bezahlung einer angemessenen ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'500.- (inkl. MWST) zu verpflichten (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG sowie § 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das vorliegende Urteil kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Andernfalls kann lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen der Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte ergriffen werden. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird gutgeheissen und die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 4. Juni 2018 und der Rekursentscheid der Sicherheitsdirektion vom 9. September 2020 aufgehoben. Es wird festgestellt, dass die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA der BeschwerdefÃ¼hrerin mit GÃ¼ltigkeit bis am 25. Oktober 2021 nicht erloschen ist.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. </span><span>Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'500.- (inkl. MWST), insgesamt Fr. 3'000.-, zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>