<h2>SubmittedText<h2><p>In verschiedenen Berufen und Branchen fehlen die Fachkräfte, insbesondere in der Medizin und technischen Berufen. Wäre es deshalb nicht sinnvoll, den Numerus clausus zu überdenken und diesen eher bei den Geistes- und Sozialwissenschaften einzuführen, die vor allem im staatlichen Sektor beschäftigt werden?</p><p>Und welche weiteren Möglichkeiten zur Schaffung von Anreizen sieht der Bundesrat, damit eher Studiengänge gewählt werden, welche im privaten Arbeitsmarkt und in produktiven Sektoren gesucht sind?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist ebenfalls der Ansicht, dass die Ausbildung von Fachkräften in Bereichen mit Fachkräftemangel, wie Medizin und Technik, von grosser Wichtigkeit ist. Grundsätzlich ermöglicht eine gymnasiale Matura in unserem Land den direkten Zugang zum Bachelorstudium aller Fachrichtungen der universitären Hochschulen (Art. 23 Abs. 1 HFKG). Diesen Grundsatz haben Bund und Kantone in der Erklärung 2019 zu den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen für den Bildungsraum Schweiz bestätigt. Eine Ausnahme vom direkten Zugang besteht einzig in der Medizin, weil die Nachfrage nach diesem sehr kostenintensiven Studium das Angebot deutlich übersteigt: 2022 meldeten sich 6'147 Studierende für 2'172 Studienplätze an. Die Universitäten Basel, Bern, Zürich, Freiburg, Tessin sowie die ETH Zürich wählen aus diesem Grund ihre Studierenden jährlich mit Hilfe eines schriftlichen Eignungstests (EMS) aus. Die Universitäten Genf, Lausanne und Neuenburg selektieren die Studierenden nach dem ersten Studienjahr. Die Einführung von Numerus Clausus bzw. Zulassungsbeschränkungen liegt in der Kompetenz der Trägerkantone und ihrer Hochschulen bzw. des ETH-Rates. Ein Numerus Clausus ohne eine klare Abstützung auf beschränkte Studienplatzkapazitäten stünde sowohl mit dem Grundsatz des direkten Zugangs als auch mit der Berufswahlfreiheit im Widerspruch.</p><p>Die Studienwahl hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie persönliche Interessen, Berufs- und Erwerbsaussichten, Weiterbildungsperspektiven, etc. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die Förderung der Studienwahl in Fachbereichen mit Fachkräftemangel direkt die gewünschte Wirkung erzielt, was bei einem Numerus Clausus in anderen Fächern nicht der Fall wäre. So haben Kantone und Hochschulen mit Unterstützung des Bundes mit dem Sonderprogramm "Erhöhung der Anzahl Abschlüsse in Humanmedizin" während der BFI-Periode 2017-2020 die Studienplatzkapazitäten und damit den Zugang zum Studium ausgebaut. Die Abschlüsse sollen damit von 900 im Jahr 2016 auf über 1300 im Jahr 2025 ansteigen.</p><p>Im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) hat der Bund die Akademien damit beauftragt, zur Motivation Jugendlicher und besonders auch junger Frauen beizutragen (Motivierungs- und Sensibilisierungsaktivitäten für Kinder und Jugendliche, etc.). Die Anstrengungen zeigen Wirkung: Gemäss Bundesamt für Statistik verzeichneten die MINT-Fächer zwischen 2010/2011 und 2018/2019 bei den Studieneintritten einen überdurchschnittlichen Zuwachs von 25 Prozent im Vergleich zu den Nicht-MINT-Fächern (8 %). Zwischen 2010 und 2017 stieg an den universitären Hochschulen die Anzahl der in MINT-Fächern verliehenen Bachelor- bzw. Masterabschlüsse um 35 bzw. 51 Prozent.</p>  Antwort des Bundesrates.