<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">396</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">[...]</span><br/> <span class="ft3"><b>84</b></span> <span class="ft3"><b>Zulässigkeit von Nebenbestimmungen</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Heilung von geringfügigen Mängeln eines Baugesuches durch Statuie-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>rung von Nebenbestimmungen und Nachreichung korrigierter Pläne</b></span><br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Regierungsrats i.S. H.M. und Z. AG gegen den Ent-</span><br/> <span class="ft4">scheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (Abteilung für Baube-</span><br/> <span class="ft4">willigungen)/Stadtrats B. vom 4. April 2017 (RRB-Nr. 2017-000304).</span><br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">7.2</span><br/> <span class="ft1">Geringfügige Mängel eines Baugesuchs können grundsätzlich</span><br/> <span class="ft1">mit der Statuierung von Nebenbestimmungen und - soweit erforder-</span><br/> <span class="ft1">lich - der Nachreichung korrigierter Pläne geheilt werden. Der</span><br/> <span class="ft1">Baubewilligungsbehörde kommt bei der Frage Ermessen zu, ob ein</span><br/> <span class="ft1">Baugesuch abgewiesen werden muss oder ob eine Heilung möglich</span><br/> <span class="ft1">ist. Dabei ist sie an den Grundsatz der Verhältnismässigkeit gebun-</span><br/> <span class="ft1">den. Eine Baubewilligung zu verweigern, statt sie mit Neben-</span><br/> <span class="ft1">bestimmungen zu erteilen, kann namentlich deswegen unverhältnis-</span><br/> <span class="ft1">mässig sein, weil die Ablehnung des Baugesuchs die Bauherrschaft</span><br/> <span class="ft1">zwingt, ein nur geringfügig abgeändertes Baugesuch nochmals dem</span><br/> <span class="ft1">vollständigen Baubewilligungsverfahren mit öffentlicher Auflage</span><br/> <span class="ft1">und Rechtsmittelweg zu unterstellen; damit geht sie möglicherweise</span><br/> <span class="ft1">das Risiko von Rechtsänderungen, weiteren Einsprachen und</span><br/> <span class="ft1">Kostennachteilen ein. Derartige Verfahrensverzögerungen zu vermei-</span><br/> <span class="ft1">den, kann zudem auch im Interesse der Öffentlichkeit liegen</span><br/> <span class="ft1">(AGVE 2002, S. 243). Führen die Mängel jedoch dazu, dass ein</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">397</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Projekt grundlegend überarbeitet werden muss, fällt eine Korrektur</span><br/> <span class="ft1">mittels Nebenbestimmung ausser Betracht (VGE III/95 vom 7. Juli</span><br/> <span class="ft1">2016, Erw. 5.1).</span><br/> <span class="ft1">Die Statuierung von Nebenbestimmungen der Baubewilligung</span><br/> <span class="ft1">darf nicht verwechselt werden mit der Bewilligung von Projektände-</span><br/> <span class="ft1">rungen (§ 52 Abs. 1 BauV). Mit Projektänderungsgesuchen werden</span><br/> <span class="ft1">nämlich keine Mängel des Baugesuchs auf Anordnung der Baube-</span><br/> <span class="ft1">willigungsbehörde behoben, sondern diese basieren auf neuen, zu-</span><br/> <span class="ft1">sätzlichen Wünschen und Begehren der Bauherrschaft, welche sich</span><br/> <span class="ft1">erst nach Erhalt der Baubewilligung beziehungsweise während des</span><br/> <span class="ft1">Bauens materialisieren. Die Gültigkeit der bereits erteilten Baube-</span><br/> <span class="ft1">willigung wird mit der Stellung eines Projektänderungsgesuchs denn</span><br/> <span class="ft1">auch nicht in Frage gestellt, das heisst die Bauherrschaft behält das</span><br/> <span class="ft1">Recht, von der Baubewilligung auch bei Ablehnung des Projektän-</span><br/> <span class="ft1">derungsgesuchs Gebrauch zu machen.</span><br/> <span class="ft1">Im Gegensatz dazu werden mit Nebenbestimmungen Mängel</span><br/> <span class="ft1">des Baugesuchs behoben und damit erst die Bewilligungsfähigkeit</span><br/> <span class="ft1">des Baugesuchs beziehungsweise die Rechtskonformität der erteilten</span><br/> <span class="ft1">Baubewilligung sichergestellt. Nebenbestimmungen können in Form</span><br/> <span class="ft1">von Auflagen oder Bedingungen statuiert werden. Als Bedingungen</span><br/> <span class="ft1">erlassene Nebenbestimmungen führen dazu, dass von der Bewilli-</span><br/> <span class="ft1">gung erst bei Erfüllung der Bedingung Gebrauch gemacht werden</span><br/> <span class="ft1">darf (Suspensivbedingung) beziehungsweise, dass die Bewilligung</span><br/> <span class="ft1">mit der Erfüllung einer Bedingung dahinfällt (Resolutivbedingung).</span><br/> <span class="ft1">Die oft verwendete Formel, "vor Baubeginn" sei eine bestimmte Vor-</span><br/> <span class="ft1">aussetzung zu erfüllen, ist eine Kennzeichnung der im Baurecht viel</span><br/> <span class="ft1">stärker verbreiteten Suspensivbedingung. Demgegenüber wirken sich</span><br/> <span class="ft1">Auflagen nicht auf den Bestand der Baubewilligung aus. Die Auflage</span><br/> <span class="ft1">verpflichtet vielmehr die baugesuchstellende Person zu einem Tun,</span><br/> <span class="ft1">Dulden oder Unterlassen und kann - bei Nichterfüllung - mit den</span><br/> <span class="ft1">Mitteln des Verwaltungszwangs durchgesetzt werden (RRB</span><br/> <span class="ft1">Nr. 2000-000856 vom 3. Mai 2000, Erw. 2.b; W</span><span class="ft4">ALTER</span> <span class="ft1">H</span><span class="ft4">ALLER</span><span class="ft1">/</span><br/> <span class="ft1">P</span><span class="ft4">ETER</span> <span class="ft1">K</span><span class="ft4">ARLEN</span><span class="ft1">, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. Aufl.,</span><br/> <span class="ft1">Zürich 1999, Rz. 530 ff.).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">398</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">7.3</span><br/> <span class="ft1">Der Stadtrat stellte verschiedene Mängel des Bauprojekts fest</span><br/> <span class="ft1">und verlangt von der Bauherrschaft in den Nebenbestimmungen de-</span><br/> <span class="ft1">ren Behebung. Dabei verfügte der Stadtrat insbesondere die folgen-</span><br/> <span class="ft1">den, im Beschwerdeverfahren umstrittenen Nebenbestimmungen:</span><br/> <span class="ft6"><i>"15. Insgesamt ist für das vorliegende Bauvorhaben mindestens ein</i></span><br/> <span class="ft6"><i>Parkfeld erforderlich und sind maximal vier zulässig. Auf den fraglichen</i></span><br/> <span class="ft6"><i>Parzellen können bzw. dürfen keine Parkfelder erstellt werden. Der Abtei-</i></span><br/> <span class="ft6"><i>lung Planung und Bau ist stattdessen das Vorhandensein mindestens eines</i></span><br/> <span class="ft6"><i>Parkfelds mittels Mietvertrag oder ähnlichem vor Baubeginn nachzuweisen.</i></span><br/> <span class="ft6"><i>16. Für das Bauvorhaben sind mindestens 13 genügend markierte, gut</i></span><br/> <span class="ft6"><i>zugängliche und nach Möglichkeit überdachte Abstellplätze für den leichten</i></span><br/> <span class="ft6"><i>Zweiradverkehr zu erstellen. Der oder die Standorte sind planlich darzu-</i></span><br/> <span class="ft6"><i>stellen und der Abteilung Planung und Bau vor Baubeginn zweifach zur Ge-</i></span><br/> <span class="ft6"><i>nehmigung einzureichen.</i></span><br/> <span class="ft6"><i>17. Die geplanten Toiletten sind behindertengerecht auszugestalten.</i></span><br/> <span class="ft6"><i>Ein entsprechender Nachweis ist der Abteilung Planung und Bau vor Bau-</i></span><br/> <span class="ft6"><i>beginn zukommen zu lassen. Massgebend ist die Norm SIA 500 Hindernis-</i></span><br/> <span class="ft6"><i>freie Bauten, Ausgabe 2009 des SIA.</i></span><br/> <span class="ft6"><i>18. Bezüglich der Umgebung gelten die unter Ziff. 6.3 der vorstehen-</i></span><br/> <span class="ft6"><i>den Erwägungen formulierten Auflagen. Der Zustand und die Entwicklung</i></span><br/> <span class="ft6"><i>des Naturschutzobjekts Wiese O. dürfen durch das Vorhaben zu keiner Zeit</i></span><br/> <span class="ft6"><i>gefährdet werden.</i></span><br/> <span class="ft6"><i>19. (...)</i></span><br/> <span class="ft6"><i>20. Der Container ist hochwertig zu gestalten. Die Toiletten sind bau-</i></span><br/> <span class="ft6"><i>lich besser mit dem Hauptcontainer zu verbinden. Farbgebung, Materia-</i></span><br/> <span class="ft6"><i>lisierung und die definitive Anordnung der Bauten bleiben vorbehalten. Sie</i></span><br/> <span class="ft6"><i>sind rechtzeitig vor der Ausführung mit der Abteilung Planung und Bau</i></span><br/> <span class="ft6"><i>abzusprechen und im Detail aufzuzeigen."</i></span><br/> <span class="ft1">7.4</span><br/> <span class="ft1">7.4.1</span><br/> <span class="ft1">Wie oben bereits festgestellt, können und dürfen auf der</span><br/> <span class="ft1">Bauparzelle keine Parkfelder errichtet werden (Erw. 6.3). Nichts</span><br/> <span class="ft1">desto trotz entband der Stadtrat die Bauherrschaft nicht gänzlich von</span><br/> <span class="ft1">der Parkplatzerstellungspflicht, sondern er verfügte i.S.v. § 55 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">Satz 2 BauG, dass die Bauherrschaft das Vorhandensein mindestens</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">399</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">eines Parkfelds mittels eines Mietvertrags nachzuweisen habe. Mit</span><br/> <span class="ft1">anderen Worten ausgedrückt geht es nicht darum, eine zusätzliche</span><br/> <span class="ft1">Baute oder Anlage auf der Bauparzelle zu errichten, sondern ledig-</span><br/> <span class="ft1">lich um die Erbringung des Nachweises, dass der Bauherrschaft ein</span><br/> <span class="ft1">Parkplatz für das Bauvorhaben zur Verfügung steht. Die Erbringung</span><br/> <span class="ft1">eines solchen Nachweises stellt eine übliche Nebenbestimmung einer</span><br/> <span class="ft1">Baubewilligung dar und ist nicht zu beanstanden. Die Erbringung des</span><br/> <span class="ft1">Nachweises eines externen Parkfelds bereits im Zeitpunkt der Einrei-</span><br/> <span class="ft1">chung des Baugesuchs erwiese sich als unverhältnismässig, da der</span><br/> <span class="ft1">Parkplatz der Bauherrschaft erst bei Aufnahme des Betriebs zur</span><br/> <span class="ft1">Verfügung stehen muss. Da die Nebenbestimmung im vorliegenden</span><br/> <span class="ft1">Kontext als Bedingung für den Baubeginn, das heisst als Bedingung</span><br/> <span class="ft1">für die Inanspruchnahme der Baubewilligung, formuliert ist, ist deren</span><br/> <span class="ft1">Einhaltung sichergestellt.</span><br/> <span class="ft1">Die Suspensivbedingung ist daher rechtlich zulässig und nicht</span><br/> <span class="ft1">zu beanstanden.</span><br/> <span class="ft1">7.4.2</span><br/> <span class="ft1">Der Stadtrat B. verlangt von der Bauherrschaft, mindestens 13</span><br/> <span class="ft1">gut zugängliche und wenn möglich überdachte Veloabstellplätze zu</span><br/> <span class="ft1">schaffen. Die Bereitstellung von 13 Veloabstellplätzen bedarf keiner</span><br/> <span class="ft1">grossen baulichen Massnahme und führt daher nur zu Projektan-</span><br/> <span class="ft1">passungen, die noch als geringfügig qualifiziert werden können. Das</span><br/> <span class="ft1">gilt selbst dann, wenn die 13 zu schaffenden Veloabstellplätze - wie</span><br/> <span class="ft1">vom Stadtrat gewünscht, aber nicht gefordert - überdacht werden</span><br/> <span class="ft1">sollen. Beim blossen Aufstellen eines Veloständers würde sich denn</span><br/> <span class="ft1">sogar die Frage stellen, ob es sich dabei überhaupt um ein baube-</span><br/> <span class="ft1">willigungspflichtiges Vorhaben handelt. Jedenfalls ist die Nach-</span><br/> <span class="ft1">barschaft von der geforderten Schaffung eines (allenfalls über-</span><br/> <span class="ft1">dachten) Veloständers mit 13 Abstellplätzen nicht wesentlich be-</span><br/> <span class="ft1">troffen. Im Gesamtkontext der erteilten Baubewilligung führt die Ne-</span><br/> <span class="ft1">benbestimmung nur zu einer geringfügigen Änderung der bewilligten</span><br/> <span class="ft1">Pläne.</span><br/> <span class="ft1">Die Suspensivbedingung zur Schaffung von 13 Veloabstellplät-</span><br/> <span class="ft1">zen erweist sich daher als rechtmässig.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">400</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">7.4.3</span><br/> <span class="ft1">Ebenfalls nicht zu einer erheblichen Projektänderung führt die</span><br/> <span class="ft1">vom Stadtrat verlangte behindertengerechte Ausführung der WC-</span><br/> <span class="ft1">Anlagen. Eine behindertengerechte Ausführung bedingt zwar, dass</span><br/> <span class="ft1">die Toiletten von je 1.2 m x 1.4 m auf mind. 1.65 m x 1.8 m ver-</span><br/> <span class="ft1">grössert werden (§ 37 Abs. 1 BauV i.V.m. Ziff. 7.2.3.2 der SIA 500</span><br/> <span class="ft1">"Hindernisfreie Bauten", Ausgabe 2009, des Schweizerischen Inge-</span><br/> <span class="ft1">nieur- und Architektenvereins). Die Vergrösserung um insgesamt we-</span><br/> <span class="ft1">niger als 3 m</span><span class="ft7"><sup>2</sup></span> <span class="ft1">stellt jedoch ebenfalls keine wesentliche Projektan-</span><br/> <span class="ft1">passung dar, welche nicht mit der verfügten Suspensivbedingung ge-</span><br/> <span class="ft1">fordert werden könnte.</span><br/> <span class="ft1">Die gegen diese Nebenbestimmung erhobenen Rügen erweisen</span><br/> <span class="ft1">sich demgemäss als unbegründet.</span><br/> <span class="ft1">7.4.4</span><br/> <span class="ft1">Zum Schutz der Wiese O. verfügte der Stadtrat, dass die Wiese</span><br/> <span class="ft1">in den Randbereichen weder begangen noch durch Nährstoffeinträge</span><br/> <span class="ft1">oder Abfälle beeinträchtigt werden dürfe und dass das Wildbienen-</span><br/> <span class="ft1">haus beibehalten werden müsse. Weiter verlangt der Stadtrat, dass</span><br/> <span class="ft1">mindestens zwei Zugänge zum Hang sicherzustellen seien. Diese</span><br/> <span class="ft1">Auflagen sind genügend klar formuliert und auch durchsetzbar. Sie</span><br/> <span class="ft1">führen zu keiner Projektanpassung und können daher ohne weiteres</span><br/> <span class="ft1">als Auflage zur Baubewilligung verfügt werden. Ebenfalls keine bau-</span><br/> <span class="ft1">bewilligungspflichtigen Projektanpassungen stellen die von der Bau-</span><br/> <span class="ft1">herrschaft allenfalls zum Schutz des Hangs aufzustellenden Zäune</span><br/> <span class="ft1">oder Infotafeln dar.</span><br/> <span class="ft1">Die dagegen vorgebrachten Rügen erweisen sich demgemäss</span><br/> <span class="ft1">als unberechtigt.</span><br/> <span class="ft1">7.4.5</span><br/> <span class="ft1">Der Stadtrat hat in Ziff. 20 seines Beschlusses diverse Anord-</span><br/> <span class="ft1">nungen zur Gestaltung des Café-Containers erlassen und verlangt</span><br/> <span class="ft1">von der Bauherrschaft, dass Farbgebung, Materialisierung und</span><br/> <span class="ft1">definitive Anordnung der Bauten rechtzeitig vor der Ausführung mit</span><br/> <span class="ft1">der Abteilung Planung und Bau abzusprechen und im Detail auf-</span><br/> <span class="ft1">zuzeigen seien.</span><br/> <span class="ft1">Diese Nebenbestimmung ist nicht zu beanstanden: Es entspricht</span><br/> <span class="ft1">einer weit verbreiteten Praxis, dass Detailfragen der Materialisierung</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">401</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">und Farbgebung der Aussenhülle eines Bauwerks nach Erteilung der</span><br/> <span class="ft1">Baubewilligung mit der zuständigen Planungsabteilung der Gemein-</span><br/> <span class="ft1">de abzusprechen sind und dass entsprechende Farb- und Material-</span><br/> <span class="ft1">muster zur Kontrolle abgegeben werden müssen (vgl. dazu auch</span><br/> <span class="ft1">RRB Nr. 2013-001100 vom 4. September 2013, Erw. 6). Aus Sicht</span><br/> <span class="ft1">des Regierungsrats würde es denn auch den Gegenstand des Baube-</span><br/> <span class="ft1">willigungsverfahrens (die Kontrolle, ob die Bauten den gesetzlichen</span><br/> <span class="ft1">Grundlagen entsprechen) sprengen, wenn bereits im Baubewilli-</span><br/> <span class="ft1">gungsverfahren solche Detailfragen beantwortet werden müssten.</span><br/> <span class="ft1">Nichts anders gilt für die Auflage, dass die Toilettenanlage baulich</span><br/> <span class="ft1">mit dem Café-Container besser zu verbinden ist. Diese Auflage ist</span><br/> <span class="ft1">klar formuliert und führt nur zu einer geringfügigen Anpassung des</span><br/> <span class="ft1">Projekts. Die Auflage kann damit ebenfalls in Form einer Nebenbe-</span><br/> <span class="ft1">stimmung zur Baubewilligung angeordnet werden.</span><br/> <span class="ft1">Die Auflage gemäss Ziff. 20 der erteilten Baubewilligung ist da-</span><br/> <span class="ft1">mit ebenfalls rechtlich nicht zu beanstanden.</span><br/> <span class="ft1">7.5</span><br/> <span class="ft1">Soweit die Beschwerdeführenden rügen, dass der Stadtrat zu</span><br/> <span class="ft1">Unrecht die Kompetenz zur Genehmigung der nachträglichen</span><br/> <span class="ft1">Planänderungen an die Abteilung Planung und Bau delegiert habe</span><br/> <span class="ft1">(...), ist darauf hinzuweisen, dass der Anhang der Verordnung über</span><br/> <span class="ft1">die Delegation von Entscheidbefugnissen des Stadtrats (Kompetenz-</span><br/> <span class="ft1">delegationsverordnung) vom 18. Juni 2007 verschiedene Kom-</span><br/> <span class="ft1">petenzdelegationen ausdrücklich vorsieht. Der Stadtrat delegierte der</span><br/> <span class="ft1">Abteilung Planung und Bau die Erteilung von Bagatellbaube-</span><br/> <span class="ft1">willigungen beziehungsweise die Genehmigungen von Planände-</span><br/> <span class="ft1">rungen mit Bagatellcharakter. Da die verfügten Projektanpassungen -</span><br/> <span class="ft1">wie oben gezeigt - nur zu geringfügigen Planänderungen führen, ist</span><br/> <span class="ft1">nicht zu beanstanden, wenn der Stadtrat die entsprechende Genehmi-</span><br/> <span class="ft1">gungskompetenz der Abteilung Planung und Bau übertrug.</span><br/> <span class="ft1">Ebenfalls nicht ersichtlich ist, inwieweit die Beschwerdeführen-</span><br/> <span class="ft1">den durch die nachträglichen geringfügigen Projektanpassungen ihrer</span><br/> <span class="ft1">Mitwirkungsrechte beraubt werden. Die Beschwerdeführenden haben</span><br/> <span class="ft1">im erstinstanzlichen Verfahren Einwendungen erhoben und konnten</span><br/> <span class="ft1">sich damit zum Bauprojekt äussern. Die Beschwerdeführenden wer-</span><br/> <span class="ft1">den von den vom Stadtrat verfügten Projektanpassungen nicht belas-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">402</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">tet. Im Gegenteil verlangt der Stadtrat von der Bauherrschaft in</span><br/> <span class="ft1">gestalterischer Hinsicht eine Verbesserung. Da keine Belastung der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführenden stattfindet, können die Projektänderungen</span><br/> <span class="ft1">ohne erneute öffentliche Publikation bewilligt werden</span><br/> <span class="ft1">Die diesbezüglich erhobenen Rügen erweisen sich damit eben-</span><br/> <span class="ft1">falls als unbegründet.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/></div> </div> </body> </html>