Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2024 90 Entscheid vom 28. Januar 2025 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident Dr.iur. Frank Lampert, Richter lic.iur. Karl Gasser, Richter MLaw Andrea Reutter, a.o. Gerichtsschreiberin Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch B.________, C.________ AG, ________, gegen Kantonale Steuerkommission/Kantonale Verwaltung für die direkte Bundessteuer, Bahnhofstrasse 15, Postfach 1232, 6431 Schwyz, Vorinstanzen, Gegenstand Einkommens- und Vermögenssteuer (Veranlagungsverfügung 2017)2 Sachverhalt: A.Mit Veranlagungsverfügung 2017 vom 21. Oktober 2019 (Datum des Ver- sands) veranlagte die kantonale Steuerverwaltung (StV)/Verwaltung für die direk- te Bundessteuer (VdBSt) A.________ (geboren ________; nachstehend: der Steuerpflichtige) bei den kantonalen Steuern mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 480'500.-- (satzbestimmende Fr. 252'800.--) und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 1'161'000.-- und bei der direkten Bundessteuer mit einem steuerbaren (und satzbestimmenden) Einkommen von Fr. 585'300.-- (Steuerak- ten 2017 act. A 1). Unter Code 170 wurde eine geldwerte Leistung aus der D.________ AG von Fr. 990'915.-- (infolge unterpreislichem Verkauf der Beteili- gung der E.________ GmbH, vgl. Einsprache-act. E 18) ergänzt; der Steuerwert der F.________ wurde abweichend vom deklarierten Wert von Fr. 140.-- pro Ak- tie (Steuerakten 2017 act. A 137) mit Fr. 1'100.-- bewertet und die Steuerwerte der D.________ AG sowie der G.________ AG mit "p[ro] m[emoria]" statt der de- klarierten Fr. 5'000.-- bzw. Fr. 10'000.-- eingesetzt. B.Mit Eingabe vom 20. November 2019 liess der Steuerpflichtige durch die C.________ AG bei der StV Einsprache gegen die Veranlagungsverfügung 2017 vom 21. Oktober 2019 erheben. Die Einsprache richte sich gegen die Aufrech- nung einer geldwerten Leistung der D.________ AG (_______AG) von Fr. 990'915.--. Die D.________ AG sei aktuell in Verhandlung mit dem Mehr- heitsaktionär der H.________ GmbH über die Übernahme der Beteiligung an der E.________ GmbH. Diese werde schlüssig Antwort auf die Bewertung der Transaktion geben, welche als geldwerte Leistung besteuert werde. Der Steuer- pflichtige liess daher den Antrag stellen, "das Verhandlungsergebnis als Refe- renz für die Festlegung der geldwerten Leistung beizuziehen". Das entsprechen- de Resultat werde er so bald wie möglich und nach Abschluss der Verhandlun- gen zukommen lassen. C.1Mit Schreiben vom 26. November 2019 bestätigte die StV den Eingang der Einsprache und teilte der Vertreterin mit, dass keine Vollmacht zu Gunsten der C.________ AG vorliege, und ersuchte um die Zustellung der Vollmacht in den nächsten Tagen (Einsprache-act. E 25). Mit per A-Post versandtem Schreiben vom 27. Januar 2020 (Einsprache- act. E 22) an die Vertreterin nahm die StV Bezug auf ihr Schreiben vom 26. No- vember 2019, teilte Festhalten an ihrer Beurteilung mit und empfahl der Vertrete- rin (bzw. dem Steuerpflichtigen), die Einsprache zurückzuziehen unter Rücksen- dung des unterzeichneten Erledigungsvorschlags sowie der fehlenden Vollmacht 3 bis spätestens 17. Februar 2020. Andernfalls werde die Einsprache zum Ab- schluss des Vorverfahrens an die Abteilungsleitung weitergeleitet. Mit einem weiteren Schreiben vom 3. März 2020 (Einsprache-act. E 20 f.) bestätigte der Abteilungsleiter der Vertreterin erneut das Festhalten an der Ver- anlagungsverfügung. Überdies wies er erneut auch darauf hin, dass die StV nach wie vor keine Vollmacht erhalten habe. Sei die Vertreterin nicht durch den Steu- erpflichtigen bevollmächtigt, gelten die Handlungen als ungültig und es werde auf die Einsprache nicht eingetreten. Die Kosten eines Nichteintretensentscheids würden dem vollmachtlosen Vertreter auferlegt. Der Vertreterin wurde zur Rück- sendung des Erledigungsvorschlags Frist bis 26. März 2020 angesetzt. Da auch auf dieses Schreiben keine Reaktion der Vertreterin erfolgte, setzte der Abteilungsleiter ihr mit Schreiben vom 27. März 2020 (Einsprache-act. E 19) noch einmal eine Frist bis zum 15. April 2020 an. Erfolge keine Rückmeldung, werde das Vorverfahren abgeschlossen und die Einsprache an die Steuerkom- mission (StK) weitergeleitet, welche je nach Ausgang des Verfahrens einen allen- falls kostenpflichtigen Entscheid fälle. C.2Mit Schreiben vom 21. Februar 2023 (Einsprache-act. E 6) räumte die StK/VdBSt der Vertreterin für die Nachreichung der Vollmacht eine Frist bis zum 8. März 2023 ein unter Androhung des Nichteintretens auf die Einsprache im Un- terlassungsfall (§ 16 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974). D.Mit Entscheid Nr. 04/2023 vom 12. September 2024 entschied die StK/VdBSt wie folgt: 1. Auf die Einsprache gegen die Veranlagungsverfügung 2017 vom 27. Oktober 2019 wird nicht eingetreten. 2. Die Kosten des kantonalen Verfahrens von CHF 500.-- (Spruchgebühr inkl. Kanzleikosten) werden der nicht bevollmächtigten Vertreterin (C.________ AG, ________) auferlegt; der Betrag ist innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an das Amt für Finanzen zu überweisen. 3.-4.(Rechtsmittelbelehrung; schriftliche Mitteilung). E.Gegen diesen Einspracheentscheid Nr. 04/2023 (Versand am 16.9.2024) lässt der Steuerpflichtige mit Eingabe vom 16. Oktober 2024 (Postaufgabe am gleichen Tag) fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben. Er stellt den Antrag, dass in der Veranlagungsverfügung 2017 des Steuerpflichtigen auf die Ergänzung der geldwerten Leistung über CHF 990'915 verzichtet wird. 4 Zudem beantragt er die Ausrichtung einer angemessenen Parteientschädigung und kündigt die Nachreichung einer Honorarnote an. Mit der Beschwerde wurde die Kopie einer Vertretungsvollmacht vom 2. Dezem- ber 2019 eingereicht (Bf-act. 3) mit dem Hinweis, das Original sei "gemäss unse- ren Akten" bereits im Dezember 2019 an die Kantonale Steuerverwaltung Schwyz gesandt worden, dies im Nachgang zur Aufforderung im Schreiben der StV (Herr ________) vom 26. November 2019. F.Auf die Mitteilung des Verwaltungsgerichts vom 17. Oktober 2024, dass zur gewerbsmässigen Vertretung vor dem Verwaltungsgericht nur hierzu berechtigte Personen zugelassen seien (namentlich im Anwaltsregister eingetragene Perso- nen sowie gestützt auf § 15 VRP zur Vertretung in Angelegenheiten der Sozial- versicherung und der öffentlichen Abgaben registrierte Personen), liess sich der Präsident der C.________ AG nach Erbringen der für eine Eintragung erforderli- chen Nachweise ins kantonale Register der gewerbsmässigen Vertreter nach § 15 Abs. 3 VRP eintragen (VGE II 2024 95 vom 7.11.2024). G.Mit Vernehmlassung vom 13. November 2024 beantragen die Vorinstan- zen, die Beschwerde sei zu Lasten des Beschwerdeführers vollumfänglich abzu- weisen, sofern darauf einzutreten sei, unter Kostenfolge zulasten des Beschwer- deführers. H.Mit Replik vom 30. Dezember 2024 beantragt der Beschwerdeführer, auf die Beschwerde sei zu seinen Gunsten einzutreten und die Beschwerde sei voll- umfänglich gutzuheissen. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Auf das Steuerverfahren sind die Bestimmungen des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; SRSZ 234.110) vom 6. Juni 1974 anwendbar, soweit nicht das Steuergesetz (StG; SRSZ 172.200) vom 9. Februar 2000 oder dessen Ausführungsbestimmungen davon abweichen (§ 128 StG). Die Vorschrif- ten des kantonalen Rechts finden sinngemäss Anwendung auf die Organisation und das Verfahren bei der direkten Bundessteuer, soweit sich keine bundes- rechtlichen Regelungen finden (vgl. § 3 der Kantonalen Vollzugsverordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [VVzDBG; SRSZ 171.111] vom 20. Dezember 1994). 1.2.1Ist die Vorinstanz auf ein Rechtsmittel nicht eingetreten, so hat das Verwaltungsgericht gemäss ständiger Rechtsprechung grundsätzlich nur zu 5 prüfen, ob der Nichteintretensentscheid zu Unrecht erfolgt ist. Bejaht es diese Frage, so hebt es den Nichteintretensentscheid auf und weist die Akten an die Vorinstanz zurück, damit diese hinsichtlich dieses Rechtsmittels einen Sachentscheid trifft (vgl. VGE III 2015 98 vom 26.8.2015 E. 1.3.1; III 2014 194 vom 27.11.2014 E. 2.1; VGE II 2012 108 vom 24.10.2012 E. 2.1). Von dieser Praxis weicht das Verwaltungsgericht in bestimmten Fällen (vor allem aus verfahrensökonomischen Gründen) ab, beispielsweise wenn die Vorinstanz in einem ausführlichen obiter dictum eine materielle Beurteilung vorgenommen hatte (und eine entsprechende Rückweisung einem formalistischen Leerlauf gleichgekommen wäre), oder wenn es um einen zweiten Rechtsgang in der gleichen Sache ging (vgl. VGE III 2010 192 vom 14.4.2011 E. 2.1.2; VGE III 2010 202+203 vom 21.12.2010 E. 2; VGE 403/96 vom 27.9.1996 E. 2). 1.2.2Vorliegend haben die Vorinstanzen weder im angefochtenen Einspra- cheentscheid noch in der Vernehmlassung eine materielle Beurteilung vorge- nommen. Sollte sich der Nichteintretensentscheid als unrechtmässig erweisen, bleibt mithin nur die Rückweisung an die Vorinstanzen zur materiellen Beurtei- lung der Einsprache. Soweit der Beschwerdeführer den Verzicht auf die Aufrech- nung der geldwerten Leistung von Fr. 990'915.-- beantragt, kann daher auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. In diesem materiellen Antrag des Beschwerdeführers ist der Antrag auf Aufhe- bung des angefochtenen Nichteintretensentscheids indessen zweifelsohne mit- enthalten. Dies ergibt sich inhaltlich ebenso aus der Behauptung, die Vollmacht sei der StV bereits im Dezember 2019 zugestellt worden. 2.1.1Die steuerpflichtige Person kann sich vor den mit dem Vollzug des StG be- trauten Behörden vertraglich vertreten lassen, soweit ihre persönliche Mitwirkung nicht notwendig ist (§ 136 Abs. 1 StG). Die gleiche Bestimmung formuliert Art. 117 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) vom 14. Dezember 1990. Verfügungen und Entscheide sind der Ver- tretung, Steuererklärungen und -rechnungen der steuerpflichtigen Person zuzu- stellen (§ 136 Abs. 3 StG). Die Behörde kann gemäss Art. 117 Abs. 2 Satz 2 DBG den Vertreter auffordern, sich durch schriftliche Vollmacht auszuweisen. Nach dem kantonalen Verfahrensrecht hat der von einer Partei bestellte Vertreter eine schriftliche Vollmacht des Auftraggebers einzureichen (§ 16 Abs. 1 VRP). Im Unterlassungsfall kann ihm die Behörde zur Einreichung der Vollmacht eine Frist ansetzen mit der Androhung, dass bei Nichtbeachtung der Aufforderung auf das Verfahren nicht eingetreten werde (§ 16 Abs. 2 VRP).6 2.1.2Das Bestehen eines Vertretungsverhältnisses muss der Steuerbehörde kundgetan werden, damit es dieser gegenüber wirksam wird. Die Kundgabe kann durch Einreichung einer klaren schriftlichen Vollmacht geschehen. Der Nachweis, dass ein wirksames Vertretungsverhältnis besteht und gegenüber den Steuer- behörden auch gehörig kundgegeben wurde, obliegt nach allgemeinen Beweis- regeln der steuerpflichtigen Person (Zweifel/Hunziker, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Art. 117 DBG N 12 f.; Tschannen, in; Klöti-Weber/Siegrist/Weber, Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Aufl., Muri-Bern 2015, § 176 N 6). 2.1.3Im Recht der direkten Steuern herrscht die natürliche Vermutung, dass kei- ne Vollmacht erteilt worden sei. Die Vermutung wird dadurch durchbrochen, dass entweder eine ausdrückliche (schriftliche) Vollmacht der steuerpflichtigen Person vorliegt oder die Veranlagungsbehörde nach Treu und Glauben aus den indivi- duell-konkreten Umständen auf eine eindeutige Willenserklärung der steuer- pflichtigen Person schliessen darf (Urteil BGer 2C_872/2018 vom 18.12.2018 E. 2.2.3 mit zahlreichen Hinweisen). Diese erforderliche Eindeutigkeit der Wil- lenserklärung ist (auch) vor dem Hintergrund des Steuergeheimnisses zu verste- hen (zit. Urteil BGer E. 2.2.5). Ob die Behörde im Sinne von Art. 117 Abs. 2 Satz 2 DBG eine schriftliche Voll- macht verlangen will, liegt in deren Ermessen (Zweifel/Hunziker, a.a.O., Art. 117 DBG N 14; Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Kommentar zum Zürcher Steuerge- setz, 4. Aufl., Zürich 2021, § 127 N 10). Bei Nichteinreichung der schriftlichen Vollmacht trotz behördlicher Aufforderung gilt ungeachtet einer allfälligen Er- mächtigung des Vertreters im Sinne von Art. 32 ff. OR das Vertretungsverhältnis im betreffenden Verfahren als nicht bestehend. Die Rechtshandlungen des voll- machtlosen Vertreters, z.B. die Erhebung eines Rechtsmittels, sind unwirksam. Da das DBG die Konsequenzen der Nichteinreichung der schriftlichen Vollmacht nicht regelt, richten sich die Folgen nach dem kantonalen Recht. Wird die Voll- macht in einem Rechtsmittelverfahren auf Aufforderung hin nicht eingereicht, wird auf das Rechtsmittel nicht eingetreten; dies stellt keinen überspitzten Forma- lismus dar (Zweifel/Hunziker, a.a.O., Art. 117 DBG N 15 mit Hinweis auf Urteil BGer 2C_55/2014 [frz.] vom 6.6.2014 E. 4.2 und E. 5.3.1; Tschannen, a.a.O., § 176 StG-AG N 8; vgl. Griffel, in: Kommentar VRG, § 22 N 8 f.). Bei einem Nichteintretensentscheid sind die Verfahrenskosten dem vollmachtlosen Vertre- ter aufzuerlegen, da dieser das Verfahren unnötigerweise verursacht hat (Zwei- fel/Hunziker, ebenda, mit Hinweis auf Urteil BGer 2C_766/2013 vom 12.4.2013; Tschannen, a.a.O., § 176 StG-AG N 8; vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, a.a.O., § 140 StG-ZH N 20). 7 2.2.1Mit der (nur vom Beschwerdeführer, nicht aber seiner Ehefrau unterzeich- neten) Steuererklärung 2017 vom 6. Februar 2019 (Steuerakten 2017 act. A 125) bevollmächtigte der Beschwerdeführer den Treuhänder B.________ (________), ihn/sie für die Steuerperiode 2017 "in Steuerangelegenheiten rechtskräftig [recte wohl eher: rechtsgültig] zu vertreten" (Steuerakten 2017 act. A 127). Die Veran- lagungsverfügung 2017 vom 21. Oktober 2019 wurde in der Folge B.________ (________) zugestellt. Die Einsprache vom 20. November 2019 wurde hingegen von der C.________ AG (________) eingereicht. 2.2.2Mit der Beschwerde vom 16. Oktober 2024 lässt der Beschwerdeführer als Beilage 3 eine von ihm am 2. Dezember 2019 in ________ unterzeichnete "Spe- zialvollmacht gemäss § 39 Abs. 3 VVStG" (Vollzugsverordnung zum Steuerge- setz [VVStG; SRSZ 172.211] vom 22.5.2001) einreichen. § 39 VVStG regelt den Grundsatz der Vertretung und Zustellung von Verfahrens- akten (§ 136 StG). Die steuerpflichtige Person kann unter Verwendung des amt- lichen Vollmachtformulars die Zustellung der Verfahrensakten mit Ausnahme der Steuererklärung und Steuerrechnung (einfache Vollmacht) oder die Zustellung al- ler Verfahrensakten (umfassende Vollmacht) an einen Vertreter verlangen. Die Vollmachterteilung auf ausserkantonalen Steuererklärungen genügt nicht (Abs. 1). Die Vollmacht gilt für alle Steuerperioden bis zum Widerruf durch die steuerpflichtige Person. Wenn die Vollmacht erst ab einer bestimmten Steuerpe- riode gelten soll, ist diese auf dem Vollmachtformular ausdrücklich zu bezeichnen (Abs. 2). Das unterzeichnete Vollmachtformular ist der kantonalen Steuerverwal- tung unaufgefordert einzureichen (Abs. 3). 2.2.3Der Beschwerdeführer behauptet, das Original der Vertretungsvollmacht der StV im Dezember 2019 zugesandt zu haben. Die Vorinstanzen bestreiten dies bzw. den Eingang der Vertretungsvollmacht. 2.3.1Das Veranlagungsverfahren und grundsätzlich auch das anschliessende kantonale Rechtsmittelverfahren unterstehen dem Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 130 Abs. 1 DBG; vgl. § 149 Abs. 1 StG; § 18 VRP), d.h. es ist Sache der Steuerbehörden bzw. Rechtsmittelinstanzen, den für die Veranlagung rechtser- heblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären und mit den zur Verfügung stehenden Untersuchungsmitteln den materiell wahren Sachverhalt zu erfor- schen. Allerdings entziehen sich zahlreiche für die Veranlagung rechtserhebliche Tatsachen der Kenntnis der Steuerbehörden, welche diesbezüglich auf die Mit- wirkung des Steuerpflichtigen angewiesen sind. Art. 126 Abs. 1 DBG (vgl. eben- so § 144 Abs. 1 StG; § 19 Abs. 1 VRP) statuiert deshalb eine Mitwirkungspflicht 8 des Steuerpflichtigen, wobei die Mitwirkung der Verwirklichung des Untersu- chungsgrundsatzes dient und diesen in gewisser Weise - vor allem im Rechtsmit- telverfahren - relativiert (Urteil BGer 2C_179/2021 vom 25.10.2021 E. 4.3). 2.3.2Vom Untersuchungsgrundsatz zu unterscheiden ist die Beweislastvertei- lung. Erst wenn eine relevante Tatsache trotz allen zumutbaren Untersuchungs- aufwands seitens der Steuerbehörde beweislos bleibt, stellt sich die Frage nach der objektiven Beweislast (BGE 147 II 209 E. 5.1.3). Dabei gilt auch im öffentli- chen Recht der Grundsatz, wonach derjenige die (objektive) Beweislast für eine Tatsache trägt, der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB analog; vgl. BGE 142 II 433 E. 3.2.6 mit Hinweisen). Im Steuerrecht hat die Praxis diesen Grundsatz da- hingehend konkretisiert, dass steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen von der Steuerbehörde, steuerausschliessende und -mindernde Tatsachen vom Steuerpflichtigen nachzuweisen sind (sog. Normentheorie; BGE 148 II 285 E. 3.1.3; BGE 144 II 427 E. 8.3.1; BGE 140 II 248 [i.Sa. K. vs. StK-SZ/VdBSt-SZ] E. 3.5; Urteil BGer 9C_675/2021 sowie 9C_676/2021, beide vom 21.8.2023, je E. 5.1.2). 2.3.3Diese Grundsätze gelten auch hinsichtlich der Frage, ob eine Zustellung er- folgt ist. Die Bejahung dieser Frage ist vorliegend Voraussetzung für eine Aufhe- bung des angefochtenen Nichteintretensentscheides und Rückweisung zur mate- riellen Prüfung, was (einzig) im Interesse des Beschwerdeführers liegt, der sich hiervon eine Steuerminderung verspricht. Mithin treffen ihn die Folgen einer all- fälligen Beweislosigkeit. 2.4.1Der Vertreter des Beschwerdeführers beruft sich nur darauf, das Original der Vertretungsvollmacht "gemäss unseren Akten" an die StV gesandt zu haben. Anderweitige Angaben zu den Versandmodalitäten (Versandart, Aufgabeort [D- ________ oder Schweiz], wer den Versand vorgenommen hat etc.) werden nicht gemacht. Insbesondere wurde die Vollmacht offensichtlich nicht per Einschreiben (oder A-Post-Plus) zum Versand an die StV gebracht, womit eine Zustellungs- vermutung greifen würde (vgl. Urteil BGer 9C_62/272022 vom 1.11.2023 [i.Sa. W. vs. StK-SZ/VdBSt-SZ] E. 4.3.3; ebenda zur Entkräftung der Zustellungsver- mutung bei A-Post-Plus Sendungen E. 6.1 ff.) mit der Folge, dass die StV den Nichteingang zu belegen bzw. die Zustellungsvermutung zu widerlegen hätte. Dem Beschwerdeführer gelingt der Beweis des erfolgten Versands der Vertre- tungsvollmacht an die Vorinstanzen nicht. Entsprechend fällt auch die Prüfung eines Fehlers bei der Postzustellung, wie er rechtsprechungsgemäss nicht aus- serhalb jeder Wahrscheinlichkeit liegt, so dass damit nicht gerechnet werden müsste (vgl. BGE 122 I 97 E. 3.b; BGE 114 III 51 E. 3.c), ausser Betracht. 9 2.4.2Die Schreiben der StV vom 26. November 2019, 27. Januar 2020 sowie vom 3. März 2020 und 27. März 2020 erfolgten zwar mittels gewöhnlicher Post; der Vertreter hat darauf jeweils nicht reagiert. Ihr Eingang wird vom Beschwerde- führer bzw. Vertreter allerdings nicht bestritten. Dies wäre auch unbehelflich. Das (letzte) Schreiben der Vorinstanzen vom 21. Februar 2023 erfolgte per Ein- schreiben und wurde dem Vertreter unbestrittenermassen zugestellt. Auch hier- auf blieb eine Reaktion aus. Falls der Vertreter tatsächlich bereits eine Vollmacht eingereicht hätte, wäre er indes jedenfalls angesichts der ihn treffenden auftragsrechtlichen Sorgfaltspflicht (vgl. Art. 398 Abs. 2 OR) gehalten gewesen, bereits auf eines der ersten Schrei- ben zu reagieren und die Vorinstanzen auf die angeblich erfolgte Zusendung der Vollmacht aufmerksam zu machen bzw. diese Zusendung zu wiederho- len/nachzuholen. Dies hat er nicht getan, was er zu Recht auch nicht bestreitet. Dies gilt vor allem (und spätestens) auch für das Einschreiben vom 21. Februar 2023 mit der Androhung des Nichteintretens. 2.4.3Nachdem der Beschwerdeführer bzw. sein Vertreter den Nachweis der Ein- reichung einer rechtsgültigen Vollmacht nicht belegen kann, dürfte ein Vertre- tungsverhältnis nur angenommen werden, wenn sich aus den weiteren Umstän- den eine eindeutige Willensäusserung des Beschwerdeführers auf eine Bevoll- mächtigung der C.________ AG ergeben würde (vgl. Urteil BGer 2C_222/2018 vom 7.1.2019 E. 2.2.2), dies gilt umso mehr, nachdem der Beschwerdeführer für das Steuerveranlagungsverfahren 2017 noch eine andere Person mandatiert hat- te (vgl. vorstehend E. 2.2.1) und ein (objektiver) Grund für den Wechsel in der Vertretung nicht erkennbar ist und auch nicht geltend gemacht wird. Eine recht- sprechungsgemäss erforderliche eindeutige Willensäusserung wird vorliegend nicht rechtsgenüglich dargetan. Aus der Möglichkeit einer Geschäftsführung oh- ne Auftrag, worauf der Beschwerdeführer replizierend (S. 1 unten) verweist, kann er nichts zu seinen Gunsten herleiten. Bei der Geschäftsführung ohne Auftrag handelt es sich um "ein gesetzliches Schuldverhältnis, das entsteht, wenn je- mand (Geschäftsführer) willentlich, aber ohne vertragliche oder sonstwie rechts- erhebliche Veranlassung, im Interesse eines Dritten (Geschäftsherrn) tätig wird" (vgl. BSK OR II-Oser/R.H. Weber, Vor Art. 419-424 OR N 1): es fehlt also bei der Geschäftsführung ohne Auftrag typischerweise gerade an einer solchen eindeu- tigen Willensäusserung. 2.4.4Vor dem Verwaltungsgericht lässt sich die Nachreichung einer im Einspra- cheverfahren nicht eingereichten Vollmacht, was zum Nichteintreten auf die Ein- sprache geführt hat, entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Replik S. 2 oben) selbstredend nicht mehr nachholen. Dies gilt vorliegend erst recht an-10 gesichts der verschiedenen Hinweise auf die fehlende Vollmacht im Einsprache- verfahren (vgl. vorstehend Ingress lit. C.1) unter Einschluss der Ansetzung einer Frist zur Einreichung der fehlenden Vollmacht unter Androhung des Nichteintre- tens mit Schreiben vom 21. Februar 2023 (vorstehend Ingress lit. C. 2), worauf durchwegs keinerlei Reaktionen erfolgten. Ebenfalls nicht zu seinen Gunsten kann der Beschwerdeführer daraus ableiten, dass die Vorinstanzen bei einer Un- ternehmung, deren Hauptaktionär er sei, die Einsprache behandelt hätten und bei ihm nicht. Er macht (zu Recht, vgl. VGE II 2023 33 vom 16.5.2024, Ingress lit. C.b) auch nicht geltend, in jenem Verfahren habe es für das Einsprachever- fahren ebenfalls an einer Vollmacht gemangelt. 2.5Der vorinstanzliche Nichteintretensentscheid erweist sich somit als recht- mässig und ist zu bestätigen. Soweit sich der Beschwerdeführer auch materiell zur Veranlagung äussert, ist auf die Beschwerde - wie gesagt (vgl. vorstehend E. 1.2.1 f.) - so oder anders nicht einzutreten. Dies gilt auch für die Kostenauflage an den Vertreter des Beschwerdeführers (vgl. vorstehend E. 2.1.3 i.f.). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. vorstehend E. 1.2.2). 3.Die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) von Fr. 800.-- sind dem Verfahrensausgang entsprechend (§ 128 StG i.V.m. § 72 Abs. 2 VRP bzw. Art. 144 Abs. 1 DBG) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Eine Parteientschädigung ist ebenfalls dem Verfahrensausgang entsprechend nicht zuzusprechen (vgl. § 128 StG i.V.m. § 74 Abs. 1 VRP; Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021] vom 20.12.1968).11 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) von Fr. 800.-- werden dem Beschwerde- führer auferlegt. Er hat am 23. Oktober 2024 einen Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- bezahlt, womit ihm Fr. 1'200.-- aus der Gerichtskasse zurück- zuerstatten sind. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schweizer- hofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesge- setzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -den Vertreter des Beschwerdeführers (2/R) -die Vorinstanzen (2/EB; unter Beilage der Replik des Beschwerdefüh- rers vom 30.12.2024) -den Gemeinderat Freienbach (A; im Dispositiv) -und die Eidg. Steuerverwaltung, Hauptabteilung DVS, 3003 Bern (A). Schwyz, 28. Januar 2025 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Die a.o. Gerichtsschreiberin:12 *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 10. Februar 2025