Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. Januar 2015 (720 14 296) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Versicherte bezieht aufgrund psychischer Beeinträchtigungen seit 2002 eine hal- be Invalidenrente. Seither hat sich die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der angestammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte verschlechtert; die Ar- beitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit bleibt dagegen unverändert. Die durch die IV-Stelle vorgenommene revisionsweise Erhöhung der bisher ausgerichteten hal- ben Invalidenrente auf eine Dreiviertelsrente wird bestätigt. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Adrian Schmid, Advo- kat, Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die 1972 geborene A.____ arbeitete zuletzt auf de m freien Arbeitsmarkt vom 2. Mai 2000 bis 31. März 2001 temporär als kaufmännische Angeste llte bei der B.____ in X.____. Seit 4. April 2010 ist sie nach einer dreimonatigen Einarbe itungszeit in der C.____ an einem ge- schützten Arbeitsplatz im Rahmen von 50 % beschäftigt. B. Am 23. Mai 2002 meldete sich A.____ unter Hinweis a uf depressive Beschwerden erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft die erwerbliche n und die gesundheitlichen Verhältnis- se abgeklärt hatte, sprach sie der Versicherten gestützt a uf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 8. Februar 2006 mit Verfügung vom 9. März 2006 mit Wirkung ab 1. März 2002 eine halbe Invalidenrente zu. In den Jahren 2007 und 2008 führte die IV-Stelle Rentenrevisionsverfa hren durch, in denen sie jeweils unver- änderte Verhältnisse feststellte. Aufgrund des Rentenerh öhungsgesuchs des behandelnden Psychiaters der Versicherten, Dr. med. E.____, FMH Psychiatr ie und Psychotherapie, F.____, vom 17. September 2009 liess die IV-Stelle den Gesundhe itszustand der Versicherten medizi- nisch neu beurteilen. Gestützt auf die Verlaufsgutachten von Dr. D.____ vom 4. Januar 2010 und 18. Februar 2012 sowie die diversen Stellungnahme n von Dr. med. G.____, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), ermittelte die IV-Stelle eine n Invaliditätsgrad von 63 %. In der Folge erhöhte sie die bisher ausgerichtete halbe Invalidenrent e mit Verfügung vom 28. August 2014 rückwirkend ab 1. Oktober 2011 auf eine Dreiviertelsrente. C. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Adrian Schmid, am 29. September 2014 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte sie, es sei in Aufhebu ng der angefochtenen Verfügung die IV- Stelle zu verpflichten, ihr ab 1. September 2009 eine ganze Invalidenrente auszurichten; alles unter o/e-Kostenfolge. In der Begründung wurde im We sentlichen die von Dr. D.____ vorge- nommene Beurteilung der medizinisch theoretischen Arbei tsfähigkeit beanstandet. Entgegen seiner Ansicht könne sie in der freien Wirtschaft keiner Arbeitstätigkeit mehr nachgehen. Auf- grund der medizinischen Unterlagen sei es ihr ledigli ch möglich, im geschützten Rahmen eine Arbeitsleistung zu erbringen. Ausserdem sei die Invaliden rente anstatt per 1. Oktober 2011 be- reits per 1. September 2009 zu erhöhen. D. In ihrer Vernehmlassung vom 13. Oktober 2014 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 29. September 2014 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen Experten ab. Den im Rahmen des Verwaltun gsverfahrens eingeholten Gutach- ten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrun d eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der B eweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invaliden versicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengut achten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachte n genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BG E 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 137 V 210 E. 1.2.1 S. 219). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen kann jedoch nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssig- keit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. und E. 4.7 S. 471; Ur- teile des Bundesgerichts vom 3. Oktober 2014, 8C_197/201 4, E. 4.2 und vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens zurückzuführen (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.3.1 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer a nspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet dabei die letzte (der versi cherten Person eröffnete) rechtskräftige Ver- fügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Ren tenanspruchs mit rechtskonformer Sach- verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eine s Einkommensvergleichs (bei An- haltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen A uswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4, 130 V 75 ff. E. 3.2.3). 4.3.2 Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten gestützt auf das Gutachten von Dr. D.____ vom 8. Februar 2006 mit Verfügung vom 9. März 2006 rückwirkend ab 1. März 2002 eine halbe Invalidenrente zu. In der Folge überprüfte die IV-Stelle in den Jahren 2008 und 2009 den Rentenanspruch der Versicherten von Amtes wegen. Da bei stellte sie unveränderte Ver- hältnisse fest (Mitteilungen vom 28. Mai 2008 und 23. März 2009). Eine einlässliche materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit einer vertieften Abkläru ng des medizinischen Sachverhalts erfolgte im September 2009, als der behandelnde Psychi ater Dr. E.____ wegen Verschlechte- rung des Gesundheitszustandes der Versicherten ein Gesuch u m Erhöhung der Invalidenrente stellte (vgl. Bericht vom 17. September 2009). Zur Ab klärung des gesundheitlichen Zustandes holte die IV-Stelle bei Dr. D.____ ein Verlaufsguta chten ein. Gestützt auf die Ergebnisse, zu denen Dr. D.____ in seinem Gutachten vom 4. Januar 20 10 gelangte, lehnte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 28. Juni 2010 die Erhöhung der bisher au sgerichteten halben Invalidenrente ab. Infolge der von der Versicherten erhobenen Einwänd e beauftragte die IV-Stelle Dr. D.____ erneut mit einem Verlaufsgutachten. Dr. D.____ stellte in seinem Gutachten vom 18. Februa r 2012 insofern eine wesentliche Änderung des Gesundheitszu standes der Versicherten fest, als sich die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angest ammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte von 50 % auf 60 % erhöht habe. In einer V erweistätigkeit bestehe jedoch nur noch eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit. Gestützt auf die Stellu ngnahme von Dr. G.____, RAD, vom 7. März 2012 und auf den aufgrund des vorgenommenen Ei nkommensvergleichs ermittelten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsgrad von 63 % sprach die IV-Stelle der Ver sicherten mit Verfügung vom 28. August 2014 anstelle der bisherigen halben Invalidenrente eine Dreiviertelsrente zu. Zeitliche Ver- gleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 28. August 2014 allenfalls eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Erhöhung der bis anhin ausgerichteten halben Invaliden- rente auf eine Dreiviertelsrente bzw. ganzen Invalidenr ente rechtfertigt, bildet demnach die Si- tuation, wie sie im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 9. März 2006 bestand. 5.1 Zum Zeitpunkt der erstmaligen Rentenzusprechung vom 9. März 2006 lagen die Be- richte der H.____, der I.____ und von Dr. med. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vor. Gemäss Austrittsbericht vom 9. Juli 2001 war die Versi cherte vom 28. März 2001 bis 6. April 2001 und vom 12. April 2001 bis 18. Mai 200 1 in der H.____ hospitalisiert. Als Austritts- diagnose wurde eine depressive Krise auf dem Boden eine r Borderline-Persönlichkeitsstörung festgehalten. Vom 3. bis 6. August 2001 befand sich die Versicherte in der Kriseninterventions- station des damaligen K.____. Danach hielt sie sich vom 1 4. August 2001 bis 30. Januar 2002 wegen einer rezidivierenden depressiven Störung, eines V erdachts auf eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung sowie einer atypischen Bulimie in d er I.____ stationär auf (vgl. Bericht vom 27. März 2002). Vom 31. Januar 2002 bis 15. März 20 02 war sie Tagespatientin in der Ab- teilung Rehabilitation der I.____. Dem Bericht von D r. J.____ vom 14. Oktober 2005 zufolge erlebte die Versicherte im Frühsommer 2005 eine weite re schwere depressive Phase. In der Folge liess sie sich in der F.____ Ende 2005/Anfang 200 6 für zwei Monate stationär behandeln (vgl. Bericht der F.____ vom 11. November 2009). 5.2 Im Auftrag der IV-Stelle erstellte Dr. D.____ da s psychiatrische Gutachten vom 8. Feb- ruar 2006. Darin diagnostizierte er mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine bipolare affek- tive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome, und eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderli ne-Typus. Während der ganzen Unter- suchung habe er den Eindruck gehabt, dass es sich bei der Ve rsicherten um eine noch sehr jugendliche, nicht altersentsprechende Person handle, w elcher man eher mit Fürsorge und An- leitung begegnen wolle, als mit ihr erwachsene Positio nen und Absichten auszuhandeln. Bei ihrem Versuch, eine erwachsene Haltung einzunehmen, hab e sie unecht gewirkt, wie wenn ein Kind eine erwachsene Person spielen möchte, diese Rolle aber nicht ganz einnehmen könne. Indem sie meistens über Umstände gesprochen habe, die sie bestimmen würden, sei sie wenig spürbar gewesen. Ihr eigenes Erleben sei nicht zum Vorsch ein gekommen. Er führte das Ver- halten der Versicherten darauf zurück, dass sie als Nachzüg lerin von drei Geschwistern zuerst im Zentrum des Familieninteresses gestanden habe. Als sie drei Jahre alt gewesen sei, sei ihr ältester Bruder schwer verunfallt. Infolge dessen blei bender Behinderung habe eine Verschie- bung des Familienfokus stattgefunden, mit welcher sie sich schwer getan und welche ihre Per- sönlichkeitsentwicklung massgeblich beeinflusst habe. Noch h eute möchte sie das Interesse anderer Menschen auf sich ziehen. Ihre schulische und beruf liche Ausbildung seien ihr nicht leicht gefallen. Im Berufsleben falle auf, dass sie häuf ig die Arbeitsstellen gewechselt habe. Als sie im Jahr 2001 an einer manifesten Depression erkrankt sei, habe sie mehrmals stationär be- handelt werden müssen. Es sei zudem oft zu Therapeutenwec hseln gekommen. In den letzten Jahren habe das Krankheitsbild einen bipolaren Verlau f eingenommen. Die Versicherte leide Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht einerseits an schweren und länger andauernden depressive n Episoden andererseits aber auch an leichten hypomanischen Phasen. In den relativ ruhige n, symptomarmen Phasen mache sich im Hintergrund eine Persönlichkeitsstörung bemerkbar, wel che durch eine inkonstante Lebens- führung, häufige Beziehungsabbrüche und wahrscheinlich e ine noch nicht abgeschlossene Identitätssuche gekennzeichnet sei. Die Versicherte habe gerade einen mehr als 2 Monate dauernden stationären Aufenthalt in der F.____ zwecks B ehandlung einer schweren depressi- ven Episode hinter sich und wirke noch wenig stabil und b elastbar. Es zeichne sich deshalb keine Beruhigung des Krankheitsgeschehens ab. Sowohl die a ffektive Störung als auch die Persönlichkeitsstörung führten zur emotionalen Instabilität und beruflichen Inkonstanz. Aufgrund dieser Instabilität könne sie sich nicht für längere Zeit an einer Arbeitsstelle halten. Sie könne sich schlecht bei der Arbeit konzentrieren, sei leicht ablenkbar und verwickle Mitarbeiter in emo- tionale Auseinandersetzungen. Sowohl in ihrer angest ammten Tätigkeit als kaufmännische An- gestellte als auch in einer Verweistätigkeit sei sie seit 2002 zu 50 % arbeitsunfähig. 5.3 Nach der Rentenzusprechung im März 2006 berichtete D r. med. L.____, FMH Allge- meine Medizin, am 20. Dezember 2007, dass aufgrund des bisherigen Verlaufs mit Stabilisie- rung in den letzten Monaten mittelfristig Besserungsa ussichten beständen. Die Arbeitsfähigkeit werde jedoch in den nächsten Jahren nicht mehr als 50 % betragen. Es müsse zudem jederzeit mit schweren Rückfällen gerechnet werden. Die Versichert e sei emotional instabil, klagsam mit intermittierend leicht affektivem unmotiviertem Kichern und kindlichen psychischen Reaktions- weisen. 5.4 In seinem Bericht vom 14. Januar 2009 führte Dr. E .____ als Diagnosen mit Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine bipolare affekti ve Störung, gegenwärtig remittiert, eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung sowie eine chronisch rezidivierende Migräne auf. Der Gesundheitszustand sei besserungsfähig. Die Versicherte se i bewusstseinsklar und voll orien- tiert. Im Kontakt sei sie freundlich und zugewandt. Die Konzentration sei etwas beeinträchtigt. Die Stimmung sei bei recht gut schwingungsfähigem Affe kt mittelgradig depressiv. Es bestän- den Lust- und Energielosigkeit, ein gestörter Tag-Nacht -Rhythmus, Perspektivenlosigkeit, eine deutliche Antriebsminderung, aber keine Suizidalität. D ie Versicherte sei zu 50 % arbeitsfähig. Am 17. September 2009 berichtete Dr. E.____, dass die Versicherte seit Anfang Juni 2009 wie- der an einer schweren depressiven Episode leide. Sie sei deshalb vom 2. Juli 2009 bis 14. August 2009 in der M.____ hospitalisiert gewesen. Seit 18. August 2009 werde sie auf ihren Wunsch in der F.____ stationär behandelt. Aktuell werd e versucht, für die Versicherte einen geeigneten geschützten Arbeitsplatz mit einem Pensum vo n 50 % zu finden. Längerfristig sei eine Rückkehr in den freien Arbeitsmarkt in einem Teilze itpensum von 50 % geplant. Eine Ar- beitsfähigkeit sei zurzeit nicht gegeben. Er beantrage deshalb die Erhöhung der bisherigen hal- ben Invalidenrente auf eine ganze. 5.5 Die behandelnden Ärzte der M.____ hielten in ihr em Bericht vom 2. Oktober 2009 als Diagnosen eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwergradige depressive Episode ohne psychotische Symptome, akzentuierte emotional instabi le Persönlichkeitszüge sowie als Differentialdiagnose eine Persönlichkeitsstörung vom Bo rderline-Typus fest. Die gleichen Diag- nosen stellte Dr. E.____ in seinem Austrittsbericht vom 11. November 2009. Diesem ist weiter Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu entnehmen, dass sich die Versicherte bis 26. September 2 009 in der F.____ stationär auf- hielt. Zu Beginn sei die Versicherte müde, erschöpft und deprimiert gewesen. Im Verlauf habe sich gezeigt, dass es ihr schwer falle, sich in Strukturen ei nzufügen. Immer wieder werde ihre emotionale Instabilität sichtbar. 5.6 In seinem Verlaufsgutachten vom 4. Januar 2010 stel lte Dr. D.____ grundsätzlich die gleichen Diagnosen wie in seinem Gutachten vom 8. Febru ar 2006. Nur der Schweregrad der depressiven Episode änderte sich für die Zeit von Mai bi s August 2009 von schwer- zu mittel- gradig. Anlässlich der Untersuchung habe er keine Anzeich en einer depressiven Verstimmung mehr beobachten können. Die Versicherte habe sich im Ansch luss an die stationären Behand- lungen in der M.____ und in der F.____ recht gut erh olt. Durch die Etablierung eines Phasen- prophylaktikums in Verbindung mit einer guten Complian ce bestehe hinsichtlich der bipolaren affektiven Störung Aussicht auf eine längerfristige Stab ilisierung. Die emotional instabilen Per- sönlichkeitszüge seien durch eine generelle Unreife der Persönlichkeit mit Beziehungsinstabili- tät, Selbstzentriertheit und mangelnder Übernahme von Verantwortung gekennzeichnet. Die sozialen Interaktionen würden selten reif verlaufen, wa s z.B. in der Arbeitswelt zu erheblichen Friktionen wie Mobbing-Vorwürfe führe. Die Versicherte habe wenig Selbstvertrauen. Die emo- tionale Unreife und die labilen Beziehungsstrukturen wi rkten sich ungünstig auf die bipolare affektive Störung aus. Es sei jedoch darauf hinzuweisen, dass sich die Symptome der Persön- lichkeitsstörung inzwischen abgeschwächt hätten. Aktuell han dle es sich eher um akzentuierte Persönlichkeitszüge. Beide psychischen Störungen seien miteinander verwoben und führten zu einer verminderten psychischen Belastbarkeit. Der Verlauf der Störung während der letzten drei Jahre lasse keine eindeutige Richtungsänderung erkennen. Der Gesundheitszustand habe sich deshalb weder verbessert noch verschlechtert. Sie sei de shalb sowohl bei der Ausübung ihres Berufs als auch bei einer Verweistätigkeit nach wie vor zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit einge- schränkt. 5.7 Aus dem Bericht von Dr. E.____ vom 14. Juli 2010 geht hervor, dass die Versicherte nach den stationären Behandlungen in der M.____ und in der F.____ weiterhin ambulant psy- chiatrisch-psychotherapeutisch in der F.____ betreut worden sei. Seit Januar 2010 arbeite sie in der C.____. Der Einstieg sei ihr nicht leicht gefalle n, da sie Mühe gehabt habe, sich an einen regelmässigen Tagesablauf zu gewöhnen. Dies bereite ihr heute noch Schwierigkeiten. Sie sei aber motiviert, kooperativ und möchte eine massgebliche Veränderung ihrer Lebenssituation erreichen. Insofern habe sie einen Fortschritt erreicht. Die psychische Stabilität sei jedoch noch nicht für eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft ausr eichend. Er ersuche deshalb weiterhin um Erhöhung der bisherigen halben Invalidenrente auf eine ganze. 5.8 Gemäss Bericht vom 25. Juli 2011 untersuchte PD Dr. med. N.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, I.____, die Versicherte am 22. Nove mber 2010 erstmals. Er hielt als Diag- nosen eine Bipolar-II-Störung mit einer gegenwärtig teilremittierten, chronischen depressiven Episode mittelschweren Grades ohne somatische Symptome f est. Trotz polypharmazeutischer Behandlung bestehe eine persistierende depressive Symptom atik, welche die Versicherte für eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft zu 100 % einsc hränke. Es sei ihr dagegen möglich, ihre bisherige Arbeit im geschützten Rahmen zu 50 % weiterzuführen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.9 Auf Zuweisung von PD Dr. N.____ hin hielt sich die Versicherte vom 4. August 2011 bis 4. Oktober 2011 stationär in der O.____ auf. Die b ehandelnden Ärzte diagnostizierten eine bipolare affektive Störung bei gegenwärtig mittelschw erer depressiver Episode. Die Versicherte habe bei Eintritt depressiv und affektarm gewirkt. Sie berichte über eine innere Leere und Ge- fühllosigkeit, eine Störung der Vitalgefühle sowie ein e Freud- und Interessenlosigkeit. Im An- trieb sei sie gehemmt. Zudem habe sie ein erhöhtes Schlafbedürfnis und es bestehe ein ausge- prägter sozialer Rückzug. Im Verlauf habe sich ihre Stim mung aufgehellt und die Antriebshem- mung habe abgenommen. Zur Stabilisierung der Symptoma tik sei die Versicherte auf eine am- bulante Psychotherapie angewiesen. Hinsichtlich ihrer dep ressiven Symptomatik sei sie in ei- nem deutlich gebesserten Zustand ausgetreten. Ab 11. O ktober 2011 bestehe im Rahmen des geschützten Arbeitsumfeldes zunächst eine 30%ige Arbeitsfähigkeit. 5.10 Dr. D.____ erstattete am 18. Februar 2012 ein w eiteres Verlaufsgutachten. Er hielt als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine bi polare affektive Störung II und eine ge- genwärtig mittelgradige oder leichte depressive Episod e ohne somatische Symptome fest. Die emotional instabilen Persönlichkeitszüge vom Borderline -Typus wirkten sich nicht mehr auf die Arbeitsfähigkeit aus. Während der Untersuchung habe e r psychomotorisch eine leichte Ge- hemmtheit beobachten können. Der Affekt imponiere al s verarmt und devitalisiert. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei leicht reduziert gewesen. Es l asse sich somit eine Verschlechterung der psychischen Situation in Form einer antriebsarmen, ch ronifizierten depressiven Episode feststellen. Neben der Antriebsschwäche beständen auch Mo tivationsschwierigkeiten mit Affektarmut, Passivität und eine leichte psychomotorische Hem mung. Diese Befunde wiesen auf eine dekompensierte depressive Störung im Rahmen d er bekannten bipolaren affektiven Störung hin. Der Zustand sei als mittel- oder leichtgr adige depressive Episode zu klassifizieren. Gegen eine schwere depressive Episode spreche das Fehlen von psychotischen Elementen. Die Libido sei nicht beeinträchtigt und es beständen ke ine Anzeichen für Suizidgedanken. Ein massiver sozialer Rückzug sei nicht erkennbar. Die chronische Minderung des Antriebs wirke sich auf Wachsamkeit, Konzentration und Ausdauer aus. Die A rbeitsfähigkeit als kaufmänni- sche Angestellte sei durch die neuerliche depressive Episode im Vergleich zur Begutachtung im Jahre 2010 um 10 % zusätzlich reduziert. In einer Verwei stätigkeit falle die Antriebsminderung weniger ins Gewicht, soweit diese nicht auf Effizienz u nd Schnelligkeit ausgelegt sei und der Versicherten einen gewissen Spielraum für die Bestimmun g ihres Arbeitstempos eingeräumt werde. Die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit habe sich unter diesen Voraussetzungen von 50 % auf 70 % ab aktueller psychiatrischer Untersuchu ng erhöht. Die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei auch darauf zurückzuführen, dass die Versicherte in den letzten beiden Jah- ren keinen massiven Einbruch erfahren habe. Sie sei in d er Lage gewesen, zukunftsorientierte Schritte wie z.B. die Heirat zu unternehmen. Zudem zei ge sie eine konstante Arbeitspräsenz in der C.____ und besorge den Haushalt daheim. 5.11 Vom 28. Februar 2012 bis 21. März 2012 war die V ersicherte in der O.____ zwecks psychophysischer Stabilisierung und medikamentöser Einstellu ng hospitalisiert. Bei Eintritt sei der Antrieb deutlich gehemmt und die Psychomotorik verlangsamt gewesen. Die Mimik sei rela- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht tiv starr gewesen. Trotz guten Schlafes hätten eine Tage smüdigkeit und eine deutliche soziale Zurückgezogenheit bestanden (vgl. Bericht vom 10. April 2012). 5.12 Dr. G.____ nahm am 7. März 2012 Stellung zum Gu tachten von Dr. D.____ vom 18. Februar 2012. Er stellte sich auf den Standpunkt, d ass dieses Gutachten auf einem umfas- sendem Aktenstudium und eigenen fachärztlichen Untersuchungen beruhe. Die Diagnosen und die Arbeitsfähigkeit seien plausibel begründet. Der Gu tachter habe auch zu den Einschätzun- gen anderer Ärzte ausführlich Stellung genommen. Es se i deshalb grundsätzlich auf dieses Gutachten abzustellen. Es könne jedoch nicht - wie von Dr . D.____ angenommen - von einer höheren Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit als 50 % ausgegangen werden, da sich der Gesundheitszustand nicht verbessert habe. Dagegen habe d er Gutachter eine Verschlechte- rung in der angestammten Tätigkeit nachgewiesen, wesh alb die Versicherte bei der Ausübung des kaufmännischen Berufes nun zu 60 % arbeitsunfähig sei. Der Beginn dieser Verschlechte- rung sei ab Hospitalisation in der O.____ im August 201 1 festzusetzen. Im Bericht vom 25. Juli 2012 führte Dr. G.____ sodann aus, dass anhand der Aus trittsberichte der O.____ und der gut- achterlichen Abklärung durch Dr. D.____ davon auszugehen sei, dass die Versicherte durchge- hend an einer bipolaren affektiven Störung mittelgradiger depressiver Ausprägung leide. Da der Grund für die erneute Hospitalisation im 2012 die M edikamenteneinstellung gewesen sei, sei eine massgebliche Veränderung des Gesundheitszustandes sei t Begutachtung durch Dr. D.____ im Februar 2012 nicht ersichtlich; die Beschw erden und die Befunde seien seither im Wesentlichen gleich geblieben. Aufgrund der Einwä nde des Rechtsvertreters der Versicher- ten nahm Dr. G.____ am 24. September 2012 erneut St ellung zu den vorliegenden ärztlichen Beurteilungen. Er wies darauf hin, dass aufgrund der p sychopathologischen Befunde keine er- hebliche Veränderung der Arbeitsfähigkeit festgestellt werden könne. Die bipolare affektive Stö- rung zeichne sich durch Schwankungen aus. Da die Versicher te über einen Zeitraum von 6 Jahren mehrfach begutachtet worden sei, seien diese Schwankungen in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden (vgl. auch Stellungnahme vom 19. Dezember 2013). Ein weiterer Bericht von Dr. G.____ erfolgte am 23. Mai 2 014. Darin wies er darauf hin, dass die Befunde von Dr. D.____ mit denjenigen der behandeln den Ärzte der O.____ übereinstimmten. Es sei zu erwarten, dass die psychischen Schwankungen zukünft ig ähnlich verlaufen würden. Aufgrund der etablierten Lithiumtherapie könne günstigenfalls sogar ein stabiler Zustand eintre- ten. 6.1.1 In Würdigung der vorliegenden fachärztlichen Beur teilungen ist festzustellen, dass die Diagnosen der psychiatrischen Fachpersonen im Wesentliche n übereinstimmen. Im Zeitpunkt der Rentenzusprechung im Jahr 2006 ging Dr. D.____ davon aus, dass die Versicherte an einer bipolaren affektiven Störung mit depressiver Ausprägung und an einer emotional instabilen Per- sönlichkeitsstörung leide, welche Einfluss auf die Arbeits fähigkeit hätten. Die gleichen Diagno- sen stellten auch die behandelnden Ärzte der Q.____ i n ihrem Bericht vom 1. März 2006, Dr. E.____ im Januar und November 2009 und die behan delnden Ärzte der M.____ im Oktober 2009. Der Schweregrad der depressiven Episoden schwankte dabei je nach aktuellem Ge- sundheitszustand der Versicherten zwischen schwer und mitte lschwer. In diesem Zusammen- hang weist die Versicherte richtig darauf hin, dass Dr. D.____ in seinem Bericht vom 4. Januar 2010 eine mittelgradige depressive Episode von Mai bis A ugust 2009 aufführte, während Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. E.____ und die behandelnden Ärzte der M.____ für diese Zeit von einer schweren Episode ausgingen (vgl. Berichte von Dr. E.____ vom 11. November 2009 und der M.____ vom 2. Okto- ber 2009). Aufgrund der medizinischen Beurteilung von Dr. D.____ ist jedoch davon auszuge- hen, dass es sich dabei um einen Verschrieb seitens von Dr. D .____ handelt, stellte er doch nirgends die von Dr. E.____ und der Ärzteschaft der M._ ___ aufgeführte Diagnose einer schwergradigen depressiven Episode von Mai bis August 2009 in Frage. Die Versicherte kann unter diesen Umständen aus der Diagnosestellung von Dr. D.____ nichts zu ihren Gunsten ab- leiten. 6.1.2 Im Sommer 2011 führte PD Dr. N.____ erstmals d ie emotionale instabile Persönlich- keitsstörung nicht mehr als Diagnose auf. Zudem stellte er fest, dass die depressive Symptoma- tik inzwischen chronischer Natur sei (vgl. Bericht vom 25. Juli 2011). Zur gleichen Diagnosestel- lung gelangten auch die behandelnden Ärzte der O.____ am 28. Oktober 2011 und 10. April 2012 und schliesslich auch Dr. D.____ in seinem Gutachten vom 8. Februar 2012. Dr. D.____ erklärte dazu überzeugend, dass zu Beginn die auf verschied enen Ebenen vorliegende Bezie- hungsinstabilität Anlass für die Diagnose einer emotion al instabilen Persönlichkeitsstörung ge- bildet habe. Seit die Versicherte keiner Erwerbstätigkei t mehr nachgehe, stehe sie weniger un- ter emotionalem Stress. Dadurch hätten sich die sozialen Reibungsflächen verringert. Inzwi- schen sei die Beziehungsinstabilität in den Hintergrund getreten und beeinflusse die Arbeitsfä- higkeit der Versicherten nicht mehr in massgebender Weis e. Diese Entwicklung deutete Dr. D.____ im Übrigen bereits in seinem Vorgutachten vo m 4. Januar 2010 an (vgl. Erwägung 5.6). Es ist deshalb aufgrund der übereinstimmenden D iagnosen davon auszugehen, dass die Versicherte zum hier massgebenden Zeitpunkt des Verfügung serlasses (= 28. August 2014) noch an einer bipolaren affektiven Störung mit chronischen depressiven Episoden leidet. 6.2 Während die Entwicklung des Gesundheitszustandes der V ersicherten seit Rentenzu- sprechung hinsichtlich der Diagnosestellung einheitlich be urteilt wird, liegen unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf den Grad der Arbeitsfähigke it vor. Dr. D.____ ging im Februar 2006 von einer 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit aus. Zur Begründung führte er an, dass die Versicherte ein bipolares Krankheitsbild aufweise, bei welchem sie schwankend an sch weren bis leichten depressiven Episoden leide. In einer leichten, symptomarmen Phase m ache sich eine Persönlichkeitsstö- rung bemerkbar, welche durch ein inkonstantes und unreif es Verhalten gekennzeichnet sei. Diese beiden psychiatrischen Erkrankungen führten zu eine r emotionalen Instabilität und beruf- lichen Inkonstanz sowie zu Einschränkungen in der Konzentrat ions- und Aufmerksamkeitsfä- higkeit. Die Versicherte äussert gewisse Zweifel an der Zuverlässigkeit dieser gutachterlichen Beurteilung, räumt aber diese wieder aus dem Weg, ind em sie auf die Berichte des Hausarztes Dr. L.____ vom 20. Dezember 2007 und von Dr. E.____ vom 14. Januar 2009 hinweist, welche den Umfang der Arbeitsunfähigkeit gleich einschätzten w ie Dr. D.____. Ebenso wenig vermag die Kritik der Versicherten, wonach bei der Beurteilung des Rentenanspruchs im Jahr 2006 der Abschlussbericht der beruflichen Massnahmen vom 19. April 2005 unberücksichtigt geblieben sei, die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens von Dr. D.____ vom 8. Februar 2006 zu schmälern. Denn gemäss Rechtsprechung kommt den Berichten vo n Eingliederungsfachleuten kein massgebender Beweiswert bei der Beurteilung medizi nischer Sachverhalte zu (vgl. Urteil Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht des damaligen EVG [heute: Bundesgericht] vom 4. Dezembe r 2006, I 928/05, E. 3). Gestützt auf die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. D.____ vom 8. Februar 2006 ist somit davon auszu- gehen, dass die Versicherte zum Zeitpunkt der Rentenzusp rechung für jegliche Tätigkeiten zu 50 % arbeitsfähig war. 6.3 Als die Versicherte Anfang Juni 2009 wieder an ein er schweren depressiven Episode litt, erachtete Dr. E.____ die Versicherte als arbeits unfähig, sah aber längerfristig eine 50%ige Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt als mögli ch an (vgl. Bericht vom 17. September 2009). Gleichermassen stellte Dr. D.____ im Rahmen se iner Zweitbegutachtung Mitte Dezem- ber 2009 fest, dass sich der Gesundheitszustand der Versiche rten im Frühling/Sommer 2009 verschlechtert habe, dieser sich aber nach den Hospitalisa tionen in der M.____ und in der F.____ mit gleichzeitiger Etablierung eines Phasenprohylaktikums bei guter Compliance wieder verbessert habe. Zum Untersuchungszeitpunkt habe er kei ne relevanten Anzeichen einer de- pressiven Verstimmung mehr beobachtet. Er gehe deshalb davon aus, dass die bipolare affek- tive Störung remittiert sei. Die Symptome der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung hätten sich abgeschwächt, da die Versicherte auf der beruflichen Ebene weniger Stresssituationen ausgesetzt sei. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit mei nte Dr. D.____, dass im Gesamten keine Änderungen gegenüber seiner Erstbegutachtung eingetre ten seien. Aufgrund dieser Entwick- lung des Gesundheitszustandes und den guten prognostischen Aussichten wäre zu erwarten gewesen, dass sich die Arbeitsfähigkeit erhöhen würde. D r. D.____ weist jedoch mit aller Deut- lichkeit auf die Schwankungen seit Krankheitsausbruch im Jahr 2001 hin. Er kam deshalb zum Schluss, dass aufgrund dieses wechselhaften Krankheitsbildes weder eine relevante Verbesse- rung noch eine relevante Verschlechterung festzustellen sei. Da zum Zeitpunkt des Gutachtens keine widersprechenden ärztlichen Beurteilungen vorliegen , bestehen keine Gründe, von der Beurteilung von Dr. D.____ vom 4. Januar 2010 abzuweiche n. Die Ansicht der Versicherten, wonach Dr. D.____ im Grunde genommen annehme, dass sie nicht mehr in der freien Wirt- schaft einsetzbar sei und er nur deshalb eine Arbeitsfä higkeit attestiere, weil er eine Invalidisie- rung vermeiden möchte, findet in den Akten keine Stüt ze. Eine Verschlechterung des Gesund- heitszustandes kann deshalb bis zum Gutachtenszeitpunkt im Dezember 2009 nicht begründet werden. 6.4 Wie die Versicherte richtig feststellt, erfolgte di e erste abweichende Zumutbarkeitsbe- urteilung durch Dr. E.____ im Sommer 2010. In seinem Bericht vom 14. Juli 2010 stellte sich Dr. E.____ auf den Standpunkt, dass die Versicherte aufg rund ihrer psychischen Instabilität auf dem freien Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfähig sei. I n seinem Bericht verwies er im Wesentli- chen auf den Umstand, dass die Versicherte seit Januar 2010 in einem geschützten Rahmen in der C.____ arbeite. Seiner Beurteilung ist jedoch kei ne Verschlechterung des Gesundheitszu- standes zu entnehmen, welche den Verlust der bisherige n teilweisen Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt erklären könnte. Es ist deshalb anzune hmen, dass Dr. E.____ aus der Tä- tigkeit der Versicherten in einem geschützten Arbeitsumfeld ableitete, dass die Versicherte nicht mehr in der freien Wirtschaft arbeitsfähig sei. In di esem Zusammenhang ist jedoch darauf hin- zuweisen, dass bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und für die Bestimmung des Invaliden- einkommens der ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend ist (A rt. 16 ATSG). Der ausgegli- chene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gl eichgewicht zwischen Angebot Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276 und seitherige Entscheide) . Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzung en wie auch hinsichtlich des körperli- chen Einsatzes. Er umfasst auch sogenannte Nischenarbeits plätze, also Stellen- und Arbeits- angebote, bei welchen behinderte Personen mit einem s ozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (statt vieler: Urteile de s Bundesgerichts vom 30. März 2012, 9C_910/2011, E. 3.1 und vom 29. August 2007, 9C_95/2 007, E. 4.3 mit Hinweisen). Aufgrund der Ausführungen von Dr. E.____ und der übrigen med izinischen Berichte kann nicht davon ausgegangen werden, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt keine passenden Stellen für die Versicherte bereithält und sie deshalb ihre Restarbeits fähigkeit nur an einem geschützten Ar- beitsplatz verwerten kann. Es ist vielmehr anzunehmen, dass Dr. E.____ bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vom aktuellen und nicht vom hier massgeblichen ausgeglichenen Arbeits- markt ausging. 6.5.1 Wegen einer erneuten schweren depressiven Episode h ielt sich die Versicherte von August 2011 bis Anfang Oktober 2011 in der O.____ auf. Die behandelnde Ärzteschaft stellte in ihrem Bericht vom 28. Oktober 2011 bei Eintritt eine mittelschwere depressive Episode fest. Als Befunde hielten sie einen verarmten Affekt, eine Devit alisierung, einen gehemmten Antrieb und einen ausgeprägten sozialen Rückzug fest. Sie attestierte der Versicherten für die Zeit nach Austritt eine vorläufige 30%ige Arbeitsfähigkeit im g eschützten Arbeitsumfeld. Eine längerfristi- ge Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nahm sie nicht vor, weshalb auf ihre Zumutbarkeitsbeurtei- lung nicht abgestellt werden kann. 3 ½ Monate später b egutachtete Dr. D.____ die Versicherte erneut. Aus seinem Gutachten vom 18. Februar 2012 ge ht hervor, dass sie wieder zu 50 % in der C.____ arbeite. Seine Befunde (leichte Gehemmthe it, Antriebsschwäche, Motivations- schwierigkeiten, leicht eingeschränkte affektive Schwingungsfähigkeit, Affektarmut) stimmen bis auf den sozialen Rückzug im Wesentlichen mit denjenigen der behandelnden Ärzte der O.____ überein. Dass er den sozialen Rückzug nicht als sehr auffäll ig bezeichnete, ist mit dem Hinweis auf die Heirat im Mai 2011 und den Angaben der Versi cherten, dass sie die Lebensgemein- schaft mit ihrem Ehemann aufrecht erhalten und in der C.____ arbeiten könne, einleuchtend. Selbst wenn im Zeitpunkt des Klinikeintritts ein sozial er Rückzug in ausgeprägter Form vorlag, ist davon auszugehen, dass dieser sich im Laufe des Aufentha lts abschwächte, stellte doch die Ärzteschaft der O.____ beim Klinikaustritt in Bezug auf die depressive Symptomatik eine deutli- che Verbesserung fest. Daraus ergibt sich, dass die Beurte ilung von Dr. D.____ dem Bericht der O.____ vom 28. Oktober 2011 nicht widerspricht, wesh alb dieser nicht geeignet ist, an der Zuverlässigkeit der gutachterlichen Ausführungen zu zweifeln. 6.5.2 Dr. D.____ geht im Weiteren mit PD Dr. N.____ einig, dass die depressive Symptoma- tik mittlerweile chronifiziert und dekompensiert sei. Wä hrend es sich bei der Beurteilung von PD Dr. N.____, wonach die Versicherte in der freien W irtschaft nicht und in einem geschützten Umfeld lediglich zu 50 % arbeitsfähig sei, um eine vage Einschätzung handelt und zudem nicht begründet ist, führte Dr. D.____ aus, dass die Versicherte durch die Chronifizierung des psychi- schen Leidens an einer Antriebsschwäche, einer Affektarmut, einer Passivität und einer leichten psychomotorischen Hemmung leide, was sich auf Wachsamkeit, K onzentration und Ausdauer auswirke. Bei qualifizierten und anspruchsvollen Tätigkeiten wie im Beruf einer kaufmännischen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Angestellten erhöhe sich dadurch die bisher attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % auf 60 %. Da keine konkreten Indizien vorliegen, welche gegen die Zuverlässigkeit dieser Beurteilung sprechen, ist der Beurteilung von Dr. D.____ voller Bew eiswert zuzuerkennen. Selbst wenn die von der Versicherten geltend gemachten geringen Zweif el bestehen würden, reichen diese bei verwaltungsexternen Fachgutachten nicht aus, um die Bewe iskraft des Gutachtens von Dr. D.____ zu schmälern (vgl. Erwägung 3.3). Hingegen kann seinen Ausführungen hinsichtlich der erhöhten Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigke it nicht gefolgt werden. Darauf wird in Er- wägung 6.7 näher eingegangen. 6.6 Nach der Begutachtung der Versicherten durch Dr. D .____ hielt sich die Versicherte vom 28. Februar 2012 bis 21. März 2012 erneut in der O .____ auf. Dem Austrittsbericht vom 10. April 2012 ist zu entnehmen, dass Zweck dieses stationär en Aufenthalts eine psychophysi- sche Stabilisierung und eine Medikationseinstellung war . Eine Änderung des Gesundheitszu- standes wurde jedoch nicht festgestellt, weshalb die Beu rteilung von Dr. D.____ vom 18. Feb- ruar 2012 hinsichtlich der angestammten Tätigkeit weiterhin Gültigkeit hat. 6.7 Dr. G.____ wies in seiner Stellungnahme vom 7. Mä rz 2012 zu Recht darauf hin, dass der Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. D.____, wonach sic h die Arbeitsfähigkeit in einer Ver- weistätigkeit von 50 % auf 70 % erhöht habe, aus revision srechtlichen Gründen nicht gefolgt werden kann. Dass die Antriebsminderung in einer leide nsangepassten Tätigkeit nicht sehr ins Gewicht falle und die Versicherte in den letzten beide n Jahren keine längere schwergradige depressive Episode erlitten habe, lässt nicht auf eine Ve rbesserung des Gesundheitszustandes schliessen. Die bloss unterschiedliche medizinische Einschätzu ng eines im Wesentlichen un- verändert gebliebenen Sachverhalts führt nicht zu einer materiellen Revision. Aus diesem Grund ist an der bisher festgestellten 50%igen Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit in einer Ver- weistätigkeit festzuhalten. 6.8 Aufgrund dieser Ausführungen ergibt sich, dass sich d er Gesundheitszustand der Ver- sicherten hinsichtlich einer leidensangepassten Tätigkeit se it Rentenzusprechung im Jahr 2006 nicht geändert hat. Hingegen ist eine entsprechende V erschlechterung in der angestammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte eingetreten. 7. Den Beginn der Verschlechterung der Arbeitsfähigke it in der angestammten Tätigkeit setzte Dr. D.____ in seinem Gutachten vom 18. Februar 2012 ab Untersuchungszeitpunkt, d.h. 9. Februar 2012, fest. Dr. G.____ meinte dagegen, da ss die Verschlechterung des Gesund- heitszustandes mit der Hospitalisation in der O.____ b ereits im August 2011 begonnen habe (vgl. Stellungnahme vom 7. März 2012). Die IV-Stelle si eht die Untersuchung in den I.____ im Juli 2011 als massgebenden Zeitpunkt an. Dieser Auffassung ist zu folgen. Denn PD Dr. N.____ stellte in seinem Bericht vom 25. Juli 201 1 erstmals eine Chronifizierung und Dekompensation der depressiven Symptomatik fest. Diese Entwicklung war auch der Grund für Dr. D.____ anzunehmen, dass sich die Arbeitsfähigkeit de r Versicherten in einem kaufmänni- schen Beruf verschlechtert habe. Der Ansicht der Versichert en, wonach sich ihr Gesundheits- zustand bereits im Juni 2009 verändert habe, findet in den Akten dagegen keine Stütze. Es ist Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht somit festzustellen, dass die Verschlechterung des Gesundheit szustandes per Juli 2011 einge- treten ist. 8. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. In der erstmaligen Rentenverfügung vom 9. März 2006 berechnete die IV-Stelle sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen gestützt au f die Salärempfehlungen 2005 des Schweizerischen kaufmännischen Verbandes. Aufgrund der Ve rschlechterung des Gesund- heitszustandes in der angestammten Tätigkeit musste die IV-Stelle in der angefochtenen Verfü- gung vom 28. August 2014 das Invalideneinkommen für ei ne Verweistätigkeit ermitteln. Das von der IV-Stelle gestützt auf den lohnstatistischen Anga ben der vom Bundesamt herausgege- benen Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelten Validen einkommen von Fr. 73'056.-- sowie das ebenfalls anhand lohnstatistischer Angaben der LSE und u nter Berücksichtigung des zumutba- ren Arbeitspensums von 50 % festgestellte Invalideneink ommen von 26'692.-- wurden von der Versicherten zu Recht nicht beanstandet. Nachdem sich aus de n Akten keine weiteren Hinwei- se ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amte s wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzunehmen wäre, erübrigt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit den von der IV-Stelle ermittelten Vergleichseinkommen . Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkommen von Fr. 26'692.-- dem Validene inkommen von Fr. 73'056.-- gegen- über, so ergibt dies eine Einkommenseinbusse von Fr. 46' 364.--. Daraus resultiert ein Invalidi- tätsgrad von rund 63 % und somit ein Anspruch auf ei ne Dreiviertelsrente. In Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 2 IVV hat die IV-Stelle somit die b isherige halbe Invalidenrente mit Verfügung vom 28. August 2014 korrekt ab 1. Oktober 2011 auf eine Dreiviertelsrente erhöht. Die Be- schwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 9. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist di e Versicherte unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu überbinden sind. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.