A bteilung V E -7110/2006 scr/rar {T 0/2} U rteil vom 25. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin Schenker Senn, R ichter Brodard, G ysi G erichtsschreiber R aem y A ._______, Iran, vertreten durch R echtsanw alt B._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 10. O ktober 2002 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer, ein iranischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie aus Ba- yangan, Provinz Kerm anshah, m it letztem W ohnsitz in Teheran, verliess sein H ei- m atland laut eigenen Angaben am 5. Septem ber 2001 und erreichte die Schw eiz am 28. Septem ber 2001. Am 1. O ktober 2001 stellte er bei der Em pfangsstelle des dam als zuständigen BFF in C ._______ ein Asylgesuch. B. Am 8. O ktober 2001 w urde der Beschw erdeführer im Transitzentrum D ._______ des BFF zu seinen Asylgründen befragt. Am 27. M ärz 2002 erfolgte die kantonale Anhörung und am 16. Septem ber 2002 führte das BFF eine ergänzende Anhörung durch. Zur Begründung des Asylgesuches m achte der Beschw erdeführer im W e- sentlichen geltend, er sei Sym pathisant der Kurdisch D em okratischen Partei im Iran (KD PI) gew esen, habe sich im R ahm en seiner beruflichen Tätigkeit m ehrfach im iranisch-irakischen G renzgebiet aufgehalten und dabei seinem Verw andten E._______, einem ranghohen M itglied der KD PI, w iederholt Inform ationen aus dem H eim atland zukom m en lassen. N ach einer D enunziation sei er im H eim atland von den Behörden gesucht w orden, w eshalb er dieses verlassen habe. Seit seiner Einreise in die Schw eiz habe er sich zudem exilpolitisch betätigt. C . M it Verfügung vom 10. O ktober 2002 lehnte das BFF das Asylgesuch des Be- schw erdeführers ab und ordnete gleichzeitig dessen W egw eisung aus der Schw eiz an. Zur Begründung führte es aus, seine Schilderungen genügten den Anforderun- gen an die G laubhaftigkeit nicht. D ie vom Beschw erdeführer geltend gem achten exilpolitschen Tätigkeiten verm öchten nicht zur Anerkennung der Flüchtlingseigen- schaft zu führen. D . M it undatierter Eingabe - eingegangen beim BFF am 10. O ktober 2002 - reichte der Beschw erdeführer eine Videokassette als w eiteres Bew eism ittel zu den Akten. E. Auf sein G esuch vom 15. O ktober 2002 gew ährte das BFF dem Beschw erdeführer am 23. O ktober 2002 Einsicht in die Asylakten. F. M it Telefax vom 30. O ktober 2002 zeigte der R echtsvertreter des Beschw erdefüh- rers dem BFF die M andatsübernahm e an und beantragte die w iedererw ägungs- w eise Aufhebung der Verfügung vom 10. O ktober 2002 und die W iederaufnahm e des erstinstanzlichen Verfahrens, zum al sich die Verfügung m it dem als w esentlich bezeichneten Bew eism ittel (Videokassette) gekreuzt habe. G . M it Telefax vom 30. Januar 2002 (recte: 30. O ktober 2002) bestätigte das BFF den Erhalt der Videokassette, teilte dem R echtsvertreter des Beschw erdeführers indes- sen m it, dass es sich nicht veranlasst sehe, die Verfügung vom 10. O ktober 2002 w iedererw ägungsw eise aufzuheben. H . M it Eingabe vom 11. N ovem ber 2002 beantragte der Beschw erdeführer bei der da- m als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sow ie die R ückw eisung zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz. Es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und es sei ihm Asyl zu gew ähren. Eventualiter sei die U nzulässigkeit, allenfalls die U nzum utbar-3 keit des W egw eisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuord- nen. Im W eiteren sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. I. M it Zw ischenverfügung vom 15. N ovem ber 2002 verzichtete die AR K auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses und forderte den Beschw erdeführer einerseits zur Ü bersetzung der in einer Frem dsprache eingereichten Bew eism ittel und anderer- seits zur Einreichung w eiterer Bew eism ittel auf. J. M it Eingabe vom 20. D ezem ber 2002 reichte der Beschw erdeführer zw ei Ü berset- zungen zu den Akten. K. M it Vernehm lassung vom 7. Januar 2003 beantragte das BFF die Abw eisung der Beschw erde. L. M it Eingabe vom 24. Januar 2003 hielt der Beschw erdeführer an den gestellten Begehren und deren Begründung fest und reichte w eitere Bew eism ittel zu den Ak- ten. M . M it ergänzenden Eingaben vom 19. M ärz 2003, 21. Juli 2003, 25. Juli 2003, 24. Septem ber 2004, 29. Septem ber 2004, 24. M ärz 2005 und 13. Juli 2005 m ach- te der Beschw erdeführer w eitere Ausführungen zur Begründung seines Asylgesu- ches und reichte zusätzliche Bew eism ittel - darunter insbesondere solche zu sei- nen verschiedenen exilpolitischen Aktivitäten in der Schw eiz - zu den Akten. N . M it zw eiter Vernehm lassung vom 16. M ai 2007 hielt das nun zuständige BFM an der Verfügung des BFF vom 10. O ktober 2002 fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. O . M it Zw ischenverfügung vom 26. Juni 2007 gew ährte das Bundesverw altungsge- richt dem Beschw erdeführer Frist zur schriftlichen Stellungnahm e zur zw eiten Ver- nehm lassung der Vorinstanz und forderte ihn zur Einreichung einer detaillierten Kostennote auf. P. M it Eingabe vom 12. Juli 2007 hielt der Beschw erdeführer vollum fänglich an der Beschw erde sow ie den geltend gem achten N achfluchtgründen fest und reichte eine Kostennote zu den Akten. Als w eiteres Bew eism ittel reichte er ein Schreiben vom 29. M ai 2007 von Am nesty International, Sektion der Bundesrepublik D eutschland e.V. an das Verw altungsgericht Köln zu den Akten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. 4 D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht hat per 1. Januar 2007 - sofern es zuständig ist - die Beurteilung der vorm als bei der AR K hängigen R echtsm ittel übernom m en. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D er Beschw erdeführer m achte anlässlich der durchgeführten Anhörungen zur Be- gründung seines Asylgesuches im W esentlichen geltend, er seit seit dem Jahre 1993 Sym pathisant der KD PI gew esen, habe für die Partei Propaganda gem acht und sei zudem persönlicher Kurier seines Verw andten E._______ gew esen. D ieser sei M itglied des Zentralkom itees der KD PI und ein w ichtiger O ppositionsführer gew esen, w elcher bereits seit längerer Zeit polizeilich gesucht w orden sei. D er Be- schw erdeführer habe ihm jew eils Inform ationen über die politische Lage im Iran geliefert. Im Auftrag von E._______ habe er für zw ei Fam ilien auch G eldbeträge vom Irak in den Iran gebracht. Als H ändler im iranisch-irakischen G renzraum sei der Beschw erdeführer oftm als zw ischen diesen beiden Ländern hin und her gereist, habe E._______ m ehrm als getroffen und dabei unter anderem auch die Bekanntschaft m it A.K., einem ehem aligen iranischen Studenten, w elcher m it den Peshm ergas zusam m engearbeitet habe, gem acht. An A.K. habe er im Som m er 1999 M aterial (eine Videokassette, auf w elcher der Beschw erdeführer zusam m en 5 m it diversen hochrangigen Politikern und Peshm ergas an der H ochzeit von T.Q ., einem langjährigen politischen G efangenen im Iran und Bruder von E._______ zu sehen sei, sow ie Film negative m it Aufnahm en von neuen M itgliedern des G eheim dienstes) zu H anden von E._______ übergeben. D ies sei die letzte Tätigkeit des Beschw erdeführers für die Partei gew esen. D anach habe er sich zur Arbeitssuche nach Teheran begeben, w o er bis zu seiner Ausreise geblieben sei. Im Septem ber 2001 habe er erfahren, dass A.K. zum iranischen G eheim dienst übergelaufen sei und diesem belastendes M aterial übergeben habe, w orauf der G eheim dienst zusam m en m it A.K. zu H ause nach dem Beschw erdeführer gesucht habe. D abei sei der Bruder des Beschw erdeführers für kurze Zeit festgenom m en und nach dessen Aufenthaltsort befragt w orden. N achdem er in Erfahrung gebracht habe, dass die von ihm an A.K. übergebene Videokassette und die Film negative nie bei E._______ angekom m en seien, sei er davon ausgegangen, dass A.K. auch diese dem G eheim dienst übergeben habe. W eil sich der Beschw erdeführer daraufhin auch in Teheran nicht m ehr sicher gefühlt habe, habe er sich zur Ausreise entschlossen. Telefonisch habe er erfahren, dass er vom G eheim dienst auch nach seiner Ausreise gesucht w orden sei. Vor diesen Ereignissen sei der Beschw erdeführer in den Jahren 1993 und 1996 je einm al für kurze Zeit inhaftiert gew esen, ohne dass diese Festnahm en indessen irgendw el- che Folgen für ihn gehabt hätten. W eiter verw ies der Beschw erdeführer darauf, dass er in der Schw eiz ebenfalls politisch aktiv sei und an m ehreren Aktionen teilgenom m en habe. Zum Bew eis seiner Vorbringen reichte er m ehrere Bew eism ittel, darunter eine Bestätigung der KD PI vom 25. April 2002, eine Identitätskarte, ein Bestätigungsschreiben (Telefax) von E._______ vom 21. N ovem ber 2001, ein Foto, w elches ihn m it E._______ zeige sow ie ein Video und m ehrere Fotos zu seinen exilpolitischen Aktivitäten zu den Akten. 4.2 D as BFF hielt in seiner Verfügung fest, die Vorbringen des Beschw erdeführers in Bezug auf A.K., aufgrund dessen D enunziation er im H eim atland gesucht w erde, und diejenigen in Bezug auf die D auer der Inhaftierung seines Bruders, seien als w idersprüchlich und m ithin unglaubhaft zu bezeichnen. U nglaubhaft sei sodann auch das vom Beschw erdeführer geschilderte Verhalten, nachdem er von seinem Bruder über die Suche nach ihm inform iert w orden sei, zum al dieses nicht nach- vollziehbar und realitätsfrem d sei. N icht bestritten w erde, dass sich der Beschw er- deführer aus beruflichen G ründen w iederholt im benachbarten Irak aufgehalten und dort gelegentlich Kontakt m it einem entfernten Verw andten gehabt habe, w el- cher M itglied der KD PI gew esen sei. U nglaubhaft sei indessen, dass er w egen A.K. im H eim atland bedroht sei. D aran verm öchten auch die politischen Kenntnis- se des Beschw erdeführers sow ie die eingereichte Bestätigung der KD PI nichts zu ändern. Ebenso verm öge das exilpolitische Engagem ent des Beschw erdeführers die Flüchtlingseigenschaft nicht zu begründen, zum al er nicht über das dazu erfor- derliche Profil verfüge. 4.3 In seiner Beschw erdeeingabe w iederholte der Beschw erdeführer vorab zusam - m enfassend den zur Begründung des Asylgesuches geltend gem achten Sachver- halt, listete die bisher eingereichten Bew eism ittel auf und reichte als neue Bew eis- m ittel zw ei R eferenzschreiben anerkannter Flüchtlinge (von N .O . aus N orw egen und T.Q .B. aus der Türkei) zu den Akten. In Bezug auf das am 10. O ktober 2002 als Bew eism ittel eingereichte Videoband rügt der Beschw erdeführer, dass die Vor-6 instanz sein Asylgesuch abgew iesen habe, ohne dieses zu w ürdigen. D as Video- band sei indessen im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens eingereicht w orden, so dass die Sache nach Aufhebung der angefochtenen Verfügung zur W ürdigung des Bew eism ittels an die Vorinstanz zurückzuw eisen sei. Im W eiteren rügt er so- dann eine unvollständige und falsche W ürdigung des Sachverhalts und der Be- w eism ittel, zum al die Vorinstanz bei ausgew ogener Beurteilung seiner Vorbringen und der D okum ente vielm ehr zum Schluss hätte kom m en m üssen, dass er die Flüchtlingseigenschaft erfülle. In Bezug auf die ihm im Zusam m enhang m it A.K. vorgehaltenen U ngereim theiten führte er aus, dass er A.K. schon lange vor dessen Ausreise in den Irak gekannt, ihn aber dann erstm als w ieder am W ohnort von E._______ getroffen habe. O b sich aber A.K. bereits m it der Absicht zur Spionage in den Irak begeben habe oder sich erst später dazu entschlossen habe, entziehe sich seiner Kenntnis. Bei den ihm vorgehaltenen W idersprüchen in Bezug auf die Festnahm edauer seines Bruders handle es sich angesichts der Ü bersetzungs- schw ierigkeiten um vernachlässigbare U nstim m igkeiten, zudem handle es sich bei den Festnahm en nicht um selber Erlebtes. G eringfügige U nstim m igkeiten liessen sich nie verm eiden und seien letztlich gerade R ealkennzeichen der Vorbringen. Sein geschildertes Verhalten, w onach er erst nach dem Ü berlaufen von A.K. Ab- klärungen zum Verbleib des von ihm an A.K. übergebenen M aterials getroffen habe, sei entgegen der Ansicht der Vorinstanz als plausibel und nachvollziehbar zu bezeichnen. Zum eingereichten Videoband führte er aus, dass er darauf "an der Seite des ZK M itglieds der KD PI an besagter Feier" zu sehen sei. Er singe solo ein Lied zum Lob des M annes und sei zusam m en m it hochrangigen Politikern sow ie m it Peshm ergas zu sehen. D am it liege auf der H and, dass er im Iran in höchstem M asse gefährdet gew esen sei. Abw egig sei nach der Ansicht des Beschw erdefüh- rers, aus seinen Angaben zum Verhältnis zu seinem dam aligen Arbeitgeber und der Auflösung des Arbeitsverhältnisses ein Argum ent gegen seine G laubw ürdigkeit zu konstruieren, zum al er diesen nicht über seine politischen Aktivitäten inform iert habe, sondern ihm lediglich m itgeteilt habe, aufgrund persönlicher Problem e nicht m ehr arbeiten zu können. G estützt auf seine unbestrittenen Kontakte zur KD PI und seiner verw andtschaftlichen Beziehung zu einem hohen Kader der Partei w ürde sich sodann aus seiner Teilnahm e an Kundgebungen vor der iranischen Botschaft in der Schw eiz eine zusätzliche G efährdung des Beschw erdeführers ergeben. Es seien zahlreiche Bilder aus der Botschaft heraus gem acht w orden und unter den Teilnehm ern befänden sich m utm asslich auch Spitzel, w elche die N am en der Teil- nehm er an den iranischen G eheim dienst w eiterleiteten. 4.4 In ihrer ersten Vernehm lassung führte die Vorinstanz aus, es w erde nicht bestrit- ten, dass sich der Beschw erdeführer aus beruflichen G ründen im Irak aufgehalten habe und dort gelegentlich Kontakt zu einem entfernten Verw andten gehabt habe, w elcher M itglied der KD PI sei. Sow eit das am 10. O ktober 2002 eingereichte Vi- deoband diese Sachverhalte bestätige, erw eise es sich nicht als nützliches Be- w eism ittel, w eshalb die Verfügung vom 10. O ktober 2002 denn auch nicht aufge- hoben w orden sei, nachdem sie sich m it dessen Einreichung gekreuzt habe. Zu- dem verw ies die Vorinstanz auf w eitere U nstim m igkeiten des Beschw erdeführers in seinen Aussagen zu A.K.. 4.5 In seiner Stellungnahm e vom 24. Januar 2003 führte der Beschw erdeführer aus, das eingereichte Videoband bew eise seine zentralen Vorbringen. Alle auf dem 7 Band sichtbaren und vom Beschw erdeführer bezeichneten Personen seien im G e- gensatz zum Beschw erdeführer nicht m ehr in den Iran zurückgekehrt. D ie von der Vorinstanz w eiter festgehaltenen U nstim m igkeiten seien entw eder auf Ü berset- zungsschw ierigkeiten oder auf den sum m arischen C harakter des Em pfangsstellen- protokolls zurückzuführen. Als w eitere Bew eism ittel für die G efährdung aller Per- sonen, w elche in den Augen des iranischen R egim es in die N ähe der KD PI gehör- ten, reichte der Beschw erdeführer Berichte aus der Zeitschrift Kurdistan ein, w el- che vom International Bureau of D em ocratic Party of Iranian Kurdistan herausge- geben w ürden. D arin w erde über die Exekution von 3 Personen berichtet. W eiter verw eist der Beschw erdeführer darauf, dass T.Q ., w elcher ebenfalls w egen des Verrats durch A.K. habe fliehen m üssen, in der Türkei vom U N H C R als Flüchtling anerkannt w orden sei und in seinem dortigen Verfahren diesbezüglich detaillierte Aussagen gem acht habe. 4.6 In seinen w eiteren Eingaben (vgl. oben M .) bekräftigte der Beschw erdeführer sei- ne bisherigen Vorbringen und reichte w eitere Bew eism ittel zu seinen Asylvorbrin- gen sow ie zu seinen verschiedenen exilpolitischen Aktivitäten in der Schw eiz zu den Akten (vgl. dazu nachfolgend E 6 und 7). 4.7 In seiner zw eiten Vernehm lassung stellte sich die Vorinstanz auf den Standpunkt, im erstinstanzlichen Entscheid sei eingehend dargelegt w orden sei, dass die gel- tend gem achte Verfolgung aus politischen G ründen im Iran gestützt auf verschie- dene U ngereim theiten nicht geglaubt w erde. D aher verm öge die behauptete M it- gliedschaft bei der KD PI und die Verw andtschaft zu einem hochrangigen M itglied dieser Partei, w elches im Irak lebe, keine asylrechtlich relevante G efährdung des Beschw erdeführers zu begründen. D ie dazu nachträglich eingereichten Bestäti- gungsschreiben seien als G efälligkeitsschreiben ohne Bew eisw ert zu taxieren, zu- m al es sich dabei teilw eise nur um Kopien handle, deren Bew eisw ert ohnehin als gering einzustufen sei. Auf G rund der unglaubhaften Asylvorbringen sei davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer bei seiner Ausreise aus dem Iran den Behörden nicht als politisch aktive Person bekannt gew esen sei und diese daher kein ernsthaftes Interesse an ihm habe. D em zufolge könnten auch die nachträglich geltend gem achten exilpolitischen Aktivitäten im R ahm en des D VF und der KD PI nicht zu einer konkreten G efährdung des Beschw erdeführers bei einer R ückkehr in den Iran führen. 5. 5.1 N ach der Ansicht des Beschw erdeführers w urde die am 10. O ktober 2002 bei der Vorinstanz eingegangene Videokassette in der angefochtenen Verfügung zu U n- recht nicht berücksichtigt beziehungsw eise keiner W ürdigung unterzogen, obw ohl diese noch im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens eingereicht w orden sei. Letzteres ergebe sich daraus, dass das D atum des Eingangs des Bew eism ittels m it dem Verfügungsdatum zusam m enfalle. Aus diesem G rund sei die angefochte- ne Verfügung aufzuheben und die Sache zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zu- rückzuw eisen. 5.2 U nbestritten und aktenm ässig erstellt ist, dass das Eingangsdatum der Videokas- sette bei der Vorinstanz m it dem Verfügungsdatum zusam m en fällt und dass sie in der angefochtenen Verfügung w eder gew ürdigt noch erw ähnt w ird. G estützt auf die Aktenlage ist indessen nicht feststellbar, ob das Bew eism ittel an diesem Tag 8 zeitlich noch vor dem Erlass der Verfügung beim BFF eingegangen ist, um von ihm in der angefochtenen Verfügung überhaupt noch berücksichtigt w erden zu können. D ies lässt sich entgegen der Ansicht des Beschw erdeführers nicht bereits aus dem U m stand schliessen, dass Eingangs- und Verfügungsdatum zusam m en fallen. Letztlich kann die Frage offen gelassen w erden, zum al die Videokassette im R ahm en des vorliegenden Beschw erdeverfahrens m itberücksichtigt w ird. Sie w urde denn auch von der Vorinstanz in der Vernehm lassung vom 7. Januar 2003 einer W ürdigung unterzogen und der Beschw erdeführer hatte anschliessend im R ahm en des ihm gew ährten R eplikrechts die M öglichkeit, zum Ergebnis dieser W ürdigung Stellung zu nehm en, w ovon er denn in seiner Eingabe vom 24. Januar 2003 auch G ebrauch gem acht hat. Som it kann entgegen der Ansicht des Beschw erdeführers keine Verletzung verfahrensrechtlicher Ansprüche oder Vorschriften festgestellt w erden, w elche eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung nach sich ziehen könnten. D er Antrag auf Aufhebung der an- gefochtenen Verfügung und R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz ist dem - nach abzuw eisen. 6. 6.1 N ach einlässlicher Prüfung säm tlicher Akten kom m t das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass die Erw ägungen der Vorinstanz zu den fehlenden Vorausset- zungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gestützt auf die Vorbringen des Beschw erdeführers vor dem Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem H eim atland als zutreffend zu erachten und m ithin zu bestätigen sind. In Ü bereinstim m ung m it der Vorinstanz ist insbesondere als unglaubhaft zu erachten, dass der Beschw er- deführer aufgrund einer D enunziation durch A.K. sow ie seiner verw andtschaftli- chen Verhältnisse im Iran einer asylrechtlich relevanten G efährdungslage ausge- setzt gew esen sei. D ie Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid die G ründe, w eshalb diese Vorbringen des Beschw erdeführers als unglaubhaft zu bezeichnen sind, in schlüssiger W eise aufgezeigt. Zudem ist festzuhalten, dass das vom Be- schw erdeführer in Bezug auf die Suche nach ihm geschilderte Verhalten der irani- schen Behörden als realitätsfrem d beziehungsw eise den allgem einen Erfahrungen w idersprechend einzustufen ist. So ist angesichts des bekannten Vorgehens der iranischen Behörden bei verm uteter staatsfeindlicher Aktivität nicht nachvollzieh- bar, dass der Bruder des Beschw erdeführers ohne W eiteres w ieder entlassen w or- den w äre, nachdem er den Behörden gesagt habe, er kenne w eder die Telefon- num m er noch die Adresse seines Bruders. Abgesehen davon sind auch die von der Vorinstanz im Zusam m enhang m it der angeblichen Verhaftungsdauer seines Bruders festgestellten W idersprüche zu bestätigen. N icht gehört w erden kann die Erklärung, dass es sich dabei nicht um eigene Erlebnisses des Beschw erdeführers handle, w urde doch der Beschw erdeführer gem äss eigenen Angaben direkt durch seinen Bruder inform iert und hätte diese Inform ationen som it aus erster H and er- halten. Auch die w eiteren Ausführungen in der Beschw erdeschrift sind nicht geeig- net, die Schlussfolgerungen der Vorinstanz in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Insbesondere verm ag der H inw eis auf Ü bersetzungs- und Verständigungs- problem en, w elche zu U ngereim theiten in seinen Aussagen geführt hätten, zu kei- ner anderen Einschätzung zu führen. D iesbezüglich ist vielm ehr festzustellen, dass den Protokollen der Anhörungen keine H inw eise zu entnehm en sind, w onach auf die Ü bersetzung zurückzuführende Verständigungsproblem e aufgetreten sei-9 en. Vielm ehr bestätigte der Beschw erdeführer, den D olm etscher gut verstanden zu haben beziehungsw eise, dass die erstellten Protokolle vollständig seien und seinen Ausführungen entsprechen w ürden (vgl. A 1 S. 9, A 10, S. 3 und 28 sow ie A 12 S. 11); er m uss sich som it bei seinen Aussagen behaften lassen. Vor diesem H intergrund sind denn auch die Bestätigungsschreiben in Bezug auf die geltend gem achte politische Tätigkeit vor der Ausreise und eine angeblich daraus resultierende G efährdungslage des Beschw erdeführers nicht geeignet, zu einer anderen Erkenntnis zu führen. D iesbezüglich kann zur Verm eidung von W iederholungen auf die Erw ägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung beziehungsw eise in ihren Vernehm lassungen verw iesen w erden, in w elchen diese zu R echt als G efälligkeitsschreiben ohne Bew eisw ert qualifiziert w urden. 6.2 G estützt auf die in Bezug auf seine Identität, Verw andschaft und berufliche Tätig- keit als substanziiert, detailliert und schlüssig zu bezeichnenden Angaben des Be- schw erdeführers sow ie die dazu eingereichten Bew eism ittel (insbesondere seinen Identitätsausw eis sow ie die am 10. O ktober 2002 eingereichte Videokassette) be- stehen für das Bundesverw altungsgericht keine Zw eifel an diesen Vorbringen. N icht bestritten ist ebenso eine dadurch bestehende N ähe zu exilpolitisch aktiven M itgliedern der KD PI. Alleine gestützt darauf verm ag der Beschw erdeführer indes- sen, w ie bereits von der Vorinstanz zu R echt erkannt w urde, nichts zu seinen G unsten abzuleiten. D ass er desw egen keinen asylrechtlich relevanten Benachtei- ligungen ausgesetzt w ar, kann denn auch aus dem U m stand geschlossen w erden, dass er sich trotz dieser Verw andtschaft m it zum indest einem bereits dam als hochrangigen und gesuchten M itglied der KD PI w ährend längerer Zeit unbehelligt in Teheran aufhalten konnte, w o er gem äss seinen Angaben auch einer geregelten Arbeit nachgegangen ist. An dieser Erkenntnis verm ag auch das Vorbringen nichts zu ändern, dass E._______ zw ischenzeitlich in der H ierarchie der KD PI gestiegen sei, w odurch sich die Verfolgungsgefahr für den Beschw erdeführer entsprechend gesteigert habe. D ies w ird bestätigt durch den U m stand, dass beispielsw eise der Bruder des Beschw erdeführers (w elcher im gleichen Verw andtschaftsverhältnis zu E._______ steht w ie der Beschw erdeführer) und w eitere im H eim atland lebende Verw andte des Beschw erdeführers keinen Benachteiligungen beziehungsw eise Verfolgungsm assnahm en ausgesetzt sind. 6.3 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschw erdeführer nicht gelun- gen ist, für den Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem Iran eine asylrechtlich relevan- te Verfolgung im Sinne von Vorfluchtgründen nachzuw eisen oder glaubhaft zu m a- chen. Auch eine diesbezüglich begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsm ass- nahm en ist zu verneinen. Zw ar kann davon ausgegangen w erden, dass der Be- schw erdeführer verw andtschaftliche Beziehungen zu bestim m ten Personen pfleg- te, w elche ihrerseits w ichtige Funktionen in der KD PI bekleideten und vom irani- schen Staat gesucht w erden, dass sich indessen alleine daraus keine Verfol- gungsgefahr für den Beschw erdeführer ergibt. Aus diesen G ründen erübrigt es sich, auf die w eiteren diesbezüglichen Ausführungen in der Beschw erdeeingabe sow ie die dazu eingereichten Bew eism itteln einzugehen, zum al sie am Ergebnis nichts ändern können. 7.10 7.1 Zur Begründung seines Asylgesuches m acht der Beschw erdeführer m it Verw eis auf seine politischen Aktivitäten in der Schw eiz das Vorliegen subjektiver N ach- fluchtgründe geltend. D azu reichte er verschiedene Bew eism ittel (2 Videokasset- ten, Fotos, Bestätigungsschreiben, Verw eise auf Internetlinks) zu den Akten. Auf- grund seiner verw andtschaftlichen Verhältnisse und der dadurch bestehenden N ähe zu KD PI ergebe sich, dass er bei einer R ückkehr einer konkreten G efähr- dung ausgesetzt sei. 7.2 W er sich darauf beruft, dass durch ein Verhalten nach der Ausreise aus dem H ei- m at- oder H erkunftsstaat - so auch durch politische Exilaktivitäten - eine G efähr- dungssituation erst geschaffen w orden ist, m acht subjektive N achfluchtgründe gel- tend (vgl. Art. 54 AsylG ). D iese begründen zw ar die Flüchtlingseigenschaft im Sin- ne von Art. 3 AsylG , führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie m issbräuchlich oder nicht m issbräuchlich gesetzt w ur- den. D ie vom G esetzgeber bezw eckte Bestim m ung subjektiver N achfluchtgründe als Asylausschlussgrund verbietet auch ein Addieren solcher G ründe m it Flucht- gründen vor der Ausreise aus dem H eim at- oder H erkunftsstaat, die für sich allein nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgew ährung ausreichen (vgl. EM AR K 1995 N r. 7, S. 67 und 70, Erw . 7b und 8). 7.3 In der angefochtenen Verfügung verneint die Vorinstanz das Vorliegen subjektiver N achfluchtgründe. Zur Begründung w ird angeführt, dass es zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft aufgrund subjektiver N achfluchtgründe eines besonderen Profils bedürfe, w elches der Beschw erdeführer nicht habe, so dass seine Aktivitä- ten in der Schw eiz keinen G rund zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft be- gründeten. In ihrer ersten Vernehm lassung enthielt sie sich diesbezüglich einer Stellungnahm e. In der zw eiten Vernehm lassung führte sie aus, dass auf G rund der unglaubhaften Asylvorbringen des Beschw erdeführers davon auszugehen sei, dass er bei seiner Ausreise aus dem Iran den Behörden nicht als politisch aktive Person bekannt gew esen sei und diese daher kein ernsthaftes Interesse an ihm hätten. Entsprechend könnten auch die nachträglich geltend gem achten exilpoliti- schen Aktivitäten nicht zu einer konkreten G efährdung des Beschw erdeführers bei einer R ückkehr in den Iran führen. 7.4 In genereller H insicht ist vorab darauf hinzuw eisen, dass nach konstanter - w enn auch bisher unpublizierter - Praxis der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission bei iranischen Asylsuchenden das blosse Einreichen eines Asylgesuches keinen sub- jektiven N achfluchtgrund im Sinne von Art. 54 AsylG darstellt. D em gegenüber ris- kieren iranische Asylsuchende, w elche sich in der Schw eiz exilpolitisch betätigen, nach den Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts bei einer allfälligen Aus- schaffung in ihr H eim atland eine strafrechtliche Verfolgung w egen staatsfeindlicher Aktivitäten, w obei bereits im R ahm en eines entsprechenden staatlichen Erm itt- lungsverfahrens m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit gravierende Ü bergriffe zu be- fürchten w ären. 7.5 U nter Beilage verschiedener Bew eism ittel m achte der Beschw erdeführer bereits im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens sow ie anschliessend im R ekursverfah- ren die Teilnahm e an zahlreichen gegen das iranische R egim e gerichteten exilpoli- tischen Aktivitäten geltend und führte dazu unter anderem aus, die Beurteilung der N achfluchtgründe sei vor dem H intergrund der Fluchtgründe vorzunehm en. Zu-11 sam m en m it seinen Kontakten zur KD PI und der verw andtschaftlichen Beziehung zu einem hohen Kader der Partei ergebe sich aus der blossen Teilnahm e an der Kundgebung vor der iranischen Botschaft in der Schw eiz eine zusätzliche G efähr- dung. Aufgrund der Position seines Verw andten E._______ sei davon auszugehen, dass dessen Verw andte von den ranischen G eheim diensten besonders beobachtet w ürden, insbesondere w enn sie auch selber politisch aktiv seien, w as auch für politische Aktivitäten im Ausland gelte. Bei den vor der iranischen Botschaft in Bern durchgeführten D em onstrationen, an w elchen er teilgenom m en habe, seien zahlreiche Bilder aus der Botschaft heraus gem acht w orden. Zudem befänden sich unter den Teilnehm ern m utm asslich Spitzel, w elche die N am en der Teilnehm er dem iranischen G eheim dienst w eitergeben w ürden. G erade das U m feld der KD PI w erde in der Schw eiz m it Sicherheit scharf beobachtet. Es sei davon auszugehen, dass die Betätigung des Beschw erdeführers innerhalb der eher kleinen Szene der w irklich engagierten exilpolitisch aktiven Iraner in der Schw eiz von den Behörden des Iran registriert w orden seien. 7.6 Vorab kann festgestellt w erden, dass die vom Beschw erdeführer geltend gem ach- ten politischen Aktivitäten in der Schw eiz von der Vorinstanz nicht bestritten w er- den. Vor dem H intergrund der eingereichten zahlreichen Bew eism ittel sind diese denn auch vom Bundesverw altungsgericht als erstellt zu erachten. Es kann hierzu som it w eitestgehend auf die Schilderungen des Beschw erdeführers in dessen Ein- gaben sow ie auf die von ihm eingereichten Bew eism ittel verw iesen w erden. 7.7 D em Beschw erdeführer w urde von der Vorinstanz zu seinen exilpolitischen Aktivi- täten anlässlich der Anhörung vom 16. Septem ber 2002 lediglich eine einzige Fra- ge gestellt, ohne danach - trotz entsprechender H inw eise und der abgegebenen Bew eism ittel - w eiter darauf einzugehen (vgl. A 12 S. 7). D ie Vorinstanz stellt sich in der angefochtenen Verfügung sodann auf den Standpunkt, der Beschw erdefüh- rer habe das zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft aufgrund subjektiver N achfluchtgründe erforderliche Profil nicht. D ieser pauschalen Feststellung der Vorinstanz kann nicht gefolgt w erden. D er Beschw erdeführer nim m t gem äss den eingereichten Bew eism itteln in der Schw eiz seit m ehreren Jahren aktiv an Aktio- nen der iranischen O pposition teil. D en eingereichten Bew eism itteln kann entnom - m en w erden, dass er m ehrfach an Kundgebungen in der Schw eiz teilgenom m en, die sich klar gegen das R egim e seines H eim atlandes richteten. So ist er auf den eingereichten Bew eism itteln beispielsw eise als Träger eines grossen roten Trans- parents m it dem Aufdruck "N ieder m it der iranischen islam ischen R epublik" zu seh- en. W eiter hat er an einer D em onstration vor der iranischen Botschaft in Bern teil- genom m en, von w elcher Film aufnahm en in einer N achrichtensendung im Schw ei- zer Fernsehen gezeigt w urden. D abei ist er als Träger eines grossen w eissen Transparents m it der Aufschrift "Stopp Stopp Stopp Ausschaffungsstopp" zu er- kennen. G em äss den Ausführungen der N achrichtensprecherin dem onstrierten die etw a 70 Teilnehm er und Teilnehm erinnen gegen w illkürliche Verhaftungen, Zensur und U nterdrückung der Frauen durch das R egim e der M ullahs und forderten von der Schw eiz einen Ausschaffungsstop. Zudem w urden Fotos, auf w elchen der Be- schw erdeführer als Teilnehm er an Kundgebungen zu erkennen ist, im Internet publiziert. Aus den eingereichten Bew eism itteln ergibt sich w eiter, dass der Be- schw erdeführer am 29. Januar 2005, dem G ründungstag der KD PI, an einer Ver-12 anstaltung in Biel eine Ansprache gehalten hat. Aufgrund von Kenntnissen der schw eizerischen Asylbehörden ist davon auszugehen, dass die iranischen Behör- den Aktionen und Kundgebungen von Staatsbürgern im Ausland system atisch be- obachten, entsprechende Inform ationen sam m eln und gegen O ppositionelle rigo- ros vorgehen. D abei dürften regim efeindliche Aktionen w ie jene vor der heim atli- chen Botschaft durchaus das Augenm erk der iranischen Staatsschützer auf sich ziehen. D ie Situation des Beschw erdeführers darf überdies nicht losgelöst von sei- nen verw andtschaftlichen Beziehungen, insbesondere jener zu E._______ beurteilt w erden. Auch w enn diese für sich alleine nicht geeignet ist, die Flüchtlingseigen- schaft des Beschw erdeführers im Sinne einer R eflexverfolgung zu begründen, kann in Ü bereinstim m ung m it dem Beschw erdeführer davon ausgegangen w erden, dass dem persönlichen und verw andtschaftlichen U m feld gesuchter Personen auch im Ausland erhöhte Aufm erksam keit geschenkt w ird. D ie M öglichkeit, dass der Beschw erdeführer aufgrund seines politischen Engagem ents in der Schw eiz einerseits sow ie seiner verw andtschaftlichen Verhältnisse und der dadurch beding- ten N ähe zur KD PI andererseits bei einer R ückkehr in sein H eim atland m it asyl- rechtlich relevanten N achteilen rechnen m üsste, erscheint dem nach nach Ein- schätzung des Bundesverw altungsgerichts als überw iegend w ahrscheinlich. Im Falle einer W iedereinreise in den Iran ist das R isiko für den Beschw erdeführer, an der G renze festgenom m en zu w erden, nach dem G esagten auch objektiv als be- gründet anzusehen. D a sich die G efahr vor Verfolgung m ithin bereits bei einer all- fälligen Einreise ins H eim atland zeigen dürfte, kann nicht davon ausgegangen w er- den, dem Beschw erdeführer stünde eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative zur Verfügung. 7.8 Bloss der Vollständigkeit halber kann schliesslich darauf hingew iesen w erden, dass auch die Argum entation der Vorinstanz in ihrer zw eiten Vernehm lassung, w o- nach als Folge unglaubhafter Asylvorbringen - in Bezug auf die geltend gem achten Vorfluchtgründe - auch die geltend gem achten exilpolitischen Aktivitäten nicht zu einer konkreten G efährdung des Beschw erdeführers bei einer R ückkehr in den Iran führen könnten, ins Leere stösst, zum al das Vorliegen glaubhafter Vorflucht- gründe in keiner Art und W eise zw ingende Voraussetzung für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gestützt auf subjektive N achfluchtgründe ist (vgl. Art. 54 AsylG , E 7.2 sow ie die zutreffenden Ausführungen des Beschw erdeführers in der Eingabe vom 12. Juli 2007 S. 1unten und 2 oben). 7.9 Zusam m enfassend ist som it festzustellen, dass die Vorinstanz die Flüchtlingsei- genschaft des Beschw erdeführers zu U nrecht verneint hat, da er die Vorausset- zungen von Art. 3 AsylG aus den soeben erw ähnten G ründen erfüllt. D ie Asylbe- rechtigung bleibt dem Beschw erdeführer indessen aufgrund der Ausschlussklausel von Art. 54 AsylG , w onach subjektive N achfluchtgründe zw ar zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, jedoch nicht zur Asylgew ährung führen, verw ehrt. 8. Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung 13 der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 8.1 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch hat er Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w ur- de dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. EM AR K 2001 N r. 21). 8.2 Aufgrund der objektiv begründeten Furcht des Beschw erdeführers, im Iran künftig im Sinne von Art.3 AsylG verfolgt zu w erden, erw eist sich der Vollzug der W egw ei- sung dagegen w egen drohender Verletzung des flüchtlingsrechtlichen G ebots des N on-R efoulem ents als unzulässig, so dass sich w eitere Ausführungen dazu erübri- gen. 8.3 D en Akten sind keine Anhaltspunkte zu entnehm en, w onach der Beschw erdeführer die öffentliche Sicherheit und O rdnung verletzt oder in schw erw iegender W eise ge- fährdet hätte (Art. 14 Abs. 6 AN AG ). 9. D ie Beschw erde ist folglich teilw eise gutzuheissen, sow eit die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung bean- tragt w ird. Sow eit die G ew ährung von Asyl und die Anordnung der W egw eisung als solcher beantragt w ird, ist die Beschw erde abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens (G utheissung hinsichtlich der Flüchtlingsei- genschaft und des Vollzugs der W egw eisung) ist von einem teilw eisen O bsiegen des Beschw erdeführers auszugehen, w obei bei Verfahrenskonstellationen w ie der vorliegenden ein rechnerischer G rad des D urchdringens von zw ei D ritteln ange- nom m en w ird. 10.1 D em Beschw erdeführer sind som it reduzierte Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 200.-- aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG , Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). 10.2 G em äss Art. 64 Abs. 1 Vw VG kann die Beschw erdeinstanz der obsiegenden Partei von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erw achsenen notw endigen und verhältnism ässig hohen Kosten zusprechen. D er R echtsvertreter des Beschw erdeführers reichte eine H onorarnote im U m fang von Fr. 3'703.60 (inkl. Auslagen und M ehrw ertssteuer) ein, w obei er 16.75 Stunden zu Fr. 200.-- und Auslagen von Fr. 92.-- verrechnete. D ie Kostennote ist hinsichtlich der aufge- führten Stunden als überhöht zu bezeichnen. U nter Berücksichtigung der Kom ple- xität des Verfahrens, der Bem essungsgrundsätze der Art. 7 ff. VG KE sow ie des O bsiegens von zw ei D ritteln ist dem Beschw erdeführer eine angem essene Partei- entschädigung von total Fr 2040.-- (inkl. Auslagen und M W St), w elche vom Bun- desam t zu entrichten ist, zuzusprechen. (D ispositiv nächste Seite)14 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit sie die Frage der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und des Vollzugs der W egw eisung betrifft. Im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D ie Vorinstanz w ird angew iesen, den Beschw erdeführer als Flüchtling vorläufig aufzunehm en. 3. D ie reduzierten Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 200.--, w erden dem Beschw er- deführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskas- se zu überw eisen. 4. D as BFM w ird angew iesen, dem Beschw erdeführer für das Verfahren vor der Bun- desverw altungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2040.-- (inkl. Auslagen und M W St) zu entrichten. 5. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilagen: Einzahlungsschein und vorinstanzliche Verfügung im O riginal) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - das M igrationsam t des Kantons E._______ (Kopie) D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: R egula Schenker Senn R udolf R aem y Versand am :