A bteilung IV D -3533/2006 {T 0/2} U rteil vom 30. A pril 2007 M itw irkung: R ichter H aefeli, R ichterin Schenker Senn, R ichter G alliker G erichtsschreiberin Freihofer A._______, Türkei, vertreten durch R echtsanw alt Peter Frei, Kernstrasse 8, Postfach 1149, 8026 Zürich, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 2. Juli 2004 i.S. A syl und W egw eisung / N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschw erdeführer seinen H eim atstaat am 19. D ezem ber 2002 und gelangte am 2. Januar 2003 in die Schw eiz, w o er am gleichen Tag um Asyl ersuchte. Am 8. Januar 2003 fand in Kreuzlingen die Em pfangsstellenbefragung statt, und am 23. Januar 2003 erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch das Ausländeram t des Kantons B._______. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer dabei geltend, er stam m e aus C ._______, sei kurdischer Ethnie und Alevite. Seit dem Jahre 1998 w erde die W ohnung der Fam ilie w egen des Bruders, w elcher die Türkei verlassen und sich in der Schw eiz begeben habe, von der Polizei beschattet. Im Juli 2002 sei die Polizei m it einem Zeitungsartikel, in w elchem der Bruder auf einem Foto zu sehen gew esen sei, zu ihm (dem Beschw erdeführer) nach H ause gekom m en. D araufhin sei er zusam m en m it seinem zw eiten Bruder auf einen Terrorbekäm pfungsposten m itgenom m en, dort geschlagen und einen Tag später w ieder freigelassen w orden. D rei Tage später sei sein zw eiter Burder an seinem Arbeitsplatz von der Polizei belästigt und von seinem Arbeitgeber entlassen w orden. Am 3. N ovem ber 2002 sei er anlässlich der Parlam entsw ahlen als W ahlbeobachter für die D EH AP tätig gew esen. Er sei aber nicht M itglied der D EH AP gew esen. Am N achm ittag jenes W ahltages sei er von der Polizei zusam m en m it w eiteren W ahlbeobachtern w ährend einiger Stunden festgehalten, geschlagen und aufgefordert w orden, sich nicht m ehr für die D EH AP einzusetzen. Am 7. N ovem ber 2002 habe er die Zeitung "Ö zgür G ündem " verteilt und sei dabei von zw ei Polizisten in Zivil festgenom m en, w ährend eines Tages festgehalten, m isshandelt und beschuldigt w orden, als Spitzel für den M enschenrechtsverein IH D und für die D EH AP tätig zu sein. Es sei ihm gedroht w orden, m an w ürde ihn verschw inden lassen und er m üsse der Polizei inskünftig stets Auskunft über andere Personen geben. Er habe am 7. N ovem ber 2002 ferner die N am en zw eier Freunde preisgegeben. Einer davon sei am 22. N ovem ber 2002 festgenom m en w orden. Aus diesen G ründen sei er in der Folge ausgereist. B. M it Verfügung vom 2. Juli 2004 stellte das BFF fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung aus der Schw eiz und deren Vollzug. C . M it Beschw erde vom 2. August 2004 liess der Beschw erdeführer beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gew ähren. Eventuell sei festzustellen, dass die W egw eisung unzulässig und unzum utbar sei. Ein allenfalls aufzuerlegender Vorschuss für die Verfahrenskosten sei vom Sicherheitskonto zu beziehen. Es sei ihm die unentgeltliche R echtspflege sam t Beigabe eines Anw alts gem äss Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG ; SR 172,21) zu gew ähren. Auf die Ausführungen in der Beschw erde sow ie die als Bew eism ittel eingereichten D okum ente w ird, sow eit erheblich, in den Erw ägungen eingegangen.3 D . M it Zw ischenverfügung vom 10. August 2004 verzichtete die dam als zuständige Instruktionsrichterin der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, w ies das G esuch um Beigabe eines Anw alts gem äss Art. 65 Abs. 2 Vw VG ab, verw ies die Behandlung des G esuchs um Erlass der Verfahrenskosten gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG auf einen späteren Zeitpunkt und zog die Verfahrensakten des Bruders des Beschw erdeführers (N 321 003) antragsgem äss bei. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFF beziehungsw eise des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Verfahren entschieden. W ie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete 4 Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFF lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab, da seine Vorbringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG nicht zu genügen verm öchten. D ie vom Beschw erdeführer angeführten M itnahm en durch die türkische Polizei seien zu w enig intensive Eingriffe um als asylrelevant gew ertet zu w erden. D as behördliche Interesse am Beschw erdeführer w egen seiner geltend gem achten Tätigkeiten für die D EH AP/ehem alige H AD EP genügten nicht für die Annahm e einer begründeten Furcht vor Verfolgung im Sinne des AsylG , zum al der Beschw erdefüher w eder M itglied dieser Partei noch für diese in exponierter Stellung tätig gew esen sei. Zudem sei auch nicht von einer R eflexverfolgung des Beschw erdeführers w egen seines sich in der Schw eiz aufhaltenden Bruders (N ) auszugehen. Schliesslich sei auch nicht davon auszugehen, dass sich ein eventuelles lokales Verfolgungsinteresse dem Beschw erdeführer gegenüber über das gesam te Staatsgebiet der Türkei erstrecken w ürde. So habe der Beschw erdeführer ohnehin die M öglichkeit, sich in einer anderen R egion seines H eim atlandes niederzulassen. 4.2 Aus der R echtsm itteleingabe ergibt sich als R üge die Verletzung von Bundesrecht, indem dem Beschw erdeführer zu U nrecht kein Asyl gew ährt w orden sei. D ie Ausführungen in der Beschw erde erw eisen sich jedoch nach einer Prüfung der Akten als nicht geeignet, die Erw ägungen der Vorinstanz, w elche als zutreffend gew ertet w erden m üssen, zu entkräften. Insbesondere ist noch einm al zu betonen, dass vorliegend entgegen anderer Auffassung in der Beschw erde nicht von einer R eflexverfolgung des Beschw erdeführers ausgegangen w erden kann. H iezu ist festzuhalten, dass zw ar in der Praxis staatliche R epressalien gegen nahe Verw andte politischer Aktivisten angew endet w erden, w elche Behelligungen nach Kenntnis des Bundesverw altungsgerichts als so genannte Anschluss- oder R eflexverfolgung durchaus asylrechtlich relevante Intensität annehm en können (vgl. Entscheide und M itteilungen der AR K [EM AR K] 1994 N r. 17 S. 132 ff.; N r. 5 S. 39 ff.; 1993 N r. 39 S. 280 ff.; N r. 37 S. 263 ff.; N r. 6 S. 36 ff.). D ie W ahrscheinlichkeit, O pfer einer R eflexverfolgung im dargelegten Sinne zu w erden, ist vor allem gegeben, w enn nach einem flüchtigen Fam ilienm itglied gefahndet w ird und die Behörde Anlass zur Verm utung hat, jem and stehe m it dem G esuchten in engem Kontakt. D as R isiko erhöht sich zusätzlich, w enn ein nicht unbedeutendes politisches Engagem ent des R eflexverfolgten für illegale politische 5 O rganisationen hinzukom m t. G em äss EM AR K 2005 N r. 21, w orin eine ausführliche Beurteilung der neueren Entw icklungen in der Türkei vorgenom m en w ird, ist an dieser R echtsprechung grundsätzlich w eiterhin festzuhalten und w ird vom Bundesverw altungsgericht übernom m en. Insbesondere w ird darin betont, dass die W ahrscheinlichkeit einer R eflexverfolgung und deren Intensität stark von den konkreten U m ständen des Einzelfalles abhingen. Zurzeit seien besonders diejenigen Personen von einer R eflexverfolgung bedroht, die sich offen für politisch aktive Verw andte einsetzen w ürden. D ie beschriebenen Voraussetzungen für die Annahm e einer R eflexverfolgung sind vorliegend offensichtlich nicht gegeben, zum al der Beschw erdeführer offensichtlich w eder in einer exponierten politischen Stellung steht noch einen besonders engen Kontakt zu Fam ilienangehörigen geltend m acht, nach denen gefahndet w ird. Insbesondere ist – w as den Bruder des Beschw erdeführers (N ) betrifft – festzuhalten, dass dessen Asylgesuch in der Schw eiz m it U rteil der AR K vom 7. M ai 2001 rechtskräftig abgeschlossen und darin festgehalten w urde, dessen geltend gem achte Verfolgung sei als unglaubhaft zu w erten. Auch ein in der Folge eingeleitetes R evisionsverfahren endete bei der AR K am 7. Juni 2006 m it einer Abw eisung. Som it kann der Beschw erdeführer aus dem Asylverfahren seines Bruders offensichtlich nichts zu seinen G unsten ableiten. Im G egenteil w erden dam it Zw eifel gesetzt an der R ichtigkeit der aus der angeblichen Verfolgung des Bruders abgeleiteten Behelligungen durch die türkischen Behörden. Aufgrund der Akten bestehen zudem entgegen anderer M einung in der Beschw erde keinerlei konkreten Anhaltspunkte für die Annahm e, dass der Beschw erdeführer in der Türkei aufgrund seiner angeblichen Zugehörigkeit zu einer bekannten politischen Fam ile als "unbequem e Person" registriert w orden sei und gegen ihn ein politisches D atenblatt bestehe. D ie auf Beschw erdeebene zu den Akten gereichten D okum ente w ie beispielsw eise die Q uittung für Parteispenden an die H AD EP und ein Ausw eis als Verkäufer der "Ö zgür G ündem " sind schliesslich auch nicht geeignet, eine asylrechtlich relevante Verfolgung des Beschw erdeführers darzulegen, zum al die Vorinstanz von der G laubhaftigkeit der Vorbringen des Beschw erdeführers ausgegangen ist, sie jedoch als nicht asylrelevant gew ertet hat. W as die geltend gem achte N ähe zur H AD EP anbelangt, ist festzuhalten, dass sich aus den einschlägigen Stellungnahm en unabhängiger O rganisationen und Beobachter übereinstim m end ergibt, dass hauptsächlich Funktionäre und aktive M itglieder der H AD EP aufgrund ihrer Parteiaktivitäten festgenom m en, verhört und schliesslich auch der Strafverfolgung unterw orfen w urden. D em gegenüber habe die einfache M itgliedschaft bei der H AD EP bzw . der D EH AP in der R egel nicht zu Verfolgung geführt (Schw eizerische Flüchtlingshilfe [SFH ], Asylsuchende aus der Türkei, N ovem ber 2003, S. 1; ebenfalls D . G raf/SFH , Türkei. Zur aktuellen Situation, Juni 2003, S. 29; ähnlich auch S. Kaya, gutachterliche Stellungnahm e vom 16.2.2003 an das O berverw altungsgericht M ecklenburg-Vorpom m ern im Verw altungsstreitverfahren N r. 3 L 99/00). Som it ist klarerw eise und in Ü bereinstim m ung m it der Vorinstanz auch in diesem Zusam m enhang nicht von einer begründeten Furcht vor Verfolgung des Beschw erdeführers auszugehen. Es erübrigt sich nach dem G esagten die Veranlassung einer Ü bersetzung der in türkischer Sprache abgefassten D okum ente ins D eutsche. An dieser Stelle kann darauf verzichtet w erden, noch näher auf die Ausführungen in der Beschw erde und die dam it eingereichten D okum ente einzugehen, da sie an den 6 Schlussfolgerungen auch nichts zu ändern verm ögen. D ie erhobene R üge ist nach dem G esagten und m it Verw eis auf die zu R echt erfolgten Erw ägungen der Vorinstanz als unbegründet zu bezeichnen. 4.3 Zusam m enfassend ist som it festzustellen, dass der Beschw erdeführer keine Ver- folgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft m achen oder nachw eisen und er nicht als Flüchtling anerkannt w erden kann. M angels erfüllter Flüchtlingseigenschaft ist ihm zu R echt das nachgesuchte Asyl nicht gew ährt w orden. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG ; SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 5.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.5 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 5.6 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M . G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des 7 flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 5.7 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti- Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in seinem H eim atstaat lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw eise nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.8 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.9 Eine Situation, w elche den Beschw erdeführer als „G ew alt- oder de-facto- Flüchtling“ qualifizieren w ürde, lässt sich aufgrund der heutigen Situation in der Türkei nicht in genereller Form bejahen. Im Jahr 2004 beurteilte die AR K die Si- tuation in den südöstlichen Provinzen der Türkei neu (vgl. EM AR K 2004 N r. 8). D ie AR K kam zum Schluss, dass unter Berücksichtigung der neu gew ürdigten U m stände nicht m ehr von einer generellen U nzum utbarkeit der R ückkehr in die südöstlichen Provinzen der Türkei ausgegangen w erden m uss. D iese Beurteilung hat auch für das Bundesverw altungsgericht G ültigkeit. 5.10 Es sprechen auch keine individuellen G ründe gegen einen Vollzug der W egw eisung. Beim Beschw erdeführer handelt es sich um einen noch jungen und offenbar gesunden M ann m it m ehrjähriger Schulbildung und Berufserfahrung als M aschinenkontrolleur, w elcher zudem in der H eim at über Eltern und fünf G eschw ister verfügt (vgl. A1 S. 2; A10 S. 3), auf deren H ilfe er bei einer R ückkehr m it Sicherheit zählen kann. 5.11 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 5.12 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.13 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie 8 Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 7. D as m it der Beschw erde gestellte G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG ist abzuw eisen, da die Begehren – w ie sich aus den vorstehenden Erw ägungen ergibt – als von vornherein aussichtslos angesehen w erden m ussten, es m ithin an den für die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege kum ulativ notw endigen Voraussetzungen fehlt. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE; SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird abgew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 4. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ) - das Ausländeram t des Kantons B._______ (Beilagen: Sozialver- sicherungsausw eis N r. , Sozialentschädigungsausw eis N r. ) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Fulvio H aefeli G abriela Freihofer Versand am :