JAAC63.27 Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 25. August 1998 Taxe sur la valeur ajoutée. Auto-taxation. Estimation (interne, art. 48 OTVA). - Confirmation de la jurisprudence concernant la portée du principe de l’auto-taxation en matière d’imposition et de perception de la taxe sur la valeur ajoutée (consid. 3). - L’AFC procède à une estimation dans les limites de son pouvoir d’appréciation si les documents comptables font défaut ou sont incomplets, ou si les résultats présentés par l’assujetti ne correspondent manifestement pas à la réalité (consid. 4). - Enoncé des conditions de la mise en oeuvre de la procédure d’estimation (interne) et déroulement de cette procédure (consid. 5). Mehrwertsteuer. Selbstveranlagungsprinzip. (Interne) Schätzung (Art. 48 MWSTV). - Bestätigung der Rechtsprechung betreffend die Tragweite des Selbstveranlagungsprinzips in Bezug auf die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer (E. 3). - Die ESTV nimmt eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor, wenn keine oder nur unvollständige Aufzeichnungen vorliegen bzw. die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht übereinstimmen (E. 4). - Voraussetzungen für die Anwendung des Verfahrens der (internen) Schätzung und Darstellung des Ablaufs des Schätzungsverfahrens (E. 5). 1Imposta sul valore aggiunto. Principio dell’autotassazione. Valutazione (interna, art. 48 OIVA). - Conferma della giurisprudenza relativa alla portata del principio dell’autotassazione in materia d’imposizione e di pagamento dell’imposta sul valore aggiunto (consid. 3). - L’AFC procede a una valutazione, nei limiti del suo potere d’apprezzamento, se i documenti contabili non esistono o sono incompleti oppure se i dati presentati non corrispondono manifestamente alla realtà (consid. 4). - Condizioni per l’applicazione della procedura di valutazione (interna) e svolgimento di tale procedura (consid. 5). Zusammenfassung des Sachverhalts: A. X.istseitdem1.Januar1995alsSteuerpflichtigerimSinnevonArt.17der Verordnungvom22.Juni1994überdieMehrwertsteuer(MWSTV,SR641.201) imvonderEidgenössischenSteuerverwaltung(ESTV)geführtenRegister eingetragen. NachdemX.offensichtlichseinenPflichtenalsSteuerpflichtiger gegenüberderESTVnichtnachkam,wurdeerbereitsfürdasersteJahr seinerSteuerpflicht(1995)durchdieVerwaltungmitzweiSchätzungenfür denSteuerbetragvontotalFr.37000.-zurMehrwertsteuerveranlagt. Daer auchdieAbrechnungenfürdieSteuerperioden1. und2.Quartal1996(Zeit vom1.Januarbis30.Juni1996)nichteinreichtebzw. erdenSteuerbetrag nichtbezahlte,wurdedievonihmzuentrichtendeMehrwertsteuervonder VerwaltungdurchSchätzungermittelt. MitErgänzungsabrechnung(EA)vom 12.Dezember1996setztedieESTVdievonihmzubezahlendeMehrwertsteuer fürdiesenZeitraummitFr.28000.-(zuzüglichVerzugszinsunterAuferlegung derKosten)fest. InderFolgewurdedieoffeneSteuerforderungdurchdieESTVgegenüberX. inBetreibunggesetzt,wobeiderSteuerpflichtigegegendenZahlungsbefehl Rechtsvorschlagerhob. MitEntscheidvom5.Juni1997setztedieESTVdie vonX.zuentrichtendeSteuerforderungmitFr.28000.-festundhobdenvon ihmerhobenenRechtsvorschlagauf. ImSchreibenvom16.Juni1997erhob X.beiderESTV«Einspruch»gegendenEntscheidvom5.Juni1997,wobeier insbesonderevorbrachte,seineTätigkeitalsAnbauberaterwürdeimJahr wenigeralsFr.20000.-anEinkünftenerbringenunderlegtederVerwaltung verschiedeneBeweismittelvor. DieESTVsetzteX.mit(eingeschriebenem) Briefvom24.September1997einedreitägigeFristan,umdievonihm erhobeneEinsprachezuverbessernundinsbesonderedieAbrechnungenfür das1. und2.Quartal1996nachzureichen. DieseFristliessderSteuerpflichtige ungenutztverstreichen. MitEinspracheentscheidvom13.November1997wiesdieESTVdie EinsprachevonX.vom16.Juni1997abundbestätigtedenEntscheidvom 5.Juni1997. DieAbweisungderEinsprachewurdedurchdieVerwaltung 2insbesonderedamitbegründet,dass X.keineaussagekräftigenAufzeichnungen vorgelegthabeunddieprovisorischeVeranlagungfürdieKantons-und Gemeindesteuern1996desKantonsY.keinenSchlussaufdenvonihmin derfraglichenPeriodeerzieltenUmsatzzulassenwürde. B. MitEingabevom2.Dezember1997erhobX.(Beschwerdeführer)gegen denEinspracheentscheidderESTVvom13.November1997fristgerecht BeschwerdebeiderEidgenössischenSteuerrekurskommission(SRK).Da dieBeschwerdeschriftnichtdenformellenAnforderungenvonArt.52Abs.1 desBundesgesetzesvom20.Dezember1968überdasVerwaltungsverfahren (VwVG,SR172.021)entsprach,fordertedieSRKdenBeschwerdeführermit Schreibenvom12.Dezember1997auf,dieBeschwerdebiszum5.Januar1998 zuverbessernundebenfallsbiszudiesemTermineinenKostenvorschussvon Fr.2500.-zubezahlen. InderEingabevom4.Januar1998ersuchtederBeschwerdeführerum eineFristerstreckungzurVorlagederangefordertenUnterlagenbiszum 15.Januar1998. Gleichzeitigbrachteervor,dassernichtinderLagesei, denKostenvorschussvonFr.2500.-zubezahlen,daer de facto arbeitslossei. MitSchreibenvom7.Januar1998fordertedieSRKdenBeschwerdeführer auf,seineMittellosigkeitnachzuweisenunderstreckteihmgleichzeitig antragsgemässdieFristzurVerbesserungderBeschwerdebzw. Einreichung derUnterlagenbiszum15.Januar1998. C. DerBeschwerdeführermachteinseinerEingabevom14.Januar1998 geltend,gemässseinenBetriebsergebnissen1995und1996wäreein mehrwertsteuerpflichtigerUmsatzvoninsgesamtFr.6600.-durchihnerzielt worden,diesergebeeinenSteuerbetragvontotalFr.429.-. Ende1994habeer erwartet,dasserinZukunftinderSchweizmehrereAufträgerealisieren werde,dochseiesinderFolgenichtzuentsprechendenAbschlüssen gekommen. ImJahr1995habeereinenAuftragvoneinernordkoreanischen FirmaaneineholländischeFirmamiteinerAuftragssummevonFr.430000.- vermittelt,wobeierausdiesemGeschäfteineProvisionvon5%(Fr.21500.-) erzielthabe. DieseProvisionseibereitsinseinemBetriebsergebnis1995 berücksichtigtworden. Anfang1997habeerdieTätigkeitaufseinem bisherigenGebietals(selbständiger)Anbauberatereingestelltunder prüfederzeitalternativeBerufsmöglichkeiten. Seitdem1.Januar1997sei erohneBeschäftigungundEinkommen,daereinletztesProjektinder SchweiznichthabezumAbschlussbringenkönnen. Desweiterenmachte derBeschwerdeführerAngabenzuseinenpersönlichenVerhältnissen. MitZwischenentscheidvom22.Januar1998entschiedderPräsidentderSRK überdasGesuchdesBeschwerdeführersumBefreiungvonderZahlung derVerfahrenskostenundbewilligteihmdieunentgeltlicheRechtspflege indiesemUmfang. DieserZwischenentscheidistunangefochteninRechtskraft erwachsen. D. MitVernehmlassungvom30.März1998beantragtedieESTVdie kostenpflichtigeAbweisungderBeschwerde. DerBeschwerdeführerseiauf den1.Januar1995alsSteuerpflichtigerimRegistereingetragenworden, dochseierseitdemBeginnderSteuerpflichtseinerAbrechnungspflichtnicht nachgekommen. Auchfürdenindiesem VerfahrenmassgebendenZeitraum(1. und2.Quartal1996)seikeineÄnderungdesVerhaltensdesSteuerpflichtigen feststellbargewesen. NachdemderBeschwerdeführertrotzMahnungenseiner 3Abrechnungspflichtnichtnachgekommensei,habeeineermessensweise FestsetzungderSteuerschuldaufdenBetragvonFr.28000.-vorgenommen werdenmüssen. DievomBeschwerdeführereingereichtenUnterlagenseien nichtalsordnungsgemässgeführteGeschäftsbücherimSinnevonArt.47 Abs.1MWSTVanzusehenundkönntendahernichtberücksichtigtwerden. Da fürdenmassgeblichenZeitraumkeineverwertbarenUnterlagenvorliegen würden,seidieESTVzurVornahmeeinerSchätzungnachpflichtgemässem Ermessenbefugtundverpflichtetgewesen. EinSteuerpflichtigermüsse allfälligeNachteile,diesichauseinerSchätzungergebenkönnen,hinnehmen; werkeineodernurunvollständigeBücherführeundangerufenebesondere Umständenichtwenigstensglaubhaftmache,habeeinenallfälligenNachteil seinemeigenenVerhaltenzuzuschreiben. Anspruchaufeinegünstigere Umsatzschätzunghabeernur,wenndieangefochteneUmsatzschätzung offensichtlichnichtderWirklichkeitentspreche. AusgangspunktfürdiekonkreteSchätzungseiendieeigenenAngaben desBeschwerdeführersanlässlichderEintragungindasRegisterder Steuerpflichtigengewesen,wonacherimJahr1994einenUmsatzvon vermutlichca. Fr.750000.-erzielenwerde. DiebereitsderEinsprache beigelegtenUnterlagen(insbesondere«Betriebsergebnis1995»und «Comptabilité1996»)seienfürdieFestsetzungderMehrwertsteuer unbrauchbargewesen. AusdiesemGrundseidemBeschwerdeführer seitensderESTVGelegenheitzurStellungnahmeundzurEinreichung dermassgeblichenUnterlagen(Abrechnungen)gegebenworden,wobei derBeschwerdeführerdavonkeinenGebrauchgemachthabe. Dievom Beschwerdeführervorgelegte(provisorische)Veranlagungbetreffenddie direktenSteuern(Kantonbzw. Gemeinde)liessekeinenRückschlussaufdie erzieltenUmsätzezu. AufGrundderAktenseienkeineIndizienvorgelegen, welcheeineandereBeurteilungzugelassenhätten,mithinseidieSchätzung durchdieVerwaltungrechtmässigundzutreffendvorgenommenworden. Aus den Erwägungen: (...) 3.a. DieVeranlagungundEntrichtungderMehrwertsteuererfolgtnachdem Selbstveranlagungsprinzip(Art.37f. MWSTV;vgl. Ernst Blumenstein / Peter Locher,SystemdesSteuerrechts,5.Aufl.,Zürich1995,S.384f.). Diesbedeutet, dassderSteuerpflichtigeselberundunaufgefordertüberseineUmsätzeund Vorsteuernabzurechnenhatundinnerhalbvon60TagennachAblaufder AbrechnungsperiodedengeschuldetenSteuerbetrag(SteuervomUmsatz abzüglichVorsteuern)andieESTVabzuliefernhat. MitanderenWorten isthierfürkeinTätigwerdenderVerwaltungverlangt. DieESTVermittelt nurdannanStelledesSteuerpflichtigen,wenndieserseinenPflichtennicht nachkommt(vgl. Alois Camenzind / Niklaus Honauer ,Handbuchzurneuen Mehrwertsteuer[MWST],Bern1995,S.267f. Rz.994ff.). DerSteuerpflichtige hatseineSteuerforderungselbstfestzustellen,eristalleinfürdievollständige undrichtigeVersteuerungseinersteuerbarenUmsätzeundfürdiekorrekte ErmittlungderVorsteuerverantwortlich(vgl. KommentardesEidgenössischen FinanzdepartementeszurVerordnungüberdieMehrwertsteuervom22.Juni 1994[KommentarEFD] [34],S.38). EinVerstossdesSteuerpflichtigengegen 4diesenGrundsatzistnachderAnsichtderSRKalsschwerwiegendanzusehen, dadurchdieNichteinhaltungdieserVorschriftderSteuerpflichtigedie ordnungsgemässeErhebungderMehrwertsteuerunddamitdasSteuersystem alssolchesgefährdet(vgl. denrechtskräftigenEntscheidderSRKvom 2.Oktober1997inSachenM.c. ESTV[SRK6/97],E.3cmitHinweisen). b. DieBestimmungenderMehrwertsteuerverordnungüberdie Buchführung(Art.47MWSTV)stützensichdirektaufArt.8Abs.1der Übergangsbestimmungen(UeB)derBundesverfassungderSchweizerischen Eidgenossenschaftvom29.Mai1874(BV,SR101). MangelsweitererVorgaben begründetdieseVerfassungsnormeinensehrweitenGestaltungsspielraumdes VerordnungsgebersmitBezugaufdieBuchführung(vgl. EntscheidderSRK vom11.Juli1996i.S.T.AG[SRK23/95],E.4b). NachArt.47Abs.1MWSTVhat derSteuerpflichtigeseineGeschäftsbüchersoeinzurichten,dasssichdaraus dieTatsachen,welchezurFeststellungdesBestandesunddesUmfangesder SteuerpflichtvonBedeutungsind,leichtundzuverlässigermittelnlassen. DieESTVkannhierübernähereBestimmungenaufstellen,wassiemitdem Erlassder«WegleitungfürSteuerpflichtige»vomHerbst1994undFrühling 1997[35](«Wegleitung»,Rz.870ff.) bzw. derBroschüre«Rechnungswesen Mehrwertsteuer»vomFebruar1994 2 getanhat. DerSteuerpflichtigehatzu beachten,dassdasVerfolgenderGeschäftsvorfällevomEinzelbelegüber dieBuchhaltungbiszurMehrwertsteuer-Abrechnungsowieinumgekehrter RichtungohneZeitverlustgewährleistetseinmuss(vgl. Art.47Abs.1MWSTV inVerbindungmitWegleitungRz.882,bzw. BroschüreRechnungswesen Mehrwertsteuer,S.11). EineHäufungvonformellenFehlernundMängelnderbuchmässigen AufzeichnungenodereinzelnegrobeVerstössesindgeeignet,diematerielle RichtigkeitderAufzeichnungenalsGanzesinFragezustellen. Besonders hohenAnforderungenmussetwadiedetaillierteundchronologischeFührung einesKassabuchesgenügen( Hans Gerber,DieSteuerschätzung[Veranlagung nachErmessen],SteuerRevue1980,S.306). DasBundesgerichthatbetreffend dasRechtderWarenumsatzsteuerentschieden,dassderSteuerpflichtige selbstbeigeringemBarverkehrzurFührungzumindesteineseinfachen ordentlichenKassabuchesverpflichtetist. DerSteuerpflichtigeistzwarnicht gehalten,kaufmännischeBücherimSinnedesHandelsrechtszuführen, dieBüchermüssendieerzieltenUmsätzejedochlückenloserfassenund dieentsprechendenBelegesindaufzuheben(ArchivfürSchweizerisches Abgaberecht[ASA]63S.236,55S.574). c. DiefraglichePraxisderESTV,wonachauchvoneinemnichtim Handelsregistereingetragenenundauchnichtbuchführungspflichtigen Mehrwertsteuerpflichtigenverlangtwird,Geschäftsbücherzuführen, damiteineVerfolgungderGeschäftsvorfällevomEinzelbelegüberdie BuchhaltungbiszurMehrwertsteuer-Abrechnung(bzw. auchumgekehrt) möglichist,verstösstnichtgegendenGestaltungsspielraum(unterBeachtung desRechtsgleichheitsgebotes),denderGesetzgeberderVerwaltung eingeräumthat. DievonderESTVaufgestellteRegelung,wonachder (nichtbuchführungspflichtige)SteuerpflichtigeseineGeschäftsbücher zumindestsozuführenhat,dasssämtlicheEinnahmenundAusgaben inchronologischerReihenfolgeerfasst,sowiesämtlicheKunden-und Lieferantenbelegegesammeltwerden,wirdvonderSRKalssachgerecht, angemessen,praktikabelsowiemitArt.4BValsvereinbarangesehen. 5EinederartigeRegelungbildeteineunabdingbareVoraussetzungfürdas FunktionierendesSystemsderMehrwertsteuerundindiesemPunktkanndie VerwaltungaufdiebereitsunterdemRechtderWarenumsatzsteuerdurchdas BundesgerichtergangeneRechtsprechungbetreffendBuchführungabstellen. BeibeidenSteuerarten,dieaufdemPrinzipderSelbstveranlagungberuhen, sindgeschäftlicheAufzeichnungen,diederSteuerpflichtigezuführenhat,der AusgangspunktfürdieBerechnungderSteuer. 4.a. DieVorschriftenderMehrwertsteuerverordnungüberdie Ermessenseinschätzung(Art.48MWSTV)stützensichebenfallsdirektauf Art.8Abs.1UeBBV.DieseVerfassungsnormbegründetmangelsweiterer VorgabeneinensehrweitenGestaltungsspielraumdesVerordnungsgebersmit BezugaufdieErmessenseinschätzung(vgl. EntscheidderSRKvom11.Juli 1996i.S.T.AG[SRK23/95],E.4b). NachArt.48MWSTVnimmtdieESTV eineSchätzungnachpflichtgemässemErmessenvor,wennkeineodernur unvollständigeAufzeichnungenvorliegenbzw. dieausgewiesenenErgebnisse mitdemwirklichenSachverhaltoffensichtlichnichtübereinstimmen. b. LiegenkeineodernurunvollständigeAufzeichnungenvor,bzw. genügen dieUnterlagendesSteuerpflichtigennicht,dasheisstdieVerstössegegen dieformellenBuchhaltungsregelnsindderartschwerwiegend,dasssiedie materielleRichtigkeitderBuchhaltungsergebnisseinFragestellen,soist dieESTVnachständigerRechtsprechungdesBundesgerichtsbetreffend dieWarenumsatzsteuerberechtigtundverpflichtet,seineUmsätzenach pflichtgemässemErmessendurchSchätzungfestzulegen( BGE105Ib 182ff. mitHinweisen;ASA61S.819,61S.532f.,59S.563). Dabeihatdie VerwaltungdiejenigeSchätzungsmethodezuwählen,diedenindividuellen VerhältnissenimBetriebdesSteuerpflichtigensoweitalsmöglichRechnung trägt,aufplausiblenAngabenberuhtundderenErgebnisderwirklichen Situationmöglichstnahekommt(ASA61S.819,52S.238). InBetracht falleneinerseitsMethoden,dieaufeineErgänzungoderRekonstruktionder ungenügendenBuchhaltunghinauslaufen,andererseitsUmsatzschätzungen aufgrundunbestrittenerTeil-RechnungsergebnisseinVerbindungmit Erfahrungssätzen(ASA63S.239,52S.238). DieseRechtsprechungbetreffend dieWarenumsatzsteuerhatdieESTVfürihrePraxisbeimVollzugder Mehrwertsteuerübernommen. c. BeiVorliegenderVoraussetzungenkanneineSchätzungdurchdie VerwaltungentwedernachvorangehenderKontrolledesBetriebesdes Steuerpflichtigen(insbesonderederGeschäftsbücher)oderohneeinederartige KontrollevorOrtvorgenommenwerden(sogenannte«interneSchätzung»), diesjedochunterdemVorbehalteinerspäterenKontrolle. Dieinterne SchätzungwirdvorallemdortAnwendungfinden,woderSteuerpflichtige seinerAufzeichnungs-undAbrechnungspflichtnichtnachgekommen istbzw. ernichteinmalrudimentäregeschäftlicheAufzeichnungen vorweisenkannodererseineAbrechnunggarnichteingereichthat. Obwohl Art.48MWSTVkeineUnterscheidungzwischeneinerSchätzungmiteiner vorhergehendenKontrolleundeinerSchätzungohnevorgängigeKontrolle (interneSchätzung)vornimmt,istdiefraglichePraxisderVerwaltungnicht zubeanstanden. ZurDurchsetzungderZahlungendesSteuerpflichtigen mussdieVerwaltungübereinMittelverfügen,umdenSteuerbetrag festzusetzen,fallsderSteuerpflichtigeseinerAbrechnungspflichtnicht odernurungenügendnachkommt. IndiesemFallistzurFestsetzungdes 6SteuerbetragesdieSchätzungdesgeschuldetenBetragesunumgänglich. InsgesamthatdieESTVzutreffendVorschriftenüberdieBuchführung derMehrwertsteuerpflichtigenaufgestellt. BeieinerVerletzungdieser VorschriftendurchdenSteuerpflichtigenoderbeiderNichteinreichungder AbrechnunghatdieVerwaltungdieVerpflichtung,densteuerbarenUmsatz durcheineSchätzungnachpflichtgemässemErmessenzuermitteln. d. DieinterneSchätzungdurchdieESTVkanntendenziellnichtzueinem gleichexaktenErgebnisführenwiedieSchätzungnacheinerKontrolleim Betriebbzw. derGeschäftsunterlagendesSteuerpflichtigen. Beiderinternen SchätzungstehenderVerwaltungnaturgemässwenigerKenntnisseüberden SteuerpflichtigenzurVerfügung,alsnacheinervorangegangenenKontrolle, eshandeltsichmithinumeine«grobeSchätzung». DieESTVmussvorallem injenenFällen,beideneneinschnellesHandelnerforderlichist,einMittelin derHandhaben,umdenUmsatzeinesSteuerpflichtigensofortschätzenzu können,diesgeschiehtdurcheineinterneSchätzung. WenndieinterneFristenkontrollederESTVzeigt,dasseinSteuerpflichtiger dasSelbstveranlagungsprinzipverletzthat,soistdieVerwaltung keineswegsverpflichtet,vorderschätzungsweisenErmittlungdesUmsatzes diesesSteuerpflichtigeneineKontrolleindessenBetriebbzw. seiner Geschäftsunterlagendurchzuführen. Esgenügtvielmehr,wennderUmsatz desSteuerpflichtigenvonderESTVdurcheineinterneSchätzungermittelt wirdundsichdieVerwaltungeinespätereKontrollevorbehält. Indiesem SinnehandeltessichbeiderinternenSchätzungnichtumeinedefinitive, sondernumeineprovisorischeSchätzung. DieinterneSchätzungkann zueinerdefinitivenSchätzungwerden,wenndieseinterneSchätzung inRechtskrafterwächstunddieESTVinderFolgeaufeineKontrolleim Betriebbzw. derGeschäftsunterlagendesSteuerpflichtigenverzichtet. DerSteuerpflichtigehatjedochkeinenRechtsanspruchaufeineKontrolle seinesBetriebesbzw. seinerGeschäftsunterlagendurchdieESTVvorder ermessensweisenFestsetzungdesgeschuldetenSteuerbetrages. DieMethode derinternenSchätzungistzurErmittlungdesSteuerbetragesalssachgerecht, angemessen,praktikabelsowiemitArt.4BValsvereinbaranzusehenund deshalbvomRichternichtzubeanstanden. EinederartigeRegelungbildet eineunabdingbareVoraussetzungfürdasFunktionierendesSystemsder MehrwertsteuerundindiesemPunktkann mutatis mutandis aufdiebereits unterdemRechtderWarenumsatzsteuerdurchdasBundesgerichtergangene RechtsprechungbetreffendSchätzungabgestelltwerden. Nachstehend sinddieVoraussetzungenfürdieAnwendungderinternenSchätzung,die dabeianzuwendendenMethodenunddieÜberprüfungdurchdieSRKzu untersuchen. 5.a. VoraussetzungfürdieAnwendungdesVerfahrensderinternenSchätzung istimmereineVerletzungdesSelbstveranlagungsprinzipsdurchden Steuerpflichtigen. EinderartigerFallliegteinmalimmerdannvor,wenn derSteuerpflichtigedieAbrechnunginnertFristnichteinreicht. Einweiterer AnwendungsfallfürdieinterneSchätzungistdanngegeben,wenndurch dieVerwaltungeinFehlerinderAbrechnungdesSteuerpflichtigen(intern) entdecktwird,wobeiindiesemFallverschiedeneUrsachendenkbarsind. BeidiesenFällenhandeltessichjedochnichtumeinenFehlerinder BuchhaltungdesSteuerpflichtigen(bzw. auchnichtumeineVerletzungder ihmobliegendenBuchführungspflicht),daderartigeUnkorrektheitenerst 7imRahmeneinerKontrolledesBetriebesbzw. derGeschäftsunterlagendes Steuerpflichtigenfestgestelltwerdenkönnen;einePrüfungderBuchhaltung desSteuerpflichtigenistimRahmeneinerinternenSchätzungimübrigengar nichtmöglich. Anzumerkenist,dasseineSchätzungkeinenStrafcharakterhat, sondernlediglichdazudient,densteuerpflichtigenUmsatzzuermitteln. Von einerSchätzungzuunterscheidensindstrafrechtlicheMassnahmen(z.B.die AusfällungvonBussen),umWiderhandlungeneinesSteuerpflichtigen(z.B. dasNichteinreichenvonAbrechnungen)strafrechtlichzusanktionieren. b. NaturgemässweistdieMethodederinternenSchätzung,die-wie bereitsausgeführt-nichtaufeinerKontrolledesBetriebesbzw. der GeschäftsunterlagendesSteuerpflichtigenbasiert,tendenziellmehr Fehlerquellenauf,alseineSchätzungnachvorangehenderKontrolledes Betriebes. DiesentbindetdieESTVjedochnichtdavon,dieindividuellen VerhältnissedesSteuerpflichtigenmöglichstexaktindieSchätzung einfliessenzulassen. WiebeiderSchätzungnachdervorangehenden KontrolledesBetriebesbzw. derGeschäftsunterlagendesSteuerpflichtigen gibtesauchbeiderinternenSchätzungfolgendezweiMethoden. Unter VerwendungderbereitsderESTVzurVerfügungstehendenUnterlagen(z.B. frühereAbrechnungen,ErgebnissefrühererKontrollen,AuskünfteDritter, betrieblicheKennzahlenwieAnzahlderMitarbeiter,etc.) kanneinerseits durchdieVerwaltungeineRekonstruktionderAbrechnungvorgenommen werden. DieVerwaltunghatindiesemFallunterBerücksichtigungder vorhandenenAusgangsunterlagendieSchätzungvorzunehmen. Andererseits kanndieESTVdieinterneSchätzungaufGrundvonErfahrungszahlen vornehmen,diesiebeiKontrollenvonBetriebendergleichenBranche gewonnenhat. BeiderVornahmederinternenSchätzungistdieESTV biszumErlasseinesEntscheidesnichtverpflichtet,weitergehende Untersuchungsmassnahmenvorzunehmen. ImRahmenvonSchätzungen fürmehrereaufeinanderfolgendeSteuerperiodenistesinsbesondereals zulässiganzusehen,wenndieVerwaltungsukzessiveeinen(jährlichen) AufschlagbeidengeschätztenUmsätzenvornimmt,derjedenfallsauf wirtschaftlichplausiblenÜberlegungenbasierenmuss. Esistallerdings nichtdasZieldiesesAufschlages,denSteuerpflichtigenzurEinhaltungdes Selbstveranlagungsprinzipszuzwingen,diesistvielmehrdieAufgabeeines gegendenfehlbarenSteuerpflichtigengeführtenStrafverfahrens. c.aa. DieSchätzungdurchdieVerwaltunghatdiedurchdenSteuerpflichtigen nichteingereichteAbrechnungzuersetzen. PraxisgemässakzeptiertdieESTV dennochimVerlaufdesEntscheidverfahrensdurchdenSteuerpflichtigen verspäteteingereichteAbrechnungen. DieVerwaltungwirdsogarbeieiner derartigenVerspätunginderRegeldieSteuergemässjenernachträglich eingereichtenAbrechnungfestsetzen,sicheineKontrollevorbehaltenund demSteuerpflichtigendieKostendesEntscheidverfahrensauferlegen. Auch währenddesEinspracheverfahrensnimmtdieESTVverspäteteingereichte AbrechnungenentgegenundsieziehtüblicherweisedieerlasseneVerfügung inWiedererwägung. ImRahmendiesesEinspracheverfahrenskannder SteuerpflichtigedievorgenommeneSchätzungalssolchebestreitenund erhatdieMöglichkeit,dieerforderlichenBeweismitteleinzureichen,um dieUnrichtigkeitderdurchdieVerwaltungvorgenommenenSchätzung nachzuweisen. SinddieVoraussetzungeneinerErmessenstaxationerfüllt, obliegtesdemSteuerpflichtigen,denBeweisfürdieUnrichtigkeitder 8Schätzungzuerbringen(vgl. ASA61S.819,58S.384,50S.432E.1b; BGE 105Ib186 ;unveröffentlichterEntscheidderSRKi.S.S.vom19.Februar 1998[SRK1997-021]E.2b,unveröffentlichterEntscheidderSRKi.S.H.[SRK 1997-045]E.2b;unveröffentlichterEntscheidderSRKinSachenV.vom 9.Oktober1996[SRK30/95],E.3d). ErstwennderSteuerpflichtigeden Nachweisdafürerbringt,dassderVorinstanzbeiderSchätzunggrössere Ermessensfehlerunterlaufensind,setztdieSRKihreigenesErmessenandie StellejenesderVorinstanz. bb. FallsderSteuerpflichtigedieAbrechnungjedocherstimVerlaufdes BeschwerdeverfahrensbeiderSRKeinreicht,bestehenfolgendeMöglichkeiten. DieESTVkanndenerlassenenEinspracheentscheidbiszumAbschlussdes SchriftenwechselsimBeschwerdeverfahreninWiedererwägungziehen undeinen(neuen)Einspracheentscheiderlassen,sodassdieBeschwerde eventuellgegenstandsloswerdenkann. SonstkanndieSRKnachstehende Vorgehensweisenwählen: dieSRKkanndieAbrechnung(ganzoderteilweise) akzeptieren,wobeieinemSteuerpflichtigen,derseinerAbrechnungspflicht nichtrechtzeitignachgekommenist,dieKostenfürdasVerfahrenvorderSRK inderRegelaufzuerlegensind. FallsbegründeteZweifelanderRichtigkeit dervomSteuerpflichtigenverspäteteingereichtenAbrechnungbestehenoder wenndieAbrechnungnochimmernichteingereichtwird,istdieSchätzung aufihreRichtigkeithinzuüberprüfen. DieESTVkannimRahmendervonihr beiderSRKeinzureichendenVernehmlassungjeweilseinenentsprechenden Antragstellen. DieSRKmussbeiderVorlageeinerverspäteteingereichtenAbrechnungbzw. andererimRahmendesBeschwerdeverfahrenseingereichterUnterlagennicht jedesDokumentohneweiteresalsAbrechnungentgegennehmen. DieSRK hatzwaranerkannt,dassdieVerwendungdes«offiziellenFormulars»der ESTVfürdieErfüllungderAbrechnungspflichtnichtzwingenderforderlichist. DieEinreichungderAbrechnung«indervorgeschriebenenForm»durchden SteuerpflichtigenimSinnevonArt.37MWSTVistgrundsätzlichindemSinne zuverstehen,alsdieserderESTVdiegefordertenInformationen(materiell) zurVerfügungzustellenhat,wobeidiesebenfallseineAufschlüsselung derInformationennachbestimmtenKriterienmiteinschliesst(z.B. UnterscheidungzwischenDienstleistungennachdemNormalsatz,dem reduziertenSatzoderdemSaldosteuersatz). WennderSteuerpflichtige dasoffizielleFormularderVerwaltungjedochnichtverwendet,musser dennochseineAbrechnunggemässAufbauundGliederungentsprechend diesem«offiziellenFormular»gestalten(vgl. unveröffentlichterEntscheid derSRKvom24.Juni1998i.S.Z.[SRK1997-089],S.6E.3a). Auchim BeschwerdeverfahrenistdieserFormalismuseinzuhalten. Sokanndie SRKnichteinfachdiepauschaleBehauptungeinesSteuerpflichtigen,es wärenüberhauptkeineUmsätzeerzieltworden,als(verspäteteingereichte) Abrechnungentgegennehmen. Auchineinem«Nullumsatz»können beispielsweisevonderMehrwertsteuerbefreiteUmsätzeenthaltensein, dieimRahmenderAbrechnungzudeklarierensind,sodasseinepauschale Behauptung,esseigarkein(steuerpflichtiger)Umsatzerzieltworden,auf jedenFalleinerPräzisierungbedarf. Fallseinederartigenachträgliche «Abrechnung»(pauschaleBehauptung,esseikeinUmsatzerzieltworden) vonderSRKakzeptiertwürde,bestündediegrosseGefahrvonMissbräuchen durchdenSteuerpflichtigen. WennbegründeteZweifelanderRichtigkeit 9dervomSteuerpflichtigenimRahmendesBeschwerdeverfahrensder SRKeingereichtenAbrechnungenbzw. andererUnterlagenbestehen,ist amGrundsatzderSchätzungdesUmsatzesfürdenfraglichenZeitraum festzuhalten. SoferndurchdenSteuerpflichtigenimBeschwerdeverfahrenkeine (verspätete)Abrechnungeingereichtwirdbzw. weiterhinbegründete ZweifelanderRichtigkeitder(verspäteteingereichten)Abrechnung bestehen,sohatdieSRKdieRichtigkeitderSchätzungzuüberprüfen. In diesemFallmussderSteuerpflichtigezurAnfechtungdieserSchätzung zusätzlicherklären,warumdieSchätzungunzutreffendist,wobeilediglich dieVorlageeinerBuchhaltungalleininderRegelnichtalsausreichende BegründungderBeschwerdeanerkanntwerdenkann. DieSRKkannden angefochtenenEntscheidgrundsätzlichinvollemUmfangüberprüfen. RügbaristsomitnebenderVerletzungvonBundesrechtundderunrichtigen oderunvollständigenFeststellungdesrechtserheblichenSachverhalts ebensodieUnangemessenheit(Art.49VwVG).DieSRKauferlegtsich indessenbeiderÜberprüfungvonErmessensveranlagungeneine gewisseZurückhaltung,soweitdieZweckmässigkeitderEntscheidung inFragesteht. InAnbetrachtdesCharaktersderSRKalsFachinstanz gehtdieKognitionseinschränkungaberetwaswenigerweitalsseinerzeit beimBundesgericht(unveröffentlichterEntscheidderSRKbetreffend WarenumsatzsteuerinSachenV.vom9.Oktober1996[SRK30/95],E.3e). FreierPrüfungunterliegtimübrigendieEinhaltungderbeiderVornahme einerErmessensveranlagungeinzuhaltendenmateriellrechtlichenGrundsätze (ASA54S.220,43S.241;unveröffentlichtesUrteildesBundesgerichtsin SachenO.AGvom8.August1995,E.3b;Rechtsfrageistinsbesondere,wann dieVoraussetzungeneinerErmessensveranlagungerfülltsind[ Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege,Bern1983,S.280,mitHinweisenaufdie Rechtsprechung];zumGanzenausführlich: unveröffentlichterEntscheid derSRKbetreffendWarenumsatzsteuerinSachenV.vom9.Oktober1996 [SRK30/95],E.3). ImHinblickaufdasPrinzipderSelbstveranlagungwird dieSRKjedochnichtdazuverpflichtetsein,Instruktionsmassnahmenzur ErmittlungdessteuerbarenUmsatzesdurchzuführen,daesSachedes Steuerpflichtigenist,seineUmsätzezudeklarierenbzw. ordnungsgemässe geschäftlicheAufzeichnungenzuführen. 6. ImvorliegendenFallistzunächstzuprüfen,obderBeschwerdeführer einedenrechtlichenAnforderungenentsprechendeAbrechnung(verspätet) eingereichthat,sodassaufdieseAngabenabgestelltwerdenkönnte. Falls dievomBeschwerdeführerderSRKeingereichtenUnterlagennichtals rechtsgültigeAbrechnunganerkanntwerdenkönnen,istdievonderESTV vorgenommeneSchätzungzuüberprüfen. a. DievomBeschwerdeführereingereichtenUnterlagenenthalten fürdenfraglichenZeitraumwedereinausgefülltes(offizielles) Abrechnungsformularnocheineandere-vonihmselbsterstellte- Abrechnung,diedenAnforderungenanAufbauundGliederungdieses offiziellenAbrechnungsformularsentspricht. Daherkannnichtaufeinevom BeschwerdeführereingereichteAbrechnungabgestelltwerdenunddurch 10dieESTVwardahereineSchätzungdesUmsatzesbzw. desSteuerbetrages vorzunehmen. DieseSchätzungderESTVistimfolgendendurchdieSRKzu überprüfen. b.aa. DerBeschwerdeführerwarbereitsam14.November1995fürdie Steuerperioden1. und2.Quartal1995miteinemSteuerbetragvonFr.16000.- undam9.Mai1996fürdieSteuerperioden3. und4.Quartal1995miteinem SteuerbetragvonFr.21000.-eingeschätztworden,wobeiderSteuerpflichtige offensichtlichgegendiesebeidenSchätzungenkeinerechtlichenSchritte unternommenhat. DerESTVstandzumZeitpunktderSchätzung(12.Dezember1996)lediglich jenervomSteuerpflichtigenausgefüllteFragebogen,denervorder EintragungindasRegisterderSteuerpflichtigenausgefüllthat,mitnäheren AngabenzuseinerGeschäftstätigkeitzurVerfügung. IndiesemFragebogen, vomSteuerpflichtigenam27.Dezember1994ausgefüllt,bezifferteer seinenvoraussichtlichenJahresumsatz(ab1995)ausseinerTätigkeitals «Anbauberater»bzw. ausImportenvonPflanzen,etc. mitca. Fr.750000.-. VorgängighattebereitsderTreuhänderdesBeschwerdeführersam 4.November1994eineschriftlicheAnfrageandieESTVbetreffenddie mehrwertsteuerrechtlicheSituationdesBeschwerdeführersgerichtetund dabeidenjährlichensteuerpflichtigenUmsatzdesBeschwerdeführersmitca. Fr.1000000.-beziffert. DieVerwaltungmusstedahermangelsandererUnterlagenzunächstvonden eigenenUmsatzangabendesBeschwerdeführersausgehenundsetztedenvon ihmzubezahlendenSteuerbetraganlässlichderSchätzunginAnlehnungan diegenanntenvoraussichtlichenUmsatzzahlenfest. Esistdavonauszugehen, dassderBeschwerdeführerdieAngabenüberdenvoraussichtlichen UmsatzimJahr1995Ende1994inKenntnisdervoraussichtlichen Geschäftsentwicklungabgegebenhat. DieESTVwusstezudem,dassder BeschwerdeführerdiebeidenvorausgegangenenSchätzungen,dieinsgesamt vollständigdasJahr1995betrafen,nichtbeanstandethatte. Siekonntedaher fürdieFestsetzungdesSteuerbetragesfürdenfraglichenZeitraumdavon ausgehen,dassermiteinerSteuerbelastungvontotalFr.37000.-fürdas Jahr1995offenbarohneweitereseinverstandenwar. Erfahrungsgemäss akzeptierenSteuerpflichtigeSchätzungenderVerwaltung,fallsderso ermittelteSteuerbetragungefährderRealitätentsprichtbzw. insbesondere dann,wennderSteuerbetraggeringeralsdertatsächlichgeschuldeteBetrag ausfällt. AusdiesemGrundkonntedieESTVausserdemdavonausgehen,dass sichderBeschwerdeführermitdendurchSchätzungermitteltenZahlenfür dasJahr1995indirekteinverstandengezeigthat. bb. NachdemderBeschwerdeführergegendieausderEAvom12.Dezember 1996resultierendeBetreibungRechtsvorschlagerhobenhatte,bestätigte dieESTVmitEntscheidvom5.Juni1997dieSteuerforderungfürdas1. und 2.Quartal1996mitFr.28000.-. InnertFristreichtederBeschwerdeführerim RahmenderEinspracheverschiedeneUnterlagenein,dieseinerAnsicht nachdazugeeignetwären,dasErgebnisderSchätzungzuentkräften. DerBeschwerdeführerverwiesdabeizunächstaufdieprovisorische Veranlagung1996fürdiedirektenSteuern(KantonundGemeinde). Eine VeranlagungbetreffenddiedirektenSteuern,beidereinallfälligerGewinn (erzieltessteuerbaresEinkommen)derBesteuerungunterliegt,sagtjedoch 11nichtsdarüberaus,welcheUmsätzeimfraglichenZeitraumdurchden Steuerpflichtigenerzieltwurden. BeispielsweisekannselbstausGeschäften miteinemsehrgrossenUmsatzvolumen(diederMehrwertsteuerunterliegen) sogareinVerlustresultieren(undmithinkeineVerpflichtungzurZahlung direkterSteuernausEinkommenauslösen),sodassdieAussagekrafteiner VeranlagungzurdirektenSteuerfürdieSchätzungdeserzieltenUmsatzesund damitdesSteuerbetragesanMehrwertsteuerunbeachtlichist. Dazukommt, dassnachderPraxisderSteuerbehördendesKantonsY.dieprovisorische VeranlagungalleinaufderBasisderAngabendesSteuerpflichtigen vorgenommenwird,ohnedieSteuererklärungdesSteuerpflichtigeneiner Überprüfungzuunterziehen. DieAngabendesSteuerpflichtigenwerden durchdieSteuerbehördendesKantonsY.nämlicherstvorderdefinitiven Veranlagunggeprüft. AufdieVeranlagungdesBeschwerdeführerszur direktenSteuer(KantonundGemeinde)konntedieESTVfürdieSchätzungder geschuldetenMehrwertsteuerdahernichtabstellen. DesweiterenreichtederBeschwerdeführerdasvonihmerstellte «Betriebsergebnis1995»unddie«Comptabilité1996»derESTVzumNachweis fürdiegetätigtenUmsätzeein. DasGeschäftsjahr1995weistdabeiEinnahmen (Umsätze)auf,dasGeschäftsjahr1996hingegenangeblichüberhauptkeine Einnahmen. DieimJahr1995getätigtenUmsätze(dasjedochnichtGegenstand diesesBeschwerdeverfahrensist)wurdenjedochnurpauschaldargestellt. Sowirdfür«KulturberatungeninBernerSeeland,Zürich,Rheintal»ein GesamtbetragvontotalFr.6600.-angeführt. EinedetaillierteAufschlüsselung dererzieltenUmsätzelässtsichausdieserPositionnichtentnehmen. Der Beschwerdeführermachtgeltend,dasserimJahr1995eine«Provisionaus KontraktmiteinemnamentlichgenanntenUnternehmeninNordkorea» von5%beieinerVertragssummevonFr.430000.-,mithinFr.21500.- erhaltenhätte. InderdarauffolgendenZeileseinesBetriebsergebnisses 1995bezeichneterdieseTätigkeitjedochals«BeratungfürdenNeubaueines Gewächshauses». Esistsomitnichtnachvollziehbar,obderBeschwerdeführer eineVermittlungsprovisionodereinBeratungshonorarausdiesemAuftrag erhaltenhat. FürdasJahr1996machtderBeschwerdeführer-wiebereits erwähnt-geltend,erhabeüberhauptkeineUmsätzeerzielt. Derartige UngenauigkeitenundWidersprücheimBetriebsergebnis1995machendie vomBeschwerdeführervorgelegtenbeidenJahresrechnungen,dieinihrer Strukturgleichaufgebautsind,fürdieErmittlungderexaktenUmsatzzahlen im1. und2.Quartal1996unbrauchbar. AuchdieweiterenPositionen,diefürdieJahre1995und1996unterder RubrikAusgabenangeführtsind,vermögendieGlaubwürdigkeitderin diesen«Jahresabschlüssen»angeführtenZahlennichtzuerhöhen. So werdenbeispielsweisedieBürokosten1995und1996fürdasgesamteJahr jeweils«pauschal»angegeben(jeFr.600.-). Ebenfallswerdenfürnicht näherspezifizierteReisennachKoreainbeidenJahrenoffensichtlich Pauschalbeträgeeingesetzt(1995: Fr.7200.-;1996: Fr.3000.-undFr.3600.-). DiematerielleRichtigkeitderAufzeichnungen-insbesondereder JahresrechnungendesBeschwerdeführers-dürfteausdiesenÜberlegungen nichtgegebensein. DiegetroffenenFeststellungenerschütterndie GlaubwürdigkeitderAufzeichnungen(insbesonderedesJahresabschlusses 1996)desBeschwerdeführersunddieESTVstütztesichzutreffendnichtauf dessenUmsatzangabenbeiderFestsetzungderMehrwertsteuer. 12Anzumerkenist,dassdieVerwaltungdenBeschwerdeführermitSchreiben vom24.September1997aufforderte,nähereAngabenüberdieerzielten Umsätzezumachen;derSteuerpflichtigereagierteaufdiesesSchreiben jedochnicht. InderFolgemusstedieESTVmangelsanderer-verlässlicher undaussagekräftiger-UnterlagendiebereitsvorgenommeneSchätzungim Einspracheentscheidvom13.November1997bestätigen. NachderAnsicht derSRKnahmdieESTVdieSchätzungfürdenfraglichenZeitraum(1. und 2.Quartal1996)unterBerücksichtigungderihrvorliegendenInformationen überdenBetriebdesSteuerpflichtigenzutreffendvor,wobeidieSchätzung insgesamtalsangemessenundhaltbarerscheint. c. ImRahmendesBeschwerdeverfahrensvorderSRKstütztder BeschwerdeführerseineArgumentationaufdievonihmbereitsbei derESTVeingereichtenUnterlagenab. Erverwiesneuerlichaufseine Jahresrechnungen1995und1996sowieaufdieVeranlagungzurdirekten Steuer(KantonundGemeinde). Zusätzlichmachteernochsinngemässgeltend, erwerdedurchdasBetreibungsamtbisaufdasExistenzminimumgepfändet. DasBetreibungsamt,daseinmonatlichesEinkommendesBeschwerdeführers vonFr.2100.-angenommenhat,nahmdieseBerechnungjedocherstam 22.Oktober1997vor,sodassschonausdiesemGrundkeinRückschlussauf denfraglichenZeitraum(1. und2.Quartal1996)vorgenommenwerden kann. ImübrigenwirddurchdasBetreibungsamteinerzieltesEinkommen gepfändetundnichteinerzielterUmsatz. AuchdievomBeschwerdeführerimRahmendesBeschwerdeverfahrens neueingereichtenUnterlagenvermögenwederfürsichalleinnoch zusammenmitdenbereitseingereichtenBeweismittelndievonderESTV vorgenommeneSchätzungzuerschüttern. DieseUnterlagenerlaubenes nicht,dieeinzelnenGeschäftsfällezuverfolgen,undeineordnungsgemässe chronologischeAuflistungsämtlicherEinnahmenundAusgabenwurdedurch denBeschwerdeführerebenfallsnichtvorgelegt. MithinistdurchdieSRK dievonderVerwaltungvorgenommeneSchätzungzubestätigen,dadiese auchunterBerücksichtigungdervomBeschwerdeführerneueingereichten Unterlagenweiterhinalsangemessenundhaltbarerscheint. d. ZwarhatderBeschwerdeführerdurchdieVorlagederSteuererklärung fürdiedirekteSteuerdenNachweiserbracht,dassseineEhefrauim fraglichenZeitraumeinEinkommenerzielthat,sodassnichtaufgrunddes Lebensaufwandesdaraufgeschlossenwerdenkann,derBeschwerdeführer müssezwingendUmsätzeunddamitauchEinnahmenerzielthaben. Auch führtederBeschwerdeführerimfraglichenZeitraumkeineneigentlichen GeschäftsbetriebunderbeschäftigtekeineAngestellten. Einderartiger Handels-undBeratungsbetrieb,wieihnderBeschwerdeführeroffensichtlich führte,derdarinbesteht,Geschäftezuvermittelnbzw. Beratungsleistungen zuerbringen,kannjedochauchmiteinerminimalenInfrastrukturvonzu Hause(odervomeigenenAuto)ausgeführtwerden. DemBeschwerdeführer wirdinsofernbeizupflichtensein,alsdervonihmerzielteUmsatzsehrstark davonabhängigist,obererfolgreich«Projekte»zumAbschlussbringenkann, womitdervonihmerzielteUmsatzstarkenSchwankungenunterworfensein könnte. JedochkannbereitsderpositiveAbschlussnureinzelnerGeschäfte (miteinementsprechendenGeschäftsvolumen)imfraglichenZeitraumzu hohenUmsätzenunddamitzuentsprechendenSteuerfolgenbetreffend Mehrwertsteuerführen. 13Wiebereitsausgeführt,hatesderBeschwerdeführerselbstzuverantworten, dassfürdasJahr1995zweiihnbetreffendeSchätzungeninRechtskraft erwachsensind,wobeidieseSchätzungenvonihmnichtangefochten wurden. DieESTVkonntedaherdavonausgehen,dassdieUmsatz-bzw. SteuerschätzungfürdasJahr1995insgesamtzutreffendwar,möglicherweise sogarunterdenerzieltenUmsätzenlag. AufGrunddieserReaktiondes BeschwerdeführerswaresfürdieVerwaltungdahernaheliegend,imRahmen derSchätzungfürdas1. und2.Quartal1996einenAufschlagvorzunehmen. BeidervonderESTVvorgenommenenSchätzungerrechnetsichderUmsatz umgerechnetaufeinJahrwiefolgt: Fr.28000.-: 6,5´106,5=Fr.458769.- Umsatzin6Monatenbzw. Fr.917538.-in12Monaten. DieserdurchSchätzung ermittelteJahresumsatzliegtmithinzwischendemvomBeschwerdeführer am27.Dezember1994imFragebogenfürMehrwertsteuerpflichtigefürdas Jahr1994selbstgeschätztenUmsatzvonca. Fr.750000.-unddenAngaben seinesTreuhändersvom4.November1994,derdenJahresumsatzfürdasJahr 1994aufca. Fr.1000000.-geschätzthatte. WennimvorliegendenFalldasvon derVerwaltungherangezogeneZahlenmaterialnuraufdenursprünglichen AngabendesBeschwerdeführers(vordemBeginnseinerSteuerpflichtper 1.Januar1995)beruht,hatderBeschwerdeführersichdiesenUmstandselbst zuzuschreiben. DievonderESTVvorgenommeneSchätzungdürftezwarmit einererheblichenUngenauigkeitbehaftetsein,dochlässtdieseAusgangslage ebenkeinpräziseresErgebniszu. DasErgebnisderSchätzungistdaher unterdengegebenenUmständendurchdieSRKinsgesamtalshaltbarund angemessenzubezeichnen. e. InsgesamthatdieESTVfürdenbetroffenenZeitraum(1. und2.Quartal 1996)zutreffendeineinterneSchätzungderUmsätzedesBeschwerdeführers vorgenommen. DievonderVerwaltunggewählteSchätzungsmethodeberuht aufhaltbarenÜberlegungenbzw. Berechnungenundistdahernichtzu beanstanden. [34]ZubeziehenbeiderEidgenössischenDrucksachen-undMaterialzentrale, EDMZ,3000Bern. [35]ZubeziehenbeiderEidgenössischenSteuerverwaltung,Hauptabteilung Mehrwertsteuer,Schwarztorstrasse50,3003Bern. 14Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 63.27 - Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 25. August 1998 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 1999 Année Anno Band 63 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 004 214 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.