<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00008</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205017&amp;W10_KEY=13013566&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00008</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.04.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausnahmebewilligung/Wiederherstellung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nachträgliche Ausnahmebewilligung für zu breit angebrachte Dachlukarnen/Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Eine Ausnahmebewilligung bezweckt, im Einzelfall Härten und Unbilligkeiten zu beseitigen, die mit dem Erlass der Regel nicht beabsichtigt waren. Die Ausnahmebewilligung darf daher nicht dazu eingesetzt werden, generelle Gründe zu berücksichtigen, die sich praktisch immer anführen liessen; auf diesem Weg würde das Gesetz abgeändert. Vorliegend sind keine besonderen Verhältnisse baurechtlicher Natur ersichtlich, welche die Gewährung einer Ausnahmebewilligung rechtfertigen könnten (E.1.2). Weicht eine Baute - wie vorliegend - erheblich von materiellen Bauvorschriften ab, so vermögen einzig Gründe des Vertrauensschutzes zu einem Verzicht auf die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes führen (E. 2.1 + 2.2). Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts bezieht sich der böse Glaube nicht nur auf die materielle, sondern auch auf die formelle Baurechtswidrigkeit. Bösgläubig handelt demnach, wer vorsätzlich oder fahrlässig ohne Baubewilligung oder in Abweichung einer solchen baut (E. 2.3). Der Beschwerdeführer ist bösgläubig von der Baubewilligung abgewichen (E. 2.3). Besondere Gründe des Vertrauensschutzes kann er nicht geltend machen (E. 2.4). Die notwendige Anpassung der umstrittenen Lukarnen kann verhältnismässig einfach vorgenommen werden, indem zwei davon durch Dachflächenfenster ersetzt würden. Demgemäss erweist sich die angeordnete Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands als verhältnismässig und rechtens (E. 2.5). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABBRUCHBEFEHL">ABBRUCHBEFEHL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LUKARNE">LUKARNE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKBAU">RÃCKBAU</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRECHTLICHE BAUTE">WIDERRECHTLICHE BAUTE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 220 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 292 PBG</span><br/><span class="gerade">§ 341 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 24. April 2001 reichte A bei der Gemeinde X ein Baugesuch fÃ¼r den Einbau von zwei Wohnungen in das bestehende ÃkonomiegebÃ¤ude Vers.-Nr. 01 auf dem in der Landwirtschaftszone liegende GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 in X ein. Vorgesehen war dabei unter anderem der Einbau von je zwei Dachlukarnen in einer Breite von jeweils 3.01 m und 3.08 m auf beiden Seiten des Satteldachs. Nachdem die Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich am 13. August 2001 das Bauvorhaben nach Art. 22 Abs. 2 und Art. 16a Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG) raumplanungsrechtlich bewilligt hatte, schrieb das Bauamt X dem Gesuchsteller am 30. August 2001 im Rahmen einer summarischen VorprÃ¼fung, dass die Dachaufbauten gemÃ¤ss § 292 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) nur eine maximal mÃ¶gliche Breite von 4.70 m respektive 2.35 m pro Lukarne aufweisen dÃ¼rften. A reichte dem Bauamt daraufhin entsprechend korrigierte PlÃ¤ne ein, aufgrund derer das Bauamt am 23. Oktober 2001 die Baubewilligung erteilte.</p> <p class="Urteilstext">Da die vier Dachlukarnen in der Folge dennoch in einer Breite von 3.01 m und 3.08 m gebaut wurden, verweigerte der Gemeinderat X am 11. MÃ¤rz 2003 die nachtrÃ¤gliche Erteilung einer Ausnahmebewilligung fÃ¼r die zu breit ausgefÃ¼hrten Dachaufbauten, forderte die Bauherrschaft auf, diese bis zum 30. April 2003 abzubrechen oder allenfalls zu verkleinern, lud zu einer ZustandsprÃ¼fung am 2. Mai 2003 ein und drohte die Ersatzvornahme an, falls der Aufforderung nicht bis dahin Folge geleistet werde. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese VerfÃ¼gung erhob A Rekurs an den Regierungsrat und beantragte, die angefochtene VerfÃ¼gung sei aufzuheben, es sei ihm die Ãnderung der Dachaufbauten nachtrÃ¤glich zu bewilligen und dem Rekurs sei die aufschiebende Wirkung nicht zu entziehen. Der Regierungsrat wies den Rekurs am 8. Dezember 2004 ab, soweit er nicht gegenstandslos sei (aufschiebende Wirkung des Rekurses). Er beauftragte den Rekursgegner, den angefochtenen Entscheid nach Eintritt der Rechtskraft zu vollziehen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A erhob gegen den Rekursentscheid am 7. Januar 2005 Beschwerde und beantragte, der Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm die Ãnderung der Dachaufbauten nachtrÃ¤glich zu bewilligen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Gemeinde X.</p> <p class="Urteilstext">Die Staatskanzlei des Kantons ZÃ¼rich liess sich am 25. Januar 2005 fÃ¼r den Regierungsrat vernehmen und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. Die Gemeinde X beantragte dem Verwaltungsgericht am 10. Februar 2005, die Beschwerde sei unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des BeschwerdefÃ¼hrers abzuweisen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>GemÃ¤ss § 292 lit. a PBG dÃ¼rfen Dachaufbauten, wo nichts anderes bestimmt ist, insgesamt nicht breiter als ein Drittel der betreffenden FassadenlÃ¤nge sein, sofern sie bei SchrÃ¤gdÃ¤chern Ã¼ber die tatsÃ¤chliche Dachebene hinausragen. Diese Bestimmung beschrÃ¤nkt die zulÃ¤ssige Breite der Dachaufbauten im vorliegenden Fall auf 4.70 m je Dachseite, da die massgebende LÃ¤nge der Nord- und SÃ¼dfassade je 14.10 m betrÃ¤gt. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer erstellten Lukarnen weisen demgegenÃ¼ber eine Gesamtbreite von 6.02 m bzw. 6.16 m auf.</p> <p class="Urteilstext">GestÃ¼tzt auf diese Bestimmung verweigerte der Gemeinderat X dem BeschwerdefÃ¼hrer zu Recht die nachtrÃ¤gliche Bewilligung fÃ¼r die erstellten Dachaufbauten. Der BeschwerdefÃ¼hrer anerkennt denn auch diese Baurechtswidrigkeit, erachtet sie aber angesichts der UmstÃ¤nde als entschuldbar und damit nicht vorwerfbar. Unklar ist, ob er daraus wie noch im Rekursverfahren auch einen Anspruch auf Erteilen einer Ausnahmebewilligung ableiten will.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Nach § 220 PBG kann eine Ausnahmebewilligung erteilt werden, wenn besondere VerhÃ¤ltnisse vorliegen, bei denen die Durchsetzung der Vorschriften unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (Abs. 1). Ausnahmebewilligungen dÃ¼rfen aber nicht gegen den Sinn und Zweck der Vorschrift verstossen, von der sie befreien und auch sonst keine Ã¶ffentlichen Interessen verletzen (Abs. 2).</p> <p class="Urteilstext">Eine Ausnahmebewilligung bezweckt, im Einzelfall HÃ¤rten und Unbilligkeiten zu beseitigen, die mit dem Erlass der Regel nicht beabsichtigt waren. Es geht mithin um offensichtlich ungewollte Wirkungen einer Vorschrift. Die Ausnahmebewilligung darf daher nicht dazu eingesetzt werden, generelle GrÃ¼nde zu berÃ¼cksichtigen, die sich praktisch immer anfÃ¼hren liessen; auf diesem Weg wÃ¼rde das Gesetz abgeÃ¤ndert (BGE 117 Ib 125 E. 6d mit Hinweisen). Eine Ausnahmebewilligung darf nur unter der Voraussetzung "besonderer VerhÃ¤ltnisse" erteilt werden (RB 1985 Nr. 103 = BEZ 1986 Nr. 4; Charlotte Good-Weinberger, Die Ausnahmebewilligung im Baurecht, insbesondere nach § 220 des zÃ¼rcherischen Planungs- und Baugesetzes, ZÃ¼rich 1990, S. 102 ff.). Solche sind durchwegs baurechtlicher Natur und kÃ¶nnen etwa in der besonderen Art des Bauwerks, der Architektur, der Zweckbestimmung des GebÃ¤udes sowie der Form, Lage oder Topographie des BaugrundstÃ¼cks liegen (Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs- und Baurecht, Bd. I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 690).</p> <p class="Urteilstext">Der Gemeinderat X erwog im angefochtenen Beschluss, eine Ausnahmebewilligung kÃ¶nne nicht erteilt werden, da auf jeder Seite des Satteldachs eine Lukarne im Estrichteil bewilligt worden sei und fÃ¼r die Belichtung solcher RÃ¤ume grundsÃ¤tzlich keine Lukarnen notwendig seien, sondern auch Dachfenster genÃ¼gen wÃ¼rden. Diese Beurteilung ist zutreffend und wird vom BeschwerdefÃ¼hrer auch nicht in Frage gestellt. Es sind demnach keine besonderen VerhÃ¤ltnisse baurechtlicher Natur ersichtlich, welche die GewÃ¤hrung einer Ausnahmebewilligung rechtfertigen kÃ¶nnten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach § 341 PBG hat die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde ohne RÃ¼cksicht auf Strafverfahren und Bestrafung den rechtmÃ¤ssigen Zustand herbeizufÃ¼hren. Dabei hat sie allerdings den Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit zu beachten, und zwar auch dann, wenn der Bauherr die widerrechtliche Baute bÃ¶sglÃ¤ubig erstellt hat. <span>Dieser muss aber in Kauf nehmen, dass die BehÃ¶rden aus grundsÃ¤tzlichen ErwÃ¤gungen, nÃ¤mlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmÃ¤ssigen Zustandes erhÃ¶htes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berÃ¼cksichtigen</span>. Ein Abbruchbefehl ist nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung dann unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn die Abweichung vom gesetzmÃ¤ssigen Zustand gering ist und die berÃ¼hrten allgemeinen Interessen den Schaden, der dem EigentÃ¼mer durch den Abbruch entstÃ¼nde, nicht zu rechtfertigen vermÃ¶gen (BGE 111 Ib 213 E. 6b S. 224; VGr, 12. Juni 1987, ZBl 89/1988, S. 262; Haller/Karlen, Rz. 865 ff.). Weicht eine Baute jedoch erheblich von materiellen Bauvorschriften ab, so vermÃ¶gen einzig GrÃ¼nde des Vertrauensschutzes zu einem Verzicht auf die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustandes fÃ¼hren (RB 2000 Nr. 106 = BEZ 2000 Nr. 23 mit Hinweisen; Magdalena Ruoss Fierz, Massnahmen gegen illegales Bauen, ZÃ¼rich 1999, S. 154 Anm. 88 mit Beispielen aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Entgegen der Auffassung des BeschwerdefÃ¼hrers ist die Abweichung vom rechtmÃ¤ssigen Zustand im vorliegenden Fall keineswegs gering. Die Mehrbreite der beiden Lukarnen betrÃ¤gt auf der einen Dachseite 1.32 m und auf der anderen 1.46 m und Ã¼berschreitet damit das zulÃ¤ssige Mass um rund 28 bzw. 31 %. Dabei kann keineswegs gesagt werden, dem BeschwerdefÃ¼hrer erwachse aus dieser Ãberbreite kein Nutzen. Die mit der Mehrbreite erreichte zusÃ¤tzliche FensterflÃ¤che begÃ¼nstigt einerseits die Belichtung der beiden Zimmer hinter den beiden dem bestehenden Wohnhaus abgewandten Lukarnen und verbessert andererseits auch die Nutzbarkeit der als Estrich bezeichneten RÃ¤ume hinter den beiden dem Wohnhaus zugewandten Lukarnen. Sodann hat der Beschwerdegegner im Hinblick auf die exponierte Lage der fraglichen Liegenschaft und wegen der Beliebtheit von Dachlukarnen in der nahen Kernzone von X in der Tat ein erhebliches Interesse daran, § 292 PBG als eine die Dachaufbauten beschrÃ¤nkende Norm gegenÃ¼ber allen Rechtsunterworfenen durchzusetzen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer wehrt sich gegen den im Rekursentscheid erhobenen Vorwurf des eigenmÃ¤chtigen Vorgehens, was er mit BÃ¶sglÃ¤ubigkeit gleichsetzt. Dabei bestreitet er nicht, bei der BauausfÃ¼hrung von der maximal zulÃ¤ssigen Breite der Lukarnen gewusst zu haben, und von den massgebenden PlÃ¤nen abgewichen zu sein. Allerdings soll es sich dabei nicht um ein bewusstes Vorgehen gehandelt haben und sieht er die Verantwortung dafÃ¼r beim ausfÃ¼hrenden ArchitekturbÃ¼ro, das der spÃ¤teren Eingabe der Autoeinstellhalle Ã¼berholte PlÃ¤ne des Scheunenausbaus zugrunde gelegt hatte, sowie bei der BehÃ¶rde selber, die diese PlÃ¤ne am 8. Januar 2002 ohne EinschrÃ¤nkung mit einem Genehmigungsstempel versehen hat. </p> <p class="Erwgung2">Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts bezieht sich der bÃ¶se Glaube nicht nur auf die materielle, sondern auch auf die formelle Baurechtswidrigkeit. BÃ¶sglÃ¤ubig handelt demnach, wer vorsÃ¤tzlich <i>oder fahrlÃ¤ssig</i> ohne Baubewilligung oder in Abweichung einer solchen baut (BEZ 1992 Nr. 13; VGr, 20. MÃ¤rz 1991, VB.1990.00025 E. 4; VGr, 22. Mai 1990, VB.1990.00057 E. 3b/bb; Christian MÃ¤der<span class="UrteilstextChar">, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 661</span>). Dabei muss sich ein Bauherr auch das Wissen eines vom ihm Beauftragten anrechnen lassen (VGr, 4. MÃ¤rz 1992, VB.1990.00245 E. 4b). Im vorliegenden Fall hat der BeschwerdefÃ¼hrer alle Unklarheiten, die sich aus dem Abstellen auf Ã¼berholte PlÃ¤ne ergeben haben, selber zu vertreten. Dabei kommt es nicht darauf an, inwiefern die im Einzelnen beteiligten ArchitekturbÃ¼ros unsorgfÃ¤ltig handelten, oder inwieweit der Architektenwechsel bzw. eine unvollstÃ¤ndige Instruktion des ausfÃ¼hrenden ArchitekturbÃ¼ros ursÃ¤chlich fÃ¼r die fehlerhafte BauausfÃ¼hrung war. Ebenso wenig kann der BeschwerdefÃ¼hrer daraus ableiten, dass die der spÃ¤teren Baueingabe fÃ¼r die Autoeinstellhalle zugrunde liegenden PlÃ¤ne eine irrefÃ¼hrende Ãberschrift "Einbau von 2 Wohnungen in ÃkonomiegebÃ¤ude" enthielten und der darauf angebrachte Stempel der BehÃ¶rde den spÃ¤teren AusfÃ¼hrungsfehler allenfalls begÃ¼nstigte. Im Ãbrigen steht fest, dass die BauausfÃ¼hrung nicht nur bezogen auf die Lukarnenbreite, sondern auch bezogen auf die Lage der einen Lukarne, die Grundrisse und die Fassaden massgebend von den bewilligten PlÃ¤nen abwich. Damit hat der BeschwerdefÃ¼hrer das Risiko in Kauf genommen, dass Einzelheiten dieser ProjektÃ¤nderungen allenfalls nachtrÃ¤glich zurÃ¼ckgebaut werden mÃ¼ssen. Inwieweit heute auch die ursprÃ¼nglich als EstrichrÃ¤ume bewilligten beiden RÃ¤ume hinter den beiden dem Wohnhaus zugewandten Lukarnen nunmehr tatsÃ¤chlich als zusÃ¤tzliche KÃ¼che und Zimmer ausgebaut sind, wie dies der Beschwerdegegner neu im Beschwerdeverfahren vorbringt, ist vorliegend nicht zu beurteilen. Sollte dies zutreffen, so wird allerdings das Bewilligungsverfahren auch fÃ¼r diese weitere ProjektÃ¤nderung vor der GemeindebehÃ¶rde <i>und der Baudirektion</i> nachzuholen sein. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Besondere GrÃ¼nde des Vertrauensschutzes kann der BeschwerdefÃ¼hrer im vorliegenden Fall nicht geltend machen. Daraus, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer in einem vorausgegangenen Bewilligungsverfahren fÃ¼r ein spÃ¤ter nicht realisiertes Projekt schon einmal Lukarnen mit einer Breite von 2.60 m bewilligt worden sind, versucht er zu Recht nichts fÃ¼r sich abzuleiten. Auch der Umstand, dass die beiden Bewilligungsverfahren fÃ¼r den Ausbau des ÃkonomiegebÃ¤udes und den Bau der Autoeinstellhalle aus zeitlichen GrÃ¼nden getrennt werden mussten, hat er selber zu vertreten. Aus den von der BehÃ¶rde mit einem Stempel versehenen BaueingabeplÃ¤nen fÃ¼r die Bewilligung der Autoeinstellhalle, kann der BeschwerdefÃ¼hrer ebenfalls nichts fÃ¼r sich ableiten, da solche PlÃ¤nen stets nur im Zusammenhang mit der dazu gehÃ¶renden Bewilligung verstanden werden dÃ¼rfen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Die notwendige Anpassung der umstrittenen Lukarnen kann verhÃ¤ltnismÃ¤ssig einfach vorgenommen werden, indem zwei davon durch DachflÃ¤chenfenster ersetzt wÃ¼rden. Der dafÃ¼r vom BeschwerdefÃ¼hrer veranschlagte finanzielle Aufwand in der HÃ¶he von Fr. 50'000 erscheint eher hoch und dÃ¼rfte sich mittels mÃ¶glicher Eigenleistungen und in BerÃ¼cksichtigung von Konkurrenzofferten auf rund Fr. 25'000.- reduzieren lassen. Gemessen am gesamten Volumen des Bauvorhabens und dem Gewinn von zwei grosszÃ¼gigen zusÃ¤tzlichen Wohneinheiten ausserhalb der Bauzonen erscheint dieser mit dem RÃ¼ckbau verbundene Aufwand als gering. </p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss erweist sich die angeordnete Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands insgesamt als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht dem BeschwerdefÃ¼hrer damit nicht zu. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts kann aber auch der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdegegner keine solche fÃ¼r sich beanspruchen (RB 1981 Nr. 5; RB 1986 Nr. 5). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'590.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>