<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00602</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205736&amp;W10_KEY=4467136&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00602</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.03.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Rückbau eines alten Gemeindehauses in ein Schulhaus; Vergabe der Baumeisterarbeiten im Einladungsverfahren.<br/><br/>Für die Bewertung der Angebotspreise kam ein gestuftes Preisbewertungsschema zur Anwendung, dem eine Preisspanne von lediglich 12 % zu Grunde lag (E. 4.1).<br/>Die von der Vergabebehörde verwendete Preisspanne erscheint als zu eng, da es sich nicht nur um anspruchslose Arbeiten handelt.<br/>Begründet die Vergabebehörde die Wahl einer ungewöhnlichen Preisspanne nicht plausibel, überschreitet sie ihr Ermessen. In diesem Fall wendet das Gericht eine Spanne an, wie sie üblicherweise im Rahmen des Ermessens gewählt werden könnte (E. 4.3).<br/><br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNG">BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSANFORDERUNG">BEGRÃNDUNGSANFORDERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWERTUNGSMETHODE">BEWERTUNGSMETHODE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWERTUNGSSKALA">BEWERTUNGSSKALA</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSÃBERSCHREITUNG">ERMESSENSÃBERSCHREITUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PREIS">PREIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PREISKRITERIUM">PREISKRITERIUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PREISSPANNE">PREISSPANNE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMBAU">UMBAU</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 16 Abs. I lit. a IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">§ 50 Abs. II lit. c VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2006 Nr. 36 S. 47</span><br/><span class="gerade">RB 2006 Nr. 47</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Oberstufenschulgemeinde RÃ¼mlang-Oberglatt plant den RÃ¼ckbau des alten Gemeindehauses in RÃ¼mlang in ein Schulhaus mit zwei Klassenzimmern. FÃ¼r die Vergabe der Baumeisterarbeiten fÃ¼hrte sie ein Einladungsverfahren durch. Von den vier eingeladenen Unternehmern reichten zwei ein gÃ¼ltiges Angebot ein. Mit Beschluss vom 13. Dezember 2005 vergab die Sekundarschulpflege RÃ¼mlang-Oberglatt die ausgeschrieben Arbeiten an die C AG, was der nicht berÃ¼cksichtigten A AG mit Schreiben vom 19. Dezember 2005 mitgeteilt wurde.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 28. Dezember 2005 gelangte die A AG an das Verwaltungsgericht und liess diesem zur Hauptsache beantragen, die VergabeverfÃ¼gung vom 19. Dezember 2005 sei aufzuheben und der Zuschlag sei ihr zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung. â Die Sekundarschulpflege RÃ¼mlang-Oberglatt stellte mit der Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2006 Antrag auf Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Dem Gesuch betreffend GewÃ¤hrung der aufschiebenden Wirkung widersetzte sie sich.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 30. Januar 2006 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung erteilt.</p> <p class="Urteilstext">Mit Replik vom 17. Februar und Duplik vom 8. MÃ¤rz 2006 hielten die Parteien an ihren AntrÃ¤gen fest. Am 28. Februar 2006 verzichtete die C AG als Mitbeteiligte auf die Stellung von AntrÃ¤gen. Mit Eingabe vom 14. MÃ¤rz 2006 liess die A AG ein Begehren um Einsichtnahme in die Beilagen zur Duplik stellen.</p> <p class="Urteilstext">Die Parteivorbringen werden â soweit erforderlich â im Rahmen der nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = <span class="urteilstextchar">BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der revidierten Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 (IVÃ¶B) sowie § 2 des Gesetzes vom 15. September 2003 Ã¼ber den Beitritt zur revidierten Interkantonalen Vereinbarung zur Anwendung.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nicht berÃ¼cksichtigte Anbietende sind zur Beschwerde gegen den Vergabeentscheid legitimiert, wenn sie bei deren Gutheissung eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem sie ein neues Angebot einreichen kÃ¶nnen; andernfalls fehlt ihnen das schutzwÃ¼rdige Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11; § 21 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). â Vorliegend ist die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin ohne weiteres zu bejahen. Sie hat zwar die Arbeiten zu einem hÃ¶heren Preis offeriert als die Mitbeteiligte und liegt in der Gesamtbewertung 30 Punkte hinter dieser, macht jedoch geltend, bei richtiger Bewertung der Zuschlagskriterien "Preis" sowie "Lehrlingsausbildung" vor der Mitbeteiligten zu rangieren.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdegegnerin hat in den Ausschreibungsunterlagen folgende Zuschlagskriterien und Gewichtungen bekannt gegeben: Preis (60 %), Personelle LeistungsfÃ¤higkeit (20 %), Kundendienst/Ãkologie (10 %) und Lehrlingsausbildung (10 %).</p> <p class="Urteilstext">Die Angebote der BeschwerdefÃ¼hrerin und der Mitbeteiligten wurden wie folgt bewertet:</p> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td valign="top"><span><br/> </span> <p class="Urteilstext">Zuschlagskriterien</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Gewichtung</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Punkte<br/> <b>BeschwerdefÃ¼hrerin</b></p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">Punkte<br/> <b>Mitbeteiligte</b></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">1. Preis</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">60 %</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">240</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">300</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">2. Personelle LeistungsfÃ¤higkeit</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">20 %</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">100</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">100</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">3. Kundendienst/Ãkologie</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">10 %</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">50</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">50</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">4. Lehrlingsausbildung</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">10 %</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">30</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">0</p> </td> </tr> <tr> <td> <p class="Urteilstext">Gesamtbewertung<br/> (max. 500 Punkte)</p> </td> <td> <p class="Urteilstext">100 %</p> </td> <td> <p class="Urteilstext"><b>420</b></p> </td> <td> <p class="Urteilstext"><b>450</b></p> </td> </tr> </table> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat die ausgeschriebenen Arbeiten zu einem Preis von Fr. 75'962.65 offeriert und damit das preislich zweitgÃ¼nstigste Angebot eingereicht. Die gÃ¼nstigste, von der Mitbeteiligten eingereichte Offerte betrÃ¤gt Fr. 74'515.30. In der Folge wurde das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin beim Zuschlagskriterium "Preis" mit 240 Punkten bewertet, dasjenige der Mitbeteiligten mit dem Maximum von 300 Punkten. Die BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet, dass der Preisunterschied von lediglich Fr. 1'447.35 bei der gewÃ¤hlten Bewertungsmethode zu einem zu grossen Punkteabzug gefÃ¼hrt und sie mithin zu wenig Punkte erhalten habe.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>GemÃ¤ss den AusfÃ¼hrungen der Beschwerdegegnerin in einem Schreiben an die BeschwerdefÃ¼hrerin vom 22. Dezember 2005 sowie in ihrer Beschwerdeantwort hat sie bei der Bewertung der Angebotspreise das folgende Schema der Primarschulgemeinde Y angewendet:</p> <div> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoTableGrid" width="369"> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">GÃ¼nstigstes Angebot</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">300 Punkte</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">plus 0,1â3 %</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">240 Punkte</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">plus 3,1â6 %</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">180 Punkte</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">plus 6,1â9 %</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">120 Punkte</p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">plus &gt; 9 %</p> </td> <td valign="top"> <p class="Urteilstext">60 Punkte</p> </td> </tr> </table> </div> <p class="Urteilstext">Dazu ist allerdings anzumerken, dass die letzte Bewertungsstufe (plus &gt; 9 %) nicht so verstanden werden dÃ¼rfte, dass jede Offerte, die Ã¼ber 9 % teurer als das gÃ¼nstigste Angebot wÃ¤re, eine Bewertung mit 60 Punkten erhielte, da andernfalls Preisunterschiede bei diesen Offerten nicht mehr ins Gewicht fallen wÃ¼rden. Sehr teure Angebote wÃ¼rden damit vergleichsweise gÃ¼nstiger beurteilt, was nicht den Zielsetzungen des Vergaberechts entspricht. In ErgÃ¤nzung und Korrektur der oben stehenden Tabelle ist deshalb festzulegen, dass ein um 12 % teureres Angebot keine Punkte mehr erhalten wÃ¼rde. Somit liegt diesem gestuften Bewertungsschema eine Preisspanne von lediglich 12 % zu Grunde.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der Vergabestelle steht bei der Bewertung der Angebotspreise â ebenso wie bei den andern Zuschlagskriterien â ein erheblicher Ermessensspielraum zu. In diesen greift das Verwaltungsgericht, dem keine ÃberprÃ¼fung der Angemessenheit des Entscheids zusteht (Art. 16 Abs. 2 IVÃ¶B), nicht ein (vgl. § 50 Abs. 3 VRG). Zu prÃ¼fen ist dagegen eine allfÃ¤llige Ãberschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens (Art. 16 Abs. 1 lit. a IVÃ¶B; vgl. § 50 Abs. 2 lit. c VRG). Die Bewertung muss jedoch der Gewichtung des Kriteriums Rechnung tragen, damit das im Voraus bekannt gegebene Gewicht tatsÃ¤chlich zum Tragen kommt (VGr, 18. Dezember 2002, BEZ 2003 Nr. 13 E. 3g und 4b, mit Hinweisen). Das bedeutet insbesondere, dass auch beim Kriterium "Preis" nur die tatsÃ¤chlich in Frage kommende Bandbreite mÃ¶glicher Werte zu berÃ¼cksichtigen ist (VGr, 21. April 2004, ZBl 105/2004, S. 382, E. 2.2; 11. September 2003, VB.2003.00188, E. 4b, www.vgrzh.ch; RB 2002 Nr. 52 = BEZ 2003 Nr. 13 E. 4b; VGr, 28. Oktober 2002, BEZ 2003 Nr. 14 E. 4c; vgl. zum Ganzen auch Beat Denzler, Bewertung der Angebotspreise, Baurecht, Sonderheft Vergaberecht 2004, S. 20).</p> <p class="Urteilstext">Welche Bandbreite bei den Angebotspreisen realistischerweise erwartet werden kann, ist von der in Frage stehenden Beschaffung abhÃ¤ngig. So ist bei einfachen Bauarbeiten in der Regel mit einer geringeren Preisspanne zu rechnen als bei technisch anspruchsvollen Konstruktionen bzw. Dienstleistungen. Wird die Bandbreite erst nach dem Vorliegen der Angebote festgelegt, kÃ¶nnen auch die tatsÃ¤chlich offerierten, ernsthaften Preise als Anhaltspunkte berÃ¼cksichtigt werden (VGr, 21. April 2004, BEZ 2004 Nr. 34 E. 2.6 = ZBl 105/<br/> 2004, S. 382; 28. Oktober 2002, BEZ 2003 Nr. 14 E. 4c; zuletzt 21. September 2005, VB.2005.00227, E. 3.2, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Das gewÃ¤hlte Schema vermag aus zwei GrÃ¼nden nicht zu Ã¼berzeugen: Zum einen fÃ¼hrt eine gestufte, nicht lineare Bewertung zu einem unerwÃ¼nschten Auseinanderklaffen von effektiver Preisdifferenz und Bepunktung in denjenigen FÃ¤llen, in denen die Angebotspreise nahe beieinander, aber auf unterschiedlichen Bewertungsstufen liegen. Zum andern erscheint eine Preisspanne von 12 % fÃ¼r die vorliegend zu beurteilende Vergabe als klarerweise zu eng, da es sich keineswegs nur um anspruchslose Arbeiten handelt. Auch die Tatsache, dass die beiden eingegangenen Offerten nur knapp 2 % auseinander liegen, ist fÃ¼r sich allein nicht schlÃ¼ssig; sie kann â bei lediglich zwei Angeboten â zufÃ¤llig sein oder daher rÃ¼hren, dass die Beschwerdegegnerin die eingeladenen Anbieter sorgfÃ¤ltig ausgewÃ¤hlt hat.</p> <p class="Urteilstext">Der nach der Praxis des Verwaltungsgerichts zulÃ¤ssige Verzicht auf die vorgÃ¤ngige Bekanntgabe der Gewichtung der einzelnen Kriterien (vgl. RB 2002 Nr. 47 = BEZ 2003 Nr. 13 E. 3f; VGr, 21. April 2004, BEZ 2004 Nr. 34 E. 2.6) und damit auch der Wahl der Preisspanne kann die Transparenz und die Nachvollziehbarkeit des Vergabeentscheids beeintrÃ¤chtigen. Dieser Gefahr ist durch hÃ¶here Anforderungen an die BegrÃ¼ndung Rechnung zu tragen. Bezogen auf die Preisspanne bedeutet dies, dass je ungewÃ¶hnlicher (besonders weit oder besonders eng) die gewÃ¤hlte Preisspanne ist, desto mehr ist eine triftige BegrÃ¼ndung fÃ¼r diese Festlegung erforderlich. BegrÃ¼ndet die VergabebehÃ¶rde die Wahl einer ungewÃ¶hnlichen Preisspanne nicht plausibel, Ã¼berschreitet sie ihr Ermessen. In diesem Fall wendet das Gericht eine Spanne an, wie sie Ã¼blicherweise im Rahmen des Ermessens gewÃ¤hlt werden kÃ¶nnte.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Nachdem die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Fall keine sachlichen GrÃ¼nde fÃ¼r die Wahl der ausserordentlich geringen Preisspanne namhaft machen konnte, ist hier daher auf eine Bandbreite der Preise von 30 % bis 50 % abzustellen, wie sie bei AuftrÃ¤gen fÃ¼r Baumeisterarbeiten dieser Art Ã¼blich sind.</p> <p class="Urteilstext">Aufgrund der in der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts vorgeschlagenen Formel zur Bewertung der Angebotspreise (VGr, 21. April 2004, BEZ 2004 Nr. 34 E. 2.5 = ZBl 105/<br/> 2004, S. 382) ergeben sich fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin je nach der angenommenen Preisspanne die folgenden Punktzahlen fÃ¼r das Zuschlagskriterium "Preis":</p> <div> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>Preisspanne</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>Punkte</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>50 %</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>288</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>40 %</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>285</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>30 %</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="MsoNormal"><span>281</span></p> </td> </tr> </table> </div> <p class="Urteilstext">Bei einer Preisspanne von 30 % bis 50 % erhÃ¤lt die BeschwerdefÃ¼hrerin beim Zuschlagskriterium "Preis" somit zwischen 281 und 288 Punkte. Diese Punktezahlen liegen deutlich hÃ¶her als der von der Beschwerdegegnerin im Offertvergleich ermittelte Wert und fÃ¼hren bereits dazu, dass das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin insgesamt eine bessere Bewertung erhÃ¤lt als dasjenige der Mitbeteiligten. Die weiteren EinwÃ¤nde der BeschwerdefÃ¼hrerin, welche das Kriterium "Lehrlingsausbildung" betreffen, sind daher nicht mehr zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Im Ergebnis sind dem Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin unter Annahme einer Preisspanne von 30 % insgesamt 461 Punkte zuzusprechen, womit dieses vor demjenigen der Mitbeteiligten rangiert. Der angefochtene Zuschlag ist deshalb in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Da die BeschwerdefÃ¼hrerin in der Gesamtbewertung an erster Stelle steht und keine weiteren AbklÃ¤rungen erforderlich sind, hat die Vergabe an sie zu erfolgen. PraxisgemÃ¤ss erteilt das Verwaltungsgericht jedoch den Zuschlag nicht selber; die Sache ist vielmehr an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckzuweisen, um den Zuschlag an die BeschwerdefÃ¼hrerin zu erteilen (VGr, 13. Februar 2002, BEZ 2002 Nr. 33; vgl. auch VGr, 12. Januar 2005, VB.2004.00477, E. 7, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung1"><span class="urteilstextchar"><b>6. </b></span><span class="urteilstextchar"> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin beantragt die Zeugeneinvernahme von sÃ¤mtlichen am Vergabeverfahren beteiligten Vertretern und Beauftragten der Beschwerdegegnerin mit folgender BegrÃ¼ndung: Ihr sei zugetragen worden, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Bewertung und Zuschlagserteilung Ã¼ber eine andere Bewertungsmatrix verfÃ¼gt habe, nach der nicht die Mitbeteiligte, sondern die BeschwerdefÃ¼hrerin die hÃ¶chste Punktzahl hÃ¤tte erhalten sollen. Dennoch sei ein Entscheid zu Ungunsten der BeschwerdefÃ¼hrerin gefÃ¤llt worden. Die Bewertungen (die der vorstehenden materiellen PrÃ¼fung unterzogen wurden) seien erst nachtrÃ¤glich erstellt oder zu Ungunsten der BeschwerdefÃ¼hrerin abgeÃ¤ndert worden. Die Aussage der Beschwerdegegnerin, wonach sie bei der Bewertung dem Schema der Primarschulgemeinde Y gefolgt sei, kÃ¶nne so nicht zutreffen. Dazu seien die genannten Personen einzuvernehmen. Die Beschwerdegegnerin versuche darzulegen, dass die Bewertung aufgrund des Bewertungsschemas der Primarschulgemeinde Y und aufgrund des Vorschlags des zustÃ¤ndigen Bauleiters erfolgt sei. Damit unternehme sie den Versuch, dem Bauleiter die Verantwortung fÃ¼r die UnrechtmÃ¤ssigkeit ihres eigenen Vorgehens zuzuschieben. Aus diesem Grund kÃ¶nne die Beschwerde "nicht alleine bereits aufgrund der UnzulÃ¤ssigkeit der vorgebrachten Bewertungsmatrix" der Primarschulgemeinde Y gutgeheissen werden. DarÃ¼ber hinaus sei der Sachverhalt durch die Einvernahme der angerufenen Zeugen sicherzustellen.</p> <p class="Urteilstext">Die VergabebehÃ¶rde hat sowohl in ihrem Schreiben vom 22. Dezember 2005 wie auch in ihrer Beschwerdeantwort auf das Bewertungsschema der Primarschulgemeinde Y Bezug genommen und es zum Bestandteil ihrer BegrÃ¼ndung des Vergabeentscheides gemacht. Somit war dieses Schema im vorliegenden Verfahren zu Ã¼berprÃ¼fen. Da bereits die ÃberprÃ¼fung dieses Bewertungsschemas zur Aufhebung des Zuschlags gefÃ¼hrt hat, sind die weiteren UmstÃ¤nde des Vergabeverfahrens nicht mehr entscheidrelevant. Es erÃ¼brigt sich daher, die angebotenen Zeugen formell einzuvernehmen.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Bei diesem Ausgang erÃ¼brigt sich auch die beantragte Einsichtnahme der BeschwerdefÃ¼hrerin in die Beilagen zur Duplikschrift; mit einer weiteren Stellungnahme zu diesen Unterlagen vermÃ¶chte sie nichts mehr zu ihren Gunsten anzufÃ¼hren.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdegegnerin wird ausgangsgemÃ¤ss kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und hat der BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼berdies eine angemessene EntschÃ¤digung fÃ¼r ihre Umtriebe auszurichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG; § 12 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997, LS 175.252). Als angemessen erweist sich eine EntschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Beschluss der Sekundarschulpflege RÃ¼mlang-Oberglatt vom 13. Dezember 2005 aufgehoben. Die Sache wird an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckgewiesen, um der BeschwerdefÃ¼hrerin den Zuschlag zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'710.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Parteient­schÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>