<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2000 69 S.295</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">295</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>69</b></span> <span class="ft2"><b>Zulässigkeit von Teilangeboten.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Wenn die Vergabestelle in der Ausschreibung nicht etwas anderes</b></span><br/> <span class="ft2"><b>verlangt, sind selbständige Teilangebote unabhängig von einem Ge-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>samtangebot zulässig (Erw. 3/c/cc/ccc).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Bei der Präqualifikation besteht - anders als beim Teilangebot selbst -</b></span><br/> <span class="ft2"><b>keine gesetzliche Vermutung für die Zulässigkeit von Teilbewer-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>bungen (Erw. 3/d/cc).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 22. Juni 2000 in</span><br/> <span class="ft3">Sachen K. gegen die Verfügung der Gemeinderäte Villmergen und Walten-</span><br/> <span class="ft3">schwil.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3. a) Der Beschwerdeführer sieht im Umstand, dass die Verga-</span><br/> <span class="ft1">bestelle seine Bewerbung für einen Teilauftrag nicht bewertet, son-</span><br/> <span class="ft1">dern vom weiteren Verfahren ausgeschlossen hat, eine unzulässige</span><br/> <span class="ft1">Diskriminierung nach § 1 Abs. 1 SubmD und eine Verletzung von</span><br/> <span class="ft1">§ 16 Abs. 1 SubmD. Die Vergabestelle vertritt dagegen die Auffas-</span><br/> <span class="ft1">sung, der Beschwerdeführer habe kein Teilangebot, sondern eine</span><br/> <span class="ft1">Variante eingereicht, indem er die Ersterfassung der Daten im Sys-</span><br/> <span class="ft1">tem C-Plan und nicht - wie ausgeschrieben - im System ,,Small-</span><br/> <span class="ft1">world" angeboten habe. Ohne Grundangebot sei die Variante ungül-</span><br/> <span class="ft1">tig. Aber auch bei einer Qualifikation als Teilangebot sei das Angebot</span><br/> <span class="ft1">des Beschwerdeführers ungültig, weil unvollständig. Wie Varianten</span><br/> <span class="ft1">seien auch Teilangebote nur gültig, wenn mit ihnen zugleich ein</span><br/> <span class="ft1">vollständiges Grundangebot eingereicht werde.</span><br/> <span class="ft1">b) aa) Festzuhalten ist vorab, dass der Beschwerdeführer nicht</span><br/> <span class="ft1">ein Angebot eingereicht hat, sondern lediglich einen ,,Antrag auf</span><br/> <span class="ft1">Teilnahme" im Sinne von § 7 Abs. 2 SubmD gestellt hat. Damit be-</span><br/> <span class="ft1">wirbt er sich für die Offertstellung zur Ausarbeitung eines Teilange-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">296</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">bots gemäss § 16 SubmD. Zu prüfen ist im Folgenden zunächst die</span><br/> <span class="ft1">Frage, ob ein Teilangebot selbständig oder - wie die Vergabestelle</span><br/> <span class="ft1">behauptet - nur zusammen mit einem Grundangebot zulässig ist. Ist</span><br/> <span class="ft1">diese Frage zu bejahen, erweist sich die Bewerbung des Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführers als unzulässig, da er sich unbestrittenermassen nur um</span><br/> <span class="ft1">einen Teil des Auftrags beworben hat. Die Frage, ob das Teilangebot</span><br/> <span class="ft1">bzw. der Antrag, ein Teilangebot einreichen zu können, auch Vari-</span><br/> <span class="ft1">antencharakter hat, stellt sich nur und erst dann, wenn sich das Teil-</span><br/> <span class="ft1">angebot als solches als zulässig erweist.</span><br/> <span class="ft1">bb) Den Anbietenden steht es frei, Offerten für Varianten und</span><br/> <span class="ft1">Teilangebote einzureichen (§ 16 Abs. 1 SubmD). Die Vergabestelle</span><br/> <span class="ft1">bezeichnet in den Ausschreibungsunterlagen die Mindestanfor-</span><br/> <span class="ft1">derungen an Varianten und Teilangebote (§ 16 Abs. 2 SubmD). Das</span><br/> <span class="ft1">Angebot einer Variante ist ungültig, wenn damit nicht eine Offerte</span><br/> <span class="ft1">für das Grundangebot eingereicht wird (§ 16 Abs. 3 SubmD). Ge-</span><br/> <span class="ft1">mäss Ziff. 6 des Anhangs 5 zum SubmD enthalten die in einem</span><br/> <span class="ft1">offenen oder selektiven Verfahren abgegebenen Ausschreibungs-</span><br/> <span class="ft1">unterlagen ,,besondere Vorschriften, insbesondere über <i>Zulässigkeit</i></span><br/> <span class="ft4"><i>und Bedingungen für</i> Bietergemeinschaften, <i>Teilangebote</i>, Pauschal-</span><br/> <span class="ft1">und Globalangebote und Varianten sowie die Aufteilung des Auf-</span><br/> <span class="ft1">trags" (Hervorhebungen beigefügt). IVöB und GATT-Übereinkom-</span><br/> <span class="ft1">men enthalten in Bezug auf Teilangebote keine besonderen Bestim-</span><br/> <span class="ft1">mungen.</span><br/> <span class="ft1">cc) Die Vergabestelle argumentiert, auch Teilangebote könnten</span><br/> <span class="ft1">nur zusammen mit einem vollständigen Grund- bzw. Gesamtangebot</span><br/> <span class="ft1">gültig eingereicht werden. Daran ändere der Umstand, dass in § 16</span><br/> <span class="ft1">Abs. 3 SubmD lediglich Varianten ohne Grundangebot für ungültig</span><br/> <span class="ft1">erklärt würden, nichts. Es sei gar nicht notwendig gewesen, hier auch</span><br/> <span class="ft1">Teilangebote ohne Grundangebote für ungültig zu erklären; das Er-</span><br/> <span class="ft1">fordernis des Vollangebots ergebe sich schon aus § 14 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">SubmD. Die Variante sei im Gegensatz zum Teilangebot ein Vollan-</span><br/> <span class="ft1">gebot und genüge den Anforderungen von § 14 Abs. 1 SubmD be-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">297</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">züglich Vollständigkeit, was die spezielle Regelung in § 16 Abs. 3</span><br/> <span class="ft1">SubmD notwendig gemacht habe.</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer erachtet dieses Verständnis von § 16</span><br/> <span class="ft1">SubmD als falsch. Variantenangebote und Teilangebote seien zwei</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich verschiedene Dinge. Bei der Variante bedürfe es des</span><br/> <span class="ft1">Grundangebots, damit überhaupt ein Vergleich mit den übrigen An-</span><br/> <span class="ft1">bietern möglich sei; bei einem Teilangebot sei die Vergleichbarkeit</span><br/> <span class="ft1">der Teilleistungen in der Regel ohne weiteres gegeben. § 16 Abs. 3</span><br/> <span class="ft1">SubmD sei insofern klar und enthalte bezüglich des Teilangebots ein</span><br/> <span class="ft1">qualifiziertes Schweigen.</span><br/> <span class="ft1">§ 16 SubmD erweist sich angesichts dieser gegensätzlichen</span><br/> <span class="ft1">Auffassungen als auslegungsbedürftig.</span><br/> <span class="ft1">c) aa) Nach dem Wortlaut von § 16 Abs. 3 SubmD ist ,,das An-</span><br/> <span class="ft1">gebot einer Variante" ungültig, wenn damit nicht eine Offerte für das</span><br/> <span class="ft1">Grundangebot eingereicht wird. Teilangebote werden in § 16 Abs. 3</span><br/> <span class="ft1">SubmD nicht genannt; nach dem reinen Wortlaut sind sie also im</span><br/> <span class="ft1">Gegensatz zur Variante nicht an ein Grundangebot gekoppelt. Der</span><br/> <span class="ft1">Randtitel zu § 16 SubmD lautet indessen ebenfalls lediglich ,,Varian-</span><br/> <span class="ft1">ten" und nicht etwa ,,Varianten und Teilangebote". Daraus könnte ge-</span><br/> <span class="ft1">schlossen werden, dass der Dekretgeber auch die in § 16 Abs. 1 und</span><br/> <span class="ft1">2 SubmD genannten Teilangebote im Verhältnis zum Grundangebot</span><br/> <span class="ft1">gemäss Ausschreibungsunterlagen letztlich lediglich als eine beson-</span><br/> <span class="ft1">dere Art der Variante ansah (vgl. auch Entscheid des Verwaltungsge-</span><br/> <span class="ft1">richts des Kantons Zürich vom 17. Februar 2000, in: Baurechtsent-</span><br/> <span class="ft1">scheide Kanton Zürich [BEZ] 20/2000, S. 48). Allein aus der fehlen-</span><br/> <span class="ft1">den Erwähnung der Teilangebote in § 16 Abs. 3 SubmD folgt jeden-</span><br/> <span class="ft1">falls - entgegen der Meinung des Beschwerdeführers - nicht zwin-</span><br/> <span class="ft1">gend, dass diese auch ohne Grundangebot zulässig sind, und es sich</span><br/> <span class="ft1">um ein qualifiziertes Schweigen des Dekrets handelt. Dem Wortlaut</span><br/> <span class="ft1">der Bestimmung kann somit keine eindeutige Lösung entnommen</span><br/> <span class="ft1">werden. Auch die einschlägigen Materialien enthalten - soweit er-</span><br/> <span class="ft1">sichtlich - keine Äusserungen zur zu beantwortenden Frage (vgl.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">298</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Botschaft des Regierungsrats zum Submissionsdekret vom 22. Mai</span><br/> <span class="ft1">1996, S. 15).</span><br/> <span class="ft1">bb) Die Vergabestelle beruft sich sinngemäss auf die Systematik</span><br/> <span class="ft1">des Submissionsdekrets, wenn sie geltend macht, das ausdrückliche</span><br/> <span class="ft1">Erwähnen der Teilangebote in § 16 Abs. 3 SubmD sei deshalb unnö-</span><br/> <span class="ft1">tig, weil hier die Notwendigkeit eines Grund- bzw. Vollangebots</span><br/> <span class="ft1">bereits durch das in § 14 Abs. 1 SubmD statuierte Gebot der Voll-</span><br/> <span class="ft1">ständigkeit des Angebots vorgegeben sei. Diese Überlegung hat zwar</span><br/> <span class="ft1">eine gewisse formale Logik. Andererseits ist die Sichtweise der</span><br/> <span class="ft1">Vergabestelle nicht zwingend und ob sie tatsächlich sachgerecht ist</span><br/> <span class="ft1">und der Förderung eines möglichst breiten Wettbewerbs dient, er-</span><br/> <span class="ft1">scheint eher fraglich (vgl. Erw. cc/ccc hienach). Auch die gegentei-</span><br/> <span class="ft1">lige Meinung liesse sich im Übrigen mit logischer Argumentation</span><br/> <span class="ft1">vertreten: Schon § 14 Abs. 1 SubmD liesse sich auch so auslegen,</span><br/> <span class="ft1">dass sich die Frage nach der Vollständigkeit nur auf die <i>offerierten</i></span><br/> <span class="ft1">(und nicht auf die ausgeschriebenen) Leistungen bezieht; so ver-</span><br/> <span class="ft1">standen könnte also auch ein Teilangebot vollständig sein und wäre</span><br/> <span class="ft1">nur dann unvollständig, wenn innerhalb desselben wiederum für</span><br/> <span class="ft1">Teilbereiche das geplante Vorgehen oder die damit verbundenen</span><br/> <span class="ft1">Kosten nur ungenügend spezifiziert würden. Zudem könnte es die</span><br/> <span class="ft1">sich aus dem Submissionsdekret selbst ergebende Zulässigkeit des</span><br/> <span class="ft1">Einreichens von Teilangeboten (§ 16 Abs. 1 SubmD), die im Ver-</span><br/> <span class="ft1">gleich zum Gesamtangebot per definitionem unvollständig sind, der</span><br/> <span class="ft1">Vergabestelle grundsätzlich verbieten, solche Teilangebote gestützt</span><br/> <span class="ft1">auf § 28 Abs. 1 lit. g SubmD in Verbindung mit § 14 Abs. 1 SubmD</span><br/> <span class="ft1">allein wegen Unvollständigkeit vom Verfahren auszuschliessen. Die</span><br/> <span class="ft1">systematische Auslegung führt somit ebenfalls nicht zu einem ein-</span><br/> <span class="ft1">deutigen Ergebnis.</span><br/> <span class="ft1">cc) Es stellt sich schliesslich die Frage nach dem Zweck der</span><br/> <span class="ft1">Regelung von § 16 SubmD bzw. nach dem durch das grundsätzliche</span><br/> <span class="ft1">Zulassen von Teilangeboten und Varianten angestrebten Ziel.</span><br/> <span class="ft1">aaa) Fest steht zunächst, dass die öffentliche Vergabebehörde</span><br/> <span class="ft1">als Auftraggeberin bestimmen können muss, welche Bau-, Liefer-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">299</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">oder Dienstleistungen sie benötigt und welche konkreten Anforde-</span><br/> <span class="ft1">rungen sie bezüglich Umfang, Qualität, Ausstattung usw. stellt, was</span><br/> <span class="ft1">also im Einzelnen Gegenstand und Inhalt der Submission ist (AGVE</span><br/> <span class="ft1">1998, S. 404). Sie legt dies in aller Regel mehr oder weniger detail-</span><br/> <span class="ft1">liert in den Ausschreibungsunterlagen fest, sei dies in einem Leis-</span><br/> <span class="ft1">tungsverzeichnis, in einem Pflichtenheft oder auf andere Weise (vgl.</span><br/> <span class="ft1">§ 12 Abs. 2 und 3 SubmD; Anhang 5 Ziff. 1 zum SubmD). An diese</span><br/> <span class="ft1">Vorgaben sind die Anbietenden grundsätzlich gebunden; die Ver-</span><br/> <span class="ft1">gabestelle ist jedenfalls nicht verpflichtet, ein Angebot zu berück-</span><br/> <span class="ft1">sichtigen, das inhaltlich oder in Bezug auf den Leistungsumfang</span><br/> <span class="ft1">nicht dem entspricht, was sie gemäss Ausschreibung haben will. Die</span><br/> <span class="ft1">Prüfung von vom Grundangebot abweichenden Varianten und von</span><br/> <span class="ft1">Teilangeboten - und später erst recht auch deren Realisierung - ist</span><br/> <span class="ft1">möglicherweise mit zusätzlichem Aufwand für die Vergabestelle ver-</span><br/> <span class="ft1">bunden, den auf sich zu nehmen sie nicht gewillt ist und den sie auch</span><br/> <span class="ft1">nicht auf sich nehmen muss. Folgerichtig muss die Vergabestelle das</span><br/> <span class="ft1">Einreichen von Varianten oder Teilangeboten von vornherein verhin-</span><br/> <span class="ft1">dern können, wenn sie keine solchen berücksichtigen will. Gemäss</span><br/> <span class="ft1">Ziffer 6 des Anhangs 5 zum SubmD bestimmt die Vergabestelle denn</span><br/> <span class="ft1">auch in den Ausschreibungsunterlagen die <i>Zulässigkeit</i> und <i>Bedin-</i></span><br/> <span class="ft4"><i>gungen</i> u. a. von Teilangeboten und Varianten (vgl. auch § 16 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">SubmD). Die Anbietenden können aus § 16 Abs. 1 SubmD, wonach</span><br/> <span class="ft1">es ihnen frei steht, Offerten für Varianten und Teilangebote einzu-</span><br/> <span class="ft1">reichen, somit keine unbedingte und uneingeschränkte Verpflichtung</span><br/> <span class="ft1">der Vergabestelle auf Zulassung von Varianten oder Teilangeboten</span><br/> <span class="ft1">herleiten. Der Vergabestelle muss das Recht zukommen, die Mög-</span><br/> <span class="ft1">lichkeit von Varianten und Teilangeboten in der Ausschreibung</span><br/> <span class="ft1">auszuschliessen oder zu beschränken. Dies entspricht auch der Rege-</span><br/> <span class="ft1">lung im Bund und in anderen Kantonen (vgl. Art. 22 VoeB; Art. 10</span><br/> <span class="ft1">der Submissionsverordnung (SubV) des Kantons Graubünden vom</span><br/> <span class="ft1">23. Juni 1998; Art. 27 Abs. 2 der Verordnung über das öffentliche</span><br/> <span class="ft1">Beschaffungswesen des Kantons St. Gallen vom 21. April 1998;</span><br/> <span class="ft1">Peter Galli / Daniel Lehmann / Peter Rechsteiner, Das öffentliche</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">300</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Beschaffungswesen in der Schweiz, Zürich 1996, Rz. 288). Sieht die</span><br/> <span class="ft1">Vergabestelle allerdings davon ab, in der öffentlichen Ausschreibung</span><br/> <span class="ft1">oder in den Ausschreibungsunterlagen Varianten und Teilangebote</span><br/> <span class="ft1">ausdrücklich auszuschliessen, sind solche aufgrund von § 16 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">SubmD zulässig und müssen von der Vergabestelle grundsätzlich</span><br/> <span class="ft1">gemäss § 17 SubmD geprüft und in die Ermittlung des wirtschaftlich</span><br/> <span class="ft1">günstigsten Angebots im Sinne von § 18 SubmD miteinbezogen wer-</span><br/> <span class="ft1">den (vgl. auch Galli/Lehmann/Rechsteiner, a.a.O.). Dies entspricht</span><br/> <span class="ft1">nebst Art. 16 Abs. 1 SubmD auch dem Grundsatz der Transparenz</span><br/> <span class="ft1">des Vergabeverfahrens.</span><br/> <span class="ft1">bbb) Mit einer Unternehmervariante wird in der Regel eine in-</span><br/> <span class="ft1">haltlich von der Ausschreibung abweichende Leistung angeboten</span><br/> <span class="ft1">(vgl. zum Ganzen: Roland Hürlimann, Unternehmervarianten - Risi-</span><br/> <span class="ft1">ken und Problembereiche, in: Baurecht 1996, S. 3 f.; VGE III/64</span><br/> <span class="ft1">vom 11. Mai 1998 in Sachen H. AG, S. 10 f.). Das Erfordernis, neben</span><br/> <span class="ft1">einer Variante auch das verlangte Grundangebot einzureichen, wird</span><br/> <span class="ft1">damit begründet, dass nur so alle Anbieter die gleichen Vorausset-</span><br/> <span class="ft1">zungen hätten und die Vergabestelle geeignete Vergleichsmöglich-</span><br/> <span class="ft1">keiten habe (Protokoll der nichtständigen Kommission Nr. 19 des</span><br/> <span class="ft1">Grossen Rats vom 4. September 1996 [3. Sitzung], S. 11 [Voten</span><br/> <span class="ft1">Rüegger und Frey]). Im Vernehmlassungsentwurf bzw. den Erläute-</span><br/> <span class="ft1">rungen zur VoeB wurde festgehalten, das Einreichen einer Offerte</span><br/> <span class="ft1">auch für die ausgeschriebenen Leistungen ermögliche eine objektive</span><br/> <span class="ft1">Beurteilung der Konkurrenzfähigkeit. Zudem solle damit sicherge-</span><br/> <span class="ft1">stellt werden, dass sich sämtliche offerierenden Anbieter fundiert mit</span><br/> <span class="ft1">allen Fragen auseinandersetzen würden, die mit dem ausgeschrie-</span><br/> <span class="ft1">benen Auftrag verbunden seien (Erläuterungen zur Verordnung über</span><br/> <span class="ft1">das öffentliche Beschaffungswesen, in: Öffentliches Beschaffungs-</span><br/> <span class="ft1">recht, Submissionsrecht, hrsg. von Christian Bock, Basel 1996, S. 97</span><br/> <span class="ft1">[im Folgenden: Erläuterungen]; Galli/Lehmann/Rechsteiner, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft1">Anm. 14 zu Rz. 288).</span><br/> <span class="ft1">ccc) Das Teilangebot weicht demgegenüber nicht inhaltlich,</span><br/> <span class="ft1">sondern lediglich umfangmässig (quantitativ) vom verlangten Ange-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">301</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">bot ab; die Vergleichbarkeit mit den übrigen Angeboten erweist sich</span><br/> <span class="ft1">damit - wie dies auch der Beschwerdeführer zutreffend feststellt</span><br/> <span class="ft1">(Bemerkungen, S. 5) - von vornherein als wesentlich weniger proble-</span><br/> <span class="ft1">matisch. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint das Abhängigmachen</span><br/> <span class="ft1">der Zulässigkeit eines Teilangebots von der gleichzeitigen Einrei-</span><br/> <span class="ft1">chung eines Gesamtangebots sachlich jedenfalls weniger eindeutig</span><br/> <span class="ft1">geboten als bei der Variante. Klar ist aber, dass die Vergabestelle,</span><br/> <span class="ft1">wenn sie in der Ausschreibung Teilangebote für nicht zulässig erklä-</span><br/> <span class="ft1">ren kann (vgl. Erw. aaa hievor), deren Zulässigkeit auch von der</span><br/> <span class="ft1">gleichzeitigen Einreichung eines Grundangebots abhängig machen</span><br/> <span class="ft1">kann. Unklar bleibt, ob die Koppelung des Teilangebots an ein (voll-</span><br/> <span class="ft1">ständiges) Grundangebot auch gilt, wenn in den Ausschreibungsun-</span><br/> <span class="ft1">terlagen nichts geregelt ist. Eine diesbezüglich unmissverständliche</span><br/> <span class="ft1">Regelung enthält Art. 27 Abs. 1 der Verordnung über das öffentliche</span><br/> <span class="ft1">Beschaffungswesen des Kantons St. Gallen vom 21. April 1998. Da-</span><br/> <span class="ft1">nach kann der Anbieter <i>zusätzlich</i> zum verlangten Angebot Varianten</span><br/> <span class="ft1">oder Teilangebote einreichen. Gemäss § 23 Abs. 3 des Gesetzes über</span><br/> <span class="ft1">öffentliche Beschaffungen des Kantons Basel-Stadt vom 20. Mai</span><br/> <span class="ft1">1999 und § 23 Abs. 4 des Gesetzes über öffentliche Beschaffungen</span><br/> <span class="ft1">des Kantons Basel-Landschaft vom 3. Juni 1999 sind Teilangebote</span><br/> <span class="ft1">und Varianten zulässig. Sie sind <i>separat</i> und <i>deutlich gekennzeichnet</i></span><br/> <span class="ft1">einzugeben. Auch diese Formulierung lässt darauf schliessen, dass</span><br/> <span class="ft1">Varianten und Teilangebote nur zusätzlich zum Grundangebot zuläs-</span><br/> <span class="ft1">sig sein sollen, setzt sie doch die Eingabe eines solchen voraus. Eine</span><br/> <span class="ft1">gegenteilige Lösung enthält Art. 22 Abs. 3 VoeB. Danach kann die</span><br/> <span class="ft1">Auftraggeberin bei Teilangeboten auf ein Gesamtangebot verzichten,</span><br/> <span class="ft1">wobei sie dies in der Ausschreibung anzukünden hat. In den Erläute-</span><br/> <span class="ft1">rungen zur VoeB wird hiezu ausgeführt, Anbietende, die nicht in der</span><br/> <span class="ft1">Lage seien, die gesamte ausgeschriebene Leistung zu erbringen,</span><br/> <span class="ft1">sollten sich selbst um eine Bietergemeinschaft bemühen; dies könne</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich nicht Sache des Auftraggebers sein. Habe dieser jedoch</span><br/> <span class="ft1">ein spezielles Interesse daran, dass Teilangebote eingereicht würden,</span><br/> <span class="ft1">so könne er dies in der Ausschreibung kund tun, damit der Markt</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">302</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">entsprechend vergrössert werde (Erläuterungen, S. 97). Die</span><br/> <span class="ft1">Vergabestelle behält sich damit das Recht vor, eingegangene Ge-</span><br/> <span class="ft1">samtangebote unberücksichtigt zu lassen. Für die Anbietenden stellt</span><br/> <span class="ft1">sich die Frage, ob sie ein Gesamtangebot, ein Teilangebot oder ein</span><br/> <span class="ft1">Angebot einreichen wollen, das beide Alternativen umfasst</span><br/> <span class="ft1">(Galli/Lehmann/Rechsteiner, a.a.O., Rz. 289). Sachlich möglich und</span><br/> <span class="ft1">vertreten werden somit beide Lösungen. Angesicht der Formulierung</span><br/> <span class="ft1">von § 16 Abs. 1 SubmD, der sich im Grundsatz für die Zulässigkeit</span><br/> <span class="ft1">von Teilangeboten ausspricht, und es der Vergabestelle überlässt,</span><br/> <span class="ft1">diese explizit auszuschliessen, wenn sie keine solchen wünscht, ist</span><br/> <span class="ft1">diejenige Lösung zu bevorzugen, die selbständige Teilangebote un-</span><br/> <span class="ft1">abhängig von einem Gesamtangebot zulässt, wenn die Vergabestelle</span><br/> <span class="ft1">in der Ausschreibung nicht etwas anderes verlangt. Dies bedeutet</span><br/> <span class="ft1">eine Erweiterung des Markts und damit eine Verstärkung des Wett-</span><br/> <span class="ft1">bewerbs, indem der Anbieterkreis um Anbietende erweitert wird, die</span><br/> <span class="ft1">wohl ein Teilangebot machen können, aber nicht in der Lage sind,</span><br/> <span class="ft1">die Gesamtleistung zu erbringen. Diese Lösung entspricht damit</span><br/> <span class="ft1">auch eher dem Grundgedanken des Submissionsrechts, einen wirk-</span><br/> <span class="ft1">samen Wettbewerb zu fördern (§ 1 Abs. 1 Satz 1 SubmD). Sie trägt</span><br/> <span class="ft1">dazu bei, das für die Vergabestelle tatsächlich wirtschaftlich günstig-</span><br/> <span class="ft1">ste Angebot zu ermitteln (§ 18 Abs. 1 SubmD). Für die Vergabestelle</span><br/> <span class="ft1">sind damit grundsätzlich keine Nachteile im Sinne eines un-</span><br/> <span class="ft1">erwünschten erhöhten Aufwands verbunden; ihr bleibt es unbenom-</span><br/> <span class="ft1">men, in der Ausschreibung Teilangebote für unzulässig zu erklären</span><br/> <span class="ft1">oder sie an Bedingungen zu knüpfen.</span><br/> <span class="ft1">d) aa) Der Beschwerdeführer hat nun nicht ein Teilangebot,</span><br/> <span class="ft1">sondern eine Teilbewerbung eingereicht. Er hat sich also im Rahmen</span><br/> <span class="ft1">eines selektiven Verfahrens darum beworben, ein Teilangebot im</span><br/> <span class="ft1">Sinne von § 16 Abs. 1 SubmD einreichen zu können. Er macht gel-</span><br/> <span class="ft1">tend, dass die Möglichkeit, ein Teilangebot einzureichen, beim se-</span><br/> <span class="ft1">lektiven Verfahren auch die Möglichkeit, sich im Rahmen der</span><br/> <span class="ft1">Präqualifikation für ein Teilangebot zu bewerben und diesbezüglich</span><br/> <span class="ft1">die Eignung nachweisen zu können, umfassen müsse. Die Vergabe-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">303</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">stelle könne nicht verlangen, dass in der ersten Stufe die Qualifika-</span><br/> <span class="ft1">tionsbedingungen für die gesamte Submission erfüllt sein müssten,</span><br/> <span class="ft1">ansonsten sie es in der Hand hätte, durch die Wahl des zweistufigen</span><br/> <span class="ft1">Verfahrens § 16 Abs. 1 SubmD auszuschalten. Dies könne nicht im</span><br/> <span class="ft1">Sinne des Gesetzes liegen, das darauf abziele, im Interesse des Steu-</span><br/> <span class="ft1">erzahlers wirksamen Wettbewerb zu fördern und auch jungen Unter-</span><br/> <span class="ft1">nehmungen den Marktzutritt zu gewährleisten.</span><br/> <span class="ft1">bb) Die Argumentation des Beschwerdeführers erschiene dann</span><br/> <span class="ft1">zwingend, wenn davon auszugehen wäre, dass es den Vergabestellen</span><br/> <span class="ft1">verwehrt ist, Teilangebote im Voraus als unerwünscht zu bezeichnen</span><br/> <span class="ft1">und damit auszuschliessen. Dies lässt sich indessen - wie soeben</span><br/> <span class="ft1">ausgeführt (Erw. c/cc/aaa hievor) - aus § 16 Abs. 1 SubmD gerade</span><br/> <span class="ft1">nicht ableiten (vgl. auch Ziff. 6 des Anhangs 5 zum SubmD). Die</span><br/> <span class="ft1">Vergabestelle muss somit nicht den Umweg über das zweistufige</span><br/> <span class="ft1">Verfahren wählen, nur um Teilangebote auszuschliessen; sie kann</span><br/> <span class="ft1">dies in jedem - auch im offenen - Verfahren durch eine entspre-</span><br/> <span class="ft1">chende Vorschrift in den Ausschreibungsunterlagen tun. Den Ent-</span><br/> <span class="ft1">scheid, ob sie Teilangebote ausschliessen will oder nicht, muss die</span><br/> <span class="ft1">Vergabestelle gemäss § 16 Abs. 2 SubmD und Ziff. 6 des Anhangs 5</span><br/> <span class="ft1">zum SubmD spätestens beim Erstellen der Ausschreibungsunterlagen</span><br/> <span class="ft1">fällen. In diesen muss sie den Anbietenden explizit zur Kenntnis</span><br/> <span class="ft1">bringen, dass sie keine Teilangebote zulässt oder dass sie diese an die</span><br/> <span class="ft1">Einhaltung gewisser Mindestanforderungen knüpft (§ 16 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">SubmD). Sie kann hier - wie erwähnt - auch verlangen, dass zu-</span><br/> <span class="ft1">gleich ein Gesamtangebot eingereicht werden muss (Erw. c/cc/ccc</span><br/> <span class="ft1">hievor). Andernfalls kommt die Vermutung von § 16 Abs. 1 SubmD</span><br/> <span class="ft1">zum Tragen. Es besteht hingegen aufgrund des Submissionsdekrets</span><br/> <span class="ft1">keine Verpflichtung der Vergabestelle, sich bereits zu Beginn des</span><br/> <span class="ft1">selektiven Verfahrens, d. h. bei der öffentlichen Ausschreibung oder</span><br/> <span class="ft1">in den Präqualifikationsunterlagen, für oder gegen die Zulässigkeit</span><br/> <span class="ft1">von späteren Teilangeboten auszusprechen. § 10 SubmD hält unter</span><br/> <span class="ft1">dem Marginale "Eignungskriterien für das selektive Verfahren" le-</span><br/> <span class="ft1">diglich fest, die Vergabestelle könne für jeden Auftrag oberhalb der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">304</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Schwellenwerte gemäss § 8 Abs. 1 SubmD in der Ausschreibung</span><br/> <span class="ft1">bzw. in den Ausschreibungsunterlagen festlegen, welche für die Aus-</span><br/> <span class="ft1">führung des betreffenden Auftrags wesentlichen Eignungskriterien</span><br/> <span class="ft1">die Anbietenden erfüllen und welche unerlässlichen Nachweise ins-</span><br/> <span class="ft1">besondere bezüglich der finanziellen, wirtschaftlichen und fachlichen</span><br/> <span class="ft1">Leistungsfähigkeit sie erbringen müssen. Jungen oder sonst neu im</span><br/> <span class="ft1">Markt Auftretenden sei eine angemessene, niemanden diskrimi-</span><br/> <span class="ft1">nierende Chance einzuräumen. Die Bewerber haben somit gemäss</span><br/> <span class="ft1">§ 10 SubmD den Nachweis zu erbringen, dass sie zur Ausführung</span><br/> <span class="ft1">des nach dem Willen der Vergabestelle zu vergebenden Auftrags, mit</span><br/> <span class="ft1">dem Inhalt und dem Umfang, wie ihn die Vergabestelle in der öf-</span><br/> <span class="ft1">fentlichen Ausschreibung oder in den Präqualifikationsunterlagen</span><br/> <span class="ft1">bestimmt, befähigt und in der Lage, d. h. geeignet, sind. Entspricht</span><br/> <span class="ft1">die Bewerbung bzw. der Antrag auf Teilnahme inhaltlich und um-</span><br/> <span class="ft1">fangmässig nicht den Vorgaben der Vergabestelle, ist diese <i>berech-</i></span><br/> <span class="ft4"><i>tigt</i>, sie als unvollständig vom weiteren Verfahren auszuschliessen</span><br/> <span class="ft1">(§ 14 Abs. 1 SubmD). Dies muss jedenfalls in jenen Fällen gelten, in</span><br/> <span class="ft1">denen die Vergabestelle beabsichtigt, im Zuschlagsverfahren Teilan-</span><br/> <span class="ft1">gebote entweder nicht zuzulassen oder deren Zulässigkeit an die</span><br/> <span class="ft1">Bedingung zu knüpfen, dass auch ein Gesamtangebot eingereicht</span><br/> <span class="ft1">wird. Die Antwort auf die Frage, ob Teilangebote für die Vergabe-</span><br/> <span class="ft1">stelle allenfalls von Interesse sein können, ob sie solche also zulassen</span><br/> <span class="ft1">oder aber ausschliessen soll, wird sich im selektiven Verfahren</span><br/> <span class="ft1">häufig erst aufgrund der eingereichten Bewerbungen in der Präquali-</span><br/> <span class="ft1">fikation ergeben. Entsprechend hat sie dann die Ausschreibungs-</span><br/> <span class="ft1">unterlagen abzufassen oder zu ergänzen.</span><br/> <span class="ft1">cc) Der Grundgedanke, dass die Vergabestelle über Inhalt und</span><br/> <span class="ft1">Umfang des von ihr zu vergebenden Auftrags bzw. über die von den</span><br/> <span class="ft1">Anbietern zu erbringenden Leistungen entscheidet und nicht die An-</span><br/> <span class="ft1">bieter diese bestimmen können, führt letztlich zum Schluss, dass die</span><br/> <span class="ft1">Vergabestelle im Rahmen der Präqualifikation ohne weiteres ver-</span><br/> <span class="ft1">langen kann, dass die Bewerber die Qualifikationsbedingungen für</span><br/> <span class="ft1">den gesamten zu vergebenden Auftrag erfüllen müssen. Sofern die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">305</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Vergabestelle nicht bereits in der öffentlichen Ausschreibung oder in</span><br/> <span class="ft1">den Präqualifikationsunterlagen ihre Bereitschaft kund tut, auch Teil-</span><br/> <span class="ft1">angebote im Sinne von § 16 Abs. 1 SubmD zu berücksichtigen, ha-</span><br/> <span class="ft1">ben die Interessenten ihre Eignung für den gesamten Auftrag nach-</span><br/> <span class="ft1">zuweisen. Es besteht - anders als beim Teilangebot selbst - keine</span><br/> <span class="ft1">gesetzliche Vermutung für die Zulässigkeit von Teilbewerbungen.</span><br/> <span class="ft1">Damit kann die Vergabestelle in der Ausschreibung offen lassen, ob</span><br/> <span class="ft1">sie Bewerbungen, ein Teilangebot im Sinne von § 16 Abs. 1 SubmD</span><br/> <span class="ft1">einzureichen, akzeptieren werde. Weiss die Vergabestelle indessen</span><br/> <span class="ft1">bereits zu Beginn des selektiven Verfahrens, dass sie keine Teilbe-</span><br/> <span class="ft1">werbungen wünscht, erscheint es zweckmässig, in der Ausschreibung</span><br/> <span class="ft1">oder in den Präqualifikationsunterlagen darauf hinzuweisen. Die</span><br/> <span class="ft1">Interessenten können sich in aller Regel auch zu Arbeitsge-</span><br/> <span class="ft1">meinschaften zusammenschliessen, um die verlangten Eignungsan-</span><br/> <span class="ft1">forderungen in allen Teilen zu erfüllen. Dies war auch im vorliegen-</span><br/> <span class="ft1">den Fall gestattet. Der Beschwerdeführer wendet diesbezüglich ein,</span><br/> <span class="ft1">Arbeitsgemeinschaften seien erfahrungsgemäss eher schwerfällig</span><br/> <span class="ft1">und unter Umständen friktionsanfällig, weshalb er es vorziehe, sich</span><br/> <span class="ft1">um ein Teilangebot im Rahmen seiner Kernkompetenz zu bewerben.</span><br/> <span class="ft1">Das Zusammenfügen bzw. spätere Zusammenarbeiten mit einem</span><br/> <span class="ft1">Elektrizitätsunternehmen im Elektrizitätsbereich biete keine Schwie-</span><br/> <span class="ft1">rigkeiten (Verwaltungsgerichtsbeschwerde, S. 13). Zum einen er-</span><br/> <span class="ft1">scheint die Argumentation in sich widersprüchlich, worauf die Ver-</span><br/> <span class="ft1">gabestelle zu Recht hinweist. Zum anderen kann es nicht richtig sein,</span><br/> <span class="ft1">einer Vergabestelle, die bewusst einen Gesamtauftrag ausgeschrieben</span><br/> <span class="ft1">hat, den zusätzlichen Koordinationsaufwand, der mit einer Vergabe</span><br/> <span class="ft1">an einzelne Teilangebote bzw. Teilanbieter verbunden ist, gegen</span><br/> <span class="ft1">ihren Willen zu überbinden. Hätte sie die separate Vergabe der ein-</span><br/> <span class="ft1">zelnen Leistungen in Betracht gezogen, wäre es ihr unbenommen</span><br/> <span class="ft1">gewesen, diese auch so auszuschreiben. Es ist somit grundsätzlich</span><br/> <span class="ft1">Sache des Anbieters, der - aus welchen Gründen auch immer - nicht</span><br/> <span class="ft1">in der Lage ist, die gesamten ausgeschriebenen Leistungen zu er-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">306</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">bringen, und nicht der Vergabestelle, für einen ergänzenden Partner</span><br/> <span class="ft1">zu sorgen. Dies gilt insbesondere für das Präqualifikationsverfahren.</span><br/> <span class="ft1">dd) Sachlich richtig ist es, dass die Vergabestelle unzulässige</span><br/> <span class="ft1">Bewerbungen für Teilangebote bereits gestützt auf § 14 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">SubmD ausschliesst und sie nicht der Eignungsprüfung unterzieht.</span><br/> <span class="ft1">Auf das Gesamtangebot bezogen sind solche Teilbewerbungen von</span><br/> <span class="ft1">vornherein unvollständig. Ausserdem wird ein Anbieter sich in der</span><br/> <span class="ft1">Regel um ein Teilangebot bewerben, weil er - sei es aus fachlichen</span><br/> <span class="ft1">Gründen oder aus Gründen der Kapazität - nicht imstande bzw. ge-</span><br/> <span class="ft1">eignet ist, die gesamten verlangten Leistungen zu erbringen. Wird die</span><br/> <span class="ft1">Teilbewerbung hingegen in das Prüfungsverfahren miteinbezogen</span><br/> <span class="ft1">mit dem Ergebnis, dass sich der Anbieter hinsichtlich eines Teilan-</span><br/> <span class="ft1">gebots als geeignet erweist, und erhält dieser einen entsprechenden</span><br/> <span class="ft1">Bescheid der Vergabestelle, muss er grundsätzlich zum Zuschlags-</span><br/> <span class="ft1">verfahren mit einem Teilangebot zugelassen werden. Die Vergabe-</span><br/> <span class="ft1">stelle darf diesfalls in den Ausschreibungsunterlagen Teilangebote</span><br/> <span class="ft1">weder ausschliessen noch ihre Zulässigkeit vom gleichzeitigen Ein-</span><br/> <span class="ft1">reichen eines Gesamtangebots abhängig machen. Durch die Zulas-</span><br/> <span class="ft1">sung von Teilbewerbungen zur Präqualifikation trifft sie diesbezüg-</span><br/> <span class="ft1">lich also einen Vorentscheid.</span><br/> <span class="ft1">e) Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führer sich für die Offertstellung zur Ausarbeitung eines Teilangebots</span><br/> <span class="ft1">für die Bereiche Wasser, Erdgas und Abwasser (Datenersterfassung</span><br/> <span class="ft1">und Erstellung Leitungskataster), aber ohne den Bereich Elektrizität,</span><br/> <span class="ft1">beworben hat. Die Vergabestelle hat die Bewerbung mit dem</span><br/> <span class="ft1">Hinweis, sie könne nicht bewertet werden, vom weiteren Verfahren</span><br/> <span class="ft1">ausgeschlossen. Dieses Vorgehen lässt sich aufgrund der vorstehen-</span><br/> <span class="ft1">den Erwägungen rechtlich nicht beanstanden; es hält sich an den der</span><br/> <span class="ft1">Vergabestelle zukommenden Ermessensspielraum. Eine Rechtsver-</span><br/> <span class="ft1">letzung besteht nicht. Der Beschwerdeführer wird durch den Aus-</span><br/> <span class="ft1">schluss weder diskriminiert noch liegt darin ein Verstoss gegen § 16</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 SubmD, denn wie dargelegt lässt sich aus § 16 Abs. 1 SubmD</span><br/> <span class="ft1">keine Verpflichtung der Vergabestelle, Teilbewerbungen zuzulassen,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2000</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">307</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ableiten. Sie muss auch nicht im Voraus ankündigen, dass sie keine</span><br/> <span class="ft1">Bewerbungen, ein Teilangebot einzureichen, zu berücksichtigen</span><br/> <span class="ft1">gedenkt. Immerhin ist festzustellen, dass bereits der Hinweis der</span><br/> <span class="ft1">Vergabestelle in den Präqualifikationsunterlagen, falls für gewisse</span><br/> <span class="ft1">Arbeiten Unterlieferanten berücksichtigt oder Arbeitsgemeinschaften</span><br/> <span class="ft1">gebildet würden, seien diese namentlich aufzuführen, den Schluss</span><br/> <span class="ft1">nahe legte, dass Teilangebote aus der Sicht der Gemeinderäte Vill-</span><br/> <span class="ft1">mergen und Wohlen nicht erwünscht waren.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>