B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-1251/2014 U r t e i l v o m 1 5 . M a i 2 0 1 4 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Stephan Breitenmoser, Richter Francesco Brentani, Gerichtsschreiberin Myriam Senn. Parteien A._______, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA, Vorinstanz. Gegenstand Internationale Amtshilfe. B-1251/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Schreiben vom 11. September 2013 ersuchte die United States Secu- rities and Exchange Commission (nachfolgend: SEC) die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA (nachfolgend: Vorinstanz) um internationale Amtshilfe in Bezug auf eine mögliche Marktmanipulation. Zur Begründung führte sie aus, sie führe eine Untersuchung betreffend eines möglicher- weise betrügerischen Pump-and-Dump-Scenarios mit den Aktien der G e- sellschaft B._______, die am US -(…) kotiert seien. Sie habe Informati o- nen erhalten, wonach B._______ möglicherweise falsche oder irreführen- de Mittei lungen veröffentlicht habe und Gegenstand von verdächtigen Werbeaktivitäten gewesen sei, unter anderem von Newslettern und von Pressemitteilungen, welche die positiven wirtschaftlichen Aussichten von B._______ angepriesen und die möglicherweise falsche n oder irrefü h- renden Mitteilungen weiter verbreitet hätten. Da diese Mitteilungen mit verdächtigen Handelsbewegungen zusammengefallen seien, untersuche die SEC, wer für diese möglicherweise falschen oder irreführenden Mittei- lungen verantwortlich sei und ob die se Personen durch den Verkauf von B._______-Aktien einen unrechtmässigen Gewinn erzielt hätten. Im Vor- feld dieser Werbekampagne seien die B._______-Aktien gemäss dem Kenntnisstand der SEC während lediglich sechs Tagen und in sehr gerin- gen Mengen, dafür abe r zu einem ungewöhnlich hohen Kurs gehandelt worden. Diese Transaktionen hätten den Aktienkurs zusätzlich künstlich gestützt, bevor die Werbekampagne begonnen habe. An zwei dieser sechs Tage seien Transaktionen für ein Konto, das auf E._______ laute, ausgeführt worden. Nach Beginn der Werbeaktivitäten, im Zeitraum vom 4. bis 20. April 2012, habe die Bank C._______ auf Rechnung der Bank D._______ B._______-Aktien im Wert von etwa USD (…).- verkauft. Die SEC glaube, dass Beziehungen zwischen E._______ und diesen Konten bei der D._______ bestünden. Die SEC ersuchte daher die Vorinstanz, ihr unter andere m Dokumente zukommen zu lassen zur Identifikation der betroffenen Konti, der Identität der wirtschaftlich Berechtigten , der Namen von weiteren involvierten F i- nanzinstituten, der Konto- und Depoteröffnungsunterlagen, d er know- your-customer-Informationen, d er Transaktionsbelege für die zwischen dem 1. Oktober 2011 und dem 1. Juli 2012 getätigten Transaktionen, d er monatlichen Kontoauszüge vom 1. Oktober 2011 bis zum 1. Juli 2012 und der zwischen den Inhabern dieser Konten und der D._______ bezüglich der B._______-Aktien während diesen Daten geführten Korrespondenz. B-1251/2014 Seite 3 A.a Mit Schreiben vom 20. September 2013 ersuchte die Vorinstanz die D._______ um die Übermittlung von Angaben und Unterlagen hinsichtlich der Kunden, für welche mit den B._______-Aktien gehandelt wurde, der wirtschaftlich Berechtigten, der Identität der Auftraggeber und des inter- nen oder externen Vermögensverwalters, welcher die Transaktion en ver- anlasst habe, sowie um eine Aufstellung der getätigten Transaktionen mit der Aktie, Konto- und Depoteröffnungsunterlagen, monatliche oder peri o- dische Kontoauszüge vom 1. Oktober 2011 bis 1. Juli 2012, sowie sämtli- che Korrespondenz mit den Kontoinhabern und Zeichnungs- oder wir t- schaftlich Berechtigten während dieses Zeitraums. A.b Mit Schreiben vom 30. September 2013 legte die D._______ dar, dass die Transaktionen nur einen Kunden, A._______ (nachfolgend: Be- schwerdeführerin), betroffen hätten . Das Konto sei durch eine externe Vermögensverwalterin, F._______ in (…), betreut worden, wobei G._______ sowohl für F._______ als auch für die Beschwerdeführerin einzelzeichnungsberechtigt sei. A.c Am 4. Oktober 2013 informierte die Vorinstanz die Beschwerdeführe- rin und die F._______, dass sie beabsichtige, die übermittelten Unterla- gen der SEC weiterzuleiten, und gewährte ihnen das rechtliche Gehör. A.d In der Folge erhielt die Beschwerdeführerin Einsicht in das Verfah- rensdossier der Vorinstanz, unter Einschluss des teilweise geschwärzten Amtshilfeersuchens der SEC . Mit Stellungnahme vom 29. November 2013 beantragte die Beschwerdeführerin sinngemäss, von einer Übe r- mittlung von Bankunterlagen sei abzusehen. Zur Begründung machte sie geltend, das Verfahren der SEC beruhe auf einem Missverständnis. A.e Mit Verfügung vom 27. Februar 2014 gab die Vorinstanz dem Amtshil- feersuchen der SEC statt. Sie beabsichtige, der SEC mitzuteilen, dass die Beschwerdeführerin Inhaberin des Kontos Nr. (…) bei der D._______ und E._______ dessen wirtschaftlich Berechtigter sei. Sie werde der SEC die von der D._______ übermittelten Bankunterlagen über die Beschwer- deführerin (Seiten …) zustellen. Dabei bitte sie die SEC, die übermittelten Informationen und Unterlagen gemäss dem "Multilateral Memorandum of Understanding concerning Consultation and Cooperation and the E x- change of Information " der Internationalen Organisation of Securities Commissions (nachfolgend: IOSCO-MMoU) zu verwenden. Zudem weise sie die SEC ausdrücklich darauf hin, dass die übermittelten Informationen B-1251/2014 Seite 4 und Dokumente ausschliesslich zur Durchsetzung von Regulierungen über Börsen, Effektenhandel und Effektenhändler verwendet werden oder an andere Behörden oder Gerichte weitergeleitet werden dürf ten. Jegl i- che weitere Verwendung oder Weiterleitung se i von ihrer vorgängigen Zustimmung abhängig. B. Mit Beschwerde vom 10. März 2014 beantragt die Beschwerdeführerin , die Verfügung der Vorinstanz vom 27. Februar 2014 sei aufzuheben und das Amtshilfegesuch der SEC vom 11. September 2013 sei abzulehnen. Sämtliche Unterlagen der Beschwerdeführerin seien an die jeweiligen F i- nanzinstitute zu retournieren. Eventualiter sei en die Seiten (…) des Ver- fahrensdossiers weiterzuleiten und dabei die Angaben, welche nicht mit der B._______ im Zusammenhang stünden, unkenntlich zu machen. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, aus dem unsubstantiie r- ten und lückenhaften Amtshilfegesuch der SEC gehe kein begründeter Anfangsverdacht hervor. Die Voraussetzungen des Pump -and-Dump, die zwingend kumulativ erfüllt werden müss ten, seien offensichtlich nicht g e- geben. Die SEC untersuche lediglich eine mögliche Marktmanipulation und habe noch gar keine Marktmanipulation festgestellt. Es seien keines- falls falsche und irreführende Mitteilungen getätigt worden. Die diesb e- zügliche Annahme der SEC beruh e auf einem Missverständnis. Es habe keinen künstlich "aufgepumpten" Aktienkurs gegeben , sondern das Po- tential der B._______-Aktie entwickle sich positiv. Ein Pump-and-Dump erfordere zusätzlich, dass die involvierten Personen sämtliche Aktien ver- schleuderten. Die Beschwerdeführerin ha be aber im untersuchten Zei t- raum bloss (…) % ihres B._______-Aktienbestandes veräussert und kurz darauf wieder B._______-Aktien gekauft. Der Sachverhalt der angefochtenen Verfügung sei falsch und unvollstä n- dig festgestellt worden. Die Vorinstanz habe es versäumt, entsprechende Ergänzungsfragen und Erläuterungen von der SEC einzuholen . Beim Amtshilfegesuch handle es sich um eine unrechtmässige Beweisausfo r- schung und das Verhältnismässigkeitsprinzip sei nicht eingeha lten. Bei den Angaben über den Beneficial Owner handle es sich um persönliche Angaben, deren Übermittlung einen starken Eingriff in die Persönlichkeits- rechte der Beschwerdeführerin und insbesondere des Beneficial Owner darstellten. Es sei nicht zu rechtfertigen, vertrauliche Informationen, we l- che in keinem Zusammenhang zum Amtshilfebegehren st ünden, zu übermitteln. B-1251/2014 Seite 5 C. Mit Vernehmlassung vom 7 . April 2014 beantragt die Vorinstanz die A b- weisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, dass es im Stadium der Einreichung eines Amtshilfegesuchs reiche, wenn Indizien und abstrakte Hinweise auf eine Verletzung börsenrechtlicher Vorschriften angeführt würden. Sie sei nicht gehalten, das Gesuch inhal t- lich zu überprüfen ; dies sei vielmehr Sache der ersuchenden Behörde. Auch das Verhältnismässigkeitsprinzip sei eingehalten. Der Umstand, dass umstrittene Transaktionen über das Konto eines Bankkunden liefen, liessen ihn grundsätzlich als in die zu untersuchende Angelegenheit ve r- wickelt erscheinen. Zudem habe die SEC explizit um Angabe der Identität des wirtschaftlich Berechtigten und um Kontounterlagen ersucht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im Sinne von Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021). Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Amtshilfeverfügungen der Vorinstanz (Art. 38 Abs. 5 des Bundesgesetzes über die Börsen und den Effektenhandel vom 24. März 1995 [Börsengesetz, BEHG, SR 954.1] und Art. 31 in Verbi n- dung mit Art. 33 Bst. e des Bundesgesetzes über das Bundesv erwal- tungsgericht vom 17. Juni 2005 [Verwaltungsgerichts gesetz, VGG, SR 173.32]). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgeno m- men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Abs. 1 Bst. a-c VwVG). Sie ist daher zur Beschwerde legitimiert. Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der B e- schwerdeschrift sind gewahrt (Art. 38 Abs. 5 BEHG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Vertreter hat sich rechtsgenügend durch schriftliche Vol l- macht ausgewiesen (Art. 11 Vw VG), der Kostenvorschuss wurde fristg e- mäss geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übrigen Sachurteilsvorau s- setzungen liegen ebenfalls vor (Art. 46 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. B-1251/2014 Seite 6 2. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe den Sachver halt u n- richtig festgestellt. Das Gesuch der SEC sei lückenhaft und enthalte w e- sentliche Widersprüche. Insbesondere habe die SEC es unterlassen da r- zulegen, inwiefern die Voraussetzungen eines Pump -and-Dump- Scenarios gegeben seien. Die Vorinstanz hätte daher zwingend Ergä n- zungen zum Sachverhalt einholen müssen. Entgegen der Darstellung im Gesuch seien keine falschen und irreführenden Mitteilungen getätigt wo r- den. Das Missverständnis, das zu dieser Behauptung geführt habe, rühre vermutlich daher, dass die B._______ einen Finanzierungsvertrag mit der (…) geschlossen habe, worauf in einem Artikel des " (…)" irrtümlich b e- hauptet worden sei, Vertragspartner sei die (…). Dieser Artikel habe in der Folge richtiggestellt werden müssen. Die Medienmitteilung der B._______ sei jedoch korrekt und in keiner Weise irreführend gewesen, genau wie die anderen von der B._______ veröffentlichten Informationen. Die B._______-Aktie sei kein wertloser Börsentitel und auch nicht küns t- lich "aufgepumpt" worden. Zum Nachweis der konkreten Perspektiven der B._______ legt die Beschwerdeführerin verschiedene (…)berichte und andere Unterlagen ins Recht. Die Beschwerdeführerin sei im Besitz von (…) % der sich im Umlauf befindlichen B._______-Aktien gewesen; im fraglichen Zeitraum habe sie (…) % der im Umlauf befindlichen Aktien verkauft, mit einem Gewinn von (…) bis (…) %. Ein Pump-and-Dump set- ze voraus, dass der Involvierte sämtliche Aktien verschleudere. Die B e- schwerdeführerin habe aber lediglich (…) % ihres Aktienanteils verkauft und kurz da rauf auch wieder B._______-Aktien gekauft. Die Vorausse t- zungen eines Pump-and-Dump lägen daher nicht vor. Richtigerweise hät- te die Vorinstanz dies selbst bei einer sachgemässen Überprüfung fes t- stellen müssen. Das Gesuch der SEC stelle eine unzulässige Beweisaus- forschung ("fishing expedition") dar, denn der von ihr behauptete A n- fangsverdacht basiere lediglich auf Annahmen. 2.1 Gemäss Art. 38 Abs. 2 BEHG darf die Vorinstanz ausländischen F i- nanzmarktaufsichtsbehörden nicht öffentlich zugängliche Auskünfte und sachbezogene Unterlagen nur übermitteln, sofern diese Informationen ausschliesslich zur Durchsetzung von Regulierungen über Börsen, Effe k- tenhandel und Effektenhändler verwendet oder zu d iesem Zweck an a n- dere Behörden, Gerichte oder Organe weitergeleitet werden (Bst. a; Spe- zialitätsprinzip) sowie die ersuchenden Behörden an ein Amts - oder Be- rufsgeheimnis gebunden sind, wobei die Vorschriften über die Öffentlich- keit von Verfahren und die Orientierung der Öffentlichkeit über solche Ver- fahren vorbehalten bleiben (Bst. b; Vertraulichkeitsprinzip). B-1251/2014 Seite 7 2.2 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Bu n- desverwaltungsgerichts handelt es sich bei der SEC um eine ausländi- sche Aufsichtsbehörde im Sinne von Art. 38 BEHG, der nach schweizer i- schem Recht gru ndsätzlich Amtshilfe geleistet werden kann (vgl. BGE 126 II 126 E. 6a/aa u. E. 6c/cc; Urteil des BGer 2A.51/1999 vom 24. No- vember 1999 E. 2c, i.S. "Equity Journal", in: EBK-Bulletin 40/2000 S. 116; Urteil des BGer 2A.13/2007 vom 3. September 2007 E. 5.1; Urteil des BVGer B-5297/2008 vom 5. November 2008 E. 4.1). Die SEC ist Vollmitglied (A -Signatar) des IOSCO -MMoU, weshalb davon ausgegangen werden darf, dass sie die Anforderungen an die Speziali tät (Art. 10 IOSCO -MMoU) und Vertraulichkeit (Art. 11 IOSCO -MMoU) der übermittelten Informationen einhält (vgl. BVGE 2011/14 E. 4; Urteil des BVGer B-5469/2010 vom 7. Dezember 2010 E. 3.2 und 4.2.2). Wie bereits das Bundesgericht entschied, kann der SEC Amtshilfe geleis- tet werden, nachdem auf gesetzlichem Weg eine Lockerung des Vertra u- lichkeitsprinzips verankert wurde. Dabei hatte der Gesetzgeber gerade die Amtshilfe für amerikanische Aufsichtsbehörden wie die SEC vor A u- gen (vgl. Urteil 2A.13/2007 E. 5.1 mit Hinweis auf die Botschaft des Bun- desrats vom 10. November 2004, BBl 2004 6747 Ziff. 1.4.1 und 2.3 ). Auch das Bundesverwaltungsgericht kam in der Folge zum Schluss, dass die SEC die Voraussetzungen für die Gewährung von Amtshilfe erfüll e (vgl. B-5297/2008 E. 4.1). Es bestehen im Übrigen weder Anhaltspunkte noch wird seitens de r Beschwerdeführerin geltend gemacht, dass die SEC ihre Zusicherungen missachte. Es ist s omit davon auszugehen, dass es grundsätzlich möglich ist, der SEC Amtshilfe zu leisten. 2.3 Wie jedes staatliche Handeln muss auch die Amtshilfe verhältnismä s- sig sein (BGE 125 II 65 E. 6a). Unverhältnismässig wäre etwa ein Amts- hilfeersuchen, das ohne jeden Anfangsverdacht gestellt wird. Verboten sind daher reine Beweisausforschungen ( sog. "fishing expeditions"). D a- bei ist zu beachten, dass der ersuchenden Behörde die Überwachung des Marktgeschehens schlechthin obliegt, weshalb an diesem breiten Auftrag zu messen ist, ob ein hinreichender Anlass für die Gewährung der Amtshilfe besteht (BGE 126 II 409 E. 5a; 125 II 65 E. 6b). Die ersuchende Aufsichtsbehörde muss den Sachverhalt darstellen, welcher ihren Ver- dacht auslöst, die gesetzlichen Grundlagen der Untersuchung nennen sowie die benötigten Informationen und Unterlagen aufführen. B-1251/2014 Seite 8 2.4 In ihrem Amtshilfegesuch äusserte die SEC den Verdacht auf eine Marktmanipulation in der Form eines Pump -and-Dump mit der B._______-Aktie. Sie begründete ihr Amtshilfegesuch mit einer detaillie r- ten Schilderung der Umstände, die zu ihrem Verdacht geführt hätten. Ins- besondere legte sie den zeitlichen Zusammenhang zwischen den ve r- schiedenen Medienmitteilungen, Artikeln und Börsenb riefen und dem u n- gewöhnlichen Anstieg des bisher sehr geringen Transaktionsvolumens der B._______-Aktien dar. Sie erwähnte auch die allenfalls zur Anwe n- dung kommenden rechtlichen Grundlagen, nämlich Section 17(a) des Securities Act von 1933 und Sections 10 (b) und 13(a) des Securities E x- change Act von 1934 sowie die Rules 10b -5, 12b-20, 13a-1, 13a-11 und 13a-13. 2.5 Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit bildet der Grundsatz, wonach – ausser bei offenbarem Rechtsmissbrauch oder bei bere chtigten Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz des schweizerischen oder internationalen ordre public – grundsätzlich kein Anlass besteht, an der Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung oder an der Einhaltung von Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (sog. völker- rechtliches Vertrauensprinzip; vgl. BGE 128 II 407 E. 3.2, 4.3.1 und 4.3.3; 126 II 409 E. 4; Urteil des BGer 2A.153/2003 vom 26. August 2003 E. 3.1; BVGE 2011/14 E. 2; CHRISTOPH PETER, Zielkonflikte zwischen Recht s- schutz und Effizienz im Recht der internationalen Amts- und Rechtshilfe, in: Aktuelle Fragen der internation alen Amts- und Rechtshilfe, 2005, S. 195 f., mit Hinweisen). Auf diesem Vertrauen gründet letztlich das Amt s- hilfeverfahren insgesamt. Die Vorinstanz hat sich daher nicht vorfragweise darüber auszusprechen, ob der dem Ersuchen zugrunde liegende Verdacht und die im Ersuchen genannten Tatsachen zutreffen oder nicht (vgl. BVGE 2010/26 E. 5.1). Sie hat weder Tat- noch irgendwelche Schuldfragen zu prüfen und ihrerseits eine Beweiswürdigung vorzunehmen, sondern s ie ist an die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen insoweit gebunden, als diese nicht wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet we r- den kann (BGE 129 II 484 E. 4.1; 128 II 407 E. 5.2.1; BVGE 2010/26 E. 5.1). Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass v on den Behörden des e r- suchenden Staates nicht erwartet werden kann, dass sie den Sachverhalt lückenlos und völlig widerspruchsfrei darlegen, da bisher im Dunkeln g e- bliebene Punkte eben gerade gestützt auf d en Erhalt der ersuchten I n- formationen und Unterlagen geklärt werden müssen (BGE 128 II 407 E. 5.2.1). B-1251/2014 Seite 9 Die Vorinstanz muss daher lediglich prüfen, ob der von der ersuchenden Behörde geschilderte Sachverhalt hinreichende Indizien enthält, um die Eröffnung ei ner aufsichtsrechtlichen Untersuchung nachvollziehbar e r- scheinen zu lassen (vgl. BVGE 2007/28 E. 7). 2.6 Im vorliegenden Verfahren war es daher nicht erforderlich, dass die ersuchende Behörde der Vorinstanz Belege vorlegte, aufgrund derer die Vorinstanz sich selbst vorfrageweise hätte ein Urteil bilden können, ob die fraglichen Medienmitteilungen und Artikel "false or misleading" im Sinne der erwähnten ausländischen Bestimmungen gewesen seien. Diese Fr a- ge wird vielmehr Gegenstand eines allfälligen, von der SEC durchzufüh- renden Verfahrens sein. Für das Vorliegen eines Anfangsverdachts reicht es vielmehr aus, dass die ersuchende Behörde die zeitliche Überei n- stimmung zwischen den fraglichen Medienmitteilungen und Artikel n e i- nerseits und einem auffällig erhöhten Tr ansaktionsvolumen und Aktie n- preis andererseits aufzeigt. Im vorliegenden Fall enthält das Amtshilfeg e- such zwar lediglich konkrete Angaben zum Aktienpreis während dieser Phase und an einzelnen Tagen vorher, nicht aber zum – nach Auffassung der SEC angemesse nen – Aktienkurs vor und nach dieser Phase, so dass die Bewegungen des Aktienkurses nicht nachvollzogen werden können. Die SEC schreibt jedoch von einem künstlichen Aufblähen des Aktienpreises durch die in Frage stehenden Pressemitteilungen . Diese Formulierung impliziert, dass die SEC eine starke, aber vorübergehende Erhöhung der Aktienpreise in der Phase nach den Pressemitteilungen beobachtet hat. Vor allem aber ist a ufgrund der Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin selbst ohnehin als unbestritten anzusehen, dass die Verkäufe im fraglichen Zeitraum mit einem Gewinn von bis zu (…) % erfolgten. Angesichts dieser Aktenlage ist nicht zu beanstanden, wenn die Vori n- stanz davon ausging, die Eröffnung einer aufsichtsrechtlichen Unters u- chung durch die ersuc hende Behörde erscheine als nachvollziehbar und es liege nicht nur ein unzulässiges Beweisausforschungbegehren vor. 3. Die Beschwerdeführerin rügt weiter, d ie Übermittlung von Informationen darüber, wer der wirtschaftlich Berechtigte sei, verletze zusätzlich das Verhältnismässigkeitsprinzip. Eventualiter sei dem Amtshilfeersuchen da- her lediglich in eingeschränktem Umfang Folge zu leisten. B-1251/2014 Seite 10 3.1 Die Übermittlung von Informationen über Personen, die offensichtlich nicht in die zu untersuchende Angelegenheit verwickelt sind, ist unzulä s- sig (Art. 38 Abs. 4 Satz 3 BEHG). 3.2 Nach der ständigen Rechtsprechung kann der Bankkunde, über de s- sen Konten die verdächtigten Transaktionen liefen, allenfalls dann als o f- fensichtlich "unbeteiligter Dritter" angesehen werden, wenn ein klares, unzweideutiges und schriftliches Vermögensverwaltungsmandat vorliegt und keine anderen Umstände darauf hinweisen, dass er in irgendeiner Form dennoch an den verdächtigten Transaktionen beteiligt gewesen sein könnte. Dabei muss er auch plausibe l darlegen können, dass die ohne sein Wissen ausgeführten und untersuchten Transaktionen im Rahmen des Verwaltungsmandates getätigt wurden. In allen anderen Fäl- len lässt die Tatsache, dass die umstrittenen Transaktionen über das Kon- to des Bankkunden erfolg ten, ihn in den Anlageentscheid im Sinne von Art. 38 Abs. 4 BEHG als "verwickelt" erscheinen (Urteil des Bundesg e- richts 2A.12/2007 vom 17. April 2007 E. 4.2; Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts B-2697/2013 vom 11. Juli 2013 E. 1.4.1, je mit Hinweisen). 3.3 Die Beschwerdeführerin hat ihre Behauptung, der wirtschaftlich B e- rechtigte, E._______, sei ein unbeteiligter Dritter und in die untersuchte Angelegenheit n icht aktiv involviert gewesen, weder substantiiert noch belegt. Vielmehr wird E._______ bereits im Gesuch der SEC genannt als Ve r- antwortlicher für zwei der Transaktionen mit "verdächtig" hohem Preis im Vorfeld der Medienmitteilungen. 3.4 E._______ kann daher offensichtlich nicht als "unbeteiligter Dritter" im Sinne von Art. 38 Abs. 4 BEHG qualifiziert werden. 4. Zusammenfassend erweist sich d ie Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen. 5. Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als unterli e- gende Partei, weshalb ihr die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 VwVG ; Art. 1 ff. des Reglements über die Kosten und En t- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). B-1251/2014 Seite 11 6. Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Ausgang des Verfahrens keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung ( vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG ; Art. 7 Abs. 1 VGKE). 7. Dieser Entscheid kann nicht mit Beschwerde an das Bundesgericht we i- tergezogen werden ( vgl. Art. 83 Bst. h des Bundes gesetzes üb er das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundes gerichtsgesetz, BGG, SR 173.110]). Er ist somit endgültig. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 3'000.- werden de r Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ve r- rechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beschwerdebeilagen zurück) – die Vorinstanz (Einschreiben; Vorakten zurück [1 Ordner]) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Eva Schneeberger Myriam Senn Versand: 20. Mai 2014