Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 23. Juni 2021 (810 20 95) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Antrag auf Aufhebung der Beistandschaft / Gesuch um Akteneinsicht Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Daniel Ivanov, Markus Clausen, Daniel Häring, Niklaus Ruckstuhl, Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Andreas Noll, Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Antrag auf Aufhebung der Beistandschaft / Ge such um Akteneinsicht (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 21. Februar 2020) A. Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde C.____ vom 6. M ärz 2007 wurde für A.____, geboren 1962, eine Beistandschaft errichtet. Diese altrechtliche Beistandschaft wurde mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B._ ___ (KESB) vom 25. Juni 2014 in eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und V ermögensverwaltung gemäss Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB überführt. Zudem wurde A.____ der Zugriff auf das Privatkonto der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Basellandschaftlichen Kantonalbank entzogen und der Bei standsperson gestützt auf Art. 391 Ziff. 3 ZGB, die Befugnis erteilt, die Post zu öffnen und die Wohnung von A.____ zu betreten. B. In der Zeit zwischen 2014 und 2017 kam es mehrmals zu f ürsorgerischen Unterbrin- gungen von A.____ in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Baselland. C. Die KESB passte die bestehenden Massnahmen für A.___ _ mit Entscheid vom 14. November 2018 an und errichtete eine Vertretungs beistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung nach Art. 394 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB. A.____ wurde die Handlungsfähigkeit betreffend den Abschluss von Verpflichtungsgeschäften (mit Ausnahme von Barkäufen bis zur Höhe von maximal Fr. 300.--) entzogen. D. Zum Schutz bzw. zur Sicherstellung seiner Lebenserhal tungskosten wurde A.____ mit Entscheid der KESB vom 17. April 2019 der Zugriff auf seine Konten bei der Basellandschaftli- chen Kantonalbank sowie bei der Postfinance entzogen. E. Die Beiständin teilte der KESB mit Schreiben vom 6 . Dezember 2019 mit, A.____ sei im Frühjahr für eine Zahnsanierung in Montenegro gewesen und wolle nun dorthin auswandern. A.____ halte sich mittlerweile oft in einer Altersresi denz in Montenegro auf und werde dort gut betreut. Durch den Einkauf in diese Altersresidenz sei A.____ dort finanziell abgesichert. F. In ihrem Schreiben vom 9. Februar 2020 verlangte d ie Beiständin von der KESB eine anfechtbare Verfügung. In dieser Verfügung seien die Anträge von A.____, wonach die Bei- standschaft aufzulösen, ihm das Geld für die Altersresiden z zu überweisen sei und ihm die ge- samten Unterlagen zuzustellen seien, zu beurteilen. G. Mit Verfügung vom 21. Februar 2020 wies die KESB die Anträge auf Aufhebung der Beistandschaft sowie das Gesuch um Zustellung der Akten nach Montenegro ab. A.____ könne das Akteneinsichtsrecht bei der KESB wahrnehmen. Die Beist ändin wurde zudem auf ihre Schweigepflicht gemäss Art. 413 ZGB hingewiesen. Die Ver fahrenskosten in der Höhe von Fr. 335.-- wurden A.____ auferlegt. H. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Eingabe v om 23. März 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassun gs- und Verwaltungsrecht (Kan- tonsgericht). Er beantragt, der Entscheid der KESB sei aufzuheben, das Gericht habe die KESB zu verpflichten, die Akten nach Montenegro oder an sein e Adresse in der Schweiz zu senden. Eventualiter habe das Gericht die Akten der KESB beizuzie hen und diese zu prüfen, habe das Gericht einen Anwalt zu bewilligen und eine mündliche Verhandlung anzusetzen; unter o/e- Kostenfolge. I. Mit Schreiben vom 9. April 2020 liess sich die KESB ve rnehmen und schloss auf Ab- weisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei; unter o/e-Kostenfolge. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht J. Der Beschwerdeführer, nachfolgend vertreten durch Dr . Andreas Noll, Advokat, er- gänzte mit Schreiben vom 26. Juni 2020 die Beschwerde vom 23. März 2020. K. Mit Schreiben vom 21. Juli 2020 nahm die KESB Stel lung zur Eingabe des Beschwer- deführers vom 26. Juni 2020. Darin hielt sie unter and erem fest, dass beim Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seinen neuropsychologischen Defiziten eine starke Beeinträchtigung der Realitätswahrnehmung bis hin zu wahnhaften Überschätzung en festzustellen sei. Aus diesem Grund sei ein selbstbestimmter Wechsel des Aufenthaltsor ts nicht vorstellbar und der in der Schweiz begründete Aufenthalt bestehe nach wie vor. Zu dem seien die Behörden in der Schweiz zuständig, wenn es für den Schutz einer Person o der deren Vermögen unerlässlich sei. Zum Schutz seines Vermögens bestünden umfangreiche Massnahmen, deren Wegfall nicht im Interesse des Beschwerdeführers sei. L. Mit Verfügung vom 5. August 2020 wurde festgestellt , dass eine Parteiverhandlung durchgeführt werde und der Beschwerdeführer persönlich zu erscheinen habe. M. Mit Schreiben vom 10. November 2020 teilte der Besc hwerdeführer mit, dass er auf- grund der aktuellen Situation (Covid-19) nicht von Montenegro in die Schweiz reisen könne. Mit einem weiteren Schreiben stellte der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen Anwalt, den Antrag, die Parteiverhandlung vom 25. November 2020 se i abzubieten und zu verschieben. Daraufhin wurde die Parteiverhandlung vom 25. Novembe r 2020 mit Verfügung vom 20. November 2020 abgeboten. N. Mit Schreiben vom 11. Februar 2021 wurden die Par teien für die Parteiverhandlung am 23. Juni 2021 vorgeladen. O. Auf Antrag des Beschwerdeführers wurde mit Entscheid der KESB vom 3. März 2021 der Auflösung seines Freizügigkeitskontos bei der Basella ndschaftlichen Kantonalbank zuge- stimmt. Zur Begründung führte die KESB an, es sei der ausdrückliche Wunsch des Beschwer- deführers, langfristig in der Altersresidenz in Monteneg ro verbleiben zu können. Seitens der KESB bestünden jedoch erhebliche Zweifel bezüglich des Pflegeangebots in der betreffenden Altersresidenz. Gleichwohl solle dem Beschwerdeführer bi s auf Weiteres der Verbleib in Mon- tenegro ermöglicht werden. P. Die KESB reichte mit Schreiben vom 14. April 2021 E-Mails zwischen der KESB und dem Beschwerdeführer ein. Q. Mit Schreiben vom 29. Mai 2021 reichte die Beistän din ihren schriftlichen Bericht über die aktuelle Situation des Beschwerdeführers ein. R. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten d ie Beteiligten grundsätzlich an ihren gestellten Anträgen und Begründungen fest. Der Rechtsve rtreter zieht den Antrag auf eine per- sönliche Anhörung des Beschwerdeführers zurück. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzb uches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 kann gegen Entscheide einer Erwachse nenschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Das Verfahre n richtet sich nach den Art. 450 bis 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kanton alen Verwaltungsprozessrechts an- wendbar (vgl. § 66 Abs. 2 des kantonalen Gesetzes über di e Einführung des Zivilgesetzbuchs [EG ZGB] vom 16. November 2006). Demnach ist die Fünfe rkammer der Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts zur Beurtei lung der vorliegenden Beschwer- de zuständig (§ 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassu ngs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), d ie der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhe bung oder Änderung des angefochte- nen Entscheids haben (Ziff. 3). Der Beschwerdeführer a ls Adressat des angefochtenen Ent- scheids ist zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch di e übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägung einzutreten. 1.2 Der Antrag des Beschwerdeführers in der Eingabe vom 26. Juni 2020, sein gesamtes Guthaben, insbesondere das Geld für die Altersresidenz, sei umgehend zu überweisen, wurde mit unangefochtenem Entscheid der KESB vom 11. März 2 020 abgewiesen und war nicht Ge- genstand des vorliegend angefochtenen Entscheids der KES B vom 21. Februar 2020. Auf die- sen Antrag kann demzufolge nicht eingetreten werden. Der Beschwerdeführer verlangte zudem eine persönliche Anhörung durch das Gericht. An der Par teiverhandlung vom 23. Juni 2021 erschien der Beschwerdeführer jedoch unentschuldigterwe ise nicht und sein Rechtsvertreter zog den Antrag auf eine persönliche Anhörung zurück, womi t dieser Antrag gegenstandslos geworden ist. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er seit ei neinhalb Jahren in Montenegro lebe und sich am 15. August 2019 definitiv in der Schwe iz abgemeldet habe. Damit habe er ausschliesslich Wohnsitz in Montenegro und es bestehe kein Raum für die Anwendung von Bundeszivilrecht durch die KESB. Die KESB habe keine Verfügungsgewalt mehr. 3.2 In einem ersten Schritt ist demzufolge zu beurteilen , ob die Zuständigkeit der KESB nach dem Wegzug des Beschwerdeführers nach Montenegro bestehen bleibt. 3.3.1 Das Kantonsgericht prüft von Amtes wegen, ob di e Vorinstanz zu Recht ihre funktionel- le, sachliche und örtliche Zuständigkeit bejaht hat (vg l. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 14. Augu st 2019 [810 19 52] E. 1.3; KGE VV vom 26. Juli 2018 [810 18 120] E. 1). Die Zuständ igkeit ist Voraussetzung für die Durchfüh- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung eines Verwaltungsverfahrens und den Erlass einer Verfügung. Fehlt es an dieser Verfah- rensvoraussetzung, wird auf ein Gesuch nicht eingetrete n bzw. ein Verfahren nicht von Amtes wegen eingeleitet (vgl. REGINA KIENER /BERNHARD RÜTSCHE /M ATHIAS KUHN , Öffentliches Verfah- rensrecht, 2. Auflage, Zürich/St.Gallen 2015, N 489). 3.3.2 Unbestrittenermassen war die KESB bei der Einlei tung des Erwachsenenschutzverfah- rens bzw. bei der Errichtung der Beistandschaft für den Beschwerdeführer am 6. März 2007 bzw. am 25. Juni 2014 örtlich zuständig (Art. 444 Abs. 1 ZGB i.V.m. § 61 EG ZGB). Es lag sei- nerzeit kein internationales Verhältnis vor. Internati onal wurde der Sachverhalt erst mit dem Wegzug des Beschwerdeführers nach Montenegro. Der Antra g des Beschwerdeführers auf Aufhebung der Beistandschaft wurde zwar nach seinem Wegzu g eingereicht, dieser Antrag ist jedoch Teil des laufenden Beistandschaftsverfahren und begründet kein neues eigenständiges Verfahren. 3.3.3 Soweit der betroffene Erwachsene in einen Vertr agsstaat des Übereinkommens über den internationalen Schutz von Erwachsenen (HEsÜ) vom 13. Januar 2000 weggezogen ist und er in jenem gewöhnlichen Aufenthalt begründet hat, werden im Grundsatz die dortigen Behör- den zuständig, unter gleichzeitigem Wegfall der im He rkunftsstaat vorher gegebenen Behör- denzuständigkeit (Art. 5 Abs. 2 HEsÜ; P AUL LAGARDE , Erläuternder Bericht zum HEsÜ, 2017, N 50 f.; abrufbar auf der Website der Haager Konferenz www.hcch.net; BGE 143 III 237 E. 2.2; DANIEL FÜLLEMANN , Das Haager Erwachsenenschutzübereinkommen von 2000, ZV W 2009, S. 41 f.). Bei Art. 5 HEsÜ handelt es sich um die Parallel norm zu Art. 5 des Haager Kindesschutz- übereinkommens (HKsÜ) vom 19. Oktober 1996, welcher für den Bereich des Kindesschutzes eine analoge Regelung enthält (vgl. L AGARDE , a.a.O., N 47 ff.). Ziel beider Übereinkommen ist, bei transnationalem Aufenthaltswechsel durch lückenlose Regelung umfassenden Schutz zu gewähren, wozu ein geschlossenes System für die direkte (Art. 5 ff. HKsÜ bzw. Art. 5 ff. HEsÜ) und indirekte Zuständigkeit (Art. 23 ff. HKsÜ bzw. Art. 22 ff. HEsÜ) aufgestellt und im Übrigen auch das anwendbare Recht (Art. 15 ff. HKsÜ bzw. Art. 13 ff. HEsÜ) festgelegt wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_151/2017 vom 23. März 2017 E. 2.2) . Für das HEsÜ ist als Besonder- heit zu beachten, dass von der strengen Anknüpfung an d en gewöhnlichen Aufenthaltsort, wie sie in Art. 5 HEsÜ als Grundsatz vorgesehen ist, Ausnahmen insbesondere, zugunsten des Vertragsstaates, dem der Erwachsene angehört (Art. 7 HE sÜ), und zugunsten des Ergreifens von Schutzmassnahmen hinsichtlich belegenen Vermögens (Art. 9 HEsÜ) bestehen. 3.3.4 Der mit dem beschriebenen System garantierte Rech tsschutz ist bei einem Aufent- haltswechsel in einen Nichtvertragsstaat in Frage gestell t. Für den Bereich des Kindesschutzes gehen Lehre und Rechtsprechung deshalb im Anschluss an d en erläuternden Bericht davon aus, dass der in Art. 5 Abs. 2 HKsÜ vorgesehene automatisch e Zuständigkeitswechsel nicht stattfindet, wenn der gewöhnliche Aufenthalt des Kindes in einen Nichtvertragsstaat erfolgt (vgl. PAUL LAGARDE , Erläuternder Bericht zum HKsÜ, 1997, N 42, abrufbar auf der Website der Haa- ger Konferenz www.hcch.net; BGE 142 III 1 E. 2.1 f.; Urteile des Bundesgerichts 5A_151/2017 vom 23. März 2017 E. 2.3, 5A_274/2016 vom 26. August 2 016 E. 2.2, 5A_293/2016 vom 8. August 2016 E. 3.1, 5A_809/2012 vom 8. Januar 2013 E . 2.3.1; Y VO SCHWANDER , in: Grolimund/Loacker/Schnyder [Hrsg.], Basler Kommentar, Int ernationales Privatrecht, Basel Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2021, N 50 zu Art. 85 IPRG). Nur innerhalb des Rechtsr aumes der am betreffenden Überein- kommen beteiligten Vertragsstaaten ist gesichert, dass in Anwendung des verbindlich aufge- stellten Zuständigkeitsregimes im Zuzugsstaat nahtlos wied erum eine Zuständigkeit besteht. Demgegenüber ist bei einem Drittstaat keineswegs klar, ob und in welcher Weise dieser Kin- desschutzmassnahmen treffen bzw. hängige Verfahren weite rführen würde, insbesondere, wenn nach dessen internationalem Privatrecht die Zustän digkeit nicht an den Wohnsitz, son- dern an die Staatsangehörigkeit des Kindes geknüpft ist. Diesfalls würde dem Kind ohne die perpetuatio fori drohen, dass es zuständigkeitsmässig "zwisch en Stuhl und Bank" fällt (M ARCO LEVANTE , Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt im internationalen Privat- und Zivilprozessrecht der Schweiz, 1998, Diss. St. Gallen, S. 203; BGE 143 III 237 E. 2.3). Diese Grundsätze gelten a fortiori für den Bereich des Haager Erwachsenenschutzüb ereinkommens, weil bei diesem mit dem Wegzug keineswegs sofort ein neuer Aufenthalt be gründet wird (vgl. Urteil des Bundesge- richts 5A_151/2017 vom 23. März 2017 E. 2.3; DANIEL FÜLLEMANN , a.a.O., S. 41 f.) und weil das HEsÜ bei tatsächlich erfolgter Begründung eines neuen gewöhnlichen Aufenthaltes selbst bei Vertragsstaaten gewisse Konzessionen an den Staat der Ang ehörigkeit kennt (vgl. E. 3.3.3 hiervor). Der erläuternde Bericht zum HE SÜ sieht in N 52 denn auch ausdrücklich vor, dass in Bezug auf Nichtvertragsstaaten die perpetuatio fori zu m Tragen kommt, soweit sie nach dem innerstaatlichen Verfahrensrecht gilt. Dass dies vorliege nd der Fall ist, stellt der Beschwerde- führer zu Recht nicht in Frage. 3.3.5 Zur Begründung seiner Behauptung, wonach mit seinem Wegzug nach Montenegro die schweizerischen Behörden unzuständig geworden seien, beru ft sich der Beschwerdeführer auf Art. 85 Abs. 2 IPRG i.V.m. Art. 5 HEsÜ. Montenegro ist zwar ein Mitgliedstaat der Haager Kon- ferenz für Internationales Privatrecht (HCCH), jedoch nicht Vertragsstaat des Haager Erwach- senenschutzübereinkommens. Zudem hat die KESB in tatsäch licher Hinsicht festgestellt, dass klare Anzeichen für eine Schutzbedürftigkeit des Beschwerd eführers bestehen und aus den Akten geht nicht hervor, dass in Montenegro das laufe nde Erwachsenenschutzverfahren über- nommen oder ein neues zum Schutz des Beschwerdeführers eingeleitet worden wäre. Damit ist in individuell-konkreter Hinsicht gerade die Notwendigkeit der perpetuatio fori aufzeigt. 3.3.6 Nach dem Gesagten ist vorliegend massgeblich, dass d er Beschwerdeführer während der laufenden Beistandschaft weggezogen ist und bei E rrichtung derselben im örtlichen Zu- ständigkeitsbereich der befassten KESB Wohnsitz bzw. ge wöhnlichen Aufenthalt hatte. Die hierdurch begründete Zuständigkeit besteht aufgrund de r perpetuatio fori fort. Die KESB war demzufolge für die Behandlung des Antrags des Beschwer deführers örtlich zuständig. Ferner ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer selber von der ö rtlichen Zuständigkeit der KESB ausgegangen sein muss, da er sein Gesuch bei der KESB u nd nicht bei den Behörden in Mon- tenegro einreichen liess. 4.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht zu dem, dass ihm die KESB die Verfah- rensakten zu Unrecht nicht nach Montenegro oder an seine Adresse in der Schweiz zugesendet habe. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Das Akteneinsichtsrecht als Minimalgarantie nach Art. 29 Abs. 2 BV soll es dem Rechtsuchenden ermöglichen, von den einem Verfahren zu grundeliegenden Akten Kenntnis zu nehmen. Es umfasst den Anspruch, die Akten am Sitz der B ehörden einzusehen und davon Notizen zu machen. Weiter geht der Anspruch nach Art. 29 Abs. 2 BV nicht. Die Verwaltung, deren Tätigkeit grundsätzlich nicht öffentlich ist, braucht Akteneinsicht lediglich an ihrem Sitz zu gewähren und die Akten nicht herauszugeben oder zuzustel len (zum Ganzen: BGE 108 Ia 5 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 2C_181/2019 vom 11. M ärz 2019 E. 2.2.7). Die KESB war somit nicht verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Akten zuzusenden, weder an seine Adresse in der Schweiz noch nach Montenegro. Zudem wurden dem Rechtsvertreter des Beschwerde- führers mit Schreiben vom 19. Juni 2020 Kopien der im kantonsgerichtlichen Verfahren ergan- genen Akten sowie die Vorakten zugestellt. Die Beschwe rde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 5. Im Weiteren ist zu beurteilen, ob die Vorinstanz da s Gesuch des Beschwerdeführers auf Aufhebung seiner Vertretungsbeistandschaft mit Ein kommens- und Vermögensverwaltung nach Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB zu Recht abgewiesen hat. 5.1 Die KESB begründet ihren Entscheid dahingehend, d ass für den Beschwerdeführer eine Vertretungsbeistandschaft bestehe, weil er aufgr und einer hirnorganischen Störung nach einer Hirnblutung kognitiv nicht mehr in der Lage sei, seine Angelegenheiten selber zu regeln. Komplexe Geschäfte, wie z.B. den Kauf von Wohneigentum in einem Land, dessen Sprache er nicht beherrsche, oder die Sanierung seiner Schulden, könne der Beschwerdeführer nicht sel- ber abwickeln. Daran habe sich bis heute nichts geändert. In ihrer Vernehmlassung fügt die KESB hinzu, dass der Beschwerdeführer immer wieder Vert räge abgeschlossen habe oder ha- be abschliessen wollen, welche ihm geschadet hätten. Die bestehende Beistandschaft sei aus diesem Grund zu seinem Schutz im bestehenden Umfang we iterzuführen. In ihrer Stellung- nahme vom 21. Juli 2020 hielt die KESB zusätzlich fest, d ass sie keinesfalls den weiteren Auf- enthalt des Beschwerdeführers in Montenegro verhindern wolle. Es seien jedoch bezüglich der Nachhaltigkeit und der Finanzierung des Aufenthalts sowie der Pflege weitere Abklärungen vor- zunehmen. Die KESB habe erst im Dezember 2019 vom Wohnsitzwechsel des Beschwerdefüh- rers Kenntnis erlangt. Der Beschwerdeführer habe eine sc hwere psychische Störung, welche als chronisch anzusehen sei. Er leide an einem organischen Psychosyndrom nach Schädelhirn- trauma, Alkoholabhängigkeit und an sonstigen alkoholbedi ngten Verhaltensstörungn. Im Rah- men seiner neuropsychologischen Defizite sei eine starke Bee inträchtigung der Realitätswahr- nehmung bis hin zu wahnhaften Überschätzungen festzustellen. 5.2 Der Beschwerdeführer bestreitet dagegen, dass die V oraussetzungen zur Weiterfüh- rung der Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung gegeben sind. In seiner eigenen Eingabe vom 23. März 2020 führt er a us, dass er "sehr wohl entscheiden“ könne, was er wolle, insbesondere da er sich "sehr gut erh olt habe“. Die KESB habe "es nie für nötig befunden, seinen Zustand zu überprüfen“ und seine "Situation zu lösen“. Er "bekomme nur freche Antworten, dass er nichts zu entscheiden habe". Seine Grundrechte würden "aufs Gröbste missachtet“. Der Rechtsvertreter des Beschwerdefüh rers hielt in seinem Schreiben vom 26. Juni 2020 ergänzend fest, dass die KESB nicht im Interesse des Beschwerdeführers Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht handle und einen Geldmittelabfluss nach Montenegro ver hindern wolle, um die Gläubiger des Beschwerdeführers zu befriedigen. Der Beschwerdeführer habe jedoch kein Interesse daran, seine Gläubiger zu befriedigen. 6.1 Mit behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes we rden das Wohl und der Schutz hilfsbedürftiger Personen sichergestellt. Eine Beistandschaft ist demgemäss dann anzu- ordnen, wenn eine hilfsbedürftige Person infolge ei nes in ihrer Person liegenden Schwächezu- standes ihre Angelegenheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen kann (Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Der Schwächezustand alleine genügt nicht, um eine Beistandschaft errichten zu können. Vorausgesetzt ist weiter, dass der Schwächezustand kausal dafü r ist und dass die betroffene Person ihre Angelegenheiten nur noch teilweise oder g ar nicht besorgen kann. Ein Schwäche- zustand muss mithin dazu führen, dass der Betroffene der persönlichen Fürsorge bedarf oder seine vermögensrechtlichen Angelegenheiten nicht intere ssengerecht selbst erledigen und da- mit nicht hinreichend besorgen kann (vgl. C HRISTIANA FOUNTOULAKIS , in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Auf lage, Zürich/Basel/Genf 2016, N 4 zu Art. 390 ZGB). Diese Unfähigkeit zum Handeln kann auch darin bestehen, dass der Be- troffene nicht zweckmässig in seinem wohlverstandenen Intere sse tätig zu werden vermag und so in eine Notlage gerät (Y VO BIDERBOST /H ELMUT HENKEL , in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Bas- ler Kommentar, Zivilgesetzbuch l, 6. Auflage, Basel 2018, N 18 zu Art. 390 ZGB). 6.2 Eine Vertretungsbeistandschaft wird errichtet, wenn die hilfsbedürftige Person aufgrund eines Schwächezustandes bestimmte Angelegenheiten nic ht oder nicht zweckmässig allein erledigen kann und daher der Vertretung bedarf (Art . 394 Abs. 1 ZGB). Eine Vertretungsbei- standschaft ist unter anderem angezeigt, wenn die hilfsbedürftige Person als Folge des Schwä- chezustands nicht in der Lage ist, sich um bestimmte Ange legenheiten zu kümmern, oder sich völlig passiv verhält und sich deshalb nicht um diese Ange legenheiten kümmert (BIDERBOST /H ENKEL , a.a.O., N 7 f. zu Art. 394 ZGB). Der Beistand vert ritt die verbeiständete Person im Rahmen der ihm übertragenen Aufgaben selbst ändig und direkt, auch ohne Einver- ständnis des Verbeiständeten (BIDERBOST /H ENKEL , a.a.O., N 18 und N 20 zu Art. 394 ZGB). Die Vertretungsbeistandschaft schränkt die Handlungsfähigke it der verbeiständeten Person ein, wenn die Erwachsenenschutzbehörde dies verfügt hat (Art. 394 Abs. 2 ZGB). Ist die hilfsbedürf- tige Person im Bereich der Vermögensverwaltung zu vert reten, wird die Vertretungsbeistand- schaft nach Art. 394 ZGB, gestützt auf Art. 395 ZGB entsprechend ergänzt (BIDERBOST /H ENKEL , a.a.O., N 1 zu Art. 395 ZGB). 6.3 Die Selbstbestimmung der betroffenen Person soll b ei der Wahl der Massnahme so weit wie möglich erhalten und gefördert werden (Art. 388 ZGB). Behördliche Massnahmen un- terliegen damit dem Verhältnismässigkeitsprinzip. Sie sin d nur so weit zulässig, als sie zur Un- terstützung der hilfsbedürftigen Person erforderlich und geeignet sind (Art. 389 ZGB). 6.4 Die Erwachsenenschutzbehörde hebt eine Beistandschaft auf Antrag der betroffenen oder einer nahestehenden Person oder von Amtes wegen a uf, sobald für die Fortdauer kein Grund mehr besteht (Art. 399 Abs. 2 ZGB). Dies ist unter anderem der Fall, wenn die betroffene Person in der Lage ist, künftig ihre Angelegenheiten s elbst hinreichend zu besorgen oder eine Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vertretung zu bestellen, etwa, weil sich ihr Schwächezu stand zum Positiven verändert hat oder weil die vorübergehende Urteilsunfähigkeit überwunden wurde. Eine Beistandschaft ist eben- falls aufzuheben, wenn sich im Nachhinein zeigt, dass dere n Anordnung ohne hinreichenden Grund erfolgt ist (BIDERBOST /H ENKEL , a.a.O., N 5 f. zu Art. 399 ZGB). 7.1 Wie sich den Akten entnehmen lässt, wird der Beschwerd eführer seit dem Jahr 2007 verbeiständet und ist bereits einige Male psychiatrisch be gutachtet worden: von Dr. D.____ am 23. April 1999 und 5. Dezember 2007, Dr. E.____ am 1 1. Juni 2010, Dr. F.____ am 12. De- zember 2012, Dr. G.____ am 2. September 2013, Dr. H. ____ am 6. Juni 2014 und Dr. I.____ am 24. Mai 2017. Aus den Gutachten geht hervor, dass d er Beschwerdeführer ein langjähriges Alkoholproblem aufweist. Seine schon in den 90er-Jahren diagnostizierte Persönlichkeitsstö- rung und sein Alkoholproblem stehen in einem engen Zu sammenhang mit mehreren strafrecht- lichen Verurteilungen, unter anderem wegen Brandstift ung und diverser Strassenverkehrsdelik- te (vgl. Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 24. Oktober 2011). Die körperliche und psychische Verfassung des Beschwe rdeführers verschlechterte sich erheblich nach einem Schädel-Hirn-Trauma im August 2008. Seither leidet der Beschwerdefüh- rer neben der langjährigen Alkoholabhängigkeit (ICD-1 0 F10.2) und den alkoholbedingten Ver- haltensstörungen (ICD-10 F10.8) auch an einem organi schen Psychosyndrom nach Schädel- hirntrauma (ICD-10 F07.2, vgl. Gutachten vom 24. Mai 2017). Seine psychischen und kogniti- ven Einschränkungen werden in den Gutachten als chronisch beschrieben (vgl. insbesondere Gutachten vom 6. Juni 2014 mit Hinweis auf den ärztliche n Bericht vom 13. Mai 2014) und die Beiständin weist in ihrem aktuellen Bericht vom 29. Ma i 2021 ebenfalls daraufhin, dass der Be- schwerdeführer seine kognitiven Beeinträchtigungen leb enslänglich haben werde. Auf die teil- weise länger zurückliegenden Gutachten kann abgestellt w erden, insbesondere, da im Gutach- ten vom 24. Mai 2017, welches im Rahmen einer fürsorge rischen Unterbringung erstellt wurde, die Diagnosen der älteren Gutachten bestätigt werden und das Vorliegen eines Schwächezu- stands vom Beschwerdeführer grundsätzlich nicht bestritten wird. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen besteht beim Beschwerdeführer nach wie vor ein Schwächezustand. 7.2 Aufgrund seiner neuropsychologischen Defizite ist der Beschwerdeführer gemäss fachärztlicher Beurteilung (vgl. Gutachten vom 24. Mai 2017) in seiner Realitätswahrnehmung stark beeinträchtigt. Die gestörte Realitätswahrnehmun g betreffe unter anderem die Selbstein- schätzung, beispielsweise in Bezug auf die selbständige Lebensführung. Der Beschwerdeführer sei wegen der als andauernd anzusehenden Hirnschädigung nicht in der Lage, in hygienisch ausreichenden Bedingungen alleine in einer Wohnung zu leben und sich adäquat zu ernähren. Im Gutachten vom 6. Juni 2014 wird ausgeführt, der Besch werdeführer bemerke selbst zwar seine Vergesslichkeit, zeige jedoch kaum Einsicht in seine krankheitsbedingte Störung, unter der er leide. Er sei nicht in der Lage, Gefahren un d Risiken seines Handelns adäquat einzu- schätzen. Dabei zeige er eine sehr bagatellisierende, te ils verleugnende und abwehrende Hal- tung, sobald er mit eigenen Handlungen konfrontiert werde. Neurologisch zeigten sich eine af- fektive Persönlichkeitsveränderung vom dominant frontalen Typ und auch neurokognitive Defizi- te. Frontale Störungen würden sich vor allem durch eine verminderte Kontrollfähigkeit der Be- troffenen bezüglich ihrer Handlungen äussern. Konseque nzen würden nicht mehr überdacht. Betroffene würden vielmehr und vor allem lustorientiert handeln. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 Jene Probleme, die in den Gutachten schon vor mehre ren Jahren auf medizinischer Ebene diskutiert und beurteilt worden sind, zeigen sich a uch im vorliegenden Verfahren. Der Beschwerdeführer verfolgt hartnäckig die Absicht, sich in Montenegro niederzulassen und sich dort mit seinem geerbten Vermögen in eine Altersresidenz einzukaufen. Das Auswandern in ein entferntes Land, dessen Sprache man nicht spricht und ve rsteht, wo sich keine näheren Be- zugspersonen befinden und der Einkauf in eine Altersresidenz mit einem namhaften Geldbetrag sind gewichtige Entscheidungen mit weitreichenden Kons equenzen, die eine eingehende Prü- fung und ein sorgfältiges Abwägen erfordern. Der Bes chwerdeführer reichte der KESB zwar den Vorvertrag zwischen ihm und der Altersresidenz J.____ in K.____ vom 28. Oktober 2019 ein. Dieser enthielt jedoch keine genauen Angaben zu den vermögensrechtlichen Umständen sowie den Pflegeleistungen. Es drängt sich unter andere m auf abzuklären, welche Konditionen für den Einkauf in jene Altersresidenz im Einzelnen gelt en und welche Leistungen man dafür konkret erhält. Weiter ist entscheidend, ob jene Altersre sidenz mit den versprochenen Leistun- gen finanziell gut abgesichert und auf lange Zeit trag fähig ist oder ob der Beschwerdeführer ohne erheblichen finanziellen Verlust dort wieder ausste igen könnte. Zudem ist die Betreuung und medizinische Versorgung des Beschwerdeführers in diese r Altersresidenz gänzlich unklar sowie die Frage, was bei einer absehbaren Verschlechte rung des gesundheitlichen Zustands des Beschwerdeführers geschehen wird. Auf diese Fragen h at der Beschwerdeführer bis und mit der heutigen Parteiverhandlung keine Antworten a n die KESB oder das Gericht liefern kön- nen. Vielmehr hat sich an der heutigen Parteiverhand lung gezeigt, dass der Beschwerdeführer seine täglichen Ausgaben mit seiner Rente bezahlt und neben seiner Eigentumswohnung in L.____ kein Vermögen mehr besitzt. Diese Tatsache schein t der Beschwerdeführer auszublen- den, zumal er glaubt, er könne geerbte flüssige Mittel vollumfänglich ins Ausland transferieren und jeden Monat Mietzinseinnahmen aus der geerbten Wohnung beziehen. Die Schulden in der Schweiz lässt er gänzlich unbedacht zurück. 7.4 Aus diesen Ausführungen geht hervor, dass der Beschw erdeführer infolge seines Schwächezustands seine vermögensrechtlichen Angelegenheit en nicht interessengerecht selbst besorgen kann und er weiterhin schutz- bzw. hilfsbedürftig ist. Für den Beschwerdeführer geht es finanziell und persönlich um existenzielle Fragen , welche er objektiv betrachtet auf- grund seiner geistigen Einschränkungen nicht ohne Hilfe lösen kann. Der Beschwerdeführer übersieht, dass die angeordnete Verbeiständung nicht das Ziel verfolgt, ihn von dem gewünsch- ten Aufenthalt in der Altersresidenz in Montenegro abzuhalten. Vielmehr versucht die KESB den geplanten Einkauf in die Altersresidenz genau zu überp rüfen und die dafür nötigen Erkundigun- gen einzuziehen. Letztlich geht es der KESB darum, den Beschwerdeführer vor einer übereilten und unvorsichtigen Verpflichtung zu schützen, welche ihm i n finanzieller und persönlicher Hin- sicht schaden könnte. Hingegen scheint der Beschwerdeführe r die Bedenken der KESB nicht zu verstehen und reicht keine weiteren Unterlagen zur Al tersresidenz ein oder macht nähere und überprüfbare Angaben dazu. Die bestehenden Massnah men dienen sowohl dem Schutz als auch dem Wohl des Beschwerdeführers und sind an die ko nkrete Situation angepasst. Mil- dere Massnahmen, die dem Schutzbedürfnis des Beschwerdefü hrers angemessen Rechnung tragen könnten, sind nicht ersichtlich. Vor diesem Hinte rgrund erweist sich die Aufrechterhal- tung der Beistandschaft als verhältnismässig. Zudem ist die Frage, ob dem Beschwerdeführer allenfalls jemand aus der Familie oder dem Freundeskrei s die nötige Hilfe und Unterstützung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht leisten könnte, zu verneinen. In den Akten lässt sich kein Hinweis auf eine geeignete Person finden, noch schlägt der Beschwerdeführer eine mögliche Person vor. Schliesslich ist der Be- schwerdeführer darauf hinzuweisen, dass die angeordnete Beistandschaft zwar zeitlich unbe- fristet ist, kann aber jederzeit angepasst oder aufge hoben werden, sollte der Beschwerdeführer dereinst wieder in der Lage sein, seine administrativen und finanziellen Angelegenheiten selber erledigen zu können (vgl. Art. 399 Abs. 2 ZGB). Der ang efochtene Entscheid ist dementspre- chend nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen. 8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von ins- gesamt Fr. 2'200.-- dem unterlegenen Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechne n. Der Beschwerdeführer hat die restlichen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- zu bezahlen. Die Parteikosten sind wett- zuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. Der Beschwerdef ührer hat die restlichen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- zu bezahlen. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin