<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 3] </div> <div class="para">2A.591/1998/odi </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i> II. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG</i> </div> <div class="para"> *********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>22. März 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichter Wurzburger, Präsident der </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. öffentlichrechtlichen Abteilung, Hartmann, Hungerbühler,</i> </div> <div class="para">R. Müller, Bundesrichterin Yersin und Gerichtsschreiberin </div> <div class="para">Müller. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Schweizerischer Verband für künstliche Besamung (SVKB)</u>, </div> <div class="para">Postfach 466, Zollikofen, Beschwerdeführer, vertreten durch </div> <div class="para">Fürsprecher Urs Gasche, Bollwerk 15, Postfach 5576, Bern, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Veterinäramt des Kantons T h u r g a u</u>, </div> <div class="para">Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons </div> <div class="para"> <u>T h u r g a u</u>, </div> <div class="para"> <u>Verwaltungsgericht des Kantons T h u r g a u</u>, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"><span class="artref"><artref id="CH/101/31" type="start"></artref>Art. 31 und 4 aBV</span><artref id="CH/101/4" type="end"></artref> </div> <div class="para"> (Voruntersuchung der Besamungstauglichkeit), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>A.- </u> </div> <div class="para"> Der Schweizerische Verband für künstliche Besamung </div> <div class="para">(SVKB; im Folgenden: der Verband) erhielt am 18. Juni 1996 </div> <div class="para">vom Bundesamt für Landwirtschaft gestützt auf die Art. 17 </div> <div class="para">ff. der Verordnung vom 29. August 1958 über die Rindvieh- </div> <div class="para">und Kleinviehzucht (Tierzuchtverordnung, TZV; SR 916.310, </div> <div class="para">AS 1995 2033) eine bis zum 30. September 2006 und in der </div> <div class="para">ganzen Schweiz gültige Bewilligung für die Gewinnung, Aufbe- </div> <div class="para">reitung, Lagerung und den Vertrieb von Samen von Stieren und </div> <div class="para">Ebern. Diese Verordnung wurde ersetzt durch die Verordnung </div> <div class="para">vom 28. Januar 1998 über Rindvieh- und Kleinviehzucht </div> <div class="para">(AS 1998 691). Entsprechend wurde die Bewilligung vom </div> <div class="para">16. Juni 1996 mit Verfügung vom 17. März 1998 angepasst. Die </div> <div class="para">Bewilligung für Organisationen für die künstliche Besamung </div> <div class="para">(so genannte "KB-Organisationen") wird in Art. 32 ff. der </div> <div class="para">Verordnung geregelt; diese ist mittlerweilen ersetzt worden </div> <div class="para">durch die Verordnung über die Tierzucht vom 7. Dezember 1998 </div> <div class="para">(SR 916.310); dort ist die "Bewilligungspflicht für KB-Orga- </div> <div class="para">nisationen" in den Art. 15 ff. geregelt. Die künstliche Be- </div> <div class="para">samung unter Einschluss der betreffenden Bewilligungspflicht </div> <div class="para">hingegen wird in Art. 50 und speziell in Art. 51 ff. der </div> <div class="para">Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 1995 (TSV; SR 916.401) </div> <div class="para">geordnet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>B.- </u> </div> <div class="para"> Im Jahre 1997 beabsichtigte der Verband, neben der </div> <div class="para">herkömmlichen Vornahme der Besamung von Nutztieren durch die </div> <div class="para">Besamungstechniker eine neue Dienstleistung anzubieten. In </div> <div class="para">seiner Ankündigung vom Juni 1997 hiess es unter anderem: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> "Als Tierbesitzer sind Sie trotz bestem Betriebsma- </div> <div class="para"> nagement regelmässig damit konfrontiert, dass ein- </div> <div class="para"> zelne Tiere eine schwache oder undeutliche Brunst </div> <div class="para"> zeigen. Der Entschluss für die Durchführung einer </div> <div class="para"> Besamung ist oftmals nur sehr schwer zu treffen. </div> <div class="para"> Mit einem Voruntersuch des Tieres können Ihnen un- </div> <div class="para"> sere Besamer dazu eine wertvolle Hilfestellung an- </div> <div class="para"> bieten. </div> <div class="para"> Der Voruntersuch umfasst die äussere Beurteilung </div> <div class="para"> des Tieres, sowie eine umfassende Untersuchung der </div> <div class="para"> Geschlechtsorgane. Je nach Bedarf kann der Vorun- </div> <div class="para"> tersuch mit dem Milchprogestorontest 'Hormonost' </div> <div class="para"> ergänzt werden. Dank dem Voruntersuch ist es mög- </div> <div class="para"> lich, Besamungen mit geringen Erfolgsaussichten </div> <div class="para"> nicht durchzuführen und damit Kosten zu sparen. </div> <div class="para"> Trächtige und nicht brünstige Tiere werden erkannt </div> <div class="para"> und von der Besamung ausgeschlossen. Bei Störungen </div> <div class="para"> am Geschlechtsapparat des Tieres wird der Beizug </div> <div class="para"> des Bestandestierarztes empfohlen." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Veterinäramt des Kantons Thurgau (im Folgenden: </div> <div class="para">Veterinäramt) erhielt Kenntnis von diesem Vorhaben und rea- </div> <div class="para">gierte darauf mit zwei Briefen, in welchen es den Standpunkt </div> <div class="para">vertrat, die angebotenen Handlungen seien tierärztliche </div> <div class="para">Verrichtungen und daher den Tierärzten vorbehalten; den Be- </div> <div class="para">samungstechnikern seien solche Handlungen verboten. Es er- </div> <div class="para">suchte daher den Verband, den geplanten Testmarkt sofort zu </div> <div class="para">annullieren. Mit Schreiben vom 26. Juni 1997 teilte der Ver- </div> <div class="para">band dem Veterinäramt mit, die Durchführung des Testmarktes </div> <div class="para">werde nicht verschoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>C.- </u> </div> <div class="para"> Am 1. Juli 1997 erliess das Veterinäramt einen so </div> <div class="para">genannten "tierseuchenpolizeilichen Entscheid" in Form einer </div> <div class="para">Verfügung mit dem folgenden Wortlaut: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> "1. Der vom Schweizerischen Verband für künstliche </div> <div class="para"> Besamung (SVKB) angebotene Voruntersuch sowie </div> <div class="para"> die angebotene Überprüfung der Besamungstaug- </div> <div class="para"> lichkeit inklusive die umfassende Untersuchung </div> <div class="para"> der Geschlechtsorgane und das Diagnostizieren </div> <div class="para"> geschlechtskranker Tiere sind Tätigkeiten, die </div> <div class="para"> Tierärzten mit tierärztlicher Berufsausübungsbe- </div> <div class="para"> willigung vorbehalten sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2. Die Bewilligung der Besamungstechniker umfasst </div> <div class="para"> die vom SVKB im Rahmen des "Testmarktes" neu an- </div> <div class="para"> gebotenen Leistungen nicht. </div> <div class="para"> 3. Die im Kanton Thurgau tätigen Besamungstechniker </div> <div class="para"> werden angewiesen, die von ihren Bewilligungen </div> <div class="para"> nicht umfassten Tätigkeiten zu unterlassen. An- </div> <div class="para"> dernfalls muss mit einem Entzug der Bewilligung </div> <div class="para"> gerechnet werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4. Der SVKB wird angewiesen, den Testmarkt zu an- </div> <div class="para"> nullieren und insbesondere darauf zu verzichten, </div> <div class="para"> die Besamungstechniker zu Tätigkeiten aufzufor- </div> <div class="para"> dern, welche gegen ihre Bewilligungen und gegen </div> <div class="para"> die Tierschutz- und Gesundheitsgesetzgebung ver- </div> <div class="para"> stossen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 5. Der SVKB wird angewiesen, die von ihm über den </div> <div class="para"> Testmarkt orientierten Landwirte, Besamungstech- </div> <div class="para"> niker und Tierärzte in geeigneter Form über die </div> <div class="para"> Annullierung des Testmarktes zu informieren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 6. Einem allfälligen Rekurs wird die aufschiebende </div> <div class="para"> Wirkung entzogen." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Gegen diese Verfügung rekurrierte der Verband am </div> <div class="para">22. Juli 1997 beim Departement für Inneres und Volkswirt- </div> <div class="para">schaft des Kantons Thurgau (im Folgenden: Departement). </div> <div class="para">Nachdem dieses das Begehren um Wiederherstellung der auf- </div> <div class="para">schiebenden Wirkung am 1. September 1997 abgewiesen hatte, </div> <div class="para">beendete der Verband den Testmarkt im Kanton Thurgau; mit </div> <div class="para">Schreiben vom 24. September 1997 orientierte er die Tierärz- </div> <div class="para">te des Kantons Thurgau sowie die Besamungstechniker im Test- </div> <div class="para">gebiet darüber. Mit Schreiben vom 29. September 1997 stellte </div> <div class="para">der Kantonstierarzt den im Kanton Thurgau tätigen SVKB-Besa- </div> <div class="para">mungstechnikern sowie den freien Besamungstechnikern neue, </div> <div class="para">ab sofort gültige Besamungsbewilligungen zu, welche die ur- </div> <div class="para">sprünglichen ersetzten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Am 18. März 1998 wies das Departement den Rekurs </div> <div class="para">ab. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsge- </div> <div class="para">richt des Kantons Thurgau mit Entscheid vom 2. September </div> <div class="para">1998 ab. </div> <div class="para"> <u>D.- </u> </div> <div class="para"> Dagegen hat der Verband am 27. November 1998 beim </div> <div class="para">Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er be- </div> <div class="para">antragt, den Entscheid des Verwaltungsgerichts aufzuheben </div> <div class="para">und festzustellen, dass die von ihm angebotene Überprüfung </div> <div class="para">der Besamungstauglichkeit keine den Tierärzten vorbehaltene </div> <div class="para">Tätigkeit darstelle. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Departement für Inneres und Volkswirtschaft und </div> <div class="para">das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sowie das Eidge- </div> <div class="para">nössische Volkswirtschaftsdepartement schliessen auf Abwei- </div> <div class="para">sung der Beschwerde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>E.- </u> </div> <div class="para"> Mit Verfügung vom 17. März 1999 hat der Präsident </div> <div class="para">der II. öffentlichrechtlichen Abteilung das Gesuch des Ver- </div> <div class="para">bands um Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit dem den </div> <div class="para">Kanton Zürich betreffenden Verfahren (2A.74/1999) abgewie- </div> <div class="para">sen; ebenfalls abgewiesen hat er das Gesuch um Sistierung </div> <div class="para">des Verfahrens. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> a) Das Bundesgericht prüft die Zulässigkeit der bei </div> <div class="para">ihm eingereichten Beschwerden von Amtes wegen und mit freier </div> <div class="para">Kognition (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-499%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page499">BGE 124 II 499</a> E. 1a S. 501, mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Das Bundesgericht beurteilt letztinstanzlich </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen Verfügungen, die sich </div> <div class="para">auf öffentliches Recht des Bundes stützen oder stützen soll- </div> <div class="para">ten (<span class="artref">Art. 97 OG</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 5 VwVG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-I-275%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page275">BGE 123 I 275</a> </div> <div class="para">E. 1b S. 277). Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwer- </div> <div class="para">de sind auch auf unselbständiges kantonales Ausführungsrecht </div> <div class="para">zum Bundesrecht gestützte Anordnungen zu überprüfen sowie </div> <div class="para">auf übrigem kantonalem Recht beruhende Anordnungen, die ei- </div> <div class="para">nen hinreichend engen Sachzusammenhang mit der im Rahmen der </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu beurteilenden Frage des </div> <div class="para">Bundesverwaltungsrechts aufweisen. Soweit dagegen dem ange- </div> <div class="para">fochtenen Entscheid selbständiges kantonales Recht ohne den </div> <div class="para">genannten Sachzusammenhang zum Bundesrecht zugrunde liegt, </div> <div class="para">steht ausschliesslich die staatsrechtliche Beschwerde zur </div> <div class="para">Verfügung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-I-275%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page275">BGE 123 I 275</a> E. 1b S. 277, mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a und c in Verbindung </div> <div class="para">mit Art. 6 lit. b der Tierseuchenverordnung vom 27. Juni </div> <div class="para">1995 (TSV; SR 916.401) regelt das Bundesamt für Veterinär- </div> <div class="para">wesen die Ausbildung der Besamungstechniker und stellt den </div> <div class="para">Fähigkeitsausweis aus. Aufgrund dieses Fähigkeitsausweises </div> <div class="para">erteilt der Kanton die Bewilligung zum Besamen an die Besa- </div> <div class="para">mungstechniker (<span class="artref">Art. 51 Abs. 2 lit. a TSV</span>). Der Kantonstier- </div> <div class="para">arzt überwacht die künstliche Besamung in seuchenpolizeili- </div> <div class="para">cher Hinsicht (<span class="artref">Art. 301 Abs. 1 lit. e TSV</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Gemäss Art. 2 Abs. 3 des Tierschutzgesetzes vom </div> <div class="para">9. März 1978 (TSchG; SR 455) darf niemand ungerechtfertigt </div> <div class="para">einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen oder es in </div> <div class="para">Angst versetzen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Recht des Kantons Thurgau enthält keine Bestim- </div> <div class="para">mungen, die sich ausdrücklich auf die Tätigkeit des Besa- </div> <div class="para">mungstechnikers beziehen. Hingegen statuiert § 1 Ziff. 1 der </div> <div class="para">Verordnung des Regierungsrates vom 16. Juni 1987 über Berufe </div> <div class="para">des Gesundheitswesens (GGV) eine Bewilligungspflicht für die </div> <div class="para">Berufsausübung, wenn es um das Vorbeugen und Behandeln von </div> <div class="para">Gesundheitsstörungen an Mensch und Tier geht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im vorliegenden Fall geht es darum, ob die unabhän- </div> <div class="para">gig von einer Besamung vorgenommene "Voruntersuchung", na- </div> <div class="para">mentlich die "umfassende Untersuchung der Geschlechtsorgane" </div> <div class="para">zwecks Überprüfung der Besamungstauglichkeit, nach Massgabe </div> <div class="para">der kantonalrechtlichen gesetzlichen Regelung bewilligungs- </div> <div class="para">pflichtig ist. Damit stützt sich der angefochtene Entscheid, </div> <div class="para">der feststellt, dass die neu angebotenen Dienstleistungen </div> <div class="para">von der Bewilligung zum Besamen nicht erfasst werden, auf </div> <div class="para">selbständiges kantonales Recht, womit die vorliegend einge- </div> <div class="para">reichte Verwaltungsgerichtsbeschwerde als staatsrechtliche </div> <div class="para">Beschwerde entgegenzunehmen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> a) Der Verband hat den Testmarkt annulliert, die </div> <div class="para">Tierärzte des Kantons Thurgau und die Besamungstechniker im </div> <div class="para">Testgebiet darüber informiert sowie sichergestellt, dass </div> <div class="para">auch die betroffenen Landwirte darüber orientiert werden. </div> <div class="para">Damit sind die Ziff. 4 und 5 der Verfügung des Veterinäram- </div> <div class="para">tes vom 1. Juli 1997 schon vor dem Entscheid des Departe- </div> <div class="para">ments gegenstandslos geworden. Sie - bzw. ihre Bestätigung </div> <div class="para">durch die kantonalen Rechtsmittelinstanzen - können daher </div> <div class="para">nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) aa) Ziff. 3 der dem Verfahren zugrunde liegenden </div> <div class="para">Verfügung vom 1. Juli 1997 richtet sich nicht an den Ver- </div> <div class="para">band, sondern an die Besamungstechniker. An der Anfechtung </div> <div class="para">dieser Ziffer besteht jedoch kein aktuelles und praktisches </div> <div class="para">Interesse, da sie keine selbständige Bedeutung hat: nachdem </div> <div class="para">das Veterinäramt in Ziff. 1 und 2 der Verfügung bestimmte </div> <div class="para">Tätigkeiten als den Tierärzten vorbehalten und als von der </div> <div class="para">Bewilligungspflicht der Besamungstechniker nicht umfasst </div> <div class="para">festgestellt hat, versteht es sich von selbst, dass diese </div> <div class="para">Tätigkeiten von den Besamungstechnikern zu unterlassen sind. </div> <div class="para">Soweit mit der staatsrechtlichen Beschwerde auch Ziff. 3 an- </div> <div class="para">gefochten wird, ist daher darauf nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Ziff. 1 und 2 der Verfügung vom 1. Juli 1997 </div> <div class="para">sind Feststellungsverfügungen, welche im Resultat festlegen, </div> <div class="para">dass bestimmte Tätigkeiten den Besamungstechnikern nicht er- </div> <div class="para">laubt sind. Hier fragt sich, ob der Verband, als "Anbieter" </div> <div class="para">der entsprechenden Leistungen, überhaupt zur Erhebung der </div> <div class="para">Beschwerde in eigenem Namen legitimiert ist. Da diese beiden </div> <div class="para">Feststellungsverfügungen die Tätigkeit der Besamungstechni- </div> <div class="para">ker anvisieren, fragt sich zudem, ob der Verband legitimiert </div> <div class="para">ist, im Namen der Besamungstechniker staatsrechtliche Be- </div> <div class="para">schwerde zu erheben. Diese Fragen können jedoch offen blei- </div> <div class="para">ben, da die Beschwerde ohnehin abzuweisen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Gemäss Ziff. 2 der Verfügung des Veterinäramtes </div> <div class="para">"umfasst die Bewilligung der Besamungstechniker die vom SVKB </div> <div class="para">im Rahmen des 'Testmarktes' neu angebotenen Leistungen </div> <div class="para">nicht". </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die zum Zeitpunkt dieser Verfügung - die dem vor- </div> <div class="para">liegenden Verfahren zugrunde liegt - geltende Bewilligung </div> <div class="para">bzw. der hier interessierende Teil ist im Rekursentscheid </div> <div class="para">des Departements vom 18. März 1998 wiedergegeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> "Es ist ihm [sc. dem Besamungstechniker] untersagt, </div> <div class="para"> ausser der Besamungstätigkeit irgendwelche tier- </div> <div class="para"> ärztlichen Verrichtungen wie Untersuchungen und Be- </div> <div class="para"> handlungen von Tieren auszuüben oder Medikamente </div> <div class="para"> abzugeben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Diese Bewilligung kann widerrufen werden, wenn sich </div> <div class="para"> der Bewilligungsinhaber Verstösse gegen tierseu- </div> <div class="para"> chenpolizeiliche Vorschriften zu Schulden kommen </div> <div class="para"> lässt, die auferlegten Bedingungen nicht einhält </div> <div class="para"> oder den Beruf nicht mehr ausübt." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Schon am 29. September 1997 - und damit vor dem er- </div> <div class="para">wähnten Rekursentscheid - hatte jedoch das Veterinäramt </div> <div class="para">neue, gemäss Schreiben vom selben Tag "sofort gültige" Be- </div> <div class="para">willigungen für die Besamungstechniker herausgegeben. Damit </div> <div class="para">ist aber das aktuelle und praktische Interesse des Beschwer- </div> <div class="para">deführers an der Prüfung der Vereinbarkeit der von ihm neu </div> <div class="para">angebotenen Dienstleistungen mit der alten Bewilligung erlo- </div> <div class="para">schen; soweit Ziff. 2 der Verfügung des Departements bzw. </div> <div class="para">deren Bestätigung durch die kantonalen Instanzen betreffend, </div> <div class="para">ist daher auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht einzu- </div> <div class="para">treten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> a) Nach ständiger Rechtsprechung ist die staats- </div> <div class="para">rechtliche Beschwerde grundsätzlich rein kassatorischer Na- </div> <div class="para">tur; davon werden jedoch Ausnahmen gemacht, wenn die blosse </div> <div class="para">Aufhebung des angefochtenen Entscheids nicht geeignet ist, </div> <div class="para">die verfassungsmässige Lage wieder herzustellen (BGE 123 I </div> <div class="para">87 E. 5 S. 96, mit Hinweis). Ob sich hier eine solche Aus- </div> <div class="para">nahme rechtfertigt und somit auf die Begehren des Beschwer- </div> <div class="para">deführers - soweit mehr verlangt wird als die Aufhebung des </div> <div class="para">angefochtenen Entscheids - einzutreten ist, kann offen blei- </div> <div class="para">ben, da die Beschwerde ohnehin abzuweisen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die staatsrechtliche Beschwerde muss die wesent- </div> <div class="para">lichen Tatsachen und eine kurzgefasste Darlegung darüber </div> <div class="para">enthalten, welche verfassungsmässigen Rechte bzw. welche </div> <div class="para">Rechtssätze inwiefern durch den angefochtenen Entscheid ver- </div> <div class="para">letzt worden sind (<span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span>). Das Bundesge- </div> <div class="para">richt untersucht nicht von Amtes wegen, ob ein kantonaler </div> <div class="para">Hoheitsakt verfassungswidrig ist, sondern prüft nur rechts- </div> <div class="para">genügend vorgebrachte und, soweit möglich, belegte Rügen </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F110-IA-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 110 Ia 1</a> E. 2 S. 3/4; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-197%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page197">119 Ia 197</a> E. 1d S. 201). Der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer hat sich mit der Begründung im angefochtenen </div> <div class="para">Entscheid im Einzelnen auseinander zu setzen und zu erklä- </div> <div class="para">ren, welches geschriebene oder ungeschriebene verfassungs- </div> <div class="para">mässige Individualrecht verletzt worden sein soll. Auf bloss </div> <div class="para">allgemein gehaltene, appellatorische Kritik tritt das Bun- </div> <div class="para">desgericht nicht ein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IA-186%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page186">BGE 107 Ia 186</a> E. b). Wird eine Ver- </div> <div class="para">letzung des Willkürverbots geltend gemacht, kann der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer sich nicht damit begnügen, den angefochtenen </div> <div class="para">Entscheid einfach als falsch oder willkürlich zu bezeichnen </div> <div class="para">und ihm seine Sicht der Dinge gegenüberzustellen; er hat </div> <div class="para">vielmehr anhand der angefochtenen Subsumtion im Einzelnen </div> <div class="para">darzulegen, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten </div> <div class="para">und offensichtlichen Mangel leidet (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IA-10%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page10">BGE 117 Ia 10</a> E. 4b </div> <div class="para">S. 11/12). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Unter dem Schutz des - hier noch anwendbaren - </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 31 aBV</span> steht jede gewerbsmässig ausgeübte, privatwirt- </div> <div class="para">schaftliche Tätigkeit, die der Erzielung eines Gewinnes oder </div> <div class="para">eines Erwerbseinkommens dient. <span class="artref">Art. 31 aBV</span> behält jedoch in </div> <div class="para">Abs. 2 kantonale Bestimmungen über die Ausübung von Handel </div> <div class="para">und Gewerben vor. Solche Einschränkungen können dem Schutz </div> <div class="para">der öffentlichen Ordnung, der Gesundheit, Sittlichkeit und </div> <div class="para">Sicherheit oder von Treu und Glauben im Geschäftsverkehr </div> <div class="para">dienen. Unzulässig sind wirtschaftspolitische oder standes- </div> <div class="para">politische Massnahmen, die den freien Wettbewerb behindern, </div> <div class="para">um gewisse Gewerbezweige oder Bewirtschaftungsformen zu si- </div> <div class="para">chern oder zu begünstigen. Beschränkungen der Handels- und </div> <div class="para">Gewerbefreiheit bedürfen sodann einer gesetzlichen Grund- </div> <div class="para">lage, müssen durch ein überwiegendes öffentliches Interesse </div> <div class="para">gerechtfertigt sein und den Grundsatz der Verhältnismässig- </div> <div class="para">keit sowie der Rechtsgleichheit wahren (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-I-276%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page276">BGE 125 I 276</a> E. 3a, </div> <div class="para">mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die vom Beschwerdeführer neu angebotene Dienstleis- </div> <div class="para">tung stellt - nicht anders als die Besamungstätigkeit auch - </div> <div class="para">eine private, auf Erwerb gerichtete und damit unter den </div> <div class="para">Schutz der Handels- und Gewerbefreiheit fallende Tätigkeit </div> <div class="para">dar; die - letztinstanzlich vom Verwaltungsgericht bestä- </div> <div class="para">tigte - Verfügung des Veterinäramtes, wonach bestimmte vom </div> <div class="para">Beschwerdeführer angebotene Tätigkeiten den Tierärzten vor- </div> <div class="para">behalten sind, greift in die Handels- und Gewerbefreiheit </div> <div class="para">ein. </div> <div class="para"> <u>5.- </u> </div> <div class="para"> a) Der Beschwerdeführer bringt vor, das Verwal- </div> <div class="para">tungsgericht sei seiner Ansicht, wonach <span class="artref">§ 1 Ziff. 1 GGV</span> </div> <div class="para">keine genügende gesetzliche Grundlage für die Handels- und </div> <div class="para">Gewerbefreiheit des Verbands darstelle, gefolgt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Verwaltungsgericht hat festgehalten, dass dem </div> <div class="para">Beschwerdeführer insoweit zuzustimmen sei, als diese Norm </div> <div class="para">keinen Vorrang der Ärzte gegenüber den anderen Berufen des </div> <div class="para">Gesundheitswesens statuiere; sie unterstelle lediglich ver- </div> <div class="para">schiedene Tätigkeiten einer Bewilligung für die Berufsaus- </div> <div class="para">übung. Dass das Verwaltungsgericht aufgrund dieser Überle- </div> <div class="para">gung effektiv zum Schluss gekommen ist, <span class="artref">§ 1 Ziff. 1 GGV</span> </div> <div class="para">stelle keine genügende gesetzliche Grundlage für einen Ein- </div> <div class="para">griff in die Handels- und Gewerbefreiheit dar, geht aus der </div> <div class="para">Formulierung des angefochtenen Entscheids hingegen nicht </div> <div class="para">hervor; immerhin hält das Verwaltungsgericht am Schluss sei- </div> <div class="para">ner Urteilsbegründung zusammenfassend fest, dass die vom </div> <div class="para">Verband angebotene "umfassende Untersuchung der Geschlechts- </div> <div class="para">organe" sowie die "frühere Erkennung geschlechtskranker Tie- </div> <div class="para">re" ohne weiteres unter <span class="artref">§ 1 GGV</span> subsumiert werden könnten. </div> <div class="para">Damit hat es die Annahme, die streitige Verfügung lasse sich </div> <div class="para">(auch) auf diese Bestimmung stützen, jedenfalls nicht aus- </div> <div class="para">drücklich verworfen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Zwar geht das Verwaltungsgericht in der Folge davon </div> <div class="para">aus, dass <span class="artref">Art. 2 Abs. 3 TSchG</span>, wonach niemand ungerechtfer- </div> <div class="para">tigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen oder </div> <div class="para">es in Angst versetzen darf, als gesetzliche Grundlage für </div> <div class="para">einen Eingriff in die Handels- und Gewerbefreiheit genügt. </div> <div class="para">Wie es sich damit verhält, kann jedoch dahingestellt blei- </div> <div class="para">ben, falls sich ergibt, dass jedenfalls <span class="artref">§ 1 Ziff. 1 GGV</span> eine </div> <div class="para">genügende gesetzliche Grundlage für den besagten Grund- </div> <div class="para">rechtseingriff bildet. </div> <div class="para"> b) Grundsätzlich beschränkt sich die Kognition des </div> <div class="para">Bundesgerichts hinsichtlich der Auslegung und Anwendung kan- </div> <div class="para">tonalen Gesetzes- und Verordnungsrechts auf eine Willkürprü- </div> <div class="para">fung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-I-259%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page259">BGE 123 I 259</a> E. 2b S. 261; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IA-175%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page175">118 Ia 175</a> E. 2a S. 177, </div> <div class="para">mit Hinweisen). Ein schwerer Eingriff in die Handels- und </div> <div class="para">Gewerbefreiheit, der eine Prüfung mit freier Kognition er- </div> <div class="para">lauben würde, liegt entgegen der Auffassung des Beschwerde- </div> <div class="para">führers nicht vor: Mit dem vorliegenden Eingriff wird den </div> <div class="para">Besamungstechnikern ihre ursprüngliche Berufsausübung in </div> <div class="para">keiner Weise verunmöglicht; es wird ihnen einzig verboten, </div> <div class="para">bestimmte, darüber hinausgehende Tätigkeiten auszuführen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) <span class="artref">§ 1 Ziff. 1 GGV</span> unterstellt das Vorbeugen und </div> <div class="para">Behandeln von Gesundheitsstörungen an Mensch und Tier für </div> <div class="para">die Berufsausübung einer Bewilligungspflicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Gemäss Ziff. 1 der Verfügung des Veterinäramtes vom </div> <div class="para">1. Juli 1997 sind der vom Verband angebotene Voruntersuch </div> <div class="para">sowie die angebotene Überprüfung der Besamungstauglichkeit </div> <div class="para">inklusive die umfassende Untersuchung der Geschlechtsorgane </div> <div class="para">und das Diagnostizieren geschlechtskranker Tiere Tätigkei- </div> <div class="para">ten, die Tierärzten mit tierärztlicher Berufsausübungsbewil- </div> <div class="para">ligung vorbehalten sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Bevor geprüft werden kann, ob Ziff. 1 der Verfügung </div> <div class="para">des Veterinäramtes bzw. deren Bestätigung durch die kantona- </div> <div class="para">len Rechtsmittelinstanzen ohne Willkür unter <span class="artref">§ 1 Ziff. 1 GGV</span> </div> <div class="para">subsumiert werden kann, ist zu klären, welche Handlungen </div> <div class="para">durch diese Feststellungsverfügung überhaupt als den Tier- </div> <div class="para">ärzten vorbehalten bezeichnet werden. Zu diesem Punkt hat </div> <div class="para">sich das Verwaltungsgericht auf den Entscheid des Departe- </div> <div class="para">mentes gestützt. Dieses ist zum Schluss gekommen, dass das </div> <div class="para">Veterinäramt die mit der neuen Dienstleistung einzuführenden </div> <div class="para">Tätigkeiten nur insoweit beanstandet, als diese <u>umfassende</u> </div> <div class="para">Untersuchungen der Geschlechtsorgane und damit insbesondere </div> <div class="para">auch die rektale Ovarienkontrolle sowie Untersuchungen auf </div> <div class="para">Trächtigkeit bei anderen als zur Besamung angemeldeten Tie- </div> <div class="para">ren betreffen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Diese Tätigkeiten haben klarerweise diagnostischen </div> <div class="para">Charakter; deren Subsumtion unter den Begriff "Vorbeugen und </div> <div class="para">Behandeln von Gesundheitsstörungen" ist, wenn auch nicht </div> <div class="para">ganz unproblematisch, so doch zumindest nicht willkürlich: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Eine seriöse Diagnose ist die Voraussetzung für die </div> <div class="para">zielgerichtete Behandlung einer Gesundheitsstörung; es wäre </div> <div class="para">nicht sinnvoll, einerseits nur gerade das Vorbeugen und Be- </div> <div class="para">handeln im engeren Sinne ausschliesslich ausgebildeten Fach- </div> <div class="para">leuten zu erlauben, hingegen Untersuchungen, die zu einer </div> <div class="para">Diagnose führen können, davon auszunehmen. Es kann daher </div> <div class="para">ohne Willkür davon ausgegangen werden, dass die von Ziff. 1 </div> <div class="para">der Verfügung des Veterinäramtes betroffenen Tätigkeiten von </div> <div class="para"><span class="artref">§ 1 Ziff. 1 GGV</span> miterfasst werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>6.- </u> </div> <div class="para"> Ob das willkürfrei ausgelegte kantonale Recht mit </div> <div class="para">dem angerufenen Grundrecht vereinbar ist, prüft das Bundes- </div> <div class="para">gericht frei (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-25%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page25">BGE 124 I 25</a> E. 4a S. 32, mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Das öffentliche Interesse an der Beschränkung </div> <div class="para">der beruflichen Tätigkeit des Besamungstechnikers ergibt </div> <div class="para">sich einerseits aus tierseuchenpolizeilichen Überlegungen </div> <div class="para">(vgl. <span class="artref">Art. 69 aBV</span> bzw. Art. 118 der neuen Bundesverfassung, </div> <div class="para">BV) und anderseits aus Gründen des Tierschutzes (vgl. </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 25bis aBV</span> bzw. <span class="artref">Art. 80 BV</span>), insbesondere aber aus </div> <div class="para">Art. 2 Abs. 3 des eidgenössischen Tierschutzgesetzes, wonach </div> <div class="para">niemand ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder </div> <div class="para">Schäden zufügen oder es in Angst versetzen darf. </div> <div class="para"> In diesem Sinn verlangt das öffentliche Interesse, </div> <div class="para">dass die heikleren Manipulationen, welche die Tiere im oben </div> <div class="para">beschriebenen Sinn gefährden können, möglichst den dafür </div> <div class="para">ausgebildeten Tierärzten vorbehalten bleiben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Die Massnahme, die betreffenden Tätigkeiten den </div> <div class="para">Tierärzten vorzubehalten, ist zur Wahrung dieses öffentli- </div> <div class="para">chen Interesses zweifellos geeignet. Sie ist aber auch er- </div> <div class="para">forderlich: Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers </div> <div class="para">genügt eine Verpflichtung des Besamungstechnikers, nach der </div> <div class="para">"umfassenden Untersuchung der Geschlechtsorgane" einen Tier- </div> <div class="para">arzt beizuziehen, wenn der Verdacht besteht, dass der Zu- </div> <div class="para">stand des Tieres tierärztliche Abklärung und Behandlung </div> <div class="para">erfordert, gerade nicht: Entgeht dem Besamungstechniker etwa </div> <div class="para">eine ernsthafte, möglicherweise übertragbare Krankheit, so </div> <div class="para">kann sich der Tierhalter aufgrund dieser Untersuchung in ei- </div> <div class="para">ner falschen Sicherheit wiegen. Der damit verbundenen Gefahr </div> <div class="para">kann nicht anders als damit begegnet werden, dass den Besa- </div> <div class="para">mungstechnikern die umfassende Untersuchung der Geschlechts- </div> <div class="para">organe nicht erlaubt wird. Dass insbesondere die rektale </div> <div class="para">Ovarienkontrolle den Tierärzten vorbehalten werden muss, ist </div> <div class="para">erforderlich namentlich wegen der im Departementsentscheid - </div> <div class="para">auf den sich das Verwaltungsgericht stützt - beschriebenen </div> <div class="para">Gefahr, dass bei einem brünstigen Tier ein im Begriffe der </div> <div class="para">Ovulation stehender randständiger Follikel am Ovar platzen </div> <div class="para">könnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Dass der Kanton Graubünden anscheinend eine von </div> <div class="para">derjenigen des Kantons Thurgau abweichende gesetzliche Re- </div> <div class="para">gelung kennt, ändert an dieser Beurteilung nichts. Die Si- </div> <div class="para">cherheit von Mensch und Tier geht zudem dem Interesse des </div> <div class="para">Beschwerdeführers am Anbieten einer zusätzlichen Dienstleis- </div> <div class="para">tung und damit einer neuen Einkommensquelle eindeutig vor. </div> <div class="para"> Damit ist der Eingriff in die Handels- und Gewerbe- </div> <div class="para">freiheit verhältnismässig; es ist entgegen der Auffassung </div> <div class="para">des Beschwerdeführers auch nicht ersichtlich, inwieweit der </div> <div class="para">angefochtene Entscheid an einem inneren Widerspruch leiden </div> <div class="para">sollte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>7.- </u> </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer rügt, ihm sei das rechtliche </div> <div class="para">Gehör verweigert worden, da sich das Verwaltungsgericht über </div> <div class="para">weite Strecken damit begnügt habe, auf die Vorbringen der </div> <div class="para">zweiten kantonalen Instanz abzustellen, ohne sich eingehen- </div> <div class="para">der mit seiner Darstellung und den eingereichten Beweismit- </div> <div class="para">teln auseinander zu setzen; aufgrund der inneren Widersprü- </div> <div class="para">che des Entscheides sei es für ihn letztlich nicht ersicht- </div> <div class="para">lich, von welchen Überlegungen sich die Behörde habe leiten </div> <div class="para">lassen. Damit spricht der Beschwerdeführer die - einen Teil- </div> <div class="para">gehalt des rechtlichen Gehörs bildende - Begründungspflicht </div> <div class="para">an. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die aus <span class="artref">Art. 4 aBV</span> abgeleitete Begründungspflicht </div> <div class="para">bedeutet nicht, dass sich die entscheidende Behörde mit al- </div> <div class="para">len Vorbringen der Parteien eingehend auseinander setzen </div> <div class="para">muss. Die Begründung kann sich auf die wesentlichen Ge- </div> <div class="para">sichtspunkte beschränken; sie muss so abgefasst sein, dass </div> <div class="para">der Betroffene sich über die Tragweite eines Entscheides </div> <div class="para">Rechenschaft ablegen und diesen gegebenenfalls sachgerecht </div> <div class="para">anfechten kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.03.2000&amp;to_date=10.04.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-146%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page146">BGE 124 II 146</a> E. 2a S. 149, mit Hinweis). </div> <div class="para">Es ist grundsätzlich auch zulässig, in einem Urteil auf Be- </div> <div class="para">gründungen in vorangegangenen Urteilen zu verweisen (BGE 123 </div> <div class="para">I 31 E. 2c S. 34, mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Dem Beschwerdeführer ist insoweit beizupflichten, </div> <div class="para">dass die Begründung des angefochtenen Entscheides zumindest </div> <div class="para">insoweit mangelhaft ist, als aus ihr nicht mit aller Klar- </div> <div class="para">heit hervorgeht, auf welche gesetzliche (n) Grundlage (n) sich </div> <div class="para">der Grundrechtseingriff stützen soll. Da das Verwaltungsge- </div> <div class="para">richt jedoch <span class="artref">§ 1 Ziff. 1 GGV</span> als gesetzliche Grundlage zu- </div> <div class="para">mindest angetönt hat, ist es der Begründungspflicht gerade </div> <div class="para">noch nachgekommen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>8.- </u> </div> <div class="para"> Die nach dem Gesagten unbegründete Beschwerde ist </div> <div class="para">abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Die </div> <div class="para">Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens sind dem unter- </div> <div class="para">liegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 in </div> <div class="para">Verbindung mit <span class="artref">Art. 153 und <artref id="CH/173.110/153^a" type="start"></artref>Art. 153a OG</span><artref id="CH/173.110/153" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Bundesgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>1.- </u> </div> <div class="para"> Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird als staats- </div> <div class="para">rechtliche Beschwerde entgegengenommen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>2.- </u> </div> <div class="para"> Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen, </div> <div class="para">soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>3.- </u> </div> <div class="para"> Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird dem </div> <div class="para">Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>4.- </u> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem </div> <div class="para">Veterinäramt, dem Departement für Inneres und Volkswirt- </div> <div class="para">schaft und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sowie </div> <div class="para">dem Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement schriftlich </div> <div class="para">mitgeteilt. </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 22. März 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>