A bteilung IV D -6856/2006 scd/w ea {T 0/2} U rteil vom 22. M ai 2007 M itw irkung: R ichter D aniel Schm id, R ichterin R egula Schenker Senn, R ichter G alliker G erichtsschreiber Alfred W eber A ._______, N epal, w ohnhaft B._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 27. Februar 2004 i.S. Vollzug der W egw eisung / N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschw erdeführer N epal am 5. Juni 2003 und gelangte auf dem Luftw eg über Indien, D eutschland und Italien am 23. Juni 2003 in die Schw eiz, w o er am gleichen Tag ein Asylgesuch stellte. N ach einer Kurzbefragung im Em pfangszentrum (vorm als Em pfangsstelle) X._______ vom 1. Juli 2003 w urde der Beschw erdeführer für die D auer des Verfahrens dem Kanton Y._______ zugew iesen. D ie zuständige kantonale Behörde hörte ihn am 12. Septem ber 2003 zu den Asylgründen an. Im W esentlichen m achte der Beschw erdeführer bei den Befragungen geltend, sein Vater und er seien M itglieder der nepalesischen Kongresspartei gew esen. D ie M aobadi hätten seinen Vater, der im G em einderat gew esen sei, zum R ücktritt aufgefordert. D a dieser die Aufforderung m issachtet habe, sei er am 20. N ovem ber 2002 um gebracht w orden. Auch hätten die M aobadi ihn (den Beschw erdeführer) aufgefordert, seine Aktivitäten für den N epali Kongress zu beenden. Er habe Angst bekom m en und sei vor diesem H intergrund ausgereist. Als Bew eism ittel reichte der Beschw erdeführer einen Parteiausw eis des N epali Kongress und zw ei Schreiben der N epal Jugend- Partei zu den Akten, in denen bestätigt w ird, dass er als aktives M itglied W iderstandsgruppen gegen die M aoisten aufgebaut habe. D er Beschw erdeführer w urde sow ohl in der Em pfangsstelle als auch beim Kanton dazu aufgefordert, ein Identitätspapier einzureichen. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. B. M it Verfügung vom 30. O ktober 2003, eröffnet am 31. O ktober 2003, trat das BFF auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) nicht ein. G leichzeitig verfüg- te es den sofortigen Vollzug der W egw eisung aus der Schw eiz und entzog einer allfälligen Beschw erde die aufschiebende W irkung. C . M it Beschw erde vom 1. D ezem ber 2003 (Poststem pel) beantragte der Beschw er- deführer bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die G e- w ährung von Asyl in der Schw eiz. Eventuell sei festzustellen, dass der Vollzug der W egw eisung undurchführbar, unzum utbar und unzulässig sei. Es sei auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses zu verzichten und es sei dem Beschw erdeführer die unentgeltliche R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) zu gew ähren. D ie aufschiebende W irkung der R echtsm itteleingabe sei w iederherzu- stellen. Auf die Begründung der Beschw erde w ird, sow eit entscheidw esentlich, in den Erw ägungen eingegangen. D . N ach vorläufiger Aussetzung des Vollzugs der W egw eisung gem äss Verfügung vom 2. D ezem ber 2003 w urden m it Zw ischenverfügungen vom 10. und vom 3 30. D ezem ber 2003 die G esuche um W iederherstellung der aufschiebenden W ir- kung der Beschw erde und um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gutge- heissen. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses w urde antragsgem äss ver- zichtet. E. Im R ahm en der Vernehm lassung beurteilte das BFF das Asylgesuch m ateriell und erliess am 17. Februar 2004 einen neuen Entscheid. Es lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug an. Zur Begründung w urde im W esentlichen ausgeführt, die Vorbrin- gen des Beschw erdeführers verm öchten w eder den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft noch denjenen von Art. 7 AsylG an die G laub- haftigkeit zu genügen. Bei den vorgebrachten Ü bergriffen durch die M aobadi hand- le es sich um solche ausgehend von D ritten. D er nepalesische Staat setze alles daran, solchen Ü bergriffen m it Entschiedenheit zu begegnen. D er Beschw erdefüh- rer könne sich in diesem Zusam m enhang dem staatlichen Schutz unterstellen. Auch könne er die ihm in N epal gew ährte N iederlassungsfreiheit nutzen, zum al die zur Frage stehenden M achtkäm pfe nicht flächendeckend seien. D er Beschw erde- führer habe die beim Kanton geltend gem achten Aktivitäten als Spion, bzw . als Po- lizist und die daraus abgeleitete Verfolgung in der Em pfangsstelle m it keinem W ort erw ähnt. Im W eiteren habe der Beschw erdeführer keine Identitätspapiere vorge- legt. Seine Ausführungen zu den R eiseum ständen sow ie zu den von ihm in Aus- sicht gestellten Bem ühungen im Zusam m enhang m it der Beschaffung eines Identi- tätspapiers verm öchten nicht zu überzeugen. Aufgrund der U nstim m igkeiten sei davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer über relevante Identitätspapiere verfüge und diese den Schw eizerischen Asylbehörden vorsätzlich vorenthalte. D er Vollzug der W egw eisung sei durchführbar; ihm stünden keine triftigen G ründe ent- gegen. F. M it Schreiben vom 23. Februar 2004 w urde der Beschw erdeführer angefragt, w ie das Verfahren unter diesen U m ständen w eiterzuführen sei. Ausgehend davon, dass der Beschw erdeführer zum indest im Vollzugspunkt an der Beschw erde fest- halten w olle, w urde ihm die M öglichkeit eingeräum t, seine Beschw erde innert der laufenden R echtsm ittelfrist zu ergänzen und zu begründen, w eshalb er entgegen der Auffassung des BFF die Flüchtlingseigenschaft erfülle. Andernfalls w erde da- von ausgegangen, er fechte den Asylpunkt nicht an, halte aber an der Beschw erde insow eit fest, als das BFF den Vollzug der W egw eisung angeordnet habe. G . N achdem keine Ergänzung der Beschw erde hinsichtlich der Frage der Flüchtlings- eigenschaft und Asylgew ährung eingereicht w urde, hielt der zuständige Instruk- tionsrichter der AR K m it Zw ischenverfügung vom 31. M ärz 2004 fest, der Ent- scheid des BFF sei im Asylpunkt in R echtskraft erw achsen und das Verfahren w er- de beschränkt auf die Anordnung des Vollzugs der W egw eisung w eitergeführt. H . In seiner Vernehm lassung vom 15. M ai 2007 beantragte das BFM die Abw eisung der Beschw erde.4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorins- tanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Ver- fügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfah- rensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. D ie vorliegende Beschw erde richtet sich allein gegen den Vollzug der W egw ei- sung. D ie Ziffern 1 (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft) und 2 (Ablehnung des Asylgesuches) des D ispositivs der angefochtenen Verfügung sind dem zufolge m angels Anfechtung in R echtskraft erw achsen und auch die Ziffer 3 des D isposi- tivs (Anordnung der W egw eisung) ist grundsätzlich nicht m ehr zu überprüfen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2001 N r. 21). M ithin bildet G egenstand des Beschw erdeverfahrens le- diglich die Frage, ob die W egw eisung zu vollziehen oder ob anstelle des Vollzugs eine vorläufige Aufnahm e anzuordnen ist (vgl. Zw ischenverfügung vom 31. M ärz 2004). 4. D ie Vernehm lassung des BFM vom 15. M ai 2007 ist dem Beschw erdeführer gleichzeitig m it dem U rteil zur Kenntnis zu bringen, da die Ausführungen der Vorin- stanz keine Erw ägungen enthalten, aufgrund derer dem Beschw erdeführer ein R e- plikrecht einzuräum en w äre. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 5 es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG , Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.2 W ie den vorstehenden Erw ägungen entnom m en w erden kann, ist rechtskräftig festgestellt w orden, dass der Beschw erdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt D ie N orm en des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents (Art. 5 AsylG , Art. 25 Abs. 2 BV, Art. 33 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstel- lung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]) schützen nur Personen, w elche die Flücht- lingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG beziehungsw eise Art. 1 A FK erfüllen. Auf abgew iesene Asylbew erber m it fehlender Flüchtlingseigenschaft findet dieses R ückschiebungsverbot keine Anw endung. N ach dem G esagten ist eine erzw unge- ne R ückkehr in den H eim atstaat unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG und Art. 33 FK rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdefüh- rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer R ückkehr in seinen H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G e- fahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ück- schiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 E. 6a S. 122 m .w .H .). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in sei- nem H eim atstaat lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerw ei- se nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W eg- w eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.3 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der 6 Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situa- tion allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.3.1 Eine Situation, w elche den Beschw erdeführer als "G ew alt- oder de-facto-Flücht- ling" qualifizieren w ürde, lässt sich aufgrund der heutigen Situation in N epal nicht bejahen. H insichtlich der allgem einen Situation kann zunächst auf das im R ahm en einer Lageanalyse ergangene und publizierte U rteil der AR K verw iesen w erden (vgl. EM AR K 2006 N r. 31). Ergänzend ist in diesem Zusam m enhang hinzuzufügen, dass nach den m onatelangen Verhandlungen am 21. N ovem ber 2006 das Frie- densabkom m en zw ischen der R egierung und den kom m unistischen R ebellen (M aoisten) in N epal unterzeichnet w orden ist. N ach Aussagen ihres Kom m andan- ten Prachanda w ollen die R ebellen nun gem einsam m it der R egierung ein neues Kapitel des Friedens aufschlagen und „ein neues N epal aufbauen“. G em äss dem Friedensvertrag beteiligen sich die R ebellen am Ü bergangsparlam ent und stellen 73 der 330 Abgeordneten. Vorgesehen w ar ursprünglich die Einsetzung einer neu- en Ü bergangsregierung am 1. D ezem ber 2006 (vgl. N epal feiert den Friedensver- trag, N ZZ O nline, International, 22. N ovem ber 2006). D ie N eubestellung des Parla- m ents zog sich indessen in die Länge, da die Parteien und die M aoisten überein- gekom m en w aren, zuerst den Prozess der Entw affnung der R ebellen und der Teil- dem obilisierung der Arm ee zu beenden. Erst danach sollten die M aoisten Einsitz in die R egierung nehm en. D ie Entw affnung verzögerte sich aber aus verschiede- nen G ründen, w as w iederum w achsende U nruhe, nam entlich unter den M aoisten und ihren Sym pathisanten auslöste, zum al zw ischenzeitlich die Sieben-Parteien- Allianz ohne Beteiligung der M aoisten regierte und einige ihrer Entscheide auf Kri- tik stiessen. D ies führte in von M aoisten kontrollierten G ebieten unter anderem zu Behinderungen staatlicher Aktivitäten. Auch fanden Angriffe auf neu besetzte Poli- zeiposten statt und einige der m aoistischen Kaderm itglieder fuhren fort, "Steuer- gelder" zu erpressen. In der H auptstadt Kathm andu kam es zu Sitzstreiks und D e- m onstrationen, w elche Ausdruck der Befürchtungen w aren, dass die M aoisten von intrigierenden Politikern w ieder einm al um den Lohn ihres Kam pfes betrogen w ür- den. Schliesslich beschloss das Ü bergangsparlam ent am 15. Januar 2007 seine Auflösung und die Einsetzung einer interim istischen Volksversam m lung. N epals neues Parlam ent und seine Verfassung haben zw ar beide Ü bergangscharakter, doch m it der Auflösung des bestehenden Parlam ents und der Vereidigung von 330 neuen Abgeordneten auf die Interim sverfassung ist das konstitutionelle Interreg- num N epals zu Ende. Zum ersten M al nehm en nun nom inierte M itglieder der m ao- istischen kom m unistischen Partei in der Volksversam m lung Einsitz, und zw ar gleich m it 83 Abgeordneten. D ies sind nur zw ei w eniger, als die stärkste Form ati- on, der N epali C ongress hat, und gleich viele w ie die sozialdem okratische C PN (U M L). D ie restlichen Sitze gehen an die anderen fünf M itglieder der Sieben-Par- teien-Allianz und einige Splittergruppen. D ie Aufgabe der Versam m lung w ird nun darin bestehen, eine R egierung zu w ählen, deren H auptaufgabe die D urchführung 7 einer Parlam entsw ahl im nächsten Juni ist (vgl. N epal hat ein neues Parlam ent, N ZZ O nline, International, 16. Januar 2007). Vor diesem H intergrund erachtet das Bundesverw altungsgericht die G efahr einer konkreten G efährdung des Beschw erdeführers im Falle einer R ückkehr nach N epal als nicht gegeben. 5.3.2 D arüber hinausgehende individuelle U nzum utbarkeitsaspekte sind w eder akten- kundig noch w urden solche in der R echtsm itteleingabe geltend gem acht. Es ist nicht davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer bei einer R ückkehr in sein H eim atland Lebensum ständen ausgesetzt w ird, die ein derartiges Ausm ass anneh- m en, dass ihm eine m enschenw ürdige Existenz verunm öglicht w ürde. D er anläss- lich der Befragungen Schw ierigkeiten m it den heim atlichen Behörden verneinende, ledige und - sow eit aktenkundig - gesunde Beschw erdeführer verfügt über eine fünfjährige Schulbildung und ging im H eim atstaat w ährend Jahren einem Erw erb in der Landw irtschaft nach, w eshalb erw artet w erden kann, dass er bei einer R ück- kehr nicht in eine existenzgefährdende N otlage geraten w ird. Ferner kann er in N e- pal auf ein fam iliäres Beziehungsnetz zurückgreifen, das seine R eintegration zu- dem erleichtern dürfte. Es liegen som it genügend Anhaltspunkte für die Annahm e vor, dass der Beschw erdeführer sich bei einer R ückkehr nach N epal aus eigener Kraft und allenfalls auch durch die U nterstützung des bestehenden fam iliären U m - feldes eine neue Existenzgrundlage erarbeiten kann. Insgesam t dürfte für den Be- schw erdeführer in erster Linie die prekäre W irtschaftslage eine Schw ierigkeit dar- stellen. In diesem Zusam m enhang ist festzuhalten, dass die Kom m ission sich w ie- derholt dahingehend geäussert hat, dass „blosse“ soziale und w irtschaftliche Schw ierigkeiten, w ie insbesondere der M angel an W ohnungen und Arbeitsplätzen, von w elchen die ansässige Bevölkerung im Allgem einen betroffen ist, keine exis- tenzbedrohende Situation darstellen, w elche den W egw eisungsvollzug von vorn- herein als unzum utbar erscheinen liesse (EM AR K 2003 N r. 24 E. 5e S. 159, EM AR K 1994 N r. 19 E. 6b S. 149). O hne die Schw ierigkeiten bei einem N eustart, die der Beschw erdeführer in seiner H eim at zw eifellos antreffen w ird, verkennen zu w ollen, ist der W egw eisungsvollzug insgesam t als zum utbar zu bezeichnen. 5.4 Sodann obliegt es dem Beschw erdeführer, sich die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente bei der zuständigen Vertretung des H eim atlandes zu beschaffen, w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 5.5 Insgesam t ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der W egw eisung W egw ei- sung zu bestätigen. D as BFM hat diesen zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Auf- nahm e ausser Betracht (vgl. Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 7. M it Zw ischenverfügung vom 30. D ezem ber 2003 w urde das G esuch um G ew äh- rung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG gutge- heissen. D a Zw ischenverfügungen über vor bedingende und sachbezügliche Ver- fahrensfragen (Ausstandsfragen, Bew eism assnahm en, Akteneinsicht, vorsorgliche 8 M assnahm en, unentgeltliche R echtspflege) befinden (vgl. F. G ygi, Bundesver- w altungsrechtspflege, 1983, 2. Aufl., S. 141), m ithin grundsätzlich prozessleitende Verfügungen enthalten, sind sie als solche abänderbar und m üssen im späteren Verlauf des Verfahrens allenfalls sogar aufgehoben w erden oder einer veränderten Prozesslage angepasst w erden können (vgl. F. G ygi, Bundesverw altungsrechts- pflege, 1983, 2. Aufl., S. 143). Abklärungen haben nun ergeben, dass der Be- schw erdeführerin seit M itte Januar 2007 einer geregelten Erw erbstätigkeit als Kü- chenhilfe nachgeht. D em nach sind die kum ulativ zu erfüllenden Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 Vw VG (bedürftig/nicht aussichtslos) im heutigen Zeitpunkt nicht (m ehr) gegeben, w eshalb die in besagter Zw ischenverfügung getroffene Anord- nung (G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege) w iedererw ägungsw eise auf- zuheben und das entsprechende G esuch nunm ehr abzuw eisen ist. D ie Kosten des Verfahrens in der H öhe von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 R eglem ent vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) sind dem nach dem Be- schw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird abgew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer, (eingeschrieben und dem H inw eis, dass über die H e- rausgabe der beim BFM eingereichten Akten dieses auf Anfrage entscheidet; Beilagen: Vernehm lassung vom 15. M ai 2007 in Kopie, Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ) - Y._______ D er R ichter: D er G erichtsschreiber: D aniel Schm id Alfred W eber Versand am :