<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00242</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205279&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00242</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.08.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>An- und Umbauten bei einem inventarisierten Reiheneinfamilienhaus. Erwägungen zur Nachbarlegitimation (E. 2). Gefährdet ein Bauprojekt ein inventarisiertes Objekt, so hat das Gemeinwesen vorab einen Schutzentscheid zu treffen. Nur wenn eine Gefährdung eines inventarisierten Objekts durch ein Bauvorhaben von vornherein ausgeschlossen werden kann, besteht für das Gemeinwesen keine Veranlassung, über die Schutzwürdigkeit und den Schutzumfang des Inventarobjekts zu entscheiden (E. 4.1). Den Baubehörden steht bei der Frage, ob ein Bauvorhaben das Schutzobjekt zu beeinträchtigen vermag oder nicht, ein gewisses Beurteilungsermessen zu. Vorliegend ist jedoch offenkundig, dass die in der Rekursvernehmlassung nachgebrachten Entscheidungsgründe weit über eine solche Feststellung hinausgehen und inhaltlich die erstmalige Festlegung von Schutzziel und Schutzumfang darstellen. Diese Anordnungen sind indessen dem dafür zuständigen Stadtrat vorbehalten und können nicht von der Baubehörde im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens getroffen werden (E. 4.2). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFÃHRDUNG">GEFÃHRDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVENTAR">INVENTAR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVENTAREINTRAG">INVENTAREINTRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REIHENEINFAMILIENHAUS">REIHENEINFAMILIENHAUS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REIHENHAUSSIEDLUNG">REIHENHAUSSIEDLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZOBJEKT">SCHUTZOBJEKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ÃBRIGES PLANUNGS- UND BAURECHT">ÃBRIGES PLANUNGS- UND BAURECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 203 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 211 Abs. II PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2006 Nr. 3</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 8. September 2004 erteilte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich A die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r Umbauten im Wohnhaus L-Strasse 01 in ZÃ¼rich sowie fÃ¼r einen Anbau mit Terrasse an der Nordseite dieser Liegenschaft. Am 25. Oktober 2004 bewilligte das Amt fÃ¼r Baubewilligungen der Stadt ZÃ¼rich eine ProjektÃ¤nderung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Gegen beide Bewilligungen erhoben die Nachbarn C und D am 11. Oktober sowie am 25. November 2004 Rekurs an die Baurekurskommission I, welche die Verfahren vereinigte und die Rekurse am 29. April 2005 guthiess. Sie hob die Bewilligung der Bausektion vom 8. September 2004 teilweise und diejenige des Amtes fÃ¼r Baubewilligungen vom 25. Oktober 2004 vollumfÃ¤nglich auf.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 1. Juni 2005 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen:</p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Es sei die angefochtene Entscheidung der Baurekurskommission I des Kantons ZÃ¼rich vom 29. April 2005 aufzuheben und diese insbesondere anzuweisen, die von der Inventarisierung nicht tangierten und nicht bestrittenen Bauteile des Baugesuchs im Innern des GebÃ¤udes materiell zu behandeln und in BestÃ¤tigung des kommunalen Bauentscheides die hiegegen gerichteten beiden Rekurse abzuweisen. Gegebenenfalls sei darÃ¼ber â um LeerlÃ¤ufe zu verhindern â direkt ein materieller verwaltungsgerichtlicher Entscheid herbeizufÃ¼hren.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2. Es sei die vorinstanzliche Entscheidung aufzuheben und festzustellen, dass das konkret vorliegende Bauprojekt des BeschwerdefÃ¼hrers das inventarisierte Objekt nicht gefÃ¤hrdet und nicht beeintrÃ¤chtigt und es sei festzustellen, dass daher fÃ¼r die Stadt ZÃ¼rich keine Veranlassung besteht, Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit und den Schutzumfang des Inventarobjekts zu entscheiden. Das Verfahren sei zur Beurteilung der von den privaten Beschwerdegegnern eingereichten Ã¼brigen formellen und materiellen RekursrÃ¼gen an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Gegebenenfalls sei darÃ¼ber â um LeerlÃ¤ufe zu verhindern â direkt ein materieller verwaltungsgerichtlicher Entscheid herbeizufÃ¼hren.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Eventualiter sei die vorinstanzliche Entscheidung aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, nach DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins und/oder nach Einholung eines SachverstÃ¤ndigengutachtens Ã¼ber die Tangierung und die konkrete GefÃ¤hrdung/BeeintrÃ¤chtigung des Inventarobjektes und den Bezug des Inventarobjektes zum vorliegenden konkreten Baugesuch sowie auch die Ã¼brigen formellen und materiellen RÃ¼gen der privaten Beschwerdegegner, materiell zu entscheiden.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>3. Es sei im Rahmen des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens ein Amtsbericht des Stadtrates ZÃ¼rich zur Frage einzuholen, ob das Bauprojekt das inventarisierte Objekt gefÃ¤hrdet/beeintrÃ¤chtigt oder nicht.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>4. Es sei ein Augenschein durchzufÃ¼hren.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>5. Es sei gegebenenfalls Ã¼ber die Frage der GefÃ¤hrdung und BeeintrÃ¤chtigung des inventarisierten Objektes durch das vorliegende Bauprojekt des BeschwerdefÃ¼hrers an der L-Strasse 01 ein Gutachten der Kantonalen Denkmalpflegekommission (KDK) einzuholen. Das Gutachten sei diesfalls dem BeschwerdefÃ¼hrer zur Stellungnahme zuzustellen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>6. Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegner."</span></p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission beantragte am 4. Juli 2005 Abweisung, die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich und das Amt fÃ¼r Baubewilligungen am 6. Juli 2005 Gutheissung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerschaft liess am 9. August 2005 beantragen, die Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, eventuell die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen, sowie eventuell einen Augenschein durchzufÃ¼hren.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das </span>Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der Baurekurskommissionen zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer und die Mitbeteiligten machen in erster Linie geltend, die Vorinstanz hÃ¤tte auf den Rekurs der Nachbarn insoweit nicht eintreten dÃ¼rfen, als diese die Unvereinbarkeit der erteilten Bewilligung mit dem Eintrag der Liegenschaft im Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung rÃ¼gten. Zur BegrÃ¼ndung verweisen sie auf ihre Vorbringen in den Rekursantworten bzw. -vernehmlassungen.</p> <p class="Urteilstext">Ein solcher Verweis auf frÃ¼here Vorbringen ist, nachdem die Vorinstanz zu diesem Einwand eingehend Stellung genommen hat, unzulÃ¤ssig (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 54 N. 7, mit Hinweisen) und die Beschwerde insofern schon aus diesem Grund unbegrÃ¼ndet. Abgesehen davon sind diese EinwÃ¤nde sachlich verfehlt. Entscheidend ist, dass die Beschwerdegegnerschaft als EigentÃ¼merin der unmittelbar gegenÃ¼berliegenden Nachbarliegenschaft jedenfalls durch die Bewilligung des Anbaus offenkundig mehr als ein beliebiger Dritter betroffen und deshalb gemÃ¤ss § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) zur Anfechtung befugt ist. Sie ist deshalb zu allen RÃ¼gen berechtigt, die im Ergebnis zur Aufhebung der angefochtenen Bewilligung fÃ¼hren kÃ¶nnen. Dazu gehÃ¶rt insbesondere auch der Einwand, dass die Bewilligung nicht erteilt werden dÃ¼rfe, bevor geklÃ¤rt sei, ob und inwieweit die Umbauliegenschaft aufgrund des Inventareintrags unter Schutz zu stellen ist. Daran Ã¤ndert nichts, dass dieser Einwand gemÃ¤ss § 338a Abs. 2 PBG auch von den gemÃ¤ss dieser Bestimmung anfechtungsberechtigten VerbÃ¤nden erhoben werden kann (VGr, 22. Oktober 2003, BEZ 2004 Nr. 7, mit Hinweisen auf VGr, 23. Juni 2003, VB.2002.00157/158, www.vgrzh.ch). Aus rechtshistorischer Sicht kann angefÃ¼gt werden, dass selbst nach der frÃ¼heren, engeren Umschreibung der Anfechtungsbefugnis, welche nur die Geltendmachung rechtlich geschÃ¼tzter Interessen zuliess, der Nachbar mindestens hÃ¤tte geltend machen kÃ¶nnen, das Bauvorhaben entspreche nicht den mit RÃ¼cksicht auf ein Schutzobjekt gebotenen erhÃ¶hten Gestaltungsanforderungen (vgl. RB 1965 Nr. 9; Robert Wolfer, Die verwaltungsrechtliche Baueinsprache des Dritten nach zÃ¼rcherischem Recht, ZÃ¼rich 1970, S. 84 f.).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Beschwerdeantrag 1 scheint dahingehend zu verstehen zu sein, dass das Verwaltungsgericht Ã¼ber die BewilligungsfÃ¤higkeit der im Innern des GebÃ¤udes geplanten Umbauten in einem separaten Entscheid befinden solle. Eine solche Abspaltung kommt hier schon deshalb nicht in Frage, weil zwischen den baulichen VerÃ¤nderungen im Innern des GebÃ¤udes und dem geplanten Anbau zahlreiche bauliche und funktionelle Beziehungen bestehen, sodass das eine nicht ohne das andere bewilligt werden kann. Der Antrag ist deshalb abzuweisen. Im Ãbrigen hat die Vorinstanz die Baubewilligung vom 8. September 2004 nur teilweise aufgehoben und damit dem Umstand Rechnung getragen, dass das Rechtsmittelverfahren nicht alle bewilligten Umbauten betrifft.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>GemÃ¤ss § 203 Abs. 2 PBG erstellen die fÃ¼r Schutzmassnahmen zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden Inventare. Diese sollen eine Bestandesaufnahme der in Betracht fallenden Schutzobjekte ermÃ¶glichen. Die Erstellung der Inventare bzw. die Inventaraufnahme als solche bewirkt (noch) keinen Schutz (RB 1990 Nr. 72; vgl. auch Antrag des Regierungsrats vom 11. Oktober 1989 [an den Kantonsrat] zur Ãnderung des Planungs- und Baugesetzes, ABl 1989, 1757 [zur Aufhebung von § 209 Abs. 1 PBG]). Das Inventar entfaltet erst bei der formellen ErÃ¶ffnung der Inventaraufnahme an den GrundeigentÃ¼mer (§ 209 Abs. 2 PBG) diesem gegenÃ¼ber Rechtswirkungen, nÃ¤mlich ein zeitlich beschrÃ¤nktes VerÃ¤nderungsverbot. Dieses fÃ¤llt dahin, wenn nicht innert Jahresfrist seit der schriftlichen Mitteilung eine dauernde Anordnung getroffen wird (§ 209 Abs. 3 PBG).</p> <p class="Urteilstext">Soll ein inventarisiertes Objekt dauernd geschÃ¼tzt werden, bedarf es der Umsetzung in verbindliche Schutzmassnahmen. Das Inventar begrÃ¼ndet die Vermutung der SchutzwÃ¼rdigkeit der verzeichneten Objekte und die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde ist verpflichtet, sich mit dieser Vermutung auseinander zu setzen. Diese Auseinandersetzung erfolgt beim Entscheid darÃ¼ber, ob eine dauernde Schutzmassnahme anzuordnen sei. Dabei kann dieser Entscheid entweder in einer definitiven Unterschutzstellung, womit die durch das Inventar begrÃ¼ndete Vermutung in eine definitive Schutzmassnahme umgesetzt wird, oder in einer Entlassung aus dem Inventar bestehen. Der dauernde Schutz von Objekten des Natur- und Heimatschutzes erfolgt kraft § 205 PBG durch Massnahmen des Planungsrechts (lit. a), durch Verordnung (lit. b), VerfÃ¼gung (lit. c) oder Vertrag (lit. d). Laut § 207 Abs. 1 PBG verhindern Schutzmassnahmen BeeintrÃ¤chtigungen der Schutzobjekte, stellen deren Pflege und Unterhalt sicher und ordnen nÃ¶tigenfalls die Restaurierung an; ihr Umfang ist jeweils Ã¶rtlich und sachlich genau zu umschreiben.</p> <p class="Urteilstext">GefÃ¤hrdet ein Bauprojekt ein inventarisiertes Objekt, so hat das Gemeinwesen vorab einen Schutzentscheid zu treffen, das heisst Schutzmassnahmen anzuordnen oder ganz oder teilweise darauf zu verzichten (RB 1991 Nr. 60 [Leitsatz] = BEZ 1991 Nr. 23 = ZBl 92/1991, S. 495, E. 4b/bb). Nur wenn eine GefÃ¤hrdung eines inventarisierten Objekts durch ein Bauvorhaben von vornherein ausgeschlossen werden kann, besteht fÃ¼r das Gemeinwesen keine Veranlassung, Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit und den Schutzumfang des Inventarobjekts zu entscheiden (VGr, 17. Februar 2000, BEZ 2000 Nr. 22; VGr, 2. September 2002, VB.2002.00172, E. 1c/cc, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Urteilstext">ZustÃ¤ndig fÃ¼r den Erlass von Schutzmassnahmen fÃ¼r Objekte von kommunaler Bedeutung ist nach § 211 Abs. 2 PBG der Gemeinderat (Exekutive), in der Stadt ZÃ¼rich mithin der Stadtrat. Die Bausektion ist somit nicht befugt, im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens vorfrageweise einen materiellen Schutzentscheid zu treffen. BeeintrÃ¤chtigt ein Bauvorhaben ein inventarisiertes Objekt, so ist nach dem Gesagten entweder das Baubewilligungsverfahren zu sistieren, bis der Schutzentscheid des Stadtrats vorliegt, oder aber die beiden Verfahren sind koordiniert zu entscheiden. Nur wenn eine BeeintrÃ¤chtigung des inventarisierten Objekts ausgeschlossen werden kann, kann die Bausektion als BaubewilligungsbehÃ¶rde direkt die Baubewilligung erteilen (VGr, 17. Februar 2000, BEZ 2000 Nr. 22; VGr, 2. September 2002, VB.2002.00172, E. 1c/dd, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die streitbetroffene Liegenschaft ist als Teil der genossenschaftlichen Einfamilienhaus-Siedlung L-Strasse 03-04 und 01-02 unbestrittenermassen im Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung verzeichnet. Zudem wurden die zugehÃ¶rigen GÃ¤rten ins Inventar der schÃ¼tzenswerten GÃ¤rten und Anlagen von kommunaler Bedeutung aufgenommen. Eine formelle ErÃ¶ffnung dieser InventareintrÃ¤ge ist â soweit aus den Akten ersichtlich â bisher nicht erfolgt.</p> <p class="Urteilstext">Die InventareintrÃ¤ge beschrÃ¤nken sich im Wesentlichen auf eine Beschreibung von Lage und stÃ¤dtebaulicher Situation, der historischen Aspekte und auf eine "Baubeschreibung und Charakteristik", die jedoch nicht erkennen lÃ¤sst, welche Eigenschaften im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c PBG den besonderen Wert der Siedlung ausmachen sollen. Lediglich im Eintrag im Inventar der schÃ¼tzenswerten GÃ¤rten und Anlagen ist vermerkt, dass die Anlage das Quartier- und Strassenbild prÃ¤ge und als geschlossenes Ensemble mit GebÃ¤uden erscheine. Ein Hinweis darauf, welches Schutzziel mit welchen Mitteln erreicht werden soll, lÃ¤sst sich dem Eintrag nicht entnehmen, sodass ein Entscheid darÃ¼ber, ob das Bauvorhaben das inventarisierte Objekt zu gefÃ¤hrden vermag, allein aufgrund des Inventareintrags gar nicht mÃ¶glich ist. Die ErwÃ¤gungen zur angefochtenen Baubewilligung beschrÃ¤nken sich denn auch auf die nicht weiter begrÃ¼ndete Feststellung, dass die geplanten baulichen Massnahmen keine BeeintrÃ¤chtigung der denkmalpflegerisch bzw. gartendenkmalpflegerisch wichtigen Teile bewirkten. Erst in der Rekursantwort vom 23. November 2004 wird ausgefÃ¼hrt, dass Schutzziel fÃ¼r das inventarisierte Ensemble in erster Linie die Erhaltung der reprÃ¤sentativen, gegen die Strasse gerichteten, mehrheitlich intakten und einheitlichen Erscheinung einerseits der GebÃ¤ude selber, anderseits der fÃ¼r das Quartier- und Strassenbild prÃ¤genden, noch Ã¼berwiegend geschlossenen Vorgartenzone entlang der L-Strasse sei. RÃ¼ckwÃ¤rtig sei hingegen ein grÃ¶sserer Spielraum angezeigt, ohne dass dadurch das erwÃ¤hnte primÃ¤re Schutzziel geschmÃ¤lert werde. Mit der MÃ¶glichkeit raumtiefer, eingeschossiger Anbauten im (ersten) Untergeschoss solle den einzelnen ReihenhÃ¤usern eine individuelle Entwicklungschance geboten werden mit dem Ziel einer sinnvollen, langfristig gesicherten Erhaltung der gesamten Siedlungseinheit.</p> <p class="Urteilstext">Selbst wenn den BaubehÃ¶rden bei der Frage, ob ein Bauvorhaben das Schutzobjekt zu beeintrÃ¤chtigen vermag oder nicht, ein gewisses Beurteilungsermessen zusteht, so ist doch offenkundig, dass die in der Rekursvernehmlassung nachgebrachten EntscheidungsgrÃ¼nde weit Ã¼ber eine solche Feststellung hinausgehen und inhaltlich die erstmalige Festlegung von Schutzziel und Schutzumfang darstellen. Diese Anordnungen sind indessen dem dafÃ¼r zustÃ¤ndigen Stadtrat vorbehalten und kÃ¶nnen nicht von der BaubehÃ¶rde im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens getroffen werden. Vielmehr wÃ¤re der fÃ¼r Schutzmassnahmen zustÃ¤ndige Stadtrat verpflichtet gewesen, vorgÃ¤ngig oder koordiniert mit der Erteilung der Baubewilligung durch die BaubehÃ¶rde Ã¼ber die SchutzwÃ¼rdigkeit und den Schutzumfang einen Entscheid zu treffen. Sodann ist zu berÃ¼cksichtigen, dass sich allfÃ¤llige Schutzmassnahmen nicht auf die einzelnen ReihenhÃ¤user, sondern, weil nur die Siedlung als Ganzes schutzwÃ¼rdig sein dÃ¼rfte, auf alle zugehÃ¶rigen Liegenschaften beziehen mÃ¼ssten (vgl. RB 1990 Nr. 74 = BEZ 1990 Nr. 20 betreffend die Siedlung "VrenelisgÃ¤rtli"). Schon aus diesem Grund fÃ¤llt es ausser Betracht, dem Mangel dadurch abzuhelfen, dass, wie vom BeschwerdefÃ¼hrer beantragt, vom Stadtrat ZÃ¼rich ein Amtsbericht zu Schutzziel und -umfang und zur Frage einer allfÃ¤lligen BeeintrÃ¤chtigung durch das Bauprojekt eingeholt wird. Anders als im Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 17. Februar 2000 (BEZ 2000 Nr. 22) lÃ¤uft hier die Einhaltung der gesetzlich vorgesehenen ZustÃ¤ndigkeiten und Verfahren nicht auf einen blossen Formalismus hinaus, sondern ist zur Wahrung der Rechte der Ã¼brigen durch eine allfÃ¤llige Unterschutzstellung betroffenen GrundeigentÃ¼mer zwingend geboten. Kann damit der Entscheid Ã¼ber SchutzwÃ¼rdigkeit und Schutzumfang im Rechtsmittelverfahren gegen die Baubewilligung nicht nachgeholt werden, so brauchte die Baurekurskommission keinen Augenschein vorzunehmen. Ein solcher oder der Beizug eines Gutachtens der KDK ist aus den nÃ¤mlichen GrÃ¼nden auch im Beschwerdeverfahren nicht erforderlich.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde erweist sich damit als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Verfahrenskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer und der Stadt ZÃ¼rich je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Der BeschwerdefÃ¼hrer ist Ã¼berdies zu einer angemessenen UmtriebsentschÃ¤digung an die Beschwerdegegnerschaft zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG; § <a id="juris2">12</a> <a id="juris3">der GebÃ¼hrenverordnung</a> des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997, LS 175.252). Als angemessen erweist sich eine EntschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 120.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'120.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden je zur HÃ¤lfte dem BeschwerdefÃ¼hrer und der Stadt ZÃ¼rich auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird zu einer ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 2'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die Beschwerdegegnerschaft verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>