A bteilung III C -982/2006 {T 0/2} U rteil vom 4. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter Antonio Im oberdorf (Kam m erpräsident); R ichter Andreas Trom m er; R ichter Blaise Vuille; G erichtsschreiberin Evelyne Sturm . X._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Verw eigerung der Einreisebew illigung in B ezug auf Z._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 22. August 2006 ersuchte die kam erunische Staatsangehörige Z._______ (nachfolgend G esuchstellerin), geb. [...] 1981, beim Schw eizerischen G eneralkonsulat in Yaoundé um eine Einreisebew illigung für einen dreim onatigen Besuchsaufenthalt bei ihrem im Kanton Zürich w ohnhaften Schw ager und ihrer Schw ester. D ie Auslandvertretung verw eigerte das beantragte Visum vorerst form los und überm ittelte an- schliessend das G esuch der Vorinstanz zum form ellen Entscheid. B. N achdem die Vorinstanz beim M igrationsam t des Kantons Zürich er- gänzende Auskünfte eingeholt hatte, lehnte sie das Einreisebegehren m it Verfügung vom 9. O ktober 2006 ab. Zur Begründung w urde im W esent- lichen ausgeführt, die fristgerechte W iederausreise der G esuchstellerin er- scheine nicht gesichert, stam m e sie doch aus einer R egion, aus w elcher der Zuw anderungsdruck als Folge der dort herrschenden w irtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse stark anhalte und w ürden der G esuchstellerin w eder berufliche noch gesellschaftliche oder fam iliäre Verpflichtungen im H eim atland obliegen. C . M it Beschw erde vom 13. O ktober 2006 an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ) beantragt X._______ (nachfolgend Be- schw erdeführer) sinngem äss die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver- fügung und die Erteilung des Besuchervisum s. Er bringt im W esentlichen vor, die G esuchstellerin sei die C ousine seiner Lebenspartnerin. Anlass zum Besuch sei unter anderem die G eburt seiner Tochter. Es handle sich som it ausschliesslich um einen R eiseaufenthalt verbunden m it einem Fam ilienbesuch. Ferner verw eist der Beschw erdeführer auf die finanzielle, berufliche und fam iliäre Situation von seiner Lebenspartnerin und ihm und versichert, er w erde für die fristgerechte Ausreise der G esuchstellerin sor- gen. W eder er noch die G esuchstellerin hätten sich jem als etw as zu Schulden kom m en lassen, w eshalb kein Anlass für einen Kollektiv- entscheid aufgrund der H erkunft bestehen w ürde. D . In ihrer Vernehm lassung vom 2. N ovem ber 2006 beantragt die Vorinstanz die Abw eisung der Beschw erde und w eist darauf hin, insbesondere jünge- re Personen aus der H erkunftsregion der G esuchstellerin w ürden ver- suchen, sich im Ausland eine bessere Zukunft aufzubauen. Zudem sei die Beschw erdeführerin jung, ledig, kinderlos und ohne feste Anstellung. Es sei nicht nachvollziehbar, w ie der beabsichtigte dreim onatige Besuchs- aufenthalt sich m it dem Studium der G esuchstellerin vereinbaren liesse. D ie anstandslose W iederausreise w ürde ausserdem auch von der Schw eizer Auslandvertretung bezw eifelt. Ebenso w ürde die kantonale Behörde den Besuchsaufenthalt nicht befürw orten. D ie G arantie des Be- schw erdeführers böte schliesslich auch keine ausreichende G ew ähr für eine fristgerechte W iederausreise.3 E. M it R eplik vom 7. D ezem ber 2006 m acht der Beschw erdeführer erneut die G ründe geltend, w elche er bereits m it R echtsm itteleingabe vom 13. O k- tober 2006 vorbrachte, und führt zusätzlich an, es w ürden keinerlei Ab- sichten bestehen, ein Asylgesuch zu stellen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Verfügungen des Bundesam tes für M igration (BFM ) betreffend Einreise- verw eigerung unterliegen der Beschw erde an das Bundesverw altungs- gericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Auf- enthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20], Art. 31 ff. des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). D essen U rteil ist entgültig (Art. 1 Abs. 2 VG G i.V.m . Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t die bei Inkrafttreten des Ver- w altungsgerichtsgesetzes bei Eidgenössischen R ekurs- oder Schieds- kom m issionen oder bei Beschw erdediensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 VG G ). D as Verfahren richtet sich nach den Bestim m ungen des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das Verw altungsgerichtsgesetz nichts an- deres bestim m t (vgl. Art. 37 VG G ). 1.3 D er Beschw erdeführer ist als G astgeber gem äss Art. 20 Abs. 2 AN AG i.V.m . Art. 48 Vw VG zur Beschw erdeführung legitim iert. Auf die frist- und form gerechte R echtsm itteleingabe ist daher einzutreten (Art. 48 ff. Vw VG ). 2. 2.1 Ausländer/-innen sind zur Anw esenheit in der Schw eiz berechtigt, w enn sie eine Aufenthalts- oder N iederlassungsbew illigung besitzen oder w enn sie keiner solchen bedürfen (vgl. Art. 1a AN AG ). D ie Behörde entscheidet, im R ahm en der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge m it dem Aus- land, nach freiem Erm essen über die Bew illigung von Aufenthalt oder N ie- derlassung (Art. 4 AN AG ). D aher räum t das schw eizerische R echt w eder einen Anspruch auf Einreise noch auf Erteilung eines Visum s ein (vgl. PETER U EBER SA X, Einreise und Anw esenheit, in: Peter U ebersax/Peter M ünch/Thom as G eiser/M artin Arnold, Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen R echt, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schw eiz, Basel/G enf/M ünchen 2002, S. 143). D em behördlichen Er- m essen steht som it im Falle der Erteilung einer Einreisebew illigung ein w eiterer Spielraum offen als beispielsw eise bei der Verlängerung einer all- m ählich den Vertrauensschutz verfestigenden Anw esenheitserlaubnis. D ies gilt auch für die Beurteilung von Einreiseersuchen zur Anw esenheit von bis zu drei M onaten, die bew illigungsfrei, aber unter U m ständen visum pflichtig sind (vgl. Art. 2 Abs. 1 AN AG i.V.m den nachstehenden Visum sbestim m ungen). 4 2.2 D as Visum w ird verw eigert, w enn die Ausländerin oder der Ausländer die Einreisevoraussetzungen nach Art. 1 der Verordnung vom 14. Januar 1998 über Einreise und Anm eldung von Ausländerinnen und Ausländer (VEA, SR 142.211) nicht erfüllt (vgl. Art. 14 Abs. 1 VEA). So m üssen Personen, die in die Schw eiz reisen m öchten, unter anderem G ew ähr bieten, dass sie fristgerecht w ieder ausreisen w erden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c. VEA). 2.3 D ie G esuchstellerin kann sich auf keine Ausnahm eregelung berufen und unterliegt aufgrund ihrer N ationalität den Visum sbestim m ungen (vgl. Art. 1 - 5 VEA). Zur Prüfung des Kriterium s der gesicherten W ieder- ausreise m uss ein zukünftiges Verhalten beurteilt w erden. D azu lassen sich in der R egel keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Voraussagen m achen. D abei sind säm tliche U m stände des konkreten Ein- zelfalles zu w ürdigen. 3. 3.1 D er Beschw erdeführer bringt sinngem äss vor, die Situation im H erkunfts- land der G esuchstellerin sei zur Beurteilung nicht relevant. D ie Berücksich- tigung der allgem einen Lage im H erkunftsland sow ie der Zuw anderungs- situation ergibt sich jedoch im plizit aus Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA, können daraus doch Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten W ie- derausreise gew onnen w erden. Insbesondere Einreisegesuche von Bür- gerinnen und Bürgern aus Staaten beziehungsw eise R egionen m it poli- tisch oder w irtschaftlich vergleichsw eise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeuten, dass die persönliche Interessenlage in solchen Fällen nicht m it dem Ziel und Zw eck einer zeitlich befristeten Einreisebe- w illigung in Einklang steht. 3.2 In Kam erun sind breite Bevölkerungsschichten von vergleichsw eise schw ierigen ökonom ischen und sozialen Lebensbedingungen betroffen. Innerhalb der Staaten der zentralafrikanischen R egionalorganisation C EM AC ist Kam erun zw ar das w irtschaftlich stärkste Land. D ennoch leben etw a 40% der Bevölkerung Kam eruns unter der Arm utsgrenze (Länder- und R eiseinform ationen des Ausw ärtigen Am tes > Länder- und R eisein- form ationen > Kam erun > W irtschaft, w w w .ausw aertiges-am t.de, besucht am 3. Juli 2007]). H inzu kom m t, dass Frauen in Kam erun zusätzlichen spezifischen Benachteiligungen ausgesetzt sind. D ank der Aufklärungs- arbeit von Frauengruppen w ächst, unterstützt von berufstätigen Frauen in den Städten, inzw ischen der W iderstand gegen althergebrachte Tradi- tionen und G ebräuche. Im Visier stehen die staatlich nach w ie vor ge- stattete Polygam ie, die zulässige Züchtigung der Ehefrau durch den Ehe- gatten, der Brautpreis sow ie die noch im m er verbreitete M ädchenbe- schneidung. N och deutet aber nichts darauf hin, dass sich die soziale Situation der Frauen in diesen Bereichen nachhaltig verbessern w ird. 3.3 Vor diesem H intergrund und unter Berücksichtigung, dass die Bereitschaft, das H eim atland zu verlassen, erfahrungsgem äss dort begünstigt w ird, w o bereits Verw andte oder Bekannte im Ausland leben, ist die Beurteilung der Vorinstanz, die das R isiko einer nicht fristgerechten W iederausreise als re- lativ hoch einschätzte, nicht zu beanstanden. Es w äre jedoch zu 5 schem atisch und nicht haltbar generell und ohne spezifischer Anhalts- punkte ausschliesslich aufgrund der allgem einen Lage im H erkunftsland auf eine nicht hinreichend gesicherte W iederausreise zu schliessen. D ie eben genannten U m stände entbinden die Vorinstanz daher nicht von einer einzelfallbezogenen Beurteilung. N am entlich können berufliche, gesell- schaftliche oder fam iliäre Verpflichtungen die Prognose einer anstands- losen W iederausreise begünstigen. 4. 4.1 D ie 26-jährige G esuchstellerin lebt in Yaoundé und besucht nach eigenen Angaben die rechts- und politikw issenschaftliche Fakultät der U niversität Y._______. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz ist zw ar ein dreim onatiger Auslandaufenthalt nicht derart lang, dass er sich nicht m it dem geltend gem achten Studium im H eim atland vereinbaren liesse. Ange- sichts der Ausführungen des Beschw erdeführers vom 26. Septem ber 2006 erscheint es indessen fraglich, ob die G esuchstellerin sich noch in Ausbil- dung befindet, führt er doch an, die G esuchstellerin w ürde nach dem Besuchsaufenthalt in der Schw eiz m it der Arbeitsaufnahm e beginnen. 4.2 D ie Vorinstanz verw eist zu R echt auf das Alter der G esuchstellerin sow ie den U m stand, dass die G esuchstellerin w eder über berufliche noch fa- m iliäre Verpflichtungen im H eim atland verfügt, w elche für eine fristgerech- te W iederausreise sprechen w ürden. Insbesondere hat sie sich noch keine Existenz aufgebaut, die über die Ausbildung hinaus auf eine m assgebliche Verw urzelung im H eim atland schliessen liesse. In diesem Sinne sprechen auch die Angaben des Beschw erdeführers vom 26. Septem ber 2006 zum Aufenhaltszw eck gegen eine fristgerechte W iederausreise, führte er näm - lich gegenüber der kantonalen Behörde als G rund des Aufenthalts „Fam ilienbesuch/Tourism us/Zw ischenjahr nach dem Studium “ an. Angesichts des erw ähnten Zw ischenjahrs bestehen som it begründete Zw eifel daran, dass die G esuchstellerin nach Ablauf der Visum sdauer aus der Schw eiz ausreisen w ürde. Kom m t hinzu, dass die vorgebrachten fam iliären Be- ziehungen zu den G astgebern zw eifelhaft erscheinen, zum al die G esuch- stellerin in ihrem Visum santrag die G astgeber als ihren Schw ager und ihre Schw ester bezeichnete. G em äss den Angaben des Beschw erdeführers sei die G esuchstellerin jedoch die C ousine seiner Lebenspartnerin. 4.3 U nter Berücksichtigung der allgem ein schw ierigen Lage im H erkunftsland der G esuchstellerin (vgl. Ziff. 3.2) und der persönlichen Verhältnissen der G esuchstellerin (vgl. Ziff. 4.2) erscheint die fristgerechte W iederausreise daher nicht hinreichend gesichert. An diesem Ergebnis verm ag auch die vom Beschw erdeführer geleistete G arantieerklärung vom 26. Septem ber 2006 nichts zu ändern. Zw ar hat er sich dam it zur Ü bernahm e säm tlicher Kosten für den Lebensunterhalt sow ie der R ückreise der G esuchstellerin, bis zu einem Betrag von Fr. 20 000.-- verpflichtet. D er Beschw erdeführer kann jedoch w eder aufgrund der G arantieerklärung noch gestützt auf seine Zusicherung, sich um die anstandslose W iederausreise der G esuchstellerin zu sorgen, dazu angehalten w erden, die fristgerechte Ausreise der Beschw erdeführerin zu veranlassen, w eshalb in erster Linie 6 die Verhältnisse der G esuchstellerin ausreichende G ew ähr für eine fristgerechte W iederausreise bieten m üssen (U rteile des Bundesverw al- tungsgerichts C -1000/2006 vom 4. Juni 2007 E. 4.5 sow ie C -778/2006 vom 9. M ai 2007 E. 5). 5. 5.1 Aus diesen G ründen ist som it nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche Interesse sow ie die Beachtung der geltenden Be- stim m ungen entsprechend gew ichtete und der G esuchstellerin die Einreise verw eigerte. D ie angefochten Verfügung ist daher im Lichte von Art. 49 Vw VG nicht zu beanstanden. 5.2 D ie Beschw erde ist som it abzuw eisen und die Verfahrenskosten sind dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 1 und Art. 2 sow ie Art. 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer aufer- legt. Sie sind durch den am 24. O ktober 2006 geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben) - der Vorinstanz (Akten [...] und [...] retour) D er Kam m erpräsident: D ie G erichtsschreiberin: A. Im oberdorf E. Sturm Versand am :