<h2>SubmittedText<h2><p>Unsere Entwicklungszusammenarbeit hat eine lange Tradition im Bereich der Berufsbildung. Nachdem diese zwischenzeitlich von der internationalen Agenda verschwunden ist, erlebt sie heute eine regelrechte Renaissance. Heute ist es nicht nur die Entwicklungspolitik, die sich in der internationalen Zusammenarbeit für dieses Thema interessiert, sondern zunehmend sind es auch Akteure aus der Bildungs-, Aussen-, Migrations- und Wirtschaftspolitik. Dieses breite Interesse am Erfolgsmodell der schweizerischen Berufsbildung ist erfreulich. Die diversen Erfahrungen bergen ein grosses Synergiepotenzial. Denn auch wenn die Beweggründe und die Zusammenarbeitsformen oft wenig miteinander zu tun haben, so sind die Herausforderungen ähnlich. Zudem ist es im Interesse der Schweiz, gegen aussen ein konsistentes Bild der Schweizer Berufsbildung zu vermitteln. Der Bedarf an interner Koordination und internem Austausch ist somit gross. Verschiedene Initiativen und Aktivitäten der letzten Zeit haben gezeigt, dass solche Bestrebungen im Gang sind. Dies gilt auch in Bezug auf die verschiedenen Bundesinstitutionen (Deza, Seco, SBFI, BFM usw.) wie das kürzlich publizierte Strategiepapier "Internationale Berufsbildungszusammenarbeit (IBBZ)" zeigt. </p><p>Offene Fragen:</p><p>1. Wie wird der Berufsbildung im Rahmen der Erarbeitung der Botschaft über die IZA 2017-2020 im obenangeführten Sinne Rechnung getragen?</p><p>2. Der vom SBFI organisierte Berufsbildungskongress im September 2014 ist eines der geplanten Instrumente, um den Austausch und den Transfer im Gebiet der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit zu fördern. Wäre es nicht richtig gewesen, dem Thema "Berufsbildung und Entwicklungshilfe" eine Plattform zu geben?</p><p>3. Das SBFI schlägt eine gemeinsame Eingangspforte für verschiedene Anfragen aus dem Ausland vor. Eine solche Massnahme ist grundsätzlich zu begrüssen. Gibt es bereits Ideen, wie bzw. durch wen diese Dienstleistung angeboten werden soll - über eine bundesinterne Institution oder durch Auslagerung an eine externe, unabhängige Institution?</p><p>4. In der SBFI-Strategie ist die Einführung eines Labels "Swiss VET" zur Qualitätssicherung von Angeboten nach Schweizer Grundsätzen geplant. Inwiefern wäre ein solches Label relevant für die Deza? Wie wird die Umsetzung bzw. die Vergabe des Labels garantiert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Berufsbildung ist im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit traditionell ein wichtiges Thema. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) verfügt über langjährige Erfahrung in diesem Bereich. Daneben sind auch andere Bundesstellen im Bereich internationaler Berufsbildungsprojekte aktiv, insbesondere das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Angesichts der steigenden Bedeutung der Berufsbildung in den verschiedenen Politikbereichen, in denen die Schweiz auf internationaler Ebene mit Partnerländern und Institutionen zusammenarbeitet, werden die Aktivitäten des Bundes seit 2013 stärker koordiniert. Das SBFI hat in einer im Frühjahr 2014 veröffentlichten Strategie Ziele, Massnahmen, Kriterien und Länderprioritäten für die internationale Berufsbildungszusammenarbeit (IBBZ) aus bildungspolitischer Sicht festgehalten.</p><p>1. Bereits in der laufenden Botschaftsperiode wurde das Engagement der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung, in Verbindung mit der Grundbildung, deutlich ausgebaut. Heute führt die Deza 35 Berufsbildungsprojekte in 20 Ländern durch. Weiterhin wird die Umsetzung dieser Projekte mandatsgemäss unter der Federführung der Deza erfolgen. Dabei koordiniert sie sich mit den Partnern innerhalb und ausserhalb der Bundesverwaltung und stellt sicher, dass die entsprechende Expertise in die Projekte einfliesst. Das Seco hat erste Erfahrungen mit zwei Pilotprojekten gesammelt. Für die Botschaft über die IZA 2017-2020 ist eine weitere deutliche Stärkung der Grund- und Berufsbildung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und der Transitionsunterstützung vorgesehen. Das Seco plant Massnahmen zu unterstützen, welche in erster Linie die Wettbewerbsfähigkeit der Partnerländer stärkt, und damit eine weitere Integration in die Weltwirtschaft ermöglichen. Mit dieser geografischen und sektoriellen Ausrichtung agiert das Seco komplementär zur Deza.</p><p>2. Die Aktivitäten der Schweiz im Bereich der Berufsbildung auf internationaler Ebene erfolgen mit unterschiedlichem Fokus. Entwicklungszusammenarbeit ist eine davon. Der Internationale Berufsbildungskongress 2014 in Winterthur diente insbesondere dem Austausch zwischen Berufsbildungsakteuren weltweit. Ziel waren die Stärkung der Berufsbildung auf internationaler Ebene und die Schaffung besserer Voraussetzungen für die internationale Zusammenarbeit. Zudem bot der Anlass die Gelegenheit, die Schweiz und ihr duales Berufsbildungssystem einem internationalen Publikum näherzubringen. Im Hinblick auf das nächste Gipfeltreffen der Internationalen Organisation der Frankophonie (Dakar, November 2014) hat die Schweiz im Oktober 2014 zudem in Lausanne ein Kolloquium über die schweizerische Berufsbildung für mehrere afrikanische Länder der Frankophonie organisiert.</p><p>3. Geplant sind der Aufbau und die Bewirtschaftung eines Portals für die Kanalisierung und die Triage von Anfragen aus dem In- und Ausland, welches von einer bundesinternen Institution betrieben werden soll. Die genaue Form wird zurzeit von einer Arbeitsgruppe der betroffenen Bundesstellen erarbeitet. Da das zunehmende Interesse ausländischer Partner am Schweizer Berufsbildungssystem zudem zur Folge hat, dass immer mehr Delegationen Anfragen an die Schweiz richten, soll zwecks Bündelung der Kräfte das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) teilweise mit der Organisation dieser Besuche beauftragt werden. Das EHB ist bereits als Partner in diversen internationalen Projekten und Aktivitäten involviert. Der Entscheid, ob eine Delegation empfangen wird, sowie die politische Repräsentation der Schweiz sollen indes auch weiterhin den jeweiligen Bundesstellen obliegen. Die genauen Aufgaben und Prozesse sind im Detail und in Koordination der involvierten Bundesstellen zu definieren.</p><p>4. Wie in der IBBZ-Strategie des SBFI festgehalten, wird die Einführung eines Qualitätslabels "Swiss VET" geprüft. Das Label könnte für Berufsbildungsangebote eingesetzt werden, die nach Schweizer Grundsätzen und durch Schweizer Unterstützung in Partnerländern aufgebaut wurden. Ziel wäre es, durch ein solches Label die Reputation und Qualität der Schweizer Berufsbildung im internationalen Kontext sichtbar zu machen und zu schützen. Vertiefte Abklärungen durch das SBFI erfolgen in Rücksprache mit den Verbundpartnern der Berufsbildung (Kantone und Organisationen der Arbeitswelt) sowie den anderen Bundesstellen.</p>  Antwort des Bundesrates.