<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00132</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205223&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00132</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.07.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Neubau eines Gewerbehauses mit Wohnung: Verletzung des rechtlichen Gehörs, unzureichende Erschliessungsverhältnisse. Durch die Ablehnung des beantragten Augenscheins hat die Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdeführenden auf rechtliches Gehör nicht verletzt (E. 2.1). Hingegen verletzt der Verzicht der Vorinstanz auf einen zweiten Schriftenwechsel den Gehörsanspruch nach Art. 29 Abs. 2 BV, da diese in ihrem Entscheid auf Darlegungen und Beweismittel abstellte, die erst mit der Rekursantwort vorgebracht wurden, ohne dass die Beschwerdeführenden dazu hatten Stellung nehmen können. Aufhebung des Rekursentscheids (E. 2.2). Zwar genügt die zukünftige Fahrbahnbreite der streitbetroffenen Stichstrasse den Anforderungen an eine genügende Zugänglichkeit im Sinn von § 237 Abs. 1 PBG; nicht vorhanden ist jedoch die bei Stichstrassen erforderliche Kehrmöglichkeit. Überdies fehlt es an der rechtlichen Sicherung der Zufahrt (E. 4.1). Nachdem bereits die Beanspruchung der zugunsten der Liegenschaft der Beschwerdeführenden bestehenden Wegrechtsdienstbarkeit zu Anständen und einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Eigentümer des Grundstücks, auf dem die Zufahrtsstrasse verläuft, geführt hat, kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich der Erschliessungsmangel im Sinn von § 321 Abs. 1 PBG "ohne besondere Schwierigkeiten" beheben lässt (E. 4.2). Aufhebung der Baubewilligung (E. 5). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)">ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAHRBAHNBREITE">FAHRBAHNBREITE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEHÃRSANSPRUCH">GEHÃRSANSPRUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEHÃRSVERWEIGERUNG">GEHÃRSVERWEIGERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KEHRMÃGLICHKEIT">KEHRMÃGLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KEHRPLATZ">KEHRPLATZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHE SICHERUNG">RECHTLICHE SICHERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHRIFTENWECHSEL">SCHRIFTENWECHSEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUFAHRT">ZUFAHRT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUFAHRTSBREITE">ZUFAHRTSBREITE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWEITER SCHRIFTENWECHSEL">ZWEITER SCHRIFTENWECHSEL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">§ 236 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 237 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 237 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 321 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2006 Nr. 6</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 28. Juni 2004 erteilte der Gemeinderat Richterswil der D AG die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r ein Gewerbehaus mit Wohnung auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in X.</p> <p class="Urteilstext">Zusammen mit dieser Bewilligung wurde am 20. Juli 2004 die VerfÃ¼gung der Baudirektion Kanton ZÃ¼rich vom 12. Juli 2004 erÃ¶ffnet, mit welcher die strassen- und lÃ¤rmschutzrechtlichen Bewilligungen fÃ¼r das Bauvorhaben erteilt wurden.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen beide Anordnungen gelangten A und B am 26. August 2004 an die Baurekurskommission II, welche am 8. Februar 2005 die Verfahren vereinigte und die Rekurse abwies, soweit sie darauf eintrat.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 15. MÃ¤rz 2005 liessen A und B dem Verwaltungsgericht beantragen:</p> <p class="EinzugZitat">"1. Der Entscheid sei aufzuheben und das Verfahren sei zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="EinzugZitat">2. Eventuell: Der angefochtene Entscheid und die angefochtenen Bewilligungen seien aufzuheben.</p> <p class="EinzugZitat">3. Eventuell: Es sei ein Augenschein durchzufÃ¼hren.</p> <p class="EinzugZitat">4. Eventuell: Es seien von der Gemeinde die Akten zum amtlichen Quartierplan M beizuziehen.</p> <p class="EinzugZitat">5. Die allfÃ¤lligen Vernehmlassungen der Beschwerdegegnerin und der Mitbeteiligten seien den BeschwerdefÃ¼hrenden zur Stellungnahme zuzustellen.</p> <p class="EinzugZitat">6. Das Beschwerdeverfahren sei zu sistieren, bis Ã¼ber die RevisionsbedÃ¼rftigkeit des amtlichen Quartierplans M entschieden sei.</p> <p class="EinzugZitat">7. Unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin."</p> <p class="MsoNormal">Die Baudirektion am 4. und die Vorinstanz am 14. April 2005 schlossen auf Abweisung der Beschwerde. Die private Beschwerdegegnerin liess am 20. April 2005 Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen beantragen. Vom Gemeinderat Richterswil ging keine Vernehmlassung ein.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der Baurekurskommissionen zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf das rechtzeitig erhobene Rechtsmittel einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden beantragen in erster Linie, der angefochtene Rekursentscheid sei aufzuheben und das Verfahren sei zum Neuentscheid an die Baurekurskommission zurÃ¼ckzuweisen. Sie begrÃ¼nden dies mit dem Vorwurf, es sei ihr Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r und auf ein faires Verfahren verletzt worden. Sie hÃ¤tten im Rekursverfahren die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins und eventuell eines zweiten Schriftenwechsels beantragt. Diesen AntrÃ¤gen habe die Rekurskommission nicht stattgegeben, obwohl die ErschliessungsverhÃ¤ltnisse nur an Ort und Stelle richtig hÃ¤tten festgestellt werden kÃ¶nnen. Nach dem Verzicht auf einen Augenschein hÃ¤tte jedenfalls ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet werden mÃ¼ssen, da die Vorinstanz bezÃ¼glich des zu erwartenden Besucherverkehrs auf die erstmals in der Rekursantwort enthaltenen Angaben der privaten Beschwerdegegnerin und auf die von dieser als Beweismittel eingereichten Unterlagen abgestellt habe.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) rÃ¤umt den Verfahrensbeteiligten das Recht ein, Beweismassnahmen zu beantragen und verpflichtet die BehÃ¶rden, rechtzeitig und formgerecht angebotene Beweismittel zu behaupteten rechtserheblichen Tatsachen auch abzunehmen. Auf ein beantragtes Beweismittel kann nur dann verzichtet werden, wenn es eine nicht erhebliche Tatsache betrifft oder offensichtlich untauglich ist, wenn die BehÃ¶rden den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde oder nach den Akten hinreichend wÃ¼rdigen oder wenn sie in vorweggenommener BeweiswÃ¼rdigung annehmen kÃ¶nnen, dass ihre Ãberzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geÃ¤ndert wÃ¼rde (BGr, 5. April 2002, 1P.736/2001, E. 4.1, www.bger.ch; BGE 124 I 208 E. 4a S. 211 und 124 I 241 E. 2 S. 242, mit Hinweisen). Wird ein Augenschein beantragt, so steht der Entscheid, ob ein solcher angeordnet werden soll, im pflichtgemÃ¤ssen Ermessen der mit der Sache befassten BehÃ¶rde. Eine dahingehende Pflicht besteht nur, wenn die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse auf andere Weise nicht ermittelt werden kÃ¶nnen. Ob eine Besichtigung der Ãrtlichkeiten vorgenommen werden muss, hÃ¤ngt einerseits vom konkreten Projekt und anderseits von den dagegen erhobenen RÃ¼gen ab.</p> <p class="Erwgung2">Die Vorinstanz hat den beantragten Augenschein abgelehnt, weil die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse, soweit nicht offenkundig und der Baurekurskommission bekannt, aus den eingereichten Akten hinreichend ersichtlich seien. Dieser Auffassung ist beizupflichten. Der bestehende und der geplante Ausbau der Zufahrt zum BaugrundstÃ¼ck ergibt sich aus den BaueingabeplÃ¤nen und zur EinschÃ¤tzung des durch das Bauvorhaben ausgelÃ¶sten Verkehrs sowie zur Frage der rechtlichen Sicherung der Zufahrt gibt ein Augenschein nichts her. Auch die weiteren im Rekursverfahren erhobenen EinwÃ¤nde, nÃ¤mlich bezÃ¼glich Wohnnutzung, BaulinienÃ¼berstellung, Fehlen von Containerabstellplatz und AbluftkanÃ¤len sowie fehlender LÃ¤rmschutzprognose, lassen sich auf Grund der Akten beurteilen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>GemÃ¤ss § 26 Abs. 4 VRG ist die DurchfÃ¼hrung eines zweiten Schriftenwechsels im Rekursverfahren fakultativ. Aufgrund des GehÃ¶rsanspruchs in Art. 29 Abs. 2 BV muss dagegen ein zweiter Schriftenwechsel zwingend durchgefÃ¼hrt werden, wenn die Rekursinstanz auf neue tatsÃ¤chliche Behauptungen und rechtliche Vorbringen abstellen will, die erst in der Rekursantwort vorgebracht wurden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 26 N. 35). Zwar hat der EuropÃ¤ische Gerichtshof fÃ¼r Menschenrechte (EGMR) bisweilen beilÃ¤ufig ausgefÃ¼hrt, ein fairer Prozess im Sinn von Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) bedinge, dass sich die Parteien grundsÃ¤tzlich zu jedem AktenstÃ¼ck mÃ¼ssten Ã¤ussern kÃ¶nnen. GemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann dies aber nicht so verstanden werden, dass ein unbedingter Anspruch darauf besteht, sich in jedem Fall zu den Vorbringen einer Gegenpartei Ã¤ussern zu kÃ¶nnen. Ein solcher Anspruch hÃ¤tte nÃ¤mlich zur Folge, dass ein Schriftenwechsel gar nicht abgeschlossen werden kÃ¶nnte. Dies stÃ¼nde im klaren Widerspruch zu anerkannten ProzessgrundsÃ¤tzen; so insbesondere dem Recht der prozessleitenden BehÃ¶rde, den Schriftenwechsel abzuschliessen, wenn die Sache liquid ist sowie dem konventions- und verfassungsrechtlichen Anspruch auf eine Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Abs. 1 EMRK). Ein Anspruch, sich zu den Eingaben einer Gegenpartei zu Ã¤ussern, kann nur dann bestehen, wenn eine Eingabe nach pflichtgemÃ¤sser Beurteilung der verfahrensleitenden Instanz neue und mÃ¶glicherweise umstrittene rechtserhebliche Vorbringen enthÃ¤lt (vgl. BGr, 19. August 2004, 1A.43/2004, E. 2.4, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung2">Wie die BeschwerdefÃ¼hrenden zutreffend gelten machen, enthÃ¤lt die Rekursantwort vom 1. Oktober 2004 solche neuen Vorbringen und wurden als Beweismittel neue, den heutigen BeschwerdefÃ¼hrenden unbekannte Dokumente eingereicht. Das betrifft insbesondere die Darlegungen der Rekursgegnerin zum erwarteten Anliefer- und Kundenverkehr (Rekursantwort, S. 5 ff.). Auf diese Darlegungen und Beweismittel hat die Baurekurskommission abgestellt (Rekursentscheid, E. 6b und c oben), ohne dass die BeschwerdefÃ¼hrenden dazu hatten Stellung nehmen kÃ¶nnen. Die Vorinstanz hat ihnen damit das rechtliche GehÃ¶r verweigert, was zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids fÃ¼hrt.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">Hebt das Verwaltungsgericht die angefochtene Anordnung auf, so entscheidet es selbst (§ 63 Abs. 1 VRG); es kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ckweisen, insbesondere wenn mit der angefochtenen Anordnung nicht auf die Sache eingetreten oder der Tatbestand ungenÃ¼gend festgestellt wurde (§ 64 Abs. 1 VRG). Hat die untere Instanz das rechtliche GehÃ¶r verweigert, so fÃ¼hrt dies nicht zwingend zu einer RÃ¼ckweisung; nach der Praxis des Bundesgerichts kann trotz der formellen Natur des GehÃ¶rsanspruchs dessen Verletzung geheilt werden, wenn der Betroffene die MÃ¶glichkeit hat, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu Ã¤ussern, die zur freien PrÃ¼fung aller Fragen befugt ist, welche der unteren Instanz hÃ¤tten unterbreitet werden kÃ¶nnen (BGE 114 Ia 314; RB 1995 Nr. 23; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 64 N. 4 f.; vgl. auch Benjamin Schindler, Die "formelle Natur" von Verfahrensgrundrechten, ZBl 106/2005, S. 169 ff., sowie HansjÃ¶rg Seiler, Abschied von der formellen Natur des rechtlichen GehÃ¶rs, SJZ 100/2004, S. 377 ff.).</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben im Rekursverfahren unter anderem geltend gemacht, dass das BaugrundstÃ¼ck nicht Ã¼ber eine hinreichende, rechtlich und tatsÃ¤chlich gesicherte Zufahrt verfÃ¼ge. Ob eine Zufahrt in tatsÃ¤chlicher Hinsicht genÃ¼gt (§ 237 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 [PBG]), ist eine Rechtsfrage; der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde steht nur insofern ein Beurteilungsspielraum offen, als sie im Einzelfall Erleichterungen von den in den Zugangsnormalien festgehaltenen technischen Anforderungen gewÃ¤hren kann (VGr, 18. August 2004, BEZ 2004 Nr. 64; 27. September 1988, VB 88/0078; zu § 11 der Zugangsnormalien vom 9. Dezember 1987 [LS 700.5] vgl. RB 1988 Nr. 74 = BEZ 1988 Nr. 45; VGr, 5. Oktober 1998, VB.1998.00154; 26. November 1997, VB.1997.00131 und 132). Eine reine Rechtsfrage ist sodann zu beantworten, wenn es darum geht, ob bei privatrechtlich geordneten ZugÃ¤ngen die dauernde und jederzeitige bestimmungsgemÃ¤sse Benutzung gewÃ¤hrleistet ist (vgl. RB 1981 Nr. 129 = BEZ 1981 Nr. 1 E. 3). Da, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, bereits die PrÃ¼fung dieser Rechtsfragen zur Aufhebung der angefochtenen Baubewilligung fÃ¼hrt, kann die beantragte RÃ¼ckweisung unterbleiben.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>§ 236 Abs. 1 PBG verlangt unter dem Titel "Erschliessung", dass ein GrundstÃ¼ck fÃ¼r die darauf vorgesehenen Bauten und Anlagen genÃ¼gend zugÃ¤nglich sein muss. Hinreichende ZugÃ¤nglichkeit bedingt in tatsÃ¤chlicher Hinsicht eine der Art, Lage und Zweckbestimmung der Bauten und Anlagen entsprechende Zufahrt fÃ¼r Fahrzeuge der Ã¶ffentlichen Dienste und der BenÃ¼tzer (§ 237 Abs. 1 PBG). Zufahrten sollen fÃ¼r jedermann verkehrs­sicher sein. Der Regierungsrat erlÃ¤sst Ã¼ber die Anforderungen Normalien (§ 237 Abs. 2 PBG). Diese sind richtunggebend, indem sie zeigen, was Fachleute bei durchschnittlichen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen fÃ¼r angemessen halten (RB 1984 Nr. 100 = BEZ 1985 Nr. 5, mit Hinweisen auf frÃ¼here Entscheide).</p> <p class="Erwgung2">Das BaugrundstÃ¼ck wird Ã¼ber eine von der L-Strasse abzweigende Zufahrtsstrasse erschlossen, die vollstÃ¤ndig auf dem privaten GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 verlÃ¤uft. Sie ist heute 3 m breit und endet nach 60 m bei der Liegenschaft Kat.-Nr. 03; auf dieser LÃ¤nge soll sie gemÃ¤ss Baubewilligung auf eine Fahrbahnbreite von 4,5 m mit einseitigem Bankett von 0,30 m ausgebaut werden. Ebenfalls durch diese Zufahrtsstrasse erschlossen wird die Gewerbeliegenschaft Kat.-Nr. 04 der BeschwerdefÃ¼hrenden, zu deren Gunsten auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 ein Fuss- und Fahrwegrecht ruht, wobei sich dieses gemÃ¤ss Planeintrag auf die bestehende Breite von 3 m und die AnstosslÃ¤nge beschrÃ¤nkt, das heisst auf die vordersten 20 m ab EinmÃ¼ndung in die L-Strasse. Neben den GrundstÃ¼cken der beiden privaten Parteien wird Ã¼ber die Zufahrtsstrasse auch die Bauernhaus-Liegenschaft Kat. Nr. 03 erschlossen, Ã¼ber deren gewerbliche Nutzung die Parteien unterschiedliche Angaben machen. Noch unÃ¼berbaut sind das GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02, auf welchem die Zufahrt verlÃ¤uft, sowie Kat.-Nr. 05, welches, obwohl nicht direkt anstossend, mÃ¶glicherweise ebenfalls Ã¼ber die Zufahrtsstrasse zur L-Strasse hin erschlossen werden soll.</p> <p class="Erwgung2">Mit einer zukÃ¼nftigen Fahrbahnbreite von 4,5 m und einseitigem Bankett von 0,3 m entspricht die geplante Zufahrt aufgrund ihrer Breite einer Zufahrtsstrasse im unteren Anwendungsbereich gemÃ¤ss dem Anhang "Technische Anforderungen" der Zugangsnormalien; nicht vorhanden ist jedoch die bei Stichstrassen erforderliche KehrmÃ¶glichkeit.</p> <p class="Erwgung2">Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, genÃ¼gt die vorgesehene Strassenbreite fÃ¼r die Erschliessung des BaugrundstÃ¼cks und der weiteren Betriebe, die Ã¼ber diese Strasse erschlossen werden mÃ¼ssen, ohne weiteres; das gilt selbst dann, wenn die Vermutungen der BeschwerdefÃ¼hrenden bezÃ¼glich Anlieferungs- und Kundenfrequenz beim Betrieb der privaten Beschwerdegegnerin zutreffen sollten. Angesichts der KÃ¼rze der Erschliessungsstrasse und der zu erwartenden Verkehrsfrequenz ist nicht zu erwarten, dass es allzu hÃ¤ufig zu KreuzungsmanÃ¶vern zwischen Personen- und Lastwagen kommen wird. Hingegen fehlt es an der rechtlichen Sicherung dieser Zufahrt sowie an einer KehrmÃ¶glichkeit. Zwar heisst es in den ErwÃ¤gungen der Baubewilligung zur Erschliessung: "Das Fuss- und Fahrwegrecht ist grundbuchamtlich gesichert". Diese Feststellung ist jedoch aktenwidrig; ein entsprechender Beleg fehlt in den Akten und, wie die private Beschwerdegegnerin in ihren Rekursantworten eingerÃ¤umt hat, soll die Zustimmung erst "im Falle der Erteilung der Baubewilligung" erteilt werden. Im Dispositiv der Baubewilligung wird sodann unter den Nebenbestimmungen (Ziff. 1.6) lediglich verlangt, dass ein entsprechendes Projekt fÃ¼r die Zufahrtsstrasse zur Genehmigung einzureichen sei und dass die Zufahrtsstrasse vor Baubeginn fertig erstellt sein mÃ¼sse; ein Nachweis, dass die dauernde und jederzeitige bestimmungsgemÃ¤sse Benutzung gewÃ¤hrleistet ist <span class="UrteilstextChar">(RB 1981 Nr. 129 = BEZ 1981 Nr. 1 E. 3),</span> wird aber auch auflageweise nicht gefordert.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>KÃ¶nnen inhaltliche oder formale MÃ¤ngel eines Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden, so sind laut § 321 Abs. 1 PBG mit der Bewilligung die gebotenen Nebenbestimmungen zu verknÃ¼pfen. Ob ProjektmÃ¤ngel ohne besondere Schwierigkeiten korrigiert werden kÃ¶nnen, entscheidet sich nach qualitativen und nicht nach quantitativen Gesichtspunkten. Dabei muss das Gewicht eines Mangels am Umfang des Gesamtprojekts gemessen werden (Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 461). Ob die Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung der Bewilligung erfÃ¼llt sind, ist eine Rechtsfrage.</p> <p class="Urteilstext">Die Behebung des festgestellten Erschliessungsmangels erfordert neben der bereits in der Baubewilligung angeordneten Verbreiterung der Zufahrtsstrasse zusÃ¤tzlich die Schaffung einer KehrmÃ¶glichkeit sowie die rechtliche Sicherung der Benutzbarkeit dieser ErschliessungsflÃ¤chen durch alle, die darauf angewiesen sind, insbesondere auch durch die Fahrzeuge der Ã¶ffentlichen Dienste. Dazu genÃ¼gt es nicht, dass nur der privaten Beschwerdegegnerin ein Fuss- und Fahrwegrecht auf der gesamten FlÃ¤che der Zufahrtsstrasse und der fÃ¼r WendemanÃ¶ver erforderlichen FlÃ¤che eingerÃ¤umt wird, sondern dieses Recht muss allen AnstÃ¶ssern zustehen, die zur Erschliessung auf die Zufahrtsstrasse angewiesen sind, das heisst insbesondere auch den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r ihre Liegenschaft. Damit der Verkehr zum BaugrundstÃ¼ck ungestÃ¶rt abgewickelt werden kann, muss auch den Ã¼brigen AnstÃ¶ssern und ihren Besuchern fÃ¼r KreuzungsmanÃ¶ver die gesamte notwendige Fahrbahnbreite und, damit die Zufahrt nicht durch WendemanÃ¶ver auf dem Strassengebiet beeintrÃ¤chtigt wird, auch die am Ende der Strasse zu schaffende KehrmÃ¶glichkeit zur VerfÃ¼gung stehen. Mit dem zugunsten der BeschwerdefÃ¼hrenden bestehenden Fuss- und Fahrwegrecht allein auf dem vordersten Teil des bestehenden, nur 3 m breiten Wegs ist dies nicht gewÃ¤hrleistet.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherung der Benutzbarkeit von Strassen- und KehrflÃ¤chen durch alle, die darauf angewiesen sind, lÃ¤sst sich, soweit es sich nicht um Ã¶ffentliche Strassen oder solche im Mit- oder Gesamteigentum der AnstÃ¶sser handelt, auch durch Fuss- und Fahrwegrechte an den dafÃ¼r benÃ¶tigten FlÃ¤chen regeln. Sodann ist es entgegen der noch in RB 1989 Nr. 84 vertretenen Auffassung nicht grundsÃ¤tzlich ausgeschlossen, mit einer Nebenbestimmung die Heilung eines Mangels zu verlangen, den der Bauherr nicht aus eigener Kraft, sondern nur durch Mitwirkung eines Dritten beheben kann, wie beispielsweise durch die Abtretung von Land oder die EinrÃ¤umung einer Dienstbarkeit (vgl. VGr, 5. Mai 2004, VB.2003.00050, E. 3.2, www.vgrzh.ch). Hier liegen jedoch insofern besondere VerhÃ¤ltnisse vor, als es nicht genÃ¼gt, dass nur die Bauherrschaft die benÃ¶tigten Rechte erwirbt, da damit allein die rechtliche Sicherung der Zufahrt nicht gewÃ¤hrleistet ist. Wie erwÃ¤hnt mÃ¼sste der EigentÃ¼mer des GrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 02, auf dem die Zufahrtsstrasse verlÃ¤uft, diese Rechte auch den BeschwerdefÃ¼hrenden einrÃ¤umen, um die genÃ¼gende Zufahrt zum BaugrundstÃ¼ck zu gewÃ¤hrleisten. Nachdem jedoch bereits die Beanspruchung der zugunsten der Liegenschaft der BeschwerdefÃ¼hrenden bestehenden Wegrechtsdienstbarkeit zu AnstÃ¤nden und einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit diesem EigentÃ¼mer gefÃ¼hrt hat, kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich der Erschliessungsmangel im Sinn von § 321 Abs. 1 PBG "ohne besondere Schwierigkeiten" beheben lÃ¤sst. Vielmehr werden die betroffenen AnstÃ¶sser der Zufahrtsstrasse Ã¼ber den Ausbau der Strasse und die Reglung der Benutzungsrechte verhandeln mÃ¼ssen. Falls keine einvernehmliche LÃ¶sung zustande kommt, wird gemÃ¤ss § 147 PBG ein Quartierplanverfahren einzuleiten bzw. der bestehende Quartierplan zu revidieren sein. Diesem Entscheid ist im vorliegenden Verfahren jedoch nicht vorzugreifen; es sind weder die Akten des Quartierplans M beizuziehen noch rechtfertigt sich eine Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis zum Entscheid Ã¼ber die RevisionsbedÃ¼rftigkeit dieses Quartierplans.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">LÃ¤sst sich der Erschliessungsmangel auflageweise nicht heilen, so sind neben dem Rekursentscheid die Baubewilligung der Gemeinde sowie die damit zusammenhÃ¤ngenden Bewilligungen der Baudirektion vom 12. Juli 2004 ohne weiteres aufzuheben. Unter diesen UmstÃ¤nden braucht auf die Ã¼brigen von den BeschwerdefÃ¼hrenden erhobenen RÃ¼gen nicht eingegangen zu werden bzw. kann auf die beantragte RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz verzichtet werden.</p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens je zur HÃ¤lfte der privaten Beschwerdegegnerin und der Gemeinde Richterswil aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Die private Beschwerdegegnerin ist Ã¼berdies zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die BeschwerdefÃ¼hrenden zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG; § <a id="juris2">12</a> <a id="juris3">der GebÃ¼hrenverordnung</a> des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997, LS 175.252).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden der Rekursentscheid und die Baubewilligung des Gemeinderats Richterswil vom 28. Juni 2004 sowie die VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 12. Juli 2004 aufgehoben.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 120.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'120.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens werden je zur HÃ¤lfte der privaten Beschwerdegegnerin und der Gemeinde Richterswil auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Die private Beschwerdegegnerin wird fÃ¼r das Verfahren vor beiden Instanzen zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die BeschwerdefÃ¼hrenden verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>