<h2>SubmittedText<h2><p>Während der öffentliche Verkehr, insbesondere der Schienenverkehr, nicht nur eine blosse Alternative, sondern einen echten Anreiz darstellen müssten, ist der neue Fahrplan 2025, den die SBB präsentiert haben, in zahlreichen Regionen der Romandie heftig umstritten. Dies, weil er die Qualität der Verbindungen aufgrund des Umsteigens und fehlender Anschlüsse stark vermindert, insbesondere auf Linien des Jurabogens in Richtung Genf.</p><p>In diesem Kontext bitten wir den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten (aufgeteilt auf drei einander ergänzende Interpellationen Hurni, Fivaz Fabien und Cottier):&nbsp;</p><p>9. Wird er intervenieren, um die Einführung dieses neuen Fahrplans auf 2027 zu verschieben und seine Gültigkeitsdauer soweit wie möglich auf unter 10 Jahre zu verkürzen? Wenn nein, warum? Wird er alles daransetzen, damit die Verbesserungen so bald wie möglich und auf dynamische Weise eingeführt werden?&nbsp;</p><p>10. Kann er versichern, alles daran zu setzen, dass so schnell wie möglich der versprochene Halbstundentakt zwischen Biel und Yverdon eingeführt wird?&nbsp;</p><p>11. Wird er zu seinem Wort stehen und bestätigen, dass es sich um einen an Bauarbeiten orientierten Fahrplan handelt, indem er die erheblichen Auswirkungen auf die Jurasüdfusslinie nutzt, um während dieser Zeit die notwendigen Anpassungen an den Bahnhöfen der Linie gemäss den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes zu realisieren? Dies im Wissen, dass es sich um jene Region handelt, in die diesbezüglich am wenigsten investiert worden ist?</p><p>12. Existiert eine Alternative, die es erlaubt, die direkte Verbindung zwischen Genf und Zürich über den Jurasüdfuss beizubehalten oder wenigstens die verfügbaren Spuren dafür zu verwenden, beispielsweise am Wochenende?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>9. Für die Erstellung des Fahrplans ist die SBB zuständig. Sie nimmt diese Aufgabe im Auftrag der Trassenvergabestelle wahr (Art.&nbsp;9<i>f</i> des Eisenbahngesetzes vom 20.&nbsp;Dezember&nbsp;1957 [EBG]). Im Rahmen seiner Aufsichtstätigkeit und im Auftrag des Bundesrates überwacht das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Umsetzung der vom Parlament verabschiedeten Eisenbahnausbauprogramme. Ein Aufschub der Einführung des neuen Fahrplans würde nur die Inbetriebnahme der beschlossenen neuen Infrastrukturen verzögern. Allerdings muss die SBB laufend prüfen, welche Angebotsverbesserungen abhängig von der verfügbaren Infrastruktur eingeführt werden können.</p><p>10. Im Fernverkehr wird seit 2016 eine halbstündliche Verbindung zwischen Biel und Yverdon angeboten. Diese wird auch in Zukunft beibehalten. Im Regionalverkehr erfordert der Halbstundentakt neben der für Ende&nbsp;2026 geplanten Inbetriebnahme des Ligerztunnels den Einsatz von zusätzlichem Rollmaterial. Die SBB untersucht derzeit, unter welchen Bedingungen und in welchem Zeitrahmen dieses Material beschafft werden kann.</p><p>11. Der Fahrplan&nbsp;2025 ist ein mehrjähriger Baustellenfahrplan, der es ermöglicht, die anstehenden umfangreichen Unterhalts- und Ausbauarbeiten an der Bahninfrastruktur durchzuführen und gleichzeitig ein funktionierendes Bahnangebot aufrechtzuerhalten. Es liegt hingegen in der Verantwortung der Infrastrukturbetreiber, dafür zu sorgen, dass die Infrastrukturen den gesetzlichen Vorgaben und Standards entsprechen und dass die Arbeiten so priorisiert werden, dass die Bauintervalle optimal genutzt werden.</p><p>12. Die SBB hat zusammen mit den Kantonen Alternativen geprüft, doch leider konnte für den Fahrplan&nbsp;2025 keine Lösung für eine Direktverbindung Zürich–Jurasüdfuss–Genf gefunden werden. Ab dem Fahrplan&nbsp;2027 wird diese Option jedes Jahr erneut abgeklärt. Derzeit werden noch Baumassnahmen geprüft, die das Umsteigen in Renens ohne Ebenenwechsel ermöglichen würden. Der Bundesrat muss jedoch gemäss der geltenden Gesetzgebung die Gleichbehandlung der verschiedenen Akteure des Schienenverkehrs und insbesondere des Güterverkehrs gewährleisten.</p>