Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Geschäfts-Nr.: RA150024- O/U.doc Mitwirkend: die Oberrichterinnen Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Dr. M. Schaffitz und Dr. D. Scherrer sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. G. Ramer Jenny Urteil vom 12. November 2015 in Sachen A._____, Kläger und Beschwerdeführer gegen B._____ AG, Beklagte und Beschwerdegegnerin vertreten durch Rechtsanwalt X1._____ und / oder Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ betreffend arbeitsrechtliche Forderung (Sicherheitsleistung) Beschwerde gegen einen Beschluss des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 19. Oktober 2015 (AN150065-L) - 2 - Erwägungen: 1.a) Mit Eingabe vom 25. Juni 2015 (Urk. 6/1) und unter Beilage der Klagebewi l- ligung des Friedensrichteramtes C._____, vom 23. Juni 2015 (Urk. 6/2) leitete der Kläger und Beschwerdeführer (fortan Kläger) das vorliegende Verfahren beim Ar- beitsgericht Zürich ein. Neben einer Entschädigung wegen missbräuchlicher Kün- digung im Umfang von sechs Monatslöhnen sowie der Auszahlung von Ferien- lohn beantragte er Ersatz von ungerechtfertigten Abzügen für AHV, ALV und Pension, die Nachzah lung von Kinderzulagen, die Ausstellung eines Arbeitszeug- nisses sowie die Aushändigung von Provisions - und Lohnabrechnungen (Urk. 6/1+2). Überdies ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozes s- führung (Urk. 6/11). Mit Beschluss vom 19. Oktober 2015 bewilligte die Vorinstanz teilweise das entsprechende Gesuch und verpflichtete den Kläger im unbewillig- ten Umfang zur Zahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 3'150.– und zur Lei s- tung einer Sicherheit in Höhe von Fr. 4'620.– für die mutmassliche Parteientschä- digung an die Gegenseite (Urk. 6/27 S. 11 ff. = Urk. 2 S. 11 ff.). b) Dagegen erhob der Kläger mit Eingabe vom 28. Oktober 2015 fristgerecht (Urk. 6/28, Briefumschlag Urk. 1) Beschwerde und beantragte (sinngemäss) die Aufhebung des Entscheids i m Umfang der ihm auferlegten Sicherheitsleistung von Fr. 4'620.– (Urk. 1 S. 2). c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Beschwerde s o- gleich als unbegründet erweist, kann auf die Einholung einer Beschwerdeantwort verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 2.a) Mit der Beschwerde können unrichtige R echtsanwendung und offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Es gilt das Rügeprinzip ( Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter -Somm/Hasenböhler/ Leuenberger, Kommentar zu Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2013, N 15 zu Art. 321 ZPO). Ferner herrscht ein umfassendes Novenver- bot, welches sowohl echte als auch unechte Noven beinhaltet und ebenso diej e- nigen Fälle umfasst, in denen die Untersuchungsmaxime gilt (vgl. Frei-- 3 - burghaus/Afheldt, a.a.O., N 4 zu Art. 326 ZPO; Emmel, a.a.O., N 13 zu Art. 119 ZPO; BGE 5A_405/2011, E. 4.5.3.). b) Im Rahmen der Prüfung des Gesuchs um unentgeltliche Prozessführung e r- achtete die Vorinstanz die Mittellosigkeit des Klägers als glaubhaft (Urk. 2 S. 3ff.). Die Chance n seines Prozesserfolgs seien jedoch nicht intakt. Die eingeklagte Entschädigung von sechs Monatslöhnen für missbräuchliche Kündi gung von Fr. 68'400.– erscheine lediglich im Umfang von maximal 4 Monatslöhnen à Fr. 11'666.65 (Urk. 6/3/7) bzw. Fr. 46'666.60 als noch nicht aus sichtslos (Urk. 2 S. 8 f.). Als vollends aussichtslos zu qualifizieren seien sodann die Rechtsbegeh- ren betreffend Ausrichtung von Sozial - und Pensionskassenbeiträgen im Umfang von Fr. 9'964.– und betreffend Nachzahlung von Kinderzulagen i m Höhe von Fr. 3'200.– (Urk. 2 S. 9 f.). Bei ei nem S treitwert der Klage von Fr. 100'000.– sei demnach das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung für einen Streitwert von (gerundet) Fr. 65'000.– oder 65% des Gesamtstreitwerts zu bewilligen, im Meh r- umfang indes abzuweisen. Hinsichtlich des aussichtslosen Teils der klägerischen Rechtsbegehren hielt die Vorinstanz sodann die Voraussetzungen für eine S i- cherheitsleistung gemäss Art. 99 ZPO erfüllt, weshalb sie den Kläger - neben der Zahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 3'150.– (35% der mutmasslichen tot a- len Gerichtskosten von Fr. 9'000.–) - zur Leistung einer Sicherheit für die Partei- entschädigung an die Beklagte von Fr. 4'620.– (35% der mutmasslichen totalen Gesamtentschädigung von Fr. 13'200.–) verpflichtete (Urk. 2 S. 11 ff.). c) Der Kläger bringt mit seiner Beschwerde vor, die Beklagte habe sich bis heute geweigert zu einer Einigung Hand zu bieten. Sie sei weder zur Schlic h- tungsverhandlung erschienen noch habe sie vor Vorinstanz Vergleichsgespr ä- chen zugestimmt (Urk. 4, Urk. 6/2). Nun versuche sie, sein Recht auf ein faires und rechtskräftiges Urteil aufgrund seiner finanziellen Situation zu vereiteln. Aus Gerechtigkeitserwägungen habe sie die unnötig veranlassten Kosten von Fr. 4'620.– selbst zu tra gen (Urk. 1 S. 2). Dispositiv Ziffer 1 und 2, mit welchen dem Kläger die unentgeltliche Prozessführung nur teilweise gewährt worden ist und ihm entsprechend ein reduzierter Gerichtskostenvorschuss auferlegt worden - 4 - ist, ficht der Kläger nicht an. Er bestäti gt vielmehr, den Gerichtskostenvorschuss termingerecht zu bezahlen. d) Erfüllt die klagende Partei eine der Voraussetzungen gemäss Art. 99 Abs. 1 ZPO, hat s ie auf Antrag der beklagten Partei Sicherheit für deren Partei- entschädigung zu leisten. Die Leistung der Sicherheit ist ebenso eine Prozessv o- raussetzung wie der Gerichtskostenvorschuss (Art. 59 Abs. 2 lit. f ZPO). Ein A n- spruch der beklagten Partei besteht nur dann, wenn der klagenden Partei keine unentgeltliche Prozessführung bewilligt wurde (vgl. auch Urk. 2 S. 11 f.). e) Die gesetzlichen Vorgaben für die Leistung einer Sicherheit gemäss Art. 99 ZPO sind vorliegend erfüllt: Der Antrag wurde von der Beklagten rechtzei- tig anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 10. September 2015 gestellt (Prot. Vi S. 14) und der Kläger hat aufgrund seiner Mittellosigkeit im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO als zahlungsunfähig gemäss Art. 99 lit. b ZPO zu gelten . Ein Ausschlussgrund nach Art. 99 Abs. 3 ZPO liegt nicht vor. Im Umfang der Rechts- begehren, welche von der Vorins tanz unangefochten als aussichtlos taxie rt wur- den und wofür keine unentgeltliche Prozessführung bewilligt wurde, besteht somit ein Anspruch der Beklagten auf Leistung einer Sicherheit für die darauf entfallen- de Parteientschädi gung. Die Verpflichtung des Kl ägers zur Leistung dieser S i- cherheit erfolgte daher im angefochtenen Entscheid zu Recht, weshalb der Kläger insofern mit seiner Beschwerde nicht durchdringt. Ob der Kläger im Umfang der als aussichtslos beurteilten Rechtsbegehren tatsächlich unterliegen und entsprechend entschädigungspflichtig werden wird, wird Gegenstand der Prüfung der Rechtsbegehren im Endentscheid sein. Dort wäre gegebenenfalls auch eine Au ferlegung unnötiger Kosten im Sinne von Art. 108 ZPO zu beurteilen, wie sie der Kläger ins Feld führt (Urk. 1 S. 2). Die vor- gängige Verpflichtung zur Leistung einer Sicherheit aber wird davon nicht tangiert. Auch in diesem Punkt ist die klägerische Beschwerde somit nicht stichhaltig. Die Höhe der auferlegten Sicherheitsleistung wurde vom Kläger zu Recht nicht beanstandet (Urk. 1 S. 2). - 5 - f) Die Beschwerde des Klägers ist demnach als insgesamt unbegründet abzu- weisen. 3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr i st in Anwendung der Gebührenve r- ordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 500.– fest- zusetzen (§ 12 GebV OG i.V.m. § 9 Abs. 1 GebV OG) und ausgangsgemäss dem Kläger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzusprechen, dem Kläger zufolge seines Unterli e- gens, der Beklagten mangels relevanter Umtriebe (Art. 106 Abs. 1 ZPO, Art. 95 Abs. 3 ZPO). Ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für das Beschwerdeverfahren wurde vom Kläger nicht gestellt (Urk. 1 S. 2) und wäre ohnehin zufolge Aussichtslosigkeit abzuweisen. Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 3. Die Kosten für das zweitinstanzliche V erfahren werden dem Kläger aufer- legt. 4. Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage der Doppel von Urk. 1, 3 und 4, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangs- schein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmi t- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen B e-- 6 - schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit arbeitsrechtlichen U r- sprungs. Der Streitwert in der Hauptsache beträgt Fr . 100'000.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. Zürich, 12. November 2015 Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. G. Ramer Jenny versandt am: js