<h2>SubmittedText<h2><p>Die Schweiz hat von 1933 bis 1945 mehrere Tausende jüdischer Flüchtlinge aufgenommen. Die Fürsorgekosten wurden jedoch den jüdischen Organisationen in der Schweiz überbunden.</p><p>Der Bundesrat wird beauftragt, den eidgenössischen Räten eine Botschaft und einen Beschlussentwurf über die Rückerstattung dieser Fürsorgekosten vorzulegen. Der fragliche Betrag ist angemessen zu verzinsen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Bei der Übernahme der Kosten für die Betreuung der Flüchtlinge sind zwei Phasen zu unterscheiden: Solange der Bund keine Lager und Heime betrieb, war die Betreuung von Flüchtlingen, inklusive Kostenübernahme, generell Sache der privaten Hilfswerke. Diese richteten ihre Hilfe nach konfessionell und politisch definierten Kriterien aus. Der Bund leistete einzig Beiträge an die Weiterwanderungskosten. Dies entsprach den Zielen der offiziellen Flüchtlingspolitik, die die Schweiz nicht als Asyl-, sondern als Transitland konzipierte. Diese Regelung blieb auch nach Einführung der allgemeinen Visumspflicht am 5. September 1939 bestehen. Erst seit 1942, als der Bund Lager und Heime einrichtete, übernahm er - für alle dort internierten Flüchtlinge - die dadurch anfallenden Kosten.</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die von der Motionärin geforderte Rückerstattung der Fürsorgekosten nicht isoliert diskutiert werden kann. Es handelt sich dabei nur um einen - wenn auch wichtigen - Aspekt, der im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik der Schweiz während des Zweiten Weltkrieges zu berücksichtigen ist. Dies kann jedoch erst geschehen, wenn, nach Vorliegen der Ergebnisse der unabhängigen Historikerkommission Bergier, eine Beurteilung der damaligen Ereignisse stattfinden wird.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.