<h2>SubmittedText<h2><p>Die Ernährung ist eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit. Diese Herausforderung ist sowohl demografisch als auch ökologisch, geht es dabei doch um die Verwendung von Kulturland oder von sauberem Wasser, um die Verschwendung von Lebensmitteln oder um eine massive Produktion von Plastikabfällen. Zugleich ist es eine Herausforderung im Gesundheitsbereich, zwischen Unterernährung und Übergewicht und verbunden mit der Entwicklung von chronischen Krankheiten, die mit schlechter Ernährung in Zusammenhang stehen. </p><p>Diese doppelte Herausforderung verlangt von unserer Gesellschaft, mehr und bessere Nahrungsmittel zu produzieren, besser für uns Menschen und besser für unseren Planeten. Die Präzisionslandwirtschaft beinhaltet eine bessere Verwendung von Wasser, einen verminderten Einsatz von Pestiziden und die Entwicklung von Präzisionsnahrung. Diese ermöglicht es, dank Fortschritten in der Genetik, namentlich durch qualitativ hochstehende und möglichst allen zur Verfügung stehende Nahrungsmittel, zahlreiche Krankheiten zu verhindern, unsere Gesundheit zu verbessern und nicht zuletzt Abfälle zu vermindern und das Recycling zu verbessern.</p><p>Dank ihren Hochschulen und ihren Unternehmen von Weltrang, die im Nahrungsmittel-, Ernährungs- und Life-Science-Bereich tätig sind, und dank ihren Essgewohnheiten und ihrer hochstehenden Landwirtschaft ist die Schweiz bereits heute ein Land, an dem man sich in den Bereichen Nahrungsmittel, Ernährung, Gesundheit und nachhaltige Landwirtschaft orientiert. </p><p>In diesem Zusammenhang stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>- Erachtet er es als angezeigt, die Gründung eines schweizerischen Kompetenzzentrums in den Bereichen Nahrung, Ernährung, landwirtschaftliche Produktion und Recycling zu fördern?</p><p>- Welche Massnahmen könnten diese Spitzenstellung fördern und private Initiativen unterstützen, ohne sie ungewollt zu verlangsamen?</p><p>- Könnte man beispielsweise über den Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung ein nationales Forschungsprogramm lancieren (NFP oder NCCR)? Zurzeit gibt es zwei NFP mit Verbindungen zu diesen Bereichen. Sie wurden 2012 lanciert: das NFP 68, "Nachhaltige Nutzung der Ressource Boden", und das NFP 69, "Gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion". Beide werden bald abgeschlossen, und keines der beiden widmet sich der Qualität der Nahrungsmittel oder der Ernährung. Im Jahr 2020 sollen neue NFP starten: Ist es vorgesehen, dass eines davon dieses zentrale Thema behandelt?</p><p>- Kann Präsenz Schweiz bei einem entsprechenden Programm mit einbezogen werden, damit die hervorragende Stellung der Schweiz in Bereichen, die für eine nachhaltige Welt derart zentral sind, Bekanntheit erlangt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist generell daran interessiert, einen starken Forschungs- und Innovationsplatz Schweiz zu erhalten. Er erachtet es als eine seiner wichtigsten Aufgaben, günstige Rahmenbedingungen für die Schweizer Wirtschaft und für die Forschung und Innovation zu erhalten. Dazu gehört auch, geeignete Massnahmen für eine gute Zusammenarbeit zwischen Privaten und Hochschulen zu schaffen und im Rahmen der existierenden Förderinstrumente des Bundes weiterzuentwickeln. Im Rahmen seiner sektoriellen Politik hat er auch ein spezifisches Interesse, den Bereich Agrar- und Ernährungsforschung zu unterstützen. So unterstützt er bereits im Rahmen der Ressortforschung gezielt Forschungsprojekte in diesem Bereich.</p><p>1./2. Agroscope ist gemäss dem Landwirtschaftsgesetz (LwG; SR 910.1) als Kompetenzzentrum des Bundes verantwortlich für die Erarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und technischer Grundlagen für die landwirtschaftliche Praxis, Bildung und Beratung. Es pflegt auch einen regelmässigen Wissensaustausch und Technologietransfer mit den Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) im Rahmen von Foren, der Betreuung von Doktorierenden und gemeinsamen Forschungsprojekten. Was die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Forschungsinstitutionen anbelangt, so ist beispielsweise der Verein Swiss Food Research zu nennen. Als national anerkanntes thematisches Netzwerk finanziert Swiss Food Research Netzwerkaktivitäten und die Durchführung von Forschungsprojekten mit Mitgliederbeiträgen und Beiträgen der Innosuisse. Weiter werden seit Anfang 2019 mit "Future Food - A Swiss Research Initiative", welche die ETH Zürich und die EPF Lausanne zusammen mit der Industrie lanciert haben, die Expertise in Forschung und Innovation gebündelt und innovative Ansätze für gesunde Lebensmittel und eine nachhaltige Versorgung weiterentwickelt. Mit dem "Fellow-Förderprogramm der Future Food Initiative" für junge Forschende nach dem Doktorat können sich Nachwuchsforschende als hochqualifizierte Fachkräfte für die Grundlagenforschung, Industrie oder als Unternehmensgründer weiterqualifizieren. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der bestehenden Förderinstrumente sieht der Bund keine Notwendigkeit für weitere Massnahmen.</p><p>3. Der Bund unterstützt die Forschung im erwähnten Themenbereich schon seit längerer Zeit durch gezielte Massnahmen. Darunter sind auch abgeschlossene nationale Forschungsprogramme wie etwa das NFP 61, "Nachhaltige Wassernutzung" (12 Millionen Franken), oder das NFP 68, "Nachhaltige Nutzung der Ressource Boden" (13 Millionen Franken), zu erwähnen.</p><p>Bei den laufenden Programmen sind das NFP 69, "Gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion" (13 Millionen Franken; Synthese wird auf Anfang 2020 erwartet), und das NFP 73, "Nachhaltige Wirtschaft" (20 Millionen Franken, Forschungsprojekte im Gang, Synthese auf Ende 2023 erwartet), zu nennen. Zudem fördert der SNF mittels seiner regulären Förderinstrumente Forschungsprojekte bottom-up, die sich ebenfalls mit Fragen im angesprochenen Themenfeld befassen. Themenvorschläge für neue NFP können jeweils im Rahmen einer neuen NFP-Runde eingereicht werden. Die Fristen und Bedingungen zur Einreichung neuer NFP-Vorschläge werden jeweils auf der Website des zuständigen Fachamtes kommuniziert (www.sbfi.admin.ch).</p><p>4. Der Bundesrat befürwortet es, dass wichtige Ergebnisse von Forschungsprogrammen über Präsenz Schweiz im Rahmen des bestehenden Auftrages kommuniziert werden.</p>  Antwort des Bundesrates.