Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. Juli 2017 (720 17 108 / 185) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anpassung der Invaliditätsbemessung; die Ausübung der angestammten Tätigkeit ist aufgrund gesundheitlich bedingter Leistungsreduktionen nicht mehr zumutbar. Die Ver- sicherte hat Anspruch auf eine höhere Rente. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin i.V. Andrea Scheidegger Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Magdalena Schaer , Rechtsanwältin, Kronenplatz 14, Postfach 600, 8953 Dietikon gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1968 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 1 . Januar 2002 bis 31. Juli 2007 als Gruppenleiterin im Atelier B.____. Am 19. Juli 2007 meldete sie sich unter Hinweis auf psychi- sche Beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesu ndheitlichen und erwerblichen Verhältnisse Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ab. Nach erfolglos durchgeführten beruflichen Massnahme n und nach Durchführung des Vor- bescheidverfahrens sprach sie der Versicherten mit Verfügun g vom 27. Dezember 2012 ge- stützt auf einen nach der allgemeinen Bemessungsgrundlag e ermittelten Invaliditätsgrad von 55 % ab 1. Juni 2007 eine halbe Invalidenrente zu. B. Am 18. Februar 2015 ersuchte die Versicherte um ein e Rentenrevision, da sich ihr Ge- sundheitszustand seit Frühling 2014 verschlechtert habe. Das Gesuch um Rentenerhöhung wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 1. März 2017 ab. C. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Rechtsanwältin Magdalena Schaer, mit Eingabe vom 31. März 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die Verfügung vom 1. März 2017 aufzuheben und es sei festzustellen, dass ein e Verschlechterung des Gesund- heitszustandes vorliege und somit eine höhere Invaliden rente zuzusprechen sei. Eventualiter sei die IV-Stelle zu verpflichten, die gesetzlich vorgesc hriebenen notwendigen medizinischen Abklärungen über ihren Gesundheitszustand beziehungsweise über ihre Arbeitsfähigkeit vorzu- nehmen. Ausserdem seien die Grundlagen für die Berech nung des Invaliditätsgrades zu über- prüfen, die Unmöglichkeit der wirtschaftlichen Verwert barkeit der Resterwerbsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt anzuerkennen sowie ein leidensbedi ngter Abzug zu berücksichtigen. Des Weiteren sei ihr die unentgeltliche Prozessführung sowie die unentgeltliche Rechtsverbeistän- dung durch Rechtsanwältin Schaer zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. D. Mit Verfügung vom 3. April 2017 bewilligte das Ka ntonsgericht der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsanwältin Schaer als Rechtsvertreterin. E. In ihrer Vernehmlassung vom 12. April 2017 schloss d ie Beschwerdegegnerin auf Ab- weisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 31. März 2017 ist demnach ei nzutreten. 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der g esundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternati- ve Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invali ditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich geblie benen Gesundheitszustandes er- heblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; R UDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grundfigur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, i n: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). 3.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urt eil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 3.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einko mmensvergleichs beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 7 ff. E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 27. Dezember 2012 rückwirkend ab 1. Juni 2007 bei einem Invaliditätsgrad vo n 55 % eine halbe Rente zu. Seither leitete die IV-Stelle von Amtes wegen kein Rentenrevi sionsverfahren ein. Vielmehr ersuchte die Versicherte mit Gesuch vom 18. Februar 2015 um Erhöhun g der IV-Rente, welches jedoch von der IV-Stelle mit Verfügung vom 1. März 2017 abgelehnt wurde. Die letzte einlässliche materiel- le Prüfung des Rentenanspruchs mit einer vertieften Abklärung des medizinischen Sachverhalts erfolgte somit im Rahmen der ursprünglichen Rentenzus prache, in dessen Verlauf die IV-Stelle das polydisziplinäre Gutachten durch das Zentrum für Med izinische Begutachtung (ZMB) vom 16. August 2011 eingeholt hatte. Zeitliche Vergleichsba sis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 1. März 2017 eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, bildet demn ach die Situation, wie sie im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 27. Dezember 2012 bestanden hat. 4. Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob und inwiefer n sich der Gesundheitszustand und – damit einhergehend – der Grad der Arbeitsunfäh igkeit der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache am 27. Dezember 2012 in anspruchserheblicher Weise verschlechtert hat. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und b ei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.1.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, das heisst ohne Bindung an f örmliche Beweisregeln, sowie umfas- send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.1.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Di ese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsve rfahren sinngemäss Anwendung (Ur- teil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 9. August 2000, I 437/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Re chnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach- )Arztes einerseits und von Begutach- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät zungen gelangen. Vorbehalten blei- ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpr etation entspringende – Aspekte benen- nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un gewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 4.1.4 Schliesslich gilt es in Revisionsfällen (im Sinne d es Art. 17 ATSG) bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhaltes Folgendes zu beachten: Da die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung durch eine Geg enüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt (vgl. E. 3.3 hiervor) , bildet Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen Differenz in den – den medizinischen Gutach- ten zu entnehmenden – Tatsachen. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befunds und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unter- schied auf der Seinsebene zum früheren Zustand wiedergi bt. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wese ntlich davon ab, ob es sich ausrei- chend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren u nd schlüssigen medizinischen Beurtei- lung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer fr üheren abweichende) ärztliche Einschät- zung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern ei ne effektive Veränderung des Gesund- heitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteil des Schweizerischen Bundesge- richts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2). 4.2.1 Zu beachten ist sodann, dass das Bundesgericht im Lei turteil BGE 141 V 281 ff. seine Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung von somatof ormen Schmerzstörungen (BGE 130 V 352) und damit vergleichbaren psychosomatischen Lei den (vgl. BGE 140 V 13 f. E. 2.2.1.3) revidiert hat. Eine Einschränkung der Leist ungsfähigkeit kann danach weiterhin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Ge- sundheitsbeeinträchtigung ist (vgl. E. 2.2 hiervor). Auch künftig wird der Rentenanspruch – in Nachachtung der verfassungs- und gesetzmässigen Vorgaben vo n Art. 8 und 29 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rechtsgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeurt eilung) – anhand eines normativen Prüfrasters beurteilt, und es braucht eine medizinische Evidenz, dass die Erwerbsunfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes trägt das Bundesgericht der seit längerem nament- lich aus medizinischer, aber auch aus juristischer Sicht an der bisherigen Schmerzrechtspre- chung geäusserten Kritik Rechnung und hält an der Überw indbarkeitsvermutung nicht weiter fest. Anstelle des bisherigen Regel/Ausnahme-Modells tr itt ein strukturiertes, normatives Prüf- raster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad be- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Le istungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äussere n Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 4.2.2 Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei den genannten Gesundheitsschäden beachtlichen Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert: Der erste Indi- katoren-Komplex steht unter dem Titel “Gesundheitsschädigung“. Darunter sind die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der Gesichtspunkt Behand lungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz und die Komorbiditäten zu würdigen. Im zweiten, die “Persönlichkeit“ betreffen- den Indikatoren-Komplex wird nach der Persönlichkeitsent wicklung und der Persönlichkeits- struktur gefragt, und es sind die persönlichen Ressourcen des Versicherten zu eruieren. Im drit- ten Indikatoren-Komplex schliesslich ist unter dem Titel “Sozialer Kontext“ eine Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds vorzunehmen. Anhand der ermittelten Indikatoren ist schliesslich die “Konsistenz“ zu prüfen. Darunter fallen ver haltensbezogene Kategorien wie die Indikatoren einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivität sniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und eines behandlungs- und eingliederun gsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks (BGE 141 V 296 ff. E. 4). 4.2.3 Zwar hatten die Ärzte bereits bis anhin ihre Ste llungnahmen zur Arbeitsfähigkeit so substanziell wie möglich zu begründen, und es war für die ärztliche Plausibilitätsprüfung wichtig, in welchen Funktionen die versicherte Person eingeschränkt ist. Die diesbezüglichen Anforde- rungen hat das Bundesgericht aber nunmehr dahin gehend konkretisiert, dass aus den medizi- nischen Unterlagen genauer als bisher ersichtlich sein muss, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resultieren. Diagnosestellung und – in der Folge – Invaliditätsbemessung haben somit stär ker als bis anhin die entsprechenden Auswirkungen der diagnoserelevanten Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen A usfällen bei objektivierter Zumutbarkeits- beurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einsc hränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und damit ve rgleichbare Leiden können somit eine Invalidität nur begründen, wenn die funktionelle n Auswirkungen der medizinisch festge- stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfal l anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit zumindest überwiegende r Wahrscheinlichkeit in einem an- spruchserheblichen Ausmass nachgewiesen sind. Fehlt es daran , hat die Folgen der Beweislo- sigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 308 E. 6). 5. Zur Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerde führerin stehen im Wesent- lichen die folgenden medizinischen Unterlagen zur Verfügung: 5.1 Im Rahmen des am 19. Juli 2007 eingeleiteten Ren tenverfahrens, in welchem die IV-Stelle der Beschwerdeführerin eine halbe Rente zus prach (Verfügung vom 27. Dezember 2012), beauftragte die IV-Stelle vor de r Durchführung von beruflichen Massnah- men zunächst Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychothe rapie, mit der Erstellung eines Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht psychiatrischen Gutachtens. Dr. C.____ diagnostizierte in sei nem Gutachten vom 2. November 2007 eine anhaltende somatoforme Schmerzstö rung und eine mögliche Somati- sierungsstörung (ICD-10: F45.4) sowie eine neurotisch depressive Störung (ICD-10: F34.1). Am bisherigen Arbeitsplatz müsste eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % angenommen werden, für eine Verweistätigkeit könne aufgrund der dysthymen Störung h öchstens eine generelle Leistungs- einschränkung von 20 %, bezogen auf eine ganztägige Arbeit, angenommen werden. 5.2 Mit Verlaufsgutachten vom 15. Februar 2010 konnte Dr. C.____ aus rein psychiatri- scher Sicht keine Veränderung seit der letzten Begutachtung im November 2007 feststellen. 5.3 Die IV-Stelle stützte sich beim ursprünglichen Re ntenentscheid vom 27. Dezember 2012 indessen im Wesentlichen auf das von ihr anschliessend eingeholte poly- disziplinäre ZMB-Gutachten vom 16. August 2011. Darin wu rden folgende Diagnosen mit Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: eine nicht näh er bezeichnete Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.9) mit dissoziativen Störungen, gemischt mit sonstigen somatoformen Störungen (ICD-10: F45.8) und Neurasthenie (ICD-10: F48). Die Explorandin beklage vor allem Muskel- schmerzen, welche sich sowohl in den Füssen, in den Beinen, im Rücken sowie im Nacken bemerkbar machten. Dazu beklage sie Kopfschmerzen, Schwind el und Übelkeit, Stimmungs- schwankungen mit Weinkrämpfen und aggressivem Verhalten u nd schliesslich zum Teil schmerzhafte Hauteffloreszenzen. Sie fühle sich überhaupt nicht in der Lage, einer Arbeit nach- zugehen, weil sie wegen ihrer Beschwerden nicht fähig sei, eine Leistung konstant zu erbrin- gen. Die Gutachter des ZMB (Dr. med. D.____, FMH Inne re Medizin, Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie, und Dr. med. F.____, FMH Psychotherapie und Psychiatrie) stellten fest, dass die somatischen Diagnosen keinen Einf luss auf die Arbeitsfähigkeit der Ex- plorandin hätten. Im Vordergrund der medizinischen Pro blematik stehe das psychiatrische Krankheitsbild. Dr. F.____ führte aus, die Exploran din leide unter einer schweren psychosoma- tischen Fehlentwicklung, die in der Persönlichkeitsstruktur angenommen werden müsse. Es müsse ein dissoziatives unbewusstes Geschehen bei ihr vorliegen , das immer wieder ihre Funktionsfähigkeit beeinträchtige. Aufgrund der psychia trischen Erkrankung sei sie in ihrer bis- herigen Tätigkeit als Gruppenleiterin in einem Heim für Behinderte als zu 50 % eingeschränkt einzustufen. Die Arbeit mit körperlich schwer behinderten Menschen sei eher ungünstig, was bereits im Gutachten von Dr. C.____ vom 15. Februar 2010 festgehalten worden sei. Der Explo- randin seien weitere Tätigkeiten zuzumuten. Körperlich schwere oder mittelschwere Tätigkeiten wären nicht geeignet. In allen anderen Verweistätigkei ten sei die Explorandin als zu 50 % ar- beitsfähig zu betrachten, die Einschränkung der Arbei tsfähigkeit beruhe auf der reduzierten Leistungsfähigkeit aufgrund der psychiatrischen Erkrankung en. Sie verfüge über drei verschie- dene Ausbildungen, weshalb sie in der Lage wäre, in e iner adaptierten Tätigkeit weiterzuarbei- ten. 5.4 Im Rahmen des vorliegenden Revisionsverfahrens holte die Beschwerdegegnerin ein interdisziplinäres Gutachten durch die Allgemeine Begut achtungsinstitut GmbH (ABI) ein. Die Versicherte wurde in internistischer (Dr. med. G.____, F MH Allgemeine Innere Medizin), psy- chiatrischer (Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychoth erapie), rheumatologischer (Dr. med. I.____, FMH Rheumatologie), neurologischer (Dr. med J.____, FMH Neurologie), an- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht giologischer (Dr. med. K.____, FMH Angiologie), derma tologischer (Dr. med. L.____, FMH Dermatologie) sowie neuropsychologischer (lic. phil. M.____) Hinsicht untersucht. Die Fachärzte hielten im Gutachten vom 4. April 2016 folgen de Diagnosen mit Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit fest: eine neurotische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.8) und eine Somatisie- rungsstörung (ICD-10: F45.0). Zudem bestehe ein Status nach akuter seronegativer rheumatoi- der Arthritis unklarer Ätiologie, welche im April 2014 diagnostiziert worden sei. Differentialdiag- nostisch könnten eine postentzündliche reaktive Arthritis nach viralem Infekt im Dezember 2013, eine beginnende seronegative rheumatoide Arthritis sowie eine Arthritis im Rahmen einer Dermatomyositis in Betracht kommen. Ferner liege ein ch ronisches unspezifisches zervikal so- wie lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom (ICD-1 0: M53.8) vor. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie ein atypisches Raynaud Syndrom beidseits (ICD-10: I73.0), Verdacht auf Dermatomyositis (ICD-10: N33.1), e in idiopathisches Restless-Legs- Syndrom (ICD-10: G25.8) sowie Hypothyreose (ICD-10: E06 .3) mit Status nach Hashimoto- Thyreoiditis und kompensiert unter medikamentöser Substitutionsbehandlung. Aus neurologischer sowie aus angiologischer und dermatol ogischer Sicht könne keine Diagno- se mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden . Auch aus allgemeininternistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht e ingeschränkt. Sie beklage sich vor allem über Schmerzen an Muskeln und Gelenken. Im Frühjahr 201 6 seien ausserdem Gelenkschwel- lungen und Entzündungen dazugekommen. Sie habe auch a usgetrocknete Schleimhäute und immer wieder Rötungen oder blaue Flecken auf der Hau t, welche ihr Schmerzen bereiten wür- den. Aus rheumatologischer Sicht seien körperlich regelm ässig mittel bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten nicht mehr möglich. Dies gelte im Weiteren für jegliche Tätigkeiten mit intensiven manuellen Belastungen oder häufiger Gehtäti gkeit. Eine körperlich leichte bis nur selten mittelschwere, wechselbelastende adaptierte beru fliche Tätigkeit sei der Versicherten jedoch aufgrund der rein klinischen rheumatologisch erh obenen Untersuchungsbefunde ganz- tägig möglich mit einer um 10 % reduzierten Leistungsfähigkeit, unter folgenden Arbeitsplatzbe- dingungen: in mehrheitlicher Schulterneutralstellung se ien feinmanuell belastende Tätigkeiten, zum Beispiel auch das Bedienen einer PC-Tastatur, nicht eingeschränkt unter der Bedingung, dass regelmässige Pausen eingelegt werden könnten. Ununt erbrochene Schreibarbeiten seien nicht zumutbar. Die Arbeitsposition sollte regelmässig se lbständig gewechselt werden können, das heisst, längeres Sitzen oder Stehen am Ort oder Arb eiten verbunden mit stereotypen Rota- tionsbewegungen des Achsenskelettes sowie Arbeiten in Obe rkörpervorneigehaltung seien zu vermeiden. Das Zurücklegen von Gehstrecken auf ebener Unte rlage sei für eine kurze Dauer (max. eine halbe Stunde bis eine Stunde) durchaus mögli ch. Berufsbedingte Gehtätigkeiten auf Leitern, Gerüsten oder regelmässiges Treppensteigen seien nicht zu empfehlen. Aus neuropsy- chologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit zu 10 % beei nträchtigt. Diese könne im Rahmen des psychischen Rahmens gewertet werden und werde nicht separa t aufgeführt. Aus psychiatri- scher Sicht bestehe gemäss Dr. H.____ sowohl in der bisher igen Tätigkeit als auch in einer anderen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Die Versicherte sei psychisch nicht belastbar, neige zu somatoformen Reaktionen, fühle sich schnell in Frage gestellt und ziehe sich zurück. Die neurotische Persönlichkeitsstörung und die Somatisieru ngsstörung beeinflussten sich ge- genseitig. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zusammengefasst gehen die Gutachter davon aus, dass die 5 0 %ige Arbeitsunfähigkeit durch das psychische Leiden, das im ZMB-Gutachten vom 16. Augu st 2011 attestiert wurde, unver- ändert anzunehmen sei. Eine körperlich leichte bis selte n mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit sei idealerweise in einem halbtägigen Pensu m verwertbar. Die Arbeitsunfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht sowie aus rheumatologischer Sicht könne nicht zusätzlich kumuliert werden, da die gleichen Zeitabschnitte für zusätzliche Erholungspausen genutzt werden könn- ten und aus psychiatrischer Sicht genügend grosse Erholungspausen vorgegeben seien, die für die geringen weiteren Einbussen genutzt werden könnten. 5.5 Am 22. August 2016 nahm das ABI zu einer vor der Be gutachtung durch das Zentrum für Rehabilitation und Altersmedizin des Kantonsspitals Baselland durchgeführten neuropsycho- logischen Untersuchung vom 23. September 2015 Stellung . In dieser Untersuchung hatte N.____, M.Sc. Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, bei der Versicherten eine leichte bis mittelgradig neuropsychologische Störung unklarer Ätiolog ie festgestellt. Dr. M.____ diagnosti- zierte im ABI-Gutachten vom 4. April 2016 eine leichte neuropsychologische Störung. Ob nun die neuropsychologischen Einschränkungen als leicht bis mit telgradig eingestuft würden, hätte betreffend der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit keinen Einfluss, da auch mit einer mittelgradigen neuropsychologischen Störung eine Arbeitsfähigkeit von 50 % sicher gegeben sei und sich die Arbeitsunfähigkeiten aus psychiatrischer und aus neuropsyc hologischer Sicht nicht addieren lasse. 5.6 Dr. med. O.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) bestätigte am 28. September 2016, die neurokognitiven Defizite würden ein leichtgradiges Mass nicht übersteigen und seien in der 5 0 %igen psychiatrischen Einschrän- kung enthalten. 5.7 Am 23. Februar 2017 äusserte sich schliesslich der RAD- Arzt Dr. med. P.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegung sapparates, aus orthopädischer Sicht zum ABI-Gutachten. Die rheumatologisch-gutachterl ich festgestellten Krankheiten seien hinsichtlich der Symptomatologie, des Krankheitsverlaufs u nd ihren Auswirkungen auf den All- tag anhand der fachärztlich erhobenen ausgeprägten Befunden nachvollziehbar festgestellt und bewertet worden. Hinweise für eine Aggravation oder Simulation hätten sich in der durchgeführ- ten Begutachtung nicht ergeben, jedoch hätte sich eine auffällige Diskrepanz zwischen subjek- tiven Beschwerden und den letztlich rheumatologisch festst ellbaren Befunden gefunden, die vom Gutachter eher einer psychosozialen Überlagerung zugere chnet worden sei. Die gut- achterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit sei auch nach Pr üfung der Standardindikatoren weitge- hend nachvollziehbar. 6.1.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung vom 1. März 2017 im We- sentlichen auf das von ihr in Auftrag gegebene ABI-Gutachten vom 4. April 2016. Sie ging dem- zufolge davon aus, dass der Versicherten die Ausübung ihr er angestammten sowie einer ange- passten Tätigkeit im Umfang von 50 % zumutbar sei. Wie u nter Erwägung 4.1.3 hiervor ausge- führt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ei ngeholten Gutachten externer Spezial- ärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei de r Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien sind vorlie- gend nicht zu finden. Das Gutachten vom 4. April 2016 beruht auf eingehenden Untersuchun- gen der Versicherten und berücksichtigt auch die übrigen bei den Akten liegenden medizini- schen Berichten. Zudem geht es auf die geklagten Beschwerd en ein und vermittelt ein hinrei- chendes Bild über den Gesundheitszustand der Versicherten. 6.1.2 Wie oben festgehalten (vgl. E. 4.1.4 hiervor), hat der medizinische Experte im Rahmen eines Revisionsverfahrens vor allem aufzuzeigen, ob und in wieweit seit der ursprünglichen Rentenzusprache bzw. der letzten materiellen Rentenüber prüfung Veränderungen des medizi- nischen Sachverhalts eingetreten sind. Vorliegend kamen die Gutachter zum Schluss, dass die 50 %ige Arbeitsunfähigkeit durch das psychische Leiden seit der Begutachtung am ZMB unver- ändert anzunehmen sei. Einzig von Januar bis Juni 2014 habe vorübergehend während des arthritischen Schubes eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Für die weiteren Zeiträume könne keine höhere, als die von den Gutachtern festgestel lte Arbeitsunfähigkeit bestätigt wer- den. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hat si ch gemäss dem ABI-Gutachten zwar aufgrund der rheumatoiden Arthritis im Jahr 2014 im Grundsatz verschlechtert. Seit der Rentenzusprache sind somit somatische gesundheitliche Beei nträchtigungen dazugekommen, welche die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin b eeinflussen. Dies wird aus dem neu auch aus rheumatologischer und neuropsychologischer Sicht eingeschränkten Zumutbarkeits- profil deutlich. Indessen führen die Gutachter des ABI überzeugend aus, dass die Einschrän- kungen aus rheumatologischer und neuropsychologischer Sic ht zu keiner höheren Arbeitsunfä- higkeit führten, da die gleichen Zeitabschnitte für Er holungspausen genutzt werden könnten. Eine Kumulation sei deshalb nicht angezeigt. Die fach ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähig- keit ist somit begründet. Daran vermögen auch die Vorbingen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern. Entgegen ihrer Auffassung wirkt sich die festge stellte Verschlechterung des Gesund- heitszustandes nach den schlüssigen und nachvollziehbaren Ausführungen der Gutachter ge- rade nicht in relevanter Weise auf die Arbeitsfähigke it in einer angepassten Tätigkeit aus. Die Gutachter berücksichtigten auch allfällige Wechselwirkungen zwischen den psychischen und somatischen Einschränkungen genügend. Da das Gutachten v om 4. April 2016 ferner genü- gend Hinweise enthält, um eine nachträgliche Beurteil ung im Lichte der massgeblichen Indika- toren zu erlauben (vgl. BGE 141 V 309 E. 8, vgl. auch: RAD-Bericht vom 23. Februar 2017), hat die Beschwerdegegnerin nach dem Ausgeführten ihren Ent scheid grundsätzlich zu Recht auf die Einschätzung des ABI abgestellt und angenommen, dass der Beschwerdeführerin die Aus- übung einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 50 % zumutbar sei. 6.2 Entgegen der Beurteilung im ABI-Gutachten vom 4 . April 2016 ist jedoch davon auszu- gehen, dass der Versicherten die Ausübung ihrer angestam mten Tätigkeit im Beruf als Grup- penleiterin in einem Behindertenheim nicht mehr zumut bar ist. Es handelt sich beim ange- stammten Beruf als Gruppenleiterin in einem Behindert enheim erfahrungsgemäss um eine Tä- tigkeit, die erhöhte Ansprüche sowohl an die körperliche wie auch an die psychische Leistungs- fähigkeit stellt. Gemäss ABI-Gutachten kann die Beschwerdeführerin indessen nur noch körper- lich leichte bis selten mittelschwere, wechselbelastende T ätigkeiten ausüben, worunter die an- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gestammte Tätigkeit nicht fällt. Ausserdem erklärten sä mtliche bisherigen Gutachter, dass die Explorandin psychisch vermindert belastbar sei und Tätigkeiten, bei welchen sie Verantwortung übernehmen müsse, ungeeignet seien. Darunter fällt – wie auch das ZMB mit Gutachten vom 16. August 2011 ausführt – auch die angestammte Täti gkeit mit körperlich schwer behinderten Menschen. Für die Beschwerdeführerin kommt aufgrund de s definierten Zumutbarkeitsprofils eine Routinearbeit mit wenig Verantwortung in Frage . Nach dem Ausgeführten ist der Be- schwerdeführerin lediglich eine angepasste Verweistätigkeit von 50 % zumutbar. 7. Die Beschwerdeführerin geht davon aus, dass sie die ih r verbleibende Restarbeitsfä- higkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht wirtsch aftlich verwerten könne. Dieser An- sicht kann nicht gefolgt werden. Der ausgeglichene Arbei tsmarkt umfasst auch Nischenarbeits- plätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welche n Behinderte mit einem sozialen Entge- genkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundesgerichts vom 11. Februar 2015, 8C_740/2014, E. 3.4.3 und vom 28. Februar 2017, 8C_12/2017, E. 5.4). Von einer Arbeitsgelegenheit kann deshalb erst dann nicht me hr gesprochen werden, wenn die zu- mutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgegl ichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nic ht realistischem Entgegenkommen ei- nes durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil d es Bundesgerichts vom 8. Mai 2013, 8C_728/2012, E. 4.3.3 mit weiteren Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt. Gemäss ABI-Gutachten vom 4. April 2016 kö nne die Versicherte zwar nicht mehr körperlich schwere Arbeiten, hingegen immer noch körperli ch leichte bis selten mittelschwere Tätigkeiten im Umfang von 50 % verrichten. Vor diesem Hintergrund ist mit der Vorinstanz da- von auszugehen, dass ihr trotz ihrer gesundheitlichen Beei nträchtigungen nach wie vor ver- schiedene Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehen. Dafür spricht aus- serdem das noch junge Alter der Versicherten. Nur das for tgeschrittene Alter wird in der Recht- sprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit we iteren persönlichen und berufli- chen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer ve rsicherten Person verbliebene Rest- erwerbsfähigkeit auch in einem ausgeglichenen Arbeitsm arkt nicht mehr nachgefragt würde (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 2017, 9C_253/2 017, E. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen). Der Versicherten steht im Alter von 49 Jahren noch ein g enügend grosser Zeitraum für eine berufliche Tätigkeit und allenfalls auch für einen allfälligen Berufswechsel zur Verfügung. 8. Umstritten und zu prüfen ist weiter die von der Besch werdegegnerin vorgenommene Invaliditätsbemessung. Wie bereits weiter oben ausgefüh rt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist der Invalidi- tätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eine s Einkommensvergleichs zu ermitteln (Art. 16 ATSG). 8.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrsche inlichkeit als gesunde Person tat- sächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versichert e Person vor Eintritt des Gesund- heitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Die IV-Stelle gi ng bei der Berechnung des Validenein- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht kommens vom Lohn aus, den die Beschwerdeführerin in ihre r angestammten Tätigkeit als Gruppenleiterin im Atelier B.____ erzielt hatte. Auf dieser Basis und aufgrund der seitherigen Nominallohnentwicklung von 2007 bis 2016 von 7.7 % im Sektor „Gesundheits- und Sozialwe- sen“ (BFS T1.2.10 Nominallohnindex Frauen 2011–2015) ermittelte sie in der angefochtenen Verfügung ein Valideneinkommen von Fr. 74‘625.–. Die s wird von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht in Frage gestellt. 8.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzune hmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeits- leistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint , gilt grundsätzlich der von ihr tat- sächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 126 V 7 5 E. 3b). Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zu mutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können ebenfalls die LSE herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2). Gestützt auf die Ergebnisse der medizinischen Abklärungen, welche der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in einer leidensangepassten Tät igkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attestierten, geht das Gericht bei der Ermittlung des Invalideneinkommens von einem jährlichen Einkommen von Fr. 27‘219.– aus. Grundlage hierfür ist LSE 2014, Tabelle TA 1, privater Sek- tor, Total, Kompetenzniveau 1, Spalte Frauen, Fr. 4‘ 300.– monatlich, basierend auf einer 40 Stundenwoche. Nach Anpassung dieses Betrages an die Nominallohnentwicklung von 0.5 % (2014–2015) und 0.7 % (2015–2016) und Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden x 12 Monate ergibt sich ei n jährliches Invalideneinkommen von Fr. 54‘439.–. Bei einem zumutbaren Pensum von 50 % re sultiert das oben erwähnte Jahresein- kommen. Der von der IV-Stelle vorgenommenen Berechnung des Invalideneinkommens kann somit nicht gefolgt werden. Diese ging von einer Tät igkeit im Sektor Gesundheits- und Sozial- wesen sowie vom Kompetenzniveau 2 aus. Gemäss den Ausfüh rungen der verschiedenen Gutachten ist jedoch davon auszugehen, dass der Beschwerde führerin aufgrund ihrer Ein- schränkungen die Tätigkeit im angestammten Beruf nicht mehr zumutbar ist (vgl. auch E. 6.2 hiervor). Die Anwendung des Kompetenzniveaus 2 wäre ein zig aufgrund der Ausbildung sowie der Erfahrung der Beschwerdeführerin angezeigt gewesen. Aus psychiatrischer Sicht geht aus dem ABI-Gutachten jedoch hervor, dass sie die berufliche Ausbildung nur mit grossen Schwie- rigkeiten erreichen konnte und an allen Arbeitsplätzen schon bald überfordert gewesen sei. Es rechtfertigt sich daher, für die Ermittlung des Lohnes a uf das Kompetenzniveau 1 (einfache Tä- tigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) des Sektors Total abzustellen. 8.3.1 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens anhand lohnstatistischer Angaben sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 12 6 V 75 ff. hat das Bundes- gericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabelle nlohn bereinigt und weiterentwi- ckelt. Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getra- gen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthal tskategorie und Beschäftigungsgrad Aus- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht wirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Au sprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301 mit Hinweis). Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unt er Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen. Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nu r Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserord entlich zu bezeichnen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 7. April 2016, 9C_898/2015, E. 1). 8.3.2 Beim behinderungs- bzw. leidensbedingten Abzug i st zu beachten, dass das medizini- sche Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum hinzutre- tende qualitative oder quantitative Einschränkung der A rbeitsfähigkeit darstellt. Damit wird in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten ( weiter) eingegrenzt, welche unter Be- rücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person realis- tischerweise noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgegl ichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme eine r Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn – auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt – unter Berücksichtigung solcher Einschränkungen, die personen- od er arbeitsplatzbezogen sein kön- nen, kein genügend breites Spektrum an zumutbaren Ve rweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom T abellenlohn (Urteile des Bundesge- richts vom 22. Januar 2015, 8C_693/2014, E. 4.2.1). 8.3.3 Den gesundheitlich bedingten Leistungsreduktionen wurde bereits mit der Einstufung im Kompetenzniveau 1 Rechnung getragen, weshalb die Vorna hme eines zusätzlichen Abzuges vom Tabellenlohn nicht gerechtfertigt ist. Selbst wenn m an der Beschwerdeführerin einen sol- chen zugestehen wollte, so wäre dieser nach pflichtgem ässem Ermessen gesamthaft mit kaum mehr als 5 % zu beziffern. Ob ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn von höchstens 5 % gewährt werden sollte, kann offen gelassen werden, da damit kein höherer Leistungsanspruch resultieren würde (vgl. E. 7.5). 8.4 Setzt man im Einkommensvergleich dieses Invalidenei nkommen von Fr. 27‘219.– dem Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 74‘625.– (vgl. E. 7.1 hiervor) gegenüber, resultiert dar- aus eine Erwerbseinbusse von Fr. 47‘406.–, was einen In validitätsgrad von 63.5 % ergibt. Da- mit hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. 9. Aufgrund vorstehender Ausführungen ist die Beschwer de gutzuheissen, die vorliegend angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 1. März 2017 aufzuheben, und es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. März 2015 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat. 10.1 Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Ar t. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitig- keiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von I V-Leistungen vor dem kantonalen Versi- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten wer den gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Pa rtei auferlegt. In casu hätte des- halb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsät zlich die Verfahrenskosten zu tragen. In die- sem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vo- rinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrens- kosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für d en vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden. 10.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde- führerin hat in ihrer Honorarnote vom 8. Mai 2017 fü r das vorliegende Verfahren einen Zeitauf- wand von 14.75 Stunden geltend gemacht. Prima vista ersch eint der geltend gemachte Auf- wand von 14.75 Stunden im Quervergleich zu ähnlich ge lagerten Fällen als verhältnismässig hoch. In Anbetracht, dass die Bemühungen nicht zu dem i n Sozialversicherungsprozessen pra- xisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelang enden Stundenansatz von Fr. 250.– zu entschädigen sind, sondern zum tieferen Stu ndenansatz in der Höhe von Fr. 230.–, erweist sich das geltend gemachte Honorar jedoch insgesamt als angemessen. Nicht zu bean- standen sind ferner die geltend gemachten Auslagen im Umfang von insgesamt Fr. 67.85. Es ergibt sich demnach eine Parteientschädigung zu Lasten d er Beschwerdegegnerin in der Höhe von insgesamt Fr. 3‘460.35 (14.75 Stunden à Fr. 230.– und Auslagen in der Höhe von Fr. 67.85). Die Kanzlei der Rechtsanwältin der Beschwe rdeführerin unterliegt nicht der Mehr- wertsteuerpflicht. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle vom 1. März 2017 aufgehoben und es wird fes tgestellt, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 1. März 2015 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 3‘460.35 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht