STEUERREKURSKOMMISSION I DES KANTONS ZÜRICH 1 ST.2010.162 Verfügung 22. Juni 2010 Mitwirkend : Einzelrichter Anton Tobler und Hans Heinrich Knüsli In Sachen A, , , Rekurrentin, vertreten durch B, gegen S t a a t Z ü r i c h , Rekursgegner, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Süd, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Einschätzung 2008 - 2 - 1 ST.2010.162 hat sich ergeben: A. Der Steuerkommissär schätzte A (nachfolgend die Pflichti ge) am 14. April 2010 für die Steuerpe riode 2008 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 2'000.- (satzbestimmend Fr. 20'000.-) und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 250'000.- (satzbestimmend Fr. 1'200'000.-) ein. B. Das kantonale Steueramt wies die hiergegen erhobene Einsprache mit Entscheid vom 4. Mai 2010 ab. C. Am 3. Juni 2010 liess die Pflichtige durch ihren Rechtsanwalt gegen den Einspracheentscheid Rekurs erheben mit dem Hinweis, "die die Begründung ermögl i- chenden Unterlagen" würden nachgereicht. Das Schreiben enthielt weder eine n Antrag noch eine Begründung. Das kantonale Steueramt beantragte in der Rekursantwort vom 1 6. Juni 2010 Abweisung des Rekurses. Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 1. a) Gegen den Einspracheent scheid des kantonalen Steueramt s können nach § 147 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) der Steuerpflichtige und die G emeinde innert 30 Tagen nach Zustellung schriftlich Rekurs erheben. Daraus muss der Wille, die angefochtene Verfügung nicht gegen sich gelten zu lassen, zwe i- felsfrei und vorbeha ltlos hervorgehen. Die Rekursschrift muss sodann einen Antrag und eine Begründung enthalten (§ 147 Abs. 4 Satz 1 StG). Unter dem Rekursantrag ist ein ziffernmässig bestimmter oder zumindest ziffernmässig bestimmbarer Einschä t- zungsantrag (Steuerfaktoren, Steuertarif) zu verstehen, d.h. er muss Auskunft darüber geben, inwiefern das Dispositiv des angefochtenen Entscheids nach Vorstellung des Rekurrenten ziffernmässig abzuändern sei (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Komme n-- 3 - 1 ST.2010.162 tar zum harmonisierten Zürcher Steuergese tz, 2. A., 2006, § 147 N 40, auch zum Fo l- genden). Dabei genügt es, wenn der Rekurrent in der Rekursschrift den Antrag stellt, er sei gemäss einer Be ilage (z.B. Steuererklärung, Buchhaltung) einzuschätzen. Der Antrag ist so zu formulieren, dass er, zum Ents cheid erhoben, ohne Ergänzungen vol l- streckt werden kann. b) Genügt die Rekursschrift den Erfordernissen gemäss § 147 Abs. 4 Satz 1 StG nicht, d.h. liegt kein gültiger Antrag und/oder keine Begründung vor, wird dem R e- kurrenten eine kurze, nicht erstreckb are Nachfrist zur Behebung des Mangels ang e- setzt unter der Androhung, sonst auf den Rekurs nicht einz utreten (§ 147 Abs. 4 Satz 2 StG). Diese Vorschrift will einen überspitzten Formalismus vermeiden, doch kann es nicht ihrem Sinn entsprechen, die fristgemä sse Anmeldung des Rechtsmittels als g e- nügend zu erachten und für Antrag und/oder Begründung regelmässig eine Nachfrist zu g ewähren. Die Verbesserungsmöglichkeit muss die Ausnahme bleiben, die vorab dem Rechtsunkundigen oder Unbeholfenen zugute kommen soll. Keinesfalls zielt die Bestimmung darauf ab, einem Rechtskundigen, der das Erfordernis bewusst missac h- tet, von den Verwirkungsfolgen der selbstverschuldeten Säumnis zu entlasten und g e- genüber einem pflichtgemäss handelnden Rekurrenten durch eine Rekursfris terstre- ckung zu bevorteilen. Dies gilt auch dann, wenn dem Steuerpflichtigen kein Rechtsmissbrach vorgeworfen werden kann . Eine blosse Anmeldung des Rekurses innerhalb der gesetzlichen Frist, verbunden mit dem Begehren um eine Nachfrist zur Einreichung vo n Antrag und Begründung, ist deshalb ausgeschlossen (vgl. Ric h- ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 147 N 30 mit Hinweisen auf die Rechtspr echung). Auf eine entsprechend formulierte Rekursschrift ist nicht einzutreten. 2. Das vorliegend für die Pflichtige eingereichte Rekursbegehren erfüllt die eben erwähnten Voraussetzungen für einen gültigen Rekurs nicht. Antrag und Begrü n- dung fehlen gänzlich. Auch wurden innert Rekursfrist keine Beilagen eingereicht, we l- che klare Hinweise auf den diesbezüglichen Willen der Pfl ichtigen geben würden. Da die Pflichtige anwaltlich und damit rechtskundig vertreten ist, erübrigt sich nach dem Gesagten die Ansetzung einer Nachfrist. Auf den Rekurs ist ohne weiteres nicht einz u- treten. - 4 - 1 ST.2010.162 3. Da die Pflichtige unterliegt, hat sie die reduzierten Kosten des Verfahrens zu tragen (§ 151 Abs. 1 StG). Demgemäss verfügt der Einzelrichter: 1. Auf den Rekurs wird nicht eingetreten. […]