<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00741</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220968&amp;W10_KEY=13013478&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00741</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.01.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 06.05.2021 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zufolge Scheinehe] Bei Vorliegen einer Scheinehe kann gestützt auf Art. 23 VEP und Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden (E. 3.2). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung steht auch ein freisprechendes Strafurteil vom Vorwurf der Täuschung im Bereich der Scheinehe im Sinn von Art. 118 Abs. 2 AIG der (migrationsrechtlichen) Annahme einer Scheinehe nicht entgegen. Dabei haben die Verwaltungsbehörden insbesondere erhöhten Anforderungen an das rechtliche Gehör zu genügen (zum Ganzen E. 3.4). Aufgrund der Umstände des Kennenlernens, der Trauung sowie die zeitlichen Abläufe der Einreise der Beschwerdeführerin in die Schweiz sowie des Nachzugs des Beschwerdeführers und der Wohnsituation der Eheleute lässt die Indizienlage vorliegend einzig den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer mit seiner Ehefrau eine Scheinehe führt (E. 3.5). Die von den Beschwerdeführenden hervorgehobenen Reisen ins Heimatland ihres jeweiligen Ehegatten vermögen keinen amor superveniens zu belegen, zumal sie erst während des laufenden migrationsrechtlichen Rekursverfahrens und während des noch laufenden Strafverfahrens (und damit zweckgerichtet) erfolgten (zum Ganzen E. 3.7). Der Widerruf erweist sich auch als verhältnismässig (E. 4). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUF DER AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">WIDERRUF DER AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 23 VEP</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=49568" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00741</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">20. Januar 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber David Henseler.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<b> </b>A,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<b> </b>B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>beide vertreten durch lic. iur. C, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A ist eine 1976 geborene, aus der Dominikanischen Republik stammende spanische StaatsangehÃ¶rige. Am 3. September 2015 heiratete sie in DÃ¤nemark B, einen 1986 geborenen StaatsangehÃ¶rigen Bangladeschs. Am 7. September 2015 reiste sie in die Schweiz ein und erhielt zunÃ¤chst eine Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Am 21. MÃ¤rz 2016 erhielt sie gestÃ¼tzt auf einen Arbeitsvertrag mit dem Restaurant D in ZÃ¼rich eine bis am 20. MÃ¤rz 2021 gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. B reiste am 13. Mai 2016 von Italien herkommend in die Schweiz ein und erhielt am 23. August 2016 ebenfalls eine bis am 20. MÃ¤rz 2021 gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zum Verbleib bei der Ehefrau. </p> <p class="Urteilstext">Nachdem das Migrationsamt aufgrund verschiedener AbklÃ¤rungen zum Schluss gekommen war, dass es sich bei der Arbeitsstelle von A um ein ScheinarbeitsverhÃ¤ltnis handle und die Ehe einzig aus aufenthaltsrechtlichen GrÃ¼nden geschlossen worden sei, widerrief es mit VerfÃ¼gung vom 9. MÃ¤rz 2018 sowohl die Aufenthaltsbewilligung von A als auch diejenige von B und setzte ihnen zum Verlassen der Schweiz eine Frist bis 9. <span>Mai 2018 an.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Gegen diese VerfÃ¼gung liessen A und B am 10. April 2018 Rekurs erheben. Am 30. Juli 2018 beauftragte das Migrationsamt die Kantonspolizei ZÃ¼rich mit ergÃ¤nzenden AbklÃ¤rungen an deren neuem Wohnort sowie beim neuen Arbeitgeber von A. Sowohl das Migrationsamt als auch A und B reichten der Sicherheitsdirektion daraufhin ergÃ¤nzende Stellungnahmen ein. </p> <p class="Urteilstext">Mit Entscheid vom 15. September 2020 hiess die Sicherheitsdirektion den Rekurs teilweise gut und hob die angefochtene VerfÃ¼gung betreffend A auf; im Ãbrigen wies sie den Rekurs ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war (Dispositiv-Ziff. I) und setzte B eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 15. Dezember 2020 an (Dispositiv-Ziff. II). Die Kosten des Rekursverfahrens auferlegte die Sicherheitsdirektion im Umfang von Fr. 750.- A und B je zur HÃ¤lfte, unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander; die weiteren Fr. 750.- nahm sie auf die Staatskasse (Dispositiv-Ziff. III). Eine ParteientschÃ¤digung wurde nicht ausgerichtet (Dispositiv-Ziff. IV).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 22. Oktober 2020 liessen A und B Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid aufzuheben und dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu belassen; eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragten sie, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewÃ¤hren. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 26. Oktober 2020 wurde B aufgrund seiner Schulden aus Verfahren vor zÃ¼rcherischen BehÃ¶rden zur Sicherstellung der ihn allenfalls treffenden Kosten des Verfahrens von Fr. 2'070.- aufgefordert. Die Kaution wurde innert Frist bezahlt. Die Sicherheitsdirektion verzichtete auf eine Vernehmlassung, und das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthalts-recht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu, es sei denn, es wurde aus besonderen GrÃ¼nden eine gegenteilige Anordnung getroffen (§ 55 in Verbindung mit § 25 Abs. 1 und 3 VRG). Weil vorliegend keine solche erfolgte, war das entsprechende Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrenden von vornherein gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20 [in der bis Ende 2018 geltenden Fassung]) gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaats der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) nur so weit, als das FreizÃ¼gigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. GestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d und e FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA haben Ehegatten von EU-StaatsangehÃ¶rigen mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz ungeachtet der eigenen StaatsangehÃ¶rigkeit das Recht, bei diesen Wohnung zu nehmen und eine ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben. Dieses abgeleitete Aufenthaltsrecht knÃ¼pft an den formellen Bestand der Ehe an und darf grundsÃ¤tzlich nicht vom Erfordernis des Zusammenlebens abhÃ¤ngig gemacht werden, sofern nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich zur blossen Aufenthaltssicherung an einer nur noch formell bestehenden Ehe festgehalten wird (vgl. BGE 130 II 113 [= Pra. 93/2004 Nr. 171] E. 8 f.; BGE 139 II 393 E. 2.1). </p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz hat den Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrenden teilweise gutgeheissen und der BeschwerdefÃ¼hrerin ihre Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA belassen; eine ÃberprÃ¼fung ihres Aufenthalts ist dem Verwaltungsgericht damit versagt (§ 63 Abs. 2 VRG; vgl. Marco Donatsch, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 63 N. 21 ff.). <span>Demnach verfÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer aus Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA grundsÃ¤tzlich Ã¼ber ein abgeleitetes Aufenthaltsrecht zur ErmÃ¶glichung des familiÃ¤ren Zusammenlebens.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der abgeleitete Aufenthaltsanspruch steht jedoch unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Darunter fÃ¤llt auch die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe, welche die Ehegatten nur zur Erlangung des Aufenthaltsrechts eingehen, ohne eine echte eheliche Gemeinschaft zu beabsichtigen (BGr, 5. April 2011, 2C_820/2010, E. 3.1), sowie die Berufung auf eine nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft bestehende Ehe (BGE 128 II 145 E. 2.2). Da bei Berufung auf eine Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe die Bewilligungsvoraussetzungen entfallen (Nichteinhalten einer mit der VerfÃ¼gung verbundenen Bedingung), kann sodann gestÃ¼tzt auf Art. 23 der Verordnung Ã¼ber die EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs vom 22. Mai 2002 (VEP, SR 142.203) und Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG die Aufenthaltsbewilligung widerrufen oder nicht (mehr) verlÃ¤ngert werden, da das FreizÃ¼gigkeitsabkommen diesbezÃ¼glich keine eigenen abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt (vgl. zum Ganzen BGE 144 II 1 E. 3.1, 139 II 393 E. 2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Das Vorliegen einer Scheinehe oder einer nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven aufrechterhaltenen Ehe entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die der BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 122 II 289 E. 2b; BGr, 15. August 2012, 2C_3/2012, E. 4.1). Dabei liegt in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen. Als Indizien fÃ¼r die Annahme einer Scheinehe gelten namentlich das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten sowie die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung wie beispielsweise eine Heirat nach einer nur kurzen Bekanntschaft sowie geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten. Auch der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, kann zumindest zusammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinweisen. Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen oder in getrennten Zimmern nÃ¤chtigen. Sodann kann ein unterschiedlicher kultureller und sprachlicher Hintergrund der Ehegatten einen bereits bestehenden Scheineheverdacht weiter erhÃ¤rten (vgl. BGr, 29. August 2013, 2C_75/2013, E. 3.3 â 15. August 2012, 2C_3/2012, E. 4.3 â 4. Juli 2002, 2A.324/2002, E. 2.2). Die vorliegenden Indizien sind im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu wÃ¼rdigen. Die VerwaltungsbehÃ¶rde kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen auf unbekannte zu schliessen. Dabei handelt es sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden. Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung, obliegt es dem zur Mitwirkung verpflichteten Betroffenen, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (BGr, 27. Januar 2020, 2C_950/2019, E. 3.1 â 9. Juni 2008, 2C_60/2008, E. 2.2.2; BGE 130 II 482 E. 3.2 mit Hinweisen; VGr, 26. September 2019, VB.2019.00266, E. 3.1 Abs. 2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden wurden mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 3. Juni 2020 vom Vorwurf der TÃ¤uschung im Bereich der Scheinehe im Sinn von Art. 118 Abs. 2 AIG freigesprochen. Sie bringen in diesem Zusammenhang vor, es sei unhaltbar, im migrationsrechtlichen Verfahren entgegen diesem Urteil von einer Scheinehe auszugehen.</p> <p class="Erwgung3"><a id="_Ref60649398"><b>3.4.2 </b> </a></p> <p class="Erwgung4"><b>3.4.2.1 </b>Das Bundesgericht hat sich unlÃ¤ngst ausfÃ¼hrlich zur Frage geÃ¤ussert, ob sich eine auslÃ¤ndische Person im migrationsrechtlichen Verfahren darauf berufen kÃ¶nne, strafrechtlich sei rechtskrÃ¤ftig festgestellt worden, dass keine Scheinehe vorliege (BGr, 22. November 2019, 2C_1044/2018, E. 4.2 ff. â 14. November 2019, 2C_21/2019, E. 4.2 ff.; vgl. auch VGr, 6. MÃ¤rz 2019, VB.2019.00046, E. 2.2 â 3. Oktober 2018, VB.2018.00498, E. 4.6). </p> <p class="Erwgung4"><b>3.4.2.2 </b>Demnach bedarf die Beantwortung dieser Frage einer differenzierten Betrachtung. Im Grundsatz gelte mit Blick auf die Einheit der Rechtsordnung, dass die VerwaltungsbehÃ¶rde nicht ohne Not von den Feststellungen der StrafbehÃ¶rde abweichen solle. Zumindest wenn der Freispruch im Strafverfahren aber ausdrÃ¼cklich aufgrund der Unschuldsvermutung (Art. 10 der Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO, SR 312.0]) zustande gekommen sei oder wenn die beschuldigte Person in jenem Verfahren von ihrem Aussageverweigerungsrecht gemÃ¤ss Art. 113 Abs. 1 StPO Gebrauch gemacht habe, bestehe im migrationsrechtlichen Verfahren durchaus Anlass, von den strafrechtlichen Feststellungen abzuweichen; gegebenenfalls kÃ¶nne die VerwaltungsbehÃ¶rde den Sachverhalt ergÃ¤nzend instruieren und sich dabei auch der Mitwirkungspflichten (Art. 90 AIG) des Bewilligungsinhabers bedienen. Wenn die vom Strafprozessrecht abweichenden migrationsrechtlichen Verfahrensregelungen dazu fÃ¼hrten, dass ein anderer Sachverhalt festzustellen sei, habe dies selbstredend seine Berechtigung (BGr, 22. November 2019, 2C_1044/2018, E. 4.3.1.1 â 14. November 2019, 2C_21/2019, E. 4.2.3.1). </p> <p class="Erwgung4"><b>3.4.2.3 </b>Will die MigrationsbehÃ¶rde von den Feststellungen der StrafbehÃ¶rden abweichen, ergÃ¤ben sich gewisse Anforderungen aus dem Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 2 BV). Vorauszusetzen sei zumindest, dass sich die VerwaltungsbehÃ¶rde mit dem freisprechenden Strafurteil (bzw. der EinstellungsverfÃ¼gung) auseinandersetzt und darlegt, welche GrÃ¼nde zu einer abweichenden Sachverhaltsfeststellung fÃ¼hrten; unterlÃ¤sst sie dies, verletzt sie ihre BegrÃ¼ndungspflicht (BGr, 22. November 2019, 2C_1044/2018, E. 4.3.1.3 â 14. November 2019, 2C_21/2019, E. 4.2.3.3, je mit Hinweis auf BGr, 16. November 1979, 2A.284/1979, E. 2b).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.4.3 </b>Nach dem Gesagten stand das freisprechende Strafurteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 3. Juni 2020 an sich dem Schluss der Vorinstanz auf Vorliegen einer Scheinehe nicht entgegen. </p> <p class="Urteilstext">Soweit sich die BeschwerdefÃ¼hrenden in diesem Zusammenhang auf den in Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) verankerten Grundsatz von Treu und Glauben sowie das WillkÃ¼rverbot berufen, kÃ¶nnen sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn die MigrationsbehÃ¶rden kÃ¶nnen â wie aufgezeigt â unter gewissen Voraussetzungen von einer Beurteilung durch die StrafverfolgungsbehÃ¶rden abweichen. Ein vom Vorwurf der TÃ¤uschung im Bereich der Scheinehe freisprechendes Strafurteil stellt somit keine Vertrauensgrundlage dar, auf welche sich eine auslÃ¤ndische Person mit Blick auf ihren (zukÃ¼nftigen) Aufenthalt berufen kÃ¶nnte (vgl. allgemein zum Vertrauensschutz <span>Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2020, Rz. 620 ff.; Pierre Tschannen/Ulrich Zimmerli/Markus MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., Bern 2014, § 22 Rz. 2 ff.</span>). </p> <p class="Urteilstext">Mit Blick auf die vom Bundesgericht aufgestellten BegrÃ¼ndungsanforderungen ist festzuhalten, dass sich die Vorinstanz mit dem Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 3. Juni 2020 auseinandergesetzt und ausfÃ¼hrlich begrÃ¼ndet hat, weshalb sie zu einer vom Strafurteil abweichenden Beurteilung des Sachverhalts gelangte. Eine Verletzung der Verfahrensrechte der BeschwerdefÃ¼hrenden ist nicht ersichtlich. Dabei ist vorliegend nicht von Bedeutung, dass das bezirksgerichtliche Urteil nicht schriftlich begrÃ¼ndet worden war. Die BeschwerdefÃ¼hrenden verkennen in diesem Zusammenhang, dass der Beschwerdegegner (wie auch die Vorinstanz) keine (rechtsmittellegitimierte) Partei des Strafverfahrens ist und somit auch keine BegrÃ¼ndung des (erstinstanzlichen) Strafurteils verlangen kann (Art. 82 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 104 StPO; VGr, 4. Dezember 2019, VB.2019.00522, E. 3.2 drittes Lemma â 20. Juni 2018, VB.2018.00070, E. 3.7 â 21. September 2017, VB.2017.00605, E. 2.2 am Ende). Den MigrationsbehÃ¶rden wird ein Strafurteil lediglich mitgeteilt (vgl. Art. 75 Abs. 4 und Art. 84 Abs. 6 StPO). Entgegen den AusfÃ¼hrungen in der Beschwerde ging die Vorinstanz auch nicht davon aus, dass dem Strafurteil kein Beweiswert zukomme; die in diesem Zusammenhang geltend gemachte WillkÃ¼r ist nicht ersichtlich. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.1 </b>Vorliegend bestehen zahlreiche Indizien fÃ¼r eine Scheinehe: Die BeschwerdefÃ¼hrenden heiratete<span>n </span>in DÃ¤nemark, wo nur sehr geringe FormalitÃ¤ten fÃ¼r eine Heirat bestehen, nach einer kurzen Kennenlernphase von rund einem halben Jahr und lediglich vier persÃ¶nlichen Treffen. Zum Ort des Kennenlernens gab die BeschwerdefÃ¼hrerin an, sie hÃ¤tten sich im Internet kennengelernt und sie sei dann nach Italien zum BeschwerdefÃ¼hrer gereist. Letzterer fÃ¼hrte aus, er hÃ¤tte die BeschwerdefÃ¼hrerin im Januar oder Februar 2015 in Madrid kennengelernt; sie hÃ¤tte dort im Laden seines Onkels gearbeitet. Zum Ort der Trauung gab die BeschwerdefÃ¼hrerin an, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Eheschliessung in DÃ¤nemark allein organisiert habe; sie habe ihm gesagt, "dass er das so machen soll, wie es ihm am besten [gehe]. Ich wollte ja zu ihm in die Schweiz ziehen". Der BeschwerdefÃ¼hrer sagte, dass "man in DÃ¤nemark sehr schnell heiraten [kÃ¶nne]" und die Hochzeit deshalb dort stattfand; "das geh[e] in Spanien und Italien viel lÃ¤nger, bis man heiraten [kÃ¶nne]". Der BeschwerdefÃ¼hrer gab ausserdem an, dass abgesehen von jeweils einem Freund der Eheleute an der Trauung keine GÃ¤ste zugegen gewesen seien; an den Namen des Freundes seiner Ehefrau konnte er sich nicht mehr erinnern. GemÃ¤ss der BeschwerdefÃ¼hrerin waren jedoch neben den Trauzeugen (welche "Freundschaften" ihres Ehemanns gewesen seien) noch weitere Freunde von ihr und von ihm anwesend. AnlÃ¤sslich der Hochzeit gab es auch kein Fest. Der BeschwerdefÃ¼hrer gab lediglich an, dass sie "zu viert gut essen [gegangen seien] in DÃ¤nemark". An das Essen konnte er sich aber nicht mehr erinnern; auch wer dieses bezahlt hatte, wusste er nicht mehr. Die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼hrte zudem aus, dass Eheringe ausgetauscht worden seien. AnlÃ¤sslich der polizeilichen Befragung vom 2. MÃ¤rz 2018 trug sie ihren Ring jedoch nicht; diesen bewahre sie bei ihrer Tochter auf, da sie arbeite. Diese Angabe ist jedoch nicht glaubhaft, zumal die drei Kinder der BeschwerdefÃ¼hrerin allesamt im Ausland leben und sie an derselben Befragung auch angab, momentan keiner Arbeit nachzugehen. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.2 </b>Bereits vier Tage nach der Hochzeit, am 7. September 2015, reiste die BeschwerdefÃ¼hrerin allein in die Schweiz ein und erhielt in der Folge gestÃ¼tzt auf einen fiktiven Arbeitsvertrag mit dem Restaurant D eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Diesen erhielt sie offenbar aufgrund von BemÃ¼hungen des BeschwerdefÃ¼hrers bzw. dessen Beziehungen zu einer Gruppe von Vermittlern von ScheinarbeitsvertrÃ¤gen rund um dieses Restaurant. Die BeschwerdefÃ¼hrenden wurden aufgrund dieses Sachverhalts mit vorerwÃ¤hntem Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich der TÃ¤uschung der BehÃ¶rden im Sinn von Art. 118 Abs. 1 AIG fÃ¼r schuldig befunden und mit einer Geldstrafe von je 90 TagessÃ¤tzen belegt. </p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.5.3 </span></b><span>Die geschilderten UmstÃ¤nde des Kennenlernens, der Trauung sowie die zeitlichen AblÃ¤ufe der Einreise der BeschwerdefÃ¼hrerin in die Schweiz sowie des Nachzugs des BeschwerdefÃ¼hrers stellen ein sehr gewichtiges Indiz fÃ¼r einen lediglich auslÃ¤nderrechtlich motivierten Eheschluss</span> dar. Die <span>entsprechende Vorgehensweise ist dem Verwaltungsgericht bereits aus zahlreichen Verfahren bekannt </span>(vgl. <span>VGr, </span>29. April 2020, VB.2020.00021, <span>E. 3.2.1 Abs. 2 â </span>3. Juli 2019, VB.2019.00071, E. 4.2 â <span>17. April 2019, VB.2019.00139, E. 4.2.3 ff. [und das dazu ergangene Urteil BGr, 9. Dezember 2019, 2C_574/2019, E. 6.2] </span>â 6. MÃ¤rz 2019, VB.2019.00046, E. 6.2 und 6.5 [und das dazu ergangene Urteil BGr, 8. Juli 2019, 2C_345/2019, E. 3.6.2]; ferner VGr, <span>2. MÃ¤rz 2019, VB.2019.00044, E. 5.2 â </span>20. Februar 2019, VB.2018.00769, E. 3.4<span> [beide nicht publiziert]; BGr, 22. August 2019, 2C_327/2019 â 29. November 2018, 2C_381/2018 â 8. MÃ¤rz 2018, 2C_292/2017). </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.4 </b>Am 9. Januar 2016 wurde der BeschwerdefÃ¼hrer im Zusammenhang mit einem Ladendiebstahl in ZÃ¼rich verhaftet und polizeilich befragt; anlÃ¤sslich der Befragung gab er an, am 2. Januar 2016 allein mit dem Zug von Italien her in die Schweiz eingereist zu sein, um seine Familie zu besuchen. Nach seinen Beziehungen zur Schweiz gefragt, sagte er, sein Bruder "und andere Familienmitglieder" wÃ¼rden hier wohnen; bei seinem Bruder "und E" wÃ¼rde er auch Ã¼bernachten. Seine Ehefrau, mit welcher er zu diesem Zeitpunkt bereits rund fÃ¼nf Monate verheiratet war und welche bereits seit dem 12. Oktober 2015 Ã¼ber eine Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA verfÃ¼gte, erwÃ¤hnte der BeschwerdefÃ¼hrer dagegen nicht. Auch dieser Umstand deutet klar auf eine Scheinehe hin. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.5 </b>Sodann ergaben sich auch aus den durchgefÃ¼hrten Wohnungskontrollen zahlreiche Unstimmigkeiten, die auf eine nur zur Aufenthaltssicherung eingegangene bzw. aufrechterhaltene Ehe hindeuten. </p> <p class="Erwgung4"><b>3.5.5.1 </b>Die Stadtpolizei ZÃ¼rich versuchte zunÃ¤chst mehrfach erfolglos, eine Kontrolle an der damaligen Meldeadresse der BeschwerdefÃ¼hrenden, der F-Strasse 01 in ZÃ¼rich, durchzufÃ¼hren. AnlÃ¤sslich der Wohnungskontrolle vom 27. Juni 2017 konnte die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht in der Wohnung angetroffen werden. Der BeschwerdefÃ¼hrer wusste nicht mit Sicherheit, ob sie sich gerade in Spanien oder in der Dominikanischen Republik aufhielt; des Weiteren war ihm nicht bekannt, wann sie in die Schweiz zurÃ¼ckkehren wÃ¼rde. In der Wohnung fanden sich sodann sehr wenige Hinweise auf die Anwesenheit einer Frau. So waren lediglich "eine Jacke und ein Schal" der BeschwerdefÃ¼hrerin sowie eine Creme in der Einzimmerwohnung zu finden; ihre Schuhe seien "in Schachteln eingepackt". Zur ErklÃ¤rung gab der BeschwerdefÃ¼hrer an, die BeschwerdefÃ¼hrerin habe viele Kleider und Pflegeprodukte auf ihre Reise mitgenommen. Den Polizisten konnte der BeschwerdefÃ¼hrer auch keine persÃ¶nlichen GegenstÃ¤nde seiner Ehefrau zeigen; er legte diesen lediglich eine Lohnabrechnung seiner Ehefrau vom April 2016 (ausgestellt vom Restaurant D) sowie eine Rechnung einer Krankenkasse vor. Schliesslich gab auch der damalige Vermieter, der gemÃ¤ss eigenen Angaben fast tÃ¤glich im Haus anwesend war, gegenÃ¼ber der Polizei an, dass ihm die BeschwerdefÃ¼hrerin "lediglich im Juli/August 2016 regelmÃ¤ssig im Hause aufgefallen" sei; seither habe er sie nicht mehr gesehen.</p> <p class="Erwgung4"><a id="_Ref60732308"><b>3.5.5.2 </b>Nachdem der Beschwerdegegner den BeschwerdefÃ¼hrenden am 6. Dezember 2017 je einzeln Gelegenheit zur Stellungnahme eingerÃ¤umt hatte, zogen diese per 1. Februar 2018 nach G. Die BegrÃ¼ndung dieses gemeinsamen Wohnsitzes erfolgte demnach erst unter dem Eindruck des laufenden migrationsrechtlichen Verfahrens (vgl. VGr, 24. August 2015, VB.2015.00340, E. 3.4). Der Mietvertrag weist denn auch lediglich den BeschwerdefÃ¼hrer als Mieter aus und wurde auch nur von ihm unterschrieben. Im Vertrag heisst es ausserdem, dass die Wohnung keine Familienwohnung sei; der Vermieter bestÃ¤tigte erst nachtrÃ¤glich, dass auch die BeschwerdefÃ¼hrerin in der Wohnung wohnhaft sein dÃ¼rfe. Ein solches Vorgehen deutet darauf hin, dass eine dauerhafte Anwesenheit der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Wohnung (erneut) nicht beabsichtigt war.</a> </p> <p class="Urteilstext">Sodann ergaben sich auch anlÃ¤sslich der Hausdurchsuchung vom 2. MÃ¤rz 2018 sowie der Wohnungskontrolle vom 31. August 2018 am neuen Wohnort der BeschwerdefÃ¼hrenden weitere Hinweise auf eine Scheinehe: In der Dreizimmerwohnung stand in zwei Zimmern jeweils ein Bett, wobei aufgrund der Ausstattung der beiden Zimmer und der sich darin befindlichen persÃ¶nlichen GegenstÃ¤nde, MÃ¶bel und Kleider davon ausgegangen werden muss, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und die BeschwerdefÃ¼hrerin jeweils getrennt in einem Zimmer schliefen. So lagen etwa das Mobiltelefon und das zugehÃ¶rige LadegerÃ¤t des BeschwerdefÃ¼hrers in einem, das Mobiltelefon der BeschwerdefÃ¼hrerin samt LadegerÃ¤t jedoch im anderen (Schlaf-)Zimmer.</p> <p class="Urteilstext">AnlÃ¤sslich der Hausdurchsuchung vom 2. MÃ¤rz 2018 war das Bett im Zimmer, in welchem die BeschwerdefÃ¼hrerin angetroffen wurde, nicht bezogen, und ein Grossteil ihrer Kleider befand sich in einem Koffer neben dem Bett. Zur BegrÃ¼ndung gab sie an, dass sie erst am Abend davor von einer siebentÃ¤gigen Reise nach London zurÃ¼ckgekehrt sei, wo sie ihren Sohn besucht habe. Der BeschwerdefÃ¼hrer meinte, er "glaube [die BeschwerdefÃ¼hrerin] sei aus London gekommen", wo sie fÃ¼r vier bis fÃ¼nf Tage "eine Verwandte" besucht habe. Diese Unkenntnis Ã¼ber die Dauer und den Zweck des Auslandaufenthalts seiner Ehefrau Ã¼berrascht, zumal der BeschwerdefÃ¼hrer deponierte, dass er die Reise finanziert habe. Sodann fÃ¤llt auf, dass ihm auch nach Ã¼ber zwei Ehejahren nicht bekannt war, dass seine Ehefrau einen Sohn hat, der in London lebt. </p> <p class="Erwgung4"><b>3.5.5.3 </b>Insgesamt deuten die WohnverhÃ¤ltnisse in G auf eine zweckgerichtete Wohngemeinschaft hin. Zusammen mit der unklaren Wohnsituation in ZÃ¼rich ist demnach auch in den WohnverhÃ¤ltnissen der Ehegatten ein gewichtiges Scheineheindiz zu erblicken. </p> <p class="Erwgung3"><b><span>3.5.6 </span></b>Als weiteres Indiz ist zu berÃ¼cksichtigen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehegattin unterschiedlichen Kulturen entstammen. Letztere verfÃ¼gt ausserdem weder Ã¼ber einen Schulabschluss noch Ã¼ber eine Berufsausbildung. Sie entspricht deshalb einer im Hinblick auf die Eingehung von Scheinehen typischen Zielgruppe (VGr, 29. April 2020, VB.2020.00021, <span>E. 3.2.1 Abs. 2 â </span>6. MÃ¤rz 2019, VB.2019.00046, E. 6.6; vgl. BGE 122 II 289 E. 2c; BGr, 21. Juni 2017, 2C_1174/2016, E. 3.2). Diese Feststellung wird dadurch erhÃ¤rtet, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seine Ehefrau finanziell unterstÃ¼tzt, indem er etwa ihre ReisetÃ¤tigkeit finanziert und ausserdem alle wiederkehrenden Ausgaben der Eheleute Ã¼bernimmt. Da die BeschwerdefÃ¼hrenden Ã¼berdies keine gemeinsame Sprache sprechen, dÃ¼rfte auch eine VerstÃ¤ndigung zwischen den Ehegatten erschwert (gewesen) sein, was ebenfalls auf eine Scheinehe hindeutet (vgl. VGr, 3. September 2014, VB.2014.00358, E. 3.2.3). <span>Schliesslich hatte der BeschwerdefÃ¼hrer als beruflich nicht besonders qualifizierter DrittstaatsangehÃ¶riger ohne die Heirat mit einer hier anwesenheitsberechtigten Person keine realistischen Aussichten auf Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.6 </span></b><span>Nach dem Gesagten bestehen zahlreiche und gewichtige Indizien dafÃ¼r, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden eine Scheinehe eingegangen sind. Somit liegt es an ihnen, </span>diese Vermutung durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen<span>. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.7 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.7.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden verweisen auf die gemeinsam in ihren jeweiligen HeimatlÃ¤ndern verbrachten Ferien und die dadurch entstandenen Beziehungen mit den dort wohnhaften AngehÃ¶rigen. Diese Reisen fanden jedoch gemÃ¤ss Angaben in der Beschwerde erst nach den Wohnungskontrollen im MÃ¤rz bzw. August 2018 und den damit einhergehenden polizeilichen Einvernahmen statt. Zumindest sinngemÃ¤ss berufen sich die BeschwerdefÃ¼hrenden demnach auf den sogenannten "amor superveniens". Diese Wandlung einer rechtsmissbrÃ¤uchlichen Scheinehe in eine tatsÃ¤chlich gefÃ¼hrte Ehe ist zwar nicht ausgeschlossen; rechtsprechungsgemÃ¤ss ist eine solche Konstellation jedoch nicht leichthin anzunehmen und sind deshalb erhÃ¶hte Anforderungen an den Nachweis des wirklichen Ehewillens zu stellen. Dabei reicht es nicht aus, lediglich die Absicht des Zusammenlebens unter Beweis zu stellen (BGE 121 II 1 [= Pra. 84/1995 Nr. 163] E. 2d; BGr, 14. MÃ¤rz 2019, 2C_128/2018, E. 3.3.3 â 5. Februar 2016, 2C_883/2015, E. 3.4 â 7. April 2014, 2C_645/2013, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.7.2 </b>Die sich in den Akten befindlichen Fotos und Flugtickets nach Dhaka vermÃ¶gen zwar einen Besuch der BeschwerdefÃ¼hrerin im Heimatland ihres Ehemanns bzw. bei ihren Schwiegereltern vom 16. bis am 23. Februar 2020 zu belegen. Die Fotos stellen jedoch lediglich Momentaufnahmen dar; daraus kann noch nicht geschlossen werden, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden nunmehr tatsÃ¤chlich eine Ehe fÃ¼hren (vgl. <span>BGr, 7. April 2014, 2C_645/2013, E. 2.4; VGr, </span>3. September 2014, <span>VB.2014.00358, E. 3.3.4).</span><span> </span><span>Ausserdem hatten Letztere aufgrund des zu diesem Zeitpunkt noch laufenden Strafverfahrens sowie des laufenden migrationsrechtlichen Verfahrens selbstredend ein grosses Interesse daran, nach aussen als Ehepaar in Erscheinung zu treten. Aufgrund</span> der gesamten UmstÃ¤nde des vorliegenden Verfahrens und insbesondere der zeitlichen AblÃ¤ufe ist deshalb davon auszugehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden die Reise nach Bangladesch zweckgerichtet, namentlich zur (weiteren) TÃ¤uschung der BehÃ¶rden, unternommen haben. Diesen Schluss legt auch eine Aussage der BeschwerdefÃ¼hrerin anlÃ¤sslich der Befragung vom 2. MÃ¤rz 2018 nahe; sie gab damals Folgendes an: "Ich habe das mit B so besprochen. Ich habe keine Beziehung zu seinen Eltern und er auch nicht zu meiner Mutter". </p> <p class="Urteilstext">Auch die im Jahr 2019 gemeinsam unternommene Reise nach Madrid lÃ¤sst vorliegend nicht auf eine gelebte eheliche Beziehung schliessen; soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden in diesem Zusammenhang vorbringen, dass sie "jedes Jahr gemeinsam Zeit mit ihren Familien in Spanien und in Bangladesch verbringen", hÃ¤tte es an ihnen gelegen, diese Reisen zu belegen (Art. 90 AIG). Die nachgewiesenen gemeinsamen Aufenthalte im Heimatland ihres jeweiligen Ehepartners kÃ¶nnen zwar zugunsten der BeschwerdefÃ¼hrenden bzw. von deren Ehewillen gewertet werden; im Ergebnis reichen diese Besuche aber nicht aus, um auf einen "amor superveniens" zu schliessen (vgl. BGr, 19. Februar 2013, 2C_574/2012, E. 4.3). Gleiches gilt fÃ¼r die Besuche des BeschwerdefÃ¼hrers im Spital, als seine Ehefrau im Jahr 2019 stationÃ¤r behandelt wurde. Aus dem Umstand, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden (weiterhin) in einer gemeinsamen Wohnung wohnen, kÃ¶nnen sie ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn wie bereits aufgezeigt, entspricht die dortige Wohnsituation mit getrennten Schlafzimmern derjenigen einer zweckgerichteten Wohngemeinschaft (vorn, E. 3.5.4.2). Weitere (stichhaltige) <span>Vorbringen, welche belegen wÃ¼rden, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden heute eine echte Ehe fÃ¼hren, sind der Beschwerdeschrift nicht zu entnehmen. Der VollstÃ¤ndigkeit halber ist anzufÃ¼gen, dass auch die verschiedenen, ab April 2018 (tatsÃ¤chlich) angetretenen Arbeitsstellen der BeschwerdefÃ¼hrerin den Schluss auf eine wirkliche eheliche Gemeinschaft nicht zulassen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.8 </b>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden eine Scheinehe eingegangen sind. Sodann ist es ihnen nicht gelungen, <span>in Ã¼berzeugender Weise darzutun, dass die QualitÃ¤t der Beziehung eine entscheidende Wendung genommen hat und nunmehr eine echte Ehegemeinschaft vorliegt </span>(vgl. BGr, 14. MÃ¤rz 2019, 2C_128/2018, E. 3.3.3 â 20. Juli 2009, 2C_152/2009, E. 3.2). </p> <p class="Urteilstext">An diesem Ergebnis Ã¤ndert auch das Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 3. Juni 2020 nichts. Dieses Strafurteil wurde mÃ¼ndlich begrÃ¼ndet, und eine schriftliche BegrÃ¼ndung wurde nicht verlangt (vgl. Art. 82 StPO). Somit steht fÃ¼r das Verwaltungsgericht (und stand auch fÃ¼r die Vorinstanz) nicht fest, von welchem Sachverhalt das Strafgericht ausging und aufgrund welcher Beweismittel es unÃ¼berwindliche Zweifel an der Schuld der BeschwerdefÃ¼hrenden hatte (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO; BGE 120 I 31 E. 2c). Aufgrund des vorangehend AusgefÃ¼hrten drÃ¤ngt sich deshalb in migrationsrechtlicher Hinsicht eine vom Strafurteil abweichende Beurteilung auf. Dies erweist sich denn auch mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung als zulÃ¤ssig, zumal hier abweichende Verfahrensregelungen gelten und es den BeschwerdefÃ¼hrenden oblag, durch (weitere) Beweismittel Zweifel an der vermuteten TÃ¤uschungsabsicht zu erwecken. Dass sie dies im vorliegenden Verfahren nicht getan haben, gereicht ihnen damit zum Nachteil. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.9 </b>Nach dem Gesagten berief sich der BeschwerdefÃ¼hrer rechtsmissbrÃ¤uchlich auf die Ehe mit der BeschwerdefÃ¼hrerin, um eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu erlangen, und kann diese deshalb gestÃ¼tzt auf Art<span>. 23 Abs. 1 VEP in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG widerrufen werden. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds fÃ¼hrt indes nicht automatisch zum Widerruf der Aufenthaltsbewilligung; diese Rechtsfolge kann nur eintreten, wenn diese Massnahme unter BerÃ¼cksichtigung der persÃ¶nlichen und familiÃ¤ren VerhÃ¤ltnisse der betroffenen Person als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (vgl. Art. 96 AIG; BGE 135 II 377 E. 4.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der heute 34-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer reiste am 13. Mai 2016 und damit vor rund viereinhalb Jahren in die Schweiz ein. Sein Aufenthalt beruht aber â wie aufgezeigt â im Wesentlichen auf einer TÃ¤uschung der BehÃ¶rden bzw. der aufschiebenden Wirkung der gegen die AusgangsverfÃ¼gung erhobenen Rechtsmittel. Mit seinem Heimatland, in dem er den grÃ¶ssten Teil seines Lebens verbracht haben dÃ¼rfte, sollte er noch genÃ¼gend vertraut sein, um sich dort wieder integrieren zu kÃ¶nnen, zumal er jung und bei guter Gesundheit ist. In Bangladesch leben denn auch seine Eltern sowie seine Schwester mit ihrem Ehemann. Zu seiner Integration ist festzuhalten, dass er seit seiner Einreise arbeitstÃ¤tig war und keine Sozialhilfe bezog. Deutsch spricht er jedoch gemÃ¤ss eigenen Angaben nur "wenig"; die Befragungen durch die Kantonspolizei sowie das Bezirksgericht ZÃ¼rich wurden jeweils mit Dolmetscher durchgefÃ¼hrt. Zu seinen Ungunsten ist schliesslich zu gewichten, dass er wÃ¤hrend seiner Anwesenheit drei Straferkenntnisse (wegen Diebstahls, rechtswidriger Einreise und TÃ¤uschung der BehÃ¶rden) erwirkte, womit er mit Geldstrafen von insgesamt 195 TagessÃ¤tzen bestraft worden war. Der bisherige Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers lÃ¤sst eine Wegweisung aus der Schweiz nicht als unzumutbar erscheinen, zumal dem BeschwerdefÃ¼hrer nach dem Gesagten keine besonders starke Integration in die hiesigen VerhÃ¤ltnisse attestiert werden kann. Daran Ã¤ndert auch der Umstand nichts, dass sein Bruder H mit seiner Familie sowie ein Onkel in der Schweiz leben. </p> <p class="Urteilstext">Insgesamt erweist sich der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA des BeschwerdefÃ¼hrers somit als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">Da hier von einer Scheinehe auszugehen ist, lÃ¤sst sich ein Anwesenheitsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers nicht aus dem Recht auf Familienleben gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) bzw. Art. 13 Abs. 1 BV ableiten (vgl. BGr, 16. August 2019, 2C_691/2018, E. 5.1 â 11. Juli 2012, 2C_999/2011, E. 4.4.1 mit Hinweisen). Ebenso wenig lÃ¤sst sich ein solcher aus dem in denselben Bestimmungen geschÃ¼tzten Recht auf Achtung des Privatlebens ableiten, da es vorliegend an behaupteten und belegten besonders intensiven Beziehungen des BeschwerdefÃ¼hrers zur Schweiz fehlt (vgl. <span>BGr, 9. Dezember 2019, 2C_574/2019, E. 4.1 f.)</span>.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten den BeschwerdefÃ¼hrenden unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1<span> und § 14 VRG)</span> und ist ihnen eine ParteientschÃ¤digung zu versagen (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig; ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander je zur HÃ¤lfte auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde an das Bundesgericht erhoben werden. Die Beschwerde ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>