<h2>SubmittedText<h2><p>- Welche Kriterien müssen heute erfüllt sein, dass ein Neubauprojekt bzw. ein Neubau nicht der Mehrwertsteuerpflicht unterstellt wird?</p><p>- Kann bzw. darf ein Neubau im Nachhinein der Mehrwertsteuerpflicht unterstellt werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Grundsätzlich ist der Verkauf eines bebauten oder unbebauten Grundstücks von der Steuer ausgenommen. Steuerbar hingegen ist der Bau eines Gebäudes, da es sich um einen Werkvertrag und nicht um einen Kaufvertrag handelt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Bauherr auf eigenem Boden bauen lässt. Auch ein erst geplanter Neubau kann trotzdem Gegenstand eines von der Steuer ausgenommenen Verkaufs sein, wenn alle folgenden Kriterien gemeinsam erfüllt sind:</p><p>- der Boden gehört dem Verkäufer;</p><p>- der Käufer erwirbt ein fertig geplantes und projektiertes Objekt;</p><p>- es wird ein Pauschalpreis für Boden und Gebäude bezahlt;</p><p>- der Käufer kann auf den Bau, die Ausgestaltung des Gebäudes und die Handwerker nur beschränkten Einfluss nehmen (maximal 5 Prozent des angebotenen Pauschalpreises für Boden und Gebäude bzw. 7 Prozent des Pauschalpreises für das Gebäude, wenn der Boden im Baurecht überlassen wird);</p><p>- es liegt nur ein Vertrag für Gebäude und Boden vor;</p><p>- Nutzen und Gefahr gehen erst nach Fertigstellung auf den Käufer über;</p><p>- die Bezahlung erfolgt erst nach bezugsbereiter Fertigstellung. Eine Anzahlung bis maximal 30 Prozent des Kaufpreises ändert daran nichts.</p><p>Ob alle Kriterien gemeinsam erfüllt sind, kann wesensgemäss erst nach Abschluss der Bauarbeiten endgültig beurteilt werden. Deshalb ist nicht ausgeschlossen, dass sich erst im Nachhinein zeigt, dass die Veräusserung eines Neubaus der Mehrwertsteuer unterliegt.</p>