B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3160/2013 U r t e i l v o m 1 3 . N o v e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richterin Claudia Cotting-Schalch, Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler. Parteien A._______, geboren (…), sowie die Kinder B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), Somalia, alle vertreten durch Donato Del Duca, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 30. April 2013 / N (…). D-3160/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Ehemann respektive Vater der Beschwerdeführenden, D._______, verliess Somalia im August 2008 und gelangte am 17. August 2008 in die Schweiz, wo er am darauffolgenden Tag um Asyl nachsuchte . Mit Verfü- gung vom 18. März 2010 lehnte das BFM sein Asylgesuch ab, ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an und verfügte wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges die vorläufige Aufnahme. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. B. Mit Eingabe vom 6. März 2012 stellte der Rechtsvertreter von D._______ gestützt auf alt Art. 20 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ein Asylgesuch für die Ehefrau A._______ sowie den Sohn B._______ und beantragte, es sei ihnen die Einreise zur Abklärung des Sachverhalts zu bewilligen. Zur Begründung liessen die Beschwerdeführenden zusammengefasst darlegen, sie hätten in E._______, etwa 90 km von Mogadishu gelebt. Nach der Flucht des Ehemannes sei die Beschwerdeführerin, die nun als unverheiratet betrachtet worden sei, von der Al -Shabaab Miliz aufgefo r- dert worden, ein Al-Shabaab Mitglied zu heiraten ; allenfalls werde dies auch gegen ihren Willen durchgesetzt. Anfangs Februar 2012 sei den Be- schwerdeführenden die Flucht nach Äthiopien gelungen. Als Beweismittel liessen die Beschwerdeführenden nebst der von D._______ unterzeichneten Vollmacht drei Ge burtsurkunden, eine He i- ratsurkunde ( je mit Übersetzung en in englischer Sprache ), zwei Fotos sowie die Kopie eines Einsatzvertrages (betreffend D._______) einrei- chen. C. Mit Schreiben vom 14. Juni 2012 informierte der Rechtsvertreter, die B e- schwerdeführenden sei en von Banditen festgehalten worden, weshalb der Ehemann und Vater nach Äthiopien gereist sei, um das geforderte Lösegeld zu übergeben. D. Das Bundesamt forderte den Rechtsvertreter mit Zwischenverfügung vom 13. November 2012 auf, eine von der Beschwerdeführerin unterzeichnete Vollmacht einzureichen. Im Weiteren teilte es mit, dass die Asyl suche n-D-3160/2013 Seite 3 den Personen im Auslandverfahren in der Regel durch eine schweizer i- sche Vertretung vor Ort zu befragen seien. Indessen sei die Schweizer Botschaft in Addis Abeba auf grund des begrenzten Personalbestandes sowie fehlender Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räuml i- chen Bereich nicht mehr in der Lage, Befragungen von Asylsuchenden durchzuführen. Die Beschwerdeführenden wurden deshalb um schriftl i- che Beantwortung des in der Zwischenverfügung aufgeführten Fragenka- talogs ersucht. E. Mit Eingabe vom 3. Dezember 2012 reichte der Rechtsvertreter die von der Beschwerdeführerin unterzeichnete Vollmacht (in Kopie) ein. F. Die Beantwortung des Fragenkatalogs erfolgte durch den Rechtsvertreter mit Eingabe vom 13. Dezember 2012. Zudem wurde die Originalvol l- macht sowie ein persönliches Schreiben der Beschwerdeführerin eing e- reicht, welches zuvor bereits in Kopie zu den Akten gegeben worden war. G. Am 19. Februar 2013 teilte der Recht svertreter dem BFM mit, die B e- schwerdeführerin habe am (…) das Kind C._______ geboren. H. Das BFM teilte dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden mit Brief vom 21. März 2013 mit, ihr Asylgesuch werde dem zuständigen Kanton zur Prüfung der Frage unterbreit et, ob allenfalls die Voraussetzungen für einen Familiennachzug und Einbezug der Beschwerdeführenden in die vorläufige Aufnahme des Ehemannes und Vaters erfüllt seien. Mit Ste l- lungnahme vom 23. April 2013 beantragte die kantonale Migrationsb e- hörde die Able hnung des Familiennachz ugsgesuches, da der Ehemann beziehungsweise Vater angesichts der eingereichten Unterlagen für den Lebensunterhalt der Familie in der Schweiz nicht aufkommen könnte. I. Mit Verfügung vom 30. April 2013 – eröffnet am 2. Mai 2013 – verweigerte das Bundesamt den Beschwerdeführenden die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch aus dem Ausland ebenso ab wie das Gesuch um Einbezug in die vorläufige Aufnahme. J. Gegen diesen Entscheid liessen die Beschwerdeführenden mit Eingabe D-3160/2013 Seite 4 ihres Rechtsvertreters vom 3. Juni 2013 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin in der Folge gestützt auf alt Art. 20 AsylG die Einreise in die Schweiz zwecks Abklärung des Sac h- verhalts und zwecks Feststellung der Flüchtlingseigenschaft umgehend zu bewilligen, eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuhe ben sowie zwecks eingehender Prüfung und Neubeurteilung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchten die Beschwerdeführenden um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Bestellung des Rechtsvertreters als unentgeltlicher Rechtsbeistand. Auf die Begründung der Rechtsbegehren wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. K. Mit Verfügung vom 13. Juni 2013 hielt der Instruktionsrichter fest, über das Gesuch um Gewährung der unentgelt lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Deze m- ber 1968 (VwVG, SR 172.021) werde im Endentscheid befunden und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig wu r- de das Gesuch um Gewährung d er unentgeltlichen Rechtspflege im Si n- ne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abgewiesen. Überdies wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. L. Der Rechtsvertreter teilte dem Gericht mit Schreiben vom 18. Juni 2013 mit, anlässlich eines Feuergefechts zwischen der äthiopischen Armee und Rebellen sei der ältere Sohn verschwunden. Die Beschwerdeführerin habe keine Kenntnis über seinen Aufenthaltsort und seinen Zustand. Eine Kopie dieses Schreibens wurde am 19. Juni 2013 an die Vorinstanz zur allfälligen Berücksichtigung in ihrer Vernehmlassung weitergeleitet. M. Mit seiner Vernehmlassung vom 25. Juni 2013 hielt das Bundesamt an seinen bisherigen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. N. Die vorinstanzliche Vernehmlassung wur de den Beschwerdeführenden mit Verfügung vom 2. Juli 2013 zugestellt und ihnen wurde gleichzeitig D-3160/2013 Seite 5 Frist zur Einreichung einer Replik eingeräumt. Von ihrem Äusserung s- recht machten die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 11. Juli 2013 Gebrauch. O. Mit Eingabe vom 23. August 2013 teilte der Rechtsvertreter dem Gericht mit, der Ehemann beziehungsweise Vater der Beschwerdeführenden sei nach Äthiopien gereist und habe das verschwundene Kind wieder auffi n- den können. Allerdings sei der psychische Zustand der Beschwerdeführe- rin nach wie vor instabil, auch zufolge der Ungewissheit über den Au s- gang des Verfahrens. Es werde um ein baldiges Urteil gebeten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bunde sverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig, (Art. 105 AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Das vorliegende Verfahren ergeht gestützt auf die Übergangsbesti m- mung zur Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (in Kraft getreten am 29. September 2012), wonach für Asylgesuche, die im Au s- land vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellt worden sind, die Artikel 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 in der bisherigen Fassung des Asylgesetzes Geltung haben. 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein D-3160/2013 Seite 6 schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrec ht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Ein Asylgesuch kann gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt we rden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist ( alt Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ver- fahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt. Davon kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus organisatorischen oder kapazitätsmä s- sigen Gründen unmöglich ist, oder wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). Ist eine Befragung im Ausland nicht mög- lich, ist die asylsuchende Person aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das BFM hat den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der Verfüg ung zu begründen (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.8 S. 368). 3.2 Der Umstand, dass das vorliegende Asylgesuch nicht bei einer schweizerischen Vertretung, sondern direkt beim BFM eingereicht wurde, ist nicht mass geblich (vgl. BVGE 2011/39 E. 3; Entscheidungen und Mit- teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2b S. 129) . Das Bundesamt begründete den Verzicht auf eine persönliche Befragung der Beschwerd eführerin in seiner Verfügung vom 30. April 2013 mit dem begrenzten Personalbestand der Schweizer Bo t- schaft in Addis Abeba und fehlenden Voraussetzungen im sicherheit s- technischen und räumlichen Bereich. Der Rechtsvertreter der Beschwer- deführenden nahm mit Eingabe vom 13. Dezember 2012 zu den vom Bundesamt in dessen Schreiben vom 13. November 2012 gestellten Fra- gen Stellung. Vorliegend erhielten die Beschwerdeführenden somit Gele- genheit, über ihren Rechtsvertreter ihre Asylgründe darzulegen und bei D-3160/2013 Seite 7 der Erhebung und Ergänzung des rechtserheblichen Sachverhaltes mi t- zuwirken. 4. 4.1 Zur Begründung des Asylgesuches lassen die Beschwerdeführenden ausführen, die Beschwerdeführerin sei nach der Flucht ihres Ehemannes von einem ranghohen Al -Shabaab Soldaten, der die Stad t E._______ kontrolliert habe, gefangen gehalten worden. Man habe sie als unverhei- ratete Frau beziehungsweise aufgrund der Landesabwesenheit ihres Ehemannes als geschieden betrachtet. Es sei ihr immer wieder gedroht worden, sie werde mit oder ohne ihr Einv erständnis mit einem Al - Shabaab Mitglied verheiratet. Zwar hätten Verwandte sie befreien können und sie habe sich zu ihrem Schwager nach Mogadishu begeben, doch sei sie auch dort von der Al -Shabaab Miliz bedrängt worden. Im Oktober 2011 sei der Entscheid gefallen, Somalia zu verlassen. Sie sei zusammen mit ihrem Sohn und ihrer Schwester nach Äthiopien geflüchtet, wo sie a l- lerdings im Februar 2012 verhaftet beziehungsweise von Banditen en t- führt worden seien. Ende Mai 2012 seien sie freigelassen worden, nac h- dem der Ehemann nach Äthiopien gereist und ein Lösegeld bezahlt habe. Die Beschwerdeführenden hätten sich nicht beim UNHCR als Flüchtlinge registrieren lassen, da der Ehemann in der Lage sei, für sie eine Unte r- kunft zu bezahlen, und weil die Beschwerdeführe rin schwanger gewesen sei. Es lebten keine Verwandten der Beschwerdeführenden in Äthiopien, die Schwester der Beschwerdeführerin sei nach der Ankunft des Eh e- mannes nach F._______ (gemeint wohl: G._______, Somaliland) zurück- gekehrt. 4.2 Zur Begründung seiner Verfügung vom 30. April 2013 erwog das BFM zunächst, die Schilderungen der Beschwerdeführerin liessen darauf schliessen, dass ihre Schwierigkeiten in Somalia asylbeachtlich seien. Gemäss gesicherten Kenntnissen des Bundesamtes befänden sich i n- dessen zahlreiche somalische Flüchtlinge und Asylbewerber in Äthiopien. Es sei zwar nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort für diese Me n- schen wie auch die Beschwerdeführenden nicht einfach sei. Dennoch be- stünden keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme, e in weiterer Verbleib in Äthiopien wäre für die Beschwerdeführenden schlechterdings nicht zumutbar oder nicht möglich. Sollten die Beschwerdeführenden i r- gendwelche Hilfe benötigen, sei es ihnen zuzumuten, beim UNHCR um Schutz und um Gewährung medizinischer Behandlung zu ersuchen, wor- auf sie offensichtlich während ihres bisherigen mehrmonatigen Aufenthal- tes verzichtet hätten. Aus den Akten gingen auch keine Hinweise hervor, D-3160/2013 Seite 8 dass bei der Beschwerdeführerin nach der Geburt des zweiten Kindes schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen eingetreten wären. Der ge- schilderte Blutverlust und Dammschnitt stellten übliche Beeinträchtigu n- gen dar. Da sich die Beschwerdeführerin bei der Geburt im Spital au f- gehalten habe, könne davon ausgegangen werden, dass sie eine ad ä- quate medizinische Betreuung erhalten habe. Weder seien ärztliche B e- richte eingereicht worden, noch machten die Beschwerdeführenden ge l- tend, die benötigte medizinische Behandlung sei in Äthiopien nicht g e- währleistet respektive die Beschwerdeführerin sei aktuel l auf eine B e- handlung angewiesen, die nicht in Äthiopien erfolgen könnte. Es stehe den Beschwerdeführenden ausserdem frei, sich für eine allfällig benötigte medizinische Behandlung an das UNHCR zu wenden, das die medizin i- sche Versorgung der Flüchtlinge in Äthiopien sicherstelle. Die Beschwer- deführenden benötigten augenscheinlich den subsidiären Schutz der Schweiz nicht. Zwar verfügten die zahlreichen somalischen Flüchtlinge in Äthiopien nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land, so n- dern sie würden einem Flüchtlingslager zugeteilt, wo sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Versorgung erhielten. Äthiopien sei für somalische Flüchtlinge grundsätzlich ein sicherer Aufnahmestaat. Zudem könnten die Beschwerdeführenden Unterstützungsleistungen v on ihrem in der Schweiz erwerbstätigen Ehemann beziehungsweise Vater erwarten. Da dieser in der Schweiz vorläufig aufgenommen worden sei, verfügten sie zwar über einen Anknüpfungspunkt zur Schweiz, doch spreche die gro s- se somalische Diaspora in Addis Abeba sowie das schützende Bezi e- hungsnetz als Mitglied der somalischen Gemeinschaft in Addis Abeba für einen Weiterverbleib in Äthiopien. Das BFM fügt e an, ein Familiennachzug gestützt auf Art. 51 AsylG kom- me vorliegend nicht in Frage, da dem Ehemann und Vater der Beschwer- deführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht zuerkannt worden sei. Der Nachzug von Familienangehörigen vorläufig aufgenommener Personen richte sich nach Art. 85 Abs. 7 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20). Die kan- tonale Migrationsbehörde habe mitgeteilt, dass das Erwerbseinkommen des Ehemannes für den Unterhalt der Familie mit 4 Personen nicht au s- reiche, weshalb das Gesuch um Einbezug der Beschwerdeführenden in die vorläufige Aufnahme ge mäss Art. 85 Abs. 7 Bst. c AuG abzulehnen sei. 4.3 Den Ausführungen des Bundesamtes wird in der Beschwerdeschrift entgegengehalten, in der angefochtenen Verfügung werde nicht auf alle D-3160/2013 Seite 9 erheblichen Vorbringen der Beschwerdeführenden eingegangen, womit der Untersuchungsgrundsatz, der Anspruch auf rechtliches Gehör sowie die Begründungspflicht verletzt werde. So habe das BFM vern achlässigt, dass es sich bei den Beschwerdeführenden, einer alleinstehenden Frau mit zwei Kindern, um eine besonders verletzliche Person beziehungswei- se Personengruppe handle, e benso den Umstand, dass sich die B e- schwerdeführenden erst seit verhältnismässig kurzer Zeit in Äthiopien aufhielten und somit dort über keine Anknüpfungspunkte verfügten. Die Beschwerdeführenden hätten ausdrücklich d arauf hingewiesen, dass ih- nen kein legaler Aufenthaltsstatus zukomme und sie jeweils eine Drittper- son bezahlen müssten, um das vom Ehemann geschickte Geld abzuh o- len. Zudem sei vorgetragen worden, die Beschwerdeführerin habe au f- grund der aktuellen Situation Suizidgedanken und die medikamentöse Versorgung sei, nach der Verhaftung eines Verbindungsmannes, nicht mehr gewährleistet. Es sei zu beachten, dass illegal Anwesende nicht einfach geduldet, sondern verhaftet würden, auch seien sie oft Opfer von Entführungen, um Lösegeld von den in der Schweiz wohnhaften Famil i- enmitgliedern zu erpressen. Überdies sei vorgetragen worden, dass d er Verbleib in einem Flüchtlingslager für die Beschwerdeführenden ebenfalls unzumutbar sei, da die Lebenssituation besonders für verletzliche Pers o- nen wie die Beschwerdeführenden äussert prekär sei. Als alleinstehende Frau habe die Beschwerdeführerin keine Möglichkeit, sich vor allfälligen Übergriffen auf ihre psychische oder physische Integrität zu schützen. Weiter beanstanden die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz habe Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Me n- schenrechte und Grundfr eiheiten (EMRK, SR 0.101) in Zusammenhang mit Art. 51 Abs. 2 AsylG keine Beachtung geschenkt. Den Beschwerdeführenden dürfe sodann nicht zum Nachteil gereichen, dass der Ehemann in der Schweiz einer Arbeitstätigkeit nachgehe und daher seine Familie finanzi ell unterstützen könne, weshalb sie das UNHCR nicht aufsuchen müsse. Ebenfalls dürfe nicht argumentiert we r- den, dass der Ehemann weiterhin für sie aufkommen könne. Die Gefahr , verhaftet zu werden, drohe ihnen nämlich weiterhin. In Bezug auf die Zumutbarkei t des weiteren Verbleibs in Äthiopien we n- den die Beschwerdeführenden ein, das BFM habe den Umstand vernach- lässigt, dass sie selbst nach einer Registrierung beim UNHCR nicht b e- rechtigt wären, sich frei in Äthiopien aufzuhalten. Vielmehr seien die r e-D-3160/2013 Seite 10 gistrierten Flüchtlinge verpflichtet, sich weiterhin im Flüchtlingslager au f- zuhalten. 4.4 In seiner Vernehmlassung vom 25. Juni 2013 führt das BFM aus, es sei unbestritten, dass eine Frau mit zwei minderjährigen Kindern in der asylrelevanten Terminologie als verletzliche Personen betrachtet würden. Hingegen sei nicht belegt und entspreche nicht den allgemeinen Erfa h- rungen, dass die Beschwerdeführerin in Addis Abeba ohne Beziehung s- netz und gänzlich auf sich allein gestellt leben würde, wie in der B e- schwerdeschrift vorgebracht werde. Inzwischen habe sich in Addis Abeba eine grosse somalische Diaspora gebildet. Da die Beschwerdeführerin einem der Hauptclans Somalias, dem Clan der H._______ angehöre, könne davon ausgegangen werden, dass sie und ihre zwei Kinder Schutz und U nterstützung durch Mitglieder dieses Clans erhalten würden. Die somalische Diaspora sei in der Regel sehr gut organisiert und unterstütze ihre Landsleute. Gemäss den Akten sei es der Beschwerdeführerin mö g- lich, Post und Geldüberweisungen, wenn auch durch M ittelspersonen, von ihrem Ehemann in Empfang zu nehmen; sie könne von ihm weiterhin finanziell unterstützt und sogar periodisch besucht werden. Ohne die Un- terstützung und Hilfe von Bekannten oder Verwandten wäre sodann die Geburt des zweiten Kindes in einem Spital in Addis Abeba nicht ohne wei- teres möglich gewesen. Vor diesem Hintergrund ersch eine die Erklärung in der Beschwerdeschrift, dass die Beschwerdeführenden in Äthiopien über keine Anknüpfungspunkte verfügten und auf sich alleine gestellt se i- en, nich t unbedingt plausibel. Sollten sich dennoch Probleme in Bezug auf die Sicherhe it oder die Versorgung einstell en, so sei es den B e- schwerdeführenden zumutbar, die Hilfe des UNHCR in Anspruch zu nehmen. Weiter weist das BFM darauf hin, dass der Ehemann der B e- schwerdeführerin in der Schweiz nicht als Flüchtling anerkannt worden sei. Eine vorläufige Aufnahme könne aufgehoben und die Wegweisung vollzogen werden, es handle sich daher nicht um ein gefestigtes Aufen t- haltsverhältnis. Die Ehegatten seien seit dem Jahr 2007 verheiratet und der Ehemann habe Somalia kurz nach der Geburt des ersten Kindes im Jahr 2008 verlassen. Die eheliche Gemeinschaft habe somit nur kurze Zeit gedauert. Insgesamt könne nicht von einer besonderen Beziehung s- nähe der Beschwerdeführerin zur Schweiz ausgegangen werden, welche die bereits dargelegte Kriterien der Sicherheit und Versorgung aufwiegen könnte. Zum zwischenzeitlich mitgeteilten Verschwinden des älteren Ki n- des äusserte sich das BFM nicht, da die Umstände des Zwischenfalls völ- lig unklar seien. D-3160/2013 Seite 11 4.5 In der Replik vom 11. Juli 2013 lassen die Beschwerdeführenden dar- legen, Tatsache sei, dass die Beschwerdeführerin auf sich alleine gestellt sei und nur mit finanzieller Unterstützung gewisse Leistungen in Anspruch nehmen könne. Zwar hätten die Ehegatten nur kurze Zeit zusammen ge- lebt, doch hätten sie zwei gemeinsame Kinder und seien nach wie vor verheiratet. Dem Ehemann könne nicht zugemutet werden, nach Äthi o- pien oder gar nach Somalia zurückzukehren, um das eheliche Leben au f- zunehmen. Ein Z usammenleben sei ausschliesslich in der Schweiz z u- mutbar. Überdies könne auch eine vorläufige Aufnahme als Ausländer nach fünfjährigem Aufenthalt ein gefestigtes Anwesenheitsrecht begrü n- den. 5. 5.1 Einer Person, welche im Ausland ein Asylgesuch gestellt hat, is t die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft gemacht wird (alt Art. 20 Abs. 3 AsylG) – das heisst im Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und die Asylgewährung – oder aber, wenn für die Dauer der näheren Abklärung des Sachverhalts ein weiterer Aufenthalt im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint ( alt Art. 20 Abs. 2 AsylG). Asyl – und damit die Einreise in die Schweiz – ist zu verweigern, wenn keine Hinwei- se auf eine aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen oder ihr zuzumuten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemühen ( alt Art. 52 Abs. 2 AsylG). 5.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu - kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind mit Blick auf den Ausschlussgrund von alt Art. 52 Abs. 2 AsylG na - mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die prakti - sche Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schut z- suche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs - und Assimilations - möglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126). 6. 6.1 Die Vorinstanz hält in ihrem Entscheid fest, die Schilderungen der Be- schwerdeführerin im Asylgesuch sowie in der Stellungnahme des Rechts- vertreters zum Fragekatalog liessen darauf schliessen, dass die Schwi e- rigkeiten der Beschwerdeführerin in Somalia asylbeachtlich gewesen se i-D-3160/2013 Seite 12 en. Das BFM geht demnach vom Vorliegen einer Gefährdun g der B e- schwerdeführerin im Sinne von Art. 3 AsylG im Zeitpunkt der Ausreise aus Somalia nach Äthiopien aus. Zwar erscheinen die Sachverhaltsangaben der Beschwerdeführenden nur sehr rudimentär, doch sieht sich das G e- richt diesbezüglich nicht zu Weiterungen veranlasst. 6.2 6.2.1 Gemäss alt Art. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich im Aus- land befindet, das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden kann, sich in einem andern Staat um Aufnahme zu bemühen. Diese B e- stimmung trifft keine Unterscheidung zwischen Asylgesuchen aus dem Herkunftsland der asylsuchenden Person und solchen, die aus einem Drittstaat gestellt werden. Hält sich die Person, die ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt hat, in einem Drittstaat auf, ist zwar im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffende Person habe in diesem Drittstaat bereits Schutz vor Verfolgung gefunden oder könne ihn dort e r- langen, weshalb auch anzunehmen ist, es sei ihr zuzumuten, dort zu verbleiben beziehungsweise sich dort um Aufnahme zu bemühen. Diese Vermutung kann sich jedoch sowohl in Bezug auf die Schutzgewährung durch den Drittsta at (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 5.1 S. 176 f.) wie auch bezüglich der Zumutbarkeit der Inanspruchnahme des Schutzes im Drit t- staat als unzutreffend erweisen. Es ist deshalb zu prüfen, ob die asyls u- chende Person im Drittstaat Schutz vor Verfolgung gefunden hat oder er- langen kann, und – falls dies zu bejahen ist – ob der asylsuchenden Per- son die Inanspruchnahme des Schutzes des Drittstaates und somit der Verbleib in diesem Staat objektiv zugemutet werden kann. Bei dieser A b- wägung bildet die besondere Beziehungsnähe der asylsuchenden Person zur Schweiz ein zentrales, wenn auch nicht das einzige Kriterium (vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1, EMARK 2004 Nr. 21 E. 4b.aa S. 139 f.). 6.2.2 In der Praxis erachtet das Bundesverwaltungsgericht jedenfalls in Fällen, in welchen Frauen sich – mit oder ohne Kinder – in einem Drit t- staat (meist in einem Flüchtlingslager) ohne erwachsene nahe Familie n- angehörige oder weitere volljährige Verwandte aufhalten, und die desw e- gen nicht nur in ökonomischer Hinsicht, sondern auch unter dem Aspekt der persönlichen Sicherheit unter prekären Bedingungen leben, den we i- teren Verbleib im Aufenthaltsstaat in der Regel als unzumutbar und weist das BFM an, die Einreisebewilligung zu erteilen, wenn diese – in der Re- gel in Gestalt des Ehemannes, welcher als Flüchtling anerkannt ist – über eine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz verfügen und zu keinem anderen Staat stärkere Bezugspunkte bestehen als zur Schweiz (vgl. Ur-D-3160/2013 Seite 13 teile des Bundesverwaltungsgerichts D-5430/2012 vom 26. Februar 2013 E. 4.8, D-3402/2011 vom 30. Oktober 2012 E. 5.2 [= BVGE 2012/26 {pub- liziert ohne E. 5.2} ], D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 8.1). 6.3 Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden mit ihren fo r- mellen Rügen (Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, des An spru- ches auf rechtliches Gehör sowie der Begründungspflicht) der Sache nach geltend machen, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unzutreffend gewürdigt. Eine gesonderte Prüfung erübrigt sich somit. Die Beschwerdeführenden halten sich in einem Drittstaat – Äthiopien – auf. Weder wird von ihnen geltend gemacht noch ist ersichtlich, dass i h- nen grundsätzlich eine Rückschiebung nach Somalia droht. Aufgrund der Akten ist davon auszugehen, was auch von der Vorinstanz nicht in Abr e- de gestellt wurde, dass sich die B eschwerdeführenden ohne nahe Famili- enangehörige oder weitere Verwandte in Addis Abeba aufhalten. Das BFM gewichtet indessen den Umstand, dass sich eine grosse somalische Diaspora in Addis Abeba befindet und die Beschwerdeführerin deren U n- terstützung beanspruchen kann und offenbar – angesichts der Geburt des zweiten Kindes im Spital – auch bereits beansprucht hat, als erheblich. Die Feststellung, wonach innerhalb der Diaspora in der Regel Unterstüt- zung gewährt wird, ist grundsätzlich nicht zu beanstanden. In dessen ge- langt das Gericht zum Schluss, dass trotz dieser möglichen Unterstü t- zung ein Verbleib im Drittstaat im konkreten Fall für die Beschwerdefü h- renden unzumutbar erscheint. Es liegt auf der Hand, dass das Leben e i- ner alleinstehenden Frau mit einem (…)jährigen und einem noch nicht (…)jährigen Kind als Flüchtlinge in Addis Abeba schwierig ist, wobei auch eine mögliche Unterstützung durch Landsleute diejenige durch den Eh e- gatten nicht aufzuwiegen vermag. Daran ändert auch nichts, dass die Be- schwerdeführenden das UNHCR um Schutz ersuchen könnten. Dies um- so mehr, als insbesondere die Sicherheitslage einer alleinstehenden Frau mit zwei Kleinkindern in einem Flüchtlingslager des UNHCR als nicht un- problematisch einzuschätzen ist . Zu beachten ist w eiter, dass die B e- schwerdeführenden zwar insofern finanziell in einer privilegierten Situat i- on sind, als sie vom in der Schweiz erwerbstätigen Ehemann und Vater Unterstützung erhalten können. Es ist jedoch nicht von der Hand zu we i- sen, dass gerade dies ang esichts der Lebensumstände von Flüchtlingen in Addis Abeba – speziell einer alleinstehenden Frau mit zwei Kindern – auch eine Gefährdung bedeuten kann . Die Beschwerdeführenden m a- chen denn auch geltend, die Beschwerdeführerin könne Überweisungen ihres Ehemannes nicht selber entgegennehmen, sondern müsse dazu ei-D-3160/2013 Seite 14 nen Mittelsmann beiziehen. Dass damit weitere Schwierigkeiten verbu n- den sein können, liegt auf grund der Verhältnisse vor Ort auf der Hand. Hinzu kommt, dass die Ehegatten – wenn auch nicht lange – doch bereits vor der Ausreise des Ehemannes aus Somalia zusammenlebten. Die Eingliederungsmöglichkeiten der Beschwerdeführenden in der Schweiz sind zudem nicht geringer als in Äthiopien, sei dies in einem Flüchtling s- lager oder in Addis Abeba. Überdies spricht im vorliegenden Fall auch das Kindeswohl eher gegen die Zumutbarkeit des Verbleibs im Drittstaat. Der Verbleib der Beschwerdeführenden in Äthiopien erweist sich daher entgegen der Auffassung der Vorinstanz unter Berücksichtigung der g e- samten Umstände im vo rliegenden Einzelfall als unzumutbar im Sinne von alt Art. 20 Abs. 2 AsylG. Aufgrund der Akten kann schliesslich auch nicht davon ausgegangen werden, die Beschwerdeführenden verfügten über die Möglichkeit, in einem anderen Staat um Schutz zu ersuchen. 6.4 Nach dem Gesagten erfüllen die Beschwerdeführenden die Vorau s- setzungen für die Bewilligung der Einreise nach alt Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG. 7. Aufgrund vorstehender Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung des BFM vom 30. April 2013 aufzuheben. Das BFM ist anzuweisen, den Beschwerdeführenden die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, ihnen die erforderlichen Einreisepapiere auszustellen und nach ihrer Einreise das Asylverfahren durchzuführen. Vor diesem Hinter- grund erübrigen sich Ausführungen zu den Erwägungen des Bundesa m- tes hinsichtlich eines Familiennachzuges gestützt auf Art. 85 Abs. 7 AuG. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Da s in der Beschwerde vom 3. Juni 2013 gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird damit gegenstandslos. 8.2 Den Beschwerdeführenden ist als obsiegende Partei zu Lasten der Vorinstanz eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem der Rechtsvertreter keine Kostennote eing e- reicht hat, ist die Parteientschädigung auf Grund der Akten festzulegen D-3160/2013 Seite 15 (Art. 14 Abs. 2 in fine BGKE). Unter Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) ist die Parteientschädigung auf Fr. 1'000.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Gleichzeitig ist das BFM anzuweisen, den Beschwerdeführenden diesen Betrag als Parteientschädigung auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-3160/2013 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. 2. Die Verfügung des BFM vom 30. April 2013 wird aufgehoben. 3. Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, ihnen die erforderlichen Einreisepapiere ausz u- stellen und nach ihrer Einreise das Asylverfahren durchzuführen. 4. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5. Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden eine Parteien t- schädigung von Fr. 1'000.– auszurichten. 6. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und das BFM. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Robert Galliker Daniela Brüschweiler Versand: