<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 107 S.464</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Schätzungskommission nach Baugesetz</span> <span class="page_no">464</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>107 Anschlussgebühr;</b></span> <span class="ft1"><b>Mehrwertsteuer.</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Lediglich die tatsächlich neu zu entrichtende (Netto)An-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>schlussgebühr ist mit der Mehrwertsteuer zu belasten.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus einem Entscheid der Schätzungskommission nach Baugesetz vom</span><br/> <span class="ft3">25. September 2001 in Sachen W. gegen Einwohnergemeinde W.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">5.2.7.6. Die Entrichtung von Anschlussgebühren stellt ein</span><br/> <span class="ft5">Entgelt für den Einkauf in ein funktionierendes Abwassersystem dar.</span><br/> <span class="ft5">Grundsätzlich unterliegt bei erstmaligem Anschluss die gesamte</span><br/> <span class="ft5">Gebühr der MWSt, bei Erweiterungen die für die neue Fläche zu</span><br/> <span class="ft5">bezahlende Abgabe.</span><br/> <span class="ft5">Gewisse AR - wie dasjenige der Beschwerdegegnerin - sehen</span><br/> <span class="ft5">vor, dass bei Um- und Neubauten auf bereits bestehenden Gebäude-</span><br/> <span class="ft5">plätzen eine Anschlussgebühr nicht nur auf der erweiterten Fläche</span><br/> <span class="ft5">erhoben wird, sondern wie bei erstmaligem Anschluss auf der ge-</span><br/> <span class="ft5">samten (für die Bemessung relevanten) Fläche. Soweit von dieser</span><br/> <span class="ft5">Gebühr bereits früher geleistete Beträge abgezogen werden können,</span><br/> <span class="ft5">wird dem Umstand Rechnung getragen, dass ein Einkauf in die Ka-</span><br/> <span class="ft5">nalisation grundsätzlich bereits stattgefunden hat, und eine Doppel-</span><br/> <span class="ft5">belastung - auch im Hinblick auf die Rechtsgleichheit - vermieden</span><br/> <span class="ft5">werden soll.</span><br/> <span class="ft5">Die "kann"-Regel gemäss § 52 Abs. 2 AR erteilt dem Gemein-</span><br/> <span class="ft5">derat lediglich einen Ermessensspielraum bezüglich der Frage, ob</span><br/> <span class="ft5">bereits geleistete Anschlussgebühren an die nun zu entrichtende Ge-</span><br/> <span class="ft5">bühr anzurechnen sind. Auf welchem Betrag die MWSt zu erheben</span><br/> <span class="ft5">ist, wird demgegenüber ausschliesslich durch das Bundesrecht fest-</span><br/> <span class="ft5">gelegt. Danach wird die MWSt unter anderem auf der Lieferung von</span><br/> <span class="ft5">Gegenständen und der Erbringung von Dienstleistungen erhoben</span><br/> <span class="ft5">(Art. 5 des Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer [MWSTG; SR</span><br/> <span class="ft5">641.20] vom 2. September 1999). Unter den Begriff der Dienst-</span><br/> <span class="ft5">leistung wird jede Leistung, die keine Lieferung eines Gegenstandes</span><br/> <span class="ft5">ist, subsumiert (Art. 7 Abs. 1 MWStG). Ob die Anschlussgebühr als</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Erschliessungsabgaben</span> <span class="page_no">465</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Lieferung einer Sache oder als Dienstleistung zu qualifizieren ist,</span><br/> <span class="ft5">kann damit offen bleiben. Entscheidend ist, dass immer eine</span><br/> <span class="ft5">Leistung im Sinne des MWSt-Rechts vorliegen muss, also ein</span><br/> <span class="ft5">Leistungsaustausch stattfindet (Patrick Imgrüth, in: mwst.com,</span><br/> <span class="ft5">Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000,</span><br/> <span class="ft5">N 1 zu Art. 7).</span><br/> <span class="ft5">Bei Anschlussgebühren findet der Leistungsaustausch im Sinne</span><br/> <span class="ft5">des MWSTG mit Eintritt der Zahlungspflicht statt (vgl. vorliegend</span><br/> <span class="ft5">§ 51 AR). Soweit nun frühere Zahlungen an die zu erhebende An-</span><br/> <span class="ft5">schlussgebühr angerechnet werden, bedeutet dies, dass für den ent-</span><br/> <span class="ft5">sprechenden Betrag heute keine Leistung mehr erbracht bzw. einge-</span><br/> <span class="ft5">kauft wird. Dementsprechend ist lediglich die tatsächlich neu zu</span><br/> <span class="ft5">entrichtende (Netto)Anschlussgebühr mit der MWSt zu belasten. Die</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdegegnerin geht deshalb mit ihrer gegenteiligen Ansicht</span><br/> <span class="ft5">fehl.</span><br/> <span class="ft5">(...)</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>