B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-156/2018 U r t e i l v o m 1 2 . F e b r u a r 2 0 1 8 Besetzung Richterin Christine Ackermann (Vorsitz), Richter Jérôme Candrian, Richter Christoph Bandli, Gerichtsschreiber Oliver Herrmann. Parteien A._______ AG, vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Andrej Bolliger, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössisches Starkstrominspektorat ESTI, Luppmenstrasse 1, 8320 Fehraltorf, Vorinstanz. Gegenstand Parteientschädigung in einem Verwaltungsverfahren. A-156/2018 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass das Eidgenössische Starkstrominspektorat ESTI (Vorinstanz) der A._______ AG (Beschwerdeführerin) am 14. Oktober 2016 mit Verweis auf Art. 42 Bst. a der Niederspannungs -Installationsverordnung vom 7. No- vember 2001 (NIV, SR 734.27) in Verbindung mit Art. 55 Abs. 3 des Elekt- rizitätsgesetzes (EleG, SR 734.0) mitteilte, in deren Umfeld eine mögliche Widerhandlung gegen die Elektrizitätsgesetzgebung abzuklären und ent- sprechende Untersuchungshandlungen – namentlich die schriftliche Befra- gung des Verwaltungsrates der Beschwerdeführerin als beschuldigte Per- son gemäss Art. 39 in Verbindu ng mit Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) – durchzuführen, dass die Vorinstanz das Verfahren gegen die Beschwerdeführerin betref- fend mögliche Widerhandlung gegen die Elektrizitätsgesetzgebung mit Schreiben vom 23. Oktober 2017 einstellte, dass die Beschwerdeführerin am 27. Oktober 2017 an die Vorinstanz ge- langte und unter anderem die Zusprechung einer Parteientschädigung be- antragte, dass die Vorinstanz dieses Begehren mit Verfügung vom 20. November 2017 abwies und in der Rechtsmittelbelehrung auf das Bundesverwal- tungsgericht verwies, dass die Beschwerdeführerin diese Verfügung mit Beschwerden vom 8. Januar 2018 gleichzeitig beim Bundesverwaltungsgericht und bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts anfocht, dass das Bundesverwaltungsgericht zwar grundsätzlich zuständig ist zur Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen des ESTI (Art. 23 i.V.m. Art. 16 Abs. 2 Bst. a EleG), dass bei Widerhandlungen gegen das Elektrizitätsgesetz indes das Bun- desgesetz über das Verwaltungsstrafrecht Anwendung findet; dass verfol- gende und urteilende Verwaltungsbehörde im Sinne dieses Gesetzes unter Vorbehalt von Art. 57 Abs. 2 und 3 EleG das Bundesamt für Energie BFE ist (Art. 57 Abs. 1 EleG); dass gemäss Art. 57 Abs. 2 EleG das Eidgenös- sische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK die Untersuchung von Widerhandlungen der Vorinstanz übertragen kann; dass es dies mit dem Erlass von Art. 1 Abs. 1 der Verordnung des UVEK vom 12. November 2013 über die Übertragung von Untersuchungs-A-156/2018 Seite 3 kompetenzen in Verwaltungsstrafverfahren an das Eidgenössische Stark- strominspektorat (SR 734.241) – der vorsieht, dass die Vorinstanz bei Wi- derhandlungen gegen die Art. 55 und 56 EleG ermittelt, dazu erste Unter- suchungshandlungen vornimmt und insbesondere Befragungen durchfüh- ren kann – getan hat, dass die Vorinstanz somit ein Verwaltungsstrafverfahren gegen die Be- schwerdeführerin führte, stützte sie ihre Untersuchungshandlungen – ins- besondere die Befragung des Verwaltungsrates der B eschwerdeführerin, aber etwa auch ihren Entscheid vom 25. Januar 2017 über das Aktenein- sichtsgesuch der Beschwerdeführerin – doch auf das Bundesgesetz über das Verwaltungsstrafrecht ab, dass gemäss Art. 100 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 VStrR die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts für die Beurteilung von Be- schwerden gegen Entscheide der Verwaltung betreffend Entschädigungs- begehren gestützt auf das VStrR zuständig ist, dass diese Bestimmung als lex specialis der allgemeinen Zuständigkeits- vorschrift von Art. 23 in Verbindung mit Art. 16 Abs. 2 Bst. a EleG vorgeht, dass demzufolge das Bundesverwaltungsgericht für die vorliegende Be- schwerde nicht zuständig und auf die Beschwerde daher nicht einzutreten ist, dass im Übrigen die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts in ihrem Beschluss vom 11. Januar 2018 ihre Zuständigkeit zur Beurteilung der Be- schwerde gegen die angefochtene Verfügung bejaht hat, dass es sich vorliegend umständehalber rechtfertigt, der Beschwerdefüh- rerin keine Verfahrenskosten a ufzuerlegen (vgl. Art. 6 Bst. b des Regle- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass weder der Beschwerdeführerin (Art. 64 Abs. 1 des Verwaltungsver- fahrensgesetzes [VwVG, SR 172.021] und Art. 7 Abs. 1 VGKE) noch der Vorinstanz (Art. 7 Abs. 3 VGKE) eine Parteientschädigung zuzusprechen ist. A-156/2018 Seite 4 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Einschreiben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Christine Ackermann Oliver Herrmann Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichts- gesetzes [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be- schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: