Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. November 2014 (720 14 154) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf IV-Rente verneint; zumutbare Restarbeitsfähigkeit bei funktioneller Einar- migkeit Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- terin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Monica Armesto , Advok a- tin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1970 geborene A.____ erkrankte im frühen Kin dheitsalter an Kinderlähmung und leidet seither unter einer schlaffen Parese der linken Schulter. Nachdem er im Jahre 1992 in die Schweiz eingereist war, arbeitete er seither trotz seiner Einschränkung in einem Vollzeitpensum als Küchenhilfe. Aufgrund zunehmender Beschwerden i m Bereich der oberen Extremitäten war der Versicherte ab September 2011 vollständig arbeitsunfähig. Am 14. November 2011 meldete er sich bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. April 2014 einen Rentenanspruch des Versicherten gestützt auf einen IV- Grad von 10% ab. Hiergeben erhob der Versicherte, vertr eten durch Monika Armesto, Advoka- tin, am 26. Mai 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht de s Kantons Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und bean tragte, es sei ihm in Aufhebung der angefochtenen Verfügung mit Wirkung ab 1. Oktober 2012 eine ganze Invalidenrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrads von mindestens 70% auszurichten. Eventualiter sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, über die Leistungsansprü- che nach Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen erneut zu entscheiden. C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 27. Mai 2014 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertrete- rin bewilligt. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 7. August 2014 auf Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 8. August 2014 reichte der Beschwerdeführer einen Arztbericht der B.____ vom 8. Juli 2014 ein. Die IV-Stelle nahm hierzu mit Eingabe vom 4. September 2014 Stellung. Mit Eingabe vom 8. Oktober 2014 reichte der Beschwerdeführer einen weiteren Be- richt des C.____ vom 1. Oktober 2014 ein. Mit Stellun gnahme vom 20. Oktober 2014 hielt die IV-Stelle sinngemäss an ihrem Abweisungsantrag fest. Sämtliche Einzelheiten der Parteistandpunkte ergeben si ch – soweit sie für den Entscheid von Bedeutung sind – aus den nachfolgenden Erwägungen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-Stelle Basel-L andschaft vom 7. April 2014, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist so- mit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwer de zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der an gefochtenen Verfügung vom 7. April 2014 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 20 07 gültig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 20 08 anwendbaren Fassung) hat die versi- cherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreivier- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht telsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Re nte, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder län gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Bee inträchtigung der körperlichen, der geis- tigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 2.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezemb er 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung]). Danach ist der Invalidi- tätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Dazu wird das Erwerbseinkom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalid ität und nach Durchführung der medizi- nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei- nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdi fferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an4zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die a ndere medizinische These abstellt. Hin- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des EVG mit dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustelle n (vgl. die ausführlichen Zusammenstel- lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversiche- rung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltu ngsverfahren sinngemäss Anwendung (vgl. Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 4.1 Für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleist ung dem Beschwerdeführer noch zugemutet werden kann, liegen diverse medizinische Bericht e in den Akten, welche vom Ge- richt allesamt gewürdigt worden sind. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang zunächst der Arztbericht des D.____ vom 2. November 2011, worin eine seit dem achten Lebensjahr be- stehende, rein motorische, periphere Störung des linken Arms aktuell unklarer Ätiologie sowie eine Überlastungsreaktion mit Verdacht auf ein Imping ement der rechten Schulter mit begin- nender AC-Gelenksarthrose diagnostiziert wurden. Bereits im Jahre 2008 sei prognostisch eine mögliche Verschlimmerung der Beschwerdesymptomatik sowie e ine einsetzende Überlas- tungssituation des rechten Arms thematisiert worden. Aktue ll sei es in den letzten Wochen bis Monaten zu einer deutlichen Beschwerdeverschlimmerung so wohl im linken als auch im rech- ten Arm gekommen, weshalb der Versicherte in seiner an gestammten Tätigkeit als Küchenhilfe seit einigen Tagen nicht mehr arbeitsfähig sei. 4.2 Dem Abschlussbericht Frühintervention der IV-Stell e vom 16. Mai 2012 zufolge habe der Versicherte seit 2008 vermehrt Probleme auch in der rechten Schulter, welche sich zuneh- mend verschärft hätten. Seit 28. September 2011 sei er vollständig arbeitsunfähig. Eine Besse- rung habe sich seither nicht ergeben. Die Prognosen seien eher pessimistisch. 4.3 Gemäss dem Versicherungsbericht des D.____ vom 18. J uni 2012 sei eine sehr kräftig ausgeprägte Schultermuskulatur auf der rechten Seite zu erheben. Es bestünden Schmerzen bei horizontaler Adduktion, jedoch keine Schmerzen im Imp ingement-Test. Eine Druckdolenz bestehe jeweils über der langen Bizepssehne sowie distal entlang der Bizepssehne. Es sei eine Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht normale motorische Funktion der rechten oberen Extremität ohne einen Anhaltspunkt für neuro- logische Defizite erhoben worden. Prognostisch sei eine Verbesserung des linken Arms nicht zu erwarten. Auf der rechten Seite gelte es den Effekt de r geplanten Infiltration abzuwarten. Geis- tige oder psychische Einschränkungen bestünden keine. Bei d en aktuell vorliegenden Be- schwerden somatischer Natur resultiere eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 4.4 Gemäss Arztbericht von Dr. E.____, FMH Neurologie, vom 12. November 2012 habe im Zeitpunkt der Wiedervorstellung und Untersuchung i m Februar 2012 bis Mai 2012 aufgrund der extremen Schmerzsituation eine vollständige Arbeits unfähigkeit bestanden. Von körperli- cher Seite her bestünden massive Schmerzen, die durch ein e vermehrte körperliche Tätigkeit des rechten Arms möglicherweise deutlich zunehmen würden. Die Beschwerden seien am ehesten muskulo-skelettärer Natur bei Überbelastung des rechten Arms. Hinweise auf eine ent- zündliche Genese bestünden nach den vorliegenden Laboru ntersuchungen nicht. Ebenfalls gebe es keinen Hinweis auf eine periphere Nervenschädi gung. Möglicherweise sei eine rheu- matologische Untersuchung hilfreich. An den ausgeprägten Beschwerden des Patienten sei keinerlei Zweifel zu hegen. 4.5 Im Bericht von Dr. F.____, FMH Allgemeinmedizin, vom 25. Oktober 2013 wird betont, dass es sich beim Patienten um eine sehr arbeitswillig e Person handle, der im Verlauf der letz- ten zehn Jahre am angestammten Arbeitsplatz in einem R estaurant über seine körperliche und psychische Leistungsfähigkeit hinausgegangen sei. Dies hab e sich in einer Verschlechterung seiner rechten Schulterfunktion geäussert, welche wegen d er Parese im Bereich des linken Ar- mes chronisch überbelastet gewesen sei. Gemäss der behan delnden Orthopädin könnten ein- armige Arbeiten auf Tischniveau mit dem rechten Arm kün ftig noch möglich sein. Dass es sich hierbei um leichteste Arbeiten handeln müsse, sei selb stverständlich. Wo sich eine derartige Arbeit im offenen Arbeitsmarkt finden lasse, sei eine a ndere Frage. Die langwierigen Abklärun- gen und Verzögerungen hätten beim Patienten Spuren hinterlassen. Dieser befinde sich aktuell in einer depressiven Entwicklung, derzufolge bereits Anti depressiva hätten eingesetzt werden müssen. Er klage über Schlafstörungen, Konzentrationsmang el und habe Existenzängste, ins- besondere nach Kündigung des Arbeitsplatzes und Einstellung der Taggelder. Es werde darum gebeten, in der Diagnoseliste deshalb nebst der Schulte rprobleme rechts insbesondere auch die depressive Entwicklung, die vermutlich mittelfristig a uch eine fachärztliche Behandlung be- nötige, festzuhalten. 4.6 Im Zentrum der medizinischen Beurteilung steht sod ann insbesondere das bidisziplinä- re Gutachten der Dres. G.____ und H.____ zu Handen d er IV-Stelle vom 21. März 2013 bzw. 26. Juni 2013. 4.6.1 Anlässlich seiner Exploration vom 13. März 2013 di agnostizierte der rheumatologische Gutachter mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Pe riarthropathia humeroscapularis rechts mit degenerativen Veränderungen des Musculus supraspinatus sowie infraspinatus, einer Über- lastung bei funktioneller Einarmigkeit rechts, einen Status nach Schulter-Arthroskopie, Acromi- oplastik und AC-Gelenksresektion rechts sowie eine funktio nslose linke obere Extremität bei schwerer Muskelatrophie im Bereich der linken Schulter. In der Gesamtbeurteilung kam der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht rheumatologische Experte zusammenfassend zum Schluss, dass eine vorbestehende, schwere Armparese auf der linken Seite bestehe, und es mittle rweile zu einer chronischen Schulter- schmerzsymptomatik auch auf der rechten Seite gekommen sei. I m angestammten Beruf als Küchengehilfe bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Eine Verweistätigkeit umfasse eine Arbeit, bei welcher der Explorand die linke obere Extremität nicht einsetzen müsse. Man müsse sich im Klaren sein, dass er mit der linken Hand zwar leic ht greifen und etwas halten könne, deren Stellung aber mit der rechten Extremität stets ei nstellen müsse. Im Prinzip sei er deshalb als funktionell einarmig anzusehen. Mit dem rechten Arm könne er keine Gewichte über 7,5 kg anheben, stossen oder ziehen. Auch könne er damit nicht d auernd auf oder über Schulterhöhe arbeiten. Gelegentliches Arbeiten auf oder über Schult erhöhe mit dem rechten Arm sei hinge- gen zulässig. Eine Tätigkeit, welche dieses Belastungsprofil respektiere, sei dem Exploranden im Umfang von 100% ganztags zumutbar. Diese Zumutbarkei tseinschätzung gelte ab Ende September 2011. Im Anschluss an die am 12. Juli 2012 dur chgeführte Operation bestehe selbstverständlich eine zweimonatige, vollständige Arbeits unfähigkeit für jegliche Tätigkeit. An- schliessend gelte ab dem 12. September 2012 bis heute w ieder das vor der Operation genann- te Verweisprofil. Die geschilderte Schmerzintensität an der Schulter sei auf organischer Basis schwer nachvollziehbar. Es würden sich Zeichen eines deut lich gesteigerten Schmerzgebarens finden lassen. Allerdings sei nicht der Eindruck einer Aggravation oder gar Simulation entstan- den. Das Verhalten des Exploranden sei auch vor einem ge wissen soziokulturellen Hintergrund zu sehen. 4.6.2 In ihrem neurologischen Gutachten vom 26. Juni 20 13 diagnostizierte Dr. H.____, FMH Neurologie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ei ne schlaffe Parese der linken oberen Ext- remität mit schwerer Muskelatrophie im Bereich der linken Schulter und der linken Armmuskula- tur, eine Periarthropathia humeroscapularis rechts mit degenerativen Veränderungen des Mus- culus supraspinatus sowie infraspinatus, einer Überlastun g bei funktioneller Einarmigkeit rechts sowie einem Status nach Schulter-Arthroskopie, Acromiopl astik und AC-Gelenksresektion rechts. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei ein leichtes Carpaltunnelsyndrom rechts zu diagnostizieren. Die schmerzdominante Seite sei offensichtlich rechts. Neurologische Ausfäl- le am rechten Arm bestünden jedoch keine. Am rechten Ar m bestehe aus neurologischer Sicht keine Beeinträchtigung. Funktionell könne der rechte Ar m bis auf Überkopfarbeiten und mit Ausnahme schwerer körperlicher Arbeiten für alle Verrichtungen vollständig eingesetzt werden. Zu berücksichtigen seien jedoch die aus rheumatologischer und orthopädischer Sicht festge- stellten funktionellen Einschränkungen aufgrund der evi denten Überlastung der rechten Schul- ter. Aus neurologischer Sicht sei im angestammten Beruf keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Ebenso wenig seien dem Exploranden schwere körperliche u nd beidhändige Arbeiten noch zumutbar. Theoretisch seien ihm einarmige, körperlich le ichte Tätigkeiten ohne Tragen von schweren Lasten und ohne Überkopfarbeiten in einem zei tlichen Ausmass von 100% jedoch weiterhin zuzumuten, wobei aufgrund der zwangsläufigen, chronischen Überbelastung der rech- ten Schulter diese Arbeitsfähigkeit über längere Ze it nicht realisierbar sein werde. Die Überlas- tungsproblematik werde im weiteren Verlauf und mit zu nehmenden Alter weiter ins Gewicht fallen. In der Gesamtschau sei eine vollständige Arbeit sfähigkeit in einer derartigen Verweistä- tigkeit deshalb längerfristig nicht aufrecht zu erhalte n. Die von Dr. G.____ in dessen Gutachten vom 21. März 2013 postulierte Arbeitsfähigkeit von 100% sei bei Respektierung des von ihm Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht genannten Belastungsprofils medizinisch-theoretisch aber korrekt. Der Befund sei stationär und mit einer funktionellen Einarmigkeit zu vereinbaren. Da sich aus neurologischer Sicht zusätzlich zur rheumatologischen Beurteilung keine weiteren Einschr änkungen der Arbeitsfähigkeit erge- ben würden, sei von einer erneuten Konsensbesprechung abgesehen worden, nachdem mit Dr. G.____ bereits am 19. März 2013 eine erste Besprechu ng durchgeführt worden sei. Die rheumatologische Beurteilung könne diesbezüglich aus neur ologischer Sicht mit dem Zusatz übernommen werden, dass im Hinblick auf die Prognose eine langfristige Aufrechterhaltung der vollständigen Arbeitsfähigkeit in einem angepassten Tät igkeitsbereich wahrscheinlich schwierig zu realisieren sei. 4.7 Dem Bericht des C.____ vom 8. Juli 2014 ist zu entne hmen, dass der langwierige Ver- lauf und zuletzt der negative IV-Entscheid dem Patienten psychisch arg zugesetzt hätten. Es sei ein Rekurs erfolgt. Der Patient entwickle nun eine zun ehmend depressive Symptomatik. Es fänden sich keine gröberen Hinweise für Einschränkungen der kognitiven Funktionen. Im forma- len Denken sei der Patient logisch kohärent sowie einge engt auf die für ihn empfundene schlechte Behandlung und den falschen Entscheid durch di e IV. Zu diagnostizieren sei ein Ver- dacht auf eine mittel- bis schwergradige depressive Epis ode bei Schmerzen an der rechten Schulter unklarer Ätiologie und schlaffer Armparese links unklarer Ätiologie seit seiner Kindheit. Der Beurteilung zufolge präsentiere er eine mittelgr adige bis schwergradige depressive Symp- tomatik mit gedrückter Stimmung, Interessenverlust und Ant riebsmangel sowie verminderter Konzentration, vermindertem Selbstwertgefühl, negativ en pessimistischen Zukunftsperspekti- ven, Schlafstörungen und vermindertem Appetit. Diese Symptome seien gemäss den Aussagen des Patienten und seiner Ehefrau mit dem negativen I V-Entscheid eingetreten. Empfohlen wer- de eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandl ung mit stützenden psychothe- rapeutischen Gesprächen und einer Optimierung der Medikation. 4.8 Gemäss dem Bericht des C.____ vom 1. Oktober 2014 sei ein Verdacht auf eine mittel- bis schwergradige depressive Episode bei Schmerzen an der r echten Schulter unklarer Ätiolo- gie und schlaffer Armparese links unklarer Ätiologie seit Kindheit sowie eine mögliche, aufgrund der depressiven Symptomatik jedoch nicht sicher zu erhebende, posttraumatische Belastungs- störung zu diagnostizieren. Die Behandlung habe am 4. Juli 2014 begonnen und erfolge bis auf Weiteres. Der bis anhin sehr fleissige Patient, welcher se inen Wert vor allem durch die von ihm vollbrachte Arbeit und die Generierung eines Einkommen s definiert habe, sei in den IV- Abklärungsprozess gelangt und habe zunehmend den Sinn in seinem jetzigen Leben verloren. Dies habe wiederum zu einer deutlichen Abwärtsspirale u nd zu einer zunehmenden Reduktion seiner sonst bestehenden Fähigkeit geführt. Nun sei der Patient nach Ablehnung durch die IV und zunehmender depressiver Entwicklung zur weiteren Beh andlung erschienen. Formalge- danklich sei er eingeengt einerseits auf die Kränkung d urch die fehlende Anerkennung seiner Krankheit durch die IV-Stelle, andererseits aber noch viel deutlicher auf die Wertlosigkeit infolge Verlusts seiner Arbeitsfähigkeit. Aktuell sei er bis au f Weiteres vollständig arbeitsunfähig. Eine stützende Tagesbeschäftigung sei lediglich stundenweise im geschützten Rahmen möglich. In den Gesprächen versuche er zu vermeiden, über belastende Dinge zu berichten. Seine Ver- gangenheit deute er jeweils nur an; eine diesbezügli che posttraumatische Symptomatik könne Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zum aktuellen Zeitpunkt nicht genau exploriert werden. Die Einschränkungen liessen sich durch medizinische Massnahmen vermindern. 5.1 In der angefochtenen Verfügung stützte sich die IV-S telle bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Versicherte n vollumfänglich auf die Ergebnis- se des bidisziplinären Gutachtens der Dres. G.____ und H. ____ vom 21. März bzw. 26. Juni 2013. Sie ging demzufolge davon aus, dass es dem Beschwe rdeführer zumutbar sei, voll- schichtig weiterhin eine körperlich leichte Verweistäti gkeit ohne massgebenden Einsatz der lin- ken Extremität auszuüben. Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltung sverfahrens eingeholten Gutachten ex- terner Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund einge hender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigke it der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Sowohl der rheumatolo gische Gutachter Dr. G.____ als auch die neurologische Expertin Dr. H.____ haben den Versicherten eingehend untersucht. Sie gehen in ihren beiden Gutachten einlässlich auf dessen Beschwerden e in, setzen sich sowohl mit seiner gesundheitlichen Entwicklung als auch mit den bei den Akt en liegenden, übrigen medizinischen Unterlagen auseinander und vermitteln so ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Die Fachuntersuchungen dieser bei den Experten erfolgten zudem bi- disziplinär umfassend. Die beiden Gutachter nehmen aufg rund einer interdisziplinären Kon- sensbesprechung eine nachvollziehbare Gesamtbeurteilung sowie eine schlüssige Einschät- zung der Arbeitsfähigkeit vor und gelangen zum nachvoll ziehbaren Ergebnis, dass der Versi- cherte als funktionell Einarmiger rheumatologisch bedi ngt in einer entsprechend seinen Leiden angepassten leichten Verweistätigkeit, bei welcher keine Gewichte von mehr als 7,5 kg zu he- ben, zu stossen oder zu ziehen sind, und bei welcher nicht dauernd auf oder über Schulterhöhe gearbeitet werden muss, weiterhin vollschichtig arbeitsfähig ist. Als Zwischenergebnis lässt sich deshalb festhalten, dass das bidisziplinäre Gutachten vo m der Dres. G.____ und H.____ in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der me dizinischen Situation einleuchtet und begründete Schlussfolgerungen enthält. 5.2 An diesem Ergebnis vermögen die Vorbringen des Besc hwerdeführers nichts zu än- dern. Er lässt zunächst ausführen, dass die Schlussfolgerung en im rheumatologischen Gutach- ten nicht nachvollziehbar seien. Die von Dr. G.____ gesc hilderten Anzeichen eines vermehrten Schmerzgebarens fänden sich nirgends sonst in den medizinisch en Unterlagen. Entgegen des von ihm in diesem Zusammenhang vertretenen Standpunkt s kann daraus nun aber nicht abge- leitet werden, dass der rheumatologische Gutachter die Intensität der beklagten Schmerzen nicht adäquat berücksichtigt oder allenfalls gar in Abre de gestellt hätte. Dieser hat sowohl eine Aggravation als auch eine Simulation explizit ausgeschloss en. Zumal auch die neurologische Gutachterin in Form eines schmerzbedingten Giving-Way Ans ätze eines vermehrten Schmerz- gebarens erhoben hatte, kann daraus mithin gerade nic ht geschlossen werden, dass Dr. G.____ das Ausmass der geltend gemachten Schmerzen in Abr ede gestellt oder bei der Beur- teilung der noch zumutbaren Verweistätigkeit unberücksichtigt gelassen hätte. Das Gegenteil ist der Fall: Der rheumatologische Experte hat den degener ativen Vorzuständen sehr wohl Rech- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nung getragen. So hat er anerkannt, dass es überlastun gsbedingt mittlerweile zu einer chroni- schen Schulterschmerzsymptomatik auf der rechten Schulterseit e gekommen ist, welche diag- nostisch mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf ein e Periarthropathia humeroscapularis zu- rückzuführen ist. Entgegen der vom Beschwerdeführer vertr etenen Auffassung kann daraus jedenfalls nicht abgeleitet werden, dass der rheumatolo gische Gutachter von organisch nicht objektivierbaren Beschwerden ausgegangen sei. Seine Diagnosen und die daraus resultierende Einschätzung einer weiterhin vollschichtig zumutbaren, le ichten Verweistätigkeit stehen viel- mehr nicht nur im Einklang mit der Prognose im Arztber icht von Dr. F.____ vom 25. Oktober 2013, sondern insbesondere auch mit dem Arztbericht von Dr. E.____, der die bereits im Früh- jahr 2012 erhobene Schmerzsituation am ehesten als muskulo-skelettärer Natur bei Überbelas- tung des rechten Armes interpretiert hatte (vgl. Arztber icht von Dr. E.____ vom 12. November 2012). Die Einschätzung des behandelnden Neurologen deckt sich da mit mit der nunmehr auch durch den begutachtenden Rheumatologen vorgenommenen Einschä tzung (vgl. rheumatologisches Gutachten von Dr. G.____ vom 21. März 2013, S. 26). Sie steht aber ebenso im Einklang mit den neurologischen Begutachtungsergebnissen der neurol ogischen Expertin, welche in fach- medizinischer Hinsicht wie zuvor bereits Dr. E.____ wede r neurologische Ausfälle noch eine neurologische Beeinträchtigung erheben konnte (vgl. neurologisches Gutachten von Dr. H.____ vom 26. Juni 2013). Damit ist zugleich gesagt, dass auch d eren Schlussfolgerung, wonach sich aus neurologischer Sicht keine weiteren Einschränkungen ergeben würden, und die rheumato- logische Beurteilung aus neurologischer Sicht deshalb üb ernommen werden könne, nachvoll- ziehbar und schlüssig ist. Ihre Prognose, wonach die Arbeitsfähigkeit in einer noch zumutbaren, leichten Verweistätigkeit ohne Tragen von schweren Lasten und ohne Überkopfarbeiten auf- grund der chronischen Überlastung der rechten Schulter über längere Zeit kaum realisierbar sein werde, stellt dabei lediglich eine längerfristige Einschätzung dar, die im Zeitpunkt der vor- liegend angefochtenen Verfügung noch keine Geltung be anspruchen kann. Hierfür spricht nicht nur die explizit als langfristig bezeichnete Gesamtschau, so ndern insbesondere der Hinweis, dass die Überlastungsproblematik erst im weiteren Verlauf mit zunehmendem Alter ins Gewicht fallen werde. Aus diesen Erwägungen lässt sich gerade ni cht ableiten, dass der Versicherte in Abweichung zu der von der neurologischen Expertin übern ommenen, rheumatologischen Beur- teilung bereits im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung nicht in der Lage gewesen wäre, einer vollschichtigen, leichten Verweistätigkeit na chzugehen, welche seiner einhellig an- erkannten funktionellen Einarmigkeit Rechnung trägt. Soweit der Beschwerdeführer mit Blick auf die beiden B erichte des B.____ vom 8. Juli und 1. Oktober 2014 schliesslich einwendet, dass er nebst den Schulterschmerzen auch unter er- heblichen psychischen Beschwerden leide, ist darauf hinzuwe isen, dass ersterer drei Monate nach der rentenablehnenden Verfügung vom 7. April 2014 verfasst worden ist. Unabhängig vom Datum dieses Berichts geht daraus aber auch hervor, dass die mittel- bis schwergradige de- pressive Symptomatik gemäss den Aussagen des Versicherten und s einer Ehefrau erst mit dem negativen IV-Entscheid aufgetreten sind. Nichts and eres ergibt sich aus dem Bericht des B.____ vom 1. Oktober 2014, wonach der Versicherte in den IV-Abklärungsprozess gelangt und erst nach Ablehnung durch die IV eine zunehmend depressi ve Symptomatik entwickelt hat. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hierfür spricht auch, dass die psychiatrische Behandlung de s Versicherten erst am 4. Juli 2014 begonnen hat (vgl. a.a.O.). Eine allfällige Verschlecht erung der gesundheitlichen Verhältnisse aus psychiatrischer Sicht kann im vorliegenden Verfahren so mit nicht mehr berücksichtigt wer- den, sondern ist im Rahmen einer erneuten Anmeldung m edizinisch abzuklären. Inhaltlich ist darauf hinzuweisen, dass in der formalgedanklichen Ein engung auf die fehlende Anerkennung der Krankheit durch die Invalidenversicherung grundsät zlich allerdings keine invalidisierende Beeinträchtigung erblickt werden kann, andernfalls der gesetzliche Invaliditätsbegriff seines Gehalts entleert würde. Nichts anderes gilt im vorliegen den Fall, wonach den beiden Berichten zufolge von einer adäquaten ärztlichen Behandlung eine Besserung der psychischen Befind- lichkeit jedenfalls nicht ausgeschlossen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_799/2012 vom 16. Mai 2013, E. 2.5). Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auf- fassung kann zudem gerade nicht von einer gesicherten Di agnose einer posttraumatischen Be- lastungsstörung gesprochen werden. Ob und in welchem Um fang eine psychiatrisch bedingte Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse auf de n Verlust der Arbeitsstelle sowie auf eine posttraumatische Belastungsstörung zurückzuführen ist, wird deshalb erst noch detailliert zu erheben sein (vgl. Bericht des B.____ vom 1. Oktober 2014). 5.3 Damit resultiert, dass das bidisziplinäre Gutachte n der Dres. G.____ und H.____ die aktuellen gesundheitlichen Verhältnisse des Versicherten zu treffend wiedergegeben hat und eine zuverlässige Beurteilung der ihm noch verbleibenden Arbeitsfähigkeit zulässt. Darauf ist abzustellen und es kann auf zusätzliche medizinische Abklärun gen verzichtet werden. Der An- spruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweis anträge zu stellen, und - als Kor- relat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Be weise sind im Rahmen dieses verfas- sungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen a bzunehmen, die für die Ent- scheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Ger icht bei pflichtgemässer Beweiswür- digung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevan- ten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreiche nd abgeklärt ist, kann auf ein bean- tragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbun dene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6. Erleidet der Versicherte bei dieser Sachlage in Bez ug auf eine ihm zumutbare Ver- weistätigkeit keine Einschränkung in seiner Leistungsfähi gkeit (vgl. E. 5.1 f. hievor), und sind das - zwischen den Parteien gestützt auf die Angaben des e hemaligen Arbeitgebers unbestrit- ten gebliebene - Valideneinkommen mit Fr. 51‘600.— un d das ebenfalls unstrittige Invalidenein- kommen auf der Basis des Anforderungsniveaus 4 der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres 2010 mit Fr. 61‘925.— (Tabelle TA1, Privater Sektor, 12 x monatlich Fr. 4'901.-- x 40 / 41,7 Wo- chenarbeitsstunden zuzüglich Nominallohnindexierung im Umfang von 1%) zu bemessen, kann die Frage des Einkommensvergleichs letztlich offen gelasse n werden. Bei einer aktuell weiter- hin vollschichtig zumutbaren Verweistätigkeit ist nicht en tscheidrelevant, wie hoch der IV-Grad ausfällt, da der für einen Anspruch auf eine IV-Rent e massgebende Schwellenwert gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG so oder anders nicht erreicht wird. D aran ändert auch nichts, dass über die ärztliche Bemessung der massgebenden Leistungsfähigkeit hinaus zusätzlichen Einschränkun- gen - wie einem verminderten Rendement wegen verlangsamter Arbeitsweise oder zusätzlichen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht körperlichen Behinderungen - mit einem leidensbedingten Abzug Rechnung zu tragen ist (Urtei- le des Bundesgerichts 8C_827/2009 vom 26. April 2010 E . 4.2.1, 9C_980/2008 vom 4. März 2009 E. 3.1.2, 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 4.3. 3, 9C_344/2008 vom 5. Juni 2008 E. 4 und I 69/07 vom 2. November 2007 E. 5.1; vgl. aber a uch SVR 2010 IV Nr. 28 S. 87, 9C_708/2009 E. 2.5). Im vorliegenden Fall hat die IV -Stelle den rechtsprechungsgemäss maxi- mal zulässigen, leidensbedingten Abzug von 25% gewährt. Diese Vorgehensweise ist nicht zu beanstanden. Die Gerichtspraxis geht davon aus, dass der a usgeglichene Arbeitsmarkt auch für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betr achten sind und überdies nur noch leich- tere Arbeiten zu verrichten in der Lage sind, genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten bietet. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatische n Maschinen oder Produktionsein- heiten, die nicht den Einsatz beider Arme und beider Hände voraussetzen (Urteile des Bundes- gerichts 8C_207/2009 vom 8. September 2009 E. 3.2 und 8C_635/2007 vom 27. August 2008 E. 4.2). Solche Arbeitsstellen bestehen auch in produkti onsnahen Betrieben, weshalb sich eine Einschränkung des in Betracht zu ziehenden Arbeitsmarktes a uch auf den Dienstleistungssek- tor nicht aufdrängt. Zumal der Abzug vom Tabellenloh n selbst bei einem funktionell Einarmigen nicht zwingend auf 25% zu erhöhen ist (Urteil des Bundes gerichts 8C_94/2012 vom 29. März 2012, E. 3.2), muss es mit dem vorliegend von der Vorinst anz vorgenommenen Maximalabzug sein Bewenden haben. Daraus resultiert ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 46‘444.— (Fr. 61‘925.— x 0,75) und damit ein IV-Gr ad von rund 10%. Bei einem IV-Grad jedenfalls unter 40% hat die Vorinstanz den Rentenans pruch des Versicherten deshalb zu Recht abgelehnt. Daran vermag auch nichts zu ändern, da ss der Beschwerdeführer im An- schluss an die am 12. Juli 2012 durchgeführte Operation w ährend zwei Monaten auch in jegli- cher Verweistätigkeit voll arbeitsunfähig war (vgl. rheumatologisches Gutachten von Dr. G.____ 21. März 2013, S. 24), da das nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG für einen Rentenanspruch voraus- gesetzte Wartejahr seit dem 28. September 2011 (vgl. rheumatologisches Gutachten von Dr. G.____ vom 21. März 2013, S. 23, ad Ziffer 5.4) in diesem Zeitpunkt noch nicht abgelaufen war. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen. 7. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfa hrenskosten werden nach dem Ver- fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahm en von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- fest- gelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ei n durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bun desrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VP O werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufe rlegt. Vorliegend ist der Beschwer- deführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahre nskosten ihm zu überbinden sind. Dem Versicherten ist allerdings mit verfahrensleitender Verf ügung vom 27. Mai 2014 die unentgeltli- che Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. Dem Prozessausgang entsprechend sind die Parteikosten sod ann wettzuschlagen. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 27. Mai 2014 auch die unentgeltliche Verbeiständung mit Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht seiner Rechtsvertreterin bewilligt worden ist, wird dieser für ihre Bemühungen aus der Gerichts- kasse zu einem praxisgemässen Honoraransatz von Fr. 200.— pr o Stunde entschädigt (vgl. § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwä lte vom 17. November 2003). Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 23. September 2014 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 7,91 S tunden geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfr agen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 34.40. Der Rechtsvertreterin ist demzufolge ein Honorar in der Höhe von insgesamt F r. 1‘747.15 (7,91 Stunden à Fr. 200.— zuzüglich Auslagen von Fr. 34.40 und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Der Beschwerdeführer wird allerdings ausdrücklich auf § 53 a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet werden kann, sobald sie dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘747.15 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde am 12. Februar 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_122/2015 ) erhoben.