<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">IV.2006.00623</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">II. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichter Meyer</font> </p><p><font size="4">Sozialversicherungsrichter Walser</font> </p><p><font size="4">Gerichtssekretärin Meili</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 21. August 2006</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="4">O.___</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführer</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch Rechtsanwalt Simon Krauter</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">S-E-K Advokaten</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Dorfstrasse 21, 8356 Ettenhausen-Aadorf</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="4">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Sachverhalt:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1. O.___, geboren 1958, meldete sich im Oktober 2005 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 2 S. 1, Urk. 6 S. 1). Mit Verfügung vom 19. April 2006 verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Rentenanspruch. Die dagegen am 2. Mai 2006 erhobene Einsprache wies sie am 16. Juni 2006 ab (Urk. 2 S. 1).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2. Gegen den Einspracheentscheid vom 16. Juni 2006 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 17. Juli 2006 Beschwerde unter anderem mit dem Antrag, das angerufene Sozialversicherungsgericht habe in Form eines Vorentscheides zunächst über seine örtliche Zuständigkeit zu befinden (Urk. 1 S. 2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Mit Verfügung vom 20. Juli 2006 trat das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich auf die Beschwerde vom 16. Juni 2006 ein und forderte die IV-Stelle auf, zur Frage der örtlichen Zuständigkeit Stellung zu nehmen (Urk. 4). Im Rahmen der Vernehmlassung gelangte die IV-Stelle zum Ergebnis, dass die örtliche Zuständigkeit gegeben sei und beantragte die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 6).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht zieht in Erwägung:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1. Unter Hinweis auf die rechtlichen Ausführungen in der Verfügung vom 20. Juli 2006 (Urk. 4) betreffend die örtliche Zuständigkeit der Beschwerdegegnerin und deren Stellungnahme im Rahmen der Vernehmlassung vom 27. Juli 2006 (Urk. 6), wonach der Beschwerdeführer bereits im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug im Oktober 2005 in A.___ Wohnsitz hatte, war die Beschwerdegegnerin zur Beurteilung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung örtlich unzuständig (Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 40 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV). Daran vermag auch das Argument der Beschwerdegegnerin, die Gemeinde A.___ gehöre politisch zum Kanton Zürich, nichts zu ändern. Dass die IV-Stelle des Kantons B.___ dies insofern bestätigt habe, indem solche Fälle jeweils an die IV-Stelle des Kantons Zürich weitergeleitet oder Aktenabtretungen wieder zurückgeschickt worden seien (Urk. 6), ist vor diesem Hintergrund unbeachtlich.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">Der Vollständigkeit halber sei noch bemerkt, dass das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich in einem ähnlichen Fall gleich entschieden hat (Urteil vom 23. November 2005 in Sachen R., IV.2005.00984).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">Die Beschwerde ist dementsprechend in dem Sinne gutzuheissen, als der Einspracheentscheid vom 16. Juni 2006 (Urk. 2) wegen örtlicher Unzuständigkeit der Beschwerdegegnerin aufzuheben ist und die Akten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils an die zuständige IV-Stelle des Kantons B.___ zu überweisen sind.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2. Das Begehren der Beschwerdegegnerin auf Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels ist gestützt auf die obigen Ausführungen abzuweisen (vgl. Urk. 6 S. 2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3. Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1</font><sup><font face="RotisSerif" size="4">bis</font></sup><font face="RotisSerif" size="4"> IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und auf Fr. 200.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">4. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem vertretenen Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten (Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Diese wird unter Berücksichtigung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses beim praxisgemässen Ansatz von Fr. 200.-- pro Stunde auf Fr. 1'000.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festgesetzt.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht erkennt:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 16. Juni 2006 wegen örtlicher Unzuständigkeit der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, aufgehoben wird.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Die Beschwerdegegnerin wird angewiesen, nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides die Akten an die zuständige IV-Stelle des Kantons B.___ zu überweisen, damit diese über den Rentenanspruch neu entscheide.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Das Gesuch um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels wird abgewiesen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">5. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 1000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">6. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Rechtsanwalt Simon Krauter, unter Beilage von Urk. 6</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">sowie an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">7. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).</font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p></div></body></html>