B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-6519/2016 U r t e i l v o m 3. M a i 2 0 1 7 Besetzung Richter Jürg Steiger (Vorsitz), Richterin Christine Ackermann, Richter Maurizio Greppi, Gerichtsschreiber Matthias Stoffel. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Schweizer Armee, Führungsstab der Armee FST A, Vorinstanz. Gegenstand Auflösung des Arbeitsverhältnisses. A-6519/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______, geboren am (…), war seit dem (…) in verschiedenen Funktio- nen im Führungsstab der Armee in der Gruppe Verteidigung des Eidgenös- sischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) als ziviler Mitarbeiter angestellt. Seit dem (…) arbeitete er beim Füh- rungsstab der Armee als Chef (…) in der Verwaltungseinheit (…). B. Der Chef der Armee erteilte am 3. September 2015 dem Chef Recht Ver- teidigung sowie dem Chef Compliance Verteidigung den Auftrag, in der Ab- teilung (…) eine interne Untersuchung durchzuführen. Aufgrund erster da- raus gewonnener Erkenntnisse ordnete er eine Disziplinaruntersuchung gegen A._______ an. Der Chef des Führungsstabs der Armee betraute Rechtsanwalt (…) mit der Durchführung. Am 21. Oktober 2015 wurde A._______ über das Vorhaben informiert und einstweilen von der Arbeit freigestellt. A._______ erhob ein Ausstandsbegehren gegen die Verfah- rensleitung beziehungsweise ersuchte um Führung der Untersuchung durch eine externe Person. Der Chef der Armee beurteilte diese Anliegen mit Verfügung vom 9. November 2015 abschlägig. Dieser Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen. C. Mit Schreiben vom 7. März 2016 gewährte der Untersuchungsleiter A._______ die Möglichkeit, sich zu den bisher angefallenen Verfahrensak- ten zu äussern. Davon machte Letzterer mit S tellungnahme vom 21. März 2016 Gebrauch. D. Die Disziplinaruntersuchung schlug sich in einem Bericht nieder, der vom (…) datiert und A._______ am (…) zugestellt wurde. Das VBS stellte bei dieser Gelegenheit klar, gestützt auf das Untersuchungsergebnis keine Disziplinarmassnahme, sondern weitergehende personalrechtliche Mass- nahmen in Betracht zu ziehen. Mit Schreiben vom 15. Juni 2016 teilte das VBS A._______ mit, aufgrund der zu Tage getretenen Ungereimtheiten und fragwürdigen Umstände im Führungsstab der Armee könne er keine Füh- rungsfunktion mehr ausüben. Zudem habe keine alternative, zumutbare Arbeitsstelle für ihn gefunden werden können. Es gedenke sich daher von ihm zu trennen. Zu diesem Zweck legte das VBS seinem Schreiben eine Aufhebungsvereinbarung bei. A-6519/2016 Seite 3 E. Nachdem keine gütliche Einigung zustande gekommen und das rechtliche Gehör gewährt worden war, kündigte das VBS A._______ mit Verfügung vom (…) per Ende (…) 2017. Zur Begründung stützt sich das VBS auf den Bericht zur Disziplinaruntersuchung ab. Es wirft A._______ insbesondere vor, sich verschiedentlich gegenüber mehreren Personen in deutlicher und diffamierender Art und Weise über Mitarbeitende, Vorgesetzte und höchste Kaderangehörige der Armee geäussert zu haben. Dieses Verhalten habe nicht einem Einzelfall, sondern dem üblichen Verhaltensrepertoire des Ar- beitnehmers entsprochen und lange angedauert. Besonders soll er den für die rechtlichen Vorgaben zuständigen B._______ beschimpft, desavouiert und bekämpft sowie dessen Bereich auf Kosten einer kritis chen Kontrol- linstanz umgestaltet haben. Weiter habe A._______ offensichtlich grosse formelle und informelle Macht ausgeübt , in Aufgabenbereiche von unter- stellten Mitarbeitern eingegriffen und Sachgeschäfte nach seinem Willen umgestaltet. Dies habe bei Mitarbeitenden in und ausserhalb des (…) zu Angst und Zurückhaltung geführt. Oft sei er als herrisch, autoritär, rechtha- berisch und distanziert wahrgenommen worden. Mit dem Einholen eines Strafregisterauszugs über einen Stellenbewerber habe er alsdann unrecht- mässig gehandelt. Dasselbe gelte hinsichtlich einer angeordnete n Beför- derung eines Leutnants, die noch nicht hätte vorgenommen werden dürfen und dem Begünstigten einen unrechtmässigen Vorteil verschafft habe. Überdies habe er weisungswidrig Korrekturen von Beurteilungsstufen von Mitarbeitern seiner Direktunterstellten nach unten angeordnet. Mit diesem Verhalten soll A._______ mehrfach und in schwerwiegender Weise seine Treuepflicht und seine Pflicht zu rechtmässigem Ha ndeln verletzt haben, was angesichts seiner Stellung umso schwerer wiege und das Vertrauen in ihn zerstört habe. Unter diesen Umständen sei von sachlich hinreichen- den Gründen auszugehen, welche die ordentliche Auflösung des Arbeits- verhältnisses rechtfertigten. F. Gegen die Kündigungsverfügung des VBS (nachfolgend: Vorinstanz) vom (…) erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 21. Oktober 2016 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean- tragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie seine Weiterbe- schäftigung. Eventualiter sei ihm ges tützt auf Art. 34b und Art. 34c des Bundespersonalgesetzes vom 24. März 2000 (BPG, SR 172.220.1) eine Entschädigung von 18 Monatslöhnen und nach Art. 19 Abs. 3 BPG zusätz- lich eine solche von 12 Monatslöhnen zuzusprechen. Subeventualiter sei A-6519/2016 Seite 4 die Angelegenheit zur weiteren Untersuchung an die Vorinstanz zurückzu- weisen und er wenigstens bis zu deren Abschluss weiter zu beschäftigen. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe mehrfach das rechtliche Gehör beziehungsweise Verfahrensvorschriften verletzt. Vor allem seien die Akten zur internen Untersuchung nicht beigezogen worden. Des Wei- teren habe er keine Gelegenheit erhalten, zur Anhebung der Disziplinarun- tersuchung beziehungsweise vor deren Abschluss zum Untersuchungser- gebnis Stellung zu nehmen. In der Verfügung seien dann seine Vorbringen nicht gewürdigt worden. Die Vorinstanz habe durch ihr Vorgehen seine Per- sönlichkeitsrechte in erheblichem Masse verletzt. Da die Verfehlungen schwer wiegen würden, komme eine Heilung nicht in Frage und müsse der Entscheid aufgehoben werden. In inhaltlicher Hinsicht weist der Beschwer- deführer die Vorwürfe als haltlos und unbegründet von sich. Während Jah- ren seien ihm beste Qualifikationen erteilt worden, die seine umsichtige Führung hervorgehoben hätten. Das Arbeitsverhältnis sei daher unrecht- mässig aufgelöst worden. Seiner Meinung nach hätte sodann s elbst bei Vorliegen eines Kündigungsgrundes zunächst eine Mahnung ergehen müssen. G. Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 21. Novem- ber 2016, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. Weder seien Beweisanträge des Beschwerdeführers zu Unrecht nicht weiter verfolgt worden noch sei der Anspruch auf rechtliches Gehör anderweitig verletzt worden. Auch in Wahrnehmung der Schutzpflicht gegenüber den anderen Mitarbeitern und da keine andere Stelle habe gefunden werden können, sei nur noch die Kündigung möglich gewesen, wobei aufgrund des irrever- siblen Vertrauensverlusts auch auf eine Mahnung habe verzichtet werden können. H. Mit Eingabe vom 13. Januar 2017 reicht der Beschwerdeführer seine Rep- lik ein. Darin hält er an seinen Anträgen fest und bekräftigt seinen Stand- punkt. Eine umfassende, rechtsstaatlichen Grundsätzen genügende Ab- klärung der Sach-, Rechts- und Interessenlage habe bisher nicht stattge- funden. Das angehobene Verfahren habe sich vielmehr als willkürlich und intransparent erwiesen. A-6519/2016 Seite 5 I. Mit Duplik vom 30. Januar 2017 bestätigt die Vorinstanz ihre Kündigungs- verfügung und widerspricht den Darlegungen des Beschwerdeführers voll- umfänglich. J. In seiner Stellungnahme vom 16. Februar 2017 greift der Beschwerdefüh- rer die jüngsten Vorbringen der Vorinstanz auf und legt abermals seine Sicht der Dinge dar. K. Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten sowie die einge- reichten Unterlagen wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Verfügungen einer Arbeitgeberin im Sinne von Art. 3 BPG können ge- mäss Art. 36 Abs. 1 BPG mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung (vgl. Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetztes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]), die von einer Arbeitgeberin im Sinne von Art. 3 BPG gestützt auf Art. 34 Abs. 1 BPG erlassen wurde. Das Bundesverwaltungs- gericht ist deshalb zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 31 de s Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.2 Zur Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil- nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). A-6519/2016 Seite 6 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und ist durch die Kündigungsverfügung auch materiell beschwert. Er ist somit ohne weiteres zur Beschwerde legitimiert. 1.3 Auf die im Übrigen frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach einzutreten. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge- schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügungen auf Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtige oder unvollständige Fest- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus- übung des Ermessens, sowie auf Angemessenheit hin (vgl. Art. 49 VwVG). 2.2 Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Recht grundsätzlich frei an, ohne an die Anträge oder die rechtlichen Begründungen der Parteien gebunden zu sein (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Von den Verfahrensbeteiligten nicht aufgeworfene Rechtsfragen werden nur geprüft, wenn hierzu auf- grund der Parteivorbringen oder anderer sic h aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (statt vieler Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts [BVGer] A-6603/2015 vom 15. Juni 2016 E. 2.1). 3. 3.1 In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Obschon sich die Disziplinaruntersuchung, die gegen- über ihm erhobenen Vorwürfe sowie die ergriffenen Massnahmen offen- sichtlich auf die vorgängig durchgeführte interne Untersuchung in der Ab- teilung (...) abstützen würden, habe die Vorinstanz die entsprechenden Ak- ten nicht wie mehrfach beantragt beigezogen und ihm zur Kenntnis ge- bracht. Stattdessen seien ihm lediglich einzelne Dokumente vorgelegt wor- den, die für sich alleine keinen Sinn ergäben. Sie würden anonyme, belas- tende Aussagen zusammenfassen, ohne dass der Sachzusammenhang ersichtlich sei. Die daraus abgeleiteten Vorwürfe seien damit nicht verwert- bar und hätten den im Rahmen der Disziplinaruntersuchung befragten Per- sonen aufgrund deren suggestiven Wirkung auch nicht unterbreitet werden dürfen. Die Disziplinaruntersuchung habe von Anfang an nicht auf eine ob- jektive Sachverhaltsabklärung abgezielt, sondern die Bestätigung der ge- heim zu haltenden Aussagen aus der internen Untersuchung bezweckt. Die einseitige sowie ungenügende Untersuchungsführung zeige sich auch darin, dass mehrheitlich ihn belastende Personen und nur drei seiner 55 A-6519/2016 Seite 7 ihm unterstellten Mitarbeiter zu Wort gekommen seien. Wären wie bean- tragt, noch weitere Personen befragt worden, hätte sich herausgestellt, dass er Opfer einer mobbingähnlichen Intrige einiger weniger Mitarbeiter geworden sei. Auf die Untersuchungsakten könne nicht abgestellt werden. Überdies seien sie von der Vorinstanz mangelhaft gewürdigt worden. Der Beschwerdeführer ersucht im vorliegenden Verfahren erneut um Heraus- gabe der Akten betreffend die interne Untersuchung und beantragt die Be- fragung diverser Personen. 3.2 Die Vorinstanz wendet ein, dass sie an der internen Untersuchung nicht beteiligt gewesen sei und nur insoweit über die dabei angefallenen Akten verfüge, als sie ihr von der zuständigen Stelle zur Verfügung gestellt bezie- hungsweise von den befragten Personen eingereicht worden seien. Die Disziplinaruntersuchung sei unabhängig und mit eigenen Akten geführt worden. Der Beschwerdeführer habe anlässlich seiner Befragung ausführ- lich Stellung nehmen können. Sie habe ihn nicht vorverurteilt und den Ent- schluss zur Kündigung erst nach seiner Stellungnahme vom 6. Septem- ber 2016 sowie umfassenden eigenen Abklärungen gefasst. Ein weiterge- hender Aktenbeizug werde abgelehnt. Falls das Gericht anderer Meinung sei, habe es sich an den Chef der Armee als Auftraggeber der internen Untersuchung zu wenden und vor einer allfälligen Weitergabe an den Be- schwerdeführer die Schutzinteressen der damals befragten Personen zu berücksichtigen. Von der Abnahme weiterer Beweise sei alsdann mangels zu erwartender wesentlicher Erkenntnisse abzusehen. 4. 4.1 Im Verwaltungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. D ie Be- hörde stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich hierfür der erforderlichen Beweismittel (Art. 12 VwVG). Die Vorinstanz hat demzu- folge für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen . Den Parteien obliegen unter Umständen Mitwir- kungspflichten (Art. 13 VwVG). Eine eigentliche Beweisführungslast trifft sie dagegen – anders als im Zivilprozess – nicht (MOSER/BEUSCH/KNEU- BÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Auflage 2013, Rz. 3.149). Dies ändert nichts an der (objektiven) Bewei slast, wo- nach grundsätzlich diejenige Partei die Folgen der Be weislosigkeit eines Sachumstands zu tragen hat, die daraus Vorteile ableitet. Demzufolge trägt bei begünstigenden Verfügungen grundsätzlich der Ansprecher die Be- weislast, während bei belastenden Verfügungen die Verwaltung beweisbe-A-6519/2016 Seite 8 lastet ist (vgl. Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. De- zember 1907 [ZGB, SR 210], welcher mangels spezialgesetzlicher Grund- lage auch im öffentlichen Recht analog anzuwenden ist; Urteile des BVGer A-2718/2016 vom 16. März 2017 E. 2.3, A-4312/2016 vom 23. Februar 2017 E. 4.1.3 und A-2080/2016 vom 26. Januar 2017 E. 2.4). 4.2 Nach Art. 33 Abs. 1 VwVG hat die Vorinstanz die von den Parteien an- gebotenen Beweise abzunehmen, wenn sie zur Abklärung des rechtser- heblichen Sachverhalts tauglich erscheinen beziehungsweise diesen er- hellen könnten (vgl. BGE 137 II 266 E. 3.2). Unter diesem Titel hat sie al- lenfalls auch Beweismittel aus den Akten anderer Verfahren oder bei Drit- ten edieren zu lassen oder die erforderlichen Amts- oder Rechtshilfemass- nahmen durchzuführen (WALDMANN/BICKEL, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Auflage 2016 [Praxiskommentar VwVG], Art. 33 N. 40). Bei der Beurteilung der Tauglich- keit eines Beweismittels kommt der entscheidenden Instanz ein gewisser Ermessensspielraum zu. Sie kann namentlich dann von einem beantragten Beweismittel absehen, wenn zum Voraus gewiss ist, dass diesem die Be- weiseignung abgeht oder die verfügende Behörde den Sachverhalt auf- grund eigener Sachkunde ausreichend würdigen kann (BGE 136 I 229 E. 5.3 m.H., 134 I 140 E. 5.3; Urteile des BVGer A -1063/2014 vom 25. März 2015 E. 3.2 und A-1053/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 3). Dem angebotenen Beweismittel darf allerdings nicht leichthin jeg liche Be- weistauglichkeit abgesprochen werden, sondern nur, wenn dieses das Be- weisergebnis offensichtlich nicht zu beeinflussen vermag ( WALDMANN/BI- CKEL, a.a.O., Art. 33 N. 15). Das Gericht ist ferner dann nicht gehalten, Be- weise abzunehmen, wenn sie eine unerhebliche Frage betreffen oder auf- grund der Akten oder anderer Beweismittel der rechtserhebliche Sachver- halt genügend geklärt ist und die Vorinstanz überzeug t ist, ihre rechtliche Überzeugung würde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (sog. antizipierte Beweiswürdigung; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.144). Nimmt sie rechtzeitig und formrichtig angebotene Beweise zu rechtserheblichen Tatsachen nicht ab, ohne dass die Voraussetzungen da- für erfüllt sind, verletzt sie das rechtliche Gehör der betroffenen Partei und ihre Untersuchungspflicht; ausserdem ermittelt sie den Sachverhalt fehler- haft im Sinne von Art. 49 Bst. b VwVG (vgl. Urteile des BVGer A-770/2013 vom 8. Januar 2014 E.2.2.4 und A -5524/2012 vom 16. Dezember 2013 E. 5.2.1). 4.3 Hinsichtlich der Würdigung von Beweisen gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundes gesetzes A-6519/2016 Seite 9 vom 4. Dezember 1947 über den Zivilprozess [BZP , SR 273]). Danach ha- ben die Bundesbehörden und -gerichte die Beweise frei, ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Beschwerdeinstanzen haben alle Beweis mittel objektiv zu prüfen, unab- hängig davon, von wem sie stammen (vgl. BGE 137 II 266 E. 3.2). Eine Behörde verletzt somit den Grun dsatz der freien Beweiswürdigung, wenn sie bestimmten Beweismitteln im Voraus in allgemeiner Weise die Be- weiseignung abspricht oder nur ein einziges Beweismittel zum Nachweis einer bestimmten Tatsache zulassen will (vgl. MOSER/ BEUSCH/KNEUBÜH- LER, a.a.O., Rz. 3.140 m.H.). Ist für eine rechtserhebliche Tatsache der volle Beweis zu erbringen (Regelbeweismass), darf die entscheidende Be- hörde diese nur als bewiesen betrachten, wenn sie gestützt auf die Be- weiswürdigung zur Überzeugung gelangt, sie habe sich verwirklicht. Abso- lute Gewissheit kann dabei allerdings nicht verlangt werden. Es genügt, wenn sie an der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen ( Urteile des BVGer A -4312/2016 vom 23. Februar 2017 E. 4.1.2, A -1679/2016 vom 31. Januar 2017 E. 2 und A-3431/2014 vom 28. November 2016 E. 2.1.2, je m.w.H.). 5. Der Beschwerdeführer hat im vorinstanzlichen Verfahren mehrfach bean- tragt, es seien die Akten der internen Compliance-Untersuchung beizuzie- hen. Die Vorinstanz hat dies em wiederholt gestellten Begehren jeweils nicht stattgegeben. Im Folgenden ist zu prüfen, ob sie im Lichte der vorer- wähnten Voraussetzungen davon absehen durfte. 5.1 Die Abnahme eines beantragten Beweises kann insbesondere unter- bleiben, wenn der rechtserhebliche Sachverhalt bereits anderweitig genü- gend geklärt ist und von einer weiteren Untersuchung keine neuen Er- kenntnisse zu erwarten sind. 5.1.1 In die Disziplinaruntersuchung beziehungsweise das vorinstanzliche Verfahren sind gewisse Akten eingeflossen, die sich auf die vorgängig ge- führte interne Untersuchung beziehen. Dabei handelt es sich insbesondere um eine Aktennotiz vom (…). Darin sind anonyme Aussagen über den Be- schwerdeführer, das Arbeitsklima und die Führung im Bereich (...) aufge- listet. Die Äusserungen sollen anlässlich der internen Untersuchung gefal- len sein und deuten auf problematische Verhaltensweisen des Beschwer- deführers und ebensolche Zustände in seiner Verwaltungseinheit hin. Ein anderes Dokument ist mit dem Titel „Üble Nachrede“ überschrieben und A-6519/2016 Seite 10 enthält Aussagen, mit denen der Beschwerdeführer andere Personen dif- famiert haben soll . Aufgeführt sind jeweils Gelegenheit und Adressat der herabwürdigenden Äusserungen. Dagegen ist nicht bekannt, wer die Vor- würfe gegenüber dem Beschwerdeführer erhoben hat. Ähnliche wie auch weitere anonyme Anschuldigungen sind alsdann in einem „Factsheet“ zu- sammengestellt. Die vorerwähnten Aktenstücke geben in zusammenfas- sender Weise wieder, was im Rahmen der internen Untersuchung über das Verhalten und die Führung des Beschwerdeführers bekannt wurde. Wie und von wem diese Erkenntnisse dabei genau erlangt und ob sie korrekt zusammengefasst worden sind, ist nicht nachvollziehbar. Jedoch liegt es auf der Hand, dass die Untersuchungslei tung hierfür Beweise abnehmen beziehungsweise Erhebungen tätigen musste, die sich materialisiert ha- ben, dem vorinstanzlichen Verfahren aber vorenthalten blieben. Die der Kündigung zugrunde liegenden Vorwürfe stützen sich damit nicht auf diese primären Beweismittel ab, obschon diese in erhöhtem Masse aussagekräf- tig wären. Den gestützt darauf erstellten, vorhandenen Zusammenstellun- gen kommt dagegen ein verminderter Beweiswert zu. Dies liegt vor allem am Umstand, dass die darin enthaltenen belastenden Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen sind und sich weder einer konkreten Situation noch einer Person zuordnen lassen. Es fehlen mithin wesentliche Anga- ben, um sie als Beweismittel einzuordnen und zu würdigen. Auch wenn sich die der Kündig ung zugrunde liegenden Vorwürfe inhaltlich zu einem grossen Teil aus den genannten Unterlagen betreffend die interne Unter- suchung ableiten lassen, sind sie gestützt darauf nicht als bewiesen anzu- sehen. 5.1.2 5.1.2.1 Die Vorinstanz bezieht sich in der angefochtenen Verfügung nicht nur auf die Aktenstücke betreffend die interne Untersuchung, sondern auch auf von ihr durchgeführte protokollarische Befragungen. Kurz nach Eröff- nung der Disziplinaruntersuchung wurde am (…) der Beschwerdeführer ausführlich zu seiner Führungstätigkeit und der Zusammenarbeit in der ihm unterstellten Einheit (...) befragt. Auf Vorhalt der belastenden Unterlagen betreffend die interne Untersuchung reagierte der Beschwerdeführer er- staunt. Er gab zu verstehen, dass er die Vor würfe nicht na chvollziehen könne und wies sie grösstenteils entschieden von sich. Bezüglich eines eingeholten Strafregisterauszugs und der Ernennung von Armeeangehöri- gen zu Spezialisten legte er dar, weshalb er entsprechend gehandelt habe und dies seiner Meinung nach korrekt gewesen sei. A-6519/2016 Seite 11 5.1.2.2 Am (…) wurde C._______ einvernommen. Er führt als Chef des Bereichs (…) eines der Teams, die dem Beschwerdeführer unterstellt wa- ren. Er äusserte sich differenziert und zurückhaltend zum Arbeitsklima, räumte aber ein, dass in der Verwaltungseinheit des Beschwerdef ührers nicht alles zum Besten bestellt war und Unzufriedenheiten bestanden. Kon- kret führte er aus , wie entgegen der Rechtsa uffassung seines Teams je- doch auf Geheiss des Beschwerdeführers ein Leutnant befördert worden sei, ohne dass die Voraussetzungen hierfür vorgelegen hätten. Generell hätten sich die Mitarbeiter daran gestört, wenn sich der Beschwerdeführer in Sachgeschäfte eingemischt habe. Über das Ausmass und die Formulie- rungen der Aussagen in der ihm unterbreiteten Aktennotiz betreffend die interne Untersuchung war er sehr erstaunt. In der Tendenz konnte er ihnen jedoch teilweise beipflichten. Über die Schilderungen im „Factsheet“ zeigte er sich ebenfalls überrascht. Er befand sie als extrem und mutmasste, dass einige Leute demzufolge wohl sehr gelitten hätten. Von den herabsetzen- den Äusserungen, mit denen der Beschwerdeführer andere Personen be- dacht haben soll, hat der Befragte entweder nichts gehört oder dann äus- serte er sich nicht im Einzelnen dazu. Generell meinte er, dass sich der Beschwerdeführer an den sogenannten „(…)-Rapporten“ wiederholt nega- tiv oder depla tziert geäussert und damit den Rahmen des Üblichen ge- sprengt habe. Allerdings dürfe man diese Aussagen nicht aus dem Kontext reissen. Ferner bestätig te er, im Auftrag des Beschwerdeführers einen Strafregisterauszug beschafft zu haben, wobei er erst später erfahren habe, dass dies nicht zu militärischen Zwecken, sondern im Rahmen eines Anstellungsverfahrens geschehen sei. 5.1.2.3 Eine weitere Einvernahme fand am 11. Februar 2016 mit D._______ statt. Hierbei handelt es sich um einen Fachspezialisten, der im Bereich (…) der Abteilung (...) tätig ist. Er äusserte sich negativ zum Ar- beitsklima und dem Führungsverhalten in der Abteilung und beschrieb ein schwieriges Verhältnis zu seinem direkten Vorgesetzten, E._______, der dem Beschwerdeführer nahe stehe . Die Mitarbeiter würden Letzterem nicht vertrauen. Er pflege einen distanzierten Umgang mit ihnen und wider- setze sich den rechtlichen Vorgaben, die sie einhalten müssten. Das Team habe Angst vor ihm. Gebe man eine andere Meinung kund, werde sein Ton nicht böse, aber hart. Als er einmal eine Mutation abgelehnt habe, sei er vom Beschwerdeführer auf dem Gang „zusammengeschissen“ worden . Konfrontiert mit der Aktennotiz aus der internen Untersuchung gab er an, den Beschwerdeführer in den zutreffenden Aussagen gut zu erkennen. Als die befragende Person gewisse Aussagen ausdrücklich wiedergab, bestä- tigte sie der Befragte grösstenteils, relativierte aber auch einzelne davon. A-6519/2016 Seite 12 Den Inhalt des „Factsheets“ konnte er teilweise bestätigen. Dasselbe galt bezüglich der aufgelisteten, diffamierenden Äusserungen, die gefallen sein sollen. 5.1.2.4 Am 4. März 2016 wurde B._______ zur Angelegenheit befragt. Er war Chef des Bereichs (…) und damit im (…), nicht aber für die Abteilung (...) tätig. In der Kündigungsverfügung wurde das Verhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und Herrn B._______ als besonders problematisch her- vorgehoben. Anlässlich seiner Befragung sprach dieser von Spannungsfel- dern, die sich ergeben hätten, da sein Bereich für die Vorgaben zuständig gewesen sei, während der Beschwerdeführer die Verantwortung für den Vollzug getragen habe. Letzterer habe ein grosses Wissen im Bereich (…). Weniger gut sei die Art und Weise gewesen, wie dieses eingeflossen war. Alsdann übte er generell Kritik an der Personalführung, den Arbeitsabläu- fen und Prozessen im (…). Die Missstände hätten Misstrauen, Angst und Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern gefördert. Der Beschwerdeführer sei ein extremer Machtmensch. Ihm intellektuell ebenbürtige Mitarbeiter habe er versucht loszuwerden . Solche mit Schwachpunkten habe er teilweise versucht bloss zu stellen . Zur vorgelegten Aktennotiz führt e der Befragte aus, vieles nur vom „Hörensagen“ zu wissen, inhaltlich könne er die Aus- sagen aber unterstützen. Vor allem jene, wonach Entscheide getroffen wor- den seien, die nicht den re chtlichen Grundlagen entsprochen hätten . Auf die Frage, ob er als „Idiot“ und „Arschloch“ betitelt worden sei, gab er an, der Beschwerdeführer habe ihn „Hobbyjurist“ genannt. Weiter wollte er sich dazu nicht äussern. Der Beschwerdeführer habe versucht, ihn schlecht zu machen und intrigiert. Auf die umstrittene Beförderung eines Leutnants an- gesprochen meinte er, diese sei nicht rechtmässig erfolgt. Den Feststellun- gen im „Factsheet“ pflichtete er teilweise bei. Betreffend die Auflistung der diffamierenden Äusserungen enthielt er sich der Kommentierung, da er an den sogenannten „ (…)-Rapporten“ nicht teilgenommen habe . Generell habe der Beschwerdeführer verbale „Rundum-Schläge“ erteilt. 5.1.2.5 Ebenfalls am 4. März 2016 erfolgte die Einvernahme von E._______, Chef des Bereichs (…) in der Abteilung (...) und Stellvertreter des Beschwerdeführers. Er ist der Vorgesetzte des ebenso angehörten D._______. Als Einziger der Befragten war er mit dem Beizug des Befra- gungsprotokolls aus der internen Untersuchung einverstanden. Dieses da- tiert vom (…) 2015. Der Befragte hatte damals zu Protokoll gegeben, das Klima in der Abteilung des Beschwerdeführers sei geschäftlich, sachlich, aber auch kameradschaftlich. Den Kontakt zu seinem Vorgesetzten hatte er als gut und konstruktiv, wenn auch nicht familiär beschrieben. Kritische A-6519/2016 Seite 13 Voten gegenüber dem Beschwerdeführer sind nicht zu finden. Bei der An- hörung im Rahmen der D isziplinaruntersuchung verwies der Befragte im- mer wieder auf das frühere Einvernahmeprotokoll. Seine Antworten betref- fend das Arbeitsklima und gegenseitige V ertrauen in der Abteilung fielen zurückhaltend, aber nicht negativ aus. Vorwürfe erhob er abermals keine. Zu den Aussagen gemä ss vorgehaltener Aktennotiz konnte er teilweise nichts sagen oder dann widersprach beziehungsweise relativierte er. Sel- biges gilt hinsichtlich des „Factsheets“. Bezüglich der aufgelisteten diffa- mierenden Äusserungen räumt e der Be schwerdeführer ein, einzelne, harmlosere Bezeichnungen gehört zu haben. T eilweise seien jedoch die falschen Adressaten aufgeführt. 5.1.2.6 Die befragten Personen üben beziehungsweise übten verschie- dene Funktionen in der Organisationseinheit (…) aus. Aus den Protokollen wird ersichtlich , dass sie aufgrund ihrer Stellung und Aufgabe n unter- schiedlichen Kontakt und Umgang mit dem Beschwerdeführer pflegten. Die Angaben zum Beschwerdeführer stimmen teilweise überein, zeugen aber auch von sehr unterschiedlichen, persönlich gefärbten Wahrnehmun- gen. Der Beschwerdeführer bestreitet die ihm vorgehaltenen Vorwürfe . Sein Stellvertreter und Untergebener, E._______, belastet ihn zudem kaum. Bei den übrigen befragten Personen, nämlich den Herren C._______, B._______ und D._______, ist zu beachten, dass gewisse Ant- worten auf freien, eigenen Wahrnehmungen beruhen, während andere pri- mär als Reaktion auf die vorgehaltenen Belastungen aus der internen Un- tersuchung zu werten sind. Wurden Vorhalte ohne eigene Ausführungen lediglich bestätigt oder verneint , ist von einem verminderten Beweiswert auszugehen. Von sich aus äusserte sich vor allem D._______ deutlich ne- gativ zum Verhalten des Beschwerdeführers, während sich B._______ und C._______ tendenziell zurückhaltender und differenzie rter ausdrückten. Ein ähnliches Bild zeigt sich bezüglich ihrer Reaktionen auf die ihnen un- terbreiteten, dokumentierten Vorwürfe. Am grössten fiel die Zustimmung bei D._______ aus, die er zudem auch mit eigenen Ausführungen aus- drückte. Die übrigen Befragte n konnten dagegen nur selektiv oder dann von der Tendenz her beipflichten. Teilweise widersprachen sie auch aus- drücklich. So g ab B._______ beispielsweise an, vom Beschwerdeführer nicht als „Arschloch“ und „Idioten“, sondern als „Hobbyjuristen“ bezeichnet worden zu sein . Insgesamt führen d ie Summe der dargelegten eigenen Eindrücke der Angehörten sowie ihre Reaktionen auf die vorgehaltenen Vorwürfe nicht zur Überzeugung, dass sich der Beschwerdeführer in dem Masse unkorrekt verhalten hat, wie ihm dies in der Verfügung vorgeworfen A-6519/2016 Seite 14 wird. Dies liegt an den inhaltlich verschiedenen Aussagen, aber auch da- ran, dass viele Aussagen erst auf Vorhalt der zusammengestellten Vor- würfe aus der internen Untersuchung gemacht wurden. Ferner ist beacht- lich, dass die Vorwürfe über weite Strecken ein generell problematisches Führungsverhalten thematisieren, das sich nicht auf einzelne, konkrete Handlungen beschränkt. Eine solche Verhaltensweise ist nicht leichthin an- zunehmen. Die Beweise müssen hierfür besonders breit abgestützt sein. Rühren die Belastungen dagegen lediglich von Einzelpersonen her, kann dies kaum genügen. In diesem Sinne vermögen die durchgeführten Befra- gungen die Verdachtsmomente nicht derart zu verdichten beziehungs- weise ein gesamtheitliches, umfassendes Bild a bzugeben, dass von be- wiesenen Tatsachen ausgegangen werden könnte. 5.1.3 Mit dem Amtsbericht vom (…) ist ein weiteres Beweismittel zu würdi- gen. Er beruht auf einem Frage nkatalog, der dem Leiter des Personal- dienstes des Führungsstabs der Armee zur Beantwortung u nterbreitet wurde. Mitarbeiter der Abteilung (...) sollen demnach beim HR vorgespro- chen und Verhaltensweisen des Beschwerdeführers bemängelt haben. Vor allem gut ausgebildete und durchsetzungsstarke Mitarbeiter hätten ein schwieriges Verhältnis zu ihm gehabt. Die Untergebenen hätten ihm gene- rell nicht vertraut. Die Aussagen in der Aktennotiz betreffend die interne Untersuchung würden den bei ihnen eingegangenen Meldungen sowie den eigenen Erfahrungen des Personaldienstes entsprechen. Von ihrer Seite sei nichts unternommen worden, da konkrete Beweise und Aussagen ge- fehlt hätten. Der Inhalt des „Factsheets“ decke sich mit den Rückmeldun- gen der Arbeitnehmerschaft, könne aber nicht bezeugt werden, da der Per- sonaldienst die Situationen nicht selber erlebt habe . Dasselbe wurde be- züglich des Dokuments „Üble Nachrede“ festgehalten. An den Führungs- rapporten sei der Beschwerdeführer sehr dominant, unnahbar, selbstge- recht und bestimmt aufgetreten . Er habe seine Macht demonstriert. Ge- genüber anwesenden Mitarbeitern des HR habe er sich hierbei arrogant und herablassend verhalten, wogegen er sich im Zwiegespräch korrekt, aber kritik- und beratungsresistent gegeben habe. Weiter wird berichtet, dass der Beschwerdeführer weisungswidrig Beurteilungen von Mitarbei- tern seiner Direktunterstellten gegen unten angeordnet habe. Überdies sei bekannt, dass der Beschwerdeführer unzulässigerweise Referenzen über Bewerber eingeholt habe. Die Angaben des Personaldienstes beruhen grösstenteils auf der Wiedergabe von ihnen zugetragenen Meldungen von Mitarbeitern und nur zu einem kleineren Teil auf eigenen Wahrnehmungen. Die Antworten sind entsprechend formuliert und enthalten auch Vermutun-A-6519/2016 Seite 15 gen und Annahmen zum Verhalten des Beschwerdeführers. Im Amtsbe- richt kann folglich nicht der Beweis für die dem Beschwerdeführer angelas- teten Verhaltensweisen erblickt werden. 5.1.4 Zusammenfassend und in freier Beweiswürdigung ergibt sich, dass der Sachverhalt, wie er der Kündigung zugrunde gelegt wurde, anhand der Beweismittel des vorinstanzlichen Verfahrens nicht als erstellt anzusehen ist. Demzufolge lässt sich der unterbliebene Beizug der Akten aus der in- ternen Untersuchung auch nicht damit rechtfertigen, dass der rechtserheb- liche Sachverhalt bereits anderweitig genügend geklärt ist. 5.2 Nach dem Gesagten bleibt zu beurteilen, ob der Verzicht auf die bean- tragte Beweisabnahme begründet ist, weil den Akten der internen Untersu- chung die Beweistauglichkeit abgeht (vgl. E. 4.2). Wie in den vorstehenden Erwägungen dargelegt, basieren die vorinstanzlichen Beweismitte l zu ei- nem grossen Teil auf den Akten der internen Untersuchung beziehungs- weise den daraus gewonnenen Erkenntnissen. Wären diese Unterlagen beigezogen worden, hätte ihre Qualität als Grundlage für das vorliegende Verfahren überprüft werden können. Die primären Beweismittel bezie- hungsweise ursprünglichen Informationsquellen betreffend die Vorwürfe an den Beschwerdeführer versprechen in erhöhtem Masse aussagekräftig zu sein. Dies umso mehr, als die interne Untersuchung offenbar breit angelegt war und zu den unbekannten Akten auch Protokolle gehören, die von Be- fragungen von Personen herrühren, die im vorinstanzlichen Verfahren nicht nochmals angehört wurden. Angesichts der sachverhaltsbezogenen Un- klarheiten ist anzunehmen, dass die Akten aus der internen Untersuchung geeignet sind, das Beweisergebnis zu beeinflussen und den rechtserheb- lichen Sachverhalt weiter zu erhellen. Deren Beizug wäre demnach gebo- ten gewesen. Indem die Vorinstanz von dieser beantragten Beweisab- nahme absah, ohne dass hierfür die Voraus setzungen gegeben waren, verletzte sie das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers sowie ihre Un- tersuchungspflicht. 6. 6.1 Art. 61 Abs. 1 VwVG sieht für das Beschwerdeverfahren im Allgemei- nen vor, dass die Beschwerdeinstanz in der Sache selbst entscheidet oder diese ausnahmsweise mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zu- rückweist. Bei der Wahl zwischen den beiden Entscheidarten steht dem Gericht grundsätzlich ein weiter Ermessensspielraum zu. Liegen sachliche A-6519/2016 Seite 16 Gründe vor, ist eine Rückwei sung regelmässig mit dem Untersuchungs- grundsatz und dem Prinzip eines einfachen und raschen Verfahrens ver- einbar. Zur Rückweisung führt insbesondere eine mangelhafte Abklärung des Sachverhalts durch die Vorinstanz, die ohne eine aufwändigere Be- weiserhebung nicht behoben werden kann. Die Vorinstanz ist mit den tat- sächlichen Verhältnissen besser vertraut und darum im Allgemeinen bes- ser in der Lage, die erforderlichen Abklärungen durchzuführen. Ebenso ist eine Rückweisung angezeigt, wenn der Vorinstanz ein Ermessen zu- kommt, bei dessen Überprüfung sich das Gericht Zurückhaltung auferlegt. Schliesslich bleibt der betroffenen Partei dergestalt der gesetzlich vorge- sehene Instanzenzug erhalten (vgl. statt vieler BGE 131 V 407 E. 2.1.1; BVGE 2012/21 E. 5.1; Urteile des BVGer A-5766/2016 vom 20. Februar 2017 E. 10.2 und A -1063/2014 vom 25. März 2015 E. 3.6; MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.194). 6.2 Der dargelegte weite Ermessensspielraum bei der Beurteilung einer allfälligen Rückweisung erfährt bei Beschwerdeentscheiden über Kündi- gungen nach Art. 34b Abs. 1 Bst. a BPG eine Präzisierung . Demnach spricht die Beschwerdeinstanz bei Gutheissung einer entsprechenden Be- schwerde grundsätzlich eine Entschädigung zu und weist die Sache nur ausnahmsweise alternativ zurück. Eine Entschädigung ist namentlich zu- zusprechen, wenn sachlich hinreichende Gründe für die ordentliche Kün- digung oder wichtige Gründe für die fristlose Kündigung fehlen oder Ver- fahrensvorschriften verletzt worden sind. Wenn möglich ist folglich von ei- ner Rückweisung abzu sehen und stattdessen eine Entschädigung zuzu- sprechen. Diese Regelung wi derspiegelt den im Personalrecht vollzoge- nen Wechsel vom Grundsatz der Weiterbeschäftigung zum Prinzip der Ent- schädigung. 6.3 6.3.1 Indem die Vorinstanz das rechtliche Gehör des Beschwerdeführ ers sowie ihre Untersuchungspflicht verletzt hat, liegen Verstösse gegen Ver- fahrensvorschriften vor, die nach dem Gesagten grundsätzlich zu entschä- digen sind und einer Rückweisung entgegenstehen. Der Beschwerdefüh- rer beantragt allerdings nicht nur eine Entschädigung nach Art. 34b Abs. 1 Bst. a BPG, sondern auch seine Weiterbeschäftigung beziehungsweise eine Entschädigung nach Art. 34c BPG sowie eine Entschädigung nach Art. 19 Abs. 3 BPG. Für den Entscheid über diese weiteren Anträge reicht die Feststell ung bezüglich der begangenen Verfahrensfehler nicht aus. A-6519/2016 Seite 17 Vielmehr muss die ausgesprochene Kündigung zur Behandlung des ge- samten Streitgegenstands auch materiell beurteilt werden, was aufgrund des unzureichend abgeklärten Sachverhalts den Beizug der Akten aus der internen Untersuchung als taugliche Beweismittel bedingt. Im Folgenden ist darzulegen, weshalb die Vorinstanz und nicht das Bundesverwaltungs- gericht dieses Versäumnis nachzuholen hat und damit die Sache zurück- zuweisen ist. 6.3.2 Die von der Vor instanz angeführten Geheimhaltungsinteressen der einvernommenen Personen stehen dem Aktenbeizug nicht entgegen, je- doch könnten sie dem entsprechenden Einsichtsinteresse des Beschwer- deführers zuwiderlaufen (vgl. Art. 27 Abs. 1 Bst. b VwVG). Bestehen we- sentliche private Interessen an der Geheimhaltung , verlangt das Verhält- nismässigkeitsprinzip, dass die einander entgegenstehenden Interessen an der Akteneinsicht einerseits und an deren Einschränkung oder Verwei- gerung andererseits sorgfältig und auf der Basis der Umständ e des kon- kreten Falles gegeneinander abgewogen werden. Eine Verweigerung hat sich auf das Minimum zu beschränken (vgl. Art. 27 Abs. 2 und 3 VwVG ; WALDMANN/OESCHGER, Praxiskommentar VwVG, Art. 27 N. 39 ff). Das mit dem Aktenbeizug einhergehende Recht des Beschwerdeführers auf Ein- sichtnahme erfordert folglich weitere Abklärungen, wozu allenfalls auch die Anhörung von Betroffenen gehört. Dies bedeutet einen erheblichen Auf- wand. Überdies steht der Vorinstanz bei der vorzunehmenden Interessen- abwägung ein Ermessensspielraum zu. Unter diesen Umständen ist es an- gezeigt, die Kündigung aufzuheben und die Sache zur Vornahme der er- forderlichen Abklärungen sowie zu neuem Entscheid ausnahmsweise zu- rückzuweisen. Dies gilt umso mehr, als die Vorinstanz mit den Verhältnis- sen nicht nur besser vertraut, sondern auch besser in der Lage ist, diese Abklärungen durchzuführen. 7. Das Beschwerdeverfahren ist in personalrechtlichen Belangen grundsätz- lich kostenlos (Art. 34 Abs 2 BPG), weshalb keine Verfahrenskosten zu er- heben sind. 8. 8.1 Der obsiegenden Partei ist von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Feb-A-6519/2016 Seite 18 ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen v or dem Bundesverwal- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Entschädigung umfasst die Kos- ten der Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen der Partei (vgl. Art. 8 ff. VGKE). Der Stundenansatz für die anwaltliche Vertretung be- trägt mindestens Fr. 200.– und höchstens Fr. 400.– (vgl. Art. 10 Abs 2 VGKE). Wird keine Kostennote eingereicht, setzt das Gericht die Entschädigung aufgrund der Akten fest (Art. 14 Abs 2 VGKE). 8.2 In der Verwaltungsrechtspflege des Bundes gilt die Rückweisung der Sache an die Vorinstan z zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid (mit noch offenem Ausgang) praxisgemäss als volles Obsiegen der Be- schwerde führenden Partei (vgl. BGE 137 V 210 E. 7.1, 132 V 215 E. 6.1; Urteil des BVGer A -1063/2014 vom 25. März 2015 E. 5). Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer gilt demnach als obsiegend und hat An- spruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist in Anbetracht des mutmass- lichen Arbeits- und Zeitaufwands für das vorliegende Bes chwerdeverfah- ren auf Fr. 5‘000.– (inkl. Auslagen) festzusetzen und der Vorinstanz zur Zahlung aufzuerlegen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der Vorinstanz vom (…) wird aufgehoben und die Sache zur Klärung des Sachverhalts im Sinne der Erwägungen sowie zu neuem Entscheid an die Vori nstanz zurückgewie- sen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 5‘000.– zu bezahlen. A-6519/2016 Seite 19 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Jürg Steiger Matthias Stoffel Rechtsmittelbelehrung: Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet der öffentlich- rechtlichen Arbeitsverhältnisse können beim Bundesgericht angefochten werden, sofern es um eine vermögensrechtliche Angelegenheit geht, bei welcher der Streitwert mindestens Fr. 15'000.– beträgt oder bei der sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (vgl. Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 BGG). Bei einer nicht vermögensrechtlichen Angelegen- heit ist die Beschwerde nur zulässig, wenn sie die Gleichstellung der Ge- schlechter betrifft (vgl. Art. 83 Bst. g BGG). Steht die Beschwerde in öffent- lich-rechtlichen Angelegenheiten offen, kann sie innert 30 Tagen nach Er- öffnung dieses Entscheids beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begrün- dung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be- schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: