16. Dezember 1988 N 1927 Postulat Büttiker non è ancora provato che l'uso di detersivi senza fosfati non costituisca un pericolo per la salute delle acque. Anzi, sui 20 prodotti considerati 12 sono risultati di un'efficacia debole o media, 2 di efficacia scarsa e 6 hanno un impatto negativo per l'ambiente. Risulta dalle conclusioni di quei test che sarebbe auspica- bile e necessario un rafforzamento dei controlli e un miglio- ramento delle analisi delle sostanze componenti i detersivi senza fosfati per quanto concerne il loro impatto, ambien- tale. A tale scopo una revisione della legge federale in materia per consentire analisi più approfondite sarebbe utile e necessaria. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 23. November 1988 Dichiarazione scritta del Consiglio federale del 23 novembre 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 23 novembre 1988 II Consiglio federale è disposto ad accettare il postulato. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.779 Postulat Hubacher Situation beim Trinkwasser Approvisionnement en eau potable Wortlaut des Postulates vom 7. Oktober 1988 Vor einiger Zeit sendete das Erste Deutsche Fernsehen nach zweijährigen Recherchen durch das WDR-Studio den Bei- trag «Gesucht: sauberes Trinkwasser». Viele namhafte Wis- senschafter wurden zur Trinkwasserfrage interviewt. Unwi- dersprochenes Fazit: In der BRD mussten bisher bereits rund 20 Prozent der Trinkwasserbrunnen geschlossen wer- den. Der Zustand der Trinkwasserversorgung ist alarmie- rend. Hauptsache: Vergiftung des Grundwassers durch Pflanzenschutzmittel (Pestizide). Entgegen den bisherigen Versicherungen durch die Chemie erklärte der Direktor der Deutschen Biologischen Bundesanstalt, die u. a. Bewilli- gungsbehörde für zulässige Pflanzen«schutz»mittel ist, diese würden sich nicht innert ein paar Jahren abbauen, sondern nach zehn/fünfzehn Jahren im Trinkwasser auftau- chen. Und das sei, fügte Prof. Wassermann aus Kiel bei, nur der «kriminelle» Anfang. Mit anderen Worten: In der BRD ist die Trinkwasserversorgung ernsthaft gefährdet. Unwillkür- lich ergibt sich daraus die Frage: Und in der Schweiz, wie sieht es da aus? Ich ersuche den Bundesrat, bis Ende 1989 einen Bericht über den Zustand der Trinkwasserversorgung in der Schweiz inkl. nötige Massnahmen vorzulegen. Fragen wie: erkannte oder befürchtete Gefahren, regionale Krankheits- herde, Auswirkungen der Pflanzenschutzmittel, wirksame Gegenmassnahmen, Chancenbeurteilung für die Zukunft, u. a. m. sollten beantwortet werden. Es geht darum, den Ist- Zustand und allfällige gefährliche Entwicklungen zu erfas- sen, wie die in der BRD offensichtlich zentrale Frage der Pflanzenschutzmittel als Herd der Grundwasserverseu- chung, aber ebenso das Problem der Gülle aus Agrarindu- striebetrieben sowie nötige Gegenmassnahmen/Vorkehrun- gen zu konkretisieren! Texte du postulat du 7 octobre 1988 II y a quelque temps, la première chaîne de télévision alle- mande a diffusé une émission intitulée «Gesucht: sauberes Trinkwasser» (on cherche de l'eau potable), à la suite d'une enquête de deux ans menée par le studio de la radiodiffu- sion d'Allemagne fédérale (WDR). Plusieurs savants connus ont été appelés à donner leur avis sur la question que pose la protection de l'eau potable. Le fait suivant est établi: près de 20 pour cent des puits d'eau potable ont déjà dû être fermés en Allemagne fédérale. La situation sur le plan de l'approvisionnement en eau est alarmante. Cela est dû en premier lieu à la pollution de l'eau par les pesticides. En dépit des assurances données par l'industrie chimique, ceux-ci ne se dégradent pas au bout de quelques années, mais réapparaissent dix à quinze ans plus tard dans l'eau, a affirmé le directeur de l'office féféral allemand chargé de délivrer les autorisations pour l'emploi des pesticides (Deutsche Biologische Bundesanstalt). Or, a ajouté le pro- fesseur Wassermann de Kiel, ce n'est là qu'un début. En d'autres termes: l'approvisionnement en eau potable est gravement menacé en Allemagne fédérale. On se pose alors la question: Qu'en est-il en Suisse? Je demande au Conseil fédéral de faire rapport, jusqu'à fin 1989, sur l'état de l'approvisionnement en eau potable dans notre pays et de proposer les mesures à prendre. Il importe d'indiquer les dangers reconnus et les risques encourus, les foyers locaux de maladie, les effets des pesticides, les mesu- res de protection qui se sont révélées efficaces, les perspec- tives etc. Il s'agit d'esquisser l'état actuel des choses et de prévoir les dangers, par exemple, comme on l'a fait en Allemagne où la question a manifestement une importance capitale, de reconnaître les risques que comportent les pesticides, mais aussi de cerner le problème que pose le purin provenant des exploitations agricoles à grand rende- ment et de préciser les mesures à prendre. Mitunterzeichner- Cosignataire: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 14. November 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 14 novembre 1988 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.736 Postulat Büttiker Industrielle Anwendung moderner Strahlentechnologie Radiotechnologie. Application industrielle Wortlaut des Postulates vom 3. Oktober 1988 Der Bundesrat wird eingeladen, die Anwendungsmöglich- keiten der industriellen Bestrahlungstechnologie in unse- rem Land zu prüfen und dem Parlament in einem Bericht darzulegen. Dabei sind besonders der industrielle Einsatz der ionisierenden Strahlen im Bereich der Sterilisation und Lebensmittelbestrahlung zu untersuchen sowie die Per- spektiven der internationalen Zusammenarbeit aufzuzeigen. Texte du postulat du 3 octobre 1988 Le Conseil fédéral est invité à procéder à l'examen des possibilités d'application de la technologie d'irradiation industrielle dans notre pays, et d'en présenter les résultats dans un rapport au Parlement. Une attention particulière sera vouée à l'utilisation industrielle des rayons ionisants en matière de stérilisation et d'irradiation des denrées alimen-Postulat Reimann Fritz 1928 N 16 décembre 1988 taires, ainsi qu'aux perspectives de la coopération interna- tionale dans ce domaine. Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Allgemeines Der industrielle Einsatz von Beta- und Gamma-Strahlen gewinnt zunehmend an Bedeutung. In der Praxis sind dies insbesondere nachfolgende Produktehauptgruppen: -Sterilisation von Medizinalartikeln (Spritzen, Operations- nadeln und -faden, Petrischalen, Pipetten, Prothesen, Phar- maka usw.); - Haltbarkeitsverbesserung und die Verbesserung der hygienischen Sicherheit von Lebensmitteln, insbesondere von Gewürzen und Lebensmittelzusatzstoffen; - Hygienisierung von Futtermitteln; -Vernetzung von Kunststoffen zur Verbesserung der mechanischen und thermischen Eigenschaften sowie des Memoryeffekts bei Schrumpfartikeln; -Abbau von Kunststoffen, z.B. zur Verbesserung der Anfärbbarkeit von Zellulose, von Polypropylen als Nukleie- rungsmittel oder zur Aufbereitung von Polytetrafluorethy- len-Abfällen zu Feinstpulver. Obwohl das Verfahren den neuesten Anforderungen des Umweltschutzes entspricht, im Verhältnis zu anderen Ver- fahren energiesparend ist, das bestrahlte Produkt nie radio- aktiv werden kann, weltweit zunehmend speziell auf den Gebieten Sterilisation und Lebensmitteln Anwendung fin- det, sind in der Schweiz noch keine konkreten behördlichen Massnahmen bekannt, um den Anforderungen des EG-Bin- nenmarkts gerecht werden zu können. Im besonderen sind nachfolgende Punkte von ausseror- dentlicher Wichtigkeit: Sterilisation Es gibt in der Schweiz keine Gesetzgebung, die den Sterili- sationsprozess von medizinischen, insbesondere von Ein- weg- und Mehrwegartikeln, Prothesen, Pharmaka, usw., ver- bindlich regelt. Die weitere Anwendung der ETO-Sterilisation ist nicht zuletzt aus umweltpolitischen Gründen zu überdenken. Weltweit und insbesondere in der EG werden grosse Anstrengungen unternommen, den Sterilisationsprozess international einheitlich zu normieren. Obwohl die zumeist mittelständischen schweizerischen Medizinalartikelherstel- ler ihre Produkte überregional absetzen, sind bis heute keine Anstrengungen seitens der Behörden bekannt, die dieser Situation Rechnung tragen. Es wäre aus wettbewerbspolitischen Gründen wünschens- wert, wenn sich die Schweiz den zukünftigen diesbezügli- chen EG-Normen anschliessen würde. Lebensmittelbestrahlung Gemäss Schweizerischer Lebensmittelgesetzgebung ist die Bestrahlung von Lebensmitteln verboten, obwohl die Welt- gesundheitsorganisation WHO 1980 die Lebensmittelbe- strahlung bis zu einer Dosis von 10kGy als gesundheitlich unbedenklich erklärt hat. In Europa haben verschiedene Länder (u. a. NL, F, l, B, H, DDR) die Bestrahlung von ausgewählten Lebensmitteln be- willigt. Trotz Verbot scheint es erwiesen, dass bestrahlte Lebens- mittel (insbesondere Gewürze, Trockenprodukte und gewisse Lebensmittelzusätze) regelmässig in die Schweiz importiert, weiterverarbeitet und konsumiert werden. Scheinbar machen es die zuständigen schweizerischen Behörden davon abhängig, dass zuerst eine Bestrahlungs- nachweismethode gefunden werden muss, bevor über ein weiteres Vorgehen diskutiert werden kann. Wir sind der Meinung, dass dieses Konzept neu überdacht werden muss. Gammabestrahlungsanlage Schweiz Die industrielle Bestrahlungstechnologie als Dienstleistung ist insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe ein optimales Instrument, um auch international erfolgreich operieren zu können. Obwohl auf dem Gebiet der Atomforschung seitens der Schweiz grosse Aktivitäten unternommen werden, wird der zukunftsträchtigen Anwendung von ionisierenden Strahlen (wiez. B.: Beta- und Gamma-Strahlen) keine Rech-, nung getragen. Es wäre wünschenswert, wenn die entsprechenden Instan- zen der Idee «Lohnbestrahlung als industrielle Dienstlei- stung» mehr Unterstützung gewähren würden. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit/Ländervergleich Die Schweiz vertritt die Interessen der industriellen Anwen- dung von ionisierenden Strahlen im internationalen Rah- men ungenügend und unvollständig. Andere Länder verfü- gen innerhalb der Landesatomenergiebehörden L ber eine kompetente Stabsstelle, die sich mit all den Fragen im Zusammenhang mit der industriellen Anwendung von ioni- sierenden Strahlen befasst. Es wäre zu begrüssen, wenn auch in der Schweiz eine diesbezügliche Stelle geschaffen würde und insbesondere auch die Zusammenarbeit mit der EFTA und der EG intensi- viert würde. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 14. November 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 14 novembre 1988 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Präsident: Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegen- zunehmen. Es wird bestritten durch Frau Jeanprêtre. Damit ist Diskussion beschlossen. Verschoben - Renvoyé #ST# 88.743 Postulat Reimann Fritz Strahlenschutz des Patienten Protection des patients contre les radiations Wortlaut des Postulates vom 5. Oktober 1988 Ich lade den Bundesrat ein, die Notwendigkeit eines ver- mehrten Strahlenschutzes für den Patienten bei der Rönt- gentätigkeit des allgemein praktizierenden Arztes 2:u prüfen und gegebenenfalls geeignete Massnahmen dafür vorzu- schlagen. Texte du postulat du 5 octobre 1988 J'invite le Conseil fédéral à étudier s'il est nécessaire d'amé- liorer la protection des patients lorsque leurs médecins les exposent à des radiations au cours du traitement ou à des fins d'examen, et à proposer des mesures appropriées le cas échéant. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Braunschweig, Brügger, Bundi, Carobbio, Eggenberg-Thun, Fankhauser, Fehr, Haf- ner Ursula, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Ledergerber, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Matthey, Mauch Ursula, Neukomm, Ott, Rechsteiner, Stappung, Ulrich, Züger (26) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Es ist seit langem bekannt und erwiesen, dass unsere Bevöl- kerung den grössten Teil ihrer Exposition mit ionisierender Strahlung nicht durch die Elektrizitätserzeugung aus Kern- energie oder durch andere Anwendungen der Kerntechnik erhält, sondern durch die medizinische Röntgendiagnostik. Zum Schutz der Menschen und insbesondere zürn Schutz der Arbeitnehmer sind in der Gesetzgebung des Bundes mit Hilfe einer Reihe von Vorschriften und Bestrahlungsgrenz-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Büttiker Industrielle Anwendung moderner Strahlentechnologie Postulat Büttiker Radiotechnologie. Application industrielle In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band IV Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 88.736 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 16.12.1988 - 08:00 Date Data Seite 1927-1928 Page Pagina Ref. No 20 016 968 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.