Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. Juli 2020 (720 20 121 / 177) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Voller Beweiswert eines bidisziplinären externen Verwaltungsgutachtens. Das psychiatri- sche Teilgutachten enthält alle erforderlichen Angaben für die Prüfung der Frage, ob sich ein invalidisierender Gesundheitsschaden anhand der Standardindikatoren verifizieren lässt. Es besteht kein Rentenanspruch. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Felicia Käslin Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. iur. Volker Pribnow, Rechtsanwalt, Stadtturmstrasse 10, Postfach 43, 5401 Baden gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1962 geborene A.____ arbeitete seit 2011 bzw . seit 2015 als Selbstständig-erwer- bender im Bereich Münzhandel bzw. im Vertrieb von Nah rungsergänzungsmitteln. Bereits 2008 meldete er sich unter Hinweis auf ein Burn-out sowie Depressionen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an, wobei die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) den Anspruch auf Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Leistungen ablehnte. Die dagegen erhobene Beschwerde w ies das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 29. September 2011 ab. A.2 Am 4. April 2017 meldete sich A.____ unter Hinwei s auf eine Einblutung im Bereich des 7. und 8. Brustwirbels erneut bei der IV zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle klärte in der Folge die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse des Versicherten ab und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 2 %. Gestützt auf dieses Ergebnis verneinte sie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 19. Februar 2020 einen Rentenanspruch. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Rechtsanwalt Dr. Volker Pribnow, am 18. März 2020 Beschwerde beim Kantonsgeri cht. Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Even- tualiter sei die Sache zwecks Vornahme weiterer Abklärung en an die Beschwerdegegnerin zu- rückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 15. April 2020 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be- schwerde des Versicherten vom 18. März 2020 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 A TSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbs- fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig er- stellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigne- ter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Pe rson trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb n achzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursach- ten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die v ersicherte Person nicht hinreichend er- werbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als al ternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165, 127 V 294 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min- destens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut- bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be- ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei- len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa- rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinisch e These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, o b dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt- linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahre ns eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exp ertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). I n Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungs- auftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) lässt Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass wei- terer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ä rzte zu anderslautenden Einschätzun- gen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rei n subjektiver ärztlicher Interpretation ent- springende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Beg utachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des Bundesgerichts vom 26. Novem ber 2019, 8C_549/2019, E. 3.2 mit Hinweis, und vom 8. April 2020, 8C_60/2020, E. 3.2). 4.4 Die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der me- dizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfüg ung. Sie setzen die für die In- validenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktion elle Leistungsfähigkeit der versi- cherten Person fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszu- üben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (A rt. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). RAD-Berichte sind versicherungsinterne Do- kumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten n icht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (vgl. BGE 135 V 254 E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.1). 4.5 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me- dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde- rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hinsicht- lich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich der an gefochtene Entscheid ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu den en die RAD-Berichte gehören –, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen . In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergän- zende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, E. 2 mit weiteren Hinweisen). 5. Bei der Würdigung des vorliegenden medizinischen Sa chverhalts sind insbesondere die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1 Dr. med. B.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte am 13. April 2017 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf eine bipolare Krankheit seit mind. 1999, differentialdiagnostisch eine Borderline-Persönlichkeit , ein obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) seit 2005 und ein chronisches Thorakovertebralsyndrom bei diffuser idiopathischer Ske- letthyperostose (DISH) sowie betonter Kyphose mit Schmerzchronifizierung Stadium II nach Ge- bershagen seit 2015. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfäh igkeit seien die Adipositas, der Niko- tinabusus, die Penicillinallergie und ein Status nach Knieoperation rechts ca. 1990. Anamnestisch hielt Dr. B.____ fest, es habe seit Jahrzehnten immer wieder Jobwechsel, familiäre Probleme und Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht seit 2007 eine Dauertherapie mit Antidepressiva gegebe n, allerdings habe bisher nie eine psy- chiatrische Hospitalisation oder Psychotherapie stattgefunden. Im Vordergrund stünden die seit zwei Jahren bestehenden, chronifizierten Rückenschmerzen, die zur Dauerarbeitsunfähigkeit ge- führt hätten. Es bestehe eine starke psychische Instabilit ät mit Verlust der Impulskontrolle; kör- perlich seien dem Versicherten keine schweren Arbeiten zumutbar (Heben und Schieben von Gewichten unter 10kg). Sie habe den Versicherten seit ü ber einem Jahr nicht mehr gesehen, weshalb sie keine näheren Auskünfte über andere mögliche Tätigkeiten oder die gegenwärtige Behandlung erteilen könne. 5.2 Mit Bericht vom 15. April 2017 gab Dr. med. C.__ __, FMH Rheumatologie und Allge- meine Innere Medizin, an, es bestehe mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Thorakovertebralsyndrom bei DISH, Hohlrundrücken und Skoliose, HLA B27 negativ, eine chro- nische, mechanische Überlastung im Bereich der hyperkyphot ischen unteren Brustwirbelsäule (BWS), wobei der Kyphosierungswinkel der BWS 63 betra ge und zudem eine langstreckige Rechtskonvexität der BWS vorliege. Ohne Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit seien der Status nach Burn-out-Symptomatik und das Schlaf-Apnoe-Syndrom. Dr. C.____ schätzte eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Verweistätigkeit unter Berücksichtigung einer Leis- tungsverminderung von 20 % als zumutbar ein. 5.3 Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap- parates, hielt mit Austrittsbericht der E.____-Klinik vom 4. Juli 2017 diagnostisch eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (chronisches Schmerzsyndrom und Depression), ein chronisches Thorakovertebralsyndrom bei D ISH und betonter Kyphose, eine Depression sowie Opiatüberkonsum fest. Er gab ferner an, die Opiat-basierte Medikation und die Schmerzen hätten nach dem zweiwöchigen stationären Aufenthalt in der E.____-Klinik reduziert und der Versicherte habe in gebessertem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden kön- nen. 5.4 In seinem ärztlichen Zwischenbericht vom 21. Juli 20 17 attestierte Dr. D.____ eine Ar- beitsfähigkeit von 20 % für eine reine Bürotätigkeit. 5.5 Dr. D.____ berichtete am 23. Februar 2018, eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei wei- terhin nicht zumutbar und aus seiner Sicht nicht mit einer menschenwürdigen Lebensqualität ver- einbar. Er attestierte eine Arbeitsfähigkeit von 20 %, damit der Versicherte keine unerträglichen Schmerzen erleiden müsse. 5.6 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 21. August 2018 , welches im Auftrag der IV-Stelle verfasst wurde, stellte Dr. med. F.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gestützt auf den psychiatrischen Befund keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Hingegen diag- nostizierte er ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit so- matischen und psychischen Faktoren. Dazu hielt er fest, der Versicherte leide seit Jahren unter Schmerzen, die sich ab August 2015 deutlich verschlechter t hätten. Gemäss den somatischen Untersuchungsbefunden sei das Ausmass der geklagten Beschwerden und die subjektive Krank- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht heitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, jedo ch nicht hinreichend objektivierbar, so- dass eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Im Vorfeld der Schmerzverar- beitungsstörung hätten keine wesentlichen psychosozialen Be lastungen vorgelegen. Die Diag- nose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung kö nne somit nicht gestellt werden; es handle sich vielmehr um eine chronische Schmerzstörung mit psychischen Faktoren. Des Weite- ren fänden sich keine Hinweise für eine depressive Störung. In seiner Beurteilung gab Dr. F.____ ferner an, dass der Versicherte nicht in psychiatrischer Behandlung stehe, wobei aber eine psy- chologische Behandlung zum besseren Umgang mit seinen S chmerzen geplant sei. Zur Schmerzdistanzierung nehme der Versicherte Cymbalta (Antidepressivum) ein; diese Medikation solle fortgesetzt werden. Aus psychiatrischer Sicht bestünden keine weiteren Behandlungsoptio- nen. Hinsichtlich des von Dr. B.____ diagnostizierten Verdachts auf eine Borderline-Persönlich- keitsstörung bemerkte Dr. F.____, es fänden sich keine Hin weise auf langandauernde, ausge- prägte depressive oder manische Phasen. Der Versicherte pf lege seit Jahren stabile Objektbe- ziehungen, habe eine gute Beziehung zu seiner Ehefrau und berichte explizit, er neige nicht dazu, sich in Streitigkeiten zu verwickeln oder impulsiv zu sein. Die Diagnose einer Borderline-Persön- lichkeitsstörung könne somit nicht bestätigt werden. Ebenso liege kein Opiatüberkonsum vor, zu- mal die Opiate durch die behandelnden Ärzte verordnet worden seien und nach Angaben des Versicherten in den letzten Monaten hätten reduziert we rden können. Insgesamt könne er die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung bestätigen, all erdingst leide der Versicherte nicht unter psychischen Beschwerden, weshalb aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit be- stehe. Sowohl in der bisherigen als auch in einer leid ensangepassten Tätigkeit attestierte Dr. F.____ eine volle Arbeitsfähigkeit. 5.7 Dr. med. G.____, FMH Rheumatologie und Allgemei ne Innere Medizin, diagnostizierte im rheumatologischen Teilgutachten vom 28. August 2018 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Thorakovertebralsyndrom bei/mit Fehlform (Hohlrundrücken), degenerative Ver- änderungen im Sinne einer DISH (auch Morbus Forestier genannt) und eine lumbosacrale Über- gangsanomalie (Lumbalisation von S1). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellte er diagnos- tisch ein OSAS, eine Epicondylitis radialis und ulnaris rechts, eine Adipositas Grad II, eine Peni- cillinallergie, einen Status nach Exzision eines Atheroms am Rücken am 6. Dezember 2017 und im Gesicht rechts am 1. November 2017 sowie einen Status nach Knieoperation rechts ca. 1990 fest. In seiner Beurteilung gab Dr. G.____ an, der V ersicherte wirke unauffällig und habe immer wieder präzisierend ins Gespräch eingegriffen, was er begrüsse, da die Angaben des Versicher- ten so praktisch wortgetreu wiedergegeben werden könnten. Der Versicherte habe klar kommu- niziert, mit dem Erwerbsleben abgeschlossen zu haben. Er gebe an, regelmässig für seine Frau zu kochen, sich im Haushalt zu betätigen, zu staubsaugen, Wäsche zu waschen, mit dem Auto einkaufen zu gehen und Besuch von Kollegen zu empfangen. Die zahlreichen Alltagsaktivitäten entsprächen einer Tätigkeit auf einem körperlich leichten Niveau, wie dies auch bei einer entspre- chenden Berufstätigkeit möglich wäre. Dr. G.____ führt e zur Arbeitsfähigkeit aus, die ange- stammte Tätigkeit als Münzhändler mit Besuch von diversen Messen in verschiedenen Städten sei mit stundenlangem Autofahren und dem Heben von La sten verbunden, weshalb dem Versi- cherten diese Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Gleich es gelte für die Tätigkeit im Handel mit Nahrungsergänzungsmittteln. Allerdings betreibe der V ersicherte Handel mit Münzen und Nah- rungsergänzungsmittteln im Internet. Diese Tätigkeite n seien ihm in vollem Umfang zumutbar. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Insgesamt stellte Dr. G.____ eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 90 % fest, wobei er die zehnprozentige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit vermehrtem Schmerzerleben und allfälligen Schmerzexazerbationen begründete. Hinsichtlich einer leidensangepassten Tätig- keit attestierte er ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 90 %, wobei er die zehnprozentige Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit wiederum auf vermehrtes S chmerzerleben und allfällige Schmerzexazerbationen stützte. Dr. G.____ gab zudem an, es kämen keine dauernd schweren oder mittelschweren Arbeiten, sondern lediglich leichte , rückendschonende Tätigkeiten, bei de- nen der Versicherte nicht dauernd sitzen müsse, nicht dau ernd repetitiv sich vornüberbeugen oder bücken und nicht dauernd über Kopf arbeiten müsse, infrage. 5.8 Im Rahmen ihrer interdisziplinären Konsensbeurteilu ng vom 28. August 2018 hielten die Dres. G.____ und F.____ fest, dass beim Versicherten aus rheumatologischer Sicht in der ange- stammten Tätigkeit als Selbstständigerwerbender im Mün z- und Nahrungsergänzungsmittelbe- reich mit Besuch von Messen in Europa eine volle Arbeitsu nfähigkeit bestehe. Werde die ange- stammte Tätigkeit allerdings im Internet ausgeübt, bestehe aus rheumatologischer Sicht eine Ar- beitsfähigkeit von 90 % und aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit. Das Gleiche gelte in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit, wobei aus rheuma- tologischer Sicht nur leichte rückenschonende Tätigkeiten zumutbar seien. 5.9 Dr. med. H.____, FMH Anästhesiologie, führte mit Bericht vom 7. Dezember 2018 aus, eine Arbeitsfähigkeit mit körperlicher Aktivierung sei bis auf Weiteres nicht gegeben. Eine leichte Bürotätigkeit sei nur sehr eingeschränkt für max. 90-100 Minuten täglich möglich, wobei nach 30 Minuten stehender oder sitzender Tätigkeit eine längere Pause eingelegt werden müsse, zumal es auch bei längerem Sitzen zu axialen Druckbelastungen im Bereich der Wirbelsäule komme und dadurch Schmerzexazerbationen nicht zu vermeiden seien. 5.10 Im Parteigutachten vom 26. März 2019 kam Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, zum Schluss, es treffe aus psychiatrischer Si cht am ehesten die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung vor dem Hintergrund einer schwe- ren körperlichen Erkrankung zu. Zur Begründung gab er an, diese Diagnose sei für die adäquate Diagnostik von existenziell bedrohlichen Lebenserfahrunge n geschaffen worden, wo die Belas- tung dazu führe, dass die Persönlichkeit mitbetroffen se i. Es bestehe im vorliegenden Fall eine gewisse Überlappung der Diagnostik durch die chronische S chmerzsymptomatik; auslösend für die aktuelle Situation sei jedoch die Krise vom Jahr 2008, welche zu einer Änderung der Persön- lichkeit geführt habe. Der Versicherte ziehe sich von den Menschen zurück und sei verbittert. Vor diesem Hintergrund führe die Exazerbation einer chronischen Schmerzsymptomatik, verbunden mit einer zunehmenden Immobilisierung und der daraus resultierenden Einschränkung der Ar- beits- und Erwerbsfähigkeit, zu einer tiefergreifende n psychischen Beeinträchtigung. Zum aktu- ellen Psychostatus hielt Dr. I.____ fest, der Versicherte sei affektiv bedrückt, fühle sich entfremdet von Mitmenschen, empfinde zunehmend Hassgefühle und habe häufig Probleme mit seiner Ehe- frau. Der Antrieb sei phasenweise deutlich vermindert, er sei chronisch erschöpft und resigniert, was zusammen mit den chronisch vorhandenen Schmerzen zu e iner deutlichen Einschränkung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit führe. Hinzu komme , dass der Versicherte jede Woche acht bis neun Stunden für ärztliche Behandlungen aufwenden müsse, was die Arbeitsfähigkeit bereits Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht um 20 % einschränke. Die Schmerzsymptomatik sei zudem in o bjektiver Weise zusätzlich für eine Minderung der Arbeitsfähigkeit und der Lebensqu alität verantwortlich. Es sei deshalb von einer bleibenden und dauernden Arbeitsunfähigkeit von 80 % in allen Tätigkeiten auszugehen. 5.11 Dres. F.____ und G.____ nahmen mit Schreiben vom 26. August 2019 Stellung zum Parteigutachten von Dr. I.____. Dr. F.____ bemerkte dazu aus psychiatrischer Sicht, die von Dr. I.____ diagnostizierte Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung könne nur gestellt wer- den, wenn die betreffende Person extremen Belastungen ausgesetzt gewesen sei, so beispiels- weise bei einem Aufenthalt in Konzentrationslagern oder bei Folter, Katastrophen sowie andau- ernden lebensbedrohlichen Situationen. Die Voraussetzung en für diese Diagnose seien vorlie- gend nicht gegeben. Zudem seien die geklagten somatischen Beschwerden nicht derart ausge- prägt, dass der Versicherte aus somatischer Sicht keiner Arbeit mehr nachgehen könne. Er leide mithin nicht unter objektivierbaren, schwersten Schmerzen, die allenfalls zu einer Persönlichkeit- sänderung hätten führen können. Insgesamt könnten sowohl die diagnostischen Einschätzungen von Dr. I.____ als auch die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 80 % in keiner Art und Weise nach- vollzogen werden. Zusammenfassend würden sich keine neue n Erkenntnisse ergeben und es könne deshalb immer noch – sowohl in Bezug auf die ang estammte als auch auf die leidensan- gepasste Tätigkeit – auf die bidisziplinäre Konsensbeurte ilung im Gutachten vom 28. Au- gust 2018 abgestellt werden. 5.12 In seiner Aktennotiz vom 2. September 2019 hielt RAD-Arzt Dr. med. J.____, Facharzt für Orthopädie sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin, fest, aus rheumatologischer Sicht ergäben sich keine neuen Erkenntnisse im Rahmen de s Einwandverfahrens; die Ausfüh- rungen und Einschätzungen von Dr. G.____ seien ausführlich und nachvollziehbar, weshalb wei- terhin auf sie abgestellt werden könne. 5.13 RAD-Ärztin Dr. med. K.____, FMH Psychiatrie und Psyc hotherapie, gab in ihrer Stel- lungnahme vom 3. Oktober 2019 an, aus psychiatrischer Sicht könne weiterhin auf das psychiat- rische Teilgutachten von Dr. F.____ vom 21. August 2018 a bgestellt werden. Sie betonte, dass das Parteigutachten von Dr. I.____ vom 26. März 2019 nicht aus einer Behandlungssituation her- aus, sondern im Rahmen einer konsiliarischen Zuweisung durch den Hausarzt des Versicherten entstanden sei. Im Rahmen einer Behandlungssituation würden in der Regel auch die Ressour- cen und Fähigkeiten deutlich. Da der Bericht erst nach einer erfolgten Begutachtung mit dem Ziel der Vorlage im Rahmen des Einwandverfahrens erstellt wo rden sei, bestehe eine hohe Wahr- scheinlichkeit, dass die gesundheitliche Situation vom Versicherten und seiner Ehefrau stark de- fizitorientiert dargestellt worden sei. 6. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 19. Februar 2020 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfäh igkeit des Versicherten auf die Ergeb- nisse, zu denen die Gutachter Dres. F.____ und G.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 21./28. August 2018 sowie in ihrer Stellungnahme vom 26. August 2019 gelangten. Sie ging dem- entsprechend von einer schmerzbedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10 % aus. Sowohl in der angestammten Tätigkeit als Münz- und Na hrungsergänzungsmittelhändler im In- ternet als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit sei ihm die Tätigkeit mit der vorerwähnten Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einschränkung ganztags zumutbar. Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, es sei auf die Er- gebnisse, zu denen Dr. I.____ im Parteigutachten vom 26. März 2019 gelangte, abzustellen und von einer Arbeitsunfähigkeit von 80 % auszugehen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete In- dizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. S olche Indizien liegen hier keine vor. Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. F.____ und G.____ vom 21./28. August 2018 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, es ber uht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kennt nis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktu- ellen medizinischen Situation ein, es setzt sich ausreichend mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. 7.1 Zunächst rügt der Beschwerdeführer, die IV-Stelle habe in somatischer Hinsicht zu Un- recht auf das Teilgutachten von Dr. G.____ vom 28. August 2018 abgestellt. 7.1.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, die von Dr. H .____ am 7. Dezember 2018 festgestell- ten Einschränkungen und Diagnosen seien im rheumatologischen Teilgutachten von Dr. G.____ vom 28. August 2018 unberücksichtigt geblieben. Zudem habe sich sein Gesundheitszustand seit der Begutachtung verschlechtert. Dazu reichte er einen Arztbericht vom 12. März 2020 ein, worin Dr. H.____ zu ihrem Bericht vom 7. Dezember 2018 erg änzend angibt, dass sich die Arbeitsfä- higkeit in keinster Weise verbessert habe. Die Schmerzen seien weiterhin sehr stark und immo- bilisierend im Bereich der oberen und mittleren BWS. Zunehmend habe sich in den letzten sechs Monaten auch eine Verschlechterung im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule (LWS) etabliert. Der Versicherte habe die Oxycodon-Dosis erhöhen müssen, dennoch seien die Schmerzen jeden Tag unerträglich. Zum Procedere hielt sie fest, es sei der Beginn einer Psychotherapie zur Ent- wicklung von Schmerzbewältigungsstrategien sowie die Planung eines stationären Aufenthaltes für eine multimodale komplexe Schmerztherapie vereinbart worden. 7.1.2 Den Einwänden des Beschwerdeführers kann nicht g efolgt werden. Vielmehr geht aus den gutachterlichen Ausführungen von Dr. G.____ hervor , dass er sich mit den gleichen Be- schwerden, Schmerzen und Funktionseinschränkungen wie die behandelnde Ärztin Dr. H.____ auseinandergesetzt und diese sowohl im Bereich der BWS als auch der LWS erfasst hat. Mit der IV-Stelle einig zu gehen ist, dass sich im Bericht von Dr. H.____ vom 12. März 2020 ausschliess- lich subjektive Angaben des Versicherten in der Anamnese finden lassen. Es liegen zudem weder klinische Untersuchungsbefunde noch neuere bildgebenden Befunde vor, die auf eine Ver- schlechterung des Gesundheitszustandes deuten. Die Annahme einer Verschlechterung des Ge- sundheitszustandes seit der Begutachtung durch Dr. G.____ am 28. August 2018 ist daher vor- liegend nicht hinreichend erstellt. Somit kann an di eser Stelle von weiteren Erörterungen zur überzeugenden gutachterlichen Beurteilung des somatische n Gesundheitszustands von Dr. G.____ abgesehen werden. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Die weiteren Rügen des Beschwerdeführers richten sic h gegen die beweisrechtliche Verwertbarkeit des psychiatrischen Teilgutachtens von Dr. F.____ vom 21. August 2018. 7.2.1 Nach Auffassung des Versicherten ist Dr. F.____ in seinem Teilgutachten nur unzu- reichend auf die psychischen Beschwerden eingegangen. Hält man sich das psychiatrische Teil- gutachten von Dr. F.____ vom 21. August 2018 vor Augen, so ist dem Beschwerdeführer zuzu- gestehen, dass die Anamnese eher knapp ausgefallen ist. Allerdings setzt sich Dr. F.____ aus- führlich mit dem Befund auseinander und begründet die Diagnose nachvollziehbar. Zwar beste- hen zwischen den Angaben des Versicherten gegenüber Dres. F.____ und G.____ einerseits und Dr. I.____ andererseits erhebliche Widersprüche. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass der Beschwerdeführer gegenüber Dr. I.____ – dessen Parteigutachten vom 26. März 2019 nach dem bidisziplinären Gutachten vom 21./28. August 2018 erstel lt wurde – aus versicherungsmedizini- schen Gründen andere Aussagen gemacht hat. Denn bei der Befragung gegenüber Dres. F.____ und G.____ machte er deckungsgleiche Angaben, was deren Beweiswert erhöht. Verbunden mit der Tatsache, dass Dr. I.____ nicht behandelnder Arzt, so ndern vor dem Hintergrund des Ver- fahrens mit der IV-Stelle für eine konsiliarische Beurte ilung im Auftrag des Beschwerdeführers beigezogen wurde, ist anzunehmen, dass Dr. I.____ das Parteigutachten vom 26. März 2019 aufgrund seiner auftragsrechtlichen Vertrauensstellung eher zu Gunsten des Beschwerdeführers verfasste. 7.2.2 Ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer sodann aus der abweichenden diagnostischen Einschätzung von Dr. I.____, der von einer andauernden Persön- lichkeitsänderung nach Extrembelastung ausgeht. Es ist fest zuhalten, dass Dr. I.____ die ge- stellte Diagnose nicht annähernd herzuleiten, geschweige denn diagnostisch zu begründen ver- mag. Davon abgesehen geht er lediglich von einer Annahme aus, indem er ausführt, am ehesten liege aufgrund der schweren körperlichen Erkrankung eine Persönlichkeitsänderung nach Ext- rembelastung vor. Hinzu kommt, dass sich auch den Ausführungen anderer Ärzte keinerlei Hin- weise für die von Dr. I.____ gestellte Diagnose entn ehmen lassen (vgl. E. 5.1 und 5.2 hiervor). Er führt zudem auch keine gewichtigen Gründe an, die eine von Dr. F.____ abweichende Beur- teilung des psychischen Gesundheitszustands erlauben würden. Im Übrigen bringt der Beschwer- deführer in seiner Beschwerde nicht vor, weshalb inhalt lich nicht auf das Teilgutachten von Dr. F.____ abzustellen ist. Vielmehr verweist er einzig auf das Parteigutachten von Dr. I.____. Insgesamt sind somit keine Gründe ersichtlich, die dazu Anlass geben könnten, an den Ergeb- nissen des psychiatrischen Teilgutachtens von Dr. F.____ vom 21. August 2018 zu zweifeln. 7.2.3 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, Dr. F. ____ habe es versäumt, im Teilgut- achten vom 21. August 2018 eine eingehende Indikatorenprüfung nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 143 V 409, 143 V 418) vorzunehmen. 7.2.4 Das Bundesgericht hat die für die Beurteilung d er Arbeitsfähigkeit bei psychischen Er- krankungen beachtlichen Standardindikatoren wie folgt systematisiert: Der erste Indikatoren- Komplex steht unter dem Titel “Gesundheitsschädigung“. D arunter sind die Ausprägung der di- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht agnoserelevanten Befunde, der Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -re- sistenz und die Komorbiditäten zu würdigen. Im zweiten , die “Persönlichkeit“ betreffenden Indi- katoren-Komplex wird nach der Persönlichkeitsentwicklung und der Persönlichkeitsstruktur ge- fragt, und es sind die persönlichen Ressourcen des Versicherten zu eruieren. Im dritten Indikato- ren-Komplex schliesslich ist unter dem Titel “Sozialer Ko ntext“ eine Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds vorzunehmen. Anhand der er mittelten Indikatoren ist schliesslich die “Konsistenz“ zu prüfen. Darunter fallen verhaltensbe zogene Kategorien wie die Indikatoren einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensberei- chen und eines behandlungs- und eingliederungsanamne stisch ausgewiesenen Leidensdrucks (BGE 141 V 281 E. 4). 7.2.5 Wenngleich das psychiatrische Teilgutachten von Dr . F.____ vom 21. August 2018 teil- weise eher knapp gehalten ist, enthält es entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers die erforderlichen Angaben zur Vornahme der Indikatorenprü fung. Als objektive Befunde gibt Dr. F.____ an, die Stimmung des Versicherten sei ausgeglichen, die Psychomotorik lebhaft, der Antrieb nicht vermindert und der affektive Kontakt zum Un tersucher gut. Sodann beschreibt Dr. F.____ den Versicherten als bewusstseinsklar mit wachem Eindruck und intakter Merkfähig- keit sowie intaktem Gedächtnis. Ferner kann er keine Wah nvorstellungen oder ähnliches und keine Konzentrationsschwäche feststellen; der Versicherte habe einen klaren Bezug zur Realität. Auch habe er weder Zwangsgedanken, Lebensverleider, Suizidgedanken oder Suizidimpulse ge- äussert noch Ängste und Phobien erwähnt. Aus den Schil derungen hätten sich keine Hinweise auf Veränderungen der Stimmung und des Antriebes im Laufe des Tages ergeben. Zudem schil- dert Dr. F.____ den Alltag des Beschwerdeführers, indem er ausführt, der Versicherte habe eine gute Beziehung zur Ehefrau und zu den Kindern, verfüge über Kontakte mit Kollegen und Be- kannten, helfe im Haushalt mit, kaufe ein, koche, fahr e Auto bis zu maximal 30 Minuten und Spaziergänge seien bis zu 45 Minuten möglich. Dr. F.____ weist zudem auf die subjektive Krank- heitsüberzeugung hin, wonach der Versicherte sich aufgrun d seiner starken Rückenschmerzen nicht mehr in der Lage sehe zu arbeiten. Vor diesem Hi ntergrund schliesst Dr. F.____ auf eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakt oren, die allerdings keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Dieser Schluss ist nachvollziehbar und nicht zu bean- standen, zumal es an einem sozialen Rückzug fehlt, der Versi cherte eine gute Beziehung zur Ehefrau und den Kindern pflegt und es im Vorfeld keine wesentlichen psychosozialen Belastun- gen gab. Weiter deutet die Tatsache, dass der Versichert e im Zeitpunkt der Begutachtung nicht in psychiatrischer Behandlung stand und seit 2008 weder eine stationäre noch teilstationäre psy- chiatrische Behandlung erfolgte, darauf hin, dass kein a usgewiesener Leidensdruck besteht. Hinzu kommt, dass das Ausmass der geklagten Beschwerden und die subjektive Krankheitsüber- zeugung, nicht mehr arbeiten zu können, nach Dr. F.____ nicht hinreichend objektivierbar sei, sodass eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. 7.2.6 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ent hält das psychiatrische Teilgutach- ten von Dr. F.____ vom 21. August 2018 somit alle er forderlichen Angaben für die Prüfung der Frage, ob sich ein invalidisierender Gesundheitsschaden anhand der Standardindikatoren verifi- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht zieren lässt (vgl. SVR 2018 IV Nr. 36 S. 116 E. 4.3) u nd hält somit den bundesgerichtlichen An- forderungen stand (vgl. E. 7.2.4 hiervor). Vor diesem Hintergrund erweisen sich die diesbezügli- chen Rügen als unbegründet. 7.3 Aus dem Gesagten folgt, dass den erwähnten Einwänd en des Beschwerdeführers ins- gesamt nicht gefolgt werden kann. Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind mithin nicht ge- eignet, die ausschlaggebende Beweiskraft des bidisziplinären Gutachtens der Dres. G.____ und F.____ vom 21./28. August 2018 in Frage zu stellen. D ie vorinstanzliche Beweiswürdigung ist demnach nicht zu beanstanden. 7.4 Lässt die vorhandene Aktenlage eine zuverlässige Be urteilung des Gesundheitszustan- des und der Arbeitsfähigkeit zu, so besteht kein Anla ss, dem in der Beschwerde vom 18. März 2020 gestellten Eventualantrag des Beschwerdeführers zu entsprechen, wonach die Sache zwecks Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegeg nerin zurückzuweisen sei. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Bewe isanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfas- sungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entschei- dung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sach- verhalts ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Be- weismittel verzichtet werden. Die damit verbundene anti zipierte Beweiswürdigung ist nach kon- stanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 141 I 60 E. 3.3). 8. Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist festzuhalten, dass die IV-Stelle zu Recht davon ausgegangen ist, dem Versicherten sei die Ausübung der angestammten Tätigkeit als Münz- und Nahrungsergänzungsmittelhändler im Internet sowie auch einer leidensangepassten Tätigkeit aus medizinischer Sicht mit einer zehnprozentigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zumutbar. 9.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ver- sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Die IV-Stelle nahm in der ange- fochtenen Verfügung vom 19. Februar 2020 den erforderlichen Einkommensvergleich vor. Da der Beschwerdeführer seit Eintritt der Gesundheitsschädigung keiner Erwerbstätigkeit mehr nach- ging, setzte die IV-Stelle das Invalideneinkommen zu Recht unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik fest (vgl. dazu BGE 126 V 75 E. 3b/bb mit Hinweisen, 124 V 321 E. 3b/aa) . Auf diese Weise errechnete sie ein zu- mutbares Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 60’36 4.--. Anschliessend stellte sie diesen Betrag dem Valideneinkommen von Fr. 61’764.-- gegenüber und ermittelte so einen rentenaus- schliessenden Invaliditätsgrad von 2 %. 9.2 Der Beschwerdeführer beanstandet im Zusammenhang m it der genannten Berechnung einzig, dass ihm die IV-Stelle bei der Bemessung des In valideneinkommens keinen Abzug vom Tabellenlohn gewährt habe. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2.1 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti- schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Perso- nen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr be schränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesu nder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzu g entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobe i die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäf- tigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsma rkt nur mit unterdurchschnittlichem Ein- kommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchst ens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2, vgl. zum Ganzen auch BGE 126 V 75 E. 5b/bb und cc). 9.2.2 Zur Begründung für einen Abzug vom Tabellenloh n verweist der Beschwerdeführer ein- zig auf seine schwerwiegenden Beschwerden. Dazu ist festzuhalten, dass den gesundheitlichen Einschränkungen mit der veranschlagten Arbeitsunfähigkei t von 10 % und dem Kompetenzni- veau 1 bereits vollumfänglich Rechnung getragen wurde, zumal dem Beschwerdeführer die an- gestammte Tätigkeit – zwar nicht an Messen, aber via Inte rnet – noch zumutbar ist. Andere Gründe (Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder A ufenthaltskategorie und Beschäftigungs- grad), die für einen leidensbedingten Abzug sprechen, sind nicht ersichtlich. Insgesamt ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn gewährt hat. 9.3 Die vorinstanzliche Bemessung des massgebenden Validen- und des zumutbaren Inva- lideneinkommens erweist sich (auch) in den übrigen Pun kten als korrekt. Die von der IV-Stelle ermittelten Zahlen sind denn auch – abgesehen vom vorste hend erörterten Einwand – in der vorliegenden Beschwerde nicht weiter beanstandet worden. Unter diesen Umständen kann hier von weiteren Ausführungen zum Einkommensvergleich abgesehen und stattdessen vollumfäng- lich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 19. Februar 2020 verwiesen werden. 10. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die IV -Stelle in der angefochtenen Verfügung einen Rentenanspruch des Versicherten zu Recht abgelehnt hat. Die hiergegen erho- bene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes- senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdefüh rer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- ihm au fzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 11.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat der Beschwerdefüh rer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den dem Beschwer- deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvor schuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.