200 18 788 IV LOU/SAW/ARJ Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 27. Mai 2019 Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichterin Fuhrer Gerichtsschreiberin Baumann A.________ vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________ Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügungen vom 21. September 2018 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1958 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) arbeitete zuletzt als … und wurde aufgrund eines lumbalen Schmerzsyn- droms und einer Zervikobrachialgie rechts ab dem 27. März 2013 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwer- degegnerin, act. II] 5.2 S. 1 f.). Nachdem lumbale Fazettengelenksinfiltrati- onen durchgeführt worden waren (act. II 5.2 S. 5 ff.), erfolgte am 13. Au- gust 2013 eine dorsale Dekompression, eine Spondylodese L4 bis S1 und eine TLIF L4/L5 und L5/S1 (act. II 12 S. 2 Ziff. 1.1). Im Oktober 2013 mel- dete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbe- zug an (act. II 2 S. 7). In der Folge führte die IVB medizinische sowie beruf- liche Erhebungen durch und gewährte Frühinterventions- und Eingliede- rungsmassnahmen in Form von Beratung und Unterstützung beim Erhalt des bisherigen Arbeitsplatzes (act. II 14, 20). Am 5. Juni 2014 erlitt der Versicherte einen Herzinfarkt (act. II 25 S. 2). Nachdem im Auftrag der Taggeldversicherung, C.________, durch Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, am 27. Juni 2014 ein Gutachten erstellt worden war (act. II 22.2) und der behandelnde Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin mit Fachaus- weisen in der Psychosomatischen und Psychosozialen Medizin (SAPPM) sowie in der delegierten Psychotherapie (FMPP; vgl. www.medregom.admin.ch), mit Bericht vom 2. Dezember 2014 (act. II 33 S. 4) aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte, veranlasste die IVB eine orthopädisch-psychiatrische Begutachtung beim F.________ (MEDAS) in … (vgl. Expertise vom 18. August 2015, act. II 47.1 S. 2). Mit Vorbescheid vom 11. November 2015 (act. II 51) stellte die IVB die Ausrichtung einer befristeten ganzen Invalidenrente bei einem Inva- liditätsgrad von 100% für die Zeit vom 1. April 2014 bis zum 30. September 2014 in Aussicht. Damit zeigte sich der Versichert nicht einverstanden und erhob Einwand (act. II 54, 57). Mit Verfügung vom 26. November 2015 (act. II 52) schloss die IVB die beruflichen Massnahmen ab, da sich der Versi- cherte den Eingliederungsmassnahmen widersetzte. Am 6. Januar 2016 wurde eine Respondylodese L5/S1 mit autologer Beckenkammspongiosa Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 3 durchgeführt (act. II 71 S. 4). Nachdem die IVB bei Dr. med. E.________ einen Verlaufsbericht vom 4. Mai 2016 (act. II 69) eingeholt und Ergän- zungsfragen an den psychiatrischen Gutachter der MEDAS gestellt hatte (vgl. Stellungnahme vom 28. Oktober 2016, act. II 78), stellte sie mit Vor- bescheid vom 9. Januar 2017 (act. II 81) die Ausrichtung einer ganzen In- validenrente (Invaliditätsgrad 100%) für die Zeit vom 1. April 2014 bis zum 31. Oktober 2014 in Aussicht. Damit zeigte sich der Versicherte wiederum nicht einverstanden und beantragte die Ausrichtung einer unbefristeten ganzen Rente ab 1. April 2014 (act. II 87, 89). Gestützt auf eine weitere Begutachtung in den Fachgebieten Rheumatologie und Psychiatrie durch die Dres. med. D.________ und G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. die bidisziplinären Gutachten je vom 5. März 2018, act. II 112.1 f.) stellte die IVB am 17. April 2018 (act. II 115) die Ausrichtung einer ganzen Rente für die Zeit vom 1. April 2014 bis zum 31. Oktober 2014 sowie vom 1. April 2016 bis zum 31. August 2016 in Aussicht. Am 21. September 2018 (act. II 123 f.) verfügte die IVB – nach erhobenem Einwand (act. II 118, 121) – mittels zwei separaten Verfügungen dem Vor- bescheid vom 17. April 2018 entsprechend die beiden befristeten ganzen Renten. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________, am 24. Oktober 2018 Beschwerde und stellte die folgenden Rechtsbegehren: 1. Die Verfügungen der IV-Stelle Bern vom 21. September 2018 seien aufzuheben. 2. a) Es sei die Beschwerdesache zur korrekten Durchführung des Vor- bescheidverfahrens an die IV-Stelle Bern zurückzuweisen. b) Eventualiter: Es seien dem Beschwerdeführer ab wann rechtens die gesetzlichen Leistungen (berufliche Eingliederungsmassnahmen, Inva- lidenrente) nach Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 40% zzgl. einem Verzugszins zu 5% ab wann rechtens auszurichten. c) Eventualiter: Die Beschwerdesache sei zu ergänzenden medizi- nisch-theoretischen und beruflich-konkreten Abklärungen an die IV- Stelle Bern zurückzuweisen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 4 d) Subeventualiter: Es sei ein medizinisches Gerichtsgutachten einzu- holen. 3. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) durchzuführen. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde- gegnerin. Nach Erhebung des Gerichtskostenvorschusses (vgl. prozessleitende Ver- fügung vom 2. November 2018) reichte der Beschwerdeführer am 15. No- vember 2018 ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter gleichzeiti- ger Einsetzung des unterzeichneten Rechtsanwalts als unentgeltlicher Rechtsbeistand samt Beilagen ein (Akten des Beschwerdeführers [act. IA] unpaginiert). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 30. Novem- ber 2018 auf Abweisung der Beschwerde. Am 6. Dezember 2018 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Beilage zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sowie einen Arztbericht vom 25. November 2018 ein (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 4 und 6). Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Dezember 2018 wies der Instrukti- onsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt lic. iur. B.________ als amtlicher Anwalt ab. Diese Verfügung blieb unangefochten. An der öffentlichen Schlussverhandlung vom 16. Mai 2019 bestätigte der Beschwerdeführer die beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren. Erwägungen: 1. 1.1Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi- cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 5 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege- ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs- rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer- de grundsätzlich (vgl. E. 1.2 hiernach) einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bilden die Verfügungen vom 21. September 2018 (act. II 123 f.). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. Betreffend die eventualiter beantragten beruflichen Massnahmen ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, da darüber in den angefochtenen Verfügun- gen nicht verfügt wurde und es somit diesbezüglich an einem Anfechtungs- gegenstand fehlt (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1). Die beruflichen Massnahmen wurden bereits mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 26. November 2015 (act. II 52) mangels sub- jektiven Eingliederungswillens des Beschwerdeführers abgeschlossen. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 6 2. Vorab ist in formeller Hinsicht eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu prüfen. Diesbezüglich macht der Beschwerdeführer geltend, die Beschwerdegegnerin habe vorgängig des Verfügungserlasses nie mitgeteilt, warum sie nicht auf die von Dr. med. G.________ attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit abzustellen gedenke. Der Beschwerdeführer habe erstmals durch die angefochtenen Verfügungen erfahren, dass ein Ausschlussgrund in Form einer Aggravation vorliege. Ausserdem habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen, zur Relevanz des Berichts des Spi- tals I.________ vom 4. Juli 2018 (act. II 121 S. 3) und der dort erstmals diagnostizierten schweren obstruktiven Schlafapnoe Stellung zunehmen (vgl. Beschwerde S. 9). 2.1Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit- wirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äus- sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be- weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be- einflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungs- recht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1 S. 72). 2.2Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von un- sachlichen Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Ver- fügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sin- ne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 7 sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander- setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli- chen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5). 2.3Mit Vorbescheid vom 17. April 2018 (act. II 115) wurde dem damals durch Rechtsanwalt H.________ vertretenen Beschwerdeführer Gelegen- heit gegeben, sich zur vorgesehenen Verfügung zu äussern. Dabei wurde auf die bidisziplinäre Begutachtung der Dres. med. D.________ und G.________ vom 5. März 2018 (act. II 112.1 f.) hingewiesen und einlässlich dargelegt, auf welche attestierten Arbeitsunfähigkeiten abgestellt wird. Dass dabei nicht im Detail auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. G.________ eingegangen wurde, schadet nicht, zumal sich der Beschwer- deführer mit Einwand vom 9. Mai 2018 zur Sache – insbesondere auch zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit – äusserte und damit seinen Standpunkt im Verfahren wirksam zur Geltung bringen konnte (act. II 118 S. 1; vgl. E. 2.1 hiervor). Die Verfügungen vom 21. September 2018 (act. II 123 f.) sind so- dann hinreichend begründet. Es lässt sich diesen eindeutig entnehmen, aufgrund welcher Überlegungen die Beschwerdegegnerin ihre Entscheide getroffen hat (act. II 133 S. 26 f.). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. der Begründungspflicht liegt somit nicht vor. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdegegnerin den Bericht des Spitals I.________ vom 4. Juli 2018 (act. II 121 S. 3) unerwähnt liess, ist doch eine ausdrückliche Ausein- andersetzung mit jedem einzelnen Einwand nicht erforderlich (E. 2.2 hier- vor). Dies umso weniger, als in diesem Bericht keine Angaben zu den Auswirkungen der diagnostizierten schweren obstruktiven Schlafapnoe auf die Arbeitsfähigkeit gemacht wurden und die Therapie mittels APAP- Adaption bereits an die Hand genommen wurde (act. II 121 S. 4). Für die Beschwerdegegnerin bestand somit keine Veranlassung, sich zu diesem Bericht explizit zu äussern. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 8 3. 3.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.2Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so- wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be- fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti- gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier- ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen «Validität» der versicherten Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). 3.2.1Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga- ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten- begründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427 ff., BGE 141 V 281 E. 4.1 S. 296 ff.). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429). 3.2.2Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein- trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 9 gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil- derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be- steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An- spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach- verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver- halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt- licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über- wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver- selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä- digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits- schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir- kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6). 3.3Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier- telsrente. 3.4Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 10 kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 3.5Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b). 3.5.1Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge- hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli- che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In- validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). 3.5.2Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbe- einflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden- versicherung [IVV; SR 831.201]). Bei einer Verschlechterung der Erwerbs- fähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). 3.6Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 11 können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 4. 4.1Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und Leis- tungsfähigkeit des Beschwerdeführers ist den medizinischen Akten im We- sentlichen das Folgende zu entnehmen: 4.1.1Dr. med. D.________ führte im Gutachten vom 27. Juni 2014 (act. II 22.2) die folgenden Diagnosen auf (S. 8): - mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 1. Chronisches zervikal- und lumbalbetontes Panvertebralsyndrom mit spondylogener Ausstrahlung in den Kopf und in alle Extremitäten - ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 2. Chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom - nicht ausreichend somatisch abstützbar - primäres Fibromyalgie-Syndrom - Panalgie - diffuse Druckschmerzangabe - Polyarthralgien aller axialen und vieler peripherer Gelenke 3. Diffuse idiopathische skelettale Hyperostose - Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule 4. Hypertensive und koronare Herzkrankheit 5. Übergewicht mit Body-Mass-Index von 29,9 kg/m 2 6. Fingerpolyarthrose 7. Senk- und Spreizfüsse In der klinischen Untersuchung hätten eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik, diffuse Druckschmerzen, Bewegungseinschränkungen der Wir- belsäule sowie eine Adipositas und darüber hinaus, abgestützt auf die ob- jektivierbaren Befunde, ein weitgehend normaler Habitus imponiert (S. 8). Insgesamt beurteilt seien die vom Versicherten geschilderten Beschwerden bezüglich Umfang und Intensität höchstens partiell auf die objektivierbaren somatisch-pathologischen Befunde abstützbar. In einer derartigen Situation seien krankheitsfremde Gründe (z.B. länger anhaltende berufliche Arbeits- abstinenz, begrenzte Deutschsprachkenntnisse, fehlende Berufsausbil- dung, Alter, ungünstige Arbeitsmarktsituation und möglicherweise die limi- tierte Motivation), ein Aggravationsverhalten im Rahmen eines Rentenbe- gehrens und eine psychosomatisch-psychiatrische Affektion zu diskutieren Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 12 (S. 14 und 16). Die Arbeitsfähigkeit sei aus rein somatisch-rheumatologi- scher Sicht für die bisherige Tätigkeit als … ab der Rückenoperation vom 13. August 2013 bis Ende der postoperativen Rehabilitationsphase zu 100% eingeschränkt gewesen. Seit Anfang 2014 habe eine 50%ige und ab dem akuten Myokardinfarkt bzw. ab dem 6. Juni 2014 erneut eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Nach dem Ende der kardialen Rehabilitation und damit ab Mitte Oktober 2014 sei davon auszugehen, dass dem Versi- cherten die bisherige Tätigkeit wieder zu 40% zumutbar sei. Für eine ange- passte Verweistätigkeit (Arbeiten in einem temperierten Raum [temperierter Raumluft]), beschränkt auf leicht- bis mittelgradig körperlich belastende Tätigkeiten, mit der Möglichkeit, zwischen sitzender, stehender und gehen- der Körperhaltung zu wechseln sowie unter Einhaltung der Rückenergo- nomie habe ab der Operation vom 13. August 2013 bis Ende der postope- rativen Rehabilitationsphase eine vollständige Arbeitsunfähigkeit resultiert. Ab Ende November 2013 habe keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorgelegen. Eine erneute Arbeitsunfähigkeit von 100% sei ab dem myokardialen Ereig- nis vom 6. Juni 2014 bis Ende Juli 2014 zu attestieren. Ab Anfang/Mitte August 2014 werde dem Versicherten eine angepasste Verweistätigkeit mit Einschränkungen wieder zumutbar sein bzw. sei ab Ende der kardialen Rehabilitation und damit voraussichtlich ab Ende September 2014 von ei- ner vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 16 f.). 4.1.2Im Gutachten der MEDAS vom 18. August 2015 (act. II 47.1) wur- den nach orthopädischer und psychiatrischer Untersuchung die folgenden Diagnosen festgehalten (S. 18 Ziff. 5): - mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1) 2. Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne ausstrahlende Symptomatik (ICD-10 M54.5) - Status nach Dekompression und interkorporeller Spondylodese LWK4- SWK1 am 13. August 2013 (ICD-10 Z98.1) - bildgebender Verdacht auf fehlende ossäre Fusion LWK5/SWK1 (ICD- 10 M96.0) 3. Chronisches zervikobrachiales Schmerzsyndrom rechts (ICD-10 M53.1) - Osteochondrose der unteren Halswirbelsäule, akzentuiert im Segment HWK6/7 (ICD-10 M42.11) - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 4. Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54)Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 13 In der orthopädischen Beurteilung legte Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, dar, es ergäben sich pathologische Befunde der unteren Wirbelsäule, wo vor knapp zwei Jahren eine Spondylodese LWK4-SWK1 erfolgt sei. Die neusten Bilddokumente liessen vermuten, dass es im Segment LWK5/SWK1 nicht zu einer vollständigen ossären Konsolidation gekom- men sei. Vielmehr scheine eine Mikroinstabilität plausibel, die auch die da- selbst bestehenden Rückenbeschwerden erkläre. Beim klinischen Untersu- chungsgang limitiere sich der Explorand allerdings sehr ausgeprägt, was sich allein durch eine organisch bedingte Schmerzproblematik an den ge- nannten Orten kaum erklären lasse. Es müsse entsprechend postuliert werden, dass nichtorganische Faktoren eine zusätzliche wesentliche Rolle spielten (S. 16). Aufgrund der objektivierbar verminderten Belastungsfähig- keit des unteren Rumpfanteils komme die bisherige Tätigkeit im … nicht mehr in Frage. Körperlich leichte Aktivitäten in wechselnder Position, bei welchen eine Hebe- und Traglimite von 10kg nicht überschritten werde und keine Zwangshaltung des Rumpfes vorkomme, seien wiederum vollzeitlich möglich. In Anbetracht der wahrscheinlich persistierenden Mikroinstabilität sei ein vor allem belastungsabhängig vermehrtes Auftreten von Beschwer- den plausibel, wodurch sich die Attestierung eines leicht erhöhten Pausen- bedarfs rechtfertige. Dennoch sei in einer gut adaptierten beruflichen Tätig- keit eine Arbeitsleistung von mindestens 80% realistisch. Mit der Operation vom 13. August 2013 sei eine volle Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätig- keiten eingetreten. Im Weiteren sei davon auszugehen, dass körperlich angepasste Arbeiten nach einem Jahr, somit ab Mitte August 2014, wieder möglich gewesen seien (S. 16 Ziff. 4.5 f.). Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte aus, es lägen mehrere Kriterien für eine depressive Störung vor, so die bedrückte Stimmungslage, der Freudeverlust und der verminderte Antrieb. Des Weiteren zeige der Explorand auch einen Verlust des Selbstwertge- fühls, er fühle sich unnütz. Gedanken an den Tod erschienen latent vor- handen. Insgesamt könne daher die Diagnose einer rezidivierenden de- pressiven Störung gegenwärtig leichter bis zum Teil mittelgradiger Episode festgestellt werden. Eine schwere depressive Episode liege jedoch nicht vor. In der Untersuchung sei der Versicherte ablenkbar gewesen, habe Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 14 keine Affektlabilität gezeigt und sei nicht stuporös gewesen. Der Explorand pflege Kontakte zu den engsten Angehörigen, zu seinen Geschwistern und Freunden, halte sich regelmässig in seinem Schrebergarten auf und ihm sei das Lenken eines Motorfahrzeugs möglich, wodurch eine gewisse Grundvoraussetzung hinsichtlich Konzentration und Verkehrstauglichkeit gegeben sei. Differentialdiagnostisch komme eine dysfunktionale Schmerz- verarbeitung in Frage, wohingegen eine somatoforme Schmerzstörung nicht gegeben sei, da keine emotionale Konfliktspannung nachweisbar sei (S. 10 f. Ziff. 3.4). Dem Explorand sei eine Einschränkung der Arbeitsfähig- keit als … von 100% und in einer körperlich leichten Tätigkeit von 30% zu attestieren. Eine Zustandsverbesserung sei aus rein psychiatrischer Sicht in Zukunft möglich. So sei auf den deutlich erniedrigten Serumspiegel für das Antidepressivum hinzuweisen. Die aktuelle Behandlung werde nicht suffizient gestaltet und es sei bei effektiver Pharmakotherapie mit einer Aufhellung der Stimmung zu rechnen. Mittelfristig könnte in einem Zeitraum von vier bis sechs Monaten lediglich noch eine leichtgradige depressive Episode vorliegen und die Arbeitsfähigkeit könnte sich auf 80% verbessern (S. 11 Ziff. 3.5). Die psychiatrische Symptomatik im beschriebenen Aus- mass habe sich im Dezember 2014 akzentuiert (S. 11 Ziff. 3.6). Aus bidisziplinärer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit von August 2013 bis Juli 2014 gänzlich aufgehoben gewesen. Für schwere, mittelschwere und nicht adaptierte Tätigkeiten sei eine bleibende, volle Arbeitsunfähigkeit zu bestätigen. In leichten, adaptierten Tätigkeiten sei ab August 2014 von ei- ner 70%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen. Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pausenbedarf von 10 bis 15 Minuten pro Stunde und leicht reduziertem Rendement (S. 19). 4.1.3Im Bericht vom 4. Mai 2016 (act. II 69) diagnostizierte Dr. med. E.________ aus psychosomatisch-psychiatrischer Sicht eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) und eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.80; S. 1 Ziff. 1.1). Es bestehe seit mehreren Jahren eine aus- geprägte psychische Auffälligkeit, welche den Kriterien einer eigenständi- gen psychiatrischen Erkrankung entspreche. Im Vordergrund stehe seit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 15 langem zusammen mit der Schmerzproblematik eine unterschiedlich stark ausgeprägte depressive Symptomatik. Aktuell bestehe eine mittelschwere Symptomatik (S. 2 Ziff. 1.4). Seit mindestens dem 6. November 2014 liege eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vor (S. 3 Ziff. 1.6). 4.1.4Die interdisziplinären Expertisen der Dres. med. D.________ und G.________ vom 5. März 2018 (act. II 112.1 f.) basieren auf den Fachgut- achten in den Bereichen Rheumatologie und Psychiatrie. Aus somatisch-rheumatologischer Sicht bestätigte Dr. med. D.________ im Wesentlichen die bei der Erstbegutachtung vom 27. Juni 2014 gestellten Diagnosen und hielt fest, in der klinischen Untersuchung hätten weiterhin eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik, diffuse Druckschmerzen, Be- wegungseinschränkungen der Wirbelsäule sowie eine Adipositas und darüber hinaus, abgestützt auf die objektivierbaren Befunde, ein weitge- hend normaler Habitus imponiert (act. II 113.1 S. 14). Ohne Zweifel sei in der am 21. Mai 2015 durchgeführten bildgebenden Abklärung eine Non- Union im lumbosakralen Bewegungssegment dokumentiert worden. Auf- grund dieses Aspekts habe der orthopädische Gutachter der MEDAS für eine angepasste Verweistätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% attestiert (act. II 113.1 S. 15). Ferner sei im Rahmen der leicht- gradig progredienten diffusen idiopathischen skelettalen Hyperostose eine leichtgradige Bewegungseinschränkung zervikal nachweisbar. Diese zu- sätzliche Bewegungseinschränkung zervikal habe jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 113.1 S. 16). Weiterhin seien krankheits- fremde Gründe (z.B. länger anhaltende berufliche Arbeitsabstinenz, ärztli- cherseits längerdauernd attestierte Arbeitsunfähigkeiten, begrenzte Deutschsprachkenntnisse, fehlende Berufsausbildung, Alter, ungünstige Arbeitsmarktsituation und möglicherweise die limitierte Motivation), ein Ag- gravationsverhalten im Rahmen eines Rentenbegehrens und eine psycho- somatisch-psychiatrische Affektion zu diskutieren (act. II 113.1 S. 19 und 21). Aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt sei die Arbeits- fähigkeit betreffend die bisherige Tätigkeit als … zunächst gemäss der Be- urteilung vom 27. Juni 2014 eingeschränkt gewesen. Seit Anfang 2015 liege für diese Tätigkeit erneut eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Für eine angepasste Verweistätigkeit (Arbeiten in einem temperierten Raum Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 16 [temperierter Raumluft], beschränkt auf leicht- bis maximal mittelgradig körperlich belastende Tätigkeiten, mit der Möglichkeit zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung sowie unter Einhaltung der Rü- ckenergonomie) sei ebenfalls zunächst auf die Beurteilung vom 27. Juni 2014 zu verweisen. Ab Anfang 2015 sei sodann eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von maximal 20% zu bestätigen. Zusätzlich resultiere nach der am 6. Januar 2016 durchgeführten Rückenoperation eine zeitlich limi- tierte vollständige Arbeitsunfähigkeit postoperativ während vier Monaten (act. II 113.1 S. 20 f.). In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierte Dr. med. G.________ mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, nicht näher bezeichnet, im Sinne einer atypischen monopolaren Depressi- on, gegenwärtig mittelgradige Ausprägung (ICD-10 F33.9) und ohne Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit psychologische Faktoren oder Verhaltens- faktoren bei anderenorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54; act. II 112.1 S. 39 Ziff. 4). Die Beschwerdeschilderung seitens des Exploranden, die Schilderung seines Alltags und seiner Alltagsaktivitäten, das Verhalten während der Untersuchung sowie die klinisch objektivierbaren Befunde würden zahlreiche Inkonsistenzen aufweisen. Es entstehe der Eindruck, dass die versicherte Person dazu neige, in dramatisierender Weise eine Beschwerdeintensität und einen Behinderungsgrad zu präsentieren, der sich aus dem bestehenden Grundleiden bei objektiver Betrachtung nicht zwingend ergebe. Es werde eine tendenziöse bis sogar manipulative Note spürbar. Somit lasse sich eine Aggravation feststellen im Sinne eines be- wusst übertriebenen Betonens von vorhandenen Krankheitssymptomen (act. II 112.1 S. 40 f.). Im Untersuchungszeitpunkt lasse sich ein depressi- ves Zustandsbild feststellen. Hauptsymptome seien eine deprimierte Stim- mung, klinisch höchstens leichte Konzentrationsdefizite, eine innere Unru- he, eine sexuelle Gleichgültigkeit, ein eingeengtes und leicht verlangsam- tes formales Denken, eine eingeschränkte affektive Schwingungsfähigkeit, anamnestische Schlafstörungen, zeitweise passive Todeswünsche und eine Reduktion des Antriebs. Der Explorand berichte, dass er vor allem seit dem Herzinfarkt im Jahr 2014 eine traurige Stimmung erlebe. Ferner be- stehe eine familiäre Vorbelastung in Bezug auf Depressionen. Zusammen- fassend sei daher diagnostisch von einer rezidivierenden depressiven Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 17 Störung, nicht näher bezeichnet, im Sinne einer atypischen monopolaren Depression, gegenwärtig mittelgradige Ausprägung (ICD-10 F33.9), auszu- gehen (act. II 112.1 S. 41 f.). Im Weiteren sei festzuhalten, dass aus psych- iatrischer Sicht Inkonsistenzen bezüglich der Angaben des Exploranden bei der Untersuchung und hinsichtlich der klinischen Befunde vorlägen und keine „belle indifférence“ bestehe. Der Explorand ziehe aus seiner Schmerzproblematik einen Krankheitsgewinn sowie auch einen sozialen Nutzen (Zuwendung durch andere Personen; Schutz vor Belastungen) und zeige eine sehr reduzierte Leistungsbereitschaft bzw. Selbstlimitierung. Das maladaptive Verhalten des Versicherten werde darüber hinaus sozial verstärkt. Dazu gehöre eine übermässige Medikalisierung des Problems (umfangreiche medizinische Abklärungen und Interventionen), mögliche finanzielle Absicherungen aus dem Sozialsystem, die Empfehlung zur Schonung und zur Vermeidung von Belastungen, die vermehrte Beachtung und Unterstützung der Krankenrolle sowie ein übermässig behütendes Verhalten seitens der Angehörigen. Weiter erscheine das Ausmass der Funktionseinschränkung des Exploranden klinisch nicht plausibel. Die Symptombeschreibung sei undifferenziert und entspreche keinen klinischen Mustern. Es lasse sich ein ausgeprägter interozeptiver und amplifizierender Wahrnehmungsstil feststellen. Zudem entstehe der Eindruck, dass der Ex- plorand sich durchaus mit mehr bis gar ausschliesslichem Engagement für eine materielle Entschädigung einsetze statt für einen beruflichen Wieder- einstieg. Somit lasse sich eine Symptomausweitung feststellen, welche diagnostisch als somatisch nicht ausreichend abstützbare Schmerzen bei psychologischen Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassi- fizierten Krankheiten (ICD-10 F54) einzuschätzen sei. Diese Diagnose ent- spreche keiner psychiatrischen Erkrankung im eigentlichen Sinn und keiner unbewussten Konfliktverarbeitungsstörung, sondern vielmehr einer erlern- ten Verhaltensstörung im Sinne einer dysfunktionalen Verarbeitung der Schmerzen (act. II 112.1 S. 42 ff.). Aufgrund der diagnostizierten depressi- ven Störung gemäss ICD-10 F33.9 bestehe aus rein psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40% für sämtliche Tätigkeiten. Dies gelte spätestens ab dem Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung (act. II 112.1 S. 57 Ziff. 1 f.). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 18 Aus interdisziplinärer Sicht hielten die Gutachter fest, beim Exploranden könne für die bisher ausgeübte Tätigkeit als … ab 2014 eine Arbeitsun- fähigkeit von mindestens 80% und ab Januar 2015 eine solche von 100% postuliert werden. Für eine angepasste Verweistätigkeit könne seit Anfang 2015 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von maximal 50% formuliert werden. Dabei sei berücksichtigt, dass sich die somatischen und psychia- trisch-psychosomatischen Anteile an der Arbeitsfähigkeit überdeckten (act. II 112.1 S. 57 f., 113.1 S. 21). 4.2Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag- gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei- nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 4.3Die Beschwerdegegnerin hat sich in den hier angefochtenen Verfü- gungen vom 21. September 2018 (act. II 123 f.) massgeblich auf die Exper- tisen der Dres. med. D.________ und G.________ vom 5. März 2018 (act. II 112.1 f.) gestützt. Diese erfüllen die von der höchstrichterlichen Recht- sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.2 hiervor), weshalb ihnen volle Beweiskraft zu-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 19 kommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben sich in den ärztlichen Beurteilungen sorgfältig mit den gesundheitlichen Ein- schränkungen auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen in Kenntnis der Vorakten und gestützt auf ihre eigenen Untersuchungen getroffen. Ins- besondere diskutierten sie auch IV-fremde Faktoren und Diskrepanzen zu anderen Arztberichten. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizini- schen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfol- gerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Auf die interdisziplinären Einschätzungen ist somit grundsätzlich abzustellen. Im Einzelnen ist Folgendes festzuhalten: 4.3.1Aus somatisch-rheumatologischer Sicht führte Dr. med. D.________ differenziert und schlüssig aus, dass mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikal- und lumbalbetontes Panverte- bralsyndrom mit spondylogener Auswirkung in den Kopf und alle Extre- mitäten vorliegt und die weiteren Diagnosen keinen Einfluss auf die Arbeits- fähigkeit haben. Nachvollziehbar legte er dar, dass sich der Gesundheits- zustand seit der Erstbegutachtung vom 27. Juni 2014 einzig leichtgradig verschlechtert hat, mithin unterdessen im Rahmen der leichtgradig progre- dienten diffusen idiopathischen skelettalen Hyperostose eine leichtgradige Bewegungseinschränkung zervikal ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nachweisbar ist (act. II 113.1 S. 14 ff.). Im Weiteren berücksichtigte er be- treffend das Fachgebiet Orthopädie die Ergebnisse der bildgebenden Ab- klärung vom 21. Mai 2015 sowie die einlässliche orthopädische Beurteilung von Dr. med. J.________ im Gutachten der MEDAS vom 18. August 2015 (act. II 47.1 S. 14 ff. Ziff. 4.4), wonach mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Non-Union im lumbosakralen Bewegungssegment ausgewiesen ist (act. II 113.1 S. 15). Zudem legte er plausibel dar, dass nach der am 6. Ja- nuar 2016 durchgeführten Metallentfernung und Respondylodese von LWK5/SWK1 eine zeitlich limitierte vollständige Arbeitsunfähigkeit postope- rativ bestanden hat. Die Beurteilung von Dr. med. D.________ ist in sich schlüssig und ergibt mit den Ausführungen der Erstbegutachtung vom 27. Juni 2014 (act. II 22.2) aus somatisch-rheumatologischer Sicht ein stimmiges Gesamtbild. Zudem korreliert sie im Wesentlichen mit den or- thopädischen Ausführungen von Dr. med. J.________ im Gutachten der MEDAS vom 18. August 2015 (act. II 47.1 S. 14 ff.). Auf die somatische Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 20 Beurteilung von Dr. med. D.________ ist folglich abzustellen. In Bezug auf die Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit überzeugt, dass der Beschwerdeführer nach der Rückenoperation vom 13. August 2013 betref- fend sämtliche Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig war, was durch die Gut- achter Dres. med. D.________ und J.________ übereinstimmend bestätigt worden ist (act. II 22.2 S. 16, 47.1 S. 16 Ziff. 4.6, 113.1 S. 20). Aufgrund der orthopädischen Befundlage leuchtet sodann – entgegen der rein soma- tisch-rheumatologischen Auffassung von Dr. med. D.________ (vgl. act. II 22.2 S. 16, 113.1 S. 20) – ein, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Arbeit als … auch nach der postoperativen Rehabilitationsphase nicht mehr zumutbar ist, er indessen eine angepasste Tätigkeit trotz der persistieren- den Mikroinstabilität bei nicht erreichter ossärer Fusion im Segment LWK5/SWK1 seit Mitte August 2014 wieder zu 80% ausüben kann (act. II 47.1 S. 16 Ziff. 4.5 f.). Schliesslich ist nachvollziehbar, dass – gemäss den Ausführungen von Dr. med. D.________ – nach der am 6. Januar 2016 durchgeführten Metallentfernung und Respondylodese von LWK5/SWK1 eine zeitlich limitierte vollständige Arbeitsunfähigkeit postoperativ während vier Monaten vorlag (act. II 113.1 S. 20). Auf diese Beurteilung hat sich die Beschwerdegegnerin abgestützt (act. II 133 S. 26), was nicht zu beanstan- den ist und vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten wird (vgl. Beschwerde). Daran ändert der im Beschwerdeverfahren eingereichte Be- richt von Dr. med. L.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 25. November 2018 (act. I 6) nichts, zumal sie in diesem einzig die bereits bekannte Befundlage ohne Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wieder- gibt und keine neuen erheblichen Tatsachen vorbringt. 4.3.2Aus psychiatrischer Sicht begründete Dr. med. G.________ unter Beizug der klassifikatorischen Vorgaben der ICD-10 (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285 f.) einlässlich, dass mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine re- zidivierende depressive Störung, nicht näher bezeichnet, im Sinne einer atypischen monopolaren Depression, gegenwärtig mittelgradige Ausprä- gung (ICD-10 F33.9) vorliegt (act. II 112.1 S. 41 f.). Zudem erläuterte er stringent, dass eine Symptomausweitung festzustellen ist, die diagnostisch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit als somatisch nicht ausreichend abstützbare Schmerzen bei psychologischen Faktoren oder Verhaltensfak- toren bei anderenorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54) einzuschät-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 21 zen ist (act. II 112.1 S. 42 ff.). Diese Beurteilung ist nachvollziehbar und in sich schlüssig. Der Beschwerdeführer bringt denn auch nichts Gegenteili- ges vor (vgl. Beschwerde). Darauf ist somit abzustellen. Daran ändert nichts, dass sowohl im Gutachten der MEDAS vom 18. Au- gust 2015 (act. II 47.1 S. 10 Ziff. 3.3), als auch von Dr. med. E.________ (vgl. u.a. den Bericht vom 4. Mai 2016, act. II 69) anderslautende Diagno- sen gestellt worden sind. Dr. med. G.________ hat sich in seiner Beurtei- lung vom 5. März 2018 ausführlich mit den Diskrepanzen zu diesen Ein- schätzungen auseinandergesetzt und dargelegt, dass eine rezidivierende depressive Störung gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/33.1) aufgrund der vorliegenden Arztberichte, mithin der fehlenden phasenhaften Entwicklung der depressiven Symptome, nicht zu stellen ist. Im Weiteren erläuterte er plausibel, dass die von Dr. med. E.________ ge- stellte Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) aufgrund der fehlenden ausgeprägten psychosozialen Belastungen zum Zeitpunkt der Entstehung der Schmerzsymptomatik sowie der fehlen- den unbewussten Konfliktverarbeitung (vgl. ergänzend auch DIL- LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 233) nicht zu bestätigen ist und legte verständlich dar, dass ge- stützt auf die von Dr. med. E.________ aufgeführten Symptome und Be- schwerden keine klaren Anhaltspunkte für das Vorliegen einer andauern- den Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.80) bestehen (act. II 112.1 S. 44 ff.). 4.3.3Anhand des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 ist nachfolgend zu prüfen, ob die erhobenen psychischen Störungen eine leistungsbegründende Invalidität zu bewirken vermögen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429; vgl. E. 3.2.1 hiervor). Im Zusammenhang mit dem Ausschlussgrund der Aggravation (BGE 141 V 281 E. 2.2 S. 287 f. unter Hinweis auf BGE 131 V 49; E. 3.2.2 hiervor) ist vorab augenfällig, dass sich im Rahmen der psychiatrischen Exploration vom 26. Februar 2018 zahlreiche Inkonsistenzen zwischen den Beschwer- deschilderungen des Beschwerdeführers, der Schilderungen seines Alltags sowie seiner Alltagsaktivitäten und dem Verhalten während der Untersu-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 22 chung sowie der klinisch objektivierbaren Befunde zeigten. So bekunde der Explorand einerseits massive Konzentrationsdefizite, die sich klinisch in diesem Ausmass nicht bestätigen liessen, konnte andererseits jedoch na- hezu während des gesamten Untersuchungsgesprächs und bei der Beant- wortung der Fragebögen seine Aufmerksamkeit auf Themen und Ge- sprächsinhalte belassen. Sodann gab er an, beim Sitzen wegen der Schmerzen nicht anlehnen zu können, lehnte sich aber während der Unter- suchung an die Rückenlehne an und sass auch im Auto angelehnt an die Rückenlehne. Zum einen führte er aus, er könne in seinem Alltag praktisch nichts mehr machen, zum anderen berichtete er, er gehe regelmässig spa- zieren, fahre Auto, gehe mit seiner Ehefrau einkaufen, treffe Landsleute und sehe sich … Nachrichten an. Während weiter Teile des Untersu- chungsgesprächs zeigte der Versicherte eine schmerzvermittelnde Mimik, die, wenn er sich unbeobachtet fühlte – z.B. beim Gang zum Auto und beim Einsteigen in das Auto – nicht festzustellen war. Zudem hielt Dr. med. G.________ fest, der Umstand, dass der Explorand trotz seiner als ausge- prägt geschilderten vielfältigen Symptome und Beschwerden in der Lage ist, Auto zu fahren, weise in Anbetracht der enormen motorischen und ko- gnitiven Anforderungen, welche diese Tätigkeit stelle, ebenfalls auf erhebli- che Ressourcen hin. Dr. med. G.________ kam zum Schluss, dass der Beschwerdeführer dazu neigt, in dramatisierender Weise eine Beschwer- deintensität und einen Behinderungsgrad zu präsentieren, der sich aus dem bestehenden Grundleiden bei objektiver Betrachtung nicht ergibt und bestätigte eine Aggravation im Sinne eines bewusst übertriebenen Beto- nens von vorhandenen Krankheitssymptomen (act. II 112.1 S. 40 f.). Auch Dr. med. D.________ wies in den somatisch-rheumatologischen Begutach- tungen vom 27. Juni 2014 und vom 5. März 2018 auf somatisch nicht ab- stützbare Beschwerden, auf diverse Diskrepanzen sowie auf ein auffälliges, demonstratives Schmerzverhalten hin und bestätigte mehrere Waddell- Zeichen (act. II 22.2 S. 9, 113.1 S. 14 ff). Unter diesen Umständen ist (unabhängig von einer krankheitswertigen psy- chischen Störung) – entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (vgl. S. 10) und anlässlich der öffentlichen Schlussverhandlung vom 16. Mai 2019 – ein aggravierendes Verhalten in einem Umfang erstellt, das die Annahme einer versicherten psychischen Gesundheitsschädigung ver-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 23 bietet (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Dass die Beschwerdegegnerin keine einge- hende Indikatorenprüfung durchgeführt hat, wie der Beschwerdeführer an der Schlussverhandlung monierte (vgl. act. II 133 S. 27), ist demnach nicht zu beanstanden. Zudem ist festzuhalten, dass Dr. med. G.________ aus rein psychiatrischer Sicht aufgrund der depressiven Störung gemäss ICD- 10 F33.9 für sämtliche Tätigkeiten eine Einschränkung von 40% attestiert hat (act. II 112.1 S. 57 Ziff. 1 f.). Demgegenüber wurde in der interdiszi- plinären Einschätzung ab Anfang 2015 betreffend eine angepasste Ver- weistätigkeit eine Einschränkung von maximal 50% postuliert (act. II 112.1 S. 57 Ziff. 1 f., 113.1 S. 21). Dies ist – unter Berücksichtigung, dass Dr. med. D.________ ab diesem Zeitpunkt aus rein somatisch- rheumatologischer Sicht für eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsunfähig- keit von maximal 20% bestätigte (act. II 113.1 S. 20) – nicht nachvollzieh- bar, zumal die Gutachter explizit darauf hinwiesen, dass sich die somati- schen und rein psychosomatisch-psychiatrischen Anteile an der Arbeitsun- fähigkeit überdecken (act. II 112.1 S. 57 Ziff. 1 f., 113.1 S. 21). 4.3.4Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die psychiatrische Ein- schätzung der Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt werden kann. Aufgrund der bestehenden somatischen Einschränkungen war der Beschwerdeführer ab der Rückenoperation vom 13. August 2013 betreffend sämtliche Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig. Die angestammte Tätigkeit als … ist ihm nicht mehr zumutbar, indessen ist seit Mitte August 2014 in einer angepassten Tätigkeit wieder von einer Arbeitsfähigkeit von 80% auszugehen. Zusätzlich resultierte ab der am 6. Januar 2016 durchgeführten Metallentfernung und Respondylodese eine zeitlich limitierte vollständige Arbeitsunfähigkeit post- operativ von vier Monaten. Der Sachverhalt ist damit hinreichend erstellt, weshalb – entgegen der Anträge in der Beschwerde (S. 2) und der Vorbrin- gen an der öffentlichen Schlussverhandlung – in antizipierter Beweiswürdi- gung auf weitere Beweiserhebungen zu verzichten ist. 5. 5.1Mit Bezug auf die Invaliditätsbemessung macht der Beschwerdefüh- rer geltend, dass bei der Verwertbarkeit der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 24 nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden dür- fe. Aufgrund seines Alters sowie der beruflichen und persönlichen Gege- benheiten sei die Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits- markt nicht mehr verwertbar (vgl. Beschwerde S. 11 f. Ziff. 12). 5.2 5.2.1Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis- tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenver- sicherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeich- net durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektu- ellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits- angebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitäts- fremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren ver- langt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und sub- jektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisie- rung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch recht- sprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.1). 5.2.2Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen vermag keinen Rentenanspruch zu begründen. Die Invalidenversicherung hat nicht dafür einzustehen, dass Versicherte infolge ihres Alters, wegen mangelnder Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine entsprechende Ar- beit finden; die hieraus sich ergebende "Arbeitsunfähigkeit" ist nicht invali- ditätsbedingt (BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; AHI 1999 S. 238 E. 1). Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak- tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 25 dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachge- fragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbstein- gliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgegliche- nen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Re- gel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine gan- ze Invalidenrente begründet (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 460; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 23. August 2018, 8C_892/2017, E. 3.2). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Massgeblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in welchem die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. Dies ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver- lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1 S. 433, 138 V 457 E. 3.3 S. 462; SVR 2017 IV Nr. 85 S. 266 E. 2.2.2). 5.2.3Der Ausnahmetatbestand, wonach die Verwaltung die Notwendig- keit (vorgängiger) befähigender beruflicher Massnahmen trotz wiederge- wonnener Arbeitsfähigkeit abzuklären hat, ist grundsätzlich auf Sachverhal- te zu beschränken, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (BGE 141 V 5 E. 4.1 S. S. 7; SVR 2011 IV Nr. 73 S. 222 E. 3.3).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 26 5.3Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aus dem an der öffentlichen Schlussverhandlung referierten Entscheid des BGer vom 30. Oktober 2017, 9C_525/2017, nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, lässt sich doch der dort zu beurteilende Sachverhalt nicht mit dem hier zu- grundeliegenden vergleichen. So war im BGer 9C_525/2017 die Frage zu beurteilen, ob einem Versicherten nach über 30jähriger Tätigkeit als selbständiger Marktfahrer die direkte Verwertbarkeit der wiedergewonne- nen Arbeitsfähigkeit in einer unselbständigen Tätigkeit zumutbar war. Dies verneinte das Bundesgericht im Wesentlichen mit dem Hinweis, der Versi- cherte sei in Anbetracht seiner bisher langjährigen selbständigen Erwerbs- tätigkeit nicht mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes vertraut (vgl. E. 3.6). Im hier zu beurteilenden Fall liegt die Sache grundlegend anders, war der Beschwerdeführer in der Vergangenheit doch bei mehreren Arbeitge- bern in verschiedenen Arbeitsbereichen (unselbständig) erwerbstätig (vgl. act. II 112.1 S. 4 Ziff. 1), womit er mit den Anforderungen des Arbeitsmark- tes bestens vertraut ist. Es besteht demnach kein Ausnahmetatbestand, welcher ein Abweichen vom Grundsatz erlaubt, wonach eine medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwer- ten ist. Soweit der Beschwerdeführer an der öffentlichen Schlussverhand- lung geltend machte, die Beschwerdegegnerin hätte vor dem Rentenent- scheid berufliche Massnahmen durchführen müssen, ist darauf hinzuwei- sen, dass solche gewährt und mit Verfügung vom 26. November 2015 (act. II 52) abgeschlossen wurden, da sich der Versicherte den Eingliede- rungsmassnahmen widersetzte. Zudem wären aufgrund der ausgewiese- nen erheblichen Aggravation weitere Eingliederungsmassnahmen ohnehin kaum zielführend (vgl. E. 4.3.3 hiervor). Demnach hat die Beschwerdegeg- nerin vor der Aufhebung der Rente die Notwendigkeit beruflicher Mass- nahmen zu Recht nicht abgeklärt. 5.4Zu prüfen bleibt demnach die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit: Der (spätestens) massgebende Zeitpunkt für die Beurteilung der Zumut- barkeit der Restarbeitsfähigkeit (vgl. BGE 143 V 431 E. 4.5.1 S. 433, 138 V 457 E. 3.3 S. 462) ist vorliegend die interdisziplinäre Beurteilung der Dres. med. D.________ und G.________ vom 5. März 2018 (act. II 112.1 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 27 f.). Dem Beschwerdeführer mit Jahrgang 1958 verbleibt bei einem damali- gen Alter von 59 Jahren und 3 Monaten noch eine mehr als fünfjährige Ak- tivitätsdauer bis zum Erreichen des AHV-Rentenalters von 65 Jahren (Art. 21 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Al- ters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Der Zugang zum Arbeitsmarkt kann unter Berücksichtigung der strengen bundesgericht- lichen Praxis (vgl. Entscheide des BGer vom 31. August 2018, 8C_117/2018, E. 3.3.4 und vom 21. März 2016, 9C_536/2015 E. 4.2) und mit Blick auf das massgebende Zumutbarkeitsprofil, wonach dem Be- schwerdeführer Verweistätigkeiten in einem temperierten Raum (temperier- ter Raumluft), beschränkt auf leicht- bis mittelgradig körperlich belastende Tätigkeiten, mit der Möglichkeit zwischen sitzender, stehender und gehen- der Körperhaltung zu wechseln sowie unter Einhaltung der Rückenergo- nomie (act. II 113.1 S. 21) zu 80% zumutbar sind, sowie die in Frage kom- menden Hilfsarbeitertätigkeiten, die auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden (BGer vom 27. Sep- tember 2010, 8C_482/2010, E. 4.2), nicht verneint werden. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer im … über eine 19-jährige Berufserfahrung verfügt. Vor dieser Tätigkeit war er von 1971 bis 1987 als … angestellt und arbeitete anschliessend bis 1994 als … in der … (act. II 112.1 S. 4 Ziff. 1). Dieser berufliche Verlauf mit unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern spricht für eine Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Nach dem Dargelegten ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu bejahen. 6. 6.1 6.1.1Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 28 passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 6.1.2Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange- zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch- schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei- nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein- schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be- schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein- kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo- bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi- zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2). 6.1.3Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe- ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 29 bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). 6.2Der Beschwerdeführer war ab dem 27. März 2013 vollständig ar- beitsunfähig (act. II 5.2 S. 2 Ziff. 4). Die Anmeldung erfolgte im Oktober 2013 (act. II 2 S. 7). Damit ist die Zusprache einer ganzen Rente ab 1. April 2014 unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist und des War- tejahres korrekt (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG bzw. Art. 29 Abs. 1 IVG). 6.3 6.3.1In der Folge hat sich mit der Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf 80% per Mitte August 2014 (act. II 47.1 S. 16 Ziff. 4.6) ein Revisionsgrund verwirklicht, der in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV per 1. November 2014 zu berücksichtigen ist (vgl. E. 3.5.2 hiervor). Auf diesen Zeitpunkt hin ist somit ein Einkommensvergleich durchzuführen. 6.3.2Der Beschwerdeführer war bis zu seiner Krankschreibung am 27. März 2013 bei der M.________ AG als … tätig (act. II 5.2 S. 2 Ziff. 4, 11 S. 2 f.). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegne- rin das Valideneinkommen anhand der Lohnangaben der ehemaligen Ar- beitgeberin betreffend das Jahr 2013 in der Höhe von Fr. 74'009.-- festge- legt hat (act. II 11 S. 3 Ziff. 2.10). Angepasst an die Nominallohnentwick- lung per 2014 (Fr. 74'009.-- : 102.3 x 102.8 [Tabelle T1.10, Nominallohnin- dex 2011-2018, …/…, Index Jahr 2013: 102.3 Punkte, Index Jahr 2014: 102.8 Punkte, abrufbar auf www.bfs.admin.ch]) beträgt das Validenein- kommen Fr. 74'371.--. 6.3.3Der Beschwerdeführer war ab dem 27. März 2013 nicht mehr er- werbstätig. Das Invalideneinkommen ist daher auf der Basis eines durch- schnittlichen Einkommens für Hilfsarbeiten gemäss LSE 2014, TA1, Monat- licher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Total, Anforderungsniveau 1, Männer (Fr. 5'312.--), zu berechnen und an die betriebsübliche Arbeitszeit anzupassen. Es resultiert bei einem zumutbaren Pensum von 80% ein Invalideneinkommen von Fr. 53'163.-- (Fr. 5'312.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0.8; vgl. Tabelle: Betriebsübli- che Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen gemäss BFS, 2014, Total). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 30 Schliesslich ist der von der Beschwerdegegnerin zugestandene leidensbe- dingte Abzug von 10% (act. II 133 S. 26) zu berücksichtigen. Dieser scheint vorliegend unter Berücksichtigung aller einkommensbeeinflussenden Merkmale – entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (S. 12) – als sehr wohlwollend (vgl. E. 6.1.2 hiervor). Das Invalideneinkommen beträgt unter Beachtung sämtlicher Abzüge somit Fr. 47'847.-- (Fr. 53'163.-- x 0.9). 6.3.4Bei einem Valideneinkommen von Fr. 74'371.-- und einem Invali- deneinkommen von Fr. 47'847.-- resultiert eine Einkommenseinbusse in der Höhe von Fr. 26'524.--, was einen Invaliditätsgrad von gerundet 36% (zur Rundung: BGE 130 V 121 S. 123 E. 3.2 und 3.3) ergibt. Somit besteht ab 1. November 2014 kein Anspruch mehr auf eine Rente (vgl. E. 3.3 hier- vor). 6.4Mit der am 6. Januar 2016 durchgeführten Rückenoperation ist er- neut eine gesundheitliche Verschlechterung eingetreten. Diese stellt einen Revisionsgrund dar und ist nach drei Monaten zu berücksichtigen (Art. 88a Abs. 2 IVV). Da ab dem Operationszeitpunkt in jeglicher Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestand (act. II 113.1 S. 16), erübrigt sich die Ermittlung der Vergleichseinkommen. Der Beschwerdeführer hat ab dem 1. April 2016 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (vgl. E. 3.3 hiervor). 6.5Nach der postoperativen Rehabilitationsphase während vier Mona- ten, somit ab Mai 2016, ist wieder von einer Arbeitsfähigkeit in einer ange- passten Tätigkeit von 80% auszugehen (act. II 113.1 S. 20). Diese gesund- heitliche Verbesserung, welche gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV nach drei Mo- naten zu berücksichtigen ist (vgl. E. 3.5.2 hiervor), stellt einen Revisions- grund dar, weshalb der Invaliditätsgrad ab September 2016 neu zu ermit- teln ist. 6.5.1In Bezug auf das Valideneinkommen ist – wie bereits dargelegt (vgl. E. 6.3.2 hiervor) – nach wie vor auf die Lohnangaben der ehemaligen Arbeitgeberin abzustellen. Angepasst an die Nominallohnentwicklung per 2016 (Fr. 74'009.-- : 102.3 x 102.9 [Tabelle T1.10, Nominallohnindex 2011- 2018, ../…, Index Jahr 2013: 102.3 Punkte, Index Jahr 2016: 102.9 Punkte, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 31 abrufbar auf www.bfs.admin.ch]) beträgt das Valideneinkommen Fr. 74'443.--. 6.5.2Das Invalideneinkommen ist ebenfalls weiterhin auf der Basis eines durchschnittlichen Einkommens für Hilfsarbeiten gemäss LSE zu berech- nen. Gemäss LSE 2016, TA1, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Total, Anforde- rungsniveau 1, Männer (Fr. 5'340.--), resultiert unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit, des zumutbaren Pensums von 80% und des zugestandenen leidensbedingten Abzugs von 10% ein Invalideneinkom- men von Fr. 48'098.-- (Fr. 5'340.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0.8 x 0.9; vgl. Tabelle: Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen gemäss BFS, 2014, Total). 6.5.3Bei einem Valideneinkommen von Fr. 74'443.-- und einem Invali- deneinkommen von Fr. 48'098.-- resultiert eine Einkommenseinbusse in der Höhe von Fr. 26'345.--, was einen Invaliditätsgrad von gerundet 35% ergibt. Somit besteht ab 1. September 2014 kein Anspruch mehr auf eine Rente (vgl. E. 3.3 hiervor). 7. Nach dem Dargelegten sind die angefochtenen Verfügungen vom 21. Sep- tember 2018 (act. II 123 f.) nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen. 8. 8.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 32 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh- rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'000.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen. 8.2Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr- schluss]). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei- cher Höhe entnommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung vom 16. Mai 2019) - IV-Stelle Bern (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung vom 26. Februar 2019) - Bundesamt für Sozialversicherungen Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Mai 2019, IV/18/788, Seite 33 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.