<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">C 184/98 Hm </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>IV. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger; </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Riedi Hunold </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 9. Mai 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">T.________, 1963, Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Arbeitslosenkasse des Kantons Appenzell Ausserrhoden, </div> <div class="para">Regierungsgebäude, Herisau, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgericht von Appenzell Ausserrhoden, Trogen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit Verfügung vom 24. April 1996 lehnte die Arbeits- </div> <div class="para">losenkasse des Kantons Appenzell Ausserrhoden das Gesuch um </div> <div class="para">Insolvenzentschädigung des T.________ (geboren 1963) für </div> <div class="para">ausstehende Lohnforderungen in der Höhe von Fr. 61'405.60 </div> <div class="para">gegenüber dem Verein X.________ (nachfolgend: Verein) ab. </div> <div class="para">Die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Appenzell Ausser- </div> <div class="para">rhoden bestätigte mit Entscheid vom 4. Juli 1997 die Ver- </div> <div class="para">fügung der Arbeitslosenkasse. </div> <div class="para"> Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungs- </div> <div class="para">gericht von Appenzell Ausserrhoden mit Entscheid vom </div> <div class="para">18. März 1998 ab. </div> <div class="para"> In seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt </div> <div class="para">T.________ die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids, </div> <div class="para">die Zusprechung von Insolvenzentschädigung sowie die Aus- </div> <div class="para">richtung eines Vorschusses in der Höhe von Fr. 30'000.-- im </div> <div class="para">Sinne einer vorsorglichen Massnahme. Zudem ersucht er um </div> <div class="para">die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Ver- </div> <div class="para">beiständung. </div> <div class="para"> Die Arbeitslosenkasse verzichtet auf eine Vernehmlas- </div> <div class="para">sung. Das Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit (seit 1. Juli </div> <div class="para">1999 Staatssekretariat für Wirtschaft) lässt sich nicht </div> <div class="para">vernehmen. </div> <div class="para"> Mit Verfügung vom 15. Februar 1999 wies der Präsident </div> <div class="para">des Eidgenössischen Versicherungsgerichts das Gesuch um </div> <div class="para">vorsorgliche Massnahmen ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Die Vorinstanz hat die massgebende Bestimmung über </div> <div class="para">die Voraussetzungen zum Bezug von Insolvenzentschädigung </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 51 AVIG</span>) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen </div> <div class="para">werden. Zu berichtigen ist, dass der von der Vorinstanz als </div> <div class="para">massgeblich erachtete <span class="artref">Art. 51 Abs. 2 AVIG</span>, wonach Personen, </div> <div class="para">welche in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, finanziell </div> <div class="para">Beteiligte oder Mitglied des obersten betrieblichen Gre- </div> <div class="para">miums die Entscheide des Arbeitgebers bestimmen oder mass- </div> <div class="para">geblich beeinflussen können, sowie deren mitarbeitende Ehe- </div> <div class="para">gatten vom Entschädigungsanspruch ausgeschlossen sind, erst </div> <div class="para">am 1. Januar 1996 in Kraft getreten und somit im vorliegen- </div> <div class="para">den Fall nicht anwendbar ist, da sich der anspruchsrelevan- </div> <div class="para">te Sachverhalt (Beendigung des Arbeitsverhältnisses per </div> <div class="para">31. Dezember 1995, Eintritt der Insolvenz des Arbeitgebers) </div> <div class="para">ausschliesslich bis Ende 1995 und damit unter Herrschaft </div> <div class="para">des alten Rechts verwirklicht hat (noch nicht veröffent- </div> <div class="para">lichtes Urteil K. vom 31. Januar 2000 [C 337/98]). </div> <div class="para"> 2.- a) Verwaltung und Vorinstanz haben den Anspruch </div> <div class="para">auf Insolvenzentschädigung zu Recht abgelehnt, da einer- </div> <div class="para">seits der nicht im Handelsregister eingetragene Verein </div> <div class="para">nicht der Konkursbetreibung unterliegt (<span class="artref">Art. 39 Abs. 1 </span></div> <div class="para">Ziff. 11 SchKG) und somit <span class="artref">Art. 51 lit. b AVIG</span> nicht anwend- </div> <div class="para">bar ist, andererseits der Beschwerdeführer das Pfändungs- </div> <div class="para">begehren gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber erst am </div> <div class="para">27. September 1996 und somit nach Erlass der vorliegend </div> <div class="para">angefochtenen Verfügung vom 24. April 1996 gestellt hat, </div> <div class="para">weshalb <span class="artref">Art. 51 lit. c AVIG</span> nicht erfüllt ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Sämtliche in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">erhobenen Einwände vermögen an diesem Ergebnis nichts zu </div> <div class="para">ändern. Unbehelflich ist insbesondere der Einwand, dass </div> <div class="para">zwei andere Vereinsangestellte (B.________ und W.________) </div> <div class="para">Insolvenzentschädigung erhalten haben. </div> <div class="para"> Nach der Rechtsprechung geht der Grundsatz der Gesetz- </div> <div class="para">mässigkeit der Verwaltung in der Regel der Rücksicht auf </div> <div class="para">die gleichmässige Rechtsanwendung vor. Der Umstand, dass </div> <div class="para">das Gesetz in andern Fällen nicht oder nicht richtig ange- </div> <div class="para">wendet worden ist, gibt dem Bürger und der Bürgerin grund- </div> <div class="para">sätzlich keinen Anspruch darauf, ebenfalls abweichend vom </div> <div class="para">Gesetz behandelt zu werden. Das gilt jedoch nur, wenn </div> <div class="para">lediglich in einem einzigen oder in einigen wenigen Fällen </div> <div class="para">eine abweichende Behandlung dargetan ist. Wenn dagegen die </div> <div class="para">Behörden die Aufgabe der in andern Fällen geübten, gesetz- </div> <div class="para">widrigen Praxis ablehnen, können der Bürger oder die Bürge- </div> <div class="para">rin verlangen, dass die gesetzwidrige Begünstigung, die </div> <div class="para">Dritten zuteil wird, auch ihnen gewährt werde (BGE 122 II </div> <div class="para">451 Erw. 4a, 115 Ia 83 Erw. 2, 115 V 238/239, je mit Hin- </div> <div class="para">weisen auf Lehre und Rechtsprechung). </div> <div class="para"> Vorliegend ist nicht nachgewiesen, dass die Arbeits- </div> <div class="para">losenkasse den genannten Personen zu Unrecht Insolvenzent- </div> <div class="para">schädigungen ausgerichtet hätte. Auch ist nicht ersicht- </div> <div class="para">lich, dass die Arbeitslosenkasse eine (angeblich) gesetz- </div> <div class="para">widrige Praxis verfolgt, von der sie nicht abzuweichen </div> <div class="para">gedenkt. Die Voraussetzungen zur Gleichbehandlung im Un- </div> <div class="para">recht sind somit nicht gegeben. Der Versicherte kann des- </div> <div class="para">halb nichts zu seinen Gunsten aus dem Umstand ableiten, </div> <div class="para">dass B.________ und W.________ Insolvenzentschädigung zuge- </div> <div class="para">sprochen erhielten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Da die Verwaltungsgerichtsbeschwerde offensicht- </div> <div class="para">lich unbegründet ist, wird sie im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a </span></div> <div class="para">OG erledigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Infolge Kostenlosigkeit des vorliegenden Verfah- </div> <div class="para">rens erweist sich das Begehren um unentgeltliche Prozess- </div> <div class="para">führung als gegenstandslos (<span class="artref">Art. 134 OG</span>). Die Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichtsbeschwerde muss als aussichtslos bezeichnet werden, </div> <div class="para">weshalb das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung abzu- </div> <div class="para">weisen ist (<span class="artref">Art. 152 OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-265%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page275">BGE 125 II 275</a> Erw. 4b, 124 I 306 </div> <div class="para">Erw. 2c mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>III. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird abge-</i> </div> <div class="para"> wiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>IV. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsge-</i> </div> <div class="para"> richt von Appenzell Ausserrhoden, der Volkswirt- </div> <div class="para"> schaftsdirektion des Kantons Appenzell Ausserrhoden </div> <div class="para"> und dem Staatssekretariat für Wirtschaft zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 9. Mai 2000 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der IV. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>