Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. Januar 2012 (720 11 206) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision Invalidenrente Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Martina de Roche, Advokatin, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 B inningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1. Die 1964 geborene A.____ meldete sich unter Hin weis auf Handbeschwerden am 8. August 1997 bei der Eidgenössischen Invalidenversicheru ng (IV) zum Leistungsbezug an, wobei sie eine Rente beantragte. Die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) klärte sodann den erwerblichen und den gesundheitlichen Sachverhalt ab. Mi t Verfügung vom 12. Januar 1999 (vgl. act. 60.4) sprach sie der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 100% eine ganze Rente sowie eine Zusatzrente für den Ehegatten und zwei Kinderrenten ab 1. August 1997 zu. A.2 Am 22. September 1999 leitete die IV-Stelle ein e Revision des Rentenanspruchs ein. Mit Vorbescheid vom 18. August 2000 teilte sie der Versichert en mit, dass sie beabsichtige, die ganze Rente auf eine halbe Rente zu reduzieren. Nachdem die Versicherte hiergegen Einwän- Seite 2 de vorbrachte, klärte die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt weiter ab und holte zwei Gut- achten beim Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZBM) ein. Mit Mitteilung vom 11. Juni 2004 bestätigte sie den Anspruch der Versicherten auf eine ganze Rente. A.3 Im Juni 2008 leitete die IV-Stelle wiederum eine Revision des Rentenanspruchs ein und untersuchte den medizinischen Sachverhalt, wobei sie erne ut ein Gutachten beim ZBM einhol- te. Aufgrund der in diesem Verfahren erhobenen Befun de kam die IV-Stelle, nachdem sie das Vorbescheidverfahren durchgeführt hatte, in ihrer Verf ügung vom 3. Mai 2011 zum Schluss, dass die Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von 0% keinen Anspruch mehr auf eine Rente habe und hob diese per Ende Juni 2011 auf. B. Gegen diese Verfügung reichte A.____, vertreten durch Advokatin Martina de Roche, am 6. Juni 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht), ein. Darin beantragte sie, es sei die a ngefochtene Verfügung betreffend Einstel- lung der Invalidenrente aufzuheben. Weiter sei der Be schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen; unter o/e Kostenfolge, wobei der Beschwerdef ührerin die unentgeltliche Prozessfüh- rung und die unentgeltliche Verbeiständung mit der Un terzeichnenden als Rechtsvertreterin zu bewilligen sei. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass keine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei, weshalb die V oraussetzungen für eine Revision nicht erfüllt seien. Die Gutachter des ZMB würden ledi glich aufgrund der gleichen Diagnosen unterschiedliche Schlüsse ziehen. C. Am 15. Juli 2011 lehnte das Kantonsgericht das Gesuch um aufschiebende Wirkung der Beschwerde ab. Gleichzeitig gewährte es der Beschwerdefü hrerin für das vorliegende Verfah- ren die unentgeltliche Prozessführung und die unentge ltliche Verbeiständung mit Advokatin Martina de Roche als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 16. August 2011 beantra gte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. E. Die Parteien hielten auch in der Replik vom 22. Sep tember 2011 und in der Duplik vom 24. Oktober 2011 an ihren Standpunkten fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgeme inen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 bestimmt, dass laufende IV-Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den An- spruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevisio n gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan- spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn die erwerblichen Auswirkun- Seite 3 gen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes sic h erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 2.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Ver fügung oder der letzte rechtskräftige Ein- spracheentscheid, die auf einer materiellen Prüfung de s Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruhen (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Unter dieser Vorausset zung gilt dies auch für eine blosse Mitteilung, mit welcher die Verwaltung feststellt, es sei keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse eingetreten; denn laut Art. 74 ter lit. f der Verordnung über die Invalidenversiche- rung (IVV) vom 17. Januar 1961 bedarf es keiner Verfü gung, wenn die Invalidenrente nach ei- ner von Amtes wegen durchgeführten Revision weiter ausge richtet wird. Eine solche Mitteilung ist, wenn keine Verfügung verlangt worden ist (Art. 74 quater IVV), in Bezug auf den Vergleichs- zeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (vgl. Urteile des Bundesgerichts, sozi- alrechtliche Abteilungen [Bundesgericht], vom 15. Oktober 2009, 9C_586/2010, E. 2.2. mit Hin- weisen, sowie vom 29. Januar 2010, 8C_1005/2009, E. 3). 2.3 Der Versicherten wurde ursprünglich mit Verfügung v om 12. Januar 1999 mit Wirkung ab 1. August 1997 eine ganze Rente zugesprochen. Im Rahmen der im September 1999 einge- leiteten Revision wurde der medizinische Sachverhalt un tersucht. In der Folge teilte die IV- Stelle der Versicherten am 11. Juni 2004 mit, dass sie b ei einem Invaliditätsgrad von 71% wei- terhin Anspruch auf eine ganze Rente habe. Am 3. Mai 2011 erliess die IV-Stelle die vorliegend strittige Verfügung, mit welcher sie die laufende Rent e der Versicherten per 30. Juni 2011 auf- hob. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen beurteilt sich demnach die Frage, ob eine Ände- rung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist , die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten ganzen Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Mitteilung am 11. Juni 2004 bestanden h at, mit demjenigen im Zeitpunkt der vor- liegend angefochtenen Verfügung vom 3. Mai 2011. Selb st wenn als Vergleichszeitpunkt die ursprüngliche Verfügung vom 12. Januar 1999 angenomme n würde, würde dies am Ergebnis letztlich nichts ändern (vgl. nachfolgend E. 7). 3. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine ganze Rente zu Recht per 30. Juni 2011 aufgehoben hat. 3.1 Als Invalidität gilt die voraussichtlich bleibende ode r längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität wird durch eine Beeinträchti- gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundhei t verursacht, wobei sie im IV- Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Un fall sein kann (Art. 4 Abs. 1 des Bun- desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] vom 19. Juni 1959, Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine V iertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. Seite 4 4.1 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arb eitsunfähigkeit die durch eine Be- einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundh eit bedingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 323 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI- Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesg erichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, wel che aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- Seite 5 örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weitere n Hinweisen). Diese im Bereich der Un- fallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das I V-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerich ts [EVG; heute Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 4.5 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweis- würdigung dürfen allerdings auch die potentiellen St ärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Medi- ziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornher ein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite l ässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Ar ztes einerseits und Begutachtungsauf- trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten and erseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) n icht zu, ein Administrativ- oder Gerichts- gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiter er Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gel angen (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpreta- tion entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un- gewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV Nr. 15 S 43 E. 2.2.1 mit Hinweisen). 5. Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind nach folgende Berichte zu berücksichti- gen: 5.1.1 Im Rahmen des ersten im September 1999 eingelei teten Revisionsverfahrens holte die IV-Stelle zunächst ein rheumatologisches Gutachten des Sp itals X.____ ein. Am 19. Mai 2000 wurden ein Sulcus ulnaris-Reizsyndrom beidseits, residue lle Beschwerden des Carpaltunnel- syndroms (CTS) beidseits bei Status nach CTS-Operation rechts 08/96 und links 03/97 und eine intermittierende Epicondylopathia radialis beidseits festgestellt. Aufgrund dieser Diagnosen sei die Beschwerdeführerin unter Meidung repetitiver und lang andauernder Bewegungen sowie gehäuftem Heben über 10 kg im bisherigen Arbeitsverhält nis zu 100% arbeitsfähig. Zu Beginn werde aber eine leichte Halbtagestätigkeit mit Gewich ten bis zu 3 kg mit einer Steigerung bis zur vollen Belastbarkeit innert 3 - 6 Monaten empfohlen. 5.1.2 In der Folge liess die IV-Stelle die Beschwerdefü hrerin polydisziplinär beim ZMB be- gutachten. Das erste Gutachten vom 12. März 2002 nannte als Hauptdiagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (1) Restbeschwerden bei Status nac h Karpalkanalspaltung 1996 und 1997, (2) ein zervikal betontes vorwiegend tendomyotisches Panvert ebralsyndrom, (3) eine Peri- arthropathia humeroscapularis chronica links bei Verdacht auf ein Thoracic-outlet-Syndrom und (4) eine depressive Entwicklung. In Würdigung der gesam ten Befunde kamen die Fachärzte Seite 6 zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin für eine mittelsc hwere bis schwere körperliche Tä- tigkeit zu maximal 30% arbeitsfähig sei. 5.1.3 Die IV-Stelle liess die Beschwerdeführerin im Jah r 2003 ein weiteres Mal durch das ZMB begutachten. Am 16. Dezember 2003 diagnostizierten die Fachärzte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (1) beidseitige Schulterschmerzen, vor allem rechts ohne Hinweise auf struktu- relle Läsionen, (2) einen Verdacht auf eine Epikondyl itis humeri radialis rechts und (3) eine de- pressive Entwicklung mittleren Grades mit somatischem Syndro m. Die Einschränkungen von Seiten des Bewegungsapparates würden sich auf muskuläre Verspannungen im Bereich der rechten Schulter und des rechten Ellbogengelenks beschränken. Radiologisch liesse sich keine strukturelle Läsion feststellen. Ebenso lägen keine Hinw eise auf ein neurogenes Geschehen vor. Etwas verschlechtert habe sich im Vergleich zur Erstbegut achtung im Jahr 2002 der psy- chische Zustand der Beschwerdeführerin, indem die depres sive Verstimmung etwas ausge- prägter sei. Festzuhalten sei auch, dass sich die Beschwerd eführerin den verschiedenen Gut- achtern unterschiedlich leidend und depressiv gezeigt hab e. Aufgrund dieser Untersuchungser- gebnisse kamen die Fachärzte zum Schluss, dass die Beschwer deführerin für mittelschwere und schwere Tätigkeiten zu 30% arbeitsfähig sei. Für eine körperlich adaptierte Tätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen. 5.2 Im Zusammenhang mit dem im Jahr 2008 eingeleitete n Revisionsverfahren sind fol- gende Berichte zu beachten: 5.2.1 Die Beschwerdeführerin erlitt bei einem Verkehr sunfall am 24. August 2007 eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und eine Rippenkon tusion. Im gleichentags verfassten Kurzbericht der Notfallstation Orthopädie des Kantonsspi tals Bruderholz wurden zudem eine Fibromyalgie und ein Status nach CTS genannt. 5.2.2 Am 15. Januar 2008 diagnostizierte Dr. B.____, FMH Neurologie, einen Status nach HWS-Distorsion und leichter traumatischer Hirnschädigung mit kompliziertem Unfallmechanis- mus. Noch würde ein persistierendes Zervikalsyndrom mit zer vikogenen Gesichts- und Kopf- schmerzen vorliegen. In seiner Beurteilung führte Dr. Roches aus, dass die Beschwerdeführerin schon seit vielen Jahren unter einem chronischen Schmerzsyndrom in Form einer Fibromyalgie leide. Zudem habe sie im August 2007 einen Autounfall als Beifahrerin erlitten. Aufgrund des Unfallmechanismus und den anamnestischen Angaben müsse ein erseits eine leichte traumati- sche Hirnschädigung im Sinne einer Commotio cerebri ang enommen werden, wobei diese Be- schwerden abgeklungen seien. Weiter sei aber auch zu berü cksichtigen, dass die Beschwerde- führerin beim Unfall eine HWS-Distorsion erlitten ha be. Es würden unter diesem Aspekt immer noch eine leichte Einschränkung der HWS-Beweglichkeit un d zervikogene Kopfschmerzen be- stehen. Nicht unerwartet habe denn auch die bereits vor bestehende Fibromyalgie im Schulter- bereich zugenommen. Immerhin sei die Beschwerdeführerin wieder im früher üblichen Rahmen im Umfang von drei Stunden pro Tag arbeitstätig. In therapeutischer Hinsicht wurde eine The- rapie mit trizyklischen Antidepressiva sowie Physiotherapie empfohlen. 5.2.3 Der SUVA-Kreisarzt Dr. C.____, FMH Chirurgie, d iagnostizierte am 3. Oktober 2008 ein chronifiziertes Zervikalsyndrom und zervikogene Kopfschme rzen. Unfallfremd seien die Fibromyalgie, die Migräne ohne Aura, eine lang anhal tende mittelgradige depressive Episode Seite 7 mit somatischem Syndrom und postdystrophische Restbeschwerden im rechten Vorderarm und Handgelenk nach CTS-Operation. Zervikal lägen vorwiege nd muskuläre Beschwerden vor mit entsprechender reaktiver Verspannung. Neben der leicht en vorbestehenden Fazialisschwäche rechts würden aber keine neurologischen Ausfälle besteh en. Der Kreisarzt attestierte eine nor- male Arbeitsfähigkeit im Rahmen des bis anhin getätigten 30%igen Pensums. 5.2.4 Dr. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie, der d ie Beschwerdeführerin seit 2004 be- handelt, hielt am 24. November 2008 fest, dass die Besc hwerdeführerin seit dem Autounfall vom 24. Juli 2007 vermehrt an Schmerzen in Form von musku lären Beschwerden mit reaktiver Verspannung bei unauffälliger Neurologie leide. Die starken Schmerzen seien mit der bekann- ten Fibromyalgie und der Depression erklärbar. Die bishe r ausgeübte Tätigkeit im Umfang von 30% sei weiterhin zumutbar. 5.2.5 Da die vorhandenen Unterlagen keine überzeugende Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsunfähigkeit zuliessen, wurde di e Beschwerdeführerin wiederum beim ZMB polydisziplinär untersucht. Am 17. Dezember 2009 ste llten die untersuchenden Fachärzte keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. I n der medizinischen Gesamtbeurteilung wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin bereits in den Jahren 2002 und 2003 durch das ZMB begutachtet worden sei. Damals seien die Beschwerden des Bewegungsapparates und eine depressive Entwicklung im Vordergrund gestanden. I m Rahmen der vorliegenden Begut- achtung sei die Beschwerdeführerin internistisch, neurol ogisch und psychiatrisch untersucht worden und es könne zusammenfassend für den gesamten som atischen Bereich gesagt wer- den, dass die von ihr geklagten Nacken- und Schulterschme rzen sowie die Beschwerden im Bereich der oberen Körperhälfte nicht mit krankhafte n körperlichen Befunden korreliert werden könnten. Im Untersuchungsbefund hätten sich frei bewegl iche Gelenke, ohne Hinweis aus eine Synovitis und eine gut bewegliche HWS ohne muskuläre Versp annungen gezeigt. Topisch- neurologisch hätten die angegebenen Beschwerden nicht zu geordnet werden können. Die im Bereich der oberen Extremitäten angegebenen Sensibil itätsstörungen ohne entsprechendes motorisches Korrelat seien den Innervationsgebieten der Nervi medianus und ulnaris bzw. einer Armplexusläsion nur bedingt zuzuordnen, zumal sich in früh eren elektrophysiologischen Unter- suchungen wiederholt gut ausgebildete sensible Nervenakti onspotentiale ableiten liessen. Da- mit sei eine relevante Schädigung sensibler Axone auszuschliessen. Bei der somatischen Untersuchung hätten die ausgeprägte n, schon bei feinster Palpation her- vorgerufenen Druckdolenzen ossärer Strukturen sowie von Weichteilen im Bereich der oberen Körperhälfte ohne paravertebralen Muskelhartspann überr ascht. Auffällig sei auch gewesen, dass die Bewegungen der HWS als schmerzhaft angegeben worden seien, der Bewegungsum- fang aber praktisch uneingeschränkt gewesen sei. Insgesam t resultiere eine deutliche Diskre- panz zwischen der angegebenen Intensität der Symptomatik u nd den weitgehend unauffälligen klinisch-somatischen Untersuchungsbefunden. Auch aus psychiatrischer Sicht liesse sich die ausgesprochene schmerzbedingte Selbstlimitie- rung nicht mit dem klinischen Untersuchungsbefund in Ei nklang bringen. Zusammenfassend seien die Beschwerden im Sinne von Tendomyosen und Inser tionstendinosen theoretisch zu verstehen. Das Ausmass, die Verteilmuster, die Provozierbark eit und die Intensität der geklag- ten Beschwerden sowie die angegebenen Einschränkungen k önnten jedoch nicht auf somati- Seite 8 scher Grundlage erklärt werden. Eine deutliche psychogene Komponente sei bei diesen zahl- reichen Symptomen ursächlich vorhanden im Sinne einer u nspezifischen Schmerzfehlverarbei- tung. Aus psychiatrischer Sicht müsse heute von einem remit tierten depressiven Zustand aus- gegangen werden. Die Versicherte erweise sich heute sowoh l psychopathologisch als auch klinisch wie auch auf der Persönlichkeitsebene als völlig ges und. Sie habe im Jahr 2003 und auch heute nie eine psychiatrische Therapie in Anspruch genommen. Es bestünden auch keine Hinweise auf eine Persönlichkeits- oder Angststörung od er eine anderweitige psychische Fehl- entwicklung. Selbst eine anhaltende somatoforme Schmerzstö rung könne nicht diagnostiziert werden, da die notwendigen Kriterien einer wesentlich en psychosozialen Belastung und / oder innerpsychische Konflikte fehlen würden. Es handle sich u m eine unspezifische Schmerzfehl- verarbeitung im Sinne von Angaben über diverse Schmerze n mit einer ausgesprochenen Selbstlimitierung und Behindertenüberzeugung, die m it einer psychiatrischen Erkrankung nicht erklärt werden könne. Aus psychiatrischer Sicht seien der Besc hwerdeführerin Anstrengungen zumutbar sich wieder vollschichtig in einen Arbeitsprozess einzulassen. Gesamthaft gesehen sei der Beschwerdeführerin die ange stammten Tätigkeit im Verkauf so- wohl aus somatischer wie auch aus psychiatrischer Sicht vollsch ichtig zumutbar. Auch in allen angepassten wechselbelastenden Tätigkeiten sei sie ab Gut achtensdatum vollständig arbeits- fähig. Nicht geeignet seien Tätigkeiten, welche mit intensiven manuellen Verrichtungen, insbe- sondere unter Kraftaufwand, verbunden seien. 5.2.6 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens hielt der RAD -Arzt E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, am 25. Januar 2011 fest, dass es zwischen d er Begutachtung im ZMB in Jahr 2003 und jener Ende 2009 zu einer wesentlichen Besser ung des psychischen und zu einer leichten Besserung des somatischen Gesundheitszustandes geko mmen sei. Zudem hätten die Gutachter die vorhandenen Akten genügend beachtet und in ihre Beurteilung einbezogen. Die Schlussfolgerungen seien nachvollziehbar und würden au ch durch die Berichte der behandeln- den Ärzte nicht in Frage gestellt. 6.1 In der angefochtenen Verfügung stützte sich die IV-S telle bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse des ZMB-Gutachtens vom 17. Dezember 2009. Sie ging dem zufolge davon aus, dass der Be- schwerdeführerin die Ausübung einer angepassten, leichte n wechselbelastenden Tätigkeit - und damit auch die bisherige Beschäftigung im Verkauf - im Umfang von 100 % zumutbar sei. Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausg eführt, ist den im Rahmen des Ver- waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezia lärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie n ach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liege n hier nicht vor. Die Untersuchun- gen der ZMB-Fachärzte erfolgten umfassend und multidiszip linär (allgemein-internistisch, neu- rologisch, psychiatrisch). Die Gesamtbeurteilung wurde v on den einzelnen Fachärzten gemein- sam in einem interdisziplinären Konsensus erarbeitet. Die Gutachter haben die Beschwerdefüh- rerin persönlich untersucht, sie gehen in ihren ausführ lichen Berichten einlässlich auf die ge- klagten Beschwerden ein, sie setzen sich mit den bei den A kten liegenden medizinischen Un- terlagen auseinander und vermitteln so ein umfassendes Bi ld über dessen Gesundheitszu- Seite 9 stand. Zudem nehmen sie eine schlüssige Einschätzung der A rbeitsfähigkeit vor. Als Ergebnis lässt sich deshalb festhalten, dass das Gutachten vom 17. De zember 2009 in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und begrün- dete Schlussfolgerungen enthält. 6.2.1 An diesem Ergebnis ändern die Ausführungen der Beschwerdeführerin nichts. Sie macht im Wesentlichen geltend, dass sich ihr Gesundheitszusta nd nicht verbessert habe. Zu- nächst ist festzuhalten, dass vorliegend als Vergleichszei tpunkt nicht die ursprüngliche Verfü- gung vom 12. Januar 1999, sondern die Mitteilung vo m 11. Juni 2004 gilt (vgl. vorstehend E. 2.3). Eine Gegenüberstellung der medizinischen Unterlag en, welche im Jahr 2004 zur Bestäti- gung der ganzen Rente und im Jahr 2011 zu deren Aufh ebung führten, ergibt, dass im ZMB- Gutachten vom 17. Dezember 2009 keine Diagnosen mehr mi t Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit genannt wurden. Die Gutachter stützten sich hier bei auf ihre Untersuchungen und die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nunmehr seit vielen Jahren im Verkauf tätig ist. Sie nahmen daher zu Recht diese Arbeit als angestammte Tät igkeit an. Im Gegensatz dazu diag- nostizierten die Gutachter am 17. Dezember 2003 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beidseiti- ge Schulterschmerzen, einen Verdacht auf eine Epikondyli tis humeri radialis rechts und eine depressive Entwicklung mittleren Grades mit somatischem Syndr om. Die damalig attestierte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bestand jedoch n ur mit Blick auf die frühere Tätigkeit als Betriebmitarbeiterin, welche körperlich anspruchsvoll war. Wurde aber im Jahr 2003 noch eine die Arbeitsfähigkeit beeinflussende depressive Entwicklung mittleren Grades erhoben, bestand im aktuellen Gutachten aufgrund der psychiatrische Untersuchung kein Hinweis auf ein depres- sives Leiden mehr. Der untersuchende Facharzt führte aus, dass nicht einmal mehr ansatzwei- se von einer depressiven Erkrankung gesprochen werden könne . Entsprechend wurde bei den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein St atus nach depressiver Episode, gegen- wärtig remittierend, aufgeführt, Damit hat sich der G esundheitszustand der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht - entgegen den auch in der Replik gemachten Behauptungen - ent- scheidend verbessert. Aber auch aus somatischer Sicht ist ei ne leichte Verbesserung eingetre- ten, konnten doch nur noch sehr diskrete objektiven Befu nden erhoben werden. Zudem wurde bei der aktuellen Begutachtung festgestellt, dass die Trapeziusmuskulatur nicht mehr verspannt und die Schulterbeweglichkeit schmerzlos war. Somit steht entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin fest, dass sich ihr Gesundheitszustand verbessert hat. Ihr Vorwurf, wonach die untersuchende Ärzteschaft lediglich eine andere Einschätzung des gleichgebliebenen medi- zinischen Sachverhalts sei, entbehrt somit jeder Grundlage. 6.2.2 Aber auch die weiteren Ausführungen der Beschwer deführerin entkräften den Beweis- wert des ZMB-Gutachtens vom 17. Dezember 2009 nicht. So weit sie geltend macht, dass sich die Gutachter nicht mit der ganzen Krankengeschichte auseinandergesetzt und die Berichte der behandelnden Ärzte bei ihrer Beurteilung ausser Acht ge lassen hätten, kann ihr nicht gefolgt werden. Im ZMB-Gutachten sind sämtliche vorhandenen med izinischen Berichte erwähnt (vgl. act. 72). Zu berücksichtigen ist zudem, dass seit der letzte n Begutachtung im Jahr 2003 ledig- lich sechs ausführlichere Berichte (vgl. vorstehend E. 5.2 .1 - 5.2.4; zusätzlich: Austrittsbericht der Klinik für Chirurgie des Bruderholzspitals vom 1. Ap ril 2009 und Arztbericht für Erwachsene mit Beiblatt von Dr. F.____, FMH Allgemeine Innere M edizin, vom 11. Mai 2009) Auskunft über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin erteilen . Weiter kann ihr auch nicht gefolgt werden, wenn behauptet wird, die Fachärzte des ZMB hätten sich nicht mit der durch Dr. B.___, Seite 10 Dr. F.____, Dr. D.____ und dem Kreisarzt der SUVA di agnostizierten Fibromyalgie auseinan- dergesetzt. Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass es sich, au sser beim SUVA-Kreisarzt, um Aussagen der behandelnden Ärzte handelt. Deren Bericht e haben aber nicht den Zweck, hin- sichtlich des abschliessenden Entscheids über die Versicherun gsansprüche eine objektive Be- urteilung zu ermöglichen. Der Beweiswert ihrer Bericht e ist deshalb rechtsprechungsgemäss eingeschränkt. weshalb darauf vorliegend nicht abgestel lt werden kann (vgl. Urteil des Bundes- gerichts vom 14. Juni 2010, 8C_176/2010, E. 6.2.3; BGE 125 V 351 ff.). In Bezug auf den SUVA-Kreisarzt ist festzuhalten, dass dieser lediglich fest hielt, dass das hohe Schmerzniveau wahrscheinlich durch die Fibromyalgie bedingt sei. Da d iese aber unfallfremd war und keine gesicherte Diagnose darstellte, verzichtete auch er auf w eitere Ausführungen, weshalb auch sein Bericht die Aussagekraft des ZMB-Gutachtens nicht in Frage zu stellen vermag. Der RAD- Arzt Dr. E.____ hielt in seinem Bericht vom 25. Januar 2 011 zudem überzeugend fest, dass diese Diagnose während der ganzen Krankengeschichte nie von entsprechend ausgebildeten Fachärzten der Rheumatologie erhoben wurde (vgl. auch U rteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2011, 9C_144/2011, E. 5.1). So finde sich in keinem der Berichte des Spitals X.___, in wel- chem die Beschwerdeführerin eingehend rheumatologisch u ntersucht worden sei, ein Hinweis auf ein Fibromyalgiesyndrom. Zu berücksichtigen ist zudem, dass selbst wenn ein solches Lei- den im Sinne einer anerkannten rheumatologischen Erkra nkung vorliegen würde, die Fibromy- algie vorliegend nach den in der Rechtsprechung entwi ckelten Kriterien ohnehin überwindbar und die Ausübung einer Erwerbstätigkeit zumutbar wäre (vgl. BGE 132 V 65 und 130 V 352). Die Beschwerdeführerin moniert weiter, die ZMB-Gutach ter hätten die seit 2003 neu hinzu ge- tretenen Beschwerden nicht berücksichtigt. Die IV-Stelle hält diesem Vorwand zu Recht entge- gen, dass im Gutachten sämtliche Beschwerden bei den Di agnosen aufgeführt worden sind, weshalb auch dieser Argumentation nicht gefolgt werden kann. 6.3 Nach dem Gesagten steht fest, dass das ZMB-Gutachten vom 17. Dezember 2009 eine zuverlässige Beurteilung des medizinischen Sachverhalt s im Zeitpunkt des Verfügungser- lasses erlaubt. Es ist demnach davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin aufgrund der gestellten Diagnosen die Ausübung eine adaptierte Tät igkeit zu 100% zumutbar ist. Es besteht daher in antizipierte Beweiswürdigung kein Grund, weit ere (fach-)ärztliche Abklärungen vorzu- nehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2008, 9C_561/2007, E. 5.2.1 und BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6.4 Beim Vergleich des Gesundheitszustandes der Beschwerde führerin im Jahr 2011 mit demjenigen im Jahr 2004 ist eine wesentliche Veränderun g festzustellen, in dem die ursprüng- lich diagnostizierte mittelschwere depressive Episode nicht mehr besteht. Die Revisionsvoraus- setzungen nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind damit erfüllt. 7.1 Selbst wenn vorliegend nicht die Mitteilung vom 11 . Juni 2004, sondern die Verfügung vom 12. Januar 1999 als massgeblicher Vergleichszeitpunkt f ür das Revisionsverfahren ange- nommen würde, würde das Ergebnis gleich lauten, denn diese war - wie die IV-Stelle richtig festhält - zweifellos unrichtig. Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATS G ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegensta nd materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sie von Anfang an zwe ifellos unrichtig war und ihre Be- richtigung von erheblicher Bedeutung ist (vgl. U ELI KIESER , Die Abänderung der formell rechts- kräftigen Verfügung nach der Rechtsprechung des EVG - Bemerkungen zu Revision, Wieder- Seite 11 erwägung und Anpassung in: SZS 1991, S. 134 sowie BGE 115 V 314 und 112 V 373 E. 2c mit weiteren Hinweisen). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran mög- lich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss, derjenige auf die Un- richtigkeit der Verfügung, möglich (vgl. Urteil des Bund esgerichts vom 19. August 2009, C_1058/2008, E. 2.4 in fine; vgl. auch BGE 125 V 392 f. E. 6a). 7.2 Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 12. Ja nuar 1999 den Invaliditätsgrad gestützt auf die bisherige Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin und der darin attestierten 100%igen Arbeits- unfähigkeit berechnet. Sie übersah dabei, dass dem Gutach ten des Spitals X.___(act. 60.2) vom 9. Juni 1998 auf Seite 8 unten zu entnehmen ist, da ss die Beschwerdeführerin für eine geeignete leichte und nicht hand- und fingerbelastende Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Indem die IV-Stelle den Invaliditätsgrad in der ursprünglichen V erfügung vom 12. Januar 1999 einzig ge- stützt auf die bisherige Tätigkeit ohne Berücksichtigung einer Verweistätigkeit berechnet hat, ist sie den damaligen Grundsätzen des Sozialversicherungsrechts, wonach die Verwaltung eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegensta nd materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, in Wiedererwägung ziehen, wenn sie von A nfang an zweifellos unrichtig war und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist, nicht g efolgt (vgl. BGE 127 V 466 E. 2.c mit Hinweis auf BGE 126 V 23 E. 4b, 46 E. 2b, 400 E. 2b/aa, je mit Hinweisen). Demgemäss ist die mit Verfügung vom 12. Januar 1999 zugesprochene Rente al s zweifellos unrichtig einzustufen. Da deren Berichtigung angesichts der periodischen geldwer ten Leistungen von erheblicher Be- deutung ist, wäre die IV-Stelle, wenn nicht revisionswei se, so jedenfalls unter dem Blickwinkel der Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG verpflich tet gewesen, darauf zurückzukom- men. 8. Die IV-Stelle hat gestützt auf die Beurteilung d er Arbeitsfähigkeit im ZMB-Gutachten vom 17. Dezember 2009 einen Einkommensvergleich vorgeno mmen und einen Invaliditätsgrad von 0% ermittelt. Da sich auch aus den Akten keine Hinw eise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzuneh- men wäre und die Beschwerdeführerin den Einkommensvergleich auch nicht bestreitet, erübrigt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem durc h die IV-Stelle angestellten Einkom- mensvergleich. Demnach verneinte die Vorinstanz zu Recht einen Rentenanspruch der Be- schwerdeführerin und durfte die ihr bis anhin ausgericht ete ganze Rente per Ende Juni 2011 (vgl. Art. 88 bis Abs. 2 lit. a IVV) aufheben. Hierzu war sie im Übrig en auch unter Berücksichti- gung der neuesten Rechtsprechung des Bundesgerichts betr effend die Eingliederungsfrage im Falle der Revision einer langjährig ausgerichteten Inval idenrente nach dem am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen neuen Recht gemäss der 5. IVG-Revi sion berechtigt (Urteil des Bundesge- richts vom 26. April 2011, 9C_228/2010, E. 3). So ist d er Eingliederungsbedarf im Falle einer Revision oder Wiedererwägung in gleicher Weise wie im Rahmen einer erstmaligen Invalidi- tätsbemessung abzuklären. Diese Praxis ist jedoch auf Sach verhalte zu beschränken, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung od er Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjah r zurückgelegt oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen haben (Urteil des Bundesgerichts vom 23. No vember 2011, 8C_493/2011, E. 5.2 mit Hinweis auf SVR 2011 IV Nr. 73). Da die Beschw erdeführerin beide Voraussetzungen nicht erfüllt, durfte die Vorinstanz von Eingliederun gsmassnahmen absehen. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. Seite 12 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen si nd. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 20. Juli 2011 die unentge ltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin ebenfalls mit Verfügun g vom 14. September 2011 die unent- geltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden ist, ist diese für ihre Bemü- hungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Ver- beiständung Fr. 180.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin der Besch werdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 5. Dezember 2011 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 15,5 Stunden geltend gemacht. In Anbetracht der Tatsa che, dass die praktisch identische Ein- gabe bereits im Vorbescheidverfahren eingereicht wurde und auch im Verwaltungsverfahren die unentgeltliche Verbeiständung bewilligt wurde, erwei st sich dieser Aufwand als zu hoch. Ange- sichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen u nd auch mit Blick auf vergleichbare Fälle erscheint ein Aufwand von 10 Stunden als vertretbar. Nicht zu beanstanden sind hingegen die geltend gemachten Auslagen von Fr. 47.40. Der Rech tsvertreterin ist deshalb ein reduzier- tes Honorar in der Höhe von Fr. 1'995.20 (10 Stunden à Fr. 180.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 47.40 und 8% Mehrwerststeuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 13 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine reduziert e Parteient- schädigung in Höhe von Fr. 1'995.20 (inkl. Auslagen und 8 % Mehr- wertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht