Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 14. September 2022 ZK2 2021 44 und ZK2 2022 31 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Prof. Dr. Reto Heizmann, Kantonsrichterinnen Dr. Veronika Bürgler Trutmann und Bettina Krienbühl, Gerichtsschreiberin lic. iur. Gabriela Thurnherr. In Sachen A.________, Gesuchsteller, Berufungsführer und Berufungsgegner, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, und C.________, Gesuchsgegnerin, Berufungsgegnerin und Berufungsführerin, vertreten durch Rechtsanwältin D.________, betreffend Eheschutz (Berufungen gegen die Verfügungen des Einzelrichters am Bezirksgericht Hö- fe vom 9. Juli 2021 und vom 3. Mai 2022, ZES 2020 141);- hat die 2. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Die Parteien sind die seit dem ________ verheirateten Eltern der am ________ geborenen Tochter E.________ (Vi-act. KB 3). Seit Oktober 2019 leben sie getrennt. E.________ wohnt bei ihrer Mutter. a) Der Gesuchsteller leitete am 3. März 2020 beim Einzelrichter am Be- zirksgericht Höfe ein Eheschutzverfahren ein (Vi-act. A/I). Im Verlaufe des Verfahrens änderten die Parteien verschiedentlich ihre Rechtsbegehren und beantragten (mehrmals) superprovisorische Massnahmen, vor allem betref- fend das Besuchsrecht für E.________ (vgl. Vi-act. A/I-A/XX). Der Einzelrich- ter am Bezirksgericht Höfe wies die superprovisorischen Gesuche teilweise ab und erliess im Eheschutzverfahren die folgenden superprovisorischen Mass- nahmen: Superprovisorische Verfügung vom 5. Juni 2020 (Vi-act. A/VII): 1. Der Gesuchsteller wird für berechtigt erklärt, das Kind E.________, geb. ________, in den geraden Kalenderwochen jeweils am Sams- tag von 13 bis 17 Uhr sowie in den ungeraden Kalenderwochen jeweils am Sonntag von 13 bis 17 Uhr mit sich bzw. zu sich zu nehmen. [Ort und Organisation der beiden ersten Besuchstermine] 2. [Im Übrigen Abweisung] Superprovisorische Verfügung vom 4. September 2020 (Vi-act. A/XI): 1. Die Gesuchsgegnerin wird unter Androhung der Ungehorsamsstra- fe im Widerhandlungsfall gemäss Art. 292 StGB (Sanktion: Busse bis zu CHF 10’000.00) angewiesen, dem Gesuchsteller das Kind E.________, geb. ________, zur Ausübung des Besuchsrechts gemäss Ziffer 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Höfe vom 5. Juni 2020 herauszugeben. [Wortlaut von Art. 292 StGB]Kantonsgericht Schwyz 3 2. [im Übrigen Abweisung] Am 7. April 2021 fand die Hauptverhandlung im Eheschutzverfahren statt (Vi- act. D/36). b) Der Gesuchsteller reichte am 26. März 2020 ein Gesuch um Erlass vor- sorglicher (Kindesschutz-)Massnahmen mit folgenden Anträge ein (Vi- act. A/II): 1. Es sei dem Gesuchsteller betreffend die gemeinsame Tochter E.________, geb. ________ eine alternierende Obhut mit einem Betreuungsrecht, gemäss welchem der Gesuchsteller berechtigt ist, das Kind ab dem nächst möglichen Dienstag, Donnerstag und Samstag, je von 11.00 Uhr bis 13:00 Uhr, und danach an je diesen Tagen zu diesen Zeiten, uneingeschränkt mit und zu sich zu neh- men, zu gewähren; eventualiter ist ihm im gleichen Umfang ein umgehendes Besuchs- recht zu gewähren. 2. Es sei der Gesuchsgegnerin zu untersagen, bis auf weiteres den Wohnsitz für sich und die gemeinsame Tochter zu wechseln. 3. Es sei für die Tochter E.________ unverzüglich eine Kindesvertre- tung anzuordnen. 4. Als Kindsvertreter sei entweder Rechtsanwalt F.________ [Adres- se] oder G.________ [Adresse] zu bestellen. Eventualiter sei den Parteien Frist anzusetzen, um zu einer durch das Gericht bestimmten Kindesvertretung vorgeschlagenen Person Stellung zu nehmen. 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt) zulas- ten der Gesuchsgegnerin. In prozessualer Hinsicht beantragte er die superprovisorische Anordnung der Anträge Ziff. 1 und 2, was der Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe mit Verfü- gung vom 31. März 2020 abwies (Vi-act. A/III).Kantonsgericht Schwyz 4 Die Gesuchsgegnerin beantragte mit Stellungnahme vom 29. April 2020 die vollumfängliche Abweisung des Gesuchs, unter Kosten- und Entschädigungs- folgen zulasten des Gesuchstellers (Vi-act. A/IV). Mit Verfügung vom 9. Juli 2021 ordnete der Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe folgende Kindesschutzmassnahmen an (KG-act. 1/2): 1. In Abänderung von Ziffer 1 der Verfügung des Einzelrichters des Bezirks Höfe vom 5. Juni 2020 wird der Gesuchsteller für berech- tigt erklärt, das Kind E.________, geb. ________, an jedem zwei- ten Wochenende jeweils für drei Stunden begleitet zu treffen. 2. Zur Unterstützung der Eltern sowie zur Organisation und Überwa- chung des persönlichen Verkehrs wird eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB angeordnet. 3. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Dübendorf wird be- auftragt, für Kind E.________, geb. ________, eine Beiständin oder einen Beistand zu ernennen. 4. [Aufgaben des Beistandes] 5. Die Parteien werden angewiesen, die Beratung “KET – Kinder und Eltern in Trennung” am Marie Meierhofer Institut für das Kind an der Pfingstweidstrasse 16 in 8005 Zürich zu besuchen und bis spätestens 30. September 2021 über die Anmeldung bzw. den Be- ginn unter Beilage einer schriftlichen Bestätigung zu berichten. 6. Dispositivziffer 1 der Verfügung des Einzelrichters des Bezirks Hö- fe vom 4. September 2020 wird aufgehoben. 7. [Absehen von einer Kindesvertretung] 8. [Abweisung der übrigen Anträge] 9.-11 [Prozesskosten, Rechtsmittel, Zufertigung] c) Gegen die Verfügung vom 9. Juli 2021 betreffend Kindesschutzmass- nahmen erhob der Gesuchsteller am 22. Juli 2021 Berufung mit folgenden Anträgen (KG-act. 1, ZK2 2021 44):Kantonsgericht Schwyz 5 1. Die Dispositiv Ziffern 1 und 6 der Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom 09.07.2021 im Verfahren ZES 2020 141 seien aufzuheben. 2. Es sei bis zum Abschluss des Eheschutzverfahrens dem Beru- fungskläger das Recht einzuräumen, und die Kindsmutter unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall zu verpflichten, dem Kindesvater das Kind jede Woche, mindestens an einem richterlich festzulegenden Arbeitstag, eventuell unter Ab- sprache mit dem Beistand, während mindestens 4 Stunden unbe- gleitet zu sich auf Besuch nehmen zu dürfen und es sei das unbe- gleitete Besuchsrecht sukzessive auszubauen, bis jedenfalls die alternierende Obhut beider Elternteile erreicht ist, und zwar nach Massgabe folgender Besuchszeiten: •während einer Woche: zwei Tage pro Woche während je- weils 4 Stunden, danach •während einer Woche zwei Tage pro Woche von morgens 9 – abends 17 Uhr, danach •wie bisher und zusätzlich alternierend jeden Samstag (un- gerade Wochen) und Sonntag (gerade Wochen) von 9- 17 Uhr, danach •jeden Dienstag 9 Uhr bis Mittwoch 17 Uhr und jedes zwei- te Wochenende von Freitag 9 Uhr bis Sonntagabend 17 Uhr, wobei •in den Wochen, in denen das Kind das Wochenende mit der Mutter verbringt: jeden Dienstag 9 Uhr bis Mittwoch 19 Uhr sowie den Freitag von 9 – 17 Uhr eventuell richterlich festzusetzende Besuchszeiten. 3. Der Beistand sei richterlich anzuweisen, die Einhaltung des Be- suchsrechts zu überwachen und die Übergabe des Kindes in den unbegleiteten Besuch beim Kindesvater und aus dem Besuch vom Kindesvater zu organisieren und zu begleiten. 4. Es sei eine sozialpädagogische Begleitung der Kindesmutter während den Besuchszeiten anzuordnen. [5.] Eventuell sei die Streitsache an die Vorinstanz zur neuen Beurtei- lung der angefochtenen Entscheidpunkte zurückzuweisen. [6.] alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzügl. MWSt. Ausserdem beantragte der Gesuchsteller superprovisorisch die Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Berufung, was mit Verfügung vom 28. Juli 2021 abgewiesen wurde (KG-act. 6, ZK2 2021 44).Kantonsgericht Schwyz 6 Mit Berufungsantwort vom 16. August 2021 beantragte die Gesuchsgegnerin die vollumfängliche Abweisung der Berufung, unter Kosten- und Entschädi- gungsfolgen zulasten des Gesuchstellers (KG-act. 10, ZK2 2021 44). Nach der Replik vom 30. August 2021 (KG-act. 14, ZK2 2021 44) und einer Stellungnahme der Gesuchsgegnerin vom 6. September 2021 (KG-act. 16, ZK2 2021 44) wurde das Gesuch um Aufschub der Vollstreckung der Verfü- gung des Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom 9. Juli 2021 mit Verfü- gung vom 13. September 2021 abgewiesen (KG-act. 18, ZK2 2021 44). Mit Duplik vom 30. September 2021 hielt die Gesuchsgegnerin an ihren Anträgen fest (KG-act. 20, ZK2 2021 44). Beide Parteien reichten weitere Stellungnah- men, teilweise mit neuen Unterlagen, ein. d) Am 21. Januar 2022 beantragte der Gesuchsteller beim Vorderrichter die vorläufige Vollstreckung der Verfügung vom 9. Juli 2021 (Vi-act. D/55), woraufhin die Gesuchsgegnerin mit Stellungnahme vom 11. Februar 2022 die (superprovisorische) Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge über E.________ an sich beantragte (Vi-act. D/58). Der Vorderrichter wies den su- perprovisorischen Antrag am 16. Februar 2022 ab und wies die KESB Düben- dorf an, die gerichtlichen Anordnungen gemäss Verfügung vom 9. Juli 2021 zu vollziehen (Vi-act. 59). Die KESB Dübendorf ernannte am 8. März 2022 eine Beiständin (Vi-act. D/xx). Mit Eingabe vom 18. März 2022 beantragte der Ge- suchsteller, die Gesuchsgegnerin sei unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall zu verpflichten, E.________ inskünftig nur noch durch Frau H.________ medizinisch betreuen zu lassen (Vi-act. D/61). Dem opponierte die Gesuchsgegnerin am 8. April 2022 (Vi-act. D/63). Der Einzel- richter am Bezirksgericht Höfe wies am 3. Mai 2022 den Antrag der Gesuchs- gegnerin auf Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge sowie den Antrag des Gesuchstellers auf Erlass einer Weisung unter Strafandrohung ab (Vi- act. D/64).Kantonsgericht Schwyz 7 e) Gegen letztere Verfügung erhob die Gesuchsgegnerin am 23. Mai 2022 Berufung mit dem Antrag um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge (KG-act. 1, ZK2 2022 31). Mit Beru- fungsantwort vom 10. Juni 2022 beantragte der Gesuchsteller die Abweisung der Berufung (KG-act. 8, ZK2 2022 31). 2. Vorab ergibt sich Folgendes: a) Das Gericht kann zur Vereinfachung des Prozesses selbständig einge- reichte Klagen vereinigen (Art. 125 lit. c ZPO). Ebenso ist eine Vereinigung für Rechtsmittelverfahren möglich. Vorausgesetzt ist, dass die zusammenzule- genden Verfahren einen engen sachlichen Zusammenhang aufweisen, vor allem haben die verschiedenen Ansprüche auf gleichartigen tatsächlichen und rechtlichen Gründen zu beruhen (Staehelin, in: Bearbeiter, in: Sutter-Somm/ Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro- zessordnung, 3. A. 2016, Art. 125 ZPO N 5). Sowohl die Berufung im Verfah- ren ZK2 2021 44 als auch diejenige im Verfahren ZK2 2022 31 richten sich gegen eine Verfügung im Eheschutzverfahren ZES 2020 141. Die Verfügung vom 9. Juli 2021 befasst sich mit dem Besuchsrecht, diejenige vom 3. Mai 2022 mit der elterlichen Sorge über E.________. Damit besteht ein enger Sachzusammenhang, weshalb die Verfahren vereinigt werden. b) Der Gesuchsteller ist der Ansicht, die Verfügung vom 9. Juli 2021 sei rechtswidrig, weil im Vergleich zu den vorinstanzlichen Verfügungen vom 5. Juni 2020 und vom 4. September 2020 keine dauerhafte und erhebliche Änderung der tatsächlichen Umstände eingetreten sei (KG-act. 1, S. 48-61, ZK2 2021 44). Die Verfügungen vom 5. Juni 2020 (Vi-act. A/VII) und vom 4. September 2020 (Vi-act. A/XI) erfolgten superprovisorisch, wohingegen vorliegend vorsorgliche Massnahmen im Eheschutzverfahren zu beurteilen sind. Das Gericht ist beim Kantonsgericht Schwyz 8 Entscheid über provisorische Massnahmen nach Anhörung der Gegenpartei weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht an die Feststellungen in den vorhergehenden superprovisorischen Verfügungen gebunden (Güngerich, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozess- ordnung, Band II, 2012, Art. 265 ZPO N 16; Sprecher, in: Spüh- ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozess- ordnung, 3. A. 2017, Art. 265 ZPO N 44). Im «definitiven» Bestätigungsent- scheid wird der superprovisorische Entscheid materiell überprüft und formal ersetzt. Die superprovisorische Anordnung kann durch den Entscheid über die vorsorgliche Massnahme bestätigt, abgeändert oder aufgehoben werden (Sprecher, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweize- rische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 265 ZPO N 44). Ein Abände- rungsgrund wird für den Erlass des Bestätigungsentscheides somit nicht vor- ausgesetzt. Das Gericht hat vielmehr den Sachverhalt des gesamten Mass- nahmenverfahrens zu beurteilen. Weil in Kinderbelangen, wie sie vorliegend zu beurteilen sind, der Untersuchungs- und Offizialgrundsatz gilt (Art. 296 Abs. 1 und Abs. 3 ZPO), können sämtliche Erkenntnisse aus dem Eheschutz- verfahren für die Beurteilung hinzugezogen werden. c) Sodann brachte der Gesuchsteller vor, das bereits im erstinstanzlichen Verfahren beantragte Erziehungsfähigkeitsgutachten könnte auch im Beru- fungsverfahren angeordnet werden (vgl. KG-act. 30, S. 2, ZK2 2021 44). Im summarischen Eheschutzverfahren ist grundsätzlich von weitläufigen Be- weismassnahmen wie Erziehungsfähigkeitsgutachten oder kinderpsychologi- schen Abklärungen abzusehen, weil es nicht um eine definitive und dauerhaf- te Lösung geht, sondern darum, möglichst schnell eine optimale Situation für das Kind zu schaffen (Six, Eheschutz, 2. A 2014, N 2.08). Vorliegend sind nur provisorische Massnahmen für die Dauer des summarischen Eheschutzver- fahrens zu beurteilen, sodass es sich nach dem Gesagten nicht rechtfertigt, ein kinderpsychologisches oder Erziehungsfähigkeitsgutachten in Auftrag zu geben, zumal den Schwierigkeiten der Eltern im Zusammenhang mit der Kantonsgericht Schwyz 9 Wahrnehmung der elterlichen Sorge und des Besuchsrechts mit Kindes- schutzmassnahmen für die Dauer des Verfahrens genügend Rechnung getra- gen werden kann. 3. Derzeit üben die Parteien die elterliche Sorge gemeinsam aus. Die tatsächliche Obhut über E.________ kommt der Gesuchsgegnerin zu. Gegen- stand der Berufung der Gesuchsgegnerin ist die vorinstanzliche Abweisung der Alleinzuteilung der elterlichen Sorge an sie, die Gesuchsgegnerin (an- gef. Verfügung vom 3. Mai 2022, Dispositivziffer 1; KG-act. 1, ZK2 2022 31). Der Gesuchsteller ficht mit seiner Berufung Dispositivziffer 1 (begleitetes Be- suchsrecht) und Dispositivziffer 6 (Aufhebung Dispositivziffer 1 der Verfügung vom 4. September 2020) der Verfügung vom 9. Juli 2021 an (KG-act. 1, ZK2 2021 44). Unangefochten blieben die Dispositivziffern 2-4 (Anordnung der Beistandschaft), Dispositivziffer 5 (Weisung zum Besuch einer Beratung), Dis- positivziffer 7 (Absehen von einer Kindesvertretung) und Dispositivziffer 8 (Abweisung der übrigen Anträge). Mit der angeordneten Beistandschaft zur Organisation und Überwachung des persönlichen Verkehrs nach Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB sowie der Anweisung der Eltern, eine Elternberatung zu besuchen, wurden demnach bereits Kindesschutzmassnahmen getroffen, deren Vollstreckung inzwischen eingeleitet wurde (vgl. Vi-act. D/59 und xx). Umstritten ist die Besuchsrechtsbegleitung sowie der im Vergleich zur super- provisorischen Regelung eingeschränkte Umfang des Besuchsrechts. 4. Zu den Anträgen beider Parteien um Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge über E.________ erwog der Vorderrichter in der Verfügung vom 3. Mai 2022, der Gesuchsteller spreche sich nun im Grundsatz nicht (mehr) gegen die Basisimpfungen aus. Er scheine sich bewusst (geworden) zu sein, dass sich Eltern diesbezüglich einigen müssten, und eine gemeinsame Entschei- dung scheine auch möglich und zumutbar. Den Parteien stehe es frei, sich vorgängig der Impfungen in dieser Angelegenheit beraten und das Kind auf alterstypische Allergien testen zu lassen. Nötigenfalls könne die inzwischen Kantonsgericht Schwyz 10 eingesetzte Beiständin die Parteien auch in dieser Angelegenheit vermittelnd unterstützen. Den geplanten Kinderimpfungen stehe nichts mehr im Wege, weshalb keine Gründe ersichtlich seien, deswegen die alleinige elterliche Sor- ge zuzuteilen. Dass E.________ medizinisch ungenügend versorgt bzw. be- handelt werde, sei weder behauptet noch aus den Akten ersichtlich. Die Aus- führungen der Parteien und die vom Gesuchsteller eingereichten Behand- lungsjournale würden vielmehr den Schluss zulassen, dass die Gesuchsgeg- nerin der gemeinsamen Tochter die notwendige medizinische Behandlung zukommen lasse. Eine Kindeswohlgefährdung sei weder dargetan noch ak- tenkundig (angef. Verfügung vom 3. Mai 2022, E. 21). Die Gesuchsgegnerin rügt zusammengefasst, der Vorderrichter habe beim Entscheid über die elterliche Sorge nicht den gesamten Sachverhalt berück- sichtigt. Sie habe den Antrag auf Alleinzuteilung der elterlichen Sorge nicht nur wegen der Auseinandersetzung im Zusammenhang mit den Impfungen gestellt, sondern auf den gesamten bisherigen Sachverhalt gestützt (insbe- sondere Strafverfahren gegen den Gesuchsteller wegen Verdachts auf sexu- elle Handlungen an E.________, Strafanzeigen des Gesuchstellers gegen die Gesuchsgegnerin wegen Nichtgewährens des Besuchsrechts, unklare Le- bensverhältnisse und Drogenkonsum des Gesuchstellers, häusliche Gewalt, Strafverfahren wegen Wirtschaftskriminalität). Der Gesuchsteller verhalte sich gegenüber E.________ verantwortungslos, sei nicht erziehungsfähig und die Kindeseltern befänden sich in einem schweren Dauerkonflikt. Der Konflikt be- schränke sich nicht auf einzelne Aspekte. Der Gesuchsteller habe auch eine wichtige Therapie von E.________ boykottiert, verbiete ihr eine Auslandsreise mit der Tochter und die Wahl des Kinderarztes sei ebenfalls ein Konfliktthema. Die Parteien könnten sich nicht mehr über die wesentlichen Fragen der Erzie- hung von E.________ verständigen (KG-act. 1, ZK2 2022 31). a) Die Kinder stehen, solange sie minderjährig sind, unter der gemeinsa- men elterlichen Sorge von Vater und Mutter (Art. 296 Abs. 2 ZGB). Die elterli-Kantonsgericht Schwyz 11 che Sorge ist ein Pflichtrecht: Sie hat das Recht und die Pflicht zum Gegen- stand, über die wesentlichen Belange des Kindes zu entscheiden, insbeson- dere über diejenigen mit Bezug auf die Erziehung, die gesetzliche Vertretung und die Vermögensverwaltung. Dies erfordert u.a., dass die Sorgerechtsinha- ber Zugang zu aktuellen Informationen über das Kind haben sowie in Bezug auf die grundsätzlichen Kinderbelange ein Mindestmass an Übereinstimmung aufweisen und wenigstens im Ansatz einvernehmlich handeln können (BGE 142 III 197 E. 3.5; Urteil 5A_377/2021 vom 21. Februar 2022 E. 3.1). Das Scheidungs- oder Eheschutzgericht überträgt einem Elternteil dann die alleinige elterliche Sorge, wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Es kann sich aber auch auf eine Regelung der Obhut, des persönlichen Verkehrs oder der Betreuungsanteile beschränken (Art. 298 Abs. 2 ZGB). Nach der gesetzlichen Konzeption ist damit die gemeinsame elterliche Sorge der Regelfall, von dem nur ausnahmsweise zur Wahrung des Kindeswohls abgewichen werden darf (Urteil 5A_103/2018 vom 6. November 2018 E. 2.1). Eine Ausnahme fällt in Betracht, wenn die Eltern in einem schwerwiegenden Dauerkonflikt stehen oder in Kinderbelangen anhaltend kommunikationsunfähig sind. Blosse Auseinandersetzungen oder Meinungs- verschiedenheiten, wie sie in allen Familien vorkommen und mit einer Tren- nung oder Scheidung einhergehen können, dürfen nicht Anlass für eine Al- leinzuteilung des elterlichen Sorgerechts sein. Vielmehr ist eine Erheblichkeit und Chronizität des Konflikts oder der gestörten Kommunikation erforderlich. Vorausgesetzt wird weiter, dass sich die Probleme zwischen den Eltern auf die Kinderbelange als Ganzes beziehen und das Kindeswohl konkret beein- trächtigen. Schliesslich ist eine Abweichung vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge nur dort am Platz, wo Aussicht darauf besteht, mit der Zutei- lung der elterlichen Sorge an einen Elternteil allein eine Entlastung der Situa- tion herbeizuführen (BGE 141 III 472 E. 4.6 f.; Urteile 5A_377/2021 vom 21. Februar 2022 E. 3.1 und 5A_490/2021 vom 22. April 2022 E. 4.2).Kantonsgericht Schwyz 12 b) Bereits im Abklärungsbericht des Kinder- und Jugendhilfezentrums (kjz) Dübendorf vom 1. Februar 2021 vermuteten die Verantwortlichen ein hohes Konfliktniveau der Parteien (Vi-act. D/26, S. 5). H.________, Kinderärztin von E.________, kontaktierte am 12. März 2021 den Einzelrichter am Bezirksge- richt Höfe telefonisch. Sie war der Ansicht, dass zwischen den Eltern zurzeit ein regelrechter Krieg herrsche. Die Situation sei schrecklich. Die Kindsmutter wolle nichts mehr mit dem Kindsvater zu tun haben (Vi-act. D/30). Auch die Psychotherapeutin I.________ erachtete im Schreiben vom 7. Mai 2021 die Auseinandersetzung der Parteien als hochstrittig (Vi-act. D/42.1). Bestätigt werden diese Beurteilungen dadurch, dass beide Parteien die Strafbehörden in den Konflikt miteinbezogen und auch im Eheschutzverfahren intensiv pro- zessieren. Inhaltlich zielen die Konflikte meistens auf das umstrittene Be- suchsrecht sowie die elterliche Sorge über E.________. Die Auswirkungen dieses Konfliktes sind dahingehend zu untersuchen, ob den Eltern trotzdem die Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge zumutbar ist. c) Die Parteien stehen per WhatsApp in regelmässigem Kontakt, was zahl- reiche Ausdrucke von Nachrichtenverläufen belegen (z.B. KG-act. 16/1, 20/6 ZK2 2021 44; KG-act. 1/3 ZK2 2022 31). Auch wenn sie sich streiten, schei- nen sie sich wenigstens über die wesentlichsten Themen betreffend E.________ auszutauschen. So sandte die Gesuchsgegnerin dem Gesuch- steller auf dessen erstmalige Nachfrage umgehend den Abschlussbericht der KET-Beratung zu (Vi-act. D/61, S. 18). Die Parteien tauschten auch beispiels- weise ihre Ansichten zu den Impfungen aus (KG-act. 1/3, ZK2 2022 31) und konnten an einer Beratung für getrennte Familien (KET-Beratung) am Marie Meierhofer Institut für das Kind vom 12. August 2021 bis am 2. November 2021 teilnehmen (KG-act. 24/1, ZK2 2021 44). Die Eltern stehen somit min- destens schriftlich per Kurznachrichten in Kontakt und sind in der Lage, für das Kindeswohl notwendige Informationen auszutauschen. Eine minimale Kommunikation ist damit vorhanden.Kantonsgericht Schwyz 13 d) Das aktuellste Konfliktthema der Parteien betrifft die medizinische Be- handlung von E.________, insbesondere die Kinderimpfungen. Anfänglich wollten beide Eltern die am ________ geborene E.________ nicht impfen lassen (vgl. Journal Kinderpraxis J.________, Vi-act. D/61.6). Der Gesuchstel- ler bat die Gesuchsgegnerin zudem am 22. April 2020, sich und E.________ nicht gegen das Corona-Virus impfen zu lassen (Vi-act. D/63.2). Sodann er- klärte die Gesuchsgegnerin bei der Untersuchung von E.________ durch die Kinderärztin K.________ am 16. März 2021, sie wolle E.________ nicht imp- fen lassen (Vi-act. D/61.1). Knapp zehn Monate später, am 27. Januar 2022, informierte die Kinderärztin L.________ die Gesuchsgegnerin nochmals über die empfohlenen Impfungen (Vi-act. D/61.3), woraufhin die Kinderärztinnen L.________ (Vi-act. D/58.2 vom 27. Januar 2022) und M.________ (Vi- act. D/58.3 vom 21. Januar 2022 und vom 4. Februar 2022) die Notwendigkeit der Kinderimpfungen bestätigten. Die Gesuchsgegnerin scheint ihre Meinung im Januar 2022 geändert zu haben und E.________ nun doch impfen lassen zu wollen. Am 11. Februar 2022 reichte sie eine undatierte WhatsApp- Nachricht des Gesuchstellers ein, in der dieser schrieb, er stimme keiner Imp- fung zu. Sinngemäss war er der Ansicht, es sei besser, E.________ mit men- talem Training, Aufmerksamkeit und Yoga zu vermitteln, dass ihr Immunsys- tem gesund sei (Vi-act. D/55.1). Gemäss E-Mail vom 24. Februar 2022 wollte sich der Gesuchsteller bei M.________ zum Thema Impfen persönlich infor- mieren, was diese jedoch ablehnte (Vi-act. D/61.5). Am 1. März 2022 infor- mierte sich der Gesuchsteller telefonisch bei der Kinderärztin L.________. Der Inhalt der Aktennotiz ist insofern nicht eindeutig, als nicht zweifellos ersichtlich ist, ob sie grundsätzlich über Kinderimpfungen oder nur über die Corona- Impfung sprachen (Vi-act. D/61.3). Schliesslich scheint der Gesuchsteller gemäss Nachricht vom 12. Mai 2022 inzwischen die Kinderimpfungen nicht mehr grundsätzlich abzulehnen, sofern er sich darüber informieren kann (KG- act. 1/2, ZK2 2022 31). Die Verzögerungen scheinen denn auch eher von Termin- und Kommunikationsproblemen herzurühren (vgl. ZK2 2022 31, KG- act. 10 inkl. Beilagen 1-5). Auch der Gesuchsteller liess sich demnach min-Kantonsgericht Schwyz 14 destens grundsätzlich von der Notwendigkeit der Kinderimpfungen überzeu- gen. Folglich sind die Parteien durchaus in der Lage, auch über medizinische Kinderbelange zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Sodann wirft der Gesuchsteller der Gesuchsgegnerin vor, die Kinderärztin gewechselt zu ha- ben und E.________ nur von M.________ behandeln lassen zu wollen (vgl. Vi-act. D/61, S. 5 f.; KG-act. 8, S. 12, ZK2 2022 31). Die Gesuchsgegne- rin erklärte den Wechsel der Kinderärztin von H.________ zur Praxis N.________, in der die Kinderärztinnen M.________ und K.________ tätig seien, damit, dass H.________ ihr angedeutet habe, eine neue Kinderärztin zu suchen. L.________ habe sie nur wegen einer Zweitmeinung konsultiert (Vi-act. D/63, S. 9). Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und glaubhaft. e) Schliesslich soll die Gesuchsgegnerin psychisch belastet sein (vgl. Vi- act. A/XVIII, S. 9). Den Akten ist nicht zu entnehmen, weshalb die Gesuchs- gegnerin ihre Ausbildung im Herbst 2017 für ein halbes Jahr nicht besuchen konnte (Arztzeugnis H.________ vom 12. September 2017, KB 8 zu Vi- act. A/XVIII). Ebenso wenig ist bekannt, weshalb sie ab 14. Dezember 2017 bei O.________ in ärztlicher Behandlung war (KB 5 zu Vi-act. A/XVIII). P.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, attestierte am 7. Dezember 2020, dass die Gesuchsgegnerin unter schweren Panik- und Angstzuständen leide, weil sie um die Gesundheit ihrer Tochter und um ihr eigenes Leben fürchte, wenn der Gesuchsteller das angeordnete Rayon- und Kontaktverbot nicht einhalte (Akten Bezirksgericht Uster betr. Gewaltschutz- gesetz, D/21.a, act. 13/6). An der Verhandlung vor dem Einzelrichter in Haft- sachen am Bezirksgericht Uster vom 8. Dezember 2020 sagte die Gesuchs- gegnerin, sie sei das erste Mal nach dem Ereignis bei der Q.________ zu ih- rem Psychiater, P.________, gegangen. Sie habe auch eine Psychotherapeu- tin, bei der sie seit der Untersuchungshaft des Gesuchstellers eine Therapie mache. Diese solle ihr helfen, den Alltag zu gestalten und nicht Angst zu ha- ben, dass der Gesuchsteller bei ihr auftauchen könnte (Akten Bezirksgericht Uster betr. Gewaltschutzgesetz). Mit Schreiben vom 29. Dezember 2020 hielt Kantonsgericht Schwyz 15 P.________ fest, die Gesuchsgegnerin leide nicht an einer psychiatrischen Störung von Krankheitswert. Dass sie gelegentlich und in gewissen Situatio- nen mit Panik und Angst reagiere, sei nicht pathologisch und mehr oder weni- ger nachvollziehbar, wenn man den Beziehungsstress und den Stress seit der Trennung und damit verbunden dem Scheidungskrieg bedenke. Die Panik und Angstattacken würden die Erziehungsfähigkeit nicht beeinflussen, die Ge- suchsgegnerin sei erziehungsfähig (BB 4 zu Vi-act. A/XV). Folglich steht die Gesuchsgegnerin in psychologischer/psychiatrischer Behandlung, was jedoch keine Auswirkungen auf ihre Erziehungsfähigkeit zu haben scheint. Dies wird auch von den weiteren Fachpersonen sinngemäss bestätigt. Gemäss Ab- klärungsbericht des Kinder- und Jugendhilfezentrums (kjz) Dübendorf vom 1. Februar 2021 sei die Mutter als kompetent in ihrer Erziehungs- und Versor- gungsfunktion wahrgenommen worden. Das Bindungsverhalten zwischen Mutter und Kind weise auf keine Risikofaktoren hin. Eine Kindeswohlgefähr- dung in der Obhut der Mutter könne nicht festgestellt werden (Vi-act. D/26, S. 5). Die Psychotherapeutin I.________ konnte im Schreiben vom 24. März 2021 eine feinfühlige, gut abgestimmte und adäquate Interaktion zwischen Mutter und Kind beobachten (BB 4 zu Vi-act. A/XIX). Auch die Psychothera- peutin S.________ stellte eine gute Beziehung des Kindes zur Mutter fest (Bericht KET-Beratung vom 2. November 2021, KG-act. 41/2, ZK2 2021 44). Soweit E.________ Schwierigkeiten mit den Übergängen zwischen Mutter und Vater hat (vgl. Ausführungen Gesuchsgegnerin, ZK2 2021 44, KG-act. 44, S. 5), erachtete die Sozialarbeiterin T.________ vom kjz Dübendorf, dass dies im Alter von E.________ oft der Fall sei (ZK2 2021 44, KG-act. 48/1, S. 2). Zudem muss der Besuch einer Erziehungsberatung (ZK2 2021 44, KG- act. 48/1, S. 1) nicht bedeuten, dass die Erziehungsfähigkeit eingeschränkt ist. Wie noch zu erörtern sein wird, verweigerte sie dem Gesuchsteller jedoch immer wieder die Wahrnehmung seines Besuchsrechts. Einstweilen kann da- von ausgegangen werden, dass dies im Zusammenhang mit den im Raum stehenden Vorwürfen gegen den Gesuchsgegner (sexuelle Übergriffe, unste- ter Lebenswandel) zusammenhängt, sodass nach der Klärung dieser Vorwür-Kantonsgericht Schwyz 16 fe eine Verbesserung der Bindungstoleranz der Gesuchsgegnerin erwartet werden darf. Vorderhand ist der Gesuchsgegnerin die Erziehungsfähigkeit nicht gänzlich abzusprechen. f) Mit Hilfe von Dritten scheinen sich die Parteien demnach über die we- sentlichen Kinderbelange einigen zu können, wenn auch nicht reibungslos. Der wesentlichste Streitpunkt scheint nicht die elterliche Sorge an sich zu sein, sondern das Besuchsrecht des Gesuchstellers, weshalb die im Raum stehende Kindswohlgefährdung mit einer Alleinzuteilung der elterlichen Sorge nicht in einem genügenden Ausmass verringert werden könnte. Ausserdem entsteht der Eindruck, dass beide Eltern alleinige Entscheide des anderen Elternteils über wesentliche Kinderbelange nicht akzeptieren würden, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich der Konflikt bei einer Alleinzu- teilung im derzeitigen Prozessstadium verschärfen würde. Angesichts des Umstandes, dass das Besuchsrecht bisher nur superprovisorisch geregelt wurde, mithin vorliegend erstmals ein solches definitiv festgelegt wird, erweist sich die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge für das erst dreijährige Kleinkind als unverhältnismässig, zumal mit der Beistandschaft und weiteren Anordnun- gen im Zusammenhang mit dem Besuchsrecht (siehe unten) weniger ein- schränkende Massnahmen ergriffen werden können. Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, ob die dem Gesuchsteller vorgeworfenen Umstände derart gravierend sind, dass seine Erziehungsfähigkeit eingeschränkt ist. Im Rahmen des Besuchsrechts wird näher darauf einzugehen sein. Die Berufung der Ge- suchsgegnerin ist folglich abzuweisen. 5. Nach Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegensei- tiges Pflichtrecht, das in erster Linie den Interessen des Kindes dient (BGE 127 III 295 E. 4a; 122 III 404 E. 3a). Oberste Richtschnur für die Ausge- staltung des persönlichen Verkehrs ist das Kindeswohl (BGE 131 III 209 E. 5; Kantonsgericht Schwyz 17 vgl. auch BGE 141 III 328 E. 5.4; Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKommentar, Scheidung, Band I, 3. A. 2017, Art. 273 ZGB N 25). Das Ge- richt hat sich in erster Linie an den Bedürfnissen des Kindes zu orientieren. Die Interessen der Eltern haben hinter dem vorrangig massgebenden Kindes- wohl zurückzustehen (BGE 130 III 585 E. 2.1). In diesem Sinn hat auch der persönliche Verkehr zum Zweck, die positive Entwicklung des Kindes zu ge- währleisten und zu fördern. In der Entwicklung des Kindes sind seine Bezie- hungen zu beiden Elternteilen wichtig, da sie bei seiner Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen können (BGE 131 III 209 E. 4; 123 III 445 E. 3c; zum Ganzen: Urteil 5A_984/2019 E. 3.1). Wird das Wohl des Kindes durch den persönlichen Verkehr gefährdet, üben die Eltern ihn pflichtwidrig aus, kümmerten sie sich nicht ernsthaft um das Kind oder liegen andere wichtige Gründe vor, so kann den Eltern das Recht auf persönlichen Verkehr verwei- gert oder entzogen werden (Art. 274 Abs. 2 ZGB). Das Wohl des Kindes ist gefährdet, wenn seine ungestörte körperliche, seelische oder sittliche Entfal- tung durch ein auch nur begrenztes Zusammensein mit dem nicht obhutsbe- rechtigten Elternteil bedroht ist (BGE 122 III 404 E. 3b). Als wichtige Gründe fallen etwa Vernachlässigung, physische Misshandlungen und übermässige psychische Belastungen des Kindes in Betracht (s. Urteil 5P.9/2005 vom 22. Februar 2005 E. 6.1). Können die negativen Auswirkungen durch eine besondere Ausgestaltung des Besuchsrechts begrenzt werden, verbieten das Persönlichkeitsrecht des nicht obhutsberechtigten Elternteils, der Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 389 Abs. 2 i.V.m. Art. 275 Abs. 2 ZGB), aber auch der Sinn und Zweck des persönlichen Verkehrs dessen gänzliche Unter- bindung (Urteil 5C.133/2003 vom 10. Juli 2003 E. 2.2 mit Hinweisen). Eine Möglichkeit, das Besuchsrecht besonders auszugestalten, besteht darin, die Besuche in Anwesenheit einer Drittperson durchzuführen. Dieses begleitete Besuchsrecht bezweckt, der Gefährdung des Kindes wirksam zu begegnen, Krisensituationen zu entschärfen und Ängste abzubauen sowie Hilfestellungen für eine Verbesserung der Beziehungen zum Kind und unter den Eltern zu vermitteln (Urteil 5A_728/2015 vom 25. August 2016 E. 2.2). Auch das beglei-Kantonsgericht Schwyz 18 tete Besuchsrecht muss zur Erreichung des Ziels erforderlich sein und darf immer nur als mildeste Erfolg versprechende Massnahme angeordnet werden (Urteil 5A_932/2012 vom 5. März 2013 E. 5.1). a) Die Vorinstanz befand, es sei unbestritten und aktenkundig, dass der Kontakt zwischen dem Vater und dem Kind vom 20. Februar 2020 bis am 14. Juni 2020 sowie vom 8. August 2020 bis am 13. Februar 2021 abgebro- chen sei. Dazwischen und seither sei es nur vereinzelt und unregelmässig zu Besuchskontakten von wenigen Stunden gekommen. Die Parteien hätten seit der Trennung mehrere Strafanzeigen gegeneinander erstattet, deren Verfah- ren noch hängig seien. Die Auseinandersetzungen um das Kind hätten sich inzwischen zu einem Dauerkonflikt entwickelt. Im Verfahren betreffend Aufhe- bung von Schutzmassnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz (GSG) des Kantons Zürich habe der Haftrichter des Bezirksgerichts Uster ausgeführt, es lägen glaubhafte Aussagen vor, die für das Vorliegen von häuslicher Gewalt sprächen, was für sich allein schon ein wichtiger Grund für die Einschränkung des persönlichen Verkehrs darstellen würde. Der Konflikt zwischen den Par- teien drohe zu eskalieren. Angesichts des langen Kontaktabbruchs zwischen dem Gesuchsteller und seiner Tochter und der akuten Konfliktsituation zwi- schen den Parteien sei das Wohl des noch sehr jungen Kindes ernsthaft ge- fährdet (angef. Verfügung vom 9. Juli 2021, E. 3.1.b). Soweit die Gesuchs- gegnerin eine Kindeswohlgefährdung am Vorwurf der sexuellen Übergrifflich- keiten des Gesuchstellers festmache und dafür auf Tatsachen verweise, die sich vor September 2020 ereignet hätten, könne auf die nach wie vor gültigen Erwägungen in der Verfügung vom 4. September 2020 verwiesen werden. Im Strafverfahren scheine sich der Tatverdacht nicht erhärtet zu haben. Die Be- hauptung, die Verwirklichung dieses Tatbestandes sei durch diverse Fachstel- len sowie Fachpersonen als für sehr wahrscheinlich erachtet worden, finde keinen Halt in den Akten. Vielmehr gehe aus dem Arztbericht der „U.________“ vom 8. Juli 2020 hervor, dass ein „unauffälliges Kind verhal-Kantonsgericht Schwyz 19 tensmässig und unauffälliger Status“ festgestellt worden sei. Auch aus dem Arztbericht des Kinderspitals Zürich vom 26. Juli 2020 gehe lediglich hervor, dass das Kind wegen Gewalt gegen die sexuelle Integrität untersucht worden sei. Soweit ersichtlich fehle es mithin an ernsthaften Verdachtsmomenten (an- gef. Verfügung vom 9. Juli 2021, E. 3.1.c). Die Parteien seien grundsätzlich mit der Anordnung einer Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB einverstanden (angef. Verfügung vom 9. Juli 2021, E. 3.3). Der Dauerkonflikt zwischen den Parteien und der lange Kontaktabbruch zwischen Vater und Tochter stünden im Vordergrund. Es bestehe die Gefahr, dass es bei der Ausübung des Besuchsrechts (wieder) zu ernsthaften Auseinandersetzungen zwischen den Eltern kommen könnte, wobei selbst tätliche Auseinanderset- zungen in Gegenwart des Kindes nicht ausgeschlossen erscheinen würden. Mit anderen Worten habe nicht nur die Übergabe des Kindes in und vom Be- suchsnachmittag Eskalationspotential, sondern die Durchführung der Be- suchstage an sich. Die Ausgestaltung der Besuchstage in der (näheren) Ver- gangenheit zeige, dass die Parteien ein begleitetes Besuchsrecht als den konkreten Verhältnissen angemessen und zur Ausübung der Besuchskontakte geeignet erachten würden. Die Anordnung des begleiteten Besuchsrechts in einem institutionalisierten Begegnungstreffpunkt rechtfertige sich umso mehr, als der Gesuchsteller aufgrund des langen Kontaktabbruchs noch keine Gele- genheit gehabt habe, eine Beziehung zur zweijährigen E.________ aufzubau- en (angef. Verfügung vom 9. Juli 2021, E. 3.3.b). Der Gesuchsteller macht geltend, die Vorinstanz habe im Entscheid vom 4. September 2020 betreffend die angeblichen sexuellen Übergriffe festge- stellt, dass es zurzeit an konkreten Anhaltspunkten, welche die Einschränkung oder gar Verweigerung des Besuchsrechts rechtfertigen würden, fehle. Im angefochtenen Entscheid habe die Vorinstanz auf diesen Entscheid verwiesen und bekräftigt, es fehle an ernsthaften Verdachtsmomenten. Es gebe auch keine richterlichen Feststellungen, dass der Kindesvater den persönlichen Kantonsgericht Schwyz 20 Verkehr pflichtwidrig ausübe, sich nicht ernsthaft um das Kind kümmere oder andere wichtige Gründe vorlägen, die das Kindeswohl gefährden würden. In allen bisherigen Entscheiden sei nur eine Kindeswohlgefährdung ausgehend von der Kindesmutter festgestellt worden. Sie versuche infolge fehlender Bin- dungstoleranz das Kind vom Vater zu entfremden. Kindesschutzmassnahmen könnten sich nur gegen den Gefährder des Kindeswohls richten, vorliegend die Kindesmutter. Das Umgangsrecht zwischen dem Kindsvater und dem Kind dürfe daher nicht beschränkt werden. Im angefochtenen Entscheid finde sich keine Begründung zur Reduktion der Besuchszeiten. Der Kontakt zwischen Vater und Kind habe vom 13. Februar 2021 bis am 9. Juli 2021 regelmässig und zeitlich ausgedehnt stattgefunden. Erst seit dem angefochtenen Ent- scheid habe die Kindsmutter den Kontakt wieder abgebrochen. Die Obhut und die elterliche Sorge würden voraussichtlich allein dem Kindsvater übertragen werden, weshalb dieser Übergang vorzubereiten sei. Das Umgangsrecht sei deshalb sukzessive auszubauen und auf Werktage zu legen, damit der Bei- stand die Übergaben begleiten könne (KG-act. 1, ZK2 2021 44). b) Vorab ist der bisherige Verlauf des Besuchsrechts darzulegen. aa) Die Parteien trennten sich Anfang Oktober 2019, also gut drei Monate nach E.________s Geburt. Wieweit der Gesuchsteller E.________ vor und nach der Trennung bis ca. Februar 2020 betreute, ist umstritten (Vi-act. A/II, S. 3; Vi-act. A/III. S. 3). Anhand der Ausführungen in den Rechtsschriften kann davon ausgegangen werden, dass der Vater E.________ für zwei bis vier Stunden am Stück, ein- oder mehrmals pro Woche betreute. Ab etwa Mitte Februar 2020 fanden keine Besuche mehr statt, wobei die Gründe für den Kontaktabbruch strittig sind (Gesuchsteller: v.a. monetäre Forderungen der Gesuchsgegnerin, Vi-act. A/II, S. 4; Gesuchsgegnerin: mangelnde Betreu- ungsfähigkeit des Gesuchstellers, Vi-act. A/V, S. 5). Aufgrund des eingereich- ten WhatsApp-Chatverlaufs zwischen den Parteien ist glaubhaft, dass der Gesuchsteller E.________ von Mitte Februar 2020 bis Ende Mai 2020 nicht Kantonsgericht Schwyz 21 sah (Vi-act. A/VI, Beilage 1). Der Gesuchsteller fragte wiederholt nach einem Besuchstermin, was ihm die Gesuchsgegnerin jedoch verweigerte. Aus den Nachrichten der Gesuchsgegnerin entsteht der Eindruck, dass sie den Ent- scheid des Gerichts abwarten und bis dahin das Besuchsrecht nicht gewähren wollte. Mit superprovisorischer Verfügung vom 5. Juni 2020 ordnete der Ein- zelrichter am Bezirksgericht Höfe ein (unbegleitetes) Besuchsrecht von vier Stunden pro Woche, abwechselnd samstags oder sonntags, jeweils von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr, an (Vi-act. A/VII). Daraufhin scheint der Gesuchstel- ler das Besuchsrecht einige Male wahrgenommen haben zu können (vgl. aber Vi-act. A/VIII, S. 5 f.). Am 20. Juli 2020 erstattete der Gesuchsteller Strafanzeige gegen die Ge- suchsgegnerin wegen Entziehens von Minderjährigen und Ungehorsams ge- gen amtliche Verfügungen am 5. und 19. Juli 2020 (Vi-act. D/10, Rapport Kan- tonspolizei Zürich vom 22. Juli 2020). Die Gesuchsgegnerin sagte an ihrer polizeilichen Einvernahme vom 21. Juli 2020, am 5. Juli 2020 habe sie E.________ dem Gesuchsteller nicht mitgeben wollen, weil dieser in seinem Fahrzeug keinen Kindersitz gehabt habe (Vi-act. D/10, Einvernahme vom 21. Juli 2020, Frage 3). Nach einer halben Stunde habe der Gesuchsteller E.________ dann doch mitgenommen (Frage 4 f.). Am 19. Juli 2020 habe sie am Morgen einen leichten Verkehrsunfall gehabt, weshalb sie mit E.________ (und ihrer Mutter) ins Triemli Spital gegangen sei. Die Ärztin habe gesagt, es sei besser, wenn die Tochter zu Hause (bei der Mutter) bleiben würde (Frage 7). V.________, Assistenzärztin am Stadtspital Triemli, hielt mit Schreiben vom 23. Juli 2020 fest, dass E.________ am 19. Juli 2020 nach einem Auffah- runfall vorstellig geworden sei. Nach traumatischem Ereignis sei der Verbleib des Kindes bei der Kindsmutter in den nächsten Tagen empfohlen (vgl. Vi-act. D/10, Arztbericht der Kinderklinik Triemli vom 27. August 2020). Mit Arztbe- richt vom 27. August 2020 beantworteten zwei Chefärztinnen des Stadtspitals Triemli (Kinderklinik) Fragen der Staatsanwaltschaft zur Konsultation vom 19. Juli 2020. Sie relativierten das Schreiben vom 23. Juli 2020 insofern, als Kantonsgericht Schwyz 22 sie festhielten, eine ärztliche Vorstellung nach Auffahrunfall im Kindesalter sei stets zu empfehlen (Vi-act. D/10, Arztbericht vom 27. August 2020, Frage 6). Die Gesuchsgegnerin habe am 23. Juli per E-Mail eine schriftliche Bestäti- gung, dass ein Verbleib des Kindes bei der Kindsmutter zu empfehlen sei, gewünscht. Retrospektiv würden sie bedauern, das Schreiben ohne Rückfra- gen und weitere Abklärungen ausgestellt zu haben (Frage 10). Eine weitere Strafanzeige des Gesuchstellers gegen die Gesuchsgegnerin wegen Entzie- hens von Unmündigen und Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen datiert vom 31. August 2020 (Vi-act. D/6.2). Die Gesuchsgegnerin soll ihm am 30. August 2020 verwehrt haben, seine Tochter zu sehen. Am 29. August 2020 schrieb die Gesuchsgegnerin dem Gesuchsteller per WhatsApp, er könne E.________ vorerst nicht mitnehmen. Sie sei nach dem Verhalten von E.________ gezwungen gewesen, eine professionelle Beratung aufzusuchen, die ihr zustimme, dass sich E.________ nach dem Besuch beim Gesuchsteller nicht altersadäquat verhalten habe. Sie müsse den Kontakt ab- brechen, bis die Abklärungen durch seien (Vi-act. D/10). Auf Antrag des Gesuchstellers hin wies der Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe die Gesuchsgegnerin mit Verfügung vom 4. September 2020 unter An- drohung der Ungehorsamsstrafe im Widerhandlungsfall gemäss Art. 292 StGB an, dem Gesuchsteller E.________ zur Ausübung des Besuchsrechts heraus- zugeben (Vi-act. A/XI). Am 7. September 2020 stellte der Gesuchsteller bei der Kantonspolizei Schwyz erneut Strafanzeige gegen die Gesuchsgegnerin wegen Entziehens von Minderjährigen im Zeitraum vom 5. August bis am 7. September 2020 (Vi- act. D/10). Der Gesuchsteller befand sich vom 10. September 2020 bis am 18. November 2020 wegen angeblicher Vermögensdelikte in Untersuchungshaft (KG-act. 1, Kantonsgericht Schwyz 23 S. 34), sodass anzunehmen ist, dass das Besuchsrecht während dieser Zeit ohnehin nicht ausgeübt werden konnte. Die Gesuchsgegnerin gab an ihrer polizeilichen Einvernahme vom 1. Februar 2021 zu, sich seit dem 5. August 2020 bis am 28. Januar 2021 geweigert zu haben, E.________ dem Gesuchsteller für das Besuchsrecht zu übergeben (Vi-act. D/27.1, Fragen 8 f.). Als Begründung gab sie Verhaltensauffälligkeiten von E.________ nach einem Besuch, d.h. den Verdacht sexuellen Miss- brauchs (Frage 10), und den Transport von E.________ im Fahrzeug ohne Kindersitz (Frage 20), an. Die Besuchsrechtsverweigerung erfolgte bewusst gegen die Anordnungen in der Verfügung des Bezirksgerichts Höfe vom 4. September 2020 (Frage 15). Am 25. Februar 2021 erstatte der Gesuchsteller bei der Kantonspolizei Zürich wiederum Anzeige gegen die Gesuchsgegnerin wegen mehrmaligen Nichtge- währens eines mittels gerichtlicher Verfügung festgelegten Besuchsrechts (Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen) am 26. Dezember 2020, 3. Janu- ar 2021, 9. Januar 2021, 17. Januar 2021, 24. Januar 2021, 30. Januar 2021 und 7. Februar 2021 (Vi-act. D/29.1). Im Februar und März 2021 fanden einige Besuchstermine statt, offenbar stets in Anwesenheit der Gesuchsgegnerin (vgl. Aussage Gesuchsgegnerin, Vi- act. D/36, S. 73, Frage 11). Nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 9. Juli 2021 wollte die Gesuchsgegnerin anscheinend die Besuchszeiten nicht mehr gewähren, bis der Beistand seine Aufgaben wahrnimmt (WhatsApp- Konversation KG-act. 1/6). Immerhin konnte der Gesuchsteller im August und September 2021 mehrmals über Facetime-Video mit E.________ Kontakt aufnehmen (KG-act. 16/1). Schliesslich fanden im April, Mai und Anfang Juni 2022 mehrere begleitete Besuchstermine im Begleiteten Besuchstreff (BBT) der Stadt Zürich statt (KG-act. 42/1-2, ZK2 2021 44 und KG-act. 8/2-4, ZK2 2022 31).Kantonsgericht Schwyz 24 bb) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Gesuchsgegne- rin seit Mitte Februar 2020 die Wahrnehmung des Besuchsrechts durch den Gesuchsteller zu einem grossen Teil verweigerte. Anfangs wollte sie anschei- nend den Gerichtsentscheid betreffend das Besuchsrecht abwarten. Nachdem der Vorderrichter das Besuchsrecht am 5. Juni 2020 superprovisorisch verfüg- te, machte sie seit Juli 2020 als Grund der Kontaktverweigerung vor allem den Verdacht sexueller Handlungen des Gesuchstellers an E.________ geltend. Obwohl der Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe der Gesuchsgegnerin am 4. September 2020 die Ungehorsamsstrafe androhte, konnte der Gesuchstel- ler das Besuchsrecht weiterhin nicht wahrnehmen. Seither konnten nur über kurze Zeiträume eingeschränkte, meist begleitete Kontakte zwischen Vater und Tochter hergestellt werden. Nachfolgend zu prüfen ist, ob die Kontaktver- weigerung begründet erscheint, d.h. ob (unbegleitete) Besuchszeiten nicht mit dem Kindeswohl vereinbar sind. c) Der schwerwiegendste Vorwurf der Gesuchsgegnerin betrifft die angeb- lichen sexuellen Handlungen des Gesuchstellers an E.________. aa) Gemäss Angaben der Gesuchsgegnerin habe sich E.________ nach einem Besuch beim Gesuchsteller am 5. Juli 2020 ernst, aggressiv, unruhig, verstört, gereizt gezeigt. Sie habe sich auch häufig an die Genitalien gefasst, was in einem Video festgehalten worden sei (Eingabe vom 31. Juli 2020, Vi- act. A/VIII, S. 8). E.________ wurde am 7. Juli 2020 in der Notfallpraxis der U.________ AG untersucht. W.________ hielt fest, gemäss der Mutter sei E.________ am Sonntag bei ihrem Vater gewesen und habe anschliessend Verhaltensauffäl- ligkeiten mit Aggressivität und Unruhe beim Schlafen gezeigt. Der Status des Kindes zeige einen guten Allgemeinzustand. Das Verhalten während der Kon- sultation sei altersentsprechend und adäquat. Das Kind sei verhaltensmässig unauffällig. Der Status sei unauffällig (Schreiben vom 8. Juli 2020, KB 1 zu Vi-Kantonsgericht Schwyz 25 act. XVIII). Gleichentags schilderte die Gesuchsgegnerin der Kinderärztin H.________ das angebliche Verhalten von E.________ nach dem 5. Juli 2020 (Schreiben vom 8. Juli 2020, BB 10 zu Vi-act. A/VIII). Die Gesuchsgegnerin reichte ein Video ein, das am 25. Juli 2020 aufgenom- men worden sein soll (BB 2 zu Vi-act. A/XV, S. 4, vom 8. Januar 2021). Darin ist zu sehen, wie E.________ nackt auf dem Rücken auf einer Decke liegt. Unter ihrem Gesäss befindet sich eine offene Windel. Ihre Beine sind hochge- zogen und angewinkelt, sie schaut nach oben rechts, die Hände liegen auf den Beinansätzen. Mit der linken Hand fasst sie sich an den Genitalbereich, berührt den Klitorisbereich und penetriert sich mit dem Zeigefinger. Am 25. Juli 2020, dem angeblichen Tag der Videoaufnahme, wurde E.________ in der Notfallstation des Kinderspitals Zürich wegen Verdachts auf Gewalt gegen die sexuelle Integrität untersucht. Die Gesuchsgegnerin gab an, nach einem Aufenthalt beim Vater gleichentags habe sich E.________ mehrfach an die Vulva gefasst und teils einen Finger hineingesteckt. Es wurde eine genitale Spurensicherung und eine Fotodokumentation erstellt. Soweit aus dem Bericht ersichtlich, ergab sich ein unauffälliger Genitalbefund. Der Mutter wurde empfohlen, einen Termin bei der V-Beratung zu vereinbaren, um das weitere Vorgehen zu besprechen (Vi-act. D/27.2). X.________ berichtete im Schreiben vom 19. August 2020 über ein 90 Minu- ten dauerndes Gespräch mit der Gesuchsgegnerin am selben Tag. Sie fasste zunächst die Aussagen der Gesuchsgegnerin zum Verhalten von E.________ nach einem Treffen mit dem Vater zusammen. Daraufhin hielt sie fest, sie könne die Sorge der Gesuchsgegnerin gut nachvollziehen. Tatsächlich könne aufgrund der schwerwiegenden Symptomatik nicht ausgeschlossen werden, dass das Kind Grenzverletzungen durch den Vater erlebt habe, und dass der Kontakt mit dem Vater das Kind belaste, es sogar schädige. Sie habe keinen Kantonsgericht Schwyz 26 Grund gehabt, an der Glaubwürdigkeit der Mutter zu zweifeln (BB 5 zu Vi- act. A/XII). Am 26. August 2020 erstattete die Gesuchsgegnerin bei der Kantonspolizei Zürich Anzeige gegen den Gesuchsteller u.a. wegen nicht genauer definierter sexueller Handlungen mit Kindern (Vi-act. D/6.1, S. 1 f.; Vi-act. D/24.1). An der gleichentags erfolgten Einvernahme sagte sie, den Verdacht, dass das Ver- halten von E.________ mit etwas Sexuellem zu tun haben könnte, habe sie erst seit dem Video vom 25. Juni 2020 (Vi-act. D/24.1, Beilage, Frage 4). An- gefangen habe es im Januar 2020. Als E.________ nach Hause gekommen sei, habe sie an ihrem ganzen Körper, auch im Vaginalbereich, nach Massa- geöl gerochen (Frage 5). E.________ habe sich nicht mehr wickeln lassen. Sie habe ihre Beine zu sehr zusammengepresst (Frage 3, S. 2 und S. 3). I.________, eidg. anerk. Psychotherapeutin, berichtete im Schreiben vom 24. März 2021 über die seit Anfang März 2021 stattfindende Eltern-Kleinkind- Therapie von E.________ und der Gesuchsgegnerin. Die Therapie erfolge, weil die Mutter aufgrund eines Verdachtes auf sexuelle Übergriffe durch den Vater sehr besorgt sei um die Entwicklung ihres Kindes. Sie gibt stichwortartig Beobachtungen und Berichte der Mutter wieder, die sie als Fachperson stutzig machen würden (auffällige Sexualisierung des Mädchens durch den Vater [Kleidung, Schminke, Posen], sexualisierte Äusserungen gegenüber der Mut- ter zu Körper und Verhalten des Mädchens; der Vater dränge dem Kind Zärt- lichkeiten auf; Aufforderung des Kindes, Freunde und Verwandte des Vaters auf den Mund zu küssen; das Mädchen zeige bei der Mutter panische Angst, nackt zu baden, wohingegen der Vater betone, wie sehr es ihm Freude ma- che, das Mädchen zu baden). Zudem hielt sie fest, das Kindeswohl sei unbe- dingt sicherzustellen, was bedeute, dass vorerst keine unbegleiteten Besuche beim Vater stattfänden, weil ein gravierender Verdacht im Raum stehe. Die Begleitung solle durch eine Fachperson erfolgen, die das Kindeswohl gewähr- leiste, nicht durch die Mutter, für die solche Begleitungen psychisch massiv Kantonsgericht Schwyz 27 belastend seien. Für E.________ sei es wichtig, ihre Beziehung zum Vater möglichst unbeeinträchtigt durch den Konflikt zwischen den Eltern aufbauen zu können. Sie erachte ein begleitetes Besuchsrecht mindestens bis zur Voll- endung des 4. Lebensjahrs für nötig (BB 4 zu Vi-act. XIX). Y.________, Sozialpädagoge FH und Sexualpädagoge SGS, schätzte das Verhalten von E.________ im Video vom 25. Juli 2020 mit Schreiben vom 27. April 2021 fachlich ein. Er kam zum Schluss, dass der Inhalt des Videos keinen Rückschluss auf einen der Aufnahme vorausgegangenen sexuellen Übergriff zulasse. Auch lege es einen solchen nicht nahe. Vielmehr handle das Kleinkind in zu erwartender und der seinem Alter entsprechenden psy- chosexuellen Entwicklungsstufe entsprechender Weise (KG-act. 14/3, S. 1). bb) Festzuhalten ist, dass bei den beiden medizinischen Untersuchungen von E.________ am 7. Juli 2020 und am 25. Juli 2020 weder physische Auf- fälligkeiten noch Verhaltensauffälligkeiten festgestellt wurden. Die Psychothe- rapeutin der Q.________ scheint das Video von E.________ nicht gesehen zu haben und ihre Beurteilung allein auf die Aussagen der Gesuchsgegnerin ab- zustützen. Sie schliesst Grenzverletzungen nicht aus, was aber im Umkehr- schluss nicht bedeuten muss, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit solche statt- gefunden haben müssen. Ihre Einschätzung, wonach sie an der Glaubwürdig- keit der Mutter nicht zweifle, erscheint glaubhaft, zumal davon ausgegangen werden kann, dass sie als psychologische Fachperson der Q.________ über Erfahrung im Bereich sexueller Übergriffe auf Mädchen und Frauen verfügt. Auch die Psychotherapeutin I.________ scheint das Video von E.________ nicht gesehen zu haben, stutzte wegen der Schilderungen der Gesuchsgeg- nerin jedoch ebenfalls. An dieser Einschätzung ändert nichts, dass die Thera- pie aufgrund des Verdachts sexueller Übergriffe begonnen wurde. Von einer ausgebildeten Therapeutin kann erwartet werden, dass sie einen von der Mut- ter des betroffenen Kindes geäusserten Verdacht kritisch prüft und von verifi- zierbaren Aussagen oder Verhaltensweisen unterscheiden kann. Ihrem Be-Kantonsgericht Schwyz 28 richt sind keine Hinweise zu entnehmen, dass sie E.________ tatsächlich suggeriert, ihr Vater habe an ihr sexuelle Handlungen vorgenommen. Es darf davon ausgegangen werden, dass die Psychotherapeutin um die Auswirkun- gen einer falschen Anschuldigung auf E.________ weiss und infolgedessen den Verdacht mit der angebrachten Sorgfalt behandelte. Eine Kindeswohlge- fährdung durch die Therapie ist – entgegen der Ansicht des Gesuchstellers (KG-act. 1, S. 69) – nicht wahrscheinlich. Im Übrigen ist an der Qualifikation von I.________ als Psychotherapeutin nicht zu zweifeln, zumal sie über eine eidgenössische Anerkennung verfügt (vgl. den Briefkopf in BB 4 zu Vi- act. XIX). Ob sich der Gesuchsteller tatsächlich im Beisein seiner Freunde oder der Gesuchsgegnerin sexistisch äusserte (man solle unter den Body von E.________ schauen; ein Mädchen in der Badeanstalt übe mit einem Ball für den späteren Oralverkehr; vgl. Vi-act. A/XV, S. 5), kann nicht abschliessend festgestellt werden, würde aber immerhin auf ein sexualisiertes Denken des Gesuchstellers hindeuten. In diesem Zusammenhang fällt bei der Durchsicht der Videos, die der Gesuchsteller während verschiedener Besuchstermine im Juli 2021 in seiner Wohnung erstellte (KG-act. 1/12), auf, dass der Gesuch- steller E.________ verhältnismässig oft küsst. Abgesehen von diesen Umständen, die den Verdacht eines sexuellen Über- griffs nicht ausschliessen lassen, sind den Akten auch Hinweise zu entneh- men, die Zweifel an diesem Vorwurf aufkommen lassen. So gab die Gesuchs- gegnerin an, bereits am 5. Juli 2020 das auffällige Verhalten von E.________ in einem Video festgehalten zu haben. Den Akten ist aber ein erst zwanzig Tage später datierendes Video zu entnehmen, das darüber hinaus erst mit der Eingabe vom 8. Januar 2021, d.h. mehr als fünf Monate nach dem Vorfall, dem Gericht eingereicht wurde. Sodann schrieb die Gesuchsgegnerin dem Gesuchsteller am 9. Juli 2020, d.h. nur wenige Tage nach dem angeblich auf- fälligen Verhalten nach dem 5. Juli 2020, es gehe E.________ „top“. Am 10. Juli 2020 bestätigte sie den Besuchstermin vom 11. Juli 2020. Dabei er- wähnte sie E.________s Verhalten nach dem letzten Besuchstermin mit kei-Kantonsgericht Schwyz 29 nem Wort. Sie machte sich vielmehr Sorgen darüber, dass der Gesuchsteller E.________ Mahlzeiten gebe, die dieser nicht gut bekämen (KB 42 zu Vi- act. A/X). Ausserdem ist den Videos, die der Gesuchsteller von den Besuchs- terminen im Juli 2021 erstellte (KG-act. 1/12), zu entnehmen, dass sich die Gesuchsgegnerin auf dem Sofa im Wohnzimmer aufhielt, wobei sie in ihr Mo- biltelefon, teilweise in Schreib-/Malarbeiten und Bücher, vertieft erschien und den Gesuchsteller mit E.________ kaum ansah. Sie wirkte dabei sehr ent- spannt, selbst als der Gesuchsteller E.________ am 15. Juli 2021 wickelte. Immerhin warf sie bei dieser Gelegenheit einige kurze Blicke in die Richtung des Wickeltisches. Im Gesamten erscheint das Verhalten der Gesuchsgegne- rin an den Besuchsterminen jedoch nicht dasjenige einer Mutter zu sein, die panische Angst davor haben soll, dass der Vater des Kindes an diesem sexu- elle Handlungen vorgenommen haben könnte. Schliesslich ist der Bericht des Sozialpädagogen Y.________ glaubhaft, zumal er seine Schlüsse anhand einschlägiger Literatur begründet. Insgesamt in hier vorzunehmender summa- rischer Betrachtung vermögen diese Zweifel den Vorwurf sexueller Grenzver- letzungen noch nicht als abwegig erscheinen. Falls der Vorwurf tatsächlich zuträfe, wäre die psychische und physische Integrität der erst dreijährigen E.________ jedenfalls massiv gefährdet. d) Sodann sind die Auswirkungen des Dauerkonflikts der Eltern auf das Besuchsrecht und das Kindeswohl zu untersuchen. aa) Der Abklärungsbericht kjz Dübendorf vom 1. Februar 2021 (Vi-act. D/26) beschränkte sich auf die Erfassung der aktuellen Wohn-, Arbeits- und Le- benssituation der Mutter (S. 2). Die Verantwortlichen hatten nie Kontakt mit dem Vater (S. 2). Zum Besuchsrecht wird lediglich festgehalten, was die Mut- ter berichtete, weshalb eine objektive Beurteilung schwierig sei (S. 3, 5). In ihrer Beurteilung hielten die Verantwortlichen fest, dass eine Kindswohlge- fährdung in der Obhut der Mutter nicht habe festgestellt werden können. Es lasse sich vermuten, dass das Konfliktniveau der Eltern hoch sei. Die Belas-Kantonsgericht Schwyz 30 tungen durch den Elternkonflikt und das strittige Umgangsrecht stelle eine potentielle Kindswohlgefährdung dar (S. 5). Sie empfahlen die Errichtung ei- ner Beistandschaft und die Anordnung vorerst professionell begleiteter Überg- aben des Kindes für sechs Monate (S. 6). Mit Schreiben vom 7. Mai 2021 wandte sich I.________, eidg. anerk. Psycho- therapeutin, an die KESB. Sie hielt fest, die Eltern befänden sich in einer hochstrittigen Auseinandersetzung, was allein schon für E.________ sehr be- lastend sei. Für die gesunde Entwicklung von E.________ sei es wichtig, dass sie in dieser massiv belastenden Elternsituation mit der Therapie einen ge- schützten Ort erhalte. Als Therapeutin von E.________ habe sie dem Gericht zur Sicherung des Kindeswohls ein ausschliesslich begleitetes Besuchsrecht empfohlen. Es sei für ein noch nicht einmal zweijähriges Kind eine heillose Überforderung, zwischen zwei derart überworfenen Seiten ohne Begleitung hin- und herzuwechseln. Dadurch, dass der Kindsvater dem Mädchen eine Fortsetzung der Eltern-Kleinkindtherapie von E.________ und ihrer Mutter bei ihr verboten habe, sei E.________ in ihrer Entwicklung gefährdet (Vi- act. D/42.1). Mit Schreiben vom 2. November 2021 berichtete S.________, Psychologin und Psychotherapeutin, über die Beratung für getrennte Familien (KET- Beratung) im Marie Meierhofer Institut für das Kind, die vom 12. August 2021 bis am 2. November 2021 stattfand (KG-act. 24/1). Ein Treffen des Vaters mit E.________ im Rahmen der KET-Beratung habe nicht stattfinden können, jedoch seien offenbar verbindlich wöchentliche Facetime-Anrufe installiert worden. Der psychologischen Beratung seien Grenzen gesetzt, weil der Kon- flikt zwischen den Eltern viel Platz einnehme. Da zurzeit keine Weiterentwick- lung mithilfe der KET-Beratung mehr zu erwarten sei, möchte sie diese absch- liessen. Aus ihrer Sicht wäre es sinnvoll, wenn zeitnah eine Beistandschaft errichtet werden könnte, die sich konkret mit den Kontakten zwischen Vater und Kind befassen könnte.Kantonsgericht Schwyz 31 Die begleiteten Besuchstermine vom 17. April 2022, 30. April 2022 und 22. Mai 2022 verliefen gut, die Interaktionen zwischen dem Gesuchsteller und E.________ werden durchgehend positiv beschrieben (Tagesprotokolle, KG- act. 8/2-4, ZK2 2022 31). Einzig bei den Übergaben weinte E.________ teil- weise, dem aber offensichtlich durch einen „fliegenden Wechsel“ der Betreu- ung durch die Gesuchsgegnerin oder deren Mutter und den Gesuchsteller entgegengewirkt werden konnte. Der Besuchstermin vom 29. Mai 2022 konnte nicht stattfinden, weil sich E.________ trotz Motivation durch die Gesuchs- gegnerin geweigert habe, zum BBT zu gehen (KG-act. 42/1, ZK2 2021 44). Vor dem Besuchstermin am 5. Juni 2022 soll sich E.________ gewehrt haben, in den BBT zu gehen, sie habe geweint und erbrochen. Die Mutter brachte sie trotzdem zum Besuchstermin. Die BBT-Mitarbeiter stellten eine herzliche, zärt- liche und entspannte Beziehung zwischen E.________ und dem Kindsvater fest. Das Team habe das Gefühl, dass eine vertrauensvolle und entspannte Atmosphäre zwischen E.________ und dem Kindsvater herrsche. Die Ab- wehrreaktionen der Tochter sollten jedoch bei der nächsten Sitzung mit der zuweisenden Stelle ein Gesprächsthema sein (KG-act. 42/2, ZK2 2021 44). Mit kurzen Videosequenzen hielt die Gesuchsgegnerin fest, wie E.________ weint und sagt, sie wolle nicht mit Papa spielen gehen (KG-act. 44/2, ZK2 2021 44). Gemäss Angabe der Gesuchsgegnerin verlief das Treffen vom 19. Juni 2022 wieder besser (KG-act. 44, ZK2 2021 44, S. 6). bb) Aus dem Vorstehenden wird ersichtlich, dass vor allem die Übergaben vor und nach den Besuchsterminen für E.________ emotional schwer zu be- wältigen sind, was bei einem erst dreijährigen Kleinkind mit hochstrittigen El- tern aber nachvollziehbar bzw. nicht aussergewöhnlich erscheint. Allein die Abwehrhaltung des Kindes gegen den besuchsberechtigten Elternteil begrün- det ohnehin noch keine Kindeswohlgefährdung (Urteil BGer 5A_656/2016 vom 14. März 2017 E. 4). Es scheint E.________ sowohl bei der Mutter als auch während der Besuchszeiten mit dem Vater im BBT gut zu gehen, selbst wenn die Übergabe zuvor Schwierigkeiten bereitete. Es sind keine Hinweise ersicht-Kantonsgericht Schwyz 32 lich, wonach (begleitete) Besuchszeiten dem Kindeswohl abträglich sein könn- ten. Hingegen wird deutlich, dass die Gesuchsgegnerin im Hinblick auf den Verdacht des sexuellen Missbrauchs unbegleiteten Besuchen – und selbst kurzen unbegleiteten Momenten im BBT – äusserst misstrauisch begegnet. Angesichts der dargelegten Indizien erscheinen entsprechende Vorsichts- massnahmen bis zur definitiven Klärung des Vorwurfs im Strafverfahren an- gemessen. Die physische und sexuelle Integrität des Kleinkindes geht vor. Bei einem unbegleiteten Besuchsrecht bestünde zudem die Gefahr, dass die Ge- suchsgegnerin das Besuchsrecht wiederum verweigern und so den Bezie- hungsaufbau zwischen dem Gesuchsteller und E.________ verhindern und den Elternkonflikt massiv verschärfen könnte, was das Kindeswohl gefährden würde. Insofern ist die Begleitung des Besuchsrechts zur Wahrung des Kin- deswohls notwendig. Hingegen wäre es unverhältnismässig, die Besuchszei- ten weiter einzuschränken oder das begleitete Besuchsrecht gänzlich zu ver- weigern. Denn einerseits sind die Vorwürfe gegen den Gesuchsteller nicht zweifellos geklärt und andererseits gilt die kinderpsychologische Erkenntnis als anerkannt, dass in der Entwicklung des Kindes die Beziehung zu beiden Elternteilen sehr wichtig ist und bei dessen Identitätsfindung eine entschei- dende Rolle spielen kann (Urteil BGer 5A_656/2016 vom 14. März 2017 E. 4). e) Der Vollständigkeit halber ist auf weitere Konfliktthemen einzugehen. aa) Die Gesuchsgegnerin zeigte den Gesuchsteller am 26. November 2020 bei der Kantonspolizei Zürich wegen schriftlicher Drohungen im Rahmen häuslicher Gewalt am 8. November 2020 und wegen verbaler Drohungen im Rahmen häuslicher Gewalt am 24. November 2020 an (act. 8 in Vi- act. D/21.a). Die Kantonspolizei Zürich verfügte am 26. November 2020 gegen den Gesuchsteller ein vierzehntägiges Rayon- und Kontaktverbot gegenüber der Gesuchsgegnerin und E.________ (Vi-act. D/21.a, act. 8). Mit Verfügung vom 10. Dezember 2020 hob der Einzelrichter am Bezirksgericht Uster die Schutzmassnahmen nach Zürcher Gewaltschutzgesetz per sofort auf (Vi-Kantonsgericht Schwyz 33 act. D/21.a, act. 14). Dabei erwog er, im Schreiben des Gesuchstellers an die Gesuchsgegnerin vom 18. Oktober 2020, das Grundlage des ersten Vorwurfs gewesen sei, sei keine Drohung zu erkennen (E. 2.4.6). Bezüglich des Vorfalls vom 24. November 2020 würden die Aussagen der Parteien stark voneinan- der abweichen, wobei beide ähnlich glaubhaft seien (E. 2.4.7). Aus den weite- ren Umständen ergebe sich, dass die Gesuchsgegnerin, insbesondere ange- sichts einer E-Mail vom 25. November 2020 an ihren Rechtsvertreter, nicht so eingeschüchtert und verängstigt gewesen sei wie sie vorbringe. Ihr Vorgehen erscheine prozesstaktisch hinsichtlich des Eheschutzverfahrens motiviert und nicht in einer Angst vor dem Gesuchsteller begründet (E. 2.4.9; [In der E-Mail vom 25. November 2020 beantwortete die Gesuchsgegnerin diverse Fragen des Gesuchstellers zu E.________ und schlug vor, dass sie die erste Stunde des nächsten Besuchstermins zusammen verbringen sollten (KB 4 zu Vi- act. A/XIV)]). Im Ergebnis habe die von der Gesuchsgegnerin geltend ge- machte Gefährdung betreffend sie selber im Zeitpunkt der Anordnung der Gewaltschutzmassnahmen am 27. November 2020 nicht vorgelegen und die Gewaltschutzmassnahmen seien per sofort aufzuheben (E. 2.4.12). Der Vor- wurf der sexuellen Handlungen an der Tochter sei Gegenstand des laufenden Strafverfahrens, weshalb es an der ermittelnden Staatsanwaltschaft läge, Er- satzmassnahmen anzuordnen, falls sie diese als notwendig erachten sollte. Die Vorwürfe seien zudem nicht aktuell (E. 2.5.3). Die Angst der Gesuchsgeg- nerin, dass der Gesuchsteller mit der Tochter ins Ausland verschwinden könn- te, sei nicht glaubhaft (E. 2.5.4). Am 27. November 2020 habe keine objektive Gefährdung der Tochter bestanden, weshalb auch die Gewaltschutzmass- nahmen ihr gegenüber per sofort aufzuheben seien (E. 2.5.5). Die Gesuchsgegnerin erstattete am 25. Mai 2021 erneut Strafanzeige gegen den Gesuchsteller wegen häuslicher Gewalt betreffend einen Vorfall vom 22. Mai 2021 und einen Instagram-Post des Gesuchstellers. Die Kantonspoli- zei Zürich verfügte am 25. Mai 2021 Massnahmen nach dem Gewaltschutz- gesetz (KG-act. 1/11, ZK2 2021 44, E. 2.3-2.4.1). Mit Verfügung vom 3. Juni Kantonsgericht Schwyz 34 2021 kam der Einzelrichter am Bezirksgericht Uster zum Schluss, dass die angeordneten Schutzmassnahmen, ein Kontakt- und Rayonverbot für 14 Tage betreffend die Gesuchsgegnerin und deren Wohnort mit Blick auf die Beruhi- gung und Deeskalation der familiären Situation rechtmässig und verhältnis- mässig gewesen seien (KG-act. 1/11, ZK2 2021 44, E. 2.5.7 i.V.m. E. 2.6.2). Es sei darauf hinzuweisen, dass die Aussagen der Gesuchsgegnerin zwar nicht unglaubhaft seien, dabei aber auch in Kauf genommen werden müsse, dass sich die Auseinandersetzung anders als von ihr geschildert abgespielt habe. Seit dem 10. Dezember 2021 habe es, abgesehen vom Vorfall am 22. Mai 2021, keinen aktenkundigen Vorfall, der auf häusliche Gewalt hindeu- ten würde, gegeben. Es gebe keine Hinweise auf eine fortbestehende Gefähr- dung der Gesuchsgegnerin. Angesichts des Fehlens jeglicher Anzeichen einer künftigen Gefährdung erweise sich die Verlängerung der Gewaltschutzmass- nahmen als unverhältnismässig (E. 2.6.2). Dem Leumundsbericht der Kantonspolizei Schwyz vom 9. Oktober 2020 sind keine Einträge betreffend häusliche Gewalt zu entnehmen (Vi-act. D/14). Zusammenfassend konnte der Verdacht häuslicher Gewalt, verübt durch den Gesuchsteller, nicht hinreichend erhärtet werden. Entsprechende Schutz- massnahmen im Hinblick auf das Kindeswohl während der Besuchstermine drängen sich deshalb nicht auf. bb) Sodann thematisierte die Gesuchsgegnerin den angeblichen Drogen- konsum des Gesuchstellers. Der WhatsApp-Konversation der Parteien, mit der die Gesuchsgegnerin glaubhaft zu machen versucht, der Gesuchsteller habe Drogen konsumiert (Vi-act. A/VIII, Beilage 4), kann nicht eindeutig ent- nommen werden, ob der Gesuchsteller seine Nachricht („Mal luegge“) ernst meinte. Auf den Fotos in BB 5 zu Vi-act. A/VIII, die angeblich einen Betäu- bungsmittelfund beim Gesuchsteller dokumentieren sollen, ist nicht ersichtlich, wann und wo diese erstellt wurden. Zudem ist nicht objektiv feststellbar, ob es Kantonsgericht Schwyz 35 sich beim Material im fotografierten Plastik-Zip-Säckchen tatsächlich um Betäubungsmittel handelt. Bei der Hausdurchsuchung an der Z.________strasse xx in Zürich am 27. November 2020 wurden verschiedene mutmassliche Betäubungsmittel (ein Minigrip mit weissem Pulver, zwei Tablet- ten blau, eine Alufolie mit weissem Pulver, ein Minigrip mit einer Portion LSD) sichergestellt. Der Gesuchsteller sagte, diese würden nicht ihm gehören (Vi- act. D/24.1, pol. Einvernahme des Gesuchstellers vom 27. November 2020, Frage 26). Nur AA.________ wohne dort (Frage 25). Er selbst wechsle [sei- nen Aufenthaltsort] zwischen Wollerau und Zürich (Frage 23). Auch bei der gleichentags erfolgten Hafteinvernahme gab er an, das sei nicht seine derzeit bewohnte Wohnung, er sei zu Gast. Zu den Betäubungsmitteln könne er keine Angaben machen (Vi-act. D/24.1, Hafteinvernahme, Frage 35). Er konsumiere keine Drogen (vgl. Frage 34). Letztere Aussage erscheint angesichts des ne- gativen Drogentests vom 28. November 2020 (KB 10 zu Vi-act. A/XVIII) glaubhaft. Selbst wenn die Betäubungsmittel dem Gesuchsteller zuzuschrei- ben wären, kann aus einem einmaligen Fund nicht geschlossen werden, er konsumiere regelmässig Betäubungsmittel. Ein einmaliger Konsum wäre oh- nehin noch nicht geeignet, das Kindeswohl langfristig zu gefährden. cc) Zu den angeblichen Wirtschaftsdelikten, die der Gesuchsteller begangen haben soll, ist aktenkundig, dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich gegen ihn wegen Betrugs etc. ermittelte. Mit Schreiben vom 17. November 2020 schrieb Staatsanwalt AB.________, das Verfahren sei mittlerweile weit fortgeschritten, weshalb der Gesuchsteller aus der Haft entlassen werde. Die Gefahr einer Beeinflussung der Zeugin (Gesuchsgegnerin) sei als sehr gering einzustufen, weil diverse Beweismittel die Aussagen der Zeugin stützen wür- den (Vi-act. BB 2 zu A/XII). Demnach sind gewisse Beweise gegen den Be- schuldigten vorhanden, sodass der Tatverdacht begründet zu sein scheint. Der Gesuchsteller hat zwar bis zu einer allfälligen Verurteilung als unschuldig zu gelten (Art. 10 Abs. 1 StPO), die Vorwürfe der Gesuchsgegnerin sind aber mindestens glaubhaft, wenn auch nicht zweifellos. Welche Auswirkungen Kantonsgericht Schwyz 36 Wirtschaftsdelikte auf die Wahrnehmung des Besuchsrechts und das Kindes- wohl haben könnten, ist jedoch von vornherein nicht ersichtlich. Derzeit ist auch gänzlich offen, ob der Gesuchsteller eine unbedingte Freiheitsstrafe zu befürchten hat, die das Besuchsrecht wohl einschränken würde. dd) Der Gesuchsteller soll E.________ ohne passenden Kindersitz im Fahr- zeug transportiert haben, was aufgrund der Nachricht der Detektei AC.________ zwar glaubhaft ist (BB 6 zu Vi-act. A/VIII). Ein einmaliges Transportieren des Kindes ohne Kindersitz ist aber noch nicht geeignet, das Kindswohl längerfristig zu gefährden. Zudem existieren auch Fotos, worauf die Gesuchsgegnerin mit E.________ auf dem Arm (d.h. nicht im Kindersitz) im Auto sitzt (Vi-act. A/IXa, S. 14). f) Für die Regelung der Häufigkeit und der Dauer der Besuchskontakte spielen insbesondere das Alter des Kindes, seine bisherige Bindung an den nicht obhutsberechtigten Elternteil, die Lebensausgestaltung des Kindes und beider Eltern, die Gesundheit und zeitliche Verfügbarkeit der Betroffenen so- wie die Distanz zwischen den elterlichen Wohnungen eine massgebende Rol- le (Schwenzer/Cottier, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. A. 2018, Art. 273 ZGB N 10 und 13; Michel/Schlatter, in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 2. A. 2018, Art. 273 ZGB N 12). Welche Ordnung des persönlichen Verkehrs zwischen Eltern und Kindern angemessen ist, lässt sich nicht objektiv und abstrakt umschreiben, sondern entscheidet sich im Einzelfall nach richterli- chem Ermessen (Urteil BGer 5A_432/2011 vom 20. September 2011, E. 2.5; vgl. Urteil BGer 5A_47/2017 vom 6. November 2017, E. 7.2). Liegen keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung des Kindeswohls vor, ist ein Besuchs- und Ferienrecht im üblichen Umfang auszusprechen. Üblich ist in der Deutschschweiz für Vorschulkinder ein Tag oder zwei halbe Tage pro Monat, im Grundschulalter zwei Wochenende pro Monat und zwei bis drei Wochen Kantonsgericht Schwyz 37 Ferien pro Jahr (Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKommentar, Scheidung, Band I, 3. A. 2017, Art. 273 ZGB N 23). Wie bereits festgestellt, fanden bisher nur phasenweise begleitete Besuchs- zeiten mit dem Vater statt, sodass noch keine stabile Vater-Kind-Beziehung besteht. Zudem erschweren der hochstrittige Elternkonflikt und die im Raum stehenden Vorwürfe gegen den Vater die tatsächlich regelmässige Durch- führung der Besuchskontakte. Ein langsamer, konstruktiver Beziehungsaufbau scheint für alle Beteiligten wesentlich zu sein. In diesem Sinne erweist es sich als sinnvoll, das Besuchsrecht jedes zweite Wochenende stattfinden zu las- sen, sodass für alle Beteiligten an den übrigen Wochenenden Ruhe eintreten kann. Sobald dieses zweiwöchige, begleitete Besuchsrecht regelmässig und ohne grössere Schwierigkeiten wahrgenommen werden kann, ist es der zu- ständigen Behörde überlassen (oder im Einvernehmen der Parteien möglich), eine (zeitliche) Ausweitung der Besuche zu prüfen. 6. Schliesslich beantragt der Gesuchsteller, es sei eine sozialpädagogi- sche Begleitung der Kindsmutter während der Besuchszeiten anzuordnen. Er begründet dies mit der angeblich fehlenden Bindungstoleranz der Gesuchs- gegnerin und der durch sie verursachten Traumatisierung des Kindes als Op- fer angeblicher sexueller Übergriffe (KG-act. 1, S. 74 f., ZK2 2021 44). Der Vorderrichter erachtete die Anordnung einer sozialpädagogischen Beglei- tung ohne Zustimmung der Gesuchsgegnerin als nicht geeignet. Zudem habe der Gesuchsteller zu Beginn des Verfahrens selbst vorbringen lassen, dass die Gesuchsgegnerin eine gute Mutter sei, was der Sozialbericht des kjz Dü- bendorf bestätigt habe. Eine sozialpädagogische Betreuung scheine nicht erforderlich zu sein (angef. Verfügung vom 9. Juli 2021, E. 5). Diesen zutref- fenden Erwägungen kann vollumfänglich zugestimmt werden. Zudem scheint sich die Gesuchsgegnerin, wie bereits dargelegt, grundsätzlich gut um E.________s Wohl zu kümmern. Den Schwierigkeiten bei der Ausübung des Kantonsgericht Schwyz 38 Besuchsrechts und den wichtigen Entscheidungen über Kinderbelange (Imp- fungen, Wahl der Kinderärztin etc.) wird bereits mit der angeordneten Bei- standschaft und dem begleiteten Besuchsrecht begegnet. Im Sinne der Ver- hältnismässigkeit erscheint es angemessen, zunächst den Erfolg dieser Mass- nahmen abzuwarten, bevor allenfalls weitere Beratungen oder schärfere Massnahmen ergriffen werden. Die Berufung ist in diesem Punkt abzuweisen. 7. Zusammenfassend sind beide Berufungen abzuweisen und die ange- fochtenen Verfügungen zu bestätigen. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens ZK2 2021 44 sind ausgangs- gemäss dem Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Zudem hat er die Gesuchsgegnerin für das Berufungsverfahren zu entschädigen. Im sum- marischen Verfahren beträgt das Honorar praxisgemäss (z.B. ZK2 2022 7 E. 5 mit Hinw.) auch im Berufungsverfahren Fr. 300.00 bis Fr. 4‘800.00 (vgl. § 10 GebTRA). Im Hinblick auf den auf das Besuchsrecht beschränkten Streitge- genstand, den jedoch beide Seiten aufwendig vortrugen, erscheint eine Ent- schädigung von Fr. 4‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) angemessen (§ 2 Abs. 1 i.V.m. § 6 Abs. 1 GebTRA). b) Die Kosten des Berufungsverfahrens ZK2 2022 31 sind der Gesuchs- gegnerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Zudem hat sie den Gesuchstel- ler für das Berufungsverfahren zu entschädigen. Angesichts des geringeren Aufwands in diesem Berufungsverfahren, das auf die Frage der elterlichen Sorge beschränkt war, erscheint eine Entschädigung von Fr. 3‘000.00 (in- kl. Auslagen und MWST) angemessen (§ 10 i.V.m. § 2 Abs. 1 i.V.m. § 6 Abs. 1 GebTRA);-Kantonsgericht Schwyz 39 beschlossen: 1. Die Berufungsverfahren ZK2 2021 44 und ZK2 2022 31 werden verei- nigt. 2. Die Berufungen werden abgewiesen und die Verfügungen des Einzel- richters am Bezirksgericht Höfe vom 9. Juli 2021 und vom 3. Mai 2022 (ZES 2020 141) bestätigt. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens ZK2 2021 44 von Fr. 3‘000.00 werden dem Gesuchsteller auferlegt und von seinem Kostenvorschuss bezogen. 4. Der Gesuchsteller hat die Gesuchsgegnerin für das Berufungsverfahren ZK2 2021 44 mit Fr. 4‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädi- gen. 5. Die Kosten des Berufungsverfahrens ZK2 2022 31 von Fr. 2‘000.00 werden der Gesuchsgegnerin auferlegt und von ihrem Kostenvorschuss bezogen. 6. Die Gesuchsgegnerin hat den Gesuchsteller für das Berufungsverfahren ZK2 2022 31 mit Fr. 3‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädi- gen. 7. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsa- chen wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte (Art. 98 BGG) beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerde- schrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert ist unbestimmt.Kantonsgericht Schwyz 40 8. Zufertigung an Rechtsanwältin B.________ (2/R), Rechtsanwältin D.________ (2/R), die Vorinstanz (1/A), sowie nach definitiver Erledi- gung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten) und die Kan- tonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 2. Zivilkammer Der Kantonsgerichtspräsident Die Gerichtsschreiberin Versand 15. September 2022 kau