A bteilung V E -3302/2006 kom /stk/scb {T 0/2} U rteil vom 21. M ai 2007 M itw irkung: R ichter König, Tellenbach, H uber, G erichtsschreiberin Steiner A ._______, U kraine, vertreten durch B._______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 1. O ktober 2004 i.S. A syl und W egw eisung (W iedererw ägung) / N ._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführerin, eine ukrainische Staatsangehörige m it letztem W ohnsitz in C ._______, ersuchte am 22. Septem ber 1999 in der Schw eiz um Asyl und m achte zur Begründung im W esentlichen geltend, als M itglied der illegalen Partei U N A-U N SO (U krainische N ationalversam m lung-U krainische Selbstverteidigung) bei einer Zusam m enkunft der Parteiangehörigen von der Polizei festgenom m en, vier M onate lang inhaftiert und dabei vergew altigt, zusam m engeschlagen und unter Zw angsm edikation gesetzt w orden zu sein. Auch sei sie, nachdem sie in D ._______ ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen habe, bei der R ückkehr in die U kraine ein zw eites M al inhaftiert w orden. B. M it Verfügung vom 13. April 2000 w ies das BFF (Bundesam t für Flüchtlinge, seit dem 1. Januar 2005 Bundesam t für M igration [BFM ]) das Asylgesuch der Be- schw erdeführerin w egen U nglaubhaftigkeit der Vorbringen ab und ordnete die W egw eisung sow ie den W egw eisungsvollzug an. D ie Beschw erdeführerin liess diese Verfügung m it Beschw erde vom 15. M ai 2000 bei der Schw eizerischen Asyl- rekurskom m ission (AR K) anfechten. Am 20. Juli 2003 reiste der m inderjährige Sohn der Beschw erdeführerin in die Schw eiz ein. M it U rteil vom 3. Septem ber 2003 w ies die AR K die gegen die Verfügung vom 13. April 2000 erhobene Be- schw erde ab. D ie AR K hielt dabei in Ü bereinstim m ung m it dem BFF im W esentli- chen fest, dass sow ohl die Parteizugehörigkeit als auch die dam it zusam m enhän- gende Verhaftung und die dabei angeblich erlittenen Behelligungen - insbesondere die Vergew altigung - nicht geglaubt w erden könnten, und qualifizierte den Vollzug der W egw eisung in die U kraine als zulässig, zum utbar und m öglich. C . Eine an das BFF gerichtete als "W iedererw ägungsgesuch" bezeichnete Eingabe vom 3. O ktober 2003 nahm die AR K als sinngem ässes R evisionsgesuch gegen das U rteil vom 3. Septem ber 2003 entgegen und w ies dieses m it U rteil vom 17. N ovem ber 2003 ab. D er Sohn der Beschw erdeführerin stellte am 14. O ktober 2003 beim E._______ ein eigenes Asylgesuch. D . M it Verfügung vom 18. Februar 2004 w ies das BFF ein G esuch um W eidererw ä- gung vom 11. Februar 2004, in dem die Beschw erdeführerin gesundheitliche Prob- lem e geltend m achte und einen Arztbericht vom 4. Februar 2004 einreichte ab, und bezog in diesen Entscheid auch den Sohn der Beschw erdeführerin m it ein. D ie Beschw erdeführerin liess gegen diesen Entscheid m it Eingabe vom 2. M ärz 2004 Beschw erde erheben und m achte unter anderem geltend, der Sohn habe am 14. O ktober 2003 ein selbständiges Asylgesuch eingereicht und könne som it nicht in den Entscheid der M utter einbezogen w erden. Aufgrund dieser Eingabe - in w el- cher auf das selbständig eingereichte Asylgesuch des Sohnes hingew iesen w urde - hob das BFF seine nunm ehr vor der AR K angefochtene Verfügung vom 18. Fe- bruar 2004 m it Verfügung vom 22. M ärz 2004 auf. M it Beschluss vom 21. April 2004 schrieb die AR K die Beschw erde als gegenstandslos gew orden ab. D arauf- hin stellte das BFF fest, das G esuch um W iedererw ägung vom 11. Februar 2004 - betreffend die Beschw erdeführerin - bleibe neuerlich zu prüfen.3 E. M it Verfügung vom 1. O ktober 2004 w ies das BFF das W iedererw ägungsgesuch vom 11. Februar 2004 ab und stellte fest, die Verfügung vom 23. April 2000 (recte: 13. April 2000) sei rechtskräftig und vollstreckbar und einer allfälligen Beschw erde kom m e keine aufschiebende W irkung zu. D ie Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheids im W esentlichen aus, die angezeigte m edizinische Behandlung für die im Arztzeugnis vom 4. Februar 2004 diagnostizierten Erkankungen sei auf vergleichbarem N iveau auch im H erkunftsstaat der Beschw erdeführerin gegeben. G em äss gesicherten Erkenntnissen des Bundesam tes seien die m edizinischen Einrichtungen und M edikam ente in der U kraine vorhanden, dies nam entlich auch in C ._______, dem W ohnort der Beschw erdeführerin. Ausserdem verfüge sie über eine fundierte Ausbildung, Arbeitserfahrung und über ein tragfähiges Beziehungsnetz im H eim atland und bringe som it die Voraussetzungen m it, um für sich und ihren Sohn in der U kraine eine neue Existenz aufzubauen. Som it w ürden insgesam t w eder die gesundheitlichen Problem e der Beschw erdeführerin noch andere G ründe gegen die Zum utbarkeit der W egw eisung sprechen. M it separater Verfügung vom 1. O ktober 2004 lehnte das Bundesam t ausserdem das Asylgesuch des Sohnes ab. F. D ie Beschw erdeführerin liess die Verfügung des BFF vom 1. O ktober 2004 m it Be- schw erde vom 3. N ovem ber 2004 vollum fänglich bei der AR K anfechten. Auf die Begründung der Beschw erde w ird, sow eit für den Entscheid w esentlich, in den Er- w ägungen eingegangen. Auch der Sohn liess m it Eingabe vom 3. N ovem ber 2004 bei der AR K Beschw erde gegen den ablehnenden Entscheid des BFF vom 1. O ktober 2004 erheben. G . M it Verfügung vom 17. N ovem ber 2004 hiess der zuständige Instruktionsrichter der AR K das G esuch um Aussetzung des W egw eisungsvollzugs gut und w ies die G esuche un G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege und Verbeiständung ab. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue 4 Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Ver- fahren entschieden. W ie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 N ach ständiger Praxis der AR K, w elcher sich das Bundesverw altungsgericht an- schliesst, w ird der Begriff der W iedererw ägung in m ehrdeutigem Sinn verw endet. In der vorliegend zur Anw endung gelangenden Bedeutung bezeichnet dieser Be- griff die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an die nachträglich eingetretene Veränderung einer Sachlage. Im Folgenden ist som it zu prüfen, ob die seit dem Erlass des vorinstanzlichen Entscheides angeblich nachträglich ver- änderten tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen eine Anpassung der ur- sprünglichen Verfügung vom 13. April 2000 erfordern. 3.2 Eine D urchsicht der Vorakten ergibt, dass aufgrund der Ausführungen der Be- schw erdeführerin in ihrem W iedererw ägungsgesuch vom 11. Februar 2002 offen- sichtlich keine m assgebende Veränderung der Sachlage vorliegt, die asyl- respek- tive vollzugsrechtlich zu einem anderen Ergebnis führen könnte. D ie U rsachen der diagnostizierten gesundheitlichen Problem e der Beschw erdeführerin sind unklar, können aber angesichts der völlig klaren Aktenlage und den als unglaubhaft quali- fizierten Asylgründen offensichtlich nicht in den ursprünglichen Asylvorbringen be- gründet liegen. In der Beschw erde vom 3. N ovem ber 2004 w ird bezeichnenderw ei- se m it keinem W ort m ehr auf die gesundheitlichen Problem e der Beschw erdefüh- rerin eingegangen, sondern lediglich auf die politische Situation im H eim atland hin- gew iesen, w as angesichts der als unglaubhaft erkannten politischen Aktivitäten der Beschw erdeführerin unbehelflich ist. Auch die übrigen Vorbringen in der Be- schw erdeschrift sind nicht geeignet, zu einem anderen Ergebnis zu führen, w es- halb darauf nicht w eiter einzugehen ist. Zur Begründung im Einzelnen kann vollum fänglich auf die entsprechenden Erw ä- gungen der Vorinstanz verw iesen w erden. 3.3 Zusam m enfassend ergibt sich, dass das BFF das W iedererw ägungsgesuch offen- sichtlich zu R echt abgew iesen hat. 4. D er Beschw erdeführerin ist es nach dem G esagten nicht gelungen darzutun, in- w iefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ). Som it ist die Verfügung des BFF vom 13. April 2000 zu bestäti- gen und die Beschw erde abzuw eisen.5 5. N achdem das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG vom Instruktionsrichter abgew iesen w orden ist, sind ihr entsprechend dem Ausgang des Verfahrens die auf Fr. 1'200.-- festzusetzenden Kosten aufzuerlegen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R egle- m ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführerin, 2 Expl. (eingeschrieben; Beila- gen: Einzahlungsschein, angefochtene Verfügung im O riginal) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ._______) - das E._______ ad F._______ D er Instruktionsrichter: D ie G erichtsschreiberin: M arkus König Karin Steiner Versand am :