<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN"> <html> <head> <title>RBOG 2008 Nr. 41</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="Falsche Parteibezeichnung in der Weisung; Korrektur im Verfahren vor dem Einzelrichter" name="description"/> <link href="../css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="../css/style_print.css" media="print" rel="stylesheet" type="text/css"/> <meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="content-type"/> </head> <body bgcolor="#ffffff" leftmargin="0" marginheight="0" marginwidth="0" topmargin="0"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td colspan="3"><img height="10" src="../images/abstandhalter.gif" width="10"/></td> </tr> <tr> <td width="10"><img height="1" src="../images/abstandhalter.gif" width="10"/></td> <td class="navbaum">RBOG 2008 Nr. 41</td> <td width="10"><img height="1" src="../images/abstandhalter.gif" width="10"/></td> </tr> <tr> <td colspan="3"><img height="15" src="../images/abstandhalter.gif" width="10"/></td> </tr> <tr> <td height="1" width="10"><img height="1" src="../images/abstandhalter.gif" width="10"/></td> <td height="1"><hr noshade="" size="1"/></td> <td width="10"><img height="1" src="../images/abstandhalter.gif" width="10"/></td> </tr> <tr> <td colspan="3"><img height="15" src="../images/abstandhalter.gif" width="10"/></td> </tr> <tr> <td width="10"><img height="1" src="../images/abstandhalter.gif" width="10"/></td> <td><p> <meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="Content-Type"/> <meta content="Word.Document" name="ProgId"/> <meta content="Microsoft Word 11" name="Generator"/> <meta content="Microsoft Word 11" name="Originator"/></p> <p><span><strong>Falsche Parteibezeichnung in der Weisung; Korrektur im Verfahren vor dem Einzelrichter </strong></span></p><table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"><tr><td><img border="0" height="10" src="../images/abst1.gif" width="1"/></td></tr></table><p><span>(§§ 135, 159 ZPO)</span></p> <hr/> <p><span> 1. Die Gesellschafter einer einfachen Gesellschaft klagten gegen den Beschwerdeführer auf Bezahlung einer bestimmten Summe; in ihrem Vorstandsbegehren bezeichneten die Gesellschafter korrekterweise sich selbst und nicht die einfache Gesellschaft als klagende Partei. In der darauf ausgestellten Weisung führte der Friedensrichter aber die einfache Gesellschaft und nicht deren einzelne Gesellschafter als Partei auf. Im Verlauf der Hauptverhandlung gewahrte die Vorinstanz dann, dass der Friedensrichter eine unkorrekte Bezeichnung der Klägerin in die Weisung aufgenommen hatte.</span></p> <p><span> 2. Offensichtlich unrichtige Parteibezeichnungen sind von Amtes wegen oder auf Parteiantrag zu berichtigen</span><a href="#_ftn1" name="_ftnref1" title=""></a><span><a href="#_ftn1" name="_ftnref1" title=""><font color="#339933">[1]</font></a>. Wenn die Vorinstanz im Sinn einer Berichtigung der Parteibezeichnung im Rubrum des angefochtenen Entscheids die korrekte Parteibezeichnung aufführte, ohne entsprechend § 135 ZPO vom Friedensrichteramt die Verbesserung der Weisung zu verlangen, ist dies jedenfalls nicht zu beanstanden</span><a href="#_ftn2" name="_ftnref2" title=""></a><span><a href="#_ftn2" name="_ftnref2" title=""><font color="#339933">[2]</font></a>. Jedes andere Verhalten hätte als überspitzter Formalismus betrachtet werden müssen. Zudem sieht das Gesetz für das Verfahren vor dem Einzelrichter aus Gründen der Prozessökonomie besondere Freiheiten vor. Der Einzelrichter muss gemäss § 159 ZPO die Regeln der ZPO nicht in aller Strenge einhalten. Insbesondere hat er auf die Feststellung des richtigen Sachverhalts hinzuwirken; eine Partei soll bei Prozessen vermögensrechtlicher Natur mit geringem Streitwert nicht allein deshalb, weil sie die Fallstricke der Zivilprozessordnung nicht kennt, gezwungen werden, einen Anwalt beizuziehen oder Gefahr laufen, ohne einen solchen nicht zu ihrem Recht zu gelangen</span><a href="#_ftn3" name="_ftnref3" title=""></a><span><a href="#_ftn3" name="_ftnref3" title=""><font color="#339933">[3]</font></a>. Hier war der klagenden Partei mit Bezug auf die unkorrekte Parteibezeichnung in der Weisung kein Fehler vorzuwerfen. Es war daher aus prozessökonomischen Gründen gerechtfertigt, ohne formelle Korrektur der Weisung einen Entscheid zu fällen.</span></p> <p><span>Obergericht, 25. Januar 2008, AJR.2008.1</span></p> <p><span>Auf eine dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht am 8. Mai 2008 nicht ein (4D_53/2008).</span></p> <div><font size="2"><hr align="left" size="1" width="33%"/> </font> <div id="ftn1"> <div><a href="#_ftnref1" name="_ftn1" title=""></a><span><a href="#_ftnref1" name="_ftn1" title=""><font color="#339933">[1]</font></a> Merz, Die Praxis zur thurgauischen Zivilprozessordnung, 2.A., § 19 N 1</span></div> </div> <div id="ftn2"> <div><a href="#_ftnref2" name="_ftn2" title=""></a><span><a href="#_ftnref2" name="_ftn2" title=""><font color="#339933">[2]</font></a> Vgl. Merz, § 135 ZPO N 1a: Verzicht einer Nachfristansetzung bei unkorrekter Angabe des Namens einer Partei oder bei fehlender Nennung der Nebenpersonen </span></div> </div> <div id="ftn3"> <div><a href="#_ftnref3" name="_ftn3" title=""></a><span><a href="#_ftnref3" name="_ftn3" title=""><font color="#339933">[3]</font></a> Merz, § 159 ZPO N 1</span></div> </div> </div><table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"><tr><td><img border="0" height="10" src="../images/abst1.gif" width="1"/></td></tr></table></td> <td width="10"><img height="1" src="../images/abstandhalter.gif" width="10"/></td> </tr> <tr> <td colspan="3"><img height="15" src="../images/abstandhalter.gif" width="10"/></td> </tr> </table> </body> </html>