<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Lawsearch Cache - AGVE 2011 2 S. 161</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">161</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>42 Zuschlagskriterien;</b></span> <span class="ft2"><b>"Termin"</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Das Kriterium Termin soll nur dann gewählt werden, wenn es für den</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Auftraggeber tatsächlich von Bedeutung ist. Termine können namentlich</b></span><br/> <span class="ft2"><b>dann eine Rolle spielen und somit als Zuschlagskriterium Sinn machen,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>wenn der Auftraggeber darauf angewiesen ist, dass die Leistungen in</b></span><br/> <span class="ft2"><b>möglichst kurzer Zeit oder möglichst termingerecht erbracht werden, wie</b></span><br/> <span class="ft2"><b>z. B. bei Sanierungen oder im Strassenbau.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 16. November 2011 in Sa-</span><br/> <span class="ft3">chen A. AG gegen Einwohnergemeinde B. (WBE.2011.215).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">3.1.1.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführerin zieht grundsätzlich in Zweifel, ob die</span><br/> <span class="ft1">Termine überhaupt ein geeignetes Zuschlagskriterium darstellen, da</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">162</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">die eingereichten Terminpläne wegen Verzögerungen regelmässig</span><br/> <span class="ft1">obsolet würden und grundlegend überarbeitet werden müssten.</span><br/> <span class="ft1">3.1.2.</span><br/> <span class="ft1">Im Katalog gemäss § 18 Abs. 2 SubmD ist unter anderem auch</span><br/> <span class="ft1">der "Termin" als Zuschlagskriterium aufgeführt (vgl. auch § 32 der</span><br/> <span class="ft1">Vergaberichtlinien [VRöB] zur IVöB). Nach der Rechtsprechung des</span><br/> <span class="ft1">Verwaltungsgerichts kann dem Termin sowohl die Bedeutung eines</span><br/> <span class="ft1">Zuschlagskriteriums als auch die Bedeutung eines Ausschlusskri-</span><br/> <span class="ft1">teriums zukommen. Bestimmt die Vergabestelle in der Ausschrei-</span><br/> <span class="ft1">bung oder in den Ausschreibungsunterlagen den Termin als eines der</span><br/> <span class="ft1">massgeblichen Zuschlagskriterien, ist dies dahingehend zu verstehen,</span><br/> <span class="ft1">dass demjenigen Anbieter der Vorzug gebühren darf, der eine</span><br/> <span class="ft1">schnellere Ausführung als die gemäss Ausschreibung oder Ausschrei-</span><br/> <span class="ft1">bungsunterlagen geforderte zum gleichen Preis offeriert als derjenige</span><br/> <span class="ft1">Anbieter, der (lediglich) die Termine gemäss Unterlagen einzuhalten</span><br/> <span class="ft1">verspricht. Eine raschere Arbeitsausführung kann mit anderen Wor-</span><br/> <span class="ft1">ten unter Umständen, d. h. bei entsprechender Festsetzung und Ge-</span><br/> <span class="ft1">wichtung der Zuschlagskriterien einen Mehrpreis kompensieren</span><br/> <span class="ft1">(AGVE 2002, S. 318). Das Kriterium Termin soll nur dann gewählt</span><br/> <span class="ft1">werden, wenn es für den Auftraggeber tatsächlich von Bedeutung ist.</span><br/> <span class="ft1">Termine können namentlich dann eine Rolle spielen, und somit als</span><br/> <span class="ft1">Zuschlagskriterium Sinn machen, wenn der Auftraggeber darauf an-</span><br/> <span class="ft1">gewiesen ist, dass die Leistungen in möglichst kurzer Zeit oder mög-</span><br/> <span class="ft1">lichst termingerecht erbracht werden, wie z. B. bei Sanierungen oder</span><br/> <span class="ft1">im Strassenbau. Bei Bauaufträgen lässt sich das Kriterium Termine</span><br/> <span class="ft1">etwa aufgrund der folgenden Gesichtspunkte beurteilen (vgl. Hand-</span><br/> <span class="ft1">buch des öffentlichen Beschaffungswesens im Kanton Graubünden</span><br/> <span class="ft1">[Stand: 22.4.2010] Kap. 20.27: Muster - Zuschlagskriterien bei</span><br/> <span class="ft1">Bauaufträgen / Seite 2): Vom Anbieter abzugebendes Bauprogramm,</span><br/> <span class="ft1">Angaben des Anbieters zu Terminen und Bauabläufen, Referenzaus-</span><br/> <span class="ft1">künften zu den Terminen bei früheren Aufträgen, Angaben zu ein-</span><br/> <span class="ft1">setzbarer Personalkapazität / Projektorganisation / Verfügbarkeits-</span><br/> <span class="ft1">nachweise, Gesamtbauzeit und Eckdaten, Zweckmässigkeit der vor-</span><br/> <span class="ft1">gesehenen Etappierung etc.. Beurteilt werden können etwa das Ter-</span><br/> <span class="ft1">min-Bauprogramm oder die angegebenen Termine im Sinne einer</span><br/> <span class="ft1">Plausibilitätsprüfung (kann der Anbieter die vom Auftraggeber aus-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">163</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">gesetzten Termine gewährleisten, z. B. das Verfahren zur Planung der</span><br/> <span class="ft1">Arbeitsausführung und der Einflussnahme darauf, Angaben betref-</span><br/> <span class="ft1">fend Personalkapazitäten). Der Termin kann aber auch als Teil der</span><br/> <span class="ft1">Leistung beurteilt werden. Bewertet wird hier die vom Unternehmer</span><br/> <span class="ft1">offerierte Dauer der Ausführung. Die beste Benotung erhält, wer die</span><br/> <span class="ft1">kürzeste Realisierungszeit offeriert (wobei es sich um realistische /</span><br/> <span class="ft1">realisierbare Angaben handeln muss und für die Nichteinhaltung der</span><br/> <span class="ft1">offerierten Termine Sanktionen vorgesehen sein müssen).</span><br/> <span class="ft1">3.1.3.</span><br/> <span class="ft1">Bei den Terminen handelt es sich um ein Zuschlagskriterium,</span><br/> <span class="ft1">das - soweit ersichtlich - in sämtlichen Beschaffungsgesetzen als</span><br/> <span class="ft1">solches genannt ist (vgl. statt vieler: Art. 21 BöB; § 32 VRöB; § 18</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 SubmD; § 33 Abs. 1 der Submissionsverordnung des Kantons</span><br/> <span class="ft1">Zürich vom 23. Juli 2003 [LS 720.11]; Art. 21 Abs. 2 des Submis-</span><br/> <span class="ft1">sionsgesetzes des Kantons Graubünden vom 10.</span> <span class="ft1">Februar 2004</span><br/> <span class="ft1">[SubG; BR 803.300]; Art. 4 Abs. 1 lit. e des Abkommens zwischen</span><br/> <span class="ft1">der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinschaft über bestimmte Aspekte des öffentlichen Beschaffungs-</span><br/> <span class="ft1">wesens vom 21. Juni 1999 [SR 0.172.052.68] [Lieferfrist, Ausfüh-</span><br/> <span class="ft1">rungsdauer]). Das Kriterium hat, wie aus den vorstehenden Ausfüh-</span><br/> <span class="ft1">rungen hervorgeht, gerade bei Bauarbeiten durchaus seinen Sinn und</span><br/> <span class="ft1">seine Berechtigung, vermag z. B. ein vom Anbieter zu erstellendes</span><br/> <span class="ft1">Bau- oder Terminprogramm doch aufzuzeigen, ob und wie er sich</span><br/> <span class="ft1">mit der Ausführung der ausgeschriebenen Leistungen in zeitlicher</span><br/> <span class="ft1">Hinsicht auseinandergesetzt und ob er die Aufgabe richtig verstanden</span><br/> <span class="ft1">hat. Daran ändert die Tatsache, dass es bei der Realisierung der</span><br/> <span class="ft1">ausgeschriebenen Leistungen häufig zu Verzögerungen und Ände-</span><br/> <span class="ft1">rungen kommt, nichts.</span><br/> <span class="ft1">3.2.-3.4. (...)</span><br/></div> </div> </body> </html>