<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, Artikel 24 Absatz 2 Buchstabe a und d sowie Artikel 27 Absatz 1 FMedG so zu ändern, dass ein Kind bereits im Kindergartenalter, also nach Vollendung des 4. Lebensjahrs die Möglichkeit hat, vom EAZW Angaben über die Identität des Samenspenders und seine äussere Erscheinung zu erhalten. </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Artikel 27 Absatz 1 des Fortpflanzungsmedizingesetzes (FMedG, SR 810.11) gibt dem volljährigen Kind, das durch eine Samenspende gezeugt worden ist, einen voraussetzungslosen Anspruch auf Auskunft über die äussere Erscheinung und die Personalien des Spenders. Bereits heute kann aber ein minderjähriges Kind jederzeit Auskunft über alle Daten verlangen, wenn es ein schutzwürdiges Interesse daran hat (Art. 27 Abs. 2 FMedG). Der Anspruch des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung beinhaltet nach geltendem Recht hingegen keinen Anspruch auf Kontakt zum Samenspender (vgl. auch Art. 27 Abs. 3 FMedG).</p><p>Angesichts der verfassungsrechtlichen (Art. 119 Abs. 2 Bst. g der Bundesverfassung, SR 101) und völkerrechtlichen (Art. 7 Abs. 1 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes [UNO-KRK] SR 0.107) Vorgaben bezüglich des Rechts auf Kenntnis der eigenen Abstammung dürfen die Anforderungen an das von einem minderjährigen Kind darzulegende schutzwürdige Interesse nicht zu hoch angesetzt werden. Unabhängig davon, ob die gesuchstellende Person urteilsfähig ist oder nicht, steht dabei die Frage im Zentrum, ob die Bekanntgabe der gewünschten Informationen unter den Umständen des konkreten Einzelfalles dem Wohl des Kindes entspricht. Auch ein jüngeres Kind hat damit bereits heute die Möglichkeit, ein entsprechendes Gesuch zu stellen und die gewünschten Informationen zu erhalten, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Der von der Motion verlangte absolute Anspruch des Kindes auf Bekanntgabe der betreffenden Informationen würde dagegen dem allgemeinen Grundsatz widersprechen, wonach alle Entscheide, die das Kind betreffen, jeweils unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls und der vorrangigen Berücksichtigung des Kindeswohls zu treffen sind (Art. 3 Abs. 1 UNO-KRK).</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.