<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: DR.2000.00001</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105536&amp;W10_KEY=13013581&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>DR.2000.00001</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.06.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Disziplinarmassnahmen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b> Höchstgrenze einer Besoldungsreduktion (E. 3 a-d). Eine Kumulation von Disziplinarmassnahmen ist solange möglich, als nicht eine Umgehung der gesetzlichen Höchstgrenze vorliegt (E. 3 e). Verhältnismässigkeit einer Disziplinarmassnahme (E. 4 a). I.c. ist die Rückstufung verhältnismässig (E. 4 b). Sinngemässe Anwendung von § 80b VRG, obwohl wirtschaftliche Interessen des Rekurrenten im Vordergrund stehen (E. 5a).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESOLDUNGSREDUKTION">BESOLDUNGSREDUKTION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: DISZIPLINARRECHT">DISZIPLINARRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KUMULATION">KUMULATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKSTUFUNG">RÃCKSTUFUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 72 GemeindeG</span><br/><span class="gerade">Art. 4 OrdnungsstrafG</span><br/><span class="ungerade">§ 38 lit. II VRG</span><br/><span class="gerade">§ 80b VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span>hat sich ergeben:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. <b>A</b> ist seit 1988 als Betriebsleiter bei der Gemeinde <b>E</b> tÃ¤tig. Im Hinblick auf die "Viren-Gefahr" fÃ¼r die Computer beschloss die Gemeinde anfangs 1997, die Laufwerke der Personal Computer mit SchlÃ¶ssern fÃ¼r das Diskettenlaufwerk zu verse­hen. Im Rahmen dieser Massnahme wurde auch das Laufwerk von <b>A</b> mit einem Schloss ausgerÃ¼stet. <b>A</b> brach das Schloss im FrÃ¼hjahr 1997 unmittelbar nach des­sen Installation wieder auf und verwendete sein Laufwerk in der Folge auch fÃ¼r Disketten. Am 8. Dezember 1997 stellte die Gemeinde die Entfernung des Laufwerkschlosses fest und leitete am 16. Dezember 1997 eine Disziplinaruntersuchung ein. Nach erfolgter AnhÃ¶rung des Beschuldigten verhÃ¤ngte sie am 13. Januar 1998 gegen <b>A</b> verschiedene Diszi­plinarmassnahmen: Zum einen erteilte sie ihm einen scharfen, schriftlichen Verweis, ver­bunden mit der ausdrÃ¼cklichen Androhung schÃ¤rferer Massnahmen, wenn noch das Ge­ringste passiere. Sodann erfolgte fÃ¼r die Dauer von 10 Monaten, also ab 1. MÃ¤rz bis 31. Dezember 1998, eine vorÃ¼bergehende RÃ¼ckversetzung in der Besoldung von Klasse 21/LS 3 in die Klasse 20/LS 3. Schliesslich wurde ihm die Auszahlung der mit Vorbehal­ten und Bedingungen beschlossenen PrÃ¤mienauszahlung an das Gemeindepersonal defini­tiv gestrichen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. <b>A</b> rekurrierte gegen diesen Beschluss an den Bezirksrat des Bezirks <b>F</b>. Dieser hiess den Rekurs am 16. Dezember 1999 insoweit gut, als er die Anordnung eines "scharfen" Verweises fÃ¼r unzulÃ¤ssig erachtete und diesen Zusatz strich. Im Ãbrigen wies der Bezirksrat den Rekurs ab, soweit er darauf eintrat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Rekursschrift vom 20. MÃ¤rz 2000 gelangte <b>A</b> rechtzeitig ans Ver­waltungsgericht. Er beantragte insoweit die Aufhebung der vorinstanzlichen Entscheide, als Rekursgegnerin und Bezirksrat mehr als einen schriftlichen Verweis ausgesprochen bzw. bestÃ¤tigt hatten. Der Bezirksrat beantragte am 3. April 2000 unter Verzicht auf neue AusfÃ¼hrungen die Abweisung des Rekurses. Die Rekursgegnerin ersuchte mit Eingabe vom 26. Mai 2000 innert erstreckter Frist ebenfalls um Rekursabweisung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Mit Disziplinarrekurs kÃ¶nnen u.a. erstinstanzliche Rekursentscheide Ã¼ber Dis­ziplinarmassnahmen angefochten werden. Lediglich gegen Verweise ist der Rekurs ausge­schlossen (§ 76 des Ver­waltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in der revidierten Fassung vom 8. Juni 1997, VRG). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei der angefochtenen VerfÃ¼gung handelt es sich um einen erstinstanzlichen Re­kursentscheid Ã¼ber einen Verweis und weitere disziplinarische Massnahmen. Der Rekur­rent richtet sich allein gegen die Massnahmen, welche Ã¼ber den erteilten Verweis hinaus­gehen. Auf den Rekurs ist daher einzutreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) GemÃ¤ss § 38 VRG beurteilt das Verwaltungsgericht Streitigkeiten grundsÃ¤tzlich in Dreierbesetzung. Rekurse, Beschwerden und Klagen, deren Streitwert Fr. 20'000.-- nicht Ã¼bersteigt, behandelt dagegen der Einzelrichter, wobei die Sache in FÃ¤llen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung dennoch der Kammer Ã¼bertragen werden kann.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dem Wortlaut von § 38 Abs. 2 VRG lÃ¤sst sich nicht entnehmen, wann eine Be­schwerde einen Streitwert hat. Die ZustÃ¤ndigkeit zur Beurteilung von Zivilprozessen oder deren Weiterziehbarkeit lÃ¤sst sich an einen Streitwert knÃ¼pfen, sobald es sich um eine ver­mÃ¶gensrechtliche Streitigkeit handelt. Eine solche liegt im Zivilrecht vor, wenn der Rechtsgrund des streitigen Anspruchs letzten Endes im VermÃ¶gensrecht ruht, mit der Klage letztlich und Ã¼berwiegend ein wirtschaftlicher Zweck verfolgt wird (vgl. BGE 118 II 528 E. 2c S. 531 mit Hinweisen). Bei Zivilrechtsstreitigkeiten ist dies auch der Fall, wenn die strittige Leistung nicht unmittelbar vermÃ¶gensrechtlicher Natur ist, aber, wie etwa ein Arbeitszeugnis, die Geltendmachung vermÃ¶gensrechtlicher Interessen erleichtern soll (vgl. BGE 116 II 379 E. 2b S. 380 f. mit Hinweisen).</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wenn es somit fÃ¼r die Beurteilung, ob ein Streit vermÃ¶gensrechtlich ist, auf die Natur des vorwiegend verfolgten Zwecks ankommt, unterscheidet sich der angefochtene Entscheid von einem Zivilurteil darin, dass die von beiden Parteien verfolgten Interessen nicht gleicher Natur sind. WÃ¤hrend die vom Rekurrenten verfolgten Interessen als vermÃ¶­gensrechtlich bewertet werden kÃ¶nnen, sind diejenigen der Gemeinde <b>E</b> in erster Linie Ã¶ffentlicher und nicht wirtschaftlicher Natur. Im Vordergrund der angefochtenen Massnahmen steht fraglos die Disziplinierung des Rekurrenten und nicht die Wahrneh­mung wirtschaftlicher Interessen im Sinn einer Verbesserung des Gemeindehaushalts. Das vom Gemeinwesen verfolgte Interesse ist ein hoheitliches; es geht entsprechend der Ziel­setzung der Disziplinarmassnahme darum, den ordnungsgemÃ¤ssen Gang der Verwaltung sicherzustellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Handelt es sich somit jedenfalls aus dem Blickwinkel der Gemeinde <b>E</b> als Rekursgegnerin nicht um eine wirtschaftliche Streitigkeit, so ist fÃ¼r die Frage der ZustÃ¤n­digkeit das Vorliegen eines Streitwerts zu verneinen. Dementsprechend ist die Sache von vornherein in Dreierbesetzung zu behandeln.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c</span><span>) </span><span>Mit dem Disziplinarre­kurs kann geltend gemacht wer­den, die angefochtene Massnahme verletze das Recht, stelle den Sachverhalt unrichtig fest oder sei nicht ange­messen (§ 78 VRG). Die ErmessensÃ¼berprÃ¼fung ist immerhin durch die Gemeindeautono­mie beschrÃ¤nkt, wenn es um die Anwendung von Ermessensbestimmungen oder die Aus­legung von unbestimmten Rechtsbegriffen des kommunalen Rechts geht (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 78 N. 4).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Als Disziplinarfehler gilt jede rechtswidrige und schuldhafte Verletzung der Dienstpflichten, die geeignet ist, den ordnungsgemÃ¤ssen Gang, die VertrauenswÃ¼rdigkeit oder das Ansehen der staatlichen TÃ¤tigkeit zu beeintrÃ¤chtigen (vgl. § 2 lit. a des kantonalen Gesetzes betreffend die Ordnungsstrafen vom 30. Oktober 1866; § 48 der von der Gemein­deversammlung <b>E</b> genehmigten Verordnung Ã¼ber die Dienst- und Besoldungs­verhÃ¤ltnisse des Gemeindepersonals und die EntschÃ¤digungen der BehÃ¶rden und Kommis­sionen vom 10. Februar 1989; ferner RB 1981 Nr. 32; RenÃ© A. Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Er­gÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt a.M. 1990, Nr. 54 insbesondere B I, mit zahlreichen Hin­weisen; Walter Hinterberger, Disziplinarfeh­ler und Disziplinarmassnahmen im Recht des Ã¶ffentlichen Dienstes, St. Gallen 1986, S. 38, 58 ff.). Zu sanktionierende Disziplinarfehler kÃ¶nnen nicht nur in der ErfÃ¼llung bestimmt umschriebener TatbestÃ¤nde, sondern auch darin liegen, dass ein dem Disziplinarrecht Un­terworfener mit seiner Stellung verbundene, jedoch nur allgemein um­schriebene Pflichten verletzt. Demnach kann die Verletzung von Dienstpflichten auf­grund einer "disziplinar­rechtlichen Generalklausel" geahndet werden (Rhinow/KrÃ¤­hen­mann, Nr. 54 B IVb).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Im Verhalten des Rekurrenten ist offensichtlich eine Dienstpflichtverletzung zu erblicken. Indem er das am Diskettenlaufwerk neu angebrachte Schloss eigenmÃ¤chtig auf­brach, verursachte er nicht nur einen (geringfÃ¼gigen) Sachschaden, sondern missachtete in der Folge auch die damalige Ordnung, wonach das Diskettenlaufwerk nicht mehr benÃ¼tzt werden durfte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Mit dem Rekurs wird in formeller Hinsicht geltend gemacht, die Obergrenze fÃ¼r den Erlass einer Lohnreduktion belaufe sich auf Fr. 500.--. In jedem Fall mÃ¼sse eine Lohnreduktion, deren Summe die HÃ¶chstgrenze fÃ¼r Ordnungsbusse Ã¼bersteige, die glei­chen Anforderungen erfÃ¼llen wie eine disziplinarische Entlassung; denn sei einem Beam­ten eine Fr. 500.-- Ã¼bersteigende Busse nicht zumutbar, so bleibe ihm als einzige Alterna­tive die AuflÃ¶sung des DienstverhÃ¤ltnisses. Unter Einrechnung der entzogenen PrÃ¤mien­zahlung ergebe sich hier eine finanzielle Einbusse von insgesamt Fr. 8'647.80. Weiter macht der Rekurrent geltend, der Entzug der PrÃ¤mienzahlung habe keinerlei gesetzliche Grundlage. Schliesslich weist er darauf hin, dass eine Kumulation der verhÃ¤ngten Diszi­plinarmassnahmen nicht vorgesehen sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das kantonale Ordnungsstrafengesetz dient auch als Rechtsgrundlage fÃ¼r diszi­plinarische Sanktionen durch GemeindebehÃ¶rden (H.R. Thalmann, Kommentar zum ZÃ¼r­cher Gemeindegesetz, 2. A., ZÃ¼rich 1991, § 72 N. 8.3.1.). Das Gesetz nennt als Ordnungs­strafen den Verweis, die Geldbusse nach den fÃ¼r Polizeibussen geltenden AnsÃ¤tzen sowie die Einstellung in den Dienstvorrichtungen fÃ¼r die Dauer von hÃ¶chstens zwei Monaten unter Anordnung der Stellvertretung auf Kosten des Fehlbaren (§ 4 Ordnungsstrafenge­setz). Daneben bestimmte § 72 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 gemÃ¤ss der bis Ende Juni 1999 geltenden Fassung die MÃ¶glichkeit der Entlassung von Gemeindebeamten wÃ¤hrend der Amtsdauer und behielt weitere Bestimmungen der Gemeinden Ã¼ber die An­stellungsverhÃ¤ltnisse vor. Es gilt als unbestritten, dass die Gemeinden gestÃ¼tzt auf diese Bestimmung befugt waren, in ihrem Personalrecht weitere Disziplinarvorschriften zu erlas­sen (vgl. Thalmann, § 72 N. 8.3.1. mit Hinweisen; Ã¤hnlich auch die heutige Fassung von § 72). Auf der Grundlage von § 72 des Gemeindegesetzes nennt die bereits erwÃ¤hnte Ver­ordnung der Gemeinde <b>E</b> vom 10. Februar 1989 in Art. 50 unter anderem die vorÃ¼bergehende RÃ¼ckversetzung in eine niedrigere Besoldungsklasse als Disziplinarmass­nahme.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Ob die Gemeinden hinsichtlich der Sanktionen von Ordnungsstrafengesetz vÃ¶llig abweichen kÃ¶nnen (dazu Thalmann, N. 8.3.1.), braucht hier nicht entschieden zu werden. Eine LohnkÃ¼rzung im vorliegend angetroffenen Umfang geht jedenfalls nicht Ã¼ber den Lohnausfall hinaus, welche die in § 4 Abs. 1 Ziff. 3 des Ordnungsstrafengesetzes vorgese­hene hÃ¶chstens zweimonatige Einstellung bei Ãberbindung der Stellvertreterkosten fÃ¼r den Fehlbaren zur Folge haben kann. Die hier angeordnete LohnkÃ¼rzung im Gesamtumfang von weniger als einem Monatslohn des Rekurrenten bewegt sich somit ohne weiteres noch im Rahmen, wie ihn das Ordnungsstrafengesetz vorgezeichnet hat. Die Besoldungsreduk­tion gilt im Ãbrigen durchaus als eine typische Disziplinarmassnahme (vgl. Peter Bellwald, Die disziplinarische Verantwortlichkeit der Beamten, Bern 1985, S. 143, S. 153 f.; Hinter­berger, S. 261 ff.). Nicht zu Ã¼bersehen ist auch, dass die Verordnung der Gemeinde <b>E</b> von der Gemeindeversammlung genehmigt wurde und somit auf Gemeindestufe demokratisch legitimiert ist. Die vorÃ¼bergehende BesoldungskÃ¼rzung kann sich auf eine ausreichende gesetzliche Grundlage abstÃ¼tzen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Nicht anders verhÃ¤lt es sich mit der Anordnung, dem Rekurrenten die mit Vor­behalten und Bedingungen beschlossene PrÃ¤mienauszahlung definitiv nicht auszurichten. Die NichtgewÃ¤hrung einer dem Betroffenen grundsÃ¤tzlich zustehenden einmaligen PrÃ¤mi­enzahlung lÃ¤uft im Ergebnis ebenfalls auf eine KÃ¼rzung der Besoldung hinaus, welche durch die Regelung in der Gemeindeverordnung gedeckt ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Dem Rekurrenten kann schliesslich auch insofern nicht gefolgt werden, als er die Kumulierung von Disziplinarmassnahmen als unzulÃ¤ssig betrachtet. In Ã¤hnliche Richtung zielt zwar Bellwald mit der Bemerkung, verschiedene Disziplinarmassnahmen kÃ¶nnten nur ausnahmsweise miteinander verbunden werden (S. 144; vgl. auch Hinterberger, S. 268: "Auf jeden Fall muss die ausnahmsweise Verbindung mehrerer Disziplinarmassnahmen nach den UmstÃ¤nden sinnvoll sein und zusammen der Schwere der Dienstpflichtverletzung und dem Grad des Verschuldens entsprechen"). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Eine gesetzlich nicht vorgesehene Kumulation zweier Disziplinarmassnahmen muss jedenfalls dann als unzulÃ¤ssig gelten, wenn damit eine gesetzlich vorgesehene HÃ¶chst­grenze umgangenen wÃ¼rde (z.B. Kumulation von Busse und Lohnreduktion). Hier aber bezweckte die Gemeinde mit der Anordnung des Verweises den Hinweis zu geben, es wÃ¼rden schÃ¤rfere Massnahmen erfolgen, wenn noch das Geringste passiere. Ein Eingriff in die Rechte oder das VermÃ¶gen des Rekurrenten war damit nicht verbunden. Angesichts des rein formalen Charakters eines Verweises erscheint es als zulÃ¤ssig, diesen auch ohne ge­setzliche Regelung zur Verdeutlichung mit einer anderen Disziplinarmassnahme zu verbin­den. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie bereits dargelegt, ist die NichtgewÃ¤hrung der einmaligen PrÃ¤mienauszahlung ebenfalls als eine zulÃ¤ssige LohnkÃ¼rzung aufzufassen. Dieser Massnahme im betragsmÃ¤s­si­gen Umfang von Fr. 1'331.10 kommt neben der periodischen LohnkÃ¼rzung von insge­samt Fr. 7'316.70 keine selbstÃ¤ndige Bedeutung zu; Ziff. 1 lit. b und c des gemeinderÃ¤tli­chen Beschlusses sind vielmehr als Einheit aufzufassen, weshalb neben dem Verweis im Ergebnis nur eine Disziplinarmassnahme vorliegt, â eben die vorÃ¼bergehende KÃ¼rzung des dem Rekurrenten an sich zugestandenen Einkommens im Umfang von insgesamt Fr. 8'647.80.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) FÃ¼r die Bestimmung der Disziplinarmassnahmen gilt vorab der Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit (Thalmann, N. 8.3.4.; Bellwald, S. 168, mit Hinweisen.) Massgebend fÃ¼r die Auswahl und Bemessung der zu verhÃ¤ngenden Massnahme ist die Schwere der Ver­fehlung, welche objektiv durch die Bedeutung der verletzten administrativen Interessen und subjektiv durch das Mass des Verschuldens bestimmt ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 76 N. 12, mit Hinweisen). Von Be­deutung ist auch die dienstliche Stellung des Fehlbaren, indem die Verantwortlichkeit um so schwerer wiegt, je hÃ¶her dessen Stellung ist. An einen hohen Beamten mit grossem SelbstÃ¤ndigkeitsbereich, welcher der Kritik der Ãffentlichkeit in besonderem Mass ausgesetzt ist, mÃ¼ssen hinsichtlich der ErfÃ¼llung der Dienstpflichten strengere Anforderungen gestellt werden als an einen subalternen Bediensteten (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 76 N. 12; Christoph Meili, Das Ã¶ffentlichrechtliche DienstverhÃ¤lt­nis, insbesondere dessen Beendigung nach zÃ¼rcherischem Recht, ZÃ¼rich 1958, S. 86 f.). Das bisherige Verhalten des Fehlbaren stellt ebenfalls eine wesentliche Grundlage dar, wobei insbesondere erschwerend ins Gewicht fÃ¤llt, wenn der Bedienstete bereits frÃ¼her diszipliniert worden war (Hinterberger S. 382 f.). GemÃ¤ss Art. 51 der hier in Frage stehen­den Gemeindeverordnung richten sich Art und Ausmass der Disziplinarmassnahmen vor allem nach den verletzten Interessen der Ãffentlichkeit und des Dienstbetriebs sowie nach dem Verschulden des Beamten oder Angestellten. Das bisherige Verhalten und die dienst­liche Stellung sind angemessen zu berÃ¼cksichtigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Gegensatz zu Verweis und Busse, welche als leichte Disziplinarmassnahmen gelten, stellt der Besoldungsentzug nach Ã¼berzeugender Typologisierung eine Massnahme mittlerer Schwere dar; als schwer gelten Entlassung oder Versetzung ins provisorische DienstverhÃ¤ltnis (vgl. Hinterberger, S. 264 f., mit Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) In objektiver Hinsicht handelt es sich insofern noch nicht um eine schwere Pflichtverletzung, als keinerlei Anhaltspunkte dafÃ¼r bestehen, dass die BenÃ¼tzung des Dis­kettenlaufwerks durch den Rekurrenten zu einer Einschleusung von Viren in das Compu­tersystem der Gemeinde gefÃ¼hrt hÃ¤tte. Immerhin ist zu beachten, dass der Rekurrent das Laufwerk bis zur Entdeckung mehr als ein halbes Jahr unbemerkt benutzt hatte. In subjek­tiver Hinsicht fÃ¤llt sodann erschwerend ins Gewicht, dass der Rekurrent wissentlich und willentlich vorgegangen ist. Die Installation des Schlosses stellte fÃ¼r den Rekurrenten â wie er in seiner Stellungnahme vom 11. Dezember 1997 ausfÃ¼hrte (act. --) â eine per­sÃ¶nliche Beleidigung dar; er habe zur Ãffnung des Diskettenlaufwerks den direkten und nicht den Instanzenzug gewÃ¤hlt. Beim Vorliegen einer solchermassen absichtlich begange­nen Pflichtverletzung wiegt das Verschulden grundsÃ¤tzlich schwerer (vgl. auch Hinterber­ger, S. 372). Der Rekurrent lÃ¤sst zudem jede ernsthafte Einsicht in die UnrechtmÃ¤ssigkeit seines Tuns vermissen, was ebenfalls erschwerend ins Gewicht fÃ¤llt (vgl. etwa KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 76 N. 12). Schliesslich ist auf die Stellung des Rekurrenten als Be­triebsleiter hinzuweisen sowie auf den Umstand, dass er am 9. Februar 1993 wegen Kom­petenzverletzung verwarnt worden war. Zu Gunsten des Rekurrenten sind die bei den Ak­ten liegenden Ã¼berwiegend guten Qualifikationen seiner Arbeit zu beachten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Insgesamt kann das Vorgehen des Rekurrenten durchaus als eine Verfehlung mittle­rer Schwere bezeichnet werden und rechtfertigt sie unter BerÃ¼cksichtigung sÃ¤mtlicher Um­stÃ¤nde die vorÃ¼bergehende KÃ¼rzung der Besoldung als eine Massnahme mittleren Schwe­regrads. Auch der Umfang der angeordneten SalÃ¤rkÃ¼rzung von insgesamt Fr. 8'647.80 kann nicht als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig qualifiziert werden. Wenn der Betrag zwar isoliert betrachtet als hoch erscheinen mag, so ist er mit Bezug auf die monatliche SalÃ¤rhÃ¶he des Rekurrenten von Fr. 10'239.30 doch angemessen. Der Rekurs ist damit auch insofern unbegrÃ¼ndet, als er die angeordnete Massnahme als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig rÃ¼gt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dies fÃ¼hrt zur vollumfÃ¤nglichen Abweisung des Rekurses.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Laut § 80b VRG zeitigen personalrechtliche Verfahren mit einem Streitwert von unter Fr. 20'000.‑- keine Kostenfolgen fÃ¼r die Parteien; vorbehalten bleibt der â hier nicht interessierende â Fall, wo die unterliegende Partei einen unangemessenen Aufwand verursacht hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wenn auch die vorliegende Streitsache fÃ¼r das betroffene Gemeinwesen nicht ver­mÃ¶gensrechtlicher Natur ist, so stehen fÃ¼r den Rekurrenten doch wirtschaftliche Interessen im Umfang seiner LohnkÃ¼rzungen von rund Fr. 8'600.-- im Vordergrund. Dies rechtfertigt es, fÃ¼r das Verfahren in sinngemÃ¤sser Anwendung von § 80b VRG Kostenfreiheit zu ge­wÃ¤hren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> Das Gericht entscheidet:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Der Rekurs wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ... </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>