B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2160/2013/was U r t e i l v o m 2 0 . A u g u s t 2 0 1 3 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Bruno Huber, Richter Gérald Bovier, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), beide Sri Lanka, beide vertreten durch Hans Peter Roth, (…) Beschwerdeführerinnen, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 18. März 2013 / N (…). D-2160/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin , Kamaladevi Kugendran (in der Folge: die B e- schwerdeführerin), reichte mit Eingabe vom 14. Au gust 2007 auf der Schweizerischen Vertretung in C ._______ ein schriftliches Asylgesuch ein, welches am 17. August 2007 mit der Begründung, sie erfülle die A n- forderungen für eine Asylgewährung in der Schweiz oder für die Erteilung eines Visums für die Schweiz nicht, ohne Einräumung einer Rechtsmittel- belehrung abgewiesen wurde. Mit Eingabe vom 22. August 2007 ersuchte die Beschwerdeführerin erneut schriftlich um Gewährung von Asyl. Di e- ses Gesuch blieb unbeantwortet. B. Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführe rin mit ihren be i- den Kindern (hinsichtlich des in de r Zwischenzeit erwachsenen Sohnes vgl. (…) ihr Heimatland am 11. Mai 2009 legal mit ihrem Reisepass und gelangte auf dem Luftweg nach D._______ und von dort nach E._______. Anschliessend wurde sie in einem Auto unter Umgehung der Grenzkontrollen am 18. Ma i 2009 in die Schweiz gebracht , wo sie am gleichen Tag ein Asylgesuch stellte. Am 20. Mai 2009 wurde die B e- schwerdeführerin zur Person befragt und am 10. Juni 2009 führte das BFM eine Anhörung durch. Die Beschwerdeführer in brachte vor, sie sei tamilischer Ethnie und stamme aus F._______, habe zwischen 1991 und 2003 in C._______ ge- lebt, anschliessend bis am 2. August 2007 in G._______ und zwischen dem 2. August 2007 und dem 11. Mai 2009 wieder in C ._______. Im Au- gust 2006 sei ihr Ehemann aus beruflichen Gründen nach C._______ ge- reist und seither verschollen. Sie habe das Verschwinden des Ehema n- nes am 7. November 2006 bei der sri -lankischen Menschenrechtskom- mission gemeldet. Wegen der prekären Sicherheitslage in der Gegend um H._______ habe sie sich im Novem ber 2006 entschieden, nach C._______ zurückzukehren, wobei sie für diese Reise bei den Behörden eine Clearance beantragt habe. Als sie diese anfangs 2007 habe abholen wollen, sei sie von einem Soldaten vergewaltigt worden. Am 2. August 2007 sei sie nach C ._______ gereist und habe sich dort registrieren las- sen. Sie habe in J._______ und in I._______ Verwandte. Ihr Bruder be- sitze die australische Staatsangehörigkeit und habe vergeblich versucht, ihre Ausreise nach J._______ zu organisieren. Schliesslich habe er einen Schlepper gefunden und die Reise der Beschwerdeführerin und ihrer D-2160/2013 Seite 3 Kinder in die Schweiz finanziert. Im Fall einer Rückkehr befürchte sie Ver- folgungsmassnahmen. Die Beschwerdeführerin reichte zur Untermauerung i hrer Vorbringen ein Bestätigungsschreiben des Divisional Secretariats von K._______, ein Schreiben der Schweizerischen Botschaft in C ._______, eine Registri e- rungsbestätigung der sri -lankischen Menschenrechtskommission vom (…), einen Studentenausweis, eine Heiratsurkunde, Kopien der Geburt s- urkunden, eine Kopie der Identitätskarte, Kopien der Reisepässe und mehrere Zeitungsartikel zu den Akten. C. Mit Verfügung vom 18. März 2013 – eröffnet am folgenden Tag – lehnte das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin und ihrer minderjähri- gen Tochter ab, wies beide aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Zur Begründung legte das BFM im Wesentlichen dar, dass die vorgebrachten Fluchtgründe den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen vermochten. Den Wegweisungs- vollzug erachtete das BFM als zulässig, zumutbar und möglich. Auf die Einzelheiten der Begründung wird in den nachfolgenden Erwägungen n ä- her eingegangen. D. Gegen diese Verfügung reichte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 18. April 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und b e- antragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Ge währung von Asyl und eventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme info l- ge fehlender Zulässigkeit beziehungsweise Zumutba rkeit des Wegwe i- sungsvollzugs. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. In Ergänzung zum bisher i- gen Sachverhalt wurde geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz an verschiedenen K undgebungen gegen die sri -lankische Regierung teilgenommen habe. Auf die weitere Begründung wird in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. E. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. April 2013 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass sie den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten dürfe (s. Art. 42 AsylG) und über ihr Gesuch , um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvo r- schusses beziehungsweise Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen D-2160/2013 Seite 4 Prozessführung werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Die Be- schwerdeführerin wurde aufgefordert, innert Frist Belege für die erst im Beschwerdeverfahren geltend gemachte Teilnahme an Kundgebungen nachzureichen, verbunden mit der Androhung, im Unterlassungsfall we r- de gestützt auf die bestehende Aktenlage zu entscheiden sein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die besc hwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt n icht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerinnen haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei- se Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht , die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). D-2160/2013 Seite 5 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leib es, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchl ich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Das BFM legte zur Begründung seines Entscheides unter anderem dar, die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Ve rgewaltigung anfangs 2007 vermöge aus objektiver Sicht keine Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu begründen, weil es sich um ein einmaliges , isoliertes Er- eignis handle. Die Beschwerdeführerin sei danach – abgesehen von poli- zeilichen Routinekontrollen – nicht weiter behelligt worden. Offensichtlich sei es ihr gelungen, sich den Schwierigkeiten in H._______ mit einem Wegzug nach C._______ zu entziehen. 5.2 Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vor, eine erlittene Vergewaltigung sei per s e ein einschneidendes Erei g- nis, welches geeignet sei, einen grossen psychischen Druck zu erzeugen, der das Weiterleben im bisherigen gesellschaftlichen Kontext als unz u- mutbar erscheinen lasse. Da die Tat von einem singhalesischen Soldaten begangen worden s ei, trage sie den Stempel eines Kriegsverbrechens. Zudem seien von Soldaten begangene Vergewaltigungen in Sri Lanka D-2160/2013 Seite 6 keine Einzelfälle, sondern Bestandteil des gegen die tamilische Minde r- heit bestehenden Genozids, wie zahlreiche Berichte von Journalisten und Nichtregierungsorganisationen (NGO) zeigten. Das BFM hätte sich vo r- liegend mit der frauenspezifischen Situation näher befassen müssen, um das Vorliegen eines realen Risikos einer zukünftigen Verfolgung ei n- schätzen zu können. 5.3 Die von der Beschwerdeführer in geschilderten Probleme wurden von der Vorinstanz nicht grundsätzlich in Frage gestellt, auch wenn unter Ziff. 4 der vorinstanzlichen Erwägungen festgehalten wurde, dass die Glaubhaftigkeitsprüfung vorbehalten werde. Angesichts der vorliegenden Sachlage geht auch das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass die geltend gemachten Fluchtgründe den Anforderungen an die Flüchtling s- eigenschaft nicht standzuhalten vermögen, weshalb es sich nicht zu r Glaubhaftigkeit der Vorbringen äussert . Zu prüfen sind insbeso ndere die Aussagen der Beschwerdeführerin , sie habe in der Gegend von H._______ mehrmals mit Angehörigen der Armee Schwierigkeiten be- kommen, weil diese nach dem Verbleib des Ehemannes gefragt und sie – wenn sie allein zuhause gewesen sei – auch sexuell belästigt hätten, i n- dem sie "begrabscht" worden sei. Darüber hinaus machte sie geltend, dass sie im Zusammenhang mit dem Erhalt einer Clearance für die Reise nach C ._______ von einem Büroangestellten der Armee vergewaltigt worden sei. Für den Zeitraum während ihres Aufenthaltes in C._______ in den Jahren 2007 bis 2009 legte sie dar, sie sei verschiedentlich Routine- kontrollen unterzogen worden und ausserdem den immer wiederkehre n- den Fragen nach dem Ehemann ausgesetzt gewesen. 5.4 Diese Ereignisse sind in einem gesamthaften Zusammenhang zu s e- hen, wobei einerseits die damaligen Verhältnisse im Heimatland der B e- schwerdeführerin miteinzubeziehen sind und andererseits die aktuelle S i- tuation im Land, wie sie sich im heutigen Zeitpunkt zeigt, zu berücksichti- gen ist. 5.4.1 Im Hinblick darauf, dass die Beschwerdeführerin sexuelle Beläst i- gungen für den Zeitraum seit dem Verschwinden des Ehemannes im A u- gust 2006 bis zur Reise nach C ._______ im August 2007 geltend macht und darüber hinaus auch eine Vergewaltigung anfangs 2007 vor bringt, kann die Argumentation der Vorinstanz, wonach es sich um ein einzelnes Ereignis handle, in dieser Formulierung nicht geteilt werden. Es ist – ge- stützt auf zahlreiche Berichte von internationalen Organisationen – allge- mein bekannt, dass alleinstehende Frauen während des Bürgerkrieges in D-2160/2013 Seite 7 Sri Lanka zahlreichen Übergriffen durch Armeeangehörige ausgesetzt waren, wobei sie oft Angriffe auf ihre sexuelle Integrität erdulden mussten und sich kaum zur Wehr setzen konnten , weil keine funktionierende Schutzgewährung vorhanden war. Die Vorbringen der Beschwerdeführ e- rin für den Zeitraum zwischen August 2006 und August 2007 fallen in den relevanten Zeitrahmen und sind somit mit dem Zeitge schehen zu verein- baren, weshalb die Formulierung des BFM, es handle sich um einen ein- zelnen Vorfall, in dieser Aussage unzutreffend ist: Zwar machte die Be- schwerdeführerin eine einzige Vergewaltigung gel tend; indessen ergibt sich aus den Protokollen, dass sie mehrmals Opfer von sexuellen Belä s- tigungen oder Belästigungsversuchen durch Armeeangehörige geworden sein soll (vgl. BFM-Akten A2/10 S. 6 und A9/19 S. 12), womit in ihrem Fall von einer immer wiederkehrenden Gefahr, während des Bürgerkrieges im Norden des Landes sexuellen Übergriffen ausgesetzt gewesen zu sein, auszugehen ist. 5.4.2 Zudem ist a us der Sicht der damaligen Verhältnisse insbesondere die geltend gemachte Vergewaltigung als flüchtlingsrechtlich relevant zu qualifizieren, da diese einen ernsthaften Nachteil im Sinne des Gesetzes darstellt und aus den in Art. 3 AsylG erwähnten Gründen erfolgte. 5.4.3 Da indessen die Flüchtlingseigenschaft im Zeitpunkt des Entsche i- des zu beurteilen ist und auch die Kausalität zwischen den geltend g e- machten Nachteilen und der Ausreise aus dem Heimatland sowie die Möglichkeit einer innerstaatl ichen Fluchtalternative geprüft werden müs- sen, sind diese nicht nur unter dem Blickwinkel der Verhältnisse vor Ort im Zeitpunkt des Geschehenen zu berücksichtigen; vielmehr muss unter- sucht werden, ob auch im heutigen Zeitpunkt von einer immer noch b e- stehenden oder anderweitigen Verfolgungsgefahr auszugehen ist, ob die Zeitspanne zwischen erlebter Verfolgung und Ausreise die Kausalität nicht unterbrochen hat, und ob mit einer innerstaatlichen Fluchtalternative allfälligen weiteren Übergriffen auszuweichen wäre. 5.4.4 Die Kausalität wurde vom BFM vorliegend verneint, weil zwischen der geltend gemachten Vergewaltigung anfangs 2007 und der Ausreise im Mai 2009 mehr als zwei Jahre liegen und das BFM infolgedessen der Meinung ist, der Vorfall aus dem Jahr 2007 könne nic ht ursächlich für die Ausreise aus Sri Lanka sein. Dies wurde von der Beschwerdeführerin in der Beschwerde bestritten. Auch anlässlich der Anhörung machte sie gel- tend, sie sei nur nach C._______ gereist, um das Land verlassen zu kön- nen. Praxisgemäss lässt sich eine starre zeitliche Grenze, wann der Ka u-D-2160/2013 Seite 8 salzusammenhang als unterbrochen gilt, nicht festlegen, da objektive und subjektive Gründe, die eine frühere Ausreise verhindert haben, zu b e- rücksichtigen sind. Indessen gilt gemäss Praxis eine Zeitspanne von sechs bis zwölf Monaten, nach deren Ablauf der zeitliche Kausalzusa m- menhang als unterbrochen zu betrachten ist. Bei einer Zeitspanne von mehr als zwei Jahren – wie im vorliegenden Fall – wird in der Praxis der Kausalzusammenhang in aller Regel nicht mehr b ejaht (vgl. BVGE 2009/51 E. 4.2.5). Zudem kann vorliegend nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin gute Gründe hatte, ihr Heimatland nicht früher verlassen zu haben, auch wenn sie zunächst erfolglos ve r- sucht ha ben will, bei der S chweizerischen Botschaft ein Asylgesuch zu stellen und d ie Ausreise nach J._______ anstrebt. Einerseits ist den Ak- ten nicht zu entnehmen, dass diese Versuche mehr als zwei Jahre g e- dauert haben, und andererseits machte die Beschwerdeführerin nicht gel- tend, in dieser Zeit weitere Male in vergleichbarer Weise Nachteile erlitten zu haben. Somit war die Beschwerdeführerin, welche im August 2007 nach C ._______ übersiedelte, im Zeitpunkt der Ausreise im Mai 2009 keiner aktuellen Gefahr einer Wiederholung der geltend gemac hten s e- xuellen Übergriffe ausgesetzt. Vielmehr ist es ihr gelungen, mit der Wahr- nehmung einer innerstaatlichen Fluchtalternative weg von der Nordhal b- insel nach C ._______ weiteren Nachteilen der geltend gemachten Art auszuweichen. Die von ihr während ihres Aufenthaltes in C._______ zwi- schen 2007 und 2009 geltend gemachten Routinekontrollen und Fragen nach den Identitätsausweisen und dem Ehemann vermögen den Anforde- rungen an die Intensität zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen. Unter diesen Umständen ist vorliegend – in Übereinsti m- mung mit dem BFM – von einem unterbrochenen Kausalzusammenhang auszugehen. 5.4.5 Hinsichtlich der Frage, ob im heutigen Zeitpunkt von einer begrü n- deten Furcht vor asylerheblichen Nachteilen auszugehen ist, sind alle re- levanten Umstände, welche für die Beurteilung von Bedeutung sind, zu berücksichtigen. Insbesondere muss festgestellt werden, ob und allenfalls wie sich die Situation vor Ort im heutigen Zeitpunkt zeigt, ob ein allfälliger durch die frühere Verfolgung entstandener psychischer Druck eine Rüc k- kehr ins Heimatland verhindert sowie ob und welche Anhaltspunkte dafür oder dagegen sprechen, dass sich eine befürchtete weitere Verfolgung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklichen könnte. D-2160/2013 Seite 9 5.4.6 Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin für den Zeitraum zwischen August 2007 und Mai 2009, als sie sich mit ihren Ki n- dern in C._______ aufhielt, abgesehen von Routinekontrollen und Fragen nach der Identitätskarte sowie nach dem Ehemann, welche den Anforde- rungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen vermögen (vgl. vorangehende Erwägung) , keine Verfolgung geltend macht (vgl. Akte A2/10 S. 5 f. und A9/19 S. 10 und 17). Gestützt auf diese Sachlage ist davon auszugehen, dass die von ihr geltend gemachten sexuellen Übe r- griffe und Übergriffsversuche im Zusammenhang mit den Verhältnissen im Norden Sri Lankas während des damaligen Bürgerkrieges zu sehen sind. Dies gilt umso mehr, als in diesen Teilen des Landes während der Zeit des Bürgerkrieges kein funktionierendes staatliches System vorhan- den und die Sicherheitslage allgemein äusserst prekär war . Übergriffe er- folgten von allen der am Bürgerkrieg beteiligten Gruppierungen, mithin al- so auch vo n Seiten des sri-lankischen Militärs. Die Bürgerkriegssituation führte dazu, dass in der damaligen Zeit von einer fehlenden beziehungs- weise kaum vorhandenen Schutzgewährung auszugehen war, was zur Folge hatte, dass von Übergriffen betroffene Frauen kaum eine Möglic h- keit hatten, sich mit Hilfe einer Schutzmacht dagegen zur Wehr setzen zu können. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten sexuellen Übergriffe auf ihre Person sind vor dem Hintergrund dieser Situation zu sehen. 5.4.7 Mit Blick auf die im heutigen Zeitpunkt bestehende Lage in Sri Lan- ka ist vorab festzuhalten, dass der Bürgerkrieg seit Mai 2009 offiziell b e- endet und die sri -lankischen Behörden wieder die Macht übernommen haben. Gestützt auf die publizierte Praxis und die allgemein zugänglichen internationalen Berichte hat sich die Situation im ganzen Land beruhigt und die Sicherheitslage verbessert (vgl. BVGE 2011/24 E. 7). In Bezug auf die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe ist festzuhalten, dass d ie Be- schwerdeführerin aus heutiger Sicht trotz der geltend gemachten Übe r- griffe auf ihre Person nicht zu einer der in der Praxis entwickelten Risik o- gruppe gezählt werden kann. Gestützt auf ihre Aussagen steht sie nicht in Verbindung mit den LTTE, auch wenn sie im Beschwerdeverfahren ge l- tend machte, sie habe in der Schweiz an Kundgebungen teilgenommen, da sie trotz entsprechender Aufforderung in der Zwischenverfügung vom 26. April 2013 bis zum Datum dieses Urteils keine Belege dafür nac h- reichte. Zudem war sie nicht im Bereich der Medien oder in einer Nichtre- gierungsorganisation tätig. Sie kann auch nicht als politisch Oppositione l- le betrachtet werden , da sich aus ihren Aussagen keine darauf hinwe i- senden Aussagen entnehmen lassen. Indessen ist sie infolge der geltend D-2160/2013 Seite 10 gemachten Übergriffe auf ihre Person durch Angehörige des sri - lankischen Mil itärs als Opfer einer während des Konflikts begangenen Menschenrechtsverletzung im Sinne der erwähnten Praxis (vgl. BVGE 2011/24 E. 8.3) zu betrachten . Aus ihren Aussagen ergibt sich jedoch, dass sie danach noch während zwei Jahren in C ._______ lebte, ohne für diese Zeitdauer eine asylrechtlich erhebliche Verfolgung beziehungswei- se weitere Übergriffe auf sie geltend zu machen, womit die erlittenen Nachteile, welche im Norden des Landes stattgefunden haben sollen, hinsichtlich der Zugehörigkeit zu einer Risi kogruppe zu relativieren sind. Insbesondere ist nicht davon auszugehen, dass sie als Opfer einer im Norden des Landes begangenen Menschenrechtsverletzung im Fall einer Rückkehr nach C._______, wo sie schon früher während mehrerer Ja hre und ab 2007 während weiterer zwei Jahren gelebt hat, ohne asylerhebl i- che Übergriffe erdulden zu müssen, weitere Verfolgungshandlungen durch sri-lankische Sicherheitskräfte zu befürchten hat, zumal nicht anzu- nehmen ist, dass die Sicherheitskräfte in C ._______ davon überhaupt Kenntnis erlangt haben. Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob die geltend gemachten sexuellen Übergriffe als glaubhaft zu betrachten sind, zumal die allenfalls festgestellte Glaubhaftigkeit an der fehlenden Flüchtlingseigenschaft nichts zu ändern ver möchte. Gestützt auf die Pr a- xis hat sie zudem als Rückkehrerin aus der Schweiz ebenfalls nicht mit asylerheblichen Nachteilen zu rechnen, zumal si ch die im Urteil BVGE 2011/24 festgehaltenen Begleitumstände im Fall der Beschwerdeführerin nicht aus den Akte n ergeben (v gl. E. 8.4 des erwähnten Grundsatzu r- teils). 5.4.8 Auch wenn die von der Beschwerdeführerin dargelegten Übergriffe auf ihre Person als Frau schwerwiegend sind , bestehen im vorliegenden Fall keine Anhaltspunkte dafür, dass sie an einem unerträglichen psychi- schen Druck leidet, der eine Rückkehr ins Heimatland verunmöglichen würde (vgl. Art. 3 Abs. 2 AsylG) , da den Akten keine entsprechenden Hinweise entnommen werden können. Vielmehr ergibt sich aus der Anhö- rung, dass sie im Fall einer Rückkehr ins Heimatland insbesondere die auf sie zukommenden allgemeinen Schwierigkeiten fürchtet, weil sie ve r- wöhnt sei (vgl. Akte A9/19 S. 18). Ebenso wenig kann vom Bestehen zwingender, auf die geltend gemachte Verfolgung zurückgehender Grü n- de im Sinne von Art. 1C Ziff. 5 Abs. 2 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) ausgegangen werden, weil die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin einerseits ke i- ne solchen Gründe geltend machte und sie andererseits ihren Heima t- staat in einem Zeitpunkt verlassen hat, in welchem die Verfolgungsgefahr D-2160/2013 Seite 11 bereits weggefallen war, womit eine der notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllt ist. In beiden Fällen – hinsichtlich eines allfälligen unerträgl i- chen psychischen Drucks und im Fall von zwi ngenden Gründen – wäre überdies das Bestehen der Kausalität eine weitere Voraussetzung, was vorliegend unter Ziff. 5.4.4 bereits verneint worden ist. 5.5 Die Rüge, das BFM habe sich vorliegend nicht mit der frauenspezif i- schen Gefährdung in Sri Lanka auseinand ergesetzt, vermag unter den gegebenen Umständen nicht zu überzeugen, auch wenn sich das BFM nicht einlässlich dazu geäussert hat. Wie die vorangehenden Erwägu n- gen gezeigt haben, genügen die Vorbringen der Beschwerdeführerin in s- gesamt den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht. 5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft machen oder belegen konnte, sie und ihre Tochter seien in ihrem Heimat land aus asylrechtlich relevanten Gründen ernsthaften Nachteilen aus gesetzt. Unter diesen Umständen ist ihre Furcht vor einer Rückkehr in ihr Heimatland als flüchtlingsrechtlich nicht begründet zu betrach ten. Allein allfällige Befragungen bei der Einreise weisen keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung auf. Die Rüge de r Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe sich nicht mit der frauenspezifischen Verfolgung in Sri Lanka auseinandergesetzt, hat sich zudem gemäss den vorangehenden Erwägungen als nicht begründet erwiesen. 5.7 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die wei- teren Ausführungen in der Beschwerde sowie die Beilagen einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass die Beschwerde führerin keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Das BFM hat ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführerinnen verfügen weder über e ine auslände r- rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet D-2160/2013 Seite 12 (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9, m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmung en über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der stri kte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2, m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heima t-, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Ar t. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfrei heiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführerinnen nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden D-2160/2013 Seite 13 Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführe- rinnen in de n Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtsho- fes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folteraus- schusses müsste sie eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr und ihrer Tochter im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Gro s- se Kammer], Saadi gegen Italien , Urteil vom 28. Februar 2008, B e- schwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihr indessen aufgrund der vorangehenden Erwägungen nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den We g- weisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.4.1 Mit BVGE 2011/24 hat das Bundesverwaltungsgericht die in BVGE 2008/2 publizierte Wegweisungsvollzugspraxis teilweise abgeändert. Im Distrikt Jaffna – aus welchem die Beschwerdeführerinnen stammen wo auch die Eltern von K.K. leben – hat sich die Sicherheits - und Versor- gungslage seit dem Kriegsende deutlich verbessert. Die Militärpräsenz hat abgenommen, ist aber nach wie vor auf praktisch jeder Strasse sich t- bar. Gleichzeitig haben die Polizei- und Zivilbehörden ihre Funktionen und Tätigkeiten wieder aufgenommen, so dass keine Situation allgemeiner Gewalt mehr herrscht. Die politische Lage ist ebenfalls nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr in dieses Gebiet als generell unzumu t- bar eingestuft werden mü sste. Angesichts der im humanitären und wir t- schaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet eine sorgfältige, zurückhaltende D-2160/2013 Seite 14 Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien auf, bei der auch das zeitliche Element (Ausreise vor oder nach dem Ende des Bürgerkrieges im Mai 2009) gebührend zu berücks ichtigen ist (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). 7.4.2 Die Beschwerdeführerin K.K. stammt gemäss eigenen Angaben aus dem Distrikt H._______ wo sie teilweise lebte. Sie habe aber auch zw i- schen 1991 und 2003 sowie zwischen 2007 und 2009 in C._______ ge- wohnt, wo sie registriert gewesen sei. Gemäss ihren Aussagen leben im Heimatland keine Verwandten mehr. Diese befänden sich im Ausland. I n- dessen ist auf grund der langen Dauer, während welcher sich die B e- schwerdeführerin mit ihren beiden Kindern in C._______ aufgehalten hat, von einem bestehenden Beziehungsnetz im weiteren Sinn und einer g e- sicherten Wohnsituation an d iesem Ort auszugehen. Zudem werden die Beschwerdeführerinnen bei ihrer Rückkehr nach Sri Lanka nicht auf sich allein gestellt sein, da auch der erwachsene Sohn von K.K. gleichzeitig die Schweiz zu verlassen hat (vgl. (…) und somit die Mutter und die jün- gere Schwester unterstützen kann. Ferner i st es den im Ausland lebe n- den Verwandten zuzumuten, der Beschwerdeführerin und ihren Kinder aus dem Ausland beizustehen, zumal sie auch bereit waren, die Reise in die Schweiz zu organisieren und zu bezahlen. Wie das BFM ausserdem zutreffend festhielt, habe n die Beschwerdeführerin K.K. und ihre Kinder den grössten Teil ihres Lebens in ihrem Heimatland verbracht, womit von einer Reintegration auch unter dem Aspekt des Kindeswohls auszugehen ist. Diese Tatsachen zeugen davon, dass es ih nen auch in der heutigen Situation möglich sein wird, sich im Heimatland wieder zurecht zu finden. Der Wegweisungsvollzug d er Beschwerdeführerin und ihrer Tochter er- weist sich somit nicht als unzumutbar. 7.5 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführerinnen, sich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwend i- gen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung D-2160/2013 Seite 15 Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abzuweisen. Die Kosten des Verfahrens sind den Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-2160/2013 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird a b- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführerinnen auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das BFM und die kan- tonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: