Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. April 2018 (720 17 279 / 97) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Zweifel an einer versicherungsinternen Beurteilung des regional-ärztlichen Dienstes, welche sich auf ein knapp sechs Jahre altes Gutachten stützt, das durch den Kranken- versicherer in Auftrag gegeben worden war. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin E lisabeth Berger Götz, Kan- tonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Martin Dumas , Advokat , Rümelinsplatz 14, Postfach, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1956 geborene A.____ hat seit 1980 bei der B .____ AG in Muttenz als C.____ gearbeitet. Am 26. Oktober 2010 teilte die Arbeitge berin dem zuständigen Krankenversicherer D.____ mit, dass A.____ seit dem 30. September 2010 100% arbeitsunfähig sei. Die D.____ richtete dem Versicherten in der Folge entsprechende Taggelder aus. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 18. Februar 2011 meldete sich A.____ unter Hinw eis auf verschiedene gesundheit- liche Probleme, insbesondere Erkrankungen der Hände, de r Wirbelsäule und der Hüfte, bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. C. Am 2. Mai 2011 gab die D.____ ein polydisziplinäre s Gutachten beim BEGAZ in Auf- trag. Dieses erging am 15. August 2011. Obwohl die m edizinische Abklärung beim BEGAZ im Gange war, veranlasste die D.____ Ende Mai 2011 eine Observation des Versicherten. Nach Konfrontation mit den Observationsergebnissen verzichtete dieser am 6. September 2011 auf sämtliche Versicherungsleistungen und Lohnansprüche gegenüb er der Arbeitgeberin. Die D.____ verzichtete im Gegenzug auf die Rückforderung d er bisher ausgerichteten Taggeldleis- tungen. Mit Schreiben vom 22. September 2011 widerrief A.____ seinen Leistungsverzicht. D. Am 5. September 2012 erhob der Versicherte Klage g egen die D.____. Er beantragte, es sei festzustellen, dass seine Verzichtserklärung vom 6. Se ptember 2011 nichtig sei. Weiter sei die D.____ zur Zahlung von Fr. 13'109.60 zu verurt eilen. Soweit darauf einzutreten war, hiess das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abt eilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), die Klage mit Urteil vom 12. September 2013 gut und verpflichtete die D.____, dem Kläger Fr. 13'109.60 zu bezahlen. Dabei hielt es im Wesentlichen fest, dass der Observa- tionsbericht für sich allein keine sichere Basis für die Arbeitsfähigkeit des Versicherten bilde. Das Bildmaterial der Observation sei unergiebig, da die gefilmten Handlungen des Versicherten in Bezug auf dessen Leistungsvermögen nicht den Ergebnissen des BEGAZ-Gutachtens wider- sprechen würden. Die Verzichtserklärung vom 6. September 2011 erweise sich als ungültig. Die Leistungspflicht des Versicherten sei gestützt auf die att estierte Arbeitsfähigkeit im BEGAZ- Gutachten vom 15. August 2011 zu beurteilen. Dieses geniesse vollen Beweiswert. E. Mit Verfügungen vom 4. Juli 2017 sprach die IV-Ste lle dem Versicherten ab 1. Sep- tember 2011 eine ganze Rente, ab 1. Januar 2012 eine Dreiviertelrente, ab 1. Februar 2012 eine halbe Rente und ab 1. April 2012 eine Viertelsr ente der IV zu. Gestützt auf einen für die Zeit ab 1. März 2012 errechneten Invaliditätsgrad von 32% befristete sie ihre Rentenleistungen bis Ende Mai 2012. F. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch A dvokat Martin Dumas, am 12. Sep- tember 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht. Er beantra gte, die Verfügungen der IV-Stelle vom 10. Juli 2017 seien aufzuheben. Es sei ihm ab 1. Sept ember 2011, eventualiter ab 1. Feb- ruar 2015, eine ganze IV-Rente, eventualiter eine Te ilrente, zuzusprechen. Nötigenfalls sei zwecks Feststellung der gesundheitlichen Einschränkungen bzw . deren Einfluss auf die Er- werbsfähigkeit vorab ein gerichtliches Gutachten erstell en zu lassen; eventualiter sei die Ange- legenheit zur ergänzenden medizinischen Abklärung sowie zu r Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen. G. Mit Vernehmlassung vom 19. Oktober 2017 schloss die IV- Stelle unter Hinweis auf einen Bericht ihres regional-ärztlichen Dienstes (RAD) vom 18. September 2017 auf Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Anlässlich der Urteilsberatung vom 21. Dezember 201 7 gelangte das Gericht zur Auf- fassung, dass der Entscheid auszustellen und dem Beschwerde führer Gelegenheit zur Stel- lungnahme zu geben sei. Da der Sachverhalt unvollständig abgeklärt sei, ziehe das Gericht in Betracht, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung en die Streitsache in Bezug auf die Rentenzusprache zur weiteren Abklärung und neuer Entsch eidung an die Vorinstanz zurückzu- weisen. Weil damit jedoch Bestehen und Umfang des Rent enanspruchs des Versicherten wie- der offen stünden, müsse ihm vorerst Gelegenheit eingeräumt werden, seine Beschwerde allen- falls zurückzuziehen. I. Mit Eingabe vom 22. Januar 2018 teilte der Beschwer deführer dem Gericht mit, an seiner Beschwerde festzuhalten. Auf die einzelnen Parteistandpunkte ist soweit notwend ig in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 kann gegen Verfügungen der kantonal en IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsgericht ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 örtlich und sachlich zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formge recht eingereichte Beschwerde ist dem- nach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% ar beitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem U mfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsp rechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiter en Hinweisen). Berichten versiche- rungsinterner medizinischer Fachpersonen und (Akten-)Beri chten von Sachverständigen, die nicht im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt werde n, erkennt die Rechtsprechung ebenfalls Beweiswert zu. Es ist allerdings zu betonen, dass ihnen pr axisgemäss nicht dieselbe Beweis- kraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungs- träger in Auftrag gegebenen Gutachten zukommt (BGE 135 V 469 ff. mit Hinweis). 3.6 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih rem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab- weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegend en Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genüg t den Beweisanforderungen nicht (BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hinweise n; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 451 Rz 43 ff.). 4. Streitig und zu prüfen ist, ob und allenfalls in we lcher Höhe der Beschwerdeführer An- spruch auf eine unbefristete IV-Rente besitzt und in die sem Zusammenhang, wie hoch seine Restarbeitsfähigkeit ausfällt. 4.1 Im BEGAZ-Gutachten vom 15. August 2011 wurden mi t Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit persist ierenden Schmerzen, eine Schwä- che sowie ein Schwellungsgefühl in beiden Händen bei St atus nach Karpaltunnelspaltung, eine Polyarthrose, ein symptomatischer Fersensporn beidseits sowi e eine Epicondylopathia humeri radialis beidseits diagnostiziert. Aus rheumatologischer S icht könnten dem Versicherten auf- grund der degenerativen Veränderungen des Achsenskelett s lediglich noch leichte bis maximal Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht intermittierend mittelschwere, wechselbelastende und rückenadaptierte Tätigkeiten zugemutet werden. Des Weiteren wirke sich die beidseitige mediale und retropatellare Gonarthrose ein- schränkend aus. Aufgrund dieser Veränderungen könne der Versicherte keine Arbeiten mehr ausführen, welche ein Gehen auf unebenem Grund, wied erholtes oder dauerndes Steigen auf Leitern oder Treppen und Arbeiten in der Höhe sowie wiederholtes oder dauerndes Knien not- wendig machten. Die Veränderungen im Bereich der Hä nde verunmöglichten manuell stark be- lastende Tätigkeiten, insbesondere feinmechanische Arb eiten. Da es sich bei der angestamm- ten Tätigkeit um eine vorwiegend stehende Arbeit, ver bunden mit Gehen auf unebenem Grund und zum Teil hoher Gewichtsbelastung handle, könne dem Versicherten die Arbeit als Sicher- heitswächter aus rheumatologischer Sicht langfristig nur noch zu maximal 50% zugemutet wer- den. Infolge seiner Dekonditionierung sei ein schrittwei ser Einstieg wichtig. Eine leidensange- passte Tätigkeit könne dem Versicherten vollschichtig zugemut et werden. Auch hier sei ein schrittweiser Aufbau des Pensums vorzunehmen, beginnend mit einem 30%-Pensum und einer Steigerung um 10-20% etwa alle drei Wochen. 4.2 Mit Arztbericht vom 13. Februar 2015 nahm der beha ndelnde Hausarzt des Versicher- ten, Dr. E.____, FMH Allgemeine Medizin, Stellung zum rheumatologischen Gutachten des BEGAZ. Dieses sei zu einfach und zu oberflächlich abgefasst worden. Insbesondere sei die Untersuchung der Schultern zu pauschal ausgefallen. Berei ts die Anamnese und die Untersu- chung hätten sich durch die muskuläre Anspannung des Pa tienten offenbar sehr schwierig ge- staltet, so dass die Gutachterin nicht alle Ausmessungen ausführlich und schlüssig hätte durch- führen können. Die Untersuchung auch der Hände sei sehr einfach ausgestaltet gewesen. Die Abklärung betreffend Fibromyalgie habe sich lediglich auf einfache Masseinheiten beschränkt. Mittlerweile seien neue Scores entstanden, die eine b essere und präzisere Diagnose erlauben würden. Es brauche ein neues Gutachten mit einer ausfüh rlichen handchirurgischen und ergo- therapeutischen Beurteilung vorzugsweise durch ein unive rsitäres Institut. Beim Patienten wür- den Arthrosen und entsprechende Belastungen der Musku latur bestehen. Insbesondere seien Sehnenansatzentzündungen vorhanden. Die degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule seien erheblich und hätten seit dem letzten Gutachten sicher zugenommen. Dafür sei ebenfalls eine ergänzende orthopädische Abklärung notwendig. Die leichte depressive Grundstimmung sei als reaktiv zu betrachten und habe keinen grossen Kr ankheitswert. Zusammengefasst sei der Patient aufgrund der manuellen Einschränkung nich t mehr arbeitsfähig für Arbeiten im Gleisbau. Langes Stehen und Gehen auf unebenem Geländ e sei ihm aufgrund der multiplen degenerativen Gelenkerkrankungen nicht mehr zuzumuten. D ie Arbeit als Sicherheitswächter sei auch aufgrund der Dauerschmerzen und der damit notw endigen medikamentösen Behand- lung, welche die Konzentration und die Aufmerksamkeit einschränken könnten, zu riskant. Als berufliche Ausübung sei lediglich eine leichte Chauffeu rtätigkeit oder eine leichte Verweistätig- keit anzunehmen. 4.3 Gemäss Beurteilung des regionalärztlichen Dienstes (R AD) der IV-Stelle vom 4. Janu- ar 2016 nehme der Versicherte gemäss Dr. E.____ Antidep ressiva ein, bei welchen als Neben- wirkung eine Tagesmüdigkeit bekannt sei, die jedoch bei Minimaldosis abends eingenommen nicht in relevantem Ausmass auftrete. Schmerzmittel mit E influss auf die Konzentrationsfähig- keit würden keine eingenommen. Damit bleibe es bei d er bisherigen Einschätzung. Es bestehe Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht keine Notwendigkeit, ein neues Gutachten zu veranlassen, solange nicht glaubhaft gemacht sei, dass sich der allgemeine Gesundheitszustand verschlechtert haben könnte. 4.4 Gemäss Bericht des Spitals F.____ vom 8. Januar 2 016 leide der Patient seit rund drei Monaten unter belastungsabhängigen brennenden Schmerzen der Fusssohlen. Die Schmerzen würden insbesondere nach zweistündigem Gehen auftreten. Zwecks Schmerzreduktion würde er dann teilweise ganz schräg gehen. Eine Polyneuropa thie der grossen Nervenfasern habe zum aktuellen Zeitpunkt nicht als Ursache nachgewiesen wer den können. Dies schliesse das Vorliegen einer Small-fiber-Neuropathie jedoch nicht gänzlich aus. Etwas atypisch hierfür wäre jedoch das belastungsabhängige Auftreten. Differential diagnostisch seien die statischen ortho- pädischen Veränderungen der Füsse für die Schmerzen verantwortlich. 4.5 Gemäss Sprechstundenbericht des Spitals F.____ vom 10. Februar 2016 seien eine medial und patellofemoral betonte Gonarthrose beidseits bei varischer Beinachse und eine Adi- positas zu diagnostizieren. Die Konsultation erfolge zw ecks Besprechung des MRI. Die Knie- schmerzen seien unverändert. Diese manifestierten sich bewe gungsabhängig ab einer Gehzeit von 30 Minuten über dem medialen Kompartiment sowie p atellofemoral. Die Beschwerden wür- den auf der linken Seite imponieren. Nachts bestünden gelegentlich Schmerzen. Es bestehe ein stockfreies, flüssiges Gangbild. Zu empfehlen sei eine In tensivierung der konservativen Thera- pie sowie eine bedarfsorientierte Analgesie. Des Weit eren bestehe eine Notwendigkeit einer Gewichtsreduktion im Umfang von rund 20 Kilogramm. Eine klinische Standortbestimmung sei in drei Monaten vorgesehen. 4.6 Dem Arztbericht von Dr. E.____ vom 26. Juni 2016 kan n entnommen werden, dass der Versicherte unter den Folgen von Abnutzungserscheinungen an den Händen leide. Mehrere Beugesehnen hätten wegen einer chronischen Überlastung und entzündlichen Veränderungen operiert werden müssen. Der wichtigste Nerv habe chirurgisch befreit werden müssen. Die neu- rologische Untersuchung habe eine schwere Leitungsstörun g des Nervs ergeben. Auch nach der Operation sei eine Erholung nicht garantiert. Trotz der äusserlich kräftigen Hände bleibe die Handfunktion beidseits eingeschränkt. Der Patient zeige zudem deutlich degenerative Verände- rungen an der Wirbelsäule, welche die Beschwerden vor allem im Bereich der unteren LWS erklären würden. Langes Stehen an Ort unter Belastung sei nicht mehr möglich. Gehen auf un- ebenem Gelände wie Schotter und Gehen und Stehen au f harter Unterlage würden Schmerzen verursachen. Die Röntgenuntersuchung zeige Arthrosen in den kleinen Wirbelsäulengelenkbin- dungen, welche bereits auf kleine Bewegungen des Körper s mit Schmerzen reagieren würden. Darüber hinaus bestünden deutliche Arthrosen in den Kn iegelenken mit Abnutzung des Knor- pels und der Menisken. Die radiologische Untersuchung de s linken Kniegelenks habe eine Ab- nutzung des Knorpelüberzugs im Gelenk und eine mittelsch were Arthrose ergeben. Der Seh- nensatz des wichtigsten Streckmuskels im Oberschenkel weise e ine Entzündung und einen Gelenkerguss als Zeichen einer chronischen Reizung auf. Es bestehe eine diffuse Entzündung der Gelenkinnenhaut und eine Entzündung der Gelenkkaps el auf der Innenseite des Gelenks. Als Zeichen der Abnutzung finde sich am Innenmeniskus zent ral im Hinterhorn eine Aufquel- lung. Eine neurologische Untersuchung zur Abklärung von brennenden Gefühlsstörungen in den Fusssohlen habe keine pathologischen Befunde hervorg ebracht. Es bestehe wahrschein- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich ein Zusammenhang durch die Belastung der Füsse. Ei ne neurologische Ursache in Form einer Entzündung der kleinen Nervenfasern sei nicht au sgeschlossen und müsste mit einer Hautbiopsie bewiesen werden. Auch die chronische Leberentzündung könne als Folgekrankheit eine Entzündung der kleinen Nervenendigungen bewirken. Zusammengefasst bestünden er- hebliche körperliche Einschränkungen hauptsächlich des Bew egungsapparats, der Gelenke, der Muskelansätze und der Sehnenansätze. Die Funktion de r Hände sei eingeschränkt. Fein- manuelle und grobmanuelle Arbeiten seien nicht mehr möglich. Der Rücken sei nicht belastbar. Die Knie zeigten degenerativ bedingte Deformationen, wonach eine dauernde Belastung mit Stehen, Sitzen, Kauern, Treppensteigen und Gehen auf unebenem Unterlage unmöglich sei. Gewichte heben und Überkopfarbeiten könnten wegen der Rückensituation nicht ausgeführt werden. Eine Verbesserung der körperlichen Verfassung sei nicht zu erwarten. 4.7 Gemäss Beurteilung des RAD vom 18. August 2016 würd en die nachgereichten Unterla- gen zeigen, dass sich der allgemeine Gesundheitszustand seit dem BEGAZ-Gutachten leicht verschlechtert habe. Dr. E.____ nenne keine neuen Diag nosen. Seine Einschätzung der Be- lastbarkeit sei geringer als noch im Jahre 2012 beurtei lt. Die aktuellen bildgebenden Befunde würden eine leichte Zunahme der degenerativen Skelett veränderungen innerhalb der letzten fünf Jahre belegen. Es sei anzunehmen, dass der Versiche rte aktuell mit 60 Jahren nur noch bei ausschliesslich leichten wechselbelastenden und rückenad aptierten Arbeiten eingesetzt werden könne. Auch sei nachvollziehbar, dass er sich heute wegen seiner Fuss- und Kniebe- schwerden auf unebenem Gelände nicht mehr fortbewegen könne, weshalb man ihm seine an- gestammte Tätigkeit nicht mehr zumuten könne. Insofern könne die Beurteilung von Dr. E.____ voll übernommen werden. Die im Sprechstundenbericht de s Spitals F.____ vom 10. Februar 2016 ausgewiesene Gehzeit sei identisch mit jener aus dem Jahre 2011. Eine Polyneuropathie sei zwischenzeitlich ausgeschlossen worden. Auch die chroni sche Hepatitis B sei 2011 bereits bekannt gewesen. Eine Leberzirrhose sei nicht dokumen tiert. Als Fazit könne Dr. E.____ ge- folgt werden, wonach dem Versicherten eine dauernde B elastung mit Stehen, Sitzen, Kauern, Treppensteigen und Gehen auf unebenem Gelände unmög lich sei. Gewichte heben und Über- kopfarbeiten könnten wegen der Rückensituation nicht mehr ausgeführt werden. Auch feinmoto- rische oder grobmanuelle Arbeiten seien nicht mehr mögl ich. Zudem seien vermehrte Pausen zuzugestehen. Dieses Belastungsprofil gelte seit Februar 2015. Seither sei der Gesundheitszu- stand stabil. Weitere Abklärungen seien nicht erforderlich. 4.8 Dem ärztlichen Bericht von Dr. E.____ vom 10. Septe mber 2017 kann entnommen wer- den, dass schwere Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäul e und am Beckenskelett doku- mentiert worden seien. Diese entsprächen sowohl den kl inischen Befunden als auch den ge- äusserten Beschwerden. Damit sei eine längerdauernde Arbeit im Stehen und Gehen sowie im Sitzen nicht mehr möglich. Unebenes Gelände könne der P atient nicht bewältigen. Treppen- steigen sei schädlich und schmerzhaft wegen der Kniegele nke. Das Besteigen von Leitern und Gerüsten sei gefährlich. Wegen der Erkrankung der oben erwähnten Organsysteme sei ein täg- liches Pensum von lediglich noch maximal zwei Stunden in wechselbelastender Tätigkeit mög- lich. Manuelle Tätigkeiten in einem produktiven und kompetitiv wirtschaftlich orientierten Umfeld könne der Patient keinesfalls ausüben. Vorerkrankungen und Operationen hätten die Handfunk- tion derart eingeschränkt, dass jegliche feinmanuelle Tä tigkeiten nicht mit der geforderten Prä- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht zision und dem notwendigen Arbeitstempo möglich seien. G robmanuelle Tätigkeiten seien we- gen der Kraftminderung und wegen der gestörten Sehn enfunktion der Hände nicht zu verant- worten. Schweres Heben und Tragen seien nicht möglich. Längeres Stehen wie bei einer Si- cherheits- bzw. Verkehrslenkungsarbeit sei nicht zumutbar. Überkopfarbeiten könne der Patient wegen der Abnutzung der Schulter nicht ausführen. Ein e Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei nicht möglich. Bei den vornehmlich im Bewegungsapparat v orhandenen Erkrankungen müsse mit einer Zunahme der Beschwerden gerechnet werden. A ktuell sei maximal eine leichte kör- perlich nicht belastende Arbeit ohne Zeitdruck über höchst ens zwei Stunden möglich. Dies ent- spreche einer Arbeitsfähigkeit von 25%. Während dieser Zeit bestehe eine Leistungsfähigkeit von maximal 50%. 4.9 Gemäss der Stellungnahme des RAD vom 18. September 2017 sei die von Dr. E.____ nun plötzlich angegebene deutliche Einschränkung des Pens ums auf nur zwei Stunden täglich medizinisch in keiner Weise begründet. Sämtliche vorgele gten orthopädischen, neurologischen und bildgebenden Befunde aus dem Jahre 2016 bewiesen l ediglich die leichte Verschlechte- rung der degenerativen Veränderungen am Skelettsystem. Dies sei bereits mit Wirkung ab Feb- ruar 2015 anerkannt worden. Weil Dr. E.____ durch di e vorliegende Bildgebung aus dem Jahr 2016 keine erhebliche Verschlechterung nachweisen könne, e rscheine seine aktuell nachge- schobene Einschränkung des Pensums als eine deutliche ander e Beurteilung, als er sie bisher vorgenommen habe. Im Übrigen würden seine Ausführunge n zu den funktionellen Einschrän- kungen am Bewegungsapparat auch in seinem letzten Bericht vom 10. September 2017 allge- mein und ungenau bleiben. Es fehle an Details, die ei ne weitere Verschlechterung der Funkti- onsfähigkeit des Bewegungsapparats seit Februar 2015 au fzeigen würden. Die Gehzeit sei identisch mit jener aus dem Jahr 2011. Für weiterführen de polydisziplinäre Abklärungen beste- he daher kein Anlass. Als Fazit könne Dr. E.____ gefolgt werden, wonach dem Versicherten dauernde Belastungen mit Stehen, Sitzen Kauern, Trep pensteigen und Gehen auf unebener Unterlagen nicht mehr möglich seien. Gewichte heben u nd Überkopfarbeiten könnten wegen der Rückensituation nicht mehr ausgeführt werden. Auch f einmotorische oder grobmanuelle Arbeiten seien nicht mehr möglich. Zudem seien vermehrt e Pausen zuzugestehen. Es sei kein Grund gegeben, weshalb das beweiskräftige Gutachten des BEGAZ von August 2011 nicht für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hätte verwendet werden dürfen. Seither sei anhand multip- ler neuer Untersuchungen eine leichte, aber keine erhe bliche Verschlechterung des allgemei- nen Gesundheitszustands nachgewiesen. 5. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass die IV-Stelle in den ange- fochtenen Verfügungen zu Unrecht auf das BEGAZ-Gutachte n aus dem Jahre 2011 abgestellt habe. So genüge es nicht, lediglich auf ein Parteiguta chten einer Privatversicherung abzustel- len. Ausserdem sei inhaltlich davon auszugehen, dass das BEGAZ-Gutachten den tatsächli- chen Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Ar beitsfähigkeit nicht korrekt wie- dergebe. Es sei zwar richtig, dass Dr. E.____ in seinem Bericht vom 26. Juni 2016 keine Anga- ben zur Arbeitsfähigkeit vorgenommen habe. Dies sei jed och darauf zurückzuführen, dass die Hausärzte wüssten, dass die Einschätzung der Arbeitsfähig keit von behandelnden Allgemein- medizinern im IV-Verfahren keine Beachtung finde. Als si ch die IV-Stelle entschlossen habe, dem Arztbericht von Dr. E.____ vom 26. Juni 2016 zu folg en, hätte sie bei ihm in Erfahrung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht bringen müssen, wie hoch er die Arbeitsfähigkeit einsc hätze. Dies habe der Beschwerdeführer nun selbst nachgeholt, indem er Dr. E.____ gebeten ha be, die verbleibende Restarbeitsfähig- keit zu beziffern. Aus dem entsprechenden Bericht vom 10. September 2017 ergebe sich eine effektive Restarbeitsfähigkeit von 12,5%. Gestützt auf die Stellungnahmen ihres RAD vertritt die IV-Stelle demgegenüber die Auffassung, dass den seit fü nf Jahren eingetretenen, leicht ver- schlechterten Befunden mit einer Anpassung des Belastungsprofils Rechnung getragen worden sei. Die von Dr. E.____ angegebene deutliche Einschränku ng auf lediglich noch zwei Stunden pro Tag sei in keiner Weise begründet worden. Seit der Begutachtung durch das BEGAZ habe keine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustand es nachgewiesen werden können. Sämtliche beschriebenen Einschränkungen seien bereits dem BEGAZ bekannt gewesen und in dessen Beurteilung miteingeflossen. 5.1 Wenn der Beschwerdeführer moniert, das BEGAZ-Gutac hten (oben, Erwägung 4.1) sei aus grundsätzlichen Überlegungen nicht beweistauglich, is t ihm zu widersprechen. So hat das Kantonsgericht bereits in seinem Urteil vom 12. Septembe r 2013 festgehalten, dass dieses Gutachten vom 15. August 2011 vollen Beweiswert geniesst und die Leistungspflicht der da- mals beklagten Taggeldversicherung demnach anhand der darin attestierten Arbeitsfähigkeit zu beurteilen war (a.a.O., Verfahren 731 12 268 / 221, E. 7.1). Der Hausarzt des Versicherten hat in seinem Bericht vom 13. Februar 2015 (oben, Erwägung 4.2) sodann die Haltung vertreten, dass der Versicherte aufgrund seiner manuellen Einschränku ngen für Arbeiten im Gleisbau bzw. als Sicherheitswärter nicht mehr arbeitsfähig sei. Eine leichte Chauffeurtätigkeit oder eine leichte Verweistätigkeit hat er aber für möglich erachte t. Sodann hat Dr. E.____ in diesem Be- richt festgehalten, dass die leichte depressive Grundstimmu ng im Übrigen keinen „grossen“ Krankheitswert besitze. Diese Einschätzung des Hausarztes weicht mithin nicht erheblich von den Ergebnissen der BEGAZ-Begutachtung ab. Auch dort wurde die angestammte Tätigkeit des Versicherten als Sicherheitswärter als nicht ideal era chtet. Zugleich wurde ihm in einer Verweistätigkeit eine höhere Restarbeitsfähigkeit attestiert. Tatsache ist schliesslich auch, dass die vom Hausarzt angesprochenen Problemkreise betreffend Schmerzen im Rücken und in den Händen bereits im BEGAZ-Gutachten alle bekannt gewes en und abgehandelt worden sind. Insofern besteht kein Grund, an den Schlussfolgerungen des BEGAZ gestützt auf die im Zeit- punkt der gutachterlichen Exploration im Jahre 2011 er hobenen Verhältnisse zu zweifeln. Nichts desto trotz ist der Auffassung des Beschwerdeführers a ber mit Blick auf die im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügungen vom 10. Juli 2017 massgebenden gesundheitlichen Verhältnisse zuzustimmen. Obschon die IV-Stelle das Versich ertendossier wiederholt ihrem RAD vorgelegt hat, kann nicht auf die entsprechenden R AD-Berichte abgestellt werden. Wie oben ausgeführt (oben, Erwägung 3.5), ist den im Rah men des Verwaltungsverfahrens einge- holten Beurteilungen versicherungsinterner Herkunft be i der Beweiswürdigung nur dann volle Beweiskraft zuzuerkennen, wenn keine auch nur geringen Zw eifel gegen deren Zuverlässigkeit sprechen. Solche Zweifel liegen hier aber vor. 5.2 In seinem Bericht vom 13. Februar 2015 ist der beh andelnde Hausarzt Dr. E.____ da- von ausgegangen, dass die degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule seit der Begut- achtung durch das BEGAZ im Jahre 2011 „sicher“ zugenommen hätten. Es sei deshalb eine ergänzende orthopädische Abklärung notwendig. In seiner Stellungnahme vom 4. Januar 2016 Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat der RAD demgegenüber festgehalten, dass es bei der bisherigen Einschätzung bleiben müsse, wonach dem Versicherten gemäss Beurteilung des BEGAZ vom 15. August 2011 eine leidensangepasste Verweistätigkeit vollschichtig zumutbar se i. Weiter hat der RAD festgehal- ten, dass keine Notwendigkeit bestehe, ein neues Gutachte n zu veranlassen, solange nicht glaubhaft dargelegt sei, dass sich der allgemeine Gesund heitszustand des Versicherten ver- schlechtert haben könnte. In seiner Beurteilung vom 18. August 2016 ist der RAD dann aber der neuerlichen Einschätzung des Hausarztes gefolgt, obscho n sich die Beurteilungen von Dr. E.____ vom 13. Februar 2015 einerseits und jene vom 26. Juni 2016 nicht wesentlich unter- scheiden. Hier wie dort hat der Hausarzt bereits früh d arauf hingewiesen, dass die Handfunkti- on beidseits eingeschränkt sei und der Patient deutlich degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule aufweise. Wenn der RAD mithin trotz der im Wesentlichen gleich lautenden Be- richterstattung die Einschätzung des Hausarztes zunächst als irrelevant qualifiziert, ein halbes Jahr später die Beurteilung von Dr. E.____ „voll“ über nimmt, ist eine gewisse Widersprüchlich- keit und mithin Zweifelhaftigkeit an der RAD-Beurteilung nicht von der Hand zu weisen. Dies gilt umso mehr, weil der RAD in seiner Einschätzung vom 26. Juni 2016 das Anforderungsprofil des Versicherten in einer Verweistätigkeit mit Wirkung ab Februar 2015 als qualitativ deutlich redu- ziert anerkannt hat. Zur Begründung hat der RAD ange geben, dass der Hausarzt zwar keine neuen Diagnosen nenne, dessen Belastbarkeitseinschätzung jedoch geringer als noch im Jahre 2012 ausgefallen sei. Dies aber war bei der vorliegen den Aktenlage zweifellos bereits mit Arzt- bericht von Dr. E.____ vom 13. Februar 2015 der Fall, in welchem der Hausarzt zum Schluss gekommen war, dass dem Versicherten eine nur noch leic hte Verweistätigkeit, beispielsweise als Chauffeur, attestiert werden könne. 5.3 Wenn der RAD davon ausgeht, dass keine weiteren Abkl ärungen erforderlich seien, greifen dessen Annahmen zu kurz. Auch wenn es zutrifft, da ss die bildgebenden Befunde in- nerhalb des Zeitraums von fünf Jahren eine nur leichte Zunahme der degenerativen Skelettver- änderungen belegen, kann nicht ohne Zweifel davon ausgegangen werden, dass der Versicher- te seit Februar 2015 in einer entsprechend adaptiert en Verweistätigkeit in quantitativer Hinsicht weiterhin im Umfang von 90% arbeitsfähig ist. Die en tsprechende Annahme des RAD und mit ihm der IV-Stelle erweist sich in diesem Zusammenhang a ls zu hypothetisch. Es ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass in medizinischer Hi nsicht nicht die Bildgebung allei- ne, sondern vor allem der klinische Eindruck des Versicherten von Relevanz ist (Urteil des Bun- desgerichts vom 11. Juli 2017, 9C_180/2017, E. 4.1.2). Nach Lage der Akten leidet der Versi- cherte im Bereich der Lendenwirbelsäule und an den Kn ien teils an deutlichen, arthrotischen Veränderungen mit Entzündungen und chronischen Reizverhä ltnissen (oben, Erwägung 4.6). Angesichts der Tatsache, dass es sich hierbei notorisch um g rundsätzlich fortschreitende Er- krankungen handelt, wären die gesundheitlichen Verhältn isse unter Berücksichtigung des im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügungen vom 10. Juli 2017 knapp sechs Jahre zurückliegen- den BEGAZ-Gutachtens mittels einer Verlaufsbegutachtung mitsamt einer Erhebung insbeson- dere klinischer Befunde erneut zu erheben gewesen. Es kann in diesem Zusammenhang darauf verwiesen werden, dass in casu auch der behandelnde Hausa rzt von einer Zunahme der Be- schwerden ausgegangen ist (oben, Erwägung 4.8). Zu berü cksichtigen ist in diesem Zusam- menhang aber auch, dass bereits anfangs Februar 2016 ein e deutliche Gewichtsreduktion von rund 20 Kilogramm als notwendig erachtet worden war (oben, Erwägung 4.5). Mithin wäre in Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anbetracht der degenerativen Veränderungen, die bekan ntlich umso rascher voranschreiten können, je höher das Körpergewicht ausfällt, umso mehr eine Erhebung klinischer Befunde notwendig gewesen. Das BEGAZ-Gutachten erweist sich in Anbetracht der multiplen Erkran- kungen degenerativer Natur für eine zuverlässige Erhebun g der gesundheitlichen Verhältnisse knapp sechs Jahre später unter diesen Umständen jedenfall s als zu alt. Zumal eine leichte Zu- nahme der degenerativen Skelettveränderungen bildgebe nd unbestritten ist, vermag daran auch nichts zu ändern, dass der Hausarzt in seinem letzte n Bericht vom 10. September 2017 nur allgemeine und letztlich ungenaue Angaben zur Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparats zu machen in der Lage war. Eine weiterführende polydiszi plinäre Abklärung mit dem Argument der im Jahre 2011 noch identischen Gehstrecke während 30 Minuten abzulehnen (oben, Erwä- gung 4.9), vermag unter den gegebenen Umständen auch nicht zu überzeugen. 5.4 Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beu rteilen und zur Arbeitsunfä- higkeit Stellung zu nehmen (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195 f.). Blosse Hypothesen genügen hier- für nicht. Der IV-Stelle ist zusammen mit dem RAD in diesem Zusammenhang zwar beizupflich- ten, dass die neuerdings von Dr. E.____ mit Bericht vom 10. September 2017 angegebene Ein- schränkung des Pensums auf lediglich noch zwei Stunden täglich weder substantiiert begründet noch mittels einer detaillierten Befunderhebung unte rmauert worden ist. Gleiches gilt allerdings auch für den vom RAD bereits im August 2016 anerkannte n Pausenbedarf in einer adaptierten Verweistätigkeit. Nachdem der RAD festgehalten hatte, dass die Beurteilung von Dr. E.____ zu übernehmen und dem Versicherten „zudem vermehrte“ Pause n zuzugestehen seien (oben, Erwägung 4.7) bleibt unklar, in welchem Umfang diese – vom RAD wiederholt (oben, Erwägung 4.9 a.E.) – zugestandenen Pausen das Pensum des Beschwe rdeführers spätestens ab Februar 2015 reduziert haben. Eine allfällige Quantifizierung ist der Einschätzung des RAD jedenfalls keine zu entnehmen. Es tritt hinzu, dass der von der IV-S telle in den angefochtenen Verfügun- gen vorgenommene Einkommensvergleich – einerseits ab Feb ruar 2012 und andererseits ab Februar 2015 – widersprüchlich ausfällt. Während die IV-Stelle der Bemessung des Invaliden- einkommens ab Februar 2012 noch ein Pensum von 90% und e inen leidensbedingten Abzug von 15% zu Grunde gelegt hat, beruht das Invalidenein kommen ab Februar 2015 auf einem Pensum von 100% und einem leidensbedingten Abzug von 25%. Obschon die IV-Stelle die Er- höhung des leidensbedingten Abzugs im Umfang von 10% (von 15% auf 25%) offenbar mit dem vom RAD statuierten zusätzlichen Pausenbedarf begrü ndet, hat sie ihrer Berechnung ab Februar 2015 zugleich eine Erhöhung des Pensums im Umfan g von 10% zu Grunde gelegt. Im Endeffekt resultiert damit rein rechnerisch eine letztli ch zu vernachlässigende Verringerung des Invalideneinkommens, was dem vom RAD statuierten, vermehr ten Pausenbedarf ab Februar 2015 aber offensichtlich zuwider läuft. Eine genaue Qu antifizierung des ab Februar 2015 unbe- stritten ausgewiesenen Pausenbedarfs bereits auf medizini scher Ebene ist unter diesen Um- ständen unabdingbar. 5.5 Zusammenfassend greift die Betrachtungsweise des RAD z u kurz. In Anbetracht der dargelegten Unzulänglichkeiten bestehen nicht zu vernac hlässigende Zweifel an der durch den RAD vorgenommenen Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Weder das Gutachten des BEGAZ aus dem Jah r 2011 noch die seither ergange- nen RAD-Beurteilungen lassen eine zuverlässige Beurteil ung der Arbeitsfähigkeit des Be- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführers zu. Gleiches gilt für die Auskünfte des Hau sarztes des Versicherten. Die An- gelegenheit bedarf bei diesem Ergebnis zusätzlicher Unt ersuchungen insbesondere in Form klinischer Befunde und ihrer allfälligen Interferenzen hinsichtlich einer noch realisierbaren Ver- weistätigkeit. 5.6 Im Entscheid 137 V 210 ff. hat das Bundesgericht die bisherige ständige Rechtspre- chung, wonach das kantonale Gericht prinzipiell die frei e Wahl hatte, bei festgestellter Abklä- rungsbedürftigkeit die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen oder aber selber zur Herstellung der Spruchreife zu schreiten, geändert. Es h at erkannt, dass die Beschwer- deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten einzuhole n hat und eine Rückweisung an die IV- Stelle nur noch in Ausnahmefällen erfolgen soll. Da es Aufgabe der Verwaltung und nicht der Beschwerdeinstanz ist, für eine erstmalige und vollständi ge Erhebung des massgebenden Sachverhaltes besorgt zu sein, liegt ein solcher Ausnahme fall etwa vor, wenn ein relevanter Aspekt des medizinischen Sachverhaltes durch die Verwaltun g nicht rechtsgenügend abgeklärt worden ist. Gleiches gilt, wenn sich die Verwaltung auf Unterlagen stützt, welche die medizini- sche Situation der versicherten Person nur unzureichend wiedergeben. Beide Punkte sind nach dem vorstehend Gesagten auch hier gegeben. Somit aber ist eine Rückweisung an die IV-Stelle vorzunehmen. Die drei angefochtenen Verfügungen vom 10. Juli 2017 sind deshalb aufzuheben und die Angelegenheit ist an die IV-Stelle zurückzuwei sen. Diese wird den aktuellen Gesund- heitszustand und die Frage der (Rest-) Arbeitsfähigkeit des Versicherten innert nützlicher Frist durch ein externes Gutachten abklären zu lassen haben. Ges tützt auf die Ergebnisse dieser Aktenergänzung wird die IV-Stelle anschliessend über den Rentenanspruch des Beschwerde- führers neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 6.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beur- teilung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Par- tei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als u nterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2; BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden und der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 800.— an den Beschwerdeführer zurück zu erstatten ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Sein R echtsvertreter hat in seiner Honorar- note vom 6. November 2017 für das vorliegende Verfahr en einen Zeitaufwand von 14 ½ Stun- den geltend gemacht, was sich zwar als hoch, angesichts d er sich dabei stellenden Sach- und Rechtsfragen und unter Berücksichtigung der seither angef allenen Aufwendungen aber noch immer als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu de m in Sozialversicherungsprozes- sen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung g elangenden Stundenansatz von Fr. 250.— zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodan n die in der Honorarnote ausge- wiesenen Auslagen von Fr. 110.60. Dem Beschwerdeführer i st deshalb eine Parteientschädi- gung gemäss Honorarnote in der Höhe von Fr. 4‘034.45 (inkl. Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 7. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden die ange fochtenen Verfügun- gen der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 10. Juli 2017 a ufgehoben und die Angelegenheit wird zur weiteren Abklärung im Sinn e der Erwägun- gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Ste lle Basel- Landschaft zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.— zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 4‘034.45 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.