<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 278/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>I. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Schön, Borella, Meyer </div> <div class="para">und nebenamtlicher Richter Maeschi; Gerichtsschreiber </div> <div class="para">Arnold </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 9. Mai 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.________, 1969, Jugoslawien, Beschwerdeführer, vertreten </div> <div class="para">durch Rechtsanwalt W.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle für Versicherte im Ausland, Avenue Edmond- </div> <div class="para">Vaucher 18, Genf, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Eidgenössische Rekurskommission der AHV/IV für die im Aus- </div> <div class="para">land wohnenden Personen, Lausanne </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Der 1969 geborene, aus der ehemaligen Föderativen </div> <div class="para">Volksrepublik Jugoslawien stammende I.________ hatte in den </div> <div class="para">Jahren 1989 bis 1994 in der Schweiz als Saisonnier bei der </div> <div class="para">X.________ AG gearbeitet und dabei Beiträge an die schwei- </div> <div class="para">zerische Sozialversicherung geleistet. Im Oktober 1993 war </div> <div class="para">er an einer offenen Tuberkulose des rechten Lungenoberlap- </div> <div class="para">pens erkrankt und deswegen bis 8. Januar 1994 arbeitsun- </div> <div class="para">fähig. Bei einem Verkehrsunfall im ehemaligen Jugoslawien </div> <div class="para">erlitt er am 15. Mai 1994 eine Schulterluxation links bei </div> <div class="para">Status nach Humerusfraktur in der Kindheit. Im Anschluss an </div> <div class="para">die Krankheit und den Unfall kam es zu einer psychischen </div> <div class="para">Fehlentwicklung in Form eines chronischen reaktiv-depres- </div> <div class="para">siven Verstimmungszustandes (Bericht des Dr. med. </div> <div class="para">B.________ vom 19. April 1995). Am 8. März 1995 meldete </div> <div class="para">sich I.________ zum Bezug von Leistungen der Invaliden- </div> <div class="para">versicherung an. Die IV-Stelle Luzern traf nähere Abklä- </div> <div class="para">rungen, zog die Akten der Schweizerischen Unfallversiche- </div> <div class="para">rungsanstalt (SUVA) bei und ordnete eine gutachtliche </div> <div class="para">Untersuchung in der MEDAS an. In deren Bericht vom </div> <div class="para">6. September 1996 wurden zur Hauptsache ein chronisches </div> <div class="para">Schulter-Arm-Syndrom links sowie eine leicht- bis mittel- </div> <div class="para">gradige depressive Reaktion beziehungsweise Anpassungs- </div> <div class="para">störung diagnostiziert und der Versicherte in der bisheri- </div> <div class="para">gen Tätigkeit als Bauarbeiter als vollständig arbeitsun- </div> <div class="para">fähig bezeichnet. Für eine körperlich leichte bis mittel- </div> <div class="para">schwere Tätigkeit ohne Belastung der linken Schulter wurde </div> <div class="para">eine Arbeitsfähigkeit von 75 % angegeben. Mit Verfügung vom </div> <div class="para">28. Mai 1997 sprach die nunmehr zuständige IV-Stelle für </div> <div class="para">Versicherte im Ausland I.________ für die Zeit vom 1. Mai </div> <div class="para">1995 bis 31. Dezember 1996 eine ganze Invalidenrente, nebst </div> <div class="para">Zusatzrente für die Ehefrau und zwei Kinderrenten, auf </div> <div class="para">Grund eines Invaliditätsgrades von 100 % zu. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher </div> <div class="para">I.________ die Zusprechung einer Rente auch für die Zeit </div> <div class="para">vor dem 1. Mai 1995 sowie nach dem 31. Dezember 1996 ver- </div> <div class="para">langte, wurde von der Rekurskommission der AHV/IV für die </div> <div class="para">im Ausland wohnenden Personen abgewiesen (Entscheid vom </div> <div class="para">15. Januar 1999). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- I.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">führen mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des vorinstanz- </div> <div class="para">lichen Entscheides seien ihm berufliche Eingliederungsmass- </div> <div class="para">nahmen sowie eine ganze Invalidenrente, nebst Zusatzrente </div> <div class="para">und Kinderrenten, auch für die Zeit vor dem 1. Mai 1995 und </div> <div class="para">nach dem 31. Dezember 1996 zuzusprechen; eventuell sei die </div> <div class="para">Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para">In prozessualer Hinsicht wird beantragt, es sei ein neues </div> <div class="para">Gutachten, einschliesslich eines psychiatrischen Berichts, </div> <div class="para">einzuholen und es sei dem Beschwerdeführer die unentgelt- </div> <div class="para">liche Verbeiständung zu gewähren. </div> <div class="para"> Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland sowie die </div> <div class="para">IV-Stelle Luzern verzichten auf eine Vernehmlassung. Das </div> <div class="para">Bundesamt für Sozialversicherung lässt sich nicht ver- </div> <div class="para">nehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> D.- Mit Entscheid vom 13. September 1999 hat das Eid- </div> <div class="para">genössische Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer die </div> <div class="para">unentgeltliche Verbeiständung gewährt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- a) Der Beschwerdeführer rügt in zweifacher Hin- </div> <div class="para">sicht eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör: </div> <div class="para">Einerseits sei die Verfügung vom 28. Mai 1997 mangelhaft </div> <div class="para">begründet worden, andererseits seien im Zusammenhang mit </div> <div class="para">der Begutachtung durch die MEDAS seine Mitwirkungsrechte </div> <div class="para">nicht gewahrt worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> aa) Nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der </div> <div class="para">Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (AS </div> <div class="para">1999 2556) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches </div> <div class="para">Gehör. Die unter der Marginale "Allgemeine Verfahrensgaran- </div> <div class="para">tien" stehende Regelung des <span class="artref">Art. 29 BV</span> bezweckt namentlich, </div> <div class="para">verschiedene durch die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu </div> <div class="para">Art. 4 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (nachfolgend: </div> <div class="para">aBV) konkretisierte Teilaspekte des Verbots der formellen </div> <div class="para">Rechtsverweigerung in einem Verfassungsartikel zusammenzu- </div> <div class="para">fassen (Botschaft über eine neue Bundesverfassung vom </div> <div class="para">20. November 1996 [BBl 1997 I 181]). Hinsichtlich des in </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> nicht näher umschriebenen Anspruchs auf </div> <div class="para">rechtliches Gehör ergibt sich daraus, dass die unter der </div> <div class="para">Herrschaft der aBV hiezu ergangene Rechtsprechung (vgl. </div> <div class="para">etwa <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-49%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page51">BGE 124 I 51</a> Erw. 3a, 242 Erw. 2, 124 II 137 Erw. 2b, </div> <div class="para">124 V 181 Erw. 1a, 375 Erw. 3b, je mit Hinweisen) nach wie </div> <div class="para">vor massgebend ist. Die BV bringt insoweit keine materiel- </div> <div class="para">len Neuerungen, sondern eine Anpassung an die Verfassungs- </div> <div class="para">wirklichkeit (Dieter Biedermann, Die neue Bundesverfassung: </div> <div class="para">Übergangs- und Schlussbestimmungen sowie Anpassungen auf </div> <div class="para">Gesetzesstufe, in AJP 1999, S. 744; Jörg Paul Müller, </div> <div class="para">Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl., Bern 1999, S. 493 </div> <div class="para">ff.). Die diesbezügliche Nachführung war in den Räten denn </div> <div class="para">auch unbestritten (Amtl. Bull. der Bundesversammlung [Sepa- </div> <div class="para">ratdruck 1998], NR 1998 S. 234 und SR S. 50 f.). </div> <div class="para"> Die BV ist gemäss Art. 1 des Bundesbeschlusses vom </div> <div class="para">28. September 1999 [AS 1999 2555; BBl 1999 7922] auf den </div> <div class="para">1. Januar 2000 in Kraft getreten. Die aBV ist von einigen </div> <div class="para">Ausnahmen abgesehen (vgl. Art. 2 des eben genannten Bundes- </div> <div class="para">beschlusses, worin auf Ziff. II Abs. 2 des Bundesbeschlus- </div> <div class="para">ses vom 18. Dezember 1998 verwiesen wird) formell aufgeho- </div> <div class="para">ben worden. Ob die BV vorbehältlich abweichender Über- </div> <div class="para">gangsbestimmungen darüber hinaus auf sämtliche hängige Ver- </div> <div class="para">fahren Anwendung findet, ist nicht geregelt. Dagegen liesse </div> <div class="para">sich anführen, die Rechtmässigkeit eines Verwaltungsaktes </div> <div class="para">sei grundsätzlich nach der Rechtslage zur Zeit seines Er- </div> <div class="para">lasses zu beurteilen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-85%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page89">BGE 122 V 89</a> mit Hinweisen). Dies </div> <div class="para">würde vorliegend zur Massgeblichkeit der aBV führen. Um- </div> <div class="para">gekehrt sind die Verhältnisse bei einer Verfassungsnovelle </div> <div class="para">insoweit speziell, als die Natur der Verfassung als wich- </div> <div class="para">tigste und grundlegendste Rechtsquelle des innerstaatlichen </div> <div class="para">Rechts indiziert, neues Recht - soweit keine abweichende </div> <div class="para">Regelung besteht - grundsätzlich ab Inkrafttreten integral, </div> <div class="para">mithin auch auf hängige Verfahren, zur Anwendung zu brin- </div> <div class="para">gen. Da sich für den Anspruch auf rechtliches Gehör kein </div> <div class="para">Unterschied daraus ergibt, ob die aBV oder die BV massge- </div> <div class="para">bend ist, kann diese Frage vorliegend indes offen bleiben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Nach bundesgerichtlicher Praxis muss die Begrün- </div> <div class="para">dung so abgefasst sein, dass sich die betroffene Partei </div> <div class="para">über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft geben und </div> <div class="para">ihn in voller Kenntnis der Sache weiterziehen kann. Dabei </div> <div class="para">dürfen im sozialversicherungsrechtlichen Verfügungsver- </div> <div class="para">fahren an die Begründungsdichte keine allzu hohen Anforde- </div> <div class="para">rungen gestellt werden. Es genügt, wenn kurz die Überlegun- </div> <div class="para">gen genannt werden, von denen sich die Verwaltung leiten </div> <div class="para">liess und auf welche sich der Entscheid stützt (BGE 124 V </div> <div class="para">181 Erw. 1a mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. K 928 S. 12; ZAK </div> <div class="para">1989 S. 465; vgl. auch <span class="artref">Art. 75 Abs. 3 IVV</span>). Die Verfügung </div> <div class="para">vom 28. Mai 1997 genügt diesen Anforderungen, wie im vor- </div> <div class="para">instanzlichen Entscheid zu Recht festgestellt wird. Im Bei- </div> <div class="para">blatt zum Verwaltungsakt werden, wenn auch in knapper Form, </div> <div class="para">sowohl Beginn und Befristung der Rente als auch der für den </div> <div class="para">Rentenanspruch massgebende Invaliditätsgrad begründet. Zu </div> <div class="para">mehr war die Verwaltung unter den gegebenen Umständen nicht </div> <div class="para">verpflichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> cc) Die Rüge einer Verletzung des Anspruchs auf recht- </div> <div class="para">liches Gehör im Zusammenhang mit der Begutachtung durch die </div> <div class="para">MEDAS geht fehl. Von einer Verletzung der Mitwirkungsrechte </div> <div class="para">des Beschwerdeführers dadurch, dass er keine Vorladung zur </div> <div class="para">Schlussbesprechung vom 16. August 1996 mit den beteiligten </div> <div class="para">Ärzten erhalten hatte, kann schon deshalb nicht die Rede </div> <div class="para">sein, weil der Versicherte die Schweiz zu diesem Zeitpunkt </div> <div class="para">bereits definitiv verlassen hatte. Im Übrigen hatte der </div> <div class="para">Rechtsvertreter bei Einreichung der erstinstanzlichen Be- </div> <div class="para">schwerdeschrift (Ergänzung vom 14. August 1997) Kenntnis </div> <div class="para">vom MEDAS-Bericht und damit Gelegenheit, dazu Stellung zu </div> <div class="para">nehmen und Ergänzungsfragen zu beantragen. Eine allfällige </div> <div class="para">Gehörsverletzung im Verwaltungsverfahren kann daher ange- </div> <div class="para">sichts der uneingeschränkten Überprüfungsbefugnis des </div> <div class="para">Sozialversicherungsrichters als geheilt gelten (BGE 120 V </div> <div class="para">362 Erw. 2b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Der Beschwerdeführer beanstandet des Weitern, die </div> <div class="para">Verwaltung habe die Eingliederungsfrage und die Begehren </div> <div class="para">auf Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen nicht </div> <div class="para">geprüft. Hiezu ist festzuhalten, dass die IV-Stelle Luzern </div> <div class="para">eine Abklärung der Eingliederungsfrage durchgeführt hat. </div> <div class="para">Dabei ergab sich, dass eine Eingliederung nicht möglich und </div> <div class="para">die Rentenfrage zu prüfen sei (Bericht der Berufsberatung </div> <div class="para">der IV-Stelle vom 13. Oktober 1995). Zudem ist der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer im Sommer 1996 definitiv aus der Schweiz </div> <div class="para">ausgereist, weshalb ihm nach Art. 8 lit. a des anwendbaren </div> <div class="para">Sozialversicherungsabkommens mit der ehemaligen Föderativen </div> <div class="para">Volksrepublik Jugoslawien vom 8. Juni 1962 kein Anspruch </div> <div class="para">auf Eingliederungsmassnahmen der schweizerischen Invali- </div> <div class="para">denversicherung mehr zustand. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Materiell ist vorab strittig, ob die mit Verfügung </div> <div class="para">vom 28. Mai 1997 ab 1. Mai 1995 zugesprochene ganze Rente </div> <div class="para">zu Recht auf den 31. Dezember 1996 befristet worden ist. </div> <div class="para">Dies beurteilt sich praxisgemäss danach, ob in diesem Zeit- </div> <div class="para">punkt die Voraussetzungen für eine revisionsweise Aufhebung </div> <div class="para">des Rentenanspruchs gemäss <span class="artref">Art. 41 IVG</span> gegeben waren. Wäh- </div> <div class="para">rend Verwaltung und Vorinstanz diese Voraussetzungen zu- </div> <div class="para">mindest sinngemäss bejahen, verneint der Beschwerdeführer </div> <div class="para">einen Revisionsgrund im Sinne von <span class="artref">Art. 41 IVG</span> mit der Fest- </div> <div class="para">stellung, weder der Gesundheitszustand noch die Erwerbs- </div> <div class="para">fähigkeit hätten sich gegen Ende 1996 geändert. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Nach den Angaben des behandelnden Arztes Dr. med. </div> <div class="para">B.________ war der Beschwerdeführer im Anschluss an den Un- </div> <div class="para">fall vom 15. Mai 1994 zunächst vollständig arbeitsunfähig. </div> <div class="para">Er bezog von der SUVA denn auch das volle Taggeld. Nach </div> <div class="para">einer kreisärztlichen Untersuchung durch Dr. med. </div> <div class="para">E.________ (vom 16. August 1994) setzte die SUVA das Tag- </div> <div class="para">geld mit Wirkung ab 19. August 1994 auf 50 % herab. Ein </div> <div class="para">Arbeitsversuch beim bisherigen Arbeitgeber wurde nach </div> <div class="para">wenigen Stunden abgebrochen. Ab dem 22. August 1994 war der </div> <div class="para">Beschwerdeführer wegen einer Angina arbeitsunfähig. Er </div> <div class="para">hatte bereits im Juni 1994 eine solche Erkrankung durch- </div> <div class="para">gemacht (Zeugnis des Dr. med. B.________ vom 23. August </div> <div class="para">1994). Während Kreisarzt Dr. med. L.________ am 20. Septem- </div> <div class="para">ber 1994 aus orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von </div> <div class="para">50 % ab 19. August und von 100 % ab 21. September 1994 </div> <div class="para">annahm und auf eine psychogene Fehlentwicklung hinwies, </div> <div class="para">verneinte Dr. med. B.________ am 24. Februar und 19. April </div> <div class="para">1995 eine Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf und bestä- </div> <div class="para">tigte eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit für </div> <div class="para">leichtere Tätigkeiten von 30 bis 50 % ab Januar 1995. Die </div> <div class="para">Ärzte der MEDAS gelangten zur Auffassung, dass der Ver- </div> <div class="para">sicherte in der bisherigen körperlich schweren Tätigkeit </div> <div class="para">mindestens seit dem Unfall vom 15. Mai 1994 nicht mehr </div> <div class="para">arbeitsfähig gewesen sei und der Beginn der Arbeitsfähig- </div> <div class="para">keit (von 75 %) für eine leichtere Tätigkeit auf das Datum </div> <div class="para">der Schlussbesprechung der untersuchenden Ärzte, den </div> <div class="para">16. September 1996 (recte: 16. August 1996), festgesetzt </div> <div class="para">werden könne. </div> <div class="para"> Die Arztberichte lassen eindeutig den Schluss zu, dass </div> <div class="para">sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in den </div> <div class="para">Jahren 1995 und 1996 derart gebessert hat, dass ihm zumin- </div> <div class="para">dest die Aufnahme einer leichten Teilzeitarbeit zumutbar </div> <div class="para">war, was als Revisionsgrund im Sinne von <span class="artref">Art. 41 IVG</span> zu </div> <div class="para">betrachten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Der Beschwerdeführer bestreitet die Schlussfolge- </div> <div class="para">rungen im MEDAS-Bericht und macht geltend, bei der Beur- </div> <div class="para">teilung der Arbeitsfähigkeit seien verschiedene Leiden </div> <div class="para">unberücksichtigt geblieben. So werde nicht geprüft, ob die </div> <div class="para">Tuberkulose und die Blähungen, an welchen der Versicherte </div> <div class="para">leide, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigten. Der äusserst </div> <div class="para">schlechte psychische Gesundheitszustand bleibe bei der </div> <div class="para">Festsetzung der Arbeitsfähigkeit ebenfalls ausser Acht. Dem </div> <div class="para">ist entgegenzuhalten, dass die offenbar abgeheilte Tuber- </div> <div class="para">kulose durchaus berücksichtigt wurde, indem sie im Bericht </div> <div class="para">vom 6. September 1996 mit der Diagnose "St. n. offener </div> <div class="para">Tuberkulose des rechten Oberlappens 1993/94" bei den Leiden </div> <div class="para">ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber </div> <div class="para">mit Krankheitswert aufgeführt wurde. Es besteht kein Grund, </div> <div class="para">von diesen mit den übrigen Akten übereinstimmenden Fest- </div> <div class="para">stellungen abzugehen. Namentlich wurde im Bericht der </div> <div class="para">Höhenklinik Y.________ (vom 16. Dezember 1993) eine volle </div> <div class="para">Arbeitsfähigkeit ab 30. Dezember 1993 bestätigt. Über </div> <div class="para">Blähungen hat der Beschwerdeführer anlässlich der MEDAS- </div> <div class="para">Untersuchung nicht geklagt. Die im Rahmen des Allgemein- </div> <div class="para">status erfolgte Untersuchung des Abdomens hat normale Be- </div> <div class="para">funde ergeben. Es besteht daher kein Grund zur Annahme </div> <div class="para">einer entsprechenden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. </div> <div class="para">Was schliesslich die psychischen Leiden betrifft, sind </div> <div class="para">diese im Bericht der MEDAS (vom 6. September 1996) berück- </div> <div class="para">sichtigt worden, nachdem am 10. Juli 1996 ein psychiatri- </div> <div class="para">sches Konsilium durch Dr. med. K.________ durchgeführt </div> <div class="para">worden war, welches zur Diagnose einer leicht- bis </div> <div class="para">mittelgradigen reaktiven Depression und Anpassungsstörung </div> <div class="para">mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten </div> <div class="para">führte. Die Arbeitsunfähigkeit wurde aus psychiatrischer </div> <div class="para">Sicht mit mindestens 25 % und höchstens 50 % bewertet. Wenn </div> <div class="para">die MEDAS sowohl unter Berücksichtigung der organischen als </div> <div class="para">auch der psychischen Befunde zu einer Arbeitsfähigkeit von </div> <div class="para">75 % gelangt ist, so erscheint dies nicht widersprüchlich. </div> <div class="para">Das psychische Leiden war nicht schweren Grades und teil- </div> <div class="para">weise von invaliditätsfremden äusseren Faktoren (Trennung </div> <div class="para">von der Familie, drohende Ausweisung) beeinflusst. In den </div> <div class="para">vom Beschwerdeführer eingereichten Arztzeugnissen aus dem </div> <div class="para">ehemaligen Jugoslawien (vom 27. Dezember 1996 und 16. Juni </div> <div class="para">1997) ist denn auch nicht von einer psychisch bedingten </div> <div class="para">Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit die Rede. Es ist da- </div> <div class="para">her nicht zu beanstanden, wenn die Verwaltung auf die Ge- </div> <div class="para">samtbeurteilung des medizinischen Sachverhalts im MEDAS- </div> <div class="para">Bericht (vom 6. September 1996) abgestellt und von einer </div> <div class="para">Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf vom 15. Mai 1994 bis </div> <div class="para">15. September 1996 und einer Arbeitsfähigkeit von 75 % für </div> <div class="para">eine leichtere Tätigkeit ab 16. September 1996 ausgegangen </div> <div class="para">ist und die Rente nach <span class="artref">Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV</span> auf den </div> <div class="para">31. Dezember 1996 aufgehoben hat. Weil die für die Beurtei- </div> <div class="para">lung der Arbeitsfähigkeit massgebende Schlussbesprechung </div> <div class="para">der MEDAS am 16. August 1996, und nicht, wie im Bericht vom </div> <div class="para">6. September 1996 irrtümlicherweise angegeben, am 16. Sep- </div> <div class="para">tember 1996 stattgefunden hat, hätte die Rente bereits auf </div> <div class="para">den 30. November 1996 aufgehoben werden können. Für das </div> <div class="para">Eidgenössische Versicherungsgericht besteht indessen kein </div> <div class="para">Grund, die strittige Verwaltungsverfügung in diesem Punkt </div> <div class="para">abzuändern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Schliesslich fehlen Anhaltspunkte dafür, dass sich </div> <div class="para">der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in der Zeit </div> <div class="para">nach der MEDAS-Untersuchung (vom 6. September 1996) bis zum </div> <div class="para">Erlass des strittigen Verwaltungsaktes (vom 28. Mai 1997) </div> <div class="para">wesentlich verschlechtert hätte. Gegenteiliges lässt sich </div> <div class="para">weder dem Zeugnis des Dr. med. A.________ vom 27. Dezember </div> <div class="para">1996 noch den erst nach dem Erlass der strittigen Ver- </div> <div class="para">waltungsverfügung ausgestellten Zeugnissen der Dres. med. </div> <div class="para">R.________ vom 16. Juni 1997 und H.________ vom 17. April </div> <div class="para">1998 entnehmen. Ohne dass es weiterer Abklärungen, ein- </div> <div class="para">schliesslich des vom Beschwerdeführer beantragten psychiat- </div> <div class="para">rischen Gutachtens bedürfte, ist daher festzustellen, dass </div> <div class="para">die Befristung der Rente auf den 31. Dezember 1996 zu Recht </div> <div class="para">besteht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist auch inso- </div> <div class="para">weit abzuweisen, als damit ein früherer Rentenbeginn bean- </div> <div class="para">tragt wird. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers </div> <div class="para">lag im Anschluss an den Unfall vom 15. Mai 1994 keine </div> <div class="para">Dauerinvalidität im Sinne von <span class="artref">Art. 29 Abs. 1 lit. a IVG</span> und </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 29 IVV</span> vor. Vielmehr bestand ein labiles pathologi- </div> <div class="para">sches Geschehen (vgl. hiezu <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F111-V-21%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page21">BGE 111 V 21</a> ff.), weshalb der </div> <div class="para">Rentenanspruch erst nach der gesetzlichen Wartezeit von </div> <div class="para">einem Jahr (<span class="artref">Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG</span>), d.h. nach einer </div> <div class="para">Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40 % </div> <div class="para">während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch und einer </div> <div class="para">weiterbestehenden Erwerbsunfähigkeit mindestens dieses Aus- </div> <div class="para">masses entstehen konnte (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=01.05.2000&amp;to_date=20.05.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-270%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page274">BGE 122 V 274</a> mit Hinweisen). </div> <div class="para"> Der Beschwerdeführer war zwar bereits vor dem Unfall </div> <div class="para">vom 15. Mai 1994 verschiedentlich erkrankt. Zu einer län- </div> <div class="para">gerdauernden Arbeitsunfähigkeit führte die im Oktober 1993 </div> <div class="para">aufgetretene Lungentuberkulose, welche zu einer Behandlung </div> <div class="para">vom 29. Oktober bis 16. November 1993 im Spital Z.________ </div> <div class="para">und einem anschliessenden Aufenthalt bis 9. Dezember 1993 </div> <div class="para">in der Höhenklinik Y.________ Anlass gab. Laut dem Bericht </div> <div class="para">dieser Klinik (vom 16. Dezember 1993) bestand ab dem </div> <div class="para">30. Dezember 1993 aber wieder volle Arbeitsfähigkeit, </div> <div class="para">worauf der Beschwerdeführer die bisherige Erwerbstätigkeit </div> <div class="para">am 8. Januar 1994 wieder aufnahm (Bericht des Dr. med. </div> <div class="para">B.________ vom 19. April 1995). Eine erneute Arbeits- </div> <div class="para">unfähigkeit trat erst auf Grund des Unfalls vom 15. Mai </div> <div class="para">1994 wieder ein. Vor diesem Geschehnis bestand somit zu </div> <div class="para">keinem Zeitpunkt eine im Wesentlichen ununterbrochene Ar- </div> <div class="para">beitsunfähigkeit von mindestens 40 % während eines Jahres. </div> <div class="para">Es muss daher bei dem von der Verwaltung angenommenen Ren- </div> <div class="para">tenbeginn vom 1. Mai 1995 bleiben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Da es im vorliegenden Verfahren um Versicherungs- </div> <div class="para">leistungen geht, sind gemäss <span class="artref">Art. 134 OG</span> keine Gerichts- </div> <div class="para">kosten zu erheben. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen </div> <div class="para">Verbeiständung (Entscheid vom 13. September 1999) wird dem </div> <div class="para">Rechtsvertreter des unterliegenden Beschwerdeführers aus </div> <div class="para">der Gerichtskasse eine Entschädigung ausgerichtet. In </div> <div class="para">masslicher Hinsicht liegen keine besondere Umstände vor, </div> <div class="para">welche es rechtfertigen würden, vom Normalansatz von </div> <div class="para">Fr. 2500.- bei Vertretung durch einen Anwalt abzuweichen. </div> <div class="para">Es wird ausdrücklich auf <span class="artref">Art. 152 Abs. 3 OG</span> aufmerksam </div> <div class="para">gemacht, wonach die begünstigte Partei der Gerichtskasse </div> <div class="para">Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie später dazu im </div> <div class="para">Stande ist. </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung </div> <div class="para"> wird Rechtsanwalt W.________ für das Verfahren vor dem </div> <div class="para"> Eidgenössischen Versicherungsgericht aus der </div> <div class="para"> Gerichtskasse eine Entschädigung (einschliesslich </div> <div class="para"> Mehrwertsteuer) von Fr. 2500.- ausgerichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV.Dieses Urteil wird den Parteien, der Eidgenössischen </div> <div class="para"> Rekurskommission der AHV/IV für die im Ausland wohnen- </div> <div class="para"> den Personen, der IV-Stelle Luzern, der Schweizeri- </div> <div class="para"> schen Ausgleichskasse und dem Bundesamt für Sozial- </div> <div class="para"> versicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 9. Mai 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der I. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>