A bteilung II B -2159/2006 {T 0 /2 } U rteil vom 28. M ärz 2007 M itw irkung: R ichterin M aria Am gw erd (vorsitzende R ichterin); R ichter Bernard M aitre (Abteilungspräsident); R ichterin Vera M arantelli; G erichtsschreiberin Barbara Aebi H ._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für B erufsbildung und Technologie (B B T), Effingerstrasse 27, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend A nerkennung eines D iplom s B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. H ._______, schw eizerischer Staatsangehöriger, stellte am 8. D ezem ber 2005 beim Bundesam t für Berufsbildung und Technologie (Bundesam t) das G esuch, sein M eistertitel im Augenoptikerhandw erk (ausgestellt am 30. N ovem ber 2005 von der H andw erkskam m er Kassel in D eutschland) sei als gleichw ertig m it dem eidgenössischen D iplom als Augenoptiker anzuerkennen. D en G esuchsbeilagen ist zu entnehm en, dass H ._______ am Institut für Berufsbildung (IfB) in Karlsruhe, einer staatlich anerkannten privaten Fachschule für Augenoptik und O ptom etrie, vom 5. M ai 2003 bis 18. Februar 2005 die M eisterschule absolviert und am 30. N ovem ber 2005 die M eisterprüfung im Augenoptikerhandw erk erfolgreich bestanden hatte. M it Verfügung vom 16. D ezem ber 2005 entschied das Bundesam t, dass die M eisterprüfung der H öheren Fachprüfung gleichgestellt w erde unter der Bedingung, dass H ._______ als Ausgleichsm assnahm e entw eder a. eine Eignungsprüfung in den Fächern Pathologie sow ie Allgem eine O ptik & Instrum ente ablege oder b. einen einjährigen Anpassungslehrgang in der Schw eiz unter der Anleitung eines diplom ierten Augenoptikers absolviere und die Fächer Pathologie sow ie Allgem eine O ptik & Instrum ente an der H öheren Fachschule für Augenoptik in O lten besuche. Zur Begründung hielt das Bundesam t fest, die Schw eiz habe m it dem Freizügigkeitsabkom - m en das System der Europäischen U nion (EU ) zur gegenseitigen Anerken- nung von D iplom en in ihren M itgliedstaaten angenom m en und w ende zur Beurteilung der G leichw ertigkeit bei reglem entierten Berufen die europä- ischen R ichtlinien an. D iese R ichtlinien sähen vor, dass der Aufnahm e- staat einem EU /EFTA-Bürger den Zugang zu seinem Arbeitsm arkt nicht verw eigern könne, w enn der G esuchsteller in seinem H eim atland für die Ausübung seines Berufes qualifiziert sei. Bestünden indessen U nter- schiede bezüglich der D auer und dem Inhalt der Ausbildung, könne der Aufnahm estaat vom G esuchsteller Ausgleichsm assnahm en verlangen. D ie Tätigkeit als Augenoptiker sei in der Schw eiz reglem entiert. D ie Ausbil- dung zur Vorbereitung auf die H öhere Fachprüfung (H FP) zum diplo- m ierten Augenoptiker daure zw ei Jahre. In den w ichtigsten Fächern Au- genoptik (Pathologie, Anatom ie, Physiologie, Pharm akologie), O ptik und Kontaktlinsenanpassung verm ittle die Schule in O lten über 1500 Lekti- onen. G esam thaft um fasse der Lehrplan der Schule 2750 Lektionen. Bei der H FP m it den Fallfächern Pathologie, R efraktionsbestim m ung, Kon- taktlinsen und Allgem eine O ptik dienten optom etrische/physikalische G rundlagen als Q ualifikationsbasis. H ingegen liege in den handw erklichen M eisterprüfungen in D eutschland das Schw ergew icht bei der M eisterprü- fungsarbeit und der Arbeitsprobe, die auch Teile der R efraktion und Kon- taktlinsen-Abgabe beinhalte. D as im R ahm en der H FP geprüfte Fallfach Pathologie w erde bei der M eisterprüfung nur als Teilbereich im Fach Au- genoptik geprüft. Im Vergleich zu den schw eizerischen Fallfächern Kon- taktlinsen und R efraktionsbestim m ung fehlten in D eutschland w ichtige Teilbereiche w ie die äussere und innere Inspektion des Auges, die ihrer-3 seits fundierte Kenntnisse in Pathologie voraussetzten. D ie Pathologie und die Inspektion des Auges erlangten in der Schw eiz vor allem vor dem H in- tergrund der kantonalen Berufsausübungsvorschriften elem entare Bedeu- tung, sei doch der diplom ierte Augenoptiker verpflichtet, bei Erkennen oder Verdacht auf Augenkrankheiten einen Kunden dem Facharzt zuzuw eisen. D as Fallfach Allgem eine O ptik & Instrum ente w erde in D eutschland nur sehr rudim entär geprüft. D as schw eizerische R eglem ent betrachte dieses Fach als unabdingbares G rundlagenfach zum Verständnis der Berufsausü- bung und zur Lehrlingsinstruktion. Aus diesen G ründen sei die H öhere Fachprüfung in der Schw eiz und die M eisterprüfung in D eutschland inhalt- lich nicht vergleichbar und som it nicht gleichw ertig. B. G egen diese Verfügung erhob H ._______ (Beschw erdeführer) am 21. D ezem ber 2005 Beschw erde bei der R ekurskom m ission EVD . Er beantragt sinngem äss, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und es sei sein M eistertitel im Augenoptikerhandw erk anzuerkennen. Zur Begründung führt er aus, bevor er im Jahr 2003 die Ausbildung zum Augenoptikerm eister in D eutschland begonnen habe, habe er sich beim Bundesam t darüber inform iert, ob der ausländische Ausw eis m it dem schw eizerischen D iplom des Augenoptikers gleichw ertig sei. D as Bundes- am t habe dies zugesichert und ausgeführt, es w erde sich frühestens im Jahr 2007 etw as ändern, w enn eine Fachhochschule für Augenoptiker ein- geführt w erde. Per Fax habe ihm das Bundesam t danach einen Auszug aus dem Staatsvertrag zw ischen der Schw eiz und D eutschland zugesandt. D er Verfügung des Bundesam tes habe er nun zu seinem M issfallen ent- nehm en m üssen, dass sein M eistertitel nicht m ehr anerkannt w erde. D ie neue R egelung w erde rückw irkend angew endet, und es gebe keine Ü ber- gangsfristen. W eiter bringt er vor, auf seine N achfrage hin habe ihm w eder das Bundes- am t noch die höhere Fachschule in O lten nähere Auskünfte über die M o- dalitäten der beiden Ausgleichsm assnahm en geben können. Zum Fach Pathologie führt er detailliert aus, dass die Inspektion des Au- ges in D eutschland im Fach Kontaktlinse und Anatom ie behandelt w erde. W ie in der Schw eiz sei auch der deutsche Augenoptikerm eister verpflich- tet, bei Erkennen oder Verdacht auf Erkrankung den Kunden einem Fach- arzt zuzuw eisen. W as das Fach Allgem eine O ptik und Instrum ente be- treffe, so habe dieses 10 Prozent der gesam ten Lektionen beansprucht. Zudem sei es an der Prüfung einzeln geprüft w orden. Bei diesem Aufw and sei die Argum entation des Bundesam tes, w onach dieses Fach in D eutsch- land nur rudim entär geprüft w erde, nicht nachvollziehbar. Ü berdies führt er aus, der Abschluss des "staatlich geprüften Augenopti- kers m it M eisterbrief" w erde w eiterhin dem diplom ierten Augenoptiker gleichgestellt, obschon die Prüfungsanforderungen dieselben seien. D as Bundesam t habe ihm auf seine N achfrage hin erklärt, dass der Schulstoff des IfB nicht dem Schulstoff der staatlichen Schule entspreche. Für die Zu- lassung zur Prüfung sei indessen w eder in der Schw eiz noch in D eutschland der Besuch einer Schule vorgeschrieben. Ansonsten m üsste 4 in der Schw eiz zw ischen den früheren Absolventen der H öheren Fach- schule in Konolfingen und den Absolventen der H öheren Fachschule in O lten unterschieden w erden. Alle Absolventen hätten dieselbe eidgenössische Prüfung abgelegt, obschon die G ew ichtung des Schulstoffs zw ischen diesen Schulen ebenfalls U nterschiede aufgew iesen habe. Im Ü brigen sei die Expertenkom m ission, w elche seine Ausbildung geprüft und das G utachten erstellt habe, vom Schw eizer O ptikverband (SO V) ein- gesetzt w orden. D er SO V habe sich bekanntlich lange daran gestört, dass m an im Ausland ein gleichw ertiges D iplom erlangen konnte. Seine Ausbil- dung hätte daher durch eine unbefangene Stelle beurteilt w erden m üssen. Am 9. Januar 2006 reichte der Beschw erdeführer eine Beschw erdeergän- zung sow ie eine G leichw ertigkeitsbestätigung des Bundesam tes und eine Berufsausübungsbew illigung des Kantons Bern an einen Berufskollegen, die Broschüre "Inform ationen zum Studium an der H öheren Fachschule für Augenoptik Köln und Inform ationen zur Bew erbung um einen Studienplatz", das "R eglem ent über die D urchführung der H öheren Fach- prüfung im Augenoptikerberuf vom 12. Juni 1991", Kopien eines Brief- w echsels zw ischen dem Bundesam t und dem Schulleiter des IfB Karlsruhe sow ie diverse w eitere U nterlagen ein. Er hält fest, den beigelegten U nter- lagen sei zu entnehm en, dass die kantonalen R egelungen für den Erhalt einer Berufsausübungsbew illigung sehr unterschiedlich seien. D ies sei rechtlich nicht haltbar. Andernfalls w ürde dies bedeuten, dass Kunden in der Schw eiz nicht von O ptikern m it dem gleichen Standard betreut w ürden. D ie Bew illigungspraxis der kantonalen Äm ter sei w illkürlich. D ie beigelegte Berufsausübungsbew illigung des Kantons Bern an einen Berufskollegen zeige, dass diese noch ohne bundesam tliche G leichw ertigkeitsbestätigung ausgestellt w orden sei. D er Argum entation des Bundesam tes in der angefochtenen Verfügung, w onach die Ausbildung im Fach Allgem eine O ptik von grosser W ichtigkeit und für die Lehrlingsausbildung unerlässlich sei, sei zu entgegnen, dass viele G eschäfte in der Schw eiz von O ptikerm eistern m it deutscher Ausbil- dung geführt w ürden. D iese O ptikerm eister seien auch für die Lehrlings- ausbildung zuständig. Im W eiteren sei die Vorgehensw eise des Bundesam tes fragw ürdig. M ehre- re seiner Berufskollegen hätten die höhere Fachschule in O lten besucht, aber die Prüfung nicht bestanden, w eshalb sie schliesslich die M eisterprü- fung vor einer deutschen H andw erkskam m er absolviert hätten. D iese Kol- legen hätten dieselbe Verfügung erhalten w ie er, obschon sie diejenigen Fächer, für w elche das Bundesam t Ausgleichsm assnahm en fordere, an der H öheren Fachschule in O lten bereits besucht hätten. D iese Kollegen hätten ihre G esuche bereits im Frühjahr 2005 eingereicht und trotz m ehr- m aligem N achfragen erst im D ezem ber 2005 eine Verfügung erhalten. Er frage sich, ob das Bundesam t diese G esuche bis zum G utachten der Expertenkom m ission im N ovem ber 2005 gesam m elt habe. Ferner bringt er vor, aus dem beigelegten Briefw echsel zw ischen dem 5 Schulleiter des Institutes für Berufsbildung in Karlsruhe (IfB) und dem Bun- desam t w erde ersichtlich, dass sich das Bundesam t über die Ausgestal- tung der Ausgleichsm assnahm en noch nicht im Klaren sei. D as Bundes- am t spreche über den "param edizinischen Bereich, in dem der Leistungs- erbringer die Anforderungen bezüglich der D iagnostik" sicherzustellen habe. Es sei indessen allein den Ärzten vorbehalten, eine D iagnose zu er- stellen. D eutschland habe im M edizinalbereich strengere Vorschriften und G esetze als die Schw eiz und könne es sich nicht erlauben, O ptikerm eister m it Bil- dungsm ängeln zu beschäftigen. Laut dem G eneralsekretär der Prüfungs- kom m ission des SO V spiele es bei der vom Bundesam t vorgeschlagenen Ausgleichsm assnahm e keine R olle, w elche zw ei Sem ester an der H öheren Fachschule in O lten besucht w ürden. D a frage er sich, w as diese M ass- nahm e bringen solle. Auch w erde nicht genau definiert, w elche Bildungslü- cken seine Ausbildung aufw eise. Er m öchte eine Berufsausübungsbew illigung für den Kanton Bern erhalten, um ein eigenes G eschäft eröffnen oder übernehm en zu können. Erhalte er die Anerkennung der G leichw ertigkeit m it dem eidgenössischen D iplom nicht, m üsse er als G eschäftsführer entlassen w erden. M it Schreiben vom 24. Februar 2006 reichte der Beschw erdeführer Kopien von zw ei Briefw echseln zw ischen der Schw eizerischen O phthalm olo- gischen G esellschaft (SO G ) und dem Leiter des IfB beziehungsw eise der SO G und dem Bundesam t ein. Aus diesen Schreiben w erde ersichtlich, dass sich das Bundesam t und die Expertenkom m ission, w elche die Aus- gleichsm assnahm e festgelegt habe, an M assstäben orientierten, die nicht den geltenden G esundheitsgesetzen entsprächen oder zum indest rechtlich nicht klar definiert seien. Er spreche den Ausgleichsm assnahm en nicht ab, dass es w ichtig sei, einen Ü berblick über die w ichtigsten Auffälligkeiten von Augenkrankheiten zu haben. G enau diesen Ü berblick habe er w äh- rend seiner Ausbildung in D eutschland bereits erhalten. D aher sei es für ihn auch fraglich, ob die Ausgleichsm assnahm en im Fach "allgem eine O p- tik" überhaupt nötig seien. C . M it Vernehm lassung vom 13. M ärz 2006 beantragt das Bundesam t die Ab- w eisung der Beschw erde. Es hält fest, am 1. D ezem ber 1937 hätten die R egierungen der Schw eiz und D eutschland ein Abkom m en zur G leichstel- lung deutscher und schw eizerischer handw erklicher Prüfungen unterzeich- net. W ahrscheinlich sei dieses Abkom m en von den deutschen und den schw eizerischen Behörden gelegentlich angew andt w orden. Es sei jedoch w eder ratifiziert noch in der system atischen Sam m lung des Bundesrechts publiziert und daher in keiner W eise rechtskräftig. M it dem Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkom m ens (FZA) am 1. Juni 2002 habe sich die Aner- kennung ausländischer D iplom e in der Schw eiz grundlegend verändert. D ie U m setzung der bilateralen Abkom m en habe eine gew isse Zeit gedau- ert. Bei der Anerkennung von Ausbildungen deutscher O ptiker w ürden die Schw eizer Behörden nun Anhang III des Freizügigkeitsabkom m ens anw enden. Aufgrund der w ortgetreuen Auslegung des Abkom m ens von 6 1937 seien Ausbildungen anerkannt w orden, die nicht den Anforderungen der Schw eizer Ausbildungen entsprächen. D ies w iderspreche ganz offen- sichtlich den in Anhang III FZA aufgenom m enen R ichtlinien. D as Bundesam t sei für die Anerkennung von Ausbildungen zuständig; die Bew illigung zur Ausübung des Berufs hingegen falle in den Zuständigkeits- bereich der Kantone. D ies führe dazu, dass die Bedingungen zur Berufs- ausübung in den verschiedenen Kantonen variieren könnten. Zur geltend gem achten Praxisänderung sei festzuhalten, dass eine Ver- w altungspraxis keine rechtliche R egelung darstelle und Privatpersonen keine R echte daraus ableiten könnten. D er R echtsgleichheitsgrundsatz könne nicht zur Folge haben, dass die Verw altung im m er an ihrer Praxis festhalten m üsse. D ies gelte vor allem dann, w enn eine Änderung der Pra- xis w ie im vorliegenden Fall auf eine G esetzesänderung zurückzuführen sei. Eine Praxisänderung m üsse sofort für alle Fälle gelten und nur vorgän- gig angekündigt w erden, w enn sie die R echte der Bürgerinnen und Bürger auf unw iderrufliche W eise beeinträchtige. D as sei hier nicht der Fall, da ein D iplom nach einer nicht einm al einen halben Tag dauernden Prüfung aner- kannt w erden könne. G em äss den europäischen R ichtlinien zur Anerkennung von D iplom en seien die w ichtigsten Kriterien für die Prüfung eines Anerkennungsgesuchs D auer und Inhalt der Ausbildungen. D er Entscheid des Bundesam tes, der auf einem Vergleich der Ausbildungen beruhe, entspreche som it dem in den europäischen R ichtlinien vorgesehenen System . In der Schw eiz w erde ein G rossteil der Berufsausbildungen in Form von Prüfungen m it fakulta- tiver Ausbildung durchgeführt. D ie erlangten Titel (Fachausw eise und D i- plom e) erm öglichten den Zugang zu Berufen m it grosser Verantw ortung und hohem W issenstand. Trotzdem w ürden diese (schw eizerischen) Fach- ausw eise und D iplom e in der EU nicht anerkannt, w eil ihre Inhaber sich nicht auf eine Ausbildungsdauer im Sinne der R ichtlinien berufen könnten. In Anbetracht dessen sei die Schw eiz nicht bereit, über die Anforderungen der europäischen R ichtlinien hinauszugehen. Eine Person ohne Berufser- fahrung, deren Ausbildungsdauer deutlich kürzer sei als die im Aufnahm e- staat vorgeschriebene D auer, erhalte keine Anerkennung und habe keinen Anspruch auf Ausgleichsm assnahm en. Im vorliegenden Fall sei die Ausbil- dungsdauer nicht das m assgebliche Kriterium , sondern es gehe haupt- sächlich um den U nterrichtsinhalt. D a die europäischen R ichtlinien aber auf den Kriterien Ausbildungsdauer und -inhalt aufbauten, m üsse m an sich auf einen Ausbildungsw eg beziehen, um die Ausbildung des Beschw erde- führers m it derjenigen in der Schw eiz zu vergleichen. D ie Ausbildung an der Schule in O lten erlaube einen gültigen Vergleich, w eil sie den Erw erb der durch die Prüfungsordnung der höheren Fachprüfung vom 12. Juni 1991 geforderten Kenntnisse erm ögliche. D ie Ausbildung des Beschw erdeführers sei vom Schw eizer O ptikverband geprüft w orden. D er Schw eizer O ptikverband sei in allen Ausbildungsfra- gen Partner des Bundesam tes und führe höhere Fachprüfungen für O pti- ker durch. Es gebe keine Anhaltspunkte, auf G rund derer Zw eifel an der 7 Q ualität seiner Arbeit aufkom m en könnten. Aus seinem G utachten gehe hervor, dass die beiden Fächer, für w elche Ausgleichsm assnahm en gefor- dert w ürden, in D eutschland zu oberflächlich behandelt w ürden. Entgegen dem Standpunkt des Beschw erdeführers sei es nicht m öglich, sich bei ei- ner so unterschiedlichen Ausbildungsdauer den gleichen Stoff anzueignen. Im R ahm en dieser beiden Fächer w ürden Inhalte verm ittelt, die zur Berufs- ausübung unerlässlich seien. Eine zuw andernde Person könne nach Belie- ben eine Eignungsprüfung oder ein Anpassungspraktikum absolvieren. D as Bundesam t habe darauf verzichtet, im Fach R echtskunde Ausgleichs- m assnahm en zu fordern, denn es gehe davon aus, dass es sich dabei nicht um Kenntnisse handle, die für die Berufsausbildung unerlässlich seien. M it "D iagnostik " habe der U nterzeichnende des Bundesam tes in dem in der Beschw erdeergänzung vom 24. Februar 2006 erw ähnten Schreiben gem eint, dass diplom ierte Augenoptiker befähigt sein m üssten, Problem e zu erkennen und die Kunden gegebenenfalls an einen Augenarzt zu ver- w eisen. D . M it Schreiben vom 28. April 2006 ersuchte die R ekurskom m ission EVD das Bundesam t um Einreichung diverser U nterlagen und um Erläuterung darüber, w as die vom Bundesam t alternativ verfügte Ausgleichsm assnah- m e - der einjährige Anpassungslehrgang - genau beinhalte. Am 10. M ai 2006 reichte das Bundesam t die angeforderten U nterlagen ein. Zur alternativ verfügten Ausgleichsm assnahm e - dem einjährigen Anpas- sungslehrgang - hielt es fest, es handle sich hierbei um ein Praktikum , w elches unter der Verantw ortung eines qualifizierten Berufsangehörigen erfolge und gegebenenfalls m it einer Zusatzausbildung ergänzt w erde. D as Praktikum , dessen M odalitäten durch die zuständigen Behörden festgelegt w ürden, sei G egenstand einer Bew ertung. D ie D auer dieses Praktikum s sollte ein Jahr lang betragen. In Anbetracht der Kenntnisse, die nachgeholt w erden m üssten, halte m an dies in der Schw eiz für eine sinnvoll bem es- sene Zeit, die sich nach der Ausbildung in der Schule von O lten richte. W ie in den R ichtlinien vorgesehen, könne der Lehrgang m it einer Zusatzausbil- dung einhergehen. D ies sei im vorliegenden Fall nötig, da die Kenntnisse - vor allem jene in der Pathologie - nicht im m er nur in der Praxis erw orben w erden könnten. Zur Bew ertung m üssten die Bew erber das Zeugnis eines diplom ierten O ptikers sow ie der Schule in O lten m itbringen. D er Besuch der Kursstunden w erde ebenfalls geprüft. Bei der Zusam m enstellung die- ser Ausgleichsm assnahm en habe sich das Bundesam t m öglichst nah an die R ichtlinien gehalten, um Problem e zu verm eiden. Im Ü brigen w eise es auch auf den H andlungsspielraum hin, über den die Staaten bei der U m - setzung der europäischen R ichtlinien verfügten. E. Am 26. M ai 2006 reichte der Beschw erdeführer eine Stellungnahm e, eine Kopie eines w eiteren Briefw echsels zw ischen dem Bundesam t und dem SO G und w eitere U nterlagen ein. Er hält fest, er zw eifle nicht am U rteilsverm ögen des Bundesam tes, sondern an der Art und W eise, w ie dieses zu den G rundlagen seines Entscheids gekom m en sei. Er sei ihm 8 klar, dass sich das Bundesam t bei der Anerkennung von kom plexen Beru- fen auf Berufsverbände verlassen m üsse. D er SO V sei indessen befan- gen, da er Träger der H öheren Fachschule für Augenoptik in O lten sei. W as das Fach Pathologie betreffe, so habe auch der Absolvent der H ö- heren Fachschule nicht das R echt und die Ausbildung, eine D iagnose zu erstellen und M edikam ente zu verabreichen. D ie Ausgleichsm assnahm e, w elche den Besuch der Fächer Pathologie und Allgem eine O ptik beinhalte, entbehre jeglicher G rundlage. Im Schreiben des SO V an das Bundesam t w erde nur über die Q uantität der Lektionen und nicht über eventuell feh- lende Inhalte gesprochen. D a es sich bei der Schule in O lten nur um eine Vorbereitungsschule handle und deren Besuch kein Zulassungskriterium für die Prüfung darstelle, sei ein Vergleich über die Anzahl der Lektionen nicht ausschlaggebend. D a die Kantone die Berufsausübungsbew illi- gungen erteilten, w äre es zudem m öglich, dass er das Praktikum bei einem Augenoptiker absolvieren m üsste, w elcher über dieselbe Ausbil- dung verfüge w ie er. Im Vergleich der Anzahl Lektionen w erde nicht be- rücksichtigt, dass die Ausbildung in D eutschland berufsbegleitend und die H öhere Fachschule eine Vollzeitausbildung sei. Bei berufsbegleitenden W eiterbildungen seien auch in der Schw eiz w eniger Lektionen als bei Voll- zeitausbildungen vorgesehen. Am 5. Juli 2006 nahm das Bundesam t hiezu Stellung. W enn der SO V die zukünftigen diplom ierten O ptiker in den G rundlagen der Pathologie unter- w eisen m öchte, so stehe ihm dies frei und es gebe keine Vorschriften, die dagegen sprächen. Anders sehe es bei der Frage nach den Tätigkeiten aus, w elche die diplom ierten O ptiker im R ahm en ihres Berufes ausüben dürften. D ie m edizinische D iagnose sei ausschliesslich den Ärzten vorbe- halten. Zur R üge des Beschw erdeführers, es habe sich nicht über den In- halt der Ausbildung geäussert, könne es lediglich festhalten, dass der Be- schw erdeführer eine Ausbildung von 1100 Stunden absolviert habe, w äh- renddessen die Ausbildung in der Schw eiz 2750 Stunden daure. In D eutschland gebe es keine Pathologieprüfung. Es sei daher unm öglich, dass der Inhalt der Ausbildung identisch sei. W as den Anpassungslehr- gang unter Anleitung eines diplom ierten Augenoptikers betreffe, so verste- he sich von selbst, dass das Bundesam t nur einen O ptiker m it einem eid- genössischen D iplom anerkennen könne. D ie Ausgleichsm assnahm en seien den europäischen R ichtlinien entnom m en w orden. Erachte der Be- schw erdeführer die Ausbildung als unnötig, so könne er direkt die Eig- nungsprüfung ablegen. M it der angebotenen zusätzlichen Ausbildung in O lten w erde den Kandidaten lediglich die G elegenheit geboten, ihre Kennt- nisse zu vervollständigen. Im W eiteren w eist es darauf hin, dass die Euro- päischen R ichtlinien keine Ausw irkungen auf die Ausbildungen hätten. Je- der Staat sei w eiterhin dafür zuständig, die erforderliche Ausbildung fest- zulegen. D ie Ausbildung des Beschw erdeführers sei in der Schw eiz grund- sätzlich anerkannt. Es handle sich dabei um eine Verpflichtung der Schw eiz, w elche im Abkom m en über die Personenfreizügigkeit enthalten sei. Für diese Anerkennung w erde indessen eine Ausgleichsm assnahm e vorausgesetzt. Angesichts dieser Tatsache entspreche die Praxisänderung 9 dem Proportionalitätsprinzip. F. M it Verfügung vom 1. Juni 2006 teilte die R ekurskom m ission EVD dem Be- schw erdeführer m it, dass er das R echt auf eine öffentliche Verhandlung habe. D iese fand am 28. August 2006 am Sitz der R ekurskom m ission EVD in Frauenkappelen statt. D abei hatten der Beschw erdeführer und das Bun- desam t G elegenheit, ihren Standpunkt nochm als einlässlich darzulegen. Am 31. August 2006 äusserte sich das Bundesam t zur Bew ertung des Lehrgangs und reichte unter anderem die an der Verhandlung erw ähnten W eisungen betreffend die D urchführung der Eignungsprüfung ein. Am 7. Septem ber 2006 gab die R ekurskom m ission EVD dem Beschw erde- führer G elegenheit, sich zu diesen und w eiteren Eingaben des Bundes- am tes zu äussern. D er Beschw erdeführer liess sich dazu m it Schreiben vom 21. Septem ber 2006 vernehm en. G . Im N ovem ber 2006 teilte die R ekurskom m ission EVD den Parteien m it, dass die R ekurskom m ission EVD am 31. D ezem ber 2006 durch das Bun- desverw altungsgericht ersetzt w erde, w elches seine Tätigkeit am 1. Januar 2007 in Bern aufnehm e und die Beurteilung der bisher bei der R ekurskom - m ission EVD hängigen R echtsm ittel übernehm e. In der Folge überw ies die R ekurskom m ission EVD die Akten auf den 1. Januar 2007 an das neu ge- schaffene Bundesverw altungsgericht. D ieses übernahm das Verfahren m it Verfügung vom 18. Januar 2007. Auf die vorstehend genannten und w eiteren Vorbringen w ird, sow eit sie rechtserheblich sind, in den Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. O b die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschw erde einzutreten ist, prüft das Bundesverw altungsgericht von Am tes w egen und m it freier Kognition (vgl. BG E 130 II 65 E. 1; FR ITZ G YG I, Bundesverw al- tungsrechtspflege, Bern 1983, S. 73 f.). D er Entscheid des Bundesam tes vom 16. D ezem ber 2005 stellt eine Ver- fügung im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren dar (Vw VG , SR 172.021; Art. 5 Abs. 1 Bst. c). D iese Verfügung w ar bisher bei der R ekurskom m ission EVD angefochten, w el- che vor dem Inkrafttreten des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) am 1. Januar 2007 (vgl. AS 2006 1069) zur Beurteilung der Streitsache sachlich und funktionell zuständig w ar (vgl. Art. 61 Abs. 1 Bst. c Ziff. 1 BBG œ [zitiert in E. 2], AS 2003 4557; aufgeho- ben gem äss Anhang Ziff. 35 zum VG G , AS 2006 2248). D as Bundesverw altungsgericht, w elches gem äss Art. 31 VG G als Be- schw erdeinstanz Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG be- urteilt, ist nach Art. 53 Abs. 2 VG G (i.V.m . Art. 33 Bst. d VG G ) für die Be-10 handlung der vorliegenden Streitsache zuständig, zum al keine Ausnahm e nach Artikel 32 VG G greift. Sow eit vorliegend das Abkom m en über die Personenfreizügigkeit (zitiert in E. 3) zur Anw endung gelangt, hat dieses keine Änderungen auf die hier dargestellte (innerstaatliche) O rdnung des R echtsschutzes zur Folge (vgl. STEPH AN BR EITEN M O SE R /M IC H AE L ISLER , D er R echtsschutz im Personenfreizü- gigkeitsabkom m en zw ischen der Schw eiz und der EG sow ie den EU -M it- gliedstaaten, Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 2002 S. 1003 ff., insbes. S. 1018). D er Beschw erdeführer hat am Verfahren vor dem Bundesam t teilgenom - m en und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Er hat zudem ein als schutzw ürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhe- bung oder Änderung, w eshalb er zur Beschw erdeführung legitim iert ist (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). D ie Eingabefrist sow ie die Anforderungen an Form und Inhalt der Beschw erdeschrift sind gew ahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ), der Kostenvorschuss w urde fristgem äss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 Vw VG ) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 2. N ach Art. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. D ezem ber 2002 (BBG , SR 412.10) regelt dieses G esetz säm tliche Berufsbereiche ausserhalb der H ochschulen, so unter anderem die berufliche G rundbildung, einschliess- lich der Berufsm aturität; die höhere Berufsbildung; die berufsorientierte W eiterbildung und die Q ualifikationsverfahren, Ausw eise und Titel (Art. 2 Abs. 1 Bst. a - d BBG ). Art. 68 Abs. 1 BBG überträgt dem Bundesrat die R egelung der Anerken- nung ausländischer D iplom e und Ausw eise der Berufsbildung im G eltungs- bereich des Berufsbildungsgesetzes. M it dem Erlass der Berufsbildungs- verordnung vom 19. N ovem ber 2003 (BBV, SR 412.101) hat der Bundesrat diesen Auftrag erfüllt und in Art. 69 Folgendes bestim m t: 1 D as Bundesam t anerkennt ausländische D iplom e und Ausw eise, w enn die- se: a) im H erkunftsland staatlich ausgestellt oder staatlich anerkannt sind; und b) einem schw eizerischen Ausw eis oder Titel gleichw ertig sind. 2 Einem schw eizerischen D iplom oder Ausw eis gleichw ertig ist ein auslän- disches D iplom oder ein ausländischer Ausw eis dann, w enn: a) die gleiche Bildungsstufe gegeben ist; b) die Bildungsdauer äquivalent ist; c) die Inhalte vergleichbar sind; und d) der Bildungsgang neben theoretischen auch praktische Q ualifikationen um - fasst. 3 Antragsberechtigt ist, w er in der Schw eiz W ohnsitz hat oder als G renzgän- gerin oder G renzgänger tätig ist. 4 Völkerrechtliche Verträge bleiben vorbehalten.11 W ird die Ausübung einer Berufstätigkeit durch R echtsvorschriften an den Besitz eines bestim m ten D iplom s oder Ausw eises gebunden und verfügt die G esuchstellerin oder der G esuchsteller über ein ausländisches D iplom oder einen ausländischen Ausw eis, der in der Schw eiz nicht als gleichw er- tig anerkannt ist, so sorgt das Bundesam t in Zusam m enarbeit m it den Kan- tonen oder m it O rganisationen der Arbeitsw elt für Ausgleichsm assnahm en, m it denen die verlangten Q ualifikationen erreicht w erden können (Art. 70 Abs. 1 und 3 BBV). 3. Am 1. Juni 2002 trat das Abkom m en vom 21. Juni 1999 zw ischen der Schw eizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen G e- m einschaft und ihren M itgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkom m en, FZA, SR 0.142.112.681) in Kraft. N ach Art. 1 Bst. a Freizügigkeitsabkom m en hat dieses zum Ziel, den Staatsangehöri- gen der M itgliedstaaten der Europäischen G em einschaft und der Schw eiz ein R echt auf Einreise, Aufenthalt, Zugang zu einer unselbstständigen Er- w erbstätigkeit und N iederlassung als Selbstständiger sow ie das R echt auf Verbleib im H oheitsgebiet der Vertragsparteien einzuräum en. D er G rund- satz der N ichtdiskrim inierung (vgl. Art. 2 FZA) gew ährleistet den Staatsan- gehörigen der Schw eiz und der M itgliedstaaten der Europäischen G em ein- schaft das R echt, in der Anw endung des Abkom m ens nicht schlechter ge- stellt zu w erden als die Angehörigen des Staates, der das Abkom m en handhabt (YVO H AN G AR TN E R , D er G rundsatz der N ichtdiskrim inierung w egen der Staatsangehörigkeit im Freizügigkeitsabkom m en der Schw eiz m it der Europäischen G em einschaft, AJP 2003 S. 257 ff., dort S. 260). In diesem Zusam m enhang bestim m t Art. 9 Freizügigkeitsabkom m en, dass die Ver- tragsparteien gem äss Anhang III die erforderlichen M assnahm en treffen, um den Staatsangehörigen der M itgliedstaaten der Europäischen G em ein- schaft und der Schw eiz den Zugang zu unselbstständigen und selbststän- digen Erw erbstätigkeiten und deren Ausübung sow ie die Erbringung von D ienstleistungen zu erleichtern. Anhang III trägt die Bezeichnung "G egenseitige Anerkennung beruflicher Q ualifikationen (D iplom e, Prüfungszeugnisse und sonstiger Befähigungs- nachw eise)". N ach dessen Bestim m ungen w enden die Vertragsparteien im Bereich der gegenseitigen Anerkennung beruflicher Befähigungsnach- w eise untereinander die gem einschaftlichen R echtsakte, auf die Bezug ge- nom m en w ird, in der zum Zeitpunkt der U nterzeichnung des Abkom m ens geltenden Fassung einschliesslich der in Abschnitt A dieses Anhangs ge- nannten Änderungen oder gleichw ertige Vorschriften an (vgl. hierzu und zum G anzen: Botschaft vom 23. Juni 1999 zur G enehm igung der sektoriel- len Abkom m en zw ischen der Schw eiz und der EG , Botschaft, BBl 1999 6128, insbes. S. 6155 und S. 6347 ff.; U rteil des Bundesgerichts 2A.331/2002 vom 24. Januar 2003 E. 6.1 m it H inw eis auf: R U D O LF N ATSC H , G egenseitige Anerkennung beruflicher Q ualifikationen, in: Bilaterale Ver- träge Schw eiz - EG , Zürich 2002, S. 195 ff., insbes. S. 204; M AX W ILD , D ie Anerkennung von D iplom en im R ahm en des Abkom m ens über die Freizü- gigkeit der Personen, in: Bilaterale Abkom m en Schw eiz - EU , Basel etc. 2001, S. 383 ff., insbes. S. 403; Bundesam t für Berufsbildung und Techno-12 logie, Bericht über die Anerkennung ausländischer D iplom e in der Schw eiz und die Anerkennung schw eizerischer D iplom e im Ausland: R egelungen, bestehende Praktiken und H andlungsbedarf, Bern 2001, S. 4 f.; im Fol- genden: Bericht 2001). H insichtlich der Anerkennung der beruflichen Q ualifikationen erfasst das bilaterale Personenfreizügigkeitsabkom m en nur die im Aufnahm estaat re- glem entierten beruflichen Tätigkeiten. Alle nicht reglem entierten Berufe stehen der freien Ausübung offen. Für sie ist die Anerkennung nach dem Personenfreizügigkeitsabkom m en ohne Bedeutung. Ist ein Beruf im Auf- nahm estaat nicht reglem entiert, bedarf es som it keiner Prüfung der G leich- w ertigkeit des D iplom s und eine Arbeitsbew illigung genügt (vgl. N ATSC H , a.a.O ., S. 205; W ILD , a.a.O ., S. 386 f.; H ILD EG AR D SC H N EID ER , D ie Anerken- nung von D iplom en in der Europäischen G em einschaft, Antw erpen-Apel- doorn 1995, S. 177). Als reglem entierte berufliche Tätigkeit gilt eine berufliche Tätigkeit, bei der die Aufnahm e oder Ausübung oder eine der Arten ihrer Ausübung in einem M itgliedstaat direkt oder indirekt durch R echts- oder Verw altungsvor- schriften an den Besitz eines Ausbildungs- oder Befähigungsnachw eises (bzw . D iplom s) gebunden ist. D azu gehört insbesondere die Ausübung ei- ner beruflichen Tätigkeit in Verbindung m it der Führung eines Titels, der nur von Personen geführt w erden darf, die einen Ausbildungs- oder Befä- higungsnachw eis (bzw . ein D iplom ) besitzen, die in einschlägigen R echts- und Verw altungsvorschriften festgelegt sind; sow ie die Ausübung einer be- ruflichen Tätigkeit im G esundheitsw esen, w enn die Vergütung dieser Tä- tigkeit und/oder eine diesbezügliche Erstattung durch das einzelstaatliche System der sozialen Sicherheit an den Besitz eines Ausbildungs- oder Be- fähigungsnachw eises (bzw . D iplom s) gebunden ist (Art. 1 Bst. f der R ichtli- nie 92/51/EW G bzw . Art. 1 Bst. d der R ichtlinie 89/48/EW G , beide zitiert in E. 3.2). Berufsverbände oder -organisationen, die ihren M itgliedstaaten derartige Titel ausstellen und von den Behörden anerkannt w erden, kön- nen sich nicht auf ihre private N atur berufen, um sich der Anw endung der m it dieser R ichtlinie vorgesehenen R egelung zu entziehen (Vorspann der R ichtlinie 89/48/EW G ). D as Bundesam t hat eine Liste der reglem entierten Berufe in der Schw eiz herausgegeben (abrufbar unter w w w .bbt.adm in.ch [Them en/Internationale D iplom anerkennung/EU -D iplom anerkennung/Liste der reglem entierten Be- rufe]). D er Beruf des Augenoptikers ist in dieser Liste erfasst (N . 1.04). So- m it ist das Freizügigkeitsabkom m en auf das G esuchsverfahren des Be- schw erdeführers grundsätzlich anw endbar. 3.1 D er Beschw erdeführer m öchte eine Berufsausübungsbew illigung für den Kanton Bern erhalten, um ein eigenes G eschäft eröffnen oder übernehm en zu können. D er Kanton Bern regelt die Tätigkeit zur selbstständigen Berufsausübung als Augenoptiker in der G esundheitsverordnung vom 24. O ktober 2001 (G esV, Belex 811.111). Augenoptikerinnen und Augenoptiker, die ihre Tä- tigkeit in eigener fachlicher Verantw ortung ausüben, benötigen eine Be-13 rufsausübungsbew illigung des Kantonsarztam tes (vgl. Art. 2 Bst. k i.V.m . Art. 11 Bst. h G esV). Augenoptikerinnen und Augenoptiker sind berechtigt, Brillen, Kontaktlinsen und andere Sehhilfen nach ärztlicher Verordnung oder auf G rund optom etrischer M essungen, die von einer dazu berech- tigten Person vorgenom m en w orden sind, anzufertigen, anzupassen und abzugeben sow ie die für die Anpassung, das Tragen und das Pflegen von Kontaktlinsen üblichen H eilm ittel abzugeben (Art. 33 Abs. 1 Bst. a und b G esV). R efraktionsbestim m ungen und Anpassungen von Kontaktlinsen dürfen nur von Augenoptikerinnen und Augenoptikern durchgeführt w er- den, die im Besitz eines eidgenössischen D iplom s über die bestandene höhere Fachprüfung für Augenoptikerinnen und Augenoptiker sind (Art. 34 Abs. 1 i.V.m . Art. 36 Abs. 2 Bst. b G esV). D am it steht fest, dass die selbstständige Ausübung des Augenoptikerbe- rufs im Kanton Bern im Sinne der R ichtlinie 92/51/EW G reglem entiert ist. 3.2 D as europäische R echt unterscheidet spezielle und allgem eine Anerken- nungsrichtlinien. Erstere beruhen auf dem Prinzip der vorgängigen H arm o- nisierung der Ausbildung, letztere auf dem Prinzip des gegenseitigen Ver- trauens in die Ausbildung der anderen M itgliedstaaten (vgl. Botschaft, a.a.O ., S. 6347 f.). Sieben sektorale R ichtlinien w urden nach dem System der H arm onisierung gestaltet und erm öglichen dam it sechs m edizinischen und param edizinischen Berufen (Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Apotheker, Pfle- gepersonal in allgem einer Pflege, H ebam m e) sow ie Architekten die auto- m atische Anerkennung (vgl. W ILD , a.a.O ., S. 396 f.; SC H N EID ER , a.a.O ., S. 167). D ie allgem eine Anerkennungsregelung, w elche nicht für bestim m te beruf- liche Tätigkeiten gilt, setzt sich aus der R ichtlinie 89/48/EW G des R ates vom 21. D ezem ber 1988 über eine allgem eine R egelung zur Anerkennung der H ochschuldiplom e, die eine m indestens dreijährige Berufausbildung abschliessen (ABl. 1989 L 019 S. 16; im Folgenden: R ichtlinie 89/48/EW G ) sow ie aus der R ichtlinie 92/51/EW G des R ates vom 18. Juni 1992 über eine zw eite allgem eine R egelung zur Anerkennung beruflicher Befähi- gungsnachw eise in Ergänzung zur R ichtlinie 89/48/EW G (ABl. L 209 S. 25 ; im Folgenden: R ichtlinie 92/51/EW G ) zusam m en. 3.3 D ie beiden allgem einen R ichtlinien 89/48/EW G und 92/51/EW G stützen sich auf die Artikel 49, Artikel 57 Absatz 1 und Artikel 66 des Vertrages zur G ründung der Europäischen W irtschaftsgem einschaft und bezw ecken, dass Angehörige der M itgliedstaaten als Selbstständige oder abhängig Be- schäftigte ihren Beruf auch in einem anderen M itgliedstaat ausüben kön- nen als in dem jenigen, in dem sie ihre beruflichen Q ualifikationen erw or- ben haben (vgl. einleitende Bem erkungen der R ichtlinien 89/48/EW G und 92/51/EW G , 1. Abs.). Von der R ichtlinie 89/48/EW G erfasst w erden Studienabschlüsse nach einem Studium von m indestens drei Jahren (vgl. Art. 1 Bst. a 2. G edan- kenstrich der R ichtlinie 89/48/EW G ; SC H N EID ER , a.a.O ., S. 239; W ILD , a.a.O ., S. 399). D ie R ichtlinie 92/51/EW G bezieht sich auf die Sekundarschulbil- dung sow ie die kurzen postsekundären Studiengänge von m indestens 14 einem Jahr und alle im Anhang C der R ichtlinie aufgeführten Studiengänge (vgl. Erw ägung 9 der R ichtlinie 92/51/EW G und Art. 1 der R ichtlinie 92/51/EW G ; SC H N EID ER , a.a.O ., S. 239; Bundesam t für Berufsbildung und Technologie, Bericht 2001, a.a.O ., S. 28 f.). D er Beschw erdeführer hat 1999 in der Schw eiz das Fähigkeitszeugnis als Augenoptiker erw orben. Er hat in D eutschland (H erkunftsstaat) eine Aus- bildung zum M eister im Augenoptikerhandw erk absolviert. Zur M eisterprü- fung w ird zugelassen, w er eine G esellenprüfung in dem H andw erk, in dem er die M eisterprüfung ablegen w ill, bestanden hat. D ie Ausbildung zum Au- genoptiker, w elche m it der G esellenprüfung abgeschlossen w ird, dauert drei Jahre (vgl. § 49 des G esetzes der Bundesrepublik D eutschland vom 17. Septem ber 1953 zur O rdnung des H andw erks [konsolidierte Fassung; BG BI I 1953, 1411]; im Folgenden: H w O sow ie § 2 der Verordnung der Bundesrepublik D eutschland vom 4. M ärz 1997 über die Berufsausbildung zum Augenoptiker/zur Augenoptikerin; im Folgenden: AugO ptAusbV 1997). D er Beschw erdeführer beantragt die Anerkennung der G leichw ertigkeit seines M eistertitels im Augenoptikerhandw erk m it dem eidgenössischen D iplom als Augenoptiker. D er Inhaber des eidgenössischen D iplom s ist berechtigt, sich als "diplo- m ierter Augenoptiker" zu bezeichnen und diesen Titel öffentlich zu führen (vgl. Art. 23 Abs. 3 des R eglem ents vom 12. Juni 1991 über die D urchfüh- rung der H öheren Fachprüfung im Augenoptikerberuf [Prüfungsregle- m ent]). D as D iplom ist eine U rkunde, w elche bezeugt, dass ihr Inhaber sich an der H öheren Fachprüfung über die zur selbstständigen Ausübung des Augenoptikerberufes notw endigen Fähigkeiten und Kenntnisse ausge- w iesen hat (Art. 23 Abs. 1 des Prüfungsreglem ents). Zur H öheren Fach- prüfung für Augenoptiker w ird zugelassen, w er über das Fähigkeitszeugnis der Lehrabschlussprüfung als Augenoptiker oder über einen von der Prü- fungskom m ission als gleichw ertig bezeichneten Ausw eis verfügt, und w er seit dem Abschluss der Lehrzeit w ährend vier Jahren im Berufe praktisch tätig w ar. D er Besuch einer höheren Fachschule für Augenoptiker w ird als Praxiszeit angerechnet (Art. 10 des Prüfungsreglem ents). D em zufolge handelt es sich sow ohl bei der M eisterprüfung im Augenopti- kerhandw erk in D eutschland (H erkunftsstaat) w ie auch der H öheren Fach- prüfung für Augenoptiker in der Schw eiz (Aufnahm estaat) um Ausbil- dungen im postsekundären Bereich, w elche w eniger als drei Jahre dauern. D ie berufliche Tätigkeit w ird zudem w eder von einer sektoriellen R ichtlinie noch von einer in Anhang A der R ichtlinie 92/51/EW G aufgeführten R ichtli- nie erfasst (vgl. Art. 2 Abs. 2 der R ichtlinie 92/51/EW G ). D aher ist für den Beruf des Augenoptikers die R ichtlinie 92/51/EW G anw endbar. 3.4 D er Beschw erdeführer ist Schw eizer Bürger und hat in D eutschland eine postsekundäre Ausbildung absolviert, w elche er in der Schw eiz anerken- nen lassen w ill. N ach Art. 2 Abs. 1 der R ichtlinie 92/51/EW G erstreckt sich der Anw en- dungsbereich dieser R ichtlinie auf alle Angehörigen eines M itgliedstaates, 15 die als Selbstständige oder abhängig Beschäftigte einen reglem entierten Beruf in einem Aufnahm estaat ausüben w ollen. N ach dem W ortlaut von Art. 2 Abs. 1 ist nicht klar, ob sich die R ichtlinie auch auf Inländer bezieht, w elche eine im Ausland getätigte Ausbildung anerkennen lassen w ollen. Für die Auslegung der Begriffe des G em einschaftsrechts ist die R echtspre- chung des G erichtshofes der Europäischen G em einschaften (EuG H ) bis zum Zeitpunkt vor der U nterzeichnung des Abkom m ens zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 2 FZA "acquis com m unautaire" auf dem Stand vom 21. Juni 1999; BR EITEN M O SE R /ISLER , a.a.O ., S. 1011). D er G erichtshof der Europä- ischen G em einschaften hat in Vorabentscheidungen erkannt, dass die Freizügigkeit der Arbeitnehm er und das N iederlassungsrecht im System der G em einschaft grundlegende Freiheiten darstellten, "die nicht voll ver- w irklicht w ären, w enn die M itgliedstaaten die Anw endung des G em ein- schaftsrechts denjenigen ihrer Staatsangehörigen versagen dürften, die von den im G em einschaftsrecht vorgesehenen Erleichterungen G ebrauch gem acht und dank dieser Erleichterung berufliche Q ualifikationen in einem anderen M itgliedstaat als dem jenigen erw orben haben, dessen Staatsan- gehörigkeit sie besitzen" (vgl. U rteil vom 31. M ärz 1993 in der R echtssa- che C -19/92, Kraus, Sam m lung der R echtsprechung [Slg], I-1663, R andnr. 16 sow ie U rteil vom 6. O ktober 1981 in der R echtssache 246/80, Broekm eulen, Slg., 2311, R andnrn. 18 ff.; vgl. SC H N EID ER , a.a.O ., S. 260; JAC Q U E S PER TEK, U ne dynam ique de la reconnaissance des diplôm es à des fins professionelles et à des fins académ iques : réalisations et nouvelles réflexions, in: La reconnaissance des qualifications dans un espace euro- péen des form ations et des professions, Bruxelles 1998, S. 189 f. ; e con- trario hat das Bundesgericht festgehalten, dass das Freizügigkeitsabkom - m en Schw eizer Bürgern ohne grenzüberschreitenden Anknüpfungspunkt keine R echte einräum t und deren R echtsstellung sich grundsätzlich nach dem Landesrecht richtet, vgl. BG E 130 I 26 E. 1.2.3 und BG E 129 II 249 E. 4.3 und 5.1). 3.5 Art. 3 Bst. a der R ichtlinie 92/51/EW G hält folgendes fest: "W ird der Zugang zu einem reglem entierten Beruf oder dessen Ausübung im Auf- nahm estaat von dem Besitz eines D iplom s im Sinne dieser R ichtlinie oder der R ichtlinie 89/48EW G abhängig gem acht, so kann die zuständige Behörde [...] einem Angehörigen eines M itgliedstaats den Zugang zu diesem Beruf oder dessen Ausübung unter denselben Voraussetzungen w ie bei Inländern nicht w egen m an- gelnder Q ualifikation verw eigern, w enn der Antragsteller das D iplom im Sinne die- ser R ichtlinie oder der R ichtlinie 89/48/EW G besitzt, das in einem anderen M it- gliedstaat erforderlich ist, um Zugang zu diesem Beruf in seinem H oheitsgebiet zu erhalten oder ihn dort auszuüben, und w enn dieses D iplom in einem M itgliedstaat erw orben w urde." M it anderen W orten kann der Aufnahm estaat einem Antragsteller, der im Besitz eines D iplom s im Sinne dieser R ichtlinien ist, grundsätzlich nicht den Zugang oder die Ausübung eines reglem entierten Berufes w egen m angelnder Q ualifikation verw eigern, w enn dieses D iplom Zugangs- oder Ausübungsvoraussetzung für den entsprechenden Beruf im H erkunftsstaat ist.16 Als D iplom e im Sinne der R ichtlinie 92/51/EW G gelten Ausbildungsnach- w eise, die in einem M itgliedstaat von einer nach dessen R echts- und Ver- w altungsvorschriften bestim m ten zuständigen Stelle ausgestellt w erden, und aus denen hervorgeht, dass der D iplom inhaber erfolgreich einen nicht in Art. 1 Bst. a der R ichtlinie 89/48/EW G genannten postsekundären Aus- bildungsgang von m indestens einem Jahr oder eine Teilzeitausbildung von entsprechender D auer oder einen der in Anhang C ausgeführten Ausbil- dungsgänge absolviert hat (Art. 1 Bst. a 1. G edankenstrich und 2. G edan- kenstrich Ziff. i der R ichtlinie 92/51/EW G ). D ie Schw eizerischen H öheren Fachprüfungen für Augenoptiker fallen unter Anhang C der R ichtlinie 92/51/EW G (vgl. dazu Bundesam t für Berufsbil- dung und Technologie, Bericht 2001, a.a.O ., S. 28 f.). D er M eistertitel des Beschw erdeführers ist von der H andw erkskam m er Kassel ausgestellt w orden. H ierbei handelt es sich um eine Körperschaft des öffentlichen R echts, w elche zur Vertretung der Interessen des H and- w erks errichtet w orden ist (vgl. § 90 Abs. 1 H w O ). D er M eistertitel des Be- schw erdeführers ist daher von einer zuständigen Stelle ausgestellt w or- den. D er deutsche Augenoptikerm eister ist in Anhang C N um m er 2 (Bil- dungs- und Ausbildungsgänge zum "M eister" für die nicht unter die R ichtli- nien des Anhangs A fallenden handw erklichen Tätigkeiten) der R ichtlinie 92/51/EW G aufgeführt. Beim M eistertitel in D eutschland (H erkunftsstaat) handelt es sich som it ebenfalls um ein D iplom im Sinne der R ichtlinie 92/51/EW G . D as Augenoptikerhandw erk in D eutschland stellt ein zulassungspflichtiges H andw erk dar. D ie Ausbildungsbezeichnung M eister/M eisterin in Verbin- dung m it einem zulassungspflichtigen H andw erk darf nur führen, w er für dieses zulassungspflichtige H andw erk die M eisterprüfung bestanden hat (vgl. § 1 i.V.m . Anlage A N r. 33 H w O sow ie § 51 H w O ). Insofern ist dieser Beruf auch in D eutschland reglem entiert (vgl. auch den Leitfaden für die allgem eine R egelung zur Anerkennung der beruflichen Befähigungsnach- w eise der Europäischen Kom m ission , Anhang 1). D er M eistertitel berech- tigt zur selbstständigen Berufsausübung und zur Lehrlingsausbildung (vgl. § 45 Abs. 2 H w O ). G rundsätzlich kann die Schw eiz daher dem Beschw erdeführer den Zugang oder die Ausübung des reglem entierten Berufes nicht w egen m angelnder Q ualifikation verw eigern. 3.6 H ingegen hat der Aufnahm estaat das R echt, Ausbildung und Berufserfah- rung m it seinen Anforderungen zu vergleichen und eine Anerkennung der D iplom e als gleichw ertig abzulehnen, w enn die Ausbildung des Antragstel- lers sich in Bezug auf D auer, Inhalt oder die Tätigkeitsbereiche w esentlich unterscheidet. D ie Kom pensation unterschiedlicher Ausbildungsdauer kann durch den N achw eis von Berufserfahrung erbracht w erden (Art. 4 Abs. 1 Bst. a der R ichtlinie 92/51/EW G ). Im Falle von unterschiedlichen Ausbildungsinhalten darf der Aufnahm estaat vom Antragsteller verlangen, dass er einen Anpassungslehrgang absolviert oder eine Eignungsprüfung ablegt (Art. 4 Abs. 1 Bst. b der R ichtlinie 92/51/EW G ; N ATSC H , a.a.O ., 17 S. 206 f., W ILD , a.a.O ., S. 400). M acht der Aufnahm estaat bei unterschied- lichem Ausbildungsinhalt von der M öglichkeit eines Anpassungsinstru- m entes G ebrauch, so m uss er dem Antragsteller die W ahl zw ischen dem Anpassungslehrgang und der Eignungsprüfung lassen (Art. 4 Bst. b U n- terabs. 3 der R ichtlinie 92/51 EW G ; SC H N EID ER , a.a.O ., S. 257; JAC Q U ES PER TEK, L'Europe des diplôm es et des professions, Bruxelles 1994, S. 81). D er Aufnahm estaat darf die Anpassungsinstrum ente des Art. 4 Abs. 1 Bst. a und b nicht kum ulativ anw enden (Art. 4 Abs. 2 der R ichtlinie 92/51/EW G ; SC H N EID ER , a.a.O ., S. 198; PER TEK, L'Europe des diplôm es et des professi- ons, a.a.O ., S. 80). 3.7 D ie Anforderungen an die Ausbildungsdauer w erden vom Beschw erdefüh- rer, w as auch das Bundesam t nicht bestreitet, erfüllt: D iese beträgt in der Schw eiz m indestens acht Jahre. N ach Art. 10 des Prüfungsreglem ents ist die Zulassung zur H öheren Fachprüfung für Au- genoptiker an die doppelte Voraussetzung geknüpft, dass der Kandidat über das Fähigkeitszeugnis der Lehrabschlussprüfung als Augenoptiker verfügt, und dass er nach Abschluss der Lehrzeit vier Jahre als Augenopti- ker tätig w ar. D er Besuch einer höheren Fachschule für Augenoptiker w ird als Praxiszeit angerechnet. D ie Ausbildungsdauer ist in D eutschland dem gegenüber w esentlich kürzer. Zur M eisterprüfung w ird zugelassen, w er eine G esellenprüfung nach drei- jähriger Ausbildung zum Augenoptiker bestanden hat (vgl. § 49 H w O sow ie § 2 AugO ptAusbV 1997). D er Beschw erdeführer hat die Lehre zum Augenoptiker in der Schw eiz ab- solviert und 1999 m it dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis abgeschlos- sen. Insofern bedarf es entgegen der D arlegung des Bundesam tes im an- gefochtenen Entscheid keiner G leichw ertigkeitsbescheinigung der M eister- prüfung m it dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis. W ie seinen Arbeits- zeugnissen entnom m en w erden kann, arbeitete er von N ovem ber 1999 bis Juni 2000 bei der "R ._______AG " in X._______ und w ar von N ovem ber 2000 bis Januar 2003 bei "W ._______" in Y._______ sow ie von anfangs Juni 2003 bis Ende Juni 2005 bei der "M ._______ AG " in Z._______ als Augenoptiker tätig. Vom 5. M ai 2003 bis 18. Februar 2005 (5 Blöcke à je 6 W ochen, vgl. H A/2005-43) besuchte er in D eutschland die M eisterschule und absolvierte am 30. N ovem ber 2005 die M eisterprüfung, arbeitete in- dessen in der Zw ischenzeit w eiterhin bei der M ._______ AG in Z._______. 3.8 H ingegen entschied das Bundesam t in der angefochtenen Verfügung vom 16. D ezem ber 2005, dass die M eisterprüfung in D eutschland m it der H ö- heren Fachprüfung inhaltlich nicht vergleichbar und som it nicht gleichw er- tig sei. D ie M eisterprüfung, w elche der Beschw erdeführer absolviert habe, w erde der H öheren Fachprüfung gleichgestellt unter der Bedingung, dass er als Ausgleichsm assnahm e entw eder a. eine Eignungsprüfung in den Fächern Pathologie sow ie Allgem eine O ptik & Instrum ente ablege oder b. einen einjährigen Anpassungslehrgang in der Schw eiz unter der Anleitung eines diplom ierten Augenoptikers absolviere und die Fächer Pathologie 18 sow ie Allgem eine O ptik & Instrum ente an der H öheren Fachschule für Au- genoptik in O lten besuche. Insofern m acht das Bundesam t in der angefochtenen Verfügung von Art. 4 Abs. 1 Bst. b der R ichtlinie 92/51/EW G G ebrauch, w onach der Aufnahm e- staat im Falle von unterschiedlichem Inhalt der Ausbildung als Kom pensa- tion vom G esuchsteller einen Anpassungslehrgang oder eine Eignungsprü- fung verlangen kann. D ie Frage, ob sich die M eisterprüfung im Augenoptikerhandw erk inhaltlich w esentlich vom Schw eizerischen D iplom des Augenoptikers unterscheidet und ob das Bundesam t in der angefochtenen Verfügung vom 16. D ezem - ber 2005 als Voraussetzung für die Anerkennung der G leichw ertigkeit zu R echt eine Ausgleichsm assnahm e verlangt, kann hier offen gelassen w er- den, da die Beschw erde aus nachfolgenden G ründen gutzuheissen ist. 4. D er Beschw erdeführer rügt, die H andlungsw eise des Bundesam tes ver- stosse gegen den G rundsatz des H andelns nach Treu und G lauben. Bevor er im Jahr 2003 die Ausbildung zum Augenoptikerm eister in D eutschland begonnen habe, habe er sich beim Bundesam t darüber inform iert, ob der ausländische Ausw eis m it dem schw eizerischen D iplom des Augenoptikers gleichw ertig sei. D as Bundesam t habe dies zugesichert und ausgeführt, es w erde sich frühestens im Jahr 2007 etw as ändern, w enn eine Fachhoch- schule für Augenoptiker eingeführt w erde. Per Fax habe ihm das Bundes- am t danach einen Auszug aus dem anw endbaren Staatsvertrag zw ischen D eutschland und der Schw eiz zugesandt. D er Beschw erdeführer beruft sich som it sinngem äss auf den Vertrauensschutz. 4.1 D er in Artikel 9 BV (SR 101) verankerte G rundsatz von Treu und G lauben verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen, Auskünfte, M itteilungen oder Em pfehlungen einer Behörde, die sich im N achhinein als unrichtig erw eisen. Er führt dazu, dass die Behörde unter gew issen, kum ulativ zu erfüllenden Voraus- setzungen an ihre unrichtige Zusicherung, Auskunft usw . gebunden ist; das heisst, sich so verhalten m uss, als ob die Zusicherung, Auskunft usw . richtig gew esen w äre (PIER R E TSC H AN N EN /U LR IC H ZIM M E R LI, Allgem eines Ver- w altungsrecht, Bern 2005, S. 153; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H L- M AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2002, R z. 698). G em äss R echtsprechung und D oktrin sind unrichtige Zusicherungen, Aus- künfte, M itteilungen oder Em pfehlungen von Behörden bindend, w enn (a) die Behörde in einer konkreten Situation m it Bezug auf bestim m te Per- sonen gehandelt hat; (b) die Behörde für die Erteilung der Auskunft zu- ständig w ar oder als zuständig betrachtet w erden durfte; (c) der Bürger die U nrichtigkeit der Auskunft nicht ohne W eiteres erkennen konnte; (d) der Bürger im Vertrauen auf die R ichtigkeit der Auskunft D ispositionen getrof- fen hat, die nicht ohne N achteil rückgängig gem acht w erden können und (e) die gesetzliche O rdnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung er- fahren hat (BG E 121 V 65 E. 2a, BG E 119 V 302 E. 3a, BG E 118 Ia 245 E. 4b, BG E 118 V 65 E. 7, BG E 117 Ia 285 E. 2b, BG E 117 Ia 412 E. 3b, je 19 m it H inw eisen, U rteil des Bundesgerichts 1A.8/2004 vom 17. D ezem - ber 2004 E. 4.2 m it H inw eisen; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 668 ff.). Selbst w enn die Voraussetzungen für eine verbindliche behördliche Aus- kunft erfüllt sind, scheitert die Berufung auf Treu und G lauben, w enn ihr überw iegende öffentliche Interessen gegenüberstehen (BG E 129 I 161 E. 4.1 m it H inw eisen, BG E 116 Ib 185 E. 3c; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 696 m it H inw eisen; FR ITZ G YG I, Verw altungsrecht, Bern 1986, S. 160; R H IN O W /KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Verw altungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel und Frankfurt am M ain 1990, N r. 75 B IVc, S. 243; BEATR IC E W EBE R -D Ü R LER , Vertrauensschutz im öffentlichen R echt, Basel und Frankfurt am M ain 1983, S. 112). In einem solchen Fall besteht aber allen- falls Anspruch auf Schadenersatz (H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 696 und R z. 703 m it H inw eisen; W EBE R -D Ü R LER , a.a.O ., S. 129 ff.). 4.2 W as die erste Voraussetzung betrifft, so taugt nicht jede behördliche Aus- kunft als Vertrauensbasis. D ie Auskunft m uss an sich geeignet sein, schutzw ürdiges Vertrauen zu begründen. N otw endig ist eine gew isse in- haltliche Bestim m theit; eine lediglich vage Absichtskundgabe oder ein H in- w eis auf eine bisherige Praxis genügt nicht. Sodann w ird in Lehre und R echtssprechung m ehrheitlich die Auffassung vertreten, nur eine auf einen konkreten, die auskunftserheischende Person direkt betreffenden Sachver- halt bezogene Auskunft könne die Behörden binden, nicht aber eine allge- m eine Auskunft (vgl. BG E 125 I 267 E. 4c, BG E 122 II 113 E. 3b/cc m it H inw eisen; R H IN O W /KR ÄH EN M AN N , a.a.O ., N r. 75 B IIIa, S. 241; anderer M ei- nung: BEATR IC E W EBE R -D Ü R LER , a.a.O ., S. 84, S. 207; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 670). Zudem begründet eine Auskunft schutzw ürdiges Vertrau- en nur, w enn sie vorbehaltlos erteilt w orden ist (vgl. U rteile des Bundesge- richts 2A.454/2002 vom 20. M ärz 2003 E. 2.2 und 2A.251/2000 vom 19. D ezem ber 2000 E. 2b/cc; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 680; TSC H AN N EN /ZIM M E R LI, a.a.O ., S. 154; W EBER -D Ü R LER , a.a.O ., S. 205). U nm assgeblich ist die Form der Auskunftserteilung; auch eine m ündliche Auskunft kann verbindlich sein, w enn sie auf G rund der U m stände geeig- net ist, den guten G lauben des Betroffenen zu erw ecken (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 669; R H IN O W /KR ÄH EN M AN N , a.a.O ., N r. 75 B IIIa, S. 241; BG E 106 V 139 E. 4c m it Verw eis auf 91 I 133 E. 4b, BG E 114 Ia 105 E. 2a). 4.2.1 D er Beschw erdeführer m acht geltend, er habe sich vor Beginn der Ausbil- dung in D eutschland im Jahr 2003 beim Bundesam t telefonisch darüber in- form iert, ob der ausländische M eistertitel im Augenoptikerhandw erk m it dem schw eizerischen D iplom des Augenoptikers gleichw ertig sei. D as Bundesam t habe dies zugesichert und ausgeführt, es w erde sich frühe- stens im Jahr 2007 etw as ändern, w enn eine Fachhochschule für Augen- optiker eingeführt w erde. Per Fax habe ihm das Bundesam t einen Auszug aus dem anw endbaren Staatsvertrag zw ischen der Schw eiz und D eutsch- land zugesandt. D er Beschw erdeführer kann zw ar nicht belegen, dass das Bundesam t ihm diese Auskunft erteilt hat. Ü ber den Inhalt des Telefonats ist keine G e-20 sprächsnotiz erstellt w orden. D er Beschw erdeführer hat sich den Inhalt des G esprächs auch nicht schriftlich bestätigen lassen. U nbestritten und aktenkundig ist aber, dass das Bundesam t w ährend Jah- ren in ständiger Praxis alle deutschen M eistertitel im Augenoptikerhand- w erk als gleichw ertig m it dem eidgenössischen D iplom als Augenoptiker anerkannt hat. D as Bundesam t stützte diese Anerkennungspraxis auf die Vereinbarung zw ischen der Schw eiz und dem deutschen R eich vom 1. D e- zem ber 1937 über die gegenseitige Anerkennung der Lehrabschluss- und M eisterprüfungen, w elche zw ar nie ratifiziert, aber beiderseits angew endet w urde (vgl. dazu N ATSC H , a.a.O ., S. 217 f. Fusszeile 41; Botschaft, a.a.O , S. 6350 sow ie Schreiben vom 2. August 1995 der Abteilung Berufsbildung des dam aligen Bundesam tes für Industrie, G ew erbe und Arbeit [BIG A; heute: BBT] an den D eutschen H andw erkskam m ertag, w onach das Bun- desam t die zw ischenstaatliche Vereinbarung von 1937 bis zum Zeitpunkt einer allfälligen neuen R egelung w eiter einhalten w erde). Am 1. Juni 2002 trat das Freizügigkeitsabkom m en und dam it die in seinem Anhang III aufgeführte R ichtlinie 92/51/EW G in Kraft. In der Folge stützte sich das Bundesam t w eiterhin auf die G egenrechtsvereinbarung m it D eutschland (vgl. Vereinbarung zw ischen der Schw eiz und dem deutschen R eich vom 1. D ezem ber 1937) und anerkannte w eiterhin autom atisch deutsche M eistertitel im Augenoptikerhandw erk als gleichw ertig m it dem eidgenössischen D iplom des Augenoptikers. D ies w ird vom Bundesam t nicht bestritten (vgl. dazu Beschw erdeverfahren B-2158/2006 [Stellung- nahm e vom 5. Juli 2006] sow ie das Verhandlungsprotokoll, S. 7 oben). D em Bundesverw altungsgericht liegen solche G leichw ertigkeitsbestäti- gungen aus den Jahren 2003 und 2004 vor (vgl. die eingereichten G leich- w ertigkeitsbestätigungen in den Beschw erdeverfahren B-2159/2006, B- 2160/2006, B-2169/2006; vgl. dazu auch die Beschw erdeverfahren B- 2161/2006, B-2168/2006, B-2195/2006, B-2173/2006). 4.2.2 D er U m stand, dass das Bundesam t nach eigenen Angaben (vgl. Verhand- lungsprotokoll, S. 7) in einer langjährigen, konstanten Praxis bis Ende 2004/anfangs 2005 alle deutschen M eistertitel im Augenoptikerhandw erk dem eidgenössischen D iplom gleichw ertig anerkannte, kann als gew ich- tiges Indiz für das Vorliegen einer entsprechenden Zusicherung anfangs des Jahres 2003 gew ertet w erden, stand diese doch vollkom m en im Ein- klang m it der dam aligen Anerkennungspraxis. Zudem ist auf G rund der Ausführungen des Bundesam tes in der Vernehm lassung, w onach die U m - setzung des Freizügigkeitsabkom m ens eine gew isse Zeit gedauert habe, und auf G rund der Aussagen des Vertreters des Bundesam tes an der öf- fentlichen Verhandlung (vgl. Verhandlungsprotokoll S. 7) zu schliessen, dass sich eine Änderung der Anerkennungspraxis erst im Jahre 2005 ab- zeichnete. Kom m t hinzu, dass sich die Aussagen des Beschw erdeführers über die Auskunft des Bundesam tes m it den Aussagen anderer betroffener Per- sonen, w elche in D eutschland ebenfalls die M eisterprüfung abgelegt und sich beim Bundesam t vorgängig über die G leichstellung dieser Prüfung in-21 form iert haben, inhaltlich decken (vgl. dazu die Beschw erdeverfahren B- 2158/2006, B-2166/2006, B-2167/2006, B-2168/2006, B-2170/2006, B- 2174/2006). Auch bestehen kaum Zw eifel an der Aussage, w onach das Bundesam t betont habe, dass sich an der Anerkennungspraxis erst im Jahr 2007 etw as ändern w erde, w enn eine Fachhochschule für Augenopti- ker eingeführt w erde (vgl. B-2158/2006), zum al auch der Schw eizer O ptik- verband Auskünfte desselben Inhalts erteilt hat (vgl. B-2170/2006). Im W eiteren ist aktenkundig, dass das Bundesam t im Jahr 2002 w eiteren Betroffenen die G leichstellung des deutschen M eistertitels m it dem schw eizerischen D iplom unter Verw eis auf Art. 1 der Vereinbarung zw i- schen D eutschland und der Schw eiz vom 1. D ezem ber 1937 schriftlich be- stätigt hat (vgl. B-2162/2006, B-2179/2006), w eshalb auch die Aussage des Beschw erdeführers, das Bundesam t habe ihm per Fax einen Auszug aus dem Staatsvertrag zugesandt, als glaubhaft erscheint. Zudem bestreitet das Bundesam t nicht, dass es dam als auf telefonische Anfrage hin solche Zusicherungen abgegeben hat (vgl. Verhandlungspro- tokoll S. 8). Auf die Aussage eines Beschw erdeführers anlässlich der öf- fentlichen Verhandlung hin, w onach das Bundesam t nun anscheinend kei- ne Auskünfte m ehr über die Anerkennung von D iplom en erteile (vgl. Ver- handlungsprotokoll, S. 4), erklärte der Vertreter des Bundesam tes, es sei richtig, dass das Bundesam t früher solche Auskünfte erteilt habe (vgl. Ver- handlungsprotokoll, S. 5). H inzu kom m t auch, dass der Vertreters des Bundesam tes anlässlich der öffentlichen Verhandlung ausgeführt hat, dass deutsche M eistertitel im Augenoptikerhandw erk bis anfangs 2005 als gleichw ertig m it dem eidgenössischen D iplom des Augenoptikers aner- kannt w orden seien. D as Bundesam t habe seine Praxis im Jahre 2005 überprüft und dann geändert, da es festgestellt habe, dass die bisherige Praxis nicht m ehr rechtskonform w ar (vgl. Verhandlungsprotokoll S. 6 und 7 sow ie G utachten des Schw eizer O ptikverbandes vom 1. N ovem ber 2005). Angesichts der gesam ten U m stände ist davon auszugehen, dass dem Be- schw erdeführer eine solche konkrete, ihn direkt betreffende Auskunft vor- behaltlos erteilt w orden ist. 4.3 Ausser Frage steht, dass die Auskunft von der zuständigen Behörde erteilt w orden ist (vgl. Art. 68 Abs. 1 BBG und Art. 69 BBV, zitiert in E. 2; vgl. auch Art. 71 BBV), w eshalb die zw eite Voraussetzung ohne W eiteres als gegeben erachtet w erden kann. 4.4 W as die Auskunft bezüglich der im Zeitpunkt der Anfrage geltenden Aner- kennungspraxis des Bundesam tes betrifft, so w ar diese richtig. D ie Aus- kunft, w onach deutsche M eistertitel vom Bundesam t w eiterhin anerkannt w ürden (w eshalb der am 30. N ovem ber 2005 vom Beschw erdeführer er- langte M eistertitel m it dem eidgenössischen D iplom gleichgestellt w erde) erw eist sich im N achhinein als falsch. Es ist offensichtlich, dass der Be- schw erdeführer die U nrichtigkeit der Auskunft nicht ohne W eiteres erken- nen konnte, stand diese doch im Einklang m it der dam aligen Anerken- nungspraxis. D as Freizügigkeitsabkom m en w ar im Zeitpunkt der Aus-22 kunftserteilung schon seit m ehreren M onaten in Kraft, w eshalb der Be- schw erdeführer w eder ahnen konnte noch dam it rechnen m usste, dass dieses Abkom m en beinahe drei Jahre später eine Praxisänderung bew ir- ken w ürde. 4.5 Bei der Prüfung des Kriterium s, ob D ispositionen getroffen w urden, die nicht ohne N achteil rückgängig gem acht w erden können, ist zu berücksich- tigen, dass die Auskunft für das Verhalten des Betroffenen ursächlich sein m uss (vgl. U rteil des Versicherungsgerichts C .344/2000 vom 6. Septem - ber 2001 E. 3c/bb). Ein solcher Kausalzusam m enhang ist gegeben, w enn angenom m en w erden kann, der Betroffene hätte sich ohne die fehlerhafte Auskunft anders verhalten. An den Bew eis des Kausalzusam m enhangs zw ischen Auskunft und D isposition w erden nicht allzu strenge Anforde- rungen gestellt. D enn bereits aus dem U m stand, dass ein Betroffener Er- kundigungen einholt, erw ächst eine natürliche Verm utung dafür, dass er im Falle eines negativen Entscheides ein anderes Vorgehen gew ählt hätte. D er erforderliche Kausalitätsbew eis darf deshalb schon als geleistet gel- ten, w enn es aufgrund der allgem einen Lebenserfahrung als glaubhaft er- scheint, dass sich der Betroffene ohne die fragliche Auskunft anders ver- halten hätte (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 687 m it Verw eis auf BG E 121 V 65 E. 2b). D er Beschw erdeführer hat vom 5. M ai 2003 bis 18. Februar 2005 die M ei- sterschule am Ifb in Karlsruhe absolviert und im Anschluss daran die M ei- sterprüfung vor der H andw erkskam m er Kassel abgelegt. N ach den Anga- ben des Beschw erdeführers beträgt der finanzielle Aufw and für die Ausbil- dung ungefähr 60'000 Franken. D iese Sum m e ist indessen nicht ausgew ie- sen. Jedoch steht ausser Frage, dass der Besuch der Schule in D eutsch- land und die Ablegung der M eisterprüfung m it erheblichem finanziellem und zeitlichem Aufw and verbunden w aren und der Beschw erdeführer ohne die Zusicherung des Bundesam tes sich nicht für die Ausbildung in D eutschland entschieden hätte. 4.6 Eine Auskunft ist nur in Bezug auf den Sachverhalt, w ie er der Behörde zur Kenntnis gebracht w ird, verbindlich. Ändert sich die tatsächliche Situation, so hat die Behörde den neuen Sachverhalt zu beurteilen und ist an ihre früheren Aussagen nicht m ehr gebunden. Behördliche Auskünfte stehen sodann im m er unter dem Vorbehalt einer allfälligen späteren R echtsände- rung. Eine vertrauensschutzbegründende Auskunft kann deshalb nur vor- liegen, w enn die R echtslage zur Zeit der Verw irklichung des Tatbestandes die gleiche ist w ie im Zeitpunkt der Auskunfterteilung, es sei denn die aus- kunfterteilende Behörde sei für die R echtsänderung selbst zuständig und die Auskunft sei im H inblick darauf erteilt w orden (BG E 117 Ia 287 E. 2b m it H inw eisen; H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 692; BEATR IC E W EBE R - D Ü R LER , N euere Entw icklung des Vertrauensschutzes, Schw eizerisches Zentralblatt für Staats-und Verw altungsrecht [ZBl] 103/2002, S. 289 ff.; R H IN O W /KR ÄH EN M AN N , a.a.O ., N r. 75 B IVb, S. 242; G YG I, Verw altungsrecht, a.a.O ., S. 160; TSC H AN N EN /ZIM M ER LI/U H LM AN N , a.a.O ., S. 154).23 D as Bundesam t m acht nicht geltend und aus den Akten ist auch nicht er- sichtlich, dass sich der Stoffplan des Vorbereitungslehrganges "Augenopti- kerm eister" des Ifb (Institut für Berufsbildung) und die Anforderungen an die M eisterprüfung (vgl. die Verordnung vom 9. August 1976 über das Be- rufsbild und über die Prüfungsanforderungen im praktischen Teil und im fachtheoretischen Teil der M eisterprüfung für das Augenoptiker-H andw erk und Verordnung vom 18. Juli 2000 über gem einsam e Anforderungen in der M eisterprüfung im H andw erk) zw ischenzeitlich geändert haben. Es steht auch fest, dass die Anforderungen an die H öhere Fachprüfung im Augen- optikerberuf in der Schw eiz unverändert geblieben sind (vgl. Prüfungsre- glem ent, insbes. Art. 15 [Prüfungsfächer] und Art. 16 [Prüfungsstoff]). Inso- fern w ar die tatsächliche Situation im Zeitpunkt der Auskunftserteilung die- selbe w ie im Zeitpunkt des Entscheides. D as Freizügigkeitsabkom m en trat am 1. Juni 2002 in Kraft (vgl. E. 3). D er Beschw erdeführer hat sich beim Bundesam t indessen erst im Jahr 2003 über die G leichstellung seiner deutschen Ausbildung in der Schw eiz erkun- digt; zum Zeitpunkt der Auskunftserteilung w ar das Freizügigkeitsabkom - m en dem zufolge schon seit m ehreren M onaten in Kraft. D as Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkom m ens lässt sich daher im konkreten Fall einer Be- rufung auf den Vertrauensschutz nicht entgegen halten. Ebenfalls steht unbestritten fest, dass seit der Auskunftserteilung im Jahr 2003 und dem Zeitpunkt der Einreichung des G esuches um Anerkennung der G leichw ertigkeit beziehungsw eise dem angefochtenen Entscheid Ende 2005 die R echtslage keine Änderungen erfahren hat. H ätte sich eine Änderung der Anerkennungspraxis auf G rund des Freizü- gigkeitsabkom m ens dam als bereits abgezeichnet, so w äre das Bundesam t verpflichtet gew esen, den Beschw erdeführer darüber zu inform ieren (vgl. M AX IM BO D EN /R EN É A. R H IN O W , Schw eizerische Verw altungsrechtsprechung, Band I, Basel und Frankfurt am M ain 1986, N r. 75 B IVb, S. 471). 4.7 D er Bürger kann aus dem Vertrauensschutz dann keinen Anspruch auf Bindung an die Vertrauensgrundlage ableiten, w enn dieser R echtsfolge überw iegende öffentliche Interessen entgegenstehen (vgl. W EBE R -D Ü R LER , Vertrauensschutz im öffentlichen R echt, a.a.O ., S. 134; R H IN O W /KR ÄH EN M AN N , a.a.O ., N r. 75 B IVc, S. 243). So besteht ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass in den Beru- fen des G esundheitsw esens nur fähige Leute tätig sind, handelt es sich doch gerade bei der G esundheit um ein R echtsgut, das des gew erbepoli- zeilichen Schutzes in hohem M asse bedarf (vgl. BG E 125 I 322 E. 3d, BG E 125 I 335 E. 3b, BG E 112 IA 322 E. 4c m it H inw eisen). Vom Bundesam t w ird indessen nicht geltend gem acht, dass die deutschen M eister im Augenoptikerhandw erk nicht befähigt w ären und deren Tätigkeit G efahren für das Publikum m it sich bringe. Vielm ehr erklärte der Vertreter des Bundesam tes an der Verhandlung, dass es bisher keine Problem e m it deutschen Augenoptikerm eistern gegeben habe (vgl. S. 9 des Verhand- lungsprotokolls), und dass der einjährige Anpassungslehrgang auch unter 24 der Anleitung eines im Ausland ausgebildeten Berufsangehörigen, dessen Ausw eis vom Bundesam t m it dem eidgenössischen D iplom des Augenopti- kers gleichgestellt w orden w ar, absolviert w erden könnte (vgl. S. 9 des Verhandlungsprotokolls). Allerdings hatte das Bundesam t in seiner Stel- lungnahm e vom 5. Juli 2006 noch ausgeführt, dass es nur einen Augenop- tiker m it einem eidgenössischen D iplom als qualifizierten Augenoptiker an- erkennen könne. Ü berw iegende öffentliche Interessen, w elche der Berufung auf Treu und G lauben gegenüberstehen, sind im vorliegenden Fall daher nicht ersicht- lich. D ie Voraussetzungen für eine Berufung auf Treu und G lauben sind dam it erfüllt und der Beschw erdeführer ist in seinem Vertrauen auf die Auskunft des Bundesam tes, w onach der M eistertitel als m it dem eidgenössischen D iplom des Augenoptikers gleichw ertig anerkannt w erde, zu schützen. 5. D ie Beschw erde ist daher gutzuheissen und die Verfügung des Bundes- am tes vom 16. D ezem ber 2005 aufzuheben. Es w ird festgestellt, dass das am 30. N ovem ber 2005 in D eutschland verliehene M eisterprüfungszeugnis im Augenoptikerhandw erk m it der H öheren Fachprüfung zum diplom ierten Augenoptiker gleichw ertig ist. D as Bundesam t w ird angew iesen, dem Be- schw erdeführer eine G leichw ertigkeitsbestätigung auszustellen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschw erdeführer obsiegende Partei. D ie Verfahrenskosten sind in der R egel von der unterliegenden Partei zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). Keine Verfahrenskosten w er- den Vorinstanzen auferlegt (vgl. Art. 63 Abs. 2 Vw VG ). D er vom Beschw er- deführer am 9. Januar 2006 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 900.- ist ihm zurückzuerstatten. 7. D ie Beschw erdeinstanz kann der ganz oder teilw eise obsiegenden Partei von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erw ach- sene notw endige und verhältnism ässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D er Beschw erdeführer w ar im vorliegenden Verfahren nicht vertreten, und auch sonst sind ihm keine anrechenbaren Kosten in diesem Sinn entstanden. D aher ist keine Parteientschädigung zuzusprechen. 8. G egen diesen Beschw erdeentscheid kann innert 30 Tagen beim Eidgenös- sischen Bundesgericht Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten eingereicht w erden (Art. 82 Bst. a und Art. 86 Abs. 1 Bst. a i.V.m . Art. 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- gericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.11, in Kraft seit 1. Januar 2007, AS 2006 1205]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen und die Verfügung des Bundesam tes für Berufsbildung und Technologie vom 16. D ezem ber 2005 aufgehoben. 25 Es w ird festgestellt, dass das am 30. N ovem ber 2005 in D eutschland ver- liehene M eisterprüfungszeugnis im Augenoptikerhandw erk m it der H ö- heren Fachprüfung zum diplom ierten Augenoptiker gleichw ertig ist. D as Bundesam t w ird angew iesen, dem Beschw erdeführer eine G leichw ertig- keitsbestätigung auszustellen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. D er Kostenvorschuss von Fr. 900.- w ird dem Beschw erdeführer zurückerstattet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. 353/han/7577) (m it G erichtsurkunde) D er Abteilungspräsident: D ie G erichtsschreiberin: Bernard M aitre Barbara Aebi R echtsm ittelbelehrung: D ieses U rteil kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. Versand am : 2. April 2007