<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2019.00672</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220025&amp;W10_KEY=4480708&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2019.00672</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.02.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erteilung der Niederlassungsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Vorzeitige Erteilung der Niederlassungsbewilligung]<br/><br/>Voraussetzungen zur vorzeitigen Erteilung der Niederlassungsbewilligung an alleinstehende erwachsene Ausländer (E. 3.2). Zur Voraussetzung der durchgehenden Erwerbstätigkeit während der letzten fünf Jahre reicht die Beschwerdeführerin vor Verwaltungsgericht neue Belege ein, sodass sich nun ein anderer Sachverhalt präsentiert als vor Vorinstanz. Es ist nicht Sache des Verwaltungsgerichts, vorliegend einen Ermessensentscheid zu fällen. Rückweisung der Sache zur Würdigung der neuen Sachumstände (E. 4.3 f.). Kostenauflage an Beschwerdeführerin, da Rückweisung einzig aufgrund von Beweisen erfolgt, welche diese im vorinstanzlichen Verfahren ohne ersichtlichen Grund nicht vorgebracht hatte (E. 6). <br/><br/>Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERURSACHERPRINZIP">VERURSACHERPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORZEITIGE ERTEILUNG DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">VORZEITIGE ERTEILUNG DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 34 Abs. 4 AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=45457" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2019.00672</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">12. MÃ¤rz 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber David Henseler.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Erteilung der Niederlassungsbewilligung,</b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A ist eine 1984 geborene StaatsangehÃ¶rige Brasiliens. Am 27. Oktober 2011 heiratete sie in C, Ãsterreich, den Ã¶sterreichischen StaatsangehÃ¶rigen D (geboren 1968). Dieser reiste am 2. August 2013 in die Schweiz ein und erhielt eine bis am 1. August 2018 gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. A reiste am 1. November 2013 zum Ehemann in die Schweiz ein und erhielt ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit GÃ¼ltigkeit bis 30. Oktober 2018.</p> <p class="Urteilstext">Am 14. September 2018 stellte A im Rahmen der VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung ein Gesuch um (vorzeitige) Erteilung der Niederlassungsbewilligung. Da sie darin angab, getrennt von ihrem Ehemann zu leben, wandte sich das Migrationsamt am 17. September 2018 an A und forderte sie auf, Angaben zur Trennung sowie zu ihren persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnissen zu machen. GestÃ¼tzt auf die nachfolgenden AbklÃ¤rungen ging das Migrationsamt davon aus, dass die Ehegemeinschaft der Ehegatten A und D weniger als drei Jahre gedauert hatte. In der Folge wies das Migrationsamt das Gesuch von A um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung sowie Erteilung der Niederlassungsbewilligung mit VerfÃ¼gung vom 4. Dezember 2018 ab und wies sie aus der Schweiz weg. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Rekurs vom 7. Januar 2018 (recte: 2019) liess A beantragen, unter EntschÃ¤digungsfolge sei die VerfÃ¼gung des Migrationsamts aufzuheben und ihr eine Niederlassungsbewilligung zu erteilen, eventualiter sei ihr die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Mit Entscheid vom 2. September 2019 hiess die Sicherheitsdirektion den Rekurs teilweise gut, namentlich bezÃ¼glich VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung, und wies die Beschwerde im Ãbrigen ab (Dispositiv-Ziff. I). Die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'425.- wurden zu einem Drittel A auferlegt und im Ãbrigen auf die Staatskasse genommen (Dispositiv-Ziff. II). Mit Dispositiv-Ziff. III wurde A "eine reduzierte ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (inkl. Mehrwertsteuer)" zugesprochen. </p> <p class="Urteilstext">Mit Urteil und VerfÃ¼gung des Bezirksgerichts E vom 10. April 2019 wurde die Ehe von A und D geschieden. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den Rekursentscheid liess A am 8. Oktober 2019 Beschwerde erheben und beantragen, "es sei der angefochtene Entscheid insofern aufzuheben, als der BeschwerdefÃ¼hrerin die Erteilung der Niederlassungsbewilligung verweigert wurde und der Beschwerdegegner daher anzuweisen, ihr die entsprechende Bewilligung zu erteilen bzw. dem SEM zur Zustimmung zu unterbreiten". Ausserdem sei ihr "eine ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht zuzusprechen und die Vorinstanz anzuweisen, ihr eine ungekÃ¼rzte ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Verfahren vor Vorinstanz zuzusprechen sowie die Kosten des Rekursverfahrens vollumfÃ¤nglich auf die Staatskasse zu nehmen". </p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 16. Oktober 2019 auf eine Vernehmlassung. Das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. Am 10. Februar 2020 reichte der Rechtsvertreter von A eine Honorarnote ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach § 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Weil auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder und Ã¼ber die Integration vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) gilt dieses Gesetz fÃ¼r FamilienangehÃ¶rige von StaatsangehÃ¶rigen der Mitgliedstaaten der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) nur so weit, als das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FreizÃ¼gigkeitsabkommen [FZA], SR 0.142.112.681) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AuslÃ¤ndergesetz gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist nur noch die (vorzeitige) Erteilung der Niederlassungsbewilligung an die BeschwerdefÃ¼hrerin. Da ihre Ehe mit dem Ã¶sterreichischen StaatsangehÃ¶rigen D am 10. April 2019 geschieden wurde, kann sich die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht (mehr) auf das FZA berufen. Somit ist die Erteilung der Niederlassungsbewilligung nachfolgend anhand der Bestimmungen des AIG zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Nach Art. 34 Abs. 4 AIG (in der hier massgeblichen, <span>bis Ende 2018 geltenden Fassung [AS 2007 5437 ff., 5449]) kann</span><span> </span>die Niederlassungsbewilligung bei erfolgreicher Integration (insbesondere wenn die betroffene Person Ã¼ber gute Kenntnisse einer Landessprache verfÃ¼gt) nach ununterbrochenem Aufenthalt mit Aufenthaltsbewilligung wÃ¤hrend der letzten fÃ¼nf Jahre erteilt werden. Eine erfolgreiche Integration liegt gemÃ¤ss Art. 62 der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE, in der hier massgeblichen, <span>bis Ende 2018 geltenden Fassung [AS 2007 5497 ff., 5518 f.]</span>) vor, wenn der AuslÃ¤nder oder die AuslÃ¤nderin die rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfassung respektiert (lit. a), in der am Wohnort gesprochenen Landessprache mindestens das Referenzniveau A2 des gemeinsamen europÃ¤ischen Referenzrahmens fÃ¼r Sprachen des Europarats erreicht (lit. b) und den Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung bekundet (lit. c). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Mit der MÃ¶glichkeit der frÃ¼hzeitigen Erteilung der Niederlassungsbewilligung soll ein gesetzlicher Anreiz fÃ¼r persÃ¶nliche Integrationsanstrengungen geschaffen werden (BBl 2002, 3799 f.). Es entspricht deshalb der Praxis zu Art. 34 Abs. 4 AIG, dass dafÃ¼r "Ã¼ber Ã¼bliche Integrationserwartungen hinausgehende Anstrengungen" bzw. eine "besonders erfolgreiche Integration" vorausgesetzt wird (VGr, 21. MÃ¤rz 2018, VB.2018.00046, E. 4.1.2 Abs. 2 â 20. April 2016, VB.2016.00155, E. 2.1 â 7. Oktober 2014, VB.2014.00294 E. 3.1 Abs. 2 â 23. Februar 2011, VB.2010.00530, E. 3.1; vgl. Silvia Hunziker/Beat KÃ¶nig in: Martina Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 34 AuG N. 44). In Konkretisierung der Voraussetzungen <span>von Art. 62 Abs.</span> <span>1 VZAE </span>hat das Migrationsamt eine Weisung zur Erteilung der Niederlassungsbewilligung erlassen. GemÃ¤ss derselben wird im Kanton ZÃ¼rich bei Gesuchen von alleinstehenden erwachsenen AuslÃ¤ndern vorausgesetzt, dass diese einen absolut tadellosen Leumund aufweisen, ein Zertifikat beibringen, welches ihnen das Beherrschen der deutschen Sprache (mÃ¼ndlich und schriftlich) gemÃ¤ss Niveau B1 des vorgenannten Referenzrahmens attestiert, wÃ¤hrend der letzten fÃ¼nf Jahre ihres Aufenthalts in der Schweiz einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachgegangen sind und nie von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt wurden<span> (</span>vgl. VGr, 3. Juni 2015, <span>VB.2015.00198</span>,<span> E. 3.1 </span>Abs. 2 â 7. Oktober 2014, VB.2014.00294 E. 3.3).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Vorinstanz erwog, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin zwar die zeitlichen Voraussetzungen, jedoch "[i]n materieller Hinsicht (â¦) die streng gehandhabte Praxis im Kanton ZÃ¼rich aus mehreren GrÃ¼nden nicht [erfÃ¼llt]". Namentlich erachtete sie den Nachweis der schriftlichen Deutschkenntnisse als nicht gelungen. Ausserdem war gemÃ¤ss Vorinstanz keine durchgehende ErwerbstÃ¤tigkeit wÃ¤hrend der letzten fÃ¼nf Jahre in der Schweiz belegt. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin reichte mit ihrer Beschwerde ein Zertifikat "telc Deutsch B2", ausgestellt am 30. Januar 2019, zu den Akten. Die entsprechende PrÃ¼fung umfasste unter anderem den schriftlichen Ausdruck. Die BeschwerdefÃ¼hrerin erreichte eine Gesamtpunktzahl von 214,5 von 300 Punkten und somit das PrÃ¤dikat "Befriedigend". Demnach ist nunmehr auch das Beherrschen der deutschen Sprache gemÃ¤ss den Anforderungen des Beschwerdegegners genÃ¼gend nachgewiesen (vgl. VGr,<span> </span>3. Juni 2015, <span>VB.2015.00198</span>,<span> E. </span>3.3.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>BezÃ¼glich der durchgehenden ErwerbstÃ¤tigkeit wÃ¤hrend der letzten fÃ¼nf Jahre erwog die Vorinstanz, dass gemÃ¤ss den Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin diese "erst im Dezember 2015 - somit rund drei Jahre vor Erlass der angefochtenen VerfÃ¼gung - eine ErwerbstÃ¤tigkeit als Pflegehelferin" aufgenommen habe. "Dass sie schon zuvor ununterbrochen einer ArbeitstÃ¤tigkeit nachgegangen wÃ¤re, wird von ihr weder geltend gemacht, noch im Rahmen ihrer weiterreichenden Mitwirkungspflicht (â¦) belegt". </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat dem Verwaltungsgericht neue Belege zu ihrer bisherigen ErwerbstÃ¤tigkeit eingereicht, sodass sich nun ein anderer Sachverhalt prÃ¤sentiert als vor Vorinstanz. Da es um die Anwendung von <span>Art. 34 Abs. 4 AIG und mithin einer sog. "Kann-Bestimmung" geht, ist es nicht Sache des Verwaltungsgerichts, vorliegend selbst Ermessen auszuÃ¼ben. Vielmehr hat die Vorinstanz die neuen, massgebenden SachumstÃ¤nde zu wÃ¼rdigen und gestÃ¼tzt darauf erneut Ã¼ber die (vorzeitige) Erteilung der Niederlassungsbewilligung zu befinden. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Dies fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Die Sache ist im Sinn der ErwÃ¤gungen zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>FÃ¼r das Verfahren vor Vorinstanz beantragt die BeschwerdefÃ¼hrerin, es sei ihr "eine ungekÃ¼rzte ParteientschÃ¤digung (â¦) zuzusprechen sowie die Kosten (â¦) vollumfÃ¤nglich auf die Staatskasse zu nehmen". </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Nach dem Gesagten wird die Vorinstanz auch Ã¼ber die Kostenfolgen neu befinden mÃ¼ssen. Dispositiv-Ziffern I, II und III des vorinstanzlichen Entscheids sind deshalb, soweit die Erteilung der Niederlassungsbewilligung betreffend, aufzuheben. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden den Parteien grundsÃ¤tzlich entsprechend ihrem Unterliegen auferlegt (vgl. § 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Dabei entspricht eine RÃ¼ckweisung bei offenem Ausgang des Verfahrens praxisgemÃ¤ss einem vollen Obsiegen (VGr, 9. Mai 2019, VB.2018.00348, E. 4.2 mit Hinweisen). Vorliegend erfolgt die teilweise Gutheissung und RÃ¼ckweisung jedoch einzig aufgrund von Beweisen, welche die BeschwerdefÃ¼hrerin im vorinstanzlichen Verfahren ohne ersichtlichen Grund nicht vorgebracht hatte. In Anwendung des Verursacherprinzips</span><span> </span><span>sind die Kosten fÃ¼r das Beschwerdeverfahren deshalb der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (</span><span>§ 13 Abs. 2 Satz 2 VRG und dazu</span><span> Kaspar </span><span>PlÃ¼ss, Kommentar VRG, §</span> 13 N. 58)<span>. Aus demselben Grund ist ihr auch keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen</span> <span>(§ 17 Abs. 2 VRG; vgl. PlÃ¼ss, § 17 N. 27). </span></p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Letztinstanzliche kantonale RÃ¼ckweisungsentscheide sind als Zwischenentscheide im Sinn von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu qualifizieren (BGE 133 V 477 E. 4.2). Anders verhÃ¤lt es sich nur dann, wenn der unteren Instanz, an welche zurÃ¼ckgewiesen wird, kein Entscheidungsspielraum mehr verbleibt und die RÃ¼ckweisung nur noch der Umsetzung des oberinstanzlich Angeordneten dient (BGE 138 I 143 E. 1.2), was hier jedoch nicht der Fall ist. Der vorliegende Entscheid ist vor Bundesgericht daher mit subsidiÃ¤rer Verfassungsbeschwerde nur direkt anfechtbar, wenn er einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifÃ¼hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten fÃ¼r ein weitlÃ¤ufiges Beweisverfahren ersparen wÃ¼rde (lit. b). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Dispositiv-Ziff. I, II und III des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 2. September 2019 werden, soweit die Erteilung der Niederlassungsbewilligung betreffend, aufgehoben. Die Sache wird im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Sicherheitsdirektion zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 70.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'070.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gung 7 Beschwerde an das Bundesgericht erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>