BRKE II Nrn. 0051 und 0052/2009 vom 24. Februar 2009 in BEZ 2009 Nr. 65 (Im Ergebnis bestätigt mit VB.2009.000163. Zu r hier publizierten Erwägung h aben weder das Verwaltungsgericht noch die als Beschwerdegegnerin in das Beschwe r- deverfahren aufgenommene Baudirektion Kanton Zürich Stellung g enommen.) Die kommunale Baubehörde hatte die Bewilligung für die Erstellung einer M o- bilfunk-Basisstation in der Nähe eines Schutzobjektes von überkommunaler Bede u- tung gestützt auf § 238 Abs. 2 PBG verweigert. Zuvor hatte bereits die Baudirektion Kanton Zürich die Bewilligung der Anlage verweigert. Gegen die beiden koordiniert eröffneten Anordnungen erhob die Bauherrschaft Rekurs. Die Baurekurskommission II hob in tei lweiser Gutheissung des Rekurses die Verfügung der Baudirektion auf; im Übrigen wies sie den Rekurs ab und schützte damit den Beschluss der kommun a- len Baubehörde. Aus den Erwägungen: (Ausführungen, dass sich die geplante Mobilfunk -Basisstation nicht genügend einordnet und die Verweigerung der Baubewilligung durch die kommunale Baub e- hörde damit rechtens ist.) 8. (…) Dies trifft indes auf die Verfügung der Baudirektion des Kant ons Zürich nicht zu, mit welcher das Bauvorhaben verweigert worden ist. Die Behörde stützt ihre Zuständigkeit zum Erlass dieser Verfügung auf Ziffer 1.4.1.5 des Anhangs zur Bauverfahrensverordnung (BVV) ab, wonach im «Geltungsbereich einer überko m- munalen S chutzanordnung» betreffend «Denkmalpflege» die Baudirektion die zum «Entscheid zuständige Stelle» ist. Dieser Entscheid kann in einer Bewilligung, einer Konzession oder einer Genehmigung bestehen (§ 7 BBV). Der Geltungsbereich einer der Denkmalpflege zuzu rechnenden Schutzverf ü- gung reicht in aller Regel bis zur Grundstücksgrenze der als schutzwü rdig erkannten Liegenschaft, die aus einem oder (wohl seltener) mehreren Grundstücken (mit Hauptgebäude, Nebengebäuden, Vorgarten, Garten, W egführungen etc.) b estehen kann. Darüber hinaus geht der Geltungsbereich nur dann, wenn mit der Schutzve r- fügung explizit auch Nachbargrundstücke erfasst werden, die freigehalten werden oder nur beschränkt überbaubar sein sollen. Diese Grundstücke sind in der Schut z- verfügung zu nennen; ebenso die auf diesen Grundstücken geltenden Restriktionen. Selbstverständlich sind solche Schutzverfügung auch den Eigentümern der von di e- sem Umgebungs schutz betroffenen Grundstücke zu eröffnen. - 2 - Die Unterschutzstellung der dem streitbetroffenen Bauv orhaben benachbarten Villa B erfasst einzig das betreffende Standortgrundstück mit der Villa samt Nebe n- gebäude und den auf der andern Seite der S -Strasse liegenden, zugehörigen, nicht überbauten Seegarten. Hingegen erfasst sie nicht auch das Grundstück mit dem Bürogebäude, auf dem die Basisstation errichtet werden soll, was sich unschwer aus den gestalterischen Eigenschaften dieses Gebäudes ergibt. Folglich geht es bei der geplanten B asisstation nicht um ein Bauvorhaben im Geltungsbereich, sondern in der Umgebung bzw. in der Nachbarschaft eines überkommunalen Schutzobjektes. Im Bereich der Denkmalpflege ist nur dann eine Zuständigkeit der Baudirektion gegeben, wenn an der von der Schutzverfügung erfassten Liegenschaft selbst eine bauliche oder nutzungsmässi ge Änderung g eplant ist. Diese Änderungen kann (und muss) von der Baudirektion (wohl genehmigungsweise; § 7 BBV) mitbeurteilt we r- den. Auf diese W eise kann die Baudirektion bezüglich der in ihre Zuständigkeit fa l- lenden Schutzobjekte (§ 211 PBG) die vollumfä ngliche Beachtung ihrer Schutzve r- fügungen gewährleisten. Hingegen ist die Baudirektion dann nicht in das Verfahren einzubeziehen, wenn es um die Frage geht, ob sich ein Pr ojekt gegenüber einem in der Nachbarschaft gelegenen Schutzobjekt von überkommunaler Bedeutung nach § 238 Abs. 2 PBG gut einordnet, wie dies vorliegend der Fall ist. In diesem Falle liegt das Projekt nicht mehr im Geltungsbereich (oder anders gesagt, im Perimeter) der Schutzverfügung. Dies ergibt sich aus dem klaren – mit dem jeweiligen Verfügungs- adressaten, sprich Eigentümer des erfassten Grundstückes exakt korreliere nden – Begriff des (räumlichen) Geltungsbereiches. Bei gegenteiliger Auffassung würde sich die Beurteilungskompetenz der Baud i- rektion danach richten, wie weit das zu beurteil ende Projekt in die Umgebung o p- tisch ausstrahlen und damit möglicherweise ein Schutzobjekt von überkommunaler Bedeutung optisch beeinträchtigen könnte. In seiner Unbestimmtheit e rscheint di e- ses Kompetenzabgrenzungskriterium indes nicht unproblematisch. Zud em kann wohl davon ausgegangen werden, dass die kommunalen Baubehörden in der L age sind, die Einordnung nach § 238 Abs. 2 PBG auch gegenüber Schutzobjekten von übe r- kommunaler Bedeutung zutreffend zu beurteilen; jedenfalls ist dieser Vorgang kein anderer als die Beurteilung der Einordnung gegenüber den (nicht weniger wichtigen) Schutzobjekten von kommunaler Bedeutung, die (ebenfalls) ausschliesslich durch die kommunale Baubehörde erfolgt. Bei anderer Auffassung, für die ebenfalls Grü n- de sprechen mögen, stünd e es der Baud irektion im Rahmen der Aufsicht über die Gemeinden in den vom Planungs - und Baugesetz geordneten Sachbereichen (§ 2 lit. b PBG) jederzeit frei, die Gemeinden zu einer informellen Vorprüfung der ei n- schlägigen Fälle zu verpflichten oder aber ein e entsprechende Änderung der Ba u- verfahrensverordnung in die W ege zu leiten. De mgegenüber ist ein förmliches Ve r- fahren zur Prüfung der Einordnung gemäss § 238 Abs. 2 PBG gegenüber überko m- munalen Denkmalpflegeobjekten mit der Regelung in der Bauve rfahrensverordnung in der heutigen Form klarerweise unverei nbar. Die Verfügung der Baudirektion vom 16. August 2007 ist demnach in sachlicher Unzuständigkeit ergangen und somit aufzuheben. Insoweit ist der Rekurs gutzuhei s- sen.