<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Im Rahmen seiner Ernährungsstrategie verfolgt der Bund Präventionsmassnahmen beim Zucker-, Fett- und Salzkonsum. Angesichts des hohen Konsums von Fleisch und Fleischprodukten und den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken sind auch in diesem Bereich Massnahmen angezeigt. Beabsichtigt der Bund, die Reduzierung des Fleischkonsums als weiteren Präventionsschwerpunkt in die Ernährungsstrategie aufzunehmen und die Bevölkerung mit einer Informations- und Sensibilisierungskampagne auf die gesundheitlichen Folgen eines übermässigen Fleischkonsums aufmerksam zu machen?</p><p>2. In der Schweiz werden fast 40 Prozent der totalen Lebensmittelausgaben für den Ausserhauskonsum ausgegeben. Sieht der Bundesrat Möglichkeiten, die Gastronomie zu einer freiwilligen Reduzierung des Fleischangebots zu bewegen - etwa durch ein Übereinkommen mit den grossen Anbietern im Bereich der Gemeinschaftsgastronomie im Rahmen der Initiative actionsanté oder durch eine entsprechende Ergänzung der Schweizer Qualitätsstandards für eine gesundheitsfördernde Gemeinschaftsgastronomie?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit der Umsetzung der Schweizer Ernährungsstrategie verfolgt der Bundesrat das Ziel, die Bevölkerung über eine ausgewogene Ernährung zu informieren und ihr die Wahl einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung zu erleichtern. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Vorbeugung von nichtübertragbaren Krankheiten im Sinne der Nationalen Strategie zur Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten (NCD-Strategie) geleistet.</p><p>Die Schweizer Ernährungsempfehlungen werden in der Lebensmittelpyramide des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE bildlich dargestellt. Die bisher einzige breit angelegte nationale Ernährungserhebung menuCH von 2014/2015 hat jedoch gezeigt, dass die Schweizer Bevölkerung dreimal mehr Fleisch oder Fleischprodukte konsumiert, als die Lebensmittelpyramide empfiehlt.</p><p>1. Zur Förderung einer ausgewogenen Ernährung sind die Information und Sensibilisierung der Bevölkerung zentral. In Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen hat das BLV in den letzten Jahren daher verschiedene gedruckte und elektronische Informationsmaterialien veröffentlicht, die sowohl auf die breite Bevölkerung wie auch auf bestimmte Zielgruppen wie z.B. Säuglinge, Schwangere oder ältere Personen ausgerichtet sind. Die im Jahre 2018 herausgegebene App "MySwissFoodPyramid" ist ein weiteres Instrument, welches der Bevölkerung ermöglicht, das eigene Ernährungsverhalten mit den Empfehlungen - auch betreffend Fleischkonsum - zu vergleichen. Zudem finden die Nutzerinnen und Nutzer wertvolle Tipps, um die eigene Ernährung ausgewogener zu gestalten. Damit stehen bereits umfassende Grundlagen für den Entscheid über die persönliche Ernährung zur Verfügung. Eine spezifische Kampagne gegen den übermässigen Konsum von Fleisch, als einem von mehreren Aspekten einer gesunden und ressourcenschonenden Ernährung, erachtet der Bundesrat zurzeit hingegen nicht als zielführend. Allerdings wird das BLV in Zusammenarbeit mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen die Empfehlungen der Schweizer Lebensmittelpyramide noch besser bekannt machen und die verschiedenen Altersgruppen gezielt mit entsprechenden Informationsmaterialien in elektronischer oder gedruckter Form ansprechen.</p><p>2. Das Ernährungsverhalten wird stark durch das Lebensmittel- und Mahlzeitenangebot beeinflusst. Aus diesem Grunde stellt das BLV für Personalrestaurants am Arbeitsplatz und Tagesstrukturen in den Schulen einen Leitfaden sowie Checklisten für nachhaltige und ausgewogene Mahlzeiten zur Verfügung. Diese Hilfsmittel beruhen auf den "Schweizer Qualitätsstandards für eine gesundheitsfördernde Gemeinschaftsgastronomie", in denen auch der Nachhaltigkeit Rechnung getragen wird und Empfehlungen für einen höheren Anteil vegetarischer Mahlzeiten berücksichtigt werden. Aktuell überarbeitet das BLV die Qualitätsstandards in Zusammenarbeit mit den Stakeholdern. Dabei sollen auch Nachhaltigkeitsaspekte noch stärker berücksichtigt, die Kapitel über Vegetarismus und Alternativen zu Fleisch aktualisiert und die Hilfsmittel für die Betriebe zur Umsetzung der Ernährungsempfehlungen verbessert werden. Die Umsetzung der Qualitätsstandards erfolgt im Rahmen des Aktionsplans der Schweizer Ernährungsstrategie auf freiwilliger Ebene (<a href="http://www.aktionsplanernaehrung.ch">www.aktionsplanernaehrung.ch</a>). Allerdings prüft der Bund, ob das Einhalten der überarbeiteten Qualitätsstandards zu einer verbindlichen Vertragsbedingung für die Betreiber der Kantinen der Bundesverwaltung erklärt werden kann.</p>  Antwort des Bundesrates.