12. Juni 1995 1229 Motion des Ständerates Vorschläge - wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte oder Anfang nächsten Jahres - unterbreiten können. Hier hat nun eben die Kritik des Ständerates eingesetzt. Der Ständerat hat aus zwei Gründen vorläufig Streichen der drei Bestimmungen beschlossen und statt dessen eine Motion überwiesen. Er hat gesagt, es stehe dem Bund eigentlich schlecht an, wenn er von den Kantonen eine Beschleunigung und eine bessere Koordination der Baubewilligungsverfah- ren verlange, selber aber die ihm zustehende Vorbildfunktion in seinem eigenen Bereich nicht übernehme. Deshalb sei es nicht mehr als recht, wenn man den Kantonen, die unterdes- sen ja auf diesem Gebiete tätig geworden seien, noch ein wenig Zeit lasse, während der sie diese Mindeststandards in bezug auf die Beschleunigung und bessere Koordination der Baubewilligungsverfahren autonom realisieren könnten. Wie verhält es sich mit den Fakten? Der Bundesrat kann an sich mit Befriedigung feststellen, dass nicht weniger als 19 Kantone bereits Vorschriften über die Koordination im Baubewilligungsbereich kennen. Aber wir müssen sogleich auch festhalten, dass lediglich sechs Kantone diese Minimal- erfordernisse, die wir hier im Raumplanungsgesetz vorschla- gen, nun tatsächlich erfüllen. Das sind heute - ich möchte sie doch nennen - die Kantone Aargau, Bern, Jura, Solothurn, Uri und Waadt. Alle anderen Kantone erfüllen diese Mindest- standards noch nicht. Es ist daher nun eine Frage der poli- tischen Zweckmässigkeit, ob Sie diesen föderalistischen Bedenken des Ständerates Rechnung tragen wollen oder ob Sie der Meinung sind, wie Herr Baumberger das hier formu- liert hat, es gehe nicht nur um Standortvorteile eines Kan- tons, sondern es gehe eben um eine erhöhte Standortattrak- tivität der Schweiz generell. Das war die Meinung des Bun- desrates und ist auch die Meinung der Mehrheit Ihrer Kom- mission. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit 75 Stimmen Für den Antrag der Minderheit 46 Stimmen Ziff. II Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Ch. II Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté Namentliche Gesamtabstimmung Vote sur l'ensemble, par appel nominal (Réf.: 1524) Für Annahme des Entwurfes stimmen - Acceptent le projet: Aregger, Bär, Baumberger, Berger, Bezzola, Binder, Bonny, Borer Roland, Bugnon, Bührer Gerold, Bürgi, Camponovo, Caspar-Hutter, Chevallaz, Columberg, Darbellay, Deiss, Dettling, Diener, Dormann, Dreher, Ducret, Dünki, Eggly, Engler, Epiney, Eymann Christoph, Fehr, Fischer-Hagglin- gen, Fischer-Seengen, Fischer-Sursee, Frey Walter, Frideri- ci Charles, Früh, Gadient, Giger, Gonseth, Graber, Gros Jean-Michel, Gysin, Hari, Hess Otto, Hollenstein, Iten Jo- seph, Jäggi Paul, Kern, Kühne, Ledergerber, Leu Josef, Leu- ba, Maurer, Meier Hans, Meier Samuel, Meyer Theo, Misteli, Moser, Mühlemann, Müller, Marbel, Oehler, Ostermann, Pe- rey, Philipona, Pidoux, Raggenbass, Reimann Maximilian, Robert, Ruckstuhl, Rutishauser, Rychen, Sandoz, Savary, Schenk, Scherrer Jürg, Scheurer Rémy, Schmid Peter, Schmidhalter, Seiler Rolf, Singeisen, Stalder, Stamm Judith, Stamm Luzi, Steffen, Steinegger, Steinemann, Stucky, Su- ter, Theubet, Vetterli, Wick, Wittenwiler, Wyss William, Zwy- gart (93) Dagegen stimmen - Rejettent le projet: Aguet, Baumann Ruedi, Bäumlin, Bodenmann, Brunner Christiane, Bundi, Danuser, de Dardel, Eggenberger, Fank- hauser, Goll, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Hubacher, Leuenberger Ernst, Ruffy, Steiger Hans, Tschäppät Alexander, Weder Hansjürg, Zbinden, Zü- ger (23) Der Stimme enthalten sich - S'abstiennent: Borei François, Herczog, Jeanprêtre, Leemann, Mauch Ur- sula, Pini, Strahm Rudolf (7) Stimmen nicht - Ne votent pas: Allenspach, Aubry, Baumann Stephanie, Béguelin, Bircher Peter, Bischof, Blocher, Bortoluzzi, Brügger Cyrill, Bühl- mann, Caccia, Carobbio, Cavadini Adriano, Cincera, Comby, Cornaz, Couchepin, David, Duvoisin, Fasel, von Feiten, Frit- schi Oscar, Giezendanner, Gobet, Grendelmeier, Grossen- bacher, Heberlein, Hegetschweiler, Hess Peter, Hildbrand, Jaeger, Jenni Peter, Jöri, Keller Anton, Keller Rudolf, Lepori Bonetti, Leuenberger Moritz, Loeb François, Maeder, Maitre, Mamie, Marti Werner, Maspoli, Matthey, Mauch Rolf, Miesch, Nabholz, Nebiker, Neuenschwander, Poncet, Rechsteiner, Rohrbasser, Ruf, Scherrer Werner, Schmid Samuel, Schmied Walter, Schnider, Schweingruber, Segmüller, Sei- ler Hanspeter, Sieber, Spielmann, Spoerry, Steiner Rudolf, Thür, Tschopp, Tschuppert Karl, Vollmer, Wanner, Weye- neth, Wiederkehr, Ziegler Jean, Zisyadis, Zwahlen, vakant l, vakant II (76) Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas: Frey Claude (1) Abschreibung - Classement Antrag des Bundesrates Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse gemäss Brief an die eidgenössischen Räte Proposition du Conseil fédéral Classer les interventions parlementaires selon lettre aux Chambres fédérales Angenommen - Adopté An den Ständerat - Au Conseil des Etats #ST# 94.3481 Motion des Ständerates (Urek-SR 94.054) Koordination der Bewilligungsverfahren für bodenbezogene Projekte Motion du Conseil des Etats (Ceate-CE 94.054) Coordination des procédures d'autorisation de construire Wortlaut der Motion vom 24. Januar 1995 Der Bundesrat wird beauftragt, den eidgenössischen Räten bis spätestens 1996 eine Vorlage über die Koordination jener Bewilligungsverfahren für bodenbezogene Projekte vorzule- gen, die in die Zuständigkeit der Behörden des Bundes fallen sollen (Koordinationsgesetz), und den eidgenössischen Rä- ten gleichzeitig, falls noch nötig, mit einer Teilrevision des BG über die Raumplanung den Erlass von Bestimmungen über die Koordination und die Beschleunigung der übrigen Bewil- ligungsverfahren zu beantragen, die auf das Koordinations- gesetz abgestimmt sind.Motion du Conseil des Etats 1230 N 12 juin 1995 Texte de la motion du 24 janvier 1995 Le Conseil fédéral est chargé de soumettre aux Chambres fédérales jusqu'en 1996 au plus tard, un projet relatif à la coordination des procédures d'autorisation de construire qui doivent relever de la compétence des autorités de la Confé- dération (loi sur la coordination), et de présenter en même temps aux Chambres fédérales, en cas de besoin, une révi- sion partielle de la loi fédérale sur l'aménagement du terri- toire contenant des dispositions sur la coordination et l'accé- lération des autres procédures d'autorisation qui doivent être coordonnées avec la loi sur la coordination. Le président: La motion 94.3481 se trouve vidée de sa substance. La commission propose donc de la rejeter. Abgelehnt - Rejeté #ST# 93.3311 Motion des Ständerates (Bisig) Èrschliessungsanlagen ausserhalb der Bauzonen Motion du Conseil des Etats (Bisig) Installations d'équipement situées en dehors des zones à bâtir Wortlaut der Motion vom 20. September 1994 Artikel 22 Absatz 2 Buchstabe a des Raumplanungsgeset- zes nennt als Voraussetzung für eine Baubewilligung, dass die Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszone ent- sprechen müssen. Diese Bestimmung verhindert in der Pra- xis, dass Gebiete innerhalb der Bauzonen via Gebiete aus- serhalb der Bauzonen erschlossen oder miteinander verbun- den werden können. Diese in seiner Auswirkung kaum gewollte Behinderung ei- ner sinnvollen Erschliessung von Bauzonen widerspricht we- sentlichen Grundsätzen der Raumplanung, vor allem dem Grundsatz der haushälterischen Bodennutzung. Es ist grundsätzlich richtig, dass Gebiete ausserhalb der Bauzone nicht mit bauzonenorientierten Infrastrukturanlagen belastet werden, trotzdem müssen auch hier Ausnahmen möglich sein. Dies ist vor allem dort zu verantworten, wo sonst unsinnige Lösungen erforderlich würden. Nachteile der geltenden Regelung sind: - Defizite an baureifem Land; - Baulandverschleiss; - höhere Infrastruktur- und damit Baukosten; - Mehrimmissionen durch längere Wege; - Behinderungen in der Realisation von siedlungsplaneri- schen Konzepten; - unnötige eigentumsrechtliche Eingriffe; - Bauverzögerungen und Bauverhinderungen. Auch wenn der Raumplanung eine durchaus positive Auswir- kung auf die Ordnung der Besiedlung zugebilligt werden kann, dürfen unerwünschte und vor allem unverständliche Auswirkungen nicht weiter hingenommen werden. Aus all diesen Gründen fordere ich den Bundesrat auf, Artikel 24 RPG durch einen neuen Absatz 3 mit folgendem Wortlaut zu ergänzen: «Ferner kann das kantonale Recht Anlagen zum Zwecke der Erschliessung von Baugebiet gestatten, wenn diese der haushälterischen Bodennutzung dienen und zu den übrigen wichtigen Anliegen der Raumplanung nicht im Widerspruch stehen.» Texte de la motion du 20 septembre 1994 L'article 22 alinéa 2 lettre a de la loi sur l'aménagement du territoire précise qu'une autorisation de construire est déli- vrée si la construction ou l'installation est conforme à l'affec- tation de la zone. Cette disposition empêche dans la pratique que les terrains de zones à bâtir puissent être équipés ou re- liés entre eux via des terrains situés en dehors de ces zones. Cette impossibilité, que le législateur n'a certes pas voulue, mais qui empêche parfois d'équiper des zones à bâtir de ma- nière judicieuse, viole certains principes essentiels de l'amé- nagement du territoire, en tout premier celui de l'utilisation mesurée du sol. Il est fondamentalement juste que des terrains situés en de- hors d'une zone à bâtir ne puissent être encombrés par des infrastructures destinées à cette zone. Néanmoins, ici en- core, il devrait y avoir des exceptions, notamment là où le bon sens l'exige. Les inconvénients du droit actuel sont les suivants: - terrains équipés en nombre insuffisant; - gaspillage des terrains à construire; - plus d'infrastructures, donc coûts plus élevés; - surplus de nuisances en raison des tracés plus longs; - entrave à la réalisation des plans d'urbanisation; - atteintes superflues au droit de la propriété; - ralentissent, voire empêchement, des travaux de construc- tion. Si l'aménagement du territoire a eu des effets assurément bénéfiques sur l'urbanisation, il a eu aussi des effets pervers et surtout incompréhensibles qu'on ne saurait tolérer sans réagir. Pour toutes ces raisons, je charge le Conseil fédéral de com- pléter l'article 24 LAT par un alinéa 3 qui aura la teneur sui- vante: «Le droit cantonal peut en outre autoriser les installations destinées à équiper une zone à bâtir pour autant qu'elles as- surent une utilisation mesurée du sol et qu'elles ne soient pas contraires aux autres exigences majeures de l'aménage- ment du territoire.» Antrag der Kommission Mehrheit Ablehnung der Motion Minderheit (Dettling, Chevallaz, Epiney, Hegetschweiler, Philipona, Scherrer Jürg) Überweisung der Motion Proposition de la commission Majorité Rejeter la motion Minorité (Dettling, Chevallaz, Epiney, Hegetschweiler, Philipona, Scherrer Jürg) Transmettre la motion Rutishauser Paul (V, TG), Berichterstatter: Diese Motion wurde vom Ständerat am 20. September 1994 mit 12 zu 3 Stimmen überwiesen. Der Vertreter der Minderheit wird Ih- nen bestimmt sagen: im Verhältnis 4 zu 1. Es waren aber ge- nau zwölf Mitglieder des Ständerates dafür und drei dagegen. Dieser Vorstoss verlangt, dass Artikel 24 des Raumpla- nungsgesetzes in dem Sinne ergänzt werden soll, dass das kantonale Recht die Erstellung von Anlagen zum Zwecke der Erschliessung von Baugebiet künftig auch ausserhalb der Bauzone gestatten kann. Die Ergänzung von Artikel 24 soll folgendermassen lauten: «Ferner kann das kantonale Recht Anlagen zum Zwecke der Erschliessung von Baugebiet ge- statten, wenn diese der haushälterischen Bodennutzung die- nen und zu den übrigen wichtigen Anliegen der Raumpla- nung nicht im Widerspruch stehen.» Auch wenn es sich nur um einzelne Ausnahmefälle handelt, so widerspricht eine Erleichterung des Bauens ausserhalb der Bauzone den Grundsätzen der Raumplanung und insbe- sondere grundsätzlich dem Zweck der Landwirtschaftszone. Wenn die Erreichung einer Ausnahmebewilligung für Er-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion des Ständerates (Urek-SR 94.054) Koordination der Bewilligungsverfahren für bodenbezogene Projekte Motion du Conseil des Etats (Ceate-CE 94.054) Coordination des procédures d'autorisation de construire In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3481 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 12.06.1995 - 14:30 Date Data Seite 1229-1230 Page Pagina Ref. No 20 025 735 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.