Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Februar 2016 (725 11 155 / 35) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Beurteilung einer unfallbedingten Hilflosigkeit: De n Ergebnissen des u.a. auf einem mehrtägigen stationären Aufenthalt und auf ausführl ichen Drittbefragungen beruhenden polydisziplinären Gerichtsgutachtens kommt ausschlaggebender Beweiswert zu Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichte- rin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Sebastian Laubscher, Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen Lloyd's London, Zürich , p.a. Lloyd's Underwriters London , UVG Schadenbüro, P.O. Box 27, 1754 Avry-Fribourg, Beschwerdegegne- rin, vertreten durch Damien-R. Bossy, Rechtsanwalt, 7, bd de Pérol- les, case postale 736, 1701 Fribourg Betreff Leistun gen A. Der 1960 geborene A.____ war seit 7. November 19 89 als Serviceangestellter bei der B.____ AG tätig gewesen und durch die Arbeitgeberin bei der Hotela Kranken- und Unfallversi- cherung des Schweizerischen Hotelier Vereins als Ku rzfristversicherer und bei der Lloyd's Lon- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht don, Zürich (im Folgenden: Lloyd's), als Langfristversiche rer gegen die Folgen von Unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 2. Juli 1991 erlitt A.____ als Beifahrer einen Autounfall, bei welchem er ein schwergradiges Sc hädel-Hirn-Trauma erlitt. Mit Verfügung vom 3. Mai 2007 sprach die Lloyd's A.____ für die verbleibenden Unfallfolgen gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % eine volle Invalidenrente u nd eine Integritätsentschädigung basie- rend auf einer Integritätseinbusse von 80 % zu. Mit einer weiteren Verfügung vom 4. August 2008 zog di e Lloyd's diese Rentenverfügung inso- fern in Wiedererwägung, als sie die Höhe des dem Versicherten zustehenden monatlichen Ren- tenbetrages (Komplementärrente) neu berechnete. Gleichzeitig lehnte sie in dieser Verfügung - gestützt auf ein von ihr bei Dr. med. C.____, Psychiatr ie und Psychotherapie FMH, eingeholtes Aktengutachten vom 30. April 2008 - das Gesuch von A.___ _ um Ausrichtung einer Hilflo- senentschädigung ab. Gegen diese Verfügung erhob der V ersicherte Einsprache bei der Lloyd's, wobei sich diese ausschliesslich gegen die Ablehnung des Anspruchs auf eine Hilflo- senentschädigung richtete. Mit Einspracheentscheid vom 9. Juni 2009 wies die Lloyd's diese Einsprache ab. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Sebastian Laubscher, Be- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsr echt (Kantonsgericht). Dieses hiess die Beschwerde mit Urteil vom 12. Februar 2010 (Ve rfahren-Nr. 725 09 214/38) in dem Sinne gut, als es den angefochtenen Einspracheentscheid aufhob und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Er lass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückwies. In der Folge gab die Lloyd’s wiederum bei Dr. C.____ ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches dieser am 14. Oktober 2010 erstattete. Gestützt a uf dessen Ergebnisse lehnte die Lloyd’s mit Verfügung vom 10. November 2010 einen Ansp ruch von A.____ auf eine Hilflo- senentschädigung erneut ab. Daran hielt die Lloyd’s auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 15. März 2011 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Advokat Sebast ian Laubscher namens und im Auftrag von A.____ am 14. April 2011 Beschwerde be im Kantonsgericht. Darin beantragte er, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuhe ben und es sei ein Gerichtsgutachten zur Frage der Hilflosigkeit des Beschwerdeführers in Auf trag zu geben. Eventualiter, im Falle einer Rückweisung an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen, sei es der Beschwerdegegnerin zu untersagen, Dr. C.____ erneut als psychiatrischen Gut achter einzusetzen. Sodann sei die Beschwerdegegnerin zur Bezahlung eines Verzugszinses auf di e rückwirkend zu erbringende Hilflosenentschädigung zu verurteilen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 28. Juni 2011 beantrag te die Lloyd’s, vertreten durch Rechtsanwalt Damien-R. Bossy, die Abweisung der Beschwerde. D. Zur Vervollständigung des medizinischen Sachverhalts unt erbreitete das Kantonsge- richt am 30. September 2011 der behandelnden Psychiater in des Versicherten, Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, verschiedene Fr agen, welche diese am 31. Ok- tober 2011 beantwortete. Die Lloyd’s nahm am 10. Jan uar 2012 und der Beschwerdeführer am Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12. Januar 2012 zu den Ergebnissen dieser amtlichen Erku ndigung Stellung. Überdies reichte der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht zusammen mit seiner Eingabe ein von ihm in Auf- trag gegebenes, von Frau E.____, dipl. Pflegefachfrau, und Prof. Dr. iur. F.____ erstelltes “Gut- achten zum Betreuungs- und Pflegeschaden“ des Versicherte n vom 9. Dezember 2011 ein. Nachdem sich die Lloyd’s am 5. April 2012 zu diesem Priva tgutachten des Beschwerdeführers geäussert hatte, reichte dieser am 3. Mai 2012 ein Schreiben von Prof. Dr. F.____ vom 17. April 2012 ein, in welchem dieser ausführlich zu der Eingabe der Lloyd’s vom 5. April 2012 Stellung nahm. E. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 6. September 2 012 hörte das Kantonsgericht Frau G.____, die Ehefrau, und Frau H.____, die Stie ftochter des Beschwerdeführers, als Aus- kunftspersonen an. Zudem befragte es den Beschwerdeführe r persönlich. In ihren nachfolgen- den Plädoyers hielten die Parteivertreter an ihren in den Rechtsschriften gestellten Anträgen und den darin vorgebrachten wesentlichen Begründungen fest. In der anschliessenden Urteils- beratung gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass auch das zweite von der Be- schwerdegegnerin in dieser Angelegenheit bei Dr. C.___ _ eingeholte psychiatrische Gutachten vom 14. Oktober 2010 keine abschliessende Beurteilung de s massgebenden medizinischen Sachverhaltes zulasse. Das Kantonsgericht beschloss deshalb, d en Fall auszustellen und zur Vervollständigung des relevanten medizinischen Sachverh altes ein fachärztliches psychiatri- sches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. F. Mit Eingabe vom 7. September 2012 stellte die Lloyd ’s ein Ablehnungsgesuch gegen Frau Eva Meuli, die Präsidentin des Kantonsgerichts, Abte ilung Sozialversicherungsrecht. Die- ses Ausstandsbegehren wies das unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten tagende Dreiergericht mit Beschluss vom 20. September 2012 ab. G. Nachdem dieser den Parteien selbständig eröffnete Be schluss vom 20. September 2012 unangefochten in Rechtskraft erwachsen war, schlug das Kantonsgericht den Parteien mit Verfügung vom 21. Januar 2013 Dr. med. I.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, als Ge- richtsgutachter vor. Gleichzeitig, wies es sie auf das Recht hin, personenbezogene Ausstands- gründe gegen den vorgeschlagenen Experten zu erheben . Im Weiteren unterbreitete das Kan- tonsgericht den Parteien den Entwurf des entsprechend en Auftrags und den vorgesehenen Fragenkatalog und es gab ihnen Gelegenheit, Zusatzfrag en zu stellen. In ihren Eingaben vom 18. und 27. Februar 2013 erhoben die Parteien keine Einwendungen im Sinne von personen- bezogenen Ausstandsgründen gegen den Gerichtsgutachter Dr . I.____. In ihrer Stellungnahme zum vorgeschlagenen Fragenkatalog verlangte die Beschwerd egegnerin jedoch, dass der Ex- perte bei verschiedenen Fragen zusätzlich explizit auch zur Unfallkausalität seiner Diagnosen bzw. allfälliger von ihm erhobener Einschränkungen in d en alltäglichen Lebensverrichtungen Stellung zu nehmen habe. Demgegenüber vertrat der Be schwerdeführer die Auffassung, dass über die Frage der Unfallkausalität seiner gesundheitl ichen Beeinträchtigungen rechtskräftig entschieden sei, weshalb darauf nicht mehr zurückzukommen sei. In seiner Verfügung vom 5. März 2013 erachtete das instruierende Präsidium des K antonsgerichts letzteren Einwand zwar grundsätzlich als zutreffend, gleichzeitig wies es aber darauf hin, dass nicht zum Vornhe- rein ausgeschlossen werden könne, dass beim Versicherten seit der Erstellung des interdiszip- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht linären Gutachtens der J.____ GmbH vom 22. September 2006, welches Basis der rechtskräfti- gen Renten- und IE-Verfügung vom 3. Mai 2007 gebilde t hatte, neue, unfallfremde gesundheit- liche Beeinträchtigungen aufgetreten seien, die Auswi rkungen auf einen allfälligen Hilflosenent- schädigungsanspruch haben könnten. Den Vorbringen der Beschwerdegegnerin werde deshalb insofern Rechnung getragen, als der Fragenkatalog ent sprechend ergänzt und erweitert werde. In der Folge liess das Kantonsgericht dem Gerichtsgutachter Dr. I.____ den entsprechenden Auftrag samt bereinigtem Fragekatalog zukommen. H. Mit Schreiben vom 25. April 2013 teilte der psychiat rische Gerichtsgutachter Dr. I.____ dem Kantonsgericht mit, dass er sich angesichts der vorliege nden Aktenlage ausserstande se- he, die Expertenfragen in der Weise zu beantworten, da ss sie den Anforderungen des Gerichts genügen könnten. Der Experte schlug stattdessen eine in terdisziplinäre Begutachtung in statio- närem Rahmen vor. Eine Anfrage des Gerichts bei der Kl inik K.____ ergab in der Folge, dass diese eine entsprechende Begutachtung anbieten könne. I. Angesichts der sich weiter abzeichnenden Verfahrensverl ängerung und der zu erwar- tenden, nicht unerheblichen Begutachtungskosten fragte das instruierende Präsidium des Kan- tonsgerichts, die Parteien an, ob sie an einem gericht lichen Vorschlag für eine vergleichsweise Erledigung der Angelegenheit interessiert seien. Nachd em die Parteien dies bejaht hatten, un- terbreitete das instruierende Präsidium des Kantonsgerichts ihnen am 5. November 2013 einen entsprechenden Vergleichsvorschlag. Dieser wurde von de r Beschwerdegegnerin jedoch mit Schreiben vom 19. Dezember 2013 abgelehnt. J. Am 9. Januar 2014 verfügte das instruierende Präsidiu m des Kantonsgerichts, dass ein polydisziplinäres Gutachten bei der Klinik K.____ zur Frage der unfallbedingten Hilflosigkeit des Beschwerdeführers eingeholt werde, wobei die Begutacht ung im Rahmen eines stationären Aufenthaltes des Versicherten zu erfolgen habe. Dabei hätten die beteiligten Fachärztinnen und Fachärzte den Exploranden aus psychiatrischer, aus neurologi scher und - sofern sie es als er- forderlich erachten würden - aus neuropsychologischer Sicht zu untersuchen und anschlies- send den Fragenkatalog des Gerichts zu beantworten. Nac hdem die Parteien Gelegenheit er- halten hatten, zum vorgesehenen Gutachtensauftrag St ellung zu nehmen, und dabei keine Einwände gegen diesen erhoben hatten, erging der ent sprechende Auftrag am 12. Februar 2014 an die Klinik K.____. Im Laufe ihrer Abklärungen ersuchte die Klinik K.____ d as Kantonsgericht, zur Vervollständi- gung der Aktenlage bei der behandelnden Psychiaterin D r. D.____ einen aktuellen Bericht ein- zuholen und die L.____, die Arbeitgeberin des Beschwer deführers, verschiedene Fragen zu dessen Arbeitsverhältnis und zum Verhalten am Arbeitspl atz beantworten zu lassen. Das Kan- tonsgericht entsprach diesen Ersuchen und übermittelt e der Klinik K.____ in der Folge den von Dr. D.____ erstatteten Bericht vom 1. Dezember 2014 und das Antwortschreiben der L.____ vom 18. Dezember 2014. K. Am 23. Juni 2015 erstattete die Klinik K.____ das in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gerichtsgutachten (samt Untergutachten). Die Parteien erhielten anschliessend Gelegenheit, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zum Inhalt des Gutachtens Stellung zu nehmen und sich zur Frage zu äussern, wie sich die Ergebnisse der medizinischen Begutachtung auf den Leistu ngsanspruch des Versicherten aus- wirken würden. In der Folge machten die Lloyd‘s mit Sch reiben vom 29. Juli 2015 und der Be- schwerdeführer mit Eingaben vom 4. und vom 21. August 20 15 von der Möglichkeit zur Stel- lungnahme Gebrauch. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in Liestal, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge- recht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 14. April 2011 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob der Be schwerdeführer Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der Beschwerdegegnerin hat. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Un- fallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Erei gnis und dem eingetretenen Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse, Hilflosigkeit) ein natürlicher (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) und ein adäquater (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) Kausal- zusammenhang besteht. 2.2 Liegt bei der versicherten Person als Unfallfolge e ine Hilflosigkeit vor, so hat sie ge- mäss Art. 26 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Als hilflos gilt eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für al ltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung b edarf (Art. 9 ATSG). Die Höhe der Hilflo- senentschädigung bemisst sich gemäss Art. 27 UVG nach dem Grad der Hilflosigkeit, wobei wiederum drei Stufen unterschieden werden (Art. 38 de r Verordnung über die Unfallversiche- rung [UVV] vom 20. Dezember 1982). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Nach 38 Abs. 1 UVV beträgt die monatliche Hilflosen entschädigung bei Hilflosigkeit schweren Grades das Sechsfache, bei Hilflosigkeit mittler en Grades das Vierfache und bei Hilflosigkeit leichten Grades das Doppelte des Höchstbetrages des versicherten Tagesverdiens- tes. Die Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn die versichert e Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrich tungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 38 Abs. 2 UVV). Mittelschwer ist die Hilflosigkeit, wenn die versicher- te Person trotz Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten a lltäglichen Lebensverrichtungen regel- mässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angew iesen ist oder in mindestens zwei alltäg- lichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Wei se auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwach ung bedarf (Art. 38 Abs. 3 UVV). Schliesslich gilt die Hilflosigkeit nach Art. 38 Abs. 4 UVV als leicht, wenn die versicherte Person trotz Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltägli chen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (lit. a) oder einer dauernden persönli- chen Überwachung bedarf (lit. b) oder einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf (lit. c) oder weg en einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regel mässiger und erheblicher Dienst- leistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (lit. d). 2.4 Die Bemessung der Hilflosigkeit im Unfallversicherung srecht richtet sich nach den glei- chen Kriterien wie in der Alters- und Hinterlassenen- sowie in der Invalidenversicherung (BGE 127 V 115 E. 1d), weshalb auch die in diesen Sozialve rsicherungszweigen ergangene Recht- sprechung herangezogen werden kann (Urteil M. des damal igen Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtli che Abteilungen] vom 25. April 2005, U 442/04, E. 1). Nach dieser Rechtsprechung (BGE 127 V 97 E. 3c, 125 V 303 E. 4a, 117 V 31 E. 4b) zählen zu den alltäglichen Lebensverrichtungen: - Ankleiden, Auskleiden; - Aufstehen, Absitzen, Abliegen; - Essen; - Körperpflege; - Verrichtung der Notdurft; - Fortbewegung (im oder ausser) Haus, Kontaktaufnahme. Dieser Katalog ist für die Bemessung der Hilflosigkeit i n allen drei Hilflosigkeitsgraden massge- bend, soweit dabei auf die alltäglichen Lebensverrichtungen verwiesen wird. 2.5 Die benötigte Hilfe kann praxisgemäss nicht nur in d irekter Dritthilfe, sondern auch bloss in Form einer Überwachung der versicherten Person bei der Vornahme der relevanten Lebensverrichtungen bestehen, indem etwa die Drittperson sie auffordert, eine Lebensverrich- tung vorzunehmen, die sie wegen ihres psychischen Zustande s ohne besondere Aufforderung nicht vornehmen würde (indirekte Dritthilfe; BGE 133 V 462 f. E. 7.2 mit Hinweisen). Weiter muss die Hilfe Dritter regelmässig und erheblich sein. Si e ist regelmässig, wenn sie die versi- cherte Person täglich benötigt oder eventuell täglich nötig hat (vgl. Zeitschrift für die Aus- gleichskassen [ZAK] 1986 S. 484). Der Begriff der Erhe blichkeit ist in Relation zu setzen zum zeitlichen Aufwand, den die Hilfsperson hat. Die Hilfe ist mithin insbesondere erheblich, wenn Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht die versicherte Person mindestens eine Teilfunktion eine r einzelnen Lebensverrichtung über- haupt nicht mehr, nur mit unzumutbarem Aufwand oder n ur auf unübliche Art und Weise selbst ausüben kann oder wegen ihres psychischen Zustandes ohne b esondere Aufforderung nicht vornehmen würde (vgl. AHI-Praxis 1996 S. 170; ZAK 1981 S. 387). 2.6 Das Erfordernis der dauernden persönlichen Überwach ung als zusätzliche oder als alternative Anspruchsvoraussetzung bezieht sich nicht auf die alltäglichen Lebensverrichtungen und ist deshalb von der indirekten Dritthilfe zu unte rscheiden. Es handelt sich vielmehr um eine Art medizinischer oder pflegerischer Hilfeleistung, welch e infolge des physischen, geistigen oder psychischen Zustandes der versicherten Person notwendig ist (Urteil B. des Bundesge- richts vom 5. März 2009, 8C_912/2008, E. 3.3.2 mit Hinw eisen). Eine solche persönliche Über- wachung ist beispielsweise dann erforderlich, wenn eine ve rsicherte Person wegen geistiger Absenzen nicht während des ganzen Tages allein gelass en werden kann (ZAK 1986 S. 486 E. 1a mit Hinweisen). Um als anspruchsrelevant gelten zu können, muss die persönliche Über- wachung eine gewisse Intensität erreichen; dazu genügt nicht, dass die versicherte Person auf Grund ihrer gesundheitsbedingten Einschränkungen vorzug sweise in einer speziell auf die Be- schäftigung Behinderter ausgerichteten Institution tätig ist und dort unter ständiger Beaufsichti- gung steht. Diese in Behindertenwerkstätten übliche, nich t aber direkt auf die versicherte Per- son bezogene kollektive Betreuung, welche bei allfällig em Bedarf einschreiten kann, genügt für die Annahme einer persönlichen Überwachungsbedürftigkeit nicht (BGE 107 V 139 E. 1b, 106 V 158 E. 2a; Urteil L. des EVG vom 12. November 2 002, I 108/01, E. 4.2). Aus einer Über- wachungsbedürftigkeit im Sinne einer bloss allgemeinen Aufsicht (beispielsweise in einem Heim) kann keine rechtlich relevante Hilflosigkeit abgel eitet werden. Gleich verhält es sich, wenn die Überwachung sich auf die Ausübung der Erwerbstä tigkeit oder die Betätigung im Auf- gabenbereich bezieht; denn eine Behinderung in diesen Bereichen wird gegebenenfalls bei der Invaliditätsbemessung im Rentenfall berücksichtigt (ZAK 1 984 S. 354 E. 2c). Die Überwachung muss zudem dauernd erforderlich sein. Dies setzt indes nich t voraus, dass die betreuende Per- son ausschliesslich an die überwachte Person gebunden ist; sodann kommt diesem Erfordernis auch nicht die Bedeutung von "rund um die Uhr" zu, s ondern es ist als Gegensatz zu "vorüber- gehend" zu verstehen (Urteil B. des Bundesgerichts vo m 5. März 2009, 8C_912/2008, E. 3.3.2; BGE 107 V 139 E. 1b; ZAK 1990 S. 44 E. 2c). Dies kann auch erfüllt sein, wenn Anfälle zuwei- len nur alle zwei bis drei Tage auftreten, aber unver mittelt und oft auch täglich oder täglich mehrmals erfolgen, sodass tägliche Überwachung vonnöte n ist (ZAK 1986 S. 484 E. 3c). Ob Hilfe und persönliche Überwachung notwendig sind, ist ob jektiv, nach dem Zustand der versi- cherten Person, zu beurteilen. Grundsätzlich unerheblich ist die Umgebung, in welcher sich die versicherte Person aufhält. Es darf hinsichtlich der Bem essung der Hilflosigkeit keinen Unter- schied ausmachen, ob die versicherte Person allein oder i n der Familie, in der offenen Gesell- schaft oder in einem Spital beziehungsweise in einer Anst alt lebt (Urteil L. des Bundesgerichts vom 31. Januar 2008, 9C_608/2007, E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen). 3.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte ist die rech tsanwendende Behörde regel- mässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärzt innen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicher ungsprozess gültigen Grundsatz Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Bewe ismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsi chtlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Au fgabe es ist, seine Fachkenntnis- se der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um ein en bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, we nn die Gerichtsexpertise wider- sprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Ober gutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurt eilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fach experten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Ober- expertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende S chlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Im ersten zwischen den Parteien in dieser Angelegen heit ergangenen Urteil vom 12. Februar 2010 (Verfahren-Nr. 725 09 214/38) war das Kantonsgericht zum Ergebnis gelangt, dass der Anspruch des Versicherten auf eine Hilflosenentsc hädigung gestützt auf die vorhan- denen Aktenlage nicht abschliessend beurteilt werden könne . Entgegen der Auffassung der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdegegnerin vermöge das von ihr in Auftrag geg ebene Gutachten von Dr. C.____ vom 30. April 2008 den von der Rechtsprechung verlangten ( vgl. E. 3.1 hiervor) Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in verschiedene r Hinsicht nicht zu genügen. Der we- sentliche Mangel des Gutachtens liege darin, dass es sich u m ein reines Aktengutachten hand- le. Es erweise sich aber auch in weiteren Punkten als unvollständig. So habe der Experte davon abgesehen, Rücksprache mit der behandelnden Psychiaterin z u nehmen und bei ihr Erkundi- gungen über den aktuellen Gesundheitszustand des Explora nden einzuholen. Stattdessen stüt- ze er seine Einschätzungen auf zum Teil mehrere Jahre al te Gutachten und Berichte. Zudem hätten auch zur Klärung der Frage, ob und inwieweit der Beschwerdeführer bei der Vornahme der relevanten Lebensverrichtungen auf indirekte Drit thilfe angewiesen sei, entsprechende fremdanamnestische Angaben - so insbesondere bei der behandelnden Psychiaterin und/oder im persönlichen Umfeld des Versicherten - eingeholt wer den müssen. Aufgrund dieser Mängel habe die Beschwerdegegnerin die Frage der Hilflosigkeit des Versicherten nochmals eingehend abzuklären. In erster Linie werde sie hierzu ein neues p sychiatrisches Gutachten, welches in jedem Fall eine persönliche Exploration des Versicherte n beinhalten müsse, in Auftrag zu ge- ben haben. Im Übrigen sei es der Beschwerdegegnerin überlassen, ob sie darüber hinaus auch weitere Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen bzw. in Auftrag geben wolle. Das Kantonsge- richt hiess deshalb in seinem Urteil vom 12. Februar 20 10 die Beschwerde des Versicherten in dem Sinne gut, als es den angefochtenen Einspracheentsc heid aufhob und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu m Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückwies. 4.2 Im Nachgang zu diesem kantonsgerichtlichen Rückweisung sentscheid vom 12. Febru- ar 2010 beauftragte die Beschwerdegegnerin erneut de n Vorgutachter Dr. C.____ mit der Er- stellung eines psychiatrischen Gutachtens über den Versicher ten. Während der genannte Facharzt seine erste Expertise vom 30. April 2008 ausschliesslich gestützt auf die Akten erstellt hatte, nahm er nunmehr - den Vorgaben des Kantonsger ichts im erwähnten Rückweisungsent- scheid folgend - eine persönliche Befragung und Unters uchung des Versicherten vor. Gestützt auf seine Abklärungen gelangte Dr. C.____ in seinem n euen Gutachten vom 14. Oktober 2010 zu den Ergebnissen, dass der Explorand in den massegebenden sechs alltäglichen Lebensver- richtungen (vgl. E. 2.4 hiervor) höchstens bei der “Kont aktaufnahme zur Umwelt“ teilweise ein- geschränkt sei, wobei hierzu im Vergleich zur Zeit vor de m Unfall ein niedrigerer Bedarf beste- he. In allen anderen Lebensverrichtungen seien keine Ei nschränkungen gegeben. Im Weiteren bedürfe der Versicherte auch nicht der persönlichen Üb erwachung durch eine Drittperson und er müsse auch nicht durch eine Drittperson aufgefordert werden, einzelne alltägliche Lebens- verrichtungen vorzunehmen, weil er diese wegen seines psyc hischen Zustandes ohne beson- dere Aufforderung nicht vornehmen würde. Schliesslich sei es auch nicht so, dass der Explo- rand nur dank regelmässiger und erheblicher Hilfe von D rittpersonen in der Lage sei, gesell- schaftliche Kontakte zu pflegen. 4.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der Folge im vo rliegend angefochtenen Ein- spracheentscheid vom 15. März 2011 bei der Beurteilung d es medizinischen Sachverhalts voll- umfänglich auf dieses zweite psychiatrische Gutachten von D r. C.____ vom 14. Oktober 2010. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist den im R ahmen des Verwaltungsverfahrens ein- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 6. September 2012 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auffassung, dass auch das zweite von der Beschwerdegeg- nerin in dieser Angelegenheit bei Dr. C.____ eingeho lte psychiatrische Gutachten vom 14. Ok- tober 2010 keine abschliessende Beurteilung des massgebe nden medizinischen Sachverhaltes zulasse. Es wies im Rahmen der Beweiswürdigung vorab darauf hin, dass angesichts der über- ragenden Bedeutung von Gutachten bei sozialversicherungsre chtlichen Leistungsentscheiden ein hoher Massstab an die Unparteilichkeit von Sachverständ igen zu legen sei (BGE 122 V 162). Im Lichte dieses Grundsatzes müsse vorliegend d ie Unabhängigkeit bzw. die Un- befangenheit des Gutachters Dr. C.____ in Frage gestell t werden. Das Kantonsgericht habe in seinem ersten in dieser Angelegenheit ergangenen Urteil vom 12. Februar 2010 das ursprüngli- che Gutachten von Dr. C.____ vom 30. April 2008 in ve rschiedenster Hinsicht und in erhebli- chem Masse beanstandet und somit teilweise - zumindest i ndirekt - auch dessen Verfasser kri- tisiert. In Anbetracht dieser “Vorgeschichte“ sei es desh alb unverständlich, dass die Beschwer- degegnerin im Nachgang zum Rückweisungsentscheid des Kanto nsgerichts wiederum Dr. C.____ mit der Begutachtung des Versicherten beauf tragt habe. In diesem Zusammenhang falle auch ins Gewicht, dass es vorliegend nicht um die Erstellung eines Verlaufsgutachtens, bei welchem der Beizug eines bereits mit dem Fall vertrau ten früheren Gutachters unter Umstän- den angezeigt sein könne, sondern um eine erstmalige, umfassende gutachterliche Beurteilung einer allfälligen unfallbedingten Hilflosigkeit des Versicherten gegangen sei. Das zweite Gutach- ten von Dr. C.____ vom 14. Oktober 2010 überzeuge abe r, wie das Kantonsgericht anlässlich der Parteiverhandlung vom 6. September 2012 weiter er wog, auch inhaltlich nicht. So habe der Experte nunmehr zwar Rücksprache mit der behandelnden Psych iaterin Dr. D.____ genom- men, der im Gutachten wiedergegebenen Zusammenfassung des Telefongesprächs liessen sich aber praktisch keine Aussagen zur strittigen Frage de r Hilflosigkeit des Exploranden ent- nehmen. Das Gutachten müsse in diesem Punkt (wiederum) als lückenhaft bezeichnet werden. Ein weiterer - und letztlich wesentlicherer - Mangel de s Gutachtens liege sodann im Umstand, dass der Gutachter seinen Einschätzungen mehrfach unreflek tiert die Aussagen des Exploran- den zu Grunde gelegt habe. Dies sei insofern problemati sch, als in den massgebenden medizi- nischen Akten darauf hingewiesen worden sei, dass der Ve rsicherte die Tendenz habe, seine Beeinträchtigungen herabzuspielen (sog. Dissimulation , vgl. etwa das interdisziplinäre Gutach- ten der J.____ GmbH vom 22. September 2006, S. 16). V or diesem Hintergrund hätten seine Aussagen daher entsprechend kritisch hinterfragt werden müssen. Diesem Aspekt habe der Gutachter eindeutig zu wenig Beachtung geschenkt. Aus d en geschilderten Gründen vermöge deshalb - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegner in - auch das zweite Gutachten von Dr. C.____ vom 14. Oktober 2010 den von der Rechtsprech ung verlangten (vgl. E. 3.1 hiervor) Anforderungen an eine medizinische Entscheidgrundlage n icht zu genügen. Da die übrigen vorhandenen medizinischen Akten ebenfalls keine abschliesse nde Beurteilung des Leistungs- anspruchs des Versicherten zuliessen, würden sich weitere me dizinische Abklärungen als un- umgänglich erweisen. Das Kantonsgericht beschloss deshalb , den Fall auszustellen und zur Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vervollständigung des relevanten medizinischen Sachverh altes ein fachärztliches psychiatri- sches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. 4.4 Der entsprechende Auftrag erging in der Folge an den Psychiater Dr. I.____. Mit Schreiben vom 25. April 2013 teilte dieser dem Kanto nsgericht jedoch nach Einsichtnahme in das Aktendossier mit, dass er sich ausserstande sehe, die Expe rtenfragen in der Weise zu be- antworten, dass sie den Anforderungen des Gerichts genüge n könnten. Für die notwendige Verlaufsbeurteilung und vor allem auch für die Abgrenz ung allfälliger nichtorganischer respekti- ve nicht unfallkausaler beeinträchtigender Störungen o der genereller Veränderungen des ge- samten Zustandsbildes mit Unterscheidung psychoorganischer ( hirntraumatischer) und nicht psychoorganischer Anteile genüge eine alleinige psychiatrisch e Abklärung nicht. Zweckmässig sei in diesem Fall ein interdisziplinäres Gutachten unte r Beteiligung der Fachrichtungen Neuro- logie, Psychiatrie und eventuell auch Neuropsychologie. D a auch verhaltensneurologische As- pekte einbezogen seien, sei eine Abklärung in stationär em Rahmen angezeigt. In Anbetracht dieser überzeugenden Ausführungen von Dr. I.____ kam d as instruierende Präsidium des Kan- tonsgerichts auf den erteilten Begutachtungsauftrag z urück; stattdessen mandatierte es am 12. Februar 2014 die Klinik K.____ mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens zur Frage der unfallbedingten Hilflosigkeit des Beschwerdeführers. Im entsprechenden Auftrag hielt es fest, dass die Begutachtung im Rahmen eines stationär en Aufenthaltes des Versicherten zu erfolgen habe. Dabei hätten die beteiligten Fachärzti nnen und Fachärzte den Exploranden aus psychiatrischer, aus neurologischer und - sofern sie es als erf orderlich erachten würden - aus neuropsychologischer Sicht zu untersuchen und anschliessen d den bereits früher unter Mitwir- kung der Parteien erstellten Fragenkatalog des Gerichts zu beantworten. 5.1 Der Versicherte hielt sich vom 26. Oktober bis 30. Okt ober 2014 zwecks Begutachtung stationär in der Klinik K.____ auf. Im Laufe dieses Aufenthaltes führte das begutachtende Ärzte- team psychiatrische, neurologische und neuropsychologische Untersuchungen durch. Ausser- dem liess es in der Radiologie des Spitals M._____ eine aktuelle kernspintomographische (MRI-) Bildgebung des Kopfes des Versicherten vornehmen . Zur Vervollständigung der Akten- lage wurden sodann bei der behandelnden Psychiaterin Dr. D.____ ein aktueller Bericht und bei L.____, der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, verschie dene Auskünfte zu dessen Arbeits- verhältnis sowie zum Verhalten am Arbeitsplatz eingehol t. Schliesslich befragte der psychiatri- sche Gutachter in der Klinik K.____ - jeweils getrennt - Frau G.____, die Ehefrau, und Frau H.____, die Stieftochter des Versicherten, zu den Asp ekten einer allfälligen Hilflosigkeit des Exploranden. Gestützt auf die Ergebnisse seiner Untersu chungen und Abklärungen sowie auf die vorhandenen Akten erstattete das begutachtende Ärzteteam am 23. Juni 2015 sein umfang- reiches Gerichtsgutachten; in dessen Rahmen beantwortete es auch den unter Mitwirkung der Parteien erstellten Fragenkatalog des Gerichts. 5.2 Im Zusammenhang mit der Diagnosestellung führen d ie Experten in ihrem Gerichts- gutachten aus, es könne mit überwiegender Wahrscheinlichke it von einer leichten bis mittelgra- digen kognitiven Störung und von einem psychotischen Zusta ndsbild im Sinne einer organisch wahnhaften, schizophreniformen Störung (ICD-10 F06.2) nach einem Schädelhirntrauma aus- gegangen werden. Dieses sei seit 1994 immer wieder be schrieben, bereits 1992 als akutes Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht psychotisches Zustandsbild im Rahmen einer Hormonstörung. D iese Beurteilung werde durch die medizinische Fachliteratur bestätigt, wonach wahnha fte Störungen und Schizophrenie- ähnliche Psychosen zu den häufigsten psychotischen Symptomen bei Personen mit traumati- schen Hirnverletzungen gehörten. Die Frage, ob der Explorand an gesundheitlichen Beeinträch- tigungen leide, die erst nach Erstellung des interdiszip linären Gutachtens der J.____ GmbH vom 22. September 2006 entstanden bzw. aufgetreten sei en und die nicht unfallkausal seien, verneinen die Gutachter. Die erneute kernspintomograp hische (MRI-) Bildgebung des Gehirns des Versicherten lasse im Vergleich zu der Bildgebung de s Jahres 2006 keine relevanten, zu- sätzlichen Schädigungen oder Gesundheitsstörungen des Geh irns erkennen und die im Rah- men der Begutachtung durchgeführten Laboruntersuchungen würden nicht auf eine relevante (internistische) Gesundheitsstörung in Bezug auf die unt ersuchten Laborparameter hinweisen. Aus psychiatrischer Sicht hätten sich ebenfalls keine Änderun gen des Gesundheitszustandes ergeben, wenn überhaupt sei es zu einer zusätzlichen Stab ilisierung gekommen. Im Weiteren bejahen die Gutachter die Frage, ob der Versicherte a ufgrund seiner gesundheitlichen Beein- trächtigungen in der Lage sei, kompetent über seine S ituation Auskunft zu erteilen, die gestell- ten Fragen zu verstehen und diese kohärent zu beantworten. Der Explorand zeige bei psychoti- scher Symptomatik teilweise Danebenantworten, alle an d er Begutachtung Beteiligten hätten jedoch betont, dass die Erhebung von Beschwerden und S ymptomen gut möglich gewesen sei und die Untersuchungen gut hätten durchgeführt werden können. Der Versicherte sei so im Rahmen der aktuellen Begutachtung ausreichend gut in d er Lage gewesen, über seine Situati- on Auskunft zu erteilen und die gestellten Fragen zu verst ehen. Die Tendenz des Exploranden, bei der Fragenbeantwortung auf psychotisch anmutende De nkinhalte abzuschweifen, habe mehrmals ein Nachfragen notwendig gemacht, diese Nachfr agen habe der Versicherte aber jeweils ausreichend beantworten können. 5.3 Im Rahmen ihrer Beurteilung der Hilflosigkeit des Exploranden gelangten die Gerichts- gutachter zum Ergebnis, dass dieser aufgrund seiner gesund heitlichen Beeinträchtigungen in keiner der massgebenden sechs alltäglichen Lebensverrichtung en (vgl. dazu E. 2.4 hiervor) erheblich eingeschränkt sei. Einzig bei der Kontaktaufnah me bestehe insofern eine gewisse Einschränkung, als der Explorand ausserhalb von strukturi erten Bedingungen (beschützter Ar- beitsplatz, Familie, Klinik) selber keine Kontakte hab e und aufnehme, innerhalb dieser Struktu- ren sei er aber dazu in der Lage; auf Ansprache gebe er Auskunft und er sei zu einer Bezie- hungsaufnahme in der Lage, wie sich aus dem herzlichen V erhältnis zu seinen Familienmitglie- dern ergebe und wie sich auch anlässlich der Untersuchu ngen durch die Therapeutinnen und Therapeuten bestätigt habe. Insgesamt bedürfe der Expl orand deshalb bei der Kontaktaufnah- me nicht in regelmässigem und erheblichem Umfang der Hilfe von Drittpersonen. Die Untersuchungen hätten sodann auch keine Hinweise daf ür ergeben, dass der Explorand durch eine Drittperson aufgefordert werden müsse, eine oder mehrere dieser alltäglichen Le- bensverrichtungen vorzunehmen, weil er sie wegen seines ps ychischen Zustandes ohne be- sondere Aufforderung nicht vornehmen würde. Ebenso weni g sei davon auszugehen, dass der Versicherte bei der Ausführung einzelner Lebensverrichtu ngen überwacht werden müsse. In diesem Zusammenhang sei im Sinne einer gewissen Einschränkung einzig nochmals festzuhal- ten, dass der Explorand, wie bereits vorstehend ausgefü hrt, ausserhalb von strukturierten Be- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht dingungen (beschützter Arbeitsplatz, Familie, Klinik) nu r begrenzt in der Lage sei, von sich aus selbständig Kontakte und Beziehungen aufzunehmen. Allerdings habe er sich in den Therapien mehrheitlich adäquat gezeigt, er habe Auskunft gegebe n, nachgefragt oder mehrheitlich den Situationen angepasst reagiert. Er habe von sich aus und auf Nachfrage erzählt; zudem sei er pünktlich und selbständig an den vereinbarten Treffpunkten erschienen und er habe sich koope- rativ gezeigt. Den Blickkontakt habe er wenig, im Verla uf jedoch vermehrt gehalten. Diese Be- obachtungen würden auch bezüglich Kommunikation gegen eine unterstützungsbedingte Ein- schränkung sprechen. Schliesslich hätten sich während der Untersuchungen auch keine Hinweise für das Vorliegen einer Gesundheitsstörung ergeben, die ausserhalb der m assgebenden sechs alltäglichen Le- bensverrichtungen eine persönliche Überwachung des Versiche rten durch eine Drittperson er- forderlich machen würde. Prinzipiell sei der Versicherte im Alltag selbständig, da er eine gewis- se Unsicherheit zeige, brauche er jemanden, den er frag en könne, was innerhalb der Familie und am beschützenden Arbeitsplatz gewährleistet sei. Fü r komplexe kognitive Aufgaben (z.B. Zahlungen per E-Banking, Verträge etc.) benötige er jedoch Hilfe. 6.1 Nach dem Gesagten (vgl. E. 5.3 hiervor) sind die Ge richtsgutachter der Klinik K.____ gestützt auf ihre umfangreichen Untersuchungen und Ab klärungen sowie auf die vorhandenen Akten zusammenfassend zu den Ergebnissen gelangt, dass der Versicherte aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen in keiner der massg ebenden sechs alltäglichen Lebens- verrichtungen regelmässig in erheblicher eingeschränkt se i; einzig bei der Kontaktaufnahme ausserhalb von strukturierten Bedingungen bestehe eine gewisse Beeinträchtigung. Im Weite- ren müsse der Explorand weder durch eine Drittperson aufgefordert werden, eine oder mehrere dieser alltäglichen Lebensverrichtungen vorzunehmen, wei l er sie wegen seines psychischen Zustandes ohne besondere Aufforderung nicht vornehmen würde, noch müsse er bei der Aus- führung einzelner Lebensverrichtungen überwacht werden . Schliesslich hätten sich auch keine Hinweise für das Vorliegen einer Gesundheitsschädigung ergeben, die ausserhalb der massge- benden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen eine persö nliche Überwachung des Versicher- ten durch eine Drittperson erforderlich machen würde. 6.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Ein schätzung der medizinischen Exper- ten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Ger ichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend erfüllt das polydiszipli- näre Gerichtsgutachten der Klinik K.____ vom 23. Juni 2 015 die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht: Es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.1 hiervor ) - für die streitigen Belange umfas- send, es weist keinerlei Widersprüche auf, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es leuch tet in der Darlegung der medizini- schen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Sein Beweiswert wird sodann dadurch erheblich erhöht, dass die Begutachtu ng im Rahmen eines mehrtägigen stationären Aufenthaltes erfolgt ist. Dieser Umstand ermöglichte es den Gutachtern zum einen, ausführliche medizinische Untersuchungen vorzunehmen, zum andern erlaubte er es ihnen Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht aber auch, das Verhalten des Exploranden in Bezug auf die Aktivitäten des täglichen Lebens zu beobachten bzw. beobachten zu lassen, diese Eindrücke - wi e etwa in Form der Schilderungen der Abteilungsleiterin Pflege - zu dokumentieren und sie in die gutachterliche Beurteilung mit- einfliessen zu lassen. Im Weiteren liegen den gutachte rlichen Erkenntnissen auch wichtige An- gaben und Einschätzungen verschiedener Drittpersonen zu G runde. So holten die Gutachter bei der behandelnden Psychiaterin Dr. D.____ einen ak tuellen Arztbericht und bei L.____, der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, verschiedene Auskünf te zu dessen Arbeitsverhältnis sowie zum Verhalten am Arbeitsplatz ein. Zudem befragt e der psychiatrische Gutachter in der Klinik K.____ ausführlich - und getrennt - Frau G.___ _, die Ehefrau, und Frau H.____, die Stieftochter des Versicherten, zu den Aspekten einer allf älligen Hilflosigkeit des Exploranden. Im Ergebnis beruht das Gerichtsgutachten somit auf ausfüh rlichen, sorgfältigen und allseitigen Untersuchungen. Im Rahmen ihrer Beurteilung gehen di e Gutachter sodann einlässlich auf die Ergebnisse dieser Drittbefragungen ein. Sie weisen zu Recht darauf hin, dass ihre gutachterli- che Beurteilung der verschiedenen Aspekte der Hilflosigke it des Exploranden weitgehend kon- sistent ist mit der Situation, wie sie die Arbeitgeberi n und die Stieftochter des Exploranden be- schrieben haben. Gleichzeitig sind sie sich bewusst, dass die behandelnde Psychiaterin und die Ehefrau des Versicherten die Frage der Hilflosigkeit de s Exploranden abweichend einschätzen. Deren Sichtweise könne jedoch, so die Gutachter weiter, nicht gefolgt werden. So sei die Dar- stellung der behandelnden Psychiaterin - beim Versicherte n bestehe ein extrem eingeschränk- ter Realitätsbezug, er sei in all seinen Angelegenhei ten wie schriftlicher Verkehr, Umgang mit Geld, Planen und Organisieren von Aktivitäten, Einhalte n von Terminen etc. dauernd auf ver- lässliche Hilfe angewiesen und er sei ohne konstante Fü rsorge der Ehefrau nicht in der Lage, einigermassen selbständig zu leben - durch die Untersuchungen und die Alltagsbeobachtungen in der Klinik K.____ und teilweise auch durch die Ang aben der Stieftochter und der Arbeitgebe- rin nicht nur nicht bestätigt worden, sie würde sich vie lmehr als falsch erweisen. Was die Schil- derungen der Ehefrau betreffe, so falle auf, dass die se vielfach - auch auf Nachfrage - vage geblieben seien. Zudem könne auch ihre Darstellung, wonach ihr Ehemann „zu allem, wie etwa zum Waschen und zu sonstigen alltäglichen Tätigkeiten“, angehalten und dass er ständig an diese erinnert werden müsse, mit den Ergebnissen der Unt ersuchungen und der Alltagsbe- obachtungen in der Klinik K.___, aber auch mit den differenzierter und spontaner ausgefallenen Angaben der Stieftochter des Exploranden nicht in Einkl ang gebracht werden. Die Gutachter legen somit schlüssig dar, dass und weshalb ihres Erachtens ni cht auf die abweichenden Ein- schätzungen der behandelnden Psychiaterin und der Ehefra u des Versicherten abgestellt wer- den kann. Das Gutachten erfüllt somit auch in diesem Pu nkt die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Entscheidgrundlage. 6.3 Während die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungn ahme vom 29. Juli 2015 das Ge- richtsgutachten der Klinik K.____ vom 23. Juni 2015 als äusserst gut dokumentiert, präzis und schlüssig bezeichnet hat, weshalb ihm volle Beweiskraft zuzu erkennen und darauf abzustellen sei, beanstandet der Beschwerdeführer das Gerichtsgutacht en im Wesentlichen in zweierlei Hinsicht. Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, sind s eine Einwände aber nicht geeignet, des- sen ausschlaggebende Beweiskraft in Frage zu stellen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 In seiner Eingabe vom 4. August 2015 macht der Beschw erdeführer vorab geltend, im Gerichtgutachten würden das Haushaltgutachten der N.__ __ vom 14. Oktober 2010 und das “Gutachten zum Betreuungs- und Pflegeschaden“ vom 9. Dezember 2011 mit keinem Wort er- wähnt. Da das Gerichtsgutachten zu völlig anderen Ergebn issen gelange als die beiden er- wähnten Vorgutachten, wäre eine inhaltliche Auseinand ersetzung mit letzteren umso zwingen- der gewesen. Eine solche sei jedoch nicht erfolgt, wod urch das Gerichtsgutachten den von der Rechtsprechung verlangten Anforderungen an eine medi zinische Entscheidgrundlage „in fun- damentaler Weise“ nicht zu genügen vermöge. Es sei somit beweisrechtlich nicht verwertbar und es müsse ein neues Gerichtsgutachten in Auftrag gegeb en werden. Dem Beschwerdefüh- rer ist dahingehend beizupflichten, dass die Gerichtsgut achter inhaltlich auf das Haushaltgut- achten der N.____ vom 14. Oktober 2010 gar nicht und au f das von Frau E.____ und Prof. Dr. F.____ verfasste “Gutachten Betreuungs- und Pflegesch aden“ vom 9. Dezember 2011 nur mit wenigen Sätzen - auf den Seiten 7 und 18 im Neur ologischen Teil-Gutachten - eingehen. Das Gerichtsgutachten weist deshalb in diesem Punkt tatsä chlich einen Mangel auf. Daraus darf nun aber nicht auf eine Unverwertbarkeit des Gerichtsgutachtens geschlossen werden. Die den beiden früheren Gutachten zu Grunde liegenden Ab klärungen vor Ort wurden von einer dipl. Hauswirtschaftslehrerin (Haushaltgutachten der N._ ___ vom 14. Oktober 2010) bzw. von einer dipl. Pflegefachfrau (“Gutachten Betreuungs- u nd Pflegeschaden“ vom 9. Dezember 2011) durchgeführt, das vorliegende Gerichtsgutachten hi ngegen wurde von Fachärzten aus den Fachrichtungen Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Neur ologie und von einem Psycholo- gen verfasst. Dieser Umstand ist aus folgenden Gründen dur chaus von Bedeutung: Bei der Er- mittlung der Frage, ob bei einer versicherten Person ei ne Hilflosigkeit im Sinne des UVG oder des IVG vorliegt, kommt einem von einer qualifizierte n Fachperson erstellten Abklärungsbericht durchaus Beweiswert zu. Leidet die abzuklärende Person - wie hier - vorwiegend an psychi- schen Gesundheitsbeeinträchtigungen, so gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass die grund- sätzliche Massgeblichkeit eines solchen Abklärungsberichts eingeschränkt und stattdessen den fachmedizinischen Feststellungen zur Frage der Hilflosigke it der betroffenen Person in der Re- gel mehr Gewicht einzuräumen ist. Diese prinzipielle Ge wichtung hat ihren Grund darin, dass es für die Abklärungsperson meist nur beschränkt möglich i st, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (vgl. die analoge, zum Be- weiswert der Haushaltabklärungsberichte im IV-Bereich e rgangene Rechtsprechung des Bun- desgerichts: AHI-Praxis 2004 S. 137 ff. oder die Urteil e Z. des Bundesgerichts vom 5. September 2011, 9C_201/2011, E. 2, und A. vom 13 . Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Dieser Vorrang der fachmedizinischen Einschätz ungen gegenüber den Ergebnis- sen von Abklärungsberichten fällt umso stärker ins Gewicht, je ausführlicher und umfangreicher die fachärztliche Untersuchungen und Abklärungen ausgefa llen sind. Eine solche Konstellation ist vorliegend gegeben, beruhen doch die Ergebnisse des weitestgehend von Fachärzten ver- fassten Gerichtsgutachtens - wie oben ausgeführt (vgl. E . 6.2 hiervor) - auf ausführlichen, sorg- fältigen und allseitigen Untersuchungen und Beobachtu ngen, die im Rahmen eines mehrtägi- gen stationären Aufenthaltes erfolgt sind. Im Lichte dieser Grundsätz e sind somit weder die abweichenden Resultate des Haushaltgutachtens der N._ ___ vom 14. Oktober 2010 und des Gutachtens “Betreuungs- und Pflegeschaden“ vom 9. Dezemb er 2011 noch die fehlende bzw. knapp ausgefallene gutachterliche Auseinandersetzung mit denselben geeignet, dem ausführli- chen und überzeugenden Gerichtsgutachten der Klinik K.___ _ seinen ausschlaggebenden Be- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht weiswert abzusprechen. Im Übrigen kommt hinzu, dass bei den Abklärungen vor Ort, die zum Haushaltgutachten der N.____ vom 14. Oktober 2010 geführt haben, die behandelnde Psychia- terin des Versicherten als Dolmetscherin (!) sowie sein Re chtsvertreter (vgl. S. 1 des Gutach- tens, “Ausgangslage“) und bei den Abklärungen für das Gutachten “Betreuungs- und Pflege- schaden“ vom 9. Dezember 2011 wiederum der Rechtsvertret er (vgl. S. 6 des Gutachtens) an- wesend waren. Durch diesen Umstand wird der Beweiswert der beiden Vorgutachten im Ver- gleich mit dem von unabhängiger Seite erstellten Gerichtsgutachten zusätzlich herabgesetzt. In seiner weiteren Stellungnahme vom 21. August 2015 b eanstandet der Beschwerdeführer sodann, dass die Gerichtsgutachter die falschen Schlüsse au s ihren Untersuchungen und Ab- klärungen gezogen hätten. Auch das Gerichtsgutachten ze ige nämlich auf, dass er ohne indi- rekte - und teilweise auch direkte - Dritthilfe durch die Angehörigen nicht in der Lage wäre, die meisten alltäglichen Lebensverrichtungen genügend verlässl ich durchzuführen. Diesem Ein- wand kann ebenfalls nicht beigepflichtet werden. Die Gerichtsgutachter haben schlüssig und überzeugend dargelegt, dass und weshalb der Beschwerdef ührer aufgrund ihrer Untersuchun- gen und Abklärungen bei der Vornahme der relevanten Lebensverrichtungen nicht regelmässig und erheblich auf direkte oder indirekte Dritthilfe a ngewiesen ist. Diesbezüglich kann vollum- fänglich auf das oben (vgl. E. 6.2 hiervor) Gesagte verwiesen werden 7. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass beim Be schwerdeführer das Vorlie- gen einer unfallbedingten Hilflosigkeit im Sinne des Art. 9 ATSG gestützt auf die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens der Klinik K.____ vom 23. Juni 201 5 verneint werden muss. Somit hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Versicherten au f eine Hilflosenentschädigung zu Recht abgelehnt, was zur Abweisung der gegen den betr effenden Einspracheentscheid vom 15. März 2011 erhobenen Beschwerde führt. 8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 8.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu erheben. 8.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträg er die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Ma ssnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden h at, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den Ver- sicherungsträgern zu auferlegen. Dies sei, so das Bundesg ericht weiter, mit der zitierten Be- stimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war das Kantonsgericht anlässlich der Parteiverhandlung v om 6. September 2012 zum Ergeb- nis gelangt, dass auch das zweite von der Beschwerdegegner in eingeholte Gutachten von Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. C.___ vom 14. Oktober 2010 den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein beweis- taugliches Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a) in verschiedener Hinsicht nicht genüge (vgl. E. 4.3 hiervor). Da die übrigen vorhandenen medizinischen Akten ebenfalls keine abschliessende Be- urteilung des Leistungsanspruchs des Versicherten zuliesse n, würden sich weitere medizini- sche Abklärungen als unumgänglich erweisen. Auf Grund d er Erkenntnis, dass die durch die Beschwerdegegnerin im Nachgang zur ersten Rückweisung erfolgten zusätzlichen Abklärungen erneut zu keinem abschliessend verwertbaren Beweisergebn is geführt hätten, entschied das Kantonsgericht, von einer - grundsätzlich möglichen - erneuten Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegn erin abzusehen. Stattdessen beschloss es, den Fall auszustellen und zur Vervollständi gung des relevanten medizinischen Sachverhaltes ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben . Das in der Folge eingeholte polydis- ziplinäre Gerichtsgutachten der Klinik K.____ vom 23. Ju ni 2015 war mit anderen Worten für eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs des Versicherten unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechun g sind demnach die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von insgesamt Fr. 45‘772.60 (die sich aus den mit Rech- nung vom 5. November 2015 geltend gemachten Begutachtungskosten der Klinik K.____ in der Höhe von Fr. 45‘463.35 und den am 16. Dezember 2014 in Rechnung gestellten Kosten des nachträglich eingeholten Berichts von Dr. D.____ im Be trag von Fr. 309.25 zusammensetzen) der Beschwerdegegnerin zu auferlegen. 8.3.1 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat die obsiege nde Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Stellt man vorli egend einzig auf den Prozessausgang ab, so steht dem Beschwerdeführer als unterliegender Partei keine Parteientschädigung zu. Die anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin wiederum kann trotz Obsiegens ebenfalls keine Par- teientschädigung beanspruchen, schränkt die genannte Bestimmung den Anspruch auf Ersatz der Parteikosten doch ausdrücklich auf die Beschwerde fü hrende Person ein. Aus dem Gesag- ten folgt deshalb, dass die ausserordentlichen Kosten de s vorliegenden Beschwerdeverfahrens grundsätzlich wettzuschlagen sind, wenn man sie ausschliesslic h gestützt auf den Prozessaus- gang verlegt. 8.3.2 Nun gilt es allerdings zu beachten, dass das damali ge EVG in ständiger Rechtspre- chung zum Parteientschädigungsrecht im Rahmen der bundesre chtlichen Vorschriften über die Parteientschädigung im kantonalen Beschwerdeverfahren - w ie etwa die damaligen Bestim- mungen von Art. 108 Abs. 1 lit. g UVG und Art. 85 Abs . 2 lit. f des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Deze mber 1946 - das Verursacher- prinzip anerkannt hat. Danach hat unnötige Kosten zu be zahlen, wer sie verursacht hat (BGE 125 V 375 E. 2b). Dementsprechend kann keine Parteie ntschädigung beanspruchen, wer zwar im Prozess obsiegt, sich aber den Vorwurf gefallen lassen muss, er habe es wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht selber zu verantworten, dass ein u nnötiger Prozess geführt worden sei (Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1 mit zahlreichen Hin- weisen). Andererseits kann das Verursacherprinzip aber a uch dazu führen, dass die Behörde einer unterliegenden Partei die Parteikosten zu ersetz en hat, wenn sie das Verfahren durch einen Fehler veranlasst oder wenn sie der Beschwerde führ enden Partei - unter damaliger Op- tik - zumindest berechtigten Anlass zur Ergreifung des R echtsmittels gegeben hat (vgl. zum Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ganzen: MARTIN BERNET , Die Parteientschädigung in der schweizerischen Verwalt ungsrechts- pflege, Zürich 1986, S. 136 ff.). Diese im Rahmen von altArt. 85 Abs. 2 lit. f AHVG sowie altArt. 108 Abs. 1 lit. g UVG entwickelten Grundsätze zu m Anspruch auf Parteientschädigung im kantonalen Beschwerdeverfahren haben unter der Herrsch aft des ATSG weiterhin Geltung und sind demnach für die Auslegung von Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG massgebend (SVR 2004 ALV Nr. 8 E. 3.1). 8.3.3 Wie oben geschildert (vgl. E. 4.3 hiervor), stützt e sich die Beschwerdegegnerin im vor- liegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 15. Mär z 2011 bei der Beurteilung des medi- zinischen Sachverhalts vollumfänglich auf das psychiatrische Gu tachten von Dr. C.____ vom 14. Oktober 2010. In seiner Beschwerde vom 14. April 20 11 rügte und begründete der Versi- cherte explizit, dass und weshalb das betreffende Gutacht en von Dr. C.____ - entgegen der Sichtweise der Beschwerdegegnerin - den rechtsprechungsg emässen Anforderungen an ein beweistaugliches Gutachten nicht genüge. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 6. September 2012 erachtete das Kantonsgericht diese vom Beschwerdefü hrer erhobenen Rügen als be- gründet (vgl. E. 4.3 hiervor); es entschied, den Fall au szustellen und zur Klärung des medizini- schen Sachverhalts ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu gebe n. Der damalige Beschluss des Kantonsgerichts macht deutlich, dass die Erhebung der Besch werde durch den Versicherten jedenfalls insoweit begründet war, als er darin in zutr effender Weise die vorinstanzliche Abklä- rung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts beanstandete. Dies wiederum zeigt, dass der Versicherte - unter damaliger Optik - ausreichende Veranlassung hatte, den Einspracheent- scheid der Beschwerdegegnerin vom 15. März 2011 beim Kan tonsgericht anzufechten. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich, dem Beschwerdef ührer für die von seinem Rechtsver- treter im Zeitraum ab Zustellung des Einspracheentscheides vom 14. März 2011 bis und mit der Parteiverhandlung vom 6. September 2012 erbrachten n otwendigen Bemühungen eine ange- messene Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegner in zuzusprechen. Für diese Lösung spricht auch der Umstand, dass der Versicherte in g leicher Weise Anspruch auf eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin gehabt hätte, wenn das Kantonsgericht anlässlich der Parteiverhandlung vom 6. Se ptember 2012 den Fall nicht ausge- stellt und ein Gerichtsgutachten in Auftrag gegeben, sondern stattdessen den angefochtenen Einspracheentscheid aufgehoben und die Angelegenheit z ur weiteren Abklärung des medizini- schen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückgewiese n hätte. Bei dieser Vorgehens- weise des Gerichts gilt nämlich nach ständiger bundesgerich tlicher Rechtsprechung die Be- schwerde führende Person als (vollständig) obsiegende Par tei, welche gemäss Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten des betroffenen Sozialversicherers hat (vgl. BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.3.4 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in sei ner Honorarnote vom 9. Mai 2012, die er im Hinblick auf die Parteiverhandlung vom 6. September 2012 eingereicht hatte, einen Zeitaufwand von 43 Stunden und Auslagen von Fr. 576.-- geltend gemacht. Zudem wies er anlässlich der Parteiverhandlung vom 6. September 20 12 für die Vorbereitung und die Teil- nahme an derselben weitere Bemühungen im Umfang von vier Stunden aus. Dies ergibt für den Zeitraum ab Zustellung des Einspracheentscheides bis und mit der Parteiverhandlung einen Gesamtaufwand von 47 Stunden. Während die ausgewiesene n Auslagen von Fr. 576.-- zu kei- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht nerlei Beanstandungen Anlass geben, muss der geltend gem achte Zeitaufwand als zu hoch bezeichnet werden. In seiner Beschwerde setzte sich der R echtsvertreter hauptsächlich mit der vorinstanzlichen Abklärung des medizinischen Sachverhalts ause inander, wobei sich seine Kri- tik im Wesentlichen gegen das von der Beschwerdegegneri n eingeholte zweite psychiatrische Gutachten von Dr. Wyss vom 14. Oktober 2010 richtete. Unter diesen Umständen muss jedoch der vom Rechtsvertreter für die Beschwerdebegründung g eltend gemachte Zeitaufwand von 18,5 Stunden als deutlich zu hoch bezeichnet werden. Es rechtfertigt sich, diese Aufwandpositi- on um 8 Stunden zu kürzen und die entschädigungsberech tigten Bemühungen für die eigentli- che Beschwerdebegründung auf 10,5 Stunden festzusetzen. Von der Beschwerdegegnerin ebenfalls nicht zu entschädigen sind die Bemühungen im Umfang von 4,5 Stunden, die der Rechtsvertreter unter dem Datum des 15. Juli 2011 für d ie Teilnahme an den Abklärungen aus- gewiesen hat, welche die Pflegefachfrau E.___ im Hinb lick auf die Erstellung ihres Privatgut- achtens “Betreuungs- und Pflegeschaden“ beim Versicherte n zu Hause vorgenommen hat. Kürzt man den geltend gemachten Gesamtaufwand von 47 Stunden um diese beiden Aufwand- positionen, d.h. um insgesamt 12,5 Stunden (8 Stunden + 4,5 Stunden), so führt dies im Ergeb- nis zu einem entschädigungsberechtigten, noch als angemessen zu bezeichnenden Aufwand von 34,5 Stunden. Die Bemühungen sind zu dem in Sozial versicherungsprozessen praxisge- mäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Fra nken zu entschädigen. Dem Beschwerdeführer ist deshalb für seine im vorliegenden B eschwerdeverfahren bis zur Partei- verhandlung vom 6. September 2012 erbrachten Bemühung en eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 9‘937.10 (34,5 Stunden à Fr. 250.-- + A uslagen von Fr. 576.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 8.3.5 Was die nach der Parteiverhandlung vom 6. Septemb er 2012 angefallenen ausseror- dentlichen Kosten betrifft, so sind diese dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschlagen (vgl. E. 9.3.1 hiervor). Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 45‘772.60 werden der Lloyd's London, Zürich, auferlegt. 4. Die Lloyd's London, Zürich, hat dem Beschwerdeführe r eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 9‘937.10 (inkl . Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. Gegen die Ziffern 3 + 4 dieses Entscheids wurde von der Beschwerdegegnerin am 18. Mai 2016 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliege n des Urteils: Verfahren- Nr. 8C_349/2016 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht