B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-495/2015 U r t e i l v o m 2 3 . A p r i l 2 0 1 8 Besetzung Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richterin Sylvie Cossy, Gerichtsschreiberin Natassia Gili. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Advokatur- büro (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 17. Dezember 2014 / N (…). E-495/2015 Seite 2 Sachverhalt: I. A. Der Beschwerdeführer, sri -lankischer Staatsangehöriger tamilischer Eth- nie, ersuchte am 5. September 2011 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl in der Schweiz nach. Anlässlich der Kurzbefragung im EVZ vom 13. September 2011 und der Anhörung vom 9. Mai 2012 brachte der Beschwerdeführer im Wesentli- chen vor, er stamme aus C._______ (Distrikt Jaffna/Nordprovinz), habe aber von 1995 bis 2009 mit seine r Familie in D._______ im Vanni-Gebiet gelebt, und sei danach wieder nach C._______ zurückgekehrt. Er sei im Dezember 2008 von den „ Liberation Tigers of Tamil Eelam “ (LTTE) zwangsrekrutiert worden und habe für diese unterschiedliche Hilfsdienste verrichten müssen. Er habe aber kein Kampftraining absolviert. Im Mai 2009 habe er im Rahmen der Kampfhandlungen aus E._______ fliehen können und dann in F._______ seine Familie wieder getroffen. Nach der Rückkehr nach C._______ sei er von Angehörigen der sri -lankischen Ar- mee (SLA) fünf bis sechs Mal zu seinen Aktivitäten bei den LTTE befragt worden. Die Behörden hätten deswegen auch seinen Vater aufgesucht. Im Juli 2009 sei dieser von Unbekannten in Zivilkleidung mitgenommen wor- den und sei seither verschwunden. Seine Mutter habe deswegen bei der Polizei eine Anzeige erstattet und eine Meldung an die Human Rights Com- mission of Sri Lanka gemacht. Er selbst sei im August 2009 von der Armee mitgenommen, während zweier Tage festgehalten, verhört und misshan- delt worden. Der Dorfvorsteher habe seine Freilassung erwirken können. Danach sei er weitere zehn bis fünfzehn Mal von mutmasslichen Armee- angehörigen kontrolliert worden. Diese hätten sich auch nach s einer Aus- reise aus dem Heimatstaat noch bei seiner Mutter nach seinem Verbleib erkundigt. Zur Ausreise am 4. September 2011 habe er sich schliesslich entschlossen, weil ein ehemaliger Kamerad, welcher auch für die LTTE Hilfsdienste verrichtet habe, von der SLA erschossen worden sei. Zum Beleg seiner Identität und seiner Vorbringen reichte der Beschwerde- führer eine Identitätskarte, einen Geburtsschein (beglaubigte Kopie), einen Rapport der Police Station C._______ vom 11. Januar 2011 (beglaubigte Kopie), zwei Bestätigungsschreiben der Human Rights Commission of Sri Lanka vom (…) 2011 und der Sri Lanka Red Cross Society vom (…) 2011, sowie ein ärztliches Zeugnis der (…) vom 12. August 2011 zu den Akten. E-495/2015 Seite 3 B. Mit Verfügung vom 5. Juni 2012 – eröffnet am 12. Juni 2012 − lehnte das damalige BFM (heute: SEM) das Asylgesuch des Beschwerdeführers unter Verneinung seiner Flüchtlingseigenschaft ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. C. Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer, handelnd durch seinen man- datierten Rechtsvertreter, mit Beschwerde vom 12. Juli 2012 an das Bun- desverwaltungsgericht an. In der Beschwerde brachte er im Wesentlichen einen neuen Sachverhalt vor. Er habe auf Anraten älterer Landsleute in der Schweiz im erstinstanz- lichen Verfahren falsche Angaben zur Begründung seines Asylgesuchs ge- macht. Aufgrund seines jugendlichen Alters sei er nämlich leicht beeinfluss- bar, und die volle Tragweite seines Handelns sei ihm nicht bewusst gewe- sen. In Tat und Wahrheit sei er mit seiner Familie bereits im Jahre 2002 aus dem Vanni-Gebiet nach C._______ zurückgekehrt, wo sein Vater ein grosses Tabakunternehmen betrieben habe. Seine Familie verfüge über ein ausserordentliches Vermögen und sein Vater habe finanzielle Leistun- gen in Millionenhöhe an die LTTE erbracht. Im Juli 2009 hätten paramilitä- rische Kräfte seinen Vater entführt und eine hohe Lösegeldforderung ge- stellt. Die Polizei sei eingeschaltet worden und habe in dieser Sache ermit- telt. Jedoch sei bei der Entf ührung etwas schief gelaufen und es sei kein Lösegeld bezahlt worden. Sein Vater sei daher wahrscheinlich getötet wor- den. Er sei auf Geheiss seiner Mutter ausgereist, weil die Gefahr bestehe, dass er als ältester Sohn der Familie zum nächsten Opfer der Entführer werde. Die Angst vor einer allfälligen Entführung habe bei ihm zu erhebli- chen psychischen Problemen, insbesondere zu Angstgefühlen , geführt. Dieser neue Sachverhalt könne durch die mit Eingabe vom 28. September 2012 einger eichte Kopie der Anzeige seiner Mutter bei der Polizei vom 16. Juli 2009 sowie das Schreiben des örtlichen Dorfvorstehers v om 17. Juli 2009 belegt werden. D ie nachgereichten Dokumente betreffend seinen Schulbesuch in den Jahren 2002 bis 2010 würden ferner aufzeigen, dass er in dieser Zeit in C._______ wohnhaft gewesen sei. Er sei zudem auch in der Lage, Unterlagen über die Vermögensverhältnisse seiner Fa- milie beizubringen. Im Weiteren seien gemäss dem Koordinationsentscheid des Bundesver- waltungsgerichts E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 Personen mit be- trächtlichen finanziellen Mitteln als Risikogruppe einzustufen, welche in Sri E-495/2015 Seite 4 Lanka einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt seien. Wegen der ihm drohenden Gefahr seitens der Entführer seines Vaters gehöre er dieser Ri- sikogruppe an. Aus diesen Gründen erfülle er die Flüchtlingseigenschaft und es sei ihm Asyl zu gewähren. Andernfalls sei der Wegweisungsvollzug in Anbetracht des Rückführungsstopps der britischen Behörden im Falle abgewiesener tamilischer Asylsu chender wegen einer drohenden un- menschlichen Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK als unzulässig zu be- zeichnen. Im Übrigen sei der Vollzug der Wegweisung auch unzumutbar. Einerseits bestehe generell eine konkrete Gefährdung für nach Sri Lanka zurückkehrende Tamilen. Andererseits leide er nach wie vor unter erhebli- chen gesundheitlichen Problemen, aufgrund welcher er in nächster Zeit ei- nen Arzt aufsuchen werde. D. Im Beschwerdeverfahren reichte der Beschwerdeführer sodann ein notari- elles Dokument betreffend die Registrierung eines Grundstückes in C._______ vom 6. September 2003 (als Kopie), eine Bestätigung seiner Schulbesuche in C._______ und G._______ und das Notenblatt einer Prü- fung (ebenfalls als Kopie), ausgestellt vom (…) vom 30. Juni 2011, jeweils inklusive Übersetzung, zu den Akten. In Bezug auf die geltend gemachte Entführung des Vaters liess er zudem eine Kopie der Anzeige bei der Police Station C._______ vom 16. Juli 2009 und eine Kopie des Bestätigungs- schreibens des H._______ Officer beziehungsweise des örtlichen Dorfvor- stehers von C._______ vom 17. Juli 2009 einreichen. Ferner äusserte sich der Rechtsvertreter zur aktuellen Situation in Sri Lanka und reichte hierzu weitere Berichte und Medienbeiträge ein. Unterlagen den Geschäftsbetrieb und das Vermögen der Familie betreffend wurd en sodann in Aussicht ge- stellt. E. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2012 bekräftigte der Beschwerdeführer so- dann seine Beschwerdevorbringen und reichte verschiedene Geschäftsun- terlagen, Kontoauszüge und vier Fotos des Hauses seiner Familie zum Be- leg der Vermögensverhältnisse seiner Familie, sowie mehrere Berichte be- treffend die Festnahme und Folterung von nach Sri Lanka zurückgekehrten Tamilen zu den Akten. Zudem stellte er die Einreichung von Übersetzungen der zu den Akten gege benen fremdsprachigen Dokumente sowie weitere Unterlagen seiner Familie in Aussicht. E-495/2015 Seite 5 F. Mit Urteil E-3741/2012 vom 26. Juni 2013 wies das Bundesverwaltungsge- richt die Beschwerde ab. Es begründete seine Abweisung im Wesentlichen damit, der Beschwerdeführer habe die von ihm befürchtete individuelle Ver- folgungsmassnahme nicht glaubhaft machen können. Zunächst habe der Beschwerdeführer durch die falschen Vorbringen zur Begründung seines Asylgesuchs im erstinstanzlichen Verfahren seine Mitwirkungspflicht nach Art. 8 AsylG (SR 142.31) verletzt und so bereits erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der auf Beschwerdeebene neu vorgebrachten Flucht- gründe geschaffen. Der Hinweis, seine Unerfahrenheit und die Beeinflus- sung durch ältere Landsleute seien Grund für die falschen Angaben, ver- möge nicht zu überzeugen. Des Weiteren seien die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe zur angeblichen Entführung seines Vaters und der sich daraus für ihn ergebenden Gefährdung detailarm und knapp ausgefal- len. Auch sei nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer trotz der vorgebrachten Gefährdung erst rund zwei Jahre nach der Entführung seines Vaters ausgereist sei, zumal er gemäss der ausgewechselten Sach- verhaltsdarstellung in diesen zwei Jahren keine Verfolgungsmassnahmen geltend gemacht habe. Die eingereichten Beweismittel, an deren Authenti- zität im Übrigen erhebliche Zweifel bestehen würden, seien zum Teil nicht substantiiert genug und insgesamt nicht geeignet, den vorgebrachten neuen Sachverhalt zu stü tzen. Schliesslich seien hinsichtlich des in der Beschwerde geltend gemachten Reichtums seiner Familie keine konkreten und stichhaltigen Hinweise ersichtlich, dass er bei einer Rückkehr Nach- teile zu befürchten hätte. II. G. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 29. September 2013 reichte der Beschwerdeführer ein neues Asylgesuch im Sinne von Art. 111c AsylG ein und ersuchte darin um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, um Gewäh- rung von Asyl oder zumindest um Feststellung der Unzulässigkei t bezie- hungsweise der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Mit dem Asyl- gesuch wurden als Beweismittel zahlreiche Lageberichte verschiedener Organisationen sowie in- und ausländische Medienbeiträge in Bezug auf die politische und menschenrechtliche Situation in Sri Lanka eingereicht. Zur Begründung seines zweiten Asylgesuchs brachte der Beschwerdefüh- rer vor, dass der von der Schweiz im September 2013 angeordnete Aus-E-495/2015 Seite 6 schaffungsstopp nach der Inhaftierung zweier ausgewiesener sri-lanki- scher Asylgesuchsteller beispielhaft für die im Heimatstaat des Beschwer- deführers aktuell herrschende Situation sei. Vor dem Hintergrund dieser neuen Entwicklung sei auch sein Fall neu zu überprüfen. H. Mit Schreiben seines Rechtsvertreters vom 5. Mai 2014 wurde unter Bei- lage eines aktualisierten Länderberichts um unverzüglichen Entscheid er- sucht. I. Am 2. Dezember 2014 wurde der Beschwerdeführer von der Vorinstanz erneut einlässlich zu seinen Asylgründen angehört. Anlässlich dieser An- hörung legte er eine Kopie eines Bankbeleges der National Savings Bank sowie verschiedene Kopien die Doppelbürgerschaft seines Onkels (Ka- nada/Sri Lanka) betreffend ins Recht. J. Mit Eingabe vom 10. Dezember 2014 liess der Beschwerdeführer weitere Beweismittel ins Recht legen, darunter eine CD mit Aufzeichnungen zu den sogenannten „White Van Abductions“, Kopien von Screenshots eines Fa- cebook-Kontos sowie Kopien von Fotos, die den Beschwerdeführer bei der Teilnahme an exilpolitischen Demonstrationen zeigen sollen. K. Mit Verfügun g vom 17. Dezember 2014 – eröffnet am 24. Dezember 2014 – stellte die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flücht- lingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegwei- sung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. L. Diese Verfüg ung focht der Beschwerdeführer, handelnd durch seinen Rechtsvertreter, mit Beschwerde vom 23. Januar 2015 beim Bundesver- waltungsgericht an und beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und die Sache wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, bezie- hungsweise wegen Verletzung der Begründungspflicht an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventuell sei die Sache zur Feststellung des vollständi- gen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurtei- lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei seine Flüchtlings- eigenschaft anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren, subeve ntualiter E-495/2015 Seite 7 seien die Dispositivziffern 4 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung aufzuhe- ben und die Unzulässigkeit oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungs- vollzugs festzustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die vollständige Einsicht in die Akte B10/3, bei welcher es sich gemäss Aktenverzeichnis um eine An- frage der Vorinstanz an die Bundesanwaltschaft beziehungsweise das Bundesamt für Polizei ( Fedpol) handeln soll. Nach Gewährung der voll- ständigen Akteneinsicht sei sodann dem Beschwerdeführer eine angemes- sene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen. Aus- serdem sei ihm für das vorliegende Verfahren mitzuteilen, aus welchen Ge- richtspersonen sich das Spruchgremium zusammensetze. Der Beschwerdeführer liess zudem Kopien von Fotos, die ihn bei der Teil- nahme an exilpolitischen Kundgebungen zeigen s ollen, Screenshots sei- nes angeblichen Facebook-Kontos, eine CD mit weiteren Fotos, Screens- hots von Facebook und Internetlinks, sowie einen NZZ-Artikel vom 18. Ja- nuar 2015 zur Stützung seiner Vorbringen einreichen beziehungsweise mit Eingabe vom 30. März 2015 nachreichen. M. Mit Zwischenverfügung vom 4. Februar 2015 teilte die damalige Instrukti- onsrichterin dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers antragsgemäss die Zusammensetzung des Spruchgremiums mit, forderte den Beschwer- deführer zur Leistung eines Kosten vorschusses auf und stellte fest, dass über die übrigen in der Beschwerdeschrift gestellten Anträge zu einem spä- teren Zeitpunkt entschieden werde. N. Mit Eingabe des Rechtsvertreters vom 19. Februar 2015 ersuchte der Be- schwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. O. Mit Zwischenverfügung vom 2. März 2015 wurde dem Gesuch um Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtspflege entsprochen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. P. Mit Zwischenverfügung vom 19. März 2015 forderte die Instruktionsrichte- rin das SEM auf, das in der Beschwerdeschrift gestellte Gesuch um ergän- zende Akteneinsicht hinsichtlich der Akte B10/3 zu behandeln. E-495/2015 Seite 8 Q. Mit Eingabe vom 30. März 2015 wurden weiter e Beweismittel (Fotos und eine C D mit Internetlinks zu Bildern und Videos betreffend eine Demonstrationsteilnahme in I._______ im März 2015) zu den Akten ge- reicht. R. Mit Zwischenverfügung vom 28. April 2015 wurde dem Beschwerdeführer ergänzend Einsicht in das nunmehr aktualisierte Aktenverzeichnis des SEM sowie in die von der Vorinstanz erstellten Verfahrensakten B26/1 und B27/1, in welchen sich eine Zusammenfassung des wesentlichen Inhalts der Akte B10/3 befindet, gewährt und i hm Möglichkeit zur fristgerechten Stellungnahme eingeräumt. S. Mit Schreiben vom 13. Mai 2015 reichte der Rechtsvertreter des Beschwer- deführers eine entsprechende Stellungnahme unter Beilage eines aktuali- sierten Länderberichts inklusive einer CD mit Quellen (Stand 15. Mai 2011) ein. T. Mit Eingabe vom 16. Juni 2015 machte der Rechtsvertreter des Beschwer- deführers unter Beilage einer Tabelle mit seinen beim Bundesverwaltungs- gericht hängigen Fällen geltend, dass verschiedene Angestellte der Vorinstanz von der seit Mai 2014 geltenden Praxis hinsichtlich verschiede- ner Verfahrensfragen, des Risikoprofils und der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs abweichen würden. Entsprechend würde es in diesen Fällen zur ungleichen Behandlung kommen und es sei notwendig, dass die beim Bundesverwaltungsgericht hängigen Verfahren koordiniert würden. Mit Schreiben vom 29. Juni 2015 nahmen die Gerichtspräsidenten der Abteilungen IV und V zu seinem Anliegen Stellung. U. Mit Zwischenverfügung vom 23. Juni 2015 wurde das SEM zur Vernehm- lassung eingeladen, welche mit Schreiben vom 8. Juli 2015 einger eicht und mit Verfügung vom 10. Juli 2015 dem Beschwerdeführer zur Stellung- nahme unterbreitet wurde. E-495/2015 Seite 9 V. Mit Schreiben vom 27. Juli 2015 reichte der Rechtsvertreter des Beschwer- deführers eine Replik unter Beilage einer aktualisierten, anonymisierten Ta- belle mit seinen beim Bundesverwaltungsgericht hängigen Fällen ein. W. Mit Schreiben vom 2. November 2017 wurde dem Beschwerdeführer mit- geteilt, dass die bisherige Instruktionsrichterin aus gerichtsinternen organi- satorischen Gründen nicht mehr für sein Verfahren zuständig sei und die- ses ab dem 1. November 2017 in die Zuständigkeit der unterzeichnenden vorsitzenden Richterin falle. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Mit der Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht E-495/2015 Seite 10 (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des Ausländer- rechts richtet sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerich ts nach Art. 49 VwVG (vgl. Art. 112 AuG [SR 142.20]; BVGE 2014/26 E. 5). 3. In der vorliegenden Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen er- hoben, welche vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Be- schwerdeführer rügt eine Verletzung des Anspruchs auf Akteneinsicht be- ziehungsweise eine Verletzung des Anspr uchs auf rechtliches Gehörs, eine Verletzung der Begründungspflicht sowie eine Verletzung der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachver- halts. Gerügt wird ebenfalls die Verletzung des Prinzips der Rechtsgleich- heit nach Art. 8 Abs. 1 BV. 3.1 3.1.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander- seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welche r in die Rechtsstellung des Einzelnen ein- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Er- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan- trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent- weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 mit Hinweisen). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der B ehörden, die Vorbrin- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form - und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit- frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so ab- gefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachge- recht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nen- nen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die si e ihren E-495/2015 Seite 11 Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor- bringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 3.1.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge- listeten Beweismittel. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersu- chungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wen n nicht alle für den Ent- scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwalt ungsrechts- pflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 1043). 3.1.3 Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze in der Mitwirkungs- pflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Dazu gehört, die Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzugeben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der Anhörung die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismittel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). 3.1.4 Gemäss Art. 8 BV sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich. Das Gleichheitsgebot normiert, dass Gleiches gleich (Gleichheitsgebot) und Ungleiches ungleich (Differenzierungsgebot) behandelt werden soll. Das Rechtsgleichheitsgebot ist verletzt, wenn hinsichtlich einer entscheidwe- sentlichen Tatsache rechtliche Unterscheidungen getroffen werden, für die kein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen besteht, oder wenn Unterscheidungen unterlassen werden, die aufgrund der Verhält- nisse hätten getroffen werden müssen (vgl. BGE 136 V 231 E. 6.1). 3.2 3.2.1 Vorab ist festzuhalten, dass eine allfällige Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht als geheilt betrachtet werden kann, nachdem auf Beschwer- deebene mit Zwischenverfügung vom 28. April 2015 Einsicht in die neu er- stellten Akten B26/1 und B27/1 gewährt wurde, in welchen sich unter an- derem eine Zusammenfassung des wesentlichen Inhalts der Akte B10/3, welche Gegenstand des Akteneinsichtsgesuchs bildete, befindet, und der E-495/2015 Seite 12 Beschwerdeführer Gelegenheit zur Stellungnahme erhielt, wovon er auch Gebrauch machte. 3.3 3.3.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe ihre Begründungs- pflicht verletzt, indem sie am 12. Dezember 2014 eine Anfrage beim Fedpol beziehungsweise bei der Bundesanwaltschaft getätigt habe und bereits am 17. Dezember 2014, ohne die Antwort des Fedpol beziehungsweise der Bundesanwaltschaft abzuwarten, die angefochtene Verfügung erlassen habe. 3.3.2 Dem ist entgegenzuhalten, dass gemäss Akten B26/1 und B27/1, welche dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 28. April 2015 zur Einsicht und Stellungnahme unterbreitet wurden, das dam alige BFM auf seine Anfrage an das Fedpol beziehungsweise an die Bundesanwalt- schaft vom 11. Dezember 2014 mit E-Mail vom 12. Dezember 2014 eine Antwort erhielt. Somit hat das BFM seine Verfügung , datiert vom 17. De- zember 2014, erst nach Erhalt der Antwort des Fedpol (in Kopie: Bundes- anwaltschaft) erlassen. Der diesbezügliche Vorwurf des Beschwerdefüh- rers ist daher zurückzuweisen. Im Übrigen geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer gemäss behördlicher Auskunft nicht be im Fedpol verzeichnet beziehungsweise nicht in Erscheinung getreten ist. Bei der An- frage an das Fedpol beziehungsweise der Bundesanwaltschaft handelt es sich um eine standardmässig durchgeführte Konsultation. Es liegt überdies keine Gehörsverletzung nach Art. 28 VwVG vor, da sich die Vorinstanz bei der Entscheidfindung nicht zulasten des Beschwerdeführers auf die betref- fende Akte abstützte und dieser auch nichts zu entnehmen ist, was für das Asylverfahren relevant sein könnte. 3.4 3.4.1 Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, d ie Vorinstanz habe die Begründungspflicht verletzt, indem sie seine vorgebrachten exilpoliti- schen Aktivitäten nicht korrekt gewürdigt und sein politisches Engagement als unwesentlich eingestuft habe. Die exilpolitischen Aktivitäten seien so- wohl durch seine Ausführungen während der Anhörung vom 2. Dezember 2014 als auch durch die mit Eingaben vom 5. Mai 2014 und 10. Dezember 2014 eingereichten Länderberichte belegt worden. Das SEM habe zudem die Auffassung vertreten, die sri-lankische Regierung könnte höchstens ein finanzielles Verfolgungsinteresse am Beschwerdeführer haben, wobei es sich dabei nicht um eine asylrelevan te Verfolgung im Sinne von Art. 3 E-495/2015 Seite 13 AsylG handeln würde. Die Vorinstanz habe es in der angefochtenen Verfü- gung unterlassen, auf die diesbezüglichen Aussagen des Beschwerdefüh- rers und die Länderberichte einzugehen und habe daher nicht nur die Be- gründungspflicht verletzt, sondern auch den Sachverhalt unvollständig und unrichtig abgeklärt. Auch hinsichtlich der geltend gemachten psychischen Probleme habe es die Vorinstanz unterlassen, eine vollständige und kor- rekte Sachverhaltsabklärung vorzunehmen. So habe sie, trotz mehrfacher Hinweise durch den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, diesen in der Anhörung nicht nach seinem psychischen Gesundheitszustand gefragt, und habe es versäumt, dem Beschwerdeführer eine Frist zur Einreichung eines ärztlichen Berichts zu gewähren. 3.4.2 Die formellen Rügen halten einer Prüfung durch das Bundesverwal- tungsgericht nicht stand. Es ist festzustellen, dass sich die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung durchaus zu den vorgebrachten exilpoliti- schen Tätigkeiten und dem behaupteten Reichtum der Familie des Be- schwerdeführers äusserte und diese Aspekte auch berücksichtigte (act. B12/10 S. 5). Sie hat die einzelnen eingereichten Beweismittel er- wähnt und ausgeführt, wieso sie die Vorbringen als unglaubhaft erachtet. Alleine der Umstand, dass die Vorinstanz in der Länderpraxis zu Sri Lanka einer anderen Linie folgt, als vom Beschwerdeführer vertreten, und sie zu einer anderen Würdigung der Vorbringen gelangt, stellt weder eine fehler- hafte Sachverhalts feststellung noch eine Verletzung der Begründungs- pflicht dar. Auch dass das SEM nicht jedes einzelne Detail der Asylvorbrin- gen in der Verfügung festgehalten oder in der Begründung einlässlich be- rücksichtigt hat, führt nicht zu einer ungenügenden Sachverhaltsfeststel- lung oder einer Verletzung der Begründungspflicht (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 3.4.3 Dasselbe gilt auch hinsichtlich der geltend gemachten psychisc hen Probleme. Insbesondere hat d ie Vorinstanz in der Anhörung vom 2. De- zember 2014 explizit nach dem Gesundheitszustand des Beschwerdefüh- rers gefragt, dies unter Verweis auf die von dessen Rechtsvertreter geltend gemachten erheblichen gesundheitlichen Probleme. Der Beschwerdefüh- rer führte aus, dass es ihm gut gehe, dass er jedoch an Kopfschmerzen leide, wenn er zu viel über seinen Vater nachdenke (act. B8/13 F6 ff.). Die Vorinstanz war aufgrund dieser Aussagen nicht gehalten, w eitere Abklä- rungen vorzunehmen. Der Beschwerdeführer hatte während des Verfah- rens Gelegenheit, sich zu seinem physischen und psychischen Gesund- heitszustand zu äussern. Der in der Beschwerde vorgebrachten Begrün- dung, er habe bei dieser Frage nicht gewusst, dass er auch von seinen E-495/2015 Seite 14 psychischen Problemen erzählen soll, kann nicht gefolgt werden, zumal er bereits das zweite Asylverfahren in der Schweiz durchläuft und entspre- chende Erfahrung mit den Anhörungen haben dürfte . Ohnehin wäre der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht nach Art. 8 AsylG gehalten gewesen, von sich aus ein ärztliches Zeugnis einzureichen. Hier- für bedarf es keiner expliziten Aufforderung oder Fristgewährung durch die zuständige Behörde. Bereits in seiner Beschwerde vom 12. Juli 2012 liess der Beschwerdeführer verlauten, dass er einen Arzt aufsuchen werde. Dass er dies bis anhin nicht gemacht hat und entsprechend kein Arztzeug- nis vorweisen kann, fällt nicht in der Verantwortlichkeitsbereich der Vorinstanz beziehungsweise des Bundesverwaltungsgerichts. Das SEM hat demzufolge in der angefochtenen Verfügung alle im Hinblick auf die Prüfung des Gesuchs wesentlichen Sachverhaltsaspekte aufgeführt und gewürdigt. Gestützt auf die eingeholten Informationen, die Aussagen des Beschwerdeführers und die eingereichten Beweismittel hat die Vorinstanz den Sachverhalt in der angefochtenen Verfügung vollständig und richtig festgestellt. 3.4.4 Vor diesem Hintergrund erachtet das Bundesverwaltungsgericht den Sachverhalt als rechtsgenüglich festgestellt. Die Anträge des Beschwerde- führers, es sei ihm Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel den Reich- tum seiner Familie betreffend sowie Frist zur Nachreichung eines ärztlichen Berichts zu gewähren, sind deshalb abzuweisen. 3.5 3.5.1 Schliesslich verweist der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in der Beschwerde auf einen ähnlich gelagerten Fall, in welchem die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des betreffenden Asylgesuchstellers trotz Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen aufgrund einer Kumulation von vorbestehenden und durch die Ausreise neu geschaffenen Gefährdungs- elementen bejaht habe (N […]). Im Sinne des Gleichbehandlungsgebotes nach Art. 8 BV, wonach in den relevanten Sachverhaltselementen überein- stimmende Situationen nicht ohne sachlichen Grund durch dieselbe Be- hörde rechtlich unterschiedlich behandelt werden dürfen, sei auch im vor- liegenden Fall die Flüchtlingseigenschaft zu bejahen, besonders da die exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers weiter gehen würden als im genannten Vergleichsfall. 3.5.2 Aus der angefochtenen Verfügung ergeben sich indessen keine Hin- weise, dass die Vorinstanz in Bezug auf das vorliegende Verfahren das E-495/2015 Seite 15 Rechtsgleichheitsgebot verletzt haben könnte. Der Beschwerdeführer be- ziehungsweise dessen Rechtsvertreter verkennt, dass die Verwaltungsbe- hörde Einzelfälle zu beurteilen hat. Weder hat die Vorinstanz ohne vernünf- tigen Grund neue rechtliche Unterscheidungen eingeführt, noch hat sie vernünftige rechtliche Unterscheidungen unterlassen. Seit der Wiederauf- nahme der Entscheidtätigkeit in Sri Lanka -Verfahren wurde auch keine Verwaltungspraxis begründet, wonach alle in der Schweiz um Asyl nach- suchenden sri-lankischen Staatsangehörigen oder sri -lankischen Tamilen als Flüchtlinge anerkannt oder vorläufig aufgenommen würden. Im Übrigen lässt der Umstand, dass in Fällen mit ähnlich erscheinenden Eckdaten un- terschiedliche Entscheide getroffen wurden, nicht auf eine unbegründete Ungleichbehandlung schliessen, zumal insbesondere bei der B eurteilung der Glaubhaftigkeit zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen sind, welche aus der blossen Gegenüberstellung von Eckdaten nicht ersichtlich sind. 3.6 Nach dem Gesagten erweisen sich die prozessualen Rügen des Be- schwerdeführers insgesamt als nicht begründet. Bei dieser Sachlage fällt die beantragte Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ausser Betracht. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4.3 Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung einer Ver- folgung ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, plau- sible, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der E-495/2015 Seite 16 dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tat- sächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Origi- nalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Darüber hin- aus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbr ingen nicht der Fall ist. Entscheidend für die Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AsylG ist, ob im Rahmen ei- ner Gesamtwürdigung aller Elemente die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Für die Glaub- haftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt des Vorbringens zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar- stellung sprechen. Glaubhaftmachung bedeutet zudem – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und läs st durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel a m Vorbringen der gesuchstel- lenden Person (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 5. 5.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids führte die Vorinstanz, unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der Beschwer- deführer bereits ein erstes Asylverfahren durchlaufen hat, im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe seine Verfolgungssituation insgesamt nicht glaubhaft machen können. Er habe sich in seinem aktuellen Vorbrin- gen massiv widersprüchlich und unsubst antiiert geäussert. So habe er in der Anhörung vorgebracht, er habe mit seiner Familie stets in C._______ gelebt, während sein Vater sich zwei bis drei Jahre im Vanni-Gebiet aufge- halten habe. Diese Aussage widerspreche dem Vorbringen im Mehrfach- gesuch und in der Beschwerde, wonach er sich von seinem zweiten bis zu seinem neunten Lebensjahr mit der gesamten Familie im Vanni-Gebiet auf- gehalten haben soll. Was die vorgebrachte Unterstützungsleistung des Va- ters zugunsten der LTTE anbelange, habe sich der Beschwerdeführer nur vage dazu äussern können, obschon sein Rechtsvertreter die Beträge in Millionenhöhe beziffert habe. Ungeachtet seines damals jungen Alters wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer zwischenzeitlich zumindest entsprechende Informationen bei seiner Mutter eingeholt hätte, um sich zu diesem zentralen Vorbringen bei der Anhörung kohärent und ausführlich äussern zu können. Weiter habe der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter wiederholt geltend ge macht, sein Vater sei im Juli E-495/2015 Seite 17 2009 von Paramilitärs entführt worden und es sei eine hohe Lösegeldfor- derung gestellt worden. Anlässlich der Anhörung habe er jedoch ausge- sagt, sein Vater sei von zwei Armeeangehörigen befragt und dann mitge- nommen worden, es sei aber zu keinem Zeitpunkt zu einer Lösegeldforde- rung gekommen. Des Weiteren habe der Beschwerdeführer bei der Anhö- rung ebenfalls vorgebracht, im Dezember 2009 selbst entführt worden zu sein. Nachdem seine Mutter ein Lösegeld bezahlt habe, sei er nach weni- gen Tagen wieder freigelassen worden. Dieses erstmals in der Anhörung geschilderte Vorbringen habe der Beschwerdeführer bisher noch mit kei- nem Wort erwähnt. Seine Erklärung, er habe seine Entführung auch ge- genüber seinem Rechtsvertreter nicht erwähnt, da ihn dieser nicht danach gefragt habe, überzeuge nicht, zumal es sich dabei um eine zentrales Ele- ment seiner Asylbegründung handeln würde. Zudem seien auch die Aus- führungen zur vorgebrachten Gefangenschaft oberflächlich ausgefallen und es sei zu bezweifeln, dass der Beschwerdeführer tatsächlich eine der- artige Entführung erlebt habe. Insgesamt seien die Vorbringen des Be- schwerdeführers daher nicht glaubhaft gemacht. Auch die ins Recht geleg- ten Beweismittel würden zu keiner anderen Einschätzung fü hren, zumal grundsätzlich an deren Authentizität gezweifelt werde. So seien solche Do- kumente, wie weitläufig bekannt sei, in Sri Lanka problemlos käuflich zu erwerben. Ohnehin gebe es substantielle Diskrepanzen zwischen der An- zeige vom 16. Juli 2009, welche die Mutter bei der Polizei wegen des Ver- schwindens seines Vaters erstattet haben soll , und dem Vorbringen des Beschwerdeführers. In Bezug auf allfällige Nachfluchtgründe kam die Vorinstanz zum Schluss, dass der Beschwerdeführer zwar tamilischer Ethnie sei und sich seit meh- reren Jahren in der Schweiz aufhalte. Diese beiden Umstände würden je- doch nach herrschender Praxis nicht ausreichen, um allein deshalb von Verfolgungsmassnahmen bei einer Rückkehr auszugehen. Weitere Fakto- ren, wie seine Herkunft aus dem Norden Sri Lankas, das angebliche ille- gale Verlassen seines Heimatlandes, eine Rückkehr mit temporären Rei- sedokumenten sowie die in der Beschwerde geltend gemachten exilpoliti- schen Aktivitäten in der Schweiz, welche laut vorinstanzlicher Einschät- zung mangels Intensität ohnehin nicht einschlägig seien, wären zwar ge- eignet, die Aufmerksamkeit der sri -lankischen Behörden zu erhöhen. Es gebe aber keinen Anlass anzunehmen, dass der Beschwerdeführer bei ei- ner Rückkehr nach Sri Lanka Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen sogenannten „background check“ (Befragungen, Überprüfung von Auslandaufenthalten und Tätigkeiten in Sri Lanka und im Ausland) hinaus- gehen würden. E-495/2015 Seite 18 Die Vorinstanz erachtete auch den Wegweisungsvollzug als zulässig und zumutbar. Insbesondere sei nicht in genereller Weise davon auszugehen, dass zurückkehrende n Tamilinnen und Tamilen in Sri Lanka eine un- menschliche Behandlung drohe. Dem geltend gemachten Reichtum seiner Familie, welcher dazu führe, dass der Beschwerdeführer sich vor Entfüh- rungen fürchte, könne aufgrund der widersprüchlichen und unglaubhaften Aussagen keine weitere Bedeutung zugemessen werden. Zudem verfüge der Beschwerdeführer über ein stabiles familiäres Netzwerk und eine gesi- cherte Wohnsituation, stamme aus C._______ im Jaffna-Distrikt und habe die angeblichen gesundheitlichen Probleme im Übrigen nicht glaubhaft ma- chen können, so dass weder die individuellen Gründe noch die vor Ort herrschende Sicherheitslage gegen einen Wegweisungsvollzugs sprechen würden. 5.2 In der Beschwerde wird vorgebracht, der Beschwerdeführer habe sich in seinen Aussagen tatsächlich mehrfach widersprochen und die unter- schiedlichen Vorbringen seien sogar für den Rechtsvertreter schwer nach- vollziehbar. Die Ungereimtheiten seien jedoch unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers zu betrachten. Obschon den bisherigen Aussagen des Beschwerdeführers über weite Teile nicht gefolgt werden könne, gebe es dennoch Realkennzeichen, wel- che für die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen sprechen würden. Insbeson- dere bezüglich der geltend gemachten Entführungen sei er in der Lage ge- wesen, detaillierte Angaben zu machen. Des Weiteren sei der überdurch- schnittliche Reichtum seiner Familie durch zahlreiche Beweismittel belegt worden. So würde die Familie in Sri Lanka ein grosses Tabakunternehmen mit mehreren hundert Angestellten führen, wodurch sie zu immensem Reichtum gelangt sei. Ebenso sei erwiesen, dass sein Vater , welcher die LTTE mit Geld und Nahrungsmitteln unterstützt habe, im Juli 2009 entführt und getötet worden sei, und der Beschwerdeführer daher einer akuten Be- drohung ausgesetzt sei. Es sei davon auszugehen, dass dem B eschwer- deführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka aufgrund des Reichtums der Familie eine erneute Entführung drohe, nachdem er im Dezember 2009 bereits einmal entführt worden und nach zwei Tagen durch eine Lösegeld- zahlung seiner Mutter wieder freigekommen sei. Die Täterschaft werde di- rekt oder indirekt durch die staatlichen Sicherheitskräfte unterstützt . Aus- serdem engagiere sich der Beschwerdeführer seit seiner Ankunft in der Schweiz exilpolitisch. So würden die mit der Beschwerde sowie mit Einga- ben vom 10. Dezember 2014 und 30. März 2015 eingereichten Fotos den Beschwerdeführer bei der Teilnahme an exilpolitischen Demonstrationen in I._______ zeigen. Der Beschwerdeführer sei auf den Fotos gut erkennbar, E-495/2015 Seite 19 unter anderem wie er ein Plakat trage. Dabei handle es sich bei den Bildern sowohl um private Fotos als auch um Pressebilder, welche in den tamili- schen Newsportalen veröffentlicht worden seien. Weitere Fotos würden Screenshots seines Facebook -Profils entstammen, auf welchen ebenso ersichtlich sei, dass der Beschwerdeführer sein exilpolitisches Engage- ment offen kommuniziere. So habe er insbesondere auf seiner Facebook- Seite eine Diashow g eteilt, welche die sogenannten „White Van Abduc- tions“ zeige. Aufgrund dieses öffentlichen Engagements müsse davon aus- gegangen werden, dass auch die sri-lankischen Behörden Kenntnis davon hätten und sich der Beschwerdeführer folglich in deren Fokus befinde. Was den Wegweisungsvollzug anbelange, sei ein solcher unzulässig, auf- grund der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass zurückkehrende tami- lische Asylsuchende jederzeit Opfer von Inhaftierung und Folter werden könnten. Der Beschwerdeführer sei gefährdet, Opfer einer Festnahme, Verschleppung oder Tötung durch die sri -lankischen Sicherheitskräfte zu werden, insbesondere da er aus einer wohlhabenden Familie stamme. Un- ter Verweis auf verschiedene, ähnlich gelagerte Fälle, in denen die Vorinstanz die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs bejaht habe, so- wie unter Berücksichtigung seines Gesundheitszustandes, sei auch für den Beschwerdeführer ein Vollzug unzumutbar. 5.3 In der Vernehmlassung hielt die Vorinstanz an ihren Erwägungen fest und ergänzte, die Behauptung des Beschwerdeführers, die Anfrage an das Fedpol beziehungsweise die Bundesanwaltschaft spreche dafür, dass das SEM die Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Nähe zu den LTTE von Vornherein als glaubhaft erachtet habe, sei reine Spekula- tion. Dem Vorbringen, der Beschwerdeführer habe sich durch das Tragen eines Plakats während einer exilpolitischen Demonstration besonders her- vorgetan, könne ausserdem nicht gefolgt werden. So würden bei solchen Kundgebungen jeweils unzählige Transparente getragen, wie dies auch auf den vom Beschwerdeführer eingereichten Fotos ersichtlich sei. Von ei- ner besonderen Exponierung des Beschwerdeführers sei daher nicht aus- zugehen. Sowohl bei den eingereichten Fotos als auch bei den Einträgen auf Facebook handle es sich um massentypische exilpolitische Tätigkeiten, wie sie bei einer Vielzahl von sri -lankischen Asylsuchenden festzustellen seien. Zudem sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer das Facebook- Konto nicht unter seinem eigenen Namen führe. Des Weiteren wies die Vorinstanz erneut darauf hin, dass die Widersprüche des Beschwerdefüh- rers massiv seien. Diese könnten auch nicht pauschal mit seinen gesund- heitlichen Problemen erklärt werden, sollten ihm diese überhaupt geglaubt E-495/2015 Seite 20 werden. Die Rechtfertigung des Beschwerdeführers, er habe zumindest gewisse Realkennzeichen in Bezug auf die Entführungen nennen können, ändere an der Einschätzung nichts. Insgesamt sei es dem Beschwerdefüh- rer nicht gelungen, die zahlreichen Ungereimtheiten aufzulösen oder zu erklären. Auch sein Rechtsvertreter gebe sogar zu, Probleme zu haben, die Widersprüche nachzuvollziehen. Die Entführung des Vaters sei im Üb- rigen in keiner Weise, wie in der Beschwerde behauptet, direkt bewiesen worden. Was den Vorwurf der ungleichen Behandlung anbelange, sei le- diglich darauf hinzuweisen, dass jedes Asylgesuch einzeln geprüft werde. Der vom Rechtsvertreter in der Beschwerde gezogene Vergleich sei somit untauglich. Ausserdem sei der Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka nicht generell unzumutbar. Auch dieser Aspekt sei in jedem Einzelfall individuell zu beurteilen. 5.4 In der Replik führte der Beschwerdeführer aus, dass die Vorinstanz nur bei einem entsprechenden Verdacht eine Anfrage an das Fedpol bezie- hungsweise die Bundesanwaltschaft richte. So habe das SEM die Gefähr- dungssituation des Beschwerdeführers vor dem Entscheid anders einge- schätzt, als es in der angefochtenen Ver fügung schliesslich ausgeführt habe. Ferner wird in der Replik mit Verweis auf einen konkreten Fall aus- geführt, dass bereits eine einmalige Mitwirkung als einfacher Teilnehmer an einer exilpolitischen Kundgebung genügen könne, damit die betreffende Person bei der Rückkehr nach Sri Lanka verhaftet, verhört und längere Zeit inhaftiert werde. Das exilpolitische Engagement des Beschwerdeführers sei ferner gut dokumentiert und die Möglichkeiten der sri -lankischen Re- gierung zur Aufspürung solcher Aktivitäten seien ausreichend. Zudem sei die im Frühjahr 2014 erstellte „Blacklist“ der sri-lankischen Behörde noch immer von Bedeutung. Sämtliche Demonstrationsteilnehmer würden bei ihrer Rückkehr bestraft werden. Dass es sich, wie von der Vorinstanz aus- geführt, bei den vorgebrachten exilpolitischen Tätigkeiten um ein Massen- phänomen handle, ändere nichts an der dadurch entstehenden asylrele- vanten Bedrohungssituation für die Betroffenen. Was die Entführung des Vaters des Beschwerdeführers anbelange, habe der Beschwerdeführer be- reits in seinem ersten Asylverfahren verschiedene Beweismittel einge- reicht, welche die Entführung klar dokumentieren würden. Schliesslich sei aus den weiteren Unterlagen ersichtlich, dass es sich bei der Familie des Beschwerdeführers um eine wohlhabende Familie handle. 6. Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die vorinstanzliche Verfügung zu be- stätigen ist. E-495/2015 Seite 21 6.1 Zunächst ist übereinstimmend mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Asylvorbringen des Beschwerdeführers in wesentlichen Aspe kten un- substantiiert und widersprüchlich ausfielen. 6.2 So bringt er in der Anhörung vor, er und seine Familie hätten stets in C._______ gelebt, nur sein Vater sei bis im Jahre 2002 im Vanni-Gebiet wohnhaft gewesen (act. B8/13 F17 ff.). Dies widerspricht de m Vorbringen im Mehrfachgesuch (act. B1/29 S. 4), wonach der Beschwerdeführer von seinem zweiten bis zu seinem neunten Lebensjahr im Vanni-Gebiet gelebt habe und erst dann nach C._______ gezogen sei. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen des erst en Asylverfahrens diesbezüglich zwei abermals voneinander abweichende Sachverhalte dargelegt wurden (vgl. oben A. und C.). Dabei ist nicht ersichtlich, aus welchen Gründen der Beschwerdeführer in der Anhörung die vom Rechtsvertreter beziehungs- weise seinen im ersten Beschwerdeverfahren vorgebrachten Sachverhalt erneut abwandelt und nun klar verneint, jemals im Vanni-Gebiet gelebt zu haben (act. B8/13 F18). Zwar gibt er auf ausdrückliches Nachfragen hin zu Protokoll, er habe seinen Vater mehrmals ins Vanni-Gebiet begleitet (act. B8/13 F21), aber nur sein Vater habe ein Jahr dort gelebt – wobei er sich später korrigierte und meinte, sein Vater habe sich zwei bis drei Jahre im Vanni-Gebiet aufgehalten (act. B8/13 S. 11 zu F20). Den Widerspruch bezüglich seines eigenen Wohnortes vermochte der Beschwerdeführer je- doch auch später nicht aufzulösen. 6.3 Was die vorgebrachten Unterstützungsleistungen seines Vaters an die LTTE betrifft, bleibt der Beschwerdeführer detailliertere Ausführungen hin- sichtlich des Beitrags seines Vaters schuldig (act. A8/13 F24 ff.). Er kann nicht substantiiert erklären, in welcher Weise sein Vater die LTTE unter- stützt haben soll und spricht pauschal von Geld, vielleicht auch Essen oder Nahrungsmitteln (act. B8/13 F35). Was die finanzielle Unterstützung anbe- langt, ist der Beschwerdeführer nicht in der Lage, die finanziellen Leistun- gen des Vaters an die LTTE zu beziffern oder zumindest zu schätzen, oder zu erörtern, wie oft sein Vater diese Unterstützungsleistungen erbracht ha- ben soll (act. B8/13 F33 und F34). Dies mutet insbesondere daher etwas seltsam an, als im Mehrfachgesuch von Millionenbeträgen die Rede ist, welche an die LTTE geflossen sein sollen (act. B1/29 S. 4). Vor dem Hin- tergrund, dass der Beschwerdeführer bereits sein zweites Asylverfahren in der Schweiz durchläuft und die Unterstützungsleistung seines Vaters an die LTTE einen zentralen Aspekt seines Asylgesuchs darstellt, wäre zu er- warten gewesen, dass er hierzu substantiierte Ausführungen machen kann. E-495/2015 Seite 22 6.4 Auch die geltend gemacht e Entführung des Vaters wurde von der Vorinstanz zutreffend als unglaubhaft erachtet. Wie bereits im ersten Asyl- verfahren mit Urteil E -3741/2012 vom 26. Juni 2013 rechtskräftig festge- stellt wurde, sind die diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerdefüh- rers detailarm und knapp ausgefallen ( a.a.O., E. 5.1). Das Vorbringen im zweiten Asylgesuch ist nicht geeignet, zu einer anderen Einschätzung zu gelangen, da auch dieses Vorbringen in sich nicht kongruent und schlüssig, sondern ebenso widersprüchlich ist wie im ersten Asylverfahren. Gemäss dem schriftlichen Vorbringen im zweiten Asylgesuch soll sein Vater im Juli 2009 von Paramilitärs entführt worden sein. Dabei sei eine hohe Lösegeld- forderung gestellt worden. Bei der Entführung sei jedoch offenbar etwas falsch gelaufen, da keine Lösegeldübergabe stattgefunden habe und sein Vater bis heute vermisst werde. Es sei zu vermuten, dass sein Vater inzwi- schen getötet worden sei (act. B1/29 S. 4; Beschwerde S. 15). Im Rahmen der Anhörung gab der Beschwerdeführer hingegen zu Protokoll, nachts um ein Uhr seien zwei uniformierte Armeeangehörige zum Haus gekommen, um seinen Vater zu befragen. Sie hätten seinen Vater sodann mitgenom- men. Es sei jedoch nie zu einer Lösegeldforderung gekommen (act. B8/13 F51 ff.). Direkt auf den Widerspruch angesprochen, vermochte der Be- schwerdeführer diesen in der Anhörung nicht aufzulösen, sondern erklärte, er hätte se inem Rechtsvertreter nie etwas von einem Lösegeld erzählt. Hätte es eine Lösegeldforderung gegeben, wären sie dieser sicherlich nachgekommen (act. B8/13 F60 und F61). Soweit der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in der Beschwerde und in der Replik ausführt, die Ent- führung des Vaters sei klar bewiesen worden, muss dem Folgendes ent- gegengehalten werden: Wie bereits die Vorinstanz ausführte, ist an der Au- thentizität der im ersten Beschwerdeverfahren eingereichten Beweismittel (Anzeigerapporte der Police Station C._______, Meldung an die Human Rights Commission of Sri Lanka und an die Sri Lanka Red Cross Society) stark zu zweifeln, da es sich um leicht beschaff- oder fälschbare Doku- mente handelt. Hinzu kommt, dass die beiden Meldungen an die Hilfsorga- nisationen lediglich die vor der Erstinstanz im ersten Asylverfahren vorge- brachten Schilderungen wiedergeben, welche nach Aussagen des Be- schwerdeführers gerade nicht der Wahrheit entsprochen haben. Somit ist diesen als Gefälligkeitsschreiben einzustufenden Dokumenten kein Be- weiswert zuzuschreiben. Zudem widerspricht auch die als Beweismittel eingereichte Kopie eines Dokuments, bei welchem es sich um eine An- zeige der Mutter bei der Police Station C._______ vom 16. Juli 2009 han- deln soll, den aktuellen Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach am 15. Juli 2009 um 11 Uhr abends eine bewaffnete Gang den Vater in einem weissen Van entführt haben soll (Beilage 25 zur Beschwerde vom 12. Juli E-495/2015 Seite 23 2012 bzw. 28. September 2012 im ersten Asylverfahren). Aufgrund dieser substantiell voneinander abweichenden Schilderungen muss an deren Wahrheitsgehalt gezweifelt werden, zumal auch in der Beschwerde zum aktuellen Asylverfahren nichts zur Klärung der vorgebrachten Ereignisse beigetragen wurde. Zusammen mit den in wesentlichen Aspekten wider- sprüchlichen Aussagen des Beschwerdeführers kommt das Bundesverwal- tungsgericht zum Schluss, dass die Entführung des Vaters und insbeson- dere die damit verbundene Gefährdung des Beschwerdeführers nicht glaubhaft gemacht werden konnte. 6.5 Während der Anhörung im zweiten Asylverfahren brachte der Be- schwerdeführer zum ersten Mal vor, er sei im Dezember 2009 selbst Opfer einer Entführung geworden (act. B8/13 F41 ff.). Auch diese Ausführungen sind vage und unsubstantiiert und erwecken nicht den Eindruck von tat- sächlich Erlebtem. So ist insbesondere seine Schilderung der zweitägigen Gefangenschaft äusserst knapp ausgefallen. Hinsichtlich des zeitlichen Ablaufs der Geschehnisse hat er sich sodann unklar und gar widersprüch- lich geäussert. So gibt er zunächst zu Protokoll, während zweier Tage fest- gehalten und anschliessend aufgefordert worden zu sein, seine Mutter an- zurufen, wobei diese nach weiteren zwei Tagen das Lösegeld bezahlt habe (act. B8/13 F42). Auf Nachfrage hin korrigierte er sich sodann und führte aus, er habe nach einem Tag Gefangenschaft seine Mutter anrufen können und diese habe dann inne rt zwei er Tage das Lösegeld organisiert (act. B8/13 F45). In der Beschwerde wird schliesslich festgehalten, der Be- schwerdeführer sei während zwei er Tage festgehalten worden (Be- schwerde S. 15). Der Beschwerdeführer konnte sodann nicht plausibel er- klären, warum er seine eigene Entführung erst zu einem derart späten Zeit- punkt im Verfahren erwähnte – insbesondere unter Berücksichtigung, dass es sich bereits um sein zweites Asylverfahren handelt. Es wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer dieses für sein Asylgesuch zentrale Vorbringen so früh als möglich dargelegt hätte. So gibt er auch wenig über- zeugend zu Protokoll, er habe seinem Anwalt nichts von der Entführung erzählt, da sich dieser sehr intensiv über seinen Vater erkundigt habe, aber nicht nach den Problemen des Beschwerdeführers gefragt habe (act. B8/13 F49). Auch in der Beschwerde oder den späteren Eingaben des Rechtsvertreters wurden keine Einzelheiten zur Entführung vorgebracht. Nach dem Gesagten scheint seine eigene Entführung konstruiert u nd nachgeschoben und hält den Anforderungen der Glaubhaftmachung nach Art. 7 AsylG nicht stand. E-495/2015 Seite 24 6.6 Sofern der Beschwerdeführer vorbringt, er würde sich wegen seines Profils im Fokus der schweizerischen beziehungsweise der sri-lankischen Behörden befinden, was auch durch die Anfrage der Vorinstanz beim Fed- pol und der Bundesanwaltschaft bewiesen sei, hält diese Behauptung nicht stand. Mit eine m solchen Ersuchen, das im Sinne standardisierter Anfra- gen im Asylverfahren getätigt werden kann, wird keineswegs impl iziert, dass die Vorinstanz dem Vorbringen des Beschwerdeführers zum Vorne- herein die Glaubhaftigkeit zuspricht. 6.7 Der Beschwerdeführer macht zudem in seinem zweiten Asylgesuch geltend, er würde sich seit seiner Ankunft in der Schweiz im September 2011 exilpolitisch engagieren. Auch diesbezüglich ist die vorinstanzliche Verfügung zu bestätigen, wonach das Vorliegen subjektiver Nachflucht- gründe zu verneinen ist. Dies aus den nachfolgenden Gründen. 6.7.1 Subjektive Nachfluchtgründe sind da nn anzunehmen, wenn eine asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat - oder Her- kunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Wesentlich ist, ob die heimat- lichen Behörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich ein- stufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr eine Verfolgung befürch- ten muss. Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1) 6.7.2 Gemäss eigenen Aussagen gehört der Beschwerdeführer keiner ta- milischen Vereinigung in der Schweiz an und ist auch nicht in einer solchen aktiv. Er gibt jedoch an, dass er Veranstaltungen von Tamilinnen und Tami- len besuche, beispielsweise an Heldentagfeiern teilnehme oder in I._______ vor dem Gebäude J._______ demonstriert habe . Insgesamt habe er als e infacher Teilnehmer bereits 10 bis 12 Mal an solchen Ver- sammlungen teilgenommen (act. B8/13 F81 ff.). Der Beschwerdeführer reichte zur Untermauerung seiner exilpolitischen Aktivitäten sowohl im vo- rinstanzlichen Verfahren als auch auf Beschwerdeebene verschiedene Be- weismittel ein. Die mit Eingabe vom 10. Dezember 2014 eingereichten drei Fotos sind undatiert, sollen jedoch vom 10. März 2014 und vom 15. Sep- tember 2014 stammen ( vgl. die Ausführungen in der Beschwerde vom 23. Januar 2015 S. 9). Lediglich auf einem Bild jedoch scheint der Be- schwerdeführer selbst abgebildet zu sein. Mit der Beschwerde vom 23. Ja- nuar 2015 wurde ein bereits eingereichtes Fo to nochmals zu den Akten E-495/2015 Seite 25 gereicht. Dieses ist ebenfalls undatiert und ohne dass der Beschwerdefüh- rer darauf erkennbar wäre. Auch die mit Eingabe vom 30. März 2015 ein- gereichten fünf Fotos sind undatiert, sollen gemäss Rechtsvertreter jedoch vom März 2015 stammen und eine Teilnahme an einer Demonstration im März 2015 belegen (act. 9 S. 1). Immerhin ist auf diesen Farbfotografien der Beschwerdeführer, der ein Schild trägt, klar erkennbar, ebenso dass die Demonstration offenbar in I._______ stattgefunden hat. Des Weiteren liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. Dezember 2014 s owie mit der Beschwerde vom 23. Januar 2015 Kopien von Screenshots einer Facebook-Seite beziehungsweise eine CD mit den entsprechenden Da- teien und Internetlinks ins Recht legen. Auf den Kopien sind unter anderem die sogenannten „White Van Abductions“ abgebildet. Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang , dass die Aussagen des Be- schwerdeführers zu seinen exilpolitischen Tätigkeiten eher knapp ausge- fallen sind und er selbst ausführt, als blosser Teilnehmer bei den Kundge- bungen zugegen gewesen zu sein (act. B8/13 F87). Weiter soll der Be- schwerdeführer gemäss Vorbringen seines Rechtsvertreters seit seiner An- kunft in der Schweiz im September 2011 exilpolitisch tätig sein. Geltend gemacht wird dies jedoch erst im zweiten Asylgesuch, mithin zwei Jahre nach seiner Ankunft in der Schweiz. Ausserdem werden in den Eingaben konkret nur drei Kundgebungen, welche allesamt in den Jahren 2014 und 2015 stattgefunden haben, genannt beziehungsweise mit Fotos untermau- ert. Der unpräzisen Behauptung des Beschwe rdeführers, er habe an „al- len“ beziehungsweise an 10 bis 12 Demonstrationen teilgenommen (act. B8/13 F85 und F86), kann daher nicht gefolgt werden. Was die Akti- vitäten auf Facebook anbelangt, sind diese, wie bereits von der Vorinstanz festgestellt, als massentypische exilpolitische Tätigkeiten einzuordnen, wie sie bei einer Vielzahl von Asylsuchenden in der Schweiz feststellbar sind. Zudem scheinen die Screenshots von zwei unterschiedlichen Facebook - Profilen zu stammen, wobei keines der Profile unter dem Na men des Be- schwerdeführers geführt wird. Selbst wenn der Beschwerdeführer, wie in der Beschwerde vorgebracht, an den drei exilpolitischen Kundgebungen teilgenommen und regierungskritische Video s beispielsweise der „White Van Abductions“ auf seiner (unter anderem Namen geführten) Facebook- Seite geteilt hat, würde dies keine exponierte, intensive exilpolitische Tä- tigkeit darstellen. Es ist deshalb sehr unwahrscheinlich, dass er deswegen in den Fokus der sri -lankischen Behörden gerückt sein soll. Vielmehr ist anzunehmen, dass die Behörden in Sri Lanka seine allfälligen äusserst un-E-495/2015 Seite 26 terschwelligen exilpolitischen Aktivitäten überhaupt nicht zur Kenntnis ge- nommen haben. Das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe ist daher zu verneinen. 7. Die Vorinstanz hat nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts so- dann zu Recht erwogen, es bestehe im Falle des Beschwerdeführers auf- grund seines Profils kein begründeter Anlass zur Annahme, dass er bei ei- ner Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit oder in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein werde. 7.1 Im Koordinationsurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (publiziert als Referenzurteil) hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri Lanka vorgenommen (vgl. a.a.O., E. 8) und festge halten, dass aus Europa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer ernstzuneh- menden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung des Risikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung und Fol- ter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeintlichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um die Teilnahme an exilpoliti- schen regimekritischen Handlungen und um frühere Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE (sog. stark risiko- begründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1 ff.). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wol- len, die zwangsweise nach Sri Lanka zurückgeführt werden oder die über die Internationale Organisation für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurück- kehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben (sog. schwach risiko- begründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.4 f.). Das Gericht wägt jeweils im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden Person ergeben. Da- bei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene Rückkehrer eine begrün- dete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri -lankischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). E-495/2015 Seite 27 7.2 Wie von der Vorinstanz zutreffend dargelegt, reichen die Zugehörigkeit des Beschwerdeführers zur tamilischen Ethnie und die lange Landesabwe- senheit für sich allein nicht aus, um im Falle einer Rückkehr von Verfol- gungsmassnahmen im flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass ihm gegen- über auszugehen. Eine allfällige Befragung des Beschwerdeführers am Flughafen in Colombo wegen illegaler Ausreise und fehlender Identitätspa- piere stellt sodann ebenfalls keine asylrelevante Verfolgungsmassnahme dar. Es bedarf vielmehr weiterer Indikatoren, die darauf schliessen lassen, dass der Beschwerdeführer im Fokus der Behörden steht. Solche sind vor- liegend jedoch nicht zu bejahen. Nach Angaben des Beschwerdeführers ist weder er noch sonst jemand aus seiner Verwandtschaft je Mitglied der LTTE gewesen. Ebenso wenig konnte er glaubhaft geltend machen, jemals in näherer Verbindungen mit den LTTE gestanden zu haben oder einer sol- chen von den sri -lankischen Behörden verdächtigt worden zu sein. Auf- grund des Verschwindens seines Vaters im Jahre 2009 kann ebenso wenig darauf geschlossen werden, dass die sri -lankischen Behörden den Be- schwerdeführer in irgendeiner Weise im Visier hätten, insbesondere weil die genauen Umstände dieses Verschwindens beziehungsweise der gel- tend gemachten Entführung bis zuletzt ungeklärt blieben. 7.3 Der Beschwerdeführer hat auch im zweiten Asylverfahren weder durch seine Aussagen noch durch entsprechende Beweismittel substantiiert glaubhaft gemacht, dass er einer reichen indu striellen Familie entstammt. Aber auch bei unterstellter Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens ist festzu- stellen, dass keine konkreten und stichhaltigen Hinweis e dafür vorliegen, wonach der Beschwerdeführer wegen dieses Umstandes mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit flüchtlingsrechtlich relevante Nachteile befürchten müsste. Wie bereits im Urteil des ersten Asylverfahrens festgehalten, ist bezüglich der Authentizität der im Asylverfahren eingereichten Kontoaus- züge und Bankbestätigungen sowie der Urkunde betreff end eine Grund- stücksregistrierung angesichts der gesamten Verfahrensumstände erheb- liche Zweifel anzubringen (s. BVGer, Urteil E-3741/2012 vom 26. Juni 2013 E. 5.1). Letztlich kann die Frage der Richtigkeit dieses Vorbringens jedoch offenbleiben, da diese Dokumente nicht geeignet sind, die behauptete Ver- folgung seiner Familie durch paramilitärische Gruppierungen zu belegen. Das für die Firma "K._______" ausgestellte "Certificate of Registration" ent- hält zudem keine Angaben zu den Firmeninhabern und vermag daher nicht zu beweisen, dass das genannte Unternehmen der Familie des Beschwer- deführers gehört. Auch den zu den Akten gegebenen Fotoaufnahmen sind die Eigentumsverhältnisse der abgebildeten Mobilien und Immobilie nicht zu entnehmen (vgl. a.a.O., E. 5.1). E-495/2015 Seite 28 7.4 Wie bereits oben ausgeführt, muss das exilpolitische Wirken des Be- schwerdeführers als niederschwellig bezeichnet werden. Obschon er sich seit September 2011 in der Schweiz aufhält, hat er offenbar nur vereinzelt an tamilischen exilpolitischen Demonstrationen teilgenommen. Diese Ver- mutung wird auch durch die eingereichten Kopien der Fotos unterstützt, die ihn bei höchstens drei Kundgebungen in I._______ in den Jahren 2014 und 2015 zeigen. Ausserdem brachte er selbst zu Protokoll, dass er lediglich Teilnehmer an den Demonstrationen gewesen sei und ihm demzufolge keine besondere Rolle zugekommen sei, und dass er auch keiner tamili- schen Vereinigung in der Schweiz angehöre (act. B8/13 F81 und F87). Der Beschwerdeführer würde aufgrund dessen von den sri-lankischen Behör- den höchstens als blosser Mitläufer wahrgenommen. Er verfügt nach dem Gesagten mitnichten über ein exilpolitisch auffälliges Profil, welches die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden auf sich ziehen könnte. 7.5 Vorliegend sind auch keine anderen Risikofaktoren ersichtlich, die den Beschwerdeführer aus Sicht der sri -lankischen Behörden als besonders verdächtig erscheinen lassen könnten. Namentlich bestehen keine stich- haltigen Gründe für die Annahme, er könnte mit den LTTE in Verbindung gebracht werden. Demzufolge ist nicht davon auszugehen, dass er im Rah- men der Einreise in Sri Lanka als abgewiesener tamilischer Asylsuchender mit beachtlichen Nachteilen zu rechnen hat. 8. Das Bundesverwaltungsgericht stellt zusammenfassend fest, dass der Be- schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss den Voraussetzungen von Art. 3 und 7 AsylG aus den soeben erwähnten Gründen nicht erfüllt, weshalb die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneinte und das Asylgesuch ablehnte. 9. 9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 9.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). E-495/2015 Seite 29 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entg egenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, S R 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 10.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement le- diglich Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich relevante Ge- fährdung nachzuweisen oder glaubh aft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nicht -Rückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh- rers nach Sri Lanka ist demnach rechtmässig. Sodann ergeben sich vorliegend keine Anhaltspunkte dafür, dass der Be- schwerdeführer bei einer Rückschaffung in den Heimatstaat dort mit be-E-495/2015 Seite 30 achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK ver- botenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Eu- ropäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN - Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Ge- fahr („real risk“) nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Falle der Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kam- mer 37201/06 §§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssitua- tion in Sri Lanka läss t den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig er- scheinen (BVGE 2011/24 E. 10.4). Auch der EGMR hat wiederholt festge- stellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, Rückkehrern drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müss e im Einzelfall vorgenommen werden (Urteil des EGMR R.J. gegen Frank- reich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Weder aus den Aus- führungen des Beschwerdeführers noch aus den Akten ergeben sich kon- krete Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. 10.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 10.4.1 Im Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 nahm das Bundesverwal- tungsgericht eine aktuelle Lagebeurteilung auch mit Bezug auf die Zumut- barkeit des Vollzugs von W egweisungen nach Sri Lanka vor (vgl. a.a.O. , E. 13.2–13.4). Betreffend die Nordprovinz hielt es zusammenfassend fest, es stütze die bisherige Praxis des SEM, wonach der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz ( ungeachtet der Frage betreffend das Vanni-Gebiet) ebenfalls zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbar- keitskriterien – insbesondere die Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkom- mens- und Wohnsituation – bejaht werden kann (vgl. a.a.O., E. 13.3). 10.4.2 Der Beschwerdeführer stammt aus dem Distrikt Jaffna/Nordprovinz, wo er seit seiner Geburt und bis zur Ausreise gelebt hat. Seine Mutter und seine Geschwister leben seinen Angaben zufolge nach wie vor in E-495/2015 Seite 31 C._______, weitere Verwandte würden sich ebenfalls im Bezirk Jaffna be- finden. Es ist davon auszugehen, dass die Einkommens - und Wohnsitua- tion des jungen Beschwerdeführers, der eigenen Angaben zufolge über eine gute Schulbildung verfügt und sich in der Schweiz Berufserfahrung in der Landwirtschaft aneignen konnte, an seinem Herkunftsort sichergestellt ist. Dafür, dass es dem Beschwerdeführer aufgrund von gesundheitlichen Problemen nicht zumutbar sein könnte, in den Heimatsaat zurückzukeh- ren, finden sich in den Akten keine konkreten Anhaltspunkte. Die pauschale Behauptung bestätigte sich weder in der Anhörung noch im weiteren Ver- fahren. Insgesamt ist somit davon auszugehen, dass sich der Beschwer- deführer bei einer Rückkehr eine tragfähige Existenz wird aufbauen kön- nen und nicht in eine Notlage geraten wird. 10.4.3 Auch die anhaltenden Spannungen zwischen Muslimen und Bud- dhisten in Sri Lanka, die Anfang März 2018 zur Verhängung eines zehntä- gigen Ausnahmezustands führten, ändern an dieser Einschätzung nichts. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung folglich als zumutbar. 10.5 10.5.1 Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat - oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder dor thin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10.5.2 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertre- tung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedoku- mente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), wes- halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 10.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) sowie – soweit überprüf- bar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. E-495/2015 Seite 32 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenver- fügung vom 2. März 2015 hiess die damalige Instruktionsrichterin das Ge- such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch gut. Auf- grund der Akten ist heute nicht von einer Veränderung in den fina nziellen Verhältnissen des Beschwerdeführers auszugehen, weshalb von der Erhe- bung der Verfahrenskosten abzusehen ist. (Dispositiv nächste Seite) E-495/2015 Seite 33 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Constance Leisinger Natassia Gili Versand: