<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00615</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223215&amp;W10_KEY=13045529&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00615</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.05.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Strafsachen gegen diesen Entscheid am 14.11.2023 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>bedingte Entlassung nach Art. 86 StGB</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bedingte Entlassung nach Art. 86 StGB aus einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. [Der Beschwerdeführer befindet sich seit 1990 im Vollzug einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. Die bedingte Entlassung wurde aufgrund der nach wie vor negativen Legalprognose verweigert.] Einzelrichterkompetenz zum Entscheid über eine bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug (E. 1). Kein Anspruch auf eine mündliche Anhörung durch das Verwaltungsgericht; vorliegend ist davon abzusehen (E. 2). Voraussetzungen der bedingten Entlassung aus einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe (E. 3). Keine formellen Mängel im Begutachtungsprozess: dem Beschwerdeführer wurde bei der Gutachterwahl das rechtliche Gehör gewährt, die Dolmetscherin wurde ermahnt und die Unabhängigkeit des Gutachters ist nicht infrage zu stellen (E. 5.2). Das Gutachten von 2021 attestiert dem Beschwerdeführer ein hohes Rückfallrisiko. Es ist aus zeitlicher Sicht aktuell und es sind seit dessen Erstellung keine wesentlichen Veränderungen eingetreten, weshalb zurzeit kein Anlass besteht, ein neues Gutachten über den Beschwerdeführer einzuholen (E. 5.3). Auch wenn gerichtlich keine Therapie angeordnet wurde, besteht nach Art. 75 Abs. 4 StGB die Pflicht, bei Sozialisierungsbemühungen und Entlassungsvorbereitungen aktiv mitzuwirken (E. 5.5.1). Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er habe sich mit seiner deliktischen Vergangenheit allein auseinandergesetzt, verkennt er, dass einzig eine objektiv nachvollziehbare Auseinandersetzung mit der Tat für den Vollzugsentscheid relevant sein kann (E. 5.5.3-5). Entlassungsverhältnisse im Empfangsraum im Heimatland des Beschwerdeführers (E. 5.7). Selbst wenn das hohe Alter (Jahrgang 1955) für sich allein zugunsten des Beschwerdeführers zu beurteilten wäre, kann dies nicht zu einer bedingten Entlassung führen, wenn die Prognose im Übrigen ungünstig ist (E. 5.8.1-2). Bei einer lebenslänglichen Haftstrafe besteht kein Anspruch, ohne weitere Voraussetzungen nach einer bestimmten Anzahl Jahre in Haft bedingt entlassen zu werden (E. 5.8.3). Wenige Gespräche mit der Sozialarbeiterin sowie geäusserte positive Absichten, ein straffreies Leben führen zu wollen, vermögen die Legalprognose nicht entscheidend zu verbessern (E. 5.8.4). Ist wie hier das hochwertige Rechtsgut von Leib und Leben betroffen, so muss auch ein geringes Rückfallrisiko nicht in Kauf genommen werden - vorliegend spricht das psychiatrische Gutachten von einem hohen Rückfallrisiko für schwere Gewaltdelikte (E. 6.1). Da die Vollzugsbehörde keine Vollzugslockerung in Betracht zog und sie sich bezüglich der Gemeingefährlichkeit nicht unsicher war, musste die Fachkommission nach Art. 62d Abs. 2 StGB nicht beigezogen werden (E.6.2). Die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers wird jährlich geprüft und der Rechtsweg steht ihm jeweils offen, weshalb entgegen dem Beschwerdeführer die Abweisung seiner Entlassungsanträge nicht einer faktischen Verwahrung gleichkommt (E. 6.3.1). Mit der erneuten Abweisung der bedingten Entlassung wird auch seine persönliche Freiheit nach Art. 10 Abs. 2 BV nicht verletzt. Keine Verletzung der Verfahrensfairness (E. 6.3.3). Die Vorinstanz hatte sich mit den massgeblichen Kriterien zur Erstellung der Prognose über das künftige Wohlverhalten des Beschwerdeführers angemessen auseinandergesetzt. Die Verweigerung der bedingten Entlassung zum heutigen Zeitpunkt erfolgte aufgrund der nach wie vor negativen Legalprognose (E. 7). Abweisung. Gewährung UP/URB. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALTER">ALTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANHÃRUNG">ANHÃRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDINGTE ENTLASSUNG">BEDINGTE ENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDINGTE HAFTENTLASSUNG">BEDINGTE HAFTENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTLASSUNG">ENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FACHKOMMISSION">FACHKOMMISSION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIHEITSSTRAFE">FREIHEITSSTRAFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINGEFÃHRLICHKEIT">GEMEINGEFÃHRLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESAMTWÃRDIGUNG">GESAMTWÃRDIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEBENSLANGE FREIHEITSSTRAFE">LEBENSLANGE FREIHEITSSTRAFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGALPROGNOSE">LEGALPROGNOSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROGNOSE">PROGNOSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROGNOSEINSTRUMENTE">PROGNOSEINSTRUMENTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHIATRISCHES GUTACHTEN">PSYCHIATRISCHES GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RESOZIALISIERUNG">RESOZIALISIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLGEFAHR">RÃCKFALLGEFAHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLRISIKO">RÃCKFALLRISIKO</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALISIERUNG">SOZIALISIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFVOLLZUG">STRAFVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: THERAPIEBEREITSCHAFT">THERAPIEBEREITSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERPRÃFUNG DER HAFT">ÃBERPRÃFUNG DER HAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNABHÃNGIGKEIT DES GUTACHTERS">UNABHÃNGIGKEIT DES GUTACHTERS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSFAIRNESS">VERFAHRENSFAIRNESS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 10 Abs. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 3 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 6 Abs. I EMRK</span><br/><span class="gerade">Art. 62d Abs. II StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 86 StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 86 Abs. I StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 86 Abs. II StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 86 Abs. V StGB</span><br/><span class="ungerade">§ 29 Abs. I StJVG</span><br/><span class="gerade">§ 38b Abs. I lit. d VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 38b Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=61691" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00615</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">9. Mai 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Matthias Hauser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Cyrielle SÃ¶llner Tropeano. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, zzt. JVA G, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. Justizvollzug und Wiedereingliederung, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b><span>Rechtsdienst der Amtsleitung,</span><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerschaft, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend bedingte Entlassung nach Art. 86 StGB,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b><span dir="LTR"></span> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b><span dir="LTR"></span>A (geboren 1955) wurde vom Geschworenengericht des Kantons ZÃ¼rich am 10. November 1993 des vollendeten und versuchten Mordes, des Diebstahls, der SachbeschÃ¤digung, des Hausfriedenbruchs sowie des Verweisungsbruchs schuldig gesprochen und zu lebenslÃ¤nglichem Zuchthaus, unter Anrechnung von 1'245 Tagen erstandener Untersuchungshaft, verurteilt.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b><span dir="LTR"></span>A befindet sich seit dem 14. Juni 1990 im Strafvollzug, womit eine bedingte Entlassung frÃ¼hestens am 13. Juni 2005, nach 15 Jahren, mÃ¶glich gewesen wÃ¤re. Das Strafende ist unbestimmt. Vollzugslockerungen wurden bis heute keine bewilligt.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 4. April 2005 lehnte das (damalige) Amt fÃ¼r Justizvollzug die bedingte Entlassung von A auf den frÃ¼hestmÃ¶glichen Zeitpunkt (13. Juni 2005) ab. In den Folgejahren bis 2015 wurde die bedingte Entlassung im Rahmen der jÃ¤hrlichen ÃberprÃ¼fung jeweils abgewiesen. Die von A erhobene Beschwerde betreffend die vom Amt fÃ¼r Justizvollzug mit VerfÃ¼gung vom 13. April 2016 abgelehnte bedingte Entlassung wies das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 20. Januar 2017 (VB.2016.00557) ab.</p> <p class="Sachverhalt2">Mit VerfÃ¼gung des Amts fÃ¼r Justizvollzug vom 19. Juni 2017 wurde die bedingte Entlassung von A erneut abgewiesen. Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das Verwaltungsgericht mangels einer hinreichenden BeschwerdebegrÃ¼ndung mit VerfÃ¼gung vom 2. Mai 2018 (VB.2017.00705) nicht ein und das Bundesgericht wies eine dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 24. September 2018 ab, soweit es darauf eintrat (6B_653/2018). In den Jahren 2018 bis 2021 wurde die bedingte Entlassung wiederum verweigert.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b><span dir="LTR"></span>Mit VerfÃ¼gung vom 1. Dezember 2021 hiess Justizvollzug und Wiedereingliederung (fortan: JuWe) das Gesuch von A um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung fÃ¼r die PrÃ¼fung der bedingten Entlassung im Jahr 2022 gut.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b><span dir="LTR"></span>Mit VerfÃ¼gung vom 5. Mai 2022 lehnte JuWe die bedingte Entlassung von A aus dem Strafvollzug wiederum ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b><span dir="LTR"></span> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen liess A am 8. Juni 2022 Rekurs an die Direktion der Justiz und des Innern (fortan: Justizdirektion) erheben und die Aufhebung der VerfÃ¼gung von JuWe vom 5. Mai 2022 sowie den sofortigen Vollzug der bedingten Entlassung beantragen. </p> <p class="Sachverhalt2">Mit VerfÃ¼gung vom 6. September 2022 wies die Justizdirektion den Rekurs von A gegen die VerfÃ¼gung von JuWe vom 5. Mai 2022 betreffend bedingte Entlassung nach Art. 86 des Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (SR 311.0) ab und auferlegte A die Verfahrenskosten. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b><span dir="LTR"></span> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 12. Oktober 2022 gelangte A an das Verwaltungsgericht und liess unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) zulasten des Staates die vollumfÃ¤ngliche Aufhebung der VerfÃ¼gung der Justizdirektion vom 6. September 2022 sowie den unverzÃ¼glichen Vollzug der bedingten Entlassung beantragen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er darum, sein von JuWe am 1. Dezember 2021 bewilligtes Gesuch betreffend unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung sei auf das Beschwerdeverfahren auszudehnen und seinen Rechtsvertreter gemÃ¤ss der am Ende des Verfahrens einzureichenden Honorarnote zu entschÃ¤digen. Zudem sei im Rahmen des vorliegenden Verfahrens "mittels des in der StPO vorgesehenen Verfahrens ein unabhÃ¤ngiger SachverstÃ¤ndiger zu bestimmen, um ein neues forensisch psychiatrisches Gutachten anzufertigen, unter den gesetzlichen Vorgaben der StPO, der BV und der EMRK, insbesondere der Bestimmungen zur Fairness im Verfahren".</p> <p class="Urteilstext">Die Justizdirektion beantragte am 18. Oktober 2022 <span>unter Verzicht auf eine Vernehmlassung </span>die Abweisung der Beschwerde und reichte die Vollzugsakten ein. JuWe beantragte mit Vernehmlassung vom 14. November 2022 und die Oberstaatsanwaltschaft mit Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2022 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Urteilstext">A liess hierzu mit Replik vom 10. Februar 2023 unter Festhalten an seinen BeschwerdeantrÃ¤gen Stellung nehmen und weitere prozessuale AntrÃ¤ge stellen (eventualiter Erstellung eines neuen gerichtlichen Gutachtens von einem unabhÃ¤ngigen Gutachter; eventualiter Auskunftserteilung durch die Oberstaatsanwaltschaft und die Justizdirektion Ã¼ber die von Bund und Kanton in den letzten zehn Jahren erhaltenen finanziellen BetrÃ¤ge fÃ¼r das Haftregime von A; eventualiter persÃ¶nliche Befragung von A durch das Gericht hinsichtlich der Zukunftsaussichten im Heimatland). Die Oberstaatsanwaltschaft nahm hierzu am 23. Februar 2023 Stellung und hielt an den mit ihrer Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2022 gestellten AntrÃ¤gen fest. A und JuWe liessen sich hierauf nicht mehr vernehmen.</p> <p class="Urteilstext">Nachdem auf die am 15. MÃ¤rz 2023 erfolgte telefonische Aufforderung zur Einreichung der Honorarnote des Rechtsvertreters von A keine solche einging, wurde dem Rechtsvertreter mit Schreiben vom 30. MÃ¤rz 2023 nochmals Gelegenheit zu deren Einreichung gewÃ¤hrt. Der Rechtsvertreter von A reichte am 17. April 2023 seine Honorarnote ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b><span dir="LTR"></span> </p> <p class="Erwgung2"><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG; LS 175.2) sowie § 29 Abs. 1 des Straf- und Justizvollzugsgesetzes vom 19. Juni 2006 (StJVG; LS 331) fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Nach § 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 VRG entscheidet ein voll- oder teilamtliches Mitglied als Einzelrichter Ã¼ber Rechtsmittel bei Streitigkeiten betreffend den Justizvollzug nach dem StJVG. In FÃ¤llen von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung kann die Entscheidung einer Kammer Ã¼bertragen werden (§ 38b Abs. 2 VRG). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts umfasst diese EinzelrichterzustÃ¤ndigkeit Streitigkeiten betreffend die DurchfÃ¼hrung einer Strafe oder Massnahme, bis hin zum Entscheid Ã¼ber eine bedingte Entlassung (BGE 147 IV 433 E. 2.3; vgl. hierzu auch VGr, 8. November 2022, VB.2022.00497, E. 1.2 betreffend bedingte Entlassung aus der Verwahrung). Der Entscheid Ã¼ber die bedingte Entlassung aus einer â auch lebenslÃ¤nglichen â Freiheitsstrafe fÃ¤llt somit, zumal dem betreffenden Fall keine grundsÃ¤tzliche Bedeutung zukommt, in die Einzelrich-<br/> terzustÃ¤ndigkeit.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b><span dir="LTR"></span> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b><span dir="LTR"></span>Der BeschwerdefÃ¼hrer ersucht um eine mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung durch das Gericht zu den Zukunftsaussichten in seinem Heimatland.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b><span dir="LTR"></span>GemÃ¤ss Art. 6 Ziff. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) hat jede Person ein Recht darauf, dass Ã¼ber ihre zivilrechtlichen AnsprÃ¼che und Verpflichtungen oder Ã¼ber eine gegen sie erhobene strafrechtliche Anklage von einem Gericht Ã¶ffentlich verhandelt wird.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b><span dir="LTR"></span><span>Verfahren, welche in einem weiteren Sinn zwar auch strafrechtlicher Natur sind, nicht jedoch </span>die<span> <span>Merkmale einer strafrechtlichen, auf Feststellung der Schuld oder Nichtschuld einer Person gerichteten Anklage im Sinn von Art. 6 Abs. 1 EMRK erfÃ¼llen, unterstehen dem Geltungsbereich von Art. 6 EMRK nicht. Im Verwaltungsrecht betrifft dies insbesondere sÃ¤mtliche Verfahren im Bereich der Vollstreckung rechtskrÃ¤ftiger Strafurteile. Beim angefochtenen Entscheid geht es nicht mehr um </span></span>eine<span> <span>gegen den BeschwerdefÃ¼hrer erhobene Anklage im Sinn von Art. 6 Abs. 1 EMRK, sondern einzig um Fragen des Strafvollzugs, namentlich, ob die bedingte Entlassung dem BeschwerdefÃ¼hrer zu gewÃ¤hren ist. </span></span>Die<span> <span>Garantie von Art. 6 Abs. 1 EMRK gelangt damit nicht zur Anwendung. Auch aus Art. 5 Abs. 4 EMRK ergÃ¤be sich kein zwingender Anspruch auf </span></span>eine<span> </span>mÃ¼ndliche<span> </span>AnhÃ¶rung<span> <span>durch den (Haft-)Richter oder auf </span></span>eine<span> <span>Ã¶ffentliche Verhandlung, ebenso wenig aus der Bundesverfassung, die insofern nicht Ã¼ber Art. 6 Abs. 1 EMRK hinausgeht (VGr, 11. Dezember 2020, VB.2020.00166, E. 1.3.1 mit Hinweisen; bestÃ¤tigt mit BGE 147 I 259 E. 1.3.2). </span></span>Schliesslich rÃ¤umt auch das kantonale Recht keinen Anspruch auf eine mÃ¼ndliche Verhandlung ein; vielmehr stellt § 59 Abs. 1 VRG die DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen Verhandlung in das Ermessen des Verwaltungsgerichts (Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 59 N. 5). Liefern die Akten nach durchgefÃ¼hrtem Schriftenwechsel eine hinreichende Entscheidungsgrundlage, liegen keine GrÃ¼nde fÃ¼r eine mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung vor (VGr, 11. Dezember 2020, VB.2020.00166, E. 1.3.2; <span>Donatsch, Kommentar VRG, § 59 N. 5</span>).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b><span dir="LTR"></span>Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde vom Beschwerdegegner 1 zur vorliegend zu beurteilenden bedingten Entlassung am 12. April 2022 mÃ¼ndlich angehÃ¶rt. Er hatte damit genÃ¼gend Gelegenheit, die UmstÃ¤nde im Heimatland und seinen Empfangsraum zu erlÃ¤utern. Neue Tatsachen, welche eine mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung (auch) im Beschwerdeverfahren erfordern wÃ¼rden, bringt der BeschwerdefÃ¼hrer nicht vor und sind auch nicht ersichtlich (dazu BGr, 23. Mai 2017, 6B_1070/2016, E. 3.2). In seiner Beschwerde hat er zudem die ihn aus seiner Sicht erwarteten EmpfangsumstÃ¤nde im Heimatland nochmals dargelegt, was zu berÃ¼cksichtigen ist (vgl. unten E. 5.7). Auf die DurchfÃ¼hrung einer diesbezÃ¼glichen mÃ¼ndlichen AnhÃ¶rung im Beschwerdeverfahren ist damit zu verzichten.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b><span dir="LTR"></span> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b><span dir="LTR"></span>Hat der Gefangene zwei Drittel seiner Strafe, mindestens aber drei Monate verbÃ¼sst, ist er bedingt zu entlassen, wenn es sein Verhalten im Strafvollzug rechtfertigt und nicht anzunehmen ist, er werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen (Art. 86 Abs. 1 StGB). Die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde prÃ¼ft von Amtes wegen, ob der Gefangene bedingt entlassen werden kann; vorab hat sie diesen anzuhÃ¶ren und einen Bericht der Anstaltsleitung einzuholen (Art. 86 Abs. 2 StGB). Bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe ist die bedingte Entlassung nach Absatz 1 frÃ¼hestens nach 15 Jahren mÃ¶glich (Art. 86 Abs. 5 StGB).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b><span dir="LTR"></span>Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellt die bedingte Entlassung die Regel dar, von der nur in AusnahmefÃ¤llen bzw. aus guten GrÃ¼nden abgewichen werden darf. In dieser letzten Stufe des Strafvollzugs soll der zu entlassende Gefangene den Umgang mit der Freiheit erlernen. Diesem spezialprÃ¤ventiven Zweck stehen die SchutzbedÃ¼rfnisse der Allgemeinheit gegenÃ¼ber, welchen umso hÃ¶heres Gewicht beizumessen ist, je hochwertiger die gefÃ¤hrdeten RechtsgÃ¼ter sind. Die Prognose Ã¼ber das kÃ¼nftige Verhalten ist in einer GesamtwÃ¼rdigung zu erstellen, welche nebst dem Vorleben, der PersÃ¶nlichkeit und dem Verhalten des TÃ¤ters wÃ¤hrend des Strafvollzugs vor allem dessen neuere Einstellung zu seinen Taten, seine allfÃ¤llige Besserung und die nach der Entlassung zu erwartenden LebensverhÃ¤ltnisse berÃ¼cksichtigt (BGr, 14. Dezember 2022, 6B_1037/2022 E. 2.1; 28. Februar 2019, 6B_32/2019, E. 2.2; 23. Mai 2018, 6B_306/2018, E. 3.2.2; BGE 133 IV 201 E. 2.3). In der Regel sind im Sinn einer Differenzialprognose zwei Gesamtprognosen vorzunehmen und die VorzÃ¼ge und Nachteile der VollverbÃ¼ssung der Strafe denjenigen einer Aussetzung des Strafrests gegenÃ¼berzustellen. Die StrafvollzugsbehÃ¶rden haben speziell zu prÃ¼fen, ob die GefÃ¤hrlichkeit des TÃ¤ters bei einer VollverbÃ¼ssung der Strafe abnehmen, gleichbleiben oder zunehmen wird (BGr, 19. Juli 2017, 6B_215/2017, E. 2.4; BGE 124 IV 193 E. 5b/bb). Aufgrund der Gesamtprognosen fÃ¼r den Fall der bedingten Entlassung einerseits und fÃ¼r jenen der VollverbÃ¼ssung der Strafe andererseits ist eine RisikoeinschÃ¤tzung vorzunehmen und abzuwÃ¤gen, ob die bedingte Entlassung mit der MÃ¶glichkeit von Auflagen und BewÃ¤hrungshilfe eher zu einer Resozialisierung des TÃ¤ters fÃ¼hrt als die VollverbÃ¼ssung der Strafe (Cornelia Koller in: Marcel Alexander Niggli/Hans WiprÃ¤chtiger, Basler Kommentar Strafrecht I, 4. A., Basel 2019 [BSK StGB], Art. 86 N. 16). Bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe ist eine Legalprognose fÃ¼r den Fall der VollverbÃ¼ssung nicht sinnvoll, sodass als Referenzzeitpunkt fÃ¼r die Differenzialprognose nur ein realistischer spÃ¤terer Entlassungszeitpunkt dienen kann. Dass bei einer lebenslÃ¤nglichen Freiheitsstrafe kein Referenzzeitpunkt der VollverbÃ¼ssung besteht, in welchem der TÃ¤ter ohnehin entlassen wird, wirkt sich auch auf die materielle Bedeutung der Differenzialprognose aus. Es ist nicht so sehr entscheidend, ob die Gefahr fÃ¼r die Allgemeinheit im Zeitpunkt der bedingten Entlassung relativ gesehen geringer ist als bei der Entlassung in einem spÃ¤teren Zeitpunkt, denn anders als bei zeitlich befristeten Strafen wird der TÃ¤ter auch im Referenzzeitpunkt nicht unabhÃ¤ngig von der in jenem Zeitpunkt zu erstellenden Legalprognose entlassen. Wird somit aktuell die bedingte Entlassung verweigert, so fÃ¼hrt eine allfÃ¤llig ausbleibende Verminderung oder gar eine ErhÃ¶hung der RÃ¼ckfallgefahr durch den weiteren Strafvollzug nicht dazu, dass der TÃ¤ter in einem spÃ¤teren Zeitpunkt trotz unverminderter oder gar vergrÃ¶sserter Gefahr fÃ¼r die Ãffentlichkeit entlassen wird. Mithin ist die InteressenabwÃ¤gung, die im Hinblick auf die bedingte Entlassung vorzunehmen ist, nur auf den Entscheidzeitpunkt vorzunehmen. Ist in diesem Zeitpunkt die RÃ¼ckfallgefahr so weit gesunken, wie es Art. 86 Abs. 1 StGB voraussetzt, ist der TÃ¤ter bedingt zu entlassen. Damit kommt der im Zeitpunkt des Entscheids Ã¼ber die bedingte Entlassung prognostizierten RÃ¼ckfallgefahr und den durch diese bedrohten RechtsgÃ¼tern der Allgemeinheit (SchutzbedÃ¼rfnis) die entscheidende Bedeutung zu (vgl. BGr, 14. Dezember 2022, 6B_1037/2022 E. 2.6.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b><span dir="LTR"></span>Bei der Beurteilung der Legalprognose kommt der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde Ermessen zu, wobei das Verwaltungsgericht die ErmessensausÃ¼bung nur im Hinblick auf eine qualifiziert falsche ErmessensbetÃ¤tigung Ã¼berprÃ¼fen kann (Donatsch, Kommentar VRG, § 50 N. 25 f.). Eine ErmessensÃ¼berschreitung kann etwa darin liegen, auf eine GesamtwÃ¼rdigung aller fÃ¼r die Prognose relevanten UmstÃ¤nde zu verzichten und allein auf die Vorstrafen abzustellen (BGr, 22. Februar 2016, 6B_1188/2015, E. 1.1.6; BGE 133 IV 201 E. 2.3). Aus dem gleichen Grund darf eine bedingte Entlassung auch nicht einzig aufgrund einzelner gÃ¼nstiger Faktoren â etwa dem Wohlverhalten des TÃ¤ters im Strafvollzug â bewilligt werden, wenn gewichtige Anhaltspunkte fÃ¼r die Gefahr neuer RechtsbrÃ¼che sprechen (BGr, 19. Mai 2015, 6B_93/2015, E. 5.3; vgl. Koller, BSK StGB, Art. 86 N. 4 und 10). </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b><span dir="LTR"></span> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span dir="LTR"></span><span>Die Vorinstanz stÃ¼tzt die negative Legalprognose des BeschwerdefÃ¼hrers darauf, dass zusammengefasst nach ihrer Beurteilung die legalprognostisch negativen Faktoren Ã¼berwiegen. Die weiterhin bestehende hohe RÃ¼ckfallgefahr fÃ¼r schwere Gewaltdelikte und damit eine GefÃ¤hrdung der hochwertigen RechtsgÃ¼ter Leib und Leben seien nicht in Kauf zu nehmen. Der Beschwerdegegner 1 habe zu Recht ausgefÃ¼hrt, dass ein weiterer Verbleib des BeschwerdefÃ¼hrers im Strafvollzug differenzialprognostisch zwar wenig erfolgsversprechend sei, soweit er sich weiterhin einer Auseinandersetzung und Behandlung mit den genannten Problemfeldern verschliesse. Dennoch wiege das Ã¶ffentliche Interesse an der Sicherheit angesichts der bedrohten RechtsgÃ¼ter hÃ¶her und die weitere Zeit im Vollzug kÃ¶nne zumindest genutzt werden, die mÃ¶gliche Entlassungssituation des BeschwerdefÃ¼hrers mit der notwendigen Transparenz weiter zu klÃ¤ren. Allenfalls kÃ¶nne auch eine Ãberstellung ins Heimatland geprÃ¼ft werden. Zudem komme die WeiterfÃ¼hrung des Strafvollzugs auch nicht in unzulÃ¤ssiger Weise einer Verwahrung gleich: Der BeschwerdefÃ¼hrer habe unstrittig die MÃ¶glichkeit, die Frage der bedingten Entlassung aus der lebenslÃ¤nglichen Freiheitsstrafe jederzeit Ã¼berprÃ¼fen zu lassen. Dass er deren Vorgaben nicht erfÃ¼lle, kÃ¶nne er nicht der VollzugsbehÃ¶rde anlasten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b><span dir="LTR"></span>Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt zusammengefasst, es werde von ihm zu Unrecht verlangt, sich einer Therapie zu unterziehen. Die negative Prognose werde de facto einzig aus dem angeblich fehlenden Therapiewillen abgeleitet. Es sei widersprÃ¼chlich und treuwidrig, wenn ihm, ohne dass eine Therapie oder eine verwahrende Massnahme angeordnet worden sei, nun 30 Jahre spÃ¤ter die bedingte Entlassung mit der BegrÃ¼ndung verweigert werde, er habe keine Therapie gemacht. Die Entlassung dÃ¼rfe nicht fÃ¼r gewisse Tatkategorien erschwert werden. Seine Ã¤usserst positiven Zukunftsaussichten im Heimatland mit Haus, Arbeit, grosser Familiengemeinschaft etc. seien nicht bzw. nicht genÃ¼gend berÃ¼cksichtigt worden. Diese stellten das wesentliche Prognosekriterium dar und fÃ¼hrten zu einer positiven Prognose. In seinem Heimatdorf erwarte ihn ein Ã¤usserst gefestigter sozialer Empfangsraum, in einem Land, in welchem die Familie noch eine ganz andere, wichtigere Bedeutung habe. Er werde sicherlich nie mehr einen Fuss in die Schweiz setzen, da er wisse, dass ihm dann wohl eine definitive lebenslÃ¤ngliche Inhaftierung drohe, was mit aller Deutlichkeit gegen eine negative Prognose spreche. Er sei zudem ruhiger und Ã¤lter geworden und habe Jahrzehnte GefÃ¤ngnis hinter sich, was Spuren hinterlassen habe. Es sei ihm nun endlich die Chance zu geben, sich zu bewÃ¤hren. Er habe sich mit seiner Tat jahrzehntelang allein und auch in GesprÃ¤chen intensiv auseinandergesetzt. Das Gutachten vom 28. Januar 2021 von Dr. med. C sei bereits aufgrund formeller MÃ¤ngel aus dem Recht zu weisen. Nur dass man nicht Deutsch lernen wolle, heisse nicht, dass man sich nicht mit seinen deliktischen Handlungen auseinandergesetzt hÃ¤tte. Es sei rechtswidrig, wenn die von ihm in den letzten 18 Monaten geleisteten sozialarbeiterischen GesprÃ¤che nicht als positiver Aspekt in der Gesamtbetrachtung zugelassen wÃ¼rden. Gleichzeitig aber rÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer, dem Kriterium des einwandfreien Vollzugsverhaltens werde im angefochtenen Entscheid eine vÃ¶llig Ã¼berzogene Bedeutung zugemessen. Die BegrÃ¼ndung mit dem Ã¶ffentlichen Interesse an der Sicherheit der RechtsgÃ¼ter, welche im gesamten Verfahren nie habe herhalten mÃ¼ssen, zeige die normative Verzweiflung nach griffigen Argumenten gegen ihn.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b><span dir="LTR"></span>Die Beschwerdegegnerin 2 wies darauf hin, dass das Verwaltungsgericht die Beschwerde des BeschwerdefÃ¼hrers gegen die 2016 verweigerte bedingte Entlassung mit rechtskrÃ¤ftigem Urteil vom 20. Januar 2017 abgewiesen hatte, womit die durch die Vorinstanzen damals gestellte schlechte Prognose bestÃ¤tigt worden sei. Bereits angesichts der AusfÃ¼hrungen in diesem Urteil betreffend die prognoserelevante fehlende Tataufarbeitung sei es unbehilflich, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer gegen die aktuelle Ablehnung der bedingten Entlassung ein weiteres Mal vorbringen lasse, bei ihm sei vom Strafgericht keine Massnahme angeordnet worden. NatÃ¼rlich kÃ¶nne der BeschwerdefÃ¼hrer nicht zu einer Therapie gezwungen werden. Die fehlende Tataufarbeitung dÃ¼rfe jedoch als prognoserelevant erachtet und negativ gewÃ¼rdigt werden. Die Vorinstanz habe die negative Prognose nicht nur aus dem fehlenden Therapiewillen abgeleitet; vielmehr ergebe sich diese aufgrund der weiterhin vorhandenen PersÃ¶nlichkeitsstÃ¶rung des BeschwerdefÃ¼hrers und des dadurch bedingten hohen Risikos fÃ¼r schwere Gewaltdelikte sowie des sehr hohen Risikos fÃ¼r minderschwere Gewaltdelikte und andere Straftaten. Zu Recht habe die Vorinstanz festgestellt, dass sich seit dem aktuellen Gutachten vom 28. Januar 2021 beim BeschwerdefÃ¼hrer keine erkennbaren wesentlichen Ãnderungen ergeben hÃ¤tten. Auch fÃ¼r sie seien aus den Akten keine VerÃ¤nderungen des BeschwerdefÃ¼hrers, welche massgeblich gÃ¼nstig auf seine Legalprognose auswirken vermochten, erkennbar. Die Zitierung der Vollzugsberichte der Strafanstalt D sei deshalb unbehilflich, weil diese dem Verwaltungsgericht bereits bei dessen Entscheid vom 20. Januar 2017 bekannt gewesen und offenkundig vÃ¶llig ungeeignet seien, irgendwelche VerÃ¤nderungen seit jenem Urteil zu belegen. Zudem stammten diese Vollzugsberichte allesamt aus der Zeit vor dem tÃ¤tlichen Ãbergriff des BeschwerdefÃ¼hrers auf einen Angestellten der Strafanstalt D vom 12. August 2015, welcher auch zur Versetzung in die JVA G gefÃ¼hrt und gezeigt habe, dass der BeschwerdefÃ¼hrer aus dem RÃ¼ckzug und vorgÃ¤ngiger Ruhe heraus immer noch impulsiv reagieren und auch nach einer lÃ¤ngeren Phase ohne Disziplinierung plÃ¶tzlich wieder gewalttÃ¤tig werden kÃ¶nne. Die einzelnen sozialarbeiterischen GesprÃ¤che, die der BeschwerdefÃ¼hrer im Jahr 2021 gefÃ¼hrt habe, Ã¤nderten nichts an dem von ihm ausgehenden Risiko, zumal sich bei ihm kein entscheidender Einstellungswandel zeige. Er stelle die Situation seiner Tat als Notwehr und sich als eine Person dar, der im Tatzeitpunkt aufgrund fehlender Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung ein geregeltes Leben verunmÃ¶glicht worden sei. Er habe nicht anerkannt, dass er selber fÃ¼r die Entscheide, die er im Leben getroffen habe, die Verantwortung trage.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b><span dir="LTR"></span><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b><span dir="LTR"></span><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat bereits mehr als 15 Jahre Freiheitsstrafe verbÃ¼sst, womit die zeitlichen Voraussetzungen von Art. 86 Abs. 5 StGB erfÃ¼llt sind. Der Entscheid Ã¼ber eine bedingte Entlassung hÃ¤ngt davon ab, ob dem BeschwerdefÃ¼hrer eine gÃ¼nstige Prognose im Sinn von Art. 86 Abs. 1 StGB gestellt werden kann. <span>Nachfolgend ist die vorgenommene GesamtwÃ¼rdigung zu Ã¼berprÃ¼fen.</span></span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b><span dir="LTR"></span> </p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.1 </b><span dir="LTR"></span><span>Der angefochtene Entscheid stÃ¼tzt sich fÃ¼r die Legalprognose unter anderem auf das forensisch-psychiatrische Gutachten vom 28. Januar 2021 von Dr. med. C. Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt verschiedene formelle MÃ¤ngel, aufgrund welcher das Gutachten aus dem Recht zu weisen sei: </span>Da ihm kein Mitsprache- oder Vorschlagsrecht bezÃ¼glich des Gutachters eingerÃ¤umt worden sei, verstosse das Gutachten gegen die Strafprozessordnung; die Rechtsmittelbelehrung der Dolmetscherin sei nicht zu Beginn jeden GesprÃ¤chs schriftlich protokolliert, und ihm sei keine MÃ¶glichkeit zu Ãnderungen und zu Korrekturen gewÃ¤hrt worden. Dem Gutachter werde schliesslich die UnabhÃ¤ngigkeit aberkannt, da er auf vorangegangene, zeitlich und inhaltlich Ã¼berholte Gutachten Bezug genommen habe und sich vergangenheitsorientiert hinter diesen verschanze, was zum Vornherein keinen Raum fÃ¼r die WÃ¼rdigung einer positiven Entwicklung gelassen habe. Zudem sei er, der BeschwerdefÃ¼hrer, wÃ¤hrend des Begutachtungsprozesses nicht anwaltlich vertreten gewesen.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.2 </b><span dir="LTR"></span>Diesen RÃ¼gen bezÃ¼glich formeller MÃ¤ngel im Begutachtungsprozess kann jedoch nicht gefolgt werden: Der Beschwerdegegner 1 gewÃ¤hrte dem BeschwerdefÃ¼hrer â entgegen der Behauptung in der Beschwerde â mit VerfÃ¼gung vom 21. August 2020 fÃ¼r das Begutachtungsverfahren die unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung und bestellte ihm Rechtsanwalt E als unentgeltlichen Rechtsbeistand. Rechtsanwalt E schlug mit Eingabe vom 29. September 2020 Dr. med. F als Gutachter vor. Der Beschwerdegegner 1 informierte den Rechtsbeistand des BeschwerdefÃ¼hrers mit Schreiben vom 26. Oktober 2020, dass er diesem Vorschlag nach Massgabe von § 10 Abs. 2 lit. a der Verordnung Ã¼ber psychiatrische und psychologische Gutachten in Straf- und Zivilverfahren (PPGV; LS 321.4) nicht stattgegeben kÃ¶nne und dass er einen anderen Gutachter wÃ¤hlen werde. Am 9. November 2020 wurde der Gutachtensauftrag dem Rechtsbeistand des BeschwerdefÃ¼hrers im Entwurf mit der Gelegenheit zur Stellung von ErgÃ¤nzungsfragen zugestellt, wobei darauf hingewiesen wurde, dass ohne Gegenbericht vom EinverstÃ¤ndnis mit dem Gutachtensauftrag ausgegangen werde. Mit Schreiben vom 16. November 2020 teilte der BeschwerdefÃ¼hrer selbst nochmals mit, dass er nicht von Dr. med. C, sondern von Dr. med. F begutachtet werden wolle. Mit Schreiben vom 19. November 2020 stellte der Rechtsbeistand des BeschwerdefÃ¼hrers â ohne sich zur Person des Gutachters zu Ã¤ussern â ErgÃ¤nzungsfragen. Aus dem Gutachtensauftrag des Beschwerdegegners 1 vom 25. November 2020 ging hervor, dass Dr. med. C als Gutachter gewÃ¤hlt wurde. EinwÃ¤nde seitens des BeschwerdefÃ¼hrers gegen die Person des Gutachters sind nicht ersichtlich. Demzufolge wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer bezÃ¼glich der Gutachterwahl das rechtliche GehÃ¶r gewÃ¤hrt. Ein Recht auf freie Wahl des Gutachters besteht nicht. Die RÃ¼ge der fehlenden anwaltlichen Vertretung im Begutachtungsprozess ist ebenfalls unbegrÃ¼ndet, da sich ein solcher Anspruch nur auf die Stellungnahme zur Person des Gutachters, zum Gutachtensauftrag sowie zum Ergebnis der Begutachtung bezieht, nicht aber auf die Vornahme der Begutachtung selbst.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.3 </b><span dir="LTR"></span>Die zur Erstellung des Gutachtens beigezogene Dolmetscherin wurde â wie vom Leitfaden zur Gutachtenerstellung der Fachkommission psychiatrische und psychologische Gutachten des Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich (Formalien S. 3; zu finden unter https://www.gerichte-zh.ch/organisation/obergericht/kommissionen/fachkommission-fuer-psych-gutachten/gesetzliche-grundlagen.html, besucht am 15. MÃ¤rz 2023 [fortan: Leitfaden zur Gutachtenserstellung]) verlangt â namentlich erwÃ¤hnt und entsprechend vermerkt, dass ihr die Bestimmungen von Art. 307 und 320 StGB bekannt seien. Es bestehen keine Anhaltspunkte, die an der Ermahnung der Dolmetscherin zweifeln liessen und auch der BeschwerdefÃ¼hrer bringt nichts entsprechendes vor. Auch der damalige Rechtsbeistand des BeschwerdefÃ¼hrers erhob keine entsprechenden formellen RÃ¼gen, welche zeitnah zu erwarten gewesen wÃ¤ren.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.4 </b><span dir="LTR"></span>GemÃ¤ss dem Gutachten wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer am 26. Januar 2021 zudem das Protokoll des Explorationstermins vom 29. Dezember 2020 vorgelesen, womit ihm die Gelegenheit geboten wurde, sich zu allfÃ¤lligen MissverstÃ¤ndnissen zu Ã¤ussern und KorrekturvorschlÃ¤ge zu machen. Seine ÃnderungswÃ¼nsche seien in die Abschrift eingearbeitet worden. Die GesprÃ¤chsinhalte des 26. Januar 2021 seien ihm aus KapazitÃ¤tsgrÃ¼nden nicht mehr vorgelesen worden. Daraus ergibt sich jedoch kein zur UngÃ¼ltigkeit des Gutachtens fÃ¼hrender formeller Mangel, zumal bei dessen Erstellung nicht die gesetzlichen Vorgaben einer formellen Einvernahme erfÃ¼llt sein mÃ¼ssen (BGr, 4. Juli 2018, 1B_522/2017 und 1B_520/2017, E. 3.7). Zudem steht es nach Vorliegen des Gutachtens den Parteien frei, nÃ¶tigenfalls Kritik am methodischen Vorgehen oder an den fachlichen Schlussfolgerungen des Gutachters im Rahmen ihrer gesetzlich vorgesehenen Stellungnahmen zu Ã¤ussern und entsprechende Beweis- und ErgÃ¤nzungsantrÃ¤ge zu stellen (BGr, 4. Juli 2018, 1B_522/2017 und 1B_520/2017, E. 3.8). AnlÃ¤sslich seiner AnhÃ¶rung vom 6. April 2021 wurde der BeschwerdefÃ¼hrer auf das Gutachten angesprochen, worauf er zu Protokoll gab, sein Anwalt habe ihn informiert, dass es nicht zu seinen Gunsten geschrieben sei. Dabei kritisierte er das Gutachten deutlich und machte geltend, die Dolmetscherin habe "nicht so gut" seine Sprache gesprochen, er habe nicht immer alles verstanden und sie habe ein paar Aussagen von ihm nicht verstanden. GemÃ¤ss dem Protokoll hakte der Befragende nicht nach, um zu klÃ¤ren, welche falschen Annahmen aus diesen GrÃ¼nden ins Gutachten eingeflossen sein sollten. Die Schlussfolgerungen des Gutachters hat der BeschwerdefÃ¼hrer als falsch gerÃ¼gt und betont, dass er nie mehr "so etwas" machen wÃ¼rde.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.5 </b><span dir="LTR"></span>Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt schliesslich die mangelnde UnabhÃ¤ngigkeit des Gutachters, da dieser trotz seines Auftrags ein "neues Gutachten" zu erstellen, stÃ¤ndig Bezug auf vorangehende, zeitlich und inhaltlich Ã¼berholte Gutachten nehme. Nach dem Leitfaden zur Gutachtenserstellung stellt eine genaue Analyse der Akten einen grundlegenden Arbeitsschritt dar. Die Aktenzusammenfassung ist ein unentbehrlicher Bestandteil des Gutachtens, die den Verfahrensbeteiligten die MÃ¶glichkeit gibt, sich darÃ¼ber zu orientieren, welche Informationen der gutachterlichen Stellungnahme zugrunde gelegt werden. Weiter soll der psychische Befund auch eine Darstellung der Ergebnisse der Erhebung psychopathologischer Befunde in der Vorgeschichte mitumfassen (S. 4, 6). Zweifelsfrei gehÃ¶ren auch die Ã¤lteren Gutachten Ã¼ber den BeschwerdefÃ¼hrer zu den Akten. Dass der aktuelle Gutachter sich in einem neuen Gutachten mit den frÃ¼heren Gutachten auseinandersetzt, ist zulÃ¤ssig und fÃ¼hrt nicht zu dessen Befangenheit (vgl. BGr, 25. November 2020, 6B_770/2020, E. 1.4.2). Im Gutachtensauftrag vom 25. November 2020 â welcher, wie bereits erwÃ¤hnt dem Rechtsbeistand des BeschwerdefÃ¼hrers vorab zugestellt worden war â wurde Dr. med. C zudem ausdrÃ¼cklich ersucht, allfÃ¤llige Differenzen zum Vorgutachten vom 6. November 2009 zu begrÃ¼nden. Aus dem Gutachten geht zudem hervor, dass Dr. med. C mit den Explorationsterminen von insgesamt fÃ¼nf Stunden eigene Befunde erhoben und damit eigene AbklÃ¤rungen vorgenommen hat. Inwiefern diese eigene Exploration durch den Gutachter ungenÃ¼gend sein soll, begrÃ¼ndet der BeschwerdefÃ¼hrer nicht nÃ¤her und ist auch sonst nicht ersichtlich. Die RÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers, dass der Beschwerdegegner 1 bei seiner Beurteilung der Prognose nur auf Gutachten, die wiederum auf veralteten Gutachten beruhten, abgestellt habe, ist deshalb ebenfalls unbegrÃ¼ndet. Es sind folglich keine formellen MÃ¤ngel des Gutachtens ersichtlich, welche dessen GÃ¼ltigkeit tangierten. <span>Dies fÃ¼hrt zur Abweisung des Antrags des BeschwerdefÃ¼hrers, es sei ein unabhÃ¤ngiger SachverstÃ¤ndiger zu bestimmen und ein neues Gutachten anzufertigen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b><span dir="LTR"></span><span>Im Gutachten vom 28. Januar 2021, welches die Vorinstanz in wesentlichen Teilen wiedergab und worauf an dieser Stelle zu verweisen ist (</span>§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG<span>), diagnostiziert Dr. med. C dem BeschwerdefÃ¼hrer eine persistierende dissoziale PersÃ¶nlichkeitsstÃ¶rung (ICD-10: F60.2) mit deutlichen psychopathischen ZÃ¼gen und eine unterdurchschnittliche Intelligenz. Das RÃ¼ckfallrisiko fÃ¼r schwere Gewalt sei unverÃ¤ndert hoch und fÃ¼r minderschwere Gewaltdelikte und andere Delikte sogar sehr hoch. Beim BeschwerdefÃ¼hrer bestehe ein hohes Risiko, bei Vollzugslockerungen und namentlich einer bedingten Entlassung, wieder in die kriminelle Szene einzutauchen, mit den bekannten Folgen im Rahmen der WaffenaffinitÃ¤t und Gewaltbereitschaft. </span>Das Gutachten vom 28. Januar 2021 ist einerseits aus zeitlicher Sicht aktuell und anderseits sind seit dessen Erstellung keine wesentlichen VerÃ¤nderungen eingetreten (vgl. hierzu die nachfolgenden ErwÃ¤gungen), welche dessen Verwendbarkeit im Verfahren betreffend bedingte Entlassung infrage stellen wÃ¼rden<span>. Somit besteht zurzeit kein Anlass, ein neues Gutachten Ã¼ber den BeschwerdefÃ¼hrer einzuholen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b><span dir="LTR"></span><span>Die Vorinstanz wÃ¼rdigte das Vorleben des BeschwerdefÃ¼hrers, welcher eine massive kriminelle Energie und Unbelehrbarkeit an den Tag gelegt habe, und kam zutreffend zum Schluss, dass sich dieses ungÃ¼nstig auf die Legalprognose auswirkt, worauf ebenfalls zu verweisen ist (</span>§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG<span>)</span>.<span> An dieser Beurteilung hat sich zwischenzeitlich nichts geÃ¤ndert. Was der BeschwerdefÃ¼hrer im Beschwerdeverfahren dagegen vorbringt, insbesondere, dass er eine positive Entwicklung gemacht habe und sich mit seinen Taten auseinandergesetzt habe, Ã¤ndert nichts daran, dass sein Vorleben mitsamt Vorstrafen und die begangenen Straftaten nach wie vor relevant und ein wesentlicher Bestandteil bei der Erstellung der Legalprognose sind, auch wenn die Inhaftierung bereits seit 1990 andauert.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.5 </span></b><span dir="LTR"></span><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>5.5.1 </span></b><span dir="LTR"></span>Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt, dass ihm nun zur Verweigerung der bedingten Entlassung fehlende Therapiebereitschaft entgegengehalten werde, obwohl er zu keiner Therapie oder Massnahme verurteilt worden sei. Hierzu fÃ¼hrte das Verwaltungsgericht bereits mit Urteil vom 20. Januar 2017 die Verweigerung der bedingten Entlassung des BeschwerdefÃ¼hrers begrÃ¼ndend aus, dass eine Person nicht zu einer Therapie gezwungen werden kÃ¶nne; aus diesem Grund sei beim BeschwerdefÃ¼hrer wiederholt auf die Anordnung einer Therapie mangels VerÃ¤nderungsbereitschaft und entsprechender Motivation verzichtet worden. Dass keine Therapie angeordnet und durchgefÃ¼hrt worden sei bzw. werden konnte, habe der BeschwerdefÃ¼hrer somit allein sich selbst und seinem Verhalten zuzuschreiben. Wenn er nun in der Beschwerde den Eindruck zu erwecken versuche, er hÃ¤tte eine Therapie absolviert, wÃ¤re denn eine angeordnet worden, so verhalte er sich selbst Ã¤usserst widersprÃ¼chlich (vgl. VGr, 20. Januar 2017, VB.2016.00557, E. 4.3.3). </p> <p class="Urteilstext"><span>Auch wenn gerichtlich keine Therapie oder Massnahme angeordnet wurde, besteht fÃ¼r den Gefangenen gemÃ¤ss </span>Art. 75 Abs. 4 StGB <span>die Pflicht, bei den SozialisierungsbemÃ¼hungen und den Entlassungsvorbereitungen aktiv mitzuwirken. Die freiwillige Teilnahme an einer Therapie kann dabei als Indiz dafÃ¼r dienen, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer ernsthaft mit den begangenen Taten und seinen persÃ¶nlichen Defiziten auseinandersetzt und bemÃ¼ht ist, die RÃ¼ckfallgefahr zu mindern. Die FortfÃ¼hrung des Strafvollzugs bietet die MÃ¶glichkeit hierzu, und eine Tataufarbeitung wÃ¤re bei einer kÃ¼nftig infrage stehenden ÃberprÃ¼fung der bedingten Entlassung zu berÃ¼cksichtigen (VGr, 2. April 2013, <span>VB.2013.00042, E. 4.3.1). Das Bundesgericht erachtet es als rechtens und vertretbar, dass die</span></span> StrafvollzugsbehÃ¶rde <span>konkrete Vollzugslockerungsschritte im Rahmen der progressiven Stufenplanung von einer regelmÃ¤ssigen Teilnahme des Inhaftierten an therapeutischer Behandlung abhÃ¤ngig macht und darÃ¼ber hinaus zusÃ¤tzlich eine tatsÃ¤chliche und echte Auseinandersetzung des TÃ¤ters mit seiner Tat fordert. Eine Verweigerung des Insassen muss somit als negatives Prognose­element gewÃ¼rdigt werden, was in letzter Konsequenz die Verweigerung von Vollzugslockerungen zur Folge haben kann (vgl. BGr, 19. Mai 2015, 6B_93/2015, E. 5.6; BGr, 14. September 2021, 6B_652/2021, E. 3.2; Benjamin F. BrÃ¤gger, BSK StGB, Art. 75 N. 26 mit Hinweisen). Resozialisierungsmassnahmen setzen sodann kein SchuldeingestÃ¤ndnis hinsichtlich der Anlasstat voraus (BGr, 14. September 2021, 6B_652/2021, E. 3.2). </span>Therapiearbeit â auch in Form der aktiven Mitwirkung bei SozialisierungsbemÃ¼hungen und Entlassungsvorbereitungen im Rahmen von Art. 75 Abs. 4 StGB â im Strafvollzug ist mithin keine Privatangelegenheit, sondern eine Pflicht des Gefangenen der Allgemeinheit gegenÃ¼ber (BGr, 10. Juni 2013, 6B_593/2012, E. 4.3; 28. November 2011, 6B_4/2011, E. 2.9; Koller, BSK StGB, Art. 86 N. 9).</p> <p class="Erwgung3"><b>5.5.2 </b><span dir="LTR"></span>Wenn der BeschwerdefÃ¼hrer erneut infrage stellt, weshalb in den ersten zehn Jahren seines Haftregimes nicht von einer deliktorientierten Therapie die Rede gewesen sei und der Beschwerdegegnerschaft ein diesbezÃ¼gliches Versagen vorwirft, steht dem nach wie vor seine ablehnende Haltung gegenÃ¼ber jeglichen entsprechenden BemÃ¼hungen zur Tataufarbeitung etc. entgegen. Die Vorinstanz hielt fest, der BeschwerdefÃ¼hrer sei auf die ihm zukommende Mitwirkungspflicht immer wieder hingewiesen worden. SÃ¤mtliche Motivierungsversuche seien jedoch an dessen Verweigerungshaltung gescheitert (vgl. VGr, 20. Januar 2017, VB.2016.00557, E. 4.3.3). </p> <p class="Erwgung3"><b>5.5.3 </b><span dir="LTR"></span>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer vorbringt, er habe sich mit seiner deliktischen Vergangenheit allein auseinandergesetzt, verkennt er, dass einzig eine objektiv nachvollziehbare Auseinandersetzung mit der Tat fÃ¼r den Vollzugsentscheid relevant sein kann (<span>BGr, 19. Mai 2015, 6B_93/2015, E. 5.6)</span>. </p> <p class="Urteilstext">Der Gutachter hÃ¤tte ausdrÃ¼cklich auch eine ausserhalb einer Therapie erfolgende eigene Auseinandersetzung des TÃ¤ters mit den Delikten, der Lebensgeschichte, den deliktrelevanten Problembereichen, kriminellen Verhaltensmustern und Einstellungen als legalprognostisch relevant erachtet, wobei eine solche Auseinandersetzung gemÃ¤ss dem Gutachten etwa auch in Form der LektÃ¼re von Laien-/Fachliteratur oder GesprÃ¤chen mit Sozialarbeitern mÃ¶glich gewesen wÃ¤re. Dabei setzt der Gutachter in Ãbereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung voraus, dass fÃ¼r die Beteiligten erkennbar werde, ob der TÃ¤ter aufgrund einer solchen eigenen Auseinandersetzung tatsÃ¤chlich Einsichten in sein Verhalten erlangt hat. Dies wiederum setze voraus, dass der TÃ¤ter sich darÃ¼ber mitteile, denn in der Psychologie bzw. Psychiatrie liessen sich VerÃ¤nderungsprozesse nur beurteilen, wenn die betroffene Person Ã¼ber ihre Motivation, Einsichten und VerÃ¤nderungsabsichten berichte. Nur dann kÃ¶nnten VerhaltensÃ¤nderungen in ein Gesamtkonzept eines Prozesses eingeordnet werden. </p> <p class="Urteilstext">Eine solche vom BeschwerdefÃ¼hrer auch im Beschwerdeverfahren behauptete eigene Auseinandersetzung war allerdings fÃ¼r den Gutachter aufgrund der verweigernden Haltung des BeschwerdefÃ¼hrers nicht erkennbar; vielmehr stellte der Gutachter fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer im Rahmen der aktuellen Begutachtung ein ausgesprochenes Desinteresse an diesen Themen bekundet hatte.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.5.4 </b><span dir="LTR"></span>Der BeschwerdefÃ¼hrer betont seine Aussage, wonach er mit der Vergangenheit abgeschlossen habe, was eine klare Absage an die deliktischen Handlungen der Vergangenheit sei. Er macht sodann geltend, "nicht mehr der gleiche wie vor 30 Jahren zu sein, was mitunter bedeute, dass er nicht oder nicht mehr gefÃ¤hrlich fÃ¼r die Ãffentlichkeit sei". Dies kann jedoch aufgrund des erwÃ¤hnten Fehlens einer erkennbaren Tataufarbeitung die vom Gutachten vom 28. Januar 2021 attestierte nach wie vor hohe RÃ¼ckfallgefahr nicht in Frage stellen. Des Weiteren sind â wie dies auch die Vorinstanz tat â auch die zwischenzeitlich gefÃ¼hrten sozialarbeiterischen GesprÃ¤che des BeschwerdefÃ¼hrers zwar durchaus anerkennend zu berÃ¼cksichtigen, doch kann nach so kurzer Zeit hieraus noch kein Fazit gezogen werden, welches die auf verschiedene Kriterien gestÃ¼tzte negative Legalprognose massgebend zu verbessern vermochte. Das Bundesgericht hat in einem neueren Entscheid die EinschÃ¤tzung eines kantonalen Gerichts geschÃ¼tzt, wonach die mÃ¶glichen Vorteile einer therapeutischen Behandlung eines Inhaftierten, der wegen Mordes zu einer lebenslÃ¤nglichen Freiheitsstrafe verurteilt worden war, erst nach einer lÃ¤ngeren Beobachtung beurteilt werden kÃ¶nnten (BGr, 14. Dezember 2022, 6B_1037/2022, E. 2.4). I<span>nsofern ist nach wie vor davon auszugehen, dass die weitere StrafverbÃ¼ssung, wenn auch in sehr beschrÃ¤nktem Umfang, durchaus noch einen Einfluss auszuÃ¼ben vermag.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>5.5.5 </b><span dir="LTR"></span>In seiner AnhÃ¶rung vom 12. April 2021 warf der BeschwerdefÃ¼hrer bezÃ¼glich des Vorhalts seiner negativen Haltung in der Deliktsaufarbeitung die Frage auf, weshalb er darÃ¼ber reden solle, man kÃ¶nne es nicht mehr rÃ¼ckgÃ¤ngig machen. Er habe sich als Mensch verÃ¤ndert, dies habe er auch dem Gutachter, welcher ihm jedoch nicht glaube, gesagt. Er sei kein aggressiver Mensch und solche Erfahrungen, wie er gemacht habe, wÃ¼nsche er keinem. Das werde er nie mehr machen, er habe sich sehr verÃ¤ndert. In seiner AnhÃ¶rung vom 12. April 2022 fÃ¼hrte er erneut aus, er habe die Vergangenheit fÃ¼r sich abgeschlossen und wolle diese ruhen lassen. Die Legalprognose stimme nicht, er sei nicht gefÃ¤hrlich. Er kÃ¶nne leider nicht mehr rÃ¼ckgÃ¤ngig machen, was passiert sei. Er kÃ¶nne nicht wissen, wie man auf eine solche EinschÃ¤tzung wie im Gutachten vom 28. Januar 2021 komme. Im Vollzug sei nichts vorgefallen und er habe (wohl wÃ¤hrenddessen) niemanden umgebracht. Man wolle ihn einfach belasten. Er sei jetzt schon zu lange im GefÃ¤ngnis, die 15 Jahre seien vorbei. Er wolle zu seiner Familie, sie hÃ¤tten dort HÃ¤user und Land, man setze ihn nicht einfach auf die Strasse. Darauf angesprochen, was ihn davon abhielte, je wieder ein Gewaltdelikt zu verÃ¼ben, gab der BeschwerdefÃ¼hrer zu Protokoll, er sei damals jung gewesen und habe die Kontrolle verloren. So etwas wÃ¼rde er nicht mehr tun. Wenn man jung sei, Ã¼berlege man sich zu wenig, welche Folgen sein Handeln habe; dies Ã¤ndere sich im Alter. Eine objektiv nachvollziehbare und wesentliche PersÃ¶nlichkeitsentwicklung lÃ¤sst sich aus diesen Aussagen â im Einklang mit dem Gutachten vom 28. Januar 2021 â nicht feststellen. Die Behauptungen, er habe in den sozialarbeiterischen GesprÃ¤che grosse Fortschritte gemacht, sind zumindest im heutigen Zeitpunkt mangels genÃ¼gender objektiver Erkennbarkeit einer tatsÃ¤chlichen Entwicklung ebenfalls unbehilflich (vgl. auch oben E. 5.5.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.6 </b><span dir="LTR"></span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, diverse Vollzugsberichte der Strafanstalt D, in welcher er den grÃ¶ssten Teil des Freiheitsentzugs abgesessen habe, seien ungenÃ¼gend gew