Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. Juli 2015 (715 14 356 / 162) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Bejahung der Anspruchsberechtigung, da die Vermittlungsfähigkeit gegeben ist; kein Anwendungsfall der Rechtsprechung, die versicherte Personen betrifft, welche bewusst nur saisonale Beschäftigungen eingehen. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber i.V. Lukas Meyer Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Der 1971 geborene A.____ arbeitete seit 2002 als Badangestellter in verschiedenen Schwimmbädern in der Schweiz. Aufgrund der häufig befristeten Anstellungen meldete sich der Beschwerdeführer bereits vor der letzten Anmeldung am 3. September 2014 wiederholt zum Leistungsbezug bei der Arbeitslosenversicherung (AL V) an, erstmals per 2. September 2002. Anlässlich der erneuten Anmeldung zum Taggeldbezug vom 1. Oktober 2013 in der vierten Be- zugsrahmenfrist informierte das Regionale Arbeitsve rmittlungszentrum E.____ (RAV) A.____ über die Vermittlungsfähigkeit bei regelmässigen sa isonalen Anstellungen. Mit Schreiben vom Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 28. Januar 2014 wurde er informiert, welche Bemühunge n um eine neue Arbeitsstelle im Hin- blick auf eine erneute Anmeldung zum Taggeldbezug von ih m erwartet würden. Per 31. März 2014 meldete sich der Versicherte wieder von der ALV ab , um wiederum als Badangestellter in der Gemeinde B.____ zu arbeiten. Der Vertrag begann am 1. April 2014 zu laufen und war bis am 30. September 2014 befristet. Das Anstellungsverhält nis wurde bereits auf den 30. April 2014 aufgelöst. Jedoch konnte A.____ schon ab dem 28. A pril 2014 eine neue Stelle als Bad- angestellter bei der Gemeinde C.____ antreten, die e benfalls bis am 30. September 2014 be- fristet war. Dieses Arbeitsverhältnis wurde indessen am 22 . August 2014 beendet, da es im Schwimmbad C.____ zu einem Rohrbruch gekommen war und die Badesaison vorzeitig been- det werden musste. Die Gemeinde C.____ konnte keine w eitere Beschäftigung bis Ende Sep- tember 2014 anbieten und so meldete sich A.____ am 3. September 2014 erneut zum Tag- geldbezug bei der ALV an. Das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) stellte mit Verfügung vom 2. Oktober 2014 die fehlende Vermi ttlungsfähigkeit ab dem 3. September 2014 fest. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgef ührt, A.____ sei seinen festgelegten Verpflichtungen im Hinblick auf die ausreichende Stelle nsuche gemäss dem Informations- schreiben vom 28. Januar 2013 nicht im geforderten Umfa ng nachgekommen. Daraus sei auf die fehlende Vermittlungsbereitschaft des Versicherten zu schliessen. Der Versicherte habe nicht wie gefordert drei Monate vor dem absehbaren En de der Arbeitstätigkeit mit der Stellen- suche begonnen. Zudem seien seine Arbeitsbemühungen in qualitativer Hinsicht zu bemängeln, da er sich erneut als Badangestellter und somit auf St ellen bewarb, die von saisonalen Unter- brüchen betroffen seien. Die dagegen erhobene Einspra che wies die Einspracheinstanz des KIGA am 31. Oktober 2014 ab, wobei sie zusammenfassend f esthielt, dass die Zeitspanne, in der A.____ sich vor dem Ende der befristeten Anstellung beworben habe, als korrekt und genü- gend betrachtet werde, da der Rohrbruch im Schwimmba d C.____ unerwartet gekommen sei und der Versicherte damit habe rechnen dürfen, bis Ende September arbeiten zu können. Je- doch seien die Arbeitsbemühungen um eine Stelle, die nicht von saisonalen Unterbrüchen be- troffen sei, als ungenügend zu betrachten. Dies führe korrekterweise zur Ablehnung der Ver- mittlungsfähigkeit. B. Gegen den Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2014 richtet sich die vorliegende Be- schwerde, welche A.____ am 14. November 2014 beim Kanto nsgericht, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht), erhob. Er beantragte sinn gemäss, es sei der Einspracheent- scheid vom 31. Oktober 2014 aufzuheben und festzustellen, dass er ab dem 3. September 2014 ohne Einstelltage Anspruch auf Arbeitslosenentschäd igung habe. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass er im Jahr 2007 während ein es Jahres bei einer Möbelspedition gearbeitet habe. Im Jahr 2011 sei er als Badangestellte r das ganze Jahr über bis Mitte 2012 angestellt gewesen und seit Herbst 2013 arbeite er als Aushifsbadmeister bei der Gemeinde D.____. Damit sei erwiesen, dass er sich nicht nur auf St ellen bewerbe, die von saisonalen Un- terbrüchen betroffen seien. Folglich könne ihm die Ve rmittlungsbereitschaft und damit die Ver- mittlungsfähigkeit nicht abgesprochen werden. C. Zur Beschwerde liess sich das KIGA am 16. Januar 2015 vernehmen und beantragte deren Abweisung. Unter Hinweis auf den Einspracheentsc heid führte sie im Wesentlichen mit Bezugnahme auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung aus, dass der Beschwerdeführer nicht Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht alles ihm Zumutbare unternommen habe, um die ihm ern eut drohende Arbeitslosigkeit zu ver- hindern, und daher keinen Anspruch auf Arbeitslosentschädigung habe. D. Der Beschwerdeführer reichte am 5. März 2015 eine R eplik ein und hielt an seinem An- trag auf Gutheissung der Beschwerde fest. E. Mit Schreiben vom 7. April 2015 verzichtete das KIGA auf die Einreichung einer Duplik. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Jun i 1982 i.V.m. den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus de m Bereich der Arbeitslosenversiche- rung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erho ben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowi e Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherun g und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjen igen Kantons, in dem die versi- cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrol lpflicht erfüllt. Vorliegend kam der in E.____ wohnhafte Beschwerdeführer im Kanton Basel-La ndschaft seinen Kontrollpflichten nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherung sträger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgeri cht gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten. 2.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren un d der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsat z gilt indessen nicht uneinge- schränkt; er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten d er Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). 2.2 Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige Überprü- fungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vgl . § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung a ls verfügende Instanz und – im Beschwer- defall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicheru ngsrecht hat das Gericht seinen Ent- scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, n ach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Geri cht hat vielmehr jener Sachverhalts- darstellung zu folgen, die es von allen möglichen Gescheh ensabläufen als die wahrscheinlichs- te würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). 3. Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nach Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslo s ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schwe iz wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreich t hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 4.1 Die arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliede rungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit geh ört demnach auch die persönliche Bereit- schaft, die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Ver hältnissen während der üblichen Ar- beitszeit einzusetzen (BGE 120 V 388 E. 3a mit Hinweisen). Die Vermittlungsfähigkeit setzt sich demzufolge aus drei Elementen zusammen; aus der Arbeit sfähigkeit und Arbeitsberechtigung als Elemente objektiver Natur und aus der Vermittlung sbereitschaft als Element subjektiver Na- tur. 4.2 Unter Arbeitsfähigkeit im objektiven Sinn ("in der Lage sein") ist die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, die soziale Eignung und d ie Verfügbarkeit in räumlicher sowie in zeitlicher Hinsicht zu verstehen. Was die zeitliche Verfügba rkeit betrifft, so liegt Vermittlungsun- fähigkeit unter anderem vor, wenn eine versicherte Per son aus persönlichen oder familiären Gründen ihre Arbeitskraft nicht so einsetzen kann ode r will, wie es ein Arbeitgeber normaler- weise verlangt (T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Ulrich Meyer (Hrsg.), Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale S icherheit, 2. Aufl., Ba- sel/Genf/München 2007, S. 2259 Rz 266 mit Hinweisen). V ersicherte, die sich im Hinblick auf anderweitige Verpflichtungen oder besondere persönlich e Umstände lediglich während gewis- ser Tages- oder Wochenstunden erwerblich betätigen wolle n, können nur sehr bedingt als ver- mittlungsfähig anerkannt werden. Sind einer versicherte n Person bei der Auswahl des Arbeits- platzes so enge Grenzen gesetzt, dass das Finden einer Stel le sehr ungewiss ist, muss daher von einer Vermittlungsunfähigkeit ausgegangen werden (BGE 112 V 327 E. 1a mit Hinweisen). Der Grund für die Einschränkung in den Arbeitsmöglichkeiten spielt dabei keine Rolle. 4.3 Das subjektive Element der Vermittlungsfähigkeit b esteht schliesslich in der Bereit- schaft der versicherten Person, die Arbeitskraft entsprech end den persönlichen Verhältnissen während der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 123 V 216 E. 3 mit Hinweisen). Hierzu ge- nügt die Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte Vermittlungsbereitschaft nicht. Vielmehr ist die versicherte Person gehalten, sich der öffentliche n Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen, angebotene zumutbare Arbeit anzunehmen und sich intensiv nach einer zumutbaren Stelle umzusehen (THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., S. 2261 Rz 270 mit Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Für die Annahme fehlender Vermittlungsbereitschaf t auf Grund ungenügender Stellen- suche bedarf es besonders qualifizierender Umstände. Fort dauernd ungenügende Bemühun- gen um eine neue Stelle können ein wesentlicher Hinw eis darauf sein, dass die versicherte Person (während einer bestimmten Zeitspanne) überhaupt nicht gewillt ist, ihre Arbeitskraft an- zubieten, was zur Verneinung der Vermittlungsfähigkei t führt (Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2013, 8C_966/2012, E. 2.2; N USSBAUMER , a.a.O., S. 2262, Rz. 272). Im Allgemeinen ist aber eine unzureichende Stellensuche nur Ausdruck da von, dass die versicherte Person ihrer Schadenminderungspflicht ungenügend nachkommt (BGE 112 V 218 E. 1b; ARV 1996/97 Nr. 19 S. 101 E. 3b, Nr. 8 S. 31 E. 3 je mit Hinwei sen). Erst wenn sich eine versicherte Person trotz Einstellung in der Anspruchsberechtigung nach Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG über längere Zeit hinweg nicht um eine neue Stelle bemüht, darf angeno mmen werden, es fehle ihr an der Ver- mittlungsbereitschaft. Sind aber immerhin gewisse Anstre ngungen der versicherten Person festzustellen, kann grundsätzlich nicht auf fehlende Ver mittlungsbereitschaft geschlossen wer- den, es sei denn, dass trotz des äusseren Scheins nachweislich keine Absicht zur Wiederauf- nahme einer Arbeitnehmertätigkeit bestanden hat (Ur teil des EVG vom 10. November 2000, C 65/00, E. 3b). 4.5 Die versicherte Person muss bereit sein, eine Dauerstel le anzunehmen. Versicherte, die vor ihrer Arbeitslosigkeit temporär beschäftigt ware n, gelten nach Art. 14 Abs. 3 AVIV nur dann als vermittlungsfähig, wenn sie bereit und in der Lage sind, eine Dauerstelle anzunehmen. Unter diese Bestimmung fallen diejenigen Arbeitnehmenden, die sich lediglich für Arbeitseinsät- ze von unregelmässiger Dauer und Häufigkeit zur Verfüg ung stellen, aber keine feste Stelle annehmen wollen (N USSBAUMER , a.a.O., S. 2266, Rz. 286). Ebenso gilt eine versicher te Per- son, welche bewusst nur saisonale Arbeitsverhältnisse einge ht und deren Arbeitsbemühungen sich stets auf zeitlich befristete Stellen beschränken, na ch der Rechtsprechung als vermitt- lungsunfähig (ARV 2000 Nr. 29 S. 150; ARV 2005 Nr. 19 S. 212, E. 2.2). Die bisherigen Ar- beitsbemühungen können in diesen Fällen Aufschluss über die subjektive Bereitschaft geben, Einkommenseinbussen während der Übergangszeit zu vermeid en (Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2013, 8C_1030/2012, publiziert in: Arbe itsrecht und Arbeitslosenversicherung [ARV] 2013, S. 347 ff., E. 2; Urteil des Eidgenössisch en Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen] vom 24. Deze mber 2004, C 157/04, publiziert in: ARV 2005, S. 211 ff., E. 2.2; je mit weiteren Hinweisen). 5.1.1 Die Beschwerdegegnerin stellt sich im Einsprache entscheid vom 31. Oktober 2014 und in ihrer Vernehmlassung vom 16. Januar 2015 im Wesen tlichen auf den Standpunkt, der Be- schwerdeführer habe bei der Stellensuche und der Wahl des Arbeitsplatzes bewusst Unterbrü- che in der Erwerbstätigkeit in Kauf genommen, da er se it dem Jahr 2002 jeweils den Sommer über in verschiedenen Schwimmbädern in der Schweiz als Ba dangestellter saisonal arbeitete. Er habe nicht alles Zumutbare unternommen, um die am 3. September 2014 eingetretene er- neute Arbeitsunfähigkeit zu vermeiden, obwohl er mit d em Informationsschreiben vom 28. Ja- nuar 2014 ausführlich darüber informiert worden sei, was im Hinblick auf die Vermeidung einer erneuten Arbeitslosigkeit von ihm erwartet würde. Es sei en mindestens acht Arbeitsbemühun- gen in den letzten drei Monaten vor dem zu erwartenden saisonalen Unterbruch in der Erwerbs- tätigkeit oder vor Beendigung des befristeten Arbeitsvertrages nachzuweisen. Die Bemühungen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht hätten in Branchen oder auf Anstellungen zu erfolgen, die nicht von saisonalen Unterbrüchen betroffen seien. 5.1.2 Obwohl es als genügend und korrekt zu betrachten se i, dass der Beschwerdeführer im Juli mit der Stellensuche begonnen hatte, seien anstel le der vorgegebenen 16 Arbeitsbemü- hungen um eine Festanstellung für die Monate Juli 201 4 und August 2014 nur 14 erreicht wor- den. Die Bewerbungen, welche an Freibäder gerichtet gewesen seien, seien offensichtlich von saisonalen Unterbrüchen betroffen und dem Beschwerdeführ er hätte bewusst sein müssen, dass diese nicht den Vorgaben des Informationsschreibens vom 28. Januar 2014 entsprächen. Der Beschwerdeführer bestreitet die Ausführungen des KIGA und führt aus, er sei nicht nur den Sommer über als Badangestellter tätig gewesen. So habe er ab Oktober 2007 ein Jahr tempo- rär bei einer Möbelspedition gearbeitet und sei vom Ja nuar 2011 bis und mit Juni 2012 bei den Schwimmhallen der Primarschulden F.____ 61 % als Badang estellter tätig gewesen. Seit dem Herbst 2013 arbeite er bei der Gemeinde D.____ als Au shilfebadmeister. Nebenbei bemühe er sich intensiv um eine 100 % Anstellung in verschiedenen Br anchen. Damit sei erwiesen, dass er nicht nur saisonal als Badangestellter tätig gewesen sei. Die Vermittlungsfähigkeit könne ihm nicht abgesprochen werden, da er qualitativ und quant itativ genügend Bemühungen aufweise, um die Vorgaben zu erfüllen. Insgesamt könne er für die Monate Juli 2014 und August 2014 17 Bewerbungen auf nicht saisonale Stellen vorweisen. 5.2 Den Akten zufolge war der Beschwerdeführer vom 22. Oktober 2007 bis 27. Oktober 2008 ununterbrochen als Mitarbeiter bei einer Möbelspe dition tätig. Zuvor bezog er von Mai 2006 bis Dezember 2007 Taggelder der ALV. Vom 1. Apri l 2009 bis 30. September 2009 arbei- tete er als Badangestellter bei der Stadt G.____. Dan ach bezog er vom Oktober 2009 bis Mai 2011 erneut Taggelder. Im Sommer 2010 war er währen d vier Monaten vom 3. Juni 2010 bis 30. September 2010 bei der Gemeinde H.____ als Badme ister tätig. Daraufhin begann er im Winter 2011, konkret am 24. Januar 2011, als Badangeste llter/Aufsicht in den Schwimmhallen der Primarschulen F.____ zu arbeiten. Diese Stelle hatt e er während ca. 1.5 Jahren bis am 30. Juni 2012 inne. Ab dem 1. Juni 2012 bis am 12. Se ptember 2012 leistete der Beschwerde- führer einen Einsatz im Flussbad x.____ in I.____. Im Jahr darauf war er bei der Gemeinde J.____ vom 1. April 2013 bis am 30. September 2013 als Badangestellter tätig und erhielt gleich im Folgemonat ab dem 14. Oktober 2013 bei der Gemei nde D.____ eine unbefristete Anstel- lung als Aushilfsbademeister. Im Jahr 2014 wurde er in der Gemeinde B.____ ab 1. April 2014 angestellt, wobei dieses Arbeitsverhältnis bereits auf d en 30. April 2014 aufgelöst wurde. Der Beschwerdeführer konnte jedoch schon ab dem 28. April 2014 eine neue Stelle als Badange- stellter bei der Gemeinde C.____ antreten, die bis am 30. September 2014 befristet war. Dieses Arbeitsverhältnis wurde jedoch bereits am 22. August 2 014 beendet, da es im Schwimmbad C.____ zu einem Rohrbruch kam und die Badesaison vorzeitig beendet werden musste. 5.3 Soweit die Beschwerdegegnerin feststellt, der Beschwe rdeführer habe bei der Stellen- suche und der Wahl des Arbeitsplatzes bewusst Unterbrüche i n der Erwerbstätigkeit in Kauf genommen, da er seit dem Jahr 2002 jeweils den Sommer über in verschiedenen Schwimmbä- dern in der Schweiz als Badangestellter saisonal arbeit ete und er jeweils mit Leistungen der ALV „überwinterte“, kann ihr nicht gefolgt werden. Au fgrund der vorstehenden Ausführungen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht steht fest, dass der Beschwerdeführer von 2007 bis 2014 stä ndig den Arbeitgeber wechselte und sich auch den Winter über um Anstellungen bewarb, um saisonale Unterbrüche zu vermei- den. Dies ist ihm auch mehrfach gelungen. So arbeitete er ab Herbst 2007 ein Jahr bei einer Möbelspedition. Ab Winter 2011 war er für eineinhalb Jahre bei den Schwimmhallen der Pri- marschulen F.____ angestellt und ab Herbst 2013 wurde er unbefristet bei der Gemeinde D.____ als Aushilfsbadmeister angestellt (vgl. E. 5.2 hi ervor). Daraus wird ersichtlich, dass der Beruf als Badmeister/Badangestellter nicht nur saisonal, sondern auch als Festanstellungen ausgeübt werden kann. Der Beschwerdeführer wendet dem Gesagten nach richtigerweise ein, dass er nicht mit Leistungen der ALV zu überwintern versuchte und auch den Winter über gear- beitet hat. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegn erin ist der vorliegende Fall auch nicht ohne Weiteres mit dem Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2013, 8C_937/2012 zu vergleichen. In diesem Entscheid – in dem die Vermitt lungsfähigkeit verneint wurde – ging es um eine Person, die während Jahren in demselben Betrie b in einem formell unbefristeten Ar- beitsverhältnis arbeitete und im Herbst aufgrund der u nsicheren Auftragslage jeweils die Kündi- gung erhielt. Wie soeben ausgeführt beschränkte sich di e Arbeitstätigkeit des Beschwerdefüh- rers nicht auf jeweils eine oder wenige Jahreszeiten. Hi nzu kommt, dass der Beschwerdeführer – im Gegensatz zum zitierten Urteil des Bundesgerichts – nicht jeweils nach dem saisonal be- dingten Unterbruch wieder beim gleichen Arbeitgeber angestellt wurde. 5.4 Streitig ist vorliegend insbesondere, ob der Beschw erdeführer alles Zumutbare unter- nommen hat, um die voraussehbare Arbeitslosigkeit zu vermei den. Was die Voraussehbarkeit der Arbeitslosigkeit betrifft, ist festzuhalten, dass die Stelle im Schwimmbad C.____ aufgrund des Rohrbruchs unerwartet frühzeitig beendet wurde. Die Zeitspanne, in welcher der Be- schwerdeführer im Juli 2014 mit der Stellensuche begonn en hat, ist deshalb als korrekt und genügend zu betrachten, wie auch die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid selbst ausführt. Den Dokumentationen zu den Arbeitsbemühunge n ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer im Juli 2014 auf 10 Stellen, dabei a uf neun als Badangestellter/Badmeister, beworben hat. Bei drei dieser Arbeitsbemühungen hand elte es sich um Strand- und Gartenbä- der und daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um sa isonale Stellen. Im August 2014 hat sich der Beschwerdeführer erneut auf 10 Stellen beworb en, wobei eine dieser Bewerbungen auf eine saisonale Arbeit hin deutet. Die Bemühungen auf saisonale Stellen können jedoch nicht einfach ausser Acht gelassen werden. Die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer un- ter anderem auch auf saisonale Stellen bewarb, zeigt vi elmehr die Ernsthaftigkeit seiner Ar- beitsbemühungen. Zumal im Juli Stellen im Badebereic h offen stehen, für die der Beschwerde- führer qualifiziert ist, sind seine Bemühungen als genügend zu betrachten. Was die Qualität der Bemühungen angeht, zeigt die Aktenlage, dass er sich led iglich bei zwei der insgesamt 20 Be- werbungen in einer anderen Branche beworben hat. In casu geht es jedoch nicht in erster Linie um die Frage genügender Arbeitsbemühungen als solcher, massgeblich sind diese vielmehr als Indizien für die Beurteilung der Frage, ob der Beschw erdeführer tatsächlich eine Festanstellung anstrebte und im Hinblick darauf all jene Vorkehrungen getroffen hat, die man vernünftigerweise von ihm erwarten konnte (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2013, 8C_937/2012, E. 4). Bezüglich der Qualität der Bewerbungen ist fe stzustellen, dass sich der Beschwerdefüh- rer auch auf Dauerstellen beworben hat. Diese Tatsache zeigt sich unter anderem in der Ver- nehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 16. Januar 2015, i n der sie selbst in Erwägung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zieht, dass Bewerbungen als Badmeister in einem Hallenba d nicht ausschliesslich saisonale Anstellungen betreffen. Weiter hat sich der Beschwerdeführer im Juli 2014 und August 2014 bei diversen Hotels und Wellnesszentren, die das ganze Jahr Ba dangestellte/Badmeister beschäf- tigen, beworben. Damit steht fest, dass der Beschwerdefü hrer sich genügend früh vor der vo- raussehbaren Arbeitslosigkeit um eine Dauerstelle bemüht hat. Die Arbeitslosigkeit wurde damit von ihm nicht bewusst und tatenlos in Kauf genommen. Un ter diesen Voraussetzungen recht- fertigt es sich nicht, dem Beschwerdeführer die Vermittlungsbereitschaft abzusprechen. 5.5 Dem Informationsschreiben vom 28. Januar 2014 kommt keine Verbindlichkeit in dem Sinne zu, dass bei Nichtbeachtung einzelner darin enthal tener Vorgaben ohne Weiteres auf fehlende Vermittlungsbereitschaft geschlossen werden dü rfte. Massgeblich bleibt die Qualität der Stellensuche in einer Gesamtwürdigung. Im zu beurt eilenden Fall hat sich die Stellensuche des Beschwerdeführers hauptsächlich auf den erlernten Beruf als Badangestellter bezogen und es wurden im Bewerbungsprozess kaum noch weitere Branche n ausserhalb in Betracht gezo- gen. Damit steht zwar fest, dass der Beschwerdeführer sein e Stellensuche auf ein zu enges Raster beschränkte. Eine fehlende Vermittlungsbereitscha ft kann daraus aber nicht abgeleitet werden, dazu bedarf es besonders qualifizierender Umstä nde (vgl. E. 4.4 hiervor). Eine Ab- sprache der Vermittlungsfähigkeit aufgrund wiederholt ungenügender Arbeitsbemühungen wäh- rend der Arbeitslosigkeit steht vorliegend nicht zur Disku ssion und wäre auch zu verneinen. Erachtet die Beschwerdegegnerin die Anzahl der Arbeits bemühungen vor der Arbeitslosigkeit im vorliegenden Fall in quantitativer oder qualitativer Hinsicht als ungenügend, so hätte sie dies gemäss Art. 30 Abs. 1 AVIG mit Einstelltagen zu sanktion ieren. Eine Einstellung der An- spruchsberechtigung bildet indessen vorliegend nicht Streitgegenstand. 5.6 Zusammenfassend ist aufgrund der vorstehenden Ausführ ungen festzuhalten, dass die Vermittlungsfähigkeit im Sinne von Art. 15 Abs. 1 AVI G ab 3. September 2014 beim Beschwer- deführer zu bejahen ist. Die gegen den Einspracheentsc heid vom 31. Oktober 2014 erhobene Beschwerde ist dahingehend gutzuheissen, als die Angeleg enheit zur Prüfung der übrigen An- spruchsvoraussetzungen gemäss Art. 8 AVIG an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. 6. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vor- liegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die aussero rdentlichen Kosten sind beim nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer wettzuschlagen. 7.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 7.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2014 aufgehoben und fest- gestellt wird, dass der Beschwerdeführer vermittlungsfähig ist. Die Angelegenheit wird zur Prüfung der übrigen Anspr uchsvorausset- zungen ab 3. September 2014 und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht