A bteilung IV D -4125/2007 law /bah {T 0/2} U rteil vom 14. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter W alter Lang, Fulvio H äfeli, R obert G alliker G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren_______, alias B._______, geboren _______, Eritrea, w ohnhaft _______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 4. Juni 2007 i.S. vorsorgliche W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass die Beschw erdeführerin eigenen Angaben zufolge Äthiopien, in dessen H auptstadt sie geboren w orden sei, am 1. April 2005 verlassen habe und nach einem einjährigen Aufenthalt in Eritrea in den Sudan w eitergereist sei, w o sie sich einen M onat lang aufge- halten habe, dass sie sich vom Sudan aus nach Libyen begeben habe, w o sie etw a dreieinhalb M o- nate lang gelebt habe, von dort aus im Septem ber 2006 nach Sizilien gelangt und nach M ailand gereist sei, um am 7. Septem ber 2006 illegal in die Schw eiz einzureisen, w o sie gleichentags um Asyl nachsuchte, dass sie anlässlich der Kurzbefragung im Em pfangs- und Verfahrenszentrum A._______ vom 21. Septem ber 2006 und der Anhörung durch (die kantonale Behörde) vom 22. Januar 2007 geltend m achte, sie habe in Eritrea in einem G eschäft, in dem Tee verkauft w orden sei, beziehungsw eise in einer C afeteria gearbeitet, dass im Verlaufe eines Tages ein Polizist beziehungsw eise Soldat zu ihr gekom m en sei, der ihr gesagt habe, er habe den Auftrag erhalten, sie am gleichen Abend festzuneh- m en, da sie verdächtigt w erde, Eritreern zur Flucht in den Sudan zu verhelfen, dass sie zusam m en m it ihrem Freund und Arbeitskollegen die Flucht ergriffen habe und in den Sudan gelaufen sei, dass sie am 7. April 2006 alleine nach Libyen w eitergereist sei, dass sie Äthiopien verlassen habe, w eil Eritreer aus diesem Land ausgeschafft w orden seien, dass ihre Tante, bei der sie gelebt habe, im Jahr 2005 von den Behörden nach Eritrea w eggeschickt w orden sei, dass sie anschliessend bei bei äthiopischen Freunden beziehungsw eise einer Freundin ihrer Tante geblieben sei, dass sie ansonsten keine Problem e m it den äthiopischen und eritreischen Behörden ge- habt habe, dass für den w eiteren Inhalt der Aussagen auf das Protokoll zu verw eisen ist, dass das BFM die italienischen Behörden am 30. April 2007 um die D urchführung eines Fingerabdruckvergleichs und R ückübernahm e der Beschw erdeführerin ersuchte, dass die italienische G renzpolizei dem BFM am 10. M ai 2007 m itteilte, dem R ücküber- nahm egesuch von A._______, geboren _______, alias B._______, geboren _______, Eritrea, w erde zugestim m t, dass das BFM der Beschw erdeführerin m it Zw ischenverfügung vom 15. M ai 2007 die R ückübernahm e durch Italien in Aussicht stellte und ihr das rechtliche G ehör im H inblick auf einen Entscheid nach Art. 42 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) gew ährte, dass ihr dabei m itgeteilt w urde, die italienischen Behörden hätten der beantragten R ück-3 übernahm e zugestim m t, dass die Beschw erdeführerin am 25. M ai 2007 ein frem dsprachiges Schreiben an das BFM sandte, dass der vom BFM angefertigten Ü bersetzung dieses Schreiben zu entnehm en ist, die Beschw erdeführerin habe sich nur eine kurze Zeit in Italien aufgehalten, kenne sich dort nicht gut aus und habe dort keinen Asylantrag gestellt, dass sie die italienische Sprache nicht spreche und sich nur zw ei Tage lang in Italien aufgehalten habe, dass die Beschw erdeführerin dem BFM am 25. M ai 2007 (Poststem pel) ein in englischer Sprache verfasstes Schreiben zukom m en liess, dass eine von der Beschw erdeführerin beauftragte R echtsvertreterin sich am 31. M ai 2007 an das BFM w andte und um Verzicht auf die vorsorgliche W egw eisung sow ie Fort- setzung des Asylverfahrens ersuchte, dass das BFM m it Zw ischenverfügung vom 4. Juni 2007 die Beschw erdeführerin an- w ies, die Schw eiz sofort zu verlassen und nach Italien zurückzukehren, die sofortige Vollstreckbarkeit dieser W egw eisung anordnete und festhielt, einer allfälligen Beschw er- de kom m e keine aufschiebende W irkung zu, dass die Beschw erdeführerin sich m it einem frem dsprachigen Schreiben an das BFM w andte (Eingang: 5. Juni 2007), dass das BFM der Beschw erdeführerin dieses Schreiben am 12. Juni 2007 zurücksand- te und sie darauf hinw ies, dieses sei übersetzt an das Bundesverw altungsgericht zu überm itteln, falls es sich dabei um eine Beschw erde handle, dass die Beschw erdeführerin beim Bundesverw altungsgericht m it Eingabe vom 15. Juni 2007 gegen die Zw ischenverfügung vom 4. Juni 2007 Beschw erde erhob und dabei sinngem äss die Aufhebung dieser Zw ischenverfügung, die Aussetzung des Vollzugs der W egw eisung und die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) beantragte, dass der Beschw erde eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit der Beschw erdeführe- rin vom 14. Juni 2007 beilag, dass die Beschw erdeführerin beim BFM am 21. Juni 2007 eine Ü bersetzung ihrer Einga- be vom 5. Juni 2007 einreichte, dass der Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts m it Zw ischenverfügung vom 20. Juni 2007 den G esuchen um Aussetzung des W egw eisungsvollzugs und G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege entsprach, dass dem BFM m it gleicher Zw ischenverfügung die G elegenheit zur Einreichung einer Vernehm lassung gegeben w urde, dass das BFM m it Vernehm lassung vom 10. Juli 2007 die Abw eisung der Beschw erde beantragte, dass der Beschw erdeführerin m it Zw ischenverfügung vom 13. Juli 2007 Frist bis zum 30. Juli 2007 zur Einreichung einer Stellungnahm e gesetzt w urde,4 dass die Beschw erdeführerin sich innerhalb dieser Frist nicht vernehm en liess, und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 Vw VG ) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Verw altungs- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun- desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass die Beschw erdeführerin durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutz- w ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschw erde legitim iert ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 Vw VG ), dass es sich bei der Anordnung der vorsorglichen W egw eisung gem äss Art. 42 Abs. 2 AsylG um eine selbständig anfechtbare Zw ischenverfügung im Sinne von Art. 107 Abs. 2 Bst. a AsylG handelt, m ithin um ein taugliches Anfechtungsobjekt einer Verw altungs- beschw erde, für deren Behandlung das Bundesverw altungsgericht zuständig ist, dass m it Beschw erde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständi- ge Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 50 ff. Vw VG ), dass Asylsuchende sich grundsätzlich bis zum Abschluss des ordentlichen Asylverfah- rens in der Schw eiz aufhalten dürfen (Art. 42 Abs. 1 AsylG ), dass Art. 42 Abs. 2 AsylG jedoch festhält, dass Asylsuchende vorsorglich w eggew iesen w erden können, w enn die W eiterreise in einen D rittstaat zulässig, zum utbar und m öglich ist, nam entlich w enn dieser Staat vertraglich für die Behandlung des Asylgesuchs zu- ständig ist, sich die Asylsuchenden vorher einige Zeit dort aufgehalten haben oder dort nahe Angehörige oder andere Personen leben, zu denen sie enge Beziehungen haben, dass die zuständigen italienischen G renzbehörden der R ückübernahm e der Beschw er- deführerin zugestim m t haben, w om it sich die vorsorgliche W egw eisung in den D rittstaat als rechtlich m öglich erw eist, dass hinsichtlich der Zum utbarkeit der vorsorglichen W egw eisung aufgrund der im Zu- sam m enhang m it der Vernehm lassung durch die Vorinstanz bei den italienischen Behör- den gem achten Abklärungen feststeht, dass die Beschw erdeführerin in Italien über eine bis zum 7. O ktober 2007 gültige Aufenthaltsbew illigung verfügt, w om it das Zum utbar- keitskriterium des längeren Aufenthalts nach Art. 42 Abs. 2 Bst. b AsylG - von den schw eizerischen Asylbehörden in langjähriger konstanter Praxis m it "in der R egel 20 Tage" konkretisiert (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylre- kurskom m ission [EM AR K] 2004 N r. 40 E. 3.3 S. 277 f. m it w eiteren H inw eisen) zw eifel- los gegeben ist, dass die Aussage der Beschw erdeführerin, sie habe sich nur zw ei Tage lang in Italien aufgehalten, in Anbetracht des U m standes, w onach sie im Besitze einer italienischen 5 Aufenthaltsbew illigung ist, nicht zutreffen kann, dass auch die Zulässigkeit der vorsorglichen W egw eisung zu bejahen ist, zum al diesbe- züglich keine überzeugenden G ründe erkennbar sind, die einer W egw eisung nach Itali- en entgegenstehen w ürden, dass den Akten nam entlich keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahm e zu entneh- m en sind, die Beschw erdeführerin hätte in Italien eine unm enschliche Behandlung, eine Strafe im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutz der M en- schenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) oder eine G efahr für Leib, Leben oder Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 AsylG zu befürchten, dass gem äss konstanter Praxis der Schw eizer Asylbehörden grundsätzlich davon aus- gegangen w erden darf, die italienischen Behörden käm en ihren eingegangenen, sich aus der Flüchtlings- und der M enschenrechtskonvention ergebenden völkerrechtlichen Verpflichtungen nach, dass die Beschw erdeführerin w eder im erstinstanzlichen Verfahren noch noch auf Be- schw erdeebene schlüssig darlegen konnte, dass und w eshalb dies gerade im Fall der Beschw erdeführerin nicht der Fall sein sollte, dass die Beschw erdeführerin in Italien unter einer anderen Identität aufgetreten ist und die Sachverhaltsdarstellung m ehrere U nglaubhaftigkeitsindizien aufw eist, indes die Fra- ge der G laubhaftigkeit der Asylvorbringen im R ahm en des vorliegenden - rechtstech- nisch auf die Frage des Aufenthaltsortes w ährend des Asylverfahrens in der Schw eiz beschränkten - Verfahrens offen bleiben kann, dass aufgrund der Akten m it hinreichender Sicherheit davon ausgegangen w erden kann, die Beschw erdeführerin könne sich für die voraussichtliche D auer des Asylverfahrens in der Schw eiz in Italien aufhalten (so genannter "séjour durable", vgl. EM AR K 1998 N r. 24 E. 5.d.bb S. 216 f.), dass sich die vorsorgliche W egw eisung nach Italien nach dem G esagten auch als zuläs- sig erw eist, dass zusam m enfassend festzustellen ist, dass die vom BFM verfügte vorsorgliche W eg- w eisung in einen D rittstaat w ährend des Verfahrens als rechtskonform erscheint, dass die Beschw erde dem nach abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]) grundsätzlich der Beschw erdeführerin aufzuerlegen w ären (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ), dass ihr indessen m it Zw ischenverfügung vom 20. Juni 2007 die unentgeltliche R echts- pflege gew ährt w urde, w eshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (Kopie; R ef.-N r. N _______) - (kantonale Behörde) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang C hristoph Basler Versand am :