B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2840/2018 U r t e i l v o m 1. N o v e m b e r 2 0 2 1 Besetzung Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richter Daniele Cattaneo, Gerichtsschreiberin Bettina Hofmann. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, Advokatur Kanonengasse, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 8. Mai 2018 / N (…). D-2840/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer suchte am 19. April 2018 am Flughafen Zürich um Asyl nach. Mit Verfügung vom selben Tag – eröffnet durch die Flugha- fenpolizei – verweigerte ihm das SEM die vorläufige Einreise in die Schweiz und wies ihm für die Dauer von maximal 60 Tagen den Transitbe- reich des Flughafens Zürich als Aufenthaltsort zu. Dort wurde er am 20. Ap- ril 2018 zu seiner Person, zu seinem Reiseweg und summarisch zu seinen Asylgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Am 2. Mai 2018 hörte ihn das SEM ausführlich zu seinen Asylgründen an (Anhörung). A.b In Bezug auf seinen persönlichen Hinterg rund machte er geltend, er sei sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie und stamme aus B._______ (Distrikt C._______, Nordprovinz), wo er bei seinen Eltern und mit (…) Geschwistern aufgewachsen sei. Sein Vater habe den LTTE (Libe- ration Tigers of Tamil Eelam) angehört, sei nach Kriegsende in Rehabilita- tionshaft gekommen und im Anschluss an dieselbe – infolge der Eröffnung eines (…)-Geschäfts – wiederum in den Fokus der heimatlichen Behörden geraten. Aus diesem Grund sei sein Vater im August 2015 aus Sri Lanka geflohen und habe in der Schweiz um Asyl ersucht. A.c Zu seinen Gesuchsgründen brachte er im Wesentlichen vor, nach der Ausreise seines Vaters seien die heimatlichen Behörden erstmals im Sep- tember 2015 bei seiner Familie zu Hause vorbeigekommen und hätten sich unter anderem bei ihm nach dessen Verbleib, der Finanzierung des (…)- Geschäfts und dem Versteck von Waffen erkundigt. In der Folge sei er von Angehörigen des CID (Criminal Investigation Department) respektive der sri-lankischen Armee ständig beobachtet und ungefähr sechs bis sieben Mal befragt worden. Vor diesem Hintergrund se i er ab Oktober 2017 bei seiner (…) in D._______ (Distrikt E._______, Ostprovinz) untergetaucht und – aufgrund der Abwesenheit der heimatlichen Behörden in jener Zeit – im Dezember 2017 nach B._______ zurückgekehrt. Im Februar 2018 sei er jedoch erneut befragt und schliesslich mit einer Waffe bedroht worden. Aus Angst um sein Leben habe er Sri Lanka deshalb am 17. April 2018 – mit der Hilfe eines Schleppers und mit Reisepa pieren auf seinen Namen lautend – auf dem Luftweg verlassen. A.d Im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens reichte er seinen sri -lanki- schen Reisepass (im Original), drei Fotografien (gemäss eigenen Anga- ben: im Zusammenhang mit der Festnahme seines Vaters im Jahr 2015 stehend) und zwei Videoaufnahmen (gemäss eigenen Angaben: betreffend D-2840/2018 Seite 3 Behelligungen durch die sri-lankischen Behörden in den Jahren 2017 und 2018) zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 8. Mai 2018 (gleichentags eröffnet) stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus dem Transitbe reich des Flughafens Zürich und ordnete den Vollzug an. Gleichzeitig verfügte es die Aushändigung der gemäss Aktenverzeichnis editionspflichtigen Akten an den Beschwerdeführer. C. Mit Eingabe vom 16. Mai 2018 ersuchte der Beschwerdeführer – handelnd durch seinen am 15. Mai 2018 mandatierten Rechtsvertreter – das SEM um vollständige Einsicht in die Verfahrensakten. D. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 16. Mai 2018 (Datum des Post- stempels) erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht gegen den vorinstanzlichen Entscheid Beschwerde. Dabei beantragte er, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzuläs- sigkeit respektive Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung sowie zur neuen Entschei- dung an die Vorinstanz zurückzurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt- lichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Er hebung eines Kosten- vorschusses sowie um Beiordnung seines Re chtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand. Zudem sei ihm vollständige Einsicht in die eigenen Ver- fahrensakten und diejenigen seines Vaters F._______ (N […]) zu gewähren und eine angemessene Frist zur Beschwerdeergänzung anzusetzen. Der Beschwerde beigelegt war – nebst Kopien der angefochtenen Verfü- gung, der Vollmacht vom 15. Mai 2018 sowie eine r Kostennote vom 16. Mai 2018 – das Akteneinsichtsgesuch an das SEM vom 16. Mai 2018. E. Mit Schreiben vom 23. Mai 2018 gewährte das SEM dem Beschwerdefüh- rer mit Ausnahme der Aktenstücke A6, A8, A9, A17, A18, A33 und A48 ent- sprechende Akteneinsicht. D-2840/2018 Seite 4 F. F.a Mit Eingaben vom 24. Mai 2018 ergänzte der Beschwerdeführer seine Ausführungen und legte folgende Beweismittel ins Recht: - Artikel der « IBC Tamil» vom 23. Mai 2018 betreffend die Suche nach Waffenverstecken der LTTE auf dem Grundstück der Familie des Be- schwerdeführers (in tamilischer Sprache); - zwei Fotografien und drei Videoaufnahmen (gemäss eigenen Angaben: im Zusammenhang mit der obgenannten Suchaktion). F.b Am 28. Mai 2018 reichte der Beschwerdeführer eine deutsche Über- setzung des obgenannten Zeitungsartikels nach. G. Mit Zwischenverfügung vom 28. Mai 2018 wies der Instruktionsrichter das SEM an, dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz für die Dauer des Beschwerdeverfahrens zu bewilligen. Gleichzeitig hiess er die Gesu- che um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie der amtli- chen Rechtsverbeiständung – unter der Voraussetzung des Nachreichens einer Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung bis zum 12. Juni 2018 sowie unter Vorbehalt einer Veränderung der finanziellen Verhältnisse – gut und ord- nete dem Beschwerdeführer diesfalls Rechtsanwalt Bernhard Jüsi als amt- lichen Rechtsbeistand bei. Ferner lud er das SEM ein, innert derselben Frist eine Vernehmlassung einzureichen. H. Am 30. Mai 2018 bewilligte das SEM dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz zur Prüfung seines Asylgesuchs. I. Mit Schreiben vom 12. Juni 2018 reichte der Beschwerdeführer innert Frist eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung desselben Datums nach. J. J.a In seiner Vernehmlassung vom 12. Juni 2018 hielt das SEM fest, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Be- weismittel, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könn- ten. Im Übrigen verwies es auf seine Erwägungen, an denen es vollum- fänglich festhielt. J.b Am 29. Juni 2018 wurde die Vernehmlassung dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht. D-2840/2018 Seite 5 K. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2018 machte der Rechtsvertreter des Be- schwerdeführers eine aktualisierte Kostennote aktenkundig. L. L.a Mit Zwischenverfügung vom 2. März 2020 wurde das SEM erneut zur Einreichung einer Vernehmlassung bis zum 17. März 2020 eingeladen, wo- raufhin der Beschwerdeführer am 3. März 2020 seine Beschwerde er- gänzte und folgende Beweismittel zu den Akten reichte: - eine Fotografie und fünf Videoaufnahmen (gemäss eigenen Angaben: Behördenvorsprachen vom 18. Dezember 2019 und 19. Januar 2020 betreffend); - ein in tamilischer Sprache verfasstes Schreiben seiner Mutter vom 19. Dezember 2019 (inklusive deutscher Übersetzung). L.b Am 30. März 2020 verzichtete das SEM innert erstreckter Frist auf die Möglichkeit zur Ei nreichung einer Vernehmlassung, was dem Beschwer- deführer am 2. April 2020 zur Kenntnis gebracht wurde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101, SR 142.31); für das vorliegende Verfahren gilt das bishe- rige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Am 1. Januar 2019 wurde zudem das Ausländergesetz vom 16. De- zember 2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Auslän- der- und Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwen- dende Gesetzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernommen worden. 1.3 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer ist als Verfü- gungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die D-2840/2018 Seite 6 frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten ( aArt. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht koordiniert das vorliegende Verfahren mit der gleichzeitig vom Bundesverwaltungsgericht beurteilten Be- schwerde des Vaters des Beschwerdeführers (vgl. D -6157/2017). Beide Fälle werden durch denselben Spruchkörper beurteilt und die Akten beider Asylverfahren jeweils auch für das konnexe Verfahren berücksichtigt. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts un d die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Hinsichtlich des Antrags auf vollständige Einsicht in die Verfahrensak- ten des Vaters ( F._______ [N {…}]) ist zunächst festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer im Rahmen der Verfügungseröffnung Einsicht in die Be- fragungsprotokolle, auf welche sich die Vorinstanz bei der Entscheidfin- dung zulasten des Beschwerdeführers abgestützt hat, gewährt worden ist (vgl. a.a.O. S. 7, Beilagen). Im Übrigen kann in Akten Dritter grundsätzlich nur mit einer Einwilligungserklärung des Betroffenen Einsicht gewährt wer- den, was dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bekannt sein dürfte. Eine solche Erklärung liegt dem Geri cht jedoch nicht vor. Der entspre- chende Antrag ist somit abzuweisen. 3.2 Folglich ist auch der Antrag auf Einräumung einer Frist zur Beschwer- deergänzung abzuweisen. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). D-2840/2018 Seite 7 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge- richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in ver- schiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5 E. 2.2). 5. 5.1 Die Vorinstanz gelangte in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG, noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand. Im Einzelnen führte sie aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers bezüg- lich der geltend gemachten Behelligungen durch die sri-lankischen Behör- den ab September 2015 seien in wesentlichen Punkten zu wenig konkret, detailliert und differenziert dargelegt worden und vermittelten den Eindruck, der Beschwerdeführer habe das Vorgetragene nicht selbst erlebt. Auf die Aufforderung hin, die erste und letzte Befragung detailliert zu schildern, hätten sich seine Aussagen auf den Handlungsablauf beschränkt, ohne ei- nen persönlichen Bezug aufzuweisen. Ausserdem habe er die Ereignisse chronologisch nicht einordnen können. Seine diesbezügliche Erklärung, aufgrund einer in der Kindheit erlittenen Kopfverletzung nicht in der Lage zu sein, die zeitlichen Abläufe genauer zu schildern, vermöge nicht zu über- zeugen, zumal er im Gegensatz zu diesen zentralen Ereignissen das Da- tum, an welchem er von seiner (…) nach Hause zurückgekehrt sei, präzise habe angeben können. Die dadurch entstandenen Zweifel an der Glaub- haftigkeit der Vorbringen würden weiter durch zahlreiche Widersprüche zu den Aussagen seines Vaters bestärkt. Gemäss dessen Angaben seien die Behördenvertreter bereits zwei Tage nach seiner Ausreise am 8. August 2015 zum Beschwerdeführer und seiner Familie nach Hause gegangen. Der Beschwerdeführer habe hingegen angegeben, dass die Beamten erst ungefähr anfangs September 2015 bei ihnen zu Hause vorbeigekommen seien. Angesichts der aufgezeigten Ungereimtheiten gelinge es dem Be- schwerdeführer nicht, die geltend gemachte Verfolgung durch die sri-lanki- schen Behörden glaubhaft zu machen. An dieser Einschätzung würden D-2840/2018 Seite 8 auch die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern vermögen. Die ein- gereichten Fotografien im Zusammenhang mit der geltend gemachten Festnahme seines Vaters im Jahr 2015 zeigten lediglich ein Polizeiauto mit darum gruppierten Menschen und liessen keine Rückschlüsse auf eine asylrelevante Verfolgung zu. Was die Videoaufnahme aus dem Jahr 2018 anbelange, mit welcher er die letzte Befragung und Bedrohung durch die sri-lankischen Behörden habe aufzeigen wollen, müsse diese als gefälscht erachtet werden. Die dargestellte Szene wirke inszeniert. Im ersten Teil der Videoaufnahme seien keine Gespräche zu hören, obwohl der Ton bereits gelaufen sei. Nachdem alle Personen ins Bild gerückt seien, beginne nach einem kurzen «Schnippen» ein Gespräch. Der Ablauf erinnere an Drehar- beiten, bei welchen zum Start der Aufnahme jeweils die Szenenklappe be- tätigt werde. Zudem erschienen die jüngeren Geschwister des Beschwer- deführers weder verängstigt noch eingeschüchtert, was angesichts dieser Bedrohung nicht verständlich sei und unnatürlich wirke. Auch die Perspek- tive der Kamera, welche auf Schulterhöhe des Soldaten gehalten worden sei, sei nicht nachvollziehbar. Vielmehr wäre zu erwarten gewesen, dass die Kamera an einem nicht-öffentlichen Ort mit begrenztem Personenkreis mindestens verdeckt oder aus der Distanz eingesetzt worden wäre, da die Entdeckung de r Kamera fatale Folgen hätte nach sich ziehen können. Nach dem Gesagten bestehe kein Anlass zur Annahme, dass die Vid eo- aufnahme aus dem Jahr 2017 authentisch sei. Im Zusammenhang mit der Prüfung, ob der Beschwerdeführer im Falle der Rückkehr nach Sri Lanka trotz der Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen ob- jektiv begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG hat, stellte die Vorinstanz mit Blick auf die vom Bundes- verwaltungsgericht im Urteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 festgelegten Risikofaktoren fest, der Beschwerdeführer habe bis im Jahr 2018 – und somit noch neun Jahre nach Kriegsende – in seinem Heimatstaat gelebt. Allfällige, im Zeitpunkt der Ausreise bestandene Risikofaktoren hätten folg- lich kein Verfolgungsinteresse auszulösen vermocht, zumal er legal ausge- reist sei . Aufgrund der Aktenlage sei nicht ersichtlich, weshalb der Be- schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. Somit bestehe kein begründeter Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrschei nlichkeit und in ab- sehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein werde. D-2840/2018 Seite 9 5.2 Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitte- leingabe ein, die Vorinstanz habe die Beweisregel von Art. 7 AsylG zu rest- riktiv gehandhabt. Die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen sei bei einer Ge- samtbetrachtung seiner Aussagen zu bejahen. Bereits im vorinstanzlichen Verfahren habe er darauf hingewiesen, auf- grund eines in der Kindheit erlittenen Schädel-Hirn-Traumas geistig beein- trächtigt zu sein. Daher sei er nicht dazu in der Lage, sich an sämtliche Erlebnisse und zeitliche Kausalzusammenhänge zu erinnern. Diesen Um- stand habe die Vorinstanz nicht genügend berücksichtigt und aufgrund der mühelosen zeitlichen Einordnung eines einzigen Tages auf die Unglaub- haftigkeit geschlossen. Ferner habe die Vorinstanz die Videoaufnahme aus dem Jahr 2018, welche die Bedrohung mit einer Waffe durch einen Regierungsbeamten belege, ohne den Beizug von Fachleuten als F älschung beurteilt. Hinsichtlich der Perspektive der Kamera verkenne die Vorinstanz, dass die Aufnahme aus der Entfernung mittels Zoomfunktion erfolgt sei, was auch die Geräusche erkläre. Ausserdem lasse sie ausser Acht, dass solche Bedrohungen zum Alltag der Familie gehört hätten und man zudem die kulturellen Verhaltens- weisen gegenüber Autoritäten nicht mit den hiesigen vergleichen könne. Schliesslich habe sie die Videoaufnahme aus dem Jahr 2017 gar nicht mehr gewürdigt, obwohl diese gerade deutlich von einem anderen Raum aus (eine Art Estrich des Bungal ows) aufgenommen worden sei, mit der Vorsicht, welche die Vorinstanz angeblich vermisse. Im Zusammenhang mit der Frage, ob er über ein Risikoprofil verfüge, auf- grund dessen er begründete Furcht vor künftiger Verfolgung habe, bringt der Beschwerdeführer sodann vor, aufgrund der LTTE-Mitgliedschaft sei- nes geflohenen Vaters bereits in den Fokus der heimatlichen Behörden ge- raten zu sein. Darüber hinaus habe er seinen Heimatstaat unter verdächti- gen Umständen verlassen, womit offensichtlich sei, dass er bei einer Rück- kehr auch dadurch gefährdet sei. 5.3 In den Eingaben vom 24. Mai 2018 machte der Beschwerdeführer – nach erfolgter Akteneinsicht und nebst sinngemässer Wiederholung bishe- riger Vorbringen – im Wesentlichen geltend, dass ihm die legale Ausreise nur dank de r Hilfe eines Schleppers gelungen sei. Weiter belegten neue Beweismittel, dass bei seiner Familie zu Hause tags zuvor eine Hausdurch- suchung durch Angehörige der heimatlichen Behörden stattgefunden D-2840/2018 Seite 10 habe, worüber in einem tamilischen Onlineportal ( www.ibc.tamil.com) be- richtet und der Name der Familie genannt worden sei. Im Nachgang an diese Hausdurchsuchung sei sodann sein Bruder festgenommen worden. Vor diesem Hintergrund stehe fest, dass er in seinem Heimatland nach wie vor an Leib und Leben gefährdet sei. 5.4 In der Beschwerdeergänzung vom 3. März 2020 gab der Beschwerde- führer sodann an, die neu eingereichten Foto- und Videoaufnahmen beleg- ten, dass Angehörige der sri -lankischen Sicherheitsbehörden sowohl am 18. Dezember 2019 als auch am 19. Januar 2020 wiederum bei seiner Fa- milie zu Hause vorbeigegangen seien. Gemäss beiliegendem Schreiben seiner Mutter vom 19. Dezember 2019 sei es anlässlich der Behördenvor- sprache vom 18. Dezember 2019 sodann zu Durchsuchungshandlungen gekommen. Dementsprechend habe sich seine Gefährdungslage seit der Ausreise weiter verschärft. Dies gelte umso mehr seit den Präsident- schaftswahlen vom 17. November 2019 mit dem Sieg von Gotabaya Raja- paksa. 6. 6.1 Auf Beschwerdeebene wird die Verletzung der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt. Diese formelle Rüge ist vorab zu beurteilen, da sie gegebenenfalls geeignet ist, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Diesbezüglich macht der Beschwerdeführer geltend, die Vorin stanz habe offensichtlich angezeigte Abklärungen – namentlich das Einholen fachspezifischer Gut- achten hinsichtlich seiner Erinnerungslücken und den eingereichten Video- aufnahmen, einer Botschaftsabklärung sowie Beizug der Beschwerdeak- ten seines Vaters – unterlassen. 6.2 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Dabei muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen be- schaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ord- nungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist sie, wenn die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt oder nicht alle für die Entscheidung wesentlichen Sachum- stände berücksichtigt hat (vgl. dazu CHRISTOPH AUER/ANJA MARTINA BIN- DER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwal tungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 12 N 16). Der Untersuchungsgrundsatz findet D-2840/2018 Seite 11 seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). 6.3 Zwar trifft es zu, dass der Beschwerdeführer sowohl in der BzP (vgl. A10 Ziff. 7.02, Ziff. 8.02) als auch in der Anhörung (vgl. A15 F48, F51, F74, F136, F143, F202, F206) auf seine Erinnerungslücken aufmerksam ge- macht hat, wobei ihm anlässlich letzterer hierzu vertiefende Fragen gestellt wurden (vgl. A15 F23-26, F30-32). Nach Durchsicht der Protokolle entsteht aber nicht der Eindruck, er sei nicht in der Lage gewesen, die ihm gestellten Fragen zu beantworten. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem Un- terschriftenblatt der Hilfswerksvertretung, welche zwar auf seine Vergess- lichkeit bezüglich Daten hingewiesen hat, aber nicht die Aussagefähigkeit als solche in Frage stellte (vgl. A15, letzte Seite). Entgegen der Auffassung auf Beschwerdeebene bestand somit kein Anlass für die Vornahme einer fachärztlichen Begutachtung seiner Aussagefähigkeit. Im Übrigen liegt die Darlegung des wesentlichen Sachverhalts grundsätzlich im Verantwor- tungsbereich der asylsuchenden Person. Der Beschwerdeführer hat im vorinstanzlichen Verfahren im Rahmen der Anhörung die Möglichkeit ge- habt, sich umfassend – auch in einem freien Bericht (vgl. A15 F92) – zu seinen Asylgründen zu äussern. Aus den Akten sind keine konkreten An- haltspunkte ersichtlich, gestützt auf welche von einem nur mangelhaft fest- gestellten Sachverhalt auszugehen wäre, der zus ätzliche Abklärungen durch die Vorinstanz erfordert hätte. Diesbezüglich ist ebenfalls keine Ver- letzung der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtser- heblichen Sachverhalts festzustellen. 6.4 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, di e angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vor - instanz zurückzuweisen. Der entsprechende Subeventualantrag ist abzu- weisen. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer stellte für den Fall einer materiellen Beurteilung seiner Beschwerde folgende Beweisanträge: Seine Erinnerungslücken so- wie die eingereichten Videoaufnahmen seien durch Fachleute zu untersu- chen und es sei eine Botschaftsabklärung einzuholen. 7.2 Diesbezüglich ist festzuhalten, dass sich auch auf Beschwerdeebene keine konkreten Hinweise darauf ergeben, dass der Sachverhalt diesbe- züglich ungenügend erstellt worden wäre. Angesichts der vorliegenden Ak- ten und Umstände sieht sich das Bundesverwa ltungsgericht daher nicht D-2840/2018 Seite 12 veranlasst, weitere Abklärungen durchzuführen, zumal der Beschwerde- führer während des laufenden Verfahrens genügend Zeit hatte, seine gel- tend gemachten medizinischen Probleme beziehungsweise seine geltend gemachte asylrelevante Verfolgung darzulegen. 8. 8.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten so- dann in materieller Hinsicht zum Schluss, dass die Vorinstanz in ihren Er- wägungen zutreffend festgehalten hat, die Vorbringen des Beschwerdefüh- rers würden den Anforderu ngen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG respektive an die Asylrelevanz gemäss Art. 3 AsylG nicht genügen. Auf die betreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. die Zusammenfassung der entsprechenden Erwägungen in E. 5.1 des vor- liegenden Urteils) kann mit den nachfolgenden Ergänzungen weitgehend verwiesen werden. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene und die ein- gereichten Beweismittel führen zu keiner anderen Betrachtungsweise. 8.2 Zunächst ist festzustellen, dass sich die Vorinstanz im vorliegenden Fall keine unrichtige Anwendung der Beweisregel von Art. 7 AsylG vorzu- werfen hat. Wie in den Erwägungen der Vorinstanz mit zutreffender Be- gründung erläutert wird, halten die Vorbringen des Beschwerdeführers be- treffend die geltend gemachte Verfolgung aufgrund der ehemaligen LTTE- Mitgliedschaft seines geflohenen Vaters in den wesentlichen Punkten den Anforderungen an das reduzierte Beweismass des Glaubhaftmachens nicht stand. 8.2.1 Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass die Ausführungen des Be- schwerdeführers bezüglich der geltend gemachten Behelligungen ab Sep- tember 2015 auch auf (mehrmalige) Nachfrage vage, detailarm (vgl. A10 Ziff. 7.01 f.; A15 F92-110, F137-154, F175-197) und widersprüchlich (vgl. N 647 830 A11 F79; A15 F93 f.) ausgefallen sind. Der erneute Versuch auf Beschwerdeebene, diese Ungereimtheiten und Widersprüche auf eine allfällige, im vorliegenden Verfahren jedoch unbe- legte geistige Beeinträchtigung zurückzuführen, ist offensichtlich nicht behelflich. Zudem gab der Beschwerdeführer a usdrücklich zu Protokoll, Mühe mit Zahlen und Daten zu bekunden, und nicht generell gravierende Ereignisse zu vergessen (vgl. A15 F30-32). D-2840/2018 Seite 13 Nach dem zuvor Dargelegten findet auch die auf Beschwerdeebene ver- tretene Ansicht, die Glaubhaftigkeit seiner Vorbr ingen sei bei einer Ge- samtbetrachtung seiner Aussagen zu bejahen , in den Protokollen keine Bestätigung. Vielmehr wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwerde- führer auf Nachfrage hin präzise und subjektiv geprägt über das Gesche- hene hätte berichten können, wenn er die Ereignisse tatsächlich auf die geschilderte Art und Weise erlebt hätte. Beispielsweise machte der Be- schwerdeführer in Bezug auf die letzte Befragung vom Februar 2018 – den angeblichen Auslöser für seine Flucht – zusammengefasst geltend, meh- rere Angehörige der sri -lankischen Sicher heitsbehörden seien gegen 21:00 Uhr respektive 22:00 Uhr bei seiner Familie zu Hause vorbeigekom- men, einer davon habe sie ins Wohnzimmer begleitet, sich nach dem Ver- bleib seines Vaters und nach Waffenverstecken erkundigt, den Beschwer- deführer mit einer Waffe bedroht und sei wenig später wied er gegangen (vgl. A10 Ziff. 7.02; A15 F177 -190). Diese insgesamt einfach gehaltene Sachverhaltsdarstellung ist mit der erfahrungsgemäss um ein Vielfaches komplexeren Wirklichkeit nur schwer vereinbar. An dieser Einschätzung vermag auch die in diesem Zusamm enhang eingereichte Videoaufnahme (vgl. Prozessgeschichte, Bst. A.d) nichts zu ändern. Diesbezüglich kann – anstelle einer Wiederholung – auf die überzeugenden Erwägungen der Vo- rinstanz verwiesen werden, welchen der Beschwerdeführer mit seinen oberflächlichen Erklärungsversuchen in der Rechtsmittelschrift nichts Stichhaltiges entgegen zu setzen vermag. Darüber hinaus wirkt auch sein Verhalten im Anschluss an die obgenannte Bedrohungslage äusserst un- realistisch. So habe er sich danach weiterhin in B._______ aufgehalten und als (…) gearbeitet, bevor er am 16. April 2018 – und somit rund zwei Mo- nate später – zwecks Ausreise nach G._______ gefahren sei (vgl. A10 Ziff. 2.01; A15 F175, F238, F242-243). Ein solches Verhalten entspricht of- fensichtlich nicht demjenigen einer an Leib und Leben bedrohten Person. Hinsichtlich der Videoaufnahme aus dem Jahr 2017 (vgl. Prozessge- schichte, Bst. A.d) ist vorab anzumerken, dass sie sich nicht auf dem bei den Akten liegenden USB-Stick befindet. Aufgrund dessen, dass die Akten beider Asylverfahren jeweils auch für das konnexe Verfahren berücksichtigt werden und im Beschwerdeverfahren des Vaters eine seinen Angaben ent- sprechende Videoaufnahme eingereicht worden ist, kann davon ausge- gangen werden, dass diese gemeint ist, und auf sie abgestellt werden, weshalb offen gelassen werden kann, aus welchem Grund entgegen dem Beschwerdeführer die Videosequenz auf dem USB-Stick nicht vorzufinden ist. Sodann ist festzuhalten, dass auch die Authentizität dieser Videoauf-D-2840/2018 Seite 14 nahme angesichts dessen, dass darauf lediglich drei in zivil gekleidete Per- sonen vor einem Hauseingang zu sehen sind, offengelassen werden kann. Eine asylrechtlich relevante Behelligung im Sinne des Asylgesetzes ist da- rauf jedenfalls nicht zu erkennen. 8.2.2 Weiter widerspricht es der allgemeinen Erfahrung und Logik des Han- delns, dass ihm trotz angeblicher Behelligungen durch die sri -lankischen Behörden im März 2018 ein Reisepass ausgestellt worden ist (vgl. A10 Ziff. 4.01) und er – mit Reisepapieren auf seinen Namen lautend – im April 2018 hat ausreisen können (vgl. A8; A10 Ziff. 5.02; A15 F81-84, F88). Das Vorbringen auf Beschwerdeebene, es sei ohne Weiteres möglich, das Land mit Hilfe von Schleppern ungehindert zu verlassen, überzeugt mit Blick auf die Gesamtumstände nicht. 8.2.3 Somit ist im Sinne eines Zwischenergebnisses festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer angesichts dieser zahlreichen Widersprüche und Ungereimtheiten nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka bestehende oder drohende asylrechtli ch relevante Gefährdung seitens der sri-lankischen Behörden glaubhaft zu machen. 8.3 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ergibt sich auch unter Berück- sichtigung allfälliger Risikofaktoren im Hinblick auf die Rückkehr des Be- schwerdeführers nach Sri Lanka nicht mit überwiegender Wahrscheinlich- keit eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung beziehungsweise eine im heutigen Zeitpunkt objektiv begründete Furcht vor künftiger Verfolgung. Das Bundesverwaltungsgericht hält im bereits zitierten Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 fest, bestimmte Risikofaktoren (Eintrag in die „Stop-List“, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Aktivitäten) seien als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter den im Ent- scheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Be- jahung einer begründeten Furcht vor ernsthaften Nachteilen führen könn- ten. Demgegenüber würden das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangsweise respektive durch die IOM begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegründende Faktoren darstellen. Dies bedeute, dass sie in der Regel, für sich alleine genommen keine ob- jektiv relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen zu begründen vermöch- ten. Demnach sind jegliche glaubhaft gemachten Risikofaktor en in einer Gesamtschau und in ihrer Wechselwirkung sowie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in einer Einzelfallprüfung zu würdigen, wobei zu D-2840/2018 Seite 15 erwägen ist, ob mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrecht- lich relevante Verfolgung zu bejahen ist (vgl. a.a.O. E. 8.5.5). Wie soeben dargelegt, konnte der Beschwerdeführer keine asylrelevante Verfolgung vor seiner Ausreise glaubhaft machen. Überdies liegen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass sich dies seit seiner Ausreise aus Sri Lanka geändert hätte, woran auch die in diesem Zusammenhang ein- gereichten Beweismittel (Zeitungsbericht, Foto- und Videoaufnahmen so- wie Schreiben seiner Mutter vom 19. Dezember 2019; vgl. Prozessge- schichte, Bst.n F.a und L.a) nichts zu ändern vermögen. Zunächst ist fest- zuhalten, dass die in der Beschwerde behauptete neue Gefährdung des Beschwerdeführers infolge der unbestrittenen behördlichen Suche nach Waffenverstecken der LTTE auf dem Grundstück seiner Familie im Mai 2018 zu verneinen ist. Dieser Umsta nd vermag für sich genommen kein Verfolgungsrisiko darzulegen, zumal die heimatlichen Behörden laut dem eingereichten Zeitungsbericht gerade keine Waffen, sondern einzig ein mi- litärisches Minensuchgerät gefunden haben. Im Übrigen handelt es sich beim Vorbringen, sein Bruder sei im Zuge dieser Suchaktion festgenom- men worden, um eine nicht weiter belegte Parteibehauptung. Auch die im Nachgang an dieses Ereignis entstandenen Videoaufnahmen sind nicht geeignet, zu einer anderen Betrachtungsweise zu führen. Auf den Aufnah- men vom 18. Dezember 2019 und 19. Januar 2020 ist lediglich zu sehen, wie zivil gekleidete Personen vor dem Hauseingang erscheinen und sich während acht respektive zwei Minuten mit den Familienangehörigen res- pektive dem Bruder des Beschwerdeführers unterhalten. Anzeichen für be- hördliche Drohungen oder Durchsuchungen sind jedoch keine ersichtlich. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem Schreiben seiner Mutter vom 19. Dezember 2019. Es gibt lediglich die Version seiner Mutter wieder und ist als blosses Gefälligkeitsschreiben beziehungsweise als Parteibehaup- tung zu würdigen. Aus den Akten sind ferner keine exilpolitischen Tätigkei- ten ersichtlich und solche werden auch nicht geltend gemacht. Des Weite- ren ist auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auf einer „Stop-List“ eingetragen wäre, da er – wie bereits erwähnt – mit seinem ei- genen Reisepass aus Sri Lanka ausreisen konnte. Ferner ist derselbe bis am 29. März 2028 gültig, weshalb der Beschwerdeführer auch über gültige Reisepapiere verfügt (vgl. A10 Ziff. 4.01). Aus seiner tamilischen Ethnie, der Landesabwesenheit und dem Asylverfahren in der Schweiz kann er schliesslich keine Gefährdung ableiten . Unter Würdigung aller Umstände ist somit nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer von den sri-lanki- schen Behörden zu jener kleinen Gruppe gezählt wird, die bestrebt ist, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, und so eine Gefahr D-2840/2018 Seite 16 für den sri -lankischen Einheitsstaat darstellt. Es ist somit nicht anzuneh- men, dass ihm persönl ich im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka ernst- hafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen. 8.4 An dieser Einschätzung vermag auch die aktuelle – wenn auch als volatil zu bezeichnende – politische Lage in Sri Lanka , wie nachfolgend aufgezeigt, nichts zu ändern. Am 16. November 2019 wurde Gotabaya Rajapaksa zum neuen Präsiden- ten Sri Lankas gewählt. Kurz nach der Wahl ernannte dieser seinen Bruder Mahinda zum Premierminister und band einen weiteren Bruder, Chamal Rajapaksa, in die Regierung ein; die drei B rüder Gotabaya, Mahinda und Chamal Rajapaksa kontrollieren im neuen Regierungskabinett zusammen zahlreiche Regierungsabteilungen oder –institutionen. Beobachter und ethnische oder religiöse Minderheiten befürchten insbesondere mehr Re- pression und die verme hrte Überwachung von Menschenrechtsaktivistin- nen und -aktivisten, Journalistinnen und Journalisten, Oppositionellen und regierungskritischen Personen (vgl. Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]: Regierungswechsel weckt Ängste bei Minderheiten, 21. November 2019). Am 5. August 2020 fanden Parlamentswahlen statt mit dem Resultat, dass der Rajapaksa-Clan seine Macht in Sri Lanka ausweiten konnte (vgl. Sri Lanka: Rajapaksa-Clan weitet seine Macht weiter aus [nzz.ch] vom 7. Au- gust 2020). Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka bewusst. Es beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt sie bei seiner Entscheidfindung. Zwar ist es beim derzeitigen Kenntnis- stand durchaus als möglich zu erachten, dass sich die Gefährdungsl age für Personen mit einem bestimmten Risikoprofil akzentuieren könnte. Den- noch gibt es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv ei- ner Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. U nter diesen Umständen ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Perso- nen zu den Präsidentschaftswahlen vom 16. November 2019 respektive deren Folgen besteht. Im vorliegenden Fall sind den Akten – entgegen den Beschwerdevorbrin- gen – keine Hinweise auf eine Verschärfung der persönlichen Situation des Beschwerdeführers aufgrund dieser Ereignisse zu entnehmen. Die Anfor- derungen an die Annahme einer begründeten Verfolgungsfurcht sind somit nicht erfüllt. D-2840/2018 Seite 17 8.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nichts vorgebracht hat, was geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzu- weisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asyl- gesuch daher zu Recht abgelehnt. 9. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent- haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; BVGE 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet. 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 10.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. 10.2.1 Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist – wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG vorliegend nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs - und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Überein kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). D-2840/2018 Seite 18 10.2.2 Sodann ergeben sich – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz und entgegen der Beschwerde – weder aus den A ussagen des Beschwerde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand- lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk ") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127, m.w.H.). Der EGMR hat sich wiede rholt mit der Gefährdungssituation von Tamilen auseinandergesetzt, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zu- rückkehren müssen (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Beschwerde Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Ur- teil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P .K. gegen Däne- mark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Da- bei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon aus- zugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Be- handlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob Betroffene ernsthafte Gründe für die Befürchtung hätten, die Behörden hätten an ihrer Festnahme und weitergehenden Be fragung ein Interesse, verschiedene Aspekte beziehungsweise persönliche Risikofaktoren in Betracht gezogen werden (vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O, § 94). Nachdem der Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er be- fürchten müsse, bei einer Rück kehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Aus- mass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung drohen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen (vgl. dazu BVGE 2011/24 E. 10.4 und das weiterhin einschlägige Referenzur- teil E-1866/2015 E. 12.2). Dies gilt auch unter Berücksichtigung der (si- cherheits-)politischen Ereignisse in den vergangenen Jahren (vgl. statt vie- ler Urteil des BVGer D -1211/2021 vom 30. August 2021 E. 9.2.2). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der lan- des- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-2840/2018 Seite 19 10.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 10.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt; dies gilt auch unter Berücksichtigung der (sicherheits-)politischen Ereignisse in den vergange- nen Jahren (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-1211/2021 vom 30. August 2021 E. 9.3.1). Gemäss nach wie vor gültiger Rechtsprechung ist der Weg- weisungsvollzug in die Ost- und Nordprovinz weiterhin zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehu ngsnetzes sowie Aus- sichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht wer- den kann (vgl. Referenzurteile E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2 und D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). 10.3.2 Der Beschwerdeführer lebte zuletzt in B._______ (Distrikt C._______, Nordprovinz [vgl. A10 Ziff. 2.01; A15 F38]). Der Vollzug in die- ses Gebiet ist im Lichte der Rechtsprechung grundsätzlich zumutbar. Im vorliegenden Fall sprechen sodann keine individuellen Gründe gegen ei- nen Wegweisungsvollzug. Nach wie vor leben mehrere Familienmitglieder des Beschwerdeführers in Sri Lanka (Mutter, Geschwister, […] und [...] [vgl. A10 Ziff. 3.01; A15 F36]), welche ihn bei einer Rückkehr und Wiederein- gliederung in den Alltag in Sri Lanka unterstützen und ihm eine gesicherte Wohnsituation bieten können. Aufgrund seiner soliden Schulbildung und der Arbeitserfahrungen als (…) ist ferner davon auszugehen, dass er zu- künftig in der Lage sein wird, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten (vgl. A10 Ziff. 1.17.04 f.; A15 F42 -64). Sodann konnte er vor seiner Ausreise unter anderem von der finanziellen Unterstützung seiner (…) leben (vgl. A10 Ziff. 1.17.04). Bei einer Rückkehr ist davon auszugehen, dass dies – zumindest für die erste Zeit – auch weiterhin der Fall sein dürfte. Ausser- dem leidet der Beschwerdeführer den Akten zufolge an keinen gesundheit- lichen Problemen, die der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs entge- genstehen würden (vgl. A10 Ziff. 8.02; A15 F22-26). Etwas anderes wird auf Beschwerdeebene auch nicht vorgebracht. Besondere Umstände, auf- grund derer von einer Existenzbedrohung ausgegangen werden müsste, D-2840/2018 Seite 20 sind vorliegend keine ersichtlich. Nach dem Gesagten erweist sich der Voll- zug der Wegweisung auch als zumutbar. 10.4 Schliesslich verfügt der Beschwerdeführer – wie bereits festgehalten – über einen gültigen Reisepass (vgl. oben E. 8.3), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 10.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 12. 12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be- schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Regle- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem mit ver- fahrensleitender Verfügung vom 28. Mai 2018 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut- geheissen wurde und nicht von einer veränderten finanziellen Lage auszu- gehen ist, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen 12.2 Ebenfalls mit Verfügung vom 28. Mai 2018 wurde dem Beschwerde- führer die amtliche Rechtsverbeiständung im Sinne von aArt. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG zugesprochen und sein Rechtsvertreter als amtlicher Rechts- beistand eingesetzt. Er reichte am 19. Oktober 2018 eine aktualisierte Kos- tennote zu den Akten, die einen zeitlichen Vertretungsaufwand von insge- samt 9.6 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 300.– sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 83.– ausweist. Der geltend gemachte zeitliche Aufwand erscheint angemessen. Unter Berücksichtigung des massgebenden Stun- denansatzes von Fr. 220.– für Anwältinnen und Anwälte ist dem Rechts- vertreter demnach vom Bundesverwaltungsgericht ein amtliches Honorar von gerundet Fr. 2’364.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) auszurichten (vgl. Art. 12 und Art. 14 Abs. 2 VGKE). (Dispositiv nächste Seite) D-2840/2018 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dem amtlichen Rechtsbeistand wird ein amtliches Honorar zulasten der Gerichtskasse von Fr. 2’364.– zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Bettina Hofmann Versand: