<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00359</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203883&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00359</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.12.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Schlechterstellung im Rekursverfahren (reformatio in peius) in einer Sozialhilfeangelegenheit Klare Mängel des angefochtenen Entscheids sind zu berücksichtigen, selbst wenn sie nicht ausdrücklich gerügt werden (E. 1.2). Eine reformation in peius setzt voraus, dass der betroffenen Partei vorgängig das rechtliche Gehör gewährt wird. Dabei ist sie - namentlich bei nicht rechtskundiger Vertretung - auf die Möglichkeit eines Rückzugs des Rechtsmittels aufmerksam zu machen, um den in Aussicht stehenden ungünstigen Entscheid abzuwenden (E. 2.2). Vorliegend erfolgte kein Hinweis auf die Rückzugsmöglichkeit. Ein Heilung dieses Mangels käme allenfalls dann in Frage, wenn die betroffene Partei zu erkennen gibt, dass sie an ihrem Rechtsmittel in Kenntnis der Schlechterstellung festhalten will (E. 2.3). Gutheissung (und Rückweisung an Vorinstanz). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REFORMATIO IN PEIUS">REFORMATIO IN PEIUS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKURS">REKURS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃGEPRINZIP">RÃGEPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHLECHTERSTELLUNG">SCHLECHTERSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: ÃBRIGES ALLGEMEINES VERWALTUNGSPROZESSRECHT">ÃBRIGES ALLGEMEINES VERWALTUNGSPROZESSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV">ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">§ 27 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2003 Nr. 8 S. 52</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vormundschafts- und FÃ¼rsorgebehÃ¶rde der Gemeinde X beschloss am 12. Februar 2003, A ab 1. Januar 2003 wirtschaftliche Hilfe von monatlich Fr. 2'835.- zu leisten. Ferner Ã¼bernahm sie ausstehende Hypothekarschulden des 4. Quartals 2002 (Fr. 3'108.85) und fÃ¼r das Jahr 2002 geschuldete AHV-/IV-BeitrÃ¤ge von Fr. 778.60. Sie ordnete an, dass die wirtschaftliche Hilfe jeweils Mitte und Ende des Monats in bar auf der Gemeindeverwaltung ausbezahlt werde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 12. MÃ¤rz 2003 beschloss die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde, die Kosten fÃ¼r einen Buchhaltungskurs sowie fÃ¼r einen Businessplan-Kurs zu Ã¼bernehmen, lehnte hingegen die Bezahlung des Kaufpreises fÃ¼r ein Buchhaltungsprogramm ab. Weiter beschloss sie, die Ã¶ffentlich-rechtlichen GebÃ¼hren fÃ¼r die von A bewohnte Liegenschaft L zur HÃ¤lfte zu Ã¼bernehmen und stellte in Aussicht, die HÃ¤lfte anstehender Unterhaltskosten nach Vorliegen von Offerten ebenfalls zu Ã¼bernehmen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>A beantragte mit Rekurs vom 18. MÃ¤rz 2003 an den Bezirksrat Y, die wirtschaftliche Hilfe sei ihr rÃ¼ckwirkend ab 1. Oktober 2002 zu gewÃ¤hren; die Kurskosten fÃ¼r Weiterbildungsmassnahmen seien rÃ¼ckwirkend inklusive der Kaufkosten fÃ¼r das Buchhaltungsprogramm zu Ã¼bernehmen und weitere Kurse seien gemÃ¤ss Bedarfsnachweis zu bezahlen; die Nebenkosten (Versicherung und Unterhalt) im Zusammenhang mit ihrer Liegenschaft seien voll zu Ã¼bernehmen; die Auszahlung der wirtschaftlichen Hilfe sei auf ihr Postcheckkonto und nicht auf dem GemeindebÃ¼ro vorzunehmen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat fÃ¼hrte nach Abschluss des Schriftenwechsels eine Parteibefragung durch und wies den Rekurs am 27. August 2003 ab, soweit er darauf eintrat (Disp.-Ziff. 1). Unter Aufhebung der angefochtenen Anordnungen vom 12. Februar 2003 und 12. MÃ¤rz 2003 stellte er im Sinne der ErwÃ¤gungen fest, dass kein Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe bestehe (Disp.-Ziff. 2).</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diesen Beschluss hat A am 28. September 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin seit 1. Oktober 2002 die Voraussetzungen fÃ¼r die Ausrichtung wirtschaftlicher Hilfe durch die Gemeinde X erfÃ¼lle. Ferner wiederholt sie die bereits vor Bezirksrat gestellten AntrÃ¤ge betreffend Weiterbildungskosten, Nebenkosten der Liegenschaft und Auszahlungsmodus. Zudem stellt sie den Antrag, es sei ihr die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren und ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen, unter Ansetzung einer Frist zur BeschwerdeergÃ¤nzung.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat und die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X beantragen die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) zustÃ¤ndig. Im Streit liegt die Pflicht der Beschwerdegegnerin, der BeschwerdefÃ¼hrerin monatliche wirtschaftliche Hilfe im Betrag von ca. Fr. 3'000.- zu leisten. In der Regel wird der Streitwert in SozialhilfefÃ¤llen aufgrund der auf ein Jahr umgerechneten monatlichen UnterstÃ¼tzungsbeitrÃ¤ge bestimmt. Nach dieser Regel, die hier anzuwenden ist, betrÃ¤gt der Streitwert weit Ã¼ber Fr. 20'000.-, weshalb die Kammer zur Behandlung der Beschwerde zustÃ¤ndig ist (§ 38 Abs. 1 VRG; vgl. dazu Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 38 N. 5 und 11).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin ist gemÃ¤ss § 21 lit. a VRG offensichtlich gegeben. Auf die rechtzeitig und formrichtig eingereichte Beschwerde ist einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das Recht von Amtes wegen an. Das bedeutet nicht, dass das Verwaltungsgericht jedem nur denkbaren Rechtsmangel der angefochtenen VerfÃ¼gung nachzuforschen hat, da das RÃ¼geprinzip â wonach die Rechtsmittelinstanz ihre ÃberprÃ¼fung grundsÃ¤tzlich auf das beschrÃ¤nken soll, was beanstandet ist â den Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen begrenzt (RB 1997 Nr. 7, 1982 Nr. 5). Klare MÃ¤ngel des angefochtenen Entscheides sind jedoch â jedenfalls soweit dadurch der Streitgegenstand nicht verÃ¤ndert wird â zu berÃ¼cksichtigen, selbst wenn sie nicht ausdrÃ¼cklich gerÃ¼gt werden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 4). Das bedeutet, dass das Gericht dem Rechtsbegehren in derartigen FÃ¤llen mit einer anderen BegrÃ¼ndung Folge geben kann, als sie die BeschwerdefÃ¼hrerin vorgebracht hat.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Der Bezirksrat hat angenommen, neben der formell angefochtenen VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 12. Februar 2003 sei auch deren VerfÃ¼gung vom 12. MÃ¤rz 2003 mit angefochten. Er hat beide VerfÃ¼gungen aufgehoben, da die BeschwerdefÃ¼hrerin keine wirtschaftliche Hilfe beanspruchen kÃ¶nne. Zur BegrÃ¼ndung macht der Bezirksrat geltend, die BeschwerdefÃ¼hrerin verfÃ¼ge in X Ã¼ber keinen UnterstÃ¼tzungswohnsitz oder -aufent­halt; zudem habe sie Ã¼ber ihre wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnisse ungenÃ¼gend Auskunft erteilt, so dass angenommen werden mÃ¼sse, sie verfÃ¼ge Ã¼ber ausreichende Mittel, um ihren Lebensunterhalt aus eigenen KrÃ¤ften zu bestreiten. Damit hat der Bezirksrat die angefochtenen VerfÃ¼gungen zu Ungunsten der BeschwerdefÃ¼hrerin abgeÃ¤ndert (sog. reformatio in peius), was gemÃ¤ss § 27 VRG im Rekursverfahren grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig ist. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die reformatio in peius setzt in formeller Hinsicht voraus, dass die Rekursinstanz der rekurrierenden Partei zur beabsichtigten Schlechterstellung das rechtliche GehÃ¶r gewÃ¤hrt (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV]). Damit soll der von einer Verschlechterung bedrohten Partei nicht bloss die MÃ¶glichkeit eingerÃ¤umt werden, sich zur Schlechterstellung zu Ã¤ussern, sondern es soll ihr auch ermÃ¶glicht werden, ihr Rechtsmittel zurÃ¼ckzuziehen und damit den in Aussicht stehenden ungÃ¼nstigen Entscheid abzuwenden. Auf diese MÃ¶glichkeit ist sie von der RekursbehÃ¶rde ausdrÃ¼cklich aufmerksam zu machen (KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 27 N. 15). Dies gilt aus GrÃ¼nden der Fairness im Verfahren (Art. 29 Abs. 1 BV) namentlich mit Bezug auf eine nicht rechtskundig vertretene Partei, die im Gegensatz zur Rechtsmittelinstanz um die RÃ¼ckzugsmÃ¶glichkeit in dieser Situation nicht ohne weiteres weiss (BGE 122 V 166 E. 2b/bb). Der soeben erwÃ¤hnt Entscheid betrifft das Sozialversicherungsrecht; im Sozialhilferecht liegen vergleichbare VerhÃ¤ltnisse vor, wes­halb diese Praxis darauf Ã¼bertragen werden kann. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Der Bezirksrat hat anlÃ¤sslich der Parteiverhandlung bzw. AnhÃ¶rung vom 5. Juni 2003 darauf hingewiesen, dass er das angefochtene Urteil zum Nachteil der Rekurrentin abÃ¤ndern kÃ¶nne. In der PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 13. Juni 2003 wurde zudem darauf hingewiesen, dass der Bezirksrat den Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe voraussichtlich verneinen werde, wenn die in der VerfÃ¼gung verlangten Belege nicht eingereicht wÃ¼rden, und es wurde der Rekurrentin Frist angesetzt, sich zu dieser mÃ¶glichen Rekurserledigung zu Ã¤ussern bzw. dagegen stichhaltige EinwÃ¤nde vorzutragen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat hat die Rekurrentin somit nicht darauf hingewiesen, dass sie die MÃ¶glichkeit habe, einem ihre Position verschlechternden Rekursentscheid durch einen RÃ¼ck­zug ihres Rechtsmittels zuvorzukommen. Damit hat der Bezirksrat der Rekurrentin nach dem zuvor AusgefÃ¼hrten das rechtliche GehÃ¶r verweigert. Eine Heilung dieses Mangels kÃ¤me allenfalls in Frage, wenn die Rekurrentin zu erkennen gegeben hÃ¤tte, dass sie ihren Rekurs auch in Kenntnis der Schlechterstellung nicht zurÃ¼ckgezogen hÃ¤tte (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 27 N. 19). Solche Hinweise liegen indessen nicht vor. Der angefochtene Beschluss ist daher aufzuheben und die Angelegenheit ist an den Bezirksrat zurÃ¼ckzuweisen, damit er die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht nur auf die beabsichtigte reformatio in peius, sondern auch auf die MÃ¶glichkeit hinweise, den Rekurs zurÃ¼ckzuziehen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Das Bundesgericht weist in BGE 122 V 166 E. 2c darauf hin, dass die Anerkennung einer erweiterten richterlichen Hinweispflicht nichts daran Ã¤ndert, dass der ersten Instanz im Falle eines RechtsmittelrÃ¼ckzugs die MÃ¶glichkeit offen steht, nach Massgabe der GrundsÃ¤tze Ã¼ber die AbÃ¤nderung formell rechtskrÃ¤ftiger Verwaltungsakte auf ihre VerfÃ¼gung zurÃ¼ckzukommen. Im Sozialhilferecht sind die Anordnungen der SozialfÃ¼rsorgebehÃ¶rden ohnehin periodisch, mindestens einmal pro Jahr, zu Ã¼berprÃ¼fen (§ 33 der Verordnung vom 21. Oktober 1981 zum Sozialhilfegesetz [SHV]). Die erweiterte richterliche Hinweispflicht, welche die Beendigung eines Rechtsmittelverfahrens erleichtert, ist insofern mit der Durchsetzung des objektiv richtigen Rechtes vereinbar, um dessentwillen die reformatio in peius (vel melius) grundsÃ¤tzlich zugelassen wird.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin beantragt die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 16 VRG ist Privaten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, auf ent­sprechendes Ersuchen die Bezahlung von Verfahrenskosten zu erlassen (Abs. 1). Sie ha­ben Ã¼berdies Anspruch auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (Abs. 2). FÃ¼r die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege wird damit vor­ausgesetzt, dass der Gesuchsteller mit­tellos und sein Begehren nicht offenkundig aussichtslos ist; fÃ¼r die Bestellung eines un­ent­gelt­li­chen Rechtsbeistands ist zusÃ¤tzlich erforderlich, dass der Gesuchsteller zur Wahrung sei­ner Rechte eines solchen bedarf. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Da die BeschwerdefÃ¼hrerin obsiegt, sind ihr keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Das Gesuch um Befreiung von Verfahrenskosten wird damit gegenstandslos.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Weiter ist festzustellen, dies unabhÃ¤ngig vom konkreten Ausgang des Verfahrens, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin durchaus in der Lage ist, im hier umstrittenen Bereich der Sozialhilfe ihre Interessen selbst wahrzunehmen. Das Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes ist daher abzuweisen. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem AusgefÃ¼hrten ist der angefochtene Beschluss wegen Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs aufzuheben und die Sache zur Weiterbehandlung im Sinne der ErwÃ¤gungen an den Bezirksrat Y zurÃ¼ckzuweisen. Damit erÃ¼brigt es sich, auf die materiellen Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerin einzutreten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss Verursacherprinzip wÃ¤ren die Kosten des vorliegenden Verfahrens dem Bezirksrat aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 2 VRG). Indessen dÃ¼rfen als RechtsmittelbehÃ¶rde waltenden Vorinstanzen mit RÃ¼cksicht auf ihre lediglich parteiÃ¤hnliche Stellung und ihre Aufgabe grundsÃ¤tzlich keine Kosten auferlegt werden. Die Kosten dieses Verfahrens sind daher auf die Gerichtskasse zu nehmen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 26 f.). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die anwaltlich nicht vertretene BeschwerdefÃ¼hrerin hat keinen Anspruch auf ParteientschÃ¤digung (§ 17 Abs. 2 VRG), ebenso wenig wie die Beschwerdegegnerin.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird abgewiesen;</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>und </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird im Sinne der ErwÃ¤gungen gutgeheissen. Der angefochtene Beschluss wird aufgehoben und die Sache zur Weiterbehandlung im Sinne der ErwÃ¤gungen an den Bezirksrat Y zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtkasse genommen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext">5. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>