Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Mai 2017 (720 16 370 / 129) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts / Parteientschädigung: Vergütung der Kosten privat eingeholter Arztberichte Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- terin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Dr. Caroline Franz Waldner, Advokatin, Behindertenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1978 geborene A.____ war vom 1. Juni 2010 bi s 31. Januar 2014 als Reinigungs- mitarbeiterin bei der B.____ AG angestellt. Nachdem sie seit September 2013 vollständig ar- beitsunfähig geschrieben war, meldete sie sich am 1 0. Februar 2014 unter Hinweis auf „ge- sundheitliche Beeinträchtigungen an der linken Hand nach vier Operationen“ bei der Eidgenös- sischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Le istungen an. Nach Abklärung der ge- sundheitlichen und der erwerblichen Verhältnisse er mittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle) bei der Versicherten ab 23. September 2014 ( Ablauf des Wartejahres) einen Invaliditäts- grad von 100 % und ab 1. August 2015 einen solchen von 4 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach Durchführung des Vorbesc heidverfahrens mit Verfügung vom 3. Oktober 2016 für den Zeitraum vom 1. September 2 014 bis 31. Oktober 2015 eine befristete ganze Rente zu. Gleichzeitig hielt sie fest, dass ab 1. N ovember 2015 kein Rentenanspruch mehr bestehe. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokatin Dr. Caroline Franz Waldner, Rechtsdienst des Behindertenforums, am 2. No vember 2016 Beschwerde beim Kan- tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kanton sgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr m it Wirkung ab 1. November 2015 eine halbe Rente zuzusprechen. Eventualiter seien die Arbeitsfähigkeit und gestützt darauf der Inva- liditätsgrad nach Einholung eines handchirurgisch-neurologischen Gutachtens neu zu ermitteln. Sodann seien Dr. med. C.____, Handchirurgie und Chi rurgie der peripheren Nerven FMH, und Dr. med. D.____, Orthopädische Chirurgie und Traumato logie des Bewegungsapparates FMH, die Kosten für die Erstellung ihrer ärztlichen Berichte vom 28. September 2016 bzw. vom 24. Mai 2016 und 9. Juni 2016 zu vergüten. Zu diesem Zw ecke sei den Vorgenannten die Mög- lichkeit zur Einreichung einer Honorarrechnung einzurä umen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihr die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltlich e Verbeiständung mit ihrer Rechtsver- treterin zu bewilligen seien. C. Mit Verfügung vom 6. Dezember 2016 bewilligte das K antonsgericht der Beschwerde- führerin gestützt auf die nachgereichten Unterlagen d ie unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Dr. Caroline Franz Waldner als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 10. Januar 2017 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Zudem legte sie ihren Ausführungen ein e Beurteilung von Dr. med. E.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, Regionaler Ärztlicher Die nst (RAD) beider Basel, vom 9. No- vember 2016 bei. E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin in ihrer Rep- lik vom 21. Februar 2017 an den in der Beschwerde geste llten Rechtsbegehren und den we- sentlichen bisherigen Vorbringen fest. Im Weiteren rei chte sie einen zusätzlichen Arztbericht von Dr. C.____ vom 20. Februar 2017 ein. Ebenso liess sie dem Kantonsgericht die Honorarno- ten von Dr. C.____ für die Berichte vom 28. September 2016 und 20. Februar 2017 sowie von Dr. D.____ für die Berichte vom 24. Mai 2016 und 9. Juni 2016 zukommen. F. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Duplik vom 21. M ärz 2017, welcher sie eine weitere Beurteilung von Dr. E.____ vom 27. Februar 2017 beil egte, nach wie vor die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 2. November 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht ko mmenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Vorliegend gab die IV-Stelle zur Abklärung des me dizinischen Sachverhalts bei Dr. med. F.____, Rheumatologie FMH, Innere Medizin F MH, manuelle Medizin SAMM, und PD Dr. med. G.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein bidisziplinäres (rheumatologi- sches/psychiatrisches) Gutachten in Auftrag. 4.1.1 Im rheumatologischen Teilgutachten vom 1. Febr uar 2016 erhob Dr. F.____ bei der Versicherten als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfä higkeit ein Rezidiv eines mehrfach ope- rierten, nicht vollständig entfernten Hämangioms am li nken Handgelenk mit/bei (1) Status nach Dekompression und Neurolyse resp. Mikroneurolyse des Nervus medianus links im Bereich des Carpalkanals, Revision eines Hämangioms am linken distalen Unterarm, Neurolyse, intraneura- ler Neurolyse und Teilresektion des Hämangioms bei intraneuralem Hämangiom im Nervus me- dianus links distaler Unterarm mit Kompressionssyndrom und chronischem Schmerzsyndrom am 21.04.2015 sowie (2) einen Status nach Resektion von Hämangiom-Rezidiven am linken Handgelenk am 23.09.2013, 2004, 1995, 1993 bei erstm aliger Operation 1990. Im Rahmen seiner Beurteilung hielt Dr. F.____ fest, es bestehe e in chronisches Schmerzsyndrom bei klar organisch vorliegendem Befund, d.h. bei einem nicht vol lständig resezierten Hämangiom. Die- ser Befund habe nicht reseziert werden können, weil er durch den Nervus medianus laufe. In- wieweit hier eine Nervenverletzung des Nervus medianus vorliege oder nicht, könne er nicht mit letzter Sicherheit sagen. Auffallend sei hingegen, dass im Bereiche des linken Unterarms und des linken Oberarms keine relevante muskuläre Atrophie vorliege. Im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten wies Dr. F.____ vorab darauf hin, dass auf- grund der Schmerzsymptomatik des linken Handgelenks die Bela stbarkeit des Arms erheblich eingeschränkt sei. In der bisher ausgeübten Tätigkeit als Reinigungsfrau bestehe deshalb keine Arbeitsfähigkeit mehr. Bei der Ausübung leichterer Reinigungsarbeiten stelle sich die Situation differenzierter dar. Als Rechtshänderin könne die Explor andin die rechte Hand voll sowie ohne Einschränkungen und die linke Hand als Hilfshand einsetzen. Wenn sie unter Zeitdruck arbeiten müsse, sei die Versicherte auf den Einsatz der linken Ha nd angewiesen. Sie könne mit dieser Gewichte im Bereich bis maximal ein Kilogramm heben, st ossen oder ziehen, wobei diese Be- wegungen nicht repetitiv erfolgen dürften. Falls sie n icht unter Zeitdruck arbeiten müsse und den Einschränkungen an der linken Hand Rechnung getrag en würde, sei durchaus eine Tätig- keit als Reinigungsfrau mit entsprechend leichter Arbei t möglich. Die Versicherte habe dabei einen erhöhten Zeitaufwand, der sich in einer vermin derten Leistung niederschlage. In einer solchen Tätigkeit sei von einer 50 %-igen Arbeitsfähigkei t auszugehen. Dabei handle es sich aber um ein sehr eng definiertes Nischenprofil. Eine Tä tigkeit, bei welcher sie die linke Hand gar nicht einsetzen müsse, sei der Explorandin in einem ganztägigen Pensum zumutbar. 4.1.2 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 2. Februar 201 6 hielt PD Dr. G.____ fest, dass aus psychiatrischer Sicht weder eine Diagnose mit noch ein e Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne. Bei der Explorandin würden aus psychiatrischer Sicht keinerlei qualitative Funktionseinbussen vorliegen und solche hätten auch nie vorgelegen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Somit bestehe aus seiner fachärztlichen Optik für sämtlich e Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. 4.1.3 Im Rahmen ihrer interdisziplinären Konsensbeurtei lung hielten Dr. F.____ und PD Dr. G.____ abschliessend folgendes Ergebnis fest: Da au s psychiatrischer Sicht keinerlei Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, gelte die rheum atologische Beurteilung als Gesamt- beurteilung für die Fächer Rheumatologie und Psychiatrie. 4.2 Die Beschwerdeführerin reichte im Laufe des Vorbe scheid- und des Beschwerdever- fahrens je zwei Berichte der Dres. D.____ und C.____ ein. 4.2.1 Im ersten Schreiben vom 24. Mai 2016 stellte Dr. D.____, der die Versicherte in der Klinik H.____ behandelt, im Wesentlichen in Frage, da ss seine Patientin in Anbetracht ihres chronifizierten Dauerschmerzes an der linken Hand zu 100 % arbeitsfähig sein soll. Bei dieser gutachterlichen Einschätzung handle es sich um eine rein theoretische, jedoch nicht praktikable Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. In seiner zweiten Stellungnahme vom 9. Juni 2016 bezeichnete es Dr. D.____ als glaubhaft, dass die Versicherte auch oh ne Belastung einen Dauerschmerz habe. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit hielt er fest, dass bei einer Tätigkeit, bei der die Patientin die linke Hand als Hilfshand einsetzen müsse, eine Arbei tsfähigkeit von 50 bis maximal 60 % - je nach Beschwerdeintensität - denkbar wäre. Dabei gelt e es zu beachten, dass die Patientin durch die Zunahme der Beschwerden längere Ruhepausen b enötige, was das effektive Ar- beitspensum wieder reduzieren würde. 4.2.2 Dr. C.____, der die Versicherte als Handchirurg b etreut, berichtete am 28. September 2016, dass das Schmerzsyndrom seit der von ihm im September 2013 durchgeführten Operati- on an der linken Hand weiter bestehe. Bei den Schmer zen, welche die Versicherte angebe, handle es sich keineswegs um diffuse Schmerzen, diese seien vielmehr auf eine tumorbedingte und teils iatrogene Aufsplittung und Verletzung der Nervenfasern (Faszikel) zurückzuführen. Wie er in seinem Operationsbericht vom 23. September 2013 beschrieben habe, seien einzelne Faszikel des Nervus medianus mitreseziert worden. Die Arbei tsfähigkeit der Patientin sei durch diese Schmerzproblematik sicher dauernd reduziert, die li nke Hand sei praktisch nicht mehr einsetzbar. Der alleinige Einsatz der rechten Hand sei si cher auch nicht zu 100 % möglich. Die immer wieder unerwartet - auch ohne Berührung und in Ruhestellung - einschiessenden Schmerzen in der linken Hand würden die Arbeitsfähigke it ebenfalls beeinträchtigen. Eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit scheine ihm realistisch zu sein. Die Leidensgeschichte der Patientin beruhe auf einem intraneuralen Tumor. Es sei deshalb unverständlich, dass hier ein rheumato- logisches und ein psychiatrisches Gutachten eingeholt wor den seien. Der Auftrag hätte an ei- nen tumorversierten Handchirurgen und einen Neurologen gehen müssen. Schliesslich monier- te Dr. C.____, dass im Gutachten von Dr. F.____ eine g enaue Befunderhebung bezüglich der Sensibilitätsstörungen der linken Hand fehle. In seine m zweiten Schreiben vom 20. Februar 2017 wies Dr. C.____ darauf hin, dass jeder Chirurg, d er Hämangiome, die infiltrativ in einen Nerv wachsen und damit das Epineurium und sogar das Per ineurium zerstören würden, sich vorstellen könne, dass die Resektion des Tumors nicht reversi ble Schäden des Nervs verursa- chen werde. Aus diesem Grund habe er eine Beurteilung eines erfahrenen Tumorchirurgen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht moniert. Selbstverständlich könne auch ein Rheumatolog e einen Handstatus erheben. Vorlie- gend sei jedoch eine völlig ungenügende Untersuchung der Hand durchgeführt worden. Das Alodyniegebiet in der Hohlhand sei nicht genau in se iner Ausdehnung eingegrenzt worden. Die Ausdehnung der Kausalgie sei damit nicht ausreichend da rgestellt. Die multiplen “Tinel“- Phänomene in der Hohlhand seien nicht genau lokalisier t und die Vibrationssensibilität sowie die Zweipunktediskrimination erst gar nicht untersucht wor den. Zudem sei eine Kraftmessung unterblieben. 4.3 Der RAD-Arzt Dr. E.____ nahm am 9. November 2016 und am 27. Februar 2017 zu die- sen Schreiben der behandelnden Ärzte Stellung. Dabei gelangte er im Wesentlichen zur Auf- fassung, dass in diesen Berichten keine neuen medizinischen Tatsachen vorgebracht würden. Dem Gutachter Dr. F.____ hätten zum Zeitpunkt der U ntersuchung alle relevanten Berichte vorgelegen. Seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei nach versicherungsmedizinischer Be- urteilung plausibel. Zudem habe Dr. C.____ in der er sten expliziten Anfrage vom November 2014 selber betätigt, dass eine theoretische Arbeitsfähi gkeit mit einer Hand möglich sei. Diese Aussage der “ersten Stunde“ weiche von der nunmehr im Rahmen des Beschwerdeverfahrens erfolgten Beurteilung ab, ohne dass hierfür neue medizinische Tatsachen geschildert würden. 5.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 11. Januar 2016 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. F.____ und PD Dr. G. ____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 1./2. Februar 2016 gelangt sind. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherten die Ausübung einer ihren Leiden adaptierten Tätigkeit im Umfang von 100 % zumutbar sei. Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, kann nun allerdings die ser vorinstanzlichen Beweiswürdigung nicht gefolgt werden. 5.2 Vorab ist klarzustellen, dass dem psychiatrischen Teilgu tachten von PD Dr. G.____ voller Beweiswert zukommt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf und es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor ) - für die streitigen Belange umfas- send. Der Gutachter nimmt darin aus psychiatrischer Sicht eine überzeugende Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit vor. Mit PD Dr. G.____ ist deshalb als Ergebnis festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin ak tuell keine psychiatrische Diagnose erhoben werden kann und dass die Versicherte demnach au s psychiatrischer Sicht in sämtli- chen Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig ist. Diese fachärztliche Beurteilung wird denn auch von der Versicherten in ihrer Beschwerde - zu Recht - nicht in Frage gestellt. Somit kann an dieser Stelle aber von weiteren Erörterungen hierzu abgesehen werden. 5.3 Anders verhält es sich dagegen in Bezug auf das rheum atologische Teilgutachten von Dr. F.____ vom 2. Februar 2016. Entgegen der Sichtwei se der IV-Stelle kann diesem vorlie- gend keine ausschlaggebende Beweiskraft beigemessen werden , denn es erweist sich in ein- zelnen Punkten als unvollständig. Im Zusammenhang mit de r Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten steht vorliegend eine erhebliche Schme rzproblematik im Bereich des linken Handgelenks im Vordergrund. Wie Dr. C.____ in seinen Berichten vom 28. September 2016 und 20. Februar 2017 schlüssig und überzeugend aufzeigt, sind die betreffenden Schmerzen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Versicherten klarerweise organisch begründet, sind do ch laut Dr. C.____ anlässlich der Operation vom 23. September 2013 einzelne Faszikel des Ne rvus medianus mitreseziert wor- den. Im Gegensatz dazu führt Dr. F.___ in seinem Gutac hten aus, inwieweit bei der Versicher- ten eine Verletzung des Nervus medianus vorliege oder nicht, könne er „nicht mit letzter Sicher- heit“ sagen. Im Lichte dieser eingeräumten Unsicherheit vermag die anschliessende gutachter- liche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aber nicht zu überzeugen. Dr. F.____ weist zwar pauschal darauf hin, dass aufgrund der Schmerzsymptomatik des lin ken Handgelenks die Belastbarkeit des Arms erheblich eingeschränkt sei, darüber hinaus setzt er sich aber nicht detailliert mit den konkreten Auswirkungen dieser Schmerzproblematik auf die A rbeitsfähigkeit auseinander. Demgegenüber legt Dr. C.____ in seinen Berichten nachv ollziehbar dar, dass der alleinige Ein- satz der rechten Hand auch nicht zu 100 % möglich sei, da die immer wieder unerwartet - auch ohne Berührung und in Ruhestellung - einschiessenden Sch merzen in der linken Hand die Ar- beitsfähigkeit ebenfalls beeinträchtigen würden. Das A usmass dieser Beeinträchtigung mög- lichst genau zu ermitteln, wäre aber eine wesentliche A ufgabe des Experten gewesen. Das Gutachten muss deshalb in diesem Punkt als mangelhaft b ezeichnet werden. Zweifel an der Schlüssigkeit der gutachterlichen Beurteilung ergeben si ch sodann aus dem Umstand, dass Dr. F.____ offenbar nicht sämtliche Untersuchungen, di e für eine abschliessende und umfas- sende Beurteilung der Beeinträchtigungen an der linke n Hand erforderlich gewesen wären, durchgeführt hat. Diesbezüglich kann wiederum auf die begründeten, weiter oben geschilderten (vgl. E. 4.2.2 hiervor) Einwände und Hinweise von Dr. C.____ in seinen Berichten vom 28. Sep- tember 2016 und 20. Februar 2017 verwiesen werden. 5.4 Aus dem Gesagten folgt, dass die vorhandene Aktenla ge keine abschliessende Beurtei- lung des Rentenanspruchs der Versicherten zulässt. Die Abkl ärungsergebnisse aus dem Ver- waltungsverfahren sind mit andern Worten nicht ausreichend beweiskräftig, der relevante medi- zinische Sachverhalt bedarf vielmehr weiterer Abklärung. Die IV-Stelle, an welche die Angele- genheit zurückzuweisen ist, hat den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicher- ten nochmals gutachterlich abklären zu lassen. Den plausib len Ausführungen von Dr. C.____ folgend ist vorliegend eine bidisziplinäre Begutachtung der Versicherten durch Fachärztinnen oder Fachärzte aus den Bereichen Neurologie und Handchi rurgie angezeigt, wobei die Begut- achtung in der letztgenannten Disziplin nach Möglichkeit d urch eine tumorversierte Handchirur- gin oder einen tumorversierten Handchirurgen zu erfolgen hat. 6. Als Ergebnis ist demnach festzuhalten, dass die angefoch tene Verfügung vom 3. Ok- tober 2016 aufzuheben und die Angelegenheit zur weite ren Abklärung an die IV-Stelle zurück- zuweisen ist. Diese hat den Gesundheitszustand und die Ar beitsfähigkeit der Versicherten im Rahmen eines bidisziplinären (neurologischen/handchirurgischen) Gutachtens neu abklären zu lassen. Gestützt auf die Ergebnisse ihrer zusätzlichen medi zinischen Abklärungen wird die IV- Stelle anschliessend über den Rentenanspruch der Versiche rten neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 7. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdever fahrens zu befinden. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit z um weiteren Vorgehen im Sinne der Er- wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessua- ler Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständ ig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verf ahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde- führerin hat in ihrer Kostennote vom 11. November 201 6 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 13 Stunden ausgewiesen, was sich in Anb etracht der sich stellenden Sach- verhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Be mühungen sind zu dem von der Rechtsvertreterin geltend gemachten Stundenansatz von Fr . 200.-- zu entschädigen. Auslagen sind keine geltend gemacht worden. Der Beschwerdeführ erin ist deshalb eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 2‘600.-- (13 Stunden à Fr. 200.--) zu Lasten der IV-Stelle zuzuspre- chen. 7.4 Nach der Rechtsprechung können der obsiegenden Besch werde führenden Partei un- ter dem Titel der Parteientschädigung auch die Koste n eines privat eingeholten Gutachtens vergütet werden, soweit die Parteiexpertise für die Ent scheidfindung unerlässlich war (BGE 115 V 63 E. 5c; Urteil B. des Bundesgerichts vom 24. Apr il 2007, I 1008/06, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz ist für das Verwaltungsverfahr en ausdrücklich in Art. 45 Abs. 1 ATSG festgehalten (U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015 , Art. 45 Rz. 18). Die Versicherte hat denn auch in ihr er Beschwerde beantragt, es seien Dr. C.____ und Dr. D.____ die Kosten für die Erstell ung ihrer ärztlichen Berichte vom 28. Sep- tember 2016 und 20. Februar 2017 bzw. vom 24. Mai 20 16 und 9. Juni 2016 zu vergüten. Vor- liegend ist den fachärztlichen Stellungnahmen von Dr. C .____ vom 28. September 2016 und 20. Februar 2017 im Hinblick auf den Prozessausgang massgebende Bedeutung zugekommen. Sie haben wesentlich zum heutigen Entscheid beigetrage n, die angefochtene Verfügung aufzu- heben und die Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung an die IV-Stelle zurückzu- weisen. Somit sind aber die Voraussetzungen für eine V ergütung der Kosten dieser beiden pri- vat eingeholten fachärztlichen Berichte gegeben. Dr. C .____ hat für seine Bemühungen ein Honorar in der Höhe von Fr. 300.-- geltend gemacht. In betraglicher Hinsicht gibt diese Rech- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht nung zu keinen Bemerkungen Anlass, weshalb diese von der IV-Stelle - unter dem Titel der der Beschwerdeführerin zustehenden Parteientschädigung - zu übernehmen ist. Nicht ausschlag- gebend für den Ausgang des Beschwerdeverfahrens waren d emgegenüber die beiden Berichte von Dr. D.____ vom 24. Mai 2016 und 9. Juni 2016. Zur Aufhebung der angefochtenen Verfü- gung und zur Rückweisung der Angelegenheit zur weiter en medizinischen Abklärung an die IV- Stelle haben - wie eben ausgeführt - in erster Linie die fachärztlichen Stellungnahmen von Dr. C.____ beigetragen. Somit sind aber die Vorausset zungen für eine Vergütung der Kosten der privat eingeholten Berichte von Dr. D.____ nicht ge geben, weshalb dem entsprechenden Begehren der Beschwerdeführerin nicht entsprochen werden kann. 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 8.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher P raxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil K. des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil K. des Bundesge- richts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 3. Oktobe r 2016 aufge- hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 2'900.- - (bestehend aus dem Honorar ihrer Rechtsvertreterin in der Höhe von Fr. 2'600.-- und den Kosten der Berichte von Dr. med. C.____ in der Höhe von Fr. 300.--) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht