<h2>SubmittedText<h2><p>Offenbar sind unter Schweizer Mittelschülerinnen und Mittelschülern überraschend häufig ausländerfeindliche Einstellungen und mangelndes Verständnis für unsere interkulturellen Abhängigkeiten und Verpflichtungen festzustellen.</p><p>Wir bitten deshalb den Bundesrat, die Erstellung eines geeigneten Lehrmittels für Mittelschulen aller Stufen einschliesslich didaktischer Begleitmaterialien für die Lehrkräfte in Auftrag zu geben, gegebenenfalls zu unterstützen, das den Lehrerinnen und Lehrern hilft, in der Schule Rassismus zu thematisieren, ausländerfeindliche Einstellungen abzubauen und einen Beitrag zu leisten für das bessere interkulturelle Verständnis der Schweizer Jugendlichen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In den verschiedensten Lebensbereichen trifft man leider zunehmend auf ausländerfeindliche oder gar rassistische Einstellungen. Dies und vor allem auch die Tatsache, dass in unseren Schulen solche Tendenzen feststellbar sind, muss uns sehr beunruhigen.</p><p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Urhebers, dass gegen solche Tendenzen generell und besonders in den Schulen anzukämpfen ist. Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sind in der Tat zu thematisieren, derartige Einstellungen sind abzubauen, und Toleranz und Verständnis für das Anderssein sind zu fördern. Dass dies bei unserer Jugend besonders wichtig ist, braucht nicht betont zu werden.</p><p>Aufklärung und Diskussion im Elternhaus und in der Schule sind sicher die wichtigsten Stützen im Kampf um ein besseres interkulturelles Verständnis. Sie allein genügen aber wohl nicht. Geeignete Unterrichtshilfen für Lehrende und Lernende können hier ohne Zweifel wichtige Hilfen leisten. Ein Blick in die Kataloge der kantonalen, interkantonalen, aber auch ausländischen Lehrmittelverlage zeigt, dass zu dieser Thematik schon etliche gute Unterrichtsmittel vorhanden sind. Wichtig ist, dass sie im Schulalltag auch benützt werden.</p><p>Mit Ausnahme des Turn- und Sportunterrichts hat sich der Bund bisher aus dem eigentlichen Lehrmittelbereich herausgehalten. Er überlässt somit die Sorge für die Lehrmittel - vor allem im obligatorischen Schulbereich sowie im Mittelschulbereich - verfassungskonform den Kantonen. Mangels entsprechender rechtlicher und damit auch finanzieller Grundlagen kann deshalb das vorliegende Postulat nicht angenommen werden.</p><p>Hingegen soll es auch künftig nicht ausgeschlossen sein, dass bestimmte Materialien, die für einen breiteren Adressatenkreis erarbeitet werden und sich gut für die Schulen eignen, auch diesen abgegeben werden. Der Bundesrat hat dies im übrigen auch in seiner Antwort auf die Einfache Anfrage Stamm Judith vom 18. Juni 1993 betreffend die Kommission für Rassismusfragen festgehalten.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.