Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. März 2020 (725 20 47 / 54) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Es bestehen geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs- internen ärztlichen Feststellungen; Rückweisung an die Vorinstanz zur weiteren Abklä- rung Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin i.V. Esther Zäch Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. Die 1972 geborene A.____ arbeitet seit dem 1. Ma i 2018 als Absenzen- und Case-Ma- nagerin bei der B.____ AG und ist aufgrund dieses Arbeitsverhältnisses bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 16. Februar 2019 erlitt die Versicherte einen Skiunfal l, wobei sie sich gemäss Angaben in der Unfallmeldung vom 21. Februar 2019 das linke Knie verl etzte. Die Versicherte wurde zuerst im Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Spital C.____ und in der Folge in der Klinik D.____ behandelt. Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen. Im Bericht vom 19. Juni 201 9 führte der behandelnde Arzt Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Tra umatologie des Bewegungsapparates, aus, der Versicherten gehe es hinsichtlich des linken Kniegelenks gut. Jedoch seien neu Schmer- zen in der linken Hüfte sowie auch im linken oberen Sp runggelenk (OSG) in den Vordergrund gerückt. Mit Verfügung vom 23. August 2019 hielt die Suva – gestützt auf die Aussagen des Kreisarztes Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs- apparates, vom 29. Juli 2019 – fest, die unfallkausalen Beschwerden an der linken Hüfte sowie am linken OSG seien spätestens sechs Wochen nach dem Unfall folgenlos verheilt. Der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 16. Februar 2019 e ingestellt hätte, sei somit spätestens am 26. März 2019 erreicht, weshalb sie weitere Versiche rungsleistungen in Bezug auf die Be- schwerden an der linken Hüfte sowie am linken Fussgelenk ablehne. Für die Verletzung am linken Knie komme sie jedoch weiterhin auf. Daran hielt sie auch auf Einsprache der Versicherten mit Entscheid vom 13. Dezember 2019 fest. B. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 25. Januar 2 020 Beschwerde beim Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die Beschwerden an der Hüfte und am OSG seien als U nfallfolgen anzuerkennen und die Suva sei zu verpflichten, die entsprechenden Leistungen a uszurichten. Falls nötig, wäre sie be- reit, die Sachlage mittels einer unabhängigen medizinischen Beurteilung zu klären. Zur Begrün- dung verwies sie im Wesentlichen auf die Einschätzung von Dr. E.____ vom 7. August 2019 und machte im Wesentlichen geltend, das Unfallereignis sei durch die Suva bagatellisiert dargestellt worden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 10. Februar 2020 schloss d ie Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Z uständigkeit des Kantonsgerichts Basel- Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver- waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi- cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kant ons Beschwerden gegen Einsprache- entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. E s ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht er- hobene Beschwerde vom 25. Januar 2020 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin i hre Leistungspflicht für die Unfall- folgen am linken Knie anerkennt und die Versicherungsleistungen weiterhin erbringt. Vorliegend ist jedoch streitig und zu prüfen, ob die Suva zu Rech t ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit den Beschwerden an der linken Hüfte sowie am lin ken Fuss bzw. OSG per 26. März 2019 eingestellt hat. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt – unter anderem – vo- raus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Ar- beitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürl ichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre- chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natü rlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmi ttelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper- liche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö- rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Ka usalzusammenhang besteht, ist eine Tat- frage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Ver waltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach d em im Sozialversicherungsrecht übli- chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl ichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des U nfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundhei tsschadens darstellt, wenn also Letz- terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursac hen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbed ingten Ursachen eines Gesundheits- schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglich keit nunmehr gänzlich fehlender Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es si ch hierbei um eine anspruchsauf- hebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistu ngsarten massgebend (Urteil des Bun- desgerichts vom 23. September 2014, 8C_419/2014, E. 3.2 mit Hinweisen). 4.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grun dsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweism ittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterl agen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür- digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberi chtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor akten (Anamnese) abgegeben wor- den ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi- nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten be- gründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grun dsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereich ten oder in Auftrag gegebenen Stel- lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versiche- rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver sicherungsinternen ärztlichen Feststel- lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5.1 Im Zentrum der medizinischen Aktenlage stehen im vorl iegenden Fall einerseits die ver- sicherungsmedizinischen Beurteilungen des Kreisarztes Dr. F.____ vom 17. Juli 2019 und vom 29. Juli 2019 sowie andererseits die Einschätzungen des behandelnden Orthopäden Dr. E.____ vom 19. Juni 2019 und 7. August 2019. Letzterer diagnostizierte in seinem Bericht vom 19. Juni 2019 bei der Versicherten erstmals Impingement-Schmerzen in der linken Hüfte seit dem Unfall Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sowie laterale Beschwerden im linken OSG mit einer persistierenden Schwellung und einer late- ralen Instabilität. In seinem Befund führte er aus, d ass die Hüfte inspektorisch reizlos und das Bewegungsausmass sowohl bei der Innen- wie auch bei der Aussenrotation noch in der Norm sei. Die Innenrotation sei aber schmerzhaft im Sinne eines positiven Impingements. Das linke OSG sei inspektorisch geschwollen, was aber auch durch die Abflussstörung im Kniegelenk ver- ursacht sein könne. Andererseits beklage die Versicherte immer wieder Schmerzen über dem lateralen Malleolus. Die lateralen Bänder seien sich er ruptiert gewesen. Die medialen Bänder seien hingegen stabil. Daraufhin ordnete Dr. E.____ weitere Untersuchungen der Hüfte und des OSG an. Anlässlich der am 26. Juni 2019 durchgeführten MR-Arthrographie der linken Hüfte wurde eine eng umschriebene Ablösung der Labrumbasis in der 9 Uhr Achse festgestellt. Die MRT des linken OSG vom 27. Juni 2019 ergab eine longitudinale Partialruptur der Peroneus bre- vis-Sehne unmittelbar subfibular mit begleitender Peritendinitis sowie ein narbig verändertes Li- gamentum fibulocalcaneare am fibularen Ansatz; differentialdiagnostisch (DD) wurde ein Status nach Partialruptur erwähnt. Im Bericht vom 7. August 2 019 hielt Dr. E.____ sodann fest, die Labrumschädigung in der linken Hüfte sei traumatisch bedingt. Zudem sei auch die Längsruptur des Peroneus brevis unfallbedingt. Die fibulocalcanea re Verletzung gehe einher mit der Verlet- zung der Peronealsehne. Es sei wahrscheinlich beim Sturz zu einem Rotations- und Knicktrauma im Sprunggelenk im Skischuh selber gekommen, was oft bei einer solchen Verletzung und Krafteinwirkung stattfinden könne. 5.2 Dieser Einschätzung steht die Beurteilung des Kreisar ztes Dr. F.____ entgegen. Dieser führte im Bericht vom 17. Juli 2019 aus, die Beschwerden sowohl am linken Hüftgelenk als auch am linken OSG seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 16. Februar 2019 zurückzuführen. Hinsichtlich der linken Hüfte habe die Bildgebung vom 26. Juni 2019 keine strukturellen Läsionen darstellen können, welche nach derzeitigem medizinischen Wissensstand überwiegend wahrscheinlich unfallkausal seien. Es handle sich mit überwiegender Wahrschein- lichkeit um pathologische Veränderungen, welche auf Abn ützung zurückzuführen seien. Die chondrolabrale Separation des linken Hüftgelenks ohne Begleitverletzungen der Knochen oder des Bandapparates würden darauf hinweisen, dass keine traumatische Schädigung des Hüftge- lenks vorliege. Die Versicherte habe das Prädilektionsalter für Verschleiss erreicht. In Bezug auf die Beschwerden im linken OSG brachte er vor, die Strukturen des Sprunggelenks seien in einem Konfektionsskischuh derart geschützt, dass die longitudinal e Partialruptur der Peroneus brevis- Sehne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf d en Unfall zurückzuführen sei. Eine lon- gitudinale Partialruptur einer Sehne – ein länglicher Teileinriss – sei überwiegend wahrscheinlich auf eine Degeneration der Sehne zurückzuführen. Bei der Versicherten seien bildgebend zusätz- lich strukturelle Läsionen – das narbig veränderte Ligamentum fibulocalcaneare am fibularen An- satz – dargestellt worden, welche auf eine ältere Sprunggelenksverletzung zurückzuführen seien. Diese Bandstruktur könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beim Sturz beim Skifahren mit Verwenden eines Skischuhs verletzt werden. Im Berich t vom 29. Juli 2019 bestätigte Dr. F.____ seine Aussagen und führte an, sowohl hinsichtlich der Hüftbeschwerden als auch der Fussgelenksbeschwerden sei der Gesundheitszustand, wie er auch ohne Unfall vorliegen würde, nach vier bis sechs Wochen erreicht. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtene n Einspracheentscheid bei der Würdigung des medizinischen Sachverhalts vollumfänglich auf die Ausführungen von Dr. F.____ vom 17. Juli 2019 bzw. vom 29. Juli 2019. Sie ging demzuf olge davon aus, dass die von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen in der linken Hüfte und im linken OSG nicht mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausal zusammenhang zum Unfallereignis vom 16. Februar 2019 stünden. Dieser Auffassung kann aus nachfolgenden Gründen nicht ge- folgt werden. 6.2 Wie in Erwägung 4.2 erwähnt, sind an die Beweisw ürdigung strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall wie im vorliegenden Fall ohne die Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest stellungen, sind ergänzende Abklä- rungen vorzunehmen. Solche Zweifel liegen hier vor. S o fällt zunächst auf, dass die Ausführun- gen von Dr. F.____ kurz gehalten sind. Insbesondere begründet er in seinen Ausführungen vom 29. Juli 2019, nachdem ihm das Dossier aufgrund zusätzlich er Informationen der Beschwerde- führerin erneut zur Beurteilung vorgelegt wurde, nicht , weshalb er an seiner ursprünglichen Be- urteilung festhält. Zudem unterliess es die Suva, den Bericht von Dr. E.____ vom 7. August 2019 zeitnah dem Kreisarzt zur Stellungnahme zu unterbreiten . Dazu äusserte sich die Beschwerde- gegnerin erstmals im Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2019, wobei sie aber auf diesbe- zügliche medizinische Einschätzungen verzichtete. Im Bericht vom 17. Juli 2019 führte Dr. F.____ bezüglich der Beschwerden in der Hüfte aus, diese seien auf Abnützung zurückzufüh- ren, wobei die Versicherte das Prädilektionsalter für V erschleiss erreicht habe. Diese Aussage begründete er nicht ausführlich und ausserdem ist unkla r, auf welche Grundlagen er sich dabei stützt. Darüber hinaus ist dem Bericht von Dr. E.____ vom 7. August 2019 zu entnehmen, dass die MR-Arthrographie der linken Hüfte vom 26. Juni 20 19 ausser der Labrumschädigung einen absolut unauffälligen Befund gezeigt habe. Dies widerspricht der Einschätzung des Kreisarztes, wonach die Beschwerden in der Hüfte auf Abnützung zurüc kzuführen seien. Hinsichtlich der Fussgelenksbeschwerden hielt Dr. F.____ fest, die Strukturen des Sprunggelenks seien in einem Konfektionsskischuh derart geschützt, dass weder die longitu dinale Partialruptur der Peroneus brevis-Sehne noch die strukturellen Läsionen – das narbi g veränderte Ligamentum fibulocal- caneare am fibularen Ansatz – mit überwiegender Wahrsche inlichkeit verletzt werden könnten. Dr. E.____ machte hierzu jedoch in seinem Bericht vom 7. August 2019 geltend, beim Sturz sei es wahrscheinlich zu einem Rotations- und Knicktrauma im S prunggelenk im Skischuh selber gekommen, was oft bei einer solchen Verletzung und Kra fteinwirkung stattfinden könne. Diese beiden Berichte widersprechen sich, wobei es nicht mögli ch ist, die eine oder andere Aussage als überwiegend wahrscheinlicher zu qualifizieren. Immer hin geht Dr. F.____ davon aus, dass sich die Versicherte beim Unfall am linken OSG eine Zerrung zugezogen habe. Diese Äusserung ist aber nicht nachvollziehbar, da das Sprunggelenk im S kischuh gemäss seiner eigenen Ein- schätzung sehr gut geschützt gewesen sei. Insgesamt bestehe n somit Zweifel an der Vollstän- digkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Einschätzung. Die Berichte des behandelnden Arz- tes Dr. E.____ andererseits genügen – auch wenn sie Zwei fel an der Einschätzung von Dr. F.____ hervorrufen – wegen einer zu knappen Begrü ndung nicht, um die Kausalität der Be- schwerden in der Hüfte und im OSG mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu beweisen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Zweifel ergeben sich auch aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach die Suva den Unfallhergang bagatellisiert habe. Diesbezüglich steht fest, dass sich die Beschwerde- gegnerin nur auf die Ausführungen im Bericht des Spitals C.____ vom 18. Februar 2019 stützte, worin zum Unfallhergang folgendes festgehalten wurde: “Die Patientin ist mit ihrem Kind zwischen den Beinen gefahren und ist bei Balanceverlust auf die Seite gekippt. Dabei hat sie ein Knacken gehört und kann das linke Bein nicht mehr belasten“. Diagnostiziert wurde in der Folge unter anderem eine Trümmerfraktur am linken Tibiakopf. Diese Knieverletzung ist – wie bereits erwähnt – unbestrittenermassen unfallkausal. Dabei ist aber frag lich, wie bei einem solchen Sturz – wie er im Bericht des Spitals C.____ geschildert wird – ei ne Trümmerfraktur am Tibiakopf entstehen konnte. Sodann führt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 25. Januar 2020 aus, sie sei mit dem Helikopter ins Spital geflogen worden. Anh and der Aktenlage lässt sich dies nicht bestätigen. Für die Suva wäre es mit geringem Aufwand verbunden gewesen, dies zu verifizieren. Zudem bleibt zu erwähnen, dass die Beschwerdegegnerin di e Versicherte nie zum konkreten Unfallhergang persönlich befragt hat. Dies hätte sich vorliegend aber aufgedrängt, da der Unfall- meldung keine ausführliche Unfallbeschreibung zu entnehmen ist. Es liegen somit Umstände vor, die darauf hindeuten, dass der Unfall heftiger gewesen sein könnte als im Bericht des Spitals C.____ dargestellt. Daher hat die Beschwerdegegnerin zu m Unfallhergang ergänzende Abklä- rungen vorzunehmen. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend Zwei fel an der Vollständigkeit und Schlüssigkeit bei der Ermittlung des durch Dr. F.____ ermittelten relevanten medizinischen Sach- verhalts bestehen, welche einer abschliessenden Beurteilung der streitigen Kausalitätsfrage ent- gegenstehen. Bei dieser Sachlage kann nicht auf die versicherungsinternen Beurteilungen abge- stellt werden. Denn die Beschwerdegegnerin hat es unterlassen, im Rahmen der ihr obliegenden Untersuchungspflicht ergänzende Abklärungen im Rahmen eines unabhängigen Gutachtens im Sinne von Art. 44 ATSG einzuholen. Der angefochtene Einspracheentscheid ist somit aufzuhe- ben und es sind weitere medizinische Abklärungen vorzunehm en. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungsgerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwer deinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst die nötigen Abklärungen vorzunehmen, wenn sie ein en im Verwaltungsverfahren ander- weitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist (vgl. BGE 139 V 100 E. 1.1, 137 V 263 E. 4.4.1 ff.). Da die Beschwerd egegnerin den medizinischen Sachverhalt unvollständig abgeklärt hat und es nicht die Aufgabe des kantonalen Gerichts ist, im Verwaltungs- verfahren versäumte Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Beschwerde- gegnerin auch unter Berücksichtigung der zitierten Recht sprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegenheit zur Einholung eines versicherungsexternen medizi- nischen Gutachtens nach Art. 44 ATSG an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem hat die Beschwerdegegnerin hinsichtlich des Unfallhergangs ergänzende Abklärungen zu treffen und diese zu dokumentieren. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Aktenergänzung wird sie in der Folge über den Leistungsanspruch der Versicherten erneut zu befinden haben. Die vorliegende Be- schwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren v or dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Eine Parteientschädigung wird der anwaltlich nich t vertretenen Beschwerdeführerin nicht zugesprochen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesg ericht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge- gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständi gkeit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewi rken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort e inen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er- sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid , sondern um einen Zwischenent- scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch f ür einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset- zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn ein e Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus- setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene Einspracheentscheid der Suva vom 13. Dezember 2019 aufg ehoben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägun- gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorin stanz zurück- gewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.