A bteilung IV D -2363/2007 law /bah {T 0/2} U rteil vom 2. M ai 2007 M itw irkung:R ichter W alter Lang, Kurt G ysi, G érald Bovier G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren _______, Serbien, vertreten durch O thm an Bouslim i, R eiterstrasse 5a, 3013 Bern, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 27. Februar 2007 i.S. Vollzug der W egw eisung (N ichteintreten auf W iedererw ägungsgesuch) / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein ethnischer R om a m it letztem W ohnsitz in _______ (Provinz Kosovo), verliess sein H eim atland eigenen Angaben gem äss am 10. N o- vem ber 2005 und gelangte am 22. N ovem ber 2005 in die Schw eiz, w o er gleichen- tags um Asyl nachsuchte. D ie Vorinstanz w ies sein Asylgesuch m it Verfügung vom 11. D ezem ber 2006 ab und verfügte die W egw eisung sow ie deren Vollzug. D iese Verfügung erw uchs unangefochten in R echtskraft. B. D er Beschw erdeführer stellte bei der Vorinstanz durch seinen R echtsvertreter am 19. Januar 2007 ein W iedererw ägungsgesuch. Er beantragte die Feststellung der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs und die Anordnung der vorläufigen Auf- nahm e. D em Beschw erdeführer sei zu erlauben, den Entscheid in der Schw eiz ab- zuw arten. D er Eingabe lag eine Bestätigung der "Association for Protecting R om a R ights" (APR R ) vom 21. N ovem ber 2006 bei. Für den Inhalt der Eingabe w ird auf die Akten verw iesen. D as BFM forderte den Beschw erdeführer m it Zw ischenverfügung vom 30. Januar 2007 auf, bis zum 13. Februar 2007 einen Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- zu leisten, unter der Androhung, bei unbenutztem Fristablauf w erde auf das W ieder- erw ägungsgesuch nicht eingetreten. D as BFM w ies den Beschw erdeführer darauf hin, dass bei Ausbleiben der Zahlung und unveränderter Sachlage ein allfälliges nachträgliches, m it ungenügenden finanziellen M itteln begründetes G esuch um un- entgeltliche R echtspflege abgew iesen und ohne Ansetzung einer N achfrist auf das W iedererw ägungsgesuch nicht eingetreten w ürde. D er sinngem ässe Antrag um Aussetzung des W egw eisungsvollzugs w urde abgew iesen. D as BFM legte in sei- ner Zw ischenverfügung dar, w eshalb es die im W iedererw ägungsgesuch gestellten Begehren als von vornherein aussichtslos erachtete. M it Schreiben vom 8. Februar 2007, dem eine Bestätigung der Fürsorgeabhängig- keit des Beschw erdeführers vom 7. Februar 2007 beilag, ersuchte der Beschw er- deführer um die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG ; SR 172.021). M it Verfügung vom 27. Februar 2007 - eröffnet am 2. M ärz 2007 - trat das BFM auf das W iedererw ägungsgesuch vom 19. Januar 2007 nicht ein. Es w urde festge- stellt, dass die Verfügung vom 11. D ezem ber 2006 rechtskräftig und vollstreckbar sei. C . M it Eingabe an das Bundesverw altungsgericht vom 30. M ärz 2007 beantragte der Beschw erdeführer durch seinen Vertreter die Feststellung der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs und die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e. Sinngem äss w urde zudem die Aussetzung des Vollzugs der W egw eisung beantragt. Auf die Be- gründung der Beschw erde w ird - sow eit erheblich - in den nachfolgenden Erw ä- gungen eingegangen. D . M it Zw ischenverfügung vom 4. April 2007 w ies der Instruktionsrichter des Bundes- verw altungsgerichts das G esuch um Aussetzung des W egw eisungsvollzugs ab. 3 D er Beschw erdeführer w urde zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 1'200.-- (Frist: 19. April 2007) aufgefordert. E. D er erhobene Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- w urde am 13. April 2007 einge- zahlt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). Vorliegend stellt der Entscheid des BFM vom 27. Feb- ruar 2007, gem äss dessen D ispositiv auf das W iedererw ägungsgesuch des Be- schw erdeführers w egen N ichtleistung des m it Zw ischenverfügung vom 30. Januar 2007 (vgl. Art. 46 Abs. 2 Vw VG ) erhobenen G ebührenvorschusses nicht eingetre- ten w urde, eine Verfügung dar, die m it Beschw erde an das letztinstanzlich zustän- dige Bundesverw altungsgericht angefochten w erden kann. 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.3 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Ver- fahren entschieden. W ie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist ein- zutreten, zum al der vom Bundesverw altungsgericht erhobene Kostenvorschuss fristgerecht geleistet w urde. 3. D er Beschw erdeführer m acht in seiner Eingabe geltend, die Situation im Kosovo sei zurzeit nicht stabil und ethnische M inderheiten w ürden im m er noch diskrim i- niert. Er gehöre der Ethnie der R om a an, w eshalb er befürchte, solchen D iskrim i- nierungen beziehungsw eise G ew alttaten oder einer Verhaftung ausgesetzt zu w er- den. D as U N H C R stelle sich in einem Bericht vom August auf den Standpunkt, "dass Angehörigen der G em einschaften der Serben, R om a, Ashkali und Ägypter 4 w eiterhin internationaler Schutz in Asylländern gew ährt w erden sollte...". D er Beschw erdeführer w erde im Kosovo von der G ruppe "Schw arze H and" gesucht, die ihn unter D rohungen gezw ungen habe, eigene Leute um zubringen. Bei einer R ückkehr befände er sich in G efahr. Eine entsprechende Bestätigung des Präsidenten der APR R könne nachgereicht w erden. 4. 4.1 Ein Anspruch auf W iedererw ägung besteht nam entlich dann, w enn sich der rechts- erhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsw eise seit dem U rteil der m it Beschw erde angerufenen R echtsm ittelinstanz (vgl. Entschei- dungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 1995 N r. 21 Erw . 1c S. 204) in w esentlicher W eise verändert hat und m ithin die ur- sprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist (vgl. EM AR K 2003 N r. 7 Erw . 1 S. 42 f.). Ferner kön- nen auch R evisionsgründe im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Vw VG zu einer W iederer- w ägung führen, jedoch nur dann, w enn eine unangefochten gebliebene, form ell rechtskräftig gew ordene Verfügung vorliegt (vgl. EM AR K 2003 N r. 17 Erw . 2a S. 103 f.) oder, w enn zw ar vorgängig ein R echtsm ittel ergriffen w orden w ar, die R evisionsgründe sich jedoch nicht auf das Zustandekom m en des im betreffenden Beschw erdeverfahren ergangenen Prozessurteils, sondern auf die m it Beschw erde angefochtene Verfügung des Bundesam tes beziehen (vgl. EM AR K 1998 N r. 8 Erw . 3 S. 53 f.). Eine W iedererw ägung fällt hingegen dann nicht in Betracht, w enn ledig- lich eine neue W ürdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsa- chen herbeigeführt w erden soll oder G ründe angeführt w erden, die bereits in ei- nem ordentlichen Beschw erdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten gel- tend gem acht w erden können (vgl. EM AR K 2003 N r. 17 Erw . 2b S. 104). 4.2 Lehnt das BFM ein nach rechtskräftigem Abschluss des Asyl- und W egw eisungs- verfahrens eingereichtes W iedererw ägungsgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so erhebt es für das betreffende Verfahren eine G ebühr (Art. 17b Abs. 1 AsylG ). D iese G ebühr beträgt - Verfahren von aussergew öhnlichem U m fang oder beson- derer Schw ierigkeit vorbehalten - Fr. 1'200.-- (Art. 17b Abs. 5 AsylG i.V.m . Art. 7a Abs. 1 und 2 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311). D as BFM kann von der gesuchstellenden Person einen G ebührenvorschuss in der H öhe der m utm asslichen Verfahrenskosten verlangen, w obei es zu dessen Leistung unter Androhung des N ichteintretens eine angem es- sene Frist setzt. Auf einen solchen G ebührenvorschuss w ird verzichtet, w enn die gesuchstellende Person bedürftig ist und gleichzeitig ihre Begehren nicht von vorn- herein aussichtslos erscheinen, oder w enn das W iedererw ägungsgesuch von einer unbegleiteten m inderjährigen Person stam m t und zudem nicht von vornherein aus- sichtslos erscheint (Art. 17b Abs. 2 und 3 AsylG ). 5. 5.1 D as Bundesverw altungsgericht gelangt zum Schluss, dass zurzeit keine gegen- über der Situation bei Eintritt der R echtskraft der ursprünglichen Verfügung vom 11. D ezem ber 2006 entscheidrelevant veränderte Sachlage vorliegt, zum al der Be-5 schw erdeführer Sachum stände vorbringt, die er bereits im R ahm en des ordentli- chen Verfahrens vor der Vorinstanz oder im R ahm en einer Beschw erde gegen die Verfügung vom 11. D ezem ber 2006 in den G rundzügen einbrachte beziehungsw ei- se hätten einbringen können. Ein W iedererw ägungsgesuch darf grundsätzlich nicht dazu dienen, die Verbindlich- keit eines Verw altungsentscheides fortlaufend in Frage zu stellen (vgl. EM AR K 2003 N r. 17 E. 2b S. 104). Auf ein W iedererw ägungsgesuch ist gar nicht erst ein- zutreten, w enn zu dessen Begründung lediglich unsubstanziierte Behauptungen aufgestellt w erden und aus der R echtsschrift die tatsächlichen Anhaltspunkte, die auf das Vorliegen eines W iedererw ägungsgrundes hindeuten sollen, nicht ersicht- lich sind (vgl. EM AR K 2005 N r. 25 E. 4.2. S. 227 f.; 2003 N r. 7 E. 4a, S. 44). D as BFM ging im ordentlichen Verfahren davon aus, der Beschw erdeführer sei al- banischsprachiger R om a und stam m e aus _______, und w ürdigte in der Verfü- gung vom 11. D ezem ber 2006 die Situation der R om a im Allgem einen und die des Beschw erdeführers im Besonderen. Im W iedererw ägungsgesuch vom 19. Januar 2007 w ird w eder das Vorliegen neuer erheblicher Tatsachen oder Bew eism ittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG (so genanntes qualifiziertes W iedererw ä- gungsgesuch, vgl. EM AR K 2001 N r. 20 E. 3c.dd S. 156 3. Absatz) ausdrücklich geltend gem acht noch der Standpunkt vertreten, es habe sich die Sachlage seit Eintritt der R echtskraft der ursprünglichen Verfügung vom 11. D ezem ber 2006 am 12. Januar 2007 in entscheiderheblicher W eise verändert (W iedererw ägung im Sinne einer Anpassung einer fehlerfreien Verfügung an m assgeblich veränderte Verhältnisse (vgl. EM AR K 2001 N r. 20 E. 3c.dd S. 156 2. Absatz). Stattdessen w ird allgem ein auf die Situation der aus dem Kosovo stam m enden Angehörigen ethnischer M inderheiten hingew iesen und unter Beilage eines als "R om a-M itglie- derkarte" bezeichneten frem dsprachigen D okum ents geltend gem acht, für den Be- schw erdeführer ergebe sich im Falle der R ückkehr eine konkrete G efährdung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufent- halt und N iederlassung der Ausländer (AN AG ; SR 142.20). D am it sind keine genügend substanziierten W iedererw ägungsgründe dargetan, w eshalb das BFM in der Zw ischenverfügung vom 30. Januar 2007 zutreffend da- von ausgegangen ist, das W iedererw ägungsgesuch erw eise sich als von vornher- ein aussichtslos, und folgerichtig auch zu R echt einen G ebührenvorschuss erho- ben hat (vgl. Art. 17b Abs. 2 und 3 AsylG ). U nter diesen U m ständen ist das BFM m it Verfügung vom 27. Februar 2007 zu R echt auf das W iedererw ägungsgesuch nicht eingetreten, nachdem der Beschw erdeführer den einverlangten G ebühren- vorschuss nicht leistete. 5.2 Aufgrund der Aktenlage entsteht der Eindruck, der R echtsvertreter des Beschw er- deführers versuche m it dem W iedererw ägungsgesuch vom 19. Januar 2007 eine nochm alige Prüfung des vom BFM bereits beurteilten Sachverhalts zu erw irken, nachdem er es versäum t hat, innert Frist gegen die Verfügung des BFM vom 11. D ezem ber 2006 Beschw erde einzureichen (die von ihm eingereichte Vollm acht datiert vom 12. D ezem ber 2006). Schliesslich w ird auch auf Beschw erdeebene nicht substanziiert dargelegt, inw iefern G ründe vorliegen sollen, aufgrund derer die Verfügung des BFM vom 11. D ezem ber 2006 in W iedererw ägung zu ziehen w äre. 5.3 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschw erdeführer w eder gelun-6 gen ist, eine w iedererw ägungsw eise relevante, veränderte Sachlage noch das Vor- liegen neuer erheblicher Tatsachen oder Bew eism ittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG darzutun. Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen kann davon abge- sehen w erden, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde im Einzelnen einzugehen oder ein w eiteres Schreiben des Präsidenten der APR R einzufordern, w eil dies am Ergebnis nichts ändern kann. D ie Vorinstanz ist auf das W iedererw ä- gungsgesuch zu R echt nicht eingetreten. 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 1'200.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE; SR 173.320.2]). Sie sind durch den in gleicher H öhe geleisteten Kosten- vorschuss gedeckt und w erden m it diesem verrechnet. (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 1'200.--, w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. Sie sind durch den in gleicher H öhe geleisteten Kostenvorschuss ge- deckt und w erden m it diesem verrechnet. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (Kopie zu den Akten; R ef.-N r. N _______) - den _______ (Kopie) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang C hristoph Basler Versand am :