Kantonsgericht Schwyz Urteil vom 28. März 2023 ZK1 2022 13 und 14 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Prof. Dr. Reto Heizmann, Kantonsrichter Pius Schuler, Jörg Meister, Josef Reichlin und lic. iur. Jeannette Soro, Gerichtsschreiber lic. iur. Mathis Bösch. In Sachen A.________, Kläger, Berufungsführer (ZK1 2022 13) und -gegner (ZK1 2022 14), vertreten durch Rechtsanwältin B.________, gegen C.________, Beklagte, Berufungsgegnerin (ZK1 2022 13) und -führerin (ZK1 2022 14), vertreten durch Rechtsanwalt D.________, betreffend Dienstbarkeit, Nachbarrecht etc. (Berufungen gegen das Urteil des Bezirksgerichts Schwyz vom 17. Dezember 2021, ZGO 2021 11);- hat die 1. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben: A. A.________ ist in der Gemeinde Ingenbohl Eigentümer der Grundstücke Nr. zz (vormals: Nr. yy) und xx (ww). Er erhob am 6. November 2017 gegen die Nachbarin C.________, Eigentümerin der Liegenschaft Nr. vv (uu), Klage beim Bezirksgericht Schwyz. Anhand eines ausdrücklich in die Rechtsbegeh- ren integrierten Situationsplans mit Höhenbeschränkungen (KB 1) klagte er auf Leistung bzw. auf die Verpflichtung der Beklagten auf unter Schnitthalten von Bepflanzungen (Klagebegehren Ziff. 1.1, 1.3 - 1.5), auf Feststellung von Rückschnitt- bzw. Rückbindepflichten (Ziff. 1.2.1 - 1.2.4), auf Feststellung ei- ner dinglichen Pflanzenbeschränkung und -schnittpflicht sowie deren Eintra- gung ins Grundbuch (Ziff. 2 f.) und auf Vollstreckung (Ziff. 4), weil die Beklagte auf ihrer Liegenschaft Nr. vv (uu) Pflanzen wachsen lasse, die seine Aussicht in Richtung Westen tangieren würden (vgl. ZK1 2020 8 vom 22. September 2020 lit. A sowie Präzisierungen in lit. B sowie angef. Urteil lit. B bzw. E). B. Mit Urteil vom 17. Dezember 2019 erkannte das Bezirksgericht: 1.1 Es wird festgestellt, dass die im Vergleich vom 12. Dezember 2002 zwischen den Parteien vereinbarten Maximalhöhen der zwischen den Punkten A und B sowie zwischen den Punkten A und C ste- henden Bäume, Sträucher und Bepflanzungen ab Niveau F.________ zu messen sind. 1.2 Es wird festgestellt, dass die im Vergleich vom 12. Dezember 2002 zwischen den Parteien vereinbarten Maximalhöhen der Hecken entlang der Westgrenze und entlang der Nordgrenze zwischen den Grundstücken GB vv und zz ab bestehendem Terrain Grundstück GB zz zu messen sind. Im Übrigen wies es die Klage, soweit es auf diese eintrat, unter entsprechen- den Prozesskostenfolgen ab (Disp.-Ziff. 2-4). Der Kläger führte dagegen Beru- fung. In deren teilweisen Gutheissung hob das Kantonsgericht am 22. Sep- tember 2020 (ZK1 2020 8) Dispositivziffern 2-4 des angefochtenen Urteils abgesehen von der Abweisung der Klagebegehren Ziff. 2 und Ziff. 3 (Feststel- lung und Eintragung einer Dienstbarkeit) auf und wies die Sache zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück. Das Bundes-Kantonsgericht Schwyz 3 gericht trat auf eine Beschwerde des Klägers gegen den Berufungsentscheid nicht ein (BGer 5A_909/2020 vom 30. August 2021). C. Mit Urteil vom 17. Dezember 2021 erkannte das Bezirksgericht mit im Dispositiv integriertem Situationsplan: 1. In teilweiser Gutheissung von Rechtsbegehren-Ziff. 1.2.1 wird fest- gestellt, dass die Beklagte verpflichtet ist, die zwischen den Punk- ten A und B (gemäss untenstehendem Plan) stehenden Bäume, Sträucher, und Bepflanzungen so unter Schnitt zu halten, dass die freie Sicht vom Wohngeschoss (Esszimmer, Terrasse und Küche) der Liegenschaft des Klägers Nr. xx lngenbohl nach Westen auf den Vierwaldstättersee und das Buochserhorn insofern gewährleis- tet ist, als die Höhe dieser Bäume, Sträucher und Bepflanzungen 3.40 m nicht überschreiten darf, wobei die Fichte und der ihr vorge- lagerte Holunderbaum von dieser Höhenregelung ausgenommen sind. 2. In teilweiser Gutheissung von Rechtsbegehren-Ziff. 1.2.3 wird fest- gestellt, dass die Beklagte verpflichtet ist, die Hecke entlang der Westgrenze zwischen Grundstück Nr. vv und Nr. zz lngenbohl so unter Schnitt zu halten, dass die freie Sicht vom Wohngeschoss (Esszimmer, Terrasse und Küche) der Liegenschaft des Klägers Nr. xx lngenbohl nach Westen auf den Vierwaldstättersee insofern gewährleistet ist, als die Höhe dieser Hecke 2.30 m nicht über- schreiten darf, sowie dass die Beklagte verpflichtet ist, die Hecken entlang der West- und Ostgrenze von Grundstück Nr. zz jährlich in der Senkrechten auf die Grenze von Grundstück Nr. zz zurückzu- schneiden. 3. In teilweiser Gutheissung von Rechtsbegehren-Ziff. 1.2.4 wird fest- gestellt, dass die Beklagte verpflichtet ist, die beiden Thuja Bäume (Ziff. 4a und 4b gemäss untenstehendem Plan) auf einer Höhe von maximal 3.40 m, gemessen ab bestehendem Terrain Grundstück Nr. zz Ingenbohl, zu halten und entlang der Nordgrenze jährlich in der Senkrechten auf die Grenze von Grundstück Nr. zz lngenbohl zurückzuschneiden. 4. In teilweiser Gutheissung von Rechtsbegehren-Ziff. 1.3 wird die Beklagte verpflichtet, innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils die drei neben der Fichte (Ziff. 6 gemäss untenstehendem Plan) gelegenen Pflanzen Forsythie, Scheinzypresse und Thuja dauernd so unter Schnitt zu halten, dass die freie Sicht vom Wohngeschoss (Esszimmer, Terrasse und Küche) der Liegenschaft des Klägers Nr. xx Ingenbohl nach Westen auf den Vierwaldstättersee und das Buochserhorn insofern gewährleistet ist, als diese eine Höhe von 3.40 m nie überschreiten.Kantonsgericht Schwyz 4 5. In teilweiser Gutheissung von Rechtsbegehren-Ziff. 1.4 – 1.4.15 wird die Beklagte verpflichtet, innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils sämtliche übrigen Bäume auf dem Grundstück Nr. vv lngenbohl, die sich westlich der in Dispositiv-Ziff. 1 - 4 erwähnten Bäume, Sträucher und Bepflanzungen und sich nicht in der auf un- tenstehendem Plan blau markierten Fläche befinden, so unter Schnitt zu halten und dabei die auf untenstehendem Plan gelb ein- gezeichneten Höhenlinien nicht zu überschreiten, dass die freie Sicht vom Wohngeschoss (Esszimmer, Terrasse und Küche) der Liegenschaft des Klägers Nr. xx lngenbohl nach Westen auf den Vierwaldstättersee und das Buochserhorn nicht beeinträchtigt wird, so insbesondere folgende Bepflanzungen, jeweils gemessen ab bestehendem Terrain Grundstück Nr. vv: 5.1 Gebüsch (gemäss untenstehendem Plan rot Ziff. 7), welches dauernd eine Höhe von 1.90 m nie überschreiten darf; 5.2 Nadelbaum tannenartig und Strauch daneben (gemäss un- tenstehendem Plan rot Ziff. 8), welche dauernd eine Höhe von 2.15 m nie überschreiten dürfen; 5.3 diverse Sträucher zwischen der nord-westlichen Ecke des Grundstücks Nr. zz lngenbohl und der Andenschmucktanne (gemäss untenstehendem Plan rot Ziff. 9), welche dauernd eine Höhe von 2.45 m nie überschreiten dürfen; 5.4 Platane (gemäss untenstehendem Plan rot Ziff. 10), welche dauernd eine Höhe von 1.85 m nie überschreiten darf; 5.5 Gebüsch (gemäss untenstehendem Plan rot Ziff. 11), wel- ches dauernd eine Höhe von 1.85 m nie überschreiten darf; 5.6 Andenschmucktanne (gemäss untenstehendem Plan rot Ziff. 12), welche dauernd eine Höhe von 2.45 m nie über- schreiten darf; 5.7 Andenschmucktanne (gemäss untenstehendem Plan rot Ziff. 13), welche dauernd eine Höhe von 2.20 m nie über- schreiten darf; 5.8 Magnolie (gemäss untenstehendem Plan rot Ziff. 14), wel- che dauernd eine Höhe von 2.15 m nie überschreiten darf; 5.9 Platane (gemäss untenstehendem Plan rot Ziff. 15), welche dauernd eine Höhe von 2.75 m nie überschreiten darf; 5.10 Platane (gemäss untenstehendem Plan rot Ziff. 16), welche dauernd eine Höhe von 2.25 m nie überschreiten darf; 5.11 Gebüsch (gemäss untenstehendem Plan rot Ziff. 17), wel- ches dauernd eine Höhe von 1.95 m nie überschreiten darf; 5.12 Andenschmucktanne (gemäss untenstehendem Plan rot Ziff. 18), welche dauernd eine Höhe von 2.05 m nie über- schreiten darf;Kantonsgericht Schwyz 5 5.13 Gebüsch (gemäss untenstehendem Plan blau Ziff. 19), wel- ches dauernd eine Höhe von 3.40 m nie überschreiten darf; 5.14 Strauch (gemäss untenstehendem Plan blau Ziff. 20), wel- cher dauernd eine Höhe von 2.90 m nie überschreiten darf; 5.15 Apfelbaum (gemäss untenstehendem Plan blau Ziff. 21), welcher dauernd eine Höhe von 2.15 m nie überschreiten darf. 6. In Gutheissung von Rechtsbegehren-Ziff. 1.5 wird die Beklagte verpflichtet, die Höhenlinien (gelb in untenstehendem Plan) auch für alle in Zukunft gepflanzten und/oder heranwachsenden Bäume und Sträucher einzuhalten. 7. Bei Zuwiderhandlung gegen Dispositiv-Ziff. 1 – 6 wird der Kläger ermächtigt, nach vorgängiger, schriftlicher Ansetzung einer Frist von mindestens 30 Tagen mittels Ersatzvornahme die entspre- chenden Arbeiten durchzuführen oder durch von ihm bestimmte Dritte durchführen zu lassen und zu diesem Zweck das Grundstück Nr. vv Ingenbohl zu betreten bzw. betreten zu lassen und hierzu nötigenfalls die Kantonspolizei beizuziehen. Die Kosten einer allfälligen Ersatzvornahme sind von der Beklag- ten nach Rechnungsstellung durch den Kläger zu ersetzen. 8. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 9. Die Gerichtskosten, bestehend aus den Kosten für das Schlich- tungsverfahren von Fr. 300.00 und der Entscheidgebühr von Fr. 15’000.00, werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. [Bezug vom Vorschuss und Gerichtskostenersatz zulasten des Klägers von Fr. 7’650.00]. 10. Es ist gegenseitig keine Parteientschädigung geschuldet. 11. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 5’000.00 werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. [Bezug vom Vorschuss und Ge- richtskostenersatz zulasten der Beklagten von Fr. 2’500.00]. 12. Für das Berufungsverfahren ist gegenseitig keine Parteientschädi- gung geschuldet. 13./14.[Rechtsmittel/Zufertigung]. Gegen dieses Urteil erhoben sowohl der Kläger (ZK1 2022 13; s. unten E. 3) als auch die Beklagte (ZK1 2022 14; unten E. 2) Berufung. Der Kläger bean- tragt, Dispositivziffern 1, 4 und 8 des angefochtenen Urteils aufzuheben und im Sinne der in Ziffer 2 aufgeführten, vor erster Instanz gestellten Rechtsbe- gehren neu zu entscheiden. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung Kantonsgericht Schwyz 6 dieser Rechtsbegehren an das Bezirksgericht zurückzuweisen (ZK1 2022 13 KG-act. 1). Die Beklagte beantragt, Dispositivziffern 1-7 des angefochtenen Urteils aufzuheben und unter entsprechender Anpassung der Prozesskosten- folgen die Klage vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (ZK1 2022 14 KG-act. 1). In den jeweiligen Berufungsantworten verlangen die Parteien die Abweisung der Berufung der Gegenpartei, soweit auf die Rechtsmittel überhaupt einzutreten sei. Ausserdem reichten sie dem Kan- tonsgericht weitere Stellungnahmen bzw. Noveneingaben ein;- und in Erwägung: 1. Die Klagebegehren 2 und 3 betreffend Feststellung und Anweisung des Grundbuchamtes zur entsprechenden Eintragung einer dienstbarkeitsrechtli- chen Pflanzenbeschränkung und Pflanzenschnittpflicht zulasten des Grunds- tücks Nr. vv der Beklagten wies das Kantonsgericht im ersten Berufungsver- fahren für die kantonalen Verfahren rechtswirksam ab. Ebenfalls entschied es damals sowohl für sich und das Bezirksgericht verbindlich, der Kläger habe den im angefochtenen Urteil zitierten Vergleich aus dem Jahr 2002 (ZK1 2020 8 E. 3.a sowie angef. Urteil E. 2.2) so verstehen dürfen, dass die Beklagte sein Anliegen an einer, abgesehen von den vereinbarten Ausnahmen, unge- störten Aussicht über die auf die vereinbarten Maximalhöhen unter Schnitt gehaltenen Pflanzen akzeptiert habe (ZK1 2020 8 E. 3.c). Mit dem erneut an- gefochtenen Urteil entschied das Bezirksgericht noch über die nicht erledigten Klagebegehren 1 gemäss der ihm vom Kantonsgericht angewiesenen Ver- gleichsauslegung sowie über die diesbezüglich mit Klagebegehren 4 verlang- ten Vollstreckungsmassnahmen. Allein diese Punkte sind noch Gegenstand des vorliegenden Berufungsurteils. Kantonsgericht Schwyz 7 2. Soweit die Beklagte mit ihrer Berufung auf Aufhebung der Dispositivzif- fern 1-7 sowie 9-12 des angefochtenen Urteils und auf vollumfängliche Klage- abweisung (vgl. ZK1 2022 14 KG-act. 1 S. 2) den ersten Berufungsentscheid hinsichtlich der Vergleichsauslegung kritisiert, ist darauf nicht einzutreten, weil das Kantonsgericht im zweiten Berufungsgang an sein erstes Berufungsurteil gebunden ist (etwa BGer 4A_447/2018 vom 20. März 2019 E. 3 m.H.). Zu den weiteren Vorbringen der Beklagten ist zu erwägen: a) Die Beklagte rügt, die Thuja-Bäume (Plan Ziff. 4a und 4b; angef. Urteil Disp.-Ziff. 3) würden durch den Vergleich nicht erfasst und würden die Aus- sicht des Klägers nicht tangieren bzw. diesbezüglich seien die klägerischen Vorbringen ungenügend substanziert. Der Vergleich (KB 22 Ziff. 3 Abs. 1) lau- tet: Die Hecke zwischen GB vv und zz ist durch die Beklagte jährlich in der Senkrechten auf die Grenze von GB zz zurückzuschneiden sowie entlang der Westgrenze von GB zz auf einer Höhe von maximal 2.30 m zu hal- ten. Entlang der Nordgrenze von zz ist die Hecke auf einer maximalen Höhe von 3.40 m zu halten. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die beiden Thuja-Bäume wie durch den Kläger zur Feststellung eingeklagt (Klagebegehren Ziff. 1.2.4) als Bestandteile dieser Hecke betrachtete, für welche im Vergleich eine einheitli- che Höhenbegrenzung auf 3.4 m vorgesehen ist. Die Klage ist hinsichtlich dieser als Bestandteile (Ziff. 4a und Ziff. 4b) der Hecke (Ziff. 4) grün einge- zeichneten Pflanzen hinreichend substanziert (vgl. etwa Klage S. 25 i.V.m. KB 1). Inwiefern die Bäume nicht als in die Hecke integrierte solitäre Pflanzen zu betrachten wären, legt die Beklagte im Berufungsverfahren in tatsächlicher Hinsicht denn auch nicht konkret dar (z.B. Berufung ZK1 2022 14 Rn 36 ff.). Die Unterstellung dieser Bäume unter die Höhenbegrenzung von 3.4 m er- weist sich nicht als rechtsmissbräuchlich, auch wenn der Kläger eigene Pflan- zen in die im Vergleich gewährte Aussicht hineinwachsen lässt, nachdem die Thuja-Bäume der Beklagten diese schon verdeckten. Dies kann nicht als Ein-Kantonsgericht Schwyz 8 verständnis des Klägers betrachtet werden, Pflanzen der Hecke der Beklagten dürften die vereinbarte Höhenbegrenzung überschreiten. b) Ebenso wenig ist zu beanstanden, dass die Vorinstanz eine Forsythie, eine Scheinzypresse und eine Thuja neben der Fichte (Plan Ziff. 6; präzisier- tes Klagebegehren Ziff. 1.3) als zwischen den Punkten A und B gemäss Ver- gleichsziffer 2 am Ostrand der beklagtischen Liegenschaft Nr. vv (Plan Ziff. 1) liegende Bepflanzungen betrachtete und sie der dort geltenden Höhenbegren- zung von ebenfalls 3.4 m unterstellte (angef. Urteil Disp.-Ziff. 4). Es spielt kei- ne Rolle, ob diese Pflanzen vor oder nach dem Vergleich gesetzt wurden, da der Vergleich mit Ausnahme der Fichte und eines allfällig diese ersetzenden Baums (vgl. dazu unten E. 3.a) keine Unterschiede zwischen vorbestehenden und neuen Pflanzen trifft. Insbesondere macht die Beklagte mit ihrer Berufung in tatsächlicher Hinsicht nicht geltend, dass sich diese Pflanzen in der laut Vergleich im Bestand geschützten Breite von 2.6 m eines die Fichte ersetzen- den Baumes befinden. c) Die Ausführungen der Beklagten in der Berufung zu den Höhenbe- schränkungen der Bäume, Sträucher und Bepflanzungen gemäss Dispositiv- ziffern 5.1 - 5.15 sowie künftiger Bepflanzungen gemäss Dispositivziffer 6 des angefochtenen Urteils beschränken sich auf eine vom ersten Berufungsurteil abweichende Vergleichsauslegung. Darauf ist hier daher nicht weiter einzuge- hen (vgl. vor lit. a). Ihren Einwand, dem Vergleich sei keine gegen Westen sinkende Höhenlinie zu entnehmen, lässt die Beklagte in der Sache unbe- gründet. Sie setzt sich in der Berufung mit der vorinstanzlichen Feststellung nicht konkret auseinander, es liege aufgrund der Umstände (Sicht vom Wohn- geschoss über Maximalhöhen der Hecken an der Ostgrenze des beklagti- schen Grundstücks) nahe, dass die Sichtlinie zwischen dem Gebäude des Klägers über das beklagtische Grundstück auf den Vierwaldstättersee hinweg sinkend zu sein habe und die Maximalhöhen der Pflanzen gegen Westen, wie vom Kläger mit den in die Klagebegehren integrierten Plan mit Höhenlinien Kantonsgericht Schwyz 9 beantragt, folglich stetig abzunehmen haben, um die Aussicht auf den See zu gewährleisten (angef. Urteil E. 7.2.2 S. 20). Insbesondere bestreitet sie die Feststellung des Bezirksgerichts nicht, diese Höhen oder Abstufungen nicht konkret bestritten, insbesondere nicht geltend gemacht zu haben, welche an- derweitigen Maximalhöhen die Aussichtsinteressen des Klägers ebenfalls ge- währleisten könnten (ebd.). Auf diese Thematik ist daher mangels hinreichen- der Begründung der Berufung nicht einzutreten (vgl. auch unten E. 3.a). d) Zutreffend kritisiert die Beklagte im Berufungsverfahren, dass Feststel- lungsurteile der Vollstreckung nicht zugänglich seien (vgl. etwa Sutter- Somm/Seiler, CHK, Art. 88 ZPO N 4 m.H.). Daher sind hier Zuwiderhandlun- gen gegen die Feststellungen in Dispositivziffern 1-3 des angefochtenen Ur- teils von den in Dispositivziffer 7 angeordneten Vollstreckungsmassnahmen auszunehmen. 3. Der Kläger erhebt dagegen Berufung (vgl. ZK1 2022 13 KG-act. 1 S. 2 ff.), dass die Vorinstanz die Fichte und den ihr vorgelagerten Holunderbaum von der massgeblichen Höhenregelung bzw. von der Gutheissung ihres ent- sprechenden Klagebegehrens (Ziff. 1.2.1) ausnahm und deren Entfernung bzw. Höhen- und Breitenbegrenzung gemäss weiterem Klagebegehren (Ziff. 1.3) abwies. Ferner wird die Nichtbehandlung der Höhenbegrenzung zwischen den Punkten A und C (Plan Nr. 2; Klagebegehren Ziff. 1.2.2) und der Hecke entlang der Nordgrenze von Grundstück Nr. zz (Plan Nr. 4; Klagebe- gehren Ziff. 1.2.3) gerügt (s. auch ZK1 2022 13 act. 1 S. 8). Soweit die Beru- fung sich gegen die im ersten Berufungsverfahren bestätigte Abweisung sei- ner dienstbarkeitsrechtlichen Ansprüche (Klagebegehren 2 f.) richtet, ist dar- auf nicht mehr einzugehen (vgl. oben E. 1), zumal nur Erwägungen zur Rechtskraft grundsätzlich nicht anfechtbar sind. Zu den einzelnen Vorbringen des Klägers ist im Übrigen Folgendes zu erwägen:Kantonsgericht Schwyz 10 a) Der Vergleich (KB 22 Ziff. 2 Abs. 1) lautet bezüglich Fichte und Holun- derbaum (Klagebegehren Ziff. 1.2.1 und 1.3): Die zwischen den Punkten A und B gemäss beiliegendem Plan beste- henden Bäume, Sträucher und Bepflanzungen entlang der Ostgrenze von GB vv zur Gemeinde Ingenbohl werden durch die Beklagte auf einer Höhe von maximal 3.40 m gehalten. Vorbehalten bleibt die Fichte und ihr vorgelagerter Baum zwischen den Punkten A und B, welche bestehen bleiben. Beim Ableben oder Entfernen der Fichte darf ein Baum an dieser Stelle von höchstens 6 m Höhe gepflanzt und auf dieser Höhe beibehal- ten werden. Der neue Baum darf auf einer Höhe von mehr als 3.40 m ei- ne Breite von maximal 2.60 m nicht überschreiten. Dieser Wortlaut ist deutlich genug: Die Fichte und der ihr vorgelagerte Holun- derbaum bleiben bestehen und die Höhen- und Breitenbegrenzungen sind nur für einen neuen Baum vorgesehen. Die Vorinstanz hält diese Vergleichsrege- lung mangels Beweis dafür, dass die Parteien von einem definitiven Ableben der Fichte ausgegangen seien, in Bezug auf den Fortbestand des Baums nicht für „planwidrig unvollständig“ (angef. Urteil E. 6.1.3 ff.). Soweit der Kläger im Berufungsverfahren ausgehend von der Annahme des Ablebens des Baums folgert, die Parteien hätten nicht damit gerechnet, dass die Fichte der- art lange weiterleben und wachsen sowie die Aussicht nach Westen immer mehr stören würde (Berufung ZK1 2022 13 Rn 26), bleibt diese Annahme nach wie vor unbewiesen. Dann lag es indes auf der Hand, dass der Baum bei entsprechender Breite 12 Meter und höher wachsen könnte. Weil der Kläger im Berufungsverfahren im Übrigen keine Umstände belegt, die das Vorliegen einer Vertragslücke im Vergleich nahelegen könnten, ist das angefochtene Urteil nicht zu beanstanden. Zu Recht hält die Vorinstanz dafür, dass der vergleichsweise vereinbarte Be- standesschutz der Fichte und des ihr vorgelagerten Holunderstrauchs auch nicht über das Nachbarrecht des ZGB aufgehoben werden könne (angef. Ur- teil E. 9). Mit dieser eigenständigen Begründung setzt sich der Kläger im Beru- fungsverfahren nicht auseinander. Er äussert sich nur zu den „der Vollständig- keit halber“ als Eventualbegründung angefügten weiteren Erwägungen der Kantonsgericht Schwyz 11 Vorinstanz, wonach abgesehen vom Bestandesschutz durch den Vergleich kein Nachbarschutz im Sinne von Art. 684 Abs. 1 ZGB bestehe (angef. Urteil E. 9.1 ff.). Insoweit ist daher auf die Berufung (vgl. dort S. 22 ff.) nicht einzu- treten: Zur hinreichenden Begründung der Berufung (Art. 311 ZPO) ist eine Darlegung notwendig, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid un- zutreffend sei, wobei sich der Berufungsführer mit allen Begründungen des angefochtenen Urteils im Einzelnen präzise und mühelos verstehbar ausein- andersetzen muss (ausführlich vgl. ZK1 2021 27 vom 22. März 2022 E. 2 m.H.). Es sei schliesslich noch darauf hingewiesen, dass gestützt auf das eid- genössische Nachbarrecht Pflanzen, welche die kantonalrechtlichen Abstände einhalten, nur ausnahmsweise beseitigt werden können (vgl. dazu ZK1 2021 57 vom 27. Dezember 2022 E. 5.a m.H.), indes macht der Kläger keine solche Abstandsunterschreitungen geltend. b) Der Kläger rügt weiter, die Vorinstanz sei auf seine Klagebegehren 1.2.2 und 1.2.3 (vgl. auch Berufungsantrag 2/1.2.2 und 1.2.3) ohne Begründung nicht eingetreten, wonach er die Feststellung der Verpflichtung der Beklagten verlangt habe, die Pflanzen zwischen den Punkten A und C respektive die Hecke an der Nordgrenze zum Grundstück KTN zz so unter Schnitt zu halten, dass eine Höhe von 6 m bzw. 3.4 m nicht erreicht wird. Dies trifft zu und dies- bezüglich sind die angefochtenen Feststellungsurteile im Berufungsverfahren ohne Weiteres der Klarheit halber mit den im Vergleich zwischen den Parteien vereinbarten Maximalhöhen zu ergänzen, zumal die Vorinstanz in den Ge- genbemerkungen ausführte, diese seien im bereits rechtskräftig festgestellten Messniveau (dazu s. oben in lit. B Zitat Ziff. 1.1 f.) inbegriffen (KG-act. 5). Zu- dem räumt auch die Beklagte vorbehältlich ihrer grundsätzlichen Opposition gegen den Vergleich ein, dass sich die entsprechende Höhe aus dem Ver- gleich ergebe (ZK1 2022 13 KG-act. 7 Rz 45). Die Ergänzungen betreffen Feststellungen und sind daher von den Vollstreckungsmassnahmen auszu- nehmen. Inwiefern die Punkte A, B und C des Situationsplanes näher definiert werden müssten, begründet der Kläger in der Berufung nicht, insbesondere ist Kantonsgericht Schwyz 12 unbestritten, dass diese Punkte dem den Vergleich zugrundeliegenden Plan (KB 24) entsprechen. 4. Aus diesen Gründen ist in teilweiser Gutheissung der Berufungen das angefochtene Urteil bezüglich der Maximalhöhen der Bepflanzungen an der Ostgrenze von Grundstück Nr. vv zwischen den Punkten A und C sowie an der Nordgrenze von Grundstück Nr. zz zu vervollständigen und die Vollstre- ckungsmassnahmen in Dispositivziffer 7 des angefochtenen Urteils einzu- schränken. Im Übrigen sind die Berufungen, soweit auf sie einzutreten ist, abzuweisen und das angefochtene Urteil ist zu bestätigen. Ausgangsgemäss bleibt es bei den erstinstanzlichen Kostenfolgen und auch die Kosten des Be- rufungsverfahrens sind den Parteien je hälftig ohne gegenseitige Parteien- tschädigungen aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 i.V.m. Art. 95 Abs. 1). Zur Be- stimmung des Streitwerts kann auf den ersten Berufungsentscheid verwiesen werden (ZK1 2020 8 E. 1);-Kantonsgericht Schwyz 13 erkannt: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufungen wird das angefochtene Urteil wie folgt ergänzt (lit. a und b) bzw. abgeändert (lit. c): a) Es wird festgestellt, dass die Beklagte verpflichtet ist, die zwischen den Punkten A und C gemäss dem angefochtenen Urteil beiliegen- den Plan entlang der Ostgrenze des Grundstücks Nr. vv lngenbohl stehenden Bäume, Sträucher und Bepflanzungen so unter Schnitt zu halten, dass die Höhe dieser Bäume, Sträucher und Bepflanzungen 6.00 m, gemessen ab Niveau F.________, nicht überschritten wird. b) Es wird festgestellt, dass die Beklagte verpflichtet ist, die Hecke ent- lang der Nordgrenze von Grundstück Nr. zz Ingenbohl auf einer Höhe von maximal 3.40 m, gemessen ab Niveau des bestehenden Terrains von Grundstück Nr. zz, zu halten und diese Hecke jährlich in der Senkrechten auf die Grenze von Grundstück Nr. zz zurückzu- schneiden. c) Die Ermächtigung zur Ersatzvornahme gemäss Dispositivziffer 7 des angefochtenen Urteils wird auf Zuwiderhandlungen gegen Disposi- tivziffern 4-6 beschränkt. Im Übrigen werden die Berufungen, soweit auf sie einzutreten ist, abge- wiesen und das angefochtene Urteil bestätigt. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 10’000.00 werden je zur Hälfte den Parteien auferlegt und aus den je in dieser Höhe geleisteten Vorschüssen gedeckt. Den Parteien wird je Fr. 5’000.00 aus der Kan- tonsgerichtskasse zurückbezahlt.Kantonsgericht Schwyz 14 3. Die Parteien schulden sich für das Berufungsverfahren gegenseitig kei- ne Entschädigungen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsa- chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Be- schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 250’000.00. 5. Zufertigung an die Parteivertreter (je 2/R) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 1. Zivilkammer Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber Versand 29. März 2023 kau