ü STEUERREKURSKOMMISSION II DES KANTONS ZÜRICH 2 ST.2009.302 2 DB.2009.179 Entscheid 15. März 2010 Mitwirkend : Einzelrichterin R. Schircks Denzler und Sekretär M. Ochsner In Sachen A, Rekurrent/ Beschwerdeführer, gegen 1. S t a at Z üri c h, Rekursgegner, 2. S c hw ei zeri s ch e Ei d ge no ss en sc haf t , Beschwerdegegnerin, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Süd, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Einschätzung 2006 und Direkte Bundessteuer 2006 - 2 - 2 ST.2009.302 2 DB.2009.179 hat sich ergeben: A (nachfolgend der Pflichtige) ist Architekt und Lehrer. Während der Steuerpe- riode 2006 war er als Berufsschullehrer an der B (Haupterwerb) und an der C (Neben- erwerb) tätig. Zudem wurde ihm 2006 eine Arbeitslosenentschädigung ausgerichtet. In der Steuererklärung 2006 deklarierte der Pflichtige ein steuerbares Einko mmen von Fr. 34'727.- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 292'196.-. Mit Entscheid vom 5. Mai 2009 schätzte ihn der Steuerkommissär mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 58'600.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 292'000.- (Staats- und Gemein- desteuern 2006) ein. Gemäss Hinweis gleichen Datums war die Veranl agung für die direkten Bundessteuern 2006 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 59'300.- vor- gesehen. Mit Verfügung vom 29. Mai 2009 wurde dem Pflichtigen d ie Veranlagung für die direkte Bundessteuer formell eröffnet. Mit Eingabe vom 12./15. Juni 2009 und vom 2./3. Juli 2009 erhob der Pflicht i- ge Einsprachen gegen den Einschätzungsentscheid und die Veranlagungsverfügung. Vorab verlangte er die Weiterleitung an eine "unabhängige, neutrale und unvoreing e- nommene Stelle zur Bearbeitung". Das kantonale Steueramt trat mit Entscheid vom 23. September 2009 auf die Einsprache betreffend Staats - und Gemeindesteuer w e- gen Verspätung nicht ein. Mit Entscheid vom selben Tag wies es die Einsprache betreffend die direkte Bundessteuer ab. Am 25./30. Oktober 2009 sandte der Pflichtige ein mit "Zusendung an die e f- fektiv zuständige neutrale Instanz" betiteltes Schreiben an die Steuerrekurskommiss io- nen und legte ein 13 -seitiges weiteres Schreiben bei, das an die "Zuständige Instanz, die die verfassungsmässigen Anforderungen nach Unabhängigkeit, Unvoreingeno m- menheit sowie Neutralität erfüllt; sowie selber nicht in die vorliegende Justiz -Korruption involviert ist – Presse" adressiert und überschrieben ist mit "Öffentliche Strafa nzeige (Offizialdelikte)" und "Beschwerde gegen die unzutreffenden 'Einspracheen tscheide' der kt. Steuerverwaltung". In diesen Schreiben bestreitet der Pflichtige die Zuständig- keit der Vorinstanz und der Steuerrekurskommissionen; zudem rügt er unter anderem Befangenheit beider Instanzen. - 3 - 2 ST.2009.302 2 DB.2009.179 Mit Präsidialverfügung vom 13. November 2009 wurde dem Pflichtigen Frist angesetzt, um die Kosten des Rekurs - und Beschwerdeverfahrens mit je einem Vor- schuss sicherzustellen. Die Kostenvorschüsse gingen fristgerecht ein. In seiner Rekurs - und Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2009 schloss das kantonale Steueramt auf kostenfällige Abweisung der Rechtsmittel. Diese Eingabe wurde dem Pflichtige n zur Kenntnisnahme zugestellt, er holte jedoch auch die 2. ei n- geschriebene Sendung nicht ab. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 1. Das kantonale Steueramt nimmt die Einschätzung bzw. Veranlagung vor (§ 107 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG] und Art. 104 sowie Art. 131 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG]). Gegen den Einschätzungsentscheid kann der Steuerpflichtige beim kantonalen Steueramt Einsprache erheben (vgl. § 140 Abs. 1 StG ; Art. 132 Abs. 1 DBG ). Dem Steuerpflichtigen steht gegen den Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts der Rekurs (hinsichtlich Staats- und Gemeindesteuern) bzw. die Beschwerde (hinsich tlich der direkten Bundessteuer) bei der Rekurskommission offen (vgl. § 147 Abs. 1 StG und Art. 140 Abs. 1 DBG). Mit Rekurs bzw. Beschwerde können alle Mängel des angefoch- tenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt we rden (§ 147 Abs. 3 StG, Art. 140 Abs. 3 DBG). Die Zuständigkeiten der Vorinstanz und der Steuerrekurskommissionen in der vorliegenden Angelegenheit unterliegen nach der erwähnten gesetzlichen Regelung keinem Zweifel. Die beantragte Weiterleitung an eine andere Instanz erübrigt sich d a- her. Bei den Steuerrekurskommissionen handelt es sich entgegen d er Ansicht des Pflichtigen um ein unabhängiges Gericht im Sinn von Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (vgl. dazu schon den Nichteintre- tensentscheid der damaligen Europäischen Menschenrechtskommission vom 31. August 1995 in Sachen H.W.K. gegen die Schweiz, Nr. 23399/94, - 4 - 2 ST.2009.302 2 DB.2009.179 www.echr.coe.int, sowie VPB 59.126; Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwa l- tungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., 1999, § 19 N 86). 2. a) Nach Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 ( BV) hat jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem unbefangenen, unvoreing e- nommenen und unparteiischen Richter beurteilt wird. Es soll garantiert werden, dass keine sachfremden Umstände, welche ausserhalb des Prozesses liegen, i n sachwidri- ger Weise zugunsten oder zula sten einer Partei auf das gerichtliche Urteil einwirken. Art. 30 Abs. 1 BV soll zu der für einen korrekten und fairen Prozess erforderlichen O f- fenheit des Verfahrens im Einzelfall beitragen und damit ein gerechtes Ur teil ermögli- chen. Die Garantie des verfassungsmässigen Richters wird verletzt, wenn bei objekt i- ver Betrachtung Gegebenheiten vorliegen, die den Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen (BGE 134 I 238 E. 2.1 S. 240 mit Hinweisen; ferner BGE 135 I 14 E. 2 S. 15). Voreingenommenheit und B e- fangenheit in diesem Sinne werden nach der Rechtsprechung angenommen, wenn im Einzelfall Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu erwecken. Bei dessen Beurteilung ist nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet erscheinen. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit erwecken. Für die Ablehnung wird nicht verlangt, dass der Richter tatsächlich befangen ist (zum Ganzen BGr, 28. August 2009, 2D_20/2009, E. 2.1, www.bger.ch, mit Hinwei- sen). Gemäss § 119 StG (b zw. Art. 109 DBG) ist zudem verpflichtet, in den Au s- stand zu tr eten, wer beim Vollzug des Steuergesetzes in einer Sache zu entscheiden oder an einer Verfügung oder Entscheidung in massgeblicher Stellung mitzuwirken hat, wenn er ein persönliches Interesse h at (lit. a); bei Konstellationen der Verwandtschaft bzw. Schwägerschaft (vgl. lit. b); wer Vertreter einer Partei ist oder für eine Partei in der gleichen Sache tätig war (lit. c) oder aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnte (lit. d). - 5 - 2 ST.2009.302 2 DB.2009.179 b) Der Pflichtige bringt vor, die Steuerrekurskommission sei "mehrfach akte n- kundig mit Falschbeurkundungen, Amtsmissbrauch, Unterschlagungen, formelle Rechtsverweigerung, Irreführung der Rechtspflege sowie Begünstigung von Juristen - Berufskollegen und Ämter (Ko rruption) in die vorliegende Justiz -Korruption aktiv invol- viert. [Sie sei] selber aktiv rechtsmissbräuchlich involviert und daher befangen" – Die Ausstandspflicht trifft immer nur Einzelpersonen, nie ganze Behörden, we shalb diese Rüge von Vornh erein ins Leere stösst (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Steuergesetz, 2. A., Zürich 2006, § 119 N 7). In Bezug auf die vom Pflichtigen namentlich genannten (zahlreichen) Pers o- nen, die befangen sein sollen, ist nicht ansat zweise erkennbar, worin die angeblich e Befangenheit im oben beschriebenen (rechtlichen) Sinn liegen sollte . Der Pflichtige nennt auch keine konkreten Umstände, welche in Bezug auf die genannten Personen im Einzelfall den Anschein von Befangenheit erwecken würde. Jedenfalls ist keine Be- fangenheit gegeben, wenn ein Angehöriger einer Steuerbehörde schon in einer and e- ren Sache zuungunsten einer Partei entschieden hat (Ric hner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 119 N 19). Wird der Ausstand einzig wegen der Mitwirkung der b etreffenden Behör- demitglieder an einem abgeschlossenen Verfahren mit gleicher Problematik vor de r- selben Behörde verlangt, fehlt es zudem bereits an einem gültigen Ausstandsbegehren (RB 2001 Nr. 2). Auf diese Rüge ist somit nicht weiter einzugehen. c) Nicht zu behandeln sind zudem die Ausführungen des Pflichtigen betreffend angeblich strafr echtlich relevante Sachverhalte , betreffend das Bezirksgericht Me ilen und das Obergericht sowie betreffend bereits abgeschlossene Verfahren vor den Steu- errekurskommissionen und weiteren Instanzen. Die pauschale und unsubstanziie rte Rüge der Verweigerung der Akteneinsicht und des rechtlichen Gehörs "durch das B e- zirksgericht Meilen, durch die Steuerrekurskommiss ion, durch das Obergericht (wie auch durch weitere Gerichtsinstanzen)" ist ebenso wenig an die Hand zu nehmen (vgl. zudem BGr, 12. Dezember 2008, 2C_681+682/2008, E. 2.3, www.bger.ch zum Replik- recht bzw. zur Zulässigkeit der Zustellung von Aktenstücken "zur Kenntnisnahme"). d) Bei Einspracheentscheiden muss aus der Begründung ersichtlich sein, g e- stützt auf welche tatsächlichen Feststellungen und aus welchen rechtlichen Erwägu n- gen die Behörde ihren Entscheid getroffen hat. Die Begründung muss aber nur die für - 6 - 2 ST.2009.302 2 DB.2009.179 den Verfahrensausgang wesentl ichen tatsächlichen und recht lichen Entscheidgründe enthalten. Nicht notwendig ist, dass die Begründung eine Auseinandersetzung mit allen Parteierörterungen enthält; es genügt, wenn sich aus den Erwägungen die Unerhe b- lichkeit oder Unrichtigkeit des Vorbringens mittelbar ergibt (indem z.B. gewisse geltend gemachte Abzüge nicht zug elassen werden) und die Begründung sich auf die für den Entscheid wesentlichen G esichtspunkte beschränkt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 142 N 10 und dies., Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 135 N 9, jeweils mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind bei den angefochtenen Entscheiden erfüllt; beide Entscheide sind mit einer nachvollziehbaren Begründung versehen. Naturgemäss ist die Begründung des Einspracheentscheids betreffend die Staats - und Gemeindesteu- ern eher kurz ausgefallen, da lediglich die Frage der Fristwahrung zu behandeln war. Dem Pflichtigen war es offensichtlich möglich, die Tragweite der betreffenden En t- scheide zu erkennen und sie entsprechend anzufechten (vgl. BGr, 12. Dezember 2008, 2C_681+682/2008, E. 2.5, www.bger.ch). Die – ohnehin nur pauschal vorgebrachte – Rüge der mangelhaften Begründung erweist sich als nicht stichhaltig. 3. Es ist zu prüfen, ob das kantonale Steueramt zu Recht nicht auf die Ei n- sprache betreffend Staats- und Gemeindesteuern eingetreten ist. a) Gegen den Einschätzungsentscheid können laut § 140 Abs. 1 StG der Steu- erpflichtige und die Gemeinde innert 30 Tagen nach Zustellung beim kantonalen Ste u- eramt schriftlich Einsprache erheben. Die Einsprachefrist beginnt am Tag nach der Z u- stellung des Entscheids zu laufen (§ 12 Abs. 1 der Verordnung zum Steuerg esetz vom 1. April 1998, VO StG) und ist – wie die Rekurs - und Beschwerdefrist – eine Verwi r- kungsfrist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 140 N 48 mit Hinweisen, auch zum Folgen- den). Eine nach Ablauf der Einsprachefrist erhobene Einsprache ist unwirksam und vermag keine materielle Übe rprüfung der angefochtenen Einschätzung herbeizuführen, selbst dann, wenn diese formell oder materiell fehlerhaft sein sollte. Auf eine v erspätete Einsprache darf die Einsprachebehörde – Fristwiederherstellung vorbehalten – deshalb nicht eintreten. b) Der Einschätzungsentscheid datiert vom 5. Mai 2009 und wurde den Pflichti-- 7 - 2 ST.2009.302 2 DB.2009.179 gen anerkanntermassen am 13. Mai 2009 zugestellt. Die 30-tägige Einsprachefrist be- gann demnach am 14. Mai 2009 zu laufen und endigte am Freitag, 12. Juni 2009. Es ist unerfindlich, weshalb die Frist – so der Pflichtige – erst am Sonntag, 14. Juni abge- laufen sein soll. Jedenfalls ist ab dem 14. Mai 2009 jeder Tag einzeln zu zählen und der 30. Tag ist Freitag, der 1 2. Juni 2009. Die Einsprache trägt zwar das Datum vom 12. Juni 2009, wurde jedoch erst am 15. Juni 2009 um 14.53 Uhr mit eingeschriebener Sendung abgeschickt und erweist sich damit eindeutig als verspätet. Frist wiederher- stellungsgründe sind keine geltend gemacht worden; auch aus den Akten sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche den Pflichtigen schuldlos davon abgehalten hätten, fristg e- recht Einsprache zu erheben. Mithin ist das kantonale Steueramt zu Recht auf die Ein- sprache gegen die Einschätzung der Staats - und Gemeindesteuern 2006 nicht einge- treten. Der dagegen erhobene Rekurs ist folglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Somit ist i m Folgenden nur die rechtzeitig erhobene Beschwerde zu behandeln. 4. a) Zur Ermittlung des Reineinkommens werden von den gesamten steue r- baren Einkünften die zu ihrer Erzielung notwendigen Aufwendungen und die allgeme i- nen Abzüge abgezogen (Art. 25 DBG). Bei den mit der Einkommenserzielung zusa m- menhängenden Aufwendungen handelt es sich um die sogenannten Gewinnungs - kosten (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 25 N 4). Gewinnungskosten setzen in aller Regel damit zusammenhängende steuerbare Einkünfte voraus. Auch wenn die Gewi n- nungskosten vom gesamten Einkommen absetzbar sin d, ist der Gewinnungskoste n- charakter stets für einen bestimmten Einkommensbestandteil (ein damit zusamme n- hängendes Einkommen) zu beantworten; zwischen Aufwendung und einer bestimmten Einkunft muss ein (qualifiziert enger) Konnex bestehen (dies., Art. 25 N 7 f., auch zum Folgenden). Zudem ist zu beachten, dass Gewinnungskosten nur dann abzugsfähig sind, wenn ihnen in derselben Steuerperiode ein damit zusammenhängendes Ei n- kommen der steuerpflichtigen Person gegenübersteht (zeitlicher Zusammenhang). b) Gemäss Art. 26 Abs. 1 DBG können Unselbständigerwerbende als Beruf s- kosten insbesondere die notwendigen Auslagen für den Arbeitsweg (lit. a), die notwen- digen Mehrkosten auswärtiger Verpflegung (lit. b), die übrigen für die Ausübung des Berufs erforderlichen Aufw endungen (lit. c) sowie die mit dem Beruf zusammenhä n- genden Weiterbildungs - und Umschulungskosten (lit. d) vom Reineinkommen abzi e-- 8 - 2 ST.2009.302 2 DB.2009.179 hen. Laut Art. 26 Abs. 2 DBG legt die Finanzdirektion für die Berufskosten gemäss lit. a - c Pauschalansätze fest; im Fall von lit. a und c steht dem Steuerpflichtigen der Nac h- weis höherer Kosten offen. Unter dem Titel Berufskosten können nur die "notwendigen" Aufwendu ngen einkommensmindernd berücksichtigt werden. Notwendig bzw. abzugsfähig sind diej e- nigen Aufwendungen, die ihren Grund in der beruflichen Tätigkeit haben bzw. die durch die Einkommenserzielung verursacht werden, sei es, dass sie zum Zweck der Ei n- kommenserzielung aufgewendet werden oder Folge der einkommenserzielenden T ä- tigkeit bilden (Markus Reich, in: Kommentar zum Schweizerischen Steue rrecht, I/1, 2.A., 2002, Art. 9 N 8 f. StHG). Als (berufsnotwendige) Gewinnungskosten gelten indes nicht sämtliche Aufwendungen, die irgendeinen Zusammenhang zur ausgeübten Tätig- keit aufweisen bzw. im weiteren Sinn ihren Grund im Arbeitsverhältnis haben. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts erscheinen als berufsnotwendig vielmehr nur solche Kosten, welche in einem qualifiziert engen, d.h. rechtlich erheblichen (wesentl i- chen) Zusammenhang zur ausgeübten Tätigkeit st ehen. E rforderlich ist mit anderen Worten ein wesentlicher Zusammenhang zwischen Art, Grund und Zweck der Ausgabe einerseits und der Natur der beruflichen Tätigkeit andererseits, während Aufwendu n- gen, die vorwiegend mit der allgemeinen Lebenshaltung zusammenhängen, sogenann- te Lebenshaltungskosten, vom Abzug ausgeschlossen sind (RB 1990 Nr. 32 = StE 1991 B 22.3 Nr. 38; RB 1991 Nr. 21 [Leitsatz]; StE 2000 B 22.3 Nr. 71). Berufskos- ten sind zudem nur abzugsfähig, wenn ihnen in derselben Steuerperiode ein entspr e- chendes unselbständiges Erwerbseinkommen der steuerpflichtigen Person oder z u- mindest E rwerbsersatzeinkommen gegenübersteht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 26 N 11). 5. Der Pflichtige beantragt, Mietkosten für einen Archivraum abziehen zu dür- fen. Gemäss seinen Ausführungen werden in diesem Raum Berufsunterlagen aus frü- herer selbstständiger Erwerbstätigkeit gelagert, die er aufgrund gesetzlicher Verpflic h- tung während zehn Jahren aufzubewahren habe. Die vom Pflichtigen errechn eten Mietkosten für den Archivr aum von Fr. 552.- können nicht anerkannt werden. Es handelt sich dabei nämlich um Aufwendungen, die in keinem Zusammenhang stehen zur in der Steuerperiode 2006 ausgeübten Haupt - - 9 - 2 ST.2009.302 2 DB.2009.179 oder Nebenerwerbstätigkeit als Berufsschullehrer . Da es bereits an diesem Konn ex fehlt, ist diesbezüglich ein Abzug ausg eschlossen und der Entscheid des Steueramts insoweit nicht zu beanstanden. 6. Weiter möchte der Pflichtige Fr. 450.- für "Berufskleider" abziehen. Wie schon im Einschätzungs - und Einspracheverfahren hat der Pfl ichtige weder dargelegt noch nachgewiesen, inwiefern ihm Auslagen für Berufskleidung entstanden sein sollen. Gründe dafür sind weder aufgrund der beruflichen Tätigkeit (Berufsschu llehrer) noch aus den Akten ersichtlich. Der Pflichtige führt lediglich aus, es sei unz utreffend, dass Kleider, die auch im Alltag getragen werden könnten, nicht als Beruf skleider gelten würden. Dies ist unzutreffend: Berufskleider sind ausschliesslich zu Berufszw ecken dienende Kleider, wie Berufsmäntel , Berufsschürzen etc. Einzig die dafür getäti gten Aufwendungen der steuerpflichtigen Person sind abzugsfähig. Die besonders gepflegte und kostspielige Kleidung dagegen, welche die steuerpflichtige Person u.a. in Rüc k- sicht auf ihre berufliche Stellung anschafft, und die auch im private n Bereich verwend- bar ist, fällt demgegenüber nicht unter diesen Begriff. Die steue rpflichtige Person kann dafür keinen Abzug geltend machen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 26 N 37, mit Hinweisen). Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen. 7.a) Schliesslich hält der Pflichtige "Kosten und Aufwendungen zur Abwehr der vorli egenden Verwaltungs -Korruption" für abzugsfähig. Gemäss einer Auflistung des "Aufwandes betr. AHV -, Verwaltungs -, Juristen - + Justiz -Skandal" verfasste der Pflichtige im Jahr 2006 77 Briefe an Behörden im Umfang von 295.5 Seiten, wofür (Ak- tenstudium, Briefe, Strafanzeigen etc.) er 125.25 Stunden aufgewendet haben will, was bei einem Stundenansatz von Fr. 160.- zu einem Betrag von Fr. 20'040.- führt. Der Pflichtige zählt s odann Portokosten und weitere Auslagen hinzu und macht einen G e- samtbetrag von Fr. 20'602.50 geltend. b) Nach dem allgemeinen Grundsatz, dass der Steuerpflichtige steuermi n- dernde Umstände darzutun und nachzuweisen hat (RB 1975 Nr. 64, auch zum Folgen- den), obliegen ihm Behauptung und Beweis der Tatsachen, die einen Abzug von den - 10 - 2 ST.2009.302 2 DB.2009.179 Einkünften begründen. Die dem Steuerpflichtigen obliegende Beweisleistung setzt in erster Linie und in jedem Fall eine spätestens vor Rekurskommission zu erbringende substantiierte Sachdarstellung voraus, wobei die fehlende Substan tiierung nicht in e i- nem Beweisverfahren nachgeholt werden kann (RB 1980 Nr. 69). Substantiiert ist eine Sachdarstellung dann, wenn aus ihr im Einzelnen Art, Motiv und Rechtsgrund der ge l- tend gemachten Aufwe ndungen in der Weise hervorgehen, dass bereits gestützt da r- auf – aber unter Vorbehalt der Beweiserhebung – die rechtliche Beurteilung der A b- zugsfähigkeit solcher Aufwendungen möglich ist. Fehlt es an einer in diesem Sinn genügenden Substantiierung, hat die Rekurskommission von sich aus keine Unters u- chung zu führen, um sich die erforderlichen Grundlagen zu beschaffen ( RB 1975 Nr. 64), und hat eine Beweisabnahme zu unterbleiben mit der Wirkung, dass es bei der Nichtanerkennung des geltend gemachten Abzugs sei n Bewenden haben muss (RB 1987 Nr. 35, auch zum Folgenden). Für die von ihm verfochtene, hinreichend su b- stanziierte Sachdarstellung hat der Steuerpflichtige sodann von sich aus beweiskräftige Unterlagen einzureichen oder die Beweismittel wenigstens unter genauer Bezeichnung anzubieten (vgl. RB 1975 Nr. 55). c) Vorliegend fehlt es bereits an einer substantiierten Sachdarstellung. Die Aufstellung der Kosten enthält Positionen wie "Brief von GL KR, Aktenstudium: 120.00 Fr.", "24 Infobriefe an Prof. Dr. iur.: 1'080.00 Fr.", "6 Brief an Verwaltungsgericht 1'160.00 Fr." oder "Strafanzeige, Staatsanwaltschaft: 3'000.00 Fr.". Aus dieser Aufli s- tung ist nicht im Entferntesten erkennbar, inwiefern es sich um abzugsfähige Kosten handeln soll. Die Zulässigkeit eines Ab zugs ergibt sich aus den gesetzlichen Besti m- mungen zur Ermittlung des Reineinkommens (Art. 25 ff. DBG). Andere Abzüge sind für die Festlegung des Reineinkommens (Nettoeinkommen) nicht zulässig ( Art. 9 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der d irekten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 1 4. Dezember 1990, StHG). Mit dem Hinweis, "unvermeidbare G e- bühren und Kosten (wie vorliegend in der Abwehr der amtlichen Schikanierereien und der A ttacken sowie der aktenkundigen Korruption) [seien] abzugsbere chtigt", ist der Pflichtige seiner Substantiierungspflicht in keiner Weise nachgekommen. Die Vori n- stanz hat im Übrigen die Zulässigkeit des Abzugs von Kosten aus Rechtsstreitigkeiten zutreffend dargelegt, weshalb diesbezüglich umfassend auf ihre Ausführungen verwie- sen werden kann (§ 19 Abs. 2 der Verordnung über die Organisation und das Verfa h- ren der Ste uerrekurskommissionen vom 29. April 1998). Auch in diesem Punkt dringt die Beschwerde nicht durch. - 11 - 2 ST.2009.302 2 DB.2009.179 8. Somit unterliegt der Pflichtige mit seinen Anliegen vollumfänglich. Aus- gangsgemäss sind ihm die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen und eine Parteien t- schädigung steht ihm nicht zu (§ 151 Abs. 1 StG und Art. 144 Abs. 1 DBG; § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungs rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997, Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwal- tungsverfahren vom 20. Dezember 1968). Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 1. Der Rekurs wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. […]