Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 2. Juli 2014 (810 14 125) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Prüfung von Erwachsenenschutzmassnahmen Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Christian Haidlauf, Markus Clausen, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Martin Dumas , Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Beschwerd e- gegnerin Beigeladene C.____ D.____ E.____ Betreff Prüfung von Erwachsenenschutzmassnahmen (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 27. März 2014) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Eingabe an die Kindes- und Erwachsenenschutzbeh örde B.____ (KESB) vom 6. November 2013 beantragten die Töchter von A.____, C.____ und D.____ für ihre Mutter die Errichtung einer Beistandschaft mit Einschränkung der Han dlungsfähigkeit in finanziellen Be- langen. Zur Begründung führten sie im Wesentlichen au s, dass ihr Bruder, E.____, die Mutter beeinflusse und manipuliere, sodass sich diese zu rechtswid rigen Handlungen habe verleiten lassen, sich nicht mehr an gemachte Schenkungen erinnere und zum Abfassen eines neuen Testaments überredet werden könne. Die Mutter habe sich früher dem Willen des Vaters un- terworfen und beuge sich jetzt dem Willen des Bruders. B. Mit Entscheid vom 27. März 2014 errichtete die KESB f ür A.____, geboren 1926, eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Verm ögensverwaltung gemäss Art. 394 i.V.m. Art. 395 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vom 10. Dezember 1907. Gestützt auf Art. 394 Abs. 2 ZGB wurde die Handlungsfähigkeit von A.____ hinsichtlich der Einkom- mens- und Vermögensverwaltung eingeschränkt. Sämtliche v on A.____ erteilten Vollmachten wurden widerrufen und die entsprechenden Banken ange wiesen, diese per sofort zu löschen. Als Beistand wurde F.____, Advokat, ernannt. Einer all fälligen Beschwerde gegen den vorlie- genden Entscheid wurde gestützt auf Art. 450c ZGB die aufschiebende Wirkung entzogen. C. Gegen den Entscheid der KESB vom 27. März 2014 erho b A.____, vertreten durch Martin Dumas, Advokat, mit Eingabe vom 5. Mai 2014 Be schwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht ( Kantonsgericht). Es wurde bean- tragt, es sei festzustellen, dass der Entscheid der Vorins tanz vom 27. März 2014 der Be- schwerdeführerin nicht ordnungsgemäss eröffnet wurde und somit keinerlei Rechtswirkung ent- falte. Die Vorinstanz sei anzuweisen, zumindest die Adressaten des Entscheids umgehend über diese fehlende Eröffnung und die daraus abgeleitete Ungültigkeit der Anordnung zu informieren. Eventualiter sei der Entscheid der Vorinstanz vom 27. M ärz 2014 aufzuheben und von erwach- senenschutzrechtlichen Massnahmen jeglicher Art abzusehen. Subeventualiter sei festzustel- len, dass der Vorsorgeauftrag vom 13. September 2013, mit welchem E.____ beauftragt wor- den sei, volle Wirksamkeit entfalte. Alles unter o/e-Kost enfolge zu Lasten der Vorinstanz. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde beantragt, dass der vo rliegenden Beschwerde die auf- schiebende Wirkung zu erteilen sei, mit der Folge, dass die Einsetzung von F.____ als Beistand während dem Beschwerdeverfahren keine Wirkung entfalte . Eventualiter seien die Befugnisse von F.____ während des Beschwerdeverfahrens und bis zur rech tskräftigen Entscheidung der vorliegend relevanten Fragen auf die zwingend notwendi gen Handlungen zu beschränken (ins- besondere Begleichung der laufenden Kosten). Es sei d ie Vorinstanz aufzufordern, sämtliche Akten des erwachsenenschutzrechtlichen Verfahrens inklusive allfälliger Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit dem verstorbenen Ehemann der Beschwerde führerin, G.____, einzu- reichen. Der Beschwerdeführerin sei ein Replikrecht einzu räumen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die Zustellung des Entscheids durch die Vorinstanz per A-Post plus rechtswidrig sei, da gemäss Art. 138 Abs. 1 der Schw eizerischen Zivilprozessordnung (ZPO) vom 19. Dezember 2008 die Zustellung eines Entsch eids durch eingeschriebene Post- sendung oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigun g erfolgen müsse. Als Eventualbe- gründung wurde vorgebracht, dass der Entscheid auch mat eriell in zweifacher Hinsicht fehler- haft sei. Einerseits seien die Voraussetzungen (Urteilsunf ähigkeit und Schwächezustand) für Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Anordnung erwachsenenschutzrechtlicher Massnahmen nich t gegeben. Andererseits (sub- eventualiter) habe die Beschwerdeführerin mit Vorsorge auftrag selbstbestimmt ihren Sohn als ihren Beauftragten vorgesehen, sodass für die Errichtung einer Beistandschaft kein Raum be- stehe. D. Mit Eingaben vom 21. Mai 2014 bzw. vom 22. Mai 2014 nahmen die Beschwerde- gegnerin sowie die beiden beigeladenen Töchter der Beschwerdeführerin Stellung zum Verfah- rensantrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung und schlossen auf Abweisung des An- trags. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 4. Juni 20 14 wurde der Verfahrensantrag der Be- schwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen. E. Mit Eingabe vom 27. Mai 2014 liess sich die Beschwer degegnerin vernehmen und beantragte, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. E ventualiter sei die Beschwerde vollum- fänglich abzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurd e subeventualiter beantragt, es sei ein Fachgutachten von einem unabhängigen Dienst zur Urteilsfähigkeit der Beschwerdeführerin einzuholen. F.____ sei aufzufordern, einen Bericht mit Belegen über das Vermögen der Be- schwerdeführerin sowie über sämtliche Verfügungshandlun gen und Zahlungen, Abhebungen, Entschädigungen etc. seit Errichtung der Generalvollmach t vom 13. September 2013 zu erstel- len. Es seien im vorliegenden Verfahren sämtliche Akten des erwachsenenschutzrechtlichen Verfahrens inklusive Gerichtsverfahren in Sachen G.____ beizuziehen. Aufgrund der nicht wahrgenommenen Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführeri n seien sämtliche o/e-Kosten des gesamten Verfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die beigeladenen Töchter der Be- schwerdeführerin reichten mit Schreiben vom 28. Mai 201 4 ihre Vernehmlassungen ein und beantragten die vollumfängliche Abweisung der Beschwer de. Mit Eingabe vom 16. Juni 2014 reichte der beigeladene Sohn der Beschwerdeführerin in nert angesetzter Nachfrist seine ver- besserte Vernehmlassung ein und beantragte sinngemäss die Gutheissung der Beschwerde. F. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 20. Juni 2014 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Als Auskunftsperson wurde zusätzl ich zur Parteiverhandlung Dr. med. H.____, Spezialarzt für Innere Medizin FMH, g eladen und die Akten des Verfahrens 810 13 286 zu diesem Verfahren beigezogen. Die übrigen Beweisanträge wurden abgewiesen. G. Mit Eingabe vom 27. Juni 2014 beantragte die Beschw erdeführerin, vertreten durch Martin Dumas, sie sei vom persönlichen Erscheinen zur Gerich tsverhandlung vom 2. Juli 2014 zu dispensieren. Zur Begründung führt sie aus, die ganze Situation, d.h. die Tatsache, dass sie in ein Gerichtsverfahren involviert sei und in diesem Rahmen auch die schwierige innerfamiliäre Konstellation Thema sei, stelle für sie eine ausserorden tlich schwere Belastung dar. Am 30. Juni 2014 reichte die Beschwerdeführerin, vertrete n durch Martin Dumas, ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. I.____, Allgemeinmedizin FMH, vom 30. Juni 2014 nach, welchem zu entnehmen ist, dass die Beschwerdeführerin zurzeit und bi s auf Weiteres aufgrund der belas- tenden Situation nicht verhandlungsfähig sei. Mit verf ahrensleitender Verfügung vom 30. Juni 2014 wurde die Beschwerdeführerin von der Te ilnahme an der Parteiverhandlung vom 2. Juli 2014 dispensiert. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten di e Parteien vollumfänglich an ihren Rechtsbegehren fest. Der Rechtsvertreter der Beschwerdef ührerin reicht dem Gericht zudem einen ärztlichen Bericht von Dr. med. I.____ vom 30. Jun i 2014 zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide ei ner Erwachsenenschutzbe- hörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werd en. § 66 Abs. 1 des kantonalen Ge- setzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfah ren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmunge n des kantonalen Verwaltungspro- zessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach dem Gesa gten ist die Fünferkammer der Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsge richts zur Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde zuständig (vgl. § 1 Abs. 2 des Gesetze s über die Verfassungs- und Ver- waltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). N ach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Per- sonen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteili gt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Per- son nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschüt ztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als direkt Verfahrensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimie rt. Da auch die übrigen formellen Vo- raussetzungen gegeben sind, kann auf die Beschwerde unte r Vorbehalt der nachstehenden Ausführungen eingetreten werden. 2.1 Die Beschwerdeführerin beantragt zunächst, es sei f estzustellen, dass die Zustel- lungsart bzw. Eröffnung des Entscheids der KESB vom 27. März 2014 per A-Post plus rechts- widrig sei. 2.2 Aufgabe der Justizbehörden ist es, in aktuellen und praktischen Rechtsfragen zu entscheiden. Bei Feststellungsbegehren, welche auf die Klärung abstrakter, rein theoretischer Rechtsfragen abzielen, fehlt es somit grundsätzlich an ei nem aktuellen, konkreten und selbst- ständigen Interesse, weshalb auf solche nicht einzutrete n ist (vgl. BGE 130 V 388 E. 2.4 und 2.5; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-3694/2010 vom 6. April 2011 E. 2.1.2, mit Hinwei- sen, P IERRE TSCHANNEN /U LRICH ZIMMERLI /M ARKUS MÜLLER , Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Auflage, Bern 2009, Rz. 64, S. 243). Die Beschwerd eführerin hat die vorliegende Beschwer- de innerhalb der Rechtsmittelfrist und damit rechtzeit ig eingereicht. Ihr ist somit durch die Zu- stellungsart der KESB kein Rechtsnachteil erwachsen un d sie kann damit kein aktuelles Inte- resse an der Feststellung dieser Frage geltend machen. Z udem wird vorliegend weder von den Parteien noch von den Beigeladenen geltend gemacht, si e hätten den Entscheid der KESB nicht erhalten, weshalb davon auszugehen ist, dass der vorliegend angefochtene Entscheid der KESB allen fünf im Verteiler aufgeführten beteiligt en Personen zugestellt worden ist. Das Vor- bringen der Beschwerdeführerin, der Entscheid der KESB habe durch die Zustellung an zahlrei- che aussenstehende Empfänger eine wesentliche Aussenwirku ng entfaltet, ist somit unbehelf- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich. Beim Feststellungsbegehren der Beschwerdeführerin handelt es sich insofern lediglich um die Klärung einer rein abstrakten und theoretischen Re chtsfrage. Auf das Begehren in Ziffer 1 der Beschwerde, wonach die Rechtswidrigkeit der Eröffn ung des angefochtenen Entscheids festzustellen sei, ist demzufolge nicht einzutreten. 3. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwe rde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 4.1 Mit dem vorliegend angefochtenen Entscheid vom 27. März 2014 hat die KESB für die Beschwerdeführerin eine Vertretungsbeistandschaft m it Einkommens- und Vermögensver- waltung gemäss Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB errichtet. Gestützt auf Art. 394 Abs. 2 ZGB wurde die Handlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin hinsichtl ich der Einkommens- und Vermögens- verwaltung eingeschränkt. 4.2 Nach Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB errichtet die Erw achsenenschutzbehörde eine Bei- standschaft, wenn eine volljährige Person wegen einer g eistigen Behinderung, einer psychi- schen Störung oder eines ähnlichen in der Person liege nden Schwächezustands ihre Angele- genheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen kann. Die Formulierung des letztgenannten Schwächezustands ermöglicht als Auffangtatbestand insbeson dere den Schutz Betagter, bei denen gleichartige Defizite wie bei Menschen mit einer geistigen Behinderung oder einer psy- chischen Störung auftreten (H ELMUT HENKEL , in: Thomas Geiser/Ruth E. Reusser [Hrsg.], Bas- ler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, Art. 390 Rz. 13). Dieser Auffangtatbe- stand ermöglicht es, beiständliche Hilfe auch in Fällen, in welchen der Schwächezustand nicht eindeutig unter die Begriffe “geistige Behinderung“ oder “psychische Störung“ subsumierbar ist, die betroffene Person aber gleichwohl daran hindert, ihre Angelegenheiten hinreichend besor- gen zu können oder in Fällen äusserster Unerfahrenheit (H ELMUT HENKEL , a.a.O., Art. 390 Rz. 13; PHILIPPE MEIER , in: Schwenzer/Büchler/ Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg .], Fam Kommentar, Erwachsenenschutz, Art. 390 Rz. 17). Die Schwächezustände sind keineswegs per se mit Ur- teilsunfähigkeit gleichzusetzen, weshalb die Urteilsunfähigkeit für die Errichtung einer Beistand- schaft auch keine zwingende Voraussetzung darstellt (vgl. YVO BIDERBOST , in: KOKES- Praxisanleitung Erwachsenenschutzrecht, Zürich/St. Gallen 2012, Rz. 5.9). 4.3 Liegt einer der vorgenannten Schwächezustände vor, genügt das allein jedoch nicht zur Anordnung einer behördlichen Massnahme. Vielmehr br aucht es als soziale Voraussetzung zusätzlich ein daraus resultierendes teilweises oder gänzliches Unvermögen, die eigenen Ange- legenheiten hinreichend zu besorgen oder jemanden dam it rechtsgenügend zu beauftragen oder zu bevollmächtigen (H ELMUT HENKEL , a.a.O., Art. 390 Rz. 2; Y VO BIDERBOST , a.a.O., Rz. 10). Die blosse Möglichkeit, einen privaten Vertrete r zu bezeichnen reicht jedoch nicht, die betroffene Person muss die Fähigkeit haben, den von ih r ernannten Stellvertreter zu überwa- chen, zu instruieren und aus seiner Funktion zu entlasse n (P HILIPPE MEIER , a.a.O., Art. 390 Rz. 24). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.4 Eine Vertretungsbeistandschaft wird errichtet, wenn die hilfsbedürftige Person be- stimmte Angelegenheiten nicht erledigen kann und desha lb in diesen Angelegenheiten vertre- ten werden muss (Art. 394 Abs. 1 ZGB; YVO BIDERBOST , a.a.O., Rz. 5.34). Die Erwachsenen- schutzbehörde kann dabei die Handlungsfähigkeit der bet roffenen Person entsprechend ein- schränken (Art. 394 Abs. 2 ZGB). Wird die Handlungsfähi gkeit gemäss Art. 394 Abs. 2 ZGB beschränkt, erhält der gesetzliche Vertreter die ausschlie ssliche Kompetenz über den um- schriebenen Aufgabenbereich (D ANIEL ROSCH , in: Das neue Erwachsenenschutzrecht, Basel 2011, Art. 394/395 Rz. 5). Errichtet die Erwachsenensc hutzbehörde eine Vertretungsbeistand- schaft für die Vermögensverwaltung, so bestimmt sie die Vermögenswerte, die vom Beistand oder der Beiständin verwaltet werden sollen (Art. 395 Abs. 1 Satz 1 ZGB). 5.1 Die KESB begründet ihren Entscheid dahingehend, d ass bei der Beschwerdeführe- rin gemäss Arztzeugnis ihres langjährigen Hausarztes, Dr. med. H.____, Facharzt FMH für In- nere Medizin, vom 8. November 2008 Zeichen einer begin nenden dementiellen Entwicklung bestünden. Aufgrund mangelnder Mitwirkung der Beschwer deführerin habe diese ärztliche Be- urteilung nicht weiter fachärztlich abgeklärt werden k önnen. Gemäss der Anhörung durch die KESB vom 20. November 2013 würden die geltend gemacht en Einschränkungen der Urteilsfä- higkeit bei der Beschwerdeführerin jedoch vorliegen, we shalb von einem Schwächezustand auszugehen sei. Zudem werde deutlich, dass die Beschwerde führerin im administrativ- finanziellen Bereich sowie in den Bereichen Gesundhei t/medizinische Fragen und Wohnen auf Hilfe angewiesen sei. In den Bereichen Gesundheit und W ohnen solle sie nur durch einen Bei- stand vertreten werden, sofern dies nicht von Angehörigen geleistet werde. In administrativ- finanziellen Belangen müsse sie hingegen umfassend durc h den Beistand unterstützt werden. Die Beschwerdeführerin habe sich in den vorliegenden Urku nden (Vollmacht und Vorsorgeauf- trag) für ihren Sohn, E.____, als Vertreter ausgespr ochen. Die Vertretung durch den Sohn, ins- besondere in finanziellen Belangen, sei jedoch bei de n übrigen Familienmitgliedern heftig um- stritten, weshalb eine aussenstehende und neutrale Per son als Beistand einzusetzen sei. Zu- dem sei es im vorliegenden Fall notwendig, dass das Be istandsmandat von einer qualifizierten Fachperson ausgeübt werde. 5.2 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde und anlässlich der Parteiver- handlung vor, sie leide unter keinem Schwächezustand, welcher eine Schutzbedürftigkeit aus- löse. Sie sei gewillt und in der Lage, ihre Angelege nheiten selbst zu besorgen. Sie wisse sich zu helfen und ziehe gegebenenfalls die notwendigen Hil fspersonen bei. In finanziellen Angele- genheiten vertraue sie ihrem Sohn E.____, der diese Angelegenheiten bereits seit längerer Zeit erledige. Unter diesen Umständen bestehe kein Raum für eine erwachsenenschutzrechtliche Massnahme. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung füh rt der Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerin aus, dass gestützt auf die neusten ärz tlichen Berichte nicht von einer Beein- trächtigung der Beschwerdeführerin ausgegangen werden könne. Die Beschwerdeführerin kön- ne ihre finanziellen Angelegenheiten zwar nicht allei ne erledigen, sie sei aber überzeugt, dass ihr Sohn alle ihre finanziellen Belange in ihrem Sinne regeln würde. 5.3 Die beigeladenen Töchter der Beschwerdeführerin machen in ihrer Vernehmlassung und anlässlich der Parteiverhandlung geltend, dass die B eschwerdeführerin nicht in der Lage Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei, sämtliche Angelegenheiten selber zu erledigen. Sie habe sich nie selber um die administra- tiv-finanziellen Angelegenheiten gekümmert und könne d ies auch nicht. Die Beschwerdeführe- rin bedürfe eines fachkundigen Beistands, der unabhän gig von Erbanwartschaften ihre Interes- sen vertrete. Angesichts seines Interessenkonflikts sei E.___ _ nicht geeignet, die Beschwerde- führerin in finanziellen Angelegenheiten zu vertreten. Sollte E.____ die Vertretung der Be- schwerdeführerin übernehmen, sei die Gefahr erheblich, dass er gleich wie beim verstorbenen G.____ versuchen würde, sich finanzielle Vorteile auf Ko sten der Beschwerdeführerin zu ver- schaffen. 5.4 Der Beigeladene führt in seiner Vernehmlassung au s, er habe zu jedem Zeitpunkt versucht, die Interessen und Vereinbarungen seiner Elte rn zu wahren. Er habe immer eine rei- bungslose Zahlung aller Rechnungen seiner Eltern garant ieren können. Die Behauptungen der beiden Schwestern, dass er die Beschwerdeführerin betrüge, seien falsch. Die Beschwerdefüh- rerin sei bereits im Verfahren betreffend den verstorbe nen G.____ von der KESB befragt und offensichtlich als entscheidungsfähig beurteilt worden. Zum selben Schluss sei auch der Notar gekommen, welcher die Vollmacht für die Beschwerdeführerin erstellt habe. 5.5. Dem ärztlichen Bericht von Dr. med. H.____ vom 8. November 2013 ist zu entneh- men, dass er die Beschwerdeführerin seit 1986 als Hausarzt betreut. Anlässlich der letzten Be- suche bei der Beschwerdeführerin zu Hause sei ihm aufgefallen, dass sich ihre psychische Ver- fassung deutlich verschlechtert habe. Es bestehe offensichtli ch eine depressive Symptomatik; die Beschwerdeführerin habe jedoch eine antidepressive Behandlung bisher abgelehnt. Die Belastung der Beschwerdeführerin beruhe insbesondere auf dem Streit zwischen ihren Kindern und sie habe enorm Mühe, mit dieser Situation klarzukomm en. Im Weiteren geht aus dem Be- richt hervor, dass Dr. med. H.____ am 2. November 2013 bei der Beschwerdeführerin einen Mini Mental Status (MMS) zur Abschätzung einer dementie llen Entwicklung durchgeführt und bei ihr einen Wert von 23 Punkten festgestellt habe. Dr . med. H.____ vermerkt, dass ab einem Wert unter 25 Punkten eine krankheitswertige Beeinträ chtigung vorliegen würde. Im Weiteren hält Dr. med. H.____ fest, die Beschwerdeführerin sei mit dem Zwist innerhalb der Familie mas- siv überfordert, habe enorme Mühe, die Situation sachl ich einzuordnen und sei sicherlich stark beeinflussbar. Der Arzt sei überdies überzeugt, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sei, die Folgen und Tragweite einer Entscheidung vollumfänglich einzuschätzen. Zusammen mit einem pathologischen MMS-Test empfehle er zum Wohle de r Beschwerdeführerin eine Bei- standschaft in finanziellen Angelegenheiten einzurichten. Anlässlich der Anhörung durch die KESB am 20. November 2013 führte die Beschwerdeführe- rin aus, sie wolle, dass ihr Sohn bei der Anhörung dab ei sei. Er kenne sich aus und führe die ganze Buchhaltung, sie kenne sich da nicht aus. Früher ha be alles ihr Ehemann erledigt, dann sei es von Mann zu Mann übergeben worden. Zu Hause geh e es ihr gut, die Spitex komme je- weils am Abend und sie habe ein gutes Verhältnis zu diese n Frauen. Sie erhalte von ihrem Sohn Haushaltsgeld und er würde alle Zahlungen für sie erledigen. E.____ fügte an, es sei überflüssig, zu überprüfen, ob seine Mutter im Stande s ei, die Finanzen selber zu regeln, das habe sie noch nie selber gemacht. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. med. J.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherap ie FMH, führte in seinem Bericht vom 1. April 2014 aus, dass er die Beschwerdeführerin untersucht habe und dabei keine Anzei- chen für eine psychiatrische Erkrankung, speziell keine depressive Symptomatik habe erkennen können. Da ihr Sohn zeitweilig bei ihr im Haus wohne, sie Unterstützung von der Spitex erhalte, eine Putzhilfe sowie einen Gärtner habe, sehe er kei nen Grund, weshalb die Beschwerdeführe- rin gefährdet sein sollte. Die administrativen Angeleg enheiten würden seit Jahren von ihrem Sohn erledigt werden. Dr. med. H.____ hielt in eine m weiteren Schreiben vom 26. Juni 2014 im Wesentlichen an seinem ersten ärztlichen Bericht fest und wiederholte, dass er aufgrund seiner Beobachtungen überzeugt sei, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sei, die Folgen und die Tragweite einer Entscheidung vollumfänglich e inzuschätzen. Dr. med. I.____, Allge- meinmedizin FMH, hielt in seinem Bericht vom 30. Juni 2014 fest, dass sich bei der Beschwer- deführerin weder Anhaltspunkte für eine psychiatrische Er krankung noch für eine dementielle Erkrankung zeigen würden. 6.1 Nach dem Gesagten ist unbestritten, dass die Beschwer deführerin insbesondere in finanziellen Angelegenheiten auf Hilfe angewiesen ist. Ob die Beschwerdeführerin darüber hin- aus an gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet, ist vorliegend nicht entscheidwesentlich und kann daher offengelassen werden. Alle Verfahrensbetei ligten führen übereinstimmend aus, dass die Beschwerdeführerin ihre finanziellen Angelegenh eiten offensichtlich nicht selber erle- digen kann. Die Beschwerdeführerin gibt zudem selber an, dass sie sich nie um die Finanzen gekümmert habe und die finanziellen Belange immer von ihrem Mann erledigt worden seien. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin ein Reinvermögen von mehreren Millionen Franken hat, darunter auch umfangreiche Wertschriften, weshalb die Verwaltung dieses Vermögens von einer in finanziellen Fragen versierten Person übernomm en werden muss. Bei einem so be- trächtlichen Vermögen besteht überdies die ernsthafte Gefahr, ohne fremde und unvoreinge- nommene Unterstützung die wirtschaftliche Situation der Beschwerdeführerin in unhaltbarer Weise aufs Spiel zu setzen (vgl. BGE 140 III 49 E. 4.3.2 ; Urteil des Bundesgerichts 5A_836/2011 vom 5. Juni 2012 E. 2.2.2). Die Beschwerde führerin ist demzufolge nicht in der Lage, ihre finanziellen Angelegenheiten selber zu verwalten und zu erledigen. Es bleibt somit zu prüfen, ob von der angeordneten Vertretungsbeistandscha ft (E. 4.1) trotzdem abgesehen wer- den kann, da die Beschwerdeführerin selbst in der Lage ist, die nötige Hilfe zu organisieren, um ihr Vermögen verwalten zulassen, bzw. ob ihr nahestehende Personen gewillt und insbesonde- re in der Lage sind, diese Hilfe zu leisten. 6.2 Die Beschwerdeführerin hat in ihrem am 13. Septe mber 2013 notariell beurkundeten Vorsorgeauftrag ihren Sohn E.____ zu ihrem Beauftrag en im Falle ihrer Handlungsunfähigkeit und im Falle einer Beistandserrichtung als Beistand er nannt. Die Prüfung dieses Vorsorgeauf- trags ist nach wie vor bei der KESB hängig, wobei insbe sondere die Frage der Urteilsfähigkeit der Beschwerdeführerin noch zu beurteilen ist, damit die KESB rechtsverbindlich den Eintritt der Urteilsfähigkeit beurteilen und eine Feststellungsverfüg ung erlassen kann. Solange diese Vali- dierung nicht vorliegt und die Urteilsunfähigkeit der Beschwerdeführerin überdies von ihr selber sowie ihrem Sohn bestritten wird, findet der Vorsorgea uftrag, welcher ausschliesslich für den Fall der Urteilsunfähigkeit der Auftraggeberin konzip iert ist, keine Anwendung (A LEXANDRA Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht RUMO -JUNGO , in: Thomas Geiser/Ruth E. Reusser [Hrsg.], Basler Komm entar zum Erwachse- nenschutz, Basel 2012, Art. 360 Rz. 30). 6.3 Die Beschwerdeführerin hat zusätzlich in einer Vollm acht vom 13. September 2013 ihren Sohn E.____ zu ihrem Generalbevollmächtigten in allen ihren Angelegenheiten, in denen eine rechtsgeschäftliche Vertretung möglich ist, ernannt. 6.4 Solange die Validierung eines Vorsorgeauftrags du rch die KESB noch nicht abge- schlossen ist, aber bereits vor der Annahme des Vorsorgeauftrags Handlungen im Interesse der betroffenen Person erforderlich sind, muss die KESB all enfalls eine Beistandschaft errichten, wie es auch beim Fehlen eines Vorsorgeauftrags erford erlich wäre (A LEXANDRA RUMO -JUNGO , a.a.O., Art. 363 Rz. 1b). Gleichermassen bleibt im Fal le der Schutzbedürftigkeit einer Person auch beim Vorliegen einer Generalvollmacht eine Massna hme der Erwachsenenschutzbehörde möglich (IVO SCHWANDER , Die Stellung der Ehegatten im revidierten Erwachse nenschutzrecht, AJP 2012, S. 1701 ff.). Wie sich nachfolgend zeigen wi rd, war die Errichtung einer erwachse- nenschutzrechtlichen Massnahme durch die KESB im vorliegenden Fall angezeigt. 6.5 In Art. 389 ZGB unterstellt der Gesetzgeber alle b ehördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes den beiden Maximen der Subsidiarität und der Verhältnismässigkeit. Subsidiarität (Art. 389 Abs. 1 ZGB) heisst, dass behördliche Massnahmen nur dann anzuordnen sind, wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen Person auf andere Weise nicht angemessen si- chergestellt ist (Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenen- schutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BB l 2006 7042). Ist die gebotene Unterstützung der hilfsbedürftigen Person auf andere Art - durch die Familie, andere naheste- hende Personen (vgl. dazu Urteil 5A_663/2013 vom 5. N ovember 2013 E. 3) oder private oder öffentliche Dienste - schon gewährleistet, so ordnet di e Erwachsenenschutzbehörde keine Massnahme an (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Voraussetzun g einer hinreichenden Hilfestellung durch die Familie oder andere nahestehende Personen ist die Geeignetheit des Hilfeleistenden. Dazu gehört nicht nur, dass derjenige etwa zur Vermögen sverwaltung in der Lage ist, sondern dass auch Gewähr dafür besteht, dass dieser die Unterstüt zung ohne Verfolgung eigener Inte- ressen, mit der gebotenen Rücksichtnahme gegenüber der h ilfsbedürftigen Person und in ge- genseitigem Vertrauen wahrnimmt. Ist dies nicht der Fal l und kommt die Erwachsenenschutz- behörde zum Schluss, die vorhandene Unterstützung der hil fsbedürftigen Person sei nicht aus- reichend oder von vornherein ungenügend, so hat sie eine Beistandschaft zu errichten und eine Person, die die erforderlichen Voraussetzungen mitbringt, einzusetzen. Diese behördliche Mas- snahme muss verhältnismässig, das heisst erforderlich und gee ignet sein (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde hat dabei nicht geset zlich fest umschriebene, starre Massnahmen, sondern "Massnahmen nach Mass" zu treffen, das heisst solche, die den Be- dürfnissen der betroffenen Person entsprechen (Art. 391 Abs. 1 ZGB). Es gilt der Grundsatz "Soviel staatliche Fürsorge wie nötig, so wenig staatlich er Eingriff wie möglich" (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7017). Dies gilt auch für die Errichtung ei ner Vertretungsbeistandschaft nach Art. 394 Abs. 1 ZGB. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Wie den übereinstimmenden Ausführungen aller Ve rfahrensbeteiligten zu entneh- men ist, erledigt E.____ seit dem Tod von G.____ alle finanziellen Angelegenheiten der Be- schwerdeführerin alleine. Unbestritten ist zudem, dass E._ ___ diese Aufgabe gerne übernom- men hat und auch weiterführen möchte. Die KESB ist in ihrem Entscheid jedoch der Ansicht, E.____ könne die Vertretung der Beschwerdeführerin i n finanziellen Angelegenheiten nicht übernehmen, da ihn ein Interessenkonflikt für eine mög liche Unterstützung disqualifiziere. Ein solcher Interessenkonflikt bestehe insofern, als E.____ Erb e der Beschwerdeführerin sei und somit ein eigenes Interesse am Vermögen der Beschwerdefüh rerin bzw. an seinem Erbe habe, weshalb keine geeignete Person im familiären bzw. näh eren Umfeld der Beschwerdeführerin die Unterstützung übernehmen könne und folglich ein Beistand einzusetzen sei. 7.2 In der Familie der Beschwerdeführerin besteht - zumindest zwischen ihrem Sohn und den beiden Töchtern - unbestrittenermassen schon s eit Jahren ein Streit um die Verwal- tung des elterlichen Vermögens, dies vor allem im Hinbli ck auf die Verteilung des zukünftigen Erbes unter den Nachkommen. Der Sohn als am Familienstr eit beteiligte Person verfügt inso- fern nicht über die nötige persönliche Distanz, um die alleinigen Interessen der Beschwerdefüh- rerin in ihren finanziellen Angelegenheiten zu vertre ten. Würde in einer Konstellation wie der vorliegenden mit E.____ ein Nachkomme und künftig Erb berechtigter zur Unterstützung der Beschwerdeführerin beigezogen, kollidierten überdies schon bei abstrakter Betrachtung dessen Interesse an der Anwartschaft mit den Interessen der B eschwerdeführerin. Es bestünde allge- mein die erhebliche Gefahr, dass das Vermögen nicht unter dem Blickwinkel des Wohlergehens der Beschwerdeführerin verwaltet würde, sondern dass au ch sachfremde und eigennützige Überlegungen des Vertreters bei der Erledigung der f inanziellen Angelegenheiten eine Rolle spielen würden. Wie das Kantonsgericht im Verfahren 8 10 13 286 betreffend Beistandschaft von G.____ in der Präsidialverfügung vom 31. Januar 20 12 bereits festgehalten hat, ist auf- grund der Akten davon auszugehen, dass sich diese abstrakte G efahr vorliegend denn auch verwirklicht hat und der Interessenkonflikt offen zum Vorsche in gekommen ist, nachdem der Beigeladene anfangs Oktober 2013 versuchte, unter Umgeh ung des eingesetzten Beistands eine - gemäss Kaufvertrag seinem Vater zustehende - Überweisung in der Höhe von über einer Million Franken auf ein eigenes Konto umzuleiten, um dadurch eigenmächtig eine gefühlte Be- nachteiligung gegenüber seinen Schwestern auszugleich en. In die gleiche Richtung weist der Umstand, dass er den Beistand aufforderte, im Namen des Vaters frühere Schenkungen der Eltern an seine Schwestern wenn nötig gerichtlich anzuf echten. Es ist somit festzuhalten, dass E.____ aufgrund einer Interessenkollision und des offen zu Tage liegenden Streits innerhalb der Familie für die Unterstützung bzw. Vertretung der Besch werdeführerin in finanziellen Angele- genheiten nicht geeignet ist. Er ist offensichtlich nicht in der Lage, seine eigenen Interessen im Rahmen der Verwaltung des elterlichen Vermögens zurückz ustellen und mit der gebotenen Rücksichtnahme die Unterstützung der Beschwerdeführerin vertrauensvoll wahrzunehmen. Wie die KESB zu Recht festgestellt hat, ist damit die famil iäre Unterstützung der hilfsbedürftigen Beschwerdeführerin in finanziellen Belangen ungenügen d und nicht ausreichend. Aufgrund der Hilfsbedürftigkeit der Beschwerdeführerin in finanziell en Angelegenheiten muss jedoch in die- sem Bereich eine umfassende Unterstützung sichergestellt sein. Andere, der Beschwerdeführe- rin nahestehende Personen oder Familienmitglieder, sc heinen vorliegend jedoch nicht für eine solche umfassende Unterstützung der Beschwerdeführerin in finanziellen Angelegenheiten in Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Frage zu kommen bzw. zur Verfügung zu stehen, weshalb die Errichtung einer ausserfamiliären Beistandschaft notwendig ist. 7.3 Dem Schutzbedürfnis der Beschwerdeführerin kann sodan n nicht durch mildere Massnahmen ausreichend Rechnung getragen werden. Eine E inschränkung der Vertretungs- beistandschaft auf einzelne Bereiche oder Aufgaben (vgl. Art. 392 Ziffern 2. und 3. ZGB) würde nicht ausreichen, um eine unsachgemässe Vermögensverwalt ung zu verhindern, zumal davon auszugehen ist, dass die übrigen finanziellen Aufgaben u nd Bereiche weiterhin durch E.____ erledigt würden. Aus denselben Gründen würde es nicht g enügen, einzig ein Zustimmungser- fordernis bei einzelnen Rechtsgeschäften vorzusehen (vgl. Art. 392 Ziffer 1. ZGB). Aus den Ak- ten geht zudem deutlich hervor, dass die Beschwerdeführ erin nur schlecht mit der familiären Situation umgehen kann und stark unter dem Streit zwischen ihren Kindern leidet. Dieser famili- äre Zwist dreht sich insbesondere um die Verwaltung d es Vermögens der Beschwerdeführerin, wobei die beiden Töchter der Ansicht sind, ihr Bruder w ürde sich am Vermögen bereichern und umgekehrt. Mit der Einsetzung eines ausserfamiliären Beistands würde dem Streit unter den Geschwistern zumindest dahingehend entgegengewirkt, indem keiner der Geschwister direkten Zugriff auf das Vermögen der Beschwerdeführerin hätt e und sich gegenseitige Anschuldigun- gen und Verdächtigungen vermeiden liessen. Eine solche Beruhigung der familiären Situation dient schliesslich der Entlastung der Beschwerdeführerin, welche nicht mehr der ständigen Auseinandersetzung ihrer Kinder ausgesetzt wäre. Unter den gegebenen Umständen kann dem Schutzbedürfnis der Beschwerdeführerin somit lediglich durch eine ausserfamiliäre und fach- kundige Unterstützung gerecht werden. Hierzu ist die von der KESB angeordnete Vertretungs- beistandschaft geeignet und erforderlich. Der Entscheid der KESB, einen Beistand einzusetzen, ist demzufolge verhältnismässig und damit rechtens gewesen. 7.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die gesetzlichen V oraussetzungen für eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung (Art. 394 i.V.m. 395 ZGB), wie sie die KESB angeordnet hat, gegeben sind. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen, soweit da- rauf einzutreten ist. 8. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kanto nsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1 '800.-- der unterlegenen Beschwerde- führerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- zu verrechnen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 2 VPO). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin