Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 25. Oktober 2017 (810 15 83) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Umbauvorhaben an einem historischen und denkmalgeschützten Bauwerk Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Beat Walther , Gerichtsschreiber Martin Michel Beteiligte Kantonale Denkmal - und Hei matschutzkommission , Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Balthasar Settelen, Advokat gegen Baurekurskommission des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 29, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin Bürgergemeinde Waldenburg , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat Betreff Baugesuch Nr. 0583/2008 der Bürgergemeinde Waldenburg für Umbau Wohnhaus und Turm in Ausstellungsräume (Entscheid der Baurekurskommission 13-013 vom 18. November 2014) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Am 17. März 2008 reichte die Bürgergemeinde Walde nburg (Baugesuchstellerin) beim Bauinspektorat des Kantons Basel-Landschaft (BIT) das Bau gesuch Nr. 0583/2008 für den Umbau der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude Areisliw eg 2 (Torturm "Oberes Tor") und Areisliweg 4 (Wohnhaus) auf der Parzelle Nr. 33 in Wa ldenburg ein. Das Bauprojekt sieht unter anderem einen Durchbruch durch die mittelalterliche Fa ssadenmauer des historischen Tor- turms, den Einzug eines Zwischenbodens, den Einbau einer Heizung (elektrisch und Chemi- néeofen mit Kamin) sowie den Einbau von Fenstern in den Torturm vor, um Ausstellungsräume für ein Museum zu schaffen. B. Gegen das Baugesuch erhob die Kantonale Denkmal- un d Heimatschutzkommission (DHK) am 28. März 2008 Einsprache mit dem Antrag auf Ablehnung des Baugesuchs. C. Mit Entscheid Nr. 030/13 vom 20. Mai 2013 hiess das BIT die Einsprache der DHK gegen das Baugesuch gut und wies das Baugesuch ab. D. Dagegen erhob die Baugesuchstellerin am 29. Mai 20 13, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat in Liestal, bei der Baurekurskommissi on des Kantons Basel-Landschaft (BRK) Beschwerde. E. Am 5. November 2013 nahm das Bundesamt für Kultu r (BAK) zur Beschwerde bzw. zum Bauvorhaben Stellung und teilte mit, dass die Zust immung zum Bauvorhaben nicht erteilt werde. F. Die BRK hiess die Beschwerde der Baugesuchstellerin mi t Entscheid vom 18. No- vember 2014 teilweise gut und wies die Angelegenheit i m Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück. G. Gegen den Entscheid der BRK erhob die DHK, vertret en durch Dr. Balthasar Settelen, Advokat in Basel, am 27. März 2015 beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Ver- waltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde mit den Rechtsbegehren, es sei der Entscheid der BRK vom 18. November 2014 aufzuheben und es sei der Nichtgenehmigungsentscheid des BIT zu bestätigen. Weiter beantragt die DHK, vom Kantonsg ericht sei ein Gutachten der Eidge- nössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) einzufordern. H. Mit Vernehmlassungen vom 3. August 2015 schliessen die Baugesuchstellerin sowie die BRK auf Abweisung der Beschwerde. I. Auf Anfrage des Kantonsgerichts hin erklärte sich die E KD am 13. November 2015 bereit, in der vorliegenden Sache ein Gutachten zu erstellen. J. Mit Eingabe vom 18. November 2015 beantragte die Be schwerdeführerin, es sei wegen Befangenheit von der Erteilung eines Gutachtensauftrags an die EKD abzusehen, even- tualiter seien der Kommissionspräsident Prof. Dr. phil. A.____ und Frau lic. phil. B.____ (Kom-Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht missionsmitglied und Denkmalpflegerin des Kantons Basel-La ndschaft) für die Begutachtung in den Ausstand zu treten. K. Mit Präsidialverfügung vom 19. Januar 2016 erteilte das Kantonsgericht der EKD den Gutachtensauftrag. Zugleich wies das Kantonsgericht die A usstandsbegehren gegen die EKD und Prof. Dr. phil. A.____ ab. Das Ausstandsbegehren gegen Frau lic. phil. B.____ wurde als gegenstandslos abgeschrieben. Eine von der Beschwerdeführ erin dagegen erhobene Ein- sprache wies die Kammer des Kantonsgerichts mit Beschluss vom 23. März 2016 ab. L. Am 25. Januar 2017 führte das Kantonsgericht mit d en Parteien, einer Delegation der EKD sowie einem Vertreter des BAK eine Begehung der Liegenschaften Areisliweg 4 sowie des Torturms "Oberes Tor" in Waldenburg durch. M. Mit Gutachten vom 13. April 2017 kam die EKD zum Sch luss, dass das Bauvorhaben nicht denkmalverträglich sei und eine schwerwiegende Bee inträchtigung der Denkmäler Areisli- weg 2 und Areisliweg 4 bedeute. Deshalb werde beantragt, das Baugesuch abzuweisen. N. Mit Eingaben vom 16. Juni 2017 und vom 26. Juni 20 17 nahmen die Beschwerdefüh- rerin und die Vorinstanz zum Gutachten Stellung. O. Am 6. Juli 2017 reichte der Rechtsvertreter der B augesuchstellerin seine Honorarnote ein. P. An der heutigen Parteiverhandlung halten die Part eien an ihren Anträgen und Begründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Entscheide der BRK können gemäss § 134 Abs. 5 des Raumplanungs- und Bauge- setzes (RBG) vom 8. Januar 1998 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Ver- fassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dez ember 1993 beim Kantonsge- richt angefochten werden. Gemäss § 47 Abs. 1 VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat (lit. a ); jede andere Person, Organisation oder Behörde, die durch besondere Vorschrift zur Beschwerde ermächtigt ist (lit. b); die vollziehende Behörde der Gemeinden bei Verfügungen und Entscheiden letztinstanzlicher Verwaltungs- behörden des Kantons (lit. c). Die DHK ist gemäss § 14 A bs. 2 des Gesetzes über den Denk- mal- und Heimatschutz (DHG) vom 9. April 1992 in allen Belangen des Denkmal- und Heimat- schutzes einsprache- und beschwerdeberechtigt. Demnach ist sie in vorliegender Sache gemäss § 47 Abs. 1 lit. b VPO zur Beschwerde legitimier t. Die weiteren formellen Voraus- setzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können Rechtsverletzungen einschliess- lich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden (§ 45 Abs. 1 lit. a und b VPO). Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht da gegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 li t. c VPO e contrario). 2. Das Bauprojekt sieht vor, den Torturm in Waldenburg und das angebaute Wohnhaus in ein Heimatmuseum umzubauen. Dafür soll, um das Innere d es Torturms für die Museums- besucher zugänglich zu machen, die mittelalterliche Fa ssadenmauer zwischen dem Turm und dem angebauten Wohnhaus für den Einbau einer Türe du rchbrochen, ein Zwischenboden eingezogen, eine Heizung eingebaut, die bestehenden Öf fnungen mittels Fensterscheiben ver- schlossen und die Wände isoliert werden. 2.1.1 Die Stadt Waldenburg ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) gemäss der ents prechenden Verordnung vom 9. September 1981 (VISOS) aufgeführt. Die vom Baupr ojekt betroffene Liegenschaft liegt im alten Ortskern (mittelalterliche Altstadt) von Walden burg, welcher im ISOS als "Gebiet G1" bezeichnet (Benennung: historische Stadtanlage, im 13. Jahrhundert gegründet, mehrheitlich zwei- bis dreigeschossige Mauerbauten, Bausubstanz vorwiege nd aus dem 17. - 19. Jahrhun- dert) und wie folgt umschrieben wird (ISOS, Kanton BL, Band Orte M-Z, S. 455 f.): "Der alte Ortskern besteht aus einer rechteckigen, etwa 200 mal 100 Meter langen, im Osten von der Vorde- ren Frenke umflossenen Anlage. Obwohl einige Bauteile bis in die Zeit der Gründung im 13. Jahrhundert oder des Stadtausbaus in der Spätgotik im 15. und 16. Jahrhundert zurückreichen dürften, stammen die meisten Bauten aus dem Barock oder späteren Zeiten. […] Von der Ummauerung der Stadtanlage ist nur ein Teilstück und, besonders markant, das Obere Tor (1.0.5) erhalten." Das "Gebiet G1" ist im ISOS in die Aufnahmekategorie A B (A: ursprüngliche Substanz; B: ursprüngliche Struktur) mit dem Erhaltungsziel "A" ("Alle Bauten Anlageteile und Freiräume integral erhalten, störende Eingriffe beseitigen", f erner "Abbruchverbot, keine Neubauten", Detailvorschriften für Veränderungen) aufgenommen. Das Obere Tor ist im ISOS zusätzlich als schützenwertes Einzelelement mit dem höchsten Erhaltungsziel "A" belegt ("integrales Erhalten der Substanz", zudem gilt als genereller Erhaltungshinweis: unter Schutz stellen"). 2.1.2 Durch die Aufnahme in ein Inventar des Bundes (z. B. ISOS) wird dargetan, dass das Objekt in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung , jedenfalls unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen di e grösstmögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Natu r- und Heimatschutz [NHG] vom 1. Juli 1966). Diese Schutzbestimmung gilt indes, wie Art. 6 Abs. 2 NHG festhält, lediglich bei der Erfüllung von Bundesaufgaben (Art. 2 und 3 NHG) in unmittelbarer Weise. Was unter der Erfüllung einer Bundesaufgabe im Sinne von Art. 78 Ab s. 2 der Bundesverfassung der Schwei- zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 zu ve rstehen ist, führt Art. 2 Abs. 1 NHG in nicht abschliessender Weise aus: Dazu gehören insbeson dere die Planung, Errichtung und Veränderung von Werken und Anlagen durch den Bund, w ie z.B. Bauten und Anlagen der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bundesverwaltung, Nationalstrassen oder Bauten und Anla gen der Schweizerischen Bundes- bahnen (lit. a), die Erteilung von Konzessionen und Bew illigungen, wie zum Bau und Betrieb von Verkehrsanlagen, Transportanstalten, Werken und Anla gen zur Beförderung von Energie, Flüssigkeiten oder Gasen oder zur Übermittlung von Nachr ichten sowie Bewilligungen zur Vornahme von Rodungen (lit. b), die Gewährung von Beiträgen an Planungen, Werke und Anla- gen, wie Meliorationen, Sanierungen landwirtschaftlich er Bauten, Gewässerkorrektionen, An- lagen des Gewässerschutzes und Verkehrsanlagen (lit. c). Entscheide kantonaler Behörden über Vorhaben, die voraussichtlich nur mit Beiträgen nach Abs. 1 lit. c NHG verwirklicht werden, sind der Erfüllung von Bundesaufgaben gleichgestellt (Art. 2 Abs. 2 NHG). Steht keine Bundes- aufgabe in Frage, wird der Schutz des Ortsbildes vorab durch kantonales (und kommunales) Recht gewährleistet. Dies ergibt sich verfassungsrechtlich aus Art. 78 Abs. 1 BV, wonach die Kantone für den Natur- und Heimatschutz zuständig sind (B GE 135 II 209 E. 2.1; A RNOLD MARTI , in: St. Galler Kommentar BV, 3. Auflage, 2014, Ar t. 78 Rz. 4; N INA DAJCAR /A LAIN GRIFFEL , Basler Kommentar BV, 2015, Art. 78 Rz. 8 ff). Auch bei der Erfüllung von kantonalen (und kommunalen) Aufgaben sind Bundesinventare wie da s ISOS von Bedeutung. Die Pflicht zur Beachtung findet ihren Niederschlag zum einen in d er Anwendung der die Schutzanliegen umsetzenden Nutzungsplanung, zum andern darin, dass bei Bauvorhaben im Einzelfall erforderliche Interessenabwägungen im Lichte der Heima tschutzanliegen vorzunehmen sind (vgl. grundlegend dazu: BGE 135 II 209 E. 2.1; Urtei le des Bundesgerichts 1C_488/2015 vom 24. August 2016 E. 4.3, 1C_227/2015 vom 7. Januar 20 16 E. 3.1 und 1C_130/2014 vom 6. Januar 2015 E. 3.2; vgl. auch J ÖRG LEIMBACHER , Zur Bedeutung des Bundesgerichtsent- scheids Rüti [BGE 135 II 209] für das ISOS und das IVS, Rechtsgutachten 2012, S. 36 ff.). Gleichermassen ist das ISOS bei der Auslegung unbestimmte r Begriffe des Baurechts zu beachten. 2.2.1 Das Erteilen von Baubewilligungen im Baugebiet ist grundsätzlich eine kantonale Aufgabe und für das zu beurteilende Bauvorhaben sind unbestrittenermassen keine zusätzli- chen "(Bundes-)Bewilligungen" erforderlich. Somit steht vorliegend keine Bundesaufgabe in Frage, und der Schutz des Ortsbildes wird vorab durch da s kantonale und kommunale Recht gewährleistet. 2.2.2 Im kantonalen Recht statuiert § 104 RBG, dass al le bewilligungspflichtigen Bauten und Anlagen unter Berücksichtigung der Ziele des Natur-, La ndschafts-, Denkmal- und Heimat- schutzes derart zu gestalten und in die Umgebung einzugliedern sind, dass auf wertvolle Objek- te, insbesondere auf wertvolle Landschaftsbilder (lit. a), für das Wohnumfeld wertvolle Innen- höfe (lit. b) und für das Siedlungsbild wichtige Baumb estände (lit. c) Rücksicht genommen wird. Explizit Bezug auf geschützte Kulturdenkmäler nehmen in sbesondere § 5, § 7 Abs. 3 sowie § 8 Abs. 3 und 4 DHG. Schutz und Unterhalt von schützenswerte n Kulturdenkmälern können gemäss § 5 Abs. 1 DHG durch Ausscheidung und Bezeichnung in Zonenplänen (lit. a), Aufnah- me in das Inventar der geschützten Kulturdenkmäler (lit. b) oder Erwerb (lit. c) erreicht werden. Gemäss § 7 Abs. 3 DHG ist es verboten, die geschützten K ulturdenkmäler in ihrem Bestand zu gefährden, sie in ihrem Wert oder in ihrer Wirkung zu beeinträchtigen oder sie zu beseitigen. Bei geschützten Kulturdenkmälern sind namentlich die Standortverlegung, die Beseitigung oder der Abbruch eines Kulturdenkmals, Renovationen und Um bauten, Veränderungen am Äussern Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht und im Innern, technische Einrichtungen, sowie das Anbr ingen von Aufschriften und Reklame- einrichtungen bewilligungspflichtig (§ 8 Abs. 3 DHG). Gemäss § 8 Abs. 4 DHG ist die Bewilli- gung nicht zu erteilen, wenn wesentliche Gründe des Denkmalschutzes gegen die beabsichtigte Massnahme sprechen. Die Bewilligung kann unter Auflagen und Bedingungen erteilt werden. In Bezug auf die Nutzung von geschützten Kulturdenkmälern hält § 10 Abs. 1 DHG fest, dass die Änderung der Nutzung bewilligungspflichtig ist und un tersagt werden kann, wenn die Erhaltung der Substanz oder der typischen Eigenart nicht gewährleistet ist. 2.2.3 Mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 3477 vom 1 7. Dezember 1968 wurde das Obe- re Tor und das Wohnhaus Areisliweg 4 in das Kantonale Inventar der geschützten Kulturdenk- mäler (IKD) aufgenommen. Die Aufnahme in das Inventar begründete der Regierungsrat wie folgt: "[…] Zweimal liefen Mauern quer über das Tal von Fels z u Fels, einmal am unteren Ende des Städtchens, einmal am oberen Abschluss. An beiden Seiten fand sich ein Tor, das Ein- und Auslass gewährte. Diese Mauern quer zum Tal sind mit jenen, welche die Westse ite unter der Richtifluh ebenfalls umzogen, noch grossenteils erhalten. Von den beiden Toren ist das unt ere 1840 abgebrochen worden. Das obere blieb glücklicherweise erhalten und zwar daher, weil die 1830 neu erbaute Strasse über den Oberen Hauenstein östlich dem Bach entlang angelegt wurde, was einen Durch bruch an der Ringmauer erforderte. Der höher- stehende Torturm mitsamt der westwärts gegen die Richtif luh ziehenden Stadtmauer, an die von innen Wohnhäuser angefügt wurden, hat den alten wehrhaften Charakter bewahrt. Mit Recht wurde denn auch im Jahre 1933 für die Restaurierung des Torturms vom Bund e ine Subvention gewährt. Eine damals ange- brachte Inschrifttafel erinnert daran, dass das Bauwerk damals unter den Schutz des Bundes gestellt wurde […]. Die Gemeinde Waldenburg hat ihre Einwilligung auch im Namen der Besitzerin der Parz. 33, Areisli- weg 2, der Bürgergemeinde Waldenburg, auf welcher da s Tor steht, mit Schreiben vom 21. Oktober 1968 gegeben, so dass dem Eintrag in das Grundbuch nichts im Wege steht." 2.3 Auf kommunaler Ebene konkretisieren die Zonenvorschr iften die Anliegen des Denk- mal- und Heimatschutzes. Das Bauprojekt befindet sich gem äss den Teilzonenvorschriften Stadtkern (Zonenplan [ZP] und Zonenreglement [ZR] Stadtkern) vom 17. Juni 2001 in der Kern- erhaltungszone von Waldenburg. Die Bauten des Stadtkern s werden in drei Kategorien ein- geteilt: Geschützte Bauten, Erhaltenswerte Baustruktur und Übrige Bauten (Ziff. 15 ZR Stadt- kern). Beide vom Bauvorhaben betroffenen Liegenschaften (Areisliweg 2 und 4) sind im Zonen- plan als geschützte Bauten unter kommunalem Ortsbildschu tz eingetragen und als Baudenk- mäler unter kantonalem Schutz bezeichnet. Gemäss Ziff. 15 .1 ZR Stadtkern kommt den ge- schützten Bauten als Einzelobjekt und als Bestandteil des g ewachsenen Stadtbildes ein hoher Stellenwert zu. Sie sind vor Zerfall zu schützen und dürfen nicht abgebrochen werden. Bauliche Massnahmen sind nur unter Wahrung der schutzwürdigen Subst anz zulässig und haben mit aller Sorgfalt im Sinne des ursprünglichen Originales zu erfolgen. Im Innern sind bauliche Veränderungen soweit erlaubt, als dadurch wertvolle B auteile nicht beeinträchtigt werden oder verloren gehen. Sind zufolge höherer Gewalt Bauteile zu ersetzen, so hat die Rekonstruktion im Sinne des ursprünglichen Originals zu erfolgen (Ziff. 1 5.1 Abs. 1 ZR Stadtkern). Bei Baudenk- mälern unter kantonalem Schutz sind gemäss Ziff. 15.1 Abs . 2 ZR Stadtkern bauliche Ände- rungen nur mit Zustimmung der kantonalen Denkmalpflege zulässig. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Weiter ist seit dem 25. April 2012 im Grundbuch (GB) auf der Parzelle Nr. 33, GB Wal- denburg, eine öffentlich-rechtliche Anmerkung "Beschränku ng nach NHG und der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (NHV) vom 16. Januar 1991 zugunsten der Schweizerischen Eidgenossenschaft" eingetragen. 3.1 Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zusamme ngefasst zum Schluss, dass eine Bewilligung des umstrittenen Projekts – entgegen der Ansicht des BIT, der Denkmalpflege und des BAK – insbesondere aufgrund des fehlenden ab soluten integralen Substanzschutzes nicht grundsätzlich auszuschliessen sei. In der jetzigen For m könne das Baugesuch jedoch nicht akzeptiert werden, weshalb eine Rückweisung erfol ge. Die Vorinstanz erwog, dass der absolute integrale Substanzschutz beim Torturm nicht zur Anwendung gelange, da dieser nicht (mehr) der Erfüllung einer Bundesaufgabe diene. Die kantonalen und kommunalen Bestimmun- gen würden des Weiteren aufzeigen, dass bauliche Massnahme n und Nutzungsänderungen nicht a priori verboten seien, sondern unter Bedingunge n zulässig seien bzw. bewilligt werden könnten. Das Durchbrechen der Mauer an der geplanten St elle habe nicht das Einstürzen des Torturms zur Folge, sondern dieser solle im Interesse der Geschichte und Kultur der Öffentlich- keit zugänglich und somit wieder bewusster gemacht werden, was wiederum dessen Schutz und Erhaltung über Generationen dienen könne. In Ab weichung zu der Meinung der Denkmal- pflege werde der vorgesehene Mauerdurchbruch nicht zwangsläufig als Substanz verletzend im Sinne des DHG und des ZR Stadtkern erachtet, sondern e s sei im Sinne einer Interessen- abwägung zu beurteilen, unter welchen Bedingungen ei nem solchen stattgegeben werden könne. Entgegen der Ausführungen des BIT würden in cas u nicht öffentliche Interessen einerseits und private Interessen andererseits, sondern q uasi verschiedene öffentliche Inte- ressen aufeinandertreffen. Es sei nachvollziehbar, dass di e Baugesuchstellerin das obere Stadttor als markantes Zeugnis für den wehrhaften Chara kter der Stadt Waldenburg begehbar machen wolle; allenfalls in Verbindung mit dem kleinen Haus Areisliweg 4, welches eine ver- nünftige Wohnnutzung für sich alleine nicht zulasse. Weiter führte die Vorinstanz aus, sie erach- te es als zulässig, den Torturm im Interesse der Geschichte und Kultur der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und den Mauerdurchbruch resp. die N utzung in diesem Sinne grund- sätzlich zuzulassen, indem die hier abzuwägenden öffentlic hen Interessen in ein Zusammen- spiel gesetzt würden, von dem allseits profitiert werden könne. Die Substanz könne durch eine sinnvolle Nutzung und die daraus folgende grössere Bere itschaft, die für den Unterhalt und schliesslich den Erhalt des Wehrturms nötigen Finanzen bere itzustellen, für die Zukunft allen- falls besser gesichert werden. Der Turm könne im Innenb ereich jedoch nur sehr zurückhaltend – zum Beispiel durch den Einbau von Fenstern, aber ohne Heizung – genutzt werden. Zu beto- nen sei, dass sowohl die kantonalen als auch die kommuna len Bestimmungen bauliche Mass- nahmen am geschützten Kulturdenkmal gestatten würden, wenn diese mit aller Sorgfalt im Sinne des ursprünglichen Originals erfolgen würden un d die schutzwürdige Struktur gewahrt werde; im Innern seien bauliche Veränderungen (nur) s oweit erlaubt, als dadurch die Bau- struktur und wertvolle Bauteile nicht beeinträchtigt wü rden oder verloren gingen. Das heisse, dass der Schutz der inneren Bausubstanz des Turms stärker zu gewichten sei als seine Nutzung als klassisches Museum. Trotz grundsätzlicher Gutheissung eines Durchbruchs, welcher auch aus Sicht der Denkmalgesetzgebung zulässig sei n müsse, könne die Angelegen-Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht heit jedoch nicht abschliessend beurteilt werden und we rde zur Verbesserung an das BIT zurückgewiesen. Dies, weil in Bezug auf die gesamte Erschliessung im Innern und den Umgang mit der bestehenden Substanz (Balkenlage, Böden und Tre ppen) aufgrund der Pläne nicht mit genügender Sicherheit auf deren Rechtmässigkeit geschl ossen werden könne und aufgrund des Augenscheins sogar Zweifel bestünden, ob die Pläne m it den tatsächlichen Begebenheiten übereinstimmen würden. Sodann würden die Pläne nicht aufzeigen, was entfernt werden solle; die Baupläne seien ungenau, der geplante Bodeneinzug stimme nicht mit dem Durchbruch überein und es fehle ein bauphysikalisches Gutachten in Be zug auf die beabsichtigte Befen- sterung, Isolation und Beheizung. Im Rahmen der Rückwei sung seien die Meinungen der Kan- tonalen Denkmalpflege, der DHK und des BAK insofern z u würdigen, dass der jetzigen Sub- stanz bzw. dem integralen substanziellen Zustand grösste r Respekt zu zollen sei. Der Wehr- turm sei sehr integral zu erhalten (Mauerwerk, Treppe) und die bis heute bewahrte Wehrhaftig- keit sei – auch in ihrer Wirkung – zu erhalten. Die auf Art. 13 Abs. 5 NHG sowie Art. 7 NHV gründende, als öffentlichrechtliche Anmerkung im Grundbu ch eingetragene Eigentumsbe- schränkung zugunsten der Schweizerischen Eidgenossenschaft h abe indes keine konkreten Auswirkungen im vorliegenden Fall. 3.2 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, für d ie Realisierung des Vorhabens (Um- bau zu einem Heimatmuseum) seien diverse massive bauliche Eingriffe notwendig: Unter ande- rem ein Mauerdurchbruch, der Einzug von Zwischenböden inklusive Treppen, das Verschlies- sen der vorhandenen Maueröffnungen mit Fenstern, der E inbau einer Heizung und das Anbringen einer Isolationsputzschicht auf den Innenwänd en. Das Obere Tor befinde sich noch in mittelalterlichem Originalzustand und sei nie ausgeb aut und genutzt worden. Zudem habe gemäss Untersuchungen der Archäologie Basel-Landschaft nie eine Verbindung zu den Wehr- gängen bestanden. Der einzige (seitliche) Zugang zum To r befinde sich im Dachgeschoss der Liegenschaft Hauptstrasse 86. Im Übrigen sei das Tor im Mittelalter in erster Linie von der Strassendurchfahrt her erschlossen gewesen. Beim Oberen Tor handle es sich um ein bedeu- tendes Baudenkmal, das unter mehrfachem Schutz stehe. Es sei einerseits im ISOS mit dem Erhaltungsziel "A" eingetragen. Seit dem 11. Februar 1941 stehe das Tor unter eidgenössi- schem Denkmalschutz. Der Bundesschutz basiere auf Art. 13 Abs. 5 NHG sowie Art. 7 NHV und sei durch eine Dienstbarkeitsvereinbarung sowie seit 2012 als öffentlich-rechtliche Anmer- kung zugunsten der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Grun dbuch eingetragen. Der Bun- desschutz umschreibe selbst zwar keinen Schutzumfang, sonder n die öffentlich-rechtliche An- merkung habe eine Eigentumsbeschränkung zur Folge. Konsequenterweise müsse das BAK für sämtliche baulichen Eingriffe seine Zustimmung geben. Gemäss § 7 Abs. 3 DHG sei es verboten, geschützte Kulturdenkmäler in ihrem Bestand, We rt oder ihrer Wirkung zu beein- trächtigen. Diese absolute Formulierung werde gestützt durch § 8 Abs. 4 DHG, gemäss welcher eine Baubewilligung nicht erteilt werden dürfe, wenn wesentliche Gründe des Denkmalschutzes gegen die beabsichtigte Massnahme sprechen würden. Im vor liegenden Fall habe sich das BAK mit Schreiben vom 16. Juni 2008 klar dahingehend g eäussert, dass es sich beim Mauer- durchbruch um einen wesentlichen Eingriff am Schutzobjek t handle. Sodann seien nach der Praxis der Denkmalpflege Durchbrüche bei historischen Bran dmauern grundsätzlich untersagt. Nebst dem geplanten Mauerdurchbruch könnten auch der Einbau von Zwischenböden, Treppen und Fenstern sowie einer Heizung nicht bewilligt wer den, da alle diese beantragten Mass-Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nahmen einen wesentlichen Eingriff darstellen würden. Daher müsse die Abweisung des Bau- gesuchs durch das BIT geschützt werden, und die Beschwerde sei gutzuheissen. 3.3.1 Die Baugesuchstellerin macht in ihrer Vernehml assung geltend, das Wohnhaus Areisli- weg 4 stehe seit rund 20 Jahren leer, da es sich in eine m äusserst baufälligen Zustand befinde und nicht mehr vermietet werden könne. Die alte Wehrschu tzmauer im Erdgeschoss (Areisli- weg 4) sei stark einsturzgefährdet, weshalb dringend Verstärkungen an der gesamten Tragkon- struktion vorgenommen werden müssten. Aufgrund des Grun drisses sei das Haus für eine Wohnnutzung, welche zeitgemässen Ansprüchen genüge, den kbar schlecht geeignet. Für die eigentliche Wohnnutzung stünden insgesamt – verteilt auf vier Geschosse – nur rund 32 m 2 zur Verfügung. Würden ferner die zum Teil sehr niedrigen Raumhöhen (1.91 m im 1. Obergeschoss und 1.81 m im 3. Obergeschoss) berücksichtigt, so werde voll ends deutlich, dass das Haus Areisliweg 4 nie ein attraktives Wohnobjekt abgeben könn e. Dazu komme der ökonomische Aspekt. Der Zinsendienst für das Kapital, welches für die Instandstellung und die Wiederherstel- lung der Bewohnbarkeit benötigt werde, könne aus eine m marktüblichen Mietzinsertrag nicht finanziert werden. Weiter macht die Bürgergemeinde W aldenburg geltend, sie habe vor diesem Hintergrund beschlossen, den Torturm und das angebaute Wohnhaus so umzubauen, dass darin ein Heimatmuseum eingerichtet werden könne. In Waldenburg existiere bis heute kein solches Museum, obwohl die historische Bedeutung des Ortes danach rufe, in einem angemes- senen Rahmen öffentlich vorgestellt zu werden. Das Obere Tor sei das markanteste Zeugnis für den wehrhaften Charakter des kleinen Städtchens und ersch eine folglich wie kein zweites Gebäude dazu prädestiniert, Teile des geplanten Museum s zu beherbergen. Weil sowohl der Torturm als auch die Liegenschaft Areisliweg 4 in ihrem Eigentum stünden, sei es zudem nahe- liegend, beide Gebäude dem gleichen Zweck zu widmen. Damit das Innere des Torturms für die Museumsbesucher überhaupt zugänglich werde, müsse die Ma uer zwischen dem Turm und dem angebauten Wohnhaus für den Einbau einer Türe du rchbrochen werden. Das Bauprojekt sehe zudem einen Zwischenboden vor, so dass das Volumen d es Turms besser genutzt werden könne. Für die Verwendung der Räumlichkeiten al s Museum seien ferner der Einbau einer Heizung, der Verschluss bestehender Öffnungen mitte ls Fensterscheiben sowie eine Isolation geplant. Das Einfügen der neuen Bauteile i n die historische Bausubstanz bedinge schliesslich gewisse Abweichungen von den allgemeinen Bauvorschriften. 3.3.2 In Bezug auf die geplanten baulichen Veränderun gen macht die Baugesuchstellerin geltend, die Nutzung des Torturms und des angebauten Hauses Areisliweg 4 als Museum stehe und falle mit dem geplanten Mauerdurchbruch. Bei den übrigen baulichen Massnahmen inner- halb des Torturms könnten eventuell Anpassungen vorgeno mmen werden, die der möglichst integralen Erhaltung der historischen Substanz besser ent sprechen, aber gleichwohl eine museale Nutzung erlauben würden. Gemäss den Erwägungen der Vorinstanz seien bauliche Veränderungen an einem denkmalgeschützten Gebäude nicht a priori verboten. Welche Eingriffe zulässig seien, sei anhand einer Interessenabw ägung zu ermitteln. Es bestehe ein öffentliches Interesse daran, dass der Torturm dem Publi kum zugänglich gemacht werde, wes- halb die zu diesem Zwecke erforderliche Maueröffnung grundsätzlich zulässig sei. Aufgrund der Rückweisung im Sinne der Erwägungen an das BIT habe die ses in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft und den zuständigen Fachstellen nochmals u mfassend zu prüfen, ob und Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht allenfalls unter welchen Bedingungen (bzw. mit welchen Projektänderungen) der Umbau der beiden Gebäude bewilligt werden könne. Das von der B eschwerdeführerin postulierte Verbot der Maueröffnung verunmögliche die einzig sinnvolle Verw endung der beiden Gebäude und erweise sich daher als unverhältnismässig. 4.1 Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwe rde die Einholung eines Gutach- tens der EKD, weil schwerwiegende Eingriffe in das unte r Bundesschutz stehende Objekt geplant seien. Die Baugesuchstellerin lehnt die Einholung eines Gutachtens der EKD ab. 4.2 Das NHG unterscheidet zwischen obligatorischen (Art. 7 Abs. 2 NHG), fakultativen (Art. 8 NHG) und besonderen Gutachten (Art. 17a NHG) . Gestützt auf Art. 25 Abs. 1 NHG hat der Bund die EKD als begutachtende Fachkommission für A ngelegenheiten der Denkmalpflege eingesetzt (vgl. Art. 23 Abs. 4 und Art. 25 Abs. 1 lit. d NHV). Während eine Begutachtungs- pflicht besteht, wenn bei der Erfüllung einer Bundesau fgabe ein im ISOS verzeichnetes Objekt erheblich beeinträchtigt werden kann oder sich in diesem Zusammenhang grundsätzliche Fra- gen stellen, ermöglicht Art. 17a NHG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 lit. e NHV, dass die EKD besondere Gutachten erstatten kann, sofern ein Vorhaben, das kei ne Bundesaufgabe nach Art. 2 NHG darstellt, ein Objekt beeinträchtigen könnte, das in einem Inventar des Bundes nach Art. 5 NHG aufgeführt oder anderweitig von besonderer Bedeutung ist. Art. 17a NHG hat das Ziel, das Wissen und die Kompetenz der Kommissionen (der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutz- kommission [ENHK] und der EKD) – soweit erwünscht – auc h im Rahmen der Erfüllung von kantonalen Aufgaben zum Tragen zu bringen, sofern Obje kte von besonderer Bedeutung betroffen sind (vgl. J ÖRG LEIMBACHER in: Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NH G [nachfolgend LEIMBACHER NHG], Zürich 1997, Art. 17a N 2). Anlass eines besonder en Gutach- tens ist – in Anlehnung an Art. 7 und 8 NHG – eine mö gliche schutzzielbezogene Beeinträchti- gung der (Inventar-)Objekte. Die besonderen Gutachten so llen den Kantonen helfen, bei der Wahrnehmung eigener Aufgaben die Interessen des Natu r- und Heimatschutzes sowie der Denkmalpflege zu wahren. Der Beizug der Kommission ist nur dort angezeigt, wo er mit Zustim- mung des betroffenen Kantons erfolgt. Vorliegend bea ntragt die DHK als Fachorgan des Kan- tons und der Einwohnergemeinden bei denkmalrelevanten Fragen die Einholung eines Gutachtens, womit die Zustimmung des Kantons vorliegt. D a zudem aufgrund des Bauprojekts eine schutzzielbezogene Beeinträchtigung des Inventarob jekts möglich erscheint, hat das Kan- tonsgericht entschieden, ein Gutachten der EKD einzuholen. 4.3 Die EKD-Gutachten sind Fachgutachten einer unabhän gigen Instanz. Insbesondere bei Vorhaben, deren Realisierung eine umfassende Interessen abwägung voraussetzt, kommt dem Fachgutachten eine wichtige Rolle zu. Das Gutachten hat Ziel und Zweck des Schutzes, wel- cher im Inventar eher allgemein umschrieben ist, zu konkre tisieren, allenfalls näher zu differen- zieren und zu gewichten (H EINZ AEMISEGGER /S TEPHAN HAAG , Gedanken zu Inhalt und Aufbau der Gutachten der Eidg. Natur- und Heimatschutzkommissio n, in: Umweltrecht in der Praxis [URP] 1998 S. 569). Indem Experten die Schutzziele konkr etisieren und in Bezug zum geplanten Eingriff setzen, zeigt sich oft erst die genau e Tragweite eines Eingriffs für ein Objekt (NINA DAJCAR , Natur- und Heimatschutzinventare des Bundes, Diss. Zürich 2011, S. 127). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind EKD-Gutachten amtliche Expertisen, denen bei Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Entscheidfindung ein grosses Gewicht zukommt. Den be sonderen Gutachten der Kom- mission gemäss Art. 17a NHG kommt in gleicher Weise Verbi ndlichkeit zu wie den Gutachten nach Art. 7 und 8 NHG. Das gilt insbesondere für die zugrunde liegenden tatsächlichen Feststellungen, von welchen die zuständige Stelle nur au s triftigen Gründen abweichen darf, etwa dort, wo die Expertise Irrtümer, Lücken oder Wide rsprüche enthält (vgl. LEIMBACHER NHG, a.a.O., Art. 7 N 18 und Art. 17a N 7 ff.; AEMISEGGER /H AAG , a.a.O., S. 569). Bei im ISOS ver- zeichneten Objekten steht bereits mit der Aufnahme in d as Inventar ihre Schutzwürdigkeit fest. Das Gutachten der EKD hat deshalb nicht die Frage der Schutzwürdigkeit zu beantworten, sondern sich zum Schutzumfang bzw. zum adäquaten Umgang mit dem bereits als schutz- würdig bestimmten Objekt zu äussern (D OMINIK BACHMANN , Denkmalgutachten, in: PBG aktuell – Zeitschrift für öffentliches Baurecht [PBG] 2017/3, S. 12; LEIMBACHER NHG, a.a.O. Art. 7 N 15; AEMISEGGER /H AAG , a.a.O., S. 571). Die Kommission kann sich im Gutachten auch zu Rechts- fragen wie "Konkretisierung der Schutzziele", "Bestimmung des Ausmasses und Gewichtung der Beeinträchtigung" sowie zur Frage, ob ein "Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung" vorliegt, äussern. Die gutachterlichen Ausführungen zu so lchen Fragen sind für die Entscheid- behörde nicht absolut verbindlich, doch muss die Entsch eidbehörde, die von den im Gutachten vorgenommenen Wertungen abweichen will, ihren Standpunkt aufgrund einer eingehenden Prü- fung besonders sorgfältig begründen (A EMISEGGER /H AAG , a.a.O., S. 570). Bei der Prüfung der Frage, ob ein Objekt Schutz verdient, hat eine sachliche , auf wissenschaftliche Kriterien ab- gestützte Gesamtbeurteilung Platz zu greifen, welche den kulturellen, geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Zusammenhang eines Bauw erks mitberücksichtigt. Eine Baute soll als Zeuge und Ausdruck einer historischen, ge sellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Situation erhalten bleiben (vgl. BGE 126 I 219 E. 2e; Urteil des Bundesgerichts 1P.79/2005 vom 13. September 2005 E. 4.1). Da Denkmal schutzmassnahmen oftmals mit schwerwiegenden Eigentumseingriffen verbunden sind, dür fen sie aber nicht lediglich im Inte- resse eines begrenzten Kreises von Fachleuten erlassen we rden. Sie müssen breiter, d.h. auf objektive und grundsätzliche Kriterien abgestützt sein un d von einem grösseren Teil der Bevöl- kerung bejaht werden, um Anspruch auf eine gewisse All gemeingültigkeit erheben zu können (BGE 120 Ia 270 E. 4a; 118 Ia 384 E. 5a; je mit Hin weisen). Hinsichtlich der Frage, welche Ge- bäudeteile unter Schutz zu stellen sind, hat das Bundesge richt in seiner Rechtsprechung zum Denkmalschutz stets betont, ein Bauwerk werde nach den pr aktizierten Grundsätzen der Denk- malpflege grundsätzlich als Ganzes betrachtet, zu dem auch weniger bedeutungsvolle Räume gehören können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_300/2011 vom 3. Februar 2012 E. 5.1.2). 5.1 Gemäss dem Gutachten der EKD weist das Städtchen Wald enburg bis heute einen namhaften Bestand des mittelalterlichen Befestigungswer ks auf, so dass Anlage und Funk- tionsweise nachvollziehbar geblieben sind. Das von den beiden Stadttoren erhaltene Obere Tor und die Reste der Ringmauer würden einen wichtigen B estandteil der ins 13. Jahrhundert zu- rückreichenden Stadtbefestigung und der ehemaligen Talsperre bilden. Der Turm zeige exemp- larisch auf, wie das Bauwerk im Laufe der Jahrhunderte d en sich wandelnden Bedürfnissen nach Schutz angepasst wurde und im 19. Jahrhundert schl iesslich zugunsten eines erleichter- ten Verkehrsflusses seinen ursprünglichen Zweck eingebüsst h at. In diesem Sinne zeuge die Gebäudegruppe auf anschauliche Art und Weise – quasi al s Gesamtobjekt – von Kontinuität und Wandel der baulichen Strukturen und Nutzungen im Laufe der Zeit. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Weiter kommt das Gutachten zum Schluss, gerade die Tatsache, dass der Turm nur durch einen einzigen Zugang von Osten her erschlossen sei und nicht von beiden Seiten, zum Beispiel über einen querenden Wehrgang, sei als wichti ge Eigenschaft des Oberen Tors von Waldenburg zu werten. Aus diesem Umstand ergebe sich n icht nur die Frage nach der ur- sprünglichen Funktion des heutigen Wohnhauses Hauptstrasse 86 oder eines möglichen Vor- gängerbaus. Wahrscheinlich habe der bauzeitliche Zugan g in den Turm einen unmittelbaren Bezug zur Stadtbefestigung gehabt (Wohnung des Turmwä chters?). Bislang hätten keine Hin- weise auf einen Wehrgang im Bereich des Oberen Tors nac hgewiesen werden können. Von Liestal – ebenfalls eine Gründung der Grafen von Froh burg – sei bekannt, dass es bis ins 18. Jahrhundert gebräuchlich gewesen sei, den Wehrgang t rotz Anbau von Wohnungen an die Stadtmauer als abgeschlossenen Gang weiter zu nutzen. Das Wohnhaus Areisliweg 4 – und nachweislich auch Areisliweg 6 – sei ein sprechendes Zeu gnis für die "Aneignung" von Teilen der mittelalterlichen Stadtmauer im Rahmen des bauli chen Verdichtungs- und Aufstockungs- prozesses infolge des Bevölkerungswachstums. 5.3 In Bezug auf die Auswirkungen des Projektes auf das Baudenkmal wird im Gutachten festgestellt, dass das Bauvorhaben in beiden Gebäuden be trächtliche Auswirkungen auf deren Substanz hätte und überdies den Charakter des Torturms ei nschneidend verändern würde. Insbesondere würde der beabsichtigte Mauerdurchbruch als irreversible Massnahme bau- zeitliches und historisch wertvolles, massiv gebautes Mauerwer k unwiederbringlich zerstören. Es sei zudem davon auszugehen, dass auch das Einbringen von n euen Böden nicht ohne tief- greifende Massnahmen am Mauerbestand des Turms zu realisi eren sei. Die eingereichten Pläne würden die vorgesehenen Eingriffe indes nur unvo llständig wiedergeben. Die potentielle Auskernung würde zudem die überlieferte Bausubstanz im Innern der beiden Liegenschaften endgültig vernichten. Die Innenräume würden durch die neue Erschliessung, die neuen Böden und Oberflächen verfremdet. Wesentliche Spuren der hi storischen Funktion, so auch die Füh- rung des Torgatters, würden beeinträchtigt oder gar ko mplett zerstört. Das Innere des mittelal- terlichen Torturms sei bis anhin als Kaltraum genutzt wor den; die beiden Turmräume seien nie luftdicht verschlossen und deshalb stets gut durchlüftet gewesen. Es sei zudem davon auszu- gehen, dass die Öffnungen seit der Erbauung des Turms m it Ausnahme eines in jüngerer Zeit eingebauten Fensters im unteren Turmgeschoss bis heute nie verglast gewesen seien. Die vor- gesehenen Massnahmen würden den Charakter des Turms wie auch seine Wirkung nach aussen und nach innen massgeblich verändern. Die Isolier ung der Wände, die Verschliessung der Öffnungen und die Beheizung der Turmräume würden sich negativ auf das Raumklima auswirken und hätten bauphysikalische Probleme zur Folge. 5.4 In Bezug auf die vom Gericht unterbreiteten Fragen führte die EKD aus, dass die bei- den Gebäude in ihrer Gesamtheit ihrer überlieferten Substanz eine über mehrere Jahrhunderte gewachsene und bis heute erhaltene wertvolle historische Baustruktur bilden und hinsichtlich Bau- und Ortsgeschichte einen wichtigen Zeugniswert besi tzen würden; jüngere Anpassungen und Zufügungen seien nicht a priori als historisch wen iger bedeutsam zu bewerten, sondern seien Teil der den Objekten immanenten Geschichte. Für ihre Zeugenschaft seien nicht einzel- ne Teile wichtig, vielmehr seien die Denkmäler als Ganze s wichtig, das Innere ebenso wie das Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Äussere. Daher sei die Gesamtheit der historischen Bausubst anz als schützenswert zu be- zeichnen. Beiden Gebäuden komme eine sehr hohe Schutzwürdigkeit zu, sowohl aufgrund ihrer äusseren Erscheinung als auch aufgrund ihrer historischen Baustruktur. Diese stellten zudem eine wichtige Sachquelle dar, da die Bauten ein sehr h ohes Alter aufweisen und innerhalb des spätmittelalterlichen Stadtgefüges eine wichtige Stel le besetzen würden. Die Gebäudegruppe sei daher für die Erforschung der mittelalterlichen Stadtentwicklung in der Schweiz und bis über ihre Grenzen hinaus ein wichtiges Zeugnis. Wichtig sei abe r, dass die Authentizität der Denk- mäler in ihrer möglichst vollständig überlieferten Materie mit all ihren Zeitspuren erhalten bleibe, sodass auch künftige Generationen diese Vielschichtigkeit erkennen und interpretieren könnten. Der Torturm in einer Stadtmauer habe eine hohe Wert igkeit als Teil der Befestigung und zugleich als Zugang zu einem mittelalterlichen Städtch en mit intakter Wirkung. Das Obere Tor habe seine Funktion als Durchfahrt selbst für den motorisierten Verkehr zu bewahren vermocht. Daher komme beim Torturm der historischen Bausubstanz in sgesamt eine sehr hohe Schutz- würdigkeit zu, d.h. die Hülle, die Innenstruktur samt Bausubstanz, Einrichtungen, Materialisie- rung und Oberflächenbeschaffenheit seien schützenswert (G utachten vom 13. April 2017, Ziff. 6.1). Zur Frage der schützenwerten Qualitäten de r Bauten hielt die EKD fest, dass der Zu- gang zum Turm durch nur eine einzige Türöffnung eine typische Eigenart (Art. 10 Abs. 1 DHG) darstelle, die Aufschluss über historische Befestigungsanla gen in einer spätmittelalterlichen Stadt liefern könne. Diese zentrale Aussage zur städteba ulichen Einbindung und Nutzung sei bis auf den heutigen Tag einzig in der überlieferten Materialität des Oberen Tors nachvollzieh- bar. Insofern sei die Materialität als historisch bedeu tsam zu beurteilen und aus diesem Grund dürften Substanz und Strukturen nicht leichtfertig zerst ört werden. Auch das Wohnhaus als bebauter Teil der Stadtmauer sei ein unverzichtbarer T eil der Häuserzeile des Befestigungs- rings. In seiner Beschaffenheit mit der charakteristischen Fassadengestaltung und inneren Grundausstattung habe es einen hohen Grad an Authentizi tät bewahrt. Beide Bauten würden durch ihre Eigenschaften Schlüsselkriterien von Denkmälern in einem sehr hohen Mass erfüllen (Gutachten vom 13. April 2017, Ziff. 6.2). Zur Frage der Schmälerung der Schutzwürdigkeit durch die geplanten Veränderungen wird im Gutachten ausgeführt, dass sich auf Grundlage der vorliegenden Planunterlagen die beabsichtigten Veränd erungen nicht abschliessend beurteilen liessen. Es sei aber davon auszugehen, dass diese auf tief greifende Art und Weise die Bedeutung beider Bauten schmälern würden. Die Veränd erung der Fensterlichter würde den wehrhaften Charakter aufweichen und die neu einzuricht enden Turmzimmer würden eine falsche Geschichte vermitteln. Der Turm wäre danach im Innern in seiner als historisch bedeut- sam bewerteten Materialität nicht mehr wie heute unmi ttelbar sichtbar und erlebbar und würde dadurch verfälscht. Dies gelte auch für das Wohnhaus, desse n Erhaltungszustand Instandstel- lungsmassnahmen verlange; diese sollten nachhaltig und sc honend, allfällige Einbauten rever- sibel, durchgeführt werden. Die vom Architekten beschrie benen Veränderungen würden das Innere weitgehend seiner bis heute überlieferten hist orischen Materialität berauben; die histo- risch überlieferte Substanz sei für den Denkmalwert und damit auch für die Schutzwürdigkeit konstituierend. Die Eingriffe würden die Ablesbarkeit wesentlicher Elemente der schützens- werten Substanz in hohem Masse auslöschen und das Verständni s des originalen Baus und seiner Funktion erschweren oder verunmöglichen. Mit dem Durchbruch des Torturms würde zum Wohnhaus ein Bezug geschaffen, der historisch nicht be legt sei. Mit dem Einbau von Fenstern, dem Einbau einer Heizung in den Turmräumen , dem Mauerdurchbruch und mögli-Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherweise auch mit dem Einzug eines Zwischenbodens werde d iejenige historische Bausub- stanz zerstört, die für den Zeugniswert zentral sei. Her vorzuheben sei, dass der Mauerdurch- bruch eine typische Eigenart des Torturms, die darin best ehe, dass er nur einen einzigen Zugang habe, unwiederbringlich zerstören würde. Als we itere denkmalpflegerische Anliegen, die konkret tangiert würden, seien der Verlust der Auth entizität, die Verunklärung des Erinne- rungswerts oder die Eliminierung des Alterswerts zu erwäh nen; die beabsichtigten Verände- rungen würden dem Schutzziel der ungeschmälerten Erhal tung widersprechen. Die Wahl der nötigen Massnahmen zum Unterhalt sowie zur Bewirtschaft ung des Denkmals müsse dem Grundsatz der Nachhaltigkeit gehorchen und jede Nutzung müsse sich an der Substanzerhal- tung orientieren. Demnach verhalte es sich beim Einbau einer Heizung in ein Wohnhaus anders als beim Einbau einer Heizung in einen Torturm; um e ine angemessene Nutzung sicherstellen zu können, sei eine derartige Massnahme im Gebäude Arei sliweg 4 durchaus denkbar. In Bezug auf die Schutzwürdigkeit der Innenräume kam das G utachten zum Schluss, dass diese als sehr hoch beurteilt werde und die Schutzwürdigkeit sich auch auf die bestehenden Raumhö- hen, Grundrisse und die Innenausstattung erstrecke. Auskern ungen seien grundsätzlich als dem Denkmal abträglich zu bezeichnen und abzulehnen (Gutachten vom 14. April 2017 Ziff. 6.3 und 6.4 und 6.5). 5.5 Als Schlussfolgerung des Gutachtens hält die EKD fest, dass sie die Konservierung und Restaurierung, gegebenenfalls das Weiterbauen an Denkmälern als Teil der heutigen Kul- tur verstehe. Auskernungen wie sie für das Obere Tor und das angrenzende Wohnhaus Areisli- weg 4 vermutet werden müssten, würden hingegen als rücksichtslose Eingriffe in die historische Substanz der Denkmäler erachtet. Das eigentliche Wesen de s Denkmals, wie es mit all seinen Spuren vergangener Zeit auf uns gekommen sei, würde dad urch kompromittiert. Die beabsich- tigten Eingriffe hätten einen bedeutenden Substanzver lust zur Folge und würden die Unver- sehrtheit der Denkmäler und ihre Denkmalwerte stark beeinträchtigen. Das Gebäude Areisliweg 4 befinde sich in einem restaurierungsbedürftigen Zust and; seine Denkmaleigenschaft werde dadurch jedoch nicht beeinträchtigt. Mit geeigneten Un terhaltsmassnahmen könne die Nutzung der Baute sichergestellt und die Lebensdauer des Denkma ls verlängert werden. Die Nutzung müsse sich jedoch an der Substanzerhaltung orientieren und die dazu nötigen Massnahmen hätten dem Grundsatz der Nachhaltigkeit zu gehorchen. Das Erhalten originaler Denkmalsub- stanz als bedeutsame und nicht erneuerbare Ressource habe dabei Vorrang vor dem Maximie- ren einer ökonomisch verstandenen Nachhaltigkeit. Gleichze itig stelle die angestammte Nutzung einen Wert dar, der nicht ohne wichtige Gründe aufgegeben werden sollte; dabei sei auch eine ideelle museale Präsentation als Nutzung zu verstehen. Aufgrund seiner geringen Grösse gelte das Wohnhaus Areisliweg 4 nach heutigem Ver ständnis der Bauherrschaft als wenig attraktiv und schwer nutzbar. Da der Bau in früh eren Zeiten mit dem Haus Areisliweg 6 eine Wohneinheit gebildet habe, könnte eine zusammen hängende Wohnnutzung der Gebäude Areisliweg 4 und 6 in Betracht gezogen werden. Aufgrund der vorliegenden Unterlagen und des Augenscheins der Delegation komme die EKD zum Schluss, dass das Bauvorhaben nicht denk- malverträglich sei und eine schwerwiegende Beeinträcht igung der Denkmäler Areisliweg 2 und 4 bedeute. Deshalb werde beantragt, das Baugesuch abzuweisen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Die Baugesuchstellerin rügt in ihrer Stellungnahme vom 16. Juni 2017, dass sich die EKD in ihrem Gutachten nicht darauf beschränkt habe, die Schutzwürdigkeit des Bauwerks im Allgemeinen zu beurteilen und die gestellten Fragen zu beantworten. Vielmehr habe die EKD in Ziffer 7 des Gutachtens (unter dem Titel "Schlussfolgerung und Antrag") ausdrücklich beantragt, das Baugesuch sei abzuweisen. Das Recht in einem Beschwerde verfahren Anträge zu stellen, sei indessen den Parteien vorbehalten. Mit ihrem Antrag auf Abweisung des Baugesuchs habe die EKD Partei zugunsten der Beschwerdeführerin ergr iffen und damit die ihr eigentlich zukommende Rolle als unparteiische Gutachterin preisgegeb en. Weiter bringt die Baugesuch- stellerin vor, sie habe bereits in ihrem Ausstandsbegehren vom 18. November 2015 ernstzu- nehmende Bedenken bezüglich der Unvoreingenommenheit der EKD geltend gemacht. Die Tatsache, dass die EKD in ihrem Gutachten nunmehr als Antragsstellerin auftrete, zeuge erneut von einem zumindest eigenartigen Rollenverständnis der K ommission. Der Beweiswert des Gutachtens sei damit – ganz unabhängig von der Würdigung seiner inhaltlichen Aussagen – nachhaltig erschüttert. Gemäss dem Entscheid der BRK ha be das BIT ohne verbindliche Weisungen nochmals umfassend zu prüfen, ob das strittige Bauprojekt (allenfalls mit gewissen Anpassungen) bewilligt werden könne. Um zu beurteilen , ob dieser Entscheid auf rechtlich haltbaren Erwägungen beruhe, habe das Gericht eine In teressenabwägung vorzunehmen. Diese rechtliche Beurteilung erfordere nicht zwingend den Beizug eines Expertengutachtens. Obwohl das vorliegende Gutachten die gebotene Neutral ität vermissen lasse, werde deshalb davon abgesehen, einen Antrag auf Einholung eines Obergutachtens zu stellen. 6.2 Der Baugesuchstellerin ist zuzustimmen, dass die EKD als amtliche Gutachterin nicht Verfahrenspartei ist und daher nicht legitimiert war, einen Antrag zu stellen. Dies ändert indes nichts an der Schlüssigkeit ihres Gutachtens. Vielmehr hat die EKD eingehend und nachvoll- ziehbar begründet, welches die relevanten öffentlichen Denkmalschutzinteressen sind. Sodann wurde im Gutachten der konkrete Schutzumfang der Schu tzobjekte ausführlich dargelegt und es wurde zu Recht von keiner Seite vorgebracht, das Gutac hten enthalte Irrtümer, Lücken oder Widersprüche. Aufgrund des Gutachtens der EKD sowie der eigenen Wahrnehmung des Gerichts anlässlich des Augenscheins ist offensichtlich, dass insb esondere dem Torturm eine sehr hohe Schutzwürdigkeit zukommt, auch wenn die vorhan denen Informationen zur Entste- hung und den Umbauphasen des Oberen Tors lückenhaft sind und eine umfassende Bauunter- suchung bis heute aussteht. Der Turm steht in der Traditi on spätromanischer Stadttore und reicht in seinem Hauptbestand in die Entstehungszeit d er Stadtbefestigung im Verlauf der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Diese frühe Datier ung lässt sich auch stilistisch stützen, auch wenn sich eine im Sinn und Geist des Bestehenden erfolgte Rekonstruktion nach einer möglichen Teilzerstörung nicht gänzlich ausschliessen lässt. Ve rschiedene Materialwechsel weisen auf Eingriffe und Umbauten hin. Unbestrittener massen stellt aber gerade der Umstand, dass der Torturm in Waldenburg – im Gegensatz zu andere n mittelalterlichen Tortürmen – lediglich über einen seitlichen Zugang verfügt, ein ei nzigartiges, historisches Element des Tor- turms dar. Da der Sinn und Zweck des Schutzes geschichtlich we rtvoller Bauten gerade die Erhaltung eines repräsentativen Querschnitts wertvoller Ob jekte einer bestimmten Epoche ist, besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an der Erhaltung dieser historischen Besonderheit des Torturms, welche durch den beabsichtigten Mauerdurchbruch unwiderruflich zerstört würde, da diese Massnahme irreversibel ist. Weiter ist mit dem Gutachten festzuhalten, dass das In-Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht nere des mittelalterlichen Torturms bis anhin stets als Ka ltraum genutzt wurde und die beiden Turmräume nie luftdicht verschlossen und deshalb stets gu t durchlüftet waren. Der Einbau von neuen Böden, die Isolierung der Oberflächen und die Beheizung würden daher den Charakter des Turms sowie seine Wirkung erheblich verändern. Wesentl iche Teile der historischen Funk- tion, wie z.B. die Führung des Torgatters, sind sodann noch vorhanden. Der Führungsbalken des Fallgatters beim nördlichen inneren Tor, welcher wo hl eine Vorgängerkonstruktion ersetzt hat, konnte gemäss dendrochronologischen Untersuchungen auf das Jahr 1684 datiert werden. Nach dem Gesagten besteht somit ein erhebliches denkmalschü tzerisches öffentliches Interesse am Erhalt der Substanz des Torturms, dessen Sc hutzwürdigkeit sich auch auf die bestehenden Raumhöhen, Grundrisse und die Innenausstatt ung erstreckt. Insbesondere besteht weiterhin ein grosses öffentliches Interesse am E rhalt des einzigen seitlichen Zugangs von Osten her und damit an der Verweigerung eines zusät zlichen irreversiblen seitlichen Zugangs. 6.3 Diesen öffentlichen Interessen sind im Rahmen der I nteressenabwägung die Interes- sen der Baugesuchstellerin gegenüberzustellen. Das Inter esse der Baugesuchstellerin besteht darin, dass das Wohnhaus Areisliweg 4, welches seit rund 20 Jahren leer steht und wegen seines baufälligen Zustands derzeit nicht mehr vermiete t werden kann, wieder einer Nutzung zugeführt werden kann. Die Baugesuchstellerin strebt kün ftig eine gemeinsame Nutzung der Liegenschaften Areisliweg 2 und 4 als Heimatmuseum an. Mit diesem Museum will die Bau- gesuchstellerin die historische Bedeutung von Waldenburg öffentlich vorstellen und zugleich das Innere des Torturms für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Daraus erhellt, dass die Baugesuchstellerin nicht vorrangig eine finanziell inter essante Wohnnutzung beabsichtigt, sondern eine ideelle Nutzung als Museum im Interesse de r Bevölkerung, was begrüssenswert ist. 6.4 Die Frage nach der angemessenen Nutzung von Denkmä lern, insbesondere nach ihrer Anpassungsfähigkeit an veränderte Nutzungsbedürfnisse, steht auch im Mittelpunkt der denkmalpflegerischen Praxis. Der Relevanz der Nutzungsfrage liegt die Einsicht zugrunde, dass gerade bei den Baudenkmälern die materielle Erha ltung durch Wartung und Pflege und die funktionale Erhaltung, also die Integration des Denkmals in die Gegenwart, sich gegenseitig bedingen, da einerseits ein Gebäude ohne materielle I nstandhaltung nicht nutzbar ist und andererseits ohne eine sinnvolle Funktion die Rahmenbed ingungen für Erhaltungsinvestitionen oft nicht gegeben sind. Leerstand von Baudenkmälern p rovoziert häufig deren Verwahrlosung und substanziellen Verfall; unzutreffend ist aber die Behauptung, ein nicht genutztes Denkmal sei zwingend dem Untergang geweiht. So kann es im Einze lfall angemessener sein, nach einem denkmalgerechten und nachhaltigen Nutzungskonzept für das leerstehende Denkmal über eine längere Zeitspanne hinweg zu suchen, als eine umgehende Nutzbarmachung anzu- streben, die möglicherweise gravierende Eingriffe erfor dert (vgl. dazu DIMITRIJ DAVYDOV , Denk- malnutzung, in: Martin/Krautzberger [Hrsg.], Handbuch Denkmalschutz und Denkmalpflege, 4. Auflage, München 2017, N 610). Im Rahmen der Inte ressenabwägung im Fall des Torturms ist zwar zu berücksichtigen, dass der Mauerdurchbruch vom Tor turm in das angebaute Wohnhaus von aussen nicht sichtbar wäre und daher das äus sere Erscheinungsbild des Turms nur unwesentlich beeinträchtigt würde. Jedoch ist zu bed enken, dass der Durchbruch Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht irreversibel ist und daher einen sehr gravierenden Eing riff in die historische Bausubstanz darstellt, welcher zudem ein zentrales historisches Merkma l des Torturms (einseitiger Zugang zum Turm) endgültig zerstören würde. Das angedachte Nut zungskonzept sieht sodann eine Beheizung des bislang als Kaltraum genutzten Torturms sow ie eine Isolation desselben vor, wodurch sowohl die Erhaltung der Substanz als auch der t ypischen Eigenart in Sinne von § 10 Abs. 1 DHG nicht gewährleistet ist. Damit sprechen wesent liche Gründe des Denkmalschutzes im Sinne von § 8 Abs. 4 DHG gegen die beabsichtigte Massnahme. Das vorliegende Bauprojekt entspricht nach dem Gesagten ausserdem nicht den Vorgaben gemäss Ziff. 15.1 ZR Stadtkern, wonach bauliche Massnahmen nur unter Wahrung der schutzwü rdigen Substanz zulässig sind und mit aller Sorgfalt im Sinne des ursprünglichen Originals zu erfolgen haben sowie nur erlaubt sind, als dadurch wertvolle Bauteile nicht beeinträchtig t werden oder verloren gehen. Eine derartige Sorgfalt im Umgang mit der historischen Sub stanz lässt das Bauprojekt vermissen; vielmehr würden die vom Architekten beabsichtigten Ver änderungen die noch vorhandene historische Materialität im Innern des Torturms weitgehe nd vernichten, was einen schwerwie- genden Substanzverlust bedeuten würde. Die Nutzungsinte ressen der Baugesuchstellerin vermögen folglich diese Denkmalschutzinteressen nicht zu überwiegen. 7.1 Die Baugesuchstellerin rügt ferner, die Verweiger ung der Baubewilligung verletze den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Das Gebot der Verhält nismässigkeit verlangt, dass eine behördliche Massnahme für das Erreichen des im öffentliche n Interesse liegenden Ziels geeig- net und erforderlich ist und sich für die Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechts- einschränkung als zumutbar und verhältnismässig erweist. E s muss eine vernünftige Zweck- Mittel-Relation vorliegen. Eine Massnahme ist unverhält nismässig, wenn das Ziel mit einem weniger schweren Eingriff erreicht werden kann (BGE 132 I 49 E. 7.2, mit weiteren Hinweisen; BGE 126 I 219 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 1C_168/ 2012 vom 2. November 2012 E. 6.4). Unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit im enger en Sinne erweist sich eine Denk- malschutzmassnahme als verfassungsmässig, wenn sie in einem v ernünftigen Verhältnis zu den Interessen des Eigentümers steht. Daran fehlt es, w enn die Unterschutzstellung bzw. die Abweisung eines Baugesuchs aus Denkmalschutzgründen für den Eigentümer unzumutbare finanzielle Folgen nach sich zieht. Allerdings sind Renta bilitätsüberlegungen desto geringer zu gewichten, je schutzwürdiger eine Baute ist (vgl. zum Ganze n B ERNHARD WALDMANN , Bauen und Denkmalschutz: Hindernisse und Chancen, Baurechtstagu ng 2003, S.126, mit Verweisen auf die Rechtsprechung). 7.2 Eine ausnahmsweise Zulassung des Bauvorhabens und der geplanten Veränderungen ist auch nicht aus Gründen der Verhältnismässigkeit gebo ten. Zum einen sind vorliegend keine milderen Massnahmen (z.B. Auflagen oder Bedingungen in der Baubewilligung), ersichtlich, mit denen den Anliegen des Denkmalschutzes im Rahmen des zu b eurteilenden Baugesuchs hätte ausreichend Rechnung getragen werden können. Zum ander en ist der schlechte Zustand des Wohnhauses Areisliweg 4 eine Folge des vernachlässigten U nterhalts der Liegenschaft durch die Baugesuchstellerin und kann daher nicht als Grund für eine Zulassung des Bauvorhabens aus Gründen der Verhältnismässigkeit dienen. Ebenso führt der für eine Wohnnutzung schwieri- ge Grundriss der Liegenschaft Areisliweg 4 nicht zu einer Unverhältnismässigkeit der Bauge- suchsabweisung. Dieser Grundriss besteht bereits seit langem bzw. seit der früheren Trennung Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht der beiden Wohnliegenschaften Areisliweg 4 und 6. Nach einer allfälligen Sanierung der Lie- genschaft wäre eine Wohnnutzung mit dem bisherigen Gru ndriss weiterhin möglich. Eine sinn- vollere Wohnnutzung der Liegenschaft Areisliweg 4 wäre im Übrigen im Falle einer (Wieder-)Zu- sammenführung der beiden Liegenschaften Areisliweg 4 u nd 6 möglich, welche aus Sicht des Denkmalschutzes ebenfalls zulässig wäre. Dies würde allerdings eine Änderung der Eigentums- rechte bedingen. Die Baugesuchsabweisung durch das BIT e rweist sich folglich nicht als unverhältnismässig. 8.1 Bei diesem Ergebnis fällt die von der Vorinstanz an geordnete Rückweisung an das BIT ausser Betracht. Gemäss § 124 RBG sind Baugesuche auf de m amtlichen Formular mit allen für die Prüfung erforderlichen Unterlagen bei der Ba ubewilligungsbehörde einzureichen (Abs. 1). Die Baubewilligungsbehörde weist unvollständig e Gesuche zur Ergänzung oder Verbesserung zurück. Sie kann bei geringfügigen Mängel n die Ergänzung oder Verbesserung innert angemessener Frist verlangen; auf Gesuche, die n icht fristgemäss ergänzt oder verbes- sert werden, tritt sie nicht ein (Abs. 3). Gesuche, die offensichtlich gegen zwingende öffentlich- rechtliche Vorschriften verstossen, werden ohne Publikatio n und Auflage abgewiesen (Abs. 4). Grundlage für das Baubewilligungsverfahren bilden nach dem Gesagten die Baugesuchsein- gabe mit den dazugehörigen Plänen. Diese werden im L aufe des Verfahrens zwar oftmals geringfügig abgeändert, sei es aufgrund von Einsprachen , Einwänden der Bewilligungsbe- hörden oder Wünschen der Bauherrschaft selber. Nach der kantonalen Praxis sind geringfügige Korrekturen und Abänderungen am Projekt zulässig, solan ge das Bauvorhaben in seinen Grundzügen gleich bleibt. Ein abgeändertes Bauprojekt muss nicht neu publiziert und aufgelegt werden, sofern das Bauvorhaben in den Grundzügen gewahrt bleibt und keine öffentlichen oder nachbarlichen Interessen berührt werden. Wie die Bauge suchstellerin in ihrer Vernehmlassung vor Kantonsgericht aber zutreffend selbst anerkennt, steh t und fällt das vorliegend zu beur- teilende Bauprojekt mit dem geplanten Mauerdurchbruch, welcher – wie dargelegt – nicht bewil- ligt werden kann. Daher kann die vorliegend zu beurte ilende Baueingabe inkl. Baupläne nicht mehr Grundlage eines geänderten Projekts sein. Vielmeh r wird die Frage, ob ein allfälliges an- deres Bauprojekt mit dem Schutzobjekt vereinbar wäre, i n einem neuen Baubewilligungsver- fahren mit entsprechender neuer Baugesuchseingabe und neuen Plänen zu prüfen sein. 8.2 Zusammenfassend ergibt sich, dass das Bauvorhaben sowohl gegen § 7 Abs. 3 DHG, § 8 Abs. 4 DHG und § 10 DHG als auch gegen Ziff. 15.1 ZR Stadtkern verstösst und die Interessen der Baugesuchstellerin an der Verwirklichun g des vorliegenden Bauprojekts die Interessen des Denkmalschutzes nicht zu überwiegen vermögen , was zur Gutheissung der Beschwerde führt. Die Ziffern 1 und 3 des Entscheids der BRK vom 18. November 2014 werden somit aufgehoben und die Baugesuchsabweisung des BIT wird bestätigt. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann offen gelassen werden, ob die vorliegend umstrittene Baubewilligung auch noch aus anderen Gründe n (fehlende Zustimmung des BAK, mangelhafte Baugesuchsunterlagen) hätte verweigert werden können. 10.1 Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Gest ützt auf § 20 Abs. 1 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden P artei auferlegt. Den kantonalen Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Behörden und Gemeinden werden keine Verfahrenskosten auferlegt, wenn sie als Vorinstanzen oder als Beigeladene am Verwaltungsgerichtsverfahren te ilnehmen (§ 20 Abs. 3 VPO; Vorlage an den Landrat vom 5. Juni 2007, Nr. 2007/129, S. 3) . Der Vorinstanz werden demnach keine Verfahrenskosten auferlegt. Die Bürgergemeinde Waldenb urg, welche nicht als verfügende Behörde auftritt sondern als Baugesuchstellerin, unterl iegt im vorliegenden Verfahren. Sie fällt als Beschwerdegegnerin nicht unter die Kostenbefreiungsp flicht, weshalb ihr ein hälftiger Ver- fahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 1'500.-- auferlegt wird. 10.2 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugespro- chen. Gemeinden und andere Träger öffentlicher Aufgaben haben Anspruch auf eine Parteient- schädigung, sofern der Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin gerechtfertigt war (§ 21 Abs. 2 VPO). Nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichts wird gestützt auf § 21 Abs. 2 VPO generell nur ein Anspruch auf Parteientschädigung eing eräumt, wenn der Beizug eines exter- nen Rechtsvertreters im Einzelfall auch für Gemeinden un d andere Träger öffentlicher Aufga- ben mit juristischer Fachkompetenz innerhalb der eigenen Verwaltung gerechtfertigt erscheint. Dies trifft vor allem dann zu, wenn für eine angemessene Prozessvertretung rechtliches Spe- zialwissen gefordert ist, das über die bei der Rechtsanw endungstätigkeit erforderlichen Kennt- nisse hinausgeht. Das Kantonsgericht legt § 21 Abs. 2 VPO restriktiv aus. Eine Parteient- schädigung ist nur in den oben genannten Ausnahmefälle n gerechtfertigt (Urteil des Kantons- gerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KG E VV], vom 17. Oktober 2007 [810 07 155] E. 8). Die Beschwerdeführerin hat demna ch bloss Anspruch auf eine Parteient- schädigung, sofern der Beizug eines Anwalts oder einer A nwältin gerechtfertigt war. Die Be- schwerdeführerin verfügt als Fachkommission über ein gesetzliches Beschwerderecht, weshalb sie über das in der vorliegenden Streitsache erforderlich e Wissen verfügen muss. Demgemäss kann ihr gestützt auf die erwähnte restriktive Praxis des K antonsgerichts keine Parteientschä- digung zugesprochen werden und die Parteikosten werden wettgeschlagen. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden die Ziff ern 1 und 3 des Ent- scheids der Baurekurskommission vom 18. November 2014 aufgehoben. 2. Der Bürgergemeinde Waldenburg wird ein Verfahre nskostenanteil in der Höhe von Fr. 1‘500.-- auferlegt. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber