Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 25. September 2019 (810 19 15) ____________________________________________________________________ Submission Subkriterien / Transparenzprinzip / Ungleichbehandlung der Anbietenden Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer, Daniel Ivanov , Gerichtsschreiber Martin Michel Beteiligte A.____AG , Beschwerdeführerin , vertreten durch Julia Bhend , Rechtsanwältin gegen Einwohnergemeinde B.____ , Beschwerdegegnerin , vertreten durch Dr. Stefan Wirz, Advokat C.____AG , Beigeladene Betreff Submission IT Servicebezug Verwaltung B.____ (Entscheid der Gemeinde B.____ vom 10. Januar 2019) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Gemeinde B.____ (Gemeinde) schrieb im kantonal en Amtsblatt vom 6. September 2018 das Projekt "IT Servicebezug Verwaltung B.____" au s. Das Projekt sieht vor, dass die Infrastruktur- und Betriebsservices der Einwohnergemeind e B.____ von einem externen IT- Dienstleister erbracht werden sollen. Es hat zum Ziel, einen strategischen Partner für die Ver- waltung der Gemeinde zu finden, welcher zukünftig def inierte IT-Services als externer Service- anbieter sicherstellt. B. Mit Entscheid vom 7. Dezember 2018 wurde der Zuschlag der C.____AG (Zu- schlagsempfängerin) zu einem Preis von Fr. 1'479'749.54 (inkl. MWSt) erteilt. Mit erweitertem Entscheid vom 10. Januar 2019 begründete die Gemeinde gegenüber der nicht berücksichtig- ten A.____AG den Zuschlagsentscheid. C. Dagegen erhebt die A.____AG, vertreten durch Jul ia Bhend, Rechtsanwältin in Winter- thur, mit Eingabe vom 24. Januar 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit den R echtsbegehren, die Zuschlagsverfü- gung vom 7. Dezember 2018 sei aufzuheben und der Zuschl ag ihr zu erteilen, eventualiter sei die Zuschlagsverfügung vom 7. Dezember 2018 aufzuheben und die Sache mit verbindlichen Anweisungen zur Neubewertung der Angebote oder zur W iederholung des Vergabeverfahrens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, subeventualiter sei die Rechtswidrigkeit der ange- fochtenen Verfügung festzustellen. In verfahrensrechtlich er Hinsicht beantragt die Beschwer- deführerin unter anderem, es sei der Beschwerde – zunäch st superprovisorisch – die aufschie- bende Wirkung zu erteilen und es sei ihr Einsicht in die Vergabeakten (unter Abdeckung von all- fälligen Geschäftsgeheimnissen) zu gewähren. D. Mit Präsidialverfügung vom 28. Januar 2019 wurde de r Beschwerde superprovisorisch die aufschiebende Wirkung erteilt und der Beschwerdege gnerin sowie der beigeladenen Zu- schlagsempfängerin eine unerstreckbare Frist bis zum 11. Fe bruar 2019 zur Stellungnahme zum Verfahrensantrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung gewährt. E. Mit Eingabe vom 11. Februar 2019 führte die Beschwe rdegegnerin, vertreten durch Dr. Stefan Wirz, Advokat in Reinach BL, aus, sie enth alte sich im jetzigen Zeitpunkt einer aus- führlichen Stellungnahme zum Antrag auf aufschiebende Wirkung. F. Am 22. Februar 2019 erteilte das Kantonsgericht der Beschwerde die aufschiebende Wirkung und untersagte der Beschwerdegegnerin, den Ver trag mit der Zuschlagsempfängerin abzuschliessen. G. Mit Vernehmlassung vom 7. März 2019 beantragt die Be schwerdegegnerin, es sei die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, un d es sei der Beschwerde wiederer- wägungsweise die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Die Zuschlagsempfängerin hat sich nicht vernehmen lassen. H. Mit Präsidialverfügung vom 21. März 2019 wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um Akteneinsicht im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. Zugleich trat das Kantonsgericht auf Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdegegnerin betr effend Entzug der aufschiebenden Wirkung nicht ein. I. Mit Replik vom 9. Mai 2019 und Duplik vom 21. Juni 2 019 hielten die Beschwerde- führerin sowie die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 30 Abs. 1 des Gesetzes über öffentliche B eschaffungen (BeG) vom 3. Juni 1999 in Verbindung mit § 31 lit. f BeG sowie § 43 Ab s. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 199 3 kann gegen eine Zuschlags- verfügung innerhalb von 10 Tagen nach Eröffnung der schriftlichen Begründung Beschwerde beim Kantonsgericht erhoben werden (vgl. auch § 27 Ab s. 2 BeG). Soweit das BeG nichts an- deres vorsieht, richtet sich das Verfahren nach der VPO (§ 30 Abs. 5 BeG). Das Gericht wendet dabei das Recht von Amtes wegen an. Es prüft insbesonde re, ob die Eintretensvoraussetzun- gen erfüllt sind (§ 16 Abs. 2 VPO). 1.2 Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt , wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt is t und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. Erfor- derlich ist somit neben der formellen Beschwer (Teiln ahme am Verfahren vor der Vorinstanz bzw. keine Möglichkeit zur Teilnahme) zusätzlich eine mat erielle Beschwer in der Form eines besonderen Berührtseins sowie eines aktuellen Interesses an der Beschwerdeführung. Letzte- res besteht im praktischen Nutzen, der sich ergibt, wenn eine Beschwerdeführerin mit ihrem An- liegen obsiegt und dadurch ihre tatsächliche oder recht liche Situation unmittelbar beeinflusst werden kann (BGE 140 II 214 E. 2.1; Urteil des Kanton sgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 16. August 2017 [810 1 7 25] E. 2.1; A LFRED KÖLZ /ISABELLE HÄNER /MARTIN BERTSCHI , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Auflage, 2013, Rz. 940 ff.). Die materielle Beschw er der beim Vergabeverfahren nicht be- rücksichtigten oder vom Verfahren ausgeschlossenen Anbieten den ist praxisgemäss dann ge- geben, wenn diese bei Gutheissung ihrer Beschwerde eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Guth eissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens führt, in dem sie ein neues Angebot einreichen kann; andernfalls fehlt ihr das schutzwürdige Interesse an der Beschwerdeführung (BGE 141 II 14 E. 4.3; KGE VV vom 22. Juni 2016 [810 16 34] E. 2.2; KGE VV vom 27. April 2016 [810 15 252] E. 2.3). Die Beschwerdelegitimation fehlt derjenigen Anbietenden, die zwar am Verfahren teilge- nommen hat, aber aufgrund ihrer Rechtsmittelanträge und Sachvorbringen auch bei Durchdrin- gen ihrer Auffassung keine reelle Chance auf den Zusch lag oder eine Wiederholung des Sub- missionsverfahrens hat. 1.3 Die Beschwerdegegnerin bringt in Bezug auf die E intretensvoraussetzungen vor, auf die Beschwerde sei mangels Fristwahrung und mangels Rechtsschutzinteresses der Beschwer- deführerin nicht einzutreten. Die Beschwerde vom 24. Januar 2019 richte sich explizit nur Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegen den Entscheid vom 7. Dezember 2018 und nicht geg en den Entscheid vom 10. Januar 2019 und sei daher nicht rechtzeitig erhoben worden. Zudem könnte der Beschwerdegegnerin selbst bei Durchdringen mit ihren Rügen kein Zuschlag e rteilt werden, da ihr Angebot mangels Ausschreibungskonformität vom Verfahren ausgeschlossen werden müsste. 1.4 Die Beschwerdeführerin hält der Beschwerdegegnerin entgegen, sie verhalte sich wi- dersprüchlich. Die Beschwerdegegnerin habe im Rahmen der Evaluation ihr Angebot geprüft und als vollständig und ausschreibungskonform beurteilt. Die nun erstmals im Rahmen des Be- schwerdeverfahrens behauptete Nichtkonformität sei in der Evaluation nie ein Thema gewesen. Die – allesamt bestrittenen – angeblichen Mängel hät te die Beschwerdegegnerin bereits in der Evaluation beurteilen und gegebenenfalls den Ausschluss ve rfügen müssen. Da die Beschwer- degegnerin keinen Ausschluss verfügt habe, könne sie diesen im Beschwerdeverfahren nicht mehr geltend machen. Ein solches Vorgehen sei widerspr üchlich und widerspreche Treu und Glauben. 1.5 Aus den Akten und insbesondere der Checkliste Offertö ffnung vom 18. Oktober 2018 ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin bei der Prüfun g des Angebots der Beschwerdefüh- rerin keine Mängel erkannt hat, die einen Ausschluss na ch sich ziehen müssten. Vielmehr bestätigte die Beschwerdegegnerin auf ihrer Checkliste, d ass beim Angebot der Beschwerde- führerin sämtliche Bedingungen erfüllt seien. Sodann hat die Beschwerdegegnerin das Angebot der Beschwerdeführerin in der Folge unbestrittenermasse n vollständig bewertet und nicht vom Verfahren ausgeschlossen. Sie ist damit zum Schluss gelang t, dass das Angebot der Be- schwerdeführerin den Anforderungen genügt. Wenn sich die Beschwerdegegnerin im Verfahren vor Kantonsgericht nun neu auf den Standpunkt stellt, die Beschwerdeführerin habe einen Aus- schlussgrund gesetzt und sei vom Verfahren auszuschliessen, se tzt sie sich in klaren Wider- spruch zu ihrem eigenen Handeln. Da sich die Beschwerdege gnerin nicht bereits während des Submissionsverfahrens zu einem Ausschluss entschieden hat, kann sie sich nachträglich, wäh- rend des Beschwerdeverfahrens, nicht mehr auf den Ausschluss grund berufen (vgl. KGE VV vom 16. Dezember 2009 [810 09 248] E. 3.3; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, VB.2005.00286, E. 2.5; Urteil des Verwaltungs gerichts des Kantons Graubünden vom 3. September 2015, U 15 31, E. 3c; P ETER GALLI / ANDRÉ MOSER /E LISABETH LANG /M ARC STEINER , Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Auflage, 2013, N 452). Zudem sind beim Angebot der Beschwerdeführerin keine Mängel ersich tlich, die zwingend zu einem Aus- schluss führen müssten. Die Beschwerdelegitimation der zw eitplatzierten Beschwerdeführerin ist demzufolge gegeben. Auch die übrigen formellen Erf ordernisse wie Fristwahrung und Form sind eingehalten, zumal die Beschwerdeführerin mit Sch reiben vom 13. Dezember 2018 ge- stützt auf § 27 Abs. 2 BeG die Eröffnung eines begründe ten Entscheids verlangt und den be- gründeten Entscheid vom 10. Januar 2019 (zugestellt am 1 4. Januar 2019) innert der 10-tägi- gen Rechtsmittelfrist gemäss § 30 Abs. 1 BeG beim Kanto nsgericht angefochten hat. Auf die Beschwerde ist demgemäss einzutreten. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können g emäss § 45 Abs. 1 lit. a und lit. b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden (vgl. Art. 16 Abs. 1 lit. a der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaf- fungswesen [IVöB] vom 25. November 1994/15. März 2001 ). Eine Ermessenskontrolle ist dem Kantonsgericht verwehrt (Art. 16 Abs. 2 IVöB; § 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3.1 Gemäss Art. 1 Abs. 3 lit. d IVöB sowie § 1 lit. c BeG bezweckt die Gesetzgebung im öf- fentlichen Vergabewesen namentlich die wirtschaftliche V erwendung öffentlicher Mittel. Die wichtigste Ausformung dieser Zielsetzung bildet die Vor gabe, wonach das wirtschaftlich gün- stigste Angebot den Zuschlag erhält (Günstigkeitsprinzip; A rt. 13 lit. f IVöB; § 26 Abs. 1 BeG). Das wirtschaftlich günstigste Angebot ist jenes mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis (§ 20 Abs. 1 der Verordnung zum Beschaffungsgesetz [BeV] vom 25. Januar 2000). Beim "wirtschaft- lich günstigsten Angebot" handelt es sich um einen unbesti mmten Rechtsbegriff, welcher in jedem Einzelfall und auf der Grundlage der für die V ergabe geltenden Leistungsumschreibung wieder neu und anders zu konkretisieren ist. Diese Konkr etisierung erfolgt über die Zuschlags- kriterien. Darunter sind diejenigen Gesichtspunkte zu ver stehen, anhand derer im Hinblick auf den Vergabeentscheid das wirtschaftlich günstigste Angeb ot ermittelt wird. Die Zuschlagskrite- rien sind für jedes Beschaffungsgeschäft unter fachlichen, ökologischen und ökonomischen Ge- sichtspunkten festzulegen (§ 20 Abs. 2 BeV) und in den Au sschreibungsunterlagen in der Reihenfolge ihrer Bedeutung und entsprechend ihrer Ge wichtung zu publizieren (§ 12 Abs. 1 lit. m IVöB; § 22 Abs. 1 BeG). Dabei ist zu beachten, dass sowohl die Auswahl als auch die Ge- wichtung der Zuschlagskriterien sachlich gerechtfertigt sein müssen, d.h. sich am konkreten Auftrag, an dessen Anforderungen und Bedeutung zu ori entieren haben (HANS RUDOLF TRÜEB , in: Ösch/Weber/Zäch [Hrsg.], Kommentar Wettbewerbsrecht II, 3. Auflage, 2011, Art. 21 BöB Rz. 12; MATTHIAS HAUSER , Zuschlagskriterien im Submissionsrecht, in: Aktuelle Juristische Pra- xis [AJP] 2001, S. 1405 ff.; Urteil des Verwaltungsgerich ts Aargau vom 30. April 2002, in: Aar- gauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2002, S. 296, E. II.3d/aa). Von absolu- ten Ausnahmefällen abgesehen handelt es sich beim Prei s um ein unerlässliches Zuschlagskri- terium, welches weder weggelassen noch untergewichtet wer den darf. Die vom Gesetz inten- dierte Stärkung des wirksamen Wettbewerbs unter den An bietern (Art. 1 Abs. 3 lit. a IVöB; § 1 lit. b BeG) bedingt, dass dem Preis eine substantielle Bedeutung zukommt, denn der Wettbe- werb unter den Marktakteuren spielt sich auf vielen Mär kten – gerade im privaten Sektor – hauptsächlich über den Preis ab. Zur Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots müs- sen (resp. können) neben dem Preis auch weitere leistun gsbezogene Kriterien berücksichtigt werden, insbesondere die Qualität der angebotenen Lei stung (vgl. BGE 143 II 553 E. 6.4 mit Hinweisen). Für die Zuschlagsentscheidung massgebend ist das Preis-/Leistungsverhältnis, wie es ausschliesslich anhand der in der Ausschreibung definierten und publizierten Zuschlagskrite- rien und deren Gewichtung zu ermitteln ist. Der Anbieter mit dem in diesem Sinne wirtschaftlich günstigsten Angebot erwirbt einen Rechtsanspruch auf die Erteilung des Zuschlags (KGE VV vom 28. Juni 2017 [810 17 15] E. 6.3; Basellandschaftl iche Verwaltungsgerichtsentscheide [BLVGE] 1998/1999 Nr. 22.1.2 E. 2.4.2.2). 3.2 Die Auswahl des wirtschaftlichsten Angebots erfordert einen wertenden Vergleich zwi- schen den eingereichten Angeboten anhand der bekannt gegebenen Zuschlagskriterien. Nach welcher Methode diese Bewertung im Detail zu geschehen hat, schreibt das Gesetz nicht vor. Entscheidend ist, dass sich die Bewertung an den bekannt gegebenen Zuschlagskriterien orien-Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tiert, nachvollzogen werden kann und eine Kontrolle e rlaubt, ob die Anbietenden nach demsel- ben Massstab beurteilt wurden (KGE VV vom 30. Mai 2018 [810 17 310] E. 5.2). In der Praxis weit verbreitet ist die Rangierung der Angebote mit H ilfe eines Punktebewertungssystems und einer Beurteilungsmatrix. Dabei werden für die Zuschlag skriterien (resp. die einzelnen Unterkri- terien) Punkte vergeben. Für die Wertung des Kriteriums Preis wird dem tiefsten Preis die höch- ste Punktzahl zugesprochen, die übrigen Angebote erfahren anhand einer mathematischen For- mel eine in Abhängigkeit zum Preisunterschied tiefere Punktebewertung. Für andere leicht quantifizierbare Leistungsindikatoren (z.B. Verfügbarkeit szeiten, Lieferfristen etc.) bestehen analoge Kalkulationsmodelle. Die Objektivierung der ni cht messbaren qualitativen Kriterien er- folgt in einem Wertungsentscheid anhand einer Benotun gsskala, wobei mehr Punkte zugespro- chen werden, je besser das Kriterium erfüllt ist. Die für das einzelne Kriterium vergebene Punkt- zahl wird sodann mit dem aus dessen Gewichtung hergele iteten Faktor multipliziert. Die Sum- me der daraus resultierenden Punktzahlen ergibt den f ür den Vergabeentscheid ausschlagge- benden Gesamtpunktwert. Das Angebot mit dem höchsten Gesamtpunktwert erhält den Zu- schlag. 3.3 Nach ständiger Praxis des Kantonsgerichts steht den Ver gabebehörden insbesondere in der Phase der Würdigung und des Vergleichs der An gebote im Rahmen der Offertbewertung ein grosser Ermessensspielraum zu, in den das Gericht aufg rund seiner auf Sachverhalts- und Rechtsfragen beschränkten Kognition (siehe vorne E. 2) nicht eingreifen darf. Es kann nicht Sache des Kantonsgerichts als Beschwerdeinstanz sein, anstelle der Vergabestelle eine eigene Bewertung vorzunehmen (vgl. KGE VV vom 21. Januar 201 5 [810 14 319] E. 4 m.w.H.). Trotz des ihr eingeräumten Spielraums darf die Vergabestelle jedoch nicht nach Belieben verfahren. Namentlich aus den allgemeinen Grundsätzen der Transpar enz (Art. 1 Abs. 3 lit. c IVöB; § 9 lit. a BeG) und der Gleichbehandlung der Anbietende n (Art. 11 lit. a IVöB; § 9 lit. b BeG) flies- sen Mindestvorgaben. So sind die publizierten massgebliche n Zuschlags- und Unterkriterien (samt Gewichtung) für die Vergabestelle verbindlich und schränken in diesem Sinne das ihr zu- stehende Ermessen bei der Bestimmung des auszuwählenden Angebots ein (Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaf fungswesen vom 1. September 2000 E. 2a, in: Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 65.11). Die Rechtmässigkeit der Offertevaluation setzt weiter voraus, dass die Vergabes telle die Bewertung der Angebote in sachlich haltbarer Weise gemäss einem generell-abstrakten Schema vornimmt, welches den bekanntgegebenen Zuschlagskriterien entspricht, die Kri terien der Punkteverteilung im Einzel- nen umfassend und nachvollziehbar regelt sowie auf alle A ngebote gleich angewandt wird. Die Überlegungen und Wertungsentscheide ("Benotung"), di e zur konkreten Bewertung geführt haben, sind offenzulegen und zu dokumentieren (KGE VV vom 30. Mai 2018 [810 17 310] E. 4.2; BGE 130 I 241 E. 5.1; GALLI /M OSER /L ANG /STEINER , a.a.O., Rz. 979). Hält sich die Verga- bebehörde an diese Vorgaben, hat das Kantonsgericht ni cht näher zu untersuchen, ob die An- gebotsbewertung zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Ein Einschreiten ist nur angezeigt, falls die Vergabebehörde den ihr zugestande nen Spielraum überschritten hat. Eine gerichtliche Korrektur der Offertbewertung kommt folg lich nur in Betracht, soweit sich diese nicht nur als unangemessen, sondern als rechtsfehlerhaft e rweist (KGE VV vom 28. Juni 2017 [810 17 15] E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 2D_49/20 11 vom 25. September 2012 E. 4.2; GALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 859). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 In den Ausschreibungsunterlagen legte die Beschwer degegnerin die folgenden Zu- schlagskriterien (ZK) als Grundlage für die Bewertung der Angebote fest: 4.2 Die Angebote der Beschwerdeführerin und der Zuschla gsempfängerin wurden wie folgt bewertet: 4.3 Innerhalb der ZK erfolgte im Rahmen der Bewertu ng der Angebote eine weitere Diffe- renzierung mittels eigenständig bewerteten Teil- bzw. Subkriterien. 5.1.1 Beim ZK 1 "Gesamtkosten des Angebots" (Punktemaxi mum 400 = 40 %) erfolgte die Bewertung anhand der Teilkriterien "Gesamtpreis gemäss Preisberechnung (Punktemaxi- mum 310)", "Stundenansätze pro Rolle (Punktemaximum 3 0)", "Ausstiegszahlungen per 36. resp. 48. Monat (Punktemaximum 30)" und "Transparenz & Detaillierungsgrad (Punktemaxi- mum 30)". Die Angebote der Beschwerdeführerin und der Zuschlagsempfängerin wurden in Bezug auf das ZK 1 im Einzelnen wie folgt bewertet: 5.1.2 In der Begründung zum Vergabeentscheid führte di e Beschwerdegegnerin aus, die Beschwerdeführerin habe die Netzwerkkosten für die Anbi ndung ans Rechenzentrum nicht ins Angebot eingerechnet. Vielmehr habe die Beschwerdefü hrerin einfach festgehalten, es werde der bestehende Internetanschluss verwendet und die Kost en würden direkt der Beschwerde- gegnerin belastet. Die Zuschlagsempfängerin habe das Konzept und die Kosten aufgezeigt und dabei die lokalen Glasfaser-Netzwerkbetreiber kostengünstig miteinbezogen. Dies sei im Teilkri- terium "Transparenz & Detaillierungsgrad" des ZK 1 neg ativ berücksichtigt worden, sodass die ZK 1 (max. 400) Beschwerdeführerin Zuschlagsempfänge rin Gesamtpreis (max. 310) 310 251 Stundenansätze (max. 30) 10 24 Ausstiegszahlungen (max. 30) 30 17 Transparenz (max. 30) 10 27 Total 360 319 Beschw erdeführerin Zuschlagsempfängerin Diff. ZK 1 40% (400 Punkte) 360 319 41 ZK 2 20% (200 Punkte) 125 171 -46 ZK 3 15% (150 Punkte) 108 132 -24 ZK 4 15% (150 Punkte) 135 129 6 ZK 5 10% (100 Punkte) 78 76 2 100% (1'000 Punkte) 806 827 -21 ZK 1 Gesamtkosten des Angebots 40% ZK 2 Anforderungen an den Anbieter (Referenzen, Vert rag) 20% ZK 3 Lösungskonzept 15% ZK 4 Betriebskonzept 15% ZK 5 Anforderungen an das Transition-Projekt 10% Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführerin diesbezüglich 10 Punkte erhalten ha be. Die Zuschlagsempfängerin habe bei diesem Teilkriterium 27 Punkte erhalten. 5.2.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt diese Bewertun g und bringt dagegen vor, aufgrund der Angaben im Pflichtenheft sei klar gewesen, dass unter dem ZK 1 die Gesamtkosten (Total aus einmaligen Investitionskosten und wiederkehrenden Se rvicekosten über fünf Jahre) bewer- tet würden. Obwohl sie das tiefste Angebot für die Gesa mtkosten eingereicht habe, habe sie – entgegen der klaren Angaben im Pflichtenheft – im Zu schlagskriterium ZK 1 (Gesamtkosten) nicht die Maximalpunktzahl 400 erreicht. Aus dem begrün deten Zuschlagsentscheid habe sich ergeben, dass die Beschwerdegegnerin unter dem ZK 1 nich t nur die Gesamtkosten bewertet habe. Die Gesamtkosten seien plötzlich nur noch mit 31 % gewichtet worden (maximal 310 Punkte). Zusätzlich seien weitere Kriterien (Stundenan sätze, Ausstiegszahlungen, Transpa- renz/Detaillierungsgrad) unter dem ZK 1 mit je 30 Pu nkten bewertet worden. Dies habe dazu geführt, dass das Hauptzuschlagskriterium Gesamtkosten viel tiefer gewichtet worden sei als in der Ausschreibung und im Pflichtenheft vorgesehen. Obwohl sie die tiefsten Gesamtkosten und auch die tiefsten Ausstiegszahlungen offeriert habe, h abe sie aufgrund dieser nachträglich geänderten Bewertungsmethodik nur 360 von 400 möglich en Punkten erhalten. Abzüge habe sie unter den nachträglich eingeführten Subkriterien "Stundenansätze" und "Transparenz/Detail- lierungsgrad" erhalten. Die Vergabestelle müsse sich an die von ihr aufgestellten Bedingungen halten und dürfe diese nicht während des laufenden Ver fahrens abändern. Die Zuschlagskri- terien einschliesslich ihrer Gewichtung und allfälliger Subkriterien seien in den Ausschrei- bungsunterlagen präzise zu definieren. Wenn die Angeb ote nicht anhand der in der Ausschrei- bung und den Ausschreibungsunterlagen bekannt gegebenen Anforderungen bewertet würden, werde das Transparenzgebot gemäss § 1 lit. a BeG und Art . 1 Abs. 3 lit. c IVöB verletzt. Bei korrekter Bewertung müsse sie mit dem tiefsten Preisange bot die Maximalpunktzahl 400 erhal- ten. Sie habe somit Anspruch auf den Zuschlag. 5.2.2 Die Beschwerdegegnerin wendet mit Vernehmlassung vom 7. März 2019 ein, die Be- wertung des ZK 1 sei entsprechend den in den Ausschreibu ngsunterlagen erfolgten Bekannt- machungen erfolgt. Die Gewichtung der Gesamtkosten von 40 % sei nicht verändert worden. Sodann habe die Beschwerdeführerin ein nicht ausschreib ungskonformes Angebot eingereicht, indem sie anstelle von geforderten offerierten Einzelp reisen lediglich die angeblichen Gesamt- kosten sowie einen Stundenansatz deklariert habe. Anstat t das Angebot auszuschliessen, sei dieses Unterlassen beim ZK 1 bewertet worden. Bei der B ewertung der Transparenz und des Detaillierungsgrades sei berücksichtigt worden, dass das T otal der Gesamtkosten mangels eines Angebots der Einzelpreise nicht restlos nachvollzie hbar sei. Sollte diese Bewertung nicht standhalten, würde dies dazu führen, dass das Angebot nich t bewertet werden könne und es vom Verfahren ausgeschlossen werden müsste. Die Beschwerdefü hrerin übersehe, dass die Bewertung der Subkriterien Stundenansätze, Ausstiegskoste n und Transparenz ihr zum Vorteil gereiche. Sie sei ein milderes Mittel zum Ausschluss aus d em Verfahren. Subeventualiter seien die nicht eingerechneten Kosten dem Angebot der Beschwe rdeführerin hinzuzurechnen, womit eine Punktedifferenz von 47 Punkten zur Zuschlagsempfängerin entstehen würde. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.3 Im Rahmen der Replik hält die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin entge- gen, sie habe aufgrund der Akteneinsicht weitere Fehle r in der Bewertung erkennen müssen. Insbesondere sei der Zuschlagsempfängerin die Gelegenhe it geboten worden, Unklarheiten in deren Angebot zu erläutern und ihr Angebot zu verbesser n. Am 16. November 2018 habe im Rahmen der Bewertung und noch vor Abschluss der Evalua tion eine Sitzung zwischen der Beschwerdegegnerin und der Zuschlagsempfängerin stattgefunden. Der Zuschlagsempfängerin seien nicht weniger als 22 Verständnisfragen gestellt wo rden, von denen weit über die Hälfte den Preis betroffen hätten. Dem Protokoll dieser Sitzung seien diverse Unklarheiten und Unvoll- ständigkeiten im Angebot der Zuschlagsempfängerin zu en tnehmen. Ihr sei demgegenüber keine solche Gelegenheit geboten worden; vielmehr würd en ihr nun von Seiten der Beschwer- degegnerin in der Vernehmlassung angebliche Unklarheit en und Unvollständigkeiten im An- gebot vorgeworfen und sogar ein Ausschluss verlangt. Die ses Vorgehen irritiere und halte vor vergaberechtlichen Grundsätzen nicht stand. Die der Zusch lagsempfängerin gestellten Fragen gingen weit über eine Klärung des Offertinhalts herau s. Die Zuschlagsempfängerin habe Stun- denansätze zwischen Fr. 170.-- und Fr. 200.-- offeriert . Im Gespräch habe die Zuschlagsem- pfängerin offenbar den Stundenansatz auf einen einhe itlichen Satz von Fr. 170.-- reduziert und in der Evaluation sei dann der Stundenansatz von Fr . 170.-- bewertet worden. Das heisse, die Zuschlagsempfängerin habe ihr Angebot verbessern können, was nicht zulässig sei. Es verletze das Gleichbehandlungsgebot und sei willkürlich, wenn nur einer Anbieterin die Gelegenheit ein- geräumt werde, zu Unklarheiten Stellung zu nehmen und gleichzeitig bei anderen Anbietern in der Bewertung wegen angeblichen Unklarheiten Punkte abgezogen würden. 5.2.4 Mit Duplik vom 21. Juni 2019 bestreitet die Beschw erdegegnerin, dass die Zu- schlagsempfängerin die Möglichkeit erhalten habe, ihr Angebot nachzubessern. Die Zuschlags- empfängerin habe in ihrer Offerte eine Bandbreite von Stundenansätzen angegeben, in der Bei- lage 7 aber den Ansatz von Fr. 170.-- eingesetzt. Die Zuschlagsempfängerin habe im Gespräch klargestellt, dass der in der Beilage 7 eingesetzte Stundenansatz gelte. 5.3 In Nachachtung des Transparenzprinzips verlangt § 21 Abs. 2 BeG, dass die publizier- te Ausschreibung unter anderem mindestens Gegenstand und Umfang des Auftrags inklusive der Angaben, die von den Anbietenden verlangt werden , anzugeben hat. In § 22 Abs. 1 BeG wird statuiert, dass die Ausschreibungsunterlagen alle wesentlichen Angaben enthalten und die für den Zuschlag massgebenden Kriterien in der Reihen folge ihrer Bedeutung und entspre- chend ihrer Gewichtung aufgeführt sein müssen. Es gilt so mit der Grundsatz, dass alles Zu- schlagsrelevante zum Voraus mit der Ausschreibung festgel egt und den Offerenten zur Kennt- nis gebracht werden soll. Nur so können die Anbieter ih re Offerte gezielt auf die Bedürfnisse des Auftraggebers ausrichten. Die Zuschlagskriterien sind un ter Einschluss ihrer Gewichtung und allfälliger Subkriterien demzufolge bereits im abst rakten Stadium des Verfahrens in den Ausschreibungsunterlagen präzise zu definieren, wenn die einzelnen Offerten noch nicht be- kannt sind. Könnte die Vergabestelle die relative Gewi chtung der einzelnen Zuschlagskriterien nämlich erst nachträglich, in Kenntnis der eingegangene n Offerten, im Rahmen der Bewertung festsetzen, so bestünde die Gefahr der Manipulation bzw . der Begünstigung eines bestimmten Anbieters (KGE VV vom 18. Juli 2018 [810 17 297] E. 9.4, mit Hinweisen). Die Bewertung muss der definierten Gewichtung der Kriterien Rechnung tra gen, damit die vorgegebene Gewichtung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht tatsächlich zum Tragen kommt. Nicht vorgängig zu publizie ren sind nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichts Unterkriterien, die lediglich die bekanntgegebenen Zuschlagskriterien kon- kretisieren, diesen also bereits inhärent sind (vgl. KGE V V vom 18. Juli 2018 [810 17 297] E. 9.3, mit Hinweisen). 5.4 Mit dem Kriterium Preis werden im Unterschied zu d en anderen Zuschlagskriterien nicht qualitative Aspekte bewertet, sondern die Entschädig ung. Wie gut oder schlecht ein An- bieter die geforderte Leistungserbringung qualitativ oder quantitativ in seinem Angebot darstellt, ist nicht bei der Preisbewertung zu berücksichtigen (vgl. dazu CLAUDIA SCHNEIDER HEUSI , Die Bewertung des Preises, in: Zufferey/Beyeler/Scherler [ Hrsg.], Aktuelles Vergaberecht 2018, S. 329 f.). Mit dem Subkriterium "Transparenz und De taillierungsgrad" hat die Beschwerdegeg- nerin beim ZK 1 "Gesamtkosten des Angebots" ein sachfre mdes Unterkriterium eingeführt und damit eine unzulässige Vermischung der qualitativen Aspe kte mit dem Kriterium Preis vorge- nommen. Demgemäss kann beim Subkriterium "Transparenz u nd Detaillierungsgrad" nicht von einem konkretisierenden Unterkriterium ausgegangen wer den, das dem ZK 1 "Gesamtkosten des Angebots" bereits inhärent ist. Vielmehr führt die Einführung dieses Unterkriteriums dazu, dass die in den Ausschreibungsunterlagen vorgegebene Ge wichtung des Preiskriteriums von 40 % aufgrund dieser Bewertungsart nicht mehr gewährl eistet ist, was zu einer Verletzung des Transparenzprinzips führt. 5.5.1 Grundsätzlich möglich ist, dass die Vergabestelle da s Kriterium "Preis" in einzelne Unterkriterien unterteilt, entsprechend den Komponen ten der offerierten Entschädigung für die Hauptleistung sowie für Zusatzleistungen (Stundenaufwa nd, Regieansätze). Allerdings hat sie hier dem Verhältnis dieser Leistungen Rechnung zu tra gen. Will die Vergabestelle zusätzlich Regieansätze bewerten, hat sie dieses Preiselement als Unterkriterium zu benennen. Hingegen darf die Vergabestelle nicht künstlich aufteilen, was beim Angebotspreis Bestandteil einer wirt- schaftlichen Einheit ist. Unzulässig war zum Beispiel nach de r Rechtsprechung des Verwal- tungsgerichts Zürich die Aufsplittung des Zuschlagskriteriums "Angaben zum Angebot: Honorar- offerte im Vergleich" in drei Subkriterien (Stundena nsatz, Generalplanerzuschlag und Gesamt- honorar), weil die Elemente Stundenansatz und Genera lplanerzuschlag Bestandteile einer preislichen Einheit waren (Urteil des Verwaltungsgericht s Zürich VB.2016.00303 vom 2. März 2017 E. 4.2 f.; SCHNEIDER HEUSI , a.a.O., S. 335). 5.5.2 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin neben dem Unterkriterium "Transparenz und Detaillierungsgrad" mit den Kriterien "Stundenansätz e pro Rolle" und "Ausstiegszahlungen" zwei weitere Unterkriterien eingeführt, die mit je 30 Punkten bzw. 3 % bewertet wurden. Hin- sichtlich der Bewertung der Stundenansätze ist festzustel len, dass die Höhe der Stundenan- sätze nur dort eine Rolle spielen könnte, wo nicht klar ist, welche Menge an Stunden von einer bestimmten Leistung anfallen werden, sodass die Bewerbe r nicht anhand des Gesamtpreises diesbezüglich verglichen werden könnten. Für die Leistung en nach Stundenansatz ist aber in der Ausschreibung in Ziff. 10.3 ein Mengengerüst vorha nden, womit die daraus resultierenden Kosten beim Total der Gesamtkosten des Angebots bereit s berücksichtigt sind. Wird die Höhe des Stundenansatzes zusätzlich als Subkriterium zu 3 % berü cksichtigt, führt dies dazu, dass dasselbe doppelt bewertet wird: einmal im Rahmen Bew ertung der Gesamtkosten und einmal Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Rahmen der Stundenansätze. Das Subkriterium "Stund enansatz" konkretisiert somit nicht das ZK 1, sondern erweitert dieses und berücksichtigt dasse lbe ein zweites Mal. Die Aufsplit- tung erscheint somit unzulässig, da dieses Subkriterium B estandteil der wirtschaftlichen Einheit des ZK1 "Gesamtkosten des Angebots" ist. Ergänzend ist festzuhalten, dass darüber hinaus die Einführung der drei Unterkriterien neben dem Hauptkri terium Gesamtkosten im Ergebnis zu einer weniger starken Gewichtung der Gesamtkosten gefüh rt haben, was zusätzlich einen Ver- stoss gegen das Gebot der Transparenz darstellt. 5.5.3 Hinsichtlich der Rüge der Ungleichbehandlung ist f estzustellen, dass die Beschwerde- gegnerin der Zuschlagsempfängerin im Rahmen der Evaluation unbestrittenermassen die Gele- genheit geboten hat, Unklarheiten in ihrem Angebot z u erläutern. Eine derartige Gelegenheit zur Verbesserung des Angebots hat die Beschwerdegegnerin indes einzig der Zuschlags- empfängerin eingeräumt, während sie insbesondere bei der Beschwerdeführerin Punktabzüge wegen Unklarheiten im Angebot vorgenommen hat. Darau s ergibt sich eine unzulässige Un- gleichbehandlung im Submissionsverfahren. 6.1 Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin bei der Bewertung des ZK 2 die Bewer- tung der Referenzen. 6.2 Die Beschwerdegegnerin führte in der Begründung des Zuschlagsentscheids hinsicht- lich der Bewertung des ZK 2 "Referenzen, Vertrag" aus , die Zuschlagsempfängerin verfüge mit der Stadt D.____ aus dem gleichen Kanton über eine op timale Referenz. Da die Aufgabentei- lung Kanton-Gemeinden schweizweit sehr föderalistisch ge löst sei, komme dieser Referenz als basellandschaftliche Gemeinde eine zusätzliche positive Be deutung zu. Die Zuschlagsempfän- gerin weise neben anderen guten Referenzen mit einer Stadtverwaltung eine Referenz auf, mit welcher die Erfahrung und das Branchenwissen in der IT-S erviceerbringung bei öffentlichen Verwaltungen (Gemeinde- und Stadtverwaltung) einfli essen könne. Die Beschwerdeführerin habe keine Referenz aus der öffentlichen Verwaltung ( Gemeinde- und Stadtverwaltung) ausge- wiesen. 6.3 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, die Zu schlagsempfängerin habe 100 Punkte und sie lediglich 40 Punkte erhalten. Gemäss Ziff . 9.9 des Pflichtenheftes hätten die Anbieter je zwei Referenzen für die Durchführung erfol greicher Transition-Projekte und für die Serviceerbringung aufzeigen müssen. Sie habe anforderungsgemäss zwei Referenzen von ver- gleichbaren Projekten nachgewiesen. Zutreffend sei, da ss keine dieser Referenzen eine Ge- meinde- oder Stadtverwaltung betreffe; sie hätten jed och verwaltungsnahe bzw. vergleichbare Kunden (insb. Gesundheitsdienstleister und Spital auf ö ffentlicher Spitalliste) umfasst. Die bes- sere Bewertung der Referenzen der Zuschlagsempfängerin werde von der Beschwerdegegne- rin unter anderem damit begründet, dass die Referenz Stadt D.____ aus dem gleichen Kanton stamme. Eine Bevorzugung von Referenzen aus dem Kanton Basel-Landschaft sei jedoch un- zulässig und verletze die Grundsätze der Nichtdiskriminierung und Gleichbehandlung der An- bieter und des wirksamen Wettbewerbs (Art. 11 lit. a und b IVöB) sowie das Bundesgesetz über den Binnenmarkt (Binnenmarktgesetz, BGBM) vom 6. Oktober 1995 (insb. die Art. 1, 3 und 5 Abs. 1 BGBM). Aus der Begründung ergebe sich weiter, d ass die Zuschlagsempfängerin nur Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht über eine Referenz einer Stadt- oder Gemeindeverwaltu ng verfüge. Das heisse, die anderen drei Referenzen seien damit vergleichbar mit ihren R eferenzkunden. Für drei ihrer Referenzen müsste sie somit dieselbe Punktzahl erhalten. Dass sie blos s 40 Punkte und die Zuschlags- empfängerin 100 Punkte von maximal 105 Punkten erhalte n habe, sei nicht nachvollziehbar, willkürlich und verstosse gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung. 6.4 Im Rahmen der Vernehmlassung entgegnet die Beschwer degegnerin, die bessere Be- wertung der Zuschlagsempfängerin beruhe darauf, dass di e Zuschlagsempfängerin eine Refe- renz mit einer Gemeinde und einer öffentlichen Behörd e ausweisen könne. Die Beschwerde- gegnerin weise nur Referenzen mit Privaten aus. Die g eographische Lage sei bei der Bewer- tung nicht berücksichtigt worden. Die Bewertung der Referenzen sei nicht zu beanstanden. 6.5 In der Replik macht die Beschwerdeführerin ergänzen d geltend, die zweite Referenz der Zuschlagsempfängerin sei eine Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) und damit mit ihren Referenzkunden vergleichbar. Nach dem Studiu m der Referenzauskünfte sei die Be- wertung der Referenzen unerklärlich, da sich in den Akte n eine schriftliche Auskunft der KESB befinde, die der Beigeladenen ein schlechtes Zeugnis ausstelle. Dass die Beigeladene trotz der heftigen Kritik mit 100 von 105 Punkten bewertet worden sei, sei nicht nachvollziehbar. 6.6 Dem entgegnet die Beschwerdegegnerin in ihrer Du plik, nach einer sorgfältigen Analy- se sei festzustellen, dass die Referenz der KESB nur schein bar negativ sei, in Bezug auf die wesentliche Auskunft aber durchwegs positiv ausfalle. 6.7 Vorab ist in Bezug auf die Bewertung der Refere nzen festzustellen, dass sich die Be- schwerdegegnerin widersprüchlich verhält, wenn sie im Rech tsmittelverfahren nunmehr vor- bringt, die geographische Lage sei bei der Bewertung n icht berücksichtigt worden, zumal sie in der Begründung des Vergabeentscheids noch ausdrücklich a usgeführt hatte, dass die Zu- schlagsempfängerin mit der Stadt D.____ aus dem gleiche n Kanton über eine optimale Re- ferenz verfüge und dass dieser Referenz als basellandschaftl iche Gemeinde eine zusätzliche positive Bedeutung zukomme, weil die Aufgabenteilung Kanton-Gemeinden schweizweit sehr föderalistisch gelöst sei. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, sind vorliegend keine gemeinde- oder kantonsspezifischen Eigenheiten ersichtlich, die eine bessere Bewertung auf- grund lokaler Referenzen rechtfertigen könnte, zumal die Beschwerdegegnerin diesen Aspekt auch nicht vorgängig bekanntgegeben hat. Die bessere B ewertung der Zuschlagsempfängerin aufgrund einer lokalen Referenz hält damit der gerich tlichen Überprüfung nicht stand. Soweit die Beschwerdegegnerin die bessere Bewertung der Refer enzen der Zuschlagsempfängerin damit begründet, dass diese – im Gegensatz zur Beschwerde führerin – über eine Referenz aus der öffentlichen Verwaltung verfüge, ist anzumerken, dass es vertretbar sein kann, Referenzen von öffentlichen Verwaltungen höher zu gewichten bzw. besser zu bewerten als Referenzen von privaten Firmen. Vorliegend hat die Beschwerdegegn erin zudem in den Ausschreibungs- unterlagen darauf hingewiesen, dass die Referenzen von öffentlichen Behörden und von Vorteil von Gemeinden stammen sollten. Vorliegend ist es allerdings nicht nachvollziehbar, warum eine Referenz einer basellandschaftlichen Gemeinde höher z u bewerten ist als eine Referenz eines Spitals. Die IT-Probleme, die dabei zu bewältigen sind , dürften durchaus vergleichbar sein und Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Beschwerdegegnerin legt nicht dar, welche konkret en Unterschiede hier bestehen würden, die eine unterschiedliche Bewertung rechtfertigen könn ten. Zudem ist das Vorbringen der Be- schwerdegegnerin, die auf den ersten Blick schlechte Refer enz der KESB sei bei genauer Betrachtung gar keine negative, schlicht nicht nachvollzi ehbar, zumal die Referenzperson der KESB zusammengefasst ausführt, die KESB-Verantwortli chen hätten das Vertrauen zur Zu- schlagsempfängerin verloren und das Vertragsverhältnis we rde wohl beendet. Daraus erhellt, dass die Bewertung der Referenzen nicht nach sachgerec hten Kriterien erfolgt und somit will- kürlich ist und ebenfalls neu vorgenommen werden muss. D ie Bewertung des Teilkriteriums Referenzen hält aus den genannten Gründen der gerichtlichen Prüfung nicht stand. 7.1 Zum ZK 3 bringt die Beschwerdeführerin vor, sie ha be sowohl unter dem ZK 1 als auch unter dem ZK 3 "Lösungskonzept" Abzüge erhalten, weil sie die Internetanbindung der Gemein- de an das Rechenzentrum nicht im Angebot eingerechnet h abe, sondern dafür die bestehende Datenleitung verwende. Die ausgeschriebenen Services könnten auf unterschiedliche Weise er- bracht werden, zum Beispiel über eine direkte, eigene Datenleitung zwischen dem Rechenzent- rum des Anbieters und der Verwaltung der Gemeinde ode r über eine normale Internetleitung mit genügend Bandbreite. Da es verschiedene Varianten für diese Anbindung gebe, habe sie in der Fragerunde die Frage gestellt, welche Internetanschlüsse heute bestünden, ob diese weiter betrieben würden oder ob ein neuer Anschluss für den In ternetzugang offeriert werden müsse. Die Beschwerdegegnerin habe die Frage wie folgt beantwortet: "Es muss ein Internet-Konnekti- vität-Service (http/https/ftp/ etc.) gem. 9.3.2 offerie rt werden. Aktuell erfolgt der Internetzugang über den Kantons-Proxy inkl. Mailverkehr. Ein Internetans chluss für das Backup und WLAN existiert auch (150/150 Mbit/s) und wird weiter betrie ben." Gestützt auf diese Antwort habe sie vorgesehen, den bestehenden Internetanschluss zu verwende n. Diese bestehende Internetan- bindung reiche problemlos aus. Dieses – auf der Auskun ft der Beschwerdegegnerin basierende – Lösungskonzept sei gleich doppelt mit Punktabzügen best raft worden (ZK 1 Subkriterium Transparenz und Detaillierungsgrad sowie ZK 3 Lösungs konzept). Diese Punktabzüge seien unter mehreren Aspekten nicht gerechtfertigt. Sie h abe die Verwendung der bestehenden Lei- tung offen ausgewiesen, weshalb ihr keine mangelnde Transparenz vorgeworfen werden kön- ne. Die Verwendung einer bestehenden Internetleitun g reduziere sodann die Komplexität und Risiken des Transition-Projekts und sei daher ein Vorteil und kein mit Punktabzügen zu bestra- fender Nachteil. Weiter stünden die in der Bewertung vorgenommenen Punktabzüge im Wider- spruch zu den Aussagen der Beschwerdegegnerin in der Fragerunde. 7.2 Die Beschwerdegegnerin führt dazu aus, die Rüge d er Beschwerdeführerin gehe fehl. Obwohl eine Leitung verlangt worden sei, werde diese durch die Beschwerdeführerin nicht offe- riert resp. nur als Option ohne Preisangabe. Zudem sei das Konzept nicht näher begründet oder mit Fakten unterlegt worden, sodass es im Vergleich zu de n anderen Anbietern in angemesse- ner Weise schlechter bewertet worden sei. Das Angebot d er Zuschlagsempfängerin habe mit einem innovativen und technisch überzeugenden Konzept bet reffend Anbindung ans Rechen- zentrum herausgestochen. Die Beschwerdeführerin habe es si ch in diesem Punkt sehr einfach gemacht und mitgeteilt, dass die bestehende Datenleit ung verwendet werde und die Kosten direkt von der Gemeinde übernommen werden müssten. Das h eisse, diese Kosten seien im Gegensatz zu den restlichen Angeboten nicht im preisgünstigen Angebot der Beschwerdeführe-Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht rin enthalten. Dieser Punkt habe sich auch negativ auf die Beurteilung der Kostentransparenz ausgewirkt. 7.3 Aus den Akten ergibt sich, dass der Punkt der Inter netanbindung – wie die Beschwer- deführerin zutreffend vorbringt – bereits im Rahmen der durchgeführten Fragerunde angespro- chen wurde. Auf die Frage 4 "Was für Internet-Zugänge existieren heute und werden diese wei- ter betrieben oder muss hier ebenfalls ein neuer Anschl uss offeriert werden?" antwortete die Beschwerdegegnerin, dass ein Internet-Konnektivität-Service (http/https/ftp/ etc.) gem. 9.3.2 of- feriert werden müsse und dass der Internetzugang aktue ll über den Kantons-Proxy inkl. Mail- verkehr erfolge. Weiter führte die Beschwerdegegnerin aus, ein Internetanschluss für das Backup und WLAN existiere (150/150 Mbit/s) und werde we iter betrieben. Die Antwort enthielt damit keine klare Aussage, dass effektiv ein neuer Anschlu ss offeriert werden muss. Demge- mäss kann der Beschwerdeführerin auch nicht vorgeworfen w erden, dass sie keine eigene Lei- tung offeriert hat. Die entsprechende negative Bewer tung durch die Beschwerdegegnerin ist damit ebenfalls nicht nachvollziehbar. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Bewertung d urch die Beschwerdegegnerin rechtsfehlerhaft ist und insbesondere gegen die Prin zipien der Transparenz und Gleichbehand- lung verstösst, indem sie zum einen weitere Bewertungskri terien eingeführt hat und zum ande- ren bei vergleichbaren Unklarheiten in den jeweiligen Angeboten einzig der nachmaligen Zu- schlagsempfängerin die Gelegenheit geboten hat, diese in einem Gespräch zu beseitigen, wäh- rend die Unklarheiten bei der Beschwerdeführerin zu einer negativen Bewertung geführt haben. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und der Zuschlag aufzuheben. 9. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist festzustelle n, dass die strittige Submission fehlerhaft durchgeführt wurde, was zur Gutheissung der Beschwerde und Aufhebung des Zu- schlags führt. Gemäss § 30 Abs. 4 BeG und Art. 18 Abs. 1 I VöB kann das Kantonsgericht in diesem Fall in der Sache selbst entscheiden oder die Sa che an die Auftraggeberin bzw. den Auftraggeber mit oder ohne verbindliche Anweisungen zurückweisen. Ein reformatorischer Be- schwerdeentscheid kann dann getroffen werden, wenn der Sachverhalt vollständig ist und so- fern nur (noch) eine Beschwerde führende Partei für de n Zuschlag in Frage kommt (vgl. A NDRÉ MOSER , Überblick über die Rechtsprechung 1998/99 zum öffent lichen Beschaffungswesen, in: AJP 2000, S. 686). Die Durchführung einer erneuten ö ffentlichen Ausschreibung, bei welcher sämtliche Submittenten neu offerieren können, fällt n ach der Rechtsprechung des Kantonsge- richts in Betracht, wenn der Transparenzgrundsatz in ekl atanter Weise verletzt wurde und die Zielsetzung des modernen Vergabeverfahrens, die öffentlichen Mittel wirtschaftlich einzusetzen, eine Neuausschreibung nahelegen (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Basel- Landschaft [VGE] vom 4. Juli 2001 [2001/21, 2001/25]) . Die Wahl des weiteren Verfahrens nach Aufhebung der angefochtenen Zuschlagsverfügung ste ht in erster Linie der Vergabebe- hörde zu. Angesichts des Verstosses gegen das submissionsrecht liche Transparenzgebot und des rechtsungleichen Vorgehens der Beschwerdegegnerin fäl lt vorliegend eine Wiederholung des Verfahrens in Betracht. Unter Berücksichtigung des Umstands, dass die Beschwerdegeg- nerin der Zuschlagsempfängerin – im Gegensatz zu den and eren Anbietern – bereits die Mög- lichkeit eingeräumt hat, Unklarheiten in der eigenen O fferte auszuräumen, wird auf einen retro-Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht spektiven Entscheid über den Zuschlag aufgrund der ursprünglichen Offerten verzichtet. Zudem ist die Herstellung der Vergleichbarkeit nicht primär S ache des Kantonsgerichts als Rechts- mittelinstanz, vielmehr ist es Sache der Vergabebehörd e sicherzustellen, dass alle Betroffenen gleichbehandelt werden. Deshalb wird der Zuschlag aufge hoben und die Sache an die Verga- bebehörde zurückgewiesen. Die Gemeinde ist dabei frei zu entscheiden, wie sie weiter vorge- hen will. Entweder nimmt sie eine neue Bewertung der Angebote nach Herstellung der Ver- gleichbarkeit vor, oder sie bricht – bei Vorliegen von wichtigen Gründen gemäss § 29 BeG – die Submission ab bzw. wiederholt das Verfahren oder legt es neu auf. 10.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 2 0 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden in der Regel der unt erliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Da die Gutheissung auf die fehlerhafte Bewertung durch die Beschwerdegegnerin zurückzuführen ist und die beigela dene Zuschlagsempfängerin nicht aktiv am Verfahren teilgenommen hat, werden der Beigeladenen keine Verfahrenskosten aufer- legt. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.- - sind bei diesem Ausgang des Verfah- rens vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 10.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann g emäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Ausgang des Verfa hrens entsprechend ist der Be- schwerdeführerin eine Parteientschädigung zulasten der B eschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin beantrag t in ihrer Honorarnote vom 6. August 2019 eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 26' 415.30 (inkl. Auslagen und MWSt). Der geltend gemachte Aufwand von 68.4 Stunden ist umfangmässig nicht zu beanstanden. Gemäss § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (Tarifordnung) vom 17. Novem- ber 2003 beträgt das Honorar Fr. 200.-- bis Fr. 350.-- pro Stunde, je nach Schwierigkeit und Be- deutung der Sache, der damit verbundenen Verantwortu ng und der persönlichen und finanziel- len Verhältnisse der zahlungspflichtigen oder der au ftraggebenden Person. Vorliegend er- scheint ein Stundenansatz in der Höhe von Fr. 250.-- a ngemessen. Dies ergibt einen Aufwand von total Fr. 17'100.--. Zudem macht die Rechtsvertret erin der Beschwerdeführerin eine Klein- spesenpauschale in der Höhe von 4 % geltend. Eine derartige Berechnung der Auslagen wider- spricht der Tarifordnung, welche vorsieht, dass Telefona uslagen, Porti und ähnliche Auslagen nach dem tatsächlichen Aufwand in Rechnung zu stellen si nd (§ 16 Tarifordnung). Die zusätz- lich geltend gemachte Kleinspesenpauschale fällt demge mäss ausser Betracht. Die Beschwer- degegnerin hat der Beschwerdeführerin damit im Ergeb nis eine Parteientschädigung von Fr. 18‘416.70 (inkl. MWST) auszurichten. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Zuschlag sentscheid vom 7. De- zember 2018 bzw. 10. Januar 2019 aufgehoben und die A ngelegenheit zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegeg- nerin zurückgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- gehen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- wird der Be- schwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 18'416.70 (inkl. MWSt) a uszurichten. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber