B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-1325/2014 U r t e i l v o m 2 2 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, Richter Jean-Daniel Dubey, Gerichtsschreiberin Barbara Giemsa-Haake. Parteien A._______, vertreten durch lic. iur. Oliver Borer, Advokat, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Einreiseverbot. C-1325/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1978 in Serbien geborene A._______ gelangte im Februar 199 3 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz und erhielt später eine Niederlassungsbewilligung. Im November 2004 heiratete er B._______, die wenige Monate zuvor in die Schweiz eingereist war. Ihr gemeinsamer Sohn […] kam im November 2012 zur Welt (vgl. Verfügung des Amtes für Migration des Kantons Basel-Landschaft vom 19. April 2013). B. In den Jahren 2004 und 2005 wurde A._______ insgesamt dreimal mit Strafmandat zu Geldbussen bis zu 600 Franken verurteilt, dies wegen Vergehens gegen das Waffengesetz, wegen grober Verletzung der Ve r- kehrsregeln und wegen Fahrens im angetrunkenen Zustand. Am 11. März 2010 verurteilte ihn das Strafgericht Basel -Landschaft wegen Verbr e- chens gegen das Betäubungsmittelgesetz und Vergehens gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren, davon zwei Jahre bedingt vollziehbar. Am 12. April 2010 wurde er mit Strafbefehl zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 15 Tagessät zen à 30 Franken und einer Geldbusse von 600 Franken verurteilt, dies wegen grober Verle t- zung der Verkehrsregeln . Mit der gleichen Begründung erging am 20. September 2012 ein weitere r Strafbefehl, der eine unbedingte Geld- strafe von 30 Tagessätzen à 90 Franken festsetzte und den bedingten Vollzug der vorherigen Strafe widerrief. C. Aufgrund seiner Straffälligkeit widerrief d ie Migrationsbehörde des Ka n- tons Basel -Landschaft mit Verfügung vom 19. April 2013 die Niederlas- sungsbewilligung von A._______ und ordnet e seine Wegweisung an. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft , und A._______ verliess die Schweiz. D. Mit Verfügung vom 10. Februar 2014 verhängte das Bundesamt für Mig- ration (BFM) über A._______ ein vierjähriges Einreiseverbot, das zu einer Ausschreibung zur Einreiseverweigerung im Schengener Information s- system (SIS II) führte. Zur Begründung verwies das BFM auf dessen bis- herige Verurteilungen, insbesondere auf die vom 11. März 2010 . Hierzu führte es aus, dass Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz die öf- fentliche Sicherheit und Ordnung in einem besonders sensiblen Bereich träfen und es rechtfertigten, im Rahmen der fremdenpolizeilichen Interes-C-1325/2014 Seite 3 senabwägung einen strengen Massstab anzulegen. Ausländische Straftä- ter, die durch Verbreitung harter Drogen die Gesundheit anderer gefäh r- deten oder beeinträchtigten, seien daher während einer längeren Zeit von der Schweiz fernzuhalten . I m vorliegenden Fall sei eine Dauer von v ier Jahren angezeigt. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs habe A._______ keine Angaben gemacht, die einen anderen Entscheid rechtfertigen wü r- den. In Bezug auf die von ihm geltend gemachten familiären Gründe st e- he ihm nur die Möglichkeit offen, die zeitweilige Suspension des Einreise- verbots zu beantragen; d ie sich hieraus ergebenden zusätzlichen E r- schwernisse habe er sich aufgrund seines fehlbaren Verhaltens selber zuzuschreiben. Der von ihm beantragte Verzicht auf eine Ausschreibung im Schengener Informationssystem falle ebenfalls nicht in Betracht, da er hierfür die Voraussetzung – den Besitz einer Aufenthaltsbewilligung in ei- nem Schengen-Mitgliedstaat – nicht erfülle. E. Mit Beschwerde vom 13. März 2014 beantragt A._______ in der Haup t- sache die Aufhebung des Einreiseverbots. Er macht geltend, seine Verur- teilung im Jahr 2010 gehe auf ei nen Vorfall zurück, welcher im Jahr 2002 stattgefunden habe. Damals hätten sich seine Zukunftspläne im Prof i- fussball zerschlagen; er habe seinen Frust durch Drogenkonsum lindern wollen und sei zwecks Finanzierung des Eigenkonsums selbst in den Drogenhandel eingestiegen. Seit dieser Verurteilung habe er sich, abg e- sehen von kleineren Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz , nichts mehr zuschulden kommen lassen. Wenn überhaupt, hätte das Ein- reiseverbot bereits viel früher ausgesprochen werden müssen. Dass dies erst jetzt, mehr als 10 Jahre nach Begehung der Drogendelikte, passiere, habe rein pönalen Charakter und sei unverhältnismässig. Er werde nicht nur von seiner in der Schweiz lebenden Familie getrennt, sondern auch seinem wirtschaftliches Fortkommen werde die Grund lage entzogen. Er sei Mitarbeiter einer Vermittlungsagentur im Fussballgeschäft und darauf angewiesen, sich im Schengen -Raum frei bewegen zu kön nen; d ie für den gesamten Schengen -Raum geltende Fernhaltemassnahme veru n- mögliche dies. Zudem könne er, nicht ei nmal mittels Suspensionen, die innige Beziehung zu seinem mit der Mutter in Basel lebenden Sohn au f- recht erhalten. Hieraus ergebe sich eine Verletzung des Rechts auf Fami- lienleben. F. Gleichzeitig mit seiner Rechtmitteleingabe hat der Beschwerdeführer um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ersucht. C-1325/2014 Seite 4 Dieses Gesuch hat das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverf ü- gung vom 7. Mai 2014 abgewiesen. G. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Mai 2014 h at die Vorinstanz unter Hi n- weis auf den Inhalt der angefochtenen Verfügung die Abweisung der B e- schwerde beantragt. Ihrer Meinung nach gehe vom Beschwerdeführer e i- ne erhebliche Gefahr aus, weshalb das Einreiseverbot eine geeignete Massnahme darstelle, um diese Gefahr abzuwehren. Der Beschwerd e- führer sei über längere Zeit hinweg mit dem gewerbemässigen Handel einer grossen Menge harter Drogen aus rein pekuniären Interessen in der Schweiz straffällig geworden. In Anbetracht der schweren Rechtsgüte r- verletzungen und des hohen Masses an krimineller Energie üb erwiege das öffentliche Interesse an einer mehrjährigen Fernhaltung die geltend gemachten privaten Interessen an künftigen unkontrollierten Einreisen deutlich. Das verhängte Einreiseverbot sei auch unter Berücksichtigung der familiären Interessen angemesse n und im Vergleich zur Praxis in ähnlich gelagerten Fällen sogar relativ kurz ausgefallen. H. In seiner Replik vom 18. August 2014 führt der Beschwerdeführer aus, die von der dreijährigen Freiheitsstrafe betroffenen Delikte lägen mehr als 10 Jahre z urück. Nach so langer Zeit bestehe ein öffentliches Interesse an seiner Fernhaltung nicht mehr. Es gäbe keine Anzeichen dafür, dass er bei künftigen Einreisen in der Schweiz – die mangels Aufenthaltstitel ohnehin nur besuchshalber erfolgen könnten – erneut Delikte begehen würde. I. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erw ä- gungen eingegangen. C-1325/2014 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Vom BFM erlassene Einreiseverbote sind mit Beschwerde beim Bu n- desverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem V erwaltungsverfahrensgesetz, soweit das Verwaltungsge- richtsgesetz nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist als Ver fügungsadressat zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht einge - reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). Über sie ent- scheidet das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts - erheblichen Sachverhaltes sowie – soweit nicht eine kant onale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt we r- den (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bunde s- recht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt se i- nes Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 mit Hinweisen). 3. Gemäss Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG kann das B FM gegen ausländische Personen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden, ein Einreiseverbot verfügen. Das Einreiseverbot wird für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verfügt, ka nn aber für eine längere Dauer ang e- ordnet werden, wenn von der ausländischen Person eine schwerwiege n- de Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht (Art. 67 Abs. 3 AuG). Aus humanitären oder anderen wichtigen Gründen kann von der Verhängung e ines Einreiseverbots abgesehen oder ein Einreiseve r- bot vollständig oder vorübergehend aufgehoben werden (Art. 67 Abs. 5 AuG). C-1325/2014 Seite 6 3.1 Wie bereits die altrechtliche Einreisesperre ist das Einreiseverbot ke i- ne Sanktion für vergangenes Fehlverhalten, sondern eine Mas snahme zur Abwendung einer künftigen Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (siehe Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [im Folgenden: Botschaft] BBl 2002 3813). Die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG bildet den Oberbegriff für die Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter. Sie umfasst unter anderem die Unverletzlichkeit der objekt i- ven Rechtsordnung und der Rechtsgüter Einzelner (vgl. Botschaft, a.a.O. S. 3809). In diesem Sinne liegt ein Verstoss gegen die öffentliche Siche r- heit und Ordnung unter anderem dann vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen missachtet werden (vgl. Art. 80 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201]). Bestand ein solches Verhalten in der Vergangenheit, so wird die Gefahr entsprechender künftiger St ö- rungen von Gesetzes wegen vermutet (vgl. Botschaft, a.a.O. S. 3760; vgl. auch Urteil des BVGer C-4898/2012 vom 1. Mai 2014 E. 4.2 mit Hinwei- sen). 3.2 Wird gegen eine Person, welche nicht die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder der Europäischen Freiha n- delsassoziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie na ch Massgabe der Bedeutung des Falles im Schengener Informationssystem (SIS II) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben (vgl. Art. 21 u. Art. 24 der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten Genera - tion [SIS II], ABl. L 381/4 vom 28.12.2006 [nachfolgend: SIS -II-VO]; Art. 21 der N -SIS-Verordnung vom 8. März 2013 [SR 362.0]). Die SIS -II- VO wird seit dem 9. April 2013 angewendet und ersetzte insb. Art. 96 des Schengener Durchführungsübereinkommens vom 19. Juni 1990 (SDÜ, ABl. L 239/19 vom 22.9.2000; vgl. Urteil des BVGer C -5923/2012 vom 10. März 2014 E. 4.1). Mit der Ausschreibung des Einreiseverbots im SIS II wird dem Betroffenen grundsätzlich die Einreise in das Hoheitsg e- biet aller Mitgliedstaaten verboten (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. d sowie Art. 13 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinsch aftskodex für das Überschreiten der Grenze durch Personen [Schengener Grenzk o- dex], ABl. L 105/1 vom 13.4.2006 [nachfolgend: SGK]). Die Mitgliedsta a- ten können den Betroffe nen aus wichtigen Gründen oder aufgrund inte r- nationaler Verpflichtungen die Einreise in das eigene Hoheitsgebiet ge -C-1325/2014 Seite 7 statten bzw. ein Visum mit räum lich beschränkter Gültigkeit ausstellen (vgl. Art. 13 Abs. 1 der Verord nung [EG] Nr. 810/2009 des Eur opäischen Parlaments und des Ra tes vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visakodex], ABl. L 243/1 vom 15.9.2009 i.V.m Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK; Art. 25 Abs. 1 Bst. a Ziff. ii Visakodex). 4. 4.1 Die Vorinstanz hat das gegen A._______ verhängte Einreiseverbot hauptsächlich – aber nicht nur – mit seiner Verurteilung durch das Straf- gericht Basel-Landschaft vom 11. März 2010 begründet. Zweifellos stellen die mit diesem Urteil sanktionierten Straftaten Verstösse gegen die öffent- liche Sicherheit und Ordnung dar. Vom Beschwerdeführer wird dies auch gar nicht bestritten; er ist allerdings der Meinung, dass aufgrund der lange zurückliegenden Delinquenz von ihm keine entsprechende Gefahr mehr ausgehe. Diesbezüglich ist einzuräumen, dass eine aktuelle Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung nur angenommen werden kann, wenn zum früheren Fehlverhalten noch eine gewisse zeitliche Nähe – die je nach Art des Verstosses unterschiedlich gross sein kann – besteht. Auch die erwähnte gesetzliche Vermutung (vgl. E. 3.1 in fine) unterliegt zwangsläufig dieser Einschränkung. 4.2 Insoweit fällt beim Beschwerdeführer ins Gewicht, dass das Strafg e- richt für den bedingt und unter Anordnung der Bewährungshilfe ausg e- sprochenen Teil der Strafe eine Probezeit von drei J ahren festlegte, dies unter Berücksichtigung des Umstands, dass die bezüglich Alkohol - und Drogenkonsum bestehende Instabilität des Beschwerdeführers eine Rechtsunsicherheit darstelle (vgl. S. 17 ff. des Strafurteils); e rst vor rund anderthalb Jahren ist die mit diesem U rteil angeordnete Probezeit abge- laufen. Sie ist mit der administrativrechtlichen Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung jedoch nicht gleichzusetzen, sondern kann über sie hinausgehen (hierzu weiter unten E. 6.1.3). Zudem hat der Beschwer- deführer noch im Januar 2010 und im April 2012 grobe Verletzungen der Verkehrsregeln begangen, die jeweils mit Strafbefehl geahndet wurden (vgl. hierzu Sachverhalt B sowie Strafregisterauszug vom 1. November 2012); auch diese Verstösse sprechen für eine derzeit von ihm ausg e- hende aktuelle Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Dass der Beschwerdeführer Anlass für eine Fernhaltemassnahme im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG gibt, ist folglich nicht in Abrede zu stellen. C-1325/2014 Seite 8 5. Gemäss Art. 67 Abs. 3 AuG wird das Einre iseverbot für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verfügt; eine längere Dauer kann nur dann ang e- ordnet werden, wenn die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt. Ein solche Gefahr kann sich ergeben aus der Hochwertigkeit der deliktisch bedrohten Rechtsgüter (insb. Leib und Leben, körperliche und sexuelle Integrität und Gesundheit), aus der Zugehörigkeit der Tat zur Schwerkriminalität mit grenzüberschreitendem Charakter (z.B. T errorismus, Menschenhand el, Drogenhandel oder organisierte Krimina lität), aus der mehrfachen Beg e- hung – unter Berücksichtigung einer allfälligen Zunahme der Schwere der Delikte – oder auch aus der Tatsache, dass keine günstige Prognose g e- stellt werden kann. Die zu befürchtenden D elikte müssen einzeln oder in ihrer Summe das Potenzial haben, um eine aktuelle und schwerwiegende Gefahr zu begründen (vgl. BGE 139 II 121 E. 6.3; BVGE 2013/4 E. 7.2.4). Hieraus ergibt sich die prinzipielle Zulässigkeit von Fernhaltemassna h- men, welche die in Art. 67 Abs. 3 Satz 1 AuG genannte Höchstdauer von fünf Jahren überschreiten. 5.1 Die gegen den Beschwerdeführer mit Urteil vom 11. März 201 0 ver- hängte Freiheitsstrafe belief sich auf insgesamt drei Jahre. Verurteilt wu r- de er wegen mehrfacher qualifizierte r Widerhandlung gegen das Betä u- bungsmittelgesetz und wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz. Die Betäubungsmitteldelikte bestanden zum einen darin, dass er im Fe b- ruar 2002 Anstalten traf, um ein mehr als 500 Gramm schweres Paket Kokain an einen Dritten zu übergeben, zum anderen darin, dass er als Inhaber eines Hanfladens während rund zwei Jahren, von Mai 2002 bis Mai 2004 zusammen mit seinen Angestellten mindestens 19 Kilogramm Marihuana in Betäubungsmittelqualität verkaufte. Der Verstoss gegen das Waffengesetz lag darin, dass er in seinem Fahrzeug einen geladenen Revolver mit sich führte, um sich gegen etwaige Angreifer zu verteidi gen (vgl. die rechtliche Würdigung des Strafurteils E. 2.2 und 3.2 [ S. 15 f.] je mit Verweis auf die Anklageschrift ). Auf di e Straftatbestände gelangten Art. 19 Ziff. 1 und 2 Bst. a, b und c der im Urteilszeitpunkt (und bis zum geltenden 30. Juni 2011) geltenden Fassung des Betäubungsmittelgese t- zes (BetmG [SR 812.121, AS 1975 1220]) sowie die damals geltende Fassung von Art. 33 Abs. 1 Bst. a des Waffengesetzes (WG; [SR 514.54, AS 2008 5499]) zur Anwendung (vgl. S. 17 des Strafurteils). 5.2 Den vorangegangenen Erwägungen zufolge können Drogendelikt e, wie sie vom Beschwerdeführer begangen wurden, eine schwerwiegende C-1325/2014 Seite 9 Gefahr im Sinne von Art. 67 Abs. 3 Satz 2 AuG darstellen. Hiervon ist die Vorinstanz in ihrer Verfügung aber offensichtlich nicht ausgegangen und hat zudem eine unter fünf Jahren liegende Fernhaltung angeordnet. Es kann aber auch angesichts der mittlerweile mehr als zehn Jahre zurück- liegenden Drogendelikte – der Hanfladen existierte bis Ende Mai 2004 – davon ausgegangen werden, dass vom Beschwerdeführer keine Gefahr mehr ausgeht, die als schwerwiegend bezeichnet werden kann. Auch das Strafgericht hat die bereits damals lan ge zurückliegende Tatzeit und die seitdem anscheinend "gefestigteren Verhältnisse" des Beschwerdefü h- rers berücksichtigt und für den grösseren Teil der Strafe von zwei Jahren den bedingten Vollzug der Strafe angeordnet (vgl. Seite 18 f. des Strafu r- teils). Der Beschwerdeführer hat sich nach dieser Verurteilung zwar noch zwei weitere Verfehlungen zuschulden kommen lassen, beide Male w e- gen grober Verletzung der Verkehrsregeln (vgl. Sachverhalt B). Diese sind zwar nicht als Bagatelldelikte zu betrachten, aber au ch nicht de r- massen erheblich, dass sie auf eine vom Beschwerdeführer ausgehende schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung schliessen lassen. Art. 67 Abs. 3 Satz 2 AuG ist daher im vorliegenden Fall nicht anwendbar. 6. Zu prüfen bleibt , ob die Fernhaltemassnahme in richtiger Ausübung des Ermessens ergangen und angemessen ist. Der Grundsatz der Verhäl t- nismässigkeit steht dabei im Vordergrund. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem öffentlichen Int e- resse an der Massnahme einerseits und den von der Massnahme beei n- trächtigten privaten Interessen des Betroffenen andererseits. Die Stellung der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die persönlichen Verhältnisse des Ver- fügungsbelasteten bilden dabei den Ausgangspunkt der Überlegungen (vgl. statt vieler HÄFELIN et al., Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zü- rich und St. Gallen 2010, S. 138 f.). 6.1 Das kriminelle Vorleben des Beschwerdeführers, sein an schliessend gezeigtes Wohlverhalten und sein Bemühen, sich künftig deliktsfrei zu verhalten, bestimmen folglich den Rahmen, um das öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung beurteilen zu können. 6.1.1 Das Fehlverhalten des Beschwerdeführers wiegt vor allem aus prä- ventivpolizeilicher Sicht schwer. Ausländische Drogenhändler, die durch Verbreitung harter Drogen die Gesundheit anderer gefährden oder beei n-C-1325/2014 Seite 10 trächtigen, sind nach Möglichkeit von der Schweiz fernzuhalten. Damit soll der weiteren Ausbreitung des verbote nen Handels mit Betäubung s- mitteln entgegengewirkt werden. Aufgrund der relativen Häufigkeit solcher Taten soll eine kontinuierliche und strenge Verwaltungspraxis verdeutl i- chen, dass schwere Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelg e- setz mit langjährigen Fernhaltemassnahmen geahndet werden. Der Schutz der öffentlichen Sicherheit und Gesundheit ist dabei durch A b- schreckung nicht nur des jeweiligen Straftäters, sondern auch anderer potenzieller Rechtsbrecher weitest möglich zu gewährleisten (vgl. BGE 131 II 352 E. 4.3.1 und Urteil des BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5). 6.1.2 Das Strafgericht Basel-Land hat das Verschulden des Beschwerde- führers als schwer betrachtet ( vgl. Seite 18 des Strafurteils) . Dass seine Delikte im Zeitpunkt des Urteils bereits rund acht Jahre zurücklagen, hat das Strafgericht nicht daran gehindert, eine na ch wie vor bestehende Rechtsunsicherheit anzunehmen , und dies e vor allem der immer noch vorhandenen Neigung des Beschwerdeführers zu Alkohol - und Drogen- konsum angelastet (vgl. E. 4. 2); aus diesem Grunde wurde für die Dauer der Probezeit auch Bewährungshilfe angeordnet (vgl. S. 19 des Strafu r- teils). Der vom Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe vermittelte Eindruck, seine Sucht gehöre zusammen mit den Drogendelikten längst der Vergangenheit an, ist folglich nicht zutreffend. 6.1.3 Dass die strafrechtliche Probezeit im März 2013 abgelaufen ist, be- deutet nicht, dass der Beschwerdeführer kein Risiko für die öffentliche Si- cherheit und Ordnung mehr darstellt. Strafrecht und Ausländerrecht ver- folgen nämlich unterschiedliche Ziele und sind unabhängig voneinander anzuwenden. Neben der Sic herheitsfunktion hat der Straf vollzug eine re- sozialisierende Zielsetzung, während für die Fremdenpolizeibehörden das Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung mitsamt generalpr ä- ventiven Aspekten – wie soeben (E. 6 .1.1) dargelegt – im Vordergrund steht. Hieraus ergibt sich, dass im letzteren Fall für die Legalprognose ein strengerer und über die strafrechtliche Bewährungsfrist hinausgehender Massstab anzuwenden ist (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.2). 6.1.4 Das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdefü h- rers ist demzufolge immer noch hoch. Bestätigt wird diese Einschätzung auch dadurch, dass der Beschwerdeführer am 12. April 2010, somit kurz nach der Verurteilung vom 11. März 2010 , erneut und ein weiteres Mal am 20. September 2012 bestraft wurde (vgl. Sachverhalt B). Seinem C-1325/2014 Seite 11 Einwand, das Einreiseverbot hätte, wenn überhaupt, bereits viel früher ausgesprochen werden müssen, ist entgegenzuhalten, d ass er über eine Niederlassungsbewilligung verfügte, die erst mit Verfügung vom 19. April 2013 widerrufen wurde. 6.2 Soweit der Beschwerdeführer beklagt, die Fernhaltemassnahme b e- einträchtige sein Recht auf Familienleben, ist darauf hinzuweisen, dass sein Familienleben in erster Linie durch das fehlende Anwesenheitsrecht in der Schweiz eingeschränkt wird. Die Vorinstanz konnte dem Wunsch des Beschwerdeführers nach familiärem Zusammensein demzufolge nur dadurch entsprechen, dass sie ihm mit ihrer Verfügung gleichzeit ig Sus- pensionen des Einreiseverbots in Aussicht stellte. Zudem stammt die erst seit rund zehn Jahren in der Schweiz lebende Ehefrau des Beschwerde- führers ebenfalls aus Serbien, weshalb d ie familiären Kontakte – zumal mit nicht schulpflichtigem Kleinkind – problemlos und über eine längere Zeitspanne hinweg auch im gemeinsamen Herkunftsland gepflegt werden können. 6.3 Der vom Beschwerdeführer als unverhältnismässig betrachtete Au s- schluss seiner Bewegungsmöglichkeiten im Schengen-Raum und die sich angeblich daraus ergebenden beruflichen Einschränkungen sind auf sei- ne Ausschreibung im SIS zurückzuführen. 6.3.1 Voraussetzung einer Ausschreibung im SIS ist eine nationale Aus- schreibung, die mit einer von der betreffenden Person ausgehenden G e- fahr für die öffentl iche Sicherheit und Ordnung oder die nationale Siche r- heit begründet wird (Art. 24 Ziff. 1 SIS-II-Verordnung). Die Ausschreibung im SIS erfolgt insbesondere dann, wenn die betreffende Person in einem Mitgliedstaat wegen einer Straftat verurteilt wurde, die mit einer Freiheits- strafe von mindestens einem Jahr bedroht ist (Art. 24 Ziff. 2 Bst. a SIS-II- Verordnung), oder wenn gegen sie der begründete Verdacht besteht, dass sie schwere Straftaten begangen hat, oder wenn konkrete Hinweise bestehen, dass sie solche Taten im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats plant (Art. 24 Ziff. 2 Bst. b SIS-II-Verordnung). 6.3.2 Die vom Beschwerdeführer begangenen Straftaten erfüllen den von Art. 24 Ziff. 2 Bst. a SIS -II-Verordnung verlangten Schweregrad. Ange- sichts dessen kann dahi ngestellt bleiben, ob die für die Ausschreibung zuständige nationale Behörde überhaupt einen Ermessenspielraum hätte und demzufolge – bei bestehen bleibendem nationalem Einreiseverbot – eine separate Aufhebung der SIS-Ausschreibung überhaupt möglich wäre C-1325/2014 Seite 12 (vgl. hierzu Urteil C-3724/2012 vom 11. März 2014 E. 6.2 und 6.3 ). Die mit der SIS -Ausschreibung einhergehende Beeinträchtigung seiner pe r- sönlichen Bewegungsfreiheit und namentlich die seiner beruflichen Einsatzmöglichkeiten hat der Beschwerdeführer daher in Kauf zu ne h- men. 6.4 Die Abwägung der vorlie genden öffentlichen und p rivaten Interessen führt somit zum Ergebnis, dass das auf vier Jahre befristete Einreiseve r- bot eine verhältnismässige und angemessene Massnahme zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt. 7. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzu- weisen. 8. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesve r- waltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Dispositiv nächste Seite C-1325/2014 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz – das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Ruth Beutler Barbara Giemsa-Haake Versand: