<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00131</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221267&amp;W10_KEY=13013475&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00131</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 05.05.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 24.06.2022 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Niederlassungsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Umstritten ist, ob die Niederlassungsbewilligung der Beschwerdeführerin aufgrund des Vorliegens einer Scheinehe zu widerrufen ist. Ihr Sohn (der Beschwerdeführer) erhielt aufgrund der Vaterschaftsanerkennung ihres schweizerischen Ex-Ehemanns das Schweizer Bürgerrecht. Nachdem die Vaterschaft aberkannt wurde, beantragt er die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung.] Es ist keine Verletzung des rechtlichen Gehörs und der Begründungspflicht durch die Vorinstanz ersichtlich (E. 2). Die Gesamtumstände lassen keinen anderen Schluss zu, als dass die Beschwerdeführerin mit ihrem schweizerischen Ex-Ehemann eine Scheinehe eingegangen ist. Sie hat damit einen Widerrufsgrund gesetzt. Offenbleiben kann, ob sie auch aufgrund ihrer falschen Angaben in Bezug auf die Vaterschaft des Beschwerdeführers einen Widerrufsgrund gesetzt hat (E. 3). Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung erweist sich auch als verhältnismässig. Der Beschwerdeführer ist nicht mehr Schweizer Bürger und er hat keinen Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Eine Übersiedlung in sein Heimatland ist ihm zumutbar (E. 4). Es finden sich vorliegend keine Hinweise darauf, dass das Migrationsamt sein Ermessen in qualifizierter Form unrichtig ausgeübt hätte und sich dabei insbesondere von sachfremden Motiven hätte leiten lassen (E. 5). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VATERSCHAFTSTEST">VATERSCHAFTSTEST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUFSGRUND">WIDERRUFSGRUND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 42 Abs. III AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 62 Abs. I lit. a AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 Abs. I lit. a AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=52637" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00131</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">5. Mai 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin <br/> Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin <br/> Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<b> </b>A,</span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,</span></p> <p class="MsoBodyText">beide vertreten durch RA C,</p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung,</span></b></p> <b><span><br/> </span></b> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren im Jahr 1981, hielt sich 1999/2000 als Asylsuchende in der Schweiz auf und ab Anfang 2002 mit einem entsprechenden Visum zum Besuch ihres hier wohnhaften Bruders. Am 19. MÃ¤rz 2004 heiratete sie im Kosovo den Schweizer BÃ¼rger D, geboren im Jahr 1952, und reiste am 25. August 2004 erneut in die Schweiz ein. In der Folge wurde ihr im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung und am 17. August 2009 die Niederlassungsbewilligung erteilt. Am 15. Oktober 2009 wurde ein im Kosovo tÃ¤tiger Rechtsanwalt mit der Scheidung beauftragt. Am 2. Februar 2010 wurde die Ehe dort geschieden. Im Jahr 2010 kam B zur Welt. D anerkannte diesen am 20. Oktober 2010 beim Zivilstandsamt E als sein Kind, dadurch erhielt B das Schweizer BÃ¼rgerrecht.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 8. August 2011 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung von A, da es davon ausging, dass sie die Ehe mit D zum Schein eingegangen war. Die dagegen erhobenen kantonalen Rechtsmittel blieben erfolglos. Das Bundesgericht hiess die dagegen erhobene Beschwerde gut (BGr, 13. MÃ¤rz 2012, 2C_303/2013). Es bejahte zwar das Vorliegen einer Scheinehe und den Grund fÃ¼r den Widerruf der Niederlassungsbewilligung, beliess A jedoch das Aufenthaltsrecht. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte es aus, dass obschon Zweifel an der biologischen Vaterschaft von D bestÃ¼nden, B als Schweizer BÃ¼rger gelten mÃ¼sse, solange keine erfolgreiche Anfechtung der Vaterschaftsanerkennung stattgefunden habe. Um dem sorgeberechtigten auslÃ¤ndischen Elternteil eines Schweizer Kindes die Anwesenheit zu verweigern, bedÃ¼rfe es besonderer â namentlich ordnungs- und sicherheitspolizeilicher â GrÃ¼nde, welche die mit der Ausreise verbundenen weitreichenden Folgen fÃ¼r das Schweizer Kind zusÃ¤tzlich rechtfertigen mÃ¼ssten. Trotz der nachgewiesenen Scheinehe gehe das schÃ¼tzenswerte Interesse des schweizerischen Kindes vor, hierbleiben zu kÃ¶nnen.</p> <p class="Urteilstext">Am 22. August 2012 ersuchten A und D beim Zivilstandsamt um die DurchfÃ¼hrung des Vorbereitungsverfahrens zur Eheschliessung. Nachdem sie am 4. September 2012 getrennt voneinander befragt worden waren, verweigerte das Zivilstandsamt mit VerfÃ¼gung vom 16. November 2012 seine Mitwirkung am Verfahren. Es sah es als erwiesen an, dass A offensichtlich (erneut) keine Lebensgemeinschaft begrÃ¼nden, sondern die Bestimmungen Ã¼ber Zulassung und Aufenthalt von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern umgehen wolle. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg, letztinstanzlich mit Urteil des Bundesgerichts (BGr, 15. April 2014, 5A_30/2014). </p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 7. Oktober 2013 reichte das Gemeindeamt des Kantons ZÃ¼rich in eigenem Namen sowie im Namen der Stadt E und der Gemeinde F (nachfolgend: die KlÃ¤ger) Klage auf Anfechtung der Kindsanerkennung ein und verlangte im Wesentlichen, dass das KindesverhÃ¤ltnis zwischen B und D aufgehoben werde. Mit VerfÃ¼gung vom 7. Februar 2014 ordnete das Bezirksgericht E an, dass ein DNA-Gutachten eingeholt und D verpflichtet werde, sich einem Wangenhautabstrich zu unterziehen. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg, letztinstanzlich mit Urteil des Bundesgerichts (BGr, 16. MÃ¤rz 2015, 5A_745/2014). D verweigerte in der Folge weiterhin seine Mitwirkung am DNA-Gutachten und wurde mit Strafbefehl vom 27. Juli 2015 wegen Ungehorsam gegen eine amtliche VerfÃ¼gung mit einer Busse von Fr. 200.- bestraft. Nach DurchfÃ¼hrung der Hauptverhandlung lehnte das Bezirksgericht weitere Beweiserhebungen, insbesondere eine zwangsweise VaterschaftsabklÃ¤rung ab. Es hielt dafÃ¼r, das Interesse des Kindes am Fortbestand der bisherigen Vaterschaft sei hÃ¶her zu gewichten als das Ã¶ffentliche Interesse an der Aufhebung der Kindesanerkennung. Das Bezirksgericht E verneinte mit Urteil vom 30. November 2015 die Aktivlegitimation der KlÃ¤ger und wies die Klage ab. Auf Berufung hin bejahte das Obergericht mit Urteil vom 16. Juni 2016 die Aktivlegitimation der KlÃ¤ger, hielt hingegen eine zwangsweise DurchfÃ¼hrung der DNA-Begutachtung fÃ¼r ausgeschlossen und den Beweis auch sonst nicht fÃ¼r erbracht, dass D nicht der Vater von B ist. Die KlÃ¤ger gelangten schliesslich an das Bundesgericht, welches die Beschwerde des Gemeindeamtes des Kantons ZÃ¼rich abwies, soweit es darauf eintrat. In Bezug auf die Stadt E sowie die Gemeinde F hob es die vorinstanzlichen Entscheide jedoch auf und wies die Sache an das Bezirksgericht E mit der Weisung zurÃ¼ck, ein DNA-Gutachten zwecks AufklÃ¤rung des KindesverhÃ¤ltnisses zwischen B und D unter Androhung der zwangsweisen DurchfÃ¼hrung anzuordnen und im Weigerungsfall einen Wangenhautabstrich bei D und B durch die kantonalen BehÃ¶rden vollziehen zu lassen (BGr, 12. Oktober 2017, 5A_590/2016).</p> <p class="Urteilstext">Am 9. Februar 2018 stellte das Institut fÃ¼r Rechtsmedizin der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich (IRMZ) fest, dass D als Vater von B mit Sicherheit ausgeschlossen werden kÃ¶nne. Mit Urteil vom 30. August 2018 erklÃ¤rte das Bezirksgericht E die durch D ausgesprochene Kindsanerkennung von B fÃ¼r ungÃ¼ltig. Das Obergericht trat mit Beschluss vom 5. Dezember 2018 auf die Berufung nicht ein. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte es aus, die Berufung sei verspÃ¤tet erfolgt. Die dagegen erhobene Beschwerde an das Bundesgericht blieb ohne Erfolg (BGr, 21. November 2019, 5A_79/2019).</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 24. Januar 2020 reichte B ein Gesuch um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung ein mit der ErgÃ¤nzung, dass seine Reisedokumente (Pass und ID) ans PassbÃ¼ro ZÃ¼rich retourniert worden seien. Am 6. Februar 2020 gewÃ¤hrte das Migrationsamt A das rechtliche GehÃ¶r betreffend Widerruf ihrer Niederlassungsbewilligung sowie Abweisung des Gesuchs um Niederlassungsbewilligung an B. Mit VerfÃ¼gung vom 27. August 2020 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung von A und wies das Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung von B ab. Es wies die beiden aus der Schweiz weg und ordnete an, diese hÃ¤tten das schweizerische Staatsgebiet bis am 31. Oktober 2020 zu verlassen; im Falle der Nichtbeachtung der Ausreisefrist stellte es Zwangsmassnahmen in Aussicht. Einem allfÃ¤lligen Rekurs und dem Lauf der Rekursfrist entzog es die aufschiebende Wirkung. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den dagegen am 30. September 2020 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 18. Januar 2021 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war. Die Gegenstandslosigkeit bezog sich auf das Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung, welches mit der Anordnung der Sicherheitsdirektion vom 1. Oktober 2020 gegenstandslos geworden war. Weiter setzte sie A und B eine Frist bis am 12. April 2021 zum Verlassen der Schweiz. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 18. Februar 2021 beantragten A und B dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 18. Januar 2021. Es sei vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung von A abzusehen und B die Niederlassungsbewilligung zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Vorinstanz. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 19. Februar 2021 erhob der AbteilungsprÃ¤sident einen Kostenvorschuss, da A gegenÃ¼ber den ZÃ¼rcher Gerichten noch Kosten in der HÃ¶he von Fr. 2'335.- offen hatte. Die Kaution wurde fristgerecht geleistet.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber- und -unterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen zunÃ¤chst eine Verletzung ihres rechtlichen GehÃ¶rs durch die Vorinstanz geltend<span> bzw. rÃ¼gen sinngemÃ¤ss eine Verletzung der Untersuchungspflicht</span>. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV]) ist formeller Natur. Seine Verletzung fÃ¼hrt grundsÃ¤tzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Die RÃ¼ge der GehÃ¶rsverletzung ist deshalb vorweg zu prÃ¼fen (BGE 124 V 389, E. 1; BGE 117 Ia 5, E. 1a; VGr, 12. August 2005, VB.2005.00271 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2">Aus dem Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r gemÃ¤ss Art. 29 Abs. 2 BV fliesst unter anderem ebenso ein Anspruch der Betroffenen, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu Ã¤ussern und ihren Standpunkt zu allen relevanten Fragen wirksam zur Geltung zu bringen, wie die Pflicht der BehÃ¶rde, die Vorbringen der vom Entscheid in ihrer Rechtsstellung Betroffenen auch tatsÃ¤chlich zu hÃ¶ren, zu prÃ¼fen und in der Entscheidfindung zu berÃ¼cksichtigen (BGE 127 I 54 E. 2b mit Hinweis). Daraus folgt die Verpflichtung der BehÃ¶rde, ihren Entscheid zu begrÃ¼nden. Dabei ist allerdings nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlÃ¤sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrÃ¼cklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die fÃ¼r den Entscheid wesentlichen Punkte beschrÃ¤nken. Die BegrÃ¼ndung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person Ã¼ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die hÃ¶here Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn mÃ¼ssen wenigstens kurz die Ãberlegungen genannt werden, von denen sich die BehÃ¶rde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stÃ¼tzt (vgl. beispielsweise BGE 136 I 229 E. 5.2 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden rÃ¼gen, die Vorinstanz habe den Sachverhalt willkÃ¼rlich und aktenwidrig festgestellt, indem sie sich nur mit den ihrer Meinung nach wesentlichen Punkten beschÃ¤ftigt habe und die weiteren essenziellen Punkte einfach als Parteibehauptung und repetitive AusfÃ¼hrungen abgetan habe. Die Vorinstanz sei verpflichtet, alle Punkte angemessen zu berÃ¼cksichtigen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b><span>Entgegen der Meinung der BeschwerdefÃ¼hrenden wird der Rekursentscheid den Anforderungen ohne Weiteres gerecht, setzt er sich doch </span>mit der Sachlage in einem Ausmass auseinander, das es den BeschwerdefÃ¼hrenden erlaubte, sich der Tragweite des Entscheids bewusst zu werden und ihn in voller Kenntnis der Sache <span>beim Verwaltungsgericht anzufechten</span>. <span>Dass die Vorinstanz dabei nicht auf jedes einzelne der Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden ausfÃ¼hrlich eingeht und aus GrÃ¼nden der VerfahrensÃ¶konomie ergÃ¤nzend zu ihren eigenen AusfÃ¼hrungen auf die ErwÃ¤gungen des Beschwerdegegners verweist (</span><span>§ 28 Abs. 1 Satz 2 VRG</span><span>), ist nicht zu beanstanden (vgl.</span> auch Alain Griffel in: derselbe [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [VGR-Kommentar], § 28 N. 5)<span>. Eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs und der BegrÃ¼ndungspflicht ist nicht auszumachen.</span> Ob die Vorinstanz den Sachverhalt richtig gewÃ¼rdigt hat und zu Recht zum Schluss gekommen ist, dass die Voraussetzungen fÃ¼r den Widerruf der Niederlassungsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 erfÃ¼llt sind bzw. ob dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 eine Niederlassungsbewilligung zu erteilen ist, ist im Nachfolgenden zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Als eigenstÃ¤ndiges Aufenthaltsrecht erlischt eine einmal â wie hier â gestÃ¼tzt auf Art. 42 Abs. 3 AIG zum Verbleib beim Ehegatten erteilte Niederlassungsbewilligung mit AuflÃ¶sung der Ehe nicht. GemÃ¤ss Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG kann die Niederlassungsbewilligung allerdings widerrufen werden, wenn die Person auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat, um gestÃ¼tzt darauf den Aufenthalt bzw. die Niederlassung bewilligt zu erhalten (BGE 142 II 265 E. 3.1; BGr, 19. Februar 2019, 2C_403/2018, E. 3 mit weiteren Hinweisen). Der betreffende Widerrufsgrund ist namentlich dann gegeben, wenn die BehÃ¶rde Ã¼ber den fehlenden Willen zur Aufnahme einer tatsÃ¤chlichen ehelichen Lebensgemeinschaft im Sinn von Art. 42 Abs. 1 und 3 AIG getÃ¤uscht wird (sogenannte Schein-, AuslÃ¤nderrechts- oder Umgehungsehe, vgl. BGE 142 II 265 E. 3.1, 135 II 1 E. 4.2; BGr, 17. August 2018, 2C_169/2018, E. 2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Vorinstanz fÃ¼hrte im angefochtenen Entscheid aus, dass sÃ¤mtliche Instanzen bis vor Bundesgericht einhellig festgestellt hÃ¤tten, dass es sich bei der zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und ihrem Schweizer Ex-Ehemann am 19. MÃ¤rz 2004 geschlossenen Ehe um eine Scheinehe gehandelt habe. Das Bundesgericht habe der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ihr Aufenthaltsrecht als sorgeberechtigte Kindsmutter nur belassen, weil der BeschwerdefÃ¼hrer 2 bis zur erfolgreichen Anfechtung der biologischen Vaterschaft Schweizer BÃ¼rger sei. Was die BeschwerdefÃ¼hrenden dagegen erstmals im Rekursverfahren â die Ehe mÃ¼sse im damaligen und aktuellen kosovarischen kulturellen Kontext gesehen werden etc. â vorgebracht hÃ¤tten, vermÃ¶ge die zahlreichen und starken Indizien, die auf eine Scheinehe hinweisen wÃ¼rden, nicht ansatzweise zu entkrÃ¤ften. Es sei den AuslÃ¤nderbehÃ¶rden im Ãbrigen bekannt gewesen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 als geschiedene und aus ihrer Sicht damit ''gescheiterte'' Frau in die Ehe mit ihrem Ex-Ehemann gegangen sei. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen dagegen vor, die Vorinstanz habe sich nicht mit dem von ihnen ausfÃ¼hrlich beschriebenen kulturellen Kontext der am 19. MÃ¤rz 2004 im Kosovo geschlossenen Ehe zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 und ihrem Ex-Ehemann auseinandergesetzt und schlicht behauptet, es habe eine Scheinehe vorgelegen. Frauen, die sich in einer Situation wie die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 befÃ¤nden, wÃ¼rden in der konservativen kosovarischen Gesellschaft marginalisiert und diskriminiert. Die NichtberÃ¼cksichtigung dieser frauenspezifischen GrÃ¼nde stelle eine Verletzung des Ãbereinkommens vom 18. Dezember 1979 zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW-Ãbereinkommen) dar. Sie seien der Meinung, dass im vorliegenden Fall keine Scheinehe vorliege. Mit Verweis auf ihre Rekursschrift machen sie geltend, in der kosovarischen Gesellschaft werde es damals wie heute als Schande angesehen, wenn eine Frau vor der Ehe eine sexuelle Beziehung habe. Eine Frau, die eine solche Beziehung wie die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 das getan habe â eingegangen sei, kÃ¶nne keinen gleichaltrigen, gesunden, finanziell gut gestellten und gutaussehenden Mann mehr heiraten. Sie habe einen Mann kennengelernt, der aus dem Kosovo stamme, aber in Deutschland gelebt habe. In der Hoffnung, dass dieser in der deutschen Kultur integriert sei, habe sie ihn im Jahr 2002 geheiratet. Die Ehe sei aber bereits nach sechs Monaten gescheitert, weil ihr damaliger Ehemann sie dauernd wegen ihrer fehlenden JungfrÃ¤ulichkeit kritisiert habe. Sie habe sich im Jahr 2004 fÃ¼r eine Ehe mit ihrem Schweizer Ex-Ehemann entschieden, weil dieser in der Schweiz lebe und kein Problem damit gehabt habe, dass sie nicht mehr Jungfrau gewesen sei. Aus kultureller Sicht sei es die einzige MÃ¶glichkeit fÃ¼r sie gewesen, noch ein glÃ¼ckliches Leben mit einem Ehemann zu fÃ¼hren. Sie habe diese GrÃ¼nde erst nach dem Entscheid des Bundesgerichts mitgeteilt, weil es ihr peinlich gewesen sei. Es seien somit persÃ¶nliche und nicht aufenthaltsrechtliche GrÃ¼nde fÃ¼r die Ehe im Vordergrund gestanden. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Das Bundesgericht hielt in seinem Entscheid vom 13. MÃ¤rz 2014 (2C_303/2013, E. 2.1 f.) in Bezug auf die Scheineheindizien Folgendes fest:</p> <p class="Urteilstext"><i>«Die Vorinstanz hielt fest, aus den Akten ergÃ¤ben sich zahlreiche Hinweise auf eine Scheinehe: Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei eine abgewiesene Asylbewerberin, die ohne Heirat mit einem Schweizer BÃ¼rger kaum eine Chance auf einen Aufenthalt in der Schweiz gehabt hÃ¤tte. Nebst dem betrÃ¤chtlichen Altersunterschied von fast dreissig Jahren hÃ¤tten sich die BeschwerdefÃ¼hrerin und ihr schweizerischer Gatte vor der Hochzeit im Kosovo gemÃ¤ss eigenen Angaben lediglich zwei Mal fÃ¼r ein bis zwei Stunden gesehen und kaum etwas von einander gewusst. AnlÃ¤sslich seiner Befragung sei der Ex-Ehemann weder in der Lage gewesen, das Geburtsdatum seiner geschiedenen Gattin zu nennen, noch eine grobe Skizze der ehelichen Wohnung anzufertigen, in der er angeblich jahrelang gewohnt habe. Auch Ã¼ber die Vorlieben seiner Gattin habe er keine detaillierten Angaben machen kÃ¶nnen. Sodann sei das Scheidungsverfahren nur gerade zwei Monate nach der Erteilung der Niederlassungsbewilligung an die BeschwerdefÃ¼hrerin eingeleitet worden. DiesbezÃ¼glich sei auch bemerkenswert, dass der Ehemann das Verfahren eingeleitet haben wolle, jedoch weder die Adresse des Anwalts im Kosovo noch die Ãbermittlungsart der Papiere angeben kÃ¶nne. </i></p> <p class="Urteilstext"><i>2.3. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin die Sachverhaltsfeststellungen des Verwaltungsgerichts bestreitet, beschrÃ¤nken sich ihre AusfÃ¼hrungen im Wesentlichen auf die Wiederholung ihrer abweichenden Meinung. Mit dieser bloss appellatorischen Kritik vermag sie keine offensichtliche Unrichtigkeit oder WillkÃ¼r darzutun, sodass der von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt fÃ¼r das Bundesgericht gemÃ¤ss dem Obenstehenden verbindlich ist. Basierend auf diesen verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen erscheint die Schlussfolgerung des Verwaltungsgerichts, die BeschwerdefÃ¼hrerin sei eine Scheinehe eingegangen, ohne Weiteres rechtskonform. Daran vermÃ¶gen auch die ErklÃ¤rungsversuche der BeschwerdefÃ¼hrerin nichts zu Ã¤ndern: Insbesondere vermag die von ihr hervorgehobene damalige Krebserkrankung ihres schweizerischen Ex-Ehemanns nicht nachvollziehbar zu erklÃ¤ren, weshalb er selbst einfachste Fragen zu den elementaren Bestandteilen einer jeden ernsthaften Beziehung nicht beantworten konnte. Auch fÃ¼r die vom Verwaltungsgericht aufgezeigten zeitlichen AuffÃ¤lligkeiten liefert die BeschwerdefÃ¼hrerin keine schlÃ¼ssige und hinreichend belegte BegrÃ¼ndung. Da das Vorliegen einer Scheinehe mithin als erstellt zu gelten hat, steht fest, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin durch ihr Verhalten den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. a AuG erfÃ¼llt hat.» </i></p> <p class="Erwgung2">An den vom Bundesgericht festgehaltenen gewichtigen Indizien, aufgrund welcher es das Vorliegen einer Scheinehe als erstellt erachtete, hat sich nichts geÃ¤ndert.<span> Es liegen damit weiterhin sehr starke Hinweise vor, die fÃ¼r eine Scheinehe sprechen.</span> Weisen die Indizien mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine Scheinehe hin, obliegt der Gegenbeweis dem betroffenen AuslÃ¤nder (VGr, 21. Februar 2017, VB.2017.00009, E. 4.1.4; VGr, 22. Januar 2014, VB.2013.00586, E. 3.2; vgl. PlÃ¼ss, § 7 N. 28). <span>Gegen diese starke Vermutung haben die BeschwerdefÃ¼hrenden somit den Gegenbeweis anzutreten und die angefÃ¼hrten Indizien durch das Erwecken erheblicher Zweifel zu entkrÃ¤ften. Den BeschwerdefÃ¼hrenden gelingt dies nicht: Auch wenn die Ehe unter BerÃ¼cksichtigung des kulturellen Hintergrunds der kosovarischen Gesellschaft betrachtet wird, vermag dies nicht zu erklÃ¤ren, weshalb die Ehegatten keinerlei Kenntnis Ã¼bereinander hatten. Die von ihnen geschilderten GrÃ¼nde vermÃ¶gen die starke Vermutung, dass es sich bei der Ehe um eine Scheinehe gehandelt hat, nicht umzustossen. In Ãbereinstimmung mit der Vorinstanz ist deshalb festzustellen, dass die GesamtumstÃ¤nde keinen anderen Schluss zulassen, als dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 mit ihrem schweizerischen Ex-Ehemann eine Scheinehe eingegangen ist. Damit hat sie einen Widerrufsgrund gesetzt. </span>Soweit sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 auf das CEDAW-Ãbereinkommen beruft, kann ihr nicht gefolgt werden. Inwiefern diese vÃ¶lkerrechtliche Norm fÃ¼r sich allein oder in Verbindung mit Art. 42, 50 und 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. 62 Abs. 1 lit. a AIG fÃ¼r die Beurteilung des auslÃ¤nderrechtlichen Status der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 massgeblich sein kÃ¶nnte, wird von ihr nicht nachvollziehbar aufgezeigt und ist auch nicht ersichtlich (vgl. zum CEDAW-Ãbereinkommen BGr, 13. Dezember 2011, 2C_1013/2011, E. 2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.1 </b>Die Vorinstanz ging im angefochtenen Rekursentscheid weiter davon aus, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 auch aufgrund ihrer falschen Angaben in Bezug auf die Vaterschaft des BeschwerdefÃ¼hrers 2 den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG erfÃ¼llt. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.2 </b>Es trifft zu, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 der weitere Aufenthalt in der Schweiz trotz des Vorliegens einer Scheinehe und ErfÃ¼llen eines Widerrufsgrunds nur gestattet wurde, weil ihr als Mutter eines Schweizer BÃ¼rgers (des BeschwerdefÃ¼hrers 2) ein Aufenthaltsrecht zukam (sog. "umgekehrter Familiennachzug"), solange keine erfolgreiche Anfechtung der Vaterschaftsanerkennung des Ex-Ehemanns stattgefunden hatte (vgl. BGr, 13. MÃ¤rz 2014, 2C_303/2013, E. 3.6). Die Vaterschaft ihres schweizerischen Ex-Ehemanns war damit zweifelsohne wesentlich fÃ¼r den Bewilligungsentscheid. Nachdem ein DNA-Gutachten erstellt wurde und die Vaterschaft des Ex-Ehemanns ausgeschlossen werden konnte, wurde letztinstanzlich mit Urteil des Bundesgerichts (BGr, 21. November 2019, 5A_79/2019) die durch ihren schweizerischen Ex-Ehemann ausgesprochene Kindsanerkennung fÃ¼r ungÃ¼ltig erklÃ¤rt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 hatte in dem diesem Urteil vorangehenden Verfahren vor dem Bezirksgericht E wahrheitswidrig und unter Hinweis auf die Straffolgen als Zeugin ausgesagt, sie habe im fÃ¼r die EmpfÃ¤ngnis in Betracht kommenden Zeitraum nur mit ihrem Ex-Ehemann Geschlechtsverkehr gehabt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 wurde aufgrund dieser Falschaussage mit Strafbefehl vom 3. September 2020 rechtskrÃ¤ftig verurteilt. Entgegen der Meinung der BeschwerdefÃ¼hrenden Ã¤ndert der Umstand, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 keine Parteistellung in diesem Verfahren gehabt hatte, nichts daran, dass sie eine Falschaussage gemacht hat. Ob ihr aufgrund dieser Falschaussage allerdings eine TÃ¤uschungsabsicht im Bewilligungsverfahren unterstellt werden kann, kann nicht abschliessend beurteilt werden, zumal nicht gÃ¤nzlich auszuschliessen ist, dass auch ihr Ex-Ehemann als biologischer Vater in Frage gekommen wÃ¤re. Es kann aber letztlich offenbleiben, da die BeschwerdefÃ¼hrerin 1, wie festgehalten, bereits aufgrund der Scheinehe einen Widerrufsgrund erfÃ¼llt. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung4">Das Vorliegen von WiderrufsgrÃ¼nden fÃ¼hrt nicht zwingend zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung. Ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung gerechtfertigt ist, entscheidet sich aufgrund einer VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung, wobei einerseits die Ã¶ffentlichen Interessen, andererseits die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse und der Grad der Integration der auslÃ¤ndischen Person zu berÃ¼cksichtigen sind. Dies ergibt sich aus Art. 5 Abs. 2 BV sowie Art. 96 AIG und zudem aus Art. 36 Abs. 3 BV sowie Art. 8 Ziff. 2 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention ([EMRK]; Art. 13 Abs. 1 BV; Art. 8 Ziff. 1 EMRK; vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.2; BGr, 30. August 2018, 2C_499/2018, E. 2.3.1). </p> <p class="MsoNormal"><span>Eine auslÃ¤nderrechtliche Entfernungsmassnahme und Wegweisung kann Art. 8 EMRK (Recht auf Privatleben bzw. Recht auf Familienleben) verletzen (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.2). Die EMRK verschafft jedoch praxisgemÃ¤ss keinen Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen besonderen Aufenthaltstitel (vgl. BGE 138 I 246 E. 3.2.1; 137 I 247 E. 4.1.1; 130 II 281 E. 3.1). Sie hindert die Konventionsstaaten nicht daran, die Anwesenheit auf ihrem Staatsgebiet zu regeln und den Aufenthalt auslÃ¤ndischer Personen unter Beachtung Ã¼berwiegender Interessen des Familien- und Privatlebens gegebenenfalls auch wieder zu beenden (BGE 144 III 1 E. 6 mit Hinweisen). Der EGMR berÃ¼cksichtigt die gleichen Kriterien wie das Bundesgericht bei seiner PrÃ¼fung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der aufenthaltsbeendenden Massnahme im Rahmen von Art. 96 Abs. 1 AIG (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.3 mit Hinweisen). </span></p> <p class="Erwgung4">In einem neueren Grundsatzentscheid zum Anwendungsbereich des Rechts auf Privatleben geht das Bundesgericht davon aus, dass nach einer rechtmÃ¤ssigen Anwesenheit von zehn Jahren die Beendigung des Aufenthalts besonderer GrÃ¼nde bedarf, da nach dieser Zeitspanne regelmÃ¤ssig eine gute Integration vorliegt. Die Zumutbarkeit der RÃ¼ckkehr ist fÃ¼r sich genommen noch kein Grund, das Aufenthaltsrecht zu entziehen, ebenso wenig das Ã¶ffentliche Interesse an einer Steuerung der Zuwanderung (BGE 144 I 266). ErfÃ¼llt die betroffene auslÃ¤ndische Person einen Widerrufsgrund, liegt hierin ein besonderer Umstand, der â unter Einhaltung der weiteren Voraussetzungen (Ã¶ffentliches Interesse, VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit usw.) â einen Eingriff in den Schutzbereich des Anspruchs auf Privatleben rechtfertigt. </p> <p class="Urteilstext">Das Recht auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 Abs. 1 EMRK kann ein abgeleitetes Aufenthaltsrecht der Eltern minderjÃ¤hriger Kinder begrÃ¼nden, wenn dem Kind eine RÃ¼ckkehr in sein Heimatland unzumutbar ist (vgl. auch Art. 3 Abs. 1 des Ãbereinkommens Ã¼ber die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 [KRK] und Art. 3 Abs. 2 <span>AIG</span>). FÃ¼r Kinder im anpassungsfÃ¤higen Alter ist der Umzug in die Heimat zusammen mit dem sorgeberechtigten Elternteil allerdings regelmÃ¤ssig zumutbar, wenn sie mit deren Kultur durch Sprachkenntnisse, gelegentliche Ferienaufenthalte und einer entsprechenden Kulturvermittlung seitens der Eltern vertraut sind (BGE 143 I 21 E. 5.4 mit Hinweisen). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt die Berufung auf den Anspruch auf Achtung des Familienlebens (Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV) voraus, dass zumindest eine der beteiligten Personen Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfÃ¼gt (BGE 143 I 21 E. 5.2 S. 27). Dies ist praxisgemÃ¤ss der Fall, wenn sie das Schweizer BÃ¼rgerrecht oder die Niederlassungsbewilligung besitzt oder Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung verfÃ¼gt, die auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (BGE 135 I 143 E. 1.3.1).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b>Es besteht grundsÃ¤tzlich ein erhebliches Ã¶ffentliches Interesse am Widerruf von Niederlassungsbewilligungen, die auf einer Scheinehe beruhen (BGr, 22. November 2019, 2C_1044/2018, E. 5). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Diesem erheblichen Ã¶ffentlichen Interesse sind die privaten Interessen der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 gegenÃ¼berzustellen. <span>Dabei sind die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 in Betracht zu ziehen. Als entgegenstehende private Interessen kÃ¶nnen etwa eine lange Anwesenheitsdauer in der Schweiz, die familiÃ¤re Situation bzw. die BeziehungsverhÃ¤ltnisse, die Arbeitssituation, die Integration, die finanzielle Lage, Sprachkenntnisse oder die bei einer RÃ¼ckkehr in das Heimatland drohenden Nachteile ins Gewicht fallen.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>Die heute 39-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin 1 hÃ¤lt sich seit gut 16 Jahren in der Schweiz auf. Sie hat demnach den grÃ¶sseren Teil ihres Lebens und insbesondere die prÃ¤genden Kindheits- und Jugendjahre in ihrem Herkunftsland verbracht. BezÃ¼glich der sprachlichen Integration hielt die Vorinstanz fest, die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 habe lediglich zwei KursbestÃ¤tigungen Niveau A1 und A2 fÃ¼r das erste Halbjahr 2017 eingereicht. Sie erachtete es fÃ¼r wenig glaubhaft, dass sie ihre Sprachkenntnisse wegen der Arbeit und dem tÃ¤glichen Kontakt mit anderen Menschen erheblich verbessert habe, da sie von August 2016 bis Oktober 2019 von der Sozialhilfe habe unterstÃ¼tzt werden mÃ¼ssen und seit Januar/Februar 2020 als â¦ erwerbstÃ¤tig sei. Die BeschwerdefÃ¼hrenden wenden dagegen ein, diese Feststellung sei aktenwidrig und diskriminierend. Es sei eine notorische Tatsache, dass ein grosser Teil der sprachlichen FÃ¤higkeiten im Laufe der Zeit und des tÃ¤glichen Kontakts mit Menschen erworben werde. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 reicht Ã¼ber die zwei KursbestÃ¤tigungen hinaus indes keinerlei Beweismittel ein, die ihre sprachliche Integration belegen wÃ¼rden. Es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass es wenig glaubhaft erscheint, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 darÃ¼ber hinaus (massgeblich) sprachlich in der Schweiz integriert hat. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 hielt sich bereits vor dem Besuch der Sprachkurse 2017 wÃ¤hrend rund 13 Jahren in der Schweiz auf, ohne sich im Laufe dieser Zeit sprachlich integriert zu haben, ansonsten sie im Jahr 2017 nicht AnfÃ¤ngerkurse fÃ¼r Deutsch hÃ¤tte besuchen mÃ¼ssen. Inwiefern sich dies seit dem Besuch der Sprachkurse geÃ¤ndert haben soll, zeigt sie nicht auf, zumindest nicht substanziiert. Die Feststellungen der Vorinstanz erweisen sich nach dem Gesagten nicht als sachverhaltswidrig. Eine Diskriminierung wird von den BeschwerdefÃ¼hrenden weder nachvollziehbar geltend gemacht noch ist eine solche ersichtlich. In wirtschaftlicher Hinsicht ist festzustellen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 wÃ¤hrend Ã¼ber drei Jahren zumindest ergÃ¤nzend von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig war. Inwiefern diese Feststellung gegen Art. 12 BV (Recht auf Hilfe in Notlagen) verstossen soll, ist nicht ersichtlich und wird von den BeschwerdefÃ¼hrenden auch nicht schlÃ¼ssig aufgezeigt. Dass sie in betreibungsrechtlicher Hinsicht bisher nicht aufgefallen ist, entspricht den Erwartungen und Ã¤ndert, wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, am Mass ihrer Integration nichts. Hingegen ist zumindest aktuell von einer beruflichen Integration auszugehen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 macht geltend, dass sie heute Ã¼ber fÃ¼nf Arbeitsstellen verfÃ¼ge und ein Nettogehalt von Fr. 4'800.- bis 5'000.- erwirtschafte. In sozialer Hinsicht ist auf die Verurteilung wegen falscher Zeugenaussage vom 3. September 2020 hinzuweisen. Soweit sich die BeschwerdefÃ¼hrenden gegen die RechtmÃ¤ssigkeit dieser Verurteilung richten, sind sie darauf hinzuweisen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 sich im Strafverfahren gegen die Verurteilung hÃ¤tte wehren kÃ¶nnen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ist rechtskrÃ¤ftig verurteilt worden, weshalb auf diese Verurteilung abzustellen ist. Auf ihre diesbezÃ¼glichen AusfÃ¼hrungen ist deshalb nicht weiter einzugehen. Es ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz zum Schluss gekommen ist, dass nicht von einer gelungenen Integration der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 auszugehen ist. </p> <p class="Urteilstext">Die RÃ¼ckkehr in den Kosovo ist in Ãbereinstimmung mit der Vorinstanz als zumutbar zu erachten. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, hat die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 in ihrem Heimatland die Schulen besucht und eigenen Angaben zufolge eine Ausbildung zur â¦ abgeschlossen. Die 39-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ist im Alter von 23 Jahren ausgereist. Sie hat ihr Heimatland immer wieder ferienhalber besucht. In ihrer Heimat leben ihren eigenen Angaben zufolge ihr betagter Vater und ein Bruder, welcher psychisch krank sei. Auch wenn ihr Vater und ihr Bruder sie in finanzieller Hinsicht nicht unterstÃ¼tzen kÃ¶nnen, verfÃ¼gt die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 doch Ã¼ber ein familiÃ¤res Netz in ihrem Heimatland, welches ihr bei der Wiedereingliederung behilflich sein kann. Im Weiteren ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass sie von ihren weiteren Verwandten finanzielle UnterstÃ¼tzung erhalten kann, hat ihr Bruder ihr bereits in der Vergangenheit ein Darlehen von rund Fr. 90'000.- zur RÃ¼ckzahlung ihrer SozialhilfebezÃ¼ge gegeben. Er gibt an, dass er sie diesbezÃ¼glich auch in Zukunft weiterhin unterstÃ¼tzen werde. Sodann weisen AbklÃ¤rungen der schweizerischen Botschaft in Pristina, welche im Auftrag des Migrationsamts durchgefÃ¼hrt wurden, darauf hin, dass der Vater des BeschwerdefÃ¼hrers 2 im Heimatland lebt und die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 jeweils bei ihm wohnt, wenn sie sich im Kosovo aufhÃ¤lt. Die BeschwerdefÃ¼hrenden bestritten dies. Es kann jedoch vorliegend offenbleiben, ob dies zutrifft, da es der jungen und gesunden BeschwerdefÃ¼hrerin 1 auch so zuzumuten ist, in ihr Heimatland zurÃ¼ckzukehren und dort eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen, allenfalls mit UnterstÃ¼tzung durch ihre Verwandten. Daran vermag auch der Hinweis, dass die soziale Wiedereingliederung im Kosovo der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 gefÃ¤hrdet sei, weil sie mit Diskreditierungen und Diskriminierungen zu rechnen habe, nichts zu Ã¤ndern. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 hat Ã¼ber allgemein gehaltene Aussagen zum "kosovarischen Gesellschaftssystem" hinaus keine konkreten UmstÃ¤nde ihres Einzelfalles dafÃ¼r geltend gemacht, weshalb sie als geschiedene Frau in dem sozialen, familiÃ¤ren und rÃ¤umlichen Umfeld, in welchem sie sich nach ihrer RÃ¼ckkehr in ihren Heimatstaat bewegen wird, mit besonderen Problemen zu rechnen habe, und hat insbesondere keine Beweismittel eingereicht, welche eine solche Tatsachendarstellung stÃ¼tzen wÃ¼rden (vgl. BGr, 13. August 2015, 2C_2/2015, E. 2.4.2). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b>Die Wegweisung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 verletzt auch nicht ihr Recht auf Privatleben (Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV; BGE 144 I 266 E. 3.8). Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 hÃ¤lt sich zwar seit Ã¼ber 16 Jahren hier auf, sie kann sich indes nicht auf die Rechtsprechung berufen, weil sie sich den Aufenthalt durch TÃ¤uschung der BehÃ¶rden erschlichen hat. Sie kann nicht Rechte daraus ableiten, dass sie rechtsmissbrÃ¤uchlich ein Anwesenheitsrecht erwirkt hat (vgl. BGE 100 Ib 299 E. 2; BGr, 29. Oktober 2018, 2D_37/2018, E. 3.3). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.3 </b>Es bleibt zu prÃ¼fen, ob die Wegweisung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aus der Schweiz ihr Recht auf Familienleben (Art. 8 EMRK) verletzt. </p> <p class="Erwgung4">Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ist die Mutter des BeschwerdefÃ¼hrers 2. Dieser verfÃ¼gt nicht mehr Ã¼ber die schweizerische StaatsbÃ¼rgerschaft, nachdem mit Urteil des Bundesgerichts (BGr, 21. November 2019, 5A_79/2019) rechtskrÃ¤ftig festgestellt wurde, dass der schweizerische Ex-Ehemann der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 nicht der biologische Vater des BeschwerdefÃ¼hrers 2 ist. Der BeschwerdefÃ¼hrer 2 verfÃ¼gt Ã¼ber kein (gefestigtes) Aufenthaltsrecht in der Schweiz. Sollte ihm jedoch, wie beantragt, die Niederlassungsbewilligung erteilt werden, wÃ¼rde er Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfÃ¼gen. Dies ist im Nachfolgenden zu prÃ¼fen.</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer 2 ist in der Schweiz geboren worden und ist heute zehn Jahre alt. NaturgemÃ¤ss ist es fÃ¼r ein Kind nicht einfach, den Ort zu verlassen, wo es aufgewachsen ist und zur Schule geht. Der BeschwerdefÃ¼hrer 2 befindet sich jedoch noch in einem anpassungsfÃ¤higen Alter, weshalb ihm, wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, ein selbstÃ¤ndiges Aufenthaltsrecht aus dem Recht auf Privatleben nicht zukommt. Eine andere Sichtweise ergibt sich auch nicht aus dem von den BeschwerdefÃ¼hrenden zitierten Urteil des Verwaltungsgerichts, wurde doch dort festgehalten, dass <span>es Kindern in anpassungsfÃ¤higem Alter zugemutet wird, ihren Eltern ins Ausland zu folgen</span> (VGr, 8. Juli 2009, VB.2009.00167, E. 3.4.3). Der Sachverhalt, den das Verwaltungsgericht in jenem Fall zu beurteilen hatte, lÃ¤sst sich auch nicht mit der Situation der BeschwerdefÃ¼hrenden vergleichen, ging es dort doch um 16-jÃ¤hrige Zwillinge, die derart <span>intensive, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende Beziehungen zur Schweiz aufgebaut hatten, dass sie aus dem Recht auf Achtung des Privatlebens ein Anwesenheitsrecht in der Schweiz ableiten konnten </span>(VGr, 8. Juli 2009, VB.2009.00167, E. 3.4.4)<span>.</span> Die BeschwerdefÃ¼hrenden kÃ¶nnen aus dieser Rechtsprechung nach dem Gesagten nichts zu ihren Gunsten ableiten. Auch kann der BeschwerdefÃ¼hrer 2 keinen Anspruch aus dem Recht auf Familienleben aus der Beziehung zum schweizerischen Ex-Ehemann der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ableiten, da dessen Vaterschaft aberkannt wurde und die Beziehung damit nicht (mehr) in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fÃ¤llt. Selbst wenn aufgrund einer engen Bindung eine Beziehung angenommen wÃ¼rde, welche einer familiÃ¤ren Beziehung gleichzustellen wÃ¤re, was vorliegend offengelassen wird, wÃ¼rde es zudem an der Voraussetzung des AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnisses sowohl auf Seiten des Ex-Ehemanns der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 als auch des BeschwerdefÃ¼hrers 2 fehlen (vgl. statt vieler BGr, 26. August 2020, 2C_360/2020, E. 5.3). Auch der Einwand der BeschwerdefÃ¼hrenden, wonach die Aufenthaltsbeendigung nicht mit dem Kindeswohl des BeschwerdefÃ¼hrers 2 vereinbar sei, hilft ihnen nicht weiter. <span>Auch wenn dem Kindeswohl</span> gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 1 KRK<span> im Rahmen der PrÃ¼fung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit einer aufenthaltsverweigernden Massnahme eine gewichtige Bedeutung zukommt, kann sich aus dem KRK kein Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz ergeben, verleiht Art. 3 Abs.1 KRK keine Ã¼ber Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV hinausgehenden AnsprÃ¼che (vgl. </span>BGE 143 I 21 E. 5.5.2 und 5.5.4; BGr, 25. November 2019, 2C_818/2018, E. 4.5; <span>BGr, 25. November 2014, 2C_503/2014, E. 4.4.3 mit weiteren Hinweisen). </span>Es ist deshalb festzustellen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 2 keinen Anspruch auf einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz hat. </p> <p class="Urteilstext">Eine Umsiedlung in sein Heimatland erscheint ihm auch zumutbar. Der BeschwerdefÃ¼hrer 2 spricht die heimatliche Sprache und hat sein Heimatland immer wieder ferienhalber besucht. Es ist somit davon auszugehen, dass er mit den dortigen Gepflogenheiten vertraut ist. In der Schweiz hat er seine Schulbildung begonnen und erzielt gute Noten. Er hat sich einen Freundeskreis aufgebaut und spielt mit seinen Klassenkameraden Fussball. GemÃ¤ss dem Bericht Sprechstunde Psychotraumatologie des Kantonsspitals E vom 10. MÃ¤rz 2021 leidet er an einer AnpassungsstÃ¶rung mit Angst, Sorgen und Anspannung aufgrund der drohenden Wegweisung. Dass die RÃ¼ckkehr ins Heimatland den BeschwerdefÃ¼hrer 2 belastet und ihn allenfalls in seiner schulischen und persÃ¶nlichen Entwicklung negativ beeinflussen kÃ¶nnte, ist zwar nachvollziehbar, vermag indes keinen Aufenthalt in der Schweiz zu begrÃ¼nden. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden geltend machen, das Bundesgericht habe in seinem Urteil betreffend Anfechtung der Kindesanerkennung als obiter dictum festgehalten, es sei fraglich, ob mit RÃ¼cksicht auf das KRK, namentlich im Lichte des Kindeswohls (Art. 3 KRK), das Wohl des BeschwerdefÃ¼hrers 2 bei einer Wegweisung aus der Schweiz stark beeintrÃ¤chtigt wÃ¼rde, trifft dies nicht zu (BGr, 16. MÃ¤rz 2015, 5A_745/2014, E. 3.2). Das Bundesgericht hat diese Frage im besagten Urteil lediglich in Bezug auf eine mÃ¶gliche EinschrÃ¤nkung des Klagerechts gemÃ¤ss Art. 260a Abs. 1 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB) aufgeworfen. AusfÃ¼hrungen zur Zumutbarkeit der Wegweisung lassen sich dem Urteil jedoch nicht entnehmen. Der BeschwerdefÃ¼hrer 2 teilt als MinderjÃ¤hriger das Schicksal aller minderjÃ¤hrigen Kinder, welche mit ihren Eltern umziehen mÃ¼ssen. Weitere Hinweise, die eine Ãbersiedlung als unzumutbar erscheinen lassen, werden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Der BeschwerdefÃ¼hrer 2 befindet sich, wie bereits festgehalten wurde, in einem anpassungsfÃ¤higen Alter. Eine Umsiedelung erscheint ihm nach dem Gesagten als zumutbar.</p> <p class="Urteilstext">Soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden schliesslich die AnhÃ¶rung der BeschwerdefÃ¼hrenden und des Ex-Ehemanns der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 beantragen und eine Verletzung von Art. 12 KRK geltend machen, kann ihnen nicht gefolgt werden. Nach Art. 12 Abs. 1 KRK sichern die Vertragsstaaten dem Kind, das fÃ¤hig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen dieses berÃ¼hrenden Angelegenheiten frei zu Ã¤ussern. Die Meinung des Kindes ist angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife zu berÃ¼cksichtigen. Nach Abs. 2 wird dem Kind zu diesem Zweck insbesondere Gelegenheit gegeben, in allen dieses berÃ¼hrenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehÃ¶rt zu werden. Art. 12 KRK stellt einen direkt anwendbaren Rechtssatz dar, dessen Verletzung beim Bundesgericht angefochten werden kann (BGE 144 II 1 E. 6.5). Wie sich aus dem Wortlaut von Art. 12 Abs. 2 KRK ergibt, ist allerdings eine persÃ¶nliche AnhÃ¶rung nicht in jedem Fall unerlÃ¤sslich; werden die Kinder durch ihre Eltern vertreten und haben sie die gleichen Interessen wie diese, kann die Ansicht der Kinder auch ohne persÃ¶nliche AnhÃ¶rung durch ihre Eltern in das Verfahren eingebracht werden, sofern der rechtserhebliche Sachverhalt auch ohne diese AnhÃ¶rung rechtsgenÃ¼glich festgestellt werden kann (BGE 144 II 1 E. 6.5). Gleiches gilt in Bezug auf die AnhÃ¶rung von Erwachsenen. GemÃ¤ss einem allgemeinen Grundsatz ist lediglich Ã¼ber fÃ¼r den Ausgang des Verfahrens erhebliche Tatsachen Beweis zu fÃ¼hren (BGE 135 V 465 E. 5.1). Die BeschwerdefÃ¼hrenden hatten <span>die MÃ¶glichkeit, sich schriftlich zu Ã¤ussern und Beweismittel einzureichen. Es erschliesst sich bei dieser Beweislage nicht und geht aus den AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrenden auch nicht substanziiert hervor, dass eine Befragung der BeschwerdefÃ¼hrenden und des Ex-Ehemanns etwas am vorliegenden Resultat Ã¤ndern wÃ¼rde. Der Antrag auf AnhÃ¶rung ist damit in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung abzuweisen </span>(BGE 135 V 465 E. 5.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die privaten Interessen der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 trotz Dauer des Aufenthalts in der Schweiz von Ã¼ber 16 Jahren, das erhebliche Fernhalteinteresse nicht aufzuwiegen vermÃ¶gen (vgl. BGr, 26. Februar 2020, 2C_112/2019, E. 5.2). Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 erweist sich nach dem Gesagten als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 kommt kein Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung zu. Eine Ãbersiedlung in sein Heimatland ist ihm zumutbar. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung1">Ausserhalb des Anspruchsbereichs entscheiden die kantonalen MigrationsbehÃ¶rden nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen Ã¼ber die Erteilung einer Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung. Es finden sich vorliegend keine Hinweise darauf, dass das Migrationsamt sein Ermessen in qualifizierter Form unrichtig ausgeÃ¼bt hÃ¤tte und sich dabei insbesondere von sachfremden Motiven hÃ¤tte leiten lassen.</p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aufzuerlegen und ihr steht keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 sowie § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>