<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 66 S.261</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">261</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>66</b></span> <span class="ft2"><b>Grundstückgewinnsteuer; Teilveräusserung (§ 108 Abs. 1 StG).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Zur Ermittlung des Erwerbspreises eines in verschiedenen Teilen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>veräusserten Grundstückes ist der seinerzeitige Gesamterwerbspreis</b></span><br/> <span class="ft2"><b>des Stammgrundstückes auf Grund der Verhältnisse im Zeitpunkt</b></span><br/> <span class="ft2"><b>des Erwerbs nach objektiven Kriterien auf die veräusserte Parzelle</b></span><br/> <span class="ft2"><b>einerseits und das zurückbehaltene Grundstück andererseits aufzu-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>teilen.</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">24. Januar 2007 in Sachen T. + R.E., 3-RV.2005.50180</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1.</span><br/> <span class="ft1">3.1.1. Gewinne aus der Veräusserung von im Kanton gelegenen</span><br/> <span class="ft1">Grundstücken oder Anteilen an solchen unterliegen der Grundstück-</span><br/> <span class="ft1">gewinnsteuer (§ 95 Abs. 1 StG). Der Grundstückgewinn ist der Be-</span><br/> <span class="ft1">trag, um den der Erlös die Anlagekosten übersteigt (§ 101 StG). Als</span><br/> <span class="ft1">Erlös gilt der Verkaufspreis mit allen weiteren Leistungen der erwer-</span><br/> <span class="ft1">benden Person (§ 102 Abs. 1 StG). Unter die Anlagekosten fallen der</span><br/> <span class="ft1">Erwerbspreis (§ 103 StG) und die anrechenbaren Aufwendungen</span><br/> <span class="ft1">(§ 104 StG). Der Erwerbspreis entspricht grundsätzlich dem öffent-</span><br/> <span class="ft1">lich beurkundeten Kaufpreis mit "allen weiteren Leistungen" (§ 103</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 StG).</span><br/> <span class="ft1">3.1.2. Wird ein Grundstück in verschiedenen Teilen (Parzellen,</span><br/> <span class="ft1">Miteigentumsanteile usw.) veräussert, ist der Erwerbspreis nach dem</span><br/> <span class="ft1">Wertverhältnis im Zeitpunkt des massgebenden Erwerbes auf die</span><br/> <span class="ft1">einzelnen Teile anzurechnen (§ 108 Abs. 1 StG; Kommentar zum</span><br/> <span class="ft1">Aargauer Steuergesetz, 2. Auflage, Muri-Bern 2004, § 103 StG N 11</span><br/> <span class="ft1">mit Hinweis, § 108 StG N 2). Eine Teilveräusserung liegt insbeson-</span><br/> <span class="ft1">dere dann vor, wenn ein Stammgrundstück in verschiedene Parzellen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">262</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">aufgeteilt wird und die Parzellen nacheinander verkauft werden</span><br/> <span class="ft1">(Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 108 StG N 1). Zur</span><br/> <span class="ft1">Ermittlung des Erwerbspreises der veräusserten Parzelle ist der sei-</span><br/> <span class="ft1">nerzeitige Gesamterwerbspreis des Stammgrundstückes auf Grund</span><br/> <span class="ft1">der Verhältnisse im Zeitpunkt des Erwerbes nach objektiven Grund-</span><br/> <span class="ft1">sätzen auf die veräusserte Parzelle einerseits und das zurückbehal-</span><br/> <span class="ft1">tene Grundstück andererseits aufzuteilen. Der Verkehrswert der ver-</span><br/> <span class="ft1">äusserten Parzelle und derjenige des zurückbehaltenen Grundstückes</span><br/> <span class="ft1">ist gesondert zu schätzen. Hierauf ist der Gesamterwerbspreis im</span><br/> <span class="ft1">Verhältnis der Verkehrswerte aufzuteilen. Massgeblich ist das objek-</span><br/> <span class="ft1">tive Wertverhältnis der Parzellen zum Gesamtgrundstück im Zeit-</span><br/> <span class="ft1">punkt des Erwerbes (RGE vom 3. Februar 2000 in Sachen E.H.). Der</span><br/> <span class="ft1">Gesamterwerbspreis kann nur dort flächenmässig aufgeteilt werden,</span><br/> <span class="ft1">wo die Wertgleichheit der Gesamtfläche in allen Teilen feststeht</span><br/> <span class="ft1">(zum Ganzen vgl. Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft1">§ 108 StG N 3 f. mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft1">Massgebend ist also grundsätzlich das Verhältnis der Verkehrs-</span><br/> <span class="ft1">werte der fraglichen Parzellen im Zeitpunkt des Erwerbes, d.h. im</span><br/> <span class="ft1">März 2001.</span><br/> <span class="ft1">3.2. (...)</span><br/> <span class="ft1">3.3.</span><br/> <span class="ft1">3.3.1. Wie ausgeführt (Erw. 3.1 hievor) ist der für das Stamm-</span><br/> <span class="ft1">grundstück im März 2001 bezahlte Erwerbspreis von Fr. 410'000.--</span><br/> <span class="ft1">im Verhältnis der Verkehrswerte der verkauften Parzelle Nr. 1252</span><br/> <span class="ft1">und der zurückbehaltenen Parzelle Nr. 4147 aufzuteilen. Stellt man</span><br/> <span class="ft1">auf die mit Verfügung vom 25. August 2003 eröffneten steuerlichen</span><br/> <span class="ft1">Verkehrswerte ab, entfallen 43 % des gesamten steuerlichen Ver-</span><br/> <span class="ft1">kehrswertes auf die Parzelle Nr. 1252 (Fr. 233'824.-- entsprechen</span><br/> <span class="ft1">43 % von Fr. 542'744.--). Dementsprechend ist der anteilige Er-</span><br/> <span class="ft1">werbspreis der Parzelle Nr. 1252 mit Fr. 176'300.-- (43 % von</span><br/> <span class="ft1">Fr. 410'000.--) festzulegen.</span><br/> <span class="ft1">3.3.2. Die Rekurrenten haben aus dem Verkauf der Parzelle</span><br/> <span class="ft1">Nr. 1252 im September 2002 Fr. 255'000.-- erzielt, was rund 57 %</span><br/> <span class="ft1">am Gesamterlös von Fr. 446'400.-- (Fr. 255'000.-- plus Fr. 191'400.--</span><br/> <span class="ft1">aus dem Verkauf der Parzelle Nr. 4147) ausmacht. Angesichts der</span><br/> <span class="ft1">Tatsache, dass die Parzelle Nr. 4147 erst rund drei Jahre später und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">263</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">nach längeren erfolglosen Versuchen seitens der Rekurrenten hatte</span><br/> <span class="ft1">verkauft werden können, zeigt das Wertverhältnis zwischen den Ver-</span><br/> <span class="ft1">kaufserlösen kein gänzlich vom Wertverhältnis zwischen den steuer-</span><br/> <span class="ft1">lichen Verkehrswerten abweichendes Bild. Hingegen ist die von der</span><br/> <span class="ft1">Vorinstanz vorgenommene Verteilung der Anlagekosten auch auf-</span><br/> <span class="ft1">grund dieses Vergleiches nicht haltbar.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>