<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat, vor der Inkraftsetzung der Änderung des Strassenverkehrsgesetzes eine Strategie ausarbeiten zu lassen, die es den Autofahrern ermöglicht, ihren Blutalkoholgehalt selber festzustellen, bevor sie sich ans Steuer setzen. So könnte man z. B. durch Förderungsmassnahmen darauf hinwirken, dass in öffentlichen Lokalen Kontrollgeräte aufgestellt oder tragbare Geräte zur Messung des Blutalkoholgehalts auf den Markt gebracht werden. Mit der Feststellung, dass jemand angetrunken ein Fahrzeug geführt hat, sind - auch wenn die Alkoholkonzentration im Blut noch so gering ist - derart schwerwiegende Folgen verbunden, dass sich die Einführung und die Verbreitung zuverlässiger Selbstkontrollinstrumente zweifellos rechtfertigen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Zahl der Todesopfer im Strassenverkehr ist seit 1975 um rund 50 Prozent zurückgegangen. Dennoch beträgt - gemessen an der Gesamtzahl der tödlichen Verkehrsunfälle - der Anteil derjenigen, die möglicherweise unter Alkoholeinfluss verursacht wurden, immer noch etwa 20 Prozent. Diese Zahlen belegen, dass "Alkohol am Steuer" nach wie vor zu jenen Problemen gehört, die der Bundesrat in erster Priorität bekämpfen will. </p><p>Trotzdem ist der Bundesrat gestützt auf die heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht bereit, die Verbreitung von Selbsttestgeräten zu fördern. Die Schwierigkeit bei solchen Geräten besteht vor allem darin, dass Atemtestgeräte, auch die exaktesten und zuverlässigsten (stationären), nicht die Blutalkoholkonzentration (BAK), sondern nur die Atemalkoholkonzentration (AAK) messen. Zwar zeigen auch sie eine BAK an, diese beruht aber auf einer geräteinternen Umrechnung. Da AAK und BAK grundsätzlich nicht konvertierbar sind, wird die in Milligramm Alkohol pro Liter Atemluft gemessene AAK in der Regel mit einem mittleren Umrechnungsfaktor von 2,1 als BAK in Gramm pro Kilogramm Blut (Gewichtspromille) angegeben. Der Umrechnungsfaktor kann aber im Einzelfall zwischen 1,7 und 2,5 liegen. Die Verwendung eines privaten Atemlufttestgerätes birgt somit die Gefahr in sich, dass das Gerät einen Wert angibt, welcher das Fahren noch erlauben würde, obwohl möglicherweise bereits eine BAK vorliegt, die den zulässigen Blutalkoholgrenzwert übersteigt. Das Bundesgericht hat denn auch in BGE 119 IV 256 die Verurteilung einer Person wegen fahrlässigen Fahrens in angetrunkenem Zustand bestätigt: Während der private Atemtest vor der Fahrt umgerechnet einen Blutalkoholgehalt von 0,50 bis 0,55 Gewichtspromille angezeigt hatte, ergab die von der Polizei angeordnete Blutprobe einen Mindestwert von 1,01 Gewichtspromille. </p><p>Sollte sich die wissenschaftliche Datenlage erheblich ändern, wäre der Bundesrat selbstverständlich bereit, im Interesse der Verkehrssicherheit auch Selbsttestgeräte als Präventionsmittel zu fördern.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.