Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 22. August 2023 (400 23 66) ____________________________________________________________________ Obligationenrecht Anspruch aus Werkvertrag gemäss Art. 363 OR auf Entschädigung für den Aushub einer Baugrube (E. 3.4); Substantiierung des Aushubvolumens mit Hilfe von Fuhrscheinen als Sammelbeilage (E. 5.3); Nachweis der Aushubmenge, Beweistauglichkeit und Beweis- kraft gemäss Art. 8 ZGB von Fuhrscheinen, welche vom Transportunternehmer erstellt und vom Auftraggeber vorbehaltslos unterzeichnet wurden (E. 6.4.1) Besetzung Präsident Roland Hofmann, Richter Philippe Spitz (Ref.), Richterin Barbara Jermann Richterich; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____, vertreten durch Advokat Beat Lehner, Militärstrasse 17, 4410 Liestal, Kläger gegen B. ____, vertreten durch Advokat Dominique Erhart, Erhart Rechtsanwälte & Notariat, Konsumstrasse 1, Postfach, 4104 Oberwil BL, Beklagter und Berufungskläger Gegenstand Forderung Berufung gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts West vom 18. Oktober 2022 A. A. ____ bietet mit seinem Geschäftsbetrieb diverse Dienstleistungen im Bereich Tiefbau und Abbruch an und wurde als Unternehmer beauftragt, auf Parzelle XXXX, Grundbuch Y. ____, eine Baugrube auszuheben und das anfallende Material zu entsorgen. Als Werklohn wurde eine Entschädigung von CHF 38.00 pro Kubikm eter abgeführtem Material inkl. Deponiegebühr vereinbart. Das fragliche Grundstück steht zu einem Drittel im Miteigentum von B. ____ , welcher die Parzelle zusammen mit seinen beiden Brüdern hält. Die fraglichen Aushubarbeiten fanden im Spätherbst 2017 statt. Der Unternehmer hob die Baugrube aus und Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht lud das Aushubmaterial auf Lastkraftwagen diverser Transportunternehmen, welche das Mate- rial abtransportierten. Die Arbeiten mussten aufgrund schweren Niederschlags vor übergehend ausgesetzt werden, wurden nach diesem Unterbruch indessen vom Unternehmer zu Ende ge- führt. Nach Abschluss der Aushubarbeiten führten A. ____ und B. ____ eine Besichtigung der Baugrube vor Ort durch, an welcher das Ausmass des Aushubs geschätzt, auf einer Handskiz- ze festgehalten und von den Anwesenden visiert wurde. Am 13. November 2017 stellte der Un- ternehmer eine erste Rechnung für den Aushub und Abtransport von 781 m 3 Material während der ersten Phase bis zum wetterbedingten Arbeitsunterbruch i n der Höhe von CHF 32'484.25 inkl. 8 % MWSt. Für den restlichen Aushub und Abtransport stellte er am 11. Dezember 2017 eine zweite Rechnung über die Abfuhr von weiteren 372 m 3 Material in der Höhe von CHF 15'266.90 inkl. 8 % MWSt. Die Bauherrschaft zweifel te in der Folge das Volumen des ab- transportierten und verrechneten Aushubmaterials über insgesamt 1'153 m3 an. Sie stützte sich dabei auf einen Bericht eines durch sie beigezogenen Ingenieurs, nach welchem das Aushub- volumen maximal 1'040 m3 betragen soll. Der Unternehmer hielt an seiner Berechnung fest und liess der Bauherrschaft am 3. Dezember 2020 seine Schlussrechnung zukommen. Da B. ____ als supponierter Auftraggeber auch nach erfolgter Mahnung keine weiteren Zahlungen mehr leistete, lei tete der Unternehmer beim Friedenrichteramt Oberwil BL am 2. Juni 2021 ein Schlichtungsverfahren gegen diesen ein. Nachdem an der Schlichtungsverhandlung vom 19. August 2021 zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden konnte, wurde A. ____ gleichentags die Klagebewilligung ausgestellt. B. Am 18. November 2021 (Postaufgabe 19. November 2021) erhob A. ____ beim Zivilkreis- gericht Basel -Landschaft West (nachstehend Zivilkreisgericht oder Vorinstanz) Klage gegen B. ____ und stellte dabei folgende Rechtsbegehren: « 1. Der Beklagte sei zu verurteilen, dem Kläger Fr. 15'266.85 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 7. Januar 2021 zu bezahlen. 2. Der Beklagte sei zur Übernahme aller ordentlichen und ausserordentlichen Kosten zu verurteilen.» Der Beklagte beantragte mit seiner Stellungnahme vom 31. März 2022 die Abweisung der Kla- ge; unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Klägers. C. Mit Entscheid vom 18. Oktober 2022 hiess das Zivilkreisgericht die Klage gut und verur- teilte die beklagte Partei, dem Kläger den Betrag von CHF 15'266.85 zuzüglich Zins zu 5 % seit 23. Januar 2021 zu bezahlen (Dispositiv -Ziffer 1). Die Kosten des Schlichtu ngsverfahrens von CHF 500.00 sowie die Gerichtsgebühr von CHF 2'000.00 wurden dem Beklagten auferlegt. Die- ser wurde zudem verpflichtet, der Gegenpartei eine Parteientschädigung von CHF 4'320.00 zu bezahlen. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid zusamme nfassend dahingehend, dass zwischen den Parteien ein Vertrag über das Ausheben einer Baugrube und das Abführen des Aushubmaterials vom Grundstück des Beklagten zustande gekommen sei. Der Kläger habe die von ihm in Rechnung gestellte abgeführte Menge des Ma terials mit Fuhr - und Transportschei- nen bewiesen und sei damit seiner Substantiierungspflicht nachgekommen. Bei einem unbe- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht strittenen Ansatz von CHF 38.00 pro Kubikmeter ergebe dies nach Abzug der bereits vom Be- klagten geleisteten Zahlungen eine Forderung in geltend gemachter Höhe, weshalb die Klage vollumfänglich gutzuheissen sei. D. Gegen diesen Entscheid des Zivilkreisgerichts vom 18. Oktober 2022 erhob B. ____ (fort- an: Berufungskläger), vertreten durch Advokat Dominique Erhart, am 6. März 2023 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, (nachstehend: Kantonsgericht) Berufung und beantragte, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und es sei die Klage vom 18. November 2021 vollumfänglich abzuweisen. Eventualiter sei der angefocht ene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vor instanz zurückzuweisen; unter Kos- ten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsbeklagten. Zur Begründung liess er im Wesentlichen ausführen, entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen sei zwischen ihm und der Gegenpartei kein Vertrag zustande gekommen. Es habe nicht an ihm gelegen, den Vertrag der Gegenpartei mit einer Drittpartei, der C. ____ GmbH nachzuweisen. Vielmehr sei die Gegen- partei als Klagpartei für den Vertragsschluss mit i hm als beklagte Partei im vorinstanzlichen Verfahren behauptungs- und beweisbelastet. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz sei ein Ver- tragsschluss zwischen den vorliegenden Prozessparteien gerade nicht erstellt. Der Berufungs- beklagte habe seine vor der Vori nstanz vorgetragenen Sachbehauptungen sodann nicht hinrei- chend substantiiert. Der Berufungskläger habe dies beanstandet und die Tatsachenbehauptun- gen des Berufungsbeklagten einzeln bestritten. Die Vorinstanz hätte die Klage nicht nur man- gels nachgewiesenem Vertragsschluss, sondern auch wegen fehlender hinreichender Sub - stantiierung abweisen müssen. Schliesslich habe die Vorinstanz zu Unrecht für bewiesen er- achtet, dass die vom Kläger behauptete Aushubmenge tatsächlich ausgehoben und abgeführt worden sei. Die Vorinstanz habe diesbezüglich einseitig auf die vom Kläger eingereichten Fuhr- scheine abgestellt, obwohl diese anerkanntermassen ungenau seien und der Kläger selbst ausgeführt habe, dass die Rechnung gestützt auf das Ausmass erstellt werde. Die Vor instanz habe die Vorbringen des Berufungsklägers, dass das Leervolumen des Bestandeshaus es vom Volumen der Baugrube in Abzug gebracht werden müsse und dass der Umwandlungsfaktor für Aushubmaterial für Lehm (von fest zu lose) 1.2 betrage, nicht berücksichtigt, obwohl dies für die Beweiswürdigung zwingend erforderlich gewesen wäre , zumal das Gericht nicht einseitig auf ein Beweiselement abstellen dürfe, wenn andere Beweismittel Zweifel an diesem Element er- wecken würden. Die Vorinstanz habe damit einerseits den Sach verhalt unvollständig und un- richtig festgestellt sowie die für die Beweiserhebung festgeschriebenen Grundsätze und das Regelbeweismass des Vollbeweises missachtet. Andererseits habe sie den Anspruch des Beru- fungsklägers auf Gewährung des rechtlichen Gehörs verletzt, weil sie wesentliche Vorbringen des Berufungsklägers unberücksichtigt gelassen und die offensichtlich bestehenden Widersprü- che zwischen den verschiedenen Beweismitteln nicht ordnungsgemäss abgewogen, ausge- räumt und objektiv nachvollziehbar begrü ndet habe, wie sie zu ihren Schlussfolgerungen ge- kommen sei. E. A. ____ (fortan: Berufungsbeklagter), vertreten durch Advokat Beat Lehner, reichte seine Berufungsantwort am 15. Mai 2023 ein. Er beantragte – unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gegenpartei – die Abweisung der Berufung. Zur Begründung liess der Berufungsbeklagte zu- sammenfassend ausführen, dem Berufungskläger gelinge es nicht, den Entscheid der Vor - instanz insgesamt in Frage zu stellen. Die Vorinstanz habe sich in der Begründung des ange- fochtenen Entscheids sehr präzise damit auseinandergesetzt, welche Parteien sich tatsächlich als Vertragsparteien gegenübergestanden hätten. Zutreffend werde in diese m Zusammenhang festgehalten, es würde überhaupt keinen Hinweis dazu geben, dass die Firma C. ____ GmbH als Vertragspartnerin in Erscheinung getreten sei, geschweige denn durch den einzig handeln- den Berufungskläger in irgendeiner Weise hätte vertreten sein sollen. Dem Berufungsbeklagten habe nur und ausnahmslos der Berufungskläger persönlich als Ansprechperson für alle Fragen und Anliegen gegenüberstanden. Im Weiteren misslinge dem Berufungskläger, die Richtigkeit und Beweiskraft der massgebenden 20 Fuhrscheine mit einem Gesamtvolumen von 1'153 m3 in Frage zu stellen bzw. die direkte Beweiskraft der unterzeichneten 20 Fuhrscheine mittels Ge- genbeweis zu erschüttern. Der angefochtene Entscheid sei korrekt und die Berufung deshalb abzuweisen. F. Mit kantonsgeric htlicher Verfügung vom 16. Mai 2023 wurde dem Berufungskläger die Berufungsantwort des Berufungsbeklagten vom 15. Mai 2023 zur Kenntnisnahme zugestellt und der Schriftenwechsel unter Hinweis auf das fakultative Replikrecht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung geschlossen. Zugleich ordnete der instruierende Präsident der Abteilung Zivil- recht am Kantonsgericht die Zirkulation der Verfahrensakten bei der Dreierkammer an und stell- te den Parteien den Berufungsentscheid auf Grundlage der Akten in Aussicht. M it Eingabe vom 26. Mai 2023 machte der Berufungskläger von seinem freiwilligen Replikrecht Gebrauch. Die entsprechende Spontanduplik des Berufungsbeklagten datiert vom 8. Juni 2023. In beiden Ein- gaben hielten die Parteien im Wesentlichen an ihren bereits i n der Berufung und Berufungsant- wort gestellten Anträgen und eingenommenen Standpunkten fest. Mit Eingaben vom 15. bzw. 21. Juni 2023 reichten die Parteivertreter dem Kantonsgericht ihre Honorarnoten ein. Erwägungen 1. Gegen erstinstanzliche Endentscheid e kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO Berufung erhoben werden, wobei in vermögensrechtlichen Angelegenheiten die Berufung gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO nur zulässig ist, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechts- begehren mindestens CHF 10'00 0.00 beträgt. Die Berufung ist schriftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides bei der Rechtsmittelinstanz einzu- reichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Vorliegend hat das Kantonsgericht die Berufung vom 6. März 2023 gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 18. Oktober 2022 zu beurteilen. Mit diesem erstinstanzlichen Endentscheid bejahte die Vor instanz den klagewei- se geltend gemachten Anspruch des Berufungsbeklagten gegenüber dem Berufungskläger von CHF 15'266.85 zuzüglich 5 % Zins seit 23. Januar 2021 und hiess die Klage dementsprechend Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht unter Kostenfolgen zu Lasten des Berufungsklägers vollumfänglich gut. Der Streitwert im vorlie- genden Prozess nach den zuletzt beim Zivilkreisgericht aufrechterhaltenen Rechtsbegehren liegt demnach über der für eine Berufung erforderlichen Streitwertgrenze von CHF 10'000.00. Der begründete Entscheid des Zivilkreisgerichts vom 18. Oktober 2022 wurde dem Berufungs- kläger gemäss Rückschein der Schweizerischen Post am 3. Febr uar 2023 zugestellt. Der letzte Tag der 30-tägigen Frist fiel somit auf Sonntag, 5. März 2023, so dass die Rechtsm ittelfrist am Montag, 6. März 2023, endete (Art. 142 Abs. 1 und 3 ZPO). Die gleichentags bei der Post zum Versand aufgegebene Berufung erfolgte somit fristgerecht (Art. 142 f. ZPO). Der Berufungsklä- ger rügt mit seiner Berufung vom 6. März 2023 die unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz und Rechtsverletzungen im angefochtenen Entscheid, namentlich die Ver- letzung des rechtl ichen Gehörs sowie eine fehlerhafte Anwendung von Art. 1 OR, Art, 18 OR sowie Art. 364 OR, mithin allesamt zulässige Berufungsgründe (Art. 310 ZPO). Da auch die weiteren Formalien und Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 59 ZPO), insbesondere auch der Kostenvorschuss fristgerecht bezahlt wurde, ist auf die Berufung einzutreten. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO ist die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zivilkrei sgerichte, welche, wie im vorliegenden Fall, im vereinfachten Verfahren ergangen sind, sachlich zuständig (§ 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO). 2.1 Nach Art. 317 Abs. 1 ZPO können neue Tatsachen und Beweismittel im Rechtsmittelver- fahren nur noch berücksichtigt werd en, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. Neue rechtli- che Begründungen sind von dieser Bestimmung nicht erfasst und können im kantonalen Beru- fungsverfahren unbeschränkt vorgebracht werden, was sich insbesondere aus dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen ergibt (BGer 4A_519/2011 E. 2.1; BSK ZPO - SPÜHLER, 2017, Art. 317 ZPO N 12; REETZ/HILBER in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., 2016, Art. 317 ZPO N 31, 33; BK ZPO-STERCHI, 2012, Art. 317 ZPO N 3). Zum Vorbringen sog. unechter Noven, von Tatsachenbehauptungen oder Beweismittel zu ei- nem Sachverhalt, welcher sich bereits vor Abschluss des vorinstanzlichen Verfahren verwirk- licht hat, ist zu dem auf die strenge Praxis des Bundesgerichts hinzuweisen, wonach der Rechtsmittelkläger die Gründe detailliert darzulegen habe, weshalb er die Tatsache oder das Beweismittel nicht schon vor erster Instanz habe vorbringen können (vgl. etwa BGE 143 III 43, E. 4.1). 2.2 Der Berufungsbeklagte führte in seiner Berufungsantwort aus, der Berufungskläger habe im Berufungsverfahren erstmals behauptet, der vorliegend im Streit stehende Vertrag sei nicht mit ihm, sondern, eventualiter für den Fall der Verneinung eine s Vertragsabschlusses mit der C. ____ GmbH, mit der einfachen Gesellschaft «Gebrüder B. ____», bestehend aus ihm und seinen beiden Brüdern, geschlossen worden. Ob diese Behauptung ein bei der Entscheidfin- dung im Berufungsverfahren zu berücksichtigendes Nov um darstellt oder nicht, muss das Kan- tonsgericht jedoch nur zu beurteilen, wenn es – anders als die Vorinstanz – im Folgenden zum Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schluss gelangen sollte, dass die Passivlegitimation des Berufungsklägers verneint werden müsste. 2.3 In seiner freiwilligen Replik monierte der Berufungskläger, der Berufungsbeklagte habe erstmals im Berufungsverfahren in seiner Berufungsantwort behauptet, dass der Aushub infolge von Aufschüttungen um die Baugrube grösser gewesen sei als gemäss Ausmass, weshalb die- se Behauptun g verspätet erfolgt sei. Der Berufungsbeklagte wies allerdings in seiner Beru- fungsantwort (S. 14, «Ad Ziffer 44 bis 50 [S. 17 bis S. 20 der Berufung]») zurecht darauf hin, dass er bereits an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung auf bestehende Aufschüttun gen aufmerksam gemacht habe, welche abzutragen gewesen seien. Entsprechende Ausführungen des Rechtsvertreters des Berufungsbeklagten sind in der Tat auf S. 2 des Protokolls der zivil- kreisgerichtlichen Hauptverhandlung vom 18. Oktober 2022 zu finden. Im Weiteren gab der Be- rufungsbeklagte persönlich im Rahmen der erstinstanzlich durchgeführten Parteibefragung zu Protokoll, dass es vom Keller des abgerissenen Altbaus einen Hohlraum gegeben habe, wel- chen er als Baggerführer mit dem Material aus dem Abtragen der Aufschüttungen gefüllt habe (vgl. S. 5 des Protokolls der zivilkreisgerichtlichen Hauptverhandlung vom 18. Oktober 2022). Demgemäss ist der novenrechtliche Einwand des Berufungsklägers ungerechtfertigt. 3.1 Der Berufungskläger moniert mit seiner Berufu ng zur Sache , die Vorinstanz habe vorlie- gend fälschlicherweise seine Passivlegitimation bejaht, obwohl nicht zwischen den Prozesspar- teien, sondern zwischen dem Berufungsbeklagten und einer Drittpartei ein Vertrag zustande gekommen sei. Das Zivilkreisgerich t verwies im angefochten en Entscheid vom 18. Oktober 2022 zur Frage der Passivlegitimation des ins Recht gefassten Berufungsklägers auf die Vo- raussetzungen der Stellvertretung, wonach bei Handeln einer Partei in fremdem Namen der Stellvertreter dem Dritten gegenüber spätestens bei Vertragsschluss ausdrücklich oder konklu- dent zu erkennen zu geben habe, dass er den Vertrag im Namen des Vertretenen abschliesse. Bezogen auf den vorliegenden Fall führte der Vorderrichter sodann aus, dass der Berufungsbe- klagte offenbar auf Wunsch des Berufungsklägers die Rechnungen für seine Bemühungen an die C. ____ GmbH adressiert habe. Dieser Umstand allein habe indessen nicht zur Folge, dass diese GmbH Vertragspartnerin sei. Die Firma C. ____ GmbH erscheine ausser als Rechnungs- adresse auf keinem Dokument und werde auch bei den diversen, vom Berufungskläger unter- zeichneten Fuhrscheinen und der Skizze des Ausmasses nirgendwo ersichtlich. Weshalb die GmbH einen solchen Auftrag erteilen sollte, liege ebenso wenig auf der Hand, zuma l diese we- der Eigentümerin des betroffenen Grundstückes sei , noch ihr Zweck «Erbringung von Dienst- leistungen in den Bereichen Hauswartung, Gartenbau, Sanitär und Schreinerei» nahelege, die Bauleitung oder Organisation eines Neubaus für die Eigentümer zu üb ernehmen. Eine entspre- chende Beauftragung der GmbH liege nicht vor. Der Berufungskläger sei die einzige Ansprech- person für den Berufungsbeklagten gewesen. Er habe unbestrittenermassen mit dem Beru- fungsbeklagten den Kubikmeterpreis verhandelt und die Gegebe nheiten vor Ort, sowohl vor Auftragserteilung als auch nach Abschluss der Aushubarbeiten begutachtet, wobei keine (weite- re) Personen der C. ____ GmbH anwesend gewesen seien. Der Berufungskläger habe zudem sämtliche Fuhrscheine mit seinem Namen unterzeichne t. Im Weiteren bestehe zwischen die- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sem und der besagten GmbH keine rechtliche Verbindung. Hinzukomme, dass der Berufungs- kläger die Raten der ersten Rechnung in eigenem Namen bezahlt habe, was darauf schliessen lasse, dass er Auftraggeber und Vertragspartne r des Berufungsbeklagten sei und die C. ____ GmbH lediglich als Rechnungsadresse fungiert habe. Der Berufungskläger habe selber erklärt, dass er und seine Brü der beschlossen hätten, die C. ____ GmbH als Auftraggeberin «dazwi- schenzuschalten», ohne dass der Wille, die GmbH rechtlich zu verpflichten, ersichtlich sei. Der Berufungskläger habe den Berufungsbeklagten nicht nachweislich darauf aufmerksam ge- macht, dass nicht er, sondern die GmbH Vertragspartnerin für die Aushubarbeiten sei. Nur auf- grund der Zustell adresse der Rechnung, habe der Berufungsbeklagte nicht davon ausgehen müssen, dass er einen Vertrag mit der C. ____ GmbH geschlossen habe. 3.2 Der Berufungskläger macht berufungsweise geltend, diese Ausführungen der Vor instanz seien unzutreffend und das v on ihr angewandte Vorgehen unhaltbar. Es sei nicht an ihm, den Vertrag des Berufungsbeklagten mit der C. ____ GmbH nachzuweisen. Vielmehr sei der Beru- fungsbeklagte für den Vertragsschluss mit dem Berufungskläger behauptungs - und beweisbe- lastet. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz sei gerade nicht erstellt, dass zwischen den vorlie- genden Prozessparteien ein Vertrag zustande gekommen sei. So habe ein tatsächlicher Kon- sens darüber bestanden, dass der Vertrag zwischen dem Berufungsbeklagten und der C. ____ GmbH geschlossen worden sei. Die Vorinstanz habe den Vertragsschluss zwischen dem Beru- fungsbeklagten und dem Berufungskläger mit der Anwendung des Vertrauensprinzips begrün- det. Dieses dürfe im vorliegenden Fall jedoch nicht zur Anwendung gelangen. Die Anwendun g des Vertrauensprinzips setze voraus, dass zwischen den Parteien kein tatsächlicher Konsens bestehe. Bei Vorliegen eines tatsächlichen Konsenses, fehle es an der Notwendigkeit, eine Auslegung gestützt auf das Vertrauensprinzip vorzunehmen. Im vorliegenden Fall habe zwi- schen den Prozessparteien ein tatsächlicher Konsens bestanden, dass der streitgegenständli- che Vertrag für Aushubarbeiten mit der C. ____ GmbH geschlossen werde. Der Berufungsklä- ger habe sich gerade nicht privat verpflichten wollen. Der Berufu ngsbeklagte habe nicht bloss seine Rechnung an die C. ____ GmbH ausgestellt, sondern habe gegen diese auch die Betrei- bung eingeleitet, nachdem die Rechnung unbezahlt geblieben sei. Dies sei erstellt und unter den Parteien unbestritten. Die Vorinstanz habe die Tatsache, dass der Berufungsbeklagte die Betreibung gegen die C. ____ GmbH (und nicht gegen den Berufungskläger) eingeleitet habe, ignoriert. Sie habe dadurch eine wesentliche, rechtserhebliche Tatsache ohne jede Begründung unberücksichtigt gelassen. N ebst der unvollständigen Sachverhaltsdarstellung stelle dies auch eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör dar. Im Weiteren sei die Feststellung der Vorinstanz, dass der Berufungskläger die Raten der ersten Rechnung in eigenem Namen bezahlt habe, was die Vorinstanz als Beleg für den Vertragsschluss mit dem Berufungsbeklag- ten werte, aktenwidrig. Die fraglichen Zahlungen seien vielmehr, wie den Buchungsdetails ent- nommen werden könne, von der «Einfache(n) Gesellschaft B. ____» geleistet worden. Die Vor- instanz habe ihre Schlussfolgerung, dass der Berufungskläger der Auftraggeber sei, folglich aus der Tatsache, dass er die Rechnung des Berufungsbeklagten persönlich bezahlt habe, gestützt. Nach der Argumentation der Vorinstanz wäre der Vertrag gestü tzt auf die Buchungsdetails mit Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht der einfachen Gesellschaft B. ____ geschlossen worden, da diese die Rechnung des Beru- fungsbeklagten bezahlt habe. 3.3 Der Berufungsbeklagte bestreitet das Vorliegen eines tatsächlichen Konsenses zum Ver- tragsabschluss, wie e r von der Gegenpartei behauptet wird. Zu berücksichtigen sei, dass dem Berufungsbeklagten ausschliesslich der Berufungskläger für Fragen und Anliegen gegenüber- gestanden habe. Dieser habe die Fuhrscheine und auch die Ausmass -Skizze unterzeichnet. Es würden keine Hinweise dafür geben, dass die C. ____ GmbH als Vertragspartnerin in Erschei- nung getreten sei, geschweige denn durch den einzig handelnden Berufungskläger in irgendei- ner Weise hätte vertreten sein sollen. Im Weiteren werde nicht dargetan, inwiefern aufgrund der Rechnungsstellung an die C. ____ GmbH ein tatsächlicher Konsens über einen Vertragsab- schluss mit besagter Gesellschaft bestanden haben soll. Entscheidend sei allein, dass unter den Parteien auch noch anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Zivi lkreisgericht das Zustan- dekommen einer Einigung unter ihnen bezüglich Aufladen und Abführen von Aushub zu einem bestimmten Kubikmeterpreis unumstritten gewesen sei. Ob die beiden Teilzahlungen an die erste Rechnungstellung des Berufungsbeklagten vom Berufu ngskläger persönlich oder laut Zahlungshinweis auf dem Bankbeleg im Auftrag der einfachen Gesellschaft B. ____ erfolgt sei, sei unerheblich in Bezug auf die damit erstellte Tatsache, dass die Zahlung gerade nicht durch die C. ____ GmbH geleistet worden sei. Der Berufungsbeklagte habe mittels diesen Bankbele- gen zusätzlich aufgezeigt, dass die C. ____ GmbH nicht Vertragspartner sein könne. 3.4 Der Berufungsbeklagte machte vor dem Zivilkreisgericht einen Anspruch aus Werkvertrag gemäss Art. 363 OR auf Entschädigung für Aushubarbeiten auf der Parzelle XXXX, Grundbuch Y. ____, und Abtransport des Aushubmaterials zu einem Preis von CHF 38.00 pro Kubikmeter (inkl. Depotgebühr) gegenüber dem Berufungskläger geltend. Wesentliche Merkmale des Werkvertrags sind auf Seiten des Unternehmers die Pflicht zur Herstellung eines Werkes sowie auf Seiten des Auftraggebers, Bauherrn oder Bestellers die Pflicht zur Leistung einer Vergütung oder eines Werklohnes (Art. 363 OR; statt vieler: BSK OR I -ZINDEL/SCHOTT, 7. Au fl., 2020, Art. 363 N 2 ff.). Will eine Partei für entsprechende Arbeiten eine Vergütung vom Besteller und Auftraggeber einfordern, hat sie für die konkrete Auftragserteilung samt Einigung über die Höhe des Werklohnes Beweis zu erbringen (Art. 8 ZGB). Die Vorinstanz stellte in diesem Zusammen- hang in sachverhaltlicher Hinsicht fest, der Berufungskläger sei dem Berufungsbeklagten als einzige Ansprechperson zur Verfügung gestanden. Er habe sein Einverständnis zum verhandel- ten Kubikmeterpreis erklär t und die Begebenheiten mit dem Berufungsbeklagten vor Ort vor Auftragserteilung begutachtet. Dass der Berufungsbeklagte den Auftrag für den Aushub der Baugrube tatsächlich erhalten hat, die entsprechenden Arbeiten ausgeführt sowie den Abtrans- port organisi ert und koordiniert hat, ist unter den Parteien zudem nicht umstritten. Die Vo- rinstanz ging bei dieser Ausgangslage von einem Vertragsschluss zwischen den Prozesspartei- en aus, was im Lichte von Art. 363 OR in Verbindung mit Art. 8 ZGB und Art. 55 ZPO nicht zu beanstanden ist. Der Berufungskläger bestritt auch die eigene Auftragserteilung nicht. Hingegen stellte er sich auf den Standpunkt, es habe unter den Parteien ein tatsächlicher Konsens be- standen, dass der zur Diskussion stehende Vertrag nicht zwischen den Prozessparteien, son- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dern zwischen dem Berufungsbeklagten und der C. ____ GmbH abgeschlossen worden sei. Der Berufungsbeklagte hat einen Vertragsschluss mit der C. ____ GmbH sowohl im erstinstanz- lichen Verfahren als auch in seiner Berufungsantwort ausdr ücklich bestritten. Aus welchem vor- instanzlich vorgetragenen Sachverhalt, welcher sich zeitlich vor der Auftragserteilung verwirk- licht haben muss, der Berufungskläger diesen Vertragsschluss mit der GmbH ableitet, wird in der Berufung nicht dargelegt. Es b leibt bei der blossen von der Gegenpartei stets bestrittenen Behauptung. Einzige Indizien, welche der Berufungskläger im Zusammenhang mit dem be- haupteten Vertragsschluss zwischen dem Berufungsbeklagten und der C. ____ GmbH anführte, waren die Adressierung der Rechnungen nach erfolgter Auftragsausführung an die genannte GmbH und die noch später erfolgte Einleitung einer Betreibung gegen die C. ____ GmbH durch den Berufungsbeklagten. Inwiefern diese Tatsachen für den Zeitpunkt des Vertragsschlusses rechtserheblich sein sollen, ist für das Kantonsgericht nicht nachvollziehbar. Selbst wenn diese als Indizien für einen entsprechenden Vertragsschluss mit der GmbH taugen würden, würde ein rechtsgenüglicher Nachweis daran scheitern, dass der Berufungskläger die Erkl ärung schuldig geblieben ist, inwiefern der C. ____ GmbH ein Geschäftswille für diesen Vertrag zuzu rechnen ist und dementsprechend eine Ermächtigung zum Abschluss des Vertrags durch den Beru- fungskläger in ihrem Namen vorliegen soll. Die vor instanzliche Sachverhaltsfeststellung einer fehlenden Verbindung des Berufungsklägers zur C. ____ GmbH liess er unkommentiert. Dem- entsprechend ist für das Kantonsgericht bindend, dass der Berufungskläger weder Geschäfts- führer oder Gesellschafter der besagten GmbH noch für dieselbe zeichnungsberechtigt ist. Ebenso wenig war der Berufungskläger zum Zeitpunkt der Auftragserteilung Angestellter der C. ____ GmbH. Dass der Berufungsbeklagte gegen die C. ____ GmbH eine Betreibung einge- leitet hat, taugt nicht als Indiz für eine v ertragliche Bindung, weil der Berufungsbeklagte das Betreibungsbegehren nicht zu begründen hatte und ihm als juristischer Laie bei der Einreichung des Betreibungsbegehrens gegen die C. ____ GmbH auch ein Irrtum unterlaufen sein kann. Selbst wenn die Vorinstanz, wie vom Berufungskläger moniert, die durch ihn angeführte Betrei- bung gegen die C. ____ GmbH, nicht ausdrücklich bei ihrer Beurteilung miteinbezogen hat, war der betreffende Sachverhalt somit auch nicht rechtserheblich und konnte deshalb bei der Ent- scheidfindung vernachlässigt werden. 3.5 Zusammenfassend konnte der Berufungskläger somit einen Vertragsabschluss zwischen dem Berufungsbeklagten und der C. ____ GmbH nicht nachweisen, weshalb er den fraglichen Werkvertrag gegen sich gelten lassen muss. Se ine Passivlegitimation wäre zudem auch zu be- jahen, wenn nicht er, sondern – anstatt die C. ____ GmbH – die einfache Gesellschaft B. ____ den Vertrag mit dem Berufungsbeklagten abgeschlossen hätte, zumal der Berufungskläger als einer der Gesellschafter gemäss Art. 543 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 544 Abs. 3 OR auch als Solidarschuldner hätte ins Recht gefasst werden könne n. Daraus folgt, dass der zivilkreisge- richtliche Entscheid, mit welchem die Passivlegitimation des Berufungsklägers bejaht wurde, zutreffend ist und die Berufung in diesem Punkt abzuweisen ist. 4.1 Im Weiteren rügt der Berufungskläger eine falsche Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz, indem das Zivilkreisgericht ausgeführt habe, der Berufungskläger habe die Raten Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der ersten Rechnung in eigenem Namen bezahlt. Dies sei, so der Berufungskläger, aktenwidrig. Die fraglichen Zahlungen seien durch die Klagbeilage 7 (Buchungsdetails der D. ____) doku- mentiert. Den Buchungsdetails könne entnommen werden: «Zahlungseingang / [ ... ] Einfache Gesellschaft B. ____». Die Vorinstanz habe auch aus diesem nachweislich falschen Sachver- halt ableiten wollen, dass der Berufungskläger Auftraggeber und Vertragspartner des Beru- fungsbeklagten gewesen sei und die C. ____ GmbH lediglich als Rechnungsadresse fun giert habe. 4.2 Das Kantonsgericht pflichtet dem Berufungskläger insofern bei, dass aus der erwähnten Klagbeilage 7 zur Klage vom 18. November 2021 der Berufungskläger als Auftraggeber der fraglichen Anweisungen vom 28. Februar 2018 und 7. Mai 2018 für Zahlungen an den Beru- fungsbeklagten in Höhe von CHF 27'993.30 und CHF 4'490.95 n icht hervorgeht. Im Bu- chungstext wird für beide Zahlungen «Einfache Gesellschaft B. ____» angegeben. Die Passiv- legitimation des Berufungsklägers ist indessen auch ohne Berücksichtigung dieser Zahlungen als seine eigenen, wie unter den vorstehenden Erwägung 3.4 ausgeführt, zu bejahen, so dass diese falsche Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz am Ergebnis nichts ändert. Dass zudem auch ein Vertragsschluss zwischen dem Berufungsbeklagten und der einfachen Gesellschaft B. ____ eine persönliche Verpflichtung des Berufungsklägers als Solidarschuldner aus dem streitgegenständlichen Werkvertrag bedeuten würde, wurde ebenfalls bereits erwogen (vgl. Er- wägung 3.5). Die Rüge der falschen Sachverhaltsfeststellung des Berufungsklägers läuft damit ins Leere. 5.1 Der Berufungskläger beanstandet den vorinstanzlichen Entscheid im Weiteren, weil diese das dem eingeklagten Anspruch zugrunde gelegte Klagefundament des Berufungsbeklagten zu Unrecht als hinreichend substantiiert eingestuft habe. Der Berufungskläger habe vor erst er In- stanz wiederholt ausgeführt, dass die behauptete Aushubmenge von 1'153 m3 bestritten werde und die Tatsachenbehauptungen des Berufungsbeklagten nicht hinreichend substantiiert seien. Der Berufungsbeklagte habe einzig behauptet, dass die Aushubmenge an geblich 1'153 m3 be- trage, welche im Umfang von 781 m 3 am 13. November 2017 in Rechnung gestellt worden sei. Die restlichen 372 m 3 seien mit der Schlussrechnung vom 11. Dezember 2018 fakturiert wor- den. Für die Arbeiten lägen 20 lückenlose Fuhrscheine vor. E twas zu substantiieren bedeute, Tatsachenkomplexe in deren einzelne Tatsachen zu zerlegen. Bestreite der Beklagte einen vom Kläger behaupteten Tatsachenkomplex, so obliege dem Kläger die Substantiierungslast, die von ihm behaupteten Tatsachenkomplexe in ih re Einzeltatsachen zu zerlegen. Für den vor- liegenden Fall bedeute dies, dass der Berufungsbeklagte als Kläger den behaupteten Tatsa- chenkomplex, er habe eine Aushubmenge lose von 1'153 m3 ausgehoben, in die entsprechen- den Einzeltatsachen hätte zerlegen müss en. Es obliege demnach dem Kläger zu behaupten, wer, wann, welche einzelnen Mengen ausgehoben habe. Diese Einzeltatsachen müssten zu- sammen den behaupteten Tatsachenkomplex ergeben. Die Einzeltatsachen müssten in der Rechtsschrift selbst vorgetragen werden. Ein blosser Verweis auf Beilagen genüge gemäss anerkannter Rechtsprechung nicht. Der Berufungsbeklagte habe es indessen unterlassen, die Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht angebliche Aushubmenge von 1'153 m3 zu substantiieren. Der Verweis auf die 20 Fuhrscheine, welche die angebliche Aushubmenge belegen sollen, sei prozessual ungenügend. 5.2 Der Berufungsbeklagte hält dagegen, es liege entgegen den Behauptungen der Gegen- partei kein Tatsachenkomplex vor, welcher in Einzeltatsachen zerlegt werden müsste. Im Kon- text mit der unstrittigen Verei nbarung, dass der Berufungsbeklagte sich vertraglich verpflichtet habe, den Aushub aufzuladen und wegzuführen, könne den einzelnen Fuhrscheinen keine an- dere Bedeutung zukommen als den in Zahlen angeführte Nachweis des von der Baustelle ab- geführten Materials. Für die Rechnungsstellung des Totals an Abfuhrmenge genüge daher die einfache Addition dieser Belege, so wie diese von den Chauffeuren ausgestellt und rapportiert worden seien. Auch der Umstand, dass der Berufungskläger die geltend gemachte Abfuhrmen- ge von 1'153 m3 als Ganzes bestreite, führe nicht einfach zu einem Tatsachenkomplex, mit der Folge, dass dieser vom Berufungsbekla gten in Einzeltatsachen zerlegt und mit zusätzlichen Erläuterungen versehen hätte werden müssen. Von mangelnder Substantiierung o der Verlet- zung der Substantiierungslast bezüglich den eingereichten Fuhrscheinen könne keine Rede sein. 5.3 Nach 55 Abs. 1 ZPO haben die Parteien dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihr Be- gehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben. Eine T atsachenbehauptung hat nicht alle Einzelheiten zu enthalten. Es genügt, wenn die Tatsachen, die unter die das Begeh- ren stützenden Normen zu subsumieren sind, in einer den Gewohnheiten des Lebens entspre- chenden Weise in ihren wesentlichen Zügen oder Umrisse n behauptet werden. Ein solcher- massen vollständiger Tatsachenvortrag wird als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung, er sei wahr, den Schluss auf die anbegehrte Rechtsfolge zulässt. Die Behauptungs - und Sub- stantiierungslast zwingt die damit belastete Partei nicht, sämtliche möglichen Einwände der Ge- genpartei vorweg zu entkräften. Nur soweit der Prozessgegner den schlüssigen Tatsachenvor- trag der behauptungsbelasteten Partei bestreitet, greift eine über die Behauptungslast hinaus- gehende Substantiierungslast. Die Vorbringen sind diesfalls nicht nur in den Grundzügen, son- dern in Einzeltatsachen zergliedert, so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen oder dagegen der Gegenbeweis angetreten w erden kann (BGer 4A_377/2021 E. 3.1 mit Hinweisen auf BGE 136 III 322 E. 3.4.2; 127 III 365 E. 2b; 144 III 519 E. 5.2.1.1 und 127 III 365 E. 2b). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt, dass der Behauptungs - und Substantiierungslast grundsätzlich in den Rechtsschriften nachzukommen ist. Der bloss pauschale Verweis auf Beilagen genügt in der Regel nicht (BGE 147 III 440 E. 5.3). Aus- nahmsweise ist es indessen zulässig, seinen Substantiierungsobliegenheiten durch Verweis auf eine Beilage nachzukommen, namentlich etwa für Abrechnungen oder Konto aufstellungen (BGer 4A_377/2021 E. 3.2). Der Substantiierungslast ist Genüge getan, wenn für das Gericht und auch die Gegenpartei ohne Weiteres nachvollziehbar ist, was als Parteibehauptung gilt und wie die geltend gemachte Forderung zustande gekommen sein soll, mithin auch was genau von der Gegenpartei bestritten werden müsste. Es reicht dabei aus, die wesentlichen Tatsachen zu behaupten und mit dem Verweis auf Beilagen spezifische Aktenstücke zu benennen. Sind die Beilagen selbsterklärend, so dass die in den Rechtsschriften bezeichneten Informationen in Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer Weise enthalten sind, dass kein Interpretationsspielraum besteht und auch nichts müh- sam aus den Beilagen zusammengesucht werden muss, ist der Vorwurf mangelnder Substanti- ierung nicht angebracht (BGer 4A_377/2021 E. 3.2 und 4.3.1 mit Hinweis auf BGE 144 III 519 E. 5.2.1.2, welcher seinerseits zum Ganzen auf Urteil 4A_415/2021 E. 5.4 verweist). Im vorliegenden Fall ist dem Berufungsbeklagten im Lichte dieser bundesgerichtlichen Recht- sprechung beizupflichten, dass der Verweis auf die 20 Fuhrscheine gemäss Beilage 9 zur Klage vom 18. November 2021 für die Ermittlung des geltend gemachten Aushub - und Abfuhrvolu- mens von 1'153 m 3 prozessual ausreichend war. Der Berufungsbeklagte führte vor erster In- stanz aus, die Rechnungen würden sich auf diese 20 Fuhrscheine abstützen, welche durch die beigezogenen Transportunternehmen ausgestellt und vom Berufungskläger unterzeichnet wor- den seien. Die Fuhrscheine würden den Nachweis des ab der Baustelle in Y. ____ wegtrans- portierten Aushubmaterials erbringen. Der Berufungsbeklagte habe seine vertraglich verabrede- te Unternehmerleistung erbracht und sei entsprechend dem vereinbarten Abrechnungsmodus berechtigt, für die mittels Fuhrscheinen nachgewiesene abgeführte Me nge an Aushub Rech- nung zu stellen. Weil es sich bei den Fuhrscheinen, wie der Berufungsbeklagte in seiner Beru- fung zutreffend angeführt hat, um Belege für die gleiche Arbeitsgattung und einzige vertraglich vereinbarte Leistung an unterschiedlichen Tagen mi t rapportierten unterschiedlichen Abfuhr- mengen handelt, ist eine Prüfung dieser Urkunden auf ihre inhaltliche Übereinstimmung mit den erwähnten Tatsachenbehauptungen des Berufungsbeklagten in seiner Klage problemlos mög- lich. Dementsprechend wäre es dem Ber ufungskläger auch möglich gewesen, einzelne Tatsa- chen bzw. den Inhalt einzelner Fuhrscheine konkret zu bestreiten. Ein prozessual unzulässiger, unzureichend substantiierter Tatsachenkomplex, den es in Einzelteile zu zergliedern gegolten hätte, liegt damit nicht vor. Die Berufung erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. 6.1 Der Berufungskläger kritisiert den zivilkreisgerichtlichen Befund, wonach die Fuhrscheine zum Beweis der von der Gegenpartei behaupteten Abfuhrmenge von 1'153 m 3 taugen würden. Das Zivilkreisgericht erwog in diesem Zusammenhang, unter den Parteien sei die Menge des Bauaushubmaterials streitig. Zum Nachweis des Volumens des abgeführten Aushubmaterials habe der Berufungsbeklagte die Fuhrscheine ins Recht gelegt. Ebenfalls liege ein e handgefer- tigte und von beiden Parteien unterzeichnete Skizze des Ausmasses vor, anhand welcher ein Volumen der endgültigen Baugrube von 938,5 m 3 errechnet werden könne. Multipliziert mit ei- nem Auflockerungsfaktor, welcher das Volumenverhältnis des ungelösten Bodens zum gelösten Boden beschreibe, in Höhe von 1.3, würde dies eine Abfuhrmenge lose von rund 1’220 m 3 er- geben. Regierapporten und Ausmassurkunden komme die stärkst mögliche Beweiskraft für die Richtigkeit der in ihnen verurkundeten Bauleistungen des Unternehmers zu. Eine tatsächliche Vermutung spreche dafür, dass die im unterzeichneten Rapport enthaltenen Angaben über den Aufwand des Unternehmers richtig seien und der ausgewiesene Aufwand nötig gewesen sei. Dies gelte auch für das in einer gemeins amen Urkunde oder sonst wie anerkannte Ausmass. Analog der Auslegung der SIA -Norm 118, habe jene Partei, die das verurkundete Ausmass o- der die unterzeichneten Regierapporte nicht anerkennen wolle, durch substantiierte Bestreitung und Gegenbeweis begründete Zweifel an der Richtigkeit zu wecken, damit die Vermutung ent- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht falle. Erst nach Entkräftung der Vermutung trage jene Partei die Beweislast für die Richtigkeit des gemeinsamen verurkundeten Ausmasses, die sich darauf berufe. Der Berufungskläger bringe als Ge genbeweis vor, dass die Fuhrscheine und die Wiegescheine der Deponien nicht übereinstimmen würden und bei mehreren Fuhren nicht klar sei, wo das Material abgeladen worden sei. Weshalb dem Berufungsbeklagten die Pflicht auferlegt werden sollte zu verfolgen, wohin die beauftragten Fuhrunternehmen das Material verbringen würden, werde vom Beru- fungskläger nicht ausgeführt. Der Vertrag zwischen den Parteien habe das Ausheben der Bau- grube und das Abführen des entsprechenden Materials beinhaltet. Nicht Inhalt des Vertrages sei hingegen gewesen, wo der Berufungsbeklagte das Material abladen dürfe. Der Berufungs- beklagte habe plausibel erläutert, dass die beauftragten Fuhrunternehmen den Aushub je nach Auftragslage (auch) zu einer anderen Baustelle gefahren hätten. De mentsprechend habe ein Vergleich der fraglichen Fuhrscheine mit den Deponiescheinen für die Prüfung der verrechne- ten Aushubvolumen keine Aussagekraft. Das auf den Fuhr - und Transportscheinen angegebe- ne Volumen entspreche dem maximal beladenen Transportfahr zeug. Vor Ort auf der Baustelle werde keine exakte Messung bzw. Wägung vorgenommen, so dass eine diesen Umständen geschuldete Ungenauigkeit der Volumenangaben bestehe. Auch seien die Ausführungen des Berufungsklägers, wonach die Unterzeichnung der Fuhrsche ine durch ihn selber lediglich die Kenntnisnahme, nicht aber die Richtigkeit des Inhalts der Scheine belege, unzutreffend. Die Beweiskraft eines unterzeichneten Dokuments sei allgemein bekannt. Die Folge, dass er die Dokumente allenfalls ohne Prüfung des I nhalts unterzeichnet habe, habe er sich selbst zuzu- rechnen. Auch die Ausmass -Skizze sei unter anderem vom Berufungskläger persönlich unter- zeichnet worden. Aufgrund der dort aufgezeichneten Massangaben ergebe sich bei Anwendung eines Auflockerungsfaktors von 1.2 ebenfalls ein Volumen von 1'135 m 3. Weder die vom Beru- fungskläger eingeholte Meinung eines befreundeten Ingenieurs, noch das Vorbringen, dass bereits ein Leervolumen durch den Abriss des Bestandeshauses vorhanden gewesen sei und ein Teil des Aushubs durch ein anderes Unternehmen abtransportiert worden sei, würden einen hinreichenden Gegenbeweis zu den ausgestellten und unterzeichneten Fuhrscheinen erbrin- gen. Im Ergebnis gelinge es dem Berufungskläger nicht, hinreichende Zweifel an der Richtigkeit der im gemeinsam aufgenommenen Ausmass und in den Fuhrscheinen verurkundeten Tatsa- chen zu wecken. Diese Urkunden würden die tatsächliche Vermutung für die Richtigkeit des darin verurkundeten Volumens des verbrachten Aushubs schaffen. Aus diesem Grund würden sich weitergehende Ausführungen zum Auflockerungsfaktor sowie zum Ausmass der Baugrube erübrigen. 6.2 Der Berufungskläger beanstandet in seiner Berufung den erstinstanzlichen Entscheid zur Frage der Beweistauglichkeit der Fuhrscheine. Dass Regierapporten und Ausmassurkunden die stärkst mögliche Beweiskraft für die Richtigkeit der in ihnen verurkundeten Bauleistungen des Unternehmers zukommen würden, möge für Regierapporte und tatsächlich durchgeführte Aus- masse zutreffen. Für die Fuhrscheine im vorliegenden Ve rfahren treffe dies allerdings nicht zu. Der Berufungsbeklagte habe anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung selbst erklärt, sie hätten gebaggert und aufgeladen. Die Menge werde nach Fahrzeug ermittelt und zwar nach Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht der maximalen Lademenge. Eine Messung gebe es dabei keine. Dementsprechend habe dieser selbst die Ungenauigkeit der Fuhrscheine bestätigt. Die Beweiskraft der Fuhrscheine sei dem- nach für die Richtigkeit des darin erwähnten Aushubvolumens im Vergleich zu tatsächlichen Ausmassprotokollen reduziert. Entsprechend seien auch die Anforderungen an die Tatsachen- behauptungen und den Gegenbeweis, welche die Richtigkeit der Fuhrscheine widerlegen soll- ten, weniger hoch anzusetzen. Die Vor instanz hätte deshalb nicht ohne Weiteres auf die Rich- tigkeit der Fuhrscheine abstellen dürfen, sondern die Fuhrscheine einer kritischen Prüfung unter Berücksichtigung der Vorbringen des Berufungsklägers unterziehen müssen. Aufgrund der Un- genauigkeit der Fuhrscheine würde der Berufungsbeklagte nach Fertigstellung des Aushubs jeweils ein Ausmass der Baugrube erstellen. Dieses Vorgehen habe der Berufungsbeklagte an der Hauptverhandlung bestätigt. Ebenso bestätigt habe er, dass die Rechnung gestützt auf das Ausmass gestellt werde und nicht gestützt auf die Fuhrscheine. D ie Vorinstanz hätte demnach die Ausmass -Skizze, das vom Berufungskläger geltend gemachte Leervolumen sowie den Umwandlungsfaktor berücksichtigen und zusammen mit den Fuhrscheinen in einem Gesamtbild beurteilen müssen, anstatt einzig auf die Fuhrscheine abz ustellen. Die Vorinstanz habe damit den Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt und die Anforderungen an das Beweis- mass sowie die Beweis erhebung und -würdigung verletzt. Im Weiteren zeige der Vergleich der vom Berufungsbeklagten von Hand ausge füllten Fuhrscheine mit den Deponiescheinen, dass nicht ohne Weiteres auf die Richtigkeit der Fuhrscheine abgestellt werden könne. Hinzu kom- me, dass die Summe des in den Fuhrscheinen gemäss Klagbeilagen 15-18 erwähnten Aushub- volumens lediglich 1'109 m 3 ergeben würde, und nicht wie vom Berufungsbeklagten behauptet und fakturiert 1'153m 3. Hätte die Vorinstanz die Fuhrscheine kontrolliert, hätte sie diese 44 m3 ausmachende Diskrepanz ebenfalls feststellen müssen. Daraus ergebe sich im Weiteren, dass die Vorinstanz die Ausmassskizze des Aushubs hätte überprüfen und das Volumen des vorbe- stehenden Kellers sowie der Fundamente ebenfalls berücksichtigen müssen, wie dies vom Be- rufungskläger erstinstanzlich geltend gemacht worden sei. Die Behauptung des Berufungsbe- klagten, er habe das bestehende „Loch" des Kellers mit Abbruchmaterial ganz gefüllt, weshalb das Volumen des Kellers und des Garagenfundaments nicht von der Baugrubenskizze in Abzug gebracht werden könne, sei unzutreffend. Der Berufungsbeklage habe anlässlich der Hauptver- handlung vor Zivilkreisgericht ausgeführt, dass zwar ein Loch vom Keller bestanden habe, er dieses jedoch mit daneben aufgeschüttetem Abbruchmaterial habe auffüllen müssen, um dahin- ter überhaupt den Aushub machen zu können. Dies sei, so der Berufungskläger unglaubwürdig. Abbruchmaterial sei nicht Aushubmaterial. Ersteres sei Bauabfall und könne zum Ausfüllen nicht verwendet, sondern müsse gesetzeskonform in einer Deponie entsorgt werden. Demnach hätte das Volumen des Kellers und des Garagenfund aments vom Aushubvolumen gemäss Handskizze des Berufungsbeklagten in Abzug gebracht werden müssen. Indem die Vorinstanz dies unterlassen habe, habe sie den Anspruch des Berufungsklägers auf Gewährung des recht- lichen Gehörs verletzt und die bundesrechtlich vorgeschriebenen Anforderungen an die Be- weiserhebung und das Beweismass verletzt. Schliesslich machte der Berufungskläger Ausfüh- rungen zum relevanten Umwandlungsfaktor, welcher für die Umrechnung des Aushubvolumens in festem Zustand gemäss Ausmass zu losem Aushub zur Ermittlung des Transportvolumens Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht berücksichtigt werden müsse. Entgegen den von der Gegenpartei aufgestellten unbewiesenen Behauptungen eines Faktors von 1.3 sei höchstens mit einem solchen von 1.15 bis 1.25 zu rechnen. Zum Beweis seines Standpu nkts verwies er zudem auf eine E -Mail eines Bauingeni- eurs sowie zwei ebenfalls im vorinstanzlichen V erfahren eingereichte Tabellen zum Umwand- lungsfaktor für Lehmboden. 6.3 Der Berufungsbeklagte entgegnete in seiner Berufungsantwort, die Kritik der Gegenpartei, wonach sich das Zivilkreisgericht bei seinem Entscheid ausschliesslich auf die Fuhrscheine abgestützt habe, sei unbegründet. Die Vorinstanz habe eingehend dargelegt, dass der Beru- fungsbeklagte gestützt auf die unbestrittene Vereinbarung zwischen den P arteien keinen Be- weis über dasjenige Volumen zu führen habe, welches schliesslich in den Deponien der Fuhr- unternehmen oder anderswo abgeladen worden sei. Entsprechend seien Differenzen zwischen der abgerechneten Abfuhrmenge – ob nach Fuhrscheinen oder dem Grubenausmass – zu den Angaben in Deponiescheinen unerheblich. Die Vorinstanz habe ihren Entscheid nicht allein auf die Mengenangaben der als Klagbeilage 9 eingereichten Fuhrscheine abgestützt. Vielmehr ha- be es zur Plausibilisierung und Kontrolle genauso das aufgenommene Grubenausmass berück- sichtigt, das auch unter Einbezug aller dagegen vorgebrachten Kritik des Berufungsklägers praktisch identisch hoch ausfalle. Es gehe gar nicht allein um die Summe der Mengenangaben aller Fuhrscheine an sich, sondern um d ie Relevanz und Haltbarkeit der vom Berufungsbeklag- ten in Rechnung gestellten Abfuhrmenge bzw. daraus resultierten Frankenbetrages. Die vom Berufungsbeklagten gestellte Rechnung stütze sich dabei sowohl auf die Fuhrscheine wie auch auf das aufgenommene Aus mass. Im Weiteren sei zu beachten, dass der Berufungsbeklagte die Fuhrscheine nicht selbst ausgefüllt habe. Die Fuhrscheine stammten vom jeweiligen (neu - tralen) Chauffeur des abführenden LKW. Obwohl der Berufungsbeklagte immer schon darauf hingewiesen habe, dass die Transportfirmen (insbesondere die Firma E. ____) Aushubmaterial an verschiedenen Orten deponieren und daher den Abladescheinen einer Deponie überhaupt keine Bedeutung in Bezug auf die tatsächliche Feststellung der Menge Abfuhrmaterial ab Bau- stelle zukommen könne, nehme der Berufungskläger den einen Deponieschein zum Anlass, die auf den Fuhrscheinen angegeben Kubikmeter anzuzweifeln und als unrichtig darzustellen. Der Berufungskläger beziffere beim Fuhrschein Nr. 83745 die von ihm kritisierte Abwe ichung der Kubikmeter als «relativ gering». Doch ohne jeden Nachweis bei weiteren Deponiescheinen rechne er vor, dass diese einzige von ihm behauptete Abweichung mit Faktor 0.8767 auf die gesamte mit Fuhrscheinen ausgewiesenen Menge von 1'153 m 3 zur Anwend ung gelangen müsse. Das ergäbe insgesamt eine Differenz von 142 m 3. Diese Hochrechnung auf die Men- genangabe aller Fuhrscheine sei absolut unsinnig. Dem Berufungsbeklagten werde unterstellt, dass das von ihm fakturierte Aushubvolumen nicht den von ihm vorge legten Fuhrscheinen ent- sprechen würde. Diese Behauptung des Berufungsklägers werde entschieden zurückgewiesen. In seiner Schlussrechnung vom 3. Dezember 2020 und seinem Mahnschreiben vom 21. Januar 2021 habe der Berufungsbeklagte das massgebende Aushubvolu men unter Hinweis auf die vorhandenen 20 Fuhrscheine und das gemeinsam aufgenommen Ausmass vor Ort ermittelt. Dementsprechend habe er auch mit seiner Klagschrift vom 18. November 2021 die 20 unter- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht zeichneten Fuhrscheine als Klagbeilage 9 eingereicht. Diese 20 Fuhrscheine würden exakt 1'153 m3 als Aushubmaterial ausweisen. Der Berufungskläger stütze sich bei seiner Behaup- tung, dass das Total der Fuhrscheine nicht zutreffe, auf die im Prozess nachträglich vom Beru- fungsbeklagten eingeforderten und eingereichten Deponiescheine und die dazugehörigen Fuhr- scheine. Bei den nachträglich mit Klagbeilage 15 eingereichten Fuhrscheine n Nr. 85314, Nr. 85353 und Nr. 85482, die von Chauffeuren von E. ____ ausgestellt worden seien, würden sich zwischen einzelnen Fuhrscheinen , die in der Deponie abgegeben werden und den Fuhr- scheinen, welche die Chauffeure für ihr Transportunternehmen tageweise nachtragen, Differen- zen ergeben. Vorliegend entspreche diese Differenz exakt einer zweiten Transportfahrt am glei- chen Tag. So 12 m3 beim Fuhrschein Nr. 85314, 16m 3 beim Fuhrschein Nr. 85353 und 16 m 3 beim Fuhrschein Nr. 85482. Es gehe dabei um insgesamt 44 m 3, welche somit ganz offensicht- lich nicht einer Deponie zugeführt, sondern anderswo abgeladen worden seien. Daraus lasse sich jedoch keine Schlussfolgerung auf die tatsächlich ab der Baustelle des Berufungsklägers abgeführte Menge ziehen. Vielmehr werde die tatsächliche Abfuhrmenge pro Tag einzig durch die vollständig ausgefüllten Fuhrscheine der Chauffeure ausgewiesen. Im Weiteren nehm e der Berufungskläger die von ihm unterzeichnete und mit dem Berufungsbeklagten gemeinsam auf- genommene Ausmass-Skizze der Baugrube zum Anlass, in längeren Ausführungen und hypo- thetischen Berechnungen aufzuzeigen, dass diese Masse und das daraus resultierende Ab- fuhrvolumen nicht zutreffen könne. Offenbar gehe es ihm vor allem darum, nachträglich eine eigene Berechnung des Grubenausmasses anzustellen, aus dem offenbar dann die Fehlerhaf- tigkeit der nachgewiesenen Fuhrscheine erfolgen soll. Zum einen würden diese Berechnungen wiederum nur auf Annahmen und blossen Schätzwerten beruhen, welche die behaupteten Ab- züge vom Gesamtvolumen ergeben sollen. Zum anderen werde übersehen, dass nicht bloss Material für die Baugrube eines Neubaus, sondern vielmehr a uch eine gesamte Aufschüttung aus der Umgebung des Bestandhauses (erhöhter Garten mit Aufschüttung) habe abgetragen und wegtransportiert werden müssen. Bei den Akten liegende Fotos würden dies bekräftigen. Zusammenfassend reichten die angestellten Überlegu ngen in der Berufung zur Ausmass - Skizze und zum Leervolumen des ursprünglichen Hauses nicht aus, den Gegenbeweis zu dem strikt nachgewiesenen Volumen der 20 Fuhrscheine zu erbringen. Betreffend Umwandlungsfak- tor entgegnete der Berufungsbeklagte schliesslich, ob ein solcher für Lehmboden 1 .25 oder 1.3 betrage, sei vorliegend im Ergebnis irrelevant. Auch die Vorinstanz habe ein Auflockerungsfak- tor von 1.2 zur Anwendung gebracht und dabei festgestellt, dass mit diesem Umwandlungssatz auch unter Berücksichtigung eines Leervolumens des Bestandhauses die Richtigkeit der unter- zeichneten Fuhrscheine nicht in Zweifel gezogen werden könne. 6.4.1 Das Kantonsgericht gelangt zum selben Schluss wie die Vorinstanz, wonach der Beru- fungsbeklagte das Aushubvolumen von 1'153m 3 für seine Rechnungsstellung rechtsgenüglich nachzuweisen vermochte. Wie bereits erwogen, bestand dessen vertraglich vereinbarte Unter- nehmerleistung darin, eine Baugrube auszuheben und das entsprechende Aushubmaterial ab der Baustelle in Y. ____ abzutransportieren bzw. abtransportieren zu lassen. Als Gegenleistung des Auftraggebers oder Bestellers wurde eine Vergütung an den Unternehmer im Sinne von Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 363 i.V.m. Art. 373 OR von CHF 38.00 pro Kubikmeter (inkl. Deponiegebühr) an abtrans- portiertem Aushubmaterial verabredet. Nebenabreden für die konkrete Ermittlung des Aushub- volumens wurden nicht getroffen. Die von der Vorinstanz angestellten Überlegungen einer ana- logen Anwendung der SIA -Norm 118 zur Beweiskraft von Regierapporten und Ausmassurkun- den und der Beweisentkräftung der darin verurkundeten Tatsachen, für welche eine Richtig- keitsvermutung gelten soll, überzeugen deshalb bezüglich Beweiskraft der Fuhrscheine im vor- liegenden Fall nicht. Die Beweistauglichkeit der 20 im Recht liegenden Fuhrscheine (Klagb eila- ge 9 zur Klage vom 18. November 2021) ist indessen trotzdem zu bejahen, wenn auch aus an- deren Gründen. Der Berufungskläger verhandelte mit dem Berufungsbeklagten über den Ver- tragsinhalt und besichtigte die Baustelle vor Ort. Er war mit der Vergütung mi t der erwähnten Bestimmbarkeit (CHF 38.00 pro Kubikmeter) offensichtlich einverstanden. Aus dem Umstand, dass über die Ermittlung des Aushubvolumens keine detaillierte Absprache getroffen wurde, war naheliegend und von den Vertragsparteien gebilligt, dass das Volumen, welches als Rech- nungsbasis gelten sollte, nicht mit letzter Exaktheit ermittelt werden soll. Vor diesem Hinter- grund unterzeichnete der Berufungskläger die fraglichen Fuhrscheine mit approximativen Men- genangaben vorbehaltslos. Dass er, wie er g eltend machte, mit seiner Unterschrift lediglich die Kenntnisnahme bestätigte, stellt vor dem Hintergrund der Werklohnvereinbarung eine Schutz- behauptung dar. Hätte er Anzahl oder Menge einzelner rapportierter Fuhren angezweifelt, wäre ihm die Möglichkeit offengestanden, die Unterschrift zu verweigern. Zudem hätte er bei generel- lem Vorbehalt zum Inhalt der Fuhrscheine einen entsprechenden Vermerk («nur z.K.» oder «z.K. ohne Bestätigung der Richtigkeit») anbringen können und dies auch müssen. Eine Unter- schrift unter einen Rapport ohne diesen Zusatz oder Vorbehalt ist stets als Bestätigung für die Erbringung der umschriebenen Leistung zu werten. Die Fuhrscheine sind vollständig ausgefüllt und taugen dementsprechend als Berechnungsgrundlage. Sie sind durch von d en Prozesspar- teien unabhängige Dritte – durch die vom Berufungsbeklagten beigezogenen Transportunter- nehmen bzw. deren Chauffeure – erstellt und unterzeichnet. Zusammenfassend sind die Fuhr- scheine somit zum Beweis des abtransportierten Aushubmate rials geeig net. Dass mit den 20 Fuhrscheinen gemäss Klagbeilage 9 zur Klage vom 18. November 2021 insgesamt 1'153 m3 ausgewiesen werden, ist unter den Parteien zudem unbestritten. Der vorinstanzliche Befund, dass das Aushubvolumen von 1'153 m 3, aufgrund dieser Fuhrsc heine rechtsgenüglich bewie- sen werden konnte, erfolgte somit zurecht. 6.4.2 Der Berufungskläger brachte mit seiner Berufung vor, dass aus den Fuhrscheinen ge- mäss Klagbeilage 9 und den später in den Prozess eingebrachten Fuhrscheinen (Klagbeilagen 15-18) eine Differenz von 44 m 3 bestehe, ohne dass das Zivilkreisgericht auf diesen bereits im vorinstanzlichen Verfahren erhobenen Einwand im angefochtenen Entscheid eingegangen wä- re. Die entsprechende Beanstandung des Berufungsklägers in seiner Berufung ist zwar zutref- fend und deshalb grundsätzlich nachvollziehbar. Allerdings lieferte der Berufungsbeklagte in seiner Berufungsantwort (S. 11 f., «Zu Ziffer 41 …») für die Abweichungen eine Erklärung, wo- nach die nachträglich edierten Fuhrscheine in Ergänzung zu den De poniescheinen eingereicht worden seien. Die Gesamtheit der Fuhrscheine, die in der Deponie abgegeben worden seien, Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht hätten für die Ermittlung der ab Baustelle gesamthaft abtransportierten Aushubmenge generell keine Aussagekraft, weil nicht der ganze Aushub in der Deponie entsorgt worden, sondern auch auf anderen Baustellen verteilt worden sei. Die angesprochene Differenz entspreche exakt ei- ner zweiten Transportfahrt am gleichen Tag. So 12 m3 beim Fuhrschein Nr. 85314, 16m 3 beim Fuhrschein Nr. 85353 und 16 m 3 beim Fuhrschein Nr. 85482. Diese 44 m 3 seien ganz offen- sichtlich nicht einer Deponie zugeführt, sondern anderswo abgeladen worden. Daraus lasse sich jedoch keine Schlussfolgerung auf die tatsächlich ab der Baustelle des Berufungsklägers abgeführte Menge ziehen. Vielmehr werde die tatsächliche Abfuhrmenge pro Tag einzig durch die vollständig ausgefüllten Fuhrscheine der Chauffeure ausgewiesen, wie sie als Sammelbei- lage (Klagbeilage 9) ediert worden seien. Der Berufungskläger reichte mit Eingabe vom 26. Mai 2023 zwar eine freiwillige Replik ein, nahm zum von der Gegenpartei allgemein eingenomme- nen Standpunkt, dass nicht der ganze Aushub in die Deponie abgeführt wurde, keine Stellung mehr. Abgesehen davon, dass damit die betreffenden Erläuterungen des Berufung sbeklagten als unbestritten zu gelten haben, sind diese für das Kantonsgericht auch plausibel. Der Ver- gleich der Aushubmenge gemäss den 20 Fuhrscheinen mit den Deponiescheinen und dazuge- hörigen Fuhrscheinen ist für die Ermittlung der Berechnungsgrundlage d er Vergütung gemäss dem vorliegend zur Diskussion stehenden Werkvertrag deshalb nicht geeignet und der Hinweis auf eine Differenz von 44 m 3 unerheblich. Hinzukommt, dass die aktenkundigen Deponieschei- ne nach Gewicht ausgestellt sind, was ein Vergleich der auf Volumen in Kubikmetern ausge- stellten Fuhrscheine verunmöglicht. Es bleibt deshalb dabei, dass die Fuhrscheine gemäss Klagbeilage 9 als die rechtserheblichen Urkundenbeweise für die Berechnungsgrundlage des vom Berufungsbeklagten eingeklagten Werklohnes zu betrachten sind. Bei diesem Befund kann schliesslich offenbleiben, ob die Erklärung des Berufungsbeklagten zu Fuhrschein Nr. 85482 als unechtes Novum überhaupt zuzulassen gewesen wäre oder nicht. 6.4.3 Weil bereits die im Recht liegenden Fuhrscheine g emäss Klagbeilage 9 den Vollbeweis des Aushubvolumens von 1'153 m3 zu erbringen vermögen, erübrigen sich grundsätzlich weite- re Ausführungen zur Beweistauglichkeit und -würdigung der Ausmass-Skizzen. Im Übrigen sei angefügt, dass auch dieses Dokument vom Be rufungskläger vorbehaltslos mitunterzeichnet wurde. Sodann basieren die hypothetischen Volumenberechnungen des Berufungsklägers zum Leervolumen des Bestandhauses, wie der Berufungsbeklagte zutreffend ausgeführt hat, auf reinen Behauptungen des Berufungsklägers. Zum Umwandlungsfaktor gehen die Ausführungen des Berufungsklägers an den Erwägungen der erstinstanzlichen Entscheidbegründung vorbei. Unter Ziffer 6 der Erwägungen (S. 8) kam des Zivilkreisgericht im Sinne einer Plausibilisierung selber zum Schluss, dass auch bei Anwendung eines niedrigeren Auflockerungsfaktors von 1.2 ein Volumen von 1'126.20 m 3 resultieren würde, welches kaum von der abgerechneten Menge von 1'135 m3 (recte: 1'153 m3) abweiche. Der Berufungskläger ist mit seinem Einwand in seiner Berufung ein Faktor von 1.15 bis 1.25 sei angemessen, nicht zu hören, weil er sich dabei nicht mit dem vorinstanzlichen Entscheid auseinandergesetzt hat. 7. Zusammenfassend ist der vorinstanzliche Entscheid vom 18. Oktober 2022 in Abweisung der Berufung vom 6. März 2023 zu bestätigen. Die Passivlegitimation des Berufungsklägers aus Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem streitgegenständlichen Werkvertrag und die Beweistauglichkeit der Fuhrscheine als Grund- lage der Rechnungsstellung für die Werklohnforderung des Berufungsbeklagten sind im Ein- klang mit der Vorinstanz zu bejahen. Bei diesem Befund kann zudem der novenrechtliche Ent- scheid bezüglich der behaupteten Vertragsparteistellung der einfachen Gesellschaft «Gebrüder B. ____» definitiv offenbleiben (vgl. E. 2.2). 8. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten für das Berufungsverfahren zu entscheiden. Massgebend für die Regelung der Kosten - und Entschädigungsfolgen sind die Bestimmungen der Art. 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind deshalb voll- umfänglich dem Berufungskläger aufzuerlegen. Zudem hat dieser der Gegenpartei eine Partei- entschädigung zu entrichten. Die Höhe der Prozesskosten richtet sich gemäss Art. 96 ZPO nach der kantonalen Verordnung über die Gebühren der Gerichte (Gebührentarif, GebT, SGS 170.31) und nach der kantonalen Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO; SGS 178.112). Die Gebühr für den vorliegenden Rechtsmittelentscheid wird auf CHF 1’500.00 f est- gesetzt, was aufgrund des Streitwerts in Höhe von CHF 15'266.85 (vgl. E. 1 hievor) und unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache als angemessen erscheint (§ 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. f Ziff. 2 und § 3 Abs. 1 GebT). Der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten hat mit Eingabe vom 15. Juni 2023 eine Honora rnote eingereicht Darin macht er namens seiner Klientschaft eine Parteientschädigung von CHF 4'787.40 (inkl. Auslagen und MWSt) geltend, bestehend aus einem Grundhonorar von CHF 3'600.00 und einem Zuschlag von 25% für die Komplexität der Streitsache (CHF 7 20.00) sowie Auslagen von CHF 125.10 und MWSt (CHF 342.30). Das Grundhonorar entspricht dem Maximalbetrag bei Streitigkeiten mit einem Streitwert zwischen CHF 10'000.00 und CHF 20'000.00 (§ 7 Abs. 1 lit. d TO). Ob ein Zuschlag für angebliche Komplexität ge rechtfertigt ist oder nicht, kann letztlich offenbleiben. Bereits die Vorinstanz gewährte in ihrem Entscheid einen solchen Zuschlag. Keine der Parteien hat dies beanstandet. Die Honorarnoten des Rechtsmittelverfahrens beider Parteivertreter sind bezüg- lich Grundhonorar und Zuschlag identisch. Der Berufungskläger liess sich zur Honorarnote der Gegenpartei nicht vernehmen, so dass das Kantonsgericht zusammenfassen d keinen Anlass hat, die grundsätzlich tarifkonforme Honorarnote von Advokat Lehner zu kürzen. Demzufolge ist der Berufungskläger zu verpflichten, dem Berufungsbeklagten eine Parteientschädigung von CHF 4'787.40 (inkl. Auslagen und MWSt) zu bezahlen. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen 2. Die Entscheidgebühr von CHF 1'500.00 für das Berufungsverfahren wird dem Berufungskläger auferlegt. Die Forderung des Staates wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1'500.00 verrechnet. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Der Berufungskläger hat dem Berufungsbeklagten eine Parteientschädi- gung von CHF 4'787.40 (inkl. Auslagen und MWSt) zu bezahlen. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher