<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00262</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106877&amp;W10_KEY=4467145&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00262</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.10.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Heilanpreisung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Werbeeinschränkungen für "allsan Zimachrom"<br/><br/>Anwendbar wäre die Rechtsmittelfrist von 10 Tagen nach Art. 55 Abs. 2 LMG. Aufgrund der Gerichtsferien erfolgte die Beschwerdeeinreichung aber rechtzeitig (E. 1a).<br/>Angefochten ist ein Zwischenentscheid; da ein nicht wieder zu behebender Nachteil glaubhaft gemacht wird, ist auf die Beschwerde einzutreten (E. 1b).<br/>Der Entzug der aufschiebenden Wirkung setzt besondere Gründe voraus. Solche können in einer unmittelbar bevorstehenden oder schweren Bedrohung von Polizeigütern bestehen. Der Entzug muss verhältnismässig sein (E. 2a).<br/>Geschütztes Gut ist i.c. Treu und Glauben im Geschäftsverkehr. Die Konsumenten sollen davor bewahrt werden, mittels Täuschung zum Kauf des Produkts angeregt zu werden. Die ihnen drohende Gefahr ist allerdings nicht sehr gross, zumal das beworbene Produkt nicht gesundheitsschädigend ist. Ein Entzug der aufschiebenden Wirkung ist daher nicht gerechtfertigt (E. 2b).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: AUFSCHIEBENDE WIRKUNG UND VORSORGLICHE MASSNAHMEN">AUFSCHIEBENDE WIRKUNG UND VORSORGLICHE MASSNAHMEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT">ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 53 lit. I LMG</span><br/><span class="gerade">Art. 55 lit. II LMG</span><br/><span class="ungerade">Art. 20 VO LMG</span><br/><span class="gerade">§ 19 lit. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 25 lit. I VRG</span><br/><span class="gerade">§ 53 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2002 Nr. 10 S. 51</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Das Bundesamt fÃ¼r Gesundheit Ã¼berliess dem Kantonalen Laboratorium ZÃ¼rich (fortan Kantonales Labor) mit Schreiben vom 7. Juni 2002 ein Inserat aus der Juni/Juli 2002âAusgabe der Zeitschrift "L", worin die Firma A AG das Produkt "X", eine NahrungsergÃ¤nzung mit Zink, Mangan und Chrom, anpries. Im Inserat ist der Satz "Hunger auf SÃ¼sses kann man jetzt stillen. Ohne SÃ¼sses." enthalten. Am 12. Juni 2002 beanstandete das Kantonale Labor das erwÃ¤hnte Inserat im Protokoll Nr. 01 gegenÃ¼ber der Firma A AG und verfÃ¼gte ab sofort die Einstellung der VerÃ¶ffentlichung von entsprechenden Inseraten. Dem Lauf der Einsprachefrist und der Einreichung einer Einsprache entzog das Kantonale Labor die aufschiebende Wirkung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Innert der angesetzten Frist von 5 Tagen, am 18. Juni 2002, erhob die A AG dagegen Einsprache, worin sie die Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 12. Juni 2002 sowie die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung verlangte. Am 25. Juni 2002 forderte sie das Kantonale Labor zu raschem Entscheid auf. Am 3. Juli 2002 wies das Kantonale Labor die Einsprache vollumfÃ¤nglich ab. Dem Lauf der Rekursfrist und der Einreichung eines allfÃ¤lligen Rekurses gegen den Einspracheentscheid wurde wiederum die aufschiebende Wirkung entzogen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Dagegen erhob die A AG am 15. Juli 2002 Rekurs bei der Gesundheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich, einerseits mit dem (prozessualen) Antrag, es sei die VerfÃ¼gung des Kantonalen Labors vom 3. Juli 2002 bezÃ¼glich des Entzugs der aufschiebenden Wirkung sofort aufzuheben und die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen, anderseits mit dem (Haupt-)Antrag, es sei die VerfÃ¼gung vom 3. Juli 2002 bzw. das mit VerfÃ¼gung vom 12. Juni 2002 ausgesprochene Werbeverbot fÃ¼r Inserate gemÃ¤ss Protokoll 01 aufzuheben. Mit VerfÃ¼gung vom 31. Juli 2002 wies die Gesundheitsdirektion den Rekurs der A AG betreffend den Entzug der aufschiebenden Wirkung ab und gab als RechtsmittelmÃ¶glichkeit die Beschwerde an das Verwaltungsgericht innert 30 Tagen ab Mitteilung des Entscheids an. Der Rekursentscheid in der Hauptsache ist noch nicht gefÃ¤llt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 21. August 2002 erhob die A AG vor Verwaltungsgericht Beschwerde gegen die VerfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion vom 31. Juli 2002 mit folgendem Antrag:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"Es sei die VerfÃ¼gung der Gesundheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich vom 31. Juli 2002 aufzuheben und es sei die vom Kantonalen Labor ZÃ¼rich in seiner VerfÃ¼gung vom 12. Juni 2002 entzogene aufschiebende Wirkung per sofort wiederherzustellen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Gesundheitsdirektion verwies in der Vernehmlassung auf die BegrÃ¼ndung des angefochtenen Entscheids und die Akten und verlangte Abweisung der Beschwerde. Das Kantonale Labor hielt in seiner Beschwerdeantwort vom 6. September 2002 unter anderem fest, dass die Anpreisungen im beanstandeten Inserat die lebensmittelrechtlichen Anforderungen nicht erfÃ¼llten. Das Produkt werde zwar als NahrungsergÃ¤nzung deklariert, die Aufmachung wirke aber wie diejenige eines Schlankheitsmittels. Durch eine breite Streuung dieser Inserate werde der TÃ¤uschungseffekt multipliziert und kÃ¶nne nicht dadurch korrigiert werden, dass das Inserat nach einigen Monaten nicht mehr erscheine. SinngemÃ¤ss wird damit ebenfalls die Abweisung der Beschwerde beantragt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) GemÃ¤ss Art. 53 Abs. 1 des Lebensmittelgesetzes vom 9. Oktober 1992 (LMG) regeln die Kantone das Einsprache- und Beschwerdeverfahren nach kantonalem Recht im Rahmen dieses Gesetzes. Art. 55 Abs. 2 LMG setzt die Frist fÃ¼r Beschwerden gegen VerfÃ¼gungen Ã¼ber Massnahmen der Lebensmittelkontrolle auf zehn Tage fest. Die Rechtsmittelbelehrung im vorinstanzlichen Entscheid nannte jedoch 30 Tage gemÃ¤ss § 53 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] und § 20 der (kantonalen) Verordnung zum eidgenÃ¶ssischen Lebensmittelgesetz vom 28. Juni 1995 (LS 817.1). Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts ist die Frist von Art. 55 Abs. 2 LMG auch bei WerbebeschrÃ¤nkungen fÃ¼r Lebensmittel anwendbar, mit denen die Konsumenten vor falschen Informationen geschÃ¼tzt werden sollen (RB 1999 Nr. 32; VGr, 20. Dezember 2001, VB.2001.00325, E. 1b); sie hÃ¤tte somit auch im vorliegenden Fall gegolten. Da Erlass, Zustellung und Weiterzug des angefochtenen Beschlusses aber innerhalb der vom 10. Juli bis 20. August dauernden Sommergerichtsferien erfolgten, welche den Lauf der Beschwerdefrist hemmten (§ 71 VRG in Verbindung mit § 140 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976), ist die Beschwerde jedoch rechtzeitig erhoben worden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Entscheid Ã¼ber den Entzug der aufschiebenden Wirkung bildet eine prozessleitende Anordnung. Soweit darÃ¼ber nicht zusammen mit der Anordnung in der Hauptsache befunden wird, handelt es sich um einen Zwischenentscheid, der unter den Voraussetzungen von § 19 Abs. 2 bzw. § 48 Abs. 2 VRG mit Rekurs oder mit Beschwerde selbstÃ¤ndig anfechtbar ist. Ein spÃ¤ter voraussichtlich nicht mehr behebbarer Nachteil ist dabei in aller Regel zu bejahen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19 N. 49, § 25 N. 20).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt vor, ihre Werbekampagne fÃ¼r das Produkt X werde durch das strittige Verbot in mehrfacher Weise stark beeintrÃ¤chtigt, da sie bereits produziertes Material nicht verwenden kÃ¶nne und letztlich vernichten mÃ¼sse, kostspielig neue Texte erstellen lassen mÃ¼sse, Inserate nicht erscheinen kÃ¶nnten, ein erheblicher Image- und Vertrauensverlust bei den DetailverkÃ¤ufern entstehe und schliesslich eine empfindliche Ertragseinbusse die Folge sei; den Gesamtschaden beziffert sie auf ca. Fr. 1'000'000.-. Obwohl dieser Betrag Ã¼bertrieben erscheint, ist es jedenfalls glaubhaft, dass die Massnahme fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin einen betrÃ¤chtlichen, nicht wieder zu behebenden Nachteil zur Folge hat bzw. hÃ¤tte. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">2. a) Nach § 25 Abs. 1 VRG kommen dem Lauf der Rekursfrist und der Einreichung des Rekurses aufschiebende Wirkung zu, wenn nicht mit der angefochtenen Anordnung aus besonderen GrÃ¼nden etwas anderes bestimmt wurde. Besondere GrÃ¼nde sind <span>bedeutende und dringliche Ã¶ffentliche und/oder private Anliegen, die den Interessen an einem Aufschub der Wirksamkeit einer Anordnung bis zur endgÃ¼ltigen KlÃ¤rung der Rechtslage vorgehen (Thomas Merkli/Arthur Aeschlimann/Ruth Herzog, Kommentar zum Gesetz Ã¼ber die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Art. 68 N. 16). An die in § 25 VRG aufgefÃ¼hrten besonderen GrÃ¼nde sind relativ hohe Anforderungen zu stellen. Es muss sich um besonders qualifizierte und zwingende GrÃ¼nde handeln, ohne dass allerdings ganz ausserordentliche GrÃ¼nde vorliegen mÃ¼ssten. Es ist erforderlich, dass ein schwerer Nachteil droht, wenn die aufschiebende Wirkung nicht entzogen wird. Dieser kann etwa in einer zeitlich unmittelbar bevorstehenden oder inhaltlich schweren Bedrohung bedeutender PolizeigÃ¼ter bestehen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 25 N. 13 mit Hinweisen). Als geschÃ¼tzte PolizeigÃ¼ter gelten allgemein die Ã¶ffentliche Ordnung, dann aber auch die RechtsgÃ¼ter der Einzelnen wie Leben, Gesundheit, kÃ¶rperliche Unversehrtheit, Freiheit, Eigentum (vgl. etwa Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 1902 ff.). Der Entscheid Ã¼ber die aufschiebende Wirkung muss sich daher gerade beim Entzug von wirtschaftlich bedeutsamen Bewilligungen danach richten, ob es eine schwere und unmittelbare GefÃ¤hrdung wichtiger Ã¶ffentlicher Interessen, beispielsweise die Bedrohung bedeutender PolizeigÃ¼ter, abzuwenden gilt (Fritz Gygi, Aufschiebende Wirkung und vorsorgliche Massnahmen in der Verwaltungsrechtspflege, ZBl 77/1976, S. 1 ff., 7). </span>Geht es um ein besonders wichtiges Polizeigut, dem ein hoher Eigenwert zukommt, z.B. die Ã¶ffentliche Gesundheit, so bedarf es zum Entzug der aufschiebenden Wirkung keiner besonders ausgeprÃ¤gten GefÃ¤hrdung (VGr, 24. Oktober 1997, VB.97.00469, E. 3a).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Liegen besondere GrÃ¼nde vor, so sind die fÃ¼r und gegen den Entzug sprechenden Interessen gegeneinander abzuwÃ¤gen, d.h. <span>analog zur Rechtsprechung bei vorsorglichen Massnahmen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 6 N. 10) muss sich auch der Entzug der aufschiebenden Wirkung in jedem Fall als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweisen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 25 N. 14; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Art. 68 N. 16).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Polizeigut, das durch den Entzug der aufschiebenden Wirkung geschÃ¼tzt werden soll, ist hier Treu und Glauben im GeschÃ¤ftsverkehr: Eine TÃ¤uschung des Publikums durch eine irrefÃ¼hrende Produktanpreisung soll vermieden werden. Zudem macht die Vorinstanz geltend, die Klassifikation des Produktes als Lebensmittel sei unklar. Der Schaden, der der Ãffentlichkeit bzw. dem interessierten Publikum entstehen kann, besteht also bei der Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung darin, dass Konsumentinnen und Konsumenten Ã¼ber die wirklichen Eigenschaften des angepriesenen Produktes in die Irre gefÃ¼hrt und daher zu einem Kauf angeregt werden kÃ¶nnen, den sie bei korrekter Warenanpreisung allenfalls unterlassen hÃ¤tten. Im Einzelnen sind folgende Aspekte von Bedeutung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>FÃ¼r das fragliche Produkt wird mit der Behauptung geworben, es vermindere bzw. stille den Appetit auf SÃ¼sses, ohne "sÃ¼ss" zu sein. Ob daraus mit den Vorinstanzen zu folgern ist, das Inserat suggeriere, beim beworbenen Produkt handle es sich um ein Schlankheitsmittel, bedarf nÃ¤herer PrÃ¼fung und ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Ohne der Beurteilung in der Sache vorzugreifen, lÃ¤sst sich indessen festhalten, dass vorliegend nicht damit geworben wird, durch den Konsum des beworbenen Produkts nehme man ab; es handelt sich somit nicht um die typische Schlankheitsmittelwerbung. Dementsprechend kann nicht von einer besonders grossen TÃ¤uschungsgefahr gesprochen werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Eine Packung X mit 100 Tabletten wird in der Apotheke fÃ¼r ca. Fr. 45.- verkauft. Der empfohlene Tageskonsum liegt bei einer Tablette pro Tag. Der materielle Schaden, den der einzelne Konsument bzw. die einzelne Konsumentin beim durch falsche Erwartungen geweckten Kauf erleidet, hÃ¤lt sich daher in Grenzen. Dabei darf unterstellt werden, dass die Konsumenten nach dem Konsum einer ganzen Packung, d.h. nach gut drei Monaten, aufgrund der gemachten Erfahrungen den Nutzen ihres Kaufes ohne Weiteres selbst beurteilen kÃ¶nnen und daher resistent gegen die "VerfÃ¼hrung" durch (unzutreffende) Werbung werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dass der Konsum von X in irgend einer Form gesundheitsgefÃ¤hrdend sei, ist nicht zu erwarten und wurde auch nie geltend gemacht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Schliesslich ist es unter dem Gesichtspunkt des Schutzes von PolizeigÃ¼tern wÃ¤hrend der Dauer des Rechtsmittelverfahrens nicht relevant, ob die Qualifikation von X als Nahrungsmittel oder evtl. als Medikament unsicher ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Insgesamt lÃ¤sst sich nicht sagen, dass ein hinreichend schwerer Nachteil fÃ¼r PolizeigÃ¼ter droht, wenn die aufschiebende Wirkung nicht entzogen wird. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, ohne dass die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der angefochtenen Massnahme geprÃ¼ft werden muss.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der angefochtene Entscheid der Gesundheitsdirektion vom 31. Juli 2002 wird aufgehoben und die aufschiebende Wirkung des Rekurses der A AG gegen die VerfÃ¼gung des Kantonalen Labors ZÃ¼rich vom 12. Juni 2002 wird wiederhergestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>