Handelsgericht des Kantons Zürich Einzelgericht Geschäfts-Nr.: HE150051-O U/dz Mitwirkend: der Oberrichter Dr. Johann Zürcher sowie die Gerichtsschreiberin Isabelle Monferrini Urteil vom 17. Februar 2015 in Sachen A._____ GmbH, Klägerin vertreten durch Fürsprecher X._____, gegen B._____ GmbH, Beklagte betreffend vorsorgliche Massnahme (Art. 261 ff. ZPO) - 2 - Rechtsbegehren: (act. 1) "1. Es sei der Gesuchsgegnerin per sofort die Verwendung des Begriffs 'C._____' vollständig zu verbieten, insbesondere für: a) die am tt.mm.2015 stattfindende Veranstaltung 'C._____ Switzerland 2015', inkl. Werbung, Durchführung und Unterlagen; b) die von der Gesuchstellerin betriebene Homepage www.C._____switzerland.com c) weitere von der Gesuchsgegnerin verwendete Medien wie fa- cebook, Twitter, google+, etc, inkl. E-Mail-Direktmarketing, Öffentlich- keits- und Pressearbeit; 2. Es sei das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) an- zuweisen, die Eintragung der Marke ' C._____ Switzerland' (beim IGE hängiges Gesuch Nr. …/2014) bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Hauptverfahrens auszusetzen; 3. Es sei die Gesuchsgegnerin resp. die von ihr mit dem Hosting der Homepage www.C._____switzerland.com beauftragte Dienstleistungs- unternehmung anzuweisen, die Homepage www.C._____switzerland.com zu löschen; 4. Es sei der Gesuchsgegnerin anlässlich der Veranstaltung vom tt.mm.2015 die Verwendung des Manuals der Gesuchstellerin zu ver- bieten; 5. Der Gesuchsgegnerin sei eine Busse gemäss Art. 292 StGB anzu- drohen wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung, für den Fall einer Widerhandlung gegen die vorgenannten Verbote (Ziffern 1, 3 und 4); 6. Die Gesuchsgegnerin sei zu verurteilen, die Verfahrenskosten so- wie die Anwaltskosten der Gesuchstellerin, zuzüglich Auslagen und MWST, zu tragen." - 3 - Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 1. Das Gesuch betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen ging am 17. Februar 2015 ein (act. 1). Die Parteien werden nachfolgend Klägerin und Beklagte ge- nannt. 2. Die Klägerin hat ihren Sitz in Wien, die Beklagte in Zürich. 3. Geht man vo n den klägerischen Vorbringen aus, ergibt sich das folgende Bild: Die Klägerin ist im Bereich der Unternehmensberatung tätig und betreibt eine Werbeagentur. Sie verfügt über zwei Gemeinschaftsmarken, wobei eine als Wort - /Bildmarke ausgestaltet ist. Beide t ragen das Zeichen "C._____" (act. 3/4, 5). Hin- sichtlich der Schweiz besteht kein Markenschutz. Unter besagtem Begriff entw i- ckelte die Klägerin ein Veranstaltungskonzept. Die Klägerin führte am tt. mm.2013 einen "C._____" in Wien durch. Am 30. März 2013 schl ossen die Parteien einen sogenannten Franchisevertrag, welch er die Beklagte berechtigte, eine jährliche Veranstaltung "nach dem System und den Richtlinien in Zürich" durchzuführen (act. 3/7, insbes. Ziff. 3.1). Gemäss Klägerin wurde der Vertrag im November 2014 aufgelöst, wobei sich die Beklagte verpflichtet habe, u.a. das Zeichen "C._____" nicht mehr zu verwenden. Gegen ihre Pflichten habe die Beklagte verstossen. Insbesondere wolle sie am tt.mm.2015 in Zürich eine Veranstaltung unter der Bezeichnung "C._____ Switzerland 2015" durchführen. Sie beabsichtige damit, der Klägerin "weiteren Schaden zuzufügen, insbesondere indem sie auch weiterhin internationale Partner für weitere Veranstal tungen anzuwe rben ge- denk[e] und auch beabsichtig[e], diese mit entsprechenden Unterlizenzen ausz u- statten" (act. 1 Ziff. 7). In diesem Verhalten sieht die Klägerin einen Verstoss ge- gen Art. 2 und Art. 3 lit. d UWG und einen Verstoss gegen vertragliche Pflichten. 4. Das Gesetz nennt in Art. 261 ZPO zwei Hauptvoraussetzu ngen für den Erlass vorsorglicher Massnahmen: Das Glaubhaftmachen eines (materiellen) Anspr u- ches und das Glaubhaftmachen eines nicht leicht wieder gutzumachenden Nac h-- 4 - teils. Neben der oben sub 3. zitierten Stelle aus dem Gesuch äussert sich die Klägerin in Ziff. 10 von act. 1 zum Thema des relevanten Nachteils. Mit dem Ve r- such, anlässlich ihrer Veranstaltung neue Sub -Lizenznehmer anzuwerben, welche das klägerische Konzept in anderen Ländern verbreiten sollen, könne es zur einer Ausbeutung des Konzepts kommen bzw. zu einem Verunmöglichen oder E r- schweren einer weiteren Lizenzierung. Die Klägerin schildert hier ein Szenario, welches ihr eigenes Auftreten im Markt völlig im Dunkeln lässt. Abgesehen von der schon drei Jahre zurückliegenden Veranstaltung in Wien werden keine B e- hauptungen über die kommerzielle oder sonstige Nutzung des erwähnten Kon- zepts bzw. der erwähnten Zeich en vorgetragen, geschweige denn substantiierte oder gar glaubhaft gemachte. Dies betrifft die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Hinter materielle Beeinträchtigungen wäre zudem insofern ein Frage- zeichen zu setzen, als die ins Recht gelegte Franchisevereinbarung (act. 3/7) kei- ne Zahlungspflichten der Beklagten enthielt (a.a.O., Ziff. 4). Das spricht gegen ei- nen Marktwert des Konzepts. Auch für die Geltendmachung immaterieller Nac h- teile, wie sie bei absoluten Rechten durchaus denkbar sind, wären Angaben über die persönliche Nutzung, welche durch das Verhal ten der Beklagten tangiert wü r- den, zu machen gewesen. So aber ist kein relevanter Nachteil ersichtlich bzw. kann kein Sachverhalt unter den Rechtsbegriff des nicht leicht wieder gutzuma- chenden Nachteils subsumiert werden. Damit kann das klägerische Massnahm e- gehren ungeachtet von Art und Inhalt einer Einlassung der Beklagten zu r Sache nicht gutgeheissen werden. Die weiteren Anspruchsvoraussetzungen sind nicht mehr zu prüfen. Das Begehren ist abzuweisen (Art. 253 ZPO). 5. Ausgangsgemäss wird die Klägerin kostenpflichtig. Der Streitwert übersteigt CHF 30'000. - 5 - Der Einzelrichter erkennt: 1. Das Massnahmebegehren wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr von CHF 2'000 wird der Klägerin auferlegt. 3. Entschädigungen werden keine zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte mit Doppeln von act. 1 und act. 3/2 - 22. 5. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert übersteigt CHF 30'000. Zürich, 17. Februar 2015 Handelsgericht des Kantons Zürich Einzelgericht Gerichtsschreiberin: Isabelle Monferrini