Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. Juni 2013 (720 11 59 / 133) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Posttraumatische Belastungsstörung, Gerichtsbegutachtung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jer mann, Kantonsrichter Michael Guex, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Guido Ehrler, Advokat, Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1971 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Juni 200 8 bis 31. Dezember 2008 als Mit- arbeiterin im Haus- und Reinigungsdienst des Spitals B.____ angestellt. Am 21. Oktober 2008 (Eingang) meldete sie sich ein erstes Mal unter Hinweis a uf multiple Schmerzen und eine In- somnie bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zu m Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle bei der Versicherten einen IV-Grad von 0%. Gestützt auf dieses Ergebnis wies sie - nach durchgeführtem Vorbe- scheidverfahren - mit Verfügung vom 5. Januar 2011 einen Anspruch von A.____ auf eine Ren- te ab. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat G uido Ehrler, am 9. Februar 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicher ungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in teilweiser Aufhebung der Verfügung vo m 5. Januar 2011 sei unter Einbezug des Zentrums für Folteropfer des Schweizerischen Roten Kreu zes eine unabhängige psychiatrische und neurologische Begutachtung anzuordnen. Eventualiter sei die IV-Stelle anzuweisen, ihr mit Wirkung ab 1. April 2009 mindestens eine Viertelsrente auszurichten; unter o/e- Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Bewilli gung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokat Ehrler als unentgeltlichen Rechtsvertreter. D ie Beschwerde begründete sie im We- sentlichen damit, dass die Verfügung auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. C. Mit Verfügung vom 25. Mai 2011 wurde der Beschwerd eführerin für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advo- kat Ehrler als unentgeltlicher Rechtsvertreter bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 23. August 2011 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 15. Dezember 2011 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Ang elegenheit gestützt auf die vorhan- denen medizinischen Akten nicht möglich ist. In der Folge stellte es den Fall aus und beauftrag- te das Begutachtungsinstitut C.____ mit einem polydiszipl inären Gutachten, welches am 21. Dezember 2012 erstattet wurde. F. Mit Eingaben vom 9. Januar 2013 und 6. März 2013 na hmen die Parteien zum Gutach- ten sowie zu den Auswirkungen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch Stel- lung. Während die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest- hielt, beantragte die Beschwerdeführerin die Durchführung weiterer Abklärungen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 9. Februar 2011 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Be schwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefocht enen Verfügung vom 5. Januar 2011 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person An spruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bun desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 d ie voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Kran kheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen) 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu w ürdigen und die Gründe an4zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die a ndere medizinische These abstellt. Hin- sichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c) 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenössisch en Versicherungsgerichts (EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung en) mit dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustelle n (vgl. die ausführlichen Zusammenstel- lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversiche- rung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltu ngsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 57 5/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der E rfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtlic he Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussag en. Bei der Abschätzung des Beweis- werts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswür digung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und um- fassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft w ertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Beha ndlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; U rteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsg utachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die beh andelnden Ärzte zu anderslauten- den Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf- drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der B egutachtung unerkannt oder unge- würdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25 . Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen) 4.4 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperli- che Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von A rt. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen gute n Willens, die verbleibende Leistungs- fähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Ford erbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 102 V 165; AHI-Praxis 2001 S. 22 8 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen die folgenden medizi- nischen Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1 Im Bericht vom 10. Mai 2002 diagnostizierten Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, eine schwere posttraumatische Belastungsstörung mit latenter Suizidali tät, Merkfähigkeits- und Gedächtnis- störungen (ICD-10 F43.1) bei Status nach Inhaftierung und Folterung im Irak (ICD-10 Z65.1, Z65.4). Die Versicherte leide unter ausgeprägten Fla shbacks und Albträumen, Schlaflosigkeit, einer depressiven Grundstimmung mit Antriebsarmut, le ichter Reizbarkeit, passiven Todeswün- schen und intermittierenden Suizidgedanken. Zudem zeige die Versicherte eine Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörung, die wohl am ehesten im Rahmen de r schweren Traumatisierung zu verstehen sei. Des Weiteren leide die Patientin unter einer ausgeprägten Schmerzsymptomatik, welche sicherlich teilweise schwere organische Korrelate (Diskushernie) aufweise. 5.2 Im Abschluss- und Verlaufsbericht vom 16. November 200 7 diagnostizierten Dr. D.____ und Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, eine andauernde Persönlichkeits- veränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), Anpassungsprobleme bei Veränderung der Lebensumstände (ICD-10 Z60.0) und Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10 Z63.3). Eine abschliessende Beurteilung sei schw ierig, da die Versicherte die Behand- lung kurz nach Erteilung der C-Bewilligung abgebroche n habe und deshalb der Eindruck ent- stehe, dass die Behandlung weitgehend funktionalisiert worden sei. Mit der Erteilung der Auf- enthaltsbewilligung werde der Versicherten und ihrer Familie die Angst vor einer Abschiebung in die Heimat genommen. Offensichtlich sei sie in der L age, für sich und ihre Familie eine Zu- kunftsperspektive zu entwickeln, was sich insgesamt positiv auf die von ihr angegebene Sym- ptomatik auswirke. Da sich die Versicherte nicht mehr geme ldet habe, werde von einem Ab- bruch der Behandlung ausgegangen. 5.3 Der behandelnde Arzt Dr. F.____ diagnostizierte a m 10. August 2009 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), einen Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (IC D-10 F43.1) und Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10 Z63.3). Von de r Versicherten würden ständige Traurig- keit und in letzter Zeit zunehmende Ohnmachtsanfälle a ngegeben, welche die Konzentrations- fähigkeit nachhaltig beeinträchtigen würden. Es bestünd e eine Somatisierungstendenz. Inwie- weit sich die vermutete posttraumatische Belastungsstörung auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, habe bisher nicht verifiziert werden können. Aus psychiatr ischer Sicht bestünde eine Ein- schränkung der Leistungsfähigkeit von 20% bis 30%. 5.4 Die IV-Stelle beauftragte das Begutachtungsinstitu t G.____ mit einem polydisziplinären Gutachten, welches am 1. Dezember 2009 erstattet wurde . Darin erhoben die Gutachter keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit be- stünden eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (IC D-10 F45.4), ein chronisches zervi- cozephales Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0), eine Insomnie b ei Restless Legs-Syndrom (ICD-10 G25.8) und rezidivierende Stürze unklarer Ursache (ICD-10 R29.6). Aus somatischer Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sicht könne eine Druckempfindlichkeit der Ansätze der Nacke nmuskulatur am Hinterkopf bei eigentlich freier Beweglichkeit der Halswirbelsäule (H WS) festgestellt werden. Es bestünden keine Hinweise auf eine radikuläre Reiz- bzw. sensomotori sche Ausfallsymptomatik. Radiomor- phologisch würden bei der Explorandin leichte bis maxim al mässiggradige degenerative Verän- derungen im Bereich des oberen Achsenskeletts vorliegen. Gemäss anamnestischen Angaben der Explorandin erfülle sie die Kriterien für das Vor liegen eines Restless-Legs-Syndroms. Die von ihr geschilderten rezidivierenden Stürze seien am eh esten als funktionell bedingt einzustu- fen. Insgesamt sei die Explorandin aus somatischer Sich t in ihrer angestammten beruflichen Tätigkeit als Putzfrau und Lingeriemitarbeiterin vollzeitig arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht könne lediglich die Diagnose einer anhaltenden somatof ormen Schmerzstörung gestellt wer- den. Eine psychiatrische Komorbidität liege nicht vor. Zudem würden Hinweise auf unbewusste Konflikte fehlen und ein primärer Krankheitsgewinn s ei nicht vorhanden. Insgesamt sei es ihr zuzumuten, trotz der geklagten Beschwerden die notwendige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Ei nzig körperlich schwer belastende Tä- tigkeiten oder solche mit Selbst- und Fremdgefährdung seien nicht mehr möglich. 5.5 Am 8. März 2010 diagnostizierte Dr. med. H.____, F MH Physikalische Medizin und Re- habilitation sowie Rheumatologie, eine seit sieben Jah ren bestehende mittelschwere, eventuell schwere depressive Episode im Rahmen einer posttraumatische n Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) mit schwerer Insomnie und einen konsekutiven Abusu s von Hypnotica, ein chronisches tendomyotisches Zervikalsyndrom und Zervikokranialsyndrom mi t Spannungskopfschmerzen, einen Verdacht auf Neurokompression in der Loge de Gui llon rechts (nervus ulnaris) und auf eine durch Stress ausgelöste Schilddrüsenstörung. Zwar beg ründe das Schmerzsyndrom keine Berentung. Indes sei die psychische Beeinträchtigung klar ausgewiesen. So begründe bereits das mittelgradige depressive Syndrom eine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Weiter bestünde eine schwere Insomnie mit Entwicklung ei ner Abhängigkeit auf Hypnotika we- gen Angst/Furcht. 5.6 Im Bericht vom 23. August 2010 stellte Dr. F.____ eine rezidivierende depressive Stö- rung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.01) mit somatischem Syndrom, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), Schwierigkei ten mit der kulturellen Eingewöh- nung (ICD-10 Z63.3) und differenzialdiagnostisch eine dissoziative Störung (Konversationsstö- rung; ICD-10 F44.8) im Zusammenhang mit der kulturell en Herkunft fest. Mangelnde Bildung und Arbeitserfahrung sowie fehlende Anerkennung seien die Gründe für eine verminderte Leistungs- und Belastungsfähigkeit. Aus rein psychiatrische r Sicht bestünde eine Arbeitsunfä- higkeit von 20% bis 30%. 5.7 Am 14. Juli 2011 hielten die Gutachter des Beguta chtungsinstituts G.____ ergänzend fest, dass aufgrund der Angaben der Versicherten in der psychiatrischen Untersuchung nicht von einer schweren Belastungssituation gesprochen werden könne, die bei praktisch jeder be- troffenen Person zu einer schweren psychischen Störung f ühren würde. Sie habe keine Flash- backs erwähnt und berichte, höchst selten davon zu träumen, geschlagen worden zu sein. Zu- dem seien weder eine Gleichgültigkeit noch eine Teiln ahmslosigkeit der Umgebung gegenüber festgestellt worden, was bei Vorliegen einer posttraum atischen Belastungsstörung regelmässig Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestehe. Es seien demnach weder die Voraussetzungen noch die Symptome einer solchen Störung festzustellen. Die vom behandelnden Psychiater Dr. F.____ genannten Gründe für die verminderte Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit seien krankheitsfremd und würden aus medi- zinischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit b egründen. Der Rheumatologe Dr. H.____ gehe von einer mittelgradigen bis schwer depressiven Störung mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. An den Schlussfolgerungen im Gutachten vom 1. Dezember 2009 würde deshalb festgehalten. 5.8 Nachdem das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberat ung vom 15. Dezember 2011 zur Auffassung gelangte, die Beurteilung im Gutachten des Begutachtungsinstituts G.____ vom 1. Dezember 2009 sei nicht in Kenntnis der vollständigen Vorakten abgegeben worden und auch die ergänzende Stellungnahme vom 14. Juli 2011 nicht als hinreichend beweiskräftig be- urteilte, beauftragte es das Begutachtungsinstitut C._ ___ mit der Ausfertigung eines polydis- ziplinären Gutachtens. Am 21. Dezember 2012 wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronischer Kopfschmerz vom Spannungstyp mit erhöhter Schmerzempfindlichkeit der pe- rikraniellen Muskeln (ICD-10 G44.22) und ein arzneimitt elinduzierter Kopfschmerz (Analgeti- kaabusus; ICD-10 G44.41) diagnostiziert. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine gegenwärtig remittierte depressive Episode (ICD-10 F3 2.5), ein regrediertes zervikovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.2), eine episodische Migräne ohne Aura (ICD-10 M43.0) sowie der Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom rechts (ICD-10 G56.0). Aus psychiatrischer Sicht sei aktuell keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähi gkeit auszumachen. Insbesondere habe die in den Akten erwähnte posttraumatische Belastungsstöru ng mangels Vorliegen des A- Kriteriums (Konfrontation mit einem traumatischen Ere ignis) nie bestanden. Auch die vom Be- gutachtungsinstitut G.____ diagnostizierte anhaltende so matoforme Schmerzstörung könne nicht bestätigt werden, da bei der Versicherten nicht da s Bild einer schweren, quälenden und belastenden Schmerzproblematik vorhanden sei. Das Vorlie gen einer Insomnie sei ebenfalls nicht belegt. Bei der Durchsicht der vorliegenden Berich te falle auf, dass diese vorwiegend auf den subjektiven Angaben der Versicherten beruhen würde n, ohne hinreichende Berücksichti- gung der objektiven Befunde. Die Explorandin nehme s eit mehreren Monaten keine psychiatri- sche Behandlung mehr in Anspruch. Dies sei auch nicht n otwendig, da die depressive Episode gegenwärtig remittiert sei. Da der neurologische Guta chter anlässlich der Untersuchung keine Hinweise auf gravierende neuropsychologische Defizite fest gestellt habe, sei nach vertiefter Diskussion im Rahmen der Konsensuskonferenz auf die Durchfü hrung einer ausgedehnten neuropsychologischen Testung verzichtet worden. Aufgrund der chronischen und permanenten Nacken- und Kopfschmerzen bestünde aus gesamtmedizinischer Sicht sowohl in der bisherigen Tätigkeit als Raumpflegerin oder Lingeriemitarbeiterin als auch in einer angepassten Verweistä- tigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Die Reduktion um 20% ergebe sich aus einem vermehrten Pausenbedarf. 5.9 In seiner Stellungnahme vom 20. Februar 2013 zum G utachten des Begutachtungsinsti- tuts C.____ vom 21. Dezember 2012 hielt der behandelnde Arzt Dr. H.____ fest, dass die rheu- matologische Beurteilung vollständig und nachvollziehbar sei. In psychiatrischer Hinsicht seien die Diagnosen aber unvollständig. So würden die Schla fstörung und der Gebrauch von Schlaf- mitteln und/oder Beruhigungsmitteln nicht aufgeführt . Die Versicherte habe stets den Eindruck Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht hinterlassen, an sehr quälenden Schmerzen zu leiden un d darauf fixiert zu sein. Aus diesem Grund habe die in den Vorgutachten und den Berichten der behandelnden Ärzte diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung nach wie vor Bestan d. Insgesamt sei die psychiatri- sche Beurteilung nicht konsistent. 6.1 Wie oben (vgl. E. 4.2 hiervor) ausgeführt, ist hin sichtlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes entscheidend, ob der Bericht für die streitigen B elange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden b erücksichtigt, in Kenntnis der Vor- akten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Das Gutachten des Begu tachtungsinstituts C.____ vom 21. Dezember 2012 beruht auf eingehenden Untersuchungen der Versicherten und berücksich- tigt die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte. Zudem gingen die Gutachter auf die Beschwerden der Versicherten ein und vermitteln ein hinreichendes Bild über deren Ge- sundheitszustand. Es wird deutlich, dass die Versicherte mi t Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an einem chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp mit erhöhte r Schmerzempfindlichkeit der perikraniellen Muskeln und einem arzneimittelinduzierten Kopfschmerz leidet. Zudem legen die Gutachter überzeugend dar, dass die in den Akten erwähnt e posttraumatische Belastungsstö- rung nie bestanden hat. Weiter wurden die Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer Insomnie nicht bestätigt. Schl iesslich wurde einleuchtend erkannt, dass die depressive Episode gegenwärtig remittiert ist. V or diesem Hintergrund ist auch die fachärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nachvollzie hbar begründet und es ist mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschw erdeführerin aus gesamt- medizinischer Sicht sowohl in der bisherigen Tätigkeit a ls Raumpflegerin oder Lingeriemitarbei- terin als auch in einer angepassten Verweistätigkeit ei ne verminderte Leistungsfähigkeit von 20% aufweist. Die Beurteilung im Gutachten des Begut achtungsinstituts C.____ ist somit so- wohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus ge- zogenen Schlussfolgerungen überzeugend und deshalb bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage massgebend. 6.2 Daran vermag die Kritik der Beschwerdeführerin an der psychiatrischen Beurteilung nichts zu ändern. Soweit sie einwendet, mit der Behaup tung der psychiatrischen Gutachterin, wonach nie eine posttraumatische Belastungsstörung bestan den habe, werde die fachliche Qualifikation von Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in Frage gestellt, kann ihr nicht gefolgt werden. Abgesehen davon, dass der Beri cht vom 10. Mai 2002 nicht von Dr. I.____ verfasst wurde, ist festzustellen, dass im Einkl ang mit der Beurteilung im Gutachten des Begutachtungsinstituts C.____ auch der behandelnde Psychiater Dr. F.____ in seinem neu- eren Bericht vom 23. August 2010 weder eine posttraum atischen Belastungsstörung noch eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelast ung diagnostiziert. Wenn die Be- schwerdeführerin weiter beanstandet, aus dem Gutachten s ei nicht ersichtlich, dass sie im Rahmen der Exploration strukturiert zum "A-Kriterium" b efragt worden sei, ist ihr entgegenzu- halten, dass das psychiatrische Gutachten eine ausführliche Anamnese enthält, worin auch vermerkt ist, dass die Versicherte während mehreren Monat en im Irak inhaftiert war und einen Schlag mit einem Gewehrkolben in den Nacken erlitten hat. Nach einlässlicher Auseinanderset- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht zung mit der festgestellten Symptomatik, den Ergebnissen des durchgeführten Rey Memory Tests (RMT), wonach Anhaltspunkte für Aggravation/Simulation bestehen, und den aktenkundi- gen Einschätzungen der behandelnden Ärzte ist die psychia trische Gutachterin aber zur über- zeugenden Auffassung gelangt, dass weder eine posttraum atische Belastungsstörung noch eine andere psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit besteht. Auch die Kritik des behandelnden Arztes Dr. H.____ am Gutachten des Begutachtungsinstituts C.____ vermag daran nichts zu ändern. Abgesehen davon, dass Dr . H.____ Rheumatologe und daher kein Facharzt der Psychiatrie ist und weiter rechtsprechung sgemäss der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen, benennt er in seinem Bericht keine Aspekte, die i m Rahmen der Begutachtung durch das Begutachtungsinstitut C.____ unerkannt oder ungewürdig t geblieben wären. Demnach ist der Bestand einer die Arbeitsfähigkeit einschränkenden psychi schen Erkrankung nicht rechtsge- nüglich erstellt und die Vorbringen der Beschwerdeführe rin vermögen die ausschlaggebende Beweiskraft des Gerichtsgutachtens nicht in Zweifel zu ziehe n. Insgesamt lässt dieses eine zu- verlässige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigk eit des Versicherten zu, weshalb in anti- zipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mi t zahlreichen Hinweisen) auf die von der Beschwerdeführerin beantragte zusätzliche Abklärung verzichtet werden kann. 7. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 7.1.1 Ausschlaggebend für die Höhe des Valideneinkomme ns ist das Einkommen, das die versicherte Person mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erzielen würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre. In der Regel ist es das zuletzt verdiente Einkommen, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit fortgesetzt worden wäre. Das beim letzten Arbeitgeber verdiente Jahresein- kommen ist jedoch für die Höhe des Valideneinkommens nich t massgebend, wenn mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass di e versicherte Person im Gesund- heitsfall nicht mehr beim bisherigen Arbeitgeber täti g wäre. In diesem Fall rechtfertigt sich das Abstellen auf die Tabellenlöhne (vgl. Urteil des Bunde sgerichts vom 14. April 2010, 9C_130/2010, E. 3.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). 7.1.2 Das Arbeitsverhältnis der Beschwerdeführerin wurde gemäss den Angaben im Fragebo- gen für Arbeitgebende vom 13. November 2008 befrist et bis Ende 2008 abgeschlossen. Ob danach eine feste Anstellung der Beschwerdeführerin in Frage gekommen wäre, ist aufgrund Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der vorliegenden Unterlagen nicht hinreichend erstellt . Aus diesem Grund kann für die Bemes- sung des Valideneinkommens nicht auf das Einkommen beim l etzten Arbeitgeber abgestellt werden. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle das Valideneinkommen aufgrund der Tabellenlöhne berechnet hat. Das von der Beschwerd egegnerin gestützt auf die Schweize- rische Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) für das Jahr 2008, Tabelle TA1, Zentralwert für die mit einfachen und repetitive n Aufgaben (Anforderungsniveau 4) be- schäftigten Frauen im privaten Sektor ermittelte und de r Nominallohnentwicklung angepasste Valideneinkommen von Fr. 52'572.-- erweist sich als korrekt. 7.2.1 Da der Versicherten aus medizinischer Sicht sowohl di e bisherige Tätigkeit als auch angepasste Verweistätigkeiten zumutbar sind, bildet das oben errechnete Valideneinkommen die Grundlage für die Bestimmung des massgebenden Inval ideneinkommens. Bei einer verblei- benden Restarbeitsfähigkeit von 80% resultiert ein h ypothetisches Einkommen von rund Fr. 42'060.-- (Fr. 52'572.-- x 80%). 7.2.2 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen We rt sind praxisgemäss verschie- dene Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 126 V 75 ff. hat das EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterent wickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persön- lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalle s abhängt (leidensbedingte Ein- schränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalitä t/ Aufenthaltskategorie und Beschäfti- gungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaf t zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung al ler jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines od er mehrerer der genannten Merk- male ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähig keit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verw erten kann. Der gesamthaft vorzu- nehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorin- stanz setzt. Hingegen ist zu beurteilen, ob der zu über prüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in ei- nem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich das Gericht dem- nach auf Gegebenheiten abstützen können, die eine abw eichende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis, Urteil des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 7.2.3 Wie die IV-Stelle in ihrer Stellungnahme vom 9 . Januar 2013 zutreffend ausführt, ist vorliegend kein Grund für die Vornahme eines Abzugs vom T abellenlohn gegeben. So wurden die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Versicherten bereits in der Beurteilung des zumut- baren Leistungsprofils und der daraus resultierenden L eistungseinschränkung ausreichend be- rücksichtigt. Zudem ist zu beachten, dass sich die Verrichtung einer Teilzeitbeschäftigung bei Frauen in den Anforderungsniveaus 3 und 4 im Vergleich zu einer Vollzeitbeschäftigung laut Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht den massgebenden LSE-Erhebungen nicht lohnmindernd au swirkt. Weder das Alter noch die Nationalität rechtfertigen beim Invalideneinkommen, welches auf dem Anforderungsniveau 4 für einfache und repetitive Tätigkeiten beruht, einen zusä tzlichen Abzug. Unter Würdigung der ge- gebenen Umstände und in Berücksichtigung der in Betracht fallenden Merkmale ist deshalb bei der Ermittlung des Invalideneinkommens kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen. 7.3 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalidene inkommen von Fr. 42'060.-- dem oben (vgl. E. 7.1.2 hiervor) ermittelten Valideneinkom men von Fr. 52'572.-- gegenüber, so re- sultiert daraus ein rentenausschliessender IV-Grad von 20 %. Die angefochtene Verfügung vom 5. Januar 2011, mit welcher der Anspruch der Beschwerde führerin auf eine IV-Rente verneint wurde, ist im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde deshalb abzuweisen. 8.1 Die Kosten der Begutachtung durch das Begutachtungsi nstitut C.____ in der Höhe von Fr. 12'129.70 sind der IV-Stelle aufzuerlegen (BGE 137 V 210 E. 4.4.2). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 und 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor kantonalem Versi- cherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah renskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Entspre chend dem Ausgang dieses Ver- fahrens hätte die Beschwerdeführerin die Verfahrenskoste n zu tragen. Angesichts der Tatsa- che, dass zur Durchführung der vom Gericht als notwendig e rachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage gekommen wäre, eine solche indessen mit Blick auf die Wah- rung der Verfahrensfairness entfallen ist, was zur Folge gehabt hätte, dass der Beschwerdefüh- rerin keine Verfahrenskosten auferlegt worden wären, h at diese trotz des Unterliegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Es werden deshalb keine Verfahrenskosten erhoben. 8.3 Unter diesen Umständen ist der Beschwerdeführerin g rundsätzlich auch dann eine volle Parteientschädigung zu Lasten der Verwaltung zuzuspreche n, wenn die Beschwerde gestützt auf die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens abzuweisen ist . Der Rechtsvertreter der Beschwer- deführerin hat in seiner Honorarnote vom 27. März 2013 für das vorliegende Beschwerdever- fahren einen Zeitaufwand von 15,67 Stunden und Auslag en von Fr. 148.55 ausgewiesen, was angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfrag en sowie des Aktenumfangs nicht zu beanstanden ist. Damit ist der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfah- ren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'3 91.35 (15,67 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 148.55 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 12'129.70 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 4'391.35 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht