A. Verwaltungsentscheide 1492 19 geplant, womit durch den Ganzjahresbetrieb auch die Erhaltung der Flächen geeigneten Kulturlandes nicht gefährdet wird. D amit werden durch das Umnutzungsvorhaben die wichtigen Anliegen der Rau m- planung nicht in Frage gestellt (Art. 43 Abs. 1 lit. f RPV). Departement Bau und Umwelt, 30.03 2010 1492 Nutzungsplanverfahren: Besteht über einem Gebiet eine Quartie r- planpflicht, ist die Gemeinde verpflichtet, einen Sondernutzungsplan auszuarbeiten. Auf ein entsprechendes Gesuch kann nicht mit dem Argument eingetreten werden, dass die Planentwürfe eines Grunde i- gentümers ungenügend seien. 4 a) Der Rekurrent bringt weiter vor, dass er a m 28. Oktober 2008 das Gesuch um Erlass eines Sondernutzungsplans eingereicht und gleichzeitig die erforderlichen Planunterlagen beigelegt habe, denen zu entnehmen sei, dass die Rahmenbedingungen erfüllt werden kön n- ten. Wenn die Vorinstanz nun behaupte, di e Voraussetzungen für die Ausarbeitung bzw. den Erlass eines Sondernutzungsplanes seien nicht gegeben und auf das Gesuch könne daher nicht eingetreten werden, so handle sie rechtsmissbräuc hlich und willkürlich, nachdem sämtliche Unterlagen eingereicht word en seien. Die Vorinstanz sei verpflichtet, das Gesuch materiell zu behandeln und rekursfähig zu entscheiden (Art. 37 Abs. 1 BauG). Sollte die Rekursinstanz befi nden, die bis anhin unterbreiteten Planunterlagen genügten nicht für einen materiellrechtlichen Entscheid der Vorinstanz, so sei der Rekurrent selbstredend jederzeit bereit, allfällige weitere Unterlagen beizubri n- gen. b) Gemäss dem Bericht zum Gemeinderichtplan, der am 4. November 1994 vom Gemeinderat G. erlassen und am 22. Oktober 1996 vom Regierung srat des Kantons Appenzell A. Rh. genehmigt wurde, wurde das Gebiet der S . der Intensiverholungszone zugeschieden und als quartierplanpflichtiges Gebiet bezeichnet. Der Bericht führt aus, dass innerhalb dieser Intensiverholungszone Ne u- bauten nur aufgrund e ines rechtsgültigen Quartierplanes erstellt we r- den dürfen ( S. 7 des erwähnten Berichtes). Dies sieht auch Art. 25 A. Verwaltungsentscheide 1492 20 des Baureglements der Gemeinde G (BauR) vor, indem Neubauten in der Intensiverholungszone nur aufgrund eines rechtsgültigen So n- dernutzungsplans erstellt werden dürfen. Zurzeit besteht über dem fraglichen Gebiet S. kein rechtskräftiger Sondernutzungsplan. Die I n- tensiverholungszone wurde noch unte r altem, inzwischen aufgehob e- nem Recht genehmigt (Gesetz über die Einführung des Bundesgese t- zes über d ie Raumpla nung [EG zum RPG] ). Gemäss Art. 33 Abs. 1 EG zum RPG gehören Erholungs - und Sportbauten mit grösseren Bauvolumen, Verkehrsaufkommen oder Immissionen sowie Reithallen und gewerbliche Reitställe in Intensiverholungszonen, soweit sie nicht auch in a nderen Bauzonen bewilligt werden können. Camping - und Zeltplätze sind nur in I ntensiv-Erholungszonen zulässig (Abs. 2). Das am 1. Januar 2004 in Kraft gesetzte Baugesetz hob dieses EG zum RPG auf und bestimmte in Art. 123 Abs. 2, dass vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes genehmigte Richt -, Schutz-, und Nu tzungspläne bis zu ihrer Anpassung in Kraft bleiben. Weil bis heute keine Ortsplanr e- vision, die das fragliche Gebiet betrifft, durchgeführt worden ist, bleibt für die Zuweisung der Intensiverholungszone de r Zonenplan von 1996 massgebend. Die Zonenvorschriften des EG zum RPG betreffend I n- tensiverholungszonen wurden dagegen aufg ehoben (Art. 125 Abs. 1 BauG). Gemäss Art. 27 Abs. 2 BauG ist die genaue Zweckbesti m- mung der Intensiverholungszone im Zonenplan zu be zeichnen. Die genaue Zweckbestimmung der noch unter altem Recht genehmigten Intensiverholungszone wurde nach dem Inkrafttreten des Baugese t- zes noch nicht im Zonenplan bezeichnet, wie dies Art. 27 Abs. 2 BauG zwingend verlangt (zum Ganzen Urteil des Verwalt ungsgerichts vom 27. Februar 2008). Gemäss Art. 42 Abs. 1 BauG erarbeitet und erlässt der Gemeinderat einen Sondernutzungsplan von Amtes wegen oder auf Begehren der Mehrheit von Grundeigentümerinnen und Grunde i- gentümern, denen zugleich mehr als die Hälfte des einzubeziehenden Gebiets gehört. Dabei können antragsberechtigte Grundeigentüm e- rinnen oder Grundeigentümer dem Gemeinderat eigene, unverbindl i- che Planentwürfe zur Beschlussfassung vorlegen (Abs. 4). Der G e- meinderat veranlasst deren Überprüfung und allfällige Bereinigung. c) Der Rekurrent hat um Erlass eines Sondernutzungsplans e r- sucht und dazu einige Unterlagen eingereicht. Die Vorinstanz führt im Nichteintretensentscheid aus, der Rekurrent habe die für die Ausa r- beitung und den Erlass eines Sondernutzu ngsplanes erforderlichen Unterlagen nicht bereitgestellt, weshalb sie auf das Gesuch nicht ei n-A. Verwaltungsentscheide 1492 21 getreten seien. Wenn das Begehren von einem Grundeigentümer ausgehe, müsse dieser zumindest unverbindliche Planentwürfe vorl e- gen bzw. aufzeigen, wie die von der V orinstanz bekannt gegebenen Rahmenbedingungen erfüllt werden können. Unbestritten ist, dass der Rekurrent berechtigt war, ein Gesuch um Erlass eines Sondernu t- zungsplanes einzureichen. Dabei können gemäss Art. 42 Abs. 4 BauG Grun deigentümer unverbindliche P lanentwürfe einreichen, sie müssen jedoch nicht, wie dies die Vorinstanz ausgeführt hat. d) Gemäss Art. 27 Abs. 2 BauG müsste die Gemeinde vor Erlass eines Sondernutzungsplanes zuerst die genaue Zweckbestimmung der Intensiverholungszone im Zonenplan besti mmen, was sie bis he u- te noch nicht gemacht hat. Dies wird auch im Bericht der S. P. AG vom 3. Dezember 2008 ausgeführt, indem festgehalten wird, dass die Planungshoheit für die Festlegung des genauen Zonenzwecks bei der Gemeinde als Planungsbehörde liege. Die Gemeinde habe zu en t- scheiden, welches die planerischen Absichten und öffentlichen Int e- ressen im fraglichen Gebiet bzw. die Rahmenbedingungen für die pr i- vaten Nutzungen sind. Da noch keine Zweckbesti mmung vorhanden ist, hat die Vorinstanz im Sondernutzu ngsplan zu besti mmen, welche planerischen Absichten in der Intensiverholungszone bestehen. Die Vorinstanz kann sich nicht einfach ihrer Verantwortung entziehen, i n- dem sie auf die a ngeblich mangelhaften Unterlagen des Rekurrenten verweist, zumal sie ganz kl ar für die Erarbeitung und den Erlass eines Sondernutzungsplans zuständig ist und vor der Realisierung von Neubauten ein Quartierplan erlassen werden muss. Die Vorinstanz geht deshalb fehl in der Annahme, dass aufgrund allfälliger mange l- hafter Pläne kein S ondernutzungsplan zu erarbeiten ist, zumal die Planentwürfe eines Grundeigentümers gemäss Art. 42 Abs. 4 BauG unverbindlich sind. Im Weiteren ist zu sagen, dass gemäss internen Abklärungen des Departements Bau und Umwelt die eingereichten Unterlagen in die Beschlussfassung des Sondernutzungsplans mi t- einbezogen werden können d.h. die Angaben des Rekurrenten als Grundlage für den Quartierplan genügen würden. Insbesondere ein Businessplan wird für die Ausarbeitung eines Sondernutzungsplans nicht benötigt. Die Finanzierung eines Projekts ist nicht Vorausse t- zung für die Ausarbeitung und den Erlass eines Sondernutzungspl a- nes. Ein Investor wird sich eher finden lassen, wenn ein Sondernu t- zungsplan bereits in Kraft ist als vor dessen Erlass. A. Verwaltungsentscheide 1493 22 5a) Ist nach Art. 41 Abs . 2 VRPG der Sach verhalt von der V o- rinstanz ungenügend abgeklärt oder die angefochtene Verfügung u n- ter Verletzung wesentlicher Verfahren sgrundsätze erlassen worden, kann die Rekursbehörde die Sache zu neuer Beurteilung an die V o- rinstanz zurückweisen und di eser konkrete Weisungen erteilen. Zu- sammenfassend ist die Vorinstanz zu Unrecht nicht auf das Begehren des Rekurrenten eingetreten, da über dem Gebiet S. eine Quartie r- planpflicht besteht d.h. die Vorinstanz ist verpflichtet einen Sondernu t- zungsplan auszuarbeiten wobei der Rekurrent Unterlagen ei ngereicht hat, die für die Ausarbeitung eines Sondernutzungsplanes hinzugez o- gen werden können. Der Rekurs ist gutzuheissen. Die Sache wird an die Vorinstanz zurückgewiesen. Diese wird verpflichtet das Gesuch materiell zu behandeln und einen Sondernutzungsplan zu erlassen. Departement Bau und Umwelt, 27.05. 2010 1493 Nutzungsplanverfahren: Wer lediglich ein allgemeines Interesse ge l- tend macht oder andere Gründe vorbringt, welche keinen unmittelb a- ren Bezug zur Nutzung s eines Grundeigentums aufweisen, hat von Bundesrechts wegen keinen Anspruch zur Einleitung eines So n- dernutzungsplanverfahrens. Nichteintreten auf ein Begehren um Erar- beitung eines Sondernutzungsplan s, weil die Gesuchsteller nicht zur Mehrheit von Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern g ehören, denen zugleich mehr als die Hälfte des einzubeziehenden Gebiets gehört (Art. 42 Abs. 2 BauG). b) Gemäss Art. 111 Abs. 1 BauG ist zu Einsprachen und Rekursen befugt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein ei- genes schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änd e- rung hat. Hat die Vorinstanz übersehen, dass es an einer Prozessv o- raussetzung fehlte und hat sie materiell entschieden, ist dies im Rechtsmittelverfahren von Amtes wegen zu berücksichti gen mit der Folge, dass der angefochtene Entscheid aufzuheben ist, verbunden mit der Feststellung, dass auf das Rechtsmittel mangels Prozessv o- raussetzung nicht eingetreten werden kann (BGE 125 V 345 E. 1.a).