B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2772/2009 U r t e i l v o m 2 7 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Jean-Pierre Monnet, Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. Parteien A._______, Afghanistan, vertreten durch 1. Dr. iur. Reza Shahrdar, (…), und 2. lic. iur. Christian Hoffs, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 31. März 2009 / N (…). E-2772/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer stellte am 4. Dezember 2007 in der Schweiz ein Asylgesuch. Nachdem er gegenüber der kantonalen Migrationsbehörde und der Jugendanwaltschaft unterschiedliche Geburtsdaten genannt hat- te, liess das BFM zwecks Eruierung des Alters eine radiologische Unter- suchung des Ha ndknochens vor nehmen. Die diesbezügliche medizin i- sche Erkenntnis ergab ein Skelettalter von (…) Jahren (Untersuchung und Befund vom 13. Dezember 2007). B. B.a Im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) (…) wurde der Be- schwerdeführer in der Folge am 19. Dezember 20 07 erstmals summ a- risch befragt: Dabei gab er an, er sei afghanischer Staatsangehöriger, sei aber in Pakistan gebo ren, wo er die ersten Lebensjahre verbracht habe, bevor er mit der Familie im Jahr (…) in den Heimatstaat Afghanistan z u- rückgehrt und bis (…) in Kabul ge lebt habe. In dieser Zeit sei der Vater von den Taliban mitgenommen und fast zwei Jahre lang festgehalten worden. Danach habe die Familie von (…) bis (…) wieder in Pakistan ge- lebt. Sie seien dann in den Iran gezogen und hätten dort ohne Erfolg um Asyl nachgesucht. Vor etwa drei Monaten habe die ganze Familie den Iran in Richtung Europa verlassen. Er habe die Angehörigen unterwegs aus den Augen verloren. Zu den Asylgründen gab er ausserdem an, sein Vater habe für Gulbuddin Hekmatyar gearbeitet, habe sich aber später in Pakistan (zwischen (…) und (…)) von diesem distanziert und sei mit der Familie in den Iran gezogen. Letztlich habe sich die ganze Familie sowohl vor den Taliban als auch vor Hekmatyar ge fürchtet. Er selber habe pe r- sönlich nie Probleme mit Armee, Polizei oder sonstigen Behörden im Heimatland gehabt; insbesondere sei er nie inhaftiert worden oder vor Gericht gestanden und habe sich weder religiös noch politisch betätigt. B.b Ebenfalls am 19. Dezember 2007 wurde er kurz ("Frageschema für Anamnese") zu seinem gesundheitlichen Zustand befragt und anschlies- send ergänzend namentlich mit den Unklarheiten bezüglich der von ihm angegebenen verschiedenen Geburtsdaten konfrontiert. Dabei wurde ihm auch das rechtliche Gehör zum Ergebnis der radiologischen Unters u- chung (vgl. oben Bst. A) gewährt und mitgeteilt, für das vorliegende Ve r- fahren werde von seiner Volljährigkeit ausgegangen, zumal keine Orig i- nal-Ausweisepapiere abgegeben worden seien. In diesem Zusamme n-E-2772/2009 Seite 3 hang stellte der Beschwerdeführer das Nachreichen seines Identität s- ausweises in Aussicht. B.c Am 3. Januar 2008 wurde der Beschwerdeführer au sführlich zu se i- nen Asylgründen befragt. B.d Am 15. respektive 16. (Originale) Januar 2008 liess der Beschwerde- führer durch die Thurgauer Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende ver- schiedene Unterlagen zur Untermauerung seiner Vorbringen einreichen und wegen Mittellosigkeit um deren amtsinterne Übersetzung ersuchen. Gemäss daraufhin durch die Vorinstanz erfolgter Übersetzungen handelt es sich dabei um folgende Dokumente: Zwei Parteiausweise des Vaters, zwei Bestätigungsschreiben der Islamischen Partei "Hezb-i-Islam" und ein Empfehlungsschreiben der "Hezb -i-Islam" (alle drei je den Vater betre f- fend), einen vom Vater verfassten, undatierten Brief sowie eine Tazkira. C. Am 18. Januar 2008 informierte die damalige Rechtsvertretung über ihre Mandatsübernahme und ersuch te unter anderem um Einsicht in die en t- scheidwesentlichen Akten. D. Die Vorinstanz unterzog das eingereichte Identitätsdokument (Tazkira) ei- ner internen Dokumentenanalyse und kam zum Schluss, das Dokument sei gefälscht. Mit Verfügung vom 7. November 200 8 gewährte das Bu n- desamt dem Beschwerdeführer dazu das rechtliche Gehör und gab ihm Gelegenheit, sich zu diesem Vorwurf zu äussern. Der Beschwerdeführer reichte am 14. November 2008 seine Stellun g- nahme zu den Akten und stellte unter anderem weitere Dokument e zum Nachweis seiner Identität in Aussicht. Mit Eingabe vom 5. Dezember 2008 reichte er einen iranischen Flüchtlingsausweis im Original und mit Übersetzung der wesentlichen Eckdaten zu den Akten. E. Am 24. März 2009 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer unter Bezugnahme auf das am 1 8. Januar 2008 gestellte Gesuch Einsicht in seine Akten. F. Mit Verfügung vom 31. März 2009 – eröffnet am 1. April 2009 – stellte das Bundesamt fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den An-E-2772/2009 Seite 4 forderungen an die Glau bwürdigkeit nicht stand, so dass ihre Asylrele- vanz nicht geprüft werden müsse. Gleichzeitig verfügte es die Wegwe i- sung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. G. Mit Beschwerde vom 29. April 2009 an das Bundesverwaltu ngsgericht beantragte der Beschwerdeführer durch seinen neu bevollmächtigten Rechtsvertreter die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die G e- währung des Asyls, Abklärungen vor Ort sowie die vorläufige Aufnahme in der Schweiz. In formeller Hinsicht wurd en der Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragt. Er stellte zudem in Aussicht, sofort nach Erhalt der beim BFM beantra g- ten Akteneinsicht eine Beschwerdeergänzung nachzureichen. H. Mit verf ahrensleitender Verfügung vom 5. Mai 2009 verzichtete der I n- struktionsrichter auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und forderte den Beschwerdeführer auf, innert Frist eine Bestätigung seiner Fürsorg e- abhängigkeit einzureichen. I. Am 11. Mai 2009 wurde die in der Beschwerde in Aussicht gestellte E r- gänzung sowie ein fremdsprachiges, vom Beschwerdeführer eigenhändig verfasstes Schreiben zu den Akten gereicht. Am 13. Mai 2009 reichte der Beschwerdeführer die verlangte Fürsorge- bestätigung zu den Akten. J. Der Instruktionsrichter setzte dem Beschwerdeführer mit Zwischenverf ü- gung vom 14. Juli 2009 Frist, das handschriftlich abgefasste Schreiben in eine Amtssprache zu übersetzen. Diese Frist liess der Beschwerdeführer ungenutzt verstreichen. K. Am 5. August 2009 lud der Instruktionsrichter die Vorinstanz zur Einre i- chung einer Stellungnahme ein. E-2772/2009 Seite 5 Das BFM hielt in der Vernehmlassung vom 14. August 2009 an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Diese Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer a m 20. August 2009 zur Kenntnis gebracht. L. Mit Schreiben vom 14. September 20 11 zeigte die zweite Rechtsvertre- tung ihre Mandatsübernahme an und ersuchte um Angaben über den Verfahrensstand sowie um Akteneinsicht. M. Unter Hinweis auf die Bestimmung von Art. 12 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) teilte der Instruktionsrichter de m Rechtsvertreter 2 am 19. September 2011 mit, mangels Widerrufs des Mandats des für das Beschwerdeverfahren zuerst bevollmächtigten Rechtsvertreters sowie man gels Bezeichnung einer gemeinsamen Z u- stelladresse würden im vorliegenden Verfahren Verfügung und das Urteil (weiterhin) dem erstbevollmächtigten Rechtsvertreter eröffnet. Weiter wurde über den Verfahrensstand Auskunft gegeben. Hinsichtlich der b e- antragten Akteneinsicht verwies der Instruktionsrichter unter anderem auf die bereits mehrmals erfolgte Aktenedition. Der Rechtsvertreter 2 ersuchte daraufhin mit Schreiben vom 18. Nove m- ber 2011 darum, durch das Gericht künftig jeweils durch Zustellung einer Kopie der Mitteilungen informiert zu werden. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Aus - nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorlie genden Be- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – vorbehältlich des Vorliegens eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem di e E-2772/2009 Seite 6 beschwerdeführende Person Schutz sucht – endgültig (Art. 105 des Asyl- gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Be - schwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali - tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor bringen, die in wesentli - chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver - fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). E-2772/2009 Seite 7 4. 4.1. Die Vorinstanz führte in ihrer Verfügung vom 31. März 2009 namen t- lich aus, der Beschwerdeführer habe zu seinen Personalien, insbesonde- re dem Geburtsdatum, unterschiedliche Angaben gemacht . Gemäss der nachträglich eingereichten Tazkira wäre er im Jahr (…) geboren. Aller- dings bestünden erhebliche Zweifel an der Echtheit dieses Identitätsd o- kuments, zumal als Ausstellungsdatum der (…) angegeben sei, der B e- schwerdeführer demgegenüber bei der Erstbefragung im Dezember 2007 ausgesagt habe, seine Tazkira sei vor (…) Jahren, also etwa im Jahr (…), ausgestellt worden. Ausserdem seien weite re formelle Fälschungsmer k- male festzustellen. An der Authentizität des iranischen Flüchtlingsauswei- ses seien schon deshalb erhebliche Zweifel anzu melden, weil der B e- schwerdeführer behauptet habe, im Iran nie Auswe ispapiere besessen respektive ausgestellt erhalten zu haben. Insgesamt sei daher die Min- derjährigkeit des Beschwerdeführers nicht glaubhaft gemacht und von seiner Mündigkeit auszugehen. Sodann beurteilte die Vorinstanz auch die eigentlichen Asylvorbringen als unglaubhaft, zumal diesbezüglich inhaltliche Widersprüche zu dem vom Vater verfassten Brief bestünden. Letztlich seien die Schilderungen des Beschwerdeführers zur angeblichen Verfolgungssituation seitens Hekma- tyars und der Taliban oberflächlich und unsubstanziiert ausgefallen. An dieser Feststellung vermöchten auch die – nur in Form von Kopien einge- reichten – Bestätigungsschreiben und Parteiausweise nichts zu ändern. 4.2. 4.2.1. In der Beschwerdeeingabe vom 29. April 2009 wird vorweg eing e- wendet, es sei zweifelhaf t, ob das BFM heute tatsächlich die Mittel dazu habe, afghanische Dokumente und Beweismittel zuverlässig auf ihre Echtheit hin zu überprüfen, zumal bei einer Sachlage wie der vorliege n- den und einer "funktionierenden" Schweizer Vertretung entsprechende Abklärungen vor Ort durchgeführt worden wären. Die Beweismittel "ei n- fach als nicht relevant" zu bezeichnen , verletze nicht zuletzt das rechtl i- che Gehör. Eine einfache Anfrage bei den lokalen afghanischen Behö r- den oder zumindest die Beurteilung durch einen qual ifizierten Sachver- ständigen "in Afghanistan (oder gar in Bern)" würde den Wahrheitsgehalt der Vorbringen bestätigen. 4.2.2. In der Ergänzung vom 11. Mai 2009 liess der Beschwerdeführer darauf hinweisen, dass er Dari spreche und Tadschike sei, der bei der Be- fragung anwesende Dolmetscher hingegen Paschtune sei und Dari nicht E-2772/2009 Seite 8 besonders gut gesprochen habe. Es sei nicht einzusehen, weshalb Paschtunen für Tadschiken übersetzen sollten, zumal es "allerlei Dolme t- scher" gebe. Hinzu komme, dass die Schlepper den Asyl suchenden betreffend Aussagen zu Reisewegen klare Anweisungen geben würden. Tatsache sei jedenfalls, dass der Beschwerdeführer mit seiner Familie im Iran gelebt habe und damals minderjährig gewesen sei. Der iranische Flüchtlingsausweis und das iranische A syldossier könnten durch die Ve r- tretung vor Ort eingesehen und geprüft werden, was er auch in diesem Sinn beantrage. Ebenso sei die Echtheit der Tazkira zu überprüfen, wobei diese Prüfung nach Ansicht des Beschwerdeführers "ohne weiteres von den Behörden d es Heimatstaates" durchgeführt werden könne; das D o- kument sei keine Fälschung. Klar sei, dass der Beschwerdeführer noch sehr jung sei und auch vor die- sem Hintergrund allfälliges Fehlverhalten seinerseits zu beurteilen wäre. Zudem habe er in Afghanistan keine Familie und könne demzufolge nicht dorthin zurückkehren. Der Beschwerdeführer beschreibe im aktenkund i- gen, selber verfassen Schreiben seine Situation – dieses Schreiben sei von Amtes wegen zu übersetzen, da er eine Übersetzung nicht bezahlen könne und der Rechtsvertreter sich eine solche nicht zutraue. 4.3. Nach Lehre und Praxis sind Befürchtungen, künftig staatlichen Ve r- folgungsmassnahmen ausgesetzt zu werden, flüchtlingsrechtlich nur dann relevant, wenn begründeter Anlass zur Annahme besteht, dass sich die Verfolgung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zu- kunft verwirklichen wird. Dabei genügt es nicht, dass diese Furcht ledi g- lich mit Vorkommnissen oder Umständen, die sich früher oder später möglicherweise ereignen könnten, begründet wird. Ob in einem bestimm- ten Fall eine solche Wahrscheinlichkeit besteht, ist grundsätzlich aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise zu beurteilen (vgl. Entscheidun- gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 1 S. 9, mit weiteren Hinweisen). 4.3.1. Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass der Beschwerdefü h- rer – zunächst ungeachtet der Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen – weder bei den Anhörungen noch auf Beschwerdeebene konkrete A n- haltspunkte für eine individuelle Gef ährdung durch die Taliban oder von Seiten Hekmatyars nennen konnte. Er hat in diesem Zusammenhang nur dargelegt, die Familie sei wegen diesbezüglichen Problemen des Vaters im Jahr (…) (zum zweiten Mal) nach Pakistan und von dort in den Iran E-2772/2009 Seite 9 weitergezogen. Das damalige kindliche Alter des Beschwerdeführers und das offensichtliche Fehlen jeglicher Verwicklung in irgendwelche Aktivit ä- ten des Vaters sprechen objektiv gegen eine daraus resultierende indiv i- duelle Gefährdung des Beschwerdeführers. 4.3.2. Mit der Vorinstanz ist zudem festzuhalten, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers in ihrer Gesamtheit konstruiert wirken und inhaltlich nicht übereinstimmend ausgefallen sind. Dies ist offensichtlich nicht auf die geltend gemachten Verständigungsschwierigkeiten anlässlich der An- hörung(en) zurückzuführen: Der Beschwerdeführer hatte jeweils angege- ben, den Dolmetscher "gut" respektive "sehr gut" zu verstehen (vgl. Pr o- tokoll Anhörung zu den Asylgründen S. 2 und 12, Protokoll EVZ S. 2 und 9), und den Protokollen – die er nach Rückübersetzung als korrekt unterzeichnet hat – sind auch keine objektiven Hinweise auf solche Kom- munikationsprobleme zu entnehmen. 4.3.3. Der Beschwerdeführer hat die Aktivitäten des Vaters ungereimt ge- schildert, indem er einmal angegeben hat, dieser sei Büroangestellter von Hekmatyar gewesen (vgl. Protokoll EVZ S. 6), andererseits der Vater als Kämpfer für die Mudhaheddin respektive Hekmatyar tätig gewesen sein und später in Pakistan für Hekmatyar Propaganda betrieben haben soll (vgl. Protokoll Anhörung zu den Asylgründen S. 4 f.). Weiter hat der Beschwerdeführer angegeben, er sei im Jahr (…) in Pakis- tan geboren und habe dort die ersten fünf Lebensjahre verbracht, bevor die Familie nach Kabul umgezogen sei (vg l. Protokoll EVZ S. 1 f.) . Diese Aussage lässt sich nicht mit dem angeblich von seinem Vater verfassten Schreiben in Einklang bringen: Gemäss diesen Ausführungen soll sich die ganze Familie seit (…) im Iran aufgehalten haben , bevor sie nach neun Jahren, mithin etwa (…), nach Afghanistan zurückgekehrt seien. Aufgrund dieser Schilderungen erweisen sich auch die Ausführungen des Be- schwerdeführers als zeitlich widersprüchlich , wonach die Familie zw i- schen (…) und (…) in Kabul gelebt und in dieser Zeit der Vater für zwei Jahre von den Taliban entführt worden sei. Nach dem Gesagten lassen sich auch die weiteren Angaben zeitlich nicht logisch einordnen, wonach die Familie nach der Entlassung des Vaters im Jahr (…) wieder nach Pakistan ge zogen sei: Zwar spricht auch der Vater in seinem Schreiben von einer zweijährigen Inhaftierung durch die Taliban und der anschliessenden Ausreise mit der Familie nach Pakistan; gemäss seinen Angaben wäre die Inhaftierung und anschliessend e Ausreise j e-E-2772/2009 Seite 10 doch etwa im Zeitraum zwischen (…) respektive (…) (Ausreise nach Pa- kistan) erfolgt. Zu Recht hat die Vorinstanz in diesem Zusammenhang auch festgestellt, dass die Aussagen des Beschwer deführers tatsachenwidrig sind, zumal Hekmatyar nach der Er oberung Kabuls durch die Taliban im Jahr 1996 nicht nach Pakistan, sondern in den Iran geflohen ist. 4.3.4. Bei der vorliegenden Aktenlage durfte sich das BFM auch auf den Standpunkt stellen, der Beschwerdeführer habe seine angebliche Minder- jährigkeit nicht glaubhaft machen können: So hat der Beschwerdeführer bei den Befragungen durch Asyl - und kan- tonale Polizeibehörden jeweils unterschiedliche Angaben zu seinem G e- burtsdatum gemacht; es finden sich dazu mindestens drei verschiedene Versionen in den Akten. Bei der nachträglich eingereichte n Tazkira hat das BFM nach einer amt sinternen Prüfung zu Recht auf formale Fäl- schungsmerkmale hingewiesen. Diese konnte der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 14. November 2008 und auch auf Beschwe r- deebene nicht ausräumen , zumal er namentlich bezüglich des Ausstel l- jahrs der Tazkira selber erklärt hatte, diese sei "vor (…) Jahren" (vgl. Pro- tokoll EVZ S. 5), somit etwa im Jahr (…), ausgestellt worden, währen d- dem auf der aktenkundigen Tazkira der (…) als Ausstelldatum aufgeführt ist. Auch d iese Ungereimtheit kann der Beschwerdeführer nicht mit se i- nen nachträglichen Rügen an die Adresse des bei der Erstbefragung a n- wesenden Dolmetschers auflösen; den überzeugenden diesbezüglichen Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung (vgl. S. 3 Ziff. 1) ist nichts hinzuzufügen. Der Beschwerdeführer liess zum Beleg seines Alters zudem einen iran i- schen Flüchtlingsausweis nachreichen. In diesem Zusammenhang e r- staunt, dass er ein Ausweisdokument einreichen konnte, welches gemäss seinen Angaben gar nicht existierte; so erklärte er bei der Erstbefragung, ausser der Tazkira gebe es keinerlei Ausweispapiere von ihm , auch im Iran habe er keine Ausweise erhalten (vgl. Protokoll EVZ S. 6 und 8). Zu- dem fällt auch auf, dass er – auf Nachfrage hin – im EVZ erklärte, im Iran ein Asylgesuch gestellt zu haben (vgl. a.a.O. S. 8) , diesen Umstand j e- doch in der ausführlichen Befragung vom 3. Januar 2008 mit keinem Wort mehr erwähnte. Vor diesem Hintergrund hat die Vorinstanz daher zu Recht festgestellt, dieser Ausweis sei nicht geeignet, das tatsächliche A l- ter des Beschwerdeführers zu belegen. E-2772/2009 Seite 11 4.4. Zusammenfassend ist in Würdigung der gesamten Aktenlage festz u- stellen, dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG glaubhaft machen ode r nachweisen kann. Der Sachverhalt war und ist genügend erstellt. Es erübrigen sich deshalb auch weitere Nachforschun- gen, namentlich betreffend das Alter und den Iran -Aufenthalt des B e- schwerdeführers; die diesbezüglichen Anträge in der Beschwerde sind abzuweisen. 4.5. Das BFM hat das Asylgesuch somit zu Recht und mit zutreffender Begründung abgelehnt. 5. 5.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol - chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9). 6. 6.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, regelt das Bundesamt das Anwesenheit sverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus - ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 6.2. Der Beschwerdeführer hat sich eigenen Angaben zufolge vor der Ein- reise in die Schweiz längere Zeit im Iran aufgehalten . Nachdem den A k- ten keinerlei Hinweise auf einen geregelten Aufenthaltsstatus in die sem Drittstaat zu entnehmen waren, hat das BFM zu Recht die Durch - führbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in den Heimatstaat Afghanistan geprüft. 6.3. Bezüglich des Geltendmac hens von Wegweisungshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls w e- nigstens gl aubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). E-2772/2009 Seite 12 7. 7.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländeri n oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 7.1.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein - kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Straf e (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.1.2. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh- rers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.1.3. Sodann ergeben si ch weder aus den Aussagen des Beschwerde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschei n- lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 Fo K verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen G e- richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti- Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde E-2772/2009 Seite 13 (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Febru- ar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). 7.1.4. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Afghanistan – auf die bei der Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zurüc k- zukommen sein wird – lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit- punkt nicht als unzulässig erscheinen. 7.1.5. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8. 8.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutb ar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 8.2. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Grundsatzurteil vom 16. Juni 2011 (BVGE 2011/7) eingehend zur Lage in Afghanistan geäus- sert. Es schätzt die Sicherheitslage und die humanitäre Situation als de r- art schlecht ein, dass – ausser allenfalls in den Grossstädten – von einer existenzbedrohenden Situation im Sinn von Art. 83 Abs. 4 AuG zu spr e- chen ist. Bezüglich der Hauptstadt Kabul ergibt die Lageanalyse ein ve r- gleichsweise besseres Bild und eine Rückkehr dorthin wird nicht als g e- nerell unzumutbar beurteilt. Unter bestimmten, begünstigenden Umstä n- den kann ein Wegweisungsvollzug dorthin – auch im Sinn einer valablen Aufenthaltsalternative – als zumutbar erkannt werden. Dabei ist im Ei n- zelfall abzuklären, ob die in EMARK 2003 Nr. 10 formulierten Zumutbar- keitsaspekte (welche Alter, Gesundheitszustand, Geschlecht ebenso b e- rücksichtigen, wie die Fragen nach der Existe nz eines tragfähigen Bezie- hungsnetzes, der Möglichkeit der Sicherung des Existenzminimum s und des Vorhandenseins einer gesicherten Wohnsituation) erfüllt sind. 8.3. Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung die allgemein angespannte Si- cherheitslage nicht in Zweifel gezogen. Sie ging bei Erlass ihrer Verf ü- gung noch davon aus, dass in gewissen Regionen die Situation nicht permanent instabil sei, weshalb nicht von einer konkreten Gefährdung der gesamten Bevölkerung in Afghanistan oder einer Situation allgemeiner Gewalt im Sinn von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgegangen werde könne. Das E-2772/2009 Seite 14 BFM argumentierte zudem, der Beschwerdeführer habe widersprüchliche und teils tatsachenwidrige Angaben zu seinem Lebenslauf gemacht. Es sei ausserdem nicht glaubhaft, dass er nicht wisse, wo sich seine Familie aktuell aufhalte und wo seine Angehörigen in Afghanistan leben würden. Aufgrund dieser ungesicherten Aussagen des Beschwerdeführers sei es dem BFM nicht möglich, sich in voller Kenntnis der tatsächlichen persö n- lichen und familiären Situation des Beschwerdeführers zur Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung zu äussern, zumal die behördliche Unter- suchungspflicht ihre Grenzen in der Mitwirkungs - und Wahrheitspflicht des Beschwerdeführers finde. Nach ständiger Rechtsprechung der Be- schwerdeinstanz sei es jedenfalls nicht Aufgabe der Asylbehörden, bei fehlenden Hinweisen seitens des Beschwerdeführenden nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen, falls dieser seiner Mitwirkungs - und Wahrheitspflicht im Rahmen der Sachverhaltsermittlung nic ht nach- komme und die Asylbehörden zu täuschen versuche. 8.4. Aufgrund der Akten ist davon auszugehen, dass sich der Beschwer- deführer offenbar mehrere Jahre ausserhalb seines Heimatstaates – ge- mäss seinen Angaben in Pakistan und im Iran – aufgehalten hat. Etwa die letzten (…) Jahre vor der Einreise in die Schweiz habe die Familie im Iran gelebt. Der Beschwerdeführer hat weiter ausgesagt, seine Familie sta m- me aus Kabul, wo sie früher auch ein Haus besessen habe. In diesem Zusammenhang erwähnte er verschiedene weit ere Angehörige wie einen Onkel (der seinerzeit mit dem Vater verhaftet worden sein soll) und einen weit entfernten Verwandten, der beim Verkauf des Hauses geholfen habe. Kenntnisse über allfällige weitere Familienangehörige verneinte er (vgl. Protokoll EVZ-Nachbefragung S. 1 f.). In einem Schreiben vom 14. Se p- tember 2011 liess er sodann mitteilen, sein Vater sei im Jahr (…) verstor- ben. Die Mutter habe in der Türkei wieder geheiratet und lebe mit der jüngsten Schwester dort; eine Schwester sei im B._______, eine in C._______ verheiratet. Der seinerzeit mit dem Beschwerdeführer in die Schweiz eingereiste und unmittelbar darauf verschwundene Bruder sei in D._______ inhaftiert. 8.5. Vor diesem Hintergrund ist zwar nicht auszuschliessen , dass der engste Familienkreis des Beschwerdeführers heute nicht mehr in Afgh a- nistan lebt. Es ist jedoch angesichts des insgesamt widersprüchlichen Aussageverhaltens im Sinn der Ausführungen der Vorinstanz anzune h- men, dass weitere Familienangehörige in Kabul leben und der Beschwer- deführer bei einer Rückkehr dorthin anfänglich deren Hilfe in Anspruch nehmen könnte. Dies auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es E-2772/2009 Seite 15 sich bei ihm um einen jungen, gemäss Akten gesunden Mann ohne fami- liäre Verpflichtungen handelt , der während seines Aufenthalts in der Schweiz zudem einige Erfahrungen im Erwerbsleben sammeln konnte. 8.6. In Berücksichtigung der gesamten vorliegenden Aktenlage sind daher vorliegend keine individuellen Wegweisungsvollzugshindernisse zu e r- kennen. Der Vollzug der Wegweisung de s Beschwerdeführers ist nach dem Gesagten als zumutbar zu bezeichnen. 9. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reis e- dokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), zumal gemäss seinen Angaben (vgl. Beschwerdeergänzung vom 11. Mai 2009 ) eine Kontak t- nahme mit der afghanischen Vertretung in der Schweiz aus seiner Sicht problemlos möglich sei. Damit erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als möglich im Sinn von Art. 83 Abs. 2 AuG. 10. Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu be - stätigen. Die Vorinstanz hat den Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwe r- de ist abzuweisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Gestützt auf die vorliegende Aktenlage – der Be- schwerdeführer ist offenbar aktuell wieder ohne Arbeit und geregeltes Einkommen – ist in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege im Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf eine Ko s- tenauflage zu verzichten. E-2772/2009 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gu t- geheissen 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Eveline Chastonay Versand: