Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 4. Februar 2015 (810 14 322) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Nach- und Strafsteuern zur direkten Bundessteuer 2004 und 2005 Besetzung Vorsitz Stefan Schulthess, Kantonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl , Edgar Schürmann, Gerichtsschreiber Stefan Suter Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertr eten durch Erns t Staehelin , Advokat gegen Steuer - und Enteignungsgericht des Kantons Basel -Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Kreuzbodenweg 1, 4410 Liestal, Beschwerdegegner Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Rheinstrasse 33, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin Beigeladene Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV , Eigerstrasse 65, Postfach , 3003 Bern Betreff Nach- und Strafsteuern zur direkten Bundess teuer 2004 und 2005 (Entscheid der Abteilung Steuergericht vom 16. Mai 2014) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Im Nachgang zu einer Steuerrevision bei der B.____ AG leitete die Steuerverwaltung Basel-Landschaft (Steuerverwaltung) am 20. Januar 20 11 ein Nach- und Strafsteuerverfahren gegen A.____ betreffend die direkten Bundessteuern 20 04 und 2005 ein. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2012 erhob sie Nachsteuern und setzte die S teuerbusse auf ein Drittel der Nach- steuer fest. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausge führt, die als Gesellschaftsorgan tätige A.____ habe per 31. Dezember 2004 einen Aktien anteil von 50 % der B.____ AG über- nommen. Die Gesellschaft habe A.____ zustehende Lohnzah lungen in der Bilanz als angefan- gene Arbeiten und Goodwill verbucht, was steuerlich unzu lässig und als geldwerte Leistung an die Aktionärin zu qualifizieren sei. Weiter sei ein Priva tanteil an den Geschäftsunkosten anzu- rechnen. Bei Anwendung pflichtgemässer Sorgfalt habe A .____ erkennen müssen, dass diese Verbuchungen nicht korrekt sein konnten, weshalb sie de n Straftatbestand der Steuerhinterzie- hung zumindest fahrlässig erfüllt habe. Auf Einsprache hin hielt die Steuerverwaltung mit Ein- spracheentscheid vom 21. Oktober 2013 vollumfänglich an ihrer Rechtsauffassung fest. B. Mit Eingabe vom 21. November 2013 erhob A.____, ve rtreten durch Dr. Ernst Staehelin, Advokat, gegen den Einspracheentscheid Rekurs beim Steue r- und Enteignungsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht (Ste uergericht), wobei sie die Aufhebung des Einspracheentscheids und die Einstellung des Nach- un d Strafsteuerverfahrens verlangte. Mit Entscheid vom 16. Mai 2014 wies das Steuergericht den Rekurs ab. C. Gegen den Entscheid des Steuergerichts hat A.____, w eiterhin vertreten durch Dr. Ernst Staehelin, mit Eingabe vom 20. Oktober 2014 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschw erde erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben. Weiter seien die verfügten Nach- und Strafsteuern für die Bundessteuer 2004 und 2005 aufzuheben und das Nac h- und Strafsteuerverfahren einzu- stellen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz z ur Neubeurteilung zurückzuweisen. Dies habe unter o/e-Kostenfolge zu geschehen. Zur Begründun g führt sie im Wesentlichen aus, die der Beschwerdeführerin angerechneten Beträge seien Lo hn- resp. Honoraransprüche aus den 1990er-Jahren und seien nicht erst im Jahr 2004 entstand en. Damals habe sie in Deutschland gewohnt, der Kanton Basel-Landschaft verfüge diesbezüglich über keine Steuerhoheit und dür- fe auch keine Doppelbesteuerung vornehmen, wobei eine Anrechnung ohnehin an der inzwi- schen eingetretenen Verjährung scheitere. Dass die B.__ __ AG diese vorbestehenden Ansprü- che erst verspätet und unter den Titeln angefangene Ar beiten resp. Goodwill eingebucht habe, könne nicht zu Lasten der Beschwerdeführerin gehen. Es se i deshalb unzulässig, ihr den ge- samten Betrag für das Jahr 2004 als Einkommen anzurechnen. Die Vorinstanz habe des Weite- ren verkannt, dass ein Teil der angerechneten Summe auf Zahlungen der Beschwerdeführerin an Drittpersonen auf Rechnung der in Liquiditätsschwi erigkeiten steckenden B.____ AG zu- rückzuführen sei, weshalb dieser Betrag nicht als steuer bares Einkommen, sondern als Rück- erstattungsanspruch aus einem Darlehen an die Gesellsch aft und damit als Vermögensposition der Beschwerdeführerin zu bewerten sei. Die Strafsteuer sei überdies in einem nicht den Anfor- derungen der Europäischen Menschenrechtskonvention entsprech enden Strafverfahren ver- hängt worden, da die gleichzeitig untersuchende und e ntscheidende Steuerverwaltung nicht als unabhängiges und unparteiliches Gericht gelten dürfe. D er Beschwerdeführerin könne vorlie- gend darüber hinaus gar kein strafrechtlich relevantes V erschulden vorgeworfen werden. Zu- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sätzlich verstosse die gesetzlich vorgesehene Minimalbusse vo n einem Drittel der Nachsteuer gegen die Menschenrechtskonvention, da im Strafrecht imme r der Einzelfall zu beurteilen sei und keine Schematisierungen vorgenommen werden dürften. D. Die Steuerverwaltung stellt in ihrer Vernehmlassung vom 11. November 2014 den An- trag auf Abweisung der Beschwerde und bekräftigt, dass so wohl die Nachsteuern als auch die Strafsteuern zu Recht erhoben worden seien. E. In seiner Stellungnahme vom 12. November 2014 bean tragt das Steuergericht die Ab- weisung der Beschwerde und verweist auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids. F. Zur heutigen Parteiverhandlung erscheint die Beschwe rdeführerin mit ihrem Rechtsver- treter. Die Steuerverwaltung bleibt der Verhandlung fern. Die Beschwerdeführerin hält vollum- fänglich an ihren Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Zur heutigen Parteiverhandlung ist kein Vertrete r der Steuerverwaltung erschienen, ob- wohl ihr die Parteiverhandlung mit Vorladung vom 12. Dezember 2014 angezeigt worden ist. Sie hat den Erhalt dieser Vorladung am 17. Dezember 2014 quittiert. Damit kann festgestellt werden, dass die Beschwerdegegnerin ordnungsgemäss vorg eladen worden ist. Gemäss § 15 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 kann das Gericht auch dann urteilen, wenn geladene Parteien zur Ver- handlung nicht erscheinen. Die Parteiverhandlung kann so mit trotz der Abwesenheit der Be- schwerdegegnerin durchgeführt werden. 1.2 Nach Art. 145 des Bundesgesetzes über die direkte Bu ndessteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 i.V.m. § 3 der Vollzugsverordnung vo m 13. Dezember 1994 zum Bundes- gesetz über die direkte Bundessteuer können Entscheide de s Steuergerichts mit Verwaltungs- gerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht als letzte kantonal e Instanz angefochten werden. Die formellen Voraussetzungen nach Art. 141 ff. DBG und §§ 43 ff. VPO sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der Beschwerde in Steuersachen können gemäss § 45 Abs. 2 VPO alle Mängel des angefochtenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahr ens gerügt werden. Das Kan- tonsgericht prüft somit den vorliegend angefochtenen Entscheid mit voller Kognition. 3. Strittig und zu beurteilen ist vorliegend, ob die Steuerverwaltung der Beschwerdeführerin zu Recht Nach- und Strafsteuern für die Jahre 2004 un d 2005 auferlegt und das Steuergericht diesen Entscheid zu Recht gestützt hat. 3.1 Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitte ln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veran- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht lagung unvollständig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die Steuerbehörde zur ückzuführen, so wird gemäss Art. 151 Abs. 1 DBG die nicht erhobene Steuer samt Zins seit Fälligkeit als Nachsteuer eingefordert. Hat der Steuerpflichtige Einkommen, Vermögen und Reingewinn in seiner Steuererklärung vollstän- dig und genau angegeben und das Eigenkapital zutreffend ausgewiesen und haben die Steuer- behörden die Bewertung anerkannt, so kann keine Nachste uer erhoben werden, selbst wenn die Bewertung ungenügend war (Art. 151 Abs. 2 DBG). 3.2 Im Veranlagungsverfahren muss die steuerpflichtige P erson alles tun, um eine vollstän- dige und richtige Veranlagung zu ermöglichen (Art. 12 6 Abs. 1 DBG). Insbesondere muss sie das Formular für die Steuererklärung wahrheitsgemäss und vollständig ausfüllen (Art. 124 Abs. 2 DBG). Steuerpflichtige tragen dabei die Veran twortung für die Richtigkeit und Vollstän- digkeit der Steuererklärung (F ELIX RICHNER /WALTER FREI /STEFAN KAUFMANN /HANS ULRICH MEUTER , Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 15 zu Art. 124 DBG; Urteil des BGer 2C_304/2013 / 2C_305/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 3.3; Urteil des BGer 2C_494/2011 / 2C_495/2011 vom 6. Juli 2012 E. 2.1.1, in: StE 201 2 B 72.25 Nr. 2). Die Steuerbehörde ihrer- seits ist zur Vornahme ergänzender Abklärungen verpflichte t, wenn die Steuererklärung Fehler enthält, die klar ersichtlich bzw. offensichtlich sind. Nur solche augenfälligen Mängel begründen eine Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht und bewirken, dass keine neuen Tatsa- chen im Sinne von Art. 151 DBG vorliegen (Urteil des BGer 2C_1225/2012 / 2C_1226/2012 vom 7. Juni 2013 E. 3.1; Urteil des BGer 2C_494/2011 / 2C_495/2011 vom 6. Juli 2012 E. 2.1.3, in: StE 2012 B 72.25 Nr. 2). Mit den die B.____ AG betreffenden Revisionsberichten Nr. 2007-134 vom 16. November 2007 und Nr. 2010-174 vom 27. Oktober 2010 sind für die Steuerperioden 2004 und 2005 neue steuerlich relevant e Tatsachen aufgetaucht, die der Steu- erverwaltung bei der Veranlagung der Beschwerdeführer in für die Jahre 2004 und 2005 nicht bekannt waren und nicht bekannt sein mussten. Da die ur sprünglichen Veranlagungen damit unvollständig waren, durfte die Steuerverwaltung ein Nachsteuerverfahren einleiten, was auch die Beschwerdeführerin nicht grundsätzlich in Abrede stellt. 3.3 Für die Festsetzung der Nachsteuer kommen die Vorsch riften über die Verfahrens- grundsätze des Veranlagungsverfahrens sinngemäss zur Anwendu ng (Art. 153 Abs. 3 DBG). Somit gelten auch im Nachsteuerverfahren die allgemein en Grundsätze zur Beweislast und Mitwirkungspflicht im System der gemischten Veranlagung (Urteil des BGer 2C_494/2011 / 2C_495/2011 vom 6. Juli 2012 E. 2.3.1, in: StE 2012 B 72.25 Nr. 2; Urteil des BGer 2C_76/2009 vom 23. Juli 2009 E. 2.2, in: StR 64/2009, S. 834; BGE 121 II 273 E. 3c.aa). Nach der im Steuerrecht herrschenden Normentheorie trägt d ie Steuerbehörde die Beweislast für die steuerbegründenden und -erhöhenden Tatsachen. Dagegen ist der Steuerpflichtige für die steueraufhebenden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet (Art. 8 ZGB analog; BGE 140 II 248 E. 3.5; BGE 138 II 57 E. 7.1; BGE 133 II 153 E. 4.3; Urteil des BGer 2C_95/2013 / 2C_96/2013 vom 21. August 2013 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Steuerbehörde hat nachzuweisen, was die Eröffnung des Nachsteuerverfahrens und auch den E rlass einer zulasten des Steuer- pflichtigen veränderten Veranlagung rechtfertigt (Urte il des BGer 2C_494/2011 / 2C_495/2011 vom 6. Juli 2012 E. 2.3.1 mit Hinweisen, in: StE 201 2 B 72.25 Nr. 2). Demzufolge obliegt der Beweis, dass die Veranlagung ungenügend gewesen ist, de r Steuerbehörde. Nach der Recht- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprechung genügt für den Beweis der unvollständigen Bes teuerung die Überzeugung, dass die entdeckten Elemente mit an Sicherheit grenzender Wahr scheinlichkeit nicht versteuert worden sind (K LAUS A. VALLENDER /MARTIN E. LOOSER , in: Martin Zweifel/Peter Athanas [Hrsg.], Kom- mentar zum DBG, 2. Aufl., Basel 2008, Rz. 12 zu Art. 151 DBG; R OMAN BLÖCHLINGER , Neue Tatsachen im Nach- und Strafsteuerverfahren, StR 2011, S. 149; Urteil des BGer 2C_304/2013 / 2C_305/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 3.4). 4. Die Beschwerdeführerin wendet sich gegen die Aufrech nung von verschiedenen Positi- onen in der Buchhaltung der B.____ AG zu ihrem steuer baren Einkommen und die daraus re- sultierende Erhebung von Nachsteuern. 4.1 Nach Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG sind als Ertrag aus b eweglichem Vermögen steuerbar insbesondere Dividenden, Gewinnanteile, Liquidationsüb erschüsse und geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art. Zu den geldwerten Vorteilen zählen unter anderem auch die so genann- ten verdeckten Gewinnausschüttungen. Es handelt sich dab ei um Leistungen der Gesellschaft an den Inhaber von Beteiligungsrechten (oder diesen N ahestehende), denen keine oder keine genügenden Gegenleistungen gegenüberstehen und die einem an der Gesellschaft nicht betei- ligten Dritten nicht oder in wesentlich geringerem Um fang erbracht worden wären. Anzustellen ist dazu ein Drittvergleich (vgl. R ICHNER /FREI /KAUFMANN /MEUTER , a.a.O., Rz. 140 ff. zu Art. 20 DBG; BGE 138 II 57 E. 2.2 ff. mit weiteren Hinweisen). 4.2 Die B.____ AG wurde im Jahr 1972 gegründet und i ns Handelsregister eingetragen. Sie bezweckt laut Registereintrag die Erbringung von Beratun gen und Dienstleistungen, insbeson- dere für medizinische und pharmazeutische Unternehmen. D ie Beschwerdeführerin betreibt zusammen mit Dr. C.____, ihrem Lebensgefährten, als ei nzelzeichnungsberechtigte Direktorin die B.____ AG, für die sie seit den 1990er-Jahren als kaufmännische Geschäftsleiterin tätig ist. Sie hat später mit Dr. C.____, der bis dahin Alleinakt ionär gewesen war, einen undatierten Ak- tienkaufvertrag über 25 der insgesamt 50 Namenaktien mi t einem Nominalwert von Fr. 1'000.-- zu einem Kaufpreis von Fr. 450'000.-- abgeschlossen. Der Kaufpreis wurde gemäss Vertrag am 31. Dezember 2004 fällig und wurde mit de m diesen Betrag leicht übersteigenden Guthaben der Beschwerdeführerin gegenüber der Gesellschaft verrechnet. Die Beschwerdefüh- rerin war somit per 31. Dezember 2004 als Aktionärin zu 50 % an der B.____ AG beteiligt. Sämtliche geldwerten Leistungen der B.____ AG an die Beschwerdeführerin ohne eine wert- mässig entsprechende Gegenleistung stellen nach dem Aus geführten steuerbaren Vermögens- ertrag dar. 5.1 Das Steuergericht erwog, die Gesellschaft habe der Beschwerdeführerin als Inhaberin gesellschaftlicher Beteiligungsrechte in den Geschäftsjah ren 2004 und 2005 diverse in der pri- vaten Steuererklärung undeklariert gebliebene geldwert e Vorteile zukommen lassen. So habe die Gesellschaft unter anderem private Auslagen der Besc hwerdeführerin dem gesellschaftli- chen Aufwand belastet, ohne einen Privatanteil auszuschei den. Die Geschäftsräumlichkeiten der B.____ AG befänden sich im Wohnhaus der Beschwerdef ührerin, für den Raumaufwand sowie weitere mit der Liegenschaft zusammenhängende A ufwendungen wie den Gartenunter- halt sei ein Privatanteil auszuscheiden. Das Geschäftsfah rzeug werde auch privat benutzt, die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht pauschale Aufrechnung eines Privatanteils sei deshalb nic ht zu bemängeln. Dasselbe gelte für die Telefongebühren für einen Festnetzanschluss und zw ei Mobiltelefone. Schliesslich sei auch ein Teil der Reise- und Repräsentationsspesen als Privat anteil aufzurechnen. Ausserdem habe die Gesellschaft private Steuerausstände der Beschwerdeführerin beglichen. 5.2 Soweit Privataufwendungen aus Geldmitteln des Unte rnehmens bestritten oder betrieb- liche Einrichtungen und Vermögensgegenstände teilweise privat genutzt werden, so ist die Pri- vatentnahme resp. ein ausgeschiedener Privatanteil für di e betriebliche Gewinnermittlung auf- wandmindernd oder ertragserhöhend zu berücksichtigen (J ULIA VON AH, Die Besteuerung Selb- ständigerwerbender, 2. Aufl., Zürich 2011, S. 110). S piegelbildlich ist der entsprechende Auf- wand im Privatvermögen der Steuerpflichtigen als Einkom men zu deklarieren (vgl. Art. 18 Abs. 2 DBG). Die Beschwerdeführerin beantragt vorliege nd die Aufhebung des gesamten vor- instanzlichen Entscheids und den Verzicht auf jegliche nachtr ägliche Besteuerung. Davon ab- weichend befasst sich die Beschwerdeschrift allerdings mit keinem Wort mit den aufgerechne- ten Privatanteilen. Dies führt dazu, dass ihrem diesbezü glichen Antrag mangels genügender Substantiierung (vgl. zur Substantiierungspflicht im Rech tsmittelverfahren ULRICH CAVELTI , in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], a.a.O., Rz. 11a zu Art. 140 DBG) nicht zu folgen ist und die aufgerech- neten Privatanteile zu bestätigen sind, zumal die diesbe züglichen Ausführungen der Vorinstanz nicht zu beanstanden sind. 6.1 Das Steuergericht führte weiter aus, die Gesellschaf t habe per 31. Dezember 2004 an- gefangene Arbeiten von Fr. 181'990.-- bilanziert, oh ne dass - wie von den allgemein anerkann- ten Grundsätzen der kaufmännischen Buchführung geford ert - eine entsprechende Gegenbu- chung auf einem Aufwandkonto erfolgt sei. Vielmehr sei unzulässigerweise über das Kontokor- rent der Beschwerdeführerin gebucht worden. Es hätten gar keine angefangenen Arbeiten vor- gelegen, weshalb die Steuerverwaltung zu Recht eine Aufrechnung vorgenommen habe. 6.2 Die Beschwerdeführerin moniert in grundsätzlicher Hinsicht, dass es sich bei der B.____ AG und ihr um zwei voneinander unabhängige Steuersubje kte handle, weshalb die Beurteilun- gen aus dem die B.____ AG betreffenden Steuerverfahre n nicht unbesehen übernommen wer- den könnten. Wenn bei der Gesellschaft rechtskräftig gel dwerte Leistungen aufgerechnet wor- den seien, bedeute dies nicht, dass in ihrem Fall zwing end ebenfalls eine solche zu erfolgen habe. Der bei der B.____ AG als "angefangene Arbeite n" erfasste Betrag setze sich einerseits aus einem Betrag von Fr. 160'000.-- für ihre Lohn- r esp. Honoraransprüche und andererseits aus Fr. 21'990.-- für Zahlungen an Dr. D.____ und an Dr. C.____ zusammen. Die Lohn- bzw. Honoraransprüche stammten nachgewiesenermassen aus den Jahren 1994 bis 1996 und könn- ten schon in zeitlicher Hinsicht nicht auf Ende 2004 an gerechnet werden. Die Zahlungen an Dr. D.____ und an Dr. C.____ habe sie aus eigenen Mitteln erbracht, weil die B.____ AG im dama- ligen Zeitpunkt aus Liquiditätsgründen dazu nicht in d er Lage gewesen sei. Es habe sich mithin um ein Darlehen gehandelt, eine Besteuerung als Einkommen komme deshalb nicht in Frage. 6.3 Vorweg ist der Beschwerdeführerin darin beizupfli chten, dass es sich bei der B.____ AG und ihr um zwei voneinander vollständig unabhängige Steuersubjekte handelt, weshalb Beurtei- lungen aus dem die Gesellschaft betreffenden Steuerverf ahren nicht tel quel für das vorliegen- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht de Verfahren übernommen werden können. Es mag dabei zu treffen, dass in der Mehrzahl der- jenigen Fälle, bei welchen im Rahmen von Revisionsprüf ungen Aufrechnungen bei juristischen Personen vorgenommen werden, diese ebenfalls bei den Aktionären aufgerechnet werden kön- nen. Dieser Umstand führt aber nicht dazu, dass die ein zelnen Positionen im Rahmen des Nachsteuerverfahrens bei der Privatperson nicht mehr hint erfragt werden könnten. Vielmehr kommen die vorstehend aufgezeigten Grundsätze des Vera nlagungsverfahrens auch im vorlie- genden Fall zum Tragen. 6.4 Als buchführungspflichtige Aktiengesellschaft hat di e B.____ AG nach Art. 958 Abs. 1 OR auf den Schluss eines Geschäftsjahres unter anderem ein Inventar aufzustellen. Zum In- ventar gehören als (immaterielle) Vorräte auch angefa ngene, d.h. noch nicht abgerechnete Dienstleistungen und Vorarbeiten für feste Aufträge v on Kunden (MATHIAS OERTLI , Angefange- ne Arbeiten beim Jahresabschluss, Zürich 1988, S. 26). Di e Beschwerdeführerin stellt nicht in Abrede, dass bei der B.____ AG per 31. Dezember 2004 ke ine begonnenen Arbeiten an einem Auftrag vorlagen, die steuerlich zu aktivieren gewesen wären. Der Bilanzposten ist vielmehr das Resultat einer buchhalterisch unzulässigen Verbuchung über das Kontokorrentkonto der Be- schwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin legt - wie be reits schon vor den Vorinstanzen - dar, im Umfang von Fr. 160'000.-- weise das Konto vorbestehen de Honoraransprüche aus den Jah- ren 1994 bis 1996 aus. Das Steuergericht verwarf diese V orbringen mit dem Hinweis, die Be- schwerdeführerin habe in den Jahren zuvor die behauptete Lohnforderung in ihrer persönlichen Steuererklärung im Wertschriftenverzeichnis nie deklariert und die vorgeblichen Lohnansprüche seien zudem seitens der B.____ AG in steuerrechtlich unzu lässiger Weise erst am 31. Dezember 2004 verbucht worden. Die unbestrittenermassen unerlaubte Verbuchung ändert indessen nichts daran, dass die der Beschwerdeführerin i n den Büchern der B.____ AG gutge- schriebene Forderung nur dann als verdeckte Gewinnausschüttung aufgerechnet werden kann, wenn eine solche Forderung überhaupt nicht besteht resp . wenn eine Forderung besteht, die auf einem in der entsprechenden Steuerperiode zu best euernden Vorgang beruht. Die Nichtde- klaration der Lohnansprüche in der privaten Steuererklä rung der Beschwerdeführerin schliesst des Weiteren nicht aus, dass diese Ansprüche tatsächlich bestanden. Wie die Beschwerdefüh- rerin zutreffend vorbringt, setzte sich die Vorinstanz in d ieser Beziehung nicht mit den von ihr eingereichten Beweisunterlagen auseinander, mit welche n sie die entsprechenden Ansprüche zu belegen versuchte. In dieser Hinsicht entscheidend ist jedoch, dass die Beschwerdeführerin resp. die B.____ AG bereits im Rahmen der Revisionsverfa hren durch Vorlage von diversen Unterlagen nachgewiesen haben, dass es sich beim Betrag v on Fr. 160'000.-- in der Tat um Lohn- resp. Honoraransprüche aus früheren Jahren hand elt. Die Steuerverwaltung hat im Rah- men des Revisionsberichtes diesen Sachverhalt gestützt auf die Buchhaltungsunterlagen bestä- tigt (vgl. Revisionsbericht Nr. 2007-134 vom 16. November 2007, S. 8). Der Betrag hat somit als anerkannt zu gelten. Wenn sich das Steuergericht für die steuerbegründenden Tatsachen - zu Recht - auf den Revisionsbericht abstützt, so muss es dies kon sequenterweise auch in Bezug auf die steuermindernden Tatsachen tun. Unter Zugrund elegung dieses von der Steuerverwal- tung anerkannten Sachverhalts standen der Beschwerdeführerin per Ende 2004 in der Tat noch Honorare aus den Jahren 1994 bis 1996 in der Höhe von insgesamt Fr. 160'000.-- zu. Somit handelte es sich beim als angefangene Arbeiten erfassten Betrag in diesem Umfang nicht um in der Steuerperiode 2004 steuerbare Einkünfte, sondern u m (steuerbares) Vermögen. Die unter Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht diesem Titel bei der Einkommenssteuer vorgenommene Aufre chnung erweist sich als rechts- widrig und ist folglich aufzuheben. 6.5 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, sie h abe für die Gesellschaft ab ihrem privaten Bankkonto Zahlungen an Dr. D.____ und an Dr. C.____ im Umfang von insgesamt Fr. 21'990.-- geleistet, weshalb ihr ein auf dem Konto angefangene Arbeiten verbuchter Rücker- stattungsanspruch zustehe. Da dieser Betrag als Darlehe n zu qualifizieren sei, was die B.____ AG bestätige, stelle er kein Einkommen dar. Die Vorinst anz habe ihr im Weiteren zu Unrecht die Beweislast für die Existenz eines Darlehens auferlegt , denn es liege an der Steuerverwal- tung, den Rechtsgrund für die Zahlungen zu beweisen. Soweit die Beschwerdeführerin davon ausgeht, die Steue rbehörden müssten den Rechtsgrund von Einkünften nachweisen, so geht sie mit dieser Annahme fehl. Steuerbegründend und von der Steuerverwaltung nachzuweisen ist der Vermögenszugan g (vgl. Art. 16 ff. DBG). Der dem Zufluss zu Grunde liegende Rechtsgrund ist dabei kein Ta tbestandselement, zumal geldwerte Vorteile auch rechtsgrundlos oder vom Rechtsgrund losge löst (abstrakt) erlangt werden kön- nen. Vorliegend weist die Buchhaltung der B.____ AG eine geldwerte Leistung in der Form ei- ner Buchung an das Kontokorrentkonto der Beschwerdeführerin aus, was diese nicht bestreitet. Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, es handle sich d abei um die Gewährung eines Darle- hens, so behauptet sie eine steuermindernde Tatsache, f ür die sie gemäss den allgemeinen Verfahrensregeln die Folgen der Beweislosigkeit trägt ( vgl. oben E. 3.3). Die Steuerbehörden nahmen damit keine unzulässige Umkehr der Beweislast vo r. Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin hat die Steuerverwaltung diesen Be trag auch nicht als Darlehen an die Gesellschaft anerkannt. Im von der Beschwerdeführerin angerufenen Einspracheentscheid führ- te die Steuerverwaltung aus, dass aktenkundige Bankbestät igungen über Geldbezüge nichts über eine Darlehensvereinbarung aussagten, woran auch handschriftliche Notizen betreffend Zahlungszweck nichts änderten. Die Existenz eines Darlehens se i nicht belegt (Einsprache- entscheid vom 21. Oktober 2013, S. 6). Dieser Einschätzung ist - wie nachfolgend aufgezeigt wir d - zu folgen. Die Beschwerdeführerin untermauert ihre gegenteiligen Ausführungen zunächst mit einer selbst erstellten Aufstellung über die erfolgten Zahlungen an Dr. D.____ und an D r. C.____. Dieses Dokument und die handschriftlichen Notizen auf den übrigen Belegen weisen keinen über eine Parteibehauptung hinausgehenden Beweiswert auf. Nicht aussage- bzw. bewei skräftig ist sodann auch der Um- stand, dass die - vollständig von der Beschwerdeführerin und Dr. C.____ kontrollierte - B.____ AG das Bestehen eines Darlehens behaupteterweise anerkann t hat. Die ins Recht gelegten Bankbelege vermögen weiter einzig zu beweisen, dass Auszah lungen vom privaten Konto der Beschwerdeführerin veranlasst wurden. Für die Behauptu ng der Beschwerdeführerin, sie habe vom bezogenen Geld total Fr. 16'000.-- Dr. C.____ zukommen lassen, fehlt jeglicher Beleg. Von Dr. D.____ existieren Bestätigungen aus dem Zeitraum vo n Dezember 2003 bis September 2004, in denen dieser jeweils bescheinigt, er habe EUR 4'090.-- in bar für seine Mitarbeit bei der B.____ AG erhalten. Diese Beglaubigungen vermögen aber von Vornherein nicht den Nachweis dafür zu erbringen, dass die ihm ausgehändigten Barbeträge vom privaten Konto der Beschwerdeführerin stammten. Die belegte Auszahlung de r EUR 4'090.-- erfolgte gemäss Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bankbeleg am 12. Juli 2002, die früheste zu den Akten g ereichte (im Übrigen nicht unterschrie- bene) Quittung von Dr. D.____ über den entsprechenden Betrag datiert vom 12. Dezember 2003. Da zwischen den beiden Ereignissen 17 Monate verstrichen, stehen sie offenkundig nicht in einem direkten Zusammenhang. Darüber hinaus weist der vorgebrachte Sachverhalt verschiede ne Ungereimtheiten auf, die ins Auge stechen: So handelt es sich bei Dr. C.____ um den Lebensgefährten der Beschwerdefüh- rerin und Mitdirektor der B.____ AG. Weshalb ihr Gesch äftspartner auf der Barauszahlung von Honoraren bestand, obwohl für ihn ein Aktionärskonto geführt wurde und sich die Gesellschaft angeblich in einem Liquiditätsengpass befand, ist nicht o hne Weiteres einsichtig. Sollte sich Dr. C.____ zu jener Zeit persönlich in einem finanziellen Engpass befunden haben und auf ein Bar- darlehen angewiesen gewesen sein, so vermag die Beschwerdeführerin nicht zu erklären, wes- halb sie nicht ihm persönlich ein Darlehen gewährt hat . Die Beschwerdeführerin schweigt sich zudem darüber aus, weshalb entgegen sämtlichen Gepflog enheiten in der Geschäftswelt kein schriftlicher Darlehensvertrag abgeschlossen und offenbar au ch keine Verzinsung vereinbart wurden. Dazu kommt das seltsam anmutende Geschäftsgebahr en der Gesellschaft, dass ei- nem externen Berater vorgeblich über Jahre zunächst ein monatliches Honorar von Fr. 10'000.--, später ein solches von noch EUR 4'090.--, in bar und (grösstenteils) ohne Quittung ausbezahlt wurde, offenbar ohne dass zur Geschäftsbezieh ung nähere schriftliche Aufzeich- nungen existieren. Der Beweggrund für das gewährte Darlehen war darüber hinaus gemäss der Schilderung der Beschwerdeführerin ein Liquiditätsengpass der Gesellschaft. Allerdings weisen die Bilanzen der B.____ AG für die Jahre 2003 und 20 04 jeweils flüssige Mittel in beträchtlicher Höhe aus, was die beschwerdeführerische Darstellung übe r die Geschäftsvorgänge und ihren wirtschaftlichen Hintergrund ebenfalls wenig plausibel erscheinen lässt. Nach dem Gesagten ist die Existenz eines Darlehens an die Gesellschaft nicht nur unbewiesen, sondern nicht einmal glaubhaft gemacht. Die vom Steuergericht geschützte Aufr echnung von insgesamt Fr. 21'990.-- ist somit nicht zu beanstanden. 7.1 Die B.____ AG hatte ausserdem per 31. Dezember 200 4 in den Aktiven (abschrei- bungsbereinigt) einen Goodwill von Fr. 296'000.-- bilanziert. Das Steuergericht erwog hierzu, es sei nur käuflich erworbener Goodwill aktivierbar, was vor liegend nicht der Fall sei. Es handle sich somit um einen Nonvaleur, welchen die Beschwerdefüh rerin als Einkommen zu versteuern habe. 7.2 Die Beschwerdeführerin hält in dieser Hinsicht dag egen, auch bei diesem Betrag handle es sich um Leistungen, welche sie auf Rechnung der B.____ AG erbracht habe, weil die Ge- sellschaft nicht über genügend Liquidität verfügt habe. Im Umfang von mindestens Fr. 156'000.-- sei sie in den 1990er-Jahren für die Ge sellschaft eingesprungen und habe Zah- lungen an Dr. D.____ geleistet, der zunächst ein mona tliches Honorar von Fr. 10'000.--, später ein solches von noch EUR 4'090.-- erhalten habe. Rechtlich sei wiederum von einem Darlehen an die Gesellschaft auszugehen, welches steuerlich nicht Einkommen darstellen könne. 7.3 Aus den allgemeinen Bestimmungen von Art. 960 Abs. 2 OR wird abgeleitet, dass nur aktivierungsfähige Güter Vermögenswerte einer Aktiengese llschaft bilden und in der Bilanz als Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aktiven aufgeführt werden dürfen. Immaterielle Güter sind nur dann aktivierungsfähig, wenn sie übertragbar sind und einen Verkehrswert aufweisen. Ein immaterielles Gut ist auch der Ge- schäftswert, der sog. Goodwill. Er umfasst immaterielle wertbildende Faktoren wie der Kund- schaftswert, gutes Management, rationelle Verfahren ode r aufgebautes Know-how. Da es sich um kein Vermögensrecht, sondern um eine blosse Gewinncha nce handelt, kann der in der Ge- sellschaft erarbeitete Goodwill nach schweizerischem Recht weder handels- noch steuerrecht- lich als Aktivum aufgeführt werden. Nur ein entgeltlich von Dritten erworbener Goodwill kann aktiviert werden (M ARKUS REICH /MARINA ZÜGER , in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], a.a.O., Rz. 17 zu Art. 27 DBG; R ICHNER /FREI /KAUFMANN /MEUTER , a.a.O., Rz. 10 zu Art. 28 DBG; R OLAND VON BÜREN /WALTER A. STOFFEL /ROLF H. WEBER , Grundriss des Aktienrechts, 3. Aufl., Zürich 2011, Rz. 1040 f.; BGE 138 II 311 E. 3.1.2; BGE 80 I 370 E . 3). Im vorliegenden Fall ist unbestritte- nermassen kein von Dritten erworbener Goodwill aktivier t worden, weshalb es sich auch dabei um eine unzulässige Buchung handelt, die noch dazu - w ie die angefangenen Arbeiten - über das Kontokorrentkonto der Beschwerdeführerin erfolgte. N ichtsdestotrotz wäre die über das Konto vorgenommene entsprechende Gutschrift auf das Kontokorrento der Beschwerdeführerin nachvollziehbar und sachgerecht, wenn sie der B.____ AG tatsächlich einen Betrag von Fr. 296'000.-- (oder auch einen solchen von Fr. 156' 000.--) zur Verfügung gestellt hätte, um deren Rechnungen zu begleichen. Nur verhält es sich - entgegen den Ausführungen in der Be- schwerdeschrift - bei dieser Position so, dass sich diese Be hauptung durch die eingereichten Unterlagen und Quittungen in keiner Art und Weise belegen lässt, denn die Belege betreffen die Jahre 2002 bis 2004. Vielmehr existieren keinerlei Indizi en dafür, dass die Beschwerdeführerin in den 1990er-Jahren irgendwelche Beträge für die Gese llschaft ausgezahlt hat. Es liegen hier- zu nicht einmal substantiierte Tatsachenbehauptungen vor . Den allgemein gehaltenen Beteue- rungen der Beschwerdeführerin kann, wie oben aufgezei gt wurde, kein Glauben geschenkt werden. Die Gutschrift in den Büchern B.____ AG zugunste n der Beschwerdeführerin ist daher nicht durch eine entsprechende Gegenleistung unterlegt. Die Vorinstanz ist demgemäss zu Recht von einem nicht werthaltigen Aktivum, einem Nonva leur ausgegangen und hat korrekter- weise einen Betrag in der Höhe von Fr. 296'000.-- au fgerechnet. Soweit die Beschwerdeführe- rin vorbringt, ein Nonvaleur in den Büchern der Gesellschaft müsse auch auf ihrer Seite berück- sichtigt werden, was entsprechend zu einem Nulleinkommen f ühren müsse, so kann ihr nicht gefolgt werden. Die gesamten über das Kontokorrent i m Haben gebuchten Nonvaleurs dienten offensichtlich dazu, den Kauf der Aktien mittels Verrech nung aus der Gesellschaft heraus zu finanzieren. Den Nonvaleurs der Gesellschaft stehen somit auf Seite der Beschwerdeführerin die in ihr Eigentum überführten Aktien gegenüber, we lche entgegen der Ansicht der Beschwer- deführerin durchaus einen realen und zu versteuernden Vermögenszufluss repräsentieren. 8. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Steuerverwaltung zu Recht Aufrechnungen für die Privatanteile und den in der Bilanz als Aktivum auf geführten Goodwill vorgenommen hat. Bezüglich der über das Konto angefangene Arbeiten ve rbuchten Beträge zeigt sich, dass zu Unrecht ein Betrag in der Höhe von Fr. 160'000.-- auf gerechnet wurde, was in Bezug auf die erhobenen Nachsteuern zur teilweisen Gutheissung der B eschwerde führt. Insgesamt ist dem- nach die Nachbesteuerung des Einkommens für das Jahr 2004 um Fr. 160'000.-- zu reduzieren und der entsprechende Betrag als Vermögen zu besteuern. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Weiter ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin von der Steuerverwaltung zu Recht wegen einer vollendeten Steuerhinterziehung gebüsst wurde. 9.1 Der vollendeten Steuerhinterziehung gemäss Art. 175 Abs. 1 DBG macht sich unter anderem strafbar und wird mit einer Busse bestraft, w er vorsätzlich oder fahrlässig bewirkt, dass eine Veranlagung unvollständig ist oder gänzlich un terbleibt (Steuerverkürzung). Die kan- tonale Steuerverwaltung setzt die Bussen fest (§ 14 der Vollzugsverordnung vom 13. Dezember 1994 zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer). Di e Beschwerdeführerin erhebt vorab generelle Einwände gegen die Zulässigkeit des gesetzlich vorgesehenen Strafsteuerverfahrens. Sie rügt, die Steuerverwaltung agiere gleichzeitig als Untersuchungs- und Entscheidorgan, was eine Verletzung der der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Eu- ropäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. Novembe r 1950 darstelle. Sie habe ge- mäss Art. 6 EMRK Anspruch auf Beurteilung durch ein unab hängiges und unparteiliches Ge- richt in einem fairen Verfahren. Diesen Anforderungen an ein Strafverfahren genüge das vorlie- gende Verfahren nicht. 9.2 Gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede Person ein Rech t darauf, dass über Streitigkeiten in Bezug auf ihre zivilrechtlichen Ansprüche und Verpfli chtungen oder über eine gegen sie er- hobene strafrechtliche Anklage von einem unabhängigen u nd unparteiischen, auf Gesetz beru- henden Gericht in einem fairen Verfahren, öffentlich und innerhalb angemessener Frist verhan- delt wird. Die Beschwerdeführerin moniert, die Steuer verwaltung sei weder unabhängig noch unparteiisch, es handle sich bei ihr nicht um ein EMRK-konformes Gericht. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt, hande lt es sich beim Steuerübertretungsver- fahren um ein Strafverfahren, dessen Gegenstand eine str afrechtliche Anklage im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK bildet, weshalb die in der Konve ntion garantierten entsprechenden Verfah- rensgarantien zu gewährleisten sind. Ihr ist weiter dar in beizupflichten, dass die Steuerverwal- tung einerseits als Untersuchungsorgan die Aufgaben ein er Staatsanwaltschaft wahrnimmt und andererseits mit der Strafkompetenz richterliche Funktionen ausübt, wobei sie als Verwaltungs- einheit resp. ihre Entscheidungsträger als Mitglieder ei ner hierarchischen und weisungsgebun- denen Organisation die entsprechenden Anforderungen d er EMRK an ein unabhängiges Ge- richt nicht erfüllen. Die Beschwerdeführerin übersieht mit ihrer Argumentation aber, dass die EMRK die Mitgliedstaaten nicht dazu verpflichtet, sämtli che Streitigkeiten über eine strafrechtli- che Anklage einem Verfahren zu unterstellen, das in jede r Phase vor einem Gericht im Sinne der Vorschrift geführt wird. Vielmehr kann es nach der st ändigen Rechtsprechung des Ge- richtshofs aus Gründen der Flexibilität und Effizienz gere chtfertigt sein, dass in der ersten In- stanz eine Verwaltungsbehörde entscheidet. Mit der Ko nvention ist insbesondere vereinbar, wenn die Beurteilung von Bagatelldelikten den Verwalt ungsbehörden übertragen wird, solange die betroffene Person die Möglichkeit hat, die entspre chende Entscheidung durch ein EMRK- konformes Gericht überprüfen zu lassen (Urteil des EGMR M ar čan gegen Kroatien [40820/12] vom 10. Juli 2014 § 34; Urteil des EGMR Menarini Diag nostics S.R.L. gegen Italien [43509/08] vom 27. September 2011 § 59 ff.; Urteil des EGMR Lauk o gegen die Slowakei [4/1998/907/1119] vom 2. September 1998 § 64; CHRISTOPH GRABENWARTER /KATHARINA PABEL , Europäische Menschenrechtskonvention, 5. Aufl., München 2012, S. 419). Das angerufene Ge- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht richt muss die von der Verwaltungsbehörde gefällte Stra fe dabei mit voller Kognition in tatsäch- licher und rechtlicher Hinsicht überprüfen (G RABENWARTER /PABEL , a.a.O., S. 400). Beim Über- tretungsstrafverfahren in Steuersachen handelt es sich u m eine strafrechtliche Bagatelle im Sinne der aufgezeigten Rechtsprechung. Im vorliegenden Fall wurde die von der Steuerverwal- tung ausgesprochene Busse vom Steuergericht mit vollumfäng licher Kognition beurteilt (vgl. Art. 140 Abs. 3 DBG), dieser Entscheid wird vorliegend seinerseits vom Kantonsgericht vollum- fassend geprüft (vgl. oben E. 2). Damit haben zwei una bhängige und unparteiische Gerichte über die vorliegend strittige strafrechtliche Anklage befunden, weshalb eine Verletzung des ent- sprechenden konventionsrechtlichen Anspruchs der Beschwerdef ührerin zu verneinen ist. Das Verfahren hält dadurch im Übrigen auch vor Art. 2 des 7 . Zusatzprotokolls zur EMRK vom 22. November 1984 stand, der das Recht auf gerichtliche Nachprüfung von Strafurteilen garan- tiert (vgl. GRABENWARTER /PABEL , a.a.O., S. 477). 9.3 Zusätzlich moniert die Beschwerdeführerin eine Ver letzung ihres Anspruchs auf ein faires Verfahren. Die Steuerverwaltung sei in dieser Hi nsicht verpflichtet, sowohl nach belas- tenden wie auch nach entlastenden Elementen zu suchen. Sie kritisiert, weder die Steuerver- waltung noch die Vorinstanz hätten den Sachverhalt nach entlastenden Momenten untersucht, weshalb der angefochtene Entscheid hinsichtlich der Straf steuern aufzuheben sei. Die Be- schwerdeführerin zeigt allerdings nicht konkret auf, we lche Untersuchungshandlungen zu Un- recht unterblieben sein sollen. Wenn sie den Eindruck ha tte, die Sachverhaltsfeststellung sei einseitig oder nicht mit ausreichender Intensität erfol gt, so wäre es ihr offen gestanden, geeig- nete Beweisanträge zu stellen oder zusätzliche eigene Bel ege einzureichen. Dies hat sie nicht getan. Eine Verletzung ihres Anspruchs auf ein faires Verfahren ist nicht ersichtlich. 10.1 In objektiver Hinsicht erfordert der in Art. 175 A bs. 1 DBG statuierte Tatbestand der Steuerverkürzung, dass die steuerpflichtige Person einen ungerechtfertigten Steuervorteil er- langt hat, weil die Veranlagungsbehörde für Bestand und Umfang der Steuerpflicht wesentliche Tatsachen nicht gekannt hat und die Veranlagung aus di esem Grund zu Unrecht unterblieben oder rechtskräftig ungenügend ausgefallen ist. Vorausgeset zt wird zunächst, dass dem Ge- meinwesen gegenüber dem hinterziehenden, unbeschränkt oder beschränkt steuerpflichtigen Täter eine Steuerforderung zusteht. Aufgrund der Tat sache, dass die Veranlagung des Betref- fenden unvollständig ausgefallen ist oder zu Unrecht un terblieben ist, hat das Gemeinwesen jedoch einen Steuerausfall erlitten. Dieser Verlust ist die Folge einer unzutreffenden Sachver- haltsfeststellung. Eine unvollständige Veranlagung ist möglich, weil der Veranlagungsbehörde falsche oder unvollständige Angaben vorliegen, auf welche sie sich bei der Veranlagung ab- stützt. Die Tathandlung besteht bei der Steuerhinterzi ehung im Bewirken der unvollständigen bzw. unterbliebenen Veranlagung. Da der Steuerpflichtige im Veranlagungsverfahren gesetzlich verpflichtet ist, der Steuerbehörde alle rechtserheblich en Tatsachen vollständig und wahrheits- gemäss anzugeben, fällt die Tathandlung der Steuerhinterziehung mit einer Verletzung von Ver- fahrenspflichten zusammen und kann insofern als erfolgsq ualifizierte Verfahrenspflichtverlet- zung des Steuerpflichtigen bezeichnet werden (vgl. R OMAN SIEBER , in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], a.a.O., Rz. 7 ff. zu Art. 175 DBG). Als letztes objektive s Tatbestandsmerkmal ist das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen der Tathandlung und dem Eintritt des Steu- erausfalls des Gemeinwesens als Deliktserfolg zu nennen. Das Verhalten des Steuerpflichtigen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht muss den Steuerausfall bzw. die zugrunde liegende Falsch veranlagung verursacht haben (na- türliche Kausalität). Es muss zudem geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung einen solchen Erfolg herbeizuführen oder mindestens zu be- günstigen. Der adäquate Kausalzusammenhang zur steuerver kürzenden Veranlagung wird da- bei nicht dadurch unterbrochen, dass die Veranlagungsbeh örde die Steuerhinterziehung bei genügender Sorgfalt hätte erkennen können (vgl. SIEBER , a.a.O., Rz. 23 ff. zu Art. 175 DBG). 10.2 Es ist zu prüfen, ob der objektive Tatbestand der S teuerhinterziehung erfüllt ist. Zu be- achten ist dabei, dass es sich beim Steuerhinterziehungsverfa hren um ein echtes Strafverfah- ren handelt. Die allgemeinen materiellen und prozessualen Grundsätze des Straf- und des Ver- fassungsrechts sowie der EMRK beanspruchen deshalb auch im Steuerstrafverfahren ohne Einschränkung Geltung, wozu namentlich das Verschuldenspr inzip, das Verbot der Verdachts- strafe und der Grundsatz der Unschuldsvermutung gehören ( RICHNER /FREI /KAUFMANN /MEUTER , a.a.O., Rz. 4 zu VB zu Art. 174-198 DBG; E RNST BLUMENSTEIN /PETER LOCHER , System des Schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 353). Aus der Unschuldsvermutung und dem darin enthaltenen Grundsatz "in dubio pro reo" er gibt sich im Sinne einer Beweiswürdi- gungsregel, dass den Steuerstrafen keine Sachverhaltsele mente zugrunde gelegt werden dür- fen, über deren Verwirklichung bei objektiver Würdigun g der gesamten Beweislage Zweifel be- stehen müssen oder die nur als wahrscheinlich gelten (Urt eil des BGer 2C_392/2013 / 2C_393/2013 vom 20. Dezember 2013 E. 3.2; BGE 127 I 38 E. 2a; BGE 124 IV 86 E. 2a). Un- überwindliche Zweifel sind Zweifel, die sich nach der objektiven Sachlage für einen kritischen und vernünftigen Menschen aufdrängen. Die denktheoretisch nie auszuschliessende Möglich- keit, dass es auch anders sein könnte, ist demgegenüber i rrelevant. Entscheidend ist im Rah- men des Vollbeweises, ob die rechtsanwendenden Behörden angesichts der konkreten Um- stände von der Wahrheit einer Tatsachenbehauptung übe rzeugt sind (BGE 139 II 384 [nicht publ.] E. 5.2.1). In Würdigung der Akten ist davon auszugehen, dass - mit Ausnahme der Honorarforderung aus den Jahren 1994 bis 1996 in der Höhe von insgesamt Fr. 160'000.-- (vgl. oben E. 6.4) - keine sich nach der objektiven Sachlage für einen kritischen un d vernünftigen Menschen aufdrängen- den Zweifel daran bestehen, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 2004 und 2005 in den Genuss der von der Steuerverwaltung aufgerechneten Eink ünfte gekommen ist und diese in den Steuererklärungen 2004 und 2005 nicht deklariert h at. Die Vorinstanzen haben deshalb richtigerweise festgestellt, dass die ordentliche Veranla gung für die Jahre 2004 und 2005 man- gels Deklaration aller Einkünfte unvollständig war. Das Gemeinwesen hat einen durch das Ver- halten der Beschwerdeführerin verursachten Steuerausfall erlitten. Somit ist der objektive Tat- bestand der Steuerhinterziehung erfüllt. 10.3 Es ist im Weiteren zu prüfen, ob auch der subjek tive Tatbestand erfüllt ist. In subjekti- ver Hinsicht erfordert der Tatbestand der vollendeten S teuerhinterziehung, dass der Steuer- pflichtige vorsätzlich oder fahrlässig eine Verkürzung od er Gefährdung des gesetzlichen Steu- eranspruchs bewirkt hat. Vorsätzlich begeht eine Steuerh interziehung, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt (Art. 12 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB] vom 21. Dezember 1937). Nach der bundesgerichtlichen Re chtsprechung gilt der Nachweis des Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorsatzes als erbracht, wenn mit hinreichender Sicherhe it feststeht, dass sich der Beschuldigte der Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der gemachten A ngaben bewusst war. Ist dieses Wis- sen erwiesen, so muss angenommen werden, dass er auch mit Willen handelte, d.h. eine Täu- schung der Steuerbehörden beabsichtigt und eine zu nied rige Veranlagung bezweckt (direkter Vorsatz) oder zumindest in Kauf genommen hat (Eventualvor satz). Diese Vermutung lässt sich nicht leicht entkräften, weil in der Regel ein anderer Beweggrund für die Unrichtigkeit oder Un- vollständigkeit der gemachten Angaben nur schwer vorstellba r ist (Urteil des BGer 2C_242/2013 vom 25. Oktober 2013 E. 3.2; Urteil des B Ger 2C_29/2011 vom 16. Juni 2011 E. 2.3; BGE 114 Ib 27 E. 3a). Lediglich fahrlässig ha ndelt der Steuerpflichtige demgegenüber, wenn er die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidrige r Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder da- rauf nicht Rücksicht nimmt (vgl. Art. 12 Abs. 3 StGB). An das Mass der im Steuerrecht geforder- ten Sorgfalt werden generell hohe Anforderungen ges tellt (R ICHNER /FREI /KAUFMANN /MEUTER , a.a.O., Rz. 60 zu Art. 175 DBG). Im Einzelfall bestimmt sich die geforderte Sorgfalt nach den konkreten Umständen und den persönlichen Verhältnissen des Täters. Zu beurteilen ist, was ein gewissenhafter und besonnener Mensch mit den gleichen Kenntnissen und Fähigkeiten des Täters in der fraglichen Situation getan oder unterlassen hätte (BGE 135 II 86 E. 4.3). Die Beschwerdeführerin bringt vor, es treffe sie keiner lei Verschulden, da die den Revisionsbe- richten zu Grunde liegenden sehr komplexen wirtschaftlich en Vorgänge von einer steuerlich und handelsrechtlich nicht gut geschulten Person nicht ohne Weiteres durchschaut werden könnten. Mit dieser Argumentation übergeht sie allerdi ngs den Umstand, dass ihr vorliegend nicht die mangelhafte Buchführung der B.____ AG vorge worfen wird. Der strafrechtliche Vor- wurf liegt vielmehr darin begründet, dass sie Teile ihrer privaten Lebensführungskosten (inklusi- ve die privaten Steuern) durch die von ihr mitkontrolli erte Gesellschaft finanzieren liess und dass sie ein Aktienpaket der B.____ AG im Wert von Fr. 450'000.-- übernahm, ohne dass sie dafür eine wertmässig äquivalente Gegenleistung aus ihr em Vermögen erbrachte. Dabei han- delt es sich nicht um wirtschaftlich komplexe Vorgänge. Dass ihr dadurch deklarationspflichtige Vermögenswerte zuflossen, musste ihr, die seit 1993 für die kaufmännische Geschäftsleitung der B.____ AG verantwortlich (aber nach eigenen Anga ben handelsrechtlich nicht versiert) ist, bei Anwendung pflichtgemässer Sorgfalt bewusst gewesen sein. Ohnehin kann sich eine steu- erpflichtige Person nicht damit entschuldigen, kein Fachm ann in Steuerfragen zu sein (RICHNER /FREI /KAUFMANN /MEUTER , a.a.O., Rz. 60 zu Art. 175 DBG). Im vorliegenden Fal l ver- säumte die Beschwerdeführerin demnach die ordnungsgemä sse Deklaration ihrer Einkünfte in den Jahren 2004 und 2005, obwohl sie um die Unvollständ igkeit ihrer in den entsprechenden Steuererklärungen gemachten Angaben wusste resp. wissen musste. Nach dem oben Ausge- führten ist daraus zu schliessen, dass sie eine zu niedri ge Veranlagung wohl in Kauf genom- men, zumindest aber aus pflichtwidriger Unvorsichtig keit nicht bedacht hat. Der subjektive Tat- bestand ist damit ebenfalls erfüllt. 10.4 Gemäss Art. 175 Abs. 2 DBG beträgt bei vollendet er Steuerhinterziehung die Busse in der Regel das Einfache der hinterzogenen Steuer. Sie kann bei leichtem Verschulden bis auf einen Drittel ermässigt, bei schwerem Verschulden bis auf das Dreifache erhöht werden. Dem- nach richtet sich die Strafzumessung bei der Steuerhin terziehung in erster Linie nach der Schwere und der Art des Verschuldens des Täters (Schuldpri nzip). Daneben sind jedoch auch Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht der eingetretene oder beabsichtigte Erfolg und die p ersönlichen Verhältnisse des Täters in die Beurteilung miteinzubeziehen: Im Entscheid sind alle e rheblichen Strafzumessungsgründe zu berücksichtigen. Die gesamtheitliche Wertung ist letztlich entscheidend für die Höhe der Busse. Den Steuerbehörden kommt dabei ein weiter Ermessensspi elraum zu (R ICHNER /FREI / KAUFMANN /MEUTER , a.a.O., Rz. 81 ff. zu Art. 175 DBG; SIEBER , a.a.O., Rz. 47 zu Art. 175 DBG; BGE 114 Ib 27 E. 4a). Im vorliegenden Fall ermässigte die Steuerverwaltung die Busse - in Ab- weichung vom gesetzlichen Regelstrafmass vom Einfachen der hinterzogenen Steuer - auf- grund des als leicht eingestuften Verschuldens auf einen Drittel der hinterzogenen Steuer. In Anbetracht dessen, dass die verhängte Busse am untersten Ra nd des Strafrahmens angesie- delt ist, kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werd en, wenn sie eine unverhältnismässig harte Bestrafung geltend macht. Im Gegenteil: Die Strafe erscheint als mild und eine nach oben abweichende Strafzumessung wäre durchaus denkbar. Alle rdings auferlegt sich das Kantons- gericht bei der Frage der Angemessenheit von verhängten Bussen Zurückhaltung und greift nicht ohne Not in die Strafzumessung der Vorinstanzen ein. Vorliegend erscheint die Bewertung des Verschuldens als leicht und die Ansetzung einer Stra fsteuer auf dem Mindestsatz von ei- nem Drittel der Nachsteuer noch als vertretbar. Die von der Beschwerdeführerin gegen die Strafzumessung vorgebrachten Einwände sind un- behelflich: Soweit sie sich auf buchhaltungstechnische und steuerliche Unkenntnis abstützt, wurde dieses Argument bereits entkräftet (vgl. oben E. 10.3). Weiter kann die Tatsache, dass sie eine Ersttäterin ist, nicht zu einer milderen Bestraf ung führen. In der Bevölkerung hat es nämlich als Normalfall zu gelten, (kriminell) nicht vorbe straft zu sein. Die Vorstrafenlosigkeit ist deshalb neutral zu behandeln und nicht strafmindernd zu berücksichtigen (Urteil des BGer 6B_325/2013 vom 13. Juni 2013 E. 3.2.3; BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Soweit die Beschwerdeführe- rin einen Verstoss gegen die Grundsätze des Strafrechts und der EMRK darin erblickt, dass mit der gemäss Art. 175 Abs. 2 DBG einzuhaltenden unteren Sanktionslimite dem Verschulden im Einzelfall nicht gerecht werden könne, so zeigt sie nicht auf, inwiefern diese Argumentation im vorliegenden Einzelfall relevant sein soll. Ein besonde rs leichtes Verschulden, bei dem die Auf- erlegung der Mindestbusse zu einem stossenden Resultat f ühren könnte, liegt angesichts ihres zumindest grobfahrlässigen Vorgehens und der in Frage ste henden Deliktsumme offensichtlich nicht vor. Ausserdem scheint sie zu verkennen, dass der allge meine Teil des Strafgesetzbu- ches auch im Steuerstrafrecht zur Anwendung gelangt und dass darin die Unterschreitung des Strafrahmens unter bestimmten Voraussetzungen durchaus vorgesehen ist. Wie die Beschwer- deführerin anlässlich der heutigen Verhandlung selber ausführt, nennt das Strafgesetzbuch in Art. 48 StGB eine Reihe von ausserordentlich gewichtigen Gründen, welche zu einer obligatori- schen Strafmilderung führen. Liegen die entsprechenden Strafmilderungsgründe vor, so sind die Steuerverwaltung resp. die Rechtsmittelinstanzen n icht an die angedrohte Mindeststrafe gebunden (vgl. Art. 48a StGB). Von der Auferlegung einer Busse darf resp. muss somit im be- gründeten Einzelfall ganz abgesehen werden (S IEBER , a.a.O., Rz. 42 zu Art. 175 DBG mit Hin- weis auf BGE 90 IV 1 E. 2; R ICHNER /FREI /KAUFMANN /MEUTER , a.a.O., Rz. 95 zu Art. 175 DBG). Die Beschwerdeführerin beruft sich anlässlich der heutig en Verhandlung auf Art. 48 lit. e StGB, wonach die Strafe zu mildern ist, wenn das Strafbedürfn is in Anbetracht der seit der Tat verstri- chenen Zeit deutlich vermindert ist und der Täter sich i n dieser Zeit wohl verhalten hat. Nach der Rechtsprechung ist diese Bedingung jedenfalls dann erfüllt, wenn zwei Drittel der Verjäh- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsfrist verstrichen sind. Diese Zeitspanne kann auch kürzer bemessen werden, um der Art und Schwere der Tat Rechnung zu tragen (Urteil des B Ger 6B_94/2010 vom 23. April 2010 E. 3.5; BGE 132 IV 1 E. 6.2). Die Beschwerdeführerin geht vorliegend irrtümlich von einer or- dentlichen Verjährungsfrist von zehn Jahren aus. Die Verjährungsfrist für die vollendete Steuer- hinterziehung beträgt jedoch - entgegen dem Wortlaut von Art. 184 Abs. 1 lit. b DBG - zwanzig Jahre (Art. 333 Abs. 6 lit. a StGB i.V.m. Art. 184 Ab s. 1 lit. b DBG; vgl. MEINRAD BETSCHART , Im Gestrüpp der steuerstrafrechlichen Verfolgungsverjährung, Archiv für schweizerisches Abgabe- recht 83 [2014/2015], S. 101 ff.). Die Beschwerdeführ erin reichte ihre Steuererklärung für das Jahr 2004 (verspätet) am 12. Januar 2007 und jene für das Jahr 2005 (wiederum verspätet) am 28. Januar 2008 ein. Damit ist seit den Tathandlungen weniger als die Hälfe der Verjährungs- frist verstrichen. Die Taten liegen mithin nicht derart weit zurück, dass es sich rechtfertigen wür- de, dem Zeitablauf bei der Strafzumessung zugunsten de r Beschwerdeführerin Rechnung zu tragen. 10.5 Zusammenfassend zeigt sich, dass die Steuerverwaltung der Beschwerdeführerin zu Recht eine Busse wegen Steuerhinterziehung auferlegt hat. Die Strafhöhe von einem Drittel der hinterzogenen Steuer erscheint schuldangemessen und ist d ementsprechend nicht zu bean- standen. Der Beschwerdeführerin wurde das Recht auf ein faires Verfahren und unabhängige richterliche Beurteilung gewährt, weshalb das vorliegend e steuerliche Strafverfahren vor Ver- fassung und EMRK stand hält. Die Beschwerde ist somit hin sichtlich der Strafsteuern unbe- gründet. 11. Es bleibt über die Kosten zu befinden. 11.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantons gericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise un terliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Den Vorinstanzen werden keine Verf ahrenskosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend erscheint es gerechtfertigt, der teil weise unterliegenden Beschwerdeführerin einen Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 1'000. -- aufzuerlegen. Der Verfahrenskosten- anteil der Beschwerdeführerin ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- zu verrechnen, und der zuviel bezahlte Kosten vorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 11.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann ge stützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemesse ne Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird demgegenüber keine Parteientschä- digung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Entsprechend dem hiervor Angeführten ist festzuhal- ten, dass die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt hat. Das Gericht erachtet es aus diesem Grund als angemessen, der Beschwerdeführerin eine redu zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'500.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWST) zu Lasten der Steuerverwaltung zuzu- sprechen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird de r Entscheid Nr. 530 13 62 des Steuergerichts vom 16. Mai 2014 aufgehoben und d ie Sache zur Neuveranlagung im Sinne der Erwägungen an die Steue rverwaltung zurückgewiesen. 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Koste n des vorinstanzli- chen Verfahrens an das Steuer- und Enteignungsgericht d es Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht, zurückgewiesen. 3. Der Beschwerdeführerin wird ein Verfahrenskostenant eil in der Höhe von Fr. 1'000.-- auferlegt und mit dem geleisteten Kosten vorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 4. Die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft h at der Beschwer- deführerin eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'500.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWST) zu bezahlen . Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Vorsitz Gerichtsschreiber