<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Zivilrecht</span> <span class="page_no">317</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft2"><b>59</b></span> <span class="ft2"><b>§ 14 V KESR</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Die Gemeinde ist in der Entschädigungsorganisation der kindes- und er-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>wachsenenschutzrechtlichen Mandatsträger frei. Es ist nicht Sache der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, im Rahmen der Festsetzung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>der Mandatsentschädigung eines Berufsbeistandes zu prüfen, inwieweit</b></span><br/> <span class="ft2"><b>die kostenpflichtige Gemeinde einer allfälligen verbandsinternen Ent-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>schädigungspflicht nachgekommen ist.</b></span><br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Obergerichts, Kammer für Kindes- und Erwachse-</span><br/> <span class="ft4">nenschutz, vom 10. Oktober 2014 in Sachen B. R. (XBE.2014.29).</span><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft8">2.3.</span><br/> <span class="ft8">Nach Massgabe von Art. 404 Abs. 1 ZGB hat der Beistand An-</span><br/> <span class="ft8">spruch auf eine angemessene Entschädigung und auf Ersatz der not-</span><br/> <span class="ft8">wendigen Spesen aus dem Vermögen der betroffenen Person. Unter-</span><br/> <span class="ft8">schreitet das Vermögen der betroffenen Person nach Belastung der</span><br/> <span class="ft8">Entschädigung den Mindestsatz von Fr. 15'000.00, ist die Entschädi-</span><br/> <span class="ft8">gung sowie der Spesen- und Auslagenersatz des Beistands von der</span><br/> <span class="ft8">Gemeinde zu tragen (Art. 404 Abs. 3 ZGB i.V.m. § 67 Abs. 4</span><br/> <span class="ft8">EG ZGB und § 14 Abs. 1 V KESR). Der Anspruch auf Entschädi-</span><br/> <span class="ft8">gung des Beistandes gilt unabhängig davon, ob ein Privatbeistand</span><br/> <span class="ft8">oder ein Berufsbeistand eingesetzt worden ist. Es wäre allerdings</span><br/> <span class="ft8">nicht richtig, wenn der Berufsbeistand zusätzlich zu seinem Lohn</span><br/> <span class="ft8">noch ein Entgelt aus dem geführten Mandat erhält (R</span><span class="ft4">EUSSER</span><span class="ft8">,</span> <span class="ft8">in:</span><br/> <span class="ft8">Basler Kommentar, Erwachsenenschutz, 2012, N. 33 zu Art. 404</span><br/> <span class="ft8">ZGB). § 14 Abs. 2 V KESR sieht vor, dass die Gemeinde Berufsbei-</span><br/> <span class="ft8">stände selbst besolden und die von der Kindes- und Erwachsenen-</span><br/> <span class="ft8">schutzbehörde festzulegende Entschädigung (Art. 404 Abs. 2 ZGB)</span><br/> <span class="ft8">sowie Spesen- und Auslagenersatz aus dem Vermögen der betroffe-</span><br/> <span class="ft8">nen Person für sich vereinnahmen kann. In der Organisationsstruktur</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Zivilgericht</span> <span class="page_no">318</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">der Beistände und deren Finanzierung ist die Gemeinde frei. Sie</span><br/> <span class="ft8">kann dies insbesondere über einen Verband organisieren.</span><br/> <span class="ft8">2.4.</span><br/> <span class="ft8">Das Vermögen der Verbeiständeten setzt sich aus einem Privat-</span><br/> <span class="ft8">kontoguthaben bei der RB von Fr. 121.50, einem Freizügigkeitskon-</span><br/> <span class="ft8">toguthaben bei der UBS AG von Fr. 25'663.05 sowie einem PC-Kon-</span><br/> <span class="ft8">toguthaben beim KESD von Fr. 2'711.53 zusammen. Diesen Gutha-</span><br/> <span class="ft8">ben stehen Eventualschulden aus Sozialhilfebezügen von</span><br/> <span class="ft8">Fr. 144'936.00 gegenüber. Verrechnet man die Vermögenspositionen,</span><br/> <span class="ft8">ergibt sich ein deutlicher Passivsaldo. Die Vorinstanz hat daher zu</span><br/> <span class="ft8">Recht darauf verzichtet, die Mandatsführungskosten dem Vermögen</span><br/> <span class="ft8">der Verbeiständeten zu belasten.</span><br/> <span class="ft8">Es ist allerdings nicht Sache der Vorinstanz zu prüfen, inwie-</span><br/> <span class="ft8">weit die Gemeinde ihrer verbandsinternen Kostentragungspflicht</span><br/> <span class="ft8">nachgekommen ist. Diese verwaltungsinterne Angelegenheit ist nicht</span><br/> <span class="ft8">Gegenstand des Kindes- und Erwachsenenschutzverfahrens.</span><br/></div> </div> </body> </html>