Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 8. April 2015 (810 14 298) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht nachträglicher Familiennachzug / Verweigerung der Einreisebewilligung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Beat Walther, Markus Clausen , Stephan Gass, Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschreiber Martin Michel Parteien A.____ , Beschwerdeführe r, vertreten durch Guido Ehrler , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Verweigerung der nachgesuchten Einreisebewi lligung und Wegweisung (RRB Nr. 1462 vom 30. September 2014) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der dominikanische Staatsangehörige A.____ (geb. am 21. Dezember 1968) reiste am 12. September 1995 von Deutschland kommend illegal i n die Schweiz ein, woraufhin das (da- malige) Bundesamt für Ausländerfragen am 29. September 1995 gegen ihn eine Einreisesperre bis zum 27. September 1998 verhängte. B. Am 28. September 1995 reichte A.____ beim Schweize r Konsulat in Freiburg im Breisgau ein Einreisegesuch zwecks Heirat mit der in der Schweiz niedergelassenen italieni- schen Staatsangehörigen B.____ ein. Dieses Gesuch wurde w egen der bestehenden Einreise- sperre abgewiesen. C. Nachdem A.____ und B.____ am 19. Januar 1996 in de r Dominikanischen Republik geheiratet hatten, hob das Bundesamt für Ausländerfra gen die Einreisesperre auf und die Fremdenpolizei Aargau bewilligte das am 12. Februar 1 996 von B.____ gestellte Familiennach- zugsgesuch für A.____. Am 27. März 1996 reiste A.____ in die Schweiz ein. D. Am 27. Oktober 1996 verstarb B.____ nach kurzer, schw erer Krankheit. In der Folge wurde die Aufenthaltsbewilligung von A.____ regelmässig verlängert. E. Seit November 2001 erhält A.____ aufgrund einer l angdauernden Krankheit (Schilddrü- senkrebs) eine ganze IV-Rente. Daneben erhält er seit de m Jahr 2006 Ergänzungsleistungen. Zuvor wurde er zeitweise von der Sozialhilfe unterstützt. F. Im April 2006 heiratete A.____ in der Dominikanis chen Republik seine zweite Ehefrau, C.____, die er im Januar 2008 in die Schweiz nachzog. G. Am 8. Juli 2009 stellte A.____ (Gesuchsteller) beim Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) ein Gesuch um Nachzug seiner am 24. September 1998 geborenen Tochter D.____, wobei er angab, die Mutter seiner To chter sei am 29. September 2007 verstorben und D.____ sei seither in der Dominikanischen Republik von Verwandten betreut worden. Als leiblicher Vater wolle er sich nun selbst u m sein Kind kümmern. Dem Gesuch war eine 2009 ausgestellte Geburtsurkunde beigelegt, aus welcher hervorgeht, dass A.____ der Vater von D.____ sei. H. Auf Anfrage des AfM gab der Gesuchsteller mit Schrei ben vom 23. September 2010 und vom 18. Oktober 2010 sein Einverständnis zu einem DNA-Test betreffend die Abstammung seiner Tochter. I. Am 27. April 2011 unterzeichnete der Gesuchsteller eine Erklärung, wonach er auf den Nachzug seiner Tochter D.____ verzichte. J. Am 16. März 2012 liessen sich der Gesuchsteller und C._ ___ in der Dominikanischen Republik scheiden. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. Der Gesuchsteller sprach am 9. November 2012 mit D._ ___ und seiner – bei der Mutter in der Schweiz lebenden – unehelichen Tochter E .____ beim AfM vor und erklärte, D.____ sei mittels eines Schengenvisums via Spanien in die Schweiz eingereist. Sodann beantragte er für sie eine Aufenthaltsbewilligung. G leichentags teilte das AfM dem Gesuch- steller schriftlich mit, dass sich seine Tochter aufgrund d es abgelaufenen Visums illegal in der Schweiz aufhalte und ausreisen müsse. Es stehe ihm frei, via Schweizer Vertretung in der Dominikanischen Republik ein neues Gesuch um Familiennachzug zu stellen. L. Am 13. und 21. November 2012 erneuerte der Gesu chsteller sein Gesuch um Familiennachzug beim AfM, wobei er insbesondere eine B estätigung der Sekundarschule Reinach vorlegte, wonach D.____ dort die Schule in der Integrationsklasse besuche. M. Mit Gutachten vom 14. März 2013 kam das Institut fü r Rechtsmedizin der Universität Basel zum Schluss, dass aufgrund der DNA-Analyse die Vat erschaft des Gesuchstellers zu D.____ ausgeschlossen sei. N. Am 8. Mai 2013 teilte der Gesuchsteller mit, dass er an seinem Nachzugsgesuch für D.____ festhalte. O. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Birstal (KES B) übertrug dem Gesuch- steller am 19. November 2013 die elterliche Sorge über D.____. P. Am 22. Januar 2014 lehnte das AfM das Familiennach zugsgesuch ab und ordnete die Wegweisung von D.____ aus der Schweiz an. Q. Die vom Gesuchsteller dagegen erhobene Beschwerde wi es der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) mit Beschluss (RR B) Nr. 1462 vom 30. September 2014 ab und entschied, dass D.____ die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des vorliegenden Beschlusses zu verlassen habe. Sodann entschied der Regierungsrat, dass keine Verfahrenskosten erhoben werden und dem Rechtsvertreter des Gesuchstellers, Guido Ehrler, für das regierungsrätliche Beschwerdeverfahren ein Honor ar von Fr. 3'438.85 aus der Staatskasse entrichtet werde. R. Dagegen liess der Gesuchsteller (nachfolgend Beschwe rdeführer), weiterhin vertreten durch Guido Ehrler, Advokat in Basel, am 6. Oktober 20 14 beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschw erde erheben mit den Anträgen: 1. Der RRB Nr. 1462 vom 30. September 2014 sei aufzuh eben, 2. Das Amt für Migration sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer den Familiennachzug seiner Tochter D.____ zu bewilligen, 3. Es sei dem Beschwerdeführer für das kantonsgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit dem Unterzeichner als Rechtsbeistand zu gewähren, unter o/e Kostenfolge. S. Mit Verfügung vom 28. November 2014 bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Guido Ehrler. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht T. Der Regierungsrat schloss in seiner Vernehmlassung vom 1 2. Januar 2015 auf Ab- weisung der Beschwerde unter Kostenfolge. U. Am 17. Februar 2015 teilte der Regierungsrat dem Kantonsgericht mit, dass der Beschwerdeführer am 10. Februar 2015 beim AfM ein Ge such um Familiennachzug für seine am 3. Oktober 2014 in der Dominikanischen Republik geeh elichte Ehefrau F.____ (geb. 27. September 1983), für die am 2. November 2010 geb orene gemeinsame Tochter G.____ und für die am 29. November 2004 geborene Tochter de r Ehefrau, H.____, eingereicht habe. Der Beschwerdeführer hat zu diesem neuen Gesuch nicht Stellung genommen. V. Das Kantonsgericht hat den Fall am 5. Februar 201 5 der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung am 8. April 2015 überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlich er Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der Angelegenheit gege- ben. Der Beschwerdeführer ist vom angefochtenen Entsche id berührt und hat ein schutzwür- diges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weitere n formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 1.2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können n ach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt werden. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Ka ntonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt ( § 45 Abs. 1 lit. c VPO). 2.1. Der ausländerrechtliche Familiennachzug ist in den Art. 42 ff. des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. De zember 2005 geregelt. Gemäss Art. 44 AuG kann ausländischen Ehegatten und ledigen K indern unter 18 Jahren von Personen mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligun g erteilt werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (lit. a); eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist (lit. b); und sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind (lit. c). Art 44 AuG ist eine Kann-Bestimmung und gibt den Kindern einer Person mit Aufenthaltsbewilligung keine n Rechtsanspruch auf Bewilligung (vgl. BGE 137 I 284 E. 1.2, mit Hinweisen). 2.2. Das Bundesgericht hat allerdings gestützt auf Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. Novembe r 1950 für Ausländer mit Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gefestigtem Anwesenheitsrecht einen Rechtsanspruch auf Na chzug von Kindern anerkannt, wobei dafür auf die Bewilligungsvoraussetzungen von Art. 44 und 47 AuG abzustellen ist (BGE 137 I 284 E. 1.3 und 2.6). Demnach hat eine ausländi sche Person mit gefestigtem Aufent- haltsrecht Anspruch auf Nachzug ihrer Kinder, wenn (1) sie mit ihren Kindern zusammenleben will (Art. 44 lit. a AuG), (2) eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist (Art. 44 lit. b AuG), (3) die Familie keiner Sozialhilfe bedarf (Art. 44 lit. c AuG), (4) der Nachzug bei Kindern über zwölf Jahren innerhalb von zwölf Monaten bzw. bei Kindern un ter zwölf Jahren innerhalb von fünf Jahren geltend gemacht wird (Art. 47 Abs. 1 und 3 Au G bzw. Art. 73 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007) und (5) der Nachzug nicht in klarer Missachtung des Wohls sowie der familiären Bindungen des Kindes erfolgt, wobei auch hier die bisherigen Beziehungen zwischen dem nachziehenden Elternteil und den Kindern sowie die Betreuungsmöglichkeiten in der Schweiz in die Gesamtbeurteilung einzubeziehen sind. Der Anspruch darf (6) nicht rechtsmissbräuchlich angerufen werden, es darf (7) kein Widerrufsgrund im Sinne von Art. 62 AuG bestehen und (8) der nachziehende Elternteil muss die elterliche Sorge haben (BGE 137 I 284 E. 2.7). 2.3. Die Nachzugsfristen gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG begin nen bei Familienangehörigen von Ausländern mit der Erteilung der Aufenthalts- ode r Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des Familienverhältnisses (Art. 47 Abs. 3 lit . b AuG). Innert dieser Frist muss das Gesuch eingereicht werden (Art. 73 Abs. 1 VZAE). Ein nachträglicher Familiennachzug wird nur bewilligt, wenn wichtige familiäre Gründe geltend ge macht werden. Die in Art. 47 AuG enthaltenen Altersbeschränkungen und Fristen für den Familiennachzug dienen der frühzeitigen Integration und sind auch mit der EMRK vereinbar (Urt eil des Bundesgerichts [2C_303/2014] vom 20. Februar 2015 E. 4.2 mit Verweis auf BGE 137 I 284 E. 2.4-2.6). 3.1. Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid au s, die Voraussetzungen für eine Aufenthaltsbewilligung nach Art. 44 AuG seien grundsät zlich erfüllt (vorinstanzlicher Entscheid E. 4.a) ff.). Sie kam indes zum Schluss, dass der Beschwe rdeführer sein erstes Fami- liennachzugsgesuch im April 2011 zurückgezogen habe und die Nachzugsfristen zum Zeitpunkt der Einreichung des zweiten Nachzugsgesuchs im November 2 012 bereits abgelaufen gewesen seien. 3.2. Dagegen bringt der Beschwerdeführer vor, das vorli egende Nachzugsgesuch sei bereits am 8. Juli 2009 ausgelöst worden, nachdem d ie Mutter von D.____ gestorben war. Damals sei D.____ neun Jahre alt gewesen. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei das Datum der erstmaligen Einreichung des Nachzugsgesuchs auch in diesem Verfahren noch massgebend. Die Unterzeichnung der vom AfM vorformulier ten Verzichtserklärung ändere nichts daran, dass hier kein nachträgliches Gesuch vorliege. Im April 2011 hätte das Gesuch längst bewilligt sein müssen, sodass der nachträgliche Rückz ug, sofern er denn erstellt sei, nicht zu Ungunsten des Beschwerdeführers gehen könne. Ind em das AfM die Durchführung einer DNA-Begutachtung auf Kosten des Beschwerdeführers zur Bedingung der weiteren Behandlung des Nachzugsgesuchs gemacht habe, sei eine Rechtsverweigerung begangen worden, was sich nicht zu Lasten des Beschwerdeführers auswirken könne. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3. Zu klären ist somit zunächst, ob der Beschwerdeführer – wie von ihm vorgebracht wird – das heute zu beurteilende Familiennachzugsgesuch ber eits am 8. Juli 2009 eingereicht (und in der Folge nicht zurückgezogen) hatte, oder ob er sein damaliges Gesuch am 27. April 2011 zurückgezogen und am 9. November 2012 ein neues Familiennachzugsgesuch gestellt hat. 3.4.1. Aus den Akten ergibt sich, dass sich der behandelnd e Arzt des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 8. Juli 2009 beim AfM dafür einsetzte, da ss die Tochter des Beschwerdeführers in die Schweiz einreisen dürfe. Darin führte er unte r anderem aus, dass der Beschwerdeführer ihn um Unterstützung für das Einreisegesuch gebeten h abe (Schreiben PD Dr. I.____ vom 8. Juli 2009). Daraufhin wies das AfM den Beschwerdef ührer mit Schreiben vom 12. August 2009 darauf hin, dass er am 28. November 2007, vertrete n durch seinen damaligen Rechts- vertreter, im Zusammenhang mit seinem Familiennachzugs gesuch für seine (zweite) Ehefrau C.____ auf die Frage, wie viele Kinder er habe, wo d iese lebten und wie alt sie seien, geant- wortet habe, er habe zwei Kinder, nämlich die 1999 ge borene Tochter E.____, die in Reinach bei der Mutter lebe, und den 1993 geborenen Sohn J.____, der bei der Familie der Mutter in der Dominikanischen Republik lebe. Dabei habe er die Existenz seiner Tochter D.____, deren Mutter am 29. September 2007, also zwei Monate zuvor, verstorben war, verschwiegen. Auf- grund dieser Ungereimtheiten forderte das AfM den Be schwerdeführer auf, diverse Fragen zu beantworten. Zudem wies das AfM den Beschwerdeführer d arauf hin, dass Familiennach- zugsgesuche nur noch bewilligt werden könnten, wenn d ie nachzuziehenden Personen persön- lich auf der zuständigen Auslandsvertretung vorsprechen u nd das ordentliche Visumsverfahren durchlaufen würden. Aus diesem Grunde werde das Begehr en erst weiter behandelt, wenn das AfM im Besitze eines persönlichen Einreisegesuchs der Tochter D.____ sei (Schreiben des AfM vom 12. August 2009). Dieses Gesuch reichte D.____ am 2 0. November 2009 bei der Schweizer Botschaft in Santo Domingo ein. In der Folg e reichte der Beschwerdeführer am 7. Dezember 2009 das Formular "Gesuch um Einreisebewilligung von Familienangehörigen" für den Nachzug seiner Tochter D.____ beim AfM ein. Am 3 0. September 2010 reichten der Beschwerdeführer und seine Ehefrau ein weiteres "Gesu ch um Einreisebewilligung von Familienangehörigen" ein, in welchem sie neben dem Na chzug der Tochter D.____ zusätzlich noch um den Nachzug des Sohns der Ehefrau, K.____, ersuchten. 3.4.2. Das AfM bewilligte in der Folge das Nachzugsgesuch für K.____ und erteilte diesem am 4. Mai 2011 eine Einreiseerlaubnis. 3.4.3. In Bezug auf das Nachzugsgesuch von D.____ forder te das AfM den Beschwer- deführer am 11. April 2011 auf, am 27. April 2011 beim AfM vorzusprechen, verbunden mit dem Hinweis, er könne sich, falls erforderlich, von einem de utschsprachigen Dolmetscher begleiten lassen (Schreiben des AfM vom 11. April 2011). Am 27. A pril 2011 fand das Gespräch mit dem Beschwerdeführer statt. Anlässlich dieses Gespräches zog de r Beschwerdeführer sein Familiennachzugsgesuch für D.____ zurück. Gemäss dem Gesprächs protokoll des AfM führte der Beschwerdeführer anlässlich dieses Gesprächs insbesond ere aus, die Tochter lebe wieder bei der Tante. Im Moment verzichte er auf den Familien nachzug zugunsten von D.____. In der Folge machte das AfM den Beschwerdeführer ausdrücklich dar auf aufmerksam, dass ein späterer Familiennachzug nicht mehr möglich sein werde, aufgrund der Fristen (Gesprächspro-Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tokoll des AfM vom 27. April 2011). Der Beschwerdeführe r unterzeichnete anschliessend die folgende Bestätigung: "Herr A.____ bestätigt mit seiner Unterschrift, dass er auf den Familiennachzug zugunsten D.____, geb. 24.09.1998, Dom. Rep. verzichtet. Es haben sich im Heima tland bessere Betreuungsmöglichkeiten für D.____ ergeben, sodass er es als sinnvoll erachtet, das Kind im Heimatland bei der Tante zu lassen." Aus dem Gesprächsprotokoll und der unterzeichneten Erkl ärung des Beschwerdeführers ergibt sich klar, dass der Beschwerdeführer nicht bloss momentan bzw . vorübergehend auf die Weiterbehandlung des Gesuchs verzichtet hat, sondern dass e r das Gesuch zurückgezogen hat. Dies musste ihm umso mehr klar sein, als das AfM ihn ausdrücklich auf die Folgen hinge- wiesen hat, nämlich dass ein späterer Nachzug aufgrund d er Fristen nicht mehr möglich sein wird. Dazu kommt, dass sich der Beschwerdeführer in der F olge auch nicht mehr an das AfM gewandt hatte zur Weiterbehandlung des Gesuchs. Nach Einreichung des neuen Gesuchs vom 9. November 2012 bestätigte der Beschwerdeführer zudem, dass er (damals) auf eine weitere Bearbeitung des Gesuchs verzichtet habe, weil D.____s Tante noch gut auf sie habe aufpassen können und weil er das Geld für einen DNA-Test nicht ha be aufbringen können (Schreiben des Beschwerdeführers vom 13. November 2012). Damit ist de r ausdrückliche und unbedingte Rückzug des Gesuchs vom 27. April 2011 erstellt, womit sich auch weitere Ausführungen zur Bewilligungsfähigkeit des damaligen Familiennachzugsgesuchs erübrigen. 4. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass das hi ermit zu behandelnde Familiennachzugsgesuch des Beschwerdeführers erst am 9. Nov ember 2012 eingereicht wurde, als der Beschwerdeführer mit seinen Töchtern beim AfM vorsprach und erklärte, D.____ sei mittels eines Schengen-Visums via Spanien in die Schwe iz eingereist und er wolle für sie eine Aufenthaltsbewilligung erlangen. Damit ist auch klar, dass vorliegend die Frist für den ordentlichen Familiennachzug nach Art. 47 AuG nicht ein gehalten worden ist. Die Tochter des Beschwerdeführers war im Zeitpunkt der Einreichung des G esuchs bereits über 14-jährig. Die Fünfjahresfrist nach Art. 47 Abs. 1 AuG begann mit Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008 zu laufen und blieb bis zum zwölften Geburtstag von D.____ am 24. September 2010 massgebend und verkürzte sich anschliessend auf ein Jahr, das heisst bis zum 24. September 2011 (Art. 47 Abs. 1 und 3 lit. b sowie Art. 126 Abs. 3 AuG; Art. 73 Abs. 1 und 2 VZAE; BGE 137 II 393 E. 3.3 = Die Praxis [Pra] 101 [2012] S. 181 ff.). Der Beschwer deführer kann sich demnach – wie die Vorinstanzen zutreffend ausgeführt haben – einzig auf den nachträglichen Familiennachzug nach Art. 47 Abs. 4 AuG und Art. 73 Abs. 3 VZAE beru fen, der wichtige familiäre Gründe voraussetzt. Folglich hat der Beschwerdeführer auch kein en Rechtsanspruch auf den Nachzug von D.____ gestützt auf Art. 8 EMRK, unabhängig davon, ob er als Ausländer mit gefestigtem Anwesenheitsrecht angesehen wird. 5. Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob die Voraussetzung en für einen nachträglichen Familiennachzug im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AuG bzw. Art. 73 Abs. 3 VZAE vorliegen. 5.1. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum S chluss, es liege kein wichtiger familiärer Grund für den nachträglichen Familiennach zug vor. Die heutige Situation sei zudem Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nur unter Umgehung der gesetzlichen Bestimmungen zustan de gekommen und eine Rückkehr der Tochter in ihr Heimatland sei zumutbar und mit dem Kindeswohl vereinbar (vgl. vorinstanzli- cher Entscheid E. 5.a) ff.). 5.2. Der Beschwerdeführer bringt dagegen im Wesentlich en vor, dass sich D.____ seit dem 14. Altersjahr in der Schweiz aufhalte und der Adolesze nz praxisgemäss eine prägende Wir- kung zukomme. Die Petition ihrer Klassenkameradinnen und Klassenkameraden zeige ein- drücklich, dass sie hier bereits Wurzeln geschlagen habe. D er wichtige Grund sei auch durch die gute Integration in der Schweiz erstellt. Die Inte ressenabwägung falle eindeutig zu ihren Gunsten aus. L.____ sei wegen ihrer Erkrankung nicht me hr bereit, auf D.____ aufzupassen. D.____ könne als minderjähriges Kind nur weggewiesen w erden, wenn abgeklärt werde, wel- che Situation sich für eine unbegleitete minderjährige Person im Fall einer Heimkehr realisti- scherweise ergeben könne. Es müssten konkrete Abklärungen un ternommen werden, ob die betreffende minderjährige Person in ihr familiäres Um feld zurückgeführt bzw. sollte dies nicht möglich sein oder nicht dem Kindeswohl entsprechen, an derweitig untergebracht werden könne. Im Rahmen der erforderlichen ganzheitlichen Beur teilung sei gerade die Dauer des Aufenthalts in der Schweiz im Hinblick auf die Prüfung einer Reintegration im Heimatland als gewichtiger Faktor zu werten. Bezüglich der Frage, we r D.____ in ihrem Heimatstaat altersge- recht betreuen solle, lägen nur Spekulationen der Vor instanzen vor. Aus den Akten gehe her- vor, dass sämtliche Versuche der Botschaft, mit L.____ Kont akt aufzunehmen, gescheitert seien. Für die Rückführung brauche es aber die nötige Sicherheit, dass die altersgerechte Betreuung sichergestellt sei. In den vorinstanzlichen En tscheiden werde aber nicht konkret auf- gezeigt, wer in Santo Domingo für die Betreuung auf kommen soll. Der Kontakt zu L.____ habe nicht hergestellt werden können und ohne Betreuung le be D.____ auf der Strasse und werde dort Opfer von Gewalt und Prostitution. Sollte das Gesu ch um Familiennachzug abgewiesen werden, müsse D.____ vorläufig aufgenommen werden. 5.3.1. Wichtige familiäre Gründe für den nachträglich en Familiennachzug liegen gemäss Art. 75 VZAE vor, wenn das Kindswohl schwergewichtig nu r durch einen Nachzug in die Schweiz sachgerecht gewahrt werden kann. Dies kann etwa der Fall sein, wenn bei Kindern die weiterhin erforderliche Betreuung im Herkunftsland zufo lge Tod oder Erkrankung der betreuen- den Person nicht mehr gewährleistet ist (Botschaft zum Bu ndesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, Bundesblatt [BBl] 2002 S. 3794). Dabei ist nach der bundes- gerichtlichen Rechtsprechung nicht ausschliesslich auf das Kindeswohl abzustellen; es bedarf vielmehr einer Gesamtschau unter Berücksichtigung aller relevanten Momente im Einzelfall (Urteil des Bundesgerichts [2C_174/2012] vom 22. Oktober 2012 E. 4.1). Dabei ist dem Sinn und Zweck der Fristenregelung, welche die Integration der Kinder erleichtern will, Rechnung zu tragen, indem diese durch einen frühzeitigen Nachzug un ter anderem auch eine möglichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen sollen. Zudem geht es darum, Nachzugs- gesuchen entgegenzuwirken, die rechtsmissbräuchlich erst kurz vo r Erreichen des erwerbs- tätigen Alters gestellt werden und bei denen die erleichterte Zulassung zur Erwerbstätigkeit und nicht (mehr) die Bildung einer echten Familiengemeinsch aft im Vordergrund steht (Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 S. 3754 f.). Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf d er Fristen hat nach dem Willen des Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG bzw. Art. 73 Abs. 3 VZAE jeweils aber dennoch so zu handhaben, dass der Anspr uch auf Schutz des Familienle- bens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen- schaft (BV) vom 18. April 1999 nicht verletzt wird (Urte il des Bundesgerichts [2C_97/2013] vom 26. August 2013 E. 2.3). Der Gesetzgeber wollte mit dem Ausländergesetz keinen jederzeitigen Nachzug der Gesamtfamilie mehr zulassen, weshalb er Nachzu gsfristen vorsah und dabei sogar unterschiedliche Fristen für Kinder einführte. Die Übersiedlung in ein anderes Land stellt für Kinder bzw. Jugendliche, die mindestens schon ihren 13. Geburtstag hatten, einen bedeu- tenden Eingriff dar, weshalb das Kindswohl grundsätzli ch auch für die Beibehaltung des bis- herigen Zustands sprechen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts [2C_205/2011] vom 3. Oktober 2011 E. 4.4). 5.3.2. Für die Feststellung des Sachverhalts gilt im Ver waltungsverfahren zwar grundsätzlich die Untersuchungsmaxime. Diese wird jedoch relativiert durch die Mitwirkungspflicht der Par- teien. Die Mitwirkungspflicht gilt gerade für solche Ta tsachen, welche die Partei besser kennt als die Behörden und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben können. Art. 90 AuG konkretisiert dies e Mitwirkungspflicht für den Bereich des Ausländerrechts. Danach sind die Ausländerinnen und A usländer sowie an Verfahren nach diesem Gesetz beteiligte Dritte verpflichtet, an der Feststellung des für die Anwendung dieses Gesetzes massgebenden Sachverhalts mitzuwirken. Sie müssen insbesondere: (a.) zutreffende und vollständige Angaben über die für die Regelung de s Aufenthalts wesentlichen Tatsachen machen, (b.) die erforderlichen Beweismittel unverzüglich einreichen oder sich darum bemühen, sie innerhalb einer angemessenen Frist zu beschaffen und (c.) Ausweispapiere beschaffen oder bei deren Beschaffung durch die Behörden mitwirken. Im vorliegenden Zusammenhang trifft das insbesondere für die vom Beschwerdeführer vorgebrac hten Umstände in der Dominikani- schen Republik zu. Ob stichhaltige Gründe eine Änderung der Betreuungsverhältnisse notwen- dig machen, darf im Übrigen nicht leichthin bejaht w erden. Insoweit gelten hohe Darlegungs- und Beweisanforderungen. Diese sind – auch mit Blick au f etwaige Integrationsprobleme im Inland – umso höher, je älter die Kinder sind und je länger sie von dem in der Schweiz lebenden Elternteil getrennt gelebt sowie ihre Schulzeit in i hrem Heimatland verbracht haben (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts [2C_114/2007] vom 21. September 2007 E. 4.1, mit Hinwei- sen). 5.4.1. Vorliegend ist aus folgenden Gründen nicht zu be anstanden, dass die Vorinstanzen aufgrund des erstellten Sachverhalts zum Schluss gekomme n sind, es lägen keine hinreichend wichtigen Gründe für einen Familiennachzug ausserhalb de r gesetzlichen Fristen vor: Die Tochter D.____ lebte seit der Geburt während vierzehn Jahren ununterbrochen in der Domini- kanischen Republik, womit sie dort sozialisiert worden ist . Bereits im September 2007 ist die Mutter von D.____, bei welcher sie gelebt hatte, gesto rben. Dennoch stellte der Beschwer- deführer in der Folge kein Gesuch um Familiennachzug de r Tochter, sondern lediglich ein Gesuch um Nachzug seiner (zweiten) Ehefrau, worin er zu dem die Existenz der Tochter D.____, obwohl er ausdrücklich nach der Anzahl Kinder g efragt wurde, den Behörden gegenüber verschwiegen hatte. Stattdessen entschied der Beschwerdeführer, dass die Tochter in der Dominikanischen Republik bleiben und fortan be i einer Tante (L.____) leben solle. Im Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rahmen des ersten Familiennachzugsgesuchs im Jahr 2009 fü hrte der Beschwerdeführer als Begründung für das Familiennachzugsgesuch aus, seine Gattin habe sich zuerst in der Schweiz einleben sollen und es wäre für ihn zu viel gewesen, se ine Tochter schon damals in die Schweiz zu holen (Schreiben des Beschwerdeführers vom 17. August 2009). Im Dezember 2009 und Januar 2010 machte der Beschwerdeführer wei ter geltend, der Aufenthalt bei der Tante sei bloss vorübergehend geplant gewesen. Diese hab e eigene Verpflichtungen und Probleme und könne sich nicht weiter um D.____ kümmern (Schreiben des Beschwerdeführers vom 8. Dezember 2009 und vom 8. Januar 2010). Am 27. April 2011 erklärte der Beschwerde- führer – wie bereits erwähnt (siehe vorne E. 3.4.3.) – dann aber, es hätten sich im Heimatland bessere Betreuungsmöglichkeiten für D.____ ergeben, sod ass er es als sinnvoll erachte, das Kind im Heimatland bei der Tante zu lassen. D.____ best ätigte ihrerseits mit Schreiben vom 20. November 2013, dass sie nach dem Tod ihrer Mutter während vier Jahren bei L.____ gelebt habe, die auch ihre Gotte gewesen sei, und danach be i M.____. Weiter führte sie aus, dass sie ihren Vater (d.h. den Beschwerdeführer) jedes Jahr gesehen habe, als er zu ihnen in die Ferien gekommen sei. Er sei jeweils drei Monate da gewesen (S tellungnahme vom 20. Novem- ber 2013). Damit ist erwiesen, dass sich sowohl die Tant e als auch M.____ in Santo Domingo bis zu ihrer Ausreise mit dem Touristenvisum um D.____ g ekümmert hatten. Für das Vor- bringen des Beschwerdeführers, dass diese besseren Betreu ungsmöglichkeiten in der Domini- kanischen Republik weggefallen wären, reichte der Beschwe rdeführer keine aussagekräftigen Belege ein. So hat der Beschwerdeführer beispielsweise weder von der Tante noch von M.____ unterzeichnete schriftliche Erklärungen eingereicht, won ach sie nicht mehr für D.____ sorgen können und/oder wollen. Auch die vom Beschwerdeführer angeführte schwere Osteoporose der Tante ist nicht belegt. Der vom Beschwerdeführer am 8. Mai 2013 eingereichte Arztbericht vom 27. September 2012 kam hinsichtlich der getesteten Oste oporose vielmehr zum Schluss, dass alle Werte normal und die Risiken für Knochenbrüche ger ing seien. Ebenfalls nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers spricht, dass die Tante im Rahmen de r behördlichen Abklärungen durch die Schweizer Botschaft eine Auskunft verweigert hatte, indem sie das Telefon ohne Ant- wort auflegte. Sie hat damit die Parteibehauptung d es Beschwerdeführers, dass sie sich nicht mehr um D.____ kümmern könne und wolle, nicht bestätig t. Dass sich M.____ nicht mehr um D.____ kümmern kann oder will, wird im Übrigen vom Besch werdeführer in der Beschwerde weder geltend gemacht noch nachgewiesen. Unter diesen Umständen ist nicht nachvollziehbar, weshalb sich M.____ nicht weiterhin helfend um D.____ kümmern könnte, sofern die Tante dies aus gesundheitlichen Gründen nicht alleine tun könnte. Damit hat der Beschwerdeführer weder substanziiert dargelegt noch nachgewiesen, dass stichhalt ige Gründe vorliegen, die eine Ände- rung der Betreuungsverhältnisse notwendig machen würden. 5.4.2. D.____ besucht seit November 2012 die Schule i n Reinach. Ihre schulische Integration ist bislang offenbar weitgehend positiv verlaufen. Entg egen der Auffassung des Beschwerde- führers kann der Umstand, dass D.____ nunmehr bereits se it bald zweieinhalb Jahren in der Schweiz beim Vater lebt, jedoch keine ausschlaggebende R olle spielen: Sie ist mit einem Tou- ristenvisum für einen einmonatigen Aufenthalt (gültig vom 17. September 2012 bis zum 17. Oktober 2012) nach Spanien eingereist. Als Aufenth altszweck hatte sie die Teilnahme an einem Geburtstagsfest bei in Spanien lebenden Verwand ten angegeben. Anstatt der Ver- pflichtung zur Rückreise vor Ablauf des Schengenvisums nachzuko mmen, ist D.____ jedoch in Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Schweiz weitergereist und hat den Schengenraum nic ht wie zugesichert verlassen. Nach dem klaren Wortlaut und Sinn von Art. 17 Abs. 1 AuG ha ben Ausländer, die für einen vorüber- gehenden Aufenthalt rechtmässig eingereist sind und nach träglich eine Bewilligung für einen dauerhaften Aufenthalt beantragen, den Entscheid im Ausland abzuwarten. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei vor Ablauf des Visums mit seine r Tochter beim AfM erschienen, um sie anzumelden, weshalb sie sich nicht illegal in der Schweiz befinde, erweist sich als aktenwid- rig. Das Schengenvisum erlaubte D.____ nämlich ledigli ch einen Aufenthalt bis zum 17. Okto- ber 2012. Als sich der Beschwerdeführer am 9. November 2 012 mit D.____ beim AfM meldete und um Erteilung einer Bewilligung ersuchte, befand sie sich somit bereits ohne gültigen Aufent- haltstitel in der Schweiz. Dies wurde dem Beschwerdefüh rer mit Schreiben vom 9. November 2012 auch klar mitgeteilt und D.____ wurde eine Frist zur Ausreise bis spätestens 26. Novem- ber 2012 gesetzt. Weiter wurde der Beschwerdeführer dar über informiert, dass es ihm frei stehe, via die Schweizer Vertretung in der Dominikanisch en Republik ein Gesuch um Familien- nachzug zu stellen. Ein vorläufiger Aufenthalt (Art. 1 7 Abs. 2 AuG) wurde ihr hingegen nicht bewilligt und wäre auch nicht in Frage gekommen, da di e Zulassungsvoraussetzungen nicht offensichtlich erfüllt waren. Es geht nicht an, unter Missachtung dieser Bestimmung während der Dauer des Verfahrens vollendete Tatsachen zu schaffen u nd sich alsdann auf diese zu berufen (ebenso: Urteil des Bundesgerichts [2C_303/2014] vom 20. Februar 2015, E 6.7.5.). 5.4.3. Da der Beschwerdeführer somit keine stichhaltigen Gründe für eine Änderung der Betreuungsverhältnisse hinreichend dargetan hat, erweist sich der angefochtene Entscheid weder als bundesrechtswidrig noch als Verstoss gegen Art . 8 EMRK. Soweit sich der Beschwerdeführer im Übrigen auf das Übereinkommen übe r die Rechte des Kindes (Kinder- rechte-Konvention, KRK) vom 20. November 1989 beruft, ist darauf hinzuweisen, dass die KRK keine weitergehenden Ansprüche auf Bewilligung vermitt elt als die EMRK und dass das Wohl der Tochter einem Verbleib in der Dominikanischen Rep ublik, wo sie zuvor ohne Probleme aufwachsen konnte, nicht entgegensteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts [2C_236/2013] vom 19. August 2013 E. 5.3.2, mit Hinweisen). 5.4.4. Ergänzend ist daran zu erinnern, dass es hier nic ht um eine Ausweisung, sondern um die Verweigerung eines Familiennachzugs geht, sodass gegeb enenfalls Besuchsaufenthalte in der Schweiz weiterhin möglich wären. Ausserdem kann der Beschwerdeführer den Kontakt zu seiner Tochter im Umfang weiterführen, wie er vor deren Aufenthalt in der Schweiz bestand. 6. Zusammenfassend ist die Verweigerung des Familiennac hzugs und der nachgesuch- ten Einreisebewilligung somit nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen. 7.1. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfah rens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kost enpflichtig. Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1‘400.-- sind dem Ausgang d es Verfahrens entsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, wobei sie zufolge Bewill igung der unentgeltlichen Rechtspfle- ge zu Lasten der Gerichtskasse gehen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Ausgangsgemäss sind die Parteikosten wettzuschlagen. In seiner Honorarnote macht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'338.95 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) g eltend, was angemessen ist. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'338.95 zu Lasten der Gerichtskasse auszurichten. 7.3. Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hinge wiesen, dass er zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Ver- fahrenskosten zu Lasten der Staatskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge B ewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird Advokat Guido Ehrl er eine Ent- schädigung in der Höhe von Fr. 3'338.95 (inkl. Auslagen und MWSt) zu Lasten der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 14. September 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahrensnummer 2C_781/2015) erhoben.