Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 12. November 2013 (400 13 209) ____________________________________________________________________ Obligationenrecht Haftungskollision gemäss Art. 61 Abs. 1 SVG Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richter René Borer (Ref.), Richter Edgar Schürmann; Gerichtsschreiber Hansruedi Zweifel Parteien A.____ , vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Hofer, Lange Gasse 90, 4052 Basel, Kläger und Berufungskläger gegen B.____ , vertreten durch Advokat Dr. Urs Beat Pfrommer, Aeschenvorstadt 67, 4010 Basel, Beklagte und Berufungsbeklagte Gegenstand Obligationenrecht allg./ Forderung Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten Laufen vom 15. Juni 2013 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Am 21.06.2002 ereignete sich auf der X.____strasse in Y .____ kurz vor der Bahngeleise- unterführung eine Kollision zwischen dem ein Motorrad K awasaki lenkenden A.____ und dem ein Postauto lenkenden C.____, wobei A.____ zu Fall kam und schwere Verletzungen erlitt. Mit Strafbefehl des Bezirksstatthalteramtes Laufen vom 12.03. 2004 wurde A.____ der einfachen Verkehrsregelverletzung durch ungenügendes Rechtsfahren u nd mangelnde Aufmerksamkeit schuldig erklärt und zur Bezahlung der Verfahrenskosten und einer Urteilsgebühr verurteilt. Von einer Bestrafung wurde in Anwendung von Art. 66bis a StGB Umgang genommen. Mit Be- schluss der Staatsanwaltschaft vom 30.03.2004 wurde das Strafuntersuchungsverfahren gegen C.____ mangels Beweises für ein strafrechtlich relevantes Verschulden eingestellt. Mit gleichzeitiger Einreichung der Klagebewilligung vo m 14.09.2011 erhob A.____ am 05.12.2011 Teilklage gegen B.____ auf Zahlung von CHF 30'000.00 zzgl. 5% Zins seit dem 01.09.2005, Mehrforderung vorbehalten, unter o/e-Ko stenfolge zulasten der Beklagten. Der Bezirksgerichtspräsident Laufen beschränkte das Verfahren m it Verfügung vom 09.12.2011 antragsgemäss auf die Erörterung und Entscheidung der H aftungsfrage (Haftpflicht grundsätz- lich und gegebenenfalls Haftungsquote). Mit Klagantwor t vom 20.02.2012 beantragte die Be- klagte die vollumfängliche Klageabweisung, unter o/e- Kostenfolge zulasten des Klägers. Nach dem Schluss des Schriftenwechsels wurde ein unfalltechnisches und -dynamisches Gutachten angeordnet und Herr Jörg Arnold, dipl. phys. ETH, Fore nsisches Institut Zürich, mit der Begut- achtung beauftragt. Ferner wurden die Strafverfahrens akten beigezogen. Nach Erstattung des Gutachtens fand am 14.06.2013 die Hauptverhandlung statt. B. Mit Urteil vom 15.06.2013 wies der Bezirksgerichtspräsident Laufen die Klage kostenfällig ab. Er erwog dabei Folgendes: Der Kläger habe den auch zivilrechtlich bedeutsamen Vo rwurf der seinerseitigen Vermeidbar- keit des Unfalls durch ein weiteres Rechtsfahren anerkannt , bewerte hingegen seinen unfall- kausalen Fahrfehler und sein Tatverschulden als leicht. Die Haftung zwischen mehreren Haltern von an einem Verkehrsunfall beteiligten Motorfahrzeugen sei diesen gemäss Art. 61 Abs. 1 SVG nach Massgabe des von ihnen zu vertretenden Verschul dens zuzuweisen, wenn nicht besondere Umstände wie namentlich die Betriebsgefahr eine andere Verteilung rechtfertigten. Ein Halter müsse sich das Verhalten des Fahrzeugführers und mitwirkender Hilfspersonen wie sein eigenes anrechnen lassen. Das Verschulden sei als primäres Kriterium der Haftungsauftei- lung heranzuziehen, derweil die Betriebsgefahr nur b ei besonderer Verumständung zu einem Abweichen vom regulären Haftungsquotenverhältnis führen könne, wenn ihr ein aussergewöhn- licher Beitrag zur Schadenstiftung zuzuschreiben sei. Dies bedeute, dass bei einseitigem erheb- lichem Verschulden der schuldhafte Halter grundsätzlich di e volle Haftung zu übernehmen ha- be, während der schuldlose Halter nur dann einen Teil des Schadens zu übernehmen habe, wenn sich die Betriebsgefahr seines Fahrzeugs für den Unf allgegner unerwartet und in diesem Ausmass nicht erkennbar besonders stark ausgewirkt habe un d kumulativ dazu den allein schuldigen Halter nur ein geringfügiges Verschulden tre ffe. Der Halter resp. Lenker jedes Mo- torfahrzeugs sei dazu verpflichtet, das Risiko der Verwirkli chung seiner konkreten Betriebsge- fahr auf das unvermeidbare und damit zulässige Mass zu be grenzen und dessen Lenkung da- rauf und auf die Verkehrssituation sowie die Strassenfüh rung auszurichten. Hingegen dürften von ihm weder hellseherische Fähigkeiten noch die Auslösu ng objektiv unmotivierter, realitäts- fremder Verkehrsstockungen verlangt werden. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Erscheinen des in einer Steigung von 12% aufwärts fah renden, gerade von oben für den Gegenverkehr besonders gut sichtbaren Postautos mit Hinei nragen in die Gegenfahrbahn im Bereich der engen Kurve habe gerade für den besonders gut ortskundigen Kläger nicht uner- wartet sein können. Gemäss dem schlüssigen Gutachten des Fo rensischen Instituts Zürich sei der Postautolenker mit rund 25 km/h auf die scharfe Ku rve zu- bzw. in diese eingefahren und habe die Geschwindigkeit bis zum Kurvenscheitelpunkt noch we iter auf 21 km/h reduziert. We- nig später habe das Postauto eine Kollisionsgeschwindigke it von 19 km/h aufgewiesen. Der Postautolenker sei unter Berücksichtigung des in der Steig ung erleichterten Geschwindigkeits- abbaus in jeder Beziehung moderat mit einer angemessenen Geschwindigkeit gefahren. Zudem sei ein Unterschreiten des Überragens der Mittellinie von rund 55 cm resp. ein noch weiteres Rechtsfahren für den Postautolenker fahrtechnisch gar n icht möglich gewesen. Ferner sei der Postautolenker jederzeit in der Lage gewesen, sein Fah rzeug auf halbe Sicht zum Stillstand zu bringen. Das Kreuzen mit dem Postauto habe niemals bes ondere Schwierigkeiten bereitet, was schon für Personenwagen und damit umso mehr für viel schm alere Motorräder gelten müsse. Gemäss Gutachten hätte der Postautolenker den Unfall se inerseits zwar verhindern können, wenn er beim ersten Besicht des Klägers sofort voll gebre mst hätte. Da der Kläger im Bereich der einmündenden Z.____strasse unauffällig etwa in de r Mitte seiner Fahrspur gefahren sei, habe der Postautolenker ohne Weiteres damit rechnen dü rfen, dass der Kläger mit seinem Mo- torrad den zur Verfügung stehenden Freiraum von mind estens 2,5 m nutzen und genügend rechts fahren würde, ohne eine Unfallgefahr aufkomme n zu lassen. Es hätten somit keine An- zeichen bestanden, welche im Lichte des strassenverkehrsre chtlichen Vertrauensgrundsatzes das spätere Verhalten des Motorradlenkers hätten befür chten lassen müssen. Den Postauto- lenker treffe daher auch zivilrechtlich kein Verschulden, d ass er erst 5,5 m vor der Kollision auf das dann zu weit links innerhalb dessen Fahrspur entgegen fahrende Motorrad reagiert habe. Aufgrund des gutachterlichen Befundes sei bewiesen, dass der Kläger vor der Kollision sein Fahrzeug von der Mitte seiner Fahrspur unvermittelt un d überraschend nach innen gezogen bzw. gesteuert habe und so den wohl auf gut 40 cm nahe an der Leitlinie geschehenen Zu- sammenprall aus Unachtsamkeit verursacht habe. Dem Recht sfahrgebot komme bei unüber- sichtlichen und engen Kurven, in denen wie hier mit Beg egnungserschwernissen gerechnet werden müsse, eine sehr hohe Bedeutung zu, weshalb der Kläger mit seiner vorerst nicht vor- hersehbaren Fahrweise bis zum Kollisionspunkt eine wichtig e Verkehrsregel in erheblichem Ausmass verletzt habe. Dies stelle ein fahrlässiges Verhalten mittleren Grades dar. Die divergente Betriebsgefahr der unfallbeteiligten Fahrzeuge scheide als Faktor bei der Haf- tungsverteilung aus, wenn ein einseitiges Verschulden ma rkant vorwiege, sodass erstere als vernachlässigbar in den Hintergrund trete. Im vorliegen den Fall komme dem unfallursächlichen Verschuldensgrad des Klägers die deutlich grössere, let ztlich exklusive Relevanz bei der Haf- tungszurechenbarkeit zu. Eine anderweitige Schlussziehung l iefe darauf hinaus, die Beklagte dafür zur Rechenschaft zu ziehen, dass einer ihrer im öff entlichen Verkehr zugelassenen und gehörig beschaffenen Gesellschaftswagen, welcher zur fra glichen Zeit am entsprechenden Ort mit massvoller Geschwindigkeit und korrekter Fahrlinienwa hl unterwegs gewesen sei, in Be- gegnung mit einem regelwidrigen Verkehrsteilnehmer geraten sei. Mangels Vorliegens einer Haftungsgrundlage zulasten d er Beklagten sei die Klage kostenfällig abzuweisen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Mit Eingabe vom 09.08.2013 erklärte der Kläger Beruf ung gegen das Urteil des Bezirks- gerichtspräsidenten Laufen vom 15.06.2013 und beantragte was folgt: "In Gutheissung der Berufung sei das Urteil des Präsiden ten des Bezirksgerichts Laufen vom 15. Juni 2013 (zugestellt am 2. Juli 2013) aufzuheben und sei die Berufungsbeklagte dazu zu verurteilen, dem Berufungskläger für die Folgen des Ve rkehrsunfalls vom 21. Juni 2002 Scha- denersatz zu leisten mit einer Haftungsquote von 60%. E ventuell sei die Haftungsquote nach Ermessen des Gerichts festzulegen. Im Übrigen sei die Sac he an die Vorinstanz zurückzuwei- sen zur Beurteilung der eingeklagten Schadenersatzforderung des Berufungsklägers. Eventuell sei in Gutheissung der Berufung das Urteil de s Präsidenten des Bezirksgerichts Lau- fen aufzuheben und sei die Berufungsbeklagte dazu zu verurteilen, dem Berufungskläger für die Folgen des Verkehrsunfalls vom 21. Juni 2002 Schadenersatz zu leisten mit einer vom Bezirks- gerichtspräsidenten noch festzulegenden Haftungsquote. I m Übrigen sei die Sache an die Vo- rinstanz zurückzuweisen zur Beurteilung der eingeklagten Schadenersatzforderung des Beru- fungsklägers. Die o/e-Kosten des Berufungsverfahrens und die o/e-Koste n des mit dem Urteil vom 15. Juni 2013 abgeschlossenen Verfahrens vor dem Bezirksgericht Lauf en seien der Berufungsbeklag- ten aufzuerlegen. Eventuell sei die Sache an die Vor instanz zurückzuweisen mit der Weisung über die Kostenauflage des erstinstanzlichen Verfahrens gemäss dem Ausgang dieses Verfah- rens neu zu entscheiden." Seine Anträge begründete der Berufungskläger wie folgt: Dass der Berufungskläger ein Selbstverschulden zu vertreten habe, weil er den Unfall hätte vermeiden können, wenn er auf seiner Strassenseite weiter rechts gefahren wäre, sei unbestrit- ten. Bestritten werde aber, dass dieses Selbstverschulden als grobes Verschulden, das eine Haftung der Berufungsbeklagten ausschliesse, gewertet wer den könne. Auch nach der Auffas- sung der Vorinstanz könne dem Berufungskläger nur mittler e Fahrlässigkeit vorgeworfen wer- den. Unbestritten sei auch, dass der Berufungskläger die Betriebsgefahr seines Motorrads zu vertreten habe. Aufgrund seines Selbstverschuldens und der von ihm zu vertretenden Betriebs- gefahr könne nur eine Teilhaftung der Berufungsbeklagten geltend gemacht werden. Das Postauto habe im Moment der Kollision mit der lin ken Frontseite um ca. 55 cm in die Ge- genfahrbahn hinübergeragt. Der Postautolenker sei mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h in die Rechtskurve gefahren und habe, als die linke Frontecke erstmals in die Gegenfahrbahn ge- ragt habe, immer noch eine Geschwindigkeit von ca. 25 km/h resp. im Kollisionszeitpunkt eine Geschwindigkeit von noch 19 km/h gehabt. Die Feststellung der Vorinstanz, der Postautolenker sei mit einer Geschwindigkeit von nur noch 25 km/h in die Kurve gefahren, stimme nicht und sei aktenwidrig. Die Kollisionsgeschwindigkeit des Motorrads habe ca. 11-21 km/h betragen und sei damit mit grosser Wahrscheinlichkeit geringer gewesen als diejenige des Postautos. Das Motor- rad habe sich im Kollisionszeitpunkt mit den Rädern ca. 40 -50 cm rechts der Leitlinie auf seiner Fahrbahnhälfte befunden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts habe der schuldlose Halter nur dann einen Teil des Schadens zu übernehmen , wenn sich die Betriebsgefahr seines Fahrzeugs besonders stark ausgewirkt habe und den alleinschu ldigen Halter kein grobes Ver- schulden treffe. Das Selbstverschulden des Berufungsklägers könne nicht als grob beurteilt werden, weshalb er nur der einfachen Verkehrsregelver letzung schuldig erklärt und von einer Bestrafung Umgang genommen worden sei. Letzteres sei nur in Fällen möglich, in welchen ein leichtes Verschulden schwere Folgen nach sich ziehe. Aufgrund des Gutachtens könne man Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Ansicht sein, dass dem Postautolenker kein Verschulden vorgeworfen werden könne. Aller- dings hätte er auch gemäss Gutachten die Kollision ver meiden können, wenn er unmittelbar nach der ersten Wahrnehmung des Motorradfahrers mit ei ner Vollbremsung reagiert hätte. Ob er das hätte tun müssen, sei eine Rechtsfrage. Das Gleic he gelte auch für die Frage, ob eine Geschwindigkeit von 30 km/h beim Einfahren in die für ihn unübersichtliche Rechtskurve nicht doch zu schnell gewesen sei. Die Annahme des Vorderrichters, dass der Motorradfahrer unauf- fällig in der Mitte seiner Fahrspur gefahren sei, als d er Postautolenker ihn erstmals gesehen habe, sei unzutreffend und aktenwidrig. Vielmehr sei der Motorradfahrer gemäss Angaben des Postautolenkers selbst bereits relativ weit links, so ca. 1 m von der Mittellinie entfernt, gefahren, als er ihn erstmals gesehen habe. Auch die Zeugin D.__ __ habe diese Angabe bestätigt. Bei der in dieser Situation gebotenen Vorsicht sei eine sof ortige Bremsung angezeigt gewesen. Dass die Strasse im Bereich vor der Kollision für den Po stautolenker eine Steigung von 12% aufgewiesen habe, sei unzutreffend (vgl. Gutachten, 4, 5%). Gemäss Kommentar Bussy & Rusconi müssten grosse Motorfahrzeuge, die beim Befahren einer Kurve die Gegenfahrbahn beanspruchen müssten, zur Verminderung von Unfällen d ie Geschwindigkeit herabsetzen und die Vorsicht verdoppeln. Somit müsse man entgegen der Beurteilung der Vorinstanz zum Schluss kommen, dass auch den Postautolenker ein Mitverschuld en am Zustandekommen des Unfalls treffe. Die vom Berufungskläger geltend gemachte Teilhaftung d er Berufungsbeklagten ergebe sich in erster Linie aus der erhöhten Betriebsgefahr, welche d ie Berufungsbeklagte zu vertreten habe: Das Postauto habe eine viel grössere Masse und habe im Mo ment der Kollision wahrscheinlich eine höhere Geschwindigkeit gehabt. Die Betriebsgefahr erhöhend komme hinzu, dass das Postauto wegen seiner Abmessungen die Rechtskurve nicht bef ahren könne, ohne mit seiner linken Frontecke in die Gegenfahrbahn hinüberzuragen. Dass ein Postautolenker aus Rücksicht auf seine Fahrgäste eine Vollbremsung, mit der eine Kollision vermieden werden könnte, unter- lassen müsse, bedeute eine Erhöhung der Betriebsgefahr gegenüber einem Lastwagen. Diese mehrfach erhöhte Betriebsgefahr habe sich im vorliegenden Fall unfallverursachend ausgewirkt. Die Betriebsgefahr könne bei der Haftungsverteilung n ur dann ausser Betracht fallen, wenn ein (einseitiges) Verschulden so stark überwiege, dass die Betriebsgefahr als „quantité négligeable“ nicht mehr zu berücksichtigen sei. Im vorliegenden Fall se i die Betriebsgefahr des Postautos deutlich erhöht, weshalb sie nicht als „quantité néglig eable“ ausser Acht gelassen werden kön- ne. D.h. selbst bei Annahme völliger Schuldlosigkeit d es Postautolenkers und einseitigem, je- doch nicht grobem Verschulden des Motorradfahrers sei eine Teilhaftung anzunehmen. Die von der Berufungsbeklagten zu vertretende Betriebsgefahr sei darum massiv höher zu bewerten als die vom Berufungskläger zu vertretende. Selbst wenn man beim Motorrad eine subjektive Be- triebsgefahr (vulnérabilité) mitberücksichtige, sei die Betriebsgefahr des Motorrads viel geringer als diejenige des Postautos. Auch nach der Rechtsprechung d es Bundesgerichts habe der schuldlose Halter einen Teil des Schadens zu übernehmen, wenn sich die Betriebsgefahr sei- nes Fahrzeugs besonders stark ausgewirkt habe oder wenn den alleinschuldigen Halter nur geringfügiges Verschulden treffe. Wenn man annehme, d er Postautolenker sei schuldlos, was jedoch bestritten sei, und weiter annehme, das Verschulden des Berufungsklägers sei nicht nur geringfügig, müsse dennoch auf eine Teilhaftung der Be rufungsbeklagten erkannt werden, weil sich die von dieser zu vertretende, viel höhere Betriebsg efahr des Postautos beim Unfall be- sonders stark ausgewirkt habe. Die Beurteilung der Vorins tanz, die Betriebsgefahr des Postau- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tos sei zwar überwiegend, aber vernachlässigbar, weil da s Verschulden des Berufungsklägers als die einzig relevante Unfallursache zu werten sei, se i selbst nach der bisherigen Rechtspre- chung des Bundesgerichts unzutreffend. Die Lehre kritisiere diese Rechtsprechung ohnehin als zu einseitig verschuldensorientiert. Grundsätzlich habe n ach SVG jeder Halter für das Schädi- gungspotential einzustehen, das mit dem Betrieb seines Fahrzeugs verbunden sei und das auch darin bestehe, dass schon ein kleines Versehen eine s anderen verheerende Folgen ha- ben könne. Es bedürfe besonderer Umstände, damit die B etriebsgefahr des einen wirklich als Ursache inadäquat erscheine. Die Haftungsquoten müssten mit einer sektoriellen Vert eilung bestimmt werden. Wenn zutref- fenderweise ein Mitverschulden des Postautolenkers angenommen werde, resultiere eine höhe- re Haftungsquote der Berufungsbeklagten. Die Betrieb sgefahren seien bezüglich der Unfallver- ursachung mit 50% zu gewichten, wovon 40% auf das Postauto und 10% auf das Motorrad ent- fielen. Bei einer Gewichtung des Verschuldens an der Unf allverursachung im Verhältnis 20% zulasten des Postautolenkers und 30% zulasten des Motorradf ahrers ergebe sich für die Beru- fungsbeklagte eine Haftungsquote von 60%. In einem ver gleichbaren Fall habe das Oberlan- desgericht Frankfurt am Main dem Motorradfahrer, der das Rechtsfahrgebot verletzt habe, eine Haftungsquote von nur 10% auferlegt. Dies zeige, dass die Verletzung des Rechtsfahrgebots verschuldensmässig viel weniger schwer wiege als das Überfahr en der Mittellinie um 53 cm durch einen entgegenkommenden Kleinlastwagen. Die dur ch die notwendige Beanspruchung der Gegenfahrbahn und die gebotene Rücksichtnahme auf d ie Passagiere bedingte erhöhte Betriebsgefahr müsse als besonderer Umstand gemäss Art. 6 1 Abs. 1 SVG eine Teilhaftung begründen, weil dem Berufungskläger kein grobes Verschulden zur Last gelegt werden könne. D. Mit Berufungsantwort vom 19.09.2013 beantragte die Be rufungsbeklagte die kostenfällige Abweisung der Berufung, und zwar aus folgenden Gründen: Die eigentliche Kollision habe nicht auf der Fahrbahns eite des Motorradfahrers stattgefunden, sondern auf der Fahrbahnseite des Postautos, gegebenenf alls auf der Mittellinie. Da sich das Postauto mit der Front ca. 40 cm auf der Fahrbahnseit e des Motorradfahrers befunden habe, sei die Bruchstelle in der Windschutzscheibe ca. 50 cm vo n der Fahrzeugecke des Postautos entfernt, somit sicher 10 cm in der Fahrbahnhälfte de s Postautos. Während die Kollisionsge- schwindigkeit des Postautos konkret ausgewertet worden sei , liege für diejenige des Motorra- des bloss eine nachträgliche Berechnung vor, die mit gew issen Unsicherheiten behaftet sei. Da der Berufungskläger gemäss Strafbefehl mit dem Oberkörp er auf die Gegenfahrbahn hinüber geragt habe, habe er den Unfall grobfahrlässig verschul det. Der Berufungskläger sei durch ei- genes Zutun auf die Gegenfahrbahn gefahren, der Posta utolenker habe keine Möglichkeit ge- habt, den Unfall zu vermeiden. Somit sei ein einseitig es Verschulden markant gegeben. Der Berufungskläger werde dabei behaftet, dass er den Unfal l hätte vermeiden können, wäre er weiter rechts gefahren. Da Motorfahrzeuge grundsätzlich die gleiche Betriebsgefahr aufwiesen, sei sie nicht weiter zu berücksichtigen. Die Post habe sicher keine erhöhte Betriebsgefahr zu vertreten, schon gar nicht die propagierte Teilhaftung von 60%. Im Moment der Kollision habe der Überhang des Postautos in die Gegenfahrbahn ca. 40 cm und nicht 55 cm betragen. Ge- mäss Art. 61 Abs. 1 SVG sei die Haftung vorweg nach dem zu vertretenden Verschulden fest- zulegen. Erst bei Vorliegen besonderer Umstände sei die Betriebsgefahr zu beachten. Im vor- liegenden Fall habe der Postautolenker und somit die B erufungsbeklagte kein Verschulden zu Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht vertreten. Hingegen treffe den Motorradfahrer straf- und zivilrechtlich ein Verschulden. Die Fahrweise des Motorradfahrers mitten in der Strasse, ge gebenenfalls sogar leicht darüber, sei als grobes Verschulden zu werten. Gemäss Gutachten hätte di e Kollision vermieden werden können, wenn der Berufungskläger im Bereich der Einmünd ung der Z.____strasse in der Mitte seiner Fahrspur gefahren wäre und diese Position beibehalten hätte. Dass nur bei leichtem Verschulden von einer Bestrafung Umg ang genommen werden könne, sei eine unzutreffende Ansicht des Berufungsklägers. Somit könne auch bei schwerem Ver- schulden und entsprechend schwerer Verletzung von Strafe Um gang genommen werden. Das Verschulden des Berufungsklägers sei aus den nachfolgenden Gründen als mittel bis grob zu qualifizieren: Es habe keinerlei Anlass für den Berufun gskläger bestanden, in Abweichung vom Rechtsfahrgebot die Kurve zu schneiden. Er habe einen Freiraum von mindestens 2,5 m für die Kreuzung mit dem Postauto und vor der Kollision währe nd mindestens 2,2 Sek. freie Sicht auf das Postauto gehabt, mithin genügend Reaktionszeit. Er h abe die Strecke gekannt und ge- wusst, dass nicht nur Lastwagen sondern auch Postautomobil e entgegenkämen. Er hätte ohne Bremsung mit einer sofortigen Richtungsänderung nach r echts mit genügendem Sicherheitsab- stand am Postauto vorbeifahren können. Er sei mit einer Geschwindigkeit in diese Kurve gefah- ren, die es ihm nicht mehr ermöglicht habe, innerhalb der halben Sichtweite anzuhalten. Wenn der Motorradfahrer auf seiner Fahrspur weiter rechts g efahren wäre, wäre die Kollision ver- meidbar gewesen. Somit sei einzig das Verschulden des Moto rradlenkers für den Unfall ver- antwortlich. Dem Postautolenker könne kein Verschulden vorgeworfen werden: Er sei mit angemessener Geschwindigkeit gefahren und habe die Rechtskurve nicht a nders befahren können. Wenn der Berufungskläger geltend mache, der Postautolenker hätte die Kollision vermeiden können, wenn er unmittelbar nach Wahrnehmung des Motorradfahrers eine Vollbremsung getätigt hätte, sei festzustellen, dass dies auch, in stärkerem Mass, für den Motorradlenker gelte, der seiner- seits eine Vollbremsung hätte machen können. Nach der erst en Wahrnehmung des Motorrad- fahrers habe der Postautolenker aber noch keinerlei An lass für eine Vollbremsung gehabt, weil der Motorradlenker zu diesem Zeitpunkt korrekt in seine r Fahrspur, gemäss der Zeugin E.____ ungefähr in der Mitte seiner Fahrspur, gefahren sei. Als der Postautolenker gesehen habe, dass der Motorradlenker aus unerfindlichen Gründen immer noch der Mittellinie entlang gefahren sei, habe er die Vollbremsung durchgeführt. Im Kollisionszeitpunkt sei das Postauto stillgestanden. Die vom Berufungskläger gerügte Differenz bezüglich der Steigung sei für die Beurteilung be- langlos. Der Hinweis auf den SVG-Kommentar Bussy/Rusconi h elfe nicht weiter, denn die Ge- schwindigkeit sei massiv reduziert worden. Noch langsamer ha be der Postautolenker nicht fah- ren können, und das Anhalten auf halbe Sichtweite sei ebenfalls gegeben gewesen. Von einem Mitverschulden des Postautolenkers könne also keine Rede sein. Vorweg bestehe auf der einen Seite ein Verschulden, und Motorfahrzeuge wiesen grundsätzlich die gleichen Betriebsgefahren auf. Die grössere Masse un d die höhere Geschwindigkeit des Postautos könnten ausser Acht gelassen werden, sei doch d as Postauto gestanden. Die vom Berufungskläger zitierte Literatur gehe von anderen Tat beständen aus, wenn eine erhöhte Be- triebsgefahr dann postuliert werde, wenn das Fahrzeug auf der linken Fahrbahn fahre. Ob der Motorradfahrer nun 1 m von der Mittellinie entfernt oder in der Mitte seiner Fahrbahn beobach- tet werde, spiele keine Rolle, weil für den Postautol enker so oder so keine Notwendigkeit für eine Vollbremsung bestanden habe. Die Betriebsgefahr k omme als Haftungsgrund erst dann Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ins Spiel, wenn das Kriterium des Verschuldens nichts mehr hergebe. Dies führe im vorliegen- den Fall dazu, dass aufgrund des Verschuldens den Motorradlenker die alleinige Haftung treffe. Da das Verschulden derart stark beim Motorradlenker li ege, könne die Betriebsgefahr als „quantité négligeable“ betrachtet werden. Somit best ehe keine Möglichkeit, eine Teilhaftung der Berufungsbeklagten anzunehmen. Auch bei einem nur mittelgradigen Verschulden des Beru fungsklägers sei die Betriebsgefahr des Postautos nicht als besonderer Umstand nach Art. 61 Abs. 1 SVG zu berücksichtigen. Ge- rade auch die erhöhte Verletzlichkeit des Motorradlenk ers habe sich schadenverursachend ausgewirkt. Nicht ausser Acht gelassen dürfe auch, dass die eigene Haftpflichtversicherung des Motorradlenkers den von der Post geltend gemachten Sach schaden vollumfänglich übernom- men habe, sie also auch vom Alleinschulden des Motorradle nkers ausgehe. Folglich bestehe keine Veranlassung, von der Grundregel des Art. 61 Abs. 1 SVG abzuweichen. Das vom Berufungskläger angeführte Urteil des Oberlandes gerichts Frankfurt helfe im vorlie- genden Fall nicht weiter, weil der dort betroffene Automobilist die Mittellinie bewusst oder fahr- lässig um 53 cm überfahren habe, wohingegen der Postau tolenker die Kurve gar nicht anders habe befahren können. Immerhin sei auch im deutschen E ntscheid dem Motorradfahrer ein Verschulden angelastet worden wegen Verstosses gegen das R echtsfahrgebot. Beim Beru- fungskläger komme erschwerend hinzu, dass er mit seinem Obe rkörper in die Gegenfahrbahn geragt habe. E. Mit Verfügung vom 20.09.2013 wurde der Schriftenwechs el geschlossen und angekün- digt, ohne Gegenbericht der Parteien den Entscheid de r Dreierkammer aufgrund der Akten oh- ne Durchführung einer Parteiverhandlung zu treffen. Mit Eingabe vom 26.09.2013 erklärte sich der Berufungskl äger mit dem angekündigten Vorge- hen des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, grundsätzli ch einverstanden und nahm replican- do wie folgt Stellung: Die Berufungsbeklagte behaupte , die Kollision habe auf der Fahrbahnsei- te des Postautos stattgefunden wegen der angeblichen Sch räglage des Motorradfahrers. Diese Behauptung sei unzutreffend und aktenwidrig, was sich aus dem Gutachten des Forensischen Instituts Zürich ergebe. Ebenso unzutreffend sei die Be hauptung der Berufungsbeklagten, das Postauto habe mit der linken Frontecke nur um 40 cm in d ie Gegenfahrbahn geragt. Gemäss Gutachten habe die linke vordere Ecke des Postautos in der Kollisionsposition ca. 55 cm in die Gegenfahrbahn geragt. Ferner treffe auch die Behaup tung der Berufungsbeklagten, dass das Postauto im Moment der Kollision bereits stillgestanden sei, nicht zu (vgl. Gutachten). Zudem habe das Gutachten nicht eine Kollisionsgeschwindigkeit d es Motorrads vom 11-19 km/h als nicht plausibel erachtet, sondern eine Zufahrgeschwindigke it vom 11-21 km/h, weshalb die Gutachter daraus gefolgert hätten, dass der Motorradfah rer vor der Kollision gebremst habe. Wenn diese Eingabe zu den Akten genommen und beim Ent scheid beachtet werden, sei der Berufungskläger mit dem Verzicht auf die Durchführung einer Parteiverhandlung einverstanden. Mit Schreiben vom 04.10.2013 teilte die Berufungsbekla gte mit, dass aus ihrer Sicht der Ent- scheid aufgrund der Akten ohne Durchführung einer Parteiverhandlung ergehen könne. Erwägungen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gegen erstinstanzliche Endentscheide kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO Berufung erhoben werden, wobei in vermögensrechtlichen Angelege nheiten die Berufung gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO nur zulässig ist, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechts- begehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt. Die Berufu ng ist schriftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides bei der Rechtsmittelinstanz einzu- reichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Im vorliegenden Fall ist der Streitwert erreicht. Dem Kläger wur- de am 02.07.2013 der begründete Entscheid des Bezirksger ichtspräsidenten Laufen vom 15.06.2013 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist ist durch d ie Berufung vom 09.08.2013 unter Be- rücksichtigung des Fristenstillstands gemäss Art. 145 Abs. 1 li t. b ZPO eingehalten. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO ist die Dreierkammer der Abte ilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der P räsidien der Bezirksgerichte, sofern diese nicht in die Zuständigkeit des Präsidiums fallen, sa chlich zuständig. Auf die Berufung ist daher einzutreten. 2. Der Berufungskläger rügt drei Punkte an der vorinstanzlich en Sachverhaltsfeststellung: Zufahrgeschwindigkeit des Postautolenkers in die scharfe R echtskurve, Fahrbahnsteigung im Kollisionsbereich und Fahrweise des Motorradlenkers auf seiner Fahrspur. Gemäss Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 15.02 .2013 fuhr der Postautolenker mit knapp 30 km/h in den Eingang der Rechtskurve und ver zögerte in der Folge das Fahrzeug bis zum Scheitelpunkt der Kurve auf 21 km/h (vgl. zit. Gut achten S. 7 und Beilage 3). Der Vor- derrichter gibt keine Gründe dafür an, warum er in A bweichung dieser gutachterlichen Feststel- lung festhält, dass der Postautolenker mit rund 25 km/h a uf die scharfe Kurve zu- bzw. in diese eingefahren sei (vgl. Urteil Vorinstanz S. 3 oben). D ie Rüge der unrichtigen Sachverhaltsfest- stellung ist daher in diesem Punkt zutreffend. Gemäss Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 15.02 .2013 beträgt die Fahrbahn- steigung im Kollisionsbereich ca. 4,5% (vgl. zit. Gutach ten S. 8). Die davon abweichende Fest- stellung im angefochtenen Urteil, dass die Fahrbahn im Kollisionsbereich eine Steigung von 12% aufweise, wird von der Vorinstanz nicht besonders b egründet (vgl. Urteil Vorinstanz S. 2 unten). Die Rüge der unrichtigen Sachverhaltsfeststell ung ist folglich auch in diesem Punkt be- rechtigt. Zur Fahrweise des Motorradlenkers liegen die Aussagen de s Postautolenkers und der Zeugin D.____, welche auf der Strassenseite des Postautos auf dem Vorplatz einer Bekannten gestan- den ist, vor. Danach ist der Motorradlenker bereits im Zeitpunkt, als ihn der Postautolenker erstmals gesehen hat, relativ weit links gefahren, so ca. 1 m von der Mittellinie entfernt (vgl. Einvernahmeprotokolle des Bezirksstatthalteramtes Laufen vom 12.09.2002 betr. D.____, S. 3, und vom 06.12.2002 betr. C.____, S. 2). Ferner hat auch die Zeugin E.____, welche zuvorderst rechts im Postauto gesessen ist und Sicht auf die Fahrbah n gehabt hat, eine Aussage dazu gemacht. Nach ihrer Wahrnehmung ist der Motorradlenke r normal auf seiner Fahrspur gefah- ren, ungefähr in der Mitte seiner Fahrspur (vgl. Einve rnahmeprotokoll des Bezirksstatthalteram- tes Laufen vom 07.03.2003 betr. E.____, S. 2). Der Mo torradlenker gab ebenfalls an, nach der Einmündung der Z.____strasse etwa in der Mitte der Fa hrspur gefahren zu sein (vgl. Einver- nahmeprotokoll des Bezirksstatthalteramtes Laufen vom 23.09 .2002 betr. A.____, S. 2). Ge- mäss Art. 157 ZPO bildet sich das Gericht seine Überzeugun g nach freier Würdigung der Be- weise. Die Vorinstanz hat die Aussage derjenigen Zeugin , welche im Postauto zuvorderst Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechts sass und frontale Sicht auf die Fahrbahn hatte, a m höchsten gewichtet. Diese Zeugen- aussage stimmt auch mit der Angabe des Motorradlenkers s elbst überein. Diese Beweiswürdi- gung ist nicht zu beanstanden, weil die andere Zeugin am Strassenrand auf der Seite des Post- autos stand und somit die Distanz von der Seite her ein schätzen musste und der Postautolen- ker sich nebst der Beobachtung und Einschätzung des entgeg enkommenden Motorrads auch auf die eigene Fahrzeuglenkung zu konzentrieren hatt e. Selbst wenn auf die Aussagen der Zeugin D.____ und des Postautolenkers abgestellt würde, ergäben sich - wie sich noch zeigen wird - keine anderen Rechtsfolgen. 3. Die Vorinstanz hat offen gelassen, auf welcher Fahrbah nseite die Kollision stattgefunden haben soll. Dies ist unter den Parteien im Berufungsverf ahren nach wie vor streitig. Gemäss Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 15.02.2013 befand sich das Motorrad im Kol- lisionspunkt auf seiner Fahrspur. Ferner kann laut Gutachten die Aufprallstelle (Kopf des Motor- radlenkers in der Windschutzscheibe des Postautos) weder als Hinweis auf eine Fahrt des Mo- torradlenkers auf der Fahrbahn des Postautos noch als H inweis auf eine Kurvenneigung des Motorrades gedeutet werden (vgl. zit. Gutachten S. 9, 10, 14 und 17). Gestützt auf diese Aus- führungen ist festzuhalten, dass es für eine Kollision au f der Fahrbahn des Postautos entgegen der Ansicht der Berufungsbeklagten keine Beweise gibt. Entgegen der Annahme der Berufungsbeklagten und in Ü bereinstimmung mit dem Berufungs- kläger ging die Vorinstanz ferner gestützt auf das erwähn te Gutachten zu Recht davon aus, dass das Postauto an der Kollisionsstelle ca. 55 cm auf di e Gegenfahrbahn ragte und im Kolli- sionszeitpunkt nicht stillstand (vgl. Urteil Vorinstanz S. 3). 4. Gemäss Art. 58 Abs. 1 SVG haftet der Halter für den d urch den Betrieb eines Motorfahr- zeugs verursachten Schaden. Wird ein Schaden durch mehrere Motorfahrzeuge hervorgerufen, so stellt sich die Frage nach der Haftungskollision. Diese wird bezüglich der Schäden der Halter in Art. 61 SVG geregelt. Bei der körperlichen Schädigu ng eines Halters sieht Art. 61 Abs. 1 SVG vor, dass der Schaden den Haltern aller beteiligter Fahrzeuge nach Massgabe des von ihnen zu vertretenden Verschuldens auferlegt wird, wenn nicht besondere Umstände, nament- lich die Betriebsgefahren, eine andere Verteilung rechtfertigen. Art. 61 Abs. 1 SVG ist bei einer Änderung des Bundesgese tzes über den Strassenverkehr vom 20.03.1975 neu formuliert worden, wobei in Anlehnun g an eine Vereinbarung unter den Haft- pflichtversicherungen und die Entwicklung der bundesgeri chtlichen Rechtsprechung das Ver- schulden als primäres Kriterium der Haftungsaufteilung genannt wurde. Dies bedeutet gemäss der herrschenden Lehre, dass bei einseitigem erhebliche m Verschulden der schuldhafte Halter grundsätzlich die volle Haftung zu übernehmen hat. Die Bedeutung des Verschuldens wird in- soweit relativiert, als besondere Umstände, namentlich d ie Betriebsgefahren, eine andere Ver- teilung der Haftungsquote rechtfertigen können. Der sch uldlose Halter hat daher einen Teil des Schadens zu übernehmen, wenn sich die Betriebsgefahr seine s Fahrzeugs besonders stark ausgewirkt hat oder wenn den allein schuldigen Halter nur ein geringfügiges Verschulden trifft (BGE 123 III 277 E. 1.a/bb mit weiteren Hinweisen, vgl. insbesondere auch BGE 99 II 95 E. 2.b und c). Die Beurteilung der Umstände im Sinne von Art . 61 Abs. 1 SVG beruht weitgehend auf richterlichem Ermessen (vgl. zum Ganzen auch BGer 6B_1009/ 2008 E. 7.4). Die besondere Auswirkung der Betriebsgefahren setzt voraus, dass die ein e offensichtlich überwiegt und zwi- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen ihnen ein erheblicher Unterscheid besteht. Ob dies zutrifft, hängt nicht von der abstrakten Gefahr der Fahrzeuge nach ihrer Zugehörigkeit zu untersc hiedlichen Kategorien ab. Vielmehr ist die konkrete Gefahr, die sich beim Unfall auf den Sch aden ausgewirkt hat, massgebend. Dabei spielen namentlich die Geschwindigkeit, Gewicht, Lenkbarkeit und Stabilität des Fahr- zeugs eine Rolle. Unter Motorfahrzeugen werden die Bet riebsgefahren als gleich gross vermu- tet. Das gilt selbst zwischen Auto und Motorrad, weil die grössere Gefährlichkeit des Autos für andere Verkehrsteilnehmer durch die grössere Verletzlich keit des Motorradfahrers ausgegli- chen wird. Dabei können die Besonderheiten eines Fahrzeu gs oder der Umstände allerdings die Vermutung entkräften und zur Annahme einer grössere n Betriebsgefahr auf Seiten des ei- nen Beteiligten führen (BGer 4C.3/2001 E. 2.a/aa mit weiteren Hinweisen). Ein Anspruch des fehlbaren Halters kommt also nur in Fra ge, wenn die Betriebsgefahr auf Sei- ten des schuldlosen Schädigers offensichtlich überwiegt od er das Verschulden des Geschädig- ten so gering ist, dass ihm im Rahmen des Kausalablaufs nur eine ganz untergeordnete Bedeu- tung zukommt (vgl. Brehm, Motorfahrzeughaftpflicht, Bern 2008, N 744). 5. Der Berufungskläger rügt als unrichtige Rechtsanwendung, dass die Vorinstanz zu Un- recht ein einseitiges Verschulden seinerseits angenommen und ein Mitverschulden des Postau- tolenkers verneint habe. Gemäss Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 15.02 .2013 war es dem Postauto- lenker mit dem involvierten Postauto nicht möglich, die fragliche Kurve ohne Inanspruchnahme der Gegenfahrbahn zu befahren und die gesamte Kurve si gnifikant weiter rechts auf seiner Fahrbahnhälfte zu befahren (vgl. zit. Gutachten S. 7). Darin liegt auch ein gewichtiger Unter- schied zum Fall, welcher dem vom Berufungskläger zitierten Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 19.01.1994 zugrunde gelegen ist, in wel chem der Kleinlastwagenlenker die Kur- ve hätte durchfahren können, ohne die Mittellinie zu ü berfahren und die Gegenfahrbahn zu be- anspruchen (vgl. Beilage 6 zur Teilklage vom 05.12.2011 ). Die von C.____ gewählte Fahrlinie ist gemäss Gutachten optimal gewesen (vgl. zit. Gutachten S . 14). Das Kreuzen eines Motor- rads sei im vorliegenden Fall nicht schwierig gewesen, weil auf der Gegenfahrbahn trotz des leicht in die Gegenfahrbahn ragenden vorderen Überha ngs des Postautos sogar ein Personen- wagen ohne Schwierigkeiten hätte kreuzen können. Ferner sei die Geschwindigkeit des Postau- tos der Situation angemessen gewesen, d.h. sowohl Anhal ten auf halbe Sichtweite als auch eine moderate Querbeschleunigung seien gegeben gewese n (vgl. zit. Gutachten S. 9). Unter der Annahme, dass die Aussagen der beteiligten Fahrzeu glenker bezüglich der Motorradpositi- on in Querrichtung zur Fahrbahn zutreffend seien, habe für den Postautolenker kein Anlass bestanden, bei der ersten Sichtbarkeit auf den entgegen kommenden Motorradlenker zu reagie- ren. Der Postautolenker hätte die Kollision vermeiden k önnen, wenn er unmittelbar nach der ersten Wahrnehmung des Motorradlenkers mit einer Vollb remsung reagiert hätte. Er habe hin- gegen aus unfalltechnischer Sicht zunächst davon ausgehen können, dass er vom Motorrad- lenker gesehen werde und dass der Motorradlenker den gr ossen Freiraum für die Vorbeifahrt nutzen werde. Die Aussage des Postautolenkers, dass der Mo torradfahrer zunächst normal entgegen gekommen sei und dann immer näher zur Mittel linie gezogen habe, sei nachvollzieh- bar. Als der Postautolenker festgestellt habe, dass das Motorrad immer näher zur Mittellinie ziehe, habe er 5,5 m vor der Kollision reagiert und eine Vollbremsung gemacht (vgl. zit. Gutach- ten S. 8 sowie S. 12 ff.). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Vorderrichter hat gestützt auf dieses Gutachten und auf den im Strassenverkehr geltenden Vertrauensgrundsatz nach Ansicht des Kantonsgerichts zutreffe nd erkannt, dass der Postauto- lenker bei erster Sichtbarkeit des Motorradlenkers nicht h at befürchten müssen, dass ihn der Motorradlenker nicht sieht und innerhalb seiner Fahrspu r noch mehr nach links in Richtung der Mittellinie fährt. In diesem Zusammenhang spielt es k eine Rolle, ob der Motorradlenker nun in der Mitte seiner Fahrspur (d.h. auf der 7,6 m breite n Strasse ca. 1,9 m von der Mittellinie ent- fernt) oder 1 m von der Mittellinie entfernt gefahre n ist (vgl. dazu auch zit. Gutachten S. 12). So oder so musste der Postautolenker bei erster Sichtbarkeit des Motorradlenkers nicht damit rechnen, dass dieser ihn nicht gesehen habe und der verbl eibende Platz von mindestens 2,5 m (vgl. zit. Gutachten S. 14) zum Kreuzen nicht ausreiche n werde. Erst als er feststellte, dass der Motorradlenker immer näher zur Mittellinie zog, musste er reagieren, was er dann auch tat. Die von den Gutachtern festgehaltene Vermeidbarkeit des Unfa lls durch eine unmittelbare Voll- bremsung bei erster Sichtbarkeit des Motorradfahrers stel lt daher einen rein theoretisch mögli- chen Kausalverlauf dar, den zu wählen dem Postauto aber unter Beachtung des Vertrauens- grundsatzes im Strassenverkehr rechtlich gar nicht zumutbar gewesen ist. Die Vorinstanz ist mithin zu Recht zum Schluss gekommen, dass den Postautole nker keinerlei zivilrechtliches Verschulden am Zustandekommen des Unfalls vom 21.06.2002 trifft. 6. Ferner beanstandet der Berufungskläger, dass der Vorderr ichter ein mittelgradiges resp. markantes Verschulden des Berufungsklägers angenommen habe. Für die zivilrechtliche Qualifikation des Verschuldens ist es unerheblich, ob strafrechtlich eine einfache Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG oder eine grobe Verkehrsregel- verletzung gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG (in der bis 31.12 .2012 geltenden Fassung) vorliegt. Aus- serdem verfängt die Argumentation des Berufungsklägers nicht, dass ein Absehen von Strafe wegen der Folgen einer Straftat nur bei einem leichten Verschulden möglich sei (vgl. BSK StGB I-Riklin, Art. 54 N 16; BGE 121 IV 175 E. 2.e). Weiter ist es nicht ausschlaggebend, ob das Ver- halten des Motorradlenkers als leichtes oder mittelgradig es Verschulden qualifiziert wird. Ent- scheidend ist vielmehr, ob das Verschulden des Motoradlenkers nur geringfügig ist, so dass ihm im Rahmen des Kausalablaufs bloss eine ganz untergeordn ete Bedeutung zukommt, oder ob es graduell darüber hinausgeht, so dass es im Rahmen de r Haftungskollision als markantes Verschulden den Ausschlag gibt für eine alleinige Haftung des Motorradlenkers. Gemäss Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 15.02.2013 war ein Kreuzen mit dem Postauto in der fraglichen Kurve sogar für einen Persone nwagen möglich (vgl. zit. Gutachten S. 9). Zudem hätte der Motorradfahrer die Kollision vermeiden können, wenn er im Bereich der Einmündung der Z.____strasse in die X.____strasse in Y.__ __ in der Mitte seiner Fahrspur ge- fahren wäre und diese Position beibehalten hätte (vgl . zit. Gutachten S. 15). Diese gutachterli- chen Ausführungen zeigen deutlich auf, dass das Verhalte n des Motorradlenkers nicht nur eine untergeordnete, sondern eine wesentliche Rolle in de r Kausalkette des Unfallhergangs spielt. Er hätte den Unfall mit einer minimalen und darüber hinaus rechtlich gebotenen Änderung sei- ner Fahrspur mit Leichtigkeit verhindern können. Das vo n ihm verletzte Rechtsfahrgebot dient insbesondere dem möglichst gefahrlosen Kreuzen im Gegenverkehr und dem möglichst gefahr- losen Überholen (vgl. Schaffhauser, Grundriss des Schweiz erischen Strassenverkehrsrecht, Bern 2002, N 665). Dieser Verhaltensnorm kommt vor all em bei unübersichtlichen und engen Kurven, in denen stets damit gerechnet werden muss, dass e in auf der Gegenfahrbahn entge- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht genkommendes Fahrzeug wie z.B. ein Lastwagen oder ein A utobus über die Mittellinie auf die eigene Fahrbahn hinüberragen könnte, eine besondere Bedeutung zu. Genau um eine solche Kurve handelt es sich beim Streckenabschnitt der X.____s trasse in Y.____, auf welchem sich der Unfall ereignet hat. Der Motorradlenker musste d aher mit Behinderungen auf seiner Fahr- bahn rechnen und darauf vorbereitet sein, für ein allenfalls notwendiges Ausweichmanöver wei- ter rechts in seiner Fahrspur zu fahren oder bei einer vo llständigen Versperrung seiner Fahr- bahn auf halbe Sicht anzuhalten, zumal er ortskundig war. Die Verletzung dieser fundamentalen und wichtigen Regel in der fraglichen Verkehrssituation gereicht dem Motorradfahrer zivilrecht- lich zu einem Verschulden, das jedenfalls nicht mehr als geringfügig bezeichnet werden kann. Vielmehr stimmt das Kantonsgericht der Ansicht des Vorderr ichters zu, dass das Verschulden des Berufungsklägers zivilrechtlich als mittelschwer einzustufen ist. 7. Überdies macht der Berufungskläger geltend, dass der Vor derrichter das offensichtliche Überwiegen der Betriebsgefahr auf Seiten der Berufungsbeklagten zu Unrecht verneint habe. Die Betriebsgefahr eines Motorrads und diejenige eines Postautos gelten - wie gesehen (vgl. E. 4 hievor) - grundsätzlich als gleichwertig, so dass si e sich gegenseitig neutralisieren. Na- mentlich das viel höhere Gewicht des Postautos wird durch d ie deutlich erhöhte Verletzbarkeit des Motorradfahrers aufgewogen. Die Kollisionsgeschwind igkeit des Postautolenkers war nur unwesentlich höher als die geschätzte Kollisionsgeschwindigk eit des Motorradlenkers, weshalb dieser Aspekt vernachlässigt werden kann. Das mit angemessen er Geschwindigkeit erfolgte Befahren der Gegenfahrbahn durch den Postautolenker kann im vorliegenden Fall - im Unter- schied zur Fallkonstellation in den vom Berufungskläger zi tierten Entscheiden BGE 123 III 274 ff., 105 II 209 ff., 90 IV 265 ff. und in BGer 4C.1 67/2000 - nicht als erhöhte Betriebsgefahr oder anderer besonderer Umstand i.S.v. Art. 61 Abs. 1 SVG gewertet werden, weil es ein Kreuzen für entgegenkommende Motorräder oder Autos nicht verun möglichte und sich in keiner Weise unfallverursachend auswirkte. Aus dem gleichen Grund begr ündet im vorliegenden Fall auch die Tatsache, dass der Postautolenker aufgrund der Bauart seines Fahrzeugs die Kurve nur mit einem Überragen der Mittellinie in die Gegenfahrbahn hinein befahren konnte, nicht eine erhöh- te Betriebsgefahr resp. einen anderen besonderen Umstan d i.S.v. Art. 61 Abs. 1 SVG. Ob der Umstand, dass dem Postautolenker eine grössere Reaktions- und Bremsschwellendauer zuge- standen werden muss, weil er seine Fahrgäste nicht mit einer sofortigen Vollbremsung gefähr- den darf (vgl. Gutachten des Forensischen Instituts Zürich S. 15), eine Erhöhung der abstrakten Betriebsgefahr des Postautos begründet, mag dahingestellt bleiben. Selbst wenn dem so wäre, hätte dies in der konkreten Verkehrssituation keine Erhö hung der Betriebsgefahr resp. keinen anderen besonderen Umstand i.S.v. Art. 61 Abs. 1 SVG begründet, weil zufolge des zur Verfü- gung stehenden Kreuzungsfreiraums für den Postautolenke r gar kein Anlass für eine starke Bremsung bestand (vgl. zit. Gutachten S. 12 und 13). De m Berufungskläger ist es letztlich nicht gelungen, die Vermutung der gleich grossen Betriebsgefahren von Motorfahrzeugen zu entkräf- ten. Hierin ist denn auch ein wesentlicher Unterschied zu demjenigen Fall auszumachen, der dem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 19.01.19 94 zugrunde gelegen ist, weshalb der diesbezügliche Verweis des Berufungsklägers fehl geht. Den Unfall verursacht hat im vor- liegenden Fall ausschliesslich das Fehlverhalten des Motorf ahrzeuglenkers, weshalb keine Veranlassung besteht, vom Verschulden als massgeblichem F aktor bei der Haftungsverteilung abzuweichen. Selbst wenn entgegen der Ansicht des Kanto nsgerichts eine erhöhte Betriebsge- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht fahr des Postautos angenommen würde, hätte sie sich nicht konkret unfallverursachend aus- gewirkt, so dass sie neben dem eindeutigen Verschulden des Motorradlenkers als „quantité négligeable“ erschiene. Mangels eines Verschuldens des Postautolenkers und zufolge e ines nicht mehr nur geringfügi- gen, sondern sogar mittelschweren Verschuldens des Motor radlenkers sowie mangels Vorlie- gens besonderer Umstände, welche eine andere Verteilu ng rechtfertigten, hat der Motorradlen- ker die volle Haftung zu übernehmen. Somit erweist sich d ie Rüge der unrichtigen Rechtsan- wendung als unbegründet. Ein Anspruch des Berufungskläg ers gegen die Berufungsbeklagte ist bei dieser Sach- und Rechtslage in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zu verneinen. 8. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen unterliegt der K läger mit seiner Berufung voll- ständig. Daher sind in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 ZPO sämtliche Prozesskosten des Beru- fungsverfahrens dem Kläger aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist gestützt auf § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. f GebT auf pauschal CHF 3'000.00 festzu legen. Der obsiegenden Gegenpartei ist eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Mang els Einreichung einer Kostennote ist die Parteientschädigung gemäss Tarif für die Anwält innen und Anwälte vom 17.11.2003 (SGS 178.112, TO) festzusetzen. Das Grundhonorar beträg t gemäss § 7 Abs. 1 TO zwischen CHF 3'300.00 und CHF 6'450.00 resp. bei einem Streit wert von CHF 30'000.00 rund CHF 4'500.00. Für Zuschläge gemäss § 8 TO besteht keine V eranlassung. Da der Rechtsver- treter der Berufungsbeklagten weder den tatsächlichen Aufwand der Auslagen in Rechnung gestellt noch - mangels Einreichung einer Honorarnote - die Mehrwertsteuer auf der Honorarno- te separat ausgewiesen noch deren Zusprechung verlangt hat (vgl. diesbezüglich die §§ 16 und 17 TO), ist die Parteientschädigung pauschal auf CHF 4'500.00 festzusetzen. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr von pauschal CHF 3'000.00 wird d em Berufungsklä- ger auferlegt. Der Berufungskläger hat der Berufungsb eklagten eine Parteientschädigung von pauschal CHF 4'500.00 zu entrichten. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Hansruedi Zweifel Der Berufungskläger hat gegen diesen Entscheid am 6. Januar 2014 Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben (4A_5/2014).