Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 23. Januar 2019 (810 18 173) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Baugesuch für Um- und Neubau Restaurant und Tierpark / Anbringen von Fensterläden und Gewänden wegen Eingliederungsgebot Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Roman Felix , Advokat gegen Baurekurskommission des Kantons Basel -Landschaft , Beschwe r- degegnerin Einwohnergemeinde B.____ , Beschwerdegegnerin Betreff Baugesuch für Um- und Neubau Restaurant C._ ___ und Tierpark (Ent- scheid Nr. 17-027 der Baurekurskommission des Kantons Basel-Land- schaft vom 6. Februar 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Am 16. Mai 2006 reichte A.____ das Baugesuch für de n Um- und Neubau des Restau- rants C.____ und des Tierparks auf der Parzelle Nr. X.__ __, Grundbuch (GB) B.____, beim Bauinspektorat des Kantons Basel-Landschaft (Bauinspektorat ) ein. Die Bau- und Umwelt- schutzdirektion des Kantons Basel-Landschaft (BUD) erteilte für das Bauvorhaben mit Ent- scheiden vom 23. Januar 2007 und vom 11. Juni 2007 die erforderlichen Ausnahmebewilligun- gen für nicht zonenkonforme Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone. Das Baugesuch Nr. 1059/2006 konnte mit einer Teilbaubewilligung vom 15. Juni 2007, einer rektifizierten Bau- bewilligung vom 1. Januar 2008 sowie zwei Nachtragsbewi lligungen vom 21. April 2009 bzw. vom 15. September 2010 rechtskräftig bewilligt werden. Das Bauprojekt befindet sich heute in der Spezialzone C.____. B. Die Nachtragsbaubewilligung vom 21. April 2009 le gte unter anderem fest: "Die Dach- gestaltung der Dachaufbauten und der Dachrandabschlüsse sowie auch der Giebel- und Tor- öffnungen sind im Zuge des Baufortschrittes mit der kantonalen Denkmalpflege festzulegen. Die Materialwahl bzw. die Farbgebung des gesamten Objektes ist vor Ausführung mit der Gemein- de und der kantonalen Denkmalpflege an Ort und Stelle festzulegen. Eine diesbezügliche Be- musterung am Objekt ist Voraussetzung." Mit Entscheid Nr. 84/12 vom 26. Februar 2012 ordne- te das Bauinspektorat an, es sei die entgegen der in d er Nachtragsbewilligung vom 21. April 2009 festgehaltenen Auflage ausgeführte Farbwahl unte r Beizug und in Absprache mit der Ge- meinde sowie der kantonalen Denkmalpflege abzuändern, w eil mit der getroffenen Farbwahl das Eingliederungsgebot verletzt würde. Die dagegen e rhobenen Rechtsmittel blieben erfolglos und der Entscheid des Bauinspektorats wurde vom Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil (KGE VV) vom 19. Februar 2014 (810 13 227) bestätigt. C. A.____ reichte mit Eingabe vom 15. Juli 2015 berei nigte Pläne für eine weitere Nach- tragsbewilligung ein, wobei die zu beurteilenden Än derungen im Zeitpunkt der Planeingabe mehrheitlich bereits umgesetzt worden waren. Die Änderu ngen umfassten insbesondere die Raumaufteilung, eine von den ursprünglich bewilligten Plänen abweichende Fassadengestal- tung durch eine veränderte Fenstergestaltung an der S üd-, Ost- und Westfassade (fehlende Klappläden und Gewände) sowie die Verschiebung des Balkons an der Westfassade. D. Am 15. Dezember 2015 fand eine Einigungsverhandlun g mit allen Beteiligten statt, an welcher keine umfassende Einigung erzielt werden konnte. In der Folge reichte A.____ am 1. Februar 2016 erneut bereinigte Pläne ein. E. Mit Entscheid Nr. 036/2017 vom 12. September 2017 b eurteilte das Bauinspektorat das neue Raumkonzept als zonenkonform und die Grösse un d Anordnung der Fenster sowie die Verschiebung des Balkons als mit dem Eingliederungsgeb ot vereinbar. Demgegenüber hiess es die von der Gemeinde B.____ mit Schreiben vom 18. Februar 2016 erhobene Einspra- che betreffend die Fenstergestaltung gut und verpflich tete A.____, an der Süd- und Ostseite des Wohngebäudes Klappläden zu montieren und an der Sü d-, Ost- und Westfassade Gewän- de aufzumalen, weil deren Fehlen gegen das Einordnungsgebot verstossen würde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Die Baurekurskommission des Kantons Basel-Landschaft (Ba urekurskommission) wies die von A.____ dagegen erhobene Beschwerde vom 25. September 2017 mit Entscheid Nr. 17- 027 vom 6. Februar 2018 ab. G. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Roman Felix, Advokat in Reinach, am 28. Juni 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht mit den Rechtsbegeh ren, es seien der Entscheid der Baurekurskommission vom 6. Februar 2018 und die Änderung sverfügung des Bauinspektorats vom 12. September 2017 aufzuheben; die Einsprache der Gemeinde B.____ sei abzuweisen und die Nachtragsbewilligung gemäss den am 1. Februar 2016 eingereichten bereinigten Plä- nen zu erteilen; unter o/e-Kostenfolge. Am 5. Septem ber 2018 reichte der Beschwerdeführer eine Beschwerdebegründung ein. H. Am 26. September 2018 liessen sich die Beschwerdege gnerinnen vernehmen und schlossen auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. I. Mit Verfügung vom 19. Oktober 2018 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. J. Mit Eingabe vom 19. November 2018 reichte der Rechtsv ertreter des Beschwerdefüh- rers seine Honorarnote ein. K. An der heutigen Parteiverhandlung mit vorangehend em Augenschein in B.____ neh- men A.____, vertreten durch Advokat Roman Felix, eine Vertreterin der BUD, drei Vertreter des Bauinspektorats, ein Vertreter der kantonalen Denkmalp flege sowie die Gemeindepräsidentin und ein Gemeinderat teil; die Parteien halten an ih ren Anträgen fest. Auf die Ausführungen der Parteien in den Eingaben sowie auf diejenigen anlässli ch der heutigen Parteiverhandlung wird, soweit erforderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 134 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können Entschei de der Baurekurskommission beim Kantonsgericht angefochten werden. Die Zuständigke it des Kantonsgerichts zur Beurtei- lung der vorliegenden Beschwerde ist somit gegeben. Der Beschwerdeführer ist durch den an- gefochtenen Entscheid in schutzwürdigen Interessen betroff en und demnach zur Beschwerde legitimiert. Da auch die weiteren formellen Voraussetz ungen gegeben sind, ist auf die verwal- tungsgerichtliche Beschwerde einzutreten. 2.1 In der Beurteilung der vorliegenden gegen den En tscheid der Baurekurskommission gerichteten verwaltungsgerichtlichen Beschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfäl- liger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen , ob die Vorinstanz ein allfälliges Ermes- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob diese den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Über prüfung der Angemessenheit des ange- fochtenen Entscheids der Baurekurskommission ist dem Kantonsg ericht dagegen verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). Gemäss Art. 33 Ab s. 3 lit. b des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) vom 22. Juni 1979 wird in Fällen wi e dem vorliegenden die volle Überprü- fung der Angemessenheit durch wenigstens eine unabhängi ge kantonale Beschwerdebehörde verlangt. Die Baurekurskommission und die in deren Verfahren anwendbare Kognitionsregelung (vgl. § 32 Abs. 1 lit. c des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft [VwVG BL] vom 13. Juni 1988) erfüllen diese Voraussetzungen ohne we iteres, weshalb die in § 45 Abs. 1 lit. c VPO vorgesehene Kognitionseinschränkung des Kantonsgerichts den Anforderungen des RPG genügt (KGE VV vom 15. November 2017 [810 16 343] E . 2; KGE VV vom 11. November 2015 [810 14 383] E. 2.3). Die Überprüfung der Angemessenh eit des angefochtenen Entscheides ist dem Kantonsgericht somit verwehrt. 2.2 Vom Begriff des Ermessens sind die unbestimmten Rech tsbegriffe zu unterscheiden. Ein unbestimmter Rechtsbegriff liegt vor, wenn der R echtssatz die Voraussetzungen der Rechtsfolge oder die Rechtsfolge selbst in offener, un bestimmter Weise umschreibt. Sowohl beim Ermessen als auch beim unbestimmten Rechtsbegriff li egen offene Formulierungen vor, die den Verwaltungsbehörden einen Entscheidungsspielraum gewähren. Wie in Erwägung 2.1 hiervor ausgeführt, ist eine Überprüfung der Angemessen heit durch das Kantonsgericht nur ausnahmsweise zulässig. Demgegenüber unterliegen unbesti mmte Rechtsbegriffe grundsätz- lich der freien Überprüfung durch das Kantonsgericht (U LRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 416 f.). Bei den vorliegend umstrittenen Begriffen "Verunstaltung, Eingliederung und Ästhetik" handelt es sich um unbestimmte Rechtsbegriffe. Das Kantonsgericht auferlegt sich in Übereinstimmung mit der Praxis des Bundesgerichts bei der Auslegung der massge blichen unbestimmten Rechtsbe- griffe Zurückhaltung, weil den kantonalen Behörden und der Baurekurskommission ein gewisser Beurteilungsspielraum zukommt, wenn der Entscheid Vert rautheit mit den tatsächlichen Ver- hältnissen oder besondere Fachkenntnisse voraussetzt. Verfügt eine Behörde über besonderes Fachwissen, so ist ihr bei der Bewertung von ausgesproche nen Fachfragen ein gewisser Beur- teilungsspielraum zu belassen, soweit sie die für den E ntscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat (BGE 135 II 384 E. 2.2.2; BGE 132 II 257 E. 3.2; Ur teile des Bundesgerichts 1C_4/2014 vom 2. Mai 2014 E. 4.1und 1C_458/2013 vom 21. November 20 13 E. 2.2; KGE VV vom 18. Januar 2017 [810 16 85] E. 4.5; KGE VV vom 30. November 2016 E. 2.3; KGE VV vom 20. Mai 2015 [810 15 3] E. 2.2; KGE VV vom 22. Januar 2014 [810 13 264] E. 2; KGE VV vom 20. März 2013 [810 12 97] E. 2; HÄFELIN /MÜLLER /U HLMANN , a.a.O., Rz. 413 ff.; RENÉ WIEDERKEHR /PAUL RICHLI , Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Band I, Bern 2 012, Rz. 1430 ff.). Die Interventions- möglichkeiten des Kantonsgerichts sind somit begrenzt und auf die Kontrolle von Rechts- und Sachverhaltsverletzungen beschränkt, wobei die Rechtsanwendung unter Beachtung der gebo- tenen Zurückhaltung überprüft wird. 3. In der Beschwerde wird zunächst geltend gemacht, die Vorinstanz habe den Sachver- halt unrichtig und unvollständig festgestellt. Der Beschwerdeführer legt jedoch nicht dar, worauf Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich dieser Vorwurf bezieht. Vielmehr verweist er im mat eriellen Teil seiner Beschwerde grund- sätzlich auf die Sachverhaltsdarstellung im angefochtenen Entscheid. Es ist somit nicht ersicht- lich, und wird vom Beschwerdeführer auch nicht substantii ert geltend gemacht, inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt haben soll. Demzufolge erweist sich diese Rüge als unbegründet, und es ist nicht weiter darauf einzugehen. 4. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Vorinstanz den Beschwerdeführer zu Recht verpflichtet hat, an der Süd- und Ostfassade des Wohngebäudes der Parzelle Nr. X.____ Klappläden zu montieren und an der Süd-, Ost- und Westfassade Gewände aufzu- malen. 5.1 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er von de n mit Baubewilligung vom 15. September 2010 genehmigten Plänen abgewichen ist. Demgegenüber stellt er sich auf den Standpunkt, dass das neue (bewilligte) Erscheinungsbild der C.____ mit den Ästhetikvorschrif- ten vereinbar sei und sich die verfügten Auflagen (das A nbringen von Klappläden sowie das Aufmalen von Gewänden) als unverhältnismässig erweisen würden. Er bestreitet in verschiede- ner Hinsicht eine Verletzung der Ästhetikklauseln: Die a ktenkundigen Fotos würden aufzeigen, dass die beiden Gebäudeteile der C.____ (Wohn- und Ök onomieteil) ein stimmiges Ganzes ergeben würden, und da sich beide Teile unter einem Dach befinden würden, würde der Bezug zur Vergangenheit beibehalten. Aufgrund dieser einhe itlichen Gestaltung werde der Eindruck eines Baselbieter Bauernhauses vermittelt. Das neue Erscheinungsbild sowie insbesondere die Neugestaltung der Fenster würden es jedoch nahe legen, auf Gewände und Klappläden zu ver- zichten, ohne dass dadurch die Ästhetikvorschriften verletzt würden. Zu beachten sei überdies, dass das neue Dach ohne typischen Baselbieter Dachbruch e rstellt und bewilligt worden sei. Dieses trage auch zum modernen Erscheinungsbild bei, ohne dass es beanstandet worden sei. Die Vorinstanzen würden hinsichtlich des öffentlichen Interesses einzig die Einhaltung von Bau- vorschriften vorbringen, wobei sie die Lage der C.____ i ns Zentrum stellen würden. Vorliegend gehe es – im Gegensatz zum damaligen Beschwerdeverfahren ( KGE VV vom 19. Februar 2014 [810 13 227]) – um Fragestellungen im Zusammenhang mit den Ästhetikklauseln, auf welche die exponierte Lage der C.____ wenig Einfluss habe. Vor diesem Hintergrund führe das moder- ne Erscheinungsbild der C.____ – wenn überhaupt – nich t zu einer schweren Verletzung der Ästhetikvorschriften. Demzufolge schmälere sich das öffentli che Interesse an den vorgesehe- nen baulichen Massnahmen. Hinzu komme, dass die funktio nelle Tauglichkeit der Klappläden fehle, da deren Bedienung von innen kaum zu bewerkstell igen sei. Es sei nicht mit dem Grund- satz der Verhältnismässigkeit vereinbar, an einer Auflage festzuhalten, wenn deren Funktionali- tät nicht gegeben sei. Bei einer Gesamtwürdigung der Interessenlage sei daher sein privates Interesse höher zu gewichten, und die angeordneten Au flagen würden sich insgesamt als nicht verhältnismässig erweisen. 5.2 Die Vorinstanz macht demgegenüber geltend, das Fehl en der Klappläden und Gewän- de würde die Ästhetikvorschriften bzw. das Eingliederungsg ebot verletzen. Ohne die Umset- zung der verfügten Massnahmen erwecke das Gebäude den Ei ndruck eines modernen Sied- lungsbaus und nicht wie ursprünglich eines traditionell en Bauernhauses. Ein moderner Neubau sei in der betreffenden Zone nicht bewilligungsfähig . Das Bauinspektorat habe zwar darauf ver- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zichtet, die Wiederherstellung der Fensterform entspreche nd den ursprünglich bewilligten Plä- nen zu verlangen und die neue Fensterformgestaltung als zonenkonform beurteilt, es sei jedoch stossend, wenn der Beschwerdeführer dieses Entgegenkomme n der Behörden nun als Argu- ment gegen das Montieren von Klappläden und das Aufmalen von Gewänden anführe. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte fehlende Funktionalitä t der Klappläden sei irrelevant, diene deren Anbringung doch in erster Linie dem Zweck, den ästhetischen Zustand der Fassade und die Wirkung als Bauernhaus so gut wie möglich herbeizufü hren, um so den verlangten histori- schen Bezug herzustellen. Mit den vorgesehenen Massnahmen würden die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands und nichts anderes, was nicht ber eits mit der ursprünglichen Be- willigung angeordnet worden sei, verlangt. Hinzukomme , dass die Gewände lediglich aufzuma- len seien. Die Anordnungen betreffend die Fensterges taltung würden sich somit als verhältnis- mässig erweisen. 6. Gemäss § 122 Abs. 1 RBG darf von den genehmigten Pl änen nur mit Zustimmung der Baubewilligungsbehörde und nach Anhörung der Gemeinde und der betroffenen Nachbarschaft abgewichen werden. Bei erheblichen Abweichungen ist ein e neue Baubewilligung erforderlich. Eine nachträgliche Bewilligung ist dann angezeigt, wen n eine Baute zwar in Abweichung der Baubewilligung erstellt worden ist, sie aber materiell em Recht entspricht. Vorliegend ist strittig, ob sich das Gebäude auch ohne Anbringen der Fensterläden und Aufmalen der Gewände in die Umgebung eingliedert. 7.1 § 104 RBG statuiert, dass alle bewilligungspflichti gen Bauten und Anlagen unter Be- rücksichtigung der Ziele des Natur-, Landschafts-, Denkmal- und Heimatschutzes derart zu ge- stalten und in die Umgebung einzugliedern sind, dass auf wertvolle Objekte, insbesondere auf wertvolle Landschaftsbilder, Rücksicht genommen wird. Nac h § 7 des kantonalen Gesetzes über den Denkmal- und Heimatschutz (DHG) vom 9. April 1 992 ist es untersagt, das Orts- und Landschaftsbild zu verunstalten. Eine Verunstaltung ist an zunehmen, wenn eine ungünstige Wirkung auf das Orts- und Landschaftsbild zu befürchten ist (Abs. 1). Bauten und Anlagen sind in das Orts- und Landschaftsbild einzupassen. Wo die Er haltung des Orts- und Landschaftsbil- des es erfordert, kann die zuständige Fachstelle ausserd em geeignete Bepflanzungen zur Auf- lage machen (Abs. 2). Nach § 23 Abs. 1 des Zonenreglem ents Landschaft der Gemeinde B.____ (ZRL) vom 12. Juni 2013 dürfen Bauten, Anlage n und Werke die Ziele der angrenzen- den Schutzzonen und Schutzobjekte nicht beeinträchtigen. Nach dessen Abs. 2 müssen sich alle zulässigen Bauten und Anlagen hinsichtlich Standorts, kubischer Erscheinung, Stellung der Baukörper, Dachform, baulicher Gestaltung, Material- u nd Farbwahl sowie der Umgebungsge- staltung harmonisch in die Landschaft einfügen. 7.2 Bei den vorstehend zitierten gesetzlichen Grundlagen, wonach sich ein Bauprojekt in die landschaftliche und bauliche Umgebung einzugliedern resp. einzufügen hat, handelt es sich um sogenannte Ästhetikvorschriften. Die Ästhetikvorschriften bezwecken den Schutz des Land- schafts-, Orts- oder Strassenbildes, der historischen Stätt en sowie der Natur- und Kunstdenk- mäler (P ETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umweltrecht, 6. Aufla ge, Bern 2016, S. 326). Sie sind zumeist in Form einer Generalklausel umschrieben, können jedoch auch de- taillierte Vorschriften bezüglich einzelner Gestaltung selemente der Bauten wie beispielsweise Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Baumaterialien, Farbgebung oder Materialauswahl bein halten (HÄNNI , a.a.O., S. 326. ff.; B EAT ZUMSTEIN , Die Anwendung der ästhetischen Generalklauseln des kant onalen Baurechts, St. Gallen 2001, S. 27 ff.). Die Ästhetikvorschriften bi lden Teil des materiellen Baupolizeirechts, weshalb jedes Bauvorhaben der ästhetischen Beurteilung unterliegt. Die Rechtsanwendung muss sich dabei auf objektive und grundsätzliche Gesichtspu nkte stützen und auf einem Wert- urteil beruhen, das Auffassungen entspricht, die eine gewisse Verbreitung und Allgemeingültig- keit beanspruchen dürfen (BGE 114 Ia 343 E. 4b; BGE 82 I 102 E. 4; Z UMSTEIN , a.a.O., S. 119 f.; R ENÉ WIEDERKEHR , Grundprobleme des basellandschaftlichen Bau- und Plan ungs- rechts, in: Basler Juristische Mitteilungen [BJM] 2006, S. 229-259, S. 248 ff.). 7.3 Die Ästhetikgeneralklauseln können einerseits "negat iv" in Form eines so genannten Verunstaltungs- oder Beeinträchtigungsverbots, andererseits "positiv" in Form eines so genann- ten Eingliederungs- oder Einordnungsgebots umschrieben se in (W ALTER HALLER /PETER KARLEN , Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. Auflage, Zürich 1999, Rz. 653 ff.). Während das Verunstaltungsverbot verbietet, bestehende Bauten o der Ortsbilder durch das betreffende Bauvorhaben zu verunstalten, geht das Einordnungsgebot in seiner Wirkung erheblich weiter, indem es eine positive architektonische Gestaltung verla ngt, welche sich befriedigend in die Umgebung einordnet (HALLER /K ARLEN , a.a.O., Rz. 653). Bei § 7 DHG handelt es sich um ei ne aus negativen (Abs. 1: Verunstaltungsverbot) und positiven (Abs. 2: Einpassungs- oder Einglie- derungsgebot) Elementen zusammengesetzte Bestimmung. Zum einen wird untersagt, das Orts- und Landschaftsbild zu verunstalten, zum andern sind Bauten und Anlagen in das Orts- und Landschaftsbild einzupassen. § 104 RBG und § 23 Abs. 2 ZRL statuieren ein Eingliede- rungs- oder Einordnungsgebot, wobei § 104 RBG dieses lediglich in Bezug auf wertvolle Objek- te aufstellt, die kommunale Bestimmung hingegen eine derartige Einschränkung nicht vorsieht, so dass sie weiter als § 104 RBG geht. Gemäss § 9 Abs. 1 ZR L dient die Spezialzone C.____ dem Erhalt der C.____ als Ausflugsziel und Restauratio nsbetrieb und bestimmt, dass Bauten und Anlagen gestattet sind, wenn sie dem vorgenannten Zweck des Ausflugsbetriebs ent- spricht, der Öffentlichkeit offen stehen, einem regional en Bedarf entsprechen, die Schutzziele angrenzender Zonen und Objekte nicht beeinträchtigen und sich gut in das Gelände integrieren. 7.4 Der Beurteilung bezüglich der Einhaltung der Ästhe tikklausel unterliegt jede Baute. Auch wenn die Baute den Bau- und Zonenvorschriften vo llumfänglich entspricht, ist sie so zu gestalten, dass eine befriedigende Gesamtwirkung und ein e Einpassung in die Umgebung er- reicht werden. Bauten haben indes nicht nur die gelte nde Bau- und Zonenordnung einzuhalten, sondern auch allfällige strengere ästhetische Schutzbestimm ungen zu erfüllen. Ästhetikvor- schriften haben eine eigenständige Bedeutung. Sie sind nicht von vornherein eingehalten, wenn die Bauvorschriften respektiert werden, denn die Schut zbereiche der Normen decken sich nicht zwingend (vgl. BGE 114 Ia 343 E. 4b; Urteil des Bunde sgerichts 1C_434/2012 vom 28. März 2013 E. 3.3). 7.5 Das Verunstaltungsverbot verbietet verunstaltende Ba uten und Anlagen. Eine solche Verunstaltung liegt vor, wenn eine Anlage im Gegensat z zur vorbestandenen Bauweise bzw. zur Umgebung steht und dieser Gegensatz erheblich stört ( MARCEL STEINER , Die Ästhetikgene- ralklauseln, Baurecht 1994, S. 117; Z UMSTEIN , a.a.O., S. 136). Ausschlaggebend für die Beur- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilung, ob das Verunstaltungsverbot verletzt ist, ist im G runde genommen das Ausmass des Gegensatzes zwischen der bestehenden Umgebung sowie der neu zu erstellenden Anlage oder Baute (ZUMSTEIN , a.a.O., S. 137). Dieser Gegensatz muss ferner in dem Sinne erheblich sein, dass er sich als krass störend und in einem qualifizierten Au smass unschön auswirkt (vgl. KGE VV vom 19. Februar 2014 [810 13 227] E. 4.6 mit weiteren Hinweisen). 7.6 Das Einordnungsgebot verweist auf das landschaftliche und bauliche Umfeld, in das das Bauvorhaben zu stehen kommt. Nicht bloss eine einzeln e bauliche Fehlleistung soll verhin- dert werden, wie dies beim Verunstaltungs- und Beeint rächtigungsverbot der Fall ist, sondern das Bauvorhaben soll sich in seine Umgebung einpassen. Die Baute ist daher sowohl bezüglich ihrer eigenen architektonischen Qualität als auch in ihr er Beziehung zur Umgebung zu beurtei- len (ZUMSTEIN , a.a.O., S. 30 f.). Das Einordnungsgebot stellt im V ergleich zum Verunstaltungs- und zum Beeinträchtigungsverbot die höchsten Anforderu ngen an die bauliche Gestaltung. Der ästhetische Eindruck wird durch eine Vielzahl von Faktoren bestimmt. Das Bauvorhaben ist einerseits für sich allein und andererseits in seinem Zu sammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung zu beurteilen (vgl. H ALLER /KARLEN , a.a.O., Rz. 654; Z UMSTEIN , a.a.O., S. 144). Besonders zu berücksichtigen sind die cha rakteristischen Gestaltungsmerkma- le, die in der Umgebung vorkommen, wie etwa die Mate rialien und Farben oder die Formge- bung und die Proportionen. Daneben sind auch landschaf tliche Elemente, Einzelheiten der Ge- staltung (Form, Neigung, Richtung, Farbe, Material), die Situierung der Baukörper und ihre Masse und Proportionen, Gemeinsamkeiten bezüglich Baustil und Entstehungszeit, die Vegeta- tion, die Bepflanzung und die Umgebungsgestaltung. Je heterogener sich die Umgebung in Bezug auf die charakteristischen Merkmale präsentiert, umso weniger kann von typischen Cha- rakteristiken gesprochen werden und umso weniger muss ei n Bauvorhaben ihnen Rechnung tragen. Das Einordnungsgebot wirkt umso stärker, je einhe itlicher die Umgebung ist; aus- schlaggebend ist der Gesamteindruck (Z UMSTEIN , a.a.O., S. 144 f.). Obwohl die positiven Äs- thetikklauseln eine bestimmte Einordnung oder Einpassun g der Baute oder des Bauteils zum Ziel haben, ist ihre Wirkung vorerst eine negative (so Z UMSTEIN , a.a.O., S. 145). Die (positiven) Ästhetikklauseln verhindern, dass Bauvorhaben ein (homogenes) Erscheinungsbild einer Baute, einer bestimmten Zone oder eines bestimmten Landschaftsb ildes durchbrechen oder dieses in ihrer Gesamtwirkung stören. Sie lassen indes nicht zu, d ass positiv nur eine bestimmte Gestal- tung und eine bestimmte architektonische Qualität verlan gt werden kann (Z UMSTEIN , a.a.O., S. 145). 7.7.1 Das Bauinspektorat erwog in seiner Änderungsverf ügung vom 12. September 2017, dass die Klappläden und Gewände ein charakteristisches Mer kmal der C.____ darstellen und ihr den rustikalen Charakter verleihen würden, welcher ortstypisch für eine Baute in solch länd- licher Umgebung sei. Unter Verweis auf die am 16. Mai 2017 getätigten Aufnahmen führt das Bauinspektorat weiter aus, dass die Baute mit ihrer Zw eiteilung in einen Wohn- und einen Öko- nomieteil einem typischen Baselbieter Bauernhaus entspr eche. Während der Ökonomieteil mit den ursprünglich als Lüftungsschlitzen genutzten Fassadenö ffnungen und den runden Scheu- nentoren weiterhin ein landwirtschaftliches Erscheinung sbild hergebe, komme der Wohnteil mit seinen ungeschmückten Fassadenöffnungen ohne Fensterläden wie eine moderne Siedlungs- baute daher. Das Fehlen dieser charakteristischen, länd lichen Elemente habe einen beträchtli- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Einfluss auf das Erscheinungsbild des Gebäudes als Gesamtes. Der ästhetische Eindruck der Baute halte dem Einordnungsgebot nicht stand und zw ar sowohl in Bezug auf sich selbst als auch in ihrer Abhängigkeit zur landschaftlichen Umgebung. Mit ihrer erhöhten Lage oberhalb der von D.____ ins Dorf führenden Hauptstrasse und auf grund ihrer Grösse präge die C.____ das Orts- und Landschaftsbild massgeblich. Durch das Fehlen eines historischen Bezugs mit- tels dieser traditionellen Stilelemente der Klappläden und Gewände entstehe ein störender Ein- druck auf das umliegende Orts- und Landschaftsbild. In B ezug auf das Gebäude selbst sei die Ästhetik insoweit beeinträchtigt, als die beiden Teile (Wohn- und Ökonomieteil) kein stimmiges Ganzes ergeben würden (S. 7). Die störende Wirkung dur ch das Fehlen der Klappläden und Gewände sei ohne weiteres durch die Allgemeinheit wahr nehmbar und somit als erheblich ein- zustufen (S. 8). 7.7.2 Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid f est, dass die C.____ über Jahrzehnte als typisches Baselbieter Bauernhaus in der Landwirtschaftszo ne wahrgenommen worden sei und sie in ihrem Erscheinungsbild die Baukultur vergange ner Zeiten widerspiegle. Als Bauern- haus füge sich die C.____ auch in die umgebende Landsch aft ein, da Bauernhäuser gewöhn- lich alleinstehend und nicht von anderen Gebäuden umg eben seien. Mit der neuen Gestaltung der Fensterform sei dieser historische Bezug bereits abg eschwächt worden. Mit der gegenwär- tigen Erscheinung ohne Fensterläden und Gewände werde dem ursprünglichen Erscheinungs- bild zu wenig Rechnung getragen. Zudem habe die C.___ _ als "gewöhnliche Wohnbaute" an einer so exponierten Lage in der Landwirtschaftszone eine störende Wirkung auf das umliegen- de Landschaftsbild und passe sich zu wenig in dieses ein. Die C.____ stelle als moderne Sied- lungsbaute in der Landwirtschaftszone einen Fremdkörper im betroffenen sensiblen Gebiet dar, der für jedermann, also auch für Laien, klar erkennbar und somit störend sei (S. 5). 7.7.3 Anlässlich des heutigen Augenscheins führt der Ve rtreter der kantonalen Denkmalpfle- ge aus, dass die Form und Grösse des Gebäudes im vorliegen den Fall massgeblich für die Be- urteilung seien; vorliegend handle es sich um ein tra ditionelles Bauernhaus und nicht um einen modernen Neubau. Um diesen Gesamteindruck weiterhin be ibehalten zu können, seien das Anbringen der Fensterläden und das Aufmalen der Gewä nde beim Wohnteil unverzichtbar (vgl. Protokoll zum Augenschein vom 23. Januar 2019, S. 6). Der Beschwerdeführer setzt dem- gegenüber sein subjektives ästhetisches Empfinden an die Stelle jenes der Fachbehörde und stellt sich auf den Standpunkt, dass die moderne Basis des Gebäudes entscheidend und des- halb bei der Beurteilung auf diese abzustellen sei. Da s Kantonsgericht hat sich am heutigen Augenschein davon überzeugen können, dass das Gebäude im aktuellen Zustand in der Tat als moderner Bau in Erscheinung tritt und aufgrund der exp onierten Lage visuell gut wahrnehmbar ist. 7.8 Die C.____ befindet sich in der Spezialzone C.___ _ und ist umgeben von der Land- wirtschaftszone und von Wald. Die C.____ besteht aus einem ehemaligen Bauernhaus, an des- sen Nordseite ein Ökonomieteil angebaut ist. Deswegen braucht es an der Nordseite keine Klappläden und Gewände. An der Westfassade befinden si ch Balkone und deshalb kann auch an dieser Gebäudeseite auf das Anbringen von Klappläd en verzichtet werden. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers kann gestützt auf ein akt enkundiges Bild der C.____ aus Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem Jahr 1946 festgestellt werden, dass bei dieser ein Dachbruch nie vorhanden war. Die Un- terscheidung zwischen Wohn- und Ökonomieteil ergab sich a us der Fenstergestaltung, indem der Ökonomieteil nur schmale Fensterschlitze aufwies, un d aus dem beim Ökonomieteil weiter heruntergezogenen Dachvorsprung. Mit der heutigen Fen stergestaltung, d.h. den breiteren Fenstern beim Wohnteil, wurden diese prägenden Gestal tungselemente bereits abgeschwächt. Ohne die Fensterläden und Gewände ist die C.____ trotz der bestehenden Zweiteilung in einen Wohn- und Ökonomieteil nicht als typisches Bauernhaus erke nnbar. Zudem veränderte sich das frühere Erscheinungsbild aufgrund der vorgenommenen Abgrabungen des Terrains auf der dem Tal zugewandten Seite der C.____ insofern, als d as Gebäude im Vergleich zu früher um ein Stockwerk höher erscheint. Dadurch tritt die C.____ bereits mächtiger und grösser in Er- scheinung als dies früher der Fall war. Zu beachten ist weiter, dass die C.____ an exponierter Lage steht, gut erkenn- und einsehbar und von der Landwirtschaftszone und Wald umgeben ist, was entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers im vorl iegenden Beschwerdeverfahren relevant ist. Bei dieser Umgebung ist von besonderer Bede utung, dass der historische Bezug auch im Rahmen des aktuellen Betriebskonzeptes erkennbar b leibt, wie dies auch die kantona- le Denkmalpflege ausgeführt hat. Das heutige Erscheinun gsbild lässt jedoch nicht erkennen, dass es sich bei der C.____ um ein ehemaliges Bauernhaus h andelt, weil die prägenden Ge- staltungselemente der Fensterläden und Gewände fehlen. Vielmehr erweckt die Baute den Ein- druck eines modernen Neubaus. Mit den Fachbehörden kann gestützt auf die vorstehenden Ausführungen sodann festgestellt werden, dass dieses moder ne Erscheinungsbild sich auch nicht in die umliegende Natur und Landschaft einpasst. D aran ändert nichts, dass der Be- schwerdeführer sein subjektives Empfinden über die Beurt eilung der Fachbehörden stellt. Die Vorinstanzen haben sich mit allen wesentlichen ästhetisch en Argumenten auseinandergesetzt und sind zum Schluss gelangt, dass das Fehlen der streitg egenständlichen Auflagen zu einer Verletzung des Eingliederungsgebots führt. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen kann festgehalten werden, dass die Baurekurskommission den ihr zustehenden Beurteilungsspiel- raum korrekt gehandhabt hat und das umgesetzte Bauproj ekt das Eingliederungsgebot verletzt und somit materiell baurechtswidrig ist. Der vorinstanzlic he Entscheid ist demzufolge in diesem Punkt nicht zu beanstanden. 8. Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung de s Rechtsgleichheitsgrundsatzes. Er macht geltend, dass andere Gebäude in der Kernzone von B.____ – wie etwa das Feuer- wehrmagazin oder ein aus dem Jahr 1860 stammendes Bauernhaus – keine Fensterläden oder Gewände aufweisen würden (vgl. Protokoll zum Augenschein vom 23. Januar 2019, S. 1). Wie auch die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, kommt der C.____ erstens aufgrund der Lage und Umgebung eine Sonderstellung zu, und zweitens bef indet sie sich in der Landwirtschafts- zone, während die vom Beschwerdeführer zum Vergleich he rangezogenen Gebäude in der Dorfkernzone liegen, weshalb diese keine tauglichen Ver gleichsobjekte darstellen. Der Be- schwerdeführer vermag daraus kein Recht auf Gleichbehandlung abzuleiten, weil der Anspruch auf Gleichbehandlung verlangt, dass Rechte und Pflicht en der Betroffenen nach dem gleichen Massstab festzulegen sind, d.h. Gleiches ist nach Massgabe sei ner Gleichheit und Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit. Das Gleichheitsprinzip untersagt die rechtliche Gleichbe- handlung von Fällen, die sich in tatsächlicher Hinsicht u nterscheiden (vgl. H ÄFELIN /MÜLLER / UHLMANN , a.a.O., Rz. 572 ff.). Selbst wenn sich der Beschwerde führer auf den Grundsatz der Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gleichbehandlung berufen könnte, würde seine Argumenta tion ins Leere laufen, denn anläss- lich des heutigen Augenscheins konnte sich das Gericht davon überzeugen, dass Fensterläden und Gewände absolut ortstypische Gestaltungsmerkmale vo n B.____ sind und der Dorfkern eine sehr einheitliche Gestaltung aufweist. Vor diesem Hintergrund ändern die beiden von ihm ins Feld geführten Gebäude ohne Klappläden und Gewän de nichts. Demzufolge steht auch der Grundsatz der Rechtsgleichheit der Anordnung der streitg egenständlichen Auflagen nicht ent- gegen und es liegt keine Verletzung des Gleichbehandlu ngsgrundsatzes vor. Die diesbezügli- che Rüge des Beschwerdeführers erweist sich somit als unbegründet. 9.1 Der Beschwerdeführer stellt sich schliesslich auf den S tandpunkt, dass die angeordne- ten Auflagen nicht mit dem Verhältnismässigkeitsprinzip vereinbar seien. 9.2 Können Bauten und Anlagen aufgrund materieller Gesetzeswidrigkeit auch nachträg- lich nicht bewilligt werden, folgt darauf nicht notwe ndigerweise, dass sie abgebrochen werden müssen. Vielmehr sind bei der Beurteilung materiell re chtswidriger Bauten unter anderem die allgemeinen verfassungs- und verwaltungsrechtlichen Prinzip ien des Bundesrechts zu berück- sichtigen. Zu ihnen gehören namentlich die Grundsätze d er Verhältnismässigkeit und damit die Erforderlichkeit, die Geeignetheit und die Verhältnism ässigkeit im engeren Sinne der angeord- neten Massnahme sowie des Schutzes des guten Glaubens (vg l. Urteil des Bundesgerichts 1C_191/2009 vom 7. Oktober 2009 E. 7.1; HÄNNI , a.a.O., S. 357 ff.; HÄFELIN /MÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz. 514 ff.). So kann der Abbruch der streiti gen Baute unterbleiben, wenn die Abwei- chung vom Erlaubten nur unbedeutend ist oder der Abbruch nicht im öffentlichen Interesse liegt, ebenso, wenn der Bauherr in gutem Glauben angenomme n hat, er sei zur Bauausführung er- mächtigt, und der Beibehaltung des ungesetzlichen Zustan ds nicht schwerwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen (Urteil des Bundesgerichts 1C_ 191/2009 vom 7. Oktober 2009 E. 7.1; BGE 132 II 35 E. 6; BGE 111 Ib 221 E. 6 mit Hinweisen; KGE VV vom 19. Februar 2014 [810 13 227] E. 8.2). Auch ein Bauherr, der sich nicht in gutem Glauben befindet, kann sich auf den Verhältnismässigkeitsgrundsatz berufen. Er muss aber in Kauf nehmen, dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, nämlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtli- chen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustands erhöh- tes Gewicht beilegen und die dem Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksichtigen (Urteil des Bundesgericht s 1C_191/2009 vom 7. Oktober 2009 E. 7.2; BGE 132 II 39 f. E. 6.4; BGE 123 II 255 E. 4a; BGE 111 Ib 224 E. 6b; KGE VV vom 19. Februar 2014 [810 13 227] E. 8.2; KGE VV vom 12. Januar 2011 [810 10 229] E. 12.2; KGE VV vom 27. Februar 2008 [810 07 230] E. 8.3). 9.3 Die angeordnete Massnahme, d.h. das Anbringen der Fensterläden an der Ost- und Südfassade sowie das Aufmalen der Gewände an der Ost-, Süd- und Westfassade, sind ge- stützt auf die vorstehenden Ausführungen geeignet und e rforderlich, um die Verletzung des Einordnungsgebots zu beseitigen. Das gesetzliche Ziel, d ass sich Bauten und Anlagen harmo- nisch ins Landschaftsbild einzufügen haben, stellt ein g ewichtiges öffentliches Interesse dar. Das moderne Erscheinungsbild gliedert sich in hohem Mass nicht in die einheitliche Umgebung (Landwirtschaftszone und Wald) ein und damit liegt auch nicht bloss eine geringfügige Missach- tung der Vorschriften vor. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.4 Gemäss den Plänen zur Teilbaubewilligung vom 15. S eptember 2010 waren an der Ost- und Südfassade jeweils Klappläden und Gewände sowie an der Westfassade beim Wohn- teil Gewände vorgesehen. Die Bewilligung zum Bauproje kt war damit hinsichtlich der streitge- genständlichen Auflagen klar und eindeutig. Der Beschw erdeführer wich eigenmächtig von den bewilligten Auflagen ab, was er auch nicht bestreit et. Aufgrund dieses Hergangs und mit Blick auf die zahlreichen anderweitigen Verfahren betreff end die C.____ (vgl. insbesondere Lit. B hiervor) kann deshalb vorliegend nicht davon ausgegan gen werden, dass der Beschwerdefüh- rer gutgläubig war. 9.5 Im Rahmen der Verhältnismässigkeit ist weiter zu ber ücksichtigen, dass dem Be- schwerdeführer keine nicht bereits einkalkulierten Kosten für das Montieren der Klappläden bzw. Aufmalen der Gewände entstehen. Mit den streitgeg enständlichen Auflagen wird er ledig- lich aufgefordert, das umzusetzen, was er mit seinen urspr ünglichen Baugesuchen beantragt hatte. Diese Auflagen waren bereits im Rahmen der Tei lbaubewilligung vom 15. September 2010 vorgesehen. Mit Blick auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit haben sich die Parteien vorliegend darauf geeinigt, dass die Gewände nur aufgemalt werden müssen, und auf eine bau- liche Ausgestaltung wurde verzichtet. Der Beschwerdeführer muss keine baurechtswidrige Bau- te abbrechen, sondern nur in Bezug auf die Klappläden entsprechend den ursprünglich bewillig- ten Plänen zurückbauen. Wenn der Beschwerdeführer ausf ührt, die Verhältnismässigkeit sei auch aufgrund der fehlenden Funktionalität der Klappläden zu verneinen, kann ihm nicht gefolgt werden. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, bezwecken die verfügten Auflagen in erster Linie die Einhaltung der Ästhetikvorschriften bzw . des Eingliederungsgebots. Zudem er- klärt der Vertreter der kantonalen Denkmalpflege anläs slich des Augenscheins, dass die Funk- tionalität der anzubringenden Fensterläden überprüft worden sei, und die Läden ausser in der Küche überall ohne weiteres geschlossen werden könnten (vg l. Protokoll des Augenscheins vom 23. Januar 2019, S. 6 f.). Darüber hinaus ist hinsich tlich der Funktionalität der Fensterlä- den darauf hinzuweisen, dass diese in der Regel der Ve rdunkelung und als Wetterschutz die- nen und es dem Beschwerdeführer bei seiner Argumentati on nicht um diese Funktionen gehen kann, weil er mit der realisierten Baute offensichtlich auf die Funktionen Wetterschutz und Ver- dunkelung verzichtete, indem er gar keine Läden anzubring en beabsichtigt. Folglich greift das Argument der Funktionalität umso weniger. Wie erwähnt , wird mit den angeordneten Massnah- men zur Umsetzung dieser Traditionselemente lediglich die Umsetzung des ursprünglich bewil- ligten Projektes verlangt, welche sich nach dem Gesagten als zumutbar erweist. In Anbetracht, dass die öffentlichen Interessen an der Einhaltung des ma teriellen Baugesetzes hoch zu ge- wichten sind, der Beschwerdeführer anderes als das Bewil ligte realisiert hat und bösgläubig war, erweisen sich die angeordneten Massnahmen ohne weit eres als verhältnismässig. Die Beschwerde ist demzufolge insgesamt abzuweisen. Der Besch werdeführer erhält für die Um- setzung der Verfügung des Bauinspektorats Nr. 036/17 vom 1 2. September 2017 Frist bis zum 31. Dezember 2019. 10. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden gestützt auf § 20 Abs. 1 VPO in Verbindung mit § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in angemessene m Ausmass auferlegt. Entsprechend Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in de r Höhe von Fr. 2'200.-- dem Be- schwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Ko stenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- zu verrechnen. Die Parteikosten sind in An wendung von § 21 Abs. 1 und 2 VPO wettzuschlagen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Frist für die Umsetzung der Änderungsverfügung Nr. 036/17 des Bauinspektorats vom 12. September 2017 (Montage der Klappläden an der Ost- und Südseite sowie Aufmalen der Gewände an de r Ost-, Süd- und Westseite des Hauptgebäudes auf der Parzelle Nr. X._ ___, Grundbuch B.____) wird neu auf den 31. Dezember 2019 festgelegt. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kosten vorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- verrechnet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin