<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, für die Förderung dezentraler Schlachtkapazitäten eine gesetzliche Grundlage zu schaffen und entsprechende Massnahmen zu treffen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Schlachttiere müssen in bewilligten Betrieben geschlachtet werden, die strengen hygienischen Anforderungen sowie Tierschutzvorschriften genügen und zur Selbstkontrolle verpflichtet sind. Tierschutz und Lebensmittelsicherheit werden durch amtliche Kontrollen der zuständigen kantonalen Veterinärbehörden überprüft. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen überprüft im Rahmen seiner Oberaufsicht regelmässig, ob Tierseuchen-, Tierschutz- und Lebensmittelrecht in den Kantonen korrekt umgesetzt wird.</p><p>Kurze Transportwege zu den Schlachtbetrieben können grundsätzlich zum Tierwohl beitragen. Eine gesetzliche Regelung ist aber weder angezeigt noch notwendig. Die Schweiz verfügte gemäss Tierverkehrsdatenbank im Jahr 2020 über mehr als 650 bewilligte Schlachtbetriebe, auch wenn deren Anzahl in den letzten Jahren rückläufig ist. Dabei handelt es sich um viele dezentrale Schlachtbetriebe. Das schweizerische Tierschutzrecht ist im Vergleich mit dem Ausland bezüglich der maximalen Transportdauer (8h inklusive Fahrzeit im Inland) und der qualitativen Anforderungen an einen Tiertransport streng.</p><p>Es ist primär an den Produzentinnen und Produzenten sowie den abnehmenden Betrieben zu bestimmen, wo ein Tier geschlachtet bzw. welches Fleisch gekauft wird, und so die regionale Schlachtung zu favorisieren. Einige Kantone und private Organisationen gewähren bereits heute finanzielle Unterstützung zur Förderung regionaler Schlachthöfe (z.B. GR). Es ist auch vorstellbar, dass Label-Organisationen privatrechtlich maximale Transportzeiten festlegen und für entsprechend gelabelte Produkte ein Mehrpreis erzielt werden kann.</p><p>Artikel 9a der Verordnung über das Schlachten und die Fleischkontrolle (VSFK, SR 817.190) regelt die Möglichkeit der Hof- oder Weidetötung zur Fleischgewinnung (in Kraft seit 1.7.2020). Diese schafft einen zusätzlichen Anreiz für die regionale Vermarktung.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.