<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2002.00081</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106980&amp;W10_KEY=4467145&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2002.00081</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.12.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung 1999</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Umfang der Krankheitskosten (§32 lit. a StG)<br/><br/>Der Pflichtige litt an einer Zwangserkrankung mit Kontaminations- und Krankheitsängsten, die sich in ausgeprägten Reinigungs- und Waschzwängen äusserte. Strittig ist, ob es sich bei den Kosten für diverse Medikamente, Desinfektions-, Körperpflege- und Nahrungmittel sowie Kleider um Lebenshaltungs- oder abzugsfähige Krankheitskosten gemäss § 32 lit. a StG handelt. Aufgrund der Lehre und Rechtsprechung sowie des KS Nr. 16 zum DBG vom 14.12.94 sind als Krankheitskosten jene Ausgaben abzugsfähig, die zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit, also zur Linderung der Leiden, beitragen und medizinisch indiziert sind (E. 2 a+b). Die vom Pflichtigen aufgelisteten Kosten sind mit Ausnahme eines ärztlich verschriebenen Medikaments nicht im vorgenannten Sinne medizinisch indiziert und daher als nicht abzugsfähige Lebenshaltungskosten zu betrachten (E. 4 a-c).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABZUGSFÃHIGKEIT">ABZUGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN">ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZTZEUGNIS">ARZTZEUGNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINKOMMENSSTEUER">EINKOMMENSSTEUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERHALTUNG DER GESUNDHEIT">ERHALTUNG DER GESUNDHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KRANKHEITSKOSTEN">KRANKHEITSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KREISSCHREIBEN">KREISSCHREIBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEBENSHALTUNGSKOSTEN">LEBENSHALTUNGSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOVENVERBOT">NOVENVERBOT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 33 lit. Ih DBG</span><br/><span class="ungerade">§ 32 lit. a StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2002 Nr. 103</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. A litt von Februar 1999 bis Mitte September 2000 an einer starken Zwangserkrankung, was durch die zeitlich begrenzt geltende BestÃ¤tigung von Dr. phil. C, Leiter Verhaltenstherapie-Ambulanz, Psychiatrische UniversitÃ¤tsklinik X, vom 16. Juli 2001 belegt wird. Die Zwangserkrankung von A manifestierte sich durch ausgeprÃ¤gte Reinigungs- und WaschzwÃ¤nge, die im Zusammenhang mit Kontaminations- und KrankheitsÃ¤ngsten standen. Er fÃ¼hrte wÃ¤hrend der Erkrankung zeit- und kostenintensive Rituale durch, fÃ¼r welche er verschiedene Desinfektions-, Reinigungs- und Pflegemittel benutzte. Ferner verzehrte er nur noch Nahrungsmittel, die seinen Hygieneanforderungen entsprachen und entsorgte GebrauchsgegenstÃ¤nde und KleidungsstÃ¼cke bereits nach nur kurzem Gebrauch.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In der SteuererklÃ¤rung 1999 B deklarierte A nach Abzug von Krankheitskosten von Fr. 8'830.- ein steuerbares Einkommen von Fr. 75'279.-. Nachdem er aufgrund einer ergangenen Auflage diverse Belege nachgereicht hatte, schÃ¤tzte ihn das kantonale Steueramt fÃ¼r die Steuerperiode 1999 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 82'800.- (ZÃ¼rich und Gesamt) und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. 18'000.- (ZÃ¼rich und Gesamt) ein. Dabei wurden als Krankheitskosten nur der Selbstbehalt fÃ¼r Arzt und Medikamente von Fr. 1'225.- zugelassen, nicht jedoch die Mehraufwendungen. Die EinschÃ¤tzung vom 22. Januar 2002 wurde im Einspracheentscheid vom 4. April bzw. 22. April 2002 bestÃ¤tigt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Die Steuerrekurskommission II wies den </span>hiergegen gerichteten Rekurs des Pflichtigen am 8. Juli 2002 ab.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">III. Mit Beschwerde vom 15. September 2002 beantragte der Pflichtige dem Verwaltungsgericht sinngemÃ¤ss, es sei das steuerbare Einkommen um die Krankheitskosten von Fr. 6'313.23 auf Fr. 76'486.77 herabzusetzen und sei ihm sodann eine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen. Ferner reichte er Zeugnisse von<span> Dr. med. D, Facharzt FMH fÃ¼r Haut- und Geschlechtskrankheiten, vom 20. August 2002 und von Dr. med. E, Facharzt FMH fÃ¼r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 13. September 2002 ein.</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Steuerrekurskommission II und das kantonale Steueramt schlossen auf Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der zustÃ¤ndige Einzelrichter Ã¼berwies die Sache der 2. Kammer zur Entscheidung.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. </span>Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">a) Das Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Steuerrekurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekursinstanz zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Ihr Ermessen Ã¼berschreitet die BehÃ¶rde, wenn sie den Rahmen des ihr gesetzlich zustehenden Ermessens verlÃ¤sst, indem sie nach Ermessen entscheidet, obwohl ihr das Gesetz kein solches einrÃ¤umt. Ein Ermessensmissbrauch liegt vor, wenn die BehÃ¶rde das Ermessen zwar im gesetzlich vorgegebenen Rahmen ausÃ¼bt, dieses aber unter sachfremden Gesichtspunkten oder in Missachtung allgemeiner Rechtsprinzipien betÃ¤tigt; das ist insbesondere der Fall, wenn die ErmessensbetÃ¤tigung als unhaltbar, als willkÃ¼rlich und rechtsungleich erscheint (RB 1999 Nr. 147).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">b) FÃ¼r das Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht gilt auch unter dem neuen Recht das bisher in § 95 Abs. 4 des alten Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 ausdrÃ¼cklich geregelte Novenverbot. FÃ¼r das Verwaltungsgericht ist somit die gleiche Aktenlage massgebend wie fÃ¼r die Steuerrekurskommission. Tatsachen oder Beweismittel, die nicht spÃ¤testens im Rekursverfahren behauptet bzw. vorgelegt oder angerufen worden sind, dÃ¼rfen infolgedessen im Beschwerdeverfahren grundsÃ¤tzlich nicht nachgebracht werden (RB 1999 Nrn. 149 und 150; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 153 N. 43).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) GestÃ¼tzt auf § 32 lit. a StG kÃ¶nnen von den EinkÃ¼nften Krankheits-, Unfalls- und InvaliditÃ¤tskosten des Steuerpflichtigen und der von ihm unterhaltenen Personen in Abzug gebracht werden, soweit der Steuerpflichtige diese Kosten selber trÃ¤gt und diese 5 % der um die Aufwendungen gemÃ¤ss §§ 26-31 StG verminderten steuerbaren EinkÃ¼nfte Ã¼bersteigen. Der Wortlaut von Art. 33 Abs. 1 lit. h des Bundesgesetzes Ã¼ber die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) entspricht weitestgehend jenem von § 32 lit. a StG. Zum Bundesrecht hÃ¤lt das Kreisschreiben Nr. 16 der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung vom 14. Dezember 1994 fest: "Unter Krankheitskosten werden die Ausgaben fÃ¼r medizinische Behandlung, d.h. die Kosten fÃ¼r Massnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der kÃ¶rperlichen oder psychischen Gesundheit, insbesondere die Kosten fÃ¼r Ã¤rztliche Behandlungen, Spitalkosten, Auslagen fÃ¼r Medikamente und Heilmittel, medizinische Apparate, Brillen etc. gerechnet. Mehrkosten, die den Rahmen Ã¼blicher und notwendiger Massnahmen Ã¼bersteigen (z.B. Luxusbrillen, etc.), fallen nicht unter diesen Krankheitskostenbegriff." </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das erwÃ¤hnte Kreisschreiben vermag die SteuerjustizbehÃ¶rden zwar grundsÃ¤tzlich nicht zu binden und ist auf das kantonale Recht Ã¼berdies nicht direkt anwendbar, indessen kann es fÃ¼r dessen Auslegung Anhaltspunkte bieten (vgl. RB 1979 Nr. 32; Michael Beusch in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, Basel/Genf/MÃ¼nchen 2000, Art. 102 DBG N. 17). Ziel ist es, die steuerlich privilegierten Krankheitskosten gegenÃ¼ber den grundsÃ¤tzlich nicht abzugsfÃ¤higen Lebenshaltungskosten abzugrenzen. Auszugehen ist vom Grundsatz, dass mit dem Einkommen die Lebenshaltungskosten gedeckt werden mÃ¼ssen und steuerliche Privilegien folglich nur die Ausnahme bilden (so bereits August Reimann/Ferdinand Zuppinger/Erwin SchÃ¤rrer, Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 2. Bd., Bern 1963, § 25 N. 8 mit Hinweisen). Geltend gemachte Krankheits-, Unfalls- oder InvaliditÃ¤tskosten sind daher etwa durch Arztzeugnisse, Rechnungen und Krankenkassenbelege nachzuweisen. Nicht abzugsfÃ¤hig sind die das Ã¤rztlich Gebotene Ã¼bersteigenden Kosten (vgl. Richner/Frei/Kaufmann, § 32 N. 6; Rainer Zigerlig/Guido Jud in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2a, Basel/Genf/MÃ¼nchen 2000, Art. 33 DBG N. 32; Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, Therwil/Basel 2001, Art. 33 DBG N. 78).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Als abzugsfÃ¤hige Krankheitskosten gelten die zur Erhaltung und Wiederherstellung der kÃ¶rperlichen oder psychischen Gesundheit anfallenden Aufwendungen, bei welchen notwendigerweise ein adÃ¤quater Kausalzusammenhang zwischen den Kosten und einer gesundheitlichen BeeintrÃ¤chtigung besteht. In den FÃ¤llen, in denen durch die gesundheitlich gebotenen Massnahmen sonst ebenfalls anfallende Lebenshaltungskosten hÃ¤tten aufgewendet werden mÃ¼ssen, sind die Aufwendungen um einen entsprechenden Anteil zu kÃ¼rzen, was insbesondere bei Kuren oder Aufenthalten in Pflegeheimen der Fall ist (vgl. Kreisschreiben, Ziff. 2.6; Steuergericht Solothurn, 8. Mai 2000, StE 2000 B 27.5 Nr. 3). Dem Pflichtigen fÃ¤llt es dabei zu, die steuermindernde schwere InvaliditÃ¤t bzw. dauernde PflegebedÃ¼rftigkeit sowie die ungedeckten Mehrkosten und den adÃ¤quaten Kausalzusammenhang nachzuweisen. Kann die medizinische Notwendigkeit der Kosten nicht dargetan werden oder sind sie nicht als Ausgaben fÃ¼r medizinische Behandlung zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit zu werten, sind sie auch nicht im Sinne des Gesetzes abzugsfÃ¤hig (vgl. Steuergericht Solothurn, 22. Oktober 2001, StE 2002 B 27.5 Nr. 4). FÃ¼r gewisse invaliditÃ¤tsbedingte Aufwendungen hat sich unter altem Recht sodann die qualifizierte EinschÃ¤tzungspraxis des Pauschalbetrags gebildet (RB 1979 Nr. 37).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der Pflichtige rÃ¼gt, die Rekurskommission habe sich mit den eingereichten Arztrezepten und Quittungen nicht genÃ¼gend auseinander gesetzt, sei auf gewisse seiner Argumente nicht eingegangen und habe die zahlreiche von ihm angefÃ¼hrte Rechtsprechung nicht angemessen gewÃ¼rdigt. Er teilt sodann die Aufwendungen fÃ¼r Medikamente und KÃ¶rperpflegemittel diverser Art in vier Kategorien ein und weist ihnen einen Anteil fÃ¼r normale Lebenshaltungskosten zu. Ferner bringt er Kosten fÃ¼r AbfallsÃ¤cke, Kleider etc. sowie solche fÃ¼r Nahrungsmittel in Abzug und berÃ¼cksichtigt dabei auch einen mutmasslichen Anteil normaler Lebenshaltungskosten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung ist von abzugsfÃ¤higen Krankheitskosten in jenen FÃ¤llen auszugehen, da sie im Zusammenhang mit der Verbesserung eines gesundheitlichen Missstandes stehen oder bei ausgewiesener InvaliditÃ¤t fÃ¼r die Linderung der Leiden anfallen (vgl. ErwÃ¤gung 2a). Davon abzuweichen besteht kein Anlass.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ausgehend von den getroffenen Unterscheidungen des Pflichtigen sind die folgenden Gruppen von Aufwendungen nÃ¤her zu betrachten:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die erste Kategorie der vom Pflichtigen geltend gemachten Kosten beschlÃ¤gt verschiedene Medikamente, wobei es sich gemÃ¤ss seiner Aufstellung um Produkte vom Aspirin Ã¼ber eine Salbe bei Insektenstichen bis hin zum rezeptpflichtigen Tranquilizer handelt. Die medizinische Indikation ist lediglich fÃ¼r die Tranquilizer aktenkundig durch die jeweiligen Arztrezepte belegt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Diverse KÃ¶rperpflegemittel, deren Gebrauch als Folge der Zwangserkrankung geschildert wird, bilden die zweite Kategorie. Mehr als die BestÃ¤tigung, dass der Pflichtige unter einer Zwangserkrankung litt, vermag nicht nachgewiesen zu werden. Daraus folgt, dass die spezielle medizinische Indikation sowie der Umfang des Gebrauchs nicht belegt werden. Das Zeugnis von Dr. med. E vom 13. September 2002 lag der Rekurskommission bei ihrem Entscheid noch nicht vor und muss, gestÃ¼tzt auf vorerwÃ¤hntes Novenverbot (vgl. ErwÃ¤gung 1b), unberÃ¼cksichtigt bleiben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) In den Kategorien drei und vier werden neben den Mitteln fÃ¼r Zwangsrituale, insbesondere Desinfektionsmittel, auch NahrungszusÃ¤tze oder Zahnpflegemittel aufgefÃ¼hrt. Ferner werden zusÃ¤tzliche Kosten fÃ¼r Kleider oder Nahrungsmittel wie Sandwiches oder Pizzas geltend gemacht, wobei Anteile fÃ¼r allgemeine Lebenshaltungskosten von fÃ¼nf bis fÃ¼nfzig Prozent ausgeschieden werden. Die pauschale BestÃ¤tigung von PD Dr. med. F auf dem Schreiben des Pflichtigen an das kantonale Steueramt vom 15. August 2001, wonach sÃ¤mtliche vom Pflichtigen aufgelisteten Kosten Krankheitskosten seien, ist aus steuerrechtlicher Sicht zu wenig differenziert. Eine Behandlung oder Therapierung der Zwangserkrankung durch die obgenannten Mittel â wie es der steuerrechtliche Begriff der Krankheitskosten erfordert â ist nicht ersichtlich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Im vorliegenden Fall bilden die EinkÃ¤ufe von Desinfektionsmitteln und mÃ¶glichst steriler Nahrung und Kleidung sodann Teil der Krankheitssymptome der Zwangserkrankung, Ã¤hnlich der Schmerzen bei einem Knochenbruch. Die eigentliche Behandlung der Zwangskrankheit fand jedoch im Rahmen der Therapien und verschriebenen Medikamente durch die Ãrzte statt. Diese Kosten wurden auch von der Krankenkasse Ã¼bernommen bzw. im Rahmen des Selbstbehalts vom kantonalen Steueramt auch zum Abzug zugelassen. In dieser Auslegung des Begriffs der Krankheitskosten unter BerÃ¼cksichtigung aller wesentlichen Vorbringen des Pflichtigen und der massgeblichen Rechtsprechung kann weder eine Rechtsverletzung noch ein Ermessensmissbrauch erblickt werden. Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>