<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00062</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205380&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00062</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.09.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vorsorglicher Führerausweisentzug. Zustellung von behördlichen Anordnungen im Ausland. Aufforderung zur Bezeichnung eines Zustellungsdomizils oder eines Vertreters in der Schweiz.<br/><br/>Kautionserlass und Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (E. 2).<br/>Zur Frage der Nichtigkeit der Zustellung des angefochtenen Nichteintretensbeschlusses:<br/>Der vorinstanzliche Nichteintretensbeschluss wurde dem Beschwerdeführer, der sich während mehrerer Monate in einem Therapiezentrum in Spanien aufhält, offensichtlich direkt auf postalischem Weg zugestellt, obschon im Bereich des Verwaltungsrechts keine Abkommen bestehen, die ein solches Vorgehen zuliessen. Solche völkerrechtswidrigen Zustellungen werden jedoch nach zürcherischem Recht nicht ohne weiteres als nichtig betrachtet. Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer keinen Rechtsnachteil erlitten, da er in der Lage war, den vorinstanzlichen Nichteintretensbeschluss rechtzeitig mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht anzufechten, und er hat die Nichtigkeit der Zustellung nicht geltend gemacht (E. 4.2). <br/><br/>Zur Frage der Rechtmässigkeit der vorinstanzlichen Fristansetzung zur Bezeichnung eines Zustellungsdomizils oder eines Vertreters in der Schweiz:<br/>Bei der Auslegung des Wohnsitzbegriffs gemäss § 6b VRG ist aufgrund der Zweckvorstellung, die mit der Rechtsnorm verbunden ist, und aus praktischen Gründen auf den Aufenthaltsort abzustellen, also auf jene Örtlichkeit, wo eine Person während der Prozessdauer voraussehbar für längere Zeit tatsächlich verweilt. Dem Beschwerdeführer ist daher zu Recht Frist zur Bezeichnung eines Zustellungsdomizils oder eines Vertreters in der Schweiz angesetzt worden, verbunden mit der Androhung, dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht eingetreten würde. Da der Beschwerdeführer innert der angemessenen Frist von 30 Tagen dieser Anordnung nicht nachgekommen ist, durfte die Vorinstanz androhungsgemäss verfahren und auf den Rekurs nicht eintreten (E. 5.2). Abweisung (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSDAUER">AUFENTHALTSDAUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSORT">AUFENTHALTSORT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLAND">AUSLAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLANDAUFENTHALT">AUSLANDAUFENTHALT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: ERÃFFNUNG DER VERFÃGUNG">ERÃFFNUNG DER VERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAUTIONSERLASS">KAUTIONSERLASS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POSTALISCHE ZUSTELLUNG">POSTALISCHE ZUSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: ÃBRIGES ALLGEMEINES VERWALTUNGSPROZESSRECHT">ÃBRIGES ALLGEMEINES VERWALTUNGSPROZESSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHE PROZESSFÃHRUNG (UP)">UNENTGELTLICHE PROZESSFÃHRUNG (UP)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)">UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VÃLKERRECHT">VÃLKERRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VÃLKERRECHTSVERSTOSS">VÃLKERRECHTSVERSTOSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNSITZ">WOHNSITZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNSITZ IM AUSLAND">WOHNSITZ IM AUSLAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTELLUNG">ZUSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTELLUNG IM AUSLAND">ZUSTELLUNG IM AUSLAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTELLUNGSDOMIZIL">ZUSTELLUNGSDOMIZIL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 6b VRG</span><br/><span class="gerade">§ 15 Abs. II lit. a VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 16 Abs. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2005 Nr. 6</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 8. September 2004 entzog die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich (Strassenverkehrsamt, Abteilung Administrativmassnahmen) A den FÃ¼hrerausweis vorsorglich mit Wirkung ab 16. September 2004 bis zur AbklÃ¤rung von AusschlussgrÃ¼nden und untersagte ihm das FÃ¼hren von Motorfahrzeugen aller Kategorien. Er wurde unter anderem verpflichtet, sich auf seine Kosten einer verkehrsmedizinischen AbklÃ¤rung der Fahreignung durch das Institut fÃ¼r Rechtsmedizin der UniversitÃ¤t ZÃ¼rich (IRM) zu unterziehen. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese VerfÃ¼gung erhob A rechtzeitig Rekurs an den Regierungsrat. Weil der BeschwerdefÃ¼hrer in der Schweiz keinen Wohnsitz habe, forderte ihn die Staatskanzlei mit VerfÃ¼gung vom 11. Oktober 2004 gestÃ¼tzt auf §§ 6b und 15 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) auf, die Verfahrenskosten durch Leistung eines Kostenvorschusses sicherzustellen sowie eine Zustelladresse oder einen Vertreter in der Schweiz zu bezeichnen und ordnete an, es sei eine auf dessen Person lautende Vollmacht einzureichen, falls ein Vertreter bestimmt werde. Gleichzeitig erÃ¶ffnete sie A, dass der Regierungsrat im Fall der NichterfÃ¼llung dieser Auflagen innert Frist auf den Rekurs nicht eintreten wÃ¼rde. A hat zwar innert Frist den Kostenvorschuss Ã¼berwiesen, jedoch die Ã¼brigen Auflagen nicht erfÃ¼llt, weshalb der Regierungsrat mit Beschluss vom 19. Januar 2005 auf den Rekurs androhungsgemÃ¤ss nicht eintrat. Dem Lauf der Beschwerdefrist und der Beschwerde an das Verwaltungsgericht wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Beschluss gelangte A mit Beschwerde vom 3. Februar 2005 an das Verwaltungsgericht und beantragte, auf den Rekurs sei einzutreten, der vorsorgliche Entzug des FÃ¼hrerausweises sei zu "annulieren" und auf eine verkehrsmedizinische Untersuchung durch das IRM sei zu verzichten.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. Februar 2005 wurde A zur Leistung eines Kostenvorschusses in der HÃ¶he von Fr. 3'000.- verpflichtet. Am 8. MÃ¤rz 2005, mithin vor Ablauf der Frist zur Bezahlung der Kaution, stellte die von A zur Wahrnehmung seiner Interessen am Verwaltungsgericht bevollmÃ¤chtigte Sozialarbeiterin B ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, wobei sinngemÃ¤ss von einem Gesuch um Erlass des Kostenvorschusses und um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung auszugehen ist.</p> <p class="Urteilstext">Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich am 11. April 2005 und die Staatskanzlei im Auftrag des Regierungsrats am 13. April 2005 beantragten Abweisung der Beschwerde. Zum Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege liessen sie sich nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die grundsÃ¤tzliche ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden gegen administrative Massnahmen im Strassenverkehr findet ihre Grundlage in § 41 Abs. 1 VRG. Die Behandlung entsprechender Beschwerden erfolgt gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 lit. a VRG durch den Einzelrichter. GemÃ¤ss § 38 Abs. 3 Satz 2 VRG ist jedoch die einzelrichterliche ZustÃ¤ndigkeit ausgeschlossen, wenn Entscheide des Regierungsrats angefochten sind. Vorliegend ist Letzteres der Fall, weshalb die GeschÃ¤ftserledigung in Dreierbesetzung zu erfolgen hat (vgl. § 38 Abs. 1 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG kann privaten BeschwerdefÃ¼hrern, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Rechtsbegehren nicht als offensichtlich aussichtslos erscheint, die Bezahlung von Verfahrenskosten und KostenvorschÃ¼ssen erlassen werden. Unter den nÃ¤mlichen Voraussetzungen haben sie nach § 16 Abs. 2 VRG Anspruch auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren.</p> <p class="Urteilstext">Dem Gesuchsteller obliegt der Nachweis seiner Mittellosigkeit, indem er seine Einkommens- und VermÃ¶gensverhÃ¤ltnisse umfassend darstellt und soweit mÃ¶glich auch belegt. (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 16 N. 29). Ein Rechtsmittel ist dann nicht aussichtslos, wenn die Rechtslage nicht von vornherein klar ist. Hingegen sind solche Begehren als aussichtslos anzusehen, bei denen die Aussichten auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen. Dagegen gilt ein Begehren als aussichtsreich, wenn sich die Aussichten auf Gutheissung oder aber auf Abweisung ungefÃ¤hr die Waage halten oder nur geringfÃ¼gig differieren. Massgebend ist, ob ein Selbstzahler, der Ã¼ber die nÃ¶tigen Mittel verfÃ¼gt, sich bei vernÃ¼nftiger Ãberlegung und AbwÃ¤gung der Aussichten zu einem Verfahren entschliessen wÃ¼rde oder davon Abstand nÃ¤hme. Der Private soll ein Verfahren, das er auf eigene Rechnung und Gefahr nicht fÃ¼hren wÃ¼rde, nicht deshalb anstrengen kÃ¶nnen, weil es ihn nichts kostet (BGE 124 I 306, 122 I 271; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 32).</p> <p class="Urteilstext">Die Erfolgsaussichten eines Begehrens sind im Zeitpunkt von dessen Einreichung zu beurteilen (BGE 122 I 6, 101 Ia 37). Dazu bedarf es regelmÃ¤ssig einer summarischen PrÃ¼fung der Angelegenheit, die auch eine antizipierte BeweiswÃ¼rdigung umfassen darf. Hingegen ist es unzulÃ¤ssig, den Entscheid Ã¼ber das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hinauszuschieben, um dieses gegebenenfalls aufgrund erhobener Beweise rÃ¼ckwirkend als aussichtslos abweisen zu kÃ¶nnen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 34).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers, der zurzeit fÃ¼r seine Therapiekosten von den Sozialen Diensten der Stadt ZÃ¼rich unterstÃ¼tzt wird, geht aus den Akten hinreichend hervor. Sie ist auch in der Beschwerdeantwort und in der Vernehmlassung der Vorinstanz unbestritten geblieben. Ferner erweist sich das Rechtsbegehren des BeschwerdefÃ¼hrers im vorliegenden Fall, in welchem die Rechtslage nicht als von vornherein klar zu beurteilen ist, nicht als offensichtlich aussichtslos. Damit ist dem BeschwerdefÃ¼hrer die Bezahlung des mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. Februar 2005 angeordneten Kostenvorschusses und der Kosten des Beschwerdeverfahrens zu erlassen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet einzig die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht auf den Rekurs des BeschwerdefÃ¼hrers nicht eingetreten ist. Auf die materiellen AntrÃ¤ge 2 und 3 des BeschwerdefÃ¼hrers betreffend vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzug und verkehrsmedizinische Untersuchung ist deshalb von vornherein nicht einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Verpflichtung gemÃ¤ss § 6b VRG zur Bezeichnung eines Zustellungsdomizils oder eines Vertreters in der Schweiz dient unter anderem dazu, den BehÃ¶rden die vÃ¶lkerrechtskonforme Zustellung ihrer Anordnungen zu ermÃ¶glichen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 6b N. 2). Die Zustellung von gerichtlichen Akten stellt nach dem traditionellen vÃ¶lkerrechtlichen VerstÃ¤ndnis in der Schweiz eine Amtshandlung dar, die auf auslÃ¤ndischem Staatsgebiet nicht ohne Zustimmung des fremden Staates vorgenommen werden darf. Deswegen ist grundsÃ¤tzlich der diplomatische oder konsularische Weg fÃ¼r die Zustellung zu wÃ¤hlen (BGr, 2. August 2004, 1P.187/2004, www.bger.ch, mit weiteren Nachweisen). Die direkte Zustellung durch die Post setzt voraus, dass sie mit dem betreffenden Staat vertraglich vereinbart ist oder von diesem geduldet wird. Andernfalls hat sie indirekt durch Vermittlung der zustÃ¤ndigen auslÃ¤ndischen BehÃ¶rde zu erfolgen. In Abweichung von diesem Grundsatz ist die postalische Zustellung von behÃ¶rdlichen Mitteilungen informativen Charakters gemÃ¤ss VÃ¶lkergewohnheitsrecht zulÃ¤ssig und von den meisten Staaten geduldet (RB 1983 Nr. 54 = ZBl 84/1983, S. 329 = ZR 82 Nr. 78). Zu den Mitteilungen informativer Natur gehÃ¶rt namentlich auch die Aufforderung zur Bezeichnung eines Zustellungsdomizils oder eines Vertreters in der Schweiz gemÃ¤ss § 6b VRG, indem Verfahrensbeteiligte mit Sitz oder Wohnsitz im Ausland lediglich auf die ihnen gemÃ¤ss Abs. 1 obliegende Verpflichtung und die damit verbundenen SÃ¤umnisfolgen gemÃ¤ss Abs. 2 hingewiesen werden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 6b N. 2; vgl. zum Ganzen auch VPB 66/2002 Nr. 128).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Im vorliegenden Fall wurde der angefochtene Nichteintretensbeschluss des Regierungsrats vom 19. Januar 2005 â wie schon die VerfÃ¼gung betreffend vorsorglichen Entzug des FÃ¼hrerausweises vom 8. September 2004 â dem BeschwerdefÃ¼hrer offensichtlich direkt auf postalischem Weg zugestellt, obschon im Bereich des Verwaltungsrechts keine Abkommen bestehen, die ein solches Vorgehen zuliessen. Damit ist unzulÃ¤ssigerweise ein Hoheitsakt auf fremdem Staatsgebiet gesetzt und der vÃ¶lkerrechtliche Grundsatz der Gebietsausschliesslichkeit verletzt worden (vgl. VPB 66/2002 Nr. 128). VÃ¶lkerrechtswidrige Zustellungen werden jedoch nach zÃ¼rcherischem Recht nicht ohne weiteres als nichtig betrachtet (RB 1983 Nr. 54 = ZBl 84/1983, S. 329 = ZR 82 Nr. 78). Geht man davon aus, dass die vÃ¶lkerrechtlich nicht regelkonforme Zustellung eine mangelhafte ErÃ¶ffnung des vorinstanzlichen Beschlusses bewirkt hat, so fÃ¼hrt dieser Schluss zu nichts anderem, als dass dem Adressaten durch die mangelhafte ErÃ¶ffnung keinerlei Rechtsnachteil erwachsen darf (VGr, 21. September 1993, VB 93/0020; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 62 f.). Hat der BeschwerdefÃ¼hrer durch die fehlerhafte Zustellung keinen Nachteil erlitten und keine Einwendungen dagegen erhoben, so ist die VerfÃ¼gung jedenfalls nicht als nichtig zu betrachten (vgl. auch BGr, 2. August 2004, 1P.187/2004, www.bger.ch; a. M. JÃ¼rg Stadelwieser, Die ErÃ¶ffnung von VerfÃ¼gungen, St. Gallen 1994, S. 214). Im vorliegenden Fall hat der BeschwerdefÃ¼hrer vom Nichteintretensbeschluss des Regierungsrats vom 19. Januar 2005 Kenntnis erhalten, und er war in der Lage, diesen rechtzeitig mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht anzufechten. Er hat demnach keinen Nachteil erlitten. Ferner hat er in der Beschwerdeschrift die VÃ¶lkerrechtswidrigkeit bzw. Nichtigkeit der Zustellung nicht geltend gemacht.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Eine andere Frage ist diejenige, ob die Vorinstanz dem BeschwerdefÃ¼hrer zu Recht mit VerfÃ¼gung vom 11. Oktober 2004 Frist gemÃ¤ss § 6b VRG angesetzt hat.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>In der in Y/Spanien verfassten Rekursschrift vom 7. Oktober 2004 fÃ¼hrte der BeschwerdefÃ¼hrer aus, er sei "vormals wohnhaft in X, L-Strasse" gewesen. Seit dem 20. Juni 2004 befinde er sich im Therapiezentrum C in Spanien. Die VerfÃ¼gung betreffend verkehrsmedizinische AbklÃ¤rung der Fahreignung vom 23. Juni 2004 habe er deshalb nie erhalten. Ferner fÃ¼hrte er aus: "Da die jetzige VerfÃ¼gung c/o Therapiezentrum C adressiert ist, nehme ich an, dass von meinem ZÃ¼rcher Domizil gemeldet wurde, dass ich mich aktuell in Spanien befinde und deswegen im IRM nicht vorsprechen kann." Sodann hielt er fest, er beabsichtige, bis auf weiteres in Spanien zu bleiben.</p> <p class="Urteilstext">In der Beschwerdeschrift macht er nun geltend, seine AusfÃ¼hrungen in der Rekursschrift habe er so verstanden, dass die BehÃ¶rde sein ZÃ¼rcher Domizil, wo er immer noch angemeldet sei, kenne. "So lang ich mich in einer behandelnden Institution (z.B. Spital, Klinik, Therapiezentrum) befinde, behalte ich mein ZÃ¼rcher Domizil, da es nicht Ã¼blich ist, sich in einem Spital oder einer Ã¤hnlichen Institution anzumelden. Da Sie an mich dort Post schon adressiert haben, ging ich davon aus, dass das auch in Zukunft so sein wird und verstand leider nicht, dass ich es ausdrÃ¼cklich erwÃ¤hnen muss. Es wÃ¤re also als <i>Zustelladresse mein ZÃ¼rcher Domizil (X, L-Strasse)</i> weiterhin zu benÃ¼tzen."</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Im Fall von § 15 Abs. 2 lit. a VRG betreffend Kostenvorschuss bestimmt sich der Begriff des Wohnsitzes bei natÃ¼rlichen Personen nach Art. 23 des Zivilgesetzbuchs (ZGB), mithin nach dem privatrechtlichen Wohnsitz. Weil § 15 Abs. 2 lit. a VRG bezweckt, das Gemeinwesen davor zu schÃ¼tzen, Verwaltungsaufwand zugunsten einer Person zu erbringen, gegen die ein Kostenentscheid nicht vollstreckt werden kann, genÃ¼gt zur Befreiung von der Vorschusspflicht nur ein <i>tatsÃ¤chlicher</i> Wohnsitz in der Schweiz. Ein fiktiver Wohnsitz im Sinn von Art. 24 ZGB ist unbeachtlich (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 15 N. 23).</p> <p class="Urteilstext">Ob im Fall von § 6b Abs. 1 VRG ebenfalls auf den privatrechtlichen Wohnsitz abzustellen ist, muss aufgrund einer autonomen Auslegung dieser Gesetzesbestimmung festgestellt werden. Die Norm dient nicht nur dazu, den BehÃ¶rden die vÃ¶lkerrechtskonforme Zustellung ihrer Anordnungen zu ermÃ¶glichen, sondern auch der Verfahrensvereinfachung und <br/> -beschleunigung (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 6b N. 2). Dazu ist erforderlich, dass die behÃ¶rdlichen Anordnungen dem Adressaten zur Kenntnis gebracht werden kÃ¶nnen. Der Zweckvorstellung, die mit der Rechtsnorm verbunden ist, entspricht mithin am besten die AnknÃ¼pfung an den <i>Aufenthaltsort</i>, also an jene Ãrtlichkeit, wo eine Person wÃ¤hrend der Prozessdauer voraussehbar fÃ¼r lÃ¤ngere Zeit <i>tatsÃ¤chlich verweilt</i>. Diese AnknÃ¼pfung drÃ¤ngt sich schon aus praktischen GrÃ¼nden auf, wie gerade der vorliegende Fall eines mehrmonatigen Aufenthalts in einem auslÃ¤ndischen Therapiezentrum zeigt, der zwar in der Regel nicht zur BegrÃ¼ndung eines neuen zivilrechtlichen Wohnsitzes fÃ¼hren wird, jedoch Schwierigkeiten betreffend die Zustellung am Schweizer Wohnsitz verursachen muss. So behauptete der BeschwerdefÃ¼hrer in der Rekursschrift ja selbst, die VerfÃ¼gung betreffend verkehrsmedizinische AbklÃ¤rung der Fahreignung vom 23. Juni 2004 deshalb nie erhalten zu haben, weil er sich im Therapiezentrum in Spanien befinde. Als widersprÃ¼chlich erscheint es dann, wenn er in der Beschwerdeschrift ausfÃ¼hrt, dass schon Zustellungen an seine ZÃ¼rcher Adresse vorgenommen worden seien und er deshalb davon ausgegangen sei, dass das auch in Zukunft so sein wÃ¼rde, weshalb er keine Zustelladresse bezeichnet habe. Aufgrund der Tatsache, dass er nach eigener Aussage die VerfÃ¼gung betreffend verkehrsmedizinische AbklÃ¤rung der Fahreignung nicht erhalten hatte, hÃ¤tte er die Notwendigkeit der Angabe eines Zustellungsdomizils oder eines Vertreters in der Schweiz erkennen mÃ¼ssen. </p> <p class="Urteilstext">Wo der BeschwerdefÃ¼hrer, in Bezug auf dessen ZÃ¼rcher Wohnadresse offenbar ebenfalls Unklarheit herrschte, im Zeitpunkt der Rekurserhebung seinen zivilrechtlichen Wohnsitz hatte, kann demnach offen bleiben, da er ab dem 16. Juni 2004 jedenfalls in Y/Spanien verweilte. Mit VerfÃ¼gung der Staatskanzlei vom 11. Oktober 2004 ist ihm daher zu Recht gemÃ¤ss § 6b VRG Frist zur Bezeichnung eines Zustellungsdomizils oder eines Vertreters in der Schweiz angesetzt worden, verbunden mit der Androhung, dass bei SÃ¤umnis auf die Beschwerde nicht eingetreten wÃ¼rde. Da der BeschwerdefÃ¼hrer innert der angemessenen Frist von 30 Tagen dieser Anordnung nicht nachgekommen ist, durfte die Vorinstanz androhungsgemÃ¤ss verfahren und auf den Rekurs nicht eintreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde erweist sich damit als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Verfahrensausgang wird der BeschwerdefÃ¼hrer grundsÃ¤tzlich kostenpflichtig (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Indessen ist ihm die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren, weshalb die Gerichtskosten auf die Gerichtskasse zu nehmen sind.</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Dropdown1"></a> die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung bewilligt;</span></p> <p class="Zwischentitel">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt, zufolge GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung jedoch auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden, soweit eine Vereitelung von Bundesverwaltungsrecht geltend gemacht wird.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>