%FILENAMEK% 1. Abteilung A1 2019 50 Kantonsrichterin lic.iur. D. Panico Peyer, Abteilungspräsidentin Kantonsrichter lic.iur. St. Szabó Kantonsrichter Dr. A. Staub Gerichtsschreiber MLaw J. Merz Entscheid vom 18. November 2020 in Sachen A.________, vertreten durch RA MLaw B.________, Klägerin, gegen C.________, Beklagten, betreffend Scheidung der von den Parteien am tt.mm.1997 in D.________ geschlossenen Ehe Seite 2/29 Rechtsbegehren Klägerin 1. Die Ehe der Parteien sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Es sei die gemeinsame Tochter E.________, geb. tt.mm.2009 , der elterlichen Sorge der Mut- ter zuzuteilen und ihr zu Pflege und Erziehung zuzuweisen. 3. Eventualiter sei die gemeinsame Tochter E.________, geb. tt.mm.2009, unter der gemeinsa- men elterlichen Sorge beider Eltern zu belassen. 4. Die gemeinsame Tochter E.________, geb. tt.mm.2009, sei unter der Obhut der Mutter zu belassen. 5. Die Erziehungsguts chriften für die Berechnung künftiger AHV -/IV-Renten seien der Klägerin gutzuschreiben. 6.1 Es sei auf ein geregeltes Besuchsrecht zu verzichten. 6.2 Der Vater sei stattdessen zu berechtigen, die gemeinsame Tochter E.________ nach vor- gängiger Absprache mit der Mutter jeweils von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, auf eigene Kosten zu oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Das Besuchsrecht ist unter den Eltern mindestens einen Monat im Voraus abzusprechen, wobei der Mutter, sofern keine Einigung zustande kommt, das Entscheidungsrecht zukommt. Zwischen den Besuchs- wochenenden müssen jeweils mindestens zwei Wochen liegen. 6.3 Der Vater sei zu berechtigen, die gemeinsame Tochter E.________ während drei Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Das Ferienrecht ist un- ter den Eltern mindestens drei Monate im Voraus abzusprechen, wobei der Mutter, sofern keine Einigung zustande kommt, das Entscheidungsrecht zukommt. 6.4 Eine Änderung der Betreuungszeiten auf einvernehm licher, vorgängiger und schriftlicher Ba - sis (auch per E -Mail) zwischen den Eltern und unter Berücksichtigung der Interessen und Be- dürfnissen der gemeinsamen Tochter E.________ bleibt vorbehalten. 7. Der Vater sei zu verpflichten, der Mutter mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungsent- scheids an den Unterhalt der gemeinsamen Tochter E.________ mindestens bis zum erfüll- ten 18. Altersjahr und längstens bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbil- dung, nach durchgeführtem Beweisverfahren ziffernmäs sig zu bestimmende, monatliche Ba- runterhaltsbeiträge zzgl. allfälliger Familienzulagen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, zu bezahlen, mindestens CHF 2'000.00. 8. Der Beklagte sei zu verpflichten, für die Kosten der ausserordentliche n Bedürfnisse und Aus - lagen der Tochter E.________, geb. tt.mm.2009 , (z.B. Zahnkorrekturen, medizinische Ein- griffe, schulische Förderungsmassnahmen) zur Hälfte aufzukommen. 9. Es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen nachehelichen Un terhalt schulden. 10. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Rechtsbegehren Ziff. 7 vorstehend seien gerichtsüblich zu indexieren. 11. Es sei festzustellen, dass der Beklagte der Klägerin einerseits Unterhaltsleistungen in Höhe von CHF 178'140.67 für die Zeit von N ovember 2016 bis und mit Oktober 2020 und ander- seits CHF 22'250.00 aus einem gemeinsamen Darlehen schuldet, weshalb der Beklagte zu verpflichten sei, diese Beträge zu bezahlen. Im Übrigen seien die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt. 12. Es seien die während der Ehe angehäuften Pensionskassenguthaben gestützt auf Art. 124b Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 281 ZPO überhälftig zu teilen, namentlich im Verhältnis 2/3 zu Seite 3/29 Gunsten der Klägerin und 1/3 zu Gunsten des Beklagten. Eventualiter sei auf die Teilung der während der Ehe angehäuften Austrittsguthaben zu verzichten. 13. Die Klägerin behält sich vor, die gestellten Rechtsbegehren nach Abschluss des Beweisver - fahrens abzuändern bzw. zu ergänzen (Vorbehalt des Nachklagerechts), darunter fällt insbe - sondere die B ezifferung der Unterhaltsansprüche und der güterrechtlichen Ansprüche. 14. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten des Beklagten. Beklagter (sinngemäss) 1. Auf die Klage sei mangels Zuständigkeit nicht einzutreten. 2. Es sei festzustellen, dass der Beklagte mangels Leistungsfähigkeit keinen Kindesunterhalt und nachehelichen Unterhalt schuldet und kein Vermögen besitzt. Sachverhalt 1. Die Parteien haben am tt.mm.1997 in D.________ (Griechenland) geheiratet. Aus ihrer Ehe ist die Tochter E.________, geb. tt.mm.2009, hervorgegangen. 2. Mit Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug ES 2016 356 vom 16. November 2016 wurde festgestellt, dass die Parteien berechtigt sind, den gemeinsamen Haushalt für unbestimmte Dauer aufzuheben. Die Tochter E.________ wurde unter die Obhut der Mu tter gestellt und dem Vater ein Besuchsrecht jeden Montag - und Dienstag-Abend eingeräumt, ab Wohnsitznahme in der Schweiz mit Übernachtung jeweils bis zum Folgemorgen. Sodann wurde der Beklagte verpflichtet, für das Kind E.________ einen monatlichen Unterh altsbei- trag von CHF 1'500.00 zuzüglich allfälliger Kinderzulagen und für die Klägerin einen solchen von CHF 4'000.00 zu bezahlen. Mit Wirkung per 20. Juli 2016 wurde die Gütertrennung an- geordnet (act. 18 im Verfahren ES 2016 356). 3. Mit Eingabe vom 9. Se ptember 2019 reichte die Klägerin beim Kantonsgericht Zug gegen den Beklagten die Scheidungsklage ein und stellte Anträge hinsichtlich der Nebenfolgen der Scheidung (act. 1). 4. Im Begleitschreiben zur Klage vom 9. September 2019 liess die Klägerin ausfüh ren, der Be- klagte sei bereits zum Zeitpunkt des Eheschutzverfahrens weder zur Verhandlung erschie- nen noch habe er sich vernehmen lassen (act. 2). Im Interesse der Verfahrensbeschleuni- gung wurde daher direkt der Schriftenwechsel angeordnet und der Beklagte zur Einreichung einer Klageantwort aufgefordert (act. 4–5). 5. In der Klageantwort vom 24. Januar 2020 stellte der Beklagte sinngemäss das eingangs ge- nannte Rechtsbegehren (act. 9). 6. Mit Entscheid vom 10. Februar 2020 wurden die Parteien aufgefordert, verschiedene Urkun- den zu edieren (act. 10). 7. Der Beklagte kam der (wiederholten) Aufforderung, in der Schweiz ein schriftliches Zustel- lungsdomizil zu bezeichnen (act. 3 und 10), nicht nach, weshalb die gerichtlichen Seite 4/29 Mitteilungen an den Beklagten in der Folge mittels Publikation im Amtsblatt des Kantons Zug erfolgten (Art. 141 Abs. 1 lit. c ZPO). 8. Die Parteibefragung fand nach coronabedingter Verschiebung schliesslich am 3. Juni 2020 statt. Der Beklagte blieb der Parteibefragung sowie der anschliessen den Instruktionsver- handlung (Einigungsverhandlung) trotz gehöriger Vorladung unentschuldigt fern (act. 17–21). 9. Am 17. Juni 2020 reichte die F.________Stiftung , die gestützt auf eine vom Referenten ein- geholte Auskunft der Zentralstelle 2. Säule angefrag t wurde, einen Beleg über die vom Be- klagten während der Ehe erworbene Austrittsleistung ein (act. 22, 27 und 32). 10. Am 28. Juli 2020 reichte die G.________Stiftung , die ebenfalls gestützt auf eine vom Refe- renten eingeholte Auskunft der Zentralstelle 2. Säule angefragt wurde, einen Beleg über die vom Beklagten während der Ehe erworbene Austrittsleistung ein (act. 22, 28, 37 und 40). 11. An der Hauptverhandlung vom 7. Oktober 2020 präzisierte die Klägerin ihr Rechtsbegehren im eingangs genannten Sinn. Der Beklagte blieb der Verhandlung trotz gehöriger Vorladung unentschuldigt fern (act. 41–42). 12. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2020 reichte der klägerische Rechtsvertreter seine Honorarnote zu den Akten (act. 43). Erwägungen 1. Beide Ehegatten sind österre ichische Staatsangehörige. Die Ehefrau wohnt im Kanton Zug und der Ehemann in H.________, Österreich. Es liegt somit ein internationaler Sachverhalt im Sinne von Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht (IPRG) vor. 1.1 Gemäss Art. 59 IPRG sind die schweizerischen Gerichte zuständig für Klagen auf Scheidung am Wohnsitz des Beklagten (lit. a) und am Wohnsitz des Klägers, wenn dieser sich seit ei- nem Jahr in der Schweiz aufhält oder wenn er Schweizer Bürger ist (lit. b). Die Kläger in wohnt unbestrittenermassen bereits seit mehreren Jahren im Kanton Zug (act. 1 Rz 2). Das Kantonsgericht Zug ist somit in örtlicher und gestützt auf § 27 Abs. 1 GOG sowie Art. 198 lit. c und Art. 274 ZPO auch in sachlicher und funktioneller Hinsicht zur Beurteilung der vor- liegenden Scheidungsklage zuständig. Diese Zuständigkeit besteht auch hinsichtlich der Kin- derbelange (Art. 85 Abs. 1 IPRG i.V.m. Art. 5 ff., insbesondere Art. 10 des Haager Kindes- schutzübereinkommens [HKsÜ; SR 0.211.231.011]), der Unterh altsbeiträge (Art. 2 und Art. 5 Ziff. 2 LugÜ bzw. Art. 63 Abs. 1 IPRG), des Güterrechts (Art. 63 Abs. 1 IPRG i.V.m. Art. 51 lit. b IPRG) und des Vorsorgeausgleichs (Art. 63 Abs. 1bis IPRG). Die beklagtische Einrede der Unzuständigkeit ist somit unbegründet . Der Umstand, dass beide Ehegatten österreichi- sche Staatsangehörige sind (act. 9 S. 1), schliesst die Zuständigkeit des angerufenen Ge- richts nicht aus. Nachdem auch die weiteren Prozessvoraussetzungen (Art. 59 ZPO) erfüllt sind, ist auf die Klage einzutre ten. Seite 5/29 1.2 Anwendbar ist schweizerisches Recht (Art. 61 IPRG [Statusfrage]; Art. 85 Abs. 1 IPRG i.V.m. Art. 15 Abs. 1 HKsÜ [Minderjährigenschutz]; Art. 83 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 1 des Haager Übereinkommens vom 2. Oktober 1973 über das auf Unterhaltspflic hten anzuwendende Recht [HUntÜ, SR 0.211.213.01; Kinderunterhalt]; Art. 49 IPRG i.V.m. Art. 8 HUntÜ [nach- ehelicher Unterhalt]; Art. 54 Abs. 1 lit. a und b IPRG [Güterrecht]; Art. 63 Abs. 2 IPRG und Urteil des Bundesgerichts 5A_176/2014 vom 9. Oktober 2014 E. 3.2 [Vorsorgeausgleich]). Das beklagtische Vorbringen, es sei österreichisches Recht anwendbar (act. 9 S. 1), ist un- begründet. 2. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten (namentlich elterliche Sorge, Ob- hut, persönlicher Verkehr, Kindes unterhalt) schreibt Art. 296 ZPO vor, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht (Abs. 1) und ohne Bindung an die Parteianträge ent- scheidet (Abs. 3). Es gelten damit die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime und die Offi- zialmaxime (BGE 143 I II 624 E. 5.2.2). Das Gericht ist verpflichtet, von sich aus alle Ele- mente in Betracht zu ziehen, die entscheidwesentlich sind, und unabhängig von den Anträ- gen der Parteien zu erheben. Das Gericht hat alle rechtserheblichen Umstände zu berück- sichtigen, die sich im Laufe des Verfahrens ergeben, auch wenn die Parteien nicht ausdrück- lich darauf Bezug nehmen. Die Pflicht der Behörde, den Sachverhalt zu erforschen, entbindet die Beteiligten indessen nicht von ihrer Pflicht, durch Hinweise zum Sachverhalt oder Be- zeichnung von Beweisen am Verfahren mitzuwirken (sog. Mitwirkungspflicht). Sie müssen das Gericht über den Sachverhalt orientieren und ihm die verfügbaren Beweismittel nennen (Urteile des Bundesgerichts 5A_242/2019 vom 27. September 2019 E. 3.2.1; 5A_1000/ 2018 vom 3. Mai 2019 E. 3.1.2; 5A_555/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 3.3; Maier, Die konkrete Berechnung von Kinderunterhaltsbeiträge n [Berechnung] , FamPra.ch 2/2020, S. 314 ff., S. 332). Für die güterrechtliche Auseinandersetzung und den nachehelichen Unt erhalt gelten grund- sätzlich die Verhandlungs - (Art. 277 Abs. 1 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1) sowie die Dispositionsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Der Ver- handlungsmaxime zufolge haben die Parteien dem Gericht die Tatsa chen, auf die sie ihre Begehren stützen, substanziiert darzulegen und die Beweismittel anzugeben (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Für das Bestreiten gelten grundsätzlich nicht so strenge Anforderungen wie für das Substanziieren von Behauptungen. Als Regel gilt, dass die Bestreitung so detailliert erfolgen muss, dass die behauptungsbelastete Partei erkennen kann, welche Behauptungen bestrit- ten und zu beweisen sind (Urteil des Bundesgerichts 5A_710/2009 vom 22. Februar 2010 vom E. 2.3.1). Bei bloss pauschaler Bestreitun g darf das Gericht die behaupteten Tatsachen als unbestritten annehmen (Hurni, Berner Kommentar, 2012, Art. 55 ZPO N 41). Gemäss der Dispositionsmaxime darf das Gericht einer Partei nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als sie verlangt, und nicht weni ger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Bleiben prozessrelevante Tatsachen unbewiesen, ist nach den allgemeinen Regeln der Be- weislast zu entscheiden (vgl. Art. 8 ZGB). Die Beweislast ist unabhängig von der Geltung der Untersuchungs - oder Verhandlungsmaxime verteilt (Sutter -Somm/Schrank, in: Sutter - Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 55 ZPO N 75 f.). Die Parteien sind ungeachtet der Beweislastverteilung zur Mitwirkung bei de r Beweiserhebung bzw. der Abklärung des Sachverhaltes verpflichtet (Art. 160 Abs. 1 ZPO; BGE 139 III 278 E. 4.3). Insbesondere haben sie als Partei Seite 6/29 wahrheitsgemäss auszusagen – was naturgemäss die Teilnahme an der Parteibefragung vo- raussetzt – oder Urkunden herauszugeben (Art. 160 Abs. 1 lit. a und b ZPO). E ine erhöhte Mitwirkungspflicht besteht dann, wenn die beweisbelastete Partei wegen Beweisschwi erig- keiten den Beweis nicht selber führen kann und die nicht beweisbelastete Partei den zu be- weisenden Tatsachen näher ist ( Urteil des Bundesgerichts 5A_808/2018 vom 15. Juli 2019 E. 4.3 f.). Verweigert eine Partei die Mitwirkung unberechtigterweise, so berücksichtigt dies das Gericht bei der Beweiswürdigung (Art. 164 ZPO). Die Mitwirkung ist für die Partei eine prozessuale Last, d. h. unberechtigtes Verweigern der Mitwirkung hat für die opponierende oder gar reni tente Partei weder Strafe noch Zwang zur Folge, sondern ihr passives Verhalten wird nur, aber immerhin, bei der Beweiswürdigung (zu ihrem Nachteil) berücksichtigt (Schmid, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 164 ZPO N 1). Eine Auskunftsverweigerung wird regelmässig zur Folge haben, dass das Gerich t beweiswürdigend zur Überzeugung ge- langt, die Behauptungen des die Auskunft verweigernden Ehegatten seien ganz oder teil- weise falsch bzw. die Angaben des anderen Ehegatten richtig ( Maier, Rechtsbehelfe zur In- formationsbeschaffung im Ehegüterrecht bei stri ttigen Scheidungen [Rechtsbehelfe], ZZZ 51/2020 S. 193 ff, S. 207; vgl. BGE 118 II 27 E. 3a; 140 III 264 E. 2.3 ; Schmid, a.a.O., Art. 164 ZPO N 2; Rüetschi, Berner Kommentar, 2012, Art. 164 ZPO N 2 und N 5; Higi, DIKE-Komm-ZPO, 2. A. 2016, Art. 164 ZPO N 5). 3. Die Klägerin beantragt die Ehescheidung gestützt auf Art. 114 ZGB. Die Parteien haben bei Einreichung der Klage am 9. September 2019 unbestrittenermassen mehr als zwei Jahre ge- trennt gelebt (act. 1 Rz 8). Der Scheidungsanspruch ist daher gegeben (Ar t. 114 ZGB) und die Ehe ist antragsgemäss zu scheiden. 4. Nachfolgend ist über die Nebenfolgen der Scheidung, vorab über die elterliche Sorge über E.________ (E. 4.1), die Obhut (E. 4.2) und das Besuchs - und Ferienrecht (E. 4.3) zu befin- den. 4.1 Die Klägerin beantragt die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge. Sie führt aus, auf den Beklagten sei praktisch in allen Lebenslagen kein Verlass. Wichtige Entscheide betreffend E.________ könne sie deshalb gar nicht mit ihm absprechen, da er nicht oder wen n, dann nur unter erschwerten Bedingungen, erreichbar sei. Mitteilungen nehme er zur Kenntnis, eine Rückmeldung erhalte sie jeweils nicht. Dies belege bereits sein Verhalten im Eheschutzver- fahren vor Kantonsgericht Zug, wo er jegliche Stellungnahme verweig ert habe. Auch im Scheidungsverfahren habe er sich zur Sache nicht geäussert. Der Umstand, dass der Auf- enthaltsort des Beklagten nur mit grosser Mühe habe ausfindig gemacht werden können, zeige deutlich auf, dass die für die gemeinsame elterliche Sorge erf orderliche Abstimmung zwischen den Eltern nicht funktioniere bzw. gar nicht stattfinden könne. Ausserdem übe der Beklagte das im Eheschutzverfahren eingeräumte Besuchsrecht nur sporadisch aus. Mittler- weile habe sich E.________ mit der Unzuverlässigkeit ihr es Vaters abgefunden. Der Be- klagte sei landesabwesend und melde sich nur zu seinen Bedingungen und wenn es ihm passe bei seiner Familie (act. 1 Rz 13 ff.; act. 42 Rz 2 f.). Der Beklagte stellt zur elterlichen Sorge keine Anträge und macht auch keine Ausfüh rungen dazu (vgl. act. 9). 4.1.1 Ein Kind steht, solange es minderjährig ist, unter der gemeinsamen elterlichen Sorge von Va- ter und Mutter (Art. 296 Abs. 2 ZGB). In einem Scheidungsverfahren überträgt das Gericht einem Elternteil aber die alleinige elter liche Sorge, wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls Seite 7/29 nötig ist (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Damit bildet die gemeinsame elterliche Sorge den Grundsatz. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass dem Wohl eines minderjährigen Kinde s am besten gedient ist, wenn die Eltern das Sorgerecht gemeinsam ausüben. Von diesem Grundsatz soll nur dann abgewichen werden, wenn eine andere Lösung die Interessen des Kindes aus- nahmsweise besser wahrt. Die Zuteilung der elterlichen Sorge an einen Elternteil allein muss deshalb eine eng begr enzte Ausnahme bleiben. Eine solche Ausnahme fällt in Betracht, wenn die Eltern in einem schwerwiegenden Dauerkonflikt stehen oder in Kinderbelangen an- haltend kommunikationsunfähig sind. Vorausgesetzt ist weiter, dass sich die Probleme zwi- schen den Eltern auf die Kinderbelange als Ganzes beziehen und das Kindeswohl konkret beeinträchtigen. Erforderlich ist die konkrete Feststellung, in welcher Hinsicht das Kindes- wohl beeinträchtigt ist. Schliesslich ist eine Abweichung vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge nur dort am Platz, wo Aussicht darauf besteht, mit der Zuteilung der elterli- chen Sorge an einen Elternteil allein eine Entlastung der Situation herbeizuführen (BGE 142 III 197 E. 3.5 und 3.7; 142 III 1 E. 3.3; 141 III 472 E. 4.6 und 4.7). Damit i st zwangsläufig eine Prognose darüber verbunden, wie sich das Verhältnis zwischen den Eltern entwickeln wird (Urteil des Bundesgerichts 5A_22/2016 vom 2. September 2016 E. 4.2). Dieser Wahrschein- lichkeitsaussage über die künftige Entwicklung müssen konkret e Anhaltspunkte zugrunde lie- gen, die aktenmässig erstellt sind. Mit anderen Worten muss aufgrund einer tatsachenbasier- ten Sachverhaltsprognose geprüft werden, ob das gemeinsame Sorgerecht eine erhebliche Beeinträchtigung des Kindeswohls befürchten lässt (U rteil des Bundesgerichts 5A_186/2016 vom 2. Mai 2016 E. 4). Damit trägt die Rechtsprechung dem Willen des Gesetzgebers Rech- nung, wonach die Alleinsorge nicht schon dort ausgesprochen werden darf, wo sie dem Kin- deswohl am besten gerecht würde. Das Parlament hat das Konzept der freien richterlichen Sorgerechtszuteilung ausdrücklich verworfen (AB 2012 N 1635; vgl. BGE 142 III 197 E. 3.7; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 5A_903/2016 vom 17. Mai 2017 E. 4). 4.1.2 Die Alleinsorge eines Elternteils sah das Bundesgericht in einem Fall als zulässig an, in wel- chem die Kommunikation zwischen den Eltern komplett blockiert war und sich der chronifi- zierte Konflikt auf verschiedene Lebensbereiche des Kindes erstreckte, in welchen ein Zu- sammenwirken erforderlich gewe sen wäre. Anstehende Entscheide konnten nicht getroffen werden, insbesondere in Bezug auf eine Therapie. In tatsächlicher Hinsicht war erstellt, dass der Vater einen gegen die Mutter gerichteten Machtkampf über das Kind austrug, dass das Kind unter diesem Missbrauch und allgemein unter dem Elternkonflikt stark litt und dass bei ihm eine darauf zurückzuführende psychische Störung diagnostiziert wurde (Urteil des Bun- desgerichts 5A_89/2016 vom 2. Mai 2016 E. 3 f.). Demgegenüber veranschaulicht ein neue- res Urteil, dass eine Abweichung vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge eine eng begrenzte Ausnahme bleiben muss. Im dort beurteilten Fall ergab sich zwar das Bild zer- strittener Eltern, denen die Kommunikation und die Zusammenarbeit schwer fiel und die mi t ihrem nicht unerheblichen Konflikt die Tochter beeinträchtigten. Allerdings arbeiteten die El- tern in jüngerer Zeit mit Blick auf das Kindeswohl vermehrt zusammen. Auch das Besuchs- recht des Vaters funktionierte. Damit einhergehend war eine Verbesserung de r gesundheitli- chen und schulischen Situation der Tochter feststellbar (Urteil des Bundesgerichts 5A_499/2016 vom 30. März 2017 E. 4; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 5A_903/2016 vom 17. Mai 2017 E. 4). Eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit gebiete t die Alleinzutei- lung des Sorgerechts. Wenn zwischen den Eltern nicht ansatzweise ein Austausch möglich ist, lässt sich das gemeinsame Sorgerecht nicht zum Wohl des Kindes ausüben. Eine Allein- zuteilung der elterlichen Sorge zufolge beeinträchtigter Kommuni kations- und Seite 8/29 Kooperationsfähigkeit lässt sich indes nur rechtfertigen, wenn diese Defizite in chronifizierter Ausprägung vorliegen und sich negativ auf das Kindeswohl auswirken (BGE 142 III 197 E. 3.5; 142 III 56 E. 3). 4.1.3 Vorliegend hat sich der Bekla gte seit geraumer Zeit nicht mehr bei der Klägerin gemeldet. Wie die Klägerin an der Parteibefragung vom 3. Juni 2020 ausgeführt hat, besteht zurzeit überhaupt kein Kontakt zwischen ihr und dem Beklagten (act. 21 Ziff. 3). Über wichtige Ange- legenheiten wie Schule, Gesundheit usw. von E.________ informiert die Klägerin den Be- klagten jeweils per WhatsApp, wobei sich der Beklagte nicht melde, sondern die Nachrichten jeweils nur zur Kenntnis nehme (act. 21 Ziff. 8). Ausserdem gab die Klägerin an der Parteibe- fragung zu Protokoll, sie wisse, dass der Beklagte ein Suchtverhalten betreffend Alkohol und Drogen habe (act. 21 Ziff. 9). Unbestrittenermassen nimmt der Beklagte also nicht am Leben und an den wichtigen Entscheidungen seiner Tochter teil. Hinzu kommt, dass das dem Be- klagten im Eheschutzverfahren eingeräumte Besuchsrecht nach (unbestritten gebliebener) Aussage der Klägerin überhaupt nicht funktioniert. Der Beklagte hat immer alles spontan ge- ändert, was für E.________ eine schwere Enttäuschung war (act. 21 Ziff. 13). Die Klägerin denkt, dass das Suchtverhalten des Beklagten bzw. dessen Drogen - und Alkoholkonsum Auswirkungen auf das Besuchs - oder Ferienrecht hat; sie könne aber nicht beurteilen, wie es um seine aktuellen Süchte stehe (act. 21 Ziff. 20). Die Klägerin kennt die aktuelle Wohnsitua- tion des Beklagten nicht (act. 21 Ziff. 19). Und wenn E.________ in Österreich war, dann hat sie entweder bei ihrer Grossmutter väterlicherseits oder bei ihrer Cousine übernachtet (act. 21 Ziff. 18). Im vorliegenden Verfahr en liess sich der Beklagte nicht vernehmen. Aufgrund der Teilnahmslosigkeit des Beklagten hat die Klägerin seit dem Getrenntleben fak- tisch alle wichtigen Entscheide betreffend E.________ alleine getroffen. Es ist nicht zu erwar- ten, dass sich daran in Z ukunft etwas ändern wird. Für E.________ steht der Übertritt in die Oberstufe bevor. Falls der Beklagte sich weiterhin so passiv verhält, könnten dadurch wich- tige Entscheide in E.________ Leben blockiert werden. Hinzu kommt, dass nicht feststeht, ob beim Beklagten aufgrund seines Suchtverhaltens die Erziehungsfähigkeit überhaupt ge- geben ist oder wie sich dieses Verhalten in Zukunft auf die Erziehungsfähigkeit auswirken wird (vgl. Art. 311 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB; Breitschmid, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 311 ZGB N 7; ZR 1986 Nr. 83). Aus diesen Gründen ist E.________ unter die alleinige elterliche Sorge der Klägerin zu stellen. 4.2 Die Klägerin beantragt, E.________ sei unter ihre Obhut zu stellen. Sie sei die Hauptbezugs- person und übe die alleinige Obhut bereits jetzt aus. Dies sei so zu belassen (act. 1 Rz 18). Der Beklagte stellt auch diesbezüglich keine Anträge. E.________ wurde bereits mit Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 16. November 2016 im Eheschutzverfahren unter die Obhut der Mutter gestellt. Es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern. E.________ Wohl ist am meisten gedient, wenn sie unter der Obhut der Klägerin bleibt, zu der sie eine gute Bindung hat, die sich um das Wohl von E.________ kümmert und in deren Umfeld sie a uch ihr soziales Umfeld hat (Freizeit, Schule usw. [act. 21 Ziff. 20]; vgl. zu den Kriterien der Obhutszuteilung statt Vieler: Büch- ler/Clausen, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, 3. A. 2017, Art. 298 ZGB N 5 f. mit Hinweisen). Das Gegenteil hat jedenfalls auch der Beklagte nicht behauptet. Seite 9/29 4.3 Hinsichtlich Besuchs - und Ferienrecht (persönlicher Verkehr) macht die Klägerin geltend, dass sich das bisherige Besuchsrecht nicht bewährt habe. Sie beantragt daher, dass auf die Regelung eines Besuchs - und Ferienrechts zu verzichten und der Vater ledigli ch zu berechti- gen sei, E.________ nach vorgängiger Absprache mit der Klägerin jeweils von Freitag - bis Sonntagabend auf eigene Kosten zu oder mit sich auf Besuch zu nehmen, wobei das Besuchsrecht mindestens zwei Monate im Voraus abzusprechen sei und zwisch en zwei Be- suchswochenenden jeweils mindestens zwei Wochen liegen müssten. Dasselbe gelte für die Ferien: Der Beklagte sei bloss zu berechtigen, E.________ während drei Wochen pro Jahr zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, wobei das Ferienrecht min destens drei Mo- nate im Voraus zwischen den Eltern abzusprechen sei und der Klägerin – falls keine Eini- gung zustande komme – das Entscheidungsrecht zukomme (act. 1 Rz 19 ff.). Der Beklagte stellt diesbezüglich keine Anträge. 4.3.1 Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZG B haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zu- steht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr. Was als angemessener persönlicher Verkehr zu verstehen ist, lässt sich nur anhand der Umstände des E inzelfalls unter Berücksichtigung des Zwecks des Besuchsrechts bestim- men (Schwenzer/Cottier, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 273 ZGB N 10; BGE 123 III 445; Ur- teil des Bundesgerichts 5A_450/2015 vom 11. März 2016 E. 3.3; je mit Hinweisen). Dabei steht dem Ri chter ein grosser Ermessensspielraum zu. Er entscheidet ohne Bindung an die Parteianträge (s. E. 2). Massgebend für die Gewährung, den Umfang und die Ausgestaltung des Rechts auf persönlichen Verkehr ist stets das Kindeswohl; allfällige Interessen der Elte rn stehen dahinter zurück (Art. 4 ZGB; Urteile des Bundesgerichts 5A_450/2015 vom 11. März 2016 E. 3.3; 5A_79/2014 vom 5. März 2015 E. 4.3; Schwenzer/Cottier, a.a.O., Art. 273 ZGB N 10). 4.3.2 Die Klägerin hat an der Parteibefragung ausgeführt, ihr sei wi chtig, dass E.________ weiter- hin Kontakt zu ihrem Vater habe. E.________ sei seit dem Umzug des Beklagten nach H.________ im Jahre 2017 immer wieder auf Verwandtschaftsbesuch zu ihrer Grossmutter väterlicherseits nach H.________ gegangen. Der Beklagte sei dabei auch anwesend gewe- sen. E.________ habe dabei eine schöne Zeit gehabt (act. 21 Ziff. 14 und 15). Unter diesen Umständen ist der Vater zu berechtigen , E.________ regelmässig mit oder zu sich auf Be- such zu nehmen. Angesichts des bisherigen ("chaotischen "; act. 21 Ziff. 13) Verlaufs der Be- suchsrechte liefe eine gleichzeitige Verpflichtung des Beklagten dem Kindeswohl zuwider. Von einer Verpflichtung des Beklagten ist folglich abzusehen. Die Klägerin beantragt ein Wo- chenendbesuchsrecht, wobei zwischen zwei Wochenenden jeweils mindestens zwei Wochen liegen müssten. Falls der Beklagte von diesem Recht stets Gebrauch machte, bedeutete dies, dass er E.________ jedes zweite Wochenende zu sich nach H.________ auf Besuch nehmen würde. Angesichts der Distanz zwisch en H.________ und Zug (rund 750 km) ginge dieses Recht zu weit. Bei weiter auseinanderliegenden Wohnorten sind grundsätzlich weni- ger häufige, dafür längere Kontakte zu bevorzugen (BGE 142 III 481 E. 2.8). Da der Beklagte offenbar nicht in die Schweiz einre isen will (act. 9 S. 2), müsste sich jeweils E.________ nach Österreich begeben. Die Hin - und Rückreise nach Österreich über ein Wochenende – insbesondere nach H.________ – sind mit Strapazen verbunden, welche einem Kind im Alter von E.________ nur in angemessenen Abständen zugemutet werden sollten. Insofern ist der Vater nur, aber immerhin , zu berechtigen, E.________ jeden zweiten Monat an einem Wo- chenende von Freitag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, zu betreuen. Grenzt an ein Seite 10/29 Wochenendbesuchsrecht des Vaters ein schulfreier Tag, verlängert sich dieses um diesen Tag. Im Übrigen ist ihm ein Ferienrecht von drei Wochen pro Jahr einzuräumen. Das Ent- scheidungsrecht sowohl betreffend Wochenendbesuchsrecht wie auch betreffend Ferienrecht ist alternierend auszu gestalten (vgl. Dispositiv Ziffer 2.2). 4.3.3 Den Parteien steht es frei, von den vorgenannten Besuchs - und Ferienzeiten einvernehmlich und unter Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse von E.________ abzuweichen. Die Klägerin beantragt jedoch, da ss für eine Abweichung die schriftliche Zustimmung beider Eltern (auch per E -Mail) erforderlich sei. Aufgrund des bisherigen Verhaltens des Beklagten ist im Sinne der Planbarkeit von Reisen nach H.________ diesem Antrag stattzugeben . 4.4 Da E.________ unter die alleinige elterliche Sorge der Klägerin gestellt wird, muss die An- rechnung der Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV -/IV-Renten nicht ge- regelt werden (vgl. Art. 52 fbis Abs. 1 AHVV e contrario). Mithin ist auf diesen Antrag nicht ein- zutreten. 5. In einem nächsten Schritt ist über die weiteren Nebenfolgen der Scheidung zu entscheiden. Vorab ist über den Kindesunterhalt und den nachehelichen Unterhalt zu befinden (E. 6–7), sodann ist die güterrechtliche Auseinandersetzung durchzuführen (E. 8) und anschliessend sind die Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge zu regeln (E. 9; vgl. BGE 130 III 537 E. 4). 6. Die Klägerin beantragt einen Barunterhalt für E.________ in Höhe von CHF 2'000.00 zuzüg- lich allfälliger Familienzulagen. Dieser sei anhand der zweistufigen Methode mit Überschuss- verteilung zu berechnen. Ausserdem habe der Beklagte für ausserordentliche Kosten von E.________ zur Hälfte aufzukommen . Ein Betreuungsunterhalt sei nicht geschuldet (act. 1 Rz 23 ff.; act. 42 Rz 4 ff.). Der Beklagte führt sinngemäss lediglich aus, er sei mangels Leis- tungsfähigkeit nicht in der Lage, Unterhaltsbeiträge zu bezahlen (act. 9 S. 2). 6.1 Gemäss Art. 276 ZGB wird der Unterhalt durch Pfl ege, Erziehung und Geldzahlung geleistet (Abs. 1). Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den ge- bührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreuung, Erzie- hung, Ausbildung und Kindesschutzmassn ahmen (Abs. 2). Der Unterhaltsbeitrag soll den Be- dürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entspre- chen; dabei sind das Vermögen und die Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Es gilt der Grunds atz, dass der das Kind nicht oder nicht wesentlich betreuende Elternteil für dessen gebührenden Unterhalt in Geld (Barunterhalt) aufzukommen hat, wäh- rend der (haupt -)betreuende Elternteil seinen Unterhalt gleichwertig in natura, sprich durch Pflege und Erz iehung, erbringt. Eine Unterhaltsleistung in Geld setzt die entsprechende Leis- tungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen voraus. Diese ist grundsätzlich in dem Umfang gege- ben, als das eigene Einkommen den eigenen Bedarf übersteigt (Urteile des Bundesgerichts 5A_339/2018 vom 8. Mai 2019 E. 5.4.3; 5A_583/2018 vom 18. Januar 2019 E. 5.1; Maier, Berechnung, a.a.O., S. 317 und 334). Das Gesetz schreibt zur Berechnung des Unterhalts keine bestimmte Bemessungsmethode vor. Der Unterhalt lässt sich anhand der einstu fig-konkreten oder der zweistufigen Methode (Berechnung des Existenzminimums mit Überschussverteilung) berechnen. Geschuldet ist der "gebührende" Unterhalt, d.h. derjenige, der angesichts der gelebten Verhältnisse als Seite 11/29 angemessen erscheint. Daraus folgt, da ss bei guten finanziellen Verhältnissen der Kindesun- terhalt und der Bedarf des Kindes aufgrund der massgeblichen Lebenshaltung des Unter- haltspflichtigen konkret zu ermitteln sind. Demgegenüber empfiehlt sich die zweistufige Me- thode namentlich dann, wenn eh er bescheidene finanzielle Verhältnisse vorliegen. Die zwei- stufige Methode führt zumindest bei solchen Verhältnissen zu korrekten Ergebnissen, wird doch einerseits objektiv ermittelt, welche Kosten anfallen, und andererseits – über die Über- schussverteilung – eine individuelle Anpassung an die Lebensstellung des Unterhaltspflichti- gen vorgenommen. Die Festsetzung des Unterhaltsbeitrags bleibt ein Ermessensentscheid, bei dem alle bedeutsamen Umstände berücksichtigt werden müssen (Urteile des Bundesge- richts 5A_751/2016 vom 6. April 2017 E. 3.3.1; 5A_142/2013 vom 8. August 2013 E. 3.1; Ur- teil des Obergerichts Zug Z1 2019 10 vom 28. April 2020 E. 4.1 und 4.3.6; je mit Hinweisen; Fountoulakis, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 285 ZGN N 2, 9 und 29; Maier, Berech- nung, a.a.O., S. 337 f.). In casu liegen bescheidene finanzielle Verhältnisse vor (vgl. zum Einkommen des Beklagten E. 6.2.1.4), weshalb die zweistufige Methode anzuwenden ist. Zweistufig bedeutet, dass zuerst der konkrete Bedarf dem Gesamteinkommen gegenüb erge- stellt und alsdann der rechnerische Überschuss auf die Unterhaltsberechtigten und den Un- terhaltspflichtigen verteilt wird (BGE 140 III 337 E. 4.2.2). 6.2 In einem ersten Schritt sind die Einkommen der Parteien zu ermitteln. 6.2.1 In der Klageantwort hat der Beklagte ausgeführt, nach der Beendigung seines Anstellungs- verhältnisses in der Schweiz habe er sich selbständig gemacht. Da die Selbständigkeit ge- scheitert sei, habe er auch in der Schweiz Verbindlichkeiten angehäuft, die er aufgrund sei- ner nunmehrigen Arbeitslosigkeit nicht bedienen könne (act. 9 S. 2). Aufgrund der beklagti- schen Behauptung, er sei arbeitslos, ist davon auszugehen, dass der Beklagte kein bzw. kein ausreichendes Einkommen erzielt. Dementsprechend ist die Anrechnung eines hypotheti- schen Einkommens zu prüfen. 6.2.1.1 Für die Bemessung des Unterhaltsbeitrages ist grundsätzlich vom tatsächlich erzielten Ein - kommen des Unterhaltspflichtigen auszugehen. Soweit dieses Einkommen allerdings nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu d ecken, kann ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist. Damit ein Ein- kommen überhaupt oder ein höheres Einkommen als das tatsächlich erzielte angerechnet werden kann, genügt es nicht, dass der betro ffenen Partei weitere Anstrengungen zugemutet werden können. Vielmehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein (höheres) Einkommen zu erzielen. Dabei ist Rechtsfrage, welche Tätigkeit aufzunehmen als zumutbar erscheint, Tatfrage hingege n, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit möglich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist. Für die Frage der Zumutbarkeit sind die berufliche Qualifikation, das Alter und der Gesundheitszustand sowie die Lage auf dem Ar- beitsmarkt von Relevanz. Die gesetzliche Unterhaltspflicht hat zur Folge, dass der Pflichtige alles in seiner Macht Stehende unternehmen und insbesondere seine wirtschaftliche Leis- tungsfähigkeit voll ausschöpfen muss, um das erforderliche Einkommen zu generieren. Im Verhältnis zu einem minderjährigen Kind sind besonders hohe Anforderungen an die Ausnüt- zung der Erwerbskraft zu stellen, vorab in jenen Fällen, wo wirtschaftlich enge Verhältnisse vorliegen. Die Eltern müssen sich daher in beruflicher und unter Umständen auch örtlicher Hinsicht so ausrichten, dass sie ihre Arbeitskapazität maximal ausschöpfen können. Dem un- terhaltspflichtigen Elternteil steht es insofern nicht frei, nach Belieben ganz oder teilweise auf Seite 12/29 ein bei zumutbarer Anstrengung erzielbares Einkommen zu verzichten, um sich andere per- sönliche oder berufliche Wünsche zu erfüllen. Dass solche Wünsche der Unterhaltspflicht hintanzustehen haben, ergibt sich zwangsläufig aus dem Wesen des hypothetischen Einkom- mens (BGE 137 III 118 E. 2.3 und 3.1; 128 III 4 E. 4a; Urteil d es Bundesgerichts 5A_90/2017 vom 24. August 2017 E. 5.3.1 mit Hinweisen; Maier, Berechnung, a.a.O., S. 348 ff.). 6.2.1.2 Gewisse Informationen über sein tatsächliches oder hypothetisches Leistungsvermögen sind nur für den Beklagten als unterhaltspflichtig e Partei greifbar . Ihn trifft daher eine Mitwirkungs- pflicht und er hat umfassend Auskunft über seine Einkommensverhältnisse bzw. seine Leis- tungsfähigkeit zu erteilen (s. E. 2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_808/2018 vom 15. Juli 2019 E. 4.3 f.). Unter Hinweis auf die Folgen im Verweigerungsfalle wurde der Beklagte mit Entscheid vom 10. Februar 2020 aufgefordert, verschiedene Urkunden zu seinen finanziellen Verhältnissen einzureichen (act. 10). Dieser Aufforderung ist er nicht nachgekommen. Da der Beklagte der Parteibefragung unentschuldigt ferngeblieben ist (act. 21), konnte er auch nicht persönlich über seine Einkommensverhältnisse befragt werden. Damit ist der Beklagte seiner Mitwirkungspflicht unberechtigterweise nicht nachgekommen , was bei der Beweisw ürdigung zu berücksichtigen ist (E. 2). An der Parteibefragung hat die Klägerin zu Protokoll gegeben, der Beklagte habe bis August 2014 als Unternehmensberater für IT gearbeitet (act. 21 Ziff. 25). Nachdem dieses Arbeitsverhältnis geendet habe, habe er sic h nicht für andere Stel- len beworben, sondern sich mit einem Food -Truck selbständig gemacht und versucht, seinen Kaiserschmarren zu verkaufen. Dieser Tätigkeit sei er einige Monate nachgegangen, bevor er sie aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wieder aufg egeben habe (act. 21 Ziff. 28–30). Danach habe er keine Bewerbungen geschrieben, sondern – soweit sie (die Klägerin) das beurteilen könne – die Einstellung gehabt, irgendeine Möglichkeit werde sich schon ergeben. Der Beklagte habe denn auch Jobangebote erh alten, die er jedoch ab gelehnt habe (act. 21 Ziff. 32). Der Beklagte sei ausgebildeter Textilingenieur und Quereinsteiger in der IT -Bran- che. Dort habe er interne Schulungen absolviert (act. 21 Ziff. 35). Die Klägerin liess sodann ausführen, der Beklagte se i während 17 Jahren in der IT -Branche tätig gewesen. Der Ge- haltsrahmen eines IT -Beraters in Österreich betrage EUR 45'200.00 bis EUR 62'800.00, das Durchschnittsgehalt EUR 52'300.00. Ein IT -Projektmanager verdiene durchschnittlich EUR 52'900.00 (act. 42 Rz 6; act. 42/62). Die Klägerin stützt sich dabei auf Informationen von I.________GmbH , gemäss Homepage eine der "führenden Online -Jobbörsen und E -Re- cruiting Companies" in Österreich (https://www .________.at/.________/; zuletzt besucht am 30. Oktober 2020). Der durchschnittliche Bruttomonatslohn eines IT -Beraters belaufe sich auf rund EUR 4'358.00 (EUR 52'300.00 / 12), derjenige eines IT-Projektmanagers auf rund EUR 4'408.00 (EUR 52'900.00 / 12). Um den Nettolohn zu er halten, seien nicht nur die Sozi- alversicherungsabgaben (zu welchen auch die Krankenkassenbeiträge zählten) abzuziehen, sondern auch die Steuern. Gemäss Brutto -Netto-Rechner sei bei einem IT -Berater von einem Nettomonatslohn von rund EUR 2'692.00 auszugehen , bei einem IT -Projektmanager von rund EUR 2'716.00 (act. 42 Rz 6; act. 42/63–64). In Schweizer Franken umgerechnet resul- tierten Beträge in Höhe von rund CHF 2'906.00 bzw. CHF 2'929.00 (Umrechnungskurs per 6. Oktober 2020 : EUR 1.00 = CHF 1.0783; act. 42/65). Aufgrund der sehr langen Berufser- fahrung des Beklagten in der IT -Branche sei es vorliegend angemessen, ihm ein hypotheti- sches Einkommen in Höhe von CHF 3'000.00 netto pro Monat anzurechnen. Die Erzielung dieses Betrages sei dem Beklagten ohne weiteres m öglich und zumutbar. Auf die Gewäh- rung einer Übergangsfrist sei zu verzichten, da der Beklagte mit der Scheidung rechnen Seite 13/29 musste und die Klägerin auf einen Unterhaltsbeitrag für E.________ angewiesen sei (act. 42 Rz 6). 6.2.1.3 Es wäre dem Beklagten oblege n, gegen die Anrechnung eines entsprechenden Einkommens sprechende Umstände zu behaupten und substanziieren , insbesondere da nur er über die fraglichen Informationen verfügt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_808/2018 vom 15. Juli 2019 E. 4.3 f.). Dies hat er nicht gemacht. Auch den Akten lassen sich keine Anhaltspunkte entnehmen, die dafür sprechen würden, dass die Erzielung des vorgenannten hypotheti- schen Einkommens in Höhe von CHF 3'000.00 für den Beklagten unzumutbar oder nicht möglich wäre: Der Beklagt e ist mittlerweile 51 Jahre alt, hat aber – soweit ersichtlich und von einzelnen Phasen der Arbeitslosigkeit abgesehen – stets 100 % gearbeitet, weshalb sein Al- ter nicht gegen die Zumutbarkeit spricht (act. 21 Rz 26). Der Beklagte erwähnte in seiner Kla- geantwort eine "Krankheit", ohne weiter zu substan ziieren, an welcher Krankheit er leidet und inwiefern er dadurch in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein sollte (act. 9 S. 1 f.). Ge- mäss der Klägerin hat der Beklagte ein Alkohol - und Drogenproblem (act. 21 Ziff. 36). Ohne weitere Darlegungen seitens des Beklagten kann aber jedenfalls auch von einem angebli- chen Alkohol- und Drogenproblem nicht einfach auf eine Arbeitsunfähigkeit geschlossen wer- den. Dies umso weniger, als gerade im Verhältnis zu einem minderjährigen Kind besonders hohe Anforderungen an die Ausnützung der Erwerbskraft bestehen (s. E. 6.2.1.1). Der Be- klagte verfügt sodann unbestrittenermassen über viele Jahre Erfahrung in der IT -Branche. Gemäss einer in der Zeitschrift "computerwelt.at" – (nach eigener Darstellung) Österreichs führende IT -Zeitung (https://computerwelt.at/; zuletzt besucht am 30. Oktober 2020) – publi- zierten Gehaltsstudie für das Jahr 2020 sind IT-Experten in Österreich aufgrund des Fach- kräftemangels "hochgefragt" (act. 42/61 S. 3). Mithin spricht auch die Lage auf dem Arbeits- markt nicht gegen die Anrechnung des hypothetischen Einkommens in Höhe von monatlich CHF 3'000.00. Dieser Betrag ist angemessen. 6.2.1.4 Das hypothetische Einkommen von CHF 3'000.00 ist dem Beklagten ab Rechtskraft des vor- liegenden Entscheids anzurechnen. Eine Übergangsfrist ist nicht angezeigt, zumal dem Be- klagten bereits mit Entscheid vom 16. November 2016 im Eheschutzverfahren ES 2016 35 6 ein hypothetisches Einkommen in Höhe von CHF 10'000.00 angerechnet wurde (act. 18 im ES 2016 356). Der Beklagte wusste somit seit Jahren, dass er einer Erwerbstätigkeit nachzu- gehen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5P.469/2006 vom 4. Juli 2007 E. 3.2.4 mit Hinwei- sen). 6.2.2 Die Klägerin arbeitet seit 1. März 2020 als Filialleiterin bei J.________ in einem 100 %-Pen- sum. Der Bruttomonatslohn beträgt CHF 5'500.00 und wird dreizehnmal pro Jahr ausbezahlt (Ziffern 1 und 2.4 des Arbeitsvertrages [ act. 13/53]). Gemäss Lohnausweis vom März 2020 (act. 21/54) beträgt der Bruttomonatslohn der Klägerin CHF 5'500.00 und die Abzüge – auf dem Bruttolohn von CHF 5'500.00 – für AHV, ALV, UVG -NBU, KTG Kat. 1 und BVG belaufen sich auf insgesamt CHF 837.35. Dies entsprich t einem Nettomonatslohn von CHF 4'662.65. Unter Berücksichtigung des 13. Monatslohns beläuft sich das Nettoeinkommen der Klägerin somit auf CHF 5'051.20 im Monat (ohne Kinderzulage). 6.2.3 Die Klägerin bezieht für E.________ eine Kinderzulage von CHF 300.00 pro Monat (act. 21/54). Seite 14/29 6.3 In einem zweiten Schritt ist der Bedarf des Beklagten und von E.________ zu ermitteln. 6.3.1 Die Klägerin macht weder einen nachehelichen Unterhaltsbeitrag geltend (s. E. 7), noch for- dert sie für E.________ einen Betreuungsunterhalt. Sie sei in der Lage, mit ihrem Einkom- men ihren Bedarf bzw. ihre Lebenshaltungskosten zu decken (act. 1 Rz 57; act. 42 Rz 14). Ausserdem hat der Beklagte, sofern er leistungsfähig ist, für den gesamten Barunterhalt von E.________ aufzukommen, denn die Klägerin erbringt unbestrittenermassen sämtlichen Na- turalunterhalt und ist nebenbei voll erwerbstätig (s. E. 6.1). Der für die Berechnung des ge- bührenden Unterhalts massgeblich e Anteil von E.________ am allfälligen Überschuss darf in diesem Fall ausschliesslich auf Grundlage des Überschusses des (Bar -)Unterhaltspflichtigen – sprich des Beklagten – beurteilt werden, während ein allfälliger Überschuss der Klägerin ausser Acht zu bleiben hat (Urteil des Bundesgerichts 5A_102/2019 vom 12. Dezember 2020 E. 5.3, in: ius.focus 3/2020 S. 4). Dementsprechend ist die Leistungsfähigkeit der Klägerin im vorliegenden Fall nicht von Bedeutung, weshalb sich die Ermittlung ihres Bedarfs erübrigt. 6.3.2 Wohnt eine Partei im Ausland und sind die dortigen Lebenshaltungskosten mit denjenigen in der Schweiz nicht vergleichbar, hat eine Anpassung des Bedarfs zu erfolgen. In der Regel ist der Bedarf prozentual zu kürzen, wobei die effektiv anfallenden und unumgänglichen Ausla- gen des betreibungsrechtlichen Existenzminimums ( bspw. Mietzins ) von der prozentualen Kürzung ausgenommen sind und zum tatsächlichen, in Schweizer Franken umzurechnenden Betrag einzusetzen sind. Praxisgemäss werden die unterschiedlichen Lebensstandards bei internationalen Verhältnissen anhand der statistisch erhobenen Verbrauchergeldparitäten bzw. internationaler Kaufkraftvergleiche ermittelt. Verwendung finden dabei namentlich die Erhebungen internationaler Grossbanken (beispielsweise die von der UBS AG verö ffentlichte Broschüre "Preise und Löhne. Ein Kaufkraftvergleich rund um die Welt") oder die Angaben des Bundesamtes für Statistik (beispielsweise der "Internationale Preisvergleich" im Statisti- schen Jahrbuch der Schweiz 2008; vgl. Urteile des Bundesgericht s 5C.6/2002 vom 11. Juni 2002 E. 3c; 5A_462/2010 vom 10. Oktober 2011 E. 3.1; 5A_736/2007 vom 20. März 2008 E. 3.2; Six, Eheschutz, 2. A. 2014, Rz 2.64). Der Beklagte wohnt in H.________ (act. 9 S. 1). Zum Vergleich der dortigen Lebenshaltungs- kosten mit denjenigen in Zug ist auf den UBS -Bericht über Preise und Löhne, Ausgabe 2018, abzustellen. Gemäss dem UBS -Bericht über Preise und Löhne, Ausgabe 2018 (<https://www.ubs.com/microsites/prices -earnings/en/explore/>, besucht am: 5. November 2020) sind die Leb enshaltungskosten ohne Miete ("price level excluding rent") in Zürich (116.8) durchschnittlich rund 30 % höher als in H.________ (83.0). Da die Lebenshaltungs- kosten – ohne Berücksichtigung der Mietpreise – in Zug und in Zürich vergleichbar sind und in Zürich und in Zug die schweizweit ermittelten Grundbeträge übereinstimmen (s. auch Urteil des Bundesgerichts 5A_736/2007 vom 20. März 2008 E. 3.2), kann als (innerschweizeri- scher) Vergleichswert auf die Lebenshaltungskosten von Zürich abgestellt werden. 6.3.3 Bei der zweistufigen Methode setzt sich der Bedarf bei knappen finanziellen Verhältnissen aus dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum und bei günstigen finanziellen Verhältnis- sen aus dem familienrechtlichen Existenzminimum zusammen. Das familienrechtl iche Exis- tenzminimum besteht gemäss Praxis des Kantonsgerichts Zug ausschliesslich aus dem be- treibungsrechtlichen Existenzminimum, den Prämien für nichtobligatorische Krankenversi- cherungen (VVG) und den Steuern; nicht dazu gehören etwa Mobilität, Kommunika tion oder Seite 15/29 Hobbys, da solche und weitere Kosten aus dem Überschuss bzw. dem Grundbetrag zu be- zahlen sind (vgl. Urteil des Obergerichts Zug Z1 2019 10 vom 28. April 2020 E. 4.4.3.1; BGE 140 III 337 E. 4.2.3; Maier, Berechnung, a.a.O., S. 338). Dem Gleichbeha ndlungsgrund- satz zur Folge ist sowohl beim Unterhaltspflichtigen als auch beim Berechtigten vom selben Standard auszugehen, sprich bei beiden sind grundsätzlich die gleichen Positionen im Bedarf zu berücksichtigen (Maier, Berechnung, a.a.O., S. 334). Da vorliegend knappe finanzielle Verhältnisse gegeben sind , sind der Bedarf des Beklagten und von E.________ anhand des betreibungsrechtlichen Existenzminimums zu berechnen (E. 6.1). Auszugehen ist grundsätzlich von den Richtlinien der Justizkommission des O berge- richtes Zug für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. De- zember 2009 (nachfolgend "Richtlinien"). Der Bedarf setzt sich wie folgt zusammen (jeweils in CHF): Beklagter E.________ Grundbetrag 840.00 600.00 Wohnkosten 394.00 470.00 Krankenversicherung (KVG abzgl. IPV) 0.00 43.00 Zusatzversicherung (VVG) 0.00 64.00 Ungedeckte Gesundheitskosten 0.00 119.00 Fahrt zum Arbeitsplatz 16.00 0.00 Fremdbetreuungskosten 0.00 701.00 Total 1'250.00 1'997.00 6.3.4 Die einzelnen Positionen begründen sich wie folgt: • Grundbetrag: Im Grundbetrag sind die Kosten für Nahrung, Kleidung und Wäsche, Kör- per- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Privatversicherungen (namentlich Hausrat- und Haftpflichtversicherung ), Kulturelles (Telefon, Radio/TV usw.) sowie Auslagen für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas etc. enthalten (Richtlinien Ziff. I; Urteil des Bundesgerichts 5C.53/2005 vom 31. Mai 2005 E. 5.2) . Nach den Richt- linien beträgt der Grund betrag für eine alleinstehende Person ohne Betreuungspflichten CHF 1'200.00. Entgegen der Auffassung der Klägerin können dem Beklagten nicht nur EUR 300.00 als Grundbetrag angerechnet werden (act. 42 Rz 8): Dieser Betrag basiert auf einer Lebenshaltungskos tenberechnung der Wirtschaftsuniversität H.________ und umfasst lediglich Nahrung und "persönliche Ausgaben" (act. 42/66). Es ist unklar, wel- che Positionen von "persönlichen Ausgaben" erfasst sind. Kosten für Kommunikation und Freizeit bzw. Unterhaltung, w elche im Grundbetrag gemäss Richtlinie n enthalten sind, werden in der Berechnung der Wirtschaftsuniversität H.________ jedenfalls sepa- rat ausgewiesen. Sodann ist offen, ob Auslagen für Kleider, Privatversicherungen, Stromkosten etc. unter "persönliche Ausg aben" zu subsumieren sind. Jedenfalls ist of- fensichtlich, dass ein Grundbetrag von EUR 300.00 auch für H.________, wo verglichen mit Zürich tiefere Lebenshaltungskosten bestehen (s. E. 6.3.2), zu tief angesetzt ist. Dementsprechend ist auf die CHF 1'200.00 gemäss Richtlinie abzustellen und dieser Betrag entsprechend den tieferen Lebenshaltungskosten prozentual zu kürzen. A ufsei- ten des Beklagten ist ein Grundbetrag von CHF 840.00 anzurechnen (CHF 1'200.00 x 0.7). Seite 16/29 Der Grundbetrag von E.________ beläuft sich auf CHF 600.00 (Richtlinien Ziff. I.4). • Wohnkosten: Der Beklagte hat trotz entsprechender gerichtlicher Aufforderung keine Unterlagen über seine monatlichen Auslagen eingereicht. Die Klägerin rechnet dem Be- klagten EUR 300.00 an und stützt sich dabei auf eine Lebenshaltungskostenberechnung der Wirtschaftsuniversität H.________ sowie eine Studie der "EU Platform on Reference Budgets" (act. 42 Rz 8). Bei Letzteren handelt es sich um ein Netzwerk von Wissen- schaftern, die Referenzbudgets entwickeln und dabei v on der Europäischen Kommission finanziell unterstützt werden ( https://www.referencebudgets.eu/copy -of-about-us-1; zu- letzt besucht am 2. November 2020). Die Wirtschaftsuniversität H.________ beziffert die Wohnkosten mit EUR 300.00 bis EUR 450.00 (act. 42/66). Laut dem "Pilot project for the development of a common methodology on reference budgets in Europe (2013 -2015)" der "EU Platform on Reference Budgets" ist bei einer Einzelperson im Mietverhältnis von Gesamtwohnkosten von EUR 342.00 ("reduced rent") bis EUR 368.00 ("private market") auszugehen (act. 42/67; https://www.referencebudgets.eu/copy -of-national-experiences ; zuletzt besucht am 2. November 2020). Ermessensweise ist auf EUR 368.00 abzustel- len. Dieser Betrag entspricht denn auch in etwa dem Mittelwe rt der von der Wirtschafts- universität H.________ angegebenen Kostenspannweite. Umgerechnet in Schweizer Franken sind dem Beklagten rund CHF 394.00 für Wohnkosten im Bedarf anzurechnen (Umrechnungskurs vom 1. November 20 20: EUR 1.00 = CHF 1.0698; https://fxtop.com/ de/wahrungsrechner.php ). Die Miete (inkl. Akontozahlungen für Nebenkosten) für die von E.________ und der Klä- gerin bewohnte Wohnung beträgt CHF 1'404.00 (act. 1/11). Praxisgemäss entfällt ein Drittel auf E.________, sprich CHF 468.00. Sodann sind gemäss der aktuellsten im Recht liegenden Heiz - und Nebenkostenabrechnung für die Periode vom 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 durch die Akontozahlungen nicht gedeckte Nebenkosten von CHF 39.75 angefallen. Davon entfällt wied erum ein Drittel auf E.________, was monatlich rund CHF 1.00 entspricht ([CHF 39.75 / 3] / 12). Mithin ist bei E.________ von Wohnkosten (inkl. Nebenkosten) in Höhe von rund CHF 470.00 pro Monat auszugehen. Stromkosten sind bereits im Grundbetrag enthalten und können nicht zusätzlich im Bedarf berück- sichtigt werden (act. 1 Rz 40; act. 1/16). • Krankenversicherung : Wie die Klägerin zu Recht vorbringt (s. E. 6.2.1.2), werden in Ös- terreich die Abgaben für die Krankenversicherung zusammen mit den (weiteren) Soz ial- versicherungsbeiträgen direkt vom Bruttolohn abgezogen (s. https://www.agenda -aus- tria.at/berechnungslogik/ ; zuletzt besucht am 2. November 2020). Im Bedarf des Beklag- ten sind somit keine (zusätzlichen) Krankenkassenprämien zu berücksichtigen. Die Prämien für die Grundversicherung (KVG) von E.________ betrugen im Jahr 2019 monatlich rund CHF 83.00, jene der Zusatzversicherung (VVG) rund CHF 64.00 (act. 1/19). Die aktuellen Prämien sind nicht bekannt, weshalb auf jene des Jahres 2019 abzustellen ist. Anl ässlich der Parteibefragung hat die Klägerin ausgeführt, im Jahr 2018 habe sie eine Prämienverbilligung erhalten, für das Jahr 2019 dagegen nicht (act. 21 Ziff. 45). In ihrer Bedarfsberechnung hat sie für E.________ eine Prämienverbilligung von monatlich r und CHF 40.00 berücksichtigt (act. 42 Rz 11; act. 1/20). Offenbar geht Seite 17/29 sie davon aus, dass sie inskünftig wiederum Anspruch auf Prämienverbilligung für E.________ haben wird. Darauf ist abzustellen. Im Bedarf von E.________ sind somit Kosten für KVG abzügl ich Prämienverbilligung von CHF 43.00 (CHF 83.00 ./. CHF 40.00) und CHF 64.00 für VVG anzurechnen. Die Berücksichtigung der Auslagen für VVG ist vorliegend angezeigt, da nicht klar ist, ob die Abzüge, welche in Österreich vom Bruttolohn getätigt werden, in etwa bloss der Grundversicherung in der Schweiz (KVG) entsprechen, oder aber darüber hinaus in Richtung VVG gehen. Entsprächen die Abzüge dem Niveau von KVG und VVG, wäre es mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz nicht vereinbar, wenn bei E.________ nur die Prämien der Grundversicherung berück- sichtigt würden (s. E. 6.3.3). Die Klägerin macht sodann ungedeckte Gesundheitskosten für E.________ von monat- lich rund CHF 140.00 geltend. Diese setzen sich zusammen aus von der Krankenkasse nicht übernommenen Rechnunge n und dem Selbstbehalt, Auslagen für Sehhilfen und orthopädischen Schuheinlagen (act. 42 Rz 12). Gemäss Kostenzusammenstellungen der Krankenkasse haben die von dieser nicht übernommenen bzw. von E.________ selbst zu tragenden Kosten im Jahr 2019 CHF 76.35 betragen (act. 38/56), im Jahr 2018 beliefen sie sich auf CHF 900.40 (act. 1/25) und im Jahr 2017 auf CHF 437.35 (act. 1/26). Aufgrund der grossen Schwankungen ist – wie auch die Klägerin vorträgt (act. 42 Rz 12) – auf den Durchschnitt der letzten drei Jah re abzustellen, was rund CHF 39.00 pro Monat ergibt ([CHF 76.35 + CHF 900.40 + CHF 437.35] / 36). Die Kosten für orthopädische Schuheinlagen in Höhe von CHF 368.35 sind ausgewiesen (act. 1/28). Dass es sich dabei um jährlich wiederkehrende, und damit regel mässige, Auslagen han- delt, ist glaubwürdig, schliesslich ist E.________ in einem Alter, in welchem ihre Füsse noch nicht ausgewachsen sind. Mithin sind monatlich rund CHF 31.00 für Schuheinlagen zu berücksichtigen. Schliesslich liegt eine Rechnung über EUR 820.00 für eine Brille von E.________ im Recht (act. 1/27), was umgerechnet rund CHF 877.00 ergibt (Umrech- nungskurs vom 1. November 2020: EUR 1.00 = CHF 1.0698; https://fxtop.com/ de/wahrungsrechner.php ). Anlässlich der Parteibefragung hat die Klägerin au sgeführt, E.________ leide unter starker Lichtempfindlichkeit sowie Kurz - und Weitsichtigkeit. Sie brauche jeweils eine neue Brille, um diese an ihre abnehmende Sehfähigkeit anzupas- sen. Dies könne jährlich sein, es komme aber darauf an (act. 21 Ziff. 46 f.). Gestützt auf die Aussagen der Klägerin ist ermessensweise davon auszugehen, dass E.________ alle eineinhalb Jahre eine neue Brille benötigt. Dementsprechend sind rund CHF 49.00 (CHF 877.00 / 18 Monate) als Kosten für Sehhilfen zu berücksichtigen. Insges amt resul- tieren ungedeckte Gesundheitskosten von monatlich CHF 119.00. • Fahrt zum Arbeitsplatz : Die Klägerin rechnet dem Beklagten EUR 15.00 pro Monat für die Fahrt zum Arbeitsplatz an. Mangels anderer Angaben seitens des Beklagten ist auf diesen Betrag ab zustellen. Umgerechnet in Schweizer Franken sind im Bedarf des Be- klagten rund CHF 16.00 für die Fahrten zum Arbeitsplatz zu berücksichtigen (Umrech- nungskurs vom 1. November 2020: EUR 1.00 = CHF 1.0698; https://fxtop.com/de/ wahrungsrechner.php). • Auswärtige Verpflegung : Die üblichen Kosten für Nahrung sind bereits im Grundbetrag enthalten, wobei pro Trag ca. CHF 10.00 – bzw. CHF 7.00 in H.________ aufgrund der tieferen Lebenshaltungskosten – für ein Mittagessen aus dem Grundbetrag zu bestreiten Seite 18/29 sind. Als Zuschlag für auswärtige Verpflegung sind nur die darüber hinausgehenden Mehrkosten zu berücksichtigen, sofern diese belegt sind (vgl. Richtlinien Ziff. II.4.2; Maier, Berechnung, a.a.O., S. 365 f.). Der Beklagte hat keine Mehrauslagen nachgewie- sen. • Fremdbetreuungskosten : Zum Barunterhalt des Kindes gehören auch die Fremdbetreu- ungskosten. Dazu gehören sämtliche Betreuungskosten durch Dritte inklusiv e Kosten für Tagesschule und Mittagsbetreuung. Arbeiten die Eltern während der Nachtzeiten oder am Wochenende, so zählen die Kosten, welche für die Betreuung der Kinder während diesen Zeiten anfallen, ebenfalls als Fremdbetreuungskosten (Maier, Berechnung, a.a.O., S. 364 f.; Six, a.a.O., Rz 2.126 und 2.160). E.________ besucht in K.________ eine modulare Tagesschule, wo sie an zwei Mittagen und drei Nachtmittagen pro Woche betreut wird. Diese kostet pro Semester CHF 1'566.00 (act. 1/35), was monatlich CHF 261.00 (CHF 1'566.00 / 6) ergibt. An der Parteibefragung hat die Klägerin ausge- führt, sie habe am Mittwoch frei, müsse aber fast jeden Samstag arbeiten (act. 21 Ziff. 49). Dementsprechend sind im Bedarf von E.________ auch die Kosten für die Be- treuung an den Samstagen zu berücksichtigen. Diese beziffert die Klägerin mit CHF 440.00, sprich CHF 110.00 pro Samstag. Als Beleg hat sie eine E -Mail eingereicht, worin die Kosten für die Betreuung während den Frühlingsferien im L.________ mit CHF 110.00 pro Tag ange geben werden (act. 1/37). Da nicht davon auszugehen ist, dass die Kosten für Ferienbetreuung (erheblich) von jenen für Wochenendbetreuung ab- weichen, ist ermessensweise auf diesen Betrag abzustellen. Im Bedarf von E.________ sind somit total CHF 701.00 für Fremdbetreuungskosten (CHF 261.00 + CHF 440.00) anzurechnen. • Die weiteren von der Klägerin geltend gemachten Auslagen, namentlich für Kommunika- tion (act. 1/32–33) und Freizeit bzw. Hobbys (act. 1/36,38–41), können im Bedarf nicht separat berücksichtigt w erden. Diese Positionen sind aus dem Grundbetrag oder einem allfälligen Überschuss zu decken (Six, a.a.O., Rz 2.125; Maier, Berechnung, a.a.O., S. 368). 6.3.5 Dem Gesamtbedarf des Beklagten und von E.________ in Höhe von CHF 3'247.00 (= CHF 1'250.00 Bekla gter + CHF 1'997.00 E.________) steht ein Gesamteinkommen von CHF 3'300.00 (CHF 3'000.00 Beklagter + CHF 300.00 Familienzulagen) gegenüber. Aus der Differenz zwischen dem Einkommen und dem Bedarf ergibt sich ein Überschuss von CHF 53.00 pro Monat, welcher praxisgemäss nach grossen und kleinen Köpfen, also zu zwei Drittel auf den Beklagten und zu einem Drittel auf E.________, aufzuteilen ist. Der gebüh- rende Barbedarf von E.________ beläuft sich mithin auf CHF 2'015.00 (= CHF 1'997.00 Be- darf + CHF 18.00 Anteil Überschuss) , wovon die Familienzulage von CHF 300.00 in Abzug zu bringen ist (Six, a.a.O., Rz 2.47). Der vom Beklagten an die Klägerin zu bezahlende Bar- unterhalt für E.________ beträgt demnach CHF 1'715.00. Wie bereits erwähnt, macht die Klägerin keinen Betreuungsunterhalt geltend, da sie mit ihrem Einkommen in der Lage sei, ihre Lebenshaltungskosten zu decken (E. 6.3.1). 6.3.6 Der vorgenannte Barunterhaltsbeitrag ist, wie von der Klägerin beantragt (Ziff. 10 ihres Rechtsbegehrens), gerichtsüblich zu indexieren. Ohne Indexierung könnte der Unterhaltsbei- trag mit der Zeit allmählich an Wert verlieren, was zu einem nicht gerechtfertigten Seite 19/29 Kaufkraftverlust bei E.________ führen könnte. Da der Ausgleich der Teuer ung aber auch nicht zu einer Verschiebung der Verhältnisse zwischen Unterhaltsbeitrag und Einkommen des Unterhaltspflichtigen zu dessen Lasten führen soll, wird der Beklagte – bei entsprechen- dem Nachweis – dazu berechtigt, die Anpassung an die Teuerung ins oweit zu verweigern, als sein Einkommen nicht durch Reallohnerhöhung, Teuerungszulagen oder sonst wie der Teuerung entsprechend erhöht wird (Spycher/Hausheer, Erlöschen und Abänderung von Un- terhaltsbeiträgen, in: Hausheer/Spycher [Hrsg.], Handbuch des Unte rhaltsrechts, 2. A. 2010, N 09.146 ff.; BGE 126 III 353 E. 1.b). 6.3.7 Die Klägerin beantragt ferner, der Beklagte sei zu verpflichten, sich an den ausserordentli- chen Kosten betreffend E.________ zur Hälfte zu beteiligen (Ziff. 8 ihres Rechtsbegehrens). Mit dem (Bar -)Unterhaltsbeitrag ist grundsätzlich der laufende, regelmässig wiederkehrende Bedarf eines Kindes zu decken. Soweit ausserordentliche Bedürfnisse des Kindes im Urteils- zeitpunkt feststehen oder vorausgesehen werden können, sind sie gesondert z u berücksichti- gen. Wurden die ausserordentlichen Bedürfnisse zum Urteilszeitpunkt hingegen nicht voraus- gesehen, ist der entsprechende Betrag nach Art. 286 Abs. 3 ZGB festzusetzen (Schweighau- ser, in: Schwenzer/Frankhauser [Hrsg.], a.a.O., Art. 285 ZGB N 10). Eine allgemeine Ver- pflichtung eines Elternteils, sich inskünftig an ausserordentlichen Kosten zu beteiligen, ist da- her nur dann möglich, wenn solche Kosten bereits im Urteilzeitpunkt konkret voraussehbar und abschätzbar sind. Eine Verpflichtung für die Zukunft setzt zudem auch voraus, dass die Eltern sich bei unerwartet anfallenden Kosten im Rahmen der elterlichen Sorge darüber wer- den einigen können, ob es sich um eine notwendige beziehungsweise nützliche Aufwendung handelt, welche sie dem Verteilschlüss el entsprechend zu übernehmen haben. Im Entscheid kann nicht gestützt auf die Leistungsfähigkeit im Urteilszeitpunkt für alle späteren, nicht konk- ret voraussehbaren Bedürfnisse des Kindes eine bestimmte Kostenbeteiligung festgelegt werden, da eine solche K ostenbeteiligung nicht zu einem Eingriff in das jeweilige Existenzmi- nimum führen darf. Bei Unklarheit über die Höhe der Kosten dürfen solche nicht voraus gese- henen, ausserordentlichen Bedürfnisse deshalb nicht im Urteil festgelegt werden (Aeschli- mann, in: Schwenzer/Frankhauser [Hrsg.], a.a.O. , Art. 286 ZGB N 20 ff.; Fountoulakis/ Breitschmid, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 286 ZGB N 15 ff.). Im vorliegenden Fall sind die von der Beklagten aufgezählten ausserordentlichen Kosten (vgl. Ziff. 8 ihres Rechtsbe gehrens) von E.________ weder mit hinreichender Sicherheit vo- raussehbar noch ausreichend substan ziiert. Der Antrag der Klägerin, der Beklagte habe sich an den zukünftig anfallenden ausserordentlichen Kosten zur Hälfte zu beteiligen, ist deshalb abzuweisen. Eine andersartige Festlegung der Regelung bezüglich der ausserordentlichen, nicht voraussehbaren Kosten ist lediglich im Vergleich möglich, kann jedoch nicht in einem gerichtlichen Urteil autoritär angeordnet werden. 7. Hinsichtlich des nachehelichen Un terhalts macht die Klägerin geltend, es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen solchen schulden (act. 42 Rz 14). Der Beklagte be- antragt sinngemäss, e s sei festzustellen, dass er mangels Leistungsfähigkeit keinen nach- ehelichen Unterhalt schuldet (act. 9). Da der nacheheliche Unterhalt der Dispositionsmaxime unterliegt (s. E. 2) und keine Partei gegenüber der anderen einen nachehelichen Unterhalts- anspruch geltend macht, ist antrags gemäss festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen nachehelichen Unterhalt schulden. Seite 20/29 8. In güterrechtlicher Hinsicht beantragt die Klägerin, es sei festzustellen, dass der Beklagte ihr einerseits Unterhaltsleistungen in Höhe von CHF 178'140.67 für die Zeit von November 2016 bis und mit Oktober 2020 und andererseits CHF 22'250.00 aus einem gemeinsamen Darle- hen schulde. Der Beklagte sei zu verpflichten, ihr diese Beträge zu bezahlen. Im Übrigen sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt sind (Ziff. 11 des klägeri- schen Rechtsbegehrens). Der Beklagte bringt sinngemäss vor, er besitze kein Vermögen und sei verschuldet (act. 9). 8.1 Wie bereits erwähnt, gelten hinsichtlich der güterrechtlichen Auseinandersetzung die Ver- handlungs- und die Dispositionsmaxime (Art. 277 Abs. 1 ZPO; s. E. 2). Das Gericht darf einer Partei aufgrund der Dispositionsmaxime nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO). 8.2 Die Klägerin stellt sich auf den Standpunkt, der Beklagte sei mit Eheschutzentscheid vom 16. November 2016 verpflichtet worden, an ihren Unterhalt und an jenen von E.________ monatlich insgesamt CHF 5'500.00 zu bezahlen. Dieser Pflicht sei d er Beklagte nicht nach- gekommen, weshalb er ihr mittlerweile gesamthaft CHF 178'140.67 an Unterhaltszahlungen schulde. Der Beklagte sei zu verpflichten, diesen Betrag zu bezahlen (act. 1 Rz 62; act. 42 Rz 19 ff.). Sodann bringt die Klägerin vor, die Parteie n hätten mit Darlehensvertrag vom 23. Februar 2015 unter solidarischer Haftbarkeit von M.________ ein Darlehen in Höhe von CHF 44'500.00 aufgenommen, um einen Kredit der N.________ zurückbezahlen zu können. Sie habe bisher Rückzahlungen in Höhe von CHF 19'345.00 geleistet, ohne dass sich der Beklagte daran beteiligt hätte. Sie werde die Schulden auch weiterhin abzahlen. Es sei je- doch nicht zu erwarten, dass sich der Beklagte inskünftig an der Rückzahlung beteiligen werde. Der Beklagte sei daher zu verpflich ten, ihr CHF 22'250.00 zu bezahlen. Im Übrigen seien sie güterrechtlich auseinandergesetzt (act. 1 Rz 63; act. 42 Rz 17 und 23). 8.2.1 Grundlegend für die güterrechtliche Auseinandersetzung ist der zwischen den Parteien wäh- rend der Ehe bestehende Güterst and. Beim Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung sind zwei nach Rechtsträgern getrennte Vermögen der Ehegatten zu unterscheiden, nämlich das Frauen- und das Mannesgut. Innerhalb des Frauen - und des Mannesguts bestehen je zwei Gütermassen, die Errungensc haft und das Eigengut. Jeder Ehegatte hat Anspruch auf sein Eigengut sowie (in der Regel) die Hälfte des Vorschlags der Errungenschaft des anderen (Art. 215 Abs. 1 ZGB). Massgebender Zeitpunkt für den Bestand der Vermögen ist das Datum der Auflösung des Güterstandes (Art. 207 Abs. 1 ZGB). Vorliegend wurde mit Entscheid vom 16. November 2016 die Gütertrennung mit Wirkung per 20. Juli 2016 angeordnet (act. 18 Dispositiv Ziff. 4 im Verfahren ES 2016 356; Art. 204 Abs. 2 ZGB). Nach der Auflösung des Gütersta ndes be- einflussen Veränderungen im Bestand des Vermögens eines Ehegatten die güterrechtliche Auseinandersetzung grundsätzlich nicht mehr. Es kann insbesondere sowohl hinsichtlich Ak- tiven als auch Passiven keine Errungenschaft mehr entstehen; auch Ersatzans chaffungen sind nicht mehr möglich (Steck/Fankhauser, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Art. 207 ZGB N 8 f.). Seite 21/29 Bei der Auflösung des Güterstandes nimmt jeder Ehegatte seine Vermögenswerte zurück, die sich im Besitz des anderen Ehegatten befinden u nd die Ehegatten regeln ihre gegenseiti- gen Schulden (Art. 205 Abs. 1 und 3 ZGB). Zu den zu regelnden gegenseitigen Schulden ge- hören insbesondere auch die aufgelaufenen Unterhaltsansprüche , weshalb sie in die güter- rechtliche Abrechnung einzubeziehen sind (statt vieler: Urteil e des Bundesgerichts 5A_850/2016 vom 25. September 2017 E. 2.2 f. und 5A_803/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 3.2 f.). Mithin sind zunächst die Aktiven und Passiven der Ehegatten – unter Berücksichti- gung der gegenseitigen Schulden – zusammenzustellen und in Mannes - und Frauenvermö- gen aufzuteilen (Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivil- gesetzbuches, 6. A. 2018, N 12.157 ff.). Jeder Vermögensgegenstand ist entweder der Er- rungenschaft oder dem Eigengut zuzuweisen . Entscheidend ist dabei der engste sachliche Zusammenhang und damit insbesondere das quantitative Übergewicht der einen oder ande- ren Gütermasse im Zeitpunkt des Erwerbs des Vermögensgegenstandes. Art. 200 Abs. 3 ZGB stellt die gesetzliche Vermutung auf, d ass alles Vermögen eines Ehegatten bis zum Be- weis des Gegenteils als Errungenschaft gilt. Auch die Schulden jedes Ehegatten sind entwe- der seinem Eigengut oder seiner Errungenschaft zuzuordnen. Dasselbe gilt für die gegensei- tigen Schulden der Ehegatten, wel che als Passivum bzw. Aktivum je einer Gütermasse der Ehegatten zuzuordnen sind (Hausheer/Aebi -Müller, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 205 ZGB N 26). Eine Schuld belastet diejenige Vermögensmasse, mit welcher sie sachlich zusammen- hängt, im Zweifel aber die Errungenschaft (Art. 209 Abs. 2 ZGB). 8.2.2 Per 20. Juli 2016 verfügte die Klägerin bei der O.________ über Kontoguthaben in Höhe von total rund CHF 48'628.00 (act. 42 Rz 17; act. 1/46–48). Diese Guthaben stellen vermutungs- weise Errungenschaft dar (E. 8.2.1). Wie nachfolgend aufzuzeigen ist (s. E. 8.2.3), haben die Parteien mit Vertrag vom 23. Februar 2015 ein Darlehen in Höhe von CHF 44'500.00 aufge- nommen. Im Innenverhältnis schulden beide Parteien der Darlehensgeberin je CHF 22'250.00. Dieser Betrag bel astet vermutungsweise die Errungenschaft (E. 8.2.1) und schmälert diese im Umfang von CHF 22'250.00. Die Klägerin hat die Darlehensschuld, für welche die Ehegatten solidarisch haften, bereits teilweise zurückbezahlt, ohne dass sich der Beklagten an den Rüc kzahlungen beteiligt hätte (s. E. 8.2.3). Nicht bekannt ist, ob die Kläge- rin mit den Rückzahlungen bereits vor oder erst nach der Gütertrennung begonnen hat. Dass erste Rückzahlungen bereits vor der Gütertrennung geleistet worden wären, hat jedenfalls keine der Parteien behauptet. Dementsprechend ist in der Errungenschaft der Klägerin keine (Regress-)Forderung gegenüber dem Beklagten (und in der Errungenschaft des Beklagten keine Schuld gegenüber der Klägerin) zu berücksichtigen . Dasselbe gilt für die aufge laufenen Unterhaltsforderungen (s. E. 8.2.4): Diese sind erst nach Anordnung der Gütertrennung ent- standen und beeinflussen damit den Bestand der Errungenschaft der Klägerin und des Be- klagten grundsätzlich nicht (vgl. Sachverhalt Ziff. 2 und E. 8.2.1). Mithin ist der Vorschlag der Klägerin mit CHF 26'378.00 zu beziffern (Art. 210 ZGB). Gleichwohl sind die aus dem Darle- hensvertrag vom 23. Februar 2015 resultierenden (gegenseitigen) Verbindlichkeiten der Par- teien sowie die seit der Gütertrennung aufgelaufenen Unterhaltsschulden zu regeln (s. dazu nachfolgend E. 8.2.3–8.2.4). Hinsichtlich der Errungenschaft des Beklagten ist festzuhalten, dass er zwar behauptet, über keine Vermögenswerte zu verfügen und verschuldet zu sein (act. 9), diese Behauptung von der Klägerin aber bestritten wird (act. 42 Rz 18). Der Beklagte hat weder die eingeforderten Belege betreffend den Stand seines Vermögens per 20. Juli 2016 eingereicht (act. 10), noch Seite 22/29 ist er zur Parteibefragung erschienen (act. 21 S. 1). Damit hat er seine Mitw irkungspflicht ver- letzt, was bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen ist. Als Folge dieser unberechtigten Mitwirkungsverweigerung ist auf die – im Übrigen letztlich unbestritten gebliebene – klägeri- sche Behauptung (act. 42 Rz 18) abzustellen, der Beklag te habe per Stichtag über Guthaben in selber Höhe verfügt wie die Klägerin (vgl. E. 2). Mithin ist auch beim Beklagten von einem Vorschlag von CHF 26'378.00 auszugehen. Da beide Vorschläge gleich hoch sind, besitzt keine Partei eine Forderung aus der Betei ligung am Vorschlag des anderen. 8.2.3 Zu regeln bleiben einerseits die Verpflichtungen der Parteien aus dem Darlehensvertrag vom 23. Februar 2015. Der Darlehensvertrag wurde vom Beklagten und der Klägerin als Darlehensnehmer unter- zeichnet und hält fes t, dass die Darlehensnehmer der Darlehensgeberin unmittelbar, unbe- grenzt und solidarisch für das gewährte Darlehen von CHF 44'500.00 haften (act. 1/44). Die Parteien sind somit als Solidarschuldner zur Rückzahlung des empfangenen Darlehens ver- pflichtet (vg l. Isenring/Kessler, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 168 ZGB N 14). Sofern sich aus dem Rechtsverhältnis unter den Solidarschuldnern nicht etwas anderes ergibt, hat von der an den Gläubiger geleisteten Zahlung ein jeder einen gleichen Teil zu übernehmen (im Innenverhältnis; Art. 148 Abs. 1 OR). Bezahlt ein Solidarschuldner mehr als seinen Teil (im Aussenverhältnis), so hat er für den Mehrbetrag Rückgriff auf seine Mitschuldner (Art. 148 Abs. 2 OR). In dem Masse, in welchem der leistende Solidarschuldner den Gläubiger befrie- digt hat, gehen dessen Rechte auf ihn über (Art. 149 Abs. 1 OR). Nach Ansicht der Klägerin ist das Darlehen von ihr und dem Beklagten zu gleichen Teilen zurückzubezahlen. Der Be- klagte bestreitet dies nicht. Im Übrigen wäre es an ihm, eine v on der gesetzlichen Regelung abweichende Vereinbarung zwischen ihm und der Klägerin zu behaupten und zu beweisen, falls er der Meinung wäre, eine solche bestünde (vgl. Graber, Basler Kommentar, 7. A. 2020, Art. 148 OR N 3). Gemäss (unbestritten gebliebe ner) Aussage der Klägerin hat sie über Jahre regelmässig Rückzahlungen geleistet und bis dato CHF 19'345.00 des Darlehensbetrags an M.________ zurückbezahlt, ohne dass sich der Beklagte an der Rückzahlung beteiligt hätte (act. 42 Rz 17; act. 21 Ziff. 40 ff.; act. 9). Der leistende Solidarschuldner kann sein Regressrecht ge- genüber seinem Mitschuldner erst dann geltend machen, wenn er den Gläubiger effektiv be- friedigt hat und dabei mehr als seinen Teil bezahlt hat (Graber, a.a.O., Art. 148 OR N 5; BGE 115 Ib 274 E. 19b). Zum jetzigen Zeitpunkt besteht das Regressrecht der Klägerin folg- lich höchstens im Umfang von CHF 9'672.50, sprich der Hälfte des bereits zurückbezahlten Betrages. Aufgrund der Passivität des Beklagten ist mit der Klägerin davon auszugehen (act. 21 Ziff. 41), dass sie auch den momentan noch ausstehenden Betrag von CHF 25'155.00.00 an M.________ zurückbezahlen wird, ohne dass der Beklagten seiner- seits Rückzahlungen an die Darlehensgeberin tätigen wird. Unter diesen Umständen ist es gerechtfertig t, den Beklagte bereits heute zu verpflichten, der Klägerin CHF 22'250.00 für die Rückzahlung des gemeinsamen Darlehens zu bezahlen (im Innenverhältnis). 8.2.4 Andererseits sind die unbezahlt gebliebenen Unterhaltsleistungen zu regeln. Der Beklagte hat nicht bestritten, dass er der ihm mit Eheschutzentscheid vom 16. November 2016 auferlegten Unterhaltspflicht nicht nachgekommen ist und die aufgelaufenen Seite 23/29 Unterhaltsschulden zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung vom 7. Oktober 2020 gesamthaft CHF 178'140.67 betrugen. Mithin ist der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin CHF 178'140.67 an ausstehenden Unterhaltsleistungen zu bezahlen. 8.3 Darüber hinaus macht weder die Klägerin vom Beklagten, noch der Beklagte von der Kläge- rin eine güterrechtliche Ausgleichsz ahlung geltend. In Anwendung der Dispositionsmaxime ist den Parteien folglich – abgesehen von der Verpflichtung des Beklagten, der Klägerin CHF 22'500.00 für die Rückzahlung des gemeinsamen Darlehens sowie CHF 178'140.67 an ausstehenden Unterhaltsbeiträgen zu bezahlen (s. E. 8.2) – aus Güterrecht nichts zuzuspre- chen. Mithin behält bzw. erhält jede Partei zu Eigentum, was sich derzeit in ihrem Besitz be- findet oder auf ihren Namen lautet. 9. Schliesslich ist über die Teilung der Guthaben der beruflichen Vors orge zu befinden. 9.1 Die Klägerin beantragt, dass die während der Ehe geäufneten Austrittsguthaben gestützt auf Art. 124b Abs. 3 ZGB überhälftig zu teilen seien, nämlich im Verhältnis von zwei Dritteln zu- gunsten der Klägerin und einem Drittel zugunsten des Beklagten . Zur Begründung führt die Klägerin aus, sie habe sowohl vor der Trennung als auch danach E.________ alleine betreut und vom Beklagten keine Hilfe erhalten. Überdies habe sie überobligatorisch in einem 100 %-Pensum gearbeitet. Auf eine hälftig e Teilung zu erkennen wäre unbillig. Der Beklagte werde auch nach einer überhälftigen Teilung über eine ausreichende Alters - und Invaliden- vorsorge verfügen. Bekanntlich sei er nach Österreich gezogen, wo die Lebenshaltungskos- ten tiefer seien als in der Sch weiz (act. 42 Rz 25 ff.). Eventualiter beantragt die Klägerin, auf die Teilung der während der Ehe geäufneten Austrittsguthaben sei zu verzichten. Zur Be- gründung bringt sie vor, sowohl sie wie auch der Beklagte seien während der Ehe erwerbstä- tig gewesen, w eshalb keine ehebedingten Nachteile auszugleichen seien. Wenn überhaupt, seien ehebedingte Nachteile auf seiten der Klägerin auszugleichen, zumal der Beklagte trotz Verpflichtung gemäss Eheschutzentscheid seiner Unterhaltspflicht nicht nachgekommen sei. Hinzutrete, dass der Beklagte sich habe selbstverwirklichen können, indem er eine selbstän- dige Erwerbstätigkeit aufgenommen habe. Auch sei davon auszugehen, dass der Beklagte sich das Vorsorgekapital ausbezahlen lassen und aufbrauchen könn te, wodurch das zusä tzli- che Vorsorgekapital zweckentfremdet würde. Zudem sei zu berücksichtigen, dass der Be- klagte unverhältnismässig stärker von der hälftigen Teilung profitieren würde als die Klägerin. Dies, da er in Österreich (mit tieferen Lebenshaltungskosten ) wohne und dort auch einer Vor- sorgeeinrichtung angeschlossen sei, woran die Klägerin aufgrund des beklagtischen Verhal- tens nicht partizipieren könne (act. 1 Rz 66; act. 42 Rz 28). Der Beklagte stellt diesbezüglich keine Anträge. 9.2 Hinsichtlich der Teilung des Guth abens aus beruflicher Vorsorge gilt die Offizialmaxime. Die Parteien können Anträge zur Teilung stellen. Das Gericht ist an diese allerdings nicht gebun- den, da der Vorsorgeausgleich der Disposition der Parteien weitgehend entzogen ist und das Gericht die B estimmungen über den Vorsorgeausgleich von Amtes wegen anwendet. Zudem gilt im Rahmen des Vorsorgeausgleichs der Untersuchungsgrundsatz. Dies bedeutet, dass das Scheidungsgericht die erforderlichen Angaben betreffend Höhe der Altersguthaben grundsätzlich v on Amtes wegen einzuholen hat, wobei sich auch aus den Art. 122 ff. ZGB keine uneingeschränkte Untersuchungsmaxime ergibt. Den Parteien obliegt es daher im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht, dem Gericht die notwendigen Tatsachen und Beweismittel Seite 24/29 zu unterbreiten. Mit anderen Worten trifft die Parteien eine aktive Mitwirkungspflicht, weshalb die Parteien angehalten werden dürfen, dem Gericht die Höhe der Austrittsleistungen mitzu- teilen (Urteil des Bundesgerichts 5A_111/2014 vom 16. Juli 2014 E. 4.2; Jungo/Grütt er, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Anh. ZPO Art. 281 N 12; Hausheer/Geiser/Aebi -Mül- ler, a.a.O., N 10.168 f.; Meyer Honegger, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Anh. ZPO Art. 277 N 15 f.). Betreffend die Folgen einer unberechtigten Mitwirk ungsverweige- rung ist auf E . 2 zu verweisen. 9.3 Gehört ein Ehegatte oder gehören beide Ehegatten einer Einrichtung der beruflichen Vor- sorge an und ist bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten, so hat jeder Ehegatte gemäss Art. 122 i.V.m. Art. 123 Abs. 1 ZGB Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügig- keitsgesetz vom 17. Dezember 1993 für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten. Vom Grundsatz der hälftigen Teilung sieht das Gesetz Ausnahmen vor. So kann das Gericht dem berechtigten Ehegatten weniger als die Hälfte der Austrittsleistung zusprechen oder die Teilung ganz verweigern, wenn wichtige Gründe vorliegen (Art. 124b Abs. 2 ZGB). Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn die hälftige Teilung unbillig wäre (1.) aufgrund der güterrechtlichen Auseinandersetzung oder der wirtschaftlichen Ver- hältnisse nach der Scheidung oder (2.) aufgrund der Vorsorgebedürfnisse, insbesondere un- ter Berücksichtigung des Altersunterschiedes zwischen den Ehegatten. Auch kann das Ge- richt dem berechtigten Ehegatten mehr als die Hälfte der Austrittsleistung zusprechen, wenn er nach der Scheidung gemeinsame Kinder betreut und der verpflichtete Ehegatte weiterhin über eine angemessene Alters - und Invalidenvorsorge verfügt (Art. 124b Abs. 3 ZGB). 9.4 Per Stichtag (Einleitung der Scheidung; 9. September 2019) verfügte die Klägerin in der Schweiz über eine Freizügigkeitsleistung von CHF 187'649.45 bei der P.________Stiftung ; die Freizügigkeitsleistung bei Heirat ist der P.________Stiftung nicht bekannt (act. 38/58). Der Beklagte verfügte per Stichtag in der Schweiz über eine Freizügigkeitsleistung von CHF 7'917.86 bei der F.________Stiftung (act. 32) und über eine Austrittsleistung von CHF 161'297.35 bei der G.________AG (act. 40; die Freizü gigkeitsleistung per Heirat war unbekannt), insgesamt also CHF 169'215.21. Nachdem keine Anhaltspunkte dafür bestehen oder geltend gemacht wurden, dass die Parteien bereits vor ihrer Heirat in der Schweiz Vor- sorgeguthaben der 2. Säule geäufnet hätten (zum Zeitpunkt der Heirat am tt.mm.1997 waren die Parteien im Übrigen erst 28 Jahre alt), ist davon auszugehen, dass sämtliches per Stich- tag vorhandene Vermögen ehelich ist. 9.5 Das Kantonsgericht Zug ist für den Vorsorgeausgleich ausschliesslich zuständig, s ofern und soweit es um den Ausgleich von Vorsorgeansprüchen gegenüber einer schweizerischen Ein- richtung der beruflichen Vorsorge geht (Art. 63 Abs. 1 bis IPRG; vgl. E. 1.1). Für Ansprüche im Ausland gegenüber ausländischen Vorsorgeeinrichtungen ist das Kant onsgericht ebenfalls zuständig, allerdings nicht ausschliesslich. Da sich der Vorsorgeausgleich nach dem auf die Scheidung anwendbaren Recht richtet (vgl. E. 1.2), ist vorliegend schweizerisches Recht an- wendbar. Dies gilt grundsätzlich auch für Vorsorgeans prüche im Ausland. Bezüglich der Höhe der Anwartschaften und der Frage, wie eine Aufteilung vollzogen werden kann, ist je- doch die für die einzelne Vorsorgeeinrichtung geltende Rechtsordnung massgebend (Urteil des Bundesgerichts 5A_176/2014 vom 9. Oktober 2 014 E. 3.2). Seite 25/29 Demensprechend sind auch die ausländischen Vorsorgeguthaben der Parteien in die Teilung miteinzubeziehen. Die Klägerin verfügt über Pensionsguthaben von EUR 11'200.84 bei der Q.________ in Österreich (Stand per 1. Januar 2014; act. 38/59), was umgerechnet per Stichtag rund CHF 12'234.70 entspricht (Umrechnungskurs am 9. September 2019: EUR 1.00 = CHF 1.0923; https://fxtop.com/de/wahrungsrechner.php ). Der Beklagte ist der gerichtlichen Aufforderung, Belege über seine während der Ehe im In - und Ausland erworbe- nen Ansprüche der beruflichen Vorsorge einzureichen, unberechtigterweise nicht nachge- kommen (act. 10). Zudem ist er der Parteibefragung unentschuldigt ferngeblieben. Damit hat er seine Mitwirkungspflicht verletzt, was ihm Rahmen der Beweis würdigung zu berücksichti- gen ist (E. 2 und 9.2). Als Folge davon ist auf die Behauptung der Klägerin abzustellen, der Beklagte sei in Österreich (auch) einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen (act. 42 Rz 28). Mithin ist davon auszugehen, dass der Beklagte in Österreich über mindestens gleich hohe Vorsorgeansprüche verfügt wie die Klägerin. 9.6 Zusammenfassend bestehen aufseiten der Klägerin Vorsorgeansprüche von total CHF 199'887.15 (CHF 187'649.45 + CHF 12'234.70) und aufseiten des Beklagten von insge- samt CHF 181'452.91 (CHF 7'917.86 + CHF 161'297.35 + CHF 12'234.70). Bei Anwendung des Grundsatzes der hälftigen Teilung hat der Beklagte gegenüber der Klägerin einen An- spruch auf Vorsorgeausgleich in Höhe von rund CHF 9'217.10. Dieser Anspruch berechnet sich wie folgt: Die Parteien verfügen zusammen über in - und ausländische Vorsorgegutha- ben von CHF 381'340.06 (CHF 199'887.15 Klägerin + CHF 181'452.91 Beklagter). Jeder Ehegatte hat Anspruch auf die Hälfte (Art. 123 Abs. 1 ZGB), sprich CHF 190'670.03 (CHF 381'340.06 / 2). Nach Verrechnung (Art. 124c Abs. 1 ZGB) verbleibt aufseiten des Be- klagten ein Fehlbetrag von rund CHF 9'217.10 (CHF 190'670.03 ./. CHF 181'452.91 Vorsor- geguthaben Beklagter). 9.7 Anschliessend ist zu prüfen, ob vorliegend vom Grundsatz der hä lftigen Teilung abzuweichen ist. Vorauszuschicken ist, dass das Abweichen vom Grundsatz der hälftigen Teilung nur aus- nahmsweise möglich ist; der Grundsatz der hälftigen Teilung soll nicht ausgehöhlt werden (Jungo/Grütter, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Art. 124b ZGB N 12; BGE 145 III 56 E. 5.4 [= Pra 2019 Nr. 39]). 9.7.1 Die von der Klägerin beantragte überhälftige Teilung nach Art. 124b Abs. 3 ZGB setzt zweier- lei voraus. Erstens übernimmt der berechtigte Ehegatte nach der Scheidung die Betreuung der gemeinsamen Kinder und zweitens verfügt der verpflichtete Ehegatte auch nach der überhälftigen Teilung über eine angemessene Alters - und Invalidenvorsorge. Nach dem Ge- setz ermöglicht einzig die Kinderbetreuung (und die daraus resultierende fe hlende Erwerbs- tätigkeit) nach der Scheidung die überhälftige Teilung. Mit der überhälftigen Teilung soll aus- geglichen werden, was die betreuende Person bei voller Erwerbstätigkeit und ohne betreu- ungsbedingten Karriereknick nach der Scheidung an Vorsorge hä tte äufnen können. Mit an- deren Worten ist vorausgesetzt, dass die berechtigte Person nach der Scheidung wegen der Kinderbetreuung in der Erwerbstätigkeit eingeschränkt ist ( Jungo/Grütter, in: Schwenzer/ Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Art. 124b ZGB N 20 und 24; Geiser, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 124b ZGB N 28 und 30; Botschaft vom 29. Mai 2013 zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Vorsorgeausgleich bei Scheidung], BBl 2013 4887 ff, S. 4919). In casu fehlt es bereits an der ersten Voraussetzung . Die Klägerin führt selbst aus, sie arbeite in Seite 26/29 einem 100 %-Pensum (s. E. 9.1). Dass sie vom Beklagten keine Unterstützung bei der Kin- derbetreuung erhält, erlaubt für sich auch keine überhälftige Teilung nach Art. 124b Abs. 3 ZGB. 9.7.2 Gemäss Art. 124b Abs. 2 ZGB kann das Gericht die unterhälftige Teilung oder den Verzicht hoheitlich – also ohne die Zustimmung der Parteien – nur dann anordnen, wenn wichtige Gründe vorliegen, die zur Unbilligkeit der hälftigen Teilung führen (vgl. Jungo/Grütter, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Art. 124b ZGB N 8, 10 und 12). In casu liegt kein solch wichtiger Grund vor. Der von der Klägerin angeführte Grund, wonach keine ehebeding- ten Nachteile gegeben seien (act. 1 Rz 66), bezieht sich auf die Genehmigungsfähigkeit ei- ner von der hälftigen Teilung abweichenden Parteivereinbarung. Für den Urteilsfall findet die- ser Grund im Gesetz keine Stütze (vgl. Jungo/Grütter, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Art. 124b ZGB N 3). Sodann bringt die Klägerin vor, der Beklagte profitiere von einer hälftigen Teilung viel stärker als sie, da er in Österreich lebe, wo die Lebenshaltungskosten viel tiefer seien (act. 42 Rz 28). Dies mag zutreffen, begründet aber keine Unbilligkeit im Sinne des Gesetzes (vgl. Geiser, a.a.O., Art 124 ZGB N 21). Die Klägerin behauptet nicht, im Falle einer hälftigen Teilung sei ihre vorsorgliche Situation verglichen mit jener des Beklagten stossend (vgl. Jungo/Grütter, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Art. 124b ZGB N 15). Dass der Beklagte sic h das Vorsorgekapital ausbezahlen lassen und aufbrauchen könnte, stellt ebenso wenig einen wichtigen Grund dar wie der Umstand, dass der Beklagte in der Vergangenheit eine selbständige Erwerbstätigkeit aufgenommen hat (act. 1 Rz 66), zumal er dafür sein Vo rsorgeguthaben der 2. Säule offensichtlich nicht angetastet hat (vgl. act. 21 Ziff. 58). Schliesslich ist festzuhalten, dass auch der Umstand, dass der Beklagte sei- ner im Eheschutzentscheid festgelegten Unterhaltspflicht nicht nachgekommen sein soll (act. 1 Rz 66), keinen wichtigen Grund zu begründen vermag. Dafür wäre eine grobe Verlet- zung der Unterhaltspflicht des Beklagten nötig (vgl. BGE 145 III 56 E. 5.3, 5.4 und 6, wo der betroffene Ehegatte während der ganzen Dauer der – über 40 Jahre dauernden – Ehe seine Unterhaltspflichten schwerwiegend verletzt hat, indem er nur sehr wenig gearbeitet, sich we- der um die Kinder noch um den Haushalt gekümmert und er gegenüber den Kindern und der Ehefrau physische und psychisch Gewalt ausgeübt hat), welche vorliegend nicht erstellt ist. Hinzukommt, dass der auszugleichende Betrag von CHF 9'217.10 nebst Zins seit 9. Septem - ber 2019 ohnehin gering ist. 9.7.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vom Grundsatz der hälftigen Teilung nicht abzuwei- chen und die P.________Stiftung anzuweisen ist, CHF 9'217.10 auf das Freizügigkeitskonto des Beklagten bei der F.________Stiftung zu überweisen (E. 9.6). 10. Abschliessend ist über die Prozesskosten zu befinden. Diese werden grundsätzlich der un- terliegenden Partei auf erlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). In familienrechtlichen Verfahren kann das Gericht sodann von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Aufgrund des Umstands, dass sich der Beklagte am vorliegenden Verfahren praktisch nicht beteiligt hat (er hat keine Belege und keine einlässliche Klageantwort eingereicht und ist un- entschuldigt weder zur Parteibefragung und Einigungsverhandlung noch zur Hauptverhand- lung erschienen), und die Klägerin mit ihren Anträgen nahezu vollständig obsiegt, rechtfertigt Seite 27/29 es sich, die Prozesskosten vollumfänglich dem Beklagten aufzuerlegen. Entsprechend sind ihm die Gerichtkosten aufzuerlegen und er ist zu verpflichten, die Parteikosten der Klägerin zu ersetzen. Das vom klägerischen Rechtsvertreter geltend gemachte Honorar in Höhe von CHF 14'757.10 (inkl. Auslagen und MWST ; act. 43) ist angesichts der zwei Verhandlungen (Parteibefragung und Hauptverhandlung) angemessen (§ 3, § 4 Abs. 1 und § 5 Abs. 1 Ziff. 1 AnwT). Entscheid 1. Die von den Parteien am tt.mm.1997 in D.________ geschlossene Ehe wird geschieden. 2.1 Das aus der Ehe der Parteien hervorgegangene Kind E.________, geb. tt.mm.2009, wird der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter zugeteilt und ihr zu Pflege und Erziehung zugewiesen. 2.2 Der Vater wird berechtigt, das Kind E.________ wie folgt zu oder mit sich auf Besuch zu neh- men: • Jeden zweiten Monat an einem Wochenende von Freitag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, wobei dieses Wochenendbesuchsrecht von den Eltern mindestens ein en Mo- nat im Voraus abzusprechen ist. Können sich die Eltern nicht einigen, k ommt dem Vater für das erste, dritte und fünfte Wochenendbesuchsrecht eines Jahres und der Mutter für die anderen Wochenendbesuchsrechte das Entscheidungsrecht zu. Grenzt an ein Wo- chenendbesuchsrecht des Vaters ein schulfreier Tag, verlängert sich dieses um diesen Tag. • Jährlich für drei Wochen Ferien während der Schulferien, wobei die Ferien zwischen den Eltern drei Monate im Voraus abzusprechen sind. Können sich die Eltern nicht einigen, kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsre cht bezüglich der Aufteilung der Ferien und der Mutter in Jahren mit ungerader Jahreszahl zu. Von der vorgenannten Besuchs - und Ferienregelung können die Eltern auf einvernehmlicher, vorgängiger und schriftlicher Basis (auch per E -Mail) und unter Berücksichtigung der Interes- sen und Bedürfnisse von E.________ abweichen. 2.3 Der Vater wird verpflichtet, mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids an den Unterhalt des Kindes E.________ mindestens bis zum erfüllten 18. Altersjahr und längstens bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung einen Barunterhaltsbeitrag von monatlich CHF 1'715.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats. Dieser Unterhaltsbeitrag basiert auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundes- amtes für Statistik, Stand Oktober 2020 = 101.2 Punkte (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Er ist jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 20 22, dem Indexstand November des Vorjahres proportional anzupassen und auf ganze Franken aufzurunden. Seite 28/29 Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: Neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index 101.2 Der Unterhaltspflichtige kann diese Anpassung insoweit verweigern, als sein E inkommen nicht durch Reallohnerhöhung, Teuerungszulagen oder sonst wie der Teuerung entspre- chend erhöht wird. Er verwirkt für das fragliche Jahr den Verweigerungsanspruch, sofern er diesen der Unterhaltsberechtigten nicht bis zum 31. Januar urkundlich nach weist. 3. Es wird festgestellt, dass sich die Parteien gegenseitig keinen nachehelichen Unterhalt ge- mäss Art. 125 ZGB schulden. 4.1 Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 22'250.00 für die Rückzahlung des gemein- samen Darlehen s vom 23. Februar 2015 sowie CHF 178'140.67 an ausstehenden Unter- haltsbeiträgen zu bezahlen. 4.2 Im Übrigen wird jeder Partei zu Eigentum zugewiesen, was sich in ihrem Besitz befindet oder auf ihren Namen lautet. Damit sind die Parteien güterrechtlich aus einandergesetzt. 5. Die P.________Stiftung wird gestützt auf Art. 122 ZGB / Art. 280 Abs. 2 ZPO angewiesen, vom Vorsorgekonto, lautend auf A.________, den Betrag von CHF 9'217.10 zuzüglich Zins seit 9. September 2019 auf das Vorsorgekonto ( Freizügigkeitskonto -Nr. .________), lautend auf C.________, bei der F.________Stiftung zu überweisen. 6. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 7. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt: CHF 6'000.00 Entscheidgebühr Die Gerichtskosten werden dem Beklagten auferlegt und mit dem von der Klägerin geleiste- ten Kostenvorschuss von CHF 3'500.00 verrechnet. Der Beklagte hat der Klägerin den Kos- tenvorschuss im Umfang von CHF 3'500.00 zu ersetzen. Der Fehlbetrag von CHF 2'500.00 wird vom Beklagten nachgefordert. 8. Der Beklagte hat der Klägerin eine Parteientschädigung von CHF 14'757.10 (MWST inbegrif- fen) zu bezahlen. 9. Gegen diesen Entscheid kann binnen 30 Tagen seit der Zustellung schriftlich , begründet und mit bestimmten Anträgen unter Beilage des angefochtenen Entscheides Berufung beim Obergericht des Kantons Zug eingereicht werden. Gerügt werden kann die unrichtige Rechtsanwendung und/oder die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (Art. 310 ZPO). Die Berufungsschrift kann in Papierform (je ein Exemplar für das Gericht und jede Gegenpar- tei) oder elektronisch, versehen mit einer qualifizierten elektronischen Signatur, eingereicht werden (Art. 130 Abs. 1 und 2 ZPO). Seite 29/29 10. Mitteilung an: - Parteien (an den Beklagten mittels Publikation im Amtsblatt des Kantons Zug) - Gerichtskasse (im Dispositiv) und auszugsweise an: - P.________Stiftung vorab zur Kenntnisnahme und nach Eintritt der Rechtskraft zum Vollzug von Ziffer 5 des Dispositivs sowie nach Eintritt der Rechtskraft auszugsweise an: - Direktion des Innern, Sonderzivilstandsamt Zug, Postfach 146, 6301 Zug - Amt für Kindes - und Erwachsenenschutz, Bahnhofstrasse 12, Postfach 27, 6301 Zug - Amt für Migration, Postfach 857, 6301 Zug Kantonsgericht des Kantons Zug 1. Abteilung lic.iur. D. Panico Peyer MLaw J. Merz Kantonsrichterin Gerichtsschreiber versandt am: sta