Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. April 2022 (720 21 156 / 88; 720 21 181 / 89) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts / Bemessung des Invalidenein- kommens anhand der LSE-Tabellenlöhne: Bestimmung des massgebenden Kompetenz- niveaus Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Erich Züblin, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Beigeladene proparis Vorsorge -Stiftung Gewerbe Schweiz , Schwarztorstrasse 26, Postfach, 3001 Bern Betreff IV-Rente Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der 1960 geborene, zuletzt als Werkstattleiter bei der B.____ GmbH tätig gewesene A.____ meldete sich am 15. Juni 2017 bei der Eidgenö ssischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaf t klärte die gesundheitlichen und die erwerblichen Verhältnisse des Versicherten ab, insbesondere liess sie diesen durch die Aerztli- che Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH polydisziplinär begu tachten. Auf der Grundlage dieser ABI-Expertise vom 9. Juni 2020 ermittelte die IV-Ste lle beim Versicherten ab 16. Dezember 2017 (Ablauf des Wartejahres) einen Invaliditätsgrad von 100 % und ab 1. April 2019 einen sol- chen von 57 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach durchgeführ- tem Vorbescheidverfahren für den Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis 30. Juni 2019 eine gan- ze Rente und mit Wirkung ab 1. Juli 2019 eine (unbefri stete) halbe Rente zu. Die Rentenzu- sprache erfolgte dabei in Form von zwei Verfügungen: I n einer ersten Verfügung vom 19. April 2021 setzte die IV-Stelle die laufende Rente ab 1. Ma i 2021 fest und in der zweiten Verfügung vom 8. Juni 2021 entschied sie über den Rentenanspruch f ür den Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis 30. April 2021. B. Gegen diese Verfügungen vom 19. April 2021 und 8 . Juni 2021 erhob A.____, vertre- ten durch Advokat Erich Züblin, mit Eingaben vom 17. Ma i 2021 und 10. Juni 2021 jeweils Be- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). In beiden Rechtsmitteln beantragte er, es sei die angefochtene V erfügung insofern abzuändern, als ihm ab 1. Juli 2019 weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen sei; unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Verfügung vom 15. Juni 2021 legte das Kantonsge richt die beiden Beschwerdever- fahren zwischen A.____ und der IV-Stelle mit den Rente nverfügungen vom 19. April 2021 und 8. Juni 2021 als Anfechtungsobjekten (Verfahren Nr. 720 21 156 und 720 21 181) zusammen. D. Da der Beschwerdeführer seinem behandelnden Facharzt PD Dr. med. C.____, Gast- roenterologie FMH, am 17. Mai 2021 verschiedene Frage n zum aktuellen Gesundheitszustand unterbreitet hatte, ersuchte die IV-Stelle das Kanton sgericht, die beiden Beschwerdeverfahren bis zum Vorliegen der betreffenden Antworten zu sistier en. Mit Verfügung vom 20. Juli 2021 entsprach das Kantonsgericht diesem Verfahrensantrag. E. Am 26. August 2021 reichte der Beschwerdeführer den Bericht (samt Unterlagen) von PD Dr. C.____ vom 19. August 2021 ein. Gleichzeitig nahm er aus seiner Sicht dazu Stellung. Unter Hinweis auf diese Eingabe hob das Kantonsgericht mit Verfügung vom 17. September 2021 die Sistierung der beiden Verfahren auf. F In ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2021 hielt die IV-Stelle unter Hinweis auf zwei von ihr beigelegte Beurteilungen von Dr. med. D._ ___, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regi- onaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 8. Juni 2021 und 28. September 2021 fest, es sei davon auszugehen, dass dem Versicherten ab Dezember 202 0 aufgrund einer Verschlech- terung seines Gesundheitszustands die Verwertung der Erw erbsfähigkeit nicht mehr möglich gewesen sei. Man beantrage deshalb insofern eine teilw eise Gutheissung der Beschwerden, als dem Versicherten ab 1. März 2021 wieder eine ganze Rente auszurichten sei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Mit Eingabe vom 2. November 2021 äusserte sich der Ve rsicherte wie folgt zur Ver- nehmlassung der Beschwerdegegnerin: Er nehme zur Kenntnis, dass die IV-Stelle nunmehr die Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. März 2021 beantrag e, er halte aber ausdrücklich an sei- nem in den beiden Beschwerden gestellten Rechtsbegehren fest, wonach ihm ab 1. Juni 2019 (richtig: 1. Juli 2019) weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen sei. H. Auf Ersuchen des Beschwerdeführers vom 13. Dezember 2021 hin lud das Kantonsge- richt mit Verfügung vom 4. Januar 2022 dessen Pensionskass e, die proparis Vorsorge-Stiftung Gewerbe Schweiz, zu den vorliegenden Beschwerdeverfahren bei. I. Am 17. Januar 2022 teilte die Beigeladene mit, d ass sie auf eine materielle Stellung- nahme zu den Beschwerdeverfahren verzichte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekte der vorliegenden Verfahren bilden zwei Verfügungen der IV-Stelle Base l-Landschaft, sodass die örtliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen i st. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung ( VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht a ls einzige gerichtliche Instanz des Kan- tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-S telle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Au f die - im Übrigen frist- und formge- recht erhobenen - Beschwerden des Versicherten vom 17. Ma i 2021 und 10. Juni 2021 ist demnach einzutreten. 2. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände- rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kra ft. Die vorliegend angefochtenen Verfü- gungen ergingen vor dem 1. Januar 2022. Nach den allg emeinen Grundsätzen des intertempo- ralen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts ( statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher di e Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vo m 17. Januar 1961 sowie des Bundes- gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsr echts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen F assung anwendbar (Urteil des Bundes- gerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). Si e werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die vo raussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der g esundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die ander e medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eine s Arztberichtes ist demnach entschei- dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntn is der Vorakten (Anamnese) abge- geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Z usammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schl ussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2019, 9C_609/2018, E. 3.2.2). 5. In Bezug auf den medizinischen Sachverhalt sind sich die Parteien mittlerweile dahin- gehend einig, dass beim Versicherten von Mitte Dezember 2017 (Ablauf des Wartejahres) bis Ende März 2019 und erneut ab 12. Dezember 2020 von e iner vollen Arbeitsunfähigkeit auszu- gehen ist. Diese übereinstimmende Beurteilung der Part eien ist im Lichte der diesbezüglich schlüssigen medizinischen Aktenlage (vgl. insbesondere das AB I-Gutachten vom 9. Juni 2020 sowie die Beurteilungen von PD Dr. C.____ vom 19. Au gust 2021 und des RAD-Arztes Dr. D.____ vom 28. September 2021) nicht zu beanstanden. Soweit es um die Phase von Mitte Dezember 2017 (Ablauf des Wartejahres) bis 31. März 2019 und um die Zeit ab 12. Dezember 2020 geht, kann demnach an dieser Stelle von weitere n Erörterungen zum medizinischen Sachverhalt abgesehen werden. 6. Nach wie vor unterschiedlicher Auffassung sind die Part eien bezüglich der Frage, in welchem Umfang der Beschwerdeführer im Zeitraum vom 1. April 2019 bis 11. Dezember 2020 arbeitsunfähig war. 6.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszusta nds und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten das polydisziplinäre ABI-Gutachten vom 9. J uni 2020 ein, das Abklärungen in den Fachbereichen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie , Rheumatologie und Gastroentero- logie beinhaltet. Die Gutachter erhoben darin folgen de Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: Ein chronisches lumbospondylogenes bis facettogenes Schmerzsyndrom (ICD- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10 M54.5), ein chronisches polyartikuläres und myalgifo rmes Schmerzsyndrom unklarer Ätiolo- gie (ICD-10 M25.5), ein bilaterales chronisches Schult erimpingementsyndrom (ICD-10 M75.9) und eine Colitis ulcerosa (ED 1987, aktenanamnestisch; I CD-10 K51.9). Zur Frage der Arbeits- fähigkeit im angestammten Beruf führten die Gutachter aus, der Explorand könne in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Werkstattleiter während vier bi s fünf Stunden anwesend sein. Ein- schränkend sei festzuhalten, dass kein genaues Belastungsp rofil als Werkstattleiter vorliege, doch handle es sich dabei in der Regel um eine leichte , wechselbelastende Tätigkeit. Der er- höhte Pausenbedarf des Versicherten sei durch die Stundenreduktion abgedeckt. Insgesamt sei demnach von einer 50 %-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen. Diese Einschätzung gelte aufgrund der Aktenlage spätestens ab April 2019. Auf die Frage nach der der Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer der Behinderung optimal angepassten Tätigkeit hielten die Gutachter fest, dass diese ebenfalls 50 % betrage. Geeignet seien körperlich leichte, wechselbelastende Arbeiten, ohne über Kopf zu verrichtende Handlungen, ohne Heben und Tragen von mehr als 10 kg bis Hüfthöhe und 5 kg darüber sowie ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule. 6.2 In den angefochtenen Verfügungen vom 19. April 2 021 und 8. Juni 2021 stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung der Arbeitsfähigk eit des Versicherten auf die geschilderten Er- gebnisse, zu denen die ABI-Gutachter in ihrer polydiszip linären Expertise vom 9. Juni 2020 ge- langt waren. Sie ging demzufolge davon aus, dass der V ersicherte im Anschluss an die bis En- de März 2019 bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit ab 1. April 2019 in der angestammten Tätigkeit als Werkstattleiter wieder zu 50 % arbeitsfäh ig gewesen sei. In seinen Beschwerden beanstandet der Versicherte diese vorinstanzliche Beurtei lung, insbesondere macht er geltend, dass es sich beim zuletzt ausgeübten Beruf als Werkstattleiter entgegen der Annahme der ABI- Gutachter nicht um eine leidensangepasste Tätigkeit geha ndelt habe. Diesem Einwand ist bei- zupflichten. Gemäss den Angaben der Arbeitgeberin im Fragebogen vom 12. Juli 2016 musste der Versicherte nebst leichteren Bürotätigkeiten durch aus auch mittelschwere und selten schwere Arbeiten verrichten. In seiner Stellungnahme vom 8. Dezember 2020 anerkennt denn auch der RAD-Arzt Dr. D.____, dass richtigerweise vom k onkreten Belastungsprofil, wie es die Arbeitgeberin formulierte, und nicht von der entsprech enden theoretischen Annahme der ABI- Gutachter ausgegangen werden müsse. Dies bedeutet aber, dass die IV-Stelle bei der Bemes- sung des Invalideneinkommens nicht vom Lohn hätte ausgeh en dürfen, den der Versicherte in einem noch zumutbaren Pensum von 50 % in der bisherig en Tätigkeit als Werkstattleiter erzie- len würde. 6.3 In ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2021 ging d ie IV-Stelle nicht weiter auf den vorstehend geschilderten, das Belastungsprofil des angest ammten Berufs als Werkstattleiter betreffenden - und sich als berechtigt erweisenden - E inwand des Beschwerdeführers ein. Sie beschränkte sich vielmehr auf den Hinweis, dass der Versicherte laut ABI-Gutachten ab 1. April 2019 zumindest in einer der Behinderung optimal angepassten Verweistätigkeit wieder zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei. Unter Hinweis auf die Ausführungen von PD Dr. C.____ stellt der Be- schwerdeführer auch diese vorinstanzliche Beurteilung in Frage. Wie es sich damit verhält, kann hier aber offen bleiben. Aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt sich nämlich, dass der Versicherte auch Anspruch auf eine ganze Rente hat, wenn man von der Richtigkeit dieser Ein- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht schätzung der IV-Stelle, also von einer 50 %-igen Arbe itsfähigkeit des Versicherten in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit, ausgeht. 7.1 Wie eben ausgeführt, vertritt die IV-Stelle in i hrer Vernehmlassung zwar den Stand- punkt, dass der Versicherte ab 1. April 2019 in einer d er Behinderung optimal angepassten Verweistätigkeit wieder zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei, sie unterliess es jedoch, in Bezug auf eine solche zumutbare Verweistätigkeit die erforderlich e (Neu-) Bemessung des Invalidenein- kommens vorzunehmen. Eine solche ist deshalb im Folgenden nachzuholen. 7.2.1 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesun dheitsschadens keine oder jeden- falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit a ufgenommen, können für die Bemes- sung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der Schw eizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik herangezogen werde n (BGE 143 V 295 E. 2.2). Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten zu ver- wenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 mit Hinweisen). Hier steht der Rentenanspruch des Versicher- ten ab 2019 zur Diskussion, weshalb die Tabellenlöhne d er LSE 2018 die Basis der Berech- nung zu bilden haben. 7.2.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage v on statistischen Durchschnittswer- ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert all enfalls zu kürzen. Mit dem Abzug vom LSE-Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per- sönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der B ehinderung, Lebensalter, Dienst- jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Bes chäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versic herte Person deswegen die ver- bliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch- schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abz ug soll aber nicht automatisch erfol- gen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfal l nach pflichtgemässem Ermessen ge- samthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 146 V 16 E. 4.1). 7.3.1 Laut Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zent ralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, Kompetenzniveau und Geschlecht - Privater Sektor) der LSE 2018 belief sich der Zentralwert für die im privaten Sektor beschäftigten Männer im T otal aller Wirtschaftszweige im Jahre 2018 im Kompetenzniveau 1 ("Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art") auf Fr. 5'417.-- und im Kompetenzniveau 2 ("Praktische Tät igkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenver- arbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheits- dienst sowie Fahrdienst") auf Fr. 5'649.--. Es stell t sich die Frage, von welchem dieser beiden Kompetenzniveaus im Fall des Beschwerdeführers auszugehen ist. Wenn die versicherte Per- son nach Eintritt der Invalidität - wie hier - nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung des LSE-Kompeten zniveaus 2 nach der bundesgerichtli- chen Praxis nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Sozialver- sicherungsrecht – Rechtsprechung [SVR] 2022, IV Nr. 22, E . 5.4.1 mit Hinweisen). Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Werkstattleiter verfüg t der Beschwerdeführer über eine gewis- se Führungserfahrung sowie über Fähigkeiten und Kennt nisse, die zweifellos auch ausserhalb Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Autogewerbes nutzbar sind. Dies rechtfertigt die Anwendung des Kompetenzniveaus 2 (vgl. auch SVR 2022, IV Nr. 22, E. 5.4.1 mit Hinweis). 7.3.2 Der Tabellenlohn von Fr. 5'649.--, der nach de m vorstehend Gesagten gemäss der Tabelle TA1 der LSE 2018 für die im privaten Sektor beschäftigten Männer im Total aller Sekto- ren im Jahre 2018 im Kompetenzniveau 2 zur Anwendung gelangt, beruht auf einer einheitli- chen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden. Er ist deshalb au f die durchschnittliche Wochenar- beitszeit des Jahres 2019 von 41,6 Stunden (vgl. Bundesa mt für Statistik, Betriebsübliche Ar- beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen und Grossregionen, in Stunden pro Woche, Tabelle T03.02.03.01.04.04, "Total") umzurechnen. Daraus resul tiert ein Monatslohn von Fr. 5'875.--. Dieser Betrag ist der bis ins Jahr 2019 erfolgten Nomin allohnentwicklung von + 0,9 % (Bundes- amt für Statistik, Nominallohnindex 2016 - 2020, Männe r, Total, Tabelle T1.1.15) anzupassen, was ein Invalideneinkommen von Fr. 5'927.85 pro Monat bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 71'134.- ergibt. Geht man mit der IV-Stelle davon aus, dass der Versicherte in einer solchen Tätigkeit noch zu 50 % arbeitsfähig ist (vgl. E. 6.3 hiervor), so resultiert als Ausgangswert ein Invaliden- einkommen von Fr. 35‘567.-- (Fr. 71‘134.-- x 50 %). 7.4.1 In ihrem Vorbescheid hatte die IV-Stelle dem V ersicherten einen Abzug vom LSE- Tabellenlohn in der Höhe von 5 % gewährt. In der Fo lge rechnete sie ihm aufgrund seiner Vor- bringen im Einwandverfahren jedoch in den angefochten en Verfügungen einen zusätzlichen Abzug von 10 % an und berücksichtigte demnach bei der E rmittlung des Invalideneinkommens insgesamt einen 15 %-igen Abzug vom Tabellenlohn. In d iesem Zusammenhang ist darauf hin- zuweisen, dass der gesamthaft vorzunehmende Abzug vom Tabel lenlohn grundsätzlich eine Schätzung darstellt. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollieren- de richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle des Sozialversicherers setzt (BGE 126 V 75 E. 6). Das kantonale Versicherungsgericht greift daher i n das Ermessen des Sozialversicherers nur bei triftigen Gründen ein. Dabei muss sich das kanton ale Gericht auf Gegebenheiten ab- stützen können, die eine abweichende Ermessensausübung a ls naheliegender erscheinen las- sen (BGE 123 V 150 E. 2). Ob vorliegend der von der IV-Stelle gewährte Tabellenlohnabzug von 15 % (noch) angemessen ist, kann letztlich offen ble iben, führt doch bereits ein 10 %-iger Abzug, der dem Versicherten jedenfalls zu gewähren ist, zum Anspruch auf eine ganze Rente (vgl. den nachfolgenden Einkommensvergleich in E. 7.6). Bei der Bemessung des Abzugs gilt es zu Gunsten des Versicherten immerhin noch folgenden A spekt zu beachten: Wie oben fest- gehalten, verfügt der Beschwerdeführer aufgrund seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit zwar über Führungserfahrung. Um von dieser auch in einer gänzli ch neuen Branche lohnmässig profitie- ren zu können, würde es aber zweifellos einer gewissen Ze itspanne bedürfen, in welcher sich der Versicherte vorerst in das neue Tätigkeitsgebiet ein arbeiten müsste. In diesem Zusammen- hang gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass der Beschwer deführer im Verfügungszeitpunkt bereits 61 Jahre alt war und ihm deshalb lediglich noch eine sehr begrenzte Aktivitätsdauer zur Verfügung stand. Vor diesem Hintergrund erscheint es fraglich, ob für den Versicherten trotz seiner bisherigen Führungserfahrung die Übernahme eine r qualifizierteren Tätigkeit in einer für ihn gänzlich neuen Branche realistischerweise überhaupt noch in Frage gekommen oder ob eine Neuanstellung nicht eher nur noch ohne Berücksichtig ung der bisherigen spartenfremden Führungserfahrung - mit einem entsprechend tieferen Gehalt - erfolgt wäre. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4.2 Nimmt man beim oben (vgl. E. 7.3.2 hiervor) a nhand der LSE-Tabellenlöhne ermittel- ten Invalideneinkommen von Fr. 35‘567.-- einen 10 %-ig en Abzug vor, so führt dies zu einem für den Einkommensvergleich massgebenden Invalideneinkommen des Beschwerdeführers von Fr. 32'010.--. 7.5 Als Valideneinkommen des Versicherten ermittelte die IV-Stelle in den angefochtenen Verfügungen gestützt auf die Lohnangaben der letzten Arbeitgeberin (für das Jahr 2016) und in Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2017 ein Gehalt in der Höhe von Fr. 108'332.--. Der auf diese Weise ermittelte Betr ag ist nicht zu beanstanden. Er ist jedoch in Bezug auf den hier zu beurteilenden Rentenanspruch a b 2019 der seitherigen Nominallohnent- wicklung von + 0,6 % (bis 2018) und von 0,0 % (bis 2019; vgl. Bundesamt für Statistik, Nominal- lohnindex 2016 - 2020, Männer, Wirtschaftszweig G "Hand el und Reparatur von Motorfahrzeu- gen", Tabelle T1.1.15) anzupassen, was im Ergebnis zu e inem für das Jahr 2019 massgeben- den Valideneinkommen von Fr. 108'982.-- führt. 7.6 Setzt man im Einkommensvergleich dieses Valideneinko mmen von Fr. 108'982.-- dem oben ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 32'010.-- gegenüber, so resultiert daraus für den vorliegend zu beurteilenden Zeitraum vom 1. April 2019 bis 12. Dezember 2020 ein Invaliditäts- grad des Versicherten von 70,63 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 71 %. 7.7 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5 hiervor), war bzw. ist der Versicherte von Mitte Dezem- ber 2017 (Ablauf des Wartejahres) bis Ende März 2019 un d erneut ab 12. Dezember 2020 in sämtlichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Unter diesen Umständen kann für die betref- fenden Perioden von der Vornahme eines Einkommensvergleichs abgesehen und stattdessen - darin sind sich auch die Parteien einig - ohne Weiteres von einer vollständigen Erwerbsunfähig- keit bzw. von einem Invaliditätsgrad von 100 % ausgegangen werden. 7.8 Bei Invaliditätsgraden von 100 % ab Mitte Dezember 2017 (Ablauf des Wartejahres) bis Ende März 2019, von 71 % ab 1. April 2019 bis 11. D ezember 2020 und wiederum von 100 % ab 12. Dezember 2020 hat der Versicherte, wie v on ihm beantragt, ab 1. Dezember 2017 durchgehend Anspruch auf eine ganze Rente. 8. Zusammenfassend ist demnach als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerden des Versicherten gutzuheissen und die angefochtenen Verfüg ungen der IV-Stelle vom 19. April 2021 und 8. Juni 2021 insoweit zu ändern sind, als festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2017 Anspruch auf eine unbefristete ganze Rente hat. 9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer obsiegende und die IV-Stelle unterliegende Partei. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes- halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kos- tenvorschuss zurückzuerstatten. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers machte in seiner Honorarnote vom 2. November 2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 15 Stunden und 20 Minuten geltend, was sich in Anbetracht der sich stellen- den Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelan genden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind di e geltend gemachten Auslagen von Fr. 94.70. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Partei entschädigung in der Höhe von Fr. 4'229.60 (15 Stunden und 20 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 94.70 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerden werden die ange fochtenen Verfü- gungen der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 19. April 2 021 und 8. Juni 2021 insoweit geändert, als festgestellt wird, dass der Beschwerdefüh- rer ab 1. Dezember 2017 Anspruch auf eine unbefristete ganze Rente hat. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 4'229.60 (inkl. Ausla gen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht