A bteilung V E -4743/2006/pei {T 0/2} U rte il v o m 4 . O k to b e r 2 0 0 7 R ichter Kurt G ysi (Vorsitz), R ichter R obert G alliker, R ichter François Badoud G erichtsschreiber N icholas Sw ain. A _______, geboren _______, Türkei, _______, vertreten durch B_______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verfügung vom 18. N ovem ber 2005 i.S. Asyl und W egw eisung / N _______, B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandE -4743/2006 Sachverhalt: A . D er Beschw erdeführer verliess nach eigenen Angaben seinen H eim at- staat am 2. O ktober 2005 und reiste am 11. O ktober 2005 illegal in die Schw eiz ein, w o er am 12. O ktober 2005 im Em pfangszentrum Kreuz- lingen ein Asylgesuch stellte. N ach der Kurzbefragung vom 18. O kto- ber 2005 w urde er für die D auer des Verfahrens dem Kanton C _______ zugeteilt. Am 8. N ovem ber 2005 führte das BFM eine direkte Anhörung des Beschw erdeführers durch. B . Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschw erdeführer im W esentlichen vor, er sei kurdischer Ethnie und stam m e aus D _______, habe aber seit seinem zw eiten Lebensjahr in E_______ gelebt. Er stam m e aus einer Fam ilie, die sich stark politisch engagiert habe. Sein Vater habe sich 1994 oder 1995 den PKK-G uerilla in den Bergen angeschlossen. Zw ei seiner Brüder seien in den 90er Jahren fünf Jahre im G efängnis gew esen. F_______ sei danach ebenfalls in die Berge gegangen und im Jahre 2002 als M ärtyrer gefallen. Zudem w ürden zw ei seiner Schw estern von den Behörden gesucht. G _______ sei in der Schw eiz Asyl gew ährt w orden. H _______ habe die Türkei vor etw a 10 Jahren verlassen und halte sich in einem unbekannten europäischen Land auf. Er selber sei im m er w ieder von Zivilpolizisten, w elche das H aus seiner M utter in E_______ observiert hätten, angehalten und nach seinen Fam ilienangehörigen befragt w orden. Er sei m it dem Tod bedroht w orden, für den Fall, dass er den Aufenthaltsort seiner Angehörigen nicht preisgebe. Aufgrund dessen habe er sich in den Jahren 2000 bis 2002 bei einem älteren B ruder in I_______ aufgehalten. D ie behördlichen Schikanen hätten sich jedoch auch da, sow ie in J_______, w o er in den Som m erm onaten der Jahre 2003 und 2004 gearbeitet habe, fortgesetzt. N ach der R ückkehr nach E_______ im O ktober 2004 sei er fast täglich behelligt w orden, so dass er sich schliesslich zur Ausreise entschlossen habe. C . M it Verfügung vom 18. N ovem ber 2005 lehnte das BFM das Asyl- gesuch des Beschw erdeführers ab und ordnete dessen W egw eisung aus der Schw eiz an. Zur Begründung führte es aus, dass seine Vorbringen w eder den Anforderungen an die G laubhaftigkeit gem äss A rt. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) noch S eite 2E -4743/2006 denjenigen an die Asylrelevanz gem äss A rt. 3 AsylG standzuhalten verm öchten. Ausserdem sei der Vollzug der W egw eisung zulässig, zum utbar und m öglich. Auf die detaillierte Begründung w ird - sow eit entscheidw esentlich - in den Erw ägungen eingegangen. D . M it Eingabe seines R echtsvertreters vom 19. D ezem ber 2005 erhob der Beschw erdeführer Beschw erde gegen die Verfügung der Vorin- stanz und beantragte deren Aufhebung sow ie die G ew ährung des Asyls. Eventualiter sei die U nzulässigkeit und U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen. In form eller H insicht beantragte er die G ew ährung der unentgeltlichen Verbeiständung und R echtspflege gem äss A rt. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) sow ie den Beizug der Akten des Asylverfahrens seiner Schw ester G _______ (N _______) und die G ew ährung der Einsicht in dieselben. Auf die Begründung w ird - sow eit entscheidw esentlich - in den Erw ägungen eingegangen. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschw erde- führer ein Schreiben der R echtsanw ältin L_______ vom 19. O ktober 2005, inklusive Ü bersetzung, einen A rtikel aus der „N euen Zürcher Zeitung“ vom 15. D ezem ber 2005 in Kopie sow ie eine Fürsorge- bestätigung des D urchgangszentrum s D egenbalm vom 5. D ezem ber 2005 ein. E. M it Zw ischenverfügung vom 20. D ezem ber 2005 bestätigte der zustän- dige Instruktionsrichter den Eingang der Beschw erde. F. M it Eingabe vom 21. D ezem ber 2005 reichte der R echtsvertreter des Beschw erdeführers eine Erm ächtigung von G _______ zur Einsicht in ihre Verfahrensakten sow ie eine Kopie von deren frem denpolizeilichem Ausweis ein. G . M it Zw ischenverfügung vom 23. D ezem ber 2005 hiess der zuständige Instruktionsrichter das G esuch um unentgeltliche R echtspflege gem äss A rt. 65 Abs. 1 Vw VG gut. H ingegen w ies er das Begehren um G ew ährung der unentgeltlichen Verbeiständung gem äss A rt. 65 Abs. 2 Vw VG ab. S eite 3E -4743/2006 H . M it Zw ischenverfügung vom 10. Februar 2006 gew ährte der zuständi- ge Instruktionsrichter dem Beschw erdeführer antragsgem äss Einsicht in die w esentlichen Akten des Asylverfahrens seiner Schw ester G _______ (N _______) und gab ihm G elegenheit zur Einreichung einer Beschw erdeergänzung. I. M it Eingabe seines R echtsvertreters vom 27. Februar 2006 nahm der Beschw erdeführer zu den ihm offengelegten Akten Stellung. J. In ihrer Vernehm lassung vom 15. M ärz 2006 hielt die Vorinstanz an der angefochtenen Verfügung fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. K . M it Strafverfügung des U ntersuchungsrichteram ts K_______ vom 20. N ovem ber 2006 w urde der Beschw erdeführer w egen Ü bertretung des Betäubungsm ittelgesetzes zu einer Busse von Fr. 150.-- verurteilt. Ferner w urde gegen ihn am 28. Januar 2007 Strafanzeige w egen unrechtm ässiger Aneignung gestellt und am 17. Februar 2007 w urde er durch die Kantonspolizei C _______ w egen des dringenden Tatver- dachts des D iebstahls und der H ehlerei festgenom m en. Am 26. April 2007 w urde der Beschw erdeführer gestützt auf einen Vorführbefehl der Staatsanw altschaft M _______ aufgrund eines E rm ittlungsverfahrens w egen R aubes und H ausfriedensbruchs verhaftet und den O _______ Behörden vorgeführt. M it Verfügung des M igrationsam ts des Kantons O _______ vom 24. August 2007 w urde er schliesslich gestützt auf A rt. 13e des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) aus dem G ebiet des Kantons O _______ ausgegrenzt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 Vw VG . D as Bundesam t für M igration (BFM ) gehört zu den Behörden nach A rt. 33 VG G und ist S eite 4E -4743/2006 daher eine Vorinstanz des Bundesverw altungsgerichts. Eine Ausnahm e, w as das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (A rt. 32 VG G ). D as Bundesverw altungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschw erde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (A rt. 105 AsylG ; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun- desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t bei gegebener Zustän- digkeit am 1. Januar 2007 die bei der vorm aligen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) hängigen R echtsm ittel. D as Bundesver- w altungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegen- den Beschw erde. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. A rt. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich- tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw er- deführer ist legitim iert (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 Abs. 1 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss A rt. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person aner- kannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Frei- heit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (A rt. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw ei- sen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrschein- lichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w ider- S eite 5E -4743/2006 sprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (A rt. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz führte zur Begründung der angefochtenen Verfü- gung aus, der Beschw erdeführer sei anlässlich der Befragungen nicht in der Lage gew esen, die geltend gem achten Behelligungen hinrei- chend substanziiert zu schildern. Er habe nicht nachvollziehbar darzu- legen verm ocht, w eshalb er um sein Leben fürchte noch w eshalb er nach I_______ gegangen und danach w ieder nach E_______ zurück- gekehrt sei. D ie anlässlich der Kurzbefragung im Em pfangszentrum vorgebrachten Todesdrohungen habe er bei der Befragung durch das BFM nicht erw ähnt, w eshalb dieses Vorbringen in Zw eifel zu ziehen sei. Im Ü brigen erw ecke der Beschw erdeführer nicht den Eindruck einer Person, w elche seit Jahren von den Behörden behelligt w orden sei. Vielm ehr habe er vorgebracht, dass seine Bew egungsfreiheit durch fehlende G eldm ittel beschränkt w orden sei. Zudem entspreche sein Verhalten nicht dem einer verfolgten Person (Arbeitstätigkeit in J_______, Ausreise auf legalem W eg per Flugzeug). Schliesslich sei nicht einsichtig, w ieso die Fam ilie des Beschw erdeführers keine Schritte unternom m en habe, um sich gegen die Behelligungen zu w ehren. Es erübrige sich, dem Beschw erdeführer Frist zur Einreichung des in Aussicht gestellten Schreibens des Anw alts seiner Fam ilie ein- zuräum en, da es sich dabei nicht um ein offizielles D okum ent handle und es som it keine Bew eiskraft habe. Auch w enn einzelne Behelli- gungen nicht ausgeschlossen w erden könnten, könne eine Zw angssi- tuation im Sinne von A rt. 3 AsylG ausgeschlossen w erden, w eshalb die geltend gem achten R epressalien nicht asylrelevant seien. Schliesslich w ürden sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass dem G esuchsteller im Falle der R ückkehr in den H eim atstaat m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit eine durch A rt. 3 EM R K verbotene Strafe oder Behandlung drohe, und w eder die herr- schende politische Situation im H eim atstaat noch andere G ründe w ür- den gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs sprechen. 4.2 D er Beschw erdeführer w ies zur Begründung seiner Beschw erde zunächst darauf hin, dass er aus einer politischen Fam ilie stam m e, w elche der kurdischen O ppositionsbew egung nahe stehe. Aus diesem G rund w ürden alle Angehörigen der Fam ilie unter einem äussert gros- S eite 6E -4743/2006 sen D ruck der türkischen Sicherheitskräfte stehen. Vor diesem H inter- grund m üssten die Verfahrensakten seiner Schw ester G _______ (N _______) zur Entscheidfindung beigezogen w erden. Zu beachten sei auch, dass der D ruck auf die kurdische O pposition gerade in E_______ seit Jahren gross sei. Entgegen der Einschätzung der Vorinstanz seien seine Vorbringen als glaubhaft zu erachten. Sein Antw orten anlässlich der Befragungen seien zw ar nicht sehr ausführ- lich gew esen, er habe sich aber darum bem üht, die ihm gestellten Fragen w ahrheitsgem äss zu beantw orten. Es sei zu berücksichtigen, dass die direkte Anhörung durch das BFM nicht sehr ausführlich ausgefallen sei und ihm insbesondere nicht G elegenheit gegeben w orden sei, seine Fam iliengeschichte hinreichend aktenkundig zu m achen. Er habe aber in differenzierter W eise ein w iederkehrendes M uster der Bedrohung durch die Sicherheitskräfte geschildert, w el- ches im Ü brigen dem bekannten Vorgehen der türkischen Behörden entspreche und eine grosse psychische Verunsicherung verursache. Eingehendere Angaben könnten von ihm nicht erw artet w erden. Entgegen der Argum entation der Vorinstanz habe er auch anlässlich der zw eiten Befragung von D rohungen gesprochen. D er Vorhalt, er erw ecke nicht den Eindruck einer behelligten Person, sei nicht haltbar. Seine finanziellen Problem e seien dadurch verursacht w orden, dass er aus Sicherheitsgründen nicht m ehr habe arbeiten können. Ferner sei den Akten zu entnehm en, dass er sein H eim atland m it H ilfe eines Schleppers unter Benutzung eines slow akischen R eisepasses verlas- sen habe. D ies spreche nicht gegen das Vorliegen einer Verfolgung. Seine Fam ilie, w elche dem türkischen M enschenrechtsverein IH D nahe stehe, habe durch diesen die U nterstützung der Anw ältin L_______ erhalten. D iese sei Vorsitzende der Sektion E_______ des IH D und gelte als vertrauensw ürdige Q uelle für die M enschenrechts- lage in der Türkei. D as nunm ehr vorliegende, von ihr verfasste Bestäti- gungsschreiben m ache deutlich, dass er im Visier der türkischen Sicherheitskräfte sei. Seine Fam ilie habe davon abgesehen, den R echtsw eg gegen die erlittenen R epressalien zu beschreiten, w eil Klagen von O pfern von M enschenrechtsverletzungen in der Türkei in vielen Fällen erfolglos geblieben seien. Im Ü brigen sei er m ehrm als von den Zivilpolizisten in ein Auto gezerrt und m it verbundenen Augen um hergefahren w orden, w obei er geschlagen und bedroht w orden sei. Er habe dies anlässlich der Befragungen nicht erw ähnt, w eil er diese Ü bergriffe nicht als schlim m er em pfunden habe als die geschilderten täglichen Behelligungen. Es entspreche den G epflogenheiten der türkischen Sicherheitsbehörden, junge Kurden aus M ärtyrerfam ilien S eite 7E -4743/2006 unter D ruck zu setzen, um sie dazuzubringen, zu kollaborieren und davon abzuhalten, sich der G uerilla anzuschliessen. D ie Vorinstanz habe seinen fam iliären H intergrund nicht hinreichend gew ürdigt. D a er sow ohl in E_______ als auch in I_______ belästigt w orden sei und gerade in den grossen Städten im W esten der Türkei ein hoher D ruck auf kurdische Personen ausgeübt w erde, verfüge er über keine inner- staatliche Fluchtalternative. Zu berücksichtigen sei schliesslich auch, dass ihm aufgrund seines Alters nächstens die Ableistung des M ilitär- dienstes bevorstehe. Er habe noch kein Aufgebot erhalten, w erde sich aber den Behörden nicht stellen, da er nicht gegen seinen Vater, w elcher bei der G uerilla sei, käm pfen w olle. Aus diesen G ründen habe er begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung. Im W eiteren sei die allgem eine M enschenrechtslage in der Türkei w eiterhin schlecht. Vor diesem H intergrund m üsse er im Falle der R ückschaffung in sein H eim atland m it schw eren M isshandlungen oder gar Folter rechnen. Er w ürde bei der Einreise w egen des noch nicht geleisteten M ilitärdiensts festgehalten und überprüft. D ie Behörden w ürden bei seiner Ergreifung davon ausgehen, dass er sich w ie seine Fam ilienangehörigen der PKK angeschlossen habe. Es drohe ihm som it eine gem äss A rt. 3 EM R K verpönte Behandlung. 5. 5.1 Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von A rt. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, w enn konkreter Anlass zur Annahm e besteht, die Ver- folgung hätte sich - aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise - m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verw irklicht beziehungsw eise w erde sich - auch aus heutiger Sicht - m it ebensol- cher W ahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verw irklichen. D abei genügt es nicht, dass diese Furcht lediglich m it Vorkom m nissen oder U m ständen, die sich früher oder später m öglicherw eise ereignen könnten, begründet w ird. O b in einem bestim m ten Fall eine solche W ahrscheinlichkeit besteht, ist aufgrund einer objektivierten Betrach- tungsw eise zu beurteilen. Es m üssen dam it hinreichende Anhaltspunk- te für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem M en- schen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und dam it den Ent- schluss zur Flucht hervorrufen w ürden. D ennoch ist für die Bestim - m ung der begründeten Furcht nicht allein m assgebend, w as ein hypo- thetischer D urchschnittsm ensch in derselben Situation em pfinden w ürde. D iese rein objektive Betrachtungsw eise ist zusätzlich durch das von der betroffenen Person bereits Erlebte und das W issen um Konse- S eite 8E -4743/2006 quenzen in vergleichbaren Fällen zu ergänzen. W er bereits staatlichen Verfolgungsm assnahm en ausgesetzt w ar, hat objektive G ründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht. D ie subjektive Furcht ist in diesem Fall bereits dann begründet, w enn sie zw ar diejenige eines in der gleichen Situation befindlichen D urchschnittsm enschen übersteigt, aber trotzdem nachvollziehbar bleibt (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2004 N r. 1 E. 6a S. 9, m it w eiteren H inw eisen). 5.2 Zunächst ist festzustellen, dass aufgrund der Aussagen des Beschw erdeführers, w elche im W esentlichen m it den sich aus den Akten des Asylverfahrens seiner Schw ester G _______ übereinstim - m en, als erstellt zu erachten ist, dass er aus einer Fam ilie stam m t, w elche sich in erheblichem Ausm ass durch die U nterstützung der kur- dischen O pposition politisch exponiert hat. Vor dem geschliderten fam iliären H intergrund erscheinen die vom Beschw erdeführer selber nach eigenen Angaben erlittenen R epressalien durch Angehörige der Sicherheitskräfte grundsätzlich nicht unplausibel. Andererseits hat die Vorinstanz aber zu R echt festgestellt, dass die diesbezüglichen Aus- führungen des Beschw erdeführers auffallend ausw eichend und ober- flächlich ausgefallen sind und kaum den Eindruck der Erzählung eines selbst erlebten Sachverhalts verm itteln. Som it sind gew isse Zw eifel an der G laubhaftigkeit der Vorbringen des Beschw erdeführers gerecht- fertigt. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen w erden, dass es dem Beschw erdeführer - w ie in der Beschw erdeeingabe geltend gem acht - schw erfiel, einzelne Ü bergriffe der Behörden zu schildern, da es sich um ständige - w enn auch niederschw ellige - Behelligungen handelte. U ngeachtet der Frage der G laubhaftigkeit ist aber jedenfalls festzustel- len, dass die vom Beschw erdeführer geschilderten behördlichen Ü ber- griffe - w iederholte Befragungen zum Aufenthaltsort von Angehörigen und D rohungen - nicht hinreichend intensiv w aren, um eine gem äss A rt. 3 AsylG asylrelevante Verfolgung darzustellen und auch keine genügende G rundlage für eine begründete Furcht vor künftiger Verfol- gung bilden. Insbesondere erw ecken die Ausführungen des Beschw er- deführers anlässlich der Befragungen nicht den Eindruck, dass die behördlichen M assnahm en bei ihm zu einem derart starken psychi- schen D ruck geführt hätten, dass der w eitere Verbleib im H eim atstaat objektiv unzum utbar gew orden w äre (vgl. EM AR K 2005 N r. 12 E. 7.2. S. 108 f., m it w eiteren H inw eisen). Eine andere Einschätzung verm ag auch das vom Beschw erdeführer eingereichte Bestätigungsschreiben S eite 9E -4743/2006 der Anw ältin L_______ nicht zu rechtfertigen, in w elchem der fam iliäre H intergrund des Beschw erdeführers erläutert und darauf hingew iesen w ird, dass er selber von den Sicherheitskräften bedroht w orden sei, ohne dass aber dazu nähere Ausführungen gem acht w erden. D araus lässt sich nicht auf über die vom Beschw erdeführer selber beschrie- benen Behelligungen hinausgehende Schikanen schliessen. D as Vor- bringen des Beschw erdeführers auf Beschw erdeebene, er sei m ehr- m als in einem Auto m it verbundenen Augen um herchauffiert und geschlagen w orden, m uss als nachgeschoben und dam it unglaubhaft eingestuft w erden. Seine Erklärung, er habe diesen U m stand anläss- lich der Befragungen nicht vorgebracht, w eil er ihn nicht als besonders schlim m em pfunden habe, verm ag nicht zu überzeugen, w eichen doch diese Behelligungen erheblich von dem vom Beschw erdeführer geschilderten Vorgehensm uster der Behörden ab. Im W eiteren spre- chen auch die U m stände der Ausreise des Beschw erdeführers dagegen, dass er sich als gefährdet erachtete. Aus seinen Aussagen zur Ausreise anlässlich der Em pfangszentrum befragung ist näm lich zu schliessen, dass er m it seinem legal im Jahre 2004 erw orbenen türki- schen R eisepass m it slow akischem Visum von Istanbul per Flugzeug in die Slow akei reiste und von dort m it einem gefälschten slow aki- schen Pass in die Schw eiz w eiterreiste. Zusam m enfassend kann aufgrund der vom Beschw erdeführer nach eigenen Aussagen durch die heim atlichen Behörden erlittenen R epressalien nicht auf das Vorliegen einer begründeten Furcht vor Verfolgung im Sinne von A rt. 3 AsylG geschlossen w erden. 5.3 Zu den vom Beschw erdeführer befürchteten Schikanen im M ilitär- dienst ist festzuhalten, dass die Pflicht zur Leistung des M ilitärdienstes respektive eine w egen dessen N ichtleistens drohende Strafe nach Praxis der Schw eizer Behörden asylrechtlich grundsätzlich nicht als relevant zu beurteilen ist. Es gehört vielm ehr zu den legitim en R echten jedes Staates, seine Bürger zum M ilitärdienst einzuberufen und zur D urchsetzung der W ehrpflicht strafrechtliche oder disziplinarische Sanktionen gegen R efraktäre oder D eserteure zu verhängen. D ie Pflicht zur Leistung des M ilitärdienstes beziehungsw eise eine w egen dessen N ichtleistens drohende Strafe stellt nur dann eine asylrele- vante Verfolgung dar, w enn der W ehrpflichtige w egen seiner R efraktion oder D esertion m it einer Strafe zu rechnen hat, w elche entw eder aus G ründen nach A rt. 3 AsylG diskrim inierend höher ausfällt (m alus) oder an sich unverhältnism ässig hoch ist, oder w enn die Einberufung zum S eite 10E -4743/2006 W ehrdienst darauf abzielt, einem W ehrpflichtigen aus einem der in A rt. 3 AsylG genannten G ründe erhebliche N achteile zuzufügen oder diesen in völkerrechtlich verpönte H andlungen zu verstricken (vgl. EM AR K 2004 N r. 2 E. 6b. aa S. 12 ff., m it w eiteren H inw eisen). W ehrpflichtige M änner w erden in der Türkei aufgrund der Staatsange- hörigkeit und des Jahrgangs für das M ilitär aufgeboten, ohne dass dieser Verpflichtung eine asylrelevante Verfolgungsabsicht des Staates zugrunde liegen w ürde. Ebenso m üsste eine allfällige Strafe w egen W ehrdienstverw eigerung als legitim e staatliche M assnahm e zur D urchsetzung einer staatsbürgerlichen Pflicht und dam it als asylrecht- lich ebenfalls nicht relevant charakterisiert w erden. Zw ar w erden D ienstleistende kurdischer Ethnie in Einzelfällen von anderen Soldaten oder von Vorgesetzten schikaniert respektive zu niedrigen Arbeiten verpflichtet. Auch unter Berücksichtigung des bekannterm assen strengen disziplinarischen R egim es in der türkischen Arm ee ergeben sich aber vorliegend insgesam t keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahm e, dass der Beschw erdeführer m it beachtlicher W ahrschein- lichkeit im M ilitärdienst N achteile in flüchtlingsrechtlich relevantem Ausm ass zu befürchten hätte. Viele R ekruten kurdischer Ethnie stam - m en aus Fam ilien m it vergleichbarem politischem H intergrund, so dass nicht davon auszugehen ist, dass der Beschw erdeführer über ein Profil verfügt, w elches ihn besonders exponieren w ürde. Ferner hat er nach eigenen Angaben sehr gute Kenntnisse der türkischen Sprache. Im Ü brigen ist darauf hinzuw eisen, dass die Zuordnung zu einer Trup- peneinheit und m ithin die Stationierung und Truppenverlegung in der Türkei nach Kenntnissen des G erichts nicht nach der ethnischen Zugehörigkeit der D ienstpflichtigen oder nach anderen K riterien, w ie etw a dem W ohnsitz, sondern zufällig erfolgt (vgl. U K H om e O ffice, C ountry of O rigin Inform ation R eport, Turkey, 12. M ärz 2007, Ziff. 9.17). D ie aktive und gezielte Bekäm pfung kurdischer G uerilla- einheiten w ird in aller R egel durch speziell ausgebildete und ausge- w ählte Verbände der A rm ee und G endarm erie sow ie Spezialeinheiten der Polizei zur Terrorbekäm pfung vorgenom m en. O bw ohl nicht ausge- schlossen w erden kann, dass der Beschw erdeführer seinen M ilitär- dienst im östlichen Teil der Landes w ird leisten m üssen, w as zw eifellos eine gew isse Erhöhung des G efährdungsrisikos beinhaltet, ist die W ahrscheinlichkeit, in eigentliche Kam pfhandlungen oder M enschen- rechtsverletzungen verw ickelt zu w erden, nach Auffassung des G erichts als gering einzuschätzen. S eite 11E -4743/2006 5.4 Sow eit der Beschw erdeführer R eflexverfolgung w egen der Aktivi- täten seiner Fam ilie befürchtet, ist Folgendes festzuhalten: 5.4.1 Auch w enn seine Schilderungen zu seinem fam iliären H inter- grund nicht sehr detailliert ausgefallen sind, ergeben sich aus diesen hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass er aus einer Fam ilie stam m t, w elche aufgrund ihres oppositionellen Profils in der Vergangenheit erheblichen R epressalien durch die türkischen Behörden ausgesetzt w ar. Im Ü brigen stim m en seine Angaben m it denjenigen seiner in der Schw eiz als Flüchtling anerkannten Schw ester in deren Asylverfahren überein. D er Vater des Beschw erdeführers schloss sich im Jahre 1994 oder 1995 den PKK-G uerilla an. Seine Brüder F_______ und P_______ verbrachten beide in den 90er Jahren aufgrund des Vorw urfs der U nterstützung der kurdischen Bew egung fünf Jahre in U ntersuchungshaft. In der Folge schloss sich F_______ ebenfalls den G uerilla an und ist als M ärtyrer gefallen. P_______ ist im Jahre 2004 oder 2005 an den Folgen von in der H aft erlittenen gesundheitlichen Problem en verstorben. G egen die Schw ester G _______, w elcher m it Entscheid vom 7. Februar 2005 in der Schw eiz erstinstanzlich Asyl gew ährt w urde, w urde ein Verfahren w egen M itgliedschaft bei der PKK eröffnet, nachdem sie im Jahre 1996 im Südosten der Türkei von türkischen Soldaten angeschossen und schw er verletzt w orden w ar. N ach der bedingten Freilassung aus der U ntersuchungshaft verliess sie im Jahre 2001 ihren H eim atstaat. Eine w eitere Schw ester nam ens H _______ hat ebenfalls ihr H eim atland verlassen, w eil sie gesucht w urde, und ist unbekannten Aufenthalts. Vor diesem H intergrund erscheint die in der Beschw erde erhobene R üge, das BFM habe dem fam iliären U m feld des Beschw erdeführers nicht ausreichend Beach- tung geschenkt, und die von ihm geltend gem achte R eflexverfolgung bei der Prüfung des Asylgesuchs zu w enig berücksichtigt, als berechtigt. Im Folgenden geht es vor allem darum zu untersuchen, ob für den Beschw erdeführer im Falle einer R ückkehr in die Türkei eine begründete Furcht vor R eflexverfolgung besteht. 5.4.2 D ie AR K ging in konstanter Praxis davon aus, dass in der Türkei staatliche R epressalien gegen Fam ilienangehörige von politischen Aktivisten angew endet w erden, die als so genannte R eflexverfolgung flüchtlingsrechtlich erheblich im Sinne von A rt. 3 AsylG sein können. D ie W ahrscheinlichkeit, O pfer einer R eflexverfolgung zu w erden, w ar nach der Praxis der AR K vor allem dann gegeben, w enn nach einem flüchtigen Fam ilienm itglied gefahndet w ird und die Behörde Anlass zur S eite 12E -4743/2006 Verm utung hat, dass jem and m it der gesuchten Person in engem Kontakt steht. D iese W ahrscheinlichkeit erhöht sich, w enn ein nicht unbedeutendes politisches Engagem ent der reflexverfolgten Person für illegale politische O rganisationen hinzukom m t beziehungsw eise ihr seitens der Behörden unterstellt w ird (vgl. EM AR K 2005 N r. 21 E. 10.1. S. 195, m it w eiteren H inw eisen). D as Bundesverw altungsgericht schliesst sich dieser R echtsprechung an. 5.4.3 Vorliegend ist aufgrund der Aktenlage als gesichert zu erachten, dass die türkischen Behörden nach der Schw ester G _______ des Beschw erdeführers fahnden und es kann nicht ausgeschlossen w er- den, dass sie nach w ie vor ein Interesse daran haben, den Verbleib seines Vaters und der Schw ester H _______ in Erfahrung zu bringen. Andererseits ist aber in Erw ägung zu ziehen, dass der Beschw erde- führer selber w eder im H eim atland noch im Exil als M itglied oder Sym pathisant einer politischen Partei oder M enschenrechtsorgani- sation in Erscheinung getreten ist und sich auch nicht durch beson- dere U nterstützung seiner politisch aktiven Angehörigen exponiert hat. N am entlich liegen keine H inw eise dafür vor, dass er w ährend seines Aufenthalts in der Schw eiz engen Kontakt zu seiner hier lebenden Schw ester gepflegt hätte. Ferner ist zu berücksichtigen, dass im Zeit- punkt der Ausreise des Beschw erdeführers sein Vater sich bereits seit rund zehn Jahren bei den G uerilla aufhielt und seine Schw estern vier beziehungsw eise rund neun Jahre früher ausreisten, ohne dass er in der Zw ischenzeit desw egen N achteile in asylrelevantem Ausm ass erlitten hätte (vgl. Ziff. 5.2). Es kann zw ar nicht ausgeschlossen w erden, dass im Falle der W ieder- einreise des Beschw erdeführers in sein H eim atland eine Befragung durch die türkischen Behörden erfolgen w ird. Es liegen jedoch nach dem G esagten keine hinreichend konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass er m it w eitergehenden Verfolgungsm assnahm en in asylrelevan- tem Ausm ass zu rechnen hätte. D em zufolge ist nicht von einer im heutigen Zeitpunkt drohenden R eflexverfolgung w egen des oppositio- nellen Profils seiner Fam ilie auszugehen. 5.5 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. N ach dem G esagten gelangt das G ericht zusam m enfassend zum Schluss, dass der Beschw erdeführer keine G ründe nach A rt. 3 AsylG nachw eisen oder S eite 13E -4743/2006 glaubhaft m achen kann. D ie Vorinstanz hat sein Asylgesuch dem nach zu R echt abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw ei- sung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ; A rt. 14a Abs. 1 AN AG ). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflich- tungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (A rt. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach A rt. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (A rt. 5 Abs. 1 AsylG ). 6.4 G em äss A rt. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizeri- schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), A rt. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu A rt. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 6.5 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizei- liche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf E rteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (A rt. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). S eite 14E -4743/2006 6.6 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in A rt. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoule- m ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ück- kehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von A rt. 5 AsylG rechtm ässig. 6.7 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erde- führers noch aus den Akten konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in seinen H eim atstaat dort m it beacht- licher W ahrscheinlichkeit einer nach A rt. 3 EM R K oder A rt. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine kon- krete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16, S. 122, m it w eiteren H inw ei- sen). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in seinem H eim atstaat lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als per se unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W eg- w eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 6.8 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch K rieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation all- gem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm o- m ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behand- lung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 6.9 In einem im Jahr 2004 publizierten U rteil kam die AR K zum Schluss, dass nach der Aufhebung des Ausnahm ezustandes der W egw eisungsvollzug auch in die südöstlichen Provinzen der Türkei S eite 15E -4743/2006 generell als zum utbar zu erachten sei (EM AR K 2004 N r. 8). D iese Einschätzung w ird auch vom Bundesverw altungsgericht geteilt. Ferner ergeben sich auch aus der individuellen Situation des Beschw erde- führers keine W egw eisungshindernisse. D er junge und gem äss Akten- lage gesunde Beschw erdeführer, w elcher sow ohl die türkische als auch die kurdische Sprache beherrscht, verfügt über ein Fam iliennetz, auf dessen U nterstützung er zählen kann, sow ie über eine gute Schulbildung und berufliche Erfahrung. U nter diesen U m ständen ist davon auszugehen, dass es dem Beschw erdeführer m öglich sein w ird, sich in der Türkei eine Existenz aufzubauen. 6.10 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 6.11 U nter diesen U m ständen kann offengelassen w erden, ob ange- sichts des deliktischen Verhaltens des Beschw erdeführers in der Schw eiz in Anw endung von A rt. 14a Abs. 6 AN AG w egen Verletzung beziehungsw eise schw erw iegender G efährdung der öffentlichen Sicherheit und O rdnung von der Anw endung von A rt. 14a Abs. 4 AN AG abzusehen w äre. 6.12 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (A rt. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 6.13 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anord- nung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (A rt. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (A rt. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esagten abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw er- deführer aufzuerlegen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a indessen m it Zw i- S eite 16E -4743/2006 schenverfügung vom 23. D ezem ber 2005 sein G esuch um unentgeltli- che R echtspflege gem äss A rt. 65 Abs. 1 Vw VG gutgeheissen w urde und keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich seine finanzielle Lage seither m assgeblich verändert hat, w ird auf die Auferlegung von Verfahrenskosten verzichtet. (D ispositiv nächste Seite) S eite 17E -4743/2006 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer durch Verm ittlung seines R echtsvertreters (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - die Frem denpolizei des Kantons C _______ (Beilage: N üfus N r. _______) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Kurt G ysi N icholas Sw ain Versand: S eite 18