A bteilung III C -2700/2006 {T 0/2} U rteil vom 19. M ärz 2007 M itw irkung: R ichter M esm er; R ichterin Schneider; R ichter Acherm ann; G erichtsschreiberin Künzli. A ._______, Beschw erdeführer, vertreten durch Advokat Stephan M üller, c/o PR O C AP, gegen Eidgenössische Invalidenversicherung (IV) IV-Stelle für Versicherte im A usland, Postfach 3100, 1211 G enf 2, Vorinstanz, betreffend Invalidenersicherung, B eschw erde gegen den Einspracheentscheid vom 23. Februar 2006. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er im Jahre 1965 geborene, ledige Schw eizer Bürger A._______, der in den Jahren 1984 bis 1999 obligatorische Beiträge an die schw eizerische Alters-, H interlassenen- und Invalidenversicherung (AH V/IV) geleistet hatte (act. 4), m eldete sich am 28. Januar 2005 bei der Eidgenössischen Invali- denversicherung, IV-Stelle Basel-Stadt, zum Bezug von Leistungen der schw eizerischen Invalidenversicherung an und m achte im diesbezüglichen Antragsform ular geltend, an Adipositas per m agna zu leiden (act. 2). D er G esuchsteller arbeitete – zuletzt bis Ende 1999 – als G renzgänger in der Schw eiz und leistete hier Beiträge an die AH V/IV. B. D ie für die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (im Folgenden: IV-Stelle) m it der Prüfung des Leistungsgesuchs befasste IV-Stelle des Kantons Basel-Stadt (im Folgenden: IV-Stelle Basel-Stadt) lagen im W esentlichen folgende U nterlagen vor: - die am 27. Januar 2005 vom Beschw erdeführer ausgefüllte Anm eldung für IV-Leistungen für Erw achsene unter Beilage eines Lebenslaufes, einer Kopie des D iplom s Elektrotechniker, verschiedener Arbeitszeugnisse und eines Entscheides der C om m ission Technique d'O rientation et de R e- classem ent Professionnel, w onach er zu 80% arbeitsunfähig sei (act. 2); - der Auszug aus dem individuellen Versichertenkonto des Beschw erde- führers; - der ärztliche Bericht vom 17. Juni 1997 von Prof. D r. B._______, Kantonsspital (...), aus dem hervorgeht, dass der Beschw erdeführer an Psoriasis vulgaris, arterieller H ypertonie, Adipositas per m agna, anam nestischer Atopie m it Status nach R hinitis allergica und Status nach Asthm a bronchiale bei Tierhautunverträglichkeit sow ie w ahrscheinlich an Purpura Schoenlein-H enoch leide (act. 8, S. 5-8); - ein ärztlicher Bericht von D r. C ._______ vom 28. Februar 2005, w orin unter anderem ausgeführt w ird, dass der Beschw erdeführer an lebens- bedrohlichem Ü bergew icht leide, da er etw a 250 kg w iege. Sein Zustand habe sich verschlim m ert. D ie m öglicherw eise einzige Behandlung sei ein operativer Eingriff w ie z.B. eine M agenbypass-O peration; der Be- schw erdeführer könne eine sitzende Tätigkeit zu 50% ausführen, stehende Arbeiten m it Standortw echseln seien nicht m öglich (act. 8 S. 1-4); - ein am 6. M ai 2005 ausgefüllter Arbeitgeberfragebogen, gem äss dem der Beschw erdeführer vom 1. April 1997 bis am 31. D ezem ber 1999 als Praktikant im (...), m it einem Pensum von 80% gearbeitet habe (act. 9 S. 1-4). C . D ie IV-Stelle w ies das Leistungsbegehren von A._______ m it Verfügung vom 25. M ai 2005 ab (act. 10). Sie begründete ihren Entscheid m it Verw eis auf Art. 40 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) und führte aus, das G esuch um 3 m edizinische und berufliche M assnahm en sow ie R ente m üsse abgelehnt w erden, da der G esundheitsschaden in einem invalidisierenden Ausm ass nicht w ährend der Berufstätigkeit als G renzgänger in der Schw eiz einge- treten sei. D . In der gegen diese Verfügung gerichteten, vorsorglichen Einsprache vom 11. Juli 2005 beantragte der Beschw erdeführer, es seien ihm m edizinische M assnahm en zuzusprechen, da er im Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität in der Schw eiz versichert gew esen sei. In seiner Einspracheergänzung vom 5. Septem ber 2005 hielt der Be- schw erdeführer an seinem R echtsbegehren fest und stellte eventualiter den Antrag auf Zusprache einer ganzen Invalidenrente. Zur Begründung führte er aus, dass er letztm als vom 1. April 1997 bis am 31. D ezem ber 1999 in der Schw eiz erw erbstätig und som it auch als G renzgänger obligatorisch versichert gew esen sei. D ie IV-Stelle habe Art. 40 Abs. 2 IVV nicht korrekt angew endet, da gem äss dieser Bestim m ung der G esund- heitsschaden nicht bereits w ährend der Tätigkeit in der Schw eiz in invalidisierendem Ausm ass bestanden haben m üsse. D ie IV-Stelle habe in ihrer Verfügung zur Frage beruflicher oder m edizinischer M assnahm en nicht Stellung genom m en. G em äss dem Arztbericht von D r. C ._______ bestehe aufgrund des krankhaften Ü bergew ichts (Körpergew icht von ca. 250 kg) eine Arbeits- unfähigkeit von 80% seit dem Jahre 2002. D r. C ._______ sei erst seit 2002 der H ausarzt des Beschw erdeführers, w eshalb er nicht zu dessen früherem G esundheitszustand Stellung nehm en könne. Aus den m edizi- nischen U nterlagen gehe jedoch hervor, dass der Beschw erdeführer seit m indestens 1982 an Ü bergew icht leide und das G ew icht seither stetig zugenom m en habe. D er dargestellte Krankheitsverlauf m ache deutlich, dass der Versicherte schon lange vor 1999 an erheblichen Beschw erden gelitten habe, w elche seine Arbeitsfähigkeit beeinflusst hätten. Bereits an seiner letzten Arbeitsstelle (bis Ende 1999) sei trotz der leichten Arbeit nur noch ein Pensum von 80% m öglich gew esen, und es sei auch nur ein tiefer Lohn (Fr. 18'200.--/Jahr) bezahlt w orden, w as der eingeschränkten Leistungsfähigkeit des Beschw erdeführers entsprochen habe. O hne Behinderung hätte er ein Jahreseinkom m en von Fr. 101'500.-- (LSE 2000, W irtschaftszw eig 30-32, Anforderungsniveau 1+2) erzielen können. Aus den Akten gehe zudem klar hervor, dass schon vor dem Jahre 2000 eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe. D ie aktuelle Einschränkung von 80% begründe einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Prim är seien jedoch M assnahm en zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu prüfen, ein M agen-Bypass dürfte eine erhebliche G e- w ichtsreduktion und dadurch eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit be- w irken. Als Beilagen w urden eingereicht (act. 16): -ein ärztlicher Bericht des Kantonsspitals (...), vom 19. M ärz 1982, in w elchem unter anderem "Adipositas" diagnostiziert w urde; -eine Berechnung des Body M ass Index (BM I = 43);4 -ein Arztbericht von D r. D ._______ vom 28. August 1992, aus dem hervorgeht, dass der Beschw erdeführer 135 kg w iege und unbedingt innerhalb von zw ei Jahren 20 kg abnehm en m üsse; - ein Arztbericht von D r. E._______ vom 10. M ärz 1995, w onach er 145 kg w iege; - das G esuch von Prof. F._______, Kantonsspital (...) vom 23. Juli 2003 an die Azur Assurance, St. Louis um Kostengutsprache für eine geplante G astric Bypass-O peration, w oraus hervorgeht, dass der G esuchsteller u.a. an Adipositas per m agna leide (Körpergew icht ca. 225 kg). E. M it Einspracheentscheid vom 23. Februar 2006 w ies die IV-Stelle die ge- gen die Verfügung vom 9. Juni 2005 gerichtete Einsprache ab und führte im W esentlichen aus, dass Art. 40 Abs. 2 IVV entgegen der Ansicht des Beschw erdeführers richtig angew endet w orden sei. D ie gesundheitliche Beeinträchtigung m üsse sich schon w ährend der Zeit als G renzgänger invalidisierend ausgew irkt haben, ansonsten kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe. Aus den eingereichten U nterlagen er- gebe sich aber, dass es sich bei der letzten Anstellung um ein befristetes Arbeitsverhältnis gehandelt habe und dieses ohne Absenzen w ahr- genom m en w orden sei. D er Bericht des Kantonsspitals (...) vom 17. Juni 1997 lasse nicht auf eine invalidisierende Adipositas schliessen. F. G egen diesen Entscheid erhob der Beschw erdeführer fristgerecht bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission der Alter-, H interlassenen und Inva- lidenversicherung für die im Ausland w ohnenden Personen (im Folgenden: R ekurskom m ission) Beschw erde und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids, die Zusprechung von m edizinischen M assnahm en zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit, und eventualiter die Zusprechung einer ganze Invalidenrente. W eiter w urde beantragt, die Vorinstanz sei zu verpflichten, dem Beschw erdeführer auf den Invaliden- leistungen einen Verzugszins von 5% ab dem 31. Januar 2006 zu be- zahlen. G . D ie IV-Stelle verzichtete in ihrer Eingabe vom 17. M ai 2005 auf eine eige- ne Stellungnahm e und reichte eine von der IV-Stelle Basel-Stadt ausge- arbeitete Vernehm lassung ein. In dieser w ird auf die Begründung des Einspracheentscheides verw iesen und beantragt, die Beschw erde sei abzuw eisen. H . In seiner R eplik vom 22. Juni 2006 hielt der Beschw erdeführer am ergriffenen R echtsm ittel vollum fänglich fest und führte aus, seit 1995 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20% , die sich von April 1997 bis D ezem ber 1999 auf 50% erhöht habe. Als Bew eism ittel reichte er drei w eitere Arztberichte ein (D r. C ._______ vom April 2006, D r. G ._______ vom 20. M ai 2005 und D r. H ._______ vom 19. Juni 2006). I. In ihrer D uplik vom 14. August 2006 verzichtete die IV-Stelle erneut auf eine Stellungnahm e und Antragsstellung. D ie IV-Stelle Basel-Stadt hielt an 5 ihrem Antrag fest. J. M it Schreiben vom 16. August 2006 erklärte die Vizepräsidentin der R e- kurskom m ission den Schriftenw echsel für abgeschlossen. K. Am 1. Januar 2007 ging das vorliegende Beschw erdeverfahren auf das Bundesverw altungsgericht über, w elches den Parteien am 5. M ärz 2007 die Zusam m ensetzung des Spruchkörpers m itteilte. Es ging kein Aus- standsbegehren ein. L. Auf die Ausführungen der Parteien ist in den folgenden Erw ägungen – so- w eit erforderlich – näher einzugehen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. Angefochten ist der abw eisende Einspracheentscheid der IV-Stelle vom 23. Februar 2006, m it w elchem die Verfügung vom 9. Juni 2005 bestätigt und dam it das G esuch des Beschw erdeführers um Ausrichtung von Leis- tungen der Invalidenversicherung abgew iesen w orden ist. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D eparte- m ente hängigen R echtsm ittel, w obei nach ausdrücklicher gesetzlicher R egelung das neue Verfahrensrecht anw endbar ist (vgl. Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [VG G , SR 173.32]). G em äss Art. 31 VG G beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw er- den gegen Verfügungen gem äss Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. Zu diesen gehört auch die IV-Stelle, w elche Verfügungen über die G ew ährung und Festsetzung von Invalidenrenten für im Ausland w ohnende Personen erlässt (Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenver- sicherung [IVG , SR 831.20]). D a die angefochtene Anordnung ohne Zw eifel als Verfügung im Sinne von Art. 5 Vw VG zu qualifizieren ist und zudem keine Ausnahm e gem äss Art. 32 VG G vorliegt, ist das Bundesverw altungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschw erde zuständig. 1.2 G em äss Art. 48 Abs. 1 Vw VG ist zur Beschw erdeführung vor dem Bundes- verw altungsgericht legitim iert, w er vor der Vorinstanz am Verfahren teilge- nom m en hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Als G esuchsteller und Einsprecher hat der Beschw erdeführer am vorins- tanzlichen Verfahren teilgenom m en. Er ist als Adressat durch die ange-6 fochtene Verfügung ohne Zw eifel besonders berührt und hat an ihrer Aufhebung bzw . Abänderung ein schutzw ürdiges Interesse. Auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde ist daher einzutreten. 2. Auf G rund der Beschw erdebegehren streitig (vgl. BG E 125 V 414 Erw . 1b) und daher im Folgenden zu prüfen ist, ob dem Beschw erdeführer Einglie- derungsm assnahm en – beantragt sind m edizinische M assnahm en – zuzu- sprechen sind, sow ie w eiterführend, ob und gegebenenfalls ab w ann und in w elchem U m fang der Beschw erdeführer Anspruch auf eine Invaliden- rente hat. D araus folgt, dass sich die Beschw erdeinstanz gem äss der kon- stanten R echtsprechung auf die Prüfung dieser Fragen zu beschränken hat (BG E 110 V 48, siehe auch BG E 117 V 295 Erw . 2). 2.1 W eil in zeitlicher H insicht grundsätzlich diejenigen m ateriellen R echtssätze m assgebend sind, die bei der Erfüllung des zu R echtsfolgen führenden Tatbestandes G eltung haben, und w eil ferner das Sozialversicherungsge- richt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Verw altungsaktes eingetretenen Sach- verhalt abstellt (BG E 130 V 329, BG E 129 V 4 Erw . 1.2 m it H inw eisen), sind hier die ab 1. Januar 2003 geltenden Bestim m ungen des Bundesge- setzes vom 6. O ktober 2000 über den Allgem einen Teil des Sozial- versicherungsrechts (ATSG , SR 830.1) sow ie der Verordnung vom 11. Septem ber 2002 über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11), m it w elchen unter anderem auch verschiedene m ateriellrechtliche Bestim m ungen geändert w orden sind, anw endbar – in Verbindung m it dem IVG in der Fassung vom 31. M ärz 2003 (4. IVG - R evision; in Kraft seit 1. Januar 2004) und der IVV. 3. Anspruch auf eine R ente der schw eizerischen Invalidenversicherung hat, w er invalid im Sinne des G esetzes ist (Art. 8 ATSG und Art. 6 ff. IVG ) und beim Eintritt der Invalidität w ährend m indestens eines vollen Jahres Beiträge an die AH V/IV geleistet hat (Art. 36 Abs. 1 IVG ). D iese Bedin- gungen m üssen kum ulativ gegeben sein. Festzuhalten ist, dass der Beschw erdeführer w ährend m ehr als einem Jahr Beiträge an die schw eizerische Alters-, H interlassenen- und Invalidenversi- cherung geleistet hat, so dass die Voraussetzung der M indestbeitragsdau- er für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente erfüllt ist (Art. 36 Abs. 1 IVG ). Zu prüfen bliebe daher, ob er in rentenberechtigendem Aus- m ass invalid gew orden ist. 3.1 Im angefochtenen Entscheid stützt sich zw ar die Vorinstanz auf die dargestellten gesetzlichen Leistungsvoraussetzungen, m acht aber geltend, ein Anspruch könne gem äss Art. 40 Abs. 2 IVV nur geltend gem acht w erden, w enn der G esundheitsschaden bereits in invalidisierendem Ausm ass w ährend der Berufstätigkeit als G renzgänger in der Schw eiz eingetreten sei. Sie räum t zw ar ein, dass der Beschw erdeführer bereits vor Ende 1999 – also w ährend seiner Berufstätigkeit als G renzgänger in der 7 Schw eiz – unter einer gesundheitsbeinträchtigenden Adipositas gelitten haben könnte, stellt sich aber auf den Standpunkt, zu diesem Zeitpunkt habe der allfällige G esundheitsschaden nicht eine derart invalidisierende Schw ere erreicht, dass eine dadurch bedingte Arbeitsunfähigkeit ein- getreten w äre. 3.2 In Art. 40 IVV findet sich folgende R egelung: "1. Zuständig zur Entgegennahm e und Prüfung der Anm eldungen ist: a. die IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet die Versicherten ihren W ohnsitz haben; b. für im Ausland w ohnende Versicherte unter Vorbehalt von Abs. 2 die IV-Stelle für Versicherte im Ausland. 2. Zuständig zur Entgegennahm e und Prüfung der Anm eldungen von G renz- gängern ist die IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der G renzgänger eine Erw erbs- tätigkeit ausübt. D ies gilt auch für ehem alige G renzgänger, sofern sie bei der Anm eldung ihren ordentlichen W ohnsitz noch in der benachbarten G renzzone haben und der G esundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als G renzgänger zurückgeht. D ie Verfügungen w erden von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland erlassen." 3.3 G em äss ausdrücklichem W ortlaut und entsprechend der System atik der Verordnung w ird in Art. 40 IVV nur die Zuständigkeit für die Entgegen- nahm e, die Prüfung und Beurteilung von G esuchen um Leistungen der Invalidenversicherung geregelt. G egenstand der R egelung ist einzig die form elle Frage nach der Abgrenzung der (insb. örtlichen) Zuständigkeit verschiedener IV-Stellen. Aus ihr lassen sich keine m ateriellen Voraus- setzungen für die G ew ährung oder Abw eisung einer Leistung der Ver- sicherung ableiten. D ie R egelung besagt einzig, dass bei G renzgängern diejenige kantonale IV-Stelle die G esuche entgegen nim m t und prüft, w elche für das jew eilige G ebiet zuständig ist, in w elchem der Versicherte seiner Erw erbtätigkeit nachgeht. Für einen ehem aligen G renzgänger ist ebenfalls die kantonale IV-Stelle zuständig, jedoch nur, w enn er im Zeitpunkt der Einreichung des G esuchs seinen ordentlichen W ohnsitz noch in der benachbarten G renz- zone hat und der G esundheitsschaden auf die Zeit seiner Tätigkeit als G renzgänger zurückgeht (Art. 40 Abs. 2 IVV). W ohnt jedoch der ehem alige G renzgänger nicht m ehr in dieser Zone oder geht der G esund- heitsschaden nicht auf die Berufstätigkeit als G renzgänger zurück, ist die Anm eldung gem äss Art. 40 Abs. 1 Bst. b IVV bei der IV-Stelle für Versicherte im Ausland einzureichen und diese nim m t die notw endigen Abklärungen vor. Im Falle dass sich die kantonale IV-Stelle für die Beurteilung eines G esuches als unzuständig erachtet, hat sie in Anw endung von Art. 30 ATSG die Sache ohne Verzug an die zuständige Stelle – hier die IV-Stelle für Versicherte im Ausland – w eiterzuleiten (vgl. auch Art. 8 Abs. 1 Vw VG ). Keinesfalls kann eine kantonale IV-Stelle aber ein G esuch m it der Begründung abw eisen, gem äss Art. 40 IVV könne sie keine Leistungen zusprechen, da der G esundheitsschaden nicht schon w ährend der Tätigkeit in der Schw eiz in invalidisierendem Ausm ass bestanden habe.8 W ie bereits ausgeführt hat Anspruch auf eine R ente, w er invalid im Sinne des G esetzes ist und beim Eintritt der Invalidität w ährend m indestens eines vollen Jahres Beiträge an die Alters-, H interlassenen- und Invalidenversicherung geleistet hat (Art. 36 Abs. 1 IVG ). Andere Voraus- setzungen w erden in den m assgebenden G esetzen nicht genannt. Bis zur Änderungen des AH VG vom 23. Juni 2000 und der dam it einhergehenden Änderung des IVG hatte jedoch gem äss Art. 6 Abs. 1 IVG nur derjenige Anspruch auf Versicherungsleistungen, der im Zeitpunkt des Versiche- rungsfalls (Eintritt der Invalidität) versichert w ar. D iese R egelung w urde bei der R evision ersatzlos gestrichen. Laut Abs. 4 der Schlussbestim m ungen der Änderung des IVG vom 23. Juni 2000 können auch Personen, denen keine R ente zustand, w eil sie im Zeitpunkt der Invalidität nicht versichert w aren, eine Ü berprüfung ihres Anspruchs auf G rund der neuen Bestim - m ungen verlangen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungs- gerichts vom 9. April 2001 i.S. A [I 620/00] E. 3a, m it H inw eisen), w obei der Leistungsanspruch frühestens ab Inkrafttreten der G esetzesänderung per 1. Januar 2001 entstehen kann. 3.4 D ie Vorinstanz hat im angefochtenen Einspracheentscheid vom 23. Februar 2006 Art. 40 Abs. 2 IVV unrichtig angew andt und dam it Bundesrecht verletzt (vgl. Art. 49 Abs. 1 Bst. a Vw VG ). D er Entscheid ist daher aufzuheben. 4. D er Beschw erdeführer m acht gelten, dass er bereits im Septem ber 1995 seinen erlernten Beruf als Elektrom onteur nicht m ehr habe ausüben kön- nen. Im April 1997 habe er dann eine 80% -ige Beschäftigung als Erziehungsassistent gefunden, w elcher er trotz seiner körperlichen Ein- schränkung habe nachgehen können. D ieses Arbeitsverhältnis sei aber Ende 1999 aufgelöst w orden. M ittlerw eile sei sein G ew icht auf ca. 250 kg angew achsen, w eshalb davon auszugehen sei, dass selbst eine leichte Tätigkeit nicht m ehr m öglich sei. 4.1 In Abw eichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG w erden gem äss Art. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG Leistungen der Invalidenversicherung lediglich für die zw ölf der Anm eldung vorangehenden M onate ausgerichtet, falls sich ein Versicher- ter m ehr als zw ölf M onate nach Entstehung des Anspruches anm eldet. D a- raus folgt, dass allfällige Leistungen der schw eizerischen Invalidenversi- cherung vorliegend frühestens ab dem 28. Januar 2004 (Eingang des G e- suches: 28. Januar 2005) gew ährt w erden könnten. Bei der Prüfung des R entenanspruchs ist daher nicht über diesen Zeitpunkt zurückzugehen. N ach dem Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einsprache- entscheides (hier: 23. Februar 2006) eingetretene R echts- und Sachver- haltsänderungen können im Beschw erdeverfahren nicht berücksichtigt w erden; Tatsachen, die den Sachverhalt seither verändert haben, bedürfen norm alerw eise eines neuen Verw altungsentscheides (BG E 121 V 366 Erw . 1b m it H inw eisen). Es bleibt daher abzuklären, ob der Beschw erdeführer zw ischen dem 28. Januar 2004 und dem 23. Februar 2006 einen Anspruch auf eine IV-R ente erlangt hat.9 4.2 D ie vorliegenden Arztberichte beschäftigen sich nur oberflächlich m it dem Ü bergew icht des Beschw erdeführers und dessen gesundheitlichen Folgen. Es w ird zw ar festgehalten, dass er an Adipositas (per m agna) leide, ohne jedoch auf die Ausw irkungen für die Arbeitsfähigkeit detailliert einzugehen. Teilw eise sind die vorliegenden Berichte bereits so alt, dass sie keine Aussagen über den G esundheitszustand und eine allfällige Einschränkung der Arbeits- und Erw erbsfähigkeit w ährend der relevanten Zeitspanne erlauben. Aufgrund der dem G ericht vorliegenden U nterlagen kann som it nicht entschieden w erden, ob der Beschw erdeführer in den 12 M onaten vor der Einreichung des G esuchs und bis zum Zeitpunkt des Einsprachent- scheides invalid im Sinne des G esetzes w ar resp. gew orden ist. D ie Bew eislage ist in diesem Punkt ungenügend, w as darauf zurückzuführen ist, dass die kantonale IV-Stelle keine w eiteren m edizinischen Abklärungen oder G utachten eingeholt hat, obw ohl sie nach Art. 43 ff. ATSG (vgl. auch Art. 12 Vw VG ) grundsätzlich verpflichtet ist, den rechtserheblichen Sachverhalt, allenfalls unter M itw irkung des G esuchstellers, von Am tes w egen festzustellen. Auch aus diesem G runde verletzt die angefochtene Verfügung Bundesrecht und ist aufzuheben. 4.3 N ach Art. 61 Abs. 1 Vw VG entscheidet die Beschw erdeinstanz grund- sätzlich in der Sache selbst; nur ausnahm sw eise w eist sie die Streitsache m it verbindlichen W eisungen an die Vorinstanz zurück. Ein solcher Ausnahm efall ist im vorliegenden Verfahren w egen der in entscheidenden Punkten unvollständigen Aktenlage gegeben. D ie Vorinstanz und die zur Abklärung zuständige kantonale IV-Stelle sind w esentlich besser in der Lage als das Bundesverw altungsgericht, die erforderlichen zusätzlichen Bew eise zu erheben. D ie Vorinstanz w ird daher angew iesen, den Beschw erdeführer zu einer ganzheitlichen Begutachtung in einem spezialisierten U niversitätsspital in der Schw eiz aufzubieten. D ie begutachtenden Ärzte haben sich darüber auszusprechen, an w elchen invaliditätsbegründenden Beschw erden und G ebrechen der Beschw erdeführer leidet (D iagnose unterteilt nach H aupt- und N ebendiagnose), w ie sich der G rad der Tauglichkeit in der früher ausgeübten Tätigkeit als Elektrom onteur und in den in Frage kom m enden Verw eisungsberufen, w elche genau zu um schreiben sind, bis zum 23. Februar 2006 (D atum des angefochtenen Entscheids) und danach bis zum Zeitpunkt der U ntersuchung entw ickelt hat (G rad der Arbeitsunfähigkeit). W eiter sollen sich die G utachter zu allfälligen m edizinischen M assnahm en (Art. 12 ff. IVG ) äussern, w elche geeignet sind, die Erw erbsfähigkeit dauernd und w esentlich zu verbessern oder vor w esentlicher Beein- trächtigung zu bew ahren. D ie Verw altung hat sodann anhand der ver- vollständigten Akten den Invaliditätsgrad zu bestim m en und eine neue Verfügung zu erlassen. 5. Zusam m enfassend bleibt festzuhalten, dass die Verfügung w egen Verlet- zung von Bundesrecht und unvollständiger Abklärung des Sachverhaltes aufzuheben ist. D ie Sache ist zur Abklärung des relevanten Sachverhaltes und zum Erlass einer neuen Verfügung im Sinne der obigen Erw ägungen 10 an die Vorinstanz zurückzuw eisen. 6. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 6.1 D er unterliegenden Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 Vw VG ). 6.2 D er obsiegenden Partei kann nach M assgabe ihres Erfolges von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erw achsene notw en- dige und verhältnism ässig hohe Kosten zugesprochen w erden (vgl. Art. 64 Abs. 1 Vw VG und Art. 7 VG KE). Im vorliegenden Verfahren ist dem Beschw erdeführer auf G rund seines w eitestgehenden O bsiegens eine angem essene Parteientschädigung zu- zusprechen, die von der Vorinstanz zu bezahlen ist (Art. 64 Abs. 2 Vw VG ). D ie Parteientschädigung um fasst die Kosten der Vertretung sow ie allfällige w eitere notw endige Auslagen der Partei (Art. 8 VG KE). D ie H öhe der Entschädigung ist nach pflichtgem ässem Erm essen zu bestim m en, hat doch der Beschw erdeführer keine Kostennote eingereicht (Art. 8 Abs. 1 der Verordnung vom 10. Septem ber 1969 über Kosten und Entschädi- gungen im Verw altungsverfahren [Kostenverordnung], SR 172.041.0). D a sich der Beschw erdeführer im Verfahren vor der R ekurskom m ission und dem Bundesverw altungsgericht anw altlich hat vertreten lassen, sind die Bestim m ungen über die Anw altskosten gem äss Art. 10 VG KE anzu- w enden. D anach w erden das Anw altshonorar nach dem notw endigen Zeitaufw and des Vertreters oder der Vertreterin bem essen. D er Stunden- ansatz beträgt für Anw älte und Anw ältinnen m indestens Fr. 200.-- und höchstens Fr. 400.--. In diesen Stundenansätzen ist die M ehrw ertsteuer nicht enthalten (vgl. dazu auch Art. 5 lit. b in Verbindung m it Art. 14 Abs. 3 lit. c M W StG ; nicht veröffentlichtes U rteil des EVG vom 22. M ai 2003 i. S. M ., I 30/03, Erw . 6.4). Bei Streitigkeiten m it Verm ögensinteresse kann das Anw altshonorar angem essen erhöht w erden. U nter Berücksichtigung dieser Bestim m ungen und des angezeigten und sich aus den Akten ergebenden Anw altsaufw andes erachtet das Bundesverw altungsgericht eine pauschale Parteientschädigung von insgesam t Fr. 1'500.-- (inkl. M ehrw ertsteuer) als angem essen. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird teilw eise gutgeheissen. 11 D ie Verfügung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland vom 23. Februar 2006 w ird aufgehoben. D ie Sache w ird an die Vorinstanz zurückgew iesen m it der Anw eisung, den Sachverhalt im Sinne der Erw ägungen vollständig abzuklären und anschliessend zu entscheiden, ob der Beschw erdeführer Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (m edizinische M assnahm en und/oder eine R ente) hat. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. D ie IV-Stelle für Versicherte im Ausland w ird verpflichtet, dem Be- schw erdeführer innert 30 Tagen ab Eintritt der R echtskraft des vorliegenden U rteils eine Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 1'500.-- auszurichten. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer p.a. dem Vertreter (als G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. __) - dem Bundesam t für Sozialversicherung D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Stefan M esm er Ingrid Künzli R echtsm ittelbelehrung: D iese Verfügung kann innert 30 Tagen ab Zustellung beim Schw eizerischen Bundesgericht, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, angefochten w erden (vgl. Art. 42, 48 und 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G ], SR 173.110). Versand am :