<h2>SubmittedText<h2><p>Das Verhältnis von Kosten zur Zahl der Studierenden an Fachhochschulen beschäftigt vorgesetzte Behörden, Fachgremien und Fachhochschulen. Eine neuere Studie kommt zum eher überraschenden Befund, dass sich in weiten Teilen der Fachhochschulen nur ein geringer bis mittlerer Einfluss der Zahl der Studierenden auf die Kosten pro Kopf ausmachen lässt.</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat den Bericht zur Ermittlung der normalisierten Kosten? Welche Schlüsse zieht er daraus?</p><p>2. Ist er bereit, die Frage nach der nötigen Zahl von Studierenden entlang den Erkenntnissen des erwähnten Berichtes zu überprüfen?</p><p>3. Inwieweit lassen die Ergebnisse in den Augen des Bundesrates auch Schlüsse in Bezug auf Masterstudiengänge zu?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Unter der Federführung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat eine private Unternehmensberatungsfirma den Bericht "Ermittlung von normalisierten Kosten pro Studierenden für die Fachbereiche der Diplomstudiengänge an Fachhochschulen und für den Fachbereich Pädagogik" (Bern, 16. Dezember 2005) verfasst. Es handelt sich um eine Analyse der tatsächlich angefallenen Betriebskosten der Jahre 2002-2004. Der Befund, dass der Einfluss der Anzahl Studierenden auf die Kosten pro Studierenden geringer ist als angenommen, ist auf den ersten Blick überraschend. Das Ergebnis wird aber durch die Nichtberücksichtigung verschiedener Faktoren relativiert. Namentlich handelt es sich um die Personalkosten (regional unterschiedliche Tarifstrukturen), das Betreuungsverhältnis (Anzahl Studierende pro akademische Kraft) und die Grösse der einzelnen Standorte (Verteilung der Fixkosten auf die einzelnen Studierenden). Die Publikation des Bundesamtes für Statistik "Finanzen der Fachhochschulen 2005" (Neuchâtel 2007) zeigt beispielsweise auf, dass zwischen den Durchschnittskosten je Fachbereich und dem Betreuungsverhältnis ein eindeutiger Zusammenhang bestand: Nimmt die Anzahl der Studierenden pro akademische Kraft (Betreuungsverhältnis) zu, sinken die Kosten pro Studierenden. Auch die zweistufige Ausbildung Bachelor/Master und die damit verbundene Modularisierung der Studiengänge braucht eine angemessene Anzahl an Studierenden, damit den Studierenden ein breites, interessantes und praxisbezogenes Ausbildungsangebot zur Verfügung gestellt werden kann.</p><p>2. Die Studie zeigt, dass für die Höhe der Kosten pro Studierenden nicht allein die Anzahl der Studierenden ausschlaggebend ist. Für die Beurteilung, wie hoch die Zahl der Studierenden sein muss, sind, wie bereits erwähnt, verschiedene Faktoren einzubeziehen. Der Bundesrat ist überzeugt, dass eine effiziente Aufgabenteilung zwischen den Fachhochschulen und die Bildung von Schwerpunkten in Lehre und Forschung zu angemessenen Studierendenzahlen führen werden.</p><p>3. Die unter Punkt 2 gemachten Ausführungen gelten insbesondere auch für die neu aufzubauenden Masterstudiengänge an Fachhochschulen. Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement und die EDK haben eine "Vereinbarung über den Aufbau von Masterstudiengängen an Fachhochschulen" (Fachhochschulmastervereinbarung) getroffen. Diese legt Kriterien für die Einführung der neuen Masterstufe an den Fachhochschulen ab 2008 fest. Bund und Kantone haben sich zum Ziel gesetzt, eine beschränkte Anzahl von qualitativ hochstehenden, praxisorientierten und von den Studierenden nachgefragten Masterstudiengängen anzubieten.</p>  Antwort des Bundesrates.