<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat hat auf meine Anfrage 16.1060 geantwortet, dass alleine in diesem Jahr 42 Fälle von Ehen oder Verlobungen mit Kindern und 113 mit Minderjährigen zwischen 16 und 18 Jahren bekanntwurden. Die tatsächliche Zahl dürfte um einiges höher sein.</p><p>1. Wie hoch sind die Schätzungen der Fachstelle gegen Zwangsheirat?</p><p>2. Was konkret passiert mit den Kindern und ihren "Ehemännern", wenn sie gemeinsam in die Schweiz einreisen?</p><p>3. Ermitteln die Behörden automatisch wegen sexueller Handlungen mit Kindern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. In Ergänzung zu seiner Antwort auf Ihre Anfrage kann der Bundesrat Ihnen mitteilen, dass der Bund über keine Schätzungen in diesem Bereich verfügt.</p><p>2. Im Ausländerbereich müssen Gesuche um Familiennachzug des Ehegatten im Ausland eingereicht werden. Eine Ehe kann in der Schweiz nur anerkannt und in der Folge der Familiennachzug nur bewilligt werden, wenn die Ehe nicht gegen den Ordre public verstösst. Andernfalls wird die Einreise des nachzuziehenden Ehegatten nicht bewilligt. Liegen im Asylbereich Anhaltspunkte auf eine Minderjährigenheirat vor, so meldet dies das SEM an die zuständige kantonale Behörde. Minderjährige Ehefrauen gelten im Asylverfahren weiterhin als unbegleitete Minderjährige. Entsprechend wird ihnen, wie anderen unbegleiteten Minderjährigen auch, eine Vertrauensperson zur Seite gestellt, die ihre Interessen im Asylverfahren wahrnimmt.</p><p>3. Bei einem vorliegenden Tatverdacht auf sexuelle Handlungen mit Kindern muss ermittelt werden, da es sich um Offizialdelikte handelt. Die Ermittlungen bei sexuellen Handlungen mit Kindern sind in kantonaler Hoheit und unterliegen den kantonalen Staatsanwaltschaften. Die Schwierigkeit besteht dann, dass die Polizei nur selten Kenntnisse der einzelnen Fälle hat, da für die Opfer viel auf dem Spiel steht und sie sich gegen eine Anzeige bei der Polizei entscheiden.</p>