B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6824/2011/cav/sed U r t e i l v o m 1 7 . A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Pietro Angeli-Busi, Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), Sri Lanka, alle vertreten durch Barbara Frei-Koller, Freiplatzaktion Basel, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 15. November 2011 / N (…). D-6824/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Die Beschwerdeführenden, srilankische Staatsangehörige tamil i- scher Ethnie mit letztem Wohnsitz in F._______(Distrikt Kilinochchi), ver- liessen ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge zusammen mit der volljährigen Tochter G._______ (vgl. N (…); D -6825/2011) am 2. September 2009 auf dem Luftwe g und gelangten zunächst via Dubai (VAE) nach Italien. Am 25. September 2009 reisten sie von dort herko m- mend illegal in die Schweiz ein, ersuchten gleichentags im Empfangs - und Verfahrenszentrum H._______ um Asyl nach und wurden dort am 2. Oktober 2009 sum marisch befragt. Das BFM hörte die Beschwerdefüh- renden am 22. Oktober 2009 gestützt auf Art. 29 Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausführlich zu ihren Asylgründen an und wies sie in der Folge für die Dauer des Verfahrens dem Kant on I._______ zu. A.b. Zur Begründung der Asylgesuche brachten die Beschwerdeführen- den im Wesentlichen vor, sie stammten ursprünglich aus dem Distrikt Jaffna und seien im Jahr 1991 wegen des Bürgerkriegs ins Vanni -Gebiet nach J._______ gezogen. Der Beschwerdeführer (I. S.) habe dort als Landwirt gearbeitet. Seine jüngere Schwester sei Mitglied der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen, ebenso wie seine Nichte und d e- ren Ehemann A. Ab und zu habe er daher für die LTTE Essen gekocht und mit seinem Traktor Waren transportiert. Ungefähr im Mai 2007 oder Mitte 2008 hätten die LTTE zwei ihrer Kinder (G._______ [vgl. N (…); D- 6825/2011] und C._______) zwangsrekrutiert und einige Tage lang fest- gehalten. Die LTTE habe sie in ein Ausbildungslager schicken wollen. Dank der Intervention von A. hätten die Kinder jedoch wieder nach Hause zurückkehren können. A. habe jedoch deutlich gemacht, dass dies eine einmalige Hilfsaktion gewesen sei. Aus Angst vor einer erneuten Zwangs- rekrutierung der Kinder seien sie daher ungefähr im August 2008 auf inof- fiziellem Weg nach Vavuniya zu einer Art Cousine des Beschwerdefüh- rers gezogen. Vermutlich habe sie jemand denunziert; jedenfalls seien sie in der Folge von regierungstreuen Personen, mutmasslich Angehörige der Ealam People's Democratic Party (EPDP), behelligt worden. Der B e- schwerdeführer sei mehrmals von diesen Personen befragt worden, w o- bei sie hätten wissen wollen, ob und wie er im Vanni-Gebiet die LTTE un- terstützt habe und wie er von dort nach Vavuniya gelangt sei. Sie hätten ihn dabei geschlagen und auch gedroht, die Kinder mitzunehmen. Um ih- re Kinder zu retten, hätten sie sich zur Ausreise aus dem Heimatland ent-D-6824/2011 Seite 3 schlossen. Der Vater des Beschwerdeführe rs habe einen Schlepper o r- ganisiert und finanziert. In der Folge seien sie von Vavuniya aus im Auto nach Colombo gefahren und am 2. September 2009 mit dem Flugzeug aus dem Heimatland ausgereist. Die Beschwerdeführenden brachten ausserdem vor, ein Bruder der Beschwerdeführerin, welcher in Jaffna als Chauffeur für eine internationale Minensuch -Organisation gearbeitet h a- be, sei im Jahr 2007 erschossen worden, da er ebenfalls verdächtigt wor- den sei, die LTTE zu unterstützen. Sie seien als LTTE -Familie abgestem- pelt, weshalb sie sich im staatlich kontrollierten Vavuniya nicht mehr s i- cher gefühlt hätten und auch nicht an ihren Herkunf tsort in Jaffna zurück- kehren könnten. A.c. Zur Untermauerung ihrer Vorbringen respektive zum Beleg ihrer Identität reichten die Beschwerde führenden folgende Beweismittel ein: die Identitätskarte der Beschwerdeführerin, ein Zeitungsausschnitt mit der Todesanzeige des Bruders der Beschwerdeführerin, ein Zeitungsbericht betreffend den Tod ihres Bruders, ein Büchlein, welches u.a. ein Foto die- ses Bruders, eine Beileidserklärung dessen Arbeitgebers sowie eine Danksagung enthält, ein Foto der Nichte des Beschwerdeführers und d e- ren Ehemanns A., Fotos deren beider Kinder, ein Foto der jüngeren Schwester des Beschwerdeführ ers, eine Heiratsurkunde (Kopie; inkl. Übersetzung) sowie sechs Geburtsurkunden (beglaubigte K opien; inkl. Übersetzungen, eine davon betreffend die volljährige Tochter G._______; vgl. das Dossier N (…) und zwei diesbezügliche Bestätigungsschreiben der Mutter der Beschwerdeführerin. B. Mit Verfügung vom 3. Oktober 2011 konfrontierte das BFM die Beschwer- deführenden mit mehreren sich wi dersprechenden Aussagen und gab ih- nen Gelegenheit, sich innert Frist dazu zu äussern. Die Beschwerdefüh- renden liessen sich dazu mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 17. Ok- tober 2011 vernehmen. C. Das BFM stellte mit Verfügung vom 15. November 2011 – eröffnet am 17. November 2011 – fest, die Asylvorbringen der Beschwerdeführenden seien unglaubhaft. Demzufolge verneinte es die Flüchtlingseigenschaft und lehnte die Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. D-6824/2011 Seite 4 D. Mit Beschwerde vom 19 . Dezember 2011 (Poststempel) an das Bunde s- verwaltungsgericht liessen die Beschwerdeführenden beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihnen Asyl zu gewäh- ren, eventuell seien sie infolge Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Ausserdem wurde bea n- tragt, es sei festzustellen, dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme, und infolgedessen seien die zuständigen Vollzugsbehörden mittels vorsorglicher Massnahme anzuweisen, von allfälligen Vollzug s- handlungen abzusehen. Zudem sei den Beschwerdeführenden zu allfäll i- gen Stellungnahmen der Vorinstanz ein Replikrecht zu gewähren. Der Beschwerde lagen eine Vollmacht vom 7. Dezember 2011, eine Be s- tätigung der Caritas I._______ vom 2. Dezember 2011 betreffend Teilun- terstützung sowie eine Honorarnote vom 19. Dezember 2011 bei. E. Der Instruktionsrichter stellte mit Ver fügung vom 27. D ezember 2011 zu- nächst fest, die Beschwerdeführenden könnten den Ausgang des Verfah- rens in der Schweiz abwarten (Art. 42 AsylG). Ferner verzichtete er a n- tragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und teilte gleichzeitig mit, über d as Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege werde im Endentscheid befunden. F. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 10. Januar 2012 vollu m- fänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der B e- schwerde. Die vorinstanzliche Ver nehmlassung wurde den Beschwerd e- führenden am 12. Januar 2012 zur Kenntnis gebracht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 des Ver- waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) B e- schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, welche von D-6824/2011 Seite 5 einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des BFM, welche in Anwendung des AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich endgültig, au s- ser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor we l- chem die beschwerd eführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die B e- schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und ha- ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufheb ung beziehungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung von Bunde srecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer polit i- schen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die D-6824/2011 Seite 6 Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, di e in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1. Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres able hnenden Entscheids im Wesentlichen aus, die Asylvorbringen der Beschwerdeführenden seien nicht glaubhaft. Deren Schilderungen seien über weite Strecken u n- substanziiert und uneinheitlich ausgefallen. Aufgrund von Wiederholu n- gen entstehe zudem der Eindruck, die Beschwerdeführenden hätten eine Geschichte konstruiert und auswendig gelernt. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführenden während den Anhörungen emotional aufgewühlt erschienen seien, sei nicht unbedingt ein Hinweis auf die Wahrheit ihrer Aussagen, sond ern könne auch ein Indiz dafür sein, dass sie ihre ta t- sächliche Ausreisemotivation nicht offengelegt hätten. Konkret hätten die Beschwerdeführenden betreffend die Rekrutierung von zwei Kindern durch die LTTE sowie ihre Abreise aus dem Vanni -Gebiet dürftige und ausserdem widersprüchliche Angaben gemacht. Die Beschwerdeführe n- den hätten insbesondere unterschiedliche Daten betreffend die Rekruti e- rung genannt und unterschiedliche Angaben zur Dauer des Aufenthaltes der Kinder bei den LTTE gemacht. Auch in Bezug a uf die Frage, wer die Kinder abgeholt und nach Hause gebracht habe, hätten die B eschwerde- führenden widersprüchliche Angaben gemacht. Zur geltend gemachten Mitnahme und Befragung des Beschwerdeführers durch die EPDP hätten die Beschwerdeführenden ebenfalls unterschiedliche Aussagen gemacht. Ungereimtheiten bestünden insbesondere hinsichtlich des Zeitpunkts der Mitnahmen und in Bezug auf den Fahrzeugtyp, mit welchem der B e- schwerdeführer jeweils abgeholt worden sei. Die von den Beschwerd e- führern im Rahmen des ihnen gewährten rechtlichen Gehörs abgegebe- nen Erklärungen seien nicht geeignet, die festgestellten Widersprüche in befriedigender Weise aufzuklären. Die Schilderungen des Beschwerd e- führers bezüglich der geltend gemachten Befragungen durch die EPDP seien zudem sehr oberflächlich und schemenhaft ausgefallen; dies o b- wohl er dazu ausführlich befragt worden sei. Er habe insbesondere keine präzisen Angaben darüber machen können, weshalb er zu Befragungen mitgenommen worden sei und wer genau dahinter gesteckt ha be. Der Beschwerdeführer habe auch zu seiner familiären Situation in Sri Lanka, zum Verbleib der Identitätsdokumente sowie zum dreiwöchigen Aufenthalt in Italien unsubstanziierte und daher unglaubhafte Angaben gemacht. Die D-6824/2011 Seite 7 Beschwerdeführerin ihrerseits habe die Rekrutierung der beiden Kinder, welche angeblich in ihrer Anwesenheit zuhause abgeholt worden seien , äusserst vage und spärlich beschrieben . Auch der ebenfalls angehörte Sohn C._______, eines der beiden angeblich rekrutierten Kinder, habe zu diesem Ereignis unsubstanziierte und ausweichende Angaben gemacht. Er habe nicht in überzeugender Weise zu schildern vermocht, wie und wohin er von den LTTE mitgenommen worden sei und was er damals e r- lebt habe. Seine Angaben zum einjährigen Aufenthalt in Vavuniya seien genauso inhaltsleer und unpersönlich ausgefallen. Jedenfalls könne nicht geglaubt werden, dass er dort das Haus nie verlassen, keine Freunde ge- troffen und überhaupt nichts gemacht habe. Seine Aussagen seien insge- samt nicht nachvollziehbar und daher u nglaubhaft. Die eingereichten Be- weismittel seien nicht geeignet, an der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführenden etwas zu ändern. Die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden sei daher nicht erfüllt, und ihre Asylgesuche seien abzuleh nen. Der Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka sei durc h- führbar. Zwar sei eine Rückkehr ins Vanni -Gebiet, dem Herkunftsort der Beschwerdeführenden, nicht zumutbar, jedoch hätten sie eine zumutbare innerstaatliche Wohnsitzalternative ausserhalb des Vanni -Gebiets, be i- spielsweise im Jaffna-Distrikt, in Colombo oder in Vavuniya, wo sie übe r- all über Bezugspersonen verfügten . Auch das Kindeswohl stehe einer Rückkehr ins Heimatland nicht entgegen. 4.2. In der Beschwerde wird zunächst der Sachverhalt wiederholt und auf mehrere Internetseiten mit Informationen zur aktuellen Sicherheits - und Menschenrechtslage in Sri Lanka verwiesen. Anschliessend wird zu den vorinstanzlichen Erwägungen, wonach die Asylvorbringen unglaubhaft seien, Stellung genommen. Dabei wird vorgebracht, die den Beschwerde- führern vorgeworfenen Widersprüche würden sich hauptsächlich auf den Zeitpunkt der Zwangsrekrutierung der beiden ältesten Kinder beziehen. Der Beschwerdeführer habe sich anlässlich der Anhörung vom 22. Okto- ber 2009 bezüglich der Jahreszahl korrigiert und das Jahr 2008 angeg e- ben. Als Erklärung für den Widerspruch habe er erklärt, er habe nicht g e- nau zugehört. Die anderen Familienmitglieder hätten bezüglich der Zwangsrekrutierung ebenfalls das Jahr 2008 genannt. In Bezug auf die Frage, wer die Kinder aus dem LTTE-Camp zurückgeholt habe, habe die Beschwerdeführerin an der Bundesanhörung ausgesagt, dass A. die Ki n- der geholt habe; somit liege kein Widerspruch zu den Aussagen der a n- deren Familienmitglieder vor. Im Weiteren sei festzustellen, dass die Be- schwerdeführenden übereinstimmend vorgebracht hätten, der Beschwe r- deführer sei dreimal von der EPDP zu Befragungen mitgenommen wo r-D-6824/2011 Seite 8 den. Es treffe auch nicht zu, dass sie sich in Bezug auf die Daten der Mit- nahmen des Beschwerdeführers widersprochen hät ten. Bei der unte r- schiedlichen Bezeichnung des Fahrzeugtyps handle es sich nicht um e i- nen wesentlichen Punkt. Die Beschwerdeführerin sehe übrigens noch heute keinen Unterschied zwischen Kleinbus und Geländewagen. Die Vorinstanz werfe dem Beschwerdeführer i m Weiteren vor, seine Auss a- gen seien unsubstanziiert und ausweichend ausgefallen . Beispielsweise habe er auf die entsprechende Frage hin den Zeitpunkt der Befragungen nicht genannt. Dies habe er aber sehr wohl getan: er habe gesagt, die Befragung hätten stattgefunden, als sie nach Vavuniya gekommen seien. Dem Beschwerdeführer könne sodann nicht vorgeworfen werden, er h a- be die Frage, wie man sich eine solche Befragung vorstellen müsse, ausweichend beantwortet, da das BFM umgehend noch eine andere Fra- ge gestellt und der Beschwerdeführer daraufhin nur auf die zweite Teilfra- ge geantwortet habe. Das BFM habe damals nicht auf die Beantwortung der ersten Teilfrage bestanden. Entgegen der Darstellung des BFM sei der Beschwerdeführer nicht gefragt worden, weshalb er befragt worden sei. Auf die Frage, von wem, habe er erklärt, er wisse es nicht genau, glaube aber, dass es EPDP-Leute gewesen seien. Viel präziser hätte der Beschwerdeführer gar nicht antworten können. Die Vorinstanz habe bei der Beurteilung der Aussagen ausser Acht gelassen, dass der Beschwer- deführer im Heimatland schlechte Erfahrungen mit staatlichen Behörden gemacht habe und diesen nicht vertraue. Ausserdem stamme er aus e i- nem bildungsfernen Umfeld und habe selber nur drei Jahre die Schule besucht. Er sei es ge wohnt, auf Fragen lediglich zu a ntworten, anstatt aus Eigeninitiative längere Reden zu halten. Zudem sei er vor der Befr a- gung zur Person standardmässig aufgefordert worden, sich kurz zu fa s- sen. Vor der einlässlichen Anhörung sei er darauf hingewiesen worden, er könne unterbrochen werden, wenn seine Erklärungen unnötig seien. Deshalb seien seine Antworten eher kurz und knapp ausgefallen. Z u- sammenfassend sei festzustellen, dass die von der Vorinstanz monierten Widersprüche und fehlende Substanz nicht wesentliche Punkte beträfen und zudem aufgrund von sozio -kulturellen Missverständnissen entsta n- den seien. Dadurch werde die Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen nicht erschüttert. Die knappe und schematische Begründung der Vorinstanz, welche auf weitere Abklärungen verzichtet habe, stelle eine unvollständ i- ge Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts dar. Die Vorbringen seien als glaubhaft zu erachten. In der Beschwerde wird anschliessend Stellung genommen zur Frage der Flüchtlingseigenschaft. Dab ei wird vorgebracht, es handle sich bei den Beschwerdeführenden um Tamilen, welche die LTTE unterstützt hätten. Aufgrund seiner Herkunft aus dem D-6824/2011 Seite 9 Vanni-Gebiet sei der Beschwerdeführer mehrmals durch die EPDP ve r- hört worden. Er müsse auch in Zukunft damit re chnen, von staatlicher Seite als LTTE -Unterstützer behandelt zu werden. Tamilen seien in Sri Lanka zudem generell einem erhöhten Risiko willkürlicher Polizeimas s- nahmen ausgesetzt. Noch immer werde jede Person mit vermuteter Ve r- bindung zu den LTTE gesucht und unter Druck gesetzt. Personen, welche aus einer Region stammten, welche jahrelang von den LTTE kontrolliert worden sei, würden generell als potenzielle Mitglieder oder Unterstützer der LTTE angesehen und seien prinzipiell verdächtig. Gleiches gelte für Rückkehrer aus dem In - oder Ausland. Zwar sei der Beschwerdeführer bisher nicht inhaftiert worde n; da jedoch zurückkehrende Flüchtlinge von den srilankischen Behörden intensiv überprüft würden, sei er nun erns t- haft gefährdet. Das Bundesverwaltungsgericht h abe im Urteil (vom 27. Oktober 2011) in Sachen E -6220/2006 bestätigt, dass Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt würden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen respektive gestanden zu haben, einer e r- höhten Verfolgungsgefahr unterlägen. Der Beschwerdeführer erfülle meh- rere risikobegründende Faktoren: so sei er dreimal von der EPDP bezü g- lich seiner Beziehung zu den LTTE befragt worden, seine Schwester sei ein aktives LTTE-Mitglied gewesen und er habe mit seiner Familie in der Schweiz u m Asyl nachgesucht. Der Beschwerdeführer habe demnach zumindest begründete Furcht vor einer relevanten Verfolgung und erfülle daher die Flüchtlingseigenschaft. Schliesslich sei festzustellen, dass das BFM zu Unrecht von einer innerstaatlichen Wohnsitzalter native der B e- schwerdeführenden ausgegangen sei, da sie nämlich weder in Colombo noch im Jaffna-Distrikt oder in Vavuniya über ein tragfähiges Beziehungs- netz verfügten. 5. In der Beschwerde wird unter anderem vorgebracht, die knappe und schematische Begründung der Vorinstanz, welche auf weitere Abkläru n- gen verzichtet habe, stelle eine unvollständige Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhalts dar. Damit wird sinngemäss sowohl eine Verle t- zung der Begründungspflicht als auch der Pflicht, den rechtserheblich en Sachverhalt vollständig festzustellen, gerügt. Dazu ist Folgendes zu b e- merken: 5.1. Die Pflicht der Behörde, ihre Verfügungen zu begründen, folgt unmit- telbar aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV , SR 101) und Art. 35 Abs. 1 VwVG. Die verfügende Behörde hat dabei die Überlegungen zu nennen, D-6824/2011 Seite 10 von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Bürgerinnen und Bürger sollen wissen, warum die Behörde gegen ihren Antrag entschieden hat. Die Begründungspflicht ist ein Element rationaler und transparenter Entscheidfindung und dient nicht zuletzt auch der Selbstkontrolle der Behörden. Die Anforderungen an die Begründung s- pflicht sind unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles sowie der Interessen der Betroffenen festzulegen. Eine hinreichende Begrü n- dung bildet die Grundlage für eine sachgerechte Anfechtung der Verf ü- gung durch die Betroffenen und stellt gleichzeitig eine unabdingbare Vo r- aussetzung für die Beurteilung ihrer Re chtmässigkeit durch die B e- schwerdeinstanz dar (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsver- fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 325 und 354 f.; LORENZ KNEUBÜHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsver- fahren, Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 4 ff. zu Art. 35, S. 509 ff.). Im vorli e- genden Fall ist mit Blick auf die Ausführungen in der Beschwerde festz u- stellen, dass die Beschwerdeführenden offensichtlich primär mit dem I n- halt der Begründung des BFM nicht einverstanden sind, insbesondere mit der Argumentation des BFM, wonach die Aussagen der Beschwerdefü h- renden widersprüchlich und unsubstanziiert ausgefallen und daher u n- glaubhaft seien. Eine Verletzung der Begründungspflic ht ist angesichts der Erwägungen des BFM jedenfalls nicht ersichtlich. Insbesondere gibt die angefochtene Verfügung in rechtsgenüglicher Weise darüber Au s- kunft, aus welchen Gründen das BFM die Flüchtlingseigenschaft der B e- schwerdeführenden als nicht gegebe n erachtet. Eine sachgerechte A n- fechtung war vorliegend offensichtlich ohne Weiteres möglich. 5.2. In der Beschwerde wird zudem vorgebracht, der rechtserhebliche Sachverhalt sei unvollständig festgestellt worden, da keine weiteren A b- klärungen getätigt worden s eien. Im Verwaltungsverfahren und damit auch im Asylverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz, das heisst die Asylbehörde hat den rechtserheblichen Sachverhalt vor ihrem Entscheid von Amtes wegen vollständig und richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Dabei muss sie die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen. Die Parteien sind dabei jedoch mitwirkungspflichtig (vgl. z.B. Art. 8 AsylG). Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen a b- geklärt hat, oder wenn nicht alle für den Entscheid wesentlichen Sachum- stände berücksichti gt wurden. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung D-6824/2011 Seite 11 dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht we i- ter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde (vgl. KÖLZ/HÄNER, a.a.O., N. 630 ff.; CHRISTOPH AUER, in: Auer/Müller/Schindler [Hr sg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 15 zu Art. 12; BENJAMIN SCHINDLER, in: A u- er/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 28 zu Art. 49). Im vorliegenden Fall wurden die Beschwerdeführenden ausführlich und re lativ gründlich zum Sachverhalt befragt. Zu den sich aus den verschiedenen Aussagen erg e- benden Ungereimtheiten wurde ihnen zudem in schriftlicher Form das rechtliche Gehör gewährt. Der relevante Sachverhalt ist mit Blick auf die Akten ohne Weiteres als liquid zu erachten. Insbesondere ist die von den Beschwerdeführern geäusserte Auffassung, wonach das BFM weitere Abklärungen hätte tätigen müssen, nicht nachvollzieh bar; es wird be- zeichnenderweise auch nicht spezifiziert, worin diese weiteren Abkläru n- gen hätten bestehen sollen. Demnach erweist sich auch diese Rüge als unbegründet. 6. Nachfolgend ist zu prüfen, ob das BFM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 3 AsylG zu Recht verneint hat. 6.1. Seitens der Beschwerdeführenden wird zunä chst geltend gemacht, die zwei ältesten Kinder ( G._______ und C._______) seien in F._______von den LTTE zwangsrekrutiert worden. Die entsprechenden Aussagen der Beschwerdeführenden sind indessen widersprüchlich au s- gefallen. Bereits in Bezug auf das Datum d er angeblichen Zwangsrekru- tierung bestehen zwischen den Aussagen der Beschwerdeführenden e r- hebliche Unterschiede. So erklärte der Beschwerdeführer in der Ersta n- hörung, der Vorfall habe sich ungefähr im Mai 2007 zugetragen (vgl. A1 S. 6). In der Direktanhör ung gab er zu Protokoll, sie seien im August 2008, ungefähr drei Wochen, nachdem die Kinder aus der Zwangsrekr u- tierung befreit worden seien, von J._______ nach Vavuniya gegangen. Damit machte der Beschwerdeführer indirekt geltend, die Kinder seien ungefähr im Juli 2008 von den LTTE mitgenommen worden (vgl. A15 S. 6). Die Beschwerdeführerin ihrerseits datierte die Zwangsrekrutierung der Kinder einmal auf drei Monate vor der Abreise nach Vavuniya (d.h. ung e- fähr auf Juni 2008; vgl. A2 S. 6), das andere Mal auf 1-1,5 Monate vor dem Umzug nach Vavuniya (d.h. ca. auf Juli 2008: vgl. A14 S. 4). Der an- geblich selbst von der Zwangsrekrutierung betroffene Sohn C._______ wollte sich überhaupt nicht festlegen und erklärte lediglich, der Vorfall h a- be sich kurz vor der Abreise nach Vavuniya ereignet (vgl. A3 S. 4; A13 S. D-6824/2011 Seite 12 7). Betreffend die Dauer des geltend gemachten Aufenthaltes der beiden Kinder bei den LTTE bestehen ebenfalls Ungereimtheiten: Laut Aussage des Beschwerdeführers wurden die Kinder se chs Tage lang von den LTTE festgehalten (vgl. A1 S. 6). Die Beschwerdeführerin ihrerseits sprach diesbezüglich von drei oder vier Tagen (vgl. A2 S. 6; A14 S. 9), der Sohn C._______ in der Erstbefragung von sechs, in der Direktanhörung dagegen von 3 Tagen ( vgl. A3 S. 4 und A13 S. 7). Schliesslich bestehen auch in Bezug auf die Frage, wer die Kinder aus dem Camp zurückgeholt habe, widersprüchliche Angaben: Der Beschwerdeführer machte geltend, die Kinder seien von A. zurückgebracht worden (vgl. A15 S. 6). Demg e- genüber erklärte die Beschwerdeführerin in der Erstbefragung, sie selbst habe die Kinder abgeholt (vgl. A2 S. 6). In der Direktanhörung führte sie zunächst aus, A. habe die Kinder geholt (vgl. A14 S. 9), kurz darauf machte sie jedoch geltend, der Beschwer deführer habe die Kinder geholt (vgl. A14 S. 10). C._______ wiederum erklärte, er und seine Schwester seien von A. aus dem Camp zurückgeholt worden (vgl. A13 S. 8). Nach dem Gesagten steht fest, dass sich die Beschwerdeführenden in Bezug auf offensichtlich wesentliche Sachverhaltselemente teilweise krass wi- dersprochen haben. Weder der Einwand des Beschwerdeführers in der Direktanhörung, er kenne sich hier nicht aus und habe nicht richtig zug e- hört (vgl. A15 S. 6) noch die in der schriftlichen Stellungnahme v om 17. Oktober 2011 vorgebrachten Erklärungen, wonach die Beschwerdefü h- renden ungebildet seien, gegenüber Behörden Skepsis hegten und a n- lässlich der Anhörungen verunsichert gewesen seien, vermögen die dar- gelegten Ung ereimtheiten in überzeugender Weise aufz ulösen, zumal davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführenden auch unter Stress in der Lage sein sollten, sich an die grundlegenden Fakten des geltend gemachten, einschneidenden Erlebnisses zu erinnern und diese korrekt wiederzugeben. Das weitere Vorbri ngen in der Stellungnahme vom 17. Oktober 2011, wonach sich die Beschwerdeführerin teilweise nicht habe erinnern können, ist im Übrigen als wenig glaubhaft zu qualifizieren, hat sie doch anlässlich der Befragung jeweils klar gesagt, wenn sie etwas nicht (mehr) wusste (vgl. z.B. A2 S. 6, A15 S. 3 und 4). Gegen die Glaub- haftigkeit der geltend gemachten Zwangsrekrutierung spricht im Weiteren die Tatsache, dass der davon angeblich selbst betroffene Sohn C._______ den Aufenthalt bei den LTTE äusserst vage und unsubstanzi- iert schilderte und nicht in der Lage schien, anschaulich zu beschreiben, wie er die Tage dort verbracht habe (vgl. A13 S. 7 ff.). Seine Aussage, wonach man ihn nicht ins Trainingscamp geschickt habe, weil er geweint habe, erscheint zudem völlig unrealistisch, zumal wohl die meisten Kinder in einer solchen Situation weinen und die LTTE bei einer derartigen D-6824/2011 Seite 13 Rücksichtnahme gar keine Kinder ins Trainingslager hätten schicken können und demnach an einer Rekrutierung von Kindern auch nicht int e- ressiert gewesen wären. Nach dem Gesagten ist die geltend gemachte Zwangsrekrutierung der beiden ältesten Kinder insgesamt als unglaubhaft zu bezeichnen. 6.2. Die LTTE gelten im Übrigen gemäss weitgehend übereinstimmenden Quellen im gesamten Staatsgebiet von Sri Lanka a ls zerschlagen (vgl. dazu das zur Publikation vorgesehene Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 in Sachen E-6220/2006, E. 7.1), weshalb die Furcht vor zukünftiger Zwangsrekrutierung der Kinder durch die LTTE im heutigen Zeitpunkt o h- nehin als unbegründet zu erachten ist. 6.3. Im Weiteren bringen die Beschwerdeführenden vor, der Beschwerde- führer sei nach dem Umzug nach Vavuniya von der Regierung nahest e- henden Personen, vermutlich von EPDP -Mitgliedern, dreimal vorüberg e- hend mitgenommen und befragt worden. In Bezug auf dieses Sachve r- haltselement liegen indessen ebenfalls widersprüchliche Aussagen vor: Der Beschwerdeführer sagte in der Erstbefragung vom 2. Oktober 2009 aus, sie seien im August 2008 nach Vavuniya gegangen. Ungefähr einen Monat nach Ankunft in Vavuniya (d.h. ungefähr im September/Oktober 2008) sei er erstmals von der EPDP befragt worden. Insgesamt sei er dreimal befragt worden, wobei die Befragungen alle innerhalb eines M o- nats stattgefunden hätten (vgl. A1 S. 6 und 7). In der Direktanhörung vom 22. Oktober 2009 wollte er sich plötzlich nicht mehr an den Zeitpunkt der Befragungen erinnern (vgl. A15 S. 12). Die Beschwerdeführerin erklärte zu diesem Thema zunächst, die EPDP -Leute seien im Jahr 2008 g e- kommen und hätten ihren Ehemann dreimal mitgenommen (vgl. A2 s. 6). In der Direktanhörung gab sie demgegenüber zu Protokoll, der B e- schwerdeführer sei einmal im Jahr 2008 und danach immer wieder, letz t- mals vier bis fünf Monate vor der Abreise nach Colombo (d.h. ungefähr im Mai/April 2009), von den Behörden mitgenommen und befragt worden (vgl. A14 S. 10). Es ist wiederum festzustellen, dass die bereits vorst e- hend (vgl. E. 6.1) erwähnten Erklärungsversuche der Beschwerdeführe n- den diese Ungereimtheiten nicht aus der Welt zu schaffen vermögen. Wie das BFM zudem zu Recht bemerkt hat, beantwortete der Beschwerdefüh- rer die ihm gestellten Fragen zu den angeblichen Befragungen relati v un- substanziiert und wenig anschaulich. Obwohl er angeblich dreimal mitg e- nommen wurde, konnte er zudem nicht genau sagen, zu welcher Gru p- pierung die Befrager gehörten, sondern äusserte diesbezüglich nur eine Vermutung (EPDP). Aufgrund des Gesagten ist daher auch das Vorbri n-D-6824/2011 Seite 14 gen, der Beschwerdeführer sei mehrmals durch regierungsnahe Pers o- nen mitgenommen, befragt und geschlagen worden, als unglaubhaft zu betrachten. 6.4. In der Beschwerde wird schliesslich ausgeführt, die Beschwerdefü h- renden hätten bei einer Rückkehr nach Sri Lanka auch deshalb eine asyl- relevante Verfolgung zu befürchten, weil sie Tamilen seien, aus dem Aus- land zurückkehren würden und weil Verwandte von ihnen LTTE-Mitglieder gewesen seien. Diesbezüglich ist Folgendes festzustellen: Zwar trifft es zu, dass Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdäch- tigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen oder gestanden zu sein, einer erhöhten Verfolgungsgefahr unterliegen (vgl. dazu das zur Publikation vorgesehene Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 in S a- chen E-6220/2006, E. 8.1). Im vorliegenden Fall erscheint es jedoch au f- grund der Aktenlage nicht als wahrscheinlich, dass die Beschwerdefü h- renden bei einer Rückkehr nach Sri Lanka infolge vermuteter LTTE - Verbindung in asylrelevanter Weise verfolgt würden. Sie selber waren e i- genen Angaben zufolge nie Mitglieder der LTTE und machen auch nicht geltend, in der Schweiz Kontakt zu den LTTE unterhalten zu haben . Das Vorbringen, wonach der Beschwerdeführer wegen vermuteter Verbindung zur LTTE in Vavuniya von regierungsnahen Personen mehrfach befragt und geschlagen worden sei, erwies sich als un glaubhaft (vgl. vorstehend E. 6.3 ). Weitere Verfolgungshandlungen seitens der Behörden wurden von den Beschwerdeführenden nicht geltend gemacht. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden bereits vor ihrer Aus- reise aus dem Heimatland im Visier der Behörden gestanden haben. Die Beschwerdeführenden machen im Weiteren zwar geltend, sie hätten Verwandte, welche Mitglieder der LTTE gewesen seien. Dieses Vorbri n- gen ist indessen mit Blick auf die vorstehend festgestellte Unglaubhafti g- keit de r Asylvorbringen ebenfalls zu bezweifeln und ausserdem durch nichts belegt; insbesondere vermögen die eingereichten Fotos der Ve r- wandten des Beschwerdeführers sowie die Unterlagen zum Tod des Br u- ders der Beschwerdeführerin nicht zu beweisen, dass die fragl ichen Per- sonen Angehörige der LTTE waren (Verwandte des Beschwerdeführers) respektive infolge vermuteter LTTE -Unterstützung umgebracht wurden (Bruder der Beschwerdeführerin). Insgesamt können die Beschwerdefüh- renden daher nicht als Angehörige einer Risikog ruppe bezeichnet wer- den, die im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka einer erhöhten Verfo l- gungsgefahr unterliegen . Die geltend gemachte Furcht vor zukünftiger asylrelevanter Verfolgung ist daher als unbegründet zu qualifizieren. D-6824/2011 Seite 15 6.5. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die behauptete Ver- folgung im Heimatland insgesamt als unglaubhaft respektive die geltend gemachte Verfolgungsfurcht als unbegründet zu erachten. Somit hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden verneint und die Asylgesuche abgelehnt. 7. 7.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2. Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrecht- liche Aufenthaltsbewilligung noch haben sie Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 8. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverh ältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder d es Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). D-6824/2011 Seite 16 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behan d- lung unterworfen werden. 8.1.1. Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nic htrückschiebung nur Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwer- deführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG veran- kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.1.2. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde- führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlic h- keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder B e- handlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichts- hofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti- Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Ge- fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde ( vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Betreffend die Frage, ob srilankische Tamilen, welche aus ei- nem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müsse n, eine EMRK-widrige Behandlung zu befürchten haben, hat der EGMR Folge n- des erwogen: Es sei nicht in genereller Weise davon auszugehen, dass zurückkehrenden Tamilen eine unmenschliche Behandlung drohe; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr verschiedene Fakto- ren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Interesse (vgl. dazu das zur Publi kation vorgesehene Grundsatzurteil vom 27. O k- tober 2011 in Sachen E-6220/2006, E. 10.4.2). Mit Blick auf die Akten so- wie die vorstehenden Erwägungen ist nicht davon auszugehen, dass den Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr in ihr Heimatland eine derart i-D-6824/2011 Seite 17 ge Gefahr droht. Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. 8.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.2.1. In Bezug auf die allgemeine Lage in Sri Lanka kann auf die vom Bundesverwaltungsgericht vorgenommene Einschätzung der Situation im bereits erwähnten Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 verwiesen we r- den, welche im Wesentlichen mit der Praxis der Vorinstanz überei n- stimmt. Demnach ist seit dem Ende des bewaffneten Konflikts zwischen der srilankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 von einer erheblich verbesserten Menschenrechts - und Sicherheitslage auszugehen, wobei sich die Situ ation nicht in allen Landesteilen gleich präsentiert. Da sich die Lage in der Ostprovinz weitgehend stabilisiert und normalisiert hat, wird der Wegweisungsvollzug in das gesamte Gebiet der Provinz grun d- sätzlich als zumutbar erachtet (vgl. a.a.O. E. 13.1). Die Lage in der Nor d- provinz ist hingegen differenziert einzuschätzen, da sich die Situation dort gebietsweise sehr unterschiedlich gestaltet. In den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit unter Regierungskontrolle stehen – namentlich die Dist- rikte Jaffna und die südlichen Teile der Distrikte Vavuniya und Mannar – herrscht heute weder eine Situation allgemeiner Gewalt noch ist die pol i- tische Lage dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als g e- nerell unzumutbar ei ngestuft werden müsste (vgl. a.a.O. E. 13.2). Ang e- sichts der nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber eine sorgfältige, zu- rückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien auf, wobei nebst der allgemeinen Zumutbarkeit auch dem zeitlichen Element gebührend Rechnung zu tragen ist. Ein Wegweisungsvollzug ist demnach für Personen, welche die betreffenden Gebiete erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, grundsätzlich zumutbar, s o- fern sie dort auf eine zumindest gleichwertige Wohnsituation wie vor der Ausreise zurückgreifen können (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.1). Liegt der Aufent- halt indessen längere Zeit zurück oder geht aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs D-6824/2011 Seite 18 hin zu prüfen (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.2). In das sogenannten "Vanni-Gebiet" hingegen, welches die Distrikte Kilinochchi und Mullaitivu (samt diesen beiden Städten), die nördlichen Teile der Distrikte Mannar und Vavuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der Ostküste des Jaffna -Distrikts umfasst, ist eine Rückkehr aufgrund der aktuellen Lage – namentlich auf- grund der weitgehend zerstörten Infrastruktur und der Verminung – wei- terhin als unzumutbar einzustufen (vgl. a.a.O. E. 13.2.2). In das übrige Staatsgebiet Sri Lankas ist der Wegweisungsvollzug grundsätzlich z u- mutbar (vgl. a.a.O. E. 13.3). 8.2.2. Die Beschwerdeführenden stammen ursprünglich von der im Wes- ten der Jaffna-Halbinsel gelegenen Insel Kayts (Distrikt Jaffna) , lebten je- doch eigenen Angaben zufolge seit dem Jahr 1991 im Distrikt Kilinochchi und ab August 2008 in Vavuniya. Anfang September 2009 reisten sie aus Sri Lanka aus. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist eine Rück- kehr der Beschwerdeführenden in den Distrikt Kilinochchi, welcher zum beschriebenen "Vanni"-Gebiet gehört, als unzumutbar zu erachten. Damit bleibt zu prüfen, ob den Beschwerdeführenden allenfalls eine Rückkehr in die Stadt Vavuniya oder auf die J affna-Halbinsel zuzumuten ist, da diese beiden Gebiete ausserhalb des besagten "Vanni" -Gebietes liegen (vgl. a.a.O. E. 13.2.2.1). Die Bejahung der Zumutbarkeit einer Rückkehr dort- hin setzt insbesondere die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes, die konkrete Möglichkeit der Sicherung des Existenzminimums sowie e i- ne gesicherte Wohnsituation voraus (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.2). Bei den Be- schwerdeführenden handelt es sich um zwei Erwachsene im Alter von 49 respektive 48 Jahren mit ihren drei minderjährigen Kindern (17, 15 und 14 Jahre alt). Gesundheitliche Probleme sind nicht aktenkundig. Die B e- schwerdeführenden verdienten ihren Lebensunterhalt im Heimatland in der Landwirtschaft, wobei sie verschiedene Nahrungsmittel sowie Tabak auf eigenen Feldern anpflanzten. In der Schweiz ist der Beschwerdefü h- rer als Reinigungsangestellter tätig. Vor ihrer Ausreise lebten die B e- schwerdeführenden ungefähr ein Jahr lang b ei einer Bekannten in Vav u- niya. Aufgrund der Akten lässt nichts darauf schliessen, dass diese B e- kannte n icht mehr dort lebt oder nicht bereit wäre, die Beschwerdefü h- renden erneut bei sich aufzunehmen. Es ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden in Vavuniya zumindest für die erste Zeit ein tragfähiges Beziehungsnetz sowie eine gesicherte Wohnsituation vo r- finden würden. Ausserdem könnten sie erneut den Vater des Beschwe r- deführers um finanzielle Unterstützung ersuchen; dieser hat sie den A k- ten zufolge bereits in der Vergangenheit unterstützt und auch ihre Reise in die Schweiz finanziert. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Vater D-6824/2011 Seite 19 nicht mehr lebt, sind nicht aktenkundig. Mittels Wiederaufnahme ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit sollte den Beschwerdeführenden in abseh- barer Zeit zudem auch die wirtschaftliche Reintegration gelingen. Neben einer Rückkehr nach Vavuniya steht es den Beschwerdeführenden auch frei, sich an ihrem Herkunftsort in Kayts niederzulassen, wo die Mutter der Beschwerdeführerin lebt, welche ihnen bei der Reintegration behilflich sein könnte. Bei Bedarf könnten die Beschwerdeführenden auch in di e- sem Fall die finanzielle Hilfe des Vaters des Beschwerdeführers in A n- spruch nehmen. Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine ex i- stenzielle Notlage geraten würden. Der Wegweisungsvollzug ist im Weite- ren auch unter dem Aspekt des Kindeswohls als zumutbar zu erachten. Die Beschwerdeführenden befinden sich erst seit ungefähr zweiein halb Jahren in der Schweiz. Die drei minderjährigen Kinder haben somit den grössten Teil ihres Lebens in Sri Lanka verbracht , und es ist nicht davon auszugehen, dass in den letzten zweieinhalb Jahren bereits eine sprach- liche und kulturelle Entwurzelung vom Heimatstaat stattgefunden hat. Zu- dem können die Kinder zusammen mit ihren Eltern nach Sri Lanka z u- rückkehren und dort ihre schulische Ausbildung abschliessen. 8.2.3. Insgesamt erweist sich der Wegweisungsvollzug der Beschwerd e- führenden damit als zumutbar. 8.3. Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwend i- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.4. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den We g- weisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich e rachtet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vol l- ständig f eststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. D-6824/2011 Seite 20 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten den B e- schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem aber aufgrund der Aktenlage nach wie vor von ihrer prozessualen Bedürftigkeit auszugehen ist und die Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden konnte, ist in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtspflege von einer Kostenauflage abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-6824/2011 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand: