Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Januar 2014 (720 12 289 / 19 und 720 12 326 / 20) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente; Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit / Würdigung des bidisziplinären Gerichtsgutachtens Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dieter F reiburghaus, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch André Baur, Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1959 geborene A.____ ist seit 1. Oktober 1984 als Hilfsköchin bei B.____ tätig. Am 12. April 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf „psychisch e und körperliche Beeinträchtigun- gen durch Stress und psychischen Druck im Geschäft“ bei der Eidgenössischen Invalidenversi- cherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und der er- werblichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel- Landschaft bei der Versicherten ab 23. Oktober 2010 (Ablauf des Wartejahres) einen Invaliditätsgrad von 47 %. Gestützt auf dieses Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ergebnis sprach die IV-Stelle A.____ nach Durchführung d es Vorbescheidverfahrens mit Verfü- gung vom 21. August 2012 mit Wirkung ab 1. August 2012 eine Viertelsrente zu. Gleichzeitig hielt die IV-Stelle fest, dass sie nach Abschluss des Ver rechnungsverfahrens die Verfügung über den Rentenanspruch von A.____ für die Periode a b Oktober 2010 bis Juli 2012 nach- reichen werde. B. Gegen diese Verfügung vom 23. August 2012 erhob Advokat André Baur namens und im Auftrag von A.____ am 18. September 2012 Beschwer de beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfü- gung vom 21. August 2012 aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verurteilen, der Beschwerde- führerin rückwirkend ab 1. Oktober 2010 eine halbe Ren te auszurichten. Eventualiter sei zu Lasten der IV-Stelle ein gerichtliches Gutachten zur Ar beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin einzuholen und danach sei über deren Leistungsanspruch z u entscheiden. Subeventualiter sei die Sache zur Vornahme ergänzender Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. Sodann sei die IV-Stelle zu verpflichten, der Beschwerdeführe rin die Kosten des Arztberichts von Dr. C.____ vom 22. (richtig: 29.) August 2011 im Betrag von Fr. 450.-- zu vergüten. Schliesslich seien die Ansprüche der Beschwerdeführerin spätestens ab 1. Oktober 2012 mit 5 % p.a. zu verzinsen; alles unter o/e-Kostenfolge. Am 5. Oktober 2012 erliess die IV-Stelle die in der er sten Verfügung vom 21. August 2012 in Aussicht gestellte zusätzliche Verfügung, mit welcher sie über den Rentenanspruch von A.____ für die Periode ab Oktober 2010 bis Juli 2012 entschied. In dieser neuen Verfügung sprach die IV-Stelle der Versicherten rückwirkend ab 1. Oktober 20 10 eine Viertelsrente zu; gleichzeitig entschied sie darin über den von der Arbeitgeberin ge ltend gemachten Drittauszahlungsan- spruch und über die Modalitäten der Rentennachzahlung. Am 23. Oktober 2012 erhob Advokat André Baur namens und im Auftrag von A.____ auch gege n diese Verfügung vom 5. Oktober 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, wobei er dieselbe n Rechtsbegehren wie in der ersten Beschwerde vom 18. September 2012 stellte. Zudem ersuch te er in verfahrensrechtlicher Hin- sicht darum, die beiden Beschwerdeverfahren zu vereinen . Das Kantonsgericht entsprach die- sem Antrag mit Verfügung vom 25. Oktober 2012, indem e s die beiden Beschwerdeverfahren zwischen A.____ und der IV-Stelle betreffend die Rentenverfügungen vom 21. August 2012 und vom 5. Oktober 2012 (Verfahren Nr. 720 12 289 und 720 12 326) zusammenlegte. C. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Dezember 2012 bean tragte die IV-Stelle die Abwei- sung der beiden Beschwerden. D. In seiner Replik vom 4. Februar 2103 modifizierte Ad vokat André Baur seine Rechtsbe- gehren dahingehend, dass die IV-Stelle zu verurteilen sei, der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. Oktober 2010 eine Dreiviertelsrente und ab 1. Ma i 2011 eine halbe Rente auszurichten. Im Übrigen hielt er an seinen bisherigen Anträgen un d Ausführungen fest. Die IV-Stelle ihrer- seits beantragte in ihrer Duplik vom 13. März 2013, welc her sie eine Beurteilung von Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 5. März 2013 beilegte, weiterhin die Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 16. Mai 2013 gel angte das Kantonsgericht zum Er- gebnis, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelege nheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Das Gericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und bei Dr. med. E.____, Rheumatologie und Innere M edizin FMH, und Dr. med. F.____, Psy- chiatrie und Psychotherapie, FMH ein bidisziplinäres Geri chtsgutachten in Auftrag zu geben, in welchem aus rheumatologischer und aus psychiatrischer Sicht e ine Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes sowie eine Einschätzung der gesamtmedi zinisch bedingten Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vorzunehmen sei. Die Einschätzung der Arbeitsfä- higkeit habe dabei in der bisherigen sowie in einer nä her zu bezeichnenden Verweistätigkeit unter Beschreibung des zu berücksichtigende Leistungsprofi ls zu erfolgen. Im Anhang zu die- sem Beschluss unterbreitete das Kantonsgericht den Parte ien den vorgesehenen Fragenkata- log. Nachdem die Parteien keine personenbezogenen Au sstandsgründe gegen die vorgeschla- genen Gerichtsgutachter erhoben und auf die Möglichkei t, Zusatzfragen zu stellen, verzichtet hatten, erging der entsprechende Auftrag am 12. Juni 2013 an die Dres. E.____ und F.____. F. Am 1. Oktober 2013 erstatteten die Dres. E.____ und F.____ das in Auftrag gegebene bidisziplinäre Gerichtsgutachten. Die Parteien erhielte n in der Folge Gelegenheit, sich zum In- halt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich desse n Ergebnisse auf den Leistungs- anspruch der Versicherten auswirken würden. Die Beschwerd eführerin machte am 15. Oktober 2013 hiervon Gebrauch, wobei sie unter anderem festhie lt, dass aufgrund der Ergebnisse des Gerichtsgutachtens die mit Replik vom 31. Januar 2013 e rfolgte Modifizierung der ursprüngli- chen Rechtsbegehren (wieder) hinfällig sei. Die IV-Stelle liess sich am 19. November 2013 zum Gutachten und zu dessen Auswirkungen auf den Leistungsan spruch vernehmen. Gleichzeitig legte sie ihrer Eingabe eine weitere Beurteilung des RAD-Arztes Dr. D.____ vom 7. November 2013 bei. In einem abschliessenden kurzen Schriftenwechsel teilte die Beschwerdegegnerin am 26. November 2013 mit, dass sie auf eine zusätzliche Ste llungnahme verzichte. Die Beschwer- deführerin wiederum äusserte sich am 27. November 2012 zum Schreiben der IV-Stelle vom 19. November 2013 und zu den Ausführungen des RAD-Arzt es Dr. D.____ vom 7. November 2013. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobenen - Beschwerden der Versicherten vom 18. September und 23. Oktober 2012 ist dem- nach einzutreten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Au fgabe es ist, seine Fachkenntnis- se der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um ein en bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, we nn die Gerichtsexpertise wider- sprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Ober gutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurt eilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fach experten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Ober- expertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende S chlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des medizinischen Sachverhaltes einen Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein. Dieser hielt am 27. Mai 2010 als psychiatrische Diagnose mit Au swirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit akuten Angstzuständen, Erregu ng, depressiven Symptomen, un- angepasstem Konfliktverhalten im Rahmen von Belastunge n durch die chronifizierte Schmerz- problematik in Verbindung mit Arbeitskonflikten und einer lange andauernden, sehr belastenden Ehekonfliktsituation (ICD-10 F23.23) fest. Aufgrund des Hinweises von Dr. C.____, wonach bei der Versicherten eine „chronifizierte Schmerzproblemat ik“ vorliege, beschloss die IV-Stelle auf Empfehlung ihres RAD-Arztes Dr. D.____, zur weiteren Ab klärung des medizinischen Sachver- haltes bei der Begutachtungsstelle G.____ eine polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten mit allgemein-medizinischer, psychiatrischer und rheumatol ogischer Beteiligung in Auftrag zu geben. In ihrem umfangreichen, am 31. Januar 2011 er statteten Gutachten hielten die beteilig- ten Fachärzte folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf d ie Arbeitsfähigkeit fest: (1) eine An- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht passungsstörung (ICD-10 F43.2), DD: eine depressive Entwicklung, zurzeit leichten Ausmasses (ICD-10 F32.0), (2) ein zervikal und lumbal betontes P anvertebralsyndrom mit pseudoradikulä- rer Ausstrahlung in beide Arme und in das linke Bein mit/bei (2.1) diskreten degenerativen Ver- änderungen lumbal, diskreter Instabilität zervikal (Ante listhesis Grad I von HWK2-HWK4 bei Inklination) und diskreter zervikal links-, lumbal rechtskonvexer Skoliose; (2.2) Status nach Ope- ration bei Epicondylopathia humeri radialis beidseits un d (2.3) Supraspinatustendinose links (klinisch und in MRI), klinisch auch Subscapularistendinose links sowie (3) eine Fibromyalgie. In ihrer interdisziplinären Beurteilung der Arbeitsfähig keit gelangten die Gutachter der Begutach- tungsstelle G.____ zur Auffassung, dass der Versicherten kö rperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zugemutet werden könnten. In einer adaptierten, die körperlichen Leiden berücksichtigen- den Tätigkeit bestehe dagegen seit Januar 2011 eine Einschränkung von 30 %. 5.2 Am 29. August 2011 verfasste der behandelnde Psychiate r Dr. C.____ im Auftrag des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin eine ausführliche Stellungnahme, in welcher er in ver- schiedener Hinsicht Kritik am psychiatrischen Fachteil de s Gutachtens der Begutachtungsstelle G.____ äusserte. Die IV-Stelle wiederum holte hierzu e ine Stellungnahme des RAD Arztes Dr. D.____ ein, welcher in seiner Beurteilung vom 16 . September 2011 die Einwände des be- handelnden Psychiaters weitgehend als unbegründet bezeichnete. 5.3 Die IV-Stelle stützte sich in der Folge in den ang efochtenen Verfügungen vom 21. August und 5. Oktober 2012 bei der Beurteilung de s medizinischen Sachverhaltes vollum- fänglich auf dieses polydisziplinäre Gutachten der Begut achtungsstelle G.____ vom 31. Januar 2011. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerde führerin aus medizinischer Sicht die Ausübung einer angepassten, die körperlichen Einschr änkungen berücksichtigenden Tätig- keit ganztägig mit einer Leistungseinschränkung von 30 % zumutbar sei, so dass im Ergebnis von einer 70 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer leiden sadaptierten Tätigkeit ausgegangen werden könne. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich der ersten in dieser Angele genheit erfolgten Urteilsberatung vom 16. Mai 2013 gelangte das Kantonsgericht nun aller dings zur Auffassung, dass das Gut- achten der Begutachtungsstelle G.____ vom 31. Januar 201 1 verschiedene Mängel aufweisen bzw. Fragen aufwerfen würde, weshalb ihm letztlich - en tgegen der Sichtweise der IV-Stelle - keine ausschlaggebende Beweiskraft beigemessen werden kön ne. So setze sich das psychiat- rische Teilgutachten vom 6. Januar 2011 zu wenig mit dem Ergebnis der beruflichen Massnah- men zum Erhalt des Arbeitsplatzes der Beschwerdeführe rin als Hilfsköchin bei B.____ ausei- nander. Ausserdem verneine der begutachtende Psychiater, dass die Explorandin im Untersu- chungszeitpunkt an einer Anpassungsstörung gelitten habe; in der Gesamtbeurteilung des Gut- achtens der Begutachtungsstelle G.____ werde jedoch als Hauptdiagnose eine Anpassungsstö- rung aufgeführt. Ferner leuchte es nicht ein, weshalb der begutachtende Psychiater einerseits angebe, bei zunehmender Belastung drohe der Versicherte n eine Verstärkung der psychischen Symptomatik, anderseits aber ohne nähere Erläuterung e ine Erhöhung der aktuellen Arbeitstä- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tigkeit von 50 % auf 70 % als zumutbar bezeichne. Schli esslich sei auch aufgrund der im Teil- gutachten im Zusammenhang mit der psychiatrischen Diagn osestellung enthaltenen Vermutun- gen keine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin möglich. Da die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Be richte ebenfalls keine verlässliche Entscheidgrundlage bilden würden, seien die Abklärungse rgebnisse aus dem Verwaltungsver- fahren nicht ausreichend beweiskräftig. Das Gericht beschlo ss deshalb, den Fall auszustellen und zur weiteren Abklärung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes bei den Dres. E.____ und F.____ ein bidisziplinäres, rheumatolo gisches-psychiatrisches Gerichtsgut- achten in Auftrag zu geben. 6. Am 1. Oktober 2013 erstatteten die Dres. E.____ und F.____ ihr bidisziplinäres Ge- richtsgutachten. 6.1.1 Im rheumatologischen Teilgutachten stellt Dr. E .____ bei der Versicherten folgende Di- agnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest: ein chronisches, multilokuläres und generalisiertes Schmerzsyndrom, Typ Fibromyalgie (ICD-10 M79.7) mit/bei (1) einem chroni- schen, vorwiegend tendomyotischen cervikovertebralen und li nksbetonten lumbospondyloge- nen Panvertebralsyndrom (beginnende Osteochondrosen L3- S1 sowie mittelschwere Spon- dylarthrosen L4/L5 und L5/S1 beidseits; Wirbelsäulenfe hlform und Fehlhaltung und muskuläre Dysbalance betont vom Schulter-/Nackengürteltyp und musk uläre Insuffizienz vom Beckengür- teltyp) und (2) einer chronischen Epicondylopathia hume ro-radialis und humero-ulnaris beid- seits mit Status nach Operation, wahrscheinlich Denervation beidseits vor Jahren. 6.1.2 Zur Frage der Arbeitsfähigkeit aus rheumatolo gischer Sicht führt Dr. E.____ aus, schwe- re, körperlich belastende Tätigkeiten seien der Explor andin aktuell wie auch langfristig nicht mehr zumutbar. Leichte bis mittelschwere körperlich belast ende Tätigkeiten seien der Explo- randin weiterhin zu 100 % und ohne Leistungseinschränkung zumutbar. Bezüglich der aktuellen Tätigkeit als Köchin einer Grossküche bestünden aufgrun d der Beschreibungen des Belas- tungsprofils doch Hinweise, wonach die Explorandin immer wieder schwereren Lasten und Zwangshaltungen ausgesetzt sei, sodass für die aktuelle T ätigkeit auch aus rheumatologischer Sicht eine Leistungseinschränkung von mindestens 30 % au sgemacht werden könne. Unter Berücksichtigung der psychiatrischen Grunddiagnosen, welche sich zusätzlich ungünstig auf die Schmerzproblematik auswirken würden, dürfte insgesamt al lerdings eine höhere Arbeitsunfä- higkeit bestehen. 6.1.3 In seiner Stellungnahme zu früheren fachärztlichen Einschätzungen weist Dr. E.____ darauf hin, dass eine Diskrepanz zu der im Rahmen des rheu matologischen Teils des Gutach- tens der Begutachtungsstelle G.____ vom 31. Januar 201 1 vorgenommenen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Im Unterschied zur Einschätzun g der damals begutachtenden Fach- ärztin gehe er - bei übereinstimmenden rheumatologische n Diagnosen und auch identischer Beurteilung der körperlichen Belastbarkeit - von einer verminderten Arbeitsfähigkeit in der aktu- ellen Tätigkeit aus. Die Differenz beruhe allerdings ei nzig auf dem Umstand, dass er die Tätig- keit der Versicherten als Köchin einer Grossküche als körper lich schwerer belastend einstufe, als dies die damalige Gutachterin getan habe. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.1 Das psychiatrische Teilgutachten von Dr. F.____ basie rt auf einer persönlichen Untersu- chung der Versicherten, auf deren Angaben, auf der Akte nlage sowie auf einem fremdanam- nestischen Telefongespräch mit dem behandelnden Psychiat er Dr. C.____. Gestützt auf seine Untersuchungen und Erhebungen stellt der Gutachter bei der Versicherten als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Dysthymie im Sinne einer anhaltend ängstlichen Depression (ICD-10 F34.1), eine generalisierte Angststör ung (ICD-10 F41.1) und eine anhal- tende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit so matischen und psychischen Fakto- ren fest. 6.2.2 In seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wei st Dr. F.____ darauf hin, dass die Explo- randin derzeit optimal eingegliedert sei. Es müsse berü cksichtigt werden, dass sie als Köchin nach wie vor eine recht schwere, körperlich beanspruch ende Tätigkeit ausübe. Die 50 %-ige Beschäftigung habe sich aber bestätigt. Diese sei nach langen Abklärungen zwischen der IV, dem Arbeitgeber und auch dem behandelnden Psychiater f estgelegt worden. Aus seiner Sicht sei die Explorandin in der Gesamtschau - also sowohl di e Schmerzen, die Ängste, aber auch die Dysthymie sowie auch den Verlauf berücksichtigend - i n ihrer Arbeits- und Leistungsfähig- keit aus rein psychiatrischer Optik heute als zu 50 % arbeitsunfähig einzustufen. 6.2.3 Im Weiteren nimmt Dr. F.____ auch zur abweich enden Beurteilung des psychiatrischen Facharztes im Gutachten der Begutachtungsstelle G.____ vo m 31. Januar 2011 Stellung. Die- ser war damals zur Auffassung gelangt, dass der Versicherten eine die körperlichen Beeinträch- tigungen berücksichtigende Tätigkeit ganztägig mit eine r Leistungseinschränkung von 30 % zumutbar sei. Laut Dr. F.____ liegt eine wesentliche Differenz zwischen seiner und dieser früheren Beurteilung durch den Facharzt der Begutachtungsstelle G.____ darin, dass dieser die Angstsymptomatik der Explorandin weit weniger belastend bewertet habe. Er habe sie zwar festgestellt, er habe das Symptom aber nicht als Anlass f ür differentialdiagnostische Überle- gungen im Hinblick auf die Kombination der Angst mit d en anderen Symptomen und den Le- bensereignissen im Längsschnitt der Anamnese genommen. F ür ihn, so Dr. F.____ weiter, ste- he die Angstsymptomatik der Explorandin in engem Zusamme nhang mit der Dysthymie und den frühkindlich erworbenen Ressourcendefiziten. Seines E rachtens seien - insgesamt und in Anbetracht der Ich-Schwäche der Explorandin - die ICD-10 -Kriterien für die generalisierte Angsterkrankung erfüllt: Die Explorandin lebe in einer dauernden Sorge über ein zukünftiges Unglück und dies seit vielen Jahren. Sie sei immer wiede r nervös, habe Konzentrationsschwie- rigkeiten, sei körperlich angespannt, beklage Kopfschmerze n sowie auch Oberbauch- und an- dere Beschwerden und berichte über Zittern, Atemnot, Globusgefühl und intensivere Ängste. Sodann begründet sich laut Dr. F.____ die Diskrepanz zwi schen seiner eigenen und der frühe- ren Beurteilung durch den Facharzt der Begutachtungsstelle G.____ auch in seiner differenzier- teren Diagnostik, die den Lebenslauf im Längsschnitt und nicht nur im Querschnitt berücksichti- ge. Die Explorandin könne sich zwar anpassen, sei es an R egeln oder Routinetätigkeiten, sie könne planen und strukturieren, sie sei flexibel und umst ellungsfähig, sie könne auch ihre fach- lichen Kompetenzen anwenden und sie könne entscheiden. Ihre Durchhaltefähigkeit, ihre Selbstbehauptung sowie ihre Kontakt- und Gruppenfähig keit seien aber aufgrund ihrer gesam- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten Symptomatik beeinträchtigt. Auch sei sie schneller er schöpft als eine gesunde Person und die Erholungszeit sei in Anbetracht der defizitären Resso urcen verlängert. Die Explorandin brauche wesentlich längere Erholungsphasen und mehr Pa usen als eine gesunde Person, um wieder zu regenerieren. Dies habe damit zu tun, dass ihre reduzierten psychischen Ressourcen über Jahre hinweg strapaziert worden seien, was eine sc hwächende Auswirkung auf ihre Res- sourcenkräfte gehabt habe. 6.3 In ihrer abschliessenden gemeinsamen Beurteilung ( Konsensbesprechung) halten die beiden Gutachter Dres. E.____ und F.____ fest, aus psych iatrischer Sicht bestünden bei der Explorandin eine Dysthymie, eine generalisierte Angststör ung und eine anhaltende somatofor- me Schmerzstörung. Diese Symptomenkomplexe würden die jeweiligen Copingmechanismen negativ beeinträchtigen, so dass es zu einem Circulus vitios us komme; für die Explorandin sei es schwierig, sich daraus aus reiner Willensanstrengung zu be freien. Zudem seien die psychi- schen Ressourcen aufgrund der frühkindlichen und späteren repetitiv belastenden Erfahrungen (life events) der Explorandin beeinträchtigt. Aus psychiatr isch-gutachterlicher Sicht sei die Ex- plorandin in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu 50 % eingeschränkt. Bei dieser Einschät- zung werde die zumutbare Willensanstrengung berücksicht igt. Die Explorandin sei motiviert, ihre angestammte Tätigkeit weiterhin zu 50 % auszuüben. Diese sei körperlich anstrengend, was einen Einfluss auf die anhaltende somatoforme Schm erzstörung habe. Die Annahme einer höheren Arbeitsunfähigkeit sei aufgrund der vorliegend en Befunde und des Verlaufes nicht ob- jektiv begründbar. Aus rheumatologischer Sicht bestünden, wie bereits von früher bekannt, mul- tiple Beschwerden des Bewegungsapparates - vor allem im Sinne eines multilokulären genera- lisierten Schmerzsyndroms mit Betonung von cervicalen und lumbalen Rückenbeschwerden. Diese würden sich ausschliesslich für körperlich belastende T ätigkeiten beeinträchtigend aus- wirken. Da die aktuelle Tätigkeit als Köchin einer Grosskü che als insgesamt mittelschwer be- zeichnet werden könne, die Explorandin jedoch zusätzlich a uch schwereren körperlich belas- tenden Tätigkeiten ausgesetzt sei, bestehe aus rein som atisch-rheumatologischer Sicht für die- se Tätigkeit eine 30 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Für anderweitige, leichte bis mit- telschwere körperlich belastende Tätigkeiten sei weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit ohne Leis- tungseinschränkung gegeben. Zusammenfassend müsse somit unter Berücksichtigung der psychi atrischen und rheumatologi- schen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gesamthaft eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % für sämtliche Tätigkeiten inklusive des aktuell ausgeübten Berufes als Hilfsköchin ausgewiesen werden. Entsprechend sei der Ex plorandin die bisherige Tätigkeit, die bereits in einem 50 %-Pensum ausgeübt werde, weiterhin auch in Zukunft zumutbar. Die Explo- randin könne somit als optimal integriert bezeichnet w erden und berufliche Massnahmen wür- den sich erübrigen. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei auch durch medizinische Thera- piemassnahmen nicht zu erwarten. 7.1 In ihrer Stellungnahme vom 15. Oktober 2013 zum G erichtsgutachten der Dres. E.____ und F.____ bezeichnet die Beschwerdeführerin dieses als schlüssig und sorgfältig begründet, weshalb bei der Beurteilung ihres Leistungsanspruchs vol lumfänglich auf dessen Ergebnisse abgestellt werden könne. Die IV-Stelle wiederum anerkennt in ihrer Eingabe vom 19. November Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2013 zwar, dass das Gerichtsgutachten grösstenteils die Qua litätskriterien an medizinische Gutachten erfülle, es vermöge jedoch nicht zu überzeugen , soweit darin zusätzlich die Diagno- se einer generalisierten Angststörung gestellt und mit d ieser eine höhere Arbeitsunfähigkeit begründet werde. Diesbezüglich sei darauf hinzuweisen, dass diese zusätzlich erhobene Diag- nose nicht einmal vom langjährig behandelnden Psychiater Dr. C.____ gestellt worden sei. 7.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsb arkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorl iegend sind keinerlei Gründe er- sichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Geri chtsgutachtens der Dres. E.____ und F.____ vom 1. Oktober 2013 in Frage zu stellen ode r gar davon abzuweichen. Es ist viel- mehr festzuhalten, dass das Gutachten die rechtsprechungsg emässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsi cht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesger icht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf a llseitigen Untersuchungen, es berücksich- tigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und es weist keinerlei Widersprüche auf. Die Gutachter setzen sich sodann auch einlässlich und in überzeugender Weise mit den bei den Akten liegenden (abweichenden) fach- ärztlichen Einschätzungen auseinander. So legt Dr. F.____ im psychiatrischen Fachteil des Ge- richtsgutachtens schlüssig und nachvollziehbar dar, dass bei der Versicherten zusätzlich zu den vom psychiatrischen Gutachter der Begutachtungsstelle G.__ __ erhobenen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auch eine genera lisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) vorliegt. Zudem kann Dr. F.____ auch darin beigepfli chtet werden, dass seine Beurteilung im Vergleich zu derjenigen des Facharztes der Begutachtung sstelle G.____ auf einer differenzier- teren Diagnostik beruht, die den Lebenslauf im Längsschni tt und nicht nur im Querschnitt be- rücksichtigt. Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 6.2. 3 hiervor) wiedergegeben Ausführun- gen von Dr. F.____ vermögen zu überzeugen, sodass an dies er Stelle vollumfänglich darauf verwiesen werden kann. Schliesslich nehmen die Dres. E.____ und F.____ in ihrer Konsensbe- urteilung gestützt auf die Ergebnisse ihrer Untersuchung en auch eine schlüssige und sorgfältig begründete Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor. Auch diesbezüglich kann in jeder Hinsicht auf die oben (vgl. E. 6.3 hiervor) wiedergegebenen Darlegungen der Gerichtsgut- achter verwiesen werden. 7.3 Was die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 19. November 2013 gegen die beweisrechtliche Verwertbarkeit des Gerichtsgutachten s vorbringt, vermag nicht zu über- zeugen. Es trifft zwar zu, dass der langjährig behandelnd e Psychiater Dr. C.____ die von den Gutachtern zusätzlich erhobene Diagnose einer generalisie rten Angststörung im Arztbericht vom 27. März 2010 und in der ausführlichen Stellungnah me vom 29. August 2011 nicht aus- drücklich aufgelistet hat. Das Fehlen einer expliziten Diagnosestellung durch den behandelnden Psychiater ist jedoch nicht von massgeblicher Bedeutung, e ntscheidender und wichtiger er- scheint vielmehr, dass auch Dr. C.____ in seinen Ausführ ungen zum Gesundheitszustand der Versicherten vom Vorliegen von „akuten Angstzuständen“ (vg l. den Bericht vom 27. Mai 2010) Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht bzw. von „massiven Angstsymptomen“ (vgl. S. 3 der Stellungn ahme vom 29. August 2011) be- richtet. Ist nach dem Gesagten mit den Gerichtsgutachtern davon a uszugehen, dass die Versicherte als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auch an einer generalisierten Angststö- rung leidet, so erweist es sich - entgegen dem weiter en Einwand der IV-Stelle - auch als nach- vollziehbar und verständlich, dass die beiden Gutachter in ihrer Zumutbarkeitsbeurteilung im Vergleich zu den Einschätzungen der Gutachter der Begut achtungsstelle G.____, die von einer 30 %-igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen waren, im Ergebnis zu einer höheren Arbeitsunfä- higkeit der Beschwerdeführerin von 50 % gelangt sind. 7.4 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzuha lten, dass bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfänglich auf die Er gebnisse des Gerichtsgutachtens der Dres. E.____ und F.____ vom 1. Oktober 2013 abgest ellt werden kann. Somit ist mit den beiden Gutachtern davon auszugehen, dass die Versicherte sowohl in ihrem aktuell ausgeübten Beruf als Hilfsköchin als auch in sämtlichen anderen, d en körperlichen Beeinträchtigungen an- gepassten Tätigkeiten noch zu 50 % arbeitsfähig ist. 8. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ver- sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). 8.1 Bei der Bemessung des hypothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschädigung (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem im Sozialversicherungsrecht anzuwendenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit (BGE 115 V 142 E. 8b mit weiteren Hinwei sen) als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend steht ausser Frage, dass die Beschwerdeführerin als Ge- sunde weiterhin mit einem 100 %-Pensum als Hilfsköchin be i B.____ tätig wäre, weshalb grundsätzlich der Lohn, den sie im Rahmen eines solchen V ollpensums erzielen würde, als Va- lideneinkommen zu gelten hat. 8.2 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zu mutbarerweise noch realisier- baren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von de r beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret ste ht. Übt diese nach Eintritt der Invali- dität eine Erwerbstätigkeit aus, ist der tatsächlich er zielte Verdienst dem Invalideneinkommen gleichzusetzen, wenn - kumulativ - besonders stabile Arbei tsverhältnisse gegeben sind, die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird und die Entlöhnung der Leistung angemessen ist, folglich nicht ein Soziallohn z ur Auszahlung gelangt (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 76 E. 3b/aa mit Hinwe isen). Vorliegend ist die Beschwerdefüh- rerin seit Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchti gungen weiterhin in ihrem angestammten Beruf als Hilfsköchin bei B.____ tätig, wenn auch gesundheitsbedingt lediglich noch im Rahmen eines 50 %-Pensums. Dadurch sind aber im Falle der Versi cherten die geschilderten Voraus- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht setzungen gegeben, die es erlauben, bei der Bemessung d es Invalideneinkommens auf den von ihr tatsächlich erzielten Lohn abzustellen: Die Beschwe rdeführerin übt ihre Tätigkeit als Hilfsköchin bei B.____ seit Oktober 1984 aus, sodass zweifelsohne von einem besonders stabi- len Arbeitsverhältnis gesprochen werden kann. Zudem sch öpft sie die Restarbeitsfähigkeit von 50 % laut den massgebenden Feststellungen der Gerichts gutachter in zumutbarer Weise voll aus und die Entlöhnung ist der von ihr erbrachten Leistung angemessen, d.h. es gelangt seitens des Arbeitgebers kein Soziallohn zur Auszahlung. 8.3 Ist die Versicherte nach dem Gesagten in der Lage, nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen noch die Hälfte des Lohnes zu erziele n, den sie als Gesunde verdienen würde, so beträgt der Invaliditätsgrad 50 %. Bei eine m Invaliditätsgrad von 50 % hat die Versi- cherte Anspruch auf eine halbe IV-Rente. In Gutheissung der Beschwerden werden deshalb die angefochtenen Verfügungen der IV-Stelle Basel-Landscha ft vom 21. August 2012 und 5. Oktober 2012 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Oktober 2010 Anspruch auf eine halbe IV-Rente hat. 9. Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden die Sozialversicherun gen, sofern die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, für ihre Leistungen nach Ab- lauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig. Laut Art. 7 A bs. 1 der Verordnung über den All- gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. S eptember 2002 beträgt der Satz für den Verzugszins fünf Prozent im Jahr. Der Verzug szins wird monatlich auf dem bis Ende des Vormonats aufgelaufenen Leistungsanspruch berechnet (Art. 7 Abs. 2 Satz 1 ATSV). Da die Beschwerdeführerin vorliegend ihrer Mitwirkungs pflicht vollumfänglich nachgekommen ist, sind die Voraussetzungen für eine Verzugszinspflicht der IV-Stelle gegeben. Diese ist des- halb dem Antrag der Beschwerdeführerin entsprechend zu verpflichten, die rückwirkend nach- zuzahlenden Rentenleistungen nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des An- spruchs, d.h. demnach mit Wirkung ab 1. Oktober 2012 zu 5 % pro Jahr zu verzinsen. 10.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist di e Beschwerdeführerin obsiegende und die IV-Stelle unterliegende Partei. 10.2.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstan zen - vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten au ferlegt werden. Aufgrund dieser Be- stimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterlie gens nicht für die Verfahrenskosten auf- zukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden P rozess keine Verfahrenskosten er- hoben werden. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungst räger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Ma ssnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden h at, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV- Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht wei ter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f . E. 4.4.2). Vorliegend war das Kan- tonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 16. Mai 2013 zum Ergebnis gelangt, dass ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf di e damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Aus Gründen der Verfahrensfairness erachtet e das Kantonsgericht damals eine Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle als nicht opportun, sondern es entschied sich stattdessen, die erforderliche zusät zliche Abklärung des medizini- schen Sachverhaltes im Rahmen eines bidisziplinären Gericht sgutachtens vornehmen zu las- sen. Wie sich anlässlich der heutigen Urteilsberatung gez eigt hat, war das in der Folge einge- holte Gerichtsgutachten der Dres. E.____ und F.____ vo m 1. Oktober 2013 für eine abschlies- sende Beurteilung des Rentenanspruchs der Versicherten une rlässlich. Im Lichte der geschil- derten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten dieses Gutachtens, wel- che sich gemäss den eingereichten Honorarrechnungen der b eiden Gutachter auf insgesamt Fr. 9'279.30 belaufen, der IV-Stelle aufzuerlegen. 10.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin hat in seiner Honorarnote vom 11. Dezember 201 3 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 23 Stunden und 20 Minuten geltend ge macht, was sich umfangmässig zwar als hoch, in Anbetracht der diversen sich stellenden Sach verhalts- und Rechtsfragen sowie in Berücksichtigung, dass ein doppelter Schriftenwechsel durchg eführt wurde und dass dem Be- schwerdeführer im Zusammenhang mit der Würdigung des umfangreichen Gerichtsgutachtens ein zusätzlicher, nicht unerheblicher Aufwand entstande n ist, letztlich aber noch als angemes- sen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversiche rungsprozessen durchschnittlich zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Frank en zu entschädigen. Ebenfalls hoch, aber noch vertretbar sind die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 816.--. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädi gung in der Höhe von Fr. 7‘181.25 (23 Stunden und 20 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen vo n Fr. 816.-- zuzüglich 8 % Mehrwert- steuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 10.4 Die Beschwerdeführerin beantragt überdies, es seie n ihr im Zusammenhang mit der auszurichtenden Parteientschädigung auch die Kosten des Ar ztberichts von Dr. C.____ vom 29. August 2011 in der Höhe von Fr. 450.-- zuzusprechen. Dieser Bericht von Dr. C.____ sei für die Entscheidfindung von Bedeutung, weshalb die IV-S telle für diese Kosten aufzukommen ha- be. Der Beschwerdeführerin ist insoweit beizupflichten, als nach der Rechtsprechung unter dem Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Titel der Parteientschädigung auch die Kosten privat ei ngeholter Gutachten zu vergüten sind, soweit die Parteiexpertise für die Entscheidfindung une rlässlich war (BGE 115 V 63 E. 5c; Ur- teil B. des Bundesgerichts vom 24. April 2007, I 1008/06, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz ist für das Verwaltungsverfahren ausdrücklich in A rt. 45 Abs. 1 ATSG festgehalten (UELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 45 Rz. 12). Vorlie- gend ist der fachärztlichen Stellungnahme von Dr. C.____ vom 29. August 2011 im Hinblick auf den Prozessausgang keine entscheidrelevante Bedeutung zug ekommen. Der Bericht war we- der für den Beschluss vom 16. Mai 2013, mit welchem das Kantonsgericht den Fall ausgestellt und zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalt es ein Gerichtsgutachten angeord- net hat, noch für die heutige Gutheissung der Beschwerd e ausschlaggebend. Letztere stützt sich vielmehr auf das Gerichtsgutachten der Dres. E.____ un d F.____ vom 1. Oktober 2013. Somit sind aber die Voraussetzungen für eine Vergütun g der Kosten dieses privat eingeholten fachärztlichen Berichts von Dr. C____ nicht gegeben, we shalb dem entsprechenden Begehren der Beschwerdeführerin nicht entsprochen werden kann. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerden werden die ange fochtenen Verfü- gungen der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 21. August 2012 und 5. Oktober 2012 aufgehoben und es wird festgestellt, d ass die Be- schwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Oktober 2010 Anspr uch auf eine halbe IV-Rente hat. 2. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat die rückwirkend n achzuzahlenden Rentenleistungen mit Wirkung ab 1. Oktober 2012 zu 5 % pro Jahr zu verzinsen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 4. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 9‘279.30 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 5. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 7‘181.25 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht http://www.bl.ch/kantonsgericht