<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00078</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204076&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00078</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.03.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Projektwettbewerb; falsche Rechtsmittelbelehrung<br/><br/>Vergaberechtliche Bedeutung der Entscheide einer Jury über die Rangierung der Projekte: Sie sind keine Vergabeentscheide, sondern bestimmen nur den Gewinner, an welchen der Zuschlag im freihändigen Verfahren erteilt werden kann (§ 11 Abs. 1 lit. k SubmV). Sie entfalten in erster Linie eine negative Bindung der Vergabebehörde an den Juryentscheid. Gegen solche Juryentscheide ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht unzulässig (E. 1.1). Der Beschwerdegegner versah die Mitteilung über den Entscheid des Preisgerichts fälschlicherweise mit einer Rechtsmittelbelehrung. Auf die Beschwerde der Beschwerdeführer kann nicht eingetreten werden (E. 1.2). Hinweis für das weitere Verfahren (E. 1.3). Das Gesuch um Entzug der aufschiebenden Wirkung wird gegenstandslos (E. 2). Kostenauflage an den Beschwerdegegner, welcher das Verfahren durch die falsche Rechtsmittelbelehrung verursacht hat (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLANUNGSWETTBEWERB">PLANUNGSWETTBEWERB</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PREISGERICHT">PREISGERICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMITTELBELEHRUNG">RECHTSMITTELBELEHRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBMISSIONSBESCHWERDE">SUBMISSIONSBESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 11 Abs. I lit. k SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Verband N erÃ¶ffnete mit einer Ausschreibung vom 15. August 2003 einen Projektwettbewerb im offenen Verfahren fÃ¼r den Neubau eines Pflegezentrums in X. Zur Beurteilung der WettbewerbsbeitrÃ¤ge wurde ein Preisgericht eingesetzt, und der Verband erklÃ¤rte in den Ausschreibungsunterlagen die Absicht, die Verfasserinnen oder den Verfasser des vom Preisgericht zur AusfÃ¼hrung empfohlenen Projekts mit der Weiterbearbeitung der Bauaufgabe zu beauftragen (Wettbewerbsprogramm, Ziff. 3.4 und 3.5).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Innert der Eingabefrist wurden 53 WettbewerbsbeitrÃ¤ge eingereicht. In seiner Sitzung vom 26. Januar 2004 fasste das Preisgericht Beschluss Ã¼ber die Rangierung der Projekte und die Preiszuteilung. Mit Brief vom 27. Januar 2004 gab der Verband N den Wettbewerbsteilnehmern, deren Projekte nicht ausgezeichnet wurden, von dieser Tatsache Kenntnis. Der Brief enthielt eine Rechtsmittelbelehrung, gemÃ¤ss welcher gegen den Entscheid des Preisgerichts innert 10 Tagen beim Verwaltungsgericht Beschwerde eingereicht werden konnte. Im Anschluss daran wurde den Teilnehmern auch der Bericht des Preisgerichts zugestellt.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die A AG, deren Projekt vom Preisgericht nicht rangiert worden war, erhob beim Verwaltungsgericht am 5. Februar 2004 Beschwerde gegen den Entscheid des Preisgerichts und beantragte sinngemÃ¤ss eine Neubeurteilung der Rangierung. Mit Ein­gabe vom 17. Februar 2004 reichte sie zusÃ¤tzliche Unterlagen ein.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Beschwerdegegner stellte in seiner Beschwerdeantwort vom 11. MÃ¤rz 2004 Antrag auf Ab­weisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Gleichzei­tig stellte er das Gesuch, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 (IVÃ¶B) zur Anwendung.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht gemÃ¤ss Art. 15 ff. IVÃ¶B richtet sich gegen Ver­fÃ¼gungen betreffend die Vergabe eines Ã¶ffentlichen Auftrags. Bei einem Planungs- oder Gesamtleistungswettbewerb stellt der Zuschlag an den erstrangierten Bewerber zur AusfÃ¼hrung des siegreichen Projekts einen derartigen Vergabeentscheid dar. Dieser Entscheid wird indessen nicht von der Jury, sondern von der fÃ¼r die Vergabe zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde getroffen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>DemgegenÃ¼ber stellen BeschlÃ¼sse der Jury Ã¼ber die Rangierung der Wettbewerbsteilnehmer und die Ausrichtung von Preisen sowie Ã¼ber allfÃ¤llige AnkÃ¤ufe keine Vergabeentscheide dar, da mit diesen nicht Ã¼ber die Vergabe eines Auftrags entschieden wird. Vergaberechtlich sind die BeschlÃ¼sse der Jury nur insofern von Belang, als sie den Gewinner des Wettbewerbs bestimmen, an welchen gestÃ¼tzt darauf der Zuschlag erteilt werden kann (§ 10 Abs. 1 lit. i der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 bzw. § 11 Abs. 1 lit. k der zum Zeitpunkt der Ausschreibung des hier beurteilten Vergabeverfahrens noch anwendbaren Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997). Auch dem Gewinner muss jedoch nicht in jedem Fall ein Auftrag erteilt werden; die Bindung der VergabebehÃ¶rde an den Entscheid der Jury ist in erster Linie eine negative, indem es ihr versagt ist, die freihÃ¤ndige Vergabe an einen andern Anbieter als den Gewinner vorzunehmen (VGr, 28. Januar 2004, VB.2003.00234, E. 2.1 und 2.3, www.vgrzh.ch; vgl. VGr, 12. MÃ¤rz 2003, BEZ 2003 Nr. 26 E. 2c).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen die genannten Entscheide der Jury ist daher die Beschwerde an das Verwaltungsgericht gemÃ¤ss Art. 15 ff. IVÃ¶B nicht zulÃ¤ssig (VGr, 12. MÃ¤rz 2003, BEZ 2003 Nr. 26 E. 2câe).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Der Beschwerdegegner teilte der BeschwerdefÃ¼hrerin mit Schreiben vom 27. Januar 2004 mit, dass ihr Projekt vom Preisgericht nicht ausgezeichnet worden sei. Das Schreiben enthielt eine Rechtsmittelbelehrung, gemÃ¤ss welcher der Entscheid des Preisgerichts innert 10 Tagen mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht angefochten werden konnte. Dementsprechend richtet sich denn auch die Beschwerde ausschliesslich gegen Aussagen im Bericht des Preisgerichts, und die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangt mit ihren AntrÃ¤gen sinngemÃ¤ss eine Neubeurteilung der Rangierung der WettbewerbsbeitrÃ¤ge.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin wurde am 11. Februar 2004 vom Gericht aufgefordert, eine anfechtbare VerfÃ¼gung einzureichen, worauf die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrer Eingabe vom 17. Februar 2004 bekrÃ¤ftigte, dass sich ihre Beschwerde gegen den Entscheid des Preisgerichts richte. Der Beschwerdegegner wurde mit der Aufforderung zur Beschwerdeantwort vom darauf hingewiesen, dass sich insbesondere die Frage stelle, ob eine anfechtbare ZuschlagsverfÃ¼gung vorliege. Er hat sich zu diesem Punkt jedoch nicht geÃ¤ussert.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach den vorstehenden ErwÃ¤gungen (E. 1.1) ist eine Beschwerde gegen den Entscheid des Preisgerichts nicht zulÃ¤ssig. Auf die vorliegende Beschwerde, die sich ausschliesslich gegen die PrÃ¤mierung und Rangierung der WettbewerbsbeitrÃ¤ge durch das Preisgericht wendet, ist daher nicht einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>FÃ¼r das weitere Vorgehen ist darauf hinzuweisen, dass die Vergabe eines allfÃ¤lligen Auftrags zur Weiterbearbeitung gemÃ¤ss Ziffer 3.4 des Wettbewerbsprogramms durch das zustÃ¤ndige Organ des Beschwerdegegners zu erfolgen hat. Falls dem Gewinner des Wettbewerbs ein derartiger Auftrag erteilt wird, muss dieser Entscheid den Teilnehmern des Wettbewerbs mit einer Rechtsmittelbelehrung erÃ¶ffnet werden. Dieser Entscheid ist dann mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht anfechtbar.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Gesuch betreffend Entzug der aufschiebenden Wirkung, welches der Beschwerdegegner mit der Beschwerdeantwort gestellt hat, wird mit dem heutigen Entscheid gegenstandslos. Im Ãbrigen kommt der Beschwerde gegen Vergabeentscheide gemÃ¤ss Art. 17 IVÃ¶B ohnehin keine aufschiebende Wirkung zu, soweit ihr diese nicht durch die Beschwerde­instanz erteilt wird.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Entgegen dem Ausgang des Verfahrens wird die formell unterliegende BeschwerdefÃ¼hrerin nicht kostenpflichtig, da ihr nicht entgegengehalten werden kann, dass sie die Fehlerhaftigkeit der der Rechtsmittelbelehrung ohne umfassende eigene Ermittlungen hÃ¤tte erkennen kÃ¶nnen. Ihr darf aus der falschen Rechtsmittelbelehrung kein Nachteil erwachsen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 55 und § 13 N. 23). Die Kosten sind gemÃ¤ss Verursacherprinzip dem Beschwerdegegner zu auferlegen, welcher das Verfahren durch seine unzutreffende Rechtsmittelbelehrung verursacht hat (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 20 f.). Die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung ist nicht beantragt und wÃ¤re auch nicht gerechtfertigt.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>4. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>