A bteilung V E -3535/2006 /rar {T 0/2} U rte il v o m 3 . O k to b e r 2 0 0 7 R ichterin R egula Schenker Senn (Vorsitz), R ichterin N ina Spälti G iannakitsas, R ichterin M arianne Teuscher, G erichtsschreiber R udolf R aem y. 1. A ._______, 2. B ._______, 3. C ._______, alle Bosnien und H erzegow ina, vertreten durch D ._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verfügung vom 6. August 2004 i.S. Vollzug der W egw eisung (W iedererw ägung) / N _______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandE -3535/2006 Sachverhalt: A . D ie Beschw erdeführerin 1 - Staatsangehörige von Bosnien und H erze- gow ina und der Ethnie der R om a zugehörig - stellte am 7. Januar 2003, als dam als noch M inderjährige, in der Schw eiz ein Asylgesuch. Zur Begründung ihres G esuches m achte sie im W esentlichen geltend, sie habe ihr H eim atland verlassen, w eil sich einerseits ihre G rossm ut- ter, bei w elcher sie aufgew achsen sei, nicht m ehr um sie küm m ern könne und andererseits in der Schw eiz E._______, ein vorläufig auf- genom m ener Serbe, w ohne, m it w elchem sie nach Brauch verheiratet sei und zusam m en leben m öchte. M it Verfügung vom 26. M ai 2003 trat das dam als zuständige Bundes- am t für Flüchtlinge (BFF) auf das Asylgesuch der Beschw erdeführerin nicht ein, ordnete die W egw eisung und deren Vollzug aus der Schw eiz an und entzog einer allfälligen Beschw erde die aufschiebende W ir- kung. M it U rteil vom 10. O ktober 2003 w ies die dam als zuständige AR K eine gegen die Verfügung vom 26. M ai 2003 erhobene Beschw erde vom 26. beziehungsw eise 27. Juni 2003 ab. B . Am (...) w urde der Beschw erdeführer 2 geboren. C . M it Eingabe vom 21. Juli 2004 reichten die Beschw erdeführer 1 und 2 beim BFF ein W iedererw ägungsgesuch ein und beantragten, es sei die Verfügung vom 26. M ai 2003 in W iedererw ägung zu ziehen. Vom Vollzug der W egw eisung sei abzusehen und es sei die U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen. Zur Begründung w urde im W esentlichen geltend gem acht, vor dem H intergrund der allgem einen Situation w ie sie sich für die R om a präsentiere, beziehungsw eise der Zugehörigkeit der Beschw erdeführerin 1 zu dieser ethnischen M inder- heit, sei der Vollzug der W egw eisung nicht zum utbar. D ie im H eim at- land verbliebene G rossm utter sei krank und könne ihnen bei einer R e- integration nicht helfen. W eitere Fam ilienm itglieder, w elche sie aufneh- m en könnten, gebe es im H eim atland nicht. Seit ihrer Ankunft in der Schw eiz habe die Beschw erdeführerin 1 bei ihrem Partner E._______ gelebt, w elcher hier über eine vorläufige Aufnahm e verfüge. Sie seien S eite 2E -3535/2006 indessen nur nach Brauch verheiratet, seien aber zum indest seit der G eburt des gem einsam en Kindes eine Fam ilie. W eiter w urde darauf hingew iesen, dass die Beschw erdeführerin ein zw eites Kind erw arte. Als alleinstehende Frau sei sie ohne Schutz des Fam ilienverbandes eine äusserst verletzliche Zielscheibe für Ü bergriffe von M ännern, seitens der Behörden oder seitens D ritter. W eiter führten sie aus, dass sie sich seit langem bem ühten, Papiere für E._______ zu beschaffen, dam it sie heiraten könnten und er sein Kind anerkennen könne. Sie lebten in einem eheähnlichen Verhältnis und es sei die Einheit der Fam ilie zu w ahren. D . M it Verfügung vom 6. August 2004 lehnte das BFF das W iedererw ä- gungsgesuch ab und erklärte die Verfügung vom 26. M ai 2003 für rechtskräftig und vollstreckbar. Zur Begründung w urde im W esentli- chen angeführt, dass sich seit dem U rteil der AR K keine Verschlechte- rung der Situation der R om a oder anderer M inderheiten in Bosnien er- geben habe, so dass es sich erübrige, nochm als darauf einzugehen. G em äss Auskünften des zuständigen Einw ohneram tes lebe die Be- schw erdeführerin zw ar seit dem 10. Januar 2003 an der gleichen Ad- resse w ie ihr Partner und es sei in der Tat davon auszugehen, dass eine eheähnliche G em einschaft bestehe und dass E._______ der Vater des Beschw erdeführers 2 sei. Zu berücksichtigen sei allerdings, dass dieser serbischer Staatsangehöriger sei, w ährend die Beschw er- deführerin 1 aus Bosnien und H erzegow ina stam m e. Sie sei ausrei- sepflichtig, w ährend er über eine vorläufige Aufnahm e verfüge. D iese beziehe sich darauf, dass der Vollzug der W egw eisung von E._______ in den Kosovo w egen seiner Zugehörigkeit zu den R om a unzum utbar sei. W eil er aber ein gem einsam es Kind m it der Beschw erdeführerin 1 habe, habe er die M öglichkeit, nach Bosnien und H erzegow ina zu reisen und sich dort niederzulassen. Für die Beschaffung der notw endigen R eisepapiere könne er sich an die serbische Botschaft w enden und einen Pass beantragen. M it diesem könne er in Bosnien und H erzegow ina einreisen und sich am W ohnsitz der Beschw erdefüh- rerin 1 anm elden. D ie eheähnliche G em einschaft könne daher im H ei- m atland der Beschw erdeführerin w eiter gelebt w erden und sie m üsse nicht alleine dort w ohnen. Festzuhalten sei ferner, dass in der bosni- schen H auptstadt Sarajevo, aus w elcher die Beschw erdeführerin stam - m e, die Sicherheitslage und die w irtschaftliche Lage für landesübliche Verhältnisse besonders günstig seien, und dass Sarajevo im m er eine m ultiethnische Stadt gew esen sei. S eite 3E -3535/2006 E. M it Eingabe vom 8. Septem ber 2004 (Telefax) beziehungsw eise 12. Septem ber 2004 (D atum Poststem pel) reichten die Beschw erde- führer bei der AR K Beschw erde gegen die Verfügung vom 6. August 2004 ein. Sie beantragten, es sei auf das Asylgesuch vom 7. Januar 2003 einzutreten und als Folge die Verfügung vom 26. M ai 2003 in W iedererw ägung zu ziehen. W eiter sei die U nzulässigkeit und die U n- zum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen und die vor- läufige Aufnahm e anzuordnen. In verfahrensrechtlicher H insicht w urde die W iederherstellung der aufschiebenden W irkung sow ie die G ew äh- rung der unentgeltlichen R echtspflege beantragt. Auf die Begründung w ird, sow eit w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegan- gen. F. M it Zw ischenverfügung vom 15. Septem ber 2004 w urde der Vollzug der W egw eisung ausgesetzt, auf die Erhebung eines Kostenvorschus- ses verzichtet und festgehalten, dass über das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Endentscheid - aufgrund der dannzum al bestehenden Verhältnisse - befunden w erde. G . M it Vernehm lassung vom 21. Septem ber 2004 beantragte die Vorins- tanz die Abw eisung der Beschw erde. H . M it R eplik vom 8. O ktober 2004 hielten die Beschw erdeführer an ihrer Eingabe und den gestellten Begehren fest. I. Am (...) w urde der Beschw erdeführer 3 geboren. J. M it Schreiben vom 8. Februar 2007 teilte das zuständige Zivilstands- am t der Vorinstanz m it, dass seit Januar 2004 ein Ehevorbereitungs- verfahren der Beschw erdeführerin und ihres Lebenspartners hängig gew esen sei und dass das Paar bereits zw ei gem einsam e Kinder habe. D a er sich nicht ausweisen und keine U rkunden beschaffen kön- ne, habe er beide Kinder vor dem R ichter anerkannt. D as Ehevorberei- tungsverfahren w erde geschlossen, w eil das Brautpaar die notw endi- gen U nterlagen nicht beibringen könne. S eite 4E -3535/2006 K . M it Zw ischenverfügung vom 27. April 2007 w urde den Beschw erdefüh- rern im H inblick auf die W eiterführung beziehungsw eise den Abschluss des Verfahrens G elegenheit zu einer ergänzenden Stellungnahm e ge- w ährt. L. M it Eingabe vom 16. M ai 2007 hielten die Beschw erdeführer an den gestellten Begehren und deren Begründung fest. Als w eiteres Bew eis- m ittel w urde die Kopie eines Arbeitsvertrages von E._______ einge- reicht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Be- schw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). D as Bundesam t für M igration gehört zu den Behörden nach A rt. 33 VG G und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverw altungsge- richts. Eine Ausnahm e, w as das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (A rt. 32 VG G ). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernahm per 1. Januar 2007 - bei gegebener Zuständigkeit - die bei der vorm aligen AR K hängigen R echtsm ittel. Es ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegen- den Beschw erde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (A rt. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. A rt. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich- tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ). S eite 5E -3535/2006 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw er- deführer sind legitim iert (A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 Ein Anspruch auf W iedererw ägung besteht gem äss R echtspre- chung der AR K, w elche vom Bundesverw altungsgericht übernom m en w ird, nam entlich dann, w enn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsw eise seit dem U rteil der m it Beschw erde angerufenen R echtsm ittelinstanz in w esentlicher W eise verändert hat und som it die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfü- gung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzu- passen ist (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2003 N r. 7 E. 1 S. 42 f.). Ferner kön- nen auch bestim m te R evisionsgründe zu einer W iedererw ägung füh- ren, jedoch nur dann, w enn eine unangefochten gebliebene, form ell rechtskräftig gew ordene Verfügung vorliegt (vgl. EM AR K 2003 N r. 17 E. 2a S. 103 f.) oder w enn zw ar vorgängig ein R echtsm ittel ergriffen w orden w ar, die R evisionsgründe sich jedoch nicht auf das Zustande- kom m en des im betreffenden Beschw erdeverfahren ergangenen Pro- zessurteils der Beschw erdeinstanz, sondern auf die m it Beschw erde angefochtene Verfügung des Bundesam tes beziehen (vgl. EM AR K 1998 N r. 8 E. 3 S. 53 f.). Eine W iedererw ägung fällt hingegen dann nicht in Betracht, w enn lediglich eine neue W ürdigung der beim frühe- ren Entscheid bereits bekannten Tatsachen herbeigeführt w erden soll oder G ründe angeführt w erden, die bereits in einem ordentlichen Be- schw erdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten geltend ge- m acht w erden können (vgl. EM AR K 2003 N r. 17 E. 2b S. 104). 3.2 N achdem die Vorinstanz den Anspruch der Beschw erdeführer auf Behandlung ihres W iedererw ägungsgesuchs nicht in Abrede gestellt hat und auf das W iedererw ägungsgesuch eingetreten ist, hat das Bun- desverw altungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz das G esuch zu R echt abgew iesen hat. 3.3 G estützt auf die Anträge im W iedererw ägungsgesuch vom 21. Juli 2004 sow ie deren Begründung ist einzig zu beurteilen, ob sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit E rlass beziehungsw eise Eintritt der R echtskraft der vorinstanzlichen Verfügung vom 26. M ai 2003 derge- stalt verändert hat, dass ein Vollzug der W egw eisung inzw ischen als S eite 6E -3535/2006 unzum utbar zu qualifizieren und die vorläufige Aufnahm e der Be- schw erdeführer anzuordnen w äre. D ie Frage, ob die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 26. M ai 2003 zu R echt auf das Asylgesuch der Be- schw erdeführerin vom 7. Januar 2003 nicht eingetreten ist, ist dage- gen nicht G egenstand des vorliegenden Verfahrens. 4. 4.1 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht zulässig, nicht zum utbar oder nicht m öglich, so regelt die Vorinstanz gem äss A rt. 44 Abs. 2 AsylG das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern. 4.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtun- gen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann ins- besondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine kon- krete G efährdung darstellt (A rt. 14a Abs. 2, 3 und 4 des Bundesgeset- zes über Aufenthalt und N iderlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]). 4.3 G em äss R echtsprechung der AR K, w elcher sich das Bundesver- w altungsgericht anschliesst, sind die Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit, U n- m öglichkeit) alternativer N atur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. EM AR K 2006 N r. 6 E. 4.2. S. 54 f., w obei zu berücksichtigen ist, dass die vorläufige Aufnahm e zufolge einer schw erw iegenden persönlichen N otlage i.S. von A rt. 44 Abs. 3 AsylG per 1. Januar 2007 aufgehoben w orden ist). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem w eggew iese- nen Asylsuchenden w iederum die Beschw erde an das Bundesverw al- tungsgericht offen (vgl. A rt. 105 Abs. 1 Bst. e AsylG i.V.m . A rt. 44 Abs. 2 AsylG ). In diesem Verfahren w äre dann der W egw eisungsvoll- zug vor dem H intergrund säm tlicher Vollzugshindernisse von Am tes w egen nach M assgabe der in diesem Zeitpunkt herrschenden Verhält- nisse zu prüfen. S eite 7E -3535/2006 4.4 D er Vollzug der W egw eisung kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für die ausländische Person eine konkrete G efährdung darstellt (A rt. 14a Abs. 4 AN AG ). D am it w ird zum Ausdruck gebracht, dass aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, insbesondere dann auf den Vollzug der W eg- w eisung zu verzichten ist, w enn die R ückkehr in den H eim at- oder H erkunftsstaat für die betroffene Person angesichts der dort herr- schenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürger- krieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, eine konkrete G efährdung darstellt (EM AR K 1998 N r. 25 E. 3d S. 223; Bot- schaft zum AVB, BBl 1990 II 668). Im Ü brigen können aber neben ei- ner konkreten G efährdung auch andere U m stände im H eim at- oder H erkunftsstaat dazu führen, dass der Vollzug der W egw eisung - aus hum anitären Ü berlegungen - als nicht zum utbar erscheint. Entspre- chend kom m t den Asylbehörden im R ahm en der Anw endung von A rt. 14a Abs. 4 AN AG ein E rm essensspielraum zu (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 E. 6b S. 123 m .w .H .). D er W egw eisungsvollzug kann sich gestützt auf A rt. 14a Abs. 4 AN AG auch aus m edizinischen G ründen als unzum utbar erw eisen, w as aber grundsätzlich nur dann der Fall ist, w enn für die betroffene Person bei einer R ückkehr in ihre H eim at eine w esentliche m edizinische Behand- lung nicht erhältlich w äre. Andererseits bilden gesundheitliche Proble- m e, w elche für sich allein betrachtet den W egw eisungsvollzug nicht bereits als unzum utbar erscheinen lassen, ein Beurteilungselem ent, w elches in die vorzunehm ende Interessenabw ägung einbezogen w er- den m uss und zusam m en m it w eiteren hum anitären Aspekten zur Feststellung der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs führen kann (vgl. EM AR K 2003 N r. 24 E. 5a am Ende und 5b S. 157 f.). Sind von einem allfälligen W egw eisungsvollzug Kinder betroffen, so bildet bei der Zum utbarkeitsprüfung das Kindesw ohl einen G esichtspunkt von gew ichtiger Bedeutung. D ies ergibt sich nicht zuletzt aus einer völ- kerrechtskonform en Auslegung von A rt. 14a Abs. 4 AN AG im Lichte von A rt. 3 Abs. 1 des Ü bereinkom m ens über die R echte des Kindes; Kinderrechtskonvention (KR K, SR 0.107); (vgl. EM AR K 2005 N r. 6 E. 6. S. 57 f.). 5. 5.1 D ie Beschw erdeführerin beruft sich in ihrem W iedererw ägungsge- such im W esentlichen auf die allgem eine Situation im H eim atland, ihre S eite 8E -3535/2006 persönliche Situation als unverheiratete Frau und M utter von (dam als) einem Kind sow ie auf den Schutz des Fam ilienlebens. Sie lebe in der Schw eiz in einem eheähnlichen Verhältnis. N ur m angels Papieren habe ein H eirat und eine Kindsanerkennung bisher nicht stattfinden können. G estützt auf A rt. 8 EM R K sei "für sie und ihre Fam ilie die Einheit zu gew ähren". 5.2 In der angefochtenen Verfügung anerkannte die Vorinstanz das Bestehen einer eheähnlichen G em einschaft zw ischen der Beschw er- deführerin und ihrem Lebenspartner und ging ebenfalls davon aus, dass dieser der Vater des Beschw erdeführers 2 sei. Zu berücksichti- gen sei allerdings, dass er Staatsangehöriger von Serbien und M onte- negro (heute: Serbien), w ährend die Beschw erdeführerin bosnische Staatsangehörige sei. Ausserdem sei die Beschw erdeführerin ausrei- sepflichtig, w ährend er vorläufig aufgenom m en w orden sei. Seine vor- läufige Aufnahm e beziehe sich darauf, dass der Vollzug der W egw ei- sung in seine H erkunftsregion aufgrund seiner ethnischen Zugehörig- keit unzum utbar sei. W eil er indessen ein gem einsam es Kind m it der Beschw erdeführerin habe, habe er die M öglichkeit, ins H eim atland der Beschw erdeführerin zu reisen und sich dort niederzulassen. Zur Aus- stellung eines R eisepasses, m it w elchem er in Bosnien und H erzego- w ina einreisen und sich am W ohnsitz der Beschw erdeführerin anm el- den könne, habe er sich an die Botschaft seines Landes zu w enden. Som it könne die eheähnliche G em einschaft der Beschw erdeführerin m it ihrem Lebenspartner in Bosnien und H erzegow ina w eiter bestehen und sie m üsse nicht alleine dort leben. Festzuhalten sei sodann, dass die Sicherheits- und die w irtschaftliche Lage in Sarajevo, von w o die Beschw erdeführerin stam m e, für landesübliche Verhältnisse beson- ders günstig sei und dass Sarajevo auch w ährend des K rieges im m er eine m ultiethnische Stadt gew esen sei. D ie Bedingungen für eine Integration des Lebenspartners und Vaters beziehungsw eise eine R e- integration der Beschw erdeführerin seien dort besonders günstig. 5.3 D ie Beschw erdeführerin verw ies in ihrer R echtsm itteleingabe vor- ab darauf, dass sie seit ihrer Ankunft in der Schw eiz m it ihrem Le- benspartner zusam m en lebe, dass aus dieser Beziehung der Be- schw erdeführer 2 geboren w orden und sie erneut schw anger sei. Ent- gegen der Ansicht der Vorinstanz sei nicht zutreffend, dass E._______ zusam m en m it ihr nach Bosnien gehen und sich an ihrem W ohnsitz niederlassen könne. Er habe nie dort gelebt und habe keine C hance, dort eine W ohn- und Arbeitsm öglichkeit zu erhalten. D ie Be- S eite 9E -3535/2006 schw erdeführerin gehöre zudem seit ihrer H eirat nach Brauch zur Fa- m ilie ihres Lebenspartners, w elche in der Schw eiz w ohne. Es sei ihr nicht zuzum uten, m it ihm nach Bosnien und H erzegow ina zurückzu- kehren. Er verfüge hier nach w ie vor über eine vorläufige Aufnahm e. W eiter zitierte die Beschw erdeführerin aus einem Länderbericht der Schw eizerischen Flüchtlingshilfe zu Bosnien und H erzegow ina und m achte geltend, dass auch die "R ichtlinien zum internationalen Schutz; Interne Flucht- oder N euansiedlung" des U N H C R zu berück- sichtigen seien. G em äss diesen R ichtlinien seien die Voraussetzungen für eine R ückkehr der Beschw erdeführerin nicht gegeben. 5.4 In ihrer Einladung zur Vernehm lassung vom 16. Septem ber 2004 ersuchte die AR K die Vorinstanz um Stellungnahm e zu den Beschw er- devorbringen unter Berücksichtigung von EM AR K 1998 N r. 31 und 1995 N r. 24 sow ie um ergänzende Ausführungen in Bezug auf die in der angefochtenen Verfügung erw ähnte M öglichkeit der W ohnsitznah- m e und N iederlassung von E._______ im H eim atland der Beschw er- deführerin. 5.5 In der Vernehm lassung stellte sich die Vorinstanz auf den Stand- punkt, dass EM AR K 1995 N r. 24 im vorliegenden Verfahren keine An- w endung finden könne, zum al die Beschw erdeführerin und ihr Partner unterschiedlicher Staatsangehörigkeit seien. D agegen beziehe sich EM AR K 1998 N r. 31 auf einen Parallelfall. G em äss diesem sei die Fra- ge abstrakt zu prüfen, ob sich die Fam ilie zum utbarerw eise gem ein- sam im H eim atland des nicht gefährdeten Fam ilienm itglieds niederlas- sen könne, w as vorliegend zu bejahen sei. E._______ habe dieselbe R eligion w ie die m uslim ischen Bosniaken. Kulturell sei der U nterschied zw ischen Bosnien und H erzegow ina sow ie dem Kosovo nicht unüberbrückbar und w esentlich kleiner als zw ischen dem Kosovo und der Schw eiz. Er verfüge über Serbischkenntnisse und zudem sei Ser- bisch die M uttersprache der Beschw erdeführerin. Ausserdem sei er in der Schw eiz nicht integriert und habe sich hier keine Lebensgrundlage geschaffen. G em äss einer telefonischen Auskunft der zuständigen Frem denpolizei habe er noch nie gearbeitet. W egen der fehlenden In- tegration bedeute es für ihn keine unzum utbare H ärte, die Schw eiz zu verlassen. 5.6 In ihrer R eplik rügte die Beschw erdeführerin, dass die Vorinstanz in der Vernehm lassung ihrer ethnischen Zugehörigkeit keine R echnung getragen habe. N ach w ie vor seien R om a in Bosnien und H erzegow ina S eite 10E -3535/2006 diskrim iniert und es sei festzuhalten, dass intern vertriebene Flüchtlin- ge aus der R epublika S rpska in der Föderation den Flüchtlingsstatus nicht m ehr geniessen, keine Aufenthaltsbew illigung erhalten w ürden und som it keinen Zugang zu sozialen Institutionen und zum Arbeits- m arkt hätten. U m so m ehr könne sich ihr Partner w egen seiner serbi- schen Staatsangehörigkeit und seiner Ethnie nirgends in der Föderati- on regulär anm elden. W eiter habe die Vorinstanz der Tatsache nicht R echnung getragen, dass die Beschw erdeführerin ein zw eites Kind bekom m e. Bei einer R ückkehr bekom m e sie nicht die im Zusam m en- hang m it einer G eburt notw endige m edizinische Betreuung. Ö kono- m isch w erde die Situation für die Fam ilie m it zw ei kleinen Kindern äusserst schw ierig. D em Vorhalt der fehlenden Integration und dem U m stand, dass ihr Partner keiner Arbeit nachgehe, sei entgegenzuhal- ten, dass er sehr w ohl integriert sei, gut D eutsch spreche und sich um eine Arbeit bem ühe, indessen bis jetzt keine gefunden habe. 5.7 In ihrer ergänzenden Eingabe vom 16. M ai 2007 w ies die R echts- vertreterin unter anderem darauf hin, dass es der Beschw erdeführerin bisher nicht m öglich gew esen sei, alle für eine zivile H eirat notw endi- gen Papiere aus der H eim at zu beschaffen. Seit Jahren lebe sie indes- sen in einer eheähnlichen G em einschaft m it ihrem Partner. G em äss Auskunft des zuständigen Sozialdienstes habe sich die Fam ilie m it grosser Freude in der ihnen zugeteilten W ohnung eingelebt und es gebe m it ihr keine Problem e. D er Lebenspartner der Beschw erdeführe- rin und Vater ihrer Kinder habe zudem am 1. Januar 2007 eine Teilzeit- stelle angetreten, so dass davon auszugehen sei, dass die Fam ilie w ohl im m er m ehr auch finanziell unabhängig w erde. 6. 6.1 Aus der allgem einen Situation in Bosnien und H erzegow ina, w el- ches m it Beschluss des Bundesrates vom 25. Juni 2003 als verfol- gungssicherer Staat im Sinne von A rt. 34 Abs. 1 AsylG bezeichnet w urde, lässt sich kein allgem eines W egw eisungsvollzugshindernis ab- leiten. U ngeachtet dieser grundsätzlichen Zum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzugs aufgrund der allgem einen Situation ist nachfolgend zu prüfen, ob er für die Beschw erdeführer unter Berücksichtigung der ak- tuellen Aktenlage zum utbar ist. 6.2 In Bezug auf die im W iedererw ägungsverfahren und im R ekursver- fahren neu geltend gem achten Vorbringen, ergibt sich aus den Akten - S eite 11E -3535/2006 und w ird von der Vorinstanz nicht bestritten -, dass die Beschw erde- führerin seit ihrer Einreise in die Schw eiz m it dem vorläufig aufgenom - m enen serbischen Staatsangehörigen E._______ in einer eheähnli- chen G em einschaft lebt und er der Vater der beiden in der Schw eiz geborenen Kinder der Beschw erdeführerin ist. Er ist – w ie die Be- schw erdeführerin – Angehöriger der Ethnie der R om a. 6.3 6.3.1 Auf A rt. 8 EM R K kann sich ein Ausländer berufen, dessen Fam i- lienm itglieder in der Schw eiz über ein gefestigtes Anw esenheitsrecht – die schw eizerische Staatsangehörigkeit, die N iederlassungsbew illi- gung oder eine Aufenthaltsbew illigung, auf deren Verlängerung ein An- spruch besteht - verfügen, sofern die fam iliäre Beziehung tatsächlich gelebt w ird und intakt ist (vgl. - m it w eiteren H inw eisen - BG E 109 Ib 183, BG E 119 Ib 91, BG E 122 II 1, BG E 122 II 385 sow ie EM AR K 1995 N r. 24, EM AR K 1998 N r. 31). 6.3.2 D er Lebenspartner der Beschw erdeführerin ist in der Schw eiz vorläufig aufgenom m en und verfügt m ithin nicht über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht. Aus diesem G rund verm ögen die Beschw erdeführer aus der genannten Bestim m ung nichts zu ihren G unsten abzuleiten, so dass im vorliegenden Fall A rt. 8 EM R K der angeordneten W egw ei- sung nicht entgegen steht. 6.4 Bei der Prüfung der Frage des Vollzugs ist w eiter zu klären, ob ein Beschw erdeführer gestützt auf A rt. 44 Abs. 1 AsylG ein Aufenthalts- recht für sich ableiten kann. D em in der erw ähnten Bestim m ung statu- ierten G rundsatz der Einheit der Fam ilie kom m t eine w eitergehende Bedeutung als A rt. 8 EM R K zu. G em äss der vom Bundesverw altungs- gericht w eitergeführten Praxis der AR K beinhaltet er, dass die vorläufi- ge Aufnahm e des einen Fam ilienm itglieds in der R egel auch zur vor- läufigen Aufnahm e seiner Fam ilie führt (vgl. EM AR K 1998 N r. 31, EM AR K 1995 N r. 24). D ie vorläufige Aufnahm e des Lebenspartners der Beschw erdeführerin w urde bis zum heutigen Zeitpunkt nicht aufge- hoben; er ist bis auf w eiteres berechtigt, sich in der Schw eiz aufzuhal- ten. G rundsätzlich ist dem nach der Vollzug der angeordneten W egw ei- sung der Beschw erdeführer bis zu einem rechtskräftigen Entscheid über eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e des Le- benspartners beziehungsw eise Vaters nicht statthaft, da er den G rund- satz der Einheit der Fam ilie verletzen w ürde. In gew issen Fällen ist in- des ein Abw eichen vom G rundsatz der Einheit der Fam ilie durchaus S eite 12E -3535/2006 m öglich; beispielsw eise w enn das betreffende Fam ilienm itglied in seiner Person die Voraussetzungen von A rt. 14a Abs. 6 AN AG erfüllt oder w enn die Fam ilienvereinigung ohne w eiteres im Ausland m öglich ist (vgl. EM AR K 1995 N r. 24). 6.4.1 Bei der Beurteilung der Frage, ob ein Lebenspartner in die vor- läufige Aufnahm e des anderen einzubeziehen ist, w enn dieser anderer N ationalität ist, w ird die entsprechende Praxis der AR K zum Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft nach A rt. 51 Abs. 1 AsylG (vgl. EM AR K 1997 N r. 22, EM AR K 1996 N r. 14) analog angew endet. D anach ist die Frage abstrakt zu prüfen, ob sich die Fam ilie zum utbarerw eise im H ei- m atland des nicht gefährdeten Fam ilienm itglieds – hier der Beschw er- deführer, das heisst in Bosnien und H erzegow ina – niederlassen könn- te (vgl. EM AR K 1998 N r. 31). D abei ist die Frage, ob die Fam ilienverei- nigung auch im Ausland m öglich und zum utbar w äre, nicht gleichbe- deutend m it der Frage nach der Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e des Lebenspartners (vgl. EM AR K 1998 N r. 31, S. 259). Letztere ist nicht G egenstand des vorliegenden Verfahrens. W enn diese hypotheti- sche Frage zu verneinen ist und som it ein gem einsam es Fam ilienle- ben in einem anderen Land als der Schw eiz als nicht realisierbar oder nicht zum utbar gew ertet w erden m uss, besteht kein Anlass, in den ver- schiedenen Staatsangehörigkeiten der Beschw erdeführer und ihres Lebenspartners beziehungsw eise Vaters "besondere U m stände" im Sinne von A rt. 3 Abs. 3 AsylG zu erblicken und ihre gem ischtnationale Lebensgem einschaft anders als eine solche zw eier Partner gleicher N ationalität zu behandeln (EM AR K 1996 N r. 14, S. 121 f. E. 8b). 6.4.2 Bei der Frage, ob hypothetisch eine N iederlassung im H eim at- land des nichtverfolgten Partners als zum utbar erachtet w erden dürfte, ist auf die in A rt. 14a Abs. 2-4 AN AG für die Beurteilung der D urchführ- barkeit des W egw eisungsvollzugs genannten Kriterien abzustellen und es können die vom Bundesgericht im Zusam m enhang m it seiner so genannten "R eneja-Praxis" entw ickelten Kriterien - m ithin kulturelle, religiöse, sprachliche und ähnliche Aspekte - vergleichend beigezogen w erden (vgl. EM AR K 1997 N r. 22). D en einzelnen Fam ilienm itgliedern m üssten dem nach die Einreise und der Aufenthalt im Land des nicht- verfolgten Partners m öglich und zum utbar sein. D ieser Kriterienkatalog ist nicht abschliessend. Vorliegend ist m ithin zu prüfen, ob es dem Le- benspartner der Beschw erdeführerin zuzum uten w äre, sich nach Bos- nien und H erzegow ina zu begeben. S eite 13E -3535/2006 6.4.3 In W eiterführung der Praxis der AR K erachtet das Bundesver- w altungsgericht die allgem eine Lage in Bosnien und H erzegow ina als einem W egw eisungsvollzug generell nicht entgegenstehend, sofern die R ückkehr in eine Entität erfolgt, in w elcher die betroffene Person der M ehrheitsethnie angehört (vgl. EM AR K 1999 N r. 8 E. 7k S. 54). In Berücksichtigung der Ethnie sow ohl der Beschw erdeführer als auch derjenigen ihres Partners ist deren Ausreise beziehungsw eise eine R ückkehr der Beschw erdeführer nach Bosnien und H erzegow ina in eine G egend ausserhalb des Föderationsgebiets als unzum utbar zu bezeichnen. Es bleibt dem nach zu prüfen, ob E._______ eine Ausreise in die bosnisch-kroatische Föderation zuzum uten ist. Aus den Akten ergibt sich dazu, dass die Beschw erdeführerin seit ihrer G eburt bis zur Ausreise in Sarajevo gelebt hat. Bei der Prüfung der Frage der Zum utbarkeit in ein G ebiet, w elches grundsätzlich als sicher gilt, sind sodann im R ahm en einer G esam tw ürdigung individuelle Faktoren - na- m entlich das Vorhandensein beziehungsw eise Fehlen eines fam iliären oder sozialen N etzes und bestehendes W ohneigentum , das Alter, die G esundheit, die Schulbildung, die beruflichen Erfahrungen, das G e- schlecht und allfällige fam iliäre Verpflichtungen - zu gew ichten (vgl. EM AR K 1999 N r. 8 E. 7l S. 54 f.). D ie Frage der Zum utbarkeit ist bei der vorliegenden Konstellation in Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse der Betroffenen unter objektiven G esichtspunkten zu be- urteilen. 6.4.4 G em äss der Aktenlage bestehen keine Anhaltspunkte, w onach die Partnerschaft der Beschw erdeführerin m it E._______ nicht intakt sei. Bei E._______ handelt es sich um einen 23-jährigen serbischen Staatsangehörigen aus dem Kosovo, w elcher der ethnischen M inder- heit der R om a angehört. Er reiste am 29. Septem ber 1998 als 14 Jäh- riger zusam m en m it seiner Fam ilie in die Schw eiz ein und w urde in das dam als eingereichte Asylgesuch seiner Eltern eingeschlossen. Am 14. N ovem ber 2001 w urde er zusam m en m it ihnen in der Schw eiz vor- läufig aufgenom m en. Seit seiner Einreise lebt er ununterbrochen hier. O bjektiv gesehen fällt insbesondere ins G ew icht, dass er sich nun seit 9 Jahren in der Schw eiz aufhält und - sow eit den Akten zu entnehm en - w ohl verhalten hat. Seit dem 1. Januar 2007 geht er zudem , w enn auch nur teilzeitig, einer Erw erbstätigkeit nach, so dass das Argum ent der Vorinstanz, er sei in der Schw eiz nicht integriert, w eil er nie gear- beitet habe, nicht m ehr stichhaltig erscheint. Im W eiteren könnte eine Ausreise von E._______ in das H eim atland der Beschw erdeführerin zu einer nicht unbeträchtlichen fam iliären Belastungssituation führen. S eite 14E -3535/2006 D abei fällt ins G ew icht, dass er in Bosnien und H erzegow ina frem der Staatsangehörigkeit ist, sich noch nie dort aufgehalten hat und w eder über W ohneigentum noch sonst über eine gesicherte W ohnsituation verfügt. Angesichts einer aktuellen Arbeitslosenquote in Bosnien und H erzegow ina von nahezu 50% dürfte er, der w eder über Berufsbildung noch grosse -erfahrung verfügt, nur geringe C hancen haben, eine Arbeitsstelle zu finden, um für die Fam ilie sorgen zu können. Zusam m enfassend dürfte es ihm m ithin schw er fallen, sich in Bosnien und H erzegow ina eine w irtschaftliche Existenz aufzubauen und sich gesellschaftlich zu integrieren. Zudem ist vor dem H intergrund obiger Erw ägungen nicht davon auszugehen, dass die Beschw erdeführerin in absehbarer Zeit ein für die vierköpfige Fam ilie m it zw ei Kleinkindern ausreichendes Erw erbseinkom m en erw irtschaften könnte. Zusätzliche erhebliche Schw ierigkeiten dürften der jungen Fam ilie aufgrund ihrer Ethnie erw achsen. Als Angehörige der R om a w ären sie in Bosnien und H erzegow ina besonderer Ausgrenzung ausgesetzt (vgl. SFH , D ie Situation der R om a in den Balkan-Ländern, 30. April 2003). In einem Klim a der radikalen ethnischen Abgrenzung w urden die R om a von keiner der anderen G ruppen als zu ihnen gehörig angesehen und sehen sich einm al m ehr an den R and gedrängt. O bw ohl die im m er w ieder festzustellenden Ü bergriffe von P rivatpersonen auf Angehörige der R om a und nicht auszuschliessende behördliche Schikanen sow ie D iskrim inierungen im Allgem einen nicht ein Ausm ass erreichen, w elches den Vollzug der W egw eisung in jedem Fall als unzum utbar erscheinen liesse, ergeben sich daraus in Bezug auf die soziale und w irtschaftliche Integration von E._______ zusätzliche erhebliche H indernisse. Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschw erdeführerin in Sarajevo m it ihrer G rossm utter, einer Tante und zw ei O nkeln zw ar über Ver- w andte verfügt. Vor dem H intergrund der seit dem U rteil der AR K vom 10. O ktober 2003 eingetretenen fam iliären Veränderungen - G eburt der beiden Kinder - kann es indessen nicht (m ehr) als rechtsgenüglich erstellt erachtet w erden, dass diese der vierköpfigen Fam ilie ausrei- chend H ilfe leisten könnten. D ie G rossm utter ihrerseits ist gem äss den protokollierten Aussagen der Beschw erdeführerin krank, betagt und pflegebedürftig. D ie Pflege w ird von den O nkeln der Beschw erdeführe- rin geleistet, so dass die Tragfähigkeit dieses Beziehungsnetzes für die vierköpfige Fam ilie auch angesichts der schw ierigen w irtschaftlichen Situation in Bosnien und H erzegow ina w enn überhaupt, so nur sehr beschränkt gegeben sein dürfte. G estützt auf die Aktenlage kann je- S eite 15E -3535/2006 denfalls nicht davon ausgegangen w erden, dass dieses in der Lage sein könnte, der Beschw erdeführerin m it ihren beiden Kindern und ih- rem Partner bei einer Integration im erforderlichen M ass beizustehen. Vor diesem H intergrund sprechen schliesslich auch Aspekte des Kin- desw ohls für einen w eiteren Verbleib der Fam ilie in der Schw eiz, da die ökonom ischen und sozialen Bedürfnisse der gut 4½ - beziehungs- w eise 2½ -jährigen Kinder in ihrem H eim atland von ihren Eltern und Verw andten kaum ausreichend gedeckt w erden könnten. 6.4.5 Bloss der Vollständigkeit halber ist sodann festzustellen, dass E._______ offensichtlich über keine Ausweispapiere verfügt und sol- che bisher auch nicht zu beschaffen verm ochte, w as unter anderem zur Folge hatte, dass eine H eirat m it der Beschw erdeführerin nicht stattfinden konnte und er seine Kinder vor dem R ichter anerkennen m usste (vgl. Schreiben Zivilstandsam t Kreis Biel/Bienne-N idau vom 8. Februar 2007). M angels Papieren scheint es fraglich, ob er über- haupt ins H eim atland der Beschw erdeführerin einreisen und sich dort ordnungsgem äss bei den Behörden anm elden könnte. Vor dem H inter- grund obiger Erw ägungen (vgl. E. 4.3. und E 6.4.4.) kann diese Frage indessen offen gelassen w erden. 6.4.6 In einer G esam tw ürdigung der geschilderten U m stände gelangt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass der Vollzug der W egw eisung des Lebenspartners der Beschw erdeführerin in deren H eim atland Bosnien und H erzegow ina als unzum utbar zu erachten ist. Som it erw eist sich der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführer nach Bosnien und H erzegow ina in Anw endung des G rundsatzes der Einheit der Fam ilie gem äss A rt. 44 Abs. 1 AsylG als unzulässig. D ie Verfügung vom 26. M ai 2003 ist daher, sow eit den Vollzug der W egw ei- sung betreffend, aufzuheben und die Beschw erdeführer sind in An- w endung von A rt. 44 Abs. 2 AsylG vorläufig aufzunehm en, zum al auf- grund der Aktenlage keine G ründe ersichtlich sind, die eine Ausnahm e vom erw ähnten G rundsatz beziehungsw eise das Vorhandensein der Voraussetzungen für einen Eingriff in die zitierte G arantie nahe legen w ürden. 6.4.7 Aus den Akten ergeben sich schliesslich keine H inw eise, dass die Beschw erdeführer die öffentliche Sicherheit und O rdnung in der Schw eiz gefährdet oder in schw erw iegender W eise verletzt hätten, so dass es sich erübrigt, das Verhältnis von A rt. 14a Abs. 6 AN AG zu A rt. 44 Abs. 1 AsylG näher zu prüfen. S eite 16E -3535/2006 6.5 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Beschw erde gutzuheissen ist. D ie Ziffern 3 und 4 des D ispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 26. M ai 2003 sind aufzuheben und das BFM ist anzuw eisen, den Aufenthalt der Beschw erdeführerin und ihrer Kinder nach den Bestim - m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln. 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens sind keine Kosten zu erheben (A rt. 63 Abs. 1 und 2 Vw VG ). D am it w ird das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege (A rt. 65 Abs. 1 Vw VG ) gegenstandslos. 7.2 7.2.1 G em äss A rt. 7 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsge- richt (VG KE, SR 173.320.2) haben obsiegende Parteien Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erw achsenen notw endigen Kosten. Laut A rt. 9 VG KE um fassen die Kosten der Vertretung das An- w altshonorar oder die Entschädigung für eine nichtanw altliche berufs- m ässige Vertretung (Bst. a), den Ersatz von Auslagen (Bst. b) und den Ersatz der M ehrw ertsteuer für die Entschädigungen nach den Buch- staben a und b, sow eit eine Steuerpflicht besteht und die M ehrw ert- steuer nicht bereits berücksichtigt w urde (Bst. c). D as Anw altshonorar und die Entschädigung für eine nichtanw altliche berufsm ässige Vertre- tung w erden nach dem notw endigen Zeitaufw and des Vertreters oder der Vertreterin bem essen (A rt. 10 VG KE). 7.2.2 D ie Beschw erdeführer haben keine Kostennote zu den Akten reichen lassen. Auf die N achreichung einer solchen kann jedoch ver- zichtet w erden, nachdem sich der notw endige Vertretungsaufw and zu- verlässig abschätzen lässt. D ie Parteientschädigung w ird von Am tes w egen und in Berücksichtigung der m assgeblichen Bem essungsfakto- ren (vgl. A rt. 8 ff. VG KE) auf Fr. 500.-- (inkl. Auslagen) festgesetzt und ist den Beschw erdeführern von der Vorinstanz zu entrichten. (D ispositiv nächste Seite) S eite 17E -3535/2006 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D ie Ziffern 3 und 4 des D ispositivs der Verfügung des BFF vom 26. M ai 2003 w erden aufgehoben. D as BFM w ird angew iesen, die Be- schw erdeführer vorläufig aufzunehm en. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D ie Vorinstanz hat den Beschw erdeführern für das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 500.-- zu entrichten. 5. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin der Beschw erdeführer (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - den F._______ D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: R egula Schenker Senn R udolf R aem y Versand: S eite 18