<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00439</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107160&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00439</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.04.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gefährung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit nach Art. 5 Anhang I FZA<br/><br/>Der beschwerdeführende EU-Staatsangehörige ist mit einer in der Schweiz niedergelassenen EU-Bürgerin verheiratet und verfügt gestützt auf Art. 3 Abs. 2 Anhang I FZA als Ehegatte daher über ein abgeleitetes Anwesenheitsrecht in der Schweiz (E. 1a+b). Die Kriterien der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 5 Anhang I FZA (E. 2b+c) sind nicht erfüllt, da die relevante Strafe von 18 Monaten Gefängnis bedingt mindestens vier Jahre zurück liegt und der Beschwerdeführer von seiner eigenen Drogensucht weggekommen und seither straflos geblieben ist (E. 4a+b). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BOUCHEREAU">BOUCHEREAU</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: CALFA">CALFA</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EUGH-ENTSCHEIDE">EUGH-ENTSCHEIDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EWG-RICHTLINIEN">EWG-RICHTLINIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEGENWÃRTIGE GEFÃHRDUNG">GEGENWÃRTIGE GEFÃHRDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDINTERESSE GESELLSCHAFT">GRUNDINTERESSE GESELLSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE ORDNUNG">ÃFFENTLICHE ORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERSÃNLICHES VERHALTEN">PERSÃNLICHES VERHALTEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 1 lit. a ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 lit. Ia ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 2 lit. I Anhang I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 3 lit. II Anhang I FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 lit. I Anhang I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 5 lit. II Anhang I FZA</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der deutsche StaatsangehÃ¶rige A, geboren am 26. Januar 1970 als B, reiste erstmals im Jahr 1992 in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung zur AusÃ¼bung einer ErwerbstÃ¤tigkeit im Kanton St. Gallen. Ein Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Bewilligung verweigerten die BehÃ¶rden im Jahr 1996, worauf A nach Deutschland ausreiste. Wegen mehrerer Widerhandlungen gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951 und das Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) wurde er zwischen 1993 und 1999 von verschiedenen StrafbehÃ¶rden in der Schweiz insgesamt acht Mal verurteilt. In sechs FÃ¤llen wurde A mit Bussen zwischen Fr. 200.- und Fr. 500.- bestraft sowie in vier FÃ¤llen zu Freiheitsstrafen verurteilt, nÃ¤mlich im Jahr 1993 mit drei Wochen GefÃ¤ngnis bedingt, 1995 mit zwei Monaten GefÃ¤ngnis bedingt, mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 17. Dezember 1998 mit 18 Monaten GefÃ¤ngnis bedingt und mit Strafbefehl des Untersuchungsrichteramts des Kantons Schaffhausen vom 12. Juli 1999 mit 14 Tagen GefÃ¤ngnis, wobei der bedingte Strafvollzug nicht gewÃ¤hrt wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 27. September 1996 verfÃ¼gte das Bundesamt fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen (BFA) Ã¼ber A eine Einreisesperre. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das EidgenÃ¶ssische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) ab. Auf Grund der Verurteilungen in den Jahren 1998 und 1999 verlÃ¤ngerte das BFA die Einreisesperre auf unbestimmte Zeit. Die dagegen erhobene Beschwerde sistierte das EJPD anfÃ¤nglich bis zum Vorliegen eines rechtskrÃ¤ftigen Entscheids der ZÃ¼rcher BehÃ¶rden Ã¼ber die Aufenthaltsbewilligung, hob die Sistierung jedoch am 9. August 2002 auf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>A heiratete am 15. Januar 2000 in Deutschland die 1970 geborene britische StaatsangehÃ¶rige D, welche sich seit 1970 in der Schweiz aufhÃ¤lt und die Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich besitzt. Am 16. Oktober 2001 wies die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) das Gesuch von A um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den dagegen gerichteten Rekurs wies der Regierungsrat mit Beschluss vom 6. November 2002 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Eingabe vom 16. Dezember 2002 erhob A Beschwerde beim Verwaltungsgericht und stellte den Antrag, es sei ihm eine Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich zu erteilen und ihm eine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen. Sodann beantragte er fÃ¼r das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und die Bestellung seines Anwalts als unentgeltlichen Rechtsbeistand.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>WÃ¤hrend sich die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht vernehmen liess, schloss die Staatskanzlei namens des Regierungsrats auf Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer ist StaatsangehÃ¶riger eines Mitglieds der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (EU-StaatsangehÃ¶riger), mit einer in der Schweiz niedergelassenen EU-StaatsangehÃ¶rigen verheiratet und beabsichtigt, mit seiner Ehefrau im Kanton ZÃ¼rich zusammen zu leben. Damit kann er sich grundsÃ¤tzlich auf den Rechtsanspruch von Art. 3 Abs. 1 Anhang I des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft sowie ihren Mitgliedstaaten anderseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit vom 21. Juni 1999 (PersonenfreizÃ¼gigkeitsabkommen, FZA, SR 01.142.112.681) berufen, welcher FamilienangehÃ¶rigen eines EU-StaatsangehÃ¶rigen ein Aufenthaltsrecht in einem Vertragsstaat einrÃ¤umt. Nach Art. 1 lit. a ANAG, in der Fassung vom 14. Dezember 2001 und in Kraft seit 1. Juni 2002, ist dieses Gesetz fÃ¼r EU-StaatsangehÃ¶rige und ihre FamilienangehÃ¶rigen nur noch anwendbar, soweit das FZA keine abweichende Bestimmung enthÃ¤lt oder das ANAG eine vorteilhaftere Rechtsstellung vorsieht. Wird bei Vorliegen eines Anspruchs die Bewilligung verweigert, ist dagegen die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulÃ¤ssig (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943), was wiederum die Beschwerde an das kantonale Verwaltungsgericht erÃ¶ffnet (§ 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG). Das Gericht hat somit auf die Beschwerde einzutreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Ob der BeschwerdefÃ¼hrer, welcher im grenznahen Deutschland eine Arbeitsstelle bekleidet, beabsichtigt eine ErwerbstÃ¤tigkeit in der Schweiz aufzunehmen, geht aus den Akten nicht hervor. Diesfalls stÃ¼nde ihm ein direkter Anspruch auf Einreise und Aufenthalt in der Schweiz zu (Art. 2 Abs. 1 Anhang I FZA). Die Frage kann offen bleiben und folglich auch die PrÃ¼fung, ob allfÃ¤llige Ãbergangsbestimmungen diesem Vorhaben entgegenstÃ¼nden, da sein Anspruch als FamilienangehÃ¶riger einer EU-StaatsangehÃ¶rigen unbestritten ist. Die Bestimmungen des FZA gelten auch fÃ¼r solche Verfahren, die vor In-Kraft-Treten des Abkommens hÃ¤ngig waren (Art. 37 der Verordnung Ã¼ber die schrittweise EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs vom 22. Mai 2002, VEP, SR 142.203). Das Verwaltungsgericht wendet das neue Recht von Amtes wegen an (§ 7 Abs. 4 in Verbindung mit § 70 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¤llt somit in den direkten Anwendungsbereich des FZA, so dass vorab geprÃ¼ft wird, ob sein Begehren auf dieser Grundlage gutzuheissen ist. Eine ÃberprÃ¼fung, ob ihm nach nationalem Recht eine gÃ¼nstigere Behandlung zuteil wÃ¼rde, braucht nur vorgenommen zu werden, wenn das Ergebnis der PrÃ¼fung nach FZA negativ ausfallen sollte (vgl. ErwÃ¤gung 1a). Als Ehegatte einer in der Schweiz aufenthaltsberechtigten EU-StaatsangehÃ¶rigen ist der BeschwerdefÃ¼hrer ohne Weiteres zum Aufenthalt in der Schweiz berechtigt (Art. 3 Anhang I FZA).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA dÃ¼rfen die nach dem Abkommen bestehenden Rechte aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit eingeschrÃ¤nkt werden. Die nach FZA gewÃ¤hrten RechtsansprÃ¼che unterstehen ausdrÃ¼cklich dem Vorbehalt der Massnahmen zum Schutz der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit. GemÃ¤ss Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA ist bei der Auslegung von dessen Abs. 1 auf die Richtlinien (RL) 64/221/EWG, 72/194/EWG und 75/35/EWG Bezug zu nehmen. Die erwÃ¤hnten Richtlinien der Organe der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft bzw. der frÃ¼heren EuropÃ¤ischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) sind damit fÃ¼r die rechtsanwendenden Instanzen in der Schweiz als verbindlich erklÃ¤rt worden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die RL 64/221 des Rats zur Koordinierung der Sondervorschriften fÃ¼r die Einreise und den Aufenthalt von AuslÃ¤ndern, soweit sie aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind vom 25. Februar 1964 (vgl. www.europa.eu.int) bezweckt eine Koordination der Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die fÃ¼r auslÃ¤ndische Personen eine Sonderregelung vorsehen und aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind. GemÃ¤ss Art. 1 Abs. 2 RL 64/221 gelten deren Bestimmungen "auch fÃ¼r den Ehegatten und die Familienmitglieder, welche die Bedingungen der auf Grund des Vertrages auf diesem Gebiet erlassenen Verordnungen und Richtlinien erfÃ¼llen." Die vorgesehenen Sonderregelungen dÃ¼rfen nicht fÃ¼r wirtschaftliche Zwecke geltend gemacht werden (Art. 2 Abs. 2 RL 64/221). "Bei Massnahmen der Ã¶ffentlichen Ordnung oder Sicherheit darf ausschliesslich das persÃ¶nliche Verhalten der in Betracht kommenden Einzelpersonen ausschlaggebend sein. Strafrechtliche Verurteilungen allein kÃ¶nnen ohne weiteres diese Massnahmen nicht begrÃ¼nden" (Art. 3 Abs. 1 und 2 RL 64/221).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) In der RL 72/194 des Rats Ã¼ber die Erweiterung des Geltungsbereichs der Richtlinie vom 25. Februar 1964 zur Koordinierung der Sondervorschriften fÃ¼r die Einreise und den Aufenthalt von AuslÃ¤ndern, soweit sie aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind, auf die Arbeitnehmer, die vom Recht, nach Beendigung einer BeschÃ¤ftigung im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats verbleiben zu kÃ¶nnen, Gebrauch machen vom 18. Mai 1972 werden die Regeln von RL 64/221 auf AngehÃ¶rige von Mitgliedstaaten und deren FamilienangehÃ¶rige ausgedehnt, welche vom Verbleiberecht, welches ihnen das Vertragswerk der EuropÃ¤ischen Wirtschaftsgemeinschaft nach Beendigung der ErwerbstÃ¤tigkeit in einem Vertragsstaat gewÃ¤hrt, Gebrauch machen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die RL 75/35 des Rats zur Erweiterung des Geltungsbereichs der RL 64/221 zur Koordinierung der Sondervorschriften fÃ¼r die Einreise und den Aufenthalt von AuslÃ¤ndern, soweit sie aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind, auf die StaatsangehÃ¶rigen eines Mitgliedstaats, die vom Recht, nach Beendigung einer selbststÃ¤ndigen TÃ¤tigkeit im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats zu verbleiben, Gebrauch machen vom 17. Dezember 1974 dehnte die GrundsÃ¤tze der RL 64/221 auf SelbststÃ¤ndigerwerbende aus, welche nach Beendigung ihrer BerufstÃ¤tigkeit im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats verbleiben wollen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Die in RL 64/221 dargelegten GrundsÃ¤tze fÃ¼r Sonderregelungen auf Grund der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit sind durch die Rechtsprechung des Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Wirtschaftsgemeinschaft (heute: EG und EuGH) prÃ¤zisiert bzw. ausgelegt worden. Im Entscheid des EuGH vom 27. Oktober 1977, Bouchereau, 30/77 (vgl. www.europa.eu.int), ersuchte das britische Gericht den EuGH unter anderem um ErlÃ¤uterung des Art. 3 Abs. 2 RL 64/221, wonach "strafrechtliche Verurteilungen allein ohne weiteres BeschrÃ¤nkungen der FreizÃ¼gigkeit, die Art. 48 des Vertrages aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit zulÃ¤sst, nicht begrÃ¼nden kÃ¶nnen" sowie um eine Auslegung des Begriffs der "Ã¶ffentlichen Ordnung", wenn dieser als BegrÃ¼ndung fÃ¼r eine BeschrÃ¤nkung des FreizÃ¼gigkeitsrechts dient. Der EuGH hat die Anfrage wie folgt beantwortet:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>- Der Richtliniensatz, wonach strafrechtliche Verurteilungen allein ohne Weiteres BeschrÃ¤nkungen der FreizÃ¼gigkeit, die aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit zulÃ¤ssig sind, nicht begrÃ¼nden kÃ¶nnen, bedeute, dass eine frÃ¼here strafrechtliche Verurteilung "nur insoweit berÃ¼cksichtigt werden [dÃ¼rfe], als die ihr zugrunde liegenden UmstÃ¤nde ein persÃ¶nliches Verhalten erkennen [liessen], das eine gegenwÃ¤rtige GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung darstell[e]" (EuGH, Bouchereau, Rz. 28).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>- Zur Verdeutlichung des Begriffs der Ã¶ffentlichen Ordnung wird ausgefÃ¼hrt: "Die Berufung einer nationalen BehÃ¶rde auf den Begriff der Ã¶ffentlichen Ordnung setzt, wenn er gewisse BeschrÃ¤nkungen der FreizÃ¼gigkeit von dem Gemeinschaftsrecht unterliegenden Personen rechtfertigen soll, jedenfalls voraus, dass ausser der StÃ¶rung der Ã¶ffentlichen Ordnung, die jede Gesetzesverletzung darstellt, eine tatsÃ¤chliche und hinreichend schwere GefÃ¤hrdung vorliegt, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hrt" (EuGH, Bouchereau, Rz. 35).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In den ErwÃ¤gungen des EuGH finden sich zudem ErlÃ¤uterungen, wonach die einschrÃ¤nkenden Massnahmen den nationalen BehÃ¶rden eine spezifische PrÃ¼fung unter dem Blickwinkel der dem Schutz der Ã¶ffentlichen Ordnung innewohnenden Interessen abverlange, welche nicht notwendigerweise mit den Beurteilungen Ã¼bereinstimmen mÃ¼sse, auf denen die strafrechtliche Verurteilung beruhe. Sodann sei der Begriff der Ã¶ffentlichen Ordnung eng zu verstehen, namentlich, wenn er eine Ausnahme vom wesentlichen Grundsatz der FreizÃ¼gigkeit rechtfertige. Allerdings sei den staatlichen BehÃ¶rden ein gewisser Beurteilungsspielraum einzugestehen (vgl. EuGH, Bouchereau, Rz. 27 f. und 33 f.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Dem Entscheid des EuGH vom 19. Januar 1999, Calfa, C-348/96 (vgl. www.europa.eu.int), lag ein Gesuch eines griechischen Gerichts, ebenfalls zur Vorabentscheidung, zu Grunde. Eine italienische Touristin in Griechenland war fÃ¼r schuldig befunden worden, Straftaten im Zusammenhang mit der Beschaffung und dem Besitz von ausschliesslich zum Eigengebrauch bestimmten BetÃ¤ubungsmitteln begangen zu haben. Nach den einschlÃ¤gigen nationalen Bestimmungen stand neben der Strafe eine lebenslÃ¤ngliche Ausweisung der italienischen StaatsangehÃ¶rigen aus Griechenland zur PrÃ¼fung an. Der EuGH befand, der Verstoss gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz allein rechtfertige eine Ausweisung nicht, solange die EU-StaatsangehÃ¶rige nicht zusÃ¤tzlich auf Grund ihres persÃ¶nlichen Verhaltens "eine tatsÃ¤chlich und hinreichend schwere GefÃ¤hrdung darstell[e], die ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hr[e]". Die Ausweisung allein auf Grund einer strafrechtlichen Verurteilung werde im vorliegenden Fall "automatisch verfÃ¼gt, ohne dass das persÃ¶nliche Verhalten des TÃ¤ters oder die von ihm ausgehende GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung berÃ¼cksichtigt [werde]"; entsprechend seien die in RL 64/221 vorgesehenen Voraussetzungen fÃ¼r die Anwendung der Ausnahme der Ã¶ffentlichen Ordnung, wie sie der Gerichtshof ausgelegt habe, nicht erfÃ¼llt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Der Regierungsrat hat erwogen, mit seinen zahlreichen strafrechtlichen Verurteilungen, besonders mit seiner Bestrafung zu 18 Monaten GefÃ¤ngnis bedingt wegen Widerhandlungen gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz, habe der BeschwerdefÃ¼hrer in schwerer Weise gegen die Ã¶ffentliche Ordnung, Sicherheit und Gesundheit im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA beziehungsweise Art. 8 Abs. 2 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) sowie gegen die Ã¶ffentliche Ordnung im Sinn von Art. 17 Abs. 2 ANAG verstossen. Damit sei der Ausweisungstatbestand der strafrechtlichen Verurteilung von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG erfÃ¼llt und demzufolge der Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung erloschen. In ihrer VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung ist die Vorinstanz zum Schluss gelangt, aus der mehrfachen strafrechtlichen Verurteilungen lasse sich nicht folgern, dass der BeschwerdefÃ¼hrer willens oder fÃ¤hig sei, die Rechtsordnung in der Schweiz zu beachten. Dieser Beurteilung stehe nicht entgegen, dass dieser â soweit im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids ersichtlich â seit drei Jahren keine strafrechtlichen Verurteilungen mehr erwirkt habe. Die Dauer dieses Wohlverhaltens stehe in einem MissverhÃ¤ltnis zu der sich Ã¼ber mehrere Jahre hinziehenden deliktischen BetÃ¤tigung. Als im Grenzgebiet des benachbarten Deutschland wohnende und dort erwerbstÃ¤tige Person sei es ihm auch mÃ¶glich, den Kontakt zu seiner in der Schweiz lebenden Mutter sowie zu allfÃ¤lligen Verwandten und Bekannten in der Schweiz zu pflegen. FÃ¼r die Ehefrau sei der Nachzug ins benachbarte Deutschland mit keinen massgeblichen Schwierigkeiten verbunden. Diese habe im Ãbrigen im Zeitpunkt der Heirat Kenntnis von der StraffÃ¤lligkeit ihres kÃ¼nftigen Ehemanns gehabt und nicht damit rechnen kÃ¶nnen, die Ehe gemeinsam mit ihm in der Schweiz verbringen zu kÃ¶nnen. Der Umstand, dass die StrafbehÃ¶rden von der Anordnung einer Landesverweisung abgesehen hÃ¤tten, hindere nicht, dass aus fremdenpolizeilicher Sicht dem Interesse der Ã¶ffentlichen Sicherheit vorrangige Bedeutung beigemessen werde. Der Entscheid der Beschwerdegegnerin steht nach der Auffassung des Regierungsrats im Einklang mit dem Landesrecht, der EMRK und dem FreizÃ¼gigkeitsabkommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Die PrÃ¼fung der besonderen Voraussetzungen, die den rechtsanwendenden BehÃ¶rden auf Grund von Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA in Verbindung mit RL 64/221 aufgetragen wurde, sind vom Regierungsrat mit diesen ErwÃ¤gungen nicht vorgenommen worden. Die Vorinstanz als RekursbehÃ¶rde wÃ¤re verpflichtet gewesen, das wÃ¤hrend des noch hÃ¤ngigen Verfahrens in Kraft getretene Recht mit Bezug auf den BeschwerdefÃ¼hrer, welcher mit einer EU-StaatsangehÃ¶rigen verheiratet ist und selbst ebenfalls EU-BÃ¼rger ist, auch anzuwenden (vgl. ErwÃ¤gung 2a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen des Regierungsrats verfallen dem von Art. 3 Abs. 2 RL 64/221 ausdrÃ¼cklich verpÃ¶nten Automatismus zwischen strafrechtlicher Verurteilung und der GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit, was aus der vorinstanzlichen ErwÃ¤gung 4a deutlich hervorgeht. Demzufolge stelle der BeschwerdefÃ¼hrer ausschliesslich wegen seiner strafrechtlichen Verurteilung eine Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Ordnung und Sicherheit dar. Dem von RL 64/221 und der zitierten EuGH-Rechtsprechung geforderten Nachweis, wonach die frÃ¼heren strafrechtlichen Verurteilungen ein persÃ¶nliches Verhalten erkennen lassen mÃ¼ssen, das eine gegenwÃ¤rtige GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung darstellt, oder aber, dass auf Grund anderer UmstÃ¤nde, die nichts mit der frÃ¼heren Verurteilung zu tun haben, eine solche GefÃ¤hrdung angezeigt sein muss, vermÃ¶gen die ErwÃ¤gungen des Regierungsrats nicht zu genÃ¼gen. Aufgrund der geforderten engen Auslegung des Begriffs der Ã¶ffentlichen Ordnung besteht ein Verstoss dagegen nicht bereits in einer blossen StÃ¶rung, sondern erst in einer tatsÃ¤chlichen und hinreichend schweren GefÃ¤hrdung, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hrt. Dies wurde im vorinstanzlichen Entscheid nicht geprÃ¼ft und auch nicht nachgewiesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die massgebliche Verurteilung zu einer Strafe von 18 Monaten GefÃ¤ngnis liegt unwidersprochen mehr als vier Jahre und die dem Strafurteil zu Grunde liegenden Straftaten nunmehr Ã¼ber fÃ¼nf Jahre zurÃ¼ck. Die Vorinstanz hat selbst ausgefÃ¼hrt, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer in der Zwischenzeit offenbar straflos gehalten habe. Er soll sich bereits vor mehreren Jahren erfolgreich von seiner DrogenabhÃ¤ngigkeit befreit haben und seit geraumer Zeit in ungekÃ¼ndigter Stellung einer anspruchsvollen beruflichen TÃ¤tigkeit nachgehen sowie in Verbindung damit auch eine berufliche Weiterbildung absolviert haben. Das Gericht hat keinen Anlass, an der Sachdarstellung zu zweifeln, zumal diese durch die der Beschwerdeschrift beigefÃ¼gten Arztzeugnisse, ArbeitsbestÃ¤tigungen und Lohnabrechnungen im Wesentlichen gestÃ¼tzt wird. Bei dieser Sachlage lÃ¤sst sich eine aktuelle und schwere GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit allein auf Grund der frÃ¼heren deliktischen Phase des BeschwerdefÃ¼hrers nicht feststellen. Umso weniger kann von einer die Grundinteressen der Gesellschaft berÃ¼hrenden GefÃ¤hrdung die Rede sein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung erweist sich demzufolge als unvereinbar mit Art. 5 Abs. 1 und 2 Anhang I FZA. Bei dieser Feststellung erÃ¼brigen sich weitere AbklÃ¤rungen mit Bezug auf die Voraussetzungen von ANAG und EMRK, insbesondere Ã¼ber die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der Massnahme nach schweizerischem oder Konventionsrecht (vgl. ErwÃ¤gung 2a). Die Beschwerde ist daher gutzuheissen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der obsiegende BeschwerdefÃ¼hrer ist fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht angemessen zu entschÃ¤digen. Mit der Aufhebung des Entscheids des Regierungsrats steht dem BeschwerdefÃ¼hrer auch fÃ¼r das Rekursverfahren eine angemessene EntschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Angemessen erscheint der Betrag von Fr. ... fÃ¼r beide Instanzen. </span>Mit der Aufhebung des Entscheids des Regierungsrats entfallen auch die mit diesem ausgefÃ¤llten Rekurskosten.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Mit der Kostenbefreiung und Zusprechung einer EntschÃ¤digung an den BeschwerdefÃ¼hrer wird sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands gegenstandslos. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Regierungsrats vom 6. November 2002 wird aufgehoben und die Beschwerdegegnerin angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung ab ... zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>