B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4435/2011/mel U r t e i l v o m 11 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 6. Juli 2011 / N (…). D-4435/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Der Beschwerdeführer, ein sri -lankischer Staatsangehöriger und ethnischer Tamile mit letztem Wohnsitz in B._______ (Distrikt Jaffna), ver- liess sein Heimatland eigenen Angaben zufolge am 6. März 2009 auf dem Luftweg und gelangte zunächst via Dubai (VAE) nach Ma iland (Italien). Am 12. März 2009 sei er von Italien herkommend ille gal in die Schweiz eingereist und stellte gleichentags im Empfangs - und Verfahrenszentrum C._______ ein Asylgesuch. Am 18. März 2009 wurde er dort summarisch befragt. Das BFM hörte den Beschwerdeführer am 24. und 27. März 2009 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausführlich zu seinen Asylgründen an und wies ihn in der Folge für die Dauer des Verfahrens dem Kanton D._______ zu. A.b. Zur Begründung sei nes Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er sei in B._______ geboren und aufgewachsen. Zu seiner Schulzeit sei er Mitglied der SOLT ( Students' Organization of the Liberation Tigers) gewesen. Sie hätten für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) Plakate geklebt und Flugblätter verteilt. Im Jahr 1988 habe ihn ein anderer Schü ler, welcher Mitglied der Eelam People's Revoluti o- nary Liberation Front (EPRLF) gewesen sei, erschiessen wollen. Er habe sich daher ein Jahr lang in E._______ versteckt. Wegen des Bürgerkri e- ges in Sri Lanka sei er im Jahr 1990 nach Indien geflüchtet und habe dort ein Asylgesuch gestellt. Er habe in der Folge fünf Jahre lang in einem Flüchtlingscamp im Bundesstaat Tamil Nadu gelebt und sei im Jahr 1995 mit Unterstützung des UNHCR nach Sri Lanka zurück gekehrt, wo er sich in Vavuniya niedergelassen habe. Im Jahr 2000 sei er aufgrund des fort- dauernden Konfliktes im Heimatland nach Saudi Arabien gegangen, wo er gearbeitet habe. Im Jahr 2002 sei er nach Sri Lanka zurückgekehrt und habe im Oktober 2003 in B._______ ein Videogeschäft eröffnet. Er sei ausserdem Vizepräsident des lokalen Vereins der Filmgeschäft -Besitzer gewesen. Im Rahmen dieses Vereins habe er sich an Demonstrationen im Zusammenhang mit den Wahlen im J ahr 2004 beteiligt. Meh rere sei- ner Vereinskollegen seien damals erschossen worden. Am 25. Juni 2006 habe er an einer Demonstration gegen die Regierung teilgenommen, weil die Soldaten die Leute am Fischen gehindert hätten. Daraufhin sei er am 27. September 2006 wegen Verdachts auf Zugehörigkeit zu den LTTE von der Armee festgenommen und bis am 3. November 2006 im Armee - Camp Ceynor inhaftiert und in dieser Zeit befragt, geschlagen und sexuell missbraucht worden. Seine Freilassung sei mit Auflagen ve rbunden ge-D-4435/2011 Seite 3 wesen. Im November 2007 sei sein Bekannter F._______ erschossen worden. Dessen Angehörige seien daraufhin gedrängt worden, schriftlich zu bestä tigen, dass F._______ von den LTTE umgebracht worden sei. Weil der Beschwerdeführer versucht habe, sie davon abzuhalten, sei er von der EPDP gemassregelt worden. Am 4. Dezember 2007 sei ein wei- terer Freund namens G._______ erschossen worden. In der Folge habe ein Eelam People's Democratic Party -Angehöriger (EPDP) namens H._______ ihn bedroht und von ihm verlangt, ihm entweder LKR 500'000 oder zwei Motorräder zu geben. Er habe dies dem MP (Member of Parli- ament) Maheswaran gemeldet. Nachdem dieser am 1. Januar 2008 in Colombo erschossen worden sei, habe er H._______ LKR 250'000 be- zahlt. Am 3. Mai 2008 hätten ihm Soldaten grundlos sein Motorrad we g- genommen. Am 18. Juli 2008 sei er von einem LTTE-Mitglied aufgefordert worden, de n LTTE zu helfen. Er habe de n LTTE daraufhin LKR 20'000 sowie fünf nationale Identitätskarten (welche er jeweils von seinen Ku n- den als P fand für ausgeliehene Videokassetten zurückbehalten habe) übergeben. Am 15. Oktober 2008 hätten unbekannte Personen, welche in einem weissen Van vorgefahren seien, gegen Mitternacht bei ihm zuhau- se nach ihm gesucht. Vermutlich seien es Angehörige der EPDP gewe- sen. Er habe zwei Schüsse gehört und sei aus Angst durch die Hintertür zu einer Nachbarin geflüchtet, wo er ü bernachtet habe. Am nächsten Tag sei er zu einem Bekannten ins Nachbarquartier gegangen. An diesem Tag (16. Oktober 2008 ) hätten Unbekannte sei nen Freund A. erschossen. Er habe sich in der Folge bis am 25. Dezember 2008 bei seinem Bekannten versteckt und habe I._______ anschliessend verlassen. Via Mannar sei er nach Vavuniya gelangt, wo er einen Schlepper kontaktiert habe. Dieser habe ihn via Col ombo nach Negombo gebracht, von wo aus er am 6. März 2009 mit dem Flugzeug aus Sri Lanka ausgereist sei. Er fürchte sich vor der sri-lankischen Armee sowie vor den regierungsfreundlichen Organisationen und befürchte, bei einer Rückkehr in sein Heimatland e r- schossen zu werden. A.c. Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Ve r- fahrens seine Identitätskarte sowie einen Heiratsregisterauszug (Kopie), die Identitätskarte seiner Ehefrau (Kopie) und den Geburtsschein seines Sohnes (Kopie) zu den Akten. B. Das BFM stellte mit Verfügung vom 6. Juli 2011 – eröffnet am 11. Juli 2011 – fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien nicht asylrel e- vant. Demzufolge verneinte es die Flüchtlingseigenschaft und lehnte das D-4435/2011 Seite 4 Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. C. Mit Beschwerde vom 10. August 2011 an das Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführer beantragen, die angefochtene Verfügung sei wegen formeller Fehler au fzuheben, und die Sache sei zur Neubeurte i- lung und eventuell zur Feststellung des vollständigen und richtigen Sac h- verhalts an das BFM zurückzuweisen, eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die Flüchtlingseigenschaft des Be- schwerdeführers festzustellen und Asyl zu gewähren, subeventuell sei die angefochtene Verfügung teilweise aufzuheben und dem Beschwerdefü h- rer sei wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In prozessualer Hinsicht wurde zudem u m Ge- währung der voll ständigen Akteneinsicht (namentlich in den Dienstreise- bericht des BFM vom Herbst 2010 sowie in allfällige weitere, vom BFM verwendete Länderinformationen) unter Einräumung einer Frist zur Ei n- reichung einer Beschwerdeergänzung, um vorgän gige Mitteilung des Spruchgremiums sowie gegebenenfalls um Ansetzung einer Frist zur Ein- reichung einer Kostennote ersucht. Der Beschwerde lagen unter anderem ein Artikel von Rainer Mattern betreffend die Verwendung von Herkunftsländerinformationen (COI) i n Asylentscheiden, Dokumente betreffend MP Maheswaran, eine Bestät i- gung des Roten Kreuzes vom 29. November 2001 sowie zahlreiche B e- richte von Medien und verschiedenen Organisationen betreffend die pol i- tische und menschenrechtliche Situation in Sri Lanka be i (vgl. dazu die Liste der Beschwerdebeilagen auf den Seiten 28 und 29 der Beschwe r- de). D. Mit Verfügung vom 16. August 2011 informierte der Instruktionsrichter den Beschwerdeführer antragsgemäss über die voraussichtliche Zusamme n- setzung des Spruchgremiums, verzichtete gleichzeitig auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und teilte mit, über die übrigen Anträge werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. E. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführer s reichte mit Eingabe vom 7. November 2011 unaufgefordert ein e Beschwerdeergänzung ein, we l- cher seine Kostennote sowie weitere Beweismittel (vgl. dazu die Liste der D-4435/2011 Seite 5 Beweismittel auf den Seiten 12 und 13 der Beschwerdeer gänzung) beila- gen. F. Mit Verfügung vom 10. April 2012 wies der Instruktionsrichter bezüglich der b eantragten Akteneinsicht in den Dienstreisebericht des BFM vom Herbst 2010 sowie in allfällige weitere, vom BFM verwendete Länderi n- formationen darauf hin, dass das Bundesverwaltungsgericht bereits im Rahmen eines anderen Beschwerdeverfahrens festgehalten h abe, das BFM habe die Ergebnisse der fraglichen Dienstreise nach Sri Lanka vom September 2010 in zusammengefasster Form offen zu legen, wogegen in allfällige weitere Länderinformationen keine Einsicht zu gewähren sei (Verweis auf die Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. November 2011 im Verfahren D -3747/2011). Da der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auch im Verfahren D-3747/2011 als Rechtsvertre- ter aufgetreten sei, seien ihm sowohl die erwähnte Zwischenverfügung als auch der seither vom BFM erhältlich gemachte Dienstreisebericht vom 22. Dezember 2011 bekannt; ausserdem habe er am 23. Januar 2012 e i- ne einlässliche Stellungnahme zum BFM -Bericht eingereicht. Daher wür- den der Bericht des BFM vom 22. Dezember 2011 sowie die diesbezügl i- che Stellungnahme des Rechtsvertreters (beides dem Verfahren D-3747/2011 entnommen) im vorliegenden Verfahren zu den Akten g e- nommen. Der Instruktionsrichter gab dem Beschwerdeführer gleichzeitig Gelegenheit, innert Frist ergänzende Ausführungen zum fraglichen Dienstreisebericht zu machen. G. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte mit Eingabe vom 25. April 2012 eine entsprechende Stellungnahme zu den Akten und legte dieser mehrere Beweismittel, namentlich zur Menschenrechtslage in Sri Lanka, bei (vgl. dazu die Liste der Beweismittel auf S. 10 der Stellun g- nahme). Zudem ersuchte er um Fristansetzung zur Einreichung weiterer Beweismittel aus dem Ausland. H. Mit Verfügung vom 30. April 2012 wurde das Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel unter Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) abgewiesen. D-4435/2011 Seite 6 I. Mit Eingabe vom 14. Mai 2012 liess der Beschwerdeführer mehrere B e- weismittel betreffend seine finanziellen Verhältnisse in Sri Lanka respekti- ve die Vermögensverhältnisse seiner Familienangehörigen und Schwi e- gereltern zu den Akten reichen (vgl. die Liste der Beweismittel auf S. 3 und 4 dieser Eingabe). Der Eingabe lag ausserdem eine aktualisierte Kostennote des Rechtsvertreters bei. J. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 7. Juni 2012 vollumfänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. K. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers replizierte darauf mit Eing a- be vom 3. Juli 2012 , hielt dabei an seinen bisherigen Vorbringen und A n- trägen fest und reichte erneut mehrere Beweismittel ein (vgl. die Liste der Beweismittel auf S. 7 der Replik). Er verwies ausserdem auf den zw i- schenzeitlich (d.h. seit der Einreichung der letzten Kostennote) en tstan- denen zusätzlichen Stundenaufwand sowie die zusätzlichen Auslagen hin. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 des Ver- waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vo r- instanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des BFM, welche in Anwendung des AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich endgült ig, aus- ser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor we l- chem die beschwerdeführende Person Schu tz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor. 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). D-4435/2011 Seite 7 1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht, die unric htige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer polit i- schen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1. Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheid s im Wesentlichen aus, der Bürgerkrieg in Sri Lanka sei im Mai 2009 zu Ende gegangen, wobei es den sri -lankischen Streitkräften gelungen sei, die Führungsspitze der LTTE nahezu vollständig zu eliminieren. Aktuell stelle die LTTE in Sri Lanka keinen relevan ten Machtfaktor mehr dar. Zwar halte die Suche der Sicherheitskräfte nach Rebellen immer noch an; da aber der Beschwerdeführer nie ein aktives Mitglied der LTTE o der in D-4435/2011 Seite 8 exponierter Art und Weise für die LTTE tätig gewesen sei, müsse nicht davon ausgegangen werden, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einer Verfolgung seitens der Regierungsbehörden ausgesetzt wäre. Di e- se Einschätzung werde dadurch bestätigt, dass er nach dem 15. Oktober 2008 nicht mehr gesucht worden sei und vor der Ausreise unbehelligt die Identitätskontrollen zwischen Vavuniya und Colombo habe passieren können. Im Weiteren sei die Polizei prinzipiell bereit, die Bevölkerung g e- gen kriminelle Übergriffe zu schützen, und sei beispielsweise im Jahr 2010 in mehreren Fällen in der Ost - und Nordprovinz gegen Angehörige von ehemals paramilitärischen Organisationen vorgegangen. Im heutigen Zeitpunkt könne daher insgesamt davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht durch asylr e- levante Verfolgung bed roht wäre. Daher erfülle er die Flüchtlingseige n- schaft nicht. Im Weiteren sei der Wegweisungsvollzug an den Herkunft s- ort des Beschwerdeführers ( Distrikt Jaffna) durchführbar, da weder die dort herrschende Sicherheitslage noch individuelle Gründe gegen eine n Wegweisungsvollzug sprächen. Auf der Jaffna -Halbinsel herrsche wieder ein weitgehend normales Alltagsleben, und der Beschwerdeführer verf ü- ge dort über ein intaktes familiäres Beziehungsnetz. 4.2. In der Beschwerde wird zunächst gerügt, das BFM habe dem B e- schwerdeführer in Verletzung des Akteneinsichtsrechts die auf seiner Dienstreise nach Sri Lanka im Herbst 2010 gewonnenen E rkenntnisse vorenthalten. Es sei davon auszugehen, dass das BFM über seine Wah r- nehmungen einen Bericht verfasst habe; dieser bilde offen sichtlich eine wesentliche Grundlage des angefochtenen Asylentscheids. Der gestützt auf die Dienstreise verfasste Bericht sei daher offenzulegen. Im Weiteren sei zu vermuten, dass das BFM neben den in der angefochtenen Verf ü- gung zitierten Quellen (seine Dienstreise sowie die UNHCR -Richtlinien vom 5. Juli 2010 betreffend sri -lankische Asylsuchende) weitere Dok u- mente verwendet habe, ohne diese jedoch namentlich zu nennen. Sollte dies zutreffen, müssten zur Wahrung des Akteneinsichtsrechts auch diese offengelegt werden. Dem Beschwerdeführer sei sodann eine Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung einzuräumen. Nach einer Z u- sammenfassung der Asylgründe wird seitens des Beschwerdeführers ge- rügt, das BFM habe bei der Sachverhaltsfeststellung Fehler begange n und den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt. So habe das BFM die Anhörung des Beschwerdeführers in Missachtung von Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 6 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) auch nach geltend gemachter ge- schlechtsspezifischer Verfolgung in Anwesenheit der Hilfswerkvertreterin D-4435/2011 Seite 9 fortgeführt. Zwar habe der Beschwerdeführer auf die entsprechende Fr a- ge hin erklärt, die Anwesenheit einer Frau sei ihm egal ; allerdings sei da- von auszugehen, dass er H emmungen gehabt habe, den tatsächlichen Wunsch nach einem reinen Männerteam zu äussern . In der Folge sei es ihm unmöglich gewesen, in freier und detaillierter Weise über das Vorg e- fallene zu berichten. Damit sei der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt worden. Ausserdem liege die letzte Anhörung des Beschwerdeführers über zwei Jahre zurück , und die Situation in Sri Lanka sowie die persönliche Verfolgungssituation des Beschwerdeführers hätten sich seither massgeblich verändert. Das BFM habe es versäumt, die aktuelle Verfolgungssituation des Beschwerdeführers abzuklären (entweder durch Vornahme einer weiteren Anhörung oder durch Aufforde- rung zur schriftlichen Stellungnahme). Der rechtserhebliche Sachverhalt sei somit nicht vollständ ig u nd richtig abgeklärt , und der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Geh ör sei verletzt worden. Das BFM habe zudem die Rolle des Filmladenbesitzervereins sowie die Tötung von fünf Vorstandsmitgliedern dieses Vereins nicht vollständig und richtig a b- geklärt. Der Beschwerdeführer habe bereits anlässlich der Anhörung dar- auf hingewiesen, dass der Verein die LTTE unterstützt habe. Abklärungen des Rechtsvertreters hätten nun ergeben, dass dieser Verein auf Anwei- sung der LTTE gegründet worden sei und dass d er Beschwerdeführer sowie die fünf erschossenen Vorstandsmitglieder die LTTE bei der Pr o- paganda unterstützt hätten. Anlässlich seiner Verhaftung vom 27. September 2006 sei der Beschwerdeführer durch die sri -lankische Armee zu seinen finanziellen Abgaben an die LTTE sowie zu verschiede- nen Mitgliedern des Filmladenbesitzervereins, namentlich zu dem im Jahr 2005 spurlos verschwundenen Kassier T. J., befragt worden. Später habe sich herausgestellt, dass T. J. ein Informant der sri -lankischen Siche r- heitskräfte g ewesen sei. Die Armee habe bei der Befragung des B e- schwerdeführers wohl herausfinden wollen, inwiefern der Beschwerdefüh- rer in die Enttarnung und Ermordung von T. J. verwickelt gewesen sei. Der Beschwerdeführer gehe davon aus, dass er infolge dieser Aktivi täten für den Verein nach wie vor mit asylrelevanter Verfolgung zu rechnen h a- be. Des Weiteren habe das BFM auch den rechtserheblichen Sachverhalt bezüglich des vom Beschwerdeführer erwähnten MP Maheswaran unge- nügend abgeklärt. Maheswaran sei am 1. Januar 2008 erschossen wo r- den, weil er im sri -lankischen Parlament angekündigt habe, er werde B e- weismittel für die Tatsache präsentieren, dass paramilitärische Gruppi e- rungen wie die EPDP im Auftrag der sri-lankischen Regierung gezielt ext- ralegale Hinrichtungen vo rnähmen. Maheswaran sei offensichtlich durch die EPDP ermordet worden, um ihn an der Veröffentlichung der erwäh n-D-4435/2011 Seite 10 ten Beweismittel zu hindern. Der Beschwerdeführer habe bereits im Jahr 2003 Kontakt zu Maheswaran gehabt und habe diesen über die Ermo r- dung des Fischers F._______ (beziehungsweise J._______) im Nove m- ber 2007 informiert, da er gewusst habe, dass sich Maheswaran für die Anliegen der Tamilen einsetzte. Die Beweismittel, welche Maheswaran im Parlament habe präsentieren wollen, hätten sich unter andere m auch auf die Ermordung von F._______ bezogen. Dem Beschwerdeführer komme somit in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle zu, da er Mahesw a- ran über die Umstände des Todes von F._______ informiert habe. Zu be- achten sei zudem, dass die EPDP ein Interesse d aran habe, dass die Zeugen der extralegalen Hinrichtungen liquidiert würden. Daraus resulti e- re für den Beschwerdeführer eine asylrelevante Gefährdung. Der B e- schwerdeführer habe sodann geltend gemacht, dass sein Bruder K._______ am 24. September 1999 verhaf tet worden und in der Folge fast ein Jahr lang inhaftiert gewesen sei. Dies werde durch das als B e- weismittel eingereichte Schreiben des Roten Kreuzes bestätigt. Aus Angst vor weiterer Verfolgung habe sich K._______ zusammen mit zwei weiteren Geschwistern d es Beschwerdeführers im Jahr 2005 ins Vanni - Gebiet begeben. Der Beschwerdeführer habe ausgesagt, er habe seit dem Jahr 2005 keinen Kontakt mehr zu K._______ gehabt. Bei dieser Sachlage hätte das BFM weitere Sachverhaltsabklärungen vornehmen müssen. Der Beschwerdeführer habe bis heute keinen Kontakt zu seinem Bruder K._______. Dieser sei übrigens mindestens bis zu seiner Verha f- tung im Jahr 1999 Mitglied der LTTE gewesen. Das BFM habe es unte r- lassen, den Sachverhalt in Bezug auf die LTTE-Tätigkeit des Bruders des Beschwerdeführers vollständig abzuklären. Der rechtserhebliche Sac h- verhalt sei auch in Bezug auf den vom Beschwerdeführer geltend g e- machtem sexuellen Missbrauch ungenügend abgeklärt worden. Aus den Anhörungsprotokollen sei ersichtlich, dass der Beschw erdeführer durch das Erlebte schwer traumatisiert worden sei. Trotzdem habe es das BFM unterlassen, dazu weitere Sachverhaltsabklärungen durch medizinische Sachverständige durchführen zu lassen. Der Beschwerdeführer sei auch nie aufgefordert worden, entsprechende ärztliche Berichte einzureichen. Er leide nach wie vor unter psychischen Problemen, eine geeignete B e- handlung sei ihm jedoch bislang verweigert worden. Dem Beschwerde- führer sei eine Frist zur Einholung und Einreichung eines ärztlichen Gu t- achtens anzusetzen. Ein weiterer Mangel der vorinstanzlichen Verfügung bestehe darin, dass sie kein vollständiges und ausgewogenes Bild der aktuellen Lage in Sri Lanka zeichne, insbesondere fehlten Angaben zur Gefährdungssituation von spezifischen Personengruppen. Das BFM habe nämlich nicht die in den UNHC -Richtlinien vom 5. Juli 2010 geforderten D-4435/2011 Seite 11 Herkunftsländerinformationen (COI) zu Rate gezogen und wichtige Fr a- gen nicht abgeklärt. Die Asylrelevanz der Vorbringen des Beschwerdefüh- rers sei damit verkannt worden. Das BFM habe in der angefochtenen Ver- fügung zudem im Rahmen der Prüfung des Wegweisungsvollzugs seine Begründungspflicht verletzt, indem es seine Informationsquellen zur Lage in Sri Lanka beziehungsweise deren Inhalt (im Falle der Dienstreise) nicht offengelegt und zur allgemeinen Sicherheitslage und den Lebensbedi n- gungen in Sri Lanka lediglich pauschale und minimalistische Ausführu n- gen gemacht habe. Damit werde es dem Beschwerdeführer verunmö g- licht, zu den vom BFM verwendeten Informationen sachgerecht Stellung zu nehmen und allenfalls Gegenbeweise vorzubringen. Infolge der obge- nannten Verfahrensfehler sei die angefochtene Verfügung zu kassieren. In Bezug auf die Frage der Beweiswürdigung sei sodann festzustellen, dass der Behauptung des BFM, wonach der Beschwer deführer nicht in asylrelevanter Weise gefährdet sei und der Wegweisungsvollzug zumu t- bar sei, die gegenteiligen Ausführungen des Beschwerdeführers entg e- genstünden, welche im Unterschied zur blossen Behauptung des BFM durch zahlreiche Beweismittel untermauert seien. Die Vorbringen des Be- schwerdeführers seien glaubhaft vorgetragen worden. Insbesondere die von ihm erwähnten Details (z.B. der erschossene Hund) sowie seine emotionalen Regungen während den Schilderungen würden darauf hi n- weisen, dass er das Erzähl te selbst erlebt habe. Das BFM habe sich bi s- her nicht ausdrücklich mit der Frage der Glaubhaftigkeit der Asylvorbri n- gen auseinandergesetzt, woraus zu schliessen sei, es erachte die Vor- bringen als glaubhaft. In Bezug auf die Frage der Flüchtlingse igenschaft seien namentlich die Richtlinien des UNHCR zur Behandlung von Asylsu- chenden aus Sri Lanka zu berücksichtigen. Darin würden fünf Risik o- gruppen definiert. Dazu gehörten insbesondere Personen, welche effektiv eine Verbindung zu den LTTE aufwiesen sowie Personen, die von den sri- lankischen Sicherheitsbehörden verdächtigt würden, die LTTE unterstützt zu haben. Der Beschwerdeführer weise somit offensichtlich ein Gefäh r- dungsprofil auf, da er Mitglied des Filmladenbesitzervereins gewesen sei, welcher die LTTE namentlich bei der Propagandatätigkeit unterstützt h a- be. Der Beschwerdeführer habe somit bei der Verbreitung des Geda n- kengutes der LTTE eine zentrale Rolle gespielt und die LTTE damit direkt unterstützt. Seine Verhaftung im September 2006 sei im Zusammenhang seiner Tätigkeit im Vorstand des Vereins sowie seiner Teilnahme an d i- versen Demonstrationen erfolgt. Den sri -lankischen Behörden sei somit bekannt gewesen, dass der Beschwerdeführer als Vorstandsmitglied des Filmladenbesitzervereins die LTTE unter stützt habe, zumal kurze Zeit nach der Freilassung des Beschwerdeführers fünf Vorstandsmitglieder D-4435/2011 Seite 12 erschossen worden seien. Entgegen der Behauptung des BFM seien zu- dem nicht nur LTTE -Mitglieder von Verfolgung bedroht, sondern auch blosse LTTE-Unterstützer. Für den Beschwerdeführer ergebe sich eine zusätzliche Gefährdung seitens der EPDP . Die Polizei sei entgegen den Ausführungen des BFM nicht bereit, die Bevölkerung (respektive den B e- schwerdeführer) vor paramilitärischen Tamilenorganisationen zu schü t- zen. Der Beschwerdeführer sei von der EPDP bedroht worden, als er ver- sucht habe, den Mord an F._______ aufzudecken. Zwei andere Personen (sein Freund G._______ sowie Maheswaran) seien in diesem Zusa m- menhang umgebracht worden. Damit liege die Gefährdung des B e- schwerdeführers auf der Hand. Am 15. Oktober 2008 habe die EPDP denn auch versucht, den Beschwerdeführer zu entführen, was seine G e- fährdung belege. Zu beachten sei auch, dass der Bruder K._______ we- gen LTTE-Mitgliedschaft ein Jahr lang inhaftiert gewesen sei und sich da- nach zur LTTE ins Vanni -Gebiet begeben habe. Damit bestehe für den Beschwerdeführer auch das Risiko einer Reflexverfolgung. Nach dem Gesagten habe er sowohl seitens der sri -lankischen Behörden als auch seitens der EPDP eine asylrelevante Verfolgung zu befürchten. In der Be- schwerde folgen sodann längere Ausführungen zum generellen Gefäh r- dungsrisiko für ehemalige LTTE -Unterstützer sowie Personen, welche dessen verdächtigt würden, und den von den sri-lankischen Behörden er- griffenen Massnahmen zur Ver folgung dieser Personen (u.a. Ausnahm e- zustand, Antiterrorismus-Gesetze). Für ehemalige Unterstützer der LTTE habe die Gefährdung seit Mai 2009 keineswegs abgenommen, im G e- genteil. Aus dem Ausland ankommende sri -lankische Staatsbürger wü r- den bereits bei der Einreise ins Land systematisch überprüft und allenfalls verhört. Im Falle des Beschwerdeführers hätten die Behörden nicht bloss einen Verdacht betreffend LTTE -Unterstützung, sondern Gewissheit, weshalb zwingend davon ausgegangen werden müsse, dass der Nam e des Beschwerdeführers auf einer zentralen Fahndungsliste aufgeführt sei. Bei einer Rückkehr müsse er deshalb mit massiven Übergriffen auf Leib und Leben seitens der sri-lankischen Behörden rechnen. Ausserdem habe er Grund zur Furcht vor paramilitärischen Gruppierungen, zumal nach wie vor eine Verbindung zwischen den regierungsfreundlichen p a- ramilitärischen Gruppierungen und der sri-lankischen Regierung bestehe. Im Norden und Osten Sri Lankas seien solche paramilitärischen Einheiten immer noch aktiv. Einig en Analysten und Berichterstattern zufolge setze die Regierung solche Einheiten gezielt ein, um missliebige Personen aus dem Weg zu schaffen. Jedenfalls sei davon auszugehen, dass die Regie- rung die Aktivitäten der paramilitärischen Gruppierungen in den ehe mali- gen Bürgerkriegsgebieten dulde oder gar fördere (Verweis auf das Urteil D-4435/2011 Seite 13 des Bundesverwaltungsgerichts D -5453/2010 vom 4. April 2011 ). Nach dem Gesagten erfülle der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft, weshalb ihm Asyl zu gewähren sei. Anschlies send werden Ausführungen gemacht zur Frage der Zumutb arkeit des Wegweisungsvollzugs, wobei zunächst festgestellt wird, der Gesundheitszustand des Beschwerdefü h- rers müsse infolge der erlittenen Traumatisierung durch sexuelle Gewalt näher abgeklärt werden. Im Weiteren bestehe für den Beschwerdeführer eine Gefährdung aufgrund der Tatsache, dass er aus der Schweiz, einem Land, in dem die LTTE nicht als terroristische Organisation verboten sei, nach Sri Lanka zurückkehren würde, da er bereits deswegen verdächtig t würde, im Ausland die LTTE unterstützt zu haben. Es seien mehrere Fälle bekannt, in welchen zwangsweise zurückgeschaffte Personen nach der Einreise spurlos verschwunden oder in Haft gefoltert worden seien. B e- züglich der Frage der Zumutbarkeit des Wegweis ungsvollzugs sei zudem darauf hinzuweisen, dass die sri -lankische Armee anfangs des Jahres 2011 im Norden und Osten des Landes damit begonnen habe, die Bevö l- kerung zu registrieren. Der Rechtsvertreter habe in einem anderen B e- schwerdeverfahren ein entsprech endes Registrierungsformular zu den Akten gereicht. Diese Massnahme diene dazu, flüchtige LTTE -Angehöri- ge ausfindig zu machen. Der Beschwerdeführer hätte auch in diesem Z u- sammenhang mit Behelligungen seitens der Lokalbehörden zu rechnen. 4.3. In der Beschwerdeergänzung vom 7. November 2 011 werden insbe- sondere die damit nachgereichten Beweismittel kommentiert. Dabei wird unter anderem geltend gemacht, es handle sich bei dem in den Beilagen 32 und 33 genannten S. S. (Besitzer des Geschäfts "Aldi Electronics") um eines der erschossenen Vorstandsmitglieder des Filmladenbesitzerve r- eins. Anlässlich der Anhörung sei der Übersetzer fälschlicherweise davon ausgegangen, "Aldi" sei der Name des Vorstandsmitglieds. Beilage 34 belege sodann, dass S. S. einige Zeit lang Ar beitgeber des Beschwerde- führers gewesen sei und sie sich somit schon längere Zeit gekannt hä t- ten. Der Beschwerdeführer habe sodann auch seinen Mitgliederausweis des Filmladenbesitzervereins beschafft. Der Auszug aus dem Todesregis- ter bestätige die Erschies sung von G._______ (Rufname), dem Freund des Beschwerdeführers, durch die EPDP . Ein Schreiben der L._______ Medical Clinic bestätige sodann, dass der Beschwerdeführer ab dem 10. November 2006 (nach seiner Haftentlassung) dort in Behandlung ge- wesen sei. Der Justice of Peace M. J. bestätige in seinem Schreiben zahlreiche Äusserungen des Beschwerdeführers. Im Weiteren wird auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) verwiesen, wonach Tamilen, welche von den Behörden verdäch-D-4435/2011 Seite 14 tigt würden, Verbindungen zu den LTTE zu unterhalten, nach wie vor der Gefahr von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt seien. Der EGMR habe zur Beurteilung des Risikos ein Prüfschema mit verschiedenen Risi- kofaktoren verwendet. Der Beschwerdeführer vereine a uf sich mehrere dieser Risikofaktoren. In Bezug auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs wird angefügt, der Präsident Sri Lankas habe zwar im August 2011 angekündigt, das Notstandsrecht aufzuheben, jedoch bleibe zumindest der Prevention of Terrorism Act (PTA) weiterhin in Kraft. Dieser räume den Sicherheitskräften eine fast unermessliche Machtb e- fugnis sowie Straffreiheit ein. Die Betroffenen seien damit der Behörde n- willkür und unmenschlicher Behandlung schutzlos ausgeliefert. Ausse r- dem sei es denkbar, dass betreffend den Umgang mit Verdächtigen ein neues Gesetz geschaffen werde, welches in den PTA integriert würde . Eine Verfolgung gestützt auf den PTA wäre angesichts der darin vorgese- henen drastischen Strafen offensichtlich asylrelevant. Die sr i-lankische Regierung gehe offenbar davon aus, sie müsse auch in Zukunft die LTTE bekämpfen. Dies zeige sich nicht nur an der Beibehaltung des PTA, so n- dern auch daran, dass tamilische Rückkehrer weiterhin strengen Einre i- sekontrollen unterworfen und teilwei se in Anwendung des PTA für unb e- stimmte Zeit inhaftiert und misshandelt würden. Ausserdem würden nach wie vor tausende des Terrorismus verdächtigte Personen in speziellen Lagern festgehalten. Bei Kontrollen und Razzien der Polizei und an A r- mee-Checkpoints müssten verdächtige Personen ebenfalls jederzeit mit einer willkürlichen Verhaftung rechnen. Die Regierung weigere sich z u- dem, die während des Bürgerkriegs begangenen Kriegsverbrechen von einer unabhängigen Expertenkommission untersuchen zu lassen. Der Grund sei darin zu sehen, dass sich die Machtstrukturen in Sri Lanka seit Beendigung des Bürgerkriegs nicht verändert hätten. Seitens des B e- schwerdeführers wird sodann noch auf das seit August 2011 neu aufg e- tretene Phänomen des "grease devil " aufmerksam gemac ht. Diese Figur versetze die tamilische Bevölkerung in Angst und Schrecken. Da die B e- hörden der Bevölkerung nicht zu Hilfe k ämen, formiere diese Bürgerweh- ren, was jedoch zu Konflikten mit den Sicherheitskräften führe. Es best e- he der Verdacht, dass die Regi erung respektive die Armee selber hinter den "grease devils" stehe oder diese zumindest schütze, dies mit dem Ziel, in den tamilischen Gebieten einen Zustand der Rechtsu nsicherheit aufrechtzuerhalten. Bezüglich der neu praktizierten Registrierungspraxis im Norden und Osten Sri Lankas sei festzustellen, dass deren Recht s- grundlage offenbar austauschbar sei. Die Polizeibehörden hätten dazu nämlich erklärt, die Registrierungspflicht ergebe sich nun nicht mehr aus dem Notstandsrecht, sondern aus der Police Ordin ance. Registrierungen D-4435/2011 Seite 15 fänden im Übrigen auch in den tamilischen Vierteln Colombos statt. A n- gesichts dieser Ausführungen sei klar, dass sich das BFM in seiner Ve r- fügung einseitig und undifferenziert auf die von der sri -lankischen Regie- rung kommunizierten Ve rlautbarungen gestützt habe. Da das BFM von der bisherigen Praxis gemäss dem Grundsatzurteil E -2775/2007 vom 14. Februar 2008 (BVGE 2008/2) abgewichen sei, hätte es seine Erw ä- gungen zumindest auf ebenso umfangreiche s Quellenmaterial abstützen müssen wie dies beim letzten Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsge- richts der Fall gewesen sei. Die entsprechenden Quellen hätten zudem im Entscheid genannt werden müssen. Mit Blick auf die aktuellsten Aus- gaben der vom Bundesverwaltungsgericht im erwähnten Grundsatzur teil verwendeten Länderberichte sei jedenfalls festzustellen, dass sich die Lage in Sri Lanka seit Beendigung des Bürgerkriegs nicht derart verä n- dert hätte, dass der Wegweisungsvollzug als zumutbar erachtet werden könnte. 4.4. In der Eingabe vom 25. April 2012 nimmt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vorab Stellung zum Dienstreisebericht des BFM vom 22. September 2011, wobei sich die entsprechenden Ausführungen in den Ziffern 1 – 8 der Eingabe im Wesentlichen mit dem Inhalt der zu den Ak- ten genommenen Stellungnahme vom 23. Januar 20 12 im Verfahren D-3747/2011 (vgl. vorstehend Abschnitt F) decken. Der Rechtsvertreter kritisiert zunächst, die Lageabklärung des BFM hätte sich auf ein breit e- res als das angegebene Quellenmaterial stützen müssen. Der Bericht äussere sich zudem einseitig zur Wegweisungsvollzugspraxis anderer Länder. Im Dienstreisebericht werde im Weiteren festgehalten, dass es in Camps und Gefängnissen kaum mehr zu Folter komme, was aktuellen Länderinformationen widerspreche. Bezüglich der Aktivitäten von parami- litärischen Gruppierungen werde ausgeführt, diese seien inzwischen ill e- gal und es sei staatlicher Schutz vorhanden. Diese Feststellung stehe i n- dessen insbesondere im Wider spruch zum Grundsatzurteil E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 (BVGE 2011/24), woraus ersichtlich sei, dass die staatliche Schutzgewährung vor paramilitärischen Übergriffen im Norden und Osten Sri Lankas limitiert respektive ineffizient sei. Unzutreffend sei auch die Feststellung, dass die Registrierungspflicht in Colombo abg e- schafft worden sei. Der Dienstreisebericht erwähne mit keinem Wort den nach wie vor geltenden PTA und dessen praktische Anwendung auf eh e- malige LTTE-Aktivisten. In Bezug auf Rückkehrer un d Rückkehrerinnen werde im Dienstreisebericht ausgeführt, diese hätten keine Probleme; a l- lerdings fehlten detaillierte Informationen zu deren Vorgeschichte und zur aktuellen Situation. Derselbe Einwand gelte sinngemäss für die im Bericht D-4435/2011 Seite 16 aufgeführten Beispiele von ehemaligen LTTE -Aktivisten. Die Feststellu n- gen des BFM widersprächen zudem teilweise den Ausführungen im e r- wähnten Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011. Mit Blick auf dieses Grundsatzurteil sei erneut darauf hinzuweisen, dass die sri -lankische Re- gierung auch nach Aufhebung der Emergency Regulations am PTA fes t- halte. Rückkehrer und Rückkehrerinnen würden von der sri -lankischen Regierung generell als Verräter und LTTE-Unterstützer abgestempelt. Die tamilische Diaspora werde daher überwacht und rückke hrende Tamilen würden bei der Einreise genau überprüft und für die Dauer der Abkläru n- gen inhaftiert. Zur Identifizierung von LTTE -Unterstützern würden die B e- hörden sowohl beschlagnahmte LTTE -Akten als auch Informationen aus dem Ausland professionell auswer ten. In der Schweiz hätten kürzlich mehrere Tamilen einen Drohbrief erhalten, worin ihnen für den Fall, dass sie sich im Exil weiterhin für einen freien tamilischen Staat engagieren würden, mit dem Tod gedroht worden sei. Als Absender der Briefe würden Geheimdienstspitzel oder Mitglieder paramilitärischer Gruppierungen ver - mutet. Die Drohbriefe würden somit belegen, dass Exiltamilen durch den sri-lankischen Staat überwacht werden. Seitens des Beschwerdeführers wird sodann vorgebracht, am 12. Juni 2009 sei sein zweites Kind geboren worden. Seine Ehefrau und die beiden Kinder würden nach wie vor am Herkunftsort leben. Das Haus gehöre den Schwiegereltern und sei für sri- lankische Verhältnisse sehr gross und schön. Die Schwiegereltern des Beschwerdeführers seien vermögend. Auch der Vater des Beschwerd e- führers habe es inzwischen durch seine Geschäftstätigkeit zu einigem Wohlstand gebracht. Der Beschwerdeführer und seine Frau würden ebenfalls über ein beträchtliches Vermögen verfügen. Die drei Videog e- schäfte würden unter dem Namen der Ehefrau weiterbetrieben. Sie seien zudem Eigentümer eines zweiten Hauses, welches sich in der Nähe des Strandes befinde. Reiche und vermögende Personen stellten gemäss dem erwähnten Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Oktober 2011 eine Risikogruppe dar, da sie der Gefahr einer Entfü h- rung zwecks Lösegelderpressung durch Paramilitärs und korrupte Ang e- hörige von Sicherheitsbehörden ausgesetzt seien. Der Beschwerdeführer habe bereits in den Anhörungen vorgebracht, in der V ergangenheit von der EPDP erpresst worden zu sein. Inzwischen werde teilweise auch auf eine Entführung verzichtet, und den Leuten werde einfach gedroht, wenn sie kein Geld bezahlten, würden Angehörige umgebracht. Der jüngste Bruder des Beschwerdeführers, w elcher aus dem Vanni -Gebiet zurüc k- gekehrt sei und wieder im Haus der Eltern lebe, könne aus diesem Grund das Haus nicht alleine verlassen und beabsichtige, ebenfalls aus Sri Lan- ka zu flüchten. Der Beschwerdeführer werde Beweismittel betreffend die D-4435/2011 Seite 17 Vermögensverhältnisse seiner Familie und der Familie seiner Ehefrau beschaffen. Am 20. Januar 2012 hätten im Übrigen drei Personen – zwei Polizisten sowie eine Person in Zivil, vermutlich ein Angehöriger des A r- mee-Geheimdienstes CID – bei der Ehefrau des Beschwerdeführers nach ihm gesucht. Sie hätten ihm ausrichten lassen, er solle sich melden, sonst werde er massive Probleme bekommen, falls er erwischt werde. 4.5. Mit Eingabe vom 14. Mai 2012 liess der Beschwerdeführer die in Aussicht gestellten Beweismittel betreffen d die Vermögensverhältnisse seiner Angehörigen nachreichen. Dazu wurde im Wesentlichen vorge- bracht, der Beschwerdeführer sei im Heimatland als Western Union M o- ney Transfer Agent tätig gewesen und habe zudem drei Videogeschäfte betrieben. Seine Ehefrau verfüge zudem über ein beträchtliches Verm ö- gen, was durch ihren Bankkonto -Auszug belegt werde. Das Haus der Schwiegereltern, in welchem auch der Beschwerdeführer mit seiner F a- milie gelebt habe, sei eines der grössten und schönsten im Ort. Der Schwiegervater vergebe gewerbsmässig Hypothekarkredite (gegen ein Grundpfand). Aus den eingereichten Fotos der Verwandtschaft sei im Weiteren ersichtlich, dass die abgebildeten Personen sehr gut und teuer gekleidet seien und kostbaren Schmuck trügen. Mit diesen Eingabe n werde belegt, dass der Beschwerdeführer der Risikogruppe der verm ö- genden Personen angehöre und deswegen in Sri Lanka in asylrelevanter Weise gefährdet sei. 4.6. In seiner Vernehmlassung führt das BFM aus, der Beschwerdeführer sei in der Anhörung vom 24. März 2009 gefragt worden, ob es ihm leic h- ter fallen würde, in einem reinen Männerteam über den sexuellen Mis s- brauch zu sprechen, worauf er geantwortet habe, dies sei ihm egal. In der Folge habe er denn auch über den Vorfall berichtet. Bezüglich der geltend gemachten psychischen Probleme des Beschwerdeführers sei festzuste l- len, dass dieser bislang kein aktuelles ärztliches Zeugnis eingereicht h a- be, obwohl er dazu genügend Zeit gehabt hätte. Gleichzeitig sei aus dem eingereichten Schreiben (Kopie) der L._______ Medical Clinic ersichtlich, dass der Beschwerdeführer von November 2006 bis November 2008 in Sri Lanka wegen psychischer Probleme ärztlich behandelt worden sei, womit belegt sei, dass im Heimatland adäquate Behandlungsmöglichke i- ten bestünden. Das BFM stellt im Weiteren fest, der Beschwerdeführer habe zu Protokoll gegeben, seine Familie habe die LTTE lediglich unte r- stützt, es sei aber niemand LTTE-Mitglied gewesen. Die vom Beschwe r- deführer geltend gemachten Aktivitäten vermöchten keine hohe oder ei n- flussreiche Stellung bei den LTTE zu begründen, die heute noch ein Ve r-D-4435/2011 Seite 18 folgungsinteresse der Regierung nach sich ziehen würde. Die eingereic h- ten Beweismittel würden sodann keineswegs belegen, dass der B e- schwerdeführer in engem Kontakt zu Maheswaran gestanden habe und diesen über die Ermordung von J._______ informiert habe. Bezüglich des Vorbringens, wonach der Beschwerdeführer gefährdet sei, weil er respek- tive seine Angehörigen vermögend seien, sei festzustellen, dass es sich bei einer allfälligen Entführung um einen rein kriminellen Akt handeln würde, welcher bei den Behörden angezeigt werden könnte. Da wie e r- wähnt kein staatliches Verfolgungsinteresse betreffend den Beschwerd e- führer ersichtlich sei, sei davon auszugehen, dass der Staat bei einer al l- fälligen Strafanzeige Schutzmassnahmen zugunsten des Beschwerdefüh- rers ergreifen und eine Strafverfolgung einleiten würde. Der Beschwerd e- führer habe im Übrigen nicht geltend gemacht, dass seine nach wie vor in B._______ lebenden Angehörigen bedroht oder anderweitig behellig t worden seien. 4.7. In der Replik wird entgegnet, bereits in der Beschwerde sei erklärt worden, dass der Beschwerdeführer nur deshalb kein Männerteam ve r- langt habe, weil er in Anwesenheit einer Frau Hemmungen gehabt habe, und dass er sich in der Folge nur obe rflächlich zur erlittenen sexuellen Gewalt geäussert habe. Das BFM sei in seiner Vernehmlassung nicht auf diese Erklärung eingegangen. Es sei schon vorgekommen, dass vor - instanzliche Verfügungen vom Bundesverwaltungsgericht von Amtes w e- gen kassiert worden seien, weil der Betroffene nicht in einem reinen Männerteam zu seinen Asylgründen und zur geschlechtsspezifischen Verfolgung angehört worden sei (Verweis auf entsprechende Urteile). Liege eine geschlechtsspezifische Verfolgung vor, so könne die Einwill i- gung des Betroffenen nicht gegen ihn verwendet werden. Vielmehr mü s- se die Anhörung bei nicht konformer Zusammensetzung des Befragung s- teams umgehend abgebrochen werden. Diese Regelung habe absoluten Charakter. In Bezug auf die gesundheitlichen Probleme des Bes chwerde- führers wird ausgeführt, er habe bereits im Juli 2011 den ihm zugewies e- nen Arzt (Dr. med. R. B.) aufgesucht, dieser habe es jedoch ohne nähere Begründung abgelehnt, den Beschwerdeführer eingehend zu unters u- chen. Dieser leide indessen nach wie vor un ter psychischen und phys i- schen Beschwerden, insbesondere an Schlafstörungen, Flashbacks, Konzentrationsschwierigkeiten sowie an einem Abszess im Analbereich. Angesichts des Verhaltens des ihm zugewiesenen Arztes könne dem B e- schwerdeführer nicht vorgeworfen werden, er habe bisher die notwend i- gen medizinischen Abklärungen nicht vornehmen lassen. Solche Abklä- rungen müssten aber getätigt werden. Der Rechtsvertreter sei nun an das D-4435/2011 Seite 19 zuständige Migrationsamt gelangt, um eine Behandlung des Beschwerde- führers zu erreichen. Sollte sich der zuständige Arzt jedoch weiterhin wei- gern, den Beschwerdeführer zu untersuchen und zu behandeln, müsste das Bundesverwaltungsgericht einen Facharzt mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragen. Im Weiteren sei festzustellen, dass g emäss Ausführungen im Grundsatzurteil E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 (vgl. BVGE 2011/24) nicht nur die Bekleidung einer hohen oder einfluss- reichen Position bei den LTTE ein Verfolgungsinteresse der sri-lankischen Behörden auslösen könne , sondern dass ein bereits früher bestehender Verdacht auf Unterstützung der LTTE ausreiche, um ein aktuelles Verfo l- gungsinteresse zu begründen. Es sei unverständlich, weshalb das BFM diese Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ignoriere. Der Beschwerde- führer habe sodann mit Hilfe eines Beweismittels belegt, dass er bereits im Jahr 2003 einen so engen Kontakt zum Parlamentarier Maheswaran unterhalten habe, dass sich dieser für ihn persönlich eingesetzt habe. Gestützt auf dieses Beweismittel und d ie Tatsache, dass die Glaubhaftig- keit der Vorbringen des Beschwerdeführers nie in Zweifel gezogen wo r- den seien, sei ohne weiteres davon auszugehen, dass der geltend g e- machte Sachverhalt betreffend den Parlamentarier und die an diesen wei- tergeleiteten Informationen zutreffend seien. Seitens des Beschwerdefüh- rers sei zudem aufgezeigt worden, dass er der Risikogruppe der verm ö- genden Personen angehöre und daher Gefahr laufe, von paramilitär i- schen Gruppierungen oder korrupten Sicherheitskräften entführt und e r- presst zu werden. In Abweichung vom erwähnten Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts habe das BFM nun entgegen der Faktenlage behauptet, eine allfällige Entführung wäre ein rein krimineller Akt und es bestehe Schutz durch staatliche Organe. Das BFM verfüge of fensichtlich nicht über ausreichende Länderkenntnisse. Dies zeige sich unter and e- rem darin, dass dem BFM offenbar nicht klar sei, dass in der tamilischen Gesellschaft dem ältesten Sohn (d.h. dem Beschwerdeführer) eine sehr spezielle Rolle zukomme. Der verh eiratete älteste Sohn sei das wichtig s- te Familienmitglied. Ausserdem werde dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Heirat mit seiner Frau, welche ein Einzelkind sei, das gesamte Vermögen seiner Schwiegereltern zufallen. Sowohl seine eigene als auch die Familie seiner Schwiegereltern würden finanziell alles tun, um ihn bei einer Entführung frei zu kaufen. Hingegen hätte eine Entführung seines Vaters oder Schwiegervaters zur Folge, dass kein Lösegeld bezahlt we r- den könnte, da nur die Väter selbst die Verfügungsm acht über die Ve r- mögenswerte inne hätten. Die Entführer würden in Kenntnis dieser G e- pflogenheiten diejenigen Personen als Opfer auswählen, bei welchen e i- ne maximale Zahlung erfolgen werde. Dementsprechend seien der Br u-D-4435/2011 Seite 20 der sowie der Schwager des Beschwerdef ührers nicht von einer Entfü h- rung bedroht, da die Entführer damit rechnen müssten, kein Geld zu e r- halten. Sollte das Bundesverwaltungsgericht an diesem Hintergrundsach- verhalt zweifeln, so seien entsprechende Länderinformationen direkt zu beziehen oder es s ei eine Frist zur Einreichung eines ethnologischen Gutachtens anzusetzen, um diese Aussagen zu belegen. Schliesslich wird vorgebracht, es hätten sich seit der letzten Eingabe vom 14. Mai 2012 neue Entwicklungen bezüglich Sri Lanka ergeben. So habe nämlich das Oberste Gericht von Grossbritannien in einem Urteil vom 31. Mai 2012 bezüglich vierzig abgewiesener tamilischer Asylsuchende r einen Rückführungsstopp angeordnet. Die Urteilsbegründung habe sich au s- drücklich auf den Bericht von Human Rights Watch vom 29. Mai 2012 be- zogen. Dieser Bericht belege im Wesentlichen, dass zahlreiche abgewi e- sene tamilische Asylsuchende bei ihrer Rückkehr nach Sri Lanka Opfer von Menschenrechtsverletzungen geworden seien, was das Versagen der aktuellen europäischen Asylpraxis bei der Identifizierung der gefäh r- deten Personen dokumentiere. Vorliegend sei daher zumindest die Unzu- lässigkeit des Wegweis ungsvollzugs festzustellen; vor der Fällung eines Urteils seien zudem die aktuellen Entwicklungen in diesem Zusamme n- hang abzuwarten und abzuklären. 5. Vorab ist Stellung zu nehmen zu den zahlreichen formellen Rügen und damit verbundenen Anträgen, welche auf Beschwerdeebene vorgebracht werden. 5.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Recht auf Akteneinsicht und damit sein Anspruch auf rechtliches Gehör seien verletzt worden, in- dem ihm die Erkenntnisse der Dienstreise des BFM sowie allfällige weit e- re entscheidwesentliche Unterlagen vorenthalten worden seien. Diesb e- züglich wurde bereits in der Verfügung vom 10. April 2012 unter Hinweis auf die Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. N o- vember 2011 im Verfahren D-3747/2011 festgestellt, dass in allfällige wei- tere Länderinformationen keine Einsicht zu gewähren sei. Bei aus allg e- meinen Länderdokumentationen gewonnenen Erkenntnissen handelt es sich um allgemeines Fachwissen, welches als solches nicht ediert wer- den kann. Es liegt somit keine Verletzung des Aktenein sichtsrechts vor, weshalb der Antrag, das BFM sei anzuweisen, allenfalls verwendete wei- tere Länderinformationen offenzulegen, abzuweisen ist. Dem Beschwe r- deführer wurde in der Verfügung vom 10. April 2012 ausserdem mitgeteilt, der Bericht des BFM " Sri Lanka, Erkenntnisse Dienstreise 5. bis 17. D e-D-4435/2011 Seite 21 zember 2010" vom 22. Dezember 2011 sowie die dies bezügliche Ste l- lungnahme des Rechtsvertreters vom 23. Januar 2012 ( vgl. das Verfah- ren D-3747/2011) seien zu den Akten genommen worden. Der Beschwer- deführer erhielt zudem die Gelegenheit, ergänzende Ausführungen zu machen. Damit ist festzustellen, dass dem Anspruch des Beschwerdefüh- rers auf Akteneinsicht respektive rechtliches Gehör im Rahmen der e r- wähnten Verfügung und der darauffolgenden Gelegenheit zur ergänze n- den Stellungnahme beziehungsweise Beschwerdeergänzung in ausre i- chender Weise Genüge getan worden ist. Die Verletzung des Gehörsan- spruchs ist demnach im heutigen Zeitpunkt als geheilt zu erachten (vgl. dazu auch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -3747/2011 vom 13. Juli 2012). 5.2. Sodann wird gerügt, das BFM habe die Anhörung des Beschwerd e- führers unter Missachtung von Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 6 AsylV 1 ungeachtet der geltend gemachten geschlechtsspezifischen Verfolgung in Anwesenheit einer Frau (Hilfswerkvertreterin) fortgeführt. Dadurch sei der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt und eine korrekte Sachverhaltsermittlung verhindert worden. 5.2.1. Gemäss Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 6 AsylV 1 wird die asylsu- chende Person (egal ob Mann oder Frau) von einer Person gleichen G e- schlechts befragt, wenn konkrete Hinweise auf geschlechtsspezifische Verfolgung vorliegen. Geschlechtsspezifisch ist die Verfolgung dann, wenn sie in der Form sexueller Gewalt stattfindet oder die sexuelle Identi- tät des Opfers treffen soll. Das Geschlecht soll nach Möglichkeit auch bei der Auswahl de r Personen, die als Dolmetscher eingesetzt werden und das Protokoll führen, berücksichtigt werden. Art. 6 AsylV 1 ist eine Au s- gestaltung des rechtlichen Gehörs, mithin eine Schutzvorschrift, deren Zweck es ist, dass asylsuchende Personen ihre Vorbringen an gemessen vortragen, das heisst konkret erlittene Übergriffe möglichst frei und unb e- einträchtigt von Schamgefühlen schildern können. Gleichzeitig dient sie dazu, die Richtigkeit der Sachverhaltsabklärung zu gewährleisten. Da diese Schutzvorschrift nicht blo ss ein Recht der asylsuchenden Person beinhaltet, eine solche Befragung zu verlangen, sondern die Behörde d a- zu verpflichtet, in der vorgesehenen Weise vorzugehen, sobald entspr e- chende Hinweise vorliegen, ist sie von Amtes wegen anzuwenden ( vgl. dazu das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -1643/2008 vom 7. Februar 2011 E. 3.1 mit Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 2 E. 5). D-4435/2011 Seite 22 5.2.2. Im vorliegenden Fall machte der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung vom 24. März 2009 geltend, er sei während der Haft von Mä n- nern sexuell missbraucht worden. Damit liegt offensichtlich ein konkreter Hinweis auf geschlechtsspezifische Verfolgung vor. Da bei der Anhörung eine Frau (die Hilfswerkvertreterin) anwesend war, wäre das BFM grun d- sätzlich verpflichtet gewesen, die Anhörung abzubrech en und den B e- schwerdeführer nach Aufbietung eines männlichen Hilfswerkvertreters in einem reinen Männerteam zu den geltend gemachten sexuellen Übergrif- fen zu befragen. Die betroffene Person kann indessen darauf verzichten, von Personen des gleichen Geschle chts befragt zu werden; ein solcher Verzicht kann jedoch nur dann angenommen werden, wenn er ausdrüc k- lich erklärt wird (a.a.O. E. 5.c). Vorliegend wurde der Beschwerdeführer gefragt, ob es ihm leichter fallen würde, über das Erlebte zu sprechen , wenn nur M änner anwesend wären (vgl. A7 S. 10). Der Beschwerdefü h- rer antwortete darauf, dies sei ihm egal. Obwohl er anschliessend noch gefragt wurde, ob er lieber nächstes Mal davon erzählen wolle, nahm er diese Gelegenheit für eine Bedenkzeit nicht wa hr, sondern s childerte stattdessen umgehend, was ihm widerfahren sei. Auf die Frage, ob er a l- les Wesentliche gesagt habe oder noch etwas anfügen wolle, erklärte der Beschwerdeführer sinngemäss, er habe alles gesagt. Er kannte somit sein Recht, durch ein reines Männerte am angehört zu werden, machte davon aber bewusst keinen Gebrauch. In der Beschwerde wird vorg e- bracht, er habe Hemmungen gehabt, ein reines Männerteam zu verla n- gen. Dieser Einwand überzeugt jedoch nicht. Obwohl er keineswegs dazu gedrängt wurde, gab der Bes chwerdeführer in Anwesenheit der Hilf s- werkvertreterin zu Protokoll, er sei mehrfach anal vergewaltigt worden und habe seine Peiniger zudem oral befriedigen müssen. Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass er ohne weiteres auch in der Lage gewesen wäre, auf einem Männerteam zu bestehen, hätte er dies g e- wollt, da dies zweifellos weniger Überwindung gebraucht hätte als die Schilderung der se xuellen Übergriffe. Zwar äusserte sich der Beschwe r- deführer relativ knapp zu diesen Vorfällen, erklärte jedoch ausdrücklich, er habe alles dazu gesagt und es habe keine weiteren Misshandlungen gegeben. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer in Anwesenheit der Hilfswerkvertreterin bereits schwere Eingriffe in seine körperliche und sexuelle Integrität konkret benannt hatte, ist davon auszugehen, dass er allfällige weitere, ähnliche Vorkommnisse ebenfalls erwähnt hätte. Im Üb- rigen ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer die Protokolle durch seine Unterschrift als richtig und vollständig anerkannte und weder im Anschluss an die Anhörung vom 24. März 2009 noch während oder im Vorfeld der Fortsetzungsanhörung vom 27. März 2009 auf das ihm b e-D-4435/2011 Seite 23 kanntgemachte Recht, zu den sexuellen Übergriffen durch ein Männe r- team angehört zu werden, zurückkam , und auch nie zu Proto koll gab, er habe die geschlechtsspezifische Verfolgung nicht frei schildern respektive nicht alles vorbringen können, was für sein Asylgesuch relevant sei. 5.2.3. Aufgrund der Aktenlage ist somit davon auszugehen, dass der B e- schwerdeführer ausdrücklich und dami t gültig darauf verzichtet hat, sein Recht, zu den erlittenen sexuellen Übergriffen durch ein reines Männe r- team angehört zu werden, in Anspruch zu nehmen. Es ist somit keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör festzustellen, und es be- steht auch kein Hinweis darauf, dass sich der Beschwerdeführer nicht frei äussern konnte und der rechtserhebliche Sachverhalt in Bezug auf die geltend gemachte geschlechtsspezifische Verfolgung aufgrund der Anwe- senheit einer Frau während der Anhörung unrichtig oder u nvollständig er- stellt wurde. Die entsprechenden Rügen sind daher unbegründet. 5.3. Seitens des Beschwerdeführers wird im Weiteren vorgebracht, das BFM habe den rechtserheblichen Sachverhalt nicht richtig und vollständig festgestellt, indem es trotz lange zurückliegender letzter Anhörung vor der Fällung des Entscheids die aktuelle Verfolgungssituation nicht abgeklärt habe und keine eingehenden Nachforschungen zur Rolle des Filmlade n- besitzervereins, der Tötung der Vorstandsmitglieder, zur Person von MP Maheswaran, zur LTTE -Tätigkeit seines Bruders K._______ und zu se i- ner gesundheitlichen Situation angestellt habe. Die vorinstanzliche Verf ü- gung gebe zudem kein vollständiges und ausgewogenes Bild über die ak- tuelle Lage in Sri Lanka, zumal das BFM wichtige diesbezügl iche Fragen nicht abgeklärt habe. Das BFM habe ausserdem die ihm obliegende B e- gründungspflicht verletzt, da es seine Informationsquellen beziehung s- weise deren Inhalt nicht offengelegt und zur allgemeinen Lage in Sri La n- ka lediglich minimale und pauschale A usführungen gemacht habe. Dies- bezüglich ist Folgendes festzustellen: 5.3.1. Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellen die Asylbehörden den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Untersuchungsgrundsatz). Dabei muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunter- lagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und da r- über ordnungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfes t- stellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz Untersuchung s- maxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder D-4435/2011 Seite 24 wenn nicht alle für den Entscheid wesentlichen Sachumstände berüc k- sichtigt wurden. Die Behörde ist dabei jedoch nicht verpflichtet, zu jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Z u- sätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie aufgrund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspfl e- ge des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, N. 630 ff.; CHRISTOPH AUER, in: Au- er/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 15 zu Art. 12; BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 28 zu Art. 49). Im vorliegenden Fall erklärte der Beschwerdeführer ausdrücklich, niemand in seiner Familie sei je LTTE -Mitglied gewesen (vgl. A7 S. 4). Demzufolge bestand für das BFM keine Veranlassung, weitere Abklärungen bezüglich des Bruders des Beschwerdeführers (K._______) betreffend dessen (erst auf Beschwerdeebene behauptete und unbelegte) angebliche LTTE - Mitgliedschaft zu tätigen. In Bezug auf den Filmladenbesitzerverein sowie die getöteten Vorstandsmitglieder gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, die LTTE habe den Verein um Unterstützung bei den Wahlen im Jahr 2004 gebeten, worauf sie an einigen Demonstrationen teilgenommen hät- ten. In der Folge seien fünf Vorstandsmitgli eder umgebracht worden. Er selber sei einen Monat lang inhaftiert und anschliessend freigelassen worden. Diese Vorbringen enthalten keine Hinweise darauf, dass es sich beim Verein im Grunde genommen um einen Propagandaverein der LTTE gehandelt habe, wie di es nun auf Beschwerdeebene mittels unbelegter Behauptungen dargestellt wird, weshalb für das BFM keine Notwendigkeit bestand, in diese Richtung weitere Nachforschungen anzustellen. Au f- grund der Vorbringen des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörungen bestand und besteht sodann keine Veranlassung zur Annahme, der Tod von MP Maheswaran stehe in relevantem Zusammenhang mit den Ver- folgungsvorbringen des Beschwerdeführers. Weitere diesbezügliche A b- klärungen des BFM waren demnach ebenfalls nicht erforderlich, zumal der Beschwerdeführer entgegen den Ausführungen in der Beschwerde nicht Zeuge der Tötung des Fischers J._______/F._______ war und keine exklusiven Informationen über diesen Vorfall besass, welche er dem MP hätte weiterleiten können und welche ihn in Gefahr hätten bringen kö n- nen. Insbesondere bezüglich des Gesundheitszustandes des Beschwe r- deführers sowie einer allfälligen Veränderung seiner Verfolgungssituation zwischen der letzten Anhörung vom 27. März 2009 und dem vorinstanzl i- chen Entscheid vom 6. Juli 2011 ist sodann darauf hinzuweisen, dass die Untersuchungspflicht der Asylbehörden ihre Grenzen an der Mitwirkungs- pflicht der Beschwerde führenden Partei findet (Art. 8 AsylG), welche im D-4435/2011 Seite 25 Übrigen auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG). Es wäre de m- nach in der Verantwortung des Beschwerdeführers gelegen, bereits im vorinstanzlichen Verfahren seine angeblichen Gesundheitsprobleme u n- ter Beilage von entsprechenden Arztberichten vorzutrag en respektive dem BFM allfällige Veränderungen seiner aktuellen Gefährdungslage in Sri Lanka umgehend zur Kenntnis zu bringen. Dies ist jedoch nicht g e- schehen. Das BFM hat deshalb zu Recht auf weitere diesbezügliche A b- klärungen und Anhörungen verzichtet. 5.3.2. Im vorliegenden Fall kann schliesslich auch keine Verletzung der Begründungspflicht (vgl. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] und Art. 35 Abs. 1 VwVG) festgestellt werden. Auch wenn sich in den vor - instanzlichen Akten keine Länderberichte oder -informationen über die Si- tuation in Sri Lanka befinden, lässt sich aus dem Umstand, dass in der angefochtenen Verfügung einzig die UNHCR-Richtlinien sowie die Dienst- reise namentlich erwähnt werden, nicht ableiten, das BFM habe bei se i- ner Beurteilung keine weiteren Quellen berücksichtigt. Eine Offenlegung bzw. Auflistung sämtlicher verwendeten Quellen in Verfügungen von Ve r- waltungsbehörden ist im Verwaltungsverfahren jedoch weder üblich noch erforderlich, zumal es sich bei einer Verfügung nicht um eine wisse n- schaftliche Abhandlung handelt. Das BFM hat in der angefochtenen Ve r- fügung nachvollziehbar und hinreichend differenziert aufgezeigt, weshalb es zum Schluss gelangt ist, dass sich die allgemeine Sic herheitslage in Sri Lanka nach Ende des bewaffneten Konfliktes zwischen der sri - lankischen Regierung und den LTTE im Mai 2009 deutlich entspannt h a- be und sich die Lebensbedingungen insoweit verbessert hätten, dass e i- ne Rückkehr auch in den Norden und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei, während im ehemals von den LTTE kontrollierten Vanni-Gebiet die Lebensbedingungen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen seien. Das BFM muss sich als Vorinstanz zwar auch hinsicht- lich der Frage der generellen Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in Herkunftsländer abgewiesener Asylsuchender an die Praxis des Bu n- desverwaltungsgerichts halten, es ist aber sehr wohl befugt, mit einlässl i- cher Begründung von einer bestehenden Praxis abzuweichen, wenn es diese als anpassungsbedürftig erachtet (vgl. BVGE 2010/54 E. 9.2.1 S. 801 f.). Dass das Bundesamt den Vollzug der Wegweisung in die Nord- und Ostprovinz Sri Lankas aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Sri Lanka aus den in der Verfügung dargelegten Gründen und ohne Nennung sämtlicher beigezogenen Quellen als zumutbar einschätzt, ist daher nicht zu be anstanden. Inwiefern das BFM mit seinem Vorgehen die Begrü n-D-4435/2011 Seite 26 dungspflicht verletzt haben soll, ist in Anbetracht der vorstehenden Erw ä- gungen in der angefochtenen Ve rfügung nicht ersichtlich, zumal es dem Beschwerdeführer vorliegend offensichtlich ohne weiteres möglich war, den vorinstanzlichen Entscheid sachgerecht anzufechten. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass sich das Bundesverwaltungsgericht im Urteil E - 6220/2011 vom 27. Oktober 2011 (publiziert in BVGE 2011/24) einlässlich mit der aktuellen Situation in Sri Lanka befasste und seine in BVGE 2008/2 wiedergegebene Praxis modifizierte. Dabei schloss sich das Bu n- desverwaltungsgericht weitgehend der vom BFM vertret enen Auffassung an. 5.3.3. Nach dem Gesagten hat das BFM den Sachverhalt richtig und vol l- ständig festgestellt und seinen Entscheid rechtsgenüglich begründet. Wie die nachfolgenden Erwägungen zum Asyl - und Wegweisungsvollzug s- punkt zeigen, ist der Sachverhalt auch im heutigen Zeitpunkt als liquid zu erachten, weshalb nach wie vor keine Veranlassung besteht, weitere Sachverhaltsabklärungen zu treffen. Das Begehren, die vorinstanzliche Verfügung sei aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, sowie die verschiedenen Beweisanträge (namentlich Vornahme weiterer Abklärungen zur Entwicklung der Lage in Sri Lanka, Durchführung einer weiteren Anhörung, Einholung eines ärztl i- chen sowie allenfalls eines ethnologischen Gutachtens respektive Fris t- ansetzung zur Einreichung derartiger Berichte) sind daher abzuweisen. 6. Nachfolgend ist zu prüfen, ob das BFM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 3 AsylG zu Recht verneint hat. 6.1. Der Beschwerdeführer führte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah- rens unter anderem aus, die LTTE hätten ihn im Jahr 2006 aufgefordert, an Wahlkundgebungen teilzunehmen. Ferner sei er im Juli 2008 von e i- nem LTTE -Mitglied dazu gedrängt worden , die LTTE zu unterstützen, worauf er dieser Person Geld sowie fünf Identitätskarten übergeben h a- be. Weitere konkrete Behelligungen durch die LTTE machte der B e- schwerdeführer nicht geltend. Angesichts dieser wenig intensiven und ausserdem inzwischen mehrere Jahre zurückliegenden Handlungen sei- tens der LTTE ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr ins Heimatland im heutigen Zeitpunkt weiterhin damit rechnen müsste, von den LTTE bedrängt zu werden. Im Übrigen gelten die LTTE gemäss weitgehend übereinstimmenden Quellen im gesamte n Staatsgebiet von Sri Lanka als zerschlagen (vgl. dazu BVGE 2011/24 D-4435/2011 Seite 27 E. 7.1), weshalb eine allfällige Furcht des Beschwerdeführers , auch in Zukunft von den LTTE bedrängt zu werden, im heutigen Zeitpunkt schon deshalb als unbegründet zu erachten ist. 6.2. Der Beschwerdeführer machte sodann geltend, er befürchte, bei e i- ner Rückkehr nach Sri Lanka von der sri -lankischen Armee verfolgt zu werden. Er bringt in diesem Zusammenhang vor, er sei zu seiner Schu l- zeit Mitglied der SOLT gewesen und habe für die LTTE Plakate geklebt und Flugblätter verteilt. Im Jahr 2006 sei er für gut einen Monat von der sri-lankischen Armee inhaftiert und dabei misshandelt worden, weil er im Rahmen seiner Funktion als Vorstandsmitglied des Filmladenbesitzerve r- eins an Demonstrationen gegen di e Regierung teilgenommen habe und verdächtigt worden sei, der LTTE anzugehören. Im Jahr 2008 hätten ihm Soldaten zudem grundlos sein Motorrad weggenommen. Diesbezüglich ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 3. November 2006 ohne Anklage aus der rund einmonatigen Haft ent- lassen wurde. Daraus ist zu schliessen, dass sich der angebliche Ve r- dacht der Behörden betreffend LTTE-Zugehörigkeit oder relevante Unter- stützung der LTTE nicht bestätigt hat. Nach der Haftentlassung wurde der Beschwerdeführer bis zu seiner Ausreise im März 2009 denn auch nicht mehr durch die Behörden behelligt. Insbesondere wurde er in dieser Zeit weder erneut inhaftiert noch auch nur gesucht. Zwar nahmen ihm im Mai 2008 Soldaten grundlos sein Motorrad weg. Allerdings weist nichts darauf hin, dass es sich dabei um einen gezielt gegen die Person des B e- schwerdeführers gerichteten Verfolgungsakt aus asylrelevanten Motiven im Sinne von Art. 3 AsylG handelte; vielmehr ist aufgrund der Aktenlage davon auszugehen, dass die Soldaten aus rein privater, krimineller Berei- cherungsabsicht handelten, wobei der Beschwerdeführer ein zufälliges Opfer wurde. In der Eingabe vom 25. April 2012 wird nun geltend g e- macht, am 20. Januar 2012 hätten drei Personen – ein Polizist sowie zwei Personen in Zivil, vermutlich Angehörige des Armee -Geheim- dienstes – bei seiner Ehefrau nach dem Beschwerdeführer gefragt und ihm ausrichten lassen, er solle sich melden, ansonsten er Probleme b e- kommen werde. Dieses Vorbringen wird indessen weder näher substanzi- iert noch belegt und erscheint deshalb sowie unter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage als unglaubhaft, zumal es nicht plausibel ist, dass die sri-lankische Armee im April 2012 ohne ersichtlichen Grund plötzlich nach dem Beschwerdeführer suc hte, nachdem er zuvor seit seiner Haf t- entlassung im November 2006 keine konkreten Benachteiligungen sei- tens des Staates mehr hatte erdulden müssen. Dem Beschwerdeführer gelingt es mit diesem Vorbringen somit nicht, ein aktuelles, asylrelevantes D-4435/2011 Seite 28 Verfolgungsinteresse des sri-lankischen Staates an ihm glaubhaft zu m a- chen. Auf Beschwerdeebene wird ausserdem vorgebracht, der B e- schwerdeführer weise in Bezug auf die Beurteilung der Verfolgungsgefahr im Falle seiner Rückkehr nach Sri Lanka offensichtlich ein Risikoprofil auf, da er im Rahmen des Filmladenbesitzervereins die LTTE bei ihrer Prop a- gandatätigkeit unterstützt und an mehreren Demonstrationen teilgeno m- men habe. Die Behörden wüssten, dass er die LTTE unterstützt habe; er sei ja deswegen auch schon inhaftiert gewesen. Er sei mit Sicherheit auf einer zentralen Fahndungsliste aufgeführt. Es bestehe zudem das Risiko einer Reflexverfolgung, da sein Bruder K._______ wegen LTTE - Mitgliedschaft im Gefängnis gewesen sei. Diesbezüglich ist festzustellen, dass es zwar zu trifft, dass Personen, welche auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehungsweise gestanden zu sein, einer erhöhten Verfolgungsgefahr unterliegen (vgl. dazu BVGE 2011/24 E. 8.1). Allerdings wurde d er B e- schwerdeführer wie erwähnt lediglich im Jahr 2006 einmal wegen Ve r- dachts auf Zugehörigkeit zu den respektive Unterstützung der LTTE ve r- haftet und nach einem Monat ohne weitere Konsequenzen wieder freig e- lassen. Seither hatte er keine entsprechenden Pro bleme mehr, insbeson- dere wurde er danach nie mehr mit dem Vorwurf konfrontiert, er stehe den LTTE nahe. Dies weist darauf hin, dass die Behörden die aktenku n- dige Unterstützungstätigkeit des Beschwerdeführers für die LTTE (Plak a- te kleben als Mitglied der SOLT, allfällige Aktivitäten als Vorstandsmitglied des Filmladenbesitzervereins, Demonstrationsteilnahmen) nicht als weiter interessant und verfolgungswürdig einstuften. Ausserdem erklärte der Beschwerdeführer im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens ausdrück- lich, weder er noch andere Familienmitglieder seien je LTTE -Mitglieder gewesen (vgl. A7 S. 4). Angesichts dieser klaren Aussage ist das ohne nachvollziehbaren Grund erst auf Beschwerdeebene nachgeschobene Vorbringen, wonach ein Bruder des Beschwerdefüh rers LTTE -Mitglied und deswegen inhaftiert gewesen sei, als unglaubhaft zu qualifizieren. Insgesamt ist daher davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt im Zusammenhang mit seiner früheren, marginalen Unterstützungstätigkeit für die LTTE nicht mehr im Visier der sri -lanki- schen Behörden oder dieser nahestehenden paramilitärischen Gruppi e- rungen befindet , zumal er nicht das Profil eines aktiven und militanten LTTE-Anhängers erfüllt. Entgegen entsprechenden, weitgehend spekul a- tiven Bemerkungen in der Beschwerde bestehen vorliegend insbesond e- re weder konkrete Hinweise noch plausible Gründe dafür, dass der B e- schwerdeführer auf einer Fahndungsliste der heimatlichen Behörden steht. D-4435/2011 Seite 29 6.3. Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, er müsse bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit einer asylrelevanten Verfolgung durch die EPDP rechnen. Er sei bereits im Jahr 2007 von der EPDP bedroht wo r- den, als er versucht habe, den Mord an J._______/F._______ aufzude- cken. Er sei ausserdem erpresst worden und habe einem EPDP - Angehörigen Geld geben müssen. Am 15. Oktober 2008 hätten unb e- kannte Personen dann versucht, ihn zu entführen. Vermutlich habe es sich um Angehörige der EPDP gehandelt. Damit sei seine Gefährdung belegt. Diese Vorfälle liegen jedoch inzwischen vier respektive fünf Jahre zurück, und mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt seitens der EPDP asylrelevante Verfolgungshandlungen zu befürchten hat. Z u- nächst ist erneut (vgl. bereits vorstehend E. 5.3.1) festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht Zeuge der Tötung des Fisch ers J._______/F._______ war und keine exklusiven Informationen über di e- sen Vorfall besass, welche allenfalls EPDP -Angehörige belasten und ihn dadurch in Gefahr bringen könnten. Entgegen der Darstellung auf B e- schwerdeebene kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass die EPDP aus diesem Grund an der Entführung oder gar Eliminierung des Beschwerdeführers interessiert war respektive weiterhin ist. Zwar ist nicht auszuschliessen, das s ein EPDP -Angehöriger namens H._______ vom Beschwerdeführer Geldzahlungen verlangt hat; allerdings ist aufgrund der Schilderung des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörung (vgl. A7 S. 6) davon auszugehen, dass es sich dabei n icht um eine eigentliche Ve r- folgung durch die EPDP handelte, sondern um die kriminelle Tat einer be- ziehungsweise mehrerer Privatpersonen, welche sich dadurch unrech t- mässig bereichern wollten. Ein asylrelevantes Motiv kann darin jedenfalls nicht erblickt werden; im Übrigen ist dieser Vorfall auch nicht intensiv g e- nug, um als ernsthafter Nachteil im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG qualif i- ziert zu werden. In Bezug auf den geltend gemachten Vorfall vom 15. Ok- tober 2008 fällt sodann auf, dass der Beschwerdeführer lediglich vermu- tet, dass es sich bei den Tätern um Angehörige der EPDP gehandelt h a- be und dass es ein Versuch der EPDP gewesen sei, ihn zu entführen. Diese Vermutung erscheint indessen keineswegs naheliegend , sondern vielmehr äusserst unplausibel. Insbeson dere ist nicht nachvollziehbar, weshalb Angehörige der EPDP den Beschwerdeführer nachts hätten au f- suchten sollen, hätten sie ihn doch mühelos tagsüber in seinem Geschäft antreffen und ihn bei Bedarf mitnehmen oder gar umbringen können. Hät- te es sich bei de n nächtlichen Angreifern um EPDP -Angehörige auf der Suche nach dem Beschwerdeführer gehandelt, wäre zudem zu erwarten gewesen, dass sie bei ihrer Suche etwas gründlicher vorgegangen w ä-D-4435/2011 Seite 30 ren. Gemäss den Schilderungen des Beschwerdeführers zogen die u n- bekannten Personen jedoch, ohne auch nur mit jemandem zu sprechen , nach kurzer Zeit unverrichteter Dinge wieder ab (vgl. A8 S. 6) und mac h- ten in der Folge keinen weiteren Versuch, den Beschwerdeführer zu ko n- taktieren. Dieser Umstand spricht ebenfalls gegen eine Ve rfolgungshand- lung der EPDP . Ausserdem ist die Befürchtung des Beschwerdeführers, er sei von der EPDP gesucht worden, weil diese ihn als Gefahr erachte, mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen als unbegründet zu erachten. Insgesamt bestehen daher keine konkreten und glaubhaften Hinweise da- für, dass es sich beim Vorfall vom 15. Oktober 2008 um eine Verfolgung durch die EPDP gehandelt hat. Nach dem Gesagten erscheint es u n- wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit se i- ner Vergangenheit im heutigen Zeitpunkt seitens der EPDP asylrelevante Massnahmen zu befürchten hat. 6.4. Auf Beschwerdeebene wird schliesslich unter Bezugnahme auf das in BGE 2011/24 publizierte Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 in Sa- chen E -6220/2006 geltend gemacht, der Beschwe rdeführer gehöre der Risikogruppe der vermögenden Personen an und habe aufgrund des grossen Reichtums seiner Familie respektive der Familie seiner Ehefrau relevante Verfolgungshandlungen seitens Angehöriger der EPDP oder anderer paramilitärischer Organisat ionen oder gar seitens korrupter A r- meeangehöriger zu gewärtigen (vgl. Eingaben vom 25. April und 14. Mai 2012). Diese Ausführungen finden jedoch keine Stütze in den Akten. In s- besondere sind die in diesem Zusammenhang eingereichten Beweismittel klarerweise nicht geeignet, das angeblich grosse Vermögen des B e- schwerdeführers respektive seiner Ehefrau und seiner Schwiegereltern zu belegen. Der Beschwerdeführer reichte ein Foto eines Hauses ein, welches angeblich seinen Schwiegereltern gehört und von ihm, seiner Ehefrau, seinen Kindern sowie den Schwiegereltern und dem Schwager bewohnt wird. Allerdings vermag dieses Foto offensichtlich nicht zu b e- weisen, dass das darauf abgebildete Haus tatsächlich im Eigentum der Schwiegereltern des Beschwerdeführers steht und v on ihnen bewohnt wird. Im Übrigen erscheint dieses Haus auch im sri -lankischen Kontext weder besonders gross noch besonders teuer. Aus einem der Dokumente der Beweismittelbeilage 72 (notarielle Urkunde No. 2355 vom 16. Februar 2005) geht im Weiteren hervor, dass eine gewisse "M._______" von ihren Eltern " N._______" und " O._______" zu ihrer Hochzeit mit " P ._______" eine Immobilie im Wert von LKR 100'000 (ungefähr Fr. 700.–) als Mitgift erhalten hat. Ob es sich dabei tatsächlich um die Ehefrau des Beschwe r- deführers handelt, ist nicht mit Sicherheit erstellt. Ohnehin handelt es sich D-4435/2011 Seite 31 dabei offensichtlich nicht um eine besonders wertvolle Immobilie. Anläss- lich der Befragungen erwähnte der Beschwerdeführer sodann, er habe im Heimatland ein Geschäft geführt (vgl. A 1 S. 3). Er sprach immer nur von einem einzigen Laden (vgl. z.B. A8 S. 4 und 7). Auf Beschwerdeebene wird nun plötzlich geltend gemacht, der Beschwerdeführer und seine Frau hätten insgesamt drei Geschäfte im Videobereich betrieben. Die diesb e- züglich eingereichten Fotos von Geschäftslokalen vermögen diesen U m- stand jedoch offensichtlich nicht zu belegen. Der Versicherungsausweis (vgl. Beweismittelbeilage 61) dient bestenfalls dem Nachweis, dass der Beschwerdeführer Versicherungsnehmer war, gibt jedoch keine Auskünfte über die Eigentumsverhältnisse am fraglichen Geschäft und ist somit auch kein Indiz für besonderen Reichtum des Beschwerdeführers, ebe n- so wenig wie die Lebensversicherung und die Motorrad -Versicherung, welche der Beschwerdeführer den eingereichten Beweismitteln zufolge abgeschlossen hat. Seitens des Beschwerdeführers wurden im Weiteren zwei Bankkonto -Auszüge eingereicht. Das Dokument der Commercial Bank (Beweismittelbeilage 64) betrifft angeblich das Konto der Ehefrau des Beschwerdeführers. Diesem Dokument zufolge ist die Ehefrau des Beschwerdeführers jedoch allenfalls Mitinhaberin des darin aufgeführten Kontos. Ausserdem fällt auf, dass auf den eigentlichen Kontoauszügen (Beweismittelbeilage 64 S. 2 und 3) weder ein Kontoname noch der N a- me des Kont oinhabers aufgeführt ist. Schliesslich ist festzustellen, dass der letzte aufgeführte Kontostand (am 2. April 2012) knapp LKR 83'000 betrug, was ungefähr Fr. 600.– entspricht. Mit einem solchen Kontostand gilt man auch in Sri Lanka nicht als besonders reic h. Das Bankkonto des Beschwerdeführers (vgl. Beweismittelbeilage 68) weist gar nur einen Sa l- do von gut LKR 40'000 auf (Kontoauszug vom 31. August 2007). Auch die eingereichten Unterlagen betreffend die angebliche Tätigkeit der Schwi e- gereltern im Hypothekar kreditgeschäft vermögen nicht zu belegen, dass diese über besonderen Reichtum verfügen. Im Übrigen ist nicht erstellt, dass es sich bei den in diesen Unterlagen genannten Personen tatsäc h- lich um die Schwiegereltern des Beschwerdeführers handelt. Ebenso w e- nig ist erwiesen, dass es sich bei den auf weiteren Fotos abgebildeten Personen tatsächlich – wie seitens des Beschwerdeführers behauptet wird – um Verwandte handelt. Ausserdem kann aufgrund dieser Fotos nicht beurteilt werden, ob die darauf ersichtlichen K leider und Schmuckstücke wertvoll sind oder nicht. Insgesamt ist festzustellen, dass keine konkreten und glaubhaften Hinweise dafür vorliegen, dass der B e- schwerdeführer respektive seine Angehörigen über offensichtlich erkenn- bare, beträchtliche finanzielle Mittel verfügen und der Beschwerdeführer aus diesem Grund bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einem erhöhten Ri-D-4435/2011 Seite 32 siko ausgesetzt wäre, Opfer von Erpressung, Entführung oder ähnlichem zu werden. 6.5. Auf Beschwerdeebene wird schliesslich im Sinne von subjektiven Nachfluchtgründen geltend gemacht, der Beschwerdeführer müsse im Falle seiner Rückkehr nach Sri Lanka auch deshalb eine Verfolgung se i- tens der Behörden befürchten, weil er aus der Schweiz ins H eimatland zurückkehren und deshalb verdächtigt würde, im Ausland die LTTE unter- stützt zu haben. Wer subjektive Nachfluchtgründe geltend macht, der b e- ruft sich darauf, dass durch die Ausreise an sich oder durch ein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat - oder Herkunftsland eine Gefäh r- dungssituation geschaffen worden sei. Diese begründen zwar die Flüch t- lingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuc h- lich oder nicht m issbräuchlich gesetzt wurden (BVGE 2009/28 E. 7.1 m.w.H.). Massgebend ist, ob die srilankischen Behörden das Verhalten des Beschwerdeführers als staatsfeindlich einstufen und dieser desw e- gen bei der Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung von Art. 3 AsylG befürchten muss. Die Anforderungen an den Nachweis einer b e- gründeten Furcht richten sich nach Art. 3 und Art. 7 AsylG. Gemäss Ein- schätzung des Bundesverwaltungsgerichts kann nicht generell ang e- nommen werden, dass abgewiesene tamilische Asylsuchende aus der Schweiz bei ihrer Rückkehr nach Sri Lanka alleine aus diesem Grund in einen behördlichen Verdacht geraten, während ihres Aufenthaltes in der Schweiz Kontakte mit führenden LTTE-Kadern unterhalten zu haben (vgl. dazu BVGE 2011/24 E. 8.4.3). In individu eller Hinsicht ist diesbezüglich festzustellen, dass den Akten keinerlei Anhaltspunkte darauf zu entne h- men sind, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz nahe Kontakte zu den LTTE gepflegt hat respektive haben könnte. Daher erscheint es u n- wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka infolge seines Aufenthalts in der Schweiz in asylrelevanter Weise gefährdet wäre. 6.6. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asylgründe sowie subjektiven Nachfluchtgründe nicht g eeignet sind, eine asyl- respektive flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung beziehungswe i- se eine entsprechende Verfolgungsfurcht zu begründen. An dieser Ei n- schätzung vermögen weder die weiteren Ausführungen auf Beschwerd e- ebene noch die zahlreichen damit eingereichten Beweismittel etwas zu ändern, weshalb darauf n icht mehr näher einzugehen ist. Unter B erück- sichtigung der gesamten Umstände folgt, dass der Beschwerdeführer D-4435/2011 Seite 33 keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat daher zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 7. 7.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 8. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich i st, und andernfalls w e- nigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche D-4435/2011 Seite 34 oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behan d- lung unterworfen werden. 8.1.1. Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffen d darauf hin, dass der Grundsatz des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoule- ment nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde - führers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.1.2. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerd e- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europ äischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich wiederholt mit der Frage befasst, ob namentlich Tamilen, welche aus e i- nem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, Gefahr laufen, einer EMRK-widrigen Behandlung ausgesetzt zu werden (vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008 P .K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Ja- nuar 2011 E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Laut EGMR ist nicht in genereller Weise davon au s- zugehen, dass zurückkehrenden Tamilen eine unmenschliche Behan d- lung droht; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr ve r- schiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Interesse. Vorliegend wurde bereits festgestellt, dass au f-D-4435/2011 Seite 35 grund der Aktenlage nicht davon auszugehen ist, dass der Beschwerd e- führer bei einer Rückkehr aus der Schweiz ins Heimatland die Aufmer k- samkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevan- ten Ausmass auf sich ziehen wird. Demnach bestehen auch keine A n- haltspunkte dafür, dass ihm aus demselben Grund eine mensche n- rechtswidrige Behandlung im Heimatland dr ohen würde. Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen (vgl. dazu auch BVGE 2011/24 E. 10.4.2). An dieser Einschätzung ändern auch die diesbezüglichen Vor bringen des Beschwerdeführers auf Beschwerd e- ebene sowie die dort zitierten Berichte und Urteile nichts, weshalb es sich erübrigt, weiter darauf einzugehen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.2.1. In Bezug auf die allgemeine Lage in Sri Lanka kann auf die vom Bundesverwaltungsgericht vorgenommene Einschätzung der Situation in BVGE 2011/24 verwiesen werden, welche im Wesentlichen mit der Praxis der Vorinstanz übereinstimmt. Demnach ist seit dem Ende des bewaffn e- ten Konflikts zwischen der sri -lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 von einer erheblich verbesserten Menschenrechts- und Sicherheits- lage auszugehen, wobei sich die Situation nicht in allen Landesteilen gleich präsentiert. Da sich die Lage in der Ostprovinz weitgehend stabil i- siert und normalisiert hat, wird der Wegweisungsvollzug in das ge samte Gebiet dieser Provinz grundsätzlich als zumutbar erachtet (vgl. a.a.O. E. 13.1). Die Lage in der Nordprovinz ist hingegen differenziert einz u- schätzen, da sich die Situation dort gebietsweise sehr unterschiedlich ge - staltet. In den Gebieten, die berei ts seit längerer Zeit unter Regierung s- kontrolle stehen – namentlich die Distrikte Jaffna und die südlichen Teile der Distrikte Vavuniya und Mannar – herrscht heute weder eine Situation allgemeiner Gewalt noch ist die politische Lage dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste (vgl. a.a.O. E. 13.2). Angesichts der nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der indiv i-D-4435/2011 Seite 36 duellen Zumutbarkeitskriterien auf, wobei ne bst der allgemeinen Zumu t- barkeit auch dem zeitlichen Element gebührend Rechnung zu tragen ist. Ein Wegweisungsvollzug ist demnach für Personen, welche die betre f- fenden Gebiete erst nach Beendigung des Bürgerkriegs im Mai 2009 ve r- lassen haben, grundsätzlich zumutbar, sofern sie dort auf eine zumindest gleichwertige Wohnsituation wie vor der Ausreise zurückgreifen können (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.1). Liegt der Aufenthalt indessen längere Zeit zurück oder geht aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstän- de massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens- und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumu t- barkeit des Wegweisungsvollzugs hin zu prüfen (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.2). In das sogenannte "Vanni -Gebiet" hingege n, welches die Distrikte Kil i- nochchi und Mullaitivu (samt diesen beiden Städten), die nördlichen Teile der Distrikte Mannar und Vavuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der Ostküste des Jaffna-Distrikts umfasst, ist eine Rückkehr aufgrund der aktuellen Lage – namentlich aufgrund der weitgehend zerstörten Infr a- struktur und der Verminung – weiterhin als unzumutbar einzustufen (vgl. a.a.O. E. 13.2.2). In das übrige Staatsgebiet Sri Lankas ist der Wegwe i- sungsvollzug grundsätzlich zumutbar (vgl. a.a.O. E. 13.3). 8.2.2. Der Beschwerdeführer stammt eigenen Angaben zufolge aus B._______ (Distrikt Jaffna), wo er den überwiegenden Teil seines Lebens verbracht hat, und reiste Anfang März 2009 aus Sri Lanka aus. Wie vor- stehend erwähnt wird der Wegweisungsvollzug in den Di strikt Jaffna im heutigen Zeitpunkt als generell zumutbar erachtet. Allerdings setzt die Be- jahung der (individuellen) Zumutbarkeit einer Rückkehr dorthin insbeso n- dere die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes, die konkrete Mög- lichkeit der Sicherung d es Existenzminimums sowie eine gesicherte Wohnsituation voraus (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.2). Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen (…) Jahre alten Mann, welcher über eine relativ gute Schuldbildung (13 Jahre) verfügt und in einem Kurs des UNHCR zum Elektriker ausgebildet wurde. Vor der Ausreise verdiente er seinen Lebensunterhalt als Geschäftsmann, wobei er mit CDs, Videos, DVDs sowie Mobiltelefonen und Zubehör handelte. Den Akten zufolge leben sowohl die Eltern und mehrere Geschwister als auch die Eh efrau mit den beiden Kindern sowie die Schwiegereltern und ein Schwager nach wie vor am Herkunftsort. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers wohnen seine Angehörigen in guten finanziellen Verhältnissen , weshalb davon auszugehen ist, sie könnten ihn bei Bedar f unterstützen. Der Beschwe r- deführer und seine Ehefrau lebten vor seiner Ausreise im selben Haus wie die Schwiegereltern und der Schwager. Daneben seien er und seine D-4435/2011 Seite 37 Frau Eigentümer eines zweiten Hauses. Bei dieser Sachlage ist festzu- stellen, dass der Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr nach B._______ dort eine gesicherte Wohnsituation vorfinden wird. Ausserdem dürfte es ihm angesichts der relativ kurzen Landesabwesenheit von drei Jahren ohne grössere Probleme möglich sein, sich wieder ins gesellschaftlich e und wirtschaftliche Leben in Sri Lanka zu integr ieren. Insbesondere kann davon ausgegangen werden, dass er innert nützlicher Frist seine Er- werbstätigkeit als selbständiger Geschäftsmann wieder aufzunehmen kann, zumal seinen Angaben zufolge sein Geschäft in der Zwischenzeit von Familienangehörigen weiterbetrieben wurde. 8.2.3. Bezüglich der auf Beschwerdeebene geltend gemachten gesun d- heitlichen Probleme des Beschwerdeführers ( psychische Traumatisi e- rung) ist zunächst festzustellen, dass er bis heute keine diesbezü glichen Arztberichte eingereicht hat, obwohl er dazu ausreichend Zeit gehabt hät- te. In der Replik vom 3. Juli 2012 wird in diesem Zusammenhang vorg e- bracht, der Beschwerdeführer habe bereits im Juli 2011 den für ihn z u- ständigen Arzt R. B. in Q._______ aufgesucht, dieser habe es jedoch ab- gelehnt, ihn zu untersuchen . Da der Beschwerdeführer jedoch seit dem 12. Juli 2011 anwaltlich vertreten war, ist davon auszugehen, dass sich sein Rechtsvertreter umgehend für eine adäquate ärztliche Behandlung des Beschwerdef ührers eingesetzt hätte, falls eine solche tatsächlich notwendig gewesen wäre. Die Aussage, wonach sich der zuständige Arzt im Juli 2011 geweigert habe, den Beschwerdeführer zu untersuchen, e r- klärt daher nicht, weshalb der Beschwerdeführer bis heute keinen aktuel- len ärztlichen Bericht zu seiner gesundheitlichen Situation eingereicht hat. Zwar ist aufgrund der Aktenlage nicht auszuschliessen, dass beim B e- schwerdeführer gewisse gesundheitliche Störungen vorliegen, allerdings ist nach dem Gesagten nicht davon auszugehen, dass es sich dabei um schwerwiegende medizinische Probleme handelt, welche einem Wegwe i- sungsvollzug entgegenstehen könnten. Im Übrigen war der Beschwerde- führer den Akten zufolge zwischen 2006 und 2008 im Heimatland in m e- dizinischer Behandlung ( u.a. wegen Depressionen; vgl. das Schreiben der L._______ Medical Klinik vom 10. August 2011 ; Beschwerdebeilage 37). Es ist daher mangels anderweitiger konkreter Hinweise davon au s- zugehen, dass er bei Bedarf erneut eine medizinische Behandlung im Heimatland in Anspruch nehmen könnte. Bei dieser Sachlage erweist es sich nicht als notwendig, weitere Abklärungen zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vorzunehmen, weshalb der entsprechende A n- trag abzuweisen ist (vgl. dazu auch bereits vorstehend E. 5.3.3). D-4435/2011 Seite 38 8.2.4. Insoweit, als seitens des Beschwerdeführers vorgebracht wird, er hätte wegen der neuen Registrierungspraxis der Polizeibehörden im No r- den und Osten des Landes mit Behelligungen seitens der Lokalbehörden zu rechnen, ist festzustellen, dass di ese Befürchtung rein spekulativ ist und keine konkreten Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschwe r- deführer deswegen einer konkreten Gefahr ausgesetzt werden könnte und der Vollzug deswegen als unzumutbar zu erachten wäre. Das seitens des Beschwerdeführers erwähnte Registrierungsformular, welches in e i- nem anderen Asylverfahren (N […]) als Kopie eingereicht worden sein soll, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Schliesslich lassen auch die Ausführungen zu den sogenannten "grease devils" sowie die dazu eingereichten Beweismittel den Wegweisungsvollzug nicht als u n- zumutbar erscheinen, zumal sich daraus keine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers ableiten lässt. 8.2.5. Insgesamt ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkeh r nach Sri Lanka (Distrikt Jaffna) in eine existenzielle Notlage geraten würde. Der Wegweisungsvollzug erweist sich daher als zumutbar. 8.3. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.4. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den We g- weisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vol l- ständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 10. 10.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Rechtsvertre- ter des Beschwerdeführers hat im vorlie genden Beschwerdeverfahren D-4435/2011 Seite 39 mehrere umfangreiche Eingaben gemacht, welche mit Blick auf die vo r- stehenden Erwägungen sachlich nicht dienlich waren. Daraus hat sich ein erhöhter Aufwand ergeben, weshalb die Verfahrenskosten auf insgesamt Fr. 900.– festzusetzen wären (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). In der Beschwerde wurde allerdings zu Recht ein (zwischenzeitlich geheilter) Verfahrensmangel gerügt (vgl. dazu vorstehend E. 5.1), weshalb die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 6 Bst. b VGKE zu ermässigen sind (vgl. dazu ANDRÉ MO- SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bu n- desverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 212, Rz. 4.60), wobei eine Reduk- tion auf Fr. 600.– angemessen erscheint. 10.2. Unter Hinweis auf Ziff. 4 des Dispositivs bzw. Ziff. 10.3 der Erw ä- gungen des Urteils D-3747/2011 vom 13. Juli 2012 ist festzustellen, dass mit der in jenem Verfahren zugesprochenen Parteientschädigung in allen weiteren Verfahren, in welchen Rechtsanwalt Gabriel Püntener ebenfalls als Rechtsvertreter fungiert und in welchen der gleiche prozessuale A n- trag auf Einsicht in die Ergebnisse der Dienstreise des BFM nach Sri Lanka vom Septem ber 2010 gestellt wurde oder künftig gestellt werden wird, der anteilsmässige Aufwand für die rechtliche Vertretung bezüglich dieses Antrags als abgegolten zu erachten ist. Angesichts dessen ist vor- liegend keine Parteientschädigung auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-4435/2011 Seite 40 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand: