Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. April 2014 (725 13 261 / 99) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Unfallkausalität einer Distorsion am OSG Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin i.V. Bettina Brodbeck Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, indemnis Rechtsanwälte, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1968 geborene A.____ war bei der Firma B.___ _ angestellt und aufgrund dieses Arbeitsverhältnisses bei der Schweizerischen Unfall versicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 6. August 2012 verpasste der Beschwerdeführer beim Rückwärtsgehen die letzte Treppenstufe und erlitt dabei eine Dis- torsion des linken Sprunggelenks. Die SUVA anerkann te ihre Leistungspflicht und erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlu ng, Taggeld). Mit Verfügung vom 20. Juni 2013 verneinte sie jedoch die Unfallkausalität der heute noch geklagten Fussbeschwerden links und stellte ihre Leistungen per 30. Juni 2013 ein. Die dagegen durch den Versicherten erhobe- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ne Einsprache wurde mit Entscheid vom 7. August 2013 a bgewiesen. Dabei machte die SUVA insbesondere die fehlende Objektivierbarkeit der Beschwer den geltend. Des Weiteren sei im Einklang mit der medizinischen Erfahrung davon auszugehen, dass eine Verletzung, wie sie beim Versicherten vorliegt, spätestens nach drei bis sechs Monaten abgeheilt sei. B. Gegen den ablehnenden Einspracheentscheid erhob A._ ___, vertreten durch Advokat Nicolai Fullin am 16. September 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab- teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er bean tragte, in Aufhebung der Verfügung vom 20. Juni 2013 und des Einspracheentscheids vom 7. Augu st 2013 seien ihm über den 30. Juni 2013 hinaus die gesetzlichen Versicherungsleistu ngen zuzusprechen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere Abklärungen betreffend die Frage des Kausal- zusammenhangs zwischen den noch bestehenden Beschwerden und dem Unfall vom 6. August 2012 vorzunehmen und im Anschluss daran neu über die Lei stungspflicht zu verfügen. Weiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, der Unfall habe seine B edeutung am heutigen Beschwerdebild nicht vollständig verloren. Vielmehr habe die Beschwerdegegnerin den Wegfall der Unfallkausa- lität nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachwei sen können. Dass nach medizinischer Erfahrung eine Verletzung, wie er sie erlitten habe, innert einer gewissen Frist abheile, vermöge den Wegfall der Unfallkausalität nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit herbeizuführen. Im vorliegenden Fall sei von einem ausnahmsweise verzögerten Heilungsverlauf auszugehen. Des Weiteren leide er neben den Schmerzzuständen auch an Sc hwellungen, welche einen objekti- vierbaren Befund darstellen würden. Da die heutigen B eschwerden bis anhin nicht medizinisch ergründbar seien, habe er zur Klärung dieser Frage we itere neurologische Abklärungen in die Wege geleitet. C. Mit Eingabe vom 20. Dezember 2013 liess der Beschwer deführer dem Kantonsgericht einen vom 15. Oktober 2013 datierten Bericht von Dr. m ed. C.____, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, sowie einen Bericht von Dr. med. D.___ _, Facharzt für Chirurgie, vom 15. No- vember 2013 zukommen. D. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Februar 2014 beantr agte die SUVA, die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung verwies sie in erster Lini e auf den ergangenen Einsprache- entscheid und führte im Weiteren aus, dass auch die du rch den Versicherten im Beschwerde- verfahren neu eingereichten Berichte der Dres. C.____ u nd D.____ nicht geeignet seien, eine Unfallkausalität zu begründen. Es läge weiterhin kein p athologischer oder neurologischer Be- fund vor. Mechanische, durch eine Fehlstellung der Gel enke verursachte Beschwerden seien vorbestehend und somit klar unfallfremd. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bun desgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Befindet sich dieser im Ausland, so ist das Versicher ungsgericht desjenigen Kantons zu- ständig, in welchem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in welchem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat. Vorliegend hat der Beschwerdeführer Wohnsitz in Deutschland. Der Sitz seines schweizerischen Arbeitgebers be findet sich jedoch in E.____, so- dass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-La ndschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versich erungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentsche ide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlu ng der vorliegenden Beschwer- de zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde des Versicherten vom 16. September 2013 ist demnach einzutreten. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Beschwerde- führer über den 30. Juni 2013 hinaus Anspruch auf Lei stungen aus der obligatorischen Unfall- versicherung hat. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behand lung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflege leistung so lange zu erbringen, als davon eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwarte t werden kann (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfall es voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Ta ggeld. Dieses beträgt bei voller Ar- beitsunfähigkeit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs. 1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn der Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 3.2 Für alle diese Leistungen hat der Unfallversicherer jedoch nur unter der Voraussetzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang beste ht (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer den kann. Entsprechend dieser Umschrei- bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenh angs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störung ist. Es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen d ie körperliche oder geistige Integ- rität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das E reignis mit anderen Worten nicht hinweg- gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 337 E. 14 je mit Hinwei sen). Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahr ung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eint ritt dieses Erfolges also durch das Ereig- nis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). Der Vorausset- zung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei di e Funktion einer Haftungsbegren- zung zu (vgl. BGE 125 V 456 E. 5c, 123 V 98 E. 3b je mit Hinweisen). 3.4 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicher ers erst, wenn der Unfall nicht die natür- liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt , wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder sp äter eingestellt hätte (Status quo si- ne) erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1 992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinwei- sen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahin- fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisg rad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) n achgewiesen sein. Die blosse Möglich- keit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage hand elt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürliche r Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallver sicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 3 26 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfall- fremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschad en mehr vorliege oder die versi- cherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursa- chen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verlo ren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 4.1 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer ges undheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfr age, über welche die rechtsanwenden- de Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das G ericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung zu befinden hat. Zur Feststellung nat ürlicher Kausalität im Bereich der Medi- zin ist sie regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die i hr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 157 E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozi alversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c AT SG) wie alle anderen Beweismittel frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um fassend und pflichtgemäss zu würdi- gen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht all e Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ents cheiden hat, ob die vorliegenden Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitige n Rechtsanspruches gestatten. Insbe- sondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würd igen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 4.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E . 3a, 122 V 157 E. 1c je mit Hinwei- sen). 5. Zur Beurteilung der umstrittenen Frage sind im Wes entlichen die nachfolgenden Be- richte zu berücksichtigen: 5.1 Anlässlich der Erstbehandlung vom 6. August 2013 dia gnostizierte Dr. med. F.____, Fachärztin für Allgemeine Medizin, eine Distorsion des li nken oberen Sprunggelenks (OSG) mit mässiger Schwellung. Der Beschwerdeführer sei bis 19. August 2013 arbeitsunfähig. 5.2 Mit Zwischenbericht vom 22. September 2012 stellte der Hausarzt Dr. med. G.____ Schwellungen im rechten OSG fest. Als den Heilungsverlau f beeinflussende Umstände nannte er eine Fraktur des Mittelfusses links aus dem Jahre 2007. Der Patient werde mit einer Aircast- Schiene behandelt und die voraussichtliche Behandlungsdauer sei noch nicht absehbar. Wegen des Unfalls und der einhergehenden Fehlbelastung beste he die Gefahr einer Distorsion des rechten OSG. Der Beschwerdeführer sei weiterhin arbeitsunfähig. 5.3 Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie un d Traumatologie des Bewegungs- apparates, diagnostizierte am 12. November 2012 Fussbe schwerden beidseits, wobei gemäss den Angaben des Versicherten die Beschwerden auf der rech ten Seite auf eine Mehrbelastung zurückzuführen seien. Klinisch zeige sich ein hinkfreies, flüssiges Gangbild, wobei beim Zehen- spitzen- und Fersengang Schmerzen angegeben würden. Das Fusslängs- und Quergewölbe sei unauffällig. Sowohl links als auch rechts zeige sich im B ereich des Calcaneus - etwas vor dem Achillessehnenansatz - eine Druckdolenz. Der Röntgenbefu nd sei beidseits unauffällig und die Fraktur links komplett verheilt. Sie habe den Versichert en zu einem MRI des linken Fusses an- gemeldet, um insbesondere die Perenoalsehnen sowie die Achillessehne zu beurteilen. 5.4 Dr. med. I.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs- apparates, und Dr. H.____ stellten in ihrem Bericht vo m 21. November 2012 (zur Besprechung des am 16. November 2012 durchgeführten MRI) fest, dass d er Versicherte nach wie vor unter Schmerzen und Schwellungen am linken Fuss leide, sobald dieser seine Arbeit wieder aufneh- me und schwere Lasten trage. Das MRI zeige insgesamt un auffällige Strukturen und insbeson- dere keine Flüssigkeitsansammlung peritendinös als Hinwe is auf eine Sehnenproblematik. Es finde sich kein morphologisches Korrelat für die Beschwer den und aus orthopädischer Sicht Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht biete sich keine Therapie an. Eine Operation komme b ei fehlendem pathologischen Korrelat nicht in Frage. 5.5 Auf Antrag des Kreisarztes Dr. med. J.____, FMH Or thopädische Chirurgie und Trau- matologie des Bewegungsapparates, wurde am 10. Januar 2013 eine Zweitmeinung bei Prof. Dr. med. K.____, FMH Orthopädische Chirurgie u nd Traumatologie des Bewegungsappa- rates, eingeholt. Dieser berichtete, dass es sich um ein PO P-Syndrom (Painful os peroneum) handeln könnte. Eine Partialruptur der Peronealsehn en könne aufgrund der deutlichen Druck- dolenz nicht ausgeschlossen werden. Es werde zunächst eine Ult raschall-Untersuchung der Perenoalsehnen und zudem eine SPECT-CT-Untersuchung zur Beurteilung des Bereiches der ehemaligen Fraktur durchgeführt. 5.6 Prof. Dr. K.____ führte dazu am 28. Februar 201 3 aus, dass sich in der SPECT-CT- Untersuchung eine unauffällige Darstellung des Fussskelett es gezeigt habe. In der Ultraschall- untersuchung hätten sich keine Läsion der Peronelasehnen oder Hinweise auf eine Partial- o- der Totalruptur gefunden. Trotz ausführlichen Abklärun gen mit MRI-Untersuchung, SPECT-CT und Ultraschalluntersuchung des linken Fusses könne somit objektiv kein Korrelat für die ge- nannte Klinik festgestellt werden. Abschliessend könne lediglich noch eine neurologische sowie eine kreisärztliche Untersuchung empfohlen werden. 5.7 Der daraufhin von der Beschwerdegegnerin beauftrag te Dr. med. L.____, FMH Neuro- logie, berichtete am 7. Mai 2013, dass die angegebene Sensibilitätsstörung verdächtig für eine Reizung des Nervus suralis sei. Eine relevante Pathologie im Sinne eines Ausfalles sei jedoch neurographisch nicht objektivierbar. Die Schmerzen am la teralen Fussrand könnten im weites- ten Sinne als „neuropathisch“ interpretiert werden. Di e Beschwerden im Bereich des Sprungge- lenkes seien jedoch nicht darauf zurückzuführen; für dies e bestehe aus neurologischer Sicht keine Erklärung. Der Verlauf und die Symptomatik seien u ngewöhnlich und das Bild nicht kon- klusiv. 5.8 Der Kreisarzt Dr. J.____ hielt am 4. Juli 2013 fest , dass keine Befunde bestehen, wel- che die Beschwerden erklären würden. Die Beschwerden sei en subjektiv wenig relevant und unfallfremd. 5.9 Nach Eingang der Einsprache gegen die Verfügung vom 20. Juni 2013 veranlasste die SUVA eine weitere kreisärztliche Beurteilung. Mit Beri cht vom 16. Juli 2013 verneinten Dr. med. M.____, FMH Chirurgie, und Dr. med. N.____ , FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, die Unfallkausali tät der geltend gemachten Be- schwerden. Sie stützten sich dabei auf den aktenmässigen Ve rlauf und führten dazu aus, dass weder die neurologischen noch die mehrfachen orthopädischen und bildgebenden Abklärungen ein objektivierbares Korrelat für die Beschwerden ergeb en hätten. Somit sei die Unfallkausalität der heute noch geklagten Beschwerden zu verneinen. 5.10 Mit Bericht vom 14. Oktober 2013 diagnostizierte D r. D.____ einen Knick-Senk-Spreiz- Fuss mit abgeflachtem Längs- und Quergewölbe. Der Kapselbandapparat am Sprunggelenk sei nicht insuffizient und es sei weder eine Schublade noch ein Dehnungsschmerz vorhanden. Wei- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter sei die Achillessehne unauffällig und bei der Unter suchung bestehe keine Schwellung des Fusses. Den mitgebrachten Röntgenbildern des OSG links un d des Fusses seien kein patholo- gischer Befund und keine Arthrosezeichen zu entnehmen. 5.11 Dem neurologischen Bericht von Dr. C.____ vom 15. Oktober 2013 ist zu entnehmen, dass der Versicherte unter rezidivierenden belastungsabhäng igen Schmerzen der Füsse leide. Die Beschwerden seien wohl mechanisch ausgelöst worden. Hinweise auf eine neurologische Ursache fänden sich nicht. 6.1 Die SUVA stützte sich bei der Beurteilung der Unf allkausalität insbesondere auf den Bericht von Dr. H.____ vom 12. November 2012 sowie auf die bildgebenden Untersuchungen. Des Weiteren führte sie die nach Eingang der Einsprache veranlasste kreisärztliche Beurteilung vom 16. Juli 2013 sowie bezüglich allfälliger neurologisc her Beschwerden den Bericht von Dr. L.____ vom 6. Mai 2013 an. Dr. H.____ hielt anl ässlich einer eingehenden Untersuchung mit Bericht vom 12. November 2012 fest, dass sich ein flüssi ges und hinkfreies Gangbild zeige und auch der Röntgenbefund ein insgesamt unauffälli ger ossärer Befund ergeben habe. Zur Beurteilung der Peronealsehnen und der Achillessehne wu rde zusätzlich ein MRI veranlasst. Dazu hielten im November 2012 die Dres. I.____ und H._ ___ überzeugend fest, dass das MRI unauffällige Strukturen gezeigt habe und sich aus orth opädischer Sicht keine Therapie anbiete. Auch die nachfolgenden bildgebende Untersuchungen vom Februar 2013 (SPECT-CT- und Ultraschalluntersuchung) konnten kein objektives Korrelat für die geltend gemachten Be- schwerden nachweisen. Weiter ist dem schlüssigen Bericht von Dr. L.____ vom 7. Mai 2013 zu entnehmen, dass aus neurologischer Sicht keine Erklärung f ür die geltend gemachten Schmer- zen gefunden werden konnten. Die Kreisärzte Dr. M.____ und Dr. N.____ gingen in ihren Aus- führungen vom 16. Juli 2013 betreffend der Unfallkaus alität sowohl ausführlich auf die geltend gemachten Beschwerden als auch auf die Vorakten ein. Unter Würdigung der massgebenden Kriterien ist die daraus gezogene Schlussfolgerung, wo nach die Unfallkausalität aufgrund der fehlenden Objektivierbarkeit der Beschwerden zu verneinen ist, begründet und nachvollziehbar. Somit stellte die SUVA, entgegen der Ansicht des Beschw erdeführers, nicht nur auf eine medi- zinische Erfahrungstatsache ab, wonach eine derartige Verletzung nach drei bis sechs Monaten abgeheilt sei. Vielmehr konnte in den umfassenden Unt ersuchungen übereinstimmend kein neurologischer oder orthopädisch objektivierbarer Befund für die geltend gemachten Beschwer- den gefunden werden. Das Vorgehen der SUVA ist somit nicht zu beanstanden. 6.2 Daran vermögen auch die vom Beschwerdeführer im Ve rfahren nachgereichten Berich- te nichts zu ändern. Weder der Bericht von Dr. D.____ v om 14. Oktober 2013 noch jener von Dr. C.____ vom 15. Oktober 2013 gehen auf die bereit s erhobenen Befunde ein. Die Berichte sind nicht umfassend und die daraus gezogenen Schlussfo lgerungen nicht begründet. Es wur- den des Weiteren auch keine neuen Aspekte vorgebracht, die in den vorhergehenden Gutach- ten unentdeckt oder ungewürdigt geblieben wären. Insg esamt vermag keiner der angeführten Berichte begründete Zweifel an der Vollständigkeit oder Richtigkeit der von der SUVA angeführ- ten Berichte zu erwecken. Schliesslich konnten auch die v om Beschwerdeführer geltend ge- machten Schwellungen in keiner der durchgeführten Unter suchungen objektiviert werden. Viel- mehr hielt Dr. D.____ in dem vom Versicherten eingerei chten Bericht vom 14. Oktober 2013 ausdrücklich fest, dass zur Zeit der Untersuchung keine Schwellung des Fusses bestanden hat. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3. Nachdem der Beschwerdeführer mehrmals neurologisch u nd orthopädisch untersucht wurde und dabei auch bildgebende Verfahren zur Anwen dung kamen, lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung d es Gesundheitszustandes zu. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Bewe isanträge zu stellen, und – als Korrelat – die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses ver- fassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Ent- scheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Ger icht bei pflichtgemässer Beweiswür- digung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevan- ten Sachverhalts ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantrag- tes Beweismittel verzichtet werden. Eine solche antizipier te Beweiswürdigung ist nach konstan- ter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d, 119 V 335 E. 3c in fine mit Hinweisen). Auf das Einholen weiterer medizin ischer Gutachten kann somit verzichtet werden. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der a usführlichen und schlüssigen spezialärztlichen Berichte die geltend gemachten Beschwerd en nicht objektiviert werden konn- ten und die Unfallkausalität daher zu verneinen ist. Aus dem Gesagten folgt, dass die Be- schwerde abzuweisen ist. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG hat der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein . Für das vorliegende Verfahren sind demnach keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 8.2.1 Abschliessend bleibt über den Antrag des Beschwer deführers zu befinden, es sei ihm die unentgeltliche Verbeiständung zu gewähren. Gemäss Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG wird der Beschwerde führenden Person, wo die Verhältnisse es recht fertigen, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Nach § 22 Abs. 1 und 2 VPO w ird einer Partei der kostenlose Beizug eines Anwaltes gewährt, sofern ihr dafür die nötigen Mittel fehlen, ihr Begehren nicht offensicht- lich aussichtslos erscheint und der Beizug einer anwaltlich en Vertretung zu Wahrung ihrer Rechte notwendig erscheint. Diese Voraussetzungen sind vorli egend erfüllt, weshalb dem Be- schwerdeführer die unentgeltliche Verbeiständung zu bew illigen ist. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat für das vorliegende Beschwerdeverfa hren einen Zeitaufwand von ins- gesamt 9.3 Stunden und Auslagen in der Höhe von Fr. 1 02.80 ausgewiesen, was umfangmäs- sig nicht zu beanstanden ist. Für die anwaltschaftliche n Bemühungen aus dem Jahre 2013 im Umfang von 5.75 Stunden ist Art. 3 Abs. 2 der kantonale n Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (TO Anwälte) in der b is 31. Dezember 2013 geltenden Fas- sung einschlägig, nach welchem das Honorar bei unentgeltl icher Verbeiständung Fr. 180.-- pro Stunde beträgt. Für die sich auf 3.58 Stunden belauf enden Bemühungen aus dem Jahre 2014 sind dem Vertreter des Beschwerdeführers gemäss der seit 1. April 2014 geltenden Fassung des Art. 3 Abs. 2 TO Anwälte Fr. 200.-- pro Stunde zu vergüten. Dem Rechtsanwalt des Be- schwerdeführers ist deshalb für seine Bemühungen ein H onorar in der Höhe von Fr. 2‘002.10 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8 .2.2 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53 a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Vertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höh e von Fr. 2‘002.10 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht