<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00228</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206110&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00228</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 04.09.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Submission. Eigenmächtige Abänderung der Ausschreibungsunterlagen: Frage des Ausschlusses vom Vergabeverfahren wegen wesentlichen Formmangels des Angebots.<br/><br/>Mängel einer Offerte können zum Ausschluss des betreffenden Anbietenden vom Verfahren führen, wenn sie wesentlich sind. Eigenmächtig vorgenommene Änderungen der Ausschreibungsunterlagen bzw. am Angebotstext stellen grundsätzlich die Verletzung einer wesentlichen Formvorschrift dar (§ 28 lit. h SubmV). Bei der Beurteilung eines solchen Mangels der Offerte ist im Interesse der Vergleichbarkeit der Angebote und der Gleichbehandlung der Anbietenden ein strenger Massstab anzulegen; er führt in der Regel zum Ausschluss vom Verfahren. Das heisst indes nicht, dass jede Abänderung der Ausschreibungsunterlagen einen wesentlichen Formmangel darstellt. § 28 lit. h SubmV enthält zwar eine Liste typischer Beispiele wesentlicher Formfehler; das Verhältnismässigkeitsprinzip und das Verbot des überspitzten Formalismus gebieten indes eine Prüfung der konkreten Umstände im Einzelfall (E. 3.1-2).<br/><br/>Auch wenn in casu kein eigentlicher Schreib- oder Rechnungsfehler vorliegt, sondern ein Fehler bei der Interpretation der Ausschreibungsunterlagen, wäre eine Korrektur im Sinn von §§ 29 f. SubmV ohne weiteres möglich gewesen, zumal der begangene Formfehler nur einen geringen Betrag der Offerte berührte (E. 3.3).<br/><br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNG">BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSANFORDERUNG">BEGRÃNDUNGSANFORDERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMELLER MANGEL">FORMELLER MANGEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMFEHLER">FORMFEHLER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MÃNGELBEHEBUNG">MÃNGELBEHEBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: OFFERTMÃNGEL">OFFERTMÃNGEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 lit. h IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">Zus. 29 Abs. II SubmV</span><br/><span class="ungerade">II SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 28 lit. h SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 30 SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 38 Abs. II SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2006 Nr. 46</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich erÃ¶ffnete am 22. Dezember 2005 ein Einladungsverfahren fÃ¼r die Lieferung, Montage und Inbetriebsetzung der Brandmeldeanlagen fÃ¼r Fahrraum und GebÃ¤ude des L-Tunnels. Am Eingabedatum reichten drei Anbieterinnen Offerten ein, darunter die A AG mit einer Offerte in der HÃ¶he von Fr. 434'520.- und die B AG mit einer Offerte in der HÃ¶he von Fr. 536'342.80 (beide BetrÃ¤ge sind nicht bereinigt). Mit Schreiben vom 2. Mai 2005 teilte die Baudirektion der A AG sinngemÃ¤ss mit, dass diese wegen Verletzung wesentlicher Formerfordernisse vom Verfahren ausgeschlossen werden mÃ¼sse; mit VerfÃ¼gung vom gleichen Tag vergab sie den Auftrag an die B AG mit der BegrÃ¼ndung, diese habe das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot eingereicht. Am 16. Mai 2005 besprach der verantwortliche Mitarbeiter der Baudirektion die GrÃ¼nde fÃ¼r den Ausschluss mit zwei Mitarbeitern der A AG.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 17. Mai 2006 erhob die A AG beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Vergabeentscheid und den Ausschluss vom Submissionsverfahren. Sie beantragte, es sei "unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge" die VerfÃ¼gung vom 2. Mai 2006 aufzuheben, ihr Angebot zuzulassen und Ã¼ber die Vergabe neu zu entscheiden. Eventualiter sei die Rechtswidrigkeit der ZuschlagsverfÃ¼gung festzustellen. Sodann verlangte sie, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.</p> <p class="Urteilstext">Der Staat ZÃ¼rich, neu vertreten durch die Volkswirtschaftsdirektion, beantragte in seiner Beschwerdeantwort vom 9. Juni 2006 im Wesentlichen Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um aufschiebende Wirkung unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Die Mitbeteiligte B AG liess sich nicht vernehmen. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 14. Juni 2006 wurde der Beschwerde aufschiebende Wirkung erteilt. In Replik und Duplik hielten die Parteien an ihren HauptantrÃ¤gen fest. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das vorliegende Submissionsverfahren betrifft den Unterhalt einer Nationalstrasse. Aufgrund der Delegationsnorm von Art. 41 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 8. MÃ¤rz 1960 Ã¼ber die Nationalstrassen sind die Art. 44 ff. in Verbindung mit Art. 2 Abs. 2 der Verordnung vom 18. Dezember 1995 Ã¼ber die Nationalstrassen (NSV) zu beachten. WÃ¤hrend Art. 45 NSV besondere Schwellenwerte vorsieht, erklÃ¤rt Art. 46 NSV im Ãbrigen das kantonale Recht fÃ¼r anwendbar. Auf das Beschwerdeverfahren gelangen somit die Art. 15 ff. der revidierten Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 (IVÃ¶B) sowie § 2 des Gesetzes vom 15. September 2003 Ã¼ber den Beitritt zur revidierten Interkantonalen Vereinbarung zur Anwendung. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Der Ausschluss vom Verfahren ist ein selbstÃ¤ndig anfechtbarer Entscheid (Art. 15 Abs. 1<sup>bis</sup> lit. d IVÃ¶B).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>§ 21 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) verlangt ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung. Nicht berÃ¼cksichtigte Anbietende sind zur Beschwerde gegen den Vergabeentscheid legitimiert, wenn sie bei deren Gutheissung eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem sie ein neues Angebot einreichen kÃ¶nnen (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11). Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist ohne weiteres zur Beschwerdeerhebung legitimiert, da sie geltend macht, zu Unrecht vom Verfahren ausgeschlossen worden zu sein, und da sie im Ãbrigen die preislich gÃ¼nstigste Offerte einreichte. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Ihren Eventualantrag hat die BeschwerdefÃ¼hrerin in der Replik sinngemÃ¤ss zurÃ¼ckgezogen, nachdem der Beschwerde die aufschiebende Wirkung erteilt worden war.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs, weil der Beschwerdegegner keine nÃ¤here BegrÃ¼ndung geliefert habe, weshalb er sie wegen Verletzung wesentlicher Formerfordernisse im Sinn von § 28 lit. h der Submissions­verordnung vom 23. Juli 2003 (SubmV) vom Verfahren ausgeschlossen habe. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die BegrÃ¼ndung einer Anordnung genÃ¼gt dem Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV), wenn sie so abgefasst ist, dass sich die betroffene Person Ã¼ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft zu geben und allenfalls in voller Kenntnis der GrÃ¼nde ein Rechtsmittel zu ergreifen vermag (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 39 mit Hinweis). Nach Art. 13 lit. h IVÃ¶B und § 38 Abs. 2 SubmV werden VerfÃ¼gungen im Submissionsverfahren kurz bzw. summarisch begrÃ¼ndet. GemÃ¤ss § 38 Abs. 3 SubmV hat die Vergabestelle den nicht berÃ¼cksichtigten Anbietenden auf Gesuch hin bestimmte Angaben bekannt zu machen; dazu gehÃ¶ren auch die wesentlichen GrÃ¼nde fÃ¼r die NichtberÃ¼cksichtigung (lit. d). § 38 Abs. 3 SubmV setzt eine schriftliche BegrÃ¼ndung voraus, da eine bloss mÃ¼ndliche BegrÃ¼ndung des Vergabeentscheids die geforderte Transparenz des Vergabeverfahrens nicht zu gewÃ¤hrleisten vermÃ¶chte und der Rechtsmittelinstanz die ÃberprÃ¼fung der EntscheidgrÃ¼nde nicht ermÃ¶glichen wÃ¼rde. Dass eine Vergabeinstanz ihren Entscheid vorgÃ¤ngig oder in ErgÃ¤nzung zu den schriftlichen EntscheidgrÃ¼nden auch mÃ¼ndlich erlÃ¤utert, ist zwar zulÃ¤ssig und angesichts der kurzen Beschwerdefrist oft zweckmÃ¤ssig; die mÃ¼ndlichen ErlÃ¤uterungen vermÃ¶gen jedoch die schriftliche BegrÃ¼ndung nicht zu ersetzen (RB 2000 Nr. 59 E. 4a = BEZ 2000 Nr. 25). Entgegen der Ansicht des Beschwerde­gegners liegt hier kein Anwendungsfall von § 10 Abs. 1 lit. a VRG vor.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt nicht die BegrÃ¼ndung des Zuschlags â die sich auf die Wiederholung des nach Art. 45 Abs. 4 NSV massgeblichen Kriteriums beschrÃ¤nkt â und auch nicht die MÃ¼ndlichkeit der ErlÃ¤uterungen im Sinn von § 38 Abs. 3 SubmV, sondern die Dichte der fÃ¼r ihren Ausschluss angefÃ¼hrten BegrÃ¼ndung. Das Schreiben des Beschwerdegegners an die BeschwerdefÃ¼hrerin vom 2. Mai 2005 enthielt die Mitteilung: "Leider musste Ihr Angebot gemÃ¤ss SVO [Submissions­verordnung], § 28, Absatz h (Ãnderung der StÃ¼ckzahl) ausgeschlossen werden." Mit den Hinweisen auf die Gesetzesbestimmung und den beanstandeten Formmangel enthielt dieses Schreiben zumindest die gesetzlich vorgeschriebene summarische BegrÃ¼ndung. Dieser konnte unter den gegebenen UmstÃ¤nden immerhin entnommen werden, <i>dass</i> der Beschwerdegegner die Ãnderung in Ziff. 2.14 des Leistungsverzeichnisses als wesent­lichen Formmangel im Sinn von § 28 lit. h SubmV auffasste, der zum Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼hren musste. Es kann hier offen bleiben, ob (und gegebenenfalls wann) der Beschwerdegegner zusÃ¤tzlich schriftlich hÃ¤tte festhalten mÃ¼ssen, <i>weshalb </i>er den Formmangel fÃ¼r wesentlich hielt: Zum einen wÃ¤re eine allfÃ¤llige Verletzung des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r jedenfalls durch die AusfÃ¼hrungen in der Beschwerdeantwort sowie durch die der BeschwerdefÃ¼hrerin eingerÃ¤umte Gelegenheit, in der Replik zur Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen, geheilt worden (vgl. VGr, 19. Oktober 2005, VB.2004.00531, E. 3, www.vgrzh.ch; RB 2000 Nr. 59 E. 4a = BEZ 2000 Nr. 25). Zum andern sind die angefochtenen VerfÃ¼gungen ohnehin aus andern GrÃ¼nden aufzuheben (vgl. E. 3).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat in Ziff. 2.14 (und eventuell sinngemÃ¤ss in Ziff. 2.15) des Leistungsverzeichnisses die vorgegebene Anzahl von 3 auf 1 reduziert, weil sie irrtÃ¼mlich davon ausging, dass die betreffenden Arbeiten nur an einer statt an drei Brandmeldezentralen bzw. Auswerteeinheiten anfallen wÃ¼rden. Der Beschwerdegegner wertete diese Ãnderung der Ausschreibungsunterlagen als wesentlichen Formfehler im Sinn von § 28 lit. h SubmV, weshalb er die BeschwerdefÃ¼hrerin vom Verfahren ausschloss. Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet die Wesentlichkeit des Formmangels und macht zudem eine Ungleichbehandlung gegenÃ¼ber der Mitbeteiligten geltend, die an der entsprechenden Stelle eine Anmerkung eingefÃ¼gt hat.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>MÃ¤ngel einer Offerte kÃ¶nnen zum Ausschluss des betreffenden Anbietenden vom Verfahren fÃ¼hren. Diese Rechtsfolge ist jedoch nur dann adÃ¤quat, wenn es sich um wesentliche MÃ¤ngel handelt (RB 1999 Nr. 61 = BEZ 1999 Nr. 25 E. 6 = ZBl 101/2000, S. 265; Herbert Lang, Offertenbehandlung und Zuschlag im Ã¶ffentlichen Beschaffungswesen, ZBl 101/2000, S. 225 ff., 235). § 28 lit. h SubmV sieht den Ausschluss vor, wenn Anbietende wesentliche Formerfordernisse verletzt haben, insbesondere durch Nichteinhaltung der Eingabefrist, fehlende Unterschrift, UnvollstÃ¤ndigkeit des Angebots oder des Antrags auf Teilnahme im selektiven Verfahren oder durch Ãnderung der Ausschreibungsunterlagen. Auch nach Art. 19 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen sind nur Angebote mit wesentlichen Formfehlern vom Verfahren auszuschliessen. Diese Vorschriften sind Ausdruck des Verbots des Ã¼berspitzten Formalismus, das sich aus dem in Art. 29 Abs. 1 BV enthaltenen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung im Verfahren ableitet. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der Beschwerdegegner begrÃ¼ndet den Ausschluss mit der Notwendigkeit der Formstrenge und mit dem Wortlaut von § 28 lit. h SubmV.</p> <p class="Erwgung2">EigenmÃ¤chtig vorgenommene Ãnderungen der Ausschreibungsunterlagen bzw. am Angebotstext stellen grundsÃ¤tzlich die Verletzung einer wesentlichen Formvorschrift dar. Bei der Beurteilung eines solchen Mangels der Offerte ist im Interesse der Vergleichbarkeit der Angebote und der Gleichbehandlung der Anbietenden ein strenger Massstab anzulegen; er fÃ¼hrt in der Regel zum Ausschluss vom Verfahren (VGr, 18. August 2004, BEZ 2004 Nr. 71, E. 2.3.1; Lang, S. 235, vgl. auch VGr LU, 17. Februar 2000, LGVE 2000 II Nr. 16).</p> <p class="Erwgung2">Weder Wortlaut noch Sinn von § 28 lit. h SubmV legen jedoch den Schluss nahe, dass jede Ãnderung der Ausschreibungsunterlagen zwingend als wesentlicher Formmangel gelten muss. Die Formulierung, dass Anbietende von der Teilnahme insbesondere ausgeschlossen werden, wenn sie "wesentliche Formerfordernisse verletzt haben, insbesondere durch [â¦] Ãnderung der Ausschreibungsunterlagen", lÃ¤sst durchaus die Auslegung zu, dass die Wesentlichkeit des Mangels auch dann zu prÃ¼fen ist, wenn dieser in einer Ãnderung der Ausschreibungsunterlagen besteht. Dies ergibt sich auch aus dem Sinn der Norm, die das VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip und das Verbot des Ã¼berspitzten Formalismus konkretisieren will. Den genannten Prinzipien wÃ¼rde widersprochen, wenn bei den in § 28 lit. h SubmV genannten FÃ¤llen ohne PrÃ¼fung des Einzelfalls stets ein Ausschluss ausgesprochen werden mÃ¼sste (vgl. auch Lang, S. 234 f.; VGr, 5. Mai 2006, VB.2005.00373, E. 3.1, www.vgrzh.ch; RB 1999 Nr. 61 = BEZ 1999 Nr. 25 E. 6 = ZBl 101/2000, S. 265 [bezÃ¼glich unvollstÃ¤ndiger Angebote]). § 28 lit. h SubmV enthÃ¤lt zwar eine Liste typischer Beispiele wesentlicher Formfehler, entbindet aber in keinem Fall von der PrÃ¼fung der konkreten UmstÃ¤nde. Dem Beschwerdegegner kann insoweit nicht gefolgt werden, wenn er sinngemÃ¤ss geltend macht, die Rechtssicherheit erfordere eine schematische Auslegung.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>WÃ¤hrend im Leistungsverzeichnis in Position Ziff. 2.1 eine "Brandmeldezentrale inkl. Auswerteeinheit" erwÃ¤hnt wird, nennen die Ziff. 2.4â6 je eine "BMA Zentrale ESP" Nord, Mitte bzw. SÃ¼d. Von "Zentralen" (im Plural) spricht sodann Ziff. 2.13, wÃ¤hrend in der fraglichen Ziff. 2.14 von "der Auswerteeinheit, bzw. BMA" (im Singular), in Ziff. 2.15 dagegen wieder von "Brandmeldezentralen [...] und Auswerteeinheiten" (im Plural) die Rede ist. Diese unklare und missverstÃ¤ndliche Formulierungen war Anlass fÃ¼r die irrtÃ¼mliche Korrektur des Angebotstextes durch die BeschwerdefÃ¼hrerin. Sie fÃ¼hrt dazu insbesondere aus, dass die Ãnderung keine Auswirkungen auf den Offertpreis habe, da der fÃ¼r die Positionen Ziff. 2.14 f. angegebene Betrag unabhÃ¤ngig von der Anzahl der Brandmeldezentralen bzw. Auswerteeinheiten gelte. Selbst wenn der Offertpreis aufgrund der irrtÃ¼mlichen Korrektur fehlerhaft wÃ¤re, liesse sich dies im Ãbrigen mit wenig Aufwand korrigieren, indem der von der BeschwerdefÃ¼hrerin angegebene StÃ¼ckpreis mit 3 multipliziert wÃ¼rde. Das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin war demnach ohne weiteres mit den andern vergleichbar. Die Positionen Ziff. 2.14 f. fallen zudem betragsmÃ¤ssig nicht ins Gewicht. Bei diesen Gegebenheiten stellt der von der BeschwerdefÃ¼hrerin begangene Formfehler keinen wesentlichen Formmangel im Sinn von § 28 lit. h SubmV dar. Demnach wurde der BeschwerdefÃ¼hrerin ohne sachlichen Grund die MÃ¶glichkeit entzogen, am Vergabeverfahren teilzunehmen.</p> <p class="Erwgung2">Im Ãbrigen ist es irrelevant, dass § 28 lit. h SubmV in den Ausschreibungsunterlagen wiedergegeben wurde. Dass in der Ausschreibung ausdrÃ¼cklich vermerkt wurde, es seien ein "[v]ollstÃ¤ndig ausgefÃ¼lltes Leistungsverzeichnis ohne Korrekturen" und "Vorbehalte, ÃnderungsvorschlÃ¤ge, Varianten und dgl. als separate Beilage" einzureichen (Angebot, S. 18, Ziff. 2.5.1; Besondere Bestimmungen, S. 9, Ziff. 251.100), und dass die Anbietenden Gelegenheit zu RÃ¼ckfragen hatten, Ã¤ndert nichts an der GeringfÃ¼gigkeit des Formfehlers.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>DafÃ¼r, dass das Leistungsverzeichnis missverstÃ¤ndlich formuliert war, spricht sodann auch die Reaktion der Mitbeteiligten. Die Mitbeteiligte hat im Leistungsverzeichnis bei den Positionen Ziff. 2.14â15 im Gegensatz zur BeschwerdefÃ¼hrerin die Zahl 3 zwar nicht durchgestrichen, jedoch unten auf der betreffenden Seite folgende Anmerkung gemacht: "Es wird nur eine Einheit benÃ¶tigt." Unklar ist, ob sich die angegebenen Preise auf eine Einheit oder auf drei Einheiten beziehen; die Mitbeteiligte hat in der Tabelle "Fr./St." keinen StÃ¼ckpreis angegeben, sondern "Total" vermerkt. FÃ¼r die Positionen Ziff. 2.14 und 2.15 hat sie sodann einen Preis von insgesamt Fr. 2'520.- eingesetzt; vergleicht man diesen Betrag mit demjenigen von Fr. 2'833.-, den die BeschwerdefÃ¼hrerin genannt hat, ist eher zu vermuten, dass auch die Mitbeteiligte nur eine einzige Einheit verrechnet hat bzw. wie die BeschwerdefÃ¼hrerin davon ausgegangen ist, dass die Arbeiten samt dem Material gleich teuer zu stehen kommen, ob sie nun an einem Ort oder an drei Orten vorzunehmen sind. Dies kann jedoch vor Verwaltungsgericht offen bleiben; wesentlich ist hier, dass die Mitbeteiligte materiell grundsÃ¤tzlich dieselbe Ãnderung im Leistungsverzeichnis vorgenommen hat wie die BeschwerdefÃ¼hrerin. Dass sie diese in die Form einer ErgÃ¤nzung und nicht einer Streichung kleidete, ist nicht von Belang. Auch sie hat die Korrektur nicht in einer separaten Beilage gemÃ¤ss Ziff. 2.5.1 des Angebots bzw. Ziff. 251.100 der Besonderen Bestimmungen eingereicht. Indem der Beschwerdegegner die BeschwerdefÃ¼hrerin im Gegensatz zur Mitbeteiligten vom Verfahren ausschloss, verstiess er somit auch gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung der Anbietenden und ihrer Angebote (Art. 1 Abs. 3 lit. b und Art. 11 lit. a IVÃ¶B; vgl. auch § 29 Abs. 1 SubmV).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>MÃ¤ngel und Unklarheiten, die nicht den Ausschluss gebieten</span><span>, dÃ¼rfen im Rahmen der PrÃ¼fung der Angebote (§ 29 SubmV) und von ErlÃ¤uterungen (§ 30 SubmV) behoben werden. Dabei lÃ¤sst § 29 Abs. 2 SubmV ausdrÃ¼cklich nur die Berichtigung offensichtlicher Schreib- und Rechnungsfehler zu. Auch ErlÃ¤uterungen dÃ¼rfen lediglich dazu dienen, die Angebote rechnerisch und fachlich auf eine vergleichbare Basis zu bringen; sie mÃ¼ssen sich, wie beispielsweise mit der KlÃ¤rung oder ErgÃ¤nzung technischer Einzelheiten, auf die Interpretation der vorliegenden Angebote beschrÃ¤nken und dÃ¼rfen nicht zu nachtrÃ¤glichen Ãnderungen des Leistungsinhalts fÃ¼hren (RB 2000 Nr. 69 = BEZ 2000 Nr. 25; RB 1999 Nr. 72 = BEZ 2000 Nr. 6; RB 1998 Nr. 69 = BEZ 1999 Nr. 12, E. 2c; Lang, S. 238).</span></p> <p class="Urteilstext">Hier liegt zwar kein eigentlicher Schreib- oder Rechnungsfehler vor, sondern ein Fehler bei der Interpretation der Ausschreibungsunterlagen. Eine Korrektur im Sinn der §§ 29 f. SubmV wÃ¤re, zumal der begangene Formfehler nur einen geringen Betrag der Offerte berÃ¼hrte, indes ohne weiteres mÃ¶glich gewesen (vgl. VGr, 22. MÃ¤rz 2006, VB.2005.00543, E. 2.3, www.vgrzh.ch, wo der versehentliche Einbezug einer betragsgemÃ¤ss geringfÃ¼gigen Option in den Gesamtbetrag einer Offerte, der ebenfalls nicht ein eigentlicher Schreib- oder Rechnungsfehler ist, nach § 29 Abs. 2 SubmV korrigiert werden durfte). Ob im vorliegenden Fall eine Berichtigung nach § 29 Abs. 2 SubmV zulÃ¤ssig oder ob grundsÃ¤tzlich eine ErlÃ¤uterung nach § 30 SubmV einzuholen gewesen wÃ¤re, kann hier offen bleiben.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen. Der Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin vom Verfahren und der Vergabeentscheid vom 2. Mai 2006 sind aufzuheben, und die Sache ist zur neuen Entscheidung im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Beschwerdegegner zurÃ¼ckzuweisen. Dieser hat unter Einbezug des Angebots der BeschwerdefÃ¼hrerin neu Ã¼ber den Zuschlag zu befinden.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Kosten sind nach § 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen. Die Voraussetzungen fÃ¼r eine ParteientschÃ¤digung sind nicht gegeben, da der obsiegenden Partei in diesem Verfahren kein besonderer Aufwand entstanden ist und sie auch nicht anwaltlich vertreten war (§ 17 Abs. 2 VRG)</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin vom Verfahren und der Vergabeentscheid der Baudirektion vom 2. Mai 2006 werden aufgehoben. Die Sache wird zu neuem Entscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Volkswirtschaftsdirektion zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'210.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>