Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. März 2019 (715 18 354 / 70) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung des Sachver- halts in Bezug auf die faktische Organstellung des Beschwerdeführers sowie in Bezug auf den Nachweis des notwendigen monatlichen Mindestlohnflusses von Fr. 500.-- Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung A. Am 8. Juni 2018 meldete sich A.____, geboren 195 8, zur Arbeitsvermittlung an und stellte gleichentags bei der Öffentlichen Arbeitslo senkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) den Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (act. 20). Im Antrag gab er an, vom 1. Januar 2016 bis 31. Mai 2018 in der Funktion als Geschäftsführer fü r die B.____ GmbH gearbeitet zu haben. In der Folge wurde ihm eine Rahmenfrist für die Beitra gszeit vom 8. Juni 2016 bis 7. Juni 2018 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht eröffnet. Mit Verfügung vom 27. Juli 2018 (Nr. 1584/ 2018) lehnte die Arbeitslosenkasse seine Anspruchsberechtigung aufgrund arbeitgeberähnlicher St ellung ab. In der Begründung wurde ausgeführt, dass es beim Arbeitsverhältnis diverse Unstim migkeiten gebe: So sei die Wohnad- resse auch die Firmenadresse, die angegebene Emailadress e laute immer noch auf B.____@gmail.com, seine Bankauszüge würden an c/o B.___ _ GmbH gesendet und die Lohn- abrechnungen und Bankauszüge würden nicht übereinstimme n, ausserdem gebe es Einzah- lungen von anderen Firmen. Insbesondere dieselbe Wohn- und Firmenadresse sowie die Ein- zahlungen von anderen Firmen als Einkommen auf das Lohnko nto anstelle von Lohnzahlungen durch die B.____ GmbH würden darauf hindeuten, dass de r Versicherte vor der Anmeldung eine arbeitgeberähnliche Stellung innegehabt und mög licherweise noch immer innehabe. Er habe angegeben, dass er den Lohn in den letzten Monate n immer in bar erhalten habe, und dass er diesen mit Vorschüssen oder Zahlungen verrechnet h abe. Den Lohnfluss könne er we- der mit Bank- bzw. Postbelegen noch durch eine Kombinat ion von anderen Beweismitteln nachweisen. Daher werde der Anspruch auf Arbeitslosene ntschädigung aufgrund Nichterrei- chens der Mindestgrenze des versicherten Verdienstes von Fr. 500.-- abgelehnt. Eine dagegen von A.____ erhobene Einsprache wies das Kantonale Amt fü r Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) mit Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2018 ab. I n der Begründung wurde zusam- menfassend ausgeführt, dass sich aus den Akten eindeutig e rgebe, dass der Versicherte vor der Anmeldung zum Leistungsbezug eine arbeitgeberäh nliche Stellung inngehabt habe. So ha- be er als Geschäftsführer eines Bergrestaurants gearbeit et und habe die entsprechenden Ge- schicke und Entscheidungen uneingeschränkt selbst steuern bzw. treffen können. Entspre- chend seien an den Beweis des Lohnflusses erhöhte Anford erungen zu stellen. Aufgrund der Akten sei es dem Versicherten nicht möglich, den Lohnfl uss für seine Beschäftigung bei der B.____ GmbH zu beweisen. Vorliegend würden sich die ei ngereichten Unterlagen an verschie- denster Stelle widersprechen und vom Versicherten gehe e in grosses Missbrauchspotenzial betreffend den Bezug der Arbeitslosenentschädigung aus. B. Gegen den Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2018 er hob A.____ mit Eingabe vom 20. Oktober 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-La ndschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte unter o/e -Kostenfolge die Aufhebung des an- gefochtenen Entscheids. In der Begründung legte er dar , dass er vom 1. Januar 2016 bis 31. Juli 2016 als Geschäftsführer mit einem Monatslohn von Fr. 5‘000.-- plus 13. Monatslohn für C.____ gearbeitet habe. Die jeweiligen Löhne seien pünktlich bezahlt worden. Er habe an- schliessend weiter in der B.____ GmbH als Geschäftsführe r für den neuen Inhaber D.____ ge- arbeitet. Ein schriftlicher Arbeitsvertrag habe erst per 1. Dezember 2017 vorgelegen. Das Ar- beitsverhältnis sei per 31. Mai 2018 gekündigt worden . In der Zeit vom 1. Dezember 2017 bis 31. März 2018 habe die B.____ GmbH unter seiner Führ ung das Bergrestaurant E.____ in Z.____ geführt. Gestützt auf die von ihm eingereichten Bankunterlagen führte er weiter aus, dass ihm ab Juli 2017 bis Mai 2018 insgesamt Lohn von F r. 48‘643.-- ausbezahlt worden sei. Es sei nicht unüblich, dass Mitarbeitende in der Gastrono miebranche den Lohn nur in Teilzah- lungen und auch verspätet erhalten würden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Dezember 2018 schlo ss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. In der Begründung legte sie klärend dar, dass kein Anspruch Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufgrund einer arbeitgeberähnlichen Stellung besteh e und darüber hinaus auch kein Anspruch gegeben sei, da es am Nachweis des Lohnflusses fehle. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. Gegen stand des vorliegenden Verfahrens ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung ab 8. Juni 2018. Massge- bend für diese Beurteilung sind die tatsächlichen Verh ältnisse bis zum Erlass des Einsprache- entscheids am 20. Oktober 2018. 2. Vorweg ist auf die folgenden verfahrensrechtlichen G rundsätze hinzuweisen: Der Sozi- alversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben der Sozi- alversicherungsträger (gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) u nd das kantonale Versiche- rungsgericht (Art. 61 lit. c ATSG) von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Gru ndsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspfli chten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Der Untersuchungs grundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen daher die Parteien in der Regel eine Beweislast nur i nsofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sach- verhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel grei ft allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatze s auf Grund einer Beweiswürdi- gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest di e Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b mit Hi nweisen). Im Sozialversicherungspro- zess gilt ferner der Grundsatz der freien Beweiswürdigung . Danach haben die Sozialversiche- rungsträger und das kantonale Versicherungsgericht die B eweise frei und ohne Bindung an förmliche Beweisregeln umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfah- ren hat dies zur Folge, dass das Versicherungsgericht all e Beweismittel – unabhängig davon, von wem sie stammen – objektiv zu prüfen und danach zu ent scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Weiter dür- fen die Sozialversicherungsträger als verfügende Instanz bezi ehungsweise im Beschwerdefall das kantonale Versicherungsgericht eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Der Entscheid ist im Sozialversicherungsprozess, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei sgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Vielmehr ist jener Sachverha ltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste zu würdigen ist (BGE 115 V 142 E. 8b). 3.1 Zwischen den Parteien ist einerseits umstritten, ob d er Beschwerdeführer bei der B.____ GmbH eine arbeitgeberähnliche Stellung inneha tte bzw. immer noch innehat, weshalb sein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung abgelehnt werden müsste. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2.1 Personen mit Gesellschafts- oder sonstiger finanzie ller Beteiligung am Betrieb oder in Leitungsfunktion haben gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AV IG) vom 25. Juni 1982 keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. In BGE 123 V 234 E. 7b/bb entschied das Bundesge- richt, dass Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG, obwohl diese Besti mmung ihrem Wortlaut nach nur auf Kurzarbeitsfälle zugeschnitten ist, auch im Bereich der Ar beitslosenentschädigung nach Art. 8 ff. AVIG analog anwendbar ist. Der Leistungsausschluss ist dabei absolut zu verstehen, das heisst, es besteht keine Möglichkeit, den betroffenen Pe rsonen im Einzelfall Leistungen zu ge- währen (BGE 126 V 136 E. 5a). Besteht das Unternehmen nach dem Austritt der versicherten Person weiter, verliert die versicherte Person aber mit der Kündigung auch endgültig jene Ei- genschaft, wegen der sie nach Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG vom Anspruch ausgenommen wäre, steht einem Anspruch nichts im Wege. Eine andere Situation liegt dann vor, wenn die versicher- te Person nach der Entlassung ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Unternehmen beibehält und dadurch die Entscheidung des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen kann. Wird die unternehm erische Dispositionsfreiheit, das Un- ternehmen jederzeit zu reaktivieren und sich bei Bedarf erneut als Arbeitnehmer oder als Ar- beitnehmerin einzustellen, erhalten, läuft dies auf d ie rechtsmissbräuchliche Umgehung von Art. 31 Abs. 2 lit. c AVIG hinaus. Die Regelung trägt insbesondere dem Umstand Rechnung, dass der Arbeitsausfall arbeitgeberähnlicher Personen p raktisch nicht kontrollierbar ist, da sie ihn aufgrund ihrer Stellung bestimmen oder massgebli ch beeinflussen können (BGE 123 V 238 E. 7b/bb). 3.2.2 Die arbeitgeberähnliche Stellung kann auf drei Gründen beruhen: Auf der Eigenschaft als Gesellschafter, auf einer finanziellen Beteiligung am Betrieb oder auf der Teilhabe an der Betriebsleitung. Was insbesondere die Teilhabe an der Betriebsleitung betrifft, fallen nicht nur die formellen Organe eines Arbeitgebers unter den Beg riff des Mitglieds eines obersten, be- trieblichen Gremiums. Es ist vielmehr von einem materie llen Organbegriff auszugehen, wonach jeweils im Einzelfall zu prüfen ist, welche Entscheidungsbefugnisse der betroffenen Person auf- grund der betrieblichen Struktur tatsächlich zukommen ( BGE 122 III 227 E. 4b, 114 V 214). Massgebend ist die faktische Einflussmöglichkeit im konkreten Betrieb. Die Grenze zwischen einem obersten betrieblichen Entscheidgremium und der unteren Führungsebene lässt sich dabei nicht alleine anhand formaler Kriterien beurte ilen. Insbesondere kann etwa aus der Pro- kura noch nichts Zwingendes hinsichtlich der Stellung und ihrer Einflussmöglichkeit innerhalb des fraglichen Betriebs abgeleitet werden, weil damit nur die Verantwortlichkeiten im Aussen- verhältnis betroffen werden. So ist beispielsweise ein Vizedirektor, der in organisatorischer Hin- sicht als Fachspezialist oder als Ressortchef fungiert, trot z seiner hierarchischen Stellung an- spruchsberechtigt, da ihm im internen Verhältnis eine nu r beschränkte Entscheidungsbefugnis zukommt (BGE 120 V 527). Zu verweisen ist in diesem Zusam menhang auch auf das Beispiel eines einzelzeichnungsberechtigten Direktors eines Geldi nstituts, dem die Anspruchsberechti- gung ebenfalls zuerkannt worden war, weil ihm hinsichtl ich der eigentlichen Geschäftsführung keine Kompetenzen zugestanden worden waren und er im Kern lediglich für den Aufbau der internen Vermögensverwaltung zuständig gewesen war (vgl . Entscheid des Sozialversiche- rungsgerichts Zürich vom 16. Dezember 2009, AL 2009.00053). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2.3 Zu beachten bleibt umgekehrt, dass bei kleineren Betrieben mit wenig ausgeprägten Organisationsstrukturen unter Umständen ein massgebender Einfluss auf die Entscheidungen eines Unternehmens auch ohne formelle Zeichnungsberech tigung und ohne Handelsregis- tereintrag möglich ist. In jenen Einzelfällen muss ein e tatsächliche und insbesondere immer auch massgebende Einflussnahme (vgl. Art. 31 Abs. 3 li t. c AVIG) allerdings konkret nachge- wiesen werden können. Das EVG bejahte beispielsweise eine arbeitgeberähnliche Stellung des im väterlichen Baugeschäft mitarbeitenden Sohnes, der j eweils Offerten für Baumeisterarbeiten erstellt, Aufträge für Bankbürgschaften erteilt und a uch eine Kündigung eines leitenden Mitar- beiters ausgesprochen und Arbeitgeberbescheinigungen zu Handen der zuständigen Arbeitslo- senkasse ausgestellt hatte (Urteil des Eidgenössischen Versi cherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 27. August 2003, C 273/01, E. 4). 3.3.1 Die Beschwerdegegnerin hält in der Vernehmlassun g vom 14. Dezember 2019 in Ziff. 7 an ihrer Auffassung fest, wonach der Beschwerd eführer auch nach dem offiziellen Erlö- schen der Zeichnungsberechtigung in der B.____ GmbH f ederführend gewesen sei. Aufgrund der Akten und der gemachten Ausführungen sei erwiesen, dass er in der Firma faktisch als Ge- schäftsführer tätig gewesen sei und damit eine arbeit geberähnliche Stellung innegehabt habe. Daran vermöge auch der fehlende Eintrag im Handelsre gister nichts zu ändern, weil die tat- sächlichen Gegebenheiten die arbeitgeberähnliche Stell ung des Beschwerdeführers eindeutig und klar beweisen würden. Die Anspruchsberechtigung des B eschwerdeführers sei daher ge- stützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. c AVIG abzulehnen. 3.3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er als Ge schäftsführer für die B.____ GmbH gearbeitet habe. Diese Stellung habe schon per se eine bestimmte, geschäftsführende Bedeutung. Der Geschäftsführer vertrete die Interessen der Aktionäre, Besitzer oder Gesell- schafter im besten Sinne der kaufmännischen Führung. Trot z allem seien Geschäftsführer aber als Angestellte zu bewerten. Er sei ja weder im Hande lsregister eingetragen noch weisungsbe- rechtigt gewesen. Er habe sich täglich mit D.____ abge sprochen. Nur nach Instruktion durch den Arbeitgeber bzw. D.____ habe er betriebswichtige T ätigkeiten ausgeführt. Es liege in der Logik und Natur der geschäftsführenden Position, dass n otwendige Tätigkeiten auch sofort durch ihn hätten geregelt werden dürfen. 3.4.1 Zwischen den Parteien ist die Position des Beschwer deführers innerhalb der B.____ GmbH umstritten. Da aus den Akten aber auch andere Unt ernehmen hervorgehen, die in Zu- sammenhang mit der Frage des Arbeitsverhältnisses, des Arbeitgebers und der Entrichtung des Lohnes in Erscheinung getreten sind, sind diese nachfolg end ebenfalls in die Erwägungen mit- einzubeziehen. 3.4.2 Der Beschwerdeführer war vom 7. September 2009 bis zur Löschung am 12. Novem- ber 2015 Inhaber der Einzelfirma F.____. Zweck dieser Firma war die Vornahme von Verwal- tungen und Beratungen für die Hotellerie (https://ww w.easymonitoring.ch [letztmals aufgerufen am 17. April 2019]). Aus den von ihm eingereichten Ste uerveranlagungen geht hervor, dass er im 2015 unter Hinweis auf die F.____ als Selbständiger werbender Einkommen deklarierte (act. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 130). Am 31. Juli 2015 liess der Beschwerdeführer die B.____ GmbH ins Handelsregister ein- tragen, wobei er alleiniger Gesellschafter und Geschäf tsführer mit Einzelunterschrift war (act. 262). Der Zweck der B.____ GmbH ist gemäss Handelsregister eintrag unter anderem die Füh- rung und der Betrieb von Restaurant- und Hotellerie- Gaststätten sowie die Erbringung von Dienstleistungen aller Art in den Bereichen Bankett und Partyservice sowie Verwaltung, Bera- tung und vorübergehende Führung von Hotels (act. 262) . Am 27. November 2015 übertrug er alle Stammanteile an der B.____ GmbH an C.____ (act. 263). Der Beschwerdeführer führt dazu aus, dass er die Stammanteile der B.____ GmbH inklusive d er von der B.____ GmbH gemiete- ten Hotels G.____, H.____ sowie I.____ an C.____ verkau ft habe. Gemäss weiteren Ausfüh- rungen des Beschwerdeführers habe C.____ diese drei Bet riebsstätten in die ihm und J.____ gehörende K.____ AG bzw. L.____ GmbH übergeführt. Ge mäss aktuellem Internetauftritt wird das Hotel H.____ noch heute von der L.____ GmbH und der M.____ AG geführt (https://www.hotel-H.____.ch [letztmals aufgerufen a m 23. April 2019]). In der Zeitspanne vom 1. Januar 2016 bis 28. Februar 2017 war C.____ allei niger Gesellschafter und Geschäftsführer der B.____ GmbH. C.____ seinerseits übertrug die Sta mmanteile an der B.____ GmbH am 13. April 2017 an die N.____ GmbH, die neu einzige Gesell schafterin der B.____ GmbH wurde. Auch die N.____ GmbH hat ihren Geschäftsbereich in der Gastronomie (act. 260). D.____, der zugleich alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer der N.____ GmbH ist, wurde Geschäfts- führer der B.____ GmbH (act. 260). Gleichzeitig wurde n Aktiven der B.____ GmbH im Betrag von Fr. 60‘000.-- auf die L.____ GmbH übertragen. Die L.____ GmbH ist ein Unternehmen, das ebenfalls im Gastronomiebereich tätig ist und als Zweck de n Betrieb und die Führung von Gastgewerbebetrieben, insbesondere von Hotels und Restau rants, die Ausführung von Cate- rings und von Logistikdienstleistungen, den Handel mit so wie die Produktion und den Vertrieb von Lebensmitteln hat. Gesellschafter dieses Unternehmens sind unter anderem die K.____ AG und C.____ (https://www.zefix.ch [letztmals aufgerufen am 18. April 2019]). Die K.____ AG ist auch in der Gastronomie tätig. O.____ und J.____ sind als zeichnungsberechtigte Personen eingetragen (https://www.zefix.ch [letztmals aufgerufen am 25. April 2019]). Weiter geht aus den Akten die M.____ AG hervor. Die M.____ AG bietet Dienstleistungen im Bereich Buchhal- tung, Treuhand, Personaladministration, Einkaufsorgani sation, IT-Dienstleistungen für ver- schiedene Unternehmungen sowie Produktion von und Handel mit Waren aus dem Gastrono- miebereich an. Eingetragene Personen sind unter ande rem J.____, O.____ und C.____ (https://www.zefix.ch [letztmals aufgerufen am 23. April 2019]). Ebenfalls in Erscheinung tritt die P.____ GmbH. Einziger Gesellschafter und Geschäftsführe r der sich seit dem 1. April 2018 in Liquidation befindenden P.____ GmbH in Liquidation ist Q.____ (https://www.shabex.ch [letzt- mals aufgerufen am 23. April 2019], vgl. auch act. 3 59). Aus den Mitteilungen des Handelsre- gisters vom 29. März 2016 geht hervor, dass sich das Domizil dieser Firma zwischenzeitlich an der gleichen Adresse wie dasjenige der B.____ GmbH befand. 3.5 Die Aktenstücke und Handelsregistereinträge zeigen, dass der Beschwerdeführer we- der im Zeitraum der Beitragsrahmenfrist vom 8. Juni 2 016 bis 7. Juni 2018 noch nach der An- meldung zum Bezug von Arbeitslosenleistungen am 8. Juni 2018 formelles Organ der B.____ GmbH war. Auch bezüglich der anderen Firmen, die vorlie gend in irgendeiner Art und Weise beteiligt sind oder in den Akten als mögliche Arbeitge ber Erwähnung gefunden haben, ist keine formelle Organstellung des Beschwerdeführers ausgewiesen, denn der Beschwerdeführer war Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht im entsprechenden Zeitraum bei keinem dieser Unternehm en Gesellschafter oder Geschäfts- führer mit Eintrag im Handelsregister. Dies wird von de r Beschwerdegegnerin auch nicht be- hauptet. 3.6 Zu klären ist, ob der Beschwerdeführer faktisches Orga n der B.____ GmbH war bzw. ist: Für die Zeitspanne vom 1. Januar 2016 bis 31. Juli 2016 kann gestützt auf die vorliegenden Akten nicht zuverlässig beurteilt werden, ob der Beschw erdeführer auf den Geschäftsgang der B.____ GmbH Einfluss nehmen konnte. Ausgehend von den Kontoauszügen ist lediglich aus- gewiesen, dass der Beschwerdeführer von der P.____ Gmb H Geld erhielt, das er selbst als Lohn bezeichnet (vgl. dazu Erwägung 5.3 hiernach). Auch in der Zeitspanne vom 1. August 2016 bis 28. Febr uar 2017 kann die Frage, ob der Be- schwerdeführer faktisches Organ der B.____ GmbH war, zum jetzigen Zeitpunkt nicht rechts- genüglich beantwortet werden. Aufgrund der Lohnauswei se und gestützt auf die Angaben in seinem Lebenslauf (act. 5) ist davon auszugehen, dass der B eschwerdeführer in diesem Zeit- raum als Projektmanager für das Hotel H.____ arbeitete . Ob er das Hotel H.____ leitete und darüber hinaus aufgrund der innerbetrieblichen Struktur der B.____ GmbH sowie des Geflechts zwischen B.____ GmbH, M.____ AG und L.____ GmbH auch En tscheidungsbefugnisse hatte, die ihm bei diesen Firmen die Macht eines faktischen Or ganes eingeräumt hätten, ist unklar. Gegen einen massgebenden innerbetrieblichen Einfluss d es Beschwerdeführers auf die Ge- schicke der B.____ GmbH sprechen jedenfalls die beiden E -mails von C.____ und von O.____ vom 10. bzw. vom 9. Juli 2018 (act. 52 f.). Daraus geht hervor, dass der Beschwerdeführer von August 2016 bis Februar 2017 bei der L.____ GmbH bzw. über die B.____ GmbH bei der Un- terfirma M.____ AG angestellt gewesen war. Zu klären bleibt das Vorliegen einer faktischen Organste llung des Beschwerdeführers in der B.____ GmbH für die Zeit nach deren Übernahme durch die N.____ GmbH. Wie dort die Machtverhältnisse aufgeteilt waren, ist ebenfalls unklar. In den Akten finden sich zwei Vollmach- ten: Mit der Vollmacht vom 1. Mai 2017 erteilte D.___ _ seinem Vater R.____ für die N.____ GmbH und die B.____ GmbH eine Generalvollmacht (act. 292). Mit der Vollmacht vom 1. No- vember 2017 bevollmächtigte R.____ den Beschwerdeführ er, damit dieser für die B.____ GmbH kaufmännische Tätigkeiten ausführen darf (act. 293). Ausgehend vom Umfang der zwei- ten Vollmacht liegt der Schluss nahe, dass der Beschwerd eführer auch nach der Übernahme durch die N.____ GmbH nicht massgebend über die Geschicke der B.____ GmbH mitentschei- den konnte. Der Beschwerdeführer selbst führt aus, dass er sich mit D.____ jeweils – ausser in zeitlich dringenden Fragen – habe absprechen müssen. Er stellt ist einzig, dass der Beschwer- deführer ab Juli 2017 für das Restaurant E.____, das vo n der B.____ GmbH betrieben wurde, als Geschäftsführer tätig war. Auch wenn der Beschwerdeführer die Geschicke des Restaurants E.____ weitgehend selbst bestimmen konnte, war er Ange stellter der B.____ GmbH. Allein auf- grund der Tätigkeit als Geschäftsführer ist die massgebe nde Einflussnahme auf den Ge- schäftsgang der B.____ GmbH jedenfalls noch nicht konkret nachgewiesen. Entscheidend dürf- te auch sein, ob das Restaurant E.____ die einzige Betri ebsstätte der B.____ GmbH bzw. der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht N.____ GmbH war oder ob das Unternehmen noch andere G eschäftszweige führte. Letztlich sind hier aber ebenfalls weitere Abklärungen angezeigt, denn zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich nicht rechtsgenüglich beurteilen, ob eine faktische Organ stellung im Zeitpunkt bestand bzw. auch über die Kündigung hinaus weiter andauerte. 3.7 Der Nachweis der arbeitgeberähnlichen Stellung de s Beschwerdeführers in der B.____ GmbH ist zum jetzigen Zeitpunkt für keine der drei unte rschiedlichen Phasen erbracht. Zur Ab- klärung der betrieblichen Struktur der B.____ GmbH, zur Entscheidungsgewalt innerhalb der Firma (oder derjenigen Firmen, die dem Beschwerdefüh rer Lohn überwiesen) und zu den Ein- flussmöglichkeiten des Beschwerdeführers auf die Firmengesc hicke sind Erkundigungen bei Q.____, bei C.____ und O.____ sowie bei D.____ und R .____ einzuholen. Die E-mailadresse des Beschwerdeführers ist jedenfalls kein Beweis für eine Organstellung. Wenn die Beschwer- degegnerin den Anspruch gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. c AVIG ablehnen will, hat sie gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz die notwendigen Erkundigu ngen und Belege einzuholen, um die massgebende Einflussnahme des Beschwerdeführers bei se inem letzten Arbeitgeber konk- ret nachzuweisen. Die Folgen der Beweislosigkeit trägt h ier die Beschwerdegegnerin, da sie aus dem Umstand der Organeigenschaft die Anspruchsberechtig ung des Beschwerdeführers ablehnen will. 4.1 Zwischen den Parteien ist zudem umstritten, ob der B eschwerdeführer die Beitragszeit gemäss Art. 13 Abs. 1 AVIG erfüllt hat. 4.2.1 Die versicherte Person hat nur dann Anspruch auf Ar beitslosenentschädigung, wenn sie die Beitragszeit erfüllt hat (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit . e AVIG in Verbindung mit Art. 13 AVIG). Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitragszeit von zwei Jahren (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung au sgeübt hat (vgl. AVIG-Praxis ALE, Ar- beitsmarkt und Arbeitslosenversicherung [TC] [AVIG-Praxis] Rz. B143). 4.2.2 Art. 13 Abs. 1 AVIG setzt somit den Nachweis einer beitragspflichtigen Beschäftigung voraus. Nach Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG ist für die Arb eitslosenversicherung beitragspflichtig, wer nach dem Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlasse nenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 obligatorisch versichert und für Einkom men aus unselbständiger Tätigkeit beitragspflichtig ist, d.h. massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG bezieht (BGE 122 V 251 E. 2b mit Hinweisen). Die Beitragspflicht e iner versicherten unselbständig erwerben- den Person entsteht mit der Leistung der Arbeit. Beit räge sind indessen erst bei Realisierung des Lohn- oder Entschädigungsanspruchs geschuldet (BGE 111 V 166 f. E. 4a und b). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist im Rahmen des Art. 13 Abs. 1 AVIG deshalb vorausge- setzt, dass die versicherte Person effektiv eine beitragspf lichtige Beschäftigung ausgeübt und der Arbeitgeber für diese Beschäftigung tatsächlich a uch einen Lohn entrichtet hat (BGE 128 V 190 E. 3a/aa; Urteil des EVG vom 28. Februar 2003, C 127/02, E. 1). In BGE 131 V 444 ff. prä- zisierte das EVG, die bisherige Rechtsprechung sei nicht in dem Sinne zu verstehen, dass eine beitragspflichtige Beschäftigung überhaupt nur dann zur Bildung von Beitragszeiten führe, wenn und soweit der Nachweis tatsächlicher Lohnzahlungen erbrach t worden sei. Unter dem Ge- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichtspunkt der erfüllten Beitragszeit sei die faktische Au sübung einer beitragspflichtigen Be- schäftigung während der geforderten Dauer die einzige Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (BGE 113 V 352 f.). Dem Nach weis tatsächlicher Lohnzahlung komme deshalb nicht der Sinn einer selbständigen Ansp ruchsvoraussetzung zu, wohl aber je- ner eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter U mständen ausschlaggebenden Indizes für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigu ng (BGE 131 V 453 E. 3.3). Das im Ge- setz zwar nicht ausdrücklich genannte, nach ständiger Recht sprechung aber massgebliche Er- fordernis der genügenden Überprüfbarkeit der beitrags pflichtigen Beschäftigung diene der Ver- hinderung von Missbräuchen (Urteil des EVG vom 29. Dezem ber 2005, C 258/04, E. 3.2 mit Hinweis). Fehle es am Nachweis einer tatsächlich ausgeüb ten unselbständigen Tätigkeit, sei das Anspruchserfordernis nach Art. 8 Abs. 1 lit. e AVI G und Art. 13 AVIG nicht gegeben. Dies gelte auch dann, wenn als Lohn bezeichnete oder auf e in als solches bezeichnetes Lohnkonto erfolgte Zahlungen des Arbeitgebers bestehen würden. D ieser Umstand bilde eben nur, aber immerhin, ein bedeutsames Indiz für eine beitragspfli chtige Beschäftigung (BGE 131 V 451 E. 3.2.2). 4.2.3 In zwei weiteren Urteilen (C 83/06 vom 18. Augu st 2006 und C 111/06 vom 6. März 2007) hat die höchstrichterliche Rechtsprechung schliesslich präzisierend festgehalten, dass – soweit eine beitragspflichtige Beschäftigung nachgewiesen, der exakt ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben sei – eine Korrektur über den versiche rten Verdienst zu erfolgen habe (Urteil des EVG vom 18. August 2006, C 83/06, E. 2.2 mit Hin weis auf BGE 131 V 451 E. 3.2.3). Was die Einkommenshöhe betreffe, habe sich die mangelnde Bestimmbarkeit der Lohnhöhe diesfalls grundsätzlich zu Ungunsten der versicherten Person auszuwirk en (Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2007, C 111/06, E. 3.4). Als versicherter Ve rdienst gilt der im Sinne der AHV- Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraumes aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise erzielt wurde; eingeschlossen sind die vertraglich vereinbarten regelmässigen Zulagen, soweit sie nicht Ent schädigung für arbeitsbedingte Inkon- venienzen darstellen (Art. 23 Abs. 1 Satz 1 AVIG). Der Verdienst gilt nicht als versichert, wenn er eine Mindestgrenze von monatlich Fr. 500.-- nicht err eicht (Art. 23 Abs. 1 Satz 3 AVIG i.V.m. Art. 40 der Verordnung über die obligatorische Arbeit slosenversicherung und die Insolvenzent- schädigung [AVIV] vom 31. August 1983). Praxisgemäss ist b ei der Ermittlung des versicherten Verdienstes der im Bemessungszeitraum tatsächlich erzielte Lohn massgebend; eine davon abweichende Lohnabrede zwischen Arbeitgeber und Arbeit nehmer hat grundsätzlich unbeacht- lich zu bleiben (BGE 131 V 450 f. E. 3.2.1, mit Hinweisen). 4.2.4 Bei Personen, die vor ihrer Arbeitslosigkeit eine arbeitgeberähnliche Stellung innehat- ten, hat die Arbeitslosenkasse näher zu prüfen, ob diese tatsächlich einen Lohn bezogen haben (AVIG-Praxis, Rz. B32 und B146). Lassen sich in Fällen, die weitergehende Abklärungen be- dingen, Bank- oder Postbelege beibringen, ist damit de r Lohnfluss und die Ausübung einer bei- tragspflichtigen Beschäftigung in der Regel nachgewie sen (AVIG-Praxis ALE A1, Rz. B147). Wurde der Lohn bar bezogen, können das bei der Steuerverwaltung mit Lohnausweis deklarier- te Einkommen, Lohnquittungen oder durch ein Treuhand büro geführte Geschäftsbücher in Ver- bindung mit einem entsprechenden individuellen Kontoau szug der AHV als Nachweis für den Lohnbezug akzeptiert werden. Widersprechen die genann ten Beweismittel dem IK-Auszug, so Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist für die Bestimmung des versicherten Verdienstes vom geringeren Betrag auszugehen. Es ist denkbar, dass die versicherte Person, welche den Lohn bar bezogen hat, durch eine Kombina- tion von anderen Beweismitteln den Lohnfluss nachzuweisen vermag. Der Lohnfluss lässt sich aber zum Beispiel allein durch eine Lohnabrechnung, e ine Lohnquittung, einen Arbeitsvertrag, eine Kündigungsbestätigung oder eine Lohnforderungse ingabe im Konkurs nicht nachweisen. Solche Dokumente stellen lediglich Parteibehauptungen dar, über deren Wahrheitsgehalt nie- mand ausser der versicherten Person, die ja eine arbeitgeberähnliche Stellung innehatte, selbst Angaben machen kann. Ergeben sich aufgrund der einger eichten Belege keine klaren Rück- schlüsse auf die in der fraglichen Zeit effektiv ausbezah lten Löhne, liegt Beweislosigkeit zulas- ten der versicherten Person vor, womit ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung infolge fehlender Beitragszeit verneint werden muss. 4.3.1 Zu klären gilt es somit nachfolgend, ob der Beschwe rdeführer innerhalb der für ihn massgebenden Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 8. Juni 2016 bis 7. Juni 2018 eine bei- tragspflichtige Beschäftigung von mindestens zwölf Monat en nachweisen kann und – bejahen- denfalls – der erzielte versicherte Verdienst die Minde stgrenze von monatlich Fr. 500.-- erreicht hat. 4.3.2 Vorab ist zu prüfen, in welchen Arbeitsverhältnisse n der Beschwerdeführer in der Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 8. Juni 2016 bis 7. Juni 2018 tatsächlich stand. Im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung gab der Beschwerdeführer a n, dass er durchgehend vom 1. Januar 2016 bis 31. Mai 2018 bei der B.____ GmbH angestellt gewesen sei (act. 22). Dies beschrieb er anschliessend auch so in seiner Einsprache v om 9. August 2018 (act. 297) gegen die Verfügung vom 27. Juli 2018. Die vorliegende Arb eitgeberbescheinigung bestätigt diese Angaben jedoch nicht, denn daraus geht hervor, dass der Beschwerdeführer vom 1. Januar 2016 bis 31. Juli 2016 und vom 1. Juli 2017 bis 31. Mai 2018 Angestellter der B.____ GmbH war (act. 26 f. bzw. 60 f.). Des Weiteren liegen zwei Arbeitsverträge bei den Akten, wobei bei beiden die B.____ GmbH als Arbeitgeberin auftritt. D er eine betrifft den Zeitraum ab 1. Januar 2016 und datiert vom 10. Februar 2016 (act. 57 bzw. 2 38 f.). Der Beschwerdeführer hält in sei- ner Beschwerde fest, dass dieses Arbeitsverhältnis per 31. Juli 2016 ordentlich und korrekt auf- gelöst worden sei. Der andere Arbeitsvertrag datiert vom 12. Dezember 2017 und gilt ab 1. De- zember 2017 (act. 2 f., 237 bzw. 343). Ausserdem existier t eine schriftliche Kündigung, aus der hervorgeht, dass die B.____ GmbH das Arbeitsverhältnis pe r 31. Mai 2018 kündigt (act. 1). Dem IK-Auszug sind sodann durchgehend von Januar 2016 b is Februar 2017 gemeldete Ein- kommen zu entnehmen (act. 211). Im IK-Auszug sind als Arb eitgeber nicht die B.____ GmbH, sondern das Hotel H.____ und das Restaurant E.____ ver zeichnet. Auf dem Lohnkontoblatt 2016 wiederum sind sowohl die B.____ GmbH als auch das Hotel H.____ vermerkt (act. 28). Bei den Akten liegen sodann verschiedene Lohnausweise: De r Lohnausweis vom 15. September 2016 für die Zeitdauer vom 1. Januar 20 16 bis 31. Juli 2016 ist von der B.____ GmbH, vom Beschwerdeführer sowie vom Hotel H.____ ausge stellt worden (act. 102). Die Lohnausweise vom 9. Juli 2018 für die Zeitspanne vom 1. A ugust 2016 bis 31. Dezember 2016 und vom 1. Januar 2017 bis 28. Februar 2017 sind vom Ho tel H.____ ausgestellt worden (act. 345 f.). Darüber hinaus gibt es einen weiteren Lohnau sweis für die Zeitspanne vom 1. August Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2016 bis 31. Dezember 2016, der aber vom Hotel H.____ , O.____, gezeichnet ist (act. 101). In der Steuererklärung 2016 gab der Beschwerdeführer das Einkommen gemäss den beiden Lohnausweisen des Hotel H.____ für das Jahr 2016 an (act. 101 ff.). Weiter liegen zwei E-mails bei den Akten: Darin halten O.____ und C.____ am 9. bzw. 10. Juli 2018 fest, dass eine Anstel- lung des Beschwerdeführers ab August 2016 bis Februar 2 017 über die B.____ GmbH bei der Unterfirma M.____ AG bzw. bei der L.____ GmbH bestand en habe (act. 52). Den Akten liegt zudem der Kontoauszug der Pensionskasse bei. Für den Zeit raum vom 1. August 2016 bis 28. Februar 2017 ist gemäss Kontoauszug vom 16. Juli 2018 (act . 207 f. und 203 f.) erstellt, dass die L.____ GmbH, Hotel H.____, bei der Pensionskasse ein en Lohn von Fr. 27‘084.15 (1. Au- gust 2016 bis 31. Dezember 2016) und von Fr. 10‘834.-- (1. Januar 2017 bis 28. Februar 2017) abrechnete. Vorher und nachher wurde aber bei der Pensionskasse – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – kein Lohn gemeldet. Ab März 2017 finden sich lediglich eine Zinsgut- schrift, aber keine Einzahlungen mehr. Per 18. Mai 2018 erfolgte die Schlussrechnung und die Austrittsleistung wurde an eine Freizügigkeitseinrichtun g überwiesen (act. 206). Für den Zeit- raum ab 1. Juli 2017 bis 31. Mai 2018 existieren zudem L ohnabrechnungen des Restaurant E.____ (act. 329-339) sowie ein Eintrag im IK-Auszug üb er Fr. 26‘000.-- für den Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2017 (act. 211). Ausserdem gibt es einen Auszug aus dem Lohnkonto von Januar 2018 bis Mai 2018 über einen Bruttolohn vo n Fr. 70‘416.65, ebenfalls ausgestellt vom Restaurant E.____ (act. 31). 4.4 Aufgrund der Akten sind die Verhältnisse für die Z eitspanne vom 1. Januar 2016 bis 30. Juni 2016 unklar. Es besteht zwar ein Arbeitsvertrag , aber bei der Pensionskasse wurde kein Lohn gemeldet. Im Zeitraum vom 1. August 2016 bis 28. Februar 2017 ist aufgrund der Bestätigung von C.____ davon auszugehen, dass der Beschwerd eführer über die B.____ GmbH bei der L.____ GmbH bzw. der M.____ AG in einem Arbeitsverhältnis stand und beim Hotel H.____ tätig war. Das Hotel H.____ gehört zu de n Hotels, die sich im Portfolio der L.____ GmbH befindet. Es wird von der M.____ AG gemanagt. Di e Angaben gegenüber der Pensions- kasse stimmen mit den Angaben von C.____ und O.____ über ein. Der Beschwerdeführer be- hauptet weiter, er habe auch vom 1. März 2017 bis 30. Juni 2017 für die B.____ GmbH gearbei- tet. Es liegen gar keine Unterlagen vor, die für diesen Zeitraum ein Arbeitsverhältnis belegen würden; es gibt weder einen Arbeitsvertrag noch Lohna usweise, Bankbelege oder Steuerunter- lagen, auch bei der Pensionskasse wurde kein Lohn gemeld et. In Bezug auf den Zeitraum zwi- schen dem 1. Juli 2017 und dem 31. Mai 2018 führt der Beschwerdeführer aus, dass er bereits ab Juli 2017 auf mündlicher Vertragsbasis für die neue n Inhaber der B.____ GmbH als Ge- schäftsführer und Projektmanager gearbeitet habe. In A nbetracht des Umstands, dass er be- reits ab Juli 2017 Einzahlungen auf seinem Bankkonto nachweisen kann, die mit dem Restau- rant E.____ zusammen hängen (vgl. dazu Erwägung 5.6. 1 hiernach), ist seine Erklärung, wo- nach er bereits vor dem 1. Dezember 2017 auf mündlich er Basis ab Juli 2017 für die B.____ GmbH gearbeitet und das Restaurant E.____ geleitet ha be, glaubwürdig. Trotz aller Unklarhei- ten liegen damit zum jetzigen Zeitpunkt bereits gewich tige Indizien dafür vor, dass der Be- schwerdeführer während mehr als 12 Monaten einer beitr agspflichtigen Beschäftigung nach- ging. Fraglich ist lediglich noch, ob er für seine Tätigkeiten Lohn enthielt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 In Bezug auf den Nachweis des tatsächlichen Lohnfl usses ist nochmals darauf hinzu- weisen, dass vorliegend strengere Anforderungen an dessen Nachweis zu stellen sind, falls beim Beschwerdeführer eine faktische Organstellung bei seiner letzten Arbeitgeberin überwie- gend wahrscheinlich nachgewiesen werden kann (vgl. dazu Erwägung 4.2.4 hiervor). 5.2 Der Beschwerdeführer führt aus, dass die Lohnzahlung en teilweise direkt auf sein Bankkonto überwiesen worden seien, teilweise sei der Loh nanspruch mit Zahlungen Dritter, die auf sein Konto erfolgt seien, verrechnet worden. Falsch ist die Behauptung der Beschwerde- gegnerin, der Beschwerdeführer habe angegeben, teilwe ise seien die Zahlungen gegen Quit- tungen in bar erfolgt. Diese Aussage betrifft nur di e Zahlungen an die übrigen Mitarbeiter (act. 275). 5.3 Gemäss Arbeitsvertrag vom 10. Februar 2016 müsste der Beschwerdeführer ab Janu- ar 2016 und damit in den ersten beiden beitragsrelevan ten Monaten Juni und Juli 2016 monat- lich netto Fr. 4‘232.55 von der B.____ GmbH erhalten haben (act. 239). Entgegen der Auffas- sung der Beschwerdegegnerin ist der Monat Juni 2016 ebe nfalls zu berücksichtigen. Vollstän- dige Bankbelege ab Januar 2016, die eine effektive Loh nzahlung in diesem Umfang Monat für Monat belegen würden, liegen nicht vor. Gestützt auf die bis heute eingereichten Bankunterla- gen ist jedoch erstellt, dass im Juni und im Juli 2016 insgesamt Fr. 12‘400.-- an Lohnzahlungen eingegangen sind, die teilweise mit „a conto Lohn Mai“ und mit „a conto Lohn Juni“ bezeichnet wurden (act. 159 ff. und 299 f.). Die mit Lohn Mai 2 016 bezeichneten Zahlungen übersteigen den im Mai geschuldeten Lohn, weshalb davon auszugehen ist, dass ein Teil dieser Zahlungen auch für den Juni oder den Juli 2016 bestimmt war. Ob im Monat August 2016 ebenfalls noch für die Beitra gsmonate Juni und Juli 2016 Lohnzah- lungen erfolgt sind, ist derzeit noch unklar, da den Akte n ein Bankkontoauszug für den Monat August 2016 fehlt. Grundsätzlich ist aber festzuhalten, dass der Lohnfluss für die Beitragsmona- te Juni und Juli 2016 nachgewiesen ist, fraglich ist einzi g die exakte Höhe. Zudem ist unklar, weshalb nicht die B.____ GmbH, sondern die P.____ Gmb H den Lohn überwies. Der Be- schwerdeführer äussert sich nicht dazu. Aus diesem Grund sind bei ihm sowie bei Q.____ bzw. der P.____ GmbH in Liquidation Erkundigungen dazu ein zuholen, welcher Zusammenhang zwischen der P.____ GmbH und der B.____ GmbH bestand un d warum die P.____ GmbH Lohn überwies. 5.4 Am 5. September 2016 ist auf dem Bankkonto des Beschw erdeführers eine Lohnüber- weisung von der B.____ GmbH im Betrag von Fr. 4‘717. 40 zu verzeichnen, die der Beschwer- deführer mit „Lohn“ bezeichnet (act. 65 bzw. 318 und 304 bzw. 302). Da dem Beschwerdeführer von der B.____ GmbH am 29. September 2016 erneut ein Betrag in der Höhe Fr. 4‘741.40 überwiesen wurde, ist davon auszugehen, dass es sich bei d er ersten Überweisung um den Augustlohn und bei der zweiten um den Septemberlohn h andelt (act. 64 bzw. 303). Damit ist sowohl für den September 2016 als auch August 2016 der Lohnfluss im Umfang von mindes- tens Fr. 4‘741.40 belegt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Für die Monate Oktober 2016, November 2016 und Febru ar 2017 fehlen die Bankauszüge, weshalb zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage für den Lohnfluss in diesen drei Monaten getrof- fen werden kann. Für die beiden Monate Dezember 2016 und Januar 2017 liegt ein Kontoaus- zug bei den Akten, der aber lediglich den Zeitraum zwischen dem 14. Dezember 2016 und dem 18. Januar 2017 abdeckt (act. 149). Daraus geht hervor , dass der Beschwerdeführer am 14. Dezember 2016 eine Gutschrift von Fr. 700.--, am 4. Jan uar 2017 von Fr. 1‘000.-- und am 13. Januar 2017 von Fr. 3‘729.50 erhielt. Unklar ist aber, wer die Gutschriften leistete. Da der Be- schwerdeführer im Zeitraum von Oktober 2016 bis Februar 2017 unbestrittenermassen in einem Arbeitsverhältnis stand und hinreichende Indizien vorlie gen, dass er auch in diesen Monaten Lohn bezog, sind auch in diesem Punkt weitere Abklärungen unerlässlich. Die Beschwerdegeg- nerin hat beim Beschwerdeführer die entsprechenden detaillierten Bankauszüge für die Monate Oktober, November, Dezember 2016 und Januar und Febr uar 2017 einzufordern oder sie hat bei der L.____ GmbH, der M.____ AG oder beim Hotel H.____ Kopien der Zahlungsanweisun- gen einzuholen. 5.5 Von März 2017 bis Juni 2017 sind keine Bankunterlage n vorhanden. Es handelt sich um die Zeit nach der Übernahme der B.____ GmbH durch die N.____ GmbH. Auch hier sind weitere Abklärungen angezeigt und beim Beschwerdeführe r sind die detaillierten Bankkonto- auszüge einzuholen. Zudem hat er dazu Stellung zu nehmen, was und für wen er in diesen Mo- naten arbeitete. 5.6.1 Für die Zeitspanne ab Juli 2017 führt der Besch werdeführer aus, dass er mit D.____ bzw. R.____ vereinbart habe, dass er mit den Einnahmen , die das Restaurant E.____ erzielt habe, seinen Lohnanspruch verrechnen dürfe. Gemäss Arbeit svertrag vom 1. Dezember 2017 beträgt der monatliche Nettolohn Fr. 4‘727.80 (act. 2). Für den Monat Juli 2017 liegen Bankbelege vor (act. 16 4 f. bzw. 314). Dabei findet sich eine Überweisung vom Verkehrsverein Z.____ vom 11. Juli 2017 für einen Apéro im Betrag von Fr. 358.-- sowie vom 31. Juli 2017 für vergessenen Wein im Betrag von Fr. 45.-- (act. 301). Zudem findet sich eine Überweisung in der Höhe von Fr. 2‘350 .-- von S.____, die mit Miete bezeichnet wurde. Der Beschwerdeführer sagt dazu, es sei Lohn. Im A ugust 2017 findet sich eine Gut- schrift über den Betrag von Fr. 1‘555.-- für eine Geb urtstagsfeier, überwiesen von der T.____ AG vom 16. August 2017 (act. 166 f. bzw. 312). Vom Besc hwerdeführer wird dies als Catering bezeichnet. Weiter findet sich eine Gutschrift der N.___ _ GmbH im Betrag von Fr. 300.-- vom 30. August 2017; der Zweck dieser Zahlung ist unbekannt . Für den Monat September 2017 zeigt sich aus den Bankunterlagen, dass T.____ AG am 6. S eptember 2017 für eine Konsuma- tion eine Überweisung von Fr. 560.50 tätigte (act. 1 68 bzw. 311). Dazu äussert sich der Be- schwerdeführer nicht. Im Oktober 2017 finden sich auf dem Kontoauszug (act. 1 69 f.) eine Überweisung im Betrag von Fr. 2‘000.-- von der K.____ AG mit dem Betreff L ohn AHV-Verzichtserklärung sowie drei weitere Überweisungen in der Gesamthöhe von Fr. 17‘0 00.--. Wer den letztgenannten Betrag mit welchem Grund auf das Konto des Beschwerdeführers ei nzahlte, ist nicht bekannt. Betref- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht fend die Einzahlung vom 11. Oktober 2017 vermerkt der Beschwerdeführer, dass es sich um Restlohn a conto handle. Im November 2017 findet sich auf dem Kontoauszug (act. 17 1 bzw. 309) am 14. November 2017 eine Einzahlung im Betrag von Fr. 690.-- vom C lub X.____, Betreff Übernachtung Früh- stück. Der Beschwerdeführer bezeichnet diese Einzahlung al s „E.____“. Im Dezember 2017 findet sich auf dem Kontoauszug (act. 173 bzw. 308) eine Vergütung Post vom 18. Dezember 2017 im Betrag von Fr. 1‘800.-- (Zweck unbekannt) und vom 29. Dezember 2017 von den Bergbahnen Z.____ AG im Betrag von Fr. 14‘710.--. De r Beschwerdeführer vermerkt dazu, dass diese Zahlung eine Vergütung an die B.____ GmbH g ewesen sei, die er a conto mit sei- nem Lohnanspruch verrechnet habe. Im Januar 2018 findet sich auf dem Kontoauszug (act. 174 f. bzw. 315 und 307) eine Einzahlung für ein Klas senlager im E.____ im Betrag von Fr. 4‘411.--. Vom Beschwerdeführer wird diese Überweisung als a conto Lohn bezeichnet. Auch der Betrag von Fr. 5‘000.--, der von den Bergbahnen Z.____ AG am 8. Januar 2018 auf das Konto des Beschwerdeführers überwiesen wurde, wird vom B eschwerdeführer als „verrechnet Lohn“ bezeichnet. Für den Februar 2018 gibt es einen Bankauszug, aber keine Überweisungen (act. 176 bzw. 316 f.). Im März 2018 gibt es einen Banka uszug (act. 177 bzw. 321), aus dem hervorgeht, dass der Beschwerdeführer von der Musikgesellscha ft Y.____ am 12. März 2018 Fr. 2‘810.-- für Übernachtungen erhielt. Der Beschw erdeführer bezeichnet die Überweisung als „E.____ a conto Lohn“. Im April 2018 ist ebenfalls e in Bankauszug vorhanden (act. 178 ff. bzw. 322). Diesem kann entnommen werden, dass der Beschwerde führer am 11. April 2018 vom Skiclub XY.____ den Betrag von Fr. 2‘362.-- überwiesen erhielt. Diese Überweisung bezeichnet der Beschwerdeführer erneut mit E.____. Am 24. April 2018 erhielt er von der Bergbahnen Z.____ AG Fr. 10‘000.--. Dazu führt der Beschwerdeführ er aus, dass es sich um „Abfindung verrechnet mit Lohn“ handle. Für den Monat Mai 2018 ist ebenfalls ein Bankauszug vorhanden (act. 181 ff. bzw. 328 und 325 f.). Daraus geht hervor, dass der Beschwerdeführer am 22. Mai 2018 von der N.____ GmbH den Betrag von Fr. 3‘000.-- erhielt. Dies bezeichnet der Beschwerdeführer als Teillohn. Am 25. Mai 2018 erhielt er von der N.____ GmbH nochmals Fr. 2‘000.--. Der Beschwerdeführer spricht hier von Restlohn a conto. Sodann zeigt sich am 25. Mai 2018 eine weitere Einzahlung im Be- trag von Fr. 2‘350.--, überwiesen von Q.____. Wie ber eits ausgeführt, ist Q.____ der einzige Gesellschafter und Geschäftsführer der P.____ GmbH, von welcher der Beschwerdeführer – soweit bekannt – in den Monaten Mai bis Juli 2016 Lohn bezog. Im Juni 2018 sind dem Be- schwerdeführer von der N.____ GmbH noch insgesamt Fr. 300.-- überwiesen worden (act. 62 bzw. 320). 5.6.2 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer für die B.____ GmbH das Bergrestaurant E.____ führte. Klar dürfte auch sein, dass er dies nich t gratis tat. Der Beschwerdeführer erhielt von Juli 2017 bis Juni 2018 Zahlungen von insgesamt Fr. 73‘601.--, die mit seinem Arbeitsver- hältnis in Verbindung gebracht werden können. Gemäss den Lohnabrechnungen von Juli 2017 bis Mai 2018 (act. 329-339) zahlte ihm die B.____ GmbH einen Nettolohn in der Höhe von ins- gesamt Fr. 47‘423.75 aus. Dieser Überschuss an direkten Einnahmen ist Indiz dafür, dass die Behauptung des Beschwerdeführers, alle Banküberweisung en im Zusammenhang mit dem Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Restaurant E.____ seien über sein Privatkonto gelaufen, der Wahrheit entspricht. Bevor aber beurteilt werden kann, ob in diesen Monaten tatsächlich Lohn geflossen ist, sind weitere Abklä- rungen unerlässlich. Dabei ist eine Bestätigung von D._ ___ oder R.____ einzuholen, dass der Beschwerdeführer die eingehenden Zahlungen im Zusamme nhang mit dem Restaurant E.____ für seine Lohnansprüche verwenden durfte. Weiter ist bei den Inhabern der B.____ GmbH nachzufragen, weshalb sie den Lohn des Beschwerdeführers bei der Pensionskasse nicht mel- deten. Zudem sind bei Q.____ Auskünfte darüber einzuh olen, weshalb die P.____ GmbH dem Beschwerdeführer nochmals eine Geldsumme überwies und o b es sich dabei allenfalls um Lohn handelte. Weiter ist bei der K.____ AG eine Erkundigung darüber einzuholen, weshalb sie dem Beschwerdeführer im Oktober 2017 nochmals Geld über wies. Und zu guter Letzt hat der Beschwerdeführer in Bezug auf die ungeklärten Überweis ungen detailliert und mit Beleg zu er- klären, zu welchem Zweck und von wem er die Geldsummen erhielt (z.B. am 18. Dezember 2017 Fr. 1‘880.--). 5.7 Grundsätzlich kann damit aufgrund der Akten davon a usgegangen werden, dass der Beschwerdeführer während mehr als 12 Monaten innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit in einem Arbeitsverhältnis stand. Festzustellen ist gestützt auf die bis heute vom Beschwerde- führer eingereichten Unterlagen weiter, dass es auf sein em Bankkonto Einzahlungen gibt, die glaubhaft machen, dass er für seine Tätigkeiten auch tat sächlich Lohn erhielt. Die Überprüfung des tatsächlichen Lohnflusses ist aber zur Zeit nicht möglich , weil nicht durchgehend ab Juni 2016 bis und mit Juli 2018 vollständige und detaillie rte Bankauszüge des Beschwerdeführers bei den Akten liegen. Solange in diese Unterlagen ni cht vollständige Einsicht besteht und die noch offenen Fragen zum Sachverhalt nicht geklärt sind , kann der effektive Lohnfluss nicht rechtsgenüglich beurteilt werden. In beweisrechtlicher Sicht ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass er die Folgen der Beweislosigkeit in Bezu g auf den Nachweis des Lohnflus- ses zu tragen hätte. 6.1 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Vorau ssetzungen für einen Ent- scheid über die Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers momentan nicht gegeben sind. Der Verdacht, dass der Beschwerdeführer in missbräuchlich er Weise Leistungen der Arbeitslo- senversicherung beziehen will, ist gestützt auf die vorlieg enden Unterlagen und Parteibehaup- tungen nicht erstellt. In Bezug auf die arbeitgeberähnliche Stellung des Beschwerdeführers sind insbesondere bei der L.____ GmbH bzw. bei der M.____ A G (C.____ und O.____) sowie bei D.____ und R.____ amtliche Erkundigungen zur Frage ein zuholen, wie die Entscheidungsge- walt und die Einflussmöglichkeiten des Beschwerdeführers in Bezug auf die Geschäftstätigkei- ten der B.____ GmbH waren. Bei D.____ ist zudem in E rfahrung zu bringen, ob das Restaurant E.____ das einzige Geschäftsfeld der B.____ GmbH nach d er Übernahme durch die N.____ GmbH war oder ob diese noch andere Geschäftstätigkeiten hatte. Allein der Umstand jeden- falls, dass der Beschwerdeführer das E.____ führte, reich t noch nicht aus, um eine faktische Organstellung zu begründen. In Bezug auf das Erfüllen der Beitragszeit ist zum jetzigen Zeit- punkt festzustellen, dass es konkrete Indizien gibt, die da rauf schliessen lassen, dass der Be- schwerdeführer während 12 Monaten eine Beschäftigung a usübte, für die er auch Lohn erhielt. Auch hier sind aber weitere Abklärungen zu treffen, indem beim Beschwerdeführer, bei Q.____, Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei C.____ bzw. O.____ und bei D.____ Erkundigungen u nd weitere Belege zur Lohnzahlung einzuholen sind. 6.2 In Bezug auf die Mitwirkungspflicht des Beschwerdefü hrers ist folgendes auszuführen: Der Beschwerdeführer wurde bis heute nur aufgefordert , die Arbeitsverträge, eine Bestätigung der Pensionskasse, die Steuerunterlagen der letzten drei Jahre und die Arbeitgeberbescheini- gungen einzureichen. Dieser Aufforderung ist er nachge kommen, eine Verletzung seiner Mit- wirkungspflicht liegt nicht vor. Nun hat er auch bei der weiteren Abklärung der offenen Sachver- haltsfragen mitzuwirken, insbesondere hat er die komple tten und detaillierten Bankkontoauszü- ge von Januar 2016 bis Juli 2018 sowie die Steuervera nlagungen aus den Jahren 2017 und 2018 einzureichen. Dabei ist es in seinem Interesse, alle Unterlagen vollständig einzureichen, da bei der Frage des Nachweises des Lohnflusses – wie b ereits erwähnt – eine Beweislosigkeit zu seinen Ungunsten ausfallen würde. 6.3 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der angefochten e Einspracheentscheid unter Ver- letzung des Untersuchungsgrundsatzes zustande gekommen ist, weshalb er aufzuheben ist. Die Angelegenheit ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuw eisen, damit sie die in den Erwä- gungen dargelegten ergänzenden Abklärungen trifft und anschliessend über die Anspruchsbe- rechtigung des Beschwerdeführers neu verfügt. In diesem S inne ist die Beschwerde gutzuheis- sen. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesproc hen, da der Beschwerdeführer nicht anwaltlich vertreten ist. 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefoch- tene Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2018 aufgehoben und die Angelegenheit zur Vornahme der erforderlichen Abkläru ngen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Be- schwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht