Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. November 2015 (720 15 124) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revisionsweise Aufhebung der halben Rente infolge Verbesserung des psychischen Ge- sundheitszustandes der Versicherten bestätigt Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Natalie Matiaska, Advo- katin, Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 A.____ arbeitete ab Januar 1986 als Mitarbeiter in in der Küche des Spitals B.____. Im Januar 2003 meldete sie sich unter Hinweis auf rheu matische Gesundheitsbeeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Ab- klärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhä ltnisse ermittelte die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) bei der Versicherten in Anwe ndung der allgemeinen Bemessungsmetho- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht de einen Invaliditätsgrad von 56%. Gestützt auf dieses E rgebnis sprach sie A.____ mit Verfü- gung vom 29. Januar 2004 rückwirkend ab 1. November 2002 eine halbe Rente zu. A.2 Nachdem die IV-Stelle verschiedene Rentenrevisionsver fahren durchgeführt und jeweils unveränderte Verhältnisse festgestellt hatte (vgl. Mitte ilungen vom 1. Juni 2004, 29. Dezember 2006 und 30. Dezember 2010), leitete sie im Juli 2013 von Amtes wegen eine weitere Überprü- fung des laufenden Rentenanspruchs der Versicherten e in. Aufgrund ihrer Abklärungen ermit- telte die IV-Stelle neu einen Invaliditätsgrad von 15% . Sie hob deshalb - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 20. Februar 2 015 die der Versicherten bisher aus- gerichtete halbe Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Natalie Matiaska, am 25. März 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine halbe Rente auszurichten. Eventualiter sei die Ang elegenheit zwecks vorgängiger Durch- führung von Eingliederungsmassnahmen (Integrations- und berufliche Massnahmen) an die IV- Stelle zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ih r die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvert reterin Natalie Matiaska zu bewilligen seien. C. Mit Verfügung vom 5. Mai 2015 bewilligte das Kan tonsgericht der Beschwerdeführerin gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorl iegende Beschwerdeverfahren die unent- geltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Natalie Matiaska als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Juni 2015 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. E. Nachdem das Bundesgericht seine Rechtsprechung zur inva lidenversicherungsrechtli- chen Relevanz unklarer Beschwerdebilder (BGE 130 V 352 u nd seitherige Rechtsprechung), namentlich zu den Voraussetzungen, unter welchen anhalt ende somatoforme Schmerzstörun- gen und vergleichbare psychosomatische Leiden eine rent enbegründende Invalidität zu bewir- ken vermögen, mit dem in BGE 141 V 281 publizierten Ur teil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 grundlegend überdacht und teilweise geändert hatte, wurde den Parteien am 7. Juli 2015 Gele- genheit geboten, sich hierzu vernehmen zu lassen. Während die Stellungnahme der Rechtsver- treterin der Beschwerdeführerin am 7. September 2015 einging, teilte die IV-Stelle am 25. Sep- tember 2015 mit, dass sie darauf verzichte und an den A usführungen in der Vernehmlassung vom 29. Juni 2015 festhalte. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 25. März 2015 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternati- ve Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentlichen unveränder- ten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer ma teriellen Revision. Bloss auf einer ande- ren Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche D ifferenzen sind daher von revisions- begründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verän- dert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung d es medizinischen Ermessens zurückzu- führen (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 29. Januar 2004 rückwirkend ab 1. November 2002 eine halbe Rente zugesprochen. Nachdem in den vorangegangenen R entenrevisionsverfahren keine ma- terielle Prüfung durchgeführt wurde und unveränderte Verhältnisse festgestellt worden waren (Mitteilungen vom 1. Juni 2004, 29. Dezember 2006 und 30. Dezember 2010), leitete die IV- Stelle im Juli 2013 von Amtes wegen eine weitere Überp rüfung des Rentenanspruchs der Ver- sicherten ein. Gestützt auf die Ergebnisse der von ihr in der Folge vorgenommenen Abklärun- gen hob sie die laufende halbe Rente der Versicherten mit Verfügung vom 20. Februar 2015 auf Ende März 2015 auf. Im Lichte der vorstehend erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichtete n Rente rechtfertigt, demnach durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursp rünglichen Rentenverfügung vom 29. Januar 2004 bestanden hat, mit demjenigen im Zeit punkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 20. Februar 2015. 5. Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob sich der Gesund heitszustand und - damit ein- hergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versiche rten tatsächlich, wie von der IV-Stelle geltend gemacht, seit der Rentenzusprache in einer a nspruchserheblichen Weise verbessert hat. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.4 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhaltes in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu bea chten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den - den medizinische n Gutachten zu entnehmenden - Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstel lten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisth ema - erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrach tet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren- tenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 2 32 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teile des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/201 0, E. 4.2, und vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 24. Januar 20 04, mit welcher die IV-Stelle der Versicherten ab 1. November 2002 eine halbe Rente zug esprochen hatte, stützte sie sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits fähigkeit vollumfänglich auf das rheumatologische Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Rh eumatologie, vom 30. April 2003 und das psychiatrische Gutachten von Dr. med. D.____, FMH P sychiatrie und Psychotherapie, vom 25. August 2003 ab. Dr. C.____ hielt aus rheumatol ogischer Sicht folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: chronisches Panver tebralsyndrom bei Fehlhaltung, deutliche Chondrose L5/S1 und Fibromyalgie. In seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelang- te er zum Ergebnis, dass die Versicherte in der bisherige n Tätigkeit als Küchenhilfe zu 60% arbeitsfähig sei. Dr. D.____ nannte in psychiatrischer H insicht als Diagnose eine depressive Störung, zurzeit leichten Grades (ICD-10 F32.11). Es sei bei der eher einfach strukturierten Ex- ploradin davon auszugehen, dass die Rückenbeschwerden ein e negative Interferenz mit der depressiven Verstimmung aufwiesen. In einer adaptierten Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin ein 50%iges Pensum zumutbar. Unter Berücksichtigung der rheumatologischen und der psych iatrischen Befunde ergebe sich für eine körperlich belastende Tätigkeit eine Arbeitsunf ähigkeit von 100%. Dazu gehöre wahr- scheinlich auch der Einsatz als Küchenhilfe, da dieser - zu mindest den Angaben der Exploran- din folgend - mit repetitivem Heben schwerer Lasten ver bunden sei. In einer körperlich nicht belastenden Tätigkeit ohne Heben schwerer Lasten und d er Möglichkeit, gelegentlich die Kör- perposition zu wechseln, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%. 7.2 Im Rahmen des im Juli 2013 von Amtes wegen eingele iteten Revisionsverfahrens gab die IV-Stelle zur Abklärung des aktuellen medizinischen S achverhaltes bei Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. C.____ ein psyc hiatrisches/rheumatologisches Gutachten in Auftrag. Dr. E.____ stellte in seinem Bericht vom 20. Januar 2014 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Das chronische Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren würde die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflussen. Bei der Untersuchung habe die Beschwerdeführerin einen ausgeglichenen Eindruck gemacht. Sie habe sich etwas verlang- samt bewegt, eine eigentliche Antriebsstörung habe sich aber nicht finden lassen. Sie habe einen guten affektiven Kontakt aufgenommen. Neben der chronischen Schmerzstörung könne aktuell keine psychiatrische Diagnose gestellt werde. Die bei der letzten psychiatrischen Begut- achtung im Jahr 2003 festgestellte leichte depressive St örung lasse sich nicht mehr nachwei- sen. Das psychiatrische Zustandsbild habe sich daher verbesse rt. Die Versicherte habe sich auch nie in psychiatrischer Behandlung befunden und ha be nie antidepressive Medikamente eingenommen. Da aus psychiatrischer Sicht keine Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne, sei der Beschwerdeführerin sowohl die angestammte wie auch jede andere ih- ren Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Tätigkeit zumutbar. Dr. C.____ diagnostizierte am 20. Januar 2014 eine Fibromyalgie und eine beginne nde mediale Gonarthro- se/Retropatellararthrose beidseits. Als Diagnosen ohne A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit er- hob er eine Psoriasis, eine Adipositas und einen Nikotin abusus. In seiner Beurteilung zum ak- tuellen Gesundheitszustand führte er aus, dass rein deskri ptiv eine Fibromyalgie (in deren Rahmen bereits anlässlich einer früheren Begutachtung ei n Panvertebralsyndrom) zu verzeich- nen sei. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr. C .____ aus rheumatologischer Sicht fest, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Täti gkeit als Küchenhilfe nicht mehr ar- beitsfähig sei. In einer ihrem Leiden angepassten Ar beit im leichten bis gelegentlich mittel- schweren Belastungsniveau bestehe aktuell eine 100%ige A rbeitsfähigkeit. Weiter führte Dr. C.____ aus, dass die heutige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit etwas anders formuliert sei als im ersten Gutachten vom 30. April 2003. Zum damaligen Ze itpunkt sei es üblich gewesen, zur bis- herigen, nicht jedoch zu einer Verweistätigkeit Stell ung zu nehmen. Gesamthaft betrachtet und gestützt auf die mit Dr. E.____ am 17. Januar 2014 du rchgeführte Konsensbesprechung sei daher aus heutiger Sicht davon auszugehen, dass sich der Zustand der Beschwerdeführerin nicht verändert habe. 7.3 Die IV-Stelle stellte bei der Beurteilung des aktu ellen medizinischen Sachverhaltes und beim - damit einhergehenden - Entscheid über die Frag e, ob seit der ursprünglichen Rentenzu- sprache eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustand es der Beschwerdeführerin eingetreten ist, auf das bidisziplinäre (rheumatologisch e/psychiatrische) Gutachten der Dres. C.___ und E.____ vom 20. Januar 2014 ab. Sie gelangt e demzufolge zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin für adaptierte Verweistätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit aufweise. Dabei ging sie insbesondere davon aus, dass sich der psychisc he Gesundheitszustand der Be- schwerdeführerin seit der ursprünglichen Rentenzusprache am 29. Januar 2004 erheblich ver- bessert hat. Während ihr damals aufgrund ihrer psychische n Gesundheitsbeeinträchtigungen eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, liege heute aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr vor. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist letztlich nicht zu beanstanden. Dr. C.____ führte g estützt auf seine Untersuchung nachvoll- ziehbar aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerd eführerin seit der ersten Unter- suchung im Jahr 2003 aus rheumatologischer Sicht nicht wese ntlich verändert habe und sie weiterhin an einem Panvertebralsydnrom leide, was dazu führe, dass sie in der angestammten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei. In einer adap tierten Arbeit attestierte aber auch Dr. C.____ eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. In diesem Zusammenhang ist Dr. C.____ zu entgeg- nen, dass es bereits im Jahr 2003 zu seinen Aufgaben geh ört hätte, zur Verweistätigkeit Stel- lung zu nehmen. Wenn er daher in seinem Gutachten vom 20. Januar 2014 in Ziffer 5.4 festhält, dass keine Veränderung der Gesamtsituation eingetreten ist, so ist dies nur dahingehend zu verstehen, dass auch er der Ansicht ist, dass die Beschwerdef ührerin bereits im Jahr 2003 in einer Verweistätigkeit zu 100% arbeitsfähig gewesen wä re. Da die Rentenzusprache im Jahr 2004 in erster Linie aufgrund der attestierten 50%ig en Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht erfolgte, war die fehlende Beurteilung der Ver weistätigkeit von Dr. C.____ im damaligen Zeitpunkt nicht relevant. Wenn Dr. C.____ jedoch darüber hinaus im aktuellen Gutachten betref- fend die psychiatrische wie auch die rheumatologische Einschätzung festhält, dass der Zustand insgesamt gleich geblieben sei, so verkennt er, dass bei de r Beschwerdeführerin aus psychiat- rischer Sicht eine deutliche Verbesserung eingetreten ist und bei ihr keine Diagnose mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr gestellt werden kann. Aus diesem Grund ist seine ge- samtmedizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. In Bezug auf das Gutachten von Dr. E.____ vom 20. Januar 2014 ist festzustellen, dass dieses weder formale noch inhaltliche Mängel aufweist. Es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 6.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es be- ruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt d ie geklagten Beschwerden, es ist in Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zu- sammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situa tion ein, es setzt sich mit den vor- handenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseina nder und es ist in den Schlussfol- gerungen überzeugend. Insbesondere legt Dr. E.____ ü berzeugend dar, dass die von Dr. D.____ m 25. August 2003 erhobene psychiatrische Dia gnose einer leichten depressiven Störung im Zeitpunkt seiner Begutachtung remittiert wa r. Diesbezüglich kann auf die entspre- chenden fachärztlichen Ausführungen verwiesen werden. In sgesamt ist daher festzuhalten, dass trotz der Schwächen in Bezug auf die Gesamtbeurtei lung die beiden Gutachten der Dres. C.___ und E.____ in Bezug auf ihre jeweiligen Fachrich tungen schlüssig sind. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz darauf abstellt e und davon ausging, dass die Be- schwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit 100% arbeitsfähig ist. 7.4.1 Daran ändern die Ausführungen der Beschwerdefü hrerin nichts. Entgegen ihrer An- sicht ist die Veränderung des Gesundheitszustandes nicht au f eine aus heutiger Sicht differen- ziertere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zurückzuführe n, sondern auf die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht an keiner di e Arbeitsfähigkeit einschränkenden Erkrankung mehr leidet. Zudem ist der Vorinstanz beizup flichten, dass die Frage, ob aus psy- chiatrischer Sicht eine Verbesserung des Gesundheitszustand es eingetreten ist, nicht durch den Rheumatologen Dr. C.____, sondern durch Dr. E.___ _ zu beantworten war. Dieser führte denn auch überzeugend aus, dass die im Gutachten von Dr. D .____ am 25. August 2003 erho- bene Diagnose einer depressiven Störung leichten Grades, welche die Arbeitsfähigkeit um 50% eingeschränkt habe, nicht mehr besteht. Zwar ist mit d er Beschwerdeführerin einig zu gehen, dass das Gutachten der Dres. C.____ und E.____ die Krank heitsentwicklung seit der ursprüng- lichen Begutachtung durch die Dres. C.____ und D.____ nur knapp darlegt. Dabei ist aber zu beachten, dass Dr. C.____ klar angegeben hat, dass sich s eit der letzten Begutachtung aus rheumatologischer Sicht keine wesentliche Veränderung eingetreten sei, ausser dass sich eine Verschlechterung wegen der Knieproblematik abzeichne. In Bezug auf Dr. E.____ ist festzuhal- ten, dass er nicht auf die Entwicklung des Leidens eingeh en konnte, weil die Beschwerdeführe- rin seit der Begutachtung bei Dr. D.____ im August 200 3 nie in einer psychiatrischen Behand- lung stand oder Antidepressiva einnahm. Unter diesen Umst änden musste Dr. E.____ den von ihm erhobenen Befund mit jenem von Dr. D.____ verglei chen. Aus dem Umstand, dass die Be- schwerdeführerin ihr psychisches Leiden nicht behandeln lie ss, muss geschlossen werden, dass eine Besserung des Gesundheitszustandes eingetreten ist. 7.4.2 Auch die weitere Kritik der Beschwerdeführerin a m Teilgutachten von Dr. E.____ geht fehl. Soweit sie zunächst geltend macht, das Gutachten se i nicht verwertbar, weil Dr. E.____ den Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. F._____, F MH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 9. Dezember 2010 nicht berücksichtigt habe, verkennt sie, dass Dr. F.____ nicht Psychiater ist und seine Aussage daher für das psychia trische Teilgutachten nicht aus- schlaggebend ist. Entgegen ihren Ausführungen nahm Dr. E.____ denn auch nicht nur eine andere Beurteilung einer gleichen medizinischen Situat ion vor, sondern auch eine im Vergleich zu Dr. D.____ unterschiedliche Befunderhebung. Während Dr. D.____ in seinem Gutachten darlegte, dass die Beschwerdeführerin während der Unter suchung von Anfang an bedrückt ge- wirkt habe, in Tränen ausgebrochen sei, mit dem Geda nkengang stark auf ihre gesundheitli- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Probleme eingeengt gewesen sei, eine besorgte Mim ik und zappelige Gestik gezeigt ha- be, hat Dr. E.____ von einer ausgeglichenen Stimmung , einer unauffälligen Psychomotorik und nicht eingeengtem Denken berichtet. Es sei ein guter af fektiver Kontakt herstellbar und die Ver- sicherte sei bewusstseinsklar bei nicht herabgesetztem Ant rieb gewesen. Zudem führte Dr. E.____ aus, dass er keine Zeichen von Konzentrationssch wäche festgestellt habe. Die Be- schwerdeführerin leide auch nicht an Schlafstörungen un d sie habe keine Mühe, morgens auf- zustehen. Sie kümmere sich um den Haushalt, unternehme kurze Spaziergänge und habe re- gelmässigen Kontakt mit italienisch- und spanischstämmigen Bekannten. Aufgrund dieser Um- schreibung wird deutlich, dass die im Jahr 2003 festgestell te depressive Störung leichten Gra- des im Zeitpunkt der Untersuchung bei Dr. E.____ remit tiert war. Auch Dr. med. G.____, Fach- ärztin für Psychiatrie und Neurologie, Regionaler Ärztl icher Dienst (RAD), bestätigte am 16. Februar 2015, dass nicht nur die Diagnosestellung i n den psychiatrischen Gutachten der Dres. D.____ und E._____, sondern auch aus der Beschreib ung der Funktionalität und der All- tagsaktivitäten klar hervorgehe, dass sich die depressive Störung zurückgebildet habe. 7.5.1 Auch das Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) kann im vorlie- genden Fall keine andere Beurteilung bewirken. Mit d iesem Urteil ist zwar die Überwindbar- keitsvermutung bei unklaren Beschwerdebildern aufgegeben worden. Die Grundsätze der Zu- mutbarkeit gelten allerdings weiterhin (BGE 141 V 281 E. 3.7.1). Des Weiteren ist darauf hin- zuweisen, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte G utachten nicht per se ihren Be- weiswert verlieren (BGE 141 V 281 E. 8). Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten ent scheidend, ob abschliessend auf die vorhandenen Beweisgrundlagen abgestellt werden kann. 7.5.2 Es ist unbestritten, dass bei der Beschwerdeführeri n gewisse somatische Gesund- heitseinschränkungen vorliegen, welche dazu führen, dass sie keine körperlich schweren Arbei- ten mehr verrichten kann. Die chronische Schmerzstörung mi t somatischen und psychischen Faktoren aus psychiatrischer Sicht und die von Dr. C.____ d iagnostizierte Fibromyalgie vermö- gen die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aller dings nicht in einem weiteren Ausmass einzuschränken als dies von den Gutachtern beschrieben wur de. Aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise ist festzustellen, dass die äusseren Belas tungsfaktoren bei der Beschwer- deführerin zudem gering sind und sie immer noch über R essourcen verfügt. So steht fest, dass sie keinem so grossen Druck ausgesetzt ist, dass sie sich in eine psychiatrische Behandlung begeben hätte. Zudem ist der Schweregrad der erhobenen Befunde nicht sehr hoch, so dass in Hinblick auf die vorhandenen Ressourcen davon ausgegangen werden kann, dass aus der Schmerzstörung keine zusätzliche Einschränkung der Arbeits fähigkeit resultieren würde. Unter diesen Umständen ändert auch die neue Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht daran, dass bei der Beschwerdeführerin von einer 100%igen Arbe itsfähigkeit in einer adaptierten Ver- weistätigkeit auszugehen ist. 7.6 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die IV-Ste lle in der angefochtenen Ver- fügung zutreffend davon ausgegangen ist, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde- führerin seit der am 29. Januar 2004 erfolgten Rente nzusprache erheblich verbessert hat mit der Folge, dass der Versicherten im Zeitpunkt des Erlasses der Revisionsverfügung die Aus- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht übung einer adaptierten Tätigkeit im Umfang von 100% zumutbar war. Da gemäss Rechtspre- chung vom Grundsatz auszugehen ist, dass aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in der Regel unmittelbar auf e ine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ge- schlossen werden kann, ist vorliegend ein Revisionsgrund na ch Art. 17 ATSG gegeben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_136/201 2, E. 4.2; SZS 2011 S. 71, 9C_163/2009 E. 4.1 und 4.2.2 sowie 9C_768/2009 E. 4. 1, je mit zahlreichen Hinweisen; Ur- teil des Bundesgerichts 30. November 2010, 9C_675/2010, E. 5.1 und 5.2). 8. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimme n. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 20. Februar 2015 zur Ermittlung des Inva liditätsgrades den erforderlichen Ein- kommensvergleich vorgenommen, wobei sie - wie vorstehend a usführlich dargelegt - zurecht davon ausging, dass die Beschwerdeführerin in einer le idensadaptierten Tätigkeit zu 100% ar- beitsfähig ist. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstel lung von Validen- und zumutbarem Inva- lideneinkommen einen Invaliditätsgrad von 15 % ermittelt, woraus kein Anspruch mehr auf eine Rente resultiert. Die konkrete Berechnung, die von der Beschwerdeführerin in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet wurde, erweist sich als rec htens, weshalb diesbezüglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Ve rfügung vom 20. Februar 2015 verwiesen werden kann. 9.1 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin bei der Verwertung ihrer Restarbeitsfähig- keit auf vorgängige befähigende berufliche Massnahmen angewiesen ist. 9.2 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt im Allgem einen der Grundsatz, dass die inva- lide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Z umutbare selbst vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vor- kehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 23 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Laut ständiger Rechtsprechung ist zw ar im Regelfall eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsät zlich auf dem Weg der Selbsteingliede- rung zu verwerten. Die Wiedereingliederung von versich erten Personen im fortgeschrittenen Alter oder nach invaliditätsbedingt langjährigem Fe rnbleiben von der Arbeitswelt ist jedoch re- gelmässig erschwert. Nach langjährigem Rentenbezug und/oder aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Versicherten können daher die Erfordernisse de s Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und m edizinisch möglichen Leistungsentfal- tung entgegenstehen. So kann es vorkommen, dass - ohne v orgängige Durchführung befähi- gender Massnahmen - die Verwertung eines bestimmten Lei stungspotenzials allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis a uf Urteil vom 10. September 2010, 9C_163/2009, E. 4.1 und 4.2.2). Aus diesem Grund muss si ch die Verwaltung vor der Herab- setzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich das medizinisch-theoretisch wiedergewonnene Leistungsvermögen ohne Weiteres in eine m entsprechend tieferen Invalidi- tätsgrad niederschlägt oder ob dafür - ausnahmsweise - eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit, usw.) und/oder die Durchf ührung von Eingliederungsmassnah- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht men vorausgesetzt wird (Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. September 2010, 9C_768/2009, E. 4.1.2). 9.3 Im Urteil vom 26. April 2011 (9C_228/2010, publi ziert in: SVR 2011 IV Nr. 73) hat das Bundesgericht sodann festgehalten, dass aus Gründen der Rechtssicherheit diejenigen Fälle, in welchen der Ausnahmetatbestand der Notwendigkeit (vor gängiger) befähigender beruflicher Massnahmen trotz wiedergewonnener Arbeitsfähigkeit als e rfüllt zu betrachten ist, vom Regel- fall der Fälle einer sofortigen erwerblichen Verwertbarkeit abzugrenzen sind. Es hat deshalb die vorstehend geschilderte Rechtsprechung (vgl. E. 8.2 hiervo r) dahingehend präzisiert, dass sie grundsätzlich auf Sachverhalte zu beschränken ist, in denen die revisions- oder wiedererwä- gungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrent e eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.3). 9.4.1 Die 1958 geborene Beschwerdeführerin hat vorlie gend im Zeitpunkt des Erlasses der rentenaufhebenden Verfügung am 20. Februar 2015 das 55. Altersjahr überschritten, weshalb Eingliederungsmassnahmen zu prüfen waren und von der I V-Stelle in die Wege geleitet wur- den. Anlässlich des Eingliederungsgespräches vom 9. Juli 2014 äusserte die Beschwerdeführe- rin aber, dass sie sich aus gesundheitlichen Gründen ausser Stande sehe, an Eingliederungs- massnahmen teilzunehmen. Damit bestätigte sie die Festste llungen der Dres. C.____ und E.____, welche von einer ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung ausgingen. Die IV- Stelle ermahnte in der Folge die Beschwerdeführerin gleichentags schriftlich und wies auf die Rechtsfolgen hin, falls sie sich den Eingliederungsmassnah men wiedersetzen sollte. Insbeson- dere wurde dargetan, dass die Rente herabgesetzt oder a ufgehoben werden könne. Nachdem die Beschwerdeführerin während der eingeräumten Beden kfrist bis 31. Juli 2014 ihre Bereit- schaft nicht kundtat, an Eingliederungsmassnahmen teilzune hmen, durfte die IV-Stelle auf die Durchführung derselben letztlich verzichten. 9.4.2 Daran ändern die Ausführungen der Beschwerdefü hrerin nichts. Sie macht in ihrem Eventualantrag geltend, dass sie nunmehr bereit wäre, a n Eingliederungsmassnahmen teilzu- nehmen, weshalb die Angelegenheit an die IV-Stelle zurückzuweisen sei, damit diese die nöti- gen Schritte in die Wege leiten könne. Die Beschwerd eführerin verkennt bei dieser Sachlage (abgeschlossenes Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG), dass die IV-Stelle die Rente nicht wieder aufleben lassen kann. Dennoch ist davon auszugehen, dass sie - falls sie tatsächlich bereit ist, an Eingliede rungsmassnahmen teilzunehmen - von der IV-Stelle die nötige Unterstützung erhält, weshalb der Eventualantrag abzuweisen ist. 10. Zusammenfassend ist aufgrund der vorstehenden Ausfü hrungen nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle mit der Revisionsverfügung vom 20. Feb ruar 2015 die ursprüngliche Rente per Ende März 2015 aufgehoben hat. Die dagegen erhob ene Beschwerde ist daher abzuwei- sen. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen si nd. Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 5. Mai 2015 die unentge ltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 5 . Mai 2015 die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden i st, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarif ordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2 014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 19. Oktober 2015 für das vorliegende Verfah- ren einen Zeitaufwand von 12.42 Stunden geltend gem acht, was sich umfangmässig in Anbe- tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 67.40. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘755.50 (12 .42 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 67.40 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 600.-- werden der Beschwerde- führerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 600.-- vorläufig auf di e Gerichtskas- se genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘755.50 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichts- kasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht