<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2017.00017</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=217198&amp;W10_KEY=13013505&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2017.00017</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.05.2017</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 16.04.2018 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>(Die BF hat ihre Kinder besuchshalber in die Schweiz geholt und stellt ein nachträgliches Gesuch um Familiennachzug.) Die Erforderlichkeit des Nachzugs hat sich im Ungenügen der bisherigen Betreuungssituation im Heimatland zu offenbaren und kann nicht durch eine vorweggenommene, eigenmächtige Verlagerung des Lebensmittelpunktes eines Kindes in die Schweiz belegt werden (E. 3.3.1). Die BF hat die Behörden im Bewilligungsverfahren bewusst getäuscht, um für ihre Kinder ein (prozessuales) Aufenthaltsrecht zu erwirken, an ihre Mitwirkungspflicht sind daher erhöhte Anforderungen zu stellen (E.3.3.2). Der BF ist der Nachweis für das Vorliegen wichtiger familiärer Gründe für einen nachträglichen Familiennachzug nicht gelungen (E. 3.3.3). Die Abweisung des Gesuchs um Familiennachzug erweist sich auch als verhältnismässig (E.3.3.4) und genügt den bundes- und konventionsrechtlichen Bestimmungen (E. 3.3.5). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTRÃGLICHER FAMILIENNACHZUG">NACHTRÃGLICHER FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TÃUSCHUNG">TÃUSCHUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 43 Abs. I AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 43 Abs. IV AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 47 Abs. I AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 90 AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 126 Abs. III AuG</span><br/><span class="ungerade">§ 70 VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 75 VZAE</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=33992" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2017.00017</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">10. Mai 2017</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A,<b> </b>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,<b> </b></span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Familiennachzug,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1974, hat drei Kinder: C, geboren 1994, D, geboren 1998, E, geboren 2002, alle StaatsangehÃ¶rige von Gambia. Im Jahr 2005 reiste sie erstmals mit ihrer Tochter E in die Schweiz ein. Das am 2. Mai 2005 eingereichte Asylgesuch wies das Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge ([BFF], heute Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) mit VerfÃ¼gung vom 24. Mai 2005 ab und wies sie aus der Schweiz weg. Am 1. Juni 2007 reiste A (alleine) angeblich von Frankreich herkommend erneut in die Schweiz ein und heiratete am 6. August 2007 den in der Schweiz niedergelassenen F, StaatsangehÃ¶riger von Nigeria, und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung. Am 5. August 2008 wurde die eheliche Gemeinschaft aufgegeben und am 26. Oktober 2009 geschieden. Mit VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 13. Januar 2009 wurde ihre Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlÃ¤ngert.</p> <p class="Sachverhalt2">Am 5.<span> Januar 2010 heiratete </span>A den in der Schweiz niedergelassenen G, StaatsangehÃ¶riger von Nigeria, und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs erneut eine Aufenthaltsbewilligung. Am 8. Januar 2016 erhielt sie die Niederlassungsbewilligung. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 24. April 2014 wurde auf der Botschaft in Dakar/Senegal vom leiblichen Vater ein Schengen-Visum fÃ¼r die drei Kinder eingereicht mit der schriftlichen Zusicherung, dass sie nach dem Besuchsaufenthalt wieder nach Gambia zurÃ¼ckkehren wÃ¼rden. Ende Juli 2014 reisten D, E und C mit einem zweimonatigen Besuchervisum in die Schweiz ein. Am 11. August 2014 beantragte ihre Mutter fÃ¼r sie eine Aufenthaltsbewilligung. Am 18. August 2014 wurden diese Gesuche abgewiesen. Am 18. September 2014 machte der Rechtsvertreter von A geltend, der Vater der drei Kinder sei in Gambia zu acht Jahren GefÃ¤ngnis verurteilt worden und mÃ¼sse noch drei Jahre und vier Monate absitzen. Nachdem die Tante und der Grossvater, welche die Kinder betreut hÃ¤tten, am 13. Februar 2014 bzw. am 27. August 2014 beide verstorben seien, kÃ¶nne sich niemand mehr um die Kinder kÃ¼mmern. Anfragen auf der Botschaft in Dakar ergaben, dass der leibliche Vater der Kinder niemals im GefÃ¤ngnis gewesen war. Infolgedessen sistierte das Migrationsamt die Verfahren mit VerfÃ¼gung vom 6. November 2014, wies die Kinder aus dem Schengen-Raum weg und machte die PrÃ¼fung des Familiennachzugsgesuchs vom nachgewiesenen Verlassen des Schengen-Raums abhÃ¤ngig. </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Entscheid vom 17. Februar 2015 wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion den dagegen erhobenen Rekurs ab, wies die Sache an das Migrationsamt zurÃ¼ck und lud dieses ein, nach erfolgter Ausreise von D und E einen Entscheid in der Sache zu fÃ¤llen. Gleichzeitig forderte sie D und E zum Verlassen der Schweiz bis 17. MÃ¤rz 2015 auf und nahm davon Vormerk, dass die angeordnete Wegweisung gegenÃ¼ber C in Rechtskraft erwachsen ist. Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich mit Urteil vom 21. Mai 2015 gut und wies die Sache zur Behandlung des Gesuchs um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r D und E an das Migrationsamt zurÃ¼ck.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 18. Mai 2016 wies das Migrationsamt die Gesuche um Familiennachzug von D und E ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 9. Dezember 2016 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war und setzte D und E Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 28. Januar 2017.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 10. Januar 2017 beantragte A, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und D und E eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Staatskasse. In formeller Hinsicht beantragte sie, es sei festzustellen, dass der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zukomme, eventualiter sei der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und das Migrationsamt sofort entsprechend anzuweisen. </p> <p class="Sachverhalt1">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 12. Januar 2017 wurde angemerkt, dass die TÃ¶chter das Verfahren in der Schweiz abwarten dÃ¼rfen. </p> <p class="Urteilstext">Eine A auferlegte Kaution wurde fristgerecht geleistet. </p> <p class="Sachverhalt1">WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung und Ermessensunterschreitung, und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 43 Abs. 1 des AuslÃ¤ndergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG) haben auslÃ¤ndische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Kinder unter zwÃ¶lf Jahren haben zudem Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 43 Abs. 4 AuG). Der Anspruch auf Familiennachzug muss innerhalb von fÃ¼nf Jahren geltend gemacht werden, bei Kindern Ã¼ber zwÃ¶lf Jahren innerhalb von zwÃ¶lf Monaten (Art. 47 Abs. 1 AuG). FÃ¼r das Nachzugsalter ist der Zeitpunkt der Gesuchseinreichung massgeblich (vgl. BGr, 3. Oktober 2011, 2C_205/2011, E. 1; BGE 136 II 497 E. 3.7). FÃ¼r FamilienangehÃ¶rige von AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤ndern beginnen die Fristen mit der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses (Art. 47 Abs. 3 lit. b AuG). <span>Bei auslÃ¤ndischen Personen, die vor Inkrafttreten des AuslÃ¤ndergesetzes in die Schweiz eingereist sind, begann der Fristenlauf am 1. Januar 2008 (Art. 126 Abs. 3 AuG). Die Nachzugsfristen bestimmen sich nach dem Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs, wobei sich eine noch laufende fÃ¼nfjÃ¤hrige Frist mit Vollendung des zwÃ¶lften Lebensjahrs auf maximal ein Jahr verkÃ¼rzt (BGE 136 II 497 E. 3.4 ff.; 129 II 11 E. 2; BGr, 3. Oktober 2011, 2C_205/2011, E. 3.5).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat vor dem 1. Januar 2008 eine Aufenthaltsbewilligung erhalten, weshalb die Nachzugsfrist am 1. Januar 2008 zu laufen begann. FÃ¼r E, die zu diesem Zeitpunkt jÃ¼nger als zwÃ¶lf Jahre alt war, hÃ¤tte sie die Gesuchseinreichung innert fÃ¼nf Jahren, und fÃ¼r D, welche damals Ã¤lter als zwÃ¶lf Jahre alt war, innerhalb eines Jahres einreichen mÃ¼ssen. Die am 11. August 2014 eingereichten Gesuche sind somit nicht fristgerecht eingereicht worden, was von der BeschwerdefÃ¼hrerin denn auch nicht bestritten wird.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Wurden die Fristen von Art. 47 Abs. 1 AuG verpasst, sind gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 4 AuG wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde erforderlich, damit ein nachtrÃ¤glicher Familiennachzug bewilligt werden kann. Nach dem Willen des Gesetzgebers bildet die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen die Ausnahme und nicht die Regel. Ein solcher Nachzug kommt nicht in Betracht, wenn der Nachzugswillige die Einhaltung von Fristen, die ihm die ZusammenfÃ¼hrung der Gesamtfamilie ermÃ¶glicht hÃ¤tte, versÃ¤umt hat und er keine gewichtigen GrÃ¼nde geltend macht, um erst spÃ¤ter einen derartigen Nachzug zu beantragen (BGr, 27. August 2015, 2C_176/2015, E. 3.3; 3. Oktober 2011, 2C_205/2011, E. 4.4).<span> </span>Namentlich dort, wo die Familie selber die Trennung freiwillig herbeigefÃ¼hrt hat, bedarf es stichhaltiger GrÃ¼nde, die zum Wohl der Familie eine andere LÃ¶sung erforderlich machen (BGr, 18. Mai 2015, 2C_914/2014, E. 3.1; 3. Oktober 2011, 2C_205/2011, E. 4.5).</p> <p class="Erwgung2">Wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde, welche einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug rechtfertigen, liegen unter anderem dann vor, wenn das Kindswohl schwergewichtig nur durch einen Nachzug in die Schweiz gewahrt werden kann (vgl. Art. 75 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit [VZAE]; BGr, 12. Juni 2012, 2C_532/2012, E. 2.2.2 mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Dies ist etwa der Fall, wenn die weiterhin notwendige Betreuung der Kinder im Herkunftsland wegen des Tods oder Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gewÃ¤hrleistet ist (Botschaft vom 8. MÃ¤rz 2002 zum Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder, BBl 2002, 3709 ff., 3794). Nach der Rechtsprechung ist jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindswohl abzustellen; es bedarf vielmehr einer Gesamtschau unter BerÃ¼cksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall. Damit die persÃ¶nliche und familiÃ¤re Situation der Kinder und ihre MÃ¶glichkeiten der Integration in der Schweiz umfassend berÃ¼cksichtigt werden, sind namentlich ihr Alter, ihr Ausbildungs­niveau und ihre Sprachkenntnisse zu beachten. Je Ã¤lter das Kind ist, umso wahrscheinlicher erscheint die Gefahr einer Entwurzelung und der damit verbundenen Integrationsschwierigkeiten (BGE 133 II 6 E. 3.1.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, dass im Heimatland keine alternativen BetreuungsmÃ¶glichkeiten bestÃ¼nden. Der Vater der Kinder sei arbeitslos und somit einerseits aus finanziellen GrÃ¼nden nicht in der Lage, sich um die beiden TÃ¶chter zu kÃ¼mmern, andererseits verfÃ¼ge er nicht Ã¼ber genÃ¼gend Wohnraum, in welchem die TÃ¶chter wohnen kÃ¶nnten. Wegen der Toiletten werde seitens der Vermieterschaft nur eine limitierte Personenzahl in einer Wohnung geduldet, sodass auch eine finanzielle UnterstÃ¼tzung aus der Schweiz das Problem nicht lÃ¶se. Das Hauptproblem bestehe jedoch darin, dass es seit dem Tod der Tante keine weiblichen FamilienangehÃ¶rigen mehr gebe, welche sich um die beiden TÃ¶chter kÃ¼mmern kÃ¶nnten. Die Grossmutter sei schwer krank und im Haus des Kindsvaters lebe keine Frau. Mit ihren AngehÃ¶rigen im Heimatland sei sie zerstritten, sodass es auch da keine weibliche Vertrauensperson gebe, welche sich der heute 18- und 14-jÃ¤hrigen TÃ¶chter annehmen kÃ¶nnte. Ohne weibliche Vertrauensperson und ohne Schutz und Lenkung durch eine Ã¤ltere Person weiblichen Geschlechts sei es undenkbar, die TÃ¶chter alleine nach Gambia zurÃ¼ckzuschicken. Zu gross sei die Gefahr eines sexuellen Missbrauchs oder gar der Prostitution. Die beiden TÃ¶chter lebten sei nunmehr dreieinhalb Jahren in der Schweiz und wÃ¼rden aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen, wenn sie die Schweiz verlassen mÃ¼ssten. Die TÃ¶chter hÃ¤tten zudem widerlegt, dass eine Integration bei Ã¤lteren Kindern schwieriger sei. E habe sich schnell an den Schulalltag gewÃ¶hnt und D werde als aktive und schnell Lernende beschrieben, welche gute Chancen habe, eine berufliche Ausbildung machen zu kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Aus dem Umstand, dass die beiden TÃ¶chter <span>seit Juli 2014 â ohne gÃ¼ltigen Aufenthaltstitel â bei der BeschwerdefÃ¼hrerin in der Schweiz leben, sich </span>mittlerweile eingelebt haben und eine gewisse Integration stattgefunden hat, kann diese nichts zu ihren Gunsten ableiten. Sie <span>argumentiert damit, als ob es darum ginge, ihren TÃ¶chtern ein bestehendes Aufenthaltsrecht zu entziehen. Sie verkennt dabei jedoch, dass eine Ãnderung der BetreuungsverhÃ¤ltnisse nicht durch SachumstÃ¤nde belegt werden kann, welche allein Folge einer vorweggenommenen, eigenmÃ¤chtigen Verlagerung des Lebensmittelpunktes eines Kindes in die Schweiz sind. Die Erforderlichkeit des Nachzugs hat sich vielmehr im UngenÃ¼gen der bisherigen Betreuungssituation im Heimatland zu offenbaren, ansonsten die BehÃ¶rden vor vollendete Tatsachen gestellt werden kÃ¶nnten und der sich rechtskonform verhaltende BÃ¼rger benachteiligt wÃ¼rde (vgl. BGE 129 II 249 E. 2.; BGE 133 II 6 E. 6.3.2; BGr, 1. April 2016, 2C_781/2015, E. 4.3). </span></p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b><span>D</span>er BeschwerdefÃ¼hrerin <span>obliegt </span>aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht, das Vorliegen wichtiger familiÃ¤rer GrÃ¼nde nachzuweisen, da sie die Beweislast fÃ¼r diejenigen Tatsachen trÃ¤gt, aus denen sie Rechte ableiten will (vgl. § 7 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit § 70 VRG und Art. 90 AuG). Wie sich herausgestellt hat, hat die BeschwerdefÃ¼hrerin die BehÃ¶rden im Bewilligungsverfahren bewusst getÃ¤uscht, um fÃ¼r ihre Kinder ein (prozessuales) Aufenthaltsrecht zu erwirken, indem sie den BehÃ¶rden wahrheitswidrig angegeben hatte, der Kindsvater verbÃ¼sse im Heimatland eine GefÃ¤ngnisstrafe und kÃ¶nne sich daher nicht um die Kinder kÃ¼mmern. Ihre LÃ¼ge untermauerte sie zudem mit einem (falschen) Beweismittel. Dabei handelt es sich um ein Schreiben des Vermieters der Wohnung, in der die Kinder bis zur Ãbersiedelung in die Schweiz gelebt haben, in welchem er bestÃ¤tigt, dass der Kindesvater wegen eines von ihm verursachten Verkehrsunfalls mit Todesfolgen fÃ¼r acht Jahre habe ins GefÃ¤ngnis gehen mÃ¼ssen. Derselbe Vermieter bestÃ¤tigte auch, dass die Tante und der Grossvater der Kinder gestorben seien und die Grossmutter an einer muskulÃ¤ren Erkrankung leide und zudem zu alt sei, um sich um die Kinder zu kÃ¼mmern. Zufolge dieser unwahren Sachverhaltsdarstellung hatte das Verwaltungsgericht in einer Prima-facie-Beurteilung den TÃ¶chtern ein prozedurales Aufenthaltsrecht gewÃ¤hrt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin gesteht nunmehr ein, die BehÃ¶rden getÃ¤uscht zu haben. Auch wenn sie die unzutreffenden Angaben aus Sorge um ihre TÃ¶chter gemacht hat und ihr Verhalten zutiefst bereuen will, ist nachvollziehbar und nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz vor diesem Hintergrund die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben und vor allem der Beweismittel infrage stellt und an ihre Mitwirkungspflicht erhÃ¶hte Anforderungen stellt. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrerin ist der Nachweis wichtiger familiÃ¤rer GrÃ¼nde nicht gelungen. Die von ihr geltend gemachten wichtigen GrÃ¼nde sind in keiner Art und Weise belegt. Es genÃ¼gt nicht, einfach zu behaupten, die Betreuungssituation im Heimatland sei nicht mehr gewÃ¤hrleistet, ohne diese Behauptung mit Beweismitteln zu stÃ¼tzen oder mit substanziierten AusfÃ¼hrungen glaubhaft zu machen. So fehlt es an einem Nachweis dafÃ¼r, dass der Kindsvater finanziell nicht in der Lage ist, fÃ¼r die Kinder zu schauen. Sodann ist nicht nachvollziehbar, inwiefern die Toilettensituation einer RÃ¼ckkehr entgegenstehen kÃ¶nnte. Dem Kindsvater ist grundsÃ¤tzlich zuzumuten, im Hinblick auf die RÃ¼ckkehr seiner TÃ¶chter in eine bedarfsgerechte Wohnung umzuziehen. Sodann gibt es ausser den Behauptungen der BeschwerdefÃ¼hrerin keine sachdienlichen Hinweise dafÃ¼r, dass die beiden TÃ¶chter bei einer RÃ¼ckkehr ins Heimatland ohne weibliche Betreuung in die Prostitution abdriften oder Opfer sexuellen Missbrauchs werden kÃ¶nnten. Abgesehen davon ist die Ã¤ltere Tochter mittlerweile volljÃ¤hrig und bedarf somit grundsÃ¤tzlich keiner Betreuung mehr. Es kann von ihr zudem erwartet werden, dass sie sich in gewissem Masse auch um ihre jÃ¼ngere Schwester kÃ¼mmert. Schliesslich steht es der BeschwerdefÃ¼hrerin frei, ihren TÃ¶chtern nach Gambia zu folgen und dort selber deren Betreuung zu Ã¼bernehmen. Die vÃ¶llig unsubstanziierten Behauptungen vermÃ¶gen nach dem Gesagten keinen wichtigen Grund fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug begrÃ¼nden. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.4 </b>Die beiden TÃ¶chter leben erst seit drei Jahren hier und haben zuvor die prÃ¤genden Kindheits- und Jugendjahre in Gambia verbracht. Sie sind mit den heimatlichen Gepflogenheiten somit bestens vertraut. Es sollte ihnen daher nicht schwerfallen, sich schnell wieder in ihrer Heimat einzugliedern. DemgegenÃ¼ber haben die beiden offenbar Schwierigkeiten, sich in der hiesigen Gesellschaft zu assimilieren, wurde beiden doch bei der Beurteilung der Umgangsformen und dem respektvollen Umgang mit ihren Mitmenschen ein negatives Zeugnis ausgestellt. Es ist den beiden nach dem Gesagten zumutbar, wieder in ihr Heimatland zurÃ¼ckzukehren. Die Abweisung des Gesuchs um Familiennachzug erweist sich somit auch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.5 </b><span>Schliesslich kann die BeschwerdefÃ¼hrerin auch aus dem Recht auf Familie (Art. 8 </span>der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention [EMRK]<span>) keinen Anwesenheitsanspruch fÃ¼r ihre Kinder ableiten. FÃ¼r ihre volljÃ¤hrige Tochter findet Art. 8 EMRK mangels eines besonderen, Ã¼ber die Ã¼blichen familiÃ¤ren Beziehungen hinausgehendes AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnisses keine Anwendung (BGE 129 II 11 E 2). Betreffend ihrer jÃ¼ngeren Tochter ist festzuhalten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihr Land vor fast zwÃ¶lf Jahren verlassen hat und dabei die Ã¶rtliche Trennung von ihren Kindern bewusst in Kauf genommen. Sodann hat sich der Anspruch auf einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug in erster Linie an den nationalen gesetzlichen Bestimmungen auszurichten. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung genÃ¼gen diese den konventionsrechtlichen Vorgaben, weshalb der verweigerte Familiennachzug aus den genannten GrÃ¼nden Art. 8 EMRK nicht verletzt (BGr, 28. August 2016, 2C_369/2016, E. 2.1). Die beiden TÃ¶chter sind auch nicht derart hier in der Schweiz verwurzelt, dass ihnen ein auf dem Recht auf Privatleben basierendes Anwesenheitsrecht zukommen wÃ¼rde (BGE 130 II 281 E. 3.2.1). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung1">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen und ihr steht keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 sowie § 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>