<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Weinverordnung (SR 916.140) zu ändern und eine Bestimmung einzufügen, die es erlaubt, im Falle von Naturkatastrophen, insbesondere bei Frostschäden, die Produktionsmenge auf mehrere Jahre, Traubensorten und Parzellen zu verteilen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Gemäss dem Landwirtschaftsgesetz wird Wein in drei Klassen unterteilt: Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (KUB/AOC), Landwein (LW) und Tafelwein (TW). Die Höchsterträge für die Produktion von Trauben, aus denen AOC-Wein gekeltert wird, bestimmen die Kantone im Rahmen der vom Bundesrat unter Berücksichtigung der spezifischen Produktionsbedingungen der verschiedenen Regionen festgelegten Obergrenzen. Die Höchsterträge für Landwein bestimmt der Bundesrat. Bei den Trauben, die zu Tafelwein verarbeitet werden, gibt es keine Ertragsbegrenzungen. Wie die natürlichen Mindestzuckergehalte sind die Höchsterträge Qualitätsförderungsmassnahmen und tragen dazu bei, den Ruf der Bezeichnungen, der kollektiv den Winzerinnen und Winzern wie auch den Einkellerinnen und Einkellerern zuzuschreiben ist, zu wahren und zu stärken.</p><p>Mit den in der Weinverordnung festgeschriebenen Ertragsobergrenzen für AOC-Wein können rund 145 Prozent des Jahreskonsums an Schweizer Wein produziert werden. Unter Berücksichtigung der Höchsterträge, die die Kantone gemäss Bundesrecht pro Rebsorte bestimmen müssen, könnte die Jahresproduktion 128 Prozent dieses Konsums erreichen. Die Kantone kontrollieren die Ertragsgrenzen mittels Produktionsbescheinigungen (Traubenpässe). Deren Vergabe erfolgt pro Bewirtschafter/in oder pro Rebbergeigentümer/in und über alle Parzellen der Bewirtschafterin bzw. des Bewirtschafters hinweg, die in einer gegebenen Gemeinde mit einer gegebenen Rebsorte bepflanzt werden. Somit ist ein Ausgleich zwischen den einzelnen Parzellen eines gleichen Traubenpasses bereits möglich. Die Konsumentinnen und Konsumenten erwarten beim Schweizer AOC-Wein eine gewisse Qualität, die im Verhältnis zu seinem Preis steht. Um diese zu erreichen, regulieren die Winzerinnen und Winzer den Behang der Rebstöcke, damit die eingekellerten Trauben die Qualitätsmerkmale aufweisen, die für eine hochwertige Kelterung erforderlich sind. Somit entspricht die inländische Produktion im Durchschnitt dem Konsum von Schweizer Wein.</p><p>Die Bildung von Weinreserven ist im Rahmen der bestehenden Produktionsregeln bereits möglich. Es braucht also keine Flexibilisierung der bundesrechtlichen Bestimmungen bezüglich der Ertragsbeschränkung, um weinwirtschaftlichen Betrieben die Möglichkeit zu geben, Vorkehrungen zur Antizipation von Ernteschwankungen - auch aufgrund von besonderen Witterungsverhältnissen - zu treffen. Ausserdem wäre eine solche Flexibilisierung nicht ohne Risiko für die qualitativen und typischen Eigenschaften von AOC-Wein, wie sie von den Konsumentinnen und Konsumenten erwartet werden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.