Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. März 2017 (720 16 366 / 67) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revisionsvoraussetzungen gemäss Art. 17 ATSG infolge einer wesentlichen Verbesse- rung des psychiatrischen Gesundheitszustands bejaht. Der Versicherten ist auf dem Wege der Selbsteingliederung die Verwertung ihrer wieder- erlangten vollen Arbeitsfähigkeit zumutbar, weshalb die IV-Stelle nicht verpflichtet war, Eingliederungsmassnahmen zu gewähren. Besetzung Vorsitzender Kantonsrichter Yves Thommen, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Raffaella Biaggi , Adv o- katin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1964 geborene A.____ arbeitete vor Eintritt ihrer gesundheitlichen Beeinträchti- gungen bis Ende Januar 1996 als Betriebsmitarbeiter in bei der B.____ AG in Lausen. Im April Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1995 meldete sie sich unter Hinweis auf anhaltende Kopf - und Nackenschmerzen bei der Eid- genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an . Die IV-Stelle Basel- Landschaft klärte in der Folge die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab und ermit- telte einen Invaliditätsgrad von 45 %. Da gleichzeitig das Vorliegen eines wirtschaftlichen Härte- falles bejaht wurde, sprach die IV-Stelle der Versiche rten am 16. Mai 1997 mit Wirkung ab 1. Juli 1996 eine halbe IV-Rente zu. Am 15. Juli 1999 ersuchte die Versicherte um eine Renten- revision, da sich ihr Gesundheitszustand verschlimmert habe und die Schmerzen entsprechend zugenommen hätten. Mit Verfügung vom 12. Juni 2000 lehnte die IV-Stelle dieses Revisionsbe- gehren ab, da die Abklärungen keine rentenbeeinflussen de Änderung des Invaliditätsgrades ergeben hätten. Eine hiergegen erhobene Beschwerde w ies das Kantonsgericht (dazumal noch: Versicherungsgericht) des Kantons Basel-Landschaft m it Urteil vom 2. Mai 2001 ab. Der Invaliditätsgrad der Versicherten wurde in der Folge mehrfach revisionsweise bestätigt. B. Eine im März 2012 erneut geltend gemachte Verschlech terung des Gesundheitszu- stands der Versicherten führte nach Abklärung der gesund heitlichen und erwerblichen Verhält- nisse, insbesondere nach Einholung eines polydisziplinäre n Gutachtens beim Zentrum C.____ vom 18. Januar 2013 und eines bidisziplinären Gutachtens der Dres. D.____ und E.____ vom 25. bzw. vom 26. April 2016, mit Verfügung vom 11. Okt ober 2016 zur revisionsweisen Einstel- lung der bisher ausgerichteten IV-Rente. C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Adv okatin Raffaella Biaggi, am 1. November 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kant ons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte , es sei ihr in Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung weiterhin mindestens eine Viertelr ente der IV auszurichten. Zur Begrün- dung liess sie im Wesentlichen vorbringen, dass dem psychia trischen Gutachten von Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 26. Apri l 2016 keine Beweiskraft zukomme. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet bei Dr. E .____ keine Symptome einer depres- siven Erkrankung mehr vorgelegen hätten, nachdem ihr seit 1995 durchgehend eine solche Erkrankung attestiert worden sei. Ausserdem sei ihr die Rente entzogen worden, ohne dass man ihr zuvor entsprechende Eingliederungsmassnahmen zuge standen habe. Schliesslich sei das von der IV-Stelle herangezogene Valideneinkommen zu tief festgesetzt worden. Dieses betrage richtigerweise Fr. 53‘773.—. D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 11. Januar 2017 auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 1. November 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.4 Zu beachten ist sodann, dass die Annahme einer al lenfalls invalidisierenden psychi- schen Gesundheitsbeeinträchtigung eine fachärztlich (psych iatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus setzt (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesu ndheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jed em Fall ein medizinisches Substrat vo- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht raus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich b eeinträchtigt. Ist eine psychische Stö- rung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weit eren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeu tischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann , zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähig keit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entsc heidend ist vielmehr, ob anzuneh- men ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellscha ft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 4. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die der Versicherten seit 1. Juli 1996 ausge- richtete IV-Rente zu Recht per Ende November 2016 aufgehoben hat. 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschät zung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Ur teil J. des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E . 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten ursprünglich mit Verfügung vom 16. Mai 1997 rückwirkend ab 1. Juli 1996 bei einem Invaliditätsgrad von 45 % und gleichzeitigem Vo rliegen eines wirtschaftlichen Härtefalles eine halbe IV-Rente zu. Im Laufe des nachfolgenden Ren tenbezugs der Versicherten führte die IV-Stelle sowohl auf Gesuch der Versicherten hin als auc h von Amtes wegen mehrere Renten- revisionsverfahren durch. Eine einlässliche materielle Pr üfung des Rentenanspruchs mit einer vertieften Abklärung des medizinischen Sachverhalts erfolg te dabei letztmals im Rahmen des Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Juni 2002 eingeleiteten Revisionsverfahrens, in dessen Verlauf die IV-Stelle nebst Abklärung der erwerblichen Verhältnisse der Versicherten sowohl ei n rheumatologisches Gutachten bei Dr. D.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom 2. September 2002 als auch ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. Juni 2003 einholte. Gestützt auf deren Ergebnisse eröffnete die IV-Stelle der Versicherten in der Mitteilung vom 14. August 2003, dass sie keine Änderung festgestellt habe, die sich auf die lau- fende Rente auswirke (Invaliditätsgrad: 46 %), weshalb weiterhin Anspruch auf die bisherige IV- Rente bestehe. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei lung der Frage, ob bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 11. Oktober 2016 eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise A ufhebung der bis anhin ausgerichteten IV-Rente rechtfertigt, bildet demnach die Situation, wie sie gemäss der Mitteilung vom 14. Au- gust 2003 bestand; denn laut Art. 74 ter lit. f der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 bedarf es keiner Verfügung, wenn di e Invalidenrente nach einer von Am- tes wegen durchgeführten Revision weiter ausgerichtet wi rd, sofern keine leistungsbeeinflus- sende Änderung der Verhältnisse festgestellt wird, was hi er der Fall war. Eine solche Mitteilung ist, wenn keine Verfügung verlangt worden ist (Art. 74 quater IVV), in Bezug auf den Vergleichs- zeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteil K. des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_1005/2009, E. 3.2 mit Hinweis). 5. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundh eitszustand und - damit einher- gehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versichert en tatsächlich, wie von der IV-Stelle gel- tend gemacht, seit August 2003 in einer anspruchserheblichen Weise verbessert haben. 5.1 Im Rahmen des im Juni 2002 eingeleiteten Rentenr evisionsverfahrens, in welchem sie die laufende halbe (Härtefall-)Rente der Versicherte n bestätigte (Mitteilung vom 14. August 2003, IV-Dok 44), stützte sich die IV-Stelle bei der Beu rteilung des medizinischen Sachverhalts – wie vorstehend erwähnt – nebst dem rheumatologischen G utachten von Dr. med. Werner D.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom 2. September 2002 auf das von ihr ein- geholte psychiatrische Gutachten von Dr. F.____ vom 27. J uni 2003. Was zunächst die rheu- matologischen Verhältnisse betrifft, diagnostizierte Dr. D.____ dazumal ein lumboradikuläres Reizsyndrom S1 ohne sensomotorische Ausfälle bei Diskusher nie L5/S1 rechts. Dazumal war aus somatischer Sicht von einer Verschlechterung der Situ ation und deshalb im Vergleich zur damaligen Voruntersuchung von einer eingeschränkten Bel astbarkeit des Rückens auszuge- hen. Die Versicherte sei nunmehr auch aus rein somatischer Sicht für die bisherige Tätigkeit als Reinigungsfrau im Umfang von 40% arbeitsunfähig. Di es bedeute, dass ihr diese Tätigkeit aus somatischer Sicht weiterhin im Umfang von fünf Stunden pro Tag zugemutet werden könne. In psychiatrischer Hinsicht wurden im Gutachten von Dr. F.___ _ vom 27. Juni 2003 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie rezidivierend de- pressive Episoden diagnostiziert. Daraus geht hervor, dass den diagnostischen Überlegungen im Vorgutachten von Dr. G.____, FMH Psychiatrie und Psych otherapie, vom 7. Februar 2000 nichts beizufügen sei. Die Versicherte beschreibe weiterh in ein ausgedehntes Schmerzsyn- drom, ihre Missstimmungen, ihre Freud- und Lustlosigkeit , die Schlafstörungen und ihre Unge- duld. Alles sei ein Müssen. Von der ausserfamiliären Umg ebung fühle sie sich unverstanden. Aufgrund der Vergleichbarkeit der psychiatrischen Symptom atik zum Vorgutachten von Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. G.____ bestehe aus psychiatrischer Sicht weiterhin e ine Reduktion der Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Hilfskraft von 40%. Für nicht allzu sch were Hilfstätigkeiten, wie beispielsweise in der aktuellen Anstellung als Raumpflegerin, bleibe die Versicherte im Umfang von 60% ar- beitsfähig. Sinnvolle medizinische Behandlungen kämen b ereits zum Tragen. Eine psychiatri- sche Behandlung sei bei motivierter Explorandin überlege nswert. Inwieweit dies die Arbeitsfä- higkeit verbessern würde, müsse jedoch offen bleiben. 5.2 Medizinische Grundlage der im vorliegenden Verfahre n angefochtenen Verfügung bil- den insbesondere sowohl das von Dr. D.____ verfasste rheu matologische Gutachten vom 25. April 2016 als auch das psychiatrische Gutachten von Dr. E.____ vom 26. April 2016. 5.2.1 Dr. D.____ diagnostiziert in seinem neuerlichen G utachten mit Einfluss auf die Arbeits- fähigkeit ein lumbovertebrales Syndrom mit intermittie rend spondylogener Ausstrahlung rechts bei degenerativen Veränderungen mit medianer Diskushern ie L4/5 und Osteochondrose L5/S1 ohne Hinweise für eine radikuläre Symptomatik. Ohne E influss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine beginnende Fingerpolyarthrose, ein chronisches Zervi kovertebralsyndrom, leichte Spreiz- füsse, Fussbeschwerden im Sinne einer Enthesiopathie, ei ne arterielle Hypertonie, ein Status nach Exstirpation eines Lipoms am Rücken sowie anamnestisch e in Status nach antibiotisch behandelter und abgeheilter Lyme-Borreliose zu erheb en. Für körperlich schwere Tätigkeiten bestehe aufgrund der lumbalen Zwei-Etagen-Diskopathie keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer körperlich mittelschweren Tätigkeit, beispielsweise als Reinigungsfrau, bestehe eine verwertba- re Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 60%. In einer kör perlich leichten und rückenschonenden Tätigkeit ohne Heben, Stossen oder Ziehen von Gewicht en über zehn Kilogramm und ohne Zwangsstellungen sowie ohne schwere Belastungen der Hände bestehe eine volle Arbeitsfä- higkeit. Aus rheumatologischer Sicht sei gegenüber der Situation im September 2002 insge- samt keine relevante Verbesserung auszumachen. Da sich die V ersicherte indessen für voll- ständig arbeitsunfähig halte, seien berufliche Massnahmen zum Scheitern verurteilt und daher wenig sinnvoll. 5.2.2 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 26. April 2016 erhebt Dr. E.____ keine Diagno- sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einf luss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakt oren sowie eine leichtgradi- ge Benzodiazepinabhängigkeit zu diagnostizieren. Im Rah men der psychiatrischen Untersu- chung hätten keine psychopathologischen Befunde, namentli ch keine depressiven Symptome, festgestellt werden können. Die gelegentlich auftrete nden Beklemmungsgefühle, die auch im Zusammenhang mit der angespannten finanziellen Situati on stünden, würden keine psychiatri- sche Diagnose und auch keine Beeinträchtigung der Arbeit sfähigkeit begründen. Die Ende 2014 dreimal durchlebten Panikattacken seien nicht meh r aufgetreten. Die Versicherte werde durch ihren Ehemann unterstützt. Sie habe eine sehr gute Beziehung zu ihren Kindern sowie zu ihren Eltern und Geschwistern. Die Kommunikationsfähig keit sei gut. Zurzeit werde weder eine psychiatrische Behandlung noch eine antidepressive Therapie durchgeführt. Die Explorandin könne in der Regel gut schlafen und habe keine Mühe, a m Morgen aufzustehen. Sie führe den Haushalt weitgehend selbständig und unternehme regelm ässig Spaziergänge, besuche täglich in der Nähe lebende Verwandte und sei in der Lage, Auto zu fahren. Sie halte sich gerne im Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Clubhaus auf, das von ihrem Ehemann bewirtschaftet werde . Sie reise regelmässig in die Feri- en in die Türkei. Es sei daher aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehbar, dass sie sich sub- jektiv nur noch sehr beschränkt arbeitsfähig fühle. Ihre Eingliederungsfähigkeit sei nicht beein- trächtigt, so dass ihr allfällige Eingliederungsmassnahm en ganztags zumutbar seien. Sie halte sich aber lediglich während einiger Stunden pro Tag fü r arbeitsfähig. Folglich sei sie nicht moti- viert, sich beruflich wieder voll einzugliedern. Einglied erungsmassnahmen seien daher kaum erfolgsversprechend. Insgesamt bestehe aus psychiatrischer Sicht ab Begutachtungszeitpunkt eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100% für jegl iche Tätigkeiten. In der Konsensbespre- chung kommen die Dres. D.____ und E.____ zum Schluss, dass aus gesamtmedizinischer Sicht die rheumatologische Zumutbarkeit massgeblich sei. 5.3.1 Nebst den erwähnten Gutachten der Dres. D.____ u nd E.____ liegt der strittigen Ange- legenheit ein Gutachten der C.____ vom 18. Januar 20 13 zu Grunde, welches die IV-Stelle zwecks erstmaliger Abklärung der gesundheitlichen Verhältn isse im Nachgang zum Revisions- gesuch der Versicherten vom März 2012 in Auftrag gegebe n hatte. Darin wird mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine chronifizierte lumbospondylo gene Schmerzproblematik bei degenerati- ven Veränderungen der Lendenwirbelsäule, aktuell ohne sensomotorische Ausfallsymptomatik, aber mit lumbosakral deutlicher muskulärer Dysbalance sow ie eine leichte depressive Episode diagnostiziert. Retrospektiv könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass sich der somatische Gesundheitszustand der Versicherten seit der letzten Begutachtung durch Dr. D.____ im September 2002 nicht wesentlich ver ändert habe. Als Reinigungsfrau be- stehe nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit von 40%. In einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit sei aus somatischer Sicht indessen eine vollständige Arbeitsfähigkeit zu attestieren. In psychiatrischer Hinsicht habe sich der Zustand der Versichert en eher verbessert. Es bestehe lediglich noch eine leichtgradige depressive Episode mi t einer Beeinträchtigung der Arbeitsfä- higkeit im Umfang von 20%. Aus gesamtmedizinischer Sicht b etrage die Arbeitsfähigkeit in ei- ner körperlich optimal angepassten, rückenschonenden Verweistätigkeit 80%. 5.3.2 Näher einzugehen ist schliesslich auf den Abklärung sbericht der Psychiatrie Baselland vom 31. März 2015. Darin wurde der Versicherten eine An passungsstörung mit Angst und de- pressiver Reaktion diagnostiziert. Die Patientin sei bewusst seinsklar und allseits orientiert. Das formale Denken sei leicht auf die aktuelle Rentenrevi sion sowie auf eine Angst vor der Angst eingeschränkt. Sie schildere, täglich die Befürchtung zu haben, erneut eine Panikattacke zu erleiden. Die Affektivität sei ängstlich und deprimier t. In der Gesprächssituation habe es keine Hinweise auf Störungen des Antriebs gegeben. Aufgrund des nur einmaligen Vorfalls erlebter Panikattacken und des nur wenig ausgeprägten Vermeidun gsverhaltens erfülle die von der Pa- tientin geschilderte Angstsymptomatik die Kriterien einer Panikstörung nicht. 5.4.1 Vergleicht man das im Referenzzeitpunkt erstellte Gutachten von Dr. D.____ vom 2. September 2002 mit dessen aktuellen Erhebungen, so erhellt, dass eine Veränderung des Gesundheitszustandes der Versicherten in somatischer Hinsich t offensichtlich ausgeschlossen werden kann. Gestützt auf die Aussage im rheumatologische n Gutachten vom 25. April 2016 (vgl. a.a.O., S. 37, ad Ziffer 5.4), ist zwischen den Pa rteien deshalb zu Recht unbestritten ge- blieben, dass mit Blick auf die somatischen Verhältnisse v on einem unveränderten Gesund- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht heitszustand auszugehen ist, der für sich alleine genommen keine Rentenrevision rechtfertigen kann. Unverändert und ebenfalls unbestritten geblieben ist deshalb zu Recht auch die der Ver- sicherten in rheumatologischer Hinsicht noch verbleibend e Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 60% in einer mittelschweren Tätigkeit als Reinigungsf rau bzw. von 100% in einer körperlich leichten Verweistätigkeit (vgl. a.a.O., S. 38 oben; ebenso Gutachten der C.____ vom 18. Januar 2013). 5.4.2 Strittig und näher zu prüfen ist hingegen die g esundheitliche Verfassung der Versicher- ten in psychiatrischer Hinsicht. Vergleicht man das im Referenzzeitpunkt erstellte psychiatrische Gutachten von Dr. F.____ vom 27. Juni 2003 mit dem von Dr. E.____ verfassten Teil-Gutachten vom 26. April 2016, so fällt auf, dass die psychiatrischen D iagnosen erheblich differieren. Neu- erdings werden keine Diagnosen mehr mit Einfluss auf di e Arbeitsfähigkeit erhoben, nachdem im Jahre 2003 in dieser Hinsicht noch eine anhaltende so matoforme Schmerzstörung sowie rezidivierend depressive Episoden bei der Versicherten di agnostiziert worden waren. Aufgrund dieser unterschiedlichen psychiatrischen Krankheitsbilder ist die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 11. Oktober 2016 bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts davon ausgegangen, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten verändert habe. Aufgrund der vollständigen Remission habe sich name ntlich in Bezug auf die depressive Erkrankung eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes manifestiert. 5.4.3 Die Beschwerdeführerin wendet gegen diese vori nstanzliche Beweiswürdigung ein, dass sämtliche übrige Psychiater stets eine depressive Störun g attestiert hätten und es somit nicht nachvollziehbar sei, dass ausgerechnet bei Dr. E.____ nunmehr keine solchen Symptome mehr vorgelegen hätten. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Dr. E.____ negiert kei- neswegs die frühere depressive Symptomatik der Versicherten . Nachdem aber bereits die Gut- achter des C.____ im Januar 2013 eine nur noch leichte depressive Störung diagnostiziert und damit im Vergleich zur Vorbegutachtung durch Dr. F.____ vom 27. Juni 2003 klarerweise eine Verbesserung der psychiatrischen Verhältnisse erhoben hatten, hat zwei Jahre später auch die Psychiatrie Baselland lediglich noch eine Anpassungsstörun g mit Angst und depressiver Reak- tion erheben können (vgl. IV-Dok 129). Der Umstand, dass Dr. E.____ ein weiteres Jahr später keine depressive Symptomatik mehr erkennen konnte, ist daher durchaus nachvollziehbar. Dies gilt umso mehr, weil die noch 2015 erhobenen Beklemmu ngsgefühle der Versicherten im Zu- sammenhang mit der angespannten finanziellen Situatio n anlässlich der aktuellen Begutach- tung bei Dr. E.____ nur gelegentlich aufgetreten sind und unter diesen Umständen mithin nun- mehr weder eine psychiatrische Diagnose noch eine dauer hafte Beeinträchtigung der Arbeits- fähigkeit begründen können. Hinsichtlich der seit 2003 somit schlüssig ausgewiesenen Verbes- serung des psychiatrischen Gesundheitszustandes der Versicher ten ist in diesem Zusammen- hang auch auf die überzeugende Stellungnahme des RAD vom 10. November 2016 im Rahmen der von der IV-Stelle eingereichten Vernehmlassung zu verweisen, wonach eine leichte De- pression unter fachgerechter psychotherapeutischer Behandlung, wie sie die Versicherte offen- bar zuvor seit März 2015 noch bei Dr. H.____, FMH Psychia trie, in Anspruch genommen hatte, durchaus vollständig remittieren kann (vgl. IV-Dok 129). Der Umstand, dass keine psychiatri- sche Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit meh r attestiert werden kann, wird in diesem Zusammenhang schliesslich durch die Tatsache indiziert, da ss die Versicherte aktuell weder Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Psychotherapie noch eine psychopharmakologische Beha ndlung beansprucht (vgl. Gutachten von Dr. E.____ vom 26. April 2016, IV-Dok 147, S. 17, ad Ziffer 10.1). Das Gutachten von Dr. E.____ vom 26. April 2016 ergibt demnach ein insgesamt schlüssiges und kongruentes Bild betreffend die gesundheitliche Ve rfassung der Beschwerdeführerin und erfüllt die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Verwaltungsgut- achten. Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 3.2 f. hie rvor), ist den im Rahmen des Verwal- tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialä rztinnen und -ärzte, die aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis- würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht k onkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen. Zumal den Akten keine gegenteiligen aktuellen Befunde psy- chiatrischer Natur zu entnehmen sind, liegen solche Indi zien dem Gesagten zufolge hier keine vor. Zusammenfassend ist deshalb nicht zu beanstanden, da ss die IV-Stelle die Revisionsvo- raussetzungen gemäss Art. 17 ATSG im Sinne einer wesentl ichen Verbesserung des psychiat- rischen Gesundheitszustands der Versicherten bejaht hat. 6.1 Gestützt auf dieses Zwischenergebnis ist zu prüfen, wie sich die geschilderte Entwick- lung auf den künftigen Rentenanspruch der Beschwerdefü hrerin auswirkt. Es gilt mit anderen Worten, auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts den Invalidi- tätsgrad bei Erlass der streitigen Revisionsverfügung zu e rmitteln, woraus sich die Anspruchs- berechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs erg eben (Urteile S. des Bundesgerichts vom 14. April 2009, 9C_1014/2008, E. 3.3, und C. vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.3, je mit Hinweisen). Ausgangspunkt der Beurteil ung des (heutigen) Rentenanspruchs bil- det dabei die Frage, in welchem Ausmass die Versicherte a ufgrund ihrer gesundheitlichen Be- einträchtigungen arbeitsunfähig ist. Die Gutachten d er Dres. D.____ und E.____ vom 25. bzw. vom 26. April 2016 halten diesbezüglich fest, dass der Versicherten aus gesamtmedizinischer Sicht in einer körperlich leichten, angepassten Verweistä tigkeit ein volles Arbeitspensum zu- mutbar sei. Dieser Auffassung ist zu folgen. Nachdem bei der Versicherten in psychiatrischer Hinsicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf ähigkeit vorliegen, ist gestützt auf die plausible und zwischen den Parteien unbestritten gebli ebene Zumutbarkeitsbeurteilung betref- fend die somatischen Verhältnisse (vgl. oben, Erwägung 6.4.1) insgesamt von einer vollständi- gen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten, leichten Verweistätigkeit auszugehen. 6.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist de r Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimme n. Gegen den von der IV- Stelle in ihrer Verfügung vom 11. Oktober 2016 vorgenommenen Einkommensvergleich wendet die Beschwerdeführerin ein, dass die IV-Stelle fälschlich erweise von einem Valideneinkommen von Fr. 49‘543.— statt von Fr. 53‘773.— ausgegangen sei . In der Tat ist nicht einzusehen, wes- halb die IV-Stelle nicht von der Basis jenes Validenein kommens ausgegangen ist, wie es ur- sprünglich gestützt auf die Angaben des ehemaligen Arbe itgebers der Versicherten noch dem Vorbescheid vom 12. Dezember 2014 zu Grunde gelegt word en war. Ob der Rentenberech- nung nun allerdings ein Valideneinkommen von Fr. 49‘5 43.— oder wie geltend gemacht ein solches von Fr. 53‘773.— zu Grunde zu legen ist, kann letztli ch offen bleiben, da bei der vorlie- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht genden Restarbeitsfähigkeit von 100% der für einen R entenanspruch erforderliche Schwellen- wert von mindestens 40% so oder anders nicht erreicht wird (vgl. oben, Erwägung 2.1). 7.1 Nun gilt es allerdings zu beachten, dass die Beschwerde führerin ihre IV-Rente seit 1. Juli 1996 und somit seit mehr als 15 Jahren bezogen hat, und dass die Wiedereingliederung von Versicherten nach invaliditätsbedingt langjährigem Fernbleiben von der Arbeitswelt oftmals schwierig ist. Laut ständiger Rechtsprechung ist eine medi zinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zwar im Regelfall grundsätzlich auf de m Weg der Selbsteingliederung zu ver- werten. Nach langjährigem Rentenbezug können jedoch a usnahmsweise die Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhanden en Leistungsfähigkeit und medizi- nisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervor- geht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspoten zials ohne vorgängige Durchfüh- rung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanst rengung der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Novem ber 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. September 2010, 9C_163/2009, E. 4.1 und 4.2.2). Eine solche Kons- tellation ist hier entgegen der von der Beschwerdeführ erin vertretenen Auffassung jedoch nicht gegeben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in jenen Fäll en, in welchen wegen eines langen Rentenbezugs eine Überprüfung der Selbsteingliederun gsfähigkeit vorzunehmen ist, ein An- spruch auf Eingliederungsmassnahmen dann entfällt, wenn während des Rentenbezugs stets eine namhafte Restarbeitsfähigkeit bestanden hat und diese – zumindest teilweise – auch tat- sächlich verwertet worden ist (Urteil des Kantonsgerichts vom 2. Juni 2016, 720 16 57, E. 8.2). 7.2 Im hier vorliegenden Fall ist der Versicherten seit der ursprünglichen Rentenzusprache stets eine Restarbeitsfähigkeit von 60% verblieben. Gem äss Auszug aus ihrem individuellen Konto (vgl. IV-Dok 159) hat sie diese Restarbeitsfähigkei t noch bis ins Jahr 2012 zumindest teilweise verwertet. So hat sie im Juli 2001 begonnen, als Reinigungsfrau entsprechend einem Beschäftigungsgrad von rund 36% zu arbeiten (vgl. Gutach ten C.____ vom 18. Januar 2013, S. 21 ). Diese Tätigkeit hat sie im November 2002 von 12 ½ auf 18 Stunden pro Woche erhöht (vgl. IV-Dok 43). Nachdem dieses Arbeitsverhältnis nach ei ner unfallbedingten Zunahme der Rückenbeschwerden zunächst beendet worden war, hat die Be schwerdeführerin im Jahr 2009 eine neue Stelle als Reinigungsangestellte gefunden (vgl. Gutachten C.____ vom 18. Januar 2013, S. 21). Noch im Jahr 2011 hat sie dabei ein Ein kommen von Fr. 14‘315.— erzielt (vgl. IV- Dok 159). Entgegen der in der Beschwerdebegründung ve rtretenen Auffassung, wonach sie seit über 20 Jahren nicht mehr gearbeitet habe, ist di e Beschwerdeführerin – parallel zum Be- zug ihrer halben (Härtefall-) Rente – in Tat und Wah rheit somit während längerer Zeit einer teil- zeitlichen Erwerbstätigkeit nachgegangen. Dabei hat sie in der freien Wirtschaft während Jah- ren offenbar auch eine gute Leistung erzielt (vgl. psychi atrisches Teilgutachten von Dr. E.____ vom 26. April 2016, S. 16, ad Ziffer 8.7). Der Versich erten ist deshalb auf dem Wege der Selbsteingliederung auch die Verwertung der nunmehr wiedererlangten vollen Arbeitsfähigkeit zumutbar. Daran ändert nichts, dass sie seit 2012 keiner au sserhäuslichen Arbeit mehr nach- gegangen ist, obwohl sich ihre Restarbeitsfähigkeit gestü tzt auf die Erkenntnisse im Gutachten der C.____ vom 18. Januar 2013 in psychiatrischer Hinsic ht nachweislich just per Ende 2012 von 60% auf 80% erhöht hatte (vgl. a.a.O., S. 48, ad Ziffer 7.4). Letztere Erkenntnis lässt seit- her vielmehr ernsthafte Zweifel an der Eingliederungsbereitschaft der Versicherten aufkommen, Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie dies schliesslich auch die Dres. D.____ und E.____ b estätigt haben (vgl. rheumatologisches Teilgutachten von Dr. D.____ vom 2 5. April 2016, S. 37, ad Ziffer 5.6; ebenso psychiatrisches Teilgutachten von Dr. E.____ vom 26. April 2016, S. 18, ad Ziffer 10.7). Fehlt es zusammenfassend sowohl an der Eingliederungsbe dürftigkeit als auch an der Einglie- derungsbereitschaft der Versicherten, war die IV-Stelle aber nicht verpflichtet, der Beschwerde- führerin vor der Anordnung der vorliegend strittigen R entenaufhebung allfällige berufliche (Wie- der-) Eingliederungsmassnahmen zu gewähren. 8. Aus dem Gesagten folgt als Ergebnis, dass die IV-Ste lle die der Versicherten bisher ausgerichtete halbe Rente zu Recht aufgehoben hat, wobei die Aufhebung gestützt auf Art. 88 bis Abs. 2 lit. a IVV korrekterweise vom ersten Tag des zweit en der Zustellung der Verfügung fol- genden Monats an erfolgte. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 11. Oktober 2016 ist demnach nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschw erde erweist sich als unbe- gründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 9. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1‘000.— festgelegt . Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens seit 1. Juli 2016 einheit- lich auf Fr. 800.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden di e Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdefüh- rerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskoste n ihr zu auferlegen sind. Die ausseror- dentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.— wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.— verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht