<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00239</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221417&amp;W10_KEY=13013474&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00239</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.07.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung wegen Scheinehe] Der Aufenthaltsanspruch nach Art. 42 Abs. 1 AIG steht gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs, worunter namentlich Scheinehen fallen (E. 3). Die vorliegenden Indizien, namentlich der Altersunterschied der Eheleute und die (sehr) kurze Kennenlernphase vor der Hochzeit lassen insgesamt den Schluss nicht zu, dass die Ehe des Beschwerdeführers mit seiner Ehefrau nur aus ausländerrechtlichen Motiven geschlossen worden war. Insbesondere ergibt sich aus den Akten nicht, dass der Beschwerdeführer eine Parallelbeziehung führt (E. 4). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHEVERDACHT">SCHEINEHEVERDACHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 42 Abs. 1 AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=52672" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00239</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">8. Juli 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber David Henseler.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A ist ein 1982 geborener StaatsangehÃ¶riger Nordmazedoniens. Er reiste erstmals am 26. Januar 2005 als Asylsuchender in die Schweiz ein, wo er dem Kanton Aargau zugeteilt wurde. Nachdem das Asylgesuch von A mit VerfÃ¼gung des Bundesamts fÃ¼r Migration (heute Staatssekretariat fÃ¼r Migration [SEM]) vom 12. August 2009 abgewiesen und eine dagegen erhobene Beschwerde am 19. MÃ¤rz 2012 infolge RÃ¼ckzugs abgeschrieben worden war, reiste A am 2. Mai 2012 in den Kosovo aus. Dort heiratete er am 22. Juli 2012 seine Landsfrau C, geboren 1983. Mit Urteil des Grundgerichts D vom 3. Januar 2014 wurde die Ehe geschieden. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 18. MÃ¤rz 2014 heiratete A in Kloten die Schweizer BÃ¼rgerin E, geboren 1969. Diese ist Mutter eines Sohnes (F, geboren 1999) aus einer frÃ¼heren Beziehung. Am 7. April 2014 wurde A eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau erteilt, welche in der Folge regelmÃ¤ssig verlÃ¤ngert wurde, zuletzt mit GÃ¼ltigkeit bis am 17. MÃ¤rz 2020. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 25. Januar 2019 erhielt das Migrationsamt eine anonyme E-Mail, worin ausgefÃ¼hrt wird, A "fÃ¼hre eine Scheinehe"; er warte, bis er "die Bewilligung C bekommt und danach will er sich scheiden". Ausserdem heisst es in der E-Mail, A sei "auch in seinem Heimatland verheiratet einfach nicht eingetragen" und er sei "kein Mazedonier er wohnt und lebt in Kosovo es ist mÃ¶glich das auch sein Name und Vorname nicht die echten sind". </p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 22. MÃ¤rz 2019 lehnte das Migrationsamt das Gesuch von A um Erteilung der Niederlassungsbewilligung ab, da er kein Deutschzertifikat vorweisen konnte. </p> <p class="Urteilstext">Am 11. Dezember 2019 fÃ¼hrte die Kantonspolizei ZÃ¼rich am Wohnort von A und E an der G-Strasse 01 in H eine Wohnungskontrolle durch. Am 16. Dezember 2019 wurden die Eheleute polizeilich befragt. </p> <p class="Urteilstext">Am 25. Februar 2020 ersuchte A um VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs wies das Migrationsamt das Gesuch mit VerfÃ¼gung vom 10. September 2020 ab und wies A aus der Schweiz weg. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen dagegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 26. Februar 2021 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden war (Dispositiv-Ziff. I), setzte A eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 25. Mai 2021 an (Dispositiv-Ziff. II), auferlegte ihm die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'365.- (Dispositiv-Ziff. III) und richtete in Dispositiv-Ziff. IV keine ParteientschÃ¤digung aus.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den Rekursentscheid liess A am 1. April 2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, unter EntschÃ¤digungsfolge seien der Entscheid der Sicherheitsdirektion sowie die VerfÃ¼gung des Migrationsamts aufzuheben und sei seine Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. In prozessualer Hinsicht liess A beantragen, es sei der Beschwerde "hinsichtlich beider vorinstanzlicher Entscheide die aufschiebende Wirkung zu erteilen". Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 12. April 2021 auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort. Mit Eingabe vom 20. April 2021 ersuchte A das Verwaltungsgericht um eine BestÃ¤tigung, dass er sich bis zu einem rechtskrÃ¤ftigen Entscheid in der Schweiz aufhalten und hier einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachgehen dÃ¼rfe. Mit Schreiben vom 21. April 2021 bestÃ¤tigte ihm das Verwaltungsgericht, dass er Ã¼ber ein prozedurales Aufenthaltsrecht verfÃ¼ge und im Umfang der bisherigen Bewilligung zur AusÃ¼bung einer ErwerbstÃ¤tigkeit berechtigt sei.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu, es sei denn, es wurde aus besonderen GrÃ¼nden eine gegenteilige Anordnung getroffen (§ 55 in Verbindung mit § 25 Abs. 1 und 3 VRG). Weil vorliegend keine solche erfolgte, war das entsprechende Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers von vornherein gegenstandslos.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b><span>Nach Art. 42 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Die AnsprÃ¼che aus Art. 42 AIG erlÃ¶schen, wenn sie rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht werden, namentlich um Vorschriften Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG). </span>Unter den Begriff des Rechtsmissbrauchs fÃ¤llt unter anderem die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe, welche die Eheleute (oder zumindest jemand von ihnen) nur zur Erlangung des Aufenthaltsrechts eingehen, ohne eine echte eheliche Gemeinschaft zu beabsichtigen (BGr, 5. April 2011, 2C_820/2010, E. 3.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b><span>Die VerwaltungsbehÃ¶rde trÃ¤gt die Beweislast fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe. </span>Ob eine solche vorliegt, entzieht sich dabei in der Regel dem direkten Beweis und lÃ¤sst sich nur durch Indizien erstellen (BGE 127 II 49 E. 5a, 122 II 289 E. 2b; BGr, 4. April 2019, 2C_631/2018, E. 2.2). Solche Indizien kÃ¶nnen Ã¤ussere Gegebenheiten, aber auch innere, psychische VorgÃ¤nge (wie etwa den Willen der Ehegatten) betreffen (BGr, 12. November 2019, 2C_218/2019, E. 4.3 â 16. September 2019, 2C_186/2019, E. 4.3 â 22<span>. August 2012, 2C_302/2012, E. 2.1</span>). Dabei darf nicht leichthin auf eine Scheinehe geschlossen werden (BGr, 2. Juli 2015, 2C_1127/2014, E. 3.2 â 5. Oktober 2011, 2C_273/2011, E. 3.3). FÃ¼r die Annahme eines Rechtsmissbrauchs ist daher eine sorgfÃ¤ltige PrÃ¼fung des Einzelfalls unerlÃ¤sslich. Es bedarf konkreter Hinweise fÃ¼r ein rechtsmissbrÃ¤uchliches Verhalten und mithin dafÃ¼r, dass die Eheleute nicht eine eigentliche Lebensgemeinschaft im Sinn einer wirtschaftlichen, kÃ¶rperlichen und spirituellen Verbindung fÃ¼hren wollen, sondern die Ehe nur aus aufenthaltsrechtlichen Ãberlegungen eingegangen sind bzw. aufrechterhalten haben (BGr, 11. MÃ¤rz 2019, 2C_746/2018, E. 4.2 â 8. Januar 2019, 2C_599/2018, E. 3.2 f., je mit weiteren Hinweisen).<span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es liegt in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung werden sÃ¤mtliche Indizien â auch solche mit geringer(er) Beweiskraft â berÃ¼cksichtigt. Die geringe(re) Beweiskraft eines Indizes fÃ¼hrt demnach nicht zwingend zu dessen vollstÃ¤ndiger NichtberÃ¼cksichtigung im Rahmen der Gesamtbetrachtung. Vielmehr ist es zulÃ¤ssig und erforderlich, den unterschiedlichen Grad der Beweiskraft einzelner Indizien und ihren Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Tatsache zu berÃ¼cksichtigen. </span>Die VerwaltungsbehÃ¶rde kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen auf unbekannte zu schliessen. Dabei handelt es sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden. Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung <span>bzw. haben sich die Hinweise fÃ¼r eine Scheinehe so verdichtet, dass von deren Vorliegen ausgegangen werden kann</span>, obliegt es der zur Mitwirkung verpflichteten Person (Art. 90 AIG), die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (BGr, 4. April 2019, 2C_631/2018, E. 2.3; VGr, 19. Dezember 2019, VB.2019.00200, E. 4.2 Abs. 2 â 17. April 2019, VB.2019.00180, E. 2.4.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Als Indizien fÃ¼r die Annahme einer Scheinehe gelten unter anderem folgende UmstÃ¤nde: die Tatsache, dass die nachzuziehende Person von einer Wegweisung bedroht ist oder ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erlangen kann; das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten; die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung, so etwa eine kurze Bekanntschaft vor der Heirat oder geringe Kenntnisse eines Ehegatten Ã¼ber den anderen; das FÃ¼hren einer Parallelbeziehung; die Vereinbarung einer Bezahlung fÃ¼r die Heirat; der Umstand, dass die Eheleute nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben <span>(VGr, 17. April 2019, VB.2019.00180, E. 2.4.2 â 12. Mai 2016, VB.2015.00407, E. 2.3). </span>Zur bevorzugten Zielgruppe zur Eingehung von Scheinehen gehÃ¶ren insbesondere finanziell schlecht gestellte oder verschuldete Personen (VGr, 19. Februar 2020, VB.2019.00386, E. 2.4 â 2. Oktober 2019, VB.2019.00429, E. 2.4). Auch widersprÃ¼chliche Aussagen der Beteiligten kÃ¶nnen deren Glaubhaftigkeit herabsetzen und eine AuslÃ¤nderrechtsehe nahelegen (BGr, 16. Juli 2010, 2C_205/2010, E. 3.2; VGr, 26. August 2015, VB.2015.00325, E. 5.1).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.1 </b>Mit der Vorinstanz kÃ¶nnen hier folgende UmstÃ¤nde als Indizien fÃ¼r eine Scheinehe angesehen werden: Die Ehegattin des BeschwerdefÃ¼hrers ist 13 Jahre Ã¤lter als er. Ausserdem hat sie keine Berufsausbildung abgeschlossen und wies sie im Zeitpunkt der Heirat ein durchschnittliches Monatseinkommen von lediglich rund Fr. 1'740.- aus. <span>Sodann hatte der BeschwerdefÃ¼hrer als beruflich nicht besonders qualifizierter DrittstaatsangehÃ¶riger und nach Abweisung seines Asylgesuchs ohne die Heirat mit einer hier anwesenheitsberechtigten Person keine realistischen Aussichten auf Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.1.2 </span></b><span>Auch die</span> kurze Kennenlernphase vor der Hochzeit deutet auf eine Scheinehe hin. Der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau heirateten nur rund vier Monate nach ihrem ersten Treffen (Kennenlernen "Ende November, Anfang Dezember 2013" bzw. "im Dezember 2013"; Heirat am 18. MÃ¤rz 2014), wobei sich der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend dieser Zeit fÃ¼r rund eineinhalb Monate im Ausland aufgehalten hatte. UngewÃ¶hnlich wirkt in diesem Zusammenhang auch, dass der BeschwerdefÃ¼hrer zwischen dem 21. Dezember 2013 und dem 18. Januar 2014 und damit kurz nachdem er seine Ehefrau kennengelernt hatte, in den Kosovo reiste, wo am 3. Januar 2014 die Scheidung von C gerichtlich verhandelt wurde. Zu berÃ¼cksichtigen ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass die Ex-Frau des BeschwerdefÃ¼hrers die Scheidungsklage bereits im Oktober 2013 einreichen liess. Schliesslich erfolgte auch der Entschluss, die Ehe einzugehen, sehr rasch nach dem Kennenlernen: GemÃ¤ss E sei dieser "etwa im Januar 2014" gefÃ¤llt worden. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die meisten der weiteren zur ErhÃ¤rtung eines Scheineheverdachts vorgebrachten Indizien erscheinen bei nÃ¤herer Betrachtung jedoch wenig Ã¼berzeugend: </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>Die Vorinstanz gewichtete ein Befragungsprotokoll der Kantonspolizei Aargau vom 30. MÃ¤rz 2017, welches im Rahmen eines Strafverfahrens erstellt worden war, als Scheineheindiz. Daraus geht hervor, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Folgendes aussagte: "In Mazedonien war ich schon geheiratet, dort habe ich ein Kind. Jetzt bin ich mit einer Schweizer Frau verheiratet". Des Weiteren ist dem Protokoll zu entnehmen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer sein Kind finanziell unterstÃ¼tze. Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt diesbezÃ¼glich vor, er habe mit "sein Kind" F, den Sohn seiner Ehefrau, gemeint. Ausserdem sei ihm das Befragungsprotokoll nicht rÃ¼ckÃ¼bersetzt worden. Wie es sich damit verhÃ¤lt, braucht nicht abschliessend geklÃ¤rt zu werden, denn den Akten kÃ¶nnen â mit Ausnahme der anonymen E-Mail vom 25. Januar 2019 â keine weiteren Hinweise auf eine Parallelbeziehung des BeschwerdefÃ¼hrers entnommen werden; wie noch zu zeigen sein wird, ergeben sich solche auch nicht aus den von der Vorinstanz hervorgehobenen "hÃ¤ufigen Auslandreisen" des BeschwerdefÃ¼hrers (vgl. dazu sogleich, E. 4.2.2).</p> <p class="Urteilstext">Mit Blick auf die erwÃ¤hnte E-Mail vom 25. Januar 2019 ist anzumerken, dass der BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss eigenen Angaben Goraner ist. Dieser Volksgruppe, welche vorwiegend im sÃ¼dwestlichen Kosovo an der Grenze zu Nordmazedonien und Albanien beheimatet ist, wurde die MÃ¶glichkeit geboten, den nordmazedonischen Pass zu beantragen. Der Vorwurf in der anonymen E-Mail, der BeschwerdefÃ¼hrer sei "kein Mazedonier er wohnt und lebt im Kosovo" geht somit von vornherein an der Sache vorbei.</p> <p class="Erwgung3">Ob der BeschwerdefÃ¼hrer tatsÃ¤chlich ein (uneheliches) Kind hat, lÃ¤sst sich nicht mit Sicherheit sagen. Aus dem kosovarischen Scheidungsurteil vom 3. Januar 2014 geht zwar hervor, dass die Ehe zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und C kinderlos blieb. Dieses erging jedoch rund drei Jahre vor der Befragung durch die Kantonspolizei Aargau. Die dem Verwaltungsgericht eingereichte mazedonische Ledigkeitsbescheinigung vermag ebenfalls nicht zu belegen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer (in Mazedonien) kein Kind hat. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer schliesslich vorbringt, er sei "seit jeher zeugungsunfÃ¤hig", wÃ¤re es an ihm gelegen, diesen Umstand mit entsprechenden Beweismitteln, etwa Ã¤rztlichen Untersuchungsberichten, zu belegen (Art. 90 lit. b AIG; vgl. § 7 Abs. 2 VRG). Dennoch kann aus dem Befragungsprotokoll der Kantonspolizei Aargau vom 30. MÃ¤rz 2017 kein Scheineheindiz abgeleitet werden, zumal nicht erstellt ist, dass der BeschwerdefÃ¼hrer damals die Wahrheit sagte bzw. gegenÃ¼ber dem Beschwerdegegner wahrheitswidrig angab, keine Kinder zu haben<a id="_Ref75933727">. </a></p> <p class="Erwgung3"><a id="_Ref76043747"><b><span>4.2.2 </span></b><span>Im Weiteren erachtete die Vorinstanz "die Unkenntnis [von E] Ã¼ber die nÃ¤heren UmstÃ¤nde der hÃ¤ufigen Auslandreisen" des BeschwerdefÃ¼hrers als Indiz fÃ¼r eine Scheinehe. DiesbezÃ¼glich ist zwar festzuhalten, dass fÃ¼r die Jahre 2018 und 2019 einige Reisen in den Kosovo, nach Mazedonien oder in die TÃ¼rkei belegt sind. Da mehrere davon mit dem Auto unternommen wurden, sind in den Passkopien fÃ¼r jede Reise mehrere Ein- bzw. Ausreisestempel ersichtlich. Aus der Anzahl Stempel an sich kann demnach nicht abgeleitet werden, der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¼rde "hÃ¤ufig" ins Ausland reisen. Ohnehin hat bzw. hatte der BeschwerdefÃ¼hrer in den besuchten LÃ¤ndern seine Eltern (in der TÃ¼rkei) bzw. seine Grossmutter (im Kosovo), was die Reisen dorthin nachvollziehbar erscheinen lÃ¤sst. Was die Aussage von E betrifft, der BeschwerdefÃ¼hrer "stellt das Natel ab, wenn er in die Ferien geht", kann daraus nicht abgeleitet werden, sie wisse jeweils nicht, wo sich ihr Ehemann gerade aufhÃ¤lt.</span></a><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.2.3 </span></b>Die Vorinstanz erachtete in den widersprÃ¼chlichen Angaben der Eheleute zur "angebliche[n] gemeinsame[n] ReisetÃ¤tigkeit" ein Scheineheindiz. Dazu ist zunÃ¤chst festzuhalten, dass die Eheleute Ã¼bereinstimmend aussagten, dass sie <span>Ende Juli bzw. im August 2014 sowie auch im Jahr 2017 gemeinsam in die TÃ¼rkei gereist seien. Im Jahr 2014 hÃ¤tten sie die Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers in Istanbul besucht; im Jahr 2017 seien sie zunÃ¤chst mit der Schwester des BeschwerdefÃ¼hrers und deren Familie nach "I" bzw. "J" gegangen, danach hÃ¤tten sie erneut die Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers besucht.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass E den Namen ihres Schwiegervaters sowie ihrer SchwÃ¤gerin nennen konnte; aus dem Umstand, dass sie ihre Schwiegermutter "Anne" (tÃ¼rkisch fÃ¼r Mutter) nennt und deshalb deren Namen nicht wusste, kann kein Scheineheindiz abgeleitet werden. </span></p> <p class="Erwgung3">Die Vorinstanz hob hervor, dass der BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss Protokoll ausgesagt habe, er und seine Ehefrau wÃ¼rden "<span>zwei Mal im Jahr meine Eltern besuchen", was in klarem Widerspruch zur Aussage seiner Frau stehe, die lediglich die beiden Aufenthalte in den Jahren 2014 und 2017 erwÃ¤hnt habe. DiesbezÃ¼glich wird in der Beschwerde geltend gemacht, der BeschwerdefÃ¼hrer sei falsch zitiert worden; effektiv seien die Eheleute bisher insgesamt zwei Mal zusammen in die TÃ¼rkei gereist. </span><span>Wie es sich damit verhÃ¤lt, lÃ¤sst sich nicht abschliessend beurteilen. Auf jeden Fall gaben die Eheleute â wie dargelegt â Ã¼bereinstimmend an, im Sommer 2014 und im Jahr 2017 gemeinsam Ferien in der TÃ¼rkei verbracht zu haben. Doch selbst wenn der BeschwerdefÃ¼hrer wahrheitswidrig weitere Besuche in Istanbul, gemeinsam mit seiner Ehefrau, angegeben hÃ¤tte, kÃ¶nnte dies vorliegend kaum zu seinen Ungunsten gewichtet werden. Ohnehin geht aus den Akten hervor, dass E â gemeinsam mit ihrem Sohn und/oder mit ihrer Mutter â mehrmals Ferien in der TÃ¼rkei verbrachte und dabei teilweise auch die Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers in Istanbul besuchte. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Entgegen der Vorinstanz ist sodann die Flugangst des BeschwerdefÃ¼hrers durchaus glaubhaft, zumal seine Ehefrau angab, er habe "Angst vor dem Fliegen", und die in seinem Pass ersichtlichen Flugreisen teilweise mit familiÃ¤ren NotfÃ¤llen in Verbindung stehen. So geht insbesondere aus den Akten hervor, dass die Schwester des BeschwerdefÃ¼hrers Ende 2018 bzw. Anfang 2019 operiert werden musste, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer nach Istanbul flog. Ãberdies ist klar erstellt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer zwar vereinzelt per Flugzeug reist, die meisten Reisen ins Ausland jedoch mit dem Auto unternimmt. </span></p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.4 </b>AnlÃ¤sslich der Wohnungskontrolle am 11. Dezember 2019 wurden beide Eheleute in der ehelichen Wohnung angetroffen. Im Schlafzimmer waren jedoch lediglich Kleider von E vorzufinden; ein Grossteil der Kleider des BeschwerdefÃ¼hrers befanden sich im Kinderzimmer. Ausserdem gaben die beiden an, dass E momentan allein im Schlafzimmer schlafe. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrten die Eheleute an, der Bettrost im Schlafzimmer sei "seit 10 bis 14 Tagen defekt" und darum nÃ¤chtige der BeschwerdefÃ¼hrer im Kinderzimmer. Ausserdem gab E an, dass sie viel mehr Kleider habe als der BeschwerdefÃ¼hrer und mehr Platz brauche; deshalb seien seine Kleider nicht im gleichen Raum verstaut. Im Befragungsprotokoll des BeschwerdefÃ¼hrers heisst es, er habe den Polizisten den defekten Bettrost gezeigt; im Polizeirapport findet sich jedoch kein entsprechendes Bildmaterial. Es kann somit nicht beurteilt werden, ob die Eheleute tatsÃ¤chlich aufgrund des behaupteten Defekts in getrennten Betten schliefen. Ein Scheineheindiz kann daraus jedenfalls nicht abgeleitet werden. Ebenso verhÃ¤lt es sich mit Blick auf die Aufbewahrung der Kleider; die angegebene BegrÃ¼ndung ist nachvollziehbar. </p> <p class="Erwgung3">Des Weiteren kann auch aus dem Umstand, dass in der Wohnung keine gemeinsamen Fotos der Eheleute vorhanden waren, kein Scheineheindiz abgeleitet werden, zumal die Eheleute Ã¼bereinstimmend angaben, wenige (gemeinsame) Fotos zu besitzen, da sich der BeschwerdefÃ¼hrer nicht gerne fotografieren lasse. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die Ehegatten wurden am 16. Dezember 2019 polizeilich befragt. Auch wenn sich ihre Angaben nicht immer deckten, sind ihre Aussagen Ã¼berwiegend stimmig und die meisten Abweichungen erklÃ¤rbar:</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Zum Ort des Kennenlernens gab der BeschwerdefÃ¼hrer an, sie hÃ¤tten sich im K kennengelernt, im Restaurant seines Onkels; seine Frau sei als Gast dort gewesen. Er sei zu ihr hingegangen und habe sie angesprochen. Das erste Mal habe er sie im L gesehen, dort habe er sie aber nicht angesprochen. Seine Ehefrau fÃ¼hrte dagegen aus, der BeschwerdefÃ¼hrer habe bei seinem Onkel im K gearbeitet. Im L hÃ¤tten sie "Augenkontakt" gehabt; dort habe er sie angesprochen, als sie mit einer Freundin dort gewesen sei. Sie sei dann oft "am K vorbei gelaufen und schaute nach ihm und so fing es an". Die Ehegatten gaben somit die beiden Ãrtlichkeiten, an welchen sie sich zu Beginn ihrer Beziehung zum ersten Mal gesehen hatten bzw. zum ersten Mal ins GesprÃ¤ch gekommen waren, Ã¼bereinstimmend an; der erste Blickkontakt hat im L stattgefunden. In den Angaben zum ersten Kennenlernen ist somit kein Scheineheindiz zu sehen, selbst wenn sich einer der beiden Ehegatten Ã¼ber den Ort des ersten gemeinsamen GesprÃ¤chs getÃ¤uscht hat. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>Bei den Angaben der Eheleute zur Trauung und der anschliessenden Hochzeitsfeier bestehen keine wesentlichen Abweichungen. Der BeschwerdefÃ¼hrer wusste nicht bzw. nicht mehr, dass der damals knapp 15-jÃ¤hrige Sohn seiner Ehefrau ebenfalls an der Trauung anwesend war. Beide gaben jedoch Ã¼bereinstimmend an, wer die Trauzeugen waren ("M, es war ein Freund von mir" und "N". AuffÃ¤llig wirkt in diesem Kontext, dass der BeschwerdefÃ¼hrer den Nachnamen seines Freundes M nicht mehr sagen konnte. Seine Ehefrau wusste sodann nicht, ob der BeschwerdefÃ¼hrer und M "sich durch mich kennen gelernt haben oder sich schon lÃ¤nger kannten". Diese Aussagen wirken zwar ungewÃ¶hnlich, fallen jedoch mit Blick auf die genannten Ãbereinstimmungen kaum ins Gewicht. </p> <p class="Erwgung3">An der anschliessenden Hochzeitsfeier haben gemÃ¤ss dem BeschwerdefÃ¼hrer seine Schwiegereltern, "O und P" (die Schwestern von E) sowie "M und N" teilgenommen. Seine Ehefrau gab dagegen an, ihre Mutter, ihre Schwestern, "Q" und "R", ein Kollege ihres Sohns, hÃ¤tten teilgenommen. Ihr Vater sei wegen seiner gesundheitlichen Beschwerden nicht dabei gewesen. Der BeschwerdefÃ¼hrer wusste somit nicht (mehr), dass Q, eine Kollegin seiner Ehefrau, an der Feier anwesend war; ebenso konnte er sich nicht mehr erinnern, dass sein Schwiegervater aus gesundheitlichen GrÃ¼nden nicht dabei sein konnte. Mit Blick auf die Ã¼bereinstimmenden Angaben zu den weiteren GÃ¤sten fallen diese GedÃ¤chtnislÃ¼cken jedoch nicht allzu stark ins Gewicht. </p> <p class="Erwgung3">Im Umstand, dass keine Verwandte des BeschwerdefÃ¼hrers an der Hochzeit anwesend waren, kann vorliegend ebenfalls kein Scheineheindiz abgeleitet werden. Ohnehin besuchten die Eheleute die Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers im Sommer 2014 und damit nur wenige Monate nach der Hochzeit in der TÃ¼rkei. Nicht klar wird aufgrund der Akten, weshalb der Onkel des BeschwerdefÃ¼hrers an der Hochzeitsfeier nicht anwesend war, zumal der BeschwerdefÃ¼hrer vor der Hochzeit gemÃ¤ss eigenen Angaben bei diesem wohnte und auch in dessen Restaurant arbeitete. </p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz hob sodann hervor, dass sich die Aussagen betreffend Kosten fÃ¼r die Hochzeitsfeier nicht deckten. E gab dazu an, die Kosten hÃ¤tten sich auf Fr. 500.- belaufen und sie hÃ¤tten "halbe, halbe" gemacht. Der BeschwerdefÃ¼hrer gab an, er habe die Kosten Ã¼bernommen; dafÃ¼r habe er von seinem Onkel Fr. 500.- geliehen. Die Angaben der Eheleute zum Gesamtbetrag stimmten demnach Ã¼berein; wie genau die beiden diesen in der Folge untereinander aufteilten, ist sodann nicht von entscheidender Bedeutung. </p> <p class="Erwgung3">Des Weiteren ist festzuhalten, dass die Aussagen betreffend Tagesablauf am 18. MÃ¤rz 2014 und insbesondere auch bezÃ¼glich des Essens an der Hochzeitsfeier Ã¼bereinstimmen. Ebenso gaben beide Eheleute an, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Eheringe fÃ¼r sich und seine Ehefrau in Istanbul besorgt habe. </p> <p class="Erwgung3">Schliesslich konnten im verwaltungsgerichtlichen Verfahren Hochzeitsfotos nachgereicht werden. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.3 </b>UngewÃ¶hnlich wirkt, dass E den Namen des Onkels des BeschwerdefÃ¼hrers nicht nennen konnte, zumal ihr Ehemann vor der Heirat bei seinem Onkel arbeitete und wohnte und sich die Eheleute in den ersten Monaten ihrer Beziehung regelmÃ¤ssig in dessen Restaurant getroffen haben. Jedoch hat der BeschwerdefÃ¼hrer selbst offenbar kein allzu enges VerhÃ¤ltnis (mehr) zu seinem Onkel; wie erwÃ¤hnt, war dieser auch an der Hochzeit nicht zugegen. Aus den Akten geht denn auch nicht hervor, ob und wie oft der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau zwischen MÃ¤rz 2014 und Dezember 2019 Kontakt mit dem Onkel hatten. Die Unkenntnis von E kann somit kaum als Indiz fÃ¼r eine Scheinehe gewertet werden. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.4 </b>Was die (angebliche) ZeugungsunfÃ¤higkeit des BeschwerdefÃ¼hrers angeht, trifft zwar zu, dass diese weiterhin unbelegt ist. Da aber E im Zeitpunkt der Hochzeit 45 Jahre alt war und Ã¼berdies anlÃ¤sslich der polizeilichen Befragung angab, sie habe keinen Kinderwunsch mehr, wirkt es nicht allzu ungewÃ¶hnlich, dass sie diese Angelegenheit mit dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht besprochen hat. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.5 </b>Schliesslich trifft zwar zu, dass der BeschwerdefÃ¼hrer keine nÃ¤heren Angaben Ã¼ber die (schulische) Ausbildung seiner Ehefrau machen konnte; dennoch wusste er, dass sie in einem Hotel in S tÃ¤tig gewesen war, wo sie wohl ihre Lehre zur Hotelfachfrau begonnen hatte. Da E diese Ausbildung in der Folge nicht abgeschlossen hat, ist nachvollziehbar, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer dazu keine Details bekannt waren. Des Weiteren wusste E Ã¼ber die Ausbildung ihres Ehemanns Bescheid und auch darÃ¼ber, dass er vor seiner Ãbersiedlung nach Istanbul lange bei seiner Grossmutter im Kosovo gelebt hatte. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Aus dem Umstand, dass die Eheleute aussagten, keine gemeinsamen Hobbies zu haben und nur wenig gemeinsam zu unternehmen, kann kein Scheineheindiz abgeleitet werden. Die Freizeitgestaltung eines Ehepaars lÃ¤sst â fÃ¼r sich allein genommen â noch keinen RÃ¼ckschluss auf deren wirklichen Ehewillen zu. Ohnehin gaben der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau an, dass sie gerne zusammen kochen und am Abend Zeit vor dem Fernseher verbringen. Dass sie darin keine "echten" Hobbies erblicken, kann sich nicht zu Ungunsten des BeschwerdefÃ¼hrers auswirken. <span>Vielmehr sprechen ihre Aussagen dafÃ¼r, dass sie durchaus gerne Zeit miteinander verbringen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Schliesslich darf nicht unberÃ¼cksichtigt bleiben, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau zu verschiedenen Themen detaillierte Angaben machten und dabei gut Ã¼ber den jeweils anderen Bescheid wussten. So geht etwa aus den Befragungsprotokollen hervor, dass der BeschwerdefÃ¼hrer einen "guten Kontakt" zu seiner Schwiegermutter hat, welche regelmÃ¤ssig ("[e]twa alle zwei Wochenenden") bei den Eheleuten zu Hause ist. Ebenso kannte er deren Namen und Wohnort. Ausserdem kennt der BeschwerdefÃ¼hrer die beiden Schwestern seiner Ehefrau wie auch deren jeweilige Partner. Ãberdies wusste er auch, wer der beste Freund von F ist und wo dieser wohnt. Des Weiteren wusste er auch Ã¼ber die berufliche TÃ¤tigkeit und den gewÃ¶hnlichen Tagesablauf seiner Ehefrau Auskunft zu geben. E wusste ihrerseits etwa Ã¼ber die gesundheitlichen Beschwerden ihrer SchwÃ¤gerin Bescheid. Des Weiteren deckten sich auch die Angaben der Eheleute zu ihren Essgewohnheiten sowie betreffend Regelung ihrer finanziellen Angelegenheiten. </p> <p class="Urteilstext">Nicht allzu grosses Gewicht kann vor diesem Hintergrund den teilweise abweichenden Angaben der Eheleute zum Vorabend der polizeilichen Einvernahme beigemessen werden. Im Wesentlichen stimmen die Aussagen Ã¼berein, und zu einem grossen Teil lassen sich Abweichungen â wie der BeschwerdefÃ¼hrer zu Recht vorbringt â durch die offen formulierten Fragen erklÃ¤ren.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.6 </b>Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass zwar gewisse Indizien fÃ¼r eine Scheinehe vorhanden sind, insbesondere der Altersunterschied zwischen den Ehegatten und die (sehr) kurze Kennenlernphase vor der Heirat. Gleichwohl ist die Beweislage nicht eindeutig und sind die Verdachtsmomente fÃ¼r eine Scheinehe von den Vorinstanzen zu einseitig ausgelegt worden; insbesondere bestehen keine genÃ¼genden Hinweise darauf, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in Nordmazedonien eine Parallelbeziehung fÃ¼hrt. Der Nachweis einer Scheinehe ist grundsÃ¤tzlich durch die MigrationsbehÃ¶rde zu erbringen, was nach dem Gesagten nicht gelang. </p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Verfahrensausgang erÃ¼brigt es sich, einen "Augenschein in der ehelichen Wohnung" durchzufÃ¼hren; ebenso kann auf eine Befragung des BeschwerdefÃ¼hrers und seiner Ehefrau verzichtet werden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Damit ist die Beschwerde gutzuheissen und der Beschwerdegegner einzuladen, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers zu verlÃ¤ngern.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) und ist dieser fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren zur Bezahlung einer angemessenen ParteientschÃ¤digung zu verpflichten (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG sowie § 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig; ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 und 4 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 10. September 2020 sowie die Dispositiv-Ziff. I und II des Rekursentscheids vom 26. Februar 2021 werden aufgehoben. Das Migrationsamt wird eingeladen, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers zu verlÃ¤ngern. </span></p> <p class="Einzug2"><span>In AbÃ¤nderung der Dispositiv-Ziff. III und IV des Rekursentscheids vom 26. Februar 2021 werden die Rekurskosten dem Beschwerdegegner auferlegt und wird dieser verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Sie ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14. </span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>