Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. April 2019 (720 18 350 / 85) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung der medizinischen Unterlagen Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin i.V. Evelyne Frey Parteien A.___ _, Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1967 geborene A.____ war bis Ende August 201 8 bei der B.____ AG als Produkti- onsleiter in einem 100%-igen Pensum angestellt. Ab dem 7. März 2016 war er zu 100% ar- beitsunfähig. Im August und September 2016 verbrach te er einen stationären Aufenthalt in der Psychiatrie C.____. Danach meldete er sich am 14. S eptember 2016 (Eingang) unter Hinweis auf eine starke Depression und Panikattacken bei de r IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Nach erfolglosem Arbeitstraining wurde ihm ein Aufbautraining bei der D.____ in E.____ zugesprochen. Infolge zunehmender Erschöpfung brach er das Aufbautrai- ning ab und die IV-Stelle verfügte am 18. Mai 2017 die Einstellung der beruflichen Massnah- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht men. Aufgrund des verschlechterten Gesundheitszustandes tra t A.____ am 12. Juni 2017 eine weitere stationäre Therapie in der F.____ in G.____ an, welche er nach einer Woche wegen einer akuten Appendizitis verliess. Von Ende August bis Mi tte Oktober 2017 unterzog er sich dann im Rahmen eines zweiten stationären Aufenthalts in der Psychiatrie C.____ einer Behand- lung. Die IV-Stelle prüfte nach Abbruch der Einglied erungsmassnahmen unter Vornahme medi- zinischer Abklärungen einen Rentenanspruch. Am 12. Juni 2 018 verfasste Dr. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hierfür ein medizinisches Gutachten. Mit Verfügung vom 25. September 2018 lehnte die IV-Stelle nach Durchfüh rung des Vorbescheidverfahrens einen Rentenanspruch unter Hinweis auf einen 27%-igen Invaliditätsgrad ab. B. Gegen die Verfügung vom 25. September 2018 erhob A.____ am 22. Oktober 2018 Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilun g Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte er sinngemäss die Aufhe bung der Verfügung vom 25. September 2018 und die Zusprechung einer – zumin dest vorübergehenden – Invalidenren- te. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass er trotz medizinischer Behandlung vollumfänglich arbeitsunfähig sei und verwies zur Best ätigung seiner Begründung auf den bei- gelegten ärztlichen Bericht des behandelnden Psychiaters Dr . I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. Oktober 2018. C. In ihrer Vernehmlassung vom 29. November 2018 schloss d ie Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Die Vernehmlassung beruht a uf der beigelegten Stellungnahme von Dr. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), vom 12. November 2018. D. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2018 reichten Dr. K. ____, Direktor Erwachsenenpsychi- atrie, Dr. L.____, Stv. Oberärztin und Frau M.____, P sychologin, von der Psychiatrie C.____ eine ergänzende Stellungnahme mit der Bitte ein, A._ ___ eine zeitlich befristete 100%-ige Be- rentung zuzusprechen. E. Mit Duplik vom 15. Januar 2018 hielt die Beschwerde gegnerin an ihrem Abweisungsan- trag fest und legte eine weitere RAD-Stellungnahme von Dr. J.____ vom 10. Januar 2018 bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes übe r die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte – Beschwerde vom 22. Oktober 2018 ist demn ach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Be schwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefocht enen Verfügung vom 25. September 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). Sämtliche Vorbringen, welche sich auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführer s nach dieser Zeit beziehen, sind im vorliegenden Fall daher nicht zu berücksichtigen. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erw erbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsun- fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperliche n, geistigen oder psychischen Gesund- heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in B etracht kommenden allgemeinen Ar- beitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundes- gericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturier- ten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatore n, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerse its und von Kompensationspotentia- len (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ein- zuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1) . Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es geli ngt, auf objektivierter Beurteilungs- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeit s- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 3.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist di e Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E . 1c). Ausschlaggebend für den Beweis- wert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Bewe ismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnah me als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Re chnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach- )Arztes einerseits und von Begutach- tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/ 00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administra- tiv- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen un d zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautende n Einschätzungen gelangen. Vorbe- halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behan- delnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver är ztlicher Interpretation entspringende – As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6. Zur Beurteilung des vorliegenden Falles liegen die folgenden medizinischen Unterlagen vor: Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Nach dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit am 3. M ärz 2016 erstellte Dr. N.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, am 11. April 2016 eine p sychiatrische Kurzbeurteilung zuhan- den des zuständigen Krankentaggeldversicherers O.____. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er eine mittelgradige depressi ve Episode (ICD-10: F32.1) mit Somatisie- rungstendenz fest. In der zuletzt ausgeübten Tätigkei t als Produktionsleiter bestehe derzeit kei- ne Arbeitsfähigkeit. Unter Fortsetzung der etabliert en Behandlung sei zu erwarten, dass inner- halb von 4-6 Wochen eine Teilarbeitsfähigkeit und in nerhalb von 7-9 Wochen die volle Arbeits- fähigkeit zu erreichen sei, wobei der Wiedereinstieg gestuft erfolgen solle. Zur Entwicklung ei- ner krankheitswerten depressiven Symptomatik beigetragen habe die Beanspruchung durch die Pflege des erkrankten Vaters sowie dessen Tod. Am 20. Juni 2016 erstellte Dr. N.____ eine weitere S tellungnahme nach der erfolgten Kündi- gung auf Ende August 2016. Als Diagnose mit Auswirkung a uf die Arbeitsfähigkeit nahm er Restsymptome einer mittelgradig depressiven Episode (ICD-10: F32.1), ohne Suizidalität, an. In der Zwischenzeit sei es zu einer deutlichen Verbesserung d er depressiven Symptomatik ge- kommen, was zu einer schrittweisen Normalisierung von Verh alten und Persönlichkeit beim Versicherten führe. Ab August 2016 könne in Bezug auf di e bisherige Tätigkeit eine Arbeitsfä- higkeit von 50% realisiert werden, ab September eine A rbeitsfähigkeit von 75% und ab Mitte September eine volle Arbeitsfähigkeit. Für überwiegen d manuelle Tätigkeiten ohne Führungs- aufgaben bestehe derzeit eine Arbeitsfähigkeit von 50%, ab Mitte Juli 2016 eine volle Arbeitsfä- higkeit. 6.2 Im Austrittbericht der Psychiatrie C.____ vom 31. Okt ober 2016 wurde eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32. 2) mit Suizidalität diagnosti- ziert. Der Patient sei in deutlich besserem Zustand aus d er Klinik ausgetreten. Bei Austritt habe er nach wie vor intermittierend an Stimmungstiefs geli tten, jedoch deutlich im Zusammenhang mit Situationen, in welchen er sich unter Druck gesetzt ge fühlt habe. Es gelinge ihm inzwischen zunehmend, diese Stimmungseinbrüche weitgehend selbstä ndig zu regulieren und den Druck von aussen, aber auch seine eigenen, teils festgefahrenen Vorstellungen als mögliche Auslöser zu anerkennen. 6.3 Nach dem Bericht „Massnahme in der Institution vom 11 . April 2017“ der D.____ habe sich der Versicherte während des Arbeitstrainings sehr freu ndlich, zuvorkommend und anstän- dig gezeigt. Er habe beispielhaft Verbindlichkeiten ei ngehalten, keine Absenzen verzeichnet und sei immer pünktlich zur Arbeit erschienen. Die gepla nte Steigerung von 50 auf 60% habe nicht durchgeführt werden können, weil sie den Versicher ten stark belastet habe. Nachdem er sich vermehrt über Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeit en, kreisende Gedanken und Ängste geäussert habe, habe er seine Arbeitszeit auf ein 36%-Pensum reduziert. Seither habe er einen gelösteren, aufgestellteren und lebendigeren Eindruc k gemacht. Durch die niederschwelligen Anforderungen verspüre er weniger Druck. Zurzeit sei kei ne Vermittelbarkeit in den ersten Ar- beitsmarkt gegeben. Sinnvoll wäre momentan eine Integrationsmassnahme. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemäss Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahmen vom 11 . Mai 2017 führe die Steige- rung auf über vier Stunden zur Überforderung. Sowohl die Arbeitsvermittlung als auch das Auf- bautraining hätten aufgrund zunehmender Symptombelastu ng abgebrochen werden müssen. Als Fazit wurde festgehalten, dass kein Eingliederungspote nzial vorliege. Der Versicherte sei zurzeit nicht massnahmefähig und es werde ein Klinikaufenthalt geplant. 6.4 Im Schreiben vom 6. Mai 2017 zuhanden der IV-Stell e legte der behandelnde Psychiater Dr. I.____ dar, der Patient leide an wiederkehrenden depressiven Verstimmungen, die von Ge- fühlen der Überforderung, einer immanenten Angst zu v ersagen sowie an ihn gestellten Anfor- derungen nicht zu genügen, ausgelöst würden. Vor dem H intergrund seiner immer noch be- stimmenden Leistungserwartung sei er nicht in der Lage, eine von ihm erwartete Aufgabenerfül- lung zu begrenzen und sei in einer derartigen Situation in der Gefahr, in eine schwere depressi- ve Auslenkung zu geraten, die er dann nur schwer kontroll ieren könne und die schlussendlich immer auch mit Suizidalität einhergehe. Er verfüge d erzeit über keinerlei verwertbare Arbeitsfä- higkeit. Dies gelte auch hinsichtlich einer Arbeitstätigkeit im geschützten Rahmen. 6.5 Im Austrittsbericht der F.____ vom 21. Juli 2017, w o sich der Beschwerdeführer kurz nach Abbruch des Aufbautrainings bei der D.____ währe nd einer Woche aufhielt, wurden als Diagnosen eine mittelgradige, depressive Episode (F32.1 ), kombinierte und andere Persönlich- keitsstörungen mit selbstunsicheren, abhängigen und narzisst ischen Zügen (F61), die Ausbil- dung eines Erschöpfungssyndroms (Z73), Probleme mit Bezug auf Berufstätigkeit (Z56) sowie eine Benigne essentielle Hypertonie (I10.0) aufgezählt. 6.6 In der psychiatrischen Kurzbeurteilung vom 6. Novembe r 2017 hielt Dr. N.____ als Di- agnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ch ronifizierte depressive Episode, gegen- wärtig leichte bis mittelgradige Ausprägung (DD rezid ivierende depressive Störung) (ICD- 10: F32.1 bzw. F32.0) fest. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte er eine Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10: Z73.1). Mittlerweile bestehe eine deutliche Chronifi- zierung, weshalb die Prognose ungewiss sei. In der bishe rigen Tätigkeit als Produktionsleiter bestehe weiterhin keine Arbeitsfähigkeit. Für eine le idensangepasste Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von gegenwärtig ca. 30%. Als „dem Le iden angepasst“ bedeute im vorliegen- den Fall klar strukturierte Aufgaben, geringe Anforde rungen an Flexibilität und Umstellungsfä- higkeit, Arbeit im kleinen Team, kein Publikumsverkehr. Im Rahmen einer Eingliederungsmass- nahme könne eine schrittweise Steigerung um monatlich ca. 20% erwartet werden. 6.7 Im Rahmen des zweiten Austrittsberichts der Psychiatri e C.____ vom 10. November 2017 wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Epi- sode ohne psychotische Störung (ICD-10: F33.2) sowie psychi sche und Verhaltensstörung durch Alkohol, schädlicher Gebrauch (ICD-10: F10.1) dia gnostiziert. Ein grosses Thema wäh- rend des Aufenthaltes sei Heimweh gewesen. Der Patient habe stark unter der räumlichen Trennung von seiner Ehefrau gelitten, was mitunter ein Grund für den Austritt gewesen sei. 6.8 In seinem Arztbericht vom 15. Dezember 2017 zuhanden der IV-Stelle betreffend Beur- teilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente hielt Dr. I.____ als Diagnose mit Auswirkung auf Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Arbeitsfähigkeit eine teilweise remittierte, mi ttelgradig ausgeprägte, ängstlich gefärbte de- pressive Episode (ICD-10: F32.11) vor dem Hintergrund ei ner kombinierten Persönlichkeitsstö- rung mit selbstunsicheren, abhängigen und narzisstischen Z ügen (ICD-10: F61.0) fest. Als Di- agnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähn te er den schädlichen Gebrauch von Alkohol, seit zwei Jahren abstinent (ICD-10: F10.202) und den St. n. Appendektomie vom 18. Juli 2017. Seit der Aufnahme der Behandlung weise der Patient bis auf weiteres keine ver- wertbare Arbeitsfähigkeit auf. Somatisch begründbare Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit weise er keine auf. Während eine Überforderung zu massi ven Verspannungen, Körperschmer- zen, Schwindelattacken und weiteren Effekten auf sein Her z-Kreislaufsystem sowie die Ver- dauungsorgane führe, fühle er sich in Ruhe ohne jegli che somatische Beschwerden. Im affekti- ven System bewirke eine derartige Überforderung jeweil s eine massive, nicht zu bewältigende Überforderung, einhergehend mit Ängsten, Panikgefühle n, quälendem Gedankenkreisen und vernichtend erlebten Insuffizienzgefühlen, die sich rasch mit Suizidalität verbinden würden. Der- zeit und wahrscheinlich noch während längerer Zeit sei d em Patienten keinerlei Arbeitstätigkeit zuzumuten, die in seinem Erleben mit einer Leistungserw artung verbunden sei. Denn diese könne er nicht begrenzen und folglich werde er mit ein er hohen Wahrscheinlichkeit wieder in eine krisenhafte Zustandsverschlechterung geraten. Zur Fr age, ab wann und in welchem Um- fang mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätig keit bzw. mit einer Erhöhung der Einsatz- fähigkeit gerechnet werden könne, könne derzeit keine sichere Aussage gemacht werden. 6.9 Dr. P.____, FMH Arbeitsmedizin, RAD, verfasste mit Bericht vom 24. April 2018 eine kurze Stellungnahme zu den drei soeben erwähnten Beri chten (E. 6.6 - 6.8). Die durch Dr. N.____ festgestellte 30%-ige Arbeitsfähigkeit sei bei den durch Dr. N.____ gestellten Diag- nosen und deren Schweregrad nicht nachvollziehbar. Die Arbeitsfähigkeit müsste höher sein. Auch die Diagnose von Dr. I.____ sei nicht nachvollzieh bar, da der psychische Zustand erheb- lich geschwankt habe und die Depression nach den stationär en Aufenthalten teilweise fast re- mittiert gewesen sei. Die Beschreibung der D.____, dass der Versicherte die Aufgaben wäh- rend der Eingliederungsmassnahme mit Sorgfalt, pflicht bewusst und selbständig bearbeitet ha- be, spreche gegen das Vorliegen einer relevanten Depre ssion zu diesem Zeitpunkt. Sie spre- che auch nicht für eine Persönlichkeitsstörung. Dr. P.____ folgerte, dass keinerlei Hinweise auf somatische Störungen vorlägen. Denn die somatischen Besch werden, welche im weiteren Ver- lauf der Eingliederungsmassnahmen aufgetreten seien, w ürden durch Dr. I.____ als psychoso- matisch interpretiert. In Ruhe und ohne Stress würden sie nicht auftreten. 6.10 Am 12. Juli 2018 erstellte Dr. H.____ zu Handen d er IV-Stelle ein psychiatrisches Gut- achten. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig keit hielt er eine depressive Störung, rezidivierend bei Belastungen, aktuell remittiert (ICD- 10: F33.4) und akzentuierte dependente, unsichere, ev. zwanghafte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z7 3.1) fest. In der angestammten Tä- tigkeit als Produktionsleiter attestierte er eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit seit März 2016. Einer angepassten Tätigkeit könne der Explorand zum aktuellen Zeitpunkt, d.h. per Explorationsda- tum am 29. Mai 2018, mindestens halbtags bei voller Le istung nachgehen, sofern die Arbeit vorgegeben sei, der Explorand keine Verantwortung übern ehmen und nicht unter hohem Zeit- druck arbeiten müsse. Dr. H.____ nahm eine reduzierte Ar beitsfähigkeit an, da die Gefahr be- stehe, dass der Explorand degressiv kompensieren könnte. Die Erfahrungen bei der Arbeitsab- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht klärung zeigten, dass der Explorand in der Lage sei, ein e Tätigkeit zu verrichten, wenn die Um- gebungsfaktoren stimmten. Grundsätzlich sollte es dem Exp loranden möglich sein, innerhalb eines halben Jahres die Leistungsfähigkeit zu steigern un d wieder eine volle Leistung in einer adaptierten Tätigkeit zu erbringen. Innerhalb eines Jah res sollte ihm auch wieder die Tätigkeit als Schichtleiter möglich sein. Zu den vorgängig erwähnten Berichten stellte Dr. H.____ fest, dass die Diagnose einer Persön- lichkeitsstörung nie begründet worden sei. Teilweise seie n die Angaben sehr ungenau. Es wer- de zwar eine depressive Störung beschrieben, doch habe sich die affektive Problematik offen- sichtlich schnell gebessert. Auch vom behandelnden Psychiate r Dr. I.____ werde auf Verstim- mungen und in einem späteren Bericht auf eine nur te ilweise remittierte depressive Episode hingewiesen. Dies deute darauf hin, dass der Explorand wechselhafte Zustände mit affektiven Verstimmungen erlebe. Bezüglich der Diagnose einer Pe rsönlichkeitsstörung bedürfe es eines dauerhaften unflexiblen Verhaltens, was zu wiederholte n Schwierigkeiten im zwischenmensch- lichen und beruflichen Bereich führe. Derartige Prob leme hätten allerdings nicht eruiert werden können und würden vom Exploranden auch verneint. Sie wü rden auch von Dr. I.____ nicht nä- her begründet. Weiter stellte Dr. H.____ Hinweise auf deutliche Inkonsi stenzen fest. In der Untersuchung habe er keine objektivierbaren Befunde gefunden, um die in den Unterlagen erwähnte schwergradig ausgeprägte Depression und die Persönlichkeitsstörung n achzuvollziehen. Insbesondere be- stehe keine Beeinträchtigung des affektiven Zustandes und es gebe keine Hinweise auf eine akute Angststörung. Der Explorand habe lediglich gesa gt, dass er sich tagsüber erhole und ausruhe und nachts unter Durchschlafstörungen leide. Insg esamt müsse die Schwere der De- pression und der Persönlichkeitsstörung hinterfragt werd en und sie decke sich nicht mit den Befunden. Auch die Angaben in den Unterlagen reichten nicht aus, um derartige Beeinträchti- gungen begründen zu können. 6.11 Zum Gutachten vom 12. Juli 2018 äusserte sich Dr. P. ____ in seiner Stellungnahme vom 17. Juli 2018. Er stellte fest, dass Dr. H.____ keine invalidisierenden psychiatrischen Diag- nosen gestellt habe. Die depressiven Schwankungen bis zu einem mittleren Schweregrad seit März 2016 hätten sich gut behandeln lassen und seien zwisc henzeitlich nach zwei stationären Behandlungen weitgehend remittiert. Es liege keine Th erapieresistenz vor und auch derzeit sei die Depression remittiert. Die Standardindikatoren sei en geprüft worden und sie seien nicht er- füllt. Aus diesen Gründen könne die von Dr. H.____ be urteilte Einschränkung von 50% auch in leidensangepasster Tätigkeit von der IV-Stelle nicht a nerkannt werden. Nach Dr. H.____ könne der Versicherte zum aktuellen Zeitpunkt mindestens halbta gs bei voller Leistung eine Tätigkeit ausüben. Dr. P.____ wies hierzu darauf hin, dass „minde stens“ möglicherweise auch „mehr“ heisse. Er führte weiter aus, dass Dr. H.____ die Einsa tzfähigkeit mit einem nur 50%-igen Pen- sum mit der Gefahr begründe, dass die Depression zurückkeh ren könne. Diese Argumentation sei für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nachvollziehbar, bei welcher aufgrund der Führungsauf- gaben des Versicherten besondere Belastungen bestanden h ätten. Sie sei jedoch in Bezug auf Tätigkeiten ohne Führungsaufgaben nicht nachvollziehbar. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zur Beschreibung der D.____ in Bezug auf die sorgfälti ge Arbeitsweise des Beschwerdeführers wiederholte Dr. P.____, auffällig sei bereits gewesen, dass der Versicherte bei seinem Arbeits- training im Frühjahr 2017 die übertragenen Aufgaben mit Sorgfalt, pflichtbewusst, fundiert und selbständig bearbeitet habe. Er habe sich freundlich, zuvorkommend und anständig gezeigt, sei immer pünktlich erschienen und habe keine Absenzen verzeich net. Diese Beschreibung der D.____ habe bereits zu jenem Zeitpunkt gegen das Vorlie gen einer relevanten Depression und einer relevanten Persönlichkeitsstörung gesprochen. Die s sei nun durch das Gutachten von Dr. H.____ bestätigt worden. Im weiteren Verlauf hab e sich der Versicherte dann mit körperli- chen Schmerzen präsentiert und sich wieder vollständig kran kschreiben lassen. Dr. I.____ in- terpretiere die somatischen Beschwerden als psychosomatisch , weil sie in Ruhe und ohne Stress nicht auftreten würden. Hinweise auf somatische Störungen würden nicht vorliegen. Zusammenfassend könne lediglich für die letzte Tätigke it als Produktionsleiter weiterhin eine dauerhafte Einschränkung von 50% angenommen werden, d ies aus präventiven Gründen, weil eine erneute Stressbelastung durch Führungsaufgaben w ahrscheinlich zu einem erneuten Auf- flammen der Depression führen würde. An einer anderen Arbeitsstelle ohne Führungsverant- wortung sei dies aber nicht zu erwarten, weshalb in Ve rweisarbeit seit Überwindung der Anpas- sungsstörung bei Klinikaustritt am 29. September 2016 kei ne Einschränkung der Arbeitsfähig- keit mehr anzunehmen sei. 6.12 Die nachfolgenden medizinischen Berichte (E. 6.12 – 6.15) sind im Rahmen des Be- schwerdeverfahrens eingegangen. Dr. I.____ stellte mit Bericht vom 22. Oktober 2018 die Di- agnose der rezidivierenden, derzeit – seit dem Tod sein es Hundes vor etwas mehr als einer Woche – erneut wieder schwergradig ausgeprägten depre ssiven Störung fest. Diese bestehe vor dem Hintergrund einer kombinierten Persönlichkeitsstö rung, die mit zwanghaften, narzissti- schen, abhängigen und emotional instabilen Anteilen ei nhergehe. Seit dem Tod des Vaters bzw. der Stellenkündigung seiner letzten Tätigkeit als P roduktionsleiter im August 2016 sei der Patient in eine von Angst und Verunsicherung geleitet e depressive Erkrankung geraten. Vor dem Hintergrund der zwanghaft anmutenden eigenen Lei stungserwartung und gleichzeitig ge- ringem Selbstwert habe diese bis heute nicht genügend stabilisiert werden können. Der Patient verfüge derzeit über keine sicher verwertbare Arbeitsfähigkeit. Bereits kleine Tätigkeiten würden ihn rasch überfordern. Gemäss Dr. I.____ würden die be iden Gutachter Dr. N.____ und Dr. H.____ die durch die Persönlichkeit des Patienten b edingten Schwächen in der Selbstwert- regulation zu wenig gewichten. Daher würden die bei den Ärzte zur Auffassung kommen, dass die unter Stressbelastung auftretenden Angst- und Pani kgefühle sowie die damit regelmässig einhergehende Verunsicherung des Patienten im Prinzip jeweils überwindbar sein müssten. 6.13 Dr. J.____ nahm am 12. November 2018 Stellung. Bezüglich der von Dr. I.____ geltend gemachten schwergradig ausgeprägten depressiven Störung würden keine psychopathologi- schen Befunde beschrieben, welche diesen Schweregrad bel egen würden. Hinsichtlich der gel- tend gemachten emotional instabilen Persönlichkeitsstörung mit Anteilen würden die für die Diagnose erforderlichen Kardinalkriterien „schwer und da uerhaft gestörte Verhaltensweisen“ nicht beschrieben. Demnach sei weiterhin von der im Gu tachten von Dr. H.____ beschriebenen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diagnose der akzentuierten dependenten, unsicheren und zwanghaften Persönlichkeitszüge auszugehen. 6.14 Im Namen der Psychiatrie C.____ äusserten sich Dr. K .____, Dr. L.____ und Frau M.____ mit Stellungnahme vom 12. Dezember 2018 zur Ablehnung der IV-Berentung. Der Pati- ent sei Ende Oktober 2018 aufgrund einer erneut schwer en depressiven Episode ohne psycho- tische Symptome bei einer bekannten rezidivierenden depr essiven Störung (ICD-10: F32.2) zum dritten Mal in die Psychiatrie C.____ eingetreten. Wie bei den vergangenen Aufenthalten sei nicht nur die Depression, sondern auch die Persönlich keitsakzentuierung mit selbstunsiche- ren, abhängigen und narzisstischen Anteilen (ICD-10: Z73 ) im Vordergrund gestanden. Eine komplette Remission sei seit beiden Austritten aus der Psychiatrie C.____ fraglich. Beim derzei- tigen stationären Aufenthalt seien nebst der depressiven Symptomatik (Verspan- nungs-)Schmerzen sowie Erschöpfung nach relativ geringer Belastung relevant. Im Zentrum stünden dabei die Themen Verlust und Versagen. Bei der depressiven Störung müsse aufgrund der nicht ausreichenden Remission seit dem ersten Aufent halt 2016 von einer chronifizierten Depression ausgegangen werden, mit allen therapeutische n Konsequenzen. Als die Therapie erschwerend erachteten die behandelnden Ärzte die ausge prägte narzisstische, selbstunsiche- re und abhängige Persönlichkeitsakzentuierung, welche ihr es Erachtens nicht den Grad einer Persönlichkeitsstörung erreiche, jedoch durch das oben be schriebene selbstentwertende und gratifikationsorientierte Muster einen wesentlichen A nteil am prolongierten Krankheitsprozess habe. 6.15 Im Rahmen der Duplik verfasste Dr. J.____ am 10. Jan uar 2019 eine weitere Stellung- nahme, worin er festhielt, dass sowohl die Depression als auch die Persönlichkeitsakzentuie- rung mit selbstunsicheren, abhängigen und narzisstischen An teilen im Entscheid berücksichtigt und eine dauerhafte 50%-ige Arbeitsunfähigkeit in a ngestammter Tätigkeit sowie qualitative Einschränkungen attestiert worden seien. Zudem werde sowohl im Gutachten als auch in den RAD-Stellungnahmen davon ausgegangen, dass keine dauer hafte komplette Remission vorlie- ge. Vielmehr sei dem Versicherten attestiert worden, dass die Depression bei Belastungen re- zidiviere. Dr. J.____ wies aber auch auf die umfangreich en Ressourcen des Versicherten hin. Die vergangenen Lebensereignisse mit seelischer Reaktion w ie der Tod des Vaters vor drei Jahren könnten nicht mit einem dauerhaften psychischen G esundheitsschaden gleichgesetzt werden, zumal die beschriebene seelische Reaktion seither aktenkundig remittiert sei. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in ihrer Verfügung vo m 25. September 2018 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Besch werdeführers insbesondere auf die RAD-Stellungnahme vom 17. Juli 2018 sowie auf das G utachten von Dr. H.____ vom 11. Juli 2018. Ab dem 30. September 2016 ging sie von der vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit ohne Führungsaufgaben aus. Zur Be- gründung wies sie auf Inkonsistenzen hin und fügte an, d ie Indikatorenprüfung habe ergeben, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden bestehe. In B ezug auf die von ihr geltend ge- machte 100%-ige Arbeitsfähigkeit stellte die IV-Stell e auf die Stellungnahme von Dr. P.____ vom 17. Juli 2018 ab und wich damit von der Beurteilun g durch Dr. H.____ ab. Zu dessen fest- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gestellter 50%-igen Arbeitsunfähigkeit führte sie aus, dass diese nicht nachvollziehbar dargelegt worden sei. 7.2 Demgegenüber machen der Beschwerdeführer, Dr. I.__ __ sowie die Psychiatrie C.____ eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit geltend. Aufgrund d es labilen Zustandes könne eine Wieder- eingliederung nur erfolgen, wenn der Beschwerdeführe r nicht noch zusätzlichem Druck von aussen ausgesetzt sei und finanzielle Unterstützung erhalte. 7.3 Einigkeit besteht zu Recht darüber, dass der Beschwer deführer in Bezug auf die ange- stammte Tätigkeit mit Führungsverantwortung 100% arbeitsunfähig ist. Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob es dem Beschwerdeführer zumutbar ist, ei ner angepassten Tätigkeit nachzuge- hen (vgl. E. 3.2 hiervor). Dabei ist entscheidend, ob d ie IV-Stelle für ihre Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit zu Recht sowohl vom Gutachten von Dr. H._ ___ als auch von den Berichten von Dr. I.____ und von der Psychiatrie C.____ abwich und auf die Stellungnahme von Dr. P.____ abstellte. 7.4 Insgesamt ergibt das Gutachten von Dr. H.____ ein schlüssiges Bild über die gesund- heitliche Verfassung des Beschwerdeführers. Es erfüllt die bundesgerichtlichen Anforderungen an eine taugliche medizinische Beurteilungsgrundlage ( vgl. E. 4.3 f. hiervor). Insbesondere ist die Herleitung seiner Diagnosen – eine depressive Stö rung, rezidivierend bei Belastungen, ak- tuell remittiert und akzentuierte Persönlichkeitszüge oh ne Krankheitswert – als schlüssig zu beurteilen. 7.5.1 Auf die von Dr. H.____ gestellte Diagnose ist – entgegen den Ausführungen des Be- schwerdeführers – abzustellen. Die Krankheitsgeschichte zeig t auf, dass die Behandlung der zunächst schweren depressiven Störung positiv verlief und da ss die Depression im Zeitpunkt der Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente r emittiert war. Insgesamt wurde die De- pression mehrheitlich als leicht bis mittelgradig eingest uft. Wiederholt wurde die Depression als rezidivierend bei Belastungen beschrieben. Die Verschlechterungen des Gesundheitszustandes beruhten jeweils auf äusseren Umständen, welche im Zusam menhang mit Verlustängsten oder mit äusserem Druck infolge erhöhter Arbeitsanforderungen standen. Gegen das Vorliegen einer schweren Depression sprechen neben der erwähnten Einstuf ung auch die sorgfältige und pflichtbewusste Arbeitsweise des Beschwerdeführers bei der D.____ sowie die guten Therapie- verläufe nach rezidivierter Depression infolge von (vorübe rgehenden) Belastungen. Insgesamt erscheinen die Schlussfolgerungen, welche gegen das Vorl iegen einer schweren Depression sprechen, als nachvollziehbar und schlüssig. 7.5.2 Mehrheitlich wird zudem von einer Persönlichkeitsakze ntuierung bzw. von akzentuierten dependenten, unsicheren, ev. zwanghaften Persönlichkeitszü gen gesprochen. Die Ärzte der Psychiatrie C.____ schrieben in ihrer Stellungnahme vom 12. Dezember 2018 ausdrücklich, dass die Persönlichkeitsakzentuierung die Schwere einer Pe rsönlichkeitsstörung nicht erreiche. Diese Diagnose erscheint schlüssig und nachvollziehbar. Die Kardinalkriterien einer Persönlich- keitsstörung, nämlich ein dauerhaftes unangepasstes und u nflexibles Verhalten mit der Folge von einem persönlichen Leidensdruck und/oder von wiederh olten Schwierigkeiten im zwi- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht schenmenschlichen und beruflichen Bereich, sind nicht erfüll t und werden auch in den Berich- ten von Dr. I.____ nicht dargelegt. 7.5.3 Somatische Störungen liegen keine vor. Den Berich ten von Dr. I.____ ist zu entnehmen, dass die somatischen Beschwerden lediglich dann aufgetret en sind, wenn der Beschwerdefüh- rer unter Druck gestanden sei, nicht jedoch wenn er sich in einem Zustand von Ruhe und ohne Stress befinde. Anderslautende medizinische Berichte oder Einwände liegen keine vor. 7.5.4 Deshalb liegt entsprechend der Beurteilung von Dr . H.____ als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einzig eine leichte bis mitt elschwere Depression vor, welche nach er- folgreicher Therapie bis und mit dem Zeitpunkt der Be gutachtung durch Dr. H.____ nicht mehr bestand. Daneben besteht eine Persönlichkeitsakzentuierun g. Nicht gefolgt werden kann je- doch der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten von Dr. H.____. 7.6.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Beurteilung der Arbeitsunfähig- keit bei psychischen Leiden nicht allein auf die ärztliche Diagnose und den Therapieverlauf ab- zustellen. Beizuziehen sind weitere Indikatoren, welche e rlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. E. 3.3 hiervor). Verl auf und Ausgang von Therapien verbleiben aber als wichtige Schweregradindikatoren. D ementsprechend obliegt es dem medi- zinischen Sachverständigen, nachvollziehbar aufzuzeigen, wes halb trotz lediglich leichter bis mittelschwerer Depression und an sich guter Therapierbar keit der Störung im Einzelfall funktio- nelle Leistungseinschränkungen resultieren, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (BGE 143 V 409 E. 4.5.2). Der Beweis für eine lang a ndauernde und erhebliche gesundheits- bedingte Arbeitsunfähigkeit kann nach BGE 141 V 281 n ur dann als geleistet betrachtet wer- den, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen i m Rahmen einer umfassenden Be- trachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung i n allen Lebensbereichen für die Be- jahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. (BGE 143 V 418 E. 6). 7.6.2 Dr. H.____ begründete die verminderte Arbeits fähigkeit in angepasster Tätigkeit lediglich mit der Gefahr, dass der Beschwerdeführer degressiv kompen siert und er aktuell noch vermin- dert belastbar sei. Wenn die Umgebungsfaktoren stimmen würden, sei der Beschwerdeführer in der Lage, eine Tätigkeit zu verrichten. Die Gefahr ei ner Dekompensation kann als solche je- doch keine andauernde Arbeitsunfähigkeit begründen. Insbesondere weil im vorliegenden Fall sämtlichen Berichten zu entnehmen ist, dass diese Gefa hr nicht ununterbrochen, sondern (nur) bei Belastungen besteht. Zudem hat Dr. H.____ diese G efahr im Rahmen der Beurteilung der angepassten Tätigkeit berücksichtigt und aus dem Zumutbarkeitsprofil ausgeklammert. Vor die- sem Hintergrund ist die von ihm festgestellte 50%-ige Ar beitsunfähigkeit in angepasster Tätig- keit nicht nachvollziehbar begründet. 7.6.3 Auch mit Blick auf die vorhandenen Ressourcen des Beschwerdeführers ist nicht nach- vollziehbar, wie Dr. H.____ eine verminderte Arbeitsfä higkeit in angepasster Tätigkeit begrün- det. Zudem geht Dr. H.____ ebenfalls nicht von einer wesentlichen Beeinträchtigung des Ta- gesablaufs aus. Denn der Beschwerdeführer beschrieb hier zu, dass er teilweise eine Art Schwäche und ein Unlustgefühl verspüre. Dennoch gehe er täglich etwa eine Stunde spazieren Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht und widme sich regelmässig seinen vielzähligen Hobbies. Da zu gehören das Anfertigen von Airbrush-Bilder, seine Aktivitäten in einem Angelverein und die Mechanik, weshalb er alles Mög- liche repariere. Zudem habe er in seinem Garten von de r Grösse von etwa 1000 m 2 viel zu tun, wobei das gesamte Grundstück 8000 m 2 betrage, sowie helfe er im Haushalt und koche gerne. Daneben treffe er regelmässig seine ein bis zwei guten Kollegen. Im Rahmen der Selbstein- schätzung der Arbeitsfähigkeit gab der Beschwerdeführer a n, dass er sich nach den bisherigen Erfahrungen allenfalls in der Lage fühle, leichtere Tätigkeiten, wie beispielsweise Rasenmähen, Unkraut zupfen und Büsche schneiden, zu verrichten. Er f ühle sich aber nicht in der Lage, im Vollpensum einer ähnlichen Tätigkeit wie bisher nachzugehen. Diese Beschreibungen entsprechen den ärztlichen Berichten und Diagnosen, wonach in Bezug auf die angestammte Tätigkeit aufgrund des Drucks in der Rolle einer Führungsperson eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, eine Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine angepasste Tätig- keit, die klar strukturierte Aufgaben, keine Verantwort ung, kein hoher Zeitdruck, geringe Anfor- derungen an Flexibilität, Arbeit in kleinem Team und kein Publikumsverkehr beinhaltet, hinge- gen bejaht wird. 7.7 Zusammengefasst besteht eine leichte bis mittelschwere Depression, welche bis zum massgeblichen Zeitpunkt der Beurteilung remittiert war. Die Depression und die affektiven Ver- stimmungen konnten während der stationären Aufenthalte (gut) behandelt werden. Die diagnos- tizierte Persönlichkeitsakzentuierung erscheint Therapie erschwerend, macht sie aber nicht unmöglich. Der Beschwerdeführer ist in Bezug auf seine angestammte Tätigkeit in der Funktion einer Führungsperson zu 100% arbeitsunfähig. Die fe stgestellten gesundheitlichen Beeinträch- tigungen schränken den Beschwerdeführer aber in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit nicht ein. Eine angepasste Tätigkeit bedeutet hier eine Tät igkeit insbesondere mit klar strukturierten Aufgaben, ohne Zeitdruck und ohne Verantwortung. Vor diesem Hintergrund stellte die IV-Stelle zu Recht auf die Beurteilung von Dr. P.____ bezüglich der 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer solchen angepassten Arbeit ab (vgl. dazu E.6.11). 8. Im Einkommensvergleich ging die IV-Stelle zu Recht v on einem Valideneinkommen ei- nes Produktionsleiters in der Höhe von Fr. 91‘000.-- au s. Diesem stellte sie ein jährliches Ein- kommen aus angepasster Tätigkeit in der Höhe von Fr. 66‘6 52.-- gegenüber. Als Grundlage hierfür bezog sie sich auf die Schweizerische Lohnstrukturer hebung des Bundesamtes für Sta- tistik 2014, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1. Es handel t sich hierbei um einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art, die keine Ausbildu ng voraussetzen, und wie sie der Be- schwerdeführer entsprechend seiner dargelegten Ressourcen verrichten kann. Die Invalidität beträgt daher entsprechend dem korrekt erfolgten Einkom mensvergleich 27%, weshalb die IV- Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht ve rneint. Die Beschwerde ist aus diesem Grund abzuweisen. 9. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei ten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ve rfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 des Gesetzes über die Verf assungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfah renskosten in der Regel der unter- liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vor liegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb er die Verfahrenskosten zu tragen hat. Diese werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. http://www.bl.ch/kantonsgericht