BRKE I Nrn. 299-301/1996 vom 13. September 1996 in BEZ 1996 Nr. 31 7.c) Nach Art. 39 Abs. 1 LSV (Marginale: Ort der Ermittlung) werden die Lär m- immissionen i n der Mitte der offenen Fenster lärmempfindlicher Räume ermittelt. In noch nicht überbauten Bauzonen werden Lärmimmissionen dort ermittelt, wo nach dem Bau- und Planungsrecht Gebäude mit lärmempfindlichen Räumen erstellt we r- den dürfen (Abs. 3). Entgegen dem Einwand der kommunalen Baubehörde scheidet die Anwendba r- keit von Art. 39 Abs. 3 LSV vorliegend nicht schon deswegen aus, weil das fragliche Grundstück Teil eines im wesentlichen überbauten Gebiets ist. Die Verpflichtung zur Einhaltung der massgeblichen B elastungsgrenzwerte bezieht sich im mer auf die Umgebung, d.h. auf konkrete Grundstücke in der Nachbarschaft einer lärmerze u- genden orts festen Anlage. Unter dem Begriff "Bauzone" im Sinne von Art. 39 Abs. 3 LSV ist daher nicht ein nutzungsplanerisch als Einh eit behandelter Gebietsbereich, sondern vielmehr bislang noch ungenutztes Bauland zu verstehen. Art. 39 Abs. 3 LSV muss daher grun dsätzlich auch bei noch nicht überbauten Einzelgrundstücken innerhalb bestehender Überbauungen zur Anwendung kommen. Eine andere Frage ist, wie unternutzte Parzellen zu behandeln seien. Der Ba u- behörde ist darin beizupflichten, dass bei derartigen Gegebenheiten mit Bezug auf den Immissionsort im Regelfall auf die tatsächlich bestehende Überbauung abzustel- len ist. Dies jedenfalls d ann, wenn die fraglichen Grundstücke ein der jeweiligen Z o- ne bzw. a llenfalls der näheren Umgebung entsprechendes Überbauungsbild ze igen (so auch RRB Nr. 1675/1995). Diesfalls besteht kein zwingender Anlass, als Immi s- sionsort nicht die - lärmempfindliche Rä ume belichtenden - Fenster der bestehe n- den, von den Bauherren aus irgendwelchen Gründen freiwillig an den gegebenen Standorten erstellten Gebäude anzusehen, sondern auf hypothetische Bauten an einer näher bei der Lärmquelle befin dlichen Baubegrenzungslinie (Grenzabstandsli- nie, Baulinie) abzustellen. Das rekurrentische Grundstück liegt innerhalb eines Gebietes, das weitgehend von Hofrandüberbauungen (zumeist ein ganzes Strassengeviert einnehmende, in geschlossener Bauweise um einen Hofbereich herum angeordnete Überbauungen) geprägt ist. Die Bau - und Zonenor dnung aus dem Jahr 1992 (BZO 1992) hat aus diesem Grunde im fraglichen Bereich nordöstlich der G.-strasse ein sogenanntes Hofrandgebiet festg esetzt. Für diese bestimmte Art. 78 der zugehörigen Bauor d- nung, dass strassenseitig auf die in der betreffenden Gebäudezeile vorherrschende Bauflucht zu bauen sei. Die Ba udirektion hat in der von ihr aufsichtsrechtlich festg e- setzten, mittlerweile anstelle der BZO 1992 anwendbaren Ersatzordnung (BD- BZO 1995) die Hofrandg ebiete durch Quartie rerhaltungszonen ersetzt. An der Verpflic h-- 2 - tung, Ne ubauten strassenseitig in bestimmter W eise zu situieren, hat sich jedoch nichts geändert. Nach Art. 18f BD -BZO 1995 sind Hauptgebäude strassenseitig an die Baulinien zu stellen oder, wo die Flucht der best ehenden Überbauung abwe i- chend davon verläuft, auf diese Bauflucht au szurichten. Eine Hofrandüberbauung besteht auch innerhalb des von der G. - und der N. - strasse sowie der S. - und der G. -strasse gebildeten Strassengevierts, dem die Par- zellen der Rekurrenten Nrn. 2 und 3 angehören. Mit Ausnahme des Gebäudes der Rekurrentinnen Nr. 2 sind sämtliche der dortigen Bauten (u.a. das Gebäude G. - strasse Nr. 128 der Rekurrenten Nr. 3) in geschlossener Bauweise erstellt und st e- hen an den entlang der genannten Strassen festgesetzten Baulinien. An die Baulinie müsste nach Art. 18f BD-BZO 1995 auch ein allfälliger Neubau als Ersatz des b e- stehenden, rund 10 m von der Baulinie zurückversetzten freistehenden Gebäudes der Rekurrentinnen Nr. 2 gestellt werden. Dass deren Grundstück in absehbarer Zeit neu überbaut werden kön nte, erscheint angesichts dessen, dass das bestehende Gebäude bereits ein gewisses Alter aufweist, nicht als ausgeschlossen. Für eine Neuüberbauung spricht insbesondere, dass das mit der Bau - und Zonenordnung aus dem Jahre 1992 und auch mit der e rwähnten Ersatzordnung der Baudirektion einer fünfgeschossigen Bauzone zugewiesene Grun dstück der Rekurrentinnen Nr. 2 durch das bestehende dreigeschossige Gebäude deutlich unternutzt sein dürfte. Diese Gegebenheiten legen nahe, hinsichtlich dieser Parzelle in Anwendung von Art. 39 Abs. 3 LSV als massgeblichen Immissionsort die Baulinie a nzusehen. d) Die bei den Akten liegende Lärmprognose vom 13. März 1995 betreffend die streitige W ertstoffsammelstelle ist entsprechend zu korrigieren. Der Abstand zw i- schen dem Ort des in der Lärmprognose als hauptsächliche Lärmquelle angeno m- menen Schallereignisses (Standort des Entsorgungsfahrzeugs während der Conta i- nerentleerung) und der Baulinie auf dem Grundstück der Rekurrentinnen Nr. 2 b e- trägt am nächstgelegenen Punkt rund 11 m. Bei Nebensammelstellen wie der vorlie- gend streitigen A nlage beträgt der nach Art. 38 LSV massgebliche Beurteilungsp e- gel (Lr) nach dem Gu tachten in einer Entfernung von 10 m von der Lärmquelle rund 58 dB(A). Die Einwi rkungsintensität an weiter entfernten Immis sionsorten ist nach den Regeln über die A bstandsdämpfung (Reduktion um 6 dB(A) pro Abstandsve r- doppelung; Formel: Lr = Lr 10 m - 20 • Log [effekt. Abstand/10 m]) zu eruieren. Bei der wie er wähnt minimal 11 m en tfernten Baulinie resultiert hieraus ein Beurte i- lungspegel von ca. 57 dB(A). Der (Tages -)Planungswert von 55 dB(A), der sich aus dem Anhang 6 der Lärmschutzverordnung in Verbindung mit der dem fraglichen G e- biet au fgrund des W ohnanteils zugeordneten Empfindlichkeit sstufe II ergibt (Art. 3 BD-BZO 1995), ist mithin überschritten.