<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2003 108 S.418</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">418</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>108 Unentgeltliche Prozessführung; Kürzung des Honorars des unentgeltli-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>chen Rechtsvertreters.</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Die unentgeltlich verbeiständeten Beschwerdeführer sind bezüglich</b></span><br/> <span class="ft1"><b>der Kürzung des Honorars ihres Rechtsvertreters nicht zur Be-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>schwerde legitimiert, da sie wegen der Rückzahlungsverpflichtung</b></span><br/> <span class="ft1"><b>nur durch ein zu hohes Honorar beschwert wären (Erw. I/2).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Die Verpflichtung der unentgeltlich verbeiständeten Beschwerdefüh-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>rer zur Zahlung der das festgesetzte Honorar übersteigenden Auf-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>wendungen des unentgeltlichen Rechtsvertreters ist rechtswidrig</b></span><br/> <span class="ft1"><b>(Erw. II/1-2).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 16. Mai</span><br/> <span class="ft4">2003 in Sachen R.A., M.A. und F.A gegen einen Entscheid des Migrations-</span><br/> <span class="ft4">amts (BE.2002.00039).</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">A. Am 31. August 2000 stellte die Sektion Massnahmen der</span><br/> <span class="ft6">Fremdenpolizei des Kantons Aargau (heute Sektion Verlängerung</span><br/> <span class="ft6">und Massnahmen des Migrationsamtes) fest, die Niederlassungsbe-</span><br/> <span class="ft6">willigungen der Beschwerdeführer seien erloschen. Nachdem der</span><br/> <span class="ft6">Rechtsdienst der Fremdenpolizei (heute Rechtsdienst des Migrati-</span><br/> <span class="ft6">onsamtes; Vorinstanz) die dagegen erhobene Einsprache abgewiesen</span><br/> <span class="ft6">hatte, hob das Rekursgericht den Einspracheentscheid am 22. Juni</span><br/> <span class="ft6">2001 auf und wies die Angelegenheit zur Ergänzung des Sachver-</span><br/> <span class="ft6">halts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück.</span><br/> <span class="ft6">Mit Eingabe vom 25. Juni 2001 stellten die Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft6">bei der Vorinstanz ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und</span><br/> <span class="ft6">um Beiordnung ihres Anwalts als unentgeltlicher Rechtsvertreter, das</span><br/> <span class="ft6">mit Verfügung der Vorinstanz vom 26. Juni 2001 vollumfänglich</span><br/> <span class="ft6">bewilligt wurde.</span><br/> <span class="ft6">B. Nach verschiedenen Beweisabnahmen entschied die Vorin-</span><br/> <span class="ft6">stanz am 25. Juni 2002:</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des Migrationsamts</div> <span class="page_no">419</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">"1. In Gutheissung der Einsprache wird die Verfügung</span><br/> <span class="ft6">der Sektion Massnahmen vom 31. August 2000</span><br/> <span class="ft6">aufgehoben.</span><br/> <span class="ft6">2. Für diesen Entscheid wird keine Gebühr erhoben.</span><br/> <span class="ft6">3. Die Amtskasse wird angewiesen, lic. iur. X.Y.,</span><br/> <span class="ft6">Fürsprecher in A., das genehmigte Honorar von Fr.</span><br/> <span class="ft6">6'191.35 zu überweisen. Die übrigen Parteikosten</span><br/> <span class="ft6">haben die Einsprecher selbst zu tragen.</span><br/> <span class="ft6">Ausdrücklich vorbehalten bleibt die spätere Rück-</span><br/> <span class="ft6">forderung des Honorars, wenn die Einsprecher in</span><br/> <span class="ft6">günstigeren finanziellen Verhältnissen leben."</span><br/> <br/> <span class="ft6">C. Mit Eingabe vom 8. Juli 2002 erhoben die Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft6">gegen diesen Einspracheentscheid Beschwerde.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">I. 2. a) Verfügungen und Entscheide kann jedermann durch Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerde anfechten, der ein schutzwürdiges eigenes Interesse gel-</span><br/> <span class="ft6">tend macht (§ 38 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-</span><br/> <span class="ft6">pflege [VRPG] vom 9. Juli 1968). Dieses Interesse besteht im prakti-</span><br/> <span class="ft6">schen Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde dem Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft6">rer eintragen würde, das heisst in der Abwendung eines materiellen</span><br/> <span class="ft6">oder ideellen Nachteils, den die angefochtene Verfügung bzw. der</span><br/> <span class="ft6">angefochtene Entscheid für ihn zur Folge hätte (Michael Merker,</span><br/> <span class="ft6">Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollverfahren nach dem aar-</span><br/> <span class="ft6">gauischen Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Zürich 1998,</span><br/> <span class="ft6">Rz 129 zu § 38). Der Beschwerdeführer kann nur eigene Interessen</span><br/> <span class="ft6">vertreten; Beschwerden zugunsten Dritter gibt es, von Ausnahme-</span><br/> <span class="ft6">fällen wie der Verbandsbeschwerde etc. abgesehen, nicht. Der Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführer muss durch den angefochtenen Akt persönlich und</span><br/> <span class="ft6">unmittelbar einen Nachteil erleiden (Michael Merker, a.a.O., Rz 136</span><br/> <span class="ft6">zu § 38).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">420</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">b) Im vorliegenden Fall ist zunächst die Frage zu klären, ob die</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführer zur Anfechtung der Festsetzung der Entschädi-</span><br/> <span class="ft6">gung des unentgeltlichen Rechtsvertreters legitimiert sind.</span><br/> <span class="ft6">aa) Soweit mit Ziffer 3 des Dispositivs des Einspracheent-</span><br/> <span class="ft6">scheids festgehalten wird, die Beschwerdeführer hätten denjenigen</span><br/> <span class="ft6">Teil der Parteikosten, der durch das Ausstandsbegehren entstanden</span><br/> <span class="ft6">ist, selbst zu bezahlen, sind die Beschwerdeführer zweifellos zur</span><br/> <span class="ft6">Beschwerde legitimiert. Die von der Vorinstanz gewählte Formulie-</span><br/> <span class="ft6">rung "Die übrigen Parteikosten haben die Einsprecher selber zu tra-</span><br/> <span class="ft6">gen" tangiert die Beschwerdeführer in ihren eigenen Interessen.</span><br/> <span class="ft6">Würde das zitierte Erkenntnis nicht aufgehoben, könnte der Rechts-</span><br/> <span class="ft6">vertreter den Beschwerdeführern weitere Aufwendungen direkt in</span><br/> <span class="ft6">Rechnung stellen. Eine Aufhebung des zweiten Satzes von Ziffer 3</span><br/> <span class="ft6">des Dispositivs hätte damit zur Folge, dass das Honorar des Rechts-</span><br/> <span class="ft6">vertreters, welches aufgrund der bewilligten unentgeltlichen Rechts-</span><br/> <span class="ft6">pflege vorerst aus der Staatskasse entrichtet wird, jedoch von den</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführern später zurückgefordert werden kann, auf den</span><br/> <span class="ft6">durch die Vorinstanz bewilligten Betrag limitiert bliebe.</span><br/> <span class="ft6">bb) Demgegenüber ist fraglich, ob die Beschwerdeführer auch</span><br/> <span class="ft6">legitimiert sind, den ersten Teil von Ziffer 3 des Dispositivs des Ein-</span><br/> <span class="ft6">spracheentscheids anzufechten. Dieser lautet wie folgt: "Die Amts-</span><br/> <span class="ft6">kasse wird angewiesen, lic. iur. X.Y, Fürsprecher in A., das geneh-</span><br/> <span class="ft6">migte Honorar von Fr. 6'191.35 zu überweisen."</span><br/> <span class="ft6">Wird mit der Honorarfestsetzung durch die zuständige Behörde</span><br/> <span class="ft6">lediglich eine Reduktion des im Rahmen der unentgeltlichen Rechts-</span><br/> <span class="ft6">pflege beantragten Honorars vorgenommen, sind Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft6">grundsätzlich nicht zur Beschwerde legitimiert, da sie selbst aus der</span><br/> <span class="ft6">Beschwerde keinen Vorteil erzielen können. Die Gutheissung eines</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeantrages, mit welchem verlangt wird, dem unentgeltli-</span><br/> <span class="ft6">chen Rechtsvertreter sei eine höhere Entschädigung auszurichten als</span><br/> <span class="ft6">diejenige, die von der zuständigen Behörde verfügt wurde, bringt den</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführern keinen Vorteil, sondern beschert ihnen im Ge-</span><br/> <span class="ft6">genteil einen Nachteil, da sie aufgrund ihrer Rückzahlungspflicht</span><br/> <span class="ft6">dem Staat mehr Geld rückerstatten müssten.</span><br/> <span class="ft6">Eine allfällige Kürzung der geltend gemachten Parteientschädi-</span><br/> <span class="ft6">gung könnte nur ein unentgeltlicher Rechtsvertreter selbst anfechten,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des Migrationsamts</div> <span class="page_no">421</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">denn die Kürzung betrifft ausschliesslich dessen eigene Interessen,</span><br/> <span class="ft6">da er gemäss § 39 Abs. 2 des Gesetzes über die Ausübung des An-</span><br/> <span class="ft6">waltsberufes (Anwaltsgesetz) vom 18. Dezember 1984 von seiner</span><br/> <span class="ft6">Partei nicht mehr verlangen darf, als ihm seitens der Behörden zuge-</span><br/> <span class="ft6">sprochen worden ist.</span><br/> <span class="ft6">Ein Beschwerdeführer wäre nur dann legitimiert, eine Honorar-</span><br/> <span class="ft6">festsetzung anzufechten, wenn damit gleichzeitig die beantragte</span><br/> <span class="ft6">vollumfängliche und ungeteilte unentgeltliche Rechtspflege verwei-</span><br/> <span class="ft6">gert und nur teilweise gewährt würde (vgl. § 127 des Zivilrechtspfle-</span><br/> <span class="ft6">gegesetzes [ZPO] vom 18. Dezember 1984). In diesem Falle wären</span><br/> <span class="ft6">sie dadurch beschwert, dass sie ihrem Rechtsvertreter für den durch</span><br/> <span class="ft6">die unentgeltliche Rechtspflege nicht abgedeckten Teil seiner Leis-</span><br/> <span class="ft6">tungen eine Entschädigung schuldeten, welcher zudem direkt zu</span><br/> <span class="ft6">bezahlen wäre.</span><br/> <span class="ft6">cc) Aus dem zitierten Teilerkenntnis selbst geht nur die Höhe</span><br/> <span class="ft6">des konkret zugesprochenen Honorars hervor, das tiefer ist als das</span><br/> <span class="ft6">beantragte. Nachdem die Vorinstanz in ihren Erwägungen zunächst</span><br/> <span class="ft6">festhält, dass den Einsprechern die unentgeltliche Rechtspflege be-</span><br/> <span class="ft6">reits gewährt worden sei, begründet sie die vorgenommene Reduk-</span><br/> <span class="ft6">tion des Honorars folgendermassen: "Was die Höhe der zu entrich-</span><br/> <span class="ft6">tenden Parteientschädigung anbelangt, so gilt es zu beachten, dass</span><br/> <span class="ft6">die Posten für das Ausstandsbegehren in der Honorarforderung (...)</span><br/> <span class="ft6">keinen direkten Bezug zum vorliegenden Verfahren haben". Ferner</span><br/> <span class="ft6">führt die Vorinstanz aus, diese Posten der Honorarforderung seien</span><br/> <span class="ft6">"durch die Verfahrensanordnung vom 26. Juni 2001 nicht abge-</span><br/> <span class="ft6">deckt". Daher sei der diesbezüglich geltend gemachte Aufwand von</span><br/> <span class="ft6">der Honorarforderung abzuziehen.</span><br/> <span class="ft6">Die Begründung der Vorinstanz macht deutlich, dass den Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführern die ungeteilte unentgeltliche Rechtspflege gewährt</span><br/> <span class="ft6">wurde. Die Vorinstanz macht keine Vorbehalte in der Art, dass die</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführer zumindest teilweise leistungsfähig wären oder</span><br/> <span class="ft6">dass die Beschwerde teilweise aussichtslos gewesen wäre, so dass</span><br/> <span class="ft6">die unentgeltliche Rechtspflege nur in beschränktem Umfang hätte</span><br/> <span class="ft6">gewährt werden können. Dagegen bewertet sie die Aufwendungen</span><br/> <span class="ft6">des Rechtsvertreters im Zusammenhang mit dem Ausstandsbegehren</span><br/> <span class="ft6">als nicht notwendig und schliesst deren Entschädigung im Rahmen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">422</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">der unentgeltlichen Rechtspflege aus. Zwar könnte aus der Formulie-</span><br/> <span class="ft6">rung "(...) dass die Posten für das Ausstandsbegehren in der Honorar-</span><br/> <span class="ft6">forderung (...) keinen direkten Bezug zum vorliegenden Verfahren</span><br/> <span class="ft6">haben" geschlossen werden, dass die Vorinstanz das Ausstandsbe-</span><br/> <span class="ft6">gehren und die daran anschliessenden Verhandlungen zwischen den</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführern und der Vorinstanz bzw. dem Chef des Migrati-</span><br/> <span class="ft6">onsamtes als nicht zum Einspracheverfahren gehörig, sondern als ein</span><br/> <span class="ft6">separates Verfahren betrachtete. In ihrer Vernehmlassung zur Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerde vom 29. Juli 2002 machte die Vorinstanz aber deutlich,</span><br/> <span class="ft6">dass die umstrittenen Prozesshandlungen des Rechtsvertreters ent-</span><br/> <span class="ft6">weder gar nicht das Ausstandsbegehren betrafen (Teilnahme an der</span><br/> <span class="ft6">Sitzung vom 5. November 2001) oder offensichtlich unbegründet,</span><br/> <span class="ft6">mit anderen Worten nicht notwendig waren (Ausstandsbegehren an</span><br/> <span class="ft6">sich). Die Vorinstanz hat also eine Kürzung der geltend gemachten</span><br/> <span class="ft6">Parteientschädigung vorgenommen.</span><br/> <span class="ft6">Wie oben ausgeführt, sind die Beschwerdeführer unter diesen</span><br/> <span class="ft6">Umständen nicht zur Beschwerde legitimiert. Es widerfährt ihnen</span><br/> <span class="ft6">aus der Entscheidung der Vorinstanz kein Nachteil.</span><br/> <span class="ft6">dd) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft6">führer nur zur Anfechtung des zweiten Satzes von Ziffer 3 des Dis-</span><br/> <span class="ft6">positivs des Einspracheentscheides legitimiert sind. Demgegenüber</span><br/> <span class="ft6">fehlt ihnen die Legitimation zur Anfechtung des ersten Teilsatzes des</span><br/> <span class="ft6">genannten Erkenntnisses, da ihnen die angeblich zu tief angesetzte</span><br/> <span class="ft6">Parteientschädigung nicht zum Nachteil gereicht. Dementsprechend</span><br/> <span class="ft6">ist auf die Beschwerde, soweit sie sich gegen die Kürzung des Hono-</span><br/> <span class="ft6">rars des unentgeltlichen Rechtsvertreters wendet, nicht einzutreten.</span><br/> <span class="ft6">II. 1. Die Vorinstanz setzte mit Ziffer 3 des Dispositivs des Ein-</span><br/> <span class="ft6">spracheentscheids das Honorar des unentgeltlichen Rechtsvertreters</span><br/> <span class="ft6">fest. Ferner verfügte sie, die übrigen, d. h. durch dieses Honorar nicht</span><br/> <span class="ft6">gedeckten Parteikosten hätten die Beschwerdeführer selbst zu tragen.</span><br/> <span class="ft6">Die Beschwerdeführer verlangen, dieser zweite Teilsatz sei aufzuhe-</span><br/> <span class="ft6">ben.</span><br/> <span class="ft6">2. Wird der Partei die ungeteilte unentgeltliche Rechtspflege</span><br/> <span class="ft6">gewährt, obliegt es der entscheidenden Instanz, das Honorar des un-</span><br/> <span class="ft6">entgeltlichen Rechtsvertreters gemäss dem Dekret über die Entschä-</span><br/> <span class="ft6">digung der Anwälte (Anwaltstarif) vom 10. November 1987 festzu-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des Migrationsamts</div> <span class="page_no">423</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">setzen. Im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung stellt der</span><br/> <span class="ft6">Anwaltstarif einen Zwangstarif dar, da der unentgeltliche Rechtsver-</span><br/> <span class="ft6">treter gemäss § 39 Abs. 2 Anwaltsgesetz von seiner Partei nicht mehr</span><br/> <span class="ft6">verlangen darf, als ihm seitens der Behörden zugesprochen worden</span><br/> <span class="ft6">ist. Eine Verpflichtung der Beschwerdeführer, die durch das von der</span><br/> <span class="ft6">Vorinstanz festgesetzte Honorar nicht gedeckten Aufwendungen des</span><br/> <span class="ft6">unentgeltlichen Rechtsvertreters selbst zu bezahlen, ist dementspre-</span><br/> <span class="ft6">chend rechtswidrig. Der umstrittene zweite Satz von Ziffer 3 des</span><br/> <span class="ft6">Einspracheentscheides ist deshalb aufzuheben.</span><br/></div> </div> </body> </html>