<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Wie viele Kinder (insb. U12) werden mit der aktuellen Covid-19-Strategie nach heutigem Wissensstand innerhalb der nächsten sechs Monate mit Covid-19 angesteckt werden (in Prozent und absoluten Zahlen ausgedrückt)? </p><p>2. Bei wie vielen der infizierten Kinder erwartet man nach heutigem Wissensstand Long Covid? Bei wie vielen Kindern wird dieses Long Covid nur ein temporäres Problem sein, bei wie vielen schätzt man, dass die Krankheit langfristig oder lebenslang bleiben wird?</p><p>3. Wie viele Kinder mit langfristigem Long Covid ("Very Long Covid") sind für den Bundesrat ethisch vertretbar? Ab welcher Schwelle würde der Bundesrat verbindliche Massnahmen zum Schutz der Kinder von den Kantonen einfordern?</p><p>4. Was unternimmt der Bundesrat, um die Kinder bestmöglich vor einer Ansteckung mit Covid-19 zu schützen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Es ist nicht möglich, voraussagende Angaben zur Ansteckung bei einzelnen Bevölkerungsgruppen zu machen. Die Entwicklung der Pandemie kann in den nächsten sechs Monaten nicht vorausgesagt werden. Viele Faktoren wie die Impfrate, das Verhalten der Bevölkerung oder das Auftreten von neuen Virus-Varianten beeinflussen den Pandemieverlauf.</p><p>2. Nach heutigem Wissensstand treten längerfristige, d. h. mindestens vier Wochen anhaltende Symptome bei rund 3 Prozent der Kinder auf, die eine Covid-19-Infektion durchgemacht haben. Zur Dauer der Symptome können derzeit aber keine allgemeingültigen Angaben gemacht werden - hierzu ist der derzeitige Beobachtungszeitraum noch zu kurz. Weitere Forschung ist daher nötig, um die Datenlage zu Langzeitfolgen von Covid-19 u. a. bei Kindern zu verbessern. Der Bundesrat stellt im Rahmen der Umsetzung der Motion SGK-N 21.3453 "Wissenschaftliche Begleitung von Long-Covid-Fällen" sicher, dass ausreichend finanzielle Mittel zur systematischen Erforschung von Langzeitfolgen von Covid-19 vorhanden sind.</p><p>3. und 4. Das Risiko einer Ansteckung in der Gesamtbevölkerung oder einzelner Altersgruppen kann nicht auf "null" reduziert werden. Massnahmen müssen daher immer im gesamtgesellschaftlichen Kontext gesehen werden und insbesondere bei Kindern und Jugendlichen in Abwägung zur psychischen Gesundheit und dem sozialen Wohlbefinden getroffen werden.</p><p>Vor diesem Hintergrund hat der Bundesrat ein auf die epidemiologische Situation abgestimmtes Massnahmenpaket erstellt. Im Vordergrund steht die impfbasierte Bewältigungsstrategie, die es allen Personen ab zwölf Jahren ermöglicht, sich vor schwerwiegender Erkrankung effektiv zu schützen. Die Entscheidung zur Impfung ist aber eine individuelle. Der Bundesrat appelliert an die gesamte Bevölkerung, für die Impfstoffe zugelassen und empfohlen sind, sich impfen zu lassen. Dies erhöht sowohl den persönlichen Schutz und leistet zudem einen solidarischen Beitrag für all jene, die sich aus gesundheitlichen Gründen oder wie im Fall von Kindern unter zwölf Jahren aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Daten (noch) nicht impfen lassen können. Forschungsergebnisse zur Möglichkeit der Impfung von Kindern unter zwölf Jahren werden ab 2022 erwartet.</p><p>Um das Übertragungsrisiko in den Schulen zu verringern, hat das Bundesamt für Gesundheit zudem im Juni 2021 den Kantonen entsprechende Massnahmen empfohlen. So kann beispielsweise mit dem repetitiven Testen die Weiterverbreitung des Erregers unter Kindern und Jugendlichen effektiv reduziert werden. Diese Empfehlungen werden regelmässig evaluiert und an sich verändernde epidemiologische Situationen angepasst. Die Umsetzung liegt in der Verantwortung der Kantone.</p>  Antwort des Bundesrates.