98/99 12 Strafprozessordnung. Art. 56 Abs. 1 StPO. Amtliche Verteidigung. Für das Rechtsmittelverfahren ist ein neues Gesuch erforderlich. Obergerichtspräsidium, 20. Juli 1999, OG SP 99 12 Aus den Erwägungen: 1. Der amtliche Verteidiger wird im Rechtsmittelverfahren durch den Präsidenten des Ober- gerichts bezeichnet (Art. 56 Abs. 1 StPO). Das Präsidium der strafrechtlichen Abteilung des Ober- gerichtes des Kantons Uri ist damit zuständig (Art. 33 Abs. 3 GOG). Auf das Gesuch ist einzutre- ten. 2. Im Rechtsmittelverfahren ist für die Bezeichnung des amtlichen Verteidigers eine andere Instanz zuständig (Art. 56 Abs. 1 StPO). Es erscheint auch gerechtfertigt, dass für das Rechtsmit- telverfahren nicht allein auf die postulierten Grundsätze zur Gewährung der amtlichen Verteidigung abgestellt wird, sondern auch die Bedeutung der Berufung für den Angeklagten und die Erfolgs- aussichten im konkreten Einzelfall - wenn auch mit der erforderlichen Zurückhaltung - gewürdigt werden (Niklaus Oberholzer, Grundzüge des Strafprozessrechts, Bern 1994, S. 174 f.; Thomas Hansjakob, Sonderfragen zum Anspruch auf amtliche Verteidigung, ZStrR 1989 S. 435 f.). Daraus ergibt sich das Erfordernis eines neuen Gesuches für das Rechtsmittelverfahren (vgl. Niklaus Oberholzer, a.a.O., S. 174; Thomas Hansjakob, a.a.O., S. 435).