Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Januar 2017 (720 16 225 / 22) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und der hier zu beurteilenden Frage, ob die Ver- sicherte während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes- tens 40% arbeitsunfähig war (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), fehlt es an einer medizinischen Grundlage. Rückweisung an die Vorinstanz. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Daniel Altermatt , Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Die 1960 geborene A.____ meldete sich am 23. Mä rz 2005 unter Hinweis auf gesund- heitliche Folgen eines am 20. Dezember 2003 erlitte nen Autounfalls bei der Eidgenössischen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invalidenversicherung (IV) zum Bezug einer Invalidenrent e an. Nachdem die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) die gesundheitlichen, erwerbli chen und haushälterischen Verhältnisse abgeklärt hatte, verneinte sie mit Verfügung vom 30. Ok tober 2008 einen Anspruch von A.____ auf eine Rente. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 24. April 2009 und in der Folge auch das Bundesgericht mit Urteil vom 17. September 2009 ab. A.2 Am 19. März 2013 meldete sich A.____ unter Hinweis auf eine schwere Zuckerkrank- heit, Arthrosen und eine Depression erneut bei der IV -Stelle zum Leistungsbezug an. Nachdem die IV-Stelle die Verhältnisse ein weiteres Mal abgekl ärt hatte, wies sie einen Anspruch von A.____ auf eine Rente mit Verfügung vom 8. Juni 201 6 abermals ab. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, die Versicherte habe das Wartejahr nicht erfüllt. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwal t Daniel Altermatt, am 11. Juli 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht. Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 8. Juni 2016 aufzuheben und ihr auf den frühestmöglichen Zeitpunkt eine ganze Rente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begrün dung führte sie im Wesentlichen aus, die Verfügung beruhe auf unzureichenden medizinischen Unterlagen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 9. September 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Am 20. September 2016 ersuchte die Beschwerdeführer in um Ansetzung einer Frist zur Replik. In ihrer Eingabe vom 21. November 2016 hielt sie an den Begehren und Ausführungen in der Beschwerde vom 11. Juli 2016 fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 11. Juli 2016 ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Be schwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochte nen Verfügung vom 8. Juni 2016 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist di e Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b eruht, auch die geklagten Beschwer den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Re chnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Absc hätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Ein- schätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht da zu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkennt nisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellt en fachmedizinischen Experten ander- seits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2 001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Ad- ministrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät zungen gelangen. Vorbehalten blei- ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpr etation entspringende – Aspekte benen- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un gewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 4.4.1 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden p sychischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Zu den psych ischen Gesundheitsschäden gehören somit neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelisch e Abwegigkeiten mit Krank- heitswert. Nicht als Auswirkungen einer krankhaften seelisc hen Verfassung und damit invali- denversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beein trächtigungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen gute n Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass d es Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss (BGE 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 353 E. 2.2.1; je mit Hinweisen). 4.4.2 Zu beachten ist sodann, dass das Bundesgericht im L eiturteil BGE 141 V 281 ff. seine Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung von somatofo rmen Schmerzstörungen (BGE 130 V 352) und damit vergleichbaren psychosomatisch en Leiden (vgl. BGE 140 V 13 f. E. 2.2.1.3) revidiert hat. Eine Einschränkung der Leist ungsfähigkeit kann danach weiterhin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Ge- sundheitsbeeinträchtigung ist. Auch künftig wird der Rentenanspruch – in Nachachtung der ver- fassungs- und gesetzmässigen Vorgaben von Art. 8 und 29 de r Bundesverfassung der Schwei- zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rech tsgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeurteilung – anhand eines normativen Prüfrasters beurteilt, und es braucht eine medizinische Evidenz, dass die Erwerbs unfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes trägt das Bundesgericht der seit längerem namentlich aus medizini- scher, aber auch aus juristischer Sicht an der bisherigen Schmerzrechtsprechung geäusserten Kritik Rechnung und hält an der Überwindbarkeitsvermutun g nicht weiter fest. Anstelle des bis- herigen Regel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturiertes, normatives Prüfraster. In dessen Rah- men wird im Regelfall anhand von auf den funktionelle n Schweregrad bezogenen Standardindi- katoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen erg ebnisoffen und symmetrisch beur- teilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfakto ren wie den vorhandenen Ressour- cen Rechnung getragen wird (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 4.4.3 Zwar hatten die Ärzte bereits bis anhin ihre Ste llungnahmen zur Arbeitsfähigkeit so sub- stanziell wie möglich zu begründen, und es war für die ärztliche Plausibilitätsprüfung wichtig, in welchen Funktionen die versicherte Person eingeschränkt ist . Die diesbezüglichen Anforderun- gen hat das Bundesgericht aber nunmehr dahin gehend konkretisiert, dass aus den medizini- schen Unterlagen genauer als bisher ersichtlich sein muss, welche funktionellen Ausfälle in Be- ruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resu ltieren. Diagnosestellung und – in Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Folge – Invaliditätsbemessung haben somit stärker a ls bis anhin die entsprechenden Aus- wirkungen der diagnoserelevanten Befunde zu berücksichtig en. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen A usfällen bei objektivierter Zumutbarkeits- beurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt. Wo dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargeta n werden kann, trägt weiterhin die ma- teriell beweisbelastete versicherte Person die Folgen. E ine anhaltende somatoforme Schmerz- störung und vergleichbare Leiden können somit eine Inval idität begründen, sofern funktionelle Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlich en Anspruchsgrundlage im Einzel- fall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider spruchsfrei mit zumindest überwiegen- der Wahrscheinlichkeit in einem anspruchserheblichen Au smass nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6). 5. Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind im W esentlichen die folgenden medizini- schen Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1 Am 24. Oktober 2013 diagnostizierte die behandelnd e Ärztin Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, eine depressive Störung, akt uell mittelgradige Episode, mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.1) bei einer Persönli chkeit mit hypochondrischen Zügen und eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54). Sie b ehandle die Versicherte seit dem 10. Mai 2007. Der psychische Zustand der Versicherten hab e sich seit dem letzten Bericht an die IV-Stelle vom 11. Dezember 2007 verschlechtert. D ie Patientin wirke sehr müde und er- schöpft, die Auffassungs- und Konzentrationsfähigkeit sei en mangelhaft. Ebenso sei das Stim- mungsbild deprimiert, klagsam und weinerlich. Es best ünden eine ausgeprägte Hoffnungslosig- keit, ein Schuld- und Schamgefühl, ein sozialer Rückzug, eine ausgeprägte Schlaflosigkeit, eine Reizbarkeit bis hin zur Aggressivität und passive Todeswünsche . Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte zu 50% arbeitsunfähig. 5.2 Am 22. November 2013 diagnostizierte der Hausarzt Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, ein metabolisches Syndrom, eine Gonarthr opathie links mit persistierenden Schmerzen und eine Depression. Die Versicherte sei körperlich schnell müde und in der Mobili- tät reduziert, kraftlos und häufig auf fremde Hilfe an gewiesen. Sie habe psychische Beschwer- den, chronische Schmerzen und Schlafprobleme. Es bestünde sp ätestens ab dem Jahr 2006 mindestens eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. 5.3 Die IV-Stelle beauftragte das Begutachtungsinstitut D.____ (MEDAS) mit einem interdis- ziplinären Gutachtung, welches am 24. Juni 2014 erstatt et wurde. Im rheumatologischen Teil- gutachten wurden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikospondylogenes und ein lumbovertebrales Syndrom, Vargusgonarthrosen b eidseits und Fusssohlenschmerzen beidseits diagnostiziert. Ohne Einfluss auf die Arbeits fähigkeit bestünden ein Fibromyalgie- Syndrom und eine Adipositas per magna. Die Symptomati k eines Fibromyalgiesyndroms habe sich nach einem Autounfall als Beifahrerin im Dezember 2003 entwickelt. Therapeutisch stehe aus rheumatologischer Sicht eine Reduktion des Körperge wichts im Vordergrund, um die Wir- belsäule und die Gelenke der unteren Extremitäten zu e ntlasten und die Weiterentwicklung der degenerativen Veränderungen zu bremsen sowie gleichzei tig eine konsequent durchgeführte Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rekonditionierung der Muskulatur zu ermöglichen. Die Fu ssschmerzen sollten mit auf Mass angefertigten Schuheinlagen angegangen werden, welch e die Plantarfaszie entlasten und zu einer retrokapitalen Abstützung führen würden. Das dur ch das generalisierte Fibromyalgiesyn- drom erzeugte Schmerzbild könne nicht mittels somatischen therapeutischen Massnahmen angegangen werden. Es dränge sich eine Psychopharmakothera pie auf, welche im Stande sei, die Schmerzschwelle anzuheben. Aus rein rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Tagesmutter und in einer angepassten Verweistätigkeit zu 80% arbeitsfähig. In psychiatrischer Hinsicht wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht au sgeprägt (ICD-10 F33.0), diagnosti- ziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünd e eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54). Die von der behandelnden Psychiaterin Dr . B.____ im Oktober 2013 diagnosti- zierte mittelschwere depressive Episode könne in der aktu ellen Untersuchung nicht bestätigt werden. Die Beschwerdeführerin erscheine nicht traurig , Gefühle von Wertlosigkeit und Pessi- mismus oder eine relevante Antriebsarmut hätten nicht f estgestellt werden können. Die Ver- ständigung mit der Beschwerdeführerin sei erschwert gew esen. Die depressive Symptomatik habe sich seit dem Jahr 2008 nicht verschlechtert. Hinsi chtlich der Schmerzstörung gebe es ebenfalls keine Veränderung zu verzeichnen. Die Kriteri en für eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung seien nicht erfüllt. So habe auch die behandelnde Psychiaterin lediglich eine Schmerzverarbeitungsstörung diagnostiziert. Die Versichert e sei aus psychiatrischer Sicht so- wohl in der angestammten Tätigkeit als Tagesmutter als auch in einer Verweistätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Die depressiven Symptome würden nach läng erem Arbeiten zu leichten Konzent- rations- und Aufmerksamkeitsstörungen führen. Im Haushalt bestünde keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Die Einschränkung in der Arbeitsfäh igkeit bestünde anamnestisch seit dem Jahr 2008, fluktuierend zwischen 20% und 50%. Im Oktober 2013 habe die Arbeitsfähigkeit noch 50% betragen. Ab welchem Zeitpunkt sich die Sympt omatik verbessert habe, lasse sich retrospektiv nicht feststellen. Gesamthaft gesehen sei die Explorandin ab dem Begutachtungs- zeitpunkt (14. Mai 2014) in der bisherigen wie auch in einer alternativen Tätigkeit zu 80% ar- beitsfähig. 5.4 Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), nahm am 14. März 2016 eine Indikatorenprüfung vor und stellte fest, dass die gutachter- lichen Ausführungen grundsätzlich detailliert und nachvollziehbar seien, weshalb das Gutachten eine geeignete Grundlage für die Beurteilung der Ar beitsfähigkeit nach der neuen bundesge- richtlichen Rechtsprechung bildet. 6.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist de n im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor . Das Gutachten der MEDAS vom 24. Juni 2014 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesge- richt verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) – für die stre itigen Belange umfassend, beruht auf allsei- tigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschw erden, ist in Kenntnis der Vorakten Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der medi zinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation ein, setzt sich mit den vorhandenen abwei- chenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und vermag in den Schlussfolgerungen zu überzeugen. 6.2.1 Was die Versicherte in ihrer Beschwerde vorbringt , ist nicht geeignet, die ausschlagge- bende Beweiskraft des Gutachtens in Frage zu stellen. Insb esondere die Hinweise, das poly- disziplinäre Gutachten stehe im Widerspruch zu den Zumut barkeitsbeurteilungen der behan- delnden Psychiaterin Dr. B.____ und dem Hausarzt Dr. C .____, ändern daran nichts. So wur- den Berichte der Dres. B.____ und C.____ vom 24. Oktober 2013 resp. am 22. November 2013 über ein halbes Jahr vor der Begutachtung in der MEDAS erstellt. Im Gutachten wird denn auch zugestanden, dass im Oktober/November 2013 gemäss der Beurteilung der behandelnden Ärz- te noch eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bestanden habe, seither aber eine Besserung des Ge- sundheitszustandes, namentlich der depressiven Symptomatik, ei ngetreten sei. Aktuelle an- derslautende medizinische Beurteilungen liegen nicht vo r, weshalb keine widersprüchliche me- dizinische Aktenlage auszumachen ist. Die Beschwerdeführeri n rügt weiter, dass die Beurtei- lung der Gutachter auf einer Momentaufnahme beruhe. Dieser Einwand ist nicht stichhaltig. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass sich die Beurteilung d es Gutachters nicht nur auf die per- sönliche Untersuchung stützt. Dem psychiatrischen Gutachter s tanden darüber hinaus diverse, bisher zum Gesundheitszustand der Versicherten erstellte me dizinische Akten zur Verfügung, die es ihm durchaus ermöglichten, eine nicht auf eine Momentaufnahme beschränkte Beurtei- lung abzugeben. Hinsichtlich des Einwands, wonach im Gut achten darauf hingewiesen werde, dass die Untersuchungssituation ungenügend gewesen sei, da sie nur knapp habe antworten können und wortkarg gewesen sei, ist ihr zwar insofern bei zupflichten, als der bestmöglichen sprachlichen Verständigung zwischen Experte und versicherte r Person insbesondere bei der psychiatrischen Abklärung besonderes Gewicht zukommt. Der psychia trische Gutachter er- wähnt zwar eine erschwerte, nicht aber eine ungenügende oder gar unmögliche Verständigung. Für die beweismässige Verwertbarkeit des Gutachtens entsch eidend ist indes letztlich dessen Aussagekraft. So müssen die Feststellungen des Experten nachvollziehbar sein, seine Be- schreibung der medizinischen Situation muss einleuchten u nd die Schlussfolgerungen müssen begründet sein (vgl. E. 4.2 hiervor). Vorliegend sind si ch die Ausführungen im psychiatrischen Gutachten überzeugend. Inwiefern die für eine lege artis durchgeführte Exploration erforderliche Kommunikation nicht gewährleistet gewesen war, ist nicht ersichtlich. 6.2.2 Schliesslich erachtet die Beschwerdeführerin mit V erweis auf die mit BGE 141 V 281 erfolgte Praxisänderung eine Neubegutachtung als notw endig. Dazu ist zunächst festzuhalten, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachte n nicht per se ihren Beweiswert verlieren (BGE 141 V 281 E. 8 mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen sp ezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abst ellen auf die vorhandenen Be- weisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunmehr ma- teriell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sach verständigengutachten – gegebe- nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Lich- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht te der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 309 E. 8). Entgegen der Auf- fassung der Beschwerdeführerin ist eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindi- katoren gestützt auf das Gutachten der MEDAS möglich und deshalb eine weitere medizinische Abklärung nicht angezeigt. So war es dem RAD-Arzt Dr. E .____ auf der Grundlage der detail- lierten und nachvollziehbaren Ausführungen im Gutacht en der MEDAS möglich, eine nachträg- liche Prüfung der neu massgebenden Standardindikatoren vornehmen. Es wird deutlich, dass die Beschwerdeführerin über ausreichende Ressourcen ver fügt, um die verbliebene Arbeitsfä- higkeit erwerblich zu verwerten. Insgesamt vermag die In dikatorenprüfung des RAD-Arztes den bundesgerichtlichen Anforderungen zu genügen und dem Gu tachten kann jedenfalls in ein- leuchtender Weise entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin über genügend Ressour- cen verfügt, um im Umfang der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 80% sowohl ihren angestammten Beruf als auch eine Verweistätigkeit zu verrichten. 6.3 Nach dem Gesagten ist die Beurteilung im Gutachten der MEDAS vom 24. Juni 2014 sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhäng e als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen im Zeitpunkt der Begutacht ung (12./14. Mai 2014) überzeu- gend. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle darauf abgestellt hat. 6.4 Aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht hinr eichend geklärt ist indes die Arbeitsfä- higkeit der Beschwerdeführerin für die Zeit vor der Be gutachtung bei der MEDAS am 12./14. Mai 2014. In der angefochtenen Verfügung vom 8. Juni 2016 anerkannte die Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin seit dem 24. Oktober 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% aufwies. In der Zeit davor und ab dem 15. Mai 2014 ermittelte sie eine Arbeitsunfähigkeit von 20% und ver- neinte in der Folge die Erfüllung des Wartejahres. Di esem Vorgehen kann insofern nicht beige- pflichtet werden, als die IV-Stelle für die Zeit vor d em 24. Oktober 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 20% annimmt. Zwar attestierte Dr. B.____ in ihrem Bericht vom 24. Oktober 2013 eine (ak- tuelle) Arbeitsunfähigkeit von 50%. Sie wies aber darauf hin, dass sich der psychische Gesund- heitszustand der Versicherten seit dem letzten Bericht an die IV-Stelle vom 11. Dezember 2007 verschlechtert habe. Nähere Angaben zum Krankheitsverlau f und zur Frage, in welchem Zeit- raum sowie in welchem Umfang sich die Verschlechterung d es Gesundheitszustandes einstell- te, lässt sich indes weder dem Bericht von Dr. B.____ vom 24. Oktober 2013 noch den übrigen medizinischen Unterlagen entnehmen. Demnach fehlt es für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und der hier zu beurteilenden Frage, ob die Versicher te während eines Jahres ohne wesentli- chen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig war (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), an einer medizinischen Grundlage. Nach dem Gesagten steht somit fest, dass die angefochte- ne Verfügung vom 8. Juni 2016 auf unzureichenden med izinischen Abklärungsergebnissen be- ruht und demzufolge aufzuheben ist. 7.1 Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung kö nnen die Sozialversicherungs- gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Strei tsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielme hr im Regelfall selbst ein Ge- richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltu ngsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürf tig hält oder wenn eine Administrativex- pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräfti g ist. Eine Rückweisung an die IV- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in de r notwendigen Erhebung einer bisher voll- ständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn ledi glich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210, E. 4.4.1 ff.). 7.2 Da die Beschwerdegegnerin nicht alle notwendigen Abklärungen zur Beurteilung der Erwerbsfähigkeit vorgenommen hat (vgl. E. 6.4 hiervor) , und es nicht die Aufgabe der kantona- len Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte med izinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz nichts entgegen. Diese wird angehalten, die Arbeits- fähigkeit der Versicherten in der Zeit vor dem 24. Okto ber 2013 abzuklären. Demzufolge ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Ge stützt auf die Ergebnisse der Ak- tenergänzung wird sie über einen allfälligen befriste ten Rentenanspruch der Beschwerdeführe- rin neu zu verfügen haben. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum we iteren Vorgehen im Sinne der Erwägun- gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-S telle zurück, so gilt in prozessualer Hin- sicht die beschwerdeführende Partei als obsiegende und d ie IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeit en um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufe rlegt. Bei diesem Ausgang des Ver- fahrens ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wesha lb sie grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier n icht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Aufgrund diese r Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskost en aufzukommen. Es werden deshalb keine Verfahrenskosten erhoben und der von der Beschwerd eführerin geleistete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 800.-- ist zurückzuerstatten. 8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führ ende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt un d ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schw ierigkeit des Prozesses bemessen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen Anspruch auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem S inne, dass der Beschwerde führen- den Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verf ügung und der Rückweisung der Sa- che an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neue n Beurteilung alle Rechte im Hinblick auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 1 32 V 215 E. 6.2). Nachdem die Be- schwerde gutzuheissen und die Sache zur erneuten Abklärun g im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, hat diese der Beschwe rdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 21. Dezember 2016 einen Zeitaufwand von 6 Stunden ge ltend gemacht, was umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Hinzu kommen die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 74.50. Somit ist der Be- schwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘700.45 (6 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen von Fr. 74.50 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zustä ndigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öf fentlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 8. Juni 2 016 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die I V-Stelle Basel- Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdefü hrerin eine Partei- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht entschädigung in der Höhe von Fr. 1‘700.45 (inkl. Ausla gen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht