<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-02-22-1C_508-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1C_508/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 22. Februar 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Kneubühler, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Chaix, </div> <div class="para">Bundesrichterin Jametti, </div> <div class="para">Bundesrichter Haag, </div> <div class="para">Bundesrichter Merz, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Dold. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________ AG, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Cyrill Lauper, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gemeinderat Malters, </div> <div class="para">Weihermatte 4, Postfach 161, 6102 Malters. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Bau- und Planungsrecht, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. August 2021 des Kantonsgerichts Luzern, 4. Abteilung, Präsident, </div> <div class="para">(7H 21 121). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Die A.________ AG ist Eigentümerin der in der Wohnzone liegenden Parzelle Nr. 1778 in Malters/LU. Im Zeitraum zwischen Juli 2020 und März 2021 gingen bei der Gemeinde Malters diverse Lärmklagen von Anwohnern ein. Daraufhin stellte das Bauamt fest, dass auf dem Grundstück eine Autowerkstatt betrieben wird. Mit Entscheid vom 28. April 2021 ordnete der Gemeinderat unter Androhung der Ersatzvornahme die Wiederherstellung der zonenkonformen Nutzung bis zum 31. Mai 2021 an. Dagegen erhob die A.________ AG Verwaltungsgerichtsbeschwerde. </div> <div class="para">Während der Hängigkeit des Beschwerdeverfahrens vor dem Kantonsgericht Luzern hob der Gemeinderat seinen Entscheid vom 28. April 2021 auf und verpflichtete stattdessen die A.________ AG im Wesentlichen, innert zwei Monaten ein Baubewilligungsgesuch einzureichen und die Nutzung als Autowerkstatt ausserhalb bestimmter Tageszeiten zu unterlassen. Die A.________ AG erhob auch gegen diesen Entscheid Verwaltungsgerichtsbeschwerde. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 6. August 2021 erklärte das Kantonsgericht das erste Beschwerdeverfahren für erledigt. Es erhob keine amtlichen Kosten und übertrug den geleisteten Kostenvorschuss auf das neue Beschwerdeverfahren. Eine Parteientschädigung sprach es nicht zu (Dispositiv-Ziffer 3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und eventualiter subsidiärer Verfassungsbeschwerde vom 8. September 2021 beantragt die A.________ AG in erster Linie, die Verfügung vom 6. August 2021 sei im Kostenpunkt aufzuheben und die Gemeinde Malters bzw. der Kanton Luzern zu verpflichten, ihr eine Parteientschädigung von Fr. 5'080.20, eventualiter eine angemessene Parteientschädigung nach richterlichem Ermessen, zu bezahlen. </div> <div class="para">Das Kantonsgericht beantragt die Abweisung der Beschwerde. Der Gemeinderat beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen. Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Replik an ihren Anträgen und Rechtsauffassungen fest. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid aus dem Bereich der Raumplanung und des Baurechts. Dagegen steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zur Verfügung (<span class="artref">Art. 82 lit. a und <artref id="CH/173.110/86/1/d" type="start"></artref>Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG</span><artref id="CH/173.110/82/a" type="end"></artref>). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist wegen der für sie ungünstigen Regelung der Entschädigungsfolgen vom angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (<span class="artref">Art. 89 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen (<span class="artref">Art. 90 BGG</span>), und gegen Teilentscheide im Sinne von <span class="artref">Art. 91 BGG</span>. Gegen selbstständig eröffnete Zwischenentscheide, mit denen weder über die Zuständigkeit noch über Ausstandsbegehren entschieden wurde (<span class="artref">Art. 92 BGG</span>), ist die Beschwerde nur zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (<span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span>) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (<span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG</span>). </div> <div class="para">Der nicht wieder gutzumachende Nachteil im Sinne von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> muss ein Nachteil rechtlicher Natur sein, der auch durch einen späteren günstigen Endentscheid nicht oder nicht gänzlich beseitigt werden kann. Rein tatsächliche Nachteile wie die Verfahrensverlängerung oder -verteuerung reichen nicht aus (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=15.02.2022&amp;to_date=06.03.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-475%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page475">BGE 144 III 475</a> E. 1.2 mit Hinweisen; vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=15.02.2022&amp;to_date=06.03.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-30%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page30">BGE 135 II 30</a> E. 1.3.4 zu einer hier nicht erfüllten Voraussetzung, unter der ausnahmsweise ein tatsächlicher Nachteil genügt). </div> <div class="para">Die selbstständige Anfechtbarkeit von Zwischenentscheiden bildet aus prozessökonomischen Gründen eine Ausnahme vom Grundsatz, dass sich das Bundesgericht mit jeder Angelegenheit nur einmal befassen soll. Diese Ausnahme ist restriktiv zu handhaben (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=15.02.2022&amp;to_date=06.03.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-475%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page475">BGE 144 III 475</a> E. 1.2). Dabei obliegt es der beschwerdeführenden Partei darzutun, dass die Voraussetzungen für eine ausnahmsweise Anfechtbarkeit eines Zwischenentscheids erfüllt sind, soweit deren Vorliegen nicht offensichtlich ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=15.02.2022&amp;to_date=06.03.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-V-26%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page26">BGE 142 V 26</a> E. 1.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Entscheide, mit denen eine Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, sind grundsätzlich Zwischenentscheide (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=15.02.2022&amp;to_date=06.03.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-V-280%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page280">BGE 144 V 280</a> E. 1.2). Nichts anderes gilt, wenn kein Rückweisungsentscheid ergeht, sondern die erstinstanzlich verfügende Behörde ihren Entscheid während hängigem Beschwerdeverfahren ("lite pendente") in Wiedererwägung zieht. Schreibt die Beschwerdeinstanz in der Folge das Verfahren als gegenstandslos ab, handelt es sich dabei nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid (Urteil 8C_395/2021 vom 30. September 2021 E. 2.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Angefochten ist hier somit nicht ein Endentscheid, wie die Beschwerdeführerin fälschlicherweise annimmt, sondern ein Zwischenentscheid. Da es weder um die Zuständigkeit noch den Ausstand geht (<span class="artref">Art. 92 BGG</span>) und die Gutheissung der Beschwerde durch das Bundesgericht auch nicht sofort einen Endentscheid herbeiführen könnte (<span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG</span>), ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Beschwerdeführerin durch die Entschädigungsregelung in der angefochtenen Verfügung ein nicht wieder gutzumachender Nachteil erwachsen könnte (<span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span>). Dies legt sie allerdings nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Auf ihre Beschwerde ist deshalb nicht einzutreten. Die von ihr beanstandete Entschädigungsregelung wird sie nach Ergehen des Endentscheids anfechten können, selbst wenn dieser zu ihren Gunsten ausfällt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=15.02.2022&amp;to_date=06.03.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-II-363%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page363">BGE 142 II 363</a> E. 1.3 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist aus diesen Gründen nicht einzutreten. Dasselbe gilt für die eventualiter erhobene subsidiäre Verfassungsbeschwerde, da für diese die Bestimmungen betreffend die vor Bundesgericht anfechtbaren Entscheide (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90-94 BGG</span><artref id="CH/173.110/94" type="end"></artref>) sinngemäss ebenfalls gelten (<span class="artref">Art. 117 BGG</span>). </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/3" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1-3 BGG</span><artref id="CH/173.110/68/3" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/3" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, dem Gemeinderat Malters und dem Kantonsgericht Luzern, 4. Abteilung, Präsident, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 22. Februar 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Kneubühler </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Dold </div> </div></body></html>