Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. Februar 2014 (715 13 311 / 51) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschreiber i. V. Sandro Jaisli Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Der 1972 geborene A.____ meldete sich am 26. April 2012 beim Regionalen Arbeitsver- mittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an. Mit Schreiben vom 1. Mai 2012 beantragte er den Bezug von Arbeitslosenentschädigung (ALE) bei der A rbeitslosenversicherung (ALV) rück- wirkend ab dem 26. April 2012. Mit Schreiben vom 5. O ktober 2012 verfügte das RAV die Ein- stellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von drei Tagen ab dem 1. Oktober 2012 wegen ungenügender Arbeitsbemühungen für die Kontrollperiode September 2012. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Schreiben vom 3 . November 2012 Einsprache, wel- che das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) mit Einspracheentscheid vom 25. September 2013 abwies. B. Hiergegen erhob A.____ mit Schreiben vom 25. Oktob er 2013 Beschwerde beim Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht) und bean- tragte sinngemäss, seine Arbeitsbemühungen in der Kont rollperiode September 2012 seien als genügend im Sinne von Gesetz und Rechtsprechung anzue rkennen und der Einspracheent- scheid vom 25. September 2013 sowie die Verfügung vom 5 . Oktober 2012 seien aufzuheben. Es seien ihm die drei eingestellten Tage zu bezahlen; alles unter o/e-Kostenfolge. C. Das KIGA beantragt mit Vernehmlassung vom 13. Dezem ber 2013, die Beschwerde sei unter o/e-Kostenfolge im Sinne der Erwägungen des Ein spracheentscheides vom 25. September 2013 und der Vernehmlassung vom 13. Deze mber 2013 abzuweisen und der Einspracheentscheid vom 25. September 2013 sei zu bestätigen. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs.1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bund esgesetzes über die obligatorische Ar- beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 auf die obli- gatorische Arbeitslosenversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger Beschwerde beim kantonalen Versicheru ngsgericht erhoben werden. Ört- lich zuständig ist nach Art. 58 Abs. 1 ATSG grundsätzlich d as Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Besch werdeerhebung Wohnsitz hat. Diese Regelung entspricht nun allerdings für den Bereich der Arbeitslosenversicherung nicht der vor dem Inkrafttreten des ATSG geltenden Zuständigkeitsordnu ng, weshalb der Bundesrat in Art. 100 Abs. 3 AVIG ausdrücklich ermächtigt worden ist, die örtliche Zuständigkeit des kanto- nalen Versicherungsgerichts in Abweichung von Art. 58 AT SG zu regeln. Laut Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversi cherung und die Insolvenzentschädi- gung (AVIV) vom 31. August 1983 ist für die Beurteilun g von Beschwerden gegen Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das Ver sicherungsgericht desselben Kan- tons zuständig. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet ein Einspracheentscheid, den das KIGA Baselland als kantonale Amtsstelle im Sinn e von Art. 85 AVIG erlassen hat, so- dass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-L andschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentsche ide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlu ng der vorliegenden Beschwer- de zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicher- ten vom 25. Oktober 2013 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Da es sich im vorliegenden Fall um eine Streitsache mit einem Streitwert von weniger als Fr. 10`000 handelt, ist die Angelegenheit gemäss Art. 55 VPO präsidial zu entscheiden. 3.1 Streitig und zu prüfen ist, ob das KIGA den Beschwe rdeführer zu Recht für drei Tage we- gen ungenügender Arbeitsbemühungen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. 3.2 Art. 17 Abs. 1 Satz 1 AVIG enthält die Schadensmi nderungspflicht, wonach die versi- cherte Person mit Unterstützung des Arbeitsamtes alles Zu mutbare zu unternehmen hat, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (vgl. BGE 114 V 285 E. 3; 108 V 165 E. 2a). Im Rahmen dieser Schadensminderungspflicht ist die versicherte Person insbesondere verpflichtet, Arbeit (wenn nötig auch ausserhalb ihres bi sherigen Berufes) zu suchen und ihre diesbezüglichen Bemühungen nachzuweisen (Art. 17 Abs. 1 Satz 2 AVIG und Art. 26 Abs. 2 bis AVIV; T HOMAS NUSSBAUMER , in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweizerisches Bu ndesver- waltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicheru ng, Basel 2007, Rz 837). Gemäss konstanter Praxis muss sich die versicherte Person grundsätzlich bereits vor Eintritt der Arbeits- losigkeit um eine neue Stelle bemühen. Sie hat sich dementsprechend während einer allfälligen Kündigungsfrist, aber auch generell während der Zeit vor der Anmeldung, intensiv um Stellen zu bemühen (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juni 2011, 8C_271/2011, E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2007, C 239/06, E. 3.2 mit Hinweisen). Sie darf sich nicht darauf verlassen, dass sie nach Ablauf der Kündigungsfrist innert kurzer Zeit eine neue Stelle findet, sondern muss vielmehr alles daran setzen, ohne Arbeitslosigkeit nahtlos auf das Ende des alten Arbeitsverhältnisses ein neues Arbeitsverhältnis b eginnen zu können (vgl. ARV 1987 Nr. 2). Versicherte Personen, die einer Tätigkeit zum E rwerb eines Zwischenverdienstes nach- gehen, gelten ebenfalls als arbeitslos, weil sie nach Art . 24 AVIG Anspruch auf Ausgleich der Differenz zwischen versichertem Verdienst und Zwischenverdiens t haben. Folglich müssen auch diese Personen weiterhin die ihnen in Art. 17 A VIG auferlegten Pflichten erfüllen. Sie müssen insbesondere durch geeignete Stellensuche versuche n, die Arbeitslosigkeit vollständig zu beenden. Als Zwischenverdienst gilt jedes Einkommen, das die arbeitslose Person innerhalb einer Kontrollperiode erzielt (vgl. J ACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 136). 3.3 Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versich erte Person genügend um zumutba- re Arbeit im Sinne von Art. 17 Abs. 1 AVIG in Verbind ung mit Art. 26 Abs. 1 AVIV bemüht hat, sind sowohl die Quantität wie auch die Qualität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 112 V 217 E. 1b, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerich ts vom 7. August 2006, C 90/06, E. 1 mit Hinweisen). In qualitativer Hinsicht werden die per sönlichen Arbeitsbemühungen einer ver- sicherten Person in der Regel streng beurteilt (J AQUELINE CHOPARD , a.a.O., S. 138). Die versi- cherte Person hat sich in der Regel in Form einer orden tlichen Bewerbung gezielt um Arbeit zu bemühen (vgl. Art. 26 Abs. 1 AVIV). Anfragen bei Arbeitgebern, die keine Stelle ausgeschrieben haben, können zwar nicht zum vornherein als sinnlos betra chtet werden, vermögen jedoch für sich alleine dem Erfordernis einer gezielten und intensi ven Arbeitssuche nicht gerecht zu wer- den (JAQUELINE CHOPARD , a.a.O., S. 138). Daraus resultiert die Pflicht der arbeitslosen Person, sich in erster Linie um ausgeschriebene und damit offene Arbeitsgelegenheiten zu bemühen, bei denen die Aussichten auf einen Arbeitsvertragsabschluss e rheblich grösser sind (vgl. Urteil Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Bundesgerichts vom 1. März 2006, C 257/05, E. 3.2). Es können also grundsätzlich nur Bewerbungen um offene, mithin ausgeschriebene Stelle n als genügend beurteilt werden (JAQUELINE CHOPARD , a.a.O., S. 138). Telefonische oder durch persönliche Vorsprache erfolgende Blindbewerbungen dienen zwar der Abklärung, ob eine Stelle frei ist, entbinden aber ke inesfalls von der Pflicht zur ordentlichen Be- werbung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 AVIG in Verbind ung mit Art. 26 Abs. 1 AVIV. Unter diesen Gesichtspunkten ist zum Beispiel eine Kontaktnahme mit e inem Stellenvermittlungsbüro zwar durchaus sinnvoll und empfehlenswert, vermag jedoch ohne zusätzliche persönliche Anstren- gungen der Schadenminderungspflicht nach Art.17 Abs. 1 AVIG nicht zu genügen. Vielmehr hat sich die arbeitslose Person zusätzlich und persönlich um of fene und ausgeschriebene Stellen zu bemühen, was auch die Pflicht beinhaltet, die Stellenangebote in der Tagespresse zu studie- ren und sich sofort auf jedes in Frage kommende Inserat zu melden (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 20. Mai 2003, C 296/02, E. 3.2). In quantitativer Hinsicht werden gemäss der Verwal- tungspraxis in der Regel durchschnittlich zehn bis zwölf Bewerbungen pro Monat verlangt (nach der Praxis des Kantons Basel-Landschaft mindestens acht, vgl. den Einspracheentscheid vom 25. September 2013, S. 2), wobei keine allgemeine zah lenmässige Festlegung gemacht wer- den kann. Vielmehr müssen stets die Umstände des Einzelfal les berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2005, C 10/0 5, E. 2.3.1; J AQUELINE CHOPARD , a.a.O., S. 140: so können beispielsweise von einer spezialisierten Arbeitskraft wesensgemäss weniger Bewerbungen verlangt werden als von einer Hilfsarbeitskr aft). Zu beachten sind dabei insbe- sondere die persönlichen Umstände und Möglichkeiten der versicherten Person, namentlich Alter, Schul- und Berufsausbildung sowie die Usanzen d es für sie in Betracht fallenden Ar- beitsmarktes (vgl. BGE 120 V 78 E. 4a). Mit dem monatli chen Nachweis der getätigten Arbeits- bemühungen gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 2 bis AVIV soll die Ver- waltung in die Lage versetzt werden, Quantität und Qu alität der Anstrengungen zur Überwin- dung der Arbeitslosigkeit umfassend abklären und würdige n zu können (vgl. BGE 120 V 77 E. 3c; vgl. weiter THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz 837). 3.4 Kommt die versicherte Person der Verpflichtung, sich persönlich genügend um zumut- bare Arbeit zu bemühen, nicht nach, kann die zuständig e Arbeitslosenkasse, respektive die kantonale Amtsstelle gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG ein e Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung verfügen. Diese Bestimmung sanktioniert die Verletzung der in Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierten und bereits erwähnten Schadenminderungspfl icht. Auf den Erfolg der Bemühungen kommt es dabei nicht an, sondern nur auf deren Intensit ät. Die Sanktion soll Arbeitslose zur Stellensuche anspornen und vor allem eine missbräuchlich e Beanspruchung der Arbeitslosen- versicherung verhindern. Die Einstellung in der Anspruch sberechtigung bezweckt mithin eine angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person an je nem Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung nat ürlich und adäquat kausal zugefügt hat (BGE 124 V 227 E. 2b; vgl. auch Urteil des Bundes gerichts vom 14. Juni 2011, 8C_271/2011, E. 2.2). Die Einstellung hat folglich d ie Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, welche die versicherte Person hät te vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht (vgl. THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz 822). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.5 Im vorliegenden Fall verfügte das RAV mit Schreibe n vom 5. Oktober 2012 die Einstel- lung in der Anspruchsberechtigung für drei Tage wege n ungenügenden Arbeitsbemühungen. Dabei wurde insbesondere auf die Richtlinien für Ste llensuchende des KIGA Baselland verwie- sen, welche der Beschwerdeführer bei seiner Anmeldung zum Bezug von ALE und zur Arbeits- vermittlung erhalten hatte. Nach der persönlichen Abma chung zwischen dem RAV und dem Beschwerdeführer musste dieser, für die Zeit in welcher er einen Zwischenverdienst bei der B.____ AG erwirtschaftete, lediglich sechs anstatt acht Arbeitsbemühungen pro Monat nach- weisen (vgl. Beratungsgespräch vom 27. Juli 2012). Was d ie Anzahl der zu erbringenden Ar- beitsbemühungen anbelangt, kann keine generelle Zahl festgelegt werden, womit den Durch- führungsorganen der ALV im Einzelfall ein erhebliches Ermessen zukommt (vgl. E. 3.3 hiervor). Die vom RAV im vorliegenden Fall verlangten sechs Arbeitsb emühungen pro Monat sind nicht zu beanstanden, sind aber klar am unteren Ende des Erme ssensraums einzuordnen, weshalb an diese sechs Nachweise der Arbeitsbemühungen zu Recht ho he Anforderungen zu stellen sind. Das RAV ist der Ansicht, der Beschwerdeführer habe f ür den Monat September 2012 bloss fünf anstatt sechs Arbeitsbemühungen getätigt, wes halb es danach auch zur Einstellung in der Anspruchsberechtigung kam. Begründet wurde dies damit, dass sich der Beschwerdefüh- rer bereits in den Monaten Juli 2012 und August 2012 b ei der B.____ AG beworben habe, wo- mit dieselbe Bewerbung für den Kontrollmonat Septemb er 2012 nicht nochmals berücksichtigt werden könne. Demgegenüber weist der Beschwerdeführer d arauf hin, dass er sich regelmäs- sig sowohl in qualitativer als auch in quantitativer H insicht darum bemühe, eine neue Stelle zu finden. Er sei klar der Meinung, dass er auch im Kontrollmonat September 2012 sechs intensive Arbeitsbemühungen durchgeführt habe, wobei eine davo n in Form eines persönlichen Ge- sprächs bei der B.____ AG stattgefunden habe, indem er um eine Festanstellung nachgefragt habe. Zumindest eine Verlängerung des Zwischenverdienste s bis Ende Dezember 2012 habe er im fraglichen Bewerbungsgespräch der Kontrollperiod e September 2012 erreichen können und damit seine Mitwirkungspflicht erfüllt. Warum seitens des RAV nur fünf Arbeitsbemühungen anerkannt würden, sei im „rätselhaft“. 3.6 Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführ er seine persönlichen Arbeitsbemü- hungen für den Kontrollmonat September 2012 erfüllt hat, indem er sich - wie in den beiden Vormonaten - bei der B.____ AG beworben hatte. Diese Frage ist aufgrund der nachfolgend aufgeführten Gründe zu verneinen. 3.7 Im vorliegenden Fall wurde dem Beschwerdeführer an lässlich des ersten Beratungs- gespräches vom 9. Mai 2012 mitgeteilt, dass er monatlich acht Arbeitsbemühungen vorzuneh- men habe, wobei diese Anzahl ab August 2012 auf sechs B ewerbungen reduziert wurde (vgl. Beratungsgespräch vom 27. Juli 2012), weil der Versich erte ab diesem Zeitpunkt in einem Zwi- schenverdienst tätig war. Folglich musste der Beschwerdefüh rer aufgrund individueller Verein- barung mit dem RAV im Vergleich zur allgemeinen Verw altungspraxis (vgl. E. 3.3 hiervor) nur halb so viele persönliche Arbeitsbemühungen tätigen. Aber auch im Vergleich zur Praxis des Kantons Basel-Landsc haft, welche in der Regel acht Arbeitsbemühungen pro Monat verlangt, musste der Versi cherte monatlich zwei Bewerbungen weniger vornehmen. Diese Tatsache rechtfertigt die ho hen Anforderungen an die vorliegend in Frage stehenden persönlichen Arbeitsbemühungen umso mehr, als dass wenigstens diese ver- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht bleibenden sechs Arbeitsbemühungen vollständig den Anforderungen nach Art. 26 Abs. 1 AVIV (vgl. E. 3.3 hiervor) entsprechen müssen. Im Beratungsge spräch des Kontrollmonats August 2012 wurde denn auch explizit festgehalten, dass sich der Beschwerdeführer weiterhin für eine Festanstellung zu bewerben habe (vgl. Beratungsgespräch vom 21. August 2012). Aus den Protokollen der Beratungsgespräche geht hervor, dass der Beschwerdeführer die Bewerbung bei der B.____ AG sowohl im Kontrollmonat Juli 2012, August 2012 als auch September 2012 als Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen aufführ te (vgl. die Protokolle der Bera- tungsgespräche vom 27. Juli 2012, 21. August 2012 und 2. Oktober 2012). Im Protokoll vom 27. Juli 2012 wird festgehalten, dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit habe, nach dem Probe- tag für 3 Wochen als Strassenmarkierer bei der B.____ AG arbeiten zu können. Im gleichen Protokoll ist auch vermerkt, dass sich der Beschwerdeführer bei einer vom RAV vermittelten Stelle trotz ausdrücklicher Weisung nicht beworben habe, weil diese Arbeitsstelle aufgrund des langen Arbeitsweges unzumutbar sei. Dieses Verhalten bl ieb seitens des RAV sanktionslos. Das Protokoll des Beratungsgespräches vom Kontrollmona t August 2012 hält dann fest, dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit habe, bis Ende Dez ember 2012 bei der B.____ AG im Zwischenverdienst zu arbeiten. Schliesslich wird im Beratu ngsgespräch vom 2. Oktober 2012 für den Kontrollmonat September 2012 protokolliert, dass der Beschwerdeführer weiterhin im Zwischenverdienst bei der B.____ AG arbeite und dass er weiterhin aktiv eine Feststellung su- che, da der Einsatzvertrag mit der B.____ AG per Ende D ezember 2012 auslaufe. Aus dem gleichen Protokoll ist weiter ersichtlich, dass eine Festans tellung bei der B.____ AG unwahr- scheinlich sei. Bezüglich des Nachweises der persönlichen Arbe itsbemühungen wurde in die- sem Protokoll festgehalten, dass dieser noch offen sei un d der Beschwerdeführer darauf auf- merksam gemacht werde, dass dieser Nachweis bis am 5. Oktob er 2012 zu erfolgen habe (vgl. Protokoll Beratungsgespräch vom 2. Oktober 2012 und Art. 26 Abs. 2 bis AVIV). Am 3. Oktober 2012 (also einen Tag nach dem Beratungsgespräch) ging dann beim RAV das Formular „Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen“ des Beschwe rdeführers ein (Datum und Un- terschrift fehlten jedoch). Darin gab der Versicherte die B.____ AG für den Kontrollmonat Sep- tember 2012 erneut als Arbeitsbemühung an, obwohl am Tag zuvor im Beratungsgespräch mit dem Personalberater festgehalten wurde, dass eine Fest anstellung bei der B.____ AG unwahr- scheinlich sei. Was die Erfüllung der in Frage stehenden Pflicht betrifft, sechs Arbeitsbemühun- gen pro Monat nachzuweisen, kann die Verlängerung eines Zwischenverdienstes der versicher- ten Person nicht als ordentliche Arbeitsbemühung im Sinn e von Art. 17 Abs. 1 AVIG in Verbin- dung mit Art. 26 Abs. 1 AVIV angerechnet werden, da eine solche keine Bewerbung auf eine offene unbefristete Festanstellung darstellt, welche die Abhängigkeit von der ALV beendet. Die Ausübung eines Zwischenverdienstes ist zwar unter de m Gesichtspunkt der Schadensmin- derungspflicht erfreulich und begrüssenswert, aber nur so lange, als diese Beschäftigung im Zwischenverdienst den ordentlichen Bewerbungsprozess für eine Festanstellung nicht behin- dert oder erschwert. Denn auch eine im Zwischenverdienst angestellte Person ist arbeitslos, weshalb oberstes Ziel ist, dass die versicherte Person eine Festanstellung findet und somit nicht mehr auf ALE angewiesen ist. Bei der fraglichen A rbeitsbemühung des Beschwerdefüh- rers für den Kontrollmonat September 2012 handelt es sich weder um eine Bewerbung für eine offene noch für eine ausgeschriebene Stelle, sondern vie lmehr (was der Beschwerdeführer auch bestätigt) um eine persönliche Vorsprache des Besch werdeführers bei der B.____ AG zur Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abklärung, ob gegebenenfalls eine Stelle frei sei. Un ter Berücksichtigung dieser Erwägungen und der Tatsache dass der Beschwerdeführer als Hilfsarbe iter und Lagerarbeiter im Grosshan- del mit Metall- und Kunststoffwaren für Bauzwecke sowie Installationsbedarf für Gas, Wasser und Heizung einen grossen und vielseitigen Arbeitsmarkt a nspricht (vgl. Angaben im Formular „Anmeldung zur Arbeitsvermittlung“ vom 2. Mai 2012), kann die Bewerbung bei der B.____ AG für den Kontrollmonat September 2012 nicht als ordent liche Arbeitsbemühung betrachtet wer- den. Daran ändert auch nichts, wenn der Beschwerdefüh rer (entgegen der Angaben, die aus den Protokollen der Beratungsgespräche für die Kontr ollmonate Juli, August und September 2012 ersichtlich sind) behauptet, dass er den Zwischenverdi enst bei der B.____ AG erst durch Gespräche im Kontrollmonat September 2012 habe verlängern können. 3.8 Schliesslich bleibt noch die Dauer der verfügten Ein stellung zu prüfen. Diese bemisst sich gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG nach dem Grad des Verschul dens und beträgt je Einstel- lungsgrund höchstens 60 Tage (vgl. THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz 855). Bei der Festlegung der Dauer in der Anspruchsberechtigung besteht für di e anwendenden Behörden ein relativ grosser Ermessensspielraum. Bei der Beurteilung dieses Er messens im Einzelfall ist der vom SECO als Aufsichtsbehörde der Durchführungsorgane der ALV (zuletzt im Schreiben AVIG Praxis ALE vom Januar 2014, welches das Kreisschreiben über die ALE vom Januar 2007 ersetzt) herausgegebene Einstellraster zu berücksichti gen, welcher die Gewährung einer möglichst einheitlichen Rechtsanwendung in den Kantonen zum Ziel hat (T HOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz 856). Der Raster entbindet aber die Dur chführungsstellen der ALV nicht von einer konkreten Einzelfallprüfung, sondern verp flichtet diese vielmehr dazu, von den Angaben des Rasters abzuweichen, wenn Umstände vorliegen, welche dies verlangen. Eine Einstellung ist jeweils für jeden Monat mit ungenügend en Arbeitsbemühungen vorzunehmen (THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz 838). Dieser Einstellraster sieht für die erstmalige ungenü- gende Bemühung um Arbeit während einer Kontrollperi ode eine Einstellung in der Anspruchs- berechtigung von 3 bis 4 Tagen vor (vgl. das Schreiben A VIG-Praxis ALE des SECO vom Ja- nuar 2014 bei D72 „Einstellraster“ unter 1.C. „ungen ügende Arbeitsbemühungen während der Kontrollperiode“ unter 1 „erstmals ungenügende Arbeit sbemühungen“). Vorliegend wurden drei Einstelltage verfügt. Es sind auch keine speziellen Umstände ersichtlich, die ein Abweichen vom Tabellenraster erfordern würden. Die vom RAV mit Schreiben vom 5. Oktober 2012 verfügte Einstellung in der Anspruchsberech- tigung von drei Tagen ist folglich nicht zu beanstanden. 3.9 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Be schwerdeführer für den Kontrollmonat September 2012 keine genügenden Arbeit sbemühungen im Sinne von Art. 17 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 AVIV er bracht hatte und folglich seiner Scha- densminderungspflicht nicht nachgekommen ist. Der ange fochtene Einspracheentscheid vom 25. September 2013 ist unter diesen Umständen zu bestäti gen und die dagegen gerichtete Be- schwerde abzuweisen. 4. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht