B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5517/2012 U r t e i l v o m 3 . S e p t e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Antonio Imoberdorf, Richterin Marianne Teuscher, Gerichtsschreiber Kilian Meyer. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Schengen-Visum für P._______ C-5517/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die ukrainische Staatsangehörige P ._______ (geb. 1977, nachfolgend: Gast bzw. Gesuchstellerin) beantragte am 9. Juli 2012 bei der Schweiz e- rischen Botschaft in Kiew ein Schengen-Visum für einen rund dreimonati- gen Besuchsaufenthalt bei A._______ in K._______ (nachfolgend: Gast- geber bzw. Beschwerdeführer; vgl. Ak ten des Bundesamts für Migration [BFM act.] 4 S. 20 ff.). Vorgängig hatte der Gastgeber mit Einladung s- schreiben vom 29. Mai 2012 um Ausstellung eines Besuchervisums für P ._______ ersucht (vgl. BFM act. 4 S. 13). B. Mit Formularentscheid vom 16. Juli 2012 lehnte es die Botschaft ab, das gewünschte Visum auszustellen. Sie begründete ihre Haltung damit, die Informationen betreffend den Zweck und die Umstände des beabsichti g- ten Aufenthaltes seien nicht verlässlich (vgl. BFM act. 4 S. 17 f.). C. Der Gastgeber erhob am 2. August 2012 Einsprache beim Bundesamt für Migration (nachfolgend: Bundesamt, BFM) gegen den Entscheid der Bo t- schaft vom 16. Juli 2012 und führte aus, die Verweigerung sei für ihn nicht verständlich. P ._______ sei sein Gast, er übernehme die Reisek os- ten und die Krankenversicherung. Er habe eine Festanstellung als L a- germitarbeiter und lebe seit zwei Jahren von seiner Ehefrau getrennt, die Scheidung werde demnächst ausgesprochen (vgl. BFM act. 2 S. 4). Das Bundesamt holte die Vorakten bei der Botschaf t ein (vgl. BFM act. 3 ff.) und liess über die Migrationsbehörde des Wohnsitzkantons schriftliche Auskünfte des Gastgebers einholen (vgl. BFM act. 7 u. 9). D. Mit Entscheid vom 25. September 2012 wies das BFM die Einsprache gegen den ablehnenden Visaentscheid ab (vgl. BFM act. 10). Zur B e- gründung wurde ausgeführt, der Gast stamme aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck stark anhalte. Viele Personen versuc h- ten, sich im westlichen Ausland eine bessere Zukunft aufzubauen. Beste- he dort bereits ein Beziehungsnetz, müsse das Risiko einer nicht fristg e- rechten Rückkehr grundsätzlich als hoch eingestuft werden. Die Gesuch- stellerin sei eine ledige und kinderlose Person, die in ihr em Heimatland zur Zeit arbeitslos sei. Mangels anderer Belege sei daher davon auszu- gehen, dass ihr keine besonderen Verpflichtungen obliegen, welche das Risiko einer nicht anstandslosen Wiederausreise reduzieren könnten. C-5517/2012 Seite 3 Gemäss ständiger Praxis werde zudem kein Visum erteilt, wenn sich der Gastgeber und sein Gast noch nicht lange kenn ten bzw. wenn es sich nicht um eine über einen längeren Zeitraum hinweg gelebte und gefesti g- te Beziehung handle. Da P ._______ überdies im Jahr 2011 als Cabaret - Tänzerin in der Schweiz gewesen sei, bestehe die Vermutung, dass es sich um eine Gefälligkeitseinladung handeln könnte. Die Voraussetzu n- gen zur Erteilung eines Visums seien somit nicht erfüllt. E. Mit (nicht unterzeichneter) Beschwerde vom 18. Oktober 2012 beantrag t der Be schwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sowie die Erteilung des beantragten Visums. Zur Begründung führte er aus, es sei ihm ein grosses Anliegen, dass P ._______ für einen Ferienaufenthalt in die Schweiz kommen könne. Diese h abe zudem fami- liäre Verpflichtungen in der Ukraine. Entgegen der Begründung des Ei n- spracheentscheids, wonach sie « ledig und kinderlos » sei, habe sie e i- nen 13 -jährigen Sohn, der während ihres Aufenthalts in der Schweiz in der Obhut der Grosseltern wäre. P._______ werde anschliessend mit Be- stimmtheit wieder zu Kind und Eltern zurückkehren. F. Das Bundesverwaltungsgericht forderte den Beschwerdeführer mit Zw i- schenverfügung vom 31. Oktober 2012 auf, die Beschwerde zu verbe s- sern und eine eigenhändig unterschrieb ene Beschwerdeschrift nachz u- reichen. Der Beschwerdeführer kam dieser Aufforderung mit Eingabe vom 6. November 2012 nach. G. Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 26. November 2012 die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, die eine Änderung des angefochtenen Entscheids rechtfertigen könnten. Dass die Gesuchstell e- rin nach neuesten Erkenntnissen nicht kinderlos sei, habe ebenfalls ke i- nen Einfluss auf den Entscheid. H. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit erheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C-5517/2012 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrens - gesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Darunter fallen u.a. Entscheidungen des BFM, mit denen die Erteilung eines Schengen - Visums verweigert wird (vgl. Art. 32 f. VGG). 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts a n- deres bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur B e- schwerde legitimiert. Auf die frist - und (nach Ansetzung einer Nachfrist, vgl. Sachverhalt Bst. F) auch formgerecht einge reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange- legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellu ng des rechtser- heblichen Sachverhaltes sowie – falls nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrü n- dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 201 2/21 E. 5.1, BVGE 2011/43 E. 6.1 sowie BVGE 2011/1 E. 2). 3. Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer ukrainischen Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die E U/EFTA- Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte C-5517/2012 Seite 5 Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Sche n- gen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Schengen-Recht geht dem Ausländer- gesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) und seinen Ausfü h- rungsverordnungen vor (vgl. Art. 2 Abs. 2 bis Abs. 5 AuG). 4. Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt kein allgemeines Recht auf Einreise und gewährt keinen Anspruch auf Ertei lung eines Visums. Die Schweiz ist – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Ein reise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen auton o- men Entsch eid (vgl. Botschaft zum Bundes gesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [nachfolgend: Botschaft], BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen -Recht schränkt diese Befugnis insoweit ein, als es einheitli che Voraussetzungen für Ei n- reise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaa ten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraus setzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das Schen- gen-Recht nicht (vgl. BVGE 2011/48 E. 4.1 mit Hinweis). 4.2 Angehörige von Drittstaaten dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-Raums für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten je Sechsmonatszeitraum einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku - mente sind, die zum Grenzüber tritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengren - zen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gülti - gen Aufenthaltstitels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfristi- gen Aufenthalt verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Vi- sumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b Sche n- gener Grenzkodex [SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]). C-5517/2012 Seite 6 4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um - stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei - chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c Vi- sakodex [Abl. L 243 vom 15. September 2009 ]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG). Zudem dür- fen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Bezie hungen eines Mitgliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG und Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen -Raums fristge- recht wieder zu verlassen. Die Behörden haben daher zu prüfen und drittstaatsangehörige Personen zu belegen, dass die Ge fahr einer rechtswidrigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako dex). Die Gewähr der gesicherten Wiede rausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG ve r- langt, steht mit dieser Regelung im Einklang (vgl. BV GE 2011/48 E. 4.5 mit Hinweisen). 4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom - men) nicht erfüllt, darf kein Schengen -Visum erteilt werden (vgl. A rt. 12 VEV, Art. 2 Ziff. 3 Visakodex, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitglie d- staat aus humanitären Grün den, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erforderlich, so ist er be- rechtigt, der dritt staatsangehörigen Person, welche die ordentlichen Ei n- reisevoraussetzungen nicht erfüllt, ausnahmsweise ein « Visum mit räum- lich beschränkter Gültigkeit » zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Die ses Visum ist grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staa- tes gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex). 5. 5.1 Die Gesuchstellerin unterliegt als ukrainische Staatsangehörige der Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung [EG] Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001). Bei der Prüfung der E inreisevoraussetzungen nach C-5517/2012 Seite 7 Art. 5 Abs. 1 SGK stehen die Fragen nach dem Zweck des geplanten Aufenthalts und nach der gesicherten Wiederausreise im Vor dergrund. Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern nur Prognosen treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen. Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situa- tion im Herkunftsland der Besucherin ergeben. Dabei rechtfertigt es s ich, Einreise gesuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. R e- gionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persön liche Int e- ressenlage in solchen Fällen häufig nicht mit d em Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C -3777/2012 vom 28. Januar 2013 E. 5 sowie C-4142/2010 vom 15. August 2011 E. 7.2). 5.2 In der Ukraine sind grosse Teile der Bevölker ung von schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen betroffen. Die dortige Volkswirtschaft ist stark erneuerungsbedürftig, und mit einem jährlichen Pro -Kopf- Einkommen von rund 3'600 USD gehört das Land in der Kategorisierung der Weltbank zu den « lower middle income » – Staaten. Zwar gelang es in den Jahren 2000 bis 2008, die Armut deutlich zu senken. Vom Wir t- schaftswachstum konnten aber nicht alle Regionen gleichermassen prof i- tieren. Nach wie vor gibt es ein starkes Einkommensgefälle zwischen der Hauptstadt Kiew und den übrigen Landesteilen. Die ukrainische Volk s- wirtschaft hat 2012 mit einem Wachstum von 0,2 Prozent nicht die für e i- ne nachhaltige wirtschaftliche Erholung notwendige Dynamik erreicht. Noch immer leidet die ukrainische Wirtschaft an den Folgen des massi- ven Einbruchs 2009, als die Wirtschaftsleistung als Folge der internati o- nalen Wirtschafts - und Finanzkrise um 15 Prozent zurückging. Wegen dem hohen Ausmass an Korruption und der weit verbreiteten Rechtsunsi- cherheit blieben ebenfalls die ausländischen Direktinvestitionen unter den Erwartungen ( vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -4133/2011 vom 29. Januar 2013 E. 5.3 sowie im Internet: http://www.auswaertiges- amt.de, Aussen - und Europapolitik > Länderinformationen > Ukraine > Wirtschaft, Stand Juni 2013, besucht am 15. August 2013). 5.3 Angesichts der schwierigen Lage im Herkunftsland der Gesuch - stellerin ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise allgemein als hoch einschätzte. Dieses Risiko ist erfahrungsgemäss erhöht, wenn durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein minimales soziales Bezi e-C-5517/2012 Seite 8 hungsnetz besteht. Angesichts der restriktiven Zulassungsregelung we r- den dabei nicht selten ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen , in- dem versucht wird, den Aufenthalt – einmal eingereist – auf eine andere rechtliche oder faktische Basis zu stellen und sich so der Pflicht zur Wi e- derausreise zu entziehen. Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur diese Umstände und Erfahrungen, sondern alle Gesichtspunkte des Einzelfalles zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-2785/2012 vom 17. Juli 2013 E. 6.3 f.). 5.4 Die Gesuchstellerin ist 36 Jahre alt und gemäss eigenen Angaben l e- dig und arbeitslos (vgl. BFM act. 4 S. 22 f.) . Während die Vorinstanz a n- lässlich ihres Einspracheentscheids mangels anderer Angaben noch d a- von ausging, die Gesuchstellerin sei kinderlos, wird im vorliegenden B e- schwerdeverfahren belegt, dass sie Mutter eines 13 -jährigen Sohnes ist, der während ihrer Abwesenheit von den Gross eltern betreut werden könnte. Die Gesuchstellerin hat mithin in ihrer Heimat familiäre Verpflic h- tungen, was die Gefahr einer nicht fristgerechten Wiederaus reise grund- sätzlich mindert. Wie hoch diese Gefahr vorliegend tatsächlich einz u- schätzen ist, kann jedoch vorliegend offen bleiben, weil – wie nachfolgend aufgezeigt wird – der Gesuchstellerin primär aus anderen Gründen kein Visum erteilt werden kann. Es ist mithin für den Ausgang dieses Verfah- rens nicht entscheidend, dass die Vorinstanz ursprünglich davon ausging, dass die Gesuchstellerin kinderlos sei. 5.5 In beruflicher Hinsicht behauptet der Beschwerdeführer, die Gesuc h- stellerin arbeite im « Fotofachgeschäft R._______, Ukraine », wo sie auch nach der Rückkehr wiede r arbeiten werde (vgl. BFM act. 9 S. 35). Dies ist freilich wenig glaubhaft, gab die Gesuchstellerin im Visumsantrag doch noch ausdrücklich an, arbeitslos zu sein (vgl. BFM act. 4 S. 22 f.). Weiter geht aus den Akten hervor , dass sie sich bereits im Jahr 2011 in der Schweiz aufhielt und in einem Nacht-Club als Tänzerin arbeitete (vgl. BFM act. 1). Der Beschwerdeführer gibt sodann an, dass er die Gesuc h- stellerin im April 2011 im Migros Z._______ kennengelernt habe. Seine Ausführungen zu den Gründen des Gesu chs sind freilich auffallend kurz und unbestimmt: die Gesuchstellerin sei seine Freundin und wolle bei ihm drei Monate Ferien machen (vgl. BFM act. 9 S. 35). Er macht keinerlei weiteren Angaben betreffend Kontakte zu seiner Freundin resp. allfällige Besuche in der Ukraine. Aus diesen Gründen (Arbeitslosigkeit der G e- suchstellerin, früherer Aufenthalt als Cabaret -Tänzerin in der Schweiz , Zufallsbekanntschaft zwischen Gast und Gastgeber im April 2011 in der Schweiz, keine konkreten Angaben zur Beziehung) und a ngesichts der C-5517/2012 Seite 9 schwierigen wirtschaftlichen Lage im Heimatland der Gesuchstellerin (s. vorne, E. 5.3), kann nicht als glaubhaft eingestuft werden, dass diese für einen dreimonatigen Ferienaufenthalt in die Schweiz kommen möchte. In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass Schwarz - arbeit in schweizerischen Cabarets weit verbreitet ist (vgl. JANINE DAHIN- DEN/FABIENNE STANTS, Arbeits - und Lebensbedingungen von Cabaret - Tänzerinnen in der Schweiz, SFM-Studien 48, Neuenburg 2006, S. 149 ff. u. S. 186 f.). Es ist aus diesen Gründen davon auszugehen, dass die Ge- suchstellerin – einmal eingereist – im Rahmen ihres Aufenthalts in der Schweiz eine nicht bewilligte Erwerbstätigkeit ausüben würde, resp. dass das beantragte Visum anderen als den behaupteten Zwecken dienen soll. 5.6 Hinzu kommt , dass die Finanzierung des dreimonatigen Aufenthalts nicht gesichert ist ( vgl. zu den rechtlichen Grundlagen vorne, E. 4.3). Die gemäss eigenen Angaben arbeitslose Gesuchstellerin kann einen dre i- monatigen Besuchsaufenthalt in der Schweiz nicht selber finanzieren. Dies wird auch nicht behauptet. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Ge- suchstellerin werde in der Schweiz sein Gast sein, er übernehme auch die Reisekosten und die Krankenversicherung. Er hat sich sodann ge- genüber d en Behörden verpflichtet, während der Anwesenheit der G e- suchstellerin für deren Lebensunterhalt bis zum Betrag von Fr. 30'000.  aufzukommen (vgl. BFM act. 9 S. 34). Aus den eingereichten Unterlagen geht hervor, dass er als Lagermitarbeiter zwar brutto Fr. 4'500. pro Mo- nat verdient, dass aber gegen ihn in den Jahren 2010 bis 2012 insgesamt 29 Betreibungen über den Gesamtbetrag von Fr. 89'589.05 eingeleitet wurden, was zu Pfändungen im selben Umfang führte. Zudem sind gegen ihn 37 Verlustscheine im Betrag vo n gesamthaft über Fr. 150'000. offen (Stand September 2012, vgl. BFM act. 9 S. 32 f.). Dass sich die prekäre wirtschaftliche Lage des Beschwerdeführers seither erheblich verbessert hätte, wird weder behauptet noch belegt. Demzufolge ist davon auszuge- hen, dass die vom Beschwerdeführer abgegebene Garantieverpflichtung – welche auch die von der Krankenversicherung nicht gedeckten Kosten für Krankheit und Unfall sowie die Kosten für eine allfällige Rückschaffung deckt (vgl. Art. 8 Abs. 1 VEV) – nicht durchsetzbar wäre (vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-804/2012 vom 12. Juni 2013 E. 7). Die Finanzierung des Besuchsaufenthalts der Gesuchstellerin in der Schweiz kann daher nicht als gesichert erachtet werden. 5.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass e in für den gesamten Schengen-Raum gültiges einheitliches Visum aufgrund des nicht glau b-C-5517/2012 Seite 10 haft gemachten Z wecks des geplanten Aufenthalts und der nicht ges i- cherten Finanzierung nicht ausgestellt werden darf. 6. Es bleibt zu prüfen, ob die Voraussetzungen für ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit vorliegen (s. vorne, E. 4.5) . Ein solches kann er- teilt wer den, wenn ein Mitgliedstaat es aus humanitären Gründen, aus Gründen des nati onalen Interesses oder aufgrund internationaler Ve r- pflichtungen für er forderlich hält, von den Einreisevoraussetzungen des Art. 5 Abs. 1 Bst. a, c, d und e SGK abzu weichen ( vgl. Art. 12 Abs . 1 i. V. m. Art. 2 Abs. 4 VEV sowie Art. 25 Abs. 1 Bst. a Ziff. i Visakodex). Die Voraussetzungen für ein Abweichen von den allgemeine n Einrei sevor- aussetzungen sind nicht leichthin anzunehmen (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.1 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer hat keine Gründe genannt, welche die Erteilung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit rechtfert i- gen würden; solche sind auch aufgrund der Akten nicht ersichtlich. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt; sie ist auch angemessen (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 8. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahren s- kosten sind auf Fr. 800. festzusetzen (vgl. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dispositiv S. 11 C-5517/2012 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.  werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem am 7. November 2012 geleisteten Kostenvo r- schuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Akten retour) – das Migrationsamt des Kantons Zürich (Ref-Nr. […]) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Ruth Beutler Kilian Meyer Versand: