A bteilung IV D -6612/2006 {T 0/2} U rteil vom 13. A pril 2007 M itw irkung: R ichter Bendicht Tellenbach, R ichter D aniel Schm id, R ichterin M adeleine H irsig-Vouilloz, G erichtsschreiber Jürg H ünerw adel A ._______, dessen Ehefrau B ._______, und die Kinder C ._______, und D ._______, Bosnien und H erzegow ina, vertreten durch Z._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 29. A pril 2003 i.S. A syl und W egw eisung B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführer – ursprünglich aus E._______ beziehungsw eise F._______ stam m ende M uslim e m it letztem W ohnsitz in G . – verliessen Bosnien und H erze- gow ina eigenen Angaben zufolge am 22. April 2002 und gelangten am 23. April 2002 zusam m en m it einer Schw ester des Beschw erdeführers in die Schw eiz, w o sie gleichentags in der Em pfangsstelle (neu: Em pfangszentrum ) des BFF in C hias- so ein Asylgesuch stellten. N ach der sum m arischen Befragung in der Em pfangs- stelle C hiasso vom 7. M ai 2002 w urden die Beschw erdeführer am 3. April 2003 durch die zuständige kantonale Behörde einlässlich zu ihren Asylgründen befragt. Zur Begründung des Asylgesuchs m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, er sei im Jahre 1995 als Sechzehnjähriger m it seiner Fam ilie im Zuge der Einnahm e von Srebrenica durch die Serben aus seiner H erkunftsgem einde E._______ geflüchtet, w obei er bei einer Bom benexplosion drei Zehen verloren habe und zahlreiche Fam ilienangehörige – darunter sein Vater – um gekom m en seien. Anschliessend hätten sie in der G em einde G ._______ gelebt, w o er im Jah- re 1999 seine Frau geheiratet habe, seien jedoch im Juni 2001 aus der W ohnung vertrieben w orden, w eil diese an die ursprünglichen Besitzer zurückgegeben w or- den sei. Für kurze Zeit hätten sie ebenfalls in G ._______ in einer anderen W oh- nung leben können, diese aber auch w ieder verlassen m üssen. D ie G em einde G ._______ habe in der Folge keine andere U nterkunft m ehr für sie gefunden, w es- halb sie bis April 2002 – zusam m en m it der M utter und einer kranken Schw ester des Beschw erdeführers in einem Zelt hätten leben m üssen; er habe versucht, Ar- beit zu finden, w as ihm jedoch nicht gelungen sei, w eshalb es ihnen selbst an den zum Ü berleben notw endigen M itteln gefehlt habe. In ihren ursprünglichen H eim at- ort E._______ könnten sie nicht zurückkehren, da ihr ehem aliges H aus zerstört sei und der O rt zudem in der heutigen R epublika Srpska liege, w o es für M uslim e ge- fährlich sei. D ie Beschw erdeführerin brachte vor, sie sei m it ihrer Fam ilie im Jahre 1992 w egen des Krieges von F._______ nach E._______ gezogen, von w o sie im Juli 1995 w iederum hätten flüchten m üssen. Auf der Flucht in die bosnisch-kroatische Föde- ration sei ihr Vater um gekom m en. Sie habe anschliessend m it ihren Angehörigen in Tuzla gelebt, bis sie den Beschw erdeführer geheiratet und die von ihm ge- schilderten Ereignisse erlebt habe. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschw erdeführer ihre Identitätskarten, einen Eheregisterauszug, G eburtsregisterauszüge, eine am 21. Juli 1999 in Sara- jevo ausgestellte Flüchtlingsbestätigung betreffend die M utter der Beschw erdefüh- rerin, sow ie ein G esundheitsbüchlein betreffend die Tochter C ._______ zu den Ak- ten. B. M it am 1. M ai 2003 eröffneter Verfügung vom 29. April 2002 lehnte das BFF das Asylgesuch ab und ordnete gleichzeitig die W egw eisung der Beschw erdeführer aus der Schw eiz und deren Vollzug an. Zur Begründung führte es im W esentlichen aus, die Vorbringen der Beschw erdeführer hielten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht stand; ausserdem sei der Vollzug der W egw eisung zu- lässig, zum utbar und m öglich. C . D iese Verfügung fochten die Beschw erdeführer m it Eingabe vom 28. M ai 2003 3 (Poststem pel: 29. M ai 2003) bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) an. Sie beantragten die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die G ew ährung von Asyl in der Schw eiz, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e. In verfahrensrechtlicher H insicht ersuchten sie um G ew ährung der un- entgeltlichen R echtspflege sow ie um koordinierte Behandlung ihres Beschw erde- verfahrens m it dem jenigen der Schw ester des Beschw erdeführers. Auf die Begrün- dung der Beschw erde w ird, sow eit für den Entscheid w esentlich, in den Erw ä- gungen eingegangen. M it der Beschw erdeschrift w urden ein in einer Frem dspra- che verfasster, angeblicher D rohbrief, ein ärztliches Zeugnis vom 23. M ai 2003 be- treffend den Beschw erdeführer, eine ärztliche Bestätigung vom 20. M ai 2003 be- treffend eine Schw angerschaft der Beschw erdeführerin und eine Fürsorgeabhän- gigkeitsbestätigung vom 13. M ai 2003 zu den Akten gereicht. D . M it Zw ischenverfügung vom 6. Juni 2003 hiess der dam als zuständige Instrukti- onsrichter der AR K unter anderem das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gut. E. In seiner Vernehm lassung vom 15. Juli 2003, w elche den Beschw erdeführern zu Kenntnisnahm e zugestellt w urde, hielt das BFF an der angefochtenen Verfügung fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. F. M it Zw ischenverfügung des zuständigen Instruktionsrichters des Bundesverw al- tungsgerichts vom 24. Januar 2007 w urden die Beschw erdeführer zur Einreichung eines aktuellen Arztzeugnisses betreffend den Beschw erdeführer aufgefordert. D ieser Aufforderungen kam en die Beschw erdeführer m it der Einreichung eines ärztlichen Zeugnisses vom 19. M ärz 2007 nach. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfü- gungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverw altungsgericht ent- scheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht hat per 1. Januar 2007 die bei der per 31. D ezem - ber 2006 aufgelösten AR K hängigen R echtsm ittel übernom m en. D as neue Verfah- rensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ).4 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. 2.1 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 2.2 In ihrer Eingabe vom 28. M ai 2003 haben die Beschw erdeführer die koordinierte Behandlung ihres Beschw erdeverfahrens m it dem jenigen der Schw ester des Be- schw erdeführers beantragt; nachdem die Beschw erde der Schw ester m it U rteil der AR K vom 6. Januar 2006 teilw eise – sow eit den Vollzug der W egw eisung betref- fend – gutgeheissen und die vorläufige Aufnahm e der Schw ester in der Schw eiz angeordnet w orden ist, ist dieser Antrag indessen hinfällig gew orden. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer poli- tischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG , w enn sie N achteile von bestim m ter Intensität erlitten hat (bzw . solche m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterw eise be- fürchten m uss), w elche ihr gezielt und aufgrund bestim m ter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählter Verfolgungsm otive durch O rgane des H eim at- oder H erkunftsstaats zugefügt w orden sind (bzw . zugefügt zu w erden drohen). D ie erlittene Verfolgung beziehungsw eise die begründete Furcht vor künftiger Verfolgung m uss aber nicht nur anlässlich der Ausreise aus dem H eim at- oder H erkunftsstaat, sondern grund- sätzlich auch noch im Zeitpunkt des Asylentscheids aktuell sein. Begründete Furcht vor künftiger staatlicher Verfolgung liegt entsprechend nur vor, w enn kon- kreter Anlass zur Annahm e besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verw irk- licht und w ürde sich – auch noch aus heutiger Sicht – m it ebensolcher W ahr- scheinlichkeit in absehbarer Zukunft verw irklichen. Eine bloss entfernte M öglich- keit künftiger Verfolgung genügt nicht; es m üssen konkrete Indizien vorliegen, w el- che den Eintritt der erw arteten – und aus einem der vom G esetz abschliessend aufgezählten M otive erfolgenden – Benachteiligung als w ahrscheinlich und – dem - entsprechend – die Furcht davor als realistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurs-5 kom m ission [EM AR K] 1993 N r. 21 E. 3 S. 138; W ALTER KÄLIN , G rundriss des Asyl- verfahrens, Basel/Frankfurt a.M . 1990, S. 143 ff.). 4. 4.1 D ie Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid vom 29. April 2003 dam it, die von den Beschw erdeführern geschilderten Erlebnisse stellten zw ar tragische Ereignisse in deren Leben dar; diese seien jedoch ausschliesslich in der dam a- ligen Bürgerkriegssituation in Bosnien und H erzegow ina begründet gew esen, die m it dem Friedensabkom m en von D ayton vom 14. D ezem ber 1995 beendet w orden sei. Aus den Akten ergäben sich keine H inw eise darauf, dass den Beschw erdeführern im H eim atstaat Verfolgungsm assnahm en aus einem der in Art. 3 AsylG genannten G ründe drohen könnten. Ferner sei die Tatsache, dass die Be- schw erdeführer zu zw eien M alen ihre W ohnung hätten freigeben m üssen, w eil der serbisch-stäm m ige Eigentüm er seinen Anspruch darauf erhoben habe, auf die all- gem eine U m siedlungspolitik nach dem Ende des Bürgerkrieges zurückzuführen. Schliesslich gründe die vorgebrachte Arbeitslosigkeit auf den schlechten w irt- schaftlichen G egebenheiten in Bosnien und H erzegow ina und sei als allgem eine Benachteiligung asylrechtlich nicht relevant. 4.2 In der R echtsm itteleingabe w ird dazu zunächst in form eller H insicht eingew endet, es erstaune und erw ecke Befrem den, dass die Beschw erdeführer erst rund ein Jahr nach der Einreichung ihres Asylgesuches einlässlich zu ihren Asylgründen befragt w orden seien; in Anbetracht ihrer Traum atisierung hätte ihnen durch eine frühere Befragung viel Angst und U nsicherheit erspart w erden können. Im W ei- teren befrem de es, dass die vielschichtige und belastende G eschichte der Be- schw erdeführer vom Bundesam t lediglich auf gut zehn Zeilen festgehalten w orden sei und zudem einen Fehler aufw eise, indem ausgeführt w erde, die Beschw erde- führer hätten zw eim al ein H aus in H ._______ – anstatt richtigerw eise in I._______ – verlassen m üssen; es scheine, dass die Sachbearbeiter das D ossier der Be- schw erdeführer nicht richtig studiert hätten. In m aterieller H insicht stellen sich die Beschw erdeführer sodann auf den Stand- punkt, dass sie nach w ie vor in asylrechtlich relevanter W eise gefährdet seien. So sei der Beschw erdeführer im Jahre 2000 in sein jetzt in der R epublika Srpska lie- gendes H eim atdorf zurückgekehrt und habe dort zw ei M änner w ieder gesehen, w elche ihn w ährend des Krieges verprügelt hätten; einer der M änner habe ihn ge- fragt, ob sie ihn jetzt töten sollten, nachdem sie ihn dam als am Leben gelassen hätten. Zudem seien die Beschw erdeführer verängstigt durch einen D rohbrief, der an ihre in J._______ lebende Fam ilie geschickt w orden und ihnen nachgesendet w orden sei; in diesem Brief w ürden sie beschim pft und m it dem Tode bedroht, falls sie zurückkom m en w ürden. Ferner seien sie als landesintern vertriebene M uslim e auch in der bosnisch-kroatischen Föderation schlechter gestellt seien als die üb- rige Bevölkerung. Zudem seien sie aufgrund ihrer Erlebnisse schw er traum atisiert, w as sich hinsichtlich des Beschw erdeführers unter anderem aus dem ärztlichen Zeugnis der ihn behandelnden Fachperson vom 23. M ai 2003 ergebe. Eine adä- quate Behandlung ihrer Leiden sei im H eim atstaat nicht m öglich. G leiches gelte im Ü brigen auch bezüglich der kranken Schw ester des Beschw erdeführers, die be- reits im H eim atstaat m it ihnen gelebt habe und für w elche sie auch hier in der 6 Schw eiz sorgen w ürden. Insgesam t seien sie dam it an Leib und Leben gefährdet und w ären bei einer R ückkehr nach Bosnien und H erzegow ina einem unerträglichen psychischen D ruck ausgesetzt. 5. N ach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass die Erw ägungen der Vorinstanz zur fehlenden Flüchtlingseigenschaft der Be- schw erdeführer zutreffen und die Ausführungen in der Beschw erdeschrift nicht ge- eignet sind, zu einem anderen Schluss zu gelangen. 5.1 Sow eit die form ellen R ügen der Beschw erdeführer anbelangend, ist zunächst fest- zuhalten, dass die in der Tat lange Zeitspanne zw ischen der Einreichung des Asyl- gesuches und der einlässlichen kantonalen Befragung zum einen auf die dam alige Beanspruchung der Asylstrukturen in der Schw eiz durch eine Vielzahl von neuen Asylgesuchen zurückzuführen ist und sich zum anderen w eder aus den Akten noch aus der Beschw erdeeingabe substanziierte H inw eise darauf ergeben, dass die Asylvorbringen der Beschw erdeführer aufgrund des Zeitablaufs nicht vollstän- dig erfasst w orden w ären. H insichtlich des Vorw urfs der m angelnden Sorgfalt bei der Bearbeitung des D ossiers der Beschw erdeführer durch die Vorinstanz ist so- dann festzustellen, dass die falsche O rtsbezeichnung in der angefochtenen Verfü- gung (H ._______ anstelle von I._______) offensichtlich auf einem blossen Verse- hen beruht, w elches angesichts der Tatsache, dass die Beschw erdeführer an bei- den O rten gelebt haben, auch nicht völlig unerklärbar ist; jedenfalls kann daraus nicht der Schluss gezogen w erden, dass es das Bundesam t im vorliegenden Fall generell an der erforderlichen Sorgfalt m angeln liess. Bei dieser Sachlage liegen keine Verfahrensm ängel vor, die eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz zur N eubeurteilung anzeigen w ürden. 5.2 In m aterieller H insicht geht das Bundesverw altungsgericht zunächst in W eiterfüh- rung der Praxis der AR K – und in Ü bereinstim m ung m it dem Bundesam t – davon aus, dass sich die Lage in Bosnien und H erzegow ina seit der U nterzeichnung des Friedensabkom m ens von D ayton am 14. D ezem ber 1995 und der darauf folgenden Annahm e der U N O -R esolution N r. 1088 am 12. D ezem ber 1996 entspannt und stabilisiert hat und Personen in derjenigen Entität – das heisst der bosnisch-kroa- tischen Föderation beziehungsw eise der R epublika Srpska –, in w elcher ihre Eth- nie die M ehrheitsethnie darstellt, grundsätzlich keine auf früheren Ereignissen be- ruhende Verfolgung zu gew ärtigen haben (vgl. EM AR K 2000 N r. 2). 5.3 Vor diesem H intergrund sind die von den Beschw erdeführern geltend gem achten m ündlichen D rohungen, w elche gegen den Beschw erdeführer im Jahre 2000 bei einer kurzzeitigen R ückkehr ins ursprüngliche H eim atdorf von einem serbisch- stäm m igen Landsm ann ausgestossen w orden seien, nicht geeignet, eine begrün- dete Furcht vor Verfolgung zu bew irken, zum al die Beschw erdeführer zu diesem Zeitpunkt bereits in der bosnisch-kroatischen Föderation lebten und sie m ithin über eine innerstaatliche Fluchtalternative verfügten; gleiches gilt hinsichtlich des an- geblichen, in einer Frem dsprache verfassten D rohbriefes, w elcher gem äss dem entsprechenden Stem pel am 20. M ärz 2003 in H ._______ der Post übergeben w urde, und der sich nach eigenen Angaben der Beschw erdeführer ebenfalls auf eine D rohung für den Fall einer R ückkehr an den ursprünglichen H eim atort be-7 schränkte. Ferner ist auch der H inw eis der Beschw erdeführer auf die von ihnen er- littenen Erlebnisse w ährend des Bürgerkrieges nicht geeignet, im heutigen Zeit- punkt die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, da ihre Ausreise aus Bosnien und H erzegow ina erst im Jahre 2002 erfolgte und dam it lange nach dem von der Praxis festgelegten Zeitpunkt des Abschlusses des Abkom m ens von D ayton beziehungs- w eise der U N O -R esolution N r. 1088, nach w elchem vom Bestehen einer inner- staatlichen Fluchtalternative ausgegangen w ird (vgl. EM AR K 2000 N r. 2 E. 9a und b, S. 23 f.). 5.4 H insichtlich der in der R echtsm itteleingabe vorgebrachten allgem ein schlechten heim atlichen W irtschaftslage und ebensolchen Lebensbedingungen sow ie der Fra- ge der Behandelbarkeit der gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschw erde- führer im H eim atstaat ist festzuhalten, dass U m stände w ie Schw ierigkeiten per- sönlicher und beruflicher Art, oder eine allgem eine U nzufriedenheit m it den herr- schenden politischen, w irtschaftlichen, sozialen und religiösen Verhältnissen eines Landes, die einen Asylgesuchsteller zum Verlassen dieses Landes bew ogen ha- ben könnten, nicht zur Anerkennung als Flüchtling im Sinne von Art. 3 AsylG zu führen verm ögen. Eine Anerkennung setzt vielm ehr voraus, dass als Folge solcher Verhältnisse eines Landes eine individuelle konkrete Verfolgung oder Bedrohung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gem acht w erden kann; dies ist jedoch vorlie- gend nicht der Fall. 5.5 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorbringen der Beschw erdeführer den An- forderungen an die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht genü- gen. D ie Vorinstanz hat ihr Asylgesuch dem nach zu R echt und m it zutreffender Begründung abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetz- lichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ).8 6.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV, SR 101), Art. 3 der Folterkon- vention vom 26. N ovem ber 1987 (FoK, SR 0.106) und der Praxis zu Art. 3 der Eu- ropäischen M enschenrechtskonvention vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be- handlung unterw orfen w erden. 7. 7.1 D ie Beschw erdeführer verfügen w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthalts- bew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 7.2 D ie Vollzugshindernisse gem äss Art. 14a AN AG sind alternativer N atur; liegt eines von ihnen vor, ist die vorläufige Aufnahm e in der Schw eiz anzuordnen, w eshalb sich eine nähere Prüfung allfälliger w eiterer H indernisse erübrigt (vgl. EM AR K 2006 N r. 6 E. 4.2. S. 54 f.). 8. 8.1 D er Vollzug der W egw eisung kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für die ausländische Person eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 4 AN AG ). D am it w ird zum Ausdruck gebracht, dass aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, insbesondere dann auf den Vollzug der W egw eisung zu verzichten ist, w enn die R ückkehr in den H eim at- oder H erkunftsstaat für die betroffene Person angesichts der dort herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, eine konkrete G efährdung darstellt. N eben einer konkreten G efährdung können aber auch andere U m stände im H eim at- oder H erkunftsstaat dazu führen, dass der Vollzug der W egw eisung – aus hum anitären Ü berlegungen – nicht zum utbar ist. So kann sich der W egw eisungsvollzug gestützt auf Art. 14a Abs. 4 AN AG auch aus m edizinischen G ründen als unzum utbar erw ei- sen, w as aber grundsätzlich nur dann der Fall ist, w enn für die betroffene Person bei einer R ückkehr in ihre H eim at eine w esentliche m edizinische Behandlung nicht erhältlich w äre. Bei der Prüfung der Voraussetzungen von Art. 14a Abs. 4 AN AG sind hum anitäre Ü berlegungen im Einzelfall gegen andere öffentliche Interessen abzuw ägen, die allenfalls für den Vollzug der W egw eisung sprechen w ürden, w as den Asylbehörden einen Erm essensspielraum lässt. Entsprechend bilden etw a ge- sundheitliche Problem e, w elche für sich allein betrachtet den W egw eisungsvollzug nicht bereits als unzum utbar erscheinen lassen, ein Beurteilungselem ent, w elches in die vorzunehm ende Interessenabw ägung einbezogen w erden m uss und zusam - m en m it w eiteren hum anitären Aspekten zur Feststellung der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs führen kann (vgl. zum G anzen EM AR K 2001 N r. 16 E. 6b S. 123; 2003 N r. 24 E. 5a am Ende und 5b S. 157 f.). Schliesslich stellt bei der Prü- fung der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges auch das Kindesw ohl einen zu berücksichtigenden, w esentlichen Aspekt dar (vgl. EM AR K 2005 N r. 6 E. 6.1. S. 57).9 8.2 In W eiterführung der Praxis der AR K erachtet das Bundesverw altungsgericht die allgem eine Lage in Bosnien und H erzegow ina als einem W egw eisungsvollzug ge- nerell nicht entgegenstehend, sofern die R ückkehr in eine Entität erfolgt, in w el- cher die betroffene Person zur M ehrheitsethnie gehört (vgl. EM AR K 1999 N r. 8 E. 7k S. 54). D iese Voraussetzung ist im Falle der Beschw erdeführer hinsichtlich der bosnisch-kroatischen Föderation – w o sie nach ihrer Vertreibung aus den in der heutigen R epublika Srpska liegenden H eim atorten als M uslim e einige Jahre gelebt haben – erfüllt. 8.3 Bei der Prüfung der Frage der Zum utbarkeit in ein G ebiet, w elches grundsätzlich als sicher gilt, sind sodann im R ahm en einer G esam tw ürdigung individuelle Fak- toren – nam entlich das Vorhandensein beziehungsw eise Fehlen eines fam iliären oder sozialen N etzes und von W ohneigentum , das Alter, die G esundheit, das G e- schlecht und allfällige fam iliäre Verpflichtungen – zu gew ichten (vgl. EM AR K 1999 N r. 8 E. 7l S. 54 f.). 8.3.1 D ie Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung diesbezüglich aus, es sprächen keine individuellen G ründe gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungs- vollzugs. Eine adäquate Behandlung der von den Beschw erdeführern geltend ge- m achten gesundheitlichen Beschw erden sei auch in Bosnien und H erzegow ina m öglich. D iese Auffassung w ird von den Beschw erdeführern unter Einreichung zw eier ärztlicher Zeugnisse der den Beschw erdeführer behandelnden Fachperson vom 23. M ai 2003 und vom 19. M ärz 2007. 8.3.2 In den im Beschw erdeverfahren ins R echt gelegten Arztzeugnissen vom 23. M ai 2003 und vom 19. M ärz 2007 w erden dem Beschw erdeführer durch die ihn seit vier Jahren behandelnde Fachperson eine Posttraum atische Belastungsstörung bei andauernder Persönlichkeitsveränderung, rezidivierende D epressionen (im Jahre 2003 verbunden m it ernstzunehm ender Suizidalität), Angst- und Panikatta- cken sow ie psychosom atische Beschw erden attestiert. Es besteht für das Bundes- verw altungsgericht kein Anlass, an der in m edizinischer H insicht sachlichen R ich- tigkeit der eingereichten ärztlichen Berichte zu zw eifeln (vgl. zur Bew eiskraft soge- nannter Privatgutachten EM AR K 2002 N r. 13 E. 6c S. 115 f. und N r. 18). Som it steht fest, dass der Beschw erdeführer unter nicht unerheblichen psychischen Be- schw erden leidet, die eine bereits länger andauernde m edikam entöse und psycho- therapeutische Behandlung erforderlich gem acht haben, deren Fortsetzung aus m edizinischer Sicht dringend angezeigt erscheint; angesichts der Schw ere und Eindeutigkeit der diagnostizierten Beeinträchtigungen erübrigen sich w eitere dies- bezügliche Abklärungen. 8.3.3 Auch die Vorinstanz stellt die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschw er- deführers nicht in Abrede; sie stellt sich indessen in ihrer Verfügung vom 29. April 2003 auf den Standpunkt, dass eine Behandlung der Beschw erden auch in Bos- nien und H erzegow ina m öglich sei. N ach den Erkenntnissen des Bundesverw al- tungsgerichts bestehen in Bosnien und H erzegow ina in der Tat m edizinische Ein- richtungen, w elche Behandlungen für psychische Krankheiten anbieten; diese sind allerdings aufgrund der grossen Zahl von Patienten oft überlastet. D ie benötigten intensiven Therapien stehen Personen m it schw eren Traum atisierungen, die einer dauerhaften psychologischen Behandlung bedürfen, aufgrund der bereits überla- steten Kapazitäten kaum zur Verfügung. D ie übrigen Einrichtungen, w elche H ilfe 10 für psychologische Problem e anbieten, beschränken sich im W esentlichen auf m e- dikam entöse Behandlung. Betreffend die Verfügbarkeit von M edikam enten ist fest- zustellen, dass eine Vielzahl von M edikam enten in Bosnien und H erzegow ina er- hältlich ist, jedoch Patienten und Patientinnen verschiedentlich die Kosten der be- nötigten M edikam ente selbst tragen m üssen, auch w enn es ihnen gelingt, sich in ihrer W ohngem einde registrieren zu lassen, w as die erste Voraussetzung für den Zugang zu kostenlosen Leistungen des öffentlichen G esundheitssystem s darstellt. Zudem begegnen insbesondere Arbeitslose, deren Krankenversicherungspräm ien von der Arbeitslosenkasse zu bezahlen w ären, regelm ässig grossen Schw ierig- keiten, w enn sie ihr R echt auf Versicherungsschutz geltend m achen w ollen. Sodann sind im m er m ehr m edizinische Institutionen dazu übergegangen, Vorauszahlungen zu verlangen, da sie Schw ierigkeiten haben, das G eld bei den Versicherungen einzutreiben (vgl. zum G anzen: EM AR K 2002, N r. 12 S. 102 ff.; JO ËLLE SC AC C H I, Bosnien-H erzegow ina, Behandlungsm öglichkeiten für schw er traum atisierte Personen, Schw eizerische Flüchtlingshilfe [SFH ], Bern, im O ktober 2004; S. 6 ff.; U N H C R , U pdate on C onditions for R eturn to Bosnia and H erzegow ina, Januar 2005; W H O , H ealth Q uestions, 02/2006). 8.3.4 Vor diesem H intergrund erscheint es fraglich, ob die vom Beschw erdeführer lang- fristig benötigte engm aschige ärztliche und psychotherapeutische Betreuung in Bosnien und H erzegow ina ohne W eiteres gew ährleistet w äre. Aufgrund der zu den Akten gereichten ärztlichen Berichte m uss zum heutigen Zeitpunkt sodann ge- schlossen w erden, dass eine zw angsw eise R ückführung des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat zu w eiteren gesundheitlichen Verschlechterungen führen w ürde, w as eine noch intensivere m edizinische Betreuung erforderlich m achen w ürde. Zudem ist nicht auszuschliessen, dass die Beschw erdeführer in Bosnien und H erzegow ina einen Teil oder gar die G esam theit der M edikam ents- und Be- handlungskosten selbst übernehm en m üssten. H insichtlich der Finanzierbarkeit der Behandlung ist anzuführen, dass angesichts einer aktuellen Arbeitslosenquote in Bosnien und H erzegow ina von nahezu 50% der Beschw erdeführer oder seine Ehefrau nur geringe C hancen hätten, eine Arbeitsstelle zu finden, um für die Fam i- lie zu sorgen und darüber hinaus noch die finanziellen M ittel für die Bezahlung ei- ner angem essenen psychiatrischen Behandlung aufbringen zu können. D ie Auf- nahm e einer Erw erbstätigkeit durch den Beschw erdeführer erscheint zudem auf- grund seiner gravierenden gesundheitlichen Problem e als praktisch ausgeschlos- sen. Vor dem H intergrund obiger Erw ägungen ist auch nicht davon auszugehen, dass die Ehefrau des Beschw erdeführers, w elche nie erw erbstätig gew esen ist, in absehbarer Zeit ein für die vierköpfige Fam ilie m it zw ei Kleinkindern ausrei- chendes Erw erbseinkom m en erw irtschaften könnte. Selbst w enn sich der Be- schw erdeführer (und seine Ehefrau) als Arbeitslose registrieren lassen oder son- stige Sozialhilfe in Anspruch nehm en könnten, w ürden diese nach Kenntnissen des Bundesverw altungsgerichts im D urchschnitt geringen Entschädigungen, die kaum den notw endigen Lebensbedarf abdecken - ebenso w enig w ie das Entgelt eines allfälligen Arbeitgebers -, nicht zusätzlich auch noch zur Finanzierung der vom Beschw erdeführer benötigten m edizinischen Behandlungen ausreichen. D a- durch bestehen ernsthafte Zw eifel, ob die Beschw erdeführer in der Lage w ären, sich eine neue w irtschaftliche Existenz in Bosnien und H erzegow ina aufzubauen; angesichts des hohen Bedarfs an finanzieller und persönlicher U nterstützung der 11 vierköpfigen Fam ilie ist auch nicht davon auszugehen, dass die im H eim atstaat le- benden Fam ilienangehörigen in ausreichendem M asse H ilfe leisten könnten, zu- m al gem äss den Akten die Väter sow ohl des Beschw erdeführers als auch der Be- schw erdeführerin im Krieg um gekom m en sind, die M utter der Beschw erdeführerin zusam m en m it den beiden 14- und 13-jährigen Brüdern bei der Schw ester der Be- schw erdeführerin in L._______ leben, die ebenfalls bereits eine eigene Fam ilie zu versorgen hat, und auch die M utter des Beschw erdeführers bei dessen Schw ester in M ._______ lebt, m ithin kaum m assgebliche freie M ittel vorhanden sein dürften; im W eiteren handelt es sich bei den in Bosnien und H erzegow ina verbliebenen Fam ilienangehörigen ebenfalls um Binnenflüchtlinge ohne eigenes W ohneigentum . Vor diesem H intergrund sprechen schliesslich auch Aspekte des Kindesw ohls für einen w eiteren Verbleib der Fam ilie in der Schw eiz, da die ökonom ischen und sozialen Bedürfnisse der heute 6½ - beziehungsw eise 3½ -jährigen Töchter der Beschw erdeführer im heutigen Zeitpunkt in ihrem H eim atland von ihren Eltern und Verw andten kaum ausreichend gedeckt w erden könnten. 8.3.5 Im R ahm en einer G esam tw ürdigung säm tlicher Sachverhaltselem ente kom m t das Bundesverw altungsgericht daher zum Schluss, dass der W egw eisungsvollzug als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu erachten ist. N achdem keine H inw eise auf das Vorliegen von Ausschlussgründen nach Art. 14a Abs. 6 AN AG aus den Akten hervorgehen, sind die Voraussetzungen für die G ew ährung der vor- läufigen Aufnahm e erfüllt. 8.4 Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, die Fragen der Zulässigkeit und der M öglich- keit des W egw eisungsvollzuges näher zu prüfen. 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die Verfügung vom 29. April 2003 Bun- desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ), sow eit sie die Frage des Asyls und der Flüchtlingseigenschaft betrifft; insow eit ist die Beschw erde vom 28. M ai 2003 dem nach abzuw eisen. Sow eit die Frage des Vollzuges der W egw eisung betref- fend, ist die angefochtene Verfügung indessen nach dem G esagten bundesrechts- w idrig, w eshalb die Beschw erde insow eit gutzuheissen und die D ispositiv-Ziffern 4 und 5 der Verfügung aufzuheben sind und das BFM anzuw eisen ist, den Aufent- halt der Beschw erdeführer in der Schw eiz nach den Bestim m ungen über die vor- läufige Aufnahm e zu regeln. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten angesichts des teilw eisen U nterliegens praxisgem äss zur H älfte, ausm achend Fr. 300.--, den Beschw erde- führern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a den Beschw erdeführern m it Zw i- schenverfügung vom 6. Juni 2003 die unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG gew ährt w orden ist und sich in der Zw ischenzeit deren finanzielle Si- tuation nicht m assgeblich verändert hat, ist indessen von der Auferlegung der Ko- sten abzusehen. 10.2 Angesichts ihres teilw eisen O bsiegens ist den Beschw erdeführern sodann eine re-12 duzierte Parteientschädigung zuzusprechen, w elche aufgrund des zuverlässig ab- schätzbaren Aufw andes ihrer R echtsvertreterin und der zu beachtenden Bem es- sungsfaktoren (vgl. EM AR K-M itteilungen 2000/1, Ziff. 2.1.) auf Fr. 300.-- festzuset- zen ist. (D ispositiv nächste Seite)13 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit sie die Frage des Vollzugs der W eg- w eisung betrifft; im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D ie Verfügung des BFF vom 29. April 2003 w ird teilw eise – die D ispositiv-Ziffern 4 und 5 betreffend – aufgehoben. D as BFM w ird angew iesen, den Aufenthalt der Be- schw erdeführer in der Schw eiz nach den Bestim m ungen über die vorläufige Auf- nahm e zu regeln. 3. Es w erden keine Kosten erhoben. 4. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführern eine reduzierte Parteientschä- digung von Fr. 300.-- zu entrichten. 5. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin der Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten D er Instruktionsrichter: D er G erichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Jürg H ünerw adel Versand am :