Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Dezember 2018 (720 18 226 / 333) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Ausbildungsmassnahmen, die zu einer höherwertigen als die vorhandene Ausbildung führen, gelten auch als Umschulung, sofern sie zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit notwendig sind. Damit sind unter Umständen auch höherwertige Aus- bildungen von der IV zu übernehmen, wenn eine versicherte Person mit einer Teilzeittä- tigkeit auf höherem Ausbildungsniveau ein ähnliches Einkommen erlangen könnte wie sie vor Eintritt der Invalidität mit einer Vollzeittätigkeit erzielt hat Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Aurelia Jenny , Recht s- anwältin, schadenanwaelte.ch, Postfach 3284, 8034 Zürich gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff Berufliche Massnahmen A. A.____, geboren 1968, arbeitete vom 4. Juli 2011 bis 31. August 2015 als Sachbear- beiterin Zollkompetenzzentrum bei der B.____ AG. Am 21. September 2014 stolperte sie beim Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Joggen und verspürte dabei ein Knacken bzw. Knirschen im N ackenbereich. Die Schweizeri- sche Unfallversicherungsanstalt Suva, bei der die Versichert e im Zeitpunkt des Unfalles obliga- torisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfä llen versichert war, anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen. Am 3. Juli 2015 melde- te sich A.____ bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) unter Hinweis auf unfallbe- dingte Beschwerden an Kopf, Nacken und Arm zum Leistungsb ezug an. Die IV-Stelle des Kan- tons Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab. Am 5. April 2017 lehnte sie das Leistu ngsbegehren gestützt auf einen Invalidi- tätsgrad von 3 % ab. Gegen diese Verfügung erhob A._ ___ Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan tonsgericht). Mit Urteil vom 2. No- vember 2017 (720 17 155) wies das Kantonsgericht die Besch werde ab und führte aus, dass gestützt auf das bidisziplinäre neurologisch-rheumatologi sche Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Neurologie/Verhaltensneurologie SGVN, und Dr. me d. D.____, Facharzt FMH für Rheu- matologie und Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 3. Juli/16. August 2016 von einer 80 %- igen Arbeitsfähigkeit in einer wechselbelastenden gem ischten Bürotätigkeit ohne dauernde Zwangshaltung ebenso wie in allen anderen optimal ang epassten Verweistätigkeiten auszuge- hen sei und somit ein Invaliditätsgrad von 22 % result iere. Gegen dieses Urteil erhob die Versi- cherte Beschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht. Di eses wies die Beschwerde mit Urteil vom 13. Juni 2018 ab und bestätigte, dass eine w echselbelastende Bürotätigkeit ohne dauernde Zwangshaltung in einem 80 % Pensum zumutbar sei. Am 8. März 2018 meldete sich A.____ bei der IV für be rufliche Massnahmen und Arbeitsver- mittlung an und beantragte eine Umschulung und allenf alls Unterstützung bei der Stellensuche. Mit Verfügung vom 5. Juni 2018 teilte ihr die IV-Ste lle mit, dass sie keinen Anspruch auf berufli- che Massnahmen und Arbeitsvermittlung habe. Die ablehne nde Verfügung wurde wie folgt be- gründet: Im bidisziplinären Gutachten sei festgestellt w orden, dass für Tätigkeiten, die keine Kopfzwangshaltungen sowie keine erhöhte Belastung des Schultergürtels beinhalten würden, eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Es sei Fakt, dass g enau der Bürobereich eine angepasste, wenn auch nicht die einzige Betätigung darstelle. Die G utachter hätten das Problem der Zwangshaltung bei PC-Arbeiten teilweise und in gerin gem Masse bestätigt. Offensichtlich gehe die Versicherte davon aus, dass Büroarbeiten nur mit Zwa ngshaltungen möglich seien. Es komme aber ganz auf die Arbeitsstelle an und vor allem, wieviel Schreibarbeit in einer Büroan- stellung gefragt sei oder nicht. Mit einem Sitz-Stehpu lt, mit kurzen Pausen und/oder anderen Tätigkeiten (Ablagearbeiten/Telefonate etc.) könne ma n diese Zwangshaltung unterbrechen oder damit die Einschränkung massiv minimieren. Angesich ts des Alters erscheine eine voll- ständige Umschulung ausserdem weit weg von zweckmässig, sinn voll und nachhaltig zu sein. Ein Umschulungsanspruch sei daher nicht gegeben. Die Ve rsicherte sei mit der Ausbildung im Büro bestens in der Lage, eine angepasste Tätigkeit anz unehmen. Der Anspruch auf Arbeits- vermittlung sei ebenfalls abzulehnen, da selbst bei Annahme einer 80 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit keine spezifischen Anforderu ngen an den Arbeitgeber oder Ar- beitsplatz gestellt würden. Die Versicherte sei aus med izinischer Sicht in der Lage, eine ange- passte Tätigkeit zu suchen und aufzunehmen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Rechtsanwältin Aurelia Jenny, am 6. Juli 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht. Sie bea ntragte die Aufhebung der angefoch- tenen Verfügung und die Gewährung von Leistungen in F orm von Massnahmen beruflicher Art, namentlich Umschulung und Arbeitsvermittlung; eventuali ter die Anweisung der Beschwerde- gegnerin, ihre Ansprüche auf Umschulung oder auf Arbei tsvermittlung konkret zu prüfen; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung der Beschwerde wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die Beschwerdeführerin mit einer angepassten Büroarb eit einen Invaliditätsgrad von 22 % erreiche, so dass ihr Gesundheitsschaden zu einer Erwerbsei nbusse von mehr als 20 % führe. Sie verfüge im kaufmännischen Bereich über eine Ausbild ung und namentlich im Bereich der Zollverarbeitung auch über berufliche Erfahrung. Wür de sie in diesem Bereich eine höhere Fachschule besuchen, so würde sie mit dieser Ausbildung im Rahmen eines 80 % Pensums etwa so viel verdienen wie vormals mit einem Vollpensum . Eine Zusatzausbildung im Bereich Logistik und Spedition erscheine damit als notwendige u nd geeignete Massnahme, um ihr ein gleichwertiges Erwerbseinkommen in einem 80 %-igen Pensum zu ermöglichen. Sie sei erst 50 Jahre alt, so dass auch unter Annahme einer längeren Umsch ulungszeit in jedem Falle eine verbleibende Aktivitätsdauer von mindestens zehn Jahren verbleibe. Die Umschulungskosten würden sich auf wenige tausend Franken beschränken. Ferne r sei die Eingliederungsfähigkeit sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht gegeben. Unter diesen Umständen sei eine Umschulung als angemessenes und verhältnismässiges Mittel zum Erhalt und zur Förderung ihrer Erwerbstätigkeit anzusehen. In jedem Falle sei ihr aber bei der Stellensuche Unterstützung in Form von Arbeitsvermittlung zu gewähren, da selbst be i Bürotätigkeiten ein eingeschränktes Belastungsprofil bestehe. Schliesslich habe es die Beschw erdegegnerin unterlassen zu prüfen, welche Umschulung in Frage käme, ob ein gleichwertiger Verdienst erzielt werden könnte und ob die Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zum Ei ngliederungserfolg stünden. Ebenso we- nig habe die Beschwerdegegnerin die Möglichkeit und die Voraussetzungen der Arbeitsvermitt- lung geprüft. Folglich sei die Angelegenheit eventual iter zur Vornahme dieser Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. C. Mit Vernehmlassung vom 5. September 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Begründungsweise führte sie au s, dass die Beschwerdeführerin trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen weiterhin in ihrer angestammten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig sei. Eine höhere Arbeitsfähigkeit könne in keiner anderen Tätigkeit attestiert wer- den. Bei der angestammten Tätigkeit im Bürobereich ha ndle es sich, wie auch vom Bundesge- richt festgehalten, um eine optimal angepasste Tätigkei t. Insofern erscheine eine Umschulung auf eine andere Tätigkeit nicht angezeigt, da damit die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführe- rin nicht verbessert werden könne. Der Argumentation der Beschwerdeführerin, es sei eine Umschulung im Sinne einer höheren Ausbildung geschuldet, da sie mit einer derartigen Zusatz- ausbildung im Bereich Logistik/Spedition in einem 80 % Pensum das früher in einem 100 % Pensum erwirtschaftete Einkommen erzielen könne, könne ebenfalls nicht gefolgt werden. Eine Ausbildung, die zu einem wesentlich höheren Einkommen als dem mit der bisherigen Tätigkeit erzielten führen würde, falle grundsätzlich ausser Betra cht, weil eine durch die Eingliederungs- massnahme bewirkte wirtschaftliche Besserstellung der versich erten Person im Vergleich zur ökonomischen Lage vor dem Invaliditätseintritt verhinder t werden soll. Die Übernahme einer gegenüber der früheren Berufstätigkeit höherwertigen Ausbildung sei nur für den Sonderfall Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht möglich, dass die Art und Schwere der Invalidität und i hre beruflichen Auswirkungen derart ins Gewicht fallen würden, dass nur eine – verglichen mit de r vor Eintritt der Invalidität ausgeübten Erwerbstätigkeit – anspruchsvollere Ausbildung zu einer o ptimalen Verwertung der Arbeitsfä- higkeit führe. Eine solche Konstellation liege nicht vor . Die Beschwerdeführerin sei in jeglicher beruflichen Tätigkeit zu mindestens 20 % eingeschränkt . Die Beschwerdeführerin lasse zudem unberücksichtigt, dass die angestammte Tätigkeit bei der Zolldeklaration nicht optimal ange- passt gewesen sei, da grosse Anteile nur in Form von Sch reibarbeiten zu verrichten und erheb- liche Gewichte zu heben gewesen seien, so dass in einer solchen Tätigkeit lediglich eine 70 %- ige Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne. Die Bü rotätigkeit im Bereich Logistik/Spedition sei nicht optimal angepasst gewesen und es sei nicht auszusch liessen, dass diese Tätigkeit auch nach einer weitergehenden Ausbildung immer noch nicht optimal angepasst sein werde. Unter diesen Umständen erscheine es nicht angezeigt, auf diesem Gebiet eine Weiterbildung zu ab- solvieren. Hinzu komme, dass die Forderung nach einer hö heren Ausbildung an einer höheren Fachschule recht unspezifisch sei. Die Beschwerdeführerin v erfüge bereits über eine abge- schlossene Berufsausbildung im kaufmännischen und damit in einer ihrem Gesundheitsscha- den optimal angepassten Tätigkeit. Ob die Beschwerdefü hrerin nach Abschluss einer höheren Fachhochschule tatsächlich in der Lage sein werde, bei ei ner kaufmännischen Tätigkeit ein hö- heres Einkommen zu erzielen, erscheine fraglich. Nicht zule tzt sei darauf hinzuweisen, dass insbesondere die Absolvierung einer höheren Fachhochschul e aus Sicht der Verhältnismässig- keit mit Blick auf das Kosten-Nutzenverhältnis nicht ang emessen sei. Dabei falle insbesondere ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin bereits in eine r optimal angepassten Tätigkeit über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfüge und dabe i aufgrund ihrer gesundheitlichen Be- einträchtigung lediglich eine Einkommenseinbusse von 22 % erleide. Dieser doch eher geringen Einbusse stünden die erheblichen Kosten einer Weiterbildung an einer höheren Fachhochschu- le entgegen. Weiter sei auch das eher fortgeschrittene Alter der Beschwerdeführerin von 49 Jahren zu berücksichtigen, welches eine derart aufwendige Ausbildung an einer höheren Fach- hochschule unter Berücksichtigung der geringen Verdienste inbusse weder zweckmässig, sinn- voll noch nachhaltig erscheinen lasse. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Geri cht und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Inval idenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 haben invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf Ein- gliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeig net sind, die Erwerbsfähigkeit wie- der herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a ) und die Voraussetzungen für den An- spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b) . Der Anspruch auf Eingliederungs- massnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Inva- lidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesa mte noch zu erwartende Dauer des Er- werbslebens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 1 bis IVG). Laut Art. 8 Abs. 3 IVG bestehen die Ein- gliederungsmassnahmen unter anderen in Massnahmen beruf licher Art (lit. c). Zu diesen gehö- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren die Berufsberatung (Art. 15 IVG), die erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), die Umschulung (Art. 17 IVG), die Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG), der Arbeitsversuch (Art. 18a IVG), Einarbeitungszuschüsse (Art. 18b IVG), Entschädigungen für Beitragserhöhun- gen (Art. 18c IVG) sowie die Kapitalhilfe (Art. 18d IVG). 2.1 Strittig und zu prüfen ist, ob die Ablehnung ber uflicher Massnahmen mit Verfügung vom 5. Juni 2018 gerechtfertigt ist. Zu prüfen ist in ei nem ersten Schritt der Anspruch der Be- schwerdeführerin auf Umschulung. 2.2.1 Ausgangspunkt jedes Anspruchs auf berufliche Massnah men der Invalidenversiche- rung ist das Vorhandensein eines (drohenden) invalidisi erenden Gesundheitsschadens. Als Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetz es vom 6. Oktober 2000 über den All- gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verb indung mit Art. 4 Abs. 1 IVG gilt die voraussichtliche bleibende oder längere Zeit dauern de ganze oder teilweise Erwerbsunfä- higkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall. Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2.2 Die versicherte Person hat Anspruch auf Umschulung a uf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist u nd dadurch die Erwerbsfähigkeit vo- raussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 1 7 Abs. 1 IVG). Unter Umschulung ist dabei grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnah men berufsbildender Art zu verste- hen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintri tt der Invalidität bereits erwerbstätig gewe- senen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „annäher nden Gleichwertigkeit“ nicht in erster Li- nie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf d ie nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung le- diglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 8. August 2008, 8C_163/2008, E. 2.2). 2.2.3 Voraussetzung für die Übernahme der Umschulungskoste n ist, dass der Invaliditäts- grad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht. Dies ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich bei einer Erwerbseinbusse von etwa 20 % im Vergleich zu m vor Eintritt des Gesundheitsscha- dens erzielten Erwerbseinkommen der Fall. Kann die versi cherte Person ihre angestammte Tätigkeit nicht mehr ausüben, ist zuerst zu prüfen, ob si e ohne (zusätzliche) Ausbildung eine andere zumutbare Tätigkeit ausüben kann. Die Erhebli chkeitsschwelle von ca. 20 % bezieht sich also sowohl auf die Erwerbsmöglichkeit im angestammte n als auch in einem leidensange- passten Beruf. Bei der Erheblichkeitsschwelle von 20 % h andelt es sich um einen von der Rechtsprechung entwickelten Richtwert. Hintergrund der Erheblichkeitsschwelle sind die relativ hohen Kosten einer Umschulung; so widerspricht es dem Verh ältnismässigkeitsgrundsatz, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenn die Kosten einer Umschulung jene der auszugleichende n Erwerbseinbusse erheblich übersteigen. Dabei wird allerdings ausser Acht gelassen, dass unter den Umschulungsbegriff nicht nur (teure) Berufsausbildungen, sondern auch we niger kostspielige Massnahmen, wie eine kurze oder berufsbegleitende Ausbildung, fallen. Immerhin stellt die Erheblichkeitsschwelle von 20 % keine starre Grenze dar: Insbesondere bei Be rufen mit tiefen Anfangslöhnen berück- sichtigt die Rechtsprechung neben den aktuellen Verdi enstmöglichkeiten im Rahmen einer Prognose auch weitere Faktoren, wie Lohnentwicklung und Aktivitätsdauer. Regelmässig be- rücksichtigt wird insbesondere die zu erwartende zukünftig e Einkommensentwicklung in der ursprünglich gelernten und einer allfälligen Hilfstätigkeit (BGE 130 V 488 E. 4.2; 124 V 108 E. 3; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 2018, 8C_808/2017, E. 3). 2.2.4 Steht der Anspruch auf eine Umschulung einmal fest , ist zu prüfen, welche konkreten Umschulungsmassnahmen einer versicherten Person gewährt werd en. Zu berücksichtigen ist dabei das Erfordernis der annähernden Gleichwertigkeit zwischen der ursprünglichen und der angestrebten Erwerbstätigkeit. Das Erfordernis der Glei chwertigkeit begrenzt im Sinne der Ver- hältnismässigkeit den Umschulungsanspruch nach oben, wodu rch sichergestellt werden soll, dass die versicherte Person aufgrund der Umschulung im Ve rgleich zu ihrer ökonomischen La- ge vor dem Invaliditätseintritt wirtschaftlich nicht wesen tlich besser gestellt wird. Grundsätzlich nicht übernommen werden folglich die Kosten für eine U mschulung, die zu einem wesentlich höheren Einkommen als dem im bisherigen Beruf erzielten führen würde. Hingegen beinhaltet das Erfordernis der Gleichwertigkeit keine Begrenzung n ach unten. Denkbar ist also auch eine Umschulung zu einer bescheideneren beruflichen Tätigkeit , was invaliditätsbedingt häufig der Fall sein dürfte. Dabei ist einzig erforderlich, dass sich der erwartete Teilerfolg noch als genü- gend eingliederungswirksam bezeichnen lässt, die Umschulung also zu einer dauerhaften und wesentlichen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit führt (i m Sinne des Verhältnismässigkeits- grundsatzes). Die Gleichwertigkeit bezieht sich nicht in er ster Linie auf das Ausbildungsniveau, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwa rtende Verdienstmöglichkeit unter Berück- sichtigung der mit der angestrebten Ausbildung verbunden en voraussichtlichen künftigen Ent- wicklung der Erwerbsmöglichkeit. Dennoch enthält das Krite rium der annähernden Gleichwer- tigkeit neben diesem quantitativen auch einen qualita tiven Aspekt, welcher besagt, dass die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in de r alten und neuen Tätigkeit nur dann zu verwirklichen sein dürfte, wenn auch die beiden Ausbi ldungen einen einigermassen ver- gleichbaren Wert aufweisen. Ausnahmsweise werden auch d ie Kosten einer höherwertigen Ausbildung übernommen, wenn nur eine anspruchsvollere Ausbildung zu einer höheren Berufs- stufe eine optimale Verwertung der verbleibenden Arb eitsfähigkeit erlaubt. Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auf den per 1. Januar 2012 in Kraf t gesetzten Art. 6 Abs. 1 bis IVV, wo- nach auch Ausbildungsmassnahmen als Umschulung gelten, die zu einer höherwertigen als die vorhandene Ausbildung führen, sofern sie zur Erhaltun g oder Verbesserung der Erwerbsfähig- keit notwendig sind. Höherwertige Ausbildungen werden ferner übernommen, wenn eine versi- cherte Person mit einer Teilzeittätigkeit auf höherem A usbildungsniveau ein ähnliches Einkom- men erzielt wie vor Eintritt der Invalidität mit eine r Vollzeittätigkeit, da es wie bereits erwähnt nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau ankommt, sondern auf die Verdienstmöglichkeit (vgl. zum Ganzen S ILVIA BUCHER , Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 20 11, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rz. 835 ff.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2013, 9C_122/2012, E. 5.2.1; ZAK 1988 S. 467). 2.3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie mit ihrer jetzigen Berufsausbildung eine Erwerbseinbusse von 22 % erleide. Damit sei die Erheblichkeitsgrenze von 20 % bezüglich Erwerbseinbusse erreicht. Diese Auffassung ist zutreffend . Das Kantonsgericht hielt mit rechts- kräftigem Urteil vom 2. November 2017 fest, dass auf di e Ergebnisse von Dr. C.____ und Dr. D.____ im Gutachten vom 3. Juli/16. August 2016 a bzustellen sei. Weiter führte es aus, dass die Beschwerdeführerin in einer wechselbelastenden gemischten Bürotätigkeit ohne dau- ernde Zwangshaltungen ebenso wie in allen anderen opt imal angepassten Verweistätigkeiten im Umfang von 80 % arbeitsfähig sei. In der Folge ermittelte es einen Invaliditätsgrad von 22 %. Das Bundesgericht hielt in diesem Zusammenhang zudem fe st, dass es sich bei der ange- stammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin im Büro durchaus um eine angepasste Tätigkeit im Sinne des zumutbaren Leistungsprofils handle, da genug Bürotätigkeiten mit etwa gleichen An- teilen an Schreibarbeiten, Leseaufgaben und telefon ischer Kundenbetreuung sowie der Mög- lichkeit, Zwangshaltungen zu vermeiden und zwischen sitze nder, stehender und gehender Ver- richtung zu wechseln, vorhanden seien (E. 3.3). Die Er heblichkeitsgrenze von 20 % ist zweifel- los erreicht. 2.3.2 Die Beschwerdegegnerin wendet ein, dass die Besch werdeführerin in ihrer ange- stammten Bürotätigkeit optimal angepasst sei und die A rbeitsfähigkeit auch in einer Verweistä- tigkeit nicht höher sei, so dass mit einer Umschulung g ar keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreicht werde könne. Dieser Einwand ist grundsätzlich richtig. Die Beschwerdeführerin behaup- tet auch gar nicht, mit einer Umschulung ihre Arbeits fähigkeit steigern zu können, sondern ist vielmehr der Ansicht, dass sie mit einer Umschulung ihre A rbeitsfähigkeit wirtschaftlich besser verwerten könne. Diesem Argument hält die Beschwerdege gnerin entgegen, dass eine solche wirtschaftliche Besserstellung im Vergleich zur wirtschaft lichen Situation vor Eintritt des Ge- sundheitsschadens durch die postulierte Gleichwertigkeit g erade verhindert werden solle. Dazu ist festzustellen, dass es vorliegend nicht um eine wirtscha ftliche Besserstellung, sondern um den Ausgleich des durch den Gesundheitsschaden erlitten en Verdienstausfalls geht. Wie be- reits in Erwägung 2.2.4 hiervor dargelegt, werden die Kosten für höherwertige Ausbildungen übernommen, wenn eine versicherte Person mit einer Tei lzeittätigkeit auf höherem Ausbil- dungsniveau ein ähnliches Einkommen erzielt wie vor Eint ritt der Invalidität mit einer Vollzeittä- tigkeit. Dies und nicht mehr wird von der Beschwerdeführ erin mit der vorgeschlagenen Fach- schulausbildung Logistik und Spedition erreicht. 2.3.3 Die Beschwerdegegnerin wendet ferner ein, dass e ine Umschulung im Bereich Logistik und Spedition schon deshalb nicht zielführend sei, weil die Beschwerdeführerin in diesem Tä- tigkeitsbereich nur zu 70 % arbeitsfähig sei und dieser Tätigkeitsbereich nicht optimal ange- passt sei. Dieser Argumentation kann insofern nicht gefolgt werden, als die Umschulung gerade bezweckt, auch im Bereich Logistik und Spedition nicht meh r die angestammte, nicht optimal angepasste Tätigkeit, sondern eben eine andere höhere Funktion ausüben zu können. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3.4 Die Beschwerdegegnerin führt weiter an, eine au fwendige Ausbildung an einer höhe- ren Fachschule sei im Hinblick auf das fortgeschrittene A lter und unter Berücksichtigung der geringen Verdiensteinbusse weder zweckmässig, sinnvoll noch nachhaltig. Auch dieser Ein- wand vermag nicht zu überzeugen. Einerseits verbleiben d er Beschwerdeführerin noch 14 Jah- re Erwerbstätigkeit, was doch noch eine erhebliche Zei tspanne ist. Andererseits kann auch die Verdiensteinbusse von 22 %, was fast einem Viertel entspricht, nicht als geringfügig bezeichnet werden. Eine mögliche Umschulung erweist sich somit aus d iesen Gründen nicht von vornhe- rein als unverhältnismässig. 2.4 Entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdegegnerin ist damit eine Umschulung – zu- mindest aus den von ihr angeführten Gründen – nicht vo n vornherein ausgeschlossen. Ob alle für eine Umschulung erforderlichen Voraussetzungen erfü llt sind, kann allerdings heute nicht entschieden werden, da die Frage der Eignung, Zweckmässi gkeit und Verhältnismässigkeit der Umschulung von den Umständen des konkreten Umschulungsprog rammes abhängen. Im vor- liegenden Fall beantragt die Beschwerdeführerin lediglich die Finanzierung einer Fachschulwei- terbildung im Bereich Logistik und Spedition, ohne jed och näher zu spezifizieren, welcher kon- krete Lehrgang mit welchen Zulassungsvoraussetzungen, Inhal ten, Anforderungen, Zeitdauer und Kosten tatsächlich angeboten wird. Die Beschwerdefü hrerin geht etwas vage von wenigen Jahren Zeitdauer und wenigen tausend Franken Kosten au s, ohne diese Schätzung näher zu substantiieren. Fraglich ist nun, ob es Sache der Beschw erdeführerin wäre, konkrete Informati- onen vorzubringen und zu belegen. Grundsätzlich gilt der Untersuchungsgrundsatz im Sozial- versicherungsrecht in Bezug auf alle Leistungsbegehren (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Danach hat die Beschwerdegegnerin von Amtes wegen für die richtige un d vollständige Abklärung des rechts- erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspfl icht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforder lichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8 C_163/2007, E. 3.2). Damit ist die Beschwerdegegnerin auch bei einem Antrag auf Gewährung beruflicher Massnahmen verpflich- tet, die Voraussetzungen zu prüfen und die erforderlichen Abklärungen ex officio vorzunehmen. Im vorliegenden Fall ist ein möglicher Anspruch auf Um schulung – wie bereits erwähnt –, nicht schon aus formalen Gründen von vornherein ausgeschlossen , so dass die Beschwerdegegne- rin verpflichtet gewesen wäre, das Gesuch im Hinblick auf eine konkrete mögliche Umschulung bzw. Weiterbildung näher zu prüfen und entsprechende A bklärungen zu treffen. Die Beschwer- degegnerin hätte die Beschwerdeführerin zumindest zu einem Gespräch einladen müssen. In- dem sie dies unterliess, verletzte sie den Untersuchungsgrun dsatz gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG. Die Beschwerde ist in diesem Punkt im Sinne des Even tualbegehrens deshalb gutzu- heissen. 3.1 Die Beschwerdeführerin beantragt ausserdem Arbeitsve rmittlung durch die Beschwer- degegnerin. Gemäss Art. 18 IVG haben arbeitsunfähige , aber eingliederungsfähige versicherte Personen Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes. Gemäss Praxis des Bundesgerichts hat die vor der 5. IV-Revi sion ergangene Rechtsprechung nach wie vor Geltung. Demnach wird vorausgesetzt, dass di e betroffene Person für das Finden einer Arbeitsstelle auf die spezifischen Fachkenntnisse der IV-Stelle angewiesen ist (vgl. zum Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ganzen ausführlich Urteil des Kantonsgerichts vom 20. No vember 2014, 720 14 228/281, E. 3.2f. ). 3.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass sie teilarb eitsunfähig sei. Die Beschwerde- gegnerin habe zudem anerkannt, dass sie auf eine besonde re Art von Büroarbeit angewiesen sei. Insbesondere dürfe diese keine Zwangshaltungen beinhalten bzw. müsse durch kurze Pau- sen und/oder andere Tätigkeiten wie Ablagearbeiten o der Telefonate unterbrochen werden. Weiter könne der Einschränkung mit einem Sitz/Stehpult beigekommen werden. An einen po- tenziellen Arbeitsplatz seien damit besondere Anforder ungen zu stellen. Gegenüber einem zu- künftigen Arbeitgeber bedürfe es einer Erklärung, welch e Arbeiten unter welchen Bedingungen (Belastungsprofil) genau erledigt werden könnten. Di e Beschwerdeführerin könne im Rahmen der Arbeitsvermittlung von den Kontakten der Beschwerdege gnerin profitieren und mit einem potenziellen Arbeitgeber in Kontakt kommen. Auch diese Massnahme erscheine damit als ge- eignete und notwendige Vorkehr, um die Beschwerdefüh rerin in den Arbeitsprozess zu reinteg- rieren. Überdies erscheine sie im Hinblick auf den gering en Aufwand als verhältnismässiges bzw. angemessenes Mittel, um ihr eine leidensadaptierte Beschäftigung zu verschaffen. 3.3 Die Beschwerdeführerin ist in einer wechselbelaste nden gemischten Bürotätigkeit ohne dauernde Zwangshaltungen zu 80 % arbeitsfähig. Stell en im kaufmännischen Bereich mit die- sem Belastungsprofil sind keine Seltenheit. Damit werden keine speziellen Anforderungen an den Arbeitgeber oder den Arbeitsplatz gestellt. Ausserde m liegen bei der Beschwerdeführerin keine speziellen gesundheitlichen Hindernisse vor, die ei ne Unterstützung bei der Stellensuche erforderlich machen, worauf die Beschwerdegegnerin zu Recht hinweist. Damit sind die Vo- raussetzungen für eine Unterstützung durch die IV bei der Arbeitssuche klarerweise nicht erfüllt, so dass der Antrag auf Arbeitsvermittlung und somit die B eschwerde in diesem Punkt abzuwei- sen sind. 4. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die angef ochtene Verfügung vom 5. Juni 2018 insoweit aufgehoben wird, als sie den Ans pruch auf Umschulungsmassnahmen verneint. Die Beschwerdegegnerin wird angewiesen, den A ntrag der Beschwerdeführerin auf Umschulung näher zu prüfen und entsprechende Abklärungen im Sinne der Erwägungen vor- zunehmen. Damit wird die Beschwerde in Bezug auf den Eventualantrag teilweise gutgeheis- sen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 19 93 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Ve rfahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die Beschwerdegegnerin al s Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge , dass für den vorliegenden Prozess Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht keine Verfahrenskosten erhoben werden. Der von der Beschw erdeführerin geleistete Kosten- vorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird ihr zurückerstattet. 5.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzuspreche n. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin macht mit Honorarnote vom 30. Okto ber 2018 für das vorliegende Verfah- ren einen Zeitaufwand von 8.2 Stunden geltend. Zu be achten ist, dass vorprozessualer Auf- wand (Positionen vom 7. März 2018 im Umfang von 0.3 Std. und vom 26. April 2018 im Umfang von 0.2 Std.) praxisgemäss nicht berücksichtigt werden kann. Folglich bleibt ein Aufwand von 7.7 Stunden zu entschädigen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss bei durchschnittlichen Fällen zur Anwendung g elangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘144.95 (7.7 Stunden à Fr. 250.-- plus Auslagen von Fr. 66.60 und 7.7 % Mehr- wertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 6.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 6.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefoch- tene Verfügung vom 5. Juni 2018 insoweit aufgehoben w ird, als sie den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen verneint, und es wird die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese den Antrag auf Umschulung näher prüfe und entsp rechende Abklärungen im Sinne der Erwägungen vornehme. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Besch werdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 80 0. -- zurück- erstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2‘144.95 (inkl. Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht