<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bund hat beschlossen, den F-35 zu beschaffen, ein besonders lautes Flugzeug. Sein Lärmpegel liegt 3 Dezibel höher als jener der heutigen F/A-18. Norwegen besitzt 21 Kampfflugzeuge F-35 und hat deshalb Hunderte Millionen Franken für Lärmschutzmassnahmen an Gebäuden oder für deren Kauf durch die Armee aufgewendet. Der Flughafen Sitten ist ein Ausweichflugplatz der Schweizer Armee. Auch wenn er heute selten für Landungen und Starts von F/A-18 genutzt wird, dient er doch regelmässig für "Touch and go"-Übungen (das Flugzeug berührt die Piste und startet durch) und für "Go-around"-Übungen (das Flugzeug startet durch, ohne die Piste zu berühren). Mit den F-35 werden diese Übungen noch mehr Lärm verursachen. Diese Aussichten erfüllen die Vereinigung der Anrainerinnen und Anrainer des Flughafens Sitten (ARAS) mit Sorge. Sie befürchtet zusätzliche Lärmbelästigungen durch das neue Flugzeug.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um Antworten auf folgende Fragen:</p><p>1. Ist auf dem Flughafen Sitten der durch einen F-35 verursachte Lärm gemessen worden? Wenn ja, welche Lärmwerte des F-35 (beim Start, bei der Landung, beim Rollen auf der Piste) wurden gemessen? Welches sind die Lärmwerte bei eingeschaltem bzw. ausgeschaltetem Nachbrenner? Wird der Einsatz des Nachbrenners angesichts der Geländestruktur um den Flughafen Sitten zur Regel werden?</p><p>2. Welche Auswirkung hat der Kauf des F-35 auf den Lärmkataster des Flughafens Sitten? Sind Enteignungen oder verbesserte Isolationen von Wohngebäuden vorgesehen, und wenn ja, wer finanziert sie? Welche Massnahmen gedenkt der Bund generell zu treffen, um dem Ruhebedürfnis der Bevölkerung des Zentralwallis (gegenwärtig mehr als 60 000 Personen) gerecht zu werden und die Lärmemissionen des F-35 zu begrenzen?</p><p>3. Der Luftraum über dem Wallis wird von der Luftwaffe an allen Wochentagen als Übungsraum genutzt, von Montag bis Freitag von 08.30 bis 12.00 und von 13.30 bis 17.00 Uhr, in Höhen von 3500 bis 7000 Meter, was erheblichen Lärm mit sich bringt. Könnte dieses Höhenband auf 5000 bis 11 000 Meter angehoben werden, um diese Lärmbelästigung zu reduzieren?</p><p>4. Könnten die Pilotinnen und Piloten auf dem F-35 ausgebildet werden, ohne dass dafür der Flughafen Sitten genutzt wird? Wenn nicht, ist bekannt, wie viele Flugbewegungen auf dem Flughafen Sitten die Ausbildung auf dem F-35 mit sich bringen würde?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Die Lärmmessungen während den Testflügen in der Schweiz wurden von der EMPA in der Umgebung der Flugplätze Payerne und Meiringen beim Start, bei der Landung und beim Rollen der Flugzeuge durchgeführt. Für die anschliessend aus den Messungen berechneten Modelle ist der Ort der Messung nicht relevant, sondern nur deren Qualität. Die Modelle können damit ebenfalls zur Berechnung der Fluglärmbelastung auf den anderen Schweizer Militärflugplätzen verwendet werden.</p><p>Der Regionalflugplatz Sion wird hauptsächlich zivil genutzt. Zurzeit läuft ein Koordinationsprozess unter gemeinsamer Leitung des Bundesamts für Zivilluftfahrt und des Kantons Wallis, um ein Objektblatt zum Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt zu erarbeiten. In diesem Rahmen werden Lärmberechnungen für die künftige zivile Nutzung wie auch für die militärische Nutzung als Ausweichflugplatz durchgeführt. Dabei wird auch geprüft, welche Optimierungen zur Reduktion der Lärmbelastung möglich sind und ob es aufgrund der zivilen oder militärischen Nutzung zusätzliche Schallschutzmassnahmen braucht.</p><p>3. In der Schweiz befinden sich die Trainingssektoren über den Alpen für Kampfflugzeuge zwischen 4'000m und 15'000m Höhe. Die grosse Mehrheit der Flugprofile liegt bereits heute zwischen 6'000m und 11'000m. In einigen Fällen, lokal und in der Regel nur für kurze Zeit, können Flugmanöver auch unterhalb von 4'000m stattfinden. Auch meteorologische Erfordernisse können zu einer Absenkung der Flugprofile führen. Im Allgemeinen liegen die "Übungsschwellen" in der Schweiz besonders hoch, vor allem aufgrund der Topographie, aber auch aus Rücksicht auf die allgemeine Luftfahrt und unter Berücksichtigung der Lärmbelastungen, die militärische Übungen mit sich bringen.</p><p>4. Die Ausbildung der Pilotinnen und Piloten wird hauptsächlich auf dem Luftwaffenstützpunkt Payerne stattfinden. Wie die F/A-18-Piloteninnen und -Piloten müssen auch die F-35A-Pilotinnen und -Piloten die spezifischen Flugverfahren des Flugplatzes Sion vor Ort trainieren, um Sion als strategischen Ausweichflugplatz nutzen zu können. Grundsätzlich gilt, dass die Bewegungen mit dem F-35A bei allen Militärflugplätzen gegenüber dem heutigen Betrieb der F/A-18- und F-5-Flotte um die Hälfte oder mehr reduziert werden.</p>  Antwort des Bundesrates.