Kassationsgericht des Kantons Zürich Kass.-Nr. AA090166/U/mum Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Bernhard Gehrig, Andreas Donatsch, Reinhard Oertli und Georg Naegeli sowie der Generalsekretär Viktor Lieber Zirkulationsbeschluss vom 3. Dezember 2010 in Sachen X., … …, Gesuchstellerin, Beklagte und Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. … gegen Y. , … …, Gesuchsgegner, Kläger und Beschwerdegegner vertreten durch Rechtsanwältin l … betreffend Ablehnung von Bezirksrichter Z., Bezirksgericht Meilen, im Verfahren FP090002 i.S. X. gegen Y. betreffend Abänderung des Scheidungsurteils Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Beschluss der Verwaltungskommis- sion des Obergerichts des Kantons Zürich vom 3. November 2009 (VV090036/U) - 2 - Das Gericht hat in Erwägung gezogen: I. 1. Die Parteien wurden mit Urteil des Be zirksgerichts Uster (Einzelrichter im ordentlichen Verfahren) vom 28. August 20 07 geschieden. Seit Januar 2009 ste- hen sie vor dem Einzelrichter im ordentlich en Verfahren des Bezirkes Meilen in einem Prozess betreffend Abänderung des Scheidungsurteils; dabei geht es hauptsächlich um die Umteilung der vom Scheidungsrichter der Beschwerdefüh- rerin übertragenen elterliche So rge über die drei unmündigen Kinder an den Be- schwerdegegner. Im Rahmen dieses Verfahr ens entschied der Einzelrichter mit Verfügung vom 15. April 2009 ü ber die Gesuche beider Parteien um Erlass vor- sorglicher Massnahmen für die Dauer de s Prozesses, namentlich was das Be- suchs- und Kontaktrecht des Beschwer degegners betrifft. Z udem ordnete er die Errichtung einer Besuchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB für die drei Kinder an. Die übrigen Anträge der Parteien wurden abgewiesen, soweit dar- auf eingetreten werden konnte und sie nicht als gegenstandslos geworden abge- schrieben wurden (VK act. 2/2). 2. Gegen diese Verfügung erhob die Be schwerdeführerin Rekurs an das Obergericht, u.a. mit dem An trag, es sei festzustellen, dass der mit dem Verfah- ren betraute Einzelrichter Z. infolge Befangenheit im Sinne von § 96 Ziff. 4 GVG nicht entscheidungsfähig se i und wonach das Verfah ren einem anderen Einzel- richter zur Behandlung zuzuweisen sei (V K act. 2/1). Mit Beschluss vom 18. Au- gust 2009 überwies die Rekursinstanz (I. Zivilkammer) das Ablehnungsbegehren teilweise (näher dazu Ziff. 3 nachfolgend) an die insoweit zuständige Verwal- tungskommission des Obergerichts. Mit Beschluss vom 3. November 2009 (KG act. 2) wies diese das Ablehnungsbegehren und das Ge such um Überweisung des Prozesses an einen ander en Einzelrichter ab; die Kosten wurden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Dagegen richte t sich die vorliegende Nichtigkeitsbe-- 3 - schwerde, mit welcher die Beschwerdeführer in beantragt (KG act. 1 S. 2), es sei dessen Dispositiv-Ziffern 1 und 3 aufzuheben, es sei das Ablehnungsbegehren gutzuheissen und der Prozess einem anderen Richter zu überweisen, alles unter entsprechender Regelung der Nebenfolgen. Der Besch werdegegner und die Vor- instanz haben auf Vernehmlassung bzw. Beantwortung der Beschwerde verzich- tet (KG act. 9 und 10). 3. Die Beschwerdeführerin hatte ihr Ausstandsbegehren vor Obergericht ei- nerseits auf das Massnahmeverfahren, andererseits auf den Hauptprozess (be- treffend Abänderung des Schei dungsurteils) bezogen. Mit ihrem Beschluss vom 18. August 2009 entschied die I. Zivilka mmer des Obergerichts, dass der (erst nach Fällung und Eröffnung des Massnahm eentscheides entdeckte) Ausstands- grund bezüglich des Massnahmeverfahrens auf dem Rechtsmittelweg geltend zu machen sei und somit in die sachliche Zuständigkeit der Rekursinstanz falle; so- weit das Ablehnungsbegehren jedoch den nach wie vor hängigen Hauptprozess selbst betreffe, sei die Verwaltungsko mmission des Obergerichts zuständig (VK act. 1). Im Rahmen seiner Zuständigkeit wies in der Folge die I. Zivilkammer das Ausstandsbegehren mit Rekursentscheid vom 11. März 2010 ab. Auch dagegen erhob die Beschwerdeführer Nichtigkeitsbeschwerde, auf welche das Kassations- gericht mit Beschluss vom 6. Mai 2010 (Kass.-Nr. AA100047) mangels Anfecht- barkeit im Sinne von § 284 Ziff. 7 ZPO ZH und unter gleichzeitiger Abweisung ei- nes von der Beschwerdeführerin gestellt en Gesuchs um Vereinigung beider Ver- fahren nicht eintrat. 4. Der Beschwerde war mit Verfügung vom 8. Dezember 2009 aufschieben- de Wirkung verliehen worden. Mit Schreiben vom 12. April 2010 (KG act. 12) teilte Bezirksrichter Z. dem Kassationsgericht mit, die Parteien hätten dem Gericht eine vom 8. April 2010 datierende umfassende Ve reinbarung eingereicht und um Ge- nehmigung derselben ersucht. Gleichzeitig er suchte er um Anweisung, wie weiter zu verfahren sei, nachdem das Ablehnungsbegehren weiterhi n hängig sei. Mit Schreiben vom 15. April 2010 (KG act. 15) teilte der Präsident des Kassationsge- richts Bezirksrichter Z. mit, nachdem ke ine der Parteien ein Gesuch um Entzug der aufschiebenden Wirkung gestellt habe (sondern vielm ehr die Beschwerdefüh-- 4 - rerin gleichentags eine weitere Nichtig keitsbeschwerde in diesem Zusammen- hang eingereicht habe, vgl. oben Ziff. 3), bestehe kein Anlass, auf diesen Ent- scheid zurückzukommen. Es bleibe somit dabei, dass das Verfahren vor Erstin- stanz einstweilen nicht weiterzuführen se i, vorbehältlich einer allfälligen Aus- standserklärung oder Ausstandsbewilligung gemäss § 100 Abs. 2 GVG. II. 1. Gegen den hier angefocht enen Entscheid ist die Nichtigkeitsbeschwerde zulässig (vgl. Erw. 3a des Zirkulations beschlusses vom 6. Mai 2010 im Verfahren der Parteien Kass.-Nr. AA100047). Mit Blick auf die eingereichte Parteivereinbarung in der Sache (oben Ziff. I.4) stellt sich die Frage, ob an der Behandlung der Ausstandsfrage noch ein rechtlich schützenswertes Interesse besteht. Dies ist jedoch zu bejahen. Der abgelehnte Einzelrichter ist nach wie vor mit dem Fall befasst und wird über die Genehmi- gung der Vereinbarung zu befinden haben. S odann besteht unabhängig davon aus Sicht der Beschwerdeführerin zumindes t insofern ein Interesse am Entscheid über die Nichtigkeitsbeschwerde, als im Fa ll der Gutheissung die obergerichtliche Kostenauflage dahin fiele. 2.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet einleitend (Beschwerde S. 6 f.), die Vorinstanz gehe ungenau davon aus, sie habe ihr Ablehnungsbegehren mit "feh- lerhaften Prozesshandlungen" und "anderen Fehlern" begründet. In Wahrheit ha- be sie verschiedene Vorgehensweisen des Abgelehnten nachgewiesen, aus de- nen sich klar der Anschein von Befangenhe it ergebe. Zudem habe dieser in sei- ner Stellungnahme nicht etwa behauptet, es seien ihm prozessuale Fehler unter- laufen; damit sei erstellt, dass seine Ha ndlungsweise bewusst so gewollt gewe- sen sei. Die Vorinstanz habe sodann an verschiedenen Stellen selber eingeräumt, dass der Abgelehnte das Ve rfahren mindestens unsorgf ältig geführt habe; auch wenn man dies nur als "prozessuale Fehler " taxieren wollte, müsste die Kumulati- on aller beanstandeten Vorgehensweisen zur Bejahung eines Ablehnungsgrun-- 5 - des führen, denn der Anschein von Befang enheit könne sich auch aus verschie- denen Vorgehensweisen ergeben, die in einem Gesamtzusammenhang zu würdi- gen seien. Entsprechend macht die Beschwerdeführ erin an verschiedenen Stellen gel- tend (Beschwerde S. 11, 16 unten, 19, 21, 23), dass jedenfalls eine Gesamtwür- digung aller von ihr unter dem Aspekt des Anscheins von Befa ngenheit im Sinne von § 96 Ziff. 4 GVG vorgetragenen Vork ommnisse zur Gutheissung des Ableh- nungsbegehrens hätte führen mü ssen; indem die Vorinstanz dies verneint habe, habe sie einen wesentlichen Verfahrensgrundsatz im Sinne von § 281 Ziff. 1 ZPO ZH verletzt. 2.2 Es trifft zu, dass unter Umständen die Gesamtwürdigung und umfassen- de Gewichtung aller in einem Ablehn ungsbegehren angeführten Umstände, mit anderen Worten erst eine integrale Betrachtungsweise zur Bejahung eines Ableh- nungsgrundes führt, selbst wenn die ange führten Vorkommnisse je einzeln be- trachtet dafür nicht ausreichen (ZR 98 [1999] Nr. 21 Erw. 3c; Kass.-Nr. AA090140 v. 5.8. 2010 i.S. N., Erw. II.3.2; R EGINE KIENER, Richterliche Unabhängigkeit, Bern 2001, S. 84). Mit anderen Wort en muss z.B. ein einmaliger – allenfalls sogar gra- vierender – Verfahrensfehler nicht auf persönliche Befangenheit des Richters deuten, während eine Häufung von Verf ahrensfehlern oder anderweitigen Vorge- hensweisen oder Äusserungen zulasten eine r Partei durchaus den Anschein er- wecken kann, der betreffende Richter sei nicht willens, die Sache mit der gebote- nen Unparteilichkeit zu behandeln. Die Beschwerdeführerin bezog sich zur Begründung ihres Ablehnungsbe- gehrens auf eine Reihe von Umständen bzw. Verfahr enshandlungen des Abge- lehnten, zu denen die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid Stellung genom- men hat. Dem angefochtenen Entscheid lässt sich jedoch nicht eindeutig entneh- men, ob die Vorinstanz neben der Würdi gung der einzelnen Umstände auch eine Gesamtwürdigung im oben um schriebenen Sinn vorgenomm en hat; jedenfalls ist in der zusammenfassenden Erwägung (Beschluss S. 8, Ziff. 4) lediglich davon die Rede, dass die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Gründe bei objektiver Betrachtung nicht geeignet seien, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Abge-- 6 - lehnten zu begründen. Dies kann bedeuten, die Gründe seien je einzeln ungenü- gend (was die Vorinstanz zum Ausdruck bri ngt), oder aber sie seien auch in ihrer Gesamtheit nicht geeignet, den Anschein v on Unparteilichkeit zu begründen (was aber so nicht gesagt wird). Eine Gesamt würdigung drängte sich im vorliegenden Fall schon deshalb auf, weil die Vorinstanz zumindest an einer Stelle selber zum Ausdruck bringt, dass das Verhalten des Abgelehnten aus Sicht der Beschwerde- führerin Anlass zu Misstrauen geben konnte (Beschluss S. 6 und nachfolgend Ziff. 5, unangebrachte Behandlung der vom Beschwerdegegner eingereichten "Check- liste"; vgl. auch Beschluss S. 7, unpräzise Formulierung der Verfügung vom 7. Ap- ril 2009). Im Folgenden ist somit zunächst (nach Massgabe der Rügen) auf die ein- zelnen angeführten Vorkommnisse einz ugehen und in der Fo lge eine Gesamtbe- urteilung vorzunehmen. 3. Auf eine entsprech ende Beanstandung hin hat die Vorinstanz ausgeführt (Beschluss S. 3, Ziff. 3a), in der einzelrichterlichen Verhandlung vom 1. April 2009 habe keine persönliche Befragung der Parteien stattgefunden. Die Beschwerde- führerin macht geltend (Beschwerde S. 7) , diese Feststellung se i aktenwidrig; die beiden dem Beschwerdegegner gestellten Fr agen seien im Rahmen seiner per- sönlichen Befragung gestellt worden. Dies trifft nicht zu. Im Anschluss an die Plä- doyers (Prot. ER S. 8 ff.) wurden zwar dem Beschwerdegegner vom Einzelrichter noch zwei Fragen gestellt (Prot. ER S. 35) , doch handelte es sich dabei nicht um eine formelle persönliche Befragung im Sinne einer Parteibefragung, d.h. im Rah- men des Beweisverfahrens nach § 149 Abs. 1 ZPO ZH, sondern um eine Klärung der vorangehenden Parteivorbringen im Hauptverfahren (RB 1989 Nr. 33; F RANK/ STRÄULI/MESSMER, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Aufla- ge, Zürich 1997, N 1 vor § 149). 4.1 Die Beschwerdeführerin nimmt weit er daran Anstoss, dass der Einzel- richter mit Verfügung vom 7. April 2009 die Einholung eines kinderpsychiatrischen Gutachtens anordnete und den Parteien dabei eine einmalige, nicht erstreckbare Frist von fünf Tagen ansetzte, um zur Person der Gutachterin Stellung zu neh- men. Die Beschwerdeführerin habe daraufhi n eine Fristerstreckung bis 4. Mai - 7 - 2009 beantragt, die jedoch nur teilweise, nämlich bis 30. April 2009 gutgeheissen worden sei. Die Vorinstanz wies in diesem Zu sammenhang darauf hin, dass die gleiche Frist auch der Gegenpartei angesetzt wurde; aus der Fristansetzung und der nicht gänzlich gutgeheissenen Fristerstreckung k önne keine Befangenheit konstruiert werden (Beschluss S. 3 f.). 4.2 Was die ursprünglich angesetzte Frist von 5 Ta gen betrifft, ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass deren Bemessung von vornherein keinen Anschein von Befangenheit begründen konnte, da sie für beide Seiten gleicher- massen galt. Die dagegen er hobene Kritik (Nic htbeachtung von § 190 GVG) ist unter diesem Aspekt unbegründet. 4.3 Im Zusammenhang mit der ihr in der Folge gewährten Fristerstreckung bis 30. April 2009 macht die Beschwerdef ührerin geltend, dem Abgelehnten sei aufgrund des begründeten Fristerstreckungsgesuches bekannt gewesen, dass die Beschwerdeführerin bis zum 25./26. Apr il 2009 ferienabwesend gewesen sei und daher ihrer Rechtsvertreterin bis zum 27. April 2009 keine Instruktionen erteilen konnte. Es sei auch darauf hingewiesen worden, dass die beantragte Erstreckung bis zum 4. Mai 2009 genau dazu führe, dass der Beschwerdeführerin fünf Arbeits- tage zur Verfügung stünden; dennoch habe er die Frist lediglich bis Donnerstag, 30. April 2009 erstreckt. Dabei falle weiter in Betracht, dass der darauffolgende 1. Mai im Kanton Zürich ein arbeitsfreier Tag sei und auf einen Freitag fiel, womit der Einzelrichter die Stellungnahme der Beschwe rdeführerin vom 30. April 2009 (we- gen des anschliessenden Woch enendes) ohnehin nicht vor Montag, 4. Mai 2009 habe zur Kenntnis nehmen könn en. Ein unbefangener Richter hätte – so die Be- schwerdeführerin weiter – unter diesen Umständen (keine Dringlichkeit, zeitliche Schwierigkeit des Einholens der Instruktionen) das Fristerstreckungsgesuch bis 4. Mai 2009 bewilligt, denn dies hätte aufgrund der genannten kalendarischen Kons- tellation für den weiteren Verfahrensablauf praktisch keinen Unterschied gemacht; der Beschwerdeführerin wären damit aber zusätzlich vier Tage zur Verfügung ge- standen. Es sei offensichtlich, dass der Abgelehnte keinen anderen Grund für die - 8 - bloss teilweise Gutheissung des Fristerstreckungsgesuches haben konnte, als die Beschwerdeführerin zu schikanieren. Es ist einzuräumen, dass im Ergebnis das Vorgehen des Einzelrichters aus Sicht der Beschwerdeführerin geeignet war, einen gewissen Unmut auszulösen. In der Tat hätte die beantragte Erstreckung der Frist bis 4. Mai 2009 insofern für das Gericht praktisch nichts geändert, als die entsprechende Eingabe (ER act. 56) statt am 4. am 5. Mai 2009 ei ngegangen wäre, während umgekehrt für die Beschwerdeführerin bzw. deren Anwältin damit eine Verlängerung der Frist um vier Tage verbunden gewesen wäre. Es handelt sich um ein Vorkommnis, das zwar für sich allein betrachtet nicht als geeignet erscheint, den Anschein von Be- fangenheit zu begründen, dem aber in der Gesamt würdigung Beachtung zu schenken sein wird. 5. Die Beschwerdeführerin nahm sodann die Verfügung des Einzelrichters vom 15. April 2009 (ER act. 48 = VK act. 2/2) bzw. die ihr zugrundeliegende Be- fragung der Kinder sowie die Zustellungsweise dieser Verfügung zum Anlass für ihr Ablehnungsbegehren. 5.1a) Der genannten Verfügung lag eine vom abgelehnten Richter durchge- führte Anhörung der beiden Kinder A. und B. vom 8. April 2009 zugrunde. Das entsprechende Protokoll wurde den Partei en auf ausdrücklichen Wunsch der Kin- der nicht zugänglich gemacht. Die Besch werdeführerin macht zusammengefasst geltend, aufgrund des aggressiven Verhal tens der beiden Mädchen nach der An- hörung ihr gegenüber sei nicht auszuschliessen, dass der Richter sich bei dieser Anhörung voreingenommen über die Beschw erdeführerin geäussert habe. So- dann habe B. erklärt, sie habe den betreffenden Entscheid gemäss Absprache di- rekt vom Richter erhalten, dessen Idee es gewesen sei, ihnen den Entscheid in die Schule zu senden. b) Dazu hält die Vorinstanz fest (Beschluss S. 4 f.), der Abgelehnte habe keine Stellung genommen und einzig auf die Protokolle der früheren Kinderanhö- rung im Scheidungsprozess sowie auf die neuerliche Kinderanhörung im Abände- rungsprozess verwiesen. Dem Wunsch der Kinder nach Vertrauensschutz sei - 9 - Rechnung zu tragen; immerhin könne fe stgehalten werden, dass sich für die Schlussfolgerungen der Beschwerdeführerin weder im Protokoll der Kinderanhö- rung noch in den übrigen Akte n Anhaltspunkte finden li essen. Auch seien die Probleme in der Schule bekannt gewesen, weshalb eine Kooperation als unbe- denklich erscheine. 5.2 Was die Beschwerdeführerin hinsic htlich der Kinderanhörung vom 8. April 2009 vorbringt (Beschwerde S. 11 ff.) , ist nicht geeignet, einen Ablehnungs- grund zu belegen. Eine Durchsicht des Protokolls belegt den Vorwurf, der abge- lehnte Richter habe sich bei dieser Anhörung voreingenommen verhalten, nicht. Insoweit ist auch die Folgerung der Vorinstanz nicht zu beanstanden. 5.3a) Zur Zustellungsweise der Verfügung vom 15. April 2009 macht die Be- schwerdeführerin geltend, die heimliche Absprache des Richters mit den Kindern über die Zustellung der Verfügung ohne In formation der anderen Parteien und insbesondere ohne Information der Proze ssbeiständin der Ki nder und der sorge- berechtigten Beschwerdeführ erin bestätige den Anschein der Befangenheit, wo- mit sich jedoch die Vorinstanz nicht näher auseinandersetze (Beschwerde S. 13). Das Vorgehen bei der Zustellung der Verfügung an die Kinder lasse keinen ande- ren Schluss zu, als dass der Abgelehnt e die Beschwerdeführ erin gezielt habe umgehen wollen, weil er ihr gegenüber voreingenommen sei und angenommen habe, sie werde den Kindern den Entscheid über die Frage des Besuchsrechts vorenthalten. Die Beschwerdeführerin weist weiter darauf hin, dass die Kinder im Abände- rungsverfahren Parteistellung und eine Prozessbeiständin in der Person einer An- wältin hätten. Gemäss den gesetzlichen Bestimmungen habe die Mitteilung von Entscheiden an anwaltlich vertretene Partei en an den Anwalt zu erfolgen; die di- rekte Zustellung widerspreche dem zü rcherischen Gerichtsgebrauch. Zudem wür- den nach zürcherischer Praxis in famili enrechtlichen Prozessen schriftliche Ent- scheide allein dem Parteivertreter zuges tellt. In Kenntnis dieser Bestimmungen habe der abgelehnte Richter – offenbar nach geheimer Absprache mit den Kin- dern – den in Frage stehenden Entscheid nebst der Prozessbeiständin zusätzlich den Kindern direkt zugestellt, wozu kein objektiver Anlass bestanden habe. - 10 - b) Aufgrund der Akten ergibt sich (in Übereinstimmung mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin), dass die Ve rfügung vom 15. April 2009 nebst den Rechtsvertretern der Parteien und der Pr ozessbeiständin der Kinder (ER act. 49) auch den Kindern persönlich in die Schule zugestellt worden war (vgl. OG [Re- kursbeilage] 5/6). Ob im vorliegenden Verfahren den Kindern Parteistellung oder parteiähnliche Stellung (im Sinne von Verfahrensbeteiligten) zukommt (vgl. SCHWENZER [Hsrg.], FamKomm Scheidung, N 7 zu Art. 134 mit Art. 315a/b ZGB), kann hier mangels Relevanz off en bleiben. Es ist jedenfa lls nicht ersichtlich, in- wiefern die Direktzustellung an die be iden Töchter Ausdruck von Befangenheit des Richters gegenüber der Beschwerdeführeri n sein sollte. Ein allfälliges Vor- enthalten dieses Entscheides durch die Beschwerdeführerin gegenüber den Kin- dern konnte von vornherein kein Thema se in, weil der Entscheid auch der Pro- zessbeiständin der Kinder zugestellt wu rde und diese somit ohnehin Kenntnis da- von erlangt hätten. In au sstandsrechtlicher Hinsicht is t das Vorgehen somit ohne Bedeutung; im Übrigen ist festzuhalten, dass die direkte Zustellung eines Ent- scheides an eine anwaltlich vertretene Partei keineswegs untersagt ist, sondern in der Regel lediglich keine rechtliche Wirkun g entfaltet, insbesondere keine Fristen auslöst (H AUSER/SCHWERI, Kommentar zum zürcherischen Gerichtsverfassungs- gesetz, Zürich 2002, § 187 N 5). 5.4 Die Beschwerdeführerin beanst andet in diesem Zusammenhang (Be- schwerde S. 15 f.) auch die Feststellung der Vorinstanz, wonach die Kooperation des Abgelehnten mit der Schule unbedenklich erscheine, weil die Probleme dort bekannt gewesen seien. Zur Begründung führ t sie aus, dass der Prorektor der Schule sich bereits zuvor gegen eine Instru mentalisierung der Schule im Rahmen dieses Verfahrens zur Wehr gesetzt habe und nicht zur Entgegennahme von Ge- richtsurkunden bevollmächtigt gewesen sei. Vor allem erscheine das Vorgehen aber unter dem Aspekt der strafrechtlichen Bestimmungen über das Amtsgeheim- nis problematisch. Zwar sei den betre ffenden Lehrern bekannt gewesen, dass ein Verfahren betreffend Abänderung des Schei dungsurteils hängig war; dies bedeu- te aber nicht, dass sie im Detail über den Verfahrensstand und über den Erlass konkreter Verfügungen informiert gewesen wären. Es sei nicht auszuschliessen, dass die juristische Sekretärin bzw. der Abgelehnte dem Prorektor auch Details - 11 - zum Verfahrensstand und zum Inhalt des Kuverts preisgegeben hätten. In diesem Zusammenhang wird auch gerügt, dass sich den Akten nichts über den Inhalt ei- nes Telefongesprächs zwisch en dem Prorektor der Schule und der juristischen Sekretärin des Einzelrichters entnehmen lasse. Dadurch, dass die Vorinstanz in diesem Vorgehen keinen Abl ehnungsgrund erblickte, habe sie wiederum einen wesentlichen Verfahrensgrund verletzt. Das vom Einzelrichter gewählte Vo rgehen bei der Zustellung der Verfügung über die Schulleitung an die beiden Kinder mag angesichts der Tatsache, dass die Schule nach den eigenen Vorbringen der Beschwerdeführerin über das Ver- fahren als solches informiert war, vertre tbar erscheinen; eine Gefahr der Verlet- zung des Amtsgeheimnisses (bezüglich des konkreten Inhalts der Verfügung) be- stand zufolge der Übergabe in einem Kuvert wohl nicht. Immerhin erscheint ein solches Vorgehen aber als ungewöhnlich, und es ist auch hier ein Unbehagen aus Sicht der Beschwerdeführerin durchaus nachvollziehbar, zumal – wie bereits erwähnt – die Verfügung den Kindern ohnehin über deren Rechtsbeiständin zuge- leitet worden wäre. Auch hier wird im Rahmen der Gesamt würdigung eine ab- schliessende Würdigung vorzunehmen sein. 6.1 Mit Schreiben vom 6. April 2009 (E R act. 38, als "vertraulich" gekenn- zeichnet) liess der Beschwerdegegner dem Einzelrichter eine Art "Checkliste" für die Kinderanhörung zukommen, worin er insgesamt über 40 Fragen auflistete, die der Richter den Kindern st ellen sollte. Die Beschwe rdeführerin beanstandete in diesem Zusammenhang, dass das Schreib en vom Abgelehnten zu den Akten ge- nommen worden sei, ohne sie darüber in Kenntnis zu setzen. Nachträglich habe sie die Fragen gemäss "Checkliste" den Kin dern vorgelegt mit der Bitte, diejeni- gen Fragen anzukreuzen, die ihnen anläss lich der Anhörung gestellt worden sei- en, was diese getan hätten. Somit sei erst ellt, dass der Abgele hnte sich bei der Anhörung der vom Beschwerdegegner vorber eiteten Checkliste bedient habe, wogegen die Beschwerdeführerin keine Möglichkeit gehabt habe, eigene Fragen vorzubereiten oder sich auch nur zum Resultat der Kinderanhörung zu äussern. Die Vorinstanz ging auf diese Vorbri ngen, soweit damit eine Gehörsverlet- zung geltend gemacht wurde, im Hinblick auf die Mög lichkeit der Heilung des - 12 - Mangels im Rekursverfahren ni cht näher ein. Weiter hielt sie fest (Beschluss S. 5/6), zwar habe der Beschwerdegegner dem Einzelrichter ein vertrauliches Me- morandum mit zahlreichen Fragen an die Ki nder gesandt; es seien aber – auch aus dem Protokoll der Anhörung – keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Abgelehnte tatsächlich Fragen aus dieser Liste vorgelegt habe oder sich sonstwie dadurch habe beeinflussen lassen. Auch das nachträgliche Ankreuzen von Fra- gen durch die Kinder bilde keinen Beweis da für; es sei durchaus möglich, dass er ohnehin Fragen in dieser Art und Weise hab e stellen wollen. Der Beschwerdefüh- rerin sei aber immerhin beizupflichten, da ss es, um Vorwürfe der Beeinflussung gar nicht entstehen zu lassen, angebrachter gewesen wäre, dieses vertrauliche Memorandum entweder dem Beschwerdeg egner zurückzusenden oder aber der Beschwerdeführerin davon Kenntnis zu geben. 6.2 Die Beschwerdeführerin hält daran fest (Beschwerde S. 17 f.), dass der Abgelehnte insbesondere dadurch, dass er das genannte Memorandum mit Fra- geliste zu den Akten genommen und die Beschwerdeführerin nicht darüber in Kenntnis gesetzt habe, der Anschein von Befangenheit erweckt habe. Hinsichtlich der Stellung von Fragen wi sse man zwar in der Tat nicht, ob der Abgelehnte die von den Kindern angekreuzten Fragen schon von sich aus gestellt hätte, was aber angesichts des vorangehe nden Vorgehens irrelevant sei. Indem die Vorin- stanz selber einräume, dass der Abgel ehnte das Memorandum entweder hätte zurücksenden oder aber die Beschwerdeführerin darüber informieren sollen, an- erkenne sie, dass der Verdacht der Beschwerdeführerin nachvollziehbar sei. 6.3 Man kann sich ernstlich fragen, ob der Beschwerdegegner mit seiner an den Einzelrichter gerichteten "vertraulichen" Eingabe vom 6. April 2009 zumindest in die Nähe des in § 129 GVG verankerten Verbots des Berichtens, welches in unmittelbarem Zusammenhang mit der Garantie der richterlichen Unparteilichkeit steht (vgl. A LFRED TEMPERLI, Vom Verbot des Bericht ens, in: Rechtsschutz, FS Guido von Castelberg, Zürich 1997, S. 245 ff.), geriet oder sogar die Grenze dazu überschritt. Indem er im Hinblick auf die Kinderanhörung unaufgefordert einen Fragenkatalog einreichte und seine Eingabe gleichzeitig als "vertraulich" kenn- zeichnete, konnte j edenfalls der Eindruck entstehen, er versuche den Richter - 13 - ausserhalb des durch die Verfahrensordnung gezogenen Rahmens zu beeinflus- sen und lege Wert darauf, dass die Gegenseite davon keine Kenntnis erlange. Grundsätzlich gilt, dass eine Zuwi derhandlung eines Richters gegen das Verbot des Berichtens (also die Berichtannahme) den Ansc hein von Befangenheit zu begründen vermag (vgl. H AUSER/SCHWERI, a.a.O., § 96 N 37). Selbst wenn im vorliegenden Fall noch nicht von einem eigentlichen (vollendeten) Berichten im Sinne von § 129 GVG ausgega ngen wird, weil die in Frage stehende Eingabe immerhin in den Akten aufscheint, hätte – wie auch die Vorinstanz ausführt – zur Vermeidung jeglichen Verdachts der Beeinflussung für den Abgelehnten Anlass bestanden, die Beschwerdeführerin darüber sofort in Kenntnis zu setzen. Gerade in diesem Zusammenhang kann denn auch schon ein geringfügiger Anlass geeig- net sein, den Anschein von Befangenheit zu erwecken (ZR 96 Nr. 8 und dazu TEMPERLI, a.a.O., S. 256). Letztlich kann offen bleiben, ob das Verhalten des Abgelehnten in diesem Zusammenhang schon für sich allein ei nen Ausstandsgrund (im Sinne des An- scheins von Befangenheit) zu begründen ve rmag. Wie sich aus dem Nachfolgen- den (Ziff. 10) ergibt, führt jedenfalls die gebotene Gesamtbetrachtung zur Beja- hung eines solchen. 7.1 Ein weiterer Punkt des Ablehnungsbegehrens betrifft die Formulierung der Fragen an die im Hauptve rfahren bestellte Gutachterin. Danach habe der Ab- gelehnte die Fragen so formuliert, als wäre die Beschwerdeführerin nicht bereits Inhaberin der alleinigen elterlichen Sor ge; weiter habe er in der betreffenden Ver- fügung unzutreffend festgehal ten, dass beide Parteien nunmehr die elterliche Sorge beantragt hätten, obschon die Beschwerdeführerin diese gemäss vorange- hendem Scheidungsurteil bereits innehatte. Die Vorinstanz erwog dazu (Beschluss S. 7), zwar sei in den entsprechen- den Verfügungen unpräzise davon die Rede, beide Parteien hätten das Sorge- recht beantragt, während gemäss rechtskr äftigem Scheidungsurteil das Sorge- recht nach wie vor der Beschwerdeführer in zustehe und sie somit bloss die Ab- weisung des Änderungsantr ags beantrage. Aus dieser Ungenauigkeit könne je-- 14 - doch nicht auf Voreingenommenheit geschlossen werden. Ebenso wenig ergebe sich eine solche aus der Fragestellung an die Gutachterin, wo die Fragen neutral abgefasst seien. Schliesslich – so die Vorinstanz – werde die Gutachterin anhand sämtlicher ihr zugestellten Verfahrensakte n selbst festgestellt haben, dass die Beschwerdeführerin bereits Inhaberin der elterlichen Sorge sei und dass vom Be- schwerdegegner eine Abänderung beantragt werde. 7.2 Auch in diesem Zusammenhang ist die Beschwerdeführerin der Auffas- sung (Beschwerde S. 19 f.), die Formulie rung der Fragen wie auch die Formulie- rung in der Verfügung vom 6. Mai 2009, mit welcher die Gutachterin bestellt wur- de, bringe zum Ausdruck, dass der Abgelehnte davon ausgehe, beide Parteien beantragten die Zuweisung der elterliche n Sorge, was Ausdruck von Befangen- heit gegenüber der Beschwerdeführerin sei, welche ja bereits Inhaberin der elter- lichen Sorge sei. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz handle sich dabei nicht um eine blosse (redaktionelle) Ungenauigkeit ohne Relevanz; Fehler und unsorg- fältige Prozessführung seien unter dem Aspekt der Ab lehnung wegen Befangen- heit auch relevant, wenn ein Richter gegenüber einer bestimmten Partei offen- sichtlich nicht das sonst übliche Mass an Sorgfalt aufwende. Es erübrigt sich, im Einzelnen auf die weiteren diesbezüglichen Parteivor- bringen einzugehen. Auch hier ist festz uhalten, dass zwar eine ungenaue Formu- lierung einer Frage an die Sachverständige in der Regel nicht genügt, um den An- schein von Befangenheit zu begründen; in Kombination mit weiteren Vorkommnis- sen ist aber auch diesem Umstand besondere Beachtung zu schenken. 8. Mit der Verfügung vom 15. April 2009 wurde das einstweilige Besuchs- und Kontaktrecht des Beschwerdegegners in einer Weise geregelt, die über des- sen Anträge hinausgeht. Auch darin er blickte die Beschwerdeführerin den Aus- druck unzulässiger Bevorzugung des Beschwerdegegners und damit von Befan- genheit. Die Vorinstanz eracht ete die Frage, ob es zulässig sei, im Interesse des Kindeswohls über die Parteianträge hinaus zugehen, als "appellat orische" Kritik und im Rahmen des Rekursverfahrens zu entscheiden, was auch für den Vorwurf mangelhafter Begründung gelte; jedenfalls könne daraus nicht auf eine Bevorzu- gung der Gegenseite geschlossen werden (Beschluss S. 7). - 15 - Die Beschwerdeführerin anerkennt (Besch werde S. 21 f.), dass der Richter im Rahmen der Offizialmaxime in Kind essachen nicht an die Parteianträge ge- bunden ist, macht aber geltend, in diesem Fa ll habe er zumindest zu begründen, weshalb er so vorgehe. Letzt eres trifft zu; der Einzelrichter ist aber offenbar nach § 158 Abs. 1 Satz 1 GVG vorgegangen und hat zunächst eine unbegründete Ver- fügung erlassen. Entsprechend hat er in Di spositiv-Ziff. 10 seiner Verfügung Frist angesetzt, um eine Begründung zu verlangen. Dieses Vorgehen ist nicht zu be- anstanden. 9. Ob schliesslich, was die Beschwerdeführerin geltend macht (Beschwerde S. 22 f.) und die Vorinstanz verneint hat (Beschluss S. 8) , aus der Begründung der Ablehnung des von der Kinderbeiständin beantragt en Mediationsverfahrens durch den Einzelrichter der Anschein von Voreingenommenhei t herausgelesen werden kann, kann hier mangels Erheblichkeit offen gelassen werden. 10. Im Sinne des Ausgeführten sind im Sinne der gebotenen Gesamtwürdi- gung folgende Vorkommnisse zu rekapitulieren, die sich im Ergebnis zulasten der Beschwerdeführerin auswirkten bzw. bei dieser den Eindruck entstehen lassen konnten, der Einzelrichter lasse sich zu ihrem Nachteil von sachfremden Erwä- gungen leiten:  bloss teilweise Fristerstreckung (Erw. 4.3);  Zustellung der Verfügung vom 15. Apr il 2009 an die Kinder über nicht in die Sache involvierte Schulverantwortliche (Erw. 5.4);  Entgegennahme der vom Beschwerdegegner als vertraulich bezeichneten "Checkliste" ohne gleichzeitige Avisierung der Beschwerdeführerin über den Eingang dieses Schreibens (Erw. 6.3);  ungenaue Formulierung der Verfügunge n im Zusammenhang mit der Gut- achterin (Erw. 7.2). Aus dieser Häufung von Vorkommniss en, bei welcher die unkommentierte bzw. der Beschwerdeführerin nicht avisierte Entgegennahme der "Checkliste" des - 16 - Beschwerdegegners im Hinblick auf die Ki nderanhörung am schwersten ins Ge- wicht fällt, ergibt sich im Rahmen einer gesamthaften Beurteilung, dass aus Sicht der Beschwerdeführerin mit Bezug auf den abgelehnten Einzelrichter in objektiv nachvollziehbarer Weise der Anschein von Befangenheit entstehen konnte. Inso- weit ist der Ablehnungsgrund des Anscheins von Befangenheit im Sinne von § 96 Ziff. 4 GVG bzw. Art. 30 Abs. 1 BV gegebe n. In Gutheissung der Beschwerde ist daher der angefochtene Entscheid gestützt auf § 281 Ziff. 1 ZPO ZH aufzuheben. 11. Die Sache ist spruchreif. Das Au sstandsbegehren ist im Sinne vorste- hender Erwägungen gutzuheissen und es ist fest zustellen, dass Bezirksrichter Z. im vorliegenden Verfahren der Parteien den Ausstand zu beachten hat. 12. Ausgangsgemäss sind die Kosten bei der Instanzen auf die Gerichtskas- se zu nehmen, nachdem sich der Be schwerdegegner am Ablehnungsverfahren nicht beteiligt hat. Mangels gesetzlicher Grundlage kann der Beschwerdeführerin weder für das Verfahren vor Verwaltungskommission noch für das Beschwerdeverfahren eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zugesprochen werden. Das Gericht beschliesst: 1. In Gutheissung der Nichtigkeitsbeschwerde wird der Beschluss der Verwal- tungskommission des Obergerichts des K antons Zürich vom 3. November 2009 aufgehoben. 2. In Gutheissung des Ablehnungsbegehr ens wird festgestellt, dass Bezirks- richter Z. im vorliegenden Verfahren der Parteien den Ausstand zu beachten hat. 3. Die Kosten des Verfahr ens vor Obergericht und des Kassationsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen. - 17 - 4. Es wird keine Prozessentschädigung ausgerichtet. 5. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gem äss Art. 72 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 6. Schriftliche Mitteilung an die Part eien, an die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich sowie an das Bezirksgericht Meilen, Be- zirksrichter Z. (Proz.- Nr. FP090002), je gegen Empfangsschein. ______________________________________ KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der Generalsekretär: