Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. Januar 2012 (720 11 252 / 03) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Ausserordentliche Methode der Invaliditätsbemessung Besetzung Präsidentin Eva Meuli Ziegler, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advoka- tin, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1963 geborene A.____ ist selbständiger Autolacki erer und betrieb seit 1999 zu- sammen mit seiner Ehefrau die Einzelfirma B.____ mit Sitz in D.____. Seit 2003 wird das Ge- schäft als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) g eführt, deren mehrheitlich beteiligter Gesellschafter und Geschäftsführer der Versicherte ist. A m 17. Oktober 2006 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit dem Hinweis auf eine Diskushernie und eine Polyneuropathie für berufliche M assnahmen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 30. Juli 2007 den Abschluss der beruflichen Massnahmen mit und wies mit Verfügung vom 6. Juni 2011 in Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode g estützt auf einen IV-Grad von 17 % dessen Leistungsbegehren ab. Seite 2 B. Mit Eingabe vom 11. Juli 2011 erhob der Versicherte , vertreten durch Raffaella Biaggi, Advokatin, Beschwerde und beantragte, es sei ihm in Auf hebung der Verfügung vom 6. Juni 2011 die gesetzliche IV-Rente auszurichten. Zur Begründun g wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass aus medizinisch-theoretischer Sicht von einer hälftigen Arbeitsfähigkeit auszu- gehen sei, was auch den aktuellsten medizinischen Unterla gen entspreche. Der vorgenomme- ne Betätigungsvergleich werde grundsätzlich nicht beanstandet, obschon er vor mittlerweile drei Jahren erstellt worden sei und daher nicht geeignet sei , die erwerbliche Situation im massge- benden Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu dokumentieren. Der Betätigungsvergleich sei aber nicht korrekt erstellt worden. Im Zeitpunkt der Ab klärung der massgebenden Verhältnisse habe der Versicherte bereits nur noch im Umfang von 50% gearbeitet, was von der IV-Stelle bei der Erstellung des Abklärungsberichts unberücksichtigt gebl ieben sei. Obschon der fragliche Abklärungsbericht unterschrieben worden sei, hätte die IV -Stelle bemerken müssen, dass nicht von einem vollen Arbeitspensum hätte ausgegangen werde n dürfen und der Versicherte insbe- sondere die Tätigkeitskategorie der Lackierarbeiten nur noch im Umfang von 24,5% statt der angegebenen 49% zu absolvieren in der Lage sei. Dessen Darstellung, wonach er noch im Um- fang von 49% seines ausgeübten Pensums von 50% - somit in sgesamt 24,5% - als Lackierer arbeiten könne, entspreche denn auch den schlüssigen Beur teilungen einer medizinisch- theoretischen Arbeitsfähigkeit von insgesamt noch 50% sowie seinem Einkommen, welches er als Invalider erziele. C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 20. Juli 2011 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertrete- rin bewilligt. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 12. September 2011 auf Abwei- sung der Beschwerde. Zutreffend sei, dass sich die somat ische Situation des Beschwerdefüh- rers seit der gutachterlichen Beurteilung im November 2 007 mittlerweile insofern verschlechtert habe, als in der angestammten Tätigkeit als Garagist vo n einer noch hälftigen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Einschränkungen bestünden insbesondere be im Heben von schweren Ge- genständen. Inwiefern der Beschwerdeführer in anderen Bereichen gesundheitlich beeinträch- tigt sei, werde in der Beschwerde nicht dargelegt. In d en übrigen, körperlich nicht belastenden Bereichen sei die Ausübung der anfallenden Arbeiten hingegen im bisher ausgeübten Rahmen nach wie vor möglich und zumutbar. Demzufolge sei von de n Angaben des Versicherten im fraglichen Abklärungsbericht auszugehen. Zuzugestehen sei einzig, dass die Gewichtung im Bereich des Einkaufs und des Lagers sowohl ohne als auch mit Behinderung jeweils 8% betra- ge. Insgesamt resultiere deshalb ein IV-Grad von 35%, w eshalb kein Anspruch auf eine IV- Rente bestehe. D. Mit Replik vom 17. Oktober 2011 hielt der Beschwerd eführer an seiner Beschwerde fest. Unbestritten sei, dass seine Arbeits- und Erwerbsfähigkeit in seiner seit 1996 und nicht etwa seit 2003 ausgeübten Tätigkeit als selbständig Erwerbstä tiger zu ermitteln sei. Nicht strittig sei auch, dass dies mittels Betätigungsvergleichs zu erfolge n habe. Er halte jedoch an der Auffas- sung fest, dass der von der IV-Stelle vorgenommene Betätigungsvergleich zu korrigieren sei, da dieser auf falschen Annahmen beruhe. So hätten sich sein e Angaben im Abklärungsbericht auf ein bereits aus gesundheitlichen Gründen reduziertes P ensum von 50% bezogen. Seine Ar- beitsunfähigkeit wirke sich nur bei den Lackierarbeiten a us, dort aber viel höher als von der IV- Stelle angenommen worden sei, nämlich 50% auf 100% p lus die von der IV-Stelle ermittelte Einschränkung bezogen auf das tatsächlich gearbeitete hä lftige Arbeitspensum. Es sei jeden- Seite 3 falls unzulässig, die ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit e infach auf den Betätigungsvergleich an- zuwenden. Die ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und der Betätigungsvergleich dürften nicht miteinander vermischt werden. Schliesslich sei festzuhalten, dass sich die gesundheitliche Situation zugespitzt habe, die Arbeitsunfähigkeit aber mit Ausnahme des rheumatologischen Gutachters bereits früher stets mit 50% eingeschätzt worden sei. E. Mit Duplik vom 24. Oktober 2011 hielt die IV-Stell e an der Abweisung der Beschwerde fest. Die im Abklärungsbericht vom 23. April 2008 gem achten Ausführungen würden nicht er- lauben, die Angaben des Beschwerdeführers lediglich auf ein Arbeitspensum von 50% zu be- ziehen. Gehe man von einer Verschlechterung der somatische n Verhältnisse aus, so ergebe die entsprechende Korrektur einen IV-Grad von 35%. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG kann gegen Verfügu ngen der kantonalen IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle innerhalb von 30 Ta- gen Beschwerde erhoben werden. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezem ber 1993 ist vorliegend das Kantonsgericht örtlich und sachlich zuständig. Auf die fo rm- und fristgerecht eingereichte Be- schwerde ist somit einzutreten. 2. Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Inval idenversicherung vom 19. Juni 1959 ( IVG) hat die versicherte Person Anspruch auf e ine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wen n sie mindestens zu 40 % invalid ist. Als Invalidität, welche Folge von Geburtsgebrechen, Kra nkheit oder Unfall sein kann, gilt die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ga nze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). 3.1 Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des I nvaliditätsgrades einer erwerbstäti- gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das diese n ach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali- deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen , das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). B ei der Ermittlung des für die Bestim- mung des Invaliditätsgrades massgebenden hypothetischen E inkommens ohne Gesundheits- schaden (Valideneinkommen) ist entscheidend, was der Ver sicherte im massgebenden Zeit- punkt des Rentenbeginns (vgl. Urteil D. des EVG vom 30. O ktober 2002, I 517/02, E. 1.2) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdient hät- te. Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der W eise zu erfolgen, dass die beiden hypo- thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen- übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdiff erenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; v gl. BGE 104 V 136). Die Einkom- Seite 4 mensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den der Versicherte erzielt hat, auszugehen ist (vgl. ZAK 1990 S. 519 E. 3c). 3.2 Namentlich bei Selbständigerwerbenden kann sich eine zuverlässige Ermittlung der bei- den hypothetischen Vergleichseinkommen als schwierig oder unmöglich erweisen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverl ässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die Methode für Nichterwerbstätige ei n Betätigungsvergleich anzustellen (vgl. dazu Art. 5 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 ATSG; vgl. dazu U ELI KIESER , a.a.O. N 13 ff. und N 20 zu Art. 8), und der Invaliditätsgrad ist nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten er werblichen Situation zu bestimmen. Zu- nächst ist anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbed ingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche A uswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsve rmögen eines Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbse inbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 137 E. 2c; AHI-Praxis 1998 S. 120 E. 1a; Kreisschreiben über Invalid ität und Hilflosigkeit in der Invaliden- versicherung [KSIH] Rz. 3112 ff.). Eine gesetzliche Regelung, welche Bemessungsmethode bei selbständig Erwerbenden anzuwenden ist, gibt es nicht. W elche Methode Anwendung findet, hängt somit in erster Linie davon ab, ob sich die hypot hetischen Erwerbseinkommen zuverläs- sig schätzen lassen (allgemeine Methode) oder nicht (ausse rordentliche Methode). Anzufügen ist in diesem Zusammenhang, dass den Verwaltungsbehörde n bezüglich der Auswahl der Me- thode ein gewisser Ermessensspielraum zusteht, in den das Gericht nicht ohne Not eingreift. 3.3 Die Gegenüberstellung der vor und nach Eintritt ei nes invalidenversicherungsrechtlichen Versicherungsfalls in einem Gewerbebetrieb realisierten Geschäftsergebnisse lässt zuverlässi- ge Schlüsse auf die invaliditätsbedingte Erwerbeinbusse nach Massgabe des allgemeinen Ein- kommensvergleichs nur dort zu, wo mit überwiegender Wahr scheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass die Betriebsergebnisse durch invalidit ätsfremde Faktoren beeinflusst wor- den sind. Die Bemessung des Invalideneinkommens eines Sel bstständigerwerbenden nach Massgabe der erzielten Betriebsergebnisse kann daher nu r zu einem rechtskonformen Ein- kommensvergleich führen, wenn hiefür invaliditätsfremd e Faktoren konsequent ausgesondert werden können. Abweichend von der AHV-Beitragsbemessung sind demnach invaliditätsfrem- de Aufwendungen und Erträge bei der Ermittlung der Vergleichseinkommen aufzurechnen oder auszuscheiden, soweit sie aus den vorgelegten Bilanzen ersic htlich sind oder anhand der Buchhaltungsunterlagen nachgewiesen werden können. Zu diesen ausserordentlichen (nicht im Zusammenhang mit der Behinderung stehenden) Erträgen gehören beispielsweise der Abbau des Warenlagers oder die Auflösung von stillen Reserven. Für den invalidenversicherungsrecht- lichen Einkommensvergleich unbeachtliche Aufwendungen st ellen sodann Unterhalts- und Re- paraturarbeiten, Rückstellungen und Abschreibungen dar (vgl. SVR 1999 IV Nr. 24 S. 73 E. 4b). Schliesslich sind für die jeweiligen Geschäftsergebnisse e ines Betriebs häufig schwer über- blickbare Komponenten wie etwa die Konjunkturlage, die Konkurrenzsituation, der kompensato- rische Einsatz von Familienangehörigen, Unternehmensbet eiligten oder Mitarbeitern von Be- deutung. Eine verlässliche Ausscheidung der auf solche inva liditätsfremde Faktoren zurückzu- führenden Einkommensanteile einerseits und der auf dem eigenen Leistungsvermögen des Versicherten beruhenden Einkommensschöpfung andererseits ist in solchen Fällen in der Regel Seite 5 auf Grund der Buchhaltungsunterlagen nicht möglich (vgl . AHI-1998 S. 254 E. 4a; BGE 104 V 137 E. 2). 3.4 Im vorliegenden Fall ergeben sich die Einkommensverhä ltnisse zunächst aus den ein- gereichten Geschäftsabschlüssen der Jahre 2007 bis 2009. Da bei ist zu berücksichtigen, dass diese Geschäftsabschlüsse für die Bestimmung des IV-Grads zwa r durchaus um gewisse aus- serordentliche Faktoren, beispielsweise um die Unterhalt s- und Reparaturarbeiten sowie die Abschreibungen (vgl. Erfolgsrechnungen der B.____ GmbH per 2007, 2008 und 2009, IV-Akt Nr. 26, 36 sowie 62), korrigiert werden können. Denno ch bieten sie keine verlässliche Grundla- ge für die Ermittlung des massgebenden Invalideneinkom mens. Zwischen den Parteien un- bestritten und in tatsächlicher Hinsicht erstellt ist, d ass sich die betriebswirtschaftlichen Verän- derungen unter anderem massgebend mit saisonal bedingten Witterungsverhältnissen erklären, die den Betriebsgang während den Wintermonaten massgeb end negativ beeinflusst hatten. So waren nach den eigenen Aussagen des Versicherten die Win termonate teilweise sehr schlecht, da es weniger Schnee und Eis gab und somit viel weniger Carrosserieschäden entstanden sind (vgl. Abklärungsbericht vom 21. September 2009, zuvor ber eits Abklärungsbericht vom 20. Au- gust 2008). Dieser belastende Geschäftsgang ist jedoch offensichtlich auf invaliditätsfremde Gründen zurückzuführen. Witterungsbedingte Einflüsse kön nen jedoch nicht zuverlässig von einem durchschnittlichen Geschäftsgang abgegrenzt werden (vgl. Abklärungsbericht vom 5. Januar 2011). Zusätzlich fällt ins Gewicht, dass der im Geschäftsabschluss per 2008 gebuch- te Personalaufwand unter anderem Krankentaggelder des Versicherten von Dezember 2007 betrifft und transitorisch verbucht worden ist, was eine schlüssige Feststellung des massgeben- den Invalideneinkommens per 2008 zusätzlich erschwert. Davon abgesehen kann nach Art. 25 Abs. 1 Satz 1 IVV der von einem Selbständigerwerbend en erzielte Betriebsgewinn dem Vali- den- oder Invalideneinkommen nicht einfach gleichgesetzt werden. Laut dieser Bestimmung gelten (vorbehältlich der in Satz 2 lit. a-c erwähnten Ausnahmen) als Erwerbseinkommen im Sinne von Art. 28 Abs. 2 IVG die mutmasslichen jährlichen Erwerbseinkommen, von denen Bei- träge gemäss AHVG erhoben würden. Die damit vorgeschrie bene Parallelisierung der invali- denversicherungsrechtlich massgebenden hypothetischen Vergleichseinkommen mit dem AHV- rechtlich beitragspflichtigen Einkommen gebietet, für den Einkommensvergleich bei Selbststän- digerwerbenden die effektiv bezahlten persönlichen AHV /IV/EO-Beiträge zum Betriebsgewinn hinzuzuzählen (vgl. Art. 9 Abs. 2 lit. d Satz 2 AHVG) u nd davon den Zinsertrag auf dem im Be- trieb eingesetzten Eigenkapital abzuziehen (vgl. Art. 9 Abs. 2 lit. f AHVG; vgl. SVR 1999 IV Nr. 24 S. 73 Erw. 4b und c). Die diesen Vorgaben entsprechende, von invaliditätsfremden Faktoren unbeeinflusste betriebliche Leistung, wie sie der Beschwer deführer trotz seiner gesundheitli- chen Einschränkung erzielen könnte, lässt sich aufgrund der vorliegenden Umstände aber nicht mit genügender Genauigkeit ermitteln. Es erweist sich daher als sachgerecht, dass die IV-Stelle das ausserordentliche Bemessungsverfahren angewandt hat. 4.1 Um beim ausserordentlichen Bemessungsverfahren die e rforderliche erwerbliche Ge- wichtung der verschiedenen, bei einer selbstständigen Er werbstätigkeit anfallenden Betätigun- gen vornehmen zu können, ist deren wirtschaftlicher Wert i m Verhältnis zueinander festzustel- len und mit der Einschränkung im jeweiligen Tätigkeits bereich in Beziehung zu setzen. Aus- gangspunkt bildet die Festlegung der zeitlichen Anteile der Betätigungsfelder an der Gesamttä- tigkeit (vgl. BGE 128 V 32 Erw. 3b; AHI 1998 S. 123 E. 3). Bei der Geschäftsführung, welche teilinvalide Selbstständigerwerbende in der Regel wei terhin uneingeschränkt ausüben können, Seite 6 muss geprüft werden, welcher Wert ihr im Vergleich zu den übrigen, dem Versicherten nicht mehr oder nur noch reduziert zumutbaren Tätigkeiten zukommt. Dabei ist vom Grundsatz aus- zugehen, dass der Funktion als Geschäftsführer ein grössere s wirtschaftliches Gewicht zu- kommt als der übrigen branchenspezifischen Tätigkeit (vgl . BGE 128 V 33 E. 4b; AHV 1998 S. 123 f. E. 3). Da die Geschäftsführung keinen direkt en Ertrag abwirft, sondern Arbeiten um- fasst, die in der Regel unabhängig vom Geschäftsgang zu erledigen sind (Auftragsdisposition, Personalführung, Werbung, Kundenakquisition, etc.), kan n der Wert dieser Arbeit auch nicht aus den Betriebsergebnissen abgeleitet werden. Es sind hiefür statistische Werte heranzuzie- hen. 4.2 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, die IV-Stelle habe den Betätigungs- vergleich falsch vorgenommen und sei insbesondere im Hin blick auf die Tätigkeitskategorie der Lackierarbeiten von unrealistischen Verhältnissen ausgegan gen. Vorab ist deshalb auf die ihm noch zumutbare medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit und mithin auf die vorliegenden me- dizinischen Unterlagen von Relevanz einzugehen. 4.2.1 Mit rheumatologischem Gutachten vom 5. Novembe r 2007 diagnostizierte Dr. D.____, FMH Rheumatologie, mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkei t ein chronisches Lumbovertebral- syndrom mit einer Claudatio spinalis bei engem Spinalka nal und einer regredienten Fussheber- parese beidseits. Eine Leistungsminderung sei nachvollziehbar. Der Explorand arbeite zurzeit in seinem Betrieb täglich 9,5 Stunden. Sein Leistungspens um beziffere er jedoch mit 50%. Es sei sehr schwer, bei einem selbstständig Erwerbenden und e iner Ganztagespräsenz von 9,5 Stun- den die effektive Leistung zu eruieren. Es sei aber d avon auszugehen, dass eine höhere Leis- tung als 50% erbracht werde. Als Carrosseriefachmann k önne der Explorand seine Arbeit ein- und aufteilen und sich auf angepasste Tätigkeiten besc hränken. Insofern lasse sich eine Ar- beitsfähigkeit von lediglich 50% nur schwer begründen. Es scheine, dass die festgestellte Poly- neuropathie noch nicht sicher abgeklärt sei. Eine Ver laufskontrolle der Lendenwirbelsäule sei empfohlen worden, um den Zustand in drei Jahren defin itiv zu verifizieren. Die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf sei unter anderem aufgrund des aktuell erhobenen rheumatologischen und neurologischen Status mit 80% einzuschätzen. Der Exp lorand sei für leichte bis mittel- schwere Tätigkeiten, die ihn weniger als sein angestammt er Beruf belasten würden, vollum- fänglich arbeitsfähig. Eine Leistungsminderung entfalle in diesem Bereich. 4.2.2 Gemäss Arztbericht von Dr. E.____, Oberarzt am F._ ___, vom 21. Oktober 2010 klage der Patient seit Jahren über Rückenschmerzen. Die Beschwer den hätten sich im Herbst 2009 akzentuiert. Den anamnestischen Angaben zufolge sei der P atient nur noch zu 50% arbeitsfä- hig. Als Vorgesetzter einer Garage sei er einer erhöhten körperlichen Belastung ausgesetzt und müsse schwere Gegenstände heben, was er aber nicht mehr b ewerkstelligen könne. Mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine chronische L umbalgie sowie eine Spondylarthrose zu diagnostizieren. Der Patient sei als Vorgesetzter einer Garage körperlich eingeschränkt und insbesondere für das Heben von schweren Gegenständen und f ür Rumpfbeugen nur vermin- dert belastbar. Die schmerzbedingte Einschränkung wirke sich dahingehend aus, dass er die Arbeit nicht mehr in der gleichen Zeitdauer ausüben kö nne. Die bisherige Tätigkeit sei aus me- dizinischer Sicht weiterhin im bisher ausgeübten Zeitr ahmen zumutbar. Eine verminderte Leis- tungsfähigkeit bestehe dabei nicht. Dem entsprechenden Beiblatt zum Arztbericht ist zu ent- nehmen, dass eine schmerzbedingte Belastungseinschränkung mit Auftreten von lumbalen Seite 7 Schmerzen beim Heben von schweren Gegenständen insbesonder e über einen langen Zeit- raum hinweg bestehe. Die Erwerbstätigkeit sei im Rahm en einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit ge- geben. Weiterhin zumutbar seien unter dem Vorbehalt eines Hebe- und Traglimits von 10kg wechselbelastende Tätigkeiten bzw. alle Arbeiten, bei welchen ein Positionswechsel ausgeübt werde. Das Arbeitspensum in Stunden, die Gehstrecke sowi e das Arbeitstempo seien im Rah- men der bisherigen Erwerbstätigkeit weiterhin zumutb ar. Unter Berücksichtigung der gesund- heitlichen Einschränkungen seien in einer behinderungsa ngepassten Tätigkeit insbesondere auch rein sitzende und vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten weiterhin zumutbar. Das Heben und Tragen mit einer Belastung bis maximal 25kg sei mit einer verminderten zeitlichen Belastung ebenfalls weiterhin möglich. Ausschliesslich steh ende Tätigkeiten seien hingegen nicht mehr zumutbar. 4.2.3 Gemäss Arztbericht von Dr. G.____, FMH Allgemeine Medizin, vom 9. März 2011 betra- ge die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit seit dem 1. Januar 2006 und aktuell weiterhin 50%. Es bestehe eine Verminderung der körperlichen Le istungsfähigkeit. Gemäss Beiblatt zum Arztbericht wirke sich die verminderte körperliche Belastbar keit auf die Arbeit des Versicherten vor allem beim Bücken und Heben aus. Die bisherige Erwe rbstätigkeit sei unter der Bedingung erleichterter Arbeiten und unter der Voraussetzung der Vermeidung von Heben und Ziehen wei- terhin zumutbar. Es werde eine Evaluation der funktion ellen Leistungsfähigkeit (EFL) empfoh- len. Allfällige Verweistätigkeiten seien aus hausärztlicher Sicht nicht beurteilbar. 4.3 Den vorliegenden medizinischen Unterlagen zufolge ist dem Beschwerdeführer zuzu- stimmen, dass sich dessen gesundheitliche Verfassung seit der Begutachtung durch Dr. E.____ mittlerweile verschlechtert hat und er aus gesundheitl ichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, vollumfänglich seiner Tätigkeit als Werkstattleiter nachzu gehen. Diese Tatsache wird denn zu Recht auch von der IV-Stelle nicht bestritten. Entgege n des vom Beschwerdeführer vertretenen Standpunkts beschlägt dessen Leistungsminderung jedoch nicht die gesamte Bandbreite seiner erwerblichen Tätigkeit, sondern beschränkt sich auf körp erlich belastende Lackierarbeiten. So ist just dem vom Beschwerdeführer eingereichten Arztbericht des behandelnden Orthopäden vom 21. Oktober 2010 zu entnehmen, dass der Versicherte in sbesondere beim Heben von schweren Gegenständen und bei Rumpf beugenden Bewegung en vermindert belastbar ist. Diese Aussage deckt sich mit den Angaben im Beiblatt zu di esem Arztbericht von Dr. E.____, wonach eine schmerzbedingte Belastungseinschränkung beim Heben von schweren Gegens- tänden insbesondere während eines längeren Zeitraums hinweg besteht. Die Tatsache, dass die Leistungseinschränkung des Beschwerdeführers mithin ger ade nicht auch körperlich wenig belastende und leichtere Tätigkeiten mit umfasst, erg ibt sich aber auch aus dem von der IV- Stelle nachträglich eingeholten und aktuellen Arztber icht des Hausarztes Dr. G.____ vom 9. März 2011. Gemäss dieser Beurteilung wirkt sich die ver minderte Belastbarkeit ebenfalls vor allem beim Bücken und Heben aus. Unter der Bedingung e rleichterter Arbeiten und unter der Voraussetzung der Vermeidung von Heben und Ziehen ist d em Versicherten seine bisherige Tätigkeit jedoch weiterhin im Umfang von 50% zumutba r (vgl. ebenso im Grundsatz bereits der Arztbericht von Dr. G.____ vom 5. November 2006). Auc h der Hausarzt erachtet den Be- schwerdeführer als selbstständigen Carrosseriefachmann somi t als nicht vollständig arbeitsun- fähig. Diese Schlussfolgerung resultiert nicht nur aus dem Umstand, dass Dr. G.____ in seinem Bericht keine Stellung zu einer medizinisch-theoretischen Verweistätigkeit abgibt, sondern seine Angaben ausschliesslich auf die bisher ausgeübte Tätigkei t bezieht. Eine weiterhin - jedenfalls Seite 8 teilweise - zumutbare Tätigkeit als Werkstattleiter resultiert ebenso aus dem Bericht des behan- delnden Orthopäden vom 21. Oktober 2010, wonach alle w echselbelastende Arbeiten weiterhin uneingeschränkt zumutbar sind, sofern dabei ein Hebe- und Traglimit von 10kg eingehalten und ein Positionswechsel ausgeübt wird. Selbst bei Gewichten bis zu 25kg ist der Beschwerdeführer weiterhin arbeitsfähig, wobei diesfalls von einer verm inderten zeitlichen Belastung im Umfang von 50% auszugehen ist (vgl. Beiblatt zum Arztbericht von Dr. E.____ vom 21. Oktober 2010). Diese kongruenten Beurteilungen erweisen sich als schlüssig, zumal der Hausarzt auch neuer- dings keine Verschlechterung der gesundheitlichen Verh ältnisse erheben konnte. Mit Ausnah- me der prozentual dazumal noch abweichenden Einschätzun g der verbleibenden Arbeitsfähig- keit für schwerere Werkstattarbeiten ging auch der Gutac hter Dr. E.____ im Jahre 2007 davon aus, dass der Versicherte für leichte bis mittelschwere Tät igkeiten vollumfänglich arbeitsfähig war (vgl. Gutachten von Dr. E.____ vom 5. November 2007 ). Für eine abweichende Einschät- zung der dem Beschwerdeführer verbleibenden Restarbeits fähigkeit in seiner bisherigen Tätig- keit als Carrosseriefachmann verbleibt unter diesen Umständen kein Raum. 4.4. Dass sich die Arbeitsunfähigkeit nur bei den schwerer en Lackierarbeiten auswirkt, be- stätigt auch der Beschwerdeführer selbst (vgl. Replik vom 1 7. Oktober 2011). Diese subjektive Einschätzung ist deshalb nachvollziehbar, weil der Versiche rte bei diesen Arbeiten beim Sprit- zen mehrheitlich ganzer Autoteile, selten ganzer Fahrzeu ge, für die Handhabung der Spritzpis- tole und des Spritzschlauchs beide Hände benötigt und i nsbesondere tief oder gar unter den Fahrzeugen liegende Carrosserieteile nur mit Verrenku ngen und in vornüber geneigter bzw. gebückter Körperstellung erreichen kann. Erschwerend tri tt hinzu, dass insbesondere das La- ckieren ganzer Fahrzeuge am Stück erfolgen muss und damit das Einnehmen von Wechselpo- sitionen erschwert und das Einlegen von Pausen für den Versicherten verunmöglicht wird (vgl. Abklärungsbericht Selbständige vom 23. April 2008 ; ebenso bereits die Aktennotiz der IV- Stelle vom 2. April 2007). Der Einwand, dass seine körp erlich bedingten Einschränkungen hin- gegen bedeutend höher als von der IV-Stelle angenommen ausfallen würden, findet in den me- dizinischen Akten aber keine Stütze und widerspricht der ihm attestierten, medizinisch- theoretischen Restarbeitsfähigkeit. Die Argumentation, in einem behaupteten Umfang von ledig- lich noch 24,5% (vgl. Beschwerdebegründung vom 11. Juli 2011, S. 5) bzw. nur noch 8,5% (vgl. Replik vom 17. Oktober 2011, S. 2) eines Ganztagespensums Lackierarbeiten durchführen zu können, erweist sich vielmehr als unzutreffend. Dies best ätigt ein Blick auf die zeitliche Ge- wichtung der täglichen Arbeitsstruktur als Valider, welche zwischen den Parteien zu Recht un- bestritten geblieben ist. Entgegen der Ansicht des Besch werdeführers ist bei der Bemessung der noch verbleibenden Leistungsfähigkeit für schwerere Lackierarbeiten von einem Ganzta- gespensum und mithin von 100% und nicht etwa bereits vo n einem für solche Arbeiten ausge- schiedenen Anteil von 66% auszugehen. Massgebend für den V ergleich der Leistungsfähigkeit als gesunde Person einerseits und als Invalider andererse its ist beide Male vielmehr ein Ganz- tagespensum von 100%. Die gesundheitlichen Probleme des V ersicherten und mithin seine Leistungsminderung beschlägt mit anderen Worten ausschliesslich die stark rückenbelastenden Tätigkeiten, nicht aber auch leichtere Verrichtungen (vg l. in diesem Sinne bereits schon früh auch der Arztbericht von Dr. H.____, FMH Neurochirurgie am I.____, vom 15. Mai 2006). Nichts anderes geht aus dem vom Beschwerdeführer zitierten Bericht von Dr. E.____ vom 21. Oktober 2010 hervor, wonach das Heben und Tragen bis gar 25kg, wenn auch mit einer zeitlich beding- ten Leistungsverminderung, jedenfalls teilweise weiterhin zumutbar bleibt. Seite 9 Nachvollziehbar ergibt sich damit, dass der Versicherte zwar weiterhin als Firmeninhaber seiner Autowerkstatt ein ganztägiges Pensum erbringen kann, als Carosserielackierer in seiner Leis- tungsfähigkeit aber insofern eingeschränkt ist, als ihm eigentliche Lackierarbeiten im Umfang lediglich noch der Hälfte seiner täglichen Arbeitszeit zugemutet werden können. Das reduzierte Pensum ergibt sich dabei insbesondere aus einer Verlangsa mung der zu verrichtenden Arbei- ten. Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers gehen d ie massgebenden medizinischen Akten, insbesondere auch der Arztbericht von Dr. E.____ vom 21. Oktober 2010, nicht davon aus, dass er in seiner Tätigkeit als selbstständiger Carosse rielackierer gesamthaft im Umfang von 50% eingeschränkt ist. Die ärztlichen Unterlagen lege n vielmehr dar, dass die Arbeitsleis- tung beschwerdebedingt lediglich für kraft- und belast ungsabhängige Tätigkeiten im Umfang der Hälfte der täglichen Vollarbeitszeit eingeschränkt ist. Damit aber ist zugleich gesagt, dass der Versicherte alle übrigen wechselbelastenden, nicht ausschliesslich stehenden Tätigkeiten mit einem Gewichtslimit von 10kg weiterhin vollumfängli ch und ganztags zu erbringen in der Lage ist. 4.5 Die Vorinstanz hat gestützt auf den Abklärungsberi cht für Selbständigerwerbende vom 23. April 2008 folgende Gewichtung mit und ohne Behinderung ermittelt: Aufgabenbereich Gewichtung ohne Behinderung Gewichtung mit Behinderung Administration 10 % 10 % Betriebs- und Personalführung 1 % 1 % Autotransfers 6 % 6 % Lackierarbeiten 66 % 49 % Einkauf / Lagerarbeiten 8 % 9 % Kundenberatung 9 % 9 % Total 100 % 84 % 4.5.1 Mit Ausnahme der Lackierarbeiten ist die Gewichtu ng aller übrigen Aufgabenbereiche zwischen den Parteien zu Recht unbestritten geblieben. E s kann an dieser Stelle auf die detail- lierten und nachvollziehbaren Aussagen und Angaben im Abklärungsbericht vom 23. April 2008 verwiesen werden, auf welche der Versicherte zu behafte n ist. Die behinderungsbedingte Ge- wichtung im Bereich des Einkaufs und des Lagers beträgt a llerdings nur 8%, was sich ohne Weiterungen aus dem Umstand ergibt, dass als Invalider h ierfür zwangsläufig kein höherer Zeitaufwand resultieren kann (vgl. Stellungnahme der Abklärungsperson J.____ vom 14. Januar 2010). Entsprechend den medizinischen Verhältnissen (vgl. oben, E. 4.3 f.) ist deshalb davon auszugehen, dass der Versicherte mit Ausnahme der umstri ttenen Lackierarbeiten alle übrigen Bereiche im selben Umfang wie als Valider vollumfängli ch weiterhin zu erbringen in der Lage ist. Ergänzend ist daran zu erinnern, dass der Funktion al s Geschäftsführer und Werkstattleiter nicht nur ein grösseres wirtschaftliches Gewicht zukommt als der übrigen branchenspezifischen Tätigkeit (vgl. BGE 128 V 33 E. 4b; AHV 1998 S. 123 f. E. 3; oben, E. 4.1), sondern als Füh- rungsposition - obschon sie keinen direkten Ertrag abwir ft - auch Arbeiten umfasst, die in der Regel unabhängig vom Geschäftsgang zu erledigen sind. Z umal der Versicherte einen Lehrling beschäftigt und ihm somit ohne Zweifel auch eine Ausbildungsfunktion zukommt, ist davon aus- zugehen, dass sich sein entsprechendes Engagement im Bereich der Anleitung und Qualitäts- Seite 10 kontrolle jedenfalls mittelbar auch positiv auf den Umsa tz auswirkt. Die Gewichtung dieses Be- reichs mit lediglich 1 % - entsprechend 5 Minuten bei e iner durchschnittlichen Tagesarbeitszeit von 8,5 Stunden - erscheint unter diesen Umständen jede nfalls als sehr gering bemessen. Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, hat dies jedoch keinen Ein fluss auf den Rentenanspruch des Ver- sicherten (vgl. unten, E. 5.2). 4.5.2 Die IV-Stelle ist bei der erwerblichen Gewichtung mit Behinderung verfügungsweise davon ausgegangen, dass der Versicherte körperlich anstrengende Lackierarbeiten lediglich noch im Umfang von 49% ausüben kann. Der ärztlichen Zumutbarkei tsbeurteilung zufolge könnte er in diesem Bereich denn auch 50% seiner täglichen Arbeitszeit noch immer für körperlich schwere- re Lackierarbeiten einsetzen (vgl. oben, E. 4.3 f.). Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, er sei im Bereich "Lackierarbeiten" nicht mehr in der Lage , ein Pensum von 49% zu erbringen. Im Zeitpunkt der Abklärung der massgebenden Verhältnisse habe er nur noch im Umfang von 50% gearbeitet, was von der IV-Stelle bei der Erstellung des massgebenden Abklärungsberichts un- berücksichtigt geblieben sei. Obschon der fragliche Abklär ungsbericht unterschrieben worden sei, hätte die IV-Stelle bemerken müssen, dass nicht vo n einem vollen Arbeitspensum hätte ausgegangen werden dürfen und der Versicherte insbeson dere die Tätigkeitskategorie der La- ckierarbeiten nur noch im Umfang von 24,5% statt der a ngegebenen 49% zu absolvieren in der Lage sei. 4.5.3 Diese Argumentation ist nicht nachvollziehbar. Be reits die vorgebrachten Prozentzahlen erweisen sich als widersprüchlich, da der Beschwerdeführe r einerseits vorbringen lässt, in ei- nem behaupteten Umfang von lediglich noch 24,5% (vgl. Beschwerdebegründung vom 11. Juli 2011, S. 5), andererseits nur noch 8,5% (vgl. Replik vom 17. Oktober 2011, S. 2) eines Ganzta- gespensums die Lackierarbeiten ausüben zu können. Geht ma n von einem behaupteten Pen- sum - immer im Kernbereich der eigentlichen Lackierarbe iten - von 24,5% aus, so ergibt sich zusammen mit den unbestritten gebliebenen Gewichtungen aller übrigen Bereiche im Umfang von 58,5% ein Pensum deutlich über den behaupteten 50% , welche der Versicherte im Abklä- rungszeitpunkt absolviert haben soll. Nicht anders verhäl t es sich hinsichtlich der replicando vorgebrachten 8,5% für den Kernbereich, wonach diesfal ls ein Gesamtpensum von lediglich 42,5% resultieren würde. Entgegen den beschwerdeweise vorgebrachten Einwänden entspricht die um 17% verminderte Leistung im Bereich der Lackie rarbeiten (66% abzüglich 49%) viel- mehr den schlüssigen Angaben und Einschätzungen des Versicherten selbst, wonach er in die- sem Bereich langsamer geworden ist und nunmehr für bes timmte Arbeiten statt wie bisher sie- ben nunmehr acht bis neun Stunden benötigt (vgl. Abklä rungsbericht vom 23. April 2008, ad. Ziffer 4; ebenso im Grundsatz Arztbericht von Dr. E.____ vom 21. Oktober 2010). Geht man dieser subjektiven Einschätzung zufolge von einem mittle ren Mehraufwand von eineinhalb Stunden im strittigen Kernbereich aus und dividiert diesen durch den bisherigen Zeitaufwand als Valider von sieben Stunden, resultiert eine Leistungsmi nderung von 21% und ausgehend von einer Gewichtung als Valider im Umfang von 66% mithin eine Gewichtung mit Behinderung von 45% (66% abzüglich 21%). Die Leistungsminderung korre spondiert mit den numerischen Pen- senangaben des Versicherten von 49%. Zumal die somit nac hvollziehbaren Angaben zugleich der medizinisch-theoretischen Leistungsfähigkeit im Bere ich der Lackierarbeiten mit 50% (vgl. oben, E. 4.3 f.) entsprechen, ist der Beschwerdef ührer bei seinen Aussagen im fraglichen Abklärungsbericht ohne Weiteres zu behaften. Entgegen der von der IV-Stelle in ihrer Vernehm- lassung vertretenen Meinung darf das medizinisch-theoret ische noch zumutbare Pensum von Seite 11 50% hingegen nicht einfach mit dem gewichteten Anteil als Gesunder multipliziert werden. Eine solche Multiplikation würde - wie der Beschwerdeführer im Grundsatz zu Recht vorbringen lässt - zu einer unzulässigen Vermischung von Betätigungsvergle ich und seiner medizinisch noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit führen. Die medizinisch- theoretische Einschätzung der dem Versicherten verbleibenden Leistungsfähigkeit bildet vi elmehr die obere Grenze der ihm noch zumutbaren Belastung. Andererseits ist sie mit Blick auf d ie dem Versicherten obliegende Schadenminderungspflicht aber auch Anhaltspunkt für das zu erwartenden Sollmass, den frag- lichen Aufgabenbereich weiterhin möglichst gewinnbring end zu verwerten. Dem Beschwerde- führer wäre den medizinischen Verhältnissen zufolge des halb zuzumuten, die ihm noch zumut- bare Restarbeitsfähigkeit im Aufgabenbereich "Lackierar beiten" bis 50% auszuschöpfen und somit mit den übrigen, unbestritten gebliebenen Aufg abenbereichen als Invalider ein Pensum von noch 84% zu erbringen (10%+1%+6%+50%+9%+8%). Gestützt auf die medizinisch-theoretisch verbleibende Arbe itsfähigkeit und die eigenen Anga- ben des Versicherten ergibt sich somit folgende Gewichtung: Aufgabenbereich Gewichtung ohne Behinderung Gewichtung mit Behinderung Administration 10 % 10 % Betriebs- und Personalführung 1 % 1 % Autotransfers 6 % 6 % Lackierarbeiten 66 % 49 % Einkauf / Lagerarbeiten 8 % 8 % Kundenberatung 9 % 9 % Total 100 % 83 % 5.1. In einem letzten Schritt ist zu ermitteln, inwie fern sich die leidensbedingte Behinderung bei der Arbeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt (wirtschaft liche Gewichtung). Dabei geht es darum, die verschiedenen Betätigungen im Verhältnis zueinande r einkommenstechnisch zu bewerten und mit der Einschränkung im jeweiligen Tätigkeitsbereich in Beziehung zu setzen. Bei den ein- zelnen Aufgabenbereichen muss somit geprüft werden, welcher Wert ihnen im Vergleich zu den übrigen, nicht mehr oder nur noch reduziert ausgeübten Tätigkeiten zukommt. Die IV-Stelle hat für die Bemessung des Validen- und des Invalideneinkomme ns auf die per 2009 der Nominal- lohnentwicklung angepassten Durchschnittslöhne der Lohnstru kturerhebung (LSE) für Männer abgestellt und den vorliegenden Gegebenheiten mit de r Anwendung der Wirtschaftszweige in Tabelle TA7 für den Bereich der Administration und in Tabelle TA1 für den Bereich "Handel, Reparatur Automobile" (Ziffer 50, Anforderungsprofil 1+2) Rechnung getragen. Dabei hat sie ein Valideneinkommen von Fr. 75'864.-- und ein Invaliden einkommen von Fr. 63'035.-- errechnet. Dieses Vorgehen ist zwischen den Parteien unbestritten geblieben, da sich die entsprechenden Einkommen pro Teilbereich als offensichtlich zutreffend erweisen. Darauf kann verwiesen wer- den (vgl. angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 6. Juni 2011, S. 3). Nichts desto trotz sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass sich die aussero rdentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs von der all gemeinen Methode des Einkommens- vergleichs Unselbständiger gerade dadurch unterscheidet, dass bei der Einkommensermittlung Seite 12 nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festset zung unter Berücksichtigung einzelfall- bezogener Kriterien, wie insbesondere die Betriebsgr össe und die Erfahrung des Betriebsinha- bers, zu erfolgen hat (vgl. BGE 128 V 33, E. 4e). Die Tatsache, dass der Einkommensvergleich im vorliegenden Fall - wie bereits dargelegt (vgl. obe n, Ziffer 3.4) - nicht aufgrund der Ge- schäftsabschlüsse vorgenommen werden kann, rechtfertigt mi t anderen Worten nicht, ohne Weiteres auf lohnstatistische Daten der LSE abzustellen . Für die Bemessung des wirtschaftli- chen Werts einer bestimmten (Teil-) Tätigkeit ist vielm ehr von möglichst einzelfallbezogenen Ansätzen auszugehen (vgl. Urteil A. des EVG vom 7. April 2004, I 202/03, E. 5.5). Im Falle des Versicherten wäre es demnach sachgerechter gewesen zu er mitteln, wie hoch der Verdienst eines selbständig erwerbenden Inhabers mit der Erfahru ng sowie dem angestellten Personal bei einer Carosseriespenglerei der Grösse des beschwerdef ührerischen Betriebs in der Nord- westschweiz pro Aufgabenbereich ausfällt. Hierbei zu berü cksichtigen wäre auch die Bandbrei- te der angebotenen Dienstleistungspalette gewesen. Die notwendigen Angaben hierzu könnten etwa beim Berufsverband der betroffenen Branche eingeholt werden. 5.2. Auf das dargelegte Vorgehen kann indessen verzichtet werden. Der erwerblich gewichtete Betätigungsvergleich könnte im Falle des Beschwerdeführers nur zu einem Renten begründen- den Invaliditätsgrad führen, wenn nebst dem Kernberei ch der monetäre Wert der übrigen Teil- bereiche im Vergleich zur Arbeit als Carosseriespengler derart tief zu veranschlagen wäre (vgl. AHI 1998 S. 123 E. 3), dass der Invaliditätsgrad d ie im Bereich der Carosseriearbeiten vorliegende Behinderung übersteigen würde. Dies ist jed och nicht realistisch. Die Summe der dem Beschwerdeführer behinderungsbedingt noch zumutbar en und qualifizierten Bereiche ist gestützt auf den Betätigungsvergleich (vgl. oben, Erwä gung 4.5.2) zu hoch, als dass bei einem realistischen Verdienst überhaupt ein Renten begründend er IV-Grad resultieren kann. Ergibt sich aus den Betätigungsvergleichen aber nur unter unrea listischer Bewertung einzelner Aufga- benbereiche des Versicherten ein Renten begründender I nvaliditätsgrad, so kann ein Anspruch auf eine Invalidenrente in Anlehnung an den Prozentv ergleich verneint werden, ohne dass die einzelnen Bemessungsfaktoren möglichst genau und konkret z u ermitteln sind (vgl. Urteil Q. des EVG vom 18. Dezember 2002, I 72/02, E. 4.3). Vorliegend resultiert aus dem behinde- rungsbedingten Betätigungsvergleich jedenfalls eine in validitätsbedingte Einschränkung von lediglich 17 %. Der anspruchsrelevante Schwellenwert f ür eine IV-Rente wird damit so oder anders nicht erreicht, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihm ist allerdings mit verfahrens- leitender Verfügung vom 20. Juli 2011 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden, wes- halb die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse gehen. Seite 13 6.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer mit prozessleitender Verfü gung vom 20. Juli 2011 auch die unentgeltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertrete rin bewilligt worden ist, hat deren Ent- schädigung aus der Gerichtskasse zu erfolgen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Ver- beiständung Fr. 180.-- pro Stunde. Die Rechtsvertrete rin des Beschwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 14. November 2011 für das vorliegend e Verfahren einen Zeitaufwand von 10,583 Stunden sowie Auslagen von Fr. 192.50 geltend g emacht, was umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Ihr ist deshalb ein Honorar in der Höh e von Fr. 2'265.30 (10,583 Stunden à Fr. 180.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 192.50 sowie 8% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskas- se auszurichten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'265.30 (inkl. Auslagen sowie 8 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht