<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp300656"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>108 IV 76<br/><br/><br/><div class="paraatf">19. Auszug aus dem Urteil der Anklagekammer vom 19. Mai 1982 i.S. Generaldirektion PTT gegen J.</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp301888"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref"><artref id="CH/313.0/50/3" type="start"></artref><artref id="CH/313.0/50/1" type="start"></artref>Art. 50 Abs. 1 und 3 VStrR</span><artref id="CH/313.0/50/3" type="end"></artref><artref id="CH/313.0/3" type="end"></artref>. Durchsuchung. <div class="paratf">Papieren i.S. von <span class="artref">Art. 50 VStrR</span> sind andere Informationsträger (z.B. Filme, Tonbänder) gleichgestellt. </div> </div> </div> <a name="idp309664"></a> <a name="idp317216"></a> <br/><div> <a name="idp324816"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 76</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page76"></a><div class="center pagebreak">BGE 108 IV 76 S. 76</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp326928"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>Nach <span class="artref">Art. 50 VStrR</span> sind Papiere mit grösster Schonung der Privatgeheimnisse zu durchsuchen; insbesondere sollen sie nur dann durchsucht werden, wenn anzunehmen ist, dass sich Schriften darunter befinden, die für die Untersuchung von Bedeutung sind (Abs. 1). Erhebt der Inhaber der Papiere gegen die Durchsuchung Einsprache, so werden sie versiegelt und verwahrt, und es entscheidet die Anklagekammer des Bundesgerichts über die Zulässigkeit der Durchsuchung (Abs. 3).</div> <div class="paraatf">Diese Bestimmungen sprechen ausdrücklich nur von Papieren, deren Versiegelung der Inhaber zum Schutz seiner Privatgeheimnisse verlangen kann und über deren Entsiegelung die Anklagekammer zu entscheiden hat. Es entspricht jedoch dem Sinn des Gesetzes, Papieren andere Informationsträger wie Filme, Tonbänder u.ä. gleichzustellen, da sie wie jene Privatgeheimnisse enthalten können und deshalb ihre Durchsuchung solche Geheimnisse verletzen kann. Die genannten Vorschriften sind deshalb auf solche Informationsträger analog anzuwenden.</div> <br/><div> <a name="idp331296"></a><span class="big bold" id="dispositiv">Dispositiv</span> </div> <br/><div class="paraatf">Demnach erkennt die Anklagekammer:</div> <div class="paraatf">Das Gesuch der Generaldirektion PTT um Entsiegelung des bei J. beschlagnahmten und versiegelten Kassettenfilms "Fujicolor" CN 16 Or C-41 wird gutgeheissen.</div> </div></body></html></html>