Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. Oktober 2015 (725 14 76 / 281) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Leistungseinstellung / Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs Besetzung Vorsitzende Kantonsrichterin Elisabeth Be rger Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen CSS Versicherung AG , Recht & Compliance , Tribschenstrasse 21 , 6002 Luzern, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Die 1960 geborene A.____ war seit 1. September 1 992 im Rahmen einer Teilzeittätig- keit als Mitarbeiterin in der Hotellerie beim Alter s- und Pflegeheim B.____ angestellt und durch den Arbeitgeber bei der CSS Versicherung AG obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 13. Dezember 2012 rutschte A.____ abends auf dem Heim- weg auf Glatteis aus und stürzte. Dabei zog sie sich gemäss Bericht des Spitals C.____, Ortho- pädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 2. Januar 2013 eine distale extraarti- kuläre Radiusfraktur links mit leichter Dorsalkippu ng zu, welche konservativ therapiert wurde. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nach Eingang der Unfallmeldung erbrachte die CSS Ver sicherung AG der Versicherten die ge- setzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls. Da in der Folge die Schmerzen trotz Ergotherapie und Konsolidierung des Bruchs persistierten, absolvierte die Versicherte vom 8. Mai 2013 bis 12. Juni 2013 in der Klinik D.____ einen statio- nären Rehabilitationsaufenthalt. Gestützt auf den Aus trittsbericht der genannten Klinik erliess die CSS Versicherung AG am 26. Juli 2013 eine Verfügu ng, mit welcher sie den Fall bezüglich der Unfallfolgen per 31. Juli 2013 abschloss, den Anspru ch auf weitere Versicherungsleistun- gen ablehnte und die bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) auf diesen Zeitpunkt einstellte. Zur Begründung hielt sie fest, dass laut Beurteilung der Klinik D.____ die aktuell bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedin gt, sondern ausschliesslich krankhaf- ter Natur seien. Daran hielt die CSS Versicherung AG auf Einsprache der Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 29. Januar 2014 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 3. März 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kanton sgericht). Darin beantragte sie, es sei der angefochtene Entscheid vollumfänglich aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr mit Wirkung ab 1. August 2013 Ta ggeldleistungen auszurichten. Zudem sei ein spezialärztliches Gutachten „von einer dritten und un parteiischen Gutachterstelle“ einzuho- len; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher H insicht beantragte sie, es sei das Verfah- ren nach Eingang der Beschwerde mindestens zwei Monate zu sistieren, bis sie in der Lage sei, ein medizinisches Gutachten einzureichen. C. Nachdem die CSS Versicherung AG erklärt hatte, dass sie mit dem genannten Verfah- rensantrag der Beschwerdeführerin einverstanden sei, sistierte die Instruktionsrichterin mit Ver- fügung vom 21. März 2014 das Beschwerdeverfahren bis zum Vorliegen des von der Versicher- ten bei Prof. Dr. med. E.____, in F.____ (Italien), in Auftrag gegebenen Gutachtens. In der Fol- ge orientierte die Beschwerdeführerin das Kantonsgericht am 30. Juni 2014, dass gemäss Be- urteilung von Prof. Dr. E.____ die schlechte Verheil ung des Bruchs ursächlich für die Be- schwerden sei und dass deswegen ein operativer Eingriff a m Handgelenk angezeigt sei. Im Hinblick auf die Vornahme dieses Eingriffs stehe sie nunmehr wieder in der Schweiz in fachärzt- licher Behandlung. Einen entsprechenden Bericht werde sie nachreichen. Nachdem ein ent- sprechender Bericht aber nicht innert angesetzter Frist eingegangen war, hob die Instruktions- richterin mit Verfügung vom 11. September 2014 die Si stierung des Verfahrens auf; gleichzeitig gewährte sie der CSS Versicherung AG eine Frist zur Einreichung ihrer Vernehmlassung. D. In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2014 be antragte die CSS Versiche- rung AG die Abweisung der Beschwerde. E. Unmittelbar vor der ersten Urteilsberatung in diese r Angelegenheit, die auf den 18. Dezember 2014 angesetzt worden war, teilte die B eschwerdeführerin dem Kantonsgericht am 16. Dezember 2014 mit, dass sie am 19. November 2014 durch Dr. med. G.____, Handchi- rurgie FMH, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, am linken Handgelenk operiert worden sei. Der Eingabe legte sie einen entsprechenden ärztlichen Bericht von Dr. G.____ vom Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Dezember 2014 bei, in welchem sich dieser unter anderem auch zur Frage der Unfallkausali- tät der Handbeschwerden äusserte. Mit Verfügung vom 18 . Dezember 2014 bot die Instrukti- onsrichterin deshalb die gleichentags angesetzte Urteilsbe ratung ab und räumte der CSS Ver- sicherung AG Gelegenheit ein, zur Eingabe der Beschwerd eführerin und insbesondere zum Bericht von Dr. G.____ Stellung zu nehmen. Mit Schreib en vom 13. Februar 2015 machte die CSS Versicherung AG hiervon Gebrauch, wobei sie an ihrem Antrag auf Abweisung der Be- schwerde festhielt. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführ ungen eine ärztliche Beurteilung des SUVA-Kreisarztes Dr. med. H.____, Orthopädische Chirurg ie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates FMH, vom 26. Januar 2015 bei. Im Rahm en eines weiteren kurzen Schriften- wechsels äusserten sich die Beschwerdeführerin am 11. Mai 2015 und die CSS Versicherung AG am 26. Mai 2015 zur jeweiligen Eingabe der Gegenpartei. F. Am 8. Juli 2015 reichte die Beschwerdeführerin weite re, aus dem Zeitraum zwischen Dezember 2012 und November 2014 stammende Arztberichte ein. Die CSS Versicherung AG wiederum teilte am 17. Juli 2015 mit, dass sie auf ein e Stellungnahme zu diesen Unterlagen verzichte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in I.____, weshalb die ör tliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge- recht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 3. März 2014 ist demnach einzutreten. 2. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Be schwerdegegnerin ihre Versiche- rungsleistungen für die Folgen des Unfallereignisses vom 13. Dezember 2012 zu Recht per 31. Juli 2013 eingestellt hat. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss U VG setzt - unter anderem - vo- raus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem einge tretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigun g) ein natürlicher Kausalzusammenhang be- steht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des n atürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetre tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen- hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli- cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereigni s zusammen mit anderen Bedin- gungen die körperliche oder geistige Integrität der ve rsicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3 .1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störun g ein natürlicher Kausalzusammen- hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanw endende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr oblieg enden Beweiswürdigung nach dem im Sozi- alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegende n Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs- anspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicher ers erst, wenn der Unfall nicht die natür- liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt , wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder sp äter eingestellt hätte (Status quo si- ne), erreicht ist (Kranken- und Unfallversicherung - Re chtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenh ang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines G esundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad d er überwiegenden Wahrscheinlich- keit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewi esen sein. Die blosse Möglichkeit nun- mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfa lles genügt nicht. Da es sich hier- bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, li egt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (S ozialversicherungsrecht - Recht- sprechung [SVR] 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Bewe is des Wegfalls des Kausalzusammen- hangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Bewei s zu verlangen, dass kein Gesund- heitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nu n bei voller Gesundheit sei. Ent- scheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu- tung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil P . des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 3.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der B eurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin - ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismi ttel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt bei spielsweise Berichten und Gutachten ver- sicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil A. des Bundesgerich ts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Wie den medizinischen Akten des vorliegenden Falles entnommen werden kann, zog sich die Versicherte anlässlich des Unfallereignisses vom 13. Dezember 2012 nachweislich eine Radiusfraktur links zu. Während anfänglich eine d istale extraartikuläre Radiusfraktur mit leichter Dorsalkippung diagnostiziert wurde (vgl. den Ber icht des Spitals C.____, Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 2. Januar 2013), halten die Ärzte der Klinik D.____ im Austrittsbericht vom 17. Juni 2013 unter Hin weis auf am 18. März 2013 angefertigte CT-Bilder fest, dass es sich nicht um eine extraartikuläre, sondern um eine intraartikuläre Frak- tur gehandelt habe, die weitgehend achsengerecht kon solidiert sei. Es bestünden lediglich eine kleine artikuläre Stufenbildung und eine minime postt raumatische Ulna-Plus-Variante. Die Ver- sicherte klage noch über bewegungs- und belastungsabhäng ige Schmerzen im linken Handge- lenk, die Handgelenksbeweglichkeit sei leicht bis mässig eingeschränkt, am deutlichsten sei die Einschränkung der Extension. Die Fingerbeweglichkeit sei frei. Im Hinblick darauf, dass es sich um eine intraartikuläre Fraktur handle, seien diese Re stbeschwerden erklärbar. Die Handkraft links sei sehr gering, was aber wesentlich durch die vorbeste hende Ellbogen-Problematik mit- bedingt sei. Die Versicherte leide seit mehreren Jahren an einer Epicondylopathia humeri radia- lis links. Eine erste Denervation des Epicondylus habe am 1 7. Mai 2010 stattgefunden, gleich- zeitig sei auch eine Dekompression des Nervus medianus l inks im Karpaltunnel durchgeführt worden. Eine erneute Denervation sei am 8. November 2011 erfolgt, zusätzlich habe man eine Extensoren-Ablösung am Epicondylus und eine Neurolyse des Nervus radialis im Supinatortun- nel durchgeführt. Auch nach diesem Eingriff hätten di e Schmerzen persistiert. Die Versicherte gebe an, dass die Ellbogenschmerzen für die Einschränkun g des funktionellen Einsatzes der linken oberen Extremität von grösserer Bedeutung seien a ls die Handgelenksschmerzen. Über- dies leide die Patientin ebenfalls schon seit längerer Z eit an einer chronischen Zervikalgie bei MR-tomographisch am 9. Oktober 2012 festgestellten ausge prägten degenerativen Verände- rungen der Segmente C4/C5 und C5/C6 mit linksseitigen Foraminalstenosen auf diesen beiden Etagen. Aktuell gebe die Patientin keine vom Nacken in den Arm links ausstrahlenden Schmer- zen an. Schliesslich weisen die Ärzte der Rehaklinik darauf hin, dass die Versicherte bei den Leistungstests eine mässige Symptomausweitung gezeigt habe. Die Beschreibung der Schmerzen sei wenig differenziert erfolgt und das Schm erzverhalten sei nicht ganz adäquat gewesen. In ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelangen die Ärzte der Klinik D.____ im erwähnten Aus- trittsbericht zum Ergebnis, dass der Versicherten aus rein unfallkausaler Sicht die Ausübung ihrer angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Hotellerie eines Alters- und Pflegeheims wieder ganztags zumutbar wäre. Auch jede andere leichte bis mittelschwere Tätigkeit könne die Versicherte ganztags verrichten, sofern sie keine häufig w iederholten Handgelenksbewegun- gen, keine Zwangsstellungen der linken Hand mit extendiertem Handgelenk und keinen wieder- holten Krafteinsatz der linken Hand erfordern würde. 4.2 Am 15. Januar 2014 nahm der SUVA-Kreisarzt Dr. H. ____ eine Untersuchung des Handgelenks der Versicherten vor. In seinem hierzu verf assten Bericht führt Dr. H.____ aus, dass die Hand in keiner Art und Weise geschwollen sei, au ch die Hauttrophik sei seitengleich und es sei weder vermehrtes Schwitzen noch eine Überwärm ung feststellbar. Bei der Palpation gebe die Versicherte bereits bei leichter Berührung Sch merzen im Bereich des Daumens, der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Finger und des dorsalen Handgelenks an. Auch bei Druck a uf die Fingergelenke und auf das Daumengrundgelenk würden Schmerzen geschildert. Faustsch luss und Fingerstreckung seien komplett, die Explorandin habe aber Mühe bei der Rota tion nach aussen und beim Dorsalflek- tieren. Bei der Verletzung handle es sich um eine nicht komplizierte Fraktur, darum sei sie auch konservativ behandelt worden. Wegen der Schmerzen sei eine Rehabilitation durchgeführt wor- den, dabei sei aber kein Korrelat für die Schmerzen gefunden worden, so dass der Versicherten aus unfallkausaler Sicht eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei. Auch aktuell kön- ne kein eigentlicher Befund objektiviert werden, der fü r die persistierenden Beschwerden ver- antwortlich sei. Wieso es zu Schmerzen vor allem in den Fingergelenken und im Daumen- grundgelenk gekommen sei, sei nicht erklärbar. In der Re gel heile eine konservativ behandelte Radiusfraktur innert sechs bis acht Wochen ab und es könne wieder voll belastet werden. Rest- beschwerden würden in der Regel nach vier Monaten abheilen. 5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtene n Einspracheentscheid bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes auf die vorsteh end wiedergegebenen Ausführun- gen der Ärzte der Klinik D.____ vom 17. Juni 2013 und des SUVA-Kreisarztes Dr. H.____ vom 15. Januar 2014. In diesem Zusammenhang ist vorab dar auf hinzuweisen, dass die Beschwer- degegnerin zwar Trägerin der obligatorischen Unfallver sicherung der Beschwerdeführerin ist, die Schadenerledigung im konkreten Versicherungsfall - u nd somit auch die Abklärung des massgebenden medizinischen Sachverhalts - erfolgt jedoch d urch die SUVA. Somit sind vorlie- gend die Beurteilungen der Ärzte der Klinik D.____ un d des SUVA-Kreisarztes Dr. H.____ im Rahmen der Beweiswürdigung wie versicherungs interne ärztliche Feststellungen zu behandeln. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), darf ein medizinischer Sachverhalt gestützt auf solche versicherungsinterne ärztliche Feststellungen und somit oh ne Einholung eines externen Gut- achtens entschieden werden, solange keine - auch nur geri nge - Zweifel an deren Richtigkeit bestehen. 5.2 Gestützt auf die Beurteilungen der Ärzte der Klini k D.____ und des SUVA-Kreisarztes Dr. H.____ gelangte die Beschwerdegegnerin zum Ergebn is, dass die bei der Versicherten im Zeitpunkt der strittigen Leistungseinstellung (31. Ju li 2013) bestehenden Beschwerden nicht mehr auf das Unfallereignis vom 13. Dezember 2012 zurückgeführt werden konnten. Diese vor- instanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden, erg eben sich doch aus den übrigen Akten keine Anhaltspunkte, die geeignet wären, auch nur geringe Zweifel an der Richtigkeit der Kausalitätsbeurteilungen der Ärzte der Klinik D.____ un d des Dr. H.____ zu erwecken. Es ist vielmehr festzuhalten, dass sich deren Berichte, die auf persönlichen Untersuchungen der Ver- sicherten und auf einem sorgfältigen Studium der vorha ndenen medizinischen Aktenlage beru- hen, sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusamme nhänge als auch bezüglich der dar- aus gezogenen Schlussfolgerungen als überzeugend erweisen. 5.3 Was die Versicherte vorbringt, ist nicht geeignet, d ie Schlüssigkeit der vorinstanzlichen Kausalitätsbeurteilung in Frage zu stellen. Die Beschwer deführerin beruft sich im Wesentlichen auf das im Laufe des Beschwerdeverfahrens eingereichte Schreiben ihres behandelnden Handchirurgen Dr. G.____ vom 8. Dezember 2014. Darin beantwortet dieser verschiedene von der Versicherten (bzw. ihrem damaligen Rechtsvertreter) gestellte Fragen. So führt er zur aktu- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ellen Situation aus, dass bei der Versicherten am 19. November 2014 eine Handgelenksarthro- skopie links mit Shaving des Synovialstranges und des Diskus a rticularis durchgeführt worden sei. Gleichzeitig sei zum Versuch einer Schmerzreduktion eine Handgelenksdenervation erfolgt. Die ursprüngliche distale Radiusfraktur sei stabil und in akzeptabler Stellung ausgeheilt. Es zei- ge sich in keiner Untersuchung eine residuelle Gelenkstuf e. Die im MRI und im CT erkennbare zystische Veränderung im Bereich der subchondralen Kortika lis sei arthroskopisch nicht er- kennbar und damit auch nicht von Belang. Die leichte Abf lachung des Inklinationswinkels wie auch die 0° -Stellung im Seitenbild seien üblicherweise nicht mit residuellen Beschwerden ver- bunden. Es dürfte zu einer leichten Einstauchung der distalen Radiusfraktur gekommen sein mit einer resultierenden Ulna-Neutralstellung. Dies führe üblicherweise aber nicht zu Ruhebe- schwerden und unter Belastung würden sich Schmerzen aufgr und einer Radiusverkürzung je- weils klar im ulnaren Gelenkkompartiment lokalisieren l assen. Die Ausheilung könne also als korrekt mit einer nur leichtgradigen Fehlstellung interpretiert werden. Eine relevante Schädigung am Gelenkknorpel liege nicht vor und nachdem sowohl in der bildgebenden Untersuchung wie auch in der Arthroskopie keine Gelenkstufe am distalen Radius vorliege, bestehe wegen der in die Gelenkfläche einstrahlenden ursprünglichen Fraktur resp. Fissurlinie kein relevantes Prob- lem. Auf die Frage, ob zwischen dem Unfallereignis vom 1 3. Dezember 2012 und der festge- stellten Gesundheitsschädigung ein Kausalzusammenhang best ehe, weist Dr. G.____ sodann darauf hin, dass die klinische Untersuchung, die Röntgen aufnahmen, das Handgelenks-MRI und auch die Arthro-CT-Untersuchung des Handgelenks kein e anderen Probleme für die von der Patientin geschilderten Handgelenksbeschwerden als die Folgen der erlittenen distalen Ra- diusfraktur vom 13. Dezember 2012 gezeigt hätten. Nach dem die Versicherte vor diesem Un- fallereignis am linken Handgelenk beschwerdefrei gewes en sei, müssten die aktuellen Be- schwerden auf das Unfallereignis zurückgeführt werden. Mit berücksichtigt werden müsse aller- dings die Schmerzproblematik im Bereich des Epicondylus hu meri radialis. Hier hätten zwei operative Eingriffe nicht zu einer Schmerzbefreiung gefü hrt und auch jetzt seien an der Ellbo- gen-Aussenseite noch störende Restbeschwerden vorhanden. Eine solche Kombination von Ellbogen- und Handgelenksproblemen beeinflusse sich natü rlich ungünstig. Insgesamt sei die Belastbarkeit und Gebrauchsfähigkeit der linken Hand d urch die Beschwerden am Handgelenk ausgeprägter als durch die Beschwerden am Ellbogengelen k beeinträchtigt. Aus diesem Grund sei das Unfallereignis als hauptursächlich für die aktuellen Beschwerden anzusehen. 5.4 Der Beschwerdeführerin ist dahingehend beizupflich ten, dass der behandelnde Arzt Dr. G.____ den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen de n aktuellen Beschwerden und der erlittenen Radiusfraktur bejaht. Diese Kausalität sbeurteilung vermag jedoch nicht zu über- zeugen. So bestätigt Dr. G.____ im Rahmen der Schilde rung der aktuellen Situation selber, dass die distale Radiusfraktur stabil und in akzeptabler Stellung mit einer nur leichtgradigen Fehlstellung ausgeheilt sei. Eine solche Fehlstellung sei üblicherweise nicht mit residuellen Be- schwerden verbunden, namentlich nicht mit Ruheschmerzen, u nd unter Belastung würden sich die Schmerzen aufgrund einer Radiusverkürzung jeweils klar im ulnaren Gelenkkompartiment lokalisieren lassen. Mit diesen Feststellungen bringt Dr. G.____ selber zum Ausdruck, dass die bildgebend erhobene objektive Situation die von der Versicherten geschilderten Schmerzen nicht erklären kann. Damit wird die natürliche Kausalit ät zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis aber auch von Seiten von Dr. G. ____ zumindest implizit in Frage ge- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellt. Wenn Dr. G.____ in seinen nachfolgenden Antw orten das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs dennoch bejaht, so gilt es zu berücksicht igen, dass er dies weitestge- hend damit begründet, dass die Versicherte vor dem Unf all keine Schmerzen am linken Hand- gelenk gehabt habe. Eine solche Kausalitätsbeurteilung läuft jedoch auf die Schlussfolgerung hinaus, dass eine gesundheitliche Schädigung durch den Un fall verursacht gilt, weil sie sich nach dem Unfallereignis manifestiert hat. Die betreffende Argumentation beruht im Ergebnis auf der Beweisformel "post hoc, ergo propter hoc", nach de ren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung bereits deshalb als durch den Unfall verursach t gilt, weil sie nach diesem aufgetre- ten ist (BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb). Eine solche Bewe iswürdigung erweist sich im unfallversi- cherungsrechtlichen Bereich aber als unzureichend (vgl. Urt eil N. des damaligen Eidgenössi- schen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozi alrechtliche Abteilungen] vom 29. November 2006, U 207/06, E. 2.3). 5.5 Zu ergänzen bleibt, dass der SUVA-Kreisarzt Dr. H.__ __ mit Schreiben vom 26. Januar 2015 auf Ersuchen der Beschwerdegegnerin zum erwähnten Bericht von Dr. G.____ vom 8. Dezember 2014 Stellung nahm. In seiner Beurteilung weist er ebenfalls auf den Umstand hin, dass Dr. G.____ einerseits die Situation als bland und n icht verantwortlich für die Beschwerden beurteile und dass er anderseits in seinen nachfolgenden Ausführungen trotzdem einen Zu- sammenhang zwischen den Beschwerden und der distalen Radiu sfraktur bejahe. Gleichzeitig lege Dr. G.____ in seinen Ausführungen allerdings auch grossen Wert auf die unfallfremde Epi- condylopathia humeri radialis. Er, Dr. H.____, sei desha lb auch in Kenntnis der Ausführungen von Dr. G.____ der Ansicht, dass die wenig dislozierte Fr aktur komplett abgeheilt sei. Es sei zu keinen sekundären Veränderungen gekommen, welche für d ie aktuellen Beschwerden verant- wortlich seien. Deshalb würde der Unfall vom 13. Dezem ber 2012 bei den heutigen Beschwer- den überwiegend wahrscheinlich keine Rolle mehr spielen . Somit wird die vorinstanzliche Kau- salitätsbeurteilung auch durch diese schlüssigen nachträgl ichen Ausführungen von Dr. H.____ (nochmals) ausdrücklich bestätigt. 5.6 Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten e ine zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes zu, so ist dem Antrag der Beschwerdeführe- rin, wonach ein spezialärztliches Gutachten „von einer dritten und unparteiischen Gutachterstel- le“ einzuholen sei, nicht stattzugeben. Der Anspruch a uf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - d ie Pflicht der Behörde zur Beweisabnah- me. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Ans pruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Str eitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeu gung, dass die vorhandenen Unter- lagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes e rgeben und dieser demnach hinrei- chend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismitte l verzichtet werden. Die damit ver- bundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6. Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen für die Folgen des Unfallereign isses vom 13. Dezember 2012 per Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 31. Juli 2013 eingestellt hat. Die gegen den betreffe nden Einspracheentscheid vom 29. Januar 2014 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, we shalb sie abgewiesen werden muss. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozess ausgang entsprechend wettzuschla- gen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdeführerin am 08.01.2016 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_13/2016 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht