Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 12. Februar 2020 (810 19 226) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung / Sozialhilfebezug Besetzung Vorsitzender Niklaus Ruckstuhl, Kantonsrichter Stefan Schulthess , Jgnaz Jermann, Markus Mattle, Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschreiber i.V. Roger Meier Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Alex Hediger, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung (RRB Nr. 1073 vom 20. August 2019) A. Die brasilianische Staatsangehörige A.____ (geb. 19 64) reiste am 30. Januar 1999 zu Ausbildungszwecken in die Schweiz ein. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 12. Mai 1999 brachte A.____ ihren Sohn, B.___ _, in C.____ zur Welt. Am 10. Au- gust 1999 unterzeichnete der Kindsvater (geb. 1961), w elcher Schweizer Bürger ist und mit welchem A.____ nicht verheiratet ist, eine Erklärung, in der er sich verpflichtete, für den Le- bensunterhalt der Kindsmutter und des gemeinsamen Sohnes aufzukommen. C. Am 9. September 1999 erhielt A.____ eine Aufenth altsbewilligung zum Verbleib beim Kindsvater. Diese wurde in der Folge regelmässig verlä ngert, zuletzt am 30. September 2016. B.____ erlangte im April 2005 die Schweizer Staatsbürgerschaft. D. Mit Verfügung vom 26. September 2001 genehmigte d ie Vormundschaftsbehörde G.____ die zwischen den Kindseltern geschlossene Vereinba rung über das gemeinsame Sor- gerecht vom 16. August 2001 und den Unterhaltsvertrag vo m 12. Juni 2000. Der Kindsmutter wurde hierin die grundsätzliche Betreuung und Erziehung des Sohnes übertragen, der Kindsva- ter verpflichtete sich insbesondere zur Leistung monatli cher Unterhaltszahlungen in der Höhe von Fr. 1'000.--. E. Mit Schreiben vom 23. Februar 2004 forderte das Am t für Migration des Kantons Ba- sel-Landschaft (AfM, ab 1. Januar 2019: Amt für Migra tion und Bürgerrecht [AfMB]) den Kinds- vater auf, entsprechend der Verpflichtungserklärung vom August 1999 für den Unterhalt von A.____ aufzukommen. Diese Bemühungen blieben allerdings ohne Erfolg. F. Am 7. Juli 2004 verwarnte das AfM A.____ erstmals weg en Bezuges erheblicher Sozi- alhilfeleistungen und forderte sie auf, schnellstmöglich die finanzielle Selbständigkeit zu erlan- gen. G. Mit Schreiben vom 6. Februar 2009 wies das AfM A.___ _ auf ihre Schuldensituation hin, da auf ihren Namen Betreibungen in der Höhe vo n Fr. 21'523.-- und Verlustscheine in der Höhe von Fr. 21'803.-- registriert seien. Die Behörde forderte sie auf, sich mit einer Schulden- sanierungsstelle in Verbindung zu setzen und sich diesbezüglich beraten zu lassen. H. Am 9. September 2009 wies das AfM A.____ mit Verwe is auf die anstehende Verlän- gerung ihrer Aufenthaltsbewilligung erneut auf ihre Schuldensituation hin und forderte sie auf, der Behörde einen Bericht der Schuldensanierungsstelle beizubringen. Mit Schreiben vom 25. September 2009 bestätigte die Fachstelle für Schu ldenfragen des Kantons Basel- Landschaft gegenüber dem AfM eine entsprechende Konsultation. I. Am 27. September 2010 verweigerte das AfM die Ert eilung der Niederlassungsbewilli- gung für A.____ und führte zur Begründung aus, dass di ese mit offenen Verlustscheinen in der Höhe von rund Fr. 13'000.-- registriert sei und von der Sozialhilfe unterstützt werde. J. Mit Schreiben vom 4. November 2010 ermahnte das AfM A.____, da sie seit Mai 2009 mit Sozialhilfeleistungen in der Höhe von Fr. 22'378.-- habe unterstützt werden müssen. Zusätz- lich sei sie beim Betreibungsamt mit Betreibungen in de r Höhe von Fr. 19'155.-- und offenen Verlustscheinen in der Höhe von Fr. 12'981.-- registrie rt. Erneut forderte das AfM A.____ auf, Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht alles Zumutbare zu unternehmen, um sich von der Unters tützung durch die öffentliche Hand zu lösen. K. Am 11. Oktober 2012 verwarnte das AfM A.____ erne ut, da sie Sozialhilfeleistungen in der Höhe von Fr. 68'100.-- bezogen habe und auf ihr en Namen Verlustscheine in der Höhe von Fr. 37'828.-- registriert seien. L. Am 30. Juli 2018 teilte das AfM A.____ mit, dass es den Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integra- tion (Ausländer- und Integrationsgesetz; AIG) vom 16. De zember 2005 (bis Dezember 2018 und soweit im Folgenden die altrechtliche Fassung massg eblich ist: AuG) erfüllt sehe und des- halb nicht beabsichtige, ihre Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Zur Begründung führte das AfM im Wesentlichen aus, dass A.____ Sozialhilfeleistung en in der Höhe von über Fr. 200'000.-- bezogen habe und auf ihren Namen Bet reibungen in der Höhe von Fr. 10'682.95 sowie Verlustscheine in der Höhe von Fr. 26'838.25 registriert seien. Das AfM gewährte A.____ das rechtliche Gehör, welches sie, vertreten durch D._ ___, Beratungsbüro in E.____, mit Schreiben vom 21. August 2018 wahrnahm. M. Mit Schreiben vom 28. Januar 2019 gewährte das AfMB A.____ aufgrund neuer ge- setzlicher Bestimmungen im Ausländerrecht erneut das recht liche Gehör. Mit Schreiben vom 1. Februar 2019 äusserte sich A.____ ein zweites Mal zur d rohenden Nichtverlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung. N. Am 11. Februar 2019 verfügte das AfMB die Nichtverl ängerung der Aufenthaltsbewilli- gung von A.____ und deren Wegweisung aus der Schweiz. O. Am 18. Februar 2019 erhob A.____, nunmehr und im Folgenden vertreten durch Dr. Alex Hediger, Advokat in Basel, Beschwerde beim Reg ierungsrat des Kantons Basel- Landschaft, welche dieser mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 2019-1073 vom 20. August 2019 abwies. P. Am 2. September 2019 erhob A.____ gegen den Entsc heid des Regierungsrats vom 20. August 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteil ung Verfassungs- und Verwaltungs- recht, mit den Begehren, es seien die Verfügung des Af MB vom 11. Februar 2019 sowie der Entscheid des Regierungsrates vom 20. August 2019 voll umfänglich aufzuheben und die der Beschwerdeführerin erteilte Aufenthaltsbewilligung an tragsgemäss zu verlängern (Ziff. 1); es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren und die verfügte Frist zur Weg- weisung bis nach Vorliegen eines rechtkräftigen Entschei des zu sistieren (Ziff. 2); es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu b ewilligen (Ziff. 3); alles unter o/e- Kostenfolge. Q. Mit Eingabe vom 17. Oktober 2019 reichte die Beschwe rdeführerin eine ergänzende Beschwerdebegründung ein. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht R. Mit Vernehmlassung vom 12. November 2019 beantragt der Regierungsrat die kosten- fällige Abweisung der Beschwerde. S. Mit Präsidialverfügung vom 20. November 2019 wurde der Fall der Kammer zur Beur- teilung überwiesen und das Gesuch der Beschwerdeführe rin um unentgeltliche Rechtspflege bewilligt. Auf die weiteren Ausführungen der Partei en wird – soweit erforderlich – in den Erwä- gungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzli cher Ausschlusstatbestand vor- liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Be urteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben. 1.2 Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt , wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt is t und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Die Beschwerdefüh rerin ist Adressatin des angefochte- nen Entscheids und hat ein schutzwürdiges Interesse an desse n Aufhebung. Die weiteren Ein- tretensvoraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf die Beschwerde grundsätzlich einzu- treten ist. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit damit auch die Aufhebung der Verfü- gung des AfMB vom 11. Februar 2019 beantragt wird. Die fragliche Verfügung wurde durch den angefochtenen Entscheid ersetzt (sog. Devolutiveffekt), gi lt aber als inhaltlich mit angefochten (vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4). 1.3 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können n ach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin und die damit einhergehende Wegwei- sung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 3. Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sch weiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (vgl. Art. 10 und 11 AuG; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet gemäss Art. 18 ff. und Art. 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufen thalt mit oder oh- ne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erte ilung einer Aufenthaltsbewilligung hat Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei de nn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen einen solchen vor (BGE 133 I 18 5 E. 2.3; MARC SPESCHA , in: Spescha/ Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kommentar Migrationsr echt, 5. Auflage, Zürich 2019, N 1 ff. zu Art. 3 AIG; PETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/ Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländer- recht, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). 4.1 Nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG kann eine Aufentha ltsbewilligung widerrufen bzw. nicht verlängert werden, wenn der Ausländer oder eine Person, für die er zu sorgen hat, auf Sozialhil- fe angewiesen ist. Für den Widerruf einer Bewilligung wegen Sozialhilfeabhängigkeit ist neben den bisherigen und den aktuellen Verhältnissen auch die wahrscheinliche finanzielle Entwick- lung auf längere Sicht abzuwägen. Ein Widerruf kommt i n Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_958/2011 vom 18. Februar 2013 E. 2.3, 2C_74/2010 vom 10. Juni 2010 E. 3.4). Inwiefern die Fürsorgeabhängigkeit im konkreten Fall auf ein Selb stverschulden zurückzuführen ist, spielt einzig bzw. erst im Rahmen der Prüfung der Verhältnismä ssigkeit der ausländerrechtlichen Massnahme eine Rolle (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_2 63/2016 vom 10. November 2016 E. 3.2; 2C_549/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 4.2.2). 4.2.1 Der Regierungsrat führt im angefochtenen Entsch eid und in seiner Vernehmlassung vom 12. November 2019 aus, dass die Sozialhilfebezüge der Beschwerdeführerin in der Höhe von Fr. 226'743.10 dem bundesgerichtlichen Erfordernis der Erheblichkeit genügen würden. Die Prognose für eine dauerhafte Ablösung von der Sozialh ilfe sei ungeachtet des neuen Arbeits- vertrages, dessen Ernsthaftigkeit überdies in Zweifel ge zogen werden müsse, schlecht. Die Beschwerdeführerin habe sich erst unter dem Druck des Beschwerdeverfahrens um die finanzi- elle Selbständigkeit bemüht und selbst dann noch keine überzeugenden Anstrengungen unter- nommen. 4.2.2 Hinsichtlich ihrer Sozialhilfeabhängigkeit bringt die Beschwerdeführerin im Wesentli- chen vor, dass sie sich per 31. Juli 2019 von der Sozialhi lfe abgemeldet habe und seither ihren Lebensunterhalt selbst bestreite. Dies werde sie auch i n Zukunft tun. Zum Beweis habe sie be- reits im vorinstanzlichen Verfahren einen entsprechenden Arbeitsvertrag eingereicht, woraus sich ergebe, dass sie vorerst einen monatlichen Bruttoloh n in der Höhe von Fr. 1'150.-- erhalte. Mit diesem Einkommen sowie der Unterstützung durch ihren Sohn komme sie künftig ohne So- zialhilfeleistungen aus. Der neue Arbeitsvertrag sei selb stverständlich nicht als Dauerlösung gedacht, sondern solle ihr den Einstieg in das Berufsleb en ermöglichen. Anlässlich der Partei- verhandlung gab die Beschwerdeführerin zu Protokoll, dass sie seit fast vier Jahren zusammen mit ihrem Sohn und einer Freundin in einer 3-Zimmer -Wohnung lebe. Der Sohn habe die Lehre noch nicht abgeschlossen und erziele ein Monatseinkomme n in der Höhe von Fr. 1'400.--, zu- dem erhalte er noch Alimente. Für den Rest käme ihre pensionierte Freundin auf. Sie selbst mache den Haushalt und besorge die Lebensmittel im gr enznahen Ausland, wo es günstiger sei. Nach der ersten ausländerrechtlichen Verwarnung im Jahr 2004 habe sie die Schweiz mit ihrem Sohn nach Brasilien verlassen, sei nach 6 Monaten aber wieder zurückgekehrt. In der Folge habe sie bis 2009 mehrheitlich von der Unterstützung des Kindsvaters und einer Freundin Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gelebt, die sie seit 20 Jahren kenne. Sie würde gerne ein Nagelstudio eröffnen, doch fehle ihr hierzu das notwendige Geld. Der Rechtsvertreter der Besch werdeführerin führte im Rahmen seines Plädoyers aus, dass sich die Beschwerdeführerin erwie senermassen ein nachhaltiges soziales Netzwerk zur wirtschaftlichen Unterstützung aufgebaut habe. Man lebe zu dritt in einer Symbiose und das funktioniere. Sobald der Sohn seine A usbildung abgeschlossen habe, wür- den die finanziellen Verhältnisse noch besser sein als heute. Vor diesem Hintergrund habe die Beschwerdeführerin den Tatbeweis einer nachhaltigen Ablösung von der Sozialhilfe erbracht. 4.3 Für die Beurteilung der Erheblichkeit des Sozialhil febezugs ist die Gesamtsumme der bisher entstandenen Sozialhilfeleistungen massgebend. Hinsichtlich der Höhe des Bezugs kann ein Sozialhilfebezug bereits ab einem Betrag von Fr. 50‘000.-- als erheblich gelten (Urteile des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.1 .3; 2C_1085/2015 vom 23. Mai 2016 E. 4.3; 2C_672/2008 vom 9. April 2009 E. 3.3). Vorliegend hat die Beschwerdeführerin seit 2002 bis zum Zeitpunkt der Verfügung des AfM vom 11. Fe bruar 2019 Sozialhilfe in einer Höhe von über Fr. 200'000.-- bezogen, was von der Beschwerde führerin nicht bestritten wird. Dieser Betrag ist im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechun g ohne Weiteres als erheblich zu qualifizieren. 4.4 Hinsichtlich der Erfüllung des Kriteriums der Dauerh aftigkeit ist gemäss der Rechtspre- chung des Bundesgerichts nicht die gegenwärtige Sozialhil feabhängigkeit entscheidend, son- dern die Zeitspanne, in welcher diese rückblickend andau erte, sowie die Prognose, ob auch in Zukunft weiter Unterstützung geleistet werden muss (Urtei l des Bundesgerichts 2C_795/2008 vom 25. Februar 2009 E. 4.3). Von einer Dauerhaftigk eit ist auszugehen, wenn der Sozialhilfe- bezug mindestens zwei Jahre gedauert hat, was vorliegen d unbestrittenermassen der Fall ist (Urteile des Bundesgerichts 2C_263/2016 vom 10. Nov ember 2016 E. 3.1.3; 2C_1085/2015 vom 23. Mai 2016 E. 4.3; 2C_672/2008 vom 9. April 2009 E. 3.3). 4.5.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich selbst eine po sitive finanzielle Prognose und stützt diese Einschätzung zu einem wesentlichen Teil auf einen neuen Arbeitsvertrag vom 10. Juli 2019. Hierin sind unter dem Titel "Environment Improvement Technician" ihr Sohn als Arbeitge- ber und sie selbst als Arbeitnehmerin eingesetzt; der Bru ttolohn beträgt monatlich Fr. 1'150.--. Der Aufgabenbereich wird mit "alle Zimmer putzen und aufräumen" umschrieben, als Arbeitsort ist die gemeinsame Wohnung definiert und das Arbeitsp ensum beträgt 6 Wochenstunden. Zu- dem finden sich Bestimmungen zur Probezeit, den Ferien, allfälligen Überstunden und Sozial- versicherungen. 4.5.2 Gestützt auf die Schilderungen der Beschwerdeführ erin ist davon auszugehen, dass der Sohn sein Lehrlingseinkommen von monatlich brutto Fr. 1'400.-- spätestens seit der Abmel- dung der Beschwerdeführerin von der Sozialhilfe an den gemeinsamen Unterhalt beisteuert und die Beschwerdeführerin seit fast vier Jahren die im Arbe itsvertrag genannten Tätigkeiten ver- richtet. Das Lehrlingseinkommen des Sohnes wird im Erg ebnis somit selbst nach Abschluss des neuen Arbeitsvertrags wie bis anhin der gleichen Ve rwendung zufliessen. Die neue schrift- liche Vereinbarung stellt folglich bloss die Formalisieru ng eines im Grundsatz bereits zuvor be- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht stehenden gegenseitigen Unterstützungsverhältnisses dar, w eshalb bereits aus diesem Grund nicht von der Aufnahme einer neuen Arbeit auszugehen ist. 4.5.3 Vorliegend ist zudem fraglich, ob das beigebra chte Dokument einen Arbeitsvertrag gemäss Art. 319 des Bundesgesetzes betreffend die Ergä nzung des Schweizerischen Zivilge- setzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht [OR]) vom 30 . März 1911 darstellt. Zum einen be- stehen zwischen Mutter und Sohn anderweitige familienrechtliche Obliegenheiten – etwa die als Generalnorm ausgestaltete allgemeine Beistandspflicht na ch Art. 272 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 (vgl. W OLFGANG PORTMANN /ROGER RUDOLPH , in: Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar zum Obligationenrecht, 6. Aufl., Basel 2015, N 5 zu Art. 319 OR), der Beitrag des Kin des aus Arbeitserwerb an die Kosten von Logis und Unterhalt nach Art. 323 Abs. 2 ZGB oder all enfalls die Unterstützungspflicht in der Familiengemeinschaft gemäss Art. 328 ZGB – und zum and eren ist höchst zweifelhaft, ob sich die Beschwerdeführerin im Rahmen der versprochenen Arb eit zuhanden ihres Sohnes in eine fremde Arbeitsorganisation eingliedert. In Anbetracht des ungewöhnlich hohen Stundenansat- zes in der Höhe von rund Fr. 47.90, der undifferenzier ten Ausgestaltung des Vertrages, des engen Abhängigkeitsverhältnisses der Vertragsparteien s owie der Tatsache, dass die Be- schwerdeführerin unter dem Druck des Wegweisungsverfahrens d ringend auf Arbeit angewie- sen war, ist der beigebrachte Arbeitsvertrag im Mindesten als inhaltsleere Hülse zu qualifizie- ren, die zum Nachweis nachhaltiger und ernsthafter Arbeitsbemühungen untauglich erscheint. 4.5.4 Inwieweit die Anstellung der Beschwerdeführerin bei ihrem eigenen Sohn geeignet sein soll, ihr den Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichte rn, wird von ihr nicht substanziiert dargetan. Die Beschwerdeführerin hat nach eigener Aussage stets den gemeinsamen Haushalt geführt und dennoch keine Stelle gefunden. Es ist nicht ersichtli ch, welche Verbesserung die Formali- sierung des Unterstützungsverhältnisses in dieser Hinsicht bringen soll, zumal es unwahr- scheinlich erscheint, dass die geleisteten Arbeiten im eigenen Haushalt der Beschwerdeführerin auf dem ersten Arbeitsmarkt konkrete Vorteile verschaffen. 4.5.5 Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass selbst eine vollwertige Anstellung mit einer monatlichen Bruttoentlöhnung in der Höhe von Fr. 1'150.-- nicht gereicht hätte, um die durch die Vorinstanzen gestellte negative finanzielle Prognose u mzustossen. In jüngerer Zeit hat das Bundesgericht etwa im Fall eines arbeitenden Beschwerde führers mit Verdienst am Existenz- minimum entschieden, dass dieser mangels der Möglichkeit, Reserven zu bilden, in absehbarer Zeit wieder hätte fürsorgeabhängig werden können und es schützte in dieser Hinsicht das Urteil der Vorinstanz auf Nichtverlängerung der Aufenthaltsbe willigung und Wegweisung aus der Schweiz (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_549/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 4.3.3). 4.6 Nach dem Gesagten ist den Vorinstanzen in ihrer Ein schätzung beizupflichten, dass eine neuerliche Sozialhilfeabhängigkeit der Beschwerde führerin wahrscheinlich ist und die erst vor kurzer Zeit erfolgte Ablösung von der Sozialhilfe n icht als nachhaltig erscheint. Die Be- schwerdeführerin ist seit der Geburt ihres Sohnes im Ma i 1999 nie einer geregelten Erwerbstä- tigkeit nachgegangen und war während langer Zeitperio den auf staatliche Unterstützung ange- wiesen. In jenen Abschnitten, in denen die Beschwerdef ührerin nicht bei der Sozialhilfe ange- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht meldet war, namentlich vom Juni 2004 bis Mai 2009, fin anzierte sie sich gemäss eigener Aus- sage mehrheitlich aus den Zuwendungen Dritter und nich t aus eigener Kraft. Die anderweitig vorgebrachten unternehmerischen Bestrebungen, etwa die Eröffnung eines eigenen Nagelstu- dios, haben sich noch nicht ausreichend konkret verdichtet, als dass sie zu berücksichtigen wä- ren. Der Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG ist demnach erfüllt. 5.1.1 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob d ie Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewil- ligung verhältnismässig ist, d.h. ob die öffentlichen Int eressen an der Nichtverlängerung der Bewilligung die privaten Interessen der Beschwerdeführ erin am Verbleib in der Schweiz ge- stützt auf eine umfassende Güterabwägung überwiegen (A rt. 96 AuG; BGE 139 I 16 E. 2.2.1; BENJAMIN SCHINDLER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Auslände- rinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 10 ff. zu Ar t. 96). Im Rahmen der Verhältnismässig- keitsprüfung sind die bekannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Situation, Wirtschafts- und Arbei tsmarktlage, persönliches Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. BGE 137 I I 345 E. 3.2.2; BGE 135 II 377 E. 4.3 ff.). Entscheidend ist stets das Gesamtbild eines je den Einzelfalles, welches anhand von sämtlichen der massgeblichen Kriterien zu beurteilen ist (BGE 139 I 145 E. 2.4). Bei den priva- ten Interessen stellt sich im Rahmen des Widerrufs oder der Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG insb esondere die Frage des Selbstverschuldens. Fälle unverschuldeter Notlage sollen nicht zum Widerruf wegen Sozialhilfeabhängigkeit führen (Urteil des Bundesgerichts 2C_74/2010 vom 10. Juni 2010 E. 4.1). 5.1.2 Im Rahmen der Interessenabwägung ist auch Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schut- ze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 bzw. dem inhalt- lich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung de r Schweizerischen Eidgenossen- schaft (BV) Rechnung zu tragen. Ein hieraus fliessender A nspruch auf Aufenthalt gilt allerdings nicht absolut, sondern kann insbesondere bei Vorliege n des durch die Beschwerdeführerin ge- setzten Widerrufsgrundes nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG eingeschränkt werden (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 2C_212/2019 vom 12. September 2019 E . 4.2), weshalb es vorliegend nur darauf ankommen kann, ob der entsprechende Eingriff als verhältnismässig zu qualifizieren ist. Mit Verweis auf die jüngste Praxis des Bundesgerichts ist fe stzuhalten, dass zur Eingriffsfest- stellung gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK, zur Eingriffsrechtfertigung gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK und zur allgemeinen Verhältnismässigkeitsprüfung eines Bewil ligungswiderrufs auf nahezu identi- sche Kriterien abzustellen ist (vgl. BGE 144 I 266 E. 3. 7 f.; BGE 139 I 31 E. 2.3.3), weshalb die gebotenen Prüfschritte vorliegend in der nachfolgenden Gesamtabwägung zusammenfallen. 5.2.1 Zur Verhältnismässigkeit führt der Regierungsrat im angefochtenen Entscheid und in seiner Vernehmlassung vom 12. November 2019 aus, dass die Beschwerdeführerin weder über besonders enge Beziehungen zur Schweiz verfüge, noch ber uflich gut integriert sei. Sie habe für die längste Zeit ihres 20-jährigen Aufenthalts hi erzulande nicht gearbeitet, obwohl ihr als alleinerziehende Mutter nach der bundesgerichtlichen Re chtsprechung im Mindesten eine Teil- zeitbeschäftigung zuzutrauen gewesen wäre. Ihre Arbeitsb eschaffungsbemühungen überzeug- ten nicht, da sie sich auf undifferenzierte Weise immer wieder bei den gleichen Firmen bewor- ben habe. Äussere Umstände, anhand welcher sich die fina nzielle Bedürftigkeit der Beschwer- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht deführerin erklären liesse, seien nicht ersichtlich, weshalb ihr die Sozialhilfeabhängigkeit ge- samthaft als selbstverschuldet anzulasten sei. Hinzu komme, dass sich die Beschwerdeführerin in beträchtlichem Ausmass verschuldet habe. Eine Reintegra tion in Brasilien sollte trotz langer Abwesenheit relativ einfach möglich sein, denn die Bes chwerdeführerin spreche Portugiesisch und reise auch heute noch zurück in ihre Heimat, wo sie o hnehin über ein stärkeres soziales Netzwerk verfüge als in der Schweiz. Zudem sei auch kein Härtefall ersichtlich. 5.2.2 Die Beschwerdeführerin bringt zur Frage der Verh ältnismässigkeit in ihrer Beschwer- debegründung vor, dass sie seit mehr als 20 Jahren in der Schweiz lebe und zu ihrem Heimat- land keinerlei Verbindungen mehr habe; zu ihrem vollj ährigen Sohn stehe sie jedoch in einer sehr engen Beziehung. Zudem sei sie nie straffällig gewo rden und auch sprachlich bestens in- tegriert. Anlässlich der Parteiverhandlung gab die Be schwerdeführerin ferner zu Protokoll, dass sie stets habe arbeiten wollen. Vor ihrer Einreise hab e sie in Italien in der Modebranche mit be- kannten Stylisten gearbeitet, aber nach der Schwangersch aft sei es ihr aufgrund der Gewichts- zunahme nicht möglich gewesen, in der Schweiz als Model oder Tanzlehrerin Fuss zu fassen. Zudem sei ihre Schwangerschaft "problematisch" gewesen, w eshalb sie auch aus gesundheitli- chen Gründen nicht habe arbeiten können. Die Unterstütz ung durch die öffentliche Hand habe sie eigentlich nie gewollt, da sie sich stets habe rechtf ertigen müssen, aber diese sei ihr ange- boten worden. An eine zweite ausländerrechtliche Verwar nung könne sie sich nicht erinnern. Sie habe immer Arbeit gesucht, gar ganze Tage mit der Suche zugebracht, aber leider nie eine Zusage erhalten. Beim Regionalen Arbeitsvermittlungszent rum (RAV) habe sie sich nicht an- gemeldet – niemand habe ihr gesagt, dass diese Möglichke it bestehe. In Brasilien habe sie noch ihre 90-jährige Mutter sowie eine Schwester und einen Bruder. Der Bruder habe allerdings "spezielle Kinder" und könne sie nicht unterstützen, die Schwester habe viele psychische Prob- leme. Den Kontakt mit der Familie habe sie quasi verlor en. Im Dezember 2017 sei sie nach Brasilien zurückgereist, weil ihre Mutter einen Herzinfar kt erlitten habe, doch habe sie ihre Ge- schwister nur "ungefähr zwei Minuten" gesehen. In der Sc hweiz kenne sie zwei oder drei Per- sonen, unter anderem ihren Sohn und eine Freundin. D er Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin führte anlässlich der heutigen Parteiverhandlung aus, dass es für die Beschwerdeführerin als Frau ohne Ausbildung alles andere als einfach wäre, in Brasilien eine Stelle zu finden. Man könne vielleicht auch sagen, dass eine Wegweisung vor 10 Jahren besser gewesen wäre, denn jetzt, nach über 20 Jahren Auslandaufenthalt, sei der A ufbau einer neuen Existenz in Brasilien fast unmöglich. 5.3 Hinsichtlich der Frage des Selbstverschuldens an de r Sozialhilfeabhängigkeit ist fest- zustellen, dass der Sohn der Beschwerdeführerin im Mai 2002 sein drittes Lebensjahr vollende- te. Obschon der Beschwerdeführerin nach der bundesgerich tlichen Rechtsprechung ab diesem Zeitpunkt die Arbeitssuche und die Vermeidung bzw. Ve rminderung von Sozialhilfebezügen zuzumuten gewesen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_ 1228/2012 vom 20. Juni 2013 E. 5.4 m.w.H.), bezog die Beschwerdeführerin bis Juli 2004 und anschliessend wieder von Mai 2009 bis Juli 2017 Sozialhilfe in erheblichem Ausmass. Gem äss ihrem AHV-Kontoauszug hat die Beschwerdeführerin zwischen 1999 und 2018 lediglich im Jahr 2011 ein Erwerbseinkom- men in der Höhe von Fr. 1'110.-- erzielt. Wie das Af MB und der Regierungsrat zutreffend fest- halten, hat sich die Beschwerdeführerin immer wieder in undifferenzierter Weise und bei den Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gleichen Unternehmen beworben, zumeist auf Stellen im Bereich der Gebäudereinigung. Man- che Bewerbungen versandte sie erneut in fast identischer Weise an Unternehmen, die sie zuvor bereits über die Auslagerung der Reinigungsdienstleistu ngen informiert hatten. Wenn die Be- schwerdeführerin sinngemäss vorbringt, sie habe jahrelang mit grossem Willen und Aufwand nach Arbeit gesucht, dann spiegeln sich diese behaupte ten Bemühungen nicht in den Akten wider. Ihre Ausführungen, sie habe nicht gewusst, dass sie sich beim RAV hätte anmelden können und die Sozialhilfe sei ihr gewissermassen ohne aktive Bemühungen ihrerseits angebo- ten worden, erscheinen als unglaubwürdig. Wohl mag es sein, dass der Beschwerdeführerin bei der Arbeitssuche und beim Verkehr mit den Behörden ihr e schlechten Deutschkenntnisse hin- derlich waren, doch nach 20 Jahren Aufenthalt in der Sc hweiz vermag dieses Vorbringen nicht mehr zu überzeugen. Die Abhängigkeit von der Sozialhi lfe ist somit als selbstverschuldet zu qualifizieren. 5.4 Hinsichtlich ihrer sozialen Integration macht die Be schwerdeführerin neben den Perso- nen, die mit ihr in einem Haushalt wohnen, keine wei teren Kontakte geltend. Ebenfalls fehlen weitere Anhaltspunkte für eine erfolgreiche Integration, etwa eine Mitgliedschaft in einem Verein oder aktenkundiges ehrenamtliches Engagement. Anlässli ch der Parteiverhandlung erwiesen sich die Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin – entgeg en ihrer geltend gemachten guten sprachlichen Integration – als äusserst begrenzt und die Verständigung erfolgte unter Beizug eines Dolmetschers. Im Weiteren ist festzustellen, dass sich die Beschwerdeführerin während ihres Aufenthalts hierzulande in nicht geringer Weise verschuldete: Gemäss dem Betreibungs- registerauszug vom 22. Juli 2019 bestehen gegen die Besc hwerdeführerin 8 Betreibungen in der Höhe von Fr. 6'409.75 sowie 11 Verlustscheine in d er Höhe von Fr. 26'838.25. Gesamthaft ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin – ins besondere unter Berücksichtigung ihrer langen Aufenthaltsdauer – weder in sprachlicher und sozialer noch in wirtschaftlich- beruflicher Hinsicht gut integriert ist. 5.5 Eine Rückkehr in ihre Heimat Brasilien würde für d ie Beschwerdeführerin zweifellos erhebliche Nachteile zeitigen, zumal der Kontakt zu ihrem Sohn, mit welchem sie zusammen- wohnt und zu welchem sie zweifellos eine enge Beziehung h at, deutlich erschwert würde. Mit- tels der modernen Kommunikationsmittel und Besuchen könnt e dieser Kontakt aber auch wei- terhin aufrechterhalten werden. In ihrer Heimat hat die Beschwerdeführerin die ersten 20 Jahre ihres Lebens zugebracht, bis sie gemäss eigenen Angaben 19 84 nach Italien und anschlies- send 1999 im Alter von 34 Jahren in die Schweiz einreiste. Es ist der Beschwerdeführerin zuzu- stimmen, dass eine berufliche Wiedereingliederung in ihrer Heimat Brasilien in Anbetracht ihres Alters und der fehlenden formellen Ausbildung mit gr ossen Schwierigkeiten verbunden sein dürfte. Zudem bleibt unklar, inwieweit die Beschwerdef ührerin in ihrer Heimat auf ein soziales Netzwerk vertrauen kann, zumal sie dort gemäss ihren Aus führungen bloss eine Schwester, einen Bruder sowie ihre betagte Mutter kennt, die üb erdies nicht in der Lage seien, sie zu un- terstützen. In den Akten finden sich allerdings Hinweise a uf einen weiteren Bruder und eine weitere Schwester und die Behauptung der Beschwerdefüh rerin, sie habe ihre Geschwister bei ihrer Rückreise im Jahr 2017 "bloss zwei Minuten" gesehen, erscheint als wenig glaubhaft. Die Rückreise im Jahr 2017 sowie der Umstand, dass die Beschwe rdeführerin im Nachgang zur ersten ausländerrechtlichen Verwarnung vom 7. Juli 2004 gemäss eigenen Angaben kurzer- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht hand und mit Kleinkind für mehrere Monate nach Brasili en zurückgekehrt war, lässt den Schluss zu, dass ihre Verbundenheit zu ihrer Heimat stärker ausgeprägt ist, als sie es heute darzustellen versucht. 5.6 Ein persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 30 A bs. 1 lit. b AuG wird von der Be- schwerdeführerin nicht geltend gemacht. Der guten Ordnung halber sei jedoch festgestellt, dass sich die Situation der Beschwerdeführerin dem Kantonsge richt nicht als persönliche Notlage präsentiert, in welcher die Beschwerdeführerin durch di e Nichtverlängerung ihrer Aufenthalts- bewilligung ungleich härter getroffen würde, als an dere Ausländerinnen in derselben Lage. Die Vorinstanz durfte einen schwerwiegenden persönlichen Här tefall demnach ohne Rechtsverlet- zung verneinen. 6. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung der privaten Inte ressen der Beschwerdeführerin am Verbleib in der Schweiz und der öffentlichen Inter essen an einer Wegweisung ist die Nicht- verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung der Be- schwerdeführerin als verhältnismässig und damit als rechtmä ssig zu qualifizieren. Die Be- schwerde ist demzufolge abzuweisen. 7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungs- gerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenp flichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden n ach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer legt. Vorliegend sind die Verfah- renskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- der unterliegen den Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 7.2 Die Parteikosten sind ausgangsgemäss wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung ist dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführe- rin ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. In seiner Honorarnote vom 11. Febru- ar 2020 macht der Rechtsvertreter einen Aufwand von 1 3.84 Stunden und ein Honorar von ins- gesamt Fr. 2'918.-- (exkl. Auslagen und MWST) geltend, was einem Stundenansatz von Fr. 210.85 entspricht. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnu ng für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt der Stundenansatz i m Rahmen der unentgeltlichen Ver- beiständung indes Fr. 200.--, weshalb eine entsprechen de Kürzung vorzunehmen ist. Im Übri- gen ist die Honorarnote nicht zu beanstanden; dem Recht svertreter der Beschwerdeführerin ist folglich ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'133.95 (in kl. Auslagen und 7.7 % MWST) aus der Gerichtskasse auszurichten. 7.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Ge- setzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der u nentgeltlichen Pro- zessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der unent- geltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertreter der B eschwerdefüh- rerin ein Honorar von Fr. 3'133.95 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Kantonsrichter Gerichtsschreiber i.V.