2004 1 Art. 23 Abs. 1 Ziff. I lit. h aStG. Massgebliches E rwerbseinkommen für den Zweitverdienerabzug (Entscheid des Obergerichts Nr. 66/2004/18 vom 3. Dezember 2004 i.S. G.) 1, 2 Veröffentlichung im Amtsbericht. Das für den Zweitverdienerabzug massgebliche Erwerb seinkommen ist der Bruttolohn abzüglich der Gewinnungskosten sowie der Beiträge an AHV/IV/EO/AlV, der Beiträge an die berufliche Vorso rge (2. Säule), der Prämien der NBUV und der Beiträge an die Säule 3a. Aus den Erwägungen: 3. – Im weiteren ist vorliegend die Frage streitig, o b beim Zweitverdie- nerabzug nebst den Gewinnungskosten, den Beiträgen an AHV/IV/EO/AlV, den Beiträgen an die 2. Säule sowie den Beiträgen f ür die NBUV auch geleis- tete Beiträge an die Säule 3a zu berücksichtigen si nd. Ist das der Fall, ergibt sich für das Bemessungsjahr 1997 aufgrund des erlit tenen Geschäftsverlusts lediglich ein Zweitverdienerabzug von Fr. 109.– sta tt Fr. 2'800.–. a) Gemäss Art. 23 Abs. 1 Ziff. I lit. h des Gesetzes ü ber die direkten Steuern vom 17. Dezember 1956 (aStG, OS 19, S. 212 ff.) werden, sofern beide Ehegatten unabhängig vom Beruf, Geschäft oder Gewerbe des andern erwerbstätig sind, bis zu Fr. 2'800.– vom geringere n der beiden Erwerbsein- kommen abgezogen; der gleiche Abzug ist zulässig bei wesentlicher Mitarbeit des einen Ehegatten im Beruf, Geschäft oder Gewerbe des anderen Ehegatten. Sind beide Ehegatten erwerbstätig, führt dies rege lmässig zu höheren Lebenshaltungskosten (z.B. Auslagen für die Besorgu ng der Wäsche oder für 1 Das Obergericht entschied am 3. Dezember 2004 in g leichem Sinn auch das parallele Beschwerdeverfahren Nr. 66/2004/16 zu Art. 33 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG, SR 642.11). 2 Gegen die beiden Obergerichtsentscheide wurde sowoh l staatsrechtliche Beschwerde als auch Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesge richt erhoben. Mit Urteil vom 1. September 2005 vereinigte dieses die Verfahren. Auf die staatsrechtliche Beschwer- de trat es nicht ein. Die Verwaltungsgerichtsbeschw erde wies es ab (Verfahren 2P.35/2005 und 2A.48/2005). 2004 2 Putz- oder Gartenarbeiten). Dieser Minderung der wi rtschaftlichen Leistungs- fähigkeit des Doppelverdienerehepaars wird durch Ge währung des Zweit- verdienerabzugs – im Sinn einer Tarifkorrektur – Re chnung getragen. Der Zweitverdienerabzug ist ein Freibetrag. Er setzt ni cht den Nachweis von Mehrkosten voraus und hat nicht Gewinnungskostencharakter. Es handelt sich auch nicht um einen Sozialabzug. Der Freibetrag wir d im Hinblick auf eine tiefere Bewertung der steuerbaren Leistung des Dopp elverdienerehepaars ge- währt. Er kann deshalb nur soweit geltend gemacht w erden, als überhaupt beim zweitverdienenden Ehegatten ein entsprechendes Erwerbseinkommen gegenübersteht (Baur/Klöti-Weber/Koch/Meier/Ursprung , Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, Muri-Bern 1991, § 17 N. 37 f f., S. 117 f.). Die gegen- teilige Auffassung der Rekurrenten, welche von dies er Funktion des Zweit- verdienerabzugs abstrahiert und offenbar auch dem K reisschreiben Nr. 13 der eidgenössischen Steuerverwaltung vom 28. Juli 1994 zugrunde liegt, vermag nicht zu überzeugen und wird von der eidgenössischen Steuerverwaltung auch nicht durchgesetzt (...). b) Bei unselbständiger Erwerbstätigkeit ist das für de n Zweitverdiener- abzug massgebliche Erwerbseinkommen somit der Brutt olohn abzüglich der Gewinnungskosten sowie der Beiträge an AHV/IV/EO/Al V, der Beiträge an die berufliche Vorsorge (2. Säule) und der Prämien für die NBUV. Abgezo- gen werden müssen aber auch geleistete Beiträge an die Säule 3a, da diese ebenfalls die Höhe des Erwerbseinkommens beeinfluss en, jedoch nicht Le- benshaltungskosten darstellen. Damit entfällt aber letztlich die Notwendigkeit der Tarifkorrektur des Zweitverdienerabzugs. Anders entscheiden hiesse, dass beim Doppelverdienerehepaar von einer Leistung ausg egangen würde, die über der steuerbaren liegt.