Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. September 2017 (720 17 1 / 242) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung eines verwaltungsexternen bidiszplinären Gutachtens mit Blick auf eine ab- weichende Stellungnahme des behandelnden Arztes. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Markus Mattle, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Stephan Pau- kner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Daniel Altermatt , Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1966 im Kosovo geborene A.____ ist verheirat et und Mutter dreier Kinder. Nach ihrer Einreise in die Schweiz arbeitete sie zunächs t an verschiedenen Stellen im Reinigungsbe- reich. Seit dem Jahr 2010 ist sie arbeitslos und al s Hausfrau tätig. Mitte Juni 2014 erlitt sie ei- nen Zusammenbruch und musste vorübergehend psychiatrisch hospitalisiert werden. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 10. September 2014 meldete sich A.____ unter Hi nweis auf das Vorliegen einer schweren Depression sowie einer Psychose bei der Invalidenver sicherung (IV) zum Leistungs- bezug an. Nach Abklärung ihrer gesundheitlichen und e rwerblichen Verhältnisse, namentlich nach Eingang eines bidisziplinären, psychiatrisch-rheumato logischen Gutachtens der Dres. B.____ und C.____ vom 5. und 7. Januar 2016, sprach ihr die IV-Stelle des Kantons Basel- Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 28. Septemb er 2016 in Anwendung der gemischten Methode mit den Anteilen 80% Erwerb und 20% Haushal t ab 1. Mai 2015 auf der Basis eines IV-Grads von 55% eine per Ende März 2016 befristete halbe IV-Rente zu. C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 2. Januar 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kan tons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantrag te, es sei in Aufhebung der angefoch- tenen Verfügung ein gerichtliches Gutachten zur Frage ih rer Arbeitsfähigkeit anzuordnen, unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung liess sie im Wesentliche n vorbringen, dass auf das bidiszipli- näre Gutachten der Dres. B.____ und C.____ nicht abge stellt werden könne, da die beiden Gutachter nicht alle Befunde und Beschwerden berücksichtig t hätten. Im Weiteren könne nicht die gemischte Methode zur Anwendung gelangen, weil di e Versicherte im Gesundheitsfall von der Sozialhilfe abhängig und deshalb angehalten wäre , einer vollen Erwerbstätigkeit nachzuge- hen. D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 17. Febru ar 2017 auf Abweisung der Beschwerde. E. Mit Replik vom 31. Mai 2017 hielt die Beschwerdefüh rerin unter Hinweis auf eine Stel- lungnahme ihres behandelnden Psychiaters vom 28. Mai 2017 fest, dass insbesondere die psy- chiatrische Teilbegutachtung im Verwaltungsverfahren in mehrfacher Hinsicht widersprüchlich ausgefallen sei. Es liege eine unvollständige Abklärung des medizinischen Sachverhalts vor. F. Die IV-Stelle hielt unter Hinweis eines Berichts ihr es regional-ärztlichen Dienstes (RAD) vom 13. Juli 2017 mit Duplik vom 31. Juli 2017 daran fe st, dass die gutachterliche Beurteilung im psychiatrischen Teilgutachten vom 5. Januar 2017 durch die Einwände des behandelnden Psychiaters nicht umgestossen werden könne. An der angefoch tenen Verfügung vom 28. Sep- tember 2016 sei festzuhalten. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 2. Januar 2017 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.5 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 2.6 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 I VG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali- ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzun ehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prü- fung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen fü r Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So ist den im R ahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.4 Zu beachten ist sodann, dass die Annahme einer alle nfalls invalidisierenden psychi- schen Gesundheitsbeeinträchtigung eine fachärztlich (psych iatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus setzt (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im K ontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesu ndheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jed em Fall ein medizinisches Substrat vo- raus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich b eeinträchtigt. Ist eine psychische Stö- rung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weit eren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeu tischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann , zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähig keit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entsc heidend ist vielmehr, ob anzuneh- men ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 3.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih rem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab- weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegend en Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genüg t den Beweisanforderungen nicht (BGE 115 V 133 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hinweise n; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 451 Rz 43 ff.). 4.1 Die IV-Stelle ist in der angefochtenen Verfügun g davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten spätestens im Dezembe r 2015 verbessert habe. Nach- dem ihr zuvor eine nur reduzierte Arbeitsfähigkeit im Umfang von 30% zumutbar gewesen sei, sei es ihr ab Dezember 2015 möglich gewesen, einer ihre m Leiden angepassten Tätigkeit im Umfang von 80% nachzugehen. Für die Beurteilung des m edizinischen Sachverhalts stützte sich die IV-Stelle dabei auf die Ergebnisse des von ihr eingeholten bidisziplinären Gutachtens der Dres. B.____ und C.____. 4.1.1 In seinem rheumatologischen Teilgutachten vom 7 . Januar 2016 erhob Dr. med. B.____, FMH Rheumatologie, keine Diagnosen mit Auswirku ng auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ausgeprägte Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung, einem nicht rheumatologischen Krankheitsbild entsprechend , eine muskuläre Dysbalance am Schultergürtel beidseits sowie unspezifische Kreuzschmerzen zu diagnostizieren. Den anam- nestischen Angaben zufolge leide die Versicherte an Kreu zschmerzen, welche sie bei der IV- Anmeldung allerdings nicht angegeben habe. Diese würd en in den Kopf ausstrahlen und von dort in die Knie. Diese Schmerzen hätten an Intensität nunmehr zugenommen. Auch die Geräu- sche im Kopf seien lauter geworden. Ihr Hausarzt habe sie einmal zur ärztlichen Beurteilung ins Bethesda Spital nach Basel geschickt. Sie wisse nicht mehr, was man ihr dort gesagt habe. Auf die Frage bezüglich der aktuellen Medikation habe die Versicherte unter anderem vier ver- schiedene Psychopharmaka sowie weitere Medikamente hervorgeholt. Sie sei nicht in der Lage gewesen, diese Medikamente zu bezeichnen, sondern habe vielmehr erklärt, diese einfach ein- zunehmen, wie sie verordnet worden seien. Sie wisse nicht, wofür die Medikamente im Einzel- nen seien, sie nehme sie aber trotzdem weiter ein, viel leicht würden sie in Zukunft doch noch helfen. Gemäss rheumatologischer Untersuchung habe die V ersicherte beim Besteigen der Untersuchungsliege spontan eine gewisse Zeit die Langsitz-Position eingenommen, ohne dabei eine Schmerzreaktion zu zeigen. Beim Aus- und Anziehen i hrer Kleider habe sie jeweils den Einbeinstand einnehmen können. Der gutachterlichen Beurteilung zufolge habe die Explorandin von Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung in den Kopf und von d ort aus in die Knie berichtet. Be- reits diese Anamnese weise deutlich darauf hin, dass ke in eigentliches somatisches Krank- heitsbild vorhanden sei. In den Akten finde sich ledigl ich in einem psychiatrischen Bericht vom 16. Oktober 2014 die Diagnose eines lumbovertebralen Schmerzsyndroms ohne sensomotori- sche Defizite. Dies entspreche einer beschreibenden Diagn ose im Sinne der angegebenen Kreuzschmerzen ohne klinisch objektivierbare Befunde für eine radikuläre Problematik. In der aktuellen klinischen Untersuchung würden sich vordergründig ausgeprägte klinische Zeichen von nicht somatisch begründbaren Beschwerden finden lassen. Klinische Hinweise auf relevan- te diskogene Kreuzschmerzen, eine Radikulärsymptomatik od er ein so genanntes Fazetten- Syndrom bestünden keine. Insgesamt könne kein relevantes r heumatologisches Krankheitsbild am Bewegungsapparat erhoben werden. Auch die muskulären Dysbalancen seien klinisch nicht ausgeprägt. Hinweise auf ein entzündlich-rheumatologi sches Geschehen bestünden ebenfalls nicht. Diese Beurteilung werde durch die vorliegende n bildgebenden Abklärungen unterstützt, wonach altersentsprechende Befunde dokumentiert worden seien. Aus rein rheumatologischer Sicht könne weder retrospektiv noch aktuell in irgendeiner Tätigkeit eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit begründet werden. Es würden sich weder klinische noch radiologische Befunde finden lassen, die eine Einschränkung begründen würden. 4.1.2 Den anamnestischen Angaben im psychiatrischen Teilgut achten von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 5. Januar 2016 k ann entnommen werden, dass die eingenommenen Schmerzmittel keine Wirkung zeigen würden. Die Versicherte würde sie trotz- dem in der Hoffnung einnehmen, dass sie doch einmal wi rken könnten. Dabei gebe sie skalen- mässig eine andauernde, maximale Schmerzintensität an. S ie habe einfach starke Schmerzen. Unter Angst leide sie nicht, bedrückt oder traurig sei si e ebenfalls nicht. Manchmal könne sie auch lachen. Auf Nachfrage habe sie jedoch korrigiert, d ass sie seit Jahren eigentlich nicht mehr richtig gelacht habe, sie ertrage auch keine laute n Stimmen mehr. Auf weitere Befragung hin habe sie dann strahlend berichtet, dass sie Stimmen h öre, die ihr sagten, wohin sie gehen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht müsse und was sie tun solle. Freuen könne sie sich nicht mehr so sehr wegen ihrer Schmerzen. Zum Schlafen nehme sie Tabletten ein, sie könne jedoch w egen der Schmerzen nicht so gut schlafen. Seit sie krank sei, sei ihr Leben sinnlos, sie leid e sehr oft unter Suizidgedanken. Kon- krete Suizidgedanken hätten sich auf Nachfrage aber nicht eruieren lassen. Ihr Zustand sei im- mer gleich. Einmal sei sie in der Klinik gewesen, wisse je doch nicht mehr wann. Lächelnd habe die Explorandin erklärt, dass sie auch nicht wisse, in wel cher Klinik sie gewesen sei. Nachdem ihr mitgeteilt worden sei, dass sie letztes Jahr im Somm er in der psychiatrischen Klinik in D.____ gewesen sei, habe sie geantwortet, dass sie sich n icht an diesen Klinikaufenthalt erin- nern könne. Auf weitere Befragung hin habe sie lachend berichtet, nicht zu wissen, wer der Un- tersucher sei. Lachend habe sie weiter berichtet, dass sie wahrscheinlich eine gute Kindheit gehabt habe, sie könne sich aber nicht an ihre Kindheit erinnern. Sie sei ein fröhliches und eher ruhiges Kind gewesen, das gerne in die Schule gegangen sei. Sie habe an verschiedenen Ar- beitsstellen immer in der Reinigung gearbeitet, wisse jedoch nicht mehr genau wo. Sie könne sich an keinen einzigen Arbeitsort mehr erinnern. Die l etzte Arbeitsstelle in einem Restaurant sei ihr gekündigt worden. Ihr damaliger Vorgesetzter h abe dazumal etwas zu ihr gesagt, sie könne sich daran jedoch ebenfalls nicht mehr erinnern. D er Sozialanamnese zufolge habe die Explorandin studieren müssen, was ihre Tochter beruflich arbeite; dann habe sie erwähnt, dass die Tochter sich um alte Menschen kümmere, sie sei im P flegeberuf tätig. Kontakt habe die Versicherte zu niemandem, sie könne nicht aus dem Haus geh en. Sie wisse auch nicht, wann und wie oft sie zum Psychiater gehe. Auf die Bemerkung h in, dass sie letztes Jahr in D.____ in Behandlung gewesen sei, habe die Explorandin erklärt , dies nicht zu wissen. Auch habe sie geäussert, keine Ahnung zu haben, welche Medikamente sie einnehme. Dem Befund von Dr. C.____ zufolge sei der Redefluss un gehindert. Die Explorandin könne den Blickkontakt problemlos halten. Insgesamt hinterlasse sie ein en einfach strukturierten und we- nig differenzierten Eindruck. Das Bewusstsein sei klar, die Orientierung zeitlich, örtlich und situ- ativ jedoch nicht vorhanden gewesen. Sie hinterlasse inde ssen einen sehr konzentrierten und sehr aufmerksamen Eindruck; so höre sie beispielsweise als einzige das leise Klopfen des Ehemannes an der Praxistüre, welcher nachträglich die Me dikamente mitgebracht habe. Die Stimmung sei wechselhaft gewesen. Die Versicherte habe immer wieder lächeln können. Dann wiederum über belastende Themen sei ihre Stimmung be drückt-weinerlich gewesen. Mit ihrer Tochter habe sie am Telefon beispielsweise mit einer völ lig normalen Stimme gesprochen, nachdem sie sich zuvor mit einer weinerlichen Stimme üb er ihre Beschwerden beklagt habe. Sie sei jeweils mit einem Stöhnen aufgestanden, dann h abe sie mit den Hüften hin- und her gewippt, was einen aufgesetzten und demonstrativen Eind ruck hinterlassen habe. Die Be- schwerdeschilderung sei vage, diffus und wenig fassbar gewe sen. Ausserdem sei eine ausge- prägte Dramatisierungstendenz zu erkennen gewesen. Die Ve rsicherte habe keine präzisen zeitlichen Angaben machen können. Während der gesamten Dauer der zweistündigen Explora- tion hätten sich klinisch jedoch keine Konzentrations- o der Aufmerksamkeitsstörungen und ins- besondere auch keine Ermüdungszeichen feststellen lassen. Psychomotorisch habe die Explo- randin einen leicht angespannten Eindruck hinterlassen. G emäss den fremdanamnestischen Angaben des behandelnden Psychiaters zufolge liege eine anhaltende somatoforme Schmerz- störung vor. Weiter leide die Versicherte gemäss dessen Angaben unter einem unklaren Stim- mengewirr. Seit der Verordnung von Neuroleptika sowie von Citalopram lache sie mehr, insge- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht samt gehe es ihr besser als noch im Frühjahr 2014. Sie sei jedoch überhaupt nicht integriert. Es seien massive invaliditätsfremde Faktoren vorhanden, doch diese würden ja nicht berücksich- tigt. Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine leicht gradige depressive Episode ohne somati- sches Syndrom zu diagnostizieren. Ohne Auswirkung auf die A rbeitsfähigkeit seien akzentuier- te, histrionisch-regressive Persönlichkeitszüge sowie ein Verdacht auf eine anhaltende somato- forme Schmerzstörung zu erheben. Der psychiatrischen Beurt eilung zufolge liessen sich keine ausgeprägten emotionalen Konflikte nachweisen. Es bestü nden finanzielle Schwierigkeiten, die Versicherte sei schlecht integriert und spreche lediglich leidlich Deutsch. Dabei handle es sich jedoch um nicht medizinische Faktoren. Unter (recte: ohn e) Berücksichtigung dieser Faktoren lasse sich lediglich ein Verdacht auf eine anhaltende som atoforme Schmerzstörung diagnosti- zieren. Es sei zu erwähnen, dass in der aktuellen Untersu chung Diskrepanzen bezüglich der Schmerzäusserung festzustellen seien. Insgesamt hinterlasse die Explorandin einen aufgesetz- ten und demonstrativ wirkenden Eindruck. Die Symptome de r verminderten Fähigkeit, sich freuen zu können, der Vergesslichkeit, der verminderten Konzentrationsfähigkeit, der Müdigkeit, der Schlafstörung, des verminderten Selbstvertrauens so wie des Gefühls einer allgemeinen Sinnlosigkeit und der häufigen Suizidgedanken würden die zur Diagnosestellung einer depres- siven Episode notwendigen Kriterien erfüllen. Auffalle nd sei jedoch, dass sich die Versicherte auf gezielte Befragung hin über keine gereizt-aggressive oder bedrückt-traurige Stimmung oder Ängste beklage. Auch würden sich keine konkreten Suizidgeda nken eruieren lassen. Für die Depression seien die andauernden Schmerzen ursächlich. Indes liessen sich keine emotionalen Konflikte nachweisen. Möglicherweise habe ein Paarkonfl ikt vorgelegen, der sich gemäss den Angaben der Versicherten aber nicht mehr nachweisen la sse. Es könnten auch einige psycho- soziale Belastungen festgestellt werden; dabei handle es sich jedoch um nicht medizinische Faktoren. In der aktuellen Untersuchung sei die Stimmun g wechselhaft gewesen. Eine von der Explorandin subjektiv geklagte Müdigkeit oder verminder te Konzentrationsfähigkeit lasse sich während der Untersuchung klinisch nicht feststellen. Im G egenteil hinterlasse sie einen sehr konzentrierten und aufmerksamen Eindruck. Diese Tatsache stehe im Gegensatz zu ihren sehr unpräzisen und diffusen Angaben. So erkläre sie beispie lsweise, nicht zu wissen, wo sie sich aktuell befinde, bzw. sie erklärt, nicht genau zu wissen, ob ihr Ehemann jünger sei als sie und ob er eine Rente beziehe; auch gebe sie das Alter ihr er Tochter nur vage an. Viele Frage be- antworte sie damit, die Antwort nicht zu wissen. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren sei der Schweregrad der Depression als leichtgradig zu beur teilen. Schliesslich sei zu erwähnen, dass die Explorandin auf die gezielte Befragung nach e inem Stimmenhören über das ganze Gesicht strahle und erkläre, dass sie Stimmen höre. Dieses Verhalten sei inadäquat. Das von ihr geklagte Stimmenhören sei insgesamt am ehesten als Ausdruck eines pseudopsychotischen Phänomens zu betrachten. Differenzialdiagnostisch wäre an eine Belle indifférence im Rahmen akzentuierter histrionischer Persönlichkeitszüge zu denken. Auch falle auf, dass die Explorandin während der aktuellen Untersuchung angebe, nicht zu wissen, wie oft sie zu Besuch in den Ko- sovo reise und wann sie zum letzten Mal in ihrer Heimat g ewesen sei. Demgegenüber habe sie gegenüber Dr. B.____ in der rheumatologischen Untersu chung angegeben, vor zwei Wochen zum letzten Mal im Kosovo gewesen zu sein. Am ehesten se i dieses Verhalten als Ausdruck einer bewusstseinsnahen Aggravationstendenz zu verstehen. A uszugehen sei ausserdem da- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht von, dass die Versicherte die ihr verordneten Psychopharma ka offenbar kaum, jedenfalls aber nicht regelmässig einnehme. Diese Tatsache könne als Ausd ruck dafür gewertet werden, dass kein schwerer Grad einer Depression vorliege. Aufgrund der Beschwerden von Seiten der als leichtgradig zu beurteilenden depressiven Episo- de ohne somatisches Syndrom und unter Berücksichtigung de r inkonsistenten und zum Teil widersprüchlichen Angaben lasse sich aus psychiatrischer Sicht eine aktuelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkei t als Raumpflegerin wie auch in einer al- ternativen Tätigkeit von höchstens 20% begründen. Dabe i sei eine gewisse Verminderung der Leistungsfähigkeit mit berücksichtigt. Aufgrund der unpräzisen Angaben der Explorandin liessen sich keine verlässlichen Angaben zum Verlauf der Depression machen. Mit Blick auf die Akten- lage sei davon auszugehen, dass seit dem Beginn der Beha ndlung in der E.____ im Mai 2014 infolge des diagnostizierten Schweregrads der Depression eine mindestens 70%-ige Ein- schränkung in der Arbeitsfähigkeit bestanden haben dürft e. Retrospektiv sei davon auszuge- hen, dass es spätestens im November 2015 zu einer Verbesse rung der Depression gekommen sei. Die akzentuierten Persönlichkeitszüge und der Verda cht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung hätten dabei keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Verlässliche Angaben zu den Ressourcen oder dem Fähigkeits niveau der Explorandin liessen sich aufgrund der häufig diffusen, inkonsistenten und zum Teil widersprüchlichen Angaben kei- ne machen. Es könnten auch keine Angaben zu den Copingst rategien gemacht werden, da während der aktuellen Untersuchung oft ein aufgesetzt und demonstrativ wirkendes Verhalten der Versicherten festzustellen gewesen sei. Im Vergleich zum Bericht der Klinik E.____ vom 16. Oktober 2014 lasse sich aktuell weder ein durchgehend nie dergeschlagener Eindruck nachwei- sen noch ein massiv verminderter Antrieb feststellen. Während der damaligen Hospitalisation in der Klinik D.____ sei es zu einer Remission der depressiven Beschwerden gekommen. In ei- nem weiteren Bericht der E.____ vom 9. Oktober 2014 werde die Versicherte zwar nach wie vor als schwer depressiv bezeichnet. Formal werde in diesem Be richt auf die Hospitalisation zwi- schen dem 16. Juni bis 25. Juli 2014 verwiesen, jedoch würden keine Angaben über die Remis- sion während des Klinikaufenthaltes gemacht. Dies sei nicht nachvollziehbar. Gemäss den tele- fonischen Angaben des aktuell behandelnden Psychiaters h abe sich eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes im Vergleich zum Zustand im Frühling 2014 bestätigt. Diesbezüglich würden sich keine relevanten Diskrepanzen ergeben. Der behandelnde Psychia- ter diagnostiziere eine anhaltende somatoforme Schmerzstö rung, die aufgrund der aktuellen Untersuchung jedoch nicht bestätigt werden könne. Über einstimmend sei indes davon auszu- gehen, dass erhebliche IV-fremde Faktoren vorliegen wür den. Darüber hinaus seien in der ak- tuellen Untersuchung auch erhebliche Inkonsistenzen und Wid ersprüche in den Angaben der Explorandin festzustellen gewesen. Dies dürfte die unter schiedliche Einschätzung der Arbeits- fähigkeit weitgehend erklären. An medizinischen Massnahme n werde die Weiterführung der bestehenden Gesprächsbehandlung empfohlen. Auch die psyc hopharmakologische Therapie sollte weitergeführt werden, wobei die Versicherte zu e iner verbesserten Compliance bezüglich der Medikamenteneinnahme motiviert werden sollte und regelmässige Blutkonzentrationsbe- stimmungen zu empfehlen seien. Eine mangelnde Therapie adhärenz lasse sich aufgrund der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht mangelnden Compliance bezüglich der Einnahme der Psych opharmaka nicht nachweisen. Bis heute hätten keine Eingliederungsbemühungen stattgefunden. 4.2 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens liess die Versichert e zusammen mit ihrer Be- schwerdebegründung diverse zusätzliche medizinische Unterlage n einreichen. Aus dem MRT- Bericht der F.____ vom 4. Februar 2016 (Beilage 5 de r Beschwerdebegründung) geht hervor, dass weder an der HWS noch der LWS ein fokaler knöchern er Prozess erhoben werden konn- te. An der HWS bestünden geringe multisegmentale Dege nerationen, vor allem in Form von links betonten Facettengelenksarthrosen, zudem eine lei chte Osteochondrose mit einer Dis- kusprotrusion auf Höhe C6/7. An der LWS bestünden mässige Facettengelenksarthrosen und eine Diskusprotrusion auf Höhe L3/4 sowie eine partiell vorbestehende, kleine Diskushernie auf Höhe L4/5 links lateral. Insgesamt lasse sich weder an der HWS noch an der LWS eine neurale Kompression nachweisen. 4.3 Dem Bericht des Spitals G.____ vom 10. Februar 2016 zufolge (Beilage 6 der Be- schwerdebegründung) bestehe wegen einer deutlichen Mamm a-Hypertrophie eine deutliche Haltungsinsuffizienz mit abgeflachter BWS-Kyphose, verstä rkter LWS-Lordose und protrahier- tem Schultergürtel. Durch die Mamma-Hypertrophie kom me es zu einem ventralen Schub und einer muskulären Überlastungssituation. Auf Höhe Th7/8 zeige sich radiologisch eine leichte Überlastungsreaktion im Sinne von knöchernen Abstützreaktionen. Hinweise auf eine radikuläre oder sensomotorische Ausfallsymptomatik bestünden zurzeit ni cht. Zu empfehlen sei eine Mamma-Reduktionsplastik. 4.4 Sodann ist auf den Bericht von Dr. med. H.____, F MH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. Juli 2016 einzugehen. Darin diagnostiziert der behandelnde Psychiater der Versicherten eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit schwerer, chronifizierter depressiver Stö- rung und psychotischen Symptomen bei Problemen in Verbin dung mit der Arbeitslosigkeit und ökonomischen Verhältnissen, mit einem Verdacht auf Schwier igkeiten bei der kulturellen Ein- gewöhnung und mit einem Verdacht auf einen Paarkonfl ikt bei Status nach Hospitalisation in der Klinik D.____ zwischen dem 16. Juni und dem 25. Juli 2014. Differentialdiagnostisch sei eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-abhä ngigen, depressiven und schizoiden Anteilen zu erheben. Die Versicherte sei von ihrem Haus arzt überwiesen worden, nachdem die vorgängigen Behandlungen durch die I.____ keine Verbe sserung gebracht hätten. Insgesamt seien bisher 21 psychoanalytische und verhaltens-therapeuti sch orientierte Gespräche durch- geführt worden, zu welchen die Versicherte stets verlä sslich und pünktlich erschienen sei. Aus- serdem habe sie bisher an 30 Gruppensitzungen für Schm erzpatientinnen teilgenommen. Ins- gesamt habe durch die bisherige ambulante Behandlung eine leichte Verbesserung der Allge- meinsituation erreicht werden können. Fremdanamnestisch gebe die Familie an, dass die Pati- entin wieder aktiver am Familienleben teilnehme und weniger depressiv wirke. Subjektiv berich- te sie, dass die imperativen Stimmen leiser geworden sei en und sie diese besser ignorieren könne. Unverändert seien jedoch die anhaltenden, inval idisierenden Kopf- und Rückenschmer- zen, welche konstant und positionsunabhängig auftreten würden. Mögliche Ursachen dieser Schmerzen hätten bisher nicht eruiert werden können. Es bestehe jedoch die theoretische Mög- lichkeit, dass die voluminöse Mammae der Patientin eine der wahrscheinlichsten Ursachen ihrer Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schmerzsymptomatik darstellen könnte. Es sei davon auszugehen, dass die Möglichkeiten der psychotherapeutischen Behandlung ausgeschöpft seien. Die Versicherte scheine sich im Ver- lauf der letzten Monate auf resignative Art und Weise mit ihrer Lebensqualität auf einem über- aus tiefen Niveau abgefunden zu haben und könne sich heut e von der vormals bestehenden akuten Suizidalität distanzieren. Die im Vorbescheid der IV beschriebene Verbesserung des Allgemeinzustandes dürfte in diesen Umständen begründet sein. Es ergäben sich jedoch keine Hinweise, dass sich ihre Arbeitsfähigkeit wie von der IV- Stelle postuliert per Dezember 2015 tatsächlich substantiell verbessert hätte. Es scheine weiterhin ausgeschlossen, dass die Patien- tin innert absehbarer Frist auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder Fuss fassen könne. Selbst an einem geschützten Arbeitsplatz dürfte es ihr aufgrund ih rer Schmerzen und ihrer chronifizierten Depressivität nicht mehr möglich sein, eine adäquate Bela stungs- und Leistungsfähigkeit zu erbringen. Der Rentenentscheid sei deshalb zu revidieren. 4.5 Der Stellungnahme von Dr. H.____ vom 28. Mai 20 17 ist zu entnehmen, dass es sich bei der Symptomatik der Patientin gemäss der eigenen und den vorherigen Beurteilungen durch die behandelnden Ärzte um eine vorwiegend mittelschwer e bis schwere depressive Störung handle, die zeitweise auch psychotische Symptome aufweise. Der Gutachter Dr. C.____ impli- ziere durch die Codierung seiner Diagnose ebenfalls ei n zumindest mittelschweres Ausmass der Depression. Dr. C.____ begründe seine Diagnose eine r nur leichten depressiven Störung vor allem mit der Remission, die anlässlich der Hospitali sation in der psychiatrischen Klinik D.____ eingetreten sei. Im entsprechenden Austrittsberi cht werde allerdings keine Remission, sondern lediglich eine deutliche Besserung der Symptome beschrieben. Die wahrscheinlichste Variante sei, dass die Zustandsbesserung weniger durch die Medikamente, sondern vielmehr durch das therapeutische Milieu während des Klinikaufent halts eingetreten sei. Entsprechend sei auch das Argument der mangelnden Compliance nicht st ichhaltig. Viel wahrscheinlicher sei, dass die unzähligen bisher verordneten Psychopharmaka nicht zufriedenstellend gewirkt hätten bzw. unerwünschte Nebenwirkungen ausgelöst hätten und sic h der Allgemeinzustand nach dem Klinik-Aufenthalt wieder rasch verschlechtert habe. Entsprechend habe die Patientin nur mehr unregelmässig an die Einnahme dieser wahrscheinlic h unwirksamen Medikation gedacht. Die von Dr. C.____ beobachteten Diskrepanzen würden rein subjektiven und unspezifischen Wahrnehmungen und Interpretationen entsprechen und e ntbehrten jeglicher wissenschaftlicher Beweiskraft. Das als Parathymie definierte Missverhältnis zwischen dem gegenwärtigen inneren Erleben und dem äusseren Gefühlsausdruck sei ein in der Psychiatrie bekanntes und häufiges Phänomen. Im Zusammenhang mit den akustischen Halluzina tionen dürfte der von Dr. C.____ verwendete Begriff „pseudopsychotisch“ einer eigenen Wo rtschöpfung entstammen. Er bezich- tige die Versicherte indirekt, ihre beschriebenen Sympto me zu simulieren. Dr. C.____ äussere und begründe lediglich die Verdachtsdiagnose einer a nhaltenden somatoformen Schmerzstö- rung, welcher er keine Bedeutung für die Arbeitsfäh igkeit beimesse. Die vorliegenden Unterla- gen, die ausführlich dargestellten Angaben und Befund e sowie der Verlauf der Symptomatik würden hingegen die psychopathologischen Befunde einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung belegen, welche sich zunehmend zirka ab de m Jahr 2007 manifestiert habe. Als konstante somatische Korrelate seien dabei insbesonder e der Kopf und der Bewegungsap- parat zu bezeichnen. Dabei übersteige das Ausmass der soma tischen Beschwerden die ver- mutlich psychogenen Schmerzen der mittelschweren Depressivi tät deutlich. Entgegen der Mei- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht nung von Dr. C.____ sei auch in keiner Weise nachvollzieh bar, weshalb die anhaltende soma- toforme Schmerzstörung keine Auswirkungen auf die Arbeit sfähigkeit haben soll; so habe das Bundesgericht in der Vergangenheit die somatoforme Schm erzstörung in Verbindung mit einer weiteren schwerwiegenden psychischen Erkrankung wie eine sch were depressive Störung als Grund für eine Rentenzusprache anerkannt. Von entschei dender Bedeutung scheine letztlich die Glaubwürdigkeit der Patientin und ihrer Familie zu sein, an welcher keinerlei Zweifel zu he- gen sei. Insgesamt würden die Schilderungen und Symptome der Versicherten glaubhaft und nachfühlbar zu wirken. Es würden sich auch in ihrem Umfe ld keine beweiskräftigen Hinweise auf eine wesentliche Aggravation oder Simulation erg eben. Diese leide an einer chronifizierten Krankheit, deren Ausmass realistischerweise keine weitere Arbeitsfähigkeit in der freien Wirt- schaft mehr zulasse. Bei anhaltender Erfolglosigkeit der bisher erfolgten Behandlung und Medi- kation habe sich zuletzt verständlicherweise auch eine gew isse Resignation eingestellt. Letzt- lich würden der Patientin nicht nur die notwendigen materiellen, sondern krankheitsbedingt vor allem auch die persönlichen und kulturell-gesellschaftl ichen Grundlagen fehlen, um die Selbst- heilungskräfte und Ressourcen nachhaltig durchsetzen zu könne n. Dabei seien die Therapie- möglichkeiten ausgeschöpft, so dass mit einem Wiedererla ngen der Arbeits- oder Erwerbsfä- higkeit realistischerweise nicht mehr gerechnet werden könne. 4.6 In medizinischer Hinsicht ist sodann auf folgende w eitere Unterlagen von Relevanz einzugehen: 4.6.1 Gemäss Arztbericht der E.____ vom 18. März 2015 se i bei der Versicherten eine schwere chronifizierte depressive Entwicklung ohne psychotische Symptome bestehend seit mindestens 2010 zu diagnostizieren. Der Zustand der Pat ientin sei während der gesamten Be- handlung in der Zeit von Mitte Mai 2014 bis 19. Novem ber 2014 unverändert geblieben. Keine der psychotherapeutischen Interventionen hätten eine Veränderung bewirken können. Die Pati- entin habe keinerlei Psychopharmaka toleriert. So hätte n insbesondere die Medikamente Dulo- xetin, Pregabalin und Agomelatin wegen Unverträglichke it gestoppt werden müssen. Da die Befindlichkeit mit sozialpsychiatrischen Mitteln nicht im Geringsten beeinflussbar gewesen sei, habe man die Behandlung am 19. November 2014 im Einv erständnis der Patientin beendet. Eine Veränderung der Situation sei nicht zu erwarte n und durch sozialpsychiatrische Interven- tionen nicht beeinflussbar. Der Gesundheitszustand sei stationär. Die Arbeitsfähigkeit lasse sich durch medizinische Massnahmen nicht verbessern. 4.6.2 Dem Arztbericht der E.____ vom 16. Oktober 2014 i st zu entnehmen, dass die Versi- cherte vom 16. Juni 2014 bis am 25. Juli 2014 stationär hospitalisiert gewesen sei. Mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine schwere depressi ve Episode mit psychotischen Symp- tomen sowie ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne sensom otorische Defizite zu diag- nostizieren. Die Patientin habe beim Eintritt berichte t, dass sie sich an nichts mehr erinnern könne. Sie wisse nicht, wo sie sei. Sie höre viele Stim men und Geräusche. Es sei ein Durchei- nander. Die Stimmen würden ihr auch berichten, dass si e sterben solle. Diese Stimmen seien sehr belastend und sie müsse dagegen ankämpfen. Die Sti mmen hätten vor eineinhalb Mona- ten begonnen, vorgängig leide sie bereits seit länger er Zeit an einer schweren depressiven Symptomatik. Unter der Erhöhung von Duloxetin und der Etablierung einer Therapie mit Olan- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht zapin habe eine deutliche Besserung der Symptomatik beo bachtet werden können. Die Patien- tin habe zunehmend am Therapieangebot teilgenommen und das Atelier sowie die Sport- und Frauentanzgruppe besucht. Der Befunderhebung zufolge sei die Patientin zeitlich, örtlich und situativ jedoch nicht orientiert gewesen. Aufmerksamkeit , Auffassung und Konzentration seien schwer reduziert gewesen. Das Frischgedächtnis sei nicht üb erprüft worden, da die Patientin meinte, sich an nichts erinnern zu können. Das Langzeitge dächtnis sei schwer beeinträchtigt. Formalgedanklich sei sie deutlich verlangsamt, einsilbig und wortkarg gewesen. Der Affekt sei niedergeschlagen, apathisch und hoffnungslos gewesen. Es b estünden akustische Halluzinati- onen in Form eines Stimmenwirrwarrs und Geräuschen sowi e wiederholte Suizidgedanken, - fantasien und –pläne aufgrund imperativer Stimmen. Au fgrund der Anamnese sei davon auszu- gehen, dass die Patientin seit mehreren Monaten unter einer Depression leide, welche durch die schwierige soziale Situation (Migration, Arbeitslo sigkeit, langjähriger Paarkonflikt) exazer- biert und es so in den Wochen vor dem Klinikeintritt zu psychotischen Symptomen gekommen sei. Es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit. Die Einschränkungen liessen sich aber durch medizinische Massnahmen verhindern und es könne mit e iner Wiederaufnahme der be- ruflichen Tätigkeit bzw. der Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden. 4.6.3 Einem weiteren Arztbericht der E.____ vom 9. O ktober 2014 kann entnommen werden, dass die Versicherte seit ihrem Klinikaustritt letztmals a m 13. Oktober 2014 ambulant kontrol- liert worden sei. Zu diagnostizieren sei eine schwer e und chronifizierte depressive Episode, gegenwärtig ohne psychotische Symptome. Im Rahmen der sta tionären Behandlung seien die imperativen Stimmen und die akute Suizidalität zurückge drängt worden, das depressive Zu- standsbild sei jedoch aufrecht geblieben. Der Befunderh ebung zufolge sei die Patientin be- wusstseinsklar und allseits orientiert. Sie wirke jedoch im mer wieder abwesend und könne sich nicht auf das Gespräch konzentrieren, sondern müsse aufgef ordert werden, daran teilzuneh- men. Das Denken sei sehr stark eingeengt auf ihre psychisch e Befindlichkeit und auf die Schmerzen, ausserdem sei es stark verlangsamt. Die früher festgestellten imperativen Stimmen kämen nur noch vereinzelt und schwach vor. Die Versichert e sei affektarm, ihre Vitalgefühle seien stark herabgesetzt. Sie sei sehr deprimiert und h offnungslos. Der Antrieb sei ebenfalls sehr stark herabgesetzt. Es liege ein starker sozialer Rückzug vor. Gegenwärtig bestünden la- tente Suizidgedanken. Die Behandlung bestehe in einer wöchentlich stattfindenden psychothe- rapeutischen Behandlung und in einer medikamentösen Behandlung, deren Fortsetzung emp- fohlen werde. Die Arbeitsunfähigkeit betrage bis auf Weiteres 100%. Die Patientin sei nach wie vor schwer depressiv und sozial sehr zurückgezogen, was sich a uf alle Bereiche ihrer Arbeits- fähigkeit auswirke. Sie sei nicht fähig, sich in einen Ar beitsablauf einzuordnen, könne sich nicht an Regeln und Routinen anpassen sowie wegen ihrer Passi vität und Apathie weder planen noch ihre Aufgaben strukturieren. Sie sei sehr ermüdba r und in der Kontaktfähigkeit zu Dritten fast vollständig eingeschränkt. Eine Arbeitstätigkeit sei aktuell unmöglich. Die Einschränkungen liessen sich durch medizinische Massnahmen nicht verhindern. Mit einer Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden. 5.1 Festzustellen ist, dass das bidisziplinäre Gutachten der Dres. B.____ und C.____ ein insgesamt schlüssiges Bild betreffend die gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin ergibt. Insbesondere erfüllt es alle rechtsprechungsgemäss en Voraussetzungen an ein beweis- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht kräftiges Verwaltungsgutachten. Wie oben ausgeführt (vgl . Erwägung 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unt ersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft z uzuerkennen, solange keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das fragliche Gutachten der Dres. B.____ und C.____ ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird - für die streitigen Belange umfassend. Es beruht auf allseitigen Untersuchungen, berück- sichtigt entgegen der in der Beschwerdebegründung vertr etenen Auffassung alle geklagten Be- schwerden der Versicherten und ist in Kenntnis aller rel evanten Vorakten abgegeben worden. Die beiden Teilgutachten basieren sodann auf einer d etaillierten Anamnese unter Einbezug auch fremdanamnestischer Angaben insbesondere des behan delnden Psychiaters. Die Schlussfolgerungen in den beiden Teilgutachten sind so rgfältig hergeleitet und leuchten damit auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizini- schen Gesamtsituation ein. Die Gutachter setzen sich beide letztlich auch mit den übrigen ärzt- lichen Einschätzungen auseinander. Damit erweisen sich au ch ihre Schlussfolgerungen als überzeugend. Beide Gutachter nehmen eine nachvollziehba re Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor. Dabei kommt insbesondere der psychiat rische Teilgutachter im Rahmen einer längeren bidisziplinären Konsensbeurteilung nachvo llziehbar zum Schluss, dass die Ver- sicherte mangels eines rheumatologischen Krankheitsbilds sowohl aus psychiatrischer als auch aus gesamtmedizinischer Sicht in ihrer angestammten Tätigke it und in einer Verweistätigkeit jeweils im Umfang von 80% arbeitsfähig ist. 5.2 Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwe rde die Einholung eines gerichtli- chen Gutachtens. Sie bestreitet die Einschätzung der IV -Stelle, dass sich ihr Gesundheitszu- stand seit Dezember 2015 verbessert haben soll. In dies em Zusammenhang bringt sie ver- schiedene Einwände gegen das bidisziplinäre Gutachten der Dres. B.____ und C.____ vor. 5.2.1 Sie lässt zunächst geltend machen, dass die rheumato logische Beurteilung auf veralte- ten Befunden basiere. Dr. B.____ stütze sich lediglich a uf zwei ältere Röntgenuntersuchungen. Damit seien die Abklärungen unvollständig, zumal mittels Röntgenuntersuchungen nicht sämtli- che Befunde eruierbar seien. Tatsache sei, dass anlässlich der neuerlichen MRT-Untersuchung vom 4. Februar 2016 klare Pathologien an der Wirbelsäule erhoben worden seien. Die Behaup- tung von Dr. B.____, dass sich keine Hinweise auf ein Fac ettensyndrom finden liessen, sei deshalb unhaltbar. Im Weiteren sei unberücksichtigt geblieben, dass die Beschwerdeführerin an einer Mamma-Hypertrophie leide, die zu einer Überlastung der Brustwirbelsäule führe. 5.2.2 Vorab ist diesen Vorbringen entgegen zu halten, dass es sich beim Radiologiebericht der F.____ vom 2. Mai 2014, auf welchen sich Dr. B.___ _ in seiner rheumatologischen Beurtei- lung unter anderem abgestützt hat, nicht um eine kon ventionelle Röntgenaufnahme, sondern um eine MRT-Aufnahme handelt, mit welcher entgegen der von der Beschwerdeführerin vertre- tenen Auffassung bildgebend sehr wohl auch relevante Ve ränderungen an den Bandscheiben hätten erhoben werden können. Dem Bericht vom 2. Mai 2014, der dem rheumatologischen Teilgutachten beigelegt worden ist, können nun aber g erade keine Pathologien entnommen Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden, wie sie von der Beschwerdeführerin postuliert worden sind. Der entsprechenden Beur- teilung der F.____ zufolge liegt vielmehr eine regel rechte Darstellung der Bandscheiben ohne auffällige Chrondrosen, Diskushernien oder Foraminalste nosen vor. Auch an den Iliosakralge- lenken konnten keine auffälligen oder entzündlichen Ve ränderungen feststellt werden und die Facettengelenke wurden als altersentsprechend beurteilt . Am Fehlen pathologischer Verände- rungen mit einem allfälligen Einfluss auf die Arbeitsf ähigkeit vermag auch der im Rahmen der Beschwerdebegründung eingereichte Bericht der F.____ vo m 4. Februar 2016 nichts zu än- dern. In diesem neuerlichen MRT-Bericht werden wie schon in den bildgebenden Beurteilungen zuvor diverse degenerative Veränderungen beschrieben. D iese sind jedoch nur geringfügiger Natur. Wie bereits anlässlich der Röntgenuntersuchung vom 9. Februar 2015 (vgl. rheumatolo- gisches Teilgutachten S. 5) konnten insbesondere auch hie r nur mässige Facettengelenksarth- rosen erhoben werden. Der gutachterlichen Auffassung, d ass die bildgebenden Befunde eine altersentsprechende Varianz nicht überschreiten, ist demnach beizupflichten. 5.2.3 Ausschlaggebend ist im Weiteren, dass auch der neu e Bericht der F.____ vom 4. Februar 2016 keine neurokompressiven Veränderungen erkennen lässt. Diese konnten be- reits im rheumatologischen Teilgutachten aufgrund der a nlässlich der gutachterlichen Explorati- on gewonnenen klinischen Befunde ausgeschlossen werden. So war die Versicherte insbeson- dere in der Lage, spontan eine gewisse Zeit ohne Beschwe rdesymptomatik sowohl die Lang- sitz-Position als auch den Einbeinstand einzunehmen. Die gutachterliche Aussage, dass sich im Zusammenhang mit den geklagten Kreuzschmerzen kein klinische s Korrelat für eine radikuläre Problematik finden lässt, ist daher nicht zu beanstanden, zumal sich diese Schlussfolgerung letztlich mit den Ergebnissen deckt, wie sie auch aus dem Bericht des Kantonsspitals Baselland vom 10. Februar 2016 hervorgehen (vgl. oben, Erwägung 4.3 hiervor). Hier wie dort konnten keine Hinweise auf eine radikuläre oder sensomotorische Au sfallsymptomatik erhoben werden. Aus den im Beschwerdeverfahren nachgereichten Unterlage n ergeben sich demnach keine Hinweise, dass die rheumatologische Beurteilung von Dr. B.____ unzutreffend ausgefallen wä- re. Wie die Beschwerdeführerin sodann zu Recht vorbrin gen lässt, leidet sie zwar an einer Mammahypertrophie. Die damit verbundene muskuläre Überl astungssituation alleine, welche der Beurteilung von Dr. B.____ zufolge in einem nicht ausgeprägtem Ausmass vorhanden ist, vermag mangels eines foralen knöchernen Prozesses (vgl. Ber icht der F.____ vom 4. Februar 2016) nichts daran zu ändern, dass ein rheumatologisches K rankheitsbild von Relevanz am Bewegungsapparat zu verneinen ist. Damit ist zugleich gesa gt, dass aus somatisch- rheumatologischer Sicht eine allfällige Einschränkung i n der Arbeitsfähigkeit ausgeschlossen werden kann. Die rheumatologische Teilbegutachtung vo n Dr. B.____ erweist sich mithin als schlüssig und verwertbar. 5.3.1 Die Beschwerdeführerin wendet weiter ein, dass au ch auf das psychiatrische Teilgut- achten von Dr. C.____ nicht abgestellt werden könne. S ie verweist in diesem Zusammenhang insbesondere auf den Bericht ihres behandelnden Fachpsychi aters Dr. H.____ vom 4. Juli 2016. Dieser halte fest, dass es keine Hinweise gäbe, wo nach sich ihre Arbeitsfähigkeit per Dezember 2015 verbessert habe. Gemäss Dr. H.____ sei eine Verbesserung der Situation ein- zig insofern eingetreten, dass sich die Beschwerdeführerin mittlerweile von einer akuten Suizi- dalität distanziert habe. Dr. C.____ habe bei seiner D iagnosestellung nicht alle ihre Beschwer- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht den berücksichtigt. Seine Diagnose einer leichtgradigen depressiven Episode ohne somati- sches Syndrom sei schon deshalb falsch, weil die somatischen Beschwerden in Form der un- bestrittenermassen vorhandenen Schmerzen unberücksichtigt ge blieben seien. Ausserdem sei die bestehende Psychose ausser Acht gelassen worden. Die Tochter der Beschwerdeführerin habe beispielsweise anlässlich der Haushaltsabklärung au sdrücklich festgehalten, dass das damit verbundene Stimmenhören zu einer starken Belast ung führen würde. Unberücksichtigt geblieben seien auch der starke soziale Rückzug und die Sc hlafstörungen der Versicherten. Schliesslich sei das psychiatrische Teilgutachten auch unverwertbar in Bezug auf die Frage, ob der angeblichen somatoformen Schmerzstörung ein invalidi sierender Charakter zukomme, weil Dr. C.____ den diesbezüglichen Fragenkatalog gänzlich unbeantwortet gelassen habe. 5.3.2 Bei der Versicherten konnten mit Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit keine somati- schen Defizite diagnostiziert werden (vgl. soeben Erwägun gen 5.2.2 hiervor). Weil für das ge- klagte Beschwerdebild kein somatisches Korrelat von Relev anz erhoben werden konnte, er- weist es sich als zutreffend, dass Dr. C.____ bei seiner p sychiatrischen Diagnose folgerichtig vom Fehlen eines somatischen Syndroms ausgegangen ist. Dessen Diagnose deckt sich viel- mehr mit der auch von Dr. H.____ vertretenen Auffassun g, dass bisher keine Ursachen für die Kopf- und Rückenschmerzen eruiert werden konnten (vgl. oben, Erwägung 4.4 hiervor). Bei der in diesem Zusammenhang durch den behandelnden Psychia ter postulierten Möglichkeit, dass die voluminöse Mammae eine der wahrscheinlichsten Ursache n ihrer Schmerzsymptomatik darstellen könnte, handelt es sich ausserdem um eine Hypot hese, die durch die bildgebende Diagnostik just ausgeschlossen werden konnte (vgl. oben, Erwä gung 5.2.1 hiervor). Damit re- sultiert, dass der Auffassung von Dr. H.____ zu widerspr echen ist, wonach das Ausmass der somatischen Beschwerden die vermutlich psychogenen Schmerzen einer mittelschweren De- pressivität deutlich übersteige (vgl. oben, Erwägung 4.5 hiervor). Wenn der behandelnde Psy- chiater in seiner Stellungnahme vom 28. Mai 2017 mithi n von einer nur mittelgradigen Depres- sivität ausgeht, widerspricht er ausserdem seiner eigenen Diagnose, der zufolge die Versicherte an einer schweren depressiven Störung leide (vgl. oben, Erwägungen 4.4 und 4.5). Seine Aus- führungen vermögen insoweit nicht zu überzeugen. 5.3.3 Auch Dr. H.____ geht davon aus, dass sich der Gesund heitszustand seiner Patientin durch die bisherige Behandlung verbessert hat. Gestützt a uf die fremdanamnestischen Anga- ben berichtet er entgegen der in der Beschwerde vertret enen Auffassung davon, dass die Ver- sicherte wieder aktiver am Familienleben teilnimmt und weniger depressiv wirkt. Diese Auffas- sung steht im Einklang mit den durch Dr. C.____ anlässli ch der psychiatrischen Exploration erhobenen Befunden, wonach die Beschwerdeführerin auf gezielte Befragung hin trotz der für eine Depression sprechenden Symptome weder über eine ge reizt-aggressive noch bedrückt- traurige Stimmung oder Ängste berichtet, noch allfäll ige emotionale Konflikte offenbart hat (vgl. oben, Erwägung 4.1.2 hiervor). Sie deckt sich insbesondere aber auch mit der Aussage im Austrittsbericht der E.____ vom 16. Oktober 2014, der zu folge die Versicherte unter Einsatz entsprechender Medikation bereits dazumal zunehmend am Therapieangebot teilgenommen habe und eine deutliche Besserung ihrer depressiven Sympt ome eingetreten sei (vgl. oben, Erwägung 4.6.2). Es ist daher schlüssig, wenn Dr. C.____ in seinem psychiatrischen Teilgut- achten die nur noch leichte depressive Episode unter ande rem mit eben dieser im Austrittsbe- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht richt der E.____ erwähnten Remission begründet. Daran vermag nichts zu ändern, dass Dr. H.____ in seiner neuesten Stellungnahme vom 28. M ai 2017 die Meinung vertritt, es werde im entsprechenden Austrittsbericht keine Remission, sondern lediglich eine deutliche Verbesse- rung der Symptome beschrieben. Unbesehen der terminolo gischen Formulierung ist so oder anders von einer Verbesserung der psychiatrischen Verhäl tnisse auszugehen. Dies gilt umso mehr, weil Dr. H.____ letztlich auch gegenüber dem p sychiatrischen Gutachter bestätigt hat, dass es der Versicherten insgesamt besser gehe als noch im Frühjahr 2014. Mit Blick auf die Einschätzung der psychiatrischen Verhältnisse durch Dr. C. ____ ergeben sich deshalb keine Diskrepanzen. 5.3.4 Ebenfalls als kongruent erweist sich die Einschätzu ng von Dr. C.____ in Bezug auf die Tatsache, dass sich keine konkreten Suizidgedanken mehr er uieren lassen (vgl. oben, Erwä- gung 4.1.2 hiervor). So geht auch Dr. H.____ davon au s, dass sich die Versicherte mittlerweile von der vormals bestehenden akuten Suizidalität distanzie rt habe (vgl. oben, Erwägung 4.4 hiervor). Entgegen der im Bericht vom 4. Juli 2016 vertretenen Auffassung, bei der Versicherten lägen psychotische Symptome vor, hat der behandelnde Psychiater zugleich berichtet, dass die Versicherte die von ihr imperativ wahrgenommenen Stimme n besser ignorieren könne (vgl. oben, Erwägung 4.5 hiervor). Bei der Versicherte n konnten bereits nach dem Klinikaufent- halt keine psychotischen Symptome mehr erhoben werden (vgl . Arztberichte der E.____ vom 9. Oktober 2014 und vom 18. März 2015, Erwägungen 4. 6.1 und 4.6.3 hiervor). Es ist daher nachvollziehbar, wenn nunmehr auch Dr. C.____ in seine m psychiatrischen Teilgutachten vom Fehlen eines psychotischen Zustandsbilds ausgegangen ist. Dies gilt umso mehr, weil die Ex- plorandin auf gezielte Befragung nach einem Stimmenh ören mit einem inadäquaten Verhalten reagiert hat (vgl. oben, Erwägung 4.1.2 hiervor). Sow eit die Beschwerdeführerin in ihrer Be- schwerdebegründung vorbringen lässt, der psychiatrische Guta chter habe eine bestehende Psychose ausser Acht gelassen, kann ihr jedenfalls nicht gef olgt werden. Entgegen der von ihr vertretenen Auffassung ist vielmehr darauf hinzuweisen, dass den im Abklärungsbericht Haus- halt vom 2. Mai 2016 wiedergegebenen Aussagen der To chter gerade nicht zu entnehmen ist, dass die Versicherte aktuell noch immer an einem Stimmen hören leide (vgl. IV-Dok 43, S. 10). Die entsprechenden fremdanamnestischen Aussagen beziehe n sich vielmehr auf die gesund- heitlichen Verhältnisse noch vor der stationären Hospital isation im Jahre 2014, anlässlich wel- cher unter Einsatz entsprechender Medikation aber nachwe isbar eine deutliche Besserung auch dieser Symptomatik eingetreten ist (vgl. oben, Erw ägung 4.6.2). Aktuell hat Dr. C.____ sämtliche von der Versicherten subjektiv geklagten Beschwerde n fachgerecht aufgeführt. Die Mehrheit davon konnte indes nicht objektiviert werden. Es kann in diesem Zusammenhang auf die detaillierte Schilderung der psychiatrischen Explora tion verwiesen werden, der zufolge sich klinisch keine Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen und insbesondere auch keine Ermüdungszeichen, keine gereizt-aggressive oder bedrückt-t raurige Stimmung und auch keine Ängste feststellen liessen. Im Ergebnis ist daher nicht zu beanstanden, wenn Dr. C.____ von Seiten der als leichtgradig zu beurteilenden depressiven Episode spätestens ab Dezember 2015 eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von led iglich noch 20% begründet hat, nach- dem die Beschwerdeführerin zuvor noch unbestrittenermass en im Umfang von 70% arbeitsun- fähig gewesen war. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.5 An diesem Ergebnis vermag auch die unter Verwei s auf den Bericht von Dr. H.____ vom 28. Mai 2017 replicando vertretene Auffassung nichts zu ändern, wonach eine unvollstän- dige Abklärung des medizinischen Sachverhalts vorliege. Es ist in diesem Zusammenhang da- rauf zu verweisen, dass es wegen der unterschiedlichen N atur von Behandlungsauftrag des behandelnden Psychiaters und dem Begutachtungsauftrag des von der IV-Stelle bestellten me- dizinischen Experten nicht geboten ist, das Administrativt eilgutachten von Dr. C.____ alleine deshalb in Frage zu stellen, weil der behandelnde Psyc hiater – trotz im Wesentlichen überein- stimmenden Befunden – zu einer anderslautenden Einschät zung insbesondere hinsichtlich der noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit gelangt ist (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b). In casu liegt jed enfalls keine Ausnahme vor, wonach sich eine abweichende Beurteilung aufdrängen würde, weil der behandelnde Facharzt wichtige – insbesondere nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretat ion entspringende – Aspekte benennt, die im Rahmen der Begutachtung durch Dr. C.____ une rkannt oder ungewürdigt geblieben wä- ren (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007 , E. 2.2.1, mit Hinweisen). Insofern vermag die Beschwerdeführerin auch nichts aus der bunde sgerichtlichen Rechtsprechung ab- zuleiten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai 200 8, E. 2.3.2), wonach die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden dürfen. 5.4 Leidet die Beschwerdeführerin gestützt auf die schl üssige Beurteilung im psychiatri- schen Teilgutachten von Dr. C.____ spätestens seit Dezembe r 2015 an einer lediglich noch leichtgradigen depressiven Episode, ist darauf hinzuweis en, dass leichte (bis mittelschwere) Störungen aus dem depressiven Formenkreis aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bewirken können, sofern allfällige Therapiemöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft worden sind (BGE 140 V 193 E. 3. 3; vgl. auch Urteile des Bundesge- richts 9C_115/2015 vom 12. November 2015 und 9C_892/20 16 vom 22. Januar 2016). So ver- hält es sich auch hier: Die Versicherte stand zwar in psych otherapeutischer Behandlung und erhielt entsprechende Medikamente. Der psychiatrische Gut achter erachtet aber das Behand- lungspotential als nicht ausgeschöpft, weil die Versiche rte ihre Medikamente nicht im verordne- ten Ausmass einnimmt. Ausserdem ist die depressive Problem atik offenbar auf eine mitprägen- de histrionische Persönlichkeit und auf eine Vielzahl IV-fremder Faktoren in Form von kulturel- len Ursachen und Problemen in der Lebensbewältigung sowie beim Kontakt im Berufsleben zurückzuführen. Diese Auffassung hat nebst Dr. C.____ auch der behandelnde Psychiater de- zidiert vertreten (vgl. oben, Erwägungen 4.4 f.). Die mittlerweile nur noch leichtgradige depres- sive Episode wird mit anderen Worten offenbar sehr star k durch psychosoziale Faktoren unter- halten, weshalb ein invalidisierender Gesundheitsschaden diesbezüglich gänzlich zu verneinen ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2015 vom 29. Apri l 2016, E. 5.4 mit Verweis auf BGE 127 V 294). Entfällt eine Leistungspflicht aufgrund einer fehlenden Anrechenbarkeit der Arbeits- unfähigkeit, lassen sich in Bezug auf die nur leichte de pressive Episode aber keine Leistungen der Invalidenversicherung begründen. 5.5 Was den im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. C._ ___ diagnostizierten Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung betriff t, ist darauf hinzuweisen, dass nach der überarbeiteten Rechtsprechung bei der Invaliditätsbemessung aufgrund psychosomatischer Störungen der Aspekt der funktionellen Auswirkungen stärker als bisher zu berücksichtigen und Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht das bisherige Regel/Ausnahmemodell durch ein strukturie rtes Beweisverfahren ersetzt worden ist (BGE 141 V 281). Nach dieser Rechtsprechung liegt eine versicherte Gesundheitsschädi- gung dann nicht vor, wenn die Leistungseinschränkung auf e iner Aggravation oder einer ähnli- chen Konstellation beruht. Dies trifft namentlich dann zu, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwi- schen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht, wenn intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung vage bleibt, oder wenn keine medizinische Behandlung oder Therapie in Anspruch genommen wird (BGE 141 V 288, E. 2.2.1). Im hier vorliegenden Fall hat der explorie rende Gutachter ein aggravatorisches und demonstratives Verhalten der Versicherten festgestellt (ob en, Erwägungen 4.1.2 hiervor). Ins- gesamt hat die Versicherte einen aufgesetzten und demo nstrativ wirkenden Eindruck hinterlas- sen und eine ausgeprägte Dramatisierungstendenz zu erkenne n gegeben. Auch deutet die nur vage Charakterisierung ihrer dramatisch und theatralisch v orgetragenen Schmerzen auf offen- sichtliche Inkonsistenzen hin. So hinterliess die Versichert e anlässlich der Exploration im Ge- gensatz zu ihren sehr unpräzisen und diffusen Angaben einen sehr konzentrierten und auf- merksamen Eindruck. Auffallend ist in diesem Zusammenhang beispielsweise, dass sich die Versicherte anlässlich der psychiatrischen Exploration nicht erinnern konnte, wann sie zum letz- ten Mal in ihrer Heimat im Kosovo gewesen sei, hinge gen noch drei Tage zuvor gegenüber Dr. B.____ angegeben hatte, zwei Wochen zuvor im Kosovo noch zu Besuch gewesen zu sein. Wenn der psychiatrische Gutachter aufgrund dieser augenfälligen Inkonsistenzen zum Ergebnis gelangt, dass das Verhalten der Versicherten insgesamt al s inadäquat zu betrachten und als Ausdruck einer bewusstseinsnahen Aggravationstendenz zu ve rstehen sei, ist dies nicht zu beanstanden. Der bei ihrem Hausarzt erhobene Medikamen tenspiegel hat ausserdem belegt, dass die Versicherte ihr therapeutisches Potential nicht a usschöpft, indem sie die ihr verordne- ten Psychopharmaka offenbar kaum, jedenfalls aber nicht regelmässig einnimmt (vgl. Erwägung 4.1.2 hiervor.). Diesen Umstand bestätigt auch der beha ndelnde Psychiater Dr. H.____. Bereits anlässlich der Hospitalisation in der E.____ konnte unt er Einsatz insbesondere von Duloxetin und der Etablierung einer Therapie mit Olanzapin jed och eine deutliche Verbesserung der psy- chiatrischen Verhältnisse festgestellt werden, ohne dass ü ber entsprechende Nebenwirkungen berichtet worden wäre, wie dies nunmehr Dr. G.____ in seiner neuesten Stellungnahme postu- liert. Dessen Ansicht, dass keine mangelnde Compliance vor liege, kann deshalb nicht gefolgt werden. Unter diesen Umständen kann aber auch nicht au f eine therapeutisch nicht mehr an- gehbare, erhebliche funktionelle Behinderung geschloss en werden. Entgegen der von Dr. H.____ vertretenen Auffassung, dass die Symptomschil derung der Versicherten glaubhaft und nachfühlbar wirke, überwiegen die Anhaltspunkte g emäss den überzeugenden Darlegun- gen des psychiatrischen Gutachters auf eine Aggravation j edenfalls derart eindeutig, dass die Grenze eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten wird. Nach Lage der medizi- nischen Akten bestehen zudem keine Anhaltspunkte, dass das ag gravatorische Verhalten der Beschwerdeführerin auf eine verselbständigte psychische Störung mit Krankheitswert zurückzu- führen wäre. Eine versicherte Gesundheitsschädigung in B ezug auf eine chronische Schmerz- störung fällt unter diesen Umständen so oder anders au sser Betracht, und ein Rentenanspruch ist in diesem Zusammenhang ebenfalls auszuschliessen (Urteil des Bundesgerichts 8C_559/2016 vom 13. Dezember 2016, E. 3.3). Darüber h inaus hat Dr. C.____ darauf hinge- wiesen, dass nebst einer Aggravation auch histrionische Persönlichkeitszüge bei der Versicher- ten festgestellt werden können, bzw. deren ausgeprägte Beschwerdesymptomatik durch akzen- Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht tuierte histrionische Persönlichkeitszüge erklärt werden könne (vgl. oben, a.a.O.). Übereinstim- mend mit dem behandelnden Psychiater geht in diesem Zu sammenhang auch Dr. C.____ da- von aus, dass erhebliche IV-fremde Faktoren vorliegen. Ge stützt auf diese kongruenten Ein- schätzungen ist demnach davon auszugehen, dass die Beschwerdesymptomatik der Versicher- ten demnach auf nicht IV-relevanten psychosozialen und soziokulturellen Faktoren beruht. Ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden kann aber nu r gegeben sein, wenn das kli- nische Beschwerdebild davon psychiatrisch unterscheidbare Befu nde umfasst. Auch dies ist gemäss den erwähnten Beurteilungen hier aber nicht de r Fall. Eine eingehende Prüfung der rechtsprechungsgemässen Indikatoren erübrigt sich bei d ieser Sachlage deshalb ebenso wie weitere medizinische Abklärungen (Urteil des Bundesgerichts 8C_559/2016 vom 13. Dezember 2016, E. 3.2). 6. Zusammenfassend kann eine invalidisierende Wirkung wed er in Bezug auf die leichte depressive Episode noch in Bezug auf die chronische Schmer zstörung der Beschwerdeführerin begründet werden. Da eine Einschränkung der Arbeitsfä higkeit auch in somatischer Hinsicht verneint werden muss (oben, Erwägung 5.2.3 hiervor), i st der vorinstanzliche Entscheid der IV- Stelle nicht zu beanstanden und es erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit den weiteren, für einen Rentenanspruch erforderlichen Voraussetzungen. Insb esondere kann bei dieser Aus- gangslage auch dahingestellt bleiben, wie es sich hinsichtlich der erwerblichen Verhältnisse der Versicherten verhält. Sowohl als Teilerwerbstätige bei e inem erwerblichen Anteil von 80% als auch als Vollerwerbstätige resultiert so oder anders ein Rentenanspruch, der unter dem mass- gebenden Schwellenwert von 40% liegt. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1'000.— festgelegt . Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenr ahmens einheitlich auf Fr. 800.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfa hrenskosten in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie gend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskoste n aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.— zu verrechnen sind. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.