Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 10. Januar 2018 (810 17 91) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Baugesuche für Tor und Hofüberdachung und Kapazitätserweiterung resp. Erstellen ei- nes Bürocontainers Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Stefan Schulthess, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Beat Walther, Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer B.____ , Beschwerdeführer C.____ , Beschwerdeführer D.____ , Beschwerdeführer E.____ , Beschwerdeführer F.____ , Beschwerdeführer G.____ , Beschwerdeführerin H.____ , Beschwerdeführer alle vertreten durch Erik Wassmer, Advokat gegen Baurekurskommission des Kantons Basel -Landschaft , Be- schwerdegegnerin Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht I.____ AG , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Edgar Schü r- mann, Advokat Einwohnergemeinde J.____ , Beigeladene Betreff Baugesuche für Tor und Hofüberdachung und Kap azitätserweiterung resp. Bürocontainer (Entscheid der Baurekurskommission des Kan- tons Basel-Landschaft vom 29. November 2016) A. Das Entsorgungszentrum I.____ AG (I.____ AG) betrei bt eine Abfall Sammel- und Um- schlagsstelle. Es werden dort verwertbarer Siedlungsabfall , Bauabfälle sowie Abfälle aus In- dustrie- und Gewerbebetrieben entgegen genommen. Die bisherige Betriebsbewilligung wurde für einen Umschlag von 10'000 t Abfällen pro Jahr ausg estellt. Die angelieferte Abfallmenge belief sich in den vergangenen Jahren auf rund 17'600 t . Die I.____ AG reichte deshalb am 4. Dezember 2014 beim Bauinspektorat Basel-Landschaft (Bauinspektorat) ein Baugesuch (Nr. 1969/2014) für ein Tor und eine Hofüberdachung und Kapazitätserweiterung auf der Par- zelle Nr. 457, Grundbuch (GB) J.____, sowie ein Bauge such (Nr. 1970/2014) für die Errichtung eines Bürocontainers auf der Parzelle Nr. 1290, GB J.__ __, ein. Vorgesehen ist, die Annahme- mengen mittelfristig auf 30'000 t auszubauen. Für das V orhaben wurde eine Umweltverträglich- keitsprüfung (UVP) durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Verkehrsgutachten erstellt. B. Während den gesetzlichen Auflagefristen erhoben un ter anderen A.____, B.____, C.____, D.____, E.____, F.____, G.____ und H.____ ( A.____ et al.), alle vertreten durch Erik Wassmer, Advokat in Liestal, mit Eingaben vom 22. Dezem ber 2014 und vom 12. Januar 2015 gegen die Baugesuche Nr. 1970/2014 und Nr. 1969/2014 Einsprache beim Bauinspektorat. C. Mit Eingabe vom 30. März 2015 reichte die I.____ A G dem Bauinspektorat bereinigte Pläne und Unterlagen ein. D. Mit Schreiben vom 20. April 2015 hielten die Einsp rechenden trotz der bereinigten bzw. ergänzten Unterlagen an ihren Einsprachen fest. E. Am 14. August 2015 reichte die I.____ AG dem Baui nspektorat weitere bereinigte Un- terlagen ein. F. Mit Entscheid vom 15. Januar 2016 (Nr. 006/16) wies das Bauinspektorat die baurecht- lichen Einsprachen gegen das Baugesuch betreffend Tor u nd Hofüberdachung sowie Kapazi- tätserweiterung ab, soweit es auf diese eingetreten ist (Dispositiv-Ziffer 1). Es wurde weiter festgelegt, dass die Beurteilung des Berichts über die U mweltverträglichkeit durch die Umwelt- schutzfachstellen vom 12. Januar 2016 integrierender Best andteil des Einspracheentscheids bilde (Dispositiv-Ziffer 2). Die umweltrechtlich relevant en Einsprachen wurden gestützt auf die Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorstehend erwähnte Beurteilung abgewiesen, soweit dara uf eingetreten und ihnen nicht durch die Auflagen in der Baubewilligung entsprochen wurde (Dispositiv-Ziffer 3). Es wurde ferner angeordnet, dass die in den Erwägungen des Entscheids un d in der Beurteilung des Berichts über die Umweltverträglichkeit durch die Umweltschutzf achstellen vom 12. Januar 2016 aufge- führten Auflagen verbindlicher Bestandteil der Bewill igung seien (Dispositiv-Ziffer 4). Die Ein- sprecher wurden bezüglich Verkehrsführung und Signalisa tion auf Gemeindestrassen an die Gemeinde J.____ (Dispositiv-Ziffer 5) und bezüglich der privatrechtlichen Einsprachen an den zuständigen Zivilrichter (Dispositiv-Ziffer 6) verwiesen. Di e zurückgezogenen Einsprachen wur- den abgeschrieben (Dispositiv-Ziffer 7). Ebenfalls mit Entscheid vom 15. Januar 2016 (Nr. 080/1 5) wies das Bauinspektorat die Ein- sprachen gegen das Baugesuch betreffend Bürocontainer im Sinne der Erwägungen ab, soweit es darauf eingetreten ist (Dispositiv-Ziffer 1). Es verfüg te zudem, dass die in den Erwägungen aufgeführten Auflagen verbindlicher Bestandteil der B aubewilligung seien (Dispositiv-Ziffer 2) und verwies die Einsprechenden hinsichtlich der privatre chtlichen Einsprachen an den zustän- digen Zivilrichter (Dispositiv-Ziffer 3). G. Gegen die Entscheide des Bauinspektorats vom 15. Janua r 2016 Nr. 080/15 und Nr. 006/16 erhoben A.____ et al. mit Eingaben vom 8. Februar 2016 und vom 26. Februar 2016 Beschwerde bei der Baurekurskommission des Kantons Basel- Landschaft (Baurekurskommis- sion). H. Mit Verfügung vom 4. März 2016 vereinigte die Baur ekurskommission die beiden Bau- rekursverfahren und wies die Beschwerde mit Entscheid vom 29. November 2016 im Sinne der Erwägungen ab, soweit sie darauf eintrat. I. Dagegen erhoben A.____ et al., nach wie vor vertre ten durch Advokat Erik Wassmer, mit Eingabe vom 7. April 2017 Beschwerde beim Kantonsg ericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit den Begehren: 1. Es sei der Entscheid der Baurekurs- kommission vom 29. November 2016 aufzuheben; 2. Es sei fe stzustellen, dass das Baugesuch Nr. 1969/2014, Tor und Hofüberdachung und Kapazitätse rweiterung, nicht bewilligt werden könne; 3. Es sei festzustellen, dass das Baugesuch Nr. 1970/20 14, Bürocontainer, nicht bewil- ligt werden könne; 4. Unter o/e-Kostenfolge. In verfa hrensrechtlicher Hinsicht stellen sie die Begehren, es sei ein Augenschein an der R.____-, S.__ __- und T.____strasse in J.____ an einem Montagnachmittag oder Samstagmorgen durchzuführen und den Parteien anschliessend Gelegenheit zu geben, an einer öffentlichen Parteiverh andlung ihre Standpunkte darzulegen; ferner sei das Bauinspektorat richterlich anzuweisen, dem Unterzeichnenden den Umweltver- träglichkeitsbericht (UVB), die UVP und die Betriebsb ewilligung, welche in der Vergangenheit für das Entsorgungsunternehmen auf den Parzellen Nr. 4 48 und Nr. 457, GB J.____, ausge- stellt worden seien, für fünf Tage zur Einsichtnahme zu kommen zu lassen; eventualiter diese Vorakten ebenfalls zu den Akten dieses Beschwerdeverfahr ens zu nehmen. Die Beschwer- debegründung reichten sie am 12. Juni 2017 ein. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht J. Am 5. Juli 2017 reichte die Einwohnergemeinde J.__ __ (Beigeladene) ihre Vernehm- lassung ein. K. Mit Eingabe vom 14. Juli 2017 beantragt die I.___ _ AG (Beschwerdegegnerin 2) die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. L. Am 9. August 2017 liess sich die Baurekurskommission (Besc hwerdegegnerin 1) ver- nehmen und schloss unter Verweis auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid sowie in der Stellungnahme vom 29. Juni 2017 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetre- ten werden könne. Mit Eingabe vom 10. August 2017 re ichte sie drei von den Beschwerdefüh- renden im Rahmen des Baugesuchverfahrens eingereichte DVDs "Entsorgungszentrum J.____", "Video Zeitaufnahmen Verkehr Wendeplatz" und "Video Zeitaufnahmen Verkehr auf der R.____strasse" nach. M. Mit präsidialer Verfügung vom 18. August 2017 wurd e der Fall der Kammer zur Beur- teilung im Rahmen einer Parteiverhandlung mit vorangehendem Augenschein überwiesen. N. Am 9. Oktober 2017 reichten die Beschwerdeführenden eine Replik ein und hielten an ihren bisherigen Begehren und Begründungen fest. O. Die Beschwerdegegnerin 2 hielt in ihrer Duplik vom 30. Oktober 2017 ebenfalls an ih- ren Anträgen und der Begründung fest. Die Beschwerdeg egnerin 1 und die Beigeladene ver- zichteten auf die Einreichung einer Duplik. P. Antragsgemäss führte das Kantonsgericht am 8. Januar 2 018 (Montagnachmittag) in Anwesenheit der Beschwerdeführenden und ihres Rechtsver treters, eines Vertreters der Be- schwerdegegnerin 1, einer Vertreterin des Bauinspektorat s, der Beschwerdegegnerin 2 und ihres Rechtsvertreters sowie zwei Vertretern der Beigela denen einen Augenschein vor Ort durch. Q. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten d ie Parteien vollumfänglich an den gestellten Rechtsbegehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss § 134 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetze s (RBG) vom 8. Januar 1998 i.V.m. mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können Entscheide der Baurekurskommission durch die Betroffenen und die Gemeinden beim Kantonsgericht ang efochten werden. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist somit gegeben. 1.2.1 Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befu gt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Änderung oder Aufhebung hat. Im Baubewilligungsv erfahren sind Nachbarn zur Beschwer- de legitimiert, wenn sie darlegen können, dass sie pers önlich durch das Bauvorhaben einen praktischen, wirtschaftlichen oder anders gearteten Nachteil erleiden (vgl. BGE 104 Ib 245 E. 5; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und V erwaltungsrecht [KGE VV], vom 22. Juni 2016 [810 15 325] E. 1.2). Die Beschwerdelegi timation setzt somit voraus, dass die beschwerdeführende Person über eine spezifische Beziehungsnähe zur Streitsache verfügt und einen praktischen Nutzen aus der Aufhebung oder Änderun g des angefochtenen Entscheids zieht. Die Nähe der Beziehung zum Streitgegenstand muss bei Bauprojekten insbesondere in räumlicher Hinsicht gegeben sein (vgl. BGE 137 II 30 E . 2.2.2). Diese Nähe wird im Allgemei- nen anerkannt, wenn das Baugrundstück an dasjenige des Ein sprechers angrenzt oder nur durch einen Verkehrsträger davon getrennt ist (vgl. Urtei l des Bundesgerichts 1C_181/2013 vom 14. November 2013 E. 1.2 mit Hinweisen). Auf abstr akt bestimmte Distanzwerte kommt es dabei nicht an. Daneben wird eine besondere Betroffe nheit vor allem in Fällen bejaht, in wel- chen von einer Anlage mit Sicherheit oder grosser Wahr scheinlichkeit Immissionen auf Nach- bargrundstücke ausgehen oder die Anlage einen besondere n Gefahrenherd darstellt und die Anwohner einem besonderen Risiko ausgesetzt werden (vgl . Urteil des Bundesgerichtes 1C_500/2009 vom 1. Februar 2010 E. 2.3). 1.2.2 Ist die besondere Beziehungsnähe in räumlicher Hi nsicht gegeben, braucht das An- fechtungsinteresse nicht mit dem Interesse übereinzustimmen , welches durch die von den be- schwerdeführenden Personen als verletzt bezeichneten Norme n geschützt wird. Der Nachbar kann mithin die Überprüfung eines Bauvorhabens im Lichte all jener Rechtssätze verlangen, die sich rechtlich oder tatsächlich in dem Sinne auf seine Stellung auswirken, dass ihm im Falle des Obsiegens ein praktischer Nutzen entsteht (vgl. BGE 137 II 30 E. 2.2.3). Ein solcher Nutzen wird für einen Eigentümer bejaht, wenn das Bauvorhabe n bei Gutheissung der Beschwerde nicht oder zumindest nicht wie geplant verwirklicht würd e (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_181/2013 vom 14. November 2013 E. 1.3 mit Hinweise n). Nicht zulässig ist hingegen das Vorbringen von Beschwerdegründen, mit denen einzig ein allgemeines öffentliches Interesse an der richtigen Anwendung des Rechts verfolgt wird, ohn e dass dem Rechtssuchenden im Falle des Obsiegens ein Vorteil entsteht (vgl. BGE 137 II 30 E. 2.2.3). 1.2.3 Die Beschwerdeführenden 1, 2, 6 und 7 sind Eige ntümer der Parzellen Nr. 2915, Nr. 2916, Nr. 2971, Nr. 2914, welche unmittelbar an die Parzelle Nr. 1290 der Beschwerdegeg- nerin 2 angrenzen. Eigentümer der Parzellen Nr. 2576 resp. Nr. 456 sind die Beschwerdefüh- renden 3 und 8 und ihre Parzellen grenzen unmittelbar an die Parzelle Nr. 457 der Beschwer- degegnerin 2. Die Parzelle Nr. 2914 der Beschwerdeführerin 7 grenzt direkt an den Wendeplatz am südlichen Ende der R.____strasse. Der Beschwerdeführ er 5 ist Eigentümer der Parzelle Nr. 479, welche lediglich durch einen Verkehrsträger (S. ____strasse) von der streitgegenständ- lichen Parzelle Nr. 457 getrennt ist. Der Beschwerdefüh rer 4 ist Eigentümer der Parzelle Nr. 3597, welche zwar nicht unmittelbar an die Parzel len Nr. 1290 oder Nr. 457 grenzt, jedoch in einer Entfernung (Luftlinie) von ca. 80 Metern zur Parzelle Nr. 457 auf der gegenüberliegen- den Strassenseite bei der Kreuzung U.____weg/S.____we g/V.____weg liegt (vgl. Auszug aus dem Geoinformationssystem Basel-Landschaft vom 23. März 20 16). Angesichts dieser darge- legten räumlichen Nähe ist die besondere Betroffenheit aller Beschwerdeführenden zu bejahen, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht weil sie in tatsächlicher Hinsicht stärker vom projektiert en Vorhaben berührt sind als die Allge- meinheit. Die von den Beschwerdeführenden erhobenen R ügen könnten sodann zur Verweige- rung der Baubewilligung führen, weshalb der konkrete praktische Nutzen der Beschwerdefüh- renden und damit ihre Beschwerdelegitimation zu beja hen ist. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen gegeben sind, ist auf die verwaltungsgerichtliche Beschwerde einzutreten. 2.1 Die Kognition des Kantonsgerichts ist nach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf be- schränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfäl liger Rechtsverletzungen zu überprü- fen bzw. zu prüfen, ob die Vorinstanz ein allfälliges E rmessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob diese den Sachverhal t unrichtig oder unvollständig festge- stellt hat. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). Unbestimmte Rechtsbegriffe hingegen sind der Auslegung zugänglich. D iese Auslegung durch die Verwal- tungsbehörden kann vom Kantonsgericht uneingeschränkt über prüft werden (vgl. U LRICH HÄFELIN /GEORG MÜLLER /FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zürich/ St. Gallen 2016, N 419 f.). Allerdings ist festzuhalte n, dass auch bei unbestimmten Rechtsbe- griffen unter Umständen eine gewisse Zurückhaltung bei der Überprüfung durch eine gerichtli- che Instanz angezeigt ist. So hält sich das Kantonsgericht insbesondere dann zurück, wenn die Verwaltungsbehörde zur Auslegung kompetenter erscheint. Diese Auffassung stimmt im Ergeb- nis mit der Praxis des Bundesgerichts überein, das bei der Überprüfung der Anwendung und Interpretation von unbestimmten Rechtsbegriffen Zurückhal tung übt und den Verwaltungsbe- hörden einen gewissen Beurteilungsspielraum zuerkennt, we nn der Entscheid besondere Kenntnisse oder Vertrautheit mit den tatsächlichen Verhä ltnissen voraussetzt. Liegt kein Grund für einen besonderen Handlungsspielraum der Verwaltungsbehörde vor, überprüft das Bundes- gericht die Anwendung der entsprechenden Vorschriften voll (H ÄFELIN /M ÜLLER /U HLMANN , a.a.O., N 420 m.w.H.). 2.2 Wie erwähnt, kann im Verfahren vor Kantonsgericht die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz gerügt werden. Neue tatsächliche Behaup- tungen und Beweismittel können die Parteien nach § 6 Abs. 2 VPO jedoch nur vorbringen, so- fern ihnen dies unverschuldet nicht früher möglich war (sog. Verbot unechter Noven). Verspäte- te Vorbringen werden aus dem Recht gewiesen. Gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. b des Bundesgeset- zes über die Raumplanung (RPG) vom 22. Juni 1979 und A rt. 110 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 muss mindesten s eine kantonale richterliche Be- hörde den Sachverhalt frei überprüfen können, weshalb kein derartiges Novenverbot gelten kann, wenn das kantonale Verwaltungsgericht als einzige ka ntonale Gerichtsinstanz urteilt (BGE 135 II 369 E. 3.3). Unter dem Begriff der richt erlichen Behörde ist eine unabhängige, un- parteiische und unbefangene, nicht der Weisungsbefugnis a nderer Behörden unterstellte, nur dem Recht verpflichtete Behörde zu verstehen (vgl. B ERNHARD EHRENZELLER , in: Niggli/ Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bund esgerichtsgesetz, 2. Auflage, Ba- sel 2011, N 13 zu Art. 110 BGG). Bei der Baurekurskomm ission handelt es sich um eine unab- hängige kantonale Beschwerdebehörde im Sinne der Bund esgesetzgebung (KGE VV vom 20. Januar 2011 [810 09 128] E. 2; KGE VV [810 07 155] vom 17. Oktober 2007 E. 3.1). Sie hat im vorliegenden Fall den Sachverhalt frei geprüft und damit die bundesrechtlichen Anforderun- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen an das kantonale Beschwerdeverfahren bezüglich Sac hverhaltsermittlung erfüllt. Entschei- det das Kantonsgericht wie vorliegend als zweite Rechtsmit telinstanz, kommt das in § 6 Abs. 2 VPO statuierte Verbot unechter Noven voll zum Tragen (vg l. Urteil des Bundesgerichts 2C_112/2014 vom 15. September 2014 E. 5.2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_924/2012 vom 29. April 2013 E. 2.3.3; KGE VV [810 14 383] vom 11 . November 2015 E. 2.2; KGE VV vom 22. Januar 2014 [810 13 264] E. 2; KGE VV [810 07 155] vom 17. Oktober 2007 E. 3.3). 2.3 Vorliegend haben die Beschwerdeführenden eine zum Augenschein vom 8. Januar 2018 ergänzende Eingabe, datierend vom 9. Januar 2018 , sowie drei USB-Sticks eingereicht. In der Begründung führen sie aus, dass die Fotos und Filmaufnahmen den Alltag der Bewohne- rinnen und Bewohner der vergangenen Wochen aufzeigen würden. Zumal sie selber angeben, die Dokumentation beinhalte Aufzeichnungen mehrerer zu rückliegender Wochen, ist nicht er- sichtlich, und wird von ihnen auch nicht geltend gemach t, dass bzw. inwiefern es sich bei den eingereichten Beweismitteln um neue tatsächliche Bewe ismittel im Sinne von § 6 Abs. 2 VPO handelt bzw. handeln soll. Demzufolge erfolgte die Ein gabe vom 9. Januar 2018 inkl. der drei USB-Sticks zu spät und wird aus dem Recht gewiesen. 3. Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahren s bilden die Baugesuche Nr. 1969/2014 und Nr. 1970/2014 für die im Eigentum der Beschwerdegegnerin 2 stehenden Parzellen Nr. 457 und Nr. 1290, GB J.____. Das streitge genständliche Baugesuch Nr. 1969/2014 sieht ein Tor und eine Hofüberdachung so wie eine Kapazitätserweiterung vor. Mit dem Baugesuch Nr. 1970/2014 ist die Errichtung e ines Bürocontainers auf der Parzelle Nr. 1290 vorgesehen. 4.1 Die Beschwerdeführenden machen zunächst geltend, das von der Beschwerdegegne- rin 2 betriebene Gewerbe sei nicht zonenkonform, da nicht mehr von einem mässig störenden Betrieb ausgegangen werden könne. Selbst die Beschwerde gegnerin 1 habe aus den konkre- ten Umständen geschlossen, dass der Betrieb mit der nun zu beurteilenden Erweiterung an der Grenze dessen angelangt sei, was in der Gewerbezone ger ade noch als zulässig angesehen werden könne. Vor diesem Hintergrund verbleibe kein Ermessen für eine wohlwollende Prüfung der beiden Baugesuche. Auch gemäss UVB habe der Betrieb in Bezug auf alle wichtigen Emis- sionsbereiche seine Grenzen erreicht. Aus den Gesamtumstä nden folge, dass der Betrieb in dieser engen Gewerbezone nicht zonenkonform sei, was er st recht für die geplante Kapazitäts- erweiterung gelte. Die Erweiterung des Betriebs würde in jedem Fall zu einer Verletzung von Art. 3 Abs. 3 lit. b RPG führen, weil eine Verletzung der Zonengrenze vorliege und die Wohnge- biete nicht vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen w ie Luftverschmutzung, Lärm und Er- schütterung verschont würden. 4.2 Gemäss Art. 22 RPG dürfen Bauten und Anlagen nur mit behördlicher Bewilligung er- richtet oder geändert werden. Art. 22 Abs. 2 RPG hält zudem fest, dass eine Bewilligung nur dann erteilt werden darf, wenn die geplanten Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszo- ne entsprechen (lit. a) und wenn das Land erschlossen ist ( lit. b). Die Definierung und die Aus- scheidung von Nutzungszonen erfolgen im Rahmen des eidgenössischen Raumplanungsrechts selbständig durch kantonales und kommunales Bau- und Planu ngsrecht (vgl. Urteil des Bun- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht desgerichts 1C_328/2015 vom 18. Januar 2016 E. 2.1, BGE 117 Ib 149 ff. E. 2). Weiter hat das kantonale Recht selbständige Bedeutung, soweit bei der Überprüfung der Zulässigkeit der ge- planten Baute bzw. Anlage ortsplanerische Aspekte sowie a ndere denkbare Auswirkungen der geplanten Baute bzw. Anlage, wie grosses Verkehrsaufkommen, Gefährdung von Fussgängern, Parkplatzprobleme oder ideelle Immissionen von Bedeutung sind (KGE VV vom 27. April 2011 [810 10 401] E. 4.1; KGE VV vom 19. Januar 2005 [810 03 376] E. 1.2; KGE VV vom 19. No- vember 2003 [810 2003 167] E. 3c, vgl. zum Ganzen: ALEXANDER RUCH , in: Aemisegger/Kuttler/ Moor/Ruch [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die R aumplanung, Zürich/Basel/Genf 2009, N 1 ff., 70 ff. zu Art. 22 RPG; BERNHARD WALDMANN /PETER HÄNNI , Handkommentar Raumplanungsgesetz, Bern 2006, N 20 ff. zu Art. 22 RPG). 4.3 Die Nutzungspläne unterscheiden zwischen Bau-, Landwi rtschafts- und Schutzzonen (vgl. Art. 14 RPG), wobei das kantonale Recht gemäss Art . 18 Abs. 1 RPG weitere Nutzungs- zonen vorsehen kann. Die Grundlage der kommunalen Nutz ungsplanung bilden im Kanton Ba- sel-Landschaft die §§ 18 ff. RBG. Gemäss § 18 Abs. 1 RB G haben die Gemeinden Zonenvor- schriften für das ganze Gemeindegebiet zu erlassen, wob ei Zonenvorschriften aus Zonenplä- nen und Zonenreglementen zu bestehen haben. Während die Zonenpläne das Gemeindegebiet in verschiedene Nutzungszonen unterteilen (§ 18 Abs. 2 RBG), bestimmen die Zonenreglemen- te Art und Mass der Nutzung (§ 18 Abs. 3 RBG). § 19 Ab s. 1 RBG sieht sechs verschiedene Nutzungszonen vor, wozu auch die Bauzone (lit. a) gehört. Die Bauzonen werden nach § 20 Abs. 1 RBG in weitere Kategorien unterteilt, zu welche n unter anderen die Wohn- und Ge- schäftszonen (lit. b) sowie die Gewerbezonen (lit. e) zäh len. § 21 Abs. 2 RBG bestimmt, dass Wohn- und Geschäftszonen Gebiete umfassen, die der Wohnnu tzung und wenig störenden Betrieben vorbehalten sind. Gemäss § 21 Abs. 3 RBG könn en die Gemeinden im Rahmen der Nutzungsplanung innerhalb der Wohn- und Geschäftszonen G ebiete bezeichnen, in denen mässig störende Betriebe zugelassen sind. Die Zonenvorschrif ten bestimmen Umfang und Art der Betriebe. § 23 Abs. 1 RBG legt fest, dass Gewerbez onen Gebiete umfassen, welche insbe- sondere der Aufnahme von mässig störenden Betrieben vorbehalten sind. 4.4 Gemäss rechtskräftigem Zonenplan der Gemeinde J.____ befindet sich die Parzelle Nr. 457 in der Gewerbezone G1 mit Lärmempfindlichkeitsst ufe III bzw. die Parzelle Nr. 1290 in der Wohn- und Geschäftszone WG2 mit Lärmempfindlichkeit sstufe II. Nach § 21 Abs. 2 und 3 RBG sowie Ziffer 5.2.2 Abs. 1 Zonenreglement Siedlung der Gemeinde J.____ vom 13. September 2004 (ZRS) umfassen Wohn- und Geschäftszo nen Gebiete, welche der Wohn- nutzung und wenig störenden Betrieben vorbehalten sin d. Nach § 23 Abs. 1 RBG und Ziffer 5.3.1 ZRS umfassen Gewerbezonen Gebiete, die insbesonder e der Aufnahme von mässig stö- renden Betrieben vorbehalten sind. Das ZRS definiert n icht ausdrücklich, welche Arten von Be- trieben in der Gewerbezone zulässig sind. Ziffer 5.3.2 Z RS nennt als zulässige Beispiele Werk- höfe, Werkstätten, Lagerhäuser, Fabriken und weitere m ässig störende Betriebe. Bei der Be- schwerdegegnerin 2 handelt es sich um eine Sammel- und Entsorgungsstelle für verwertbare Materialien und eine Annahme- und Sortierstelle für Abfälle aus dem Bau-, Industrie- und Ge- werbesektor. Das ZRS nennt in seiner Aufzählung zwar ni cht ausdrücklich solche Entsorgungs- zentren, doch sind Entsorgungszentren grundsätzlich vergleic hbar mit den im ZRS beispielhaft aufgelisteten Betrieben. Nach Ziffer 5.3.2 ZSR dürfen Gewerbebetriebe in angrenzenden Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wohngebieten keine unzumutbaren Umweltbelastungen dur ch Lärm, Luftverschmutzung, Er- schütterungen usw. verursachen. 4.5 Bei den Begriffen "mässig störende" und "stark stör ende" Betriebe handelt es sich um unbestimmte Rechtsbegriffe des kommunalen Rechts, welc he es auszulegen gilt (vgl. E. 2.1 hiervor). Diese Auslegung steht in erster Linie den komm unalen Behörden zu und ist von den Rechtsmittelinstanzen nur mit Zurückhaltung zu überprüfe n, auch wenn der Begriff der mässig bzw. stark störenden Betriebe einer kantonalrechtlichen Bestimmung entstammt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_66/2010 vom 6. September 2010 E. 3.2. 3). In der Literatur wird darauf ver- wiesen, dass das Abgrenzungsmerkmal das abstrakte Störpotent ial des Betriebstyps ist (vgl. RUCH , a.a.O., N 76 zu Art. 22 RPG; WALDMANN /HÄNNI , a.a.O., N 35 zu Art. 22 RPG; KGE VV vom 19. Januar 2005 [810 03 376] E. 1.2d m.w. H.). Dieses abstrakte Störpotential ist weitgehend durch Beurteilung der Umweltauswirkungen de r Anlage abzuschätzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.50/2001 vom 11. September 2001 E . 4.2). Demzufolge muss die Zo- nenkonformität aufgrund der konkreten Immissionssituation beurteilt werden, dies umso mehr, als auch die Beschwerdeführenden in erster Linie die Imm issionsaspekte hervorheben (vgl. KGE VV vom 19. Januar 2005 [810 03 376] E. 1.3). Darauf wird in der Folge näher einge- gangen. 4.6 Die mit Planungsaufgaben betrauten Behörden acht en auf die in Art. 3 RPG aufgezähl- ten Grundsätze (Art. 3 Abs. 1 RPG). Nach Abs. 2 sind di e Siedlungen nach den Bedürfnissen der Bevölkerung zu gestalten und in ihrer Ausdehnung zu begrenzen. Insbesondere sollen "Wohngebiete vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen w ie Luftverschmutzung, Lärm und Erschütterungen möglichst verschont werden" (lit. b). Die se Planungsgrundsätze vermögen für die mit Planungsaufgaben betrauten Behörden aller S tufen rechtliche und verbindliche Wirkung zu entfalten (P IERRE TSCHANNEN , in: Aemisegger/Kuttler/Moor/Ruch [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die Raumplanung, Zürich/Basel/Genf 2009, N 11 zu Art. 3 RPG). Allerdings sind die Planungsgrundsätze keine konditional strukturie rten Rechtssätze und fordern kein be- stimmtes Verhalten, das bei Vorliegen bestimmter tatbest ändlicher Voraussetzungen an den Tag zu legen wäre; eine strikte Verknüpfung von Tatbestand und Rechtsfolge fehlt (TSCHANNEN , a.a.O., N 9 zu Art. 3 RPG). Ihnen kommt gemäss bunde sgerichtlicher Rechtsprechung für sich alleine keine absolute Bedeutung zu. Es sind vielmehr Zi elvorstellungen, Wertungshilfen und Entscheidungskriterien, die bei der Schaffung und Revisi on von Nutzungsplänen zu beachten sind und eine umfassende Berücksichtigung und Abwägung v erlangen (BGE 117 Ia 302 E. 4b). Sie enthalten keine vollstreckbaren Verhaltensvorschriften , stattdessen verkünden sie finale, zielbestimmte Regeln (PETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umweltrecht, 6. Auflage, Bern 2016, S. 88). Sie kommen nie alleine, sondern im mer im Zusammenhang mit dem in der Sache anwendbaren Recht zur Anwendung und enthalten G rundsätze, die dort als Elemente der Entscheidfindung berücksichtigt werden müssen (vgl. W ALDMANN /HÄNNI , a.a.O., N 3 zu Art. 3 RPG). Rechtsgrundlage des Entscheides bleibt all emal das in der Sache anwendbare Recht, auch wenn es mit Hilfe der Planungsgrundsätze kon kretisiert wurde (vgl. T SCHANNEN , a.a.O., N 10 zu Art. 3 RPG; KGE VV vom 19. Januar 200 5 [810 03 376] E. 4.2b f.). Soweit die Beschwerdeführenden eine Verletzung von Art. 3 Abs. 3 lit. b RPG geltend machen, kann die Rüge demzufolge nur im Zusammenhang mit dem in der S ache anwendbaren Recht vorge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht bracht werden. Da die Beschwerdeführenden auch das in der Sache anwendbare Recht rügen, wird auf die entsprechenden Vorbringen nachfolgend ei nzugehen sein. Zu beachten ist dabei, dass mit den vorliegenden Baugesuchen eine bereits bewill igte Anlage erweitert werden soll, weshalb grundsätzlich nur die zusätzlich bzw. neu geschaffene n Auswirkungen zu überprüfen sind. Zu vermerken ist vorab, dass das Vorbringen der Beschwerdef ührenden, es verbleibe für eine wohlwollende Prüfung der Baugesuche kein Ermessen mehr, an der Sache vorbei geht. Entge- gen der Behauptung der Beschwerdeführenden geht die B eschwerdegegnerin 1 nicht davon aus, dass die Kapazitätsgrenze bereits ohne die aktuell zu beurteilende Erweiterung erreicht sei. Vielmehr hat sie festgestellt, dass das in der Gewer bezone noch tolerierbare Nutzungs- mass mit der vorgesehenen Kapazitätserweiterung ausgeschöpft sein wird. 5.1 Die Beschwerdeführenden monieren ferner, dass die Erschliessung über die T.____strasse nicht gewährleistet sei. Mit der kantonale n Fachstelle für Verkehrstechnik des Tiefbauamtes sei davon auszugehen, dass die Anbindung de s Betriebsareals an die W.____strasse von J.____ ungenügend sei. Es komme bereits h eute zu Rückstaus mit Aus- weichverkehr nach Süden über die S.____strasse zur W.____strasse hin, welche eine Velorou- te sei, auf der ein Fahrverbot herrsche. Auch nach Nor den werde via X.____strasse zur W.____strasse ausgewichen, obwohl bei der Liegenschaft Y.____strasse 24 zur S.____strasse wie auch auf der Y.____strasse ein Lastwagenverbot herr sche. Mit der Kapazitätserweiterung würden die T.____strasse und die Kreuzung der W.____stra sse überlastet, weil es mehr Per- sonenwagen und massiv mehr Lastwagen auf der T.____strasse geben werde. In Überein- stimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung müsste die von der Beschwerdegegne- rin 1 erwähnte Leistungssteigerung für die T.____strasse zwingend vor Erteilung der Baubewil- ligung umgesetzt werden, was vorliegend nicht der Fall sei. Das Betriebsareal sei demzufolge nicht erschlossen und die Baubewilligung könne folglich ni cht erteilt werden, weil Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG offensichtlich verletzt sei. 5.2.1 Die Beschwerdegegnerin 1 verweist hierzu vornehmli ch auf das Verkehrsgutachten der K.____ AG vom 17. Juli 2014 (Verkehrsgutachten), welche s zum Schluss gekommen sei, dass die durch die Erhöhung der Tonnagen zu erwartende Zu nahme der Fahrten in das Quartier S.____ das Strassennetz nicht überlasten werde. Entgegen der Behauptung der Beschwerde- führenden habe die Fachstelle Verkehrstechnik nicht festg estellt, dass das Gewerbegebiet V.____ ungenügend erschlossen sei, weshalb sich die die sbezüglichen Ausführungen der Be- schwerdeführenden als falsch erweisen würden. Die Abteilu ng Verkehrstechnik habe lediglich darauf aufmerksam gemacht, sollte es künftig (doch) zu ein er Überlastung des Knotens T.____strasse/W.____strasse kommen, müssten allenfalls le istungssteigernde Massnahmen ergriffen werden. 5.2.2 Die Beigeladene weist nicht von der Hand, dass d ie T.____- und S.____strasse den Verkehr zwar nur knapp bewältigen könnten. Dennoch sei d as Betriebsareal erschlossen und das bestehende Strassennetz vermöge – wie das Verkehrsgu tachten festgehalten habe – den durch die Kapazitätserweiterung bedingten Mehrverkehr a ufzunehmen. Die Beigeladene sei Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht jedoch darum bemüht, eine Leistungssteigerung der T.__ __strasse zu erreichen oder allenfalls die bestehende Verkehrsleitung zu ändern. 5.3 Das Erfordernis der Erschliessung ergibt sich zunächst aus dem Bundesrecht: Gemäss Art. 22 Abs. 2 RPG ist Voraussetzung für die Erteilung einer Baubewilligung, dass das Land erschlossen ist (vgl. W ALDMANN /HÄNNI , a.a.O., N 60 ff. zu Art. 20 RPG). Gemeint damit ist die Gesamtheit aller Einrichtungen, die notwendig sind, da mit ein Grundstück zonen- und bauord- nungsgerecht genutzt werden kann (vgl. Urteil des Bundesg erichtes 1C_376/2007 vom 31. März 2008 E. 4.1). Land ist erschlossen, wenn unter anderem eine für die betreffende Nut- zung hinreichende Zufahrt besteht (vgl. BGE 121 I 65 E . 3a; BGE 116 Ib 159 E. 6b, H ÄNNI , a.a.O., S. 276 ff.). Dabei sind die Anforderungen an die Erschliessung je nach der beanspruch- ten Nutzung und nach den massgeblichen Umständen im Einzelfall verschieden (vgl. Eidgenös- sisches Justiz- und Polizeidepartement/Bundesamt für Raump lanung, Erläuterungen zum Bun- desgesetz über die Raumplanung, Bern 1981, N 9 zu Art . 19 RPG). Die einzelnen Anforderun- gen an die Erschliessung ergeben sich im Detail hauptsäc hlich erst aus dem kantonalen Recht und der kantonalen Gerichts- und Verwaltungspraxis, die sich am bundesrechtlichen Rahmen zu orientieren haben (vgl. BGE 117 Ib 308 E. 4a; BGE 123 II 337 E. 5b; Urteil des Bundesge- richtes 1C_376/2007 vom 31. März 2008 E. 4.1 und E. 4.4; WALDMANN /HÄNNI , a.a.O., N 13 f. zu Art. 22 RPG). Das kantonale Recht sieht entsprechend der bundesrechtlichen Vorgaben in § 83 Abs. 1 und 2 RBG vor, dass Bauten und Anlagen nur auf baureifen, d.h. nach Lage, Form und Beschaffenheit für die Überbauung geeigneten und ersch lossenen Grundstücken erstellt wer- den dürfen. Als erschlossen gilt nach § 83 Abs. 3 lit. a RBG ein Grundstück unter anderem dann, wenn eine für die betreffende Nutzung hinreichende Zufahrt besteht. 5.4 Das durch die Beigeladene in Auftrag gegebene Ver kehrsgutachten basiert auf einer Zählung vom Juni 2014 und hält fest, dass an der Ausfahrt des Gebietes von der T.____strasse in die W.____strasse bei den aktuellen Netzbelastungen stellenweise Rückstaulängen von mehr als sechs Fahrzeugen auftreten würden. Die übrige n Knoten im Quartier S.____ würden keine bedeutenden Rückstaulängen aufweisen. In der T.__ __strasse komme es durch entla- dende LKWs beim Detailhändler L.____ zu punktuellen Stauungen, wobei diese Rückstauun- gen selten mehr als fünf Fahrzeuge umfassen und die Kap azität somit nur vorübergehend be- einträchtigen würden. Allerdings sei in diesen Fällen das Queren zweier LKWs in der T.____strasse nicht möglich. Das Verkehrsgutachten hält weiter fest, dass sich bei einer Erhö- hung der Fahrten mit dem Ziel Entsorgungszentrum um 3 0 % die Gesamtzahl der Fahrten in das Quartier um 7 % steigere. Da bereits die heutige S ituation keine grösseren Netzüberlastun- gen ausweise, könne davon ausgegangen werden, dass bei e iner Steigerung um 7 % keine weiteren Überlastungen auftreten würden. Auch ein Ab gleich mit den gültigen Normen zeige, dass die Belastbarkeit der T.____strasse von bis zu 500 F ahrzeugen pro Stunde (Quartier- sammelstrasse) bzw. 800 Fahrzeugen pro Stunde (Hauptsamme lstrasse) auch bei einer Erhö- hung der Fahrten zum Entsorgungszentrum weder in der w erktäglichen Spitzenstunde noch in der Spitzenstunde am Samstag erreicht werde (vgl. Verke hrsgutachten S. 11). Aufgrund der Beobachtungen vor Ort und der Zähldaten könne davon a usgegangen werden, dass die durch die Erhöhung der Tonnagen des Entsorgungszentrums zu erw artende Zunahme der Fahrten in das Quartier S.____ das Strassennetz nicht überlasten werde. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Das Entsorgungszentrum wird hauptsächlich über die W .____strasse/S.____strasse erschlossen. Ein Baugebiet soll seine Immissionen grundsät zlich selber tragen, was vorliegend zutrifft, indem das Entsorgungszentrum über die Gewerb ezone erschlossen wird (vgl. BGE 127 I 103 E. 7.f; BGE 116 Ib 159 E. 6.a). Die neue Betr iebsbewilligung soll den jährlichen Umschlag von Abfällen auf 30'000 t erhöhen. Dadurch wird das heutige Volumen fast verdoppelt, was mit- unter zu einer Zunahme des Verkehrs führen kann. Dieser m ögliche Zusatzverkehr ist jedoch gemäss der zutreffenden Meinung der Vorinstanz gering, was auch der im Verkehrsgutachten vertretenen Meinung entspricht. Die Verkehrszählungen u nd -auswertungen wurden sorgfältig vorgenommen und sind realistisch und schlüssig. Die Festste llungen in der UVP vom 12. Januar 2016 sind ebenfalls nicht zu beanstanden. Dar an ändert auch der Bericht der Fach- stelle Verkehrstechnik des Tiefbauamtes vom 9. April 2014 nichts: Die Fachstelle Verkehrs- technik konnte das Fazit im Verkehrsgutachten aus objektiver Betrachtung zwar nicht vollends teilen. Sie stellte sich jedoch lediglich auf den Stan dpunkt, dass eine abschliessende Beurtei- lung durch die Beigeladene erfolgen müsse und sie all enfalls gehalten sei, im Falle einer künfti- gen Überlastung des Knotens T.____strasse/W.____strasse zu handeln. Daraus lässt sich – entgegen der Behauptung der Beschwerdeführenden – ni cht eine ungenügende Erschliessung aufgrund der vorgesehenen Kapazitätserweiterung ablei ten. Die Beschwerdegegnerin 1 durfte sich in ihrem Entscheid somit auf die Ergebnisse des Verkeh rsgutachtens stützen. Ihr ist des- halb darin zuzustimmen, dass die Erschliessung zwar nicht o ptimal, aber für die angesichts der Erhöhung der Tonnagen der Beschwerdegegnerin 2 zu erw artende Zunahme der Fahrten in das Quartier S.____ ausreichend sein und das Strassennetz nicht überlasten wird. Demzufolge erweist sich die Beschwerde in diesem Punkt als unbegründet und ist abzuweisen. 6.1 Die Beschwerdeführenden stellen sich weiter auf den Standpunkt, dass die Lastwagen der Beschwerdegegnerin 2 nach wie vor auf der R.____str asse parkiert würden und die Be- schwerdegegnerin 2 dadurch das öffentliche Areal für ihre Betriebsabläufe in Anspruch nehmen würde. Die von ihr zusätzlich gemieteten Parkplätze an d er R.____strasse 4 (Parzelle Nr. 560, GB J.____) würden keine praktikable Lösung darstellen, da nicht davon ausgegangen werden könne, dass die Chauffeure diese zusätzlichen Parkplätze tatsächlich benützen würden, weil die Distanz bis zum Büro bei der Waage (Parzelle Nr. 448 ) rund 200 Meter betrage. Ein Chauf- feur müsse somit einen sechsminütigen Fussmarsch bewältigen, was ungefähr einen Drittel seiner Pause ausmache. Die Beschwerdegegnerin 1 habe sic h im angefochtenen Entscheid nicht mit diesem Vorbringen auseinandergesetzt, wodurch sie den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe. Zudem zeige die aktuelle Fotodokumentation auf, dass die Lastwagen und der Pneulader auch auf dem U.____weg abgestellt würden. Es sei demzufolge davon auszuge- hen, dass die Beschwerdegegnerin 2 die angeordneten A uflagen nicht einhalten könne. Es sei faktisch nicht möglich, die Betriebsabläufe ohne überm ässige Inanspruchnahme der R.____- und S.____strasse auszuführen. Es sei unbestritten, dass di e Parzelle Nr. 1290 nicht als Last- wagenparkplatz genützt werden dürfe, weil sie in der Wohn- und Geschäftszone liege. Gleiches gelte auch für den U.____weg. Weiter sei auch ein Abs tellen der Lastwagen auf der Einspur- strecke nicht praktikabel. Die Parzelle Nr. 560 eigne sic h ebenfalls nicht, da sie im Bereich der Uferschutzzone liege und daher ein Gewässerschutzproblem bestehe. Zudem dürfe der Wen- deplatz am südlichen Ende der R.____strasse aufgrund einer Vereinbarung mit den Anstössern vom 26. Februar 2002 nicht mit Lastwagen befahren we rden. Der Wendeplatz befinde sich Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht überdies grossmehrheitlich in der Wohn- und Geschäftszone u nd demzufolge sei das Wenden der Lastwagen für die Anwohnerinnen und Anwohner kla r zonenwidrig und unzumutbar. Zu- sammenfassend erhelle daraus, dass die Auflagen nicht ein gehalten werden könnten, weshalb die Baubewilligungen nicht erteilt werden könnten. 6.2 Im angefochtenen Entscheid führt die Beschwerdegeg nerin 1 aus, dass im Zusam- menhang mit der vorgesehenen Kapazitätserweiterung d ie Auflage aufgenommen worden sei, dass Lastwagen im betriebseigenen Areal parkiert werde n müssten bzw. auf öffentlichem Grund weder Lastwagen noch Autos der Mitarbeitenden a bgestellt werden dürften. Die Be- schwerdegegnerin 2 habe aus diesem Grund zusätzliche Abst ellplätze für Lastwagen beim Werkhof der M.____ AG, Parzelle Nr. 560, gemietet. Damit sei der Problematik hinreichend begegnet worden und es könne davon ausgegangen werden, dass es diesbezüglich nicht mehr zu übermässigen Immissionen komme. In Bezug auf den Wende platz, welcher die R.____strasse am südlichen Ende abschliesse, sei nicht e rsichtlich, inwiefern dessen Benut- zung unrechtmässig sei. 6.3 Demgegenüber macht die Beschwerdegegnerin 2 im W esentlichen geltend, die von der Beschwerdegegnerin 1 festgestellte Distanz zwischen P arkplatz und Büro sei korrekt ermit- telt worden und betrage lediglich 75 Meter. Zudem w ürden die Beschwerdeführenden bei ihrer Berechnung von einer zu langsamen Gehgeschwindigkeit d er Chauffeure ausgehen, weshalb ihr diesbezügliches Vorbringen abwegig sei. Die angeruf ene Vereinbarung bezüglich des Wen- dekreises sei rein zivilrechtlicher Natur und sie beinhalt e ohnehin kein umfassendes Verbot. Des Weiteren sei fraglich, ob es überhaupt möglich sei, a uf die Benützung von öffentlichen Strassen zu verzichten. 6.4 Es ist nicht von der Hand zu weisen, und wurde von de r Beschwerdegegnerin 2 an- lässlich des Augenscheins eingeräumt, dass teilweise Lastwa gen in unzulässiger Weise auf öffentlichem Grund abgestellt würden. Aus diesem Gru nd wurde in die Baubewilligung vom 28. Januar 2016 die Auflage aufgenommen, dass nach Fer tigstellung des Bürocontainers min- destens vier Lastwagen auf den jetzigen betriebseigenen Autoparkplätzen abgestellt werden müssen. Zudem wurde angeordnet, dass die restlichen Lastwa gen auch für Kurzaufenthalte im betriebseigenen Areal parkiert werden müssen. Auf öffe ntlichem Grund dürfen weder Lastwa- gen noch Autos der Mitarbeitenden abgestellt werden. D ie verfügte Auflage ist selbständig er- zwingbar, d.h. wenn der Auflage nicht nachgelebt wird , so berührt dies zwar nicht die Gültigkeit der Verfügung, doch kann das Gemeinwesen mit hoheitli chem Zwang die Auflage durchsetzen. In diesem Rahmen kann die Nichterfüllung einer Auflag e auch einen Grund für den Widerruf einer Verfügung (z.B. Entzug einer Bewilligung) darste llen (vgl. H ÄFELIN /MÜLLER /UHLMANN , a.a.O., N 920). Die Beschwerdegegnerin 2 hat zur Erf üllung dieser Auflage vier Parkplätze auf der Parzelle Nr. 560 gemietet. Wie anlässlich der Par teiverhandlung von der Beschwerdegeg- nerin 1 dargelegt wurde, ist das Parkieren von Lastwage n auf der betreffenden Parzelle zuläs- sig. Überdies erklärte die Beschwerdegegnerin 2 am Augenschein, dass die Chauffeure, welche die auf der Parzelle Nr. 560 parkierten Lastwagen bedi enen würden, jeweils einen Tagesbefehl erhalten würden und deshalb nicht ins Büro kommen müsste n. Inwiefern diese Parkplätze ein "Gewässerschutzproblem" mit sich bringen sollen, ist nicht ersichtlich, und wurde von den Be- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführenden auch nicht substantiiert vorgebracht. W enn die Beschwerdeführenden also ausführen, die zusätzlich gemieteten Parkplätze würden k eine praktikable Lösung darstellen, kann ihnen in Anbetracht des erwähnten Mietvertrags für vier Lastwagenparkplätze nicht gefolgt werden. Vielmehr erweisen sich die gemieteten Parkplät ze auf der Parzelle Nr. 560 als zweck- dienlich und gesetzeskonform. Damit geht das diesbezügl iche Vorbringen der Beschwerdefüh- renden ins Leere und ändert an der Zweckmässigkeit der Pa rkplätze nichts. Am Augenschein vom 8. Januar 2018 konnte ferner festgestellt werden, da ss der Wendekreis des Öfteren von Lastwagen benutzt wurde, welche ausserhalb des Betriebsa reals parkiert haben. Zumal ge- mäss der streitgegenständlichen Baubewilligung das Parkie ren auf öffentlichem Grund aus- drücklich verboten sein wird, wird sich auch das Problem des Wendekreises nicht mehr stellen. Vor diesem Hintergrund erübrigt sich eine nähere Betr achtung der entsprechenden Vereinba- rung und deren Rechtswirksamkeit. Zusammenfassend kann ge stützt auf die vorstehenden Ausführungen festgehalten werden, dass mit der erwähnt en Auflage das Problem der Inan- spruchnahme des öffentlichen Grundes grundsätzlich gelöst werden kann. 6.5 Schliesslich erhellt aus den vorstehenden Ausführung en (vgl. E. 6.1 - 6.4 hiervor), dass sich die Beschwerdegegnerin 1 mit den Vorbringen der B eschwerdeführenden eingehend aus- einandergesetzt hat. Es liegt somit offensichtlich keine V erletzung des Anspruchs auf rechtli- ches Gehör vor. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang ferner, dass die Beschwerdegeg- nerin 1 nicht unbeachtet gelassen hat, dass erst der tat sächliche Betrieb aufzeigen wird, ob die angeordnete Auflage für die Beseitigung der Problematik ausreichen wird oder ob allenfalls wei- tere Massnahmen anzuordnen sein werden. 7.1 Des Weiteren rügen die Beschwerdeführenden, sowohl die Liegenschaft auf der Par- zelle Nr. 2576 als auch die Parzelle Nr. 1290 würden übermässig mit Lärm belastet, welcher vom Betrieb der Beschwerdegegnerin 2 ausgehe. Das geplante Tor biete keine genügende Ab- hilfe gegen die Überschreitung der Belastungsgrenzwert e. Im Übrigen würde dieses Tor stets offen stehen und daher keine Lärmminderung erzielen. Zu betonen sei auch, dass eine Auflage oder spätere Nachmessung nicht vor Lärm schütze, da der B etrieb bereits ausgebaut sei und sich die Durchsetzung von Verbesserungen schwierig gestalt e. Ferner liege die Parzelle Nr. 1290 in einer Wohnzone, in welcher die Lärmempfi ndlichkeitsstufe II gelte. Der Lärm über- steige dort gemäss UVB den Grenzwert von 55 dB mit 57.5 dB und 57.7 dB. Indem diese in der Wohn- und Geschäftszone liegende und mit höherer Lärme mpfindlichkeit versehene Parzelle zu Betriebsareal erklärt werde, würden die Zonenvorschri ften sowie Art. 41 der Lärmschutz- Verordnung (LSV) vom 15. Dezember 1986 verletzt. Damit würde die Lärmempfindlichkeitsstufe III auf die Wohnzone übertragen, was ohne Zonenplanänderung nicht zulässig sei, und es liege damit eine Verletzung der Gemeindeautonomie vor. 7.2 Die Beschwerdegegnerin 1 führt im streitgegenstän dlichen Entscheid zunächst aus, die direkt nördlich und südlich an das Entsorgungszentrum (Pa rzelle Nr. 457) angrenzenden Par- zellen würden sich allesamt in der Gewerbezone befinden, in welcher die Lärmempfindlichkeits- stufe III gelte. Östlich des Entsorgungszentrums befind e sich eine Wohn- und Geschäftszone (WG2). Die Parzelle Nr. 1290, auf welcher der Büroco ntainer errichtet werden solle, befinde sich ebenfalls in der WG2-Zone. Die auf der betreffend en Parzelle berechneten Lärmimmissio- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen würden zwar das zulässige Mass der Lärmempfindlichkeitsst ufe II von 55 dB um 2.5 dB resp. 2.7 dB übersteigen. Es handle sich beim Bürocontain er jedoch um einen "Betriebsraum" im Sinne von Art 42 Abs. 1 LSV, in welchen administrati ve Arbeiten ausgeführt würden. Zudem liege der Bürocontainer in unmittelbarer Nähe zum Be triebsareal und für Betriebsräume seien gestützt auf Art. 42 i.V.m. Art. 2 Abs. 6 lit. b LSV besondere bzw. um 5 dB höhere Belastungs- grenzen zulässig. Demzufolge gelte auf der Parzelle Nr. 1290 ebenfalls ein Belastungsgrenz- wert von 60 dB, welcher eingehalten sei. Zu den vorgesehenen Lärmschutzmassnahmen gehö- re sodann das im Baugesuch beantragte Tor an der Halle B7, welches auch in geöffnetem Zu- stand lärmmindernd wirke. Das Tor sei in baurechtlicher H insicht nicht zu beanstanden. Die kantonale Lärmschutzfachstelle habe die Lärmberechnungen geprüft und für zulässig befunden. 7.3.1 Das ZRS enthält in Ziffer 4.5 folgende Regelun g zu den Lärmempfindlichkeitsstufen: Mit den Lärmempfindlichkeitsstufen werden die zulässigen Belastungsgrenzwerte gemäss Eid- genössischer Lärmschutzverordnung festgelegt und die Zuwei sung der Lärmempfindlichkeits- stufen hat nur Gültigkeit für Gebäude mit lärmempfind lichen Räumen im Sinne der Lärmschutz- verordnung. Wie sich dem Zonenplan entnehmen lässt, lieg t die Parzelle Nr. 1290 in der WG2- Zone, in welcher gemäss Zonenplan die Lärmempfindlichkeitsstufe II gilt. Gemäss Anhang 6 zur LSV ist in der betroffenen Zone ein Planungswert am T ag von 55 dB einzuhalten. Art. 42 LSV statuiert, dass bei Räumen in Betrieben (Art. 2 Abs. 6 lit. b LSV), die in Gebieten der Empfind- lichkeitsstufen I, II oder III liegen, um 5 dB(A) höhere Planungswerte und Immissionsgrenzwerte gelten (Abs. 1). Lärmempfindliche Räume sind nach Art. 2 Abs. 6 lit. b LSV Räume in Betrieben, in denen sich Personen regelmässig während längerer Zei t aufhalten, ausgenommen Räume für die Nutztierhaltung und Räume mit erheblichem Betriebslärm. 7.3.2 Der UVP vom 12. Januar 2016 kann hinsichtlich d er gerügten Lärmimmissionen ent- nommen werden, dass der UVB zwischen dem Strassenverkehrs- und dem Industrie- und Be- triebslärm unterschieden hat. Demnach ergebe sich der St rassenverkehrslärm ohne weiteres aus den durch die Beschwerdegegnerin 2 induzierten Ver kehrszahlen. Die entsprechenden Lärmberechnungen würden zeigen, dass auch bei einer Umschl agsmenge von 30'000 t Abfall pro Jahr, die Grenzwerte gemäss LSV eingehalten würde n. Einerseits würde durch den Mehr- verkehr auf dem kommunalen Strassennetz der massgebende Immissionsgrenzwert nicht über- schritten, andererseits führe die Verkehrszunahme auf der W.____strasse, die bereits Immis- sionsgrenzwertüberschreitungen aufweise, nicht zu einer wahrnehmbaren Zunahme des Lärms (vgl. UVP vom 12. Januar 2016, S. 16 f.). Die Ermittlung der Lärmimmissionen infolge des Be- triebslärms zeige zunächst, dass mit den vorgesehenen Massnah men bei den lärmempfindli- chen Punkten überall der massgebende Planungswert unte rschritten werde bzw. eingehalten werden könne (vgl. UVP vom 12. Januar 2016, S. 17). Als lärmmindernde Massnahme sei ein Schwenktor bei der Halle B7 vorgesehen, welches als Lä rmschutzwand diene (vgl. UVP vom 12, Januar 2016, S. 43). Mit dieser zusätzlichen Massnahme würden die Planungswerte an al- len Immissionspunkten eingehalten (vgl. UVP vom 12. Janua r 2016, S. 45). Die Lärmbelastung für die Parzelle Nr. 456 (S.____strasse 11) werde aufg rund der projektierten Hofüberdachung weiter vermindert (vgl. UVP vom 12. Januar 2016, S. 17). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Das hierzu erstellte Gutachten, welches auf Eigenm essungen sowie auf Messungen des Kantons basiert, kommt hinsichtlich der Grenzwerte zum Schluss, dass diese eingehalten werden können. Unter Berücksichtigung der bereits ergrif fenen und der noch zu ergreifenden Massnahmen, wurden die Werte de facto gemessen und hoch gerechnet, wobei von ungünsti- gen Schalldämmungen ausgegangen wurde (vgl. UVB vom 30. März 2015, S. 31 ff.). Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführenden werden gemä ss Messungen bzw. Lärmschutz- nachweis im UVB die Planungswerte auf der Liegenschaft an der R.____strasse 7 sowie auch auf der Liegenschaft an der S.____strasse 11 unter Ber ücksichtigung der noch zu treffenden Massnahmen eingehalten werden können (vgl. UVB vom 30. März 2015, S. 43 ff.). Hierzu ist mit dem Baugesuch Nr. 1969/2014 einerseits das projekt ierte Schwenktor bei der Halle B7 vor- gesehen, welches – entgegen der Behauptung der Besch werdeführenden – auch im geöffneten Zustand schallabsorbierend wirkt. Unbegründet ist das Vo rbringen, dass das Tor im Gutachten unberücksichtigt geblieben ist. Vielmehr können dem UVB die Masse und die Materialisierung desselben entnommen werden (vgl. UVB vom 30. März 2015, S. 43). Zu beachten ist, dass der UVB von eher ungünstigen Materialien ausging und die Ermittlung der auf die Liegenschaft an der S.____strasse 11 einwirkenden Lärmimmissionen auf ein er Worst-Case-Betrachtung ba- siert. Das projektierte Tor wirkt gestützt auf die UVP vom 12. Januar 2016 als Lärmschutzwand, auch wenn es offen steht. Andererseits ist mit dem Baug esuch Nr. 1969/2014 eine Hofüber- dachung geplant, welche eine zusätzliche Lärmreduktion g egenüber der Parzelle Nr. 456 be- wirken soll. Die Beschwerdeführenden gehen davon aus, d ass aufgrund dieser Hofüber- dachung der Lärm horizontal reflektiert werde, weshal b dadurch keine Lärmreduktion erreicht werden könne (vgl. Protokoll des Augenscheins vom 8. Janu ar 2018, S. 8). Zutreffend ist, dass die Lärmberechnungen ohne Berücksichtigung des Daches vor genommen worden sind. Die Beschwerdegegnerin 1 führte anlässlich der Parteiverhand lung jedoch aus, dass der Lärm ge- mäss Aussage der Fachstelle nicht auf die Seiten reflekti ert werde, sondern von oben nach un- ten (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 10. Ja nuar 2018, S. 7). Zudem stellte die Be- schwerdegegnerin 1 anlässlich des Augenscheins klar, dass de r entstehende Zwischenraum zwischen dem geplanten und dem bereits bestehenden Dach zwecks Lärmisolation mit Holz ausgekleidet werde, was zu einer zusätzlichen Lärmredukti on führe (vgl. Protokoll zum Augen- schein vom 8. Januar 2018, S. 8 f.). Im Zusammenhang mit dem zu errichtenden Bürocontainer hat die Beschwerdegegnerin 1 zutreffend festgestellt, d ass es sich dabei um einen Betriebs- raum im Sinne von Art. 42 LSV handle. Demzufolge gelt en dort besondere, d.h. um 5 dB höhe- re, Belastungsgrenzwerte. Diese besonderen Belastungsgrenzwerte werden nach den Feststel- lungen im UVB eingehalten. Des Weiteren kann der UVP vom 12. Januar 2016 entnommen werden, dass der Bürocontainer Teil der Kapazitätserweiterung ist und er zwingend zu erstellen ist. Es wurde ausgeführt, dass das Lärmgutachten anzupassen wäre, sollte der Bürocontainer entfernt werden (vgl. UVP vom 12. Januar 2016, S. 19 ). Die Dauerhaftigkeit des Containers ist gegeben, was anlässlich des Augenscheins bestätigt wurde. D as widersprechende Vorbringen der Beschwerdeführenden ist demnach nicht zu hören. Verm erkt sei, dass sich die unmittelbar an das Entsorgungszentrum angrenzenden Parzellen Nr. 25 76 und Nr. 456 in der Gewerbezo- ne befinden, in welcher die Lärmempfindlichkeitsstufe III gilt. Zusammenfassend erhellt aus den vorstehenden Ausführungen, dass die Lärmmessungen schlüssig und umfassend vorgenom- men wurden und demzufolge keine Verletzung der LSV vorl iegt. Entsprechend geht auch die Rüge hinsichtlich einer Verletzung des Zonenplans resp. d er Gemeindeautonomie an der Sa- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht che vorbei. Die Rüge der Beschwerdeführenden erweist sich nach dem Gesagten als unbe- gründet. Bei dieser Sachlage konnte daher auf die bean tragte Expertise durch einen ausgewie- senen Lärmschutzsachverständigen verzichtet werden. 8.1 Die Beschwerdeführenden monieren weiter, das an der Halle B7 zu errichtende Tor würde die nachbarrechtlichen Abstandsvorschriften missachte n. Es würde während der Be- triebszeiten offen stehen und wirke so wie eine Mauer, welche genau auf der Grenze zur Nach- barsparzelle zu liegen komme. Damit liege eine Umgehung des Baurechts vor. 8.2 Die Abstandsvorschriften unter Nachbargrundstücken im RBG beziehen sich ausdrück- lich auf den Abstand einer Fassade zu dem angrenzenden Nachbargrundstück (vgl. § 90 Abs. 2 RBG). Gemäss § 52 Abs. 2 der Verordnung zum Raumplanu ngs- und Baugesetz (RBV) vom 27. Oktober 1998 sind für die Berechnung des Grenzabst andes die Fassadenlängen und die Geschosszahlen massgebend. Da es sich bei dem Tor nicht um eine Fassade bzw. auch nicht um einen Gebäudeteil, das mit dem Boden fest veranker t ist, handelt, sind diese Abstandsvor- schriften nicht anwendbar. Mit der Beschwerdegegnerin 1 kann demzufolge festgehalten wer- den, dass weder das RBG noch die RBV vorsehen, dass geöff nete Türen oder Tore einer nachbarrechtlichen Abstandsvorschrift unterliegen. Die R üge der Beschwerdeführenden ist so- mit auch in diesem Punkt unbegründet. 9.1 Die Beschwerdeführenden monieren schliesslich, die in stallierte Sprinkleranlage sei nicht in der Lage, die täglich entstehende Staubentwickl ung einzudämmen. Die Staubemissio- nen seien übermässig und die aktuelle Videodokumentatio n zeige klar auf, dass die vorhande- ne Sprinkleranlage ungenügend sei. Die Luftreinehalte verordnung werde daher offensichtlich verletzt. 9.2 Im UVB wird festgehalten, dass zur weiteren Staubb ekämpfung das Holzfach, der Holzschredder sowie das Fach Mischabbruch, welche am meist en Staub erzeugen würden, mit Wassersprinklern ausgestattet werden sollen und ein Staub bekämpfungssystem zu installieren sei (vgl. UVB vom 30. März 2015, S. 29). In der UVP vo m 12. Januar 2016 wurden diese Mass- nahmen ebenfalls festgehalten und angeordnet, dass die staubmindernden Massnahmen bei sämtlichen staubenden Vorgängen konsequent anzuwenden seien (UVP vom 12. Januar 2016, S. 20, S. 21 Auflagen 24 - 28). Wie das Gericht am Au genschein feststellen konnte, hat die Be- schwerdegegnerin 2 diese Massnahmen zwischenzeitlich getroff en: Sie hat ein Staubbekämp- fungssystem sowie eine Begleitheizung für die Wintermonat e installiert. Ausserdem stehen vier Wassersprinkler im Einsatz (vgl. Protokoll zum Augenschein vom 8. Januar 2018, S. 3 f.). Ge- stützt auf die Feststellungen des Lufthygieneamtes beide r Basel kann festgehalten werden, dass die Massnahmen dem Stand der Technik entsprechen und bei deren Einhaltung die Vor- schriften bezüglich Luftreinhaltung eingehalten werden (vgl. UVP vom 12. Januar 2016, S. 13. f., S. 21). Vermerkt sei, dass die Fotodokumenta tion der Beschwerdeführenden teilweise nicht Staub, sondern Nebelschwaden, welche durch die Wasser sprinkler verursacht werden, zeigen. Daraus erhellt, dass die Beschwerdegegnerin 2 d ie vorgesehenen Massnahmen um- setzt, und die Beschwerdeführenden vermögen aus dem in diesem Zusammenhang eingereich- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten Bild- und Videomaterial nichts zu ihren Gunsten ab zuleiten. Vor diesem Hintergrund ist der vorinstanzliche Entscheid auch in diesem Punkt nicht zu beanstanden. 10. Hinsichtlich der Berücksichtigung der Umweltauswirkung en der Anlage kann zusam- menfassend festgehalten werden, dass sich die Immissionen vo rliegend noch im zulässigen Rahmen befinden und die Immissionen nicht als übermässig zu qualifizieren sind. Folglich liegt auch keine Verletzung von Art. 3 Abs. 3 lit. b RPG vor. In Berücksichtigung des Entscheidungs- spielraums, welcher den Verwaltungsbehörden bei der A uslegung des unbestimmten Rechts- begriffs "mässig störend" zukommt, ist es nicht zu beanstan den, wenn die Vorinstanzen davon ausgegangen sind, dass die beantragte Kapazitätserweiter ung nicht zu übermässigen Immis- sionen führt und der Betrieb auch mit erhöhtem Betri ebsumfang noch als mässig störender Be- trieb zu werten ist, welcher in einer Gewerbezone zulässi g ist. Der angefochtene Entscheid ist somit insgesamt nicht zu beanstanden und die Baubewilli gungen sind demnach zu erteilen. Demzufolge erweist sich die vorliegende Beschwerde als un begründet, was zur Abweisung derselben führt. 11.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfa hrens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht koste npflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 A bs. 3 VPO). Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- vorliegen d den Beschwerdeführenden aufzuerle- gen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. 11.2 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Danach hat die unter liegende die obsiegende Partei nach Massgabe deren Obsiegens für sämtliche notwendigen Part eikosten zu entschädigen (M ARTIN BERNET , Die Parteientschädigung in der schweizerischen Verwaltu ngsrechtspflege, Zürich 1986, S. 132 ff.). Von diesem Grundsatz kann das Gericht abweichen und die Parteikosten nach dem Verursacherprinzip verlegen, sofern ihm das Ge setz einen entsprechenden Ermes- sensspielraum einräumt und es die Umstände rechtfertige n (vgl. BERNET , a.a.O, S. 132 ff.). Die Kann-Formulierung in § 21 Abs. 1 VPO räumt dem Kant onsgericht einen entsprechenden Er- messensspielraum ein. Bei der Verlegung der Parteikosten trägt das Gericht im vorliegenden Fall dem Umstand Rechnung, dass die Erneuerung der Betr iebsbewilligung seit dem 31. Dezember 2013 grundsätzlich abgelaufen ist und die Beschwerdegegnerin 2 die bewilligte maximale Annahmemenge von 10'000 t seit mehreren Jah ren massiv überschreitet, was unbe- strittenermassen zu verschiedenen Verstössen geführt hat. Zufolge dieser Grenzwertüber- schreitungen zum Nachteil der Anwohnerschaft wurden berei ts verschiedene Massnahmen er- forderlich, welche teilweise erst im Rahmen des laufend en Bewilligungsverfahrens umgesetzt worden sind. Hinzu kommt, dass mit den zu beurteilenden B aubewilligungen zahlreiche weitere Auflagen angeordnet werden mussten, damit die Grenzwer te künftig eingehalten werden kön- nen. Zudem konnten gewisse Behauptungen der Beschwerde gegnerinnen hinsichtlich der Um- setzung der Massnahmen erst anlässlich des Augenscheins oder a n der heutigen Parteiver- handlung ausführlich geklärt werden. Schliesslich ist zu b erücksichtigen, dass die Fachstellen Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht (noch) nicht abschliessend beurteilen konnten, ob sich die se Massnahmen zum Schutz der Nachbarn als hinreichend darstellen werden oder ob weit ere Massnahmen anzuordnen sind. Aufgrund dieser Zugeständnisse der Beschwerdegegnerin 2 ist es im vorliegenden Fall nicht sachgerecht, die Beschwerdeführenden zur Entrichtung einer Parteientschädigung zu verpflich- ten. Vor dem geschilderten Hintergrund rechtfertigt es sich daher, die Parteikosten wettzuschla- gen. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- werden den Be- schwerdeführern in solidarischer Haftung auferlegt und m it dem geleiste- ten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin