<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp299792"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>106 II 221<br/><br/><br/><div class="paraatf">43. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung vom 1. Juli 1980 i.S. A. gegen Aktiengesellschaft X. (Berufung)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp301040"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">Berechnung des vom Käufer bezogenen Nutzens bei der Wandelung (<span class="artref">Art. 208 OR</span>). <div class="paratf">Die Billigkeit erfordert den Zuspruch eines kalkulatorischen Zinses, sobald die Abrechnung über die Wandelung erst nach Benützung der Sache und Entstehung eines Nutzens erfolgt. </div> </div> </div> <a name="idp305040"></a> <a name="idp309008"></a> <br/><div> <a name="idp312928"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 221</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page221"></a><div class="center pagebreak">BGE 106 II 221 S. 221</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp315040"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>c) Der Experte hat auf dem vom Kläger gezogenen Nutzen einen kalkulatorischen Zins von 5, die Vorinstanz von 6% berücksichtigt. Der Kläger macht geltend, damit sei der Beklagten ein Kapitalertrag zugesprochen worden, der in <span class="artref">Art. 208 OR</span> keine Stütze finde.</div> <div class="paraatf">Der Kaufpreis infolge Wandelung ist dem Käufer gemäss <span class="artref">Art. 208 OR</span> mit Zins zurückzuerstatten. Dass der Zins nur bei <a name="page222"></a><div class="center pagebreak">BGE 106 II 221 S. 222</div>der Rückerstattung des Kaufpreises erwähnt wird, schliesst nicht aus, bei der Berechnung des vom Käufer bezogenen Nutzens einen kalkulatorischen Zins einzubeziehen. Wie der Nutzen zu berechnen ist, sagt die gesetzliche Bestimmung nicht. Daraus darf nicht abgeleitet werden, eine Verzinsung des Kapitalbetrages, der dem Gebrauch der Sache entspricht, sei ausgeschlossen. Vielmehr erfordert die Billigkeit den Zuspruch eines solchen Zinses, sobald die Abrechnung über die Wandelung erst nach Benützung der Sache und Entstehung eines Nutzens erfolgt. Vom Begriff des Nutzens her erscheint die Berücksichtigung eines Zinses geradezu als selbstverständlich. Mit Recht macht die Beklagte geltend, die von den Auftraggebern des Klägers bezahlten Transportkosten hätten nicht nur Gewinn, Amortisation und Betriebsaufwendungen enthalten, sondern auch einen Zins für das im Fahrzeug investierte Kapital, so dass der Kläger ohne Berücksichtigung dieses Zinses bei der Berechnung des Nutzens bereichert wäre.</div> </div></body></html></html>