A bteilung I A -1673/2006 {T 0/2} U rte il v o m 2 0 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichter M arkus M etz (Vorsitz), R ichterin Salom e Zim m erm ann, R ichter D aniel R iedo; G erichtsschreiber Johannes Schöpf. X._______ und Erben des Y._______ sel., ... vertreten durch ... Beschw erdeführer, gegen O berzolldirektion (O ZD ), H auptabteilung R echt und Abgaben, M onbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz. Leistungspflicht im landw irtschaftlichen Bew irtschaftungsverkehr. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandA -1673/2006 Sachverhalt: A . Y._______ sel. w ar Eigentüm er und Pächter diverser landw irt- schaftlicher G rundstücke in D eutschland, die er spätestens ab dem Jahr 1982 zusam m en m it seinem N effen X._______ bew irtschaftete. Ab dem Jahr 1995 entschloss sich Y._______ sel. aus gesundheitlichen G ründen, den landw irtschaftlichen Betrieb langsam aufzugeben und an X._______ zu übertragen. Y._______ sel. unterzeichnete w eiterhin in den Jahren 1995 bis 2001 die jährlichen E rtragsausw eise für die G rundstücke, w odurch die auf diesen G rundstücken in D eutschland produzierten landw irtschaftlichen Erzeugnisse zollfrei in die Schw eiz eingeführt w erden konnten. B . Am 5. M ärz 2002 nahm die Zollkreisdirektion ... gegen Y._______ sel. ein Schlussprotokoll auf, in dem festgehalten w urde, dass der Beschuldigte vom 10. O ktober 1995 bis 23. N ovem ber 2001 landw irtschaftliche Erzeugnisse zu U nrecht zollfrei in die Schw eiz eingeführte, da er es unterlassen habe, m it seinem N effen X._______ für die G rundstücke geeignete Pachtverträge abzuschliessen und diese in D eutschland bew illigen zu lassen. D ie Angaben in seinen E rtragsausw eisen hätten deshalb ab 1995 nicht m ehr zugetroffen, da ab diesem Jahr X._______ die auf den Flächen von Y._______ sel. produzierten Bodenerzeugnisse im landw irtschaftlichen Bew irtschaftungsverkehr über die E rtragsausw eise von Y._______ sel. zu U nrecht abgabefrei in die Schw eiz eingeführt habe. Y._______ sel. unterzeichnete das Schlussprotokoll nicht. Am selben Tag erliess die Zollkreisdirektion ... gegenüber Y._______ sel. und X._______ eine Verfügung über die Leistungspflicht im U m fang von Fr. ... (Zoll: Fr. ...; M ehrw ertsteuer: Fr. ...), für w elche Sum m e beide solidarisch hafteten. C . Y._______ sel. und X._______ reichten gegen diese Leistungsverfügung am 19. April 2002 Beschw erde an die O berzoll- direktion (O ZD ) ein und ergänzten diese m it dem Schreiben vom 14. Juni 2002. Sie legten im W esentlichen dar, dass die Selbstbew irt- schaftung durch die geleistete Arbeit im m er gegeben gew esen sei und die Betrachtungsw eise, dass als bew irtschaftende Person diejenige gelte, die Entscheide betreffend Sortenw ahl und D üngung treffe, sehr form alistisch sei. Seit 1982 habe zw ischen Y._______ sel. und S eite 2A -1673/2006 X._______ eine Betriebsgem einschaft bestanden, die Arbeiten seien gem einsam ausgeführt w orden. Es sei von den Zollbehörden nie bem ängelt w orden, dass X._______ ebenfalls Einfuhren unterzeichnet habe. M it dem Schreiben vom 9. O ktober 2003 ergänzte der neu eingeschaltete Vertreter, diese hätten zw ar unrichtig aber nicht bösgläubig gehandelt. Seit längerer Zeit habe X._______ seinem O nkel bei der Bew irtschaftung der deutschen Parzellen geholfen; ge- legentlich habe Y._______ sel. die Bew irtschaftung der deutschen Parzellen ganz seinem N effen überlassen und ihm m ündlich die unent- geltliche N utzung dieser Flächen zugestanden. R ichtigzustellen sei, dass nicht Y._______ sel. die W aren produziert und eingeführt habe, sondern X._______ als Selbstbew irtschafter m it Landw irt- schaftsbetrieb. D . M it Entscheid vom 2. M ärz 2004 w ies die O ZD die Beschw erde unter Verw eis auf das Schlussprotokoll vom 5. M ärz 2002 ab. D ie in D eutschland gelegenen G rundstücke, von denen die landw irtschaft- lichen Erzeugnisse zollfrei in die Schw eiz eingeführt w erden könnten, m üssten vom Eigentüm er, N utzniesser oder Pächter m it W ohnsitz in der schw eizerischen W irtschaftszone bew irtschaftet w erden. O hne derartiges Verhältnis bestehe kein Anrecht auf die zollfreie Einfuhr. Y._______ sel. und X._______ hätten seit 1981 die betroffenen G rundstücke in Form einer Betriebsgem einschaft zusam m en be- w irtschaftet. Spätestens seit 1995 habe X._______ säm tliche Ent- scheide über die Bew irtschaftung getroffen und dam it das Betriebs- risiko getragen; er sei dam it alleiniger Bew irtschafter gew orden E. Y._______ sel. und X._______ (Beschw erdeführer) reichten gegen den Entscheid der O ZD vom 2. M ärz 2004 am 5. April 2004 Be- schw erde bei der Eidgenössischen Zollrekurskom m ission (ZR K) ein m it dem Antrag, den angefochtenen Entscheid aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung führten sie insbe- sondere aus, X._______ sei als Betriebsinhaber berechtigt, die Produkte abgabefrei einzuführen. Es sei lediglich der Fehler gem acht w orden, dass nicht X._______, sondern w ie bisher seit vielen Jahren Y._______ sel. als Betriebsinhaber und Im porteur der W aren deklariert w orden sei. X._______ sei m it seinem O nkel ein Pacht-, allenfalls ein unentgeltliches N utzniessungsverhältnis eingegangen. D ass dabei kein schriftlicher Vertrag abgeschlossen w orden w ar, sei S eite 3A -1673/2006 abgaberechtlich ohne Bedeutung. D ie bei der Einfuhr gem achten Angaben seien unabsichtlich unrichtig gew esen. F. D ie O ZD beantragte in der Vernehm lassung vom 12. August 2004 die kostenpflichtige Abw eisung der Beschw erde und hielt an ihrer recht- lichen Beurteilung fest. G . Am 6. Februar 2006 teilte der Vertreter der Beschw erdeführer m it, dass Y._______ sel. verstorben sei. D ie O ZD stellte sich am 28. Februar 2006 auf den Standpunkt, das Beschw erdeverfahren sei allein in Bezug auf X._______ w eiterzuführen; er bleibe der einzige Pflichtige im Verfahren. D as Bundesverw altungsgericht zeigte am 9. Februar 2007 den Partei- en die Ü bernahm e des hängigen Beschw erdeverfahrens an. Auf die w eiteren Begründungen der Eingaben w ird – sow eit entscheid- w esentlich – im R ahm en der nachstehenden Erw ägungen einge- gangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D er angefochtene Entscheid unterliegt ab 1. Januar 2007 der Be- schw erde an und der Beurteilung durch das Bundesverw altungsgericht (A rt. 31 bzw. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]; A rt. 109 Abs. 1 Bst. c des Zollgesetzes vom 1. O ktober 1925 [aZG , BS 6 465, AS 1973 644, 1995 1816, 1996 3371 Anhang 2 Ziff. 2]). D ie Beurteilung erfolgt nach A rt. 53 Abs. 2 VG G nach dem neuen Verfahrensrecht bzw . dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). 1.2 Am 1. M ai 2007 ist das (neue) Zollgesetz vom 18. M ai 2005 (ZG , SR 631.0) in Kraft getreten. N ach A rt. 132 Abs. 1 ZG w erden Zoll- S eite 4A -1673/2006 verfahren, die bei Inkrafttreten des neuen R echts hängig sind, nach altem R echt abgeschlossen. D er zu beureilende Sachverhalt bezieht sich auf Einfuhren in den Jahren 1995 bis 2001; auf das vorliegende Verfahren finden deshalb die Vorschriften des alten R echts An- w endung. 1.3 D as Bundesverw altungsgericht kann den angefochtenen Entscheid grundsätzlich in vollem U m fang überprüfen. D ie Beschw erdeführer können neben der Verletzung von Bundesrecht (A rt. 49 Bst. a Vw VG ) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtser- heblichen Sachverhalts (A rt. 49 Bst. b Vw VG ) auch die R üge der U n- angem essenheit erheben (A rt. 49 Bst. c Vw VG ; vgl. AN D R É M O SER , in: AN D R É M O SER /PETER U EBE R SA X, Prozessieren vor eidgenössischen R e- kurskom m issionen, Basel und Frankfurt am M ain 1998, R z. 2.59 ff.). Im Verw altungsbeschw erdeverfahren gilt die U ntersuchungsm axim e, w onach der Sachverhalt von Am tes w egen festzustellen ist (A rt. 12 Vw VG ; vgl. zum G anzen: U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006 R z. 1623 ff. und 1758 f.; ALFR E D KÖ LZ, Prozessm axim en im schw eizerischen Ver- w altungsprozess, Zürich 1974, S. 93 ff., ALFR E D KÖ LZ/ISABELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, R z. 674 ff.), und der G rundsatz der R echts- anw endung von Am tes w egen (A rt. 62 Abs. 4 Vw VG ). D as Bundes- verw altungsgericht ist verpflichtet, auf den festgestellten Sachverhalt die richtige R echtsnorm anzuw enden (H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 1632). N ach dem G rundsatz der freien Bew eisw ürdigung bildet sich das Bundesverw altungsgericht unvoreingenom m en, gew issenhaft und sorgfältig die M einung darüber, ob der zu bew eisende Sachverhalt als w ahr zu gelten hat (M O SE R , a.a.O ., R z. 3.71). D er G rundsatz der freien Bew eisw ürdigung gilt grundsätzlich für das gesam te öffentliche Verfahrensrecht, so auch für das Zollverfahren (vgl. allerdings den Vor- behalt von A rt. 3 Bst. e Vw VG für die Zollabfertigung), nam entlich für das verw altungsinterne Beschw erdeverfahren (vgl. auch U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1757/2006 vom 21. Juni 2007 E. 1.3; Entscheid der ZR K vom 5. Februar 2003, veröffentlicht in Verw altungs- praxis der Bundesbehörden [VPB] 67.76 E. 2c). 1.4 D ie O ZD stellte sich am 28. Februar 2006 auf den Standpunkt, das Verfahren sei nach dem Tod von Y._______ sel. nur noch in Bezug auf S eite 5A -1673/2006 X._______ w eiterzuführen; er bleibe der einzige Pflichtige im Verfahren. D ie Verw altung ist dam it in Bezug auf Y._______ sel. m it der Abschreibung des Beschw erdeverfahrens einverstanden. Beim Tod eines Zahlungspflichtigen geht die Zollzahlungspflicht nach A rt. 13 Abs. 2 aZG auf seine Erben über (U rteil des Bundesgerichts 2A.242/2006 E. 2.2; M AR TIN ZW E IFEL, D ie verfahrens- und steuerstraf- rechtliche Stellung der Erben bei den Einkom m ens- und Verm ögens- steuern, in Archiv für Schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 64 S. 337 ff.). D ie allfälligen Erben des Y._______ sel. haften deshalb im Sinn der U niversalsukzession w eiterhin für die entsprechenden Zollschulden. 2. 2.1 Jede Einfuhr von W aren, die über die schw eizerische Zollgrenze be- fördert w erden, unterliegt grundsätzlich der Zollpflicht (vgl. A rt. 1 Abs. 1 aZG ). G em äss A rt. 1 Abs. 2 aZG um fasst die Zollpflicht die Be- folgung der Vorschriften für den Verkehr über die G renze (Zollm elde- pflicht) und die Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Zollzahlungs- pflicht). Ausnahm en von diesem allgem einen G rundsatz bedürfen einer ausdrücklichen gesetzlichen oder staatsvertraglichen G rundlage. A rt. 14 aZG nennt die Ausnahm en von dieser generellen Zollpflicht. So sind nach Ziff. 23 dieser Bestim m ung bei ihrer Einfuhr zollfrei „rohe Bodenerzeugnisse, m it Ausnahm e der Produkte des R ebbaus, von G rundstücken in der ausländischen W irtschaftszone, die von ihren Ei- gentüm ern, N utzniessern oder durch Pächter bew irtschaftet w erden, w enn der Bew irtschafter seinen W ohnsitz in der schw eizerischen W irt- schaftszone hat und die Bodenerzeugnisse selbst oder durch seine Angestellten einführt“ (U rteil des Bundesgerichts 2A.652/2004 vom 13. Septem ber 2005 E. 2.2., 2.2; vgl. auch A rt. 2 des schw eizerische- deutschen Abkom m ens vom 5. Februar 1958 über den G renz- und D urchgangsverkehr [SR 0.631.256.913.61]). 2.2 U m die Bedeutung von A rt. 14 Ziff. 23 aZG um fassend w ürdigen zu können, drängt sich ein Blick auf dessen Entstehungsgeschichte und die bisherige R echtsprechung des Bundesgerichtes und der ZR K zu dieser N orm auf. S eite 6A -1673/2006 D er G esetzgeber w ollte m it dieser R egelung dem oft zufälligen Verlauf der Zollgrenze R echnung tragen und Landw irte, w elche G rundstücke diesseits und jenseits der G renze bew irtschaften, nicht benachteiligen. Entsprechend w urde diese P rivilegierung von der Bedingung abhängig gem acht, dass der Eigentüm er derartige G rundstücke selbst bew irt- schaftet. Erst später w urden die Voraussetzungen derart gelockert, dass die Ausnahm ebestim m ung auch auf N utzniesser, Pächter und Landw irte Anw endung finden konnte, w elche die G rundstücke nicht selbst, sondern auf eigene R echnung durch angestellte D ritte, bew irt- schaften liessen (vgl. BBl. 1924 I 30). N achdem diese R egelung ver- m ehrt zu M issbräuchen geführt hatte und die privilegierte W arenein- fuhr im Bereich des landw irtschaftlichen G renzverkehrs zum Zw eck der Einsparung von Zöllen m utierte, w urde das R egim e w ieder ver- schärft und seit der G esetzrevision von 1925 erneut von der Bedin- gung abhängig gem acht, dass der Eigentüm er, N utzniesser oder Pächter das im Ausland gelegene G rundstück selber bew irtschafte. Insbesondere im Bereich des R ebbaus w urde die R egelung sogar gänzlich gestrichen, w ar doch hier die M issbrauchsgefahr am grössten und offensichtlichsten (vgl. zum G anzen U rteil des Bundesgerichts A 114/1986 vom 23. O ktober 1986 E. 2b; Entscheid der ZR K vom 13. Februar 2001 [ZR K 2000-013] E. 3a/b). Aus der Entstehungsgeschichte ergibt sich jedenfalls zw eifelsfrei, dass der G esetzgeber zw ar die Benachteiligung von Landw irten verm eiden w ollte, die beidseits der G renze Land bew irtschaften, dass er aber auch M issbräuche verhindern w ollte. D ie Zollfreiheit im Sinn von A rt. 14 Ziff. 23 aZG ist daher einschränkend zu verstehen und denjeni- gen Eigentüm ern, N utzniessern und Pächtern vorbehalten, w elche diese G rundstücke selber bew irtschaften. Insbesondere im Bereich der Pacht ist som it zu fordern, dass die w esentlichen M erkm ale einer Pacht auch tatsächlich vorliegen und zudem feststeht, dass der Ver- pächter dem Pächter die G rundstücke zur selbständigen Bew irt- schaftung übertragen hat. D ies trifft nicht zu, w enn der Verpächter am verpachteten Land selber Arbeiten ausführt oder Entscheide über die A rt der Bew irtschaftung trifft, w elche über eine blosse Kontrolle hin- ausgehen (U rteil des Bundesgerichts 2A.471/1998 vom 4. Februar 1999 E. 1b, A 114/1986 vom 23. O ktober 1986 E. 2c in fine; Ent- scheide der ZR K vom 20. August 1998 [ZR K 1997-015], vom 13. Februar 2001, veröffentlicht in ASA 70 S. 605 – 612 E. 3a/b und vom 13. O ktober 2004 [ZR K 2003-081] E. 2a/b). D as G leiche hat m utatis m utandis für die N utzniessung zu gelten. S eite 7A -1673/2006 2.3 Von der allgem einen Zollpflicht können also ausnahm sw eise Einfuhren befreit w erden, sofern die geschilderten Tatbestandselem ente erfüllt sind. Fehlt auch nur ein derartiges Elem ent, entfällt die Zollfreiheit, da Ausnahm en von der allgem einen Zollpflicht grundsätzlich restriktiv an- zunehm en sind. Entsprechend hat der grundsätzlich Zollzahlungs- pflichtige den N achw eis zu erbringen, dass die Voraussetzungen für diese ausnahm sw eise Zollfreiheit erfüllt sind. In Anw endung von A rt. 28 Abs. 5 der (alten) Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz (aZV, AS 42 339 und BS 6 514) haben daher Bew irtschafter, w elche die Zollbefreiung beanspruchen w ollen, der zuständigen Zollkreis- direktion jew eils bis Ende April eines jeden Jahres eine am tliche Be- scheinigung über Eigentum , N utzniessung oder Pachtverhältnis an dem betreffenden G rundstück nebst einer Erklärung über den m ut- m asslichen E rnteertrag der einzelnen Kulturen einzureichen. D ie zu- ständige Zollbehörde prüft diese U nterlagen und erteilt, sofern die ge- setzlichen Voraussetzungen vorliegen, die E rtragsausw eise, w elche ihrerseits die G rundlage für die Zollbefreiung darstellen. D as Bundes- gericht hat erkannt, dass A rt. 28 Abs. 5 aZV nicht lediglich eine O rd- nungsvorschrift darstellt; Anspruch auf Zollbefreiung hat danach nur, w er eine ordnungsgem ässe D eklaration einreicht (U rteil des Bundes- gerichts 2A.403/2001 vom 14. Januar 2002 E. 1b). 2.4 Eine Zollübertretung begeht unter anderem , w er für W aren Zollbe- freiung oder Zollerm ässigung erw irkt, ohne dass die Voraussetzungen für den zollfreien W arenverkehr oder die Zollbegünstigung zutreffen (A rt. 74 Ziff. 9 aZG ). Laut A rt. 80 Abs. 1 aZG findet der zw eite Titel des Bundesgesetzes vom 22. M ärz 1974 über das Verw altungsstrafrecht (VStrR , SR 313.0) auf Zollw iderhandlungen Anw endung. G em äss A rt. 12 VStrR ist die infolge einer W iderhandlung zu U nrecht nicht erhobene Abgabe ohne R ücksicht auf die Strafbarkeit einer Person nachzuentrichten (Abs. 1). A rt. 12 Abs. 2 VStrR ergänzt, dass zur N achleistung verpflichtet ist, w er in den G enuss des unrechtm ässi- gen Vorteils gelangt ist, insbesondere der zur Zahlung der Abgabe Verpflichtete (vgl. A rt. 9 und 13 aZG ) oder der Em pfänger der Ver- gütung oder des Beitrags. Voraussetzung für die Anw endbarkeit von A rt. 12 Abs. 2 VStrR ist eine objektive W iderhandlung gegen die Ver- w altungsgesetzgebung des Bundes (BG E 115 Ib 360 E. 3a; U rteil des Bundesgerichts 2A.18/1988 vom 30. Septem ber 1988 E. 3a; U rteil des S eite 8A -1673/2006 Bundesverw altungsgerichts A-1746/2006 vom 12. Juni 2007 E. 3.1 und 3.2; KU R T H AU R I, Verw altungsstrafrecht, Bern 1998, S. 36). D ie Leistungspflicht gestützt auf A rt. 12 Abs. 2 VStrR hängt jedoch w eder von einer strafrechtlichen Verantw ortlichkeit noch von einem Verschul- den (U rteil des Bundesgerichts 2A.603/2003 vom 10. M ai 2004 E. 3.3, BG E 106 Ib 221 E. 2c) oder gar der Einleitung eines Strafverfahrens ab. Vielm ehr genügt es, dass der durch die N ichtleistung der Abgabe entstandene G rund in einer W iderhandlung im objektiven Sinn liegt (U rteil des Bundesgerichts 2A.569/2002 vom 23. D ezem ber 2002 E. 2.2, BG E 115 Ib 360 E. 3a, U rteil des Bundesgerichts 2A.461/2003 vom 20. Januar 2004 E. 3.2.1). N ach der R echtsprechung des Bundes- gerichts hat der unrechtm ässige Vorteil im Verm ögensvorteil zu liegen, der durch die N ichtleistung der Abgabe entstanden ist, w obei ein Ver- m ögensvorteil nicht nur in der Verm ehrung der Aktiven, sondern auch in einer Verm inderung der Passiven bestehen kann, indem der Leistungspflichtige insofern unrechtm ässig bevorteilt ist, als er die Leistung infolge der W iderhandlung nicht erbringen m uss (BG E 110 Ib 310 E. 2c). 3. 3.1 Im vorliegenden Fall steht fest, dass X._______ nie eine am tliche Bescheinigung als Eigentüm er, Pächter oder N utzniesser der G rund- stücke in D eutschland, die seinem O nkel Y._______ sel. gehörten oder die dieser gepachtet hatte, in Anw endung von A rt. 28 Abs. 5 aZV vor- w eisen konnte oder vorgew iesen hat. Er scheidet dam it als Bew irt- schafter zum Vornherein aus, der nach A rt. 14 Ziff. 23 aZG Boden- erzeugnisse zollfrei einführen kann. X._______ kann unter diesen U m ständen im Licht des restriktiven Begriffsverständnisses des Bun- desgerichts (E. 2.2, 2.3) nicht als Pächter im Sinn von A rt. 14 Ziff. 23 aZG gelten. Eine „unentgeltliche N utzniessung“ w ird lediglich behaup- tet, jedoch w eder substantiiert noch belegt; sie kann daher nicht ange- nom m en w erden. 3.2 Sodann ist erstellt, dass Y._______ sel. auf den E rtragsausw eisen als Bew irtschafter aufgeführt w ar und nach unw idersprochener D ar- stellung der Verw altung für die fragliche Zeit im m er noch als Pächter der fraglichen G rundstücke in der ausländischen W irtschaftszone zu gelten hatte, nachdem das beabsichtigte Kaufgeschäft m it den Eigen- S eite 9A -1673/2006 tüm ern nicht zustande kam . U nter diesen tatsächlichen G egeben- heiten darf davon ausgegangen w erden, er habe im zu beurteilenden Zeitraum (ab 1995 bis 2001) gelegentlich noch Arbeiten an seinen ei- genen und an den Pachtgrundstücken ausgeführt oder zum indest Ent- scheide über die A rt der Bew irtschaftung getroffen, w elche über eine blosse Kontrolle hinausgingen. X._______ behauptet, er sei lediglich „schleifend, von Jahr zu Jahr etw as m ehr“ Betriebsführer gew orden. Fehlt aber der N achw eis, X._______ habe in der fraglichen Zeit – unter Ausschluss seines O nkels – säm tliche Entscheide über die A rt der Bew irtschaftung selber getroffen, kann er unter den gegebenen U m ständen auch aus diesem G rund nicht als selbständiger Bew irtschafter im Sinn von A rt. 14 Ziff. 23 aZG gelten. 3.3 W enn schliesslich X._______ die fraglichen G rundstücke bew irt- schaftete und die darauf geernteten W aren in die Schw eiz einführte, indes in den E rtragserklärungen Y._______ sel. als Bew irtschafter ausgew iesen w ar, ist die G ültigkeitsvoraussetzung nach A rt. 28 Abs. 5 aZV nach der bundesgerichtlichen R echtsprechung eindeutig nicht er- füllt (E. 2.3); eine ordnungsgem ässe D eklaration w urde nicht einge- reicht. O b für die von Y._______ sel. und X._______ bew irtschafteten G rundstücke m ündliche Pachtverträge bestanden, kann daher offen bleiben, denn daraus ergäbe sich keine Abgabebefreiung (U rteil des Bundesgerichts 2A.403/2001 vom 14. Januar 2002 E. 1b). 3.4 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass X._______ die in der ausländischen W irtschaftszone gelegenen G rundstücke des Y._______ sel. nie als Pächter oder N utzniesser im Sinn von A rt. 14 Ziff. 23 aZG selbst bew irtschaftet hat; als Eigentüm er kam er nie in Frage. Y._______ sel. hat der zuständigen Zollkreisdirektion nie am tliche Bescheinigungen nach A rt. 28 Abs. 5 aZV über die Bew irtschaftung durch X._______ eingereicht. X._______ hat dam it die Zollbefreiung zu U nrecht erw irkt (E. 2.4). D ie nachgeforderten Abgaben sind deshalb geschuldet und die Beschw erde ist aus diesem G rund abzuw eisen. 4. Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens haben die Be- schw erdeführer nach A rt. 63 Abs. 1 Vw VG die Verfahrenskosten zu tragen. Sie w erden nach A rt. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- S eite 10A -1673/2006 verw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) auf Fr. 3'500.-- festgesetzt und m it dem Kostenvorschuss in gleicher H öhe verrechnet. Eine Par- teientschädigung w ird unter diesen U m ständen nicht zugesprochen (A rt. 64 Abs. 1 VW VG und A rt. 7 Abs. 1 VG KE, jew eils e contrario). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 3'500.-- w erden den Beschw erdeführern auferlegt. Sie w erden m it dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung w ird nicht ausgerichtet. 4. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführer (G erichtsurkunde) - die Vorinstanz (G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M arkus M etz Johannes Schöpf R echtsm ittelbelehrung: G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-recht- lichen Angelegenheiten geführt w erden (A rt. 82 ff., 90 ff. und 100 des S eite 11A -1673/2006 Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Be- gehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U n- terschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eis- m ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizu- legen (vgl. A rt. 42 BG G ). Versand: S eite 12