<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00061</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107243&amp;W10_KEY=13013572&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00061</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.05.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufenthaltsbewilligung: Voraussetzungen des Anwesenheitsanspruchs aufgrund von Familienleben ausserhalb der Kernfamilie. Vorliegend kein Anspruch auf Nachzug der betagten Mutter bzw. Grossmutter. Der Schutzbereich der Garantie des Familienlebens ausserhalb der Kernfamilie im Allgemeinen und der daraus fliessende Anwesenheitsanspruch sind zu unterscheiden (E. 2). Vorliegen eines Anwesenheitsanspruchs verneint im Fall einer gesunden Mutter und Grossmutter, die im Heimatland mit der (mittlerweile in die Schweiz nachgezogenen) Familie des einen Sohns zusammenlebte, in der Schweiz aber zum andern Sohn ziehen würde (E. 3). Nichteintreten.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABHÃNGIGKEITSVERHÃLTNIS">ABHÃNGIGKEITSVERHÃLTNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANWESENHEITSRECHT">ANWESENHEITSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENLEBEN">FAMILIENLEBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GROSSMUTTER">GROSSMUTTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MUTTER">MUTTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Garantien der EMRK ST: ÃBRIGE GARANTIEN DER EMRK">ÃBRIGE GARANTIEN DER EMRK</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWANDTE">VERWANDTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSAMMENLEBEN">ZUSAMMENLEBEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 13 lit. I BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 lit. I EMRK</span><br/><span class="gerade">Art. 100 lit. I b OG</span><br/><span class="ungerade">§ 14 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 43 lit. I h VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 43 lit. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A (wohnhaft in und StaatsangehÃ¶ri­ge von X, verwitwet) ist die Mutter von B, E, und C. Alle drei SÃ¶hne sind x-ische StaatsangehÃ¶rige mit Wohnsitz im Kanton ZÃ¼rich; zu­mindest B und C sind im Besitz der Niederlassungsbewilligung. Am 15. Januar 2002 ersuchte B um eine Einreisebewil­li­gung fÃ¼r seine Mutter zum dauernden Verbleib in der Schweiz. Als BegrÃ¼ndung wurde im Wesentlichen angegeben, dass A allein und in misslichen WohnverhÃ¤ltnissen in X zurÃ¼ckgeblieben sei, nachdem C seine Ehefrau und seine Kin­der, mit denen sie zusammengelebt habe, in die Schweiz nachgezogen habe. Am 14. Au­gust 2002 wies die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) das Gesuch ab, weil die finanziellen Mittel im Sinn von Art. 34 lit. e der Ver­ordnung vom 6. Ok­tober 1986 Ã¼ber die Begrenzung der Zahl der AuslÃ¤nder nicht ausreichten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 16. September 2002 liessen A, B und C hiergegen an den Regierungsrat rekurrieren mit den AntrÃ¤gen, die angefochtene VerfÃ¼gung aufzuheben, A die Aufenthaltsbe­willigung zu erteilen und das Migrationsamt anzuweisen, ein allfÃ¤lliges Einreisebegehren gutzuheissen. Der Regierungsrat â der auf dem Rubrum nur B und C als Rekurrenten auffÃ¼hrte â verneinte einen vÃ¶lker- oder verfassungsrechtlichen Anwesenheitsanspruch und ent­schied nach freiem Ermessen. Weil die notwendigen finanziellen Mittel fehlten und kein HÃ¤r­tefall vorliege, wies er den Rekurs am 14. Januar 2003 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Hiergegen liessen A, B und C am 20. Februar 2003 Beschwerde an das Verwal­tungsgericht erheben. Sie liessen bean­tragen, es sei der Entscheid des Regierungsrats aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, A eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Im Sinn einer vorsorg­lichen Massnahme sei das Migrationsamt ferner dazu anzuhalten, ein all­fÃ¤lliges Einreise­begehren gutzuheis­sen. Die Kosten sowie eine ParteientschÃ¤digung seien dem Staat aufzu­erlegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 24. Februar 2003 verweigerte der PrÃ¤sident der 4. Abteilung des Verwaltungsgerichts die Anordnung vorsorglicher Massnahmen. In der Vernehmlassung vom 21./24. MÃ¤rz 2003 beantragte die Staatskanzlei namens des Regierungsrats, auf die Beschwerde nicht einzutreten. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Si­cherheit erstattete keine Beschwerdeantwort.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die Rechtsvertreterin der BeschwerdefÃ¼hrenden hat keine schriftliche Vollmacht der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 eingereicht. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 hat einzig den Beschwerde­­fÃ¼hrer 2 bevollmÃ¤chtigt, fÃ¼r sie einen Antrag um eine Aufenthaltsbewilligung beim Migra­­tionsamt zu stellen. Da schriftliche Vollmachten der BeschwerdefÃ¼hrer 2 und 3 vorliegen, kann offen gelassen werden, ob ausnahmsweise von einer sich stillschweigend aus den UmstÃ¤nden ergebenden Vollmachtserteilung durch die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ausge­gangen werden kÃ¶nnte (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Mar­tin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungs­rechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 22 N. 16, § 53 N. 11). Damit erÃ¼brigt es sich auch von vornherein, zur Behebung des allfÃ¤lligen Man­gels eine Frist anzusetzen (vgl. § 56 Abs. 1 sowie § 70 in Verbindung mit § 23 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 56 N. 8 f.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) </span><span>§ 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 </span><span>VRG </span><span>gestattet die Beschwerde beim Verwaltungsge­richt auf dem Gebiet der Fremdenpolizei, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht. Das trifft zu fÃ¼r Entscheide Ã¼ber Aufent­halts- und Nieder­lassungsbewil­li­gungen, auf deren Erteilung der oder die auslÃ¤n­dische StaatsangehÃ¶rige einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943; BGE 128 II 145 E. 1.1.1).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) In der Beschwerde wird der Aufenthaltsanspruch der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aus Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) bzw. dem gleichbedeu­­tenden Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 abgeleitet. Geltend ge­macht werden ein qualifiziertes Familienleben zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 einerseits sowie ihren SÃ¶hnen und deren Familien anderseits. Ein enges VerhÃ¤ltnis bestehe nament­lich zum BeschwerdefÃ¼hrer 3 und dessen Familie, weil die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 in X zehn Jahre lang mit ihrer Schwiegertochter und ihren Enkelkindern zusammen­gelebt habe. Im Ãbrigen sei sie finanziell und psychisch von ihren SÃ¶hnen abhÃ¤ngig. Laut der Beschwer­deschrift zog die BeschwerdefÃ¼hrerin 1, nachdem ihr Ehegatte am 1. MÃ¤rz 1992 ver­storben war, zur Familie des BeschwerdefÃ¼hrers 3 und fÃ¼hrte in der Folge mit ihrer Schwiegertochter und den drei Enkelkindern einen gemeinsamen Haushalt, wÃ¤hrend der BeschwerdefÃ¼hrer 3 in der Schweiz arbeitete. Nachdem die Ehegattin und die Kin­der des BeschwerdefÃ¼hrers 3 am 24. Februar 2002 in die Schweiz Ã¼bersiedelt waren, sei die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 vÃ¶llig allein und ohne nahe AngehÃ¶rige in X zurÃ¼ckge­blieben. Sie sei von ihren Kindern und deren Familien psychisch abhÃ¤ngig, weil sie bis zu dieser Trennung nie in ihrem Leben allein gewohnt habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Der Aufenthaltsanspruch aufgrund des Schutzes des Familienlebens hÃ¤ngt nach stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung von der Voraussetzung ab, dass die betreffen­­de Person in der Schweiz ansÃ¤ssige FamilienangehÃ¶rige mit einem gefestigten Anwesen­­heitsrecht hat (BGE 126 II 377 E. 2b). Die BeschwerdefÃ¼hrer 2 und 3 sind im Kanton ZÃ¼rich niedergelassen und verfÃ¼gen daher Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) GrundsÃ¤tzlich beschrÃ¤nkt sich der Schutzbereich von Art. 8 EMRK nicht auf die Kernfamilie, worunter die Beziehungen zwischen Eltern und ihren minderjÃ¤hrigen Kindern sowie unter Ehegatten fallen. Er erfasst vielmehr die Beziehungen zwischen allen nahen Ver­wandten, die in der Familie eine wesentliche Rolle spielen kÃ¶nnen. Als solcherart erweitertes Familienleben haben die Organe der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention das VerhÃ¤ltnis zwischen Grosseltern sowie Enkeln und Enkelinnen, zwischen Onkeln und Tanten sowie Nichten und Neffen und zwischen Geschwistern anerkannt. Das heisst aber nicht, dass in diesen FÃ¤llen immer ein Anspruch auf fremdenpolizei­liche Bewilligungen fÃ¼r die jeweiligen AngehÃ¶rigen besteht. Aus Beziehungen zu Personen, die nicht der eigentlichen Kernfamilie zuzurechnen sind, ergibt sich nach der Rechtsprechung regel­mÃ¤ssig nur dann ein Anwesenheitsanspruch, wenn ein eigentliches AbhÃ¤ngigkeits­verhÃ¤ltnis vorliegt. Von einem solchen ist auszugehen, wenn die betroffene Person nicht Ã¼ber die nÃ¶tige SelbstÃ¤ndig­keit verfÃ¼gt, um fÃ¼r sich selber sorgen zu kÃ¶nnen (BGr, 17. April 2003, 2A.446/2002, E. 1.3, www.bger.ch; RB 2001 Nr. 35 E. 3a+4b mit zahlreichen Hinweisen).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden ziehen diese Praxis in Zweifel, indem sie ausfÃ¼hren, dass Beziehungen zwischen Verwandten ausserhalb der Kernfamilie auch aus andern GrÃ¼nden in den Schutzbereich der Garantie des Familienlebens fallen kÃ¶nnen. In der Tat wird eine weniger restriktive Definition des geschÃ¼tzten Familienlebens ausserhalb der Kernfamilie ver­wendet, wenn nicht eine auslÃ¤nderrechtliche Massnahme, sondern eine anders begrÃ¼nde­­te angebliche BeeintrÃ¤chtigung des Familienlebens in Frage steht: Nach der Rechtsprechung der EMRK-Organe und der Literatur fallen Beziehungen unter Verwandten ausserhalb der Kernfamilie Ã¼blicherweise unter die Garantie des Familienlebens, wenn ein qualifi­ziertes, effektives Familienleben vorliegt, worauf etwa ein gemeinsamer Haushalt, eine fi­nanzielle oder psychische AbhÃ¤ngigkeit oder andere, besonders enge, echte und tatsÃ¤chlich gelebte Bande hinweisen kÃ¶nnen (vgl. etwa Martina Caroni, Privat- und Familienleben zwi­schen Menschenrecht und Migration, Berlin 1999, S. 25, 34 f.; Luzius Wildhaber in: In­ternationaler Kommentar zur EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention, KÃ¶ln u.a. 1992, Art. 8 Rz. 389+440; teilweise missverstÃ¤ndlich Stephan Breitenmoser in: Bernhard Ehrenzeller/Philippe Mastronardi/Rainer Schweizer/Klaus Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, ZÃ¼rich/Ba­sel/Genf/La­chen 2002, Art. 13 Rz. 24, sowie Nic­colÃ² Raselli/Christina Hausammann in: Peter Uebersax/Peter MÃ¼nch/Thomas Geiser/Martin Arnold [Hrsg.], AuslÃ¤nderrecht, Basel/Genf/MÃ¼nchen 2002, Rz. 13.65; weitere Be­lege in RB 2001 Nr. 35 E. 3a). In der Literatur wird denn auch gefordert, dass der Schutzbereich des Grundrechts im AuslÃ¤nderrecht grundsÃ¤tzlich nicht abweichend definiert werden dÃ¼rfe, da er nicht von der BegrÃ¼ndung des allfÃ¤lligen Eingriffs in das Grundrecht abhÃ¤n­gen kÃ¶nne (Martin Bertschi/Thomas GÃ¤chter, Der Anwesenheitsanspruch aufgrund der Garantie des Privat- und Familienlebens, ZBl 104/2003, S. 225 ff., 241, 259 ff.). Dementsprechend finden sich auch in der Praxis Anhaltspunkte, dass das AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis nur als Beispiel einer Bindung, die zur Annahme eines geschÃ¼tzten Familienlebens aus­ser­halb der Kernfamilie fÃ¼hren kann, aufgefasst wird: So wird die Trennung erwachsener Aus­lÃ¤nder "der zweiten Generation" von Eltern und Geschwis­tern infolge einer Ausweisung als Eingriff in die Garantie des (Privat- und) Familienlebens behandelt (BGE 122 II 433 E. 3b). In Ã¤lteren Entscheiden hat ferner die (damalige) EuropÃ¤ische Kommission fÃ¼r Menschenrechte bei der Beurteilung auslÃ¤nderrechtlicher Massnahmen das Zusammenleben und selbst die finanzielle AbhÃ¤ngigkeit naher AngehÃ¶riger aus­serhalb der Kernfamilie als Hinweise auf eine grundrechtlich geschÃ¼tzte Konstellation betrachtet (EKMR, 14. MÃ¤rz 1980, 8986/80, EuGRZ 1982, S. 311 Nr. 104; 10. Dezember 1984, 10375/83, DR 40, 196; vgl. auch RB 2001 Nr. 35 E. 4b). Immerhin ergibt sich jedoch ein fremdenpolizeilicher Anwesen­­heitsanspruch nicht ohne weiteres daraus, dass eine familiÃ¤re Beziehung vorliegt, die nach der allgemeinen Umschreibung des Schutzbereichs der Garantie des Familienlebens grundsÃ¤tzlich von diesem erfasst werden kÃ¶nnte. So kann bei bestimmten GrÃ¼nden fÃ¼r eine enge Bindung von vornherein davon ausgegangen werden, dass sie keine physische NÃ¤he er­­fordern und deshalb keinen Anwesenheitsanspruch entstehen lassen; dies muss namentlich fÃ¼r eine bloss finanzielle AbhÃ¤ngigkeit gelten (Bertschi/GÃ¤ch­ter, S. 260). Die aufgewor­­fenen Fragen brauchen hier jedoch nicht abschliessend beantwortet zu werden, wie sich aus dem Folgenden ergibt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die BeschwerdefÃ¼hrenden begrÃ¼nden die angebliche psychische AbhÃ¤ngigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 von ihrer Familie nicht mit einem geistigen oder psychischen Ge­­brechen, sondern einzig damit, dass sie nicht gewohnt sei, allein zu leben (vgl. als Gegen­beispiel VGr, 12. Juni 2002, VB.2002.00113, E. 2b/cc-dd, www.vgrzh.ch/recht­spre­chung). Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 bestÃ¤tigt denn auch in einer am 14. Februar 2002 ausgestellten ErklÃ¤rung, dass es ihr gesundheitlich gut gehe. FÃ¼r eine AbhÃ¤ngigkeit von ihren An­gehÃ¶rigen aufgrund eines psychischen oder physischen Leidens liegen damit keine Anhaltspunkte vor. Die blosse Tatsache, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 mit rund 68 Jahren erst­mals allein in einem Haushalt und ohne nahe AngehÃ¶rige in ihrer Heimat zu leben hatte, begrÃ¼ndet noch keine AbhÃ¤ngigkeit im Sinn der Rechtsprechung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Beschwerde fÃ¼hrt weiter an, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 mit der Familie des BeschwerdefÃ¼hrers 3 im selben Haushalt gewohnt habe, ihre Schwiegertochter im Haus­­halt und bei der Erziehung ihrer Enkelkinder unterstÃ¼tzt habe, regelmÃ¤ssigen Kontakt mit ihren SÃ¶hnen habe und auch finanziell von ihrer Familie abhÃ¤ngig sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 lebte in X mit der Ehefrau und den Kindern des BeschwerdefÃ¼hrers 3 zusammen. FÃ¼r die Richtigkeit der Behauptung, dass sie ihre Schwie­gertochter im Haushalt und bei der Kindererziehung unterstÃ¼tzt habe, spricht jedenfalls die Lebenserfahrung. Selbst wenn dem Zusammenleben naher Familienmitglieder aus­serhalb der Kernfamilie in Bezug auf den Anwesenheitsanspruch eine Bedeutung zukom­men sollte, kÃ¶nnten die BeschwerdefÃ¼hrenden hieraus jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten: In der Schweiz wÃ¼rde die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 nÃ¤mlich beim BeschwerdefÃ¼hrer 2 und dessen Familie leben, die â nach dem Auszug der Ã¤lteren Kinder â Ã¼ber mehr Wohn­raum pro Person verfÃ¼gt. Wenn aber das Zusam­­menleben mit der Familie des BeschwerdefÃ¼hrers 3 in der Schweiz nicht wieder aufgenommen werden soll, kann daraus von vornherein kein Anwesenheitsanspruch abgeleitet werden. Weder die Beziehungen zur Fa­milie des BeschwerdefÃ¼hrers 2, mit der die Beschwer­­defÃ¼hrerin 1 nie zusammengelebt hat, noch jene zur Familie des BeschwerdefÃ¼hrers 3, mit der sie auch im Fall der Ãber­siedlung in die Schweiz nicht mehr zusammenleben wÃ¼rde, sind derart stark, dass sie nicht im Rahmen der Ã¼blichen Besuche, Telefonate und Briefe gelebt werden kÃ¶nnten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) In der Beschwerde wird weiter darauf hingewiesen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 regelmÃ¤ssige Kontakte zu ihren SÃ¶hnen habe, die sie verschiedentlich besuchten. Die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung hindert die BeschwerdefÃ¼hrer 2 und 3 aber nicht daran, diese Besuche im bisherigen Umfang fortzusetzen, weshalb sich aus ihnen kein Anspruch der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 auf Anwesenheit in der Schweiz ableiten lÃ¤sst. Auch die geltend gemachte finanzielle AbhÃ¤ngigkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 von ihren SÃ¶hnen kann ihr keinen Anwesenheitsanspruch verschaffen, weil eine finanzielle UnterstÃ¼tzung auch ohne physische NÃ¤he mÃ¶glich ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Demzufolge kann die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aus ihren familiÃ¤ren Beziehungen keinen Anwesenheitsanspruch ableiten, weshalb auf die AntrÃ¤ge, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, nicht einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrenden verlangen ferner, es sei das Migrationsamt anzuweisen, ein allfÃ¤lliges Einreisebegehren der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 gutzuheissen. Aus der BeschwerdebegrÃ¼ndung ergibt sich, dass mit diesem Antrag um eine vorsorgliche Massnahme ersucht wird. Unter anderm weil kein schwerer, wahrscheinlich eintretender Nachteil droh­te, lehnte der PrÃ¤sident der 4. Abteilung mit VerfÃ¼gung vom 24. Februar 2003 die Anordnung vorsorglicher Massnahmen ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Ãbrigen kÃ¶nnte auf den genannten Beschwerdeantrag auch dann nicht eingetreten werden, wenn es sich um ein eigenstÃ¤ndiges Begehren handeln wÃ¼rde. Im Gesuch vom 15. Januar 2002 um eine Einreisebewilligung fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 1, mit dem das vor­­liegende Verfahren eingeleitet wurde, gab der BeschwerdefÃ¼hrer 2 in der Rubrik "GewÃ¼nschte Aufenthaltsdauer" an: "immer", und unter "Einreisezweck": "Keine Familienange­hÃ¶rige mehr in X". Materiell lag demnach ein Gesuch um eine Auf­ent­haltsbewilligung vor. Insoweit fiele ein Gesuch um eine Einreisebewilligung mit dem hier geprÃ¼ften Begehren nach einer Aufenthaltsbewilligung zusammen und kÃ¶nnte aus den oben ausgefÃ¼hrten GrÃ¼nden nicht an die Hand genommen werden. Wenn sich der betreffen­­de Antrag aber (auch) auf kÃ¼nftige Einreisegesuche zwecks vorÃ¼bergehender Anwesenheit (etwa fÃ¼r Besuche) bezÃ¶ge, kÃ¶nnte auf ihn bereits deshalb nicht eingetreten werden, weil ein Anfechtungs­objekt fehlte (vgl. § 41 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten den unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrenden zu Ã¼berbinden. Da offen geblieben ist, ob eine Vollmacht der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 zur Beschwerdeerhebung vorliegt, sind die Kosten den BeschwerdefÃ¼hrern 2 und 3 je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Nach § 14 VRG haften mehrere Beteiligte, die dasselbe Begehren gestellt haben, fÃ¼r die ihnen auferlegten Kosten solidarisch, soweit sich dies aus dem zwischen ihnen bestehenden RechtsverhÃ¤ltnis ergibt; das Verwaltungsgericht nimmt daher Solidarhaftung an, wenn sich mehrere Private zur Ein­reichung einer Beschwerde zusammentun, weil dadurch eine einfache Gesellschaft entsteht (VGr, 19. MÃ¤rz 2003, VB.2002.00405, E. 4, www.vgrzh.ch/rechtsprechung; RB 1996 Nr. 9). Eine ParteientschÃ¤digung bleibt den BeschwerdefÃ¼hrenden aufgrund ihres Unterliegens verwehrt (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Indem das Gericht vom Fehlen eines Anspruchs auf eine Aufenthaltsbe­willigung ausgegangen ist, hat es zur Frage der ZulÃ¤ssigkeit der Verwaltungsgerichtsbe­schwerde an das Bundesgericht bereits verneinend Stellung bezogen. Die allfÃ¤llige Verlet­zung eines be­haup­teten Anspruchs wÃ¤re trotzdem im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu rÃ¼gen (BGE 127 II 161 E. 1b; siehe ferner E. 3b hin­sichtlich der RÃ¼ge einer Verletzung von Verfahrensgarantien durch den vorangegangenen kantonalen Sachentscheid).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>