2005 1 Art. 3 und Art. 5 BGBM; Art. 1 Abs. 3 lit. c, Art. 11 lit. a und Art. 18 Abs. 1 IVöB; Art. 4a, Art. 12 lit. m, Art. 14 lit. i, Art. 32 Abs. 1 und Art. 33 VRöB. Submission; Transparenz bei Zuschlagskrite rien; Kriterium der Lehrlingsausbildung; Nichtdiskriminierung der A nbieter (OGE 60/2005/20 vom 16. September 2005) Veröffentlichung im Amtsbericht. Die Zuschlagskriterien und deren Bedeutung sind zu Beginn des Ver- fahrens festzulegen und den Interessenten bekanntzu geben. Wird bei der Ver- gabe auf andere Kriterien abgestellt, so wird das T ransparenzgebot verletzt (E. 3b). Das ist hier der Fall (E. 3d). Wird der Zuschlag durch die Missachtung des Transp arenzgebots im Er- gebnis beeinflusst, so ist er aufzuheben (E. 3e). Das Zuschlagskriterium der Lehrlingsausbildung ist in dem von Staats- verträgen nicht erfassten Bereich zulässig, aber nu r mit einer untergeordne- ten Gewichtung von höchstens 10 % (E. 3d). Dabei li egt es im Ermessen, nur Lehrstellen zu berücksichtigen, die tatsächlich bes etzt sind. Es ist sodann an- gezeigt, die Zahl der Lehrlinge im Verhältnis zum g esamten Personalbestand zu werten, nicht nur zu demjenigen aus dem Arbeitsb ereich, in welchem der vorgesehene Auftrag ausgeführt wird (E. 3f). Die Faktoren Infrastruktur/Ökologie/Materialbezug (bzw. Bezugsquellen Material/Belagstransportdistanzen), Entfernung zwis chen Domizil und Tätig- keitsort sowie Sicherung der Arbeitsplätze im Kanto n sind als Zuschlagskrite- rien mit dem Grundsatz der Nichtdiskriminierung pri nzipiell nicht vereinbar. Auf die Länge der Anfahrtswege kann nur ausnahmswei se abgestellt werden, wenn der Transport als solcher eine erhebliche Rolle spielt (E. 3e). Wird der Zuschlag im Beschwerdeverfahren aufgehobe n, können alle ur- sprünglichen Anbieter ins weitere Verfahren einbezogen werden (E. 3f). Aus den Erwägungen: 3. – Die Beschwerdeführerin macht im wesentlichen gel tend, ihr An- gebot sei wirtschaftlich günstiger als dasjenige de r Beigeladenen. Die in den Ausschreibungsunterlagen angegebenen Zuschlagskrite rien seien zum Teil nicht gewichtet und angewandt worden. Es seien soda nn gewisse Zuschlags- kriterien angewandt worden, die in der Ausschreibun g nicht genannt worden 2005 2 seien. Im übrigen seien die Zuschlagskriterien zum Teil falsch bzw. so ange- wandt worden, dass sie ein völlig unproportionales Gewicht erhalten hätten. a) Bei der Vergabe ist der Grundsatz der Nichtdiskri minierung bzw. Gleichbehandlung der Anbieter einzuhalten (Art. 3 u nd Art. 5 des Bundes- gesetzes über den Binnenmarkt vom 6. Oktober 1995 [ BGBM, SR 943.02]; Art. 11 lit. a der Interkantonalen Vereinbarung übe r das öffentliche Beschaf- fungswesen vom 25. November 1994/15. März 2001 [IVö B, SHR 172.510, SR 172.056.5]). Daneben sind auch die verfassungsmä ssigen allgemeinen Grundsätze verwaltungsmässigen Handelns – wie z.B. das Verbot von Will- kür und rechtsungleicher Behandlung, der Grundsatz von Treu und Glauben sowie das Gebot eines fairen Verfahrens bzw. eines fairen Wettbewerbs – zu beachten. Dies gilt speziell auch im Zusammenhang m it der Anwendung der für die Beschaffung im Einzelfall massgeblichen Zuschlagskriterien. b) Das wirtschaftlich günstigste Angebot erhält den Zuschlag. Es können insbesondere folgende Kriterien berücksichtigt werd en: Qualität, Preis, Zweckmässigkeit, Termine, technischer Wert, Ästheti k, Betriebskosten, Nachhaltigkeit, Kreativität, Kundendienst, Infrastr uktur, Lehrlingsausbildung (Art. 32 Abs. 1 der Vergaberichtlinien zur Interkan tonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. April 200 3 [VRöB, SHR 172.512] in der Fassung vom 25. Januar 2005). Bei m ehreren annähernd gleichwertigen Angeboten wird der Auftrag gemäss Ar t. 33 VRöB nach fol- genden Gesichtspunkten vergeben: frühere Leistungen (lit. a); Beschäfti- gungsgrad zur Zeit der Auftragsausführung (lit. b); Umfang der seit fünf Jah- ren vor der Vergebung erhaltenen staatlichen Aufträ ge (lit. c); Bezugsquellen des Materials (lit. d); Sicherung und Erhaltung der Arbeits- und Ausbildungs- plätze im Kanton Schaffhausen (lit. e); geringe Ent fernung zwischen Ge- schäftsdomizil und Tätigkeitsort (lit. f). Die Zuschlagskriterien werden in Art. 32 Abs. 1 VR öB nur beispielhaft, nicht abschliessend aufgezählt; sie bedürfen im Ein zelfall der Konkretisie- rung. Die Vergabestelle legt die für eine Beschaffu ng massgeblichen Krite- rien im Hinblick auf die Besonderheiten des jeweili gen Auftrags fest. Sie müssen, um die notwendige Transparenz des Vergabeve rfahrens zu gewähr- leisten (vgl. Art. 1 Abs. 3 lit. c IVöB), zu Beginn des Verfahrens festgelegt und den Interessenten in der Ausschreibung oder mit den Ausschreibungsun- terlagen bekanntgegeben werden. Aus der Bekanntgabe muss ferner ersicht- lich sein, welches Gewicht die Vergabestelle den ei nzelnen Kriterien bei- misst; sie hat daher die Zuschlagskriterien im vora us in der Reihenfolge ihrer Bedeutung darzulegen oder zumindest die relative Bedeutung, die sie den ein- zelnen Kriterien beimessen will, ersichtlich zu machen (Art. 12 lit. m und Art. 14 lit. i VRöB; OGE vom 28. Juli 2000 i.S. C. AG, E . 5a mit Hinweisen, Amtsbericht 2000, S. 132; vgl. auch Galli/Moser/Lang, Praxis des öffen-2005 3 tlichen Beschaffungsrechts, Zürich/Basel/Genf 2003, S. 207 ff., Rz. 445 ff., mit Hinweisen). Der Grundsatz der Rechtssicherheit und der Transpa renz des Verfahrens bedingt, dass die Vergabe tatsächlich nach den verö ffentlichten Kriterien und deren Gewichtung vorgenommen wird. Der Vergabestell e ist es grundsätzlich verwehrt, die Kriterien und deren Gewichtung nach d er Ausschreibung, ins- besondere nach Eingang der Angebote, noch wesentlic h abzuändern (BGE 130 I 248 E. 5.1 mit Hinweis). Eine nachträgliche Ä nderung der Kriterien oder deren Gewichtung kommt nur ausnahmsweise und u nter Wahrung der Transparenz in Frage, d.h. prinzipiell nur mit erne uter vorgängiger Bekannt- gabe an die Anbieter, damit diese sie in ihrem Ange bot berücksichtigen kön- nen (vgl. Galli/Moser/Lang, S. 189, Rz. 402, mit Hinweisen, S. 207, Rz. 445). Der Vergabestelle steht beim Entscheid darüber, we lches Angebot an- hand der – im genannten Sinn grundsätzlich verbindl ich festgelegten – Zu- schlagskriterien das wirtschaftlich günstigste ist, und damit insbesondere auch bei der Wahl der Bewertungsmethode und der Bewertun g der Zuschlagskrite- rien als solcher ein erheblicher Ermessensspielraum zu, in welchen das Ge- richt nicht eingreifen kann, es sei denn, er werde überschritten oder miss- braucht (vgl. ... BGE 130 I 250 E. 6.1; Herbert Lang, Offertenbehandlung und Zuschlag im öffentlichen Beschaffungswesen, ZBl 200 0, S. 246; je mit Hin- weisen). c) Im vorliegenden Fall gab das Tiefbauamt in den Au sschreibungsun- terlagen – als Ergänzung zu Art. 18 Abs. 2 der SIA- Norm 118 – folgende Zu- schlagskriterien an: Preis, Qualität, Termine, Lehr linge im Filialbetrieb, Leis- tungsfähigkeit des Unternehmers und die Aufträge der letzten drei Jahre. In der nachmaligen Aufstellung der Beurteilungskri terien nannte das Tiefbauamt einleitend als "Kriteriengrundlage" die allgemeinen Bestimmun- gen von Art. 32 und Art. 33 VRöB. Es führte sodann folgende Kriterien mit einem Bewertungsraster von insgesamt höchstens 100 Punkten auf: Qualität (0 Punkte, da in der Submission vorgegeben), Termin vorgabe (5 Punkte), Offertepreis (70 Punkte), Lehrlinge (10 Punkte), In frastruk- tur/Ökologie/Materialbezug mit der Zusatzbemerkung Bezugsquellen Materi- al/Belagstransportdistanzen (10 Punkte), Entfernung Domizil/Tätigkeitsort mit der Zusatzbemerkung Werkhof/Magazin (3 Punkte) und Sicherung Ar- beitsplätze im Kanton Schaffhausen (2 Punkte). Dies e Kriterien wurden für die hier in Frage stehende Vergabe wie folgt bewertet: K.G. AG Beschwerdeführerin Beigeladene S. AG Offertepreis (%) (100,0) 70,0 (103,1) 67,9 (104,5) 67,0 (107,1) 65,4 Termin 5,0 5,0 5,0 5,0 2005 4 Lehrlinge 3,4 4,5 5,0 7,3 Infrastruktur/Ökologie/ Materialbezug 5,2 5,2 6,1 5,5 Entfernung Domizil/ Tätigkeitsort 1,7 2,1 1,8 1,6 Sicherung Arbeitsplätze im Kanton Schaffhausen 0,0 1,0 2,0 2,0 Total Punkte 85,3 85,7 86,9 86,8 Diese Bewertung bildete in der Folge die Grundlage für den Vergabe- entscheid des Regierungsrats ... d) Bei der Ausschreibung wurde nicht angegeben, welc hes Gewicht den einzelnen Zuschlagskriterien beigemessen werde. Die s konnte bei der Art der zu vergebenden Arbeiten nicht etwa bedeuten, dass a lle Kriterien – insbeson- dere auch der Preis – gleich zu gewichten seien. Vi elmehr war davon auszu- gehen, dass die Kriterien – entsprechend der Minima lvorgabe in Art. 12 lit. m und Art. 14 lit. i VRöB in der Rangordnung bzw. Rei henfolge ihrer Bedeu- tung aufgeführt seien, dass also der Preis das wich tigste Kriterium sei. Die Vergabestelle hat denn auch den Angebotspreis bei d er Bewertung mit höchs- tens 70 von insgesamt höchstens 100 Punkten den and ern Kriterien klar vor- angestellt. Dagegen wurde das in den Ausschreibungsunterlagen an zweiter Stelle genannte Kriterium (Qualität) bei der Bewertung nic ht berücksichtigt; dies unter Hinweis darauf, dass es in der Submission vorgegeben sei. Damit wurde es letztlich von einem Zuschlagskriterium in ein Eignungskriterium umgedeu- tet und stillschweigend von dessen Erfüllung durch alle Anbieterinnen aus- gegangen. Dies hatte jedoch im Ergebnis keinen Einfluss auf die Vergabe. Beim drittgenannten Kriterium (Terminvorgabe) erhi elten alle Anbiete- rinnen die Höchstpunktzahl 5,0; dies offenbar aufgr und der angekreuzten Bestätigung, dass die Arbeiten gemäss dem auf dem O ffertdeckblatt auf- geführten Termin ausgeführt werden könnten. Da die Frage auch verneint werden konnte, kann diesbezüglich – entgegen der Au ffassung der Beschwer- deführerin – nicht unbesehen gesagt werden, es hand le sich um nicht wettbe- werbsrelevante Bewertungspunkte, die im Bewertungss chema nichts zu su- chen hätten. Da alle Anbieterinnen hier gleich bewe rtet wurden, hatte es im übrigen letztlich keinen entscheidenden Einfluss, d ass dieses Kriterium – ent- gegen der bei der Ausschreibung genannten Reihenfol ge – weniger hoch ge- wichtet wurde als das nächstgenannte. Dieses nächstgenannte Kriterium (Lehrlinge) ist in soweit nicht unpro- blematisch, als es eigentlich sachfremd ist; es die nt einem leistungsfremden, sozialpolitischen Ziel. Nach der Rechtsprechung ist es aber – worauf der Re- 2005 5 gierungsrat zutreffend hinweist – mit einer unterge ordneten Gewichtung von höchstens 10 % als Zuschlagskriterium grundsätzlich zulässig. Es darf aber keine Diskriminierung auswärtiger Anbieter bewirken und insbesondere ge- genüber Anbietern aus Vertragsstaaten des einschläg igen GATT/WTO- Übereinkommens, die keine mit dem schweizerischen L ehrlingswesen ver- gleichbare Berufsausbildung kennen, nicht angewandt werden (grundlegend etwa Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2002.00255 vom 9. Juli 2003, BEZ 2003 Nr. 38, E. 3; vgl. auch Galli/Moser/Lang, S. 201 f., Rz. 425 ff.; je mit Hinweisen). In den Vergaber ichtlinien wird dies in- soweit berücksichtigt, als bei der Auswahl im freih ändigen Verfahren und im Einladungsverfahren gemäss Anhang 2 der IVöB – also nur in dem von Staatsverträgen nicht erfassten Bereich – nach Mögl ichkeit Anbietende zu be- rücksichtigen sind, die Lehrstellen in einem für di e Branche und die Betriebs- grösse angemessenen Umfang anbieten (Art. 4a VRöB). Die Anwendung die- ses Zuschlagskriteriums ist daher im vorliegenden F all grundsätzlich nicht zu beanstanden; auch die Beschwerdeführerin stellt dies nicht in Frage. Die zwei letzten bei der Ausschreibung genannten K riterien (Leistungs- fähigkeit des Unternehmers; Aufträge der letzten dr ei Jahre) wurden bei der Bewertung nicht verwendet. Ihre Eignung als formell es Zuschlagskriterium ist denn auch insoweit fraglich, als zwar die Aufzä hlung in Art. 32 Abs. 1 VRöB – wie erwähnt (oben, lit. b) – nicht abschlies send ist; es handelt sich aber mindestens zum Teil um Kriterien, die nach Art . 33 VRöB nur bei annä- hernd gleichwertigen Angeboten – gemessen an der Ge samtbewertung der eigentlichen Zuschlagskriterien – den Ausschlag für die Vergabe geben sol- len. Bewertet wurden dagegen drei Kriterien, die bei de r Ausschreibung noch nicht angegeben worden waren (Infrastruktur/Ökologi e/Materialbezug; Ent- fernung Domizil/Tätigkeitsort; Sicherung Arbeitsplä tze im Kanton Schaff- hausen). Regierungsrat und Tiefbauamt behaupten jed enfalls nicht, und es ist auch nicht ersichtlich, dass und inwieweit diese Kr iterien wenigstens sinnge- mäss unter die bei der Ausschreibung bekanntgegeben en Zuschlagskriterien subsumiert werden könnten. Ihr Einbezug hatte aber im Ergebnis nicht nur untergeordnete Bedeutung; mit der möglichen Höchstz ahl von 15 Punkten (bei insgesamt maximal 100 Punkten) und angesichts des verwendeten Ras- ters, der hier zu markanten punktemässigen Untersch ieden zwischen den An- bieterinnen führte, gaben diese Kriterien vielmehr letztlich den Ausschlag für den angefochtenen Vergabeentscheid (vgl. Aufstellun g der Beurteilungskrite- rien ... sowie unten, lit. e). Wurden somit gewisse bei der Ausschreibung festgel egte Zuschlagskrite- rien nicht angewandt, dafür aber mehrere nicht gena nnte Kriterien entschei- dend gewichtet, so hat die Vergabebehörde das Trans parenzgebot verletzt. An 2005 6 diesem Gebot findet insbesondere auch deren Ermesse n bei der Auswahl der im Einzelfall anzuwendenden Kriterien seine Schrank e. Die massgebliche Auswahl darf – wie erwähnt (oben, lit. b) – grundsä tzlich nicht erst nachträg- lich getroffen oder nachträglich noch geändert werden. Da bei der Ausschreibung nur die Reihenfolge, nich t jedoch die konkrete Gewichtung der Zuschlagskriterien bekanntgegeben wo rden war – was im Grundsatz genügt – und weil damals nicht absehbar w ar, dass sich die Bewer- tung schliesslich nicht an die veröffentlichten Kri terien halten werde, bestand für die Beschwerdeführerin kein Anlass, wegen solcher Mängel in der Bewer- tungsstruktur – die sich erst mit dem Zuschlag mani festierten – bereits die Ausschreibung anzufechten (vgl. Art. 15 Abs. 1 bis lit. a IVöB). Vielmehr kann erst der Zuschlag daraufhin überprüft werden. e) Die Missachtung des Transparenzgebots – einer Reg el formeller Na- tur – führt nur dann nicht zur Aufhebung des angefo chtenen Entscheids, wenn sie den strittigen Zuschlag letztlich nicht zu beei nflussen vermochte (vgl. BGE 2P.299/2000 vom 24. August 2001, E. 4, mit Hinweisen). Dies ist hier jedoch nicht der Fall: Erst der Einb ezug der drei bei der Ausschreibung nicht bekanntgegebenen Kriterien hat dazu geführt, dass die Beigeladene – mit dem drittbesten Angebotspreis – d en Zuschlag erhielt. Dies widerspricht im übrigen insoweit auch den Vergaberi chtlinien, als gemäss Art. 33 VRöB diese Kriterien – beim ersten jedenfal ls der Materialbezug als Teilaspekt – grundsätzlich nur bei ansonsten annähe rnd gleichwertigen An- geboten zusätzlich zu berücksichtigen wären. Vor de ren Berücksichtigung hätte aber aufgrund der Bewertung der übrigen Krite rien durch die Vergabe- stelle die K.G. AG – mit dem preisgünstigsten Angeb ot – die höchste Punkt- zahl (78,4), und zwar vor der S. AG (77,7 Punkte, t rotz höchstem Angebots- preis), der Beschwerdeführerin (77,4 Punkte) und de r Beigeladenen (77,0 Punkte). Die Rangliste würde somit völlig umgekrempelt. Die Faktoren Infrastruktur/Ökologie/Materialbezug (bzw. Bezugsquellen Material/Belagstransportdistanzen), Entfernung zwis chen Domizil und Tätig- keitsort sowie Sicherung der Arbeitsplätze im Kanto n Schaffhausen sind im übrigen als eigentliche Zuschlagskriterien insbesondere auch mit Blick darauf problematisch, dass die Bevorzugung einheimischer A nbieter gegenüber aus- serkantonalen Offerenten mit dem Grundsatz der Nich tdiskriminierung prin- zipiell nicht vereinbar ist. Das Abstellen beispielsweise auf die Anfahrtswege, die ein Anbieter bis zum Einsatzort zurücklegen mus s, bringt aber eine direk- te Benachteiligung der weiter entfernt gelegenen An bieter mit sich. Würde generell auf die Länge der Anfahrtswege abgestellt, so würde damit der vom Binnenmarktgesetz angestrebte freie und gleichberec htigte Zugang zum Markt auf dem gesamten Gebiet der Schweiz (vgl. Art . 1–3 BGBM) weit-2005 7 gehend verunmöglicht. Zwar sind für ortsfremde Anbi eter aus Gründen des Umweltschutzes gewisse Beschränkungen des Marktzuga ngs zulässig (Art. 3 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 lit. b BGBM). Doch müss te dabei der Transport als solcher eine erhebliche Rolle spielen; es müsste z.B. im Rahmen einer Dienst- leistung eine Vielzahl von Fahrten über eine länger e Zeitspanne durchgeführt werden, oder es müsste in grossem Masse Material mi t Lastwagen über weite Strecken transportiert werden (OGE 60/2003/16 vom 3 0. Januar 2004, E. 4e mit Hinweisen, Amtsbericht 2004, S. 124). Es ist schon zum vornherein fraglich, ob dies bei der Art der hier in Fra- ge stehenden Arbeiten der Fall sei. Im vorliegenden Fall hat das Tiefbauamt sodann einen Raster angelegt, der bei einer Distanz von 23 km – also keiner besonders weiten Entfernung – nur noch die Hälfte d er maximalen Punktzahl (d.h. von 10 bzw. 3 Punkten) und ab 45 km Entfernun g null Punkte vorsieht; bezüglich der Arbeitsplätze im Kanton Schaffhausen reicht die Spannweite von 2,0 Punkten bei einem Standort, der sich uneing eschränkt im Kanton Schaffhausen befindet, bis 0,0 Punkte bei einem Sta ndort ohne Bezug zum Kanton Schaffhausen. Dementsprechend ergeben sich z wischen den Anbiete- rinnen, die immerhin alle aus der Region Winterthur /Bülach/Schaffhausen stammen, speziell bei den distanzabhängigen Kriteri en erhebliche Punktedif- ferenzen (Aufstellung der Beurteilungskriterien ... ). Auswärtige Anbieter werden dadurch im Ergebnis diskriminiert. Dies zeigt sich insbesondere auch im Vergleich zur Bewertung des Krite- riums Preis. Das Tiefbauamt hat den tiefsten Angebo tspreis mit dem Maxi- mum von 70 Punkten bewertet, den höchsten – um 7,1 % höheren – Preis (ab- solut 107,1 %) mit 65,4 Punkten (offenbar nach der Formel: 70 geteilt durch 1,071, gerundet auf eine Stelle nach dem Komma). Be i dieser Skala ergäbe ein um 50 % höherer Preis 46,7 Punkte, der doppelte Preis noch 35 Punkte, der Wert null könnte mathematisch gar nicht erreich t werden. Im Bereich der beurteilten Angebote sind demnach beim Angebotsprei s die Punktedifferen- zen prozentual weit geringer als bei den andern Kri terien; dies im wesentli- chen als Folge davon, dass dabei – im Gegensatz zu den andern Kriterien – der gesamte Bewertungsspielraum von 0–100 % bei wei tem nicht ausge- schöpft wird und realistischerweise auch nicht ausg eschöpft werden kann. Das richtigerweise vorgesehene vorrangige Gewicht d es Angebotspreises kommt mit dieser Bewertung nicht wirklich zum Tragen. Um der Gewichtung des Preises Rechnung zu tragen, dürfte bei der Fest legung der Bewertungs- skala grundsätzlich nur die tatsächlich in Frage ko mmende Bandbreite mögli- cher Preise, d.h. die realistischerweise zu erwarte nde Preisspanne berücksich- tigt werden (Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2003.00469 vom 21. April 2004, E. 2.2 und 2.5, m it Hinweisen, ZBl 2004, S. 383 f.). Andernfalls besteht die Gefahr, d ass an sich untergeordnete 2005 8 Kriterien – wie im Ergebnis auch hier – ein unverhä ltnismässiges, ausserhalb des Ermessensspielraums der Vergabestelle liegendes Gewicht erhalten. Der angefochtene Vergabeentscheid erweist sich dam it als rechtswidrig; er ist aufzuheben. f) Bei Aufhebung des Vergabeentscheids kann das Geri cht in der Sache selbst entscheiden oder sie an die Vergabebehörde mit oder ohne verbindliche Anordnungen zurückweisen (Art. 18 Abs. 1 IVöB). Die Beschwerdeführerin beantragt, den Zuschlag ihr zu erteilen. Sie macht geltend, nach den allein zulässigen Kriterien Angebotspreis und Lehr- lingsausbildung liege sie vor der Beigeladenen. Das s sie nicht das günstigste Angebot unterbreitet habe, spiele keine Rolle; die Offerentin mit dem güns- tigsten Angebot sei nicht Partei im Beschwerdeverfa hren und habe insbeson- dere darauf verzichtet, selber Beschwerde zu erheben. Soweit das Verfahren aufgrund der festgestellten M ängel nicht von Grund auf wiederholt und neu ausgeschrieben werden muss, stellt sich in der Tat die Frage, ob neben dem ursprünglichen Zuschlag sempfänger nur noch Anbieter, die den Vergabeentscheid angefochten habe n, in die neue Beurtei- lung einzubeziehen seien. Die Praxis dazu ist unein heitlich. Mit dem Zu- schlag wird jedoch prinzipiell nur entschieden, das s der ausgewählte Anbieter den Zuschlag erhält. Damit ist zwar gleichzeitig ge sagt, dass die übrigen An- bieter nicht zum Zug kommen, doch ist dies eher ein e Reflexwirkung des Zu- schlags als eine individuelle Zurückweisung jedes n icht berücksichtigten An- bieters, die gegebenenfalls selbständig rechtskräft ig würde. Wird somit der ursprüngliche Zuschlag im Beschwerdeverfahren aufge hoben, so liegt es na- he, dass dessen Rechtswirkungen auch gegenüber den andern Anbietern da- hinfallen (Robert Wolf, Die Beschwerde gegen Vergabeentscheide – Eine Übersicht über die Rechtsprechung zu den neuen Rech tsmitteln, ZBl 2003, S. 27 f., mit Hinweisen). Es spricht von daher nichts dagegen, alle ursprüngli- chen Anbieter ins weitere Verfahren einzubeziehen. Das Obergericht hat denn auch schon bisher in vergleichbaren Fällen keine Be schränkung auf die Ver- fahrensbeteiligten verlangt, ohne sich allerdings m it dieser Problematik näher auseinanderzusetzen (vgl. etwa OGE 60/2000/15 vom 2 8. Juli 2000 i.S. C. AG, E. 5f, Amtsbericht 2000, S. 134 f.). Die entsprechend der Auffassung der Beschwerdeführ erin reduzierte Bewertung kann sodann nicht ohne weiteres übernommen werden. Zum einen erhielte so die Lehrlingsausbildung – mit dem poten tiellen Maximum von 10 Punkten (das der Anbieterin für Belagsarbeiten auf andern Ausbaustrecken zugeordnet wurde; vgl. Aufstellung der Beurteilungs kriterien ...) – letztlich ein unzulässig hohes Gewicht (vgl. oben, lit. d). Z um andern blieben gewisse 2005 9 bei der Ausschreibung bekanntgegebene Zuschlagskrit erien unberücksichtigt – auch dies ein Verstoss gegen das Transparenzgebot . Es ist im übrigen grundsätzlich nicht zu beanstand en und liegt jedenfalls im Bewertungsermessen der Vergabestelle, dass bei d er Lehrlingsausbildung nur Lehrstellen berücksichtigt werden, die tatsächl ich besetzt sind. Es ist so- dann angezeigt, die Zahl der Lehrlinge im Verhältni s zum gesamten Per- sonalbestand zu werten, nicht nur zu demjenigen aus dem Arbeitsbereich, in welchem der vorgesehene Auftrag ausgeführt wird; umgekehrt sind denn auch mit Blick auf den sozialpolitischen Zweck dieses Kriteriums alle Lehrlinge zu berücksichtigen, nicht nur diejenigen aus dem fragl ichen Geschäftsbereich (vgl. Entscheide des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2002.00255 vom 9. Juli 2003, BEZ 2003 Nr. 38, E. 4, und VB.200 2.00270 vom 9. Juli 2003, E. 4c). ... g) Das Angebot der Beschwerdeführerin ist demnach au fgrund der vor- gegebenen Zuschlagskriterien jedenfalls nicht einde utig das wirtschaftlich günstigste. Das Obergericht kann ihm daher nicht ei nfach den Zuschlag ertei- len, ohne in den Ermessensspielraum des Regierungsr ats einzugreifen. Dieser wird unter Berücksichtigung der massgeblichen Recht sgrundsätze und der als anwendbar erklärten Zuschlagskriterien sowie nach K larstellung, wer nach Ablauf des seinerzeit vorgesehenen Ausführungstermi ns überhaupt noch am Auftrag interessiert ist (vgl. Wolf, S. 28), einen neuen Vergabeentscheid zu treffen oder allenfalls – bei Vorliegen wichtiger G ründe im Sinn von Art. 36 VRöB – ein neues Vergabeverfahren durchzuführen hab en. Die Beschwerde erweist sich in diesem Sinn als tei lweise begründet.