<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 7] </div> <div class="para">U 329/99 Vr </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Schön, Borella, </div> <div class="para">Bundesrichterin Leuzinger und Bundesrichter Ferrari; </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Hofer </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 25. Juni 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Swica Versicherungen AG, Römerstrasse 37, 8401 Winterthur, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel </div> <div class="para">Staffelbach, Münstergasse 2, 8022 Zürich, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Generaldirektion </div> <div class="para">Schweiz, 8085 Zürich, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesamt für Sozialversicherung, Effingerstrasse 20, </div> <div class="para">3003 Bern, Beschwerdegegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">sowie </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Eidgenössisches Departement des Innern, Bern, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend F.________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- F.________, geboren 1969, hatte am 20. Januar 1993 </div> <div class="para">eine Luxation der linken Schulter erlitten, für deren </div> <div class="para">Folgen die Zürich Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: </div> <div class="para">Zürich) aufkam. In den Monaten März und April 1993 traumatisierte </div> <div class="para">er diese Schulter erneut, ohne indessen der Zürich </div> <div class="para">eine Unfallmeldung einzureichen. </div> <div class="para">Am 28. März 1994 stürzte er beim Fussballspielen, wobei </div> <div class="para">er sich wiederum eine Schulterluxation links zuzog. In </div> <div class="para">der Folge wurde er am 10. Oktober 1994 an der Schulter </div> <div class="para">operiert. Da er nunmehr über seinen damaligen Arbeitgeber </div> <div class="para">bei der Swica Versicherungen AG (nachstehend: Swica) obligatorisch </div> <div class="para">unfallversichert war, teilte diese der Zürich mit </div> <div class="para">Schreiben vom 1. Dezember 1994 mit, sie werde die Leistungen </div> <div class="para">für diese Operation im Sinne eines Rückfalles übernehmen; </div> <div class="para">jedoch sei sie der Ansicht, dass sich die Zürich im </div> <div class="para">Rahmen von 75 % an den Kosten zu beteiligen habe, wofür ihr </div> <div class="para">nach Abschluss des Falles Rechnung gestellt werde. Mit </div> <div class="para">Schreiben vom 13. Dezember 1994 lehnte die Zürich diese </div> <div class="para">Forderung ab. </div> <div class="para">Die Swica erliess am 23. Juni 1995 eine Verfügung, mit </div> <div class="para">welcher sie von der Zürich die Rückerstattung der gesamten </div> <div class="para">Operationskosten forderte, da die massive Instabilität der </div> <div class="para">Schulter bereits vor dem bei ihr versicherten Ereignis vom </div> <div class="para">28. März 1994 bestanden habe und auch ohne diesen erneuten </div> <div class="para">Unfall früher oder später eine Operation notwendig geworden </div> <div class="para">wäre. Der Status quo ante sei am 6. April 1994 erreicht </div> <div class="para">worden und die ab 27. September 1994 durchgeführte Behandlung </div> <div class="para">stehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem </div> <div class="para">kausalen Zusammenhang mit bei der Zürich versicherten Ereignissen. </div> <div class="para">Die von der Zürich dagegen erhobene Einsprache </div> <div class="para">wies die Swica mit Einspracheentscheid vom 10. Juli 1995 </div> <div class="para">ab. </div> <div class="para">Am 11. August 1995 hob die Swica ihre Verfügung vom </div> <div class="para">23. Juni 1995 auf und gelangte mit Eingabe vom 25. August </div> <div class="para">1995 an das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) mit dem </div> <div class="para">Ersuchen, die Zürich mittels Verfügung zu verpflichten, die </div> <div class="para">unfallkausalen Kosten zu übernehmen. Dieses trat mit Verfügung </div> <div class="para">vom 6. Mai 1996 auf das Gesuch der Swica nicht ein. </div> <div class="para">Entsprechend der Rechtsmittelbelehrung reichte die Swica </div> <div class="para">dagegen beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">ein. Dieses hat erwogen, dass mit </div> <div class="para">Bezug auf die Verfügung des BSV bundesrechtlich weder direkt </div> <div class="para">die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Eidgenössische </div> <div class="para">Versicherungsgericht noch die Beschwerde an eine </div> <div class="para">Rekurskommission vorgesehen sei; der Rechtsweg richte sich </div> <div class="para">daher nach den allgemeinen Bestimmungen der Bundesverwaltungsrechtspflege, </div> <div class="para">womit die Streitsache in die Zuständigkeit </div> <div class="para">des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) </div> <div class="para">falle. Mit Urteil vom 25. Mai 1998 (publiziert in RKUV 1998 </div> <div class="para">Nr. U 312 S. 470) trat es auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">nicht ein und überwies die Akten zuständigkeitshalber </div> <div class="para">dem EDI. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Das EDI trat auf die Beschwerde der Swica ebenfalls </div> <div class="para">nicht ein und überwies die Akten dem Versicherungsgericht </div> <div class="para">des Kantons Wallis (Beschwerdeentscheid vom </div> <div class="para">24. August 1999). </div> <div class="para">C.- Die Swica führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit </div> <div class="para">dem Rechtsbegehren, der Entscheid des EDI sei aufzuheben, </div> <div class="para">und das BSV sei zu verpflichten, auf die Sache einzutreten </div> <div class="para">und nach Durchführung der notwendigen Abklärungen materiell </div> <div class="para">zu entscheiden. </div> <div class="para">Das EDI und das BSV schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. </div> <div class="para">Die Zürich und F.________ verzichten </div> <div class="para">auf eine Vernehmlassung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Ausgangspunkt des vorliegenden Verfahrens ist der </div> <div class="para">Antrag der Swica vom 25. August 1995, mit welchem diese das </div> <div class="para">BSV ersuchte, eine Verfügung zu erlassen, welche die Zürich </div> <div class="para">verpflichtet, die unfallkausalen Kosten zu übernehmen. Mit </div> <div class="para">der Begründung, es liege ein negativer Kompetenzkonflikt </div> <div class="para">zwischen zwei Versicherern bezüglich ihrer Leistungspflicht </div> <div class="para">vor, in welchem entweder die Swica oder die Zürich zum </div> <div class="para">Erlass einer Verfügung gegenüber dem Versicherten verpflichtet </div> <div class="para">sei, trat das BSV auf das Gesuch der Swica mit </div> <div class="para">Verfügung vom 6. Mai 1996 nicht ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- a) Das EDI stellt sich auf den Standpunkt, das BSV </div> <div class="para">könne nur in jenen Fällen eine Verfügung erlassen, in denen </div> <div class="para">der Versicherer keine Verfügungskompetenz besitze. Bei </div> <div class="para">einem Kompetenzkonflikt bezüglich der Leistungspflicht habe </div> <div class="para">der Versicherer - auch wenn er sich für unzuständig erachte </div> <div class="para">- gegenüber dem Versicherten zu verfügen und, falls </div> <div class="para">Einsprache erhoben werde, einen Einspracheentscheid zu </div> <div class="para">fällen. Gegen diesen könne nicht nur der Versicherte, </div> <div class="para">sondern auch der zweite Versicherer als Betroffener </div> <div class="para">Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht erheben. </div> <div class="para">Da der Versicherte zur Zeit der Beschwerdeeinreichung in </div> <div class="para">Z.________ Wohnsitz gehabt habe, sei das </div> <div class="para">Versicherungsgericht des Kantons Wallis für die Beurteilung </div> <div class="para">zuständig. Das EDI trat daher auf die Beschwerde nicht ein </div> <div class="para">und überwies die Akten dem Versicherungsgericht des Kantons </div> <div class="para">Wallis. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Die Swica führt demgegenüber aus, auf Grund der von </div> <div class="para">ihr getroffenen medizinischen Abklärungen sei entweder die </div> <div class="para">Zürich für den Unfall alleine oder alternativ mit ihr zusammen </div> <div class="para">zuständig, wobei ihr gegebenenfalls eine Teilrückgriffsberechtigung </div> <div class="para">gegenüber der Zürich zustehe. Weil sie </div> <div class="para">es als wahrscheinlicher betrachte, dass die Zürich vollumfänglich </div> <div class="para">leistungspflichtig sei, habe sie beim BSV die </div> <div class="para">verfügungsweise Festlegung der Kostenpflicht der Zürich </div> <div class="para">beantragt. Eine andere prozessuale Möglichkeit, die Zürich </div> <div class="para">zur Zahlung zu verpflichten, bestehe nicht. Zudem erweise </div> <div class="para">sich die angestrebte Lösung als versichertenfreundlich, da </div> <div class="para">auf einen Direktprozess gegenüber dem Versicherten verzichtet </div> <div class="para">werden könne. Beim vom EDI vorgeschlagenen Verfahren </div> <div class="para">wäre nur die Leistungspflicht der Swica gegenüber </div> <div class="para">dem Versicherten Gegenstand des Verfahrens. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- a) Nach <span class="artref">Art. 77 Abs. 3 lit. b UVG</span> ordnet der </div> <div class="para">Bundesrat die Leistungspflicht und das Zusammenwirken der </div> <div class="para">Versicherer bei einem erneuten Unfall (...). Gestützt </div> <div class="para">darauf hat der Bundesrat <span class="artref">Art. 100 UVV</span> (Leistungspflicht bei </div> <div class="para">erneutem Unfall) erlassen: Wenn der Versicherte erneut </div> <div class="para">verunfallt, während er wegen eines versicherten Unfalles </div> <div class="para">noch behandlungsbedürftig, arbeitsunfähig und versichert </div> <div class="para">ist, so muss der bisher leistungspflichtige Versicherer </div> <div class="para">auch die Leistungen für den neuen Unfall erbringen </div> <div class="para">(Abs. 1). Verunfallt der Versicherte während der Heilungsdauer </div> <div class="para">eines oder mehrerer Unfälle, aber nach der Wiederaufnahme </div> <div class="para">einer versicherten Tätigkeit, erneut und löst der </div> <div class="para">neue Unfall Anspruch auf Taggeld aus, so erbringt der für </div> <div class="para">den neuen Unfall leistungspflichtige Versicherer auch die </div> <div class="para">Leistungen für die früheren Unfälle. Die anderen beteiligten </div> <div class="para">Versicherer vergüten ihm diese Leistungen, ohne Teuerungszulagen, </div> <div class="para">nach Massgabe der Verursachung; damit ist </div> <div class="para">ihre Leistungspflicht abgegolten. Die beteiligten Versicherer </div> <div class="para">können untereinander von dieser Regelung abweichende </div> <div class="para">Vereinbarungen treffen, namentlich wenn der neue Unfall </div> <div class="para">wesentlich geringere Folgen hat als der frühere (Abs. 2). </div> <div class="para">Erleidet ein aus einem früheren Unfall Rentenberechtigter </div> <div class="para">einen neuen Unfall und führt dieser zu einer Änderung des </div> <div class="para">Invaliditätsgrades, so muss der für den zweiten Unfall </div> <div class="para">leistungspflichtige Versicherer sämtliche Leistungen ausrichten. </div> <div class="para">Der für den ersten Unfall leistungspflichtige Versicherer </div> <div class="para">vergütet dem anderen Versicherer den Betrag, der </div> <div class="para">dem Barwert des Rentenanteils, ohne Teuerungszulagen, aus </div> <div class="para">dem ersten Unfall entspricht. Damit ist seine Leistungspflicht </div> <div class="para">abgegolten (Abs. 3). </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 11 UVV</span> werden die Versicherungsleistungen </div> <div class="para">auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, für Bezüger von </div> <div class="para">Invalidenrenten jedoch nur unter den Voraussetzungen von </div> <div class="para">Artikel 21 des Gesetzes. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Die Swica erbrachte gegenüber dem Versicherten für </div> <div class="para">die nach dem Unfall vom 28. März 1994 erfolgte Behandlung, </div> <div class="para">einschliesslich der Schulteroperation vom 10. Oktober </div> <div class="para">1994, Leistungen in Form von Heilungskosten und Taggeld im </div> <div class="para">Gesamtbetrag von Fr. 9'449.15. Mit der Begründung, die </div> <div class="para">Schulter sei bereits stark vorgeschädigt gewesen, macht die </div> <div class="para">Swica nunmehr geltend, die Zürich sei gestützt auf <span class="artref">Art. 11 </span></div> <div class="para">UVV vollumfänglich oder zumindest gestützt auf <span class="artref">Art. 100 </span></div> <div class="para">Abs. 2 UVV teilweise leistungspflichtig, da die Heilungsphase </div> <div class="para">im Zeitpunkt des durch die Swica versicherten Ereignisses </div> <div class="para">noch angedauert habe. </div> <div class="para">Steht fest, dass zumindest einer der in Frage kommenden </div> <div class="para">Versicherer leistungspflichtig ist, fällt die Möglichkeit </div> <div class="para">weg, die Rückforderung - mittels Verfügung gemäss </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 99 UVG</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 124 lit. c UVV</span> - gegenüber </div> <div class="para">dem Versicherten geltend zu machen. Ist ein Unfallversicherer </div> <div class="para">beispielsweise gemäss <span class="artref">Art. 100 Abs. 2 Satz 1 UVV</span> </div> <div class="para">gegenüber dem Versicherten leistungspflichtig, besteht der </div> <div class="para">auf <span class="artref">Art. 100 Abs. 2 Satz 2 UVV</span> basierende Vergütungsanspruch </div> <div class="para">nicht gegenüber dem Versicherten und er kann daher </div> <div class="para">auch nicht mit Aussicht auf Erfolg diesem gegenüber mittels </div> <div class="para">Verfügung geltend gemacht werden. Es steht hier auch nicht </div> <div class="para">ein Fall zur Diskussion - wie er <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=28&amp;from_date=25.06.2001&amp;to_date=14.07.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-324%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page324">BGE 125 V 324</a> zu Grunde </div> <div class="para">lag -, in welchem der Unfallversicherer gegenüber dem Ansprecher </div> <div class="para">seine Leistungspflicht mit Verfügung und Einspracheentscheid </div> <div class="para">ablehnt und dies mit der seiner Auffassung </div> <div class="para">nach fehlenden Zuständigkeit begründet. Der Versicherte ist </div> <div class="para">im vorliegenden Verfahren denn auch nicht Partei. Nach </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 67 Abs. 2 UVV</span> wird die Rückforderung gegenüber dem </div> <div class="para">Versicherten nicht geltend gemacht, wenn ein anderer Versicherer </div> <div class="para">für die Leistung einzustehen hat; der Rückforderungsanspruch </div> <div class="para">richtet sich dann gegen den anderen Versicherer. </div> <div class="para">Unabhängig davon, unter welchem Titel (<span class="artref">Art. 11 oder </span></div> <div class="para"><artref id="CH/832.202/100" type="start"></artref>Art. 100 UVV<artref id="CH/832.202/11" type="end"></artref>) die Swica ihren Anspruch gegenüber der Zürich </div> <div class="para">begründet, geht es um eine geldwerte Streitigkeit zwischen </div> <div class="para">Versicherern und nicht um Ansprüche gegenüber dem Versicherten, </div> <div class="para">die auf dem Verfügungsweg geltend zu machen sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- a) Streitig ist, in welcher Form dieser Forderungsanspruch </div> <div class="para">gegenüber einem anderen (Unfall-)Versicherer </div> <div class="para">geltend zu machen ist. Dabei gilt es zu berücksichtigen, </div> <div class="para">dass nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=28&amp;from_date=25.06.2001&amp;to_date=14.07.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-324%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page327">BGE 125 V 327</a> Erw. 1b, 120 V 491 Erw. 1a; </div> <div class="para">RKUV 1991 Nr. U 134 S. 316 Erw. 3b) ein Unfallversicherer </div> <div class="para">gegenüber einem anderen Unfallversicherer keine Weisungsbefugnis </div> <div class="para">besitzt. Ein Unfallversicherer ist demnach nicht </div> <div class="para">befugt, gegenüber einem andern die Zuständigkeitsfrage </div> <div class="para">hoheitlich zu entscheiden. In <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=28&amp;from_date=25.06.2001&amp;to_date=14.07.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-489%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page492">BGE 120 V 492</a> Erw. 1a hat das </div> <div class="para">Gericht die Verfügung eines Unfallversicherers, mit welcher </div> <div class="para">dieser einen anderen Versicherer verpflichten wollte, ihm </div> <div class="para">Leistungen, welche er gegenüber dem Versicherten erbracht </div> <div class="para">hatte, zurückzuerstatten, als nichtig bezeichnet. In diesem </div> <div class="para">Urteil hat des Eidgenössische Versicherungsgericht zudem </div> <div class="para">mögliche Rechtswege bei negativen Kompetenzkonflikten </div> <div class="para">diskutiert und als entweder für die versicherte Person </div> <div class="para">unbefriedigend oder verfahrensrechtlich problematisch </div> <div class="para">bezeichnet, wobei es die auf Anfang 1994 in Kraft getretene </div> <div class="para">Gesetzesrevision ausdrücklich vorbehalten hat (BGE 120 V </div> <div class="para">493 Erw. 1d). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) In der Literatur wurde die Regelung, die den Versicherten </div> <div class="para">zur Wahrung seiner Ansprüche zu einem Prozess </div> <div class="para">über die Zuständigkeit zwingt, wenn zwei oder mehr Versicherer </div> <div class="para">ihre Zuständigkeit für den gleichen Fall verneinen, </div> <div class="para">als unbefriedigend und änderungsbedürftig betrachtet (Maurer, </div> <div class="para">Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Ergänzungsband, </div> <div class="para">Bern 1989, S. 8 ff. mit Hinweis auf <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=28&amp;from_date=25.06.2001&amp;to_date=14.07.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-51%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page51">BGE 114 V 51</a> und </div> <div class="para">RKUV 1989 Nr. U 68 S. 171; vgl. auch Ghélew/Ramelet/Ritter, </div> <div class="para">Commentaire de la loi sur l'assurance-accidents [LAA], </div> <div class="para">S. 228). Als Lösung "de lege ferenda" schlug Maurer vor, </div> <div class="para">dass ein Versicherer, der sich als unzuständig betrachte, </div> <div class="para">nicht eine Verfügung erlassen, sondern an das BSV gelangen </div> <div class="para">sollte, welches in einer Verfügung den zuständigen Versicherer </div> <div class="para">zu bestimmen habe (Maurer, a.a.O., S. 9 f.; vgl. </div> <div class="para">auch Roger Peter, Das [Verwaltungs-]Verfahren bei Zuständigkeitsstreitigkeiten </div> <div class="para">im Leistungsrecht der obligatorischen </div> <div class="para">Unfallversicherung, in: SZS 2000 S. 117 ff.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Gestützt auf Ziff. 1 Abs. 3 lit. b der Schlussbestimmungen </div> <div class="para">zur Änderung des Bundesrechtspflegegesetzes vom </div> <div class="para">4. Oktober 1991 in Verbindung mit Ziff. 21 des Anhangs zur </div> <div class="para">Verordnung über die Vorinstanzen des Bundesgerichts und des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. Februar 1993 </div> <div class="para">wurde auf den 1. Januar 1994 <span class="artref">Art. 110 Abs. 2 UVG</span> aufgehoben </div> <div class="para">und <span class="artref">Art. 78a UVG</span> in Kraft gesetzt. Gemäss <span class="artref">Art. 78a UVG</span> erlässt </div> <div class="para">das BSV bei geldwerten Streitigkeiten zwischen Versicherern </div> <div class="para">eine Verfügung. Unter geldwerten Streitigkeiten </div> <div class="para">zwischen Versicherern im Sinne des bis Ende 1993 in Kraft </div> <div class="para">gewesenen <span class="artref">Art. 110 Abs. 2 UVG</span> waren gemäss Botschaft zum </div> <div class="para">Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 18. August </div> <div class="para">1976 Streitigkeiten zwischen Versicherungsträgern, die auf </div> <div class="para">die Durchführung der obligatorischen Unfallversicherung </div> <div class="para">zurückzuführen sind und sich auf Geldbeträge beziehen, zu </div> <div class="para">verstehen. Als Beispiele wurden Streitigkeiten beim Wechsel </div> <div class="para">des Versicherungsträgers nach <span class="artref">Art. 69 und <artref id="CH/832.20/76" type="start"></artref>Art. 76 UVG</span><artref id="CH/832.20/69" type="end"></artref> erwähnt </div> <div class="para">(BBl 1976 III 226). In der Literatur werden zudem </div> <div class="para">Streitigkeiten aus Zusammenarbeitsverträgen zwischen anerkannten </div> <div class="para">Krankenkassen, die die obligatorische Unfallversicherung </div> <div class="para">durchführen, und Versicherern, die die Langfristleistungen </div> <div class="para">erbringen, Beitragsstreitigkeiten zwischen der </div> <div class="para">Ersatzkasse und Versicherern (<span class="artref">Art. 72 Abs. 2 UVG</span>) sowie </div> <div class="para">Streitigkeiten über den Rückerstattungsanspruch des vorleistungspflichtigen </div> <div class="para">Sozialversicherers (Art. 18a alt </div> <div class="para">Vo III zum KUVG) erwähnt (Maurer, Schweizerisches </div> <div class="para">Unfallversicherungsrecht, S. 57, 66 und 542). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">d) Die bundesamtliche Verfügungszuständigkeit nach </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 78a UVG</span> kommt somit in all jenen geldwerten Streitigkeiten </div> <div class="para">zum Tragen, in denen ein Unfallversicherer, der gegenüber </div> <div class="para">dem anderen Unfallversicherer keine Weisungsbefugnis </div> <div class="para">besitzt, das BSV anruft, damit dieses über die streitige </div> <div class="para">Zuständigkeit entscheide (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=28&amp;from_date=25.06.2001&amp;to_date=14.07.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-324%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page327">BGE 125 V 327</a> Erw. 1b). </div> <div class="para">Dieser Rechtsweg steht namentlich dann offen, wenn ein </div> <div class="para">negativer Kompetenzkonflikt zwischen zwei Versicherern über </div> <div class="para">die Leistungspflicht bezüglich eines Schadensereignisses </div> <div class="para">vorliegt oder wenn ein Versicherer von einem anderen Versicherer </div> <div class="para">Rückerstattung von gegenüber dem Versicherten </div> <div class="para">erbrachten Leistungen verlangt (Jean-Maurice Frésard, </div> <div class="para">L'assurance-accidents obligatoire, in: Schweizerisches </div> <div class="para">Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Rz 266). </div> <div class="para">Ruft ein Unfallversicherer in diesem Sinne das BSV an, hat </div> <div class="para">dieses den Streit durch Verfügung zu entscheiden (<span class="artref">Art. 78a </span></div> <div class="para">UVG). Dieses ist somit auf das Gesuch der Swica vom </div> <div class="para">25. August 1995 zu Unrecht nicht eingetreten. Die Sache ist </div> <div class="para">daher an das BSV zurückzuweisen, damit es darüber befinde, </div> <div class="para">welcher Versicherer - allenfalls zu welchem Anteil - nach </div> <div class="para">den materiellrechtlichen Vorschriften leistungspflichtig </div> <div class="para">ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5.- a) Das Verfahren wäre grundsätzlich kostenpflichtig, </div> <div class="para">da nicht Versicherungsleistungen zur Diskussion standen </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 134 OG</span> e contrario). Auf Grund von <span class="artref">Art. 156 </span></div> <div class="para">Abs. 2 OG sind vom BSV keine Kosten zu erheben. Ebenso </div> <div class="para">wenig ist die Zürich kostenpflichtig, nachdem sie das Verfahren </div> <div class="para">nicht verursacht hat und sie diesbezüglich auch kein </div> <div class="para">Prozessrisiko trägt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Nach <span class="artref">Art. 159 Abs. 2 OG</span> haben obsiegende Behörden </div> <div class="para">und mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Organisationen, </div> <div class="para">wozu auch die UVG-Versicherer gehören, grundsätzlich </div> <div class="para">keinen Anspruch auf Parteientschädigung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=28&amp;from_date=25.06.2001&amp;to_date=14.07.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-V-356%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page362">BGE 112 V 362</a> </div> <div class="para">mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden </div> <div class="para">der Beschwerdeentscheid des Eidgenössischen Departements </div> <div class="para">des Innern vom 24. August 1999 und die </div> <div class="para">Verfügung des Bundesamtes für Sozialversicherung vom </div> <div class="para">6. Mai 1996 aufgehoben, und es wird die Sache an das </div> <div class="para">Bundesamt zurückgewiesen, damit es über den Antrag der </div> <div class="para">Swica Versicherungen AG materiell verfüge. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.- wird der </div> <div class="para">Swica Versicherungen AG zurückerstattet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">V. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Eidgenössischen </div> <div class="para">Departement des Innern, dem Kantonalen Versicherungsgericht </div> <div class="para">Wallis und F.________ zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 25. Juni 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der I. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>