A bteilung I A -1535/2007 {T 0/2} U rteil vom 26. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), D aniel R iedo, Pascal M ollard; G erichtsschreiber Jürg Steiger. A ._______A G , Beschw erdeführerin, gegen O berzolldirektion (O ZD ), H auptabteilung R echt und Abgaben, M onbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Zoll (A bgaben für K ontingentsüberschreitungen bei der Einfuhr von W urstw aren) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie A._______AG m it Sitz in (...) ist als H andelsbetrieb vorw iegend für den Im port und den Vertrieb von Lebensm ittel-M arkenartikeln und Spezialitäten Inhaberin der G eneraleinfuhrbew illigung (G EB) N r. (...), die sie berechtigt, auf G rund von Kontingentszuteilungen des Bundesam ts für Landw irtschaft (BLW ) W urstw aren zum begünstigten Kontingentszollansatz (KZA) in die Schw eiz einzuführen. Infolge M eldungen des BLW hat die Zollkreisdirektion Basel gegen die A._______AG ein zolldienstliches Verfahren w egen Ü ber-schreitung der Kontingente bzw . w egen der Einfuhr von W aren zum KZA ohne zugeteilte Kontingentsanteile in den Jahren 1999 bis 2001 eingeleitet. Am 3. Januar 2005 verfügte die Zollkreisdirektion Basel, die A._______AG habe desw egen den Betrag von Fr. 569'600.50 als D ifferenz zw ischen dem KZA und dem Ausserkontingentszollansatz (AKZA), inkl. anteilige M ehrw ertsteuer, nachzuzahlen. D avon betrafen Fr. 239'100.45 Einfuhren im Jahr 1999, Fr. 317'211.20 solche im Jahr 2000, Fr. 3'229.20 betrafen Einfuhren im Jahr 2001 und Fr. 10'059.65 eine Falschdeklaration von Schinken ausserhalb des Zollkontingents im Jahr 2001. B. Am 3. Februar 2005 beantragte die A._______AG bei der O ber- zolldirektion (O ZD ) durch Beschw erde, die angefochtene Verfügung unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. D ie O ZD w ies die Beschw erde am 25. Januar 2007 m it der Begründung ab, die A._______AG habe sich m it anderen Inhabern von G EB's zusam m en- geschlossen m it der Absicht, die diesen Firm en vom BLW nach der Versteigerung zugeteilten Kontingentsanteile selber zu im portieren. Sie habe diesen Firm en durch die Versteigerung zugeteilte Zollkontingentsanteile teilw eise oder ganz selbst ausgenützt, ohne m it ihnen Vereinbarungen nach Art. 14 der Allgem einen Verordnung über die Einfuhr von landw irtschaftlichen Erzeugnissen abgeschlossen zu haben. Sie habe auch Zuschlagspreise für diese D rittfirm en bezahlt, die an der Versteigerung teilgenom m en und eigene Zollkontingentsanteile erw orben hätten. D ies berechtigte sie aber nicht, ohne entsprechende Vereinbarung Zollkontingentsanteile anderer Firm en auszunützen. Entscheidend sei, dass keine Vereinbarungen abgeschlossen w orden und beim BLW in den Jahren 1999 und 2000 keine entsprechenden M eldungen eingegangen seien. C . Am 27. Februar 2007 reichte die A._______AG (Beschw erdeführerin) gegen den Entscheid der O ZD beim Bundesverw altungsgericht (auch BVG er) Beschw erde ein m it dem Begehren, der angefochtene Entscheid und die N achbezugsverfügung der Zollkreisdirektion Basel vom 3. Januar 2005 seien unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. D ie Beschw erdeführerin habe den H andelsbetrieben B._______ und C ._______ ersteigerte Kontingente abgekauft und die Steigerungsbeträge der B._______ direkt dem BLW bezahlt bzw . der C ._______ überw iesen. D am it sei die schriftliche M itteilung erfolgt. D ie entsprechende telefonische 3 M eldung der Kontingentsübernahm e sei im Januar 1999 an das BLW erfolgt. Vom 9. August bis 22. O ktober 1999 habe die Beschw erdeführerin sechs Im porte an die D ._______ verkauft. Am 11. Juli 2000 habe die Beschw erdeführerin die Kontigentszusam m enstellung des BLW vom 7. Juli 2000 über das Jahr 1999 m it kleinen Abw eichungen bestätigt und darauf aufm erksam gem acht, dass die Kontingentsübernahm e der Firm en B._______ und C ._______ sow ie die Kontigentsabtretung an die D ._______ nicht aufgeführt seien. Sie habe um entsprechende Korrektur gebeten. D as BLW seinerseits habe dieses Schreiben nicht beantw ortet und habe der Beschw erdeführerin am 11. Juli 2000 eine Kontingentsüberschreitung von 27'394 kg für das Jahr 1999 bestätigt. Bezüglich des Kontingents 2000 sei die Beschw erdeführerin gleich vorgegangen und habe dem BLW am 13. Juli 2001 vier Vereinbarungen über Kontingentsabtretungen gesandt. Infolge des Ausbruchs der „BSE- Krise“ hätten diverse Kunden der Beschw erdeführerin ihre Bestellungen storniert. D ie Beschw erdeführerin habe in der Folge am 14. M ärz 2001 im portierte W urstw aren w ieder nach D eutschland ausgeführt, ohne eine entsprechende Kontingentsrückerstattung zu erhalten. Am 28. M ärz 2001 habe das BLW der Beschw erdeführerin die Zusam m enstellung über die Im porte 2000 m it einer Ü berschreitung von 40'352 kg zugesandt. D ie Beschw erdeführerin habe die Zusam m enstellung am 30. M ärz 2001 bestätigt und darauf aufm erksam gem acht, dass die ersteigerten und gem eldeten Kontingente ihrer Partnerfirm en nicht berücksichtigt w orden seien. Sie habe auch angefragt, ob das unbenutzte Kontingent von 1'414.7 kg auf das Jahr 2001 übertragen w erden könne, w as das BLW m it Schreiben vom 8. Juni 2001 abschlägig beantw ortet habe. N icht anders sei die Beschw erdeführerin im Jahr 2001 vorgegangen, habe jedoch dem BLW am 13. August 2001 zw ei schriftliche Vereinbarungen über die Ausnützung von Zollkontingentsanteilen über 20'600 kg W urstw aren aus D eutschland zugestellt. Im R ahm en der Kontingentskontrolle für das Jahr 2001 habe die Beschw erdeführerin am 18. April 2002 dem BLW bestätigt, 1'464.7 kg W urstw aren ausserhalb des Zollkontingents eingeführt zu haben und habe das BLW gebeten, ihr den entsprechenden Betrag von Fr. 11'248.90 (ohne M ehrw ertsteuer) bei ihrem Konto bei der O ZD zu belasten. D ie Abtretungen der Zollkontingente an die Beschw erdeführerin für dieses Jahr seien berücksichtigt w orden. D ie Beschw erdeführerin m achte w eiter geltend, sie habe m it den Kontingentsinhabern eine Vereinbarung über die Abtretung von Zollkontingenten getroffen, m eldepflichtig sei aber der Verkäufer der Zollkontingente gew esen, sie habe keinen unrechtm ässigen Vorteil erzielt und die Forderungen betreffend das Jahr 1999 seien verjährt. D er Beschw erdeführerin sei im R ahm en des Erm ittlungsverfahrens das rechtliche G ehör verw eigert w orden und es liege ein Verstoss gegen das Verbot der R echtsverzögerung vor. D ie Beschw erdeführerin stellte den Antrag, Frau X._______ zur Parteieinvernahm e zu laden und H errn Y._______, Zollkreisdirektion Basel, als Zeugen einzuvernehm en.4 D . In der Vernehm lassung vom 15. M ai 2007 hielt die O ZD an ihrem Standpunkt fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. Auf die w eiteren Eingaben der Parteien w ird das Bundesverw altungsgericht (auch BVG er) im R ahm en der Erw ägungen zurückkom m en, sow eit sie entscheidrelevant sind. E. D as Bundesverw altungsgericht führte am 28. August 2007 eine Parteianhörung durch, anlässlich derer die Parteien ihren Standpunkt m ündlich erläutern konnten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D er angefochtene Entscheid unterliegt der Beschw erde an und der Beurteilung durch das Bundesverw altungsgericht (Art. 31 bzw . 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- verw altungsgericht (Verw altungsgerichtsgesetz [VG G , SR 173.32]; Art. 109 Abs. 1 Bst. c des Zollgesetzes vom 1. O ktober 1925 [aZG , BS 6 465]). D ie Beurteilung erfolgt nach Art. 53 Abs. 2 VG G nach dem VG G bzw . dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). 1.2 D ie Beschw erde erfolgte form - und fristgerecht (Art. 50 ff. Vw VG ). D ie Beschw erdeführerin ist durch den angefochtenen Entscheid der O ZD beschw ert und zur Anfechtung befugt (vgl. Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c Vw VG ). D er von der Beschw erdeführerin einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 10'000.-- ist fristgerecht bezahlt w orden. Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 1.3 D as Bundesverw altungsgericht kann den angefochtenen Entscheid grundsätzlich in vollem U m fang überprüfen. D ie Beschw erdeführerin kann die Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a Vw VG ), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b Vw VG ; vgl. AN D R É M O SER , in AN D R É M O SE R /PETER U EBER SA X, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, Basel und Frankfurt am M ain 1998, S. 59 f. R z. 2.59 ff.) und die U nangem essenheit (Art. 49 Bst. c Vw VG ) rügen. Im Verw altungsbeschw erdeverfahren gilt die U ntersuchungsm axim e, w onach der Sachverhalt von Am tes w egen festzustellen ist (Art. 12 Vw VG ; vgl. zum G anzen: U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 1623 ff. und 1758 f.; ALFR E D KÖ LZ, Prozessm axim en im schw eizerischen Verw altungsprozess, Zürich 1974, S. 93 ff.), und der G rundsatz der R echtsanw endung von Am tes w egen (Art. 62 Abs. 4 Vw VG ). D as Bundesverw altungsgericht ist verpflichtet, auf den festgestellten Sachverhalt die richtige R echtsnorm anzuw enden (H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O . R z. 1632). 1.4 Am 1. M ai 2007 ist das neue Zollgesetz vom 18. M ärz 2005 (ZG , SR 631.09) in Kraft getreten. N ach Art. 132 Abs. 1 ZG findet auf 5 Zollveranlagungsverfahren, die bei Inkrafttreten dieses G esetzes hängig sind, das bisherige R echt Anw endung. D as vorliegende Verfahren untersteht deshalb dem Zollgesetz vom 1. O ktober 1925. 1.5 1.5.1 D er Anspruch auf rechtliches G ehör als R echt des Privaten, in einem vor einer Verw altungs- oder Justizbehörde geführten Verfahren m it seinem Begehren angehört zu w erden, Einblick in die Akten zu erhalten und zu den für die Entscheidung w esentlichen Punkten Stellung nehm en zu können, basierte als selbständiges G rundrecht auf dem allgem einen R echtsgrundsatz des Art. 4 der Bundesverfassung vom 29. M ai 1874 (aBV, BS 1) und ist heute in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) niedergelegt. Auf der Stufe der G esetze des Bundes ist der Anspruch in den Art. 18, 26-33 und Art. 35 Abs. 1 Vw VG näher konkretisiert (vgl. statt vieler H ÄFELIN /M Ü LLER /U H LM AN N , a.a.O . R z 1672 ff.). 1.5.2 D as Bundesverw altungsgericht hat dem m ehrfach geäusserten W unsch der Beschw erdeführerin entsprechend die Parteien zur W ahrung des rechtlichen G ehörs nach Art. 4 aBV bzw . Art. 29 Abs. 2 BV angehört und den Parteien G elegenheit gegeben, ihren Standpunkt zum Sachverhalt und zum R echtlichen darzulegen und zu ergänzen. 1.6 W as das Begehren der Beschw erdeführerin betrifft, Y._______ der Zollkreisdirektion Basel im R ahm en ihres rechtlichen G ehörs als Zeugen einzuvernehm en, kann darauf verzichtet w erden, da Y._______ ohnehin nur bestätigen könnte w as sich in den Akten ausführlich beschrieben findet. Fraglich ist im vorliegenden Fall, ob die Abtretung von Zollkontingenten an die Beschw erdeführerin dem BLW rechtzeitig und schriftlich m itgeteilt w urde. D azu kann Y._______ als Angestellter der Zollkreisdirektion Basel ohnehin keine Auskunft aus eigener W ahrnehm ung erteilen. 1.7 D ie Beschw erdeführerin m acht geltend, durch die Eröffnung des Entscheids vom 29. Januar 2007 auf ihre Beschw erde vom 3. Februar 2005 habe die O ZD gegen das Verbot der R echtsverzögerung verstossen. R echtsverzögerung im Sinn einer Verletzung des Art. 29 Abs. 1 BV ist gegeben, w enn die zuständige Behörde den Entscheid nicht innerhalb der Frist fällt, die nach der N atur der Sache und nach der G esam theit der übrigen U m stände noch als angem essen erscheint (BG E 130 I 312 E. 5, BG E 129 V 411 E. 1; H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O . R z. 1658). Im vorliegenden Fall hat die O ZD über die Beschw erde vom 3. Februar 2005 am 29. Januar 2007 entschieden. D ie O ZD schliesst in ihrer Vernehm lassung vom 15. M ai 2007 m it dem H inw eis auf die R echtsprechung, die Einw ände der Beschw erdeführerin seien unbegründet und unbehelflich. Sie legt aber nicht dar, w eshalb sie zu diesem Schluss kom m t und w eshalb eine beinahe zw eijährige Verfahrensdauer in concreto noch angem essen gew esen w äre. D ie lange Verfahrensdauer m ag für die Beschw erdeführerin unverständlich sein; allein, eine R echtsverzögerung ist darin noch nicht zu erblicken, hat doch das Bundesgericht in einem 6 anderen Fall bei einem etw as m ehr als zw ei Jahre dauernden Verfahren eine R echtsverzögerung ausdrücklich verneint (U rteil des Bundesgerichts 2A.455/2006 vom 1. M ärz 2007 E. 3.3). Ausserdem ist der Beschw erdeführerin durch die lange Verfahrensdauer kein N achteil erw achsen; jedenfalls führt sie keinen solchen an. 2. 2.1 2.1.1 D as Bundesgesetz vom 29. April 1998 über die Landw irtschaft (Landw irtschaftsgesetz, Lw G , SR 910.1) bestim m t in Art. 17, dass bei der Festsetzung der Einfuhrzölle die Versorgungslage im Inland und die Absatzm öglichkeiten für gleichartige inländische Erzeugnisse zu berücksichtigen sind (BG E 128 II 34 E. 2b). D abei sind die w elthandels- rechtlichen R ahm enbedingungen zu respektieren (insbesondere die Verpflichtung zu Konsolidierung und schrittw eiser Senkung der Agrarzölle; G ATT-Botschaft 1, BBl 1994 IV 149). Als Instrum ente zur Lenkung der Im porte stehen dem Bund insbesondere der Schw ellenpreis (Art. 20 Lw G ; vgl. Botschaft des Bundesrats vom 19. Septem ber 1994 zur G enehm igung der G ATT/W TO -Ü bereinkom m en [U ruguay-R unde; G ATT-Botschaft 1], BBl 1994 IV 149) und die Zollkontingente (Art. 21 Lw G ) zur Verfügung. Bei Letzteren w ird die W arenm enge bestim m t, w elche zu einem vorteilhaften Zollansatz (KZA) in die Schw eiz eingeführt w erden kann; für den Im port einer zusätzlichen M enge m uss regelm ässig ein bedeutend höherer Zoll (AKZA) bezahlt w erden, der gew öhnlich prohibitive W irkung hat (BG E 128 II 34 E. 2b). Bei der Bestim m ung der Zollkontingente ist der Bund nicht frei, dienen diese doch den ausländischen Produzenten zum staatsvertraglich vereinbarten M arktzutritt (G ATT-Botschaft 1, BBl 1994 IV 150). Sow ohl die m inim ale M enge, w elche zum privilegierten Satz im portiert w erden kann, als auch das M axim alniveau der erlaubten G renzbelastung für Einfuhren innerhalb und ausserhalb der Zollkontingente sind im R ahm en der G ATT- Verhandlungen bestim m t w orden (G ATT-Botschaft 2, BBl 1994 IV 1005 f., 1074); im Anhang des Protokolls von M arrakesch zum Allgem einen Zoll- und H andelsabkom m en vom 15. April 1994 (AS 1995 2148) sind die m assgebenden Konzessions- und Verpflichtungslisten für Agrar- und Industrieprodukte enthalten (für die Schw eiz sog. "Liste-LIX Schw eiz- Liechtenstein"; vgl. G ATT-Botschaft 2, BBl 1994 IV 1011 f.; Botschaft des Bundesrats vom 26. Juni 1996 zur R eform der Agrarpolitik: Zw eite Etappe [Agrarpolitik 2002], BBl 1996 IV 116; Anhang 2 zum Zolltarifgesetz vom 9. O ktober 1986 [ZTG ; SR . 632.10] und Anhang 4 zur Allgem einen Verordnung vom 7. D ezem ber 1998 über die Einfuhr von landw irtschaftlichen Erzeugnissen [Agrareinfuhrverordnung, AEV, AS 1998 3125]). 2.1.2 D ie Verteilung der Zollkontingente ist im internationalen R echt nicht geregelt; dies ist Sache der innerstaatlichen G esetzgebung (U rteil des Bundesgerichts 2C .82/2007 vom 3. Juli 2007 E. 2.5). Ab 1. Januar 1999 galten für den Fleischm arkt diesbezüglich Art. 30 - 31 der Verordnung vom 7 7. D ezem ber 1998 über den Schlachtvieh- und Fleischm arkt (Schlachtviehverordnung, SV, AS 1998 111) und Art. 10 - 15 und 21 AEV. Teilzollkontingente für W urstw aren w urden versteigert (Art. 30 Bst. e SV). Ausserhalb der zugeteilten oder ersteigerten Kontingentm enge ist der reguläre Zollsatz des G eneral- bzw . G ebrauchtarifs nach Art. 3 und 4 ZTG anw endbar, w as regelm ässig zu einer sehr hohen Zollbelastung führt (R EM O AR PA G AU S, D as schw eizerische Zollrecht, in: H EIN R IC H KO LLER /G EO R G M Ü LLE R /R EN É R H IN O W /U LR IC H ZIM M ER LI, Schw eizerisches Bundesverw altungs- recht, Basel 1999, R z. 128). N ach Art. 14 Abs. 1 AEV in der hier anw endbaren Fassung kann ein Zollkontingentanteilsinhaber m it einem anderen Zollkontingentanteilsberechtigten vereinbaren, dass die Einfuhren von landw irtschaftlichen Erzeugnissen des Zollkontingent- anteilsberechtigten dem Zollkontingentanteil des Anteilinhabers angerechnet w erden. Eine solche Vereinbarung hat aber vor der Annahm e der Zolldeklaration zu erfolgen und ist dem BLW vor der Einfuhrabfertigung schriftlich zu m elden (Art. 14 Abs. 2 AEV), da sonst diese anzurechnende M enge ausserhalb des zugeteilten Kontingents durch den Anteilinhaber nicht zum privilegierten KZA, sondern zum N orm alansatz des AKZA zu verzollen ist (vgl. U rteil des Bundesgerichts 2C .82/2007 vom 3. Juli 2007 E. 2.2; Entscheid der Zollrekurskom m ission [ZR K] [ZR K 2004-033] vom 14. Juli 2005 E. 2a/dd). 2.2 2.2.1 N ach Art. 9 Abs. 1 und 13 Abs. 1 aZG obliegt die Zollzahlungspflicht dem jenigen, der eine W are über die G renze bringt, dessen Auftraggeber, den w eiteren in Art. 9 Abs. 1 aZG G enannten sow ie den Personen, für deren R echnung die W are ein- oder ausgeführt w orden ist. D er G esetzgeber zog den Kreis der Zollzahlungspflichtigen som it w eit. D adurch soll die Einbringlichkeit der Abgabenforderung erleichtert w erden (vgl. U rteil des Bundesgerichts 2A.199/2004 vom 15. N ovem ber 2004 E. 2.1.3, BG E 107 Ib 198 E. 6a, BG E 89 I 542 E. 4; U rteil des BVG er A-1743/2006 vom 12. Juni 2007 E. 2.1). 2.2.2 D ie Verjährung gem äss Art. 64 aZG gilt nach der bundesgerichtlichen R echtsprechung nur für N achforderungen im Bereich des Art. 126 aZG , w enn also die N achforderung auf einem Irrtum der Zollverw altung basiert (BG E 110 Ib 311 E. 3; Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurs- kom m ission [SR K] vom 25. N ovem ber 2005, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.60 E. 3c/bb). Im Fall einer Leistungs- und R ückleistungspficht gem äss Art. 12 des Bundes- gesetzes vom 22. M ärz 1974 über das Verw altungsstrafrecht (VStrR , SR 313) hat für den Beginn der Verjährungsfrist der strafrechtliche G rundsatz von Art. 98 Bst. a StG B (bzw . Art. 71 Bst. a aStG B) zu gelten; es ist auf den Zeitpunkt der deliktischen H andlung (bzw . den Zeitpunkt des Abschlusses derselben) abzustellen. Für Forderungen im Sinn von Art. 12 Abs. 1 und 2 VStrR gelten nach Art. 12 Abs. 4 VStrR die Verjährungs- fristen, w elche für die Strafverfolgung gelten w ürden, sofern die betreffende W iderhandlung gegen die Verw altungsgesetzgebung des Bundes auch in subjektiver H insicht verw irklicht w äre (BG E 110 Ib 311 8 E. 3, BG E 107 Ib 204 E. 7bb, BG E 106 Ib 221 E. 2d; U rteil des BVG er A-1691/2006 vom 15. M ai 2007 E. 3.4). 2.2.3 D ie Strafverfolgung für den Tatbestand des Art. 74 Ziff. 9 aZG , w onach eine Zollübertretung begeht, w er für W aren Zollerm ässigung erw irkt, ohne dass die Voraussetzungen für die Zollbegünstigung zutreffen, verjährt gem äss Art. 11 Abs. 2 VStrR in fünf Jahren; sie kann durch U nterbrechung nicht um m ehr als die H älfte hinausgeschoben w erden. N ach Art. 2 VStrR gelten die allgem einen Bestim m ungen des Strafgesetzbuches für Taten, die in der Verw altungsgesetzgebung des Bundes m it Strafe bedroht sind, sow eit das Verw altungsstrafrecht oder das einzelne Verw altungsgesetz nichts anderes bestim m t. W eder das aZG noch das Verw altungsstrafrecht enthalten Bestim m ungen zur U nterbrechung der Verjährung. O bw ohl Art. 72 aStG B ab dem 1. O ktober 2002 nicht m ehr in Kraft ist, kann auf die R echtsprechung dazu für die U nterbrechung gem äss Art. 11 Abs. 2 VStrR Bezug genom m en w erden. G em äss Art. 72 Ziff. 2 aStG B w ird die Verjährung unterbrochen durch jede U ntersuchungshandlung einer Strafverfolgungsbehörde oder Verfügung des G erichts gegenüber dem Täter, die dem Fortgang des Verfahrens dienen und nach aussen in Erscheinung treten, nam entlich durch Vorladungen, Einvernahm en, durch Erlass von H aft- oder H ausdurchsuchungsbefehlen sow ie durch Anordnung von G utachten, ferner durch jede Ergreifung von R echtsm itteln gegen einen Entscheid (BG E 126 IV 6 E. 1b; U rteil des BVG er A-1691/2006 vom 15. M ai 2007 E. 3.4; Entscheid der SR K vom 25. N ovem ber 2005, a.a.O . E. 3c; PETER M Ü LLE R , Basler Kom m entar Strafgesetzbuch I, Basel 2003, N 27, 36 ff. zu Art. 72). D a nach Art. 87 Abs. 1 aZG die Zollverw altung verfolgende und urteilende Behörde ist, m uss auf deren U nterbrechungshandlungen abgestützt w erden. R ein interne Vorkehren bew irken hingegen keine U nterbrechung der Verjährung (STEFA N TR EC H SEL, Schw eizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkom m entar, 2. Aufl., Zürich 1997, Art. 72 R z. 3). D ie Verjährung ruht schliesslich w ährend der D auer eines Einsprache-, Beschw erde- oder gerichtlichen Verfahrens über die Leistungs- oder R ückleistungspflicht (Art. 11 Abs. 3 VStrR ). D ies gilt auch für die absolute Verjährungsfrist (BG E 119 IV 335 E. 2, BG E 110 Ib 312 E. 3b). 2.2.4 Am 1. O ktober 2002 w aren N euerungen im Verjährungsrecht gem äss Art. 70 ff. des Schw eizerischen Strafgesetzbuches vom 21. D ezem ber 1937 (StG B, SR 311.0) in Kraft getreten. Im N ebenstrafrecht, insbesondere im VStrR , w urden keine Anpassungen vorgenom m en. D er G esetzgeber hatte deshalb für den Bereich des N ebenstrafrechts m it Art. 333 Abs. 5 StG B eine "Transform ationsnorm " geschaffen. G em äss Art. 333 Abs. 5 Bst. b StG B w urden die Verfolgungsverjährungsfristen für Ü bertretungen, die über ein Jahr betragen, um die ordentliche D auer verlängert, w om it die allgem eine Verjährungsfrist nach VStrR neu vier, für Fälle von Art. 11 Abs. 2 VStrR sogar zehn Jahre betrug. In Art. 333 Abs. 5 Bst. c StG B w urden die R egeln über die U nterbrechung und das R uhen der Verfolgungsverjährung zw ar grundsätzlich aufgehoben, allerdings m it dem w ichtigen Vorbehalt von Art. 11 Abs. 3 VStrR (vgl. C H R ISTO F 9 R IED O /O LIVER M . KU N Z, Jetlag oder G rundproblem e des neuen Verjährungsrechts, Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 2004 S. 905 Fn 16). G em äss Art. 337 Abs. 1 StG B fanden die Bestim m ungen dieses G esetzes über die Verfolgungs- und die Vollstreckungsverjährung auch Anw endung, w enn eine Tat vor Inkrafttreten dieses G esetzes verübt oder beurteilt w orden w ar und dieses G esetz für den Täter das m ildere w ar. D ie Behörde bzw . das G ericht hatte zu prüfen, w elche Bestim m ungen im konkreten Fall zu einer für den Täter günstigeren Lösung führten und alsdann diese m ilderen Bestim m ungen anzuw enden (R IED O /KU N Z, a.a.O . S. 908). D a die Verjährung w eder nach dem vorherigen (E. 2.2.6 hienach) noch – aufgrund der genannten R egelung in Art. 333 Abs. 5 StG B – nach dem R echt vom 22. M ärz 2002 eingetreten ist, erübrigt sich vorliegend die Prüfung der Frage, ob das vorhergehende oder dasjenige vom 22. M ärz 2002 m ilder sei. 2.2.5 An der eben geschilderten R echtslage hat sich aufgrund der Änderung des allgem einen Teils des Schw eizerischen Strafgesetzbuches vom 13. D ezem ber 2002, in Kraft seit 1. Januar 2007 (AS 2006 3459 3535), im R esultat nichts geändert. D ie erw ähnte "Transform ationsnorm " ist neu in Art. 333 Abs. 6 StG B enthalten, dessen Bst. b und c gleich lauten w ie in Abs. 5 der Fassung vom 22. M ärz 2002. Auch nach diesen Bestim m ungen ist die Verjährung som it nicht eingetreten. Aufgrund der verlängerten Fristen und der Beibehaltung der Bestim m ungen über das R uhen und die U nterbrechung w ird auch nach dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen R echt in Fällen w ie dem vorliegenden häufig das alte R echt das m ildere sein (U rteil des BVG er A-1675/2006 vom 21. M ärz 2007 E. 4.5; Entscheid der ZR K [ZR K 2003-050] vom 8. Februar 2005 E. 4d). 2.2.6 D ie zu beurteilenden Einfuhren fanden ab dem 14. Juni 1999 bis 2001 statt. D ie Beschw erdeführerin hat ab diesem Zeitpunkt den Tatbestand der Zollübertretung nach Art. 74 Ziff. 9 aZG objektiv erfüllt, sow eit sie für W aren Zollerm ässigung (Einfuhr zum KZA statt zum AKZA) erw irkt hat, ohne dass die Voraussetzungen dafür zutrafen (E. 3 hienach). Am 2. M ärz 2004 w urden bei der Beschw erdeführerin gestützt auf Art. 46 und 47 VStrR drei M appen Im port- und Kontingentunterlagen der Jahre 1999 bis 2001 beschlagnahm t. D urch diese U ntersuchungshandlung w urde die Verjährung an diesem Tag unterbrochen. Sie ruht seit dem 3. Februar 2005 m it der Einreichung der Beschw erde an die O ZD . D ie Verjährung der zu beurteilenden N achforderungen ist folglich nicht eingetreten. 2.3 G em äss Art. 1 ZTG sind alle W aren, die über die schw eizerische Zollgrenze eingeführt w erden, nach Tarif zu verzollen, sow eit nicht Staatsverträge, besondere G esetzesbestim m ungen oder Verordnungen Ausnahm en festsetzen (G rundsatz der allgem einen Zollpflicht). D ie angenom m ene Zolldeklaration ist für den Aussteller verbindlich und bildet – vorbehältlich der R evisionsergebnisse – die G rundlage für die Festsetzung des Zolls und der w eiteren Abgaben (Art. 35 Abs. 2 aZG ). Sie darf nur ersetzt, ergänzt, berichtigt oder vernichtet w erden, w enn vor Anordnung der R evision und vor Ausstellung der Zollausw eise darum nachgesucht w ird. Ist der Zollausw eis ausgestellt, so kann das Zollam t 10 G esuchen um Zollbegünstigung, Zollbefreiung oder Änderung der Abfertigungsart entsprechen, w enn die Sendung noch unter zoll-, post- oder bahnam tlicher Kontrolle steht (Art. 49 Abs. 2 der Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz [aZV, AS 42 339]; U rteil des BVG er A-1883/2007 vom 4. Septem ber 2007 E. 2.3 m it H inw eisen; Entscheid der ZR K vom 2. O ktober 1995, veröffentlicht in VPB 60.80 E. 2a). 3. Im vorliegenden Fall hat die Beschw erdeführerin als Zollkontingent- anteilsinhaberin m it anderen M arktteilnehm enden m it einer G EB, die nach der Versteigerung ebenfalls rechtsgültig über Zollkontingente für den Im port von W urstw aren in die Schw eiz verfügten, in den Jahren 1999 bis 2001 vereinbart, deren Zollkontingente zu übernehm en und ihre eigenen Einfuhren über deren Kontingente abzurechnen. D ie Beschw erdeführerin hat dabei die Kosten der Versteigerung für diese D ritten entw eder selbst direkt dem BLW bezahlt oder diesen erstattet. Es gilt zu entscheiden, ob die Beschw erdeführerin dadurch die auf die Kontingente ihrer Partner im portierten M engen zum KZA einführen durfte. D ie Beschw erdeführerin hat die betreffenden Vereinbarungen auf G rund von Art. 14 Abs. 1 AEV m it den Zollkontingentanteilsberechtigten getroffen. D ie Vereinbarungen selbst m ussten nicht schriftlich erfolgen. Eine form freie Vereinbarung ist durchaus gültig (vgl. Art. 11 Abs. 1 des Schw eizerischen O bligationenrechts vom 30. M ärz 1911 [O R , SR 220]). Auch als verw altungsrechtlicher Vertrag zw ischen Privaten w äre die Vereinbarung in Art. 14 Abs. 1 AEV vorgesehen und als form los zulässig zu betrachten (H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O . R z. 1100). D am it aber die Einfuhr der Beschw erdeführerin dem Zollkontingent ihrer Partner angerechnet w erden konnte bzw . sie über höhere Zollkontingente verfügen durfte, m usste die Vereinbarung nach Art. 14 Abs. 2 AEV vor der Annahm e der Zolldeklaration erfolgen und dem BLW vor der Einfuhrabfertigung schriftlich gem eldet w erden (U rteil des Bundesgerichts 2C .82/2007 vom 3. Juli 2007 E. 3.3). Art. 14 Abs. 2 AEV (in der hier m assgebenden Fassung vom 1. Januar 1999) liess offen, w er die Vereinbarung zu m elden hatte. D as w ar zw ischen den beteiligten Parteien zu vereinbaren, spielte aber für die Frage der Verzollung zum KZA oder zum AKZA keine R olle. N ach der eindeutigen R echtsprechung des Bundesgerichts handelt es sich bei der M eldepflicht von Art. 14. Abs. 2 AEV nicht um eine blosse O rdnungsvorschrift, sondern vielm ehr um ein G ültigkeitserfordernis der Abtretung eines Zollkontingentsanteils. D as hat entgegen der Auffassung der Beschw erdeführerin auch dann zu gelten, w enn die U nterlassung der M eldung im konkreten Fall nicht dazu führte, dass das Kontingent insgesam t überschritten w urde (U rteil des Bundesgerichts 2C .82/2007 vom 3. Juli 2007 E. 3.3). In den Jahren 1999 und 2000 m ögen w ohl Abtretungsvereinbarungen zw ischen der Beschw erdeführerin und ihren Partnern bestanden haben, vorschriftsgem äss schriftlich und vor der Einfuhrabfertigung der W aren dem BLW gem eldet w urden sie jedoch nicht. Eine telefonische M itteilung über die Abtretung – w enn denn diese überhaupt erfolgte – genügte den ausdrücklichen Vorschriften nicht. D ie Beschw erdeführerin beruft sich auf den U ntersuchungsbericht vom 4. M ärz 11 2004 und m eint, darin habe die Zollkreisdirektion Basel sinngem äss die M eldung der Abtretung bestätigt. D em ist gerade nicht so. Eine solche Bestätigung könnte ohnehin nur vom zuständigen BLW erfolgen; sie liegt aber nicht bei den Akten. D er U ntersuchungsbericht hält ausserdem sow ohl für das Jahr 1999 w ie auch für das Jahr 2000 ausdrücklich fest, die Abtretungen seien dem BLW nicht gem eldet w orden. Es finden sich in den Akten keinerlei H inw eise auf eine schriftliche M eldung der Abtretung von Zollkontingenten – und noch viel w eniger auf eine zeitgerechte Abtretung vor der Einfuhrabfertigung. D abei hat das BLW die Beschw erdeführerin schon am 7. und 11. Juli 2000 auf die Ü berschreitung ihrer Kontingente schriftlich aufm erksam gem acht. D ie Beschw erdeführerin hätte dam als allen Anlass gehabt, der Sache gründlich nachzugehen. Stattdessen verfolgte sie ihre Praxis der Einfuhren unverändert w eiter. Ihre M itteilungen vom 11. Juli 2000 über den Kontingentsspiegel 1999 und diejenige vom 30. M ärz 2001 über den Kontingentsspiegel 2000 an das BLW konnten die rechtzeitige und schriftliche M itteilung der Abtretungserklärung nicht ersetzen. Ebenso w enig konnte die Zahlung des Zuschlagspreises durch die Beschw erdeführerin an Stelle der die Kontingente ersteigernden D ritten die rechtzeitige M itteilung an das BLW ersetzen. M angels einer zeitgerechten schriftlichen M eldung an das BLW verfügte die Beschw erdeführerin zum Zeitpunkt der Einfuhren über kein gültiges Zollkontingent; deshalb m ussten diese Einfuhren durch die Beschw erdeführerin zum AKZA verzollt w erden. D ie Verzollung zum KZA, statt zum AKZA, führte bei der Beschw erdeführerin zu einem unrechtm ässigen Vorteil im Sinn von Art. 12 Abs. 2 VstrR (U rteil des BVG er A-1724/2006 vom 2. April 2007 E. 4). D er Zollzahlungspflichtige haftet auch für die nachträgliche Erhebung der geschuldeten Abgabe, denn es ist nicht einzusehen, w arum für die nachträgliche Zollzahlungspflicht andere H aftungsgrundsätze als gem äss Art. 9 Abs. 1 und 13 Abs. 1 aZG gelten sollten. D ies m uss im Fall einer objektiven W iderhandlung gegen die Zollvorschriften um so m ehr gelten. D abei hängt die Zollzahlungspflicht nicht davon ab, ob der Betreffende schuldhaft zu w enig Zoll bezahlte oder gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet w urde (BG E 129 II 160 E. 3; U rteile des BVG er A-1724/2006 vom 2. April 2007 E. 4 und A-1743/2006 vom 12. Juni 2007 E. 2.2; Entscheid der ZR K vom 17. April 2003, veröffentlicht in VPB 67.119 E. 2c). Auf seine Kenntnis der Verhältnisse kom m t es ebenso w enig an (unveröffentlichtes U rteil des Bundesgerichts vom 22. D ezem ber 1972 i.S. Sch.; BG E 106 Ib 221 E. 2c). Im vorliegenden Fall w urde zu w enig Zoll erhoben. D a die Beschw erdeführerin unbestritten zum Kreis der nach Art. 9 und 13 aZG Zollzahlungspflichtigen gehört, ist sie gem äss Art. 12 Abs. 2 VstrR für die streitigen Zollabgaben nachleistungspflichtig. Als Zollzahlungspflichtige haftet die Beschw erdeführerin deshalb auch für die nachzuleistenden Abgaben (Entscheid der ZR K vom 17. April 2003, veröffentlich in VPB 67.119 E. 2c). 3.1 D ie Zollkreisdirektion Basel bezifferte den D ifferenzbetrag zw ischen dem KZA und dem AKZA für die über dem Kontingent liegenden Einfuhren der 12 Beschw erdeführerin im Jahr 1999 von 42'843.7 kg auf Fr. 239'100.45. D ie Beschw erdeführerin w endet in der Beschw erde nicht ein, diese Berechnung sei unrichtig. Sie stim m t auch m it der M itteilung des BLW vom 7. Juli 2000 überein, die nach der Antw ort der Beschw erdeführerin vom 11. Juli 2000 „bis auf w enige Kilogram m “ m it ihrer Kontrolle übereinstim m te. D ie Beschw erdeführerin hat nicht dargelegt, w orin diese kleine D ifferenz bestehen könnte. D as Bundesverw altungsgericht hat deshalb keine Veranlassung, an der Berechnung der Zollkreisdirektion Basel zu zw eifeln. 3.2 D ie D ifferenz zw ischen dem KZA, zu dem die Beschw erdeführerin im Jahr 2000 ihre Einfuhren verzollt hat, und dem AKZA, zu dem sie die über ihrem Kontingent liegenden Einfuhren zu verzollen hatte, beträgt Fr. 317'211.20. D as überschrittene Kontingent betrug 40'352 kg, eine M enge, die von der Beschw erdeführerin am 30. M ärz 2001 bestätigt w urde m it dem H inw eis, darin seien die ersteigerten und gem eldeten Kontingente ihrer Partnerfirm en nicht berücksichtigt. D iese können jedoch – w ie unter E. 3 erläutert – in die Kontingentsberechnung der Beschw erdeführerin nicht einbezogen w erden. 3.3 Im Jahr 2001 hat die Beschw erdeführerin die Abtretungen der Zollkontingente rechtzeitig und schriftlich gem eldet. Im Schreiben über die Kontingentskontrolle 2001 vom 18. April 2002 bestätigte die Beschw erdeführerin dem BLW jedoch, Einfuhren im Jahr 2001 von 1'464.7 kg im Betrag von Fr. 3'229.20 über ihrem Kontingent zum AKZA nachverzollen zu m üssen. Schliesslich w ar auch die nachträgliche Verzollung zum AKZA von Schinken für Einfuhren der Beschw erdeführerin vom 20. Februar, 25. Septem ber und 16. O ktober 2001 im D ifferenzbetrag von Fr. 10'059.65 unbestritten, da die Beschw erdeführerin dafür keine Kontingente ersteigert hatte (vgl. die Schreiben der Beschw erdeführerin vom 12. Juli und 1. D ezem ber 2001 an das BLW ). 3.4 Sow eit die Beschw erdeführerin die N ichterhebung des AKZA dam it begründen w ill, sie habe einen Teil der unverkäuflichen W aren infolge der „BSE Krise“ w ieder ausgeführt, ist sie darauf hinzuw eisen, dass die angenom m ene Zolldeklaration für den Aussteller verbindlich ist und – vorbehältlich der R evisionsergebnisse – die G rundlage für die Festsetzung des Zolls und der w eiteren Abgaben bildet. Sie darf nur ersetzt, ergänzt, berichtigt oder vernichtet w erden, w enn vor Anordnung der R evision und vor Ausstellung der Zollausw eise darum nachgesucht w ird. Ist der Zollausw eis ausgestellt, so kann das Zollam t G esuchen um Zollbegünstigung, Zollbefreiung oder Änderung der Abfertigungsart entsprechen, w enn die Sendung noch unter zoll-, post- oder bahnam tlicher Kontrolle steht (E. 2.3). Im vorliegenden Fall w urden die W aren gem äss Art. 39 aZG endgültig abgefertigt und aus der Zollkontrolle entlassen; die Änderung der Zolldeklaration ist schon deshalb ausgeschlossen. 3.5 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass in Verletzung der Vorschrift des Art. 14 Abs. 2 AEV die Vereinbarungen der Ausnützung frem der Zollkontingentsanteile dem BLW nicht vor der Einfuhrabfertigung der 13 W aren schriftlich gem eldet w urden. Aus diesem G rund hat die Beschw erdeführerin die Einfuhren über ihrem eigenen Zollkontingent zum AKZA zu verzollen. Im Jahr 2001 hat sie ohne Abtretungen gew isse M engen über ihrem Zollkontingent oder W aren eingeführt, für die sie kein Zollkontingent besass. D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 4. Bei diesem Verfahrensausgang sind der Beschw erdeführerin als unterliegender Partei säm tliche Kosten für das Beschw erdeverfahren vor dem Bundesverw altungsgericht aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D ie Verfahrenskosten w erden gem äss Art. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) m it Fr. 10'000.-- festgesetzt und m it dem Kostenvorschuss gleicher H öhe verrechnet. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG und Art. 7 Abs. 1 VG KE e contrario). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 10'000.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 10'000.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung w ird nicht ausgerichtet. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. ...) (m it G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M arkus M etz Jürg Steiger R echtsm ittelbelehrung G egen das vorliegende U rteil kann eine Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht erhoben w erden. D ie Beschw erde ist innert 30 Tagen seit der Eröffnung des angefochtenen U rteils zu erheben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift des Beschw erdeführers oder seines Vertreters zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54 und 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G ], SR 173.110). Versand am :