Beschluss vom 22. November 2012 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Andreas J. Keller und Patrick Robert-Nicoud, Gerichtsschreiberin Sarah Wirz Parteien A. AG, vertreten durch Rechtsanwalt Oliver Blum, Beschwerdeführerin gegen EIDGENÖSSISCHE STEUERVERWALTUNG, Beschwerdegegnerin Gegenstand Beschlagnahme (Art. 46 f. VStrR) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: BV.2012.28 - 2 - Sachverhalt: A. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend "ESTV") führt g estützt auf Art. 67 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer (SR 642.21; VStG) ein Verwaltungsstrafverfahren gegen Unbekannt wegen Verdachts auf A bgabebetrug (Art. 14 des Bundesgesetzes über das Ve r- waltungsstrafrecht [SR 313.0; VStrR]), eventuell Hinterziehung von Ve r- rechnungssteuern im Umfang von rund CHF 21.3 Mio. (Art. 61 VStG), b e- gangen im Geschäftsbereich der B. SA . Der Untersuchung liegt der V er- dacht zugrunde, dass die B. SA im Geschäftsjahr 2009 ihrem Aktionär C. eine verrechnungssteuerpflichtige Leistung im Umfang von rund CHF 60.9 Mio. hat zukommen lassen, ohne die darauf geschuldete Ve r- rechnungssteuer fristgerecht gegenüber der ESTV zu dekl arieren und a b- zurechnen (act. 2, S. 2). Im Rahmen dieser Untersuchung beschlagnahmte die ESTV anlässlich ei- ner Hausdurchsuchung am Wohnort bei D. am 4. April 2012 Bargeld in Hö- he von CHF 62'780.-- und EURO 314'800.-- sowie 24 Goldbarren . D. ist nicht Eigentümerin sondern lediglich Inhaberin der beschlagnahmten Ve r- mögenswerte (act. 1.2). Die ESTV geht davon aus, dass die A. AG und/oder C. Eigentümer der beschlagnahmten Vermögenswerte sind. Deswegen wurde die A. AG mit Schreiben der ESTV vom 10. April 2012 über die Beschlagnahme orientiert (act. 2.1). B. Mit Beschwerde vom 11. April 2012 gelangte die A. AG an den Direktor der ESTV und beantragt Folgendes: "1. Die Dritten gehörenden Vermögenswerte (Bargeld und Goldbarren), die im Ra h- men der Hausdurchsuchung vo m 4. April 2012 beschlagnahmt wurden , seien fre i- zugeben. 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Steuerverwaltung." Der Direktor der ESTV leitete die Beschwerde mit seiner Stellungnahme am 18. April 2012 der Beschwerdekammer des Bun desstrafgerichts weiter und beantragt die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 2). Sowohl die A. AG als auch die ESTV hielten anlässlich des weiteren Schrif- tenwechsels an ihren gestellten Anträgen fest (vgl. act. 7 und act. 10). - 3 - Auf die Au sführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, s o- weit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug g e- nommen. Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 67 Abs. 1 VStG findet auf Strafverfahren im Rahmen de s VStG das VStrR Anwendung. Folglich richtet sich das Verfahren betreffend Beschlagnahme nach Art. 45 ff. VStrR. 1.2 Gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit z u- sammenhängende Amtshandlungen kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden (Art. 26 Abs. 1 VStrR i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG). Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochtene Amtshandlung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 28 A bs. 1 VStrR). Die Beschwerde ist innert drei Tagen, nachdem der B eschwerdeführer von der Amtshandlung Kenntnis erhalten hat, bei der zuständigen Behörde schriftlich mit Antrag und kurzer Begründung einzureichen (Art. 28 Abs. 3 VStrR). Ist die Beschwerde nicht gegen den Direktor oder Chef der beteilig- ten Verwaltung gerichtet, ist sie bei diesem einzureichen (Art. 26 Abs. 2 lit. b VStrR). Berichtigt derselbe die angefochtene Amtshandlung nicht im Sinne der gestellten Anträge, hat er die Beschwerde mit seiner Äusserung spätestens am dritten Werktag nach ihrem Ein gang an die Beschwerde- kammer weiterzuleiten (Art. 26 Abs. 3 VStrR). 1.3 Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwerde die Freigabe von Dritten gehörenden Vermögenswerten, die im Rahmen der Hausdurch su- chung vom 4. April 2012 beschlagnahmt wurden (act. 1). Wie dem Protokoll über die beschlagnahmten Vermögenswerte (act. 1.2) zu entnehmen ist, wurden in den Räumlichkeiten Bargeld sowie 24 Goldbarren sichergestellt. Diese Vermögenswerte seien nicht der Inhaberin D. zuzurechnen (act. 1.2). Gemäss Ausführungen der Beschwerdeführerin handelt es sich bei den beschlagnahmten Vermögenswerten teilweise um ihr eigenes Ei gentum und teilweise um Eigentum von Dritten, die ihr einen Aufbewahrungsauftrag erteilt hätten. Sie habe ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der Beschlagnahme, da sie als Drittperson nicht mehr über ihre eigenen Ve r- mögenswerte verfügen und auch einer geforderten Herausgabe ihrer Au f- traggeber nicht mehr nachkommen könne (act. 1, S. 3). Gemäss dem von - 4 - der Beschwerdeführerin zu den Akten gegebenem Verzeichnis (act. 1.4 und act. 7.24) gehören vier Goldbarren C., elf der E., zwei der Stif tung F. und eine r – NR. 1 – der Beschwerdeführerin selbst. Die übrigen sechs Goldbarren sind nicht auf diesem Verzeichnis aufgeführt und können daher nicht zugeordnet werden. Wem das Bargeld zuzuordnen ist , ist ebenfalls nicht eindeutig, die Beschwerdeführerin bringt jedoch nicht vor, dass sie dessen rechtmässige Eigentümerin ist. Die Beschwerdeführerin macht z u- dem geltend, die Eigentümer der übrigen Vermögenswerte hätten ihr ein en Aufbewahrungsauftrag erteilt. Von wem sie diesen hinsichtlich welche r Vermögenswerte erhalten hat und was dessen Inhalt sein soll, legt sie in keiner Weise dar. Deswegen kann ihre Besc hwerdelegitimation nur bezüg- lich des ihr gehörenden Goldbarrens anerkannt werden. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist hinsichtlich des einen Goldbarrens einzutreten. 2. Die Beschwerdeführerin rügt die Verletzung des rechtlichen Gehörs der B. SA. Diese sei vor dem Erlass der Verfügung nicht angehört worden (act. 1, S. 6 f.). Diesbezüglich gilt es festzuhalten, dass die Beschwerdefüh- rerin nur die Verletzung ihres eigenen rechtlichen Gehörs geltend machen kann und eine Anhörung der betroffenen Partei vor Erlass einer Beschla g- nahmeverfügung den Zweck der Beschlagnahme vereiteln könnte. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin ist weder e r- kennbar noch wird eine solche geltend gemacht. Die Rüge hinsichtlich der Verletzung des rechtlichen Gehörs geht daher fehl. 3. 3.1 Vom untersuchenden Beamten mit Beschlag zu belegen sind Gegenstä n- de, die als Beweismittel von Bedeutung sein können, sowie Gegenstände und andere Vermögenswerte, die voraussichtlich der Einziehung unterli e- gen (Art. 46 Abs. 1 lit. a und b VStrR). Die Beschlagnahme in diesem Sinn ist eine provisorische (konservatorische) prozessuale Massnahme zur vo r- läufigen Sicherung von Beweismitteln bzw. zur vorläufigen Sicherstellung der allenfalls der Einziehung unterlie genden Vermögenswerte (vgl. BGE 135 I 257 E. 1.5 S. 260; HAURI, Verwaltungsstrafrecht [VStrR], Bern 1998, S. 111; PIQUEREZ, Traité de procédure pénale suisse, 2. Aufl., Genf/Zürich/Basel 2006, N. 910; PIETH, Schweizerisches Strafprozessrecht, Basel 2009, S . 123). Vorliegend handelt es sich um Beschlagnahme hi n- sichtlich Vermögenswerte, die voraussichtlich der Einziehung unterliegen (Art. 46 Abs. 1 lit. b VStrR i.V.m. Art. 70 Abs. 1 StGB). Beschlagnahmt und eingezogen werden danach Gegenstände, die entweder z ur Begehung e i-- 5 - ner Tat gedient haben oder aus ihr hervorgegangen sind, oder Verm ö- genswerte, die durch eine Verwaltungsstraftat erlangt worden sind. Bei U n- tergang dieser Vermögenswerte kommen Ersatzforderungen in gleicher Höhe in Betracht (vgl. Art. 2 VStrR i.V.m. Art. 71 StGB). Die Beschlagna h- me greift dem Entscheid über die Einziehung nicht vor (EICKER/FRANK/ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstra f- verfahrensrecht, Bern 2012, S. 195 f.). 3.2 Für die Einziehungsbeschlagnahme, welche sich im Verwalt ungsstrafrecht nach Art. 69 ff. StGB richtet (vgl. Art. 2 VStrR), bedarf es eines hinreiche n- den, objektiv begründeten konkreten Verdachts (Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO; TPF 2005 84 E. 3.1.2), wonach die betroffenen Vermögenswerte durch e i- ne Straftat erlangt worden sind, dazu bestimmt waren, eine Straftat zu ve r- anlassen oder zu belohnen (siehe Art. 70 Abs. 1 StGB) oder der Verf ü- gungsmacht einer kriminellen Organisation unterliegen (siehe Art. 72 StGB). Der „hinreichende“ Verdacht setzt – in Abgrenzung zum „dr ingen- den“ – nicht voraus, dass Beweise und Indizien bereits für eine erhebliche oder hohe Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung spr echen; allerdings muss er sich im Verlaufe der Ermittlungen weiter verdichten. Die Verdachtslage unterliegt mit anderen Worte n einer umso strengeren Prüfung, „je weiter das Verfahren fortgeschritten ist“ (TPF 2010 22 E. 2.1 S. 24 f.; Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2011.25 vom 30. Mai 2011, E. 3.2; vgl. hierzu anschaulich BAUMANN, Basler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2007, Art . 72 StGB N. 21). Bei der Beurteilung der Rechtmässigkeit und Angemessenheit einer Beschlagnahme hat die Beschwerdekammer diesbezüglich jedoch keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Diese bleibt de m für die Fällung des m a- teriellrechtlichen Einziehungsentscheides zuständigen Sachgericht vorb e- halten (TPF 2010 22 E. 2.2.2 S. 26; vgl. hierzu auch EICKER/FRANK/ACHER- MANN, a.a.O., S. 194; KELLER, Strafverfahren des Bun des, AJP 2007, S. 197 ff., 211 m.w.H.). 3.3 Die Einziehungsbeschlagnahme hat schliesslich im öffentlichen Interesse zu liegen und den Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu wahren ( EI- CKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 194; TPF 2005 84 E. 3.2.2). Sie ist s o- lange gerechtfertigt, als eine spätere Einz iehung wahrscheinlich erscheint (Urteil des Bundesgerichts 1B_694/2011 vom 12. Januar 2012, E. 2.1 in f i- ne; TPF 2010 22 E. 2.1 S. 25; Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2011.25 vo m 30. Mai 2011, E. 3.2 m.w.H.). Die Zulässigkeit der B e- schlagnahme hängt nicht davon ab, ob der mit Beschlag zu belegende G e- genstand sich in den Händen des Eigentümers oder eines Dritten befindet - 6 - (EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 200, mit Hinweis auf BGE 119 IV 326 E. 7h und 120 IV 164 E. 1c). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin begründet ihre Beschwerde unter anderem damit, dass die Beschwerdegegnerin die Beschlagnahme gestützt auf einen u n- richtig und unvollständig festgestellten Sachverhalt angeordnet habe (act. 1, S. 3). Die Beschwerdegegnerin geht von folgendem Sachverhalt aus: 4.2 Die B. SA , welche Beratungsdienstleistungen für deutsche Firmen im Energiebereich erbringe und deren Bet eiligungen bis zum 16. Deze m- ber 2009 zu 100% von C. gehalten worden seien, habe der G. SA in Liqui- dation gemäss Vertrag vom 20. Mai 2009 ein Darlehen von EUR 26 Mio. (CHF 39.5 Mio.) gewährt. Als Sicherheit für das Darlehen und die Zinsen habe die G. SA in Liquidation ihre sämtlichen gegenwärtigen und zukünft i- gen Erträge aus der Verwertung der Lizenzvereinbarung mit H. vom D e- zember 2005 bis zur Höhe der besiche rten Forderungen an die B. SA ab- getreten. Jedoch seien in keiner Jahresrechnung der G. SA in Liquidation seit ihrer Gründung im Oktober 2005 bis ins Geschäftsjahr 2009 Lizenze r- träge verbucht worden. Im Jahresabschluss 2007 sei zwar im Anhang da r- auf hingewiesen worden, dass ab dem Geschäftsjahr 2009 Lizenzeinna h- men erwartet würden; im Jahresabschluss des folgenden Jahres seien dann Lizenzeinnahmen ab dem Geschäftsjahr 2010 in Aussicht gestellt worden. Im Jahre 2009 seien die Aktien der G. SA in Liquidation zu 25% von der I. SA, zu 16.8% von der J. SA in Liquidation, zu 33% von der K. SA in L i- quidation und zu 25% von der L. SA gehalten worden. C. habe zu diesem Zeitpunkt 100% an der M. SA gehalten, welche zu je 100% an der I. SA, der J. SA und der K. SA in Liquidation sowie zu 40% an der L. SA beteiligt gewesen sei. Daraus habe sich im Tatzeitraum eine indirekte Beteiligung von C. an der G. SA in Liquidation von 54.8% ergeben. Die Auszahlung des Darlehens sei durch die Begleichung einer Forderung der N. AG, Z./Russland gegenüber der G. SA in Liquidation in der Höhe von EUR 26 Mio. erfolgt. Dabei soll es sich um Projektkosten G. SA in L i- quidation gehandelt haben. In der Zusatzvereinbarung zum Darlehensvertrag, abgeschlossen zwischen B. SA und N. AG am 20. Mai 2009, sei festgehalten, dass die Auszahlung - 7 - des Darlehens unter anderem durch die Übertragung von Goldbarren und weiterer Vermögenswerte sowie durch die Banküberweisung des Restsa l- dos in der Höhe von EUR 9.9 Mio. hätte erfolgen sollen. Jedoch habe die B. SA die EUR 9.9 Mio. nicht an die N. AG überwiesen, sondern mit ihrer Forderung gegenüber der O. GmbH, Russland verrechnet. Die O. GmbH habe diesen Betrag nicht an die N. AG sondern auf ein Konto von C. über- wiesen. Damit seien rund EUR 9.9 Mio. des Darlehens der B. SA direkt an C. geflossen. Zur Begleichung der Forderung der N. AG hätten ferner Immobilien "P." im Wert von EUR 7.5 Mio. sowie Wohnungen in Y. im Wert von EUR 620'000.- auf die N. AG übertragen werden sollen. Gemäss den vorhandenen Regi s- terauszügen würden diese Immobilien und Wohnungen heute der N. GmbH, Z./Russland, gehören, obwohl die Forderung der G. SA in Liqu i- dation von der N. AG stammen würde. C. sei indirekt mit 51% an der N. GmbH beteiligt. Somit könne C. auch über diesen Teil der erfolgten Zah- lung in der Höhe von rund EUR 8.1 Mio. zur Begleichung der Forderung der N. AG indirekt weiterhin mehrheitlich verfügen. Unbekannt sei, an wen bzw. an welche Gesellschaft die restlichen Verm ö- genswerte (bzw. die Restanz des Darlehens) im Wert von rund EUR 8 Mio. gemäss Zusatzvereinbarung übertragen worden seien. Mit Beschluss der Generalversammlung vom 29. September 2009 sei die G. SA in Liquidation aufgelöst worden. Die Darlehensschuld gegenüber der B. SA sei bei der G. SA in Liquidation als "Darlehen mit Rangrücktritt" aus- gebucht worden. Im Gegenzug seien die Projektkosten im Umfang von CHF 40 Mio. abgeschrieben worden, so dass schlussendlich ein Liquidat i- onsverlust von rund CHF 0.5 Mio. resultiert sei. Die G. SA in Liquidation sei daraufhin bereits am 15. März 2010 im Handelsregister gelöscht worden. Zusammenfassend würde sich ergeben, dass zum Zeitpunkt der Darl e- hensgewährung sowohl die B. SA als auch die G. SA in Liquidation mehr- heitlich von C. gehalten worden seien. Die G. SA in Liquidation sei seit ih- rem ersten Geschäftsjahr überschuldet gewesen. Die Ertragssituation habe der G. SA in Liquidation bereits von Beginn weg verunmöglicht, je einen marktkonformen Zins für das von der B. SA erhaltene Darlehen zu beza h- len. Selbst wenn die B. SA das Darle hen vollständig aus Eigenkapital f i- nanziert hätte, hätte gemäss Rundschreiben der ESTV für Vorschüsse an Beteiligte (Nahestehende) ein Zins von mindestens 2.5% oder jährlich rund CHF 980'000 verrechnet werden müssen. Die Werthaltigkeit der gegeb e- nen Sicherheit im Zeitpunkt des Darlehensvertragsabschlusses sei höchst - 8 - zweifelhaft, habe doch die G. SA in Liquidation seit ihrer Gründung im O k- tober 2005 nie einen Lizenzertrag ausgewiesen und auch nie eine Lizenz aktiviert. Zudem habe die B. SA das Darlehen an di e G. SA in Liquidation vollständig abgeschrieben, ohne die dafür geleistete Sicherheit verwertet zu haben. Daraus lasse sich schliessen, dass die Werthaltigkeit der gelei s- teten Sicherheiten nicht gegeben gewesen sei. Nur gerade vier Monate nach Gewährung des Darlehens sei die Auflösung der G. SA in Liquidation beschlossen worden. Bei der Liquidation der G. SA in Liquidation seien die angeblichen Projektkosten von rund CHF 40 Mio. vollständig abgeschri e- ben worden. Die Projektresultate haben somit weder verka uft werden kön- nen noch habe eine Übertragung auf die Darlehensgeberin stattgefunden. Eine Gegenleistung für die angeblich nach Russland übertragenen Verm ö- genswerte von rund CHF 40 Mio. sei nicht ersichtlich. Die Beschwerdegegnerin sieht den Grund der Darl ehensgewährung durch die B. SA an die G. SA in Liquidation im Verhältnis zwischen dem Anteil s- inhaber und den beiden Gesellschaften begründet. Es sei offensichtlich, dass angesichts der finanziellen Situation der G. SA in Liquidation ein Dar- lehensgeschäft unter unabhängigen Geschäftspartnern mit denselben B e- dingungen nie zustande gekommen wäre. Im Zeitpunkt der Darlehensg e- währung seien bei der B. SA und der G. SA in Liquidation die gleichen Per- sonen zeichnungsberechtigt gewesen. Die Organe der B. SA seien somit über die finanzielle Situation der G. SA in Liquidation im Bild gewesen. Demnach habe die B. SA ihrem Aktionär C. eine geldwerte Leistung z u- kommen lassen. Es liege die Vermutung nahe, dass es sich beim Projekt G. SA in Liquidation und somit bei der For derung der N. AG um fingierte Geschäfte gehandelt habe, und der Gegenwert des Darlehens schliesslich indirekt dem beherrschenden Aktionär C. ausgeschüttet worden sei. Gemäss Beschwerdegegnerin bestehe der Verdacht, dass neben der B. SA unter anderem auch die Beschwerdeführerin vom deliktischen Ve r- mögensvorteil profitiert habe. So habe die B. SA der Beschwerdeführerin im Februar 2010 eine Dividende im Umfang von CHF 16.2 Mio. ausg e- schüttet. Die Vermögenswerte seien beschlagnahmt worden, weil ein Teil des deliktischen Vermögensvorteils an sie geflossen sei, ohne dass sie d a- für eine entsprechende Gegenleistung erbracht habe (act. 2, S. 6). 4.3 Hinsichtlich der mutmasslich deliktischen Handlungen im Geschäftsbereich der B. SA bringt die Beschwerdeführerin die glei chen Einwände wie im Entsiegelungsverfahren BE.2012.9 vor (vgl. act. 8), welches mit Beschluss des Bundesstrafgerichts vom 4. Oktober 2012 abgeschlossen wurde. Darin wurde festgestellt, dass in der Sache ein hinreichender Tatverdacht hin-- 9 - sichtlich Abgabebetrugs im Sinne von Art. 14 Abs. 2 VStrR i.V.m. Art. 61 VStG als gegeben zu betrachten ist. Die Darlehensgewährung seitens der A. AG an die G. SA in Liquidation erscheine unter Berücksichtigung der schlechten finanziellen Situation als fragwürdig. Konstruiert erscheine auch die Erklärung, wonach sich die N. AG im Jahre 2009 bereit erklärt habe, C. aufgrund der rechtlichen Auseinandersetzung mit der Q. ein Darlehen von maximal EUR 26 Mio. zu gewähren, ohne dafür im Gegenzug eine Siche r- heit zu erhalten. Die Vor gänge hinsichtlich der Übertragung der Imm obilien seien nicht transparent und auch die Erklärungen der Beschwerdeführerin vermöchten diesbezüglich den Eindruck einer gesamthaft undurchsichtigen Struktur von Geschäften nicht zu entkräften. Überdies entsprec he es nicht dem gewöhnlichen Geschäftsablauf, dass Vermögenswerte zur S icherung einer Schuld in den Gewahrsam des Schuldners übergeben würden. Nahe- liegend wäre es, wenn die Goldbarren der N. AG als Gläubigerin überge- ben worden wären. Insgesamt erwiesen sic h die Erklärungen der B e- schwerdeführerin für die erfolgten Transaktionen als konstruiert und zum jetzigen Zeitpunkt bestünden etliche Hinweise, dass die Transaktionen g e- tätigt wurden, um C. Vermögenswerte zu beschaffen, ohne dabei die g e- setzlichen Abgaben zu leisten (vgl. für die Be schwerdeführerin den B e- schluss des Bundesstrafgerichts BE .2012.9 vom 4. Oktober 2012, E. 5.2). An diesen Feststellungen ist auch im vorliegenden Verfahren festzuhalten. Demnach geht die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach nicht n achvoll- ziehbar sei, wie die Beschwerdegegnerin von einer verdeckten Gewin n- ausschüttung in der Höhe von CHF 39 Mio. ausgehen könne (vgl. act. 1, S. 4 und act. 6, S. 12) fehl. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin die Dividenden in der Höhe von CHF 16.2 Mio. von der B. SA erhalten hat. Jedoch macht die Beschwerdeführerin geltend, sie verfüge noch über a n- dere Einnahmequellen. So habe sie z.B. auch von der M. SA Dividenden erhalten. Es lasse sich nicht spezifizieren, welche der beschlagnahmten Mittel ursprünglich von der B. SA stammen würden (act. 1, S. 4). Die B e- schwerdeführerin übersieht dabei jedoch, dass auch Surrogate (echte und unechte) eingezogen werden können ( BAUMANN, Bas ler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 70/71 StGB N. 40, mit weiteren Hi nweisen). Dem- nach besteht der Konnex zwischen den beschlagnahmten Vermögenswe r- ten und dem mutmassli chen Delikt. Zudem ist vorliegend auch eine B e- schlagnahme gegenüber Dritten zur Durchsetzung einer Ersatzforderung möglich (vgl. BAUMANN, a.a.O., Art. 70/71 StGB N. 56). 4.4 Der Einwand, wonach die Dividende rechtmässig an die Beschwerdeführ e- rin geflossen sei (act. 1, S. 4), ist vorliegend unbeachtlich. Wie dem Ha n- delsregistereintrag zu entnehmen ist, ist der Geschäftsführer der B. SA identisch mit demjenigen der Beschwerdeführerin. Aufgrund dessen e r-- 10 - scheint es wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin über die Ve r- schleierungshandlungen im Geschäftsbereich der B. SA informiert war und somit um die mutmasslich deliktische Herkunft der Gelder wusste. Weder durch die Vermischung der Vermögenswerte noch durch eine Bestät igung der ESTV, wonach die Dividendenauszahlung unbedenklich sei, kann sich die Beschwerdeführerin von ihrer Verantwortlichkeit hinsichtlich der durch die B. SA ausgeschütteten Dividenden befreien. Die Einholung des Steuer- rulings der ESTV vermag d ie Beschwerdeführerin nicht zur gutgläubigen "Erwerberin" der Vermögenswerte zu machen, da sie – wie zuvor erläutert – um die Herkunft der Dividenden wusste. Da deliktisch erlangte Verm ö- genswerte grundsätzlich bei jedem Dritten eingezogen werden kö nnen, der diese in Kenntnis der Einziehungsgründe, mithin bösgläubig, erwirbt ( BAU- MANN, a.a.O., Art. 70/71 StGB N. 47), können vorliegend die Vermögen s- werte – sofern die weiteren Voraussetzungen ebenfalls erfüllt sind – bei der Beschwerdeführerin zwecks möglicher späterer Einziehung mit Beschlag belegt werden. 5. Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, angesichts ihres heut i- gen Wissensstandes sei es nicht auszuschliessen, dass die Beschwerd e- gegnerin auf unrechtmässige Art und Weise an Unterlagen und Informati o- nen betreffend Konten des einzigen Aktionärs der Beschwerdeführerin bei der Bank R. (heute Bank S.) gelangt sei. Wäre dies so, so wären die Unter- lagen und Informationen für die Beschwerdegegnerin nicht v erwertbar und gestützt darauf keine Zwangsmassnahmen zu lässig (act. 1, S. 5 sowie act. 8, S. 13). Die Beschwerdeführerin unterlässt es indes aufzuzeigen, i n- wiefern die Beschwerdegegnerin in unrechtmässiger Art und Weise geha n- delt haben soll. Ohne die Angab e von diesbezüglichen Anhaltspunkten ist es der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts selbstredend nicht möglich, diesen Einwand zu überprüfen. Aus den Akten sind keine diesb e- zügliche Anhaltspunkte ersichtlich. 6. Die Beschwerdeführerin bringt vor, es kö nnten bei ihr keine Mittel b e- schlagnahmt werden, um eine allfällige Bussenforderung zu sichern (act. 8, S. 15). Sie übersieht dabei, dass die Beschlagnahme nicht zur Sicherung der Busse erfolgt, sondern weil es sich bei den beschlagnahmten Verm ö- genswerten um solche handelt, die aus einer mutmasslich deliktischen Handlung stammen und deswegen voraussichtlich der Einziehung unterli e- gen (act. 1.2, S. 2). Ihr diesbezüglicher Einwand geht daher fehl. An dieser Stelle sei auch ausgeführt, dass es sich bei der vor liegenden Beschla g- nahme im Sinne von Art. 46 Abs. 1 lit. a VStrR nicht um eine Sicherstellung - 11 - oder einen Arrestbefehl gestützt auf Art. 47 VStG handelt. Die beiden Inst i- tute sind strikt voneinander zu trennen und eine Sicherstellung stellt somit auch keine mildere Massnahme gegenüber der Beschlagnahme dar. Dass C. vorliegend die Sicherstellung der Forderung angeboten hat, ist somit für die Aufrechterhaltung der vorliegenden Beschlagnahme unbeachtlich. 7. 7.1 Die Beschwerdeführerin wendet gegen die Beschlagnahme ein, sie verle t- ze den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Die Beschlagnahme stelle eine existenzielle Bedrohung für die Fortführung der Geschäftstätigkeit der B e- schwerdeführerin dar (act. 1, S. 6 und act. 8, S. 8 und 14). Bis auf ein fre i- gegebenes Bankkonto mit einem Saldo von rund CHF 86'000 zur Deckung der dringendsten finanziellen Verpflichtungen seien sämtliche finanzielle Mittel der Beschwerdeführerin blockiert. Sie sei daher nicht in der Lage, i h- ren umfangreichen finanziellen Verpflichtungen nachzuko mmen, insbeson- dere im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen der B. SA und der M. SA mit der Q., wozu sie sich beim Verkauf dieser beiden Gesellschaften vertraglich verpflichtet habe (act. 8, S. 6). Überdies seien insgesamt Ve r- mögenswerte von mindestens CHF 51.7 Mio. beschlagnahmt, obwohl die Forderung mit CHF 21.3 Mio. beziffert werde. Diese Forderung sei als viel zu hoch einzustufen, da eine Aufrechnung ins Hundert vorliegend nicht zur Anwendung gelange. Zudem könne C. als in Russland ansässige natürl i- che Person die Verrechnungssteuer bis auf eine Sockelsteuer von 15% z u- rückfordern. Insgesamt ergäbe dies eine maximal zu sichernde Verrec h- nungssteuer von lediglich CHF 5.9 Mio. (act. 8, S. 14 f.). 7.1.1 Damit die vorliegende Beschlagnahme auf ihre Verhältnismäs sigkeit über- prüft werden kann, muss zuerst die Höhe der mutmasslichen Forderung der ESTV eruiert werden. Die Verrechnungssteuer ist eine Selbstveranlagungssteuer und ist vom Steuerpflichtigen spontan zu deklarieren und zu entrichten. Das Grundko n- zept der Verrechnungssteuer ist gekennzeichnet durch die Steuererhebung (Art. 4 ff. VStG) und die Steuerrückerstattung (Art. 21 ff. VStG). Im Steue r- erhebungsverfahren hat der Schuldner der steuerbaren Leistung als Ste u- ersubjekt die geschuldete Steuer der ES TV zu en trichten. Von Gesetzes wegen ist er dabei verpflichtet, die Verrechnungssteuer auf den Gläubiger zu überwälzen, indem er die steuerbare Leistung um den Steuerbetrag kürzt und nur diese Nettoleistung direkt an den Gläubiger ausrichtet (REICH, Steuerrecht, Zürich 2009, S. 514 f.). Gemäss Art. 11 VStG wird die Steuer-- 12 - pflicht entweder durch Entrichtung der Steuer oder durch Meldung der steuerbaren Leistung erfüllt. 7.1.2 Gemäss vorstehenden Erwägungen besteht der Verdacht, dass die B. SA im Geschäftsjahr 2009 ihrem Aktionär C. eine verrechnungssteuerpflichtige Leistung von rund CHF 60.9 Mio. hat zukommen lassen, ohne die darauf geschuldete Verrechnungssteuer fristgerecht gegenüber der ESTV dekl a- riert und abgerechnet zu haben. Im Februar 2010 erfolgte seitens der B. SA eine Dividendenzahlung an die Beschwerdeführerin in Höhe von CHF 16.2 Mio. Wie zuvor erläutert, besteht der Verdacht, dass die Beschwerdeführ e- rin dadurch ebenfalls in den Genuss des einzuziehenden Vermögensvo r- teils gekommen ist und deswegen – unter den konkreten Umständen – eine Beschlagnahme bei ihr zulässig ist. Wie sich der genaue Sachverhalt zuge- tragen hat, wohin welche Vermögenswerte wann unter welchen Bedingu n- gen geflossen sind, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen und steht zum jetzigen Zeitpun kt noch nicht abschliessend fest. Wurde die Verrec h- nungssteuer nicht überwälzt, kommt es gemäss Praxis der ESTV zu einer Aufrechnung ins Hundert. Aufgrund des Verfahrensstandes kann zurzeit noch nicht abschliessend beurteilt werden, ob dies vorliegend der Fall sein wird. Jedoch liegen Hinweise vor, wonach keine Abzüge getätigt wurden. Ohne Überprüfung des genauen Geldflusses lässt sich diesbezüglich keine endgültige Aussage machen. Die Klärung der Frage, ob ein Anspruch auf Rückerstattung seitens C. besteht, und falls ja, in welchem Umfang, ist zur- zeit noch nicht möglich. Zuerst muss der genaue Sachverhalt abgeklärt und dessen rechtliche Einordnung vorgenommen werden. Unter diesen U m- ständen, insbesondere unter Berücksichtigung des Verfahrensstandes, ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, die mutmassliche Steuerforderung auf den gesamten Betrag von CHF 60.9 Mio. zu berechnen (vgl. act. 2, S. 5), nicht zu beanstanden. 7.1.3 Bei der Beschwerdeführerin wurden Bankguthaben in Höhe von rund CHF 2.6 Mio. beschlagnahmt. Überdies wurden noch Goldbarren in den Schliessfächern von C. beschlagnahmt, die gemäss Ausführungen der B e- schwerdegegnerin, jedoch nicht genau zuzuordnen sind, von welchen j e- doch höchstens 19 Barren im Gesamtwert von zurzeit höchstens CHF 11 Mio. der Bes chwerdeführerin zuzurechnen sind (vgl. act. 2, S. 6 und act. 11, S. 9 f.). Da die Beschwerdeführerin durch die Ausschüttung der Dividende seitens der B. SA in den Genuss eines Vermögensvorteils von CHF 16.2 Mio. gekommen ist, der mutmasslich aus dem Abgabe delikt stammt, erscheint die Beschlagnahme von Vermögenswerten in der Höhe von CHF 2.6 Mio. und EUR 20'198.82 (inkl. den Goldbarren höchstens CHF 14 Mio.) durchaus als verhältnismässig. Für die vorliegende Beurte i-- 13 - lung unbeachtlich ist hingegen, welche Verm ögenswerte bei anderen B e- troffenen beschlagnahmt wurden. Für den weiteren Verfahrensablauf ist e i- ne Auflistung der beschlagnahmten Vermögenswerte und deren Zugeh ö- rigkeit unerlässlich. 7.2 7.2.1 Die Beschwerdeführerin wendet weiter ein, C. habe der ESTV meh rfach angeboten, das in den drei auf ihn persönlich lautenden Bank T. - Schliessfächern lagernde Gold als Sicherheit zu geben. Das Gold sei rund CHF 23 Mio. wert und reiche damit aus, sämtliche Steuerforderu n- gen und sogar allfällige Bussen zu decken (act. 8, S. 15). 7.2.2 Wie bereits zuvor ausgeführt (vgl. E . 6), erfolgte die Beschlagnahme der Vermögenswerte unter dem Aspekt der Einziehung. Eine Sicherstellung der mutmasslichen Forderung durch Vermögenswerte von C. vermag die- sen Zweck nicht zu erfüllen und stellt damit au ch keine mildere Mas s- nahme zur Erreichung der Einziehung der Vermögenswerte, welche mu t- masslich deliktischer Herkunft sind, dar. Überdies steht gemäss Ausfü h- rungen der Beschwerdegegnerin nicht eindeutig fest, wem die Goldbarren aus den Schliessfächern bei der Bank T. zuzuordnen sind (act. 11, S. 8 f.). 7.3 7.3.1 Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, die Beschlagnahme sämtlicher ihrer Vermögenswerte stelle für sie eine unverhältnismässige Härte dar, da sie dadurch nicht mehr in der Lage sei, ihre laufen den Kos- ten (insbesondere Löhne und Auslagen) zu bestreiten (act. 1, S. 4 und act. 8, S. 6). 7.3.2 Bezüglich dieser Rüge kann auf die Verfügung des Präsidenten der B e- schwerdekammer des Bundesstrafgerichts vom 5. Juli 2012 (BP.2012.20) verwiesen werden, worin fes tgehalten wird, dass die Beschwerdeführerin nicht eindeutig darlegt, welchen Personen welche Lohnansprüche aus welcher Arbeit zustehen. In jenem Verfahren machte die Beschwerdefü h- rerin geltend, sie übe zurzeit keine ertragsbringende Geschäftstätigkeit mehr aus und ihre Tätigkeit beschränke sich auf die Führung des Verfa h- rens gegen die ESTV sowie auf die Betreuung der Schiedsverfahren (vgl. Entscheid des Bundesstrafgerichts BP.2012.20 vom 5. Juli 2012). Zudem bringt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde selbst hervor, sie ve r- füge nebst den Dividenden von der B. SA noch über weitere Einnahm e- quellen und führt dabei als nur ein Beispiel die Dividenden der M. SA an (act. 1, S. 4). Die Beschwerdeführerin ist auf diesen Ausführungen zu b e-- 14 - haften und es ist demn ach davon auszugehen, dass neben den obeng e- nannten Dividendeneinnahmen noch weitere Einnahmequellen bestehen. Gemäss vorstehenden Ausführungen erweist sich die Beschlagna hme im jetzigen Verfahrensstadium insgesamt als verhältnismässig. Die Beschwerde er weist sich demnach als unbegründet und ist abzuwe i- sen. 8. Gemäss Art. 25 Abs. 4 VStrR richtet sich die Kostenpflicht im Beschwerd e- verfahren vor der Beschwerdekammer nach Art. 73 StBOG. Art. 73 StBOG verweist seinerseits auf das Reglement des Bundesstrafgeri chts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bu n- desstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162). Da dem BStKR jedoch keine Regelung über die Verteilung der Gerichtskosten zu entnehmen ist, ist e r- gänzend die Regelung des BGG anzuwende n, was auch der bisherigen gesetzlichen Regelung entspricht ( vgl. den Beschluss des Bundesstrafg e- richts BV.2011.2 vom 16. März 2011, E. 2 ). Als unterliegende Partei hat somit die Beschwerdeführerin die Kosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG analog). Die Gerichtsgebühr ist auf CHF 1'500.-- festzusetzen (Art. 8 Abs. 1 BStKR) und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. - 15 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird. 2. Die Gerichtskosten von CHF 1'500.-- werden der Beschwerdeführerin aufe r- legt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. Bellinzona, 23. November 2012 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: Zustellung an - Rechtsanwalt Oliver Blum - Eidgenössische Steuerverwaltung Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).