BRKE III Nr. 187/1997 vom 22. Oktober 1997 in BEZ 1998 Nr. 13 (bestätigt mit VB.97.00504 vom 4. März 1998) 6. a) Die Rekurrenten machen geltend, dass das von ihnen angefochtene Pr o- jekt zu einer Übernutzung der Baupa rzelle führe. Zur Begründung führen sie an, dass bei der Ermittlung der – für die Frage der Nichtanrec henbarkeit von Nutzfl ä- chen in Dach - und Untergeschossen massgeblichen – «gesamten zulässigen Au s- nützung» im Sinne von § 255 Abs. 2 PBG der von Art. 14 Abs. 3 BauO vor gesehene Gewerbebonus nicht hätte berücksichtigt werden dürfen. Da die Dachgeschosse ausschliesslich W ohnzwecken dienten, dürfe der Umfang der nicht anrechenbaren Nutzfläche in diesen Geschossen lediglich anhand der Ausnützung ermittelt werden, welche Art. 9 Abs. 1 BauO in der hier massgeblichen dreigeschossigen W ohnzone mit Gewerbeerleichterung (WG3) für das Wohnen zur Verfügung stelle. b) Nach § 255 Abs. 1 PBG sind an die Ausnützungsziffer alle dem W ohnen, Ar- beiten oder sonst dem dauer nden Aufenthalt dienenden oder hierfür verwend baren Räume in Vollgeschossen samt Erschliessungsflächen, Sanitä rräumen und inneren Trennwänden anzurechnen. Entsprechende Flächen in Dach - und Untergeschossen sind nach § 255 Abs. 2 PBG anrechenbar, soweit sie je Geschoss die Fläche übe r- schreiten, welche sich bei gleichmässiger Aufteilung der gesamten zulässigen Au s- nützung auf die zulässige Vollgeschosszahl ergäbe. Der Sinn des anlässlich der Gesetzesrevision vom 1. September 1991 im vo r- stehenden Sinn neugefassten § 255 Abs. 2 PBG liegt allein darin, Missbräuchen entgegenzuwirken. Die Norm will verhindern, dass archite ktonisch unbefriedigende Bauten erstellt werden, bei denen zur Vermeidung der Anrechnung an die Ausnü t- zung grosse (oder gar sämtliche [sog. «Nullhaus»]) Teile der Nutzflächen in Dach - und Untergeschossen u ntergebracht werden. Ein weitergehender Zweck kommt die- ser Bestimmung nicht zu. In sbesondere hat sie keine ausnützungsbeschränkende Funktion im Sinne der rekurrent ischen Auslegung. Die gesamte zulässige Ausnü t- zung im Sinne von § 255 Abs. 2 PBG bildet dasjenige Mass, welches die Bauor d- nung in den jeweils fr aglichen Bauzonen für die zonenkonformen Verwendungszw e- cke insgesamt zur Verfügung stellt. Gewährt eine Bau - und Zonenordnung wie vo r- liegend einen sog. Gewerbebonus, so sind diesbezügl iche Ausnützungserhöhungen entgegen der rekurrentischen Auffassung bei d er Frage, in welchem Umfang Nut z- flächen in Dach- und Untergeschossen nicht anrechenbar se ien, nicht unberücksich- tigt zu lassen.- 2 - Vielmehr bilden derartige, gestützt auf § 49a Abs. 3 PBG statuierte erhöhte Nu t- zungsziffern für gewerbliche Zwecke Teil der gesa mthaft zulässigen Ausnützung. Daran ändert nichts, dass diese zusätzlichen Nutzflächen nicht bedingungslos, so n- dern ledi glich unter der Voraussetzung der gewerblichen Verwendung konsumiert werden können. Verzichtet ein Bauherr auf die Möglichkeit, die auss chliesslich für gewerbliche Zwecke zugelassenen Nutzflächen zu realisieren, so verhält es sich im Ergebnis nicht wesentlich anders, als wenn in einer Zone ohne Gewerbebonus die zulässige Ausnü tzung nicht vollständig ausgeschöpft wird, was nicht dazu führt, dass sich die nicht anrechenbaren Nutzflächen in Dach - und Untergeschossen r e- duzierten. Deren Mass entspricht auch diesfalls dem der zonengemässen Vollg e- schosszahl entsprechenden Bruchteil der the oretisch zulässigen Maximalausnü t- zung, auf welche § 255 Abs. 2 PBG abstellt. Die Nichtberücksichtigung eines allfälligen Gewerbebonus würde insbesondere dann zu einem unhaltbaren Resultat führen, wenn dieser neben der ansonsten z u- lässigen Ausnützung ausgeschöpft würde, indem die in Dach - und Untergeschossen ausnützungsprivilegierten Flächen entgegen dem Gesetzeswortlaut nicht dem von der z ulässigen Geschosszahl abhängigen Bruchteil der gesamthaft möglichen und auch real isierten Ausnützung entsprächen. Der Umstand, dass ein zur Gesamtau s- nützung g ezählter Gewerbebonu s entgegen dem primären Zweck di eses Instituts mittelbar auch zu einem «W ohnbonus» wird, kann im Hinblick auf den regelmässig geringen Umfang, in welchem dies der Fall ist, ohne weiteres hingenommen werden. Unpraktikabel wäre es, die Berücksichtigung eines allfälligen Gewerbebonus im Si n- ne des rekurrentischen D afürhaltens von der tatsächlichen Dachgeschossnutzung abhängig zu machen. Die rekurrentischen Einwände erweisen sich als unbegründet.