B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-3321/2012 U r t e i l v o m 2 8 . M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Richter Francesco Brentani (Vorsitz), Richter Daniel Stufetti, Richter Frank Seethaler, Gerichtsschreiberin Andrea Giorgia Röllin. Parteien X._______, vertreten durch lic. iur. Gojko Reljic, Rechtsberatung für Ausländer Go-Re-Ma, _______, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand IV-Rente. B-3321/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die am '_______' 1953 geborene, in Bosnien -Herzegovina wohnhafte bosnische Staatsangehörige X._______ ist verheiratet und Mutter einer Ende 1997 geborenen Tochter. Die ungelernte Hilfsarbeiterin war in den Jahren 1977 bis 1999 während über 215 Monaten in der Schweiz in ver- schiedenen Anstellungen tätig (IV-act. 5) und leistete dabei Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV). Danach war X._______ nicht mehr erwerbstätig (IV-act. 11 und IV-act. 13 S. 5-8). B. Am 2. März 2011 stellte X._______ beim bosnischen Sozialversich e- rungsträger zuhanden der IV -Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA; nachfolgend auch: Vorinstanz) ein Gesuch um Rentenleistungen der schweizerischen Invalidenversicherung (IV-act. 4). Die IVSTA holte einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, IV-act. 5), Auskünfte der Versicherten (Versichertenfragebogen [IV-act. 13 S. 7-8] und Fragebogen für die im Haushalt tätigen Versicherten [IV -act. 13 S. 1 -4]) s owie eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes ( nachfolgend: RAD) Rhone (IV-act. 22) ein. Mit Vorbescheid vom 7. November 2011 stellte die IVSTA der Versicherten die Abweisung des Leistungs begehrens in Au s- sicht (IV -act. 25). Dagegen erhob X._______ mit Schreiben vom 8. November 2011 (IV-act. 26) und 16. November 2011 (IV -act. 28) Ei n- wand. Nachdem der RAD Rhone am 6. Dezember 2011 (IV-act. 31) sowie am 2., 10. und 16. Februar 2012 (IV-act. 36) erneut Stellung genommen hatte, verfügte die Vorins tanz am 8. Jun i 2012 wie angekündigt (IV-act. 37). C. Mit Beschwerde vom 21. Juni 2012 beantragt X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) vor dem Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der Verfügung vom 8. Juni 2012 und die Zusprache einer ganzen Rente oder die erneute Abklärung der Sache. D. In ihrer Vernehmlassung vom 16. November 2012 stellt die Vorinstanz Antrag auf Abweisung der Beschwerde. B-3321/2012 Seite 3 E. Am 17. Januar 2013 hat die Beschwerdeführerin dem Bundesverwa l- tungsgericht unaufgefordert eine Stellungnahme unter Beilage eines hausärztlichen Berichts vom 3. Januar 2013 ein gereicht. Die Beschwe r- deführerin hält in diesem Schreiben sinngemäss an ihrem Antrag fest. Mit Verfügung vom 28. Januar 2013 ist diese Eingabe der Vorinstanz zur Kenntnis gebracht worden, wo bei es der Vorinstanz freigestellt wurde, dazu Stellung zu nehmen. Die Vorinstanz hat keine Stellungnahme einge- reicht. F. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der n ach- folgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Nach Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsg e- richt vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invali- denversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bu n- desverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa ltungsgericht ist damit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sowei t das VGG nichts a n- deres bestimmt. Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 Bst. d bis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungss a- chen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Inval i- denversicherung (Art. 1a bis 26 bis und 28 bis 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. B-3321/2012 Seite 4 1.3 Als Adressat der ang efochtenen Verfügung ist die Beschwerdeführ e- rin besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Ä n- derung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Die dreissigtägige Beschwerd e- frist (Art. 60 ATSG) ist gewahrt und der eingeforderte Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. 2.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdeve r- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Mis s- brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder un- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie U n- angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 2.2 Zur Begründung ihrer Beschwerde führt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, es seien die Voraussetzungen für eine ganze I nvali- denrente erfüllt. In der angefochtenen Verfügung und der RAD -Beurtei- lung vom 10. Februar 2012 werde eine Arbeitsunfähigkeit in einer berufl i- chen Tätigkeit bestätigt, aber kein In validitätsgrad genannt. Die RAD-Ärzte gäben nicht an, wieso sie die Befu nde der Spezialärzte aus Bosnien nicht akzeptierten. Die Beurteilungen der bosnischen Ärzte und der RAD -Ärzte seien gänzlich unterschiedlich. In ihrer Stellungnahme vom 17. Januar 2013 betonte die Beschwerdeführerin, aus dem Hau s- arztbericht vom 3. Januar 2 013 und der bisherigen medizinischen Dok u- mentation gehe klar hervor, dass es sich um eine mindestens 70%ige A r- beitsunfähigkeit bzw. Erwerbseinbusse handle. 2.3 Die Vorinstanz begründet ihre leistungsabweisende Verfügung vom 8. Juni 2012 im Wesentlichen damit, es liege keine ausreichende durc h- schnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres vor. Eine Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich sei noch immer in rentenausschliessender Weise zumut bar. Im Haushaltsbereich sei die Versicherte seit dem 1. März 2008 zu 34 % eingeschränkt. In ihrer Vernehmlassung weist die Vorinstanz darauf hin, dass die Beschwerdeführerin bei der Bemessung der verbliebenen Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hausfrau zu qualifizieren sei. Demnach vermöchten di e psychischen Lei- den keine weiterreichende Invalidität zu begr ünden. Die medizinische Dokumentation sei ausführlich und habe dem beurteilenden RAD-Arzt ein umfassendes und präzises Bild der Beschwerden vermittelt. B-3321/2012 Seite 5 2.4 Im vorliegenden Verfahren ist somit streit ig und vom Bundesverwa l- tungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz das Leistungsbegehren der B e- schwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat und in diesem Zusamme n- hang insbesondere, ob die Vorinstanz den Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt hat. 2.5 Das Bundesverwaltungsgericht ist indessen gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Be- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gu t- heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer B e- gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. HÄBERLI, in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Art. 62 N 40). 3. 3.1 Die Beschwerdeführerin besitzt die Staatsbürgerschaft von Bosnien und Herzegowina und wohnt in Bosnien. Die Schweiz handelt zurzeit mit Bosnien und Herzegowina ein Sozialversicherungsabkommen aus, wobei hinsichtlich des Inkrafttretens noch k eine Angaben möglich sind (vgl. www.zas.admin.ch > International > Bilaterale Abkommen; zuletzt besucht am 10. Februar 2014). Bis zum Inkrafttreten dieser neuen A b- kommen ist weiterhin das bisherige Abkommen zwischen der Schweizeri- schen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über S ozialversicherung vom 8. Juni 1962 (SR 0.831.109.818.1) a n- wendbar (vgl. BGE 126 V 198 E . 2b und 122 V 381 E. 1 mit Hinweisen). Nach Art. 2 dieses Abkommens stehen die Staatsangehörigen der Ve r- tragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 de s Abkom- mens genannten Rechtsbereichen, zu welchen auch die schweizerische Bundesgesetzgebung über die Invalidenversicherung gehört, einander gleich, soweit nichts anderes bestimmt ist. Hinsichtlich der Voraussetzu n- gen des Anspruchs auf eine schweizerische Invalidenrente sowie der an- wendbaren Verfahrensvorschriften sieht das Abkommen keine im vorli e- genden Verfahren relevanten Abweichungen vom Grundsatz der Gleic h- stellung vor. Die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi cherung besteht, bestimmt sich daher vo r- liegend alleine auf Grund der schweizerischen Rechtsvorschriften. Insbesondere sind die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz nicht an Feststellungen und Entscheide ausländischer Versicherungstr ä- ger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und B-3321/2012 Seite 6 Anspruchsbeginn gebunden (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; AHI -Praxis 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürd i- gung des Gerichts (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsg e- richts [seit 1. Januar 2007: Bundesgericht] vom 11. Dezember 1981; zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung: BGE 125 V 351 E. 3a). 3.2 In zeitlicher Hinsicht sind sodann grundsätzlich diejenigen Rec htssät- ze massgebend, welche bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 132 V 220 E. 3.1.1 und 131 V 11 E. 1). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Recht s- wechsel aufgrund der bisherigen sowie ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen ( pro rata temporis; BGE 130 V 445). Das Bu n- desverwaltungsgericht stellt dabei auf den Sachverhalt ab, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung verwirklicht hat (BGE 131 V 242 E. 1. 1 mit Hinweisen und BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Ta t- sachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normal- fall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Nachträgliche Rechtsänderungen sind nur dann zu beachten, wenn ihre sofortige Anwendung verfahrensrechtlich geboten oder durch spezialgesetzliche Übergangsbestimmungen angeordnet ist. Rechts- und Sachverhaltsänderungen, die nach dem massgebenden Zeitpunkt des Er- lasses der streitigen Verfügung (hier: 8. Juni 2012) e intraten, sind daher im vorliegenden Verfahren grundsätzlich nicht zu berücksichtigen (vgl. BGE 130 V 329, 130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b und 129 V 1 E. 1.2, je mit Hinweisen). 3.3 Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der ange- fochtenen Verfügung vom 8. Juni 2012 in Kraft standen; weiter aber auch alle übrigen Vorschriften, die für die Beurteilung der streitigen Verfügung im vorliegend massgeblichen Zeitraum von Belang sind. Da sich der a l- lenfalls anspruchsbegründende Sachverhalt vornehmlich im Zeitraum März 2011 bis Juni 2012 zugetragen hat, ist vorliegend entsprechend grundsätzlich auf die materiellen Bestimmungen des IVG und der Veror d- nung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) in der Fassung gemäss den am 1. Januar 2008 in Kraft g e- tretenen Änderungen (5. IV -Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) abzustellen. Zudem sind die mit dem ersten Massnahme npaket der 6. IV-Revision am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Änderungen des IVG und der IVV (IV-Revision 6a; IVG in der Fassung vom 18. März 2011 B-3321/2012 Seite 7 [AS 2011 5659], IVV in der Fassung vom 16. November 2011 [AS 2011 5679]) zu beachten, soweit diese einschlägig sind. Ferner sind das ATSG und die Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11) vornehmlich in den j e- weiligen Fassungen der IV-Revisionen 5 und 6a anzuwenden (ATSG vom 6. Oktober 2006 und ATSV vom 28. September 2007 [5. IV-Revision, AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155; in Kraft seit 1. Januar 2008] sowie ATSG vom 18. März 2011 und ATSV vom 16. November 2011 [IV -Revision 6a, AS 2011 5659 bzw. AS 2011 5679; in Kraft seit 1. Januar 2012]). 4. 4.1 Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung habe n gemäss Art. 6 Abs. 1 IVG schweizerische und ausländische Staatsangehörige sowie Staatenlose. Art. 39 IVG bleibt vorbehalten. Nach Art. 6 Abs. 2 IVG sind ausländische Staatsangehörige vorbehältlich Art. 9 Abs. 3 IVG nur anspruchsberechtigt, solange sie ih ren Wohnsitz und gewöhnlichen Au f- enthalt nach Art. 13 ATSG in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgeha l- ten ha ben. Dieser innerstaatlichen Bestimmung gehen diejenigen der zwischenstaatlichen Vereinbarungen vor, welche die Schweiz mit auslä n- dischen Staaten abgeschlossen hat, um die Rechtsstellung der beidseit i- gen Angehörigen in der Sozialversicherung zu regeln (vgl. BGE 111 V 202 E. 2b mit Hinweisen). Gemäss Art. 3 des Sozialversicherungsabkommens erhalten schweizeri- sche und jugoslawische Staatsangehörige, die aufgrund der in Art. 1 die- ses Abkommens genannten Gesetzgebungen Leistungen beanspruchen können, diese Leis tungen in vollem Umfange und ohne jede Einschrä n- kung, solange sie im Gebiete eines der beiden Vertragsstaaten wohnen ; vorbehalten werden die Bestimmungen dieses Abkommens und seines Schlussprotokolls. In Bezug auf das vorliegende Verfahren ist keine rel e- vante Abweichung vom Gleichstellungsgrundsatz vorbehalten (vgl. E. 3.1 hiervor). Laut Art. 8 Bst. e des vorliegend anwendbaren Sozialversicherungsa b- kommens (hierzu vorstehend E. 3.1) werden ordentliche Invalidenrenten für Versicherte, die weniger als zur Häl fte invalid sind, jugoslawischen Staatsangehörigen jedoch nur gewährt, solange sie ihren Wohnsitz in der Schweiz haben. Vorliegend wohnt die Beschwerdeführerin, die bosnische B-3321/2012 Seite 8 Staatsbürgerin ist, in Bosnien-Herzegovina, womit ihr im Falle einer weni- ger als hälftigen Invalidität keine Invalidenrente gewährt werden kann. 4.2 Anspruch auf eine ordentliche Rente der schweizerischen Invalide n- versicherung hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt der Invalidität während der ge setzlich vorgesehenen Dauer Beiträge an die Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet hat, das heisst während mindestens drei Jahren laut Art. 36 Abs. 1 IVG. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ gegeben sein; ist eine davon ni cht erfüllt, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere zu bejahen ist. Die Beschwerdeführerin hat zum Zeitpunkt des Invaliditätseintritts – die- ser erfolgte allerfrühestens im Jahre 1999 (vgl. IV-act. 5) – zweifellos und unbestrittenermassen während mehr als drei Jahren AHV/IV-Beiträge ge- leistet, so dass die Mindestbeitragsdauer für den Anspruch auf eine o r- dentliche Invalidenrente erfüllt ist. 4.3 4.3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit da u- ernde ganze oder teilweise Erwerb sunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit ode r Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dauernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerb s- möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeit s- markt bzw. der Möglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu bet ä- tigen. Der Invaliditätsbegriff enthält damit zwei Elemente: ein me dizini- sches (Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren Sinn (dauerhafte oder länger dauer n- de Einschränkung der Erwerbsfähigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbe- reich; vgl. dazu U ELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 7 zu Art. 8). 4.3.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG im Besonderen setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssy s-B-3321/2012 Seite 9 tems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus ( vgl. BGE 130 V 396). Eine solche Diagnose ist eine rechtlich notwendige, aber nicht hinre i- chende Bedingung für einen invalidisi erenden Gesundheitsschaden (BGE 132 V 65 E. 3.4). 4.3.3 Nichterwerbstätige gelten somit als invalid, wenn eine Unmöglic h- keit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbe reich zu betätigen. Art. 7 Abs. 2 ATSG ist sinngemäss anwendbar: Demnach sind für die Beurte i- lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Ein e Erwerbs- unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht übe r- windbar ist (Art. 8 Abs. 3 ATSG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 IVG). Inva- lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten daher Einschränku n- gen der Erwerbsfähigkeit, we lche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte (BGE 131 V 49 E. 1. 2, vgl. auch BGE 102 V 165; AHI-Praxis 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen). 4.4 Ob eine versicherte Person als gan ztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nicht erwerbstätig einzustufen ist (sog. Statusfrage), ergibt sich aus der Prüfung, was diese Person bei im Übrigen unveränderten U m- ständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Diese Beurteilung ist mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persö n- lichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhäl tnisse vorzunehmen, wozu insbesondere allfällige Erziehungs - und Betreuungsaufgaben g e- genüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten, die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zählen (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3, 133 V 477 E. 6. 3, 130 V 393 E. 3.3 und 125 V 146 E. 2c, je mit weiteren Hinweisen). Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allg e- meinen Lebenserfahrung zu würdigen. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin ihre Erwerbs tätigkeit in der Schweiz im Jahre 1999 aufgegeben, weil sie in ihre Heimat zurückg e- kehrt ist. Dort war sie gemäss ihren eigenen Angaben weder selbst stän- dig noch unselbst ständig erwerbstätig, sondern mit der Haushaltführung betraut (vgl. IV -act. 11, 13 und 21). Dass die Arbeitsaufgabe wegen Krankheit erfolgte, ist den Akten nicht zu entnehmen. B-3321/2012 Seite 10 4.5 Aufgrund der vorliegenden aktenkundigen Angaben hat die Vorinstanz die Beschwerdeführerin daher zu Recht als nichterwerbstätige Versiche r- te qualifiziert, welche im hä uslichen Aufgabenbereich tätig ist und der die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, so dass sich die Bemessung der Invalidität nicht nach Art. 16 ATSG, sondern nach Art. 28a Abs. 2 IVG richtet (spezifische Methode): es ist folglich darauf abzustellen, in welchem Masse die Beschwerdeführerin unfähig ist, sich in diesem Aufgabenbereich zu betätigen. Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder s owie gemeinnützige und künstle- rische Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Invalidität wird aufgrund eines Betät i- gungsvergleichs ermittelt. Der gesamte Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten entspricht in jedem Fall einem Wert von 100 %. Die Gewichtung der einzelnen Teilbereiche der Haushaltführung hat sodann nach Massgabe der Verwaltungsweisungen zu erfolgen. Hernach ist die gesundheitlich bedingte Einschränkung in den einzelnen Teilbereichen festzustellen, woraus sich schliesslich der Invaliditätsg rad ermitteln lässt (AHI 1997 S. 291 E. 4a). In zeitlicher Hinsicht ist auf die Verhältnisse bei Entstehen des hypothetischen Rentenanspruchs abzustellen. Zu beachten ist, dass in Befolgung der Schadenminderungspflicht die versicherte Person Verhaltensweisen zu entwickeln hat, welche die Au s- wirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihr eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltsarbeiten ermöglichen. Der Umstand, dass diese Arbeiten nur mühsam und mit höherem Zeitaufwand bewältigt werden können, b e- gründet nicht ohne W eiteres eine Invalidität. Zudem wird eine Unterstü t- zung durch Familienangehörige vorausgesetzt, welche weiter geht als im Gesundheitsfall (vgl. BGE 130 V 101 E. 3.3.3). 4.6 4.6.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Vers i- cherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenb e- reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), w ährend ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b), und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). B-3321/2012 Seite 11 4.6.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht b ei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invalidität s- grad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente s o- wie bei einem In validitätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, werden jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Sch weiz haben, was laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine besondere Anspruchsvorau s- setzung darstellt (BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsang e- hörige der Europäischen Union (EU), denen bereits ab einem Invaliditäts- grad von 40 % eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie in einem Mitglie d- staat der EU Wohnsitz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG) – was vorliegend nicht der Fall ist, da Bosnien und Herzegowina nicht Mitgliedstaat der EU ist. Auf die hingegen einschränkende Bestimmung gemäss Art. 8 Bst. e des vorerwähnten Sozialversicherungsabkommens zwischen der Schweiz und Jugoslawien wurde bereits hingewiesen (vgl. E. 4.1 hiervor). 4.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Entscheidb e- hörden auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz- tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und d a- zu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig- keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Des Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fr a- ge, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 1 25 V 25 E. 4 und 115 V 133 E. 2; Rechtspr e- chung und Verwaltungspraxis in den Ber eichen AHV, IV etc., AHI-Praxis 2002, S. 62 E. 4b/cc). 4.8 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchung s- grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Ver waltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Verwa l- tungsbehörden und Sozialversicherungsgericht haben aber zusätzliche Abklärungen nur dann vorzunehmen od er zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebe n- der Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a B-3321/2012 Seite 12 mit Hinweis; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 520/99 vom 20. Juli 2000). 5. 5.1 5.1.1 Um feststellen zu können, in welchem Masse eine versicherte Pe r- son im Haushalt zufolge ihrer gesundheitlichen Beschwerden eing e- schränkt ist, bedarf es im Prinzip einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV; BGE 130 V 97 E . 3.3.1 sowie Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2011 E. 3.1.1 mit Hinweisen und 8C_671/2007 vom 13. Juni 2008 E. 3.2.1). Diese Abklärungsberichte im Haushalt stellen grundsät z- lich eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage für die Inval i- ditätsbemessung im Haushalt dar (Urteil des Eidgenössischen Versich e- rungsgerichts I 103/06 vom 6. November 2006 E. 4.1; vgl. für die Präz i- sierung der Rechtsprechung bezüglich psychischer Leiden Urteile des Bundesgerichts I 311/03 vom 22. Dezember 2003 E. 5.3, 8C_229 /2012 vom 17. September 2012 E. 5 und 9C_406/2011 vom 9. Juli 2012 E. 7). 5.1.2 Auch wenn bei den im Ausland wohnenden Versicherten mangels geeigneten Abklärungspersonen keine Haushaltabklärung im Sinne einer Abklärung an Ort und Stelle gemäss Art. 69 Abs. 2 IV V durchgeführt wer- den kann, muss die Beurteilung einer Beeinträchtigung im Haushalt nach analogen Grundsätzen erfolgen (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsg e- richts C -4781/2008 vom 28. Juni 2010 E. 4.2 und C -5131/2007 vom 16. März 2009 E. 4.2.5). Ob eine sol che Abklärung im einzelnen Fall g e- nügt, ist anhand der konkreten Umstände und Verhältnisse zu entsche i- den. 5.2 Die vorinstanzliche Feststellung in der Begründung der angefocht e- nen Verfügung, wonach die Beschwerdeführerin im Aufgabenbereich Haushalt seit dem 1. März 2008 zu 34 % eingeschränkt ist, stützt sich auf die medizinischen Unterlagen, die sich zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung in den vorinstanzlichen Akten befanden. Aus diesen Unterlagen geht im Wesentlichen Folgendes hervor: 5.2.1 Dr. med. A._______, Spezialarzt FMH für Allgemeine Medizin und Arzt des RAD Rhone , gab in seiner Stellungnahme vom 8. September 2011 (IV-act. 22) als Hauptdiagnose Lumbalgien bei degenerativen B e- schwerden gemäss ICD-10 M54.5 an. Als Nebendiagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. A._______ einen Status nach chirurg i-B-3321/2012 Seite 13 scher Reduktion und Osteosynthese wegen eines Bruchs des rechten Beines. Als Nebendiagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte der RAD -Arzt ein depres sives Syndrom, eine Persönlichkeitsstö- rung, eine arterielle Hypertonie und eine Hyperlipoproteinämie an. Für die Haushaltsarbeiten bestehe seit dem 1. März 2008 eine 34%ige Arbeits - unfähigkeit. Die Persönlichkeitsstörung beeinflusse weder die Arbeitsf ä- higkeit noch die Leist ungsfähigkeit im Haushalt dauerhaft. Die 34%ige Leistungsunfähigkeit im Haushalt sei seit dem Datum des radiologischen Hinweises auf lumbale Beschwerden vorhanden. Im Haushalt sei die Ver- sicherte folgendermassen eingeschränkt: Aktivität Minimaler Anteil Maximaler Anteil Gewichtung Behinderung Invalidität Haushaltfüh- rung 2 5 5 0 0 Ernährung 10 50 45 33 15 Wohnungs- pflege 5 20 20 33 7 Einkauf 5 10 10 50 5 Wäsche und Kleiderpflege 5 20 20 33 7 Kinderbetreu- ung 0 30 Verschiedenes 0 50 Total 100 34 5.2.2 In seiner Stellungnahme vom 6. Dezember 2011 (IV-act. 31) schrieb Dr. A._______, er habe aus dem Bericht von Dr. B._______ gefolgert, dass das depressive Syndrom nicht schwerwiegend sei und die Lei s- tungsfähigkeit im Haushalt nicht beeinflusse. Es habe keinen grösseren Einfluss als die seit langer Zeit bestehende Persönlichkeitsstörung. Die somatischen Beschwerden seien bei der Festsetzung der Leistungsfähi g- keit im Haushalt berücksichtigt worden. Die bosnischen Kollegen hätten die Invalidität im Ha ushalt pauschal beurteilt. Die Einzelanalyse von si e- ben Unterkategorien von Haushaltstätigkeiten erlaube eine genauere Schätzung. 5.2.3 In seiner Stellungnahme vom 2. Februar 2012 (IV -act. 36 S. 1 -2) hielt Dr. A._______ fest, dass aufgrund der neuen medizinischen Informa- tionen, insbesondere jenen von Prof. C._______, ein Zweifel an der G e- genwart einer Psycho pathologie bestehe, welche geeignet sei, die Lei s- tungsfähigkeit im Haushalt zu beeinflussen. B-3321/2012 Seite 14 5.2.4 Dr. med. D._______, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychoth e- rapie und ebenfalls Arzt des RAD Rhone , führte in seiner Stellungnahme vom 10. Februar 2012 (IV -act. 36 S. 3 -4) aus, vermutlich sei eine daue r- hafte Persönlichkeitsveränderung nach einer Katastrophenerfahrung g e- mäss ICD-10 F62.0 im Jahr 1994 zugegen. Allerdings habe dieser psy- chische Zustand keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im eigenen Haushalt. Die psychiatrischen Leiden veränderten die zumutbare Lei s- tungsfähigkeit im Haushalt nicht. 5.2.5 Dr. A._______ erwähnte in seiner Stellungnahme vom 16. Februar 2012 (IV-act. 36 S. 5 -6) neu als zusätzliche Nebendiagnose mit Auswi r- kung auf die Arbeitsfähigkeit eine dauerhafte Persönlichkeitsveränderung nach Katastrophenerfahrung. Die psychiatrischen Leiden seien aber ohne Folgen für die Leistungsfähigkeit im Haushalt. 5.3 RAD-Arzt Dr. A._______ legte somit im Rahmen seiner Stellungnah- me vom 8. September 2011 die gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushalt selbst tabellarisch fest und errechnete daraus das Total der von der Vorinstanz dann übernommenen Einschrän- kung von 34 % (vorstehend E. 5.2). Es handelt sich bei dieser RAD-ärztlichen Festlegung – wie sogleich zu zeigen sein wird – indessen nicht um einen ordnungsgemässen Abklärungsbericht im Haushalt, wie er von Art. 69 Abs. 2 IVV und von der Rechtsprechung verlangt wird. 5.4 5.4.1 Eine Abklärung der gesundheitlichen Einschränkungen einer vers i- cherten Person im Haushalt ist von einer qualifizierten Person zu verfa s- sen und hat in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der sich aus den mediz inischen Diagnosen ergebenden Beeinträch - tigungen und Behinderungen zu erfolgen. Ebenso muss der Bericht pla u- sibel und begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein (vgl. unter anderem Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 568/04 vom 16. Februar 2005 E. 4.2.1 mit Hi n- weisen sowie BGE 130 V 97 mit Hinweis). 5.4.2 Es ist denkbar, dass bei Wohnsitz des Versicherten im Ausland auf eine Haushaltsabklärung im oben dargelegten Sinne (E. 5.1.1 und 5.4.1) ausnahmsweise verzi chtet werden kann (E. 5.1.2 hiervor). Der Abkl ä- rungsbericht muss dann aber eine fachmedizinische Evaluation der F ä- higkeiten der Versicherten, ihre gewohn ten Aufgaben zu erfüllen, entha l-B-3321/2012 Seite 15 ten. Eine solche Evaluation wird mit Hilfe eines Arztes durchgeführt, wo- bei eine detaillierte und eingehende Betrachtung der Einschränkungen der Versicherten nach deren Anhörung dur ch den Arzt notwendig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 733/06 vom 16. Juli 2007 E. 4.2.2). 5.5 5.5.1 Dr. A._______ führte die Ermittlung der Einschränkung im Haushalt, wie bei versicherten Personen im Ausland üblich , gestützt auf die Ang a- ben der Beschwerdeführerin im Fragebogen für die im Haushalt tätigen Versicherten vom 7. Juni 2011 (IV-act. 13 S. 1 -4) und unter Berücksicht i- gung der in den Akten festgehaltenen gesundheitlichen Defizite der B e- schwerdeführerin durch. Die einzelnen Tätigkeiten wurden aufgrund der von der Beschwerdeführerin geschilderten örtlichen und infrastrukturmäs- sigen Verhältnisse von Dr. A._______ anteilsmässig prozentual gewichtet und das Ergebnis ermittelt. Aussagen der bosnischen Ärzte, auf welche der RAD-Arzt hätte abstellen können, fehlen. Die bosnischen Ärzte äu s- serten sich bloss zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer e r- werblichen Tätigkeit, ohne eine Unterscheidung zwischen einer solchen und der Haushaltstätigkeit vorzunehmen . Dr. A._______ wies ausdrück- lich darauf hin, dass diese Ärzte die Invalidität im Haushalt pauschal b e- urteilt hätten (E. 5.2.2 hiervor). Eine an Ort und Stelle vorgenommene Abklärung durch eine qualifizierte Fachperson wurde ebenfalls nicht vor- genommen. Insbesondere fand keine ärztliche Anhörung der Beschwe r- deführerin zu ihren Einschränkungen im Haushalt statt – soweit aus den Akten zu schliessen ist –, auch nicht anlässlich de r ärztlichen Unters u- chungen in Bosnien. Die RAD -ärztliche Feststellung wurde entsprechend ausschliesslich gestützt auf die dem RAD -Arzt damals vorliegenden m e- dizinischen Unterlagen, denen keine einzige explizite Äusserung eines Arztes zu allfälligen gesund heitsbedingten Beeinträchtigungen der Be - schwerdeführerin im Haushalt entnommen werden kann , und die persön- lichen Angaben der Beschwerdeführerin auf dem Frageformular zu ihrer Einschränkung im Haushalt verfasst . Dabei bediente sich der RAD-Arzt der vorstehend in E. 5.2.1 dargestellten Tabelle, ohne hierzu einen eigent- lichen Bericht zu erstellen. Der RAD -Arzt unterliess jegliche nähere B e- gründung der angegebenen Tabellenwerte. Die Grundlagen der einzelnen Tabellenwerte bzw. deren Herkunft sind ni cht nachvollziehbar dar - bzw. offengelegt. B-3321/2012 Seite 16 5.5.2 Gemäss der Beschwerdeführerin kann sie die Fussböden nicht selbst reinigen. Sie sei nicht in der Lage, den Staubsauger zu verwenden. Fenster reinigen, Einkäufe machen sowie die Wäsche besorgen, aufhän- gen, abnehmen, bügeln und flicken sei auch nicht möglich. Ferner gab die Beschwerdeführerin an, die Tochter und die anderen Familienangehö- rigen nicht betreuen und pflegen zu können . Für die Besorgung anderer Haushaltstätigkeiten und eines Nutzgartens sei zweimal monatlich die Hil- fe der Familienangehörigen und haushaltfremder Personen erforderlich (vgl. zu allem Haushaltsfragebogen vom 7. Juni 2011, IV-act. 13). Die Be- schwerdeführerin erwähnte sodann im Vorbescheidverfahren, dass sämt- liche Hausarbeiten ausschliesslich vom Ehemann und der 14jährigen Tochter ausgeführt würden (IV-act. 28). Zwischen den Angaben der Beschwerdeführerin im Haushaltsfragebogen und der Einschätzung von Dr. A._______ bestehen damit deutliche A b- weichungen: Der RAD-Arzt schätzte die Behinderung im Bereich Ernä h- rung zu einem Drittel ein (E. 5.2.1 hiervor), obwohl die Beschwerdeführe- rin diesbezüglich keine Beeinträchtigung angab (IV -act. 13 S. 2). Die Schätzung des RAD -Arztes, wonach im Bereich Wohnungspflege eine Beeinträchtigung von einem Drittel vorhanden sei (E. 5.2.1 vorstehend), steht zumindest prima vista im Gegensatz zu den Angaben der B e- schwerdeführerin, wonach sie zwar di e Betten machen, aber weder die Fussböden reinigen, noch den Staubsauger benutzen noch die Fenster reinigen könne (IV-act. 13 S. 2) , was einen gewissen Erklärungsbedarf erzeugt. Sodann ist die Beschwerdeführerin l aut der Schätzung von Dr. A._______ im Bereich Einkauf zu 50 % eingeschränkt (E. 5.2.1 hie r- vor), obgleich sie selbst diesbezüglich eine vollständige Behinderung festhielt (IV-act. 13 S. 2). In Bezug auf den Bereich Wäsche und Kleide r- pflege bezifferte der RAD-Arzt die konkrete Behinderung auf ebenfalls e i- nen Drittel (E. 5.2.1 vorstehend), obwohl die Beschwerdeführerin auch diesbezüglich schrieb, vollständig eingeschränkt zu sein (IV-act. 13 S. 2). Die Behinderungen in den Bereichen Kinderbetreuung und "Verschied e- nes" bezifferte Dr. A._______ überhaupt nicht (E. 5.2.1 hiervor) . Die er- wähnten Abweichungen werden vom RAD -Arzt nicht begründ et. Dr. A._______ setzte sich in seinen Stellungnahmen hauptsächlich mit der grundsätzlichen Frage auseinander, ob nebst den lumbalen Beschwerden auch die psychischen Leiden der Beschwerdeführerin einen Einfluss auf ihre Arbeits - bzw. Leistungsfähigkeit im Haushalt hätten . Der RAD - Psychiater Dr. D._______ äusserte sich ebenfalls nur zu dieser Grundsatzfrage. Diese verneinten die beiden RAD-Ärzte in pauschaler Weise ohne sich konkret mit den anerkannten Beschwerden und ihren ef-B-3321/2012 Seite 17 fektiven Auswirkungen auf die einzelnen Haushaltstätigkeiten auseinan- derzusetzen. Nachvollziehbar ist, dass die RAD-Ärzte ihre Beurteilung nicht einfach auf die subjektiven Aussagen der Beschwerdeführerin abstellen konnten, auch wenn es sich bei den Angaben im Haushaltfragebogen um "Aussa- gen der ersten Stunde" (zu diesem Begriff siehe BGE 121 V 45 E. 1a ) handelt. Zwar scheint es nicht ausgeschlossen, dass die Vorinstanz bei Haushalts- und Wohnverhältnissen im Ausland (vgl. E. 5.4.2 vorstehend), und wenn sie wie vorliegend über eine a usführliche medizinische Dok u- mentation mit umfassendem und präzisem Bild über die physischen und psychischen Beschwerden verfügt, direkt und unter Einbezug der Antwor- ten auf dem Fragebogen zuverlässig einschätzen kann, ob und welche Einschränkungen in den verschiedenen Haushaltstätigkeiten bestehen. Vorliegend fallen jedoch die Diskrepanzen zwischen der Beurteilung durch den RAD -Arzt und den Angaben der Beschwerdeführerin auf dem Frageformular auf. Eine Auseinandersetzung mit diesen scheint jedoch nicht bzw. zumindest nicht in erkennbarer und nachvollziehbarer Weise erfolgt zu sein. Für das Gericht ist weder aus dem angefochtenen En t- scheid noch aus den Vorakten erkennbar, auf welchen sachverhaltlichen Grundlagen und Würdigungen sich die festgehaltenen Einsch ränkungs- grade hinsichtlich der einzelnen Haushaltstätigkeiten stützen. Die vom RAD-Arzt tabellarisch festgehaltenen Einschränkungsgrade erscheinen angesichts der im Rahmen des Vorbescheidsverfahrens geäusserten voll- ständigen Untätigkeit im Haushalt und der gänzlich fehlenden Aussagen seitens der bosnischen Ärzte zur Einschränkung im Haushalt als zweifel- haft und ungesichert. 5.6 Die Überprüfung der von der Vorinstanz festgestellten gesundheit s- bedingten Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin in ihrem Aufgabe n- bereich Haushalt (34 % seit dem 1. März 2008) ergibt somit eine einde u- tig ungenügende Entscheidgrundlage. Die Einschränkungen der B e- schwerdeführerin im Haushalt wurden unzureichend abgeklärt. Eine ge- naue Einschätzung, in welchem Masse und in welchen Tätigkeiten des Haushaltes die Beschwerdeführerin allfälligen Einschränkungen unte r- liegt, bzw. Überprüfung dieser Einschätzung ist daher nicht möglich. 6. Zusammenfassend ist es nicht möglich, aufgrund der Akte n mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe, B-3321/2012 Seite 18 in welchem Umfang und ab wann die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente haben könnte. Es fehlt eine hinreichende Abklärung der Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushalt. Daher ist die angefochtene Verfügung, welche auf einer unzureichenden Beurteilung der Haushaltseinschränkungen beruht, aufzuheben. 7. 7.1 Nach der höchstrichterlichen Re chtsprechung hat das Gericht, das den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Wahl, die Sache zur weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurückzuweisen oder selber die nötigen Instruktionen vorzunehmen. Bei festgestellter Abkl ä- rungsbedürftigkeit verletzt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung als solche weder den Untersuchungsgrundsatz noch das Gebot eines einfachen und raschen Verfahrens. Anders verhielte es sich nur dann, wenn die Rückweisung an die Verwaltung einer Verweigerung des g e- richtlichen Rechtsschutzes gleichkäme (beispielsweise dann, wenn aufgrund besonderer Gegebenheiten nur ein Gerichtsgutachten bzw. a n- dere gerichtliche Beweismassnahmen geeignet wären, zur Abklärung des Sachverhalts beizutragen, vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4), o der wenn die Rückweisung nach den konkreten Umständen als unverhältnismässig be- zeichnet werden müsste (BGE 122 V 163 E. 1d). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die der Rückweisung der Sache zur weiteren Abkl ä- rung an die Vorinstanz entgegenstehen. 7.2 Die angefochtene Verfügung vom 8. Juni 2012 ist daher aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie einen rechts- konformen Haushaltabklärungsbericht einhole und danach den Invalid i- tätsgrad der Beschwerdeführerin neu bestimme. Anschliessend hat die Vorinstanz über den Rentenanspruch neu zu verfügen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. 8. 8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Pa r- tei. Eine Rückweis ung gilt praxisgemäss als Obsiegen der beschwerde - führenden Partei (BGE 132 V 215 E. 6), so dass der Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Ihr ist daher der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400. – nach Eintritt der Recht skraft des vorliegenden Entscheids auf ein von ihr bekannt zu gebendes Konto B-3321/2012 Seite 19 zurückzuerstatten. Da aufgrund von Art. 63 Abs. 2 VwVG auch der unte r- liegenden Vorinstanz keine Verfahrenskosten auferlegt werden, ist vorli e- gend auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 8.2 Die obsiegende nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Par- teientschädigung zu Lasten der Verwaltung. Da keine Kostennote eing e- reicht wurde, ist die Entschädigung aufgru nd der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfa h- rensausgangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bede u- tung der Streitsache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteile n- den Verfahrens sowie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen gespr o- chenen Entschädigungen ist eine Parteientschädigung von Fr. 500.– (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. dazu Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts C-6173/2009 vom 29. August 2011 mit Hinweis]) gerechtfer- tigt (Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Die angefochtene Verfügung vom 8. Juni 2012 wird aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese nach erfolgter neuer Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfügt. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh- rerin geleistete Kosten vorschuss in der Höhe von Fr. 400. – wird dieser nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils an die von ihr anz u- gebende Zahlungsstelle zurückerstattet. 4. Der Beschwerdeführerin wi rd zu Lasten der Vorinstanz eine Parteien t- schädigung von Fr. 500.– zugesprochen. B-3321/2012 Seite 20 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungs- formular) – die Vorinstanz (Ref-Nr. '_______'; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Francesco Brentani Andrea Giorgia Röllin Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ang e- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwe r- deführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 31. März 2014