Seite 1 Entscheid vom 22. September 2017 (530 17 43) __________________________________________________ ___________________ Eigenmietwert für ausländische Liegenschaft Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Gerich tsschreiberin I. Wissler Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 33 , 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin betreffend direkte Bundessteuer 2015 Seite 2 Sachverhalt 1. Mit Veranlagungsverfügung zur direkten Bundessteue r 2015 vom 8. Dezember 2016 wurde der Pflichtige für die in B.____ gelegene Lie genschaft mit einem Eigenmietwert von Fr. 7‘789.-- veranlagt. 2. Gegen diese Veranlagung erhob der Pflichtige mit Schreiben vom 4. Januar 2017 Ein- sprache und begehrte, der Eigenmietwert für die in B.____ gelegene Liegenschaft sei auf Fr. 2.- - festzusetzen. Zur Begründung führte er aus, die Ein sprache betreffe die erneute Erfassung des Mietwertes für die ausserkantonale Liegenschaft, wel che sowohl ihm als auch seiner Part- nerin zur Hälfte gehöre. Für die erkrankte Partnerin, deren Beistand er sei, verfüge er über eine Vollmacht. Nach persönlicher Besprechung mit der Steu erverwaltung im Jahre 2015 sei der Eigenmietwert für das Jahr 2014 auf Fr. 2.-- reduziert worden. Damals wie auch heute sei die Liegenschaft nicht mehr genutzt worden. Es sei kein Ge ld mehr investiert und nur der minimale Unterhalt gewährleistet worden. Die früheren eigenen Bemühungen seien seit dem Jahre 2011 eingestellt worden. Die Liegenschaft aus dem Jahre 1710 befinde sich teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Sie könne weder bewohnt noch vermi etet noch verkauft werden. Da die Lebenspartnerin seit dem Jahre 2012 nur mit dem Rollst uhl mobil sei, könne die Liegenschaft von ihr nicht genutzt werden. 3. Mit Einsprache-Entscheid vom 21. Juni 2017 wies die St euerverwaltung die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie u.a. aus, die Selbstnut zung sei grundsätzlich nicht abhängig von der tatsächlichen zeitlichen Nutzung eines Gebäudes. Es g enüge, wenn den Steuerpflichtigen die Liegenschaft zur Verfügung stehe. Hielten sich die Eigentümer die Liegenschaft zum jeder- zeitigen Eigengebrauch zur Verfügung, sei dies der ganzj ährigen vollumfänglichen Eigennut- zung gleichzustellen. Aufgrund der persönlichen Vorspr ache und Besprechung am 29. Mai 2015 und in Anbetracht der besonderen Umstände sei auf die Erfassung eines Eigenmietwertes in den Jahren 2013 und 2014 verzichtet worden. Stehe e ine Liegenschaft nur deshalb leer, weil ein Eigentümer keinen Mieter oder Käufer finden könne, so sei der Mietwert nicht zu versteuern. Gleiches gelte für eine Liegenschaft, die infolge Umbau - und Renovationsarbeiten nicht be- wohnbar sei. Sei eine Vermietung, respektive ein Verk auf trotz aller Bestrebungen nicht mög- lich, müsse sich der Eigentümer diesen Zustand anrechnen lassen. Die Entscheidung, die Lie- genschaft zu renovieren, zu verkaufen, zu vermieten oder selbst zu nutzen liege ausschliesslich Seite 3 beim Pflichtigen. Da die Angaben und die vorliegenden Unterlagen nicht ausreichen würden um nachzuweisen, dass die Liegenschaft nicht innert nützlicher Frist verkauft, umgebaut oder ver- mietet habe werden können, sei aus steuertechnischer Sicht die Erhebung eines Eigenmietwer- tes für die leer stehende Liegenschaft in B.____ gerec htfertigt. Entsprechend bleibe der aufge- rechnete Eigenmietwert von Fr. 7‘789.-- für die Liegenschaft in B.____ unverändert bestehen. 4. Mit Schreiben vom 20. Juli 2017 erhob der Pflichtig e gegen diesen Einsprache- Entscheid Beschwerde und begehrte, der Eigenmietwert f ür die in B.____ gelegene Liegen- schaft betr. das Jahr 2015 sowie für die Folgejahre sei w ieder auf Fr. 2.-- festzusetzen. Zur Be- gründung führte er u.a. aus, in die Liegenschaft sei se it 2011 kein weiteres Geld investiert wor- den. Die früheren, eigenen Bemühungen zum optimalen Unterhalt der Liegenschaft seien seit 2011 eingestellt worden. Da die Lebenspartnerin diese Liegenschaft nie mehr betreten werde, mache es auch für ihn keinen Sinn Investitionen vorzunehm en. Die Liegenschaft insbesondere die angrenzende Scheune befinde sich in einem schlecht en Zustand. Sie könne deshalb so weder bewohnt noch vermietet werden. Sie könne deshalb auch nicht verkauft werden. Die von ihm geforderten Verkaufsbemühungen könnten gar nicht an gepackt werden. Da die Lebens- partnerin seit dem Jahre 2012 nur mit einem Rollstuhl mobil sei, könne die nicht rollstuhlgängi- ge Liegenschaft von ihr nicht genutzt werden. Sie sei un heilbar krank und werde nie mehr ge- nesen. Diese besonderen Umstände müssten in die Urteils findung einfliessen, insbesondere auch der Umstand, dass er selbst wegen der andauernden Krankheit der Partnerin und den langen, täglichen Besuchszeiten physisch und moralisch nicht in der Lage sei, die Verkaufsbe- mühungen anzupacken. 5. Mit Vernehmlassung vom 16. August 2017 beantragte d ie Steuerverwaltung die Abwei- sung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie u.a. aus, die Eigenmietwertbesteuerung sei restriktiver Natur. Die Steuerverwaltung habe im Sinne eines Entgegenkommens in den beiden Vorjahren (2013 und 2014) auf die Besteuerung des Ei genmietwertes verzichtet, indem dem Beschwerdeführer in dieser Zeit die Möglichkeit einger äumt worden sei, die Liegenschaft zu renovieren, zu vermieten oder zu verkaufen. Der Beschwerd eführer sei zwar frei, ob er Ver- kaufsanstrengungen unternehme, die Liegenschaft renovier e, unterhalte oder im jetzigen Zu- stand belasse. Aus rein steuerlicher Sicht zähle einzig der Umstand, dass der Beschwerdefüh- rer über eine Liegenschaft in B.____ verfüge, welche b ewohnbar sei oder - gemäss den vorlie- genden Fotos - ohne weiteres bewohnbar gemacht werden könne. Dieser Umstand sei, wie Seite 4 bereits erwähnt, der Eigennutzung einer Liegenschaft g leichzusetzen, indem sich der Be- schwerdeführer die zur Diskussion stehende Liegenschaft fakt isch zum jederzeitigen Eigenge- brauch zur Verfügung halte. Die Aufrechnung des Eige nmietwertes der in B.____ gelegenen Liegenschaft erscheine daher aus rein steuersystematischen Gründen folgerichtig. 6. An der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung: 1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetz es über die direkte Bundes- steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän- dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Ste uergesetz, StG) vom 7. Februar 1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 2’000.-- nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt werden. Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu ste llenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten. 2. Der Beurteilung unterliegt vorliegend, ob für di e im Eigentum des Pflichtigen stehende Liegenschaft in B.____ ein Eigenmietwert zu erheben ist. a) Gemäss Art. 6 DBG ist bei persönlicher Zugehörigkeit die Steuerpflicht unbe- schränkt; sie erstreckt sich aber nicht auf Geschäftsbetrieb e, Betriebsstätten und Grundstücke im Ausland (Abs. 1). Die Abgrenzung der Steuerpflicht für Geschäftsbetriebe, Betriebs-stätten und Grundstücke erfolgt im Verhältnis zum Ausland nach d en Grundsätzen des Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerun g. Wenn ein schweizerisches Unter- nehmen Verluste aus einer ausländischen Betriebsstätte mit inländischen Gewinnen verrechnet hat, innert der folgenden sieben Jahre aber aus dieser Betriebsstätte Gewinne verzeichnet, so ist im Ausmass der im Betriebsstättestaat verrechenbaren Gewinne eine Revision der ursprüng- lichen Veranlagung vorzunehmen; die Verluste aus dieser Betriebsstätte werden in diesem Fall Seite 5 in der Schweiz nachträglich nur satzbestimmend berücksic htigt. In allen übrigen Fällen sind Auslandsverluste ausschliesslich satzbestimmend zu berücksichtige n. Vorbehalten bleiben die in Doppelbesteuerungsabkommen enthaltenen Regelungen (Abs. 3). Gemäss Art. 7 Abs. 1 DBG entrichten die natürlichen Personen, die nur für einen Teil ihres Einkommens in der Schweiz steuerpflichtig sind, die Steuer für die in der Schweiz steuerbaren Werte nach dem Steuersatz, der ihrem gesamten Einkommen entspricht. b) Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Abkommens zwischen der Schwei z und B.____ zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen und zur Vermeidung von Steuerbetrug und St euerflucht, vom 9. September 1966 (DBA CH-F) können Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem dieses Vermögen liegt. Absatz 1 gilt fü r Einkünfte aus der unmittelbaren Nut- zung, der Vermietung oder Verpachtung sowie jeder and eren Art der Nutzung unbeweglichen Vermögens (Abs. 3). Gemäss Art. 25 lit. B Abs. 1 DBA CH-F wird in der S chweiz die Doppelbesteue- rung wie folgt beseitigt: Bezieht eine in der Schweiz ansässige Person Einkünfte oder hat sie Vermögen und können diese Einkünfte oder dieses Vermög en nach diesem Abkommen in B.____ besteuert werden, so nimmt die Schweiz diese Ei nkünfte (ausgenommen Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren) oder dieses Vermögen von der Besteuerung aus; sie kann aber bei der Festsetzung der Steuer für das übrige Einkommen oder das übrige Vermögen dieser Person den Steuersatz anwenden, der anzuwenden wäre, w enn die betreffenden Einkünfte oder das betreffende Vermögen nicht von der Besteueru ng ausgenommen wären. Die Befrei- ung der in Artikel 6 Absatz 2 zweiter Absatz, Artikel 1 5 Absatz 2 oder Artikel 24 Absatz 1 zwei- ter Satz erwähnten Einkünfte, Kapitalgewinne oder Vermögensteile wird nur nach Nachweis der Besteuerung dieser Einkünfte, Kapitalgewinne oder Vermögensteile in B.____ gewährt. 3. a) Gemäss Art. 21 Abs. 1 DBG sind die Erträge aus unb eweglichem Vermögen, insbesondere alle Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung , Nutzniessung oder sonstiger Nut- zung (lit. a); der Mietwert von Liegenschaften oder Li egenschaftsteilen, die dem Steuerpflichti- gen aufgrund von Eigentum oder eines unentgeltlichen Nutzungsrechts für den Eigengebrauch zur Verfügung stehen (lit. b); Einkünfte aus Baurechts verträgen (lit. c); Einkünfte aus der Aus- beutung von Kies, Sand und anderen Bestandteilen des Bo dens (lit. d) steuerbar. Die Festset- zung des Eigenmietwertes erfolgt gemäss Art. 21 Abs. 2 DB G unter Berücksichtigung der orts- Seite 6 üblichen Verhältnisse und der tatsächlichen Nutzung der am Wohnsitz selbstbewohnten Lie- genschaft. b) Die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) als gesam tschweizerisches Auf- sichtsorgan anerkennt die für die kantonalen Steuern m assgebenden Eigenmietwerte auch für die direkte Bundessteuer, sofern sie gemäss den periodischen, stichprobeweise durchgeführten Erhebungen im kantonalen Durchschnitt nicht unter 70% d es Marktmietwerts (Interventionslimi- te) liegen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkom mentar zum DBG, 3. A. Zürich 2016, Art 21 N 96). Die jeweils kantonal festgelegten Mietw erte, welche für die Staatssteuer gelten, können für die direkte Bundessteuer jedoch nicht in jed em Kanton ohne Korrektur resp. Zu- schlag übernommen werden. Aus diesem Grund hat die ESTV in ihrem Rundschreiben an die kantonalen Verwaltungen vom 21. Februar 2008 den jew eils erforderlichen Zuschlag in den davon betroffenen Kantonen, geltend ab der Steuerpe riode 2007, festgelegt. Im Kanton Basel- Landschaft hat aufgrund dessen ein Zuschlag von 20% zu e rfolgen. Der Eigenmietwert für die direkte Bundessteuer beträgt demzufolge 120% des kantona len Eigenmietwertes für die Staatssteuer. c) Die Besteuerung des Eigenmietwertes wird durch das basellandschaftliche Steu- errecht in § 23 Abs. 2 StG in Verbindung mit § 27ter StG explizit angeordnet. Eine Selbstnut- zung liegt dann vor, wenn ein Gebäude zu Wohn- oder an deren Zwecken tatsächlich selbst gebraucht wird. Die Selbstnutzung kann durch den Eige ntümer, durch den Ehegatten oder durch die Kinder erfolgen. Im Weiteren wird eine Sel bstnutzung durch den Eigentümer nach Bundesgerichtspraxis und herrschender Lehre auch angenomme n, wenn dieser die Nutzung des Gebäudes unentgeltlich einem Dritten überlässt (vgl. Findeisen/Theiler in: Nefz- ger/Simonek/Wenk, Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, 27ter N 2 f.). Die Praxis dehnt jedoch den Begriff der Eigennutzun g auch auf andere Liegen- schaften und Wohnungen aus. Insbesondere werden auch di e vom Eigentümer nur zeitweise bewohnten zusätzlichen Wohnungen der Eigenmietwertbesteu erung unterworfen (vgl. Höhn/Waldburger, a.a.O., § 41 N 37). Somit liegt Ei gengebrauch auch dann vor, wenn der Steuerpflichtige sein Haus oder seine Wohnung jederzeit zu seiner Verfügung hält und bezie- hen kann, ohne das Wohnrecht tatsächlich auszuüben; dies en Ertrag hat er zu versteuern, wie wenn er das ganze Jahr darin gewohnt hätte (vgl. Der St euerentscheid [StE], 1992, B 25.3 Nr. 13, E. 2a mit weiteren Hinweisen; vgl. Entscheid des B undesgerichts [BGE] Nr. 2C 773/2009 vom 23. April 2010, E. 2.1). Dasselbe gilt für unbenü tzte Wohnungen und Liegenschaften (z.B. Ferienhäuser), die der Eigentümer zu seiner Verfügung hält und deshalb nicht vermieten will Seite 7 (vgl. Findeisen/Theiler, a.a.O., § 27ter N 6; vgl. H öhn/Waldburger, a.a.O., § 41 N 36 mit weite- ren Hinweisen; vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Hand kommentar zum DBG, 3. A. Zürich 2016, Art. 21 N 77ff.). In einem solchen Fall hat au ch das Steuergericht in seinem Entscheid vom 26. September 2008 die Festsetzung und Besteuerung des Eigenmietwerts für ein selten genutztes und aufgrund der spärlichen Infrastruktur sowie der dadurch geringen Attraktivität des Ferienortes praktisch nicht vermietbares Ferienhaus bestä tigt (vgl. Entscheid des Steuerge- richts [StGE] vom 26. September 2008, 510 08 43, E. 2 c; StGE vom 11. August 2010, 510 10 27, E. 3e). Anders verhält es sich dagegen, wenn es dem Eigentüme r am Willen fehlt, sich die Liegenschaft zur eigenen Nutzung vorzubehalten, die Nutzung aus äusseren Gründen un- terbleibt, sei es, weil sich trotz ernsthafter Bemühunge n kein Mieter oder Käufer findet, sei es weil es bloss teilweise nutzbar ist oder sei es, weil das G ebäude leer steht, da es zum Verkauf bestimmt ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Ar t. 21 N 78 mit weiteren Hinweisen; vgl. BGE Nr. 2C 773/2009 vom 23. April 2010 E. 2.1). Das Verwaltungsgericht St. Gallen hat in sei- nem Urteil vom 15. Oktober 2009 die Rechtsprechung be stätigt. Es erklärte den Eigenmietwert eines unbewohnten Hauses für steuerbar, wenn dieses dem Eigentümer objektiv zur Nutzung zur Verfügung steht und Verkaufsbemühungen nicht hinre ichend nachgewiesen sind (vgl. Ent- scheid des Verwaltungsgerichts SG [VGE SG] vom 15. Okto ber 2009, B 2009/47; vgl. auch BGE Nr. 2C 773/2009 vom 23. April 2010 E. 2.2). 4. a) Gemäss § 43 StG ist der Wert der Grundstücke unte r billiger Berücksichtigung des Verkehrswertes und des Ertragswertes zu ermitteln (Abs. 1). Massgebend ist die Kataster- schätzung. Das Nähere bestimmt die Vollziehungsverordnung (Abs. 3). Gemäss § 14 des Dekrets gilt als Verkehrswert der Gebäude grundsätzlich de r durchschnittliche Brandversiche- rungswert in den ersten 15 der letzten 17 Jahre vor der Neuschätzung. Gemäss § 27ter StG leitet sich der Eigenmietwert von dem gemäss dem Sachve rsicherungsgesetz vom 12. Januar 1981 geschätzten einfachen Brandlagerwert einer Liegensc haft ab, welcher mit einem gemein- despezifischen Korrekturfaktor, einem Korrekturfaktor nac h Alter der Liegenschaft und einem Korrekturfaktor für Stockwerkeigentum multipliziert wird , was den steuerlichen Brandlagerwert ergibt (Abs. 1). Die Korrekturfaktoren nach Alter der Liegenschaft betragen: bei 25 Jahre und jünger: --; bei 26 bis 85 Jahre: 0.9; bei 86 Jahre und älter: 0.8 (Abs. 3). Bis zu einem steuerli- chen Brandlagerwert von Fr. 20'000.-- beträgt der Ei genmietwert 64.53%. Für jeden um Fr. 100.-- höheren steuerlichen Brandlagerwert reduziert si ch dieser Satz gemäss nachstehender Tabelle […] (Abs. 5). Der Eigenmietwert beträgt 60% des marktüblichen Mietwertes (Abs. 6). Seite 8 Kann der Steuerpflichtige nachweisen, dass der Eigenm ietwert des von ihm selbst genutzten Wohneigentums mehr als 60% des marktüblichen Mietwertes beträgt, so beträgt der Eigen- mietwert 60% des marktüblichen Mietwertes (Abs. 7). b) Im interkantonalen Verhältnis kann der Eigenmietw ert der ausserkantonalen Lie- genschaft gemäss KM Nr. 414 ohne Korrekturen direkt übern ommen werden, da dieser in der Regel ebenfalls 60% der Marktmiete beträgt. Für auslä ndische Liegenschaften fehlen die nöti- gen Angaben wie Brandlagerwert und Korrekturfaktoren , um nach den für die Staatssteuer massgebenden Regeln den Eigenmietwert bestimmen zu kön nen, weshalb für die Berechnung folgende Grundregel zur Anwendung kommen soll: Der Au sländische Wert der Liegenschaft wird durch 2.6 (Repartitionswert 260%) geteilt, was de n Katasterwert des Kantons Basel- Landschaft ergibt, welcher wiederum durch 3.45 zu teil en ist, was zum einfachen Brandlager- wert führt. c) Der Beschwerdeführer führte an der heutigen Verhan dlung aus, die Liegenschaft in B.____ sei ein Wunschtraum von ihm und seiner Lebenspartnerin gewesen. Vor zehn Jahren sei diese jedoch unheilbar erkrankt und seither 100% pf legebedürftig. Sie werde künstlich er- nährt und sitze im Rollstuhl. Er selbst leide seit einige n Jahren an Herzproblemen. Die Liegen- schaft sei nicht fertig renoviert worden. In diesem Zusta nd könne sie weder vermietet noch ver- kauft werden. Sie werde auch nicht mehr genutzt. Vor drei Jahren sei der Eigenmietwert auf- grund dieser Situation gestrichen worden. Es sei auch nie erwähnt worden, dass die Reduktion befristet sei. Für das Jahr 2015 sei dieser nun wieder eingesetzt worden, was aufgrund der ge- schilderten Situation nicht nachvollziehbar sei. Die Steu erverwaltung führte dagegen aus, dass der Eigenmietwert lediglich vorübergehend reduziert wo rden sei, um der schwierigen Situation des Beschwerdeführers Rechnung zu tragen und ihm die Möglichkeit zu geben, dass er sich um die Renovation, die Vermietung oder den Verkauf der L iegenschaft kümmern könne. Aufgrund der gesetzlichen Regelungen könne die Steuerverwaltung den Eigenmietwert gar nicht komplett streichen. Nach Ablauf einer solchen Übergangsfrist müsse d er Eigenmietwert wieder versteu- ert werden. d) Der Eigenmietwert der Liegenschaft in B.____ ist auch im vorliegenden Fall steuerbar, da die Gesetzeslage, wie in den vorangehenden Erwägungen dargelegt wurde, gar keine andere Beurteilung zulässt. Die Steuerverwaltung gewährte dem Beschwerdeführer ent- gegenkommenderweise eine Frist von zwei Jahren, sich um das Schicksal der Liegenschaft zu kümmern. In dieser Frist hätte die Liegenschaft renovier t, vermietet oder verkauft werden kön- Seite 9 nen. Vorliegend hat der Beschwerdeführer in dieser Hin sicht keinerlei Anstrengungen nachge- wiesen. Die Gründe dafür sind durchaus nach-vollziehbar, aber aufgrund der gesetzlichen Vor- schriften steuerlich irrelevant. 5. a) Hinsichtlich der Berechnung gilt folgendes: In de n Akten befindet sich eine nota- rielle Bescheinigung über den Wert der Liegenschaft. Darauf ist der Wert mit € 180‘000.-- bis € 190‘000.-- ausgewiesen. Die Steuerverwaltung ging in ihrer Berechnung von einem Mittelwert von € 185‘000.-- für die Liegenschaft in B.____ aus und rec hnete damals mit einem Wechsel- kurs von 1,23372, was umgerechnet zu einem Wert von Fr. 22 8‘238.-- führt. Dieser Wert wird durch 2.6 (Repartitionswert 260%) geteilt, was zu einem Wert von Fr. 87‘784.-- (gerundet) führt. Letzterer ist durch 3.45 zu teilen, was einen Brandlagerwert von Fr. 25'445.-- (gerundet) ergibt. b) Bezüglich der Altersentwertung gilt vorliegend au fgrund des Baujahrs von 1710 gemäss Ausführungen des Pflichtigen der Faktor 0.8, w as einen steuerlich massgebenden Brandlagerwert von Fr. 20‘356.-- (Fr. 25’445.-- x 0.8) ergibt. Gemäss der Tabelle in § 27ter Abs. 5 StG ist bei de r Umrechnung des Brandla- gerwertes bei einem steuerlichen Brandlagerwert zwischen Fr. 20'001.-- und Fr. 26'000.-- von einem Satz von 64.53% auszugehen (Korrekturfaktor: 0.1 92925%). Vorliegend beläuft sich der steuerliche Brandlagerwert gemäss vorangehender Berechnung auf Fr. 20‘356.--. Die Korrektur des Prozentsatzes errechnet sich wie folgt: Fr. 20‘356.-- - 20‘001.-- = Fr. 355.--; Fr. 355.-- : 100 = Fr. 3.55; Fr. 3.55 x 0.192925 = 0.684883%. Der Sat z von 64.53% ist demzufolge auf 63.845116% (64.53 - 0.684883) zu reduzieren. Der steu erlich massgebliche Brandlagerwert ist mit diesem Satz zu multiplizieren, was einen Eigenmietwe rt von Fr. 12‘996.-- (Fr. 20‘356.-- x 63.845116%) ergibt. Der dem Beschwerdeführer anteilig aufzurechnende Eigenmietwert beträgt 50% und damit Fr. 6‘498.--. Die Steuerverwaltung rechnete für die Staatssteuer einen Wert von Fr. 6‘491.-- auf. Der geringe Unterschied ist auf ein e Rundungsdifferenz bei den zahlreichen Berechnungen zurückzuführen. Die Berechnung des Eigenmietwertes ist demzufolge korrekt. c) Zur Ermittlung des Eigenmietwertes der direkten B undessteuer ist, wie hiervor unter Erw. 3b festgehalten wurde, ein Zuschlag von 20% auf den Eigenmietwert der Staats- steuer vorzunehmen. Demzufolge beträgt der Eigenmietw ert für die direkte Bundessteuer Fr. 7‘789.-- (Fr. 6‘491.-- x 120%). Die Berechnung des Eigenmietwertes ist demzufolge korrekt. Seite 10 d) Festzuhalten ist an dieser Stelle noch, dass der Eige nmietwert für die in B.____ gelegene Liegenschaft in der Schweiz lediglich satzbesti mmend zu versteuern ist. Der Be- schwerdeführer versteuert vorliegend für das Jahr 2015 e in Einkommen von Fr. 78‘200.-- zu einem Satz von Fr. 84‘100.--. Im Ergebnis hat der Pflichtige aufgrund der Hinzurech nung des Eigenmietwertes aus der ausländischen Liegenschaft zum satzbestimmenden Ein kommen (Steuersatz bei Fr. 84‘100.-- = 2,1695600%; Steuersatz bei Fr. 78‘200.-- = 1,8352941%) eine steuerliche Mehrbe- lastung von rund Fr. 260.-- zu tragen. Aufgrund all dieser Ausführungen erweist sich die Besch werde als unbegründet und ist abzu- weisen. 6. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Be schwerdeführer die Verfah- renskosten in Höhe von Fr. 500.-- aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG). Seite 11 Demgemäss w i r d e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat gemäss Art. 144 Abs. 1 DBG die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- (inkl. Auslagen von pauschal Fr. 10 0.--) zu bezahlen, welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. 3. Mitteilung an den Beschwerdeführer (1), die eidg enössische Steuerverwaltung, Bern (1) und die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (3).