Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 31. August 2017 (720 17 156 / 231) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Valideneinkommen Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Margit Cam- pell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Erich Züblin, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1967 geborene A.____ begann am 1. März 1997 bei den B._____ zu arbeiten. Wegen einer Epilepsie-Erkrankung wurde er am 14. Ju li 2002 arbeitsunfähig bzw. fahruntaug- lich erklärt. Das Arbeitsverhältnis wurde per 31. D ezember 2005 aufgelöst. Am 28. Oktober 2002 meldete sich A.____ bei der Eidgenössischen In validenversicherung (IV) unter Hinweis auf eine Epilepsie zum Leistungsbezug an. Die IV-St elle klärte den rechtserheblichen Sachver- halt ab und bewilligte dem Versicherten mit Verfügu ng vom 26. Juni 2003 die Umschulung zum Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Techniker Polygrafie an der C.____ in X.____. Für die Dauer vom 1. August 2003 bis 31. Janu- ar 2006 absolvierte er ein Beruf begleitendes Praktikum im D.____ mit einem anfänglichen 60%- und ab 1. August 2004 einem 50%-Arbeitspensum. Aufgrund krankheitsbedingter Absen- zen musste der Versicherte anfangs Januar 2004 die Ausbildung an der C.____ abbrechen und konnte diese infolge eines Unfallereignisses am 24. Sept ember 2004 (vgl. diesbezüglich das rechtskräftige Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft [Kantonsgericht] vom 21. April 2016, KGSV 725 14 56) nicht mehr fortsetzen. Mit Verfügung vom 16. Februar 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die beruflichen Massnahmen abgeschlossen würden. Vom 25. März 2008 bis 28. Februar 2010 arbeitete der Versicherte so dann in der Firma E.___ AG in Basel im Telefonverkauf in einem Teilzeitpensum von 20 % - 25 %. Danach war er ab 1. März 2010 zu- erst als Telefonagent auf Abruf und seit 1. Juli 2010 als Ausbildungsverantwortlicher bei der Firma F.____ GmbH im Stundenlohn tätig. Per 1. Mai 2011 erfolgte eine Festanstellung mit ei- nem Arbeitspensum von 35 %, welches er ein Jahr später auf 40 % erhöhte. Diese Stelle kün- digte er aus gesundheitlichen Gründen. Seither ist er gemäss den Angaben in Auszug des Indi- viduellen Kontos (IK) für die G.____ und für die Firma H.____ in einem Teilzeitpensum tätig. A.2 Mit Verfügung vom 10. April 2017 lehnte die IV- Stelle - nach durchgeführtem Vorbe- scheidverfahren - den Anspruch des Versicherten auf eine Re nte bei einem rentenausschlies- senden Invaliditätsgrad von 27% ab. B. Gegen diesen Entscheid reichte Advokat Erich Züblin im Namen und Auftrag des Ver- sicherten am 22. Mai 2017 Beschwerde ans Kantonsgericht ei n. Er beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die IV-Stelle zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab 1. Juli 2003 eine Viertelsrente zu bezahlen; unter o/e Kostenf olge. In seiner Begründung führte er im Wesentlichen unter Hinweis auf die Stellungnahme der B.____ vom 21. April 2017 aus, dass das von der IV-Stelle zugrunde gelegte Valideneinkomm en nicht korrekt ermittelt worden sei. Zudem sei vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug von 10 % vorzunehmen. C. Die IV-Stelle liess sich am 25. Juli 2017 vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invali denversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 haben Versicherte Anspruch auf eine Rente , die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). 2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein Anspruch auf ei ne ganze Rente, wenn die ver- sicherte Person zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsr ente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und a uf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Ausgangspunkt der Ermittlung eines Rentenanspruch s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Gr undlage für die Beurteilung der Zumut- barkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkei ten als die zuletzt ausgeübte Berufsar- beit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, a usgeglichenen und nach ihren persön- lichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumu tbarerweise noch verrichtet wer- den können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in : Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Vorliegend gab das Kantonsgericht im Zusammenhang mit dem Beschwerdeverfahren 725 14 56/100 betreffend das Unfallereignis vom 24. S eptember 2004, bei welchem sich der Beschwerdeführer eine Distorsion der Halswirbelsäule (HW S) und eine Schädelprellung zuge- zogen hatte, zur abschliessenden Klärung der noch offen en medizinischen Fragen ein Ge- richtsgutachten bei der I.____ AG in Auftrag. Als Hau ptdiagnosen mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit führten die Gutachter in ihrem Gutachte n vom 21. Oktober 2015 belastungsab- hängige, zervikale Schmerzen bei klinisch diskreter endgra diger Bewegungseinschränkung, radiologisch leichte degenerative Veränderungen im unteren Abschnitt der HWS und eine chro- nische Migräne ohne Aura bei Status nach Medikamentenü bergebrauchskopfschmerz auf. Aus polydisziplinärer Sicht bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sowie für jede andere mittel- schwere Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Die Einschränkung von 20 % sei auf den vermehrten Pausenbedarf zurückzuführen. Dieses Gutachten ist umfassend, beruht auf allseiti- gen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwer den und ist in Kenntnis der Vorak- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten abgegeben worden. Zudem sind die Ausführungen de r medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Diese Beurteilung wird vom Versicherten nicht beanstandet, weshalb darauf vorliegend abzustellen ist. 4.1 Strittig ist die Bemessung des Invaliditätsgrads. Un einigkeit besteht in Bezug auf die Ermittlung des Valideneinkommens und die Höhe des lei densbedingten Abzugs vom Tabellen- lohn. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (lnvalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 4.3.1 Für die Ermittlung des Einkommens, welches die ve rsicherte Person ohne Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, w as sie im Zeitpunkt des Rentenbe- ginns (hier: 1. Juli 2003) nach dem Beweisgrad der übe rwiegenden Wahrscheinlichkeit als Ge- sunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Re gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste n Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Täti gkeit ohne Gesundheitsschaden fort- gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegende r Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 f. E. 4.1, 129 V 224 E. 4.3.1 je mit weiteren Hinweisen). Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar oder hätte die versicherte Person ihre bisherige Stelle auch ohne gesundheitli- che Beeinträchtigung verloren, so können die Zahlen d er Schweizerischen Lohnstrukturerhe- bung (LSE) des Bundesamtes für Statistik herangezogen w erden (Urteile des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 und vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, E. 5.4). 4.3.2 Bei der Ermittlung des hypothetischen Validenein kommens für den Einkommensver- gleich nach Art. 16 ATSG ist nur relevant, was zum massg ebenden Lohn gemäss Bundesge- setzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AH VG) vom 20. Dezember 1946 zu zählen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Septem ber 2010, 8C_430/2010, E. 5.1 mit Hinweisen). Als massgebender Lohn gilt nach Art. 5 Abs. 2 AHVG jedes Entgelt für in unselbst- ständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Der massgebende Lohn umfasst auch Teuerungs- und andere Lohnzulagen, P rovisionen, Gratifikationen, Natural- leistungen, Ferien- und Feiertagsentschädigungen und ä hnliche Bezüge, ferner Trinkgelder, soweit diese einen wesentlichen Bestandteil des Arbeits entgelts darstellen. Weiter gehören Überstundenentschädigungen zum Valideneinkommen, wenn u nd soweit die versicherte Per- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht son effektiv weiterhin mit solchen Einkünften hätte rech nen können (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2015, 9C_243/2015, E. 2 mit Hinweisen). 5.1 Die IV-Stelle ermittelte in der angefochtenen V erfügung vom 10. April 2017 das Vali- deneinkommen anhand eines Durchschnittswerts der Jahresei nkommen der Jahre 1998 bis 2002, welche sie dem IK entnahm. Weiter passte sie diesen so ermittelten AHV-pflichtigen Lohn der bis ins Jahr 2014 erfolgten Nominallohnentwicklung a n. Daraus resultierte ein Validenein- kommen in Höhe von Fr. 73'341.--. 5.2 Der Beschwerdeführer bestreitet dieses Vorgehen un d macht geltend, dass gestützt auf die Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin vom 21 . April 2017 feststehe, dass er im Jahr 2015 ein Grundeinkommen brutto in der Höhe von Fr. 6' 280.75 x 13 = Fr. 81'649.75 erzielt hät- te. Dieser Betrag ergebe sich aus der Anwendung der L ohntabellen des J.____. Zusätzlich sei- en die Lohnzulagen von circa monatlich Fr. 600.-- bzw. rund Fr. 7'000.-- pro Jahr zu berücksich- tigen. Damit sei von einem Valideneinkommen in Höhe von Fr. 88'649.75 auszugehen. 5.3 In Anbetracht des beruflichen Werdegangs kann mit d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass der Beschwe rdeführer im Gesundheitsfall weiterhin den angestammten Beruf bei der B.____ ausge übt hätte. Als Valideneinkommen ist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers also jene r Verdienst zu berücksichtigen, den er im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns erzie lt hätte, wenn er bei diesem Arbeit- geber geblieben wäre. Da der Beschwerdeführer frühes ten seit Juli 2003 (Ablauf Wartejahr) eine IV-Rente beanspruchen könnte, sind die damaligen Verhältnisse für die Berechnung des Valideneinkommens zu berücksichtigen. Gemäss den im Rahm en des Beschwerdeverfahrens eingereichten Lohnunterlagen für das Jahr 2003 belief sich der Lohn auf Fr. 68'243.50 (13 x Fr. 5'249.--). Dieser Lohn beinhaltet jedoch keine Zulage n, da der Beschwerdeführer seit Juli 2002 krankheitsbedingt arbeitsunfähig war und entsprechend kei nen Nachdienst oder andere, weite- re Entschädigungen auslösende Tätigkeiten ausführte. D a die Zulagen vorliegend jedoch un- strittig als Lohnbestandteil im Sinne des AHVG gelten, rechtfertigt es sich, einen Durchschnitts- wert der in den Jahren 1998 bis Juni 2002 erzielten Ve rgütungen zu berücksichtigt. Aufgrund der Lohnabrechnungen dieser Jahre richtete die Arbeitg eberin dem Beschwerdeführer im Jahr 1998 Zulagen in Höhe von Fr. 3'007.35, im Jahr 1999 Fr. 2'951.10, im Jahr 2000 Fr. 4'127.20, im Jahr 2001 Fr. 3'125.30 und von Januar bis Juni 200 2 Fr. 1'916.15 aus. Dies ergibt einen Durchschnittswert von Fr. 3'361.60 pro Jahr bzw. Fr. 315 .-- pro Monat (Total Zulagen: Fr. 15'127.10 / 4,5 Jahre), welcher weit unter demjenigen liegt, den der Beschwerdeführer behaup- tet. Wird dieser Betrag zum Grundlohn in Höhe von Fr . 68'243.50 hinzugerechnet, beläuft sich das Valideneinkommen im Jahr 2003 (Zeitpunkt des Rentenbeginns) auf Fr. 71'605.10. 5.4 Die IV-Stelle hat das Invalideneinkommen zu Recht und unbestritten unter Beizug der Tabellenlöhne der LSE ermittelt (BGE 126 V 76 E. 3b /bb mit Hinweisen, 124 V 322 E. 3b/aa). Entgegen ihrer Auffassung sind aber der Berechnung des Invaliditätsgrads im vorliegenden Fall nicht die LSE 2014, sondern die LSE 2002 zugrunde zu legen. Laut Tabelle TA1, Total, Anfor- derungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten), Männer, belief sich der Zentralwert auf Fr. 54'684.-- jährlich. Dabei ist zu beachten, dass di eser Tabellenlohn auf einer einheitlichen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht und für das Jah r 2002 auf die durchschnittliche Wo- chenarbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 10/2004 S. 90) umzurechnen und der Teuerung im Jahr 2003 von 1,4 % anzupassen ist. Da raus resultiert ein Monatslohn von Fr. 4'817.-- bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 57'806.20. Berücksichtigt man, dass der Beschwerde- führer laut den massgebenden medizinischen Beurteilunge n (vgl. E. 4 hiervor) in einer solchen Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist bei einer Leistung seinschränkung von 20 %, reduziert sich das Invalideneinkommen auf Fr. 46'244.95 (Fr. 57'806.20 x 80 %). 5.5.1 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen Wert sind praxisgemäss verschiede- ne Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das d amalige Eidgenössische Versiche- rungsgericht (EVG) seine Rechtsprechung zu den Abzügen v om Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, o b und in welchem Ausmass Tabellen- löhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des kon- kreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränku ng, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgra d), welche nach pflichtgemässem Er- messen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Be- rücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkma le letztlich aber auf insgesamt höchs- tens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 5.5.2 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochte nen Verfügung keinen Abzug vom Tabel- lenlohn gewährt, was in Würdigung der gegebenen Umstä nde sowie unter Berücksichtigung aller in Betracht fallenden Merkmale entgegen den Au sführungen des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden ist. So wurde den gesundheitlichen Beschwerden bereits mit der 20%igen Leis- tungseinbusse Rechnung getragen. Zudem wurde der Tatsach e, dass der Beschwerdeführer kein hohes Stresslevel erträgt und keine schweren sowie keine konzentrativ hochstehenden Tätigkeiten mehr ausüben kann, mit den Anforderungsniveau 4 der LSE genüge getan. Die Kri- terien Lebensalter, Dienstjahre und Nationalität/Aufe nthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad fallen nicht ins Gewicht. 5.6 Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinko mmen von Fr. 46'244.95 dem Valideneinkommen von Fr. 71'605.10 (vgl. E. 5.3) geg enüber, resultiert daraus eine Erwerbs- einbusse von Fr. 25'360.--, was für den Erwerbsbereich e inen rentenausschliessenden Invalidi- tätsgrad von gerundet 35 % (vgl. zur Rundungspraxis BGE 130 V 121 ff.) ergibt. 5.7 Selbst wenn der Argumentation des Beschwerdeführer s gefolgt und bezüglich des Va- lideneinkommens auf die Angaben der B.____ vom 21. A pril 2017 abgestellt würde, hätte dies keinen Einfluss auf dieses Ergebnis. Der Versicherte hätte demzufolge im Jahr 2015 bei der B.____ in einem 100 % Pensum ein jährliches Einkommen (ohne Zulagen) in Höhe von Fr. 81'649.75 erzielt. Dies entspricht einer Erhöhung von 16.41 % im Vergleich zum Validenein- kommen im Jahr 2003, welches sich auf Fr. 68‘243.50 belie f. Auf die Angaben des Beschwer- deführer, wonach sich die Lohnzulagen im Jahr 2015 auf Fr. 7‘000.-- belaufen hätten, kann aber nicht abgestellt werden, liegt dieser Betrag doch um 46 % über demjenigen, der für die Jahre 1998 bis Juni 2002 durchschnittlich ausbezahlt wurde (vg l. E. 5.3). Aus diesem Grund rechtfer- tigt es sich in antizipierter Beweiswürdigung auf die d urchschnittlichen Lohnzulagen in Höhe Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Fr. 315.-- pro Monat abzustellen und auch diese um 16,41 % zu erhöhen. Daraus resultie- ren Zulagen von Fr. 366.70 pro Monat bzw. Fr. 4‘400.3 0 pro Jahr. Rechnet man diese dem Va- lideneinkommen in Höhe von Fr. 81‘649.75 hinzu, resu ltiert ein Betrag von Fr. 86‘050.05. Wür- den die Zulagen in Höhe von Fr. 315.-- der Teuerung bis ins Jahr 2015 angepasst, beliefen sie sich auf Fr. 350.65 bzw. Fr. 4'207.80 pro Jahr (vgl. Nom inallohnindex nach Wirtschaftszweigen 2002 - 2010 sowie 2011 - 2016, Verkehr und Nachrichtenübermittlung). Das Valideneinkommen würde sich damit auf Fr. 85'857.55 belaufen. Für das Invalideneinkommen sind unbestrittener- massen die LSE 2014 TA1_tirage_skill_level, Privater Sektor Total, Kompetenzniveau 1, Spalte Männer, Fr. 5'312.-- heranzuziehen. Nach Anpassung di eses Betrages an die Nominallohnent- wicklung von 0,3% und der Umrechnung auf eine wöchentl iche Arbeitszeit von 41,7 Stunden, resultiert ein Einkommen von Fr. 66'652.-- bei einem 100% bzw. von Fr. 53'322.-- bei einem die Leistungseinschränkungen von 20% berücksichtigenden Pensum. Da auch von diesem Wert kein leidensbedingter Abzug vorzunehmen ist (vgl. E. 5. 5), resultiert sowohl unter Berücksichti- gung des Valideneinkommens von Fr. 86‘050.05 als auch je nes von Fr. 85‘857.55 ein Invalidi- tätsgrad von gerundet 38 %, welcher unter dem für einen Rentenanspruch mindestens erforder- lichen Invaliditätsgrad von 40 % liegt. 5.8 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die angefochtene Verfügung der Beschwer- degegnerin im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahre n bei Streitigkeiten um die- Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. 6.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.