<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Eidgenössisches Versicherungsgericht </div> <div class="para">Tribunale federale delle assicurazioni </div> <div class="para">Tribunal federal d'assicuranzas </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsabteilung </div> <div class="para">des Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Prozess </div> <div class="para">{T 7} </div> <div class="para">K 73/02 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 24. Februar 2003 </div> <div class="para">IV. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Präsidentin Leuzinger, Bundesrichter Rüedi und Ferrari; Gerichtsschreiber Hadorn </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">Dr. med. S.________, Gesuchsteller, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. CSS Versicherung, Rösslimattstrasse 40, 6005 Luzern, </div> <div class="para">2. SMUV Kranken- und Unfallversicherungen, Weltpoststrasse 20, 3015 Bern, </div> <div class="para">3. Helsana-advocare, Birmensdorferstrasse 94, 8003 Zürich, </div> <div class="para">4. SUPRA Krankenkasse, chemin de Primerose 35, 1000 Lausanne 3, </div> <div class="para">5. Krankenkasse Visana, 3000 Bern 32, </div> <div class="para">6. Unitas, Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung, Zürcherstrasse 282, 8500 Frauenfeld, </div> <div class="para">7. Innova Krankenversicherungen, Bollstrasse 61, 3076 Worb, </div> <div class="para">8. SKBH Kranken- und Unfallversicherung, rue du Nord 5, 1920 Martigny, </div> <div class="para">9. SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur, </div> <div class="para">10. Concordia Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung, Bundesplatz 15, 6003 Luzern, </div> <div class="para">11. Krankenkasse SBB, Direktion, Zieglerstrasse 29, </div> <div class="para">3000 Bern 65 SBB, </div> <div class="para">12. Cassa malati Avenir, rue de Locarno 17, 1701 Freiburg, </div> <div class="para">13. Schweizerische Gewerbekrankenkasse, Kornhausbrücke 3, 8031 Zürich, </div> <div class="para">14. Krankenkasse KPT, Tellstrasse 18, 3014 Bern, </div> <div class="para">15. Krankenkasse Hermes, Rotbuchstrasse 46, 8037 Zürich, </div> <div class="para">16. Allgemeine Schweizerische Kranken- und Unfallkasse (ASKU), 3000 Bern, </div> <div class="para">17. Kolping Krankenkasse, Ringstrasse 16, 8600 Dübendorf, </div> <div class="para">18. Die Eidgenössische Gesundheitskasse, Brislachstrasse 2, 4242 Laufen, </div> <div class="para">19. Wincare Versicherungen, Rechtsdienst, Konradstrasse 14, 8400 Winterthur, </div> <div class="para">20. Schweizerische Betriebskrankenkasse SBKK, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur, </div> <div class="para">21. Galenos Kranken- und Unfallversicherung, Miliärstrasse 36, 8004 Zürich, </div> <div class="para">22. Artisana Kranken- und Unfallversicherung, Effingerstrasse 59, 3000 Bern 14, </div> <div class="para">23. Krankenkasse Sanitas, Lagerstrasse 107, 8004 Zürich, </div> <div class="para">24. Cassa malati KBV, Badgasse 3, 8400 Winterthur, </div> <div class="para">25. INTRAS Krankenkasse, rue Blavignac 10, 1227 Carouge GE, </div> <div class="para">26. ASSURA Kranken- und Unfallversicherung, C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully, </div> <div class="para">27. Secura Versicherungsgesellschaft, Limmatplatz 4, 8023 Zürich, </div> <div class="para">28. Universa Krankenkasse, Stadtbachstrasse 64, 3012 Bern, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">alle vertreten durch die santésuisse Bern, Könizstrasse 60, 3008 Bern </div> <div class="para"> </div> <div class="para">(Urteil vom 30. November 1998) </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para">Mit Urteil vom 30. November 1998 wies das Eidgenössische Versicherungsgericht eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde von Dr. med. S.________ gegen einen Entscheid des Schiedsgerichts KVG/UVG/MVG des Kantons Bern vom 14. November 1997 ab, worin der Arzt verpflichtet wurde, 32 Krankenkassen des Kantonalverbands Bernischer Krankenversicherer (KVBK; heute santésuisse) wegen Überarztung Fr. 540'520.- zurückzuzahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Dr. med. S.________ reicht ein Revisionsgesuch gegen das Urteil vom 30. November 1998 ein und beantragt sinngemäss, dieses sei aufzuheben und die kantonale Vorinstanz sei zu verpflichten, ihren Entscheid vom 14. November 1997 ebenfalls in Revision zu ziehen. Die am kantonalen Entscheid beteiligten Richter seien strafrechtlich zu verfolgen. Ferner verlangt Dr. S.________ eine vollständige Rehabilitation. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die santésuisse schliesst auf Abweisung des Revisionsgesuchs, während das Bundesamt für Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung verzichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Nach <span class="artref">Art. 37 Abs. 3 OG</span> wird das Urteil des Bundesgerichts - und damit auch des Eidgenössischen Versicherungsgerichts - in der Regel in der Amtssprache des angefochtenen Entscheides verfasst. Da der Gesuchsteller die Revision eines deutschsprachigen Urteils verlangt, wird im vorliegenden Verfahren diese Sprache benutzt, obwohl das Revisionsgesuch auf Französisch geschrieben ist. Gründe für ein Abweichen von dieser Regel bestehen umso weniger, als auch die bisherigen Prozesse, welche der Gesuchsteller vor diesem Gericht angestrengt hat, in deutscher Sprache geführt worden sind. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Soweit der Gesuchsteller strafrechtliche Massnahmen gegen die kantonalen Richter und eine "Rehabilitation" seiner Person verlangt, kann auf das Revisionsgesuch nicht eingetreten werden, da diese Punkte weder Gegenstand des Urteils vom 30. November 1998 gewesen sind noch in die materielle Zuständigkeit des Eidgenössischen Versicherungsgerichts fallen. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Nach Art. 137 lit. b in Verbindung mit <span class="artref">Art. 135 OG</span> ist die Revision eines Urteils des Eidgenössischen Versicherungsgerichts u.a. zulässig, wenn der Gesuchsteller nachträglich neue erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die er im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Als "neu" gelten Tatsachen, welche sich bis zum Zeitpunkt, da im Hauptverfahren noch tatsächliche Vorbringen prozessual zulässig waren, verwirklicht haben, jedoch der um Revision ersuchenden Person trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen ferner erheblich sein, d.h. sie müssen geeignet sein, die tatbeständliche Grundlage des angefochtenen Urteils zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer andern Entscheidung zu führen. Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der gesuchstellenden Person unbewiesen geblieben sind. Sollen bereits vorgebrachte Tatsachen mit den neuen Mitteln bewiesen werden, so hat die Person auch darzutun, dass sie die Beweismittel im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Entscheidend ist ein Beweismittel, wenn angenommen werden muss, es hätte zu einem andern Urteil geführt, falls das Gericht im Hauptverfahren hievon Kenntnis gehabt hätte. Ausschlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswürdigung, sondern der Sachverhaltsermittlung dient. Es genügt daher beispielsweise nicht, dass ein neues Gutachten den Sachverhalt anders bewertet; vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlagen als objektiv mangelhaft erscheinen lassen. Für die Revision eines Entscheides genügt es nicht, dass die Gutachterin oder der Gutachter aus den im Zeitpunkt des Haupturteils bekannten Tatsachen nachträglich andere Schlussfolgerungen zieht als das Gericht. Auch ist ein Revisionsgrund nicht schon gegeben, wenn das Gericht bereits im Hauptverfahren bekannte Tatsachen möglicherweise unrichtig gewürdigt hat. Notwendig ist vielmehr, dass die unrichtige Würdigung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen nicht bekannt waren oder unbewiesen blieben (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=15.02.2003&amp;to_date=06.03.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-353%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page358">BGE 127 V 358</a> Erw. 5b, 110 V 141 Erw. 2, 293 Erw. 2a, 108 V 171 Erw. 1; vgl. auch <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=16&amp;from_date=15.02.2003&amp;to_date=06.03.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-II-199%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page205">BGE 118 II 205</a>). </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Im Urteil dieses Gerichts vom 30. November 1998 wurde der Gesuchsteller verpflichtet, den Gesuchsgegnerinnen einen namhaften Betrag zurückzuzahlen, da er wegen Überarztung von 1990 bis 1992 zu hohe Behandlungskosten verursacht hatte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Soweit der Gesuchsteller nicht unzulässige appellatorische Kritik am genannten Urteil übt, bringt er keine Tatsachen vor, welche sich bis zum damals prozessual letztmöglichen Zeitpunkt bereits verwirklicht hätten, ihm jedoch trotz aller Sorgfalt unbekannt geblieben wären. Namentlich macht er nicht geltend, die kantonalen Instanzen oder das Eidgenössische Versicherungsgericht hätten wesentliche Tatsachen nicht gekannt. Die vorgelegten Kopien aus verschiedenen Presseerzeugnissen betreffen, soweit sie revisionsrechtlich überhaupt einschlägig sind, Ereignisse, die sich nach dem erwähnten Zeitpunkt zugetragen haben. In erster Linie bemängelt der Gesuchsteller die Tauglichkeit der von den Kassen angewendeten und letztinstanzlich bestätigten Vergleichsmethode zur Feststellung von Polypragmasie, welche auf den Statistiken des (damaligen) Konkordats der Schweizerischen Krankenversicherer beruht. Die in den Gesuchsbeilagen enthaltenen Kritiken an dieser Methode stellen jedoch keine bereits damals eingetretenen, bislang unbekannt gebliebenen Sachverhaltselemente dar, sondern eine andere Würdigung des damaligen, nach wie vor gleich gebliebenen Sachverhaltes. Diese abweichenden Würdigungen helfen dem Gesuchsteller revisionsrechtlich nicht weiter (Erw. 3 hievor in fine). </div> <div class="para">5. </div> <div class="para">Das Revisionsgesuch ist, soweit zulässig, offensichtlich unbegründet und wird im Verfahren nach <span class="artref">Art. 143 Abs. 1 OG</span> erledigt. Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, das vom Gesuchsteller bestrittene Vernehmlassungsrecht der santésuisse Bern zu prüfen. </div> <div class="para">6. </div> <div class="para">Da es nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 134 OG</span> e contrario). Der unterliegende Gesuchsteller hat die Gerichtskosten zu tragen (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von total Fr. 500.- werden dem Gesuchsteller auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Schiedsgericht KVG/UVG/MVG des Kantons Bern und dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para">Luzern, 24. Februar 2003 </div> <div class="para">Im Namen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Die Präsidentin der IV. Kammer: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>