4. Oktober 1985 N 1825 Postulat Landolt verfolgen und dadurch Doppelspurigkeiten zu vermeiden. So wurde in den USA - vor allem als Folge des Love-Canal- Skandals-die Dringlichkeit einer «nationalen Dioxin-Strate- gie» erkannt und eine «Dioxin Management Task Force» ins Leben gerufen, die nun national vorgeht und nach genau festgelegter Prioritätenliste erste dringende Sanierungs- massnahmen und Kontrollfunktionen angeht. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 28. August 1985 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 28 août 1985 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 85.479 Postulat Mauch Nationales Forschungsprogramm «Waldsterben und gesellschaftliches Handeln* Dépérissement des forêts et comportement social. Programme national de recherche Wortlaut des Postulates vom 18. Juni 1985 Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob bis spätestens Ende 1986 ein ausserordentliches Nationales Forschungs- programm für praxisorientierte ökologische Forschungs- projekte zum Thema «Waldsterben und gesellschaftliches Handeln» zu beschliessen sei. Dafür sollen Mittel in der Grössenordnung von 15 Millionen bereitgestellt werden. Texte du postulat du 18 juin 1985 Le Conseil fédéral est inviterà examiner s'il serait judicieux de lancer, au plus tard d'ici la fin 1986, un programme national extraordinaire de recherche axé sur la pratique en matière d'écologie, consacré au dépérissement des forêts et au comportement social. Les crédits à débloquer pour ce programme seraient de l'ordre le 15 millions de francs. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Bircher, Brat- schi, Braunschweig, Bundi, Dünki, Eggenberg-Thun, Gün- ter, Jaeger, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Longet, Maeder- Appenzell, Meyer-Bern, Müller-Bachs, Oester, Reimann, Robbiani, Robert, Rohrer, Rubi, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Seiler, Stappung, Weber-Arbon, Zwygart (27) Schriftliche Begründung - Développement par écrit 1. Die dringend anzustrebenden Emissionsreduktionen (Luftqualität Stand 1950) können nicht nur mit einfachen legislatorischen Massnahmen realisiert werden (tiefere Emissionsnormen bei Fahrzeugen, Temporeduktionen, Schwefelgehaltsreduktion in fossilen Brennstoffen usw.), es sind darüber hinaus drastische Veränderungen im privaten, beruflichen und wirtschaftlichen Verhalten breiter Bevölke- rungskreise nicht zu umgehen (z. B. Reduktion des Treib- stoffverbrauchs, Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel, ökologische Abfallbewirtschaftung usw.). Diese Verhaltensänderungen müssen auch wissenschaftlich vorbereitet, initiiert, begleitet und ausgewertet werden. 2. Verhaltensänderungen im privaten und gesellschaftli- chen Bereich sind schwierig zu initiieren, wenn sie nicht durch klare ökonomische Vorteile begünstigt oder aus mili- tärischen Gründen erzwungen werden. Verhaltensänderun- gen, die in Friedenszeiten von breiten Schichten getragen werden, verlangen andere Prozesse. Die wissenschaftlichen Untersuchungen von einzelnen erfolgreichen Beispielen sozialen und gesellschaftlichen Wandels zeigen, dass sie meist entscheidend von einer geglückten Zusammenarbeit von Forschung und Praxis profitieren konnten. Der praxis- orientierten Forschung kommt die Rolle des Initiators, des Begleiters und Auswerters zu. 3. Praxisorientierte, interdisziplinäre Forschung, die gesell- schaftliche und Naturprozesse zugleich untersucht, fehlt heute weitgehend. Sie findet gerade im Bereich der Wald- schadenforschung nicht statt (z. B. NFP, 14,14+, Sanasilva). Diese Forschung beschränkt sich auf die Untersuchung von naturwissenschaftlichen Ursachen-Wirkungs-Beziehungen und auf Folgeabschätzungen. 4. Die praxisorientierte ökologische Forschung (POEF), wie sie die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Umweltfor- schung (SAGUF) vorschlägt, will die bestehende Forschung ergänzen. Sie ist ein geeignetes Konzept, wie der viel kriti- sierte Graben zwischen Forschung und Praxis überwunden werden kann. Praxisorientierte Forschung erfordert ein neues Denken der Forscher, da sie die Lösungen nur zusam- men mit den Betroffenen entwickeln können. Diese noch wenig praktizierte Forschungsmethode braucht eine kräf- tige Initialzündung in der Form eines Nationalen For- schungsprogrammes. 5. Die zu fördernden praxisorientierten ökologischen For- schungsprojekte im Bereich «Waldsterben und gesellschaft- liches Handeln» sollen konkrete Projekte in begrenzten Regionen initiieren, die in Zusammenarbeit mit den Betrof- fenen (Gemeinden, Regionen, Kantone) durchgeführt und ausgewertet werden. Dabei stehen Emissionsbegrenzungen zum Beispiel im Bereich Verkehr im städtischen und ländli- chen Raum vorerst im Vordergrund. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 11. September 1985 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 11 septembre 1985 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 85.473 Postulat Landolt Selbstmedikation - Automédication Wortlaut des Postulates vom 17. Juni 1985 Gestützt auf Erkenntnisse aus dem Nationalen Forschungs- programm Nummer 8 wird der Bundesrat ersucht, Möglich- keiten zur Verbesserung der Sicherheit im Umgang der Bevölkerung mit Arzneimitteln zu prüfen, die Ausbildung der Medizinalberufe entsprechend zu ergänzen und in Zusam- menarbeit mit den kantonalen Sanitätsdirektionen dafür zu sorgen, dass namentlich im Hinblick auf die Publikumswer- bung und die Abgabeordnung für Medikamente die für eine grösstmögliche Arzneimittelsicherheit notwendigen Mass- nahmen ergriffen werden. Texte du postulat du 17 juin 1985 En référence à des conclusions tirées du Programme natio- nal de recherche n° 8, le Conseil fédéral est invité à examiner les moyens d'améliorer la sécurité en ce qui concerne l'utili- sation de médicaments par la population. En outre, il est prié de compléter dans ce domaine la formation dans les profes- sions médicales et de prendre, en collaboration avec les directeurs cantonaux des affaires sanitaires, les mesures qui s'imposent afin d'assurer une sécurité maximale en matière de médication; on pense surtout à la publicité adressée au public et à la réglementation régissant la remise de médica- ments.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Mauch Nationales Forschungsprogramm "Waldsterben und gesellschaftliches Handeln" Postulat Mauch Dépérissement des forêts et comportement social. Programme national de recherche In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 18 Séance Seduta Geschäftsnummer 85.479 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 04.10.1985 - 08:00 Date Data Seite 1825-1825 Page Pagina Ref. No 20 013 773 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.