<h2>SubmittedText<h2><p>Am 27. Mai 2005 wurde der indische Staatspräsident auf dem Bundesplatz feierlich zu seinem Staatsbesuch empfangen. Wie es bei solchen Anlässen den internationalen Gepflogenheiten entspricht, war auch eine militärische Ehrenkompanie aufgestellt.</p><p>Nachdem das Abschreiten der Formation durch den vom Bundespräsidenten begleiteten Gast erledigt war, schlenderte die Truppe ab. Sie bot ein absolut erbärmlich unmilitärisches Bild. Nicht einmal die Fahnenwache bewegte sich im Marschschritt, geschweige denn das Gros der Truppe.</p><p>Der "Chef" des Verbandes "marschierte" neben der langen Kolonne, wobei er seine Arme auf dem Rücken zusammenhielt (Marschieren in Ruhestellung). Der Staatsgast war begleitet von einem hohen Offizier der indischen Armee, die bekanntlich einen hohen Standard an militärischen Formen pflegt. Das miserable Bild, das die Ehrenformation abgab, muss von den Gästen geradezu als Beleidigung empfunden worden sein.</p><p>Kann sich der Bundesrat der Ansicht anschliessen, dass für derartige Auftritte eine trainierte Formation, die dem Namen Ehrenformation gerecht wird, eingesetzt werden muss oder aber dass unser Land mangels Fähigkeit (Begründung: "Armee XXI"; "in der Verfassung nicht vorgesehen") auf die Mitwirkung von Militär verzichtet?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Anlässlich des Besuches des indischen Staatspräsidenten leistete eine Aufklärungskompanie, die sich im Wiederholungskurs befand, den Dienst als Ehrenkompanie. Die Kompanie präsentierte sich vor und während des Abschreitens tadellos. Aufgrund eines Missverständnisses zwischen dem Einheitskommandanten und dem Vertreter des Militärprotokolls marschierte die Ehrenkompanie aber bereits ab, als sich die Gäste noch auf dem Bundesplatz aufhielten.</p><p>Der Abmarsch hätte erst erfolgen sollen, nachdem die Gäste und Gastgeber den Bundesplatz verlassen haben. Dem WK-Verband gestand man aufgrund dieser Ablaufplanung zu, dass der Abmarsch im Feldschritt erfolgen kann.</p><p>Der Bundesrat bedauert diese Panne. Er wird aber gleichwohl weiterhin die Ehrenkompanie auch aus unseren Milizverbänden rekrutieren. Die Erfahrungen mit dieser Lösung waren in der Vergangenheit überwiegend sehr positiv.</p><p>Die Militärische Sicherheit als Berufsformation ist mit ihren Einsätzen so stark ausgelastet, dass sie kaum für diese Ehrendienste jeweils Detachemente in Zugs- oder gar Kompaniestärke zusammenziehen könnte.</p><p>Der Bundesrat ist überzeugt, dass die Verantwortlichen in der Armee aus dieser Erfahrung ihre Lehren ziehen und alle geeigneten Massnahmen ergreifen werden, um ähnliche Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern.</p>