<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 100 S.349</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des Migrationsamts</span> <span class="page_no">349</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>100 Unentgeltliches Honorar; Kürzung von unentgeltlichem Honorar;</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Begründungspflicht</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Die Behörden sind beim Erlassen eines Entscheides verpflichtet, sich mit</b></span><br/> <span class="ft2"><b>den Argumenten des Beschwerdeführers auseinanderzusetzen, um ihrer</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Begründungspflicht nachzukommen (Erw. II./4.3.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 22. Novem-</span><br/> <span class="ft3">ber 2007 in Sachen F.H. betreffend unentgeltliches Honorar (1-BE.2006.27).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">350</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II. 4.3. Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz einen begrün-</span><br/> <span class="ft1">deten Entscheid erlassen. Zu prüfen ist, ob dieser den gesetzlichen</span><br/> <span class="ft1">Anforderungen entspricht.</span><br/> <span class="ft1">4.3.1. Die Vorinstanz führte in ihrem Entscheid vom 12. Juni</span><br/> <span class="ft1">2006 aus, man halte an den Kürzungen gemäss Schreiben vom</span><br/> <span class="ft1">24. Mai 2006 fest, soweit nicht darauf zurückgekommen werde. Der</span><br/> <span class="ft1">Zeitaufwand für das erstinstanzliche Verfahren, sowie die Auslagen</span><br/> <span class="ft1">für das erstinstanzliche und das Einspracheverfahren würden akzep-</span><br/> <span class="ft1">tiert. Die Entschädigung für das Einspracheverfahren werde ermes-</span><br/> <span class="ft1">sensweise auf 80% derjenigen vor der Vorinstanz festgesetzt.</span><br/> <span class="ft1">Grundsätzlich ist dieses Vorgehen nicht zu beanstanden. Wird</span><br/> <span class="ft1">von einem Rechtsvertreter eine detaillierte Kostennote einverlangt</span><br/> <span class="ft1">und wird ihm anschliessend im Rahmen der Gewährung des rechtli-</span><br/> <span class="ft1">chen Gehörs mitgeteilt, welche Positionen der Kostennote weshalb</span><br/> <span class="ft1">und um wie viel gekürzt werden sollen, erscheint es im Hinblick auf</span><br/> <span class="ft1">die Begründungspflicht zulässig, im Entscheid lediglich auf die an-</span><br/> <span class="ft1">gekündigte Kürzung zu verweisen, sofern an dieser festgehalten</span><br/> <span class="ft1">wird.</span><br/> <span class="ft1">Führt der betroffene Rechtsvertreter jedoch im Rahmen seines</span><br/> <span class="ft1">rechtlichen Gehörs konkret aus, weshalb er die beabsichtigte Kür-</span><br/> <span class="ft1">zung nicht hinnehmen will, hat sich die entscheidende Behörde mit</span><br/> <span class="ft1">den Argumenten auseinander zu setzen. Akzeptiert die entscheidende</span><br/> <span class="ft1">Behörde einen Teil der Argumente des betroffenen Rechtsvertreters</span><br/> <span class="ft1">und weicht sie im Entscheid von der angekündigten Kürzung ab, hat</span><br/> <span class="ft1">sie darzulegen, welche Positionen akzeptiert und welche Positionen</span><br/> <span class="ft1">gekürzt werden. Massgebend im Hinblick auf die Begründungsdichte</span><br/> <span class="ft1">ist, dass der betroffene Rechtsvertreter in der Lage sein muss, die</span><br/> <span class="ft1">vorgenommenen Kürzungen nachzuvollziehen und gegebenenfalls</span><br/> <span class="ft1">im Rahmen eines Rechtsmittelverfahrens anzufechten. Dabei ist mit-</span><br/> <span class="ft1">entscheidend, mit welcher Kognition die Rechtsmittelinstanz den</span><br/> <span class="ft1">Entscheid überprüfen kann.</span><br/> <span class="ft1">4.3.2. Im vorliegenden Fall teilte die Vorinstanz dem Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer mit Schreiben vom 24. Mai 2006 mit, sie setze die</span><br/> <span class="ft1">Entschädigung für das Einspracheverfahren auf 80% der für das erst-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des Migrationsamts</span> <span class="page_no">351</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">instanzliche Verfahren zugesprochenen Entschädigung fest. Für den</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer war damit nicht ersichtlich, welche Positionen des</span><br/> <span class="ft1">für das Einspracheverfahren geltend gemachten Aufwandes akzep-</span><br/> <span class="ft1">tiert bzw. gekürzt wurden. Unter diesen Umständen war er aber nicht</span><br/> <span class="ft1">in der Lage, die Kürzungen nachzuvollziehen und gegebenenfalls</span><br/> <span class="ft1">anzufechten. Dies umso weniger als das Rekursgericht gemäss Kog-</span><br/> <span class="ft1">nitionsbeschränkung von § 9 Abs. 2 EGAR keine Ermessensüberprü-</span><br/> <span class="ft1">fung vornehmen darf und ein Betroffener somit konkret darzulegen</span><br/> <span class="ft1">hat, welche Kürzungen er als willkürlich erachtet.</span><br/></div> </div> </body> </html>