B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4981/2013 U r t e i l v o m 4 . D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richterin Contessina Theis, Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), Afghanistan, vertreten durch Susanne Gnekow, Rechtsanwältin, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 9. August 2013 / N (…). D-4981/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 25. Dezember 2012 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nach. Auf dem Person a- lienblatt gab er als Geburtsdatum den 20. Juli 1996 an. B. Das BFM kam aufgrund des äusseren Erscheinungsbildes sowie des Auf- tretens des Beschwerdeführers zum Schluss, dass dessen angegebenes Alter nicht glaubhaft sei. Die am 28. Dezember 2012 durchgeführte Kn o- chenaltersanalyse ergab gemäss ärztlichem Bericht ein Knochenalter von mehr als 1 8 Jahren (Akten BFM A 8/1). Im Rahmen des dem Beschwe r- deführer am 9. Januar 2013 gewährten rechtlichen Gehörs machte er gel- tend, er habe sein Alter und sein Geburtsdatum so angegeben, wie er es gewusst habe. Dem Beschwerdeführer wurde mitgeteilt, dass es i hm nicht gelungen sei, seine Minderjährigkeit wahrscheinlich zu machen, weshalb er im weiteren Verfahren als Volljähriger behandelt und ihm ke i- ne Vertrauensperson beigegeben werde. C. Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer a n- lässlich der Kurzbefragung vom 9. Januar 2013 im EVZ B._______ sowie der Anhörung vom 6. August 2013 in C._______ im Wesentlichen ge l- tend, er sei tadschikischer Ethnie und habe in Kabul gelebt. Als er sieben Jahre alt gewesen sei, habe sein älterer Bruder bei einem Streit einen Mann umgebracht, der Angehöriger einer verfeindeten Familie gewesen sei, die der Volksgruppe der Hazara angehöre. Sein Bruder sei daraufhin verschwunden und von einem Gericht al s Mörder verurteilt worden; seit diesem Zeitpunkt habe man nichts mehr von ihm gehört. Er (Beschwerde- führer) habe Angst vor der Rache der Familie des Getöteten gehab t, zu- mal diese Familie Macht sowie Geld besitze und zudem über Verbindun- gen zu den Taliban verfüge. Seine Mutter sei kurz nach dem Verschwin- den seine s Bruders gestorben. Als er neun Jahre alt gewesen sei, sei auch sein Vater verstorben. Er und sein jüngerer Bruder hätten danach bei seinem Onkel D._______ und dessen Familie in Kabul gelebt. Sein Onkel habe ihn nicht mehr zur Schule gehen las sen, ihn regelmässig ge- schlagen und verlangt, dass er ihm als Hilfskoch helfe. Deshalb habe er einen Onkel mütterlicherseits, der beabsichtigt habe, in den Iran zurüc k- zukehren, gefragt, ob er mitgehen könne . Im Alter von zwölf Jahren habe er sich mit diesem Onkel nach E._______ begeben, wo er ein Jahr bei D-4981/2013 Seite 3 diesem Onkel und dessen Familie gelebt habe. Nachdem er vom Onkel aus dem Haus geworfen worden sei, habe er bei seinen Arbeitgebern gewohnt. Da er im Iran keine Ausbildung habe absolvieren können und es ihm nicht möglich gewesen sei, eine normale Arbeit zu bekommen, habe er im Juni beziehungsweise Juli 2012 den Iran verlassen und sei nach Is- tanbul gereist, wo er sich zirka drei Monate aufgehalten habe. Anschlie s- send sei er via Griechenland, Albanien und Italien am 25. Dezember 2012 in die Schweiz gelangt. Nachdem er schon im Iran über das Christentum nachgedacht habe, habe er im März/April 2013 damit begonnen, sich in- tensiv mit dieser Religion zu beschäftigen. In der Folge sei er zum Protes- tantismus konvertiert. Am 25. August 2013 werde er getauft. Für den d e- taillierten Inhalt der Sachverhaltsvorbringen ist auf die aktenkundigen Befragungs- und Anhörungsprotokolle zu verweisen. Anlässlich der Anhörung reichte der Beschwerdeführer eine Taz kara (Identitätskarte) zu den Akten. D. Mit Verfügung vom 9. August 2013 – eröffnet am 13. August 2013 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die We g- weisung aus der Schweiz und den Vollzug. Zur Begründung wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe geltend gemacht, er sei von seinem Onkel, bei dem er gelebt habe, geschlagen worden. Dieser habe ihm auch verboten, die Schule zu besuchen und ihn gezwungen, zu arbeiten. Die vom Be schwerdeführer geltend gemachten Übergriffe seitens des Onkels wiesen jedoch keine Intensität auf, welche als asylrelevant zu qualifizieren wäre. Gemäss Aussagen des Beschwe r- deführers habe er vom Onkel Ohrfeigen und Tritte erhalten; dabei handle es sich jedoch um geringfügige Übergriffe, welche ein Leben im Heima t- staat nicht verunmöglicht hätten. Der Beschwerdeführer habe zudem gel- tend gemacht, sein Bruder habe eine Person getötet und er fürchte, von Angehörigen des Ermordeten umgebracht zu werden. Diese hä tten B e- ziehungen zu den Taliban und verfügten über Geld sowie Macht. Für den Beschwerdeführer sei es jedoch zumutbar, sich an die Behörden zu we n- den und um Schutz zu ersuchen, zumal davon ausgegangen werden könne, dass die Behörden in Kabul grundsätzlich schutzwillig und schutz- fähig seien. Er habe zudem zu Protokoll gegeben, er persönlich habe keine Probleme mit der verfeinde ten Familie gehabt. Überdies habe er erklärt, sein jüngerer Bruder habe sich weiterhin in Kabul aufgehalten und D-4981/2013 Seite 4 ebenfalls keinerlei Pr obleme gehabt. Somit fehlten in den Akten Anhalt s- punkte, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr Übergriffe seitens der verfeindeten Familie ausgesetzt wäre. Es genüge nicht, die Furcht vor zukünftiger Verfolgung lediglich mit Vorkommnissen oder Umständen, die sich früher oder später möglicherweise ereignen könnten, zu begründen. Aus diesen Gründen vermöchten die Aussagen des Beschwerdeführers keine Asylrelevanz zu entfalten. Bezüglich der geltend gemachte Konversion zum Christentum sei Fo l- gendes fest zuhalten: Die 2004 verabschiedete Verfassung der islam i- schen Republik Afghanistan enthalte Bestimmungen, welche ausdrücklich die freie Religionsausübung gewährleisteten. Die freie Religionsausübung gelte jedoch nur für Anhänger nichtmuslimischer Religionsg emeinschaf- ten. Muslime fielen unter das islamische Recht, die Scharia. In der Scha- ria gelte die Abkehr vom Islam als Kapitalverbrechen. Je nach Scharia - Auslegung könne eine Konversion mit der Todesstrafe geahndet werden, unabhängig davon, ob die Konversion in Afghanistan oder im Ausland er- folgt sei. Der Beschwerdeführer mache geltend, er sei zum Christentum konvertiert. Aufgrund der in der Anhör ung zu Protokoll gegebenen Anga- ben sei davon auszugehen, dass die behauptete Konversion zum Chri s- tentum jedoch nur formal erfolgt sei, um ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu erlangen. Der Beschwerdeführer habe nicht überzeugend darlegen können, warum er zum Christentum konvertiert sei. Er habe a n- gegeben, sich seit zirka vier Monaten mit dem Christentum zu beschäft i- gen, Ende August 2013 eine Prüfung bei der F._______ abzulegen und sich taufen zu lassen. Die kurze Zeitspanne, in der er sich vor der Taufe mit dem Christentum beschäftigt haben wolle, lasse eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Christentum zweifelh aft erscheinen. So h a- be der Beschwerdeführe r auch angegeben, er habe wenig Kenntnisse über den protestantischen Glauben. Auf die Frage, welche Kenntnisse er über das Christentum im Allgemeinen besitze, habe er lediglich geantwor- tet, er habe einen lieben Go tt kennengelernt. Sei n Wissen über das Christentum müsse denn auch als wenig konkret bezeichnet werden. So sei er weder in der Lage gewesen, ein christliches Gebet zu nennen, noch einige der zehn Gebote oder christliche Feste aufzuzählen. Im We i- teren sei er nicht in der Lage gewesen, die Bedeutung der Taufe zu erklä- ren, obwohl er sich in Kürze taufen lassen wolle. Es könne jedoch von e i- ner Person, welche zum Christentum konvertiere, erwartet werden, dass diese die Bedeutung der Taufe kenne, handle es sich doch bei dieser um ein einschneidendes Ereignis innerhalb der Konversion zum Christentum. Seine Aussagen, weshalb er zum Christentum konvertiert sei, vermöc h-D-4981/2013 Seite 5 ten in keiner Weise zu überzeugen. Es sei davon auszugehen, dass eine Person, welche di e Religionsg emeinschaft wechsle , stichhaltige Arg u- mente für einen solchen Gesinnungswandel habe. Der Beschwerdeführer sei jedoch nicht in der Lage darzulegen, was ihn zur Konversion bewogen habe, w eshalb davon auszugehen sei, dass sie nicht auf einem ernst gemeinten r eligiösen Gesinnungswandel mit einer festen Überzeugung beruhe. Demzufolge könne dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr zugemutet werden, seine christliche Glaubenszugehörigkeit zu widerr u- fen, zu verleugnen oder abzustreiten, um sich so allfällige n Repressionen zu entziehen. Die Täuschung von Andersgläubigen durch die Verstellung des eigenen Glaubens ("Taqiyya") sei bei Schiiten ausdrücklich erlaubt. In der Diaspora werde die Täuschung von Andersgläubigen auch durch die Sunniten als legitim erachtet. Den a fghanischen Behörden sei zudem bewusst, dass viele Afghanen in der Schweiz unter Vorspiegelung fa l- scher Gründe ein Asylgesuch stellten, um sich hier ein Bleiberecht zu s i- chern. Der Beschwerdeführer müsse daher nicht befürchten, wegen se i- ner rein formal aus asyltaktischen Gründen erfolgten Konversion bei einer Rückkehr asylrelevante Nachteile zu erleiden. Seine Vorbringen hielten daher den Anforderungen an die Flüchtling seigenschaft gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht st and. Überdies sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich zu bezeichnen. Für die weitere Begründung wird auf die v o- rinstanzliche Verfügung verwiesen. E. Mit Beschwerde vom 5. September 2013 an das Bundesverwaltungsg e- richt liess der Beschwerdeführer in materieller Hinsicht beantragen, es sei die Verfügung aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, den Sachve r- halt vollständig abzuklären. Eventualiter sei er als Flüchtling anzuerke n- nen und ihm sei in der Folge Asyl zu erteilen. Subeventualiter sei a) er als Flüchtling anzuerkennen und ihm wegen Unzulässigkeit des Wegwe i- sungsvollzugs eine vorläufige Aufnahme zu erteilen, b) die Unzumutba r- keit seines Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihm eine vorläufige Aufnahme zu erteilen. In prozessualer Hinsicht liess der Beschwerdefü h- rer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, um Ernennung der Unterzeichnenden als unentgeltliche Rechtsbeiständin sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchen. Auf die Begründung der Beschwerdebegehren wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. D-4981/2013 Seite 6 Mit der Beschwerde wurden folgende Dokumente eingereicht: Ein von der Hilfswerkvertretung verfasstes Zusatzbl att zum Kurzbericht ( datiert vom 8. August 2013, in Kopie), ein Ausdruck aus Wikipedia betreffend G._______, ein Internetausdruck b ezüglich Nejat TV, ein Bestätigung s- schreiben des Pastors H._______ vom 28. August 2013, ein Artikel über das Kindeswohl im D ublin-Verfahren (in Kopie), eine schriftliche Auskunft der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH ) betreffend Afghanistan (The- ma: Tazkira) vom 12. März 2013 sowie eine Fürsorgebestätigung. F. Am 6. September 2013 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 de s Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [ BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahmekonstellation liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Der B e- schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG D-4981/2013 Seite 7 i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist so- mit einzutreten. 2. Mit Beschwerde ka nn die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG verzichtete das Bundesverwaltung s- gericht auf die Durchführung eines Schriftenwechsels. 4. 4.1 In der Beschwerde wird gerügt, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unkorrekt festgestellt beziehungsweise das rechtliche Gehör verletzt, i n- dem sie den Beschwerdeführer zu Unrecht als volljährige Person be han- delt und ihm daher keine Vertrauensperson zugeteilt habe. Diese Rüge ist vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wäre, eine Kassation der v o- rinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. Entscheidungen und Mitteilun- gen der (vormaligen) Schweizerischen A sylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 und EMARK 1994 Nr. 1; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Ver- waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zü- rich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 4.2 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 und Art. 29 AsylG) ergibt sich, dass Asylsuchenden die relevanten Akten offenzulegen sind und ihnen das Recht zur Äusserung (v gl. Art. 30 Abs. 2 VwVG) sowie die Möglic h- keit, Einfluss auf die Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts zu nehmen, zu gewähren ist. Ausserdem haben die verfügenden Behörden ihrer Pflicht zur Begründung in genügender Weise nachzukommen. 4.3 Ist einer unb egleiteten minderjährigen Person kein Vormund oder Beistand ernannt worden und sind entspre chende vormundschaftliche Massnahmen seitens der zuständigen kantonalen Behörden auch nicht innert vernünftiger Frist zu erwarten, so ist urteilsfähigen, unbegleitet en und nicht vertretenen Minderjährigen für die Dauer des Asylverfahrens ei- ne rechtskundige Vertrauensperson beizuordnen, bevor die erste Anh ö- rung zu den Asylgründen (Art. 29 AsylG bzw. Art. 36 Abs. 1 AsylG) durch- geführt wird (vgl. Art. 17 Abs. 3 AsylG; Ar t. 7 Abs 3 u. 5 der Asylveror d-D-4981/2013 Seite 8 nung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; Art 3 und 22 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes [SR 0.107] und EMARK 2004 Nr. 30 E. 3.1 , mit weiteren Hinweisen). 4.4 Der Bes chwerdeführer gab bei de r Einreichung seines Asylgesuch s im EVZ an, er sei am 20. Juli 1996 geboren worden. Würden diese Anga- ben zutreffen, wä re er – auch im heutigen Zeitpunkt – minderjährig, und es hätte für ihn vor der Anhörung vom 6. August 2013 eine Vertrauens- person ernannt werden müssen. Die Vorinstanz vertrat indessen, wie sich deren Akten entnehmen lässt, die Ansicht, dass der Beschwerdeführer seine Minderjährigkeit nicht habe glaubhaft machen können, weshalb ihm keine Vertrauensperson beigeordnet wurde. 4.5 Die Vorinstanz begründete ihren Befund, der Beschwerdeführer sei volljährig, in der angefochtenen Verfügung damit, eine Knochenaltersana- lyse habe ergeben , dass de r Beschwerdeführer mindestens ach tzehn Jahre alt sein müsse . Die bei der Anhörung eingereichte Tazkara ve r- zeichne als Geburtsjahr das Jahr (…). Da es sich aber diesbezüglich g e- mäss Angaben in der Tazkara um ein geschätztes Alter handle, müsse davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer volljährig sei. Anlässlich der Gewährung d es rechtlichen Gehörs zu r Altersbestimmung begründete das BFM dem Beschwerdeführer gegenüber seine Auffa s- sung, es erachte ihn als volljährig, ausserdem damit, dass seine Auss a- gen bezüglich seiner Biografie, seines Schul - und Berufslebens sowie seiner Famil ienverhältnisse vage und inkohärent ausgefallen seien; z u- dem entsprächen sein Aussehen und sein Ver halten einer Person , die volljährig sei. 4.6 Der Beschwerdeführer hielt in seiner Rechtsmittelschrift an seiner bisherigen Altersangabe fest. Zudem führ te er au s, der Umstand, dass Tazkaras nicht fälschungssicher seien, bedeute nicht, dass sie keinen Beweiswert hätten. Von ihm könne zwar erwartet werden, dass er seine Minderjährigkeit beweise, dies jedoch nur insofern, als diese bewei sbar sei. Die Tatsache, dass Tazkaras nicht fälschungssicher seien, dürfe ihm nicht angelastet werden, ausser, ihm könne nachgewiesen werden, dass er eine falsche Tazkara eingereicht habe, was die Vorinstanz jedoch nicht getan habe. Indem er seine Taz kara eingereicht habe, sei er sein er Mit- wirkungspflicht nachgekommen. Anderes würde bedeuten, afghanische Minderjährige gegenüber anderen minderjährigen Asylsuchenden zu di s- kriminieren, die aus Ländern stammten, wo fälschungssichere Identität s-D-4981/2013 Seite 9 dokumente herausgegeben würden. Diese Ungleichb ehandlung könnte höchstens dann gerechtfertigt werden, wenn weitere gewichtige Indi zien übereinstimmend gegen die Minderjährigkeit sprächen, was vorliegend jedoch nicht der Fall sei. 4.7 Zwar gilt im Asylverfahren gemäss Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG, dass der Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen ist. Diese behördli- che Untersuchungspflicht wird im Asylverfahren durch die der asyls u- chenden Person gestützt auf Art. 8 AsylG auferlegte Mitwirkungspflicht eingeschränkt, wobei sie insbesondere auch ihre Identität offenzulegen und in der Empfangsstelle Reisepapiere und Identitätsausweise a b- zugeben hat (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst n. a und b AsylG). Mit Bezug auf das Beweismass, dem Al tersangaben zu genügen haben, ist von der allg e- meinen Regel von Art. 7 AsylG auszugehen, das heisst , die behauptete Minderjährigkeit muss zumindest glaubhaft erscheinen. Dabei ist im Rahmen einer Gesamtwürdigung eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunk- te, welche für oder gegen die Richtigkeit der betreffenden Altersangaben sprechen, vorzunehmen. Es gilt der Grundsatz der freien Beweiswürd i- gung (vgl. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP , SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG). Zur Altersabklä- rung stehen grundsätzlich die in Art. 12 Bst. a -e VwVG aufgezählten B e- weismittel zur Verfügung, das heisst Urkunden, Auskünfte der Parteien, Auskünfte oder Zeugnis von Drittpersonen, Augenschein und Gutachten von Sachverständigen. Liegen kein e schlüssigen Identitätsdokumente vor, fallen mit Blick auf die Altersfeststellung als Beweismittel sodann A b- klärungsergebnisse in Betracht, welche auf "wissenschaftliche Methoden" im Sinne von Art. 7 Abs. 1 der Asylverordnung über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) abstellen. In der Praxis des BFM handelt es sich dabei in der Regel um sogenannte Knochenalter sanalysen. Hinsichtlich der Frage, ob eine Person das 18. Altersjahr tatsächlich bereits erreicht hat, sind aufgrund dieser Analyse jedoch keine wissenschaftlich zuverläs- sigen Aussagen möglich. Auch aufgrund des äusseren Erscheinungsbi l- des kann das Alter meist nur grob geschätzt werden. Angesichts des g e- ringen Beweiswertes der beiden zuletzt genannten Beweismittel kommt bei der vorfrageweisen Prüfung des Alters einer ihre Minderjährigkeit b e- hauptenden asylsuchenden Person der Würdigung ihrer eigenen Ang a- ben, die sie einerseits zu ihrem Alter selbst, andererseits zur unterblieb e- nen Abgabe von Identitätspapieren macht, in aller Regel entscheidende Bedeutung zu. Der Beweiswert ihrer Aussagen über das Alter kann red u- ziert werden, wenn sie neben nicht schlüssigen Aussagen zu den soeben genannten Punkten ganz offensichtlich unzutreffende Angaben über ihren D-4981/2013 Seite 10 Reiseweg macht oder wenn ihr elementare Kenntnisse ü ber ihr angebl i- ches Heimat- oder Herkunftsland fehlen (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 5 und 6 ). Bei fraglicher Minderjährigkeit trägt nach der Bestimmung von Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) die als allgemeiner Re chtsgrundsatz auch im öffentlichen Recht Anwendung findet, die asylsuchende Person dafür die Beweislast und damit die Folgen der Beweislosigkeit (vgl. EM ARK a.a.O. E. 5.1 ). Dieser Grundsatz wirkt sich allerdings erst dann zu Ungunsten der betref- fenden Person aus, wenn die Behauptung der Minderjährigkeit tatsächlich unbewiesen bleibt, weil sich andernfalls die Frage der Beweislastverte i- lung gar nicht stellt (vgl. EMARK a.a.O. E. 5.2). 4.8 Wie dargelegt, begründete die Vorinstanz ihren Befund, dass der B e- schwerdeführer volljährig sei, in der angefochtenen Verfügung im W e- sentlichen damit, eine Knochenaltersanalyse habe ergeben, dass der Be- schwerdeführer mindestens achtzehn Jahre alt sein müsse. Diesbezüg- lich ist festzuhalten, dass dem Ergebnis der Knochenaltersana lyse, wo- nach der Beschwerdeführer älter als 18 Jahre alt sei, nur ein beschrän k- ter Beweiswert zukommt, zumal das Bundesverwaltungsgericht von einer Standardabweichung von zweieinhalb bis drei Jahren ausgeht (vgl. EMARK 2000 Nr. 19 E. 7c ). Anlässlich der Ge währung des rechtlichen Gehörs zur Altersbestimmung begründete das BFM dem Beschwerdefüh- rer gegenüber seine Auffassung, es erachte ihn als volljährig, ausserdem damit, dass sein Aussehen und sein Verhalten einer Person entsprächen, die volljährig sei. Dies bezüglich ist darauf hinzuweisen, dass das E r- scheinungsbild eines Asylsuchenden sowie dessen Verhalt en nur grobe Schätzungen zulassen ; für die Alterskategorie von Jugendlichen zw i- schen 15 und 25 Jahren, also auch im Fall des Beschwerdeführers, kommt dem Au genschein kaum praktische Bedeutung zu, da in diesem Alter eine Schätzung extrem schwierig ist (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.3). Das soeben Gesagte ändert allerdings nichts daran, dass die Vori n- stanz im Ergebnis zu Recht von der Unglaubhaftigkeit der vom B e- schwerdeführer geltend gemachten Minderj ährigkeit ausgegangen ist, da er bezüglich seines Alters sehr unsubstanziierte Aussagen machte. So hat er anlässlich der Kurzbefragung erklärt, er wisse nicht, ob er sec h- zehn Jahre und einige Monate alt sei oder fünf zehn Jahre und einige Mo- nate. Dies sei das Alter, das ihm sein Onkel genannt habe (A 9/13 S. 3). Im Weiteren ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bezüglich seiner Biografie, seines Schul - und Berufslebens sowie seiner Familienverhäl t- nisse vage und i nkohärente Aussagen machte. So gab er beispielsweise anlässlich der Anhörung zuerst zu Protokoll, er habe bis zu seinem zwölf-D-4981/2013 Seite 11 ten Lebensjahr in Kabul gelebt (A 16/18 F19), während er kurz darauf er- klärte, er habe mit neun Jahren Afghanistan verlassen, da er nicht mehr dort habe leben können (A 16/18 F71). Zudem machte der Beschwerd e- führer anlässlich der Kurzbefragung geltend, er sei sieben Jahre alt g e- wesen, als seine Mutter gestorben sei (A 9/13 S. 5). D ieses Vorbringen lässt sich allerdings nicht mit seiner Aussage vereinbaren, wonach sei ne Mutter im Jahre 13 84 (umgerechnet: 2005) gestorben sei (A 9/13 S. 5), zumal der Beschwerdeführer vorbringt, am (…) (umgerechnet: […]) gebo- ren zu sein (A 9/13 S. 2 f.) Auf Vorhalt war der Beschwerdeführer nicht in der Lage, die se Ungereimtheiten plausibel aufzulösen (A 9/13 S. 6, A 16/18 F72 f.). Das BFM ist in der angefochtenen Verfügung zu Recht d a- von ausgegangen, dass die zum Gegenbe weis anlässlich der Anhörung eingereichte Tazkara nicht geeignet ist, die Minderjährigkeit des B e- schwerdeführers glaubhaft zu machen , da ernsthafte Zweifel an ihrer Echtheit beziehungsweise inhaltlichen Richtigkeit bestehen. Zwar kann nicht schon allein aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein leicht zu fälschendes Dokument ohne Sicherheitsmerkmale handelt, der Schluss gezogen werden, es handle sich von vornherein nicht um ein geeignetes Identitätspapier zum Identitätsnachweis (vgl. auch Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts vom 5. Februar 2009 D -4472/2008 E. 5.6). Vorliegend ergeben sich jedoch einige Ungereimtheiten hinsichtlich der eingereichten Tazkara, mit denen der Beschwerdeführer in der Anhörung vorab teilwei- se konfrontiert wurde. So hat er sowohl bei der Einreichung des Asylg e- suchs als auch bei der Kurzbefragung (A 9/13 S. 2) und bei der Anhörung (A 16/18 F13) stets angegeben, im (…) geboren zu sein. Der eingereich- ten Tazkara, die am 4. Juli 2012 ausgestellt worden sein soll, lässt sich jedoch entnehmen, dass der Beschwerdeführ er zur Zeit der Ausstellung des Dokuments (…) Jahre alt gewesen sei, somit im Jahr (…) geboren sein müsste. Zudem steht in der Taz kara bezüglich des Geburtsdatums des Beschwerdeführers: "Gemäss seines Aussehens zu dieser Zeit war er (…) (…)-jährig", was weitere Zweifel an der Echtheit beziehungsweise inhaltlichen Richtigkeit des Dokuments hervorru ft, zumal der Beschwe r- deführer Afghanistan bereits im Jahre (…) (nach unserer Zeitrechnung : […]) verlassen haben und seither nicht mehr dorthin zurückgekehrt sein will (A 9/13 S. 4 f.), weshalb die afghanischen Behörden das Aussehen des Beschwerdeführers im Jahre (…) (nach unserer Zeitrechnung : […]) gar nicht beurteilen konnten. Zweifelhaft ist überdies die Behauptung des Beschwerdeführers, sein Onkel D._______ habe für ihn diese Taz kara beantragt (A 9/13, S. 6) und ihm diese zugeschickt (A 16/18 F6), zumal der B eschwerdeführer ein getrübtes Verhältnis zu diesem Onkel ha ben will (A 9/13 S. 9). D-4981/2013 Seite 12 4.9 Nach dem Gesagten ist die behauptete Minderjährigkeit nach der Kurzbefragung unbewiesen geblieben und vom Beschwerdeführer auch weder im weiteren Verlauf d es erstinstanzlichen Verfahrens noch im B e- schwerdeverfahren glaubhaft gemacht worden. Da er die Folgen der B e- weislosigkeit trägt, ist von seiner Volljährigkeit auszugehen. Vor diesem Hintergrund besteht für das Bundesverwaltungsgericht kein Anlass, im Verzicht des BFM auf die Ernennung einer Vertrauensperson vor der Durchführung der Anhörung eine Verletzung des Anspruchs auf das rechtliche Gehör zu erblicken. Nach dem Gesagten ist der Antrag, es sei die Verfügung des BFM aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, den Sachverhalt vollständig abzuklären, abzuweisen. 5. 5.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlings- eigenschaft des Beschwerdeführers verneint und das Asylgesuch abg e- lehnt hat. 5.2 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen od er massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6. Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist festzustellen, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung überzeugend dargelegt hat, we s- halb die geltend gemachten Vorfluchtgründe den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht zu genügen vermögen. Es kann deshalb auf die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen D-4981/2013 Seite 13 verwiesen werden (vgl. Bst. D. vorstehend), zumal in der Beschwerde dazu keine Einwände geltend gemacht werden. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer macht zur Begründung seines Asylgesuchs im Weiteren geltend, nachdem er schon im Iran über das Christentum nac h- gedacht habe, habe er im März/April 2013 damit begonnen, sich intensiv mit dieser Religion zu beschäftigen. In der Folge sei er zum Protestanti s- mus konvertiert. Er sei Mitglied einer Freikirche geworden, wo er sich in- tensiv mit dem christlichen Glauben auseinande rgesetzt ha be; zudem nehme er auch rege am sozi alen Leben der Freiki rche teil. Nachdem er den christlichen Glaubensgrundkurs erfolgreich abgeschlossen habe, sei er zur Glaubenstaufe zugelassen worden. Am 25. August 2013 habe er in einem Taufgottesdienst seinen neuen Glauben bezeugt und sich taufen lassen. Die Abkehr vom Is lam gelte als Apostasie und werde mit der T o- desstrafe geahndet. Das Risiko einer Verfolgung gehe primär von den Familien- und Sippenmitgliedern aus, wobei Konvertiten auch von staatl i- cher Seite verfolgt werden könnten. Aufgrund seiner Konversion zum Christentum würde er im Falle einer Rückkehr nach Afghanistan mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit getötet oder asylrelevant ve r- folgt werden. 7.2 Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Befürchtung, bei einer Rückkehr nach Afghanistan wegen der Abkehr vom Islam beziehung s- weise der Konversion zum Christentum ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu sein, gründet auf einem Verhalten nach der Ausreise aus dem Herkunftsstaat und damit auf subjektiven Nac h- fluchtgründen. 7.3 Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die S i- tuation im Zeitpunkt des Asylentscheides (BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., B a- sel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18). Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat - oder Her- kunftsstaat durch Exilak tivitäten eine Gefährdungssituation erst gescha f- fen worden ist, beruft sich auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG). Diese begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Si n- ne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Auss chluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht mis s- bräuchlich gesetzt wurden. Die vom Gesetzgeber bezweckte Bestimmung D-4981/2013 Seite 14 subjektiver Nachfluchtgründe als Asylausschlussgrund verbietet auch ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen v or der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat, die für sich allein nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft und zur Asylgewährung ausreichen (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 und 70). Wer eine drohende Verfolgung we- gen exilpolitischen Engagements geltend macht, hat dann begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn der Heimat - oder Her- kunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von den Aktivitäten im Aus- land erfahren hat u nd die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüch t- lingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würde ( BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352; EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10). Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die Vo r- aussetzungen für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft infolge sei- ner Konversion zum Christentum erfüllt. 7.4 Weniger als 1% der Bevölkerung Afghanistans sind Christen (84% sind sunnitische und 15% sind schiitische Muslime). Bei afghanischen Christen handelt es sich im Wesentlichen um vom Islam zum Christentum konvertierte Personen. Für sie gibt es kein e Möglichkeit der offenen Rel i- gionsausübung ausserhalb des häuslichen Rahmens. Auch ausländische Christen üben ihre Religion grundsätzlich zurückhaltend aus. Afghanen, die verdächtigt oder beschuldigt werden, vom Islam zum Christentum übergetreten zu sein, können einem Verfolgungsrisiko ausgesetzt sein. Das Risiko geht dabei von Familien- und Sippenmitgliedern wie auch von Angehörigen der weiteren Gemeinschaft aus. Auch Übergriffe von staatl i- cher Seite gegen Konvertiten sind denkbar. In Kabul und im ganzen Land wird heute praktisch wieder nach der Scharia geurteilt, nach der "Abtrü n- nige vom Islam" streng bestraft werden. Die Verhältnisse in den Provi n- zen sind nicht anders. Je nach Interpretation der Scharia können Konve r- titen auch mit dem Tode bestraft werde n (vgl. zum Ganzen: UNHCR Eli- gibility Guidelines for Assessing the International Protection Needs of Asylum-Seekers fro m Afghanistan, 6. August 2013, S. 44 ff.; CORINNE TROXLER GULZAR [Schweizerische Flüchtlingshilfe, SFH], Afghanistan: Update, Die aktuell e Sicherhe itslage, 30. September 2013, S. 19 ; U.S. Department of State, Internation al Religious Freedom Report for 2011 - Afghanistan, 30. Juli 2012). Trotz dieser Feststellungen kann nicht von einer allgemeinen, alleine an das Bekenntnis zum Christentum anknüpfenden Verfolgungssituation im Sinne einer Kollektivverfolgung ausgegangen werden. Die Anforderungen D-4981/2013 Seite 15 an die Feststellung einer Kollektivverfolgung sind, gemäss einer auch für das Bundesverwaltungsgericht nach wie vor geltenden Rechtsprechung der Schweizerische Asylrekurskommission (ARK), sehr hoch. Alleine die Zugehörigkeit zu einem Kollektiv, welches in seinen spezifischen Eige n- schaften Ziel einer Verfolgungsmotivation ist, reicht in der Regel nicht, um eine Kollektivverfolgung zu begründen. Vielmehr kommen auch bei ge l- tend gemachter Verfolgung aufgrund der blossen Zugehörigkeit zu einem bestimmten Kollektiv die Kriterien der ernsthaften Nachteile o der der b e- gründeten Furcht gemäss Art. 3 AsylG zur Anwendung. Solange die Übergriffe gegen das Kollektiv nicht derart intensiv und häufig sind, dass jedes Gruppenmitglied mit guten Gründen befürchten muss, getroffen zu werden, müssen besondere Umstände vor liegen, damit bereits aufgrund der blossen Zugehörigkeit zu einem bestimmten Kollektiv die Ernsthafti g- keit der Nachteile oder Begründetheit der Furcht als erfüllt betrachtet werden können (vgl. EMARK 2006 Nr. 1 E. 4.3, S. 3 f., mit weiteren Hi n- weisen). Solche Umstände liegen zur Zeit in Afghanistan nicht vor. N a- mentlich geht auch das UNHCR nicht von einer Kollektivverfolgung aus, sondern betont die Notwendigkeit der individuellen Prüfung in jedem Fall, ob konkret eine Gefährdung aufgrund der Konversion bestehe (vgl. dazu insbesondere UNHCR Eligibility Guidelines for Assessing the Internati o- nal Protection Needs of Asylum -Seekers from Afghanistan , 6. August 2013, S. 47). An dieser Einschätzung vermögen auch die diesbezüglichen Vorbringen in der Rechtsmittelschrift nichts zu ändern. 7.5 Vorliegend ergeben sich aufgrund der Aktenlage keine hinreichend konkreten Anhaltspunkte auf eine begründete Furcht vor künftiger Verfo l- gung wegen der geltend gemachten Konversion (vgl. EMARK 2004 Nr. 1 E. 6a S. 9 f.). Es wird nicht aufgezeigt, dass die vorgebrachte Konversion des Beschwerdeführers überhaupt jemandem in Afghanistan, wo er eige- nen Angaben zufolge seit dem Jahre 2008 nicht mehr gelebt hat, bekannt geworden wäre. An d ieser Einschätzung ändert auch seine Aussage in der Rechtsmittelschrift nichts, wo nach einige Afghanen aus seinem Wohnkanton bereits über seine Konversion informiert seien und sich sehr daran stiessen, weshalb sie ständig versuchten, ihn in einen Streit bezi e- hungsweise in eine tätliche Auseinandersetzung zu verwickeln, zumal dieses Vorbringen in keiner Weise belegt wird. Abgesehen davon bedeu- tet das Bekanntwerden der behaupteten Konversion des Beschwerdefüh- rers bei in der Schweiz wohnhaften Afghanen nicht, dass diese Konversi- on auch in Afghanistan bekannt wird. Weshalb gerade der Beschwerd e- führer individuelle und gezielte Übergriffe von staatlicher Seite gewärtigen müsste, wird ebenfalls nicht hinlänglich deutli ch aufgezeigt und es ist D-4981/2013 Seite 16 nicht ersichtlich, wie oder durch wen der afghanische Staat Kenntnis von seiner geltend gemachten Konversion erhalten haben sollte. Abgesehen davon kommt das Bundesverwaltungsgericht in casu zum Schluss, dass die angebliche Konvers ion des Beschwerdeführers auf- grund der gesam ten Umstände ohnehin als ungla ubhaft zu qualifizieren ist, fielen doch seine Aussagen bezüglich des Christentums respektive der Ausübung seines christlichen Glaubens in der Schweiz anlässlich seiner Anhörung vom 6. August 2013 sehr unsubstanziiert und vage aus. Es ist festzuhalten, dass die Konversion als Übernahme von neuen, a n- deren Glaubensgrundsätzen, religiösen Traditionen und Bräuchen, eine intensive Auseinandersetzung mit der Glaubenslehre in Auswirkung und Praxis beinhaltet. Die Konversion bedingt die Verinnerlichung der jeweil i- gen Anforderungen der neuen Glaubensgemeinschaft (vgl. österreichi- scher Asylgerichtshof, Urteil vom 21. Dezember 2010, Nr. E2 252970 - 2/2010/6E, E. 5; http://de.wikipedia.org/wiki/Konv ersion_Religion). Ob- wohl sich der Be schwerdeführer seit März/April 2013 intensiv mit dem Christentum beschäftigt haben will – er gibt insbesondere an, die Bibel gelesen zu haben – und vorbringt, wöchentlich christliche Gottes dienste zu besuchen, konnte er beispielsweise nicht darlegen, wie die Bibel au f- gebaut ist; so war er nicht in der Lage, etwas zum "Alten" und "Neuen Testament" zu sagen. Zudem kannte er kein offizielles christliches Gebet und lediglich eines der zehn Gebote. Überdies wusste er nicht, wa s Os- tern bedeutet und er kannte den Namen der Kirche nicht, welche er nach eigenen Angaben regelmässig besucht . Ausserdem konnte er kaum e t- was zum Unterschied zwischen dem Christentum sowie dem Islam sagen und er war nicht in der Lage, die Bedeutung der Ta ufe zu erklären , ob- wohl er schon damals plante, sich am 25. August 2013 taufen zu lassen (A 16/18 F98 ff.). Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer diese Fragen hätte beantworten können, hätte er sich tatsächlich – wie behauptet – seit Monaten intensiv mit dem Christentum beschäf tigt und würde er sich wirklich ernsthaft für das Christentum interessieren. Nach dem Gesagten ist der Schluss zu ziehen, dass die Konversion vom B e- schwerdeführer lediglich behauptet wird , um ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu erlan gen. An dieser Einschätzung vermag auch das einge- reichte Bestätigungsschreiben des Pastors H._______ vom 28. August 2013, wonach der Beschwerdeführer sich aktiv in der christlichen G e- meinde engagiere und am 25. August 2013 getauft worden sei, nichts zu ändern, handelt es sich bei den religiösen Überlegungen eines Menschen doch um innere, nicht objektiv beschreibbare Vorgänge, wes halb das im Bestätigungsschreiben angeführte und wahrgenommene Interes se des D-4981/2013 Seite 17 Beschwerdeführers am Christentum auch ohne weiteres vorgespielt sein kann. Demzufolge würde auch eine Zeugenbefragung des Pastors H._______ zu keiner anderen Sichtweise führen, weswegen der diesbe- zügliche Antrag abzuweisen ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2) . Die Vorbringen in der Beschwerde vermögen die vom Beschwerdeführer behauptete Konversion ebenfalls nicht glaubhaft zu machen. Insbesondere vermag die Aussage, wonach der Beschwerd e- führer auf sinnliche Weise den Zugang zu r eligiösen Liedern finde, indem er sie auf dem iPod ständig höre , die Echtheit seines Glaubens bezi e- hungsweise den Nachweis einer echten inneren religiösen Überzeugung nicht zu vermitteln . Da nach dem Gesagten davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer überhaupt nicht konvertiert ist, hat er auch aus diesem Grund in seinem Heimatland wegen der behaupteten Konversion keine Verfolgung zu befürchten. 7.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass die geltend gemachten subjekt i- ven Nachfluchtgründe keine Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefü h- rers im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen vermögen. 7.7 Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände ist zu schlussfo l- gern, dass die geltend gemachten Vorbringen des Beschwerdeführers nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsfurcht zu begründen. Die Vorinstanz hat daher die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 8. 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2011/24 E. 10.1). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom D-4981/2013 Seite 18 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gl eiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (BVGE 2011/24 E. 10.2). 9.2 9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Deze m- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Me n- schenrechte und Grundfreiheiten ( EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.2.2 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vo r- liegenden Verfahren keine Anwend ung finden. Eine Rückkehr des B e- schwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall eine r Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei - ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand - lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei -D-4981/2013 Seite 19 sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihm nach den vorstehenden Erwägungen nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Afghanistan lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem G e- sagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.3 9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkret e Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818, BVGE 2009/2 E. 9.2.1). 9.3.2 Zur allgemeinen Situation in Afghanistan ist auf die Lageeinschä t- zung in BVGE 2011/7 zu verweisen. Hinsichtlich der Grossstadt Kabul, woher der Beschwerdeführer stammt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Erkenntnis gelangt, dass die dortige Sicherheitslage und die human i- täre Situation im Vergleich zu anderen Gebieten Afghanistans etwas w e- niger dramatisch ist, so dass der Vollzug der Wegweisung dorthin unter begünstigenden Umständen – namentlich die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes, die Möglichkeit der Sicherung des Existenzminiums, eine gesicherte Wohnsituation un d ein guter Ge sundheitszustand – als zumutbar erkannt werden kann (vgl. BVGE 2011/7 E. 9.9.1 und E. 9.2.2 S. 104 f.) Es bleibt daher zu prüfen, ob individuelle Gründe einem We g- weisungsvollzug des Beschwerdeführers nach Kabul entgegenstehen. 9.3.3 Wie bereits erwähnt , stammt der Beschwerdeführer seinen Anga- ben zufolge aus Kabul, wo er bis zu seiner Ausreise aus Afghanistan im Jahre 2008 immer gelebt haben will. Anlässlich der Kurzbefragung gab er zu Protokoll, neben seinem Onkel D._______, bei dem er nach dem Tod seiner Eltern gelebt habe, wohnten noch drei weitere Onkel in Kabul (A 9/13 S. 6). Bei der Anh örung machte er hingegen zuerst geltend, n e- ben seinem jüngeren Bruder lebten nur noch sein Onkel D._______ so- wie eine Tante in Kabul. Als ihm seine anlässlich der Kurzbefr agung ge-D-4981/2013 Seite 20 machte Aussage vorgehalten wurde, sagte er aus, er habe damals g e- sagt, er habe sechs Onkel väterlicherseits und drei Onkel mütterliche r- seits, mit einem von ihnen sei er in den Iran ge reist (A 16/18 F26 ff.). Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass Verwandte des B e- schwerdeführers in Kabul leben, womit er dort über ein tragfähiges famili- äres Beziehungsnetz verfügt, welches ihm bei der Integration behilflich sein wird. Insbesondere ist anzunehmen, dass er nach sei ner Rückkehr nach Kabul bei seiner Familie wohnen kann, bis er eine eigene Wohnung gefunden hat, und dass seine Familie ihn bei der Suche nach einer A r- beitsstelle unterstützt. Der Einwand des Beschwerdeführers in der Rechtsmittelschrift, es könne nicht davon ausgegangen werden, dass seine Verwandten in Kabul i hn bei einer Rückkehr unterstützen würden, zumal sein Onkel D._______ ihn früher misshandelt habe und auch die anderen Verwandten sich nicht für ihn eingesetzt, sondern lediglich au s- genutzt hätten, vermag an dieser Ansicht nicht s zu ändern, zumal in der afghanischen Kultur traditionell eine enge Familienverbundenheit besteht, weshalb anzunehmen ist, dass der Beschwerdeführer von seiner Familie trotz der Vorkommnisse in der Vergangenheit unterstützt wird . Dafür spricht auch die Aussage d es Beschwerdeführers , wonach sein Onkel D._______ für ihn im Jahre 2012 eine Tazkara besorgt und ihm diese später in die Schweiz gesendet habe (A 9/13 S. 6, A 16/18 F6). Der junge, ledige Beschwerdeführer spricht neben seiner Muttersprache Farsi auch Paschtu sowie etwas Englisch. Er verfügt zudem über Berufserfahrung als (…), als (…) sowie als (…), weshalb davon auszugehen ist, er werde sich bei einer Rückkehr nach Afghanistan auch beruflich wieder integri e- ren können. Die Rückkehrhilfe der Schweiz wird ihm den Wiedereinstieg in seiner Heimat ebenfalls erleichtern (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG; Art. 73 ff. der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]). Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass der Be schwerdeführer den grös s- ten Teil seines Lebens in Afghanistan verbracht hat, weshalb er mit der dortigen Sprache, Kultur, Arbeits - und Lebensweise bestens vertraut ist. Soweit er in der Rechtsmittelschrift gel tend macht, er leide unter (…), ist festzuhalten, dass er es trotz Zumutbarkeit – befindet er sich doch schon seit Ende Dezember 2012 in der Schweiz – und der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) bis heute unterlassen hat, diese vorg e- brachten gesundheitlichen Beschwerden mit einem ärztlich en Zeugnis zu belegen. Daher ist davon auszugehen, dass er an keinen ernsthaften (…) leidet. Sodann sind keine weiteren persönlichen Gründe ersichtlich, au f- grund derer unter Umständen geschlossen werden könnte, der B e- schwerdeführer gerate im Falle der Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation. Entgegen den Vorbringen in der Rechtsmittelschrift erweist sich D-4981/2013 Seite 21 nach Berücksichtigung aller wesentlichen Entscheidungselemente der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Kabul als zumu t- bar. Die Ausführungen in der Beschwerde vermögen an dieser Einschä t- zung nichts zu ändern, weshalb darauf verzichtet werden kann, weiter darauf einzugehen. 9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi - gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.5 Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Wegwe i- sung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, z u- mutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die B e- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 11. 11.1 Mit dem negativen Entscheid in d er Hauptsache wird der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos. 11.2 Da der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde vollumfänglich u n- terlegen ist, wären ihm grundsätzlich die Verfahrensko sten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Der Beschwerdeführer hat jedoch um G e- währung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht. Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird die Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel ve r- fügt, auf Antrag von der Bezahl ung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Vorliegend ist davon auszug e- hen, dass der Beschwerdeführer mittellos ist. Zudem erschienen seine Begehren im Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung als nicht aussichtslos. Damit sind beide kumulativ erforderlichen Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG erfüllt. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist deshalb gutzuheissen, und der Beschwerdeführer ist von der Pflicht zur Kostentragung zu befreien. Infolge dessen sind ihm trotz seines Unterliegens keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. D-4981/2013 Seite 22 11.3 Der Beschwerdeführer liess mit der Beschwerde auch ein Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes stellen. Einer b e- dürftigen Person wird in einem für sie nicht au ssichtslosen Verfahren ein Anwalt bestellt, wenn es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (Art. 65 Abs. 2 VwVG). In Verfahren, welche vom Untersuchungsgrundsatz b e- herrscht sind, gelten strenge Massstäbe für die Gewährung der unentgelt- lichen Verbeiständung (vgl. BGE 122 I 10 ). In asylrechtlichen Beschwe r- deverfahren geht es im Wesentlichen um die Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhalts, wobei der Untersuchungsgrundsatz gilt. Beso n- dere Rechtskenntnisse sind daher zur wirksamen Beschwerdeführung im Regelfall nicht erforderlich, weshalb die unentgeltliche Verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG nur in besonderen Fällen, in welchen in rechtlicher oder tatsächlicher Hinsicht erh öhte Schwierigkeiten bestehen, gewährt wird. Im vorliegenden Verfahren hat dies nicht zugetroffen. Dem Antrag des Beschwerdeführes auf Beiordnung einer amtlichen Recht s- vertreterin nach Art. 65 Abs. 2 VwVG ist mangels Notwendigkeit daher nicht stattzugeben. 11.4 Bei diesem Verfahrensausgang ist keine Parteientschädigung au s- zurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-4981/2013 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen. 4. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 6. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand: