<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2018-10-23-1B_364-2018.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1B_364/2018</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 23. Oktober 2018</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Merkli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Fonjallaz, Kneubühler, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Störi. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, Büro B-3, </div> <div class="para">Weststrasse 70, Postfach, 8036 Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Strafverfahren; Entsiegelung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, Zwangsmassnahmengericht, vom 20. Juni 2018 (GM180016-L/U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich führt gegen A.________ ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung und Veruntreuung. Sie verdächtigt ihn, im Februar 2015 von B.________ gut 11 Mio Franken entgegengenommen, die ihm anvertrauten Gelder verabredungswidrig verwendet und sich dadurch bereichert zu haben. </div> <div class="para">A.________ wurde am 31. März 2018 in Kloten verhaftet. Dabei wurden u.a. drei iPhones und ein iMac-Notebook sichergestellt und auf Antrag von A.________ versiegelt. </div> <div class="para">Am 20. Juni 2018 hiess das Zwangsmassnahmengericht des Bezirksgerichts Zürich das Entsiegelungsgesuch der Staatsanwaltschaft gut und gab den Computer und die drei Mobiltelefone zur Durchsuchung und weiteren Verwendung frei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde vom 25. Juli 2018 beantragt A.________, diesen Entscheid aufzuheben und ihm die sichergestellten Gegenstände herauszugeben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Das Zwangsmassnahmengericht und die Staatsanwaltschaft verzichten auf Vernehmlassung. </div> <div class="para">A.________ hält in seiner Stellungnahme an der Beschwerde fest. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid in einer Strafsache; dagegen steht die Beschwerde in Strafsachen offen (<span class="artref">Art. 78 Abs. 1, <artref id="CH/173.110/80/1" type="start"></artref>Art. 80 Abs. 1 BGG</span><artref id="CH/173.110/78/1" type="end"></artref>). Er schliesst das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer nicht ab, sondern ermöglicht vielmehr dessen Weiterführung. Es handelt sich um einen Zwischenentscheid, der die Staatsanwaltschaft ermächtigt, die sichergestellten Geräte zu durchsuchen und die Daten gegebenenfalls als Beweismittel zu verwenden. Das kann für den Beschwerdeführer einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinn von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> bewirken, weshalb die Beschwerde ans Bundesgericht nach konstanter Praxis zulässig ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=14.10.2018&amp;to_date=02.11.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-IV-108%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page108">BGE 140 IV 108</a> nicht publ. E. 1.5; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=14.10.2018&amp;to_date=02.11.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-IV-246%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page246">139 IV 246</a> E. 1.3; Urteile 1B_414/2013 vom 29. April 2014 E. 1; 1B_672/2012 vom 8. Mai 2013 E. 1.3; 1B_109/2010 vom 14. September 2010 E. 1.1; 1B_232/2009 vom 25. Februar 2010 E. 1). Die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Strafprozessuale Zwangsmassnahmen setzen generell voraus, dass ein hinreichender Tatverdacht vorliegt (<span class="artref">Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO</span>) und der damit verbundene Eingriff verhältnismässig erscheint (Art. 197 Abs. 1 lit. c-d und Abs. 2 StPO). Für Entsiegelungen ist darüber hinaus erforderlich, dass eine begründete Vermutung besteht, dass die sichergestellten Datenträger Informationen enthalten, die für die Untersuchung von Bedeutung sind ("Deliktskonnex"; <span class="artref">Art. 246 StPO</span>) und dass die Geheimhaltungsinteressen, welche vom Inhaber der versiegelten Geräte angerufen werden, einer Durchsuchung und weiteren strafprozessualen Verwendung durch die Staatsanwaltschaft nicht entgegen stehen (<span class="artref">Art. 248 Abs. 1 StPO</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=14.10.2018&amp;to_date=02.11.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-IV-189%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page189">BGE 137 IV 189</a> E. 4 S. 194 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=14.10.2018&amp;to_date=02.11.2018&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-IV-63%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page63">132 IV 63</a> E. 4.1-4.6 S. 65 ff.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Der Tatverdacht war vor Zwangsmassnahmengericht nicht bestritten (angefochtener Entscheid E. 3.2 S. 4), welches ihn, gestützt auf seine Haftentscheide vom 3. April 2018 und vom 15. Juni 2018, als gegeben annahm. Insofern ist es unzulässig, im bundesgerichtlichen Verfahren neu Einwände gegen den Tatverdacht vorzubringen (<span class="artref">Art. 99 Abs. 1 BGG</span>). Das schadet dem Beschwerdeführer insofern nicht, als seine detaillierten Ausführungen über seine komplexen Geschäftsbeziehungen mit der Anzeigeerstatterin und deren Umfeld den Tatvorwurf im Kern - nämlich dass er gut 11 Mio Franken entgegennahm, sie verabredungswidrig für sich verwendete und nur zu einem kleinen Teil zurückzahlte - nicht zu widerlegen vermögen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Werden bei einem Geschäftsmann wie dem Beschwerdeführer bei seiner Einreise in die Schweiz drei Mobiltelefone und ein Computer sichergestellt, so liegt es nahe, dass er diese Geräte jedenfalls auch für geschäftliche Zwecke nutzte. Da sich die strafrechtlichen Vorwürfe auf seine Geschäftstätigkeit beziehen, ist das Zwangsmassnahmengericht zu Recht davon ausgegangen, dass die gesiegelten Geräte potenziell Daten enthalten, die für das Strafverfahren von Bedeutung sind. Der Deliktskonnex ist ohne weiteres gegeben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.</b> Die Tatvorwürfe gegen den Beschwerdeführer wiegen schwer, es besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an der Wahrheitsfindung, gegen welches das entgegenstehende Interesse des Beschwerdeführers an der Wahrung seiner Privatsphäre zurückzutreten hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.5.</b> Der Beschwerdeführer machte vor Zwangsmassnahmengericht in Bezug auf seine schutzwürdigen Geheimhaltungsinteressen geltend, auf den Datenträgern befänden sich grosse Datenmengen über sein Privatleben, aber auch über seine Kundenbeziehungen. Zudem sei er während des WEF für hohe türkische Regierungspersonen tätig gewesen, die Daten darüber unterlägen quasi diplomatischer Immunität. Das Zwangsmassnahmengericht hat dazu zu Recht ausgeführt (E. 6 S. 6 ff.), es sei Sache des Beschwerdeführers, konkret darzulegen, an welchen gesiegelten Daten welche überwiegenden Geheimhaltungsinteressen bestehen sollen. Er habe dies unterlassen und sich auf die pauschale Geltendmachung von Geheimhaltungsinteressen beschränkt, weshalb der unsubstantiierte Einwand der Entsiegelung nicht entgegenstehe. Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde erweist sich somit als offensichtlich unbegründet und ist mit summarischer Begründung abzuweisen (<span class="artref">Art. 109 BGG</span>). Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die Kosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, Büro B-3, dem Bezirksgericht Zürich, Zwangsmassnahmengericht, und Rechtsanwalt Matthias Erne schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 23. Oktober 2018 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Merkli </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Störi </div> </div></body></html>