Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 14. Dezember 2016 (810 15 34) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Beat Walther , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Werner Michel , Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Weg weisung (RRB Nr. 125 vom 27. Januar 2015) A. Der kosovarische Staatsangehörige A.____, gebore n 1972, hielt sich in den Jahren 1990 bis 1996 regelmässig als Saisonnier in der Sch weiz auf. Nachdem er hier erfolglos um Asyl nachgesucht hatte, reiste er 1999 aus der Schw eiz aus. Im zweiten Halbjahr 2008 hielt er sich illegal in der Schweiz auf. Am 26. Januar 2009 heiratete A.____ in seinem Heimatland die damals im Kanton Aargau wohnhafte slowakische Staat sangehörige B.____, welche über eine Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA verfügte. Am 2. März 20 09 stellte B.____ beim Migrationsamt des Kantons Aargau das Gesuch um Nachzug ihres Ehemannes. Wegen anschliessend nicht bestätigten Verdachts auf Scheinehe tätigten die aarga uischen Behörden diverse Abklärungen, ohne über das Gesuch zu entscheiden. Am xx.xx.2009 kam in C.____ die gemeinsame Tochter D.____ zur Welt. Anfang Februar 2010 zog B.____ mit i hrer Tochter nach E.____ und stellte daraufhin beim Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) ein Gesuch um Nachzug ihres Ehemannes. Am 26. April 2010 erteilte das AfM A. ____ eine Einreiseerlaubnis und am 26. Mai 2010 die Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA zum Verbleib bei der Ehefrau. Am 12. Mai 2010 war A.____ in die Schweiz eingereist. B. Am 21. Oktober 2010 ermahnte das AfM A.____ schrift lich, nachdem dieser mit Straf- befehl vom 16. Juli 2010 durch das Bezirksamt F.____ weg en Drohung, Tätlichkeiten und Wi- derhandlungen gegen die Ausländergesetzgebung zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Ta- gessätzen zu je Fr. 30.-- sowie zu einer Busse von Fr. 1‘000.-- verurteilt worden war. Mit Straf- befehl vom 12. Juli 2011 verurteilte die Staatsanwalt schaft G.____ A.____ wegen mehrfacher versuchter Erpressung, Drohung, Beschimpfung sowie Tätlic hkeiten zu einer unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je Fr. 90.-- sowie zu einer Busse von Fr. 200.--. Gleichzeitig widerrief sie den Strafbefehl vom 16. Juli 2010 wegen Rückfalls innerhalb der Probezeit und erklärte die darin ausgefällte Geldstrafe zur Zahlung fällig. Am 1. Dezember 2011 verwarnte das AfM A.____ förmlich wegen der strafrechtlichen Verurteilungen und drohte ihm für den Fall wei- terer Straffälligkeiten die Wegweisung aus der Schwei z an. Am 27. Januar 2012 wurde dessen Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit Gültigkeit bis zum 2 7. Januar 2017 verlängert. Nachdem B.____ am 28. Mai 2013 dem AfM mitgeteilt hatte, da ss sie seit August 2012 getrennt von ih- rem Ehemann lebe und die Ehe aus ihrer Sicht definiti v gescheitert sei, gewährte das AfM dem nunmehr und nachfolgend durch Werner Michel, Rechtsanwa lt, vertretenen A.____ und B.____ das rechtliche Gehör betreffend einen allfälligen Wid erruf der Aufenthaltsbewilligung von A.____. C. Mit Verfügung vom 13. August 2014 widerrief das A fM die Aufenthaltsbewilligung von A.____ und setzte diesem Frist zur Ausreise aus der Schwei z bis zum 13. September 2014. Im Wesentlichen wurde geltend gemacht, dass die Ehe zwischen B.____ und A.____ nach der Trennung im August 2012 definitiv gescheitert sei und si ch Letzterer für sein Aufenthaltsrecht nicht mehr auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossen- schaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ih ren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA) berufen könne. Es bestehe a uch gestützt auf das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. De zember 2005 kein Anspruch auf Auf- enthalt, zumal die Ehegemeinschaft weniger als drei Jahre bestanden habe. Des Weiteren kön- ne A.____ sich auch nicht auf die Konvention zum Schutze d er Menschenrechte und Grundfrei- heiten (EMRK) vom 4. November 1950 berufen, da die B eziehung zu seiner Tochter nicht als intensiv im Sinne der Rechtsprechung bezeichnet werden könne. Die Wegweisung erweise sich als verhältnismässig. Es liege auch keine Veranlassung vor, A.____ die Aufenthaltsbewilligung ermessensweise zu belassen. Ebenso wenig liege ein Härtefall vor. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Eingabe vo m 24. August 2014 beim Regie- rungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) Besc hwerde. A.____ beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei von ein em Widerruf der Aufenthaltsbewilli- gung und Wegweisung abzusehen. Eventualiter sei die Sa che zur ergänzenden Feststellung des Sachverhalts und Neubeurteilung an das AfM zurückzuwei sen; unter o/e-Kostenfolge. Im Wesentlichen machte er geltend, dass die Ehegatten anlässlich der Eheschutzverhandlung vom 14. Mai 2014 übereinstimmend festgehalten hätten, dass sie das Getrenntleben am 1. Januar 2014 aufgenommen hätten. Die eheliche Gemeinschaft habe länger als drei Jahre gedauert und A.____ sei erfolgreich integriert, so dass ein Aufenthaltsanspruch bestehe. Zudem bestehe zwi- schen ihm und seiner Tochter eine enge emotionale und wirtschaftliche Bindung, weshalb er seinen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewil ligung auch aus der EMRK ableiten könne. Mit Eingabe vom 4. September 2014 reichte B.____ be im Zivilkreisgericht H.____ die Schei- dungsklage ein. E. Mit Beschluss Nr. 0125 vom 27. Januar 2015 wies der R egierungsrat die Beschwerde ab. Entgegen der Auffassung des AfM kam der Regierungsr at zum Schluss, dass die Ehe län- ger als drei Jahre gedauert habe. Da sich A.____ jedoch nicht tadellos verhalten habe, habe er aber weder gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG noch auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG bzw. Art. 8 Ziff. 1 EMRK einen Anspruch auf Belassung seiner Aufe nthaltsbewilligung. Die Aufenthaltsbe- willigung sei zudem nicht ermessensweise zu belassen und d ie Wegweisung auch unter Be- rücksichtigung der Beziehung zwischen ihm und seiner Tochter verhältnismässig. Ein Härtefall liege nicht vor. F. Gegen diesen Beschluss erhob A.____ beim Kantonsgeri cht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit Eingabe vom 9. Februar 2015 Beschwerde und beantragte, es seien der Beschwerdeentscheid des Regierungsrats vom 27. Januar 2015 sowie die Verfügung des AfM vom 13. August 2014 aufzuheben. E s sei von einem Widerruf der Auf- enthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Weg weisung abzusehen. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden Feststellung des rechtserheb lichen Sachverhalts und Neubeur- teilung an das AfM zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des AfM bzw. der Staats- kasse. In der ergänzenden Beschwerdebegründung vom 10. A pril 2015 wiederholte der Be- schwerdeführer die beim Kantonsgericht bereits gestellte n Begehren. Der Beschwerdeführer machte geltend, ihm sei die Aufenthaltsbewilligung g estützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG zu be- lassen. Sollte sein Anspruch gestützt auf letztgenannte B estimmung nicht bejaht werden, so wäre die Sache zur Abklärung der Beziehung zu seiner Tochter an das AfM zurückzuweisen. In seiner Vernehmlassung vom 11. Mai 2015 beantragte d er Regierungsrat die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Er hielt unter ande rem fest, dass aufgrund des nicht tadel- losen Verhaltens des Beschwerdeführers weder ein Rechtsanspruch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG noch auf Art. 8 EMRK vorliege. Demzufolge bestehe auch kein Anlass für eine Prü- fung der Frage, ob zwischen dem Beschwerdeführer und se iner Tochter in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung im Sinne einer (weiteren) Voraussetzung für Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Annahme des Rechtsanspruchs gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG bzw. Art. 8 EMRK zu bejahen sei. Mit präsidialer Verfügung vom 17. Juli 2015 wurden die Akten des Ehescheidungsverfahrens ab Zivilkreisgericht H.____ beigezogen. Am 28. Juli 2015 wu rde das vorliegende Verfahren mit präsidialer Verfügung sistiert bis zum Vorliegen des Pro tokolls der Hauptverhandlung vor dem Zivilkreisgericht H.____, da sich im dortigen Verfahren a uch für das vorliegende Verfahren we- sentliche Sachverhaltsfragen stellen würden. Mit Schrei ben vom 29. April 2016 (recte wohl 29. Mai 2016) teilte das Zivilkreisgericht H.____ mit, d ass durch Urteil vom 26. April 2016, wel- ches am 13. Mai 2016 in Rechtskraft erwachsen sei, die E he von A.____ und B.____ geschie- den worden sei. Mit Präsidialverfügung vom 14. Juni 2 016 wurde die Sistierung des vorliegen- den Verfahrens aufgehoben und der Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteils- beratung überwiesen. Des Weiteren holte das Kantonsgericht beim Regionalen Betreibungsamt I.____ und bei der Zivilrechtsverwaltung Basel-Landschaft einen Betreibungsregisterauszug des Beschwerdeführers ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Demnach ist das Kantonsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Besch werde örtlich und sachlich zustän- dig. Der Beschwerdeführer ist vom angefochtenen Entsche id berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren f ormellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können n ach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Widerru f der Aufenthaltsbewilligung des Be- schwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 4.1. Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und Art. 1 AuG; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet in den Fällen nach Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahm en der gesetzlichen Vorschriften und Ver- träge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli- gung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht , es sei denn, das AuG oder völker- rechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; P ETER UEBERSAX , in: Peter Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg. ], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 4.2. Zunächst ist festzuhalten, dass zwischen der Schweiz u nd der Republik Kosovo keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welche dem Besc hwerdeführer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde. 4.3. Die Erteilung bzw. Verlängerung von Aufenthaltsb ewilligungen richtet sich grundsätz- lich nach dem Ausländergesetz. Für Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und ihre Familienangehörigen hat das Ausländer gesetz allerdings nur insoweit Geltung, als das FZA keine abweichende Bestimmung enthält oder d as AuG eine für den Ausländer vor- teilhaftere Regelung enthält (Art. 2 Abs. 2 AuG). 4.4. Der Beschwerdeführer verfügt über eine vom Aufen thaltsstatus seiner nunmehr von ihm geschiedenen slowakischen Ehefrau abgeleitete Aufen thaltsbewilligung EU/EFTA, die zu- letzt bis am 27. Januar 2017 verlängert wurde. Nach Art . 3 Abs. 1 Anh. I FZA haben Familien- angehörige einer Person, die Staatsangehörige einer Vertragspartei ist und ein Aufenthaltsrecht hat, das Recht, bei ihr Wohnung zu nehmen. Das Zivilkrei sgericht H.____ hat durch Urteil vom 26. April 2016, welches am 13. Mai 2016 in Rechtskraft erwachsen ist, die Scheidung der Ehe zwischen dem Beschwerdeführer und B.____ ausgesprochen. D amit ist der ursprüngliche An- spruch des Beschwerdeführers auf Anwesenheit in der Schweiz gemäss Anhang I zum FZA weggefallen. Die abgeleitete Bewilligung des Drittsta atsangehörigen kann in diesem Fall man- gels Fortbestehens der Bewilligungsvoraussetzungen gestütz t auf Art. 23 Abs. 1 der Verord- nung über die schrittweise Einführung des freien Perso nenverkehrs zwischen der Schweizeri- schen Eidgenossenschaft und der Europäischen Union1 und d eren Mitgliedstaaten sowie unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation (Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs, VEP) vom 22. Mai 2002 i.V. m. Art. 62 lit. d AuG (Nichteinhalten einer mit der Verfügung verbundenen Bedingung) wide rrufen werden, da das FZA diesbezüg- lich keine eigenen abweichenden Bestimmungen enthält (v gl. Art. 2 Abs. 2 AuG; Urteil des Bundesgerichts 2C_886/2011 vom 28. Februar 2002 E. 3.1) . Anwendbar ist vorliegend somit – was von keiner Partei bestritten wird – vorbehältlich weiterer völkerrechtlicher Bestimmungen das AuG. 5.1. Ausländische Ehegatten von Schweizer Bürgern haben unter Vorbehalt von Art. 51 Abs. 1 AuG Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit ihrem Partner zusammenwohnen. Der Bewilligungsanspruch besteht nach Art. 50 Abs. 1 AuG trotz Auflösens bzw. definitiven Scheiterns der Ehegemein schaft fort, wenn diese mindestens drei Jahre gedauert und die betroffene ausländische Per son sich hier erfolgreich integriert hat (lit. a) oder wichtige Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b; BGE 136 II 113 E. 3.3.3). Da EU-Bürger und ihre Ang ehörigen freizügigkeitsrechtlich nicht schlechter gestellt werden dürfen als Schweizer Bürger i n der gleichen Situation (vgl. Art. 2 FZA), kann sich der Beschwerdeführer – losgelöst von der Bewilligungssituation seiner von ihm geschiedenen Ehefrau – auf diese Bestimmung berufen ( Urteile des Bundesgerichts Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2C_536/2016 vom 13. März 2017 E. 3.3; 2C_474/2014 vom 7. August 2015 E. 2; 2C_886/2011 vom 28. Februar 2002 E. 4.1). 5.2. Zu prüfen ist, ob die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre gedauert hat. Eine relevante Ehegemeinschaft im Sinne von Art. 50 Abs. 1 AuG liegt vor, solange die eheliche Beziehung tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitige r Ehewille besteht. Massgeblicher Zeitpunkt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel di e Aufgabe der Haushaltsgemeinschaft; demgegenüber ist nicht relevant, wie lange die Ehe na ch Beendigung des Zusammenlebens formell noch bestanden hat oder besteht (BGE 136 II 117 E. 3.2). Sodann ist einzig das Zusammenleben im Inland ausschlaggebend, die im Ausland gelebte Ehezeit wird an die Dreijahresfrist nicht angerechnet (BGE 137 II 347 f. E. 3.1.3; BGE 136 II 117 f. E. 3.3). Das AfM geht in seiner Verfügung vom 13. August 2014 davon aus, dass das Getrenntleben gemäss den übereinstimmenden Angaben der Ehegatten im migration srechtlichen Verfahren im August 2012 aufgenommen worden sei und damit das Erforderni s der dreijährigen Dauer nicht erfüllt sei. Der Regierungsrat kommt hingegen zum Schluss, dass im vorliegenden Fall die Gerichtsdokumente des Eheschutzverfahrens, die auf direkte r Befragung der Parteien fussen würden, einen vergleichsweise deutlich höheren Beweisw ert aufweisen würden als die Aussagen, auf die sich das AfM stütze. Deswegen habe als Au flösungszeitpunkt der Ehege- meinschaft der Januar 2014 zu gelten, womit die dreijährige Dauer erreicht sei. 5.3. Die Ehefrau meldete bei der Gemeindekanzlei E.__ __ spätestens im September 2012 ihren Ehemann nach unbekannt ab. Der Beschwerdeführer teilte der Gemeindekanzlei E.____ am 12. März 2013 mit, dass er sich immer noch an der Adr esse in E.____ (bei seiner Ehefrau) aufhalte. Die Gemeinde hob den Wegzug daraufhin auf. Die Ehefrau teilte am 8. Mai 2013 dem AfM mit, dass sie seit August 2012 von ihrem Ehemann ge trennt lebe. Mit Schreiben vom 15. Juli 2013 gewährte das AfM dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör. Das AfM führte in diesem Schreiben an den Beschwerdeführer aus, dass Letztg enannter seit August 2012 von seiner Ehefrau getrennt lebe. Nach dieser langen Tre nnungszeit müsse von einem definitiven Scheitern der Ehe ausgegangen werden. Das AfM formulierte in diesem Schreiben die folgende Frage bzw. Anmerkung: “Aufgrund der Trennung vor mehr als zwei Jahren gehen wir davon aus, dass Ihre Ehe definitiv gescheitert ist. Trifft dies zu? (Falls nein, bitte ausführlich begrün- den und wenn möglich belegen)“. Die Antwort des Beschw erdeführers lautete dahingehend, dass es stimme, aber die Trennung im August 2012 erfol gt sei. Auf die Frage des AfM im Schreiben vom 15. Juli 2013, wo er wohne, antwortete e r, dass er in einigen Hotels und in letz- ter Zeit bei seinem Bruder gewohnt habe. Die Ehefrau reichte am 30. Januar 2014 beim zuständigen Gericht ein Gesuch um Eheschutz ein. Der Beschwerdeführer wurde ab diesem Zeitpunkt so wohl im Eheschutzverfahren als auch im Verfahren betreffend Aufenthalt von Werner Michel, Rechtsanwalt, vertreten. Aus den Akten des Eheschutz- und des Scheidungsverfahrens geht hervor, d ass der Zeitpunkt der Trennung immer wieder ein Thema war. Der Beschwerdeführer mach te geltend, es habe Trennungen gegeben, er und seine Ehefrau hätten sich aber immer wieder zusammengerauft. Definitiv habe die Trennung erst per 1. Januar 2014 stattgefunden. Aufgrund der Akten ist ersichtlich, dass die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ehefrau immer erklärt hat, seit August 2012 getrennt zu sein. So lautete das Rechtsbegehren im Gesuch um Eheschutzverfahren vom 30. Januar 2014 auf Bewilligung des Getrenntlebens per 1. August 2012. Aus keiner Aussage geht hervor, dass die Ehefrau ab diesem Zeitpunkt eine Wiederaufnahme des Ehelebens in Betracht gezogen hat oder eine Wiederaufnahme stattgefunden hat. Anlässlich der eheschutzrechtlichen Verha ndlung vom 14. Mai 2014 verein- barten die Parteien, sie hätten das Getrenntleben am 1. Januar 2014 aufgenommen. Der Ver- einbarung entsprechend erkannte das Zivilkreisgericht H.____ im Urteil vom 14. Mai 2014, dass den Ehegatten das Getrenntleben bewilligt und festge stellt werde, sie hätten dieses bereits seit dem 1. Januar 2014 aufgenommen. Gemäss Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 14. Mai 2014 hatte der Beschwerdeführer bis zu jenem Zeitpunkt einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 800.-- für seine Tochter bezahlt, wobei er die sen Betrag der Ehefrau bar ausgehändigt habe. Gemäss den Ausführungen des Rechtsvertreters der Ehe frau anlässlich der Gerichtsver- handlung betreffend Scheidung vom 19. Februar 2015 (siehe Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 19. Februar 2015) hatte die Vizepräsidentin anläs slich der eheschutzrechtlichen Verhand- lung vom 14. Mai 2014 den 1. Januar 2014 als Trennungszeitpunkt vorgeschlagen. Die Ehefrau habe dies akzeptiert, weil sie auf einen Unterhalt ang ewiesen gewesen sei. Im Scheidungsver- fahren war der Zeitpunkt der Trennung ein zentraler Punkt, da die Ehefrau den Trennungszeit- punkt per August 2012 angab und damit im Zeitpunkt der Einreichung der Scheidungsklage am 4. September 2014 die zweijährige Trennungszeit gemäss Art. 114 des Schweizerischen Zivil- gesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 abgelaufen ge wesen wäre. Der Beschwerdefüh- rer wandte dagegen ein, die Trennung sei am 1. Januar 2014 erfolgt, womit infolge der man- gelnden Trennungszeit von zwei Jahren nicht auf die Schei dungsklage hätte eingetreten wer- den könne. Mit Verfügung vom 19. Februar 2015 wurde der Prozess auf die Frage des Vorlie- gens der Prozessvoraussetzung der zweijährigen Trennungsfrist beschränkt und es wurden die Akten des AfM beigezogen. Am 26. April 2016 und somit in jedem Fall nach Ablauf der zweijäh- rigen Trennungszeit wurde die Ehe geschieden. Die Frag e der zweijährigen Trennungsfrist konnte somit im Scheidungsverfahren offen bleiben. 5.4. Im eheschutzrechtlichen Entscheid des Zivilgerichts H. ____ vom 14. Mai 2014 wurde die Vereinbarung zwischen den Parteien übernommen und festgestellt, dass die Ehegatten das Getrenntleben bereits seit dem 1. Januar 2014 aufgeno mmen hätten. Die Haushaltsgemein- schaft dauerte somit gemäss diesem Entscheid von der Einreise des Ehemannes am 12. Mai 2010 bis zur Aufnahme des Getrenntlebens am 1. Januar 2 014 und damit 3 Jahre und 7,5 Mo- nate. Die Migrationsbehörden sind bei der Feststellung des T rennungszeitpunkts jedoch nicht an ei- nen zwischen den Ehegatten vergleichsweise festgelegten Trennungszeitpunkt im Eheschutz- verfahren gebunden. Es steht weder im Belieben der Eh egatten, den aufenthaltsrechtlich rele- vanten Trennungszeitpunkt nachträglich selbst festzusetzen , noch sind deren Angaben durch das Eheschutzgericht aus migrationsrechtlicher Sicht zu überprüfen (KGE VV vom 13. Juli 2016 [810 15 281] E. 6.2). Vorliegend war der Trennungszeitpunkt auch im eheschutzrechtlichen Ver- fahren ein Thema. Der Beschwerdeführer hatte jedoch i m Rahmen des migrationsrechtlichen Verfahrens unmissverständlich und in Übereinstimmung mit der Aussage der Ehefrau explizit geantwortet, seit August 2012 von der Ehefrau getrennt zu sein. Erst nachdem der Beschwer- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht deführer anwaltlich vertreten war und er mit grosser Wahrscheinlichkeit über die Tragweite des Trennungszeitpunkts für das Scheidungs- und Migrationsverf ahren informiert wurde, hat er in den verschiedenen Verfahren bestritten, bereits seit Aug ust 2012 von seiner Ehefrau getrennt zu sein. Die Ehefrau hat die Vereinbarung vom 14. Mai 2014, wonach das Getrenntleben be- reits per 1. Januar 2014 aufgenommen wurde, unterzei chnet. Wie aus dem Protokoll der Ge- richtsverhandlung vom 14. Mai 2014 hervorgeht, waren beide Parteien an einem Vergleich inte- ressiert. Die Aussage des Anwalts der Ehefrau, dass diese de n Vorschlag der Vorsitzenden, den Unterhalt an die Tochter auf Fr. 800.-- und den jenigen an die Ehefrau auf Fr. 300.-- festzu- legen und festzustellen, dass das Getrenntleben bereits per 1. Januar 2014 aufgenommen wor- den sei, akzeptiert und die Vereinbarung unterzeichnet habe, weil sie auf die Unterhaltsbeiträge angewiesen gewesen sei, ist glaubwürdig (vgl. Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 14. Mai 2014 und vom 19. Februar 2015). Da der Beschwerdefüh rer gemäss eigenen Aussagen seit August 2012 wechselnde Aufenthaltsorte (in verschiedenen H otels und bei seinem Bruder) ge- habt hat, kann auch der Tatsache, dass er der Gemeindekanzlei E.____ am 12. März 2013 mit- teilte, er halte sich noch bei der Adresse in E.____ be i seiner Ehefrau auf, nicht viel Gewicht beigemessen werden, da der Grund dieser Aussage vielme hr in seinen wechselnden Aufent- haltsadressen zu suchen ist. Aufgrund der gesamten Umst ände ist mit grösster Wahrschein- lichkeit davon auszugehen, dass es sich bei der Aussage des B eschwerdeführers, die Tren- nung habe im Januar 2014 stattgefunden, um eine Schutz behauptung handelt. Die Auflösung der Familiengemeinschaft hat somit – entgegen der Schl ussfolgerung des Regierungsrats und im Einklang mit der Ansicht des AfM – als im August 2012 stattgefunden zu gelten. Damit hat die Ehegemeinschaft weniger als drei Jahre gedauert und ein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG besteht nicht. 5.5. Im Übrigen müsste der Anspruch gemäss dieser Bestimmun g auch dann verneint wer- den, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre best anden hätte, da die Voraussetzung der erfolgreichen Integration - wie später aufzuzeigen sein wird - nicht erfüllt ist. 6.1. Auch wenn die Ehegemeinschaft in der Schweiz nicht drei Jahre gedauert hat, kann sich nach Auflösung der Ehe ein Aufenthaltsanspruch erge ben, wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Landesaufenthalt erforderlich m achen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG, der so- genannte nacheheliche Härtefall). Als wichtiger Grund kommt vorliegend einzig eine schüt- zenswerte Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner in der Schweiz anwesenheitsberechtig- ten Tochter D.____ in Frage (vgl. BGE 139 I 315 E. 2 .1; Urteil des Bundesgerichts 2C_873/2013 vom 25. März 2014 E. 3.4.1). Bei der Beur teilung, ob eine schutzwürdige Eltern- Kind-Beziehung vorliegt, ist auf die Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK abzustellen, können doch die wichtigen persönlichen Gründe im Sinne von Art. 5 0 Abs. 1 lit. b AuG, die einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen, nicht ei nschränkender verstanden werden als ein aus Art. 8 EMRK abgeleitetes Recht auf Erteilung und Verlängerung einer Aufenthaltsbewil- ligung (Urteile des Bundesgerichts 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 2.3; 2C_930/2012 vom 10. Januar 2013 E. 4.1; H UGI YAR , Von Trennungen, Härtefällen und Delikten - Auslände rrecht- liches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in: Jahrbuch für Migration 2012/2013, 2013, S. 80). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2. Ob das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Ab s. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999, welcher einen inhaltlich identi- schen Anspruch vermittelt (BGE 126 II 425 E. 4c/bb), geschützte Rechtsgut überhaupt betroffen ist und gegebenenfalls welche Interessen in Anwendung von Art. 8 Ziff. 2 EMRK gegeneinander abzuwägen sind, ist jeweils im Einzelfall zu beurteilen. Dem Kindesinteresse kommt bei der Interessenabwägung regelmässig eine gewichtige Bedeutu ng zu. Das private Interesse eines ausländischen Elternteils am Verbleib im Land vermag da s öffentliche Interesse an einer ein- schränkenden nationalen Einwanderungspolitik regelmässig zu überwiegen, wenn zwischen dem ausländischen Elternteil und seinem im Inland leben den Kind eine besonders enge Bezie- hung in affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht besteht und sich dieser Elternteil in der Schweiz tadellos verhalten hat bzw. dessen bisheriges Verhalten in der Schweiz zu keinerlei Klagen An- lass gegeben hat (sog. "tadelloses Verhalten"; BGE 140 I 147 E. 3.2; 139 I 319 E. 2.2; vgl. be- reits BGE 120 Ib 5 f. E. 3c; vgl. zum Kriterium des tadellosen Verhaltens: Urteile des Bundesge- richts 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 2.3; 2C_728/2014 vom 3. Juni 2015; BGE 140 I 145 E. 4 publiziert in: Die Praxis 2014 Nr. 90; M ARC SPESCHA , in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Auflage, Zürich 2015, Rz. 8 zu Art. 50 AuG). Das Kindesinteres- se, wenn möglich mit beiden Elternteilen in der Schwei z aufwachsen zu können, überwiegt demnach in einer Gesamtbetrachtung, wenn im Wesentliche n ausschliesslich Gründe der Zu- wanderungssteuerung den privaten Interessen bereits anw esenheitsberechtigter Personen ge- genüber stehen, nicht indessen, wenn es zusätzlich darum geht, die öffentliche Sicherheit und Ordnung vor der Gefahr weiterer (gewichtiger) Strafta ten zu schützen (Urteile des Bundesge- richts 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 2.3; 2C_387/2 014 vom 3. März 2015 E. 4.4.1; 2C_740/2014 vom 27. April 2015 E. 4.2.5). Das Bundesgericht hat das Kriterium des tadellosen Verhaltens bisher streng gehandhabt und diesbezüglich sei ne Praxis nicht relativiert (vgl. BGE 139 I 321 E. 2.5). Es hat diese jüngst einzig bei ei ner ausländischen Person etwas abge- schwächt, die nicht mehr im gemeinsamen Haushalt mit dem schweizerischen Ehegatten lebte, jedoch über das Kind mit schweizerischer Nationalität – o hne es in der Obhut zu haben – we- gen der fortbestehenden (formellen) Ehebeziehung noch die elterliche Sorge ausübte und zu- dem die Beziehung zum Kind tatsächlich sehr eng war (Tr effen mehrere Male pro Woche; BGE 140 I 149 ff. E. 4.3 und 4.4). Die Praxis, in Bezug au f das Kriterium des tadellosen Verhaltens gewisse "untergeordnete" Vorkommnisse (abweichend von BGE 139 I 315 ff.) in einer Gesamt- betrachtung etwas weniger stark zu gewichten, kommt nur i n spezifischen Fällen bzw. bei be- sonderen Umständen in Frage; diese müssen es ausnahmsweise rechtfertigen, allfällige (unter- geordnete) Verstösse gegen die öffentliche Ordnung (bspw . untergeordnete ausländer- oder ordnungsrechtliche Delinquenz; kurzer, unverschuldeter So zialhilfebezug) nicht notwendiger- weise so stark zu gewichten, dass sie zum Vornherein die anderen Kriterien (Grad der tatsäch- lichen affektiven und wirtschaftlichen Intensität der Be ziehung zum Kind, zivilrechtliche Rege- lung der familiären Verhältnisse, Dauer der Beziehung und des Aufenthalts, Grad der Integrati- on aller Beteiligten, Kindesinteresse usw.) aufzuwiegen vermögen (Urteil des Bundesgerichts 2C_728/2014 vom 3. Juni 2015 E. 4.1). 6.3. Eine Berufung auf einen nachehelichen Härtefall und die konventionsrechtliche Garan- tie von Art. 8 EMRK setzt eine familienrechtliche Beziehu ng von einer gewissen Intensität vo- raus (BGE 139 I 315 E. 2.1). Das Konventionsrecht begrün det keinen Anspruch darauf, das Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Familienleben in einem bestimmten Staat verwirklichen zu können (Urteil des EGMR M.P.E.V. gegen Schweiz vom 8. Juli 2014 [3910/13] § 51). Das Recht auf Achtung des Familienlebens ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernh altemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der S chweiz gefestigt anwesenheitsberechtig- ten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser von vornh erein ohne Schwierigkeiten möglich bzw. zumutbar wäre, das entsprechende Familienleben ande rnorts zu pflegen (BGE 140 I 145 E. 3.1; BGE 139 I 330 E. 2.1; BGE 135 I 153 E. 2.1; vgl. zum Ganzen KGE VV vom 27. August 2014 [810 14 167] E. 4.5 ff.). 6.4. Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte ausländische Elternteil kann die familiäre Be- ziehung mit seinem Kind von vornherein nur in beschränkt em Rahmen pflegen, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten Besuchsrechts. Um dieses w ahrnehmen zu können, ist es in der Regel nicht erforderlich, dass der ausländische Eltern teil dauerhaft im selben Land wie das Kind lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Gesichtswinkel des Schutzes des Anspruchs auf Familienleben genügt, dass der Kontakt zum Kind über Kurzaufenthalte, Ferienbesuche bzw. die traditionellen oder modernen K ommunikationsmittel vom Ausland her grenzüberschreitend gelebt werden kann; gegebenenfall s sind die Modalitäten des Besuchs- rechts den ausländerrechtlichen Vorgaben anzupassen (BGE 139 I 315 E. 2.2). Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts hat der nicht sorge- bzw. obhutsbe- rechtigte ausländische Elternteil dann einen Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der Auf- enthaltsbewilligung, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Bezie- hung zum Kind besteht, diese Beziehung wegen der Distan z zum Herkunftsland der ausländi- schen Person praktisch nicht aufrechterhalten werden könnte und deren bisheriges Verhalten in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat. Der Begriff der besonderen Intensität der affektiven Beziehung wurde für bereits in der Schweiz an sässige ausländische Personen da- hingehend präzisiert, dass das Erfordernis erfüllt ist, we nn der persönliche Kontakt im Rahmen eines nach heutigem Massstab üblichen Besuchsrechts ausgeübt wird (Urteil des Bundesge- richts 2C_614/2014 vom 5. Mai 2015 E. 5.1.1; BGE 139 I 319 ff. E. 2.3 ff.). Nach wie vor bleibt aber erforderlich, dass auch in wirtschaftlicher Hinsicht e ine besonders intensive Beziehung zwischen dem Kind und dem nicht sorgeberechtigten Elter nteil besteht und dass dessen bishe- riges Verhalten in der Schweiz zu keinerlei wesentlichen Klagen Anlass gegeben hat (BGE 139 I 315 E. 2.5 S. 321; Urteil des Bundesgerichts 2C_547/ 2014 vom 5. Januar 2015 E. 3.2 mit Hinweisen). 6.5. Wie im vorliegend angefochtenen Regierungsratsbesch luss ausgeführt wird, wider- sprechen sich die Aussagen der Kindsmutter und des Beschwerd eführers bezüglich der Aus- übung des Besuchsrechts. Die Vereinbarung der Ehegatten über die Scheidungsfolgen vom 17. Dezember 2015, welche integrierender Bestandteil des Urteils betreffend Scheidung vom 26. April 2016 bildet, sieht vor, dass das Besuchsrecht ab Unterzeichnung der Konvention vom 17. Dezember 2015 bis Ende Juni 2016 jeweils alle 14 T age während eines Tages von 08:00 bis 18:00 Uhr, und zwar in Begleitung der Ehefrau ode r deren Mutter, stattzufinden hatte. Ab Juli 2016 bis Dezember 2016 hatte das Besuchsrecht im g leichen Umfang, jedoch unbegleitet stattzufinden. Ab Januar 2017 hat der Vater das Recht u nd die Pflicht, die Tochter jedes zweite Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wochenende, jeweils von Samstag, 08:00 Uhr, bis Sonntag , 18:00 Uhr, zu Besuch zu sich zu nehmen. Zusätzlich hat der Vater das Recht, ab 2017 eine Ferienwoche pro Jahr mit D.____ zu verbringen. Ab 2018 erhöht sich das Ferienrecht auf 2 Wochen pro Jahr. 6.6. Die Frage nach der Intensität der wirtschaftliche n und emotionalen Beziehung zwi- schen dem Beschwerdeführer und seiner Tochter kann jedoc h, wie bereits der Regierungsrat festgehalten hat, offen bleiben, da der Beschwerdefüh rer, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, die Voraussetzung des tadellosen Verhaltens nicht erfüllt. Es ist allerdings fraglich, ob die affektive Beziehung des Beschwerdeführers zu D.____ als be sonders intensiv zu bezeichnen wäre, da die Besuchsregelung für das Jahr 2016 nicht einmal das übliche Mass erreichte. 6.7. Der Beschwerdeführer wurde mit Strafbefehl des B ezirksamts F.____ vom 16. Juli 2010 wegen Drohung und Tätlichkeiten sowie wegen Wid erhandlungen gegen die Ausländer- gesetzgebung zu einer bedingten aufgeschobenen Geldstraf e von 120 Tagessätzen bei einer Probezeit von zwei Jahren zuzüglich einer Busse von Fr. 1‘000.-- verurteilt. Der Beschwerde- führer hat gemäss Strafbefehl sein weibliches Opfer mit einer Handtasche geschlagen und es bedroht, indem er der Frau ein Küchenmesser an den Hal s setzte und sie damit in Angst und Schrecken versetzte. Des Weiteren hat er seinem männliche n Opfer per SMS gedroht, es “fer- tig“ zu machen. Aufgrund dieser Verurteilung ermahnte das AfM den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 21. Oktober 2010 und machte ihn darauf a ufmerksam, dass das AfM von ihm erwarte, dass er fortan nicht mehr straffällig werde und sich an die geltenden Gesetze halte. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft G.____ vom 12. Juli 2011 wurde der Beschwerdeführer we- gen mehrfacher versuchter Erpressung, Drohung, Beschimpfun g und Tätlichkeiten zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen und einer Busse von Fr. 2 00.-- verurteilt. Gemäss Strafbefehl hat er dem Geschädigten im Zeitraum zwischen dem 9. und 15. November 2010 gedroht, seiner Familie etwas anzutun und ihn dahingehend erpresst, das s der Geschädigte ihm am 12. No- vember 2010 Fr. 100‘000.-- zu überreichen habe, ansonst en er den Geschädigten “kaputt“ ma- chen und seine Firma ruinieren würde. Nachdem der Erp resste nicht darauf eingegangen war, versuchte der Beschwerdeführer erneut, den Geschädigten zu erpressen, bedrohte ihn dabei und schlug ihm in den Bauch. Bei der angeblichen Geldüb ergabe wurde der Beschwerdeführer von der Polizei verhaftet. Gemäss Strafbefehl wirkte straferhöhend, dass der Beschwerdeführer bereits mit Strafbefehl vom 16. Juli 2010 wegen Tätlichkeiten und mehrfacher Drohung verurteilt worden war. Die durch Strafbefehl vom 16. Juli 2010 a ufgeschobene Strafe wurde widerrufen. Das AfM verwarnte den Beschwerdeführer am 1. Dezember 2011 ausdrücklich und wies ihn darauf hin, dass er mit der Wegweisung aus der Schweiz zu rechnen habe, falls er erneut in relevanter Weise straffällig werden sollte oder weiter e bereits begangene Straftaten bekannt werden sollten. 6.8. Der Beschwerdeführer hat nach der ersten Verurteil ung und innerhalb der Probezeit sowie unmittelbar nachdem er das erste Mal vom AfM darau f hingewiesen worden war, dass er nicht mehr straffällig werden dürfe, wieder delinquie rt, weswegen er am 12. Juli 2011 ein zwei- tes Mal verurteilt wurde. Ein tadelloses Verhalten lie gt somit nicht vor. Der Beschwerdeführer erklärt in seiner Beschwerde an das Kantonsgericht, dass er sich seit der letzten Delinquenz im November 2010 wohl verhalten habe und sich an die im Sc hreiben des AfM vom 1. Dezember Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2011 gemachten Auflagen gehalten habe. Gemäss Auszug a us dem Betreibungsregister des Kantons Basel-Landschaft vom 17. Juni 2016 liegen gegen den Beschwerdeführer Betreibun- gen in der Höhe von rund Fr. 10‘000.-- und offene Ve rlustscheine in der Höhe von rund Fr. 7‘500.-- und gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister des Betreibungsamts J.____ vom 15. Juni 2016 Betreibungen in der Höhe von rund Fr. 27‘000.-- vor. Abgesehen von einer Be- treibung in der Höhe von rund Fr. 1‘400.-- waren di e Gläubiger der entsprechenden Forderun- gen die Steuerverwaltung Basel-Landschaft und die Sta atsanwaltschaft G.____. Die Ausfüh- rungen des Beschwerdeführers in seiner Beschwerde, dass er sich seit der letzten Delinquenz im November 2010 wohlverhalten habe und sich nichts zu Schulden habe kommen lassen, sind somit “nur“ in strafrechtlicher Hinsicht korrekt. Im Übr igen trifft zu, dass der Beschwerdeführer seit der Verwarnung vom 1. Dezember 2011 nicht mehr de linquiert hat, jedoch vermag dies nichts daran zu ändern, dass das Verhalten des Beschwerdeführers aufgrund der zwei Verurtei- lungen nicht als tadellos bezeichnet werden kann. Gründe , um vom Erfordernis des tadellosen Verhaltens abzuweichen, sind vorliegend keine ersichtlich. Der Beschwerdeführer hat damit mangels tadellosen Verhaltens keinen auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG gestützten Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Demzufolge ist auch der in der Beschwerde an das Kantonsgericht vom Beschwerdeführer gestellte Antrag, e s sei die Angelegenheit zur Klärung der affektiven Beziehung zwischen Vater und Kind an das A fM zurückzuweisen, abzuweisen bzw. obsolet. 7. In der Urteilserwägung 5.5 wurde ausgeführt, dass der Beschwerdeführer auch keinen Anspruch auf eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG hätte, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestand en hätte, da der Beschwerdeführer das Erfordernis der erfolgreichen Integration nicht erf ülle. Nach Art. 77 Abs. 4 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007 liegt eine erfolg- reiche Integration nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG vor , wenn die Ausländerin oder der Ausländer namentlich die rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfassung respektiert (lit. a) sowie den Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb der am Wohnort gespro- chenen Landessprache bekundet (lit. b). Bei einem Ausl änder, der in der Schweiz beruflich in- tegriert ist und eine feste Anstellung hat, immer fina nziell unabhängig war, sich korrekt verhält und die örtliche Sprache beherrscht, bedarf es ernsthaf ter besonderer Umstände, um eine er- folgreiche Integration zu verneinen (Urteile des Bund esgerichts 2C_748/2014 vom 12. Januar 2015 E. 3.2; 2C_749/2011 vom 20. Januar 2012 E. 3.3 ; 2C_839/2010 vom 25. Februar 2011 E. 7.1.2). Das Bundesgericht hat z.B. die Integration verneint bei einem Ausländer, der zeitwei- lig arbeitslos war, die Unterhaltsbeiträge für seinen Sohn teilweise nicht leistete und sich mehre- re Verstösse gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung hatte zu Schulden lassen kommen (Ur- teil des Bundesgerichts 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E . 2.1). In einem anderen Fall hat das Bundesgericht die erfolgreiche Integration verneint, weil der Ausländer wegen eines Verge- hens gegen das Arbeitslosenversicherungsgesetz zu einer bedingt vollziehbaren Gefängnisstra- fe von 14 Tagen verurteilt worden war und weil der Ausländer Schwierigkeiten hatte, seinen finanziellen Pflichten nachzukommen (Schulden, vollzoge ne Pfändungen von bisher rund Fr. 25'000.--, bestehende Lohnpfändung von Fr. 1'50 0.-- pro Monat; Urteil des Bundesgerichts 2C_359/2011 vom 6. Oktober 2011 E. 2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_983/2011 E. 3.3.1 ff.). Auch bereits länger zurückliegende Verur teilungen haben bei der Gesamtbetrach- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht tung im Rahmen der erfolgreichen Integration Berücksich tigung zu finden (siehe KGE VV vom 23. Juli 2014 [810 14 29] E. 5.4, welcher mit Urteil des Bundesgerichts 2C_1031/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 3.1 geschützt wurde). Obwohl sich de r Beschwerdeführer auf Deutsch verständigen kann und berufstätig ist, ist aufgrund der zw ei Verurteilungen und der Verschul- dung seine erfolgreiche Integration zu verneinen. Ersch werend kommt hinzu, dass der Be- schwerdeführer die Straftaten, welche zur zweiten Verurteilung geführt haben, unmittelbar nach der ersten Ermahnung des AfM und innerhalb der Probeze it begangen hat. Da der Beschwer- deführer nicht integriert ist, würde ein Anspruch auf Aufenthalt nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG auch dann nicht bestehen, wenn die Ehegemeinschaft im S inne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG länger als drei Jahre gedauert hätte. 8.1. Besteht nach dem Gesagten kein Rechtsanspruch des Besch werdeführers auf Er- teilung der Aufenthaltsbewilligung, so liegt deren V erlängerung im Ermessen der Behörde (vgl. Art. 33 Abs. 3 AuG). Dazu bedarf es eines Ermessen sentscheids, welcher nach den all- gemeinen Grundsätzen pflichtgemäss und unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls zu treffen ist (vgl. A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.44; B ENJAMIN SCHINDLER , in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 96 Rz. 7). Im Rahmen ihrer Ermessensausübung haben die Behö rden gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration zu berücksichtigen. 8.2. Im angefochtenen Entscheid vom 27. Januar 2015 (E . 3) hat der Regierungsrat die relevanten Kriterien ausführlich geprüft, unter Berücksi chtigung sämtlicher Umstände des Ein- zelfalles beurteilt und seinen Entscheid nachvollziehbar begründet. Es ist demzufolge nicht zu beanstanden, dass es der Regierungsrat abgelehnt hat, de m Beschwerdeführer die Aufent- haltsbewilligung ermessensweise zu verlängern. 9.1. In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, ob die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) gestützt auf eine umfassende Güterabwägung verhältnismässig ersc heinen. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein . Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastunge n stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 514 ff.). Im Rahmen der Ve rhältnismässigkeitsprüfung sind die be- kannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Situation, Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, persönlich es Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 ff.; Urteil des Bundesgerichts 2C_705/2013 vom 11. November 2013 E. 3.2). 9.2. Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili- chen Ziele eine geeignete Massnahme darstellt. Ausländer , deren Aufenthaltszweck weggefal- len ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen. Dieses fremdenpolizeili- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht che Ziel kann auch nicht durch eine weniger einschneide nde Massnahme erreicht werden. Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qualifizieren ist, ob also der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Ve rhältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwerdeführer mit der Wegweisung auferlegt werd en. Diesbezüglich muss eine Inte- ressenabwägung vorgenommen werden. 9.3. Als zulässiges öffentliches Interesse fällt insbesonder e das Durchsetzen einer re- striktiven Einwanderungspolitik in Betracht. Eine solche rechtfertigt sich im Hinblick auf ein aus- gewogenes Verhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Einglie derung der in der Schweiz bereits an- sässigen Ausländer und die Verbesserung der Arbeitsmarktstru ktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 E. 2.2.1; BGE 135 I 143 E. 2.2). 9.4. Der Beschwerdeführer ist im Mai 2010 legal in die Schweiz eingereist. Er wohnt somit erst seit 7 Jahren und damit nicht sehr lange legal in der Schweiz. Auch wenn man die Zeiten, in denen er als Saisonnier in den Jahren zwischen 1990 un d 1996 in der Schweiz verbrachte, mitberücksichtigen sollte, ist festhalten, dass er seine Ki ndheit und Jugend und einen grossen Teil seines Erwachsenenalters in Kosovo verbracht hat un d mit den dortigen Bräuchen und der örtlichen Sprache vertraut ist. Gemäss eigenen Angaben leben sein Vater und mit Ausnahme eines Bruders alle Geschwister in seinem Herkunftsland. Zum Kosovo unterhält er nach wie vor enge Verbindungen. Die persönlichen Beziehungen zur Schweiz sind mit Ausnahme der Bezie- hung zu seiner Tochter und allenfalls zu einem Bruder nicht stark. 9.5. Bezüglich der beruflichen Situation ist dem Beschw erdeführer zu Gute zu halten, dass er seit Mai 2010 erwerbstätig und gemäss Bestätigung seines Bruders K.____ seit 1. April 2012 bei der Firma seines Bruders tätig ist. Jedoch ist festzuh alten, dass er nicht über ausserordent- liche berufliche Fähigkeiten verfügt. Er arbeitet im B etrieb seines Bruders als Schaler. Dies macht ihn nicht zu einer schwer ersetzbaren Arbeitskraft, womit aus wirtschaftlicher Sicht kein öffentliches Interesse am Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz besteht. In sprachli- cher Hinsicht ist die Integration so weit fortgeschritten , wie dies aufgrund der Dauer seines Auf- enthalts erwartet werden kann. 9.6. Wie oben aufgeführt, ist der Beschwerdeführer zw ei Mal verurteilt worden. Die der zweiten Verurteilung zu Grunde liegende Straftat verü bte er während der Probezeit und kurz nachdem ihm das AfM ermahnt hatte. Zudem ist der Beschwerdeführer verschuldet. 9.7. Unbestritten ist, dass eine Wegweisung des Beschwerdef ührers sich stark auf das Verhältnis zwischen ihm und seiner Tochter auswirken würde. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer den Kontakt zu seiner Tochte r nur im Rahmen des ihm zustehen- den Besuchsrechts ausüben kann. Um dieses wahrzunehmen, ist es nach der Rechtsprechung nicht erforderlich, dass der nicht obhutsberechtigte Elt ernteil dauerhaft im selben Land lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Es ist ausreiche nd, wenn das Besuchsrecht im Rah- men von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt we rden kann. Dabei sind allenfalls die Modalitäten des Besuchsrechts einer geeigneten Form anzu passen. Im Übrigen kann die Be- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht ziehung nicht nur besuchsweise, sondern auch vom Ausland aus über Telefonate oder Internet (Skype etc.) gepflegt werde. Einer Rückkehr des heute 44- jährigen Beschwerdeführers steht somit nichts im Wege. Insgesamt überwiegt demnach das ö ffentliche Interesse an der Gleich- behandlung der Ausländerinnen und Ausländer im Rahmen der Ausländergesetzgebung sowie an der Durchsetzung der Rechtsordnung das private Inter esse des Beschwerdeführers an ei- nem weiteren Verbleib in der Schweiz. Der angefochtene Entscheid erweist sich als verhältnis- mässig. 10. Das Vorliegen eines Härtefalles im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG wird vom Be- schwerdeführer nicht geltend gemacht und ist im Übrigen zu verneinen. Diesbezüglich kann auf den angefochtenen Regierungsratsbeschluss (E. 5) verwiesen werden. 11. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Weg- weisung des Beschwerdeführers erfolgten nach dem Gesagte n zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt. Dem Beschwerdeführer ist sodann eine Ausreisefrist von 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils anzusetzen. 12. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrensko sten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unter liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind di e Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem unterliegenden Beschwerdeführer auf zuerlegen. Der zuviel bezahlte Kosten- vorschuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstat ten. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für de n Beizug eines Anwalts bzw. einer An- wältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten d er Gegenpartei zugesprochen wer- den. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Partei- kosten sind demnach wettzuschlagen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 2‘100.-- verrechnet. Der zuviel geleist ete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 700.-- wird dem Beschwerdefüh rer zurück- erstattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 7. Juli 2017 beim Bundesgericht Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten erhoben (2C_619/2017).