<!DOCTYPE html> <html> <head> <meta charset="utf-8"/><meta content="Weblaw AG Bern - https://weblaw.ch " name="publisher"/> <meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="Content-Type"/> <meta content="Die, 01 Okt 2019 10:37:43 CEST" http-equiv="last-modified"> <meta content="Die, 01 Okt 2019 10:37:43 CEST" http-equiv="date"> <meta content="AGVE 2018 - Band 54" name="description"/> <title>AGVE 2018 - Band 54</title> </meta></meta></head> <body> <!-- AGVE_PAGE_NR 1 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Steuern</span> <span class="page_no">423</span> </div> <div class="page" id="S423"> <span class="text"><b>54 </b> <b>Rechtliches Gehör; Protokollierung (§ 190 Abs. 3 StG)</b></span><br/> <span class="text">Da zwei unterschiedliche Protokolle der Verhandlung durch die Steuer-</span><br/> <span class="text">kommission und den Vertreter erstellt wurden, die gegenseitig nicht aner-</span><br/> <span class="text">kannt werden, ist erneut eine Verhandlung durchzuführen. </span><br/> <span class="text">Aus dem Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Steuern,</span><br/> <span class="text">vom 21. Juni 2018 in Sachen A.M. (3-RV.2017.184).</span><br/> <span class="text"><i>Aus den Erwägungen </i></span><br/> <span class="text">3.3.</span><br/> <span class="text">3.3.1.</span><br/> <span class="text">Wird der Steuerpflichtige zu einer Verhandlung vor die Verwal-</span><br/> <span class="text">tungsbehörde vorgeladen, sind dessen Angaben zu protokollieren und</span><br/> <span class="text">unterzeichnen zu lassen (§ 190 Abs. 3 StG). Es entspricht einem aus</span><br/> <span class="text">dem Anspruch auf rechtliches Gehör abgeleiteten allgemeinen</span><br/> <span class="text">Verfahrensgrundsatz, dass entscheidrelevante Tatsachen und Ergeb-</span><br/> <span class="text">nisse schriftlich festzuhalten sind. Das Protokoll bildet eine</span><br/> <span class="text">Entscheidgrundlage und soll daher den Inhalt der Verhandlung min-</span><br/> <span class="text">destens stichwortartig zusammenfassen. Ein Wortprotokoll wird</span><br/> <span class="text">dagegen nicht verlangt (SGE vom 22. September 2016</span><br/> <span class="text">[3-RV.2016.76]).</span><br/> <span class="text">3.3.2.</span><br/> <span class="text">Hier liegen zwei unterschiedliche Fassungen des Verhandlungs-</span><br/> <span class="text">protokolls vor, jene der Steuerkommission A. und jene des Vertreters</span><br/> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 2 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">424</span> </div> <div class="page" id="S424"> <div role="main"> <span class="text">des Rekurrenten. Unklar ist, welche Fassung den Ablauf und die</span><br/> <span class="text">Ausführungen korrekt wiedergibt. Jedenfalls wurde die Fassung der</span><br/> <span class="text">Steuerkommission A. durch den Rekurrenten nicht anerkannt, auch</span><br/> <span class="text">wenn der Vertreter des Rekurrenten erst verspätet reagierte.</span><br/> <span class="text">Die Fassung des Protokolls des Vertreters des Rekurrenten</span><br/> <span class="text">wurde durch den Aktuar der Steuerkommission A. unterzeichnet. Der</span><br/> <span class="text">Aktuar macht jedoch geltend, er habe das Protokoll unterzeichnet,</span><br/> <span class="text">ohne es durchzulesen. Obwohl diese Darstellung eher fragwürdig ist</span><br/> <span class="text">und kaum dem Vorgehen im Alltag einer Steuerbehörde entsprechen</span><br/> <span class="text">wird, kann auf das Protokoll des Vertreters des Rekurrenten nicht ab-</span><br/> <span class="text">gestellt werden. Der Vertreter macht Ausführungen zu Erläuterungen</span><br/> <span class="text">des Steuerkommissärs vor der eigentlichen Verhandlung. Es ist</span><br/> <span class="text">offensichtlich, dass der Vertreter des Rekurrenten nicht wissen</span><br/> <span class="text">konnte, was vor seiner Anwesenheit besprochen wurde. Zudem</span><br/> <span class="text">macht die Delegation der Steuerkommission A. in der Vernehm-</span><br/> <span class="text">lassung klar geltend, dass das Protokoll des Vertreters die Be-</span><br/> <span class="text">sprechung nicht korrekt wiedergebe.</span><br/> <span class="text">Es ist somit festzuhalten, dass vorliegend kein Verhandlungs-</span><br/> <span class="text">protokoll vorliegt, auf das abgestellt werden könnte. Bereits aus</span><br/> <span class="text">diesem Grund ist der Einspracheentscheid aufzuheben und die</span><br/> <span class="text">Angelegenheit zur erneuten Durchführung des Einspracheverfahrens,</span><br/> <span class="text">und insbesondere der Verhandlung, an die Steuerkommission A.</span><br/> <span class="text">zurückzuweisen. Dabei drängt es sich auf, das neue Protokoll direkt</span><br/> <span class="text">im Anschluss an die Verhandlung zu bereinigen und zu unter-</span><br/> <span class="text">zeichnen. Allenfalls ist auch denkbar, eine Aufnahme der Ver-</span><br/> <span class="text">handlung zu erstellen.</span><br/> <span class="text"></span><br/> </div> </div> </body> </html>