B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3571/2025 U r t e i l v o m 2 1 . M a i 2 0 2 5 Besetzung Einzelrichter Simon Thurnheer, mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer; Gerichtsschreiberin Michèle Fierz. Parteien A._______, geboren am (…), Somalia, (…), Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG); Verfügung des SEM vom 8. Mai 2025 / N (…). D-3571/2025 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 11. März 2025 suchte die Beschwerdeführerin in der Schweiz um Asyl nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent- raleinheit Eurodac) ergab, dass sie am 1. August 2024 bereits in Griechen- land um Asyl nachgesucht hatte. B. Am 14. März 2025 ersuchte die Vorinstanz die griechischen Behörden ge- stützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Ver- fahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal anwesender Dritt- staatsangehöriger (nachfolgend: Rückführungs-Richtlinie) und auf das Ab- kommen zwischen der Schweiz und Griechenland über die Rücküber- nahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt vom 28. August 2006 (SR 0.142.113.729) schriftlich um Rückübernahme der Beschwerdeführe- rin. C. Am 28. März 2025 stimmten die griechischen Behörden dem Übernahme- ersuchen des SEM vom 14. März 2025 zu und teilten gle ichzeitig mit, die Beschwerdeführerin sei am 15. November 2024 in Griechenland als Flücht- ling anerkannt worden und verfüge über eine gültige griechische Aufent- haltsbewilligung. D. Anlässlich des persönlichen Gesprächs vom 28. März 2024 befragte das SEM die Beschwerdeführerin zu ihrem Aufenthalt in Griechenland und ge- währte ihr das rechtliche Gehör zur voraussichtlichen Wegweisung dorthin sowie zum medizinischen Sachverhalt. Die Beschwerdeführerin brachte im Wesentlichen vor, die Lebensumstände in Griechenland seien schlimm ge- wesen. Nachdem sie als Flüchtling anerkannt worden sei, sei sie aufgefor- dert worden, die Unterkunft zu verlassen , und sei dadurch obdachlos ge- worden. Ein soziales Umfeld habe sie nicht gehabt. Auch habe sie keinerlei Unterstützung erhalten, habe keine Arbeitsstelle finden können und sei zu- dem einmal auf der Strasse von einem Mann sexuell belästigt worden. An- gesprochen auf die medizinische Situation gab sie an, gesund zu sein. E. Mit Stellungnahme vom 6. Mai 2025 äusserte sich die damalige Rechtsver- tretung der Beschwerdeführerin zum beabsichtigten D-3571/2025 Seite 3 Nichteintretensentscheid der Vorinstanz und der Wegweisung nach Grie- chenland. Sie machte im Wesentlichen geltend, sie habe versucht, sich in Griechenland ein Leben aufzubauen, doch seien ihre Bemühungen erfolg- los geblieben. Weder eine Arbeitsstelle noch eine Wohnung habe sie fin- den können, und auch bei Hilfsorganisationen habe sie keine Hilfe erhal- ten. Sie sei sexuell belästigt sowie wiederholt bedroht und beleidigt wor- den. Eine Rückkehr nach Griechenland würde für sie eine grosse Gefahr bedeuten und sie in eine existenzielle Notlage bringen. F. Mit Verfügung vom 8. Mai 2025 (gleichentags eröffnet) trat das SEM in An- wendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, wies sie aus der Schweiz weg und for- derte sie auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieser Ver- fügung zu verlassen, wobei sie ansonsten in Haft genommen und unt er Zwang nach Griechenland zurückgeführt werden könne. Ferner beauf- tragte es den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung. G. Am 12. Mai 2025 teilte die zugewiesene Rechtsvertretung dem SEM die Beendigung des Mandatsverhältnisses mit. H. Mit Eingabe vom 15. Mai 2025 (Poststempel) erhob die Beschwerdeführe- rin gegen den Nichteintretensentscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten u nd das Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen. Weiter sei die Unzulässigkeit respektive die Unzumutbarkeit der Wegweisung nach Griechenland fest- zustellen. Eventualiter sei ihr die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Sub- eventualiter sei die angefochtene Ve rfügung aufzuheben und die Angele- genheit zu weiteren Sachverhaltsabklärungen an die Vorinstanz zurückzu- weisen. Subsubeventualiter seien individuelle Garantien der griechischen Behörden zur adäquaten Unterbringung und medizinischen Versorgung einzuholen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, um Erlass eines superpro- visorischen Vollzugsstopps sowie um Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. D-3571/2025 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwer- deführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist (unter Vorbehalt nachfolgender Erwägung) einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.2 Soweit die Beschwerdeführerin die Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde sowie den Erlass eines superprovisorischen Voll- zugsstopps beantragt, kann festgehalt en werden, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 55 Abs. 1 VwVG) und das SEM diese vorliegend nicht entzogen hat, weshalb darauf mangels Rechtsschutzinteresses nicht eingetreten wird. 2. 2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des Aus- länderrechts richtet sich die Kognition nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über- prüfen (Art. 31a Abs. 1 -3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be- schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2). 3. Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt – als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu- ständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin oder eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). D-3571/2025 Seite 5 4. 4.1 Die formelle Rüge, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sach- verhalt unvollständig abgeklärt, ist vorab zu prüfen, da sie gegebenenfalls geeignet ist, eine Kassation der angefochtenen Verfügung zu bewirken. 4.2 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe es unterlassen, die konkrete länderspezifische Situation vor Ort abzuklären und habe ihre Aus- sagen dazu nicht gewürdigt . Aus der angefochtenen Verfügung geht her- vor, dass sich die Vorinstanz sehr wohl und in gebotenem Umfang mit der Situation von Schutzberechtigten in Griechenland sowie mit den Aussagen der Beschwerdeführerin auseinandersetzte. Sie weist detailliert auf beste- hende Angebote in Griechenland hin, insbesondere im Hinblick auf Unter- stützungsleistungen, Unterkünfte und Organisationen, die Integrations- massnahmen fördern. Eine unvollständige Sachverhaltserstellung oder un- genügende Würdigung der Aussagen der Beschwerdeführerin ist nicht er- sichtlich. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin die Schlussfolgerun- gen der Vorinstanz nicht teilt, stellt keine Verl etzung der Untersuchungs- pflicht dar, sondern beschläft die materielle Würdigung. Es bestand nach dem Gesagten auch kein Anlass, weitergehende Abklärungen vor Ort vor- zunehmen. 4.3 Es besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus for- mellen Gründen aufzuheben und die Sache an das SEM zurückzuweisen. Das entsprechende Rechtsbegehren ist abzuweisen. 5. 5.1 Das SEM tritt in der Regel auf ein Asylgesuch nicht ein, wenn die asyl- suchende Person in einen sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren kann, in welchem sie sich vorher aufgehalten hat (Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG). 5.2 Das SEM stellt in der angefochtenen Verfügung zutreffend fest, dass es sich bei Griechenland, als Mitglied der Europäischen Union (EU), um einen verfolgungssicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG handelt (vgl. Beschluss des Bundesrates vom 14. Dezember 2007). Den vorinstanzlichen Akten ist sodann zu entnehmen, dass die Beschwer- deführerin in Griechenland als Flüchtling anerkannt wurde und die griechi- schen Behörden ihrer Rückübernahme ausdrücklich zustimmten. Die Be- schwerdeführerin bringt in der Beschwerde denn auch nichts Gegenteiliges vor. D-3571/2025 Seite 6 5.3 Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten. 6. 6.1 Tritt das SEM auf ein Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt in der Schweiz weder über eine aus- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Das SEM regelt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme, wenn der Vollzug der Weg- weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AlG [SR 142.20]). 7.2 Vollzugshindernisse sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis mög- lich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.3 7.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK; SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 FoK und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3.2 Es handelt sich bei Griechenland um einen sicheren Drittstaat, in wel- chem die Beschwerdeführerin Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet. Griechenland ist sodann Signatarstaat der D-3571/2025 Seite 7 EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigen de Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105], des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30] sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völ- kerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach. Zwar erkennt das Bun- desverwaltungsgericht an, dass die Lebensbedingungen in Griechenland schwierig sind. Dennoch ist gemäss Rechtsprechung diesbezüglich nicht von einer generellen unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung von Schutzberechtigten im Sinne von Art. 3 EMRK auszugehen. Die be- kannten Unzulänglichkeiten treten nicht in einer Weise auf, welche darauf schliessen liessen, dass Griechenland grundsätzlich nicht gewillt oder nicht fähig sei, Schutzberechtigten die ihnen zustehenden Re chte und Ansprü- che – insbesondere das Recht auf Zugang zu Wohnraum, zu Sozialhilfe- leistungen und zu medizinischen Versorgung – zu gewähren, beziehungs- weise dass diese bei Bedarf nicht auf dem Rechtsweg durchgesetzt wer- den könnten (vgl. Referenzurteil des B VGer E -3427/2021 und E - 3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11 m.w.H.). Im Weiteren ist aus den Hin- weisen auf die internationale und europäische Gerichtspraxis betreffend Schutzberechtigte in Griechenland nichts zu Gunsten der Beschwerdefüh- rerin abzuleiten, da die Schweiz nicht an die Rechtsprechung anderer Län- der gebunden ist. 7.3.3 Aufgrund der Akten liegen, wie vom SEM zutreffend festgehalten, keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Griechenland dort einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Die Beschwer- deführerin macht zwar geltend, sie habe erfolglos versucht, eine Lebens- grundlage aufzubauen, und habe zudem weder von den griechischen Be- hörden noch von Hilfsorganisa tionen Unterstützung erhalten. Die Akten und die unsubstantiierten Ausführungen auf Beschwerdeebene lassen aber nicht darauf schliessen, dass sie alles ihr Zumutbare unternommen hätte, um Zugang zu den ihr zustehenden Leistungen zu erhalten. 7.3.4 Auch das Vorbringen, sie sei in Griechenland Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden, vermag an der Zulässigkeit der Überstellung dorthin nichts zu ändern. Bedauerlicherweise gelingt es keinem Staat, seine Ein- wohnerinnen und Einwohner jederzeit und überall vor Übergriffen zu schüt- zen. Griechenland ist indes ein Rechtsstaat, der über einen funktionieren- den Polizei- und Justizapparat verfügt. Die Beschwerdeführerin ist daher gehalten, in Griechenland Anzeige gegen allfällige Täter zu erstatten. D-3571/2025 Seite 8 7.3.5 Hinsichtlich der auf Besc hwerdeebene gerügten Verletzung der Be- stimmungen des Übereinkommens vom 18. Dezember 1979 zur Beseiti- gung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW, SR 0.108) ist fest- zuhalten, dass die Beschwerdeführerin daraus nichts zu ihren Gunsten ab- leiten kann. Die Normen des Übereinkommens sind zwar für die völker- rechtskonforme Auslegeng des innerstaatlichen Rechts von Bedeutung (vgl. BGE 137 I 305 E. 3.2), richten sich aber in erster Linie an die Legisla- tive (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E -4202/2024 vom 18. Juli 2024 E. 8.2.4 m.w.H.). 7.3.6 Ferner stellt eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit ge- sundheitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK dar (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] sowie zur neueren Praxis des EGMR die Urteile Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180 -193 m.w.H., be- stätigt durch Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, Grosse Kammer 57467/15, §§ 121 ff.). Die erstmals auf Beschwerdeebene geltend gemachten Gesundheitsprobleme der Beschwerdeführerin – starke psy- chische Belastung, starke Kopfschmerzen sowie noch nicht abschliessend abgeklärte Probleme bezüglich Vitaminaufnahme – vermögen die Feststel- lung der Unzulässigkeit im Sinne der erwähnten Rechtsprechung offen- sichtlich nicht zu rechtfertigen. Für den Fall, dass sich behandlungsbedürf- tige Beschwerden bei der Beschwerdeführerin manifestieren sollten, geht das Gericht davon aus, dass zumindest die notwendige medizinische Ver- sorgung in Griechenland gewährleistet sein wird. 7.3.7 Diesen Erwägungen zufolge erweist sich der Vollzug der Wegwei- sung als zulässig. 7.4 7.4.1 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht ferner die Vermutung, dass eine Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist (vgl. Anhang 2 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung sowie der Landesverweisung von ausländischen Pers onen [VVWAL, SR 142.281]). 7.4.2 Die Beschwerdeführerin vermag die se Legalvermutung nicht umzu- stossen und konkrete Anhaltspunkte dafür glaubhaft zu machen, dass sie im Falle einer Rückführung nach Griechenland in eine existenzielle Notlage geraten würde. Das SEM hat zutreffend auf die Verpflichtungen D-3571/2025 Seite 9 Griechenlands gegenüber Schutzberechtigten bezüglich Unterbringung, Sozialhilfe und Erwerbstätigkeit hingewiesen, welche sich insbesondere aus der Qualifikationsrichtlinie sowie auch aus der FK ergeben. Auch wenn eine adäquate Eingliederung der Beschwerdeführerin in die sozialen Struk- turen Griechenlands als anerkannter Flüchtling mit nicht zu verkennenden Erschwernissen verbunden sein mag, vermögen ihre Vorbringen die Anfor- derungen an eine konkrete Gefährdung nicht zu erfüllen. Es ist der Be- schwerdeführerin zumutbar, sich für eine Unterkunft und Sozialleistungen an die entsprechenden Stellen zu wenden und die erforderliche Hilfe – nö- tigenfalls mit anwaltlicher Hilfe oder der Unterstützung durch karitative Or- ganisationen – auf dem Rechtsweg einzufordern, selbst wenn die diesbe- züglichen Prozedere langwierig sein sollten. Ausserdem sind in Griechen- land Frauenhäuser und Beratungszentren verfügbar, welche der Be- schwerdeführerin, jedenfalls vorübergehend, eine geschützte Umge bung bieten können. 7.4.3 Schliesslich steht auch der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh- rerin einer Überstellung nach Griechenland nicht entgegen. Die erstmals auf Beschwerdeebene geltend gemachten gesundheitlichen Probleme sind nicht als derart schwerwiegende Erkrankung einzustufen, dass bei ihr von einer besonders vulnerablen Person im Sinne des Referenzurteils E-3427/2021, E-3431/2021 auszugehen wäre und eine Überstellung nach Griechenland unzumutbar erscheinen lassen würde, zumal das Gericht da- von ausgeht, Griechenland verfüge über ein entsprechendes Behand- lungsangebot (vgl. etwa Urteil des Bundesverwaltungsgericht D-1142/2025 vom 18. März 2025 E. 8.4.2 m.w.H). 7.4.4 Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, dass die Be- schwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Griechenland in eine existenzi- elle Notlage geraten wird. Bei dieser Sachlage besteht auch kein Anlass zur Einholung individueller Zusicherungen seitens der griechischen Behör- den. Das entsprechende Subsubeventualbegehren ist demnach abzuwei- sen. 7.4.5 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als zumutbar. 7.5 Es ist schliesslich auch ohne Weiteres von der Möglichkeit des Weg- weisungsvollzugs auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AIG), da die griechischen Behörden der Rückübernahme der Beschwerdeführerin ausdrücklich zu- gestimmt haben und sie in Griechenland über einen gültigen Aufenthaltsti- tel verfügt. D-3571/2025 Seite 10 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. 9.1 Mit dem vorliegenden Direktentscheid ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 9.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist abzuweisen, da das Begehren - wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt - als aussichtslos zu bezeichnen ist. Die Verfahrenskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750. – festzusetzen (Art. 1 -3 des Regle- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten un d Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-3571/2025 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Michèle Fierz Versand: