<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp295712"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>112 IV 70<br/><br/><br/><div class="paraatf">20. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 28. Juli 1986 i.S. C. gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich (Nichtigkeitsbeschwerde)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp297136"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 55 StGB</span>; Landesverweisung eines niedergelassenen Ausländers. <div class="paratf">Nach <span class="artref">Art. 55 StGB</span> ist auch die Landesverweisung eines niedergelassenen Ausländers (Aufenthaltsbewilligung C) möglich. </div> </div> </div> <a name="idp302480"></a> <a name="idp307552"></a> <br/><div> <a name="idp312576"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 70</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page70"></a><div class="center pagebreak">BGE 112 IV 70 S. 70</div> </div> <div class="paraatf"> Am 28. Januar 1986 verurteilte das Obergericht des Kantons Zürich den italienischen Staatsangehörigen C. wegen wiederholten, fortgesetzten und teilweise bandenmässigen Raubs, wiederholten, gewerbs- und mehrheitlich bandenmässigen Diebstahls und verschiedener anderer Delikte zu siebeneinhalb Jahren Zuchthaus, abzüglich 149 Tagen Untersuchungshaft, zu einer Busse von Fr. 100.-- und zu zehn Jahren Landesverweisung.</div> <div class="paraatf">C. führt eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, es sei die ihm gegenüber vom Obergericht ausgesprochene Landesverweisung aufzuheben und die Sache im Falle der Gutheissung der Beschwerde an die Vorinstanz zurückzuweisen.</div> <br/><div> <a name="idp316512"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <div class="paraatf">Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von <span class="artref">Art. 55 StGB</span>. Er anerkennt zwar, Ausländer zu sein, weist aber darauf hin, dass er im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung C sei, weshalb sich die Frage stelle, ob er als Niedergelassener nicht einem Schweizer gleichzustellen sei mit der Folge, dass eine Landesverweisung nicht ausgesprochen werden könne.</div> <div class="paraatf"><span class="artref">Art. 55 StGB</span> spricht schlechthin vom Ausländer, und Ausländer ist jeder, der nicht das Schweizer Bürgerrecht besitzt. Zudem sieht sogar das ANAG (SR 142.20) in Art. 9 Abs. 1 lit. d und Abs. 3 lit. b für Aufenthalter und Niedergelassene die Ausweisung vor, wenn einer der in Art. 10 genannten Gründe gegeben ist. Ist aber die Ausweisung eines Niedergelassenen schon aus fremdenpolizeilichen Gründen zulässig, ist nicht ersichtlich, warum dies nach <span class="artref">Art. 55 StGB</span> nicht möglich sein sollte, wo es vor allem darum geht, <a name="page71"></a><div class="center pagebreak">BGE 112 IV 70 S. 71</div>die Sicherheit der schweizerischen Rechtsgemeinschaft vor gefährlichen Straftätern zu gewährleisten.</div> </div></body></html></html>