<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-02-16-9C_13-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9C_13/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 16. Februar 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. sozialrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Parrino, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Stadelmann, </div> <div class="para">Bundesrichterin Moser-Szeless, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Stanger. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Sozialversicherungsrechtliche Kammer, </div> <div class="para">An der Aa 6, 6300 Zug, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Krankenversicherung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 22. Dezember 2021 (S 21 175). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Mit Verfügung vom 22. Dezember 2021 verpflichtete das Verwaltungsgericht des Kantons Zug den Beschwerdeführer, bis zum 24. Januar 2022 einen Kostenvorschuss von Fr. 400.- zu bezahlen, ansonsten das Verfahren vom Geschäftsverzeichnis des Verwaltungsgerichts abgeschrieben werde. Diese Verfügung ist ein selbstständig eröffneter Zwischenentscheid einer letzten kantonalen Instanz (<span class="artref">Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG</span>), welche unter den alternativen Voraussetzungen von <span class="artref"><artref id="CH/173.110/93/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/93/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/93/1/a" type="start"></artref>Art. 93 Abs. 1 lit. a oder b BGG</span><artref id="CH/173.110/93/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/93/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/b" type="end"></artref> beim Bundesgericht anfechtbar ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Nach der Rechtsprechung können Zwischenentscheide, mit denen zwecks Sicherstellung der mutmasslichen Gerichtskosten ein Kostenvorschuss verlangt wird, einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> bewirken, wenn die Zahlungsaufforderung mit der Androhung verbunden wird, im Säumnisfall werde auf das Rechtsmittel nicht eingetreten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=15.02.2022&amp;to_date=06.03.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-V-402%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page402">BGE 133 V 402</a> E. 1.2). Dies gilt jedenfalls dann, wenn sich der Beschwerdeführer - wie hier - gleichzeitig auf Mittellosigkeit beruft (Urteil 8C_769/2017 vom 7. Mai 2018 E. 8.3.2 mit Hinweisen). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Im vorinstanzlichen Verfahren materiell strittig ist die Frage der Kostenbeteiligung des Beschwerdeführers im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (inkl. Rechtsöffnung) gemäss Einspracheentscheid der CSS Kranken-Versicherung AG vom 14. Oktober 2021. Anfechtungsobjekt des bundesgerichtlichen Verfahrens bildet demgegenüber die vorinstanzliche Verfügung vom 22. Dezember 2021, mit welcher der Beschwerdeführer zur Bezahlung eines Gerichtskostenvorschusses von Fr. 400.- bis zum 24. Januar 2022 verpflichtet wurde. Zu prüfen ist somit einzig, ob das kantonale Gericht Bundesrecht verletzte, als es eine Kostenvorschusspflicht des Beschwerdeführers für das kantonale Gerichtsverfahren bejahte. Soweit sich die Beschwerde gegen die von der CSS Kranken-Versicherung AG verfügte Kostenbeteiligung richtet, ist auf sie nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Vorinstanz erwog, gemäss Art. 61 Ingress i.V.m. lit. f <sup>bis</sup> ATSG seien die Bestimmungen des kantonalen Rechts über die Verfahrenskosten anwendbar, welche eine Kostenpflicht vorsähen. Das kantonale Gericht begründete dies damit, dass es im vorliegenden Fall nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen gehe. Dem kann nicht gefolgt werden. Entgegen der Auffassung des kantonalen Gerichts handelt es sich bei der Frage, ob und in welcher Höhe die versicherte Person sich an den Kosten der für sie vom Krankenversicherer erbrachten Leistungen zu beteiligen hat, um einen Versicherungsleistungsstreit (vgl. Urteil K 46/06 vom 24. Mai 2007 E. 4). Bei solchen Streitigkeiten ist das Verfahren nur kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist (Art. 61 lit. f <sup>bis</sup> ATSG). Da das KVG keine entsprechende Regelung enthält, ist das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenlos. Die gegenteilige Auffassung der Vorinstanz verletzt Bundesrecht, weshalb ihre Verfügung vom 22. Dezember 2021 aufzuheben ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde ist - soweit auf sie einzutreten ist - offensichtlich begründet, weshalb sie im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. b BGG</span> erledigt wird. Auf einen Schriftenwechsel wird angesichts des Verfahrensausgangs, der auf klarer Rechtslage beruht, verzichtet. Die Einholung einer Vernehmlassung käme einem formalistischen Leerlauf gleich und würde nur weitere Kosten verursachen (<span class="artref">Art. 102 Abs. 1 BGG</span>; Urteil 9C_354/2020 vom 8. September 2020 E. 4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Auf die Erhebung von Gerichtskosten wird umständehalber verzichtet (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG</span>). Damit kann offen bleiben, ob die Ausführungen des Beschwerdeführers zu seiner finanziellen Situation als sinngemässes Gesuch um unentgeltliche Prozessführung zu verstehen sind, würde es sich doch diesfalls als gegenstandslos erweisen. Da der Beschwerdeführer nicht anwaltlich vertreten ist und keine besonderen Verhältnisse vorliegen (Urteil 9C_289/2020 vom 23. September 2020 E. 5), hat er trotz seines Obsiegens keinen Anspruch auf Parteientschädigung (<span class="artref">Art. 68 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 22. Dezember 2021 wird aufgehoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Bundesamt für Gesundheit und der CSS Kranken-Versicherung AG, Luzern, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 16. Februar 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Parrino </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Stanger </div> </div></body></html>