Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. Juli 2015 (725 15 88 / 175) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Keine organischen Unfallfolgen nach Schädel-Hirn-Trauma; Adäquanzprüfung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1955 geborene A.____ war seit dem 9. Februar 2009 bei der B.____ AG als LKW- Chauffeur angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan- stalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf ällen und Berufskrankheiten versichert. Am 22. November 2010 erlitt A.____ einen Unfall, als e r im Badezimmer auf dem nassen Boden ausrutschte und den Kopf am Badewannenrand anschlug . Dabei erlitt er ein Schädel-Hirn- Trauma Grad 1. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspf licht und richtete die gesetzlichen Versi- cherungsleistungen aus. Mit Verfügung vom 14. März 2013 stellte sie die Leistungen mangels Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorliegen adäquater Unfallfolgen per 31. März 2013 e in. Die dagegen vom Versicherten erho- bene Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom 2. Februar 2015 ab. B. Hiergegen erhob A.____ mit Eingabe vom 3. März 201 5 Beschwerde beim Kantonsge- richt, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er die Ausrichtung einer ganzen Rente der SUVA sowie die unentgeltliche P rozessführung. Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass er erst seit dem Unfall am 22. November 2010 an unerträglichen Kopfschmerzen leide und aus neuropsychologischen Gründen nicht mehr in der Lage sei, Lastwagen zu fahren. Vor dem Unfall habe er praktisch nie Kopfschmerzen gehabt, sondern bloss Rückenschmerzen, für die er bereits eine Teilrente der SUVA beziehe. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin liege mit der vom Unfall herrüh- renden Delle am Kopf eine organische Unfallfolge vor. Ausserdem seien die Adäquanzkriterien erfüllt. C. In ihrer Vernehmlassung vom 9. April 2015 schloss di e Beschwerdegegnerin auf Abwei- sung der Beschwerde. Es liege bestenfalls ein möglicher Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 22. N ovember 2010 vor. Aufgrund der Diagnose einer milden traumatischen Hirnverletzung (mi ld traumatic brain injury, MTBI) könne nicht ohne weiteres auf eine objektiv nachweisbare Funkti onsstörung geschlossen werden. Der Schädel sei mehrfach mittels bildgebender Diagnostik abge klärt worden, ohne dass ein auffälli- ger Befund habe erhoben werden können. Die Delle am Hinterkopf habe folglich keine Rele- vanz in Bezug auf die geklagten Beschwerden. D. Der Beschwerdeführer bekräftigte in einer weiteren , vom 1. März 2015 datierten, Einga- be (Eingang: 2. Juni 2015), dass er seit dem Unfall an schweren Kopfschmerzen leide und neu- rologische Probleme habe, welche zum Entzug seines Last wagen-, Gefahrengut- und Caraus- weises geführt hätten. Die Beschwerdegegnerin habe kein e neutralen medizinischen Experten beigezogen und die Erkenntnisse der behandelnden Ärzte ignoriert. Ferner kritisierte der Be- schwerdeführer die von der Beschwerdegegnerin veranlasste n Untersuchungen. Die Be- schwerdegegnerin übernehme ausserdem zu Unrecht die Koste n für eine Therapie mit Kopf- massage nicht. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dess en Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in C.____, so dass die örtl iche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Au f die – im Übrigen frist- und form- gerecht erhobene – Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner in die Taggeldleistungen und Übernahme der Heilbehandlungskosten zu Recht per 31. März 2013 eingestellt hat. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu g ewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behan dlung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfall es voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Tagge ld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn v on der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederu ngsmassnahmen der Invalidenversiche- rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fal len die Heilbehandlung und die Tag- geldleistungen dahin (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer g rundsätzlich nur unter der Vo- raussetzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereigni s und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, I ntegritätsschädigung) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam- menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. n icht zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall di e alleinige oder unmittelbare Ursa- che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In tegrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl ichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht erst , wenn der Unfall nach einiger Zeit über- haupt keine natürliche Ursache des Gesundheitsschadens meh r darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich von unfallfremden Faktoren be herrscht wird. Dies trifft dann zu, wenn entweder der krankhafte Gesundheitszustand, wie e r unmittelbar vor dem Unfall bestan- den hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi- gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfa ll früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang mus s das Dahinfallen jeder kausalen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheit sschadens mit dem im Sozialversi- cherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwieg enden Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender ursä chlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Weil es sich dabei um eine anspruchsaufheb ende Tatsache handelt, liegt die Be- weislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegr ündender natürlicher Kausalzusam- menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Pers on, sondern beim Unfallversicherer (vgl. RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2). Der Beweis des Wegf alls des natürlichen Kausalzusammen- hangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Bewei s zu verlangen, dass kein Gesund- heitsschaden mehr vorliegt oder die versicherte Person n unmehr bei voller Gesundheit ist. Ent- scheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu- tung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2). 3.4 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer (an dauernden) gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsan- wendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfal l das Gericht – im Rahmen der ihr oblie- genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrec ht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen- hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensab- läufen als die Wahrscheinlichste gewürdigt wird (BGE 126 V 360 E. 5b). 3.5. Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicher ungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies be- deutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismitte l, unabhängig, von wem sie stam- men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den P rozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streit igen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge- reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Um eine Leistungspflicht des Unfallversicherers begrün den zu können, muss zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, son- dern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. N ach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahr ung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eint ritt dieses Erfolges also durch das Ereig- nis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funkti on einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweise n). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und d er eingetretenen gesund- heitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den v on Doktrin und Praxis entwickelten Re- geln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 4.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfol gen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kaus alzusammenhang ergebenden Haf- tung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hi er die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 112 E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gel- ten Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde ledi glich auf Ergebnisse klinischer Unter- suchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erschei nen liesse. Nach konstanter bun- desgerichtlicher Rechtsprechung kann deshalb von organisc h objektiv ausgewiesenen Unfall- folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparati- ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Untersuchungsmethoden müs- sen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 4.3 Liegen keine organisch (hinreichend) nachweisbare Un fallfolgeschäden vor, hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Dabei ist rec htsprechungsgemäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS), einen äqui valenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirntrauma, dessen Folgen sich mit jen en eines Schleudertraumas verglei- chen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und liegt in der Folge das für diese Verletzung typi- sche bunte Beschwerdebild vor (diffuse Kopfschmerzen, Schwin del, Konzentrations- und Ge- dächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visu sstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw., vgl. BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten (vgl. nachfolgend: E. 6.4) Grundsätze zu prüfen. Liegt kein Unfall mit einem Schleudertrauma oder einer adäquanzrechtlich äquivalenten Verletzung vor od er fehlt es nach einer solchen Verlet- zung an dem hierfür typischen bunten Beschwerdebild, so hat die Adäquanzbeurteilung psychi- scher Folgeschäden des Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien zu erfol- gen. Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mi t einem Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differen zierung zwischen physischen und psychi- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen Unfallfolgen verzichtet wird (BGE 134 V 117 E. 6. 2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), während bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung der Ad äquanz psychischer Fehlentwicklungen le- diglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 4.4 Ob die geklagten Beschwerden noch adäquat kausale Un fallfolgen sind, hat der Unfall- versicherer beim Fallabschluss zu prüfen. Das Bundesgericht hat sich in BGE 134 V 109 ff. E. 3 und 4 zum Zeitpunkt des Fallabschlusses geäussert. Demnach sind Heilbehandlung und Tag- geld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werd en kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integri tätsentschädigung abzuschliessen. Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkei t, soweit diese unfallbedingt beeinträch- tigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriff es "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse rung ins Gewicht fallen muss. Un- bedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3). Wenn eine entsprechende Verbesserung nicht erwartet werden kann, ist der Fall abzuschliessen. 5. Bei der Beurteilung des vorliegenden Falles sind fol gende medizinische Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1 Gemäss Bericht der Notfallstation des Spitals D.____ vom 10. Dezember 2010 sei beim Patienten ein Schädel-Hirn-Trauma Grad 1 zu diag nostizieren. Er sei am 22. November 2010 im Badezimmer ausgerutscht und mit dem Hinterkopf a ufgeschlagen. Es habe eine Be- wusstlosigkeit von unbestimmter Dauer und eine Amnesie von 30 Minuten stattgefunden. Eine gleichentags im Spital E.____ durchgeführte Computerto mographie (CT) habe keine Blutung gezeigt. Der Patient klage aktuell weiterhin über intermittierende Kopfschmerzen und intermittie- renden Schwindel sowie über eine Druckdolenz am Hinter kopf. Hingegen verneine er sensible oder motorische Ausfälle und Übelkeit. Die CT des Schäde ls habe keine Fraktur, keine inter- kranielle Blutung und keine Hinweise für eine Raumfor derung gezeigt, hingegen eine leichte frontale Atrophie. Die geklagten Kurzzeitgedächtnisstöru ngen würden im Rahmen des post- commotionellen Syndroms interpretiert. 5.2 Dr. med. F.____, FMH Neurologie, hielt mit Beri cht vom 14. Februar 2011 als Diagnose posttraumatische Kopfschmerzen anamnestisch mit Ausstrahlung und Parästhesien in der lin- ken oberen Extremität sowie ein Zervikalsyndrom bei Stat us nach Sturz auf den Hinterkopf mit Amnesie von 30 Minuten am 22. November 2010 fest. Zus ammenfassend bestünden weiterhin posttraumatische Kopfschmerzen parieto-occipital beidseits , zum Teil beginnend mit elektrisie- renden einschiessenden Schmerzen mit Ausstrahlung in die linke obere Extremität mit an- schliessend heftigen stechenden, reissenden und drückenden Kopfschmerzen. Ebenfalls be- stünden seit dem Sturz Parästhesien im Bereich der ober en linken Extremität, vorerst unklarer Ätiologie sowie ein Zervikalsyndrom aktuell ohne Hinwei se auf eine Occipitalisneuralgie. Die vorbestehende Schwindelsymptomatik habe sich deutlich geb essert, aktuell liessen sich keine Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hinweise für eine vestibuläre Funktionsstörung mehr fin den. Die Frischgedächtnisstörung habe sich ebenfalls gebessert. 5.3 Eine am 21. Februar 2011 durchgeführte Multi-Det ektor-Computertomographie (MDCT) ergab eine kyphotische Fehlhaltung mit Schiefhaltung der Halswirbelsäule (HWS) nach rechts mit kompensatorischer Kopfhaltung links, eine Rotati onsfehlstellung des Dens gegen- über dem Atlas sowie diverse degenerative Befunde. Die M DCT des Kopfes habe eine intakte knöcherne Schädelkalotte und Schädelbasis, normal belüftete Nasennebenhöhlen, Mastoid und Mittelohr gezeigt. Es lägen weder ein chronisches Subd uralhämatom noch postkontusionelle oder anderweitige Hirnparenchymläsionen vor. 5.4 Im Auftrag der Beschwerdegegnerin führte die Kli nik G.____ eine „Spezialsprechstun- de Leichte Traumatische Hirnverletzung (Spätassessment)“ durch. Gemäss Bericht vom 12. Juli 2011 habe der Explorand anlässlich der neurologischen U ntersuchung angegeben, dass es nach dem Sturz an den Badewannenrand zunächst zu einer laufenden Verbesserung der Be- schwerden gekommen sei. Seit drei Monaten seien die Besc hwerden aber stabil geblieben und die Besserung zu einem Stillstand gekommen. Hauptprobl em seien die ständig vorhandenen, stechenden Hinterkopfschmerzen an der Stelle des Kopfansch lages ohne Seitenbevorzugung, wechselnd links oder rechts stärker ausgeprägt. Wegen des S chmerzes wache der Explorand pro Nacht sechs- bis siebenmal auf. Die Schmerzen sprächen auf die medikamentöse Therapie nicht gut an. Er nehme bei Bedarf Schmerzmittel, insgesa mt pro Monat ca. 15 bis 20 Ponstan. Als sehr störend empfinde er die Gefühlsstörungen im lin ken Arm. Er gebe auch an, vermehrt reizbar zu sein. Bei der neuropsychologischen Untersuchun g habe sich insgesamt der Befund einer leichten bis mittelgradigen neuropsychologischen St örung gezeigt. Ätiologisch bestehe indessen ca. acht Monate nach dem Unfall kein kausaler Z usammenhang mit der erlittenen leichten traumatischen Hirnverletzung. Die Ätiologie se i im jetzigen Zeitpunkt damit unklar; die exekutiven Beeinträchtigungen seien jedoch vereinbar mit einer möglichen beginnenden fron- talbetonten neurodegenerativen Erkrankung. Zusammenf assend sei davon auszugehen, dass die beim Versicherten noch bestehenden Kopfschmerzen de n Folgen des Akutereignisses am 22. November 2010 zuzuordnen seien, zumal er vor dem S turz keine körperlichen Beschwer- den gehabt und laut der Partnerin auch psychisch und ve rhaltensmässig keine Auffälligkeiten gezeigt habe. Da er laut eigenen Angaben seit einem Monat kein Mefenacid mehr einnehme, könnten die Kopfschmerzen auch nicht als analgetika-induzier t eingeordnet werden. Hingegen könnten die neuropsychologischen Störungen nicht der MTBI zugeordnet werden. Die Sensibili- tätsstörungen des linken Armes seien als sensible C7-Sympt omatik einzuordnen und wahr- scheinlich auf spondylophytär bedingte rezessale und neurof oraminale Einengungen auf der Höhe C6/7 zurückzuführen. 5.5 In der kreisärztlichen Stellungnahme zum Assessment der Klinik G.____ vom 14. Juli 2011 führte Dr. med. H.____, FMH Chirurgie, aus, dass ein MRI des Schädels im offenen Gerät durch den Hausarzt des Versicherten zu veranlassen sei. S eines Erachtens sei die C7- Symptomatik als unfallfremder Vorzustand degenerativer Natur zu werten. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.6 Am 6. Januar 2012 fand eine kreisärztliche Untersuchu ng des Versicherten statt. Der zuständige Kreisarzt Dr. H.____ berichtete gleichentags, dass der Versicherte nach wie vor Kopfschmerzen im Hinterkopf mit Schmerzausstrahlungen bis in die Stirn und beide Kieferkno- chen sowie in den linken Arm mit Parästhesien beklage. Au ch der Schlaf sei häufig gestört. Schmerzmittel nehme er bloss sehr selten ein, da er die se schlecht vertrage. Während der Un- tersuchung sei der Kopf frei getragen und bewegt worden. Die Palpation der Dornfortsätze habe keine Druckdolenzen gezeigt. Hingegen seien die occipitale n Muskelansätze beidseits, links ausgeprägter, druckdolent und die Schadelkalotte occipi tal beidseits klopfdolent. An der Kontu- sionsstelle am Schädel bestehe eine leichte Induration im Bereich der Galea. Als Diagnose sei ein Status nach Sturz mit Schädelkontusion und leichter traumatischer Hirnverletzung sowie einer HWS-Distorsion am 22. November 2010 festzuhalten. Der Versicherte habe beim Unfall keine strukturell objektivierbaren unfallbedingten Veränderungen im Bereich der HWS oder des Neurokraniums erlitten. Als nicht-unfallrelevante Neben diagnosen seien eine mögliche begin- nende frontalbetonte neurodegenerative Erkrankung und eine Adipositas per magna festzustel- len. 5.7 Im Rahmen der ambulanten Rehabilitation im Spit al I.____ berichtete der behandelnde Physiotherapeut am 11. Dezember 2012, dass sich die Kopfschmerzen im Verlauf der ambulan- ten Rehabilitation verändert hätten. Zwar seien sie noch gleich intensiv, aber nicht mehr perma- nent beidseitig, sondern intermittierend wechselseitig vorhanden. Die deutliche Delle am Hinter- kopf im Bereich der grossen Fontanelle sei eindrücklich. Ihm sei angegeben worden, dass sie eine Folge des Sturzes auf den Hinterkopf sei. 5.8 In seiner ärztlichen Beurteilung vom 8. Februar 2013 hielt Kreisarzt Dr. H.____ auf Anfrage der Beschwerdegegnerin fest, dass aufgrund der Tatsache, dass der Versicherte beim Unfallereignis vom 22. November 2010 keine strukturell objektivierbaren Veränderungen erlitten habe, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit ei ner namhaften Verbesserung der Be- schwerden gerechnet werden könne. Eine weitergehende B ehandlung diene vielmehr der Er- haltung des aktuellen Gesundheitszustandes. Die Kausali tät der heute geklagten Beschwerden sei mangels strukturell objektivierbaren unfallbedingte n Veränderungen zwei Jahre nach dem Unfallereignis nicht mehr gegeben, weshalb sich eine Beurteilung der aktuell gültigen Zumut- barkeit sowie eines Integritätsschadens erübrige. Der Fa ll könne aus versicherungsmedizini- scher Sicht terminiert werden. 5.9 Der behandelnde Arzt Dr. med. J.____ der Klinik Rh eumatologie des Spitals I.____ hielt in seiner Stellungnahme vom 24. Juni 2013 fest, dass gemäss seiner Einschätzung die vom Patienten geklagten Beschwerden klar durch das Unfal lereignis ausgelöst worden seien. Ein direkter struktureller Schaden, welcher mittels Bil dgebung auf den Unfall zurückzuführen wäre, liege jedoch nicht vor respektive sei ihm nicht bekannt. Die degenerativen Veränderungen im HWS-Bereich hätten schon vor dem Unfall bestanden u nd seien nicht auf dieses zurückzu- führen. Die klinisch objektivierbaren Befunde seien in sgesamt rar. Inwiefern das Unfallereignis zu einer dauerhaften neuropsychologischen Beeinträchtigung mit den vom Patienten beklagten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen geführt habe, kön ne nur im Rahmen eines neu- ropsychologischen Gutachtens festgestellt werden. Aufgrun d des Verlaufs gehe er davon aus, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass es zu einer Schmerzchronifizierung im Sinne einer Schm erzstabilisierung mit sekundären myofaszialen Befunden und muskulärer Dysbalance gekommen sei. 5.10 Ein im Rahmen des laufenden Verfahrens bei der Eidgenössischen Invalidenversiche- rung eingeholtes polydisziplinäres Gutachten beim Begut achtungsinstitut K.____ vom 23. August 2014 ergab folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: (1) ein Zu- stand nach Schädel-Hirn-Trauma am 22. November 2010 mit Commotio cerebri bzw. MTBI und in der Folge chronischem posttraumatischem Kopfschmerz sowie einem Verdacht auf zusätzli- che analgetika-induzierte Kopfschmerzkomponente (Medikame ntenübergebrauchskopf- schmerz); (2) ein zervikogenes Schmerzsyndrom bei degenerativen HWS-Veränderungen, bild- gebend mit Verdachtsmomenten für eine mögliche Neuroi rritation C7 links, klinisch jedoch ak- tuell ohne relevantes Zervikalsyndrom und ohne Nachweis einer radikulären Reiz- und Ausfall- symptomatik mit einer leichten bis mittelschweren neuropsych ologischen Funktionsstörung und einem Verdacht auf eine frontal betonte cerebrale M ikroangiopathie; (3) eine posttraumatische Instabilität L1/L2 bei Zustand nach Deckenplattenfraktur 1989. Ohne Auswirkungen auf die Ar- beitsfähigkeit seien Zustände nach diversen früheren Unfällen und Operationen, eine Adipositas per magna, ein Diabetes mellitus sowie eine chronisch venöse Insuffizienz der unteren Extremi- täten beidseits. Im neurologischen Teilgutachten wird zu sammenfassend ausgeführt, dass sich gemäss Aktenlage keine Hinweise für eine vor dem Unfal l bestehende Kopfschmerzdisposition finden. Definitionsgemäss seien die im Zusammenhang mit dem Unfall vom 22. November 2010 aufgetretenen Kopfschmerzen somit diagnostisch als chron ische posttraumatische Kopf- schmerzen einzuordnen. Zumindest im aktuellen Zeitpunkt müsse aufgrund des angegebenen Schmerzmittelgebrauchs zusätzlich eine analgetikainduzierte Kopfschmerzkomponente ange- nommen werden. 5.11 Ein am 25. Juni 2014 im Spital L.____ durchgefüh rtes triplanares Magnetresonanzima- ging (MRI) des Schädels zeigte keine Hinweise auf traum atische Läsionen im Hirnparenchym, insbesondere keine Hinweise auf Hämosiderin. In den FLAI R- sowie T2-gewichteten Bildern seien unspezifische kleine fokale demyelinisierende Läsionen frontal beidseits sichtbar, die sehr wahrscheinlich mit mikroangiopathischen Veränderungen zurü ckzuführen seien. Insgesamt ergäben sich keine Hinweise auf ein Trauma. 5.12 Dr. med. M.____, FMH Neurologie und Versicherung smediziner der SUVA, führte in seiner neurologischen Aktenbeurteilung vom 23. Dezember 2014 aus, dass der Versicherte am 22. November 2010 zu Hause im Badezimmer gestürzt sei und sich dabei einen Kopfanprall hochokzipital zugezogen habe. Die nachfolgend erhobenen Befunde seien mit einer MTBI ver- einbar. Es lägen keine organischen Unfallfolgen vor. E ine residuelle substanzielle Hirnverlet- zung könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ange nommen werden. Die vom Versi- cherten beklagten Kopfschmerzen stünden in einem bloss möglichen, nicht jedoch überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall. Unfa llbedingt liege damit weder eine Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit n och ein Integritätsschaden vor. Aufgrund des Unfalles seien keine weiteren Behandlungen notwendig. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er erst seit dem Unfall unerträgliche Kopf- schmerzen und neuropsychologische Probleme habe. Der Neurop sychologe des Begutach- tungsinstituts K.____ habe zwar ausgeführt, dass die Her kunft der Beeinträchtigung unklar sei. Dies treffe nicht zu, da die Störung sofort mit dem Un fall eingetreten sei und sein Arzt ihm seit- her verbiete, Lastwagen zu fahren. Vom Unfall her hab e er eine spürbare Delle am Kopf. Damit liege ein organischer Nachweis für seine Beschwerden vor. D iese sei von den begutachtenden Fachpersonen nicht berücksichtigt worden. Auch in anderer Hinsicht seien die Abklärungen der Beschwerdegegnerin zu kritisieren und es sei eine unabhängige medizinische Abklärung durch- zuführen. Ferner seien bei ihm sämtliche Adäquanzkriterien erfüllt. 6.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid ging die Besc hwerdegegnerin hingegen ge- stützt auf die vorhandenen medizinischen Unterlagen und namentlich die versicherungsmedizi- nische Stellungnahme von Dr. M.____ vom 23. Dezember 20 14 davon aus, dass die geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigungen, namentlich die Ko pfschmerzen, organisch nicht hinrei- chend nachweisbar und nicht adäquat kausal zum Unfallerei gnis vom 22. November 2010 sei- en. Damit liess sie die Frage, ob die über den 31. Mär z 2013 hinaus anhaltend geklagten Be- schwerden natürlich kausal durch das Unfallereignis verurs acht worden sind, letztlich offen, da eine Leistungspflicht mangels adäquaten Kausalzusammenhangs ohnehin entfalle. 6.3 Dieses Vorgehen ist – sofern die adäquate Kausalitä t tatsächlich zu verneinen ist – grundsätzlich nicht zu beanstanden (BGE 135 V 472 E. 5. 1 mit Hinweisen). Lediglich der Voll- ständigkeit halber ist festzustellen, dass das Vorbringen des Beschwerdeführers, erst seit dem Unfall an den geklagten Beschwerden zu leiden, im Erg ebnis auf der Beweisformel "post hoc ergo propter hoc" basiert, wonach eine gesundheitliche Schädigung bereits deshalb als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist (vgl. BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb). Eine solche Beweiswürdigung erweist sich im unfallversicherungsrechtlichen Bereich aber nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung als unzureichend (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 2010, 8C_309/2010). 7. Zu prüfen ist nach dem unter Erwägung 4.4 Ausgefü hrten zunächst, ob der medizini- sche Endzustand erreicht ist. Der Kreisarzt Dr. H.____ hie lt bereits in seiner Stellungnahme vom 6. Februar 2013 fest, dass der vorliegende Fall terminiert werden könne. In der Folge führ- ten sowohl der behandelnde Arzt Dr. J.____ als auch d ie begutachtenden Fachärzte des Insti- tuts K.____ keine Behandlungsmöglichkeiten auf, mit de nen der Gesundheitszustand noch namhaft verbessert werden könnte. Vielmehr spricht Dr. J.____ von einer Schmerzstabilisie- rung. Der Kreisarzt Dr. M.____ führt in seiner Beurteilung vom 23. Dezember 2014 ausdrücklich aus, dass aufgrund des Unfalles keine weiteren Behandlung en mehr notwendig seien. Festzu- halten ist auch, dass sich weder Befunde noch Beschwerden i n den letzten Jahren wesentlich verändert haben. Demnach ist mit überwiegender Wahrschei nlichkeit davon auszugehen, dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine n amhafte Besserung des Gesundheits- zustandes mehr zu erwarten ist. Die vom Beschwerdeführer angeführte Verbesserung aufgrund der durchgeführten Kopfmassagen ist gemäss seinen eigenen Angaben bloss vorübergehend. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegeg nerin den Fallabschluss und damit Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht einhergehend eine Adäquanzprüfung vorgenommen hat, w as letztlich auch vom Beschwerde- führer nicht bestritten wird. 8.1 Umstritten und zu prüfen ist damit die Beurteilu ng der Adäquanz. 8.2 Es ist unbestritten, dass der Versicherte am 22. Nove mber 2010 ein Schädel-Hirn- Trauma und damit ein dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung erlitten hat. Ebenso ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer unter dem für s olche Verletzungen typischen Be- schwerdebild litt. Strittig ist hingegen, ob für die g eklagten Beschwerden ein objektivierbares organisches Substrat vorliegt. Aufgrund der vorhandenen m edizinischen Unterlagen ist dies zu verneinen. Die am Tag des Unfalls im Spital E.____ dur chgeführte CT des Schädels zeigte kei- ne Fraktur oder Blutung. Auch lagen keine Hinweise a uf eine Raumforderung vor. In einer bild- gebenden Untersuchung am 21. Februar 2011 konnten we der ein chronisches Subduralhäma- tom noch postkontusionelle oder anderweitige Hirnpare nchymläsionen nachgewiesen werden. Hingegen bestanden Anhaltspunkte für degenerative Veränderungen. Auch im Rahmen des am 25. Juni 2014 durchgeführten MRI des Schädels konnten kein e Hinweise auf traumatische Lä- sionen festgestellt werden. Selbst der behandelnde Arzt Dr. J.____ führte am 24. Juni 2013 aus, dass kein mittels Bildgebung objektivierbarer direkte r struktureller Schaden vorliege. Die bei der Leistungseinstellung noch geklagten Beschwerden können somit nach übereinstimmen- den ärztlichen Einschätzungen keinem klar definierbaren, durch apparative/bildgebende Abklä- rungen und mit wissenschaftlich anerkannten Untersuchungsmethoden bestätigten organischen Substrat zugeordnet werden (vgl. E. 4.2 hiervor). Die vom Beschwerdeführer beantragte unab- hängige gerichtliche Begutachtung seines Gesundheitszustand es erübrigt sich damit. Daran ändert auch die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Delle am Hinterkopf nichts. Selbst wenn diese – wie er vertritt – anlässlich des Unfalls zust ande gekommen ist, hat die äussere Vertiefung des Schädelknochens gemäss übereinstimmenden ärztlichen Berichten nicht zu ei- ner inneren Verletzung geführt. Die Vertiefung am H interkopf kann damit für sich alleine nicht als organisches Substrat für die geklagten Beschwerden gelten. 8.3 Fehlt es an objektiv ausgewiesenen organischen Unfa llfolgen, liegt jedoch das für Schädel-Hirn-Traumen typische bunte Beschwerdebild vor, so hat die Adäquanzprüfung nach der sog. Schleudertraumapraxis gemäss BGE 117 V 359 ff. und 134 V 109 ff. zu erfolgen. 8.4 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhang s ist dabei im Einzelfall zu ver- langen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn e r eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für di e Beurteilung dieser Frage ist an das Un- fallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfä lligen Geschehensablauf – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unf ällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wi rd. Während der adäquate Kausalzu- sammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Wei teres bejaht und bei leichten Unfäl- len verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäq uanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht allein aufgrund des Unfallgeschehens schlüssi g beantworten. Es sind daher wei- tere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar m it dem Unfall in Zusammenhang ste- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht hen oder als direkte oder indirekte Folge davon erschein en, in eine Gesamtwürdigung einzube- ziehen ("adäquanzrelevante Kriterien"). Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzu- ordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kr iterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausa lzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden (BGE 134 V 126 f. E. 10.1 mit Hinweisen). Aufgrund des Unfallherganges (Ausrutschen auf nassem Boden mit Ko pfanprall) ist nicht zu beanstan- den, dass die Beschwerdegegnerin von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen ausgegangen ist. Demnach sind weitere Kriterien in die Beurteilung einzube- ziehen, von denen für eine Bejahung des adäquaten Kau salzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber meh rere in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein müssten (BGE 134 V 126 E. 10.1). Gehäuft im genannten Sinne liegen die Kriterien bei einem Grenzfall zu den leichten Unfälle n vor, wenn deren vier erfüllt sind (vgl. Ur- teil des Bundesgerichts vom 18. April 2011, 8C_46/2011, E. 5.1). 8.5 Das Bundesgericht hat in BGE 134 V 109 ff. die Pra xis zur Kausalitätsprüfung bei Un- fällen mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der HWS oder Schädel-Hirn-Trauma ohne organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden in mehrfacher H insicht präzisiert. Am Erforder- nis einer besonderen Adäquanzprüfung bei Unfällen mit solchen Verletzungen wird dabei zwar festgehalten. Die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung vorzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig von der Unfallschwere gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien in die Ad äquanzbeurteilung werden nicht geändert. Dagegen hat das Bundesgericht die adäquanzrelevanten Kri terien teilweise modifiziert. Dies betrifft zunächst das Kriterium der "ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung", das nur dann vorliegt, wenn nach dem Unfall eine fortges etzte spezifische und die versicherte Per- son belastende ärztliche Behandlung im Zeitraum bis zum Fallabschluss notwendig gewesen war. Weiter wird für die Erfüllung des Kriteriums "Da uerbeschwerden" vorausgesetzt, dass die- se erheblich sind, was aufgrund glaubhaft geltend gema chter Schmerzen und nach der Beein- trächtigung, welche die verunfallte Person im Lebensalltag erfährt, zu beurteilen ist. Hinsichtlich des Kriteriums "Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit" ist nicht die Dauer an sich, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche massgeblich , die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Zusammenfassend hat das Bundesgericht den Katalog der b isherigen adäquanzrelevanten Kri- terien (BGE 117 V 359) in BGE 134 V 109 wie folgt neu gefasst: - besonders dramatische Begleitumstände oder besonde re Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verl etzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlu ng; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen er heblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikat ionen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener A nstrengung. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.5.1 Die Kriterien der besonders dramatischen Begleit umstände oder besonderen Eindrück- lichkeit des Unfalles sowie ist objektiv zu beurteilen und n icht aufgrund des subjektiven Empfin- dens bzw. des Angstgefühls der versicherten Person (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1). Der vorliegend zu beurteilende Unfall war objektiv betrachtet und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass jeder mittelschwere Unfall eine gewisse Bedeu- tung hat, weder von besonderer Eindrücklichkeit noch lie gen besonders dramatische Begleit- umstände vor. Für die Erfüllung des Kriteriums liegen keine Anhaltspunkte vor. 8.5.2 Ebenso kann das Kriterium der Schwere und besond eren Art der erlittenen Verletzung nicht bejaht werden. Für die Erfüllung dieses Kriteri ums genügt die Diagnose eines Schädel- Hirn-Traumas für sich allein nicht. Es bedarf vielmehr e iner besonderen Schwere der für die Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer Umständ e, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (vgl. SVR 2007 UV Nr. 26 S. 89 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 238 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Solche liegen vorliegend nicht vor und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. 8.5.3 Für das Kriterium der ärztlichen Behandlung ist wesentlich, ob nach dem Unfall eine fortgesetzte spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis zum Fall- abschluss notwendig war (BGE 134 V 128 E. 10.2.3). Die ses Kriterium ist nicht allein nach ei- nem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind vielmehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustands resp. der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Es muss, ge samthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorl iegen. Manualtherapeutische Mass- nahmen wie Physiotherapie, die insbesondere der Erhaltu ng des Zustandes dienen, ärztliche Abklärungen und Verlaufskontrollen sowie eine medikamen töse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen Anforderungen nicht (Urteil des Bundesge richts vom 11. Juli 2007, U 365/05, E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). Dieses Kriterium ist damit vorliegend nicht erfüllt. 8.5.4 Was das Kriterium der erheblichen Beschwerden betr ifft, ist vorab festzuhalten, dass nur diejenigen erheblichen Beschwerden adäquanzrelevan t sein können, die in der Zeit zwi- schen dem Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unter- bruch bestanden haben. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach Massgabe der glaubhaften Schmerzen und der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Der Beschwerdeführer leidet insbesondere an starken Kopfschmerzen, die ihn im Lebensalltag beeinträc htigen. An der Glaubwürdigkeit der geschilderten Beschwerden ist nicht zu zweifeln. Die Besc hwerden übersteigen allerdings das übliche Mass bei Schädel-Hirn-Traumen nicht derart, dass das Kriterium als in besonders aus- geprägter Weise vorhanden bejaht werden könnte. 8.5.5 Das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, wel che die Unfallfolgen erheblich ver- schlimmert hat (BGE 134 V 129 E. 10.2.5), ist unbestrittenermassen nicht erfüllt. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.5.6 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung u nd der geklagten Beschwerden – welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien (fo rtgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden) zu berücksicht igen sind – darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikatio nen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Genesung beeinträc htigt oder verzögert haben (Urteile des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_726/2007, E. 4. 3.2.6 und vom 20. Juni 2008, 8C_554/2007, E. 6.6). Solche Gründe liegen nicht vor. Dass die Kopfschmerzen des Be- schwerdeführers nach einzelnen ärztlichen Einschätzungen a uch eine analgetikainduzierte Komponente aufweisen, genügt zur Erfüllung dieses Kriteriums nicht. 8.5.7 Ebenfalls nicht erfüllt ist das Kriterium der erh eblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge- wiesener Anstrengungen. Bei leichten bis mittelschweren Schädel-Hirn-Traumen ist dabei ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitspro zess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich anzusehen. Nicht die Dauer de r Arbeitsunfähigkeit ist daher mass- gebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicher- te Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich in sbesondere in ernsthaften Ar beitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehml ichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therap iemassnahmen zu berücksichti- gen. Sodann können Bemühungen um alternative, der ges undheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen (BGE 134 V 129 E. 10.2.7 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_252/2007 , E. 7.7.1 mit Hinweis). Dem Be- schwerdeführer war seit dem Unfall in der angestammten Tätigkeit durchgehend eine Arbeits- unfähigkeit von 100% attestiert worden. Allerdings sind aus den Akten keine Anstrengungen ersichtlich, dass er diese Arbeitsunfähigkeit zu überwinden versucht hat. Der vom Beschwerde- führer bekundete Wille, arbeiten zu wollen, genügt n ach dem soeben Ausgeführten für sich al- leine nicht. Ebenso ist das Vorbringen, dass ihm die ang estammte Tätigkeit nicht mehr zumut- bar respektive erlaubt sei und eine andere Tätigkeit al s „unrealistisch“ angesehen werden müs- se, unbehelflich. Damit kann auch dieses Kriterium nicht als erfüllt betrachtet werden. 8.6 Zusammenfassend kann bloss eines der sieben Kriterien ( erhebliche Beschwerden) als erfüllt betrachtet werden, wobei dieses jedoch weder in besonders ausgeprägter Form noch in auffallender Weise besteht. Die Beschwerdegegnerin hat demnach den adäquaten Kausalzu- sammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 22. November 2010 und den vom Versicherten über den 31. März 2013 hinaus geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu Recht ver- neint. Bei diesem Ergebnis kann, wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.3 hiervor), die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den heute bestehenden Be- schwerden ausdrücklich offen bleiben. Nach dem Ausgeführt en ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen per 3 1. März 2013 eingestellt hat. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozess ausgang entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführer nicht anwaltlich vertret en ist, erübrigt sich eine Beurteilung des gestellten Gesuches um unentgeltliche Prozessführung (vgl. § 22 Abs. 2 VPO). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht