Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 28. September 2016 (810 15 319) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Baugesuch für Neubau Mischwasserbecken / Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Christian Haidlauf , Stephan Gass, Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Beteiligte A.____ und B.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Simone Wi e- gers und Dr. Christoph Mettler, Advokaten gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner ARA Zweckverband Abwasserregion C.____ , Beigeladene r Betreff Baugesuch (RRB Nr. 1618 vom 20. Oktober 201 5) A. Der Zweckverband Abwasserregion C.____ (ARA), ve rtreten durch die D.____ AG, reichte mit Eingabe vom 20. März 2014 beim Bauinspe ktorat Basel-Landschaft (BIT) ein Bau- gesuch für den Neubau eines Mischwasserbeckens auf der Parzelle Nr. 528 (seit der Mutation vom Juli 2015 Parzelle Nr. 2642), Grundbuch E.____, ein. Die geplante Mischwasseranlage solle der Regenwasserbehandlung der Gemeinden F.____ und G.____ dienen. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Dagegen erhoben A.____ und B.____, Eigentümer de r Nachbarparzelle Nr. 429, Grundbuch E.____, Einsprache. Sinngemäss zweifelten sie die Standortgebundenheit sowie die Zonenkonformität des Bauvorhabens an und äusserten Bede nken hinsichtlich allfälliger Immis- sionen. Mit Eingabe vom 7. April 2014 reichten A.____ und B.____, vertreten durch H.____, dipl. Ing. ETH, eine ergänzenden Einsprachebegründung ein und führten aus, dass sie beab- sichtigen würden, ihre Parzelle mit zweigeschossigen Wohn- und Gewerbebauten zu bebauen. C. Im Zwischenbericht vom 7. Mai 2014 hielt das BIT fe st, dass das geplante Bauprojekt zum jetzigen Zeitpunkt nicht bewilligt werden könne, da insbesondere die Beanstandung des Lufthygieneamts beider Basel vorerst zu bereinigen sei. D. Am 27. Mai 2014 erteilte das kantonale Amt für Um weltschutz und Energie (AUE) die für das Bauprojekt notwendige Abwasserbewilligung mit Auflagen. Daraufhin reichte der ARA, vertreten durch die D.____ AG, am 12. Juni 2014 ein n eues Baugesuch für das Mischwasser- becken auf der Parzelle Nr. 2642 in E.____ ein. Mit Schreiben vom 16. Juni 2014 informierte das BIT die Einsprecher über das überarbeitete Baugesuch. E. Die Gemeinde E.____ erhob mit Eingabe vom 24. Juni 2014 vorsorglich Einsprache gegen das neue Baugesuch. A.____ und B.____, vertreten durch H.____, erhoben mit Eingabe vom 7. Juli 2014 ebenfalls Einsprache. Sie machten gelte nd, dass das Bauvorhaben nicht zo- nenkonform und in eine Zone für öffentliche Werke und Anlagen zu verlegen sei. Mit Schreiben vom 7. bzw. 16. Juli 2014 erhob auch die Genossenschaft I. ____, vertreten durch Dr. David Jenny und Eric Flückiger, Advokaten, Einsprache gegen das neue Bauprojekt. F. Im Schreiben vom 29. September 2014 hielt das AUE f est, dass die betroffenen Fach- stellen dem Bauprojekt zustimmen könnten, da insbesondere das geplante Mischwasserbecken neu fast vollständig ausserhalb des Gewässerraumes zu liegen käme. G. Nach zwei Einspracheverhandlungen am 2. September 2 014 und am 3. Oktober 2014 haben die Genossenschaft I.____ sowie die Gemeinde E._ ___ ihre Einsprachen zurückgezo- gen. A.____ und B.____ hielten indessen mit Schreiben vom 17. Oktober 2014 an ihrer Ein- sprache fest. H. Mit Entscheid vom 19. Januar 2015 wies die Bau- und Umweltschutzdirektion Basel- Landschaft (BUD) die Einsprache von A.____ und B.____ ab, soweit darauf eingetreten wurde. Bezüglich der privatrechtlichen Einsprachen wurde auf den Zivilweg verwiesen und die Aus- nahmebewilligung erteilt. Zur Begründung wurde im W esentlichen ausgeführt, dass das Bau- vorhaben eines neuen Mischwasserbeckens am gewählten Stand ort aus technischen, betriebli- chen und gesetzlichen Gründen standortgebunden sei und ih m weder öffentliche noch private überwiegende Interessen entgegenstehen würden. I. Gegen diesen Entscheid erhoben A.____ und B.____, ve rtreten durch Dr. Christoph Mettler und Simone Wiegers, Advokaten, mit Eingabe vom 2. Februar 2015 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsra t). Sie beantragten, der Entscheid Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht der BUD vom 19. Januar 2015 sei aufzuheben und die Ausn ahmebewilligung zu verweigern; unter o/e-Kostenfolge. J. Nach einem Augenschein vor Ort wies der Regierungsrat die Beschwerde vom 2. Februar 2015 mit Entscheid vom 20. Oktober 2015 ab. Zur Begründung wurde im Wesentli- chen ausgeführt, dass keine Gehörsverletzung vorliege, da den Beschwerdeführern sämtliche Akten zur Verfügung gestanden hätten und die Kopie de s Gutachtens J.____ & Partner zwar von schlechter Qualität, aber trotzdem leserlich sei. Insbe sondere liege keine Verletzung der Begründungspflicht vor. In der Hauptsache wurde ausge führt, dass die positive Standortgebun- denheit des Bauvorhabens zu bejahen sei und den Intere ssen der Beschwerdeführer gewichti- ge öffentliche Interessen, insbesondere des Gewässerschutze s, entgegenstehen würden. So sei der Bau eines Mischwasserbeckens für das Regenwasser aus d em Einzugsgebiet der Ge- meinden F.____ und G.____ eine Massnahme erster Priori tät im Rahmen des generellen Ent- wässerungsplans. K. Gegen den Entscheid des Regierungsrates erhoben A.__ __ und B.____, vertreten durch Dr. Christoph Mettler und Simone Wiegers, mit Ei ngabe vom 30. Oktober 2015 Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht). Sie beantragten, es sei der Ent scheid des Regierungsrates aufzuheben und die Ausnahmebewilligung zu verweigern. Eventualit er sei die Angelegenheit an die BUD zurückzuweisen mit der Auflage, basierend auf einem neue n, unabhängigen Gutachten, wel- ches sich einlässlich und nachvollziehbar zur Standortgebund enheit des Bauprojekts in E.____ sowie zu allfälligen Alternativstandorten äussert, ein e Neubeurteilung vorzunehmen; unter o/e- Kostenfolge. In der Beschwerdebegründung vom 4. Januar 2016 wird eingangs geltend ge- macht, die BUD sei nicht befugt gewesen, einen Einsprach eentscheid zu fällen, da sie lediglich über die Ausnahmebewilligung hätte entscheiden dürfen. Damit sei die Koordinationspflicht von § 119 RBG verletzt worden, was wiederum zur Nichtigkeit des Entscheids führe. In der Haupt- sache monierten die Beschwerdeführer, dass sie beim stritt igen Standort erhebliche Lärm- und Geruchsimmissionen erdulden müssten, was zu einem erhebli chen Minderwert ihres angren- zenden Baulandes führen würde. Zudem sei keine eingehe nde Prüfung der gesetzlichen Son- dernormen durchgeführt worden. Der Regierungsrat hab e sich in diesem Zusammenhang in ungenügender Weise mit den Vorbringen der Beschwerdef ührer auseinandergesetzt. Auch die Standortgebundenheit des Bauprojekts sei zu wenig abge klärt worden, insbesondere da sich die beiden Gutachten von J.____ & Partner und der D. ____ AG widersprechen würden. Die D.____ AG sei überdies nicht geeignet, ein unparteiische s Gutachten zu erstellen, zumal sie gleichzeitig als Projektverfasserin auftrete. Ferner hä tte die fehlende Interessenabwägung der BUD nicht durch den Regierungsrat geheilt werden dürfen, da es sich um eine schwerwiegende Gesetzesverletzung gehandelt habe. Darüber hinaus sei es dem Regierungsrat auch nicht mög- lich gewesen, eine eigene Interessenabwägung vorzunehmen, da er über keine dokumentierten Entscheidgrundlagen verfügt habe. Die vorgenommene I nteressenabwägung des Regierungs- rates erweise sich schliesslich als unvollständig und falsch, we shalb eine Ausnahmebewilligung zu verweigern sei. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht L. Mit Eingabe vom 1. Februar 2016 liess sich der ARA ver nehmen und schloss sinnge- mäss auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung zeigt e der ARA in chronologischer Rei- henfolge die Standortevaluation für das Mischwasserbecken a uf. Am 7. März 2016 reichte der Regierungsrat seine Vernehmlassung ein und schloss ebenfal ls auf Abweisung der Beschwer- de, soweit darauf eingetreten werde; unter o/e-Kostenfolge. M. Mit Schreiben vom 30. Juni 2016 reichte der Regie rungsrat dem Kantonsgericht zwei Auszüge aus dem kantonalen geographischen Informationssystem GeoView ein. Dazu reichten die Beschwerdeführer mit Schreiben vom 12. August 2016 eine Stellungnahme ein, auf welche der Regierungsrat mit Schreiben vom 24. August 2016 reagierte. N. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung hielten d ie Parteien vollumfänglich an den gestellten Rechtsbegehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- genheit gegeben. Die Beschwerdeführer sind als Grundei gentümer der Liegenschaft, welche unmittelbar an das Baugrundstück angrenzt, durch den ange fochtenen Entscheid im Sinne von § 47 Abs. 1 lit. a VPO berührt und haben ein schutzwürd iges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutre- ten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nac h § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3.1 Die Beschwerdeführer rügen in formeller Hinsicht, dass die BUD nicht befugt gewesen sei, über die Einsprache der Beschwerdeführer zu entsche iden. Sie sei ausschliesslich dafür zuständig, über die Frage der Ausnahmebewilligung gem äss Art. 24 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) vom 22. Juni 1979 zu befinden. Richtigerweise hätte das BIT die Ein- sprachen behandeln und sein Verfahren mit demjenigen d er BUD gemäss § 119 Abs. 1 und 2 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 abstimmen müssen. Somit habe vorliegend eine unzuständige Behörde entschieden, was die Nichtigkeit des angefochte- nen Entscheids zur Folge haben müsse. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Gemäss Art. 25a Abs. 1 RPG ist eine Behörde zu bezeic hnen, die für ausreichende Koordination sorgt, sofern die Errichtung oder die Änderung einer Baute oder Anlage Verfügun- gen mehrerer Behörden erfordert. Die für die Koordi nation verantwortliche Behörde sorgt für eine inhaltliche Abstimmung sowie möglichst für eine gem einsame oder gleichzeitige Eröffnung der Verfügungen (Art. 25a Abs. 2 lit. d RPG). Die Ve rfügungen dürfen zudem keine Widersprü- che enthalten (Art. 25a Abs. 3 RPG). Art. 33 Abs. 4 RP G bestimmt hinsichtlich des kantonalen Rechtsschutzes, dass für die Anfechtung von Verfügungen kan tonaler Behörden, auf welche Art. 25a Abs. 1 RPG Anwendung findet, einheitliche Re chtsmittelinstanzen vorzusehen sind. Art. 33 RPG stellt direkt und selbständig anwendbares Recht dar (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsgericht [KGE VV], vom 3. September 2014 [810 14 65/59] E. 3.4. mit weiteren Hinweisen). Der Kanton Basel-Landschaft hat die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Verfahrenskoordination im Rahmen der Schaffung des RBG berücksichtigt und die Verfahrenskoordination in § 119 RBG geregelt. Sind für Bauvorhaben neben der Bau- bewilligung noch andere Bewilligungen erforderlich, si nd die verschiedenen Verfahren bei gleichzeitiger Durchführung inhaltlich aufeinander abz ustimmen (§ 119 Abs. 1 RBG). Gemäss § 119 Abs. 2 RBG bildet das Baubewilligungsverfahren das Leitverfahren, wobei die Baubewilli- gungsbehörde für die Koordination zuständig ist. Gemä ss der seit dem 1. September 2015 in Kraft getretenen revidierten Fassung des § 119 Abs. 3 RB G ist bei Bauvorhaben, die auch eine Bewilligung für das Bauen ausserhalb der Bauzone benöt igen, dieses Bewilligungsverfahren das Leitverfahren (§ 119 Abs. 3 RBG). Mit dieser Revisio n wurde Art. 33 Abs. 4 RPG Nachach- tung verschafft, indem gewährleistet wurde, dass eine ei nheitliche Rechtsmittelinstanz über die Ausnahmebewilligung sowie den Einspracheentscheid ange rufen werden kann und eine Gabe- lung der Rechtsmittelwege verhindert wird. Bereits vor der Revision des § 119 RBG am 1. September 2009 war dieses Vorgehen der BUD aufgrun d der bundesrechtlichen sowie kan- tonsrechtlichen Koordinationspflicht unbestrittene Praxis (vgl. Art. 25a und Art. 33 Abs. 4 RPG sowie § 119 Abs. 1 RBG; KGE VV vom 7. März 2007 [810 0 6 125] E. 5 ff.). Alles andere würde dem Gebot der Verfahrenskoordination zuwider laufen, da der Entscheid des BIT an die Baure- kurskommission und der Entscheid der BUD an den Regierungsr at weiterzuziehen gewesen wäre (vgl. § 133 Abs. 1 und § 117 RBG) und so keine e inheitliche Rechtsmittelinstanz vorliegen würde. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführe r hat somit die BUD in ihrem Ent- scheid vom 19. Januar 2015 zu Recht über die Ausnahmebew illigung und die Einsprachen der Beschwerdeführer entschieden. 4. In der Hauptsache ist vorliegend strittig, ob die An forderungen einer Ausnahmebewilli- gung nach Art. 24 RPG erfüllt sind und ob die vorgebrachten privaten Interessen das öffentliche Interesse überwiegen. 4.1 Bauten und Anlagen dürfen nur mit behördlicher B ewilligung errichtet oder geändert werden (Art. 22 Abs. 1 RPG). Voraussetzung einer Bewi lligung ist, dass die Bauten und Anla- gen dem Zweck der Nutzungszone entsprechen (Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG) und das Land er- schlossen ist (Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG). Die übrigen Voraussetzungen des Bundesrechts und des kantonalen Rechts bleiben vorbehalten (Art. 22 Abs. 3 RPG). Abweichend von Art. 22 Abs. 2 lit. a können Bewilligungen für Bauten und An lagen auch ausserhalb der Bauzonen er- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilt werden, wenn die Voraussetzungen für eine solche Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG erfüllt sind. 4.2 Vorliegend ist unbestritten, dass der vorgesehene S tandort des Mischwasserbeckens ausserhalb der Bauzone in der Landwirtschaftszone zu li egen kommt und das geplante Misch- wasserbecken in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform im Sinne von Art. 22 RPG ist. Es kann daher nur am strittigen Standort in der Landwirt schaftszone errichtet werden, wenn die Voraussetzungen für eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG erfüllt sind. 4.3 Art. 24 RPG setzt voraus, dass der Zweck der Baute und Anlage einen Standort aus- serhalb der Bauzone erfordert (lit. a) und keine über wiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b). Standortgebunden im Sinne von Art. 24 lit . a RPG ist eine Anlage, wenn sie aus techni- schen oder betriebswirtschaftlichen Gründen auf einen St andort ausserhalb der Bauzone an- gewiesen ist (positive Standortgebundenheit), oder we nn die Anlage aus bestimmten Gründen in einer Bauzone ausgeschlossen ist (negative Standortg ebundenheit; BGE 129 II 63 E. 3.1, 124 II 252 E. 4a). Die Beurteilung der Voraussetzunge n erfolgt nach objektiven Massstäben (BGE 124 II 252 E. 4a, 113 Ib 138 E. 5a, je mit wei teren Hinweisen). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt jedoch nicht eine absolute Sta ndortgebundenheit in dem Sinne, dass eine Baute oder Anlage ausserhalb der Bauzone nur zulä ssig sein soll, wenn überhaupt kein anderer Standort in Betracht fällt. Vielmehr genügt es, dass besonders gewichtige Gründe vor- liegen, die den Standort als durch Zweckbestimmung der Baute oder Anlage objektiv bedingt und gegenüber anderen Standorten als erheblich vortei lhafter erscheinen lassen (B ERNHARD WALDMANN /P ETER HÄNNI , Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Rz. 10 zu Art. 24; BG E 141 II 245 E. 7.6.1 mit weiteren Hinweisen). 5.1 Mit Beschluss des Regierungsrates vom 3. Juli 2007 wurde der Entwässerungsplan des Kläranlagen-Einzugsgebietes ARA C.____ genehmigt u nd festgehalten, dass der Entwäs- serungsplan aufzeige, wie der Gewässerschutz bei Regenwet ter deutlich verbessert und lang- fristig beherrscht werden könne. Er zeigt zudem auf, dass d ie Massnahmen der Gemeinden für die Versickerung und Trennsysteme für unverschmutztes Regenwa sser insgesamt im gleichen Ausmass nötig seien, wie der Bau von Mischwasserspeichern. D er Zweckverband für Abwas- serreinigung C.____ sei als Betreiber der Kläranlage in E.____ gemäss § 6 des Gesetzes über den Gewässerschutz vom 05. Juni 2003 neben der Ableitung und Reinigung des verschmutzten Abwassers auch für den Bau, Betrieb und Unterhalt künft iger Mischwasserbehandlungsanlagen zuständig und werde mit dem Genehmigungsbeschluss zudem angewiesen, die vier Mischwas- serspeicher in F.____ (2), K.____ und E.____ bis Ende 2020 zu realisieren. 5.2 In seiner Vernehmlassung hält der ARA Zweckverband fest, dass nach Erlass des Re- gierungsratsbeschlusses vom 3. Juli 2007 in Absprache mit d em AUE beschlossen worden sei, zuerst das Mischwasserbecken in F.____ unterhalb der Stadt F.____ zu realisieren, da mit die- sem Becken der grösste Nutzen zur Reinhaltung der Birs er reicht werden könne. Um einen ge- nauen Standort für dieses neu zu realisierende Mischwasser becken zu finden, sei das Ingeni- eurbüro J.____ & Partner beauftragt worden, eine St andortstudie zu erarbeiten (vgl. Vernehmlassung des ARA vom 1. Februar 2016 S. 2). In diesem Gutachten vom Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12. März 2008 wurden drei Standorte für ein gemeinsam es Mischwasserbecken für F.____ und G.____ sowie vier Standorte für separate Anlagen unte rsucht. Der Standort “L.____“, Parzelle Nr. 1591, Grundbuch G.____, wurde als idealer Stando rt für ein gemeinsames Mischwasserbe- cken evaluiert, insbesondere da ein gemeinsames Rückhalte becken erstellt werden könne und es eine kosten- sowie unterhaltsgünstige Variante sei. Der Studie ist jedoch auch zu entneh- men, dass Teile des Bauprojekts an diesem Standort in d er Uferschutzzone zu stehen kämen, was den Bau grundsätzlich verunmöglichen würde. Dies wurd e dem ARA mit Schreiben des BIT vom 30. Juni 2011 bestätigt und festgehalten, dass da s Bauvorhaben innerhalb der Ufer- schutzzone nicht zulässig sei, da es den Zielen der Schutzzone widersprechen würde. 5.3 In der Folge klärte der Zweckverband die technische M achbarkeit und Verfügbarkeit der nicht überbauten Parzelle Nr. 529, Grundbuch G.__ __, (damalige Eigentümerin: M.____ AG) ab und kam zum Schluss, dass ein Mischwasserbecken an di esem Standort zwar erstellt werden könnte, das Kaufangebot des ARA jedoch nicht b erücksichtigt worden und die betref- fende Parzelle somit für das Bauvorhaben nicht verfügb ar sei (vgl. Protokoll der Betriebskom- missionssitzung des ARA vom 22. August 2011 und Schreiben der M.____ AG vom 21. Febru- ar 2012). 5.4 Nach Rücksprache mit dem AUE beschloss der ARA, die Fi rma D.____ AG zu beauf- tragen, einerseits den Standort südlich der Brücke N.___ _, Parzelle Nr. 1652, Grundbuch G.____, und andererseits die bereits im Gutachten J.____ & Partner vorgeschlagenen Standor- te unterhalb Zeltplatz G.____, Parzellen Nr. 326 und 330, Grundbuch E.____, und Werkhof, Parzelle Nr. 447, Grundbuch E.____, sowie X.____weg, P arzelle Nr. 2642, Grundbuch E.____, erneut zu prüfen (vgl. Vernehmlassung des ARA vom 1. Fe bruar 2016, Protokoll der Sitzung des ARA vom 11. Mai 2012, Schreiben des ARA an die D. ____ AG vom 4. September 2012). Die Firma D.____ AG führt in ihrem Standortvergleich vom 7. November 2012 eingangs aus, dass diverse Besprechungen und Begehungen zu einer Eing renzung der vorgenannten mögli- chen Standorte geführt hätten. Diesbezüglich erläute rt der ARA in seiner Vernehmlassung vom 1. Februar 2016 zusätzlich, dass sich die drei bereits im G utachten J.____ & Partner geprüften Standorte alle im Überflutungsgebiet der Birs befände n, alle drei Standorte in der Landwirt- schaftszone lägen, eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG eingeholt werden müsste und bei allen drei Standorten die sichere Regenwasseren tlastung beim bestehenden Regen- auslass auf der Parzelle Nr. 1652, Grundbuch G.____ erfolgen müsste. Jedoch sei die Möglich- keit, einen Abschnitt der Parzelle Nr. 2642, Grundbuch E.____, von der in Liquidation stehen- den ehemaligen Fabrik E.____ zu erwerben, aufgrund d er Vorgespräche offensichtlich gege- ben. Zudem bestehe die Zufahrt zur Parzelle Nr. 2642 bereits und genüge den Anforderungen (vgl. Vernehmlassung des ARA vom 1. Februar 2016). Der Standort Werkhof, Parzelle Nr. 447, Grundbuch E.____, sei nicht weiter verfolgt worden, da die betreffende Parzelle gemäss Katas- ter der belasteten Standorte als belasteter Standort mit Untersuchungsbedarf gelte und das abzutragende Material nicht zur Überdeckung der Mischwasseranlage verwendet werden könne bzw. auf Kosten der Grundeigentümer (Gemeinde) entsorgt werden müsste. Schliesslich sei die Parzelle nicht gut erschlossen und es müsste eine Rampe zu r Bauebene ausgehend vom La- gerplatz angebracht werden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 Nach diesen Vorabklärungen und Vorgesprächen hat sich die Firma D.____ AG in ih- rem Standortvergleich auf die beiden Standorte Parzell e Nr. 1652, Grundbuch G.____, und Parzelle Nr. 2642, Grundbuch E.____, beschränkt. Der St andortvergleich der Firma D.____ AG vom 7. November 2012 zeigte sodann auf, dass das Regenb ecken beim Standort G.____ nur für das Einzugsgebiet F.____ ausgelegt werden könne und für die Behandlung des Mischwas- sers aus G.____ ein separates Becken erstellt werden müsse. Die Kosten des Projektes für das Regenbecken in G.____ würden sich auf schätzungsweise Fr. 2‘800‘000.-- (exkl. Landerwerb) belaufen. Betreffend den Standort X.____weg, Parzell e Nr. 2642, Grundbuch E.____, wird von der Firma D.____ festgehalten, dass durch die Lage des Standortes das Regenbecken für bei- de Einzugsgebiete (F.____ und G.____) ausgelegt werden könne. Jedoch liege dieser Standort im Hochwasserüberschwemmungsgebiet der Birs, weshalb das F angbecken grundsätzlich hochwassersicher geplant werden müsse (z.B. überflutbare Elektro- und Messtechnik). Die Kosten des Projektes für das Regenbecken am Standort X.__ __weg würden sich auf schät- zungsweise Fr. 3‘040‘000.-- (exkl. Landerwerb) belaufen . Entgegen der negativen Beurteilung im Gutachten J.____ & Partner wird im Variantenverglei ch der Standort X.____weg für die wei- tere Planung vorgeschlagen, insbesondere aufgrund der geringeren Gesamtkosten (günstiger Landerwerb und zwei Einzugsgebiete). 5.6 Aus den vorstehenden Erwägungen und den vorliegend en Akten geht hervor, dass im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens eine umfassende S tandortevaluation durchgeführt worden ist und unterschiedliche Standorte geprüft word en sind. Hinsichtlich der Vorbringen der Beschwerdeführer, dass der Standort X.____weg im Gutac hten J.____ & Partner nicht vorge- schlagen wurde, da dort der Birswasserspiegel höher lieg e als der ARA-Kanal, ist zu entgeg- nen, dass dieser Einwand von der Genossenschaft I.____ ber eits im Einspracheverfahren auf- gebracht wurde und mit der Überarbeitung des Bauproje kts bereinigt werden konnte (vgl. Schreiben des ARA an die Genossenschaft I.____ vo m 8. Oktober 2014 und Schreiben der Kanzlei O.____ vom 16. Oktober 2014 und vom 9. Dezember 2014). Im Bauprojekt (Bauge- such) für das Mischwasserbecken X.____weg vom 24. Januar 2014 wird diesbezüglich ausge- führt, dass bei vollem Fangbecken zusätzliche Abflussregelungen bei den bestehenden Regen- entlastungen die notwendigen Mischwasserentlastungen steue rn. Zudem seien sämtliche me- chanischen und elektrischen Ausrüstungen im Regenbecken übe rflutbar auszuführen und das Betriebsgebäude sei hochwassersicher, d.h. erhöht über dem maximalen Hochwasserpegel, zu erstellen (vgl. Bauprojekt X.____weg vom 24. Januar 2014 S. 10). Auch wurde von Seiten des ARA dargelegt, weshalb der von den Beschwerdeführern fa vorisierte Standort Werkhof nicht in Frage komme. So liege dieser Standort ebenfalls in der Landwirtschaftszone und gelte als be- lasteter Standort mit Untersuchungsbedarf gemäss Art. 5 der Verordnung über die Sanierung von belasteten Standorten (Altlasten-Verordnung) vom 2 6. August 1998. Dass die weiteren Standorte, bei welchen anstelle eines gemeinsamen Mischw asserbeckens zwei separate Be- cken für die beiden Gemeinden erstellt werden müssten un d welche im Gutachten J.____ & Partner ebenfalls beurteilt wurden, in der konkreten S tandortevaluation und insbesondere dem Gutachten der Firma D.____ AG nicht weiter verfolgt wurden, ist nicht zu beanstanden und wird von den Beschwerdeführern zu Recht nicht gerügt. Zwei separate Mischwasserbecken zu er- stellen wäre nämlich in finanzieller Hinsicht sowie in B ezug auf den nachhaltigen Umgang mit Nutzungsflächen deutlich nachteiliger, wenn die Mögli chkeit der Erstellung eines gemeinsamen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mischwasserbeckens besteht, wie dies vorliegend der Fall ist. Somit ist erstellt, dass aus den im Gutachten J.____ & Partner beurteilten Standorten im Verlauf der Evaluation nur der vorliegend strittige Standort X.____weg als valable Lösung hervorg ing, welcher weiter verfolgt werden konnte. Die Standortstudie der Firma D.____ AG widerl egte schliesslich auch die negative Be- urteilung dieses Standortes durch die Firma J.____ & Pa rtner. Dabei liegt entgegen der Be- hauptung der Beschwerdeführer kein Widerspruch zwischen de n beiden Gutachten vor, die Firma J.____ & Partner hat den Standort X.____weg le diglich ungenügend abgeklärt und auf eine genauere Überprüfung der Machbarkeit eines Mischwasse rbeckens verzichtet. Dass der ARA auf das Gutachten D.____ abgestellt hat und sich für den Standort X.____weg entschie- den hat, ist nachvollziehbar begründet, und es fehlt an einer Rechtsgrundlage, den Beigelade- nen darüber hinaus unlimitiert zu verpflichten, weite re Standorte zu evaluieren. Ebenfalls unbe- gründet ist das Vorbringen der Beschwerdeführer, das Gutachten der Firma D.____ AG genüge den Anforderungen an ein unabhängiges und unparteil iches Gutachten nicht. Inwiefern die Fir- ma D.____ AG als Projektverfasserin nicht geeignet gewes en sein soll, gleichzeitig ein Gutach- ten zum geeigneten Standort zu erstellen, begründen die Beschwerdeführer nicht und aus den vorliegenden Akten geht diesbezüglich auch nichts hervor. 5.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich nach einer umf assenden Standortevalu- ation der Standort X.____weg aus technischen und betri eblichen Gründen als objektiv bedingt und gegenüber anderen Standorten als erheblich vorteil hafter erwiesen hat, weshalb die relati- ve Standortgebundenheit für das vorliegend strittige B auvorhaben gegeben ist. Demzufolge ist entgegen dem Begehren der Beschwerdeführer auch kein weiteres Gutachten zur Standorteva- luation einzuholen. 6.1 Dem standortgebundenen Bauvorhaben dürfen zudem ke ine überwiegenden Interes- sen entgegenstehen (Art. 24 lit. b RPG). In materiell er Hinsicht verlangt Art. 24 lit. b RPG dass alle sich widerstreitenden öffentlichen sowie privaten Interessen ermittelt und gegeneinander abgewogen werden (B ERNHARD WALDMANN /P ETER HÄNNI , a.a.O., Rz. 21f. zu Art. 24). Soweit einzelne Aspekte der allgemeinen Interessenabwägung d urch Verfassungs- oder Gesetzes- recht geregelt werden, sind Bauvorhaben vorweg nach dies en Sondernormen zu prüfen. Zu prüfen sind jedoch nur diejenigen Vorschriften, deren sachlicher, räumlicher, zeitlicher und per- sönlicher Geltungsbereich betroffen ist (B ERNHARD WALDMANN /P ETER HÄNNI , a.a.O., Rz. 22 zu Art. 24). Erst wenn sich zeigt, dass nach diesen Sonderno rmen das Vorhaben nicht verhindert wird, ist die Abwägung aller für und gegen das Vorhaben sprechenden privaten und öffentlichen Interessen durchzuführen (BERNHARD WALDMANN /P ETER HÄNNI , a.a.O., Rz. 21f. zu Art. 24). 6.2 Die Beschwerdeführer monieren, die Vorinstanzen hä tten die vorliegend in Frage ste- henden gesetzlichen Sondernormen in Bezug auf das stri ttige Bauprojekt nicht geprüft. Insbe- sondere sei es unterlassen worden, eine Lärm- und Immissionsprognose gemäss Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz vom 7. Oktober 19 83 (USG) bzw. gemäss Art. 28 der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 ( LRV) zu erstellen und eine Emissions- erklärung gemäss Art. 12 LRV einzuholen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Im angefochtenen Entscheid verweist der Regierungsra t auf Berichte der zuständigen Fachstellen in den Akten, was aufzeige, dass sich diese mit der Einhaltung der gesetzlichen Sondernormen auseinandergesetzt hätten. Dem Regierun gsrat ist in dieser Hinsicht Recht zu geben. So geht aus den vorliegenden Akten hervor, dass von Seiten der kantonalen Fachstel- len die spezifischen Sondernormen, die für das Mischwasserb ecken zu beachten sind, geprüft wurden. Die Mängel, welche von den Fachstellen im Rahm en des ersten Projekts aufgezeigt wurden, wurden im überarbeiteten Projekt behoben. So führten die Einwände des AUE zu einer Verschiebung des Zu- und Notüberlaufs ausserhalb des Gewäss erraums (vgl. Schreiben des AUE an den ARA vom 29. September 2014) und aufgrund der Einwände des Lufthygieneamtes wurde die Abluftführung angepasst (vgl. Prüfbericht des Lufthygieneamtes beider Basel vom 22. April 2014). Eine Lärmprognose ist hingegen nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur dann einzuholen, wenn ein Grund zur Annahme besteht, d ass die massgebenden Belastungs- grenzwerte überschritten werden oder eine solche Über schreitung zu erwarten ist (Urteil des Bundesgerichts 1C_386/2012 vom 3. September 2013 E. 7. 2). Entgegen der Annahme der Be- schwerdeführer besteht somit keine grundsätzliche Pflicht zur bedingungslosen Erstellung einer Lärmprognose. In der Vernehmlassung des Regierungsrates wird diesbezüglich festgehalten, dass sich sämtliche technischen Einrichtungen des geplante n Mischwasserbeckens, welche Lärm verursachen könnten, namentlich die Pumpen, die Lüftungsanlage und die Spülkippen entweder im Becken selbst oder im Betriebsgebäude be fänden und demzufolge vollständig un- terirdisch eingehaust seien. Wie der Vernehmlassung bzw. den Baugesuchsunterlagen eben- falls zu entnehmen ist, ist die Lüftung des Beckens aus arbe itsrechtlichen Gründen erforderlich, wenn dieses durch Wartungspersonal betreten werden muss, was einmal monatlich während 10 bis 20 Minuten der Fall sein wird. Unter diesen Vor aussetzungen sind vom Mischwasserbe- cken keine relevanten Lärmbelästigungen zu erwarten, wel che eine Lärmprognose im Sinne von Art. 25 Abs. 1 USG erforderlich machen würden. Gl eiches lässt sich bezüglich der Emissi- onserklärung und der Immissionsprognose ausführen, zumal auch diesbezüglich keine Hand- lungspflicht besteht, sofern von einem Bauvorhaben nur geringfügige Emissionen zu erwarten sind (vgl. PETER M. KELLER , Elemente eines wirksamen Vollzugs des Umweltrechts, in: Umwelt- recht in der Praxis [URP] 2011, S. 408). Hinsichtlich der baulichen und technischen Ausgestal- tung des unterirdischen Mischwasserbeckens sind, wenn überha upt, lediglich geringfügige Emissionen zu erwarten, weshalb zu Recht auf die Abgab e einer Emissionserklärung bzw. auf die Einholung einer Immissionsprognose verzichtet wurde. Inwiefern grössere Immissionen vom geplanten Mischwasserbecken ausgehen würden, wird von den Beschwerdeführern nicht sub- stantiiert dargelegt. Demzufolge sind auch die vorlieg enden Verfahrensakten nicht unvollstän- dig, obwohl die vorgenannten Erklärungen und Prognose n nicht darin enthalten sind. Die dies- bezüglichen Rügen der Beschwerdeführer erweisen sich somit als unbegründet. 6.4 Aufgrund vorstehender Ausführungen ist erstellt, d ass die im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben relevanten gesetzlichen Sondernormen geprü ft wurden und der Erteilung einer Ausnahmebewilligung für das geplante Mischwasserbecken gru ndsätzlich nicht entgegenste- hen. Nachfolgend ist somit eine Abwägung aller für u nd gegen das Vorhaben sprechenden pri- vaten und öffentlichen Interessen durchzuführen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Die Beschwerdeführer rügen in diesem Zusammenhang vorerst, dass die BUD im Rahmen ihres Entscheids vom 19. Januar 2015 die erforder liche Interessenabwägung nicht vorgenommen und sich insbesondere nicht mit den positiven und negativen Immissionen oder dem Argument der Überschwemmungsgefahr und mit der da mit verbundenen Funktionseinbus- se befasst habe. Damit habe die BUD in schwerwiegender W eise gegen materielles Recht verstossen, was vom Regierungsrat in seinem Entscheid zu Unrecht geheilt worden sei. 7.2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfas- sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. A pril 1999. Er umfasst zunächst den Anspruch der Parteien gegenüber der Behörde auf vo rgängige Äusserung und Anhörung, welcher den Betroffenen einen Einfluss auf die Ermittl ung des wesentlichen Sachverhalts si- chert. Unerlässliches Gegenstück der Mitwirkungsrechte der Parteien bildet sodann – als weite- rer wichtiger Teilgehalt des rechtlichen Gehörs – die P flicht der Behörden, die Vorbringen der Betroffenen sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen. Daraus folgt schliesslich auch die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu be- gründen. Die Begründung eines Entscheides muss so abgefa sst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten und die Rechtsmitt elinstanz ihn sachgerecht beurteilen kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegung en genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr En tscheid stützt (BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 129 I 232 E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltungsgeri chts A-7365/2009 vom 9. Novem- ber 2010 E. 9.8.1.1). Eine verfügende Behörde muss sich somit nicht mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen. Sie kann sich vielmehr auf die entscheidrelevanten Gesichtspunkte beschränken. Erforderlich ist jedoch eine Auseinanderset- zung mit dem konkret zu beurteilenden Sachverhalt; Erwä gungen allgemeiner Art vermögen nicht zu genügen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerich ts A-7365/2009 vom 9. Novem- ber 2010 E. 9.8.1.1 mit weiteren Hinweisen). Im Fal le der Bewilligung einer Ausnahme nach Art. 24 RPG muss sowohl die Standortgebundenheit begr ündet als auch die Interessenabwä- gung dargelegt werden, andernfalls das rechtliche Geh ör verletzt ist (vgl. Urteil des Verwal- tungsgerichts Bern vom 3. September 2003, in: Bernische Verwaltungsrechtspflege 2004, S. 133). 7.2.2 Der Gehörsanspruch ist nach feststehender Rechtspre chung formeller Natur. Daraus folgt, dass seine Verletzung ungeachtet der Erfolgsaussichte n der Beschwerde grundsätzlich zur Aufhebung des mit dem Verfahrensmangel behafteten Entscheids führt. Nach der Recht- sprechung kann eine Verletzung des Gehörsanspruchs indes a ls geheilt gelten, wenn die un- terbliebene Gewährung des rechtlichen Gehörs – wozu ein e unterlassene Begründung zu zäh- len ist – in einem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wi rd, in dem die Beschwerdeinstanz mit gleicher Kognition prüft wie die untere Instanz. Ausgeschlossen ist die Heilung jedoch, wenn die Verletzung der Parteirechte besonders schwer wiegt; über dies darf den Beschwerdeführenden kein Nachteil erwachsen und die Heilung soll die Ausna hme bleiben (BGE 135 I 279 E. 2.6.1; BGE 129 I 129 E. 2.2.3, U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER / FELIX UHLMANN , Allgemeines Verwal- tungsrecht, 6. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2010, Rz. 1709 f.). Bei Verstössen gegen die Begrün- dungspflicht wird der Mangel als behoben erachtet, wen n die Rechtsmittelbehörde eine hinrei- chende Begründung liefert oder wenn die unterinstanzli che Behörde anlässlich der Anfechtung Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihres Entscheids eine genügende Begründung nachschiebt ( Urteil des Bundesverwaltungsge- richts A-7365/2009 vom 9. November 2010 E. 9.8.1.5 mit weiteren Hinweisen). Die Möglichkeit, Gehörsverletzungen zu heilen, orientiert sich nach bund esgerichtlicher Rechtsprechung an der Möglichkeit der betroffenen Partei, ihre Rechte im Besch werdeverfahren voll wahrnehmen zu können (vgl. ULRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER / FELIX UHLMANN , a.a.O., Rz. 1710). 7.3 Die BUD nahm in ihrem Entscheid vom 19. Januar 201 5 eine Abwägung der öffentli- chen sowie privaten Interessen vor und kam zum Schluss, da ss keine raumplanerischen Grün- de oder andere gesetzliche Einschränkungen dem Bauproj ekt eines Mischwasserbeckens am Standort X.____weg entgegenstünden. In Bezug auf da s Vorbringen der Beschwerdeführer, das Bauvorhaben sei in eine Zone für öffentlich-rechtliche Werke oder zumindest in eine auszu- scheidende Spezialzone zu verschieben, wurde von der BUD f estgehalten, dass beide Einwän- de aufgrund der geringen Dimension des Bauprojekts bzw. aus technischen und gesetzlichen Gründen nicht begründet seien. Insofern wurde von der BUD eine Abwägung der Interessen vorgenommen, was von den Beschwerdeführern zu Recht nicht bestritten wird. Die BUD qualifi- zierte jedoch die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführer, ihre geplante Liegenschaft auf der Nachbarparzelle erleide durch den Bau des Mischwasserbeckens eine Wertverminderung durch Beeinträchtigung der Aussicht, durch Geruchsimmissionen u nd indirekt durch den Bau verur- sachter Schäden, als zivilrechtliche Einsprachepunkte und ver wies diesbezüglich auf die ent- sprechenden Verfahren. Der Regierungsrat hat in seinem Entscheid dieses Vorgehen der BUD bemängelt und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs fe stgestellt. Von einer Rückweisung an die BUD sah der Regierungsrat jedoch ab und holte die lückenhafte Interessenabwägung in seinem Entscheid nach. 7.4.1 Im Rahmen des vorinstanzlichen Instruktionsverfahrens, namentlich des doppelten Schriftenwechsels und des Augenscheins am 17. September 2015 in E.____, fand eine einläss- liche Diskussion insbesondere zu den privaten Interessen der B eschwerdeführer statt. In der Stellungnahme vom 22. Mai 2015 wurden die relevanten Interessen im Zusammenhang mit dem Bau des Mischwasserbeckens von der BUD erläutert und au s ihrer Sicht gewichtet. Die Beschwerdeführer erhielten sowohl am Augenschein als auch in ihrer Replik vom 18. Juni 2015 die Gelegenheit, sich dazu umfassend zu äussern. Die lückenhafte Begründung des Entscheids der BUD verunmöglichte den Beschwerdeführern eine sachg erechte Anfechtung des Ent- scheids in diesem Punkt zudem nicht vollständig. Aus diesem Grund erübrigte sich insbesonde- re auch die Ansetzung einer weiteren Frist zur ergänze nden Beschwerdebegründung. Im Be- schwerdeverfahren vor dem Regierungsrat wurden die Besch werdeführer überdies nicht mit Vorbringen konfrontiert, die ihnen bei Einreichung d er Beschwerde gänzlich unbekannt gewe- sen wären. Demzufolge ergibt sich, dass die Verletzung de s rechtlichen Gehörs vom Regie- rungsrat zu Recht nicht als besonders schwer angesehen wu rde. Dies umso mehr, als davon auszugehen ist, dass die BUD bei einer Rückweisung der Ang elegenheit wieder gleich ent- schieden hätte. Nicht ersichtlich ist zudem, in welcher Weise die Beschwerdeführer bei der Hei- lung durch den Regierungsrat einen Nachteil erlitten hätten. Der Regierungsrat sah somit zu Recht von einer Rückweisung an die BUD ab. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4.2 Indessen hätte der Regierungsrat der zu Recht ger ügten – und von ihm anerkannten – Verletzung der Begründungspflicht im Rahmen der Kostenverlegung Rechnung tragen müssen. Ein Entscheid, der wie jener des Regierungsrats, unter Verletzung der Gehörsansprüche der Beschwerdeführer erging, ist stets rechtsfehlerhaft, weshalb die Anfechtung grundsätzlich zu Recht erfolgt ist. Wenn – wie vorliegend – die Rechtsmit telinstanz diesen Mangel ausnahms- weise heilt, entscheidet sie im Grunde anstelle der er sten Instanz. Erst durch ihren Entscheid erfüllt sich der Anspruch auf eine formell korrekte St reitentscheidung (vgl. Urteile des Bundes- gerichts 1C_556/2013, 1C_558/2013, 1C_562/2013 vom 21. September 2016 E. 16.2). Die Be- schwerde ist folglich in diesem Kostenpunkt begründet. 7.5.1 Die Beschwerdeführer machen im Weiteren geltend , dass die Interessenabwägung, welche der Regierungsrat in seinem Entscheid vorgenommen hat, unvollständig und falsch sei, da weder die zu erwartenden Geruchsimmissionen noch die Wertverminderung der angrenzen- den Liegenschaft infolge der verbauten Aussicht berücksich tigt worden seien. Ebenfalls sei das Überflutungsrisiko infolge Hochwassers sowie die drohenden Lärmimmissionen ungenügend gewürdigt worden. 7.5.2 Die Beschwerdeführer begründen ihre privaten Int eressen mit der Beeinträchtigung der geplanten Überbauung mit zweigeschossigen Wohn- und Gesch äftsräumen auf ihrem Grund- stück. Sie machen geltend, dass von der Mischwasseranlage una ngenehme Gerüche ausge- hen würden, welche direkt zu den Gartensitzplätzen der geplanten Überbauung ziehen würden. Der Regierungsrat hat dagegen ausgeführt, dass die Zw angsentlüftung der geplanten Anlage nur ca. einmal im Monat durchgeführt werde und die A bluft gemäss den eingereichten Plänen oben am Betriebsgebäude in Richtung Birs ausgestossen w ürde. Sollten bei diesem Vorgang Gerüche entstehen, würden diese somit auf der Nachbarp arzelle auf der anderen Seite des Betriebsgebäudes kaum wahrnehmbar sein. Zudem habe das Lufthygieneamt beider Basel in lufthygienischer Hinsicht bezüglich der bereinigten Pläne keine Einwände mehr gegen das Pro- jekt gehabt. Ebenfalls hätten andere Mischwasseranlagen, welche im Siedlungsgebiet gebaut worden seien, zu keinen Beanstandungen wegen Geruchsimmissionen geführt. Diesen Ausfüh- rungen des Regierungsrats kann gefolgt werden, und es b leibt lediglich anzufügen, dass die strittige Parzelle in der Landwirtschaftszone liegt und von dieser grundsätzlich Gerüche aus der zonenkonformen Nutzung und Bewirtschaftung entstehen kö nnen, welche im Vergleich zu den allenfalls zu erwartenden Gerüchen des Mischwasserbeckens deu tlich intensiver ausfallen könnten. Die Beschwerdeführer haben zudem keine konkret zu erwartenden Geruchsimmissio- nen aufzeigen können und beschränken sich lediglich darauf , allgemein störende Gerüche gel- tend zu machen, die in irgendeiner Form von der geplan ten Anlage austreten und die Wohn- qualität in ihrem (angeblich) geplanten Überbauungsp rojekt beeinträchtigen könnten. Diese all- gemein gehaltenen Bedenken der Beschwerdeführer hat d er Regierungsrat in seinem Ent- scheid berücksichtigt und ist zu Recht von keinen relevanten Geruchsimmissionen auf der Lie- genschaft der Beschwerdeführer ausgegangen. 7.5.3 Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, dass sie durch das Mischwasserbecken dauerhafte Lärmimmissionen zu befürchten hätten. In seinem Entscheid hielt der Regierungsrat diesbezüglich zu Recht fest, dass sich alle Geräusche inner halb des Mischwasserbeckens nur Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht in einem geringen Ausmass auf die Umwelt auswirken würde n. Durch technische Massnahmen werde sichergestellt, dass die Geräusche von aussen nur schw ach hörbar seien. Geräusche aus dem Betriebsgebäude seien bei geschlossener Tür kau m wahrnehmbar. Die Pumpe der Ventilatoren sei mit einem Schallschutz versehen, welcher nur in Betrieb sei, wenn das Becken betreten werden müsse (einmal im Monat). Geräusche im Zusammenhang mit der Füllung und Entleerung des Mischwasserbeckens würden nur im Falle gröss erer Regenereignisse auftreten und die Pumpen würden überdies unterirdisch gebaut. Be i starken Regenfällen würden diese allfälligen Geräusche der Mischwasseranlage ohnehin übertönt. Demzufolge wird deutlich, dass sich der Regierungsrat in seinem Entscheid auch mit dem Vorbringen der Beschwerdeführer betreffend die befürchteten Geräuschimmissionen auseina ndergesetzt hat. Den Ausführungen des Regierungsrat kann vorliegend gefolgt und ledigli ch angemerkt werden, dass sämtliche technische Einrichtungen des geplanten Mischwasserbeckens, welche Lärm verursachen könn- ten, namentlich die Pumpen, die Lüftungsanlage und die Spülkippen, sich entweder im Becken selbst oder im Betriebsgebäude befinden und demzufolge vollständig eingehaust sind (vgl. E. 6.3 hiervor). Von einer markanten Lärmimmission kann nach dem Gesagten keine Rede sein und die Beschwerdeführer vermögen auch diesbezüglich n icht substantiiert darzutun, warum diese Annahme unzutreffend sein soll. 7.5.4 Der Regierungsrat führt im Rahmen seiner Inter essenabwägung im Weiteren zu Recht aus, dass es sich beim geplanten Mischwasserbecken um eine un terirdische Anlage handle und einzig das Betriebsgebäude mit einer Grösse von vier Metern Höhe und fünf Metern Breite sichtbar sei. Da das Gelände überdies in Richtung Birs absch üssig sei, werde die Aussicht auf die Birs-Auen und den Pfaffenberg vom überschaubaren Be triebsgebäude nicht sonderlich be- einträchtigt. Diesen Erwägungen kann zugestimmt werde n. Selbst wenn eine gewisse Beein- trächtigung der Aussicht vorliegen sollte, führt dies ni cht dazu, dass auf die Erstellung des Mischwasserbeckens zu verzichten wäre, vielmehr ist diese Einwi rkung gegen die öffentlichen Interessen am Bau des Mischwasserbeckens abzuwägen. Zudem ist es schwierig, die Beein- trächtigung der Aussicht zu beurteilen, solange noch kei ne Baupläne der geplanten Überbau- ung vorliegen und unklar ist, wie die geplanten Liege nschaften auf der Nachbarparzelle zu ste- hen kommen. 7.5.5 Schliesslich führt der Regierungsrat in seinem Ent scheid aus, dass das Mischwasser- becken insbesondere in Bezug auf die elektrischen Anlage n im Betriebsgebäude hochwasser- sicher geplant worden sei und sich das Grundstück der Beschwe rdeführer mehrheitlich über dem Hochwasserüberschwemmungsgebiet befinde. Den Ausführungen des Regierungsrates ist zuzustimmen und hinzuzufügen, dass dieser Einwand berei ts im Einspracheverfahren vorge- bracht wurde und darauf das Bauprojekt des Mischwasserbecken s nochmals abgeändert und hochwassersicher geplant wurde (vgl. E. 5.6). 7.6 Zusammenfassend kann demzufolge festgehalten werden , dass sich der Regierungs- rat in seinem Entscheid mit allen von den Beschwerdefüh rern geltend gemachten privaten Inte- ressen auseinandergesetzt und diese aus seiner Sicht gewürd igt hat. Damit wurde die Verlet- zung des rechtlichen Gehörs vom Regierungsrat geheilt und der vorinstanzliche Verstoss gegen die Begründungspflicht behoben. Der Regierungsrat hat zudem zu Recht festgehalten, dass Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht den privaten Interessen der Beschwerdeführer gewichtige öffentliche Interessen an einem Bau einer Mischwasseranlage gegenüberstehen. Das öffentliche Interesse begründet sich einerseits auf dem Beschluss des Regierungsrates vom 3. Juli 2007, welcher vorsieht, dass der Bau eines Mischwasserbeckens für das Regenwasser aus dem Einzugsgebiet der Gemeinde F.____ und G.____ erste Priorität im Rahmen des generellen Entwä sserungsplans hat und dazu beitragen soll, die Wasserqualität zu verbessern. Die Anlage verhind ert insbesondere, dass kein ver- schmutztes Regenwasser in Gewässer gelangen kann und entsp richt damit auch den Grunds- ätzen gemäss Art. 3 Abs. 4 lit. c RPG, indem sie der Vermeidung nachteiliger Auswirkungen auf die natürlichen Lebensgrundlagen dient. Zudem ist wie dargelegt die relative Standortgebun- denheit des vorliegenden Projekts zu bejahen (vgl. E. 5 .7). Die Ausführungen der Beschwerde- führer zu den angeblichen negativen Auswirkungen auf ih re Parzelle, insbesondere zu den Lärm- und Geruchsimmissionen sowie zur Beeinträchtigung der Aussicht und der Hochwasser- gefahren sind grösstenteils nicht näher begründet oder belegt und ihre diesbezüglichen Interes- sen fallen im Vergleich zu den öffentlichen Interessen an einem Bau eines Mischwasserbe- ckens deutlich geringer aus. Dass darüber hinaus weitere In teressen gegen das geplante Mischwasserbecken an besagtem Standort sprechen, wird von den Beschwerdeführern weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Damit ist ni cht zu beanstanden, dass der Regie- rungsrat die öffentlichen Interessen am Bau einer Mischwa sseranlage am gewählten Standort als überwiegend erachtet hat. 8. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen kann gesamtha ft festgehalten werden, dass vorliegend die relative Standortgebundenheit des Baupr ojekts gegeben ist, die einschlägigen gesetzlichen Sondernormen geprüft wurden und die öffe ntlichen Interessen am Bau des Mischwasserbeckens am gewählten Standort die von den Beschwe rdeführern aufgeführten Interessen überwiegen. Dem Beigeladenen wurde somit zu Recht eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG erteilt und der Regierungsrat hat dieses Vorgehen der BUD zu Recht ge- schützt. Hingegen hätte der Regierungsrat, die von ihm festgestellte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bei seiner Kostenverlegung berücksicht igen müssen. Der angefochtene Entscheid ist deshalb im Kosten- und Entschädigungspunkt aufzuheben und die Angelegenheit zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Verfahr ens an den Regierungsrat zurückzu- weisen. Demzufolge ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. 9.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kanto nsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise un terliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Angesichts des teilweisen Obsiegens ist den Beschwerdeführern ein Ver- fahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 2'000.-- aufzu erlegen und mit dem geleisteten Kosten- vorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- zu verrechnen. Der zu viel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 200.-- ist den Beschwerdeführern zurückzuerstatten. 9.2 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zu- gesprochen werden. Die Rechtsvertreter der Beschwerdefüh rer machen in ihrer Honorarnote vom 8. April 2016 und anlässlich der heutigen Parteiverh andlung einen Stundenaufwand von Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht total 71 Stunden à Fr. 260.-- sowie Auslagen im Betr ag von Fr. 41.-- und 8% MWSt (insgesamt Fr. 19‘981.10) geltend. Da die Beschwerdeführer im vor liegenden Verfahren jedoch lediglich in einem untergeordneten Punkt obsiegt haben, rechtferti gt sich eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘000.--. Der Regierungsrat hat den Besch werdeführern demzufolge eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2‘000.-- (inkl. Auslagen und 8% MWSt.) auszurichten. 9.3 Zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Verf ahrens im Sinne der Erwägun- gen ist die Angelegenheit an den Regierungsrat des Kan tons Basel-Landschaft zurückzuwei- sen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Z iffer 2 des Regierungs- ratsbeschlusses vom 20. Oktober 2015 aufgehoben und die A ngelegen- heit zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Ver fahrens im Sinne der Erwägungen an den Regierungsrat zurückgewiesen. 2. Den Beschwerdeführern wird ein Verfahrenskostenant eil in der Höhe von Fr. 2000.-- auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvo rschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 200.-- wird den Beschwerdeführern zurückerstattet. 3. Der Regierungsrat hat den Beschwerdeführern eine reduzierte Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2000.-- (inkl. Auslagen und 8% MWSt) zu bezahlen. Die übrigen Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 26. Januar 2017 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 1C_39/2017) erhoben.