Initiative parlementaire. Stupéfiants 1564 N 23 juin 1995 #ST# Sechzehnte Sitzung - Seizième séance Freitag, 23. Juni 1995, Vormittag Vendredi 23 juin 1995, matin 08.00 h Vorsitz - Présidence: Frey Claude (R, NE) Le président: Avant de passer à l'ordre du jour, je vous informe que MM. Duri Bezzola et Gerald Bührer fêtent aujourd'hui leur anniversaire. Heureux anniversaire, chers collègues! (Applaudissements) #ST# 92.452 Parlamentarische Initiative (Bischof) Bekämpfung des Drogenkonsums. Verfassungsgrundlage Initiative parlementaire (Bischof) Lutte contre la consommation de stupéfiants. Base constitutionnelle Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN Wortlaut der Initiative vom 18. Dezember 1992 Gestützt auf Artikel 2Ibis des Geschäftsverkehrsgesetzes reiche ich die folgende parlamentarische Initiative in Form des ausgearbeiteten Entwurfes ein: Die Bundesverfassung wird wie folgt ergänzt: Artikel 68bis (neu) Abs. 1 Der Bund bekämpft das Rauschgiftproblem mit einer restrik- tiven, direkt auf Abstinenz ausgerichteten Drogenpolitik. Abs. 2 Er trifft auf dem Wege der Gesetzgebung alle geeigneten Massnahmen, um die Nachfrage nach Rauschgiften und die Anzahl der Rauschgiftkonsumenten zu verringern, die Rauschgiftabhängigkeit zu heilen, die sozialen und wirt- schaftlichen Folgeschäden des Rauschgiftkonsums zu ver- mindern sowie den illegalen Rauschgifthandel effektiv zu bekämpfen. Abs. 3 Um die Jugend vor Drogen zu schützen, nimmt der Bund gegen Rauschgiftkonsum Stellung und verfolgt eine aktive Drogenprävention, die die Persönlichkeit des einzelnen stärkt. Abs. 4 Der Bund fördert und unterstützt die Durchführung der Massnahmen, die geeignet sind, den körperlichen Entzug, die dauerhafte Entwöhnung und die Wiedereingliederung der Rauschgiftabhängigen sicherzustellen. Abs. 5 Die Abgabe von Betäubungsmitteln ist verboten. Vorbehal- ten ist die Verwendung zu rein medizinischen Zwecken. Davon ausgeschlossen ist jedoch die Verwendung von Heroin, Rauchopium, Kokain, Cannabis, Halluzinogenen und analogen Substanzen. Texte de l'initiative du 18 décembre 1992 Me fondant sur l'article 21 bis de la loi sur les rapports entre les Conseils, je dépose l'initiative parlementaire suivante, présentée sous la forme d'un projet rédigé de toutes pièces: La Constitution fédérale est complétée comme il suit: Article 68bis (nouveau) Al. 1 En matière de lutte contre la toxicomanie, la Confédération mène une politique stricte, visant directement à l'abstinence. Al. 2 Elle prend, par voie législative, toutes les mesures propres à resteindre la demande de stupéfiants et le nombre de con- sommateurs, à soigner la toxicodépendance, à réduire les dommages sociaux et économiques dus à la consommation de stupéfiants et à combattre effectivement tout trafic illicite. Al. 3 Pour protéger la jeunesse de la toxicomanie, la Confédéra- tion s'oppose à toute consommation de stupéfiants et mène une politique de prévention active qui renforce la personna- lité de l'individu. Al. 4 La Confédération encourage et soutient l'application des mesures propres à assurer le sevrage physique, la désin- toxication durable et la réinsertion sociale des toxicomanes. Al. 5 La distribution de stupéfiants est interdite. Sont réservées les applications strictement médicales, à l'exclusion de l'utili- sation d'héroïne, d'opium à fumer, de cocaïne, de cannabis, d'hallucinogènes et de substances analogues. Mitunterzeichner - Cosignataires: Keller Rudolf, Ruf (2) Segmüller Eva (C, SG) unterbreitet im Namen der Kommis- sion für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) den fol- genden schriftlichen Bericht: Wir unterbreiten Ihnen gemäss Artikel 21terdes Geschäfts- verkehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kommis- sion über die von Herrn Bischof am 18. Dezember 1992 eingereichte parlamentarische Initiative. Die Initiative verlangt einen neuen Artikel 68bis in der Bun- desverfassung. Der Wortlaut der parlamentarischen Initiative entspricht der am 22. Juli 1993 eingereichten Volksinitiative «Jugend ohne Drogen». Die Kommission hat am 21. Oktober 1993 den Initianten angehört und die Initiative vorberaten. Schriftliche Begründung des Initianten Die bisherige Drogenpolitik ist gekennzeichnet durch eine schleichende Liberalisierung. Das Betäubungsmittelgesetz wurde in den letzten Jahren nicht mehr nach dem Wortlaut angewandt. Um in Zukunft eine restriktive Drogenpolitik weiterzuführen, ist die Bundesverfassung mit einem Artikel 68bis (neu) zu ergänzen (gleichlautend wie die am 15. Dezember 1992 lan- cierte Volksinitiative «Jugend ohne Drogen»). Erwägungen der Kommission - Die Kommissionsmehrheit erachtet die parlamentarische Initiative nicht als geeignetes Instrument, um die schweizeri- sche Drogenpolitik in eine neue Richtung zu lenken. Sie bemängelt, dass schon allein aufgrund der verschiedenen, nicht gegeneinander abgegrenzten Begriffe Verwirrung geschaffen werde. So ist die Rede von «Rauschgiftproble- men», von «Drogenpolitik» und von «Betäubungsmitteln». Die Kommissionsmehrheit lehnt den repressiven Charakter der Initiative ab und weist auf Untersuchungen hin, die bele- gen, dass Drogenabhängige durchschnittlich zehn Jahre süchtig sind, wobei meist das Klima in ihrer Umgebung ent- scheidend ist, ob sie aus ihrer Sucht herausfinden. Druck hilft ihnen dabei nicht, im Gegenteil. Die Süchtigen müssen einen neuen Sinn im Leben finden, und das erfordert Zeit. Gemäss Erfahrungen, die man in Liverpool gemacht hat, ist das Wichtigste, dass Personen in der Suchtphase gesundSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Mitteilungen des Präsidenten Communications du président In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer --- Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.06.1995 - 08:00 Date Data Seite 1564-1564 Page Pagina Ref. No 20 025 788 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.