<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-05-06-2F_7-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2F_7/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 6. Mai 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Aubry Girardin, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichter Donzallaz, </div> <div class="para">Bundesrichterin Ryter, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Wortha. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Gesuchsteller, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Frédéric Hübsch, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Prüfungskommission Humanmedizin, </div> <div class="para">Bundesamt für Gesundheit BAG, 3003 Bern, </div> <div class="para">Bundesverwaltungsgericht, Abteilung II, </div> <div class="para">Kreuzackerstrasse 12, 9000 St. Gallen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Eidgenössische Prüfung in Humanmedizin 2021, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen </div> <div class="para">Bundesgerichts vom 18. Juli 2023 (2C_867/2022 </div> <div class="para">(Urteil B-4980/2021)). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> A.________ absolvierte im August 2021 die eidgenössische Prüfung in Humanmedizin. In der <i>Multiple-Choice</i> -Prüfung (Einzelprüfung 1) erreichte er 150.50 von 285 möglichen Punkten. Da für das Bestehen 154 Punkte notwendig waren, bestand er die Prüfung nicht. Das Bundesverwaltungsgericht wies seine dagegen gerichtete Beschwerde am 20. September 2022 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Mit Urteil 2C_867/2022 vom 18. Juli 2023 wies das Bundesgericht die dagegen erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten von A.________ ebenfalls ab. Das Bundesgericht verwarf darin die von A.________ vorgebrachten Rügen, dass hinsichtlich der Prüfungsbewertung das Verfahren zur nachträglichen Elimination von Prüfungsfragen willkürlich bzw. in seinem Fall willkürlich angewendet worden sei, was zum Nichtbestehen der Prüfung geführt hätte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Mit Eingabe vom 14. April 2024 ersucht A.________ (nachfolgend Gesuchsteller) um Revision des Urteils 2C_867/2022. Er beantragt die Feststellung, die eidgenössische Prüfung in Humanmedizin 2021 bestanden zu haben; eventualiter diese nicht als einen der drei möglichen Fehlversuche zu werten; subeventualiter die Rückweisung an die Vorinstanz. </div> <div class="para">Es wurden keine Instruktionsmassnahmen angeordnet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Urteile des Bundesgerichts erwachsen am Tag ihrer Ausfällung in Rechtskraft (<span class="artref">Art. 61 BGG</span>). Eine nochmalige Überprüfung der einem Urteil des Bundesgerichts zu Grunde liegenden Streitsache ist grundsätzlich ausgeschlossen. Das Gericht kann auf seine Urteile nur zurückkommen, wenn einer der in <span class="artref">Art. 121 ff. BGG</span> abschliessend aufgeführten Revisionsgründe vorliegt. Das Gesuch muss einen solchen anrufen oder zumindest Tatsachen nennen, die von einem gesetzlichen Revisionsgrund erfasst sind (Urteil 2F_11/2023 vom 8. September 2023 E. 2.2 mit Hinweisen). Ob tatsächlich ein Grund zur Revision vorliegt, ist nicht eine Frage des Eintretens, sondern der materiellen Beurteilung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=30.04.2024&amp;to_date=19.05.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-238%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page238">BGE 147 III 238</a> E. 1.2.1 und 1.2.2 mit Hinweisen). Revisionsgesuche müssen den Begründungsanforderungen nach <span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref> genügen, weshalb die gesuchstellende Person in gedrängter Form darzulegen hat, inwiefern der von ihr behauptete Revisionsgrund vorliegen soll. Der Revisionsgrund hat sich zudem auf den Gegenstand des zu revidierenden Urteils zu beziehen (Urteile 2F_28/2023 vom 6. Februar 2024 E. 3; 2F_11/2023 vom 8. September 2023 E. 2.2, je mit Hinweisen). Das Revisionsgesuch ist unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen gemäss <span class="artref">Art. 124 BGG</span> einzureichen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Mit dem vorliegenden Revisionsgesuch beruft sich der Gesuchsteller auf den Revisionsgrund von <span class="artref">Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG</span>. Er habe erst nach der Eröffnung des bundesgerichtlichen Urteils erfahren, dass es Skripte gebe, in denen Fragen und Antworten früherer Prüfungen stünden, und diese erst nachträglich zugestellt erhalten. Nach eigener Angabe erhielt er am 14. und 15. Dezember 2023 Kenntnis davon. Seine Eingabe ist damit fristgerecht (<span class="artref">Art. 124 Abs. 1 lit. d BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG</span> kann die Revision eines Entscheids des Bundesgerichts in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten verlangt werden, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind. Unter erheblichen Tatsachen sind solche zu verstehen, die geeignet sind, die tatsächliche Grundlage des angefochtenen Urteils zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer anderen Entscheidung zu führen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=30.04.2024&amp;to_date=19.05.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-238%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page238">BGE 147 III 238</a> E. 4.1). Unter entscheidenden Beweisen sind solche zu verstehen, die geeignet sind, eine Änderung des Urteils zugunsten des Gesuchstellers zu bewirken (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=26&amp;from_date=30.04.2024&amp;to_date=19.05.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-238%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page238">BGE 147 III 238</a> E. 4.2; Urteil 2F_20/2023 vom 16. November 2023 E. 3.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Der Gesuchsteller macht als erhebliche Tatsache sinngemäss geltend, Prüfungsteilnehmende vorangehender Prüfungsjahrgänge hätten Fragen und Antworten aus ihrer jeweiligen Prüfung niedergeschrieben, welche vom Staatsverein der Universität Zürich gesammelt, in einem Prüfungsskript gebündelt und den Vereinsmitgliedern für die kommenden Prüfungen zur Verfügung gestellt worden seien. Da nur Mitglieder des Staatsvereins die Skripte erhalten hätten, was er nicht sei, habe er davon keine Kenntnis gehabt. Als entscheidende Beweismittel reicht er die Skripte des Staatsvereins der Universität Zürich aus dem Jahr 2020 und 2022 ein. Er macht gestützt darauf zusammengefasst geltend, an der eidgenössischen Prüfung Humanmedizin 2021 seien mindestens 11 Fragen aus der Prüfung des Jahres 2020 vorgekommen, die mit Lösung im Skript 2020 gestanden hätten. Hätte er über die Skripte verfügt, hätte er mindestens 11 Punkte mehr und damit genügend Punkte erzielt, um die Prüfung "problemlos und komfortabel" zu bestehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens über das Ergebnis von Prüfungen können im Rahmen der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Art. 83 lit. t BGG) nur Fragen organisatorischer oder verfahrensrechtlicher Natur sein. Im angefochtenen Urteil ging es um die verfahrensrechtliche Frage, ob das nachträgliche Ausschlussverfahren von Prüfungsfragen rechtmässig ist und willkürfrei auf die Prüfung des Gesuchstellers angewendet wurde (vgl. Urteil 2C_867/2022 vom 18. Juli 2023 E. 1.2.1, E. 5.4). Die dem Gesuchsteller nachträglich zur Kenntnis gelangte Existenz von Skripten mit Fragen und Antworten früherer Prüfungen hat keinen Einfluss auf die von der Prüfungskommission Humanmedizin durchgeführte Prüfung. Die Skripte werden, wie der Gesuchsteller selbst vorbringt, weder von der Universität Zürich noch von der Prüfungskommission Humanmedizin herausgegeben, sondern vom privatrechtlichen Staatsverein, und zwar an seine Vereinsmitglieder. Ein Fehler organisatorischer oder verfahrensrechtlicher Natur im Prüfungsablauf, den die staatlichen Stellen zu verantworten hätten, ist damit nicht ersichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.4.</b> Ferner ändert die Existenz und Herausgabe der Skripte nichts am tatsächlichen Prüfungsergebnis des Gesuchstellers, sondern beschlägt vielmehr die Frage der möglichen Prüfungsvorbereitung. Aus welchem Grund die Prüfung nicht bestanden wurde, ist, abgesehen von organisatorischen und verfahrensrechtlichen Mängeln, für das Bundesgericht nicht massgeblich. Solche Mängel vermag der Gesuchsteller mit den nachträglich entdeckten Skripten wie erwähnt nicht aufzuzeigen, insbesondere nicht im Rahmen des früheren Verfahrensgegenstandes (vorstehend E. 1.2). Ob das Prüfungsergebnis bei möglicher Prüfungsvorbereitung anhand der Skripte anders ausgefallen wäre, ist ungewiss und bleibt reine Vermutung des Gesuchstellers. Eine solche genügt aber nicht für eine Revision des angefochtenen Urteils, da es dafür Tatsachen bräuchte, die die tatsächliche Grundlage des angefochtenen Urteils verändern können (vorstehend E. 3.1). Das ist vorliegend nicht der Fall. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.5.</b> Die mit dem vorliegenden Gesuch um Revision eingereichten Skripte und die Tatsache ihrer Existenz sind folglich weder relevante Tatsachen noch beweiskräftige Beweismittel im Sinne von <span class="artref">Art. 123 BGG</span>. Der Revisionsgrund von <span class="artref">Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG</span> ist damit nicht erfüllt. Dementsprechend ist das Revisionsgesuch ohne Schriftenwechsel abzuweisen (<span class="artref">Art. 127 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dem Ausgang des vorliegenden Revisionsverfahrens entsprechend wird der unterliegende Gesuchsteller kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG</span>). Es sind keine Parteientschädigungen geschuldet (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Revisionsgesuch wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Gesuchsteller auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung II, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 6. Mai 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: F. Aubry Girardin </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: A. Wortha </div> </div></body></html>