B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3586/2013 U r t e i l v o m 6 . S e p t e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz), Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Richter Daniele Cattaneo, Gerichtsschreiber Alfred Weber. Parteien A._______, geboren (…), Eritrea, vertreten durch Laura Rossi, Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Dublin-Verfahren (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid) Verfügung des BFM vom 18. Juni 2013 / N (…). D-3586/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, I. dass der Beschwerdeführer am 4. September 2012 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, dass er anlässlich der Befragung im Em pfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ vom 20. September 2012 unter anderem geltend mach- te, er habe Eritrea aufgrund des unendlich langen Militärdienstes, in den er im Jahr 2000 einberufen worden sei, im September 2005 illegal verla s- sen, dass er von C._______ aus per (Transportmittel) nach D._______ gelangt sei, wo er unter Angabe einer falschen Identität um Asyl nachgesucht h a- be und als "Flüchtling" anerkannt worden sei, dass er im September 2006 nach E._______ weitergereist sei und dort ebenfalls ein Asylgesuch gestellt habe, indes von den (zuständigen) Be- hörden nach D._______ zurückgeschafft worden sei, dass er seit dem Jahr 2002 mit der eritreischen Staatsangehörigen R. A. verlobt sei, dass er R. A. letztmals im August 2011 in D._______ gesehen habe, als sie ungefähr im zweiten Monat schwanger gewesen sei, dass er auf der Suche nach R. A. am 6. August 2012 illegal in die Schweiz gelangt sei, dass das BFM mit Verfügung vom 24. Januar 2013 – eröffnet am 31. Januar 2013 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgeset- zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ei n- trat, die Wegweisung aus der Schweiz nach D._______ anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushänd i- gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerdeführer verfügte, D-3586/2013 Seite 3 dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, im vorliegenden Fall könne nicht von einer dauerhaften Beziehung im Sinne von Art. 2 Bst. i der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglie d- staats, der für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines Dr ittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Dublin-II-Verordnung) in Verbindung mit Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) ausgegangen werden, dass hinsichtlich der geltend gemachte n Vaterschaft zu S.A. kein ausg e- wiesenes Kindsverhältnis bestehe, dass somit vom Selbsteintrittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-VO in Verbindung mit Art. 29a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) abzusehen sei und die Zuständigkeit D._______ zur Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens nicht widerlegt werden könne, dass mit Urteil D-509/2013 des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. Fe b- ruar 2013 die dagegen am 31. Januar 2013 erhobene Beschwerde ab- wiesen wurde, dass in Bestätigung der vorinstanzlichen Ausführungen in der angefoc h- tenen Verfügung zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, dass R.A. und deren Kind im Jahre 2012 in der Schweiz Asyl gewährt wurde und sie somit über ein Aufenthaltsrecht verfügten, dass der Beschwerdeführer indes nicht mit R. A. verheiratet sei und an- gesichts der Aktenlage nicht von einer dauerhaften Partnerschaft bezi e- hungsweise einer nahen, echten und tatsächlich gelebten Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK gesprochen werden könne, dass auch die Berufung des Beschwerdeführers auf Art. 10 des Überein- kommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 0.107) nicht greife, liege doch kein Beweis der Vaterschaft des B e- schwerdeführers und somit kein Beleg der Vater-Kind-Beziehung vor, dass dem Beschwerdeführer die Möglichkeit offen stehe, sich nach allfä l- lig erfolgter Feststellung des Kindsverhältnisses von D._______ aus um die Bewilligung seiner Wiedereinreise in die Schweiz zwecks Vereinigun g mit dem hier asylberechtigten Kind zu bemühen, D-3586/2013 Seite 4 II. dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 3. Juni 2013 ein Wiedere r- wägungsgesuch beim BFM einreich en und im Wesentlichen beantragen liess, es sei auf das vorliegende Gesuch einzutreten und die Verfügung des BFM vom 24. Januar 2013 aufzuheben, dass festzustellen sei, dass die Schweiz zur Behandlung des Asylg e- suchs zuständig sei, der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft e r- fülle und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren sei, dass der Beschwerdeführer von der Bezahlung von Verfahrenskosten zu befreien und auf die Erhebung eines Gebührenvorschusses zu verzichten sei, dass im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der Vollzug bis zum defini- tiven Entscheid über das vorliegende Rechtsmittel auszusetzen sei und die Vollzugsbehörden anzuweisen seien, bis zum Entscheid über das vor- liegende Wiedererwägungsgesuch von Vollzugshandlungen abzusehen, dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, aufgrund der Anerkennung seiner Lebenspartnerin R.A. und Tochter (S.A.) als Flüch t- linge in der Schweiz, der gerichtlich festgestellten Vaterschaft und Unte r- haltspflicht (Entscheid des [zuständiges Gericht] vom 22. Mai 2013; Ve r- einbarung vom 22. Mai 2013) sowie des Berichts der Caritas (Ort) vom 31. Mai 2013 würden neue wesentliche Fakten beziehungsweise B e- weismittel vorliegen, welche zu einer Neubeurteilung der Streitsache ve r- pflichten würden, dass die Schweiz gestützt auf Art. 7 i.V.m. Art. 2 lit. i der Dublin -II- Verordnung zur Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerdefüh rers z u- ständig sei, dass die Schweiz auch gestützt auf Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung i.V.m. Art. 8 EMRK respektive Art. 10 der Kinderschutzkonvention ( KRK) verpflichtet sei, von ihrem Recht auf Selbsteintritt Gebrauch zu machen, dass das BFM mit Verfügung vom 18. Juni 2013 – eröffnet am folgenden Tag – das Wiedererwägungsgesuch und das Gesuch um Anordnung vo r- sorglicher Massnahmen sowie dasjenige um Gebührenerlass abwies, ei- ne Gebühr in der Höhe von 600. – erhob und feststellte, die Verfügung vom 24. Januar 2013 sei rechtskräftig und vollstreckbar, wobei einer al l- fälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukommen, D-3586/2013 Seite 5 dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, sowohl das BFM als auch das Bundesverwaltungsgericht hätten festgehalten, im vor- liegenden Fall könne nicht von einer dauerhaften Beziehung im Sinne von Art. 2 Bst. i Dublin -II-Verordnung in Verbindung mit Art. 8 EMRK ausg e- gangen werden, dass anzumerken sei, dass der Beschwerdeführer bis zur Einreichung seines Asylgesuchs in der Schwe iz kein Interesse an einer gelebten Va- ter-Kind-Beziehung zu S.A. gezeigt habe, dass festzuhalten sei, dass die zwischenzeitlich erfolgte Vaterschaftsa n- erkennung sowie das Schreiben der Caritas nicht gegen eine Wegwe i- sung nach D._______ sprechen würden, da in Anbetracht des noch sehr jungen Alters von S.A. und der Tatsache, dass S.A. den Beschwerdefü h- rer erst seit einigen Monaten kenne, dessen Überstellung nach D._______ zu keiner Verletzung der KRK führen würde, dass zudem die primäre Bezugsperson von S.A. mithin de ren Mutter (R.A.) sei, womit das Kindeswohl durch eine Überstellung des Beschwer- deführers nicht als gefährdet zu betrachten sei und ein regelmässiger persönlicher Kontakt zwischen ihm und S.A. keineswegs verunmöglicht werde, dass somit keine huma nitären Gründe feststellbar seien, die einen Selbsteintritt im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung in Verbi n- dung mit Art. 29a AsylV 1 rechtfertigen würden, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. Juni 2013 (vorab per Te- lefax) unter Kosten - und Entschädigungsfolge gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwer de erheben und beantragen liess, die Verfügung der Vorinstanz vom 18. Juni 2013 sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, sich für das vorliegende Asylgesuch für zuständig zu erachten und das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu prüfen, dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Wiederherstellung der aufschie- benden Wirkung der Beschwerde, die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 des Verwaltungsver- fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie der Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses beantragt wurde, D-3586/2013 Seite 6 dass die Vollzugsbehörden im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen unverzüglich anzuweisen seien, bis zum Entscheid über das Rechtsmittel von jeglichen Vollzugshandlungen abzusehen, dass zur Begründung der Beschwerde grundsätzlich diejenige im Ra h- men des Wiedererwägungsgesuchs angeführte wiederholt und auf di e- selben damals eingereichten Beweismittel verwiesen wurde, dass das Bundesverwaltun gsgericht im Sinne einer vorsorglichen Mas s- nahme mit Verfügung vom 25. Juni 2013 per Telefax den Wegweisung s- vollzug gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort aussetzte, bis nach Eingang der vorinstanzlichen Akten über eine allfällige Gewährung der aufschi e- benden Wirkung der Beschwerde befunden werden könne, dass mit Zwischenverfügung vom 27. Juni 2013 das Gesuch um Gewäh- rung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gutgeheissen wurde, die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurden, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet und der Vorinstanz unter Verweis auf das zur Publikation bestimmte Urteil D-5920/2012 des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. April 2013 Gele- genheit zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeräumt wurde, dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 3. Juli 2013 die Abwei- sung der Beschwerde beantragte und im Wesentlichen ausführte, das in der Zwischenverfügung erwähnte Urteil des Bundes verwaltungsgerichts (D-5920/2012) vermöge keine Änderung ihres Standpunktes zu rechtfe r- tigen, da es sich im vorliegenden Fall weder um ein verheiratetes Paar noch um eine dauerhafte Partnerschaft im Sinne von Art. 8 EMRK handle, dass diese Einschätzung in den Entscheiden vom 24. Januar 2013 und 18. Juni 2013 bereits ausführlich dargelegt und im Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts vom 7. Februar 2013 gestützt worden sei, dass dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 4. Juli 2013 eine Kopie der Vernehmlassung des BFM zur Replik zugestellt wurde, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom gleichen Tag (Eingang Bun- desverwaltungsgericht: 5. Juli 2013) durch seine Rechtsvertreterin als Beweismittel den Abschluss der Vereinbarung hinsichtlich der gemeinsa- men elterlichen Sorge zwischen R.A. und dem Beschwerdeführer über S.A. einreichen liess, D-3586/2013 Seite 7 dass weiter ausgeführt wurde, dass damit der Beschwerdeführer und se i- ne Lebenspartnerin (R.A.) einmal mehr deutlich machen würden, dass zwischen ihnen und dem Kind (S.A.) eine sc hützenswerte Familieng e- meinschaft bestehe, dass der Beschwerdeführer in seiner Replik vom 8. Juli 2013 zusammen- fassend nochmals die in den Rechtschriften abgegebene Begründung wiederholen und eine Honorarnote in der vorliegenden Verfahrenssache zu den Akten reichen liess, dass mit Eingabe vom 22. Juli 2013 der Präsidialentscheid der (zuständi- ge Behörde) vom 15. Juli 2013 bezüglich Aufhebung der Beistandschaft sowie Kenntnisnahme der Vaterschaftsanerkennung und Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge eingereicht wurde, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgericht sgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügu ng besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass die Wiederer wägung im Verwaltungsverfahren ein gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf ist, auf dessen Behandlung durch die verfügende Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht, jedoch gemäss herrschen - der Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts aus Art. 29 der Bun-D-3586/2013 Seite 8 desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Voraussetzungen ein verfassung s- mässiger Anspruch auf Wiedererwägung abgeleitet wird (vgl. BGE 136 II 177 E. 2 S. 181 f., mit weiteren Hinweisen), dass danach die zuständige Behörde eine selbst getroffene Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen hat, wenn sich der rechtserhebliche Sachver - halt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Rechtsmitteli nstanz in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprünglich fehlerfreie Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist, dass sodann auch Revisionsgründe im Sinne von Art. 66 Abs. 2 VwVG ei- nen Anspruch auf Wied ererwägung begründen können, sofern sie sich auf eine in materielle Rechtskraft erwachsene Verfügung beziehen, die entweder unangefochten geblieben oder deren Beschwerdeverfahren mit einem formellen Prozessurteil abgeschlossen worden ist, und ein solcher- massen als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel grundsätzlich nach den Regeln des Revisionsverfahrens zu behandeln ist, dass auf ein Wiedererwägungsgesuch nicht einzutreten ist, wenn lediglich eine neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tat- sachen herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt werden, die be - reits in einem ordentlichen Beschwerdeverfahren gegen die frühere Ve r- fügung hätten geltend gemacht werden können, und eine Wiedererwä - gung ausserdem dann nicht in Betracht fällt, wenn zu deren Be gründung lediglich unsubstanziierte Behauptungen aufgestellt werden und aus der Rechtsschrift die tatsächlichen Anhaltspunkte, die auf das Vorliegen eines Wiedererwägungsgrundes hindeuten sollen, nicht er sichtlich sind, hinge - gen auf ein Gesuch einzutreten ist, wenn die gesuchstellende Person Tat- sachen vorbringt, die an sich geeignet sein könnten, zu ei nem anderen Entscheid zu führen, dass die Frage, ob solche Tatsachen gegeben und auch geeignet sind, im konkreten Fall zu einer anderen Betrachtungsweise zu führen, Gegen - stand der materiellen Prüfung der Eingabe ist, dass Prozessgegenstand bei einem Wiedererwägungsgesuch hinsichtlich eines gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gefällten Nichteintretensent- scheides (Dublin-Verfahren) lediglich die Frage bilden kann, ob sich seit Abschluss des ordentlichen Verfahrens eine nachträglich veränderte D-3586/2013 Seite 9 Sachlage respektive Gründe nach Art. 66 Abs. 2 VwVG im Hinblick auf die staatsvertragliche Zuständigkeit des fraglichen Mitgliedstaates (vorlie- gend D._______) oder hinsichtlich der Völkerrechtskonformität einer Wegweisung dorthin ergeben haben, oder ob seither humanitäre Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 eingetreten sind, dass auf Asylgesuche in de r Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu - chende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durchfüh - rung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (vgl. Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass sich die Vorinstanz im vorliegenden Fall nach wie vor nicht für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig erachtet, dass die Vorinstanz argumentiert, die Lebenspartnerin (R.A.) des B e- schwerdeführers respektive dessen Tochter (S.A) seien weder als Famili- enangehörige gemäss Art. 2 Bst. i Dub lin-II-Verordnung zu qualifizie ren, noch handle es sich um eine tatsächlich gelebte und gefestigte Bezi e- hung im Sinne von Art. 8 EMRK, dass diese Sichtweise bereits i n ihren Entscheiden vom 24. Januar 2013 und 18. Juni 20 13 ausführlich dargelegt sowie im Urteil D-509/2013 des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. Februar 2013 gestützt worden sei (vgl. Vernehmlassung des BFM vom 3. Juli 2013), dass hierzu festzuhalten ist, dass insbesondere die gerichtliche festge- stellte Vaterschaft und Unterhaltspflicht des Beschwerdeführers gegen- über S.A. (vgl. Sachverhalt II/S. 4 hiervor) zweifellos geeignet ist, den Nachweis der im Beschwerdeverfahren unbewiesen gebliebenen Tats a- che der Vaterschaft des Beschwerdeführers zu erbringen, dass de mnach die Vaterschaft des Beschwerdeführers vo n der Tochter S.A. nunmehr belegt ist, dass sich die Erwägung im Urteil D-509/2013 des Bundesverwaltungsge- richts vom 7. Februar 2013 in dieser Form aktuell über holt erweist (vgl. Urteil S. 9), dass die A rgumentation des BFM in der Vernehmlassung vom 3. Juli 2013, wonach das Bundesverwaltungsgericht die Sichtweise in seinem Entscheid vom 18. Juni 2013 gestützt habe respektive schützen würde, vor diesem Hintergrund verfehlt ist, D-3586/2013 Seite 10 dass gemäss Akten mit Bezug auf den Beschwerdeführer in diesem Z u- sammenhang durchaus von einer den Umständen entsprechend stabilen und gelebten Partner - und Kind-Beziehung auszugehen ist, hat er nach Ausfindigmachen von R.A. und S.A. mit Hilfe der hiesigen Behörden im Dezember 2012 seit diesem Zeitpunkt doch nicht nur regelmässigen Kon- takt zu diesen , sondern lebt mit ihnen seit Februar 2013 auch in einem gemeinsamen Haushalt (vgl. Schreiben der Caritas vom 31. Mai 2013), dass diese Umstände mithin als wiedererwägungsrechtlich potenziell r e- levante Sachverhaltselemente zu qualifizieren sind, dass das BFM mit Verfügung vom 24. Januar 2013 gestützt auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-Verordnung D._______ für die Prüfung des am 4. September 2012 in der Schweiz eingereichten Asylgesuchs des Beschwerdeführers als zuständig erachtete, dass indessen aufgrund der gerichtlich festgestellten Vaterschaft der Be- schwerdeführer mit seiner Tochter in der Schweiz eine Familienangehör i- ge im Sinne von Art. 2 Bst. i D ublin-II-Verordnung hat, welche r in der Schweiz das Recht auf Aufenthalt in ihrer Eigenschaft als Flüchtling g e- währt wurde, weshalb die Schweiz nach Art. 7 Dublin-II-Verordnung, vom mutmasslichen Wunsch der Betroffenen ausgehend, grundsätzlich für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig gewesen wäre, dass jedoch zur Bestimmung des für das Asylverfahren zuständigen Mi t- gliedstaates nach den Kriterien von Art. 6 ff. Dublin -II-Verordnung das so genannte Sachverhaltsversteinerungs-Prinzip gemäss Art. 5 Abs. 2 Du b- lin-II-Verordnung gilt, dass nach diesem Prinzip die Situation der asylsuchenden Person zum Zeitpunkt des erstmaligen Asylantrages in einem Mitgliedstaat massgeb - lich ist und jede spätere Änderung unberücksichtigt bleibt, ausser ein Mi t- gliedstaat würde der asylsuchenden Person eine Aufenthaltsbewilligung erteilen (vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin II -Verord- nung: Das Europäische Asylzuständigkeitssystem, 3. Aufl., Wien und Graz 2010, S. 86), dass der Beschwerdeführer gemäss Akten im Jahre 200 5 unter falscher Identität in D._______ ein Asylgesuch gestellt hat, D-3586/2013 Seite 11 dass er im September 2006 nach E._______ gereist ist, wo er ebenfalls ein Asylgesuch gestellt ha t, von den (zuständigen) Behörden indes am 15. November 2006 nach D._______ überstellt worden ist, dass die (zuständigen) Behörden den zuständigen schweizerischen B e- hörden auf Anfrage hin am 19. Dezember 2012 bestätigten, dass dem Beschwerdeführer ein bis zum 29. September 2012 gültiger Aufenthaltst i- tel (subsidiary protection in D._______) ausgestellt worden ist, dass nach dem Gesagten der Beschwerdeführer vor der Geburt seiner Tochter (23. Februar 2012) in D._______ erstmals ein Asylgesuch stellte, weshalb in Anwendung des genannten Sachverhaltsversteinerungs - Prinzips gemäss Art. 5 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung D._______ weiterhin zuständig für die Behandlung des Asylgesuchs wäre, dass indessen in Abweichung dieses Prinzips Änderungen insoweit b e- achtlich sind, als sie in der Dublin -II-Verordnung ausdrücklich geregelt sind, wobei das Selbsteintrittsrecht jedes Mitgliedstaates nach Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung vorliegend relevant ist, wonach die Schweiz ein Asylgesuch mate riell prüfen kann, auch wenn nach den in dieser Verordnung vorgesehe nen Kriterien ein anderer Staat zustän dig wäre, und diese – nicht direkt anwendbare – Bestimmung in Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internationalen Rechts ange- rufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5), dass sich gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Person auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK berufen kann, wenn sie sich auf eine Beziehung zu einer Person mit gefestigtem Anwesenheitsrecht (Bürgerrecht oder Niederlassungsbewilligung) in der Schweiz bezieht, wobei eine blosse Aufenthaltsbewilligung hierzu nur ge- nügt, soweit sie ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (vgl. BGE 130 II 281, 135 I 143, jeweils mit weiteren Hinweisen; zur Pub- likation bestimmtes Urteil D -5920/2012 des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. April 2013), dass die Lebenspartnerin und d ie Tochter des Beschwerdeführers in der Schweiz am 24. Februar 2012 respektive 8. August 2012 als Flüchtlinge anerkannt und ihnen Asyl gewährt wurde, dass die Beiden demnach über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht im Sinne der Rechtsprechung verfügen, D-3586/2013 Seite 12 dass aufgrund der Gesamtumstände (u.a. gerichtlich festgestellte Vate r- schaft und Unterhaltspflicht, gemeinsamer Haushalt , Vereinbarung d er gemeinsame elterliche Sorge über S.A.) demnach heute sehr wohl von einer gewissermassen gefestigten und dauerhaften Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK auszugehen ist, weshalb das BFM gehalten gewesen wäre, sich für das vorliegende Asylgesuch für zuständig zu erklären, dass eine erzwungene vorübergehende Trennung des Weiteren auch sachlich unnötig und unter humanitärem Gesichtspunkt unangemessen erschient (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. c AsylG, Art. 29a Abs. 3 AsylV 1), mit- hin auch diesbezüglich ein Selbsteintritt angezeigt erscheint, dass sich angesichts dieser Sachlage weitere Erörterungen erübrigen, dass die Beschwerde nach dem Gesagten gutzuheissen, die Verfügung des BFM aufzuheben und das BFM anzuweisen ist, vom Selbsteintritts - recht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin -II-Verordnung i.V.m. Art. 8 EMRK Gebrauch zu machen, dass von der Prüf ung abgesehen werden kann, ob das Asylverfahren auch gestützt auf weitere in der Beschwerde erwähnte Bestimmun gen in der Schweiz durchzuführen wäre, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG keine Kosten aufzuerlegen sind, weshalb das Gesuch um G e- währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist, dass der mittellosen Partei in einem nicht aussichtslosen Verfahren ein Anwalt bestellt wird, wenn dies zur W ahrung ihrer Rechte notwendig ist (Art. 65 Abs. 2 VwVG), dass für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung au s- schlaggebend ist, ob die Partei zur Wahrung ihrer Rechte notwendige r- weise der professionellen juristischen Hilfe eines Anwaltes beda rf (vgl. dazu BGE 128 I 225 E. 2.5.2 S. 232 f., BGE 122 I 49 E. 2c S. 51 ff.; BGE 120 Ia 43 E. 2a S. 44 ff.), dass in Verfahren, welche – wie das vorliegende – vom Untersuchungs- grundsatz beherrscht sind, strenge Massstäbe an die Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtsverbeiständung anzusetzen sind (vgl. EMARK 2000 Nr. 6 sowie BGE 122 I 8 E. 2c S. 10) und es im asylrechtlichen B e-D-3586/2013 Seite 13 schwerdeverfahren im Wesentlichen um die Feststellung des rechtse r- heblichen Sachverhalts geht, dass zur wirksamen Beschwerdeführung be sondere Rechtskenntnisse daher im Regelfall nicht unbedingt erforderlich sind, weshalb praxisg e- mäss die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG nur in den besonderen Fällen gewährt wird, in we l- chen in rechtlicher oder tatsächl icher Hinsicht erhöhte Schwierigkeiten bestehen, dass das vorliegende Verfahren weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht besonders komplex erscheint, weshalb das Gesuch um unen t- geltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abzu- weisen ist, dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach - sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen kann (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass gemäss Kostennote vom 8. Juli 2013 für das Rechtsmittelverfahren ein Arbeitsaufwand von 13 Stunden à Fr. 240.– zuzüglich Fr. 50.– (Ausla- gen) und Fr. 228.– (MWST) geltend gemacht wird, mithin sich die Parte i- entschädigung auf insgesamt Fr. 3'128.– bemisst, dass in Anlehnung an andere vergleichbare Fälle die geltend gemachte Parteientschädigung als zu hoch zu bezeichnen ist, weshalb diese ent- sprechend herabzusetzen ist, dass vorliegend dem Umstand Rechnung zu tragen ist, dass die im Rubrum genannte Rechtsvertretung (Rechtsberatungsstelle), insbeso n- dere die im Rubrum genannte Rechtsvertreterin , verschiedentlich die I n- teressenvertretung von Leuten in sogenannten Dublin-Verfahren wahrge- nommen hat, bei denen grundsätzlich die gleiche Thematik Verfahrens- gegenstand bildete, dass die im Rubrum genannte Rechtsvertreterin die Interessen des B e- schwerdeführers bereits im vorangegange nen (ordentlichen) Verfahren, sowohl erstinstanzlich als auch auf Beschwerdestufe, wahrgenommen hat und von daher bestens mit der Thematik vertraut war, D-3586/2013 Seite 14 dass die Überprüfung der diversen Rechtsschriften (Beschwerde vom 31. Januar 2013, Wiedererwägungsgesu ch vom 3. Juni 2013 und B e- schwerde vom 24. Juni 2013) zudem ergibt , dass die diesbezüglichen Ausführungen – abgesehen von einer Ergänzung aufgrund des veränder- ten Sachverhalts (Wiedererwägungsgesuch) – ausnahmslos redaktionelle und keine inhaltlichen Anpassungen enthalten, was auf die jeweiligen Verfahrensstufen respektive –stadien zurückzuführen ist, dass angesichts dessen das BFM anzuweisen ist, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi gung auszurichten, welche auf grund der zu beac h- tenden Bemessungsfaktoren (Art. 7 Abs. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE; EMARK-Mitteilungen 2000/1, Ziff. 2.1.) und des anhand der Akten und der eingereichten Kostennote zuverlässig ab schätzbaren notwendigen Zei t- aufwandes seiner Rechtsvertreterin auf pauschal insgesamt Fr. 1500.– (inklusive Auslagen und MWST) festzusetzen ist. dass die vom BFM mit Verfügung vom 18. Juni 2013 erhobene Gebühr in der Höhe von Fr. 600. – zurückzuerstatten ist, falls der Betrag tatsächlich geleistet wurde. (Dispositiv nächste Seite) D-3586/2013 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Die Verfügung des BFM vom 18. Juni 2013 wird aufgehoben und die Vor- instanz angewiesen, das Asylverfahren des Beschwerdeführers durch - zuführen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird als gegenstandslos geworden abgeschri e- ben. 5. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen. 6. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin eine Parteientsch ä- digung in der Höhe von Fr. 1500.– zu entrichten und die mit Verfügung vom 18. Juni 2013 erhobene Gebühr von Fr. 600. – zurückzuerstatten, falls der Betrag tatsächlich geleistet wurde. 7. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Contessina Theis Alfred Weber Versand: