B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6771/2016 law/bah U r t e i l v o m 4 . M a i 2 0 1 7 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richter David R. Wenger, Richterin Claudia Cotting-Schalch, Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Advokaturbüro, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 29. September 2016 / N (…). D-6771/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein Tamile mit letztem Wohnsitz in B._______ (Distrikt Jaffna), verliess Sri Lanka eigenen Angaben gemäss am 27. Feb- ruar 2015 und gelangte am 3. Mai 2015 in die Schweiz, wo er am 5. Mai 2015 um Asyl nachsuchte. A.b Bei der Befragung zur Person (BzP) vom 12. Mai 2015 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ gab er zu Protokoll , er habe Ende Januar 2015 zusammen mit rehabilitierten Kämpfern der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) Fussball gespielt. Ein Ball sei in ein neben dem Fussballplatz gelegenes Armeecamp geflogen. Ein Kollege habe die- sen holen wollen und sei dabei von zwei Soldaten geschlagen worden. Er sei auch ins Camp gegangen und in die Auseinand ersetzung verwickelt worden. Die Soldaten hätten einen Warnschuss abgegeben. Sein Kollege sei verletzt und in Spital gebracht worden. In der Nacht sei ein Soldat zu ihm gekommen und habe ihm unter Drohungen gesagt, er dürfe wegen des Vorfalls keine Beschwerde einreichen. Zwei Tage später habe er am Abend (…). Während dieser Zeit hätten sich Soldaten bei seiner Mutter nach ihm erkundigt. Am nächsten Tag seien sie zu einem Freund, einem ehemaligen Kämpfer der gegangen – auch dieser sei gewarnt worden . Da der Soldat ihn vor einer Anzeige gewarnt habe, habe er sich Sorgen gemacht. Hätte die Polizei ermittelt, wäre dies für ihn ein Problem gewesen. Auch der Ar- mee-Geheimdienst sei in die Sache verwickelt gewesen. Deshalb habe er die Flucht ergriffen. Über den Vorfall im Armeecamp sei in der Zeitung be- richtet worden. Später habe er erfahren, dass sie nochmals gekommen seien (er habe sich damals noch in Sri Lanka befunden). A.c Am 16. Juni 2015 (Poststempel) übermittelte der Beschwerdeführer dem SEM eine Kopie seines Geburtsregisterauszugs. A.d Anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen vom 29. August 2016 präzisierte und ergänzte der Beschwerdeführer seine zuvor im EVZ geltend gemachten Vorbringen. Im Einzelnen führte er aus, er sei an den Wochenenden öfters zu einem Sportplatz gegangen, der sich in der Nähe des Armeecamps von D._______ befinde. Dabei habe er einige ehemalige Mitglieder der LTTE kennengelernt. Während eines Spiels sei ein Ball in das Camp geflogen und ein Kollege sei hingegangen, um ihn zurückzuholen. Da er nicht sofort zurückgekommen sei, sei er nachschauen gegangen. Er habe gesehen, D-6771/2016 Seite 3 dass sein Kollege von zwei Soldaten brutal geschlagen worden sei. Er sei dazwischen gegangen, habe einen Schuss gehört und sei weggerannt. Als er sich eingemischt habe, habe ei n Soldat ihn schlagen wollen. Deshalb habe er diesen mit der Faust geschlagen. Nachdem er zu Hause gewesen sei, seien einige Soldaten gekommen. Früher habe er unter einem Pseu- donym einige Artikel über dieses Camp geschrieben. Die Soldaten hätten dies gewusst – sie seien auch darüber informiert gewesen, dass er in Co- lombo einen Medien-Kurs besucht habe – und hätten ihm gesagt, er dürfe keine Anzeige erstatten. Am folgenden Tag sei über den Vorfall in der Zei- tung berichtet worden – er habe einen Kollegen über den Vorfall informiert und dieser habe darüber geschrieben . Zwei Tage später habe ihm seine Mutter gesagt, diese Leute machten Probleme. Ein Kollege, der in einem Rehabilitationszentrum gewesen sei, habe ihm gesagt, Soldaten hätten nach ihm gefragt. Sie hätten ihm ausrichten lassen, er dürfe keine Anzeige erstatten. Aus Angst vor weiteren Problemen sei er nach E._______ ge- gangen. Fünf oder sechs Tage später seien die Leute erneut zu seiner Mut- ter gekommen. Er glaube, die Leute hätten über die von ihm verfassten Zeitungsartikel Bescheid gewusst. Auch der CID (Criminal Investigation Department) sei in die Sache involviert gewesen. Während er in E._______ gewesen sei, sei er gesucht worden. Auch in Colombo sei er gesucht wor- den. Er habe von seiner Familie erfahren, dass diese ständig beobachtet werde. Er sei nicht Mitglied der LTTE gewesen, habe diese aber unter- stützt, indem er deren Mitgliedern sein Fahrrad gebracht habe. Zudem habe er Flyer verteilt und Plakate aufgeklebt. Meistens habe er mit seinem Fahrrad Leute transportiert. Er habe einige Zeitungsartikel über die ständi- gen Kontrollen in seiner Region, die Probleme mit der singhalesischen Be- völkerung und auch kritische Gedichte verfasst. Er habe bei den Zeitungen F._______ und G._______ Kollegen und seine Artikel und Gedichte dort veröffentlichen können. Tamilen, welche die LTTE unterstützt hätten, hät- ten heute noch Probleme mit der Regierung. Er habe 2013 während zwei Tagen in Colombo gearbeitet und sei schikaniert worden, wei l er aus B._______ sei. Er sei beschimpft worden und man habe versucht, ihn zu schlagen. In seinem Dorf seien einige Leute vom CID verschleppt worden, weil sie der Bewegung angehört hätten. In der Schweiz habe er Leuten der Bewegung geholfen, so zum Beispi el beim Sporttag und am Heldentag . Für den Pongaltag (Erntedankfest) habe er Gedichte geschrieben, die vor- getragen worden seien. Es seien einige Fotografien ins Facebook gestellt worden, weshalb die Leute wüsste n, dass er in der Schweiz sei. Der Be- schwerdeführer gab zu Beginn der Anhörung mehrere Dokumente und Be- weismittel ab (vgl. act. A15/1 Ziffn. 1 - 7). D-6771/2016 Seite 4 B. Mit Verfügung vom 29. September 2016 – eröffnet am 3. Oktober 2016 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht, und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig Zugleich verfügte es seine Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Weg- weisung an. C. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 2. November 2016 erhob der Be- schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgeric ht Beschwerde gegen die- sen Entscheid. In dieser wird beantrag t, das Bundesverwaltungsgericht habe nach dem Eingang der Beschwerde darzulegen, welche Gerichtsper- sonen mit der Behandlung der Sache betraut würden. Gleichzeitig habe das Gericht zu bestätigen, dass diese Gerichtspersonen tatsächlich zufällig ausgewählt worden seien [1]. Die Verfügung des SEM vom 29. September 2016 sei wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen [2]. Eventuell sei die Verfü- gung des SEM aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vollständi- gen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen [3]. Eventuell sei die Verfügung wegen Ver- letzung der Begründungspflicht aufzuheben und die Sache sei an die Vo- rinstanz zurückzuweisen [4]. Eventuell sei die Verfügung des SEM aufzu- heben und es sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers fest- zustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren [5]. Eventuell sei die Verfügung des SEM betreffend die Ziffern 4 und 5 aufzuheben und die Un- zulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs festzustellen [6]. Der Eingabe lagen Stellungnahmen des Rechtsvertreters vom 30. Juli 2016 und 18. Oktober 2016 zu den Lagebildern des SEM vom 5. Juli 2016 beziehungsweise 16. August 2016, eine Zusammenstellung Länderinfor- mationen über die aktuelle Lage in Sri Lanka vom 12. Oktober 2016 (inkl. CD mit Quellen) und ein internes Formular des sri -lankischen Konsulats bei. D. Der Instruktionsrichter forderte den Beschwerdeführer mit Zwischenverfü- gung vom 17. November 2016 auf, bis zum 2. Dezember 2016 einen Kos- tenvorschuss von Fr. 1200.– zu leisten, mit dem Hinweis, bei ungenutzter Frist werde auf die Beschwerde nicht eingetreten. Zu r Einreichung der in Aussicht gestellten Beweismittel beziehungsweise Übersetzungen setzte D-6771/2016 Seite 5 er eine Frist bis zum 2. Dezember 2016. Zudem setzte er ihn über die Zu- sammensetzung des Spruchkörpers in Kenntnis und verwies hinsichtlich der Fragen zur Geschäftsverteilung und Verfahrensabwicklung auf das Ge- schäftsreglement des Bundesverwaltungsgerichts. E. Am 2. Dezember 2016 liess der Beschwerdeführer einen Artikel aus H._______ vom (…) einreichen. F. Ebenfalls am 2. Dezember 2016 wurde ein Kostenvorschuss von Fr. 1200.– beim Bundesverwaltungsgericht eingezahlt. G. Das SEM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 12. Dezember 2016 die Abweisung der Beschwerde. H. In der Stellungnahme vom 28. Dezember 2016 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten. In der Beilage wurden Kopien des Beweis- mittelverzeichnisses des SEM und der darin abgelegten Dokumente über- mittelt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor. 1.2 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom- men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein D-6771/2016 Seite 6 schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti miert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem der Kosten- vorschuss fristgerecht geleistet wurde, ist auf die frist- und formgerecht ein- gereichte Beschwerde einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Keine Flüchtlinge sind Personen, die Gründe geltend machen, die we- gen ihres Verhaltens nach der Ausrei se entstanden sind und weder Aus- druck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat - oder Herkunftsstaat be- stehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei die Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG). 3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. D-6771/2016 Seite 7 4.1 Das SEM führt zur Begründung seines Entscheides aus, der Beschwer- deführer habe bei der BzP nicht erwähnt, Artikel verfasst und deshalb Prob- leme mit Soldaten gehabt zu haben. Das Vorbringen sei als nachgescho- ben einzustufen. Anzufügen sei, dass er keine detaillierten Angaben zu den von ihm verfassten Artikeln habe machen können. Auf die Bitte hin, diese zu beschreiben, habe er gesagt, es habe ständig Kontrollen gegeben. Über diese Probleme habe er geschrieben. Frauen und Kinder seien schikaniert worden und auch Leute auf Motorrädern hätten Probleme gehabt. Auf die Frage, wie viele Artikel er geschrieben habe, habe er ausweichend gesagt, er habe diese unter einem Pseudonym veröffentlicht. Anschliessend habe er vage gesagt, er habe nicht sehr viele, aber me hr als einen Artikel ver- fasst. Die unsubstanziierten Antworten vermittelten nicht den Eindruck, dass er tatsächlich Artikel verfasst habe. Der Beschwerdeführer sei auch nicht in der Lage gewesen, die Situation detailliert zu beschreiben, als er eine m Kollegen zu Hilfe geeilt sei. Auch auf konkrete Nachfrage hin habe er nicht erläutern können, welche Situa- tion er vorgefunden habe oder wie er zwischen die Leute gegangen sei. Die Frage, weshalb er nur einen der Angreifer habe stoppen können, habe er nicht bea ntworten können. Er habe zusammenhangslos erwähnt, er habe sich die Schuhe gebunden und daraufhin seinen Kollegen gesucht. Auf die Bitte hin, die Schlägerei zu beschreiben, habe er mehrfach das Thema gewechselt. Zuerst habe er erwähnt, er habe versucht, die Solda- ten zu stoppen und habe einen von ihnen geschlagen. Statt weitere Details zu nennen, habe er gesagt, seine Eltern hätten für ihn eine Heirat arran- giert, er habe aber wegen den Problemen nicht heiraten können. Auf Nach- frage hin habe er wiederum gesag t, er habe versucht, die Leute zu stop- pen, und das Thema gewechselt, indem er vorgebracht habe, er sei von Leuten gesucht worden, die einen singhalesischen Akzent gehabt hätten. Seine ausweichenden Antworten erweckten nicht den Eindruck, er habe das Geschilderte selbst erlebt. Zudem habe er bei der BzP ausgeführt, die Soldaten hätten einen Warnschuss abgegeben, während er bei der Anhö- rung von mehreren Schüssen gesprochen habe. Bei der BzP habe er ferner gesagt, am Abend des Vorfalls sei einer der Soldaten, der seinen Kollegen angegriffen habe, zu ihm gekommen und habe ihn gewarnt respektive bedroht. Bei der Anhörung habe er ausge- führt, in der Nacht nach dem Vorfall sei er von mehreren Leuten aufgesucht worden; es seien Leute vom Armeecamp gewesen. Dieser Wi derspruch sei ein weiterer Hinweis darauf, dass er das Geschilderte nicht selbst erlebt habe. D-6771/2016 Seite 8 Schliesslich habe der Beschwerdeführer bei der BzP weder seinen Jour- nalisten-Kollegen noch den Artikel, der über den Angriff auf seinen Kolle- gen verfasst worden sei, erwähnt. Bei der Anhörung sei dieser Artikel ein zentrales Element gewesen. Er habe gemeint, wegen dieses Artikels hät- ten ihn die Soldaten verdächtigt, dass er sie angezeigt habe. Der Artikel sei als nachgeschobenes Element zu bezeichnen und vermittle den Eindruck, dass er seinem Vorbringen durch ein Beweismittel Substanz zu verleihen versuche. Es gelinge ihm somit nicht, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen. Daran könnten auch die eingereichten Beweismittel nichts ändern. Die Bestätigungen von Ausbildungsstätten und Arbeitge- bern beinhalteten keine Hinweise auf die geltend gemachte Verfolgung. Der Zeitungsartikel erwähne den Vorfall, bei dem ein Mann von Soldaten angegriffen und verletzt worden sei. Ihm sei keinerlei Verbindung zum Be- schwerdeführer zu entnehmen. Obwohl die Vorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft zu werten seien, sei jedoch zu prüfen, ob er begründete Furcht vor künftigen Verfol- gungsmassnahmen habe. Gemäss dem Referenzurteil des Bundesverwal- tungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 sei diese Prüfung anhand von Risikofaktoren vorzunehmen. Rückkehrer, die illegal ausgereist seien, im Ausland ein Asylverfahren durchlaufen hätten oder behördlich gesucht würden, würden am Flughafen zu ihrem Hintergrund befrag t. Die Befra- gung und das allfällige Eröffnen eines Strafverfahrens wegen illegaler Aus- reise stellten keine asylrelevante Verfolgungsmassnahme dar. Rückkehrer würden auch am Herkunftsort zwecks Registrierung, Erfassung der Identi- tät und bis hin zur Überwachung ihrer Aktivitäten befragt. Auch diese Kon- trollmassnahmen nähmen grundsätzlich kein asylrelevantes Ausmass an. Der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft gemacht, vor seiner Ausreise verfolgt worden zu sein. Er sei bis im Februar 2015 in Sri Lanka wohnhaft gewesen und habe somit nach Kriegsende noch fünfeinhalb Jahre in der Heimat gelebt. Allfällige zum Ausreisezeitpunkt bestehende Risikofaktoren hätten kein Verfolgungsinteresse der Behörden auszulösen vermocht. Auf- grund der Aktenlage sei nicht ersichtlich, weshalb er nun in den Fokus der Behörden geraten sollte. Der Beschwerdeführer habe vor seiner Ausreise (…) Jahre lang in der Nord- beziehungsweise der Ostprovinz gelebt. Das Bundesverwaltungsge- richt erachte eine Rückkehr in die Nordprovinz – mit Ausnahme des Vanni- Gebiets – und in die Ostprovinz unter gewissen Bedingungen als zumutbar D-6771/2016 Seite 9 (BVGE 2011/24). Heute präsentiere sich die Situation anders. Die Mili- tärpräsenz sei nach wie vor hoch, aber das Militär habe keinen Auftrag mehr, sich um zivile Belange zu kümmern. Gewisse Teile des besetzten Landes seien an die Zivilbevölkerung zurückgegeben worden. Die Infra- struktur sei grösstenteils wiederher- und sichergestellt und die Sicherheits- lage habe sich verbessert. Auch internationale Organisationen und NGOs hätten Zugang zu sämtlichen ehemaligen Konfliktgebieten. Aufgrund die- ser Verbesserungen erachte das SEM den Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka – auch ins Vanni-Gebiet – als grundsätzlich zumutbar. Das Bundes- verwaltungsgericht habe sich zum Vanni -Gebiet noch ni cht geäussert, halte aber im Referenzurteil fest, dass der Vollzug der Wegweisung in die Nord- und in die Ostprovinz zumutbar sei, wenn das Vorliegen der indivi- duellen Zumutbarkeitskriterien zu bejahen sei. Der Beschwerdeführer ver- füge über einen Schulabschluss und habe Berufserfahrung sammeln kön- nen. Mit seinen Eltern und den Geschwistern verfüge er über ein soziales Beziehungsnetz, auf das er bei einer Rückkehr zurückgreifen könne. Ge- mäss den Akten sei er jung und bei guter Gesundheit. 4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe bei der Anhörung verschiedene Unterlagen eingereicht. Diese seien vom SEM grösstenteils nicht nummeriert und nicht übersetzt worden. Bei einem der Beweismittel sei die Mitarbeiterin sich nicht sicher gewesen , um was es sich handle – sie habe es auf dem Beweismittelverzeichnis als „Arbeits- bestätigung?“ bezeichnet. Das einzige nummerierte Dokument sei der Zei- tungsartikel, in dem über den „Zusammenstoss“ zwischen den Soldaten und den Fussballspielern berichtet werde. Mittels eines Post-Its werde auf die Übersetzung durch die bei der Anhörung anwesende Dolmetscherin verwiesen. Diese Übersetzung sei nicht rechtsgenüglich, zumal es sich um ein zentrales Beweismittel handle. Es wäre zwingend notwendig gewesen, vom be treffenden Artikel eine vollständige und qualitativ hochstehende Übersetzung zu erstellen. Der Beschwerdeführer habe ausgeführt, er habe als Jugendlicher/junger Erwachsener der LTTE Hilfsdienste geleistet. Dieser Umstand werde in der Verfügung nicht erwähnt. Bei den geltend gemachten Hilfsdiensten handle es sich um ein rechtserhebliches Sachverhaltselement, auf das in der Ver- fügung nicht eingegangen worden sei. Damit sei ein Sachverhaltselement nicht rechtsgenüglich gewürdigt worden, womit die Begründungspflicht ver- letzt worden sei. D-6771/2016 Seite 10 In der Anhörung habe der Beschwerdeführer gesagt, er habe von der Schweiz aus den „Bewegungsleuten“ geholfen. Einige Fotos von ihm seien auf Facebook gestellt worden. Auch darauf sei in der Anhörung und in der Verfügung nicht eingegangen worden, womit die Begründungspflicht ver- letzt worden sei. Der angefochtenen Verfügung sei nicht zu entnehmen, dass der Beschwer- deführer geltend mache, einen eigentlichen journalistischen Hintergrund zu haben. Die von ihm vorgebrachten Elemente, die auf einen ausgeprägten journalistischen Hintergrund hinwiesen und rechtserheblich seien, würden nicht erwähnt, was dazu geführt habe, dass sein Profil nicht richtig einge- schätzt worden sei. Auch dieses Nichterwähnen stelle eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des rechtlichen Gehörs dar. Eine rechtsgenügliche Sachverhaltsabklärung hätte bedingt, dass der Be- schwerdeführer durch das SEM aufgefordert worden wäre, die durch ihn verfassten Artikel zu beschaffen und übersetzen zu lassen. Der Sach ver- halt sei somit ungenügend abgeklärt worden. Aus dem Unterschriftenblatt der Hilfswerkvertretung gehe hervor, dass diese das Vorliegen einer Trau- matisierung beim Beschwerdeführer als wahrscheinlich erachte. Die Be- obachtung und Anregung zur Sachverhaltsab klärung der Hilfswerkvertre- tung sei nicht in die Verfügung eingeflossen. Es werde nicht darauf einge- gangen, dass die Hilfswerkvertretung angemerkt habe, aufgrund einer grossen emotionalen Belastung sei es dem Beschwerdeführer vermutlich nicht möglich gewesen, die Ereignisse abschliessend und in der notwendi- gen Detailliertheit zu schildern. Wenn eine mögliche Traumatisierung des Asylsuchenden beobachtet werde, wäre es zwingend notwendig, die psy- chische Gesundheit des Betroffenen abzuklären. Da dies nicht getan wor- den sei, sei der rechtserhebliche Sachverhalt nur unvollständig und unrich- tig abgeklärt worden. Trotz der zentralen Bedeutung für die Beurteilung von Gesuchen tamili- scher Asylbewerber aus Sri Lanka wiesen die Länderberichte des SEM schwerwiegende Mängel auf; auch das Bundesverwaltungsgericht habe sich während Jahren nicht auf aktuelle oder unrichtige Länderinformatio- nen gestützt. Die vom unterzeichnenden Anwalt verfassten Stellungnah- men zeigten auf, wie unsorgfältig und manipulativ das Lagebild durch das SEM verfasst worden sei. Das Lagebild des SEM genüge den Anforderun- gen an ernsthaft und korrekt erhobene Länderinformationen nicht. D-6771/2016 Seite 11 Hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der journalistischen Tätigkeit des Be- schwerdeführers sei zu erwähnen, dass sich berei ts in der BzP Hinweise auf dieselbe befänden. Er habe sich als kommunikativen Menschen be- schrieben und den Zeitungsartikel über den Zusammenstoss zwischen den Soldaten und den Fussballspielern erwähnt. Die Einwände des SEM, er habe den Inhalt der Artikel n icht detailliert genug beschreiben und deren Anzahl nicht beziffern können, sei müssig, wenn die angeforderten Beweis- mittel eingereicht würden. Im Übrigen habe er den Inhalt der Artikel ausrei- chend detailliert beschreiben können. Der eingereichte Zeitungsa rtikel stelle einen Teilbeweis für seine Asylvorbringen dar. Das Beweismittel stimme mit seinen Aussagen in zahlreichen Details überein, womit das Sachverhaltselement als bewiesen gelte. Es sei nicht nachvollziehbar, wie das SEM zum Schluss gelange, er habe den Vorfall nicht ausreichend de- tailliert geschildert, wenn die Hilfswerkvertretung beobachtet habe, die emotionale Belastung und allenfalls gar Traumatisierung habe ihn am freien und ausführlichen Erzählen gehindert. Hinzu komme, dass aus dem Anhörungsprotokoll ersichtlich sei, dass er den Vorfall in relativ detaillierter Weise geschildert habe und seine Schilderungen weitere Realitätsmerk- male wie das Erzählen von irrelevanten Details enthielten . Er habe an sämtlichen vom SEM zitierten Protokollstellen d avon gesprochen, er sei nach dem Vorfall „in der Nacht“ aufgesucht worden. Der Standpunkt des SEM, er habe bei der BzP gesagt, er sei „am Abend des Vorfalls“ aufge- sucht worden, sei aktenwidrig. Da dem Beschwerdeführer keine Gelegen- heit gegeben worden sei, zur ihm vorgehaltenen Abweichung der Aussa- gen bezüglich der Anzahl der Polizisten, die zu ihm gekommen seien, Stel- lung zu nehmen, könne der Widerspruch nicht zur Begründung der Un- glaubhaftigkeit herangezogen werden. Bei genauerer Betrachtung der vom SEM erwähnten Textstelle ergebe sich, dass der Widerspruch wohl auf ei- nem Protokollierungs- und/oder Übersetzungsfehler beruhe. Insofern sei es nicht sachgerecht, aus einem Detail einen die Unglaubhaftigkeit begrün- denden Widerspruch zu sehen. Das Gleiche gelte bezüglich der Anzahl der abgegebenen Warnschüsse. Schliesslich sei festzuhalten, dass der Be- schwerdeführer den abgegebenen Zeitungsartikel bei der BzP erwähnt habe. Im Weiteren wird Kritik an der Beschaffung und Berücksichtigung des Län- derwissens durch das SEM und das Bundesverwaltungsgericht geübt und darauf hingewiesen, dass der individuelle Sachverhalt nur im Kontext mit der Ländersituation und den Verhältnissen im Verfolgerstaat abgeklärt und beurteilt werden könne. Alle Länderinformationen seien rechtse rheblich und auf den konkreten Fall bezogen, da sie direkte Auswirkungen auf die D-6771/2016 Seite 12 Beurteilung der Glaubhaftigkeit und die materielle Würdigung im Einzelfall hätten. Als Beilage werde ein aktueller Länderbericht angefügt, dessen Quellen Bestandteil des Gesamtberichts darstellten. Das SEM thematisiere nicht, dass bei einer Rückkehr abgewiesener Asyl- suchender standardmässige behördliche Background -Checks durchge- führt würden, die regelmässig zu asylrelevanter Verfolgung führten. Die Vorbereitungen dieser Checks begännen mit der Papierbeschaffung in der Schweiz und der Vorsprache auf dem sri-lankischen Konsulat. Dort gingen die Abklärungen weiter und führten zu Verhören durch den CID und den TID (Terrorist Investigation Division; Anmerkung des Gerichts). Sri Lanka verfüge auch in der Schweiz über ein Netz an Informanten, das Informati- onen übermittle. Bei den Background-Checks werde je nach den Ermittlern und dem Antwortverhalten des Rückkehrers Gewalt angewendet; die In- tensität der Verhöre und die Verhörmethoden würden sich steigern. Gäben die Betroffenen eine Verbind ung zu den LTTE zu, bestehe ein Grund für weitere Befragungen und für eine Verfolgung. Nach den Checks seien die Abklärungen nicht abgeschlossen, es erfolgten weitere Ermittlungen, die zu weiteren Vorla dungen und regelmässig zur Anwendung von Gewalt führten. Dieses Hintergrundwissen fehle den für den Entscheid verantwort- lichen Mitarbeitern des SEM Es sei auf den Fall der Beschwerdeführenden im Verfahren D -3523/2016 zu verweisen; dieser Beschwerdeführer sei bei seiner Rückkehr am Flug- hafen von Colombo festgenommen worden. Er sei misshandelt und in ein Gefängnis gebracht worden. Aus diesem Fall werde klar, dass auch Perso- nen, die in der Vergangenheit problemlos aus Sri Lanka aus - und später wiedereinreisen hätten können – der Beschwerdeführer habe jahrelang in Grossbritannien gelebt und sei von dort nach Sri Lanka zurückgekehrt –, gefährdet sein könnten. Damit würden die Willkür der sri-lankischen Behör- den und die jederzeit drohende Verletzung von Art. 3 EMRK dokumentiert. Dem unterzeichnenden Anwalt liege ein für den internen Gebrauch be- stimmtes Formular des sri-lankischen Generalkonsulats vor. Damit könne belegt werden, dass bei der Papierbescha ffung systematisch eine Über- prüfung erfolge, ob die Person auf einer Black List aufgeführt sei oder auf einer solchen aufgeführt werden solle, was bei einer Rückkehr zu Verhaf- tung und Verhören führe. Das Dokument zeige, dass die sri-lankischen Be- hörden ein Interesse an der Rückkehr von Personen hätten, die mit der LTTE in Zusammenhang gebracht würden, um diese zu bestrafen können. Dem Formular sei auch zu entnehmen, dass datengestützte Abklärungen D-6771/2016 Seite 13 vorgenommen würden, wobei die Ergebnisse des Clearingprozesses aus- gewertet würden. Aus Rechtsprechung und Länderinformationen gehe hervor, dass kritische Journalisten in Sri Lanka in asylrelevanter Weise gefährdet seien. Der Be- schwerdeführer weise einen breiten journalistischen Hintergrund auf. Er sei regelmässig in kritischer Weise journalistisch tätig gewesen und von der Öffentlichkeit an seinem Wohnort so wahrgenommen worden. Dement- sprechend sei er auch den heimatlichen Behörden bekannt. Aufgrund des Vorfalls beim Fussballspielen und der Berichterstattung darüber sei er ins Visier der Behörden geraten und riskiere, beseitigt zu werden. Die „Besu- che“ durch Soldaten und die Suche nach ihm zeigten, dass bereits Verfol- gungsmassnahmen stattgefunden hätten. Hinzu kämen die früheren Hilfe- leistungen an die LTTE und seine exilpolitischen Tätigkeiten. Aufgrund des verweigerten Schutzes müsste er mit sehr intensiven Verhören rechnen. Selbst wenn er freigelassen würde, müsste er mit einer extralegalen Liqui- dierung rechnen. Damit erfüllten er und seine Familienangehörigen, die ebenfalls Opfer solcher Racheaktionen werden könnten, die Flüchtlingsei- genschaft. 4.3 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, die eingereichten Be- weismittel seien korrekt nummeriert und an der Anhörung vom Beschwer- deführer betitelt worden. Dabei sei das Beweismittel, das die Asylvorbrin- gen betreffe, von der Dolmets cherin übersetzt worden. Im Asylentscheid sei der Zeitungsartikel gewürdigt worden. Betreffend Beweismittel 6 habe der Beschwerdeführer angegeben, es handle sich um einen Arbeitsvertrag. Da kein Zusammenhang zwischen dem Vorbringen und dem Arbeitsvertrag bestehe, erachte das SEM eine Übersetzung als unwesentlich. Das SEM habe die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Unterstüt- zung für die LTTE abgehandelt. Es sei festgehalten worden, dass er bis im Februar 2015 in Sri Lanka wohnhaft gewesen sei. Aus Sicht d es SEM sei nicht ersichtlich, weshalb er nach einer Rückkehr in den Fokus der Behör- den geraten und verfolgt werden sollte. Dabei sei festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer erwähnten Hilfeleistungen für die LTTE, die er bis zu seinem (…) Lebensjahr erbracht habe, kein Risikoprofil begründeten. Seinen Angaben gemäss habe er letztmals im Alter von (…) oder (…) Jah- ren Hilfsleistungen für die LTTE durchgeführt. Danach habe er noch 10 Jahre in Sri Lanka gelebt und keine Behelligungen durch die sri -lanki- schen Behörden glaubhaft gemacht. Vor diesem Hintergrund sei davon D-6771/2016 Seite 14 auszugehen, dass die vorgebrachte Unterstützung keine Verfolgung be- gründe. Hinsichtlich der Rüge, das SEM habe den journalistischen Hintergrund des Beschwerdeführers nicht berücksichtigt, sei auf den Asylentscheid zu ver- weisen. Er habe die vorgebrachten Tätigkeiten an keiner Stelle substanzi- iert zu beschreiben vermocht. Er habe auch keinerlei Beweismittel dazu eingereicht. Es werde weiter gerügt, das SEM habe die Beobachtung der Hilfswerkver- tretung nicht gewürdigt. Das SEM teile die Einschätzung derselben nicht. Es sei dem Protokoll zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer zu Beginn emotional reagiert habe, nach einer Pause habe er sich jedoch beruh igt und nicht mehr emotional auf die Fragen reagiert. Der Sachverhalt habe nach der Pause ohne Zwischenfall aufgrund einer psychischen Überlas- tung erfasst werden können. Angesichts der Unglaubhaftigkeit des Vorbringens sei nicht davon auszu- gehen, dass eve ntuelle psychische Belastungsstörungen auf die geltend gemachte drohende Verfolgung zurückzuführen seien. 4.4 In der Stellungnahme wird an den die Nummerierung und Übersetzung der Beweismittel betreffenden Rügen festgehalten. Die Ausführungen des SEM zum Beweismittel 6 belegten, dass der rechtserhebliche Sachverhalt nicht vollständig und korrekt abgeklärt worden sei. Aus der Vernehmlas- sung ergebe sich, dass dem SEM nicht klar sei, um was es sich beim Be- weismittel handle. Es sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerde- führer ein Beweismittel beibringen würde, das sich nicht auf seine Vorbrin- gen beziehe. Mit den oberflächlichen Ausführungen des SEM zu den Hilfsleistungen des Beschwerdeführers an die LTTE werde bestätigt, dass die Vorbringen in der Verfügung nicht korrekt gewürdigt worden seien und der Sachverhalt nicht abgeklärt worden sei. Auf die geltend gemachten exilpolitischen Tä- tigkeiten werde auch in der Vernehmlassung nicht eingegangen, womit diese ungewürdigt blieben. Das Bundesverwaltungsgericht sei i m Refe- renzurteil E-1866/2015 darauf eingegangen, welche Rückkehrenden, die Risikofaktoren „erfüllten“, in Sri Lanka ernsthafte Nachteile zu gewärtigen hätten. Das Gericht habe den Eintrag in die Stop -List, die Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Akti vitäten als stark risikobegründend einge- stuft. In Bezug auf die beiden letzteren Risikofaktoren halte das Gericht D-6771/2016 Seite 15 fest, dass bei solchen Personen zu prüfen sei, ob sie zusätzlich ein ernst- haftes Interesse am Wiederaufflammen des tamilischen Separatismus habe oder ihr ein solches zugeschrieben werde. Bei näherer Betrachtung ergebe sich, dass eine Unterscheidung zwischen Personen, die ein Inte- resse am Wiederaufflammen des Separatismus haben oder nicht, nicht möglich sei. Das Urteil sei so auszulegen, dass die sri-lankische Regierung in sichtbaren exilpolitischen Tätigkeiten oder in Verbindungen zu den LTTE immer eine Gefahr für ein Wiederaufflammen von tamilischen Oppositions- bewegungen sehe. Hinzu komme, dass bei der Auswahl der zu überwa- chenden oder festzunehmenden Personen auch die Perspektive der Ver- geltung zu beachten sei. Eine Amnestie sei nie ausgesprochen worden und die Gesetzgebung Sri Lankas erlaube eine Bestrafung von LTTE-Aktivisten noch auf Jahre hinaus. Der Beschwerdeführer weise mehrere stark risiko- begründende Faktoren auf, die das SEM nicht gewürdigt habe. Er habe früher die LTTE unterstützt und sei exilpolitisch tätig. Dieses Engagement zeige in den Augen der sri-lankischen Behörden ein Engagement zuguns- ten des tamilischen Separatismus. Zurückkehrende tamilische Asylgesuch- steller seien in der Vergangenheit auch wegen weit zurückliegenden, nie- derschwelligen Tätigkeiten für die LTTE behördlich belangt worden. Des Weiteren wird in der Stellungnahme an den bezüglich der journalisti- schen Tätigkeit des Beschwerdeführers erhobenen Rügen festgehalten, die vom SEM nicht hätten entkräftet werden können. Die Ausführungen des SEM zur Beobachtung der Hilfswerkvertretung seien problematisch. Aus dem Anhörungsprotokoll ergebe sich nicht, dass sich der Beschwerdeführer während der Anhörung beruhigt habe. Dass im Protokoll nicht mehr auf Gefühlsregungen hingewiesen worden sei, lasse nicht darauf schliessen, dass solche nicht ersichtlich gewesen seien. Aus dem Unterschriftenblatt der Hilfswerkvertretung ergebe sich, dass er wäh- rend seiner gesamten Schilderung bezüglich der Ereignisse beim Fussball- platz emotional aufgewühlt gewesen sei. Die Ausführungen des SEM seien somit aktenwidrig. 5. 5.1 Hinsichtlich der Rüge, die vom Beschwerdeführer eingereichten Be- weismittel seien nicht nummeriert worden, ist festzuhalten, dass jedes der eingereichten Beweismittel in der Akte A15/1 abgelegt und mit einem Post- It-Kleber versehen nummeriert ist. Indessen müssen diese Kleber – mit Ausnahme des auf Beweismittel 7 angebrachten – während des Kopiervor-D-6771/2016 Seite 16 gangs entfernt worden sein. Des Weiteren sind die Beweismittel – mit Aus- nahme von Beweismittel 5 und 7 – zumindest teilweise englischsprachig, womit sie sowohl vom Gericht als auch von einem (sprachlich) nicht gänz- lich unbedarften Rechtsvertreter den entsprechenden Ziffern auf dem Be- weismittelumschlag zugeordnet werden können. Demnach können auch die beiden nicht -englischsprachigen Beweismittel 5 und 7 den entspre- chenden Ziffern auf Akte A15/1 zugeordnet werden. Des Weiteren gilt es zu beachten, dass der Beschwerdeführer die Beweismittel einreichte und eingangs der Anhörung angab, um was es sich bei den eingereichten Do- kumenten handle (vgl. act. A16/23 S. 2). In diesem Zusammenhang ist da- rauf hinzuweisen, dass das Akteneinsichtsrecht ihm und nicht seinem Rechtsvertreter zusteht. Dem Beschwerdeführer ist es indessen ohne wei- teres möglich, zusammen mit seinem Rechtsvertreter die von ihm selbst eingereichten Dokumente den diesen entsprechenden Ziffern auf dem Be- weismittelumschlag zuzuordnen. Die erhobene Rüge erweist sich dem- nach als unberechtigt. 5.2 Ebenso un begründet erweist sich die Rüge, das Beweismittel 7 sei nicht rechtsgenüglich übersetzt worden. Die bei der Anhörung eingesetzte Dolmetscherin hat den vom Beschwerdeführer eingereichten Zeitungsarti- kel übersetzt (vgl. act. A 16/23 S. 2). Angesichts der Kürze des Zeitungsar- tikels entsteht nicht der Eindruck , als handle es sich bei der von der Dol- metscherin vorgenommenen Übersetzung um eine nur zusammenfas- sende. In der Beschwerde wird denn auc h nicht substanziiert dargelegt, inwiefern die Übersetzung lückenhaft oder falsch sei. Obwohl in der Be- schwerde Frist zur Einreichung einer weiteren Übersetzung des Zeitungs- artikels beantragt und diese mit Zwischenverfügung vom 17. November 2016 gewährt wurde, ging eine solche bis heute nicht beim Bundesverwal- tungsgericht ein. Weitere Ausführungen zur erhobenen Rüge erübrigen sich demnach. 5.3 Hinsichtlich der Rüge, das SEM sei sich nicht sicher gewesen, um was es sich beim Beweismittel 6, das auf dem Beweismittelverzeichnis als „Ar- beitsbestätigung(?)“ bezeichnet worden sei, handle, ist auf die zutreffenden Ausführungen des SEM in der Vernehmlassung hinzuweisen. Der Be- schwerdeführer bezeichnete das Dokument als „Arbeitsvertrag“, den er nach seiner Ankunft in de r Schweiz erhalten habe ( vgl. act. A16/23 S. 2). Im Rahmen der Anhörung wurde er auf das abgegebene Dokument ange- sprochen, worauf er erklärte , es habe sich um einen Job als kaufmänni- scher Angestellter gehandelt. Eine Durchsicht des Dokuments ergibt, dass es sich weder um einen Arbeitsvertrag noch um eine Arbeitsbestätigung D-6771/2016 Seite 17 handelt. Vielmehr geht aus dem „Arbeitsvertrag“ hervor, dass sich der Be- schwerdeführer beim (…) um eine Stelle bewarb und er einem Eignungs- test unterzogen wurde, dessen Ergebnis im eingereichten Dokument wie- dergegeben wird. Das SEM stellte sich somit zu Recht auf den Standpunkt, es handle sich um ein für die Asylvorbringen irrelevantes Dokument, das nicht übersetzt werden müsse. 5.4 In der Beschwerde wird gerügt, das SEM habe die Aussage des B e- schwerdeführers, er habe den LTTE Hilfe geleistet, in der Verfügung nicht erwähnt und somit nicht gewürdigt. Das SEM führt in der Vernehmlassung aus, es habe in der Verfügung erwogen, allfällige zum Ausreisezeitpunkt bestehende Risikofaktoren hätten bei den heimatlichen Behörden kein Ver- folgungsinteresse auszulösen vermocht, womit die geltend gemachten Hil- feleistungen – wenn auch nicht im Einzelnen – abgehandelt worden seien. Dieser Auffassung kann unter Hinweis auf die Aussagen des Beschwerde- führers, er habe den LTTE nur kleine Hilfen geleistet, gefolgt werden. Die Frage, ob er deswegen je Probleme gehabt habe, verneinte er (vgl. act. A16/23 S. 7 f.). Die in diesem Zusammenhang erhobenen Rügen erweisen sich somit als nicht stichhaltig. 5.5 Weiter wird gerügt, der Beschwerdeführer habe angegeben, er habe in der Schweiz „Bewegungsleuten“ geholfen. Einige Fotos seien auf Face- book gestellt worden. Bei der Anhörung sagte er auf die Frage, ob er in der Schweiz politisch tätig gewesen sei, er habe am Sporttag Teams or gani- siert und auch selber gespielt und am Heldentag geholfen, Dekorationen zu machen und Kerzen zu organisieren. Für das Erntedankfest habe er Gedichte geschrieben, die dort vorgetragen worden seien. Da es sich bei diesen Sachverhaltselementen nicht um politische Aktivitäten handelt und Belege für solche trotz der mit Zwischenverfügung vom 17. November 2016 gesetzten Frist nicht beigebracht wurden, hat sich das SEM zu Recht nicht veranlasst gesehen, auf (nicht geltend gemachte) exilpolitische Akti- vitäten einzugehen. 5.6 Soweit in der Beschwerde der Standpunkt vertreten wird, das SEM hätte den Beschwerdeführer auffordern müssen, die durch ihn verfassten Zeitungsartikel zu beschaffen und zu übersetzen, ist festzuhalten, dass das SEM aus seiner Sicht keine Veranlas sung zu dieser Instruktionsmass- nahme hatte, da es die vom Beschwerdeführer geltend gemachte journa- listische Tätigkeit als unglaubhaft wertete. Im Rahmen der i hm gesetzlich obliegenden Mitwirkungspflicht hätte es am Beschwerdeführer gelegen, Beweismittel zu beschaffen, was ihm offenbar bewusst war, gab er doch D-6771/2016 Seite 18 bei der Anhörung mehrere Dokumente ab (vgl. act. A16/23 S. 2). Die Rüge erweist sich im Übrigen auch deshalb als unbegründet, weil der Beschwer- deführer auch auf Beschwerdeebene keinerlei Beweise für die von ihm be- hauptete journalistische Tätigkeit einreichte , obwohl er diesbezüglich um Fristansetzung ersuchte und ihm mit Zwischenverfügung vom 17. Novem- ber 2016 eine Frist angesetzt wurde. 5.7 In der Beschwerde wird gerügt, das SEM sei in der angefochtenen Ver- fügung nicht auf die Bemerkung der Hilfswerkvertretung eingegangen, wo- nach der Beschwerdeführer grosse Mühe gehabt habe, seine Erlebnisse auf dem Fussballplatz zu schildern. Eine Traumatisierung sei möglich und es sei vorstellbar, dass er nicht alles habe erzählen können. Es werde eine psychologische Abklärung angeregt. Da das SEM dieser Anregung keine Folge geleistet habe, sei der rechtserhebliche Sachverhalt nur unvollstän- dig und unrichtig abgeklärt worden. Dem Anhörungsprotokoll ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdefüh- rer zu Beginn der Schilderung des Vorfalls beim Fussballfeld emotional auf- gewühlt zeigte und schwer atmete. Die Befragerin entschied sich deshalb, eine kurze Pause einzulegen, bevor sie die Anhörung fortsetzte ( vgl. act. A16/23 S. 5). Das SEM wies in der Vernehmlassung zutreffend darauf hin, dass die Anhörung nach der eingelegten Pause problemlos weitergeführt werden konnte, denn aus dem Protokoll ergeben sich keinerlei Hinweise, die den Schluss zuliessen, es sei auch in der Folge zu Problemen gekom- men. Der in der Stellungnahme vertretenen Auffassung, aus dem Umstand, dass solche im Protokoll nicht (mehr) erwähnt worden seien, könne nicht auf deren Nicht-Bestehen geschlossen werden, kann vorliegend nicht ge- folgt werden. Nach der eingel egten Pause wurde der Beschwerdeführer gebeten, zu erzählen, was geschehen sei, worauf er in einem offenbar un- gehemmten Redefluss seine angeblichen Erlebnisse vortrug (vgl. act. A16/23 S. 5 f.). Im weiteren Verlauf der Anhörung wurden ihm sowohl von der Befragerin als auch von der Hilfswerkvertretung – auch zum Vorfall beim Fussballfeld – zahlreiche Fragen gestellt, die er offenbar ohne ersicht- liche Gefühlsregungen beantwortete. Abschliessend wurde er gefragt, ob er alles habe sagen können, das er für sein Asylgesuch als wesentlich er- achte, was er bejahte. Nach der „Rechtsbelehrung“ wurde er nochmals ge- fragt, ob es noch nicht erwähnte Gründe gebe, die gegen eine Rückkehr in den Heimatstaat sprächen, was er verneinte (vgl. act. A16/23 S. 20). Nach erfolgter Rückübersetzung bestätigte er, das Protokoll sei vollständig und entspreche seinen fre ien Äusserungen ( vgl. act. A16/23 S. 22), womit er D-6771/2016 Seite 19 auch bestätigte, dass es keine nicht erwähnten Gründe gebe, die aus sei- ner Sicht für sein Asylgesuch wesentlich seien. In der Beschwerde wird denn auch nicht substanziiert, was der Beschwerdeführer nicht hätte sagen können, das für sein Asylgesuch wesentlich gewesen wäre. Ebenso wenig wird dargelegt, dass sich der Beschwerdeführer in ärztliche/psychologi- sche Behandlung begeben habe und es wurde trotz beantragter und ge- währter Frist zur Einreichung eines Arztberichts kein solcher eingereicht. Die Rüge des unvollständig und unrichtig erhobenen Sachverhalts erweist sich auch in dieser Hinsicht als nicht stichhaltig. 5.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die erhobenen formellen Rügen als unbegründet erweisen. Das SEM hat weder den rechtserhebli- chen Sachverhalt unvollständig oder unrichtig festgestellt noch den An- spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt. Es erübrigt sich, in diesem Zusammenhang auf die weiteren Ausführungen in der Be- schwerde im Einzelnen einzugehen, da sie nichts an der rechtlichen Wür- digung zu ändern vermögen. Die Beschwerdeanträge 2, 3 und 4 sind dem- nach abzuweisen. 6. 6.1 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich dann, wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentli- chen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widerspre- chen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaub- würdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Asylsu- chenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; BVGE 2010/57 E. 2.3 S. 826 f.). D-6771/2016 Seite 20 6.2 Der Beschwerdeführer machte bei beiden Befragungen geltend, Anlass und Hauptgrund für seine Ausreise aus Sri Lanka sei ein Vorfall gewesen, der sich während eines Fussballspiels zugetragen habe, an dem er teilge- nommen habe. Das SEM erachtete die entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft, da es in seinen Aussagen mehrere Widersprüche erkannte und sich auf den Standpunkt stellte, es sei ihm nicht gelungen, das Vorgefallene substanziiert und detailliert zu schildern. In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Schilderungen des Be- schwerdeführers seien substanziiert ausgefallen, die vermeintlichen Wi- dersprüche könnten ausgeräumt werden und der Sachverhalt mit dem ein- gereichten Zeitungsartikel teilweise bewiesen werden. Die Ausführungen des Beschwerdeführers stimmten mit denjenigen im Zeitungsartikel über- ein. Zur Stützung der Vorbringen des Beschwerdeführers wurde am 2. Dezem- ber 2016 ein Artikel aus H._______ vom (…) eingereicht, der den Vorf all auf dem Fussballplatz und im Armeecamp detailliert wiedergibt . Inwiefern der eingereichte Artikel aus H._______, wie im Schreiben vom 2. Dezem- ber 2016 behauptet wird, die unsorgfältige Sachverhaltsabklärung durch das SEM und die Unrichtigkeit dessen Ausführungen zur mangelnden Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers belege, ist ange- sichts der eklatanten Differenzen zwischen der Sachverhaltsschilderung des Beschwerdeführers und derjenigen im eingereichten Artikel nicht nach- vollziehbar. Der eingereichte Artikel stützt vielmehr die Argumentation des SEM, der Beschwerdeführer habe seine Involvierung in den Vorfall im Ar- meecamp nicht glaubhaft machen können. Dem eingereichten Artikel ist zu entnehmen, dass die tamilischen Jugendlichen von D._______ ein Grund- stück erworben hätten, auf dem sie den Fussballplatz I._______ errichtet hätten. Die sri -lankische Armee habe einen Teil des Grun dstücks „be- schlagnahmt“ und einen eigenen Fussballplatz errichtet. Am (…) Januar 2015 sei auf beiden Feldern gespielt worden; als ein tamilischer Spieler einen auf das Feld der Soldaten geratenen Fussball habe zurückholen wol- len, seien die Soldaten mit ihm in Streit geraten und hätten ihn weggejagt. Als dieser Spieler später zusammen mit seinen Freunden sein zurückge- lassenes Motorrad habe abholen wollen, hätten die Soldaten ihn aufgefor- dert, ins Camp zu kommen, um es zu holen. Im Camp sei er brutal ange- griffen und verletzt worden, wonach er von seinen Freunden ins Spital ge- bracht worden sei. Die sri-lankische Armee habe die Familie des Verletzten bedroht und das Spitalpersonal unter Druck gesetzt, nachdem der Vorfall publik geworden sei. Der in H._______ detailliert wiedergegebene Sach- verhalt entspricht in mehreren Teilen offensichtlich nicht der Schilderung D-6771/2016 Seite 21 des Beschwerdeführers. So hat der Beschwerdeführer weder erwähnt, dass es neben besagtem Armeecamp zwei nebeneinander liegende Fuss- ballplätze gibt und dass die tamilischen Mannschaften und diejenigen der Armee am (…) Januar 2015 gleichzeitig gespielt hätten, wobei ein Fussball der ersteren auf das Feld der Armee (und nicht ins Camp) geraten sei. Ebenso wenig wusste der Beschwerdeführer, dass der tamilische Fussball- spieler nicht angegriffen wurde, als er den Ball vom Feld der Armee (und nicht aus dem Camp) holte, sondern als er zu einem späteren Zeitpunkt sein Motorrad abholen wollte , wobei man ihn aufforderte, ins Camp zu kommen (und er dieses nicht etwa von sich aus betrat, wie vom Beschwer- deführer geschildert). Dies führt zum Schluss, dass der Beschwerdeführer vom Vorfall auf dem Fussballplatz/im Armeecamp Kenntnis erlangt hat und darauf aufbauend seine Fluchtgeschichte erdacht hat. Da er beim fragli- chen F ussballspiel indessen ebenso wenig dabei gewesen ist wie beim Übergriff auf den Fussballspieler im Armeecamp, war es ihm nicht möglich, die beiden Teile des Vorfalls substanziiert und detailliert zu schildern. Das SEM hat die entsprechenden Ausführungen des Beschwerdeführers unter Hinweis auf die unsubstanziierte Schilderung des Beschwerdeführers und die Widersprüche im Ergebnis zu Recht als unglaubhaft gewertet. Somit kann dem Beschwerdeführer auch nicht geglaubt werden, dass er im An- schluss an den Vorfall von einem beziehungsweise mehreren Soldaten für den Fall bedroht wurde, sollte er über diesen Vorfall sprechen oder Infor- mationen verbreiten. 6.3 Der Beschwerdeführer erwähnte bei der BzP entgegen der in der Be- schwerde vertretenen Auffassung nicht, dass er sich journalistisch betätigt habe und deshalb mit Schwierigkeiten habe rechnen müssen. Weder im Rahmen der Fragen nach seiner Ausbildung und seinem Beruf noch bei denjenigen nach seinen Ausreisegründen erwähnte er, dass er sich im Be- reich des Journalismus betätigt habe ( vgl. act. A4/12 S. 4 und 7 f.). Seine Aussage, er sei ein kommunikativer Mensch, beinhaltet en tgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung nicht, dass er journalistisch tätig gewesen sei. Auch sein Hinweis, es sei in der Zeitung über den Vorfall im Armeecamp berichtet worden, beinhaltet nicht, dass er mit dieser Be- richtserstattung zu tun gehabt habe. Das SEM hielt zu Recht fest, dass er erstmals im Rahmen der Anhörung vorbrachte, journalistisch tätig gewesen zu sein und er deshalb mit Schwierigkeiten rechnen müsse. Trotz entspre- chender Ankündigung reichte der Beschwerdeführer bis zum heutigen Zeit- punkt keine Beweismittel ein, die seine Behauptung, er sei journalistisch tätig gewesen und habe für zwei Zeitungen armeekritische Artikel geschrie- ben, untermauern würden. Der Beschwerdeführer gab bei der Vorinstanz D-6771/2016 Seite 22 ein Schreiben des Sri Lanka (…) vom 17. August 2011 ab, gemäss dem er den Kurs „(…)“ besuchen könne, sofern er den Betrag von 25000 Rupien rechtzeitig einzahle. Dass der Beschwerdeführer diesen Kurs tatsächlich besuchte, kann nicht als erstellt erachtet werden, da er keine entspre- chende Bestätigung einreichte. Diese hätte gemäss dem Schreiben vom 17. August 2011 nur dann ausgestellt werden können, wenn die Kosten beglichen und alle Lektionen besucht worden wären. Das SEM hat zudem zutreffend geschlossen, die Angaben des Beschwerdeführers zur Anzahl und zum Inhalt der vom ihm verfassten Artikel seien unsubstanziiert und vage gewesen. Die Schlussfolgerung des SEM, dass es dem Beschwer- deführer nicht gelungen ist, ein journalistisches Profil glaubhaft zu machen, erweist sich somit als korrekt. 6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerd eführer weder gelungen ist, nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, dass er we- gen des Vorfalls, der sich im und um ein Camp der sri -lankischen Armee, zutrug noch aufgrund der Weitergabe von Informationen an einen Journa- listen oder eigener journalistischer Tätigkeiten von Angehörigen der Streit- kräfte unter Druck gesetzt und bedroht wurde. Es erübrigt sich, weiterge- hend auf die Ausführungen in den Eingaben auf Beschwerdeebene einzu- gehen, da diese nichts an der vorgenommenen Würdigung zu ändern ver- mögen. 7. 7.1 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, sofern ihr die Nachteile gezielt und aufgrund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG auf - gezählter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind, respektive zugefügt zu werden drohen. Eine begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, die Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit be- achtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Es müssen demnach hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Ent- schluss zur Fluch t hervorrufen würden. Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat und D-6771/2016 Seite 23 grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein. An- spruch auf Asyl nach schweizerischem Recht hat somit nur, wer im Zeit - punkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG aus- gesetzt war (Vorfluchtgründe) oder aufgrund von äusseren, nach der Aus- reise eingetretenen Umständen, auf die er keinen Einfluss nehmen konnte, bei einer Rückkehr ins Heimatland solche ernsthaften Nachteile befürchten müsste (sogenannte objektive Nachfluchtgründe). 7.2 Wie vorstehend unter Erwägung 6.4 zusammenfassend festgehalten wurde, ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, die von ihm genann- ten Hauptgründe für seine Ausreise aus Sri Lanka nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass er aufgrund des Vorfalls während und nach de m Fussballspiel vom (…) Ja- nuar 2015 oder aufgrund von journalistischen Tätigkeiten ins Visier von Soldaten der sri-lankischen Armee geriet. Hinsichtlich der vom Beschwer- deführer erwähnten, zeitlich weit zurückliegenden Hilfsleistungen an die LTTE ist festzustellen, dass er nicht geltend machte, deswegen bis zum Zeitpunkt seiner Ausreise Probleme mit den sri -lankischen Behörden ge- habt zu haben. Demnach kann ihm für den Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka keine begründete Furcht vor Verfolgung zuerkannt werden. 7.3 7.3.1 Das Bundesverwal tungsgericht hat im Urteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri Lanka vorgenommen (vgl. dort E. 8) und festgestellt, dass aus Europa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht ge- nerell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausge- setzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurtei- lung des Risikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeint- lichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zusam- menhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und überprü ft zu werden unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise nach Sri Lanka zurückgeführt werden oder die über die Internationale Organisation für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben D-6771/2016 Seite 24 (sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemachten Ri- sikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden Per- son ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene Rückkeh- rer eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinn von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri -lankischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 7.3.2 Vorliegend sind keine der im vorgenannten Urteil skizzierten stark ri- sikobegründenden Faktoren erkennbar. Die geltend gemachten, zeitlich weit zurückliegenden Hilfsleistungen zugunsten der LTTE waren den sri - lankischen Behörden offenbar nicht bekannt und es besteht keine Veran- lassung anzunehmen, sie seien ihnen nach der Ausreise des Beschwerde- führers bekannt geworden. Zudem waren sie nicht von bedeutender Trag- weite. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte behördliche Suche nach ihm erscheint als unglaubhaft, zumal er die Gründe für dieselbe weder nachweisen noch glaubhaft machen konnte. 7.3.3 Insoweit der Beschwerdeführer geltend machte, er habe in der Schweiz am Sporttag, am Heldentag und am Erntedankfest teilgenommen, und es seien Fotografien von ihm ins Facebook gestellt worden, ist nicht davon auszugehen, dass er die Aufmerksamkeit der heimatlichen Behör- den auf sich gezogen und damit eine Gefährdung für sich geschaffen hat (vgl. Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8.5.4). Trotz entsprechender Ankündigung und Fristgewährung reichte er keinerlei Belege für ein exilpo- litisches Engagement ein, weshalb der Schluss zu ziehen ist, er habe sich nicht in einer derart substanziellen Weise exilpolitisch betätigt, dass ihm seitens der sri -lankischen Behörden ein überzeugter Aktivismus mit dem Ziel der Wiederbelebung des tamilischen Separatismus zugeschrieben werden könnte. 7.4 Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, die heimatlichen Be- hörden würden den Beschwerdeführer verdächtigen, den tamilischen Se- paratismus in Sri Lanka wiederaufleben zu lassen. Insofern sind seine Vor- bringen nicht geeignet, eine begründete Furcht vor der Zufügung ernsthaf- ter Nachteile im asylrechtlichen Sinn zu erwecken. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer, der geltend machte, der Schlepper habe ihm den legal erhaltenen Reisepass nach seiner Ankunft in der Schweiz abgenommen (vgl. act. A4/12 S. 6), aus der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehren wird, genügt nicht, um eine solche Furcht vor Verfolgung zu begründen. D-6771/2016 Seite 25 7.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer weder Vor- noch Nachfluchtgründe nachgewiesen oder zumindest glaubhaft ge- macht hat. Das SEM hat somit sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 8. 8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruc h auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter o der unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3 9.3.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur D-6771/2016 Seite 26 Personen schützt, die die Flüchtl ingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 9.3.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh- rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGM R) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124– 127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation i n Sri Lanka läs st den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er- scheinen. 9.3.3 Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä- ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. Urteile des EGMR, R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien vom 31. Mai 2011, 41178/08; T.N. gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, 20594/08; P .K. gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien vom 17. Juli 2008, 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in gene- reller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurtei- lung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Inte- resse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen durch die in Erwä- gung 7.3.1 erwähnten Risikofaktoren abgedeckt sind (vgl. EGMR, T.N. ge- gen Dänemark, a.a.O., § 94; EGMR, E.G. gegen Grossbritannie n, a.a.O., § 13 und 69) – in Betracht gezogen werden, wobei dem Umstand gebüh- rend Beachtung zu schenken sei, dass diese einzelnen Aspekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglicherweise kein "real risk" darstel- len, diese Schwelle bei einer kumulativen Würdigung erreichen könnten. D-6771/2016 Seite 27 9.3.4 Wie bereits erwogen, ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, dass er bei einer Rückkehr in den Heimatstaat die Aufmerksamkeit der heimatlichen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Mass auf sich ziehen wird. Es bestehen so- mit auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm drohe eine menschenrechtswid- rige Behandlung. Damit lassen vorliegend weder die allgemeine Men- schenrechtssituation noch individuelle Faktoren den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzulässig erscheinen. Der Vollzug der Weg- weisung ist demnach sowohl im Sinn der asyl - als auch der völkerrechtli- chen Bestimmungen zulässig. 9.4 9.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.4.2 In Bezug auf die aktuelle Lage in Sri Lanka ist ebenfalls auf das Re- ferenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E -1866/2015 zu verweisen. Demnach ist die Präsenz der Armee in der gesamten Nordprovinz Sri Lan- kas nach wie vor sehr hoch, woran sich voraussichtlich in absehbarer Zu- kunft nichts ändern werde. Die Militärpräsenz dient jedoch nicht mehr nur Sicherheitszwecken, sondern die Soldaten sind auf besetztem tamilischem Land vermehrt ökonomisch tätig. Dies scheint Teil eines von der sri-lanki- schen Regierung in der Nordprovinz vorangetriebenen "Singhalisierungs- prozesses" zu sein. Im Distrikt Jaffna droht sich die Situation der rund 36‘000 intern Vertriebenen zu verschärfen, zumal die Besitzer des Landes dort zunehmend ihren Grund und Boden zurückfordern, was sie erneuter Zwangsvertreibung aussetzen würde. Es haben zudem zehntausende der landesweit rund 800‘000 als zurückgekehrt registrierten intern Vertriebe- nen bis heute keine dauerhafte Lösung gefunden. Besonders prekär stellt sich die Situation in der ehemaligen Kriegszone dar, insbesondere in den Distrikten Kilinochchi und Mullaitivu. Davon ausgenommen ist jedoch der Distrikt Jaffna der in den vergangen Jahren einen wirtschaftlichen Auf- schwung erlebt, während die ökon omische Lage insbesondere der ländli- chen tamilischen Bevölkerung in der übrigen Nordprovinz angesichts der andauernden Besetzung von privatem und öffentlichem Land durch das sri-lankische Militär respektive der weiterhin hohen Zahl an intern Vertrie- benen sowie der verhältnismässig hohen Lebenskosten nach wie vor fragil D-6771/2016 Seite 28 ist. Auch die humanitäre Lage hat sich angesichts der anhaltend hohen Militärpräsenz nicht grundlegend verändert (vgl. a.a.O., E. 13.3). 9.4.3 Das Bundesverwaltungsgericht geht davon aus, dass der Wegwei- sungsvollzug in die Nordprovinz (mit Ausnahme des sogenannten "Vanni- Gebiets; BVGE 2011/24 E. 13.2.2.1) zumutbar ist, wenn das Vorliegen in- dividueller Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähi- gen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann. 9.4.4 Der Beschwerdeführer verfügt über einen gute schulische Bildung und erweiterte seine schulischen Kenntnisse zwei Jahre lang an einer Uni- versität. In beruflicher Hinsicht erwarb er mehrjährige Erfahrung im Erteilen von (…) und als Aushilfe in verschiedenen (…) (vgl. act. A4/12 S. 4 und A16/23 S. 3 f.). Seine Eltern und zwei seiner Geschwister leben an seinem früheren Wohnort, womit er ein soziales Beziehungsnetz im engeren Sinn hat. Seine Eltern betreiben eine eigene (…), was ihnen gemäss den Aus- sagen des Be schwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht ein sehr gutes Leben ermöglicht (vgl. act. A16/23 S. 4). Nachdem keinerlei Belege für das Vorliegen gesundheitlicher Probleme (Traumatisierung) eingereicht wur- den und der Beschwerdeführer bei der BzP versicherte , „er sei gesund, habe nichts“ (vgl. act. A4/12 S. 8 f.), steht einer Rückkehr nach Sri Lanka auch in dieser Hinsicht nichts entgegen. 9.4.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung nicht als unzumutbar. 9.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allfällig notwendi- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. D-6771/2016 Seite 29 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1200.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der geleistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. (Dispositiv nächste Seite) D-6771/2016 Seite 30 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Der geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens- kosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Christoph Basler Versand: