Seite 1 Entscheid vom 6. September 2013 (510 13 31) __________________________________________________ ___________________ Aktienbewertung Besetzung Vizepräsident Dr. L. Schneider, Steuerric hter Dr. Philippe Spitz, Steuer- richter Robert Richner, Peter Salathe, Dr. Pascal Leumann, Gerichts- schreiberin I. Wissler Parteien A.B. und B.B. , vertreten durch C., Rekurrenten gegen Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 33 , 4410 Liestal, Rekursgegnerin betreffend Staatssteuer 2010 Seite 2 S a c h v e r h a l t : 1. Mit Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2010 vom 26. Juli 2012 hat die Steuerver- waltung den Wert der Wertschriften und Guthaben von Fr. 2'017'646 auf Fr. 6'067'505.-- erhöht. Zur Begründung merkte sie an, dass sich die Differe nz aus der Bewertung der D. AG zum Steuerwert 2010 ergebe. 2. Mit Schreiben vom 16. August 2012 erhob der Vert reter der Pflichtigen hiergegen Ein- sprache. Zur Begründung führte er betreffend der Be wertung der D. AG bei den stillen Reser- ven (Beteiligung E. AG) aus, dass gemäss Einsprache -Entscheid vom 3. Februar 2012 der Steuerwert des Vorjahres (per 31. Dezember 2009) zu berücksichtigen sei. So würden die un- versteuerten stillen Reserven nicht Fr. 9'960'000.-- betragen, sondern Fr. 3'600'000.-- (300 x Fr. 12'000.--). Der kantonale Brutto-Steuerwert der D. AG betrage somit Fr. 2'120.-- und der Ver- mögenssteuerwert Fr. 2'120'000.--. 3. Mit Einsprache-Entscheid vom 20. März 2013 wies die Steuerverwaltung die Einsprache hinsichtlich der Aktienbewertung der Firma D. AG ab . Gemäss § 46 Abs. 2 StG seien die Ver- kehrswerte für nicht kotierte und nicht regelmässig oder ausserbörslich gehandelte Wertpapiere zu schätzen, wobei in der Regel die Bewertungsricht linien des Kreisschreibens Nr. 28 der SSK vom 28. August 2008 anzuwenden seien. Zur Berechnun g des Verkehrswerts werde die Jah- resrechnung der zu bewertenden Gesellschaft benötig t. Unter gewissen Umständen könne auf den Vorjahreswert abgestellt werden. Bei Umstruktur ierungen wie einer Holdinggründung, sei jedoch immer der Steuerwert per Veranlagungsstichta g zu verwenden. Da die D. AG (Holding- Gesellschaft) per 1. März 2010 im Handelsregister e ingetragen worden sei und die Pflichtigen 100% der Aktien besässen, sei eine Aktienbewertung anhand von Vorjahreswerten nicht mög- lich. Zum Zeitpunkt des Einsprache-Entscheides 2009 vom 3. Februar 2012 sei die Gründung der Holding-Gesellschaft in den Steuerakten der Pflichtigen nicht ersichtlich gewesen und durch die veränderten Tatsachen könnten die Aktien nicht mit den Vorjahreswerten bewertet werden. Der Steuerwert der Aktien der D. AG von Fr. 5'150'000.-- bliebe unverändert. Seite 3 4. Mit Rekurs vom 18. April 2013 erhob der Vertreter d er Pflichtigen Rekurs und begehrte, bei der Bewertung der Aktien der D. AG per 31. Dezem ber 2010 sei bei der Ermittlung der stil- len Reserven auf der Beteiligung an der E. AG auf deren Vorjahreswert (2009) abzustellen, was einem Aktienwert von Fr. 2'120.-- pro Aktie und einem Vermögenssteuerwert von insgesamt Fr. 2'120'000.-- per 31. Dezember 2010 entsprechen würd e. Zur Begründung führte er u.a. aus, dass im Wertschriftenverzeichnis 2010 angegeben worden se i, dass die Aktien der E. AG zum Nennwert von insgesamt Fr. 300'000.-- (300 Aktien à nom. Fr. 1'000.--) an die D. AG verkauft worden seien. Des Weiteren sei ersichtlich gewesen, dass de r Pflichtige eine Gutschrift auf ei- nem Darlehenskonto erhalten habe und ihm Ende 2011 Zi nsen in Höhe von Fr. 6'000.-- gutge- schrieben worden seien. Im Rahmen des Einsprache-Entschei ds 2009 sei explizit darauf hin- gewiesen worden, dass in der Steuerperiode 2010 der Wert von 2009 berücksichtigt werden müsse, da dieser nochmals höher ausgefallen sei als im Vorjahr. Mit der Holding-Gründung und der anschliessenden Akti enübertragung sei neben der Risikoübertragung u.a. bezweckt worden, die Betriebsgesellschaft (E. AG) für potenzielle Nach- folger schlank zu halten, ihr aber dennoch gewisse Betrie bsmittel wieder als Darlehen aus der Holding-Gesellschaft zur Verfügung stellen zu können. D ie Vermögenssituation der Pflichtigen habe sich durch die Zwischenschaltung einer Holding-Gesellschaft (D. AG) nicht verändert. 5. Mit Vernehmlassung vom 27. Mai 2013 beantragte die Steuerverwaltung die Abweisung des Rekurses. Das bewegliche Vermögen von natürlichen Personen sei grundsätzlich zum Ver- kehrswert zu besteuern. Massgeblich sei dabei der Wert am Ende der Steuerperiode. Als Ver- kehrswert für kotierte oder regelmässig vor- oder ausserbö rslich gehandelte Wertpapiere gelte der Kurswert gemäss den Kurslisten der ESTV; für die and eren sei der Verkehrswert zu schät- zen. Wertpapiere ohne Kurswert würden grundsätzlich nach den Richtlinien der SSK bewertet, wobei das Kreisschreiben Nr. 28 massgeblich sei. Da diese Wegleitung zwar keine verbindli- chen Anweisungen enthalte, aber eine einheitliche Fe stlegung der Vermögenssteuerwerte in allen Kantonen bezwecke, sei von einer davon abweichend en Bewertung sehr zurückhaltend Gebrauch zu machen. Gemäss diesen Grundlagen habe der Sitzkanton Basel-Landschaft den Brutto-Steuerwert der Aktie der D. AG per 31. Dezembe r 2010 auf Fr. 10'300.-- (CH-Wert) bzw. auf Fr. 5'150.-- (BL-Wert) festgelegt. Da es sich um ei ne reine Holding-Gesellschaft handle, wurde der Substanzwert herangezogen und weil die Pflich tigen Alleinaktionäre seien, gäbe es Seite 4 keinen Einschlag für Minderheitsbeteiligungen. Das Abst ellen auf Vorjahreswerte widerspreche sowohl der Bewertungsvorschrift als auch den Empfehlungen der SSK. Das Steuergericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu- ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurt eilung des vorliegenden Rekurses zu- ständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstritt ener Steuerbetrag wie im vor- liegenden Fall Fr. 8'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stell enden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten. 2. Vorliegend strittig ist, ob für die Verkehrswertbere chnung der Holdinggesellschaft D. AG auf Vorjahreswerte und somit basierend auf die stillen Reserven des Jahres 2009 abgestellt werden darf oder ob als Stichtag das Datum des 31. Dezembers 2010 massgebend ist. a) Gemäss Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direk- ten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezemb er 1990 (StHG) unterliegt der Ver- mögenssteuer das gesamte Reinvermögen. Dabei wird das Ver mögen, (…), zum Verkehrswert bewertet (§ 42 Abs. 1 StG). Als Verkehrswert für kotier te oder regelmässig vor- oder ausser- börslich gehandelte Wertpapiere gilt gemäss § 46 Abs. 1 StG der Kurswert. Für nicht kotierte und nicht regelmässig vor- oder ausserbörslich gehandelte Wertpapiere ist der Verkehrswert zu schätzen (Abs. 2). Als Kurswert für Wertpapiere mit regel mässiger Notierung gilt gemäss § 15 des Dekrets zum Steuergesetz vom 19. Februar 2009 der Schl usskurs des letzten Börsentages des Monats Dezember. Bei fehlenden Kursen wird auf den letzten verfügbaren Kurs abgestellt. Diese Kurse gelten als Steuerwert am 31. Dezember der jeweiligen Steuerperiode. Für die Schätzung des Verkehrswertes der nicht regelmässig vor- oder ausserbörslich gehandelten Seite 5 Wertpapiere sind in der Regel die im entsprechenden Kreisschreiben der Schweizerischen Steuerkonferenz aufgestellten Bewertungsrichtlinien anzuwenden (§ 15 Abs. 2 Dekret StG). Im Grundsatz gilt, dass sich das steuerbare Vermögen nach dem S tand am Ende der Steuerperio- de bemisst (§ 91 Abs. 1 StG). b) Unter dem Verkehrswert ist im Steuerrecht der Wert zu verstehen, der einem Vermögensgegenstand bei der Veräusserung im gewöhnlichen Geschäftsverkehr beigemessen wird. Bei nicht kotierten Wertpapieren, für welche o ffizielle Kursnotierungen fehlen oder die nicht oder nur selten gehandelt werden, ist der Verkehr swert aufgrund derjenigen Schätzungs- grundlagen zu ermitteln, welche die zuverlässigste Wert ermittlung gestatten. Entsprechende Richtlinien enthielt zunächst die von der Konferenz staat licher Steuerbeamter und der Eidge- nössischen Steuerverwaltung herausgegebene "Wegleitung zu r Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer" (Ausgabe 1995; ASA Bd. 65, S. 872 ff., mit Änderung per 1.1.1999). In jüngerer Zeit wurde diese Wegleit ung in das bereits oben erwähnte entspre- chende Kreisschreiben Nr. 28 der Schweizerischen Steuerkonferenz, welche die Rolle der Kon- ferenz staatlicher Steuerbeamter übernommen hat, integ riert. (Version KS Nr. 28 vom 21. Au- gust 2006 für die Steuerperioden 2006 und 2007 und V ersion vom 28. August 2008 gültig ab dem 1. Januar 2008 (im Folgenden: Wegleitung); vgl. w ww.steuerkonferenz.ch). Schliesslich hat die Schweizerische Steuerkonferenz am 16. Dezember 2 010 auch einen Kommentar zum Kreisschreiben Nr. 28 (im Folgenden: Kommentar) veröffe ntlicht (vgl. Entscheid des Steuerge- richtshofs des Kantons Freiburg vom 25. Juli 2011 607 2009-34, E 2b). Die Wegleitung bezweckt, im Lichte der Steuerharmonisi erung zwischen den Kantonen betreffend die Vermögenssteuer, eine in der Schweiz einheitliche Bewertung von in- ländischen und ausländischen Wertpapieren, die an keiner Börse gehandelt werden (Randziffer 1). Die Berechnung des Verkehrswertes erfolgt, wie bere its unter Ziff. 3 der Erwägungen er- wähnt, durch den Sitzkanton der zu bewertenden Gesellschaft. Den in der Wegleitung formulierten Grundsätzen lieg t allgemein der Gedanke zugrunde, dass der Verkehrswert erfahrungsgemäss vom bisherigen und zu erwartenden Ertrag in Form von Dividenden und anderen Gewinnanteilen sow ie von der Ertragskraft der Gesell- schaft abhängt und durch weitere Faktoren beeinflusst w ird, wie beispielsweise durch das Ver- mögen der Gesellschaft (Kapital, Reserven), die Liquid ität der Unternehmung, Stabilität des Geschäftsbetriebes usw. Für die Bewertung ist jedoch nach Art. der Unternehmungen zu unter- scheiden. Die Wegleitung stützt sich insbesondere auf ein G utachten, das eine von der Schutz- Seite 6 organisation der privaten Aktiengesellschaften beauftrag te Expertenkommission erarbeitet hat und welches auch in der Lehre und Praxis überwiegend zust immend aufgenommen worden ist (Der Steuerentscheid, StE 1997, B 22.2 Nr. 13 Erw. 3; StE 2010, B 93.4 Nr. 6 Erw. 3). c) Die in der Schweiz bekannte Mittelwertmethode (Pra ktikermethode) (vgl. Weglei- tung Randziffer 34) errechnet den Unternehmenswert aus einem gewichteten Mittel von Sub- stanzwert und Ertragswert. (...). Obschon die Diversifika tion der Methoden grundsätzlich positiv angesehen wird, ist unklar wie der Substanz- und der Er tragswert präzise zu gewichten sind. Problematisch ist ferner die Vernachlässigung immaterie ller Vermögenswerte. Das beschriebe- ne Verfahren kommt vor allem bei Kleinunternehmen in der Schweiz aufgrund seiner einfachen Umsetzbarkeit und der hohen Akzeptanz zur Anwendung (vgl. D er Schweizer Treuhänder, 9/2009, S. 605; ausführlich: Carl Helbling, Unterneh mensbewertung und Steuern, 9.A. Düssel- dorf 1998, S. 132 und S. 167). d) Gemäss dem Kommentar 2012 zur Wegleitung zur Bewer tung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer verlangt die Ber echnung des Verkehrswerts von nicht- kotierten Wertpapieren per Ende Steuerperiode (n) in der Regel die Jahresrechnung (n) der zu bewertenden Gesellschaft. Im Zeitpunkt der Veranlagun g der natürlichen Person ist die not- wendige Jahresrechnung der zu bewertenden Gesellschaft meistens noch ausstehend. Um das Veranlagungsverfahren nicht zu verzögern, kann auf den Verkehrswert für die Steuerperiode (n- 1) abgestellt werden, sofern die Gesellschaft im Geschä ftsjahr (n) keine wesentlichen Verände- rungen erfahren hat. Grundsätzlich ist der Verkehrswert am Ende der Steuerp eriode oder der Steuer- pflicht massgebend (Art. 66 Abs. 1 StHG). Die Verwend ung des Vorjahreswertes stellt zwar ein praxistaugliches Mittel zur Beschleunigung des Veranlagun gsverfahrens dar, widerspricht je- doch im Grundsatz den gesetzlichen Bestimmungen. Der Entscheid, ob in einem Kanton bei der Veranlagung von natürlichen Personen üblicherweise auf d en Vorjahressteuerwert abgestellt wird, ist daher ausschliesslich Sache dieses Kantons. Auf Antrag einer steuerpflichtigen Person (im Veran lagungs- oder Einsprachever- fahren) sowie in folgenden Fällen ist jedoch immer de r Steuerwert per Veranlagungsstichtag zu verwenden: - Änderung der Bewertungsart (z.B. Substanzwertbewer tung nach Einstel- lung der Geschäftstätigkeit) Seite 7 - Massgebliche Handänderung gemäss RZ 2, Absatz 5 - Publikationspflichtige Kapitalveränderungen zwische n Bewertungs- und Veranlagungsstichtag - Umstrukturierungen wie Fusion, Holdinggründung usw. Wird in Abweichung zur üblicherweise angewandten kan tonalen Praxis auf den Wert per Veranlagungsstichtag abgestellt, ist in der Re gel auch in den folgenden Jahren der Wert per Veranlagungsstichtag zu verwenden. Die in der Wegleitung enthaltene Regelung kann nu r unter der streng verstande- nen Voraussetzung einer fehlenden wesentlichen Verände rung gerade noch als gesetzeskon- forme „Praktikerlösung“ hingenommen werden, ist doch vo n Gesetzes wegen klarerweise auf den Wert per Ende Steuerperiode und gerade nicht auf Vorjahreswerte abzustellen [StRK ZH (2 ST.2009.10) vom 19.3.2009] (Kommentar 2012 zur Wegl eitung zur Bewertung von Wertpapie- ren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer, Kreisschreiben Nr. 28 vom 28. August 2008, Ziff. 4 S. 7). e) Es wird auch im vorliegenden Fall an der Anwendun g der Wegleitung festgehal- ten, zumal auch das Basellandschaftliche Dekret auf die Bewertungsrichtlinien verweist. Ein Abweichen von einer schematischen Bewertung nicht kotierte r Wertpapiere ist im Einzelfall zwar möglich, aber nur dann, wenn eine bessere Erkenntn is des Verkehrswertes dies gebietet (vgl. StE 1988, B 72.13.22 Nr. 10 Erw. 2c; StE 2010, B93.4 Nr. 6 Erw. 3bff.). Aus Gründen der Rechtsgleichheit kann von dieser Wegleitung grundsätzlich nur dann abgewichen werden, wenn sich deren Anwendung als gesetzeswidrig erweisen würde, bzw. wenn eine bessere Erkenntnis des Verkehrswertes dies gebietet (vgl. Kommentar 2012 zur Wegleitung, RZ 1, S. 2). 5. a) Die D. AG wurde am 1. März 2010 in das Handelsre gister eingetragen. Am 21. Juni 2010 wurde zwischen der D. AG und dem Rekurrenten e in Aktienkaufvertrag über die Übertragung der 300 Namenaktien an der E. AG auf die D. AG abgeschlossen. Mit Schreiben vom 15. März 2012 wurde von der D. AG das Holdingprivileg beantragt, was ihr von der Steuer- verwaltung am 20. März 2012 gemäss § 63 Abs. 1 StG auch gewährt wurde. Die anerkannte und auch in der Wegleitung vorgegeben e Bewertungsmethode ist die Mittelwertmethode, auch Praktikermethode genannt, wonach sich der Unternehmenswert Seite 8 aus einem gewichteten Mittel von Substanzwert und Ertrag swert ergibt. Bei reinen Holdingge- sellschaften gilt der Substanzwert als Unternehmenswert (vgl. Wegleitung, Ziff. 38). Der Einsprache-Entscheid betreffend das Steuerjahr 2 009 vom 3. Februar 2012 erwähnt die Möglichkeit der Aktionäre zwischen dem Steuer wert des aktuellen und demjenigen des Vorjahres zu wählen. Wenn diese Wahlmöglichkeit betre ffend der Steuerwerte des Vorjah- res zu Gunsten des Mandanten ausfallen würde, könne dies entsprechend berücksichtigt wer- den. Streitgegenstand war im damaligen Entscheid die Staatssteuer 2009. Ein grundsätzliches Wahlrecht, wie es im Einsprache-Entscheid statuiert wir d, kann den Steuerpflichtigen hingegen aufgrund der bisherigen Ausführungen nicht zugebillig t werden. Dies umso weniger, als dass sich die im Jahre 2010 umgesetzten Veränderungen noch ni cht abzeichneten und die wirt- schaftlichen Gegebenheiten aus Sicht des Jahres 2009 daher nicht absehbar waren. b) In concreto bedeutet dies, dass es im Falle der D. AG zwingend erforderlich ist, dass die Gesellschaft auf das Ende der Veranlagungsperio de, also per Stichtag vom 31. De- zember 2010 bewertet wird. Die neue Holdingstruktur ist eine wesentliche Veränderung, die ein Abstellen auf Vorjahreswerte ausschliesst. Daraus folgt gerade auch, dass die Steuerpflichtigen eben kein Wahlrecht haben. 6. Es stellt sich im Weiteren die Frage, ob die Bewertu ng des Verkehrswertes der D. AG gesetzeskonform erfolgt ist. Zuständig für die Bewertung ist gemäss der Wegleitung (Randziffer 3) der Sitzkanton der Gesellschaft, also demzufolge der Kanton G.. Indessen ist gemäss dem Urteil des Kantons- gerichts Freiburg vom 5. Juni 2009, publ. in StE 2010, B 93.04.2 Nr. 6 Erw. 5b; vgl. auch Kom- mentar zum Kreisschreiben Nr. 28, 2011) die Basellandschaf tliche Veranlagungsbehörde nicht zwingend an die Bewertung des Sitzkantons gebunden. a) Die Bewertung des Kantons G. als Sitzkanton weist ei ne massive Verkehrswert- steigerung aus. Schon zwischen den Jahren 2008 und 2009 fand eine Verzehnfachung statt, worauf auch im Einsprache-Entscheid der Steuerverwaltu ng des Kantons Basel-Landschaft vom 3. Februar 2012 betreffend Staatssteuer 2009 hing ewiesen wurde. Der Bewertungsmel- dung der Steuerverwaltung G. vom 21. Dezember 2011 kan n entnommen werden, dass der Ertragswert des Jahres 2010 im Vergleich zum Jahr 2009 erneut zugenommen hat, nämlich um Seite 9 mehr als das Doppelte (Jahresergebnis 2009: Fr. 652‘670 .-; 2010: Fr. 1‘460‘188.-). Dement- sprechend resultiert ein höherer Ertragswert im Rahmen der Unternehmensbewertung. Die Überprüfung der Berechnung betreffend das Jahr 2010 gestaltet sich demnach wie folgt: 2x Ertragswert n plus 1x Ertragswert n-1 = Fr. 3‘573‘0 46.--:3 = Fr. 1‘191‘015.33 kapitalisiert mit 8.50% = Fr. 14‘011‘945.10. Der Subst anzwert beträgt per 31. Dezember 2010 Fr. 1‘918‘263.--. Nach der Praktikermethode ergibt d ies einen Unternehmenswert von Fr. 9‘980‘717.73 - geteilt durch die Anzahl Aktien (300 ) ergibt dies einen Verkehrswert der Aktien von Fr. 33‘200.-- (abgerundet von Fr. 33‘269.--) pro Aktie. Nach Ansicht des Steuergerichts ist die Bewertung korrekt vorgenommen worden und besteht demzufolge keine Veranlassung davon abzuweichen, zumal der von den Rekurren- ten beantragte Spielraum, die Bewertung auf Vorjahreswerte abzustützen, nicht gegeben ist. b) Schliesslich ist festzuhalten, dass aufgrund der wesent lichen Veränderung (Gründung der Holding) im März 2010 die Anpassung des S teuerwertes bereits für das Jahr 2010 vorzunehmen war und die Rekurrenten somit ledig lich in diesem Jahr eine starke Korrek- tur hinnehmen mussten. Würde man grundsätzlich auf die B ewertung des Vorjahres abstellen, hätte diese Wertsteigerung den Rekurrenten schlicht ei n Jahr später und somit im Jahre 2011 ereilt. Durch die Umstrukturierung ist der Pflichtige j edoch nicht mehr direkt an der E. AG, son- dern an der Holding beteiligt. Eigentümer der Aktie n ist nicht mehr der Pflichtige als Privatper- son, sondern die Holding. Der Wert der Holdingaktie w ird bestimmt durch den Wert der Beteili- gung, den die Holding hält. Es erfolgt in diesem Sin ne kein Durchgriff. Dies wiederum schliesst ein Abstellen auf Vorjahreswerte aus. Für die Bewertun g ist der Stichtag der Bewertung der Holdingaktie massgebend. Nachteilig ausgewirkt hat sich d ie Umstrukturierung für den Pflichti- gen in dem Sinne, als dass er ein Jahr verloren hat, indem das Abstellen auf den Vorjahreswert im Jahr der Umstrukturierung und somit wesentlichen Ve ränderung nicht mehr möglich war, wobei sich dies aufgrund der Gegebenheiten ohnehin nur um ein Jahr verschieben liesse. Aufgrund all dieser Erwägungen ist demnach festzuste llen, dass sich der Rekurs als unbegründet erweist und abzuweisen ist. 7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind den Re kurrenten Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 1'000.-- aufzuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16. Seite 10 Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess ordnung [VPO]) und es ist ihnen keine Parteientschädigung zuzusprechen. Seite 11 Demgemäss w i r d e r k a n n t : ://: 1. Der Rekurs wird abgewiesen. 2. Den Rekurrenten werden gemäss § 130 StG i.V.m. § 20 VPO die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘000.-- (inkl. Auslagen von pauschal Fr. 100.--) auferlegt, welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. 3. Mitteilung an den Vertreter, für sich und zhd. de r Rekurrenten (2), die Gemeinde F. (1) und die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (3). Vizepräsident: Dr. L. Schneider Gerichtsschreiberin: I. Wissler