A bteilung V E -101/2007 hub/jap {T 0/2} U rteil vom 7. Juni 2007 M itw irkung: R ichter H uber, Schürch, M onnet G erichtsschreiber Jaggi X._______, geboren _______, Türkei, vertreten durch lic. iur. M . Serif Altunakar, R echtsberatung, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 6. D ezem ber 2006 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie und alevitischen G laubens aus A._______, verliess seinen H eim atstaat eigenen Angaben zufolge am 3. N ovem ber 2006 und gelangte am 8. N ovem ber 2006 in die Schw eiz, w o er am selben Tag um Asyl ersuchte. Am 16. N ovem ber 2006 erfolgte die Kurzbefragung im Em pfangs- und Verfahrenszentrum B._______ und am 20. N ovem ber 2006 die D irektanhörung zu den Asylgründen durch das BFM . Zur Begründung des Asylgesuchs m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, er sei seit dem 28. Januar 2006 einfaches M itglied der D TP (D em okratic Toplum Partisi), in w elcher er für die lokale Jugendsektion tätig gew esen sei. D ie D TP sei von ehem aligen D EH AP-M itgliedern gegründet w orden. D ie Führer der O rganisation seien Ahm et Türk respektive Aysel Tugluk. Am Abend des 22. April 2006 habe er an einer Sitzung m it dem Sektionspräsidenten, dem Präsidenten der Jugendorganisation und m it acht bis zehn w eiteren Personen in der Parteizentrale von C ._______ teilgenom m en. Als er das Lokal zusam m en m it einem Parteifreund verlassen habe, seien sie von zivil gekleideten Polizeibeam ten w egen des Ver- dachts, einer terroristischen O rganisation anzugehören, in H andschellen abgeführt und in der Folge w ährend drei bis vier oder vier bis fünf Stunden einvernom m en w orden; danach seien sie w ieder auf freien Fuss gesetzt w orden. Seit diesem Er- eignis sei er von der Polizei beobachtet w orden. Er sei insgesam t fünf M al - am 1. Septem ber 2005 und am 22. April, 26. August, 5. O ktober sow ie 15. O ktober 2006 - von der Polizei jew eils für kurze Zeit festgenom m en, befragt und danach w ieder freigelassen w orden. Im M ärz und Juli 2006 habe die Polizei in seiner Abw esenheit zu H ause bei seinen Eltern, die auch M itglieder der D TP seien, nach D okum enten gesucht. Am 26. August und 5. O ktober 2006 sei er auf dem Polizei- posten w egen seiner freundschaftlichen Beziehungen zu Kaderleuten der Partei dazu angehalten w orden, Polizeispitzel zu w erden und die D TP auszuspionieren. Am 15. O ktober 2006 sei er nachts auf dem N achhausew eg von einer Person ge- beten w orden, in einem w eissen H yundai Platz zu nehm en, w o sich noch zw ei an- dere Personen befunden hätten. Im Auto seien ihm um gehend die Augen verbun- den, und w ährend der Fahrt zu einem nahe gelegenen W ald sei er geschlagen w orden. N achdem er aus dem Auto ausgestiegen sei, hätten ihm die drei M änner m it seiner Erschiessung gedroht für den Fall, dass er sich w eigere, Polizeispitzel zu w erden. Er habe schliesslich eingew illigt und sei daraufhin von den M ännern nach H ause gefahren w orden. D rei oder vier Tage später habe er die Parteifunkti- onäre über den Vorfall inform iert. Sie seien übereingekom m en, dass er sich unter diesen U m ständen nicht m ehr politisch betätigen könne. Am 19. O ktober 2006 sei er untergetaucht und habe sich in der Folge bis zur Ausreise aus der Türkei bei Verw andten und Freunden versteckt gehalten. W ie ihm berichtet w orden sei, habe die Polizei w ährend dieser Zeit einm al das Elternhaus durchsucht. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen und, sow eit entscheidw esent- lich, auf die nachfolgenden Erw ägungen. D er Beschw erdeführer reichte im erstinstanzlichen Verfahren eine Identitätskarte und einen Legitim ationsausw eis der U niversität zu den Akten.3 B. M it Verfügung vom 6. D ezem ber 2006 - gleichentags eröffnet - stellte das BFM fest, die Vorbringen des Beschw erdeführers verm öchten den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht zu genügen, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung aus der Schw eiz und deren Vollzug an. C . M it Eingabe vom 4. Januar 2007 (Poststem pel) beantragt der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die G ew ährung von Asyl, eventualiter den Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung unter gleichzeitiger Anordnung der vorläufigen Aufnahm e. In prozessualer H insicht ersucht er um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Zur Stützung der Vorbringen reichte er ein Schreiben der D TP vom 17. N ovem ber 2006, Bestä- tigungen betreffend Anm eldung für die M itgliedschaft, eine Fürsorgebestätigung der C aritas vom 14. D ezem ber 2006 und diverse Ausdrucke aus dem Internet ein. Auf die Begründung der R echtsbegehren und die eingereichten D okum ente w ird, sow eit entscheidw esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D . M it Zw ischenverfügung vom 23. Januar 2007 teilte der zuständige Instruktionsrich- ter dem Beschw erdeführer m it, er dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten; gleichzeitig verzichtete er auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses. E. D as BFM beantragt in seiner Vernehm lassung vom 9. Februar 2007 die Abw ei- sung der Beschw erde. F. D er Beschw erdeführer hält in seiner R eplik vom 13. M ärz 2007 an seiner Be- schw erde fest. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gel- ten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll-4 ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politisch- en Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten na- m entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die ei- nen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Flucht- gründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFM lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers m it der Begründung ab, die Vorbringen verm öchten den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht zu ge- nügen; es erübrige sich folgedessen, die Aussagen auch auf ihre Asylrelevanz hin zu prüfen. Insbesondere seien die Vorbringen in w esentlichen Punkten zu w enig konkret, zu w enig detailliert und zu w enig differenziert dargelegt w orden, und sie verm ittelten den Eindruck, dass der Beschw erdeführer das G eschilderte nicht selbst erlebt habe. So habe er kaum detaillierte Angaben zum R eisew eg, zum R ei- sem ittel und zur R eisedauer gem acht. Zudem seien seine Vorbringen zu den gel- tend gem achten zahlreichen Festnahm en nicht detailliert und genau skizziert w or- den. Zw ar habe er überzeugend über die G eschichte der Partei oder die Landes- und R egionalleitung sprechen können; andererseits seien konkrete und detaillierte Schilderungen von persönlich erlebten Ereignissen ausgeblieben. Angesichts der geltend gem achten G efährdungssituation seien seine Schilderungen zum Ablauf der Verhöre völlig unsubstanziiert und ausserdem sehr repetitiv. Bezeichnen- derw eise seien beispielsw eise Fragen nach dem N am en der Person, die am 22. April 2006 zusam m en m it ihm verhaftet w orden sei, oder nach den N am en der anderen Sitzungsteilnehm er m it Ausnahm e des Präsidenten unbeantw ortet geblie- ben. N icht nachvollziehbar sei des W eiteren die G elassenheit des Beschw erde- führers, m it der er in den w eissen H yundai eingestiegen sei, ohne die Person nach 5 dem G rund zu fragen. Zudem seien die Vorbringen zur Spitzeltätigkeit unlogisch, sei doch nicht davon auszugehen, dass der türkische Staat einen derart grossen, w enig effizienten und zielgerichteten Aufw and betreiben w ürde, lediglich um in Er- fahrung zu bringen, w ie die Partei finanziert w erde oder w as die Kaderleute gerade tun w ürden. Bei der D TP handle es sich um eine legale Partei, und der türkische Staat kenne bessere, zielgerichtetere M ethoden w ie beispielsw eise R azzien. Som it seien die diesbezüglichen Vorbringen unglaubhaft. Schliesslich habe der Be- schw erdeführer auch unterschiedliche Zeitangaben zur angeblichen M itnahm e und anschliessenden Bedrohung vom 15. O ktober 2006 gem acht: anlässlich der D i- rektanhörung habe er zuerst zu Protokoll gegeben, er sei zw ischen 21 und 22 U hr angehalten w orden; im W iderspruch dazu habe er nur kurze Zeit später vorge- bracht, die Anhaltung habe um 22.30 U hr stattgefunden. 4.2 In der R echtsm itteleingabe w ird unter Verw eis auf die m ündlichen Vorbringen zur Begründung des Asylgesuchs im W esentlichen ausgeführt, es sei eine bekannte Tatsache, dass alle prokurdischen Parteien und ihre M itglieder, allen voran die ak- tiven, vom türkischen G eheim dienst beobachtet w ürden. Ein klarer Bew eis dafür, dass aktive M itglieder als PKK-freundlich und folglich als potenzielle Terroristen betrachtet w ürden, seien die im m er w ieder von staatlichen O rganen verhängten Parteiverbote. D ie H EP, D EP und H AD EP seien verboten w orden, obw ohl sie legal nach türkischem R echt gegründete Parteien gew esen seien. M anche M itglieder dieser Parteien sässen im m er noch in H aft, und m anche seien unbekannten Tä- tern zum O pfer gefallen. D ie D TP sei, w ie dies anlässlich der Befragungen vom Beschw erdeführer erw ähnt w orden sei, eine N achfolgepartei der erw ähnten verbo- tenen kurdischen Parteien, von denen auch zum grössten Teil die G ründer der D TP stam m ten. D ie M itglieder und Aktivisten der D TP w ürden staatlich beobach- tet beziehungsw eise verfolgt. D er Beschw erdeführer sei seit dem 28. Januar 2006 ein M itglied der D TP gew esen, und er habe eine Kaderposition innerhalb des Ju- gendflügels der genannten Partei inne gehabt. Seine M itgliedschaft sei sow ohl durch seine fundierten Kenntnisse über die D TP als auch durch die von ihm einge- reichten Bew eism ittel (Anm eldung der M itgliedschaft für ihn und seine Eltern, Be- stätigung der Partei) bew iesen. D as R isiko, eines Tages festgenom m en und gefol- tert zu w erden, sei m it der Zeit im m er grösser gew orden, w as ihn schliesslich dazu bew ogen habe, zu fliehen. D er Beschw erdeführer habe kürzlich erfahren, dass der Kreisvorsteher der D TP in C ._______ am 24. D ezem ber 2006 w egen politischen Aktivitäten festgenom m en und ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet w orden sei. D ie Vorbringen seien entgegen den Ausführungen des BFM glaubhaft. D er Be- schw erdeführer habe gew usst, dass es sich bei den Personen im w eissen H yundai um Polizisten handle und deshalb auch nicht nach dem G rund der Anhaltung ge- fragt. Zudem sei es eine bekannte Tatsache, dass der türkische Staat m it allen M itteln versuche, den Freiheitskam pf der Kurden zu unterbinden. Eine M ethode sei die Einschleusung von Agenten beziehungsw eise Spitzeln in die erw ähnten Par- teien. M an versuche, in jede Parteivertretung einen Spitzel einzuschleusen. G enau diese R olle habe m an ihm übertragen w ollen. D eshalb sei er in den W ald verbracht und gezw ungen w orden, als Spitzel zu arbeiten. Als er sich anfänglich gew eigert habe, sei ihm eine Pistole an den Kopf gesetzt und gedroht w orden, ihn um zubrin- gen. D a er Kurde sei und seine Parteikollegen nicht habe verraten w ollen, habe er 6 sein H eim atland verlassen m üssen. D as Argum ent des BFM , die D TP sei eine le- gale Partei, sei nicht stichhaltig. R azzien gegen Parteivertretungen sow ie Festnah- m en und Verhaftungen von Parteim itgliedern gehörten inzw ischen zum Alltag. Aus der Sicht des türkischen Staates genüge bereits das Sym pathisieren m it der D TP, um als potenzieller Terrorist zu gelten. Es liege auf der H and, dass bei einer Fest- nahm e insbesondere diejenigen Personen, die im Visier der Sicherheitskräfte stün- den, am m eisten Angst hätten, gefoltert beziehungsw eise getötet zu w erden. D er Beschw erdeführer habe die brutale Vorgehensw eise der Sicherheitskräfte am ei- genen Leib erfahren. D em BFM m üsse bekannt sein, w as für D efizite an R echts- staatlichkeit, D em okratie und M enschenrechten in der Türkei herrschten. W as die D ifferenz in der zeitlichen Angabe des Vorfalls vom 15. O ktober 2006 anbelange, liege es auf der H and, dass m an sich in solch einer Situation nicht die genaue U hr- zeit m erke; erw artet w erden könne eine ungefähre Zeitangabe, w as der Be- schw erdeführer getan habe. 4.3 In seiner Vernehm lassung begründet das BFM den Antrag auf Abw eisung der Be- schw erde ergänzend zu den Erw ägungen in seiner angefochtenen Verfügung da- m it, aus den Vorbringen oder D okum enten lasse sich keine logische R eaktion sei- tens der D TP w ie etw a G egenm assnahm en auf die vom Beschw erdeführer geltend gem achten Ereignisse erkennen. Bew eism ittel w ie beispielsw eise Strafakten seien keine vorhanden. D as eingereichte Schreiben der D TP m üsse als G efälligkeits- schreiben gew ertet w erden. Schliesslich lägen dem BFM keine Inform ationen dar- über vor, dass der Beschw erdeführer in den Akten von M enschenrechtsorganisa- tionen erw ähnt w äre. 4.4 In der R eplik des Beschw erdeführers w ird im W esentlichen entgegnet, die D TP ha- be ihm em pfohlen, ins Ausland zu fliehen. D as Vorbringen der Vorinstanz, die D TP habe keine G egenm assnahm en getroffen, sei nicht nachvollziehbar, w eil die Partei nicht in der Lage gew esen sei, ihn zu schützen. D ie Existenz der D TP, w elche an- geblich eine legale Partei sei, sei dem Staat ein D orn im Auge, und er betrachte die O rganisation als politischen Flügel der PKK. Sie w erde scharf beobachtet, und oft w ürden R azzien gegen ihre Vertretungen durchgeführt. Festnahm en und Ver- haftungen von M itgliedern und Sym pathisanten der Partei gehörten zum Alltag. Kürzlich sei ein Plan der JITEM (G eheim dienst der G endarm erie) bekannt gew or- den, den Vorsitzenden der D TP und den O berbürgerm eister von D iyarbakir zu er- m orden. Beim eingereichten Schreiben der D TP handle es sich entgegen der An- sicht des BFM nicht um ein G efälligkeitsschreiben. D er Beschw erdeführer habe nie behauptet, dass er vor G ericht gew esen sei, w eshalb auch keine Strafakten vorlä- gen. D ie Polizei habe versucht, ihn als Spitzel einzusetzen. Erst im Falle einer W eigerung w äre er entw eder beseitigt oder vor G ericht gebracht w orden. 5. 5.1 Bei der Prüfung der G laubhaftigkeit geht es um eine G esam tbeurteilung aller für und gegen den Asylsuchenden sprechenden Elem ente. Eine Sachverhaltsdarstel- lung ist nur dann glaubhaft, w enn bei einer objektivierten Sichtw eise die positiven Elem ente überw iegen und die Behörde som it das Vorhandensein der Flüchtlingsei- genschaft m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält (vgl. Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG ; Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurs-7 kom m ission / EM AR K 2005 N r. 7 E. 6 S. 64 ff., N r. 21 E. 6.1. S. 190 f., 1996 N r. 27 E. 3c.aa S. 263 f., N r. 28 E. 3a S. 270). 5.2 D ie vom Beschw erdeführer dargelegten Behelligungen durch die türkischen Si- cherheitskräfte verm ögen - w ie bereits das BFM zutreffend festgestellt hat - den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht standzuhalten. Insbesondere w ar der Beschw erdeführer nicht in der Lage, seine politischen Aktivi- täten, die sich eigenen Aussagen zufolge auf eine Zusam m enarbeit m it den Ju- gendlichen der D TP und auf eine U nterstützung bei der O rganisation von Kundge- bungen und Versam m lungen beschränkten, auf eine ausführliche Art darzustellen. Es ist ihm im W eiteren nicht gelungen, seine N ähe zu den Führungsinstanzen der D TP-Sektion seines Q uartiers und insbesondere auch nicht seine Teilnahm e an der D irektionssitzung vom 22. April 2006 glaubhaft zu m achen. H inzu kom m t, dass aufgrund der protokollierten Aussagen nicht nachvollzogen w erden kann, aus w elchem G rund sich die türkischen Sicherheitskräfte m it einem solchen Aufw and und ohne jeglichen Erfolg hätten bem ühen sollen, ausgerechnet den aus ihrer Sicht renitenten und w enig verlässlichen Beschw erdeführer unter Anw endung von G ew alt zur Aufnahm e einer Spitzeltätigkeit zu zw ingen, lediglich um die N am en der Kaderleute und die Aktivitäten der Partei sow ie deren Finanzie- rung in Erfahrung zu bringen (Akten Vorinstanz A1/8 S. 5). Zudem erscheint reali- tätsfrem d, dass lediglich der Beschw erdeführer, eigenen Angaben zufolge einfa- ches M itglied der D TP (A1/8 S. 4), im geltend gem achten Ausm ass von der Polizei behelligt w orden sein soll, w ährenddem seine Eltern, ebenfalls M itglieder der Par- tei, der Vater zudem Angehöriger des m ittleren Kaders (A4/11 S. 5, Frage 57), von kurzzeitigen Festnahm en verschont geblieben sind. Vor diesem H intergrund er- w eist sich das Vorbringen in der R echtsm itteleingabe, der Beschw erdeführer habe eine Kaderposition innerhalb des Jugendflügels der Partei inne gehabt, als akten- w idrig. U nlogisch erscheint auch das Vorbringen des Beschw erdeführers, es sei ihm gar nichts Anderes übrig geblieben, als die Türkei zu verlassen, sagte er doch anläss- lich der D irektanhörung zu den Asylgründen aus, nach dem Vorfall vom 15. O kto- ber 2006 sei er m it den Parteifunktionären überein gekom m en, sich nicht m ehr für die D TP zu betätigen (A4/11 S. 2, Frage 11), w om it der G rund für die polizeilichen N achstellungen w eggefallen w äre. D es W eiteren ist festzustellen, dass der Beschw erdeführer entgegen seinen dies- bezüglichen Aussagen keinen M itgliederausw eis der D TP nachreichte, obw ohl er anlässlich der D irektanhörung zu den Asylgründen ausdrücklich bestätigte, einen solchen Ausw eis zu besitzen, und er gleichzeitig die N achreichung des D okum ents in Aussicht stellte (A4/11 S. 6, Frage 65). H inzu kom m t, dass er auf entsprechende Frage vorbrachte, er sei seit 28. Januar 2006 offizielles M itglied der D TP (A4/11 S. 5, Frage 51). Angesichts dieser Sachlage kann nicht nachvollzogen w erden und ist m it seinen diesbezüglichen Aussagen nicht vereinbar, dass er an Stelle des M it- gliederausw eises lediglich Bestätigungen betreffend Anm eldung der M itgliedschaft einreichte. Zudem steht auch das eingereichte Bestätigungsschreiben des Bezirkspräsidium s der D TP von C ._______ vom 17. N ovem ber 2006 inhaltlich im W iderspruch zu den 8 Vorbringen des Beschw erdeführers, sagte dieser doch entgegen den dortigen An- gaben aus, er sei zw ar offiziell seit 28. Januar 2006 Parteim itglied, habe aber schon früher m it der O rganisation zusam m engearbeitet (A4/11 S. 5, Frage 51). U nbesehen davon fällt auf, dass die Bestätigung lediglich abstrakt die vom Be- schw erdeführer geltend gem achten Verfolgungshandlungen w iedergibt, und w eder Angaben zum Zeitpunkt noch zur Intensität der Vorfälle enthält. Zudem können dem Schreiben keinerlei Aussagen zur Funktion und zur Tätigkeit des Beschw er- deführers für die Partei entnom m en w erden. Bei dieser Sachlage m uss das D oku- m ent als G efälligkeitsschreiben ohne Bew eisw ert qualifiziert w erden. Schliesslich sind auch die zusam m en m it der Beschw erde eingereichten Ausdru- cke aus dem Internet m angels G laubhaftigkeit der gesuchsbegründenden Vorbrin- gen nicht geeignet, zu einem anderen Schluss zu gelangen. 5.3 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht standzuhalten verm ögen. D as BFM hat daher zu R echt davon abgesehen, die Asylrelevanz des geschilderten Sachverhal- tes zu prüfen. Es erübrigt sich, angesichts der aufgezeigten U nstim m igkeiten in zentralen Teilen der gesuchsbegründenden Vorbringen auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde und in der R eplik näher einzugehen, zum al diese nicht geeignet sind, eine andere Beurteilung herbeizuführen. D as BFM hat das Asylge- such zu R echt abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2-4 AN AG ). 6.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ).9 7. 7.1 D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. die w eiterhin zutreffende Praxis der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission in EM AR K 2001 N r. 21). 7.2 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- rechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr in seinen H ei- m atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. 7.3 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschw erdeführer für den Fall einer Ausschaffung in die Türkei dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) oder Art. 1 des Europäischen Ü bereinkom m ens zur Verhütung von Folter und un- m enschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe vom 26. N ovem ber 1987 (FoK, SR 0.106) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G e- m äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschie- bung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122 m it w eiteren H inw eisen). Es ist nicht vollends auzuschliessen, dass der Beschw erdeführer bei seiner Einrei- se in die Türkei nach seinem m ehrm onatigen Aufenthalt in W esteuropa befragt w ird. D ieser U m stand allein ist jedoch vorliegend w eder asylrelevant, noch führt er zur U nzulässigkeit (und U nzum utbarkeit) des W egw eisungsvollzugs. D ie allgem eine M enschenrechtssituation in der Türkei für sich allein lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl-, als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 7.4 G em äss Art. 14a Abs. 4 AN AG ist der Vollzug der W egw eisung unzum utbar, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. D iese Bestim m ung bezieht sich in erster Linie auf so genannte G ew alt- flüchtlinge, das heisst auf Personen, die ihr Land w egen Krieg, Bürgerkrieg, einer Situation allgem einer G ew alt oder der herrschenden politischen Lage verlassen haben, denen jedoch nicht die Flüchtlingseigenschaft zukom m t, w eil sie nicht per- sönlich verfolgt w erden. Im W eiteren ist der Vollzug der W egw eisung nicht zum ut- bar für Personen, die nach ihrer R ückkehr aus anderen G ründen einer konkreten G efährdung ausgesetzt w ären, zum Beispiel, w eil sie sich m it beachtlicher W ahr- scheinlichkeit in einer existenzgefährdenden Situation befänden (vgl. EM AR K 2005 N r. 12 E. 10.3. S. 114 m it w eiteren H inw eisen). Angesichts der heutigen Lage in der Türkei kann nicht von einer Situation allgem einer G ew alt oder von kriegeri-10 schen oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen gesprochen w erden, w elche für den Beschw erdeführer bei einer R ückkehr eine konkrete G efährdung darstellen w ürde (vgl. die w eiterhin zutreffende Lagebeurteilung in EM AR K 2004 N r. 8). Zu- dem leben seine Eltern und seine Schw ester in A._______. Er verfügt folglich in der Türkei über ein intaktes soziales Beziehungsnetz und w ird für die w irtschaftliche R eintegration auf die U nterstützung seiner Fam ilienm itglieder zählen können. Es sind som it auch keine persönlichen G ründe ersichtlich, die gegen die R ückkehr des Beschw erdeführers sprechen. Zusam m enfassend folgt, dass der Vollzug der W egw eisung als zum utbar zu erach- ten ist. 7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 8. Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erach- tet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1-4 AN AG ). 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die auf insgesam t Fr. 600.-- festzuset- zenden Verfahrenskosten (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eg- lem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuer- legen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben, Beilage: Einzah- lungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Vorakten (R ef.-N r. N _______; Kopie) - D ._______ des Kantons E._______ (Kopie) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: Bruno H uber Peter Jaggi Versand am :