00/01 14 Verfahrensrecht des Bundes. Kant onales Verfahrensrecht. Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Art. 108 Abs. 1 lit. e UVG. Art. 51 Ab s. 4, Art. 64 i.V.m. Art. 51 Abs. 4 VRPV. Eine öffentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK setzt einen klaren und unmissverständlichen Parteiantrag voraus , dies insbesondere in Verfahren, die nach der kantonalen Praxis üblicherwei se ausschliesslich in Schriftform durchge- führt werden. Obergericht, 18. September 2001, OG V 98 85 Aus den Erwägungen: in Erwägung, dass ... - das Obergericht, soweit es den Sachverhalt als genügend erstellt erachtet, Streitigkeiten im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren praxisgemäss im rein schriftlichen Verfahren erledigt; - eine öffentliche Verhandlung i.S. von Art. 6 Ziff. 1 EMRK einen klaren und unmissverständli- chen Parteiantrag voraussetzt, dies insbesondere in Verfahren, die nach der Praxis des betroffe- nen Kantons üblicherweise ausschliesslich in Schriftform durchgeführt werden, sich hier die Partei, die eine öffentliche Verhandlung wünscht, der Notwendigkeit eines entsprechenden Antrages be- wusst sein muss, weshalb dessen Fehlen als Verzicht zu werten ist (BGE 122 V 55 E. 3a; RKUV 1996 Nr. U 246 S. 163); - in casu der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 51 Abs. 4 VRPV und somit eine Instruktions- verhandlung (zur öffentlichen mündlichen Schlussverhandlung: Art. 61 VRPV) und damit lediglich eine persönliche Anhörung oder Befragung verlangt, aufgrund dessen noch nicht auf den Wunsch auf eine konventionskonforme Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit zu schliessen ist (BGE 122 V 55 E. 3a m.H., RKUV 1996 Nr. U 246 S. 164); - gemäss Art. 108 Abs. 1 lit. e UVG die Parteien "in der Regel" zur Verhandlung vorgeladen werden, diese Bestimmung so auszulegen ist, dass sie der durch Art. 6 Ziff. 1 EMRK gewährlei- steten Garantie einer öffentlichen Verhandlung genügt (BGE 122 V 51 E. 2b m.H.), ein bundes- rechtlicher Anspruch auf mündliche Anhörung durch das kantonale Versicherungsgericht damit nicht begründet wird (RKUV 1992 Nr. U 151 S. 194 f.; Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, Zürich 1995, S. 388); - Art. 64 i.V.m. Art. 51 Abs. 4 VRPV keinen Anspruch auf eine mündliche Verhandlung ein- räumt (Entscheide Obergericht des Kantons Uri vom 11.06.2001, OG V 98 67, E. 3, vom 14.07.2000, OG V 00 18, E. 3, vom 26.07.1999, OG V 99 31, E. 2, vom 07.11.1997, OG V 96 74, publ. in Rechenschaftsbericht über die Rechtspflege des Kantons Uri in den Jahren 1996 und 1997, Nr. 36 S. 103 E. 4); - auf die Durchführung einer öffentlichen mündlichen Schluss- bzw. einer mündlichen Instruk- tionsverhandlung verzichtet wird; ...