<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00222</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206096&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00222</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.08.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 29.01.2007 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Telefonverkehr</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Telefonverkehr mit einem Insassen eines Psychiatriezentrums<br/>(Sachverhalt: Ein Anwalt beschwert sich, bei einem Telefonanruf mit dem Zentrum nicht sofort mit dem Insassen weiterverbunden worden zu sein. Dieser befindet sich im Rahmen einer strafrechtlichen Massnahme im Zentrum und nahm im Zeitpunkt des Anrufs gerade an einer Therapie teil.)<br/><br/>Der Rekurs des Anwalts in eigener Sache war rechtzeitig. Die erst viel später eingegangene Erklärung des Insassen, sich dem Rechtsmittel des Anwalts "anzuschliessen", musste die Rekursinstanz aufgrund der gesamten Umstände nicht als - an sich zulässige - Nachbringung einer Vollmacht würdigen. Deshalb ist sie zu Recht auf die (Rekurs-)Eingabe des Insassen infolge Verspätung nicht eingetreten (E. 2).<br/>Rechtsgrundlagen gemäss EMRK und BV (E. 3.1). Der Anwalt ist keine in familiärer Hinsicht "nahe stehende Person", und ein Mandatsverhältnis im Zeitpunkt des Anrufs ist nicht belegt. Deshalb ist das Rechtsmittel nicht unter dem Gesichtswinkel der entsprechenden konventionsrechtlichen und grundrechtlichen Garantien zu überprüfen (E. 3.2).<br/>Es ist fraglich, ob die unterlassene Weiterverbindung den Schutzbereich der Freiheit der Meinungsäusserung gemäss EMRK (bzw. der Meinungs-. Informations- und Medienfreiheit gemäss BV) tangiert, insbesondere weil nicht ersichtlich ist, dass der Anruf objektiv dringlich war (E. 4 Ingress. 4.1). Jedenfalls sind die Voraussetzungen für die Einschränkung von Grundrechten erfüllt (E. 4.2).<br/>Abweisung (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FESTSTELLUNGSBEGEHREN">FESTSTELLUNGSBEGEHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Allgemeines Verwaltungsrecht ST: FORMEN DES VERWALTUNGSHANDELNS">FORMEN DES VERWALTUNGSHANDELNS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Grundrechte ST: FREIHEITSRECHTE">FREIHEITSRECHTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MASSNAHMENVOLLZUG">MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHIATRISCHE KLINIK">PSYCHIATRISCHE KLINIK</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REALAKT">REALAKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Ãbrige Rechtsgebiete UR: Straf- und Strafprozessrecht ST: STRAFRECHT, ALLGEMEINER TEIL">STRAFRECHT, ALLGEMEINER TEIL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TELEFONGESPRÃCH">TELEFONGESPRÃCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Garantien der EMRK ST: ÃBRIGE GARANTIEN DER EMRK">ÃBRIGE GARANTIEN DER EMRK</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 16 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 17 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 36 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Rechtsanwalt A rief telefonisch am 22. November 2005, ca. 1000 Uhr, das Psychiatriezentrum C an und ersuchte darum, mit B, der sich damals im Rahmen einer strafrechtlichen Massnahme in der Klinik aufhielt, verbunden zu werden. Der Stationspfleger erklÃ¤rte ihm, B sei momentan in der Arbeitstherapie und aus diesem Grund erst ab 1115 Uhr telefonisch wieder erreichbar. A beharrte darauf, sofort mit B verbunden zu werden, was der Stationspfleger ablehnte. Nach dem Ende der Therapie rief B um ca. 1115 Uhr A zurÃ¼ck.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob A am 22. November 2005 "in eigener Sache" Beschwerde an die Gesundheitsdirektion und beantragte, es sei festzustellen, dass die Weigerung, sofort mit B verbunden zu werden, gegen Art. 10 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) verstosse. Die Klinik liess sich dazu am 2. Dezember 2005 vernehmen. Die Gesundheitsdirektion rÃ¤umte A Gelegenheit zur Replik ein. Davon machte dieser mit Faxeingabe vom 1. Januar 2006 Gebrauch. Gleichentags liess er der Gesundheitsdirektion eine schriftliche ErklÃ¤rung von B vom 20. Dezember 2005 zukommen, die unter anderem eine ausdrÃ¼ckliche BevollmÃ¤chtigung As enthielt, diesen bei rechtlichen Schritten betreffend seine Entlassung aus der Klinik zu vertreten. Das Psychiatriezentrum C verzichtete auf Duplik. </p> <p class="Urteilstext">Die Gesundheitsdirektion ging in der Folge davon aus, dass neben A auch B Rekurs erhoben habe. Mit VerfÃ¼gung vom 25. April 2006 trat sie auf den Rekurs von B nicht ein, wÃ¤hrend sie jenen von A abwies. Die Rekurskosten von Fr. 500.- auferlegte sie zu einem Viertel B und zu drei Vierteln A. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit in eigenem Namen sowie in jenem von B erhobener Beschwerde vom 7. Mai 2006 an das Verwaltungsgericht erneuerte A sein Feststellungsbegehren, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners. Die Gesundheitsdirektion beantragte unter Verzicht auf weitere AusfÃ¼hrungen Abweisung der Beschwerde. Das Psychiatriezentrum C liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Das gilt auch insoweit, als die Beschwerde im Namen von B (BeschwerdefÃ¼hrer 2) erhoben worden ist (vgl. dazu E. 2 am Ende).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Gesundheitsdirektion erwog, A habe in eigener Sache rechtzeitig am 22. November 2005 Rekurs erhoben. Dagegen habe er erst am 1. Januar 2006 Rekurs auch im Namen von B eingereicht, was verspÃ¤tet sei (Rekursentscheid E. 5.2). Damit ist die Direktion stillschweigend davon ausgegangen, dass der streitbetroffene Vorfall als Realakt unmittelbar Anfechtungsobjekt fÃ¼r ein Rekursverfahren bilden konnte. Sie bejahte ein schutzwÃ¼rdiges Interesse der BeschwerdefÃ¼hrer an einem Feststellungsentscheid und traf einen solchen unmittelbar im Rekursverfahren (vgl. Rekursentscheid E. 3).</p> <p class="Urteilstext">Es fragt sich allerdings, ob das in der Eingabe vom 22. November 2005 gestellte Feststellungsbegehren die Gesundheitsdirektion hÃ¤tte veranlassen sollen, entweder selber einen Feststellungsentscheid zu treffen oder die Eingabe zu diesem Zweck an das Psychiatriezentrum C zu Ã¼berweisen. Bei einem solchen Vorgehen wÃ¤re alsdann durch den (von der Gesundheitsdirektion oder vom Psychiatriezentrum C getroffenen) Feststellungsentscheid das Anfechtungsobjekt erst geschaffen worden, welches mittels Rekurs (unter Einhaltung der Frist von 30 Tagen gemÃ¤ss § 22 Abs. 1 VRG) weitergezogen werden kann (zur Bedeutung von Feststellungsentscheiden fÃ¼r die GewÃ¤hrleistung eines Rechtsschutzes bei Realakten vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19 N. 10; VGr, 4. Mai 2006, VB.2006.00143 E. 1.2, www.vgrzh.ch; vgl. auch Art. 25a des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968/17. Juni 2005 Ã¼ber das Verwaltungsverfahren, welche Bestimmung zusammen mit der Rechtsweggarantie von Art. 29a der Bundesverfassung vom 18. April 1999/20. MÃ¤rz 2000 [BV] in Kraft treten soll). Bei dieser Betrachtungsweise kÃ¶nnte dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 (B) nicht ohne weiteres entgegengehalten werden, mit der der Gesundheitsdirektion am 1. Januar 2006 Ã¼bermittelten Eingabe vom 20. Dezember 2005 verspÃ¤tet Rekurs erhoben zu haben. Indessen ist es nicht rechtswidrig, wenn sie nicht so vorgegangen war, sondern die Eingabe von A vom 22. November 2005 mit dem darin gestellten Feststellungsbegehen unmittelbar als Rekurs entgegennahm. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 (A) bezeichnete ja seine Eingabe vom 22. November 2005 ausdrÃ¼cklich als "Beschwerde", die er gestÃ¼tzt auf Art. 13 EMRK erhebe. Sodann erklÃ¤rte auch der BeschwerdefÃ¼hrer 2 (B) in seiner der Direktion am 1. Januar 2006 Ã¼bermittelten Eingabe, sich der Beschwerde von A"anschliessen" zu wollen.</p> <p class="Urteilstext">Unter diesen UmstÃ¤nden ist es nicht zu beanstanden, dass die Gesundheitsdirektion auf den Rekurs von B gestÃ¼tzt auf § 22 VRG wegen VerspÃ¤tung nicht eingetreten ist: Bereits das Schreiben Bs vom 20. Dezember 2005 an A (welches dieser am 1. Januar 2006 der Gesundheitsdirektion zukommen liess), legt den Schluss nahe, dass es sich dabei nicht bloss um das (grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssige) Nachbringen einer Vollmacht handelt, heisst es doch darin, dass er (B) sich der Beschwerde von A "anschliesse". Dieser Schluss wird dadurch erhÃ¤rtet, dass A seine Beschwerde vom 22. November 2005 <i>ausschliesslich</i> in eigenem Namen erhoben hatte. Vom â grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssigen â Nachbringen einer Vollmacht kÃ¶nnte nur dann ausgegangen werden, wenn A bereits die Beschwerde vom 22. November 2005 auch im Namen von B erhoben hÃ¤tte (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 22 N. 17; vgl. auch § 21 N. 106 mit Hinweis auf RB 1966 Nr. 3 und 1993 Nr. 53). Daran Ã¤ndert nichts, dass im jetzigen Beschwerdeverfahren aufgrund der ErklÃ¤rung Bs vom 20. Dezember 2005 von einer BevollmÃ¤chtigung As und damit davon auszugehen ist, dass die Beschwerde auch im Namen Bs rechtsgÃ¼ltig erhoben worden ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Hinsichtlich des grundrechtlichen Schutzes des Telefonverkehrs von Anstaltsinsassen rechtfertigt es sich, an die Rechtsprechung anzuknÃ¼pfen, die bezÃ¼glich des Briefverkehrs solcher Insassen entwickelt worden ist. Der Schutz der Korrespondenz von Inhaftierten kann sich je nach Adressatenkreis aus verschiedenen verfassungsrechtlichen und/oder konventionsrechtlichen Garantien ergeben (vgl. zum Ganzen JÃ¶rg Paul MÃ¼ller, Grundrechte in der Schweiz., 3. A., Bern 1999, S. 235 ff. mit zahlreichen Hinweisen; Markus Schefer, Grundrechte in der Schweiz, ErgÃ¤nzungsband, Bern 2005, S. 50 und 144). Der Briefverkehr zwischen Gefangenen und nahe stehenden Aussenpersonen wird primÃ¤r im Rahmen des verfassungsrechtlichen PersÃ¶nlichkeitsschutzes (Art. 10 Abs. 2 BV) und des Rechts auf PrivatsphÃ¤re (Art. 8 EMRK, Art. 13 BV) gewÃ¤hrleistet; hilfsweise wird die Meinungsfreiheit (Art. 10 EMRK, Art. 16 BV) herangezogen (zum Recht auf telefonischen Kontakt von UntersuchungshÃ¤ftlingen mit auslÃ¤ndischen AngehÃ¶rigen vgl. BGr, 20. Juni 2000, 1P.344/2000, 13. August 2002, 1P.382/2002, www.bger.ch). Der Kontakt des Inhaftierten mit dem Anwalt wird sowohl von der Meinungsfreiheit (Art. 10 EMRK, Art. 16 BV) wie auch vom Recht auf PrivatsphÃ¤re (Art. 8 EMRK, Art. 13 BV) und â falls es um die Vorbereitung der Verteidigung geht â auch durch den konventionsrechtlichen Anspruch auf wirksame Verteidigung (Art. 6 Abs. 3 lit. b und c EMRK; vgl. auch Art. 31 Abs. 2 BV) geschÃ¼tzt. Bei der Korrespondenz von Anstaltsinsassen mit Medien steht die Meinungsfreiheit im Vordergrund (zur Bedeutung dieser Garantie vgl. RB 2000 Nr. 75 betreffend Verteilung von Unterlagen in einer psychiatrischen Anstalt durch den Verein Psychex; RB 2005 Nr. 33 betreffend den Betrieb einer Online-Gefangenenzeitung). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 (A) macht nicht geltend, er stehe zum BeschwerdefÃ¼hrer 2 (B) in einer Beziehung, die ihn als nahe stehende Person im Sinn der zitierten Rechtsprechung erscheinen liesse; der verfassungsrechtliche PersÃ¶nlichkeitsschutz (Art. 10 Abs. 2 BV) greift daher hier von vornherein nicht ein. AnlÃ¤sslich seines telefonischen Anrufs im Psychiatriezentrum am 22. November 2005 verlangte er eine sofortige Verbindung mit B mit der BegrÃ¼ndung, er sei dessen Anwalt. Laut Darstellung des Psychiatriezentrums soll B sich in der Folge (offenbar auf Befragen des mit der Vorbereitung der Vernehmlassung an die Gesundheitsdirektion befassten Personals) allerdings dahin geÃ¤ussert haben, er habe A nie beauftragt, "in irgendeiner Form aktiv zu werden"; vielmehr habe ein Bekannter von ihm A gebeten, ihn telefonisch in der Klinik zu kontaktieren. Dieser Darstellung ist der BeschwerdefÃ¼hrer weder in seiner Replik an die Gesundheitsdirektion noch in der Beschwerde an das Verwaltungsgericht entgegengetreten. In der Beschwerde (S. 19) wird diesbezÃ¼glich vielmehr ausgefÃ¼hrt: "Wenn immer zwei Menschen miteinander telefonieren wollen, kÃ¶nnen sie das â egal ob ein MandatsverhÃ¤ltnis besteht â jederzeit und ohne weiteres tun". Es gehe nicht an, "einem in eine psychiatrische Anstalt eingesperrten Menschen die Kommunikation mit der Aussenwelt wÃ¤hrend der Arbeitszeiten zu verbieten". Angesichts dieser Argumentation sowie im Hinblick darauf, dass die Gesundheitsdirektion nach dem Gesagten zu Recht auf den Rekurs von B nicht eingetreten ist, besteht fÃ¼r das Verwaltungsgericht kein Anlass, das Rechtsmittel des BeschwerdefÃ¼hrers 1 unter dem Gesichtswinkel sÃ¤mtlicher grundrechtlicher und konventionsrechtlicher Garantien zu prÃ¼fen, welche spezifisch den Verkehr von Inhaftierten mit ihrem Anwalt gewÃ¤hrleisten. Der BeschwerdefÃ¼hrer beruft sich denn auch einzig auf die Garantie von Art. 10 Abs. 1 EMRK. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Art. 10 Abs. 1 EMRK hat jede Person das Recht auf freie MeinungsÃ¤usserung. Dieses Recht schliesst die Meinungsfreiheit sowie die Freiheit ein, Informationen und Ideen ohne behÃ¶rdliche Eingriffe zu empfangen. Der Schutzbereich von Art. 10 Abs. 1 EMRK entspricht im Wesentlichen jenem von Art. 16 und 17 BV (Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. A., ZÃ¼rich 2005, N. 447 ff.; Mark E. Villiger, Handbuch der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention, 2. A. ZÃ¼rich 1999, Rz. 603 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Gesundheitsdirektion hat es als fraglich bezeichnet, ob das Verhalten des den Anruf beantwortenden Stationspflegers (welches die telefonische Kontaktnahme von A mit B um ca. 1 ¼ Std. verzÃ¶gerte) den Schutzbereich von Art. 10 Abs. 1 EMRK tangiere. Das erscheint in der Tat als fraglich, besteht doch nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein verfassungs- oder konventionsrechtlicher Anspruch von Anstaltsinsassen darauf, ohne EinschrÃ¤nkungen mit der Aussenwelt telefonieren zu kÃ¶nnen. Was das Bundesgericht diesbezÃ¼glich zum telefonischen Verkehr von Anstaltsinsassen mit nahen FamilienangehÃ¶rigen entschieden hat (BGr, 20. Juni 2000, 1P.344/2000, 13. August 2002, 1P.382/2002), muss auch und umso mehr fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer 1 gelten, der sich nach dem Gesagten gegenÃ¼ber B weder auf eine nahe familiÃ¤re Beziehung noch auf ein (im damaligen Zeitpunkt bestehendes) anwaltliches Mandat berufen kann. Vorbehalten werden in der zitierten bundesgerichtlichen Praxis Situationen, in denen ein Anruf nach den UmstÃ¤nden des Einzelfalles bei objektiver Betrachtungsweise als dringlich eingestuft werden muss. Solche UmstÃ¤nde liegen hier nicht vor. Der BeschwerdefÃ¼hrer behauptet nicht, dass er anlÃ¤sslich des telefonischen Anrufs im Psychiatriezentrum am 22. November 2005 dem Stationspfleger konkrete GrÃ¼nde genannt hÃ¤tte, die eine sofortige Verbindung mit B hÃ¤tte als geboten erscheinen lassen. </p> <p class="Urteilstext">Ob der streitbetroffene Vorfall den Schutzbereich von Art. 10 Abs. 1 EMRK Ã¼berhaupt tangiere, kann jedoch mit der Vorinstanz offen gelassen werden, da jedenfalls deren Schlussfolgerung beizutreten ist, dass das beanstandete Vorgehen die angerufene Garantie im Licht der nach Art. 10 Abs. 2 EMRK zulÃ¤ssigen EinschrÃ¤nkungen nicht verletzt (zur Unterscheidung zwischen Schutzbereich und Schranken von Grundrechten vgl. HÃ¤felin/Haller, N. 304 und 318).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>GemÃ¤ss Art. 10 Abs. 2 EMRK kann die AusÃ¼bung der MeinungsÃ¤usserungsfreiheit Formvorschriften, Bedingungen, EinschrÃ¤nkungen und Strafandrohungen unterworfen werden, die gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft im Interesse nÃ¤her bezeichneter RechtsgÃ¼ter notwendig sind; zu Letzteren gehÃ¶ren auch die Aufrechterhaltung der Ordnung und der Schutz der Gesundheit. Die in Art. 10 Abs. 2 EMRK genannten Kriterien entsprechen weitgehend den Anforderungen an GrundrechtseinschrÃ¤nkungen nach Art. 36 BV, nÃ¤mlich dem Erfordernis einer hinreichenden gesetzlichen Grundlage, eines Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen Interesses und der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit (BGE 130 I 369 E. 7.2; Villiger, Rz. 543). </p> <p class="Erwgung2">Die Gesundheitsdirektion ist zum Schluss gelangt, alle drei Voraussetzungen seien im vorliegenden Fall gegeben (Rekursentscheid E. 6.3-6.5). Auf diese ErwÃ¤gungen kann im zustimmenden Sinn verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG). BezÃ¼glich der Frage der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit kann beigefÃ¼gt werden, dass die Ordnung des Anstaltsbetriebs eine (zeitliche) EinschrÃ¤nkung des telefonischen Verkehrs eher zu rechtfertigen vermag als eine BeschrÃ¤nkung der brieflichen Korrespondenz. In der weitschweifigen und teilweise ungebÃ¼hrlich abgefassten Beschwerdeschrift wird nichts vorgebracht, was die zutreffende Beurteilung der Vorinstanz entkrÃ¤ften kÃ¶nnte. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 beruft sich darin vorab auf einen Entscheid des zugerischen Regierungsrats vom 15. Juni 1999, womit dieser eine von A namens eines Klienten sowie in eigenem Namen erhobene Beschwerde gutgeheissen und eine Verletzung von Art. 10 EMRK festgestellt hatte, weil der telefonische Verkehr zwischen A und seinem damaligen Klienten, der sich wegen fÃ¼rsorgerischer Freiheitsentziehung in einer Psychiatrischen Klinik aufhielt, in unzulÃ¤ssiger Weise eingeschrÃ¤nkt worden sei. Abgesehen davon, dass ein ausserkantonaler Rekursentscheid die Rechtsprechung des zÃ¼rcherischen Verwaltungsgerichts nicht in gleicher Weise wie die hÃ¶chstrichterliche Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EuropÃ¤ischen Gerichtshofes zu prÃ¤judizieren vermag, unterscheidet sich der dort beurteilte Sachverhalt vom hier streitbetroffenen Vorfall in erheblicher Weise: Im angerufenen Fall vertrat der BeschwerdefÃ¼hrer 1 seinen Klienten im Zusammenhang mit einer fÃ¼rsorgerischen Freiheitsentziehung, wÃ¤hrend im vorliegenden Fall dessen Intervention eine Person betraf, die sich im Rahmen einer strafrechtlichen Massnahme im Psychiatriezentrum C aufhielt. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 war nach dem Sachverhalt des zugerischen Entscheids im Zeitpunkt des fraglichen Telefonanrufs in die Klinik seitens seines Klienten beauftragt, dessen fÃ¼rsorgerische Freiheitsentziehung anzufechten. Bei der Beurteilung der dortigen Beschwerde war demnach das bestehende MandatsverhÃ¤ltnis bzw. der daraus folgende grundrechtliche Schutz des anwaltlichen Verkehrs zu berÃ¼cksichtigen (vgl. Rekursentscheid vom 15. Juni 1999, E. II/4/d S. 11 f.). Im vorliegenden Fall steht hingegen wie dargelegt nicht fest, ob im Zeitpunkt des fraglichen Vorfalles am 22. November 2005 ein entsprechendes MandatsverhÃ¤ltnis mit dem heutigen BeschwerdefÃ¼hrer 2 bestand. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten von den BeschwerdefÃ¼hrern zu tragen, wobei es sich rechtfertigt, die Kosten zu vier FÃ¼nfteln dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 und zu einem FÃ¼nftel dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 aufzuerlegen, unter subsidiÃ¤rer Haftung eines jeden fÃ¼r die ganzen Kosten. Eine ParteientschÃ¤digung nach § 17 Abs. 2 VRG steht ihnen als Unterliegenden von vornherein nicht zu. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden zu vier FÃ¼nfteln dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 sowie zu einem FÃ¼nftel dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 auferlegt, unter subsidiÃ¤rer Haftung eines jeden fÃ¼r die ganzen Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>