A bteilung II B -2223/2006 {T 0/2} U rteil vom 10. Juli 2007 M itw irkung: R ichter Frank Seethaler (vorsitzender R ichter), R ichter R onald Flury, R ichter Jean-Luc Baechler; G erichtsschreiber D aniel Peyer. A ._______ und B ._______, Beschw erdeführer, gegen A bteilung Strukturverbesserungen und Produktion (A SP), Erstinstanz, Volksw irtschaftsdirektion des K antons B ern, Vorinstanz, betreffend Investitionskredit B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. A._______ und B._______ bew irtschaften in der G em einde C ._______ ei- nen in der Bergzone I gelegenen bäuerlichen Betrieb. M it Eingaben vom 1. D ezem ber 2005 stellten sie beim Am t für Landw irtschaft und N atur des Kantons Bern (LAN AT) zuhanden der Bernischen Stiftung für Agrarkredite (BAK) ein G esuch um Finanzhilfen in Form eines Investitionskredites und in Form von Beiträgen sow ie zuhanden der Abteilung Strukturverbesserun- gen und Produktion (ASP) ein Beitragsgesuch zur Verbesserung der W ohnverhältnisse in Berggebieten. Sie begründeten ihr G esuch dam it, dass im Betrieb U nterhalts- und Sanierungsarbeiten an W ohn- und Ö kono- m iegebäuden anstünden, zudem sei ein Traktor zu ersetzen. N ach Prüfung der Verhältnisse und Einholung w eiterer Auskünfte verfüg- ten die BAK am 8. und die ASP am 9. M ärz 2006 je die Abw eisung der G e- suche um Ausrichtung eines Investitionskredits und um Beiträge zur Ver- besserung der W ohnverhältnisse in Berggebieten. Zur Begründung w urde im W esentlichen ausgeführt, die Vorhaben, für w elche finanzielle Beihilfen beantragt w ürden, seien für die G esuchsteller w eder finanzier- noch trag- bar. B. H iergegen erhoben A._______ und B._______ am 29. M ärz 2006 bei der Volksw irtschaftsdirektion des Kantons Bern Beschw erde. Sinngem äss be- antragten sie die Aufhebung der beiden Entscheide. M it gem einsam er Ver- nehm lassung vom 27. April 2006 beantragten die BAK und die ASP die Abw eisung der Beschw erde. Aufgrund der geplanten Investitionen erschei- ne eine Finanzierung nicht m öglich, in jedem Falle bestehe eine erhebliche Finanzierungslücke. Auch die Tragbarkeit der M assnahm en sei nicht gege- ben. Aus dem Betreibungsregister sei ersichtlich, dass bezüglich Zah- lungsfähigkeit und -m oral von A._______ und B._______ grosse Vorbehal- te zu m achen seien. M it Eingabe vom 22. M ai 2006 hielten A._______ und B._______ an ihren Anträgen fest. M it Entscheid vom 10. August 2006 w ies die Volksw irtschaftsdirektion die gegen die beiden Verfügungen gerichtete Beschw erde ab. Sie erw og, es ergebe sich ein Investitionsbedarf von Fr. 367'000.--. D ieser setze sich zu- sam m en aus den Kosten für die Sanierungsarbeiten am W ohnhausdach (ca. Fr. 50'000.--) und an zw ei Scheunendächern (ca. Fr. 100'000.--), den Kosten für einen neuen Traktor (ca. Fr. 97'000.--) sow ie jenen für die W ohnhaussanierung (exkl. D ach; ca. Fr. 120'000.--). D iesen notw endigen Investitionsbedarf zu finanzieren, m üssten die G esuchsteller in der Lage sein. Einen konkreten N achw eis, die H ypothek der eigenen Liegenschaft bis zur Belastungsgrenze erhöhen zu können, hätten sie nicht erbracht. Som it m üsse m an von Annahm en ausgehen. N ach D urchführung der ge- planten Sanierungen sei ein am tlicher Liegenschaftsw ert von rund Fr. 259'000.-- anzunehm en sow ie eine Belastungsgrenze von rund 3 Fr. 350'000.--. U nter Berücksichtigung der bestehenden H ypothek von Fr. 212'900.-- verbleibe som it ein Finanzierungsspielraum von rund Fr. 137'000.--. D er BAK-Kredit betrage m axim al Fr. 110'000.--, an die Kos- ten der W ohnhaussanierung und der Sanierung eines Scheunendaches könnten höchstens rund 50 % beigesteuert w erden. U nter H inzurechnung von Eigenleistungen und Eigenm itteln von je rund Fr. 20'000.-- (gem äss G esuchsangaben) sow ie des m axim al zulässigen Beitrages zur Verbesse- rung der W ohnverhältnisse in Berggebieten im U m fang von Fr. 22'000.-- verbleibe eine nam hafte Finanzierungslücke. D iese betrage rund Fr. 58'000.-- (Investitionsbedarf m inus m axim al m ögliche Finanzierungs- m ittel). Ebenfalls zu berücksichtigen seien die im Zeitpunkt der G e- suchseinreichung offenen Betreibungen in der H öhe von Fr. 25'000.--. Auch im U rteilszeitpunkt seien Betreibungen in der H öhe von Fr. 16'000.-- offen. D em nach sei die Finanzierung der geplanten einzelbetrieblichen M assnahm en und dam it eine Voraussetzung für die Leistungszusprache betreffend den Investitionskredit nicht gegeben. O b auch die w eitere Vor- aussetzung der Tragbarkeit der M assnahm en gegeben sei, erscheine zw eifelhaft, m üsse jedoch nicht m ehr geprüft w erden. D ie Beschw erde w erde betreffend den Investitionskredit abgew iesen. Ebenso w erde die Be- schw erde betreffend Beiträge zur Verbesserung der W ohnverhältnisse in Berggebieten abgew iesen. H ier fehle es an der Voraussetzung der Trag- barkeit der vorgesehenen Investitionen in das W ohnhaus. C . M it Eingabe vom 5. Septem ber 2006 erhoben A._______ und B._______ (Beschw erdeführer) gegen den Entscheid der Volksw irtschaftsdirektion (Vorinstanz) vom 10. August 2006 bei der R ekurskom m ission EVD (R EKO /EVD ) Beschw erde, sow eit der angefochtene Entscheid die Abw ei- sung des G esuchs um G ew ährung eines Investitionskredites betraf. Zur Begründung w urde ausgeführt, es seien inzw ischen keine Betreibungen m ehr offen. Seit (...) bew irtschafte m an den Betrieb, m an habe Fr. 508'000.-- investiert und zusätzlich die bestehende H ypothek (...) am ortisiert. D ie baulichen M assnahm en seien unum gänglich, für die Finan- zierung der R estkosten sei m an auf den Kredit angew iesen. Sow eit der Beschw erdeentscheid vom 10. August 2006 die Abw eisung des G esuchs um Zuerkennung von Beiträgen zur Verbesserung der W ohnverhältnisse in Berggebieten betraf, w urde Beschw erde beim Verw altungsgericht des Kantons Bern eingereicht. D ieses überw ies die Streitsache zuständigkeits- halber an den R egierungsrat des Kantons Bern, w elcher die Beschw erde m it Entscheid vom 25. April 2007 abw ies. D . M it Vernehm lassung vom 9. N ovem ber 2006 beantragte die Vorinstanz die Abw eisung der bei der R EKO /EVD eingereichten Beschw erde betreffend Investitionskredit. Zur Begründung w urde ausgeführt, die Beschw erdefüh- rer verm öchten keinen N achw eis dafür zu erbringen, w ie die Finanzie- rungslücke geschlossen w erden könne. O hnehin sei im angefochtenen Entscheid von diversen Annahm en zugunsten der Beschw erdeführer aus-4 gegangen w orden. D ie Finanzierungslücke bleibe in jedem Falle bestehen, selbst w enn nun keine Betreibungen m ehr offen sein sollten. Zudem sei die Tragbarkeit der Investition fraglich. E. M it Eingabe vom 29. N ovem ber 2006 reichten die Beschw erdeführer w ei- tere Akten ein. Zudem führten sie aus, es bestehe keine Finanzierungslü- cke, w enn die nachgesuchten Beiträge und Kredite gew ährt w ürden. F. N ach einem M einungsaustausch über die sachliche Zuständigkeit hinsicht- lich der Streitsache betreffend Investitionskredit m it dem Verw altungsge- richt des Kantons Bern (vgl. die Schreiben vom 1. und vom 8. Februar 2007) gab das Bundesverw altungsgericht am 20. Februar 2007 die Ü ber- nahm e des Verfahrens von der R EKO /EVD bekannt. G . Auf die dargelegten und w eitere Vorbringen w ird, sow eit sie rechtserheb- lich sind, in den Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. O b die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf eine Beschw erde ein- zutreten ist, hat die entscheidende Instanz von Am tes w egen und m it freier Kognition zu prüfen (vgl. BG E 130 I 312 E. 1; 130 II 65 E. 1, je m it H inw ei- sen; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungs- recht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 1635). 1.1 D er angefochtene Beschw erdeentscheid der Vorinstanz vom 10. August 2006 betreffend Investitionskredit stützt sich auf die Landw irtschaftsge- setzgebung des Bundes. Er stellt som it eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw al- tungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) dar. D iese Verfügung bzw . dieser Be- schw erdeentscheid w urde am 5. Septem ber 2006 bei der R EKO /EVD ange- fochten, w elche vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32) am 1. Januar 2007 (vgl. AS 2006 1069) zur Beurteilung der Streitsache sachlich und funktionell zuständig w ar (vgl. Art. 166 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 29. April 1998 über die Landw irtschaft, Lw G , SR 910.1, in der Fassung bis zum 31. D ezem ber 2006). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht beurteilt, sow eit hier interessierend, Be- schw erden gegen Verfügungen der Bundeskanzlei, der D epartem ente und der ihnen unterstellten oder adm inistrativ zugeordneten D ienststellen der Bundesverw altung sow ie ausnahm sw eise, w enn dies spezialgesetzlich vorgesehen ist, Beschw erden gegen Verfügungen letzter kantonaler Ins- tanzen (Art. 31 i.V.m . Art. 33 Bst. d VG G ; Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 28. Februar 2001, BBl 2001 4202 ff., insbesonde-5 re 4390 4. Absatz). G em äss Art. 166 Abs. 2 Lw G (heutige Fassung) kann auch gegen Verfügungen letzter kantonaler Instanzen, die in Anw endung des Lw G und seiner Ausführungsbestim m ungen ergangen sind, beim Bun- desverw altungsgericht Beschw erde erhoben w erden. Ausgenom m en sind indessen kantonale Verfügungen über Strukturverbesserungen, die m it Beiträgen unterstützt w erden. D em nach ist das Bundesverw altungsgericht vorliegend zur Beurteilung des um strittenen Investitionskredits zuständig, w ogegen die Beitragsverfügung der kantonalen Volksw irtschaftsdirektion der Beschw erde an die zuständige kantonale R echtsm ittelbehörde unter- liegt (vgl. das Schreiben des bernischen Verw altungsgerichts vom 8. Feb- ruar 2007 und den in dieser Sache bereits erfolgten und – sow eit ersicht- lich – rechtskräftigen Beitragsentscheid des bernischen R egierungsrats vom 25. April 2007). G estützt auf Art. 53 Abs. 2 VG G übernim m t das Bun- desverw altungsgericht daher die Beurteilung der bei der R EKO /EVD an- hängig gem achten Streitsache betreffend den Investitionskredit. 1.3 D ie Beschw erdeführer haben am hier interessierenden Verfahren betref- fend Investitionskredit vor der Vorinstanz teilgenom m en und sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Sie haben ein als schutzw ür- dig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, w es- halb sie zur Beschw erde legitim iert sind (Art. 48 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 37 VG G ). D ie übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen ebenfalls vor (vgl. Art. 46 ff. Vw VG ). 1.4 Auf die Beschw erde ist dam it einzutreten. 2. D as Lw G hat zum Zw eck, dass die Landw irtschaft durch nachhaltige und auf den M arkt ausgerichtete Produktion einen w esentlichen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung, zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrund- lagen, zur Pflege der Kulturlandschaft sow ie zur dezentralen Besiedelung des Landes leistet (Art. 1 Lw G ). Eine M assnahm e des Bundes zur Verfol- gung dieser Zw ecksetzung ist insbesondere die U nterstützung von Struk- turverbesserungen m it Beiträgen und Investitionskrediten (Art. 2 Abs. 1 Bst. d i.V.m . Art. 87 ff. Lw G ). M it diesen Finanzhilfen w erden gem ein- schaftliche (Art. 88 Lw G ) oder w ie hier einzelbetriebliche M assnahm en un- terstützt (Art. 89 Lw G ). 2.1 Für die hier interessierenden Investitionskredite als Strukturverbesse- rungsm assnahm e stellt der Bund den Kantonen finanzielle M ittel zur Verfü- gung (Art. 105 Abs. 1 Lw G ). D ie Kantone gew ähren Investitionskredite als zinslose D arlehen durch Verfügung (Art. 105 Abs. 2 Lw G ). D ie D arlehen sind innert längstens 20 Jahren zurückzuzahlen. Bei den einzelbetriebli- chen M assnahm en w erden Investitionskredite u.a. an Eigentüm er und Ei- gentüm erinnen, die ihr landw irtschaftliches G ew erbe selber bew irtschaf- ten, für den N eubau, den U m bau und die Verbesserung von W ohn- und Ö konom iegebäuden ausgerichtet (Art. 106 Abs. 1 Bst. b Lw G ). D ie Investi- tionskredite w erden pauschal gew ährt (Art. 106 Abs. 3 Lw G ). D er Bundes-6 rat kann Voraussetzungen und Auflagen festlegen sow ie Ausnahm en von der Selbstbew irtschaftung und der pauschalen G ew ährung von Investiti- onskrediten vorsehen (Art. 106 Abs. 5 Lw G ). G estützt auf die vorgenannte D elegationsnorm hat der Bundesrat die Verordnung vom 7. D ezem ber 1998 über die Strukturverbesserungen in der Landw irtschaft (Strukturver- besserungsverordnung, SVV, SR 913.1) erlassen. In dieser w erden u.a. die Investitionskredite für einzelbetriebliche M assnahm en geregelt (Art. 43 ff. SVV). D azu gehören etw a Investitionskredite für bauliche M ass- nahm en (Art. 44 SVV). D ie Investitionskredite w erden nach Pauschalen festgelegt, w obei das Bundesam t für Landw irtschaft (BLW ) Abstufungen der Investitionskredite pro Elem ent, G ebäudeteil oder Einheit auf dem Ver- ordnungsw eg festsetzt (Art. 46 Abs. 5 SVV; Verordnung des BLW vom 26. N ovem ber 2003 über Investitionshilfen und soziale Begleitm assnah- m en in der Landw irtschaft [IBLV, SR 913.211]). Als Voraussetzungen für die G ew ährung entsprechender Kredite nennt die Verordnung insbesonde- re die Finanzierbarkeit und die Tragbarkeit der vorgesehenen Investition (vgl. Art. 8 SVV). G esuche um Investitionskredite sind dem Kanton einzu- reichen (Art. 53 Abs. 1 SVV). D ieser prüft das G esuch, beurteilt die Zw eck- m ässigkeit der geplanten M assnahm en, entscheidet über das G esuch und legt im Einzelfall die Bedingungen und Auflagen fest (Art. 53 Abs. 2 SVV). 2.2 Für die Beurteilung von G esuchen betreffend Investitionskredite ist im Kanton Bern die Bernische Stiftung für Agrarkredite (BAK) zuständig (Art. 19 Abs. 1 der kantonalen Verordnung vom 5. N ovem ber 1997 über Strukturverbesserungen in der Landw irtschaft, KSVV, BSG 910.113). Sie ist dem kantonalen Am t für Landw irtschaft und N atur (LAN AT) untergeord- net. Ihre Verfügungen sind an die kantonale Volksw irtschaftsdirektion w ei- terziehbar (Art. 47 des kantonalen Landw irtschaftsgesetzes vom 16. Juni 1997, KLw G , BSG 910.1, i.V.m . Art. 25 Abs. 1 KSVV). 3. N ach Art. 49 Vw VG (i. V. m . Art. 37 VG G ) kann m it der Beschw erde ans Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Ü berschreitung oder M issbrauch des Erm essens (Bst. a) und unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Bst. b) gerügt w erden. D ie R üge der U nangem essenheit ist indessen un- zulässig, w enn w ie hier eine kantonale Behörde als Beschw erdeinstanz verfügt hat (Art. 49 Bst. c Vw VG ). 4. D ie Vorinstanz begründete die Verw eigerung des Investitionskredits im W esentlichen dam it, dass selbst bei einer Erhöhung der H ypothek bis zur Belastungsgrenze, der G ew ährung eines m axim alen Investitionskredites und eines Beitrags eine erhebliche Finanzierungslücke verbleibe. D er not- w endige Investitionsbedarf von Fr. 367'000.-- könne nicht gedeckt w erden. Es fehle an der Finanzierbarkeit der M assnahm en. Es könne offen gelas- sen w erden, ob die Tragbarkeit gegeben sei. D ies sei zw eifelhaft. Aus den verzeichneten Betreibungen w erde zudem ersichtlich, dass die Beschw er-7 deführer M ühe hätten, den laufenden finanziellen Verpflichtungen nachzu- kom m en. D em entgegnen die Beschw erdeführer, die ihnen vorgehaltenen Betrei- bungssum m en inzw ischen bezahlt zu haben. W eiter bringen sie vor, ihren Betrieb seit der Ü bernahm e im Jahr (...) ordentlich zu bew irtschaften. Es seien erhebliche Investitionen vorgenom m en w orden, die H ypothek sei re- gelm ässig am ortisiert w orden. Schliesslich führen sie aus, die vorgesehe- nen baulichen M assnahm en seien unum gänglich. Eine Finanzierungslücke bestehe nicht, w enn ihnen w ie beantragt ein Investitionskredit und Beiträge zuerkannt w ürden. Zusam m enfassend m achen die Beschw erdeführer gel- tend, Finanzierbarkeit und Tragbarkeit der beabsichtigten Investitionen sei- en gegeben, w eshalb ihnen der beantragte Investitionskredit zuzusprechen sei. 5. Erste Voraussetzung der Ausrichtung von Investitionskrediten für die hier interessierenden einzelbetrieblichen M assnahm en bildet nach dem G esag- ten die Finanzierbarkeit der Investition (vgl. Art. 8 Abs. 1 SVV). D ie Verord- nung um schreibt diesen Begriff nicht näher, doch ergibt sich aus dem all- gem einen W ortsinn, dass der für die R ealisierung eines Vorhabens erfor- derliche Finanzbedarf durch Eigenm ittel und D arlehen hinreichend sicher- gestellt ist und der vorgesehene finanzielle Aufw and in vernünftiger R elati- on zum Ertrag steht. 5.1 M it der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Beschw erdeführer In- vestitionen m it einem Volum en von Fr. 367'000.-- durchzuführen beabsich- tigen. D er G esam tbedarf ergibt sich aus den Investitionsposten: Im Einzel- nen sind dies die W ohnhaussanierung inkl. D ach im U m fang von Fr. 170'000.--, die Sanierung von zw ei Scheunendächern im U m fang von Fr. 100'000.-- und der Erw erb eines Traktors zum Preis von Fr. 97'000.--. Es ist unbestritten, dass es sich hierbei um sog. notw endige Investitionen nach Art. 8 Abs. 2 lit. d SVV handelt (dringende bauliche U nterhalts- und Sanierungsarbeiten, Ersatz des Traktors). 5.2 Zu prüfen ist in einem ersten Schritt, inw iew eit dieser G esam tbedarf durch Eigen- und Frem dm ittel der Beschw erdeführer gedeckt w erden kann. 5.2.1 Laut eigenen Angaben im Kreditgesuch verfügen die Beschw erdeführer über eigene M ittel (Bargeld) im U m fang von Fr. 20'000.--. Sie w ollen zu- dem Eigenleistungen im U m fang von Fr. 30'000.-- erbringen. Insgesam t w ürden ihre Eigenm ittel som it Fr. 50'000.-- betragen. D ie Vorinstanz ging dem gegenüber von je Fr. 20'000.-- Bargeld und Eigenleistungen, total so- m it Fr. 40'000.-- an Eigenm itteln, aus. W ie sich aus den nachfolgenden Er- w ägungen ergibt, ist es für die rechtliche Beurteilung der Streitsache uner- heblich, ob von Eigenm itteln in der H öhe von Fr. 40'000.-- oder Fr. 50'000.-- ausgegangen w ird, so dass sich an dieser Stelle W eiterungen hierzu erübrigen.8 5.2.2 D ie Beschw erdeführer vertreten die Auffassung, ihre Liegenschaft habe nach der Sanierung einen am tlichen W ert von ca. Fr. 370'000.-- und könne bis zur G renze von rund Fr. 500'000.-- belastet w erden. Sie legen eine Be- scheinigung der kreditgebenden Bank ins R echt, w onach der H ypothekar- ausstand bzw . die Belastung per Ende 2005 Fr. 212'900.-- betrug. Zum m öglichen Ausm ass der H ypothekarkrediterhöhung und dam it zur H öhe der allenfalls zu erw artenden Frem dm ittel gilt Folgendes: D ie Belas- tungsgrenze von landw irtschaftlichen G rundstücken bestim m t sich gem äss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 4. O ktober 1991 über das bäuerli- che Bodenrecht (BG BB, SR 211.412.11). M assgebend ist grundsätzlich der um 35 % erhöhte landw irtschaftliche Ertragsw ert des G rundstücks. H ierzu hatte die Erstinstanz ausgeführt, der am tliche W ert der Liegen- schaft von derzeit Fr. 228'410.-- w erde bei einer R ealisierung der geplan- ten M assnahm en um Fr. 30'000.-- auf rund Fr. 260'000.-- ansteigen. D ie (provisorische) Belastungsgrenze w erde gem äss internen Berechnungen rund Fr. 350'000.-- betragen (vgl. dazu den Finanzierungsplan vom 24. April 2006). D iese Angaben hatte auch die Vorinstanz übernom m en. D ie im Verhältnis zum heutigen Stand eher geringfügig zu erw artende Stei- gerung des am tlichen W ertes ist angesichts des U m stands, dass m it den beabsichtigten baulichen M assnahm en in erster Linie Sanierungs- und da- m it w erterhaltende Arbeiten in oder an der Liegenschaft finanziert w erden sollen (z.B. Ersatz des 60-jährigen W ohnhausdaches), nachvollziehbar. D ie Beschw erdeführer bringen nichts vor, w as diese Berechnungsw eise zu entkräften verm öchte. Ihre Schätzung erw eist sich als unbegründet und of- fensichtlich zu optim istisch. U nter diesen U m ständen besteht für das Bun- desverw altungsgericht kein Anlass, die nach dem G esagten nachvollzieh- baren Zahlen, von denen die Erst- und Vorinstanz ausgingen, in Zw eifel zu ziehen. D em nach erw eisen sich deren Sachverhaltserhebung und vorge- nom m ene Bew eisw ürdigung als rechtsgenüglich und es ist von ihrer R ich- tigkeit auszugehen. Bei Ausschöpfung des m axim alen Kreditrahm ens, d.h. bis zur Belastungsgrenze gem äss BG BB, ist dem nach in dem für die Be- schw erdeführer günstigsten Falle ein frem dfinanzierter Betrag in der H öhe von rund Fr. 137'000.-- zu erw arten (provisorische Belastungsgrenze von Fr. 350'000.-- abzüglich die bestehende H ypothek von Fr. 212'900.--). G eht m an ferner von Eigenm itteln gem äss D arstellung der Beschw erde- führer im Betrag von Fr. 50'000.-- aus (vgl. oben E. 5.2.1), verbleibt dem - nach ein Fehlbetrag in der H öhe von Fr. 180'000.-- zum beabsichtigten In- vestitionsvolum en von total Fr. 367'000.--. 5.3 D ieser Fehlbetrag soll gem äss den Beschw erdeführern durch Beiträge zur Verbesserung der W ohnverhältnisse in Berggebieten und durch den im vorliegenden Verfahren streitigen Investitionskredit abgedeckt w erden. O b dieses Anliegen um gesetzt w erden kann, ist im nachfolgenden zw eiten Schritt zu prüfen. 5.3.1 D ie Beschw erdeführer beantragten an Beiträgen zur Verbesserung der W ohnverhältnisse in Berggebieten ursprünglich Fr. 130'000.--, reduzierten 9 diesen Betrag jedoch im nachfolgenden Beschw erdeverfahren auf Fr. 77'000.--. W ie erw ähnt w ies die kantonale Volksw irtschaftsdirektion dieses Begehren ab und der R egierungsrat des Kantons Bern schützte diesen Entscheid m it Beschluss vom 25. April 2007, w elcher inzw ischen sow eit ersichtlich in R echtskraft erw achsen ist. D em nach bleibt zu prüfen, ob der Fehlbetrag von Fr. 180'000.-- m it einem Investitionskredit gedeckt w erden kann, w as die Vorinstanz verneint. Es ist zu untersuchen, w ie es sich dam it verhält. 5.3.2 D ie Erstinstanz erw og, als Investitionskredit könnten m axim al Fr. 110'000.-- ausgerichtet w erden. D ie Vorinstanz schützte diese Betrach- tungsw eise. Zur Kreditberechnung für die hier beantragten einzelbetrieblichen bauli- chen M assnahm en ist auf die einschlägigen Art. 44 und 46 SVV sow ie die aufgrund von Art. 46 Abs. 5 SVV erlassene IBLV zu verw eisen (dazu auch oben E. 2.1). Art. 44 Abs. 1 Bst. a SVV norm iert, dass selbstbew irtschaf- tende Eigentüm er und Eigentüm erinnen w ie die Beschw erdeführer Investi- tionskredite erhalten können für den N eubau, den U m bau und die Sanie- rung von Ö konom iegebäuden sow ie von landw irtschaftlichen W ohnungen. Für derartige bauliche M assnahm en w erden die Investitionskredite gem äss Art. 46 Abs. 1 Ingress SVV m ittels Pauschalen festgelegt, w obei zw ischen Ö konom ie- und Alpgebäuden (Bst. a) und W ohnhäusern (Bst. b) zu diffe- renzieren ist. Abs. 2 von Art. 46 SVV nennt die m axim alen Kredite bei N eubauten (Bst. a bis d). D ie Abstufungen der Kredite pro Elem ent, G e- bäudeteil oder Einheit w erden durch das Bundesam t in der IBLV festge- setzt (Art. 46 Abs. 5 SVV). Bei U m bauten oder der W eiterverw endung be- stehender Bausubstanz w ie vorliegend w erden die pauschalen Investiti- onskredite angem essen reduziert (Art. 46 Abs. 6 SVV). Zu beachten ist som it, dass nicht die M axim alpauschalansätze für Investiti- onskredite für N eubauten anzuw enden sind. D ie Abstufung der pauschalen Investitionshilfen w ird laut Art. 5 IBLV in deren Anhang 4 konkretisiert. An die Kosten für die W ohnhaussanierung könnten som it Fr. 75'000.-- als In- vestitionskredit geleistet w erden: D ies entspricht dem Pauschalansatz für Investitionskredite für W ohnhäuser von Fr. 180'000.-- (Stufe Betriebsleiter- w ohnung m it Altenteil) verm indert um den Abzug für die bestehende Bau- substanz (IBLV Anhang 4 Ziffer II Investitionskredite für W ohnhäuser; vgl. zur H öhe des Abzugs von 58 % das M eldeblatt "Investitionskredit für W ohnhäuser" der Erstinstanz vom 19. Januar 2006). An die Kosten für die Sanierung eines Stalldaches könnten w eiter höchstens ca. Fr. 35'000.-- als Investitionskredit geleistet w erden: D er Pauschalansatz für einen Stallneu- bau in der Bergzone I, in w elchem sich der Betrieb der Beschw erdeführer befindet, beträgt pro G rossvieheinheit Fr. 3'000.--. Bei 31 G rossvieheinhei- ten ergibt dies einen Betrag von Fr. 93'000.--. D avon ist w iederum ein Ab- zug für die bestehende Bausubstanz vorzunehm en. Ebenso ist zu beach- ten, dass vorliegend bloss das Stalldach und nicht der gesam te Stall sa- niert w erden soll (vgl. IBLV Anhang 4 Ziffer III.2).10 D ie Berechnungen der Erst- und Vorinstanz zur m axim al zulässigen H öhe des Investitionskredites im Betrag von Fr. 110'000.-- (Fr. 75'000.-- für das W ohnhaus und Fr. 35'000.-- für das Stalldach) w urden seitens der Be- schw erdeführer nicht bestritten. Sie sind aufgrund des G esagten begrün- det und nachvollziehbar, w eshalb darauf abzustellen ist. D as bedeutet, dass auch nach Abzug des höchstm öglichen Investitions- kredits von Fr. 110'000.-- vom ursprünglichen M anko von Fr. 180'000.-- ein Fehlbetrag von Fr. 70'000.-- verbleibt. 5.4 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der dargelegten U m - stände die Eigen- und Frem dfinanzierung durch die Beschw erdeführer im Betrag von (bestenfalls) Fr. 187'000.-- und der m axim al zulässige Investiti- onskredit von Fr. 110'000.-- nicht genügen, um den notw endigen Investiti- onsbedarf im G esam tum fang von Fr. 367'000.-- zu decken (vgl. dazu oben E. 5.1). 5.5 D am it ist die Voraussetzung der Finanzierbarkeit der geplanten baulichen und sonstigen Vorhaben der Beschw erdeführer nicht gegeben. Zu diesem Ergebnis gelangte auch die Vorinstanz. D ie sich gegen ihren Entscheid richtende Beschw erde ist daher als unbegründet abzuw eisen. 6. D am it ist nicht w eiter zu prüfen, w ie es sich m it der zw eiten Voraussetzung der Kreditzusprache, der in Art. 8 Abs. 2 SVV genannten Tragbarkeit der vorgesehenen Investitionen, verhält. Anzum erken bleibt freilich, dass sich angesichts der grossen Finanzierungslücke und der schon heute ange- spannten w irtschaftlichen Situation der Beschw erdeführer erhebliche Zw ei- fel ergeben, ob zusätzliche finanzielle Lasten bei unw esentlicher Steige- rung der Erträge noch als tragbar angesehen w erden könnten. 7. Bei diesem Prozessausgang sind den unterliegenden Beschw erdeführern die Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 1'100.-- in solidarischer H aftung aufzuerlegen und m it dem am 27. Septem ber 2006 geleisteten Kostenvor- schuss zu verrechnen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG , Art. 1 ff. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verw altungsgericht, VG KE, SR 173.320.3). Eine Parteientschädigung ist ih- nen nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG , Art. 7 Abs. 1 VG KE).11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 1'100.-- w erden den Beschw erdeführern in solidarischer H aftung auferlegt und m it dem am 27. Septem ber 2006 ge- leisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - den Beschw erdeführern (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. L2006-015N U ; m it G erichtsurkunde) und m itgeteilt: - der Erstinstanz (zur Kenntnis) - dem Bundesam t für Landw irtschaft (zur Kenntnis) - dem R egierungsrat des Kantons Bern (Justiz-, G em einde- und Kirchendirektion; zur Kenntnis) - dem Verw altungsgericht des Kantons Bern (zur Kenntnis) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Frank Seethaler D aniel Peyer R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert dreissig Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden (Art. 82 i.V.m . Art. 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz], BG G , SR 173.110). D ie R echtsschrift ist in einer Landessprache abzufassen und hat die B egehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten (Art. 42 BG G ). Eingaben m üssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingegangen oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (Art. 48 BG G ). Versand am : 12. Juli 2007