Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. Februar 2017 (720 16 274 / 39) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts: Auf das schlüssige Verwaltungs- gutachten kann abgestellt werden Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Burim Imeri , Rechtsa n- walt , Schaffhauserstrasse 57, Postfach, 4332 Stein AG gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1968 geborene, zuletzt bis April 2012 im Rah men verschiedener Teilzeittätigkeiten als Aushilfe im Reinigungsdienst erwerbstätig gewes ene A.____ meldete sich am 12. November 2012 unter Hinweis auf Rücken- und Bei nprobleme sowie auf eine Depression bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Ab- klärung der gesundheitlichen, der erwerblichen und der hauswirtschaftlichen Verhältnisse ermit- telte die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten in Anwendung der gemischten Bemes- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sungsmethode mit Anteilen von 40 % an Erwerbs- und von 60 % an Haushalttätigkeit einen Invaliditätsgrad von 0 %. Gestützt auf dieses Ergebnis le hnte die IV-Stelle - nach durchgeführ- tem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 29. Juni 2 016 einen Anspruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Advokat Burim Imeri, am 5. September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte sie, es sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr eine Inval idenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen un d es sei diese anzuweisen, das bei Dr. B.____ eingeholte psychiatrische Gutachten zu ergänzen . Subeventualiter sei ein neues Gutachten in Auftrag zu geben; unter o/e Kostenfolge, wobei ihr die unentgeltliche Prozessfüh- rung und die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter zu bewilligen seien. C. Mit Verfügung vom 6. September 2016 bewilligte d as Kantonsgericht der Beschwerde- führerin gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche V erbeiständung mit Advokat Burim Imeri als Rechtsvertreter. D. In ihrer Vernehmlassung vom 15. November 2016 bean tragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihrer Einga be eine Beurteilung von Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 12. September 2016 bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 5. September 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bem essen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil H. des Bu ndesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versiche rten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 29. Juni 2016) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesund- heitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Beschwerdeführerin nach der ge- mischten Methode bemessen. Dabei ist sie davon ausgegange n, dass die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen in einem Pensum von 40 % eines Vollpensums einer Er- werbstätigkeit nachgehen und im Umfang von 60 % den Haushalt besorgen würde. Demgegen- über macht die Versicherte in ihrer Beschwerde - wie bereits im Rahmen der Haushaltabklärung vor Ort - geltend, dass sie ohne gesundheitliche Beeintr ächtigungen zu 100 % erwerbstätig wä- re. Welcher Standpunkt zutreffend ist, braucht nun all erdings nicht weiter erörtert zu werden. Aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt sich nämlich, da ss die von den Parteien unter- schiedlich beurteilte Statusfrage und - damit zusammenhä ngend - die Frage nach der anwend- baren Bemessungsmethode vorliegend offen bleiben können. 5. Bei der Prüfung eines allfälligen Rentenanspruchs d er Versicherten ist als erstes zu klären, ob diese an einer Gesundheitsbeeinträchtigung leidet, die Auswirkungen auf ihre Ar- beitsfähigkeit hat. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und de r Beurteilung der Arbeitsfähig- keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter- lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle istungen der versicherten Person noch zu- gemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt nach der Rechtsprechung eine fachärztlich (psychia trisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem vorau s (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Dabei ist zu betonen, dass im Kontext der rentenmässig abzugel- tenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktore n sowie soziokulturellen Um- ständen kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der w eiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet werden kann , zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähig keit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entsc heidend ist vielmehr, ob anzuneh- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht men ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 6.2 Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation od er einer ähnlichen Konstellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (BGE 131 V 51 E. 1.2). Hinwei- se auf solche und andere Äusserungen eines sekundären Kra nkheitsgewinns (vgl. dazu BGE 140 V 197 E. 3.3) ergeben sich namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten od er der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung je doch vage bleibt; keine medizini- sche Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wir d; demonstrativ vorgetragene Kla- gen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schw ere Einschränkungen im Alltag be- hauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehe nd intakt ist. Nicht per se auf Ag- gravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (B GE 141 V 287 f. E. 2.2.1 mit Hinwei- sen). Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschlussgründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so besteht von vo rnherein keine Grundlage für eine Invalidenrente (BGE 141 V 288 E. 2.2.2). 7.1 Die IV-Stelle gab zur Abklärung des aktuellen Gesun dheitszustandes und der Arbeits- fähigkeit der Versicherten bei den Dres. med. D.____, R heumatologie FMH, Innere Medizin FMH, manuelle Medizin SAMM, und B.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein bidiszip- linäres (rheumatologisches/psychiatrisches) Gutachten in Auftrag. 7.1.1 Im rheumatologischen Teilgutachten vom 23. April 2015 diagnostizierte Dr. D.____ bei der Versicherten als Leiden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine unspezifische Synovitis der rechten Hand (MRI 19.03.2015) sowie differentialdiag nostisch „eine virale Arthritis? Ev. Eine seronegative rheumatoide Arthritis?“. Als Diagnosen ohn e Auswirkungen auf die Arbeitsfähig- keit erhob der Gutachter hauptsächlich eine Entwicklung kö rperlicher Symptome aus psychi- schen Gründen mit Simulation, ein Ganzkörperschmerzsyndrom und einen Status nach radiku- lärem Reizsyndrom Wurzel S1 linksseitig Herbst 2012 mit/be i medio-lateraler Diskushernie L5/S1 links mit Wurzeltangierung S1 links im Rezessus (MR I LWS 21.08.2012), bei derzeit kei- nerlei radikulärer Schmerzsymptomatik und keinen Paresen. Im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wies Dr. D.____ darauf hin, dass die Explorandin zuletzt als Aushilfe im Reini- gungsdienst gearbeitet habe. Eine solche Tätigkeit kön ne sehr unterschiedlich sein und sowohl leichte als auch mittelschwere und schwere Komponenten u mfassen. Letztere, d.h. die mittel- schweren und schweren Anteile, seien der Versicherten nich t mehr zumutbar. Ansonsten sei die Explorandin für jegliche leichte Tätigkeit, die ni cht nur stehend oder nur sitzend zu verrich- ten sei, bei welcher sie nicht in Zwangshaltungen arbe iten müsse und die kein repetitives Bü- cken sowie kein Heben, Stossen oder Ziehen über 7,5 kg umf asse, zu 100 % arbeitsfähig, dies in Bezug auf ein Ganztagespensum. 7.1.2 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 23. April 2015 gelangte Dr. B.____ zum Ergeb- nis, dass aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose mit Einf luss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt er eine chroni- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (I CD-10 F45.41) und eine Simulation (ICD-10 Z76.8) fest. In seiner Beurteilun g wies Dr. B.____ darauf hin, dass sich die sich widersprechenden Angaben und die völlige Desorien tierung der Explorandin, die nicht einmal ihren Wohnort habe nennen können, durch eine p sychiatrische Störung nicht erklären liessen. Bei der Explorandin würden sich keine Anzeichen e iner Demenz zeigen. Eine derart ausgeprägte, völlige Desorientierung sei nur bei schwer dementen Personen, die in der Regel pflegebedürftig seien, zu beobachten. Die Explorandin täusche also willentlich ihre Gedächtnis- und Orientierungsschwierigkeiten vor. Auch beim durchgef ührten “Test of Memory Malingering“ lasse sich klar feststellen, dass die geklagten Gedächtnisstöru ngen eindeutig simuliert seien. Bei der Explorandin bestünden also eindeutige Zeichen einer Simulation. Da die Angaben der Explorandin nicht wahrheitsgetreu seien, sie psychische un d geistige Einschränkungen vortäu- sche, könne aus psychiatrischer Sicht neben der Schmerzstörung auch keine weitere Diagnose gestellt werden. Bei der Explorandin liessen sich keine ve rlässlichen Angaben erheben, auf deren Hintergrund sich diagnostische Überlegungen mach en liessen. Wenn eine Person derar- tig simuliere, seien die geklagten Symptome wenig glau bhaft und es liessen sich dann auch keine Befunde mit Sicherheit feststellen, die allenfal ls aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsun- fähigkeit begründen würden. Aus der Diskrepanz zwischen de n geklagten somatischen Symp- tomen und den objektivierbaren Befunden lasse sich einzig die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung ableiten. Aus psychiatrischer Sicht könne der Explorandin aber zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Wil lensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können. Als Ergebnis sei somit festzuhalten, dass bei der Versicherten sowohl in den bisherigen Tätigke iten als Reinigungsfrau und im Haushalt als auch in jeder anderen beruflichen Tätigke it aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe. 7.1.3 In ihrer abschliessenden interdisziplinären Konse nsbeurteilung gelangten die Dres. D.____ und B.____ zu folgendem Ergebnis: Da aus psychiatr ischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, gelte die rheumatolog ische Beurteilung als Schlussbeurteilung. Zusammenfassend bestehe demnach für eine körperlich mitte lschwere bis schwere Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit. Für jegliche leichte Tätigkeit hingegen sei eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit gegeben. 7.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 29. Juni 2016 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Dres. D.____ und B.___ _ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 23. April 2015 gelangt sind. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Versicherte zwar keine körperlich schweren und mittelschweren Arbeiten meh r verrichten kann, dass sie jedoch in jeglicher körperlich leichten Tätigkeit vollständig a rbeitsfähig ist. Diese vorinstanzliche Be- weiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgef ührt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unt ersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. D.____ und B.___ _ vom 23. April 2015 weist weder for- male noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom B undesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es ber uht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntn is der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenh änge bzw. der Beurteilung der ak- tuellen medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. 7.3 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, ist nicht ge eignet, die ausschlaggebende Be- weiskraft des Gutachtens der Dres. D.____ und B.____ in Frage zu stellen. Diesbezüglich ist vorab festzuhalten, dass die Versicherte - zu Recht - kein erlei Einwände gegen das rheumato- logische Teilgutachten von Dr. D.____ erhebt. Somit kan n an dieser Stelle von weiteren Erörte- rungen zur überzeugenden gutachterlichen Beurteilung des somatischen Gesundheitszustan- des abgesehen werden. Die Versicherte macht in ihrer Be schwerde im Zusammenhang mit der Würdigung des medizinischen Sachverhalts ausschliesslich gel tend, dass auf das psychiatri- sche Teilgutachten von Dr. B.____ nicht abgestellt wer den könne. Sie beanstandet im Wesent- lichen, dass Dr. B.____ pauschal eine Simulation annehm e, ohne dies jedoch begründen zu können. So halte denn auch die behandelnde Psychiaterin Dr. med. E.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in ihrem Bericht vom 6. Mai 2016 fes t, dass die Annahme einer Simulati- on nicht nachvollziehbar sei. Diesem Einwand der Versiche rten kann jedoch nicht gefolgt wer- den. Die IV-Stelle weist in ihrer Vernehmlassung vom 1 5. November 2016 zu Recht darauf hin, dass die Gutachter Dres. D.____ und B.____ bereits in i hrem früheren Gutachten vom 1. Juli 2013 diverse Inkonsistenzen beschrieben hätten. So habe Dr . D.____ schon damals festgehal- ten, dass sich zusammenfassend multiple schwerste Diskrepanzen im Status finden würden. So zeige die Explorandin ein äusserst auffälliges Krankheit sverhalten, welches Ausdruck einer be- wussten Schmerzpräsentation sei. Die Gesamtsituation gehe über eine Aggravation hinaus, das Verhalten sei nicht alleine mit einer Aggravation zu erklären. Aufgrund der wechselnden Schmerzsymptomatik, der wechselnden Präsentation - wechse lnd von bewussten zu unbe- wussten Untersuchungssituationen - komme er nicht umhin, v on einem Verhalten an der Gren- ze zur Simulation zu sprechen. Sodann habe auch Dr. B._ ___ bereits damals von einer subjek- tiven Krankheitsüberzeugung sowie von Falschangaben und bewusstseinsnahen, aggravierten und ausgebauten Symptomen berichtet. Aber auch anlässlich der aktuellen Beurteilung vom April 2015 hätten die beiden Gutachter wieder massivste Inkonsistenzen beschrieben. So weise Dr. D.____ in seinem Teilgutachten darauf hin, dass säm tliche von ihm aktiv geprüfte Funkti- onsfähigkeiten nicht bzw. nur marginal vorhanden gewes en seien. Gleichzeitig hätten aber in unbeobachteten Momenten bzw. bei passiver Prüfung keine Beeinträchtigungen festgestellt werden können. Im Ergebnis gehe Dr. D.____ deshalb v on einer Simulation aus. Die gleiche Diagnose sei dann auch von Dr. B.____ im psychiatrischen Teilgutachten gestützt auf die Er- gebnisse eines Beschwerdevalidierungstests gestellt worden. Diesen Ausführungen der IV- Stelle ist nichts (mehr) beizufügen und es bleibt mit di eser - und den Gutachtern - festzustellen, dass bei der Versicherten neben der Schmerzstörung keine z usätzliche psychiatrische Diagno- se erhoben werden kann. Die geltend gemachten massiven L eistungseinschränkungen, wie etwa die geklagten Gedächtnisstörungen und die anlässlich der psychiatrischen Begutachtung präsentierte völlige Desorientierung, beruhen vielmehr auf einem bewusst gesteuerten Verhal- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten der Versicherten. Letztlich nicht entscheidend ist, ob dieses - je nach Situation - aktiv im Rahmen einer Simulation oder einer überdeutlichen Aggravation oder aber passiv durch ein die Abklärung bewusst verhinderndes “Verweigerungsverhalten“ zum Ausdruck kommt. Massge- blich ist, dass aufgrund der Feststellungen und eindrückli chen Schilderungen der Gutachter mit der IV-Stelle im Ergebnis von einem Ausschlussgrund auszuge hen ist, der nach dem oben Ge- sagten (vgl. E. 6.2) die Annahme einer zusätzlichen, versicherten psychiatrischen Gesundheits- beeinträchtigung verbietet. Nichts zu ihren Gunsten abl eiten kann die Beschwerdeführerin schliesslich aus dem Einwand, sie hätte kaum während Monaten gegenüber den behandelnden Fachärzten simulieren können, ohne dass dies bemerkt worden wäre. Die IV-Stelle hält dieser Auffassung in ihrer Vernehmlassung zu Recht entgegen, dass es nicht die primäre Aufgabe der behandelnden Fachärzte sei, die Angaben und präsentierten Beschwerden allzu kritisch zu hin- terfragen, weshalb beispielsweise auch kein Validierung stests gemacht worden seien, die eine Simulation hätten belegen können. Immerhin sei es ab er auch der behandelnden Psychiaterin Dr. E.____ aufgefallen, dass die geklagten Gedächtnisstö rungen nicht hätten objektiviert wer- den können. 7.4 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht weiter zu beachten ist der Hinweis der Versicherten auf einen am 1. September 2016 erlittene n Auffahrunfall, bei welchem sie sich ein Schädel-Hirntrauma Grad 1 zugezogen habe. Nach ständiger Rechtsprechung hat das Sozial- versicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt zu beurteilen, wie er im Zeitpunkt des Ver fügungserlasses vorgelegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Ta tsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand ein er neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweis). Daraus folgt, dass für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde grundsätzlich der (medizinische) S achverhalt massgebend ist, der am 29. Juni 2016, dem Zeitpunkt des Erlasses der rentena blehnenden Verfügung der IV-Stelle, vorgelegen hat. Nachträgliche Veränderungen des Gesund heitszustandes der Versicherten sind daher im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nicht z u berücksichtigen mit der Wirkung, dass auf allfällige Folgen des Unfalls vom 1. September 2016 hier nicht weiter einzugehen ist. 7.5 Zusammenfassend steht nach dem Gesagten fest, dass die Versicherte aufgrund ihrer somatischen Leiden zwar keine körperlich schweren und mittelschweren Arbeiten mehr verrich- ten kann, dass sie jedoch in jeglicher körperlich leichten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist. Ebenso ist davon auszugehen dass bei der Versicherten kei ne psychische Gesundheitsbeein- trächtigung vorliegt, die Auswirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit hat. 8. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hie rvor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgr und eines Einkommensvergleichs zu be- stimmen. Dasselbe gilt im Rahmen der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich. Di e IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung vom 13. August 2012 den erforderlichen Eink ommensvergleich vorgenommen. Da die Versicherte aktuell keiner Erwerbstätigkeit nachgeht und keine verlässlichen und verwertba- ren Lohnangaben zu den früher ausgeübten (Aushilfs-) Tätigkeiten vorliegen, hat die IV-Stelle sowohl das Invaliden- als auch Valideneinkommen zu Recht unter Beizug der Tabellenlöhne Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bunde samtes für Statistik ermittelt (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Dabei hat sie - auf der Basis einer 40 %-igen Erwerbstätigkeit - anhand der Geg enüberstellung des Valideneinkom- mens von Fr. 26'364.-- und des zumutbaren Invalideneinko mmens in gleicher Höhe einen Inva- liditätsgrad im Erwerbsbereich von 0 % ermittelt. Die konkrete Berechnung, die von der Versi- cherten in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet worden ist, erweist sich als rech- tens. Zum gleichen Ergebnis gelangt man auch, wenn m an mit der Beschwerdeführerin davon ausgehen würde, dass sie im Gesundheitsfall zu 100 % er werbstätig wäre. Vorliegend ist, wie einleitend erwähnt, sowohl das Invaliden- als auch Valid eneinkommen unter Beizug der LSE- Tabellenlöhne zu ermitteln. Da die Versicherte aus är ztlicher Sicht in einer körperlich leichten Tätigkeit uneingeschränkt, d.h. zu 100% arbeitsfähig ist, wäre sie deshalb auch bei der Verrich- tung eines Vollpensums in der Lage, ein Invalideneink ommen zu erzielen, welches dem Betrag des Valideneinkommens entspricht. Somit würde auch in di esem Fall mangels einer Erwerbs- einbusse ein IV-Grad von 0 % vorliegen würde. Daraus folgt, dass der Invaliditätsgrad der Be- schwerdeführerin im Erwerbsbereich sowohl bei einer voll - als auch bei einer teilzeitlichen Er- werbstätigkeit 0 % beträgt. 9. Zu prüfen bleibt, in welchem Masse die Beschwerdeführ erin zufolge ihrer gesundheitli- chen Beeinträchtigungen im Haushalt eingeschränkt ist. Hierzu bedarf es im Regelfall einer Ab- klärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV), welche die IV -Stelle auch vorliegend in Auftrag gege- ben hat. Im “Abklärungsbericht Haushalt“ vom 26. März 20 14 kam die Abklärungsperson zum Schluss, dass die schwereren Haushaltsarbeiten im Rahmen der Schadenminderungspflicht dem Ehemann bzw. den vier im selben Haushalt lebenden, im Abklärungszeitpunkt zwischen 20 und 14 Jahre alten Kindern zumutbar seien und dass die Versicherte unter Berücksichtigung dieser Mithilfe in der Betätigung im Haushaltbereich nicht beeinträchtigt sei (IV-Grad: 0 %). Die- ses Ergebnis der Haushaltabklärung wird von der Versicherte n in ihrer Beschwerde nicht in Frage gestellt. Da sich aus den Akten ebenfalls keine An haltspunkte für eine Unrichtigkeit der durch den Abklärungsdienst ermittelten Einschränkung im Haushaltbereich ergeben, kann an dieser Stelle ohne weitere Ausführungen vollumfänglich auf dessen Bericht verwiesen werden. 10.1 Beträgt der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführer in nach dem Gesagten im Erwerbs- bereich sowohl bei einer voll- als auch bei einer teil zeitlichen Erwerbstätigkeit 0 % und liegt im Haushaltbereich ebenfalls keine Einschränkung vor, so kan n, wie bereits oben (vgl. E. 4.2 hier- vor) ausgeführt, offen bleiben, ob die Invaliditätsbemessung im vorliegenden Fall in Anwendung der gemischten Methode - und bejahendenfalls mit welchen Anteilen an Erwerbs- und Haushalt- tätigkeit - oder aber nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen hät- te. Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin beläuf t sich in jedem Fall, d.h. in Anwendung sämtlicher Bemessungsvarianten, auf 0 %. 10.2 Bei diesem Ergebnis hat die IV-Stelle in der ang efochtenen Verfügung vom 29. Juni 2016 einen Rentenanspruch der Versicherten zu Recht abg elehnt. Die dagegen erhobene Be- schwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 800 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschw erdeführerin unterliegende Par- tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sin d. Der Beschwerdeführerin ist nun aller- dings mit Verfügung vom 6. September 2016 die unent geltliche Prozessführung bewilligt wor- den. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorlä ufig auf die Gerichtskasse genom- men. 11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 6 . September 2016 die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt wo rden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Hono rar bei unentgeltlicher Verbeistän- dung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Be schwerdeführerin hat in seiner Honorar- note vom 13. Januar 2017 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 5 Stunden und 40 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 36.50. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘263.40 (5 Stunden und 40 Minuten à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 36.50 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 11.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 1‘263.40 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht