Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. Januar 2019 (720 18 288 / 04) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts: Die IV-Stelle hat diesen vollständig abge- klärt Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Monica Armesto , Advok a- tin, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1966 geborene A.____ war vom 1. März 2002 bi s 31. August 2015 bei der B.____AG als Lagermitarbeiter angestellt. Am 6. Nov ember 2014 erlitt er einen Verkehrsunfall und zog sich dabei eine Distorsion der Halswirbelsä ule (HWS) zu. Am 30. September 2015 meldete er sich unter Hinweis auf unfallbedingte Ko pf- und Nackenschmerzen bei der Eidge- nössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungs bezug an. In der Folge zog die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) die Akten der zuständigen Unfallversicherung bei. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nach weiteren Abklärungen der gesundheitlichen und erwe rblichen Verhältnisse wies sie mit Verfügung vom 17. Juli 2018 einen Anspruch von A.____ auf eine Rente mangels Invalidität ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Monica Armesto, am 12. September 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht. Er beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 17. Juli 2018 aufzuheben und die Beschw erdegegnerin zu verpflichten, ihm nach Massgabe eines noch zu bestimmenden Invaliditätsgra ds eine Rente auszurichten. Even- tualiter sei die Verfügung vom 17. Januar 2018 aufzuheb en und die Angelegenheit an die Be- schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach Vornahm e weiterer medizinischer Abklä- rungen über seinen Leistungsanspruch erneut entscheide ; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begrün- dung führte er im Wesentlichen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzureichenden me- dizinischen Unterlagen beruhe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 11. Oktober 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 12. September 2018 ist demnach einzutreten. 2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver- halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü gung vom 17. Juli 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person An spruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich blei- bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilwei se Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geist igen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgeb rechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b eruht, auch die geklagten Beschwer den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Hingegen kommt Berichten und Gutach- ten versicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Be weiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fach personen. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ei n Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ä rztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4 .4 in fine mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auc h der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zah lreiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folge nden sollen indessen lediglich diejeni- gen Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, welch e sich für den Entscheid als zentral erweisen. 6.2 Im Bericht der Radiologie C.____ vom 3. Dezember 2014 wurden beginnende Chond- rosen mit zirkulären dorsalen Protrusionen ohne Hinweise auf eine radikuläre Irritation und eine regelrechte Haltung der Halswirbelsäule (HWS) im Liegen ohne posttraumatische Knochenkon- tusionszonen oder ein reaktives Weichteil- oder Knochenma rksödem festgestellt. Die Facetten- gelenke würden sich regelrecht darstellen. 6.3 Der Beschwerdeführer wurde im Auftrag der Unfallve rsicherung vom 22. Oktober 2015 bis 26. November 2015 in der Klinik D.____ stationär a bgeklärt. Im Austrittsbericht vom 23. November 2015 wurden eine HWS-Distorsion QTF Grad II, ein Spannungskopfschmerz und ein migräneartiger Kopfschmerz gemischt, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41, Z56), eine Adip ositas und ein Verdacht auf eine arterielle Hypertonie diagnostiziert. Es läge eine lei chte Druckschmerzhaftigkeit über die ge- samte HWS und Nackenmuskulatur vor. Die Rotation sei li nks circa ein Drittel und rechts circa zur Hälfte eingeschränkt. Es bestünde entlang der gesam ten Brust- und Lendenwirbelsäule (BWS, LWS) eine Druckdolenz. Die Rotation und die Laterflexion des Rumpfes seien im Stehen frei. Bei der Rotation des Rumpfes klage der Versicherte über Schmerzen im Nacken. In psy- chiatrischer Hinsicht würden sich Stimmungsschwankungen und dysfunktionale Überzeugun- gen mit ausgeprägter Schmerzfixierung und maladaptivem Genesungskonzept, assoziiert mit einem Schon- und Vermeidungsverhalten und mit Überford erungsgefühl im stationären Thera- piesetting zeigen. Die psychische Störung begründe jedoch zusätzlich zu den muskuloskelettä- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren Einschränkungen keine arbeitsrelevante Leistungsmind erung. Bei der Beurteilung der ar- beitsbezogenen Leistungsfähigkeit (BAL) wurde eine e rhebliche Symptomausweitung festge- stellt. Diese sei teilweise auf eine psychische Störung zu rückzuführen. Es sei davon auszuge- hen, dass bei gutem Effort eine bessere Leistung hätt e erbracht werden können, als bei den Leistungstests gezeigt worden sei. Die physischen Leistungstests seien deshalb für die Beurtei- lung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur tei lweise verwertbar. Das Ausmass der de- monstrierten physischen Einschränkungen liesse sich mit den ob jektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung, der bildgebenden Abklärung und den Diagnosen nicht erklären. Die bisherige Tätigkeit als Lagerist und zumu tbare Verweistätigkeiten seien ganztags möglich. 6.4 Am 12. Februar 2016 diagnostizierte Dr. med. E.__ __, FMH Neurologie, einen Status nach HWS-Distorsionstrauma, aktuell ohne Hinweise auf tr aumatisch bedingte Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems. Die seit dem U nfall persistierenden Schmerzen sei- en vorwiegend myofaszialer Natur. Eine Symptomausweitung sei anzunehmen. 6.5 Der behandelnde Arzt Dr. med. F.____, FMH Infekt iologie und Allgemeine Innere Me- dizin, diagnostizierte am 23. August 2016 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Distorsi- on der HWS Grad II am 6. November 2014, persistierende Kopfschmerzen und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41, Z56). Er hielt fest, dass dem Versicherten eine körperlich leichtere Arbeit uneingeschränkt möglich sein sollte. 6.6 Am 30. Mai 2017 führte Dr. med. G.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, aus, dass der Versicherte durch die Unfallversicherung medizinisch komplex und nachvollziehbar abgeklärt worden sei, wobei sich die subjektiven Beschwerd en nicht hinlänglich hätten objekti- vieren lassen. Interdisziplinär imponiere eine erheblich e Symptomausweitung und neurologisch allenfalls myofaszial zuordenbare Beschwerden. Unfallfremd e Funktionseinschränkungen, die eine Limitierung der Arbeitsfähigkeit begründen, wü rden nicht vorliegen. Spätestens nach der Entlassung aus der Klinik D.____ könne der Versicherte als unlimitiert arbeitsfähig eingestuft werden. Weitere medizinische Abklärungen seien nicht angezeigt. 6.7 Am 29. Mai 2018 äusserte sich der RAD-Arzt Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, zu den Standartindikatoren und kam zum Schl uss, dass der Versicherte aus psychiatrischer Sicht in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 17. Juli 2018 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähi gkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Ärzteschaft der Klinik D.____ im Austrittsbericht vom 6. November 2014 sowie der RAD in seinen Stellungnahme n vom 30. Mai 2017 und 29. Mai 2018 gelangt waren. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Beschwerdeführer sowohl die bisherige Tätigkeit als Lagermitarbeiter als auch jede andere angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar seien. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie in Erwä- gung 4.4 hiervor ausgeführt, prüft das Gericht frei, o b die verfügbaren Unterlagen eine zuver- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat ten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für d ie streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, in Kenntni s der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleucht et und seine Schlussfolgerungen begründet sind. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich , die Anlass geben könnten, die Er- gebnisse im Austrittsbericht der Klinik D.____ vom 23. N ovember 2015 in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass d er Bericht die rechtsprechungsge- mässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsg rundlage in jeder Hinsicht erfüllt. So weist er weder formale noch inhaltliche Mängel auf , ist – wie dies vom Bundesgericht ver- langt wird (vgl. E. 4.3 hiervor) – umfassend und beruh t auf allseitigen Untersuchungen. So wur- de der Versicherte anlässlich des stationären Aufenthalts e ingehend somatisch und psychiat- risch exploriert und die arbeitsbezogene Leistungsfähigke it evaluiert. Die entsprechenden, vor- stehend (vgl. E. 6.3 hiervor) wiedergegebenen Darlegu ngen im Austrittsbericht der Klinik D.____ vom 23. November 2015 vermögen zu überzeugen, so dass darauf verwiesen werden kann. Vor diesem Hintergrund sind auch die Beurteilung en des RAD vom 30. Mai 2017 und 29. Mai 2018 nachvollziehbar, wonach der Versicherte spätestens nach der Entlassung aus der Klinik D.____ wiederum vollständig arbeitsfähig gewese n sei und sich keine weiteren medizini- schen Abklärungen aufdrängen würden. 7.2 Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind nicht geeig net, das vorstehende Beweis- ergebnis in Frage zu stellen. Wenn er geltend macht, de r Austrittsbericht der Klinik D.____ vom 23. November 2015 reiche beweisrechtlich nicht aus, da e r bloss eine versicherungsinterne Beurteilung darstelle, keine genügende psychiatrische Beg utachtung enthalte und die Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit aus rein unfallbedingter S icht erfolgt sei, kann ihm nicht beigepflichtet werden. Auch wenn der Unfallversicherer in erster Linie an der Kausalität des versicherten Un- fallereignisses vom 6. November 2014 (Verkehrsunfall) u nd den noch vorhandenen Beschwer- den (Schwindel, Kopf- und Nackenschmerzen) interessiert war , schränken die Ärzte der Klinik D.____ ihre Einschätzungen nicht ausdrücklich auf unfallbe dingte Behinderungen ein, weshalb diese grundsätzlich auch für die Belange der Invalidenversi cherung Gültigkeit beanspruchen können (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2008, 8C_691/2008, E. 3.2). Insoweit ist das Vorgehen der IV-Stelle demnach nicht zu beanstanden . Dies gilt namentlich auch für die während des stationären Aufenthalts in der Klinik D.__ __ durchgeführte psychiatrische Abklä- rung, bei der nebst einer Exploration auch die arbeits bezogene Leistungsfähigkeit evaluiert wurde. Dadurch konnten sich die Klinikärzte aufgrund eine s persönlichen Eindrucks ein umfas- sendes Bild über die gesundheitlichen Beeinträchtigunge n und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit machen. Konkrete Anhaltspunkte dafür , dass diese Beurteilung nicht lege artis erfolgt sein soll, sind weder ersichtlich noch vom Besch werdeführer substantiiert dargetan. An- derslautende medizinische Berichte, die Zweifel an der Beurteilung im Austrittsbericht der Klinik D.____ vom 23. November 2015 begründen würden, liege n nicht vor. Demnach ist davon aus- zugehen, dass beim Beschwerdeführer invalidenversicherungsre chtlich keine relevante psychi- sche Störung auszumachen ist. Wenn er weiter geltend ma cht, selbst die Unfallversicherung habe nicht auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Austrittsbericht der Klinik D.____ vom 23. November 2015 abgestellt, trifft dies nicht zu, wie sich aus der Mitteilung der Unfallversiche- rung an den Versicherten vom 4. Januar 2016 (act. 38.32) ergibt. Sodann lässt sich aus der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tatsache, dass die Leistungen der Unfallversicherung gemä ss Verfügung der Unfallversiche- rung vom 27. Mai 2016 – zu Gunsten des Beschwerdeführer s – erst per 31. Mai 2016 einge- stellt wurden, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Insge samt stellt der Austrittsbericht der Klinik D.____ vom 23. November 2015 eine beweistaugliche Entsch eidgrundlage dar und stimmt mit der Beurteilung des behandelnden Arztes Dr. F.____ vom 23. August 2016 darin überein, dass auch er dem Versicherten in angepassten Tätigkeiten ein e uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestierte. Vor diesem Hintergrund kommt den Berichte n des RAD vom 30. Mai 2017 und 29. Mai 2018 insofern keine selbstständige Bedeutung zu, als sie nicht auf eigenständigen Er- hebungen beruhen, sondern – als interne Berichte im Si nne von Art. 49 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 – lediglich die Ergebnisse der von der Unfallversicherung veranlassten medizinischen Untersuchungen zusammenfassen und eine Empfehlung zur weiteren Bearbeitung des Leistungsbeg ehrens aus medizinischer Sicht enthal- ten (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 26. Mai 2008, 9C_55/2008, E. 4.1 und 4.2). As- pekte, welche weitere Erhebungen nahelegen würden, ergeben sich in den RAD-Berichten vom 30. Mai 2017 und 29. Mai 2018 nicht. Da auch für die Zeit bis zum Erlass der Verfügung vom 17. Juli 2018 Hinweise darauf fehlen, dass sich der Ges undheitszustand des Versicherten nach dem Austritt aus der Klinik D.____ verändert hat, kann in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) a uf zusätzliche Abklärungen verzichtet werden. 8. Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstan den, dass die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfäh igkeit des Beschwerdeführers gestützt auf den Austrittsbericht der Klinik D.____ vom 23. Nov ember 2015 davon ausgegangen ist, dass dem Versicherten angepasste Tätigkeiten vollumfängli ch zumutbar sind. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung der Ve rgleichseinkommen vorzunehmen wäre und die Berechnung auch vom Versicherten nicht bea nstandet wurde, erübrigt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem durch die IV-Stelle angestellten Einkommensvergleich. Es ist mit der IV-Stelle davon auszugehen, dass der Besch werdeführer ein rentenausschlies- sendes Erwerbseinkommen erzielen könnte. Die angefochtene Verfügung vom 17. Juli 2018, mit welcher ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers abg ewiesen wurde, ist nicht zu bean- standen. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 9. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ve rfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO werden die Verfahre nskosten in der Regel der unterliegen- den Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterlie- gende Partei, weshalb er die Verfahrenskosten zu tragen hat. Diese werden mit dem geleiste- ten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet . Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht