<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00096</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205920&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00096</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.06.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 04.12.2006 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Festsetzung Strassenprojekt</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Strassenprojekt; Nichteintreten des Bezirksrats auf Rekurs der Anwohnerin mangels schutzwürdigen Interessens:<br/><br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E.1). Der Bezirksrat war nicht befangen und hat seine Ausstandsvorschriften nicht verletzt, obwohl das Telefongespräch zwischen Ratsschreiber und Rechtsvertreterin der Gemeinde über die Frage der Rekurslegitimation nicht unbedenklich ist (E.2). Das schutzwürdige Interesse zur Anfechtung von Strassenprojekten knüpft an die bei Nachbarbeschwerden gegen Bauvorhaben und an die von Strassenbenützern bei Verkehrsanordnungen entwickelte Praxis an (E.3.1). Aus dem Umstand allein, dass die Liegenschaft an die vom Strassenprojekt betroffene Strasse angrenzt, lässt sich die Rekurslegitimation nicht ableiten (E.3.4). Vor Verwaltungsgericht kann die Substanziierung des die Rechtsmittellegitimation begründenden Sachverhalts nicht nachgeholt werden (E.3.5). Hat sich die Eigentümerin der Liegenschaft mit der erforderlichen Landabtretung einverstanden erklärt, so können derart geringfügige Nachteile (Verkleinerung des Gartens und geringe Zunahme des Immissionspiegels) dem Mieter den Zugang zum Rechtsmittelverfahren nicht verschaffen (E.3.6). Abweisung der Beschwerde und Kostenfolge (E.4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSTAND">AUSSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MIETERLEGITIMATION">MIETERLEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENPROJEKT">STRASSENPROJEKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ÃBRIGES PLANUNGS- UND BAURECHT">ÃBRIGES PLANUNGS- UND BAURECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 17 Abs. 1 StrassG</span><br/><span class="ungerade">§ 17 Abs. 4 StrassG</span><br/><span class="gerade">§ 5a Abs. 1 VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2006 Nr. 6</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Gemeinde KÃ¼snacht plant auf der Goldbacherstrasse im Abschnitt zwischen Alter Landstrasse und Furtstrasse den Bau eines Trottoirs sowie die Erneuerung von Kanalisations- und Werkleitungen mit anschliessender Fahrbahnerneuerung. Die Gemeindeversammlung vom 13. Dezember 1999 genehmigte das Projekt und bewilligte den Kredit. Nachdem das Bundesgericht letztinstanzlich zwei von D erhobene Stimmrechtsbeschwerden am 4. Juli 2001 und am 4. November 2003 abgewiesen hatte, prÃ¼fte der Gemeinderat im Hinblick auf die geplante EinfÃ¼hrung von Tempo-30 im Quartier Goldbach erneut, ob der Bau eines Trottoirs an der Goldbacherstrasse noch erforderlich sei. Mit Beschluss vom 28. April 2004 hielt er am Projekt fest. Dieses wurde am 23. Mai 2005 gestÃ¼tzt auf die §§ 16 f. des Strassengesetzes vom 27. September 1981 (StrassG, in der Fassung vom 8. Juni 1997) Ã¶ffentlich aufgelegt, nachdem die betroffenen GrundeigentÃ¼mer der erforderlichen Landabtretung zugestimmt hatten.</p> <p class="Urteilstext">Mit Einsprache vom 27. Juni 2005 beantragte A, welche zusammen mit ihrem Ehemann D in der Liegenschaft Goldbacherstrasse 01 auf der Parzelle Kat.-Nr. 02 wohnt, es sei das 1998 verfasste Projekt den sich aus der EinfÃ¼hrung von Tempo-30 ergebenden neuen Bedingungen anzupassen, indem die Strasse weder begradigt noch durch einen Schutzstreifen optisch verbreitert und indem das geplante Trottoir auf eine minimale Breite reduziert werden solle. Der Gemeinderat KÃ¼snacht wies die Einsprache am 14. September 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Rekurs vom 23. Oktober 2005 erneuerte die unterlegene Einsprecherin ihr Begehren, wobei sie dieses dahin prÃ¤zisierte, dass die EinmÃ¼ndung der Goldbacherstrasse in die Alte Landstrasse nicht zwecks Begradigung verlagert, der nordseitige Schutzstreifen weggelassen und das sÃ¼dseitige Trottoir nur in minimaler Breite (das heisst nicht neben, sondern weit gehend auf der bestehenden Fahrbahn) errichtet werde. Der Gemeinderat KÃ¼snacht beantragte in seiner Vernehmlassung vom 6. Dezember 2005, auf den Rekurs nicht einzutreten oder eventualiter diesen abzuweisen; den Nichteintretensantrag begrÃ¼ndete er damit, dass die EigentÃ¼merin der Liegenschaft Goldbacherstrasse 01 das MietverhÃ¤ltnis mit der Rekurrentin und deren Ehemann im Oktober 2005 gekÃ¼ndigt habe, was seitens der Mieterschaft allerdings zivilrechtlich angefochten worden sei. </p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat Meilen trat mit Beschluss vom 8. Februar 2006 auf das Rechtsmittel nicht ein, weil die Rekurrentin nach § 17 Abs. 4 StrassG in Verbindung mit § 21 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) mangels eines schutzwÃ¼rdigen Interesses zur Rekurserhebung nicht legitimiert sei.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 23. Februar 2006 beantragte A dem Verwaltungsgericht, den Nichteintretensbeschluss des Bezirksrats Meilen aufzuheben; sodann ersuchte sie das Gericht, ihren Rekursantrag unmittelbar (unter Verzicht auf eine RÃ¼ckweisung an den Bezirksrat) materiell zu beurteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Vorinstanzen. Der Bezirksrat ersuchte am 21. MÃ¤rz 2006 um Abweisung der Beschwerde. Den nÃ¤mlichen Antrag stellte am 31. MÃ¤rz 2006 der Gemeinderat KÃ¼snacht, der zudem die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung verlangte.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 19. April 2006 wurde der BeschwerdefÃ¼hrerin Gelegenheit gegeben, zur Vernehmlassung des Bezirksrats und zur Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen. Anschliessend wurden ihrem neu bestellten Rechtsvertreter die Akten zur Einsichtnahme zugestellt. Mit Eingabe vom 30. Mai 2006 hielt dieser sinngemÃ¤ss an den gestellten BeschwerdeantrÃ¤gen fest.</p> <p class="Sachverhalt2">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19c Abs. 2 VRG zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Zu prÃ¼fen sind vorweg die VorwÃ¼rfe der BeschwerdefÃ¼hrerin an den Bezirksrat, das Gebot der Unparteilichkeit sowie den Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r verletzt und sich dadurch als befangen erwiesen zu haben. Damit im Zusammenhang stehen auch ihre VorwÃ¼rfe an den Beschwerdegegner, sich wÃ¤hrend des Rekursverfahrens mit der EigentÃ¼merin der von der BeschwerdefÃ¼hrerin bewohnten Liegenschaft Goldbacherstrasse 01 in unkorrekter Weise â mÃ¶glicherweise sogar unter Verletzung des Amtsgeheimnisses â abgesprochen zu haben, indem sie Informationen der EigentÃ¼merin betreffend KÃ¼ndigung des MietverhÃ¤ltnisses dazu verwendet habe, im Rekursverfahren die Rekurslegitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin zu bestreiten. Den diesbezÃ¼glichen VorwÃ¼rfen an den <i>Beschwerdegegner</i> ist indessen im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht nÃ¤her nachzugehen. Denn sie nehmen Bezug auf dessen prozessuales Verhalten wÃ¤hrend des Rekursverfahrens; die BeschwerdefÃ¼hrerin behauptet nicht, dass das mit Einspracheentscheid vom 14. September 2005 abgeschlossene Einspracheverfahren seitens des Beschwerdegegners unkorrekt abgewickelt worden sei; eine gesetzwidrige Abwicklung jenes Verfahrens ist denn auch nicht ersichtlich.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Dem <i>Bezirksrat</i> wirft die BeschwerdefÃ¼hrerin Befangenheit deswegen vor, weil er ihr die Rekurslegitimation mit Argumenten abgesprochen habe, welche vom Beschwerdegegner gar nicht geltend gemacht und zudem (bezÃ¼glich der ErwÃ¤gung, die Liegenschaft Goldbacherstrasse 01 weise keinen Zugang von der Goldbacherstrasse her) tatsachenwidrig seien (Beschwerdeschrift S. 7 f.). In der Stellungnahme vom 30. Mai 2006 (S. 4-6) werden diese BefangenheitsvorwÃ¼rfe noch erweitert: Zum einen kÃ¶nne die (Falsch-)In­formation Ã¼ber den Zugang zur Liegenschaft nur von deren EigentÃ¼merin stammen, welche Gegenpartei der BeschwerdefÃ¼hrerin im zivilrechtlichen Verfahren betreffend KÃ¼ndigung des MietverhÃ¤ltnisses sei. Zum anderen habe sich der Bezirksrat wÃ¤hrend des Rekursverfahrens von der Rechtsvertreterin des Beschwerdegegners (bezÃ¼glich der Frage der Rekurslegitimation von Mietern) juristisch beraten lassen.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Personen, die eine Anordnung zu treffen, dabei mitzuwirken oder sie vorzubereiten haben, treten gemÃ¤ss § 5a Abs. 1 VRG in den Ausstand, wenn sie in der Sache persÃ¶nlich befangen erscheinen, insbesondere wenn sie daran ein persÃ¶nliches Interesse haben (lit. a), mit einer Partei familiÃ¤r verbunden sind (lit. b mit nÃ¤herer Umschreibung der familiÃ¤ren Beziehung) oder fÃ¼r eine Partei in der gleichen Sache tÃ¤tig waren (lit. c). PersÃ¶nliche Befangenheit ist anzunehmen, wenn UmstÃ¤nde vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit eines BehÃ¶rdenmitglieds zu erwecken. Solche UmstÃ¤nde kÃ¶nnen entweder in einem bestimmten persÃ¶nlichen Verhalten oder in gewissen funktionellen und organisatorischen Gegebenheiten begrÃ¼ndet sein (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 5a N. 11).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Dass die im Rekursentscheid enthaltene Feststellung, die fragliche Liegenschaft verfÃ¼ge Ã¼ber keinen Zugang von der Goldbacherstrasse her, tatsachenwidrig ist, trifft zu (vgl. nachstehend E. 3.3). Es liegen jedoch keinerlei Anhaltspunkte dafÃ¼r vor, dass diese tatsachenwidrige Annahme darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren wÃ¤re, dass der Bezirksrat im Rahmen des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens mit der EigentÃ¼merin der Liegenschaft Goldbacher­strasse 01 Kontakt aufgenommen hÃ¤tte. Bei diesem unbelegten Vorwurf geht der Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin offenbar davon aus, dass sich der Bezirksrat bei seiner tatsachenwidrigen Feststellung in Vorwegnahme einer zukÃ¼nftigen SituationsÃ¤nderung davon habe leiten lassen, dass die EigentÃ¼merin der Liegenschaft eine grundstÃ¼ckinterne Umgestaltung (mit Schaffung eines neuen Zugangs von der Alten Landstrasse her und Schliessung des Zugangs von der Goldbacherstrasse her) beabsichtige. FÃ¼r diese Annahme finden sich keinerlei Anhaltspunkte. Wenn der Bezirksrat in seiner Beschwerdevernehmlassung von "vorgesehenen baulichen Massnahmen" spricht, so sind damit offenkundig die baulichen Massnahmen des streitbetroffenen Strassenprojekts gemeint (vgl. Rekursentscheid E. 2.2). Ãber die Absicht der LiegenschaftseigentÃ¼merin, die ZugangsverhÃ¤ltnisse zu Ã¤ndern, wurde der Bezirksrat erst nach Abschluss des Rekursverfahrens informiert, und zwar durch eine Mitteilung des Beschwerdegegners vom 13. MÃ¤rz 2006. Es handelt sich um eine ergÃ¤nzende Bemerkung zu verschiedenen Unterlagen, die der Bezirksrat vom Beschwerdegegner im Hinblick auf die Abfassung der Beschwerdevernehmlassung angefordert hatte. Im Ãbrigen geht der Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrerin in seinen weiteren AusfÃ¼hrung selber davon aus, dass der Beschwerdegegner (und nicht der Bezirksrat) in Kontakt mit der LiegenschaftseigentÃ¼merin â und dies im Zusammenhang mit dem MietverhÃ¤ltnis â stand.</p> <p class="Urteilstext">Aus alledem ergibt sich, dass der Vorwurf an den Bezirksrat, im Rahmen des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens mit der EigentÃ¼merin der Liegenschaft Goldbacherstrasse 01 Kontakt aufgenommen zu haben, nicht zutrifft. Insoweit erweist sich die RÃ¼ge der Befangenheit von vornherein als unbegrÃ¼ndet. Eine andere Frage ist es, ob der vorinstanzliche Rekursentscheid deswegen aufzuheben sei, weil er auf einer fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung beruhe und insoweit mit einem Rechtsmangel im Sinn von § 51 VRG behaftet sei (dazu hinten E. 3.4).</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.3 </b>In seiner Rekursantwort vom 6. Dezember 2005 machte der heutige Beschwerdegegner geltend, es sei auf den Rekurs nicht einzutreten, weil die Rekurrentin zusammen mit ihrem Ehemann lediglich Mieterin der Liegenschaft Goldbacherstrasse 01 und das MietverhÃ¤ltnis gekÃ¼ndigt sei. Unter Bezugnahme auf ein vorangehendes TelefongesprÃ¤ch Ã¤usserte sich die Rechtsvertreterin des Beschwerdegegners mit E-Mail vom 15. Dezember 2005 an den Bezirksratsschreiber zur Funktion des BehÃ¶rdenmitglieds, welches die nachverlangte Vollmacht an die Rechtsvertreterin unterzeichnete hatte; gleichzeitig wies sie auf Entscheide zÃ¼rcherischer Rechtsmittelinstanzen betreffend die Rekurslegitimation von Mietern hin. Hierauf forderte der Bezirksratsschreiber die heutige BeschwerdefÃ¼hrerin mit VerfÃ¼gung vom 16. Dezember 2005 auf, "eine schriftliche ErklÃ¤rung Ã¼ber ein ungekÃ¼ndigtes MietverhÃ¤ltnis an der Goldbacherstrasse beizubringen", unter Hinweis darauf, dass in der Rekursantwort eine KÃ¼ndigung des MietverhÃ¤ltnisses behauptet und gestÃ¼tzt hierauf die Rekurslegitimation bestritten worden sei. Mit Eingabe vom 9. Januar 2006 machte die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend, dass ein langjÃ¤hriger Mietvertrag bis 31. MÃ¤rz 2011 bestehe und sie die inzwischen ergangene ausserordentliche KÃ¼ndigung angefochten habe, weshalb ihre Rekurslegitimation zu bejahen sei; gleichzeitig ersuchte sie um Auskunft darÃ¼ber, in welchem Verfahrensschritt und aus welcher Quelle der Bezirksrat von dieser KÃ¼ndigung erfahren habe. Der Bezirksratsschreiber verwies in seinem Antwortschreiben vom 10. Januar 2006 auf die Rekursantwort des Gemeinderats, die er beilegte. Im Rekursentscheid (E. 2.1) erwog der Bezirksrat, die die mietrechtliche Situation der BeschwerdefÃ¼hrerin betreffenden Argumente des Rekursgegners bildeten keinen hinreichenden Grund, die Rekurslegitimation von vornherein zu verneinen; er stÃ¼tzte sich dabei ausdrÃ¼cklich auf die diesbezÃ¼gliche Stellungnahme der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 9. Januar 2006. </p> <p class="Urteilstext">Unter diesen UmstÃ¤nden kann daraus, dass die Rechtsvertreterin des Beschwerdegegners im E-Mail vom 15. Dezember 2005 an den Bezirksratschreiber "bezugnehmend auf unser heutiges Telefon" auf Entscheide zÃ¼rcherischer Rechtsmittelinstanzen zur Frage der Rekurslegitimation von Mietern hinwies, keine Befangenheit des Bezirksrats im Sinn von § 5a VRG abgeleitet werden. Zwar ergibt sich aus diesem E-Mail, dass am vorangehenden TelefongesprÃ¤ch zwischen Ratsschreiber und Rechtsvertreterin Ã¼ber die Frage der Rekurslegitimation (im Zusammenhang mit der mietrechtlichen Stellung der BeschwerdefÃ¼hrerin) gesprochen wurde, was nicht unbedenklich ist. Die Rechtsvertreterin brachte den diesbezÃ¼glichen Einwand der fehlenden Rekurslegitimation jedoch bereits in der Rekursantwort vom 6. Dezember 2005 vor; zudem konnte sich die BeschwerdefÃ¼hrerin zu diesem Einwand mit Eingabe vom 9. Januar 2006 noch Ã¤ussern, und schliesslich hat sich der Bezirksrat im angefochtenen Rekursentscheid auf diesen Einwand gar nicht abgestÃ¼tzt; darin verneinte er die Rekurslegitimation aus einem anderen Rechtsgrund. Prozessuale Fehler lassen hÃ¶chstens dann auf Befangenheit schliessen, wenn es sich dabei um wiederholte, krasse IrrtÃ¼mer handelt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5a N. 14; RB 1999 Nr. 2). Dies trifft hier bezÃ¼glich des beanstandeten Vorgehens (einseitige AnhÃ¶rung einer Partei) nicht zu. Der vorliegende Sachverhalt lÃ¤sst sich auch nicht mit jenem vergleichen, den das Verwaltungsgericht mit Urteil VB.1996.00132 vom 17. Dezember 1996 (RB 1996 Nr. 3) zu beurteilen hatte.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der Gemeinderat bejahte im Einspracheentscheid vom 14. September 2005 die Rechtsmittellegitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin. In der Rekursantwort an den Bezirksrat bestritt er diese Legitimation im Hinblick auf die ungesicherte mietrechtliche Stellung der BeschwerdefÃ¼hrerin. Der Bezirksrat stellte auf diesen Einwand wie erwÃ¤hnt nicht ab, verneinte aber die Rekurslegitimation gleichwohl mit der BegrÃ¼ndung, aus der Rekursschrift gehe in keiner Weise hervor, inwiefern der BeschwerdefÃ¼hrerin aus den vorgesehenen baulichen Massnahmen ein Nachteil widerfahre. Dieser Wechsel in der Argumentation ist nicht zu beanstanden. Denn einer oberen Rechtsmittelinstanz ist es gestÃ¼tzt auf den Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht verwehrt, im Sinn einer so genannten Motivsubstitution eine im Ergebnis richtige, aber falsch begrÃ¼ndete Anordnung aus anderen rechtlichen GrÃ¼nden zu bestÃ¤tigen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 81; Vorbem. zu §§ 19-28 N. 71; § 20 N. 44; § 28 N. 4; § 52 N. 7). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zu prÃ¼fen bleibt, ob die neue Argumentation des Bezirksrats bzw. der gestÃ¼tzt darauf getroffene Nichteintretensbeschluss rechtlich haltbar sei. Entgegen der Auffassung des von der BeschwerdefÃ¼hrerin neu bestellten Rechtsvertreters, der in seiner Stellungnahme vom 30. Mai 2006 die Tragweite der massgebenden Legitimationsnormen zu Unrecht auf die Frage der mietrechtlichen Situation verkÃ¼rzt, bildet dies den eigentlichen Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Zur Einsprache, Rekurs und Beschwerde gegen ein Strassenprojekt ist nach § 21 lit. a VRG berechtigt, wer durch das Projekt berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an dessen Ãnderung oder Aufhebung hat. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.1 </b>Das schutzwÃ¼rdige Interesse besteht im materiellen Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde dem Rekurrenten oder BeschwerdefÃ¼hrer eintragen wÃ¼rde bzw. in der Abwendung eines materiellen oder ideellen Nachteils, den der negative Entscheid fÃ¼r ihn zur Folge hÃ¤tte. KÃ¶nnte die geltend gemachte BeeintrÃ¤chtigung in eigenen Interessen selbst durch Gutheissung des Rechtsmittels nicht abgewendet werden, so handelt es sich nicht um schutzwÃ¼rdige legitimationsbegrÃ¼ndende Interessen. Der Rekurrent muss einen eigenen, praktischen Nutzen an der Rechtsmittlerhebung dartun kÃ¶nnen; die Wahrnehmung der Interessen Dritter oder Ã¶ffentlicher Interessen genÃ¼gt nicht. (Was allerdings nichts daran Ã¤ndert, dass er, sofern seine Legitimation zu bejahen ist, auch MÃ¤ngel rÃ¼gen kann, welche mit den ihm die Legitimation verschaffenden Interessen nicht Ã¼bereinstimmen, also auch die Verletzung von Normen geltend machen kann, die seine eigenen Interessen nicht schÃ¼tzen.) Der Rekurrent muss damit stÃ¤rker als die Allgemeinheit betroffen sein, mithin in einer spezifischen Beziehung zum Streitgegenstand stehen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 21).</p> <p class="Urteilstext">Nach der Rechtsprechung, die im Zusammenhang mit der Anfechtung von Bauvorhaben durch Nachbarn entwickelt worden ist, kann die Rekurslegitimation nicht nur dem GrundeigentÃ¼mer, sondern auch am NachbargrundstÃ¼ck anderweitig Berechtigten, insbesondere Mietern, zukommen. Dabei gelten allerdings zusÃ¤tzliche Voraussetzungen. Wird der Wohnwert der Liegenschaft beeintrÃ¤chtigt, ist der Mieter dann legitimiert, wenn das MietverhÃ¤ltnis auf die Dauer angelegt ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 39, mit Hinweis auf RB 1981 Nr. 13, 1986 Nr. 10 und 1988 Nr. 6). </p> <p class="Urteilstext">Dass die Rechtsmittelinstanz die Legitimation als Prozessvoraussetzung von Amtes wegen zu prÃ¼fen hat, entbindet den Rekurrenten nicht davon, seine Rekursberechtigung zu substanziieren. Dabei hat er den Sachverhalt, der seine Betroffenheit begrÃ¼nden soll, bereits vor der ersten Rechtsmittelinstanz darzulegen; in einem oberen Rechtsmittelverfahren kann dies nicht nachgeholt werden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 29 ff.). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.1.2 </b>Diese GrundsÃ¤tze gelten auch fÃ¼r die Anfechtung von Strassenprojekten (vgl. § 17 Abs. 1 und 4 StrassG). Dabei ist einerseits an die bei Nachbarbeschwerden gegen Bauvorhaben entwickelte Praxis anzuknÃ¼pfen, anderseits aber auch an jene, welche bezÃ¼glich Beschwerden von StrassenbenÃ¼tzern bei Verkehrsanordnungen entwickelt worden ist: Wie bei der Anfechtung von (Hochbau-)Projekten und bei der Anfechtung von Verkehrsanordnungen gilt nicht jeder noch so geringfÃ¼gige Nachteil, den ein RechtsmittelklÃ¤ger aus dem Strassenprojekt befÃ¼rchtet, als legitimationsbegrÃ¼ndend. Wird etwa eine BeeintrÃ¤chtigung durch <i>Immissionen</i> geltend gemacht, verlangt die Praxis ein gewisses Minimum an zusÃ¤tzlicher Belastung von den Anfechtenden. Bei Verkehrsimmissionen wird darauf abgestellt, ob die Mehrimmissionen deutlich wahrnehmbar seien und sich vom allgemeinen Strassenverkehr unterscheiden lassen, was bei einer allgemeinen Verkehrszunahme von 5-10 % nicht der Fall ist (RB 1985 Nr. 9 = BEZ 1985 Nr. 47). Sodann lÃ¤sst sich aus der <i>BenÃ¼tzung</i> der fraglichen Strasse in der Regel keine legitimationsbegrÃ¼ndende Betroffenheit ableiten (RB 2003 Nr. 13), es sei denn, aus einer engen nachbarlichen Raumbeziehung ergÃ¤ben sich bei der BenÃ¼tzung der Strasse spezifische Nachteile; so kann der AnstÃ¶sser etwa geltend machen, der Zugang zu seiner Liegenschaft werde durch das Strassenprojekt erschwert oder weniger sicher. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der Bezirksrat erwog, die im Kreuzungsbereich der Goldbacher- und der Alten Landstrasse befindliche Liegenschaft Goldbacherstrasse 01, die von der Rekurrentin seit vielen Jahren als Mieterin bewohnt werde, sei von der Alten Landstrasse her zugÃ¤nglich, wÃ¤hrend das GrundstÃ¼ck durch einen Zaun und eine Hecke von der Goldbacherstrasse getrennt und "daher" von daher nicht zugÃ¤nglich sei. Die vorgesehenen baulichen Massnahmen dienten vorab dem Schutz der Quartierbewohner, welche entlang der Goldbacher­strasse zu Fuss unterwegs seien, sowie der Verlangsamung des Verkehrs. Die Einfahrt zur Alten Landstrasse gelte seit Jahren als schwierig und mÃ¼sse schon wegen der Verkehrssicherheit verbessert werden. Der dazu nÃ¶tigen Landabtretung hÃ¤tten die betroffenen GrundeigentÃ¼mer zugestimmt. Die Rekurrentin sei auf die Benutzung der Goldbacherstrasse nicht angewiesen. Auch gehe aus der Rekurseingabe in keiner Weise hervor, womit ihr mit den geplanten baulichen Massnahmen ein Nachteil widerfahre. Sie wehre sich dagegen, ohne jedoch ihre EinwÃ¤nde in Beziehung zu eigenen Interessen zu setzen. Somit habe sie ihre Betroffenheit nicht hinreichend begrÃ¼ndet, weshalb auf den Rekurs nicht einzutreten sei.</p> <p class="Urteilstext">In der Beschwerdeschrift wird geltend gemacht, der Bezirksrat gehe von falschen Tatsachenfeststellungen aus, sei doch die Liegenschaft mit der Goldbacherstrasse durch ein Gartentor samt Briefkasten verbunden, welches sogar den "einzigen" Zugang darstelle. Der vom Bezirksrat erwÃ¤hnte Zugang von der Alten Landstrasse her fÃ¼hre zum Haus Alte Landstrasse 03, von wo aus das Haus Goldbacherstrasse 01 lediglich Ã¼ber den einer anderen Wohnung zugehÃ¶rigen Garten auf einem losen Steinplattenweg erreichbar sei. Gehe man statt von der falschen tatsÃ¤chlichen Annahme des Bezirksrats vom richtigen Sachverhalt, nÃ¤mlich davon aus, dass das von der BeschwerdefÃ¼hrerin bewohnte Haus einzig von der Goldbacherstrasse aus zugÃ¤nglich sei, mÃ¼sse deren Betroffenheit schon aus diesem Grund bejaht werden. Das schutzwÃ¼rdige Interesse der BeschwerdefÃ¼hrerin ergebe sich aber auch daraus, dass die Strasse nÃ¤her an das Haus verlegt werde, womit die Immissionen verschÃ¤rft wÃ¼rden und der Garten verkleinert werde. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Wie sich aus den vorliegenden Akten, namentlich auch aus den von der BeschwerdefÃ¼hrerin selber eingereichten Skizzen und PlÃ¤nen ergibt, besteht das zweiteilige GebÃ¤ude auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 aus dem Hausteil Goldbacherstrasse 01 und dem Hausteil Alte Landstrasse 03 und verfÃ¼gt ersterer entgegen der Feststellung des Bezirksrats und nach zutreffender Darstellung der BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼ber einen eigenen Zugang von der Goldbacherstrasse her. Ob es sich dabei, wie von der BeschwerdefÃ¼hrerin geltend gemacht, um den einzigen Zugang handelt oder ob dieser Hausteil, wie der Bezirksrat und der Gemeinderat ausfÃ¼hren, auch, ja sogar in erster Linie Ã¼ber die Alte Landstrasse zugÃ¤nglich sei, kann dahingestellt bleiben, da dies fÃ¼r die nachfolgende Beurteilung nicht erheblich ist. Jedenfalls hat sich der Bezirksrat bei seinem Nichteintretensbeschluss unter anderem auf die tatsachenwidrige Annahme gestÃ¼tzt, das Haus Goldbacherstrasse 01 verfÃ¼ge Ã¼ber keinen eigenen Zugang. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die mangelhafte Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz fÃ¼hrt indessen nicht ohne weiteres zur Aufhebung des Nichteintretensbeschlusses. Dieser wÃ¤re dann aufzuheben, wenn zur BegrÃ¼ndung der Rekurslegitimation allein der Umstand genÃ¼gen wÃ¼rde, dass die von der BeschwerdefÃ¼hrerin bewohnte Liegenschaft Ã¼ber einen Zugang auf die Goldbacherstrasse verfÃ¼gt. Dass trifft indessen nicht zu. Ebenso wenig lÃ¤sst sich die Rekurslegitimation allein daraus ableiten, dass die Liegenschaft an die Goldbacherstrasse angrenzt. Selbst bei der Anfechtung von Baubewilligungen genÃ¼gt die enge nachbarliche Raumbeziehung allein nicht zur BegrÃ¼ndung der Legitimation; diesfalls werden lediglich geringere Anforderungen an die Darlegung des BerÃ¼hrtseins in qualifizierten eigenen Interessen gestellt, sofern die Verletzung von Bestimmungen gerÃ¼gt wird, denen eine Nachbar schÃ¼tzende Funktion zukommt (RB 1995 Nr. 9). Wie erwÃ¤hnt muss die Rekurrentin einen eigenen, praktischen Nutzen aus der Rechtsmittelerhebung dartun kÃ¶nnen, damit ihre Legitimation anerkannt wird.</p> <p class="Urteilstext">In der Einsprache vom 27. Juni 2005 verlangte die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht den Verzicht auf das Strassenprojekt, sondern dessen Anpassung durch Verzicht auf eine Begradigung und optische Verbreiterung der Goldbacherstrasse. Sie begrÃ¼ndete dabei ihre Betroffenheit ausschliesslich "als Mieterin mit direktem Anstoss an die Goldbacherstrasse". Welchen praktischen Nutzen dies fÃ¼r sie als Bewohnerin der Liegenschaft Goldbacherstrasse 01 bringe, legte sie nicht dar. Ebenso wenig lÃ¤sst sich eine Betroffenheit aus den damals erhobenen RÃ¼gen ableiten, mit denen sie darlegte, dass und weshalb nach ihrer Auffassung bei EinfÃ¼hrung der geplanten Tempo-30-Zone auf der Goldbacherstrasse das Strassenprojekt in seiner jetzigen, auf einer frÃ¼heren Planung beruhenden Ausgestaltung nicht mehr zweckmÃ¤ssig sei. </p> <p class="Urteilstext">In der Rekursschrift vom 23. Oktober 2005 prÃ¤zisierte die BeschwerdefÃ¼hrerin ihren Antrag dahin, dass die EinmÃ¼ndung der Goldbacherstrasse in die Alte Landstrasse nicht zwecks Begradigung verlagert, der nordseitige Schutzstreifen weggelassen und das sÃ¼dseitige Trottoir nur in minimaler Breite (das heisst nicht neben, sondern weit gehend auf der bestehenden Fahrbahn) errichtet werde. Auch in dieser Rechtsschrift legte sie jedoch nicht dar, welchen praktischen Nutzen dies fÃ¼r sie als Bewohnerin der Liegenschaft Goldbacherstrasse 01 bringe. Daran vermÃ¶gen auch die damals neu eingereichten Skizzen und Fotografien, mit denen die Begradigung und optische Verbreiterung vor der Liegenschaft Goldbacherstrasse 01/Alte Landstrasse 03 aufgezeigt werden soll, nichts zu Ã¤ndern. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin in der Begradigung und optischen Verbreiterung den Verzicht auf einen "in einer Tempo 30 Zone erwÃ¼nschten Verlangsamungseffekt" erblickt, kann darin kein legitimationsbegrÃ¼ndender Nachteil erblickt werden. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Erstmals in der Beschwerdeschrift wird als zusÃ¤tzliche BegrÃ¼ndung fÃ¼r die Rechtsmittellegitimation vorgebracht, mit der AusfÃ¼hrung des Projekts werde die Strasse nÃ¤her an das Haus verlegt, was â insbesondere wegen der Beseitigung der Hecke â zu grÃ¶sseren Verkehrsimmissionen fÃ¼hre und den ohnehin kleinen Garten flÃ¤chenmÃ¤ssig verkleinere. In der Beschwerdeschrift an das Verwaltungsgericht kann jedoch, wie dargelegt, die Substanziierung des die Rechtsmittellegitimation begrÃ¼ndenden Sachverhalts nicht nachgeholt werden. </p> <p class="Urteilstext">Zu bedenken ist allerdings, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin keinen Anlass hatte, ihre Rechtsmittellegitimation in der Rekursschrift an den Bezirksrat nÃ¤her darzutun, nachdem der Gemeinderat KÃ¼snacht auf ihre Einsprache vom 27. Juni 2005 trotz diesbezÃ¼glich unzureichender Substanziierung eingetreten war. Hieraus kann indessen die BeschwerdefÃ¼hrerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die dargelegten Anforderungen an die Rechtsmittellegitimation und deren rechtzeitige Substanziierung gelten bereits fÃ¼r das Einspracheverfahren; das ergibt sich aus § 17 Abs. 1 StrassG, wo ausdrÃ¼cklich festgehalten wird, dass sich die Legitimation zur Einspracheerhebung nach der Rekurs- und Beschwerdelegitimation gemÃ¤ss dem Verwaltungsrechtspflegegesetz richte. Dementsprechend wurde in der amtlichen Publikation im Projektauflageverfahren darauf hingewiesen, dass zur Einsprache nur berechtigt sei, wer durch das Projekt berÃ¼hrt sei und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an dessen Ãnderung oder Aufhebung habe. Demnach ist schon der Gemeinderat zu Unrecht auf die Einsprache eingetreten, indem er sich einzig darauf abgestÃ¼tzt hat, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin Mieterin der direkt an die Goldbacherstrasse anstossenden Liegenschaft sowie "potenzielle Benutzerin" dieser Strasse sei. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Ginge man hingegen angesichts dessen, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin die Rechtsmittellegitimation im Einspracheentscheid vorbehaltlos zugestanden und erst im Rekursentscheid abgesprochen wurde, davon aus, dass die in der Beschwerde zusÃ¤tzlich vorgebrachten Darlegungen zur Rechtsmittellegitimation zu berÃ¼cksichtigen seien, so fÃ¼hrt dies aus den nachfolgenden GrÃ¼nden nicht zu einem anderen Ergebnis. </p> <p class="Urteilstext">Die Praxis, wonach Mieter mit einem langjÃ¤hrigen Mietvertrag eine BeeintrÃ¤chtigung des Wohnwertes der Liegenschaft geltend machen und sich so den Zugang zum Rechtsmittelverfahren verschaffen kÃ¶nnen, ist im Baubewilligungsverfahren entwickelt und spÃ¤ter auf andere Bewilligungsverfahren (vgl. RB 1988 Nr. 6) Ã¼bertragen worden. Nach der Konzeption von § 17 StrassG ist der Rechtsschutz gegen das Projekt eng mit jenem gegen die Enteignung verbunden. Es fragt sich daher, ob die Geltendmachung von Nachteilen, die sich unmittelbar aus der Abtretung von Land ergeben, nicht dem betroffenen GrundeigentÃ¼mer vorbehalten bleiben mÃ¼ssen. Das lÃ¤sst sich zwar nicht generell annehmen, weil sich auch obligatorisch Berechtigte zur Abwehr einer formellen oder materiellen Enteignung auf die Eigentumsgarantie nach Art. 26 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) berufen kÃ¶nnen (vgl. RB 1998 Nr. 179; zum Rechtsschutz gegen Strassenprojekte vor In-Kraft-Treten des mit § 17 StrassG eingefÃ¼hrten Einspracheverfahrens vgl. RB 1990 Nr. 102 = BEZ 1990 Nr. 1). Immerhin rechtfertigt es sich, im Projekteinspracheverfahren nach § 17 StrassG Mietern, die eine aus der Abtretung von Land resultierende BeeintrÃ¤chtigung des Wohnwertes geltend machen, die Rechtsmittellegitimation nur dann zuzuerkennen, wenn es sich um erhebliche Nachteile handelt. Die Geltendmachung bloss geringfÃ¼giger Nachteile muss dem GrundeigentÃ¼mer vorbehalten bleiben. </p> <p class="Urteilstext">Im vorliegenden Fall resultieren die bezÃ¼glich Verkleinerung des Gartens und Zunahme des Immissionspegels geltend gemachten Nachteile aus der Abtretung von Land, welcher die EigentÃ¼merin der streitbetroffenen Liegenschaft zugestimmt hat. Nach den von der BeschwerdefÃ¼hrerin eingereichten Unterlagen handelt es sich dabei um geringfÃ¼gige Nachteile. Das gilt auch dann, wenn die mit der ergÃ¤nzenden Stellungnahme vom 30. Mai 2006 eingereichten zusÃ¤tzlichen Planausschnitte berÃ¼cksichtigt werden. Von der von der BeschwerdefÃ¼hrerin bzw. ihrem Ehemann gemieteten TeilflÃ¤che von Kat.-Nr. 02 ist nur ein schmaler Streifen abzutreten. Desgleichen bewirkt die geltend gemachte Zunahme an Verkehrsimmissionen hÃ¶chstens einen geringfÃ¼gigen Nachteil, zumal wenn sie in Zusammenhang mit der (von der BeschwerdefÃ¼hrerin befÃ¼rworteten) EinfÃ¼hrung von Tempo-30 gewÃ¼rdigt wird. Hat sich die EigentÃ¼merin der Liegenschaft wie hier mit der erforderlichen Landabtretung einverstanden erklÃ¤rt, so kÃ¶nnen derart geringfÃ¼gige Nachteile dem Mieter den Zugang zum Rechtsmittelverfahren nicht verschaffen. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Die Gerichtskosten sind der unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG), welcher bei diesem Verfahrensausgang von vornherein keine ParteientschÃ¤digung nach § 17 Abs. 2 VRG zusteht. </p> <p class="Urteilstext">Eine solche EntschÃ¤digung ist indessen auch dem obsiegenden Gemeinderat KÃ¼snacht nicht zuzusprechen. Die Beantwortung von Rechtsmitteln gehÃ¶rt zum angestammten Aufgabenbereich eines Gemeinwesens, was eine ParteientschÃ¤digung zu dessen Gunsten zwar nicht von vornherein ausschliesst, jedoch nur dann als gerechtfertigt erscheinen lÃ¤sst, wenn die Beschwerdevernehmlassung mit einem ausserordentlichen Aufwand verbunden war (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 19 mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind hier nicht erfÃ¼llt. Soweit sich der Beschwerdegegner in diesem Zusammenhang auf eine "neuere Praxis" der Baurekurskommissionen (BEZ 2005 Nr. 15) beruft, welche geringere Voraussetzungen an das Zusprechen einer ParteientschÃ¤digung an obsiegende Gemeinwesen stelle, ist festzuhalten, dass sich diese auf Rekurse von Bauherren bezieht. FÃ¼r das Verwaltungsgericht ist diese Praxis zudem ohnehin nicht verbindlich; eine nÃ¤here Auseinandersetzung damit erÃ¼brigt sich im vorliegenden Fall schon deswegen, weil sich die Beschwerde nicht gegen einen Entscheid der Baurekurskommission, sondern gegen einen Beschluss des Bezirksrats richtet und weil der Gemeinderat KÃ¼snacht Disp.-Ziffer II dieses Beschlusses (betreffend die Verweigerung einer ParteientschÃ¤digung) nicht mit Beschwerde angefochten hat.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>