Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. Oktober 2016 (720 16 106 / 265) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung kommt nur dann in Frage, wenn der Schmerz durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht hin- reichend erklärt werden kann. Die Vorinstanz wird angewiesen, aktuelle somatische und psychiatrische Abklärungen durchzuführen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Elisabeth Maier, Advoka- tin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1973 geborene A.____ arbeitete für diverse Arbeitgeber in unterschiedlichen Hilfs- funktionen. Am 21. Mai 2008 meldete er sich wegen d en Folgen einer im Jahr 1998 erlittenen Kriegsverletzung erstmals bei der Eidgenössischen I nvalidenversicherung (IV) zum Leistungs- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht bezug an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die gesundheitlichen und erwerb- lichen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte sie ein en IV-Grad von 10%. Gestützt auf dieses Ergebnis wies sie einen Anspruch von A.____ auf eine R ente nach durchgeführtem Vorbe- scheidverfahren mit Verfügung vom 28. September 2011 ab . Die hiergegen erhobene Be- schwerde wies das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 24. Mai 2012 (Verfahren Nr. 720 11 376) a b. Dieser Entscheid erwuchs in Rechts- kraft. A.2 Am 21. August 2014 meldete sich A.____ unter Hinwe is auf Kriegsverletzungen, Rückenprobleme und chronische Schmerzen erneut bei der I V-Stelle zum Leistungsbezug an. Nachdem die IV-Stelle die Verhältnisse ein weiteres Mal abgeklärt hatte, ermittelte sie einen IV- Grad von 0%. Gestützt auf dieses Ergebnis wies sie einen Anspruch von A.____ auf eine Rente nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 23. Februar 2016 abermals ab. B. Hiergegen erhob A.____ am 8. April 2016 Beschwerd e beim Kantonsgericht, wobei er beantragte, der Entscheid der IV-Stelle sei unter Ber ücksichtigung der noch ausstehenden Zeugnisse der behandelnden Ärzte Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und PD Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, zu überprüfen. C. Mit Eingabe vom 15. April 2016 reichte der Beschwer deführer die Berichte der Dres. C.____ und B.____ vom 24. Februar 2016 und 15. April 2016 ein. Gleichzeitig ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. D. Mit Verfügung vom 18. April 2016 wurde dem Beschwe rdeführer die unentgeltliche Pro- zessführung bewilligt und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. E. Am 12. Mai 2016 liess Dr. B.____ dem Kantonsgericht einen weiteren Bericht vom 11. Mai 2015 und den Bericht von PD Dr. C.____ vom 10. Mai 2016 zukommen. F. Mit Eingabe vom 30. Mai 2016 informierte Advokatin Elisabeth Maier das Kantonsgericht darüber, dass A.____ sie mit der Wahrung seiner Intere ssen beauftragt habe. Gleichzeitig er- suchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung. G. Mit Verfügung vom 31. Mai 2016 wurde dem Beschwerde führer die unentgeltliche Ver- beiständung mit Advokatin Elisabeth Maier als Rechtsvertreterin bewilligt. H. In ihrer Vernehmlassung vom 6. Juni 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be- schwerde. I. Mit Replik vom 3. August 2016 beantragte der Beschwe rdeführer, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung der IV-Stelle vom 23. Feb ruar 2016 aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei zur weiteren Abklärung des Sachverhalts ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Subeventualiter sei die Angelegenheit Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht – in Aufhebung der Verfügung vom 23. Februar 2016 – zur weiteren Abklärung an die Be- schwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kotenfolge. J. Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Duplik vom 8. August 2016 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Geri cht form- und fristgerecht erhobene Beschwerde vom 8. April 2016 ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Be schwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochte nen Verfügungen vom 23. Februar 2016 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 ). Tatsachen, die sich erst später ver- wirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als si e mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurte ilung im Zeitpunkt des Erlasses des Verwaltungsaktes zu beeinflussen (vgl. Urteil des Bundesg erichts vom 10. August 2009, 9C_136/2009, E. 2.5). 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesge setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder län- gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfäh igkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Diese Definitionen entsp rechenden vor Inkrafttreten des ATSG per 1. Januar 2003 von der Rechtsprechung entwickelten Begriffen in der Invalidenversicherung (BGE 130 V 343 ff.). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.5 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invalidi tätsgrades verweigert und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invali- denversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961), so ist im Be schwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch r elevante Änderung des Invaliditätsgra- des eingetreten ist. Nach der Rechtsprechung sind die b ei einem Revisionsfall geltenden Re- geln bei einer Neuanmeldung analog anzuwenden (vgl. d ie in BGE 130 V 343 nicht publizierte E. 4 des Urteils des EVG vom 30. April 2004, I 626/03, mit Hinweisen). Ändert sich der Invalidi- tätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in d en tatsächlichen Verhältnissen, die ge- eignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten anspruch zu beeinflussen. Zeitliche Ver- gleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserhebl ichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der l etzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsb emessung beruht (BGE 122 V 108, 130 V 71 E. 3.2.3). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist di e Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b eruht, auch die geklagten Beschwer den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Gr undsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Re chnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Absc hätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Ein- schätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht da zu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkennt nisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellt en fachmedizinischen Experten ander- seits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2 001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu neh- men, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Ei nschätzungen gelangen. Vorbehal- ten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher I nterpretation entspringende – Aspekte be- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007 I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 4.4 Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie au ch der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 5. Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1 In der Verfügung vom 28. September 2011, mit we lcher das Rentenbegehren des Versi- cherten aufgrund eines IV-Grads von 10% abgewiesen wurd e, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf das von ihr beim Begutachtungszentrum D.____ veranlasste polydisziplinä re Gutachten vom 27. April 2010. Demnach wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unklare, paroxysmale Episoden mit Hinterhauptschmerz, Bewusstseinsverlust, generalisierte n Zuckungen und nachfolgender Müdigkeit, ohne elektroencephalographischen Nachweis von Epilepsie und ein Status nach Schussverletzung am rechten Vorderarm mit ausgedehnter Weichteilverletzung (1998) diagnos- tiziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestün den ein chronisches Schmerzsyndrom mit Tendomyosen im Nacken-Schulter-Brustbereich rechts, e ine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine posttraumatische Belastungsstörung. Die Angaben des Versicherten seien mit Blick auf die objektiven Befunde sehr diskrepant . Sie könnten weder orthopä- disch/traumatologisch noch neurologisch geklärt werden. I n psychiatrischer Sicht sei der Schweregrad der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung leichtgradig ausgeprägt. In Be- zug auf die posttraumatische Belastungsstörung sei unklar, w eshalb diese erst 10 Jahre nach den Kriegserlebnissen aufgetreten sei. Möglicherweise hä tte die Verschlechterung der sozialen und finanziellen Situation zu einer Akzentuierung der psychiatrischen Erkrankung geführt. Dem Beschwerdeführer sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungskraft vollschichtig zumut- bar, sofern es sich dabei nicht um eine körperlich schwere Arbeit handle. Körperlich leichte bis mittelschwere Verweistätigkeiten seien zumutbar. Im Schr eiben des Begutachtungszentrums D.____ vom 12. Mai 2010 wurde präzisierend festgehalten , dass dem Versicherten angepasste Verweistätigkeiten vollschichtig und ohne Einschränkung des Rendements zumutbar seien. 5.2.1 Nachdem sich der Versicherte am 21. August 2014 ern eut zum Leistungsbezug ange- meldet hatte, beauftragte die IV-Stelle Dr. med. E. ____, FMH Physikalische Medizin und Reha- bilitation sowie Rheumatologie, mit einem Gutachten, welches am 20. November 2015 erstattet wurde. Demnach konnte er aus rheumatologischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten. Ohne Auswirkung auf die Arb eitsfähigkeit bestünden ein Status nach Kriegsverletzung am rechten Unterarm 1998 und anamnes tisch nach Schussverletzung am rechten Bein, ein akutes Lumbovertebralsyndrom bei degen erativen Veränderungen im Sinne Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Osteochondrosen L4/L5 und L5/S1 bei Status nach zweimaliger Infiltration, ein Status nach semirigider Fusion L5-S1 am 28. März 2014, eine Schmerzchronifizierungstendenz, mit Auswei- tung und zum Teil nicht nachweisbare Ursachen, was zur somatoformen Schmerzstörung führe. Die Kriegsverletzung am rechten Arm weise auf eine ausge dehnte Wunde hin. Diese sei aber gut verheilt. Die Funktionen an Ellenbogen- und Hand gelenken seien erhalten. Hinweise auf eine neurogene Schädigung oder Defizite von relevanter Bedeutung bestünden nicht. Es sei davon auszugehen, dass die Kriegsverletzung keine nennensw erten Einschränkungen hervor- rufe. Die Halswirbelsäule (HWS) sei frei und die nac hgewiesenen degenerativen Veränderun- gen seien altersentsprechend. Die Wirbelsäule sei nach d reimaliger Operation wieder frei be- weglich. Die vom Exploranden geklagten Schmerzen könnten somatisch nicht erklärt werden. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule sei nicht eingeschränkt. Hinweise auf eine neurale Kompres- sion würden fehlen. Dem Versicherten seien angepasste lei chte bis mittelschwere Tätigkeiten vollumfänglich zumutbar. Schliesslich wies Dr. E.____ dara uf hin, dass er sich der psychiatri- schen Beurteilung im Gutachten des Begutachtungszentrum s D.____ vom 27. April 2010 an- schliessen könne. 5.2.2 Am 24. Februar 2016 diagnostizierte PD Dr. C.__ __ ein lumbovertebrales- und ein gene- ralisiertes Schmerzsyndrom bei posttraumatischer Belastungss törung. Der Versicherte leide unter chronischen Rückenschmerzen mit diffuser Schmerzauswe itung. Das MRT vom 23. Mai 2015 zeige eine diffuse ödematöse Veränderung in der Muskulatur auf der Höhe des Sakrums. Der Befund sei ausgeprägt. Im aktuellen MRT sei das Öd em zwar regrediert, aber weiterhin vorhanden. Zudem bestünden die bekannte Diskopathie und Osteochondrosen aktuell ohne Neurokompression. Der klinische Befund zeige aktuell keine radikuläre Symptomatik. Hinweise für eine Erkrankung aus dem rheumatologischen Formenkre is bestünden nicht. Das starke Ödem in der Muskulatur sei mit dem Schmerzempfinden lu mbal durchaus vereinbar. Auffallend sei der schlechte psychische Zustand des Versicherten. Das Ö dem in der Muskulatur führe zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit. Das generalisie rte Schmerzsyndrom habe ebenfalls Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit. 5.2.3 Dr. B.____ diagnostizierte am 15. April 2016 ei ne posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und eine aktuell mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). Aus psychiat- rischer Sicht sei der Versicherte in der Leistungsfähigke it erheblich eingeschränkt. So bestün- den ein verlangsamtes Arbeitstempo, eine verminderte Konzentrationsfähigkeit, eine verminder- te Frustrationstoleranz und eine gesteigerte Reizbarkeit sowie die Neigung zu aggressiven Ausbrüchen. Die Anpassungsfähigkeit an Regeln und Rahm enbedingungen sei reduziert. Ebenso die Umstellfähigkeit, die Flexibilität und die Kontaktfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht betrage die Arbeitsunfähigkeit zwischen 50% und 100%. 5.2.4 Am 11. Mai 2016 hielt Dr. B.____ fest, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Versicherten seit dem Gutachten des Begutachtungszentr ums D.____ vom 27. April 2010 erheblich verschlechtert habe. Insbesondere sei es zwische nzeitlich zu einer depressiven Symptomatik gekommen. Zudem hätten sich die Symptome der posttraumatischen Störung verstärkt. Die verschlechterte psychische Verfassung zeige sich im Alltag. So schlafe der Versi- cherte schlecht, er sei energie- und lustlos und ziehe sich zurück. Immer wieder würden sich Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihm Gedanken über das erlebte Kriegsgeschehen aufdrä ngen. Es gelinge ihm kaum, sich da- von abzulenken. Nach den Angaben der Ehefrau des Versiche rten lebe er sehr isoliert, nehme die Menschen um sich kaum mehr wahr. Er sei unruhig, hast ig, auffällig angespannt, ungedul- dig, impulsiv und es sei keine Lebensfreude mehr spürbar . Diese psychopathologische Symp- tomatik habe einen erheblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. 5.2.5 Im Bericht vom 10. Mai 2016 diagnostizierte PD D r. C.____ ein lumbovertebrales-, ein zervikales- und ein generalisiertes Schmerzsyndrom bei posttr aumatischer Belastungsstörung. Die Rückenschmerzen nach Stabilisation bei nachgewiesenem Ö dem im MRT seien nachvoll- ziehbar. Aufgrund der Osteochondrosen und diffusen Disko pathien sowie der diffusen ödemat- ösen Veränderungen im Bereich der autochthonen Muskulat ur als Zeichen der mechanischen Überlastung bestünde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 5.2.6 Am 28. April 2016 führte Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, aus, dass die Berichte von Dr. B.____ und PD Dr. C.____ im Vergleich zum Gutachten von Dr. E.____ vom 20. No vember 2015 und der gesundheitlichen Situation, wie sie dem Urteil des Kantonsgerichts vom 24. Mai 2012 vorlagen, keine Verände- rung des Gesundheitszustandes belegen würden. 5.2.7 Am 24. Mai 2016 hielt der RAD-Arzt prakt. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, fest, dass der Versicherte erst seit dem 4. Mär z 2016 bei Dr. B.____ in Behandlung sei. Der psychische Leistungsdruck sei fraglich und die Gründ e für den über Jahre dauernden Behandlungsunterbruch unklar. Zudem werde nicht deutlich, ab wann die Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes eingetreten sei soll. Dr. B .____ habe keinen psychopatho- logischer Befund erhoben. Die Störungen seien objektiv nicht bewiesen. Zwar seien im Gutach- ten des Begutachtungszentrums D.____ ähnliche psychiatrische Diagnosen gestellt worden. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes werde aber aus dessen Berichten weder deutlich noch nachvollziehbar. 6.1 Die Vorinstanz ging in der angefochtenen Verfügu ng vom 23. Februar 2016 gestützt auf die Beurteilung von Dr. E.____ vom 20. November 2015 davon aus, dass dem Versicherten angepasste Tätigkeiten im Umfang von 100% zumutbar seien. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ei ngeholten Gutachten externer Spezi- alärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Be obachtungen und Untersuchungen so- wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung vo lle Beweiskraft zuzuerkennen, solan- ge nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der E xpertise sprechen. Solche Indizien sind vorliegend jedoch nicht von der Hand zu weisen. 6.2.1 Zunächst bestehen bei der Beurteilung des somatisch en Gesundheitszustandes und der daraus resultierenden Arbeitsfähigkeit erhebliche fach ärztliche Diskrepanzen. Während Dr. E.____ davon ausgeht, dass die vom Beschwerdeführer g eklagten Schmerzen somatisch nicht erklärbar seien und keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wer- den könne, hielt der behandelnde Rheumatologe PD Dr. C.____ demgegenüber fest, dass so- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht wohl das MRT vom 23. Mai 2015 als auch das aktuelle Bildm aterial der Wirbelsäule ein Mus- kelödem zeigen, welches die Rückenbeschwerden des Versichert en erklären würde. Aufgrund der bestehenden Osteochondrosen und diffusen Diskopathie n sowie der diffusen ödematösen Veränderungen im Bereich der autochthonen Muskulatur se i der Beschwerdeführer sowohl für die bisherige als auch für angepasste Verweistätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Zwar ent- halten die Berichte von PD Dr. C.____ keine vollständigen Begründungen und auch die Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit ist nicht hinreichend. Denno ch lassen sie an der Zuverlässigkeit des Gutachtens von Dr. E.____ vom 20. November 2015, wonach die geklagten Schmerzen soma- tisch nicht erklärt seien, ernsthafte Zweifel aufkommen, zumal ihm – soweit ersichtlich – das MRT vom 23. Mai 2015 ebenfalls vorlag. Für die Beurte ilung des somatischen Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten kann dah er entgegen der Auffassung der IV- Stelle nicht abschliessend auf das Gutachten von Dr. E. ____ vom 20. November 2015 abge- stellt werden. Hinzu kommt, dass die im Gutachten des Begutachtungszentrums D.____ vom 27. April 2010 festgestellten psychiatrischen Diagnosen (chronisches Schmerzsyndrom, anhal- tende somatoforme Schmerzstörung, posttraumatische Belastungsstörung) und die Feststellung von Dr. E.____, wonach die geklagten Schmerzen somatisch ni cht erklärbar seien, resp. eine somatoforme Schmerzstörung zu vermuten sei, eine aktuelle psychiatrische Abklärung erfordert hätten. Vorherrschende Beschwerde bei einer somatofor men Schmerzstörung ist ein andau- ernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht hinreichend erklärt werden kan n (Weltgesundheitsorganisation, Inter- nationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kap itel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, DILLING /M OMBOUR /S CHMIDT [Hrsg.], 10. Aufl. 2015, Ziff. F45.4 S. 233). Ob vor liegend die einschlägigen Diagnosekriterien für eine somatofo rme Schmerzstörung erfüllt sind, ist auf- grund der vorliegenden Akten nicht hinreichend klar. Da diese Diagnose nur dann in Frage kommt, wenn der Schmerz durch einen physiologischen Prozess o der eine körperliche Störung nicht hinreichend erklärt werden kann, ist erforderlich, dass somatische und psychiatrische Ab- klärungen durchgeführt werden. Eine aktuelle psychiatri sche Abklärung rechtfertigt sich vorlie- gend umso mehr, als die letzte psychiatrische Abklärung i m Rahmen der Begutachtung durch das Begutachtungszentrum D.____ bereits mehrere Jahre zurückliegt. Zudem ist nach der mitt- lerweile überarbeiteten Rechtsprechung bei der Invali ditätsbemessung aufgrund psychosomati- scher Störungen stärker als bisher der Aspekt der funktion ellen Auswirkungen zu berücksichti- gen und bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit ist das bisherige Regel/Ausnahme-Modell durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt worden ( vgl. BGE 141 V 281). Ausserdem be- schreibt der behandelnde Psychiater Dr. B.____ in seinen Stellungnahmen vom 15. April 2016 und 11. Mai 2016 – die mit dem zu beurteilenden Str eitgegenstand in engem Sachzusammen- hang stehen und im vorliegenden Verfahren deshalb zu be rücksichtigen sind (vgl. E. 2 hiervor) – einen massiv verschlechterten Gesundheitszustand. 6.2.2 Indem die Vorinstanz es unterliess, die erforde rliche bidisziplinäre Begutachtung zu ver- anlassen und der bloss rheumatologischen Beurteilung von Dr. E.____ ausschlaggebenden Beweiswert beimass, stellte sie den Sachverhalt auf unv ollständiger Beweisgrundlage, mithin rechtsfehlerhaft fest. So wie sich die Aktenlage präsenti ert, ist der massgebende medizinische Sachverhalt nicht ausreichend abgeklärt, weshalb die Auswi rkungen der gesundheitlichen Be- schwerden auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführer s aufgrund der bestehenden Aktenla- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ge nicht abschliessend beurteilt werden können. Folglic h ist der rechtserhebliche Sachverhalt durch geeignete weitere medizinische Abklärungen zu vervo llständigen. Von weiteren Abklä- rungen kann nicht abgesehen werden, da nicht von vornher ein angenommen werden kann, eine ergänzende Begutachtung vermöge zu keinen besseren Erkenntnissen führen. Damit steht fest, dass die angefochtenen Verfügungen vom 23. Februar 2016 auf unzureichenden medizini- schen Abklärungsergebnissen beruhen und deshalb aufzuheben sind. 6.3 Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung kö nnen die Sozialversicherungsge- richte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streit sache zur neuen Begutachtung an die Ver- waltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgut- achten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahr en anderweitig erhobenen Sachver- halt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig häl t oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. E ine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig unge- klärten Frage begründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210, E. 4.4.1 ff.). 6.4 Da es die Vorinstanz unterlassen hat, die erforderl iche bidisziplinäre Begutachtung zu veranlassen und es nicht die Aufgabe der kantonalen Geri chte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz nichts entgegen. Die Vorinstanz wird angehalten, die me dizinische Sachlage umfassend abklä- ren zu lassen. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergän zung wird die IV-Stelle über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu zu verfügen ha ben. Demzufolge ist die Be- schwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die Verfügungen vom 23. Februar 2016 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur erneuten Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 7.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weite ren Vorgehen im Sinne der Erwägun- gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-S telle zurück, so gilt in prozessualer Hin- sicht die Beschwerde führende Partei als obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Ve rfahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als obsieg ende Partei ist demnach eine Par- teientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerde- führers hat in ihrer Honorarnote vom 18. August 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 10,33 Stunden geltend gemacht, was sich umfa ngmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen mehrwerts teuerpflichtige Auslagen in der Höhe von insgesamt Fr. 87.-- sowie die nicht mehrwertsteuerpf lichtigen Auslagen in der Höhe von Fr. 20.--. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Partei entschädigung von Fr. 2‘904.05 (10,33 Stunden à Fr. 250.-- + mehrwertsteuerpflichti ge Auslagen von Fr. 87.-- zuzüglich 8% Mehrwertsteuer und die nicht mehrwertsteuerpflichtige n Auslagen von Fr. 20.--) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zu ständigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öff entlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom 23. Februar 2016 aufgehoben und die Angelegenheit zur erneuten Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu rückgewie- sen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2'904.05 (inkl. Ausla gen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht