<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">318</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>56</b></span> <span class="ft2"><b>Auflösung eines kommunalen Anstellungsverhältnisses aus organisatori-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>schen oder wirtschaftlichen Gründen</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Die Pflicht des Arbeitgebers, dem Betroffenen nach Möglichkeit eine</b></span><br/> <span class="ft2"><b>andere zumutbare Stelle anzubieten, besteht bloss im Zeitpunkt der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Kündigung und nicht auch während der Kündigungsfrist</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(Erw. II/7.4)</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Auflösung Anstellungsverhältnis</span> <span class="page_no">319</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 23. November 2012</span><br/> <span class="ft5">i.S. H.F. gegen Kreissschule E. (2-KL.2012.1)</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II.</span><br/> <span class="ft1">7.4.</span><br/> <span class="ft1">7.4.1.</span><br/> <span class="ft1">Im Zeitpunkt der Kündigung bzw. am 15. Dezember 2011 wa-</span><br/> <span class="ft1">ren bei der Beklagten keine für den Kläger zumutbaren Stellen zu</span><br/> <span class="ft1">besetzen. Erst als ein Hauswart anfangs 2012 kündigte, mithin nach</span><br/> <span class="ft1">der Kündigung des Klägers vom 15. Dezember 2012, wurde die</span><br/> <span class="ft1">Stelle frei, auf welche sich der Kläger bewarb; in der Folge erhielt er</span><br/> <span class="ft1">mit Schreiben vom 27. März 2012 einen abschlägigen Entscheid.</span><br/> <span class="ft1">Umstritten ist daher, ob die Pflicht des Arbeitgebers, dem aus orga-</span><br/> <span class="ft1">nisatorischen Gründen Entlassenen eine Stelle anzubieten, bloss im</span><br/> <span class="ft1">Zeitpunkt der Kündigung besteht oder darüber hinaus auch während</span><br/> <span class="ft1">der Kündigungsfrist Geltung verlangt.</span><br/> <span class="ft1">7.4.2.</span><br/> <span class="ft1">Gestützt auf die Anträge des Klägers ist zu prüfen, ob die Kün-</span><br/> <span class="ft1">digung vom 15. Dezember 2011 widerrechtlich erfolgt ist und ob die</span><br/> <span class="ft1">Beklagte deswegen zur Leistung einer Entschädigung zu verpflichten</span><br/> <span class="ft1">ist (vgl. § 12 Abs. 1 PersG; Art. 336a Abs. 1 OR). Entsprechend ist in</span><br/> <span class="ft1">zeitlicher Hinsicht auf die Kündigung abzustellen. Es ist mithin zu</span><br/> <span class="ft1">unterscheiden zwischen der Kündigung und der Vertragsbeendigung,</span><br/> <span class="ft1">welche erst mit Ablauf der Kündigungsfrist eintritt. Die Kündigung</span><br/> <span class="ft1">stellt ein rechtsaufhebendes Gestaltungsrecht dar und wurde vor-</span><br/> <span class="ft1">liegend am 15. Dezember 2011 ausgeübt. Entscheidend für die Be-</span><br/> <span class="ft1">antwortung der Frage nach der Widerrechtlichkeit sind entsprechend</span><br/> <span class="ft1">die Umstände, welche in diesem Zeitpunkt vorgelegen haben. Der</span><br/> <span class="ft1">vom Kläger geltend gemachte Umstand, dass anfangs 2012 und</span><br/> <span class="ft1">damit nach der Kündigung vom 15. Dezember 2011 aufgrund der</span><br/> <span class="ft1">Kündigung eines Hauswartes eine für den Kläger zumutbare Stelle</span><br/> <span class="ft1">frei wurde, ist somit in Bezug auf die Frage der Widerrechtlichkeit</span><br/> <span class="ft1">der Kündigung unbeachtlich. Am 15. Dezember 2011 konnte die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2012</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">320</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Beklagte dem Kläger - wie bereits erwähnt - keine zumutbare andere</span><br/> <span class="ft1">Arbeit anbieten. Daher ist die Kündigung vom 15. Dezember 2011</span><br/> <span class="ft1">diesbezüglich nicht zu beanstanden.</span><br/> <span class="ft1">7.4.3.</span><br/> <span class="ft1">Soweit der Kläger vorliegend geltend machen will, die Beklagte</span><br/> <span class="ft1">hätte die Entlassung des Klägers aufgrund der Kündigung des Haus-</span><br/> <span class="ft1">wartes anfangs 2012 widerrufen müssen, gilt Folgendes: Es trifft zu,</span><br/> <span class="ft1">dass der Arbeitgeber - ausnahmsweise - die Kündigung als Gestal-</span><br/> <span class="ft1">tungserklärung auf die Opposition der Gegenpartei hin widerrufen</span><br/> <span class="ft1">kann (PRGE vom 11. September 2012, 2-KL.2011.1, Erw. II/2.2.4.2</span><br/> <span class="ft1">und Erw. II/6.2; AJP 2002, S. 840; BGE 128 III 70, Erw. 2). Daraus</span><br/> <span class="ft1">lässt sich jedoch grundsätzlich keine Pflicht zum Widerruf ableiten.</span><br/> <span class="ft1">Eine solche Pflicht wäre höchstens denkbar, soweit der Beklagten ein</span><br/> <span class="ft1">treuwidriges Verhalten - insbesondere aufgrund eines engen</span><br/> <span class="ft1">zeitlichen Zusammenhangs zwischen der Entlassung und des Frei-</span><br/> <span class="ft1">werdens einer zumutbaren Stelle - vorgeworfen werden könnte.</span><br/> <span class="ft1">Dafür bestehen aufgrund der Entlassung vom 15. Dezember 2011 des</span><br/> <span class="ft1">Klägers und der Kündigung des Hauswartes anfangs 2012 jedoch</span><br/> <span class="ft1">keine Anhaltspunkte.</span><br/></div> </div> </body> </html>