A bteilung III C -1273/2006 {T 0/2} U rteil vom 3. A ugust 2007 M itw irkung: R ichterin Beutler; R ichter Trom m er; R ichter Vaudan; G erichtsschreiber Segessenm ann. S._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für Justiz (B J), Bundesrain 20, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Fürsorgeleistungen an A uslandschw eizer. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer, geboren am 6. M ai 1945, ist Bürger von H orw /LU und Slow enien. Er lebte in den Jahren 1966 bis 2004 in der Schw eiz, kehr- te dann in sein U rsprungsland zurück und w ohnt heute alleine im H aus sei- ner Eltern in Kranj. B. N achdem er im Septem ber 2006 m ehrm als schriftlich an die Schw eizeri- sche Botschaft in Ljubljana gelangt w ar und um finanzielle H ilfe gebeten hatte, reichte er am 2. O ktober 2006 ein förm liches G esuch um Ausrich- tung einer m onatlichen U nterstützung gem äss dem Bundesgesetz vom 21. M ärz 1973 über Fürsorgeleistungen an Auslandschw eizer (ASFG , SR 852.1) ein. C . In ihrem Bericht vom 4. O ktober 2006 erachtete die schw eizerische Vertre- tung die Bedingungen zur Ausrichtung von H ilfeleistungen nach dem ASFG als nicht erfüllt. D as Budget des Beschw erdeführers w eise pro M o- nat einen Ü berschuss von SIT 57'384.- auf. Im Ü brigen w ürden die slow e- nischen Behörden Sozialhilfe erst bei m onatlichen Einkom m en von unter SIT 48'062.- gew ähren, sofern die Betroffenen nicht über G rundeigentum verfügen. D ie Einnahm en des Beschw erdeführers w ürden sich dagegen auf ca. SIT 122'000.- belaufen; zudem sei er Eigentüm er eines H auses. D . M it Verfügung vom 24. O ktober 2006 lehnte die Vorinstanz das U nterstüt- zungsgesuch ab. D er Beschw erdeführer erhalte eine halbe R ente der Inva- lidenversicherung (IV) in der H öhe von rund SIT 122'650.- pro M onat. D a- durch habe er zw ar im Vergleich zu seinem Erw erbseinkom m en eine gros- se Einbusse erlitten, doch ergebe das Sozialhilfe-Budget, in dem einzig notw endige Auslagen berücksichtigt w erden könnten, einen Budgetüber- schuss. D er Beschw erdeführer sei daher nicht bedürftig im Sinne der Sozi- alhilfe, w eshalb eine U nterstützung des Bundes nicht gew ährt w erden kön- ne. Selbst w enn das Budget anders aussähe, könnte zur Zeit von Seiten des Bundes keine Sozialhilfe bew illigt w erden, da diese erst als letztes Auffangnetz zum Zug kom m e. D er Beschw erdeführer m üsste zunächst sein H aus veräussern, um m it dem Erlös den Lebensunterhalt zu bestrei- ten. W enn auch diese R eserven aufgebraucht w ären, hätte er sich an die Sozialhilfebehörden seines H eim atlandes Slow enien sow ie an seine Ange- hörigen (Kinder, Eltern) zu w enden, bevor Bundessozialhilfe gew ährt w er- den könnte. E. G egen diese Verfügung reichte der Beschw erdeführer m it an die Vorin- stanz adressierter Eingabe vom 2. N ovem ber 2006 Beschw erde ein. D iese w urde am 13. N ovem ber 2006 an den Beschw erdedienst des Eidgenössi- schen Justiz- und Polizeidepartem ents (EJPD ) w eitergeleitet. In der Be- schw erde w ird sinngem äss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sow ie die Ausrichtung von Fürsorgleistungen nach dem ASFG beantragt. F. In der Vernehm lassung vom 7. D ezem ber 2006 hält die Vorinstanz an ihrer Verfügung fest und beantragt die Abw eisung der Beschw erde. G . Am 11. D ezem ber 2006 ergänzte der Beschw erdeführer seine R echtsm it-3 teleingabe und ersucht das Bundesverw altungsgericht um beförderliche Behandlung seiner Beschw erde. H . M it R eplik vom 8. M ärz 2007 hält der Beschw erdeführer sinngem äss an seinen Anträgen und der Beschw erdebegründung fest. I. N achdem er vom Bundesverw altungsgericht m it form losem Schreiben vom 10. April 2007 zur Bezeichnung eines Zustellungsdom izils in der Schw eiz gebeten w orden w ar, erklärte er m it Eingabe vom 25. April 2007, dass sich seine Adresse nur in Slow enien befinde. J. Am 9. M ai 2007 w urde er auf diplom atischem W eg nochm als zur Bezeich- nung eines Zustellungsdom izils in der Schw eiz aufgefordert, verbunden m it der Androhung, dass künftige Anordnungen und Entscheide durch Publikation im Bundesblatt eröffnet w ürden. D ie ihm dazu vom Bundesver- w altungsgericht eingeräum te Frist liess der Beschw erdeführer ungenutzt verstreichen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VG G genannten Ausnahm en Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), w elche von einer in Art. 33 VG G aufgeführten Behörde erlassen w urden. D arunter fallen die Verfügungen des BJ gem äss Art. 14 Abs. 1 ASFG . 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D epartem en- te hängigen R echtsm ittel und w endet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht nach dem Vw VG , sow eit das G esetz nichts an- deres bestim m t. 1.3 Als Verfügungsadressat ist der Beschw erdeführer zur Anfechtung der vor- instanzlichen Verfügung legitim iert (Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). Auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde ist deshalb einzutreten (Art. 49 ff. Vw VG ). 2. D er Bund gew ährt Auslandschw eizern, die sich in einer N otlage befinden, Fürsorgeleistungen, w enn sie ihren Lebensunterhalt nicht hinreichend aus eigenen Kräften und M itteln, Beiträgen von privater Seite oder H ilfeleistun- gen des Aufenthaltsstaates bestreiten können (Art. 1 und 5 ASFG ). Aus- landschw eizer im Sinne des G esetzes sind Schw eizer Bürger, die im Aus- land W ohnsitz haben oder sich seit m ehr als drei M onaten dort aufhalten (Art. 2 ASFG ). Art und M ass der Fürsorge richten sich nach den besonde- ren Verhältnissen des Aufenthaltsstaates, unter Berücksichtigung der Le- bensbedürfnisse eines sich dort aufhaltenden Schw eizers (Art. 8 Abs. 1 4 ASFG ). D ie U nterstützung kann unter anderem verw eigert w erden, w enn die betroffene Person das ihr Zum utbare, um ihre Lage zu verbessern, of- fensichtlich unterlässt (Art. 7 Bst. e ASFG ). 3. 3.1 Auf R ekursebene m acht der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, die IV-Stelle Luzern habe ihm zu U nrecht die Ausrichtung einer vollen In- validenrente verw eigert. D iesbezüglich sei beim Bundesverw altungsgericht ein w eiteres Beschw erdeverfahren hängig. D ie halbe R ente, die er zur Zeit erhalte, genüge nicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Er habe des- w egen bereits C H F 40'000.- bzw . über C H F 50'000.- Schulden bei seinen Verw andten. Seine m onatlichen Ausgaben w ürden sich auf SIT 233'666.- belaufen. D avon seien SIT 70'000.- für den H ausunterhalt, SIT 3'000.- für die H ausratversicherung, SIT 90'000.- für D iäternährung, SIT 14'500.- als m onatlicher Anteil an die in den letzten beiden Jahren angefallenen Zahn- arztkosten, SIT 40'000.- G esundheitskosten sow ie SIT 16'666.- für das Au- to. D ies ergebe ein M inus von SIT 110'000.-. Schliesslich seien auch die Schulden, die er bei seinem Bruder habe, sow ie der Verm ögensverlust, den er infolge des Konkurses der Bank Slovenska H ranilnica in Posojilcni- ca (SH P) in Kranj im Jahre 2002 erlitten habe, zu berücksichtigen. 3.2 D em hält die Vorinstanz auf Vernehm lassungsstufe entgegen, dass eine G egenüberstellung der Ausgaben und Einnahm en einen m onatlichen Ü berschuss von SIT 57'384.- zeige. Es liege daher keine N otlage vor. Schliesslich habe das Beschw erdeverfahren betreffend IV-R ente keinen Einfluss auf das vorliegende Verfahren. 4. N ach Prüfung der Akten kom m t das Bundesverw altungsgericht ebenfalls zum Schluss, dass das Bestehen einer N otlage im Sinne von Art. 1 und Art. 5 ASFG im vorliegenden Fall verneint w erden m uss. 4.1 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschw erdeführer aktuell über ein m onatliches Einkom m en von SIT 122'650.- in Form einer halben IV-R ente verfügt. M it U rteil vom 11. April 2007 hat das Bundesverw altungsgericht das Verfahren des Beschw erdeführers betreffend Zusprechung einer (gan- zen) IV-R ente an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland zur w eiteren Sachverhaltsabklärung zurückgew iesen. O b dem Beschw erdeführer bei positivem Ausgang dieses Verfahrens künftig eine ganze IV-R ente ausge- richtet w erden w ird, spielt für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens keine R olle, da er - w ie nachfolgend aufzuzeigen ist - bereits m it der hal- ben R entenleistung genügende finanzielle M ittel hat, um den notw endigen Lebensbedarf zu decken. 4.2 D er von der Vorinstanz im Budget eingesetzte G rundbetrag für den U nter- halt (N ahrungsm ittel, G etränke, Körperpflege, C oiffeur, R einigung und U n- terhalt von Kleidern sow ie der W ohnung) von SIT 19'000.-, dies entspricht zur Zeit ca. C H F 130.-, erscheint im Vergleich zu den vom BJ bei anderen Ländern verw endeten Ansätzen relativ tief. H ingegen liegen keine konkre- ten Anhaltspunkte dafür vor, dass dieser in Zusam m enarbeit m it der zu- ständigen schw eizerischen Vertretung vor O rt festgelegte Betrag den w irt-5 schaftlichen Verhältnissen in Slow enien nicht angem essen w äre. D er Be- schw erdeführer m acht in seinen Eingaben auf R ekursebene denn auch nicht geltend, der U nterhaltsbetrag sei generell zu tief bem essen, sondern äussert sich vielm ehr dahingehend, dass er selber für die Bestreitung sei- nes individuellen Lebensunterhalts m ehr G eld benötige. 4.3 Sow eit der Beschw erdeführer vorbringt, auf G rund gesundheitlicher Prob- lem e auf die Einnahm e von D iätnahrung angew iesen zu sein, w as Kosten von m onatlich SIT 90'000.- verursache, ist festzuhalten, dass der genannte Betrag im Vergleich zum allgem einen U nterhaltsbetrag von SIT 19'000.-, m it w elchem sow ohl die Kosten für N ahrungsm ittel als auch verschiedene w eitere Ausgabenposten abzudecken sind, exorbitant hoch erscheint. D a es der Beschw erdeführer zudem unterlässt, die angeblichen M ehrkosten zu belegen, sind diese im Budget nicht bzw . zum indest nicht in vollem U m - fang zu berücksichtigen. 4.4 H insichtlich der W ohnkosten m uss ebenfalls festgestellt w erden, dass die vom Beschw erdeführer angegebene Betrag für Liegenschaftsunterhalt von SIT 70'000.- für ein Sozialhilfebudget als sehr hoch zu bezeichnen sind. D ies nicht zuletzt vor dem H intergrund, dass die slow enische Bevölkerung für das W ohnen (M iete, W asser, Strom , G as etc., M öbel, H aushaltgegen- stände, gew öhnlicher U nterhalt) gem äss einer Erhebung des statistischen Am tes der R epublik Slow enien betreffend das Budget der Privathaushalte im Jahre 2004 pro Person im M onat rund SIT 20'000.- ausgibt (vgl. H ouse- hold Budget Survey, Slovenia, 2004, vom 12. Juli 2006, online auf der eng- lischsprachigen W ebsite des statistischen Am tes der R epublik Slow enien > D em ography and social statistics > Level of living, zuletzt besucht am 9. Juli 2007). Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer in der Lage w äre, beispielsw eise durch einen U m zug in eine günstige M iet- w ohnung, seine W ohnkosten bedeutend zu verringern. 4.5 Im W eiteren w eist die Vorinstanz zu R echt darauf hin, dass der Beschw er- deführer offenbar Eigentüm er der von ihm bew ohnten Liegenschaft ist und er vor der Beanspruchung von Bundessozialhilfe grundsätzlich gehalten ist, dieses zu verkaufen und den Veräusserungserlös für die Bestreitung seines Lebensunterhalts zu verw enden. 4.6 Ferner äussert sich der Beschw erdeführer auf R ekursebene nicht dazu, in- w iefern er zw ingend auf die Verw endung eines Autos angew iesen sein soll. Vielm ehr begründet er die N otw endigkeit dieses Ausgabenpostens von m onatlich SIT 16'000.- m it dem H inw eis, dass er seit dem Jahre 1968 Auto fahre. Es ist daher nicht zu beanstanden, w enn die Vorinstanz in die- sem Punkt im Budget lediglich den Betrag von SIT 9'860.- für das Abonne- m ent der öffentlichen Verkehrsm ittel von Kranj eingesetzt hat. 4.7 Sow eit der Beschw erdeführer vorbringt, Schulden zu haben, w elche bei der Budgetberechnung ebenfalls berücksichtigt w erden m üssten, ist schliesslich darauf hinzuw eisen, dass eine solche Berücksichtigung grund- sätzlich nur dann in Frage käm e, w enn der Beschw erdeführer effektiv R ückzahlungen leisten w ürde. D avon kann jedoch vorliegend auf G rund der Aktenlage nicht ausgegangen w erden.6 4.8 Zusam m enfassend ist es dem Beschw erdeführer som it nicht gelungen dar- zulegen, dass das BJ bei der Berechnung des der angefochtenen Verfü- gung zu G runde liegenden Sozialhilfebudgets von falschen Annahm en ausgegangen w äre. 4.9 N ach dem G esagten hat die Vorinstanz zu R echt das Bestehen einer N ot- lage verneint und die Ausrichtung von U nterstützungsleistungen nach dem ASFG verw eigert. 5. Som it ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht ver- letzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist daher abzu- w eisen, sow eit darauf einzutreten ist. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten grundsätzlich dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). Auf G rund der be- sonderen U m stände des vorliegenden Falles ist indessen ausnahm sw eise darauf zu verzichten (Art. 6 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungs- gericht [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: -dem Beschw erdeführer (durch Publikation im Bundesblatt) -der Vorinstanz (m it G erichtsurkunde; Akten retour) und m itgeteilt: -der Schw eizerischen Botschaft in Ljubljana (m it der Bitte, dem Beschw erdeführer eine U rteilskopie zukom m en zu lassen) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: R uth Beutler Thom as Segessenm ann R echtsm ittelbelehrung: G egen dieses U rteil kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ge- führt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Ju- ni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufas- sen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :