JAAC63.31 Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 7. April 1998 Mesures contre l’utilisation sans cause légitime des conventions conclues par la Confédération en vue d’éviter les doubles impositions. Convention de double imposition (CDI) avec les Pays-Bas. - Compétence de la Commission fédérale de recours en matière de contributions (consid. 1a). - Remboursement de dividendes conformément à la CDI avec les Pays-Bas (consid. 3a). Notion de résidence (consid. 3b et c). - On admet qu’il y a dégrèvement d’impôt abusif lorsqu’une société dominée par l’étranger ne procède pas à des distributions de bénéfice appropriées durant la période concernée (consid. 4). Massnahmen gegen die ungerechtfertigte Inanspruchnahme von Doppelbesteuerungsabkommen des Bundes. Doppelbesteuerungsabkommen mit den Niederlanden (DBA-NL). - Zuständigkeit der Eidgenössischen Steuerrekurskommission (E. 1a). - Rückforderung von Dividenden gemäss DBA-NL (E. 3a). Begriff der Ansässigkeit (E. 3b und c). - Bejahung der missbräuchlichen Steuerentlastung, da die ausländisch beherrschte Gesellschaft in der fraglichen Zeit keine entsprechenden Gewinne ausgeschüttet hat (E. 4). 1Provvedimenti contro l’uso senza causa legittima delle convenzioni conchiuse dalla Confederazione per evitare le doppie imposizioni. Convenzione intesa a evitare i casi di doppia imposizione con i Paesi Bassi (CDI-NL). - Competenza della Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni (consid. 1a). - Domanda di rimborso di dividendi conformemente alla CDI-NL (consid. 3a). Nozione di domicilio (consid. 3b e c). - Si riconosce che lo sgravio d’imposta è abusivo, poiché nel periodo in questione la società sotto controllo estero non ha distribuito utili adeguati (consid. 4). Zusammenfassung des Sachverhalts: A. DieA.AGhatihrenSitzinderSchweizundweisteinAktienkapitalvon CHF500000.-auf. Am12.November1990,16.Mai1991und27.Januar1992reichtesie gestütztaufArt.9desAbkommensvom12.November1951zwischender SchweizerischenEidgenossenschaftunddemKönigreichderNiederlande zurVermeidungderDoppelbesteuerungaufdemGebietederSteuernvom EinkommenundvomVermögen(DBA-NL,SR0.672.963.61)jeeinenAntrag aufRückerstattungderniederländischenDividendensteuerein,welcheauf DividendenerträgenderniederländischenFirmaXausdenJahren1989, 1990und1991erhobenwordenwar. DieEidgenössischeSteuerverwaltung, AbteilungfürinternationalesSteuerrechtundDoppelbesteuerung(ESTV), bescheinigtedieseAnträgeundleitetesieaufdemDienstwegandie niederländischeSteuerbehördeweiter. B. Am10.Februar1997erliessdieESTVeinenEntscheidnachArt.5Abs.1des BundesratsbeschlussesbetreffendMassnahmengegendieungerechtfertigte InanspruchnahmevonDoppelbesteuerungsabkommendesBundesvom 14.Dezember1962(Missbrauchsbeschluss,SR672.202),mitdemsiedieauf denAnträgenR-NL1vom16.Mai1991und27.Januar1992abgegebenen BescheinigungenbeidenniederländischenSteuerbehördenwiderrief unddieA.AGaufforderte,diemitdiesenAnträgenzuUnrechterwirkten SteuerentlastungenvoninsgesamtHFL48507.20innertvierWochen einzubezahlen. C. MitEinspracheentscheidvom30.Juni1997wiesdieESTVdieEinsprache derA.AGvom18.März1997abundbestätigteihrenEntscheidvom 10.Februar1997. ZurBegründungführtesieaus,derMissbrauchsbeschluss machedieAbkommensberechtigungeinerjuristischenPersonmitSitz inderSchweiz,anderwesentlicheausländischeInteressenbestehen, unteranderemvoneinerangemessenenjährlichenGewinnausschüttung abhängig(Art.2Abs.2Bst.bMissbrauchsbeschluss). Esstehefest,dass dieA.AGunterdieerwähnteBestimmungfalle. Sieweigeresichjedoch, entsprechendeGewinnausschüttungenvorzunehmen. Deshalbseisienicht 2berechtigt,dieVorteilederschweizerischenDBAzubeanspruchen. Siekönne auchnichtgeltendmachen,inihremFalleseieineGewinnausschüttung ausbesonderenGründennichtmöglichgewesen(z.B.Verlust),dasiein denfraglichenGeschäftsjahrendurchwegsmitpositivenErgebnissen abgeschlossenhabe. UnterdemGesichtspunktdesAbkommensmissbrauchs spieledieGewinnverwendungbeijuristischenPersoneneineerhebliche Rolle. Diestreffeinsbesonderedannzu,wennanderfraglichenjuristischen PersonwesentlicheausländischeInteressenbestünden. Deninteressierten PersonenimAuslandbliebendieinderSchweizakkumuliertenGewinne latentverhaftet. SieseienmithininderLage,sichdieseGewinne verdecktanzueignen. MitdemErfordernis,laufendeineangemessene Gewinnausschüttungvorzunehmen,werdeeinersolchenAushöhlung,die zugleicheinenabkommenswidrigenMissbrauchzuLastenderQuellenstaaten darstelle,vorgebeugt. D. DagegenerhebtdieA.AGmitEingabevom30.Juli1997Beschwerdebei derEidgenössischenSteuerrekurskommission. SiebeantragtdieAufhebung desangefochtenenEinspracheentscheidesunddamitdenVerzichtaufdie RückforderungvergüteterniederländischerQuellensteuerinHöhevon HFL48507.20wegenangeblichenVerstossesgegendenMissbrauchsbeschluss. ErgänzendverlangtsiefürdieZeitbiszumBeschwerdeentscheiddie AussetzungderVollziehungdesangefochtenenEinspracheentscheides. DieESTVhältinihrerVernehmlassungvom17.September1997anihrem Einspracheentscheidvom30.Juni1997fest. Aus den Erwägungen: 1.a. NachArt.5Abs.3MissbrauchsbeschlussgeltenfürEinspracheund BeschwerdegegenVerfügungenundEntscheidederESTVdieArt.42und43 desBundesgesetzesüberdieVerrechnungssteuervom13.Oktober1965(VStG, SR642.21). InderursprünglichenFassungregelteArt.42VStGdieEinsprache gegenVerfügungenundEntscheidederESTVundArt.43VStGdieAnfechtung vonEinspracheentscheidenderESTVdurchVerwaltungsgerichtsbeschwerde beimBundesgericht. GleichzeitigmitderSchaffungvonArt.71aAbs.1 desBundesgesetzesüberdasVerwaltungsverfahrenvom20.Dezember 1968(VwVG,SR172.021,AS 1992 306),demzufolgedieeidgenössischen RekurskommissionenalsBeschwerdeinstanzenentscheiden,soweit andereBundesgesetzediesvorsehen,wurdedasVerrechnungssteuergesetz umeinenArt.42aerweitert(AS 1992 321f.). FürEinspracheentscheide derESTV,dieinAnwendungdesVerrechnungssteuergesetzesnachdem 1.Januar1994ergangensind,bestehtsomitdieMöglichkeit,diesebeider EidgenössischenSteuerrekurskommissionanzufechten. Entsprechend wurdeauchArt.43VStGneugefasst(AS 1992 322). Danachkönnen BeschwerdeentscheidederRekurskommissionnachdenArt.97ff. des BundesgesetzesüberdieOrganisationderBundesrechtspflegevom 16.Dezember1943(OG,SR173.110)innert30TagennachEröffnung mitVerwaltungsgerichtsbeschwerdebeimBundesgerichtangefochten werden. NachdererwähntenGesetzesänderungmachtderVerweisin Art.5Abs.3MissbrauchsbeschlussaufArt.43VStGnurSinn,wennman fürdieAbklärungderfunktionellenZuständigkeitauchdenneuenArt.42a 3VStGberücksichtigt. AufgrunddieserAusführungenistohneweiteres ersichtlich,dassdieAnpassungdesMissbrauchsbeschlussesandieneuenoder geändertenRechtsmittelbestimmungendesVerwaltungsverfahrensgesetzes (Art.71aVwVG)unddesVerrechnungssteuergesetzes(Art.42aund43VStG) unterbliebundderGesetzesverweisinArt.5Abs.3Missbrauchsbeschluss eigentlichaufdieArt.42-43VStGBezugnehmensollte(vgl. denindiesem SinneinFussnote3zuArt.5Abs.3Missbrauchsbeschlussangegebenen VerweisaufdieArt.42-43VStG).DieseLückeistvomRichterimRahmen derRechtsanwendungzuschliessen(vgl. BGE102Ib225 f. E.2,119Ib218E.2 und322E.4b). FürdasvorliegendeBeschwerdeverfahrenistsomitdavon auszugehen,dassderBeschwerdeführerinderRechtsmittelweggemäss Art.42aVStGoffensteht. DieEidgenössischeSteuerrekurskommissionist daherzurBehandlungderBeschwerdezuständig. (...) b. DaderBeschwerdeimVerwaltungsverfahrendesBundesvon GesetzeswegenaufschiebendeWirkungzukommt(Art.55Abs.1VwVG), erweistsichderAntragaufAussetzungdesVollzugesdesangefochtenen Einspracheentscheidesalsgegenstandslos. (...) 2. DieESTVgehtimangefochtenenEinspracheentscheiddavonaus, dieBeschwerdeführerinhabeinAnwendungvonArt.2Abs.2Bst.b MissbrauchsbeschlusskeinenAnspruchaufeineRückerstattung derniederländischenQuellensteuern,dasiekeineangemessene Gewinnausschüttungvorgenommenhabe. DieBeschwerdeführerinträgtdagegenvor,derMissbrauchsbeschlusssei aufsienichtanzuwenden,weilesaneinerBesteuerunginderSchweiz inüberwiegendemMassefehleunddieanderGesellschaftbeteiligten PersonennichtinderLageseien,dieinderSchweizakkumulierten Gewinnesichverdecktanzueignen. SieunterliegeseitAnfangihreraktiven TätigkeitzuBeginnderachtzigerJahredurcheinevonderschweizerischen FinanzverwaltungakzeptierteEntscheidungderdeutschenFinanzbehörden mitzunächst75%dannab1990mit90%ihrersteuerpflichtigenEinkünfte alsKapitalgesellschaftinDeutschlandderunbeschränktenSteuerpflicht. DemzufolgeseidasDBADeutschland-Niederlandeanzuwenden. DieESTVmachtdazuinihrerVernehmlassungvom17.September1997unter anderemgeltend,allfälligesteuerlicheFragen,diesichaufdieVerhältnisse zwischenDeutschlandunddenNiederlandenoderDeutschlandundder Schweizbeziehen,hättenkeinenEinflussaufdieAnwendungdesDBA-NL. HierzuseilediglichaufdieVerhältnissezwischendenNiederlandenundder Schweizabzustellen. EsseizukeinemZeitpunktinAbredegestelltworden, dassdieBeschwerdeführerineineinderSchweizansässigejuristischePerson sei. HättesiedieseVoraussetzungnichterfüllt,wäresiebereitsausdiesem GrundvondenAbkommensvorteilenausgeschlossengewesen. 3.a. NachArt.1Abs.1DBA-NLsolldiesesAbkommendenSteuerpflichtigen derbeidenStaatenSchutzvorderDoppelbesteuerunggewähren,diesich ergebenkönnteausdergleichzeitigenAnwendungderschweizerischenund derniederländischenGesetzeüberdiedirektenSteuernvomEinkommen undVermögen(Bst.a)oderüberdieimAbzugswegeanderQuelleerhobenen 4SteuernvomErtragbeweglichenKapitalvermögens(Bst.b). DieSteuerauf Dividenden,dieeinerderbeidenStaatenimAbzugswegeanderQuelleerhebt, kannvondemimanderenStaatwohnhaftenEinkommensempfängermitdem vollenBetragzurückgefordertwerden,wennderEmpfängerderDividenden eineKapitalgesellschaftist,diemindestens25%desGesellschaftskapitals derdieDividendenzahlendenGesellschaftbesitzt,vorausgesetzt,dassdie VerbindungzwischendenbeidenGesellschaftennichtinersterLiniein derAbsichthergestelltwordenistoderbeibehaltenwird,sichdievolle Rückerstattungzusichern;inallenanderenFällenkannnurder15%dieser DividendenübersteigendeBetragzurückerstattetwerden(Art.9Abs.2Bst.a DBA-NL). b. DamiteinDBAanwendbarist,musseinePerson,wobeidarunter sowohlnatürlichealsauchjuristischePersonen(Gesellschaften)zu verstehensind( Rudolf von Siebenthal ,PersönlicherGeltungsbereichvon DoppelbesteuerungsabkommenundAnsässigkeit,in: ErnstHöhn[Hrsg.], HandbuchdesinternationalenSteuerrechtsderSchweiz,2.Aufl.,Bern 1993,S.126),ineinemoderbeidenVertragsstaatenansässigsein,d.h. nach internemRechtderVertragsstaatenunbeschränktsteuerpflichtigsein (Peter Locher,EinführungindasinternationaleSteuerrechtderSchweiz, Bern1996,S.129). DiesgiltinsbesondereauchfürdasDBA-NL(vgl. Irene Blumenstein,DieDoppelbesteuerungsabkommenmitdenNiederlanden, Archiv fürSchweizerischesAbgaberecht[ASA]21S.176). c. Zunächstistfestzuhalten,dasssichdievonderBeschwerdeführerin vertreteneAuffassung,esseiendieBestimmungendesDBAzwischen DeutschlandunddenNiederlandenanzuwenden,alsunbeachtlicherweist. DenndiesesAbkommenbindetnurdieVertragsstaatenundbegründet keinerleiRechteundPflichtenfürdieSchweiz(vgl. Locher,a.a.O.,S.179). SoweitdieBeschwerdeführerinmitihremVorbringenalsdanngeltend machenwill,sieseiüberwiegendinDeutschlandundnichtinderSchweiz steuerpflichtig,kämedasDBA-NLmangelsAnsässigkeit(Art.1Abs.1,Art.2 Abs.4undArt.9Abs.2DBA-NLverwendendieBegriffe«Steuerpflichtiger» und«Wohnsitz»;vgl. vonSiebenthal,a.a.O.,S.129)derBeschwerdeführerin inderSchweizgarnichtzurAnwendung. DiegestütztaufdasDBA-NL erfolgteSteuerentlastungderanderniederländischenQuellebesteuerten Dividendenwäredemnach-mangelsRechtsgrundlage-zuUnrechterfolgtund demnachvonderBeschwerdeführerinzurückzuerstatten. Wolltemandem ArgumentderüberwiegendenSteuerpflichtinDeutschlandfolgen,wäre dieBeschwerdeführerinvonvornhereinvondenAbkommensvorteilen ausgeschlossen(Locher,a.a.O.,S.130)unddieBeschwerdemüsstebereits ausdiesemGrundabgewiesenwerden. AufgrundderAktenistnichtersichtlich,woraufsichdieAusführungen derBeschwerdeführerinbeziehen,d.h. obdiebehaupteteSteuerpflicht inDeutschlandzutrifftoder,wievonderESTVangetönt,lediglichFolge einessteuerlichenDurchgriffsderdeutschenSteuerbehördenbezüglichder deutschenMuttergesellschaftderBeschwerdeführerinist. Imübrigenwird diesebehaupteteSteuerpflichtinDeutschlandvonderBeschwerdeführerin inkeinerArtundWeisebelegtundwidersprichtdenAngabenaufden vonihreingereichtenRückerstattungsanträgenfürdieniederländische Dividendensteuer. Wieessichdamitverhält,brauchtimvorliegenden 5Fallindesnichtabschliessendabgeklärtzuwerden,dadieBeschwerde auchbeieinergrundsätzlichenAnwendbarkeitdesDBA-NLgestütztauf denMissbrauchsbeschlussabzuweisenist(E.4hiernach). Zumaldie InanspruchnahmevonSteuerentlastungennachdemMissbrauchsbeschluss nichtvoraussetzt,dassdieabkommensbegünstigtenEinkünfteinderSchweiz vollbesteuertwerden( Daniel Lüthi,DieVorschriftengegendenMissbrauch vonDoppelbesteuerungsabkommendesBundes,in: ErnstHöhn[Hrsg.],a.a.O., S.396f.) 4. InderzutreffendenAnnahme,beiderBeschwerdeführerinhandlees sichumeineinderSchweizansässigejuristischePerson(vgl.E.3bhiervor), hatdieESTVimangefochtenenEinspracheentscheiddenAnspruchder BeschwerdeführerinaufRückerstattungderniederländischenQuellensteuern inAnwendungvonArt.2Abs.2Bst.bMissbrauchsbeschlussverneint,dasie keineangemesseneGewinnausschüttungvorgenommenhabe. a. NachArt.1desBundesbeschlussesüberdieDurchführungvon zwischenstaatlichenAbkommendesBundeszurVermeidungder Doppelbesteuerungvom22.Juni1951(Durchführungsbeschluss,SR672.2) stelltderBundesratdieAusführungsbestimmungenfürdieDurchführung dieserAbkommenauf. DerBundesratistgemässArt.2Abs.1Bst.b Durchführungsbeschlussinsbesonderezuständig,Massnahmenzutreffen,um zuverhindern,dassdievomanderenVertragsstaatzugesicherteHerabsetzung vonanderQuelleerhobenenSteuernPersonenzugutekommt,diedarauf nachdemAbkommenkeinenAnspruchhaben. GestütztaufdieseBestimmung hatderBundesratdenMissbrauchsbeschlusserlassen. GemässArt.1Abs.2 MissbrauchsbeschlussgiltdieInanspruchnahmeeinerineinemDBAvom anderenVertragsstaatzugesichertenHerabsetzungvonQuellensteuernals ungerechtfertigt,wenndieimAbkommenumschriebenenVoraussetzungen, wieinsbesondereWohnsitzoderSitzinderSchweiz,RechtzurNutzung, Versteuerung,nichterfülltsind(Bst.a),oderwennsiemissbräuchlicherfolgt (Bst.b). NachArt.2Abs.1MissbrauchsbeschlusswirdeineSteuerentlastung voneinernatürlichenoderjuristischenPersonoderPersonengesellschaft mitWohnsitzoderSitzinderSchweizmissbräuchlichbeansprucht,wenndie Inanspruchnahmedazuführenwürde,dassdieSteuerentlastungzueinem wesentlichenTeildirektoderindirektnichtabkommensberechtigtenPersonen zugutekommt. EineSteuerentlastungwirdunterandereminsbesondere dannmissbräuchlichbeansprucht,wennsieEinkünftebetrifft,dieeiner juristischenPersonmitSitzinderSchweizzugutekommen,andernicht abkommensberechtigtePersonenzueinemwesentlichenTeildirektoder indirektdurchBeteiligungoderinandererWeiseinteressiertsindunddie keineangemessenenGewinnausschüttungenvornimmt(Art.2Abs.2Bst.b Missbrauchsbeschluss;zurangemessenenGewinnausschüttungvgl. das KreisschreibenderESTVvom31.Dezember1962betreffendMassnahmen gegendieungerechtfertigteInanspruchnahmevonDBAdesBundes,ASA31 S.249f. Ziff.2sowieLüthi,a.a.O.,S.390f. und Xavier Oberson / Howard R. Hull , SwitzerlandinInternationalTaxLaw,Amsterdam1996,S.141ff.). GemässderRechtsprechungdesBundesgerichtshältsichArt.2Abs.2 Bst.bMissbrauchsbeschlussimRahmendiesesBeschlussesundläuftauch demSinnundZweckderDBAnichtzuwider( BGE94I667 E.4,113Ib200 6E.3c=ASA57S.667E.3c). DasBundesgerichthatimweiterenausgeführt, fürdieAnwendungdieserBestimmungmüsstenimeinzelnenfolgende Voraussetzungenerfülltsein( BGE113Ib200 ff.E.4=ASA57S.671ff.E.4): 1. einejuristischePersonmitSitzinderSchweizerzieltimAuslandmit QuellensteuernbelasteteEinkünfte,undsiekanninBezugaufdieseEinkünfte grundsätzlicheineSteuerentlastungdurchdieInanspruchnahmeeinesDBA verlangen; 2. beiderjuristischenPersonmitSitzinderSchweizmussessichum einesogenannteSpeichergesellschafthandeln,d.h. umeineGesellschaft, welchedieihrzufliessendenausländischenEinkünftethesauriertund aufabsehbareZeitkeineangemesseneGewinnausschüttungenvornimmt. BeieinerSpeichergesellschaftisteinMissbrauchnachArt.2Abs.2 Bst.bMissbrauchsbeschlussschonalleindarinzuerblicken,dasssie denVorteildesDBAzurThesaurierungderEinkünfteimInteressenicht abkommensberechtigterPersonenausnützt; 3. anderfraglichenjuristischenPersonmüssenschliesslichzueinem wesentlichenTeildirektoderindirektdurchBeteiligungoderinanderer WeisenichtabkommensberechtigtePersoneninteressiertsein. b. ImvorliegendenFallistunbestritten,dassdieBeschwerdeführerinvonder niederländischenGesellschaftXindenJahren1989bis1991Dividenden bezog,dieinAnwendungvonArt.9DBA-NLvonderniederländischen Quellensteuerteilweiseentlastetwordenwaren. FernerbliebdieFeststellung derESTV,wonachessichbeiderBeschwerdeführerinumeineausländisch beherrschteGesellschafthandelt,seitensderBeschwerdeführerinunbestritten. VielmehrerwähntsieineinemSchreibenandieESTVvom4.Mai1995, gegenihreMuttergesellschaftwerdeinDeutschlandeinStrafverfahren geführt. Unbestrittenistschliesslichauch,dassdieBeschwerdeführerinin denJahren1990bis1992keineGewinnausschüttungenvornahmundsiemit Schreibenvom24.November 1993erklärte,sie werdezurZeit keineDividende ausschütten. Damitergibtsich,dassdieVoraussetzungenzurAnwendungvonArt.2 Abs.2Bst.bMissbrauchsbeschluss-nachMassgabedervomBundesgericht festgelegtenKriterien-vorliegendgegebensind. WasdieBeschwerdeführerindagegenvorbringt-dieanderGesellschaft beteiligtenPersonenseiennichtinderLage,sichinderSchweizakkumulierte Gewinneverdecktanzueignen-überzeugtnicht. DasAusschüttungsgebot dientdemZweck,inderSchweizeineangemesseneBesteuerungder betreffendenEinkünftesicherzustellen. Eswillverhindern,dassausländisch beherrschteGesellschaften,dieinderRegelnurgeringeErtragssteuern entrichten,dieErhebungderVerrechnungssteuerinderWeisehinausschieben können,dasssiekeineGewinnausschüttungenvornehmen. Mitdem AusschüttungsgebotsollaberinanalogerWeisewiebeimVerbotder übermässigenWeiterleitung(Art.2Abs.2Bst.aMissbrauchsbeschluss) eineangemesseneBesteuerungderabkommensbegünstigtenEinkünfte inderSchweizsichergestelltwerden,wozuauchdieErhebungder VerrechnungssteueraufdenGewinnausschüttungenvonKapitalgesellschaften gehört(Lüthi,a.a.O.,S.390). DennbeieinerThesaurierungbesteht immerdieMöglichkeit,dassdievonderausländischenQuellensteuer 7entlastetenEinkünftespäterindirektoderbeieinerLiquidationder GesellschaftallenfallsdirektunterUmgehungderVerrechnungssteuernicht abkommensberechtigtenPersonenzugutekommen( BGE113Ib202 E.4c in fine =ASA57,S.675E.4c in fine). Nachdemvorliegenderwiesenist,dass dieBeschwerdeführerininderfraglichZeitkeineentsprechendenGewinne ausgeschüttethatundessichbeiihrumeineausländischbeherrschte Gesellschafthandelt(deutscheMuttergesellschaft),konntedieESTVzu Rechtdavonausgehen,dieBeschwerdeführerinseigestütztaufArt.2Abs.2 Bst.bMissbrauchsbeschlussnichtzurRückerstattungderniederländischen Quellensteuernberechtigt. 5. StelltdiezuständigeSteuerbehördefest,dasseineSteuerentlastung ungerechtfertigterweisebeanspruchtwirdoder beanspruchtwordenist, sohat siegemässArt.4Abs.1MissbrauchsbeschlussdieangeforderteBescheinigung aufdemAntragsformularzuverweigern(Bst.a);dieWeiterleitungdes Antragsformularszuverweigernoderzuuntersagen(Bst.b);einebereits abgegebeneBescheinigungzuwiderrufen(Bst.c);dieQuellensteuerdes VertragsstaatesimAusmassderungerechtfertigterweisebeanspruchten SteuerentlastungzuHandenderSteuerbehördediesesVertragsstaates einzufordern(Bst.d)oderderSteuerbehördedesVertragsstaatesvonder TatsachederungerechtfertigtenInanspruchnahmeeinerSteuerentlastung Kenntniszugeben,sofernaufandereWeisewederderMangelbehoben nocheinekünftigeungerechtfertigteInanspruchnahmederSteuerentlastung wirkungsvollverhindertwerdenkann(Bst.e). DerVerkehrmitausländischen SteuerbehördenunddieEinforderungausländischerQuellensteuernsind dabeiausschliesslichSachederESTV(Art.4Abs.3Missbrauchsbeschluss). NachdemdieESTVvorliegendzuRechtfestgestellthat,dassdie BeschwerdeführerindieSteuerentlastungvondenniederländischen Quellensteuernungerechtfertigterweisebeanspruchte,hatsiegestütztauf Art.4Abs.1MissbrauchsbeschlussrichtigerweisedieaufdenAnträgen R-NL1vom16.Mai1991und27.Januar1992abgegebenenBescheinigungen widerrufenundgleichzeitigdieBeschwerdeführerinverpflichtet,diemit diesenAnträgenzuUnrechterwirktenSteuerentlastungenzuHandender niederländischenSteuerbehördenwiedereinzubezahlen. DieESTVbeziffertdiezuUnrechterwirktenundwiedereinzubezahlenden SteuerentlastungenaufinsgesamtHFL48507.20. DieserBetragwirdvonder Beschwerdeführerinnichtbestritten. DieBeschwerdeistdemnach-soweitsie sichnichtalsgegenstandsloserweist-abzuweisen. 8Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 63.31 - Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 7. April 1998 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 1999 Année Anno Band 63 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 004 229 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.