Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 10. Mai 2022 (460 21 147) ____________________________________________________________________ Strafrecht Veruntreuung etc. / Strafzumessung Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Susanne Afheldt (Ref.), Richter Daniel Häring, Richterin Helena Hess, Richter Dominique Steiner; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung WK, Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal, Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin A.____ , Privatkläger gegen B.____ , vertreten durch Rechtsanwalt Fatih Aslantas, St. Gallerstrasse 1, Postfach, 8500 Frauenfeld, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Gewerbsmässiger Betrug etc. / Neubeurteilung 460 18 362 (Berufung des Beschuldigten und Anschlussberufung der Staatsan- waltschaft Basel-Landschaft gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 6. Juli 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 6. Jul i 2018 wurde B.____ des ge- werbsmässigen Betrugs sowie des untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten unge- treuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt; dies in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 StGB, Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 47 StGB sowie Art. 49 Abs. 1 StGB. In Bezug auf die Transaktion Nr. 19 in der Höhe von CHF 7'372.-- wurde B.____ von der Anklage des mehrf achen gewerbsmässigen Betrugs freigesprochen. Sodann wurden diverse beschlagnahmte O rdner, Unterlagen, Schriftsachen und weitere Gegenstände zur Vernichtung eingezogen. Der aus der Verwertung des auf die C.____ GmbH eingelösten Mercedes Benz R63 AMG (Kontr ollschild ZG 6.____) stammende Erlös in der Höhe von CHF 32'525.10 wurde gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB eingezogen. Des Wei- teren wurde B.____ bei seiner Anerkennung behaftet, d em A.____ in solidarischer Haftung mit D.____ CHF 418'602.25 zu bezahlen. Ferner wurden B.____ in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 43'675.-- und der Gerichtsgebühr von CHF 24'000.--, auferlegt. Schliesslich wurde erkannt, dass die Kos- ten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von insgesamt CHF 25'394.-- aus der Gerichtskasse entrichtet werden, wobei der Beschuldigte gestützt auf Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO ver- pflichtet wurde, dem Staat die Kosten der amtlichen Ve rteidigung zurückzuzahlen und der amt- lichen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Hono- rar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. Auf die Begründung dieses Urteils, des ersten Berufungsur teils des Kantonsgerichts vom 5. Juni 2019 und desjenigen des Bundesgerichts vom 28 . Mai 2021 sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 6. Juli 2018 m eldete der Beschuldigte mit Schrei- ben vom 10. Juli 2018 die Berufung an. In seiner Beru fungserklärung vom 6. Dezember 2018 beantragte der Beschuldigte, es sei das angefochtene U rteil unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staates vollumfänglich aufzuheben. Im Sinne von B eweisanträgen wurde zudem begehrt, es seien E.____, F.____, G.____, H.____, I.____, J.___ _, K.____ und L.____ als Zeugen zur Sache zu befragen sowie Auszüge aus dem Reisepass des Be schuldigten und ein Kaufbeleg vom 22. Januar 2009 bezüglich einer SIM-Karte von Benin zu den Akten zu nehmen. Mit Ein- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gabe vom 16. Januar 2019 präzisierte der Berufungskläger seine Berufungserklärung dahinge- hend, dass er unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staate s von sämtlichen Vorwürfen freizu- sprechen sei. Schliesslich reichte der Beschuldigte mit Dat um vom 16. Mai 2019 ‒ entgegen der mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, A bteilung Strafrecht, vom 7. März 2019 ergangenen Feststellung, wonach die Begründung der Berufung des Beschuldigten ge- stützt auf Art. 346 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art . 405 Abs. 1 StPO im Rahmen des Partei- vortrages vor den Schranken des Kantonsgerichts erfolgen wird ‒ seine Berufungsbegründung ein. C. Demgegenüber beantragte die Staatsanwaltschaft in ih rer Anschlussberufungserklärung vom 19. Dezember 2018 was folgt: Es sei der Beschuldigte des mehrfach begangenen ge- werbsmässigen Betrugs sowie des untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten unge- treuen Geschäftsbesorgung schuldig zu erklären, und es sei die gegen den Berufungskläger vorinstanzlich ausgesprochene Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten nach Er- messen des Kantonsgerichts zu erhöhen; dies alles unter Ko sten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschuldigten. Darüber hinaus begehrte die Staatsanwaltschaft, auf die Berufung des Beschuldigten sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie vollumfänglich abzuweisen; dies wiederum unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklägers. Mit Schrei- ben vom 25. Februar 2019 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie auf eine ergänzende Be- gründung der bereits summarisch begründeten Anschlussberufungserklärung verzichtet. D. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 4. Januar 2019 wurde fest- gehalten, dass der Privatkläger weder Berufung noch An schlussberufung erhoben hat. Ebenso wurde ‒ unter Bezugnahme auf das Schreiben des Rechtsvertreters des Beschuldigten vom 27. Dezember 2018 bezüglich Beendigung des Mandatsverh ältnisses ‒ festgestellt, dass die Voraussetzungen der amtlichen Verteidigung auch im Beru fungsverfahren vorliegen und Rechtsanwalt Philippe Häner unverändert als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten einge- setzt ist. Mit Verfügung vom 18. Januar 2019 wurde das Gesuch des Beschuldigten vom 9. Januar 2019 um Wechsel der amtlichen Verteidigung abgewiesen. Mit weiterer Verfügung vom 5. Februar 2019 wurde ‒ unter Verweis auf die Verfügung vom 18. Januar 2019 ‒ auf das neuerliche Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung vom 1. Februar 2019 nicht eingetre- ten. Sodann wurde mit Verfügung vom 7. März 2019 das Sistierungsgesuch des Beschuldigten vom 22. Februar 2019 abgewiesen. Mit nämlicher Verfügu ng wurde auf die vorgängige Einho- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung einer schriftlichen Berufungsbegründung seitens des Beschuldigten verzichtet. Ebenfalls mit Verfügung vom 7. März 2019 wurden ausserdem in te ilweiser Gutheissung der Beweisan- träge des Beschuldigten gemäss dessen Berufungserklärung vom 6. Dezember 2018 die einge- reichten Auszüge aus seinem Reisepass sowie der Kaufbeleg vom 22. Januar 2009 bezüglich einer SIM-Karte von Benin zu den Akten genommen; hing egen wurde der Antrag des Beschul- digten, es seien acht namentlich genannte Personen als Z eugen vor dem Berufungsgericht zur Sache zu befragen, abgewiesen. Ferner wurde mit Ver fügung vom 29. Mai 2019 ‒ unter Hin- weis auf die vom Beschuldigten selbst und seinem Rechtsvert reter eingegangenen Verschie- bungsgesuche, jeweils datierend vom 28. Mai 2019 ‒ festgestellt, dass die auf Montag, 3. Juni 2019 um 10:30 Uhr angesetzte Parteiverhandlung vor de m Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, in jedem Fall stattfindet. Glei chzeitig wurde der Beschuldigte verpflichtet, dem Kantonsgericht ein ärztliches Zeugnis des Landeskranke nhauses M.____, datierend vom 31. Mai 2019, einzureichen. Schliesslich wurde mit Verf ügung vom 3. Juni 2019 der Antrag des Beschuldigten auf Abbietung und Neuansetzung der Haup tverhandlung abgewiesen. Zugleich wurde dessen Eventualantrag um Verschiebung der Hauptve rhandlung auf den 4. Juni 2019 gutgeheissen und in diesem Sinne die Hauptverhandlun g vom 3. Juni 2019 unterbrochen. In diesem Zusammenhang wurde der Beschuldigte bei seiner dahingehenden Zusicherung behaf- tet, dem Kantonsgericht am Dienstag, 4. Juni 2019 ab 1 0:00 Uhr zur Befragung zur Verfügung zu stehen. E. Mit Urteil des Kantonsgerichts vom 5. Juni 2019 wurde B.____ in teilweiser Gutheissung seiner Berufung und in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft der mehrfa- chen Veruntreuung sowie des untauglichen Versuchs der mehr fachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt und zu einer teilbed ingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten, mit einem unbedingten St rafanteil von einem Jahr und einer Probezeit von drei Jahren für den bedingten Strafante il, verurteilt; dies in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB, Art. 158 Ziff. 1 StGB in Ver bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 43 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 47 StGB und Art. 49 Abs. 1 StGB. In Bezug auf die Transaktionen Nr. 7-10, Nr. 16 sowie Nr. 18-19 wurde B.____ von d er Anklage der mehrfachen Veruntreuung freigesprochen. Ebenso wurde B.____ von der Anklage de s mehrfachen gewerbsmässigen Be- trugs freigesprochen. Im Übrigen wurde das Urteil des Strafgerichts bestätigt. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 30'30 0.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 30'000.-- sowie Auslagen von CHF 300.--) wurden im Umfang von zwei Dritteln Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht (= CHF 20'200.--) dem Beschuldigten und im Umfang von einem Drittel (= CHF 10'100.--) dem Staat auferlegt. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wurde schliesslich dem Rechts- vertreter des Beschuldigten, Rechtsanwalt Philippe Häner, ein Honorar in der Höhe von insge- samt CHF 6'759.90 (inklusive Hauptverhandlung, Auslagen u nd CHF 483.30 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet, wobei der Beschuldigt e zur Rückzahlung der Entschädi- gung der amtlichen Verteidigung im Umfang von zwei Dr itteln (= CHF 4'506.60) an den Kanton Basel-Landschaft verpflichtet wurde, sobald es seine wi rtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). F. Gegen das Urteil des Kantonsgerichts erhob der Beschu ldigte mit Eingabe vom 12. Dezember 2019 Beschwerde ans Bundesgericht mit folgenden Anträgen: Das angefochtene Urteil des Kantonsgerichts vom 5. Juni 2019 sei aufzuheb en, und er sei vom Vorwurf der mehr- fachen Veruntreuung sowie des untauglichen Versuchs der me hrfachen qualifizierten unge- treuen Geschäftsbesorgung freizusprechen (Ziff. 1). Ev entualiter sei das Urteil zur Neubeurtei- lung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Ziff. 2). Subeventualiter sei er in Abänderung von Ziffer 1a des angefochtenen Urteils der mehrfachen Veruntre uung schuldig zu erklären und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einer Pro bezeit von drei Jahren zu verurteilen (Ziff. 3). Subsubeventualiter sei er in Abänderung vo n Ziffer 1a des angefochtenen Urteils der mehrfachen Veruntreuung sowie des untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten un- getreuen Geschäftsbesorgung schuldig zu erklären und zu e iner bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einer Probezeit von drei Jahren sowie einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu verurteilen (Ziff. 4); dies alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates. G. Mit Urteil vom 28. Mai 2021 erkannte das Bundesgericht , dass das Urteil des Kantonsge- richts vom 5. Juni 2019 in teilweiser Gutheissung der Besch werde aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird . Im Übrigen wurde die Be- schwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. In der Folge wurden dem Beschwerde- führer Gerichtskosten von CHF 2'000.-- auferlegt, und d er Kanton Basel-Landschaft wurde ver- pflichtet, B.____ für das bundesgerichtliche Verfahren e ine Parteientschädigung von CHF 1'000.-- zu bezahlen. H. Im Rahmen des neuerlichen Berufungsverfahrens vor dem K antonsgericht begehrte die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 12. Juli 2021, es sei auf eine mündliche Ver- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung zu verzichten und ein schriftliches Verfahren anzuordnen. Eventualiter sei eine münd- liche Verhandlung zeitnah anzusetzen unter der Androh ung, dass bei Nichterscheinen Verzicht auf eine mündliche Verhandlung angenommen werde und aufgrund nicht erforderlicher Anwe- senheit der beschuldigten Person ein Wechsel ins schriftliche Verfahren erfolge; dies unter Kos- tenfolge zu Lasten des Berufungsklägers. I. Der Beschuldigte liess sich mit Stellungnahmen vom 18. August 2021 und 20. Oktober 2021 in der weiteren Sache vernehmen und beantragte dabei, er sei mit einer Geldstrafe von maximal 330 Tagessätzen sowie einer Freiheitsstrafe von m aximal 16 Monaten zu sanktionie- ren. Der Vollzug sowohl der Geldstrafe als auch der Fre iheitsstrafe sei bei einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufzuschieben; dies alles unter Kosten folge nach Gesetz. Was die Durch- führung einer mündlichen Berufungsverhandlung anbelange, habe das Kantonsgericht von Am- tes wegen zu entscheiden, ob ein solches durchzuführen sei oder nicht. J. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 21. Oktober 2021 wurde im vorliegenden Verfahren eine mündliche Berufungsverhandl ung angeordnet, und der Beschul- digte sowie die Staatsanwaltschaft wurden zum persönlich en Erscheinen vor den Schranken des Kantonsgerichts verpflichtet. Mit weiterer Verfügun g vom 14. Februar 2022 wurde das Ge- such des Beschuldigten vom 8. Februar 2022 um Zusicherung von freiem Geleit nach Art. 204 Abs. 1 StPO abgewiesen. Schliesslich wurde mit Verfügung vom 6. Mai 2022 gestützt auf das entsprechende Gesuch des Beschuldigten vom 5. Mai 20 22 die mündliche Parteiverhandlung vom 10. Mai 2022 wieder abgeboten und den Parteien d ie schriftliche Eröffnung des neuen Ur- teils in Aussicht gestellt. Erwägungen 1. Formalien und Verfahrensgegenstand 1.1 Formalien Die Zuständigkeit der Fünferkammer des Kantonsgerichts, A bteilung Strafrecht, als Berufungs- instanz zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nachdem die vo rstehenden Parteien bereits an der ers- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vom 3. - 5. Juni 2019 teilgenommen haben, und das Bundesgericht zwischenzeitlich mit Urteil vom 28. Mai 2021 den entsprechenden Entscheid des Kantonsgerichts in teilweiser Gutheissung der Bes chwerde in Strafsachen aufgehoben und die Angelegenheit zur neuen Beurteilung an dieses zurückgewiesen hat, sind in casu ohne wei- tere Prüfung der formellen Voraussetzungen die Rechtsm ittel des Beschuldigten sowie der Staatsanwaltschaft erneut zu würdigen. Nach der Abbietu ng des ursprünglich angesetzten mündlichen Verfahrens auf entsprechendes Gesuch des Beschu ldigten hin erfolgt die Behand- lung der Berufung des Beschuldigten sowie der Anschlussb erufung der Staatsanwaltschaft nunmehr im schriftlichen Verfahren. 1.2 Verfahrensgegenstand a) In Anbetracht der Rechtsbegehren des Berufungsklägers und der Anschlussberufungs- klägerin ist unter Einbezug der Erwägungen des Bundesg erichts im Urteil vom 28. Mai 2021 sowie in Anwendung von Art. 404 Abs. 1 StPO einer neu erlichen Prüfung zu unterziehender Verfahrensgegenstand des zweiten kantonsgerichtlichen Ber ufungsverfahrens nur noch die Strafzumessung. Nicht mehr zu beurteilen sind in casu hin gegen angesichts der diesbezüglich vom Bundesgericht verworfenen Rügen des Beschuldigten die Verurteilungen wegen mehrfa- cher Veruntreuung und wegen untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie die von vornherein nicht angef ochtenen Freisprüche von der Ankla- ge der mehrfachen Veruntreuung in Bezug auf die Transaktionen Nr. 7-10, Nr. 16 und Nr. 18-19 wie auch derjenige von der Anklage des mehrfachen gewe rbsmässigen Betrugs. Nachdem je- doch das Urteil des Kantonsgerichts vom 5. Juni 2019 durch das Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2021 aufgrund dessen kassatorischen Wirkung in sei ner Gesamtheit aufgehoben wor- den ist, sind im vorliegenden Entscheid auch der an sich nicht mehr im Streit stehende rechts- erhebliche Sachverhalt sowie die darauf fussenden rechtl ichen Subsumptionen durch das Kan- tonsgericht nochmals darzulegen. b) Bereits mit Urteil vom 5. Juni 2019 (E. 1.2) ist fest gestellt worden, dass im Berufungsver- fahren per se nicht mehr zu beurteilen sind der Freispr uch des Beschuldigten von der Anklage des mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs in Bezug auf die Transaktion Nr. 19 in der Höhe von CHF 7'372.-- (Dispositiv-Ziffer 2 des strafgerichtliche n Urteils), die unwiderrufliche Lö- schung der forensisch gesicherten Daten nach der Rechtskraft des Urteils (Dispositiv-Ziffer 5), Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Entschädigung an die amtliche Verteidigung, mit A usnahme der Rückzahlungsverpflichtung des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO (Dispositiv-Ziffer 8), die mit Ein- verständnis des Beschuldigten verfügte Einziehung von diverse n beschlagnahmten Gegen- ständen zur Vernichtung (Dispositiv-Ziffern 3a und b), d ie Einziehung des aus der Verwertung des auf die C.____ eingelösten Mercedes Benz R63 AMG stam menden Erlöses in der Höhe von CHF 32'525.10 (Dispositiv-Ziffer 4) sowie die Behaftung des Beschuldigten bei seiner Aner- kennung, dem A.____ in solidarischer Verpflichtung mit D.____ CHF 418'602.25 zu bezahlen (Dispositiv-Ziffer 6). Daran ist vorliegend festzuhalten, womit in diesem Zusammenhang auch keine Erwägungen erfolgen. 2. Ausführungen der Parteien 2.1 Beschuldigter (...). 2.2 Staatsanwaltschaft (...). 3. Beweiswürdigung und Sachverhalt 3.1 Beweiswürdigung (...). 3.2 Sachverhalt (...). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Tatbestand des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betr ugs (...). 5. Tatbestand der (mehrfachen) Veruntreuung 5.1 a) Nachdem der Beschuldigte vom Vorwurf des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betrugs freigesprochen wird, bleibt zu prüfen, ob der ihm zu r Last gelegte Sachverhalt als (mehrfache) Veruntreuung zu qualifizieren ist. Eine Veruntreuung begeht nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in sei nem oder eines anderen Nutzen verwendet. Praxisgemäss (vgl. zum Ganzen BGer 6B_150/201 7 vom 11. Januar 2018 E. 3.2) gilt als anvertraut, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Inte- resse des Treugebers zu verwenden, insbesondere es zu ver wahren, zu verwalten oder einem anderen abzuliefern. Der Tatbestand von Art. 138 Ziff . 1 Abs. 2 StGB erfasst Fälle, in denen ‒ anders als bei der Veruntreuung von Sachen gemäss Abs. 1 derselben Bestimmung ‒ zivil- rechtlich die Fremdheit der anvertrauten Werte nicht g egeben oder zumindest zweifelhaft ist. Bei der Tatvariante von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erwirbt der Treuhänder an den erhaltenen Werten Eigentum. Er erlangt daher nicht nur eine tat sächliche, sondern auch eine rechtliche Verfügungsmacht. Die ins Eigentum des Treuhänders überg egangenen Werte sind jedoch be- stimmt, wieder an den Berechtigten zurückzufliessen. In d iesem Sinne sind sie wirtschaftlich fremd. Der Treuhänder ist deshalb verpflichtet, dem Tre ugeber den Wert des Empfangenen ständig zu erhalten. Die Werterhaltungspflicht bzw. das Anvertrauen eines Vermögenswerts kann auf ausdrücklicher oder stillschweigender Vereinbarung beruhen. Massgebend ist, ob dem Täter die Verfügungsmacht über den Vermögenswert von einem anderen bewusst und freiwillig übertragen wird (BGE 133 IV 21 E. 6.2, mit Hinweisen ). Eine Werterhaltungspflicht liegt in der Regel vor, wenn die verabredungswidrige Verwendung zu einem Schaden führen kann und mit der Vereinbarung eines bestimmten Verwendungszwecks dem R isiko einer Schädigung entge- gengewirkt werden soll (BGE 129 IV 257 E. 2.2.2, mit Hinweisen). Die Rechtsprechung nimmt eine Verletzung der Werterhaltungspflicht beispielsweise bei der vertragswidrigen Verwendung Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Darlehens im Hinblick auf einen Grundstückkauf (BGE 120 IV 117 E. 2) oder eines Bau- kredits (BGE 124 IV 9 E. 1) oder bei einer Investition anvertrauter Gelder in eine Kapitalanlage an, sofern die Gelder dazu bestimmt sind, später ‒ allenfalls mit einer bestimmten Rendite ‒ wieder an den Anleger zurückzufliessen (BGer 6B_1046/201 5 vom 28. April 2016 E. 1.3; 6B_446/2011 vom 27. Juli 2012 E. 5.4.2, mit Hinweise n). Die tatbestandsmässige Handlung besteht bei der Veruntreuung von Vermögenswerten in ei nem Verhalten, durch welches der Täter eindeutig seinen Willen bekundet, den obligatorischen Anspruch des Treugebers zu verei- teln (BGE 133 IV 21 E. 6.1.1, mit Hinweisen). Der T äter verwendet die Vermögenswerte un- rechtmässig, wenn er sie entgegen den erteilten Instrukti onen gebraucht, sich mithin über den festgelegten Verwendungszweck hinwegsetzt (BGE 129 IV 257 E. 2.2.1, mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung (vgl. zum Ganzen BGer 6S.56/2004 vom 3. Juli 2004 E. 4) kommt eine unrechtmässige Verwendung eines anvertrauten Vermögenswe rtes nur in Betracht, wenn der Treuhänder verpflichtet ist, dem Treugeber den Wert des Empfangenen ständig zu erhalten. Bei einem Darlehen, bei dem kein bestimmter Verwendungszweck verabredet ist, besteht keine Pflicht des Borgers zur ständigen Werterhaltung. Der Bo rger darf mit dem Darlehen nach sei- nem Belieben wirtschaften. Er ist einzig verpflichtet, es zum vertraglichen oder gesetzlichen Termin zurückzuerstatten (vgl. Art. 318 OR). Die Annahme einer Veruntreuung fällt deshalb ausser Betracht. Anders kann es sich dagegen verhalten, w enn das Darlehen für einen be- stimmten Zweck ausgerichtet worden ist. Dann ist im Einzel fall zu prüfen, ob sich aus der ver- traglichen Abmachung eine Werterhaltungspflicht des Bo rgers ergibt (BGE 120 IV 117 E. 2f). Demgemäss kommt die Annahme einer Veruntreuung in Bet racht, wenn der Verwendungs- zweck des Darlehens im Hinblick auf das Interesse des Darleih ers an der Begrenzung seines Verlustrisikos festgelegt worden ist (BGE 124 IV 9 E. 1d; HANS WIPRÄCHTIGER , Entwicklungen im revidierten Vermögensstrafrecht, AJP 1999 S. 379 ff.). b) Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz und ein Han deln in unrechtmässiger Berei- cherungsabsicht. Nach der Rechtsprechung bereichert sich be i der Veruntreuung von Vermö- genswerten unrechtmässig, wer die Vermögenswerte, die er dem Berechtigten jederzeit zur Verfügung zu halten hat, in seinem Nutzen verwendet, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jeder- zeit sofort zu ersetzen (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2, mit Hinweisen). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 a) Die Staatsanwaltschaft hat dem Beschuldigten eventuali ter ‒ d.h. bei Nichterfüllung des Tatbestandes des (mehrfachen) gewerbsmässigen Betruges ‒ den Vorwurf der mehrfachen Veruntreuung vorgehalten. So habe dieser sich bzw. der von ihm beherrschten C.____ durch den Vermögensverwalter von M.____, D.____, vier Hauptd arlehen im Umfang von CHF 148'600.-- (bzw. € 100'000.--, erstes Darlehen vom 20. Januar 2009), CHF 239'200.-- (zweites Darlehen vom 3. Februar 2009), CHF 500'000.- - (drittes Darlehen vom 20. April 2009) und CHF 600'000.-- (viertes Darlehen vom 8. April 201 0) überweisen lassen, um diese wie von ihm selbst behauptet für einen bestimmten Zweck zu investieren. In der Folge habe er sich aber die anvertrauten Gelder angeeignet und in Bereicherungsabsicht für eigene Zwecke verwendet. Gleichermassen habe er die weiteren Darlehen in der Höhe von CHF 8'000.-- (Transaktion Nr. 7 vom 11. Mai 2011), CHF 24'742.-- (Transaktion Nr. 8 vom 6. Juni 2011), CHF 5'895.-- (Transak- tion Nr. 9 vom 26. Juli 2011), CHF 16'000.-- (Transa ktion Nr. 10 vom 21. Dezember 2011), CHF 38'539.90 (Transaktion Nr. 16 vom 18. Mai 2011), CHF 60'000.-- (Transaktion Nr. 18 vom 19. August 2011) und CHF 7'372.-- (Transaktion Nr. 1 9 vom 13. Januar 2012) aus dem Nach- lass der inzwischen verstorbenen M.____ vom Nachlassverwalte r bzw. Willensvollstrecker D.____ entgegengenommen, sich angeeignet und in Bere icherungsabsicht für eigene Zwecke verwendet. Dabei hätten von Anfang an kein Rückzahlungswi llen, keine Rückzahlungsbereit- schaft und keine Ersatzbereitschaft bestanden. Diesen Vo rwürfen entgegnet der Beschuldigte, im Zweifel sei davon auszugehen, dass keine Klausel bestand en habe, welche eine Werterhal- tungspflicht seinerseits beinhaltet hätte. Des Weite ren sei nicht auszuschliessen, dass die Dar- lehen unbefristet gewährt worden und in der Folge zu keinem Zeitpunkt gekündigt worden sei- en. Hinzu komme, dass gemäss Darlehensvertrag nie die Rede gewesen sei von einer sicheren Anlage. b) Die Bestreitungen des Beschuldigten vermögen gestützt a uf die Aktenlage sowie aus fol- genden Überlegungen nicht zu überzeugen: Aus dem erst en Darlehensvertrag vom 20. Januar 2009 über den Betrag von € 100'000.-- bzw. CHF 148'600.-- (AA 10.10.003 f. bzw. SD DAR 30.05.125 f.) geht in "§ (2) Darlehenszeitrahmen" he rvor, dass sich der Zeitrahmen der Inan- spruchnahme ‒ da es sich um eine Warenlieferung handelt ‒ auf maximal vier Wochen beläuft. Ausserdem ist in "§ 3 Zinsvereinbarung" eine Vergütung von 80 % abgemacht worden. Über- dies ist in "§ 5 Sicherung" vereinbart worden, dass das Darlehen über die Warenversicherung der N.____ (angeblich grösste französische Versicherungsgese llschaft) auf Totalverlust mitver- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichert ist. Sodann ist in "§ 6 Beendigung des Vertrages" abgemacht worden, dass der Vertrag mit der Rückerstattung, spätestens nach vier Wochen endet. Für das zweite Darlehen gibt es zwar keinen schriftlichen Vertrag, allerdings sollen gem äss den Aussagen des Beschuldigten und von D.____ die gleichen Bedingungen gegolten habe n wie beim ersten Darlehensvertrag (AA 10.01.107 f.). Aus dem dritten Darlehensvertrag vo m 10. April 2009 über den Betrag von CHF 500'000.-- (SD DAR 30.10.013 f.) geht wiederum in "§ (2) Darlehenszeitrahmen" hervor, dass sich der Zeitrahmen der Inanspruchnahme ‒ da es sich um eine Warenlieferung handelt ‒ auf maximal vier Wochen beläuft. Als Vergütung ist diese s Mal in "§ 3 Zinsvereinbarung" ein Entgelt von CHF 30'000.-- vorgesehen gewesen. In "§ 5 S icherheiten" ist vermerkt worden, dass die Bezahlung der Ware per "Letter of Credit" an den Verkäufer erfolgt und ein Verlust der Gelder ausgeschlossen ist. Sodann ist in "§ 6 Beendigung des Vertrages" wiederum abgemacht worden, dass der Vertrag mit der Rückerstattung, spätesten s nach vier Wochen endet. Aus dem vierten Darlehensvertrag vom 29. März 2010 über den Betrag von CHF 600'000.-- (SD DAR 30.20.001 f.) geht in "§ (2) Darlehenszeitrahmen" hervor, dass sich der Zeitrahmen der Inanspruchnahme ‒ da es sich um eine Warenlieferung handelt ‒ auf maximal drei Monate be- läuft. Als Vergütung ist in diesem Fall in "§ 3 Zinsver einbarung" ein Zins von 3 % vorgesehen gewesen. In "§ 5 Sicherheiten" ist wiederum vermerkt wor den, dass die Bezahlung der Ware per "Letter of Credit" an den Verkäufer erfolgt und ein Verlust der Gelder ausgeschlossen ist. Schliesslich ist in "§ 6 Beendigung des Vertrages" ebenf alls abgemacht worden, dass der Ver- trag mit der Rückerstattung, spätestens nach vier Wochen endet. c) Weiter steht neben der bereits in den einzelnen Darl ehensverträgen integrierten Zweck- vereinbarung ("Warenlieferung") auch aufgrund der zahl reichen Aussagen des Beschuldigten und von D.____ fest, dass die Darlehen nicht zur beliebig en Verwendung, sondern im Hinblick auf einen bestimmten Zweck gewährt worden sind. So hat der Beschuldigte zu der im Vertrag genannten Warenlieferung ausgeführt, es sei darum geg angen, das Gold zwecks Schmelzung in die Raffinerie nach Antwerpen zu bringen (AA 10.0 1.101). Mit dem (ersten) Darlehen hätten die Ausfuhrtaxe, die Zertifizierung der Papiere, die Versicherung, der Transport, die Schmelz- probe sowie das Gold bezahlt werden sollen (AA 10.01 .043, AA 10.01.101, Protokoll SG S. 4, Protokoll KG S. 8). Bezüglich des zweiten Darlehens über den Betrag von CHF 239'200.-- hat B.____ dargelegt, er habe dieses bei D.____ nachorde rn müssen, weil die Afrikaner plötzlich nicht mehr nur 50 Kilogramm, sondern neu 300 Kilogram m Gold hätten verkaufen wollen. Das erste und das zweite Darlehen seien für den Kauf und d en Transfer des Goldes gewesen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht (AA 10.01.044 ff.). Der dritte Darlehensvertrag über CHF 500'000.-- ist gemäss B.____ wiede- rum für Investitionen gedacht gewesen, um die ganzen "Fees" zu bezahlen (AA 10.01.046). In einer späteren Einvernahme hat er angegeben, Zweck der Darlehen sei die Finanzierung von Projekten gewesen, er mache aber keine genaueren Angaben dazu (AA 10.01.147). Zu diesem Darlehen hat D.____ zu Protokoll gegeben, B.____ hab e ihm erzählt, dass das Afrika-Geschäft nicht laufe und er ein anderes Investment-Programm verm ittelt habe, dieses Mal mit brasiliani- schen Partnern. Der Beschuldigte habe ihm erst viel späte r gesagt, dass dieses Investment- Programm nicht funktioniert habe, und dass die Investoren ihre Gelder bereits verpfändet hät- ten, womit ein Investment verunmöglicht worden sei (AA 1 0.01.085). Auch das vierte Darlehen ist nach den Angaben von B.____ für Investitionen im B ereich Projektfinanzierung und für die Bezahlung von "Fees" vorgesehen gewesen, wobei er in d iesem Zusammenhang sogenannte Russlandprojekte erwähnt hat. Er habe D.____ gesagt, da ss er nachfinanzieren und beim Pro- jekt Russland die Kosten übernehmen und einzahlen müsse ( AA 10.01.149 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht geht B.____ er neut auf die Investitionen im Zusam- menhang mit den vorgängig erwähnten Goldgeschäften in Afrika und den Russlandprojekten ein und bestätigt, dass er die Darlehen zu Investitionszwe cken erhalten habe und dass diese teilweise für die Bezahlung der Transportkosten, Koste n für die Versicherung, Schmelzkosten etc. bestimmt gewesen seien (Protokoll SG S. 4 ff.). V or dem Kantonsgericht deponiert er, mit den Geldern aus dem dritten und vierten Darlehensvertr ag hätten Investitionen in Russland ge- tätigt werden sollen, nähere Angaben zum Zweck könne er aber nicht machen (Protokoll KG S. 9). Wie bereits vorgängig festgehalten (vgl. oben E . 3.3.e), steht zusammenfassend fest, dass der Beschuldigte durchwegs darlegt, die ersten vier Darlehen seien der C.____ für be- stimmte Investitionen und Projektfinanzierungen (insbeso ndere Goldgeschäfte in Afrika, dane- ben unspezifizierte Russlandprojekte und ein angebliches Br asiliengeschäft) gewährt worden. Nebst dem eigentlichen Ankauf des Goldes hätten mit ihn en die weiteren Aufwendungen im Zusammenhang mit den Investitionen beglichen werden soll en (Gebühren, Ausfuhrtaxen, Ver- sicherung, Transport, Schmelzprobe, Zertifizierung der P apiere etc.). Entgegen diesen Ausfüh- rungen hat B.____ jedoch ‒ abgesehen von zaghaften und lediglich mit rudimentäre n Doku- menten belegten Bemühungen im Bereich des Goldhandels in Benin ‒ keine nachvollziehbaren Investitionen getätigt oder sonstige Finanzierungen vorg enommen. Substantiierte schriftliche Belege für Geschäftstätigkeiten wie Investitionen in Gol d oder Vermittlung von Finanzierungen existieren keine. Für die Jahre 2009 und 2010 lässt sich unter den Finanztransaktionen keine einzige Geschäftstätigkeit der C.____ bzw. von B.____, d er die C.____ geführt hat und für die- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht se auch buchführungspflichtig gewesen wäre, nachweisen. Auf der anderen Seite ist zu konsta- tieren, dass die zahlreichen Bewegungen auf den Konten der C.____ bei der O.____ bzw. bei der P.____ insgesamt keinen anderen Schluss zulassen, a ls dass B.____ die vier Darlehen in einer Gesamthöhe von CHF 1'487'800.-- nahezu ausschliesslich für seine eigenen privaten Inte- ressen verwendet hat. Darauf hinzuweisen ist sodann, dass neben der bereits vertraglich fest- gelegten Klausel zur Rückerstattung ‒ jeweils spätestens nach vier Wochen ‒ die C.____ in einer Aufstellung der Investitionen von M.____ vom 16 . April 2010 den 31. Juli 2010 als Rück- zahlungstermin für alle vier Darlehen erklärt hat (AA 51.07.041 f.). d) Praxisgemäss liegt eine Werterhaltungspflicht in der R egel vor, wenn die verabredungs- widrige Verwendung zu einem Schaden führen kann und m it der Vereinbarung eines bestimm- ten Verwendungszwecks dem Risiko einer Schädigung entgegengewirkt werden soll. Bei einem Darlehen, bei dem kein bestimmter Verwendungszweck verab redet ist, besteht grundsätzlich keine Pflicht des Borgers zur ständigen Werterhaltung. In casu ist es gestützt auf die vorste- hend wiedergegebenen Erkenntnisse erstellt, dass sowohl e in konkreter Verwendungszweck als auch ein bestimmter Rückzahlungstermin als wesentliche Vertragsbestandteile vereinbart gewesen sind. Insofern ist eine Werterhaltungspflicht bezüglich der dem Beschuldigten bzw. der C.____ gewährten vier Darlehen zweifellos zu bejahen. D.____ hat davon ausgehen dürfen, dass der Beschuldigte bei einer vertragsgemässen Verwend ung der Gelder über die Mittel zur Rückzahlung des Darlehens verfügen werde, sodass sich sein V erlustrisiko aufgrund des Ver- wendungszwecks in Grenzen gehalten hat. Hätte er gewusst, dass der stark überschuldete und über kein regelmässiges Einkommen verfügende Beschuldigte das Geld nahezu ausschliesslich zur Bestreitung seines Lebensunterhalts verwenden würde, hätte er die Darlehen sicherlich nicht gewährt, da der Verlust der Gelder in diesem Fa ll absehbar gewesen wäre (vgl. BGer 6S.56/2004 vom 3. Juli 2004 E. 5). Wenngleich sich D.___ _ bei der Darlehensgewährung über- aus leichtgläubig präsentiert hat ‒ was vorgängig beim Tatbestand des Betruges zum Aus- schluss der Arglist geführt hat ‒ ändert dies nichts daran, dass sich B.____ über den fe stgeleg- ten Verwendungszweck hinweggesetzt und in der Folge die ihm bzw. der C.____ in der Form von vier Darlehen anvertrauten Vermögenswerte unrechtm ässig verwendet hat. Dass der Be- schuldigte im Übrigen vorsätzlich und in unrechtmässiger B ereicherungsabsicht gehandelt hat, steht ausser Frage, nachdem er die erhaltenen Vermöge nswerte nahezu ausschliesslich in sei- nem eigenen Nutzen verwendet hat, ohne dass er zufolg e fehlender Vermögenswerte sowie eines anderweitigen Einkommens fähig und gewillt gew esen wäre, sie jederzeit bzw. überhaupt Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht irgendwann zu ersetzen. Im Ergebnis ist damit der Besch uldigte in Bezug auf die vier Darlehen im Umfang von gesamthaft CHF 1'487'800.-- der mehrfachen Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig zu erklären. e) Anders zu beurteilen ist hingegen die Situation im H inblick auf die weiteren Überweisun- gen aus dem Nachlass von M.____ (Transaktionen Nr. 7 bis Nr. 10, Nr. 16 und Nr. 18; in Bezug auf Nr. 19 ist der Beschuldigte bereits vom Strafgerich t rechtskräftig von Schuld und Strafe frei- gesprochen worden). Begünstigter bei den Transaktionen Nr. 7 (am 11. Mai 2011 im Umfang von CHF 8'000.--), Nr. 8 (am 6. Juni 2011 im Umfang von CHF 24'742.--), Nr. 9 (am 26. Juli 2011 im Umfang von CHF 5'895.--) und Nr. 10 (am 21. Dezember 2011 im Umfang von CHF 16'000.--) ist der Beschuldigte selbst und nicht di e C.____ gewesen, wobei die jeweilige Überweisung mit der Mitteilung "Vorschuss" auf sein Privatkonto bei der O.____ in Zürich erfolgt ist. Diese Gelder haben dem Beschuldigten als private U nterstützung gedient. Nicht erstellt ist in diesem Zusammenhang, dass diese nachträglichen Darlehe n mit einer bestimmten Zweck- bindung im geschäftlichen Sinne verknüpft gewesen wären, weshalb diesbezüglich in Anwen- dung der vorgängig zitierten Praxis auch keine Werterha ltungspflicht bestanden hat. Gleiches gilt für die Transaktion Nr. 18 (am 19. August 2011 i m Umfang von CHF 60'000.--), welche mit der Mitteilung "Vorschuss B.____" auf das Konto der C.__ __ geflossen ist. Zur Transaktion Nr. 16 (am 18. Mai 2011 im Umfang von CHF 38'539.90 ) ist es gekommen, nachdem B.____ gemäss seinen Angaben eine grosse Rendite aus seinen Geschäften erwartet hat und ein Haus hat kaufen wollen, wobei das Geld für die Steuer und den Grundbucheintrag bestimmt gewesen sind. Diese Überweisung ist an Rechtsanwalt Dr. Q.____ g egangen mit der Mitteilung "Objekt X.____Grunderwerbssteuer und Grundbucheintrag/B.____ ". Hieraus lässt sich offensichtlich ebenfalls kein im Zusammenhang mit den angeblichen Gold geschäften und weiteren Investitio- nen stehender Verwendungszweck ableiten, womit auch hie r nicht von einer Werterhaltungs- pflicht auszugehen ist. Demnach ist der Beschuldigte in B ezug auf die Transaktionen Nr. 7-10, Nr. 16 sowie Nr. 18 in der Höhe von total CHF 153'176 .90 aus dem Nachlass von M.____ von der Anklage der mehrfachen Veruntreuung freizusprechen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Tatbestand der (mehrfachen) qualifizierten unget reuen Geschäftsbesorgung 6.1 a) Im Weiteren ist der Beschuldigte vom Strafgericht des untauglichen Versuchs der mehrfa- chen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldi g erklärt worden. Der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung wird in Art. 158 St GB normiert. Danach wird mit Freiheits- strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördli- chen Auftrages oder eines Rechtsgeschäftes damit betraut ist , Vermögen eines anderen zu verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beauf sichtigen, und dabei unter Verlet- zung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der ande re am Vermögen geschädigt wird (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Handelt der Täter i n der Absicht, sich oder einen andern un- rechtmässig zu bereichern, so kann auf Freiheitsstrafe vo n einem Jahr bis zu fünf Jahren er- kannt werden (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Nach der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGE 142 IV 346 E. 3.2) ist Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB, wer in tatsäch- lich oder formell selbstständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines anderen für einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Die Stellung als Geschäftsführer fordert ein hinreichendes Mass an Selbstständigkeit, mit welcher dieser über das fremde Ver- mögen verfügen kann. Geschäftsführer ist auch, wem die S tellung ohne formelle Einräumung nur faktisch zukommt (BGE 129 IV 124 E. 3.1; 123 IV 17 E. 3b; 120 IV 190 E. 2b; 105 IV 106 E. 2; 100 IV 113 f.). Der Tatbestand setzt einen Vermögensschaden voraus. Ein solcher kann in einer tatsächlichen Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven liegen. Ein Schaden liegt aber auch bereits vor, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist (BGE 129 IV 124 E . 3.1; 123 IV 17 E. 3d; 122 IV 279 E. 2a; 121 IV 104 E. 2c mit Hinweisen). Zwischen der Verletzu ng der Treuepflicht und dem Vermö- gensschaden muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Die im G esetz nicht näher umschrie- bene Tathandlung der ungetreuen Geschäftsbesorgung be steht in der Verletzung jener spezifi- schen Pflichten, die den Täter in seiner Stellung als Geschäftsführer generell, aber auch bezüg- lich spezieller Geschäfte zum Schutz des Auftraggebers bzw. de s Geschäftsherrn treffen (BGE 120 IV 190 E. 2b; 118 IV 244 E. 2b). Die entsprechenden Pflichten ergeben sich aus dem jewei- ligen Grundverhältnis. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht b) Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz g enügt. Dieser muss sich auf die Pflichtwidrigkeit des Handelns oder Unterlassens, die Ve rmögensschädigung und den Kausal- zusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten und dem Schaden beziehen. Liegt neben Vorsatz auch die Absicht unrechtmässiger Bereicherun g vor, wird die Tathandlung nach Ziff. 1 Abs. 3 von Art. 158 StGB qualifiziert. Ersatzb ereitschaft kann die Absicht unrechtmässi- ger Bereicherung ausschliessen (MARCEL ALEXANDER NIGGLI , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 136 ff. zu Art. 158 StGB, mit Hinweisen). c) Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eine s Verbrechens oder Vergehens be- gonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende od er tritt der zur Vollendung der Tat gehören- de Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten , so kann das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). Nach dem Wortlaut der Norm mu ss der Täter mit der Ausführung der Tat begonnen haben. Dies erfordert implizit, dass er zuvor ei nen auf ihre Begehung gerichteten Entschluss gefasst hat. Vom vollendeten Delikt unterscheid et sich der Versuch dadurch, dass der objektive Tatbestand nur zum Teil verwirklicht wird, während der subjektive Tatbestand hier wie dort erfüllt sein muss. Zum Tatentschluss gehört stet s der Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. Erfordert der Tatbestand zusätzlich subjektive Un rechtsmerkmale, so müssen nach einhelliger Auffassung auch sie gegeben sein. Nach der Praxis des Bundesgerichts wird zum Beginn der Ausführung jede Tätigkeit gerechnet, die nach dem Plan, den sich der Täter ge- macht hat, auf dem Weg zum Erfolg den letzten entschei denden Schritt darstellt, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gibt, es sei denn wegen äusse rer Umstände, die eine Weiterverfol- gung der Absicht erschweren oder verunmöglichen (BGE 131 IV 100 E. 7.2.1; NIGGLI / MAEDER , a.a.O., N 1 ff. zu Art. 22 StGB, mit Hinweisen). Art . 22 Abs. 1 StGB umfasst sowohl den taugli- chen wie auch den untauglichen Versuch und stellt alle Ve rsuchsarten in der Rechtsfolge gleich, mit Ausnahme des untauglichen Versuchs aus grobem Unverstand, welcher nach Art. 22 Abs. 2 StGB straflos bleibt (NIGGLI / MAEDER , a.a.O., N 44 zu Art. 22 StGB). 6.2 a) Im vorliegenden Fall ist der Berufungskläger der Ansicht , dass er weder der Vermögens- verwalter von M.____ gewesen sei noch der Willensvollstre cker bezüglich ihres Nachlasses, weshalb ihm auch keine Verletzung einer Treuepflicht an zulasten sei. Wie die Staatsanwalt- schaft indes zu Recht darlegt, gehen diese Einwendunge n an der Sache vorbei. Dem Beschul- digten wird in diesem Zusammenhang nicht zur Last geleg t, eine strafbare Handlung zu Lasten Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht von M.____ begangen zu haben, sondern vielmehr, als Ges ellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der C.____ GmbH im Zeitraum ab Januar 2009 bis ca. Januar 2012 in Verlet- zung der ihm obliegenden Pflichten mittels unzähliger Transaktionen einen erheblichen Teil, wenn nicht gar alle der der Gesellschaft aus dem Vermög en und dem Nachlass von M.____ in Form von Darlehen zugegangenen Vermögenswerte im Umf ang von CHF 148'600.-- (bzw. € 100'000.--, erstes Darlehen vom 20. Januar 2009), CH F 239'200.-- (zweites Darlehen vom 3. Februar 2009), CHF 500'000.-- (drittes Darlehen vom 20. April 2009), CHF 600'000.-- (viertes Darlehen vom 8. April 2010) und CHF 60'000.-- (Tran saktion Nr. 18 vom 19. August 2011) ent- zogen und dadurch die C.____ geschädigt zu haben, um sic h selbst im entsprechenden Um- fang unrechtmässig zu bereichern. b) Diesbezüglich ist zufolge fehlender substantiierter Ein wände seitens des Beschuldigten wiederum in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO unter Verweis auf die Darlegungen der Vor- instanz (vgl. E. I.3 S. 66 f.) Folgendes festzuhalten: Aus den Akten ergibt sich, dass die Be- günstigte der vier Darlehen sowie der Transaktion Nr. 18 nicht der Beschuldigte, sondern die C.____ als juristische Person gewesen ist. Gestützt auf die vorgängigen Erwägungen zum rechtserheblichen Sachverhalt sowie zu den Tatbeständen des Betrugs und der Veruntreuung steht sodann fest, dass der Beschuldigte in der Folge dies er sukzessive die ursprünglich auf ihren Konten gutgeschriebenen Gelder aus dem Vermögen und dem Nachlass von M.____ ent- zogen und sie für die Befriedigung seiner privaten Bedü rfnisse verwendet hat. Als Gesellschaf- ter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der C.__ __ ist der Beschuldigte ohne Zweifel mit der Aufgabe betraut gewesen, deren Vermögen zu verwal ten. Entgegen dieser Pflicht hat B.____ durch den Missbrauch der der C.____ zugeflossene n Gelder für eigene Zwecke das Vermögen der Gesellschaft durch Verminderung deren Akti ven im Umfang von CHF 1'547'800.-- geschädigt. Zwischen der Verletzung der Treuepflicht des Beschuldigten, d.h. dem Entzug der Gelder, und dem dadurch eingetretenen Vermögensschaden ist ohne Weiteres ein Kausalzusammenhang gegeben. Dass der Beschuldigte v orsätzlich gehandelt hat, steht angesichts des vorstehend mehrfach wiedergegebenen Sachve rhaltes genauso ausser Frage wie seine unrechtmässige Bereicherungsabsicht und die fehlende Ersatzbereitschaft. Anzumer- ken ist an dieser Stelle allerdings, dass das Stammkapital der C.____ Ende 2008 und Anfang 2009 nicht gedeckt gewesen ist und deren Buchhaltung für die Jahre 2009 und 2010 keine werthaltigen Investitionen zu entnehmen und als Geldzu flüsse einzig die Überweisungen aus dem Vermögen bzw. dem Nachlass von M.____ ersichtlich sind . Gleichermassen bestehen we- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Hinweise, wonach im Jahre 2011 eine irgendwie ge artete Geschäftstätigkeit erfolgt sein soll, noch dass die Gesellschaft über irgendwelche Aktiven verfügt hätte. Demzufolge ist die C.____ bereits vor der ersten Darlehensgewährung am 20. Januar 2009 überschuldet gewesen. Aussicht auf eine Sanierung hat ebenfalls zu keinem Zei tpunkt bestanden, zumal die Gesell- schaft offensichtlich über kein tragfähiges Geschäftskonzept verfügt hat. Indem also im Zeit- raum der deliktischen Tätigkeit bei der C.____ effektiv weder Kapital noch Reserven vorhanden gewesen sind, ist eine Schädigung der Gesellschaft am du rch den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung geschützten Vermögen praxisgemäss gar ni cht mehr möglich gewesen, womit es im Ergebnis beim untauglichen Versuch geblieben ist. Gemäss diesen Erwägungen ist der Beschuldigte in Abweisung seiner diesbezüglichen Beruf ung und dementsprechend in Be- stätigung des angefochtenen Urteils des untauglichen Ve rsuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 (Abs. 1 und Abs. 3) StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu erklären. 7. Strafzumessung 7.1 Vorbemerkungen a) Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 28. Mai 202 1 (6B_1422/2019) in E. 6.4 ff. erwogen, dass das Kantonsgericht in seinem Urteil vom 5. Juni 2019 bei der Strafzumessung in verschiedener Hinsicht falsch vorgegangen sei. Zunächst la sse es sich mit dem Prinzip der konkreten Methode nicht vereinbaren, die vier Veruntre uungen gesamthaft zu würdigen und für diese Deliktskategorie eine einheitliche Einsatzstrafe fe stzulegen. Das Kantonsgericht hätte die Veruntreuung jedes Darlehens einzeln würdigen und prüf en müssen, ob es für jede eine Frei- heitsstrafe als angemessen erachte. Bejahendenfalls hätt e es für die schwerste Veruntreuung eine Einsatzstrafe festlegen und diese in Anwendung de s Asperationsprinzips unter Einbezug der übrigen Veruntreuungen angemessen erhöhen müssen. Die vom Kantonsgericht vorge- nommene Gesamtbetrachtung sei angesichts des Umstands, d ass der Beschuldigte der mehr- fachen Veruntreuung schuldig gesprochen worden sei, unzu lässig. Vielmehr müssten die ein- zelnen Tathandlungen vor der Bildung einer allfällige n Gesamtstrafe in einem selbstständigen Schritt gewürdigt werden (vgl. BGer 6B_998/2019 vom 20 . November 2020 E. 4.2.4). Die gel- tend gemachte enge Verknüpfung der einzelnen Delikte habe das Kantonsgericht nicht von die- Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht ser Vorgehensweise entbunden (vgl. BGer 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.4). Gleiches gelte hinsichtlich der Verurteilung wegen untauglichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung. Das Kantonsgericht hätte auch hier für jede Tathandlung ein- zeln die Strafart bestimmen müssen. Das Asperationsprinzip hätte es nur bei Gleichartigkeit der Strafen zur Anwendung bringen dürfen. Indem es die ei nzelnen unter den Tatbestand von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB fallenden Tathandlungen ebenfalls einer Gesamtwürdigung unter- zogen und eine direkte Asperation vorgenommen habe, ha be es die Grundsätze der Gesamt- strafenbildung verletzt. Ausnahmen zur konkreten Methode, wie sie die frühere Rechtsprechung zugelassen habe, seien grundsätzlich nicht mehr zulässig (E. 6.3.2). b) In seinem Urteil vom 28. Mai 2021 (E. 6.4.3 ff.) ha t das Bundesgericht das Kantonsgericht verpflichtet, die Strafzumessung neu vorzunehmen und dabei der konkreten Methode zu folgen. Dabei müsse das Kantonsgericht die insgesamt neun Tatha ndlungen (vierfache Veruntreuung und fünffache versuchte qualifizierte ungetreue Geschä ftsbesorgung) einer Einzelbetrachtung unterziehen und für jede die konkrete Strafart bestimm en. Nur bei Gleichartigkeit der Strafen könne das Kantonsgericht eine Gesamtstrafe bilden, ander nfalls habe eine kumulative Verhän- gung der Strafen zu erfolgen. Weiter habe das Kanton sgericht zu beachten, dass der Beschul- digte und D.____ gemäss der Anklageschrift als Nebentät er behandelt würden. Nebentäter sei- en nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Grundsatz der Verfahrenseinheit (Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO) Mittäter (vgl. BGE 138 IV 29 E. 3 .2). Diese Definition müsse auch bei der Strafzumessung Geltung beanspruchen, gehe es doch hie r wie dort um die Vermeidung wider- sprüchlicher Urteile. Die für Mittäter im eigentlichen Sinn festgelegten Grundsätze der Strafzu- messung müssten somit auch für Nebentäter zur Anwendung gelangen. Folglich müsse die Strafe des Beschuldigten in einem angemessenen Verhältnis zu jener von D.____ stehen. Dies habe das Kantonsgericht bis anhin nicht geprüft. Es wer de daher im Rahmen der neu vorzu- nehmenden Strafzumessung einen hypothetischen Vergleich zw ischen den beiden Strafen an- stellen oder begründen müssen, weshalb das Strafmass des Nebentäters nicht als Vergleichs- grösse dienen könne. Schliesslich seien bei einer Neufestse tzung der Strafen die in der Zwi- schenzeit allenfalls eingetretenen persönlichen Veränderu ngen zu berücksichtigen, weshalb auch eine neue Legalprognose gestellt werden müsse. c) Zu diesen Erwägungen des Bundesgerichts erlaubt sich da s Kantonsgericht folgende Bemerkungen: Zunächst ist festzustellen, dass das Bundesge richt offenbar bloss die Methodik Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Strafzumessung beanstandet hat, nicht jedoch das Str afmass als solches. Weiter ist nach dem Verständnis des Kantonsgerichts die Wortwahl des Bundesgerichts im Zusammenhang mit seiner Kritik an der kantonsgerichtlichen Strafzumessung ("in verschiedener Hinsicht falsch vor- gegangen") teilweise als befremdlich zu bezeichnen, nach dem zum Zeitpunkt des ersten Beru- fungsurteils vom 5. Juni 2019 die ständige Rechtsprechung Ausnahmen zur konkreten Methode ausdrücklich zugelassen hat. So hat das Bundesgericht im U rteil 6B_483/2016 vom 30. April 2018 in E. 2.4 grundsätzlich die Zulässigkeit von Ausnah men von der konkreten Methode im Einzelfall gemäss seiner jüngeren Rechtsprechung bestät igt, beispielsweise wenn – unter Be- achtung des Verhältnismässigkeitsprinzips im Rahmen von Art. 41 StGB – bei der Bildung einer Gesamtstrafe als Einsatzstrafe für die schwerste Straftat ei ne Freiheitsstrafe festgesetzt und deren Dauer für die weiteren Delikte angemessen erhöh t wird (BGer 6B_849/2016 vom 9. De- zember 2016 E. 1.3.2; 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.3), oder wenn verschiedene Straf- taten zeitlich und sachlich derart eng miteinander ver knüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein beurteilen lassen (BGer 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 4.4). Von dieser konstanten Praxis hat sich das Kanton sgericht in seinem Urteil vom 5. Juni 2019 angesichts der tatsächlichen engen Verknüpfung der einzelnen Delikte untereinander lei- ten lassen. Bezeichnenderweise stützt das Bundesgericht seine diesbezügliche Rüge in seinem Urteil vom 28. Mai 2021 ausschliesslich mit Entscheiden, w elche erst nach dem Urteil des Kan- tonsgerichts vom 5. Juni 2019 ergangen sind (BGer 6B_99 8/2019 vom 20. November 2020 E. 4.2.4 sowie BGer 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.4), was aus dogmatischer Sicht irri- tiert. Sodann fordert das Bundesgericht einen hypothet ischen Vergleich zwischen den beiden Strafen betreffend den Beschuldigten sowie D.____ ode r eine Begründung, weshalb das Straf- mass des Nebentäters nicht als Vergleichsgrösse dienen könn e. Diese apodiktische Ermah- nung erscheint als überaus formalistisch angesichts der Ta tsache, wonach der Nebentäter D.____ im abgekürzten Verfahren abgeurteilt worden ist . Diesem Verfahren (Art. 358 ff. StPO) ist inhärent, dass es dabei um einen Tausch geht: Geständ nis und Anerkennung der Zivilforde- rungen im Grundsatz gegen Reduktion der Tatvorwürfe und Strafminderung . Stimmt die be- schuldigte Partei der auf dieser Grundlage ausgearbei teten Anklageschrift zu und wird diese von der Privatklägerschaft nicht abgelehnt, kommt es ohne umfassende Voruntersuchung und ohne gerichtliches Erkenntnisverfahren lediglich zur summarischen Überprüfung durch das zu- ständige erstinstanzliche Gericht (vgl. C HRISTIAN SCHWARZENEGGER , in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2020, N 1 zu Art. 358 StPO). Gestützt auf diese Umstände ‒ Geständnis gegen Reduktion der Tatvorwürfe und Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht Strafminderung (wobei gemäss ständiger bundesgerichtliche r Rechtsprechung bei einem Ge- ständnis Strafrabatte im Ausmass von einem Fünftel bis zu einem Drittel der verschuldensadä- quaten Strafe möglich sind [vgl. BGer 6B_891/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 3.5.2]) sowie bloss summarische Überprüfung der von der Staatsanwaltscha ft ebenfalls nur summarisch be- gründeten Strafzumessung durch das erstinstanzliche Geri cht (vgl. S CHWARZENEGGER , a.a.O., N 1 zu Art. 360 StPO und N 5 zu Art. 362 StPO) ohne Auseinandersetzung mit den strafzumes- sungsrelevanten Kriterien ‒ liegt es geradezu auf der Hand, dass das im abgekürzten Verfahren festgelegte Strafmass des Nebentäters von vornherein nich t als Vergleichsgrösse im vorliegen- den ordentlichen Berufungsverfahren bezüglich des Beschul digten dienen kann. Dies gilt in casu in besonderem Masse, nachdem die entsprechende Sanktio n betreffend D.____ auf Seite 48 f. des Erledigungsvorschlags vom 3. Oktober 2016 mit keinem einzigen Wort begründet wird (vgl. act. 95 f. Akten D.____ ab Strafgericht). 7.2 Theoretische Erwägungen a) Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe innerha lb des massgebenden Strafrah- mens nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönli- chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Le ben des Täters (Abs. 1). Das Ver- schulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefäh rdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründe n und Zielen des Täters sowie da- nach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage ge- wesen ist, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). b) Das Gericht bewertet das Verschulden ausgehend von der objektiven Tatschwere. Diese ist zunächst danach zu bestimmen, wie stark das betroffen e Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. Dabei sind das Ausmass des Erfolgs, die Gefährdung, d as Risiko sowie die Art und Weise des Tatvorgehens zu berücksichtigen. Von Bedeutung sind auch die Intensität der durch die Tat und Tatausführung offenbarten kriminellen Energie, sowie die Grösse des Tatbeitrags bei meh- reren Tätern und die hierarchische Stellung (H ANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 91 ff. zu Art 47 StGB). Bei der Beurteilung der subjektiven Tatschwere bilden namentlich die Bewegg ründe und Ziele des Täters, der bei der Tat aufgewendete Wille, das Motiv sowie das Mass an E ntscheidungsfreiheit massgebende Strafzumessungskriterien (WIPRÄCHTIGER / KELLER , a.a.O., N 115 ff. zu Art. 47 StGB). Das Ge- Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht richt hat die objektive Tatschwere zu bewerten und in den Urteilserwägungen anzugeben, ob diese aufgrund der Beurteilung der subjektiven Tatschwere reduziert, bestätigt oder erhöht wer- den soll. Dabei muss es gemäss Art. 50 StGB festhalten , welche die für die Strafzumessung erheblichen Umstände sind und wie es diese gewichtet. Hi erzu muss das Gericht in seinem Urteil darlegen, welche verschuldensmindernden und wel che verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteins chätzung des Tatverschuldens zu gelangen (BGE 144 IV 313 E. 1.2; 136 IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es muss nicht auf Umstände ausdrücklich eingehen, die es – ohne dass die s ermessensverletzend wäre – bei der Strafzumessung als nicht massgebend oder nur von ge ringem Gewicht erachtet (BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 E. 4). Auch ist das Gericht nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 144 IV 313 E. 1.2; BGE 136 IV 55 E. 5.6). Allerdings muss das Gericht das Gesamtverschulden qualifizieren und die Gesamteinschätzung des Tatverschuld ens im Urteil ausdrücklich benen- nen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nac h Schweregrad auszugehen ist (sehr leicht, leicht, nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer, se hr schwer). Im Übrigen betont das Bun- desgericht in seiner Rechtsprechung, dass die Formulieru ng des Verschuldens und die Fest- setzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen müssen (BGer 6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.1; 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.). c) In einem zweiten Schritt ist die (hypothetische) Strafe , die diesem Verschulden entspricht, innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens zu b estimmen. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt aufg rund wesentlicher Täterkomponenten, d.h. tatunabhängiger Strafzumessungsfaktoren, erhöht oder reduziert werden (BGE 136 IV 55 E. 5.7; BGE 134 IV 132 E. 6.1). d) Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen di e Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zu der Stra- fe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhö hen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden. Die Vorschrift von Art. 49 Abs. 1 StGB legt somit die Rechtsfolgen fest, die einen Täter treffen, der denselben Straftatbestand mehrfach oder mehre- re verschiedene Straftatbestände verletzt hat. Die Vorschr ift regelt das methodische Vorgehen Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Strafzumessung im Konkurrenzfall aber nur rudiment är; ihr selbst lässt sich nicht entneh- men, wann die Voraussetzungen gleichartiger Strafen erfüllt sind, was die schwerste Straftat ist und wie diese zu ermitteln und erhöhen ist (BGE 144 IV 217 E. 3.2). e) Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Geldstrafe und Freiheitstrafe sind kei ne gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. Ungleichartige Strafen sind kumul ativ zu verhängen. Das Gericht kann auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konkre ten Fall für jeden einzelnen Norm- verstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (sog. kon krete Methode). Dass die anzuwenden- den Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen vo rsehen, genügt nicht (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 2.2; 142 IV 265 E. 2.3.2; 1 38 IV 120 E. 5.2; BGer 6B_112/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.2). f) Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist in einem ersten Schritt anhand der abstrakten Strafdrohung des Gesetzes der Str afrahmen für die schwerste Straftat zu ermitteln. Sind mehrere Straftatbestände mit gleich em Strafrahmen zu beurteilen, ist von derjenigen Straftat auszugehen, die im konkreten Fall die höchste Strafe nach sich zieht (H ANS MATHYS , Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage, Basel 2019, N 485). Die tat- und täterange- messene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentli chen Strafrahmens der (schwersten) anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser Rahme n ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten U mständen Rechnung zu tragen. Entgegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffass ung wird der ordentliche Strafrahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert, worauf dann innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den üb lichen Zumessungskriterien festzuset- zen wäre. Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wen n aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart oder zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). g) In einem zweiten Schritt hat das Gericht die Einsatzstr afe für die schwerste Tat innerhalb des betreffenden gesetzlichen Strafrahmens nach der ob jektiven und subjektiven Tatschwere bzw. den Tatkomponenten festzusetzen (BGE 144 IV 313 E. 1.1.2; 127 IV 101 E. 2b). Dabei hat das Gericht eine vorläufige Gesamteinschätzung im Sinne einer hypothetischen Einsatzstrafe vorzunehmen, wobei das Verschulden im Rahmen einer Skala denkbarer Abstufungen nach Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweregrad (sehr leicht, leicht, nicht mehr leicht, m ittelschwer, schwer, sehr schwer) zu be- stimmen und in der Begründung des Urteils zu nennen ist (BGE 136 IV 55 E. 5.7). h) In einem dritten Schritt sind die übrigen Delikte – w iederum anhand der Tatschwere bzw. den Tatkomponenten entsprechend den vorstehenden Ausfü hrungen – zu beurteilen, wobei für jede zusätzliche Straftat, derentwegen der Beschuldigte verurteilt wird, unter Berücksichtigung des jeweiligen Verschuldens eine hypothetische Einzelstrafe zu ermitteln ist. Mithin sind für jede (zusätzliche) konkrete Tat die angemessene Strafhöhe sowi e die passende Strafart zu bestim- men (BGE 144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E 1.1.1 und E. 1.4; BGer 6B_59/2020 vom 30. November 2020 E. 4.4; 6B_1071/2019 vom 5. Novemb er 2020 E. 3.3.2). Anschliessend ist zu prüfen, aus welchen der festgelegten Einzelstrafen e ine Gesamtstrafe zu bilden ist bzw. Ge- samtstrafen zu bilden sind. Soweit für mehrere zu beurte ilende Straftaten jeweils gleichartige Strafen als angemessen erscheinen, ist unter Berücksichtigu ng des Asperationsprinzips eine hypothetische Gesamtstrafe für sämtliche dieser Delikte festzulegen (Art. 49 Abs. 1 StGB; BGE 144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E. 1.4; BG er 6B_59/2020 vom 30. November 2020 E. 4.4). Bei der Bemessung der Gesamtstrafe müssen die e inzelnen Straftaten innerhalb des (allenfalls erweiterten) Strafrahmens gesamthaft gewü rdigt werden. Dabei sind namentlich das Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere Selbstständigkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenh eit der verletzten Rechtsgüter und die Begehungsweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Deliktes wird dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte z eitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammenhang stehen (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4; B Ger 6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2.2). i) Gelangt das Gericht nach der sog. konkreten Methode im Rahmen der Strafzumessung bei der Festsetzung selbstständiger Einzelstrafen für de n einzelnen Gesetzesverstoss auf "360 Strafeinheiten" oder weniger, ist ausser einer Freiheitsstrafe auch die Ausfällung einer Geldstra- fe möglich. Gemäss dem in casu anwendbaren da milderen (vgl. Art. 2 Abs. 2 StGB) Art. 41 Abs. 1 aStGB kann das Gericht auf eine vollziehbare Fre iheitsstrafe von weniger als sechs Mo- naten nur erkennen, wenn die Voraussetzungen für eine b edingte Strafe nicht gegeben sind und zu erwarten ist, dass eine Geldstrafe oder gemeinnü tzige Arbeit nicht vollzogen werden kann. Mit dieser Bestimmung hat der Gesetzgeber für St rafen unter sechs Monaten eine ge- setzliche Prioritätsordnung zu Gunsten nicht freiheitsent ziehender Sanktionen eingeführt (BGE Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht 137 IV 312 E. 2.4; 134 IV 97 E. 4.2.2; 134 IV 82 E. 4.1). Für Strafen von sechs Monaten bis zu einem Jahr sieht das Gesetz die Geldstrafe (Art. 34 aStG B) und die Freiheitsstrafe (Art. 40 aStGB) vor. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtig stes Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den T äter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2; 134 IV 82 E. 4.1). j) Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe(n) für sämtliche Delikte sind schliesslich die Täterkomponenten zu berücksichtigen. Bei de r Bestimmung der Täterkompo- nenten kann es sich rechtfertigen, die einzelnen Aspekte g esamthaft für sämtliche begangenen Taten zu würdigen, sofern diese für alle Delikte in gl eicher oder vergleichbarer Weise Geltung beanspruchen (BGer 6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.6.1; 6B_496/2011 vom 19. November 2021 E. 4.2). Die Täterkomponenten umfa ssen die persönlichen Verhältnisse und das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, insbesondere Reue und Einsicht oder ein Geständnis (WIPRÄCHTIGER / KELLER , a.a.O., N 92 ff. zu Art. 47 StGB). 7.3 Konkrete Erwägungen a) Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung bringt der Besc huldigte im Rahmen des vor- liegenden zweiten Berufungsverfahrens vor, er sei zu ein er Geldstrafe von maximal 330 Ta- gessätzen sowie zu einer Freiheitsstrafe von maximal 16 Mo naten zu verurteilen, wobei der jeweilige Vollzug bei einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufzuschieben sei. Begründet wird dies folgendermassen: Beim ersten Darlehen sei e in Betrag in der Höhe von € 100'000.-- ausbezahlt worden. Angesichts der Höhe des veruntreute n Darlehens und der gesamten Tat- umstände sei hierfür eine Einsatzstrafe in Form einer Geldstrafe von maximal 300 Tagessätzen einzusetzen. Für die übrigen drei Darlehen sei davon auszugehen, dass eine Freiheitsstrafe von insgesamt maximal 18 Monaten angemessen sei. Die vom Kantonsgericht ursprünglich festgesetzte Erhöhung der Einsatzstrafe für die versuchte ungetreue Geschäftsbesorgung um einen Monat sei grundsätzlich nicht zu beanstanden, wobe i hierfür eine Geldstrafe von 30 Ta- gessätzen und keine Freiheitsstrafe festzulegen sei, womit die Geldstrafe auf 330 Tagessätze zu erhöhen sei. Sollte das Kantonsgericht weiterhin de r Auffassung sein, dass aufgrund der Täterkomponenten die Strafe um einen Monat zu erhöh en sei, wäre von einer Freiheitsstrafe von 19 Monaten auszugehen. Andererseits sei auch die lan ge Verfahrensdauer zu berücksich- Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht tigen, weshalb eine Reduktion der Freiheitsstrafe um drei Monate, d.h. auf 16 Monate, ange- messen sei. Sodann sei ihm keine schlechte Legalprognose zu attestieren, womit für die Geld- sowie die Freiheitsstrafe der bedingte Vollzug zu gewäh ren sei. Angesichts der langen Verfah- rensdauer sowie des Umstandes, dass er seit den fraglichen Vorfällen keine Straftaten mehr begangen habe, sei ihm eine günstige Prognose auszustel len, weshalb die Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen sei. Schliesslich stehe die beantragte S trafe in einem angemessenen Ver- hältnis zu derjenigen von D.____, welcher zu einer Fre iheitsstrafe von 32 Monaten verurteilt worden sei, wovon neun Monate unbedingt. Demgegenüber begehrt die Staatsanwaltschaft grundsätzlich eine Erhöhung des Strafmasses nach Ermessen des Kantonsgerichts. b) Die Tatsache, dass das erste Urteil des Kantonsgerichts in vorliegender Sache vom 5. Juni 2019 bloss deshalb aufgehoben worden ist, weil dieses nach Auffassung des Bundesge- richts bei der Strafzumessung falsch vorgegangen sein soll, erhellt, dass von Seiten des Kan- tonsgerichts eine neue Strafzumessung vorzunehmen ist. D a gemäss Art. 408 StPO die Beru- fungsinstanz ein neues Urteil zu fällen hat, welches da s erstinstanzliche ersetzt, ist auf die vor- instanzliche Bemessung der Strafe nicht weiter einzugehen. Das Berufungsgericht hat sowieso die Strafe nach eigenem Ermessen festzusetzen und muss sich auch nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2). c) In casu ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte gestü tzt auf das Urteil des Kantonsge- richts vom 5. Juni 2019 ‒ materiell bestätigt durch das Urteil des Bundesgerich ts vom 28. Mai 2021 ‒ sowie das vorliegende Urteil der mehrfachen Veruntr euung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (in vier Fällen) sowie des untauglichen Versuchs d er mehrfachen qualifizierten unge- treuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs . 1 und Abs. 3 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (in fünf Fällen) schuldig zu erkläre n ist. Dabei liegt der ordentliche Straf- rahmen zwischen einer Geldstrafe nicht unter drei Tagessä tzen und einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Die Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 S tGB führt zwar nicht zu einer Erhö- hung des Strafrahmens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahmens strafschärfend zu gewich- ten. Nach Art. 22 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Umstan d, wonach die strafbaren Handlun- gen teilweise nicht zum Erfolg geführt haben, strafmil dernd berücksichtigen. In Anbetracht die- ser insgesamt neun Tathandlungen hat das Kantonsgerich t nunmehr eine bundesrechtskonfor- me Strafzumessung vorzunehmen. Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht d) Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Kanton sgericht zunächst den Straf- rahmen nach der abstrakt schwerwiegendsten Straftat zu bestimmen. Vorliegend weist zwar die (mehrfache) qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB mit einer möglichen Sanktion von einem Jahr bis zu fünf J ahren Freiheitsstrafe den höchsten ab- strakten Strafrahmen auf, zu beachten ist hierbei aller dings, dass es in casu beim untauglichen Versuch (Art. 22 Abs. 1 StGB) geblieben ist, weshalb d ie Strafe zu mildern ist. Somit stellt in concreto die (mehrfache) Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB, deren abstrakten Straf- rahmen von einer Geldstrafe am unteren bis zu fünf J ahren Freiheitsstrafe am oberen Ende reicht, das schwerwiegendste Delikt dar. Aussergewöhnliche Umstände, welche es angezeigt erscheinen lassen würden, diesen Strafrahmen zu verlassen, liegen auch unter Berücksichti- gung der Tat- und Deliktsmehrheit nicht vor. Die Straf e ist daher innerhalb des ordentlichen Strafrahmens festzulegen. Unter den mehrfachen Veruntr euungen ist diejenige betreffend das vierte Darlehen vom 8. April 2010 im Umfang von CHF 6 00'000.-- aufgrund aller Umstände und namentlich der im Vergleich zu den anderen Veruntreuu ngen höchsten Schadensumme das schwerste konkret zu beurteilende Delikt, welches die höch ste Strafe nach sich zieht. Für diese Veruntreuung ist somit eine Einsatzstrafe festzusetzen. Hinzu kommen die übrigen drei Verun- treuungen sowie die insgesamt fünf versuchten qualifizier ten ungetreuen Geschäftsbesorgun- gen, welche allesamt trotz des offenkundigen engen Zu sammenhangs untereinander einer Ein- zelbetrachtung zu unterziehen sind. e) Bei der Festlegung der Einsatzstrafe für die schwerste (d.h. die vierte) Veruntreuung vom 8. April 2010 würdigt das Kantonsgericht auf der Seit e der objektiven Tatkomponenten zu Las- ten des Beschuldigten, dass dieser ein Darlehen im über aus stattlichen Umfang von CHF 600'000.-- zu seinem eigenen Nutzen zweckentfremdet und dadurch eine einzelne Person in diesem massiven Ausmass geschädigt hat. Gleichermassen ne gativ zu gewichten ist, dass der Beschuldigte die ihm bzw. seiner Gesellschaft zugeflo ssenen Gelder ‒ ohne auch nur an- satzweise über ein realisierbares Anlagekonzept zu verfügen ‒ nahezu ausschliesslich für pri- vate egoistische Zwecke verwendet hat, ohne in einer Notl age zu sein und ohne in Betracht zu ziehen, seine Bedürfnisse mittels einer legalen Arbeitst ätigkeit zu befriedigen. Festzustellen ist in diesem Zusammenhang, dass die Tatsache, wonach der Beschuldigte die Geschäftsdarlehen für sein Luxusleben eingesetzt hat, verschuldenserhöhen d über die Begriffsnotwendigkeit beim Tatbestand der Veruntreuung hinausgeht. Des Weiteren fällt zu seinen Ungunsten ins Gewicht, Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass es der Beschuldigte geradezu dreist ausgenutzt hat, dass es D.____ als Vermögensver- walter von M.____ im Prinzip egal gewesen ist, was mit d eren Gelder passiert, solange er sich selbst eine Provision von den Darlehen versprochen hat. Negativ zu gewichten ist ferner, dass der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt im gleichen Konte xt bereits drei frühere Darlehen in je- weils betragsmässig steigender Höhe veruntreut hat. Entlastend erscheint demgegenüber, dass dem Beschuldigten die deliktische Tätigkeit aufgrund des geradezu dilettantischen Verhaltens von D.____ sehr leicht gemacht worden ist und diesem fo lgerichtig kein verwerfliches Verhal- ten, welches über den Aufwand für die Erfüllung des T atbestandes hinausgehen würde, vorzu- werfen ist. Auf Grund dieser Umstände stuft das Kantonsg ericht die objektive Tatschwere als mittelschwer am unteren Rand ein. In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten vorzuwerfen, dass er direktvorsätzlich gehandelt hat, was allerdings beim Tatbestandsmerkmal der Bereiche- rungsabsicht vorausgesetzt wird und von daher neutral z u gewichten ist. Die subjektive Schwe- re der Tat relativiert somit das objektive Tatverschulde n in keiner Weise. Gestützt auf diese Er- wägungen ist im Rahmen einer vorläufigen Einschätzung das Verschulden des Beschuldigten bezüglich der Veruntreuung betreffend das vierte Darle hen als mittelschwer am unteren Rand zu qualifizieren, was zu einer hypothetischen Einsatzstrafe von 360 Strafeinheiten führt. In Be- zug auf die Wahl der Sanktionsart ist zu konstatieren, d ass hinsichtlich der vorliegend zu beur- teilenden Tathandlung angesichts der geschilderten Umstän de sowie unter Berücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Freiheits- und Geldstrafe und d er damit verbundenen präventiven Effizienz auf den Täter nur eine Freiheitsstrafe in Bet racht kommt. Im Resultat ist damit eine hypothetische Einsatzstrafe von zwölf Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. f) Bei der Bestimmung der Einzelstrafe für die erste Veru ntreuung vom 20. Januar 2009 würdigt das Kantonsgericht auf der Seite der objekti ven Tatkomponenten zu Lasten des Be- schuldigten, dass dieser ein Darlehen im Umfang von CHF 1 48'600.-- bzw. € 100'000.-- zu sei- nem eigenen Nutzen zweckentfremdet und dadurch eine ei nzelne Person in diesem erhebli- chen Ausmass geschädigt hat. Gleichermassen negativ zu gewichten ist, dass der Beschuldigte die ihm bzw. seiner Gesellschaft zugeflossenen Gelder na hezu ausschliesslich für private ego- istische Zwecke verwendet hat, ohne in einer Notlage zu se in und ohne in Betracht zu ziehen, seine Bedürfnisse mittels einer legalen Arbeitstätigkeit zu befriedigen. Festzustellen ist in die- sem Zusammenhang, dass die Tatsache, wonach der Beschuldi gte die Geschäftsdarlehen für sein Luxusleben eingesetzt hat, verschuldenserhöhend über die Begriffsnotwendigkeit beim Tatbestand der Veruntreuung hinausgeht. Des Weiteren fällt zu seinen Ungunsten ins Gewicht, Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass es der Beschuldigte geradezu dreist ausgenutzt hat, dass es D.____ als Vermögensver- walter von M.____ im Prinzip egal gewesen ist, was mit d eren Gelder passiert, solange er sich selbst eine Provision von den Darlehen versprochen hat. E ntlastend erscheint demgegenüber, dass dem Beschuldigten die deliktische Tätigkeit aufgrund des geradezu dilettantischen Verhal- tens von D.____ sehr leicht gemacht worden ist und dies em folgerichtig kein verwerfliches Ver- halten, welches über den Aufwand für die Erfüllung des Tatbestandes hinausgehen würde, vor- zuwerfen ist. Nicht gänzlich auszuschliessen ist zudem, dass de r Beschuldigte zum Zeitpunkt des ersten Darlehens tatsächlich in gewisser Form ein ‒ wenngleich wenig realistisches ‒ Anla- gekonzept hinsichtlich des Goldhandels in Afrika geha bt hat. Auf Grund dieser Umstände stuft das Kantonsgericht die objektive Tatschwere als leicht ei n. In subjektiver Hinsicht ist dem Be- schuldigten vorzuwerfen, dass er direktvorsätzlich gehandel t hat, was allerdings beim Tatbe- standsmerkmal der Bereicherungsabsicht vorausgesetzt wird und von daher neutral zu gewich- ten ist. Die subjektive Schwere der Tat relativiert som it das objektive Tatverschulden in keiner Weise. Gestützt auf diese Erwägungen ist im Rahmen ein er vorläufigen Einschätzung das Ver- schulden des Beschuldigten bezüglich der Veruntreuung be treffend das erste Darlehen als leicht zu qualifizieren, was zu einer hypothetischen Einz elstrafe von 120 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist zu konstatieren, dass hinsichtlich der vorliegend zu beurteilenden Tathandlung angesichts der geschilderten Umstände sowie unter Berücksichti- gung der Zweckmässigkeiten von Freiheits- und Geldstrafe und der damit verbundenen präven- tiven Effizienz auf den Täter eine Geldstrafe als ausre ichend erscheint. Im Resultat ist damit eine hypothetische Einzelstrafe von 120 Tagessätzen Geldstrafe festzusetzen. Diese hypotheti- sche Einzelstrafe dient als Einsatzstrafe bei der Bestimmu ng der Gesamtstrafe im Bereich der Geldstrafe. g) Bei der Ermittlung der Einzelstrafe für die zweite V eruntreuung vom 3. Februar 2009 wür- digt das Kantonsgericht auf der Seite der objektiven Ta tkomponenten zu Lasten des Beschul- digten, dass dieser ein Darlehen im erheblichen Umfang von CHF 239'200.-- zu seinem eige- nen Nutzen zweckentfremdet und dadurch eine einzelne Pe rson in diesem stattlichen Ausmass geschädigt hat. Gleichermassen negativ zu gewichten ist, d ass der Beschuldigte die ihm bzw. seiner Gesellschaft zugeflossenen Gelder ‒ ohne auch nur ansatzweise über ein realisierbares Anlagekonzept zu verfügen ‒ nahezu ausschliesslich für private egoistische Zwecke verwend et hat, ohne in einer Notlage zu sein und ohne in Betrach t zu ziehen, seine Bedürfnisse mittels einer legalen Arbeitstätigkeit zu befriedigen. Festzust ellen ist in diesem Zusammenhang, dass Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Tatsache, wonach der Beschuldigte die Geschäftsdarl ehen für sein Luxusleben eingesetzt hat, verschuldenserhöhend über die Begriffsnotwendigke it beim Tatbestand der Veruntreuung hinausgeht. Des Weiteren fällt zu seinen Ungunsten in s Gewicht, dass es der Beschuldigte ge- radezu dreist ausgenutzt hat, dass es D.____ als Vermöge nsverwalter von M.____ im Prinzip egal gewesen ist, was mit deren Gelder passiert, solang e er sich selbst eine Provision von den Darlehen versprochen hat. Negativ zu gewichten ist fern er, dass der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt im gleichen Kontext bereits ein früheres Darlehen veruntreut hat. Entlastend erscheint demgegenüber, dass dem Beschuldigten die deliktische Täti gkeit aufgrund des geradezu dilet- tantischen Verhaltens von D.____ sehr leicht gemacht wor den ist und diesem folgerichtig kein verwerfliches Verhalten, welches über den Aufwand für di e Erfüllung des Tatbestandes hinaus- gehen würde, vorzuwerfen ist. Auf Grund dieser Umständ e stuft das Kantonsgericht die objekti- ve Tatschwere als leicht im mittleren Bereich ein. In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten vorzuwerfen, dass er direktvorsätzlich gehandelt hat, was a llerdings beim Tatbestandsmerkmal der Bereicherungsabsicht vorausgesetzt wird und von dah er neutral zu gewichten ist. Die sub- jektive Schwere der Tat relativiert somit das objektive Tatverschulden in keiner Weise. Gestützt auf diese Erwägungen ist im Rahmen einer vorläufigen E inschätzung das Verschulden des Be- schuldigten bezüglich der Veruntreuung betreffend das zwe ite Darlehen als leicht im mittleren Bereich zu qualifizieren, was zu einer hypothetischen E inzelstrafe von 180 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist zu konstatiere n, dass hinsichtlich der vorliegend zu beurteilenden Tathandlung angesichts der geschilderten Umstände sowie unter Berücksichti- gung der Zweckmässigkeiten von Freiheits- und Geldstrafe und der damit verbundenen präven- tiven Effizienz auf den Täter nur eine Freiheitsstrafe i n Betracht kommt. Im Resultat ist damit eine hypothetische Einzelstrafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen. h) Bei der Bestimmung der Einzelstrafe für die dritte Ve runtreuung vom 20. April 2009 wür- digt das Kantonsgericht auf der Seite der objektiven Ta tkomponenten zu Lasten des Beschul- digten wiederum und wie bereits vorgängig wiederholt dargelegt, dass dieser ein Darlehen im sehr stattlichen Umfang von CHF 500'000.-- zu seinem e igenen Nutzen zweckentfremdet und dadurch eine einzelne Person in diesem massiven Ausmass ge schädigt hat. Gleichermassen negativ zu gewichten ist, dass der Beschuldigte die ihm bzw. seiner Gesellschaft zugeflossenen Gelder ‒ ohne auch nur ansatzweise über ein realisierbares Anla gekonzept zu verfügen ‒ na- hezu ausschliesslich für private egoistische Zwecke verwende t hat, ohne in einer Notlage zu sein und ohne in Betracht zu ziehen, seine Bedürfnisse mi ttels einer legalen Arbeitstätigkeit zu Seite 32 http://www.bl.ch/kantonsgericht befriedigen. Festzustellen ist in diesem Zusammenhang, dass die Tatsache, wonach der Be- schuldigte die Geschäftsdarlehen für sein Luxusleben eing esetzt hat, verschuldenserhöhend über die Begriffsnotwendigkeit beim Tatbestand der Ver untreuung hinausgeht. Des Weiteren fällt zu seinen Ungunsten ins Gewicht, dass es der Besc huldigte geradezu dreist ausgenutzt hat, dass es D.____ als Vermögensverwalter von M.____ im Prinzip egal gewesen ist, was mit deren Gelder passiert, solange er sich selbst eine Provision von den Darlehen versprochen hat. Negativ zu gewichten ist ferner, dass der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt im gleichen Kontext bereits zwei frühere Darlehen in jeweils betragsmässig steigender Höhe veruntreut hat. Entlas- tend erscheint demgegenüber, dass dem Beschuldigten die deliktische Tätigkeit aufgrund des geradezu dilettantischen Verhaltens von D.____ sehr lei cht gemacht worden ist und diesem folgerichtig kein verwerfliches Verhalten, welches über den Aufwand für die Erfüllung des Tat- bestandes hinausgehen würde, vorzuwerfen ist. Auf Grund dieser Umstände stuft das Kantons- gericht die objektive Tatschwere als leicht am oberen Ra nd ein. In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten vorzuwerfen, dass er direktvorsätzlich gehandelt hat, was allerdings beim Tatbe- standsmerkmal der Bereicherungsabsicht vorausgesetzt wird und von daher neutral zu gewich- ten ist. Die subjektive Schwere der Tat relativiert som it das objektive Tatverschulden in keiner Weise. Gestützt auf diese Erwägungen ist im Rahmen ein er vorläufigen Einschätzung das Ver- schulden des Beschuldigten bezüglich der Veruntreuung be treffend das dritte Darlehen als leicht am oberen Rand zu qualifizieren, was zu einer hyp othetischen Einzelstrafe von 300 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der San ktionsart ist zu konstatieren, dass hinsicht- lich der vorliegend zu beurteilenden Tathandlung angesichts der geschilderten Umstände sowie unter Berücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Freiheits- und Geldstrafe und der damit verbundenen präventiven Effizienz auf den Täter nur ein e Freiheitsstrafe in Betracht kommt. Im Resultat ist damit eine hypothetische Einzelstrafe von zeh n Monaten Freiheitsstrafe festzuset- zen. i) Bei der Ermittlung der Einzelstrafe für die erste qu alifizierte ungetreue Geschäftsbesor- gung (bezüglich des ersten Darlehens vom 20. Januar 200 9) ist bei der Bewertung der objekti- ven Tatschwere primär zu gewichten, dass der Tatbestand i m (untauglichen) Versuchsstadium nach Art. 22 Abs. 1 StGB steckengeblieben ist. Ausserdem kann dem Schutz der Vermögensin- teressen der Gesellschaft, nachdem diese im Tatzeitraum ü berschuldet gewesen ist, von vorn- herein nicht die gleiche Bedeutung zugemessen werden w ie bei einem aktiven Unternehmen, bei welchem allenfalls noch Arbeitsplätze auf dem Sp iel stehen. Negativ zu beachten ist hinge- Seite 33 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen, dass die C.____ zufolge fehlender Geschäftstätigkeit offenbar nur zum Zwecke der Berei- cherung des Beschuldigten gegründet worden ist. Ebenfal ls fällt zu dessen Ungunsten ins Ge- wicht, dass er der Gesellschaft einen ansehnlichen Betrag im Umfang von CHF 148'600.-- bzw. € 100'000.-- entzogen hat. In Anbetracht hiervon erach tet das Kantonsgericht die objektive Tat- schwere als sehr leicht. Dass der Beschuldigte direktvorsät zlich gehandelt hat, steht ausser Frage; ebenso klar ist, dass sein diesbezügliches Motiv r ein pekuniärer Natur gewesen ist. Die subjektive Schwere der Tat vermag somit das objektive Tatverschulden wiederum nicht zu rela- tivieren. Gemäss diesen Darlegungen ist im Rahmen eine r vorläufigen Einschätzung das Ver- schulden des Beschuldigten bezüglich der ersten qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung als sehr leicht zu qualifizieren, was zu einer hypothetischen Einzelstrafe von acht Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist zu kon statieren, dass hinsichtlich der vorlie- gend zu beurteilenden Tathandlung angesichts der geschil derten Umstände sowie unter Be- rücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Freiheits- und Gel dstrafe und der damit verbunde- nen präventiven Effizienz auf den Täter eine Geldstrafe als ausreichend erscheint, zumal die entsprechende Veruntreuung ebenfalls mit einer Gelds trafe zu sanktionieren ist. Im Resultat ist damit eine hypothetische Einzelstrafe von acht Tagessätzen Geldstrafe festzusetzen. j) Bei der Festlegung der Einzelstrafe für die zweite qua lifizierte ungetreue Geschäftsbesor- gung (bezüglich des zweiten Darlehens vom 3. Februar 2009) ist bei der Bewertung der objekti- ven Tatschwere gleichermassen primär zu gewichten, dass der Tatbestand im (untauglichen) Versuchsstadium nach Art. 22 Abs. 1 StGB steckengeblieb en ist. Ausserdem kann dem Schutz der Vermögensinteressen der Gesellschaft, nachdem diese im Tatzeitraum überschuldet gewe- sen ist, von vornherein nicht die gleiche Bedeutung zug emessen werden wie bei einem aktiven Unternehmen, bei welchem allenfalls noch Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Negativ zu be- achten ist hingegen, dass die C.____ zufolge fehlender Geschäftstätigkeit offenbar nur zum Zwecke der Bereicherung des Beschuldigten gegründet wor den ist. Ebenfalls fällt zu dessen Ungunsten ins Gewicht, dass er der Gesellschaft einen er heblichen Betrag im Umfang von CHF 239'200.-- entzogen hat. In Anbetracht hiervon e rachtet das Kantonsgericht die objektive Tatschwere ebenfalls als sehr leicht. Dass der Beschuldigte direktvorsätzlich gehandelt hat, steht ausser Frage; ebenso klar ist, dass sein diesbezügliches Motiv rein pekuniärer Natur ge- wesen ist. Die subjektive Schwere der Tat vermag somit das objektive Tatverschulden wiede- rum nicht zu relativieren. Gemäss diesen Darlegungen i st im Rahmen einer vorläufigen Ein- schätzung das Verschulden des Beschuldigten bezüglich der zwei ten qualifizierten ungetreuen Seite 34 http://www.bl.ch/kantonsgericht Geschäftsbesorgung als sehr leicht zu qualifizieren, was zu einer hypothetischen Einzelstrafe von zehn Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist zu konstatieren, dass hinsichtlich der vorliegend zu beurteilenden Tathandlun g angesichts der geschilderten Umstän- de sowie unter Berücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Fr eiheits- und Geldstrafe und der damit verbundenen präventiven Effizienz auf den Täter t rotz des äusserst engen Zusammen- hangs zum Tatbestand der Veruntreuung eine Geldstrafe als ausreichend erscheint. Im Resul- tat ist damit eine hypothetische Einzelstrafe von zehn Tagessätzen Geldstrafe festzusetzen. k) Bei der Bestimmung der Einzelstrafe für die dritte qualifizierte ungetreue Geschäftsbesor- gung (bezüglich des dritten Darlehens vom 20. April 2009) ist bei der Bewertung der objektiven Tatschwere ebenso primär zu gewichten, dass der Tatbestan d im (untauglichen) Versuchssta- dium nach Art. 22 Abs. 1 StGB steckengeblieben ist. Ausse rdem kann dem Schutz der Vermö- gensinteressen der Gesellschaft, nachdem diese im Tatzeitraum überschuldet gewesen ist, von vornherein nicht die gleiche Bedeutung zugemessen werde n wie bei einem aktiven Unterneh- men, bei welchem allenfalls noch Arbeitsplätze auf dem S piel stehen. Negativ zu beachten ist hingegen, dass die C.____ zufolge fehlender Geschäftstät igkeit offenbar nur zum Zwecke der Bereicherung des Beschuldigten gegründet worden ist. E benfalls fällt zu dessen Ungunsten ins Gewicht, dass er der Gesellschaft einen sehr stattlichen Betrag im Umfang von CHF 500'000.-- entzogen hat. In Anbetracht hiervon erachtet das Kan tonsgericht die objektive Tatschwere im- mer noch als sehr leicht. Dass der Beschuldigte direktvor sätzlich gehandelt hat, steht ausser Frage; ebenso klar ist, dass sein diesbezügliches Motiv rein pekuniärer Natur gewesen ist. Die subjektive Schwere der Tat vermag somit das objektive Tatverschulden wiederum nicht zu rela- tivieren. Gemäss diesen Darlegungen ist im Rahmen eine r vorläufigen Einschätzung das Ver- schulden des Beschuldigten bezüglich der dritten qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung als sehr leicht zu qualifizieren, was zu einer hypothet ischen Einzelstrafe von 15 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist zu kon statieren, dass hinsichtlich der vorlie- gend zu beurteilenden Tathandlung angesichts der geschil derten Umstände sowie unter Be- rücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Freiheits- und Gel dstrafe und der damit verbunde- nen präventiven Effizienz auf den Täter trotz des äusserst engen Zusammenhangs zum Tatbe- stand der Veruntreuung eine Geldstrafe als ausreichend e rscheint. Im Resultat ist damit eine hypothetische Einzelstrafe von 15 Tagessätzen Geldstrafe festzusetzen. Seite 35 http://www.bl.ch/kantonsgericht l) Bei der Ermittlung der Einzelstrafe für die vierte q ualifizierte ungetreue Geschäftsbesor- gung (bezüglich des vierten Darlehens vom 8. April 201 0) ist bei der Bewertung der objektiven Tatschwere wiederum primär zu gewichten, dass der Tatbe stand im (untauglichen) Versuchs- stadium nach Art. 22 Abs. 1 StGB steckengeblieben ist. Auss erdem kann dem Schutz der Ver- mögensinteressen der Gesellschaft, nachdem diese im Tatze itraum überschuldet gewesen ist, von vornherein nicht die gleiche Bedeutung zugemessen we rden wie bei einem aktiven Unter- nehmen, bei welchem allenfalls noch Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Negativ zu beachten ist hingegen, dass die C.____ zufolge fehlender Geschäf tstätigkeit offenbar nur zum Zwecke der Bereicherung des Beschuldigten gegründet worden ist. Ebenfalls fällt zu dessen Ungunsten ins Gewicht, dass er der Gesellschaft einen überaus statt lichen Betrag im Umfang von CHF 600'000.-- entzogen hat. In Anbetracht hiervon e rachtet das Kantonsgericht die objektive Tatschwere noch als sehr leicht. Dass der Beschuldigte di rektvorsätzlich gehandelt hat, steht ausser Frage; ebenso klar ist, dass sein diesbezügliches M otiv rein pekuniärer Natur gewesen ist. Die subjektive Schwere der Tat vermag somit das obje ktive Tatverschulden wiederum nicht zu relativieren. Gemäss diesen Darlegungen ist im Rahmen einer vorläufigen Einschätzung das Verschulden des Beschuldigten bezüglich der vierten qualif izierten ungetreuen Geschäftsbe- sorgung noch als sehr leicht zu qualifizieren, was zu ein er hypothetischen Einzelstrafe von 20 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der San ktionsart ist zu konstatieren, dass hinsicht- lich der vorliegend zu beurteilenden Tathandlung angesichts der geschilderten Umstände sowie unter Berücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Freiheits- und Geldstrafe und der damit verbundenen präventiven Effizienz auf den Täter trotz de s äusserst engen Zusammenhangs zum Tatbestand der Veruntreuung eine Geldstrafe als a usreichend erscheint. Im Resultat ist damit eine hypothetische Einzelstrafe von 20 Tagessätzen Geldstrafe festzusetzen. m) Schliesslich ist bei der Festlegung der Einzelstrafe für die fünfte qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung (Transaktion Nr. 18 vom 19. August 20 11) bei der Bewertung der objekti- ven Tatschwere nochmals primär zu gewichten, dass der Tatb estand im (untauglichen) Ver- suchsstadium nach Art. 22 Abs. 1 StGB steckengeblieben ist. Ausserdem kann dem Schutz der Vermögensinteressen der Gesellschaft, nachdem diese im Tat zeitraum überschuldet gewesen ist, von vornherein nicht die gleiche Bedeutung zugemess en werden wie bei einem aktiven Un- ternehmen, bei welchem allenfalls noch Arbeitsplätze au f dem Spiel stehen. Negativ zu beach- ten ist hingegen, dass die C.____ zufolge fehlender Gesch äftstätigkeit offenbar nur zum Zwe- cke der Bereicherung des Beschuldigten gegründet worden ist. Ebenfalls fällt zu dessen Un- Seite 36 http://www.bl.ch/kantonsgericht gunsten ins Gewicht, dass er der Gesellschaft einen nicht unbedeutenden Betrag im Umfang von CHF 60'000.-- entzogen hat. In Anbetracht hiervon erachtet das Kantonsgericht die objekti- ve Tatschwere als äusserst leicht. Dass der Beschuldigte dir ektvorsätzlich gehandelt hat, steht ausser Frage; ebenso klar ist, dass sein diesbezügliches M otiv rein pekuniärer Natur gewesen ist. Die subjektive Schwere der Tat vermag somit das obje ktive Tatverschulden wiederum nicht zu relativieren. Gemäss diesen Darlegungen ist im Rahmen einer vorläufigen Einschätzung das Verschulden des Beschuldigten bezüglich der fünften quali fizierten ungetreuen Geschäftsbe- sorgung als äusserst leicht zu qualifizieren, was zu einer hypothetischen Einzelstrafe von fünf Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der San ktionsart ist zu konstatieren, dass hinsicht- lich der vorliegend zu beurteilenden Tathandlung angesichts der geschilderten Umstände sowie unter Berücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Freiheits- und Geldstrafe und der damit verbundenen präventiven Effizienz auf den Täter eine Geldstrafe als ausreichend erscheint. Im Resultat ist damit eine hypothetische Einzelstrafe von fü nf Tagessätzen Geldstrafe festzuset- zen. n) Nachdem vorliegend für drei Veruntreuungen in einzel ner Betrachtung hypothetische Freiheitsstrafen sowie für die vierte Veruntreuung un d die fünf versuchten qualifizierten unge- treuen Geschäftsbesorgungen hypothetische Geldstrafen ausgefällt worden sind, sind nunmehr unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips hypothetische Gesamtstrafen für diese Delikte zusammen festzulegen. Bei der Bildung der hypothetischen Gesamtstrafen ist sowohl im Hin- blick auf die Ermittlung der Gesamtfreiheitsstrafe als au ch hinsichtlich der Bestimmung der Ge- samtgeldstrafe zu Gunsten des Beschuldigten die Gleichheit der betroffenen Rechtsgüter sowie die Vergleichbarkeit der jeweiligen Begehungsweisen zu berücksichtigen. Diese engen zeitli- chen, sachlichen und situativen Zusammenhänge zwischen den e inzelnen Tathandlungen wür- digend erachtet es das Kantonsgericht als angemessen, die Einsatzstrafe für die vierte Verun- treuung im Umfang von zwölf Monaten Freiheitsstrafe um weitere fünf Monate Freiheitsstrafe für die zweite Veruntreuung sowie um weitere neun Mon ate Freiheitsstrafe für die dritte Verun- treuung zu erhöhen. Dies führt zu einer hypothetischen Gesamtfreiheitsstrafe von 26 Monaten. Gleichermassen ist die Einsatzstrafe für die erste Veruntre uung im Umfang von 120 Tagessät- zen Geldstrafe um weitere sechs Tagessätze Geldstrafe für d ie erste versuchte qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung, um weitere acht Tagessätze Geldstrafe für die zweite versuch- te qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung, um weite re zehn Tagessätze Geldstrafe für die dritte versuchte qualifizierte ungetreue Geschäftsbesor gung, um weitere 15 Tagessätze Geld- Seite 37 http://www.bl.ch/kantonsgericht strafe für die vierte versuchte qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung sowie um weitere drei Tagessätze Geldstrafe für die fünfte versuchte qualifizi erte ungetreue Geschäftsbesorgung zu erhöhen. Hieraus resultiert eine hypothetische Gesamtgeldstrafe von 162 Tagessätzen. o) In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob diese tat bezogenen hypothetischen Gesamt- strafen aufgrund der besonderen Täterkomponenten anzupa ssen sind. Einleitend festzuhalten ist hierbei, dass die diesbezüglich massgeblichen Faktoren Vorleben, persönliche Verhältnisse, Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren für alle Straftaten grundsätzlich gleichermas- sen gelten. In diesem Zusammenhang ist unter Verweis au f die Ausführungen der Vorinstanz (vgl. E. II.4 S. 68 ff.) zusammenfassend festzuhalten, d ass der Beschuldigte in der Nähe von Y.____ im Kreise seiner Familie in ordentlichen Verhä ltnissen aufgewachsen ist, neun Jahre lang die Schule besucht und danach eine Lehre als KFZ-Mechaniker erfolgreich abgeschlossen hat. In der Folge hat er mehrere Jahre als Kaufmann b ei verschiedenen Firmen gearbeitet, be- vor er sich ca. im Jahre 1985 im Fahrzeugbereich selbstständ ig gemacht hat. Ungefähr im Jah- re 1992 hat er Privatkonkurs angemeldet und ist danach in die neuen Bundesländer gezogen, wo er erneut eine Firma im Bereich Fahrzeughandel ge gründet hat, welche ebenfalls Konkurs gegangen ist. Sodann hat er in Österreich ungefähr im Jahre 2000 wiederum eine Gesellschaft im selben Geschäftszweig gegründet, die aber 2004 auch K onkurs gegangen ist. Gleichermas- sen ist die Firma B.____ im Jahre 2012 in Konkurs gefal len. Schliesslich hat er im Jahre 2007 die C.____ GmbH gegründet, über welche im Jahre 2013 der Konkurs eröffnet worden ist. An- lässlich der ersten Berufungsverhandlung hat der Beschuldigte angegeben, im Handel mit alten chinesischen Wertpapieren tätig zu sein, welche aber bishe r gemäss seinem Eingeständnis keinen Gewinn abgeworfen haben. Über ein legales eige nes Erwerbseinkommen verfügt der Beschuldigte offenbar seit dem Jahre 2005 nicht mehr, d er Lebensunterhalt wird primär von seiner Ehefrau bestritten. Gemäss seinen Angaben vor Kan tonsgericht hat der Beschuldigte Schulden im Umfang von rund € 130'000.--. B.____ hat drei Töchter mit den Jahrgäng en 1.____, 2.____ und 2.____ und lebt mit seiner Famili e zusammen in Österreich. Trotz dieses Umstandes ist eine besondere Strafempfindlichkeit, welch e praxisgemäss nur bei ausserge- wöhnlichen Umständen zu bejahen ist, da die Verbüssung einer (Freiheits-)Strafe für jede ar- beitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete Person mit einer gewissen Härte verbun- den ist (vgl. H ANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 150 zu Art. 47 StGB, mit H inweisen), nicht zu erkennen. Hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Beschuldigten liegen keine verl ässlichen Dokumente vor, wel- Seite 38 http://www.bl.ch/kantonsgericht che Anlass zu besonderen Bemerkungen geben würden. Name ntlich ist der bereits anlässlich der strafgerichtlichen Verhandlung wie auch anlässlich de r ersten Berufungsverhandlung vor- gebrachte Hinweis des Beschuldigten, wonach er an weissem Hautkrebs leide, zufolge des Fehlens sowohl eines substantiiert belegten Befundes als auch einer ärztlicherseits attestierten, hieraus resultierenden gesundheitlichen Beeinträchtigung bei der vorliegenden Strafzumessung irrelevant. Einsicht oder Reue werden nicht vorgebracht. Dies alles ist soweit neutral zu werten. Eindeutig negativ ins Gewicht fällt hingegen, dass der Beschuldigte vom Landesgericht M.____ am 30. September 2014 wegen Betrugs und schweren Betru gs zu einer Geldstrafe von € 1'200.-- verurteilt worden und er somit in einem äh nlichen Deliktsbereich während des laufen- den Verfahrens rückfällig geworden ist. Nach diesen Erw ägungen drängt sich aufgrund der be- sonderen Täterkomponenten eine Anpassung der tatbezogen en Freiheitsstrafe im Sinne einer Erhöhung um zwei weitere Monate auf. p) Leicht zu seinen Gunsten spricht, wie dies bereits die Vo rinstanz erkannt hat, die lange Dauer des Strafverfahrens bis zum ersten Berufungsurteil, wobei dies aber wieder teilweise relativiert wird durch das Verhalten des Beschuldigten, indem dieser erstens nach anfänglichem Interesse die Durchführung eines abgekürzten Verfahren s abgelehnt hat und zweitens der ur- sprünglich angesetzten Hauptverhandlung vor dem Strafger icht unentschuldigt ferngeblieben ist, worauf diese hat neu angesetzt werden müssen. Hinzu kommt nun aber, dass seit dem ers- ten Urteil des Kantonsgerichts vom 5. Juni 2019 bis zum vorliegenden zweiten Berufungsurteil wiederum fast drei Jahre vergangen sind, in welchen sich der Beschuldigte offenbar wohlverhal- ten hat. Dieser Umstand ist angesichts der Tatsache, wonac h das erste Berufungsurteil vom Bundesgericht in teilweiser Gutheissung der Beschwerde in Strafsachen aufgehoben worden ist, strafmindernd zu berücksichtigen. Nicht anwendbar ist hingegen Art. 48 lit. e StGB. Gemäss dieser Bestimmung mildert das Gericht die Strafe, wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich vermindert ist u nd der Täter sich in dieser Zeit wohl ver- halten hat. Wohlverhalten bedeutet vor allem das Fehl en von strafbaren Handlungen (WIPRÄCHTIGER / KELLER , a.a.O., N 42 zu Art. 48, mit Hinweisen). Nach der Re chtsprechung ist dieser Strafmilderungsgrund in jedem Fall zu beachten, wenn mindestens zwei Drittel der Ver- jährungsfrist abgelaufen sind. Für die Berechnung ist d er Zeitpunkt des Berufungsurteils mass- gebend (BGE 140 IV 145 E. 3.1). Nach Art. 97 Abs. 1 l it. b StGB verjährt die Strafverfolgung in 15 Jahren, wenn die für die Tat angedrohte Höchststraf e eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren ist. Die Verjährung beginnt mit dem Tag, an d em der Täter die strafbare Tätigkeit aus- Seite 39 http://www.bl.ch/kantonsgericht führt (Art. 98 lit. a StGB). Wenn der Täter die str afbare Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten aus- führt, beginnt die Verjährung mit dem Tag, an dem e r die letzte Tätigkeit ausführt (Art. 98 lit. b StGB). Die Voraussetzung des Zeitablaufs wäre zwar in casu erfüllt (letzte zu einer Freiheits- strafe führende Tathandlung am 8. April 2010, letzte zu einer Geldstrafe führende Tathandlung am 19. August 2011), allerdings hat sich der Beschuldigt e in dieser Zeit angesichts seiner Ver- urteilung durch das Landesgericht M.____ vom 30. Septe mber 2014 wegen Betrugs und schweren Betrugs offensichtlich nicht wohl verhalten. Unter dem Titel der tat- und täterunab- hängigen Strafzumessungsfaktoren zeigt sich nach Dargeleg tem eine Reduktion der Freiheits- strafe um insgesamt vier Monate als angemessen. q) Gleichermassen ist nach den vorstehenden Erwägungen gestü tzt auf die besonderen Täterkomponenten sowie die tat- und täterunabhängige n Strafzumessungsfaktoren auch die Geldstrafe verhältnismässig zu reduzieren. Wie bei der Freiheitsstrafe (26 Monate plus zwei Monate minus vier Monate) rechtfertigt sich daher eine R eduktion der tatbezogenen hypotheti- schen Gesamtgeldstrafe im Umfang von einem Dreizehntel ( = 12 Tagessätze) von 162 Tages- sätzen auf insgesamt 150 Tagessätze. Die Höhe des einzel nen Tagessatzes ist angesichts der dem Kantonsgericht bekannten finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten auf CHF 30.-- fest- zusetzen. r) Im Ergebnis erweist sich in Würdigung sämtlicher Tat- und Täterkomponenten sowie der tat- und täterunabhängigen Strafzumessungsfaktoren ei ne Freiheitsstrafe von 24 Monaten so- wie eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je CHF 30.-- als angemessen. Bei diesem Straf- mass ist der bedingte Strafvollzug nach Art. 42 Abs. 1 S tGB möglich. Diesbezüglich bestimmt Art. 42 Abs. 1 StGB, dass das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel aufschiebt, wenn e ine unbedingte Strafe nicht notwen- dig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Bei Kumulation von ungleichartigen Strafen ist jede S trafe für sich zu betrachten. Für die Voll- zugsfrage ist damit nicht auf die sich aus Freiheitsstr afe und Geldstrafe zusammensetzende Gesamtdauer abzustellen. Die Prüfung der Bewährungsaussi chten des Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung einzufliessen haben neben den Tatumständen das Vorleben und der Leu mund sowie alle weiteren Tatsa- chen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täter s und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Die persönlichen Verhältnisse sind bis zum Zeit punkt des Entscheids, also bis zum Seite 40 http://www.bl.ch/kantonsgericht Urteilsdatum, miteinzubeziehen (R OLAND M. SCHNEIDER / ROY GARRÉ , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 1 und N 46 zu Art. 42 StGB, mit zahlreichen Hinweisen). In casu ist festzustellen, dass ausgehend von den persönliche n Verhältnissen des Beschuldig- ten, namentlich den Tatsachen, wonach dieser mit seiner Familie zusammenlebt und seine Ehefrau offenbar in der Lage ist, ein ausreichendes Erw erbseinkommen zu erzielen, im Sinne des Gesetzes keine schlechte Prognose zu stellen ist. Dies g ilt ‒ trotz des Umstandes, dass B.____ in Bezug auf Vermögensdelikte einschlägig vorbestraft ist und mit seinem vor dem Kan- tonsgericht beschriebenen chinesischen Wertpapierhandel nach wie vor ein undurchsichtiges und kaum rentables Geschäftsmodell betreibt ‒ umso mehr, als er sich offenbar seit seiner letz- ten Verurteilung im Jahre 2014 nichts mehr hat zuschulde kommen lassen. Insofern ist dem Beschuldigten gestützt auf die im Ergebnis nicht negativ e Legalprognose der bedingte Vollzug sowohl der Freiheitsstrafe als auch der Geldstrafe zu ge währen. Den letztlich nicht vollends auszuräumenden Zweifeln an der Legalbewährung des Be schuldigten ist mit einer leicht erhöh- ten Probezeit von drei Jahren Rechnung zu tragen. s) Demzufolge ist B.____ in teilweiser Gutheissung seiner Berufung und in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft der mehrfachen Veruntreuung sowie des untaugli- chen Versuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig zu er- klären und zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 150 Tages- sätzen zu CHF 30.--, jeweils bei einer Probezeit von drei Jahren, zu verurteilen. t) Dass in casu das im abgekürzten Verfahren festgelegte S trafmass des Nebentäters D.____ von vornherein nicht als Vergleichsgrösse im vorli egenden ordentlichen Berufungsver- fahren bezüglich des Beschuldigten dienen kann, ist ber eits vorgängig erläutert worden (vgl. oben E. 7.1.c). Soweit das Bundesgericht jedoch daran festhält, dass anlässlich der neu vorzu- nehmenden Strafzumessung grundsätzlich ein hypothetischer Vergleich zwischen den beiden Strafen anzustellen ist, ist zu konstatieren, dass die vo rliegende Strafe unter Berücksichtigung aller strafzumessungsrelevanten Faktoren bei einer Gesamt betrachtung im Rahmen eines hy- pothetischen Vergleichs im Einklang steht zu derjenigen de s Nebentäters D.____, welcher im abgekürzten Verfahren des Betrugs sowie der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung mit einer Schadensumme von insgesamt CHF 1'866'348.90 schuldig er klärt und zu einer teilbedingt voll- ziehbaren Freiheitsstrafe von 32 Monaten, wovon neun M onate unbedingt, bei einer Probezeit von drei Jahren für den bedingten Teil der Strafe, verurteilt worden ist. Seite 41 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Kostenfolge 8.1 Ordentliche Kosten a) Kantonsgericht (...). b) Strafgericht (...). 8.2 Ausserordentliche Kosten a) Kantonsgericht (...). b) Strafgericht (...). Seite 42 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vo m 6. Juli 2018, auszugsweise lautend "1. B.____ wird des gewerbsmässigen Betrugs sowie des unta ugli- chen Versuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Ge- schäftsbesorgung schuldig erklärt und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten, in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 StGB, Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 47 StGB sowie Art. 49 Abs. 1 StGB. 2. B.____ wird von der Anklage des mehrfachen gewerbsmässi- gen Betrugs in Bezug auf die Transaktion Nr. 19 in der Höhe von Fr. 7‘372.-- freigesprochen. 3. (…) 4. Der aus der Verwertung des auf die C.____ eingelösten Merce- des Benz R63 AMG (Kontrollschild ZG 6.____) stammende Verwertungserlös in der Höhe von Fr. 32‘525.10 wird g emäss Art. 70 Abs. 1 StGB eingezogen. 5. (…) 6. B.____ wird bei seiner Anerkennung behaftet, dem A._ ___ Fr. 418‘602.25 zu bezahlen. Die Haftung ist eine soli darische mit D.____. 7. B.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die Ver- fahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 43‘675.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 24‘000.--. 8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in Höhe von Honorar 2013 bis 2017 (96 Std. à Fr. 200.--) Fr. 19 ‘200.00 Porto Fr. 23.00 Seite 43 http://www.bl.ch/kantonsgericht Telefon Fr. 44.00 Kopien Fr. 1‘972.20 Fahrspesen Fr. 9.10 Zwischentotal 1 Fr. 21‘248.30 Mehrwertsteuer 8 % Fr. 1‘699.85 Total Honorar 2013 bis 2017 Fr.22‘948.15 Honorar 2018 inkl. HV (10 h 45 min. à Fr. 200.--) Fr . 2‘150.00 Porto Fr. 18.00 Telefon Fr. 10.00 Kopien Fr. 79.00 Fahrspesen Fr. 14.00 Zwischentotal 2 Fr. 2‘271.00 Mehrwertsteuer 7,7 % Fr. 174.85 Total Honorar 2018 Fr. 2‘445.85 Total Honorar 2013 bis 2018 Fr.25‘394.00 abzgl. Akontozahlungen Fr. 19 ‘090.30 Endbetrag Fr. 6‘303.70 werden aus der Gerichtskasse entrichtet. B.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau- ben, verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidi- gung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Diffe- renz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO)." wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten u nd in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltsch aft in den Ziffern 1 und 2 wie folgt geändert : 1.a) B.____ wird der mehrfachen Veruntreuung sowie des untaug- lichen Versuchs der mehrfachen qualifizierten ungetreue n Ge- schäftsbesorgung schuldig erklärt und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 24 Mona- ten sowie zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 150 Seite 44 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tagessätzen zu CHF 30. -- , jeweils bei einer Probezeit von 3 Jahren , in Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB , Art. 158 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB , Art. 44 Abs. 1 StGB , Art. 47 StGB und Art. 49 Abs. 1 StGB. b) In Bezug auf die Transaktionen Nr. 7-10, Nr. 16 sow ie Nr. 18-19 wird B.____ von der Anklage der mehrfachen Veruntreuung freigesprochen . 2. B.____ wird von der Anklage des mehrfachen gewerbsmäs- sigen Betrugs freigesprochen . Im Übrigen wird das angefochtene Urteil bestätigt . II. Die ordentlichen Kosten des ersten Berufungsverfah rens (Nr. 460 18 362) in der Höhe von CHF 30'300.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 30'000.-- sowie Auslagen von CHF 300.--) gehen im Umfang von zwei Dritteln (= CHF 20'200.--) zu Lasten des Beschuldigten und im Umfang von einem Drittel (= CHF 10'100.--) zu Last en des Staa- tes. Die ordentlichen Kosten des vorliegenden Neubeurteilun gsverfah- rens in der Höhe von CHF 2'600.-- (beinhaltend eine G ebühr von CHF 2'500.-- sowie Auslagen von CHF 100.--) gehen zu La sten des Staates. III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung für das erste Beru- fungsverfahren (Nr. 460 18 362) wird dem Rechtsvertrete r des Be- schuldigten, Rechtsanwalt Philippe Häner, ein Honorar i n der Höhe von insgesamt CHF 6'759.90 (inklusive Hauptverhandlung, Ausla- gen und CHF 483.30 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausge- Seite 45 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtet. Es wird festgestellt, dass Rechtsanwalt Philippe Häner das Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 6'759.90 mit Datum vom 6. Dezember 2019 ausbezahlt worden ist. Der Beschuldigte wird zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung im Umfang von zwei Dritteln (= CHF 4'506.60) an den Kanton Basel-Landschaft verpf lichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Ar t. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung für d as vorliegende Neubeurteilungsverfahren wird dem Rechtsvertreter des Beschuldig- ten, Rechtsanwalt Fatih Aslantas, ein pauschales Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 1'615.50 (inklusive Auslagen un d CHF 115.50 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Pascal Neumann Dieser Entscheid ist rechtskräftig