Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. Juni 2020 (720 19 398 / 128) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Neuanmeldung zum Leistungsbezug. Voller Beweiswert eines bidisziplinären externen Verwaltungsgutachtens. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Vergleich zur letzten umfassenden materiellen Rentenprüfung ist nicht ausgewiesen. Es besteht kein Rentenanspruch. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichteri n Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Daniela Buser Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Daniel Riner, Advo- kat, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.a Die 1970 geborene A.____ meldete sich erstmals im Mai 2000 unter Hinweis auf Schmerzen und Muskelverhärtungen am ganzen Körper, ein Schwächegefühl, Müdigkeit, Schlaf- störungen, Kopfschmerzen und eine Depression zum Leistungs bezug bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Nach Vornahme der medizini schen Abklärungen sprach die IV- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 5. Januar 2001 A.____ eine ganze Invali- denrente gestützt auf einen IV-Grad von 100 % zu, wel che im Nachgang zu zwei Revisionsver- fahren in den Jahren 2005 und 2009 jeweils bestätigt wurde. A.b Im April 2012 wurde ein weiteres Revisionsverfahren eingeleitet. Im Rahmen der medi- zinischen Abklärungen wurde durch die IV-Stelle das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten vom 8. Februar 2013 bzw. vom 25. März 2013 bei Dr. med . B.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, und Dr. med. C.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, eingeholt, gemäss welchem A.____ eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit attestiert wurde. Die IV-Stelle hob darauf- hin mit Verfügung vom 16. April 2014 die Invalidenrente auf. Dagegen führte A.____ Beschwerde ans Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), wel- ches mit Beschluss vom 11. September 2014 den Fall aus stellte und ein psychiatrisches Ge- richtsgutachten bei Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie un d Psychotherapie, in Auftrag gab. Dr. D.____ erhob in ihrem Gutachten vom 11. Dezember 2014 keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie eine leicht- gradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom. Gestützt auf diese medizinische Beur- teilung wies das Kantonsgericht mit Urteil vom 19. November 2015 die gegen die verfügte Ren- tenaufhebung erhobene Beschwerde ab (720 14 158). Dieses Urteil erwuchs in Rechtskraft. A.c. Eine Neuanmeldung zum Leistungsbezug erfolgte schlie sslich im Mai 2016 unter Hin- weis auf eine Depression. Zur Glaubhaftmachung einer Ve rschlechterung des Gesundheitszu- standes reichte A.____ ein Schreiben von Dr. med. E._ ___, FMH Psychiatrie und Psychothera- pie, vom 24. Mai 2016 ein, welchem diverse medizinische Berichte beigelegt wurden. Dr. E.____ machte geltend, dass sich der Gesundheitszustand von A.____ seit Herbst 2015 erheblich ver- schlechtert und sich dieser auch nach einem stationären Au fenthalt in der Klinik F.____ nicht wesentlich verändert habe. Mit Verfügung vom 28. April 2017 trat die IV-Stelle nicht auf das Leis- tungsbegehren ein, zumal eine gesundheitliche Verschlechterung nicht ausgewiesen sei. A.d Gegen diesen Nichteintretensentscheid führte A.____ Beschwerde ans Kantonsgericht (720 17 171), welches die Beschwerde mit Urteil vom 19. Oktober 2017 guthiess. Die Beschwer- deführerin habe eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes in glaubhafter Weise darge- legt, was ein Eintreten auf das Leistungsbegehren erfo rderlich mache. Demzufolge wurde die Angelegenheit an die Vorinstanz zur Vornahme einer materiellen Leistungsprüfung zurückgewie- sen. Im Rahmen der medizinischen Abklärungen wurde daraufhin ein rheumatologisch-psychiat- risches Gutachten bei Dr. med. G.____, FMH Rheumatolo gie, und Dr. med. H.____, FMH Psy- chiatrie und Psychotherapie, vom 15. bzw. 27. November 2018 eingeholt. Dr. G.____ diagnosti- zierte eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 10 % seit September 2017 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hausfrau aufgrund von periarthopathischen Schulterbeschwer- den beidseits. In einer körperlich leichten bis mittelschweren Verweistätigkeit mit Arbeiten unter- halb der Schulterhorizontalen sei jedoch weder retrospektiv noch aktuell eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben. Dr. H.____ kam im psychiatr ischen Gutachten zum Schluss, dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden konnten. Gestützt auf diese Abklärung wies die IV-Stelle das Leistungsbegehre n nach durchgeführtem Vorbescheid- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht verfahren mit Verfügung vom 11. November 2019 ab. Begründet wurde die Ablehnung des Ren- tenanspruchs mit der Nichteröffnung bzw. dem Nichterrei chen der gesetzlichen Wartezeit von einem Jahr, während dem die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit mindestens 40 % hätte betra- gen müssen. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Dr. Daniel Riner, am 16. Dezember 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht. Sie bea ntragte, in Aufhebung der Verfü- gung vom 11. November 2019 und unter Kosten- und Entschädigungsfolge seien ihr die gesetz- lichen Leistungen aus der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter seien weitere medi- zinische Abklärungen durchzuführen. Zur Begründung führt e sie im Wesentlichen an, dass die Prüfung der Standardindikatoren im psychiatrischen Gut achten durch Dr. H.____ nur ungenü- gend erfolgt sei. Auch sei keine rechtsgenügende Auseina ndersetzung mit anderslautenden Di- agnosen und festgestellten Arbeitsunfähigkeitsgraden der behandelnden Ärzte erfolgt. Weiter wi- derspreche die zu erwartende Stabilisierung des Gesundheitszustandes durch eine regelmässige Einnahme der Psychopharmaka der durch Dr. H.____ erhobenen vollständigen Arbeitsfähigkeit. Dr. G.____ habe sich im rheumatologischen Gutachten nicht ausreichend mit der Diagnose einer Psoriasis Arthritis auseinandergesetzt. Der medizinische Zustand sei noch nicht vollständig er- fasst und bedürfe weiterer Abklärungen, was indes auch du rch Dr. G.____ bestätigt werde. Der Hinweis von Dr. G.____ auf eine bestehende Schmerzfehl verarbeitung mache zudem deutlich, dass ein strukturiertes Beweisverfahren hätte durchgefüh rt werden müssen. Der Beschwerde wurde der Bericht von Dr. E.____ vom 13. Dezember 2019 beigelegt. C. Mit Vernehmlassung vom 30. Januar 2020 schloss die IV- Stelle auf Abweisung der Be- schwerde. Sie begründete ihren Antrag im Wesentlichen damit, dass sich das rheumatologisch- psychiatrische Gutachten als beweiskräftig erweise und ein R entenanspruch demzufolge zu Recht abgelehnt worden sei. D. Mit Eingabe vom 20. Februar 2020 machte die Beschwe rdeführerin geltend, ihre Le- bensumstände hätten sich dramatisch verschlechtert, wodurch nun auch die rezidivierende de- pressive Störung sehr ausgeprägt auftrete. Ihre ohnehin spärlichen Ressourcen seien vollends aufgebraucht. Diese als echte Noven zu berücksichtigenden Umstände würden die Notwendigkeit von weiteren medizinischen Abklärungen unterstreichen. E. Die IV-Stelle verzichtete in der Folge auf die Ein reichung einer weiteren Stellungnahme. F. Das Kantonsgericht zog die Verfahrensakten 720 14 15 8 und 720 17 171 bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und fo rmgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 16. Dezember 2019 ist demnach einzutreten. 2. Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die IV- Stelle den Rentenanspruch der Beschwer- deführerin mit Verfügung vom 11. November 2019 zu Recht abgelehnt hat. 3.1 Gemäss Art. 17 ATSG sind laufende IV-Renten für d ie Zukunft zu erhöhen, herabzuset- zen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhält- nissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und dam it den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditäts- grades bildet die letzte der versicherten Person eröffn ete rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Be- weiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleich s beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). 3.2 Bei der am 3. Mai 2016 eingegangenen Anmeldung zum Leistungsbezug (act. 123) han- delt es sich zwar nicht um eine Rentenrevision nach Art. 17 ATSG, sondern um eine Neuanmel- dung, nachdem die IV-Stelle den Rentenanspruch der Versicherten mit Verfügung vom 16. April 2014 rechtskräftig aufgehoben hatte (act. 76). Gleichwohl zielt auch die Neuanmeldung auf eine erneute Prüfung des Leistungsanspruchs aufgrund verän derter Verhältnisse ab (Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961 in Verbindung mit Art. 87 Abs. 3 IVV; zur Prüfung der Eintretensfrage vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a; BGE 109 V 114 E. 2b, BGE 109 V 264 f. E. 3; für die materiellen Voraussetzungen: BGE 130 V 64). Die Gemein- samkeiten sowohl bei einer Rentenrevision als auch bei ei ner Neuanmeldung legen es deshalb nahe, die entscheidende Frage nach einer anspruchserhebl ichen Änderung des Invaliditätsgra- des nach denselben Grundsätzen zu prüfen (BGE 133 V 1 08 E. 5.2). Die versicherte Person muss sich somit das Ergebnis der letztmaligen materiellen Überprüfung des Rentenanspruchs auch im Rahmen eines erneuten Leistungsgesuchs entgegenhalten lassen. 3.3 Eine einlässliche materielle Prüfung des Rentenan spruchs mit einer vertieften Abklärung des medizinischen Sachverhalts erfolgte letztmals im Rah men der im Dezember 2012 eingelei- teten Revision der Invalidenrente, in deren Verlauf di e IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. B.____ vom 8. Februar 2013 (act. 45) und ein rheumatologisches Gutachten bei Dr. C.____ vom 25. März 2013 (act. 46) eingeholt hatte. Gestützt auf deren Ergebnisse eröffnete die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 16. Apri l 2014 (act. 76), dass die bisherige Rente aufgehoben werde, weil keine rentenbegründende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr ge- geben sei. Im anschliessenden Beschwerdeverfahren am Kantonsgericht wurde festgestellt, dass dem psychiatrischen Gutachten von Dr. B.____ keine ausschlaggebende Beweiskraft zukommt. Daraufhin wurde durch das Kantonsgericht eine erneute psychiatrische Begutachtung bei Dr. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht D.____ angeordnet. Gestützt auf dieses psychiatrische Guta chten vom 11. Dezember 2014 er- folgte mit Urteil vom 19. November 2015 die Bestätigu ng der Rentenaufhebung aufgrund einer Abweisung der Beschwerde. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 25. Februar 2019 eine erhebliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die in Analogie zu Art. 17 ATSG eine Leis- tungszusprache rechtfertigen würde, bildet demnach die Situation, wie sie im Zeitpunkt des rheu- matologischen Gutachtens von Dr. C.____ vom 25. März 2013 und des psychiatrischen Gutach- tens von Dr. D.____ vom 11. Dezember 2014 bzw. im Zeitpunkt des Urteils des Kantonsgerichts vom 19. November 2015 bestanden hatte. 4.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grun dsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei- lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesonder e darf es bei einander widerspre- chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate- rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es a uf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hin sichtlich des Beweiswertes eines Arzt- berichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die str eitigen Belange umfassend ist, auf all- seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelang en, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper- tise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfü gende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen ann ehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURNHERR / Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht DENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, N 999). Im Sozialver- sicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem B eweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. C RISTINA SCHIAVI , in: Basler Kommentar ATSG, Frésard-Fel- lay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basel 2020, Art. 43 N 11; BGE 144 V 427 E. 3.2). Die blosse Möglich- keit eines bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläu- fen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6, 126 V 353 E. 5b). Ein Anspruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Voraussetzungen dafür mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind. 6.1 Im Zentrum der medizinischen Aktenlage steht das rh eumatologisch-psychiatrische Gut- achten der Dres. G.____ und H.____ vom 15. bzw. 27. N ovember 2018. Im rheumatologischen Teilutachten vom 15. November 2018 (act. 184) erhob Dr . G.____ mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit die Diagnose von periarthopathischen Schulterbeschwerden beidseits im Sinne ei- ner Supraspinatustendinose mit Impingement. Die Röntgenbilder der Schultern vom 13. Septem- ber 2017 hätten keinen relevanten pathologischen Befun d gezeigt. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er deutliche Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung mit ubiquitä- rem Schmerzsyndrom, welches keinem rheumatologischen Krank heitsbild entspreche, Spreiz- füsse sowie gemäss Aktenlage Polyarthralgien bei Psoriasis. Im Rahmen der rheumatologischen Begutachtung habe die Versicherte über Schmerzen im ganze n Körper geklagt, welche in den letzten Jahren insgesamt zugenommen hätten. Die Schult erschmerzen hätten links begonnen und bestünden seit über einem Jahr nun auch auf der rechten Seite. Die Beine würden ebenfalls schmerzen. Dr. G.____ erhob zudem Berührungsschmerzen auf der Haut sowie eine ubiquitäre Druckdolenz am ganzen Körper, die nicht betont im Bereich der Muskulatur oder Gelenke auftre- ten würde. Auch habe die Versicherte eine Einschränkung der Beweglichkeit geschildert. Insbe- sondere bei der passiven Beweglichkeitsprüfung der Brust- und Lendenwirbelsäule seien starke Gegeninnervationen und eine Schmerzangabe festgestell t worden. Ein segmentaler Befund im Bereich der Wirbelsäule bestehe nicht. Ferner klage sie über eine juckende Kopfhaut, was eben- falls schmerzhaft sei. Dr. med. I.____, FMH Rheumatologie, habe in diesem Zusammenhang die Diagnose einer Psoriasis der Kopfhaut und geringgradiger auch am Stamm erhoben. Erosionen oder Entzündungszeichen hätten im Blut jedoch nicht nachgewiesen werden können. Anlässlich der rheumatologischen Begutachtung hätten sich an der Haut keine typischen Zeichen einer Pso- riasis gezeigt. Auch bestehe kein Zusammenhang der namentlich an den Gelenken bestehenden ubiquitären Schmerzen mit dieser dermatologischen Haute rkrankung. Zur Behandlung ihrer Schmerzen nehme die Versicherte Medikamente und besuche die Physiotherapie. Letztere habe jedoch zu keiner Besserung geführt. Aufgrund der schmerzhaften Einschränkung der Beweglich- keit der Schultergelenke würden seit September 2017 Funktionsstörungen für Tätigkeiten auf o- der über der Schulterhorizontalen bestehen. Folglich s ei eine körperlich schwere Arbeit nicht mehr zumutbar, wobei die Versicherte nie eine derartige Arbeitstätigkeit ausgeführt habe. In der seit Jahren ausgeübten Tätigkeit als Hausfrau bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 10 %. In einer Verweistätigkeit mit körperlich leichten bis mittelschweren Arbeiten unterhalb der Schulterhorizontalen sei die Arbeitsfähigkeit dagegen nicht eingeschränkt. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. H.____ erhob im psychiatrischen Teilgutachten vom 27. November 2018 (act. 183) keine Di- agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diag- nostizierte er eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Episode ohne somatisches Syndrom. Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung habe die Versicherte geschildert, an Schmerzen im ganzen Körper zu leiden. Die Schmerzintensität habe sie konstant mit 8-10 von 10 in der Visuellen Analogskala (VAS) beziffert. Sie führe diese Schmerzen auf ihre psychischen Probleme zurück, respektive den Stress, der sich au fgrund der Lebensumstände ergebe. Während der 110 Minuten dauernden Untersuchung habe die Versicherte ruhig im Stuhl sitzen können und Mimik und Gestik hätten nur punktuell und lediglich am Ende der Exploration kurzdauernd Schmerzerleben angedeutet. Insgesamt hinterlasse die Versicherte nicht den Ein- druck, unter andauernden schweren und quälenden Schmerzen zu leiden, weshalb die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt werden könne. Die Kriterien für eine Somatisierungsstörung seien ebenfalls nicht erfüllt, da sich die Versicherte aktuell nicht über wiederholt auftretende und häufig wechselnde körperliche Symptome, sondern lediglich über un- differenzierte Schmerzen beklage. Sie leide insbesondere nicht mehr unter Bauchbeschwerden, einer Diarrhoe oder Verstopfungen. Anamnestisch würden sich die Symptome zur Diagnose einer depressiven Episode in Form von Gereiztheit, einer traurigen Stimmung, Energielosigkeit, Müdig- keit und Erschöpfung, einer allgemeinen Ängstlichkeit, einer absoluten Freudlosigkeit, Vergess- lichkeit, einer schlechten Konzentrationsfähigkeit, gerin gem Selbstvertrauen, dem Gefühl einer allgemeinen Sinnlosigkeit und häufigen Suizidgedanken eruieren lassen. Als Ursache für die De- pression seien insbesondere die andauernden Schmerzen, aber auch die konflikthafte Beziehung zum Ehemann zu nennen. Der Gedankengang der Versicherten sei auf die geklagten Beschwer- den eingeengt, wobei die Beschwerdeschilderung zum Tei l logisch und kohärent, oftmals aber auch vage und wenig fassbar gewesen sei. Es lasse sich eine Dramatisierungstendenz feststellen und die Angaben seien nicht immer konsistent. Aus diesem Grund habe bei der Beurteilung des Schweregrades der Depression vor allem auf die während der Begutachtung erhobenen Befunde abgestellt werden müssen. Im Rahmen der psychiatrischen Un tersuchung sei die Stimmung leicht gedrückt gewesen. Die affektive Modulationsfähigkeit sei insgesamt als leichtgradig einge- schränkt zu beurteilen, nicht jedoch die Vitalität. Hin weise für eine Müdigkeit oder verminderte Energie hätten sich im Verlaufe des Gesprächs nicht mehr feststellen lassen. Auch hätten die subjektiv geklagten Konzentrationsstörungen nicht bestätig t werden können. Die Versicherte habe zudem geschildert, unter ständiger Angst zu leide n. Sie reagiere schnell mit panikartigen Ängsten, respektive mit Herzklopfen. Dabei würde ihr alles Angst machen. Sie habe zudem Alb- träume. Klinisch habe sich jedoch zu keinem Zeitpunkt eine ängstliche Stimmung erkennen las- sen. Gestützt auf eine Blutkonzentrationsbestimmung hab e festgestellte werden können, dass die Versicherte die ihr verordneten Psychopharmaka nur z um Teil regelmässig einnehme, was auf einen nicht sehr hohen Leidensdruck hindeute. Bei regelmässiger Einnahme der Psychophar- maka sei mit einer Verbesserung zu rechnen. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte voll- umfänglich arbeitsfähig. 6.2 Der strittigen Angelegenheit liegen sodann diverse medizinische Unterlagen zu Grunde. Im Folgenden werden indessen lediglich diejenigen Berichte wiedergegeben, welche sich für den Entscheid als relevant erweisen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.1 Dr. C.____ erhob im rheumatologischen Gutachten vom 25. März 2013 (act. 46) keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der V ersicherten. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit imponierte ein myotendinotisches panv ertebrales Schmerzsyndrom ohne Hin- weis auf eine segmentale Dysfunktion der Wirbelsäule. Eine muskuläre Dysbalance stehe dabei im Vordergrund. Weiter diagnostizierte Dr. C.____ diffuse Schmerzen der oberen und der unteren Extremitäten ohne organisches Korrelat am Bewegungsapparat, wobei ein dringender Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung bei psychosozialer Bel astungssituation bestehe, Senk- und Spreizfüsse beidseits sowie ein Verdacht auf eine b eginnende leichtgradige retropatelläre Arthrose beidseits. Die Versicherte leide an Schmerzen im ganzen Körper. Rechtsbetont bestün- den Nacken- und Kopfschmerzen mit einer diffusen Schmer zausstrahlung in den rechten Arm sowie eine muskuläre Verspannung, welche bei psychischen Be lastungen exazerbiere. Im Be- reich der Füsse komme es zu Verkrampfungen. Auch seien die Kniegelenke diffus schmerzhaft. Die Schmerzintensität liege konstant bei 7-8 von 10 in der VAS. Klinische Hinweise für eine or- ganisch bedingte segmentale Dysfunktion der Wirbelsäule würden nicht vorliegen. Die Untersu- chung der Schulter- und Ellenbogengelenke habe eine no rmal erhaltene, schmerzfreie Beweg- lichkeit gezeigt. An den Hüftgelenken bestünden keine Hinweise für relevante degenerative Ver- änderungen, für eine Instabilität des Bandapparates oder meniskale Läsionen beidseits. Es lasse sich eine leichtgradige Krepitation der Patella mit po sitivem Zohlentest beidseits auslösen. Das Ausmass dieser Veränderung sei jedoch als leichtgradig einzustufen. Im Rahmen der klinischen Untersuchung der Füsse und Zehen seien Senk- und Spreizfüsse mit Druckdolenz der Metatar- salia erhoben worden. Diese würden zu einer Fehlbelastung der Beingelenke und der Beinmus- kulatur beidseits führen, was mittels Fusseinlagen korrigiert werden könne. Die Senk- und Spreiz- füsse könnten zudem eine Schmerzexazerbation der Beinmuskulatur und der gewichttragenden Gelenke hervorrufen und unterhalten. Hinweise auf ein e Fibromyalgie würden nicht vorliegen. Auch seien weder klinisch noch labormässige Anzeichen eine r entzündlichen Erkrankung des rheumatologischen Formenkreises vorhanden. Im Vordergr und stehe eine Somatisierungsstö- rung, welche sich mit muskulären Verspannungen im Bewegu ngsapparat ausdrücke. Diese sei allerdings auf psychogene Ursachen zurückzuführen. Aus rh eumatologischer Sicht bestünden keine relevanten Einschränkungen der Funktionen am Bewegungsapparat, welche eine massge- bliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge hätten. 6.2.2 Im gerichtlich angeordneten, psychiatrischen Fachg utachten vom 11. Dezember 2014 (act. 97) erhob Dr. D.____ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie ei ne leichtgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom. Während der Untersuchung habe eine leichte depressive Niedergeschla- genheit, eine Minderung der Interessen und der Freude, ein leichtgradig verminderter bzw. wech- selnder Antrieb, subjektive Konzentrationsstörungen, ei ne subjektiv gesteigerte Ermüdbarkeit und eine Appetitminderung imponiert, womit die diagnostischen Kriterien einer leichtgradigen de- pressiven Episode erfüllt seien. Die Lebenssituation der Versicherten sei geprägt durch eine Mehrfachbelastung aufgrund der Berufstätigkeit und d er Versorgung der Familie, einem chroni- schen Konflikt mit dem Ehemann im Zusammenhang mit dessen Alkoholkonsum und den daraus resultierenden finanziellen Schwierigkeiten. Dabei hand le es sich jedoch um krankheitsfremde Faktoren. Inhaltlich sei der Gedankengang der Versicherten auf das subjektive Nichtkönnen und Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Krankheitsüberzeugung eingeengt. Die Beschwerdeschilderung habe als jammernd und kla- gend imponiert. Ein Leidensdruck bezüglich der psychischen und psychosomatischen Beschwer- den sei dagegen nicht spürbar gewesen. Vielmehr beziehe sich dieser auf die eheliche Situation und die negative Lebensbilanz. Im Rahmen der Untersuchung hätten sich zudem Inkonsistenzen und Widersprüche ergeben. So habe die Versicherte namentlich eine subjektiv schwere Depres- sion bzw. invalidisierende Schmerzen am ganzen Körper be schrieben, dennoch nehme sie die verordneten Psychopharmaka und Schmerzmittel nicht regelm ässig ein. Auch habe sie über starke Rückenschmerzen geklagt, weshalb sie nicht lange sitzen könne. Im Gegensatz dazu habe sie während der dreieinhalbstündigen Exploration ruhig in ihrem Stuhl gesessen und kaum die Sitzposition gewechselt. Die Versicherte sehe sich selbst als vollständig arbeitsunfähig. Dennoch habe sie bis vor kurzem die finanziellen Angelegenheite n der Familie besorgt, was erhebliche Anforderungen an die Strukturiertheit und die Eigeninitiative, den Antrieb und die kognitiven Fä- higkeiten stelle, was mit einer schweren Depression nicht vereinbar sei. Eine somatische Krank- heitsvorstellung bestehe nicht, denn die Versicherte halte ihre Schmerzen für psychisch bedingt. Die psychosomatisch bedingten Schmerzen würden ohnehin ke ine eigenständige psychische Störung darstellen, sondern seien vielmehr ein Begle itsymptom der depressiven Störung. Der Verlauf der depressiven Störung sei fluktuierend. Retro spektiv sei das Vorliegen einer vorüber- gehend mittelgradigen depressiven Episode angesichts der Berichte mehrerer behandelnder Ärzte sehr wahrscheinlich, was auch eine Minderung der Arbeitsfähigkeit zur Folge gehabt habe. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit sei zu diesem Zeitpunkt jedoch sehr unwahrscheinlich. Ge- genwärtig liege nur noch eine leichtgradig depressive Symptomatik vor. Von einer lediglich leicht- gradig ausgeprägten Depression sei ab spätestens Mitte 2 009 auszugehen. Folglich bestehe spätestens ab Mitte 2009 eine vollständige Arbeitsfähigkeit der Versicherten. 6.2.3 Die Versicherte befand sich vom 7. Januar 2016 bi s 26. Februar 2016 in stationärer Be- handlung in der Klinik F.____. Anlässlich der Beendigung der stationären Behandlung in der Klinik erhob Dr. med. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapi e, im Austrittsbericht vom 30. Mai 2016 (act. 136, S. 15 ff.) die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwär- tig mittelgradiger Episode, eine Somatisierungsstörung, eine nichtorganische Störung des Schlaf- Wach-Rhythmus, eine gastroösophageale Refluxkrankheit ohne Ösophagitis sowie ein Reizdarmsyndrom ohne Diarrhoe. Die Versicherte habe berichtet, dass sich ihre Symptomatik in den vergangenen Monaten verstärkt habe. Sie leide unter vielen körperlichen Beschwerden wie Verkrampfungen am ganzen Körper, nächtlichem Zähneknirschen, Magenbrennen, Reflux, wie- derholt auftretenden Schwindelgefühlen, ständiger An gespanntheit und Herzklopfen. Sie fühle sich erschöpft und müde, teilweise auch aggressiv. Auch bestünden familiäre Probleme. Im Ein- trittsgespräch habe die Versicherte müde und abgeschlage n gewirkt. Es habe ein starker Lei- densdruck bestanden. Sie sei bewusstseinsklar und allseits or ientiert gewesen. Beim Berichten habe die Versicherte verlangsamt und nachdenklich gewirkt, habe öfter geweint und sei in ihren Ausführungen sehr ausschweifend gewesen. Der Antrieb se i insgesamt vermindert. Im Affekt wirke sie deprimiert, kaum schwingungsfähig sowie hoffnungs- und freudlos. Während ihres Auf- enthaltes habe sich die Versicherte nur langsam in das multimodale, psychiatrisch-psychothera- peutische Behandlungssetting integriert. Sie habe jedoch aktiv den Kontakt zu Mitpatienten auf- genommen und sich an die Tagesstruktur halten können. Oft habe sie sich jedoch zurückgezogen und die therapiefreie Zeit im Bett verbracht. Zu Begi nn der Behandlung habe sie mit deutlicher Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anspannung, innerer Unruhe und starker Übelkeit rea giert, was sie auch an der regelmässigen Therapieteilnahme gehindert habe. Unter Aufdosierung der entsprechenden psychopharmakolo- gischen Medikation habe sich die Unruhe der Versicherten zurückgebildet und die Schlafqualität verbessert. Auf die Konfrontation mit der bestehenden Belastungssituation durch familiäre Kon- flikte, aber auch im Zusammenhang mit der Austrittssituation, habe die Versicherte mit Ein- und Durchschlafstörungen reagiert. Trotz einer beobachtbaren Verbesserung des Psychostatus wäh- rend des Klinikaufenthalts habe sie über Schmerzen und Müdigkeit geklagt. Im Angehörigenge- spräch mit den Kindern der Versicherten sei die stützen de Rolle der Familie deutlich geworden. Ein Vorstellungsgespräch in der Tagesklinik K.____ sei bereits erfolgt und der Eintritt erfolge vo- raussichtlich in drei Wochen. Zum Zeitpunkt des Austritts s ei die Versicherte vollumfänglich ar- beitsunfähig. 6.2.4 Die Versicherte war vom 12. September 2016 bis 1. Oktober 2016 in der Klinik für Schmerztherapie hospitalisiert. Sie hat an einer mehrwö chigen multimodalen Schmerztherapie teilgenommen, die Physio-, medizinische Trainings-, Ergo-, Atem-, Entspannungs- sowie kreative Therapie und psychiatrisch-psychologische Gruppen- und Ein zelgespräche umfasst hat. Dr. med. L.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Trau matologie des Bewegungsapparates, erhob im Austrittsbericht vom 1. Dezember 2016 (act. 1 65, S. 14 ff.) die Diagnose einer chroni- schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren bei chronisch rezidivierenden Zervikocephalien rechtsbetont, mit rezidivierender Schwindelsymptomatik und Lumboischialgien rechtsbetont, bei einer Blockierung des Iliosakralgelenks (ISG) rechts sowie bei einem Ganzkör- perschmerzsyndrom. Weiter diagnostizierte er eine rezidivierende depressive Störung mit aktuell schwergradiger Episode unter Medikation, eine Hypothyreose und eine gastroösophageale Re- fluxkrankheit bei Hiatushernie und mit säurebedingten Za hnerosionen. Die Versicherte sei mit chronischen Schmerzen und daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS), der Lendenwirbelsäule (LWS) un d des Kopfes in die Schmerztherapie eingetreten. Sie habe während des Therapieaufenthaltes stark profitieren können, insbesondere hätten sich die bestehenden Blockierungen im Beckenbereich sowie thorakal gelöst, was zu einer deutlichen Verbesserung der Schmerzsymptomatik geführt hab e. Jedoch sei es im Verlauf des stationären Aufenthalts immer wieder zu Blockierungen d es ISG gekommen. Bei der Schmerz- problematik handle es sich um ein myofasziales Schmerzsyndrom mit deutlich erhöhtem Muskel- tonus im Schulter-Hals-Bereich und einer Lumboischialgie bei muskulärer Dysbalance im Bereich des Beckens. Hinzu komme eine Refluxkrankheit mit abdomin othorakaler Symptomatik, chroni- scher Heiserkeit und Zahnerosionen. Vor dem Hintergrund einer chronisch-rezidivierenden de- pressiven Störung bei komplexen familiären Belastungen b estehe zudem eine generalisierte Schmerzverarbeitungsstörung. Die Versicherte habe erste Schritte zur Adaption aktiver Bewälti- gungsstrategien unternommen. Die Fortsetzung der Physio- und Psychotherapie werde empfohlen. 6.2.5 Vom 20. März 2017 bis 25. März 2017 war die Versi cherte in der Klinik für Schmerzthe- rapie hospitalisiert. Die Versicherte hat an einer einwöchigen multimodalen Schmerztherapie teil- genommen, welche Physio-, medizinische Trainings-, Ergo- und Entspannungstherapie sowie psychiatrisch-psychologische Gruppen- und Einzelgespräche umfa sst hat. Dr. med. M.____, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht FMH Anästhesiologie, erhob im Austrittsbericht vom 23. März 2017 (act. 165, S. 10 ff.) die Diag- nose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen un d psychischen Faktoren mit chro- nisch rezidivierenden Zervikocephalgien und rezidivierenden Lumboischialgien jeweils rechtsbe- tont bei Blockierung des Iliosakralgelenks (ISG) rechts. W eiter diagnostizierte er eine rezidivie- rende depressive Störung mit aktuell leichter bis mitt elgradiger Episode, den Verdacht auf eine Persönlichkeitsakzentuierung, differentialdiagnostisch einer ängstlich-vermeidenden Persönlich- keitsstörung entsprechend, sowie Probleme mit Bezug auf die Schwierigkeiten bei der Lebens- bewältigung. Bei Eintritt hätten sich keine Hinweise auf Störungen der Aufmerksamkeit, der Kon- zentration oder des Gedächtnisses gezeigt. Inhaltlich se i das Denken der Versicherten auf ihre Probleme eingeengt gewesen. Sie habe mehrfach spontan angegeben, unter Angst zu leiden. Im Affekt sei sie sehr klagsam bis anklagend, demonstrativ wirkend, wenig spürbar, niedergestimmt und deprimiert gewesen. Es sei ein reduzierter Antrieb festgestellt worden. Im Verlauf der Thera- pie habe die Versicherte neben den regelmässig stark einsch iessenden Schmerzen mit wech- selnden Lokalisationen über permanente Schmerzen im Ko pf-/Nackenbereich geklagt. Die Be- schwerden seien durch die Versicherte zunächst sehr diffus und ausufernd geschildert worden. Die Versicherte habe ihre Stimmungslage als sehr schlecht beschrieben. Sie sei ängstlich und angespannt, schlafe schlecht und sei rasch überfordert und erschöpft. Sie mache sich viele Sor- gen, weine viel und nehme eine grosse Leere sowie ein e Unruhe war. Auch leide sie an den belastenden Lebensereignissen. Durch Strukturierung vo n aussen sei es der Versicherten im Rahmen der Therapie gelungen, einen Zusammenhang zwischen ihrer Wahrnehmung und dem daraus resultierenden Leiden zu erkennen. So könne sie etwas Distanz gewinnen und sich auf eine Betrachtung der von ihr rasch hergestellten Durchm ischung von Gefühlen wie Angst oder Einsamkeit und Körperempfindungen wie Spannung oder Schmerz einlassen. Die von der Versi- cherten beschriebenen Beschwerden und die erhobenen Bef unde würden für ein fasziales Schmerzgeschehen mit rezidivierenden segmentalen Blockier ungen insbesondere der HWS sprechen. Es habe sich eine deutliche Dekonditionierung der Muskulatur gezeigt. Die psychi- schen Faktoren hätten weiterhin Einfluss auf den Schwer egrad, die Aufrechterhaltung und die rezidivierende Exazerbation der empfundenen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Fortführung der Physio- und der Psychotherapie werde empfohlen. 6.2.6 Dr. E.____ erhob in ihrem Bericht vom 21. Janua r 2018 (act. 165) die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mitt elgradiger Episode, einer Somatisie- rungsstörung, einer nicht organischen Störung des Schlaf -Wach-Rhythmus sowie eines Ver- dachts auf eine generalisierte Angststörung, welche dif ferentialdiagnostisch einer ängstlich-ver- meidenden Persönlichkeit entspreche. Innerfamiliär bestünden Belastungen insbesondere im Zu- sammenhang mit dem Alkoholkonsum des Ehemannes und dem Tod der Eltern. Die Versicherte leide unter Ängsten, Antriebsstörungen, chronischen Schmerzen, einer inneren Unruhe und einer raschen Ermüdbarkeit. Der Gedankengang sei auf ihre Pr obleme eingeengt, die Ausführungen seien weitschweifig und sie grüble und weine oft. Affektiv wirke sie deprimiert und hoffnungslos. Es bestehe eine Anhedonie, eine Störung der Vitalgefü hle sowie eine latente Suizidalität. Der Antrieb sei gehemmt und die Versicherte sei ständig angespannt, innerlich und motorisch unruhig und verspüre Schuldgefühle gegenüber ihren Kindern u nd den verstorbenen Eltern. Sie mache sich ständig Sorgen, ihren Angehörigen könne etwas Schlimmes zustossen. Sie sei unfähig, sich zu entspannen, leide unter Muskelverspannungen, akuten u nd chronischen Schmerzen sowie Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Herzklopfen und erwache zuweilen mit Panikattacken. Zeitweise bestehe eine Dyspnoe auch in Ruhe. Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen würden keine vorliegen. Es bestünden jedoch Konzentrationsstörungen und eine Schreckhaftigkeit. So werde sie starr vor Schreck, wenn je- mand schreie. Sie habe Mühe, einzuschlafen und erwache nachts häufig. Den Haushalt könne sie nur mit Hilfe ihrer Familie bewältigen. Sie lebe sozial sehr zurückgezogen und pflege mit Aus- nahme einer Nachbarin, welche eine Verwandte des Ehemannes sei, lediglich innerfamiliäre Kon- takte. Sie verlasse das Haus praktisch nur für Arztbesuch e oder Therapien; spazieren gehe sie nur noch selten. 6.2.7 Mit Bericht vom 27. Juni 2019 informierte Dr. I .____ über die unlängst erhobene Diagnose einer Psoriasis mit Polyarthralgien der peri pheren Gelenke und des Achsenskeletts, wobei bisher keine radiologisch fassbaren, entzündlichen Veränderungen der Gelenke hätten festgestellt werden können. Befallen sei primär die K opfhaut; eine geringgradigere Ausprägung finde sich am Stamm. Die Behandlung erfolge mit Otezla. Die Versicherte habe bereits seit vielen Jahren über Polyarthralgien mit wechselnder Lokalisati on sowie Schmerzen am Achsenskelett geklagt, ohne dass bisher ein somatisches Korrelat habe ge funden werden können. Bei dieser Schmerzsensation handle es sich um Polyarthralgien bei inzwischen manifester Psoriasis. 6.2.8 Die behandelnde Ärztin Dr. E.____ hielt in ihr er Stellungnahme vom 13. Dezember 2019 (act. 199, S. 14 ff.) zum psychiatrischen Gutachten von Dr. H.____ vom 27. November 2018 fest, dass die Krankheitssymptome der Versicherten zu vielen Krankheitsbildern passen würden, wes- halb es auch so schwierig sei, diese einzuordnen. Tatsache sei, dass seit Herbst 2015 verschie- dene Ärzte eine depressive Episode von leichter bis mittelschwerer Ausprägung respektive eine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert hätten. Diese Ärzte würden sich wohl kaum ir- ren, auch wenn die Gutachter – mit Ausnahme von Dr. D.____ – keine depressive Störung erho- ben hätten. Der Umstand, dass sich die Versicherte mehrmals in stationäre Behandlung begeben habe, zeige eine Verschlechterung ihres psychischen Gesundheitszustands seit 2014. Ihrer An- sicht nach leide die Versicherte an einer rezidivierenden depressiven Störung. Die Kriterien nach ICD 10 seien erfüllt, auch wenn Dr. H.____ während seiner Untersuchung keine Depression habe feststellen können. Der Umstand, dass sich die Versicherte n ach eigenen Angaben nicht mehr freuen könne, sich aber dennoch freue, wenn die Kinder zu Besuch kämen, würde keinen Wider- spruch darstellen. Schliesslich erfordere die Diagnose einer leichten Depression nach ICD 10 eine anhaltend depressive Stimmung während der meisten Zeit eines Tages, an fast jedem Tag, im Wesentlichen unbeeinflusst von den Umständen und während mindestens zwei Wochen. Die Freude beim Besuch der eigenen Kinder schliesse eine Depression demzufolge nicht aus. Hinzu kämen weitere Symptome wie namentlich verminderter An trieb, gesteigerte Ermüdbarkeit, feh- lendes Selbstvertrauen, Selbstvorwürfe und Schuldgefühl e vor allem den Kindern gegenüber, wiederkehrende Gedanken an Tod und Suizid, Klagen über verminderte Denk- oder Konzentra- tionsfähigkeit, psychomotorische Hemmung oder Agitierthe it oder Schlafstörungen. Ebenfalls würden die Kriterien für die Diagnose einer generali sierten Angststörung vorliegen: Die Versi- cherte leide an Anspannung, Besorgnis und Befürchtungen in Bezug auf alltägliche Ereignisse. So habe sie ständig Angst, ihren Kindern könne etwas Schlimmes zustossen. Sie reagiere jeweils mit Herzklopfen. Auch leide sie an erhöhter Herz- und A temfrequenz, einer Verkrampfung im Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hals, einem Schwächegefühl und manchmal auch Schwindel , Muskelverspannungen und chro- nischen Schmerzen, einer erhöhten Schreckhaftigkeit sow ie Konzentrations- und Schlafstörun- gen. Die Ansicht von Dr. H.____, wonach sich bei der Versicherten eine Dramatisierungstendenz zeige, könne nicht nachvollzogen werden. Sie habe vielmehr den Eindruck, dass sich die Versi- cherte nicht anmerken lassen wolle, wie es ihr physisch und psychisch wirklich gehe. Auch wür- den die Lebensumstände der Versicherten ihren Psychostatu s belasten. Die Empfehlung von Dr. H.____ zur Verbesserung der regelmässigen Medikament eneinnahme sei sicherlich nicht falsch. Ihres Erachtens spielten belastende Lebensereign isse bei der Beschwerdeführerin eine grössere Rolle als die medikamentöse Therapie. 7.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der Frage eines allfälligen Rentenanspruchs auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. G.____ und H.____ vom 15. November 2018 bzw. 27. November 2018. In Würdigung der medizinischen Ak- tenlage ergibt sich, dass diesem Gutachten voller Beweiswert zukommt. Es erfüllt sowohl in for- meller Hinsicht als auch inhaltlich die bundesgerichtli chen Vorgaben an ein beweistaugliches Gutachten. Daran vermögen auch die Rügen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern, wie sich aus den nachfolgenden Ausführungen ergibt. 7.2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, Dr. H.___ _ habe sich in seinem Gutachten nur ungenügend und oberflächlich mit anderslautenden Diagnosen und festgestellten Arbeitsunfähig- keitsgraden der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Dr. H.____ erhob im psychiatrischen Gutachten vom 27. November 2018 eine rezidivie- rende depressive Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Episode ohne somatisches Syndrom, welche sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten auswirke. Anamnestisch hätten die zur Diagnose einer depressiven Störung notwendigen Symptome in Form einer Gereiztheit, einer traurigen Stimmung, einer Müdigkeit, einer Vergesslichkeit und einer sehr schlechten Konzentra- tionsfähigkeit, eines geringen Selbstvertrauens, eines allgemeinen Gefühls der Sinnlosigkeit und in Form von häufigen Suizidgedanken zwar vorgelegen. A ufgrund diverser Inkonsistenzen und einer Dramatisierungstendenz der Versicherten musste bei der Beurteilung des Schweregrades der Depression aber auf die Befunde anlässlich der psychiatrischen Begutachtung abgestellt wer- den. Im Rahmen dieser Untersuchung imponierte Dr. H._ ___ eine leicht gedrückte Stimmung. Die affektive Modulationsfähigkeit sei leichtgradig eingeschränkt gewesen, nicht jedoch die Vita- lität. Die Müdigkeit, welche zu Beginn der Untersuchung habe festgestellt werden können, habe sich im Verlauf des Gesprächs gelegt. Am Ende der Exploration habe die Versicherte einen sehr vitalen Eindruck hinterlassen. Auch konnte die subjektiv geklagte, verminderte Konzentrationsfä- higkeit nicht bestätigt werden. Vielmehr sei die Versicherte stets sehr konzentriert gewesen und habe einen bestimmten Eindruck hinterlassen. Auch konnten bereits im Rahmen der Schmerzthe- rapie im März 2017 keine Hinweise für eine Störung der Aufmerksamkeit oder der Konzentration festgestellt werden. Eine gereizt-aggressive Stimmung o der eine Ängstlichkeit konnten durch Dr. H.____ ebenfalls nicht erhoben werden. Darüber h inaus ist gestützt auf die Blutkonzentrati- onsbestimmung der verordneten Psychopharmaka davon auszugeh en, dass die Versicherte diese Medikamente nur zum Teil regelmässig einnahm, was auf einen nicht sehr hohen Leidens- druck schliessen lässt. Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes unter regelmässiger Me- dikamenteneinnahme ist folglich zu erwarten. In diesem Zusammenhang fällt zudem auf, dass Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Malcompliance bereits durch Dr. D.____ im psychiatrisch en Gutachten vom 11. Dezember 2014 erhoben wurde. Auch hatte sich die Versicherte in der Tagesklinik K.____ vorgestellt, trat jedoch daraufhin nie in das Therapieprogramm ein. In Anbetracht dieser Ausführungen schloss Dr. H.____ in nachvollziehbarer Weise auf einen leicht gradigen Schweregrad der depressiven Störung. Daran vermögen auch die Entgegnungen von Dr . E.____ in ihrer Stellungnahme vom 13. Dezember 2019 nichts zu ändern. Schliesslich vermerkte auch sie, dass die Krankheitssymp- tome der Versicherten zu verschiedenen Krankheitsbilder n passen würden und es deshalb schwierig sei, diese einzuordnen. Betreffend die Einn ahme der verordneten Psychopharmaka führte Dr. E.____ aus, dass die Empfehlung von Dr. H.__ __ zu einer verbesserten Compliance sicher nicht falsch sei. Soweit sie sich jedoch darauf beru ft, Dr. H.____ habe bemängelt, dass sich die Versicherte jeweils trotz geklagter absoluter Freudlosigkeit über den Besuch ihrer Kinder freue, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es han delt sich dabei um eine festgestellte Inkonsistenz im Rahmen der Anamneseerhebung. Diese erweist sich vorliegend jedoch ohnehin als nicht massgebend. Denn letztlich erhob Dr. H.____ w eitere Diskrepanzen, indem die Versi- cherte etwa über eine konstante und erhebliche Schmerzintensität geklagt habe, während Mimik und Gestik kaum einmal Schmerzen angedeutet hätten. Auch seien die Aussagen der Versicher- ten lediglich vage und wenig fassbar gewesen, weshalb sich namentlich ein genauer Tagesablauf nicht habe eruieren lassen. Aufgrund dieser unpräzisen u nd inkonsistenten Angaben der Versi- cherten habe sich eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen Lebensbe- reichen nicht beurteilen lassen. Betreffend die in dive rsen Arztberichten erhobene depressive Störung mit mittelgradiger Episode führte Dr. H.____ aus, dass – im Gegensatz zu den psychiat- rischen Gutachten – in keinem dieser Berichte eine Symptom validierung vorgenommen worden sei, was die unterschiedliche Einschätzung des Schweregrades der Depression erkläre. Darüber hinaus lässt sich dem Austrittsbericht von Dr. L.____ vom 1. Dezember 2016 keine Begründung für die diagnostizierte schwergradige, rezidivierende de pressive Störung entnehmen. Soweit Dr. E.____ belastende Lebensereignisse anführt, welche den Gesundheitszustand der Versicher- ten beeinflussen würden, ist anzumerken, dass belastenden psychosozialen Faktoren und sozi- okulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre- chung sind solche invaliditätsfremden Gesichtspunkte bei e iner Rentenprüfung grundsätzlich nicht zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 12. Mai 2020, 9C_171_2020, E. 3). Folg- lich sind auch bei depressiven Leiden soziale Belastungen, die direkte negative funktionelle Fol- gen zeitigen, auszuklammern, was eine nachvollziehbare Diagnosestellung nach einem wissen- schaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraussetzt (BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6 jeweils mit Hinweisen). In Anbetracht der vorstehenden Ausführungen ist die durch Dr. H.____ erhobene Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Episode schlüssig erstellt und folglich nicht weiter zu beanstanden. 7.2.2 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Versicherte ber eits seit geraumer Zeit unter an- dauernden Schmerzen am ganzen Körper litt. Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung durch Dr. H.____ wurden wiederum erheblichste Schmerzen mit einer Intensität von 8-10 von 10 in der VAS eruiert. Demgegenüber haben Mimik und Gestik der Versicherten nur punktuell und lediglich am Ende der Exploration beim sich Erheben vom Stuhl kur zdauernd Schmerzen angedeutet. Insgesamt hat die Versicherte nicht den Eindruck hinterlassen, unter andauernden schweren und quälenden Schmerzen zu leiden, weshalb die Diagnose ei ner anhaltenden somatoformen Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schmerzstörung durch Dr. H.____ nicht erhoben werden ko nnte. Dieser Schluss erscheint mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen nachvollziehbar. Die durch Dr. E.____ im Bericht vom 21. Januar 2018 erhobene Somatisierungsstörung konnte i m Rahmen der psychiatrischen Be- gutachtung durch Dr. H.____ ebenfalls nicht bestätigt werden. Dr. H.____ begründet dies damit, dass sich die Beschwerdeführerin während der Untersuchung nicht über wiederholt auftretende und häufig wechselnde körperliche Symptome beklagt habe, sondern lediglich über unspezifische Schmerzen im ganzen Körper, welche seit Jahren bestünden. Insbesondere habe sie nicht mehr über Bauchbeschwerden, über eine Diarrhoe oder Verstopfungen geklagt, wie dies noch vor der Aufhebung der Invalidenrente im psychiatrischen Gutachten von Dr. B.____ vom 8. Februar 2013 der Fall gewesen sei. In Anbetracht dieser vagen und unspezifischen Beschwerdeschilderung, einer konstant auffallend hohen Schmerzintensität sowie der erhobenen Dramatisierungstendenz vermag auch diese Beurteilung von Dr. H.____ zu überzeugen. Betreffend die Dramatisierungs- tendenz ist zudem darauf hinzuweisen, dass bereits Dr. D.____ im psychiatrischen Gerichtsgut- achten vom 11. Dezember 2014 eine klagende Beschwerdeschi lderung imponierte. Auch Dr. M.____ hielt im Bericht vom 23. März 2017 fest, die Versicherte sei sehr klagsam und wenig spürbar gewesen und habe demonstrativ gewirkt. Auch sei die Beschwerdeschilderung zunächst diffus und ausufernd erfolgt, was von Dr. H.____ anl ässlich der psychiatrischen Begutachtung bestätigt werden konnte. Er beschrieb die Aussagen der Versicherten als oftmals vage und wenig fassbar. Die Versicherte schien zudem gewissen Fragen auszuweichen. Zu Beginn der Untersu- chung starrte sie zeitweise kurzdauernd auf den Boden und beantwortete in diesem Moment keine Fragen mehr. Dieses Verhalten beurteilte er als aufgesetzt und demonstrativ. Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen hat Dr. H.____ ein soma tisches Syndrom nachvollziehbar aus- geschlossen. 7.2.3 Mit Bericht vom 21. Januar 2018 erhob Dr. E.____ den Verdacht auf eine generalisierte Angststörung, wohingegen Dr. H.____ diese Diagnose hi ngegen nicht bestätigen konnte. Zwar schilderte die Beschwerdeführerin im Rahmen der Anamneseerhebung, stetig unter Ängsten zu leiden. Dabei würde ihr alles Angst bereiten. Sie reagiere generell schnell mit panikartigen Ängs- ten, respektive mit Herzklopfen. So habe sie Angst, dass i hre Schwester sterben oder den Kin- dern etwas Schlimmes zustossen könnte. Dr. H.____ konnt e jedoch anlässlich der Exploration keine Ängstlichkeit feststellen. Die Kriterien für eine Diagnosestellung seien nicht erfüllt. Mit Blick auf die erhobene Dramatisierungstendenz, diverse Inkonsistenzen und den oft vagen und wenig fassbaren Aussagen der Beschwerdeführerin, erweist sich diese Beurteilung als nachvollziehbar. Soweit Dr. E.____ nun in ihrer Stellungnahme vom 13. Dezember 2019 ausführt, die Kriterien für das Vorliegen einer generalisierten Angststörung seien erfüllt, kann ihr somit nicht gefolgt werden. 7.2.4 Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) wur de zuletzt weder von der behan- delnden Ärztin Dr. E.____ noch von Dr. H.____ erhobe n. Dr. H.____ führt im psychiatrischen Teilgutachten vom 27. November 2018 diesbezüglich aus, dass sich im Rahmen der Untersu- chung keine typischen Intrusionen hätten nachweisen lassen. Die Versicherte habe zudem ohne äusserlich sichtbare psychovegetative Mitbeteiligung über belastende Erlebnisse berichten kön- nen. Eine Schreckhaftigkeit, eine Hypervigilanz oder Dissoziationen hätten nicht festgestellt wer- den können. Darüber hinaus habe sich auch kein Vermeid ungsverhalten gezeigt, denn die Ver- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht sicherte lebe nach wie vor mit ihrem Ehemann zusammen, obwohl sie sich über dessen Gewalt- bereitschaft beklagt habe. In der Lebensgeschichte der Versicherten liessen sich ausserdem keine Situationen aussergewöhnlicher Bedrohung oder kat astrophenartigen Ausmasses nach- weisen. Demnach seien die Eingangskriterien für die Diag nose einer PTBS nicht gegeben. In Anbetracht dessen ist schlüssig erstellt, dass eine PTBS bei der Versicherten nicht bzw. nicht mehr besteht. Darüber hinaus haben sich während der psychi atrischen Begutachtung durch Dr. H.____ keine schwerwiegenden Psychopathologien in der Persönlichkeitsstruktur und keine Hinweise für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung feststellen lassen. Relevante Verände- rungen der Persönlichkeit liegen somit keine vor. Etwas Anderes wird durch die Beschwerdefüh- rerin im Übrigen auch nicht geltend gemacht. 7.2.5 Den vorstehenden Ausführungen zufolge ist festz uhalten, dass sich Dr. H.____ im psy- chiatrischen Gutachten vom 27. November 2018 rechtsgenügend mit den anderslautenden Diag- nosen auseinandergesetzt hat. Abschliessend ist darauf h inzuweisen, dass eine durch den be- handelnden Arzt attestierte Arbeitsunfähigkeit allein keinen Schluss auf die dauernde Unzumut- barkeit einer Arbeitstätigkeit zulässt. 7.3 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass D r. H.____ als Gutachter über keine hinreichende Qualifikation verfüge, zumal er nicht auf Traumafolgen spezialisiert sei, übersieht sie, dass Dr. H.____ einen Facharzttitel im Bereich der P sychiatrie und Psychotherapie vorwei- sen kann, womit er die Anforderungen an die Qualifikation von Sachverständigen vollends erfüllt. 7.4 Dr. H.____ schloss anlässlich der psychiatrischen Begutach tung auf eine mögliche Sta- bilisierung und Verbesserung der psychischen Gesundheit der Versicherten, welche durch eine regelmässige Einnahme der verordneten Psychopharmaka erreicht werden könne. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin steht diese Aussage nicht im Widerspruch zur vollständigen Ar- beitsfähigkeit, welche Dr. H.____ anlässlich der psychiatr ischen Begutachtung erhob. Schliess- lich kann trotz vollumfänglicher Arbeitsfähigkeit eine Gesundheitsbeeinträchtigung bestehen, wel- che sich nicht auf die Arbeitstätigkeit auswirkt oder welche sich nicht als erheblich genug erweist, damit eine rentenrelevante Arbeitsunfähigkeit begrün det werden könnte. Von einer möglichen Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes allein kann folglich nicht auf eine beste- hende Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. 7.5 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, dass in za hlreichen Arztberichten eine Soma- tisierungsstörung diagnostiziert worden sei. Folglich hät te ein strukturiertes Beweisverfahren durchgeführt werden müssen, was im vorliegenden Fall ungenügend erfolgt sei. Dr. H.____ habe die Standardindikatoren im psychiatrischen Teilgutachten nur sehr oberflächlich geprüft. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt, hat sich das Bu ndesgericht im BGE 141 V 281 für ein strukturiertes Beweisverfahren ausgesprochen und die zu prüfenden Standardindikatoren darge- legt. Dieses Beweisverfahren findet grundsätzlich bei an haltenden somatoformen Schmerzstö- rungen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden, ab er auch bei depressiven Störungen Anwendung (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Dezember 20 19, 9C_808/2018, E. 3.1). Die Be- schwerdeführerin verkennt jedoch, dass aus Gründen der Ver hältnismässigkeit dort von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden kann, wo es nicht nötig oder auch gar nicht Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht geeignet ist. Folglich bleibt dieses entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälli- gen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Grün- den kein Beweiswert beigemessen werden kann. Es handelt sich dabei namentlich um Fälle, bei denen nach bestehender Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die ihrerseits nicht sch on als chronifiziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht (BGE 143 V 409 E. 4.5.3). Ein derartiger Fall ist vorlie- gend gegeben, wie sich aus den vorstehenden Ausführunge n und dem psychiatrischen Teilgut- achten von Dr. H.____ vom 27. November 2018 ergibt. Daher war Dr. H.____ nicht zur Vornahme einer Standardindikatorenprüfung angehalten. Soweit sich die Beschwerdeführerin auf die im rheumatologische Teilgutachten von Dr. G.____ vom 15 . November 2018 ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannte Diagnose einer Schmerz fehlverarbeitung mit ubiquitärem Schmerzsyndrom beruft, ist darauf hinzuweisen, dass die medizinische Beurteilung des Psycho- status jeweils im psychiatrischen Fachgutachten erfolgt. Aus den im rheumatologischen Teilgut- achten erhobenen Diagnosen aus dem psychiatrischen Fachbereich kann sie demzufolge nichts zu ihren Gunsten ableiten. 7.6 Betreffend das rheumatologische Teilgutachten vom 15. November 2018 bringt die Be- schwerdeführerin vor, Dr. G.____ habe den Bericht des b ehandelnden Arztes Dr. I.____ vom 27. Juni 2019 nicht gebührend berücksichtigt. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Im rheu- matologischen Teilgutachten führte Dr. G.____ aus, dass er den Akten – mit Ausnahme der Be- richte von Dr. I.____ – keine Hinweise für das Bestehen einer entzündlichen-rheumatologischen Erkrankung habe entnehmen können. Auch habe die Versicherte selbst nie Gelenkschwellungen beschrieben und in den Laboruntersuchungen hätten kei ne systemischen Entzündungsaktivitä- ten nachgewiesen werden können, wie dies bei Arthrit iden der peripheren Gelenke häufig der Fall sei. Dies sei im Übrigen auch durch Dr. I.____ a nlässlich des Telefonats vom 23. Oktober 2018 bestätigt worden. Die wiederholt durchgeführten bildgebenden Abklärungen der Wirbel- säule, der Sakroiliakalgelenke und der peripheren Gelenke hätten ebenfalls keine Anzeichen ei- nes entzündlichen Krankheitsgeschehens gezeigt, was bei einer derart langen Beschwerdedauer zu erwarten wäre. Im Rahmen der rheumatologischen Beg utachtung hätten ebenfalls keine Ar- thritiden festgestellt werden können, wobei die Versi cherte jedoch unverändert über starke Schmerzen am ganzen Körper geklagt habe. Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen ist es nachvollziehbar, dass Dr. G.____ aus rheumatologischer Si cht keinen Verdacht auf eine Pso- riasis Arthritis erheben konnte und einen Zusammenhang zwischen den insbesondere an den Gelenken bestehenden ubiquitären Schmerzen und einer Hauterkrankung als nicht ausgewiesen erachtete. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, Dr. G.____ sei aus rheumatologischer Sicht zum Schluss gelangt, dass der medizinische Zustand noch nich t vollständig erfasst worden sei und folglich weitere Abklärungen durchzuführen seien, geht sie fehl. Indem Dr. G.____ auf den weiteren klinischen Verlauf verwies, in welchem sich möglicherweise neue Aspekte ergeben wür- den, spricht er namentlich den noch offenen Therapiever lauf mit dem Medikament Otezla an. Schliesslich äusserte sich Dr. I.____ im Rahmen der telefonischen Besprechung vom 23. Oktober 2018 dahingehend, dass der weitere Verlauf zeigen we rde, ob die Versicherte auf die Therapie mit Otezla ansprechen werde. Die Schuppen im Bereich der Kopfhaut hätten sich unter dieser Therapie bereits zurückgebildet. Abschliessend ist festzuhalten, dass der Bericht von Dr. I.____ Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 27. Juni 2019 im Vergleich zu den Dr. G.____ bekann ten früheren Berichten vom 14. Mai 2018 (act. 172, S. 2 ff.) und 20. September 2018 (act. 180) sowie der telefonischen Besprechung vom 23. Oktober 2018 (act. 184, S. 16) keine neuen, ent scheidrelevanten medizinischen Er- kenntnisse enthält, weshalb auch eine Rückfrage bei Dr. G.____ entbehrlich war. 7.7 Abschliessend ist auf die Eingabe vom 20. Februar 20 20 einzugehen: Die Beschwerde- führerin macht darin geltend, ihre Lebensumstände hät ten sich dramatisch verschlechtert, wodurch nun auch die rezidivierende depressive Störung sehr ausgeprägt auftrete. Ihre ohnehin spärlichen Ressourcen seien nun vollends aufgebraucht. Diese Umstände seien als echtes No- vum zu berücksichtigen und würden die Notwendigkeit von weiteren medizinischen Abklärungen unterstreichen. Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsp rechung ist für die Beurteilung der strittigen Angelegenheit grundsätzlich jener medizinische Sachverhalt massgebend, wie er im Zeitpunkt des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 11. November 2019 vorge- legen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Zumal die geltend gemachte Verschlechterung offensichtlich nach Verfügungserlass einge treten ist, können die Umstände vorliegend nicht mehr berücksichtigt werden. Umstände, we lche nach Verfügungserlass einge- treten sind und eine Verschlechterung des Gesundheitszust andes zu Folge haben, sind grund- sätzlich im Verwaltungsverfahren vorzubringen. Diesbezügl ich ist jedoch darauf hinzuweisen, dass psychosozialen Faktoren und soziokulturellen Umständen k ein Krankheitswert zukommt (vgl. auch Erwägung 7.2.1 hiervor). 8. Zusammenfassend ergibt sich, dass dem rheumatologisch-psyc hiatrischen Gutachten der Dres. G.____ und H.____ vom 15. bzw. 27. November 2018 voller Beweiswert zukommt, weshalb sich weitere medizinische Abklärungen, wie sie di e Beschwerdeführerin verlangt, nicht aufdrängen. Aus dem bidisziplinären Gutachten der Dres . G.____ und H.____ vom 15. bzw. 27. November 2018 ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. September 2017 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hausfrau zu 10 % in i hrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. In einer Verweistätigkeit mit leichten bis mittelschweren Arbeiten unterhalb der Schulterhorizontalen besteht dagegen keine Einschränkung. Gestützt auf die med izinische Aktenlage ist eine mass- gebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Vergl eich zu den Befunden im rheu- matologischen Fachgutachten von Dr. C.____ vom 25. März 2013 sowie im psychiatrischen Gut- achten von Dr. D.____ vom 11. Dezember 2014 nicht ausgewiesen. Somit hat die IV-Stelle den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin in der angefocht enen Verfügung vom 11. November 2019 zu Recht abgelehnt. Die Beschwerde ist in diesem Sinne abzuweisen. 9.1 Abschliessend bleibt über die Kosten zu befinden. Ge mäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilli gung oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenp flichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.- - festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten i n Berücksichtigung des bundesrechtli- chen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. N ach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah- renskosten in der Regel der unterliegenden Partei in a ngemessenem Ausmass auferlegt. Dem Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Prozessausgang zufolge hat deshalb die Beschwerdeführer in als unterliegende Partei die Ver- fahrenskosten von Fr. 800.-- zu tragen. Dieser Betrag ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zu verrechnen. 9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens ent sprechend wird keine Parteientschä- digung zugesprochen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden der Beschwer- deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvo rschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.