B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-7210/2013/mel U r t e i l v o m 7 . A p r i l 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richter Thomas Wespi, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren (…), Pakistan, vertreten durch Dr. iur. Oliver Brunetti, Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel (BAS), (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. Dezember 2013 / N (…). D-7210/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein pakistanischer Staatsangehöriger und ethnischer Punjabi mit letztem Wohnsitz in B._______ (Provinz Punjab), verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 2. August 2010 in Richtung Iran. Einige Tage später sei er in die Türkei und von dort we i- ter nach Griechenland gereist, wo er acht Monate lang geblieben sei. Am 19. September 2011 sei er von dort herko mmend via Mazedonien, Se r- bien, Ungarn sowie weitere, ihm unbekannte Länder illegal in die Schweiz eingereist. Am 20. September 2011 stellte der Beschwerdeführer im Emp- fangs- und Verfahrenszentrum C._______ ein Asylgesuch, wurde dort am 5. Oktober 2011 zu seiner Identität, zum Reiseweg sowie summarisch zu den Asylgründen befragt und in der Folge für die Dauer des Verfahrens dem Kanton C._______ zugewiesen. Das BFM hörte den Beschwerd e- führer am 12. Juli 2013 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausführlich zu seinen Asylgründen an. A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er habe öfters in D._______, dem Herkunftsort sei- ner Mutter , Verwandte besucht. Mehrere Nachbarn dieser Verwandten seien Angehörige der Religio nsgruppe der Ahmadiyya gewesen; er habe ab und zu mit deren Kindern gespielt. In seinem Herkunftsdorf seien alle Sunniten, und die Ahmadi gälten als Ungläubige und würden gehasst. Trotzdem habe er ungefähr im Herbst 2009 begonnen, sich für diese R e- ligion zu interessieren und sich deren Lehre erklären zu lassen. Er sei auch mehrmals in die Ahmadi-Moschee mitgegangen und habe mit dem ansässigen Imam diskutiert. Seine Eltern hätten schliesslich davon erfah- ren und ihn be schimpft. Ausserdem sei er von seinem Vater und einem Bruder geschlagen worden. Das ganze Dorf habe sich gegen ihn gestellt , und er sei auf der Strasse beschimpft und zusammengeschlagen worden. Daraufhin hätten ihn seine Eltern zu seinem Schutz ungefähr eine Woche lang in seinem Zimmer eingeschlossen. In der Folge sei sein ältester Bruder eines nachts zu ihm geko mmen und habe ihm erzählt, der Dor f- imam habe eine Fatwa gegen ihn erlassen. Am nächsten Tag werde eine grosse Versammlung stattfinden , wobei über das weitere Vorgehen ihn betreffend entschieden werde . Sein Bruder habe ihm nahegelegt, das Dorf umgehend zu verlassen, da sein Leben in Gefahr sei, und habe ihm etwas Geld mitgegeben. Daraufhin habe er das Dorf sofort verlassen . Er sei auf dem Weg zur Sta dt Quadarabad gewesen, als er von unbekann- ten Männern, die in einem Auto neben ihm angehalten hätten , betäubt D-7210/2013 Seite 3 und entführt worden sei. Als er wieder zu sich gekommen sei, habe er sich in einem Zimmer mit drei anderen jungen Männern befunden, die vermutlich ebenfalls entführt worden seien. Einige Tage später habe man sie abgeholt. Sie hätten je eine Tasche tragen müssen, worin sich vermut- lich Rauschgift befunden habe. Er sei in der Folge von Schleppern bis nach Istanbul, Türkei, gebracht worden. Von dort aus sei er mit anderen Flüchtlingen zusammen in ein Schiff mit Kurs auf Italien verfrachtet wo r- den. Unterwegs habe das Schiff jedoch Leck geschlagen , und sie seien alle auf einer griechischen Insel gestrandet. Er habe sich daraufhin abg e- setzt, wobei er seine Tasche zurückgelassen habe. In der Folge habe er sich zunächst einige Zeit in Griechenland aufgehalten und sei dann via verschiedene Länder in die Schweiz gereist. Seit er sein Zuhause verlas- sen habe, könne er nicht mehr ruhig schlafen, er leide zudem an Schmerzen am ganzen Körper und gehe deswegen oft zum Arzt. Von der Schweiz aus habe er mit seinem ältesten Bruder telefoniert und erfahren , was an der Dorfversammlung beschlossen worden sei: Seine Eltern dür f- ten ihn nicht mehr als Familienmitglied anerkennen, und falls er gefunden würde, würde er umgebracht. Sein Vater habe ihn inzwischen enterbt. A.c Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah- rens folgende Unterlagen zu den Akten: seine Geburtsurkunde, eine Schulabschlussbestätigung, Identitätskarten der Eltern (Kopien), eine ei- desstattliche Erklärung seines Freundes M. K., eine Kopie der Identitäts- karte von M. K., eine Kopie der Enterbungserklärung seines Vaters, ein Arztbericht von Dr. med. R. B. vom 25. März 2013 sowie ein Arztbericht von lic. phil. S. T. vom 2. Mai 2013. B. Das BFM stellte mit Verfügung vom 2. Dezember 2013 – eröffnet am 4. Dezember 2013 – fest, die Asylvorbringen des Beschwerdeführers sei- en nicht glaubhaft. Demzufolge verneinte es die Flüchtlingseigenschaft und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. C. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 23. Dezember 2013 liess der Beschwerdeführer beantragen, die angefochtene Verf ü- gung sei au fzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Eventuell sei er infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege i m Sin ne von D-7210/2013 Seite 4 Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Der Beschwerde lagen folgende Unterlagen bei: eine Kopie der ang e- fochtenen Verfügung vom 2 . Dezember 2013, ein Arztzeugnis der (…) vom 20. Dezember 2013, ein Country of Origin Information Report zu P a- kistan vom 9. August 2013, ein Bericht der Minority Rights Group Intern a- tional vom 24. September 2013 zur Situation von Minderheiten in Paki s- tan, ein Bericht der Integrated Regional Information Networks (IRIN) vom 17. Oktober 2013 zum Thema "Minderheiten unter Druck in Pakistan" s o- wie eine Fürsorgebestätigung vom 6. Dezember 2013. D. Mit Zwischenverfügung vom 6. Januar 2014 forderte der Instruktionsrich- ter den Beschwerdeführer auf, innert Frist einen aktuellen und umfasse n- den Arztbericht betreffend seine gesundheitlichen Probleme einzureichen. Ausserdem wurde mitgeteilt, über das Gesuch um Gewährung der unen t- geltlichen Rechtspflege (A rt. 65 Abs. 1 VwVG ) werde im End entscheid befunden werden. E. Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 20. Januar 2014 einen Arztbericht der C._______ vom 17. Januar 2014 sowie eine Entbi n- dungserklärung zu den Akten reichen. F. Das BFM hiel t in seiner Vernehmlassung vom 23 . Januar 2014 vollum- fänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der B e- schwerde. G. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers replizierte darauf mit Eing a- be vom 19. Februar 2014 und hielt dabei an den in der Beschwerde g e- stellten Rechtsbegehren fest. H. Mit Eingabe vom 2. April 2014 (Poststempel) liess der Beschwerdeführer einen provisorischen Austrittsbericht der C._______ vom 25. März 2014 einreichen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: D-7210/2013 Seite 5 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt ges tützt auf Art. 31 des Ve r- waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vo r- instanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im S inne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des BFM, welche in Anwendung des AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich endgültig, au s- ser bei Vorliegen e ines Auslieferungsersuchens des Staates, vor we l- chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 verabschi edet (AS 2013 4375), welche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Abs. 1 der diesbezüglichen Übergangsbestimmungen gilt für die im Zei t- punkt des Inkrafttretens hängigen Verfahren grundsätzlich das neue Recht. 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (A rt. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des E r- messens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). D-7210/2013 Seite 6 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entschei ds im Wesentlichen aus, die Asylvorbringen des Beschwerdeführers seien unglaubhaft, da seine Aussagen unsubstanziiert, unplausibel und teilwe i- se widersprüchlich ausgefallen seien. Er wisse nur sehr wenig über die Religionsgemeinschaft der Ahmadiyya, obwohl er sich angeblich dafür in- teressiert habe. So habe er beispielsweise in der Empfangsstellenbefra- gung gesagt, die Ahmadiyya sei nicht in Gruppen unterteilt. Er habe auch nicht gewusst, wer damals (d.h. vor seiner Ausreise) das religiöse Obe r- haupt der Ahmadi in Pakistan gewesen sei. Er habe zudem zu Protokoll gegeben, er habe in der Schweiz seinen Glauben vergessen. Falls er ta t- sächlich so sehr an der Ahmadiyya interessiert gewesen wäre, so hätte er diesem Interesse auch in der Schweiz nachgehen können, was er jedoch nicht getan habe. Insgesamt sei nicht glaubhaft, dass er sich ernsthaft für die Ahmadiyya interessiert habe. Sodann sei nicht plausibel, dass seine Verwandten erst nach ungefähr einem Jahr von seinen Kontakten zu den Ahmadi in der Nachbarsch aft erfahren hätten. Zwar treffe es zu, dass es in Pakistan immer wieder zu Übergriffen auf die Ahmadiyya komme und die Ahmadi diskriminiert würden. Die Mehrheit könne ihren Glauben j e- doch ungestört ausüben und werde nicht in asylrelevantem Ausmass b e- helligt. Daher sei auch nicht von einer Kollektivverfolgung der Ahmadiyya auszugehen. Entsprechend habe der Beschwerdeführer selber ausg e-D-7210/2013 Seite 7 sagt, seinem Freund M. K., welcher ein Ahmadi sei, gehe es gut, und er nehme nicht an, dass die Nachbarn der Grosseltern ihr es Glaubens w e- gen Schwierigkeiten gehabt hätten. Vor diesem Hintergrund sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer, welcher nicht Ahmadi und damals noch ein Kind gewesen sei, verfolgt worden sei, nur weil er sich für die Ahmadiyya interessiert ha be. Er habe im Weiteren einerseits au s- gesagt, er habe den Eindruck gehabt, sein Vater und einer seiner Brüder hätten ihn töten wollen. Hätten sie dies vorgehabt, hätten sie ihn indessen kaum – wie von ihm geltend gemacht – zu seinem Schutz in sein Zimmer eingeschlossen. Es sei auch nicht plausibel, dass sich der Beschwerd e- führer, nachdem er bereits einmal im Dorf tätlich angegriffen worden sei, trotzdem noch alleine unterwegs gewesen sei. Unverständlich sei zudem, weshalb er ausser den Kleidern auf seinem Leib und dem Geld, welches er von seinem Bruder erhalten habe, nichts auf seine nächtliche Flucht mitgenommen habe, zumal die ihm drohende Gefahr erst am folgenden Tag eingetreten wäre. Die geltend gemachte Verfolgungssituation könne aus diesen Gründen nicht geglaubt werden. Die eingereichten Beweismit- tel würden daran nichts ändern. Beim Affidavit von M. K. handle es sich um ein typisches Gefälligkeitsschreiben. Das vom Vater des Beschwerde- führers verfasste Dokument, welches die Enterbung belegen solle, lieg e nur in Kopie vor und hätte ausserdem von irgendwem verfasst werden können; es weise daher keinen Beweiswert auf. Die Schilderung der Rei- se von Pakistan sei ebenfalls wenig glaubhaft; sie entspreche nicht der allgemeinen Lebenserfahrung und enthalte Wider sprüche. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in der Nähe seines Dorfes betäubt, festgehalten und zum Rauschgiftschmuggel gezwungen worden sei. Die Schilderung der Entführung sei äusserst stereotyp ausgefallen, und der Beschwerdeführer habe sich bezüglich der Anzahl Personen, die mit ihm im Zimmer gewesen seien, widersprochen. Es sei auch nicht plausibel, dass er der Polizei in Griechenland nicht von den Taschen mit Rauschgift habe erzählen können. Insgesamt sei zwar glaubhaft, dass der Beschwerdeführer die von ihm dargelegte Reise in die Schweiz erlebt habe, jedoch ohne die Entführung und den Rauschgiftschmuggel. De m- nach sei davon auszugehen, dass er für die Reise habe bezahlen mü s- sen. Nachdem er in Pakistan kein eigenes Einkommen erzielt habe, sei ferner davon auszugehen, dass seine Familie für die Reise bezahlt habe. Auch aus diesem Grund sei nicht glaubhaft, dass er von seiner Familie verstossen worden sei. Nach dem Gesagten erfülle der Beschwerdefü h- rer die Flüchtlingseigenschaft nicht, und das Asylgesuch sei abzulehnen. Den Wegweisungsvollzug erachtete das BFM als zulässig, zumutbar und möglich. D-7210/2013 Seite 8 4.2 In der Beschwerde wird zunächst der Sachverhalt und die bisherige Prozessgeschichte rekapituliert. Sodann wird zu den Erwägungen des BFM in de r angefochtenen Verfügung Stellung genommen und ausg e- führt, der Beschwerdeführer habe sich primär emotional zu den Ahmadi, welche er kennen gelernt habe, hingezogen gefühlt. Er habe sich durc h- aus für den Glauben dieser Gruppe interessiert, aber mehr für di e daraus fliessenden Verhaltensweisen als für dogmatische und organisatorische Fragen. Dies erkläre sich auch dadurch, dass er damals 13 -14 Jahre alt gewesen sei und die Ahmadi über befreundete Personen kennen gelernt habe. Aus diesem Grund sei es auch nac hvollziehbar, dass er sich nach seiner Ankunft in der Schweiz nicht mehr besonders für die Ahmadi int e- ressiert habe. Der Beschwerdeführer habe im Übrigen immerhin erwähnt, er habe im Verlauf der Zeit erfahren, dass es neben der ihm bekannten Ahmadi-Gruppe auch eine Lahori-Gruppe der Ahmadiyya gebe, und dass die Moschee, welche er jeweils besucht habe, von der ursprünglichen Ahmadi-Gruppe betrieben worden sei. In der Beschwerde wird sodann vorgebracht, der Grossvater des Beschwerdeführers habe den ganzen Tag auf dem Feld gearbeitet, sein Onkel sei im Militär gewesen und die Frauen hätten das Haus nur ausnahmsweise verlassen. Daher sei es nicht erstaunlich, dass seine Verwandten erst nach einem Jahr erfahren hätten, dass der Beschwerdeführer mit den Ahmadi-Kindern gespielt, sich für deren Glauben interessiert und deren Moschee besucht habe. Ferner sei es entgegen der Schlussfolgerung des BFM durchaus möglich, dass die Ahmadi im einen Dorf mehr oder weniger unbehelligt leben könnten , während die Ahmadi in einem anderen Dorf Verfolgungshandlungen aus- gesetzt seien. Ob ein Ahmadi in Pakistan verfolgt werde, hänge sowohl von seinem Verhalten als auch von Zufälligkeiten ab, beispielsweise d a- von, ob er als Ahmadi erkannt werde und ob er von strenggläubigen Mus- limen umgeben sei oder nicht. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer gar kein formelles Mitglied der Ahmadi gewesen sei, spiele keine Rolle, da den einschlägigen Berichten zufolge schon der blosse, oftmals unb e- gründete Verdacht nicht islamkonformer Verhaltensweise n genüge, um Verfolgungshandlungen auszulösen. Auch Minderjährige könnten dabei Opfer von Diskriminierungen und tätlichen Angriffen werden. Beim B e- schwerdeführer komme erschwerend hinzu, dass er nicht bloss der Z u- gehörigkeit zu den Ahmadi, sondern der Konversion verdächtigt worden sei. Entgegen den Ausführungen des BFM sei es zudem plausibel, dass der Vater des Beschwerdeführers eine Bestrafung seines Sohnes durch Dritte habe verhindern wollen, gleichzeitig jedoch bereit gewesen sei, selber Massnahm en gegen diesen zu ergreifen, namentlich um sich durch Verstossung oder Tötung des Sohnes öffentlich vom Verdacht zu D-7210/2013 Seite 9 befreien, selber ein Ahmadi zu sein beziehungsweise die Ahmadiyya zu tolerieren. Ebenfalls nachvollziehbar sei, dass der Beschwerdeführer trotz des ersten tätlichen Angriffs gegen ihn später erneut alleine auf die Stras- se gegangen sei. Er habe gehofft, die Situation habe sich beruhigt. Au f- grund seines jugendlichen Alters habe er sicherlich auch die Gefahr un- terschätzt. Nach der nächtlichen Warnung durch seinen Bruder sei er be- strebt gewesen, schnell von zuhause weg zu kommen, um im Zeitpunkt der Versammlung am nächsten Tag schon möglichst weit weg zu sein. Es erscheine normal, dass er dabei eher panisch reagiert und daher ausser dem Geld seines Bruders und den Kleidern am Leib nichts mitgenommen habe. Im Zusammenhang mit der vom Beschwerdeführer geltend g e- machten Entführung und den Umständen der Reise von Pakistan in die Schweiz sei festzustellen, dass sich der Beschwerdeführer im Anschluss an seine Entführung den Raum mit drei weiteren entführten Personen ge- teilt habe, von diesen jedoch später nur zwei mit ihm zusammen gereist seien, weshalb es nicht ungewöhnlich sei, dass er im Rahmen der kurzen Befragung in der Empfangsstelle lediglich die be iden mit ihm gereisten Personen erwähnt habe. Es sei sodann auch verständlich, dass er der Polizei in Griechenland nichts von den Drogen erzählt habe. Er wäre aus sprachlichen Gründen nicht in der Lage gewesen, die komplexe G e- schichte und seine Rolle darin zu schildern , und hätte damit rechnen müssen, selber in Schwierigkeiten zu geraten. Entsprechend habe er in der Anhörung erwähnt, dass er Angst gehabt habe. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer entgegen der Auffassung des BFM den Drogentran s- port angemesse n und stimmig geschildert. Insgesamt seien seine Vor- bringen als glaubhaft zu erachten. In der Beschwerde werden sodann e i- nige Erwägungen aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. Mai 2011 in Sachen E-4992/2006 betreffend die Situation der Ahmadi in Pakistan zusammengefasst und es wird ausgeführt, im fraglichen Urteil sei das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss gekommen, der Wegwei- sungsvollzug des Betroffenen sei unzumutbar, da er ein Ahmadi aus dem Punjab sei und überdies aus einem Dorf stamme, welches bekannte r- massen im Visier von Extremisten gestanden habe. Seit diesem Urteil habe sich die Lage der Ahmadi eher verschlechtert; dies gehe aus zah l- reichen aktuellen Berichten über die Lage in Pakistan hervor (vgl. dazu die Beilagen Nr. 3 -5). Die Ahm adi seien die am stärksten verfolgte Mi n- derheit in Pakistan, wobei es regelmässig auch zu (extra -legalen) Tötun- gen komme. Der aus dem Punjab stammende Beschwerdeführer sei au f- grund seines Kontaktes zu Ahmadi verdächtigt worden, zur Ahmadiyya konvertiert zu sein. Deswegen sei er von Dorfbewohnern sowie von se i- nem Vater und Bruder misshandelt worden. Kurz nach seiner Flucht habe D-7210/2013 Seite 10 der lo kale Imam eine Fatwa gegen ihn ausgesprochen, und er sei von seinem Vater öffentlich enterbt worden. Aufgrund dessen sei davon aus- zugehen, dass beim Beschwerdeführer neben der ihm vorgeworfenen Zugehörigkeit zu den Ahmadi zusätzliche persönliche Gefährdungsind i- zien mit individuellem Charakter vorlägen. Deshalb sei im Gegensatz zum vorstehend zitierten Urteil des Bundesverwaltungs gerichts nicht nur von der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, sondern vom Vorliegen von Asylgründen auszugehen. Eine innerstaatliche Fluchtalternative b e- stehe nicht, da der Beschwerdeführer nirgendwo in Pakistan Schutz vor den Verfolgungen durch seine Familie, sein Dorf und die religiösen Autori- täten finden könne. Das pakistanische Ge setz selbst stelle für ihn eine Gefahr dar. Ihm sei daher in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventuell sei der Beschwerdeführer zumindest infolge Unzumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. Der Beschwerdeführer leide an erheblichen psychischen und psychosomatischen Krankheiten. Er werde seit dem 29. November 2013 im Rahmen einer posttraumatischen Be las- tungsstörung stationär in den C._______ behandelt. Ein ausführlicher Arztbericht werde nachgereicht. Er habe Pakistan im Alter von knapp 15 Jahren verlassen und sei heute knapp 18 -jährig. Es sei davon ausz u- gehen, dass er im Falle einer Rückkehr nach Pakistan keinen Zugang zu einer adäquaten Behandlung seiner Leiden hätte. 4.3 In seiner Vernehmlassung führt das BFM aus, der Beschwerdeführer habe seine Verfolgungssituation in Pakistan nicht glaubhaft machen kö n- nen. Daher sei davon auszugehen, dass seine psychischen Probleme auf seine Situation nach Erhalt des negativen Asylentscheids zurückzuführen seien. Im Übrigen könne der Beschwerdeführer auch in Pakistan mediz i- nisch behandelt werden. Eine Rückkehr in den vertrauten Sprach - und Kulturraum dürfte für sein Wohlbefinden zudem von Vorteil sein. Ang e- sichts des engen zeitlichen Zusammenhangs zwischen dem Erhalt der BFM-Verfügung und den Suizidgedanken des Beschwerdeführers seien diese als Ausdruck einer Lebenskrise zu werten, nicht als krankheitsb e- dingte Suizidalität. Stehe die Suizidalität ohne erkennba re Merkmale e i- ner Krankheit in unmittelbarem Zusammenhang zu einer Wegweisung s- anordnung, so spreche sie nicht gegen einen Wegweisungsvollzug, da sie vor diesem Hintergrund als krisenbedingt zu qualifizieren sei und z u- dem gegebenenfalls kurzfristig im Rahme n einer psychiatrischen Krise n- intervention behandelt werden könne. 4.4 In der Replik wird entgegnet, das BFM widerspreche deutlich den Ausführungen im eingereichten Arztbericht, ohne seinerseits ein mediz i-D-7210/2013 Seite 11 nisches Gutachten einzuholen. Im Arztbericht würden die diagnostizierten Leiden des Beschwerdeführers auf traumatisierende Ereignisse in seinem Heimatland zurückgeführt. Ausserdem berücksichtige das BFM bei seiner Annahme nicht, dass der Beschwerdeführer bereits seit Oktober 2011 in ärztlicher Behandlung steh e. Dem BFM seien am 6. Mai 2013 entspr e- chende Arztberichte eingereicht worden. Die Fachpsychologin Frau T. ha- be schon damals ausgeführt, sie gehe beim Beschwerdeführer von einer posttraumatischen Symptomatik aus. Vor diesem Hintergrund sei die A n- nahme, wonach die von den C._______ gestellten Diagnosen eine blosse Folge des negativen Asylentscheids seien, nicht haltbar. Vielmehr sei d a- von auszugehen, dass der Beschwerdeführer durch die von ihm geschi l- derten Erlebnisse in Pakistan traumatisiert worden sei. Sodann gehe aus dem Arztbericht der C._______ hervor, dass sich alleine schon die su b- jektive Wahrnehmung des Beschwerdeführers bezüglich seiner Situation in Pakistan negativ auf seine posttraumatische Belastungsstörung au s- wirken würde und damit zu rechnen se i, dass im Herkunftsland die Sym- ptomatik deutlich zunehmen werde. Im Gegensatz zu den Ausführungen des BFM sei daher die Behandelbarkeit seiner Leiden im Heimatland grundsätzlich in Frage zu stellen. 4.5 In der Eingabe vom 2. April 2014 (Poststempel) wird vor gebracht, der Beschwerdeführer habe am 12. März 2014 erfahren, dass sein Bruder e i- ne Woche zuvor verschwunden sei und seine Mutter daraufhin notfal l- mässig ins Krankenhaus habe eingeliefert werden müssen. Diese Nac h- richt habe beim Beschwerdeführer eine Vers chlechterung seines psych i- schen Zustands bewirkt. Er sei deswegen vom 13. bis 19. März 2014 st a- tionär in den C._______ behandelt worden (Beilage: provisorischer Au s- trittsbericht der C._______ vom 25. März 2014). Er mache sich Sorgen um seine Familie und vermute, das Verschwinden des Bruders hänge mit seiner Flucht, bei welcher ihm sein Bruder behilflich gewesen sei, z u- sammen. Ein aktueller Arztbericht werde nachgereicht, ebenso allfällige pakistanische Medienberichte zum Verschwinden des Bruders. 5. Nachfolgend ist zu prüfen, ob das BFM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 3 und 7 AsylG zu Recht verneint hat. 5.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei in Pakistan in asylrelevanter Weise verfolgt worden, weil er sich für die Religions gemeinschaft der Ahmadiyya interessiert habe. Aus nachfolgenden Gründen ist dieses Vor-D-7210/2013 Seite 12 bringen jedoch als unglaubhaft zu qualifizieren: Zunächst ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer über äusserst geringe Kenntnisse der Ahm a- diyya verfügt, obwohl er e igenen Aussagen zufolge ungefähr ein Jahr lang regelmässig mit Angehörigen der Ahmadiyya verkehrte, mehrfach deren Moschee besuchte und mit dem dortigen Imam diskutierte. Der Be- schwerdeführer konnte insbesondere nicht sagen, wer im damaligen Zeitpunkt das religiöse Oberhaupt der von ihm frequentierten Ahmadiyya in Pakistan war (vgl. A18 S. 14). Ausserdem schien ihm zunächst nicht bekannt, dass die Ahmadiyya in zwei Gruppen gespalten ist (Ahmadiyya Muslim Jamaat und Ahmadiyya Anjuman Inschat -i-Islam Lahore); er e r- klärte dazu vielmehr ausdrücklich, die Ahmadiyya sei nicht in Gruppen unterteilt (A4 S. 6). Erst in der Direktanhörung erwähnte er, er habe ei n- mal etwas von einer Lahori Gruppe gehört, konnte dazu aber nichts We i- teres erzählen (vgl. A18 S. 13). Seine Vorbringen betreffend die Ahm a- diyya beschränken sich auf Informationen, die einem Grossteil der paki s- tanischen Bevölkerung allgemein bekannt sind respektive ohne grossen Aufwand beschafft werden können, wie beispielsweise das Gründung s- jahr der Bewegung, die Herleitung des Namens sowie der Umstand, dass die Moscheen der Ahmadiyya in Pakistan – aufgrund eines Gesetzes – keine Minarette haben und den Gebetsruf nicht via Lautsprecher verbre i- ten dürfen (vgl. A18 S. 13). Die vom Beschwerdeführer zu Protokoll g e- gebenen Fakten über die Ahmadiyya müssen insgesamt als spärlich, oberflächlich und wenig differenziert bezeichnet werden. Selbst wenn der Beschwerdeführer damals erst 13 oder 14 Jahre alt gewesen ist, wäre mit Blick auf das von ihm geltend gemacht e, damalig e starke Interesse an dieser Religionsgemeinschaft, der Häufigkeit seiner Besuche bei den Ahmadi sowie der Tatsache, dass er, um die Ahmadiyya besser zu ve r- stehen, angeblich gar Diskussionen mit dem Imam geführt hat , zu erwar- ten, dass er über relativ fundi erte Kenntnisse dieser Glaubensgemei n- schaft verfügt. Insbesondere überzeugt bei dieser Sachlage das Arg u- ment in der Beschwerde, wonach sich der Beschwerdeführer primär auf emotionaler Ebene zur Gemeinschaft der Ahmadi hingezogen gefühlt h a- be und ihn dogmat ische Fragen nicht so sehr interessiert hätten, nicht. Insgesamt erwecken die Ausführungen des Beschwerdeführers nicht den Eindruck, als ob er tatsächlich, wie von ihm geltend gemacht, während längerer Zeit relativ intensiven Kontakt zur Ahmadiyya -Gemeinschaft des Nachbardorfs unterhielt. Bezeichnenderweise zeigte er nach seiner Aus- reise aus Pakistan und namentlich hier in der Schweiz überhaupt kein I n- teresse mehr an de r Ahmadiyya (vgl. A18 S. 12); dies obwohl er diese Religion hier ungestört ausüben könnte und davon auszugehen wäre, dass er – nicht zuletzt mit Blick auf die geltend gemachte unfreiwillige D-7210/2013 Seite 13 Ausreise aus dem Heimatland – in der Fremde Trost und Unterstützung bei der ihm angeblich vor der Au sreise ans Herz gewachsenen Gla u- bensgemeinschaft suchen würde. Dieser Umstand lässt ebenfalls darauf schliessen, dass es sich beim geltend gemachten Verfolgungsgrund um eine konstruierte Geschichte handelt. Die Verfolgungsvorbringen sind fer- ner auch deshal b als unglaubhaft zu erachten, weil sie unplausibel und teilweise widersprüchlich ausgefallen sind. So erklärte der Beschwerd e- führer beispielsweise zunächst, er sei ein - bis zweimal in die Moschee der Ahmadi mitgegangen (vgl. A18 S. 5 und 11). Kurz darauf gab er d a- gegen zu Protokoll, er sei jedes Mal, wenn er die Grosseltern besucht habe, in die Ahmadi -Moschee gegangen (vgl. A18 S. 11). (Aus seinen Vorbringen ergibt sich ergänzend, dass er seine Grosseltern zahlreiche Male besucht habe [vgl. A18 S. 5 und 6] .) Im Weiteren erscheint es völlig realitätsfremd, dass die Angehörigen des Beschwerdeführers erst ung e- fähr nach einem Jahr von seinen regelmässigen Kontakten zur Ahm a- diyya-Gemeinschaft erfahren haben. In der Beschwerde wird diesbezü g- lich vorgebracht, sein e Verwandten in D._______ hätten davon lange nichts mitbekommen, weil der Grossvater den ganzen Tag auf dem Feld gearbeitet habe, der Onkel im Militär gewesen sei und die Frauen das Haus kaum verlassen hätten. Diese Erklärung überzeugt jedoch nicht. In der Regel erzählen 13 -jährige Kinder jeweils ihren Angehörigen, was sie den Tag hindurch gemacht und mit wem sie gespielt haben beziehungs- weise werden danach gefragt. Ausserdem ist davon auszugehen, dass zumindest die Cousins des Beschwerdeführers (vgl. A4 S. 6 und A18 S. 4) und/oder die übrigen Nicht -Ahmadi-Dorfbewohner bemerkt hätten, dass sich der Beschwerdeführer häufig mit den Ahmadi trifft und sogar deren Moschee besucht , und – angesichts der ausgeprägten gesel l- schaftlichen Ächtung der Ahmadi seitens der anderen Muslime – die An- gehörigen des Beschwerdeführers entsprechend informiert hätten. Der Beschwerdeführer brachte zudem vor, seine Mutter sei manchmal mit ihm zusammen die Verwandten besuchen gegangen (vgl. A18 S. 6). Es ist völlig unplausibel, dass di e Mutter anlässlich dieser Aufenthalte in D._______ zusammen mit dem Beschwerdeführer nicht bemerkt oder e r- fahren hätte, mit wem ihr Sohn dort Umgang pflegte. Nach dem Gesagten erscheint es nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer derart lange u n- bemerkt mit den Ahmadi-Nachbarn seiner Verwandten verkehren konnte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass dies relativ schnell von seinen A n- gehörigen entdeckt und der Beschwerdeführer von weiteren Kontakten mit den entsprechenden Personen abgehalten worden wäre. Ebe nso un- plausibel ist das Vorbringen, wonach der Dorfimam gegen den B e- schwerdeführer eine Fatwa erlassen habe, wonach er umzubringen sei , D-7210/2013 Seite 14 respektive an der Dorfversammlung die Tötung des Beschwerdeführers beschlossen worden sei. Zunächst ist festzustellen, dass es sich bei einer Fatwa grundsätzlich um ein religionsrechtliches Gutachten zu einem b e- stimmten Sachverhalt handelt und nicht um einen Urteilsspruch. Im We i- teren ist das angebliche Vorgehen der Eltern des Beschwerdeführer s o- wie der Dorfgemeinschaft gegenüber dem Beschwerdeführer als äusserst unrealistisch zu erachten. Der Beschwerdeführer war im damaligen Zei t- punkt erst 13 oder 14 Jahre alt und damit noch ein Kind. Selbst wenn er sich tatsächlich im geltend gemachten Ausmass für die Ahmadiyya int e- ressiert hätte und dies öffentlich bekannt geworden wäre, wäre er deswe- gen kaum so ohne weiteres von seiner Familie verstossen und von der Dorfgemeinschaft zum Tod verurteilt worden. Vielmehr hätte man in ihm mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Opfer des missionarischen En- gagements der Ahmadiyya gesehen, und der Zorn der Dorfgemeinschaft hätte sich gegen die Ahmadis im Nachbardorf gerichtet. Ergänzend wäre zu erwarten gewesen, dass der Dorfimam versucht hätte, den Beschwer- deführer unter Einsatz von geeigneten pädagogischen Mitteln zum sunni- tischen Islam zurückzuführen. Der vom Beschwerdeführer geschilderte Ablauf der Ereignisse ist dagegen völlig unrealistisch und damit unglau b- haft. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Besc hwerdeführer sei- ne Reise nach Europa spontan viel ausführlicher und lebendiger schilde r- te als seine Asylvorbringen (vgl. A18 S. 16 ff.), was ebenfalls darauf schliessen lässt, dass er wohl die Reise selber erlebt hat (wobei das BFM allerdings zu Recht Vorbehalte bezüglich der angeblichen Entführung und des erzwungenen Drogenschmuggels angebracht hat), nicht jedoch die zur Asylbegründung vorgetragenen Begebenheiten. Nach dem Gesagten sind die vom Beschwerdefü hrer geltend gemachten Asylgründe als u n- glaubhaft zu erachten. Dementsprechend ist auch nicht davon auszug e- hen, dass das Verschwinden des Bruders des Beschwerdeführers (vgl. dazu die Eingabe vom 2. April 2014) einen Zusammenhang mit den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Asylgründen aufweist. 5.2 An der E inschätzung der Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen ver- mögen auch die eingereichten Beweismittel, namentlich der Affidavit von M. K. sowie die Enterbungserklärung nichts zu ändern. Dem eingereich- ten Affidavit ist zu entnehmen, dass dieser M. K. weder aus B._______ noch aus D._______ stammt. Es ist unklar, wo und wie der Beschwerd e- führer diese Person kennen gelernt hat. Das Dokument wurde zudem o f- fensichtlich nicht von M. K. selber versandt, sondern von einer Person namens R. A. aus Gujarat. Mit Blick auf d ie vorstehenden Erwägungen muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei diesem Affidavit um D-7210/2013 Seite 15 ein reines Gefälligkeitsschreiben handelt. Auch die angebliche Ente r- bungserklärung des Vaters des Beschwerdeführers ist als beweisu n- tauglich zu erachten, zumal e s sich dabei nicht um ein amtli ches Doku- ment handelt und der Verfasser somit nicht feststeht. 5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asylgründe nicht geeignet sind, eine asylrechtlich relevante Verfolgung beziehungsweise eine entspr echende Verfolgungsfurcht zu begründen. An dieser Einschätzung vermögen weder die weiteren Ausführungen auf Beschwerdeebene noch die übrigen, vorstehend nicht ausdrücklich g e- würdigten Beweismittel etwas zu ändern, weshalb darauf nicht mehr n ä- her einzugehen ist. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nac h- weisen oder glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat daher zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgewiesen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordne t (Art. 44 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 7. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshinderni s- sen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und ander n- falls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in D-7210/2013 Seite 16 den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 FoK und der Pra- xis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behan d- lung unterworfen werden. 7.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh- rers nach Pakistan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung nach Pakistan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Aufgru nd der Akten sowie der vorstehenden Erwägungen zur Frage der Flüchtlingseige n- schaft ist indessen nicht davon auszugehen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung nach Pakistan eine derartige Gefahr droht. Die allgeme i- ne Menschenrechtssituation in Pakistan läs st den Wegweisungsvollzug im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers D-7210/2013 Seite 17 sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.1 In Pakistan herrscht keine landesweite Situation allgemeiner G e- walt, weshalb der Wegweisungsvollzug als generell zumutbar zu erachten ist. 7.3.2 Aufgrund der Aktenlage ist sodann auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. Er ist offensichtlich nicht Ahmadi (vgl. dazu seine Aussa- gen in A18 S. 12), und sein Vorbringen, wonach er sich vor der Ausreise aus Pakistan für die Ahmadiyya interessiert habe und deswegen verfolgt worden sei, wurde für unglaubhaft befunden (vgl. dazu die vorstehenden Erwägungen im Asylpunkt). Demnach erübrigt es sich, an dieser Stelle auf die Situation der Ahmadi und deren allfällige Gefährdung in Pakistan sowie die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerde näher einzu- gehen. Mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen im Asylpunkt ist s o- dann auch nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer von seiner Familie verstossen wurde. Somit ist davon auszugehen, dass er an seinem He r- kunftsort nach wie vor über ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz verfügt, welches ihn bei einer Rückkehr unterstütze n könnte. Der B e- schwerdeführer hat Pakistan im Alter von knapp 15 Jahren verlassen und hat dementsprechend noch keine Berufserfahrung sammeln können. Den Akten zufolge sind aber seine Eltern Bauern mit eigenem Land, womit der Beschwerdeführer zumindest die Möglichkeit hat, bei einer Rückkehr nach Pakistan im elterlichen Bauernbetrieb mitzuarbeiten und so seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. In der Schweiz befindet sich der B e- schwerdeführer seit Oktober 2011 aufgrund von psychischen respektive psychosomatischen Problemen in ärztlicher Behandlung; v om 29. N o- vember 2013 bis am 12. Januar 2014 sowie vom 13. bis 19. März 2014 stand er deswegen in stationärer Behandlung. Den Arztberichten der UPK vom 17. Januar 2014 und 25. März 2014 ist zu entnehmen, dass bei ih m eine akute Belastungsreaktion, eine mittelgradige depressive Episode D-7210/2013 Seite 18 ohne somatische Symptome sowie eine posttraumatische Belastungsst ö- rung diagnostiziert wurden. Beim Beschwerdeführer bestünden zwar l a- tente Suizidgedanken, er habe aber nicht konkret die Absicht geäussert, sich umbringen zu wollen. Aktuell bestehe keine Suizidalität. Die behan- delnden Ärzte empfehlen eine weiterführende ambulante psychiatrisch - psychotherapeutische und pharmakotherapeutische Therapie und gehen davon aus, dass eine Ausschaff ung des Beschwerdeführers nach Paki s- tan zu einer Verschlechterung seines Zustandes führen würde. Vorlie- gend wird nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer an den diagnost i- zierten psychischen Beschwerden leidet. Allerdings erscheint es mit Blick auf die E rwägungen im Asylpunkt als unglaubhaft, dass er aufgrund der von ihm geschilderten Asylgründe traumatisiert wurde. Denkbar ist inde s- sen, dass der Beschwerdeführer infolge anderer Vorfälle im Heimat land, aufgrund von Erlebnissen während seiner Reise in die Schweiz oder un- ter dem Eindruck seiner unsicheren Aufenthaltssituation in der Schweiz psychische Störungen entwickelt respektive ein Trauma erlitten hat. Bei einer Erkrankung kann nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisung s- vollzugs geschlossen werden, wenn eine notwendige medizinische B e- handlung im Heimatland schlicht nicht zur Verfügung steht und die Rüc k- kehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führen würde. Als wesen t- lich wird die allgeme ine und dringende medizinische Behandlung erac h- tet, die zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Behandlung absolut notwendig ist, wobei Unzumutbarkeit jedenfalls noch nicht vorliegt, wenn im Heimatstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechen de medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009 Nr. 2 E. 9.3.2). Vorliegend ist davon auszugehen, dass die medizinischen Probleme des Beschwerdeführers durchaus auch in Pakistan adäquat – wenn auch nicht auf schweizerischem Niveau – weiterbehandelt werden können. In Pakistan verfügen sowohl öffentliche Spitäler als auch private Kliniken über psychiatrische Abteilungen, wobei allerdings die psychiatrische Ve r- sorgung in den ländlichen Gegenden schlechter ist als in den Städten. In Lahore, der Hauptstad t der Herkunftsprovinz des Beschwerdeführers (Punjab), befinden sich namentlich die beiden renommierten Institutionen "Punjab Institute of Mental Health" und "Fountain House Institute for Men- tal Health", in denen ambulante und stationäre Behandlungen von p sy- chischen Erkrankungen aller Art verfügbar sind. Zwar ist nicht auszu- schliessen, dass sich eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Paki s- tan zunächst negativ auf seinen psychischen Gesundheitszustand au s- wirken könnte. Eine Behandlung im Heimatland bringt aber durchaus auch positive Aspekte mit sich (vertraute Umgebung, Kommunikation in D-7210/2013 Seite 19 der Muttersprache, Beistand durch Angehörige), weshalb die Erfolg s- chancen einer Behandlung in Pakistan als intakt zu bezeichnen sind. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass ein er möglichen Dekompensation und Suizidalität im Hinblick auf einen allenfalls zwangsweisen Vollzug der Wegweisung durch geeignete medikamentöse oder nötigenfalls psych o- therapeutische Massnahmen entgegengewirkt werden kann. Sofern not- wendig, wäre im Zuge flankierender Massnahmen in Zusammenarbeit mit der Schweizer Vertretung vor Ort und den zuständigen Stellen der Vori n- stanz auch sicherzustellen, dass die Weiterführung einer allenfalls no t- wendigen Behandlung im Heimatstaat im Zeitpunkt des Vollzugs effektiv gewährleistet ist. Der Beschwerdeführer hat ausserdem die Möglichkeit, zusätzliche medizinische Hilfeleistungen im Rahmen der individuellen Rückkehrhilfe (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG) zu beantragen (z.B. Kauf von Medikamenten, Organisation einer medizinisc hen Behandlung nach der Rückkehr, ärztliche Begleitung während der Heimreise). 7.3.3 Nach dem Gesagten bestehen insgesamt keine konkreten Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Pakistan in eine existenzielle Notlage geraten wird. Dami t erweist sich der Wegwe i- sungsvollzug als zumutbar. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwend igen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Weg- weisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verlet zt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten dem Be - schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch die D-7210/2013 Seite 20 Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden konnte und au f- grund der Aktenlage nach wie vor von der prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist (vgl. Bestätigung der Fürsorgeabhä n- gigkeit vom 6. Dezember 2013), ist in Gutheissung des Gesuchs um G e- währung der unentgeltlichen Rechtspflege von einer Kostenauflage abzu- sehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-7210/2013 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand: