Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. März 2019 (720 18 370 / 65) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Befristete Rentenzusprache nach Knieprothesenersatz infolge vollständiger Arbeitsfä- higkeit in einer Verweistätigkeit. Rentenberechnung im Zusammenhang mit den ab 1. Januar 2018 geltenden Bestimmungen von Art. 27bis Abs. 2 bis 4 IVV Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , B eschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Daniel Riner , Adv o- kat, Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1959 geborene A.____ war ursprünglich seit d em 1. Mai 2001 zuletzt im Umfang eines Pensums von 50% als Rezeptionistin tätig. Am 29. Februar 2016 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis tungsbezug an. Nach Abklärung der er- werblichen und gesundheitlichen Verhältnisse sowie nach Durchführung des Vorbescheidver- fahrens sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom 12. Oktober 2018 eine vom 1. September bis 31. Dezember 2016 befristete Dreiviertelsrente der IV zu. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch A dvokat Daniel Riner, am 14. No- vember 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Ba sel-Landschaft, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde. Sie be antragte, es seien ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, eventualiter seien wei- tere medizinische Abklärungen durchzuführen. Zur Begründ ung liess sie zusammenfassend geltend machen, dass sie seit ihrer Knieprothesenoperat ion alles Mögliche und Zumutbare un- ternommen habe, um eine Verbesserung ihrer Beschwerdesi tuation und eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit herbeizuführen. Diese Versuche seien aber ohne Erfolg geblieben, und es bleibe ihr nunmehr nichts anderes übrig, als einen erne uten Ersatz der Knieprothese zu veran- lassen. Dieser Umstand habe deutliche und mehrjährige Ei nflüsse auf ihre Arbeitsfähigkeit und hätte deshalb bei der angefochtenen Rentenverfügung mitberücksichtigt werden müssen. C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 14. Januar 2019 auf Abweisung der Beschwerde. Sie machte im Wesentlichen geltend, dass d er Beschwerdeführerin seit Septem- ber 2016 aus gesamtmedizinischer Sicht wieder die Ausü bung einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 100% zumutbar sei. Der von ihr geltend gem achte, weitere operative Eingriff im linken Kniegelenk sei nicht indiziert. Auf die Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen einzu- gehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 kann gegen Verfügungen der kantonal en IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsgericht ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 örtlich und sachlich zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formge recht eingereichte Beschwerde ist dem- nach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% ar beitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidit ät wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mi ndestens 70 %, auf eine Dreivier- telsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Demnach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlag e erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.4 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ein em Aufgabenbereich (z.B. Haus- halt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerb stätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgab enbereich zu betätigen (Betäti- gungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 2.5 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der IV-Grad entsprechend der Behin- derung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Method e der Invaliditätsbemessung). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt d er Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961 in der bis Ende 2017 geltende Fas- sung). Mit der am 1. Dezember 2017 beschlossenen Änder ung der IVV und der dazu ergange- nen Übergangsbestimmung, in Kraft ab 1. Januar 2018 (vg l. AS 2017 7581 f.), wird für Teiler- werbstätige, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich Haushal t betätigen, ein neues Berech- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nungsmodell statuiert (Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV). Dieses sieht neuerdings vor, dass für die Ermittlung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwer bsfähigkeit für das Valideneinkommen nicht mehr auf das Einkommen aus einem Teilzeitpensum a bgestellt, sondern das entspre- chende Einkommen auf eine hypothetische Vollerwerbstäti gkeit hochgerechnet wird (Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV). Die so berechnete prozentuale Erwe rbseinbusse wird sodann weiterhin an- hand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, we nn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (lit. b). Nach der dazu ergangenen Übergang sbestimmung Ziff. II Abs. 1 ist für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 1. Dezember 2017 laufenden Dreiviertelsrenten, halben Renten und Viertelsrenten, die in Anwendung d er gemischten Methode zugesprochen wurden, innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Änderung eine Revision einzuleiten. Eine allfällige Erhöhung der Rente kann demnach erst auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens die- ser Änderung erfolgen. Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV hingegen bereits auf zuvor zuzusprechend e Renten anzuwenden, liefe im Ergebnis auf eine Anwend ung noch nicht in Kraft stehenden Rechts hinaus, was einer unzulässigen positiven Vorwirkung g leichkäme (vgl. dazu BGE 129 V 455 E. 3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_5 53/2017 vom 18. Dezember 2017, E. 6.2). 2.6 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitwe ilig erwerbstätig oder als nicht erwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfun g, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bund esgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versich erten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 2. Juli 2018) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesund- heitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 2.7 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d nach der gemischten Methode bemes- sen. Dabei stellte sie bei der Festlegung der Anteile d er Erwerbstätigkeit und der Haushaltstä- tigkeit auf die im Fragebogen zur Ermittlung der Erwe rbstätigkeit vom 11. Juli 2017 wiederge- gebenen Angaben der Versicherten ab (IV-Dok 51), wonach diese ohne gesundheitliche Beein- trächtigung ihrer bisher ausgeübten ausserhäuslichen Er werbstätigkeit als Rezeptionistin im Umfang von 50% nachgegangen wäre. Gestützt auf diese A ussage der Versicherten setzte die IV-Stelle den Anteil der Erwerbstätigkeit und jenen der Haushaltstätigkeit auf je 50% fest, was von der Versicherten denn auch zu Recht nicht in Frage gestellt wird. 3.1 Zu prüfen ist unter Berücksichtigung dieser Vorgab e, in welchem Umfang und für wel- che Dauer die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine IV-Rente besitzt. Strittig ist insbesondere, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht in welchem Ausmass sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch e ine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Au fgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Be griff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtspre- chung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EV G; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleibt folglich weitestge hend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.2 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesund heitlichen Beeinträchtigung handelt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwort ung die Verwaltung und die Gerichte ebenso wie für die Feststellung der medizinischen Verhä ltnisse generell auf Unterlagen ange- wiesen sind, die von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozial- versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswü rdigung (Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bind ung an förmliche Beweisregeln, sowie um- fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stamme n, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf das Geri cht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizini- sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärzt lichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, au f allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussf olgerungen der Expertin oder des Ex- perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswe rt ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der ei ngereichten oder in Auftrag gegebe- nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Nichts desto trotz ist den im Rahmen de s Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Entscheidet das Sozialversicherungs- gericht demgegenüber ausschliesslich gestützt auf versicheru ngsinterne medizinische Unterla- gen, sind strengere Anforderungen an die Beweiswürdigu ng zu stellen, und es sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit solcher versicherungsinternen, ärzt- lichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen ( Urteil des Bundesgerichts, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit Verweisen; BGE 139 V 225, E. 5.2). 3.3 Laut Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG hat der Versicheru ngsträger im Hinblick auf die Er- mittlung des Rentenanspruchs die notwendigen Abklärung en von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Die medizi nische Abklärung der objektiven Ge- sundheitsschäden bildet dabei eine unabdingbare gesetzl ich verankerte Voraussetzung für die Zusprache einer Leistung der Invalidenversicherung (Art. 7 Abs. 2, Art. 16, Art. 43 Abs. 1 ATSG). Der Versicherer befindet darüber, mit welchen M itteln er den rechtserheblichen Sach- verhalt abklärt. Im Rahmen der Verfahrensleitung hat e r einen grossen Ermessensspielraum hinsichtlich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungs- grundsatz hat der Versicherer den Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass er über den Leistungs- anspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegend en Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) entscheiden kann. 3.4 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entsc heid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverh altes genügt den Beweisanforderun- gen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsd arstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würd igt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Nach ständiger Rechtsprechung ha t das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit angefochtener Verwaltungsverfügungen in der Regel schliesslich nach jenem Sachverhalt zu beurteilen, wie er im Zeitpunkt des Ver fügungserlasses vorgelegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Daraus folgt für den vorliegenden Fall, dass für die Beurteilung der massgebenden Verhältnisse jener medizinische Sachverhalt mass- gebend ist, wie er sich bis zum Erlass der vorliegend ang efochtenen Verfügung der IV-Stelle vom 12. Oktober 2018 entwickelt hat. 4. Vorab gilt es festzuhalten, dass für die entscheidende Frage der Arbeitsfähigkeit die gesundheitlichen Verhältnisse der Versicherten ab dem 1. September 2016 massgebend sind. Hintergrund bildet die Bestimmung von Art. 29 Abs. 1 IVG, wonach ein Rentenanspruch frühes- tens nach Ablauf von sechs Monaten seit Geltendmachung d es Leistungsanspruchs entstehen kann. Vorliegend hat sich die Versicherte am 29. Februar 2016 bei der IV-Stelle zum Leistungs- bezug angemeldet. Ein Rentenanspruch kann deshalb so ode r anders erst nach Ablauf der sechsmonatigen Karenzfrist, mithin frühestens ab 1. Sep tember 2016 entstehen (Art. 29 Abs. 3 IVG). Unbestritten geblieben ist im Nachgang zum opera tiven Knieprothesenersatz am 5. Juli 2016 sodann zu Recht eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 5. September 2016. Ausser- dem hat die IV-Stelle anerkannt, dass die angestammte Arbeit der Versicherten als Rezeptio- nistin offenbar mehrheitlich stehend zu erfolgen hat, und in dieser Tätigkeit seit Beginn der Be- schwerdesymptomatik am 29. Mai 2015 (IV-Dok 4, S. 5) desha lb eine dauerhafte und vollstän- dige Arbeitsunfähigkeit besteht (IV-Dok 46, S. 5). Umst ritten und näher zu prüfen ist somit die verbleibende Restarbeitsfähigkeit der Versicherten in e iner ihr ab 6. September 2016 zumutba- ren Verweistätigkeit. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Nachdem die Versicherte im Jahre 2011 am linken K niegelenk arthroskopiert worden war, entwickelte sich in der in der Folge eine erheblich e Valgus-Gonarthrose. Bei entsprechen- dem Leidensdruck wurde die Indikation zu einem endoprot hetischen Ersatz gestellt und am 12. Juni 2015 eine Knie-Totalprothese mit Tuberositas-O steotomie implantiert. Bei einge- schränkter Kniebeweglichkeit erfolgte am 30. November 20 15 eine operative Prothesenmobili- sation, in deren Folge die Versicherte jedoch weiterh in über andauernde Schmerzen, einen chronischen Schwellungszustand und über eine Überwärmung klagte. In der bildgebenden Be- urteilung zeigten sich ausgeprägte entzündliche Veränd erungen sowie eine Patellahyperpressi- on bei Reizknie, weshalb am 5. Juli 2016 eine Knietota lprothesen-Revision mit sekundärem Patellaersatz und einer tibialen Schraubenentfernung links durchgeführt wurde. Von dieser Re- vision profitierte die Versicherte jedoch nicht, und es stellte sich wieder derselbe Zustand wie bereits schon vor der Prothesenrevision ein (IV-Dok 30; 37 S. 7 f., und 11 f.). Für die Abklärung der nunmehr massgebenden gesundheitlichen Verhältnisse hat die IV-Stelle kein externes Ver- waltungsgutachten eingeholt. Ihre medizinischen Erkennt nisse beruhen ausschliesslich auf der Beurteilung ihres RAD und den übrigen, in der Sache e rgangenen medizinischen Akten. Damit ist zu prüfen, ob an der Einschätzung des RAD allenfal ls bereits auch nur geringe Zweifel be- stehen. Diesfalls wäre der medizinische Sachverhalt recht sprechungsgemäss als nicht rechts- genüglich abgeklärt zu betrachten und die IV-Stelle wär e diesfalls verpflichtet, ergänzende me- dizinische Abklärungen vorzunehmen (oben, Erwägung 3.2 hiervor). 4.2 Gestützt auf die Erkenntnisse des RAD vom 22. Mai 20 17 ging die IV-Stelle davon aus, dass eine Verweistätigkeit eine schwerpunktmässig sitzende Ar beit mit der Möglichkeit zur spontanen Wechselbelastung umfassen müsse. Gestützt auf die entsprechende Einschätzung des RAD (IV-Dok 46) vertritt sie die Ansicht, dass für ein e solche Tätigkeit lediglich bis zum Ab- schluss der postoperativen Rehabilitation nach der Kniep rothesen-Revision vom 5. Juli 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis zum 5. Septem ber 2016 bestanden habe. Die Be- schwerdeführerin lässt dagegen zunächst vorbringen, dass ihr e Beschwerdeproblematik nur durch einen erneuten Ersatz der Knieprothese behoben w erden könne, und dass diese Opera- tion einen Knochenaufbau mit einer Heilungsdauer von zwei bis zweieinhalb Jahren bedinge. Dieser Umstand hätte bei der Rentenverfügung mitberücksic htigt werden müssen. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf den Arztbericht von PD Dr. B.____ vom 25. August 2017 an den Operateur Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie (Beschwerdebeilage 5). Daraus geht hervor, dass bei diagnostisch schmerzhafter Knietotalprothe se links nach wie vor unveränderte Beschwerden beschrieben würden. Es zeige sich ein stechend bohrender Schmerz mit Fokus im anteromedialen und anterolateralen Tibiaplateau. Es sei eine belastungsabhängige Schmerzexazerbation vorhanden. Die Versicherte empfinde ein Schraubstockgefühl. Es beste- he eine deutliche Unsicherheit insbesondere beim Treppensteigen und es liege ein signifikanter Leidensdruck vor. Die Versicherte sei wieder in ihren ursprünglichen Beruf zurückgekehrt und könne diesen mit mässiggradigem Erfolg bewältigen. Sie sei sich bewusst, dass im Falle einer erneuten Operation gegebenenfalls ein Verlust ihres Ar beitsplatzes die Folge wäre. Dr. B.____ kommt in seiner Beurteilung zum Schluss, dass bei lediglich diskreter Flexions- und Innenrotati- onsstellung der Femurkomponente eine flexionsnahe Instab ilität anterolateral vorliege. Er habe der Versicherten erklärt, dass es sich um keine dramatische F ehlstellung handle. Andere Pati- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht enten würden diese problemlos schmerzfrei wegstecken könne n. Als therapeutische Option schlägt Dr. B.____ die Stabilisierung des Gelenks mit e iner Gelenksorthese vor. Hierbei handle es sich um eine nicht-invasive Massnahme, mit welcher die V ersicherte gegebenenfalls in der Lage wäre, ihren Beruf bis auf Weiteres schmerzreduziert durchzuführen. Als zweite therapeuti- sche Option sei ein Prothesenwechsel auf ein stabileres Ko nstrukt vorgeschlagen worden. Die Patientin sei sich aber im Klaren, dass eine solche Optio n gegebenenfalls zu einem längeren postoperativen Arbeitsausfall und zu einem Verlust der beruflichen Tätigkeit führen könne. Mit der Versicherten sei man soweit verblieben, dass sie sich vorerst nochmals mit Dr. C.____ zur Besprechung des weiteren Vorgehens in Verbindung setzen werde. 4.3 Der zentralen Argumentation der Beschwerdeführerin , wonach nichts anderes übrig bleibe, als einen erneuten Ersatz der Totalknieprothese durchzuführen, ist entgegen zu halten, dass aus dem zitierten Bericht von Dr. B.____ keine eige ntliche Indikation für einen erneuten Prothesenersatz abgeleitet werden kann. Entgegen der n och in seinem Bericht vom 29. Juni 2017 vertretenen Auffassung (Beschwerdebeilage 4), won ach die verschiedenen therapeuti- schen Möglichkeiten besprochen worden seien und ein kom pletter Prothesenwechsel auf ein stabileres Modell zu empfehlen sei, äussert sich Dr. B.__ __ in seinem aktuellsten Bericht im Gegenteil überaus vorsichtig und erwähnt einen Prothe senersatz entgegen der von der Be- schwerdeführerin vertretenen Argumentation nunmehr nu r noch als eine von zwei verschiede- nen Optionen. Bei dem in Frage stehenden Prothesenersatz handelt es sich mithin lediglich um eine von mehreren therapeutischen Alternativen. Ausser dem äussert sich Dr. B.____ nicht da- zu, mit welcher Dringlichkeit eine solche erneute Opera tion nötig wäre. Es tritt hinzu, dass der von der Beschwerdeführerin zitierte Bericht von Dr. B.__ __ rund 15 Monate vor der angefoch- tenen Verfügung der IV-Stelle vom 12. Oktober 2018 er gangen und in der Folge nicht mehr ak- tualisiert worden ist. Generell liegen in dieser Hinsich t keine ärztlichen Unterlagen vor, welche ausschliesslich einen Prothesenersatz indizieren würden. Vi elmehr ist das Gegenteil der Fall: Bereits aus dessen Bericht vom 5. Oktober 2016 geht hervor , dass auch Dr. C.____ einer er- neuten Wechseloperation offenbar sehr zurückhaltend geg enübergestanden ist (IV-Dok 37, S. 11 f.). Nicht gefolgt kann der Beschwerdeführerin sch liesslich bei ihrer Argumentation, dass es die IV-Stelle unterlassen habe, in diesem Zusammen hang die aktuellsten Arztberichte von Dr. C.____ in die Beurteilung der gesundheitlichen V erhältnisse mit einfliessen zu lassen. Es liegen zwei neuere Berichte von Dr. C.____ vom 9. Feb ruar und vom 9. August 2018 in den Akten (IV-Dok 64 und 68), welchen ebenfalls keine Operat ionsnotwendigkeit für einen erneuten Prothesenersatz zu entnehmen ist. Das Hauptargument de r Versicherten in ihrer Beschwerde, wonach eine vermeintlich anstehende Operation zwecks erneu ten Prothesenersatzes von der IV-Stelle bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu Unrecht nicht berücksichtigt worden sei, erweist sich damit als nicht stichhaltig. Die IV-Stelle räumt in ihrer Vernehmlassung jedoch zu Recht ein, dass die behandlungsbedingten Arbeitsunfähigkeitszeiten im Rahmen einer erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug entsprechend zu berücksichtig en wären, sollte sich ein optio- nal angedachter Prothesenwechsel einst als unumgänglich erweisen. 4.4 Damit konzentriert sich die strittige Angelegenheit auf die bereits eingangs erwähnte Kernfrage (oben, Erwägung 4), ob die IV-Stelle zu R echt ab 6. September 2016 von einer voll- ständigen Arbeitsfähigkeit in einer der Versicherten zu mutbaren Verweistätigkeit ausgegangen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist. Im Zentrum für die Beurteilung dieser Frage steht die Einschätzung des RAD vom 22. Mai 2017 (IV-Dok 46). Gestützt darauf hat die IV-Stelle d ie Verweistätigkeit als schwerpunktmässig sitzende Tätigkeit mit Möglichkeit zur spontanen Wechselbe lastung definiert. Allfällige Anhalts- punkte, dass diese Einschätzung zu Unrecht erfolgt ist, sind keine vorhanden. In den medizini- schen Unterlagen des vorliegenden Falles finden sich jeden falls keine Feststellungen der be- handelnden Ärzte, wonach in einer derart definierten Verweistätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehen würde. Eine solche wird – jedenfalls explizit – in der Beschwerdebe- gründung denn auch nicht geltend gemacht. Dies zu Rech t: Der behandelnde Arzt und Opera- teur hat sich am 9. Februar 2018 direkt an den RAD ge wandt. In Kenntnis sowohl des Vorbe- scheids als auch der übrigen Akten hat er dabei nicht etw a angegeben, dass der Versicherten eine vorwiegend sitzende Tätigkeit nicht zugemutet werde n könne. Unter Hinweis auf grund- sätzlich invaliditätsfremde Faktoren hat er bezeichnender weise vielmehr ausgeführt, dass die Versicherte einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit deshalb nicht nachgehen könne, weil sie als gelernte Schneiderin keine Erfahrung im Bereich von B üro- und Sekretariatsarbeiten besitze (IV-Dok 64). Auch in seinem neuesten Bericht vom 9. A ugust 2018 bestreitet Dr. C.____ nicht, dass der Beschwerdeführerin eine vorwiegend sitzende Tätigkeit zumutbar wäre. Der Operateur legt das Gewicht seiner Beurteilung vielmehr auf die vo n der Versicherten weiterhin ausgeübte, indessen angestammte Tätigkeit als Rezeptionistin, in de m er festhält, dass sie mit einem hälf- tigen Pensum mit überwiegend stehender und gehender Arbeiten an die Grenze der Überforde- rung gelange (IV-Dok 68). Daraus vermag die Beschwerdef ührerin mit Blick auf eine ihr zumut- bare Verweistätigkeit jedoch nichts zu ihren Gunsten abzu leiten. Aus den beiden zitierten Be- richten geht vielmehr hervor, dass der Beschwerdeführerin eine vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne Einschränkungen zumutbar ist. Hierfür sprechen auch die anamnestischen Angaben der Versicherten selbst, wie sie im Bericht von Dr. C.____ vom 9. Februar 2018 an den RAD wie- dergegeben worden sind. Demnach besteht zwar in einer einseitig stehenden und gehenden Tätigkeit eine relevante Funktionseinschränkung. In ein er schwerpunktmässig sitzenden Ver- weistätigkeit mit Möglichkeit zur spontanen Wechselbelastung können hingegen keine massge- blichen Funktionseinschränkungen nachvollzogen werden (IV -Dok 64). Massgebend ist mit an- deren Worten, dass die geltend gemachten Beschwerden of fensichtlich belastungsabhängig sind, weil die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer ang estammten Tätigkeit weiterhin ständig auf den Beinen ist (IV-Dok 68, S. 2 f.). Es ist zwar ohne Weiteres nachvollziehbar, dass sie alles daran setzt, ihre ursprüngliche Tätigkeit zu erhalten. Diese Arbeit aber beinhaltet kniebelasten- de Tätigkeiten und ist daher in invalidenversicherungsre chtlicher Hinsicht nicht massgebend. Nichts anderes ergibt sich aus dem Verlaufsbericht von Dr. med. D.____ vom 11. Januar 2017 (IV-Dok 39). Daraus geht zwar ebenfalls hervor, dass eine lange Sitzdauer für die Versicherte nicht zumutbar sei. Uneingeschränkt zumutbar sind ihr jedo ch wechselbelastende Tätigkeiten. Wenn die IV-Stelle ab 6. September 2016 eine vorwie gend sitzende Tätigkeit quantitativ unein- geschränkt als zumutbar erachtet und mit dem Vorbehalt v ersehen hat, dass eine spontane Wechselbelastung möglich sein muss, ist ihre Einschätzung a uch unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden. 4.5 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, d ass eine ISG-Dysfunktion oder ein lumbospondylogenes Syndrom als wahrscheinliche Ursache d er Kniebeschwerden anzuse- hen seien. Auch dieser Umstand sei ungenügend abgeklärt worden. Der Beschwerdeführerin ist Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht beizupflichten, dass Dr. C.____ in seinem Bericht vom 5. O ktober 2016 ursprünglich die Mei- nung vertreten hat, dass die Restbeschwerden im linken Knie nicht genikulären Ursprungs sind, sondern eher auf eine ISG-Dysfunktion oder ein lumbospondylogenes Syndrom zurückzuführen sein könnten (IV-Dok 37, S. 12). Bei dieser Einschätzun g handelt es sich indes um eine Hypo- these. Allfällige Bestätigungen einer solchen Verdac htsdiagnose finden sich keine in den zeit- lich danach ergangenen Akten. Rund zwei Jahre später h at Dr. C.____ in seinem Bericht vom 9. August 2018 vielmehr ein freies ISG festgestellt und seine frühere Verdachtsdiagnose einer falschen Beinachse nicht mehr thematisiert (IV-Dok 68). B ei dieser Aktenlage besteht deshalb auch kein Bedarf für ergänzende medizinische Abklärungen. Die Einschätzung des RAD, wo- nach in einer schwerpunktmässig sitzenden Tätigkeit mit d er Möglichkeit zur spontanen Wech- selbelastung nach dem operativen Knieprothesen-Ersatz ab 6. September 2016 wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestanden hat, stimmt mit den übrigen medizinischen Akten über- ein und erweist sich damit als nachvollziehbar und schlüssi g. Bei diesem Zwischenergebnis liegen keine Zweifel an der vorinstanzlichen Abklärung des medizinischen Sachverhalts vor, wie sie rechtsprechungsgemäss aber vorausgesetzt wären, um ergän zende Abklärungen zu veran- lassen (oben, Erwägung 4.1 a. E.). 5.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen di eser gesundheitlichen Beeinträch- tigung. Wie eingangs ausgeführt ist der Invaliditätsgra d der Versicherten nach der gemischten Methode zu bemessen (oben, Erwägung 2.7). Der Anteil d er Erwerbstätigkeit und jener der Haushaltstätigkeit im Umfang von je 50% sind ebenso unb estritten wie die gesundheitlich be- dingte Einschränkung der Versicherten im Haushalt im Um fang von 20,8%. Für die Zeit bis 5. September 2016 resultiert infolge der postoperati v bedingten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit ein IV-Grad von 60% und damit für September 2016 zu nächst ein Anspruch auf eine Dreivier- telsrente der IV (oben, Erwägung 4; Art. 29 Abs. 1 un d 3 IVG). Für die Zeit ab 6. September 2016 sind der IV-Stelle bei der Bemessung des IV-Grads im erwerblichen Anteil allerdings di- verse Fehler unterlaufen, welche im Ergebnis jedoch letzt lich zu keinem abweichenden Ergeb- nis führen. 5.2.1 Zunächst hat es die IV-Stelle unterlassen, das Va lideneinkommen sachgerecht an die Nominallohnindexierung anzupassen, indem die einzelnen Jahreseinträge im individuellen Kon- to der Versicherten getrennt der Teuerung bis 2016 anzu gleichen sind, und erst hiervon der Durchschnitt zu nehmen ist. Richtigerweise resultiert für die Zeit ab 6. September 2016 ein durchschnittliches Valideneinkommen von Fr. 43‘972.-- (2 010: Fr. 41‘783.-- +7,5%; 2011: Fr. 43‘008. -- +6%; 2012: Fr. 41‘170.-- +4,7%; 2013 : Fr. 42‘693.-- +3,9%; 2014: Fr. 40‘990.-- +2,4%). Beim Invalideneinkommen ist die IV-Stelle ab diesem Zeitpunkt sodann fälschlicher- weise von der Tabelle 17 der Schweizerischen Lohnstruktu rerhebung (LSE) 2014 ausgegan- gen. Sachgerecht erweist sich bei der Versicherten, welche über keinen abgeschlossenen Berufsabschluss im kaufmännischen Bereich verfügt, der To talwert gemäss Tabelle TA1. Der Periode ab 6. September 2016 bis Ende 2017 ist demna ch auf der Basis eines 50%-Pensums ein nominallohnindexiertes Invalideneinkommen von Fr. 2 7‘246.-- zu Grunde zu legen (LSE 2014, TA1 Totalwert, Frauen, 12 x Fr. 4300.-- : 40 x 41,7 +1,3% x Pensum von 50%). Damit ergibt sich im erwerblichen Bereich ein gewichtet er IV-Grad von 19%, und es resultiert Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht zusammen mit der gewichteten Einschränkung im Haushalt von 10,4% für die Zeit zwischen 6. September 2016 bis Ende 2017 ein IV-Grad von rund 29%. 5.2.2 Im Zusammenhang mit den ab 1. Januar 2018 gelt enden Bestimmungen von Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV ist als Invalideneinkommen der mutmassli che Verdienst anhand der medizi- nisch noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit zu Grunde zu legen (Mitteilung des Bundesamts für Sozialversicherungen BSV betreffend die Änderung der V erordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung, Invaliditätsbemessung für tei lerwerbstätige Versicherte, Anpassung zur Anwendung der gemischten Methode). Dieses ist ebenfalls auf das der Versicherten theore- tisch zumutbare Vollzeitpensum hochzurechnen. Hintergrund bildet der Umstand, dass sich die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerb stätigkeit gemäss Art. 27 bis Abs. 3 weiterhin nach Artikel 16 ATSG richtet, wonach für die Bemessung des Invalideneinkommens generell massgebend ist, welches Einkommen die versicherte Person – unabhängig von einer allfälligen Teilerwerbstätigkeit – zumutbarerweise noch zu erzielen in der Lage ist. Mithin verbie- tet es sich jedenfalls bei der in einer Verweistätigkeit vollständig arbeitsfähigen Versicherten, das Invalideneinkommen lediglich auf der Basis 50%-igen Pensums zu bemessen. Für die Zeit ab 1. Januar 2018 ist dem Einkommensvergleich demnach ein nominallohnindexiertes Invali- deneinkommen von Fr. 54‘492.-- zu Grunde zu legen (LSE 2014, TA1 Totalwert, Frauen, 12 x Fr. 4300.-- : 40 x 41,7 +1,3% x medizinisch zumutbares P ensum in leidensangepasster Tätig- keit von 100%). Auch das Valideneinkommen ist für die Zei t ab 1. Januar 2018 auf ein Vollpen- sum hochzurechnen (Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV; oben, Erwägung 2,5). Damit resultiert im erwerb- lichen Bereich ein IV-Grad von ebenfalls 38% (Validen einkommen Fr. 87‘944.-- versus Invali- deneinkommen Fr. 54‘492.--), respektive gewichtet auf der Basis eines 50%-Pensums von 19%. Für die Zeit ab 1. Januar 2018 hat die IV-Stell e schliesslich übersehen, weiterhin die Ein- schränkung im Haushalt von (gewichtet) 10,4% in ihrer Ren tenberechnung zu berücksichtigen (IV-Dok 73, S. 7, Tabelle, ad Haushalt). Damit ergib t sich für die Zeit ab Januar 2018 ein ge- wichteter IV-Grad von insgesamt ebenfalls 29% (19% + 10,4%). 5.3 Zusammenfassend wird der für einen Rentenanspruch ma ssgebende Schwellenwert von 40% ab 6. September 2016 unterschritten. Daran wür de auch ein allfälliger leidensbeding- ter Abzug beim Invalideneinkommen im maximal zulässigen Um fang von 25% nichts ändern. Weil die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit der Versich erten seit dem 6. September 2016 ge- mäss Art. 88a Abs. 1 IVV indessen erst nach Ablauf von d rei Monaten zu berücksichtigen ist, besitzt die Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. September 2016 bis und mit Ende Dezember 2016 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Ab Januar 20 17 entfällt hingegen ein Rentenan- spruch. Die angefochtene Verfügung erweist sich bei diese m Ergebnis als korrekt, und die da- gegen gerichtete Beschwerde ist abzuweisen. 6. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der R egel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei. Die Verfahrenskosten, welche praxisgemäss auf Fr. 800.-- festzusetzen sind, sind somit ihr aufzuer- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht legen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist keine Parteientschädigung auszurichten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem in gleicher Höh e geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.