<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalfonds oder einer anderen wissenschaftlichen Institution eine Studie darüber durchzuführen, wie sich Firmenverlegungen auf die Gesundheit der Arbeitnehmer auswirken.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Seit rund zehn Jahren führt die Globalisierung der Wirtschaftstätigkeit zu einer sehr raschen Zunahme des internationalen Handels, der Investitionen und der Finanzierungsflüsse. </p><p>Dieses Phänomen ruft in gewissen Kreisen Ängste bezüglich der Auswirkungen auf die Beschäftigung hervor. Viele Menschen befürchten, dass gewisse Auswirkungen der sich auch auf den Arbeitsmarkt ausdehnenden Globalisierung, wie beispielsweise die sehr rasche Entwicklung der internationalen Konkurrenz, grundlegende Änderungen der Arbeitsbedingungen bewirken und damit negative Folgen für die Gesundheit der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen haben könnten. Angesichts der Verstärkung der Konkurrenz versuchen Betriebe nämlich, ihre Kosten zu senken, indem sie Restrukturierungen vornehmen, die Anzahl der Beschäftigten reduzieren oder den Betrieb verlegen. Solche Massnahmen können sich auf die Gesundheit am Arbeitsplatz negativ auswirken. </p><p>Es stimmt, dass diese Entwicklung zahlreichen Forschern aufgefallen ist, die sich mit dem Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz befassen, weil sie neue Formen von physischen oder psychischen Beschwerden mit sich bringen kann. </p><p>Die Schweiz befindet sich auf diesem Forschungsgebiet nicht im Rückstand. Zurzeit werden verschiedene Studien durchgeführt, um die Auswirkungen neuer Formen der Arbeitsorganisation auf die Gesundheit der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen besser zu verstehen. Es handelt sich um breit angelegte Studien, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren erstrecken und darauf abzielen, das Phänomen so umfassend wie möglich zu erfassen. Zu erwähnen ist beispielsweise das Nationalfondsprojekt Aequas 1997-1999 (Arbeitserfahrungen und Lebensqualität), das sich ganz besonders mit den globalen Auswirkungen der Arbeit auf die aktive Schweizer Bevölkerung befasst. Auch die Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2000-2003 enthält ein Kapitel "Sektorielle Forschung: Gesundheit", das sich auf das Konzept des BAG "Schutz und Förderung der Gesundheit 2000-2003: Für eine Forschungspolitik auf dem Gebiet der Gesundheit" stützt. Dieses Konzept hat zwar die Lebensweise und deren Auswirkungen auf die individuelle Gesundheit im Auge, schlägt aber vor, das Schwergewicht der Forschungstätigkeit auf die Bereiche Sport, Ernährung und Gewalt/Aggression zu richten. Diese Themen haben nämlich in Bezug auf die Krankheitsursachen einen stärkeren und allgemeineren Einfluss auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung. </p><p>Der Bundesrat will sich diesen Problemen in keiner Art und Weise verschliessen. Die beschränkten personellen und finanziellen Ressourcen, die ihm zur Verfügung stehen, erlauben es ihm jedoch nicht, breit angelegte wissenschaftliche Studien für Projekte in Auftrag zu geben, denen nicht absolute Priorität zukommt. Zum Problem der Auswirkungen von Betriebsverlegungen auf die Gesundheit sind diesbezüglich zwei Bemerkungen anzubringen. Einerseits bleiben diese Auswirkungen in der Schweiz wegen der beschränkten Zahl der betroffenen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen relativ gering. Andererseits kommt diesem Element im Gesamtzusammenhang der Gesundheitsbeeinträchtigungen, welche auf Veränderungen der Arbeitsbedingungen zurückzuführen sind, nur eine beschränkte Bedeutung zu. Deshalb kann der Bundesrat, der angesichts der beschränkten Mittel Prioritäten setzen muss, eine wissenschaftliche Studie zum obgenannten Thema kurz- und mittelfristig nicht in Betracht ziehen. </p><p>Der Bundesrat wird jedoch die Probleme der Auswirkungen neuer Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit im Rahmen seiner Aktivitäten im Bereich des Arbeitnehmerschutzes weiter verfolgen und gegebenenfalls externe Forschungsvorhaben auf diesem Gebiet unterstützen.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.