<h2>SubmittedText<h2><p>In den vergangenen Jahren hat sich die Arbeitsmarktsituation rapide verbessert. Die günstige Konjunktur hat insbesondere zu einem erheblichen Rückgang der Arbeitslosigkeit geführt. Dieser quantitative Rückgang ging auch mit einer Veränderung ihres qualitativen Profils einher: Bei den Arbeitslosen nimmt der Anteil der schwer vermittelbaren zu. </p><p>In jüngster Zeit lag ein Schwerpunkt auf der schnellen Wiedereingliederung. Demgegenüber sollte mehr Wert auf Massnahmen gelegt werden, die eine dauerhafte Konsolidierung des Berufsprofils der Arbeitslosen fördern.</p><p>Inwiefern halten es der Bundesrat und vor allem das Seco für angebracht, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in dieser Hinsicht anzupassen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Durch den starken Rückgang der Arbeitslosigkeit in den letzten zwei Jahren ist eine Anpassung der arbeitsmartklichen Massnahmen unvermeidlich geworden. Die  von den Kantonen angebotenen arbeitsmarktlichen Massnahmen für Arbeitslose reduzierten sich um fast die Hälfte und sehen sich heute mit einem veränderten Zielpublikum konfrontiert. Heute geht es nicht mehr primär darum, die Arbeitsmarktfähigkeit zu erhalten, sondern diese überhaupt erst herzustellen, d. h., die Arbeitslosen an den Arbeitsmarkt heranzuführen.</p><p>Diese Anpassungen haben dazu geführt, dass vorwiegend diejenigen Institutionen weiterhin arbeitsmarktliche Massnahmen durchführen können, deren Massnahmen speziell auf das veränderte Zielpublikum ausgerichtet sind. Das Seco wacht darüber, dass die Qualität der Massnahmen dem Zielpublikum entsprechen, beispielsweise durch die Einführung von gemischten Massnahmen, wo Beschäftigungsteile mit Bildungsanteilen ergänzt werden. Eine Qualitätssteigerung hinsichtlich einer adressatengerechten Wiedereingliederungsstrategie erzielte das Seco auch mit der Einführung eines schweizerischen Qualitätszertifikates für Weiterbildungsinstitutionen (Eduqua), das auch im Bereich der arbeitsmarktlichen Massnahmen Anwendung findet.</p><p>Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des Seco ist im Weiteren die Intensivierung der interinstitutionellen Zusammenarbeit zwischen den Institutionen, die mit der beruflichen und sozialen Eingliederung von Personen betraut sind (IV, Suva, Sozialhilfe, Berufsberatung). Auf Antrag der nationalrätlichen Kommission für Wirtschaft und Abgaben hat der Bundesrat 1999 eine interdepartementale Arbeitsgruppe unter Federführung des Seco einberufen. Er hat sie beauftragt, den Sekundärarbeitsmarkt hinsichtlich seines Funktionierens, seiner Akteure und seiner Optimierungspotenziale zu untersuchen. Konkret schlug die Arbeitsgruppe in ihrem Bericht einen Katalog von Massnahmen vor, die in einer Pilotphase während einem Jahr durch interinstitutionelle Projekte erprobt werden sollen. In einer zweiten Phase sollen diejenigen Projekte, mit denen die besten Resultate erzielt wurden, institutionalisiert werden.</p><p>Spezielle Anstrengungen unternimmt das Seco im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit. In Form von Motivationssemestern wird angestrebt, Jugendlichen nach Abschluss ihrer obligatorischen Schulausbildung einen Ausbildungsweg aufzuzeigen und einen entsprechenden Ausbildungsplatz für sie zu finden. Auch bei den Motivationssemestern wird dem interinstitutionellen Ansatz nachgelebt, sind doch an der Durchführung und Finanzierung verschiedenste Jugendorganisationen beteiligt.</p><p>Abschliessend ist mit Blick auf das Gewichtungsschema der Wirkungsindikatoren der mit den Kantonen abgeschlossenen wirkungsorientierten Vereinbarung zu betonen, dass der Gegensatz einer raschen und dauerhaften Wiedereingliederung nur ein scheinbarer ist.</p><p>Eine durch das Seco in Auftrag gegebene Studie bezüglich der Evaluation des Einsatzes arbeitsmarktlicher Massnahmen stellte fest, dass bei schwer vermittelbaren Leistungsbezügern, die ohne intensiven Einsatz von arbeitsmarktlichen Massnahmen keine dauerhafte Anstellung finden, das Gewicht auf die nachhaltige (dauerhafte) Wiedereingliederung zu legen sei. Demgegenüber ist bei eher leicht vermittelbaren Leistungsbezügern auf eine rasche Reintegration in den Arbeitsmarkt hinzuwirken. Diese durch die Personalberater vorzunehmende Triage impliziert nun aber keineswegs, dass eine Strategie, welche die Dauerhaftigkeit betont, gleichzeitig nicht auch schnell sein kann. Allerdings bezieht sich die Schnelligkeit hier nicht auf eine Minimierung der Leistungsbezugsdauer, vielmehr geht es dabei um eine möglichst frühzeitige Intervention. Die Einschätzung eines Arbeitslosen sollte also möglichst zu einem frühen Zeitpunkt erfolgen, und die allenfalls notwendigen Massnahmen sind rasch einzuleiten. Durch eine konsequente Umsetzung dieser Strategie wird eine tiefere durchschnittliche Taggeldbezugsdauer erreicht, und auch die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in eine Anstellung sind deutlich höher, als wenn mit einer eingehenden Abklärung der individuellen Situation des Arbeitslosen länger zugewartet wird.</p>  Antwort des Bundesrates.