B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5536/2012 U r t e i l v o m 2 3 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Maurizio Greppi (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richter David Weiss, Gerichtsschreiber Yves Rubeli. Parteien A._______, vertreten durch lic. iur. Dieter Studer, Rechtsanwalt, Studer Anwälte AG, Hauptstrasse 11a, 8280 Kreuzlingen, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenrente (Revision); Verfügung der IVSTA vom 19. Oktober 2012. C-5536/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1967 geborene und in seiner Heimat wohnhafte deutsche Staatsa n- gehörige A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer) arbeitete als Grenzgänger in der Schweiz (IV -act. 1 S. 11). Ab 5. Januar 2004 war er als Call Agent in einem vollen Pensum bei der B._______ AG, Frauen- feld, angestellt (letzter effektiver Arbeitstag: 17. Juli 2004 [Arbeitgeberbe- richt vom 12. August 2005, IV-act. 4]). Am 28. Juli 2005 meldete sich der Beschwerdeführer unter Hinweis auf seit Juli 2004 bestehende Beschwerden nach Leistenbruch-Operation bei der schweizerischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (IV- act. 1). Die IV-Stelle des Kantons Thurgau traf erwerbliche und medizin i- sche Abklärungen. Insbesondere holte sie ein Gutachten von Dr. med. C._______, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Friedrichshafen, vom 9. Januar 2006 ein (IV-act. 27). Gestützt darauf und auf die Stellung- nahme von RAD-Arzt D._______, Facharzt für Chirurgie, vom 3. Februar 2006 (IV-act. 30) sprach die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA; im Folgenden auch: Vorinstanz) dem Beschwerdeführer mit Verfügungen vom 13. April 2006 rückwirkend vom 1. Juli 2005 bis 31. Dezember 2005 eine ganze Rente (Invaliditä tsgrad: 100 %) und ab 1. Januar 2006 eine Viertelsrente (Invalidi tätsgrad: 45 %) der Invali denversicherung zu (IV- act. 47). B. Eine im März 2009 anh and genommene amtliche Revision ergab keine rentenbeeinflussende Änderung (vgl. nervenä rztlich-sozialmedizinisches Gutachten von Dr. med. E._______, Facharzt für Neurologie und Psych i- atrie, zu Handen des Sozialgerichts Konstanz vom 21. Januar 2009 [IV - act. 68 S. 6 - 30] und Stellu ngnahme von RAD -Arzt Dr. F._______ vom 17. August 2009 [IV-act. 72 S. 3]), so dass der Anspruch auf eine Viertels- rente mit Mitteilung vom 3. Dezember 2009 bestätigt wurde (Invaliditäts- grad: 45 %; IV-act. 71). C. Am 1. Juni 2010 erlitt der Beschwerdeführer beim Training auf dem Lauf- band im Fitnessstudio (vgl. Unfallmeldung an die Schweizerische Unfal l- versicherungsanstalt [SUVA] vom 2. Juni 2010, IV -act. 79 S. 214) eine Verletzung des rechten Kniegelenks . In einer darauffolgenden arthrosk o- pischen Operation vom 16. Juni 2010 wurden freie Gelenkkörper entfernt bzw. lose Knorpelfragmente reseziert (vgl. Operationsbericht von C-5536/2012 Seite 3 Dr. med. G._______ , Arzt für Orthopädie, spezielle Orthopädische Ch i- rurgie, Konstanz, vom 16. Juni 2010 [IV-act. 79 S. 212 f., s. auch seinen weiteren Operationsbericht vom 19. April 2011, IV-act. 109 S. 37 f.] sowie die Stellungnahme von S UVA-Kreisarzt Prof. Dr. med. H._______, Fach- arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, vom 16. Dezember 2011 [IV - act. 90 S. 20 f.]). Am 15. Mai 2011 stürzte der Beschwerdeführer zu Hause auf der Treppe (vgl. Einspracheentscheid der SUVA vom 25. Januar 2012, IV-act. 90 S. 9 lit. D). Vom 8. Juni 2011 bis 12. August 2011 (mit Unterbruch vom 22. Juli bis 7 . August 2011, IV -act. 78 S. 1 – 11) weilte der Beschwerdeführer in der Rehaklinik I._______ (vgl. Austrittsberichte vom 7. Juli 2011 [über die Akutrehabilitation vom 8 . Juni 2011 bis 7. Juli 2011, IV-act. 79 S. 131 - 135] und vom 26. September 2011 [über die arbeitsorientierte Rehabilita- tion vom 7. Juli 2011 bis 12. August 2011 [IV-act. 78 S. 1 – 11]). Mit Ver- fügung vom 13. Oktober 2011 stellte die SUVA ihre Leistungen ein (ärztli- che Behandlungsmassnahmen bzw. Physiotherapie per 13. Oktober 2011 und Taggeldleistungen per 23. Oktober 2011 [IV-act. 80]). In ihrer Verf ü- gung hielt die SUVA fest, dass keine behandlungsbedürftigen Unfallfolgen mehr vorlägen und dem Beschwerdeführer seine angestammten Tätigkei- ten voll zumutbar seien (vgl. auch Einspracheentscheid der SUVA vom 25. Januar 2012, IV-act. 90 S. 10 lit. G). D. Im Oktober 2011 leitete die IV-Stelle des Kantons Thurgau erneut eine re- visionsweise Überprüfung d es Rentenanspruchs ein (vgl. IV -act. 81). Nach Einholung eines IK-Auszugs (IV-act. 88) sowie der Akten der SUVA (IV-act. 90 S. 1 - 291, vgl. auch IV-act. 79 S. 1 - 214) veranlasste sie eine Stellungnahme von Dr. med. J._______, Facharzt für Innere Medizin, in- terner medizinischer Fachdienst , vom 8. Mai 2012 (IV -act. 95). Gestützt darauf wurde dem Versicherten mit Vorbescheid vom 11. Juni 2012 (IV- act. 99) die Aufhebung der bish erigen Viertelsrente in Aussicht gestellt. Nach Kenntnisnahme der dagegen am 4. Juli 2012 erhobenen Einwände (IV-act. 102) und nach Einholung zusätzlicher medizinischer Unterlagen des Ärztlichen Dienstes der Arbeitsagentur Konstanz (IV-act. 109 S. 1 - 44) sowie einer weiteren Stellungnah me von Dr. J._______ vom 18. September 2012 (IV -act. 110) verfügte die IVSTA am 19. Oktober 2012 im angekündigten Sinne (Rentenaufhebung; unter Angabe einer zumutbaren vollen Arbeitsfähigkeit als Call -Agent bzw. in jeder anderen mittelschweren Tätigkeit [Invaliditätsgrad: 3 %; IV-act. 115 S. 4]). C-5536/2012 Seite 4 E. Gegen die Verfügung der IVSTA vom 19. Oktober 2012 erhob der B e- schwerdeführer am 27. Oktober 2012 (BVGer -act. 1) bzw. am 16. November 2012 (BVG er-act. 3) Beschwerde. In seinen Beschwerde- ergänzungen vom 16. Januar 2013 (BVGer-act. 7) und 26. Februar 2013 (BVGer-act. 11) liess der - nunmehr durch Rechtsanwalt Dieter Studer , Kreuzlingen, vertretene - Beschwerdeführer folgende Anträge stellen: 1. Die Verfügung vom 19. Oktober 2012 sei aufzuheben. 2. Es sei ihm auch ab 1. Dezember 2012 weiterhin mindestens eine Viertelsrente zuzusprechen und auszurichten. 3. Es seien berufliche Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen. 4. Eventualiter sei durch das Gericht eine mehrdisziplinäre Begut achtung anzuord- nen. 5. Subeventualiter sei die Sache zur ergänzenden Abklärung und anschliessender Neuverfügung an die Verwaltung zurückzuweisen. 6. Es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zuz u- sprechen und der unterzeichnete Rechtsanwalt sei ihm als Beistand zu bewill i- gen. Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2013 die A b- weisung der Beschwerde (BVGer-act. 13). Mit Eingabe vom 13. Juni 2013 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten (BVGer- act. 15). F. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, s o- weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Zu beurteilen ist die Beschwerde vom 27. Oktober 2012 gegen die Verfü- gung vom 19. Oktober 2012, mit we lcher die Vorinstanz di e bisherige Viertelsrente des Beschwerdeführers aufgehoben hat. 1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im We- sentlichen nach den Vorschriften des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bundesge - setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, C-5536/2012 Seite 5 SR 172.021 [vgl. auch Art. 37 VGG]) sowie des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1 [vgl. auch Art. 3 Bst. d bis VwVG]). Dabei finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln diejenigen Verfahrens - regeln Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeur teilung in Kraft stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2; vgl. auch Art. 53 Abs. 2 VGG). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern – wie vorliegend – keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Als Vori n- stanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört auch die IV -Stelle für Versicherte im Ausland, die mit Verfügungen über Leistungen der IV befindet (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenvers i- cherung [IVG, SR 831.20]). Das Bund esverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.3 Nach Art. 59 ATSG ist zur Beschwerdeführung vor dem Bundesve r- waltungsgericht legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interess e an deren Aufhebung oder Änderung hat (vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren als Partei tei l- genommen. Als Verfügungsadressat ist er durch die angefochtene Verf ü- gung besonders berührt und hat an deren Aufheb ung bzw. Änderung ein schutzwürdiges Interesse, weshalb auf die im Übrigen form - und fristge- recht eingereichte Beschwerde eingetreten werden kann (vgl. Art. 60 ATSG, Art. 21 Abs. 3, 52 Abs. 1 VwVG). 1.4 Gemäss Art. 40 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) ist bei Grenzgängern die IV - Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet diese eine Erwerbstätigkeit ausüben, zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen zuständig. Dies gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern si e bei der Anmeldung ihren ordentl i- chen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der G e- sundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen. Diese Kompetenzregelung ist nicht nur bei der erstmaligen, sondern auch bei der revisionsweisen Prüfung des Rentenanspruchs anzuwenden, s o- fern Versicherte den Wohnsitz nicht gewechselt, die Grenzzone nicht ver-C-5536/2012 Seite 6 lassen und den Arbeitsort nicht von einem Kanton in einen anderen ve r- schoben haben (Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenve r- sichrung [KSVI], Rz. 4008). Da vorliegend der Beschwerdeführer den Wohnsitz nicht gewechselt hat, war die IV -Stelle Thurgau für die revisionsweise Prüfung des Rentena n- spruchs zuständig. Die angefochten e Verfügung wurde zu Recht von der IVSTA erlassen. 2. 2.1 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens können die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie die Unangemessenheit des Entscheids gerügt we r- den (Art. 49 VwVG). 2.2 Die Vorinstanz begründete die rentenaufhebende Verfügung damit, dass sich der Gesundheitszustand bzw. die Arbeitsfähigkeit des B e- schwerdeführers verbessert habe, weil ihm spätest ens seit seinem Au s- tritt aus der Rehakl inik I._______ am 12. August 2011 seine Tätigkeit als Call-Agent bzw. jede andere mittelschwere Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Dabei verweist sie auf die Abklärungen der SUVA (namentlich den Austrittsbericht der Reh aklinik I._______ vom 26. September 2011 [IV - act. 78 S. 1 - 11]) und der Bundesagentur für Arbeit in Konstanz (IV - act. 109 S. 1 - 44) sowie auf die Stellungnahmen von Dr. J._______ (etwa vom 8. Mai 2012 [IV -act. 95] und vom 18. September 2012 [IV-act. 110 S. 1 - 6]). In ihrer Verfügung hielt die Vorinstanz fest, der Beschwerdefüh- rer könne zumutbarerweise ein Invalideneinkom men von Fr. 61'776.12 pro Jahr erzielen (ohne Leidensabzug). Dies führe bei einem Validenei n- kommen von Fr. 63'523.43 zu einem Invaliditä tsgrad von gerundet 3 %, weshalb der Beschwerdeführer keinen Rentenanspruch mehr habe. In ihrer Vernehmlassung verwies die Vorinstanz in medizinischer Hinsicht auf die wei tere Stellungnahme von Dr. J._______ vom 29. April 2013 (in BVGer-act. 13). Zudem wu rde festgeh alten, dass seit November 2012 - nach einem Unfaller eignis vom 10. August 2012 - wiederum eine vol l- ständige Arbeitsfähigkeit in der ange stammten Tätigkeit besteh e (Ve r- nehmlassung des Amtes für AHV und IV des Kantons Thurgau vom 18. Februar 2013, in BVGer-act. 13). C-5536/2012 Seite 7 2.3 Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Standpunkt, sein Gesundheitszustand habe sich nicht verändert, dieser werde von der Vorinstanz im aktuellen Revisionsverfahren bloss unterschiedlich beurteilt, was nicht zulässig sei. Es bestehe kein Grund für eine revisionsweise Einstellung der bisherigen Rente; es liege ein nicht vollständig willentlich überwindbares Schmerzsyndrom mit zahlre i- chen körperlichen Begleiterkrankungen - unter anderem im Leistenbe- reich (BVGer-act. 3, vgl. auch IV -act. 102 S. 1) - vor, wobei noch vor der angefochtenen Verfügung eine weitere Knieverletzung hinzugekommen sei (BVGer-act. 11 S. 12 Ziff. 18). Im Weiteren macht der Beschwerdefüh- rer geltend, die Vorinstanz habe ihm unabhängig dav on, ob er die bish e- rige Viertelsrente weiterhin beziehe oder nicht, berufliche Einglied e- rungsmassnahmen zuzusprechen (BVGer -act. 7 S. 4 Ziff. 2). Bei einer Revision nach den Schlussbestimmungen der 6. IV -Revision, erstes Massnahmenpaket, habe er Anspruch auf die bisherige Rente während längstens zwei Jahren und auf Wiedereingliederungsmassnahmen (BVGer-act. 11 S. 11 f. Ziff. 17). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger mit Wohn sitz in Deutschland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kra ft getretene Abkom- men vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitglieds- staaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist. 3.2 Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbe i- teten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II ("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Ve r- bindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien un- tereinander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu - und abwandern (nach folgend: Ver- ordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung Nr. 574/72 oder gleichwertige Vorschriften an. Diese sind am 1. April 2012 durch die Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Syst eme der sozialen Sicherheit s o- wie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung C-5536/2012 Seite 8 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit abgelöst worden. 3.3 Nach Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Personen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz als "Mitglie d- staat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnungen zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA). 3.4 Soweit das FZA bzw. die auf dieser Grundlage anwendbaren gemein- schaftsrechtlichen Rechtsakte keine abweichende n Bestimmungen vo r- sehen, ist mangels einer einschlägigen gemeinschaftsrechtlichen bzw. abkommensrechtlichen Regelung die Ausgestaltung des Verfahrens s o- wie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen einer schweizerischen Invalidenrente grundsätzlich Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung. Demnach bestimmt sich die Frage, ob weiterhin Anspruch auf Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung besteht, allein aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften. 4. In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1 und 131 V 11 E. 1). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Recht s- wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den ne u- en Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversich erungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitige n Verwaltungsverfügung (hier: 19. Oktober 2012) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). 5. In materiell-rechtlicher Hinsicht ist auf jene Bestimmungen des IVG und der IVV respektive des ATSG und der ATSV abzustellen, die für die Beur- teilung eines Rentenanspruchs jeweils relevant waren und in Kraft sta n- den. Vorliegend ist die Re ntenauszahlung ab dem 1. Dezember 2012 strittig, weshalb das IVG und die IVV in den Fassungen der 6. IV - Revision, erstes Massnahmenpaket (Revision 6a), anzuwenden sind (IVG C-5536/2012 Seite 9 in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], in Kraft seit 1. Januar 2012; die IVV in der entsprechenden Fassung). Da die 6. IV-Revision (erstes Massnahmenpaket) hinsichtlich Invalidität s- bemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2011 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin ma ssge- bend. 6. 6.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Inval i- dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähi gkeit ist der durch Beeinträchtigung der kö r- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder tei l- weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerb s- unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus obj ektiver Sicht nicht übe r- windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 6.2 6.2.1 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nic ht als Fo l- gen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenvers i- cherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbs- fähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Wi l- lens, die verbleibende Leistungsfähigk eit zu verwerten, abwenden kön n- te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer E r- werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung ve reinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als ange- nommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial -praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen). C-5536/2012 Seite 10 6.2.2 Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychi- schen Erkrankungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat una b- dingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachg e- wiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträch- tigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispiel s- weise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender f i- nanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund tre ten und das B e- schwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträcht i- gungen, welche von den belast enden soziokulturellen Faktoren herrü h- ren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende B e- funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Versti m- mungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fac h- medizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Le i- denszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu u n- terscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische St ö- rungen mit Auswirkungen auf die Arbeits - und Erwerbsfähigkeit sind u n- abdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hi n- reichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufge hen, ist kein inval i- disierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2). 6.2.3 Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende somat o- forme Schmerzstörung begründet al s solche noch keine Invalidität. Vie l- mehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behinde rn, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall an- hand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjährig er, chronifizierter Kran k- heitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne lä n- gerdauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer inne r-C-5536/2012 Seite 11 seelischer Verlauf ei ner an sich miss glückten, psychisch aber entlaste n- den Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeut i- schen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entspreche n- den Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraus- setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352). Diese im Bereich der somatoformen Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des inva- lidisierenden Charakters von Fibromyalgien (BGE 132 V 65 E. 4), diss o- ziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende), Chronic Fatigue Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5), bei dissoziativen Bewegungsstörungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4), bei einer HWS - Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare Funktion s- fälle (BGE 136 V 279) sowie bei nicht organischer Hypersomnie (BGE 137 V 64 E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen) analog angewendet, nicht hing e- gen, wenn sich die Frage nach der invalidisierenden Wirkung einer Cancer-related Fatigue stellt (BGE 139 V 346 E. 3 mit Hinweisen). 7. 7.1 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen ge- ben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von minde s- tens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 7.2 Viertelsrenten werden allerdings gemäss Art. 29 Abs. 4 IVG nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Sinn von Art. 13 ATSG in der Schweiz haben. Nach der Rechtsprechung des Ei d- genössischen Versicherungsgerichts (EVG, heute: Bundesgericht) stellt Art. 29 Abs. 4 IVG eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Gestützt auf das FZA können ind essen Angehöri-C-5536/2012 Seite 12 ge von EU -Staaten sowie dort lebende Schweizer Bürgerinnen und Bü r- ger ebenfalls eine Viertelsrente beanspruchen. 8. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Re n- tenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen od er auf Ge- such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufg e- hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesent- liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren tenanspruch zu beeinflussen. Insb e- sondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des G e- sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die e r- werblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu- standes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinwe i- sen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert geblie- benen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein g e- nommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung b e- ruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3. 2.3; Urteil des Bu n- desgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen). 9. 9.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere F achleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und b e- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die C-5536/2012 Seite 13 Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4). 9.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachte ns ist en t- scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die gekla g- ten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der med izinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a) 9.3 Auch den Berichten und Gutachten versicherungsintern er Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befra gte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objekt i- vität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht z u- kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin al- lerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c; zur Beweiskraft von Stellungnahmen der Regionalen Ärztlichen Diensten (RAD) vgl. etwa auch Bundesgerichtsurteil 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4; BGE 137 V 210 E. 1.2.1). 10. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung bildet vorliegend die - auf dem neurologischen und psychiatr i- schen Gutachten von Dr. C._______ vom 9. Januar 2006 (IV-act. 27) ba- sierende - rentenzusprechende Verfügung vom 14. April 2006. Denn die darauffolgende Rentenbestätigung vom 3. Dezember 2009 (IV-act. 71) beruht nicht auf einer genügenden Sachverhaltsabklärung inklusive einer präzisen Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Das (spätere) nervenärztlich-sozialmedizinische Gutachten von Dr. E._______ zu Handen des Sozialgerichts Konstanz vom 21. Januar 2009 hielt in Be- zug auf die Arbeitsfähigkeit des zuletzt als EDV -Administrator erwerbstä- tigen Beschwerdeführers einzig fest, dass entgegen früheren Gutachten C-5536/2012 Seite 14 (arbeitsmarktliches Gutachten vom 14. Juni 2006 und MDK-Gutachten vom 6. Juli 2007 ), welche ein vollschichtiges Leistungs vermögen ang e- geben hatten, keine volle Belastbarkeit gegeben sei bzw. der Beschwe r- deführer nicht mehr in der Lage sei, seinen Beruf normal auszuüben (vgl. IV-68 S. 27 ff. Ziff. 2 und 6 ). Im Weiteren verneinte d er RAD -Arzt Dr. F._______ am 17. August 2009 eine Veränderung des Gesundheit s- zustandes des Beschwerdeführers ("ähnliche Diagnosekonstellation und vergleichbare Befu nderhebung" wie im neurologischen und psychiatr i- schen Gutachten von Dr. C._______ vom 9. Januar 2006 [IV-act. 72 S. 3]). Laut Beurteilung des neurologischen und psychiatrischen Gutachtens von Dr. C._______ vom 9. Januar 2006 wurden seinerzeit folgende Diag no- sen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erho ben (Gutachten S. 8 Ziff. 4.1): - Neuralgieformes Schmerzsyndrom im Bereich der rechten Leiste nach OP und Rezidiv-OP einer Leistenhernie rechts (ICD-10 G57.2) - Persönlichkeitsstörung mit vor allem histrionischen Zügen (ICD -10 F60.4) - Depressive Episode, leichter Ausprägung (ICD-10 F32.0) Daraus resultierte eine (Rest -)Arbeitsfähigkeit von 60 % in angepassten Tätigkeiten (IV-act. 27 S. 8 f. Ziff. 5.1 f.). 11. 11.1 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Vorinstanz bei ihrer A n- nahme, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers , der am 1. Juni 2010 eine Knieverletzung beim Laufbandtraining erlitten habe, verbessert habe und ihm seit 12. August 2011 (Austritt aus der Rehaklinik I._______) seine Tätigkeit als Call-Agent sowie jede andere mittelschw e- re Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei, unter anderem auf Abklärungen der Rehaklinik I._______. 11.2 Im neuropsychologischen Untersuchungsbericht der Rehaklinik I._______ vom 15. Juli 2011 (gezeichnet: Dr. phil. K._______ und Psychi- ater Dr. L._______, IV-act. 90 S. 93 - 99) wurde ausgeführt, im Rahmen der neuropsycho logischen Abklärung vom 15. Juli 2011 habe der B e- schwerdeführer sehr unterschiedliche, teilweise auch inkonsistente Tes t- ergebnisse erzielt. Bei ausschl iesslicher Betrachtung des Testprofils wür- de man zum Schluss kommen, dass eine leichte bis mittelgradige neur o-C-5536/2012 Seite 15 psychologische Störung vorliege . D er Beschwerdeführer leide an einer Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne einer chronischen Schmerzst ö- rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD -10 F45.41). Im Vordergrund des klinischen Bildes stünden seit mehr als sechs Monaten bestehende Schmerzen im rechten Knie. Beim Beschwerdeführer sei ke i- ne weitere, komorbide psychische Störung - wie beispielsweise eine An- passungsstörung oder eine depressive Störung - anzunehmen. Der Be- schwerdeführer habe psychisch -affektiv durchaus gut kompensiert g e- wirkt. Seine Stimmungslage sei trotz Schmerzproblematik sogar eher hei- ter und fröhlich gewesen. In einem Selbstbeurtei lungsfragebogen zur Einschätzung der eigenen psychischen Befindlichkeit (Beck Depressions- Inventar) habe sich zwar ein Summenwert von 19 Punkten ergeben, was rein gemäss Auswertungskri terien auf die Möglichkeit des Vorliegens e i- ner leichten depressiven Sym ptomatik hinweise. Es sei jedoch anzune h- men, dass auch hier die beim Beschwerdeführer vorliegende Tendenz zur Verdeutlichung seiner Symptome zu einer Verzerrung des eigentlichen Beschwerdebildes mit erhöhter Darstellung des subjektiven Leidensdr u- ckes gefüh rt habe. In Bezug auf die Persönlichkeitsstruktur des B e- schwerdeführers (sogenannte Achse -II) sei festzuhalten, dass dieser im Rahmen der Abklärung und im offenen Gespräch durch erheblich narziss- tische, teilweise auch histrionische Züge au fgefallen sei. De r Beschwer- deführer habe mehrfach erwähnt, dass er über einen überdurchschnittl i- chen IQ verfüge, dass Europa ihm die Existenz der DVD verdanke, nac h- dem er diese im Jahre 1996 mit einem Geschäftskollegen eingeführt h a- be. Auch habe er seine früheren sportlich en "Exploits" betont und sich seiner Erfolge im Rahmen von Schlägereien gerühmt. Insgesamt hätten die Egozentrik, die Selbstbezogenheit und das Verlangen nach Anerke n- nung und Aufmerksamkeit jedoch nicht ein solches Ausmass erreicht, als dass von einer Pers önlichkeitsstörung von Krankheitswert, sondern eher von akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD -10 Z73.1) auszugehen sei. Sicherlich seien die Schilderungen des Beschwerdeführers in Bezug auf seine vor einigen Wochen aufgetretenen Konzentrations - und Ge dächt- nisprobleme auch vor dem Hintergrund dieser auffälligen Persönlichkeits- struktur mit anhaltendem Verlangen nach Aufmerksamkeit zu interpreti e- ren. Die nach Angabe des Beschwerdeführers erst einige Wochen nach dem Treppensturz bzw. nach der möglichen leicht en traumatischen Hirn- verletzung aufgetretenen Konzentrations- und Gedächtnisprobleme wü r- den gegen einen kausalen Zusammenhang mit dem Unfall sprechen. Ein solch stark verzögertes A uftreten von Beschwerden entspre che keine s- wegs einem üblichen Verlauf nach E rleiden einer leichten traumatischen Hirnverletzung. Für gewöhnlich träten die Beschwerden direkt oder innert C-5536/2012 Seite 16 weniger Stunden nach dem Unfall auf, würden einige Tage oder Wochen anhalten, um dann normalerweise wieder gänzlich zu verschwin den. Ein verzögertes Auftreten der Beschwerden wäre höchstens in Zusamme n- hang mit dem Erleiden einer strukturellen Verletzung des Gehirns verei n- bar. Gemäss den Befunden der Schädel -MRI vom 20. Juli 2011 habe der Beschwerdeführer jedoch keinerlei strukturelle Hirnschädigung erlitten. In ihrer Stellungnahme zur beruflichen Funktionsfähigkeit hielten die Dres. K._______ und L._______ fest (IV-act. 90 S. 99 Mitte), aus neuropsycho- logischer Sicht bestehe keine Einschränkung. 11.3 Im neurologischen Konsilium der Rehaklinik I._______ vom 22. Juli 2011 (IV-act. 90 S. 90 ff.) wurde eine abschliessende Beurteilung noch nicht für möglich erachtet. 11.4 Im neurootologischen Untersuchungsbericht der Rehaklinik I._______ vom 10. August 2011 hielt Dr. med. M._______, Facharzt für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, fest, aus rein ohrenärztlicher Sicht könne dem Beschwerdeführer seine Tätigkeit als IT -Supporter bzw. Call- Agent voll zugemutet werden (IV-act. 79 S. 22 f.). 11.5 Der Psychiater Dr. L._______, Rehaklinik I._______, verneinte nach einem (einmaligen) Beratungsgespräch vom 11. August 2011 in seinem Psychosomatischen Konsilium vom 22. August 2011 (IV-act. 79 S. 18 ff.), welches zwecks Zweitmeinung bei schwierigem Verhalten im Rehabilit a- tionsverlauf eingeholt wurde, das Vorliegen einer psychopathologischen Störung. Dr. L._______ diagnostizierte jedoch akzentuierte Persönlic h- keitszüge in Form von hoher Aktivität, Ungeduld, leicht Anstoss nehmend, grossem Mitteilungsbedürfnis mit beschleunigtem Gedankengang (ICD - 10 Z73.1). 11.6 Der Oberarzt Dr . med. N._______ von der Uniklinik O._______ nannte in seinem orthopädischen Bericht vom 13. September 2011 (auf Zuweisung der Rehaklinik I._______ für eine Zweitmeinung, IV -act. 90 S. 100 ff.) als Diagnosen unklare Schmerzen im Bereich des Knies rechts mit subjektiver Instabilität bei - Status nach Kniedistorsion rechts am 1. Juni 2010 (beim Laufbandtraining) - Status nach KAS rechts am 16. Juni 2010 (fecit Dr. G._______): Fissur zentraler Femurkondylus, Resektion loser Knorpelanteile - Status nach KAS rechts am 19. April 2011 (fecit Dr. G._______): partielle Syn o- vektomie, Knorpelshaving retropatellär und medialer Femurkondylus C-5536/2012 Seite 17 Dr. N._______ empfahl eine therapeutische Kniegelenksinfiltrati on, we l- che keine operativ bedürftige Pathologie ergab ( Berichte vom 13. und 17. Oktober 2011 [IV-act. 90 S. 51 ff. und IV-act. 109 S. 35 f.]). 11.7 Im Austrittsbericht der Rehaklinik I._______ vom 26. September 2011 (gezeichnet: Med. pract. P ._______, Spitalfachär ztin, und Med. pract. Q._______ , Oberarzt Arbeitsorientierte Rehabili tation), wu r- den (zusammenfassend) folgende (Haupt-)Diagnosen genannt (IV-act. 78 S. 1 f.): - Unfall vom 1. Juni 2010: Beim Laufbandtraining gestolpert und das rechte Knie geprellt, Kniekontusion rechts - Unfall vom 15. Mai 2011: Treppensturz zu Hause (eigenanamnestische Angabe): Fragliche Schädelkontusion, subjektive Störung von Konzentration und Gedäch t- nis - Arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt (ED 05/2011) Als "Probleme bei Austritt" wurden genannt (IV-act. 78 S. 2): 1. Erhebliche Symptomausweitung 2. Bewegungs- und Belastungsschmerz Knie rechts, minimal verbessert bei Austritt 3. Zuhilfenahme einer Gehstütze rechts 4. Unsicherheitsgefühl Knie rechts, auch beim Gehen in der Ebene 5. Taubheitsgefühl am lateralen Fussrand und im Bereich der Grosszehe rechts 6. Subjektiv Störung von Konzentration und Gedächtnis seit dem angegebenen Treppensturz vom 15. Mai 2011 Aus unfallkausaler Sicht ergab sich folgende Zumutbarkeitsbeurteilung (IV-act. 78 S. 3): Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeit aus psych iatrischer und neuropsychologischer Sicht: Es liegt keine psychopathologische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könnte. Zumutbarkeit für die berufliche Tätigkeit als Call -Center-Agent (gekündigt per 31. August 2011): Ar beitszeit: Ganztags. Spezielle Einschränkungen: Keine. Ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit 100 % ab 13. August 2011 bis zur Ko n- siliaruntersuchung am 1. September 2011 in der Uniklinik O._______ (Zweitmeinung). Zumutbarkeit für andere berufliche Tätigke iten: (Aktuell) mindestens mittelschwere Arbeit. Arbeitszeit: Ganztags. Spezielle Ei n- schränkungen: Aktuell ohne Kniezwangspositionen wie Knien oder in der Hocke. Es ist von einer weiteren Verbesserung im Verlauf der nächsten zwei Monate auszugehen, sodass dann wieder alle Arbeiten ohne Einschrän kun- gen zugemutet werden können. C-5536/2012 Seite 18 11.8 In seiner Aktenbeurteilung vom 16. Dezember 2011 (IV-act. 90 S. 20 f.) hielt der SUVA-Kreisarzt Dr. H._______ fest, bis auf die entfer n- ten freien Gelenkkörper und einen kleinen Knorpelschaden könnten kei- nerlei pathologischen Befunde im rechten Kniegelenk festgestellt werden. Dem stehe ein subjektiv beklagter Schmerzbefund gegenüber, der sich nicht durch medizinische Fakten belegen lasse. Aus kreisärztlicher Sicht bestünden im konkreten Fall erhebliche Diskrepanzen zwischen den sub- jektiv geklagten Beschwerden und dem mediz inisch objektivierbaren B e- fund. 11.9 Auf Einwand des Beschwerdeführers holte das Amt für AHV und IV des Kantons Thurgau von der Bundesagentur für Arbeit in Kon stanz wei- tere medizinische Akten ein (IV-act. 109 S. 1 - 44). 11.10 Der Diplom -Psychologe R._______ führte i n seinem psychologi- schen Gutachten vom 14. November 2011 betreffend Eignung des B e- schwerdeführers zur Au sbildung zum IT -System-Kaufmann aus, der B e- schwerdeführer habe in der Untersuchung durchaus kooperativ und mot i- viert mitgearbeitet. Er verfüge über einen differenzierten Wortschatz und habe manchmal im Reden etwas gebremst werden müssen. Auch sche i- ne er über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein zu verfügen. Er habe von einer Legasthenie berichtet, die durch die Untersuchung nicht habe be s- tätigt werden können . Zudem habe der Beschwerdeführer ein eing e- schränktes räumliches Sehvermögen angegeben. Die Ergebnis se der eignungspsychologischen Untersuchung lägen überwiegend auf befried i- gendem, teilweise überdurchschnittlichem Niveau im Vergleich zur Gru p- pe altersgleicher Erwachsener . Der Beschwerdeführer verfüge über ein gutes formal - und befriedigendes zahlenlogisches Denkvermögen. Das Sprachverständnis sei gut durchschnittlich ausgeprägt, Lücken hätte n sich allerdings in der Rechts chreibung gezeigt. Im Umgang mit Massei n- heiten, einfachen Dreisatz-, Prozent- und Zinsrechenaufgaben sei er ge- übt. Gleichungen und Formelum stellungen seie n ihm nicht bekannt ge- wesen. Bei textgebundenen Rechenaufgaben habe er befriedigende Leis- tungen erreicht. Er könne auf ein durchschnittliches mechanisch - technisches Verständnis zurückgreifen. Mit den Aufgaben zum zeichner i- schen Geschick und mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen habe er Schwierigkeiten. Unter Zeitdruck arbeite er befriedigend und schnell bei sehr guter Sorgfalt. Die kurzfristige Merkfähigkeit für schriftliche Inhalte sei als noch durchschnittlich einzustufen. Insgesamt sei beim Beschwe r- deführer noch von einer Eignung für die angestrebte Umschulung zum IT- Systemkaufmann auszugehen (IV-act. 109 S. 39 f.). C-5536/2012 Seite 19 11.11 Dr. J._______ hielt in seiner Aktenbeurteilung vom 8. Mai 2012 fest (IV-act. 95 S. 14), der Beschwerdeführer habe sich 2011 mehrere W o- chen in der Rehaklinik I._______ aufgehalten und sich dort verschiedens- ten Untersuchungen unterzogen. Zu keinem Zeitpunkt habe er über B e- schwerden in der Leiste geklagt, so dass mit überwiegender Wahrschei n- lichkeit davon ausgegangen werden könne, dass diese Beschwerden nicht mehr relevant seien. Der Beschwerdeführer unterstreiche seine B e- schwerdefreiheit damit, dass er nach eigenen Angaben seit Jahren viele Stunden im Fitnessstudio Sport treiben könne. Im September 2011 habe er sogar einen Jahresvertrag für e in Fitnessstudio unterschrieben. In Übereinstimmung mit diesen Überlegungen hätten die Untersucher und Behandler der Rehaklinik I._______ bestätigt, dass dem Beschwerdefüh- rer eine vollschichtige Arbeit als Call-Agent oder jede andere mittelschwe- re Tätigkeit zugemutet werden könne. Dr. L._______ von der Rehaklinik I._______ habe auffällige Persönlichkeitszüge festgehalten, aber kei ne weitere wesentliche psychische Störung diagnostiziert. Eine Leistung s- einschränkung aus psychiatrischer Sicht liege nicht vor. 11.12 In seinem Bericht vom 31. Juli 2012 hielt Dr. med. S._______, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, T._______, anamnestisch ein Sturzereignis vom 25. Juli 2012 fest und diagnostizierte eine Handg e- lenksdistorsion links (in BVGer-act. 13). 11.13 Am 10. August 2012 erlitt der Beschwerdeführer einen Verkehrsun- fall, bei welchem er sich am linken Knie verletzte (vgl. IV-act. 105). Die behandelnden Ärzte der Klinik T._______ hielten in ihrem Bericht vom 21. August 2012 über die stationäre Behandlung vom 20. bis 24. A ugust 2012 als Diagnosen eine komplette intraligmentäre VKB [Vorderes Kreuzband] Ruptur links, Synovitis linkes Kniegelenk und eine intralig a- mentäre Innen bandruptur links fest . D en von ihnen durchgeführten Ei n- griff bezeichneten sie als arthroskopische vordere Kreuz band- Ersatzplastik, Fixierung und arthroskopische Te ilsynovektomie linkes Kniegelenk (BVGer-act. 3 Beilage). 11.14 Dr. J._______ erklärte in seiner Stellungnahme vom 18. September 2012 (IV-act. 110 S. 1 - 6), der Beschwerdeführer erhalte wegen einer psychischen Gesundheitsstörung, die 2006 gutachterlich diagnostiziert worden sei, eine Viertelsrente. In seiner ersten Stellungnahme vom 8. Mai 2012 (IV-act. 95) habe er festgehalten, dass dem Beschwerdeführer eine vollschichtige Arbeit als Call-Agent oder jede andere mittelschwere Tätig- keit zugemutet werden könne, weil eine relevante gesundheitliche St ö-C-5536/2012 Seite 20 rung nicht mehr habe nachgewiesen werden können. Zugrunde gelegen hätten die Aus sagen von Dr. L._______ von der Rehaklinik I._______, der zwar auffällige P ersönlichkeitszüge aber keine weitere wesentliche psychische Störung habe diagnostizieren können. Auch die Zusatzkrit e- rien seien nicht erfüllt gewesen. Eine Besserung des Gesundheitszusta n- des sei eingetreten und eine Leistungseinschränkung aus psychiatrisc her Sicht habe nicht mehr vorgelegen. Aus den Unterlagen der Arbeitsagentur Konstanz gehe hervor, dass der Beschwerdeführer auch bei der deu t- schen Agentur für Arbeit in Konstanz gutachterlich beurteilt worden sei. Insgesamt drei Mal in den Jahren 2006, 200 8 und 2012. Eine dazu e r- gänzende psychiatrische Untersuchung (8/2008) habe keine relevante psychiatrische Diagnose unabhängig v om Schmerzsyndrom ergeben . In allen Leistungsbeurteilungen sei enthalten, dass der Beschwerdeführer in vollem Umfang arbeitsfähig sei. Die letzte Begutachtung von Februar 2012 habe sogar eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit in einer mittelschw e- ren Tätigkeit ausgewiesen . Die Call -Agent-Tätigkeit sei eine körperlich sehr leichte Arbeit, weshalb sie ihm ebenfalls in vollem Umfang zumut bar sei. Eine Änderung der medizinischen Einschätzung ergebe sich durch die zusätzlich nachgereichten Berichte nicht. 11.15 Im nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung (vom 19. Oktober 2012, IV-act. 115) verfassten Befund- und Entlassbericht der Klinik V._______ vom 8. November 2012 über die stationäre Behandlung vom 18. Oktober 2012 bis 7. November 2 012 wurde folgende (Unfall- )Diagnosen genannt (in BVGer-act. 13 S. 1): - Anhaltende Schmerzsymptomatik und Bewegungseinschränkung mit Streckdef i- zit des linken Kniegelenks nach stattgehabter vorderer Kreuzbandplastik vom 21. August 2012 im Krankenhaus T._______ mittels Semitendin o- sus/Gracilissehnentransfer und Fixierung durch Crosspins - Weiterhin Gefühlsstörungen am medialen Fussrand und über der Zehe D1 - Zustand nach Innenbandruptur links Anamnestisch wurde festgehalten, der Beschwerdeführer habe berichtet, dass ihm am 10. August 2012 ein Pkw in sein drei-rädriges Motorrad (Tri- ke) gefahren sei. Die MRT-Diagnostik zeigte eine vordere Kreuzbandru p- tur sowie einen Inn enbandabriss am linken Femuranteil. Am 21. August 2012 sei im Krankenhaus T._______ eine vordere Kreuzbandersatzplastik erfolgt. Aufgrund unveränderter Schmerzen sei der Beschwerdeführer ab 18. Oktober 2012 stationäre behandelt worden. Über den Verlauf der sta- tionären Heilbehandlung wurde berichtet , der Beschwerdeführer sei am C-5536/2012 Seite 21 5. November 2012 mit deutlich gebesserter Schmerzsymptoma tik e r- schienen. Nach eigenen Angaben hätten ihm daheim durchgeführte Aku- punktursitzungen die Beschwerden nahezu ge nommen. Er könne nun auch das linke Bein nahezu voll belasten . Bei einem ärztlichen Gespräch habe der Beschwerdeführer die Vollbelastung beidseits ohne jegliche Gehstütze für ungefähr zehn Meter demonstriert (a.a.O. S. 4). In Bezug auf die Arbeits fähigkeit wurde festgehalten, zum aktuellen Zeitpunkt sei der Beschwerdeführer aufgrund seiner Unfallverletzung im Rahmen se i- ner Umschulungstätigkeit zum IT-Systemkaufmann noch nicht vollständig arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeit müsse nach spätestens vier Wochen neu evaluiert werden ( a.a.O. S. 8) bzw. eine Arbeitstätig keit im Rahmen einer Umschulungstätigkeit sei nach vier Wochen möglich ( a.a.O. S. 2 "Procedere"). 11.16 Im Bericht der Klinik W._______, vom 18. Januar 2013 wurden fol- gende Diagnosen genannt (BVGer-act. 11 Beilage 1): Verdacht auf Arthrofibrose linkes Kniegelenk, Zustand nach VKB-Plastik linkes Kniege- lenk (T._______). 11.17 Im MRT des linken Handgelenks vom 23. Januar 2013 wurde als Befund eine zentrale Perforation des Diskus ulnocarpalis im radial en An- teil sowie umschriebene Synovialiti s im ulnaren Anteil angegeben . Hi n- weise auf eine grössere Ruptur fanden sich nicht. Genannt wurde auch eine beginnende Arthrose im Radioulnargelenk und ein kleines dorsal ge- legenes Ganglion (BVGer-act. 11 Beilage 2). 11.18 Am 25. Januar 2013 wurde der Beschwerdeführer i n der Klinik W._______, am linken Knie operiert ( Operationsbericht vom 30. Januar 2013, BVGer-act. 11 Beilage 3). 11.19 In seiner Stellung nahme vom 4. Februar 2013 erklärte Dr. J._______ (Verlaufsprotokoll S. 6, in BVGer-act. 13), der Beschwerde- führer mache geltend, dass er im Sommer des vergangenen Jahres einen Verkehrsunfall mit erheblichen Verletzungen erlitten habe, die nicht b e- rücksichtigt worden seien. Die zum damaligen Zeitpunkt von der Arbeit s- agentur Konstanz eingeholten Berichte hätten keine Hinweise auf ein Un- fallereignis enthalten. Im Rahmen der Behandlung des Unfallschadens in der Klinik V._______ (Bericht vom 8. November 2012, in BVGer -act. 13) habe eine gute Verbesserung der Funktion und eine Schmerzred uktion erzielt werden können. Der Beschwerdeführer habe die Rehabilitation s- behandlung Anfang November 2012 gegen ärztlichen Rat vorzeitig a b-C-5536/2012 Seite 22 gebrochen, als er nach einem Wochenende zu Hause nahezu beschwer- defrei in die Klinik zurückgekommen sei. Er habe fast vollständig belaste- ten und ohne Gehilfe gehen können, was er den Ärzten demonstriert h a- be. Eine deutliche Besserung sei offensichtlich eingetreten. Bei der ang e- stammten Tätigkeit des Beschwerdeführers in einem Call -Center handle es sich um eine leichte, sitzende Tätigkeit ohne Belastung des Knies. Deshalb könne ihm diese Tätigkeit, die ihm schon vor dem Unfall zumu t- bar gewesen sei, auch danach in vollem Umfang abverlangt werden. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei dieser Tätigkeit liege weiterhin nicht vor. Von einer weiteren funktionellen und belastbaren Besserung der Knieläsion sei auszugehen. 11.20 In seiner letzten Stellungnahme vom 29. April 2013 erklärte Dr. J._______, es könne sich vorliegend nicht um einen Schlussbesti m- mungs-Fall handeln, da eine somatische Schädigung des Bewegungs - und Stützapparates , speziell des linken Knies , vorhanden sei. Diese Schädigung habe keine Auswirkung auf die angestammte Tätigkeit als Call-Center-Mitarbeiter, welche ausschliesslich im Sitzen erfolge. Auch Personen mit Beinlähmung bzw. Amputation könnten diese Tätigkeit aus- üben (in BVGer-act. 13). 12. Vorliegend geht die Vorinstanz davon aus, dass beim Beschwerdeführer nach seinem Verkehrsunfall vom 10. August 2012 ab November 2012 im Zeitpunkt der Renteneinstel lung ( per Ende November 20 12) wiederum eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tä tigkeit bestan- den habe (vgl. etwa Vernehmlassung des Amtes für AHV und IV des Kan- tons Thurgau vom 18. Februar 2013, in BVGer -act. 13). Auch der Versi- cherungsarzt Dr. J._______ hielt in seiner letzten Aktenbeurteilung vom 29. April 2013 fest, dass die Kniebeschwerden links keine Auswirkung auf die sitzende Tätigkeit des Beschwerdefü hrers in einem Call -Center hä t- ten. Entgegen der Vorinstanz können jedoch insbesondere die geklagten Kniebeschwerden links im Zeitpunkt der Rentenaufhebung nicht als me- dizinisch genügend abgeklärt betrachtet werden. Denn die behandelnden Ärzte der Klinik V._______ hielten diesbezüglich - nachdem der B e- schwerdeführer die Vollbelastung beidseits o hne jegliche Gehstütze für ungefähr zehn Meter demonstriert hatte - noch am 8. November 2012 abweichend eine nicht vollständi g vorhande ne Arbeitsfähigkeit fest ( in Bezug auf die Umschulungstätigkeit zum IT-Systemkaufmann), wobei sie C-5536/2012 Seite 23 eine Neuevaluation spätestens nach vier Wochen empfahlen (Befund- und Entlassbericht in BVGer-act. 13). Zudem ist zu berücksichtigen, dass der behandelnde Orthopäde Dr. G._______ dem Beschwerdeführer auf- grund einer zusätzlichen Verletzung an der linken Hand noch am 30. November 2012 ein ärztlich es Attest für einen Rollator aus stellte (in BVGer-act. 11 Beilage 4) und der Beschwerdeführer am 25. Januar 2013 erneut am linken Knie operiert wurde (BVGer-act. 11 Beilage 3) . Un ter diesen Umständen vermögen die blossen Aktenbeurteilungen des medi- zinischen Dienstes nicht zu genü gen, sondern es rechtfertigt sich eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers, bei welcher auch das geltend gemachte andauernde Leiden im Bereich der Leiste zu prüfen ist (bei Rentenzusprache: neuralgieformes Schmerzsyndrom im Bereich der rechten Leiste), auch wenn - wie die Vorinstanz richtig be merkte - wäh- rend des Rehabilitationsaufenthaltes in der Rehaklinik I._______ die Kniebeschwerden rechts im Vordergrund gestanden haben ( IV-act. 90 S. 97 Mitte). Da bei Rentenzusprache auch psychische Beschwerden berücksichtigt worden waren und da auch im neuropsychologischen Untersuchungsb e- richt der Rehaklinik I._______ vom 15. Juli 2011 noch eine Schmerzver- arbeitungsstörung angegeben wurde (IV-act. 90 S. 5 Mitte, vgl. auch ne r- venärztlich-sozialmedizinisches Gutachten von Dr. E._______ zu Handen des Sozialgerichts Konstanz vom 21. Januar 2009, in welchem allerdings eine deutliche Besserung des Schmerzsyndroms unter multimodal er Schmerztherapie erwartet worden war [IV -act. 68 S. 28 Ziff. 3]), drängt sich auch eine umfassende psychiatrische Untersuchung auf. Die se hat in Kenntnis aller somatischen Befunde zu erfolgen und der begutachten- de Arzt oder die begutachtende Ärztin hat sich bei Vorliegen eines etwai- gen ätiologisch unklaren syndromalen Zustandes auch dazu zu äussern, ob eine psychische Komorbidität oder weitere Umstände gegeben sind, welche die Schmerzbewältigung im Hinblick auf eine erwerbliche Tätigkeit behindern (vgl. zu den einzelnen Kriterien vorstehende E. 6.3, siehe auch Urteil des Bundesgerichts 9C_482/2010 vom 21. September 2010 E. 4.3). Diese Rückweisung an die Vorinstanz erfolgt in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). C-5536/2012 Seite 24 13. Bei dieser insgesamt unklaren und vor allem unvollständigen medizin i- schen Aktenlage lässt sich nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine Besserung des Gesundheitszustandes des B e- schwerdeführers feststellen. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung vom 19. Oktober 2012 aufgehoben und die Sache an die IVSTA zurückgewiesen wird, damit diese, nach Durchfü h- rung einer interdisziplinären Gesamtbegutachtung des Beschwerdefü h- rers (in orthopädisch/rheumatologischer, neurologischer und psychiatr i- scher Hinsicht unter Berücksichtigung der bereits eingeholten Berichte) die Frage, ob seit 2006 eine Besserung des Gesundheitszustandes ei n- getreten ist, abkläre und anschliessend neu verfüge. 14. Soweit der Beschwerdeführer weiter geltend macht, die Vorinstanz habe ihm unabhängig davon, ob er die bisherige Viertelsrente weiterhin bezi e- he oder nicht, berufliche Eingliederungsmassnahmen zuzusprec hen (BVGer-act. 7 S. 4 Ziff. 2), fehlt es für einen Entscheid über den entspr e- chenden Anspruch an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a), da die Vorinstanz einzig über den Rentenanspruch verfügte, weshalb i n- soweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. Anzumerken bleibt, dass die Vorinstanz die vorliegende Rentenaufh e- bung nicht auf die 6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket (Revision 6a) stützte, bei welcher Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a IVG zu prüfen wären (Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 lit. a). 15. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 15.1 Da eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der beschwerd e- führenden Partei gilt, sind weder dem Beschw erdeführer noch der Vori n- stanz Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 e contrario und 2 VwVG; vgl. BGE 132 V 215 E. 6.1). 15.2 Der durch einen schweizerischen Anwalt vertretene Beschwerdefüh- rer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die von der Vorinstanz zu C-5536/2012 Seite 25 leisten ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (14 Abs. 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenku n- digen Aufwandes des anwaltlichen Vertreters wird die Parteientschäd i- gung inklusive Auslagenersatz auf Fr. 2'800.– festgesetzt (Art. 10 VGKE). 15.3 Bei diesem Ergebnis wird der am 27. Oktober 2012 gestellte und mit Beschwerdeergänzung vom 16. Januar 2013 erneuerte Antrag auf unen t- geltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung gegenstandslos. C-5536/2012 Seite 26 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird , soweit darauf eingetreten wird, in dem Sinne gu t- geheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 19. Oktober 2012 auf- gehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Ren- tenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dem Beschwerdeführer wird eine von der Vorinstanz zu leistende Parte i- entschädigung von Fr. 2'800.– zugesprochen. 4. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeistän- dung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 5. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Maurizio Greppi Yves Rubeli C-5536/2012 Seite 27 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: