Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. Juli 2020 (715 19 302 / 159) ___________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschrei berin Christina Markie- wicz Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Die 1969 geborene A.____ schloss im Mai 2015 ihr S tudium ab. Seit August 2001 arbei- tete sie als Dolmetscherin und Übersetzerin auf Abruf b eim B.____ und seit März 2011 war sie bei C.____ teilzeit im Stundenlohn als Chatmaster tä tig. Vom 1. November 2018 bis 31. Januar 2019 absolvierte sie überdies ein Volontariat am D.____. Die Stelle als Chatmaster kündigte sie am 31. Dezember 2018 per 31. Januar 2019. Am 11. Januar 2019 meldete sie sich beim Regio- nalen Arbeitsvermittlungszentrum zur Arbeitsvermittlung an und stellte am 15. Januar 2019 An- trag auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Februar 2019. Mit Verfügung vom 21. März 2019 stellte Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Öffentliche Arbeitslosenkasse (Kasse) die Versicherte w egen selbstverschuldeter Arbeitslo- sigkeit für 36 Tage in der Anspruchsberechtigung ab 1. Februar 2019 ein. Begründet wurde die Einstellung damit, dass die Versicherte die Stelle als Chatmaster gekündigt habe, ohne dass ihr eine neue Stelle zugesichert gewesen sei. Daran hielt die Kasse mit Einspracheentscheid vom 23. Juli 2019 fest. B. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 13. Septemb er 2019 Beschwerde ans Kan- tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Sie be antragte, der angefochtene Einsprache- entscheid sei aufzuheben und es sei von einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit abzusehen. Eventualiter seien die verfügten 36 Einstelltage angemessen zu reduzieren. In formeller Hinsicht machte sie eine Verletzung des rechtlichen Ge- hörs geltend, da sie vor Verfügung der Einstelltage nicht ordnungsgemäss zum Kündigungsgrund und zur Dauer der Einstellung habe Stellung nehmen können. Das zunehmende Alter, die Sorge um ihre Gesundheit, der unsichere Verdienst und die ständige Abrufbereitschaft hätten sie bewo- gen, die Anstellung bei C.____ zu kündigen und eine S telle als Juristin zu suchen. Mit ihrem Chatmaster-Studentenjob auf Abruf habe sie keine beruflichen und wirtschaftlichen Perspektiven gesehen. Da sie bereits 50 Jahre alt sei, habe sie handeln müssen. C. Mit Vernehmlassung vom 2. Dezember 2019 beantragt e die Kasse die Abweisung der Beschwerde. Soweit die Beschwerdeführerin eine Verlet zung des rechtlichen Gehörs geltend mache, sei festzuhalten, dass die Kasse ihr – nachdem sie den ersten Fragebogen zum rechtli- chen Gehör nicht erhalten habe – ein zweites Formular ü bermittelt habe. Da sie nicht innerhalb der gesetzten Frist reagiert habe, sei die Einstellungsve rfügung erlassen worden. Obwohl die Versicherte das rechtliche Gehör nicht innert der gesetzten Frist wahrgenommen habe, habe sie doch in ihrem Gesuch vom 19. März 2019 und in ihrer Einsprache vom 17. April 2019 ausführlich zur selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit bzw. zur Kündigung und zu den Einstelltagen Stellung genommen. Eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs sei jedenfalls im Rahmen des Ein- spracheverfahrens geheilt worden. Der Wunsch der Beschwerdeführerin, als Juristin tätig zu sein, sei nachvollziehbar. Allerdings dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass eine Schadenmin- derungspflicht bestehe. Die Versicherte hätte ihre Stelle bei C.____ nicht kündigen dürfen, ohne eine neue Stelle in Aussicht zu haben. Eine Unzumutbarkeit zum Verbleib bei C.____ habe nicht vorgelegen. Gemäss Arbeitsvertrag habe es der Versicherten freigestanden, ein Arbeitsangebot anzunehmen oder abzulehnen. Daran habe auch der Beitritt zur WhatsApp-Gruppe der Chatmas- ter nichts geändert. Es sei nicht von ihr verlangt worden, dass sie auf alle Anfragen an die Gruppe reagiere und dass sie zu jeder Tages- und Nachtzeit erreic hbar sei. Sie habe nach wie vor das Recht gehabt, Angebote abzulehnen, womit das Arbeitsver hältnis nicht als unzumutbar gelte. Dies habe offensichtlich auch in der Zeit vom 1. November 2018 bis 31. Januar 2019, während des Praktikums, funktioniert. Inwieweit die Anstellung a ls Chatmaster wegen des Alters der Be- schwerdeführerin unzumutbar geworden sein soll, sei nich t ersichtlich. Gesundheitliche Gründe für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses bei C.____ führe die Versicherte erstmals in der Be- schwerde an. Sie habe sich durch die ständige Erreichbarke it über die WhatsApp-Gruppe unter Druck gesetzt gefühlt. Es liege in der Verantwortung der betroffenen Person selbst, ihre Erreich- barkeit über social media einzugrenzen. Dies könne nicht a uf die Arbeitslosenversicherung ab- gewälzt werden. Zur freiwilligen Stellenaufgabe kön nten deshalb nur zwingende Gründe führen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie gesundheitliche. Diese müssten durch ein eindeutiges und aussagekräftiges ärztliches Zeug- nis oder Gutachten belegt sein, was vorliegend nicht der Fall sei. Folglich sei festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin möglich und zumutbar gewesen wäre, die Anstellung bei C.____ erst nach Zusicherung einer neuen Stelle zu künden. D. Mit Replik vom 8. Januar 2020 hielt die Beschwerdefü hrerin an ihren Anträgen fest. Ent- gegen den Behauptungen der Kasse habe sie die Arbeitsstelle nicht gekündigt, weil ihr die Eins- ätze zu viel geworden seien, sondern weil der Chatverke hr massiv zugenommen habe. So sei sie nicht nur in der WhatsApp-Chatgruppe, sondern auch von den einzelnen Chatmastern wegen der Schichteinsätze häufig kurzfristig und auch spätabends angefragt worden. Die Anfragen habe sie in der Regel sofort beantwortet, da die Schichten hätten abgedeckt werden müssen. Es treffe zu, dass sie Einsätze habe ablehnen dürfen. Aus kollegialen und wirtschaftlichen Gründen habe sie aber verschiedentlich Schichteinsätze übernommen. Für die Zeit des Volontariats vom 1. No- vember 2018 bis 31. Januar 2019 habe sie die Chatmaster informiert, dass sie keine Einsätze leisten könne. Die Tätigkeit bei C.____, ein typischer Studentenjob, sei nunmehr aufgrund ihres Alters und der fehlenden beruflichen Perspektiven nicht mehr zumutbar. Die Kündigung sei über- dies erfolgt, weil sie sich von ihren letzten zwei Vorgese tzten gemobbt gefühlt habe. Sie habe über 4 Jahre die Schikanen ausgehalten und sei zunehmend krank geworden. Erst als sie für das D.____ gearbeitet habe, sei ihr bewusst geworden, wie schlecht sie von ihren beiden Vorgesetz- ten bei C.____ behandelt worden sei. Die gesundheitli chen Beschwerden seien denn auch bin- nen einiger Monate nach der Kündigung verschwunden. E. Die Kasse beantragte mit Duplik vom 11. März 2020 we iterhin die Abweisung der Be- schwerde. Es sei nie von der Versicherten verlangt worden, dass sie auf alle Anfragen an die Chatgruppe reagiere. Sie habe jederzeit das Recht gehabt, Angebote abzulehnen. Sie hätte auch die anderen Chatmaster informieren können, in welcher Zeit sie Anfragen beantworten und bis wann sie wissen müsse, ob sie einen Einsatz übernehmen soll. Dies habe offensichtlich auch in der Zeit vom 1. November 2018 bis 31. Januar 2019 fun ktioniert. Eine Unzumutbarkeit des Ar- beitsverhältnisses liege folglich nicht vor. Fehlende berufliche Perspektiven und das Alter bewirk- ten aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht ebenfalls keine Unzumutbarkeit. Mobbing als Kündigungsgrund sei erstmals mit der Replik erwähnt worden und wirke deshalb nachgeschoben. Zudem fielen die von der Versicherten erwähnten Vorkommnisse nicht unter den Begriff Mobbing. Es gebe folglich keine ausreichenden Gründe, die den Verbleib bei C.____ als unzumutbar er- scheinen lassen würden. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die o bligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil d es Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversi- cherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht e rhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 so wie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherun g und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desje nigen Kantons, in dem die versi- cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend kommt die in X.____ wohnhafte Beschwerdeführerin im Kanton Basel-Landschaft ihren Kontrollpflichten nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordn ung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versi cherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 13. September 2019 ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung So-zial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Beschwer- deführerin zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 36 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 118.80 liegt der Streitwert von Fr. 4'276.80 (36 Tage à Fr. 118.80) unter diesem Grenzbetrag. Über die Beschwerde ist demnach präsidial zu entscheiden. 2.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst in formeller Hinsicht geltend, dass ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei, weil sie sich vo r der Verfügung der Einstelltage nicht zu den Gründen der Kündigung habe äussern können. Zwar sei ihr das entsprechende Formular «Rechtliches Gehör/Fragebogen» vom 13. Februar 2019 n ochmals am 8. März 2019 zugestellt worden mit einer Beantwortungsfrist bis 12. März 2019. Die Daten auf dem Formular seien jedoch nicht angepasst worden. So sei als Frist zur Einreichung einer Stellungnahme fälschlicherweise der 21. Februar 2019 gestanden. Dies sei ein Fehler d er Kasse. Eine Stellungnahme auf einem Formular mit falschen Daten habe sie nicht abgeben können. Die Sache habe ihr aber keine Ruhe gelassen, weshalb sie mit Gesuch vom 19. März 2019 um rechtliches Gehör gebeten habe. Da das Gesuch sich mit der Einstellungsver- fügung vom 21. März 2019 kreuzte, blieb es seitens der Kasse unbeantwortet. 2.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schwei zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieses dient einer- seits der Klärung des Sachverhaltes, anderseits stellt es e in persönlichkeitsbezogenes Mitwir- kungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht der betroffe nen Person, sich vor Erlass eines ihr belastenden Entscheides zur Sache zu äussern und an der Erhebung wesentlicher Beweise mit- zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis äussern zu kö nnen, wenn dieses geeignet ist, den Ausgang des Verfahrens zu beeinflussen (BGE 127 I 54 E. 2b). 2.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natu r. Seine Verletzung führt ungeach- tet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels gr undsätzlich zur Gutheissung der Be- schwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 144 I 11 E. 5.3). Vorbehalten bleiben praxisgemäss Fälle, in denen die Verletzung de s rechtlichen Gehörs nicht besonders Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneinge- schränkt überprüft (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweisen). Darüber hinaus kann nach der Recht- sprechung selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung de s Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung (im Si nne einer "Heilung" des Mangels) abgesehen werden, wenn und soweit die Rückweisung zu ein em formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderli chen Beurteilung der Sache nicht zu verein- baren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2, 136 V 117 E. 4.2.2.2). 2.4 Ob eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt, muss im gegebenen Fall nicht ab- schliessend beurteilt werden. Wie die Kasse zurecht ausfü hrte, hatte die Beschwerdeführerin auch ohne Inanspruchnahme des Formulars mehrfach Gelegenheit, sich zur Kündigung und zur Einstellungsdauer zu äussern; so im Gesuch vom 19. März 2019, in der Einsprache vom 17. April 2019 und nun auch in ihrer Beschwerde ans Gericht vom 13. September 2019. Da das Kantons- gericht in Sozialversicherungssachen die vollständige Überp rüfungsbefugnis besitzt und in der Beweiswürdigung frei ist (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG), kann eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs vo r dem Kantonsgericht als geheilt be- trachtet werden. Vor allem würde eine Rückweisung der Angelegenheit ein formalistischer Leer- lauf bedeuten. Es bleibt jedoch anzumerken, dass die K asse der Beschwerdeführerin Gelegen- heit geboten hat, sich im März 2019 und somit vor Verfügungserlass zu äussern. Dass die Daten im Formular nicht angepasst worden waren, stellt eine Unachtsamkeit der Kasse dar. Die Unrich- tigkeit ergab sich aber ohne weiteres aus dem vorgängigen Email-Verkehr und war somit offen- sichtlich, weshalb eine Stellungnahme der Versicherten gestützt auf das erneut zugestellte For- mular trotz falschen Daten als rechtzeitig abgegeben gegolten hätte. 3. In materieller Hinsicht macht die Beschwerdeführer in verschiedene Gründe dafür gel- tend, dass ein Verbleib bei C.____ bis zum Finden einer neuen Stelle unzumutbar gewesen wäre. Die Arbeitslosigkeit sei deshalb nicht selbstverschuldet und eine Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung folglich nicht gerechtfertigt. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person a lles Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. K ommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ver- fügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktio n einer Haftungsbegrenzung der Versiche- rung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Ver- waltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprin- zip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Schindler/Tanque- rel/Tschannen/Uhlmann, Schweizerisches Bundesverwaltungsrech t, Soziale Sicherheit, 3. Auf- lage, Basel 2016, Rz. 828 ff.). 3.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicher te Person in der Anspruchsberechti- gung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Ein Selbstverschulden im Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andau- ern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Ve rhalten der versicherten Person liegt, für das die Versicherung die Haftung nicht über nimmt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Februar 2009, 8C_842/2008, E. 3.2, mit Hinweis). Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus kü ndigt, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (vgl. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). 3.3 Nach Art. 16 AVIG gilt eine Arbeit als zumutbar, die den berufs- und ortsüblichen, insbe- sondere den gesamt- und normalarbeitsvertraglichen Bedi ngungen entspricht, den Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand der arbeitslosen Person angemessen ist und die Wiederbeschäf- tigung in ihrem Beruf nicht wesentlich erschwert. Das Bu ndesgericht hat in konstanter Praxis entschieden, dass bei der Frage der Zumutbarkeit bzw. Unzumutbarkeit des Verbleibens am Ar- beitsplatz ein strenger Massstab anzulegen ist. Die Zumutbarkeit zum Verbleiben an der bisheri- gen Arbeitsstelle wird dabei strenger beurteilt als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b/bb mit Hinweisen, T HOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 838). Wenn nicht besondere Umstände vorliegen, darf einer versicherten Person zugemutet werden, wenigstens so lange am Arbeitsplatz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat (ARV 1976 Nr. 18; GERHARD GERHARDS , Kommentar zum AVIG, Bd. I, N.27 zu Art. 16; J AQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 116). Die Zumutbarkeit der Fort- führung eines Arbeitsverhältnisses beurteilt sich nach de n konkreten Umständen. Medizinische Gründe müssen durch ein eindeutiges Arztzeugnis oder Gutachten belegt sein (BGE 124 V 238 E. 4b/bb). 3.4 Der Begriff der Unzumutbarkeit ist im Lichte von Art. 20 lit. c des Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 21. Juni 1988 über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit (IAO-Übereinkomme n; für die Schweiz in Kraft seit dem 17. Oktober 1991) auszulegen. Staatsvertraglich wird n ur das freiwillige („volontairement“) Auf- geben einer Stelle ohne triftigen Grund („sans motif légitime“) sanktioniert. Damit dürfen bei einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten Anforderungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz gestellt werden; insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggründe der ver sicherten Person zu berücksichti- gen. Vermag die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen, kann nicht von einer freiwilligen Preisgabe der Beschäf tigung im Sinne des Übereinkommens gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hin- weisen). 3.5 Die Beschwerdeführerin beruft sich auf Art. 16 A bs. 2 lit. g AVIG, wonach eine Arbeit unzumutbar ist, die eine ständige Abrufbereitschaft der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers über den Umfang der garantierten Beschäftigung hinaus erfordert. Kündigt die versicherte Person ein Arbeitsverhältnis auf Abruf infolge ausserordentlicher und nicht absehbarer Beschäftigungs- schwankungen, ist von einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschulde- ter Arbeitslosigkeit gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. a AVIG abzusehen (vgl. AVIG-Praxis ALE B99). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Versicherte arbeitete gemäss Einzelarbeitsvertrag im Stundenlohn seit dem 21. März 2011 für C.____ als Chatmaster. Aus dem Vertrag geht hervor , dass die Zuteilung von Arbeit «den betrieblichen Bedürfnissen und den Möglichkeiten zur Arbeitsaufnahme der Arbeitnehmerin ent- sprechend» erfolgt. Einsatzzeiten werden jeweils mündlich abgemacht; gearbeitet wird von Mon- tag bis und mit Sonntag. Es besteht keine Verpflichtung der C.____, die Arbeitnehmerin für einen Einsatz anzufragen; ebenso steht es der Arbeitnehmeri n frei, ein Angebot der C.____ abzu- lehnen. Zur Gestaltung des Arbeitsverhältnisses führte d ie Versicherte in der Beschwerde aus, dass die Chatmaster jeweils für ein Semester fest zuge teilte Schichten gehabt hätten. Maximal seien 2-3 Schichten bzw. 8-12 Stunden in der Woche garantiert gewesen. Im nächsten Studien- semester hätten die Schichten dann gewechselt. Es habe drei Schichten à 4 Stunden gegeben; von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr, von 13.00 Uhr bis 17.00 U hr und von 17.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Die Chatmaster-Funktion, eine online Plattform, sei im Mä rz 2011 entworfen worden und es habe damals nur 5 Chatmaster und planbare Einsätze gegeben . Im Laufe der Zeit seien weitere 4 Chatmaster hinzugekommen. Trotz dieser Verstärkung des Te ams habe es immer wieder Schwierigkeiten gegeben, die Schichten zu besetzen. Am 7 . Januar 2014 sei sodann die Grup- penchat-Kommunikation per Whatsapp hinzugekommen. Die ser Gruppe sei sie erst am 1. Mai 2017 beigetreten. Vorher sei sie für das «Schichtenspr ingen» via Email und Handy erreichbar gewesen. Die Anfragen seien aber selten und nie kurzfristig gewesen. Seit der Whatsapp-Gene- ration seien die Anfragen beinahe täglich und rund um die Uhr eingegangen. Die ständige Abruf- bereitschaft über den Umfang der garantierten 2-3 Sch ichten in der Woche sei sehr belastend gewesen. Sie habe vermehrt an starken Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Schlaf- störungen gelitten, weshalb sie beschlossen habe, eine T ätigkeit als Juristin zu suchen. Wegen der unregelmässigen und unabsehbaren Beschäftigungsschwank ungen bei C.____ sei es schlichtweg unmöglich gewesen, sich der Stellensuche zu w idmen. Daher habe sie am 31. De- zember 2018 ihren Studentenjob als Chatmaster gekündigt. 3.6 Bei der Tätigkeit als Chatmaster handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis mit einem Anteil garantierter, fest zugeteilter Schichten und mit einem Anteil an Schichten, die nach Absprache zugeteilt werden. Es handelt sich jedoch nicht um ein A rbeitsverhältnis mit ausserordentlichen und nicht absehbaren Beschäftigungsschwankungen, die eine Arbeit im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. g AVIG unzumutbar erscheinen lassen. Denn es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin nicht verpflichtet war, Einsätze anzunehmen. Die Arbei tseinsätze waren ferner nicht unvorher- sehbar, sondern zu einem grossen Teil vom einzelnen Chatmaster seiner Kapazität entsprechend planbar. So war es der Versicherten auch in Bezug auf ihr Volontariat am D.____ ohne weiteres möglich, ihre Einsätze während dieser Zeit zu minimieren oder sogar ganz auszulassen, was die Qualität des Jobs als Studentenjob gerade ausmachte. Ist jedoch das Arbeitsverhältnis auf Abruf so ausgestaltet, dass die versicherte Person jeweils frei entscheiden kann, ob sie das Arbeitsan- gebot annehmen will, gilt dieses als zumutbar (AVIG-Praxis ALE, B 296). Die Begründung, dass sie die Stelle gekündigt habe, um sich voll auf die S tellensuche als Juristin zu fokussieren, was neben ihrer Anstellung als Chatmaster aufgrund der stän digen Abrufbereitschaft und der nicht absehbaren Beschäftigungsschwankungen nicht möglich gewesen sei, greift deshalb vorliegend nicht und ist überdies auch nicht nachvollziehbar. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Die Versicherte macht im Weiteren gesundheitliche Gr ünde und Mobbing für die Kündi- gung geltend. Eine Arbeitsstelle, welche die Gesundhei t der versicherten Person gefährdet, ist nicht mehr zumutbar im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG. Eine Unzumutbarkeit aus gesund- heitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) belegt sein. Aus Gründen der R echtssicherheit darf sich die Arbeitslo- senkasse nicht mit blossen Behauptungen der versicherten Person begnügen, sondern benötigt vielmehr zweckdienliche Beweismittel, welche primär die versicherte Person im Rahmen der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht bei der Abklärung des Sa chverhalts beizubringen hat (BGE 124 V 234 E. 4b/bb). 4.2 Ein schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschiedenhei ten mit Vorgesetzten oder Ar- beitskollegen vermögen grundsätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhält- nisses zu begründen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2 017, 8C_66/2017, E. 2). Bei Schwierigkeiten wie Auseinandersetzungen, Stresssituationen und dergleichen ist es der versi- cherten Person grundsätzlich zuzumuten, ihre Stelle nicht ohne Zusicherung einer neuen An- schlussstelle aufzugeben. Das Bundesgericht hat festgehalten, dass belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz eine vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhäl tnisses nicht rechtfertigen. Sie können aber allenfalls beim Verschulden berücksichtigt werden (U rteil des Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht] vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 3.2 mit Hinwei- sen). Auch ein den Vorstellungen der versicherten Person n icht entsprechendes Betriebsklima genügt hierzu keineswegs (ARV 1986 Nr. 24 S. 95). 4.3 Mobbing ist nach einer auch vom Bundesgericht verwen deten Definition ein systemati- sches, feindliches, über einen längeren Zeitraum anhaltendes Verhalten, mit dem eine Person an ihrem Arbeitsplatz isoliert, ausgegrenzt oder gar von ihrem Arbeitsplatz entfernt werden soll (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 1. Juli 2010, 8C_826/20 09, E. 4.2, vom 17. Mai 2010, 4A_32/2010, E. 3.2 und vom 6. April 2010, 4A_245/20 09, E. 4.2, je mit Hinweisen). Das Opfer befindet sich oft in einer Situation, wo jede Einzelhandlung unter Umständen als zulässig zu be- urteilen ist, jedoch die Gesamtheit der Handlungen das Opfer derart destabilisieren kann, bis es die Arbeitsstelle verlässt. Mobbing liegt aber nicht schon dann vor, wenn ein Arbeitskonflikt oder eine schlechte Arbeitsatmosphäre besteht, oder wenn eine angestellte Person aufgefordert wird – selbst wenn es auf eindringliche Weise oder mit der Androhung von Disziplinarmassnahmen oder einer Entlassung geschieht – ihren Arbeitspflichten nachzukommen (vgl. Urteil des Bundes- gerichts vom 7. August 2018, 8C_107/2018, E. 5 mit zahlreichen Hinweisen). 4.4 Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Replik vom 8 . Januar 2020 an, dass sie sich von ihren letzten zwei Vorgesetzten gemobbt gefühlt habe. In den acht Jahren ihrer Tätigkeit als Chat- master habe sie sechs Vorgesetzte erlebt. Der vierte, wel cher Anfang 2015 für die Chatmaster zuständig gewesen sei, sei ihr gegenüber reserviert und ablehnend gewesen. Zwar sei sie in den Mitarbeitergesprächen gelobt worden, ausserhalb des Büros sei sie aber wie Luft behandelt wor- den. Zudem habe ihr Vorgesetzter subtil nach Fehlern bei ihrer Arbeit gesucht und sie vor allen Chatmastern blossstellen wollen. Dies habe sich im Jahr 2015 zugetragen. Weiter habe sie Ende Januar 2017 einige Tage wegen einer Grippe bei der Arbeit gefehlt. Sie habe sich vehement dafür einsetzen müssen, dass ihr die Ausfallstunden bezahlt worden seien und dafür einen ironischen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kommentar ihres Vorgesetzten erhalten. Schliesslich habe Mitte Januar 2018 eine neue Mitar- beiterin als Unterstützung für ihren Vorgesetzten angef angen. Seit Frühling 2018 habe sie sich von ihr gemobbt gefühlt. Ständig sei sie kontrolliert und wie ein kleines Kind behandelt worden. Schliesslich sei die Kommunikation von Seiten der Vorgesetzten auf das Nötigste reduziert wor- den. Ein Gespräch mit den Verantwortlichen im Oktober 2018 zu diesem Thema habe zwar statt- gefunden, sei aber sehr anstrengend gewesen. 4.5 Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Vorfäl le waren für sie sicher unange- nehm, gehen aber über «normale» Arbeitskonflikte nicht hinaus. Die Intensität, die Mobbing de- finiert, insbesondere ein systematisches, feindliches und über einen längeren Zeitraum anhalten- des Verhalten der Vorgesetzten ist mit den drei beschri ebenen Vorfällen nicht gegeben. Ferner sind die infolge des schlechten Arbeitsklimas geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden (Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Verstimmtheit u nd Schlafschwierigkeiten) nicht überprüfbar. Wie die Beschwerdeführerin selbst ausführte, hatte sie deswegen keine Arbeitsaus- fälle und ist auch nicht zum Arzt gegangen. Somit liege n keine Arztzeugnisse vor, die eine ge- sundheitliche Gefährdung belegen könnten. Folglich genügen die Vorbringen nicht, um eine Un- zumutbarkeit des Arbeitsverhältnisses zu begründen und die Kündigung aus arbeitslosenversi- cherungsrechtlicher Sicht zu rechtfertigen. 4.6 Schliesslich lassen auch das Alter und die fehlende n beruflichen Perspektiven die An- stellung bei C.____ nicht als unzumutbar erscheinen. Der Schriftenwechsel im vorliegenden Ver- fahren lässt vermuten, dass die Beschwerdeführerin – nach ihrem Volontariat beim D.____ vom 1. November 2018 bis 31. Januar 2019 – erkannt hat, dass ihr die geregelte und ihrer Ausbildung entsprechende Tätigkeit sehr viel mehr zusagte, als die Arbeit bei C.____. Insbesondere war sie von den Chats, denen sie sich nicht entziehen konnte, von ihrem Pflichtgefühl und vom selbstge- machten Druck, sich für Einsätze zu melden und Schichten abzutauschen, befreit. Dies ist ohne weiteres nachvollziehbar und es ist auch verständlich, dass sie nach dem Volontariat nicht mehr in dieses Raster zurückwollte, sondern vielmehr die Vorte ile einer Tätigkeit in ihrem Berufsfeld mit besseren Perspektiven, regelmässigen Arbeitszeiten und höherer Entlöhnung nutzen und ihre Situation ändern wollte, weshalb sie ihre Kündigung per 31. Januar 2019 einreichte. Diese Moti- vation ist auch aus der ersten Begründung der Kündigung ersichtlich. So führte die Beschwerde- führerin im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 13. Januar 2019 als Grund für ihre Kündi- gung an, dass sie ihrer Qualifikation als Juristin entspr echend zu 100 % arbeiten möchte und nicht mehr im Stundenlohn. In einem zweiten Schritt – in Kenntnis der Rechtslage - machte sie im Gesuch vom 19. März 2019 bezüglich rechtliches Gehör sowie in der Einsprache vom 17. April 2019 geltend, dass es ihr infolge der unregelmässigen u nd unabsehbaren Beschäftigungs- schwankungen bei C.____ schlichtweg nicht möglich gewesen sei, sich der Stellensuche als Ju- ristin zu widmen. Daher habe sie ihren Studentenjob am 31. Dezember 2018 per 31. Januar 2019 gekündigt. In der Beschwerde ans Kantonsgericht vom 13. September 2019 erwähnte sie in ei- nem weiteren Schritt gesundheitliche Beschwerden als m it ausschlaggebend für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses und schliesslich in ihrer Stellu ngnahme vom 8. Januar 2020 Mobbing. Es entsteht damit der Eindruck, dass die gesundheitlichen Beschwerden und die Mobbingthema- tik als Gründe für eine Unzumutbarkeit des Arbeitsverh ältnisses nachgeschoben sind. Der Be- schwerdeführerin ist es zweifellos freigestanden, ihren l angjährigen Studentenjob aufzugeben Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht und sich einem neuen Arbeitsfeld zu widmen. Die Beendigung des Anstellungsverhältnisses bei C.____, ohne Zusicherung einer neuen Stelle, gilt aber aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht als selbstverschuldete Arbeitslosigkeit, da der Verbleib bei C.____ weder mit Blick auf Art. 16 Abs. 2 lit. c noch lit. g AVIG als unzumutbar anzusehen ist. 5. Damit steht fest, dass es der Beschwerdeführerin zumutb ar gewesen ist, ihre Anstellung bei C.____ vorerst beizubehalten. Zwar kann der Wunsch na ch einem Stellenwechsel nachvoll- zogen werden. Eine sofortige Kündigung mit der Folge des Bezugs von Arbeitslosenentschädi- gung rechtfertigt sich vorliegend aber nicht, weshalb der Tatbestand der selbstverschuldeten Ar- beitslosigkeit gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG i.V.m . Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV als erfüllt zu betrachten ist. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist demnach nicht zu beanstanden. 6.1 Zu prüfen bleibt, ob die Anzahl der Einstelltage durch die Kasse korrekt ermittelt worden ist. Die Dauer der Einstellung bemisst sich einzig nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Sie beträgt nach Art. 45 Abs. 3 AVIV 1 – 15 Tage bei leichtem Verschulden, 16 – 30 Tage bei mittelschwerem Verschulden und 31 – 60 Tage b ei schwerem Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens entscheidet die Arbeitslosenkasse nach pflichtgemässem Ermessen. 6.2 Gemäss Art. 45 Abs. 4 AVIV liegt ein schweres Verschu lden vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen aufgegeben (lit. a) oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (lit. b). Unter einem entschuldbaren Grund im Sinne dieser Bestimmung ist ein Grund zu verstehen, der das Verschulden mittelschwer oder leicht erscheinen lassen kann. Ein solcher im konkre ten Einzelfall liegender Grund kann – wie etwa gesundheitliche Probleme – die subjektive Sit uation der betroffenen Person oder – so die Befristung einer Stelle – eine objektive Gegebenheit beschlagen (BGE 130 V 125 E. 3.5) und zu einer Unterschreitung des Sanktionsrahmens führen. 6.3 Vorliegend hat die Kasse das Verhalten der Versiche rten als schweres Verschulden qua- lifiziert, was eine Einstellungsdauer von 31 – 60 Tagen zur Folge hat. Zur Feststellung des indi- viduellen Verschuldens und für die Bemessung der Einstell ung bei schwerem Verschulden ist gemäss Bundesgericht vom Mittelwert der Spanne von 31 bis 60 Tagen – d. h. 45 Tagen – aus- zugehen (Art. 45 Abs. 3 Bst. c AVIV); erschwerende oder mildernde Faktoren und das Prinzip der Verhältnismässigkeit sind zu berücksichtigen (BGE 123 V 150 E. 3c). Die Kasse hat 36 Einstell- tage verfügt und folglich die persönliche Situation de r Versicherten als verschuldensmindernd angesehen. Diese Beurteilung liegt in ihrem Ermessen und ist nicht zu beanstanden, vor allem da sich die Einstellung in der Anspruchsberechtigung im unteren Bereich des schweren Verschul- dens bewegt. Gründe, die eine Unterschreitung des Sanktionsrahmens für schweres Verschulden rechtfertigen würden, liegen hingegen nicht vor. Die Beschwerde ist demgemäss abzuweisen. 7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 lit . a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu se in hat. Es sind demnach für das vorlie- gende Verfahren keine Kosten zu erheben. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben.