Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. Juni 2016 (715 15 285) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Abweisung der Beschwerde. Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbst- verschuldeter Arbeitslosigkeit. Durch das Ausüben einer Nebenerwerbstätigkeit geriet die Beschwerdeführerin in eine Überlastungs- bzw. Überforderungssituation, wobei sie bei ihrem Hauptarbeitgeber beinahe andauernd krankgeschrieben war. Der Versicherten hätte bewusst sein müssen, dass diese Arbeit ihrer Gesundheit abträglich ist und die ehemalige Arbeitgeberin diesen Nebenerwerb nicht gutheissen würde. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschrei berin Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Die 1985 geborene A.____ war zuletzt seit 28. Au gust 2004 im Umfang von 100 % bei der B.____ AG als Produktionsmitarbeiterin in der A bteilung C.____ angestellt. Mit Schreiben vom 15. Oktober 2013 (unterzeichnet am 23. Oktober 2013) kündigte die Arbeitgeberin das Ar- beitsverhältnis per 31. Januar 2014. Das Arbeitsver hältnis verlängerte sich aufgrund eines Un- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht falles von A.____ bis zum 31. Juli 2014. Am 7. November 2 013 meldete sich A.____ beim Re- gionalen Arbeitsvermittlungszentrum X.____ (RAV) zur Arb eitsvermittlung an und erhob am 21. November 2013 bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) An- spruch auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Februar 2014 . Durch die Verlängerung des Ar- beitsverhältnisses war der 1. August 2014 der erste Kon trolltag. Mit Verfügung Nr. 1970/2014 vom 20. Oktober 2014 stellte die Arbeitslosenkasse A.___ _ wegen selbstverschuldeter Arbeits- losigkeit ab 1. August 2014 für 31 Tage in der Anspruch sberechtigung ein. Die hiergegen erho- bene Einsprache hiess die Einspracheinstanz des KIGA Base lland, Abteilung Öffentliche Ar- beitslosenkasse, mit Entscheid vom 22. Juli 2015 teilweise gut und reduzierte die Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 31 auf 24 Tage. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ am 10. Septemb er 2015 Beschwerde beim Kan- tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kanton sgericht). Sie beantragte, es sei der Einspracheentscheid vom 22. Juli 2015 und damit die Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Umfang von 24 Tagen aufzuheben. Zur Begründung bra chte sie im Wesentlichen vor, dass sie ihre Arbeitslosigkeit nicht selbstverschuldet und kein en Anlass gehabt habe, mit einer Kün- digung zu rechnen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 30. November 2015 schloss d ie Arbeitslosenkasse auf Abweisung der Beschwerde. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die oblig atorische Arbeitslosenversiche- rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil d es Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenver- sicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zustän- dig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arb eitslosenversicherung und die Insolven- zentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherun gsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentsche ide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristge- recht eingereichte Beschwerde vom 10. September 2015 ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist vorl iegend, ob die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin zu Recht für die Dauer von 24 Tagen in der Anspruchsberechtigung einge- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 139.80 beläuft sich der Streitwert somit auf Fr. 3‘355.20, weshalb die Angelegenheit präsidial zu entscheiden ist. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. K ommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellu ng in der Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funkt ion einer Haftungsbegrenzung der Versi- cherung für Schäden, die die versicherte Person hätte v ermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältn ismässigkeits- und Verschul- densprinzip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2015, N Rz. 828 ff.). 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versichert e Person in der Anspruchsberechti- gung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Dieser Tatbe- stand erfasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die kausal für den Eintritt der Arbeits- losigkeit sind und eine Verletzung der Pflicht, Arbeitsl osigkeit zu vermeiden, bedeuten. Art. 44 Abs. 1 AVIV zählt in den lit. a-d beispielha ft Tatbestände auf, die unter den Begriff der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit fallen. So liegt selb stverschuldete Arbeitslosigkeit unter anderem dann vor, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Ver- letzung arbeitsvertraglicher Pflichten, der Arbeitgebe rin Anlass zur Auflösung des Arbeitsver- hältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). D ie Einstellung in der Anspruchsberechti- gung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt kei ne fristlose Auflösung des Arbeitsverhält- nisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obliga- tionenrechts (OR) vom 30. März 1911 voraus. Das unkorrekte Verhalten muss auch nicht unbe- dingt eine eigentliche Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, dass die versicherte Person durch ihr sonstiges Verhalten inn erhalb und ausserhalb des Be- triebs berechtigten Anlass zur Kündigung gab (vgl. Urte il des Eidgenössischen Versicherungs- gerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozia lrechtliche Abteilungen] vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; ARV 1987 Nr. 7; 1982 Nr. 18). Dabei müssen nicht zwingend Beanstandungen in beruflicher Hinsicht vorgelegen haben. Es genügt beispielsweise, dass cha- rakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Ar beitnehmer für den Betrieb als untrag- bar erscheinen lassen, zur Entlassung geführt haben (BG E 112 V 244, E. 1). Selbstverschulde- te Arbeitslosigkeit im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt also immer dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objekti ven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren V erhalten der versicherten Person liegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009 , 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hinweisen, publ. in: ARV 2009 S. 264). 2.3 Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens der Intern ationalen Arbeitsorganisation über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslo sigkeit vom 21. Juni 1988 (Überein- kommen Nr. 168 der IAO), das für die Schweiz am 17. Okto ber 1991 in Kraft getreten ist, kann eine Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder Ver- dienstausfall infolge einer vorübergehenden Arbeitsei nstellung ohne Unterbrechung des Be- schäftigungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, nur gekürzt werden, wenn die zuständige Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vo rsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IA O ist hinreichend bestimmt und klar, um als Grundlage eines Entscheids im Einzelfall dienen zu können, und ist daher direkt anwendbar (BGE 122 V 54 ff.; Urteil des EVG vom 17. Oktober 200 0, C 53/00). Aufgrund des grundsätzli- chen Primats des Völkerrechts geht Art. 20 lit. b des Üb ereinkommens Nr. 168 der IAO Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV vor. Demzufolge führt nicht jedes schuldhafte Verhalten der versicherten Per- son, das dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat, zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG. Das vorwerfbare Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IAO vielmehr vorsätzlich erfolgt sein, wobei auch Eventualvorsatz genügt (Urte il des EVG vom 4. Juni 2002, C 371/01, E. 2b). 2.4 Eventualvorsatz ist im Zusammenhang mit Art. 44 lit . a AVIV anzunehmen, wenn die versicherte Person vorhersehen kann oder damit rechnen mu ss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeitgeber führt (T HOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). Im Rahmen von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIG darf somit bei blosser Fahrlässigkeit keine Einstellung in der An- spruchsberechtigung erfolgen (JACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberech- tigung, Zürich 1998, S. 76 f.). Im Entscheid vom 6. Ju ni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f. hat das Bundesgericht – unter Hinweis auf den im Strafrecht gel tenden Massstab – festgestellt, dass Eventualvorsatz und bewusste Fahrlässigkeit auf der Wissensseite übereinstimmen, indem dem Täter die Möglichkeit, das Risiko der Tatbestandsverwirklichung bewusst ist. Die entscheidende Differenz liegt auf der Willensseite. Auch wer die Mö glichkeit der Tatbestandsverwirklichung erkennt, kann sich, selbst leichtfertig, über sie hinwegsetzen, d.h. darauf vertrauen bzw. mit der Einstellung handeln, dass schon nichts passieren werde (bewusste Fahrlässigkeit). Demgegen- über erfordert der Eventualvorsatz, dass der Täter sich fü r die Tatbestandsverwirklichung ent- scheidet, sie in Kauf nimmt. Weitestgehend ausser Frage stehen dürfte das Willenselement nur, wenn der Täter die Tatbestandsverwirklichung für so nahe liegend hält, dass die Bereitschaft, sie als Folge seines Verhaltens hinzunehmen, vernünftige rweise nicht mehr bezweifelt werden kann; oder wenn sie ihm, im eigentlichen Sinn des Worte s, erwünscht oder recht war, wie wohl auch noch im Falle schierer Gleichgültigkeit. Als Faustre gel formuliert: dass der Täter die Tat- bestandsverwirklichung in Kauf genommen hat, liegt grun dsätzlich näher, je wahrscheinlicher es ihm erschien, dass sie eintreten könnte, und je wenig er er sie innerlich ablehnte, und umge- kehrt (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 20 08, 8C_504/2007, E. 5.4 mit Hin- weis). Zu den Umständen, die allenfalls auf eventualvor sätzliches Verhalten schliessen lassen, gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Ta tbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggrün de des Täters und die Art der Tathand- lung. Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf dessen Wil len schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich auf drängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnah me des Erfolgs ausgelegt werden kann. Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, be trifft innere Tatsachen und ist somit Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob im Lichte der f estgestellten Tatsachen der Schluss auf Eventualvorsatz berechtigt erscheint (BGE 138 V 74 E. 8.4.1 mit Hinweisen; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f.). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwa ltungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (vgl. BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus de n Akten ergebender Anhaltspunkte hin- reichender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl . BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundes- gerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). Die Mi twirkungspflicht kommt als allgemeiner Verfahrensgrundsatz auch im kantonalen Beschwerdeverfahre n zur Anwendung und bedeutet das aktive Mitwirken der Parteien bei der Feststellung d es Sachverhalts (vgl. T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 200 3, S. 446 f., 489 f.; F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 284 f.). 3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1978, S. 135). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. Hans-Ulrich Stauffer /B ARBARA KUPFER BUCHER , Recht- sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligato- rische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 3. Auflage, Zürich 2008, S. 146). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts gen ügt den Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). 3.3 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässig auf die Parteivorbringen und insbesondere auf die Aussagen der Arbeitgeberin angewie sen. Diese sollte eine Sachverhalts- darstellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens in teressiert zu sein und ohne ein Inte- resse daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünstigen Licht erscheinen zu lassen. Solange kein Grund besteht, an den Aussagen der Arbeit geberin zu zweifeln, ist auf diese ab- zustellen. Es darf hingegen insbesondere dann nicht einzig auf deren Aussagen zu den Um- ständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältni sses abgestellt werden, wenn diese be- stritten und durch keine weiteren Indizien gestützt we rden (vgl. BGE 112 V 245 E. 1; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des EVG vom 8. März 2001, C 102/00, E. 1a). Denn eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung kann, wie eben dargestellt, nur verfügt werden, wenn das der versi- cherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht und von dieser vorsätzlich ausgeübt wurde. Bei Differenzen zwischen der Arbeitgeberin und dem Arbeitnehmer darf somit nicht ohne weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbeitneh mers geschlossen werden, wenn die Ar- beitgeberin nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für welche sie keine Beweise anführen kann (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 20 01, C 380/00, E. 2b; BGE 112 V 245 mit Hinweisen; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die B eschwerdeführerin zur Kündigung An- lass gegeben und deshalb die Folgen der selbstverschuldete n Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV, mithin die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, zu tragen hat. Insbesondere ist zu prüfen, ob der Beschwerdefüh- rerin zu Recht ein vorsätzliches Verhalten zur Last gelegt wurde. 5. Der rechtserhebliche Sachverhalt stellt sich wie folg t dar: 5.1 Mit Schreiben vom 15. Oktober 2013 wurde das Arbei tsverhältnis durch die Arbeitgebe- rin auf den 31. Januar 2014 ohne Angabe eines Grundes gekündigt. Das Schreiben wurde am 23. Oktober 2013 von der Arbeitgeberin unterzeichnet m it dem Vermerk, dass die Versicherte nicht habe unterschreiben wollen. Den Akten liegt sodann eine weitere Version des Kündi- gungsschreibens vor, worin die Versicherte am 27. Oktober 2013 mit ihrer Unterschrift bestätig- te, dass sie das Schreiben empfangen und zur Kenntnis ge nommen habe. Mit E-Mail an die Arbeitslosenkasse vom 11. Dezember 2013 nahm die Arbeitgeb erin Stellung zum Kündigungs- grund und führte folgende Punkte an: „Vermehrtes Zuspä tkommen“, „Leistungen und Arbeits- einstellung ungenügend“, „Arbeitstempo nicht den Anfo rderungen entsprechend“, „Unkon- zentriert während der Arbeitsausführung“, „Nichteinhal ten unseres Hygienereglements (Kau- gummi im Mund) während der Arbeit“. Die Versicherte s ei von ihrem Vorgesetzten mehrmals mündlich auf diese Punkte hingewiesen worden. Es hätte n sich keine Verbesserungen gezeigt. Auch in der Arbeitgeberbescheinigung vom 24. Juli 201 4 nannte die Arbeitgeberin im Wesentli- chen dieselben Punkte wie bereits in der E-Mail vom 11 . Dezember 2013. In ihrem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 7. November 2013 gab die Versicherte an, ihr sei kein Kündi- gungsgrund genannt worden. Ausserdem sei ihr während einer Krankheit gekündigt worden. 5.2 Im Rahmen des rechtlichen Gehörs hielt die Versicher te am 2. Januar 2014 fest, dass sie das Gefühl habe, von der Personal Assistentin, Frau D. ____, diskriminiert zu werden. Diese habe die Kündigung vom 15. Oktober 2013 geschrieben. Sie sei aber in dieser Zeit krank und in ärztlicher Behandlung gewesen. Der Arzt habe gemeint, si e solle am 23. Oktober 2013 versu- chen zu arbeiten, obwohl sie in spezieller Untersuchung i m Bethesda Spital gewesen sei, wo auch verschiedene Röntgenbilder zur Abklärung gemacht wo rden seien. An diesem Tag sei sie ins Personalbüro gebeten worden, wo ihr mitgeteilt wo rden sei, dass man ihr am 15. Oktober 2013 gekündigt habe. Es sei nicht wahr, dass sie mehrmals verspätet zur Arbeit erschienen sei. Es müsse berücksichtigt werden, dass zu Arbeitsbeginn circa 100 Leute stempeln müssten und somit Warteschlangen entstünden. Sie habe gesundheitl iche Schwierigkeiten gehabt und des- halb nicht volle Leistungen erbringen können. Dass sie w ährend der Arbeit einen Kaugummi im Mund gehabt habe, sei nicht wahr, da sie sonst sofort ei ne Verwarnung bekommen hätte. Sie könne nicht eine so schlechte Mitarbeiterin gewesen sein , ansonsten hätte die B.____ AG sie nicht zehn Jahre behalten. Sie vermute, dass ihr gekündigt worden sei, weil sie gesundheitliche Probleme gehabt habe. Dies habe ihr Frau D.____ bestätigt, indem ihr während der Zeit, als sie arbeitsunfähig gewesen sei, gekündet worden sei. 5.3 Anhand der Gesprächsnotiz vom 13. August 2009 ist ersi chtlich, dass an jenem Tag ein Gespräch aufgrund zu vieler krankheitsbedingter Absenzen erfolgte. Die Versicherte habe Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Probleme mit dem Unterbauch und dem Rücken. Unter dem Titel „Massnahmen“ wurden ein Arbeitsortwechsel von der Tranchenabnahme zur Abpackerei sowie ein Wärmegurt für den Rü- cken vermerkt. 5.4 In der Gesprächsnotiz vom 26. Oktober 2009 wurde al s Anlass des Gespräches erneute krankheitsbedingte Absenzen vom 22. und 23. Oktober 2009 vermerkt. Wegen der vielen Ab- senzen sei der Versicherten nur noch leichte Arbeit ge geben worden. Dies bedeute, dass sie keine Arbeit in der Kälte, keine Tätigkeiten mit Hebe n sowie keine Tätigkeiten, die ein langes Stehen am selben Ort erforderten, verrichten müsse. Trot zdem sei sie wieder krank gewesen. Als Massnahme wurde angeführt, dass die Beschwerdeführerin eine Therapie mache. Die Notiz ist vom Vorgesetzten sowie von der Versicherten unterzeichnet. 5.5 Im Mitarbeitergespräch vom 12. Januar 2010 wurde der Gesamteindruck der Versicher- ten als mittelmässig, eher schlecht bewertet. Unter dem Punkt „Stärken“ wurde die Abpackerei angeführt. Bei den „Schwächen“ wurde vermerkt, dass di e Beschwerdeführerin viel krank und nicht mehr überall einsetzbar sei. Als Ziel wurde vere inbart, dass sie weniger krankheitsbeding- te Absenzen haben solle. Das Mitarbeitergespräch ist v on der Versicherten sowie von ihrem Vorgesetzten unterzeichnet. 5.6 In einer Gesprächsnotiz vom 26. Juli 2012 wurden als Gründe für das Gespräch folgen- de angeführt: „Vermehrtes Zuspätkommen am Morgen und n ach der Mittagspause“, „Unkon- zentriert während der Arbeitsausführung – redet zu vi el und lenkt so die Arbeitskolleginnen ab“, „Immer noch viele krankheitsbedingte Kurzabsenzen“. Unter dem Titel „Massnahmen“ wurden die folgenden Punkte vereinbart: „Arbeitsbeginn um 07 .00 Uhr bzw. am Mittag um 12.30 Uhr“, „Auf die Arbeit konzentrieren und weniger reden“, „ Kurzabsenzen ab sofort reduzieren“ und „Angebot von sitzender Tätigkeit“. Des Weiteren wurde f estgehalten, dass beim nächsten Vor- fall eine schriftliche Verwarnung erfolgen werde. Die se Notiz ist lediglich von der Vorgesetzten unterschrieben. Am Ende der Notiz ist handschriftlich vermerkt, dass die Versicherte nicht habe unterschreiben wollen. 5.7 Weiter liegen den Akten ein Zwischenzeugnis datier end vom 11. Juni 2010, ein Zwi- schenzeugnis datierend vom 25. Oktober 2013 sowie ein Arb eitszeugnis datierend vom 31. Juli 2014 vor. Darin hielt die Arbeitgeberin jeweils im W esentlichen fest, sie würden die Versicherte als interessierte und gewissenhafte, generell zuverlässige und pflichtbewusste Mitarbeiterin kennen. Dank ihrer langjährigen Erfahrung und Mitarb eit in ihrem Betrieb erledige sie die ihr übertragenen Aufgaben termingerecht, sorgfältig und speditiv. Besonders hervorheben möchten sie ihre Bereitschaft, Routinearbeit zu übernehmen, we nn es die Situation erfordere. Auch ihr Sinn für Sauberkeit und Ordnung verdiente es, speziell erwähnt zu werden. Ihr Verhalten ge- genüber Vorgesetzten und Mitarbeitern sei immer hilfsbereit, freundlich und korrekt. 6.1 In ihrer Einsprache vom 13. November 2014 gegen d ie Verfügung Nr. 1970/2014 vom 20. Oktober 2014 brachte die Versicherte, vertreten dur ch lic. iur. Bianca Bertazzo, Juristin der Orion Rechtsschutzversicherung, vor, den Akten lasse sich ent nehmen, dass sie zeitweise krankheitsbedingt ausgefallen sei. Dies sei im Wesentlichen auf ihre gesundheitlichen Probleme Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zurückzuführen, welche immer wieder zu einer Arbeitsunfä higkeit geführt hätten. Da diese ge- sundheitlichen Probleme unverschuldet entstanden seien, k önnten ihr die Absenzen auch sei- tens der Arbeitslosenkasse nicht angelastet werden. Sie habe für sämtliche Absenzen ein Arzt- zeugnis vorweisen können. Weiter sei in diesem Zusammenha ng anzuführen, dass sie im April 2011 und im März 2013 Mutter geworden sei. Insbesonde re der Erstgeborene sei immer krank gewesen und habe von den Eltern betreut werden müssen . Es sei arbeitsrechtlich ausdrücklich erlaubt, das erkrankte Kind zu Hause zu betreuen, bis ein e andere Lösung gefunden werde. Was den Vorwurf des nicht pünktlichen Erscheinens am Morgen oder nach der Mittagspause betreffe, lasse sich den Stempel-Karten entnehmen, dass si e einige Male zwei bis drei Minuten zu spät eingestempelt habe. Diese geringfügige Verspätung sei jedoch nicht auf das verspätete Erscheinen am Arbeitsort zurückzuführen, sondern auf den U mstand, dass jeweils rund 200 Mitarbeiterinnen gleichzeitig an der gleichen Stempeluhr einstempeln müssten. Dies führe dann zu den genannten Verzögerungen von wenigen Minuten. De s Weiteren bestritt die Versicherte ausdrücklich, während der Arbeit unkonzentriert gewese n zu sein, zu viel mit den anderen Mit- arbeiterinnen geredet und diese von der Arbeit abgel enkt zu haben. Sie habe auch die Ge- sprächsnotiz vom 26. Juli 2012, wo ihr dies unter anderem vorgeworfen worden sei, nicht unter- zeichnet. Sie habe stets einwandfreie gute Zwischenzeugnisse sowie ein gutes Schlusszeugnis erhalten. Sie habe zu keiner Zeit in Kauf genommen, dass ihr Verhalten eine Kündigung zur Folge haben werde. 6.2 In ihrem Schreiben vom 10. Dezember 2014 führte die ehemalige Arbeitgeberin aus, dass sie seit der Stellungnahme vom 11. Dezember 2013 mit der Familie der Versicherten Kon- takt gehabt habe und die Versicherte zum Zeitpunkt des Gespräches vom 26. Juli 2012 schwanger gewesen sei. Dies habe ihr selbstverständlich erl aubt, auf blosse Anzeige hin vom Arbeitsplatz fernzubleiben. Zudem hätte es ihr als Arb eitnehmerin mit Familienpflichten zuge- standen, eine Mittagspause von wenigstens eineinhalb Stu nden zu beziehen. Die im Betrieb übliche Mittagspause habe zu jenem Zeitpunkt und für ihr Einsatzgebiet jedoch in der Regel 45, teilweise 30 Minuten betragen. Des Weiteren führte di e Arbeitgeberin aus, wie in nochmals ge- führten Gesprächen mit noch anwesenden Arbeitskolleginne n bestätigt worden sei, habe die Versicherte als kommunikativ gegolten. Da an ihren Arbe itsplätzen im Betrieb der Routineanteil der Aufgaben aber vielfach sehr hoch sei, sei es zulässig u nd möglich, Gespräche zu führen. Leider hätten sie auch feststellen müssen, dass sie ihre Aussage, wie in der Gesprächsnotiz vom 26. Juli 2012 vermerkt, beim nächsten Vorfall eine schriftliche Verwarnung auszusprechen, nicht eingehalten hätten. Aus aktueller Sicht kämen sie zum Schluss, dass die Gründe, die zur Kündigung der Beschwerdeführerin geführt hätten, nicht vollumfänglich korrekt beurteilt worden seien. Sie würden deshalb darum bitten, den Entscheid über das Mass der Sperrtage nochmals wohlwollend zu prüfen. Für einen positiven Entscheid zu Handen der Familie der Versicherten seien sie sehr dankbar. 6.3 Im Einspracheentscheid vom 22. Juli 2015 wies die Besch werdegegnerin unter anderem darauf hin, dass die Beschwerdeführerin während der Da uer des Arbeitsverhältnisses, insbe- sondere in der Zeit zwischen Sommer 2012 und Sommer 201 4 sehr häufig und teilweise lang- andauernd krankgeschrieben gewesen sei. Diesbezüglich führte sie aus, dass dieser Umstand auffallend sei und Fragen aufwerfe. Zum einen sei u nbestritten, dass die Beschwerdeführerin Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht am 18. November 2013 einen Unfall gehabt habe. Die Ärzte seien ursprünglich von einer Ar- beitsunfähigkeit von sechs bis acht Wochen ausgegangen. Mi t Verfügung vom 28. Juli 2014 habe die Branchen Versicherung der Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass sie per 31. Juli 2014 die Zahlung der Taggelder einstellen werde. Die Verf ügung sei damit begründet worden, dass für die bestehenden Beschwerden keine offensichtliche U rsache festgestellt worden sei. Die Untersuchung beim Vertrauensarzt am 17. April 2014 hab e ergeben, dass bereits Ende Januar 2014 der Gesundheitszustand von vor dem Unfall erreicht w orden sei. Bemerkenswert sei, wie schnell die Heilung nach der vorgenannten Verfügung von statten gegangen sei. Ab dem 1. August 2014 sei die Versicherte zu 50 % und bereit s 17 Tage später voll arbeitsfähig gewe- sen. Zum anderen sei die Beschwerdeführerin neben ihrem 100 % Pensum à 43 Wochenstun- den vom 1. September 2007 bis 31. Oktober 2013 einem N ebenerwerb als Zustellerin nachge- gangen. Die Arbeitgeberin sei dabei von einem wöchent lichen Zeitbedarf von 25 Stunden aus- gegangen. Diesen Nebenjob habe die Versicherte am 25. Oktober 2013 ohne Angabe eines Grundes selbst fristlos gekündigt. Gemäss der Arbeitgebe rbescheinigung sei es zu keinen Krankheitsabsenzen gekommen. Der ausgewiesene Lohn in den Lohnabrechnungen weise ebenfalls auf keine Krankheitsabsenzen hin. Die Arbeitnehmer würden eine Treuepflicht gegen- über ihrem Arbeitgeber tragen. Darunter falle auch die Pflicht, dazu besorgt zu sein, erholt zur Arbeit zu erscheinen. Dazu gehöre auch, alles zu unternehmen, dass gesundheitliche Probleme möglichst rasch abklängen. Bei der Zustellung habe es sich um eine Arbeit gehandelt, die durch schweres Heben und zahlreiches Bücken für den Körper eine erhöhte Belastung darstelle. Statt sich nach der Arbeit im Haupterwerb zu erholen und spezie ll dem Rücken eine Pause zu gön- nen, sei die Beschwerdeführerin 25 Stunden in der Woche einem Nebenerwerb nachgegangen, der den Rücken weiter belastet habe. Sie habe sich nich t geschont, sondern mit ihrer zusätzli- chen Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dazu beigetragen, dass die gesundheitli- chen Probleme verstärkt worden seien. Die ehemalige Arbeitgeberin mache geltend, dass die Versicherte am Morgen und nach dem Mittag zu spät zur Arbeit erschienen sei. Aus den vorlieg enden Stempelkarten für die Zeit vom 20. August 2013 bis 18. November 2013 sei zu entnehmen, dass sie am Morgen grundsätzlich ein, zwei Minuten zu spät gestempelt habe. Ihre Erklärung, sie habe warten müssen, sei plausi- bel. Dennoch hätte sie darauf achten können, fünf Minu ten vorher zu kommen und rechtzeitig mit der Arbeit zu beginnen. Mit der Beschwerdeführerin sei vereinbart gewesen, dass sie ihre Arbeit um 12:30 Uhr aufnehme. Bei einem Blick auf die vorliegenden Stempelkarten zeige sich, dass sie aber grundsätzlich erst eine gute Viertelstunde s päter aus der Mittagspause zurückge- kehrt sei. Dies könne nicht lediglich mit einer Warteschlange vor der Stempeluhr erklärt werden. Des Weiteren habe die ehemalige Arbeitgeberin ohne genauere Erläuterung die Leistungen und die Arbeitseinstellung der Versicherten bemängelt. Dies sei zu pauschal, als dass sie dazu gross Stellung nehmen könnte und könne entsprechend nicht beurteilt werden. Die Vorwürfe der unkonzentrierten Arbeit durch Gespräche mit Arbei tskolleginnen und der Verstoss gegen das Hygienereglement würden von der Beschwerdeführerin mehrfach bestritten. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2014 räume die ehemalige Arbeitgebe rin ein, dass Gespräche bei Routine- arbeiten nicht verboten gewesen seien. Die ehemalige Arbeitgeberin sei im Bereich der Le- bensmittelherstellung tätig und könne sich keinen Verst oss gegen die Hygienevorschriften leis- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten. Deshalb sei nicht nachvollziehbar, weshalb es keine schriftliche Notiz über den angeblichen Kaugummi im Mund gebe. Wahrscheinlicher sei, dass die Ver sicherte sich an das Hygienereg- lement gehalten habe. Die Beschwerdeführerin bestätige selber, dass sie das gefo rderte Arbeitstempo nicht habe ein- halten können. Dafür verantwortlich seien ihre gesundhe itlichen Probleme. Ihre Aussage sei insoweit nachvollziehbar, weil sie häufig auch arbeitsun fähig gewesen sei. Allerdings habe sie neben ihrem Haupterwerb auch noch einen Nebenerwerb a ls Zustellerin im Umfang von etwa 25 Wochenstunden ausgeübt. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Zusatzbelastung zu vermehr- ten gesundheitlichen Problemen geführt habe, sei hoch . Somit trage die Versicherte zumindest teilweise selbst die Verantwortung, dass sie bei der eh emaligen Arbeitgeberin die Anforderun- gen nicht habe erfüllen können. Bei der Prüfung des Eventualvorsatzes hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass die Versicherte zwar grundsätzlich verspätet aus der Mittagspause zurück geko mmen sei, aber nicht habe da- mit rechnen müssen, deswegen ohne erneute Vorwarnung d ie Kündigung zu erhalten. Ihr hätte aber bewusst gewesen sein müssen, dass ihr Nebenerwerb ihrer Gesundheit abträglich sei und die ehemalige Arbeitgeberin diese Stelle in einem U mfang von mehr als einem 50 % Pensum nicht gutheissen würde. Trotzdem sei sie das Risiko eingegangen, ihren Haupterwerb zu verlie- ren. Sie habe mit ihrem Verhalten die Kündigung eve ntualvorsätzlich in Kauf genommen und damit die Arbeitslosigkeit teilweise selbst verschuldet. 6.4 In ihrer Beschwerde vom 10. September 2015 führt e die Beschwerdeführerin unter an- derem aus, dass sie vom 1. September 2007 bis am 31. Ok tober 2013 für die E.____ als Zu- stellerin gearbeitet habe. Ihre Aufgabe habe darin b estanden, am Dienstag und am Donnerstag Abend Werbeprospekte und Broschüren in Y.____ zu vertei len. Diese Touren seien mit dem Motorrad erfolgt und hätten circa 2,5 Stunden pro Abe nd gedauert. In der Arbeitgeberbeschei- nigung werde zwar von einem zeitlichen Aufwand von 25 Wochenstunden gesprochen. Ein Um- fang von 25 Wochenstunden würde allenfalls dann entsteh en, wenn die Werbeprospekte zu Fuss verteilt würden. Bei dieser Zustelltätigkeit handle es sich nicht um eine schwere, rücken- belastende Tätigkeit. In der Regel würden kleine Werb ebroschüren und Prospekte verteilt, wel- che alle in eine Motorrad-Seitentasche passten. Es komme somit weder zu einem regelmässi- gen Bücken noch zum Heben schwerer Lasten. Dass es bei der E.____ nicht zu Krankheitsab- senzen gekommen sei, sei auf den Umstand zurückzuführen, da ss ihr Ehemann die Touren übernommen habe, wenn sie krank gewesen sei oder keine Kraft dafür gehabt habe. Da die Zustelltätigkeit äusserst gut bezahlt sei, habe sie stets an diesem Nebenerwerb festgehalten. Sie habe sich stets auf die Arbeit bei der B.____ AG ko nzentriert und habe sämtliche Krank- heitsabsenzen mit Arztzeugnissen belegen können und sei nur auf Anraten ihrer Ärzte der Ar- beit ferngeblieben. Ihres Erachtens habe die Ausübung der Zustelltätigkeit weder dazu geführt, dass sich ihr Gesundheitszustand weiter verschlechtert habe n och dass sie die Anforderungen an das Arbeitstempo nicht habe erfüllen können. Was den Vorwurf des Zuspätkommens betref- fe, wolle sie festhalten, dass die Mittagspause auf Wunsch vieler Mitarbeiter auf 30 Minuten reduziert worden sei. Sie sei stets bemüht gewesen, dies e kurze Pause einzuhalten. Es sei aber nicht immer möglich gewesen, da sie während der S chwangerschaft auf vermehrte Erho- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung angewiesen gewesen sei und nach der Geburt die Ze it zum Stillen benötigt habe. Es sei deshalb ab und zu tatsächlich zu einigen Minuten Versp ätung gekommen. Ausserdem brachte die Versicherte vor, dass sie zu keiner Zeit mit einer Kü ndigung gerechnet oder eine solche in Kauf genommen habe. Sie habe stets darauf vertraut, da ss die B.____ AG sie weiterhin unter- stütze. Nach dem Gespräch vom 26. Juli 2012 sei denn au ch ihre Leistung nicht mehr bean- standet worden, so dass sie keinen Anlass gehabt habe, mit einer Kündigung zu rechnen. 6.5 In der Vernehmlassung vom 30. November 2015 führt e die Beschwerdegegnerin aus, bei der Behauptung der Versicherten, die Mittagspause sei auf Wunsch vieler Mitarbeiter auf 30 Minuten reduziert worden, handle es sich um eine reine Parteibehauptung, die nicht belegt sei. Zudem erscheine es fraglich, weshalb sie die erwähnte A ussage erst im Beschwerdeverfahren vorbringe und nicht schon in der Einsprache. In dieser habe sie als Begründung für das Zuspät- kommen nach der Mittagspause noch ausgeführt, dass zu weni ge Stempeluhren vorhanden gewesen seien. Gemäss dem im Sozialversicherungsrecht gelte nden Grundsatz, wonach auf die Aussagen der ersten Stunde abzustellen sei, könne d iese im Nachhinein getätigte Aussage somit nicht gehört werden. Festzuhalten bleibe, dass sie explizit eingestehe, nach der Mittags- pause mehrfach zu spät zur Arbeit erschienen zu sein. Dar auf sei abzustellen. Die Behauptun- gen der Beschwerdeführerin betreffend die Verteilung der Werbeprospekte vermöchten nichts an der Sichtweise der Beschwerdegegnerin zu ändern. Die Behauptung, dass sie die Prospekte mit dem Motorrad verteilt habe, sei nicht belegt und k önne deshalb nicht gehört werden. Wäre dies tatsächlich der Fall gewesen, hätte die E.____ wö chentlich massgeblich zu viel Lohn be- zahlt. Dies erscheint wenig glaubhaft. Des Weiteren sei a uch die Aussage, sie habe in der Re- gel nur kleine Werbebroschüren und Prospekte verteilt, ni cht belegt. Dem Arbeitsvertrag sei jedenfalls nicht zu entnehmen, dass nur kleine und leichte Werbebroschüren und Prospekte zu verteilen seien. Schliesslich sei festzuhalten, dass sich di e Versicherte darüber ausschweige, weshalb sie bei ihrem Hauptarbeitgeber, bei welchem sie im 100 % Pensum gearbeitet habe, sehr lange Zeit ganz beziehungsweise teilweise arbeitsunf ähig gewesen sei, jedoch bei ihrem Nebenerwerb durchgehend in der Lage gewesen sei zu arbeiten. 7.1 In pflichtgemässer Würdigung der vorstehend erwähnt en Verfahrensakten ist hinrei- chend erstellt, dass die Beschwerdeführerin der Arbeitge berin durch ihr Verhalten zumindest eventualvorsätzlich Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gab. 7.2.1 Das Kündigungsschreiben vom 15. Oktober 2013 enth ält keine Angaben bezüglich der Gründe für die Kündigung. Erst auf Nachfrage der Arb eitslosenkasse sandte die ehemalige Ar- beitgeberin am 11. Dezember 2013 eine E-Mail, in der sie verschiedene Kündigungsgründe auflistete. Die meisten dieser Kündigungsgründe relat ivierte sie jedoch in ihrem Schreiben vom 10. Dezember 2014 wieder. Darin führte sie insbesonder e aus, dass die Versicherte aufgrund ihrer Schwangerschaft sowie ihrer Familienpflichten ein e Mittagspause von wenigstens einein- halb Stunden hätte beziehen dürfen. Zudem sei es bei einem grossen Teil der Tätigkeiten in ihrem Betrieb zulässig und möglich, während der Arbeitszeit Gespräche zu führen. 7.2.2 Die Einspracheinstanz stellte am 22. Juli 2015 in teilweiser Gutheissung der Einsprache der Versicherten fest, dass bei mehreren Kündigungsgründ en Aussage gegen Aussage beste- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht he, weswegen diese bei der Beurteilung ausser Betracht fielen. Wie die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid korrekt festgehalten hat, kann der Versicherten insbesondere weder der Verstoss gegen das Hygienereglement noch die unkonz entrierte Arbeitsausführung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden. Al l diese Punkte haben deswegen unberücksichtigt zu bleiben. 7.2.3 Im angefochtenen Einspracheentscheid werden der Beschwerdeführerin lediglich noch ihr wiederholtes Zuspätkommen nach der Mittagspause sow ie das Ausüben eines körperlich belastenden Nebenverdienstes vorgeworfen. Ihre Verspätu ngen nach der Mittagspause be- gründet die Versicherte damit, dass sie in ihrer Schwang erschaft sowie aufgrund ihrer Fami- lienpflichten mehr Zeit zur Erholung benötigt habe. Diesbezüglich ist auf das Schreiben der ehemaligen Arbeitgeberin vom 10. Dezember 2014 hinzuw eisen, in welchem diese selber aus- führt, dass es der Versicherten als schwangere Frau mit Familienpflichten zugestanden hätte, eine längere Pause als andere Mitarbeitende zu machen. Zudem hielt die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid zu Recht fest, dass die Beschwerdefü hrerin zwar verspätet aus der Mittagspause zurückgekommen sei, aber nicht habe damit re chnen müssen, deswegen ohne eine erneute Vorwarnung die Kündigung zu erhalten. 7.2.4 Schliesslich lastete die Beschwerdegegnerin der Ve rsicherten vor allem noch das Ausü- ben des Nebenerwerbs als Verhalten, mit dem sie eine K ündigung eventualvorsätzlich in Kauf nahm, an. Ihr habe bewusst gewesen sein müssen, dass diese A rbeit ihrer Gesundheit abträg- lich sei und die ehemalige Arbeitgeberin diesen Neben erwerb nicht gutheissen würde. Trotz- dem sei die Beschwerdeführerin das Risiko eingegangen, ihren Haupterwerb zu verlieren. Dieser Vorwurf ist begründet. Der Beschwerdeführerin können ihre krankheitsbedingten Absen- zen zwar nicht zur Last gelegt werden; sie konnte jeweils Arbeitsunfähigkeitszeugnisse vorwei- sen, weshalb die Absenzen als unverschuldet zu gelten habe n. Die Versicherte räumt aber sel- ber ein, dass sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Probl eme nicht allen Anforderungen ihrer Ar- beitgeberin gerecht hatte werden können. Sie war in den letzten zwei Jahren des Arbeitsver- hältnisses beinahe andauernd über kürzere oder auch län gere Zeit krankgeschrieben. Ihre ge- sundheitlichen Probleme wurden an ihrem Arbeitsplatz berücksichtigt, indem sie unter anderem ihren Arbeitsort wechseln durfte und nur noch leichte Arbeit verrichten musste. Trotzdem wurde sie immer wieder krank. Diese Krankheitsabsenzen führten schliesslich zur – verständlicher- weise erfolgten – Kündigung durch die Arbeitgeberin. Dass die vielen Krankheitsabsenzen die Arbeitgeberin störten, ist einerseits selbstverständlich u nd war der Beschwerdeführerin ande- rerseits bekannt, weil dies in den Mitarbeitergesprächen jeweils thematisiert wurde. Aus den Akten sind die medizinischen Ursachen der Krankheitsabsenze n zwar nicht ersichtlich. Mit der Beschwerdegegnerin ist aber davon auszugehen, dass diese mit der Überlastungs- und Über- forderungssituation zu tun haben, in welcher sich die Ver sicherte befand. Neben ihren familiä- ren Pflichten als Mutter zweier kleiner Kinder stand sie bei der B.____ AG in einem vollen Ar- beitspensum (43 Stunden) und erledigte bei der E.___ _ als Zustellerin einen Nebenerwerb, welcher gemäss Arbeitgeberbescheinigung einem Wochenpensu m von 25 Stunden entsprach. Selbst wenn man der Beschwerdeführerin folgt, dass di e täglichen Touren jeweils in 2,5 Stun- den bewältigt werden konnten, bestand ein Gesamtprogr amm, welches eine Überforderungssi- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht tuation als höchst wahrscheinlich erscheinen lässt. Ange sichts des schon seit längerem ange- schlagenen Gesundheitszustandes war die Beschwerdeführeri n nicht in der Lage, dieses Pro- gramm zu bewältigen. Weil ihr bewusst sein musste, dass es b ei Weiterführung dieses Pen- sums immer wieder zu krankheitsbedingten Arbeitsausfälle n bei der B.____ AG kommen wür- de, hätte sie eine Änderung der Situation – beispielsw eise durch die Aufgabe des Nebener- werbs – herbeiführen müssen. Entsprechende Anstrengungen unternahm sie aber keine, mit der Folge, dass es in den Jahren 2012/2013 zu einer Kumu lierung von Absenzen kam, welche am 15. Oktober 2013 zur Kündigung führte. Aus arbeitslosenrechtlicher Sicht ist der Beschwerdeführeri n vorzuhalten, dass sie ihre Arbeits- und Lebenssituation nicht so organisiert hat, dass solche krankheitsbedingten Absenzen hätten vermieden oder zumindest verringert werden können. Ihr Verhalten ist als eine Verletzung ar- beitsvertraglicher Pflichten zu qualifizieren, hat eine Arbeitnehmerin doch ihre Aktivitäten und Lebensführung auch ausserhalb der Arbeitszeit so zu gesta lten, dass sie zur Erbringung der Arbeitsleistung im Stande ist. Art. 321a Abs. 3 des Bun desgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obl igationenrecht) vom 30. März 1911 hält diesbezüglich fest, dass der Arbeitnehmer während d er Dauer des Arbeitsverhältnisses keine Arbeit gegen Entgelt für einen Dritten leisten darf, soweit er dadurch seine Treuepflicht verletzt. Nicht jede entgeltliche Arbeit für Dritte ist verboten, sondern nur jene, die der Treue- pflicht widerspricht. Unter diese Bestimmung fallen insbesondere auch Situationen, in denen die „Schwarzarbeit“ so viele Nachtstunden beansprucht, dass de r Arbeitnehmer erschöpft und leis- tungsunfähig am Arbeitsort erscheint (U LLIN STREIFF /ADRIAN VON KAENEL , Arbeitsvertrag, Pra- xiskommentar zu Art. 319-362 OR, 6. Auflage, 2006, Art. 321a N10). Grundsätzlich ist ein Ne- benerwerb erlaubt, nicht aber eine Nebentätigkeit, we lche die Arbeitskraft des Arbeitnehmers überstrapaziert (THOMAS GEISER /ROLAND MÜLLER , Arbeitsrecht in der Schweiz, SjL – Stämpflis juristische Lehrbücher, 2. Auflage, 2012). 7.3 Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdefüh rerin mit ihrem Verhalten das Risiko, arbeitslos zu werden, zumindest eventualvorsätzlich in Kauf nahm. Ein pflichtwidriges Verhalten ist in beweismässiger Hinsicht klar ausgewiesen und ein Verschulden an der Arbeits- losigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG und Art. 44 Abs. 1 AVIV demnach zu bejahen. Unter diesen Umständen hatte sie die Arbeitslosenkasse zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit vorübergehend in der Anspruchsberechtigung eingestellt. 8.1 Es verbleibt zu überprüfen, ob die verfügte Einstel lungsdauer von 24 Tagen angemes- sen ist. Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsber echtigung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchste ns 60 Tage (vgl. Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 45 Abs. 2 AVIV wird die Einste llung in der Anspruchsberechtigung ab- gestuft; sie dauert 1-15 Tage bei leichtem (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31- 60 Tage bei schwerem (lit. c) Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens fällt die Arbeitslosenkas- se ihren Entscheid nach pflichtgemässem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialversi- cherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts die angef ochtene Verfügung auch auf deren Angemessenheit zu überprüfen. Sie greift jedoch bei d er Beurteilung der von der Arbeitslosen- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht kasse angeordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Z urückhaltung in deren Ermes- sensspielraum ein. 8.2 Vorliegend hatte die Arbeitslosenkasse das Verhalt en der Versicherten zunächst als schweres Verschulden qualifiziert und die Dauer der Einstellung auf 31 Tage festgesetzt. Dabei unterschritt sie die bei selbstverschuldeter Arbeitslosigkei t übliche Einstelldauer von 36 Tagen und berücksichtigte zu Gunsten der Beschwerdeführerin die Schwierigkeiten am Arbeitsplatz sowie ihre gesundheitlichen Probleme. In teilweiser Gu theissung der Einsprache der Versicher- ten stellte die Einspracheinstanz am 22. Juli 2015 f est, dass bei mehreren Kündigungsgründen Aussage gegen Aussage bestehe, weswegen diese bei der Beu rteilung ausser Betracht fielen. Das letzte schriftlich festgehaltene Gespräch datiere vom 26. Juli 2012 und somit 15 Monate vor der Kündigung. Während dieser Zeitspanne habe die Versicherte lediglich knapp zwei Mo- nate gearbeitet, ohne zumindest teilweise arbeitsunf ähig zu sein. Deshalb sei dieses Gespräch immer noch zu beachten. Allerdings habe es die ehemali ge Arbeitgeberin unterlassen, die Be- schwerdeführerin wie angekündigt vor der Entlassung nochmals zu verwarnen. Die Einstelldau- er werde um weitere 7 Tage auf neu 24 Einstelltage r eduziert. Insgesamt ist die auf 24 Tage festgelegte Einstellung in der Anspruchsberechtigung ang emessen und sachlich gerechtfertigt. Das Kantonsgericht sieht keinen Anlass, in die vorgenomme ne Bemessung korrigierend einzu- greifen. Vielmehr hat die Arbeitslosenkasse den Umständ en des vorliegenden Einzelfalles Rechnung getragen und die bei selbstverschuldeter Arbeit slosigkeit übliche Einstelldauer in der Höhe von 36 Tagen zunächst um 5 Tage und im Rahmen de s Einspracheverfahrens um weite- re 7 Tage reduziert. Im Ergebnis entspricht diese Einste lldauer einem mittelschweren Verschul- den im mittleren Bereich. Der angefochtene Einspracheen tscheid vom 22. Juli 2015 ist unter diesen Umständen zu bestätigen und die dagegen gerichtete Beschwerde abzuweisen. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor de m kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht